Nr. 282. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. gereiht. Landlehrer! Donnerstag, den 1. Dezember 1904. geziemt." " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. sich seine Darlegungen überhaupt bewegen. Die Regierung antwortete forgen. Der Schulvorsteher W. hat zu der Holz besorgenden Person mit einem Strafmandat von 10 M., weil er den Ermahnungen und geäußert, daß man auch ein oder zwei Tage ungeheizt bleiben könne." Ratschlägen des Revisors kein williges Ohr geliehen und sich Man verklagt den Lehrer bei der Regierung; seine Verbrechen Aus der Tiefe sonst still und stumm ertragener Leiden steigt die erbreistet habe, seine Revision einer Kritik zu unterziehen. Bugleich follen sein: er habe einen unpassenden Schriftwechsel mit dem Schulfast demütig vorgetragene Klage eines Zandlehrers aus dem äußersten ermahnen wir Sie ernstlich", so heißt es in dieser Urkunde, in vorstand geführt, den Pfarrer nicht gegrüßt, seine Einladungen abOften empor. Der Volksschullehrer Gustav Albutat hat nach Zukunft den Anregungen Ihrer vorgesetzten Herren Schulinspektoren gelehut usw. Die Behauptungen sind nicht einmal wahr. Wären 15jähriger Tätigkeit sein Amt niedergelegt, nachdem er den gegen gegenüber ein solches Verhalten zu beweisen, wie es einem be- fie es, so bestände kein Grund in ihnen, ohne sorgfältige Prüfung ihn gerichteten Verfolgungen nicht mehr standzuhalten vermochte. In einer Broschüre, die soeben in Tilsit erschienen ist, stellt er aften- heidenen und auf seine stete Vervollkommnung bedachten Lehrer des Sachverhalts den Lehrer zu belasten. Es scheint, daß man den Herrn Albutat so lange ertrug, so mäßig die Geschichte seiner Niederlegung dar.") Bescheidenheit! das ist's, was seine Vorgesetzten offenbar ver- lange die elenden Schulverhältnisse im Dorfe bestanden. Als nun Es find teine großen Taten und Begebenheiten, die in dieser mißt haben. Bescheidenheit, die sich duckt, die alles erträgt, die das neue Schulhaus gebaut war, holte man zum Schlage aus. Broschüre erzählt werden, es sind nicht einmal interessante Erleb- freundlich lächelt, wenn man sie beleidigt. Die Bescheidenheit des Zunächst entzog man ihm den Organistendienst. Albutat hat seit nisse; alles ist klein und kleinlich. Das Erbärmlichste und Gleich- elenden Lakaien, das ist das Schulideal der Junker und der ihnen dem Winter 1897, während er noch auf einer anderen Schulstelle gültigste wird zum Inhalt des Schicksals eines Mannes, der sicherlich hörigen Regierung. Zu einem Erzieher taugt freilich ein solcher war, den Organistendienst an der Kirche des Dorfes übernommen. weder an Charakter noch an Intelligenz und Wissen den Durchschnitt Mensch ganz und gar nicht, aber der Lehrer in Preußen soll ja auch Er hatte jedesmal einen Weg von 5-6 Kilometer hin und ebenso sonderlich übersteigt. Die Broschüre bildet auch keine literarische nicht die Aufgabe haben, die Kinder zur Menschenwürde und zum zurück bei jedem Wetter zwei Jahre lang zu machen mit einer Leistung. Ohne Verarbeitung und ohne den Aufwand darstellerischer Bewußtsein ihrer Rechte zu erziehen, sondern diefe ebenfalls zu Anfangsentschädigung von jährlich 50-60 Mart. Jest entzog man Stunft werden im wesentlichen Eingaben und Protokolle aneinander willfährigen Werkzeugen, zu billigen Arbeitern, zu gehorsamen das Rebenamt ihm, angeblich weil er sich mit dem Pfarrer nicht Knechten zu drillen. Deshalb darf natürlich auch der Lehrer selbst vertragen konnte. Verschiedene Bemühungen, ein Disziplinars Aber gerade in dieser Unbedeutenheit der Menschen und Vor- kein Gefühl seiner Würde haben, deswegen soll auch er in 3er- verfahren oder eine eibliche Bernehmung zu veranlassen, scheiterten. gänge liegt der Wert dieser Broschüre. Verhältnisse und Personen, knirschung sich den Anweisungen jedes gleichgültigen Bureaukraten Schließlich wurde seine Versegung verfügt. die sonst nicht in die Deffentlichkeit hervortreten, werden hier einmal unterordnen. Dieses entsittlichende Verhältnis wird dann unter Diese grundlose Disziplinierung betrachtete der Lehrer als eine entschleiert und in dem Spiegelbild eines kleinen Lebensschicksals, Mißbrauch des Begriffs der Disziplin zur Regel gemacht. gegen seine Ehre gerichtete Maßregel, und durch eine Eingabe an die das doch für den, der zu ihm verurteilt ist, zerschmetternd wirkt, Nach dem Zwischenfall beginnen die Leiden des Lehrers. Er Regierung und an den Minister suchte er die Versetzung rüdentblößt sich ein großer Teil des preußischen Volksschul- Elends, hat Stonflitte mit dem Schulinspektor, dem Pfarrer des Dorfes, der gängig zu machen. Er weigerte fich entschieden, die offenbart sich jene würdelose Stellung, die namentlich im offenbar ihm gegenüber sich nicht ganz offen verhält. Auch im durch nichts begründete Berfezung zu erdulden. Er verlangte Gebiet der oftelbischen Gutsbezirke noch immer den Erziehern Schulvorstand dieses Dorfes von 400 Einwohnern im Kreise Gum- zu wiffen, was er denn gefehlt habe. Am 23. Mai 1904 unferer Kinder angewiesen ist: finanzielle Mifere, geistige Kümmernis, binnen hat er es verdorben. Daß er auf die Heiratspläne nicht entschließt sich endlich die Regierung in Gumbinnen, RegierungsAbhängigkeit aller Art: von brutalen und unwissenden Schul- eingegangen ist, die einer der Schulvorsteher für seine Schwägerin präsident Hegel, die Gründe anzugeben. Das Aftenstück ist ein vorständen, von Pfarrern, von arroganten Schulinspektoren und hegte, scheint ihm übel vermerkt worden zu sein. Jämmerlichster Stulturerzeugnis. Der einzige triftige Grund, der angenommen wird, hochmütigen Regierungsbeamten- alles wirkt zuſammen, um das Klatsch verfolgt ihn. Er verkehrt in der Familie eines Kaufmanns. ist, daß der Lehrer, als er infolge eines gerichtlichen Termins den Selbstbewußtsein des Lehrers, das ihn doch erft befähigt, seiner Die Ehefrau soll einen schlechten Ruf" haben. Sofort wird dem Schulunterricht ausfallen ließ, dem Drts- Schulinspektor keine Anzeige großen Aufgabe gerecht zu werden, zu brechen. In diesen Gemeinden Lehrer nachgesagt, er, der Junggeselle ist, unterhielte unerlaubte gemacht habe. Dabei wird in diesem Bescheid der Regierung von einigen hundert Einwohnern Lehrer zu sein, heißt im Kerfer Beziehungen zu der Dame. Es werden ganz ausführliche Protokolle felbst angegeben, daß bei einer früheren Gelegenheit der Drts schmachten. Die Erziehung wird hier zu einer Art Strafvollzug, im Krähwinkelstil abgefaßt, in denen sich der Lehrer von dieser Schulinspektor ohne weiteres auch Stenntnis von dem Termin freilich mit dem Unterschied, daß in den Gefängnissen immer noch Anklage entlasten muß. Er muß peinlich angeben, wann und wie erhalten hätte und also auch nicht benachrichtigt werden die Möglichkeit eines geordneten Beschwerdewesens besteht, während er mit der Dame zusammengewesen ist, daß er niemals allein brauchte. Es geht ferner aus den weiteren Darlegungen hier der Unglückliche wehrlos jedem Rachealt, jeder bösen Laune, mit ihr war usw. hervor, daß die Nichtbenachrichtigung des Drt- Schulinspektors auf jeder bureaukratischen Willtür ausgesetzt ist. Versucht der Lehrer Nach vielen Bemühungen seht der Lehrer es durch, daß endlich eine gemeinsame Verabredung beruhte. Aber selbst wenn er das Veretwa einen Kampf ums Recht, so ist das schlimmer, als wenn er ein neues Schulhaus gebaut wird. Ihn selbst zieht man zu den brechen begangen hätte, wie kann das einen den Lehrer aufs schwerste sich schwere Verfehlungen zuschulden kommen ließe. Konferenzen nicht heran, seinen Vorschlägen folgt man nicht. Er tränkenden Beschluß rechtfertigen! Die Broschüre gehört nicht etwa zu den zahlreich auf den beschwert sich bei der Regierung über verschiedene Mißstände, die Freilich, es geht aus dem weiteren sehr ausführlichen Bescheid Markt kommenden Veröffentlichungen von Querulanten. Das bei der Anlage des neuen Schulhauses sich herausgestellt haben. der Regierung hervor, daß man nicht handlungen des Mannes, Charakterbild des Lehrers, der hier sein Schicksal erzählt, enthält Diese Eingabe ist in durchaus ruhigem und zurückhaltendem Tone sondern seinen Charakter strafen wollte. Die Regierung rüffelt teinerlei Züge, die auf ein besonders stark und überempfindlich gehalten. Dennoch bekommt er eine barsche Antwort, in der wahr feine rechthaberische Gesinnung". Er habe seine Stellung gegenüber ausgeprägtes Ehrgefühl oder auf irgend welche krankhafte Recht- heitswidrig behauptet wird, seine Klage, daß er als vermeintlicher" dem Orts- Schulinspektor und dem Schulvorstand verkannt, die Form haberei deuten. Er hat sich vielmehr in seinem ganzen Wesen durch- Hauptinteressent an dem Bau so wenig gehört worden sei, sei unbe- seiner Schreiben sei unangemessen", er habe eine großsprecherische aus den demütigenden Bedingungen angepaßt, in denen er lebt. rechtigt. Er sei zu allen Schulvorstands- Sizungen herangezogen worden. Art". Daß er ungerechtfertigte Vorwürfe nicht auf sich figen läßt, Sein Menschentum ist in der Stickluft dieser winzigen Sorgen und Die Antwort der Regierung lautet zum Schluß:„ Endlich wollen wir wird als" fleinlich empfindlich" bezeichnet und ihm für dieses Verqualvollen Duerelen gebeugt. Aber er hat doch so viel Stolz und nicht unerwähnt lassen, daß Ihre Eingabe vollständig der in Schreiben halten ausdrücklich unser Mißfallen" ausgesprochen. Er sei sogar Unabhängigkeitsfinn sich gewahrt, daß er nicht jeder Chikane seiner an vorgesezte Behörden üblichen und Ihnen, wie wir an anderen so frech gewesen, feine„ böllige Schuldlosigkeit" zu behaupten. vorgesetzten Behörden fich unterwirft und nicht alles stumm erduldet, Gesuchen ersehen, bekannten äußeren Formen ermangelt, deren Dem Kreis- Schulinspektor habe er unbotmäßiges Verhalten" gegenwas man ihm aufpackt. Aber gerade darin, daß es nicht gelungen Fehlen in Verbindung mit den neuerdings vorgekommenen Un- über an den Tag gelegt, er habe eine hochmütige Gesinnung", er war, ihn völlig zu verstlaven, ihn zum willenlosen Werkzeug der gehörigkeiten auf ein Verkennen Ihrer Stellung Vorgefegten gegen- fei, eigensinnig" und verharre in seiner alten dünkelhaften Ueberüber das ländliche Schulwesen herrschenden Gewalten zu machen, über schließen läßt." thebung". bestand sein Verbrechen. In der ganzen Broschüre aus den Aftenstücken werden auch die Kundgebungen seiner Gegner befindet sich nicht eine einzige Tatsache, die darauf hindeutet, daß sich der Lehrer eine Schuld oder auch nur eine TaftTofigkeit hat zuschulden kommen lassen. Es findet sich auch nichts, was als hochfahrendes oder nörgelndes Wesen aufgefaßt werden könnte. Die Abwehr gegen die ihm zugemutete Unbill ist überall fast unbegreiflich maßvoll, so ist sogar durchweg seine Pflicht; in der Wahrung seiner Berufspflichten noch mehr als in dem Kampfe für seine persönlichen Interessen wurzelt das Verhängnis, das fannt ihn ereilte. Der Lehrer versucht vergebens Begründungen für die gegen ihn Die Lächerlichkeiten, die an tatsächlichem Material fonft gegen erhobenen Anklagen zu erlangen. Er erhält entweder überhaupt gar den Lehrer vorgelegt werden, widerlegt er gründlich und schlagend. feinen Bescheid oder knappe inhaltlose Verfügungen, oder endlich Er rafft sich nun auf und erklärt der Regierung, wenn sie mit ihren Schriftstücke, deren Gründe vollständig gegenstandslos find. Der Vorwürfen meine:„ daß ich etwa auf Bflichtbewußtsein und StandesLehrer widerlegt, wie aus den Aftenstücken für jeden, der sie un ehre halte sowie die persönlichen Stränkungen und Geringschätzungen befangen lieft, deutlich hervorgeht, alle gegen ihn erhobenen Be- nicht gleichgültig hinnehmen kann, daß ich ebenso wie auch andere schwerden, aber gerade darin liegt sein Frevel. Er hätte geduldig Beamte, ob Borgesezte oder Untergebene, Wert darauf lege, wegen hinnehmen müssen, was ihm die hohe Obrigkeit, der Pfarrer und der der Böswilligkeit und Launen einiger Personen meine Berfonalatten Schulvorstand, zugedacht haben. nicht verderben zu lassen, daß ich über meine eigenen inneren wie äußeren Schulverhältnisse ein Urteil haben und von der Behörde als glaubhaft behandelt sein will, so muß ich die Vorwürfe hinnehmen." Wohnung und Kammer 2c. aus eigener Tasche ausgegeben." Er führte weiter aus, daß er in dem ihm zur Verfügung stehenden Wohn- und Schlafzimmer habe frieren und selbst für die Bekleidung des Raumes habe forgen müffen. In den Eingaben des Lehrers spiegeln sich auch die sozialen Zustände des Volksschulwesens in Ostelbien." Ich habe", Albutat übernahm 1899 die Lehrerſtelle in Groß- Linkeninten. schreibt er einmal an die Regierung, den Schulvorstand seit dem Die Schule war mietsweise in einem engen Raume untergebracht; Antritt der hiesigen Stelle am 21. März 1899 bis zum 30. April 1900 Eine Beschwerde beim Minister hatte zunächst keinen Erfolg. bei 90 bis 100 Schülern war er der einzige Lehrer. Bei einer Gehaltsreste, die zuletzt 177,71 m. betrugen, gestundet, weil er feine Am 27. Mai und 1. Juni sendet er an ihn Eingaben, einen Monat Schulrevision im Jahre 1900 zog sich Albutat das Mißfallen des Umlagen erheben wollte, und habe mir bis jetzt monatelang später hat er noch feine Antwort, obwohl zum 1. Juli seine BerKreis- Schulinspektors, eines Theologen, zu. Der Lehrer scheint sich hinausgezogene kleinere und größere Gehaltsnachzahlungen außer fegung eintreten sollte. Auf telegraphisches Ersuchen wird ihm dann nicht unterwürfig genug benommen zu haben. Jedenfalls äußerte willkürlichen Abzügen infolge der dem Werte nach nicht feststehenden am 26. Juni mitgeteilt, daß der Minister abschlägig bescheidet und sich der Kreis- Schulinspektor nach seiner ganz kurzen Revision höchst Landdotationen gefallen lassen: Ich habe, als ich hierher tam, die ihm zu eröffnen sei, daß er der Anordnung der Versetzung ungefäumt unzufrieden über die Leiſtung der Schule. Abutat hat die Vor- jämmerlichsten Zustände an der mir vom Schulvorstand zur Ver- nachzukommen habe. Daraufhin verzichtete der Lehrer freiwillig auf gänge genau aufgezeichnet und es geht aus ihnen hervor, daß ein fügung gestellten Mietswohnung vorgefunden und sogleich nachweis- fein Amt. wirklicher Grund zu der Kritik nicht vorgelegen hat. Sie treten so bar an 40 M. für Herstellung einer auch nur einigermaßen genügenden Vielleicht hätte Herr Albutat sein Amt nicht niederlegen, sondern Leger in der Klasse auf", meinte der Streis- Schulinspektor. Wahr- Treppe zur Wohnung, eines notwendigen Bretterverschlages an auf einem disziplinarischen Verfahren bestehen sollen; denn tatsächlich scheinlich meinte er damit", so fügt Albutat sicherlich zutreffend handelt es sich bei der Maßregelung des Mannes um ein völlig hinzu,„ mein von der Anwesenheit des Revisors so vollständig unwillkürliches administratives Verfahren, in dem nicht einmal die beeinflußt zeigendes Auftreten." Der Lehrer wehrte sich gegen die unRegierung den Beschuldigten ordentlich gehört hat. Aber man begerechte Stritit. Er erklärte, daß er ein solches Urteil in seiner greift, daß der Mann in diesen Kleinen Kämpfen zerrieben, müde und ganzen Dienstzeit noch nicht erfahren habe. Der Kreis- Schulinspektor Als Gegenleistung hatte der Schulvorstand höchst liebenswürdige mürbe wurde und schließlich den ganzen Bettel hinwarf. Es ist kein fragt barsch:„ Erkennen Sie mein Urteil an?" Der Lehrer ant- Aeußerungen zur Verfügung. Einer der Schulvorsteher äußerte Zweifel, daß das preußische Volksschulwesen damit gerade einen ihrer wortet:" In Anbetracht der Verhältnisse und Umstände nicht, kann gelegentlich einer Gemeindeversammlung in schreiendem Tone:" Was charaktervolleren Vertreter verloren hat. In zahllosen anderen Fällen man doch auch durch ein paar Fragen in der Gile und in so kurzer ist mir der Schulmeister! Ich halte mir einen für 100 Taler, dafür wird der Mißhandelte sich eben fügen müssen, weil er sonst keine Zeit den Standpunkt und die Leistungen der Schule nicht so genau muß er mir noch arbeiten, pflügen zc." Dder: Was brauchen wir Existenz hat. Daß aber die Regierung statt charaktervoller, selbstfeststellen." Der Revisor antwortet:" So, das wollte ich hören, für den( Schulmeister)! Der wird in dem neuen Hause nicht lange bewußter Lehrer bescheidene, unterwürfige, auf ihr Recht verzichtende, Sie werden fleißiger fein." Getränkt antwortet der Lehrer:" Ich wohnen, nicht lange bleiben, nicht sterben. Ich halte mir einen alle Beschwerden geduldig ertragende und Ungerechtigkeiten mit freundfann nur so fleißig sein, wie ich gewesen bin." Schulmeister, der muß lehren wie ich will, was habe ich vom Schul- lichem Lächeln quittierende Diener wünscht, das ist das Ergebnis Der Lehrer beschwerte sich dann über die Kritik des Kreis- meister." In welcher Weise der Schulvorstand feine Pflicht erfüllte, diefer Aftensammlung, Schulinspektors bei der Regierung. Die Eingabe ist zwar nicht in dafür wird ein Beispiel gegeben, das auch gar nicht von seiten des In der heutigen Lage der preußischen Volksschulen wird zum triechendem, aber immerhin in dem höflichen Zone gehalten, in dem Schulvorstandes bestritten worden ist:„ Am 16. Dezember zeigte ich mindesten jeder Landlehrer des Ostens dieselbe Tragödie durch*)„ Warum ich mein Amt als Lehrer niederlegte". Die Be- dem Schulvorstand zu Händen des stellvertretenden Vorsitzenden D. machen, die Herr Albutat erzählt, mur daß er sich in der Regel eben Handlung des preußischen Volksschullehrers durch vorgesetzte Personen an, daß für den nächsten Tag Holz zur Schule zu besorgen wäre. Dem unvermeidlichen Zwange unterwirft und auf die Durchsetzung und Behörden im Anfange des 20. Jahrhunderts von Gustav Albutat. Der Schulvorstand war auch schon früher darauf hingewiesen. Die feines Rechtes verzichtet. Man sieht ja auch, daß es ein aussichtsTilsit 1904. Druck und Verlag von Otto von Mauderode. Preis Klasse war fast gar nicht geheizt, das Holz war nicht angefahren. lofes Beginnen ist, auch nur die Interessen der Schule, geschweige 60 f. Ich mußte den Unterricht zwei Stunden aussehen und für Abhülfe die persönlichen Interessen mit einiger Energie zu vertreten. Um den Lehrern die ihnen zukommende Stellung zu sichern, dazu bedarf es einer grundlegenden Reform des preußischen Schulwesens. Der Lehrer muß befreit werden von der Tyrannei und der Willkür der Gemeinde. Eine V e r- st a a t l i ch u n g des Volksschulwesens ist unbedingt notwendig und sofern die Uebcrnahme des gesaniten Volksschullvesens auf das Reich nicht zu erzielen ist, so sollte wenigstens ein Reichs- Schulgesetz die Grundlinien des gesamten deutschen Volksschul- Wesens festsetzen. Die heutige Regelung des Volksschulwesens be- deutet die Herrschaft der Geistlichen, der Grundbesitzer, der staat- lichcn Bureaukratie über die Lehrer und über den Unterricht. Eine Verstaatlichung der Schule würde wenigstens die schlimmsten Aus- wüchse, die ärgste Vogelfreiheit und die größte Würdelosigkeit be- festigen._ politifcbc Qcbcrficbt. Berlin, den 30. November. Mittelstandsrcttnng. Die bürgerlichen Parteien überboten sich beute im Reichstag, ihr Wohlwollen für den Mittelstand zu be- weisen. Das Ausverkaufswesen, die Abzahlungsgeschäste, die Warenhäuser für Offiziere und Beamten— natürlich auch die Konsumvereine der Arbeiter, aber von denen sprach man heute zufällig nicht— all' das soll vernichtet werden, um dem „kleinen Mann" zuchelfen. Im übrigen hat jede der bürger- lichen Parteien noch ihren ganz besonderen Plan für die end- gültige Rettung und Hebung des Mittelstandes. Der eine Freisinnige von der weiblichen Linie, der Abg. Dove, empfiehlt die energische Selbsthülfe, der andere, Herr Müller-Meiningen von der Bolkspartci. empfiehlt in das Gesetz eine Generalklausel gegen jeden unlauteren Wettbewerb aufzunehmen: er will es übrigens nicht so rasch, sondern zunächst mal durch eine Enquete die vorhandenen Uebelstände ermitteln. Und neben diesen Privatwünschen hatten die Nationalliberalen, die Konse.r- vativen und das Zentrum ausgearbeitete Resolutionen, der Abg. Patzig sogar vollständige Paragraphen ausgearbeitet, um irgend welche unlauteren Geschäftsmanöver für die Zukunft unmöglich zu machen. Alle diese Herren wissen natürlich— oder könnten es leicht wissen—, daß ihre aus preußischem Schutzmannsgeist und sozialpolitischer Einsichtslosigkeit geborenen Paragraphen entweder, wenn sie vernünftig sind, gar keinen Erfolg haben, oder im schlimmeren Falle zu zahllosen unnützen Chikanen gehässig-dnmmer Kleinkaufsleute Anlaß geben können. Aber sie erreichen wenigstens, daß ein Sozialdemokrat— heut war es der Genosse P e u s— aufsteht und den Herren diese ein- fache Wahrheit sagt. So zeigte ihnen heute Genosse P e u s, daß die Abzahlungsgeschäfte, so prinzipiell verwerflich sie sind, ihre unerschöpfliche Quelle in dem Elend der Armen haben und daß die einzige Wehr gegen sie die Organisation des Konsums durch die Arbeiter ist, daß keine formale Gesetzesbestimmung den Ausverkaufsschwindcl beseitigen könne, solange die Jnseratenpresse ihn mit ihrem ganzen Einfluß unterstütze. Natürlich warten die Mittelstandsretter aus allen Parteien, die R o e r e n und Gröber vom Zentrum, die Rettich und Henning von den Konservativen, die L a t t m a n n und Raab von den Antisemiten nur auf solche Ausführungen. Sie können dann im Reichstag und im Lande von neuem die Fabel verbreiten, daß die Sozialdemokratie den Ruin des Mittelstandes wolle und ihm jede Hülfe verweigere. Man braucht sie in diesem Vergnügen umsoweniger zu stören, als dieses agitatorische Mätzchen mit der Länge der Zeit an Wirk- samkeit denn doch nicht eben viel gewonnen hat. Auf praktische Arbeit leisten innerlich diese Mittelstands- retter selbst Verzicht. Der Abg. Patzig, der nebenbei die Feindschaft gegen die Gewcrbefreiheit sür die alte Tradition der nationalliberalen Partei erklärte, hatte vorgeschlagen, in einer Kommission Gesetzesbestimmungen gegen den unlauteren Wettbewerb auszuarbeiten. Das Zentrum ist natürlich diplomatischer. Es will die unniögliche Arbeit nicht leisten und lieber den ganzen Wust unbrauchbarer Anträge der Re- gierung als Material überweisen, lind so dürfte am Freitag nach Fortsetzung der Debatte beschlossen werden. Morgen fällt die Plenarsitzung aus. damit die Fraktionsmitglieder sich über ihre Stellung zum Etat verständigen können. Das Jubel-Herrenhaus. Fünfzig Jahre waren am Mittwoch verflossen, seitdem die Erste preußische Kammer, das Herrenhaus, zun: erstenmal in seiner jetzigen Form zusammengetreten ist. Ins Leben gerufen zur Zeit der finstersten Reaktion durch das Gesetz vom 7. Mai 1853 und die Verordnung vom 12. Oktober 1854 ist das Haus, getreu seiner Tradition, diese ganzen fünfzig Jahre hindurch ein Hort der Reaktion in Preußen gewesen. Was immer an volksfeindlichen Gesetzen geschaffen, was an volksausbeutendcn und volksknebelnden Plänen ausgeheckt ist, dem Herrenhause verdankt es entweder seine Entstehung oder zum mindesten doch seine liebevolle Förderung. Kein noch so geringer Fortschritt ist in dieser langen Zeit in Preußen wahr- nehmbar, und wenn die Herrenhäusler so könnten wie sie wollten, dann hätten sie längst der politischen und Wirtschaft- lichen EntWickelung ein Halt zugerufen und die vormärzlichen Zeiten wieder heraufbeschworen. Dieser Gedanke hätte in den festlichen Ansprachen, mit denen die Mittwochs- Sitzung eröffnet wurde, zum Ausdruck gelangen müssen, wenn anders die historische Wahrheit noch etwas gilt. Aber Frhr. v. Hammerstein, der Minister des Innern, der, begleitet von seinen Reattionskollegen S t u d t und S ch ö n st e d t, als Vertreter mittelalterlicher Anschauungen dem hohen Hanse die Wünsche der Staatsregierung über- brachte, hielt es für wichtiger, in starkem Widerspruch mit der Geschichte die Verdienste dieses„Parlaments" zu feiern. Er bekam es fertig, von einer„rastlos eifrigen Tätigkeit" und „ersprießlich erfolgreichen Arbeit" eines Hauses zu sprechen, dem Arbeit ein weltfrcnider Begriff ist, und die„immer treue Gesinnung" der Herrenhäusler zu preisen, die getreu dem Worte„Und der König absolut, wenn er unfern Willen tut", mehr als einmal Lieblingspläne der Krone durch kindischen Eigensinn zerstört haben. Ja, er verschmähte es sogar nicht, die Verordnung, die das Haus ins Leben rief, als einen Ausgleich zwischen der alten ständischen Rechtsordnung und der modernen Staatsaufsassung zu be- zeichnen. Die Mitglieder des Hauses jubelten ihm zu. So schön wie Hammerstein hat selbst Bülow ihre Verdienste nicht zu preisen verstanden. Der Präsident Fürst zu Inn- und Kn y p- hausen verstichte sogar, die Herren in den Wahn zu ver- setzen, daß noch einmal das Ansehen des Hauses in Deutsch- land die Anerkennung finden wird, die es verdient. Diese Anerkennung hat es längst, die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes schätzt das„höchste" Haus lediglich als das Phantasieprodukt eines geisteskranken Königs. Nach diesem festlichen Vorspiel gingen die„Herren" an die„Arbeit", sie begannen die Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Erhebung von Kirchensteuern in den Kirch enge in einden und Parochialverbänden der evangelischen Landeskirche, unterbrachen die Beratung aber bald mit Rücksicht auf das Festmahl, das ihrer harrte. Ain Donnerstag wird die Beratung fortgesetzt. Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch die H i b e rn i a- Vorlage an die Budgetkonunission überwiesen. Die Debatte gestaltete sich teilweise recht lebhaft. Den Anlaß dazu bot der Abg. v. Eynern(nl.). als Großkapitalist und Dividcndenpolittker ein entschiedener Gegner der Vorlage, der seinem ehemaligen Fraktionsgcnossen und heutigen: Handels- minister manch bittere Wahrheit sagte. Angeblich hat Herr Möller die armen Aktionäre überrumpelt und an den arineu Auffichtsratsmitgliedern der Hibernia die Kunst des Bauch- aufschlitzens versncht. Selbst seine eigene frühere Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied großer Gesellschaften hielt der Redner dem Minister vor. So gehen die festesten Freund- schaften in die Brüche, wenn eine Schmälerung des Profits droht. Die Erwiderung des Ministers war nicht weniger scharf. Für die Vorlage sprach noch Abg. G a m p(fk.), dagegen Abg. Hirsch- Essen(narl.), der der Befürchtung Ausdruck gab, daß Herr Möller den sozialdemokratischen Zukunftsstaat vorbereitet. Am Donnerstag kommt die Interpellation der Freisinnigen Volkspartei über den Berliner S ch u l k o n f l i k t zur Be- sprechnng. Tie italienische Thronrede, init der der König heute das Parlament eröffnete, begrüßt zu- nächst unter dem Ausdruck der Zuversicht in die hohe Be- stimmung Italiens die erste unter der Regierung des Königs Victor Emanuel gewählte Volksvertretung lind gedenkt sodann der Geburt des Kronprinzen. Sie fährt dann fort: Als ich zum ersten Mal das Wort an das Parlament richtete, habe ich meinem festen Vertrauen in die F r e i h e i t Ausdruck gegeben. Tic Erfahrung dieser Jahre hat mich in diesem Vertrauen be- kräftigt und mich überzeugt, daß man nur durch die Freiheit die schweren?lufgaben lösen kann, die jetzt allen Völkern infolge der neuen Bestrebungen und der neuen Ge- staltung der sozialen Kräfte obliegen. Meine Regierung wird daher ihre Politik weitgehender Freiheit in den stark gesicherten gesetzlichen Grenzen fortsetzen, die im Lande so weithin Zustimmung? gesunden hat. Tie Thronrede hebt sodann hervor, daß die gesetzgebenden Körperschaften ihre Sorgfalt besonders den ar- bettenden Klassen widmen müßten, um deren Mittel zur Befriedigung ihrer Lebensbedürfnisse fortschreitend zu er- höhen und billige und friedliche Lösungen der Jnteresscnkämpfe' zwischen Kapital und Arbeit anzubahnen. Der scharfe Gegen- satz zwischen Kapital und Arbeit werde in vielen Fällen durch Schiedsspruch gelöst werden können, der der Gerechtigkeit und Billigkeit den Sieg sichere: ebenso wie die bürgerliche Gesellschaft in Fragen zwischen einzelnen Individuen die Gerechtigkeit an die Stelle der Gewalt gesetzt habe, werde auch dieser neue, große Schritt auf den Wegen der Zivilisation die � Gerechtigkeit zur Herrscherin in den Beziehungen zwischen den sozialen Klassen machen. Zu diesem großen Fortschritt werde auch ein weiter ausgedehnter und den neuen Zeitverhältnissen mehr angepaßter Unter- richt mächtig beitragen, womit die Regierung und das Parlament sich beschäftigen werden. Nach langen und arbeitsreichen Unterhandlungen habe die Regierung neue Handelsverträge mit Deutsch- land. der Schweiz und Oe st erreich- Ungarn abgeschlossen. Damit seien die Schädigungen eines Zollkrieges mit diesen Ländern vermieden. Italien habe damit als erste Macht bewiesen, daß die protektionistische Strömung, die die Welt beherrscht, den Abschluß von Handelsübereinkommen nicht verhindert, wenn die Regierungen durch das Gefühl der Billigkeit und der Solidarität geleitet werden. Der König sagt dann weiter: Die ernste Frage der Organisation der Eisenbahnen wird Ihnen zur Beratung unterbreitet werden. Tie Regierung wünscht, daß bei der Lösung dieser Frage die Solidarität des Staatsbudgets mit den großen Interessen des Handels und der Industrie und mit einer gerechten Behandlung des Eisen- bahn Personals in Einklang gebracht werde. Das Gleichgewicht des Budgets muß energisch geschützt werden, be- sonders im Interesse der weniger bemittelten Klassen, weil nur unter dieser Bedingung eine Verminderung der durch die össentliche Schuld auferlegten Lasten, durch die eine große Steuerreform möglich wird, zu erreichen ist. Die Regierung wird es sich angelegen sein lassen, alle Vervollkommnungen in Anwendung zu bringen, die geeignet sind, die Schlag- fertigkeit des Heeres und der� Marine, die beide der Stolz des Vaterlandes und die Verkörperung seiner Einheit sind, zu erhöhen und Armee und Marine der tiefen Zuneigung, mit der das italienische Volk sie umgibt, immer würdiger zu machen. Der„A V a n t i" kommentiert, wie man uns aus Rom telegraphisch meldet, die Thronrede dahin, daß das aus- drückliche Hervorheben, daß die Monarchie die