Nr. 285. Abonnements- Bedingungen: 13 Abonnements Breis bränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland ev 8 Mart pro Monat Ericheint täglich außer Montags. lucia 21. Jahrg. midad medidagan Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions Gebühr beträgt für bie fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", bas erste( fettusgedruckte) Bort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für groei Worte. Inserate für ble nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. 516 dris on enn Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Pokerrecht. Sonntag, den 4. Dezember 1904. anwalts anzuziehen. In diesem Kostümwechsel fand man bei dem Staatsanwalt gar nichts Anstößiges, während bei dem Verteidiger erwogen wurde, ob er wohl nach seiner Zeugenschaft noch berechtigt sei, die Verteidigung zu führen. In zwei Preßproze en, die dieser Tage stattgefunden haben, sind Redakteure zu außer wöhnlich schweren Strafen verurteilt worden. Die Dinge spitten sich schließlich so zu, daß die Verteidigung In Königsberg worse unter Vorsitz des Landgerichtsrats Schubert, ihr Mandat niederlegte und der Angeklagte auf jede weitere Be des Vorsitzenden des Königsberger Prozesses, der" Japper" fundung verzichtete. Daß nebenher der Angeklagte durch den Redakteur Beselin zu zwei Jahren vier Monaten Gefängnis verurteilt. Strafvollzug gesundheitlich in einer Weise schwer geschädigt worden Der Staatsanwalt Dr. Caspar hatte sogar die ungeheure Strafe bon bier Jahren Gefängnis beantragt! Zu gleicher Zeit wurde in dem ersten der fünf Ruhstrat- Prozesse der Redakteur Schwehnert zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Die Fälle gleichen sich durch die ungewöhnliche Höhe des Strafmaßes und in der offenbaren Erbitterung des Gerichts. Beide Blätter, deren Redakteure so schwer verurteilt wurden, beschäftigten sich mit den Geheimnissen der guten Gesellschaft, und die schweren Urteile sollen offenbar dazu dienen, die Preffe von solchen undelikaten Nachforschungen abzuschrecken. Im einzelnen scheinen die beiden Fälle verschieden zu liegen. Der„ Japper" scheint tatsächlich unrichtige Behauptungen verbreitet zu haben und hat wohl nur aus Sensationsbedürfnis gehandelt, das gegen hat man den Eindruck, als ob in dem Ruhstrat- Prozesse in Wirklichkeit Dinge an die Deffentlichkeit gebracht worden sind, die ein öffentliches Interesse beanspruchen. ist, daß er kaum noch vernehmungsfähig war, bildet ein besonders erregendes Moment dieses unerhörten Verfahrens. Welche Stimmung aber in dem Kreise der Verteidiger herrscht über das Verfahren, das bezeugt eine Erklärung, die der Rechtsanwalt Dr. Herz, Altona, uns zur Veröffentlichung zuschickt und deren Hauptinhalt wir nachstehend mitteilen: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Aus Bayern wurde mun Herr v. Stengel herbeigeholt, um das Reich aus der Not zu erlösen. Doch so mutig der Curtius sprung des Freiherrnt v. Stengel aus dem gemütlichen Bayern in den Abgrund der Reichsfinanznot sein mochte, das Opfer schloß den Abgrund nicht: Der neueste Etat ist noch weit trübfeliger als irgend einer der vorhergehenden. Am Sonnabend begann im Reichstag die Beratung des Etats für 1905. Man sollte meinen, daß es Aufgabe des Reichs. tanglers sei, als erster das Wort zu nehmen zur Darlegung der inneren und äußeren Gesamtlage des Reiches und insbesondere zur Aussprache über die opferschweren Geschehnisse in Afrika. Graf Bülow erschien erst spät, erschien lächelnd und wohlgelaunt wie stets, aber er überließ es den Gehilfen, die Verhandlungen des Etats geschäftsmäßig einzuleiten. In den wiederholten Besprechungen, die ich mit Herrn Dr. Sprenger über die Führung der Verteidigung gehabt habe, habe ich die Wahrnehmung gemacht, daß Herr Dr. Sprenger die Artikel des„ Residenzboten", insbesondere die inkriminierten, wegen der feiner Ansicht nach die zulässigen Grenzen überschreitenden Form und des ihm nicht zusagenden radikalen Inhalts stets abfällig beurteilt hat. Er sprach auch wiederholt von der Erwägung, des wegen von der Vertretung der Angeklagten Abstand zu nehmen. als ich ihn über seine rein juristische Ansicht befragte, gab er der Ansicht Ausdruck, daß auch gegen die Angeklagten sehr stark gesündigt sei und daß erhebliche objektive Rechtswidrigkeiten augen fcheinlich infolge der hohen Stellung des Verlekten und sonstiger lokaler Einflüsse vorgekommen seien. Dies veranlasse ihn als politit zu fiben Juristen, der Sache sein Interesse nicht abzuwenden. Der Reichs Shagsetretär zeigte die Finanglage des Reiches ungeschminkt, ein Verhehlen und Bertuschen ist nicht mehr möglich: Defizit von 75 Millionen; 46% Millionen, die in den ordentlichen Etat gehören, in den außerordentlichen Etat geworfen ein für ein geordnetes Finanzivesen ruinöses Verfahren; ein gesamter Anleihebedarf von 288 Millionen; dazu der zwrite Nachtrags- Etat für die afrikanischen Aufwendungen bis zum 1. Oktober mit 76% Millionen; weitere Kredite für Südwestafrika vorbehalten, da noch nicht zu übersehen, welche zukünftigen Kosten außer den jetzt in den Etat eingestellten noch erwachsen werden. Anschwellen der Zinslast Ueber die Einzelheiten des Japper"-Prozesses läßt sich mangels für Reichsschulden auf 113 Millionen. eines ausführlichen Berichtes, und da er größtenteils unter Ausschluß Stritit, die der Zeiter der Reichsfinanzpolitit selbst an dieser der Deffentlichkeit stattfand, aus der Ferne keine fachlich abschließende gezwungen war, eine Kritik, die vielMeinung bilden; nur das Urteil ist in jenem Falle über alle Maßen fach das aufnahm, was von sozialdemokratischer Seite seit hart. Dagegen wird der Ruhstrat- Prozeß den Ausgang einer sehr Ich sprach dem gegenüber meine Ansicht aus, daß für die feher als Folge der heutigen Reichsfinanzwirtschaft in Aussicht gestellt ernsthaften Betrachtung bilden müssen. Hier handelt es sich, selbst Stellungnahme zur literarischen und politischen Haltung des war. Es war ein klagelied ohnegleichen; es reihten sich die Worte wenn man annimmt, es sei ursprünglich nur eine gewöhnliche Residenzboten" die Weltanschauung des Kritikers wesentlich von der Verzweiflung grau in grau aneinander: Wir leben von der Standalaffäre gewesen, in der Entwickelung, welche die Angelegenheit Einfluß sei und daß die ablehnende Auffassung meines Kollegen Hand in den Mund; trübe Perspektive in die Zukunft; in bisheriger genommen hat, um einen Kampf ums Recht, der zur Ent- zurückzuführen sei auf seine mehr konservativ gerichtete Lebensweise geht es nicht mehr weiter, wenn es nicht immer noch schlimmer scheidung gebracht werden muß. Man wird staunend die Oldenburger auffassung. Ich selbst sei Sozialdemokrat und hielte daher die werden soll; auch die Zollvorlage kann den gewaltigen Fehlbetrag fcheidung gebracht werden muß. Man wird staunend die Oldenburger formellen Ueberschreitungen der Residenzbotenleute für psychologisch sicherlich nicht decken u. f. f. Also, erklärte Freiherr v. Stengel, es sei eine Gerichtsverhandlungen gelesen haben. Ist man schon sonst gewöhnt, verzeihlicher als wie die offensichtlichen, die Rechtssicherheit gefähr gründliche Sanierung nötig, die Finanzen müssen auf solide Bafis daß die Gerichte mit der Berteidigung und den Angeklagten benden Mißgriffe einer in den logischen und gesellschaftlichen gesetzt werden. Die Rede gipfelte in der Erklärung, daß die Würde diesem Falle mit Fug und Recht von einer Aufhebung der Ver- Formen geschulten, die Staatsmacht besibenden Beamtenschaft. Ich machte Herrn Dr. Sprenger auch darauf aufmerksam, daß länger zu vertagen. bes Reiches verbietet, die Ordnung der Finanzen noch teidigung reden. scheinen lasse, sein persönliches Mißfallen besonders scharf zu großes Reich, das jahrelang so jämmerlich durchkriecht, macht die Technik der Verteidigung es vielleicht nicht empfehlenswert er Die Würde des Reiches ein wahres Wort! Ein betonen. verfahren, wie bösartige Unteroffiziere mit Rekruten, so kann man in Der Fall Rubstrat selbst liegt einfach. Dieser Justizminister hatte in dem früheren Prozeß wie auch im Oldenburger Landtag es so dargestellt, als ob er nur in grauer Vorzeit Hazard gespielt habe. Inzwischen stellt sich heraus, daß der Minister damit nur hat fagen durch die von ihm hervorgehobene scharfe Scheidung die störenden Reiches zu wahren? Neue Einnahmequellen müssen erschlossen Herr Dr. Sprenger erklärte demgegenüber:... Er hoffe, fich zum Gefpött der Welt. Doch wie ist die Würde des wollen, daß er nicht die„ Lustige Sieben" noch als Minister gespielt habe, Einflüsse des Oldenburger Milieu zu beseitigen und eine rein werden, fordert flehentlich der Verwalter der Finanzen, aber dagegen habe er aber gepokert. Das Pokern, das etwa in die Familie juristische Behandlung des Straffalls zu ermöglichen. welche Einnahmequellen? Freiherr v. Stengel raffte seine des„ Mauschelns" gehört, segt außer dem Zufall und Glüd nur Die Ereignisse haben gezeigt, daß die örtlichen Einflüsse über Manuskripte in dem Augenblick zusammen, wo die Ansicht über seine eine Fähigkeit voraus, nämlich das für einen Justizminister be- mächtig waren und eine objektive Beurteilung des Falles nicht zu Steuervorschläge zu erwarten war. Wir sind diejenigen, von denen er sonders verhängnisvolle Talent, mit dreister Stirne die Mit ließen. Das erst im vorbereitenden Verfahren abgegebene Bu- die Rettung der Reichswürde hofft? die Rettung der Reichswürde Hofft? Wo sind die Klassen und spielenden über den Inhalt der eigenen Karten zu täuschen. Das geständnis des Ministers, er habe noch in den letzten Jahren Poker Parteien, die stets begeistert von Würde, Ehre und Größe des Pokerspiel ist nun offenbar gleichfalls ein Glüldsspiel. Als der ein weltbekanntes englisch- amerikanisches Hasardspiel- gespielt, Reiches pofaunen? Jahrzehnt um Jahrzehnt hat man für die Justizminister sich entschloß, die schöne Gewohnheit der vom Reichs- während doch gerade den Angeklagten vorgeworfen wurde, sie hätten Würde des Reiches die Unbemittelten, die Armen und Wermsten gericht offiziell als unerlaubtes Glüdsspiel anerkannten Luftigen zu Unrecht behauptet, der Minister habe entgegen seinem Eide und schwere Sorge tragen lassen. Endlich müssen die Bes Sieben" aufzugeben, scheint er seine juristischen Kenntnisse dazu be- entgegen seiner feierlichen Bekundung im Landtag noch in den güterten für die Würde des Reiches nach ihren Kräften ein nuzt zu haben, um nachzuforschen, welches Glücksspiel vom Reichs- jüngsten Jahren hasardiert, fand von amtswegen keine Berüd- wenig beitragen. Sie müssen aus dem Reichtum beisteuern, um die gericht noch nicht offiziell als verboten gebrandmarkt sei; und da er sichtigung. Die Tatsache selbst wurde als harmlofer, kaum er- Finanznot des Reiches zu mildern und zu beseitigen. Hier ist irgendwie in Erfahrung gebracht hatte, daß beim Pokern wähnenswerter Vorfall behandelt. Dagegen stüßt man sich darauf, ihnen die wunderbarste Gelegenheit gegeben, ihren Waterlands die Frage offen offen gelassen sei, gelassen sei, so entschloß er fich, daß ein anderes, in früheren Prozessen erwähntes Glücksspiel eifer zu betätigen. Und wer wollte zweifeln, daß die verzweifelte auf gut Glüd, vielleicht um im Interesse der Menschheit eine( lustige Sieben") nicht gespielt sei, und verhaftete auf Gerichts- Klage des Schatsekretärs v. Stengel nun sofort eine große BeReichsgerichts- Entscheidung auch über die Pokermoral zu provozieren, stelle den nicht vorbestraften, völlig unbeteiligten Kellner Meher, wegung unter den Wohlhabenden und Vermögenden erregen wird. sich diesem Spiel hinzugeben. der letzteres doch bekundete, sich möglicherweise irrte und trotz offen Sicherlich wird man sich nun überstürzen, dem Reiche zu geben, drohender Verhaftung und trok Vorhalt der abweichenden Aussage wessen es so dringlich bedarf, des Reiches Würde zu retten! Des britter Personen bei der Beteuerung der Wahrheit seiner Aussage blieb, wiewohl er darauf hingewiesen wurde, daß er sie noch ungestraft widerrufen könne. Dadurch wurde, wenn auch unbeabsichtigt, auch seitens des Gerichts der falsche Anschein erwedt, als ob das gesamte Belastungsmaterial auf den Angaben unzuverlässiger Bersonen beruhe. Bon jedem anderen Zeugen würde man verlangen, daß, wenn er unter dem Eide gefragt wird, ob er hazardiert habe, nicht nur zugäbe, daß er in früheren Zeiten einmal der„ Lustigen Sieben" gefrönt habe, sondern auch mitteilt, daß er in neuerer Zeit gepofert habe. Und gerade wenn man das Pofern für kein Hazardspiel hält, wie dies der Justizminister, der Staatsanwalt und das Oldenburger Gericht entgegen allen Begriffsbestimmungen des Glücksspiels behauptet haben, so war erst recht kein Anlaß dazu, diese harmlofigfeiten, um Mißdeutungen vorzubeugen, nicht zu erzählen. Der„ Residenzbote", deffen Redakteur diese Behauptung jegt mit einem Jahr büßen muß, hat darin einen Meineid gesehen, daß der Minister von seinem Hazardspiel in neuerer Zeit nicht geredet hatte; denn tatsächlich hat der Minister in neuerer Zeit hazardiert, das hat er selbst zugegeben. Der Jrrtum des Redakteurs bestünde höchstens darin, daß er im Bokern ein Hazardspiel, wie alle Belt, sieht, deshalb fonnte er von seinem Standpunkt aus mit Recht den Vorwurf erheben. Die Handhabung der Sigungspolizei, die Einrichtung des Verhandlungsplans, die ungewöhnliche Behandlung der Verteidigung illustrieren