elementaren Freiheiten als ihre eigene Daseinsbedingung anerkenne, und daß jede Anspielung auf den Generalstreik fehle, als An- erkennung der Macht und der Rechte der Arbeiter aufzufassen seien. Der„Avanti" ist der Ansicht, daß die Krone von einer Panik vor dem Klassenkampf ergriffen sei und zu dessen Beschwichtigung eine Aera staatssozialistischer Reformen an- strebe, um die Arbeiterorganisationen zu lähmen. Zugleich betont unser römisches Bruderorgan, daß die Thronrede sich vollständig über die Reduktion der Zivil- l i st e und der Heeresausgaben ausschweige. DentfcKes Reich. Tautidmcnthphus. Ein Privattelegramm aus Gelsenkirchen berichtet uns, daß in dem Wasserwerksprozeß die Direktoren Schmitt und P f u d e l zu je 1500 M., H e g e l e r zu 1200 M. wegen Nahrungsmittelverfälschung und K i e s e n d a h l wegen Bei- hülse zu 200 M. Geldstrafe verurteilt worden sind. Die Verurteilung ergibt, daß der Gerichtshof der Meinung war, die so verhängnisvolle, so viele und schwere Opfer for- dernde Typhusepidemie stehe im Zusammenhang mit der groben Gewissenlosigkeit, mit der die Wasserwerke unfiltriertes Wasser in die Leitung hineingelassen haben. Man wird finden, daß die Herren für das furchtbare Unheil, das sie an- gerichtet haben, sehr milde davon gekommen sind. Die Strafen sind bei weiten: nicht so hoch, wie die Tantiemen, die sie aus den Wasserwerken gezogen haben. Sie haben es sehr gut getroffen, daß man nur Nahrungsmittelfälschung annahm und nicht schwerere Delikte, die leicht zu konstruieren wären, nachdem einmal das Gericht sich auf den Standpunkt gestellt hat. die Typhusepidemie sei die Folge jener Manipulationen. Man ist jenem wissenschaftlichen Gutachter nicht gefolgt, der die sogenannte Bodentheorie vertrat und aus der Verseuchung des Bodens, nicht aus der Verseuchung des Wassers die Epideinie ableitete. Nachdem man aber einmal jenen Zu- sammenhang angenommen hat, erscheint die ausfällig milde Bestrafung und die Annahme eines verhältnismäßig geringen Deliktes befremdender, als wenn selbst ein Freispruch erfolgt wäre, den man aus rechtlichen Erwägungen ja ebenfalls leicht hätte begründen können. W.chtiger aber als das Schicksal der Angeklagten sind die von den Sachverständigen beigebrachten Feststellungen über die sanitären Zustände in dem Ruhrgebiet. Die Schilderung des einen Sachverständigen, der mit äußerster Leidenschaft zwar die Schuld der Angeklagten bestritt, umso schwärzer aber die gesundheitlichen Zustände des Gebietes zeichnete, waren ja auS- gesprochen zu dem Zweck so schrill und laut gehalten, daß sie bis an die Stufen des Thrones gehört werden möchten. Es ist seit dem Prozeß nicht mehr zu bezweifeln, daß auch unab- hängig von den Verunreinigungen der Wasserleitung die hygienischen Verhältnisse des Gebietes unerträglich sind. Die Schilderungen des Sachverständigen muten an, als ob wir uns nicht in Teutschland, sondern im tiefsten und schmutzigsten Winkel von China oder Rußland befänden. Und dieses Elend herrscht in Gegenden, wo Jndustriegesellschaften ans der Boden- und Arbeiterausbeutung gewaltige Dividenden den Aktionären in den Schoß werfen! Die Aktiengesellschaften, die auf diesem verseuchten Boden wirtschaften, spenden an arbeitslosen: Ein- kommen ihren Kapitalisten Dividenden von 27, 28, 32:u:d 35 Proz. Sie verdienen an Reingewinn in einem Jahre 4, 5, 8 Millionen. Ueber den Streit der Sachverständigen, iiber der juristischen Würdigung des von den Wasserwerksdirektoren begangenen Vergehens sollte man nicht dieses wichtigste Er- gebnis der Verhandlungen übersehen: daß in dem Goldland der deutschen Industrie, in der Zeit der christlichen Sozial- Politik und der wunderbaren Arbeiterwohlsahrt die elemen- tarsten Anforderungen der Hygiene verhöhnt werden. Der den Eroyschiffahrtswcg Bcrliu-Stcttin betreffende Teil der .ftanalvorlage ist beute in der Kanalkommission des Abgeordneten« bauses zur Annahme gelangt. Der Referent suchte auf Grund statistischen Materials nachzuweisen, daß ein Rückgang des Stettiner Sandels nicht stattgefunden habe. Demgegenüber lag eine Zu« sammeustellung dcs'Abgcordncten B r ö n> e l vor, aus der hervor« geht, daß der Gesamtverkehr von l897— 1903 gestiegen ist in Hain« bürg um 35, in Lübeck um 20, in Bremen um 32, in Danzig um 15. in Königsberg um 23 Prozent, während er in Stettin um 3 Prozent �»bgen ouimen hat. Von de» schlesischen Abgeordneten wurde geltend ge- macht, daß durch den Großschiffahrtsweg Berlin-Stettin die Jndustne Schlesiens geschädigt werden könne. Der Minister v. � u d d e glaubte nicht, daß die befürchtete» Schäden eintreten würden. Wenn dies aber doch geschehen sollte, so würde die Regierung auch Mittel zur Abhülfe finden, sei es durch Erleichterung der Tarife auf den Wasferftraßen. sei es auf andere Weise. Dann erfolgte die Abstimmung, in der die geforderten 4S Millionen Mark für den Großschiffahrts- iveg Berlin-Stettin mit allen gegen eine Stimme be- lvilligt wurden. Darauf wurden auch die auf die Kanalisierung der Oder bezüglichen Bestinrinungen sowie die Regierungsvorlage betreffs des Odcr-Wcichsel-Kanals angenommen. Ju der Budgctkommission des Abgeordnetenhauses kam heute bei der Beratung des Eisenbahn-Etats der Antrag Wiemer(frs. Vp.) auf Reform der Personentarife zur Beratung. Minister v. Budde erklärte, daß er von der Einführung von Fahrkarten, die die Hälfte des jetzigen Rückfahrkarten-Preiscs kosten, und der Abschaffung der Rück- fnhrkarten keinen wesentlichen Ausfall in den Ein- nahmen erwarte, eine Auffassung, der jedoch vom Finanzminister Frhrn. v. Rheinbaben widersprochen wurde. Die Kommission er- klärte sich mit dem Antrag Wiemer einverstanden, wenn die Ein- nahmen keine wesentliche Einbuße erleiden. Und wieder: 18 Jahre Zuchthaus! Wie wir der„B. Z." entnehmen, verhandelte das Ober-Kriegs- gericht zu Deutsch-Krone in Westpreußen am Montag als Be- rufungsinstanz gegen drei Soldaten vom Infanterie- Regiment 140 aus Jnowrazlaw. die vor kurzem zu je 6'/, Jahren Zuchthaus ver- urteilt wurden, weil sie während des Manövers den Sergeanten Nitz vom dortigen Bezirkskommando tätlich angegriffen haben. Das Urteil lautete auf je sechs Jahre Zuchthaus. Zur Beurteilung des furchtbaren UrteileS über die Soldaten ist die genaue Kenntnis des Tatbestandes natürlich erforderlich, doch scheint auch dieser Fall dem D e s s a u e r sich anzureihen. Dem genannten Blatte wird aus Deutsch-Krone geschrieben: In der gesamten Bewohnerschaft wird das harte Urteil mißfällig auf- genommen, da ein geringfügiger Vorgang die Ursache des Prozesses war. Es liegt auf keinen Fall Meuterei oder Aufruhr vor. Der Vorgang spielte sich in der Dunkelheit ab, der Unteroffizier war den jetzt Verurteilten persönlich ganz fremd. Vorsätzlichkeit erscheint aus- geschlossen._ Dom Duelluiifug. Von der Strafkammer in Erfurt wurden die Gewerbctechniker Bruno Unruh aus Königsberg und Fritz Krüger aus Wismar wegen Zweikampfes mit geschliffenen Schlägern, ersterer zu drei Monaten, letzterer, weil er unter t8 Jahren war, zu einer Woche Festung verurteilt. Ein dritter, namens Hyronimus Hage- müller, war nicht aufzufinden und konnte deshalb nicht bestraft werden. Die Duelle wurden im Februar in Arnstadt, wo die drei die Akademie besuchten, ausgeführt. Die jungen Herrchen freuten sich offenbar ihrer Schmisse, die sie sich ans Freundschaft beigebracht haben wollen. Sie fiihlten sich nämlich unschuldig, weil sie nur. Freundschaftsmensuren" auSfochten.— Eine„Ehrung" Ludwig Feuerbachs. Man schreibt uns aus Nürnberg: Im verflossenen Sommer begingen alle frei denkenden Menschen den 109. Geburtstag des Philosophen Ludwig Feuerbach. In Nürnberg war diese Feier, die von der sozialdemokratischen Partei dortselbst veranstaltet wurde, besonders imposant. Ludwig Feuerbach hat das letzte Jahrzehnt seines Lebens in Nürnberg verbracht. Als er vollständig verarmt war, bot ,hm ein Nürnberger Verehrer in einem kleinen Landhause am Fuße des Nechenberges in dem Vor- orte Schoppershof eine Wohnung an. Dort lebte er bis zu seinem im Jahre 1872 erfolgten Tode in bitterster Armut. Als die sozial- demokratische Partei von der Notlage Feuerbachs Kenntnis erhielt, leitete sie sür ihn eine Sammlung ein, sie war es auch, die es über- nahm, seine Leiche zur Erde zu bestatten und ihm ein großartiges Leichenbegängnis bereitete. Ebenso waren die Sozialdemokraten die einzigen, die sich bei seinem 100. Geburtstage seiner erinnerten. Als in freisinnigen Kreisen die Vorbereitungen �zu dieser Ehrung bemerkt wurden, regte sich in einigen Herren die Scham, oder viel- leicht war es auch Eifersucht, die den Sozialdemokraten den Ruhm nicht lassen wollte, allein an Fcuerbach gedacht zu haben, und so brachte im Gcmeindckollcgium der frühere freisinnige Abgeordnet- für Koburg, Hermann Bcckh. den Antrag em. beim Magistrat in Erklärung des Semstwo- Kongresses.[ souveräne Gewalt frei gewählter Vertreter des Volkes " der angufragen, in welcher Weise er aus Anlaß des 100. Geburtstages Feuerbachs diesem verstorbenen Mitbürger eine Ehrung bereiten einberufen wird, um unter ihrer Mitwirkung unser wolle. Der Antrag wurde angenommen, und der Magistrat erklärte Die Beschlüsse des Semstwo- Kongresses liegen nunmehr Vaterland auf dem neuen Wege der Staatsentwickelung sich bereit, eine solche Ehrung zu veranstalten, doch sei diese bis zu authentischen Wortlaut vor. Die am ersten und zweiten im Geiste der Verwirklichung der Grundsäße des Rechtes und dem erwähnten Gedenktage nicht mehr durchzuführen. Am Dienstag lagen nun dem Kollegium die vom Bauamt im Tage angenommenen zehn Thesen sind bereits in der Nr. 277 des Zusammenwirkens der Staatsgewalt und des Volkes zu Auftrage des Magistrats ausgearbeiteten Pläne vor. Feuerbach soll des Vorwärts" mitgeteilt worden, am dritten Tage wurden führen." wirklich ein Denkmal in Nürnberg erhalten. Es soll sogar seine sie endgültig redigiert und zwar in der folgenden Fassung: Neu in der von uns mitgeteilten Fassung ist, daß der Aufstellung auf dem Rechenberge finden. Doch die Art und Weise, Die private beratende Versammlung von Semstwo- Semstwo Kongreß den Wunsch nach Einberufung einer wie die Ausführung gedacht wird, ist ungemein charakteristisch. Der Rechenberg, cine mäßige, breit verlaufende Anhöhe, hat zwei Mitgliedern kam in den Sigungen vom 6., 7. und 8. November Konstituante ausspricht. Dadurch haben seine Mitglieder Plateaus; auf dem oberen soll ein sogenannter Bismarc- Turm Auf- a. St. nach Erörterung der allgemeinen Bedingungen, die er anerkannt, daß sie selbst nicht als die Repräsentanten des geBedauerlicherweise stellung finden und mit einer großen Anlage umgeben werden. Vom forderlich sind für eine gesunde Entwickelung unseres öffent- samten russischen Volkes gelten wollen. oberen Plateau führt eine Treppe auf das zweite Plateau herab, lichen und Staatslebens zu folgenden Schlüssen: fehlt der direkte Hinweis darauf, daß die Vertreter des Volkes und an der einen Treppenmauer soll nun ein Steinblock eingefügt 1. Die Anormalität der bei uns bestehenden Staats- auf Grundlage des allgemeinen gleichen Wahlrechts in die werden, der es fehlt in das Reliefbildnis Feuerbachs, ein sogenanntes verwaltung, die sich mit besonderer Stärke seit dem Beginn Konstituante geschickt werden sollen Medaillon, enthalten soll! Feuerbach, der große Menschenfreund Feuerbach, der große Menschenfreund und Vorkämpfer der Freiheit, wird also in unmittelbarer Nachbar- der achtziger Jahre geltend macht, besteht darin, daß das im Deklaration gleichfalls der direkte, flare Hinweis darauf, schaft mit dem Blut- und Eisenmenschen, dessen ganze Tätigkeit Staatsleben zwischen Regierung und Gesellschaft notwendige daß die Volksvertreter in dem neuen Verfassungsstaat, den die Semstwoleute herbeiwünschen, auch auf Grund des all nur darauf gerichtet war, das Volk in Knechtschaft zu erhalten, Vertrauen fehlt. " geehrt". Und wie ist diese Ehrung beschaffen! Das Bismarck= 2. Das Verhältnis der Regierung zur Gesellschaft war gemeinen, gleichen Wahlrechts gewählt werden sollen; daß das Denkmal nimmt den ganzen Gipfel der Anhöhe ein, Feuerbach er- gegründet auf die Befürchtung der Entwickelung einer gesell- beabsichtigt ist, könnte höchstens aus dem Punkte der Deklaration hält ein bescheidenes Denkmal an der Treppe, das durch die massigen schaftlichen Selbsttätigkeit und auf das ständige Bestreben, die hergeleitet werden, der die politische Gleichstellung aller Formen des ersteren vollständig erdrückt wird. Der Freifinn Nürn- Gesellschaft von der Teilnahme an der inneren Verwaltung Bürger fordert. bergs kann auf diese geniale Zusammenstellung wirklich stolz sein. fernzuhalten. Von diesen Grundsäßen ausgehend, war die Doch was der Kongreß nicht klar genug gesagt hat, wird In der Sitzung des Kollegiums sprach sich der Demokrat von anderen nachgeholt werden Mirsberger gegen die Aufstellung neben dem Bismarck- Denkmal aus. Regierung bestrebt, die administrative Zentralisation in allen nun, hoffen wir Das würde einem Schildbürgerstückchen gleichsehen, meinte er, Zweigen der örtlichen Verwaltung durchzuführen und alle im ganzen Lande wird wohl in Bälde der millionenfache Auf erschallen: Wir fordern die unverzügliche Einberufung einer Der praktische Arzi Gebiete des gesellschaftlichen Lebens zu bevormunden. wofür er entrüstete Zwischenrufe erntete. Dr. Seiler sprach sich überhaupt gegen Errichtung eines Denkmals Eine Zusammenarbeit mit der Gesellschaft auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen für Feuerbach aus. Es sei nicht Aufgabe der Stadt, diesem fand seitens der Regierung mur insofern statt, als es für sie galt, Wahlrechts einberufenen Stonstituante! exponierten Manne, der von den extremsten Sozialdemokraten als die Tätigkeit der Selbstverwaltungsorgane in einer der Ihrigen reklamiert werde, durch ein Denkmal zu ehren". Einklang mit dem Willen der Regierung zu Hermann Beck h, der den Plan vertrat, erklärte, wenn die bringen. Sozialdemokraten Feuerbach für sich reklamieren wollen, so sei das eine Anmaßung und ein Versuch, Feuerbach für die Sozialdemo fratie auszuschlachten". Herr Bech hält es wohl auch für eine Anmaßung", daß die Sozialdemokraten, als das Bürgertum samt dem Freisinn den greisen Philosophen verleugnete und wie einen Ausfähigen floh, für ihn eintraten, damit er nicht verhungerte? Mit allen gegen 8 Stimmen erklärte sich das Kollegium mit den Plänen im Prinzip einverstanden. " Vom ostasiatischen Kriegsschauplage. Der 3. Das bureaukratische Regime, das die souveräne Gewalt London, 28. November.( Eig. Ber.) In einer Unter von der Gesellschaft trennt, schafft den Boden für ein weit- redung mit Reuters Spezialberichterstatter gab der japanische gehendes Hervortreten der administrativen Premierminister folgende Erklärung ab: willkür und des persönlichen Gutdünkens.„ Das Ziel der japanischen Politik ist die Sicherung des Ein solches Regime beraubt die Gesellschaft der für sie unent Friedens in Ostasien und der nationalen Eristenz unseres behrlichen Sicherheit, durch die die gesetzlichen Rechte aller und Reiches. Kein Opfer ist uns zu groß, um dieses Ziel zu er eines jeden geschützt sein sollen, und untergräbt das Vertrauen reichen. Für uns ist dies ein Krieg auf Tod und Leben, und Altenburg, S.-A.( Eig. Ber.) Im Herzogtum Sachsen- Alten- zur Regierung. feiner von unseren 45 Millionen Brüdern ist sich dessen unburg sind in diesen Wochen die Stadtverordneten- und 4. Eine gesunde Entwickelung des Staats- und Gesell- bewußt. Wir sind bereit, den letzten Mann und den letzten Yen Gemeindewahlen vollzogen worden. Die Erfolge, welche schaftslebens ist nur möglich unter der Voraussetzung eines zu opfern. Die langsamen Fortschritte in der Belagerung von unsere Partei dabei erzielte, sind sehr befriedigend. In der Stadt lebendigen und engen Zusammenwirkens und einer Einigung Port Arthur geben den Russen den Glauben, daß sie die dortige Altenburg selbst beteiligen wir uns erst seit vier Jahren an den der Staatsgewalt mit der Gesellschaft. Stadtverordnetenwahlen, weil es vordem ganz in das Belieben des Garnison entsetzen könnten. Deshalb entblößt Rußland seine Stadtrats gestellt war, ob er einem Gesuchsteller das Bürgerrecht 5. Um die Möglichkeit der administrativen Willkür zu Küsten und schickt alle seine Schiffe nach Ostasien. Alle rusverleihen wollte oder nicht. Daß Sozialdemokraten zurüdgewiesen beseitigen, ist die Anerkennung und die konsequente fischen Kriegspläne haben Port Arthur zum Mittelpunkt. Der wurden, versteht sich von selbst. Diesem skandalösen Zustand ist im Durchführung des Prinzips der Underlez- Marsch Kuropatkins nach dem Süden hatte den Entsatz Port Jahre 1899 durch Landesgesetz ein Ende bereitet worden. Zu den lichkeit der Person und der Privatwohnung Arthurs zum Ziele. Die Instruktion des Zaren, daß sich gemeindlichen Vertretungskörpern besteht im ganzen Lande das erforderlich. Niemand darf ohne den Beschluß einer un- Kuropatkin nicht weiter als bis Mukden zurückziehe, hat den Dreiklassen- Wahlsystem. Bei der Einteilung der Klassen ist nun aber abhängigen Gerichtsgewalt einer Strafe und der Zweck, den Glauben der Russen an die Möglichkeit eines Entden Gemeinden ein weiter Spielraum gelassen; so muß in der Stadt Beschränkung seiner Rechte unterworfen werden. Altenburg jede Klasse ein Drittel der Steuersumme aufbringen; in Für den satzes von Port Arthur zu stärken. Die Folgen dieser Inder Stadt Eisenberg dagegen die dritte Klasse ein Sechstel, die zweite oben genannten Zwed ist es außerdem notwendig, solche struktion sind bekannt. Alles, was die Russen unternehmen, der Stadt Eisenberg dagegen die dritte Klasse ein Sechſtel, die zweite Bestimmungen für die straf- und zivilrechtliche Verfolgung der dreht sich um Port Arthur. Aber ich glaube nicht, daß der Klasse ein Drittel und die erste Klasse die Hälfte der Steuersumme. Daß die letztere Einteilung die gerechtere iſt, ist flar. In der konser- Beamten einzuführen, durch welche die praktische Verwirt Fall dieser unglücklichen Festung den Krieg beendigen würde. vativ regierten Stadt Altenburg müssen infolge der ungerechten lichung des Grundsatzes der Gesetzlichkeit in der Verwaltung Rußland wird dann neue Pläne entwerfen. Wir verfolgen Klasseneinteilung alle Steuerzahler mit einem Einkommen bis zu gesichert wird. die Entwickelung des neuen Planes sehr aufmerksam." 4000 M., fomit fast sämtliche Beamte, in der dritten Wählerklasse 6. Damit die geistigen Kräfte des Volkes sich voll japanische Premierminister gab sodann eine Uebersicht über wählen. Auf diese Weise hoffte man zu verhüten, daß Sozialdemo- ständig entwickeln, damit die öffentliche Meinung allseitig zum die innerpolitische Lage seines Landes, die er in jeder Bekraten in das Stadtverordneten- Kollegium gewählt werden. Um so Ausdruck kommen kann, ist die Gewährleistung der ziehung als zufriedenstellend erklärt. In wenigen Tagen bitterer war aber die Enttäuschung, als vor zwei Jahren die ersten fünf Sozialdemokraten aus der Urne als Sieger hervorgingen. Bei Gewissens- und Religionsfreiheit, der Rede- fritt das japanische Parlament zusammen, den diesjährigen Wahlen tobte der Kampf mit außerordentlicher und Preßfreiheit, sowie des Versammlungs das die Einigkeit und Entschlossenheit der Nation zeigen werde. Heftigkeit. Das Resultat war die Eroberung weiterer vier Mandate. und Vereinsrechtes erforderlich. Das Volk frage die erhöhten Steuerlasten ohne Murren, da Nach Lage der Sache ist es sicher, daß wir in zwei Jahren die sämt- 7. Die persönlichen( bürgerlichen und politischen) Rechte die ökonomische Entwickelung Japans durch den Krieg nicht lichen Size der dritten Abteilung im Besiz haben. In den Städten aller Bürger des russischen Kaiserreichs müssen gleich sein. gelitten habe. Schmölln, Eisenberg und Ronneburg ist dieses Ziel bereits erreicht, 8. Die Selbsttätigkeit der Gesellschaft ist die Hauptin Schmölln unterziehen sich die Gegner nicht einmal mehr der Mühe. bedingung für die regelmäßige und erfolgreiche Entwickelung London, 30. November. Das Reutersche Bureau" meldet aus eigene Kandidaten aufzustellen. In zwei anderen fleinen Städten Da Tschifu von heute: Aus hier eingegangenen Nachrichten geht hervor, find wir mit nur 3 bezw. 30 Stimmen unterlegen. Außerdem haben des politischen und wirtschaftlichen Lebens des Landes. daß in den Tagen vom 24. bis 27. November bei Port wir aber auch noch eine erhebliche Anzahl Landgemeinden, in deren die bedeutende Mehrheit der Bevölkerung Rußlands zum Arthur heftig gekämpft wurde. Der Angriff hat offenbar Vertretung Sozialdemokraten siken. Wir haben somit allen Anlaß. Bauernstande gehört, muß dieser vor allem in eine Lage zunächst den Zweck gehabt, die Schanzen der Ruſſen auf dem ganzen mit unseren Erfolgen bei den Stadtverordneten- und Gemeinde- gebracht werden, die für die Entwickelung seiner Selbsttätigkeit Glacis zu nehmen, und richtete sich nicht gegen die eigentlichen wahlen zufrieden zu sein. und Energie günstig ist; das ist aber nur zu erreichen durch Forts. Die japanischen Stellungen bei Erlungschan und eine grundlegende Aenderung des gegen- itwansch an sollten dadurch günstiger gestaltet werden. Verluste in Südwest- Afrika. wärtigen widerrechtlichen und bedrückenden 24. November nachmittags ging nach vorhergegangener Beschießung Berlin, 30. November. An Typhus gestorben: Unteroffizier 8 u standes der Bauern. Zu diesen Zweden ist er eine Abteilung der 11. japanischen Division gegen die Schanzen vor, Friedrich Ohligschläger, geb. 29. 9. 77 zu Röhe, am forderlich: a) die Bauern in ihren persönlichen Rechten mit durch die der Zugang zu den Südwest- Forts von Kikwanschan ge deckt wird. Währenddessen nahm die Artillerie die Forts Mtu mmo, geb. 22. 2. 83 zu Pahlkrug, im Lazarett Epukiro( Tatum den Personen der anderen Stände gleichzustellen; b) die Erlungschan und Antuschan unter Feuer. Fünfmal wurden die noch unbekannt). Reiter Arthur Just us, geb. 11. 9. 82 zu Landbevölkerung von der administrativen Bevormundung ihres Japaner abgeschlagen, dann trieben sie die Russen aus den Schanzen, Ohra, am 28. November im Lazarett Okahandja. Reiter Ernst persönlichen und öffentlichen Lebens zu befreien und c) ihnen diese wurden zerstört. Unter dem Schuße mitgebrachter Romonath, geb. 9. 4. 82 zu Tapiau, am 20. tovember in Sicherheit durch Einführung eines normalen Gerichtsverfahrens Schanzjäde gruben sich die Japaner in neue Lazarett Epukiro. Unteroffizier der Reserve Eugen Hoenning zu gewähren. Stellalen ein yn ber Nacht unternahmen die haus aus Ehlen, am 22. November im Lazarett Okahandja. Russen einen Ausfall, wurden aber nach japanischen Meldungen zurückgeschlagen. Die Japaner haben jetzt eine noch stärkere Linie von Schanzen vor sich. London, 30. November." Daily Telegraph" meldet vom 28. November im Lazarett Otjosondu; Gefreiter ti, e Im An Ruhr gestorben: Gefreiter Friedrich Kohler, geb. 10. 3. 81 zu Sugenheim, am 28. November in Otjofafu. Leicht verwundet: Reiter Hermann Schröder, geboren 16. 9. 82 zu Nardost am 22. November im Gefecht bei Stub; Fleischschuß in den linken Oberarm. * Am 9. Die Semstwo- und städtischen Institutionen, in denen das örtliche öffentliche Leben sich tatsächlich konzentriert, müssen so gestellt werden, daß sie mit Erfolg die Pflichten erfüllen können, die normal funktionierenden und weiten Zwecken 30. 5. Mts. aus Tschifu: Die Japaner sollen in den Stürmen dienenden Organen der Selbstverwaltung zukommen; dazu ist um die Zugänge des Kikwanschan- Forts innerhalb einer erforderlich: a) daß die Semstwovertretung nicht nach Stunde 4000 Tote gehabt haben.(?) Die Japaner London, 30. November.(„ Bureau Laffan".) Die Lage der Standesprinzipien organisiert ist, sondern daß zur behaupten, zwei Nordost- Forts und den dritten Weißen in Deutsch- Südwestafrika wird, wie„ Standord" aus Beteiligung an der Semstwo- und städtischen Verwaltung Teil der Festungswerte von Westkitwanschan Se a pit a dt meldet, in Telegrammen von der Grenze der Kolonie möglichst alle vorhandenen Kräfte der örtlichen Bevölkerung genommen zu haben. Es wird gegenwärtig heftig gekämpft als sehr ernst geschildert. Ein Telegramm aus Upington meldet, daß hinzugezogen werden; b) daß die Semstwo- Institutionen mit Verlusten, die als übermäßig zugestanden werden; aber die die aufständischen Farbigen 50 holländische Ansiedler ermordeten, der Bevölkerung und daß die weißen Frauen und Kinder nach der Kapkolonie flüchten. Unterabteilungen fleiner Schaffung Semstivo- Japaner bestehen darauf, die Festung müsse innerhalb zwanzig Tagen fallen. In der Taubenbucht trafen am 29. d. Mts. japanische wo man Vorbereitungen trifft, die in größtem Elend Eintreffenden gebracht werden, denen ihre Verstärkungen ein. aufzunehmen. Von verschiedenen Seiten laufen gleichlautende Be- wirkliche Selbständigkeit gesichert werden soll; c) daß die Japanische Throurede. richte über Massenmetzeleien durch die Hottentotten auf deutschem Kompetenz der Semstwo- und städtischen Institutionen das Tokio, 30. November. Das Parlament ist heute feierlich vom gesamte Gebiet der lokalen Interessen umfaßt; d) daß den genannten Institutionen die erforderliche Stabilität und Un- Raiser mit einer Thronrede eröffnet worden, in welcher erklärt wird, daß die Beziehungen zu allen neutralen Mächten zunehmend freund= abhängigkeit gewährleistet wird, bei deren Vorhandensein allein schaftlich seien. Die Throntede fündigt eine Vorlage betreffend die regelmäßige Entwickelung ihrer Tätigkeit und die Her- die Bestreitung außerordentlicher Kriegs- Ausstellung des erforderlichen Miteinanderarbeitens der Regierungs- gaben an. und der Selbstverwaltungsorgane möglich ist. Die lokale Tokio, 30. November. In der heute verlesenen Thronrede heißt Selbstverwaltung muß in allen Teilen des Russischen Kaiser- es in bezug auf den Krieg: Wir geben fund, daß unsere Expeditions. reichs eingeführt werden. Gebiete ein Husland. Schweiz. Die Wahl der Richter durch das Volk. Genf, 28. November.( Eig. Ber.) Gestern hat unsere Partei wieder einen demokratischen Fortschritt bewirkt. Sie hat seinerzeit die Initiative ergriffen für die Wahl der Richter durch das Volk und nun haben sich in der Volksabstimmung auch die Stimmberechtigten mit 4655 gegen 2481 Stimmen dafür ausgesprochen. Auch die Konservativen waren dafür eingetreten, wenn auch nur aus narteidemagogischen Gründen. Frankreich. Deputierten- Kammer. durch näher W Erkunditruppen in jeder Schlacht siegreich gewesen sind und wiederholt neue Beweise ihrer Treue und Tapferfeit gegeben haben, so daß der Ver10. Die Meinung der Majorität. Aber um eine lauf des Krieges mehr und mehr zu unserem Vorteil gewesen ist immer lebendige und enge Zusammenarbeit und Einigung der und daß wir erwarten, durch die loyale Hingebung unserer UnterStaatsgewalt mit der Gesellschaft auf der Grundlage der oben tanen unser schließliches Ziel zu erreichen. Die Thronrede fordert entwickelten Grundsätze zu schaffen und zu erhalten und um zum Schluffe die Mitglieder beider Häuser auf, ihre Aufgaben in die regelmäßige Entwickelung des Staats- und Gesellschafts- einmütigem Zusammenwirken zu erledigen und dadurch des Kaisers lebens zu sichern, ist unbedingt erforderlich die regelmäßige Wünsche und Ziele zu fördern. Teilnahme der Volksvertretung, als besonders gewählter Friedensunterhandlungen. Paris, 30. November. Bei Beratung des Budgets des Handels- Institution, an der Verwirklichung der gesetzgebenden Petersburg, 27. November.( Laffan Meldung.) ministeriums beantragt Vaillant( S03.) eine parlamentarische Gewalt, an der Festsetzung des Staatsbudgets und an Untersuchung über die Ausstände; er schätzt die Zahl der zur Zeit aus der Kontrolle der Gesetzmäßigkeit der Tätigkeit der gungen im Auswärtigen Amte veranlaßten maßgebende Stellen zu ständigen französischen Arbeiter auf 400 000 und empfiehlt eine bessere ausführenden Regierungsorgane. der ausdrücklichen Erklärung, daß jede Form der Vermittelung Verteilung der großen öffentlichen Arbeiten, die Einführung des Die zwischen Japan und Rußland gegenwärtig unzeitig sei. Doch verachtstündigen Arbeitstages und stattfanden, die Abänderung des Gesetzes immer lebendige und enge Znsammenarbeit und Einigung der lautet, daß in den letzten Tagen zwischen dem englischen und dem über die Frauen- und Kinderarbeit. Handelsminister Trouillot bemerkt, die genannte Zahl Ausständiger sei feine exzeptionelle. Er Staatsgewalt mit der Gesellschaft auf Grundlage der oben er- bie fich auf einen Plan bezogen, den Inhalt einer Erklärung, die sei damit einverstanden, daß die parlamentarische Kommission für die wähnten Grundsäge zu schaffen und zu erhalten und um die der Mikado im Falle der Einnahme Port Arthurs Arbeiterverhältnisse die vom Vorredner gewünschte Untersuchung aus- regelmäßige Entwickelung des Staats- und Gesellschaftslebens abzugeben gedenkt, zur Kenntnis Rußlands zu bringen. führe.