und ergänzen das Bild. Die Verteidigung verzichtete darauf, ein Amt zu befleiben, beffen gefehliche Funktionen tatsächlich objektiv rechtswidrig außer Kraft gefekt waren." Politische Ueberlicht. Berlin, den 3. Dezember. Reiches Würde ist in die Hand der besigenden Klassen gegeben. Es wird ihnen ein leichtes sein, sie zu bewahren durch eine gebührende Besteuerung der großen Einkommen, Vermögen und Erbschaften! Es führte zu abfichtswidriger, aber vollkommener Selbstkenns zeichnung unserer Zustände, daß nach dem Hauswalter der Sparsamfeit der Minister der militaristischen Verschwendung sich erhob. Herr v. Einem sprach für die geplanten Neuformationen in der Armee, für die Neuforderung von 10 000 Mann und für die Ausgleichsmaßnahmen der zweijährigen Dienstzeit. Was er sagte, war schon aus der bewilligungseifrigen Presse bekannt. Er bestätigte nur, daß der Militarismus trog der verzweifelten Finanzlage und über den jezigen Etat hinaus für die nächsten Jahre wiederum gewaltige Neuforderungen stellt, Der Kriegsminister nannte solche Aufwendungen Meliorationen", welche zwar nicht sofort zu Mehreinnahmen führen, aber im Falle eines Krieges ihre Rentabilität eriveisen. So meliorieren" die kapitalistisch- militaristischen Staaten, indem sie in wahnwißigen Steigerungen die Wolfskraft den fulturellen Aufgaben entziehen. Am Montag haben die Parteien das Wort.Abgeordnetenhaus. Die Berteidiger haben zunächst das Oldenburger Gericht als beDie Würde des Reiches. fangen abzulehnen versucht. Die Richter aber erklärten, daß fie Seitdem der Reichstag im Jahre 1900 fich dazu nötigen nicht befangen seien, obwohl es sich um die Ehre und die Existenz ließ, zur Landarmee ersten Ranges eine große weltpolitische Marine ihres Chefs handelte, obwohl sie mit ihm persönlich verbunden waren zu schaffen, beginnen die Jahre der Reichs- Finanznot. As und bei den engen Verhältnissen der kleinen Residenz in steten Be- es damals galt, den Reichstag zur gewaltig gesteigerten Flottenziehungen zu ihm standen. Es ist unerklärlich, daß das Gericht rüstung zu überreden, stellte die Regierung durch den Schazsekretär nicht so viel Feingefühl gehabt hat, unter solchen Umständen sich für Freiherrn v. Thielmann die Finanzlage des Reiches in glänzender Das Abgeordnetenhaus machte am Sonnabend zunächst befangen zu erklären. Wollte man die Wahrheit ermitteln, so mußte Herrlichkeit dar; man schwamm im Golde. Freiherr v. Thielmann in Mittelstandsretterei. Noch vor der Vertagung hatte der man auch den Verdacht vermeiden, daß auch hier, in der Arena des erklärte neue Steuern für unnötig, er war überzeugt, daß mit den Abg. Kindler( frs. Vp.) einen Antrag auf Einrichtung von Rechts, gepofert werden könnte, daß es nur gelte, die Deffentlichkeit dem Reiche zur Verfügung stehenden Einnahmen auch die neue Meister Kursen und Veranstaltung von Ausstellungen darüber im ungewiffen zu lassen, welche Karten man in der Hand Marine gebaut werden könnte. Obschon auf Betreiben des Zentrums von Maschinen und Werkzeugen für das Kleingewerbe einhalte. dann einige Millionen aus den Stempelabgaben und der Lotterie- gebracht. Die verstärkte Handels- und Gewerbekommission, Während der ganzen Verhandlung wurden die Verteidiger in steuer zusammengefragt wurden, stellte sich bald heraus, daß das der der Antrag überwiesen war, schlug dem Plenum unter der verlegendsten Weise behandelt. Der Hauptverteidiger wurde zum Reich den nun sich überftürzenden Ausgaben für Bangertoloffe, Ablehnung desselben eine Resolution vor, die die Regierung Zeugen gemacht und damit für längere Zeit der Verhandlung ent- für Stiautschou, für Kolonien nicht gewachsen war. Jn jähem um Schaffung einer Zentralstelle ersucht, welcher unter Heranzogen. Seine Bitte, sofort vernommen zu werden, um wieder als Wechsel sah sich das Reich aus dem Ueberfluß in Mangel versezt ziehung von Sachverständigen aus dem Handwerker- und Verteidiger in Funktion treten zu können, wurde nicht erfüllt. und von Jahr zu Jahr verschlimmerte sich die Not der Finanzen. Es Gewerbestande insbesondere die Förderung des Handwerks Umgekehrt gestattete man sofort dem Staatsanwalt, der auch zu tamen die Jahre der Zuschußanleihen", da nicht einmal die fort zu unterstellen ist. Nach unerheblicher Debatte nahm das den harmlosen Anhängern des Boterns gehört hat, sofort als Zeuge dauernden Ausgaben des Reiches Deckung finden fonnten. Die Reichs Haus diese nichtssagende Resolution an. Das Handwerk ist fich zu reinigen, um dann alsbald wieder die Robe des Staats- schuld wuchs ins ungemessene. also wieder mal gerettet. dadurch strafen, daß wir die Zeugenliste jenes Prozesses und ähnlicher Prozesse veröffentlichen. Zur Stadtoerordneten- Stichwahl in Frankfurt a. M. Man schreibt uns: Verluste in Südwestafrika. An Typhus gestorben: Unterbeterinär Christian Rechel, geb. 20. 4. 76 zu Rodau, am 13. November im Lazarett Owiłotorero; Gefreiter Georg Schmidmeier, geb. 30. 8. 81 zu Edelhausen, am 29. November im Lazarett Otjimbinde; Reiter Paul Seipet, geb. 19. 8. 83 zu Offenbach a. M., am 11. November im wundet: Reiter Frig Bandelt, geb. 29. 1. 82 au Zabern Am 22. November im Gefecht bei Kub ver= Lazarett Epukiro. schwer, Knochenschuß rechten Unterschenkel. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete die Be- könnten wir einmal die Geduld verlieren und die elende Heuchelei ratung des Antrages v. Arnim( f.), die Regierung zu erfuchen, ihren Einfluß auf das Kalisyndidat dahin geltend zu machen, daß den landwirtschaftlichen Bezugsverbänden ihre bisherige Vorzugsstellung bei Bezug der Kalisalze erhalten bleibe. In der Debatte über den Antrag, der sich gegen die Auch die zweite Schlacht ist nun geschlagen. Sie hat der Absicht des Syndikats wendet, in Zukunft nicht bloß den land- Sozialdemokratie zu ihrem Erfolg am 9. November einen weiteren wirtschaftlichen Genossenschaften, sondern auch den Händlern gebracht, indem auch das zweite Mandat in Bornheim erobert Vorzugspreise einzuräumen, legte der Handelsminister wurde, erobert aus eigener Straft. Genoffe Hüttmann, der GauMöller wieder einmal einen Beweis für seine Zwei- Seelen- leiter des Maurer- Verbandes, hat den alteingesessenen Bornheimer Theorie ab; er erfennt an, daß die kleinen Landwirte auf die Die übrigen elf sozialdemokratischen Stichwahlmandate sind leider den blinden Russeneifer der Berliner Universität muß es statt UnterHändler angewiesen sind, will aber doch im Interesse der für uns verloren worden, zum Teil durch die ſchofle Haltung der suchungsrichter natürlich„ il niversitätsrichter“ heißen. Agrarier mit dem Syndikat in Unterhandlungen treten. Das Freifinn- Demokraten, die lieber nationalliberale Reaktionäre unter Resultat war, wie vorauszusehen, die Annahme des Antrages mit großer Mehrheit. Endlich nahnt das Haus noch einstimmig den Antrag Dejer( frf. Vp.) auf Vorlegung eines Gefeßentwurfs be treffend die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses der Beamten in der von der Kommission vorgeschlagenen Fassung an. ling Montag stehen nur Betitionen auf der Lages ordnung. Berichtigung. Im letzten Absatz unserer gestrigen Notiz über Husland. Schweiz. stützt haben, als Sozialdemokraten. Nur da, wo von vornherein ein Erfolg der Sozialdemokratie so gut wie ausgeschlossen war, ließen sich die Demokraten um das politische Deforum zu wahren herbei, die Parole auszugeben, für die Sozialdemokraten zu stimmen. Befolgt ist natürlich diese Parole nicht worden, dazu sind die frei Regierungen haben vor kurzem in den Kreisen der Parteigenossen Ueber die Beteiligung von Sozialdemokraten an bürgerlichen finn demokratischen Wählermassen viel zu disziplinlos. In den Begirlen, wo wir günstige Chancen hatten, überließen es die Demo- von St. Gallen lebhafte Disfuffionen stattgefunden, die schließlich zur traten ihren Wahlern, wenn sie ihre Stimme geben wollten; in Amahme eines Beſchluſſes fitorent, in dem es heißt: Die ſozialanderen Bezirken wurde direkt zur Wahl von Nationalliberalen auf demokratische Partei der Stadt St. Gallen sett feſt: gefordert. Und um die Verwirrung noch vollständig zu machen und Nach allen bisherigen Erfahrungen gewähren die herrschenden, Die Möglichkeit eines Sieges der Sozialdemokratie in der Altstadt befizenden Klaffen dem um seine Befferstellung und Befreiung und in Sachsenhausen zu vereiteln, wurden inoffizielle gemischte fämpfenden Arbeitervoll nichts, als was die organisierte ArbeiterStimmzettel herausgegeben, durch die die Wähler irregeführt und schaft selbst durch ihre eigene Macht sich erringt. Dagegen eine Zersplitterung herbeigeführt wurde. benüßen die Herrschenden und Besigenden gerne jedes Mittel, um wenn Die Denkschrift über den Hereroaufstand in Südwestafrika stellt, so wenig sie auf die vielfachen berechtigten Beschwerden der Eingeborenen eingeht, doch ein volles Schuldbekenntnis unserer Robonialpolitik dar. Sie gesteht zu, daß der Herercaufstand im wesentlichen durch den Land- und Bichraub, der von skrupellosen Wie bei der Hauptwahl, so hatte es die Sozialdemokratie die Arbeiterschaft von einer klaren Erkenntnis ihrer Klassenlage Händlern und Ansiedlern unternommen wurde, provoziert worden ist. auch bei der Stichwahl abgelehnt, mit irgend einer Partei ein Kom- und damit von einer umfassenden Organisierung und Machtentfaltung Sowohl um Land- und Minenrechte, als auch um promiß einzugehen. Die Frankfurter 2tg." hat zwar in die Welt abzuhalten. hinausposaunt, wir hätten ein Wahlbündnis mit den reaktionären" Als ein solches Mittel dient ihnen die Aufnahme eines ArbeiterBi eh billig zu erwerben, fei jahrelang das Schuhgebiet mit Schieß- Mittelstandsvereinigern abgeschlossen; aber das war eine freche vertreters in die Regierung. Die herrschenden Klaſſen denken nicht bedarf und Branntwein überschwemmt worden. Jeber weiße Wahllige. Unsere Stichwahltaftik bestand einfach darin, daß wir im entferntesten daran, damit den Arbeitern irgend welche wirklichen Kolonist, so sagt die Denkschrift wörtlich, strebte füllen abgesehen nur danach, möglichst viel Land zu erwerben. didaten zu unterstützen, von Ausnahme- beschlossen, die zur Wahl stehenden anständigsten bürgerlichen Stan- Vorteile zu bieten, denn die Arbeitervertreter in der Regierung werden auch im besten Falle als Diener des Klassenstaates zu einer diese sich verpflichteten, für Zur Erreichung dieses Zieles boten sich ihm, der meist ohne genügende gewisse Minimalforderungen: Erweiterung des Wahlrechts ohumächtigen Rolle verurteilt: Nichts geschieht für eine durchgreifende Geldmittel war, zwei Wege, nämlich der des Transportgeschäftes durch Herabsetzung des Steuerzenfus und für Erhaltung der Aenderung des Arbeiterloses, aber der Schein wird erweckt, als ob und der des Handels. Wie man sieht, gibt die Denkschrift der Simultanschule einzutreten. Das erklärten fünf Freisinn- Demofraten etwas geschehe..... Regierung die verlogene Lesart, als ob nur wenige Händler den und zwei Mittelstandsvereiniger. Für sie wurde eingetreten und fie Die fozialdemokratische Partei der Stadt St. Gallen läßt sich Land- und Viehraub getrieben hätten, vollständig preis. Die Mehr- find auch sämtlich mit Hilfe der Sozialdemokratie gewählt worden. durch diesen Schein nicht trügen und von einer entschiedenen Vers zahl der Kolonialabenteurer suchte durch Uebervorteilung der Ein- Diese Taktik wurde besonders um deswillen gewählt, weil es galt, tretung der Arbeiterinteressen gegenüber dem Staate, der ein Klassengeborenen rasch zu Vermögen zu kommen! 13 zwei der gefährlichsten Arbeiterfeinde und Scharfmacher: den freistaat ist und bleibt, nicht abhalten. Sie betrachtet es deshalb als Der Handel sei zum großen Teil Feldhandel gewesen, der finnigen Advokaten Geiger und den bekannten Vorsitzenden des Pflicht der Arbeiterschaft des Kantons St. Gallen, an der Erefutive Der Handel fei zum großen Teil Feldhandel gewesen, der Mitteldeutschen Bauunternehmer- Verbandes, Karl Cüschen, der im feinen Anteil zu nehmen, solange sie nicht den genügenden Rückhalt in den abgelegenen Eingeborenengebieten betrieben worden Sommer dieses Jahres Tausende von Bauarbeitern ausgesperrt in Wolke und damit die Macht hat, die ihre Vertreter befähigt, die jei. Manche Händler hätten überhaupt keine Geldmittel besessen, hatte, aus dem Sattel zu heben. Beide waren durch unsere intensive Interessen des Proletariats mit Entschiedenheit und Erfolg wahr sie hätten zu hohen Preisen die Waren von Unternehmern über- Agitation in die Stichwahl gedrängt und nun galt es, das Werk zu zunehmen. Sie kann auch einen etwa von bürgerlicher Seite als nommen und diese Waren dann mit Riesenprofit an die Ein- vollenden und an ihrer Niederlage den Freifinn- Demokraten ein Regierungskandidat aufgestellten Sozialdemokraten nicht als ihren geborenen verkauft. Kein Mittel sei unversucht geblieben, um die Grempel zu statuieren. Und das ist gelungen! Dr. Geiger, Parteivertreter in der Behörde anerkennen und muß sich vorEingeborenen zum laufen anzureizen. Es sei von Fällen berichtet der 24 Jahre lang die Stadtverordneten- Versammlung beherrscht und behalten, ob sie eine solche Kandidatur durch Wahlbeteiligung unterworden, in denen Händler Warenvorräte bei den Eingeborenen- terrorisiert hat, der als einer der brutalsten Draufgänger bei fügen will. Italien. Niederlassungen ohne Aufsicht zurückgelassen hätten, um die Ein- einflußreichste Person in den maßgebendsten Ausschüssen, die rechte Arbeitern wie Kleinbürgern in gleicher Weise verhaßt war, die Die sozialistische Fraktion geborenen zur Abnahme der Waren zu verlocken! Auch das Mittel Hand des Magistrats der schrankenlosen Kreditgewährung in einem Boden. Und mit ihm sein getreuer Schildknappe Cüschen. Als die parlamentarischen Fragen Stellung. Es wurde beschlossen, Stimmdiefer Mann liegt heute zerschmettert am nahm in einer Sigung zur Wahl des Präsidenten und zu anderen Berichte der Rheinischen Missionsgesellschaft wird diese Kredit- Niederlage Geigers am Dienstag abend bekannt wurde, herrichte zettel für den Genossen Costa abzugeben. Turati wurde als zur gewährung Handel auf Banterott" genannt sei in den meisten lautester Jubel in der Stadt. Nur im Hause Israel" herrscht tiefe fozialistischen Fraktion gehörig anerkannt. Dugoni sprach den Wunsch Fällen zur Anwendung gebracht worden. Namentlich in den Trauer, daß ein so„ tüchtiger Mann" unterlegen ist. aus, daß man auch in Mailand zur Einigkeit zurückkehren möge. lezten Jahren sei diese Händlerwirtschaft zu einem schweren Die Kosten dieser Wahl haben diesmal die National Cabrini und Rondani erklärten hierzu, daß in Mailand die Initiative Mißstande ausgeartet, der eine rapid fortschreitende Verschuldung liberalen zu tragen. Von elf Mandaten haben sie neun ver- zur Herbeiführung dieses Zieles bereits ergriffen fei. An Stelle der Eingeborenen zur Folge gehabt habe. Loren: fieben an die Mittelstandsvereiniger und zwei an die Sozial- Morgaris, der von der Partei als Agitator angestellt ist, wird der Zugegeben wird auch, daß die bekannte se reditverordnung Deshalb triumphiert heute auch die Franff. 