( Beifall.) Millerand( Soz.) teilt mit, daß die Kommission zu sichern, ist unbedingt erforderlich die regelmäßige Teil- Diese Erklärung würde kategorisch die Behauptung zurückweisen, für soziale Fürsorge einen Antrag angenommen habe, wonach nahme der Volksvertretung, als besonders gewählter der ostasiatische Krieg sei für Japan ein Eroberungsfeldzug, Unterstützungen bei Ausständen gewährt werden. Do umer( radikal) Institution, an der Gesetzgebung. besonders um die Mandschurei, und würde versichern, diese Provinz solle ein integrierender Teil des begrüßt die Schaffung dieser Unterstüßungen. Der Antrag Vaillant 11. Angesichts der hohen Bedeutung und der Schwierig chinesischen Reiches bleiben. Die amerikanische und die wird hierauf angenommen, und nach Erledigung mehrerer Kapitel feit der inneren und der äußeren Lage Rußlands, spricht die englische Regierung sind dem Vernehmen nach willens, ihre Billi des Handelsbudgets vertagt sich das Haus. private beratende Versammlung die Hoffnung aus, daß die gung einer solchen Erklärung auszusprechen, falls Rußland gleicher . weise auf den Gedanken einer Auffaugung der Mandschurei ber- 1 im besten Falle nur für die Befriedigung der allernotwendigsten In der Mitgliederversammlung des Fachvereins der Musikzichten wollte. Man meint, daß dann eine Basis zu direkten Ver- Nahrungs, Kleidungs- und Schlafbedürfnisse ausreicht; für Er- instrumentenarbeiter sprach Theodor Fischer über: Das Unfallhandlungen zwischen den beiden Hauptbeteiligten, um den Krieg holung, Vergnügen, Befriedigung geistiger Bedürfnisse bleibt rein versicherungs- Gesetz und seine Anwendung". Der Referent entledigte zu enden, gegeben sein würde. Gleichzeitig ist man jedoch der nichts übrig. Viele der Arbeiterinnen verdienen aber nicht einmal sich seiner Aufgabe zur vollen Zufriedenheit der Anwesenden, und Meinung, daß eine etwaige Absicht Japans, im Falle der Eroberung dieses Allernotwendigste. Was soll aus solchen Mädchen werden, wurde demselben viel Beifall zu teil. Ueber den Stand des Streits Port Arthurs die Festung und die Liaotong- Halbinsel für immer zu wenn sie nicht das Glück haben, bei den Eltern auf deren Kosten berichtete Steinlein. Biel Neues ist nicht mitzuteilen; der annektieren, ein unübersteigliches Hindernis für eine leben zu können? Hunger oder Prostitution ist die Wahl, vor die Kampf, der jetzt die achte Woche andauert, wird auf beiden Seiten Beilegung der Streitigkeiten durch Verhandlungen schaffen würde. sie gestellt sind. mit Hartnädigkeit weiter geführt. Immerhin aber haben bis jetzt 45 Betriebe die Forderungen der Arbeiter bewilligt resp. sich mit Die österreichischen Tabakarbeiterinnen. ihren Arbeitern geeinigt. Einzelne Fabrikanten möchten gerne beGanz bedeutende Fortschritte hat die Organisation der Tabat- willigen, aber es nüßt ihnen nichts, da dieselben ja doch keine arbeiterinnen in Desterreich gemacht. Im„ Borwärts" wurde über Klaviaturen bekommen. Bis jetzt fostet der Kampf dem Fachberein die Anfänge dieser Organisation berichtet und hervorgehoben, wie über 31 000 M. Die Leitung dieses Kampfes liegt bei den Arbeitern wertvoll es ist, gerade diese Arbeiterinnen- I. t. Staatsarbeiterinnen in guten Händen, und können die Kollegen glauben, daß alles getan wird, was in ihrem Interesse liegt. Hierauf verurteilte der VorAus Induftrie und Handel. " " Ein Kollege Die Profite der Eisen- und Stahlindustrie. Trotz der stetigen Klagen über ungünstigen Geschäftsgang steigen die Profite der Hütten- und Stahlwerke. Allerdings gibt es auch notleidende zu organisieren. Werke", aber diese gehören meist zur Kategorie der sogenannten Drei Jahre sind es her, seit die ersten nennenswerten Versuche fibende affner scharf das Verhalten eines großen Teils der reinen" Walzwerke und der„ reinen" Hochofenwerke, d. H. jener Be- gemacht wurden, lokale Fachvereine der Tabalarbeiterinnen Dester- Fachvereinsmitglieder, die ihren Pflichten nicht nachkommen. triebe, die mir Noheisen oder eine bestimmte Art von Walzprodukten reichs zu gründen und schon im Sommer d. J. bestanden zwölf solcher 28 ilms sowohl wie Pipenhagen verurteilen gleichfalls das liefern; die großen gemischten Werke rentieren sich meist vortrefflich, einer Bentralleitung in Wien zusammengeschlossen haben. 3000 wit- Unorganisierten beteiligen sich nicht alle Kollegen. As ift bies berOrganisationen, die sich nunmehr zu einer Reichsorganisation mit Verhalten dieser Kollegen. Auch an der Listensammlung für die ſelbſt jene, die mit minderwertigen Zweigbetrieben und toten glieder gehören dieser Zentralorganisation bereits an und unermüdlich werflich. Die Delegierten haben mehr Propaganda dafür in den Stapitalien bepackt sind. Die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung" ber- wird an dem weiteren Ausbau dieser Frauenorganisation gearbeitet. Nur Fabriken zu machen. Andere Gewerbe, z. B. die Tischler und öffentlicht eine Zusammenstellung ber Geschäftsergebnisse jener mehr die Arbeiterinnen der nicht de utschen Fabriken stehen außerhalb Metallarbeiter, fammeln Extrabeiträge zum Weihnachtsfest für ihre größeren Eisen- und Stahlwerke, die am 30. Juni ihr Geschäfts- der Organisation, doch sind alle Vorbedingungen vorhanden, auch diese streifenden Kollegen, den Fachbereinskollegen aber sei schon der jahr beendet haben, und zu diesen gehört die Mehrzahl; in nicht allzu ferner Zeit der Gefamtorganisation anzugliedern. Die 50 Pf.- Ertrabeitrag zu biel. Es wird erwartet, daß die Kollegen itur wenige Werke, wie die Oberschlesische Eisenindustrie, die Tabalarbeiterinnen- Organisation hat eine ganz eigene und interessante ihr Solidaritätsgefühl mehr wie bisher bekunden. Maximilianshütte, das Peiner Walzwert usw. schließen und rechnen Entwicklung durchgemacht. Fabrikrevolten waren gang und frägt an: Wie stellt sich der Verein zu den Mitgliedern, die arbeitsDer Vorsitzende erwiderte ihm, und dieses gilt für alle per 31. Dezember ab. Es sind 14 Gesellschaften mit 314 Millionen gäbe; geschah den Arbeiterinnen ein Unrecht, sei es, daß die los sind? Mark Attienkapital, welche das Blatt aufführt, und diese haben in gaben, was eine Lohnverminderung bedeutet, oder daß ein Vor- beitslosenunterſtübung nicht eintrete. Vorgesezten fortgesetzt schlechtes Material zur Verarbeitung Lofalorganisierten", daß der Fachverein im Prinzip für eine Ardem legten Geschäftsjahr 63,4 Millionen Mark Bruttogewinn erzielt gefegter sich ausnehmend roh und brutal benahm, so wurde fofort Friebenau. In der Versammlung des Wahlvereine bom und eine Durchschnittsdividende von über 11 Proz. gegen 10 Proz. Sie Arbeit eingestellt, die Arbeiterinnen versammelten sich im Hofe 22. November erstattete zunächst Thielice Bericht über die im Jahre 1902/08 verteilt. Ein recht ansehnlicher, aus den Arbeitern und erhoben ihre Forderungen. Gar mancher Vorgesezte mußte Generalversammlung des Zentral- Wahlvereins. Sodann gab WestHerausgeholter Entbehrungs- und Sparlohn" für die Aktionäre versetzt werden, weil die Arbeiterinnen auf diese Art seine Ent- phal einen Bericht über den Stand der Bibliothek, und drückte sein zumal, wenn man in Betracht zieht, daß laut Rechnungsausweis fernung erztvangen. Eine interessante Episode spielte sich Bedauern darüber aus, daß dieselbe zu wenig in Anspruch genommen von einem Teil dieser Werke besonders hohe Abschreibungen uch eines von den, im Reichsrat vertretenen Königreichen und Schriften enthalte. Für das im Februar stattfindende Stiftungsnoch legten Sommer ab. In Laibach in Arain, werde, obgleich sie schon eine ganz imposante Auswahl Yehrreicher oder Rückstellungen für Neuanlagen vorgenommen sind, so Ländern") verlangten die Arbeiterinnen die Entfernung des miß- fest wurde das Vergnügungskomitee, bestehend aus den Genossen hat z. B. die Dortmunder Union infolge ihrer Rekonstruktion liebigen Fabrifdirettors. Sie stellten die Arbeit ein und ließen nach Döring fen. und jun., Gülde, Stoldt und Breiter, ge 8,7 Millionen Mark abgeschrieben und ferner hat der Georgs- Marien- Wien zur Generaldirektion telegraphieren, es möge jemand wählt. Ferner beschloß man, die Mitgliederversammlung im Bergiverks- und Hüttenverein beträchtliche Zubußen an die noch im fommen und ihre Beschwerden entgegennehmen. Den Direktor Februar ausfallen zu lassen, und dafür Mitte Februar eine Ausbau begriffene Zeche Werne bezahlt, die sich aber später voraus- trafen sie auf der Straße, sie warfen ihn zu ihn zu Boden, Volksversammlung mit einem Vortrage über das Genoffens sichtlich gut bezahlt machen werden. und die Polizei, welche kam, um„ Ordnung zu machen, schaftswesen einzuberufen. Eine lange und lebhafte Debatte entwurde in die Flucht geschlagen und mit Steinwürfen ver- spann sich über die Frage, ob die Delegierten für die Generalfolgt. Ein Hofrat kam und sicherte den Arbeiterinnen Gewährung bersammlung verpflichtet gevesen seien, auch die Kreisversammlung Fabrit steht noch außerhalb der sozialdemokratischen Organisation und langen, doch herrschte die Meinung vor, daß dieselben zum mindesten ihrer Forderungen zu, wenn fie ruhig zur Arbeit zurückkehren. Diese zu besuchen. Zu einer bestimmten Antwort konnte man nicht gebie 30-40 Männer, die in der Fabrik beschäftigt sind, gehören einem moralisch verpflichtet gewesen seien, der Streisversammlung beizuFachverein an. Arbeiterinnen find 2000 beschäftigt. Eine andere wohnen. Um einer irrigen Meinung zu begegnen, daß die DeleEpisode spielte sich in zwei anderen Orten ab. In Joachims- gierten immer für ein ganzes Jahr zu wählen feien, wurde der AnAn den Zuckermärkten ist in den letzten Tagen ein Rückschlag tha I im böhmischen Erzgebirge sollten 3igarettenmaschinen irag angenommen, zu jeder Generalversammlung neue Delegierte erfolgt, allerdings nur ein recht mäßiger. Die Preise in Magde- aufgestellt werden. Darob ein Aufstand unter den Arbeiterinnen. zu wählen. Zum Schluß gelangten vier neue Mitglieder zur burg find gegenüber dem höchsten Stand in voriger Woche um etiva Die Frauen des ganzen Ortes und seiner Umgebung find nämlich aufnahme. zivet Mart pro Doppelzentner gefunken und stellen sich für Noh- durch Generationen in der Tabatfabrit beschäftigt und die Frauen Lichtenberg. Der Sozialdemokratische Wahlverein für den Bezucker, erstes Produkt auf 264 W. Auch in Hamburg haben die fürchteten, durch die Einführung der Maschinen werde der Bedarf Preise einen ähnlichen Rüdgang erlitten und stellten sich gestern frei nach neuen Arbeitskräften schwinden. Viele warteten aber schon auf girl Lichtenberg hielt am 22. d. M. eine außerordentliche GeneralEine Diskussion wurde nicht beliebt. Genoffe Karl an Bord auf 27,50 m. pro Doppelzentner, zum Teil infolge An- Aufnahme ihrer Kinder. Also wurde die Arbeit eingestellt und ver- bersammlung ab. Genosse Kostol sprach über Gesebe und VerTangt, die Maschinen müßten nach Bien zurückgesendet werden. Die brechen". gebote von englischer Seite. Arbeiterinnen fetten ihren Willen durch und die Ma- Liesegang berichtet dann über die Kreisfonferenz des Wahlkreises Beschäftigung der Berliner Elektrizitätswerke. In der heutigen schinen famen nach Sternberg. Sternberg hat eine gute starke Nieder- Barnim. Die sich anschließende Diskussion bemängelte in der Generalversammlung, welche die Emission von 6,3 Millionen Mark Organisation, die Arbeiterinnen find gute Genossinnen, sie sezten sich mit Hauptsache die Wahl des Obmannes der Lokalkommission für den neuen Attien genehmigte und die Dividende auf 9 Proz. festsetzte, dem Vertrauensmann der Partei in Verbindung und nach manchen Kreis, obwohl der Gewählte nicht Mitglied der Kommission fei. teilte auf eine Anfrage Generaldirektor Rathenau mit, daß die Stürmen in der Fabrik wurde eine Deputation zur Generaldirektion Ein Wunsch, den Bericht der Preßkommission, wie dieser auf der Geschäftsaussichten für das angefangene Geschäftsjahr recht günstige nach Wien gesendet. Der Generalbirektor, ein Hofrat, empfing die Kreiskonferens gegeben, auch am Orte wiederholt zu hören, wurde Der Antrag: die Delegierten der letzten Konferenz seien. In den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres feien Deputation und machte das Zugeständnis, wenn die Arbeite zurückgestellt. der bevorstehenden Preußen32 151 439 Kilowattstunden gegen 28 900 776 Stilowattstunden in der rinnen der Aufstellung der Maschinen feine als Delegierte für die im Dezember fich notwendig machende Kreiskonferenz wiedergleichen Periode des Vorjahres abgegeben worden. Bis zum Hindernisse bereiten, werbe er beranlassen, daß fonferenz wegen 26. November waren 5045 Stilowatt neu angeschlossen, während als 70 neue Arbeitskräfte eingestellt werden. Die Arbeiterinnen zuwählen, wurde abgelehnt, um bei der nun folgenden Einzelangemeldet noch) 2507 Stilowatt vorlagen. kehrten demnach mit einem vollen Erfolge nach Hause zurück. abstimmung, auf Grund neuer Vorschläge, doch zur Ausführung zu Der Ertrag der diesjährigen Kartoffelernte in den Bereinigten Nicht immer endete alles so in Frieden. Es gab auch viel härtere fommen. Zu den im März 1905 bevorstehenden Ersatzwahlen zur Der Ertrag der diesjährigen Kartoffelernte in den Vereinigten Stürme. Einige Fabrikdirektoren würden gerne die Organisation Gemeindevertretung wurde ein aus 5 Personen beſtehendes WahlStaaten von Amerika ist, obgleich die Kartoffelfäule in den für den vernichten, wenn sie nicht schon zu mächtig geworden wäre. Im fomitee gewählt und die Genossen Grauer, Seifel, WeißAnbau dieſer Nährpflanze vornehmlich in Betracht kommenden Zentralverein vereinigt arbeiten die Tabatarbeiterinnen ruhig und fuck, R. Liesegang und Häfner als Mitglieder beftinumt. Staaten Wisconsin, Michigan und New York einigen Schaden an gerichtet hat, außerordentlich zufriedenstellend und wird auf rund zielbewußt an dem Ausbau ihrer Organisation. Seit dem 15. d. M. Die nunmehr folgende Wahl des ersten Vorsitzenden zeitigte wiederum kann sagen, 288 700 000 Bushels geschäzt gegen 255 000 000 Bushels im vorhers daß diese gewerkschaftliche Frauenorganisation zu den schönsten Während die vorausgegangene Wahlversammlung nur mit einem gehenden jährige Mehrproduktion in den Hauptanbaubistrikten des Nordwestens offnungen berechtigt. Die organisierten Tabatarbeiterinnen sind aber nicht nur Ge- didaten zur Verfügung. Im ersten Wahlgange erhielten: Badhus Selbst die Rheinisch- Westfälische Zeitung" zieht denn auch aus threr Zusammenstellung das Fazit:„ Ein Blick auf die Zusammenstellung genügt, um zu erkennen, daß die Lage der großen gemischten Werke sich auch im abgelaufenen Jahre weiter gebeffert hat. Die Produktions- und Gewinnungsziffern sowie die Dividenden haben stellenweise eine recht starte Erhöhung erfahren." " der Union im Vergleich zum Vorjahr ist besonders bemerkenswert. werkschaftsmitglieder, fie find auch Sozialdemokratinnen. Ein Mit 62 Stimmen, Liesegang 60 Stimmen und Lufter 2 Stimmen. Michigan, Nach Verhielten Bach us 67 und Liesegang 59 Stimmen. 24 000 000 Bushels mehr gezogen haben als im Jahre 1908. Im glied des sozialdemokratischen Frauenreichskomitees ist Vorstands- 5. Bettel waren unbeschrieben. Bei der nun folgenden Stichwahl erStaate New York hält sich die Ausbeute auf der Höhe des Vor- mitglied des Zentralvereins der Tabalarbeiterinnen. fündung des Resultates brachte Genosse Koppenhagen einen bejahres, während sie namentlich in New England eine große Zunahme gründeten Protest gegen die Wahl ein. Dieser konnte indeffen zur erfahren hat. Der Durchschnittsertrag der diesjährigen Ernte in der Erledigung nicht gebracht werden, da ein Teil der Versammelten ganzen Union stellt sich etwa 10 Proz. höher als im Vorjahr. fich fichtlich bemühte, ein Beispiel dafür zu erbringen, wie man sich in Versammlungen eines sozialdemokratischen Wahlvereins nicht benehmen soll. Aus der Frauenbewegung. Arbeiterinnenleben. Verfammlungen. Stadtverordnetenwahl in Dresden. Dresden, 30. November.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Der Portefeuillerverband( Zweigstelle Berlin) hielt am 23. November eine außerordentliche Generalversammlung im Graumannschen Lokal, Naunynstr. 27, ab. Hennig berichtete über die Tätigkeit der Lohnfommission, Amt jest niederlegt, nachdem Ueber die Löhne und das Leben lediger Fabrikarbeiterinnen in eine Zohnbewegung der Bortefeuiller dieses Jahr unterblieb, weil Letzte Nachrichten und Depefchen. Berlin und seinen Vororten wurden Mitteilungen gemacht in einer sich nur 25 Proz. der befragten Portefeuiller für eine solche erklärt Konferenz, die jüngst auf Veranlassung des preußischen Handels- hatten, und nachdem die Lohnbewegung der Galanterie- Arbeiter beministers stattfand und die Fürsorge für die alleinstehende Fabrit endet ist. Zur Diskussion meldete sich niemand. Einstimmig wurde arbeiterin" zum Zwed hatte. Es handelt sich dabei um jogenannte der Lohnfommission Entlastung erteilt. Die Versammlung erklärte Wohlfahrtsbestrebungen. Die Mitteilungen, die sich auf eine Umfrage der Aſſiſtentinnen der Gewerbe- Inspektion bei etwa 1000 Arbeiterinnen fügen, werden in der Zeitschrift der Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrts- Einrichtungen„ Concordia" wie folgt zusammenDurchschnittlicher Gruppe der Arbeiterinnen Wochenverdienst 9,62 M. 10,89 12,11" gestellt: . Chemische Industrie und Seifenfabrikation " " Edelmetallindustrie Unedle Metalle. Maschinenindustrie Textilindustrie Papierverarbeitung 12,02" 11,55 " Pappenfabrikation und Lumpenfortiererei 11,00 " Zigarettenfabrikation 13,37 " Nahrungsmittelindustrie 10,45 " Blätterei 12.68 17 " 10,70 . " 12,27 • Schwere u. besser bezahlte Maschinen näharbeit 11,92 Andere Näherinnen Polygraphische Gewerbe Dies ergibt einen durchschnittlichen Wochenverdienst von 11,36 m. Die Wohnverhältnisse der Mädchen gestalten sich in folgender Weise: Es wohnen in Familien. in Schlafstellen in eigenen Zimmern. burchschnittliche Arbeitszeit 9,5 Stunden. . 64,2 Prozent 21,5 " 14,0 " ihre Das durchschnittliche Alter der Mädchen betrug 22,6 Jahre, Eine Zusammenstellung der notwendigsten Ausgaben ergibt im Durchschnitt und in der Berechnung für eine Woche folgendes Bild: Wohnung 1,79 M. Hauptmahlzeit Nebenmahlzeiten Gesamtkosten von Wohnung und Essen Kleidung .. Wäsche, Feuerung, Licht Meine Ausgaben, Fahrgeld 3,727 3,05 " " 7,62 " 1,00-2,00 0,50-1,00 1,00 17 Landtagswahl in Lippe- Detmold. Lemgo, 30. November.( W. T. B.) Bei der heutigen Landtagswahl der ersten Abteilung wurden die Gegner der Regierung wiedergewählt, unter ihnen der Abgeordnete Hoffmann. Für den bisherigen Abgeordneten Weerth, der für die Regierung eingetreten ist, wurde sich damit einverstanden, daß wieder eine Sohnkommission eingesett Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl sind unsere Genossen werde. Sie soll die Vorarbeiten für eine eventuelle Lohnbewegung unterlegen. Die Antisemiten brachten es auf 11500 Stimmen, im nächsten Jahre leisten. Man war der Meinung, daß bei den eigen während unsere Genossen nur 10 300 Stimmen und die artigen Verhältnissen im Berufe eine ständige Lohnkommission an- Nationalliberalen gar nur 2500 Stimmen erhielten. Unser gebracht sei. In die Kommission gewählt wurden: Hauptmann, Stimmenzuwachs seit der letzten Wahl beträgt 4300 Stimmen. Hennig, Krebs, Hahn, Heinke, Grünberg, Seifert, Wolf, Bunge, Flora, Hoffmann, Teut und A ft. Die Ortsverwaltung schlägt die folgende, von einer Bevollmächtigtenkonferenz der Zahlstellen von Offenbach und Umgegend bereits angenommene Resolution bor: 1. Die Versammlung steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß alle Mitglieder des Verbandes gleiche Rechte und gleiche Pflichten haben, soweit solche durch das Statut bedingt sind. 2. In Erwägung, daß die Heimindustrie ein Anhänger der Bückeburger Partei gewählt. ein Produkt der heute herrschenden wirtschaftlichen Zustände in der Portefeuillebranche ist, deshalb 50 Proz. der Kollegen zur Heimarbeit gezwungen find, erkennt die Versammlung an, daß die Heimarbeiter wie die Werkstattarbeiter befugt und berechtigt sind, alle Posten und Tokio, 30. November.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".) Ehrenämter innerhalb unseres Verbandes zu bekleiden, vorausgesetzt, Es heißt, daß die Japaner heute den südöstlichen Teil des 208 Metersie haben die Fähigkeit und werden gewählt. 3. In Erwägung, daß der Verband der Portefeuiller und Ledergalanterie- Arbeiter bestrebt Hügels mit Erfolg erstürmten und ihn besezt halten. ist, die Heimindustrie zu beschränken, verurteilt sie auf das aller- Mulben, 30. November.( Meldung der Russischen Telegraphenentschiedenste, daß Werkstattarbeiter nur aus selbstsüchtigen Gründen Agentur".) Die Japaner gehen auf Tfantschan zurück und haben zum Zwischenmeister werden, das heißt Hülfskräfte beschäftigen. das Gelände zwischen Tsunhetschen und Sintfintin geräumt. Daher wird es den Mitgliedern nahegelegt, folche Mitglieder nicht mit Posten zu betrauen Vom oftafiatischen Kriegsschauplake. Wien, 30. November.( W. T. B.) In einer Versammlung aller oder fie in den bisherigen Posten zu belassen." slowakischen Arbeiter der Nordbahn wurde heute abend einstimmig Diese Resolution führte zu einer längeren und lebhaften Debatte, beschlossen, morgen die Arbeit auf den Kohlenrutschen wieder aufin der für und gegen die Resolution gesprochen wurde. Dagegen zunehmen. wurde von verschiedenen Rednern geltend gemacht, daß mit dieser Budapest, 30. November.( W. T. B.) Nachdem der Nektor der Resolution die Hausindustrie nicht zweckmäßig bekämpft werde. Unter Umständen könnte dadurch sogar, indem manche Hausindustrielle dem Universität den Studierenden tunliche Berücksichtigung ihrer BeBannkreis der Organisation entrüdt würden, eine schädliche Wirkung schwerden in Aussicht gestellt hat, herrscht unter denselben bolleintreten. Dem hielt man von der anderen Seite entgegen, daß auf kommene Ruhe. Die Vorlesungen sind wieder aufgenommen worden. folche Hausindustrielle stets durch die bei ihnen tätigen Hülfskräfte Venedig, 30. November.( W. T. B.) Bei der Nachbarinset eingewirkt werden könne, so daß eine Verschlechterung der Zustände Murano stieß gestern abend im Rebel ein fleiner Dampfer mit einer feinesfalls zu befürchten wäre. Die Resolution wurde schließlich Gondel zusammen; von den zehn Insassen der letzteren find drei erangenommen, ihr entscheidender Punkt 3 mit 58 gegen 23 Stimmen. Die Agitationskommission wurde um einige Mitglieder verstärkt. trunken, einer wird vermißt. Dann erledigte man noch einige andere Verbandsangelegenheiten. Die Dezemberversammlung findet nicht am Mittwoch nach dem Staaten entsandten in die internationale Untersuchungskommission 15. statt. Es wurde beschlossen, sie schon am Mittwoch, den 14. De- für den Zwischenfall in der Nordsee den Kontreadmiral Charles Henry Davis. Im Durchschnitt ergibt sich für die Befriedigung der nothwendigsten Bedürfnisse ein Aufwand von 10,12-11,62 M. in der Woche, dem der durchschnittliche Wochenverdienst von 11,86 m. gegenübersteht. Aus dieser Zusammenstellung, die für ganz alleinstehende Arbeiterinnen äußerst knapp berechnet ist, geht hervor, daß der Lohn zember, abzuhalten. Washington, 30. November ( W. T. B.) Die Vereinigten Verantwv. Redaft.: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th.Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsbl. Mr. 282. 21. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 1. Dezember 1904. 102. Sizung. Mittwoch, den 30. November 1904, wahren. Wir wollen alle ſchwindelhaften Ausverkäufe, zu denen Beſtimmungen des damaligen Geſeßes vollkommen ihren Zweck verAm Bundesratstische: Kommissare. Das Haus ist schwach besetzt. Auf der Tagesordnung stehen Resolutionen, die f. 3t. zum Etat des Reichsamts des Innern für 1904 gestellt waren, in erster Linie drei Resolutionen des Zentrums, der Konser vativen und der Nationalliberalen, die sich mit dem Ausverkaufsto esen befassen. Die Resolution Gröber( 8.) will die Regierung ersuchen, zum Schuße des Mittelstandes im Gewerbe, insbesondere im Interesse des Kleinhandels, dem Reichstage Gesezentwürfe vorzulegen, durch einer Waren bon in enthalten, M Gegen eine Ueberweisung an die Abg. Rettich( f.): Unser Antrag nimmt einen früheren Antrag Schuße überflüssig. Auf diesem Standpunkt stehen wir Dertel wörtlich auf. Es ist ja sehr erfreulich, daß auch das Zentrum nicht. Wir halten eine Ausgestaltung des Gesetzes über den und die Nationalliberalen ähnliche Anträge gestellt haben, ich muß unlauteren Wettbewerb für durchaus angebracht. Bereits aber ausdrücklich meinen Freunden die Priorität für diese Anträge 1895 haben wir darauf hingewiesen, daß die detaillierten auch u. a. die regelmäßigen sogenannten„ billigen Tage" der großen fehlen würden, und wir haben damit recht behalten. Es bleibt Warenhäuser gehören im Interesse der reellen Geschäfte beseitigen. nichts übrig, als das Gesetz jetzt authentisch zu interpretieren. Nach Abg. Dr. Patig( natl.): Die Priorität für diese Anträge dürfte dem Antrag Pazzig freilich müßte man vor jedem Ausverkauf ein dem Reichsgericht zuzuerkennen sein, das durch seine Auslegung des paar Schuyleute hinstellen. Was gäbe das für eine Maffe bon Gefeges über den unlauteren Wettbewerb unsere Anträge zu einer Bladereien und Denunziationen." Herr Bazig hat in seine lex Notwendigkeit gemacht hat. Das Ausverkaufsunwesen ist trop jenes imperfecta, die schließlich nur auf eine Placerei des Mittelstandes Gesezes jezt weiter verbreitet wie zuvor, eine Abänderung des hinausläuft, selbst den hohen Bundesrat, den armen Herrn ReichsGesetzes ist daher unumgänglich notwendig.( Bravo! bei den National- fanzler hereingezogen, der doch mit der authentischen Interpretation liberalen.) von Telegrammen wirklich schon genug zu tun hat.( Große Heiterkeit.) Abg. Peus( Soz.): Am sympathischesten von den vorliegenden Anträgen ist noch der Am wichtigsten wäre es wohl augenblicklich, gegen den unlauteren Antrag Gröber, der allerdings nicht viel besagt.( Buruf links.) Ein welche 1. das Gesetz über den un lauteren Wettbewerb ettbewerb vorzugehen, der sich hier im Hause um die Gunst des wie es scheint etwas boshaft veranlagtes Mitglied der Linken ruft entsprechend erweitert, 2. das Ausverkaufswesen geregelt, Mittelstandes bemerkbar macht.( Heiterfeit und Sehr gut! bei den mir zu: Das iſt gerade das Gute an ihm.( Heiterkeit.) Damit 3. die Härten des Gesezes über die Abzahlungsgeschäfte Sozialdemokraten.) Fast alle Parteien geben sich mit diesen Anträgen hat er vielleicht recht insofern, als der Antrag eine gewiſſe Latitude beseitigt, 4. den Beamten des Reichs, des Heeres, der Marine und den Anschein, für den Mittelstand etwas tun zu wollen, während in läßt. Sehr wichtig wäre es, einmal dem Schwindel der sogeder Einzelstaaten sowie den Offizieren die Gründung und der Betrieb der Tat durch Maßnahmen wie sie hier verlangt werden dem Mittel- nannten internationalen Ausstellungen zu Leibe zu gehen, bie von Warenhäusern untersagt wird. ſtand nicht im geringsten genügt wäre. Daß das Gesetz über den häufig hinter verschlossenen Türen stattfinden, aber goldene Medaillen über das Ausverkaufswesen möglichst noch in der laufenden ständlich, weil eben in den Symptomen, die hier als Krankheits- muß gesetzlich vorgegangen werden. Die Resolution Rettich( f.) wünscht die Vorlegung eines Gefeßes umlauteren Wettbewerb seinen Zweck nicht erreicht hat, ist durchaus ver- berteilen, auf die sich dann die Inhaber berufen. Gegen dieses Unwesen Ein grober Mißstand ist auch Session", durch das 1. die Anmeldepflicht für alle Ausverkäufe symptome festgestellt werden, nicht die Ursache für die Situation die Bestechung der Angestellten in industriellen Betrieben durch festgesetzt, 2. die Veranstaltung von Scheinausberläufen Lieferanten. Das Treu- und Glaubenverhältnis zwischen Unterund 3. jeder Nachschub von Waren zu einem Ausverkauf unterliegt. Vielmehr ist es einfach die gerade in den letzten Jahrzehnten nehmer und Angestellten wird durch das schamlose Vorgehen einiger Strafe gestellt wird. so außerordenttich start vorwärts gegangene Konzentration Die Resolution Pasig( natl.) verlangt die Abänderung des Ge- und Großorganisation des Handels, die natürlich die Lieferanten untergraben. Die Hauptsache ist natürlich dazu, daß die fetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs durch Einschaltung Mittelstandes ins Gedränge bringt, und so gerade in diesen Kreisen, Bestechungen festzustellen. Der Antrag Rettich ist durch den Zentrumsfleinen und mittleren Geschäfte des gewerbe- und handeltreibenden Angestellten anständig bezahlt werden. Ich möchte eine Enquete befürworten, um den Umfang dieser folgender Paragraphen: die Sie schützen wollen, eben diese schlechten Manieren hervorruft, anstalters der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Die Anzeige muß am ierauſe lommen würden. Gerade diese kleinen Mittel halten noch scheint uns nicht ratiam. § 4a. Die Beranstaltung eines Ausverkaufs ist seitens des Ver- nach deren Unterdrückung dieſe Leute erst recht aus dem Regen Antag überflüssig geworden. Eine Ueberweisung an eine Kommiffion vierten Tage vor Beginn des Ausverkaufs erstattet sein; fie muß einigermaßen den Mittelstand aufrecht.( Sehr wahr! bei den Soziald.) Regierung, d. h. auf deutsch in den Papierkorb" haben auch wir enthalten, in welchen Geschäftsräumen der Ausverkauf stattfindet, an wenn sich die Rebner von der Rechten vorher dahin aussprachen, daß nichts einzuwenden. Den Zentrumsantrag können wir annehmen, welchem Tage er beginnt, und falls er nur an bestimmten Stunden das Gesetz schuld wäre an den schwindelhaften Ausverkäufen, so ist aber ein besonderes Gesetz nach dieser Richtung würde wirklich undes Tages stattfindet, an welchen Stunden dies der Fall sein wird. das ein Irrtum. Die Geschäftsleute gehen überhaupt sehr ungern lauterer Wettbewerb um die Gunst des Mittelstandes bedeuten. Der Anzeige ist das Verzeichnis derjenigen Warenrestbestände bei- daran, auf Grund dieses Gesetzes gegen die Konkurrenz zu flagen.( Bravo! links.) zufügen, welche ausverkauft werden sollen. Diese Reſtbestände müssen Denn ein findiger Kaufmann hat immer Mittel und Abg. Lattmann( Antis.): Im Gegensatz zur Sozialdemokratie an dem Tage, an welchem die Anzeige erstattet wird, in wege, das Gesez zu umgehen. Man sagt 3. B.„ Gehoffen wir, daß der Mittelstand wieder in gesunde Verhältnisse den Geschäftsräumen vorhanden sein, in welchen der Auslegenheitslauf" statt Ausverkauf und niemand fann gegen baß es gar nicht schade wäre, wenn der Mittelstand zugrunde geht, Dieselchen der Aus- legenheitslauf" statt„ Ausverkauf und niemand kann gegen hinein kommt. Die Erklärung des Vertreters der Sozialdemokratie, verkauf stattfindet, und müssen an diesem Lage Eigentum einen solchen neu geprägten Ausdrud einschreiten. Das wichtigste des Veranstalters des Ausverkaufs sein. Eine Erklärung, daß diesen aber ist, daß nicht die großen Geschäftsleute auf solche Mittel wird hoffentlich recht allgemein bekannt werden Voraussetzungen entsprochen ist, muß in der Anzeige mit enthalten verfallen, sondern gerade die mittleren, welche von den rechts- und agitatorische Wirkung ausüben. Wir wollen nicht sein. Das Nähere wegen der Anzeige und wegen der Feststellung stehenden Parteien doch geschützt werden sollen. Ein anderes Aus- unlauteren Wettbewerb, sondern lauteren Wettbewerb in der der in der Anzeige anzugebenden Tatsachen bestimmt der Bundesrat. Hülfsmittel ist, anzufündigen: so lange der Vorrat reicht". Der Käufer für den Hülfe Mittelstand. Ein dringendes Bedürfnis den Ausverkaufsschwindel einzutreten. Ein Die hierüber erlassenen Bestimmungen sind dem Reichstage zur Kenntnisnahme vorzulegen. Wer den Ausverkauf nicht auf die in geht dann hinein ins Geschäft und erfährt, daß der Vorrat schon liegt vor, gegen der Anzeige verzeichneten Waren- Restbestände beschränkt, wird mit verkauft ist, und er wird dann verleitet, statt dessen etwas anderes Potsdamer Warenhaus hat in einem Jahre fünf Ausverkäufe in zu laufen. Es handelt sich also durchaus um ein unlauteres Manöver Szene gefeßt, und zwar jedesmal unter einem neuen Vorwande. Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft.§ 4b. Die Veranstaltung und das Gesetz kann dagegen nichts tun. Ganz anständige Geschäfts-( Seiterkeit. Großartig rechts.) Es ist interessant, daß der Ver ist feitens des Ver anstalters spätestens am vierten Tage vor Beginn der Ver- leute versichern, daß es notwendig sei, sogenannte Lodartikel zu das Wasser abgraben wollte. Sie find doch notwendig für die halten, d. h. Artikel, die billiger verkauft werden, als sie eingekauft Wermsten des Volkes.( Bravo! rechts und im Zentrum.) steigerung anzuzeigen. Die Anzeige muß find. Manchmal fällt der Geschäftsmann allerdings dabei herein. welchen Räumen die Versteigerung stattfindet, an welchem Tage So hatte ein Warenhaus einen Schrank für 30 M. vom Tischler Gefeße gegen unlauteren Wettbewerb zugestimmt. Die ReichsgerichtsAbg. Dove( frf. Vg.): Auch meine Freunde haben seinerzeit dem sie beginnt und an welchen Tagesstunden fie erfolgt. Der Anzeige gekauft und für 25 m. verkauft. Der Tischler merkte das aber, ist das Verzeichnis derjenigen Warenbestände beizufügen, welche ver- faufte feinerseits für 25 M. den Schrank zurück und verkaufte ihn Entscheidung, gegen die heute polemisiert wurde, ist, so wie die steigert werden sollen. Dieſe Beſtände müssen an dem Tage, an dem Geschäft wieder für 30 M.( Heiterkeit.) Das Leben ist viel Dinge einmal find, recht gut. Man sollte doch damit nicht agitieren, welchem die Anzeige erstattet wird, im Gewahrsam des Veranstalters zu beweglich, als daß man es durch Geseze bannen könnte. denn sonst bildet sich erst im Publikum die Ueberzeugung heraus, der Bersteigerung und müssen am Tage vor der Versteigerung in den Räumen sich befinden, in welchen die Versteigerung erfolgt. Auch das franzöfifche System ist nicht besser als das deutsche, denn daß nunmehr alles für den Warenverkäufer erlaubt sei. Der nationalben Räumen fich befinden, in welchen die Versteigerung erfolgt in der Pariser Preise liest man genau diefelben aufsicht. Das geht nicht. Es gibt Ausverkäufe, die erlaubt sein müssen, liberale Antrag stellt tatsächlich den ganzen Warenverkauf unter PolizeiDie Erklärung darüber, daß diesen Voraussetzungen entsprochen ist klagen über den Rüdgang des Mittelstandes. Die aufsicht. Das geht nicht. Es gibt Ausverkäufe, die erlaubt sein müssen, oder wird, muß in der Anzeige mit enthalten sein. Das Nähere Anträge der nationalliberalen Partei heben im Grunde die Gewerbe- o z. B. die Saison- Ausverkäufe und die Nachlaß- Ausverkäufe. wegen der Anzeige usw. bestimmt der Bundesrat. Wer die Versteigerung freiheit überhaupt auf. Das ist erstaunlich, denn in dem mageren leute ohne Bickelhaube und erinnerte auch an die Handelskammern. Herr Bazig wünschte für die Ueberwachung der Ausverkäufe Schußnicht auf die in der Anzeige bezeichneten Warenbestände beschränkt, Ruhm, den die nationalliberale Partei überhaupt befigt, war einsch bin Handelskammer- Beamter, bedanke mich aber für die Miffion, wird mit Geldstrafe bis zu 1500 m. bestraft. Für die Beratung werden diese drei Resolutionen mit ein- der besten Verdienste, daß sie die Gewerbefreiheit seinerzeit ein- Ich bin Handelskammer- Beamter, bedanke mich aber für die Mission, geführt hat. Wenn sie erklärt, daß die Polizei- Aufsicht ja nicht etwa herumzulaufen und zu schnüffen, ob ein Ausverkauf berechtigt ist oder nicht. ander verbunden. Auch die mir untergeordneten Beamten würden sich Abg. Roeren( 3.): Das Gesetz von 1896 gegen den unlauteren durch Männer mit der Bickelhaube, sondern durch andere Beamte erfolgen für eine derartige Tätigkeit bedanken. Den Abzahlungsgeschäften Wettbewerb ist besonders durch die Schwindeleien veranlaßt ist, als einer mit Bickelhaube. Der einzige Weg zu helfen wäre der liegt ein gesunder Gedanke zugrunde, die Ausdehnung des Kredits worden, welche mit dem Ausverkaufswesen verbunden zu weg durch die Presse. Aber Inferatenpresse ist nun einmal auf die nicht vermögenden Klassen. Es mag sein, daß da sehr viel fein pflegen. Die Schwindeleien bestehen darin, daß der Name Inseratenpresse. Diese Presse steht viel mehr unter der Macht der Mißbräuche vorkommen, aber die Geschäftsform als solche ist nicht feit immer neue Bare nachgeschoben wird. Der Name Ausverkauf" Inserenten als die Inferenten unter der Macht der Presse stehen. einer Prüfung unterzogen und der Antrag Pasig der Regierung als kann nach dem natürlichen Sprachgebrauch nichts weiter bedeuten als Räumung des vorhandenen Bestandes. Das Gesetz, in dessen Motiven von der bürgerlichen Presse ist nichts zu erwarten.( Bravo! bei den Material überwiesen wird.( Bravo! links.) das Eintreten gegen die schwindelhafte Art des Ausverkaufs Sozialdemokraten.)- Auch sonst sucht man immer durch Geſetze zu Stige eines geordneten Wirtschaftslebens und find nicht, der deutlich zum Ausdruck kam, hat auch zunächst bewirkt, daß alle diese schulden kommen läßt, so schreitet man sofort triminell dagegen ein, Meinung des Herrn Peus, daß der Mittelstand unrettbar verloren Platate" Ausverkauf" mit einem Male aus den Schaufenstern ver- aber daran, daß man diesen Leuten das Gehalt aufbessern sollte, ist. Wenn gewisse Erwerbszweige vom Großbetrieb an sich gerissen schwanden. Aber schon 1897 tauchten sie wieder auf, und zwar denkt niemand. Was die Abzahlungsgeschäfte angeht, so haben wir werden, so rechtfertigt das noch nicht die Behauptung, daß der selben Jahre begünstigt wurden. Diese Entscheidung erlaubt nämlich seinerzeit bei dem Gefeh dagegen mitgearbeitet, haben uns aber Mittelstand überhaupt nicht zu retten fei. Unsere Anträge zeigen das Ziel, in welcher Richtung die Ausgestaltung des Gesetzes bor ben Nachschub neuer Waren, so lange dies in ger inger Quantität nicht eingebildet, daß damit viel zu machen sei. Ich meinerseits stehe ich gehen soll. Dem Reichsgericht dürfen wir aus seiner Intergeschieht. Der Staatssekretär Graf Bojadowsty erklärte mir damals fogar auf dem Standpunkt, daß an den Abzahlungsgeschäften pretation feinen Borwurf machen, es ist ein durchaus richtiger Zug rundweg, daß das ſeiner Meinung gefeglich nicht zuläffig ſei. Seit überhaupt kein gutes Saar ift, aber der einzige weg, um gegen unserer Richter, daß sie sich ganz genau an die Fassung der Gesetze dieser Zeit stehen die„ permanenten Slugverläufer wieder in voller einzuschreiten, wäre die Organisation der Käufer. Konsumvereine halten. Es ist unsere Sache, die Bestimmungen präziser zu gestalten. Manche Warenhäuser entschuldigen sich mit Verfehlungen Blüte. Es liegt in dem jeßigen Verfahren eine Hintergehung des Publikums sind auf dem besten Wege, nach dieser Richtung zu helfen. Ein halten. Es ist unsere Sache, die Bestimmungen präziser zu gestalten. und es liegt darin eine Schädigung derjenigen Konkurrenten, tommt trotzdem die Ware nicht teurer wie bei den AbzahlungsMitglied des Konsumvereins braucht nicht sofort zu zahlen und be ihrer Angestellten, wenn ihnen Uebertretungen des Gesezes die diesen Rummel nicht mitmachen. Früher genügte es, nachzunachgewiesen werden. Es gibt aber eine weisen, daß überhaupt Nachschübe erfolgt sind, um den Ausverkauf gefchäften, sondern billiger. Aber wenn wir für Konsumvereine ein der Gewerbe- Ordnung, wonach für gewisse Verfehlungen der zu verhindern. Nach der Reichsgerichtsentscheidung aber muß man ruiniert würde, und man behauptet dann genau das Gegenteil von Angestellten der Betriebsunternehmer hafibar ist. Eine solche Benachweisen, wieviele und welche Waren nachgeschoben worden sind. dem, was wahr ist. Dieser Nachweis ist so schwierig, daß sich niemand daran wagen tann. Man muß an die Stelle einer mangelhaft organisierten Ausverkäufe erlaubt werden. Denn Inventur kann man das ganze Organisation ist das einzige, was helfen timmung müßte auch in das Gefeß gegen den unlauteren Wettbewerb aufgenommen werden. Auf keinen Fall dürfen Inventur wird. Wir sind dafür, daß der§ 1 des Gesetzes einfach auf dem Gesellschaft eine bessere segen. Es ist erfreulich, daß das Zentrum Wege der authentischen Interpretation dahin ausgelegt wird, daß den Offizieren und Beamten doch wenigstens nicht undweg ver- Jahr hindurch vornehmen, und man hat dadurch jederzeit einen wird. Wir gehen also nicht so weit, wie die Nationalliberalen, die Wege ist man ja schon so weit gegangen, Angestellten derartiges zu Uebrigens tommt es auf das Wort„ Ausverkauf" gar nicht an; jeder Nachschub von Waren für einen Ausverkauf verboten bieten will, Mitglieder von Konsumvereinen zu sein. Auf anderem Borwand, einen Ausverkauf" zu machen. Ebenso bieten die KonkursAusverkäufe reichliche Gelegenheit zum unlauteren Wettbewerb. den Ausverkauf noch weiter einschränken wollen, sondern wollen nur, verbieten, z. B. in Dresden, und was nicht ist, kann noch werden. daß die Kaufmannschaft die Vorteile des Gesetzes gegen unlauteren Denn man tönnte dann so schön auch gegen die Arbeiter- sobald nur der Tatbestand gegeben ist, muß das Gesetz einschreiten tönnen.( Lebhaftes Bravo! beim Zentrum.) Wettbewerb voll genieße. Die Abzahlungsgeschäfte dienen an Konsumbereine einschreiten. Das Zentrum will nur die sich einem guten Zwecke, fie haben sich aber in der Pragis zu Gründung und Abg. Henning( f.): Am schlimmsten gestaltet sich die Schleuderden Betrieb berbieten. Daß der Betrieb gefährlichen Ausbeutungsinstituten ausgebildet: ( Sehr richtig! im Zentrum.) Sie verleiten das Publikum zum Rauf ein rein wirtschaftlicher Aft, der jedem erlaubt sein muß. Der reelle Kaufmann und der reelle Handwerker geschädigt. verboten wird, läßt sich hören, aber die Gründung ist doch nur Konkurrenz in der Provinz. Durch vagabondierende Staufleute, die nur für wenige Tage wird einen Verkauf einrichten, von Waren, welche unter anderen Umständen nicht gekauft werden Daß Beamten als Nebenbeschäftigung solche großen Staufhäuser Die billig verkauften Waren sind natürlich schlecht, aber würden. Es werden dabei Verträge geschlossen, nach denen der Käufer, wenn er irgend einen Abzahlungstermin versäumt, alle vor- leiten, kann ich mir nicht denken, wahrscheinlich haben doch auch wenn das Publikum das merkt, ist der vagabondierende Verher geleisteten Zahlungen verliert.( hört! hört! im Zentrum.) zu verstehen, wenn man ihn auffaßt als das Bestreben, möglichst Rücksicht nehmen muß, daß er sich feine Feinde durch schlechte Ware diese Kaufhäuser bezahlte Angestellte. Der ganze Antrag ist nur fäufer schon wieder fortgezogen, während der reelle Kaufmann darauf Das Gesez, das solche Verträge verbietet, wird dadurch umgangen, den Klagen des Mittelstandes über diese Beamten- und Offizier machen darf. Von allen Seiten wird hier im Hause anerkannt, daß baß die Verträge verträgen abgeschlossen werden, so daß der Verkäufer das Eigentums- Konsumvereine einigermaßen entgegen zu kommen. Daß fiskalische etwas dagegen geschehen müsse, nur über die Mittel und Wege gehen recht über die verkaufte Ware bis zur Erstattung der legten Ab- Gebäude gestellt zahlung behält. Auch hält diese Einrichtung namentlich Brautleute aber solcher Unterstützung auch gar nicht. Das Prinzip, auf dem sie letzten Jahren zugenommen.( Beifall rechts.) vom Sparen ab. Schließlich verlangen wir noch, daß den Beamten aufgebaut find, reicht allein schon aus, um ihnen eine genügende die angeregten Verbesserungen des Gesetzes gegen den unlauteren selbst vielfach den unlauteren Wettbewerb. In Preußen wird nämhelfen. Wenn ein Handelsgehülfe sich eine Bestechung zu ich auch nicht für richtig. Die Beamten- Konsumvereine bedürfen Abg. Gröber( 3.): Wir sehen in dem Mittelstand die festeste des Heeres und der Marine und den Offizieren die Gründung und der Konkurrenzfähigkeit zu verleihen. Alle Ihre Versuche, künstlich den Betrieb von Warenhäusern untersagt wird. Es fällt uns nicht ein, Mittelstand aufrecht zu erhalten, werden erfolglos bleiben, die Wettbewerb aus. Aber leider begünstigt die preußische Regierung zu wollen. Das wäre ein unberechtigter Eingriff in die Freiheit die leider erst im Jahre 1907 wieder vorgenommen wird, wird er- lich derjenige Gewerbetreibende begünstigt, dessen politische Gedes Einzelnen. Wohl aber halten wir es für unzuläffig, daß die weisen, daß der Mittelstand der Beamten und Angestellten, auch der finnung der Regierung gefällt, gleichviel, ob die von ihm gelieferte Ware Beamte werden geradezu ge Beamten und Offiziere felbft Warenhäuser be beffer bezahlten Lohnarbeiter zugenommen, der wirklich selbständige are gut oder schlecht ift. gründen und betreiben. Das verträgt sich nicht mit dem Mittelstand zu dem die Haufierer und lediglich von Brauereien ungen, in dem der Regierung wohlgefälligen Geschäfte zu kaufen. Charakter des Offiziers und Beamten. Dazu kommt, daß die Tätigkeit dieser Beamten in diesen waren- angestellten Restaurateure allerdings nicht gehören, aber abgenommer Tatsachen verlangt, so darf man nicht vergeffen, daß vor allem auch ( Sehr richtig! links.) Benn man hier einen Gefeßentwurf wegen Vorspiegelung falscher hat. Werden die Anträge in Kommission beraten, worauf wir häusern eine unentgeltliche ist, während der Geschäftsmann seine nicht den geringsten Wert legen, so werden wir mithelfen, aber wir das neue Ansiedelungsgesez in Preußen unter bas Angestellten bezahlen muß. Dadurch wird wieder den Kaufleuten reben dem Mittelstande nicht ein, daß ihm auf diese Weise wirklich eie bom unlauteren Wettbewerb fällt.( Sehr richtig! bei den Polen.) bie Ronkurrenz erschwert. Auch die Gründlichkeit und Intensität Bräfident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, Sie dürfen nicht der Arbeit der Beamten muß unter diefer Nebentätigkeit leiden. geholfen werden kann.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Ganz unzuläffig ist es, wenn sogar fistalische Grunds Es ist ein Antrag Gröber( 3.) eingegangen, die in der Re- fagen, daß Gefeße, die in einem Bundesstaate erlassen sind, unter ftüde unentgeltlich oder zu Spottpreisen solchen Kauf- folution Bazig enthaltenen Gefeßesvorschläge den berbündeten den Begriff des unlauteren Wettbewerbes fallen. Ich rufe Sie des häusern von Beamten überlassen werden.( Sehr richtig! im Regierungen als Material zur Regelung des Ausverkaufswesens halb zur Ordnung! Abg. Brejski( fortfahrend): Es ist mir also nicht möglich, den Zentrum.) Wir wollen vor allem mit unserer Resolution die vorzulegen. Grundfäße von Treu und Glauben schüßen; an diesen hat die Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.): Die Konsequenz der Satz zu vollenden, aber den Sinn haben Sie doch verstanden. Gewerbefreiheit eine Grenze. Ich bitte Sie um Annahme unserer Ausführungen des Herrn Vorredners wäre, der jegige Mittelstand( Große Heiterkeit.) Ich möchte darauf hinweisen, daß dieser unmug rettungslos verkrachen, daher sind alle Gefeße zu seinem lautere Wettbewerb durch gewisse Telegramme Resolution.( Bravo! im Zentrum.) aus unter aus Berlin direkt angeregt wird. Durch diese staatlichungsweg durch Betrachtungen über staatsmännisch ver- Inicht ganz paffende Zweifammer- System eingeführt. Es machten sich Telegramme wird das monarchische Gefühl des polnischen anlagte Minister und unpolitische Aufsichtsräte, deren er früher Bestrebungen auf Befeitigung der Verfassung und des Wahlrechts Volkes auch einer war, verteidigt. Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, ich rufe Sie Aufsichtsräten mit einem strengen Startellgesetz droht, so antworten wir Ministerpräsidenten Freiherrn v. Manteuffel beraten, wählte den Weg Wenn er aber den einsichtslosen geltend. König Friedrich Wilhelm IV., von dem weitblickenden zum zweiten Male zur Sache und mache Sie auf die geschäfts- ihm: Es gibt noch Richter in Berlin. Ich habe nie in meinem Leben einen des Ausgleichs zwischen der alten ständischen Rechtsordnung und der ordnungsmäßigen Folgen aufmerksam. Prozeß geführt. Meine einzige Sünde ist eine Ordnungsstrafe von modernen Staatsverfassung, und auf diesem vermittelnden Gedanken Abg. Brejski( fortfahrend): Ich wollte nur sagen( Große Heiter- 3 M. für nicht genügende Straßenreinigung.( Große Heiterkeit.) beruht das Gesetz und die Verordnung, welche das jetzige Herrenfeit), daß, wenn das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb wirksam Wenn nun der Minister sich rühmt, er sei faufmännisch vorgebildet, haus ins Leben riefen. sein soll, dann muß es auch auf alle Gebiete ausgedehnt werden. so entgegne ich ihm, meine kaufmännische Erziehung ist anders. des Landtages vor In der Thronrede zur Eröffnung Wenn der unlautere Wettbewerb sich nicht breit machen soll, dann( Beifall und Heiterkeit.) 50 Jahren hieß es, daß die Erste Der Minister sagt, er hätte selbst die Kammer ſei begründet muß vor allen Dingen das Beispiel von oben kommen, und er Verhandlungen geleitet. Jezt, wo der Staat 3/4 der Prozeßfosten Rechte Anerkennung bestehender und unter Berücksichtigung dauernder Verhältnisse. muß von oben nicht gelobt, sondern verdammt werden.( Beifall bei übernommen hat, glaube ich, daß er auch den Prozeß leitet.( Heiter- Alte Rechte sollten zu neuem Leben berufen, zugleich aber sollte die den Polen.) keit.) Der Widerstand, den Ihr Vorgehen in Westfalen findet, durch die Verfassung geschaffene neue Ordnung des Staatslebens Abg. Raab( Antis.): Jch begreife nicht die seltsame Milde, die wird bleiben; denn der Minister die Herren von der Sozialdemokratie allen geschäftlichen Aus- Gegend Westfalens, aus stamnit ja der befestigt und gesichert werden. Wir müssen der staatsmännischen der die härtesten Köpfe kommen. Einsicht denken, welche unseren ganzen Verfassungsrechten die Gewähr schreitungen der Warenhäuser gegenüber walten lassen. Da müssen( Heiterkeit.) Der Minister nannte diese Notwehr der Westfalen ein der Stabilität gegeben hat. Das Abgeordnetenhaus hat die Aufgabe doch etwas tiefer liegende Ursachen zugrunde liegen.( Sehr wahr! Trustrust. Ich könnte mir den Scherz gefallen lassen und sagen ein Schutz- der Anregung neuer Probleme und der Ausgestaltung dieser. Aber bei den Antisemiten.) Hier handelt es sich nicht um eine Ueber- und Trustrust. Aber das sind keine erlaubten Wige gegen Männer, die Frucht reift doch erst nach dem einsichtigen und weisen Rat, der legenheit des Großbetriebes, sondern um eine ganze Anzahl die für ein für sie großes Ziel fämpfen, die dafür kämpfen, von diesem Hause ausgeht. Beide Häuser des Landtages sind immer mehr oder weniger schmutziger Manipulationen, geradezu uns daß die Entwickelung des Landes nicht in sozial geleitet gewesen von dem gleichen Grundgedanken der Trene gegen sittlicher Manöver, die in das Erwerbsleben durch einzelne demokratische Bahnen geht.( Lachen und Ohol- Rufe.) König und Vaterland, in dem Gedanken friedlicher Entwickelung. hineingetragen werden. Diese müssen wir unter allen Umständen Noch vor zwei Jahren wollte der Staat keinen weiteren Grubenbesiz. Was in der schweren Periode glorreicher Kriege für Preußens Ehre, bekämpfen. Herr Peus wies auf die Wirksamkeit der Presse gegen Heut will er nicht die Verstaatlichung des Ganzen. Nachher sind die Gründe Recht und Wohlfahrt erreicht ist, daran hat das Herrenhaus seinen den Ausverkaufsschwindel hin. Aber auch die sozialdemokratische wohlfeil wie Brombeeren, um seine geänderte Stellung zu verteidigen. bollen und ruhmreichen Anteil. Möge das so bleiben bis in die Presse nimmt Schwindelannoncen auf. Der„ Vorwärts" von Sonn- Das Anerbieten vom 16. Juni hätte der Dresdner Bank einen fernste Zeit.( Beifall.) tag zeigt einen Ausverkauf wegen baupolizeilicher Vorschriften" an, Gewinn von 20 Millionen Mark gebracht.( Hört! hört!) Die Verund enthält die Annonce eines Warenhauses, das für drei Tage lang un- mehrung des Aktienkapitals der Hibernia um 7 Millionen war zur Präsident Fürst zu Inn- und Kuyphausen: entgeltliche Verteilung von Photographiebons in Aussicht stellt. In Ihrer Ausgestaltung des Werkes bestimmt. Meine Herren! Ich darf wohl in Ihrer aller Namen für die Als dieser Beschluß gefaßt Bresse wird es häufig als eine erfreuliche Erscheinung hingestellt, daß die wurde, hatte kein Mensch eine Ahnung, daß hinter den Anfäufen der uns in hohem Maße ehrenden Worte des Staatsministers unseren Kleinbetriebe durch die Großbetriebe aufgeſaugt werden, weil diese Hibernia- Aktien durch die Dresdner Bank der Staat stehe. In der verbindlichsten Dank aussprechen, namentlich mit Rücksicht darauf, leicht in den Besitz der Gesellschaft überzuführen seien, Herr Fräßdorf Klageſchrift, die heute vor dem Reichsgericht als letzter Instanz ent- daß die Tätigkeit des Hauses in diesen 50 Jahren beim Staatshat im sächsischen Landtage unter allgemeiner Bewegung den Satz schieden wird, steht, daß die Kapitalsverstärkung nur eine Verstärkung dürfen wir der Männer nicht vergessen, deren Marmorbüſten wir ministerium volle Anerkennung gefunden hat. Bei dieser Gelegenheit ausgesprochen, es sei durchaus nicht notwendig, den Mittelstand der Majorität bezweckt. Dies charakterisiert die Mittel, deren sich die hier sehen, die ihre volle Tätigkeit der Ehre und Würde des Hauses zu erhalten. Das Hamburger Echo" schrieb, die Erhaltung Regierung bedient. Die Deutsche Bank hat auf die Aufforderung haben zu teil werden lassen. Diesen Männern gebührt heute unser des Mittelstandes sei nicht wünschenswert, weil sie den zum Beitritt in das Konsortium sofort gesagt: solches Geld nehme sie Dank. Ich habe die Ueberzeugung, daß das Haus unter dem festen Fortschritt hemmte.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo- nicht. Die Handelsgesellschaft hat dasselbe gefagt. Schwabach Dach, das ihm vor 50 Jahren Ihr„ Sehr richtig" beweist die Richtigkeit meiner aber antwortete persönlich dem Minister: Solche Geschäfte macht und glückliche Jahre bestehen wird. geworden ist, noch viele Auffassung, daß Ihnen der Mittelstand im Wege steht. Herrn das Haus Bleichröder nicht!( Lebhaftes Bravo!: Heiterkeit.) Der daß dieselben Gefühle des Gottvertrauens, der Königstreue und der Ich habe keinen Zweifel, Dr. Müller gegenüber zitiere ich aus Eugen Richters" ABC", daß die Auftrag des Ministers an die Dresdner Bank ist in den Annalen Vaterlandsliebe, welche das Herrenhaus immer beseelt haben, auch Freisinnigen gegen die Klaufel des unlauteren Wettbewerbes gestimmt der preußischen Finanzverwaltung unerhört. Ich wohnte der Sizung die jetzige Generation beseelen. Es ist uns eine reiche Tätigkeit in haben und für den Fall ihrer Annahme erklärt haben, gegen das des Aufsichtsrates nicht bei. Als ich telegraphisch Nachricht von dem Aussicht gestellt worden, und wenn wir unser Pflichtgefühl durch ganze Gesetz stimmen zu wollen. Sie haben also keinerlei Grund, Vorgehen der Regierung erhielt, gab ich zurück:" Ich hoffe auf un- zahlreiches Erscheinen in den Sitzungen betätigen, so werden Sie fich jetzt so aufzuspielen, als hätten Sie das Verdienst bedingte Ablehnung der Offerte der Dresdner Bank und der Teilung zahlreiches Erscheinen in den Sitzungen betätigen, so werden Sie an Siesem Gesetze. Gerade in Ihren Reihen wird noch des Raubes.( Oho!) Die Motive für das Vorgehen des Ministers mich immer zur Wahrung der Ehre und der Würde des Hauses auf der wildeste und wüſteſte Wettbewerb verteidigt, und Ihre Zeitungen find dunkel. Der Zweck des Syndikats ist der Kohlenverkauf und dem Plaze finden.( Beifall.) Laffen Sie uns, meine Herren, auch bringen die Anzeigen, über die wir Klage führen. Herr Dove be- feine Haupttätigkeit die Festsetzung des Preises. Wenn sich daran heute dem Gelübde unwandelbarer Treue gegenüber unserem allerhauptet, daß es dem Mittelstande glänzend ginge. Die Minder- nach den Erklärungen des Ministers die Beamten nicht beteiligen gnädigsten Kaiser und König Ausdruck geben, indem wir rufen: einnahme in der diesjährigen Einkommensteuer Hamburgs beweist werden, so ist mir die Art ihres Einwirkens auf das Syndikat Se. Wajestät lebe hoch!( Das Haus stimmt dreimal in dieſes das Gegenteil, und wenn wir uns nicht zu einem tatkräftigen Schuße nicht klar! Redner schließt mit der Bitte um Ablehnung der Vor- Hoch ein.) Der Präsident wird ermächtigt, dem König von diesem Akte Mitteilung zu machen. fraten.) " des Mittelstandes entschließen, wird es auch mit den Steuereinnahmen lage.( Beifall.) von Tag zu Tag schlechter werden.( Beifall rechts.) Hierauf vertagt sich das Haus. Es folgen persönliche Bemerkungen. Präsident Graf Ballestrem: Das war nun eigentlich nicht mehr im Rahmen einer persönlichen Bemerkung.( Heiterkeit.) Der Präsident teilt mit, daß der morgige Tag sizungsfrei sein wird, damit die Fraktionen sich untereinander über den Etat verständigen können. Die nächste Sigung ist demnach Freitag 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht der Rest der heutigen( Unlauterer Wettbewerb, Berggesetz, Invalidenversicherung). Abgeordnetenbaus. 108. Sigung vom Mittwoch, den 30. November, nachmittags 1 hr. Am Ministertische: Möller. Die erste Beratung der Hibernia Vorlage( Gefeßentwurf betreffend die Beteiligung des Staates an der Bergwerksgesellschaft Hibernia zu Herne) wird fortgesetzt. Bor Eintritt in die Tagesordnung gibt Parlamentarifches. Handelsminister Möller: Der Vorredner wollte nicht angreifen aus Achtung vor meinem Amt. Aber er hat mit solcher Ruhe Auf der Tagesordnung, in die das Haus nunmehr eintritt, steht feine Mißachtung ausgesprochen, wie es in diesem Hause noch nie zunächst der Gefeßentwurf über die Erhebung von Kirchensteuern in Abg. Dove( frs. Bg.): Es ist mir gar nicht eingefallen zu sagen, einem Staatsminister geschehen ist.( Vielfaches Sehr richtig! rechts.) den Kirchengemeinden und Parochialverbanden der evangelischen daß der Mittelstand glänzend dastehe. Ich habe nur behauptet, daß Ich muß mich wundern, daß diese Angelegenheit ihm Anlaß zu Landeskirche der älteren Provinzen der Monarchie. viele Romane über die günstige Lage des Mittelstandes in der früheren einem so unerhörten Vorgehen gegeben hat.( Sehr richtig! rechts.) Das Haus vertagt schließlich die Weiterberatung auf DonnersZeit im Umlauf sind. Es ist mir gar nicht eingefallen, die Verwaltung der Hibernia an- tag 1 Uhr.( Außerdem stehen die Vorlage über die Oder- Regulierung Abg. Bazig( nl.): Der Abg. Dove hat versucht, zwischen meiner zugreifen oder gar alte Bankiers und Aufsichtsräte zu beleidigen. und kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung.) Stellung und dem Programm der Partei einen Widerspruch zu Ich wiederhole auch: ich habe nie gedroht", weder hier, noch Schluß 4 Uhr. fonstatieren. Ich kann im Rahmen einer persönlichen Bemerkung gegenüber den Vertretern der Presse, die ich empfangen habe. Der wenigstens das richtig stellen: Ich habe lediglich konstatiert, daß 20 Millionen- Gewinn der Hibernia ist natürlich vom Vorredner eine Mittelstandspolitit, die sich den Schutz der feßhaften Gewerbe- ganz willkürlich herausgerechnet worden. Es war doch selbsttreibenden gegenüber den unständigen zur Pflicht macht, nicht nur verständlich, daß bei forcierten Ankäufen die Aktien steigen. dem gegenwärtigen Standpunkt, sondern auch der Vergangenheit der Ich will noch erwähnen, daß Herr v. Eynern im April oder Mai Mittwochssigung die nächsten Beratungsgegenstände des Reichstags, Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion behandelte in ihrer Partei entspricht. bei mir war( Abg. v. Eynern: Es war am 5. Mai! heiterkeit.) und mich fragte, im Anschluß an die Treibereien in Reichshaushaltsetats Bebel und Vollmar, für die HandelsGroße Etat usir. Als Redner wurden bestimmt für die erste Lesung des Gelsenkirchener Aftien, ob die Ankäufe für den Staat geschähen verträge Bernstein und Singer. und ob ich an irgendwelche Verstaatlichung dächte. Ich habe ihm damals aus vollem Herzen und aus voller Ueberzeugung fagen Zum Militär- Etat ist für die zweite Beratung seitens der freikönnen: Ich denke nicht an die Verstaatlichung von Gelsenkirchen in nigen Parteien des Reichstages nachfolgende Resolution und sehe überhaupt noch keine Notwendigkeit einzuschreiten. Aber Müller- Meiningen- Payer eingebracht worden: Der Reichstag wolle diese Anfrage hatte mich doch stuzzig gemacht. Ich forderte die Be- beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dafür zu sorgen, hörden auf, überall ihre Ohren aufzusperren, was los wäre, und 1. daß zugleich mit der beginnenden Reform des Bürgerlichen Straf bekam so immer mehr Nachrichten von den bevorstehenden Fusionen. gesetzbuches eine durchgreifende, den modernen Rechtsanschauungen Da glaubte ich den Einfluß des Staates, wenn überhaupt, dann jetzt entsprechende allgemeine Reform des Reichs- Militärsichern zu müssen. strafgesetzbuches angebahnt werde; 2. daß noch vor dieser Abg. Hirsch- Essen( natl.): Das Kohlensyndikat scheint von der vermutlich geraume Zeit in Anspruch nehmenden allgemeinen Reform Regierung für eine Jungfrau gehalten zu werden, die zwar bis jetzt die größten Härten des bestehenden Militärstrafgesetzbuches durch eine makellose Vergangenheit hat, von der aber befürchtet wird, daß ein Spezialgeses beseitigt werden, welche u. a. bor fie in Zukunft noch einmal einen Fehltritt begehen könnte. in ( Heiter allem dem Mißverhältnis der Strafbestimmungen über feit.) Einen Einfluß des Staates auf das Kohlensyndikat halten Verfehlungen der Untergebenen gegen Vorgesezte zu denjenigen für wir für berechtigt, aber das Mittel, das er hier anwenden will, er- Delikte der Vorgesetzten gegen Untergebene bestehen; 3. daß dem scheint uns ganz falsch. Preisermäßigend hat der Fiskus noch nicht Reichstag alsbald eine Statistik über die praktische Anwendung gewirkt. Er hat immer die Preise im Saarrevier höher gehalten, der Normen der Militärstrafgerichtsordnung über den AusAbg. Münsterberg( frf. g.) folgende Erklärung ab: Wie ich als sie im Ruhrrevier waren. Von der Regierung wird die schluß der Deffentlichkeit( mit Angabe des Verhandlungsaus dem Stenogramm ersehe, habe ich in meiner gestrigen Rede Konzentration, die Bildung von Interessengemeinschaften mit Unrecht gegenstandes), der Charge des Angeklagten, der Ausschlußgründe usw.) gefagt:" Im geschäftlichen Leben entscheidet der Erfolg schließlich als eine Gefahr angesehen. Sie ist notwendig, um den Kampf auf vorgelegt werde; 4. daß nicht durch Maßregeln der Militärauch über die Wahl der Mittel". Das war in dieser Form ungeschickt dem Weltmarkt bestehen zu können; namentlich gegenüber dem verwaltung( Wahl des Verhandlungsraumes usw.) die gesetzlichen ausgedrückt. Ich wollte nur sagen, daß ich die Mittel der Staats- amerikanischen Markt. Die Bildung der großen Organisationen ent- Bestimmungen über die Defentlichkeit der Verhandlungen vor den regierung in diesem Falle nicht für unmoralisch hielte und somit nur spricht einer wirtschaftlichen Notwendigkeit und sie aufhalten, hieße unserer Militärgerichten illusorisch gemacht werden. die Zweckmäßigkeit ihren Wert bestimme. Es hat mir natürlich Industrie eine Waffe aus der Hand schlagen, die sie notwendig braucht. vollkommen fern gelegen, zu behaupten, daß der Erfolg jedes Mittel Die Zukunft des Bergbaues hängt von einer Zusammenlegung der heilige.