3tg." prahlerisch: Die gewählt. Sodann wird eine Kommission, bestehend aus Biffolati, demokraten. Die Demokraten haben ihren Besitzstand behauptet. Genosse Biffolati als Vertreter der Fraktion bei der Parteileitung des Gouvernements den entgegengesetzten Effekt erzielte, demokratisch- fortschrittliche Mehrheit in der Stadtverordneten- Ver- Cabrini, Ferri, Turati und Berboglio gewählt, die die Aufgabe hat, der mit ihr beabsichtigt war, indem die Händler vor Inkrafttreten fanmmlung bleibt erhalten; der Ansturm der Gegner ist abgeschlagen. ein Arbeitsprogramm der Fraktion für die jetzige Session aus der kurzen Verjährungsfristen zu ihrem Gelde zu kommen suchten. Das ist richtig. Aber die Freifinn- Demokraten haben ihren Besitzstand zuarbeiten. Beschlossen wurde dann noch, Interpellationen über die Trotzdem die Denkschrift den Land- und Bichraub, d. h. die nur behaupten können mit Hülfe der Nationalliberalen und der Vorgänge in Buggeru einzureichen. vollständige Existenzuntergrabung der Eingeborenen als Ursachen Sozialdemokraten. des Aufstandes bezeichnet, bersteigt sie sich am Schlusse zu der Die Zusammensetzung der Frankfurter Stadtverordnetenwunderlichen Behauptung, daß der Hereroaufstand auch aus Versammlung ist für die nächsten zwei Jahre folgende: 3 Sozialgebrochen wäre, wenn es nie einen weißen Händler im Herero- demokraten, 25 Demokraten, 10 Freisinnige, 13 Nationalliberale, lande gegeben hätte! Einen Beweis für diese lächerliche Be- Handwerker, 3 Ultramontane und 3 Antisemiten. Bis jetzt gehörten der Stadtverordneten Versammlung alt: 35 Freifinn hauptung vermag die Denkschrift natürlich nicht zu erbringen! Und dieser durch die Raubgier unserer Kolonialabenteurer Her-( Handwerker 2c.), 1 Sozialdemokrat, 1 Antisemit und 1 Wilder. Demokraten, 20 Nationalliberale, 6 Mitglieder der Freien Vereinigung borgerufene Krieg hat die deutschen Steuerzahler bereits 135 Millionen gekostet! sid Deutsches Reich. al Die Handelsverträge. Wie die Deutsche Tagesztg." erfährt, dürften die Handelsverträge, die bisher abgeschlossen sind, dem Reichstage in der kommenden Woche vorgelegt werden. Schwerin, 3. Dezember. In der Reichstags- Stichwahl wurden bisher gezählt für Büsing 12775, für Antric 10 774 Stimmen. 369 abgegebene Stimmen find ungültig. Aus 23 Ortschaften liegt das Ergebnis noch nicht vor, doch ist die Wahl Büsings gesichert. " = Soldatenschinder. Das Kriegsgericht der 3. Division in Landau ( Pfalz) verurteilte die Sergeanten Happe und Berneth vom 23. Infanterie- Regiment wegen Soldatenmißhandlung, ersteren in 129 Fällen zu vier Monaten Gefängnis, lekteren in 45 Fällen zu wei Monaten 20 Tagen Gefängnis. der Rußland. Eine Voltsdemonstration in Charkow. ece Annahme, daß Rußland nun vor dem Beginn von öffentlichen Volkskundgebungen stehe, stellt sich als durchaus begründet heraus. Vor einigen Tagen wurde Charkow zum Schauplatze einer großen Massendemonstration gegen das gegenwärtige russische politische Regime. Es war feine spontane Bewegung, am Vorabend wurde in der ganzen Stadt ein Flugblatt verbreitet mit der Aufforderung an die Bevölkerung Charkows, sich am anderen Tage um 6 Uhr abends am Schauspielhause zu versammeln, um gegen den Absolutismus manifestieren. und Der Student der สน Arbeiter dies sind die zwei Haupipfeiler der Revolution, hieß es in Frankreich während der revolutionären Kämpfe Der eigene Hausstand. Die Wahl des Maurer- und Zimmer in der ersten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts. Dieser meisters B. in Altdamm zum Stadtverordneten war von der Stadt- Sak fann nur bis zu einem gewissen Grade auf Rußland an verordneten- Versammlung für ungültig erklärt worden, weil er im gewendet werden. Den festen Kern der Demonstranten bildeten Haushalt der Mutter lebt. Er sollte deshalb nicht selbständig" im Studenten, etwa 400 bis 500 an der Zahl, vorwiegend vom TechSinne des§ 5 der Städte- Ordnung sein, feinen eigenen Haus- nologischen Institut, dessen Hörer neulich wieder einmal ein Renkonter stand" im Sinne dieses Paragraphen haben. Nach§5 erwirbt beim mit dem Ministerium der Volksverdummung hatten. Der Direktor Borliegen der sonstigen Bedingungen jeder selbständige Preuße das der technischen Hochschule, ein gewiffer Schiller, der sich stets als Auf agrarischen Krücken wird also Herr Büsing wieder in den Bürgerrecht und weiter sagt unter anderem§5:„ Als selbständig Streber und Gesinnungsriecher schlimmster Sorte auszeichnete und wird nach vollendetem 24. Lebensjahr jeder betrachtet, bei den Studenten sehr verhaßt ist, relegierte von den Vorlesungen Reichstag stolpern. Herr Büsing hat sich in den Bolltariffämpfen der einen eigenen Hausstand hat." Der Bezirksausschus wegen ihrer politischen Unzuverlässigkeit" in den letzten Monaten genug Verdienste um die Junkerei erworben, um des konservativen hob den Beschluß der Stadtverordneten auf und erflärte Dantes würdig zu sein. Auch erklärt bereits die Deutsche Tages- B.3 Wahl für gültig, indem er ausführte: Mit„ eigenem Hausstand" Lehranstalt, und ersetzte sie durch allerlei Nullen und Ignoranten. nicht weniger als 23 Dozenten, gerade die tüchtigsten Kräfte der zeitung", daß wiederum die Agrarier den Büsing- Dant erwarten. fei nicht eine eigne Haushaltung oder Wirtschaft gemeint, sondern Die Studenten beklagten sich darüber bei dem Minister Glasow, Wir hoffen aber auch, sagt sie, daß Herr Büsing dessen eingebent es sei darunter wirtschaftliche Unabhängigkeit zu verstehen. Der wider der jedoch alles in schönster Ordnung fand und dadurch die Unzufrieden sein wird, wem er seine Wahl in den Reichstag verdankt.. Der spreche es aber nicht, wenn ein Sohn mit seiner Mutter einen ge- heit noch fteigerte. Es ist eben charakteristisch, daß in dem heutigen Finanz- Liberale im Agrarierjoch! meinsamen Hausstand führe und in diesem aus natürlichen Rußland die Unzufriedenheit, auch wenn sie aus der Verlegung der Ehrerbietung sich Mutter als Tageblatt"-Moral. Das„ Berliner Tageblatt" jucht, wie schon Rüdsichten dem privater oder Körperschaftsinteressen fließt, sich so rasch zu einem unterordne. Kläger fei in Altdamm anfäffig, des öfteren, in seiner Not, den Feststellungen des Borwärts" zu Haupte gegen das Regierungssystem gerichteten Protest verdichtet. entgehen, bei der Staatsbürger- Beitung" Hülfe. Als wir annagelten, wohne dort, betreibe ein Gewerbe selbständig, sei auch zur Trotz der regen Beteiligung der Studentenschaft bildete diese daß es aus einem Artikel Björnsons die entscheidende Stelle unter Einkommensteuer herangezogen und habe das Bürgerrechtsgeld be- jedoch nur einen kleinen Bruchteil der Demonstrantenmenge, die sich schlagen hätte, antwortete es mit der zerschmetternden Enthüllung, daß zahlt. Zweifellos fei er selbständig im Sinne der Städte- Ordnung aus Leuten der verschiedensten Berufe und Lebensstellungen zuauch Proletarier Hazard spielen. Wir bemühten uns darauf, es auf den und wählbar. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte das Urteil ſammenſeßte. Die Zahl der Demonstranten darf mindestens Unterschied aufmerksam zu machen, der zwischen einer flaffenethischen und hob hervor, daß nach den Materialien, nach der Entstehungs- auf 5000 gefägt werden. Proteftrufe gegen die Regierung Betrachtungsweise und einer plumpen Verallgemeinerung individueller geschichte der Städte- Ordnung in den fraglichen Bestimmungen des und Gesang revolutionärer Lieder erschallten bald hier, bald dort Berfehlungen besteht. Wir erinnerten das Blatt außerdem daran,$ 5 die Unabhängigkeit als solche als bedeutsamstes Moment habe aus verschiedenen Gruppen der Manifestanten. Die Demonstration daß es felbft gelegentlich solche klassenmoralische Betrachtungen an- in den Borgergrund gestellt werden sollen. dauerte zweiundeinhalb Stunden, trotz der wütenden Anstrengungen gestellt hat, obwohl es als Vertreter torruptester Bourgeoisie nicht Stuttgart, 8. Dezember.( Privat- Telegramm.) Der württem- der Polizei, die Menge zu zerstreuen. An empörender Brutalität gerade berechtigt sei, dem Junkertum Moral zu predigen. Weil wir bergische Landtag beschäftigte sich heute mit einer Hülfsaftion für die ließen es die Ordnungsstüßen auch diesmal nicht fehlen. Die geuns inzwischen nun auch mit gewissen finanziellen Manipulationen in diesem Sommer abgebrannte Gemeinde Hilsfeld. Die Hilfsfelder famten Bolizeimannschaften Charlows, unterstügt von zwei Sotnien des„ Berliner Tageblattes" beschäftigen mußten, läßt fich das Drgan Bauern haben wochenlang nach dem großen Dampfschiff aus Berlin Rosalen, waren zur Stelle. Auch eine große Anzahl Reservisten Rudolf Mosses herbei, von dem Schettler- Prozeß zu reben, natürlich ausgeschaut, welches, wenn es auch in Ahlesund bei den Nortpegern wurde aus der Kaserne herbeigeholt und gegen die Menge mobil nicht, um allgemeine Betrachtungen daran zu knüpfen, sondern um seine Hauptladung los geworden ist, dennoch für die schwäbischen gemacht, jedoch erfolglos, denn die Leute verweigerten den Gehorsam Die Polizeibüttel einen Parteigenossen zu treffen und den Versuch zu machen, durch Bauern etwas übrig gehabt hätte. Indessen haben die Hilsfelder und erklärten, die Sache gehe sie nichts an. diese Erwähnung den Vorwärts" zum Schweigen zu bringen.di vergeblich darauf getvartet. Nummehr hat sich das Eingreifen der drängten einzelne Demonstrantengruppen nach den umliegenden Das Berliner Tageblatt" gibt eine Mitteilung des Bortvärts" Staatshilfe nötig erwiesen. Der Staat leiht jetzt der Gemeinde schmalen Gäßchen oder nach den Höfen der Häuser und bearbeiteten über den Fall Schettler vom 20. September 1902 wieder und fügt zum Aufbau ihrer Häuser eine halbe Million Mark zinsfrei auf drei sie hier in rücksichtsloser Weise mit Nagajtas. Selbstverständlich hinzu: Es ist recht bedauerlich, daß der Vorwärts" diese Jahre und von da ab bis 1912 gegen 21, Proz. Zinsen. steigerte dies die Erbitterung der Menge bis zum äußersten und sie Enthüllungen, die so interessant zu werden versprachen, plötzlich ab- Bei der Stichwahl, die im Landtagswahlbezirk Mergentheim ging nur sehr langsam auseinander. gebrochen hat. Späterhin eristierte Frau Schettler nicht mehr für stattgefunden hat, ist der nationalliberal boltsparteiliche Kandidat Das Charlower Komitee der russischen Sozialdemokratischen ihn, warum wohl? Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit." Steller mit 2810 Stimmen gegen den Bauernbundskandidaten Mitnacht, Partei gab bald nach der Demonstration ein Flugblatt heraus, in Das Berliner Tageblatt" schiebt uns hier unwillfürlich die Moral welcher 2864 Stimmen erhielt, unterlegen. Der Wahlkampf ist mit dem es diese barbarische Handlungsweise der Regierungsorgane den unter, die in seinem Hause selbstverständliche Pflicht ist. Dort einer außerordentlichen Heftigkeit geführt worden. Die Wahl- füßen, so viel verheißenden Reden des Ministers Swiatapolst darf natürlich über nichts geredet werden, was irgendeinem der in beteiligung betrug 91 Prog. Es hat sich gezeigt, daß hier, wo die Mirsti entgegenstellt und vor jeder Bertrauensseligkeit gegenüber seinen Kreisen Hochmögenden peinlich sein könnte. Die Sozial- Sozialdemokratie ganz ausschied, die Bevölkerung in einer Weise der Regierung warnt. Es fordert alle, die sich nach besseren Zudemokratie und die fozialdemokratische Bresse fennt derlei Rüd- berheßt worden ist, welche die Gegner als die spezielle Wirkung ftänden sehnen, auf, sich der Sozialdemokratie anzuschließen, um die sichten nicht, und wenn sie sie nehmen würde, müßte sie der sozialdemokratischen Agitationen hinzustellen belieben. Es Freiheit im allgemeinen und die Unverletzlichkeit der Person im aufhören, den Anspruch publizistischer Integrität zu erheben. ist unbegreiflich, mit wie unsauberen Mitteln die bürger- besonderen zu erfämpfen. fonfeffionell gemischten Bezirken ihren In der Tat fehlt noch, wie man sieht, dem„ neuen Kurs" in " " 21 Das„ Berliner Tageblatt" Iügt! Der Vorwärts" hat ebenso wie lichen Parteien in die übrige Presse über den Schettler- Brozeß berichtet, ja er hat Hader austragen. Der nu gewählte Bauernbündler Mitnacht ist Rußland in bedauerlicher Weise die innere Einheitlichkeit. Während jogar in aller Offenheit über den Fall des in ihn verwickelten Katholik und fann als ein sehr schlecht mastierter Zentrumsmann der Minister des Innern mit dem Semstwoliberalismus liebäugelt, Parteigenoffen gesprochen. Wir sind also durchaus nicht geniert, bezeichnet werden. In allen politischen Fragen speziell bei der huldigen seine nächsten untergebenen in Charkow in unerschütterlicher wenn das„ Berliner Tageblatt" so oft wie es will, auf den Fall ein- bevorstehenden Verfassungsrevision wird er mit dem Zentrum angestammter Treue nach wie vor dem... Knutenliberalismus. geht, und wir werden uns nicht im mindesten darin beirren lassen, zusammengehen und den Beweis liefern für die politische Seelen- Oder soll der neue Minister die Knute und die Freiheit gar zu einer trozdem ihm das zu sagen, was es verdient. Diese Einschüchterungs- verwandtschaft, die in Württemberg zwischen Bauernbund und höheren Einheit vereinigen wollen? Nach allem zu urteilen, sieht es taffit des, Berliner Tageblatt" perfehlt gänzlich ihren Zwed. Höchstens Bentrum besteht. dem sehr ähnlich. 415 Ruhstrat- Prozeß. Oldenburg, 2. Dezember. ( 3 weiter Sigungstag.) Verteidiger Rechtsanwalt Herz- Altona: Ich habe die dringende Bitte an den Gerichtshof zu richten, berücksichtigen zu wollen, daß der Angeklagte Schwehnert täglich 11 Stunden lang schwere förperliche Arbeit im Gefängnis zu leisten hatte. Er ist Kopfarbeiter und förperliche Arbeit nicht gewohnt. Dazu kommt seine schwache Körperanlage und seine sehr sensible Natur. Auch ist er sehr mangelhaft verpflegt worden; gestern hat er zum Beispiel weiter nichts als eine Erbsensuppe, die noch dazu kalt war, und ein Stück trockenes Brot erhalten. Alle diese Dinge haben ihn in einen derartigen Zustand versetzt, daß er nicht imstande ist, der Verhandlung so zu folgen, wie es wohl wünschenswert wäre. Er hat schließlich bis gestern in Einzelhaft gesessen und jetzt dringen mit einem Male hundert neue Dinge auf einmal auf ihn ein, so daß es ihn schwer ist, sich alles sofort im einzelnen zu konstruieren. Ich beantrage deshalb in seinem Interesse, nicht länger als vier Stunden hintereinander mit ihm zu verhandeln. Staatsanwalt Dr. Fimmen: Der Angeklagte wird nicht anders behandelt, wie alle übrigen Strafgefangenen; auch seine Verpflegung entspricht durchaus der in anderen Strafanstalten. Ich muß also der Andeutung entgegentreten, als ob er besonders schlecht behandelt werde. Andererseits bin auch ich der Meinung, daß eine Verhandlung wie die gestrige sehr anstrengend für ihn sein muß und schließe mich daher dem Wunsche nach einer kürzeren Verhandlung an. Hierauf erfolgte eine nochmalige Gegenüberstellung des Zeugen Kellner Meyer mit dem Rechtsanwalt Dr. Sprenger aus Bremen, der als Zeuge heute ohne Robe erschiener ist. Der Vorsitzende bemerkt dem Meher: Sie haben gestern ausgesagt, daß Sie zu einer Zeit, wo sie als Kellner im hiesigen Zivilfajino angestellt waren, und zwar in der Zeit von 1898 bis 1900, wiederholt gesehen hätten, daß im Anschluß an ein Statspiel der Minister, damaliger Oberstaatsanwalt Ruhstrat mit dem Buchhändler Schmidt und dem Zahnarzt Schleppegrell in einer Nische Lustige Sieben" gespielt habe, daß die Würfel gerollt und Gelder gezahlt worden seien. Wollen Sie dabei bleiben? Zeuge: Ja. sage zu überlegen. Zuruf des Staatsanwalts Dr. Fimmen: Ach Gott, das war 1,24jährigen Bengel" bezeichnet. Nunmehr versucht er sogar, die in meiner Referendarzeit. Verteidigung mit den Angeklagten zu identifizieren. Zeuge Meher: Die Namen weiß ich nicht, auch weiß ich nicht, ob es Richter waren. Vors.: Also die drei Richter schrumpfen schon wieder zu sammen. Zenge: Die Herren saßen jedenfalls oben mit auf der Richtertribüne. Staatsanwalt Fimmen: Der Vorgang fiel in meine Referendarzeit; daß ich da gespielt habe, bestreite ich gar nicht. Ich bitte, mich dazu als Zeugen zu hören. Bors.( zum Zeugen Meher): Welcher von den hier oben sitzenden Referendaren soll denn nun mitgespielt haben? Der Zeuge dreht sich um und zeigt auf den auf der Zeugenbank fißenden Referendar Christians, der gestern eidlich vernommen wurde. Vorf.: Und wer noch? Zeuge: Den anderen Herrn sehe ich heute nicht. Minister Ruhstrat: Ich darf wohl darauf hinweisen, daß Referendar Christians gestern die ganze Zeit nach seiner Bernehmung hier unten auf der Zeugenbank und nicht oben auf der Richtertribüne gesessen hat. Das Gericht beschloß die Vernehmung des Staatsanwalts und des Referendars Christians. Letzterer war inzwischen an den Zeugen Meyer herangetreten und hatte zu diesem gesagt: Sie irren sich in meiner Person! worauf Meyer erwiderte:" Nein, nein, Sie waren auch dabei." Referendar Christians: Zu der Zeit, wo ich nach Ansicht des Zeugen Meher im Kasino gespielt haben soll, war ich noch Student und befand mich deshalb in Oldenburg. in der Zeit. Zeuge: Ich habe die Wahrheit gesagt. noch einmal Kellner im Kasino gewesen, vielleicht irrt sich der Zeuge Rechtsanwalt Herz: Der Zeuge Meher ist im Jahre 1901 auch Borf.: Sie haben Zeit genug gehabt, sich Ihre gestrige Aus- Christians): Haben Sie im Herbst 1901„ Lustige Sieben" gespielt? Meyer: Das ist möglich. Borf.( zum Zeugen Referendar Zenge: Jawohl, Herr Präsident, und ich bleibe dabei, daß Beuge: Nein. Vorf.: Nun, Meyer, wollen Sie trotzdem Ihre s wahr ist. Aussage aufrecht erhalten? Zeuge: Ja.( Bewegung.) Borf.: Sie haben aber in Ihrer früheren Aussage vor dem Staatsanwalt Fimmen( als Zeuge): Jm Juli 1900, zu einer Rechtsanwalt Sprenger nicht davon gesprochen, daß man Skat und Zeit also, wo ich das Examen noch nicht gemacht hatte, habe ich mal hinterher Lustige Sieben" gespielt habe. Rechtsanwalt Herz: Verzeihung, der Zeuge hat gestern aus- gespielt. Zu der Zeit also, wo ich Referendar war, habe ich mit drücklich angegeben, daß er auch Dr. Sprenger davon erzählt, daß anderen Referendaren zusammen„ Lustige Sieben" gespielt. Mit dieser seine Angaben jedoch nicht in das damalige Protokoll auf dem Herrn Minister habe ich nie gespielt. Ich habe niemals gehört, daß der Minister als Oberstaatsanwalt oder gar als Minister " Luftige Sieben" gespielt hat. Hätte er dies getan, bin ich überzeugt, so würde ich es angesichts der hiesigen fleinen Verhältnisse gehört haben. " genommen habe. Borf.: Ich bitte mich nicht zu unterbrechen. Rechtsanwalt Sprenger: Ich erinnere mich genau, daß der Zeuge auch von dem Statspiel und von allerlei anderen Vorgängen vor und bei dem Spiel gesprochen hat. Da es mir aber nur darauf ankam, daß der Zeuge als solcher bekunden konnte, er habe gesehen, daß hasardiert wurde, so legte ich auf das drum und dran weniger Wert, weil es mir für die Hauptfrage, ob der Minister hasardiert habe, irrelevant erschien. Bors.: Es kommt dem Gericht darauf an, ob er Ihnen die Vorgänge so geschildert hat, daß der Minister sich an der großen Gesellschaft nicht beteiligt habe, sondern eine besondere Ede reserviert hielt und dort eine etwas ablehnende Haltung gegen das große Bublifum einnahm. Rechtsanwalt Herz: Haben Sie gehört, daß Minister Rubstrat bis in die neueste Beit gepofert hat, wobei Einfäße bis zu 100 M. gemacht wurden? Zenge: Nein. Das Pokerspiel hat für mich nur die Bedeutung eines hohen Skats. Um das Privatleben des Ministers habe ich mich nie bekümmert. Rechtsanwalt Herz: Das spricht gegen Ihre Behauptung, wonach Sie bei den kleinen Verhältnissen alles hören mußten. Staatsanwalt Fimmen gibt hierauf keine Antwort, sondern verläßt den Saal durch die Zeugentür. robe auf der Estrade. Eine Minute später erscheint er wieder in der StaatsanwaltsDr. Sprenger: Er gab an, daß der Minister ziemlich oft ge= spielt habe. Ich hielt ihm dann aber vor, daß es nur darauf antomme, ob er ein Glücksspiel betrieben habe, so daß er lieber zurückhaltend sein und, wenn er nicht flar wäre, sagen solle, die Nische sei Hierauf wurde die Aussage des Zeugen Meyer protokolliert. berhängt gewesen und er habe es daher nicht so genau sehen können. Zeuge Meyer: Ich beharre bei dieser Aussage und will fie auf Auf Nebendinge fomme es weniger an. Es ging ferner aus seiner einen Eid nehmen. Aussagen hervor, daß der Minister im Kasino beim Spiel immet Staatsanwalt Dr. Fimmen: Möchten Sie Ihre Aussage nicht eine etwas erzeptionelle Stellung einnahm, mit seinen Kollegen, hier und da etwas einschränken durch die Worte: Ich glaube, ich namentlich mit den Referendaren, wenig verkehrte und sich niemals denke uſw.? mit ihnen zusammensetzte. Lediglich das sollte mit dem Protofon zum Ausdruck gebracht werden, daß der Zeuge bereit sei, unter Eid z befunden, daß sich der Minister noch in jüngerer Zeit am Spiel be teiligt habe, weil das Gericht im ersten Biermann- Prozeß davo nichts als wahr angenommen hatte. Bors.: Er hat also Ihnen gegenüber doch die Ministerede als etwas Abgeschloffenes bezeichnet, während im Protokoll gar nichts davon steht. Dr. Sprenger: Ist in dem Protokoll etwas mißverständlich dargestellt, so trifft die Schuld nicht den Zeugen, sondern den, der das Protokoll aufnahm. Vorf.( zum Zeugen Meher): Wissen Sie ganz bestimmt, daß [ ver Miniſter mit in der Nische gesessen hat, wo Hasard gespielt wurde? Zeuge: Ja. Rechtsanwalt Sprenger: Der Zeuge hat mir gegenüber durch die Wendung: Die Nische war zugezogen! offenbar zum Ausdruc bringen wollen, daß er nicht genau sagen könne, ob und wieweit der Minister am Spiel beteiligt war. Ist diese Aussage unbestimmt, so ist das erklärlich. Staatsanwalt: Wenn Ihnen diese Aussage unbestimmt erschien, wie kamen Sie dann dazu, diese Aussage seinerzeit im Prozeß Kruse vollinhaltlich vorzutragen als eine Aussage, die Meyer jederzeit zu beschwören bereit sei? Sie wissen doch auch ganz genau, daß dieser damalige Beweisantrag in der gesamten Oeffentlichkeit als höchst belastend für den Minister betrachtet wurde. Dr. Sprenger: Ich hatte den positiven Eindruck, daß diese Aussage höchst wichtig und für den Minister belastend war, der jedes Spiel nach seiner Beförderung zum Oberstaatsanwalt im BiermannProzeß rundweg in Abrede gestellt hatte. Nur, daß der Minister mitgespielt habe, war für mich der springende Punkt. Das andere war alles Beiwerk. Borf.: Zeuge Meher, ich ersuche Sie nochmals, daß Sie sich flar machen, wie Ihre Aussage im direkten Gegensatz zu drei anderen beschworenen Zeugenaussagen steht. Ich frage Sie also nochmals, wollen Sie mit voller Bestimmtheit sagen, daß Minister Ruhstrat in den Jahren 1899 und 1900 sehr oft im Zivillafino Lustige Sieben" gespielt hat? Zenge: Jawohl, Herr Präsident. Vorf.: Haben Sie gesehen, daß die Herren Silbergeld auf die Erde geworfen haben? Zenge: Nein, aber ich habe oftmals nach Beendigung des Spiels Geld auf dem Fußboden gefunden. Vers: War das nur Silbergeld oder auch Gold? Zenge: Das kann ich nicht so genau fagen, es mag wohl auch mal ein Zehnmarkstück dabeigewesen sein. Vorf: Wie lange haben die Herren gewöhnlich gespielt? Zeuge: Bis 12 Uhr nachts, bisweilen auch länger. Borf.: Wie erflären Sie es sich aber, daß die Herren Schmidt, Schleppegrell und Becker Ihnen ins Gesicht gesagt haben, sie hätten nie mit dem Minister zufammen Luftige Sieben" gespielt? Senge: Ich kann nur sagen, daß ich die Wahrheit gesagt habe. Das Gericht beschließt, die Aussage des Zeugen Meher zu protokollieren. Rechtsanwalt Herz( zum Zeugen): Ist es richtig, daß Sie gestern abend in einer hiesigen Gastwirtschaft geäußert haben: Sie feien bei Ihrer Vernehmung sehr befangen gewesen, weil der Staatsanwalt und drei Herren vom Richtertisch mitgespielt hätten, wenn im Zivilkasino die„ Lustige Sieben" auf der Tagesordmung stand?( Bewegung.) Zenge: Ja, ich habe gesagt, nicht nur der Herr Staatsanwalt Dr. Fimmen, sondern auch noch zwei andere Herren hätten mir im Gericht gegenübergesessen, die ich früher im Kasino bedient hätte, während sie Luftige Sieben" spielten.( Erneute Bewegung.) Bors.: Können Sie uns die Namen der drei Richter nennen, die im Kasino mitgespielt haben? Vorf.: Eine solche Einschränkung gibt's doch gar nicht. Zenge: Ich bleibe dabei, was ich gesagt habe. Vorf.: Dann beschließt das Gericht die Verhaftung des Zeugen Meyer wegen Verdachts des Meineides. ( Große Bewegung.) Der Zeuge verbeugt sich und wird dann von einem Gensdarmen in das Untersuchungsgefängnis abgeführt. Hierauf richtete der Vorsitzende an den Angeklagten Schwehnert die Frage, ob er eine Vertagung wünsche, oder damit einverstanden fei, daß man die Sache noch heute zu Ende führe. Angekl.: Ich will absolut keine Erklärungen mehr abgeben. Minister Rubstrat: Also erst hat man förmlich nach einem Strafantrag geschrien und jetzt versucht man nicht einmal, etwas zu beweisen. Der Angeklagte kann nicht einmal erklären, was überHaupt jezt zu machen sei. Es ist behauptet worden, ich hätte noch bis in die letzte Zeit, noch 1903 Lustige Sieben" mit jungen Referendaren gespielt, ja es ist behauptet worden, ich hätte beim Gramen mit den jungen Referendaren gepokert und alsdann mit den felben gejcut. Den Beweis ist man vollständig schuldig geblieben. Es ist eben nichts an der Sache!