( Heiterfeit.) leistungsfähigen Werke und der Stilllegung unrentabler Gruben ab. Die Verstaatlichung der Hibernia allein kann dem erstrebten Zweck Abg. Gamp( ft.): Die Kollegen Spahn, Schiffer und Münster- des Einflusses auf das Syndikat nicht genügen. Das Vorgehen der Die Taktik bei den Gemeindewahlen wird, wie das„ Offenbacher berg hatten sich ja gestern als Gegner der Vorlage einschreiben Attienbefizer, die Gegner der Verstaatlichung sind, sei kein Troz- Abendblatt" ankündigt, auf der nächsten hessischen Landeskonferenz lassen, aber sie sind so wohlwollende Gegner, daß ich an der leichten Trust, sondern ein Trost- Trust.( Heiterkeit.) Was sollen die Gegner zur Sprache gebracht werden. Die Darmstädter Vorgänge haben Möglichkeit einer Verständigung nicht zweifle. Nur Abg. Caffel der Verstaatlichung anderes tun, als sich zusammenzuschließen? Die übrigens, wie wir aus einer Korrespondenz der Mainzer Boltslehnte den Entwurf schroff ab. Aber er fämpfte in drei Vierteilen Vorlage ist nur geeignet, die schon bestehende Beunshigung im zeitung" ersehen, ein sehr merkwürdiges Nachspiel gehabt. seiner Rede gegen Windmühlen, indem er beteuerte, daß seine westlichen Industriegebiet zu verstärken. Deshalb lehnen wir die Reichstags- Abgeordnete Genosse Cramer in Darmstadt hatte der Partei kein Staatsmonopol wünsche. Im leßten Viertel griff er Vorlage ab.( Beifall links.) Mainzer Volkszeitung" einen Artikel zur Rechtfertigung der Darmdie Verbindung der Regierung mit der Dresdner Bank an. Hierauf wird ein Antrag, die Debatte zu schließen, städter Taktik eingesandt. In der letzten Parteiversammlung in Aber einen anderen Weg zur Verstaatlichung hat weder er noch Herr angenommen. Darmstadt beschwerte sich nun Cramer darüber, daß sein Artikel Schiffer gezeigt. Denn ich glaube doch nicht, daß Herr Schiffer über sehr gekürzt und an versteckter Stelle gebracht worden war. die Eisenbahnverstaatlichung so genau unterrichtet ist. Ich kam ihm Aus diesem Grunde erklärte Cramer, daß er die Mainzer Volks sagen, daß damals und dabei die Verhältnisse ganz anders lagen. zeitung" jetzt auch satt habe und er empfahl ein bürgerliches LokalHerr Spahn meinte, die Seehandlung hätte die Attien kaufen sollen; blatt zum Abonnement. aber wenn die Seehandlung nur für 100 000 m. Hibernia gekauft Die Mainzer Volkszeitung" hält diese Mitteilung ihres Kor hätte, hätte die Börse den Verstaatlichungsplan gemerkt. Herr Spahn respondenten für so unglaublich, daß sie erst abwarten will, was behauptete auch, der Staat werde fünftig in der Hibernia als Genosse Cramer dazu sagt. Attionär in eigener Sache über die Verstaatlichung nicht mitstimmen dürfen. Aber dann hätten die Hiberniabankiers auch nicht über die Erhöhung des Kapitals mitstimmen dürfen, wenn sie schon damals den Vertrag über den Aftieneriverb abgeschlossen hatten. Ich glaube also, das das Vorgehen der Regierung in der Hibernia Frage als einwandfrei nachgewiesen zu haben. Ich halte nun den Preis von 240 für die Aftie und die Provision an die Dresdner Bank für durchaus angemessen. Redner schließt mit der Hoffnung, daß eine Verständigung aller Parteien erzielt werde. Zur Sache erhält als erster Redner das Wort = Es folgen persönliche Bemerkungen. Darauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Interpellation Cassel- Brömel über die Verfügung über städtische Schulgebäude durch die Staatsbehörden( Berliner Schulkonflikt). Schluß 4 Uhr. Herrenbaus. 27. Sigung vom 30. November, 1 Uhr. Am Ministertische: Frhr. v. Hammerstein, Dr. Studt, Dr. Schönstedt. Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt das Wort Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein: " " Partei- Nachrichten. " Dieses Verhalten Cramers wäre, wenn die gegebene Darstellung richtig ist, ebenso unverantwortlich, wie das Verhalten der Darmstädter Parteiführer bei der Stadtverordnetenwahl. Die Wahl gab übrigens, wie es in dem Bericht heißt, in der Versammlung zu ausgedehnter Kritik Veranlassung und soll nochmals in einer Parteiversammlung behandelt werden. Bei den Stadtverordneten- Stichwahlen in Breslau empfiehlt der Vorstand des freisinnigen Wahlkomitees feinen Wählern, für die drei Sozialdemokraten zu stimmen, die in Stichwahl stehen, weil dies Sehr geehrte Herren! Ein Zeitraum von 50 Jahren ist heute für die freifinnigen Wähler gegenüber den ultramontan- reaktionären Handelsminister Möller betont gegenüber einer Bemerkung des vollendet, seitdem das preußische Herrenhaus zusammentrat. Das Kandidaten das kleinere Uebel sei. Nach demselben Grundfaze Borredners, daß die Regierung besonders auch im Saarbrücker Revier einzige noch unter Ihnen weilende Mitglied, welches seit der ersten empfehlen unsere Parteigenossen in einem anderen Bezirk die Wahl auf die heimischen Konsumenten und zeitweilige Notstände der In- Eröffnung des Herrenhauses diesem angehört, hat Seine Majestät des freisinnigen Kandidaten. dustrie alle Rücksicht genommen habe. schon vor einiger Zeit durch Verleihung der Würde eines GeheimAbg. Eynern( natl.): Ich spreche nur als Mitglied des Hauses rats zu ehren geruht, es ist das Herr Regin. Es gereicht mir Bitaten aus dem politischen Stampfe zwischen uns und den FreiDie ultramontane Presse ist darüber wütend und arbeitet mit und als Privatperson. Spigen gegen den Minister werde ich ver- zur besonderen Freude, ihn auch heute hier begrüßen zu können. finnigen. Das wird unsere Wähler nicht abhalten, der ausgegebenen meiden und die Achtung vor dem Amte wahren. Ich bin seit Eine Reihe weiterer Auszeichnungen aus dem festlichen Anlaß des Parole zu folgen, und ob sich die freisinnigen Wähler dadurch be21 Jahren in der Verwaltung der Hibernia. In ihr ist ein Wert heutigen Tages, welche unser gnädigster König und Herr Ihren stimmen lassen, lieber für einen ultramontan- antisemitischen Reaktionär geschaffen, auf das die deutsche Industrie mit Stolz, blickt. Und bewährten Mitarbeitern verliehen hat, befunden die Anerkennung der wenn man voraussetzt, daß nur private Leitung, nicht staatliche immer raftlosen Tätigkeit und der treuen Gesinnung, sowie der stimmen, das wird von ihrer politischen Urteilsfähigkeit abLeitung, die Größe des Betriebes, halten kann, ist der Widerstand ersprießlichen, erfolgreichen Arbeit des Hauses durch Se. Majestät. hängen, die allerdings in der Regel sehr mangelhaft zu sein begreiflich. 1882, als Aufsichtsrat der Bergisch- Märkischen Bahn, Der Ministerpräsident hat bei der Weihe des neuen Hauses der war ich für die Verstaatlichung. Da lag dies im Interesse des Hochachtung und der Wertschäzung des Herrenhauses Ausdruck Staates. Jest fagt der Minister, daß die Rücksicht auf die fetten gegeben und hat die Zuversicht betont, daß das Herrenhaus Aufsichtsratsstellen den Widerstand erkläre. Das ist eine so schwere immerdar in der Hingebung an Thron und Monarchie im Verein Beleidigung, wie ich sie von einem preußischen Staatsminister in mit der Staatsregierung und dem anderen Teil der Volksvertretung feiner amtlichen Eigenschaft nicht erwartet hätte, und die durch eine das Wohl der Monarchie fördern werde. In einer Zeit von Sturm leichte zurücknahme nicht erledigt wird. Der Minister hat den Ver- lund Drang wurde das für die historische Entwickelung des Staates pflegt. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine Preßbeleidigung. " 1 Der verantwortliche Redakteur der Pfälzischen Post", Genosse Didreiter in Ludwigshafen, wurde wegen Beleidigung zu 100 W. Geldstrafe verurteilt. Er hatte in seinem Blatte die Art kritisiert, wie ein dort erscheinendes Lokalblatt zusammengestoppelt 11 " " wird, das durch die Art der Kennzeichnung seiner Schnittarbeit den und Nieder mit den Pfaffenknechten!" einen Von einem Mezzaninfenster des Rathauses wurde plötzlich Glauben zu erwecken sucht, es gebe Driginalforrespondenzen. Dabei brausenden Chorus. Dazu wurden Tausende von Stöcken eine Semmel in die Menge geworfen. Gleich hatte er Ausdrücke wie„ jammervoll“ und„ erbärmlich" angewandt und geschwungen, tausende geballte Fäuste drohend erhoben und darauf schüttete ein anderer Frechling ein Glas Wasser nach einem Lassallefchen Wort von Vergiftung der Bolfsseele ge- eine Unzahl von roten Wimpeln flatterten in der Luft. herunter. Diese Provokation verschuldete alles folgende. sprochen. Darob klagten der Verleger und die Redakteure des Blattes wegen Beleidigung. In dem Verhandlungstermin wurden Einzelne Gruppen sangen das Lied der Arbeit und den Sinnlos gemacht, griffen einzelne zu den Wurfgeschossen, die sie zur Hand hatten. Vor allem flog die Semmel zu mehrere Gutachter vernommen, über deren Aussagen die„ Pfälzische Sozialistenmarsch. Bost" berichtet: Zwanzig Minuten währte das Konzert vor dem Ministerium dem rasch geschlossenen Fenster zurück, ihr folgten andere FrühMan müsse bei der Entnahme fremder Notizen drei Klaffen des Innern, dann errang das Schlagwort Abmarsch!" Geltung stücksemmeln, die sich Vorsichtige eingesteckt haben mochten, dann bon Blättern unterscheiden. Erstens solche, die bei jedem Nachdruck und der Menschenschwall flutete wieder durch die Drahtgasse, Stöcke und Stockteile Einzelne brachen ihre Stöcke übers die Quelle bezeichnen, zweitens solche, die entnommene Artikel durch um sich„ Am Hofe" neuerdings zusammenzustauen. Die Knie und warfen damit zurück, ohne indes irgend welchen ein einziges Zeichen, zumeist durch den Redaktionsstern, kenntlich Demonstration erregte dort ungeheueres Aufsehen und die Schaden zu stiften. machen, wie es bei den meisten mittleren Blättern gehalten werde, Garnisonshauptwache trat ins Gewehr. Auch die Feuerwehr- Aber schon wird die Wache nervös und schon erreicht auch drittens solche, die wie die Pfälzische Volkszeitung" mehrere Zeichen verwendeten, wobei aber fein Sachverständiger ein weiteres bereitschaft versammelte sich vor dem Tore des alten Zeughauses. die Erbitterung der Menge einen Grad, der Schlimmes beBeispiel als die Pfälz. Volkszeitung" selbst anzugeben vermochte. Auf dem Hof das ist wieder eine sehr beziehungsvolle fürchten läßt. Zu Knäueln geballt, ist's bald, als wollte die Dieses Verfahren der Pfälz. Voltszeitung" sei, wenn auch nicht Gegend: dort steht die päpstliche Nunziatur. Das Menge gegen die Mauer rennen, hinter denen sich die Feigen geradezu als journalistisch unanständig, so doch als journalistisch älteste Oesterreich symbolisiert sich in diesem Blaze.„ Am Hof" sicher wissen. intorrekt zu bezeichnen. Zur Entschuldigung gereichen für das so heißt er, die Mariensäule, die zum Dank für die Rettung vor Bei den Toren ist's anders. Sie sind wohl geschlossen, genannte Scheren, ebenso wie für die Aufnahme von Nachrichten, die der protestantischen Schwedengefahr gestiftet wurde, steht da; aber das scheint der anflutenden Masse kein Hindernis. Sie fich mit dem erzieherischen Beruf der Preſſe nicht wohl vertrügen, der erzene„ Bater Radetzky" steht da; und die Barodkirche steht stürmt mit voller Wucht an. Die paar Wachleute, die dort Die althergebrachte Gewohnheit und die eigenartigen Verhältnisse der mittleren und fleineren Presse. Anerkannt müsse werden und da, auf deren Althane einst Pius VI. die Wiener segnete; poſtiert sind, fangen den ersten Anprall auf. Sie können aber darin schlossen sich die beiden sachverständigen Redakteure, Herr hinter schwarz- gelben Gewehrschranken stehen„ Habt acht!" die nicht hindern, daß sich die Wut der provozierten Menge gegen Freder von der" Frankf. Zeitung" und Herr Wohlfarth von der Soldaten der apostolischen" Großmacht; Kerzelweiber lungern die eisernen Gittertore kehrt. Schon rütteln fünfzig starke Pfälz. Presse", dem dies ausführenden Chefredakteur des Pfälz. auf den Kirchenstufen und auf den noch unfertigen Baracen Arme an den Toren und die schweren Gitter erzittern durch Kurier" Herrn Treutler durchaus an, daß die sozialdemokratische des Christkindlmarktes. Und mitten in dieses Milieu platzt den Anprall. Noch wütender ist der Menschenknäuel, der sich Bresse sich dem von Herrn Freder sogenannten idealen Zustande, wie eine Kartätsche, die in viele tausend Splitter zerstiebt, der beim nächsten Tore staut. Es ist das Gittertor, das zu m wie er bei feiner eigenen Zeitung realisiert sei, am Ruf: os von Rom!" Und mächtig dröhnt es hinein Rathausteller führt. Auch diese eiserne Pforte ist gemeisten annäherte, vornehmlich in der Ausübung des er zieherischen Berufes der Presse. Gerne werde zugegeben, daß in die Räume des päpstlichen Gebäudes, an dessen Fassade auf schlossen, und bauend auf seine Festigkeit, haben sich dahinter die sozialdemokratische Presse der bürgerlichen voraus sei und daß großer Wappentafel die Schlüsselinfignien der römischen Kurie einige Rathausbedienstete und Gäste aufgestellt, um die Menge sich deshalb in gewissem Sinne diese Redakteure glücklich preisen prangen. Los von Rom! Los von Rom!", nichts als Los zu provozieren. Jetzt glaubt man, müsse das Tor dem Ansturm dürften. Die Abhängigkeit vom Publikum sei wegen des vor von Rom!" hört man hier. Höchstens, daß noch das„ Nieder Herrschenden Privatinteresses naturgemäß bei der bürgerlichen Bresse mit den Klerifalen!" und" Pfui Lueger!" dazwischen durch- weichen. Immer wieder wurden die Leiber zu Sturmböden. größer. Herr Sachverständiger Wohlfarth betonte noch besonders, flingt. Und alsbald ist auch die Front des päpstlichen Mit Mühe gelingt es endlich dem Genossen Reumann, den daß das, was von Herrn Redakteur Freder gewissermaßen ent- Nuntiaturgebäudes bis weit über Mannshöhe mit den fatalen Wall zu durchbrechen und die Genossen zur Besonnenheit zu schuldigend eine ideale Forderung genannt werde, eine sehr reale Flugzetteln beklebt, deren Inhalt römisch gesinnten Gemütern mahnen. Der Knäuel löst sich und von hier und vom großen Forderung heißen müsse, der tatsächlich genügt werden könne." dreiteiligen Rathaustor wendet sich die Menge zur Ebendorferso widerwärtig ist. päpst- straße. Zehn Minuten währt die Demonstration vor der päpst- straße. Nun erscheint Reiterei. Von der Rathausstraße lichen Nuntiatur dann gelingt es einigen Genossen, vor allem her kommt sie in ganz leichtem Trab. Sie drängt die Menge dem Genossen Dr. Adler, die Menge zum Abmarsch zu gegen die Reichsratsstraße ab, ohne gewalttätig zu werden. bewegen. Und nun geht von Mund zu Mund das Stichwort: Fast zu gleicher Zeit famen von der Stadt her 150 Fußwachleute und begannen den Rathausplatz abzusperren. Das voll. Auf zum Rathaus!" zog sich ohne Hindernis. Wohl blieben noch Hunderte hinter den Kordons, aber allmählich siegte der Hunger. 12 Uhr. Das Essen wartete. Auch die Letzten wendeten sich zum Gehen. Um 1 zogen auch die Polizisten ab. " Das Gericht stellte sich in der Begründung des Urteils auf den Standpunkt, daß der Angeklagte Kritik gewerblicher Leistungen geübt habe, erachtete es nicht für festgestellt, daß Dickreiter aus Gehässigkeit gehandelt habe und nahm im Zweifel an, daß die Absicht der Beleidigung nicht eriviesen stehe. Das Gericht führte aber weiter aus, daß die Grenzen einer erlaubten Kritik überschritten worden feien, und daß der Angeklagte die Absicht gehabt habe, sich durch die EinKleidung seiner Ausführungen in die Kritit einer gewerblichen Leistung, einer Bestrafung zu entziehen. Darum müsse er bestraft werden. Eine antiklerikale Demonstration. November stürme in Wien. - " Das Rathaus war von einer ziemlichen Wachabteilung besetzt. Lueger ohne Polizeischutz ist ja schon nicht mehr denkbar. Auf der Plattform vor den Arkaden standen die Wachen von drei zu drei Schritten. Da strömt die Masse zu. Ohne daß ein Kommando gehört worden wäre, setzt sich die Kolonne der Wache über die Stufen herunter in Bewegung. Sie eilen auf die Straße, um schon vor dem Rathaus eine Kette zu bilden. Aber gerade dieser eilige Vormarsch der Wache reizt die Menge, und plöglich schlagen die vorderen Reihen Laufschritt an, der sich bis zum Sturm steigert. Unter ohrenbetäubendem Schreien stürmt die ganze Masse auf den rechten Flügel der Arkaden. Die Wachen sind ohnmächtig. Sie werden mitgerissen von den elementar heranstürmenden Menschenmassen. Im Nu haben diese die Arkaden gewonnen und die paar Christlichsozialen, die kurz vorher noch hinter dem Polizistenkordon frech gewesen waren, suchten nun das Weite. Aus Wien wird uns vom 28. November geschrieben: Der unermüdlichen Versammlungskampagne, welche die Wiener und die niederösterreichischen Sozialdemokraten gegen das von dem Lueger- Landtag beschlossene reaktionäre Schulgesetz führen werden doch in den Kleinsten Orten im Lande Versammlungen abgehalten und nun melden sich auch alle Gewerkschaften haben die Wiener Genossen gestern eine ebenso eindringliche als originelle Massen Semonstration zugestellt. Es war beabsichtigt, wie die Einladung besagte sie würde in der Presse veröffentlicht! - ,, den verantwortlichen Leuten die Meinung In den Arkaden schiebt und drängt sich eine einzige große der Arbeiter persönlich zu sagen" und deshalb schwarze Masse, aus der nur die Helme der Wachen aufblitzten. wurden die Genossen für Sonntag 10 Uhr vormittags in die Die Versuche der Wachen, die Massen aus den Arkaden zu Herrengasse geladen, wo sich das Gebäude des drängen, scheitern. Es ist, als ob sich jeder einzelne um eine Ministerrats Präsidium, also der Amtssitz des Herrn Achse drehe. Namentlich die Helme beschrieben fortwährende b. Koerber befindet. Die Herrengasse ist überhaupt eine sehr Kreise ein enges Aneinander von Wachen und Demonehrwürdige und ganz aristokratische" Gasse; neben einigen alten ſtranten, ein fortwährendes Durcheinander und engstes Neben Bauten, darunter die Desterreichisch Ungarische Bank, stehen einander von Menschenleibern. noch das niederösterreichische Landhaus, einst der Sitz der Da bekommt die Wache Sukkurs. Vielleicht zwanzig Stände, wo im Jahre 1848 die Revolution sich entzündete, Wachleute. Im Moment des Ansturms gelingt es ihnen, die das Amtsgebäude der niederösterreichischen Statthalteret und Massen gegen die Freitreppe abzudrängen, aber schon flutet Es ist eine alte, eine viel stärkere Menschenwelle zurück. Die Abgedrängten viele Paläste der böhmischen Feudalen. schmale Gasse, die von der Ringstraße zum Michaeler- stoßen an den Wall der Leiber der Nachstürmenden und es sind plak führt, wo die Hofburg steht, also alles in nun Tausende, die nachdrängen. Wieder füllen sich die Arkaden Sie und Kopf an Kopf steht auch auf der Stiege die Menge und allem ein sehr seriöser und respektvoller" Boden. bot gestern in ihrem Leben wohl den fremdartigsten Kopf an Kopf auf dem weiten Plak. Dazu ein wahres HöllenEindruck. Um zehn Uhr war sie in ihrer ganzen fonzert, das, so mächtig es schon ist, immer noch anzuschwillen Länge von Menschen so dicht gefüllt, wie nur scheint. Wachen und Beamte schlagen eine schärfere Art an. Auch je ein überfülltes Versammlungslokal sein fann. Eine Stunde Yang hielten in dieser Hof- und Regierungsgaffe die Sozial- diese ohne den gewollten Erfolg, fie fönnen sich nicht verdemokraten eine stürmische und erregte Verständlich machen und gelingt es ihnen, so reizen sie mit ihren fammlung ab. Unausgesetzt wurde gerufen, geschrien, Versuchen, die Menge abzudrängen, erst recht auf, die gepfiffen, Ansprachen wurden gehalten; feinen Augenblic Menge ist Herr des Plazes. gegen " der Es war Es wird wohl keinen Teilnehmer gegeben haben, der nicht den Eindruck mit sich nach Hause genommen hätte, daß er an dem Vormittag des 27. November 1904 Zeuge einer der mächtigsten Demonstrationen gewesen, die Wien je gesehen. Sie war es auch wert. Galt es doch für die Wiener Arbeiter, die Zukunft ihrer Kinder zu verteidigen. Eingegangene Druckfchriften. in Gd. Bernstein( Stuttgart, Diek Berlag) ist soeben das 11. Heft des Von den„ Dokumenten des Sozialismus", herausgegeben von IV. Bandes erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: I. Kritische Bibliographie des Sozialismus. II. Aus der Geschichte des Sozialismus. Babeufs sozialistische Ideen vor der Verschwörung der Gleichen. Denkschrift der sozialdemokratischen Fraktion in der Zweiten niederländischen Stammer über das Wahlrecht, die Volksvertretung und das Referendum. ( Fortsetzung). II. Urkunden des Sozialismus. Die Beschlüsse des internationalen Sozialistentongreſſes zu Amsterdam 1904. Die Beschlüſſe des Bremer Parteitages der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. IV. Der Die„ Bolumente des Sozialismus" erscheinen monatlich einmal und find durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 2,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch ist bei der Post nur DuartalAbonnement zulässig. Das einzelne Heft tostet 75 Pf. Die Sozialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin SW. 19 Beuthstraße 2) haben soeben das Dezember- Heft ihres 10. Jahrganges er scheinen lassen. Aus seinem Inhalt heben wir hervor: Paul Göhre: Zum stampf um die Schule.— Leonida Biffolati: Das Ergebnis der italienischen Seiden: Ein Wort über die Aufgaben der Arbeitersekretariate und die AusWahlen. Eduard Bernstein: Der Kulturkampf in Frankreich.- Johannes bildung der Arbeitersekretäre.- Edmund Edmund Fischer:" Die sächsische Probe." Albert Ruben: Sozialpädagogik. Julius Deutsch: Der Kampf gegen die Wirtschaft von Max Schippel. Caliver. Sozialpolitik von Paul Kampffmeyer. politik von Dr. Hugo Lindemann. Sozialistische Bewegung von Hugo Bösch.- Gewerkschaftsbewegung von Ernſt Deinhardt. Genossenschaftsbewegung von Gertrud David. Geistige Bewegung von Max Hermann Baege. Wolfgang Heine. Frauenbewegung von Henriette Fürth. Rechtswissenschaft von Bildende Kunst von Anna L. Plehn. Redende Kunst von May Hochdorf. Buchbesprechungen. Bu Lehrlingszüchterei. Politik von Richard Soziale Kommunal Der Preis des Heftes beträgt 50 Pf.; vierteljährlich 1,50 M. bezieben durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und durch jede Postanstalt. Ferner direkt durch den Verlag der Sozialistischen Monatshefte", Beuthstr. 2, Berlin SW.( Busendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Suvert). Probehefte stehen auf Verlangen, jederzeit kostenfrei zur Verfügung. | Patria", Jahrbuch der Hilfe 1905. Herausgegeben von Dr. H. Naumann. Buchverlag der Hilfe", Berlin- Schöneberg. Alfred H. Fried. Das Tagebuch eines zum Tode Verurteilten. Mit " einer Einleitung über die Todesstrafe von Prof. Dr. 2. Büchner. 153 Seiten. Karl Dunders Berlag, Berlin W. 35. Die neue Franentracht. Nr. 14. Herausgegeben von Ella Law. Monatlich ein Heft. Halbjährlich 1,50 M. Verlag G. D. W. Callwey, München. Dr. Heinrich Pudor. Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen im Auslande. 1. Band. 153 Seiten. Preis 7,50 M., geb. 9, M. Felix Dietrich Berlag. Leipzig. von Gole u. Teglaff. Berlin W. 35. Dr. Georg Bindenkamp. Bahnbrecher des Weltverkehrs. Verlag Dr. med. Georg Referstein. Moderne Arbeiterbewegung und Alkohol. frage. 39 Seiten. Preis 20 Pf. Verlag: Deutscher Arbeiter- AbstinentenBund. Berlin, S. 42. Quisen- Ufer 55( J. Michaelis). Marktpreise von Berlin am 29. November. Nach Ermittelungen des tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,65-17,64 M., mittel 17,63-17,62 M., geringe 17,61-17,60 m. Roggen**), gute Sorte 14,10-14,08 m., mittel 14,06-14,04 m., geringe bis 13,60 m., geringe 13,50-12,50 M. Hafer"), gute Sorte 16,40-15,60 W., 14,02-14,00. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,70 M., mittel 14,60 mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00--30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00. Kartoffeln 9,00-7,00. Richtstroh 5,00-4,82 m. Heu 9,00-6,80 M. blieben die zornerfüllten Massen ruhig und donnernde Rufe Da sieht man plötzlich den Oberkörper des Genossen die Klerikalen, gegen Queger und seine Handlanger, Reumann aus der Menge ragen. Von kräftigen Armen gegen die Regierung erschütterten die Luft, in der es sonst gehoben, werden ihm die Schultern einiger Genossen zur so ruhig und würdig" zugeht. Eine wißige Idee der Wiener Tribüne. Mit kräftigſtem Stimmaufwand verschafft er sich Parteileitung wurde hier und überall umfassend benutzt. Die Gehör. Er sagt: Genossen in Wien haben kleine Zettel drucken lassen, die in Der heutige Tag ist ein Ehrentag für das Proletariat. zwei Sätzen die Freiheit der Schule fünden. Da diese Es hat gezeigt, daß es die Verschlechterung der Schule durch Bettel rückwärts gummiert sind, so fönnen sie zur Auf die Schulauffichtsgesetze mit aller Wucht bekämpfen wird. Die bewahrung" der Ruse benutzt und den Schulverderbern vor heutige Kundgebung hat der Regierung gezeigt, daß das ProAugen gebracht werden. Gestern sind so ziemlich alle Minister- letariat weiß, daß sie zum Knecht des Pfaffentums geworden palais damit rundherum beklebt worden: den Herren sollen ist. Die Kundgebung vor dem Rathaus aber hat gezeigt, daß die gellenden Rufe lange in den Ohren flingen. die Wiener Arbeiter entschlossen sind, mit aller Kraft die Von derHerrengasse aus wurde zuerst Herrn v. Har te I, Quegerei zu bekämpfen, die Partei der Christlichsozialen, die dem Unterrichtsminister, ein Besuch gemacht. Dieser ehemalige Partei, die den Wünschen der Hoffamarilla dienstbar ist. liberale Professor ist als Unterrichtsminister wohl das Stimmen Sie mit mir ein in den Ruf: charakterloseste Subjekt, das jemals in Desterreich die Volks- Nieder mit dieser Regierung, die das erziehung verwüsten half. Das Palais des Unterrichts- Pfaffenregiment stüßt und fördert! ministeriums liegt am Minoriten plat; man machte also Nieder mit den Christlich sozialen, den Dann ging es zum Juden- Soldknechten des Pfaffentums und den Abstecher ganz bequem. play, wo Herr v. Stoerber wieder als Minister des Hofkamarilla! Innern residiert und wohin er sich an diesem Vor- Hoch die Sozialdemokratie! hatte. Es mittag zurückgezogen" Zu überwältigendem Chor vereinigen sich die Rufe. das schon als Revolution. weniger Demonstration Der Be Reumann wird wieder herabgelassen; aber schon erscheint der richt der Arbeiter- Zeitung schildert die Szenerie folgender Kopf Winars fys über der Menge. Auch er spricht mit maßen: Ein dunkler Menschenschwall ergoß sich durch die voller Lungenkraft einige Säge in das wogende und brausende Drahtgasse auf den stillen Platz und immer näher heran Menschenmeer unter ihm, vor und hinter ihm. Er schließt: drang das dumpfe Brausen der Rufe. Aber das war noch Wir haben gezeigt, daß das Wiener Proletariat sich nicht die nicht die Hauptmasse der Demonstranten. Erst um halb Schule rauben läßt. Die Regierung weiß, woran sie ist! Nun 11 Uhr flutete diese ungeheure Menschenmenge herein und wollen wir aber abmarschieren! Rufen Sie mit mir zum alsbald glich der Judenplatz einem riesigen, dicht mit Menschen Schluß:" Soch die internationale Sozial. gefüllten Versammlungssaale. Immer näher drang die Menge, demokratie! Hoch die freie Schule!" Die unter der Führung der Genossen Schuhmeier, Nun schien es, als hätte die gewaltige Demonstration ihr Höger und Dr. Ellenbogen herangekommen war, Ende erreicht. Alles stürmte auf den Rathausplatz zurück und an den Ministerpalast, dessen Zore fich plötzlich dröhnend schon gingen freiwillige Ordner durch die Reihen, mit kräftiger schlossen. Bald war die untere Fensterfront des alten Stimme zum Abmarsch mahnend. Ein großer Teil der Menge, Gebäudes über und über mit den Flugzetteln be- der, welcher gegen die Lichtenfelsgasse zu postiert war, wendete flebt und das gleiche Schicksal hatte der hohe Laternenmast, sich auch zum Gehen. Auf dem anderen Flügel verursachte der sich in der Mitte des Plates erhebt. Einige junge Leute aber ein Zwischenfall eine völlig unbeabsichtigte Fortsetzung Berlin kletterten an diesem eisernen Pfahl ganz in die Höhe und der Demonstration in weit schärferer Form. Franti.a.M. 763 WSW 3bedeckt überklebten auch die Fenster der Laterne mit den Flugzetteln. Dabei tam es auch zu Zusammenstößen mit der München Indessen machten tausende gellende Pfiffe einen ohren- a che und zu 3 usammenstößen mit Christlichbetäubenden Lärm und dazwischen bildeten die Rufe: Abzug fozialen, die in erbärmlich feiger und hinterlistiger Weise Koerber!", Pfui Lueger!"," Los von Rom!" die erreate Menge provozierten. war " " für ein stilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 4,50-3,20 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Wasserstand am 29. November. Elbe bei Aussig 0,03 Meter, bei Dresben 1,39 Meter, bei Magdeburg+0,95 Meter.11n ft ruf bei Straußfurt+1,15 Meter. Oder bei Ratibor+2,20 Meter, bei Breslau Ober- Pegel Meter, bei Breslau Unter Pegel+0,32 Meter, Frankfurt+1,75 Meter. Weichsel bei Brahemünde+3,16 Meter. ar the bei Bofen+0,78 Meter. Ne te bei Usch- meter. Witterungsübersicht vom 30. November 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better 5 Regen Swinembe. 