( Bewegung.) " nehmung der Biermann ab und verkündete, daß die Sache noch Nach kurzer Beratung lehnte das Gericht den Antrag auf Verheute zu Ende geführt werden soll. Der Staatsanwalt Fimmen erklärt Pokern für kein Glücksspiel und beantragt eine Gefängnisstrafe von ein Jahr drei Monaten Gefängnis. Nach etwa einstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende das folgende Urteil: Der Angeklagte erscheint der zweifachen Beleidigung des Ministers Ruhstrat im Sinne des§ 186 des Strafgesetzbuchs schuldig und wird er daher, einschließlich der gegen ihn am 28. September 1904 erkannten Gefängnisstrafe von einem Monat, zu einer Gesamtstrafe von einem Jahre Gefängnis verurteilt. Es iſt dem Miniſter Rubſtrat von dem Angeklagten der Vorwurf gemacht worden, er habe einen wissentlichen Meineid geleistet und im Landtage die unwahrheit gesagt. Für beide Behauptungen ist der Beweis der Wahrheit nicht erbracht worden. Die beiden vernommenen Richter, die in der Verhandlung wider Dr. Ries- Biermann, der eine als Vorsitzender, der andere als Referent fungierten, haben in durchaus glaubwürdiger Weise bekundet, daß der Minister die behauptete Aeußerung nicht Bekundungen des Zeugen Meyer hat der Gerichtshof keinen getan hat. Damit fällt auch der Vorwurf, daß der Minister sich der Unwahrhaftigkeit im Landtag schuldig gemacht habe. Den Glauben geschenkt, zumal dieselben im direkten Gegensatz zu den stehen und der Zeuge Meyer sich heute außerdem zu einem Bekundungen der Zeugen Schmidt, Dr. Schleppegrell und Becker durchaus glaubhaften Zeugen in einen direkten Gegensatz gesezt hat. Es ist nur erwiesen, daß der Minister nach 1896 im Kasino gepolert hat. Der Gerichtshof ist aber auch der Ansicht, daß Bofern tein Glückspiel ist, da bei demselben nicht der blinde Zufall, sondern eine gewisse Geschicklichkeit entscheidet. Bei der Strafzumeſſung war zu erwägen, daß der Angeklagte höchsten Justizbeamten des Landes den schwersten Vorwurf, den man sich denken kann, den des Meineids gemacht hat und daß er diesen Vorwurf erhoben hat, ohne sich zu vergewissern, ob derselbe auf Wahrheit beruht. * dent Die weiter anstehenden Prozesse gegen Biermann und Mete wurden auf unbestimmte Zeit bertagt. Vom ostasiatischen Kriegsschauplate. Port Arthur. Tokio, 1. Dezember.( Laffan- Meldung".) Die Japaner haben Chifunschan, 300 Meter nördlich vom 208 Meter- Hügel, vollständig besetzt. Die Operation gegen die Forts von Sungschuschan werden mit veränderter Taktik fortgefeßt. Tokio, 3. Dezember.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Gestern fand der erste Waffenstillstand vor Port Arthur statt, um die Toten zu beerdigen; derselbe hatte eine Dauer von sechs Stunden. Am Tschaho. Mukden, 2. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die russische Belagerungsarmee begann heute mittag die Gegend an der Eisenbahn bei Suchiatum heftig zu beschießen. Das Bombardement wurde den ganzen Nachmittag über fortgesetzt. London, 3. Dezember. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Mukden vom 2. d. Mis.: Der britische Attaché bei der russischen Armee ist gestern abgereist, um den Winter in England zu verbringen. Er hat die Erlaubnis, im Frühjahr wieder zu kommen. General Rennenkampf hatte einige Zusammenstöße mit den Japanern im Osten, wo allmählich wieder eine regere Tätigkeit zu bemerken ist. Auf eine Entfernung von acht Kilometern bei Liuschinpu haben die Russen und Japaner Untergrundwege eingerichtet, die beiden Teilen erlauben, sich in ihren Stellungen sicher zu bewegen. Die Gegner stehen sich so nahe gegenüber, daß die Russen in dem Dorfe zeth die Stimmen der Japaner deutlich hören können. Bors.: Die Vernehmung des Rechtsanwalts Dr. Sprenger als Beuge hat es dem Gericht als fraglich erscheinen lassen, ob er noch weiter die Verteidigung wird führen können. Rechtsanwalt Herz: Ich muß dringend bitten, Herrn Rechtsanwalt Dr. Sprenger weiter als Verteidiger zuzulassen. Ich habe nur eine untergeordnete Rolle in der Verteidigung gespielt, weil ich erst sehr spät in diese eingetreten bin. Herr Rechtsanwalt Petersburg, 3. Dezember. General Kuropatkin meldet Dr. Sprenger dagegen ist aufs genaueste mit allen Einzelheiten dem Kaiser unter dem gestrigen Datum: In der Nacht zum betraut. 2. Dezember unternahmen zwei Kompagnien Kompagnien Freiwilliger Rechtsanwalt Dr. Sprenger bittet um eine Pause. von unserem Zentrum aus eine Erkundung, drängten die Nach Wiederaufnahme der Sizung erklärt Dr. Sprenger- Vorposten zurück und besetzten die feindlichen Schanzen. Beim Bremen: Ich habe die Beobachtung gemacht, daß ich als Verteidiger weiteren Vormarsch wurden die Kompagnien von heftigem in dieser Sache persönlichen Verletzungen ausgesetzt bin. Diese per- Gewehrfeuer empfangen und mußten, da der Feind bedeutende fönlichen Verletzungen würden mich von der Ausübung meiner Amts Unterstützung erhielt, sich zurückziehen. Auf unserer Seite ist pflichten nicht abhalten, wenn dadurch die Sache nicht geschädigt ein Offizier gefallen und 5 Mann verwundet. Am 2. Dezember werden würde. find keine Meldungen über Kämpfe eingelaufen. Ich lege daher mein Amt nieder. ( Große Bewegung.) Rechtsanwalt Dr. Herz- Altona: Sowohl im Laufe des Verfahrens als auch während der Hauptverhandlung ist eine Anzahl außergewöhnlicher Maßnahmen und Entscheidungen ergangen, welche die Verteidigung illusorisch machen. Die Verteidigung hat nicht die Absicht, ein Amt fortzuführen, dessen tatsächliche Ausübung ihr unmöglich gemacht ist. Die unterzeichneten Verteidiger erklären somit die Niederlegung ihres Amtes.( Erneute Bewegung.) Soziales. Proletarier im Seebade. Unser Amsterdamer Parteiblatt" Het Volt" schildert in einem Artikel aus Scheveningen die Arbeitsverhältnisse der Angestellten des weltberühmten holländischen Seebades. Fast alle großen Hotels wie„ Kurhaus"," Palacehotel"," Garni"," Rauch", sowie Restaurants Der Angeklagte, so bemerkt Rechtsanwalt Herz weiter, hat uns und Cafés wie Kurhausbar"," De Pier"," De Boulevard" und folgende Erklärung gegeben: Jch erkläre hiermit, daß ich die sämt- das" Palace- Café", gehören lichen von meinen Berteidigern gestellten Beweisanträge zurückziehe Scheveningen gehören der Aktiengesellschaft„ Zeebad Der Generaldirektor ist ein Deutscher, und auf die Gegenwart der Zeugen verzichte, da meine Verteidiger der Goldbeck heißt. Außerdem sind für die einzelnen Unternehmungen sich zur Fortführung der Verteidigung außerstande erklärt haben. noch besondere Direktionen vorhanden. Der Generaldirektor hat Ich selbst vermag, entkräftet durch mangelhafte Verpflegung und 12 000 Gulden Jahresgehalt. Die Gesellschaft macht glänzende elfstündige Zwangsarbeit während der letzten zwei Monate der Ver- Geschäfte und zahlt hohe Dividenden an ihre Aktionäre, die handlung nicht zu folgen und halte eine Zeugenvernehmung ohne den höchsten Gesellschaftskreisen angehören. Einen grellen Gegensaz einen vertrauten nichtoldenburgischen Rechtsbeistand für gänzlich dazu bilden die Lohn und Arbeitsverhältnisse derjenigen, bedeutungslos. Ich werde eine Erklärung in diesem Brozesse nicht die sich von früh bis spät abmühen, um den reichen Gästen des mehr abgeben.( Andauernde Bewegung.)( Minister Ruhstrat sah Lurusbades das Leben so angenehm wie möglich zu machen und während der ganzen Zeit starr zu den Verteidigern hinüber.) den Aktionären die hohen Dividenden zu verschaffen. Die Mädchen, Vorsitzender Landgerichtsdirektor Erk: Es hat mir vollständig die im Kursaal und in den andern Räumen Dienst tun, werden fern gelegen, irgend jemand zu verlegen, auch ist die Verteidigung größtenteils aus Berlin bezogen. in keiner Weise beschränkt worden. Ein neuer Zwischenfall. Staatsanwalt Dr. Fimmen: Eine Beschränkung der Ver- einer der Direktoren mit seiner Frau nach Berlin, um weibliches " Bor Beginn der Saison", heißt es in dem Artikel,„ begibt sich teidigung im Vorverfahren habe seinerseits nicht stattgefunden. Eine Personal zu engagieren. Dies geschieht durch Vermittelung eines Aushändigung der Prozeßakten habe er allerdings nicht gewähren Vermietungskontors, dessen Direttrice ein gewisses Fräulein Noll können. ist. Sie annonciert, und natürlich melden sich auf die verheißungsbollen Annoncen Mädchen. Für die Wäscheabteilung, die KurhausFrau dann bestimmt, ob und wofür sie geeignet sind. Dann müssen die bar usw. müssen die Mädchen erst vor dem Direktor erscheinen, dessen Mädchen Kontrakte unterzeichnen, deren Inhalt sie nicht kennen. Die Kontrakte sind nämlich so eingerichtet, daß einige ungünstige Beſtimmungen auf der Rückseite des Papiers stehen. So kommen die Mädchen zum 1. Juni nach Scheveningen. Biermann darüber als Zeugin zu hören, daß sie gestern geäußert Minister Ruhstrat: Ich bitte noch die Gattin des Verlegers hat, der inkriminierte Artikel des Residenzboten" und andere ständen indirekt im Zusammenhange mit Dr. Sprenger.( Große Bewegung.) Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Der Justizminister hat leichtfertige Berdächtigungen weitergetragen, denn es ist natürlich unwahr, daß mir der inkriminierte Artikel auch nur etwa zur juristischen Beurteilung vorgelegen hat. Ich erkläre, daß ich weder direkt noch ziehung stehe. indirekt zu einem Artikel im Residenzboten" in irgend einer BeRechtsanwalt Herz: Minister Rubstrat hat in der ganzen Affäre mit Waffen gekämpft, die nicht schön sind. Einen Angeklagten ( Biermann) hat er als" Lumpen", den anderen( Schwehnert), als Um 5 Uhr werden sie morgens geweckt; um 1/26 Uhr müssen fie im Dienſt ſein. Sie müssen dann von unter den Hahnbalken, wo die Schlafstätten des Personals sind, nach dem Souterrain und ihren Namen in ein Buch schreiben, woraus festgestellt wird, ob sie anwesend find. Fünf Minuten nach 126 wird das Buch vom Inspektor fortgenommen. Die Strafe für Zuspätkommen ist jedesmal 25 Cent. Die Mädchen arbeiten dann bis 2 Uhr mit zweimal einer Viertels funde Bause. Um 2 Uhr haben sie, wenigstens dann, wenn nicht teiligungsgiffer zu gering fet für die beiden Neumeier, Görs und Kallmann, Steuer, Langfris, C. Krause, Knöchel, zu viel zu tun ist, eine Stunde Ruhepause, und danach wird, ohne Bechen Bruchstraße" und„ Wiendahlsbank". Halfter, Ulbrich, Nagler, Hepperle, Barthol, Jannofsky, Quandt, Unterbrechung bis abends 11, zuweilen bis Werner, Pechmann, Paul. b) Klaviaturfabriken: Gallowski, Reinke und Walter, sowie sämtliche Zwischenmeister. Die Streitleitung. 11 Uhr gearbeitet. Diesen Sommer ist es aber vor- Die Hamburg- Amerika- Linie kauft die Ballinsche Nordsee- Linie, gekommen, daß zwei dieser Mädchen, nachdem sie ihren schweren Gesellschaft m. b. H., an. Sie übernimmt das Stammkapital dieser Dienst vollbracht hatten, noch nach der Kurbar geschickt wurden, wo Linie mit 1275 000. zut pari und ebenso die Prioritäten und fie dann bis 1 Uhr nachts tätig waren. Um 5 Uhr wurden sie Hypotheken, die sich auf 528 000 m. belaufen. Die Nordseelinie, die ivieder geweckt. So arbeiten die Mädchen vier Monate lang, ohne aus Ballins vormaliger Reederei hervorgegangen ist, unterhält die Die Tarifbewegung der Fliesenleger- Hülfsarbeiter. Am Freitag einen einzigen Ruhetag, jeden Tag mindestens 15%, Stunden. Sie regelmäßigen Salondampferverbindungen zwischen Hamburg und den fand im Rosenthaler Vereinshaus eine Sektionsversammlung der verdienen für all diese Arbeit die Summe von 21,60 Gulden Nordseebädern. Ihr Eigentum umfaßt die Dampfer Cobra, Prinzessin Fliesenleger- Hülfsarbeiter statt, die sich mit der Frage befaßte, was ( 35 M.) pro Monat." Die Schlafstellen des Personals befinden Heinrich, Silvana, sowie den Verbindungsdampfer nach Sylt und fich, wie in dem Artikel mitgeteilt wird, unter dem Zinkdach. Eine ferner die für die Insel Sylt erbaute Südbahn, eine Eisenbahn, die getan werden soll, falls die Arbeitgeber den von der vorigen Verfammlung gemachten Vorschlag, den Tarifvertrag bis zum ftrenge Scheidung des männlichen und weiblichen Personals ist durch den Hafen von Hörmum mit Westerland verbindet. Die Linie hat 1. September nächsten Jahres zu verlängern, ablehnen. Zunächst aus nicht vorhanden. in den letzten 10 Jahren ihres Betriebes etwa 14 Proz. ihres Stamm- teilte Heidemann mit, daß, nachdem er am 25. November die Die Nahrung, die dem Personal geboten wird, ist im all- fapitals jährlich im Durchschnitt verdient, wovon sie etwa die Hälfte Tariffirmen von jenem Versammlungsbeschluß in Kenntnis setzte, gemeinen sehr schlecht. Schlechte Stifteneier, stinkende Wurst, die, zu Abschreibungen und die andere Hälfte zur Zahlung von Dividenden bis jetzt nur zwei Firmen geantwortet haben. Diese Antworten wie ich zufällig bernahm, für 50 Cent per Stilo eingekauft wird, verwandte. laufen darauf hinaus, daß beide Firmen später, vor Ablauf Fleisch, das total verdorben ist, und halb gare Kartoffeln werden des Vertrages, auf die Frage zurückommen wollen. Eine dem Personal vorgesezt." bestimmte Zusage auf den Vorschlag ist also bis jetzt nicht erfolgt. Vom Referenten sowie aus der Versammlung wurden dann verschiedene Abänderungsvorschläge zum Tarif gemacht. Nach furzer Debatte faßte die Versammlung folgenden Beschluß:" Falls die In der Kyffhäuserhütte zu Artern sind 1. September 1905 ablehnen, find folgende Forderungen zu stellen: Arbeitgeber die Verlängerung des Vertrages bis zum 70 Mitglieder des Metallarbeiter Verbandes auf die Straße 1. Erhöhung des Stundenlohnes von 50 auf 57, f. 2. Vergeworfen worden, weil sie sich weigerten, einen Revers zu fürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden; 3. Ausschaltung der unterschreiben, nach welchem sie weder dem Metallarbeiter- starenzzeit"( für die Bezahlung des Minimallohnes an Neulinge im Verbande angehören noch sich ihm während ihrer Beschäftigung Beruf). auf der Kyffhäuserhütte anschließen würden. Die Leute wurden einzeln in die Portierstube geführt, wo man ihnen den Revers zur Unterschrift vorlegte, nachdem ihnen vorher durch einen Anschlag der Direktion mit Entlassung gedroht war, falls sie die Unterschrift verweigerten. Wer davon trant geworden ist, erhält nichts anderes als Milchreis; den Mädchen wird dann auch einige Male ein halber Liter Milch gegeben, aber nicht auf längere Zeit. Außerdem wird in dem Artikel von scheußlicher Kinderausbeutung berichtet. Jm Palacehotel müssen Knaben von 13 Jahren von morgens 7 bis abends 10, zuweilen auch bis 11 Uhr im Dienſt fein und erhalten für ihre täglich 15 Stunden Arbeit 3 Gulden pro Woche und ungefähr 50 Cent Trinkgeld. Im„ Kurhaus" und anderen Etablissements stedt man Jungen von 12 bis 14 Jahren in Matrosenfleibung. Sie werden Pagen" genannt und müssen von morgens 6 bis abends 11 Uhr ohne bestimmte Ruhepausen Dienst tun. Essen erhalten sie, wenn sie einen freien Augenblick haben, in der Deutschen Stüche", wo sie, wie berichtet wird, von der Vorsteherin bei kleinen Bergehen mit einem spanischen Rohr verprügelt werden. " Gewerkschaftliches. Abermals Hirsch- Dunckersche Streifbrecher- Vermittelung. Züchtige Dreher Artern, Provinz Sachsen. Der geringe Schutz, Schutz, den das holländische Arbeitsgesetz Dieser schamlose Angriff auf das Koalitionsrecht sollte bietet, existiert für das Personal der Aktiengesellschaft die Empörung eines jeden Arbeiters wachrufen, gleichviel Zeebad" nicht. Die einflußreichen Herren bieten eine Gewähr welcher Art einer Organisation er auch angehören möge. Das dafür, daß die Uebertretungen übersehen werden. Recht Organ des Hirsch Dunckerschen Gewerkvereins der Maschinenbesteht im ganzen Kurhaus nicht," sagt der Verfasser. Auch die bauarbeiter, der„ Regulator", veröffentlicht folgendes Injerat: Arbeitsverhältnisse der Köche werden als sehr traurige geschildert. Für die ganze Saison, die vom 1. Juni bis zum 1. Oktober dauert, für Motorenbau zum sofortigen Antritt gesucht. wird ein Küchenchef angestellt, der gewöhnlich ein Deutscher ist. Kyffhäuserhütte. Er stellt für die Direktion die übrigen Köche auf einen Kontrakt an, in dem von vielen Pflichten und wenig Rechten der Köche die Rede ist. Die Köche müssen von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends skrupellos lediglich den Erwerbszwecken ihres Besizers zu Wenn man in der liberalen Kapitalisten- Presse, die ja arbeiten and, wenn sie Wachtdienst haben, sogar bis 12 Uhr. Der Küchenchef bestimmt ihren Lohn und entläßt sie nach Belieben, ja es dienen hat, solche Streifbrecher- Inserate findet, so erflärt dies foll jogar vorkommen, daß er sie prügelt. Als Lohn erhalten die immerhin eben der Erwerbssinn des Herausgebers. Köche für ihre übermenschliche Arbeit 120 bis 250 Gulden für die Wenn aber das offizielle Organ einer Arbeiter- Orga 4 Monate. Am Ende der Saison", heißt es in dem Artikel, nisation an der Vernichtung des Koalitionsrechtes durch " sehen die Köche erbärmlich aus; wie Gerippe, abgemattet, Streitbrecher- Inserate mitarbeitet, dann beweist das außer mit tiefliegenden Augen. Hinzu kommt, daß im Souterrain des dem Mangel der Moral auch das Fehlen jedes Verständnisses Kurhauses wegen Mangel an Bentilation eine verpestete Atmosphäre für die eigenen Klasseninteressen. herrscht, ärger als in den Wohnungslöchern unserer Hinterhäuser. Es wird reichlich mit Kreosot und Starbol gearbeitet, aber das Und wenn dann infolge dieser Mängel die Neihen der macht auf die Dauer die Sache nicht besser. Das Personal muß Hirsch- Dunderschen sich mehr und mehr lichten, fällt man aber vier Monate lang in diesen verpesteten Räumen zubringen, während mals dumm und verbrecherisch zugleich anderen Arbeiterdie Bourgeois fich oben an der schönsten Musik und an den ledersten Organisationen in den Rüden. Speisen und Getränken gütlich tun." Zum Schluß wird in dem Artikel, den auch das Organ des Niederländischen Verbandes des Hotel, Restaurant- und CaféPersonals übernommen hat, noch bemerkt, daß der Direktor des in einem Anfalle von Sparwut" entlassen hat. D Aus Induftrie und Handel. Staat und Bergwerksmagnaten. Berlin und amgegend. Die Aussperrung der Tischler. Bei der Charlottenburger Müllabfuhr scheint der Friede nicht von langer Dauer zu sein. Obgleich von den Leitern des Betriebes versprochen worden ist, Maßregelungen sollten nicht stattfinden, find doch in lezter Zeit drei Entlassungen erfolgt aus Gründen, welche wohl vor der Bewegung so leicht nicht zur Entlassung geführt hätten. man scheint bestrebt zu sein, alle am Streit beteiligt gewefenen Leute bei kleinem Versehen hinauszuschieben. Die Gründe der letzten Entlassung sind so fadenscheiniger Natur, daß man sich darüber nur wundern muß. Für die im Betriebe noch vorhandenen Kutscher und Mitfahrer wird es notwendig sein, recht vorsichtig zu ſein und ihr Augenmert auf die Handlungsweise des Inspektors und des dort beschäftigten Schmiedes zu richten. Deutfches Reich. Die Zeugen und die Angeklagten. Die Kölner Straflammer verurteilte vier Grundarbeiter, die im April gelegentlich des Grund- und Abbrucharbeiterstreits in tölu eine Anzahl Arbeitswilliger mißhandelt hatten, zu zwei, vier, fünf und fünf Monaten Gefängnis. Die Verurteilten waren zum Teil erheblich vorbestraft; ebenso fiel straffchärfend ins Gewicht, daß der Ueberfall geplant gewesen sein soll und daß die Mißhandlungen mit einem Stock, einem Schlüffel und einem Gummischlauch mit Bleiflugel, gefährlichen Gegenständen, verübt worden seien. Uebrigens hat keiner der Arbeitswilligen erhebliche Verlegungen davon Einer der Arbeitswilligen mußte bekennen, daß getragen. dem Gericht vorliegendes Stüd Drahtseil ihm ein bei der Gelegenheit abgenommen worden ist; ferner sagte ein Zeuge aus, daß dieser Arbeitswillige zwei Monate vorher einen der Berurteilten mit einem Meffer bedroht hat. Damals war von einem Ausstand noch nicht die Rede. Ein anderer als Zeuge bernommener Arbeitswilliger hat am Tage nach jenem ZuAuch gestern ist fein ausgesperrter Arbeiter gemeldet worden. Kurhauses, Führ, auch ein Deutscher, sein gesamtes Winterpersonal In der Woche vom 25. November bis zum 2. Dezember sind 49 Aus- fammenstoß gedroht: er werde den Kameraden eines der Ante gesperrte und 99 als Antwort auf die Aussperrung Streifende hin- geklagten die Därme aus dem Leibe reißen; zwei Tage zugekommen. In derselben Zeit sind 172 Streifende und Aus- nachher hat dieser Arbeitswillige bei einem anderen Zusammenstoß gesperrte abgereist oder anderwärts in Arbeit getreten. Die Abnahme einen ausständigen Grundarbeiter durch drei Revolverder Ausgesperrten und Streitenden ist also größer als die Zunahme, so daß ich üsse getötet und einen anderen Lebensgefährlich man nunmehr auch gestützt auf zahlenmäßige Beweise sagen kann, der verlegt. Das Verfahren gegen ihn wegen der Tat ist einKampf hat, soweit die Angriffslust der Unternehmer in Frage kommt, Der Erfolg, den die rheinisch- westfälischen Kohlenbarone in der seinen Höhepunkt längst überschritten und ist in rapidem Abflauen gestellt worden. Die Gerichtsbehörde hat darauf verzichtet, den Hibernia- Affäre erzielt haben, hat ihren Uebermut noch erhöht. begriffen. In den Angaben der Unternehmer werden immer noch Borgang, der damals in Köln eine furchtbare Aufregung hervorrief, mehr als 5000 Ausgesperrte und Streifende angegeben. Abgefehen in öffentlicher Gerichtsverhandlung klarzustellen. Der Vorsitzende Einen Beleg dafür lieferte die vorgestern in Essen abgehaltene davon, daß hier die Verminderung durch Abreise und Arbeitsantritt der Straffammer hat das oben mitgeteilte Urteil, das als sehr hart Generalversammlung der Bergiverks- Aktiengesellschaft Luise Tiefvau", die im Dortmunder Revier verschiedene Zechen mit Stofereien natürlich nicht berücksichtigt ist, haben ja die Unternehmer von jeher bezeichnet werden muß, auch damit begründet, daß als strafund Werksanlagen für Gewinnung von Nebenerzeugnissen befißt und eine Reihe angeblicher Aussperrungen aufgeführt, wo von Ausschärfend in Betracht komme, daß durch die Mißhandlungen Wir haben das besonders an einer Arbeitswillige in der Freiheit, zu arbeiten, gehindert werden am Kohlensyndikat mit einer Förderung von 628 552 Tonnen Stein- Sperrung gar keine Rede war. fohlen, am Kokssyndikat mit einer Jahresproduktion von 94 500 Anzahl von Bautischlereien nachgewiesen. Heute wird uns mitgeteilt, follten. Im Strafgesetzbuch steht aber nichts davon geschrieben, daß Tonnen Stofs beteiligt ist. Diese Gesellschaft, welche unter Führung daß auch die in der Aussperrungsliste der" Fachzeitung" angeführten der Angriff auf Arbeitswillige schärfer zu ahnden sei als der auf Bautischlermeister Schäfer, Reichenbergerstraße, Mertens, des bekannten Mühlheimer Kohlenmagnaten Hugo Stinnes von der Mariannenstraße, und Herrmann, Staligerstraße, nicht ausgesperrt andere Leute. Der deutsche Reichstag hat die ArbeitswilligenFirma Matthias Stinnes mit allen Mitteln dahin strebt, ihre haben. Auch die Bautischlerei von Grün& Hedwig ist unter Vorlage, das Zuchthausgesetz, in den Ortus geschleudert. cühmten Mustern ebenfalls auf den Gedanken verfallen, es mit der den Aussperrenden angeführt. Diese Firma hat aber erst in den legten müssen entschieden Einspruch gegen eine Rechtsprechung erheben, eingestellt und nach einem Bau die sich bei der Strafzumessung einer Begründung Bechenſtillegung zu versuchen. Sie läßt auf ihren Zechen„ Bruch- Tagen einige Arbeiter traße" und" Wiendahlsbank" bedeutende Neuanlagen herstellen, für geschickt, wo sie der Zimmerpolier bei seiner Krankenkasse bedient, die in ausgesprochenem Gegensatz zu dem vie vorläufig 4% Millionen Mart angefekt sind, und beabsichtigt auf meldete, damit die Meisterorganisation nichts von der Ein- ausdrüdlichen Willen der gefeggebenden Körper Wie der Streit wirkt, dafür spricht der diese beiden Bechen die bisher auf der Zeche" Luise" geförderten stellung erfährt. Kohlenmengen zu übernehmen und dafür auf der Zeche Luise" den Umstand, daß zwei Bauherren, die ihre Tischlerarbeit von haft, des Reichstags, steht, der die Arbeitswilligen- BorBetrieb einzustellen. In diese Pläne hat sich aber das Oberbergamt Sponer bezogen, wo jest infolge von Aussperrung und Streit die lage der Regierung nicht einmal einer Kommissionszuweifung gein Dortmund gemischt und der Gesellschaft die Ausführung ihrer Ab- Arbeit völlig ruht, die Erklärung abgegeben haben, daß sie die noch fichten vorläufig untersagt. Einmal deshalb, weil die Stillegung ausstehenden Arbeiten anderwärts anfertigen laffen. Die großen der Zeche Luise" voraussichtlich eine Schädigung der benachbarten Möbelfabriken, die infolge der Aussperrung still stehen, suchen ihre Gruben durch eindringende Wassermassen zur Folge haben würde, Arbeit von anderen Meistern fertig stellen zu lassen, jedoch nicht zweitens aber, weil die Stillegung eine Vergendung von nutzbarem immer mit Erfolg. Ein Versuch dieser Art, den der Geschäftsführer Bergwerkseigentum bedeutet, denn die Zeche Luise" enthalte noch der Firma Belder u. Plathen beim Tischlermeister Werner in abbauwürdige Flöße mit einem Gesamtgehalt von zirka 11 Millionen der Königsbergerstraße machte, scheiterte. Tonnen Steinkohlen. würdigt hat. Husland. Wir Lithographen, Steindrucker und Maschinenmeister, geht nicht nach Gablonz a. N. und Proschwiz! Die Kollegen einer Reihe von Firmen sind dort in den Ausstand getreten, weil die Chefs den in ganz Desterreich anerkannten Lohntarif nicht anerkennen wollen. Die betroffenen Firmen wollen die Gelegenheit auch dazu benugen, die alten Leute hinauszuwerfen, und rechnen insbesondere auf Zu diesem Zwede Buzug von Streitbrechern aus Deutschland. Am 2. Dezember zählte der Holzarbeiter- Verband im ganzen Dieser Einspruch der Behörde in ihre Geschäftspolitik past 306 Ausgesperrte, 888 infolge der Aussperrung Streifende, 214 schon jedoch den großen Kohlenindustriellen nicht, und so legte denn in der länger aus anderen Ursachen Streikende und zwölf in Gemeinschaft haben sie auch Agenten nach Deutschland abgesendet. Die Streifenden In find jedoch guten Mutes. Sie bauen auf die Solidarität und die borgestrigen Generalversammlung Herr Stinnes mächtig los. Nach mit den Metallarbeitern der Firma Hirschmann Streifende. der Rhein- Westf. 