752 2 756 SW 4 Regen 756 W 3 bedeckt 765 SW 5 voltig Wien Zemp. n. T. 5°. 4° H. Stationen Barometer. stand mm 4 Haparanda 749 M Bind. richtung Windstärke Welter bei Temp. n. T.I 5° C.= 4° St. 2wolfen!-17 5 Petersburg 746 NNW 1 bedeckt 4 Cort -11 3 bedeckt 52 3 Aberdeen 756 S -2 Paris 767 SSW 2 bedeckt 763 WNW 5 bedeckt Wetter- Prognose für Mittwoch, den 1. Dezember 1904. Ziemlich trübe mit Niederschlägen, lebhaften westlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Wetterbureau. A.JANDORF& Co BRUNNEN- STR. 19/21 SPITTELMARKT 16/17 Ecke Leipziger Strasse BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER- STR. 113 Ecke Andreas- Strasse Ecke Veteranen- Strasse Am Blücherplatz GÜNSTIGE KAUF- GELEGENHEIT! Glas Donnerstag, Freitag, Sonnabend, soweit der Vorrat reicht. Wasserbecher gepresst Zuckerschalen gepresst Fussbecher gepresst Butterdosen gepresst Käseglocken gepresst Wassergläser geschliffen Victoriabecher mit Goldrand geschliffen Groggläser gepresst Sturzflaschen farbig mit Bild Bierseidel. Liter Hyacintengläser Porzellan Emaille Casserollen 25, 35, 38. Schmortöpfe ohne Ring 38, 48P Wasserleitungsdeckel Koping- 1.25 Sand- Seife- Soda- Garnitur 98 PL Esslöffel Schüsseln weiss Durchschläge 8Pt. 10, 15, 20 PL. 42PL. 5P Kaffeetassen weiss 5P. Dessertteller weiss 12 PL. 7P. 20P 9 Pf. Kaffeebecher mit Buchstaben Butterglocken decoriert 22 PL 38 Pf. 38PL. Milchtöpfe satz 3 Stück 23P. Kaffeeservice 5teilig 24 PL Kaffeeservice 9teilig 42 Pt. 1.30 2.45 Schmortöpfe m.Ring 48, 60, 80P. Tassensiebe Gasschmortöpfe 85, 95, 1.10 Kaffeekannen Maschinentöpfe 20, 25, 30 P. Milchtöpfe 35, 42, 48P Wasserkessel 95, 1.05, 1.35 12, 18 PL 60, 75 Pl. Kaffeekannen decoriert 98, 1.10 Deckelhalter 65 PL. 48, Eimer 75, 85, 90PL 9 Pf. Kaffeetassen decoriert 38. Speiseteller decor. flach oder tief 35Pt. 23P Muschelconsole 1.95 Müllschaufeln 1.25, 1.50, 1.85 16 PL. 6 Pf. Tafelservice Rosenmuster, 13.75 23 Teile Weinglas- Garnitur Steingut Likörgläser mit Bordüre 18 Pt. Bierbecher mit Bordüre 18PL Closetbürstenbehälter 38PL Wannen 48Pf. Eimer decoriert, mit Deckel 98 Pf. Waschgarnituren dec. 2.95,3.25 Wirtschafts- Artikel 98 P. Klammern 7 PL Deckelhalter 5P Waschständer 33P. Waschtische Reibemaschinen Nussknacker 10, 20 PL Dessertteller 4P. 35 PL Salatschüsseln Satz 6 Stück 1.15 Salz- u. Pfefferstreuer 80, 90 PL. Salz- u. Mehlmesten Vorratstonnen Delftmuster 58 PL. Kinderbestecke 2.25, 2.45 58 Pl. Blechbüchsen 15, 20P. Fussbänke 42PL Küchengarnitur 55PL. Putz- u. Wichskästen 42PL Etagèren 33, 75P Wärmflaschen 1.25PL. Fleischbretter 18, 25P. Plätteisen 1.40PL. imitiert. 8.75 1.65, 2.25, 3.75 mit Theebecher mit Bordüre 18 Pf. Portweingläser Bordure 23 Pr. Rheinweingläser Bordüre 25 PL Rotweingläser 25PL muster Essig- u. Oelflaschen Delter 65 P. Salz- u. Mehlmesten Delftmuster 1.45 Waschgarnituren Steingut Gewürztonnen Delftmuster 28 Pt. grosse Form 5 teilig mit 4.75, 5.50 Fond 8.75 Milchtöpfe Delftmuster Satz 6 Stück 2.75 Toiletten- Eimer mit Einlage 2.90 Spucknäpfe farbig mit Einsatz Gemüse- Conserven 48Pf. Tischlampen mit mir 2.25,2.45| Säulen- Lampe mit Schirm Tischlampen Majolika 4.25, 5.25 Ampeln Der Verkauf findet an Wiederverkäufer nicht statt. Frucht- Conserven Unser Katalog für Lebensmittel, Conserven, Weine ist erschienen und wird auf Wunsch gratis und franko zugesandt. 1/1 Dose 1/2 Dose Stangen- Spargel III 1.05 58PE Schoten Mirabellen 1/1 Dose 1/2 Dose 62, 36 PL Frucht- Melange Saure Kirschen in 65, 38 P. Pfirsiche Frucht 1/1 Dose 1/2 Dose 38, 24P. Schoten Schoten extra fein I 45, 28PL 1.00 55PL 1.15 63 PL. Reineclauden 35PL. Erdbeeren Stangen- Sgargel II 1.15 63PL Stangen- Spargel Prima 1.55 83 PL. Stangen- Spargel 1.65 90P. Kaiserschoten Prima Abschnitt- Spargel 45, 28P. Carotten in Streifen mit Stein Saure Kirschen ohne 95, 53 P. Pflaumen blau Frucht Stein 80, 45 P. Preisselbeeren 100, 55 Pf. Kürbis Glas 72 PL. Gewürzgurken Zuckergurken Bruch- Spargel Prima 90, 50P. Schoten u. Carotten 55, 33 P. Senfgurken Riesenbruch- Spargel 1.30 70. Kohlrabi in Scheiben m. Grün 27 Pf. Fifchkonferven Bratheringe Bismarckheringe Dose 45 Pf. Dose 45PL. Liqueure ca. 1/1 Dose 1/2 Dose 100, 55 PL 120 PL 45 Pr. 60 PL. Glas 72 Pf. Gias 70 Pt. Glas 92 Pf. Mixed- Pickles as 60 PL. Glas 35PL Alter Kornbranntwein, f. 1.25 Rum verschnitt 1/1 Flasche 95 P., 1.25 Delicatessheringe Dose 50, 78PL Kurf. Magenb. Gust. Springer Heringe in Aspic Neunaugen Goldwasser Pommeranzen Orig. Flaschen 1.20 Danzig. Verschnitt Underberg- Albrecht Arac Verschnitt 1/1 Flasche 1.45, 1.90 Boonekamp 1/2 Flasche 1.20 Steinhäger H. W. Schlichte, Steinhagen, Westf. Krug 1.75 Halb und Halb Flasche 88PL Flasche 90Pf. Appetit- Sild Dose 31, 45 PL. Deutscher Cognac Flasche 95 Pr. Nordhäuser Aal in Gelee Krabben Dose 38 PL Dose 80Pf. Dose 32, 55 Pf. Dose 85 Thee Mischung I 11 11 IV V Dose Anchovy- Paste deutsch 35 Pf. Delicatess- Sprotten mariniert 62 Pf. Dose Portugiesische Sardinen ½ 1 Dose 38 PL Dose 80 Pr Dose 1.10 Dose 65 Pf. in Packeten à 1 und Pfund. Kaffee Mischung II Brutto % gebrannt III IV IV V VI Glas Fleischwaren Cervelatwurst Plockwurst Mettwurst( Braunschweiger Art) Leberwurst feine Landleberwurst Pfund 1.10 Pfund 1.00 Pfund 90P Pfund 90Pt. Hall. Fleischwurst Hall. Leberwurst Pfund 85 Pt. Pfund 90Pf. Schinken roh oder gekocht pfund 1.40 Lachsschinken Pfund 1.00 Pfund 1.40 Pfund 1.40 1.80 2.10 2.60 3.40 Pid- Packet 40 45 55 65 75 Pr. Rollschinken im Ganzen Fett- Gänse Plund 55 PL. Italien. Amerik. Aepfel 5 Pfd. 65 Pf. 10 Pfd. 1.25 Apfelsinen Pfund 1.15 Cassler- Rippespeer Pfund 74Pt Frankf. Würstchen PpDelic. Brühwürstchen Dutzend 38, 50Pt. Corned beef Paar 21P 2 Paar 15 PL. 2 Pfund engl. Dose 1.55 Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 282. 21. 21. Jahrgang. Lokales. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 1. Dezember 1904. Sum Ausfall der Stadtverordneten- Ersatwahl im 30. Bezirk J " dienen die beigegebenen Illustrationen, die von Künstlern jener der Ausdruck Jugendverderber" der Gipfel der Frechheit. Den Zeiten im Geiste der geschilderten Zeiten geschaffen sind und Leitern des Lehrlingsvereins konnte bisher nicht nachgewiesen vom Verlag in künstlerischen Reproduktionen wiedergegeben werden, daß sie die Jugend verderben; ihre Person bürgt äußert sich nun auch die Freisinnige Zeitung". Im werden. Das Buch ist überaus reichhaltig und abwechselungsreich vielmehr dafür, daß die jungen Leute, die trogalledem in erersten Schreckt hatte das führende Organ des Richter- Freisinns nichts illustriert. Es bringt Porträts, Zeitbilder, Schlachtenbilder, freulicher Menge in dem bekämpften Verein organisiert sind, anderes vorzubringen gewußt als den albernen Schwindel, daß für Städte- Ansichten, Flugblätter, Spottbilder, die den Originalen ihnen jetzt und noch in späteren Jahren Dank wissen werden. Sie unterscheiden sich dadurch sehr merklich von jenen wirt. die Stichwahl eine Verbrüderung zwischen Sozialdemokraten und getreu nachgebildet sind. Antisemiten" zustande gekommen sei. Hinterher scheint man sich aber Es ist dem Buch, von dem jetzt der erste Band lichen Jugendverderbern im geistlichen Geim freifinnigen Lager darauf besonnen zu haben, daß ja vor einigen vollendet vorliegt, zum Vorwurf gemacht worden, daß es wande, die in gewissen Strafprozessen eine so verJahren durch das neue Kommunalsteuer- Gefeß eine Vereine Tendenzschrift sei. Mit Gelassenheit wird dieser abscheuungswürdige Rolle gespielt haben. Das möge der schiebung der Kommunalwähler- Abteilungen Vorwurf ertragen werden. Gewiß blidt aus jeder Zeile, aus Sünder gegen das achte Gebot sich gesagt sein lassen. herbeigeführt worden ist, bei der 20 000 Wähler aus der dritten jeder Jllustration die Tendenz hervor. Aber hat es schon je Abteilung in die zweite hinübergenommen werden mußten. Auf Die tatholische ,, Germania" bleibt in einem streng ihrem alten diesen Umstand weist jetzt die" Freifinnige Zeitung" nachträglich ein Unternehmen von Bedeutung gegeben, das nicht Tendenz Grundsatz treu, es" in der Arbeiterfrage den schlimmsten Scharfhin, und sie fügt hinzu, daß gerade diese in die zweite Abteilung war? Lag in Luther, Spinoza, Kant, Schiller, Goethe keine macherblättern zuvorzutun. Das zeigt sich von neuem in der Erversetten Wähler früher in der dritten Abteilung den Stamm Tendenz? Zweierlei ist da zu unterscheiden, nämlich die örterung eines Gerichtsberichts, worin wir schilderten, wie die Kunst, der freisinnigen Wählerschaft bildeten. Tendenz, die mit den Mitteln der Lüge und Verleumdung ehrenhafte Leute unter Benutzung des Erpresser paragraphen Der Vorwärts", so meint das Freisinnsblatt, habe das„ völlig arbeiten muß, wie in der reaktionären Presse ein- ins Gefängnis zu bringen, abermals von einer Berliner Strafbergeffen". Ach nein, vergessen haben wir das nicht. Wenn der schließlich der katholischen, und die Tendenz, Die fammer geübt wurde. Dieser Gerichtsbrauch ist nicht allein von " Freifinnigen Zeitung" ein Gefallen damit erwiesen werden kann, wirkt, indem sie nichts als die Wahrheit unantastbar der sozialdemokratischen Blättern, sondern auch von Zeitungen anderer so wollen wir ihr sogar ausdrücklich bestätigen, daß der Freifinn Deffentlichkeit unterbreitet. Einzig diese haben die Heraus- Parteirichtung auf bbs entschiedenste verurteilt worden. Was tut nun die Germania"? Sie mäfelt an Einzelheiten der Darschäft gemacht hat. Aber das ist ohne erhebliche Bedeutung für den geber des vorliegenden Werkes sich erwählt, und wenn dadurch stellung des Tatbestandes herum, die nach ihrer Ansicht unrichtig gewaltigen Stimmenrückgang, den der Berliner Freifinn bei allen die Dunkelmänner sich getroffen fühlen, so ist das ein Zeugnis wiedergegeben sind. Dieser Vorwurf trifft an sich in keiner Weise zu; die Stadtverordneten- Wahlen der legten Jahre gehabt hat. Es reicht für die Vortrefflichkeit des Buches. Tatsachen find von uns streng wahrheitsgemäß mitgeteilt worden. Aber nicht aus zur Erklärung dieses Rückganges, und im Ernst glaubt Der erste Band dieser Kulturbilder aus den Religions- darum handelt es sich doch in diesem Falle erst in zweiter Reihe; das auch drüben bei den Freifinnigen kein Mensch. Erst acht Tage fämpfen liegt jetzt gebunden vor. Er kostet im Leinenband bas wesentliche ist doch, daß Arbeiter, die nicht die geringste nach der Wahl berfiel ein ganz Schlauer auf den rettenden" Ge- 7 Mart, im geschmackvollen Halbfranzband 8 Mart; eben- unehrenhafte Handlung begangen haben, unter Anwendung danken der Abteilungs- Verschiebung schon das kennzeichnet den falls kann das Wert jederzeit in 50 Lieferungen zu 20 Pfennig eines Gefegesparagraphen, der sich gegen ein gemeines Ver. Wert dieses von der Verlegenheit eingegebenen Erklärungsversuches, Wer seinen Nächsten eine Gabe von verurteilten Verbandsmitglieder zehnmal Terroristen im Sinne der Wer seinen Nächsten eine Gabe von brechen richtet, ins Gefängnis geschickt worden sind. Wären die bei dem„ böllig vergeffen" worden ist, daß dem gewaltigen Stimmen bezogen werden. verlust des Freisinns ein ebenso gewaltiger Stimmen- bleibendem Wert geben will, eine Gabe, die der Bedeutung Germania", was sie nicht sind, und wären die Christlichen Engel an gewinn der Sozialdemokratie parallel läuft. Wir des Weihnachtsfestes als eines Festes der Lichtfreude Gestalt und Wesen, was sie ebenfalls nicht sind, so ginge doch von der iverden uns selbstverständlich keine Sorge darum machen, ob unsere entspricht, dem kann Rosenows Buch rückhaltlos empfohlen juristischen Bedenklichkeit der geschehenen Berurteilung auch nicht das Gegner begreifen wollen oder nicht, weshalb die Wählerschaft dritter werden. Tipfelchen überm I verloren. Daß die„ Germania" darüber Abteilung sich immer mehr vom Freisinn abwendet. Je verabsichtlich hinwegsieht und sich an Nebendinge flammert, das kennblendeter sie sind oder sich stellen, desto eher werden wir mit ihnen Was das Einwickelpapier erzählt. Im Auguſt berichteten wir zeichnet fie als Scharfmacherblatt schlimmster Sorte! fertig werden; je eifriger sie sich und ihre paar Anhänger in den darüber, daß in Berlin- Nord ein Schlächter seine Fleischwaren in trübseligen Wahn hineinfaseln, daß das aber nur Zufallstücke oder amtliche Schriftstücke älteren Datums einwickelte, die er dergleichen ist, desto rascher wird die Sozialdemokratie wohl als Makulatur getauft hatte. Eine Kundin von ihm hatte uns den letzten Freisinnigen aus der dritten Ab- aus diesem seltsamen Einwickelpapier etliche Blätter übergeben, teilung hinauspeitschen. darunter ein von der Sitten polizei ausgefertigtes SchriftOb im 30. Bezirk bei der Stichwahl am 14. Dezember noch stück, durch dessen Inhalt die darin bezeichnete Person arg bloßgestellt einmal der Freifinn den Sieg davontragen und der Malermeister wurde. Wir ließen damals die Frage offen, ob auch dieses SchriftRettig statt unseres Genossen Johannes Sassenbach gewählt stück wissentlich mitverkauft worden oder nur durch Versehen unter werden wird, das muß abgewartet werden. Die Freifinnige das Einwvidelpapier geraten sei. Zeitung" unterhält ihre Leser mit dem Schwab, nach den Groß- Heute haben wir mitzuteilen, daß jener Schlächter eine neue sprechereien" des Vorwärts" habe der Ausfall der Hauptwahl die Ladung solchen Einwickelpapiers erhalten zu haben scheint. Man Sozialdemokraten offenbar start ernüchtert", nun wolle der Vor- hat uns jetzt einige von ihm zum Einwickeln seiner Fleischwaren bewärts" durch„ Rodomontaden" für die Stichwahl ihren Mut heben". nutzte Blätter zugestellt, auf denen die Staatsanwaltschaft In demselben Atemzuge versichert aber das Freisinnsblatt, daß der des Landgerichts I dem Magistrat meldet, daß die und die Bezirk mit leichter Mühe von den Freisinnigen Personen( Namen, Beruf, Wohnung, Geburtsort, Geburtsdatum) gehalten werden" könne, wenn sie nur einigermaßen" bis zu der und der Strafe verurteilt worden seien. Die Benachrichtigung zur Stichwahl ihre Pflicht tun. Unter uns gefagt, wir haben vor erfolgte zum Zweck der Berichtigung der Urlisten, war also für das der Hauptwahl uns manchmal gefragt, ob nicht der Nachdrud, mit Wah Ibureau des Magistrats bestimmt. Die Blätter tragen dem wir gemäß unserer Ueberzeugung auf die im 30. Bezirk zu den Eingangsstempel des Zentralbureaus des Magistrats, fie sind überwindenden Schwierigkeiten hinweisen zu sollen glaubten, also tatsächlich damals ins Rathaus gelangt. Wie aber haben sie eher ent mutigend auf manchen unserer Genossen wirken könne. von dort aus ihren Weg in den Schlächterladen gefunden? Doch das Freisinnsblatt hat wohl schon das als" Großsprecherei" Sind diese Schriftstücke, die die darin bezeichneten Personen Die Balmen in Reparatur. Dem Friedensengel am Kaiser angesehen, daß wir in diesem Bezirk überhaupt einen ernsthaften schtver kompromittieren, wissentlich als Makulatur berBorstoß der Sozialdemokratie für möglich hielten. Da dürfte dann tauft worden? Oder ist das nur aus Versehen geschehen? Oder Wilhelm- Denkmal, der das Pferd am Bügel führt, find gestern die freilich nach der Hauptwahl die starke Grnüchterung" beim Freihat jemand sie entwendet und sie dann verkauft? Wären sie von bronzenen Palmen, die er in der hoch erhobenen linken Hand finn zu finden gewesen sein. Wenn bis zur Stichwahl die Frei- Amtswegen trob Kenntnis ihres Inhalts mit zum Verkauf bestimmt schwingt, herausgenommen worden. Man hat sie mittels eines auffinnigen so weiter bramarbasieren, dann kann ihnen am 14. Dezember worden, so würden wir nicht anstehen, das für eine unerhörte geschlagenen Brettergerüſtes aus ihrer luftigen Höhe heruntergeholt, leicht eine zweite und noch stärkere Ernüchterung" Leichtfertigteit zu erklären. Der Magistrat wird gut tun, da die immerhin nicht allzu widerstandsfähigen Gebilde während bereitet werden. sich schleunigst hierüber zu äußern, damit nicht der Verdacht auf ihres siebenjährigen Bestehens unter freiem Himmel durch Wind tommt, daß die Berliner Gemeindeverwaltung die ihr anvertrauten und Wetter gelitten haben und in einer Fabril durch geeignete Bes Geheimnisse aus den Personalien von Berliner Bürgern um handlung wieder aufgefrischt werden müssen. Kein Wunder, wenn Pfenniggewinnes willen gewissenlos preisgibt. Die Palmen heutzutage ihren Zweck für verfehlt erachten. den Eine Weihnachtsgabe. Reformation hält' ihren Schmaus Die Feuerwehr entwickelt sich immer mehr zu einem RettungsEs vergeht jetzt kein Tag mehr an dem die institut für Berlin. Wehr nicht mehrere Male zu Hülfeleistungen herangezogen wird. Im Jahre 1903/04 wurden im ganzen in 505 Fällen SamariterMit Sauerstoff wurden 78 Personen behandelt; dienste geleistet. bei 66 Personen war diese Behandlung mit Erfolg begleitet. Seitdem es in weitere Kreise gedrungen ist, daß die Feuerwehr auch diese Dienste nicht nur auf den Wachen, sondern auch an Ort und Stelle stets unentgeltlich leistet, werden die Anforderungen noch In vielen Fällen wird Sauerstoff von Aerzten bei größer. Erstickungsgefahr 2c. benutzt. Ein großer Goldwarendiebstahl wurde in vergangener Nacht in der Meranderstraße verübt. Hier hat der Goldwarenfabrikant Hothorn im Vorderhause des Grundstücks, das hinten mit einem Fabrifgebäude besetzt ist, einen Laden. Durch einen Nebenraum in den Laden gelangt, hielten die Diebe mit großer Sachkenntnis Auswahl. Aus den Glaskästen der Auslage nahmen sie nur die wertvollsten Waren: goldene Uhren mit Brillanten, Brillantringe und Broschen, im ganzen für 15 000 Mart. Sie enttamen, ohne daß jemand etwas gehört hatte. " As Fest des wiederkehrenden Lichtes gilt das Chriftfest Berlin im Reichsetat. In dem soeben ausgegebenen Reichsetat Schiller- Theater- A.- G. In das Handelsregister ist soeben die in seiner ursprünglichen Bedeutung; ein Fest der siegenden für 1905 find für Berlin folgende Posten aufgestellt: Im Militär- von der Schiller- Theater- Aktien- Gesellschaft beschlossene Erhöhung des Sonne war es in der ersten Zeit unseres Volkes, wo es in etat: Für den Neubau einer Kaserne für ein Eisenbahn- Regiment Kapitals um 110 000 Mart eingetragen worden. Mit jeden 500 Mart bunkler Winternacht neue Lebensfreude verhieß. Auch heute in Berlin- Schöneberg( 4. Rate) 500 000 m. Im Bostetat werden des neuen Aktienkapitals ist ein Anspruch auf je ein Abonnementsnoch haftet der Weihnacht viel von dieser Bedeutung an. gefordert: Zur Erwerbung eines Grundstücs für neue Postbetriebs- heft des neuen Charlottenburger Schiller- Theaters verbunden. Wohl flingt das Evangelium verheißungsvoll und lieblich, anlagen am Schlesischen Bahnhof in Berlin( 4. Rate) 416 200 M. Die Mitglieder der Schwindelfrankenkasse Berolina" befaßten das der Welt in Banden die Erlösung durch den Messias ver- zur Vergrößerung des Postgrundstücks in der Königstraße 121 500 heißt, aber eine fast zweitausendjährige Geschichte hat gezeigt, Mark( 3. Rate), desgleichen in der Ritterstraße 7 146 563 m. fich in einer Versammlung am Dienstag mit den Machenschaften der 7 Es wurde mits bisherigen Direktoren und Liquidatoren der Kaffe. daß die Verheißung erstickt worden ist unter finnreich auf-( 3. Rate). Zur Erwerbung eines Bauplakes für ein neues Dienst- geteilt, daß die Postbehörde sich bereit gefunden habe, die bei der Zur Her Bost für die„ Berolina" eingehenden Gelder einstweilen zu sperren, getürmter Snechtschaft, daß die geistige Befreiung ver- gebäude am Potsdamer Platz( 2. Rate) 207 895 Mr. stellung febrt wurde von den Dienern der Stirche in eine geiftige neuer Dienstgebäude am Sönigsgraben 17( 2. Rate) bamit sie nicht von den Liquidatoren in eigenem Nußen verwandi kehrt wurde von den Dienern der Kirche in eine geiftige 146 300 M. und Lindenstraße 30 280 000 2.3ur Herstellung werden könnten. Ein schleuniger Gerichtsbeschluß folle mun herbeigeführt Bevormundung, wie die Welt sie vorher nie gekannt hatte. eines neuen Dienstgebäudes Dorotheenstraße 23/24( 1. Rate) werben, um jene Gelbsperrre bei der Post zu sanktionieren. Zur Was seit vier Jahrhunderten geschehen ist, um die Menschheit 185 000 M. Zur Vergrößerung des Postgrundstücks Oranienburger- Berlesung gelangte das Gutachten eines Bücherrevisors, aus dem auf eigene Füße zu stellen, das geschah gegen den Willen der Straße 70( 1. Rate) 33 625 M. hervorgeht, daß die Berolina" schon länger als ein Jahr vollPriesterschaft; und die große Tat der Reformation mußte Die Viehzählung. Eine Viehzählung findet, wie mehrfach ständig zahlungsunfähig ivar und daß das Prinzip der geradenwegs ihr Ziel auf die Erlösung von der Gewalt des angekündigt, am heutigen 1. Dezember im ganzen Umfange des Vorstandsmitglieder lediglich darauf gerichtet sei, sämtliche pontifex maximus richten, der in Rom das Beispiel gab, wie Deutschen Reiches statt. Es ist eine sogenannte mittlere Zählung, Eingänge von Beiträgen für ihre Spesen und Bezüge zu ber ein Christ nicht leben soll. Unser öffentliches Leben ist heute die sich auf Pferde, Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen erstredt. wenden. Die Versammlung beschloß, fofort eine Eingabe an das noch weit entfernt, von dem Alp befreit zu sein. Auch soll dabei die Zahl der viehbefißenden Haushaltungen( Haus- Polizeipräsidium zu richten, in welcher um ein sofortiges Einschreiten wirtschaften) in jedem Gehöfte oder Hause festgestellt werden. Nur der Behörde gegen die Verwaltung der Berolina" gebeten wird. vorübergehend abwesendes Bieh wird bei dem Hause gezählt, zu dem Gefordert wird die amtliche Einberufung einer Generalversammlung, Und nahm den Pfaffen Hof und Haus, Um wieder Pfaffen' nein zu pflanzen, es gehört, dagegen fremdes Vieh in Wirtshäusern, Ausspannungen sowie die Entfernung der jetzigen Liquidatoren Schmidtke, Schwarz und so weiter nicht berücksichtigt. Auch ist die Zahl der von der amt- und Haffner aus ihrem Amte. Da jedoch polizeilicherseits nur dann Die nur in allem Grund der Sachen lichen Schlachtvieh- und Fleischbeschau befreiten Schlachtungen zu gegen die Liquidatoren eingeschritten werden kann, wenn Anzeigen Mehr schwägen, weniger Grimaffen machen. berzeichnen. Die Zählung erfolgt unter Leitung der Ortsbehörden von Geschädigten vorliegen, so wurde in der Versammlung eine Evangelische und katholische Unduldsamkeit wetteifern durch freiwillige Bähler. Sie geschieht nach Gemeinden und Guts Liſte angelegt für alle diejenigen, die noch rückständige Krankengelder heute miteinander in dem Streben, den öffentlichen Geift in bezirken. Die Zähltarten sind durch die Gehöft- oder Hausbesitzer von der bankrotten Kasse zu fordern haben. oder die Verwalter auszufüllen und durch Namensunterschrift zu Fesseln zu schlagen. Da war es ein verdienstvolles Werk der Buchbescheinigen. Die ausgefüllten Zählfarten sind seitens der mit der handlung Vorwärts, daß sie unter dem Titel„ Wider Leitung der Bählung betrauten örtlichen Behörden einer genauen Prüfung zu unterziehen. Erforderliche Ergänzungen und Be die Pfaffenherrschaft" eine groß angelegte Geschichte des richtigungen find sofort zu veranlassen und müssen am 24. Dezember Priestertums herausgab. Unser verstorbener Parteigenosse dieses Jahres beendet sein. Etwa nötige Nachzählungen sind auf Emil Rosenow hat das Wert zum großen Teil verfaßt und den Stand vom 1 Dezember dieses Jahres zu beziehen. Die in den von sachkundiger Hand ist es vollendet worden. Bähllarten enthaltenen Angaben dürfen zu keinerlei Steuerzweden In dem vortrefflich ausgestatteten Buch entwirft der benutzt werden. Verfasser das Kulturbild der mittelalterlichen Pfaffenherrschaft. In der gestrigen Sitzung der städtischen Schuldeputation unter Der Leser sieht, wie inmitten der zusammenbrechenden dem Vorsitz des Stadtfynditus Dr. Hirsekorn wurde die Mietung römischen Gesellschaft die urchriftlich- kommunistischen Agitationen von Räumen im Hauſe Alt- Moabit 95 für 12 Klassen beschlossen. beginnen, welche die herrschende Klasse Roms vergeblich niederzufämpfen sucht; wie sich die Kirchenherrschaft entwickelt, die ihren Siegeszug durch die Länder hält. Der Verfasser zeigt, wie das Bapsttum entsteht und den Gipfel seiner Macht erflimmt; wie die Kirche das politische und ökonomische Leben beherrscht, bis die aufkommende kapitalistische Wirtschaftsweise der Pfaffenherrschaft den Boden entreißt und in Blut und Kriegsgetümmel ihren Zusammenbruch herbeiführt. Die Einrichtung eines orthopädischen Turnkursus wurde abgelehnt. Dem Antrage der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung auf Berteilung von 1000 Schriften, betitelt:„ Wie erhält man sich gefund und erwerbsfähig?" wurde zugestimmt. Ein Bühnenkonflikt. Die Gattin des früheren Direktors der föniglichen Hofoper, Herrn v. Strang, die unter dem Schauspielernamen Führing bekannte Heroine, trat gestern vor dem Schöffengericht in der Rolle einer Privatklägerin auf und zwar gegen einen Neffen ihres Mannes, den Regierungsrat a. D. v. Stranz. Letzterer ist schon einmal von der Privatklägerin wegen übler Nachrede verlagt worden, das damalige Verfahren wurde aber durch einen Vergleich beendigt. Die jetzige Klage stützt sich darauf, daß der Angeklagte in seiner damaligen Rechtfertigungsschrift Behauptungen aufgestellt hat, die geeignet find, die Privattlägerin in ihrer weiblichen Ehre herabzusetzen. Zum gestrigen Termin, in welchem die Privatlägerin durch Rechtsanwalt Benno Mühsam, der Angeklagte durch Rechtsanwalt Leonh. Friedmann vertreten wurde, waren unter anderem der Gatte der Privatklägerin, Ferd. v. Strank, und der offchauspieler Christians geladen. Während der Verhandlung wurde die Deffentlichkeit ausgeschlossen. Der Termin wurde schließ lich vertagt, weil der Angeklagte sich zum Beweise der Wahrheit auf mehrere auswärts wohnende Personen berief, die als Zeugen vernommen werden sollen." Eine schwere Leuchtgasvergiftung zog sich gestern( Mittwoch) früh Bon sozialdemokratischen Jugendverderbern schwafelt der Zigarrenhändler Georg Balwiß, der in der Wilmsstr. 4 einen Das Papsttum, die Klösterei und Möncherei, die politisch der gewerbsmäßige Sünder gegen das achte Gebot, mit dem kleinen Zigarrenladen mit angrenzender Küche inne hat, zu. Früh ökonomische Tätigkeit des mittelalterlichen Klerus, die große wir uns schon mehrfach zu beschäftigen hatten, heute ein langes gegen 8 Uhr wurde er in feiner Küche bewußtlos aufgefunden, zuAusbeutung der Volksmassen durch Zehnten, Fronden, Ablaß usw., und breites in der katholischen Germania". Ursache des nächst von den Samaritern der fofort herbeigerufenen Feuerwehr die blutige und grausame Bekämpfung jeglicher Opposition Gitfspuckens ist diesmal die Tatsache, daß kürzlich ein mit Sauerstoff behandelt und dann nach dem nahen Strankenhause ( Rezerverfolgungen), die finstere Zeit der Herenprozesse, die Lehrlingsverein ins Leben gerufen worden ist, dessen Am Urban geschafft, wo er hoffnungslos darniederliegt. In der grausame Niederschlagung des Volkes( Bauernkriege, Wieder Notwendigkeit, wenn nicht früher schon, so doch vorgestern vorhergehenden Nacht war B. noch bis Mitternacht in der in demtäufer- Verfolgungen) und schließlich das furchtbare Elend des durch den von uns veröffentlichten Brügelerlag des felben Hause belegenen Restauration von Frederich in vergnügter Stimmung gewesen, so daß bei ihm Selbstmordgedanken nicht wahr30jährigen Krieges, das alles sieht der Leser in packender Tischlermeisters Ra hardt eklatant bewiesen wurde. Ist es genommen wurden. Als nun aber mit Tagesanbruch sich im ganzen Darstellung an seinem geistigen Auge vorüberziehen. an sich schon eine Dreiftigkeit, sozialdemokratisch denkenden Sause ein starker Gasgeruch bemerkbar machte, wurde die Feueripehr Als ein wesentliches Hülfsmittel, den Leser in den Geist Leuten etwas verargen zu wollen, was die Kirche oder ihr aus der nur wenige Häufer entfernten Zugwache 11 herbeigerufen, ver Stulturzustände der geschilderten Zeitabschnitte einzuführen, Inahestehende Organisationen schon seit langem üben, so ist die die hinter dem Laden liegende Küche gewaltsam öffnete. B. lag Die Beerdigung unseres Barteigenossen Dstar Kentel findet heute Donnerstag mittag 2 Uhr von der Leichenhalle des ZentralFriedhofs in Friedrichsfelde aus statt. B Betou�tloS am Boden und die Gasleitung wurde geöffnet vor- gefunden. Ob der Hahn der Gasleitung durch Nachlässigkeit oder mit Borsatz offen gehalten ist, konnte nicht festgestellt werden. Das dortige Geschäft führte B. erst seit sechs Wochen und hatte er an- scheinend auch mit Geschäftssorgen zu kämpfen. Ein Dicveskunslstiick, das nicht neu ist, haben Einbrecher in de'' Hitzigstrasze erfolgreich ausgeführt. Ein Fremder machte auf der Straße die Betamitschaft eines in der Nähe dienenden Mädchens und verabredete mit ihr zum Sonntag ein Stelldichein in einem Tanzlokal zu Schmargendorf. Dort wußte er ihr die Hausschlüssel aus dem Jackett zu praktizieren, die sie mitgenonimen hatte, da die Herrschaft im Theater war. Es war eine Kleinigkeit, die Schlüssel einem Freunde in die Hand zu spielen, und das Ende war, daß in dem Hause der Herrschast nach Kräften aufgeräumt wurde. Unter anderem sind wertvolle Vasen sowie ein Biberpelz, der 600 Mark gekostet hat, gestohlen worden. Ein Lastfuhrwerk ist mitsamt Kutscher, Pferden und Wagen verschwunden. Der Spediteur Pieper in Tegel hatte am Sonnabend eine Ladung Eisenteile von den Borsig-Werken nach den städtischen Wasserwerken am Müggelsee zu befördern und hiermit einen schon seit längerer Zeit bei ihm bediensteten, als zuverlässig bekannten Kutscher beauftragt. Dieser nahm auch die Ladung in der Borsigschew Fabrik in Empfang; er mußte ordnungsgemäß am Sonnabend nachmittag um 4 Uhr in Friedrichshagen eintreffen. Dies geschah aber nicht, vielmehr ist der Kutscher mit Ladung und Gespann seit der Zeit spurlos verschwunden. Durch telephonische Nachfragen in den Vororten wurde festgestellt, daß ein Fuhrwerk, das möglicherweise mit dem vermißten identisch sein könnte, in Nieder- Schöneweide gesehen worden ist. Wo es geblieben ist, weiß man nicht. Kunstabend der Freien Volksbühne. Eine Handvoll Sonnenschein spendete die Freie Volksbühne dem kleinen Kreise, der Dienstag abend de» Bürgersaal des Rathauses füllte. Goethe und Mozart standen auf dem Programm. Dieser, der die Welt mit einem Blütentraum holder Frühlingsmelodien beglückte, jener, der das deutsche Volk durch seine unsterblichen Dichtungen den Völkern des Westens gleich stellte. Mit liebevoller Hingabe schilderte Friedrich Stampfer den jungen Goethe in Frankfurt, Leipzig und Straßbnrg, sowie die später in Dichtungen verewigten Frauengestalten, die ihm auf seinen Jugendfahrten begegneten. Wir verließen den Dichter, als er 1782 von seinem fürstlichen Freund nach Weimar berufen wurde. Als Rezitationen folgten das geniale Fragment„Der ewige Jude", ein Bruchstück ans Werther, Prometheus, sowie einige Dichtungen lyrischer Natur. In dem Vor- leser, Herrn Oskar Hofmeister vom Deutschen Theater, trat nach unserer Meinung der Bühnenkünstler stärker hervor, als es wohl angebracht gewesen wäre. Ganz vortrefflich war das Trio, das den musikalischen Teil des Abends zum Besten gab: Am Klavier Frau Frida Strunz, Violincello Herr Albert Snnt, Violine Herr Prof. Karl Manisch. Das v-dur-Trio von Mozart, das bc- kannte Larghetto, sowie ein Menuett, eine Romanze und die lieb- liche Sicilienne bildeten den musikalischen Teil des Programms. Die Leitung der Freien Volksbühne verdient Dank für die Neuerung der Knnstabende, die ihrem Namen Ehre machen. Besondere An- erkeunung verdient es noch, daß hierbei von einer Gewohnheit ab- gewichen wurde, die den Genuß mancher ftüheren Kunstleistungen des Vereins beeinträchtigte. Im Gegensatz zu ehedem war der letzte Abend nur kurz. Punkt halb neun begann er und kurz nach zehn war er zu Ende. Die Ringkämpfe im Palastthcater neigen allmählich ihrem Ende zu. Der Bulgare P e t r o f f oder der Deutsche John Pohl, genannt Abs II, werden den Preis davon tragen. Sie sind beide noch unbesiegt, ivährend alle anderen Kämpen bereits mehrere Male geworfen worden sind. Auch der forsche Münchener Hitzler ist diesem Schicksal nicht entgangen. Eine überaus seltsame Rolle spielt aber der„Weltmeister" Lurich. der„neue Samson". Als seinerzeit Eberle von Koch geworfen wurde, überschüttete Lurich von London aus Berliner Blätter mit Zuschriften über die freche Mogelei, durch die dieser Scheinsieg zustande gekommen sei. Koch habe unmöglich in„seriösem" Ringen einen erstklassigen Ringer wie Eberle werfen können. Er selbst freilich erbiete sich, in„ehrlichem" Kampfe Koch wie Eberle niederzustrecken. Er deponierte sogar auf einer Redaktion 10- oder 20 000 Mnrk als Preis für die beiden, wenn es ihnen ge- länge, ihn zu werfen. Zugleich freilich proponierte er so wunderliche Bedingungen, daß die Herausgeforderten es leicht hatten, dem an- gebotenen Duell auszuweichen. Schließlich kam dann Herr Lurich nach Berlin. Zunächst trat er als 5tzraftathlet im Zirkus Schumann auf, dann beteiligte er sich an den Ringkämpfen im Palasttheater, aber seine Leistungen enttäuschten gar jämmerlich. Mit Mühe und Not warf er noch Hitzler, dagegen ward er, der geprahlt hatte, daß selbst ein Hackenschmidt, wohl der renommierteste aller Ringkämpfer, vor ihm ausgekniffen sei, nacheinander von Beaucairois, Pohl und Petroff geworfen, ja, er setzte diesen Ringern nicht einmal nennens- werten Widerstand entgegen, höchstens brillierte er durch allerlei Mätzchen und Schlangenmenschen-Kunststückchen. So ringt ein Welt- meister, ein neuer Samson, der gegen 3 Zentner herausstößt? Das Publikum vermag sich das Phänomen nicht zu erklären. Es schimpft über„Schwindel", wobei es entweder Lurichs jetziges Austreten oder seine früheren Leistungen für Schwindel hält. In der Tat ist es ganz unverständlich, daß ein Athlet von seiner— wenigstens angeblich— enormen Muskelkraft und ein Ringer von seiner beispiel- losen Gewandtheit nicht einen Griff zuwege bringt, wie man ihn erwarten müßte. Woran liegt das nun? Ist der Mann nur ein Reklamegenie oder spielt er diesmal selbst die Rolle, die er seinlerzeit Eberle zuschrieb?— Lurich zog sich übrigens am Dienstag im Ringen mit Petroff eine Verletzung einer Zehe zu, die ihn verhinderte, d«>i Kampf fortzusetzen. Das Publikum argwöhnte eine„Schiebung" und protestierte in eregter Weise. Lurich wird infolge seiner Ver- letzung aus der ferneren Konkurrenz ausscheiden. Die Gymnastik ist ja etwas sehr schönes, auch der Ringspyrt; wenn aber das Publikum fortdauernd solche Erfahrungen macht, wie im vorigen Winter und jetzt wieder, so müßte es ungeheuer naiv sein. wenn es noch länger auf solchen Leim ginge. Theater. Im Residenz-Theater findet Mittwoch, den 7. Dezember, die Erstaufführung der Novität:„Herkules- pillen"(I>os Dragees d'Hercule), Schwank in drei Akten von Paul Bilhaud und Maurice Hennequin, Deutsch von Max Schönau, statt. Bis dahin beherrscht„Eine HochzeitSnacht" den Spielplan.— In der am 6. Dezember im National-Theater stattfindenden Festvorstellung des„Wildschütz" wird mit gütiger Genehmigung des Generalintendanten v. Hülsen die königliche Hofopernsängerin Marie Götze die Rolle der Gräfin singen.— JmSchiller-Theaterbl. (Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater) geht morgen, Freitag. Ernst v. Wildenbruchs Schauspiel„Die Haubenlerche" zum erstenmal in Szene, und zwar in folgender Besetzung: August Langenthal: Erich Ziegel, Hermann: Reinhold Kästlin, Juliane: Alwine Wiecke, Frau Schmalenbach: Marie Gundra, Lene: Gusti Becker, Ale Schmalen- bach: Max Kirschner, Paul Jlefeld: Victor Senger. Regie führt Waldemar Runze.— Jm Apollo-Theater ist heute der erste Tag des Dezember-Progranims, in welchem unter anderem 40 Damen Harudins elektrische Tanzbilder aufführen. Hue den Nachbarorten. Treptow-Banmschulentveg. Trotzdem uns von der Gemeindewahl nur noch wenige Tage trennen, scheint sich der ordnungsparteiliche Mischmasch noch kräftig in den Haaren zu liegen. Ungeachtet der elegischen Friedens- schalmeien, welche einige Apostel in der bürgerlichen Wähler- Versammlung ertönen ließen, geht der Kampf weiter. So sagte u. a. der Schöffe Dr. Genz:„Meine Herren, können Sie sich nicht einigen, so kommt es zur Stichwahl, und dann sind die Sozialdemokraten da drüben die lachenden Dritten I" Daß diese letzten Worte sich be- Wahrheiten, dafür werden die Genossen durch unermüdliche Agitation Sorge tragen. Sagt doch der Kommunalverein in seinem letzten Erguß:„Es handelt sich nicht um eine Neuwahl, sondern um eine endgültige Entscheidung zwischen dem bürgerlichen Kandidaten Herrn Schirmer und dem Sozialdemokraten." Auch diese Worte werden sich die Sozialdemokraten merken und bei der Wahl derartig ent- scheiden, daß die kommunalen OrdnnngSstlltzen in Zukunft wohl„ein Haar" in der Kraftprobe mit der Sozialdemokratie finden werden. Darum, Parteigenossen, ist es Eure Pflicht, in den wenigen Tagen die Agitation auf das äußerste zu entfalten und nicht eher zu ruhen, als bis der letzte Arbeiterwähler am 6. Dezember seine Stimme dem Genossen Zigarrenhändlcr Ludwig Hofmann gegeben hat. Weihensee. Ein Kommunalkonflikt und anderes. Noch immer kommen die Alt-Weitzcnseer Gemeindevertreter mit ihrem Gemeindevorsteher nicht zur Ruhe. Herr Gemeindeverordneter Forbrig wünscht, da ihm in der Jahresrechnung und im Haushaltsplan einige Summen aufgefallen sind, von d«m Gemeindevorsteher Klingenberg die Beantwortung folgender Fragen: 1. Wie groß ist das von Frau Kahle gekaufte Grundstück? 2. Welche Summe ist von der Gc- meinde für dasselbe gezahlt worden? 3. Wie hoch ist die Kauf- summe, welche Frau Kahle erhalten hat? 4. Wann ist Anzahlung geleistet worden? b. Auf welchen Zeitraum sind die in der Jahres- rechnung aufgeführten Zinsen gezahlt? 6. Welche Summe haben Sie für Vermittelung erhalten resp. von der Anzahlung in Ab- rechnung gebracht? Der Gemeindevorsteher verweigert die Bc- antwortung der Fragen, da er sie nicht so ohne weiteres beantworten könne, und bezweifelt, daß die Gemeindevertretung berechtigt sei, solche Fragen zu stellen, da doch die Aufsichtsbehörde über diese Sache entschieden habe. Jedock; beschloß die Gemeindevertretung, daß der Gemeindevorsteher die Verpflichtung habe, Rede und Antwort zu stehen, und der Termin zur Beantwortung der Fragen wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt.— Gegen die Entscheidung des Kreis- ausschusses in Sachen Gemeinde kontra Klingenberg soll Berufung eingelegt werden.— Vor einiger Zeit wurde beschlossen, in� der Nähe der alten Kirche in der Falkenberge rstraße eine Bedürfnis- anstalt zu errichten, was aber der wohlweise Kirchenrat ablehnte, da die Genehmigung des Konsistoriums hierzu nicht eingehe. Für das die Kirchhöfe besuchende Publikum bleibt somit der gesundheits- widrige Zustand wie bisher bestehen; der wohllveise Kirchenrat will es ja. Ei» Familiendrama ereignete sich gestern in unserem Orte. Der Klempnermeister George hatte seinem Sohn Felix ein kleines Geschäft für etwa 300 M. gekauft und dabei Schulden in Höhe von 80 M. gemacht. Nachdem der Sohn das Geschäft kurze Zeit innegehabt hatte, verkaufte er es, ohne die vom Vater übernommenen Verbind- lichkeiten mit dem Erlös aus den, Verkauf zu decken. Hierüber waren die beiden in arge Zwistigkeiten geraten. Als neuerdings Felix G. in der Roderschen Gastwirtschaft in Ncu-Weißensee mit mehreren Berliner Herren Billard spielte, betrat sein Vater das Lokal und verlangte, der Sohn solle mit ihm herauskommen, weil er ihm etwas Wichtiges zu sagen habe. Der Sohn leistete jedoch der Aufforderung keine Folge, und so entfernte sich der alte George, kehrte aber nach kurzer Zeit zurück. Er trat nahe an das Billard heran, zog aus der Rocktasche einen Revolver und feuerte gegen seinen Sohn einen Schuß ab. der dessen rechte Seite streifte, ohne eine Verletzung herbeizuführen. Nun stürzte» sich die Billardspieler auf den alten George, entwaffneten ihn und führten ihn dann dem Amtsgefängnis zu. Die Affäre wird ein gerichtliches Nachspiel haben, wenn der Täter nicht, wie beabsichtigt wird, wegen Unzurechnungs- fähigkeit einem Jrrenhause überwiesen werden sollte. Pankow. Die neue Anleihe. Die Gemeinde hat die Aufnahme eines Darlehns in der Höhe von einer Million Mark beschlossen. Es sollen damit die Kosten für eine Reihe in diesem Jahre teils aus- geführter, teils in Arbeit befindlicher Bauten und Straßenregulierungen sowie sonstige Ausgaben gedeckt werden. Es müssen aufgenommen werden: 20 000 M. für den Entwässerungskanal in der Schönholzer- straße, 40000 M. für das Arbeiterwohnhaus in Mühlenbeck, 30000 M. für den Anbau der Realschule, 200 000 M. für die Asphaltierung der Wollankfftaße, 200 000 M. für die neuerbaute Gemeinde- schule, 25 000 M. als letzte Rate für den neuen Begräbnis- platz in der Schönholzer Heide. Wegen Gewährung dieses Dar- lehens ist die Gemeinde mit den verschiedensten Instituten in Ver- Handlungen getreten. Eine Bankfirma in Halle hat die günstigsten Bedingungen gestellt, indem sie die Summe für zehn Jahre zu 3�/4 Prozent Zinsen und V, Prozent Provision beschaffen will. Zur- zeit hat die Gemeinde Pankow eine Schuldenlast in der Höhe von 3 239 539 M. Die rapide EntWickelung des Vorortes bedingt auch hier eine schnelle Zunahme der Schuldenlast. Trodem wird auch im kommenden Etatsjahre der Kommunalzuschlag 120 Prozent nicht übersteigen._ Spandau. Auf der Steuersuche. Unsere Stadtverwaltung befindet sich zurzeit auf der Suche nach neuen Einnahmequellen, um die allgemeinen Stenerzuschläge möglichst auf die Höhe der Berliner Steuerzuschläge herunterdrücken zu können. Der erste Versuch, den die hierzu ge- wählte gemischte Kommission in dieser Richtung unternahm, ist, wie ja vorauszusehen war, fast vollkommen mißlungen; es gibt eben in Spandau nichts mehr zu versteuern, was nicht schon zur Steuer herangezogen ist; außer den direkten Personal- und Realsteuern besteht bereits eine Biersteuer, Umsatzsteuer, Kinderwagen-, Fahrrad-, Hunde-, Lustbarkeitssteuer usw. Nur die Lust ist zurzeit noch un- versteuert und allenfalls noch die Nachtigallen, die ja z. B. in der Nachbarstadt Potsdam auch bereits Steuerobjekt sind. In der nahezu zweistündigen Debatte wurden zwar eine ganze Reihe von Vorschlägen zur Erhöhung der Einnahmen aus bereits bestehenden Einnahmequellen(Wasserzrns, Hundesteuer:c.) besprochen, zu einem Resultat kam die Kommission jedoch nicht, vielmehr soll die Beratung in einer zweiten Sitzung fortgesetzt werden. All- gemeines Erstaunen machte die vertrauliche Auskunft des Magistrats über die Steuereinnahmen von den— Forensen und den auswärtigen Firmen, die in Spandau nur eine Zweig- Niederlassung haben. Im einzelnen wurden wahrhaft l ä ch e r l i ck) geringe Beträge genannt, welche schwerreiche Firmen für ihr Spandauer Geschäft z. B. an Gewerbesteuern zahlen. Es herrscht Ucbereinstimmung darin, daß der jetzige Einschätzungsnmdus inner- halb der gesetzlichen Grenzen abgeändert werden soll, um eine gerechtere Heranziehung der Auswärtigen zu der Gewerbesteuer und damit zu den kommunalen Zuschlägen zu ermöglichen. Wie berichtet wurde, lassen die bestehenden Gesetze diese Möglichkeit offen I_ Gerichts-Zeitung. Das rote Kreuz. Unter dem Verdacht des Diebstahls stand gestern eine junge Dame in der Kleidung einer Krankenschwester vor dem hiesigen Schöffengericht. Die Angeklagte war vor längerer Zeit Probe- schwester in dem Augusta-Viktoria-Haus in Neu-Weißensee, welches eine Schöpfung des Vaterländischen Frauen-Zweigvereins ist. Die jungen Damen erhalten, wenn sie dort das Krankenschwestern- Examen gemacht haben, als Abzeichen eine mit dem roten Kreuz geschmückte Brosche des Vaterländischen Frauenvereins, welche sie am Halse, sei es auf dem Kleide oder auf dem Mantel, tragen. Einer Schwester war diese Brosche seinerzeit abhanden gekommen und man nahm an, daß sie gestohlen worden sei. Die Angeklagte, die wegen schwächlicher Gesundheit als Probeschwester aus dem Institut geschieden war und kein Anrecht auf jene Brosche hatte, ist inzwischen schon längst in. einem anderen Krankenhause als Schwester tätig. Seit dem Verschwinden der Brosche sind schon viele, viele Monate verflossen, ohne das irgend etwas Weiteres darauf erfolgt wäre. Da wollte es der Zufall, daß die Oberin des Augusta-Viktoria-Krankenhauses, Gräfin Einsiedel, die mit zwei anderen Damen aus einer Vorstandssitzung des Vaterländische« Frauenvereins kam, der Angeklagten in der Königgrätzerstraße be- gegnete. Die drei Damen sahen, daß die Schwester in das Hotel Fürstenhof hineinging und bemerkten an ihrem Halse die Brosche des Augusta-Viktoria-Hauses. Sie gingen ihr deshalb nach, trafen sie mit dem.Hotelportier sprechend und ersuchten sie, die Brosche herauszugeben, da sie zum Tragen derselben nicht berechtigt sei. Das junge Mädchen, welches einer im Hotel wohnenden Dame einen Besuch abstatten wollte, wandte sich aber zur Treppe und bat die drei Damen, wenige Rlinuten zu warten, da sie sofort zu ihrer Ver- fügung stehen würde. Die drei warteten aber längere Zeit vergeblich, und als sie endlich den Portier befragten, ergab sich, daß das Fräulein das Haus schon verlaffen hatte. Der Portier nahm an, daß dies wahrscheinlich durch den nach dem Leipziger Platz führenden zweiten Ausgang geschehen sei. Bestimmtes ist darüber nicht fest- gestellt worden. Die drei Damen waren nämlich auch einmal nach jener zweiten Ausgangstür gegangen, welche nur von innen zu öffnen ist, und die Möglichkeit ist gegeben, daß die Angeklagte in dieser Zeit das Hotel vorne verlassen hat. Sie behauptet dies sogar und will den Portier noch nach den Damen gefragt haben. Letzterer bezweifelte dies gestern im Termin, gab jedoch bei der Länge der verstrichenen Zeit die Möglichkeit zu. Die Anklage behauptete nun, daß die Angeklagte die seinerzeit verschwundene Brosche sich wider- rcckstlich angeeignet und getragen habe. Die Angeklagte bestritt dies entschieden und versicherte, daß sie eine andere Brosche getragen habe, legte auch eine Photographie vor, auf der sie mit ihrer eigenen Brosche abgebildet ist. Die als Belastungszeuginncn vernommene Frau v. Schmidt und eine Pflegeschwester verblieben demgegenüber dabei, daß sie ohne jeglichen Irrtum die Brosche des Augusta» Viktoria-Krankcnhauses wiedererkannt hätten. Die Pflegeschwester, der seinerzeit die Brosche abhanden gekommen war, konnte nicht be» künden, ob sie diese verloren oder ob sie ihr gestohlen war, erklärte aber, daß sie der Angeklagten nimmermehr einen Diebstahl zutraue. Der Verteidiger wies darauf hin, daß die Angeklagte doch unmöglich wegen Diebstahls verurteilt werden könne, wenn nock) gar nicht fest- steht, ob die Brosche gestohlen oder verloren gegangen ist. Es fei aber auch nicht einmal festgestellt, ob die Angeklagte wirklich die verschwundene Brosche getragen. Er beantragte die Freisprechung und betonte noch, daß die Angeklagte einer hochachtbaren Familie agehöre und die allerbesten Zeugnisse besitze.— Der-Gerichtshof hielt die Beweise aber doch für ausreichend, um die Angeklagte wegen Diebstahls zu zwei Tagen Gefängnis zu verurteilen. Der Vorsitzende riet der Angeklagten, die Gnade des Kaisers an- zurufen. Di« Angeklagte will sich aber zunächst an die Berufungs- kammer wenden und erhofft dort eine andere Beurteilung des seit- samen Falles. Planmäßige Beraubung«» von Stadtbahn-Fahrgästen fielen den Angeklagten zur Last, die gestern der 10. Strafkammer des Landgerichts I aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurden. Es waren dies: der Arbeiter Paul Rau muskat, der Kellner Friedrich Hoffmann und der Gelegenheitsarbeiter Emil Seidel, die sich wegen Diebstahls zu verantworten hatten. Außerdem war der Kutscher Gustav Hesse wegen Hehlerei an» geklagt. Der Gerichtshof erkannte gegen R a u m us k a t aus zwei Jahre Zuchthaus, gegen Hoffmann auf ein Jahr Gefängnis und gegen Seidel auf eineinhalb Jahr Zuchthaus sowie Ehrverlust und Polizei-Aufsicht. Vermischtes. Rettung aus Seenot. Die Rettungsstation Fnedrichskoog der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 29. November sind von dem auf Buschland gestrandeten schwedischen Schmier„Clara", Kapitän Jönsson, mit Steinkohlen von Grimsby nach Karlshamm bestimmt, acht Personen durch das Rettungsboot „Eugenie" der Station gerettet wurden. Unfall auf einem Amerikadampfer. Ein seltener Unfall hat sich auf dem Dampfer„Kaiser Wilhelm II." in, Hafen von New Dork gestern ereignet. Während der Dampfer„Kaiser Wilhelm II." in der Ouarantänestation lag, Hunderte von Einivanderern auf dem Verdeck sich zusammendrängten und die Auftnerksamkeit des Mannes am Dampskrahn einen Augenblick abgelenkt war. drehte ein Passagier unbedachterweise an einem Hebel, ein Stahlblock stürzte herab, er» schlug einen Russen und verletzte drei andere, die ins Hospital ge- bracht wurden. Dreifacher Mord. In Helmstorf bei T e s s i n in Mecklenburg ist eine Frau mit ihren beiden Kindern ermordet worden. Der Schnitter Stanislaus Schulz, der die Mordtat begangen haben soll, ist nach Pommern hin geflüchtet. Erdbeben. Aachen. 30. November. Heute morgen kurz nach 8 Uhr wurde ein kurzes, heftiges Erdbeben verspürt. Ein furchtbares Bootsunglück hat sich, wie die„Stett.'Abendp." meldet, gestern abend 6Vs Uhr bei Swinemünde ereignet. In der Kaiserfahrt hängte sich ein Fischerboot mit vier Mann an den Schleppzug des Dampfers„Willi Orth", ohne Vorwissen des Kapitäns. Der Dampfer war in voller Fahrt; das Fischerboot kam unter den von dem Dampfer geschleppten Kahn und kenterte. Es ertranken dabei die Schiffer Karl Lobah, Willi Tiews und Otto Brose, während der vierte, Karl Heinitz, gerettet werden konnte. Die Leichen der Ertrunkenen, die sämtlich in Swinemiinde wohnen, sind noch nicht aufgefunden worden. ßriefbaften der Redabtion. Schwedt a. O. Es ist uns nicht möglich, von hier aus den Fall zu untersuchen; wir bitten Sie, sich eventuell an das Stettiner Parteiblatt zu wenden. JimltilcKer Ceti. Sie juristische Sprechstunde findetltäglich mit Zliisnahme des Sonnabend» vo» 70, b>« 0'/, Nhr abends statt. Geöffnet: 7 llhr. Zl. B. 16. Ob die Klage Erfolg hat, kann ohne Einficht in diese und den Vertrag Ihnen nicht beantwortet werden. Liegen Zweifel vor, an wen Miete zu zahlen ist, so ist es das geratenste, die Miete zu hinterlegen. Die juristische Sprechstunde steht zwischen 7'/, und 8'l2 Uhr abends Montag bis Freitag jedem Abonnenten offen.- L. V. E. 1. Ja. 2. In 30 Jahren. — F. K. S. lieber die Beschäftigung usw. Mmderjähnger haben in erster Reihe die Eltern oder der Vormund(nicht Pflegeeltern) Bestimmungen zu treffen. Ist das Kind bevormundet, so kann es vormundschastlich gerichtliche Entscheidung nachsuchen. Nicht das Lieben, Wohl aber der Verkehr kann verboten werden und selbst Folgen, ivie Sie sie andeuten, herausbeschworen werden. Das Kind kannfvon Vollendung des 18. Lebensjahres ab bei Hein Amtsgericht Großjährigkeitserklärung beantragen.— Emil, l- Beides ist richtig. 2. Ein Abzug ist nach wohl allen Policen statthast.— P. H. 101. 1. Ja, das wäre aber nicht anständig. 2. Gefängnis. 3. Nein.— Iis. Wenn Ihre Frau für allein schuldig erklärt wird, steht Ihnen das volle Erziehungs. recht über Ihre vier Kinder zu.— F. W.»8. Sa- 7" ff: B. 157. l. und 2. Nein.— D.«000. Ihnen steht leider nur eui Anspruch gegen die landwirtschaftliche BerusSgenossenschast zu. Um Vorschuß können Sie ein» kommen. Nach Ihrer Schilderung schämt Kranken. Versicherungs. Pflicht nicht vorgelegen zu haben, auch nicht Jnvaliden-Versicherungs» Pflicht. da Sie außerdem in versicherungspflichtiger Arbeit standen. — Pechvogel. Den Beweis, daß das ausgesuchte Spind das von Ihnen gemeinte war, werden Sie zu sühren haben. Es steht nach Ihrer Dar- legung eventuell Aussage gegen Aussage.>i-agt der Werkmeister zu Ihren Ungunsten aus, so würden Sie zur Abnahme und Zahlung verurteilt werden. Es kann, wie Sie annehmen. Betrug vorliegen. Aber es kann auch ein Irrtum auf Seiten des Verkäufers vorgelegen haben. Die Beweis- sührung ist schwierig, so daß zur Unstellung einer Klage nur geraten werden kann, wenn Sie sicher annehmen, der Werkmeister wird m Ihrem Sinne aussagen. In ähnlichen Fallen würden Sie sich vor ähnlichem Pech dadurch schüßen, daß Sie das gekauste Spind mit einem Merkmal versehen und dies Merkmal in der Rechnung verzeichnen lassen.— Heinrich Beyer. Leider nein.— Elise 3. Leider bleibt Ihnen jetzt nur übrig, durch Fenster. einlasen sich zu schützen.— Hedwig 24. 1. Alle Aufrechnungen sind bei» zusüaen Für abhanden gekommene erhalten Sie durch die Polizeibehörde Ersatz. 2. Der Erfolg der Klage aus§ 1620 hängt von den Vermögens- Verhältnissen des BeNagten ab. Für Klagen über 300 M. ist das Land- gericht zuständig. 3. Ja.- P.S. Ja: bis zur Perhastuilg und noch Ipäter kann man sich von der Haft durch Zahlung befreien, wenn die Haft| Kinderabzüge oder dergl.) oder zu einer dem wirklichen Einkommen nicht nur eventuell für den Fall der Unbeitreibbarkeit ausgesprochen war. entsprechenden niedrigeren Steuerstufe veranlagt, so erstreckt sich die VerO. B. Mit der Nachbesteuerung liegt es folgendermaßen: Es ist jährung auf vier Jahre( drei Jahre rückwärts von dem Jahre ab gerechnet, zwischen strafbarer und nicht strafbarer Zuwiderhandlung zu unterscheiden. in dem die Verkürzung festgestellt ist). Für vier Jahre fann also eine NachIm Fall der Hinterziehung( strafbare Zuwiderhandlung) beträgt die Ver- steuer stattfinden. Jedoch ist nach der finanzministeriellen Anweisung in jährungsfrist zehn Jahre und ist die Regierung nicht ermächtigt, einen Erlaß solchen( straflosen) Fällen und nach dem Gesetz mur dann das Berichtigungsoder eine Ermäßigung der Nachsteuer zu bewilligen. Liegt feine strafbare verfahren einzuleiten, wenn nach Ablauf der Berufungsfrist und nach endHinterziehung vor, ist also der Steuerpflichtige z. B. versehentlich bei der gültiger rechtskräftiger Veranlagung in Beziehung auf die Vermögens Veranlagung übergangen oder versehentlich steuerfrei veranlagt( wegen verhältnisse des Steuerpflichtigen neue Tatsachen oder Beweismittel, welche Für den Inhalt der Injerate Urania, Taubenstr. 48/49. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 1. Dezember. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Neues fönigl. Opern Theater. Theodora. Deutsches. Maskerade. Berliner. Ein Teufelskerl. Leffing. Die Siebzehnjährigen. Westen. Don Juan. Thalia. Der Weiberkönig. Belle Alliance. Der Millionenbauer. National. Fedora. Anfang 8 Uhr: Schiller O. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte Hörsaal: Invalidenstr. 57/62. Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Achmet Effendi mit sein. sprechenden Puppen. Abdul Chan, der geheimnisvolle Zauberer aus Bagdad. Orientalische Märchenwelt. Kasino- Theater ( Wallner Theater.)| Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor). Wallensteins Lager. Die Picco- Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Iomini. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Mutter Erde. Nenes. Die lustigen Weiber von Windsor. Kleines. Nachtasyl. Zentral. Der Generalfonsul. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Carl Weiß. Die Diamanten des Sultans. Lustspielhaus. Der Familientag. Luizen. Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. 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Fritzi Massary. Weinbergsweg 12a- 13b. Donnerstag, den 1. Dezember 1904, abends 72 Uhr: Gastspiel Franzeschina Prevosti: Fedora. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Freitag: Gastspiel Fritz Werner. Eine Hochzeitsnacht. Zum erstenmal: Die Millionenbraut. Zentral- Theater Anfang 72 Uhr. Der Generalkonsul. Operette in 3 Aften v. H. Reinhardt. Freitag: Die Geisha. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Däumelinchen. Abends: Der Generalkonsul. Sonntag nachmittag: Die Geisha. Abends: Der Generalkonsul. Schwant in 3 Atten von H. Kéroul und A. Barre. Anatol Durosel: Richard Merander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nora. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Luisen- Theater. Ludolf Waldmann Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Freitag: Hasemanns Töchter. Sonnabend: Mein Leopold. Sonntag, nachm.: Gastspiel Luife Wertmeister Hubert( Anner). 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Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Die Haubenlerche. Sonnabend, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. eine höhere Veranlagung begründen, ermittelt werden, z. B. wenn durch den Inhalt einer in den späteren Jahren abzugebenden Steuererklärung oder infolge Offenlegung des Vermögens oder gelegentlich der Nachlaßregulierung ein höheres als das bei der Beranlagung durch Schäzung er mittelte Einkommen oder Vermögen dargetan wird. Auch beim Vorliegen dieser Voraussetzungen soll jedoch von einer Nachsteuer in der Regel" Abstand genommen worden, wenn die der Staatskaffe entgangene Jahressteuer ( Einkommen und Vermögenssteuer zusammengerechnet) den Betrag von 9. 3. Leider nicht. M. Mt. Das ist zu spät. 30 M. nicht erreicht. Zirkus Schumann. Etablissement Buggenhagen Heute Donnerstag, den 1. Dezember, abends präzise 72 Uhr: Elite- Abend Gala- Programm. 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Erledigung des von der letzten General- Versammlung zurückgestellten Antrages betreffend die Unterstützung der durch Branchenstreiks in Mitleidenschaft Horst's Norddeutsche gezogenen Arbeitslosen. MUDITH Jed. Montag, Donnerstag u. Freitag: Sänger. Jeden Donnerstag nach der Soiree: Emilie Pluntke Otto Krippahle Verlobte. 1254L Nach längerem schweren Leiden verstarb am Sonntag, den 27. d. M., unser Parteigenosse 208/5 Oskar Kenkel. Seit Jahren stand der Ver storbene in den ersten Reihen unseres Kreises, unablässig orga nisatorisch und agitatorisch tätig. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Die sozialdem. Vertrauensleute von Berlin 1. Deutscher 979 2. Antrag betreffend die Erhebung doppelter Beiträge für die Dauer der Holzarbeiter- Verban Tanz Kränzchen. Bewegung in der Gelbmetallindustrie, mindestens aber für zwei Monate. Täglich: Gr. Bürgerl. Mittagstisch. Säle zu Bereinsfestlichkeiten, BersammLungen usw. zu fulant. Bedingungen.[ 192/17] R Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Berliner Volks- Chor. ( Dirigent Dr. Zander.) Montag, den 5. Dezember 1904, abends 8 Uhr pünktlich in der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114: II. Chor- Konzert. des Das Paradies und die Peridheds von Robert Schumann. Mitwirkende: Frau Grumbacher de Jong, Fräulein Erler, Frau Weinbaum, Herr Jungblut, Herr Biden. Das verstärkte Berliner Tonkünstler- Orchester ( 55 Künstler), der Berliner Volks- Chor ( ca. 200 Sänger u. Sängerinnen) HT Einlaßkarten im Vorverkauf 60 Pfennige sind zu haben: In sämtlichen Zahlstellen der Freien Volksbühne, der Neuen Freien Volksbühne, bei den Unterrichts- Abenden der Arbeiter-Bildungsschule, in den Verbands- Bureaus der Bildhauer, Buchbinder, Holzarbeiter, Maler, Metallarbeiter, Sattler, Schneider und im Gewerkschafts- Bureau, sämtlich im Gewerkschaftshause; auch im Bureau der Buchdrucker, Ritterstraße 88 und in der Tabakarbeiter- Genossenschaft N., Kopenhagenerstr. 