3tg." erklärte er, die Verwaltung habe nie be- Weißensee sind 48, in Rirdorf 120 Streifende und Ausgesperrte, Ehrlichkeit ihrer reichsdeutschen Kollegen und ersuchen dieselben, stritten, daß abbauwürdige Kohlen vorhanden seien, sie ständen aber insgesamt also 2088 streifende und ausgesperrte Mitglieder des Buzug strengstens zu vermeiden. nicht in solcher Menge an, daß dadurch eine Neuanlage auf der Zeche Holzarbeiter- Verbandes. Dazu fommen noch 425 am Streit der „ Luise" gerechtfertigt würde. Die dazu erforderlichen Kapitalien Klavierarbeiter beteiligte Mitglieder. würden weder verzinst noch amortisiert werden können. Es könne Die Firma Sirimann macht einen eigenartigen Verfuch, Letzte Nachrichten und Depefchen. Herr Obermeister Rahardt schickt uns folgende Berichtigung: Es ist nicht wahr, daß ich Bahnhöfe besucht habe um mich von der Abreise ausgesperrter Tischler zu überzeugen, es ist auch nicht wahr, daß ich die Feststellung eines Vertreters des Holzarbeiter- Verbandes veranlaßt habe." der Verwaltung nicht zugemutet werden, die Verantwortlichkeit für um Arbeitswillige zu bekommen. Sie sendet mit der Maschine herdie Schaffung einer unrentablen Anlage zu übernehmen. Ebenso- gestellte Briefe an Tischlergesellen, die die Firma gar nicht kennen und toenig fönne von der Gesellschaft erwartet werden, daß sie die vor- feine Ahnung haben, wie dieselbe zu ihren Adressen gekommen ist. handenen Kohlenvorräte mit den dort vorhandenen ganz jämmer- Die Adressaten werden ersucht, bei der Firma wegen Arbeit vorlichen Einrichtungen fördere. Das Oberbergamt habe diesen Stand- zusprechen, und zur größeren Bequemlichkeit der so Ümworbenen ist punkt auch früher vertreten, denselben später aber geändert. Wie gleich eine adressierte Antwortkarte beigefügt. Natürlich geht kein sich die Angelegenheit entwickeln werde, fönne im Augenblick nicht organisierter Arbeiter auf derartige Gesuche ein. übersehen werden. Jedenfalls werde sich die Verwaltung durch eine Alenderung des§ 65 des Berggesezes( Entziehung des Bergwerkseigentums) nicht bange machen lassen. Die Verwaltung sei davon überzeugt, daß es wirtschaftlich verkehrt sei, wenn sie die Zechen ,, Wiendahlsbank" und" Bruchstraße" in der geplanten Weise aus baue und den Gewinn aus diesen beiden Zechen für Zubuße auf Zeche Luise" aufwenden müsse. Hierdurch würde eine große Zahl Die Berichtigung des Herrn Rahardt überhebt uns der Pflicht, von Aktionären schwer geschädigt und die Behörde vertrete nur die betreffende Meldung, die uns von Mitgliedern des Holzarbeitervermeintlich die Interessen der Allgemein Verbandes zuging, selber richtig zu stellen, was wir in jedem Falle heit, wenn sie einigen Schreiern in der getan hätten, denn die Arbeiter sind bereits von ihren Kollegen dortigen Gegend ein größeres Gewicht bei- Sarauf aufmerksam gemacht worden, daß sie sich in der Person geirrt messe. Die Verwaltung fehe fich gezwungen, die Inter- und einen anderen Tischlermeister mit Herrn Rahardt, mit dem fie effen der Attionäre mit größter Energie zu vertreten, zumal nichts zu tun hatten, verwechselt haben. Im übrigen bleiben unsere die Behörden in ungehöriger Weise eingegriffen hättten. Angaben bestehen. Man habe sich unmittelbar an das Kohlensyndikat wie auch an den Bergbaulichen Verein gewandt und um Maßregeln gegen die Gesell 4 Zum Klavierarbeiterstreit. Studentendemonstration in der Petersburger Universität. Petersburg, 3. Dezember.( W. T. B.) In der Universität fand heute eine stürmische Protestversammlung der Studenten iwegen der Vorgänge in der gestrigen Situng des Juristenvereins statt, in der Vorträge über notwendige Abänderungen der Preßgefeße' gehalten werden sollten und die wegen allzu großen Zudranges des Publikums polizeilich geschlossen wurde. Der Minister des Innern empfing heute von dem früheren Minister von Plewe aus dem Amte ents fernte Twersche Semstwo- Abgeordnete und gab die Erlaubnis zur Einberufung einer Semstvo- Versammlung in Twer im Januar oder Februar. Binnen fürzester Zeit wird der Ansässigkeitsrahon der Juden erweitert und ihnen der Aufenthalt in weiteren 48 Orien gestattet werden, Vom oftafiatischen Kriegsschauplate. Tokio, 3. Dezember.(( W. T. B.) Ueber den sechsstündigen Waffenstillstand vor Port Arthur meldet der Kommandeur der die destung belagernden Armee: Parlamentäre, die gestern auf unferem linken Flügel erschienen, haben einen von zehn Uhr vormittags bis linken Flügel erschienen, haben einen von zehn Uhr vormittags bis vior Uhr nachmittags dauernden partiellen Waffenstillstand abs gefchloffen, während dessen die Bergung der Toten und Verwundeten erfolgen sollte. Eine gestern abend im Hauptquartier der Mand fchureiarmee aufgegebene Depesche berichtet: Russische Infanterie griff am Donnerstag abend zehn Uhr die Stellung Manchuanzuseian an, wurde aber sofort zurüdgeworfen. Am folgenden Morgen wurde russische Infanterie und Kavallerie, die bis gegen gangbaren Wege zu gelangen. Dieser liege in der Zusammenlegung a) Pianofabriken: Pfaffe, Lift, Hansen, Donadani und Kungtipietaibou vorgedrungen war, gleichfalls vertrieben. Der kleinen unrentablen Betriebe. Im übrigen bleibt die Pohl, Boyer und Sohn, Mösener, Knabe und Thal, Giese und Reinke, Kiel, 3. Dezember. Die Reederei Diedrichsen teilt der„ Kiefer Verwaltung bei dem einmal gefaßten Beschluß, Manthey, Hohmuth und Hinke, Garn, Heindorf, Lehmann, Kling- Beitung" mit, daß das Oberpriſengericht in Petersburg heute dahin daß Zeche Luife" stillgelegt wird. Es fei ichon mann, Jaschinsky, Möbes, Grabau, Hoff und Co., Nöste, Vierling, erkannte, daß der deutsche Dampfer Thea" zu Unrecht angehalten aus dem Grunde allein notwendig, weil die Be- tunisch, Braun, Stoch und Co., Redewig, Gaft und Co., Riesener, worden sei und kein Grund zur Konfistation vorgelegen habe. Berautw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th.Glocke, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u.Verlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u.nuterhaltungsst schaft ersucht. Die Verhältnisse hätten sich für alle Beteiligten recht Die Leitung des Streits beschloß in ihrer letzten Sißung die unerquidlich gestaltet. Man hoffe aber, durch die vermittelnde Tätig- Bekanntgabe derjenigen Firmen, bei denen zurzeit die Differenzen teit der Behörden( die schon früher von der Verwaltung beantragt, noch nicht erledigt sind. Die Interessenten ersuchen wir, diese Liste von der Bergbehörde aber auch abgelehnt worden sei) zu einem auszuschneiden. Nr. 285. 21. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 4. Dezember 1904. 104. Sigung. Sonnabend, den 3. Dezember 1904, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Frhr. b. Stengel, v. Einem, Frhr. b. Rheinbaben, v. Tirpig. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Etats für das Rechnungsjahr 1905. In Verbindung damit steht der Haushaltsetat für die Schutzgebiete für 1905 sowie die Nachtrags- Etats für 1904, einer für den Reichs- Etat und einer für den Kolonial- Etat( Südwestafrika). Ferner werden mit der Etatsberatung verbunden das Gesetz betr. die FriedensPräsenz stärke des deutschen Heeres( Quinquennat) und das Gesetz betr. Aenderung der Wehrpflicht( gefeßliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit). und von mehr eine Hoffnung als eine Erwartung.( Hört! hört! b. d. Soz.) jetzt die notwendige Kavallerie. Wir haben Divisionen, die keine Dieses Anwachsen der Erfordernisse der Reichsschuldenverwaltung Stavallerie besitzen, besonders seitdem wir in Sachsen ein sollte für uns eine ernste Mahnung sein, mit der Kontrahierung von zweites und in Bayern ein drittes Armeekorps gebildet haben. Schulden nicht in der bisherigen Weise fortzufahren( Stürmische Zu- Ich werde der Kommission die Aften vorlegen und ich hoffe, daß Sie stimmung bei den Sozialdemokraten), sondern an die baldige Ein- daraus ersehen werden, daß es geradezu unzulässig wäre, unsere richtung einer planmäßigen Schuldentilgung zu denken( Demonstra gute Kavallerie zu schwächen und zu zersplittern in dem Augenblick, tives Sehr richtig! rechts). Die außerordentlichen Anleihemittel wo wir die höchste Leistungsfähigkeit von ihr verlangen. Ebenso sollten nur zu direkt werbenden Anlagen verwendet werden, aus wie mit der Vermehrung der Kavallerie steht es bei den Spezialdenen die Zinsen unmittelbar herausgewirtschaftet werden können. waffen. Die Telegraphenabteilungen genügen einfach Von den 290 Millionen Anleihe des letzten Jahres sind in dieser dem Kriegsbedarf nicht mehr. Auch das werde ich in der Kommission Weise nur 244 000 Mark für die Post- und Telegraphenverwaltung nachzuweisen haben. zu unmittelbar werbenden Zwecken verwendet worden. Ich wende mich nun zur zweijährigen Dienstzeit. Im Post- und Telegraphenetat wird diesmal die vom Die europäischen Heere haben sich seit Jahren fortgesetzt vergrößert, Reichstage dringend gewünschte Vermehrung der Stellen von Ober- die Massenberivendung ist eingetreten, die rage du nombre iſt fein Poſt- und Telegraphen- Sekretären, sowie von Unterbeamten fich leerer Begriff. Und die Frage der zweijährigen Dienstzeit steht nun finden. Der Ueberschuß des gesamten großen Betriebes ist um einfach so: Ist die Aussicht zu siegen größer mit einer Armee von 7 Millionen höher veranschlagt worden als im Vorjahre. Die nur 200 000 Mann mit dreijähriger Dienstzeit oder mit einer Armee Staatssekretär im Reichsschazamt Frhr. v. Stengel: Veteranen- Beihilfen sind im fortgesetzten Steigen begriffen. Auch im vor 300 000 Mann mit nur zweijähriger Dienstzeit. Man hat sich Ueber das Etatsjahr 1903 kann ich den Herren nicht viel Neues Jahre 1905 werden sie um weitere 2 Millionen auf 14 Millionen für das letztere entschieden. Das ist der militärische Grund für die fagen. Auch dieses Jahr schließt mit einem Fehlbetrage, und zwar steigen. Diese werden wieder auf allgemeine Reichstoften über- Beibehaltung der zweijährigen Dienstzeit. Aber das günstige von 6 Millionen Mart. Die Mehrausgaben betrugen insgesamt nommen werden. Ungeachtet der Entlastung des Reichsinvaliden- Resultat mit der zweijährigen Dienstzeit ist nur erreicht worden annähernd 10 Millionen Mark, die Mehreinnahmen rund 3 Fonds wird seine Lage von Jahr zu Jahr unhaltbarer.( Sehr richtig! durch Ueberanstrengung des Ausbildungspersonals.( Sehr richtig! Millionen. Die wesentlichen Mehreinnahmen sind durch die großen in der Mitte.) Troß der Entlastung von den Veteranen- Beihülfen rechts.) Das ist eine allgemein bekannte Tatsache. Daß die AufReichsbetriebe hervorgerufen, deren Mehreinnahmen 17 Millionen ist inzwischen seine Unterbilang wieder auf 280 Millionen gestiegen gabe gegen früher schwerer geworden ist, liegt doch schon ganz einfach betragen, von denen fast 10 Millionen auf die Reichs- Post- und und seine völlige Aufzehrung steht für das Jahr 1910 bevor. Wir in dem Zahlenverhältnis. Truppen mit einer Hälfte Refruten find Telegraphen- Verwaltung, 7 Millionen auf die Eisenbahnen entfallen. hätten dann noch jährlich 35 Millionen Mark Reichs- Invalidengelder schwerer zu erziehen, als solche mit einem Drittel. Es ist überDie Mehrausgaben bon 10 Millionen Mark wollen bei dem zu zahlen, ohne die neuen Pensionsgesetze. Welche Kalamität es für haupt schwer, den Dienst bei einer Truppe zu führen, die stets zur Milliardenbestand nicht viel heißen; sie sind wesentlich durch die den Reichs- Haushaltsetat bedeuten würde, wenn wir 1910 eine so erheb- Hälfte aus Refruten besteht und die niemals mit ihrer Ausbildung Mehrausgaben des Pensionsfonds, insbesondere für den Reichs- liche Ausgabe auf allgemeine Reichskosten übernehmen würden, brauche fertig ist. Es wird vielfach gesprochen von der zunehmenden Invalidenfonds hervorgerufen. Außerdem ist eine nicht etatsmäßige ich Ihnen nicht zu sagen. Gestattet die augenblickliche Finanzlage nicht, Nervosität der Truppen. Es soll nicht geleugnet werden, daß es so Entschädigung von 234 Millionen an die Süßstoff- Fabrikanten aus im laufenden Jahre einzugreifen, so wird nicht über 1906 hinaus ist; aber ich glaube, die Nervosität entsteht vielfach dadurch, daß die gegeben worden. Die Ueberweisungssteuern haben einen Mehrbetrag zugewartet werden dürfen. So wie die Dinge liegen, ist Gefahr zur Ausbildung Berufenen nicht wissen, wie sollst du mit der Ausvon 2234 Millionen gebracht, der nicht an die Bundesstaaten ab im Verzuge.( Sehr wahr!) Eine gründlichere Reform, als die bildung fertig werden. In dieser Richtung sollte Abhülfe geschaffen geführt ist, sondern zur Verminderung der Ausfälle des Reichs- Resolution des Reichstags vom April fie fordert, wird notwendig werden. Die Ausbildung der Infanterie ist viel schwieriger geHaushalts- Etats benugt wurde. Die Zuschußanleihe ist dadurch auf sein. Zunächst soll auf die Unterstützung der Veteranen in den worden; Massenausbildung, Massendrill genügt nicht mehr; an seine 41 Millionen Mark erniedrigt worden. einzelnen Bundesstaaten hingewirkt werden. Ein Gefeßentwurf, Stelle ist die individuelle Ausbildung und Erziehung getreten. Mehr interessieren dürfte die Herren, was ich Ihnen über das der hierfür einheitliche Grundfäße aufstellt, liegt zurzeit dem Infanterist von heute soll ein durchaus disziplinierter, unbedingt mutmaßliche Ergebnis des Etatsjahres 1904 mit Bundesrat vor. Die wiederholte Buhülfenahme von Zuschuß- gehorsamer Soldat, aber auch ein selbständig handelnder Krieger teilen kann. Einen sehr erheblichen Mehrertrag von 14 Millionen anleihen zur Balancierung des Elats ist ja burchaus sein. Die geschlossene Ausbildung darf niemals mehr Selbstzwed Mark wird die Zudersteuer bringen. Das ist ein erfreuliches Zeichen unzulässig. Ein solches Verfahren war nur in den äußersten fein, sie soll nur als Mittel dienen, den Mann zum Gehorsam zu dafür, daß die Gesetzgebung mit der Reform der Zuckersteuer den Rotfällen bei momentanen raich vorübergehenden Verlegenheiten erziehen. Die Hauptausbildung muß immer gelegt werden auf die rechten Weg eingeschlagen hat.