2. Außerdem bei Augustin, Resaurant im Vorwärts- Gebäude; Siemerling, Mus.- Handlung, W., Nürnbergerstr. 69a, Ecke Kurfürstenstr.; Rühle, Mus.- Handlung, Moritzplatz, Bickhardt, Buchhandlung, Rixdorf, Bergstr. 13, und Philipp& Sohn, MusikalienHandlung, Rosenthalerstr. 40, am Hackeschen Markt. [ 66/4] Eintrittskarten an der Abendkasse 75 Pf. Der Vorstand, I. A.: Heimann, Fidicinstraße 18, 019-2808 pet ohrplatten- Koffer Ersatz: Bügel- Koffer. Rindsleder- Reisetaschen . 6 Jima 11 00 Innungs- Krankenkaffe der Tischler- Innung. Wahl der Vertreter 20 Mk. zu den General- Versammlungen pro 1905 und 1906. Die Wahl für die Kassenmitglieder findet am Donnerstag, den 8. De zember cr., abends von 8 bis 9 Uhr, 99 C. A. Flemming, Beuthstr. 11 Metzer 99( am Spittelmarkt). ftatt. Gegründet 1828. Berliner Schlächterei- Genossenschaft Geld- Lotterie Schlächtere Genossenschaft Ziehung schon 3.- 5. Dezember cr. Nur Geldgewinne bar ohne jeden Abzug zahlbar. 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Geschäftsbericht und Borlegung der Bilanz. 2. Bericht der Revisoren. 3. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 4. Ersatzwahlen zum Aufsichtsrat. 5. Verschiedenes. Der Vorstand. J. Jacob, Geschäftsführer. D. John, Raffierer. Herren- Moden Wilhelm Seide, am 20. Dresdenerstr. 20, Oranienplatz. Empfehle mein großes Lager Paletots u. Jackett- Anziige M. 9,-, 12,-, 15,--, 20,-, 25,-b 30, Rock- u. Gehrock- Anzüge bon 18 M. an, in Tuch u. Kammgarn bon 30 M. an. Maßanfertigung zu soliden Preisen. Großes Stofflager. 3. Die Jnnungsmitglieder, welche Rassenmitglieder beschäftigen und Beiträge für dieselben aus eigenen Mitteln zahlen, wählen am Montag, d. 12. Dezember, abends von 8 bis 9 Uhr, Brüdenstraße 6b( Bum Schultheiß). Die Zahl der zu wählenden Ber 278/2 treter iit 84. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigen, welche das 21. Lebens jahr zurückgelegt haben und im Besitz ber bürgerlichen Ehrenrechte find. Für die Kaffenmitglieder ist das Quittungsbuch zur Legitimation un bedingt erforderlich. Um pünktliches Erscheinen wird erfucht. Der Vorstand. Winterpaletots. Abendmäntel, Capes jezt 40 Proz. billiger. Kostümröcke. Blusen u. Jupons, entzückende Neuheiten in Wolle und Seide, einzelne Modelle, von 2,50 an bis 40 R. aus nur haltbaren Stoffen gefertigt. 12072* S. Littauer, Brunnenstr. 41. Maßanfertigung. PrinzenFrack- u. Gesellschafts- Anzüge Dr. Simmel, 41, werden verliehen. 0 1124L* Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2.5-7. Sonntags 10-12 2-4. Die Ortsverwaltung. Freireligiöse Gemeinde zu Berlin. Heute, Freitag, abends 8, Uhr, im großen Saal der Kronenbrauerei. Alt- Moabit 47/49: Volks- Versammlung. 62/10 Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Adolf Hoffmann: " Die Volksschule im Widerspruch mit Kultur und Wissenschaft". Nach dem Vortrage freier Meinungsaustausch. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 4. Dezember, abends 7 Uhr, im ,, Königstadt- Kasino" Holzmarktstrasse 72: Vortrag des Reichst.- Abgeordn. G. Ledebour über: Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Oskar Kenkel am 28. November nach langer Krankheit verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittags 2 Uhr von der Leichenhalle des ZentralFriedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. 92/12 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Mitglied Wilhelm Thieme am 29. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am ,, Die Kolonien in Geschichte und Gegenwart." e itag, den 2. Dezember, Eintritt 20 Pf. Garderobe frei. Nachdem gemütliches Beisammensein u. Canz. Achtung! Achtung! Fliesenleger- Hülfsarbeiter. nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofs der SimonsGemeinde zu Britz, Tempelhofer Weg, aus ftatt. 134/14 Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Nachruf! Verband der Bau-, Erd- u. gewerbli. Hülfsarbeiter Deutschl. Zentral- Verband der Maurer Freitag, den 2. Dezember 1904, abends 7%, Uhr, im Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstr. 57; Sektions- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Welche Stellung nehmen wir bei einer etwaigen Ablehnung unserer Borschläge seitens der Arbeitgeber ein. 2. Diskussion. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Wahl der Drtsverwaltung. 4. Die Bertreter- Sigung. 5. Verschiedenes. 35/3 Das Erscheinen aller Stollegen ist erforderlich. Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Hülfsarbeiter der Dachdeckerei- Betriebe Berlins und der Vororte. Sonntag, den 4. Dezember, mittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 5: Versammlung Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion d. Gips- u. Zementbranche. Unserm so plöklich aus dem Leben geschiedenen Kollegen Karl Knust hiermit ein ehrendes Andenken. 154/11 Der Sektionsvorstand. Sterbekasse ehem. Pilagscher Arbeiter( Hetzelsche Kasse). Todes- Anzeige. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Vorstands 3756 mitglied, Herr PEd. Tietz am 28. d. Mts., mittags 1 Uhr, verstorben ist. aller im Dachdeckerei- Betriebe beschäft. Hülfsarbeiter. Ghre seinem Andenken! Tages Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage der Dachdecker- Hülfsarbeiter und wie ist dieselbe zu verbessern." Referent: Stollege K. Heidemann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 35/ 2* Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Kollegen! Unsere wirtschaftliche Lage zwingt uns, daß wir Schritte unternehmen dieselbe zu verbessern. Darum erscheint alle in dieser Verfammlung. Die Dachdecker werden aufgefordert, ihre Hülfsarbeiter auf diese Der Einberufer. Bersammlung aufmerksam zu machen. 5000 Pfund prima frische Zander pro Pfand stelle ich am 40.50 Pfg. Donnerstag, Freitag u. Sonnabend d. W. ::: nur in meinem Ladengeschäft::: 16 Dragonerstrasse 16 zum Verkauf. Otto Gundermann Fischgroßhandlung. Ziehung 14. und 30. Dezbr. Wohltätigkeits- Lose a 1 Mark. Von 10 000 Losen gewinnen 1500! 11 10 Mark. Badische Lose a 1 Mark, Lose 4565 Gewinne 100 000 Mark. Gesamtwert Haupt- 10 000, 5000, 4000, 2 a 3000. gew. Lose bei Lotterie- und Zigarrengeschäften und BankLud. Müller& Co., genre. Breitestr. 5. geschäft. Betten and Bettfedern garantiert böhmische, am billigsten bei Neumann, Hornstraße 2( Ecke Großbeerenstraße). 370b Die Beerdigung findet am 1. Dezember, nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des Friedens. Kirchhofes in Nieder- Schönhausen ( Nordend) statt. Der Vorstand. J. A.: Otto Winkler. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, der Tischler Franz Zander am am 28. November nach kurzem Krankenlager verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Liebigstr. 38 aus nach Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/13 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Verwandten, die bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters mitgewirkt haben, besonders den Kollegen der Tischlerei Otto Fischer, Weidenweg 64, meinen innigften Dant. frau Scholz 3715 nebst Kindern. Eine Markwöchentlich liefere selbstspielende Musikwerke, Sprechmaschinen u. Zithern. Schönste Familienunterhaltung. Beste Harmoniums auf Lager. An der Jannowitzbrücke 1, I. Bahnhof Zannowigbrüde. Berntw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Gegen bar billigste Preise. Br. 282. 21. Jahrgang 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 1. Dezember 1904. B 922 Gewerkschaftliches. det mer fchäßen. im wirtschaftlichen Kampfe kann man die Metallarbeiter nicht nennen, sie haben im Laufe der Jahre gelernt, Chancen abzu200 000 Exemplare In agitatorischer und organisatorischer Beziehung hat der Auflage hat die Metallarbeiter- Zeitung" mit der Nr. 49 Metallarbeiter- Verband in den letzten Jahren vieles getan, und überschritten; genau beträgt die Auflage des Organs der das bürgt dafür, daß er noch nicht an der Grenze seiner Ausgrößten deutschen Gewerkschaft 201 300 Eremplare. ist. Ausland. Der Konditorenfireit in Stockholm. Wie nach Stockholm Be richtet wurde, befaßt sich eine Firma in Berlin mit der Lieferung von Streitbrechern. Zwei sind bereits in Stockholm eingetroffen. Der Streik bauert bei den Firmen, die nicht bewilligt haben, un verändert fort. Am Montag haben die Streifenden eine geheime Streits erklärt. gewaltige Biffer, deren Zustandekommen einen Teil Geschichte auf 200 000 Mitglieder! In vier Jahren von 100 000 6ftimmung vorgenommen und sich einstimmig für Fortsetzung des der deutschen Arbeiterbewegung ausmacht. Der gewaltige Hortschritt des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes, diese Kraftentwickelung einer Arbeiterorganisation, wird bei allen reunden der Arbeiteremanzipation lebhafte Freude hervor Tuen, ein Gruseln dagegen bei den Kühnemännern, die gerade t in Berlin bestrebt sind, den Arbeitern in der GelbmetallIndustrie das Mitbestimmungsrecht beim Abschluß des Arbeitsvertrages streitig zu machen. Das Prophezeien ist immer ein undankbares Geschäft gewesen, doch hat auch schon die„ Metallarbeiter- Beitung" er fahren müssen, die vor vier Jahren, da sie das Jubiläum des ersten Hunderttausend Auflage feierte, schrieb: Das zweite Hunderttausend Mitglieder könne in zehn Jahren boll sein, und nun erleben muß, daß das in vier Jahren schon geschah. Wir wünschen darum dem Metallarbeiter- Verband, daß es ihm recht bald gelingen möge, das dritte Hunderttausend der Mit glieder voll zu bekommen. Berlin una amgegend. Die Aussperrung der Tischler. Nach und nach kommen die aussperrenden Unternehmer zu Ueber die Arbeitszeit im Baugewerbe Stockholms ist ein Konflikt ausgebrochen. Nach dem in diesem Sommer abgeschloffenen Tarifvertrag soll die Arbeitszeit in den Sommermonaten zehn Stunden betragen, in den Wintermonaten soll so lange gearbeitet werden, als das Tageslicht es zuläßt, doch nicht über zehn Stunden. Trotz dieser Bestimmung versuchen die Baumeister jetzt, bei künstlicher Beleuchtung arbeiten zu lassen, und es scheint, daß es eines ernſten Eingriffe der Gewerkschaften bedarf, um jener Bestimmung Geltung zu verschaffen. Offenbar ist die Regelung der Arbeitszeit im Baugewerbe, die man in Berlin getroffen hat, wonach die sonst neunstündige Arbeitszeit zu ganz bestimmten Zeiten des Jahres auf acht und auf sieben Stunden verkürzt wird, jener Abmachung bor zuziehen. Soziales. d Seife ist nicht die Hauptfache. Acht Jahre ist die Metallarbeiter- Zeitung" die im Jahre 1883 von Carl Grillenberger und dem heute noch als Verbandsredakteur tätigen Johann Gottlieb Scherm begründet wurde- älter, als der Metallarbeiter- Verband, und blidt somit auf einen 21jährigen Bestand zurück. Nicht besserer Ginsicht. Gestern haben zwei Bautischlermeister, die zuleicht war es, den Bestand der Zeitung unter dem Sozialisten- fammen 46 Gesellen beschäftigen, die Ausgesperrten wieder eingesetz zu sichern. Abgesehen von den Scherereien des Ausgestellt und sich verpflichtet, feine Aussperrung mehr vorzunehmen. nahmegesetzes, waren auch finanzielle Gefahren vorhanden, aus begreiflichen Gründen wünschen sie jedoch, daß ihre Firmen Bartifularistische Selbständigkeitsgelüfte beherrschen anscheinend denn der Bestand der Mitglieder in den lokalen Metallarbeiter- nicht bekannt gegeben werden. Mit mehreren anderen Meistern die bayerische Postverwaltung. Während bei uns Seife die Hauptsache Fachbereinen war ein sehr unsicherer. schweben Verhandlungen wegen Wiederaufnahme der Arbeit. Wenn ist, soll's in Bayern nun umgekehrt sein, wie folgender Erlaß zeigt: die Arbeitgeber nicht den Terrorismus ihrer Führer fürchten müßten, r. 123158. hätten schon viele von ihnen mit den Arbeitern Frieden geschlossen. Kgl. Oberpostamt für Gestern wurden nur drei Ausgesperrte gemeldet, während fünf Arbeiter zugunsten der Ausgesperrten in den Streit eintraten. " Mitgliederzahl Ausgaben MR. 1931 Oberbayern. Betreff: Die Abgabe von Seife aus Regiemitteln. ( gez.) Wagner. München, 22. Nov. 1904. Das wäre denn nun ein bayerisches Reservatrecht, das sich Bei Gründung des Metallarbeiter- Verbandes, die im Jahre 1891 zu Frankfurt a. M. erfolgte, betrug die Auflage Ser Metallarbeiter- Beitung" 18 600 Eremplare. Am Schluß des Jahre 1892 war die Auflage gestiegen auf 27 000, 1893 28 800, 1894 34 700, 1895 35 000, 1896 50 400, 1897 Die Kündigung des Steinarbeiter- Tarifs wurde am 29. November 60 200, 1898 77 300, 1899 89 200, 1900 103 800, 1901 einstimmig in einer Mitgliederversammlung der Filiale I des Stein Gemäß Entschließung der Generaldirektion der t. b. Posten und 108 200, 1902 130 600 und 1903 165 000. Die Auflage arbeiter- Verbandes beschloffen, die im Gewerkschaftshause tagte. Telegraphen vom 18. 5. W. Nr. 46952 darf von nun ab Seife zum stieg demnach im Verlauf von noch nicht einem Jahre um Der Tarif läuft dann am 1. März 1905 ab. Es entspann sich darauf persönlichen Gebrauch des gesamten Personals des inneren und über 36 000 Eremplare. Nach Berlin, mit seinen 45 000 eine Debatte darüber, welche Forderungen der Gesellenausschuß bei äußeren Dienstes aus Regiemitteln nicht mehr abgegeben werden. im Metallarbeiter- Verband organisierten Arbeitern, kommen den künftigen Verhandlungen mit der Innungsleitung vertreten Die Materialverwaltung ist daher beauftragt, fünftighin Bestellungen allein so viel Zeitungen, als die Hirsch- Dunckerschen Metall- folle. Von verschiedenen Rednern wurde angeregt, den 1899 ges auf Seife zurückzuweifen. arbeiter Gewertvereine in einer nahezu vierzigjährigen forderten Tarif wieder aufzustellen und vor allem bei Affordin einer nahezu vierzigjährigen arbeit die Garantierung eines Minimallohnes zu fordern: Von amtes befindlichen Aemter die Abgabe von Seife, falls eine solche Ebenso haben die Vorstände der nicht am Size des OberpostTätigkeit in ganz Deutschland Mitglieder auf andern wurde die Forderung eines allgemeinen Tagelohnes empfohlen; bisher stattgefunden hat, von nun ab zu unterlaffent. brachten. ein entsprechender Antrag wurde angenommen. Man sah davon Bis zum 1. Januar 1902 erfolgte der Druck der Zeitung ab, fchon jest Spezialforderungen aufzustellen. Dem Gesellenausschuß in Nürnberg, seit dieser Zeit erfolgt die Herstellung in Stutt follte nur ein allgemeiner Anhalt geboten werden. Ueber das gart, in der dem Metallarbeiter- Berband gehörenden Druckerei Vorgehen bei Schilling, das in der legten Versammlung wegen der nicht gewaschen hat. auf einer Augsburger Doppel- Rotationsmaschine. Bezahlung der Kalfsteinarbeit beschlossen wurde, wurde mitgeteilt, Ersatz des Bleies im Letternmetall. Nur um rund 5000 Mitglieder war am Schluß des daß für diese Arbeit die Gewährung von Tagelohn unter Zu- Die zahlreichen schweren Bleivergiftungen der Maler, Anstreicher, Wagenfadierer usw. haben nicht nur zur Anordnung von Sabres 1903 die Zeitungsauflage größer wie die Mitglieder- grundelegung eines Stundenfazes von 75 Pf. erzielt worden ist. zahl, und auch jetzt dürfte der Mitgliederstand kaum wesentlich hielt biefer Tage in Berlin eine Konferenz der Delegierter ber von Bleiweiß geführt, sondern auch zu immer größerem Ersatz desDer zweite Agitations- Bezirk des Verbandes der Friseurgehülfen mehr oder weniger ausführbaren Vorsichtsmaßregeln bei Verwendung geringer sein als die Auflage der Zeitung. An dem Jubiläumstage der Metallarbeiter- Beitung" ist Zweigvereine ab. Vertreten war von Berlin Biere, Bolliahn, selben durch Zinkweiß und Lithopone. Nicht nur Maler und AnHahne, Rirdorf Lobbes, Köpenick Schmidt, Brandenburg streicher, sondern auch die Mehrzahl der Fabrikanten von Bleiweiß es interessant, einen Rückblick auf die Einnahmen und öffler, Luckenwalde Berr; Frankfurt a. O. war unvertreten. und Anstrichfarben geben, wie der Bericht der badischen FabrikAusgaben, sowie die Leistungen dieser bedeutenden Der Verbands- Ausschuß war vertreten durch Wermke. Linte inspektion für 1903 erflärt, zu, daß die Verivendung von Bleiweiß Arbeiterorganisation zu werfen. als stellvertretender Obmann leitete die Sizung. Der Bericht, welchen ganz erheblich eingeschränkt werden könne. Nur für manche Zwecke, Die Mitgliederzahl, Einnahmen und Ausgaben waren: der bisherige Obmann Schobert über seine Tätigkeit gab, war ein wo es auf besondere Wetterbeständigkeit ankommt, glaubt man es nur furzer. Redner läßt sich über verschiedene Schwierigkeiten in noch nicht entbehren zu können. Aber man setzt die Versuche in Mehrbetrag an der Agitation aus, welche beseitigt werden müssen. dieser Hinsicht fort. Eine ganze Reihe von Staate und VerEinnahmen(+) Der Mitgliederstand in den einzelnen Zweigvereinen ist nach ivaltungsbehörden, allerdings nur außerdeutsche, haben die VerAusgaben(-) den Berichten ein etwas besserer geworden. Was Berlin anbetrifft, vendung von Bleiweiß bei den für sie ausgeführten Arbeiten schon M. B. gab Liere bekannt, daß seit der letzten Konferenz die Zahl der ganz untersagt. Nach den übereinstimmenden Angaben der ProMitglieder von 175 auf 220 gewachsen ist. In Tezter Zeit hätten duzenten von Lithopone und Zinkweiß hat in den letzten Jahren die 46 643 6310 801 20 die Aufrufe und die Bekanntmachung der mit organisterten Gehülfen Produktion dieser Stoffe auf Kosten des Bleiweißes stark gewonnen. 3 536 17 arbeitenden Geschäfte im Vorwärts" viel dazu beigetragen, dem Auch die Vergiftungen von Arbeitern bei Beschäftigung mit Bleiweiß Die Kontrollfarte erhalte nur haben abgenommen, wenn sie auch trotzdem noch recht zahlreich sind. 10 793 95 Beigberein Mitglieder zuzuführen. das Mitglied ausgehändigt, welches vom Nachweise des Verbandes Jn den preußischen Krankenhäusern wurden an Bleibergiftung Ar2 521 57 bermittelt wird. Dies sei die beste Gewähr, daß alsdann der tarif- beiter, die mit Bleiweiß beschäftigt waren, behandelt 1899: 1601, 24 719 27 mäßige Lohn gezahlt wird; zugleich beziveckt es die Sebung des 1900: 1509, 1901: 1359, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, Arbeitsnachiveises. Beschlossen wurde auf des Redners Antrag, vom wann die Bleiweißanstriche und die Erkrankungen der Maler und 112 628 88 1. Januar ab für Berlin und Umgegend eine einheitliche Kontroll- Anstreicher an Bleivergiftung zu den feltenen Ausnahmen gehören. 215 069 41 Auch in der Töpferei und Ofenfabrikation gewinnt die Verwendung 6212 35 farte einzuführen. Der Vorstand des Berliner Zweigvereins hatte einen Antrag und Verbesserung bleifreier Glasuren immer mehr Terrain. Ihr ist +186 454 40 106 985 73 gestellt auf Anstellung eines befoldeten Beamten für den zweiten es zu danken, daß z. B. in der keramischen Industrie von North24 350 48 Agitations- Bezirk. Dazu wurde ein Antrag Liere angenommen: Staffordshire in den Jahren bon 1898 bis 1901 die Bahl der feft200 956 37 Der Obmann wird beauftragt, betreffs Anstellung eines Beamten gestellten Bleibergiftungen von 348 auf 204, 165, 84 und 66 Fälle mit dem Verbandsvorstand in Verhandlung zu treten. Die An- fant, also in vier Jahren auf noch weniger als den fünften Teil. 10 043 676 12 9 139 780 88903 895 24 gelegenheit ist, wenn geflärt, einer Konferenz der Zweigvereins- So hat auch hier die immer zunehmende Ersetzung der bleihaltigen Glasuren durch bleifrete eine rasche Verminderung der schweren BleiDie Mitgliederzunahme betrug somit im Jahre 1903 Vorstände zur Beschlußfassung zu unterbreiten. 31 293 und find damit im Metallarbeiter- Verband von den erkrankungen zur Folge gehabt. Berufsangehörigen insgesamt 30 Broz. organisiert. Der Wechsel der Mitglieder ist, froß Einführung verschiedener Unterstügungszweige, noch ein bedeutender. Im Jahre 1903 war die Zahl der Beitritte 101 281 und die Zahl der Austritte betrug 69 988, doch ist zu hoffen, daß, falls die beabsichtigte Einführung der Krankenunterstützung zur Tatsache wird, sich die Fluktuation verringert. Ist doch für eine Arbeiterorganisation und mag fie noch so groß seinnicht ohne Belang: ein älterer fester Bestand der Mitglieder. Welche bedeutenden Summen der Metallarbeiter- Verband seit seinem Bestehen bis zum Schluß des Jahres 1903 für die Werbefferung der Arbeiterlage ausgegeben hat, geht aus den nachstehenden Zahlen hervor. Leistungen des Verbandes an die Mitglieder: ArbeitsIofenJahr Einnahmen männl. weibl. 902 1891 22 875 1892 25 956 330 152 1893 28 260 169 1894 33 128 278 57 444 83 154 481 59 182 735 93 229 444 27 1895 31 607 1582 243 841 25 1896 48 876 1578 312 437 93 1807 58 610 1280 486 756 64 1898 74 160 1271 1899 82 812 1900 98 069 2202 2693 594 988 27 896 685 35 1 198 230 92 1 006 776 150 945 42 171 941 98 218 154 06 241 819 68 287 718 66 374 127 76 379 913 86 902 897 70 52 1901 100 445 2460 1 309 392 90 1 202 407 17 1902 1903 125 889 3453 154 879 5256 Sa. 160 135 1567 433 67 1 548 083 24 2 814 807 57 2 613 851 20 11 290 21 " vereins: Welchen Weg gedenkt die Konferenz zu tun, um die in den Zu dem weiteren Antrag des Vorstandes des Berliner ZweigAußer in der Form von Bleifarben und Bleiglasuren werben Wahlvereinen organiſterien Arbeitgeber anzuhalten, ihre Gehilfen gabreiche Arbeiter auch durch die Beschäftigt be often, mit metallischem von dem Arbeitsnachweis des Verbandes zu beziehen? führte Bolljahn Blei oder Bleilegierungen von Bleivergiftungen betroffen, namentlich aus, daß viele Arbeitgeber, besonders in Arbeitergegenden, als Ge- beim Schmelzen desselben, wie es in Bleiwalzwerken und Schrift. noffen auftreten und sich im Wahlverein aufnehmen ließen, ohne ihre gießereien borgenommen wird. Zwar ist für letztere durch bie Pflichten ihren Gehülfen und der Gewerkschaft gegenüber zu tun. Bundesrats- Bekanntmachung vom 31. Juli 1897, außer einer Reihe Die Arbeiterschaft glaubt, daß bei diesen Arbeitgebern organisierte anderer Schutzmaßregeln, vorgeschrieben, daß die Kessel, in denen das bezogen werden und somit den Leuten der Lohn gezahlt wird, welcher müssen. Doch ist baburch die Verdampfung und Verstaubung bes Gehülfen beschäftigt sind resp. diese vom Nachweis der Organisation Blei geschmolzen wird, mit wirksamen Dunstabzügen versehen sein im Tarif vorgesehen ist. Dies sei aber nur bei fnapp 20 Prog. dieser Bleies nicht ausgeschloffen, wie die trotzdem in Buchdruckereien und Meister der gall; alle anderen benuben Nachweise, welche allgemein Schriftgießereien nach den Strankenkassenberichten noch immer borbekämpft werden. Zu bedauern wäre der Beschluß der Vertrauens- kommenden schweren Bleivergiftungen bei Schriftfehern und namentleute von Berlin und Umgegend, fich in gewerkschaftliche Angelegen- lich Schriftgießern dartun. Angesichts dieser geringen Erfolge folcher beiten nicht eingumischen. Durch diesen Beschluß wäre Tür und Tor Schuhmaßregeln drängt sich die Frage auf, ob es nicht möglich fein geöffnet zur Großziehung von Geschäftssozialisten. Nach lebhafter follte, ebenso wie in der Malerei und Töpferei auch bei der Her Diskussion, an welcher sich Linte, Schobert, Schmidt, 2iere beteiligten, wurde folgende Resolution angenommen: Die Konferenz des giveiten Agitations- Bezirks bedauert sehr, daß von den ungefähr 250 bis 300 politisch organisierten Arbeitgebern knapp 20 Broz. ihre Arbeitskräfte von dem Nachweis des Verbandes der Friseurgehülfen entnehmen und anstatt dessen Nachiveise unterstützen, welche vom fozialen Standpunkt zu bekämpfen sind. Die Konferenz 2. W. Mr.[ f Mr. Pim. f glaubt, daß es dem größten Teil obiger Arbeitgeber nur darum zu fun ist, Mitglied eines Wahlvereins zu sein, um sich die Kundschaft der organisierten Arbeiterschaft zu sichern. Sie bedauert deshalb den Beschluß der Vertrauensleute Berlins und Umgegend, sich in gewerkschaftliche Angelegenheiten nicht einzumischen. Die Konferenz beauftragt den Obmann, geeignete Schritte dieferhalb zu tun. Jahr Reisegeld Unterstüßung 47817 03 NotlageUnterstützung Rechtsfchutz 902. 1931 1891 14729 57 1892 1150 20 8796 1893 47642 80 4694 1894 66643 70 5432 1895 49092 22 7660 65 1896 23478 90 1897 21965 46 1898 1899 1900 18603 01 23731 27340 52 38828 77 69191 63 50577 27 31622 39 VerStreits bandsorgan 235 88 1342 67 6270 84 1511 17 1668 81883 81 37276 70 956 15 2145 92 2194 54 1682 26169 87 88878 38 36577 26 41623 88 Sahne referierte hierauf zum Punkt Agitation: Wie ist diefelbe erfolgreich zu betreiben in der Proving? Referent ift der Meinung, daß die Agitation in der Proving sehr not fut. Es gäbe stellung von Buchdrucklettern das Blei durch ein anderes Metall zu ersehen. Allerdings ist hier der verschiedene Preis der Metalle ein wesentliches Hindernis, wenn es auch nicht zu bezweifeln ist, daß es gelingen müßte, eine Legierung bon ungiftigen Metallen herzustellen, die gleichen Härtegrad, Gußfähigkeit und überhaupt eine gleiche Vers wendbarkeit zur Herstellung von Lettern besißt, wie die jetzt dazu vers wendete Legierung von Blei und Antimon. Die ungefähren heutigen Preise der in Betracht kommenden Metalle sind per 100 kilogramm: Gußeisen. Blei Bint Antimon Kupfer Binn Alluminium Natrium 7- 7,50 22-24 40-44 " " 66-70 " 100-120 " 240-250 360-400 460-500 " 9129 73 2093 04 102125 61 46928 99 11280 86 4064 84 110966 44 58634 43 7483 72 70407 74 78654 05 verschiedene Städte, wo er glaubt, einen Zweigverein gründen zu Zink ist wohl auszuscheiden, da es bisher nicht gelungen ist, mit 5223 30 444345 17 72694 65 fönnen, 8. 23. Kottbus, wo bereits ein Zweigverein bestanden hat, seinen Legierungen brauchbare Lettern herzustellen. Die wesentlich 6329 58 342675 56 78329 80 und andere. Die Kollegen, bie dort tätig sind, müßten aufgeklärt höheren Preise der anderen Metalle sind wohl auch der Grund, daß 1901 108625 19 811949 07 56685 58 12854 78 200181 09 89182 14 verden, damit sie bei dem event. Zuzug nach Berlin nicht für billigen bisher auf bleifreie Regierungen für Letternmetalle fast noch nirgends 1902 135226 24 366034 12 66344 27 12408 43 420050 01 94259 21 Lohn arbeiten. Von Berlin müßten nach diesen Zweigvereinen Kräfte Batente genommen worden sind, während für Gießmaschinen, Abricht 1903 146773 14 329859 59 84060 19 45474 12 1410318 97 133867 gefandt werden zur Leitung derselben; biele seien lebensfähig, aber maschinen usw. für Schriftgießer schon außerordentlich viele Patente Sa. 796850 17/1058419| 05| 824139 88 102419 923168505 39 802983 88 Die Leitung hätte ihnen gefehlt. Er bittet die Konferenz, feinen zur Anmeldung gelangt sind und erteilt wurden. Wir glauben aber Vorschlag in Erwägung zu ziehen. Schmidt stellte hierzu den doch, daß die Gesundheit von vielen Tausenden von Schriftgießern Die für Streifs und Aussperrungen ausgegebene Summe Antrag: Falls ein Kollege nach auswärts zur Leitung eines Beig- und Schriftfebern so viel wert ist, daß man auch hier den Ersaß des ist im Jahre 1903 mehr denn dreimal so groß als 1902. Troy vereins geht, demselben einen wöchentlichen Bufchuß zu geben. giftigen Bleies durch andere Metall- Legierungen ernstlich ins Auge des wiedereinsehenden besseren Geschäftsganges beantworteten Schobert und Bolljahn sind gegen diese Vorschläge. Berlin fassen sollte. Staat und Unternehmer- Vereinigungen haben hohe die Unternehmer die geringsten Forderungen der Arbeiter mit würde dadurch seine notwendig gebrauchten Kräfte verlieren. Des- Preise für Verbesserungen in der Buderfabrikation, in der BranntAussperrungen und Massenentlassungen. Aber der Metall- gleichen ist auch Wer mte dagegen. Bon den Startellen als ge- weinbrennerei, für Bremsborrichtungen, für Lötverfahren auf Aluarbeiter- Berband ist ein Machtfattor im Wirtschaftsleben ge- hätten wir erst einen Beamten, dann wäre eher an einen Erfolg zu Erfolge ausgeschrieben, so daß die Staatsbehörde wohl auch einen schäftlichen Leitern, wie Hahne es sich denkt, verspreche er sich nichts. minium und für hundert andere Zivede zum Teil mit sehr gutem worden, und auch 1903 gelang es wieder, mehrere follefsenten. Der Untrag wurde abgelehnt gegen zwei Stimmen. Als Breis von einigen Tausend Mark für eine bleifrele nicht zu teure tive Arbeitsverträge abzuschließen. Die Kühnemänner bann wurde noch über verschiedene Anträge diskutiert. Aus der Letternlegierung ausschreiben könnte. 28ir glauben, daß dieser Be mögen sich noch so sehr sträuben, die Organisation als Ver- Wahl zum Obmann ging Linke als solcher hervor. Nach den trag, sowie die etwas höheren Kosten einer bleifreien Legierung sehr tragschließenden anzuerkennen, Sieger bleiben sie auf den ver- üblichen Schlußreden und einem Hoch auf den Verband schloß der bald durch Minderausgabe für Kranten, Unterstützungs und schiedenen Kampffeldern weniger und weniger. Und optimistisch Leiter die Sitzung. Sterbegeld erspart werden würden, Voranzeige! Partei- Speditionen: Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalderftraße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Frib, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Gr. Frankfurterstr. 133, of part. SO.: Paul Böhm, Laufiberplak 14/15 ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo 8ucht, Steibelstraße 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger RosenVorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24, born part. links. 3/96. Shit. Glienicke." Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: Reinhold Scholz, Rudowerstr. 72. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. Deutsch- Wilmersdorf: B. Nidel, Berlinerstr. 130, III.- FriedrichsbergFriedrichsfelde Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Otto Seitel, O. 112, Stronprinzenstraße 50, I. Grünau: H. Bluhme, Kurfürstenstraße 3. Rixdorf: M. Heinrich, Brinz Handjerystraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im" Laden. Ober- Schöneweide: Otto Münzer, Edisonstraße 31, 2 Treppen. NiederSchöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Adlershof: Paul Schmidt, Bismarckstraße 32, I. Königs Wusterhausen: H. Meier, Bahnhofstr. 11 II. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz: 5. Bernfee, Schloßstr. 115, Gartenhaus I, in Steglit. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schellhase, Ahornstraße 15 a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chausseestraße 16. 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