( Sehr wahr! links.) Der gesicherte zulässig. Aber noch bedenklicher als diese Zuschußanleihen Gefechtsformation, die Gefechtsdurchbildung, die Gefechtsart. Wir Inlandsverkauf hat sich nach den bisherigen Steuererträgen in erscheint mir die Tatsache, daß wir nun schon seit Jahren nicht haben also heute zwei Arten der Ausbildung, die nebeneinander hereinem Maße gehoben, dem die kühnsten Berechnungen mehr in der Lage sind, den Staatshaushalts- Etat balancieren zu gehen. Das stellt große Anforderungen an das Ausbildungspersonal, nicht entsprachen.( hört! hört! links.) Die Salzsteuer önnen, ohne einen Fonds, den eine weitausschauende Gesetzgebung weil auf die Individualität des einzelnen eingegangen werden muß. wird zwei Millionen, die Brausteuer 600 000, bie Stempelsteuer früherer Jahre zur Sicherstellung der Versorgung unserer Invaliden Der Unteroffizier von heute soll eine Persönlichkeit sein, die es ver700 000 M. Mehrerträge liefern. Von der Brennsteuer werden zwei bon 1870/71 und der Hinterbliebenen bestimmt hatte, für andere steht, den Mann zu leiten. Unser Ersatz ist heute intelligenter, ge= Millionen Mart mehr in der Reichskasse bleiben. Die Verwaltung Reichszwede angutasten. Diese einzige nadie Tatsache spricht beredter bilbeter, feinfühliger geworden, auf der anderen Seite aber auch der Reichsschulden hat 1 Millionen weniger verausgabt. Die für das dringende Erfordernis einer gründlichen Sanierung der berrohter, unluftiger; wir müssen mit Leuten rechnen, die sich innerEinnahmen der Post- und Telegraphenverwaltung werden den Vor- Reichsfinanzen, als ich es durch Worte je vermöchte. Mehr als lich nur widerwillig der Disziplin unterwerfen( Sehr richtig!), anschlag etwas übersteigen. Aber auf einen großeren als den die Hälfte unseres ganzen Kolonial- Etats beruht auf den Zuschuß wenn fie fich auch äußerlich ihr unterwerfen müssen. Auch hierdurch etatsmäßigen Ueberschuß darf nicht gerechnet anleihen. find die Anforderungen an das Ausbildungspersonal ganz außer werden, da mehr Ausgaben gedeckt werden mußten, als vorher- Wenn wir unsere Blide über 1905 hinaus in die Zukunft richten, ordentlich gewachsen. Aber es fehlt uns leider an dem geeigneten gesehen war. Die Beteiligung am Reingewinn der Reichsbant bietet dann entwickelt fich für uns eine recht frübe Perspektive.( Lebhaftes Ausbildungspersonal. Der Unteroffizier geht sofort, sobald er den hat, als durch die Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn auch nach Nieder- Zivilversorgungsschein für das Reich insofern günstige Aussichten, den jüngeren erfolgte Erhöhung des Kapitals der Referbefonds die gefeßliche werfung des füdwestfritanischen Aufstandes eine wesentliche Mine Iementen treten nicht immer die besten an die wo jeder Höhe erreicht hat und damit eine jährliche Rücklage von vier derung der außerordentlichen Ausgaben eintreten wird, so ist doch Stelle. Bei unserer hochentwickelten Industrie, Millionen wegfällt. feine Berbesserung des ordentlichen Etats zu erwarten. Im Gegen intelligente, tüchtige Mann leicht lohnende Arbeit finden kann, find Es gibt jedoch im Reichshaushalt nicht bloß Mehreinnahmen, teil entsteht für ihn durch die Verzinsung der Kolonial- Anleihen eine es nicht die besten, die bei uns bleiben. Wir sollten daher alles tun, es gibt bedauerlicherweise au chy Windereinnahmen.( Heiter- fchwere Mehrbelastung. Mit der Herabwirtschaftung des Haushaltes was in unseren Sträften steht, um den Unteroffizieren eine gefeit.) Hier kommen vor allem die 3olleinnahmen in Betracht. fann es so, wit bisher, nicht weiter gehen( Lebhafte Zustimmung im sicherte Eristenz zu verschaffen( Sehr richtig!), und das wollen wir Die bis Oktober zur Anschreibung gelangten Bolleinnahmen bleiben Zentrum, Lachen bei den Sozialbemokraten). Wir müssen alles tun durch die Vorlage, indem wir sie besser ins Gehalt bringen. nicht nur bedeutend um fast 12 Millionen Mart hinter ihrem Stande daran setzen, um wieder auf eine solide Basis zu gelangen( Sehr Weiter brauchen wir zur genügenden Ausbildung der Truppen zu gleicher Zeit des Vorjahres zurück, nein, auch die Jahre 1901 und richtig! bei den cozialdemokraten). Ich habe es bont ersten Tage ermehrung der Gperzierpläße und Schießstände. 1902 zeigten für diesen Zeitpunkt namhaft höhere Einnahmen. Auch meiner Amtsführung als meine Pflicht betrachtet, auf diese Spar- Die richtige Ausbildung kann nur im Gefechtslärm erreicht werden, die Getreidezölle sind bis Ende Oktober gegen das Vorjahr um famteit hinzurirken. Aber innerhalb des Haushaltes des Reiches dazu brauchen wir Patronen und Gelände. mit seinen große verfassungsmäßigen und sonstigen gesetzlichen AufWeiter finden die Herren noch Positionen für die bessere Be12 Millionen zurückgeblieben.900.00 Das ist kein neues Dr. find bei ben x a b Weitere Mindereinnahmen von 900 000 m. find bei den Tabat- gaben sind der Garsamteit Grenzen gezogen, unter die wir nicht waffnung der Armee mit dem Gewehr 98. steuern zu verzeichnen und 300 000 m. bei der Schaumwein hinabgehen könn, wenn nicht das ganze Reich leiden soll. So Gewehr, wie ich hier betone, sondern das Gewehr, mit dem wir vor steuer. Es scheint doch weniger Champagner getrunken zu werden würde sich die parfamkeit auf das allerempfindlichste rächen, wenn einigen Jahren angefangen haben, die Truppen zu bewaffnen, das als der Herr Gesetzgeber geglaubt hat.( Heiterfeit.) Im ganzen Sie die Erhaltig und Fortentwickelung der Wehrkraft des Reiches Infanteriegewehr, wie es fich überall, auch jezt in Südwestafrika schließen die Einnahmen mit einem Mehr von rund 11 Millionen schädigen wollt.( Lebhafte Zustimmung rechts, Widerspruch bei den ausgezeichnet bewährt. Weiter soll das Rohrrädlaufgeschüt eingeführt Sozialdemokrat.) Anlangend die Kolonien, so können ja die werden. Nach vielen eingehenden Versuchen haben wir ein Geschüt Ich komme nun zu den Ausgaben. Mehr als die Hälfte Meinungen dolber geteilt sein, ob und in wieweit ihr Erwerb gut gefunden, von dem wir annehmen können, daß es allen Bedürfnissen dieses lleberschusses der Einnahmen wird durch Etatsüberschreitungen war.( örthört! bei den Sozialdemokraten.) Aber in ausgezeichneter Weise entsprechen wird. In der Kommiffion werde und außeretatsmäßige Aufwendungen bei den verschiedenen Ausgabe- jetzt haben wifie einmal, und jetzt kann sich das Reich seinen ver- ich genauere Angaben machen. Sie sehen aus alledem, daß wir beabsichtigen, in unserer Armee poften aufgezehrt. Um die Reichskaffe zahlungsfähig zu machen, hat fassungsmäßin Pflichten nicht entziehen. Bei alledem werden wir diefelbe in großem Umfange Schaganweisungen begeben. Es ist um eine dernde Verbesserung unserer Einnahmen nicht herum- Meliorationen einzuführen, die zwar Geld tosten und sich nicht gleich möglich, daß wir genötigt sein werden, bis zur kommen. Son in Bälde wird sich eine solche Einnahmequelle in wieder bezahlt machen, aber sie werden sich lohnen in der Ausäußersten Grenze, die im Gtatsgefez für die Be- dem neuen lltarife eröffnen. Doch muß ich erneut davor warnen, bildung der Armee, sie werden sich sicher lohnen, sollte es einmal gebung von Shayanweisungen vorgefehen ist, allzu großedoffnungen darauf zu feßen.( Seiterfeit lints.) Dann nötig sein, die Eristens des Deutschen Reiches mit dem Schwerte in boraugehen, ja wir werden vielleicht sogar genötigt sein, uns aber hat dReichstag auch noch befchloffen, die Erhöhung der land- der Hand wieder zu verteidigen.( Bravo!) vorübergehend eine gesetzliche eine gefegliche Erweiterung dieser wirtschaftlin Zölle, die einen nicht unerheblichen Mehrertrag ver- Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Montag Grenze zu erbitten.( hört! hört!) Nach den vorläufigen sprechen, z größten Teile zu sozialen Zwecken, zu einer Witwen- 1 Uhr. Berechnungen fann angenommen werden, daß dieser Fonds um mehr und Waifperficherung für die Arbeiter zu verwenden. Ich will nur als fünf Millionen Mark überschritten werden muß. Die von den hoffen daß dieser Fonds, der hier vorläufig thesauriert wird, Mehreinnahmen übrig bleibenden etwa sechs Millionen Mart find nicht ein nliches Schicksal erleidet, wie der Reichs- Invalidenfonds. nach der Verfaffung den Bundesstaaten auf die von ihnen ungedecten( ört! ört! und Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Matrikularbeiträge zu erstatten. Die Bundesstaaten werden indessen Vorläufi ist nur eins ficher: neue Aufwendungen stehen für bas an diesen sechs Millionen teine reine Freude haben, denn abgesehen Reich ber. Die feinerzeit vertagte Bermehrung unserer Auslandsdavon, daß ein ihnen bisher nur gestundeter Betrag von schiffe if ich ganz außer Betracht laffen. Ich will mur erinnern gemeinsame Liste der Sozialdemokraten, Nationalliberalen, Frei163 Millionen sozusagen in der Luft schwebt, wird ihnen voraus an die orgeschlagene Erhöhung der Militärpensionen, die vom finnigen und Demokraten 5593 Stimmen abgegeben; an 1655 Listen sichtlich ein Betrag von rund sechs Millionen bei den Ueberweisungen Reichst dringend gewünscht wird, aber im vorliegenden Etat noch waren Streichungen vorgenommen. Für das Zentrum wurden fehlen, mit anderen Worten, sie werden allem Anschein nach 1904 gar ni enthalten ist. Weiter erinnere ich an den Bedarf, den die 2406 Listen abgegeben, darunter 330 mit Streichungen. Vor drei ebenso belastet bleiben wie bisher. Ich komme nun zu dem vorliegenden Etatsentwurf. Ich bfehr geneigt, anzunehmen, daß trotz der Erhöhung der Zölle Daß in dem Etat eines in lebendig aufstrebender Entwickelung be noch erhebliches Defizit bleiben wird.( Sört! hört! bei den findlichen großen Gemeinwesens wie das Deutsche Reich auch in Sozvemokraten.) Angesichts dieser Tatsache ist es die Pflicht des Zeiten schlechter Finanztage steigenden Be- Reig ohne Zögern die erforderlichen Maßnahmen zur Bürfnissen Rechnung getragen werden muß, ist wohl selbst- enschen Sanierung unserer Finanzen zu treffen. verständlich. Jeder Stilstand wäre hier ein verhängnisvoller Rüd( Br! rechts und im Centrum.) schritt. Mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage find aber selbst. verständlich alle Forderungen auf das notwendigste eingeschränkt. Bir werden darauf bedacht sein müssen, den inneren Wert Leider kann auch dieses Mal der Etat nicht ohne Zuschußanleihe uner Armee zu erhöhen; ihre Organisation zu festigen und ihre balancieren. Nur mit Widerstreben hat sich die Regierung ent- Aildung zu vollenden. Dieser Forderung entsprechen die zwei schlossen, gewisse einmalige Ausgaben für das Reichsheer für 1905 Gbe, die wir Ihnen vorlegen: bas Quinquennat und die auf den außerordentlichen Etat zu nehmen. Es sind die führung der zweijährigen Dienstzeit. Kosten für die Neubewaffnung, nämlich 461, Millionen Mart, inklusive Wie ist nun die jeßige Organisation unseres Heeres beschaffen? der Bayrischen Quote. Wäre das nicht geschehen, so würde sich der sechs Jahren haben wir große Verbände geschaffen, die den ungedeckte Betrag für 1905 auf 121 Millionen Mart belaufen. Die men von" Divisionen" führen, es in der Tat aber nicht find. wirkliche Lage ist also noch schlechter, als der Etat sie zeigt. Von haben Divisionen, die an der Grenze stehen, und auch solche im dem Defizit haben die Bundesstaaten rund 24 millionen als nde, die weder Infanterie in der nötigen Stärte zum Teil nur ungedeckte Matrikularbeiträge auf ihre Schulter genommen, das Drittel haben, noch die notwendige Kavallerie. Hier muß äußerste, was sie leisten können. 51 Millionen Mart müssen durch hülfe geschaffen werden durch Formation neuer Verbände. Wir hoffen, erwarten aber vorerst den Beweis. eine Buschuß- Anleihe aufgebracht werden. Der gesamte Anleihe- ben uns wohl überlegt, ob es möglich sein werde, die neuen Bedarf beziffert sich auf 293 Millionen Mark. Für Südwestafritaataillone zu bilden unter Beibehaltung der jetzigen Präsenzziffer. find 488 Millionen Mart gefordert, während 76 Millionen Marber wir hatten ja noch gewissermaßen eine Forderung ausstehen für die Zeit vom 25. März 1904 bis Ende Oktober für diese Koloni on 7000 Mann.( Große Heiterfeit links.) Ich glaube damit nicht erforderlich waren. Der Gesamtbedarf von Südwestafrifa beträgt viel zu sagen. Die Regierung hatte es ausgesprochen, 135 Millionen Mart. Bei der Verwaltung des Reichsheeres. beträfie würde die 7000 Mann fordern, wenn die Notwendigkeit sich zeigen Stattonen das Mehr an fortdauernden Ausgaben 163 Millionen Marwürde, und das hohe Haus hatte gesagt, wir wollen die 7000 Wann wovon mehr als die Hälfte auf Mehrkosten der Natural- Verpflegu bewilligen, wenn Ihr uns die Notwendigkeit nachweist. Wir haben kommt. Für die Marine sind 6 Millionen Mart mehr erforderli davon abgesehen, die 7000 Mann zu fordern, da wir im Laufe der Im Marine Etat halten sich die Ausgaben im Rahn Zeit die Erfahrung gemacht haben, daß die nötige Vermehrung sich Swinemde. 756 des Gesetzes. Ueber den Etat des Reichsamts des Innern find nur auf dem Wege der Erhöhung des Etats der Truppen erreichen Hamburg 755 5 1bedeckt sondere Ausführungen nicht zu machen. Die Verwaltung der Rei läßt. Aber darin fönnen wir nicht billigen, den Etat der Infanterie Berlin schulden ist mit 83% mehr auf 104 Millionen Mart in den Etat, herabzufegen, um damit die Neuformationen zu schaffen. gesetzt worden. Von dem Mehrbetrage entfallen 1 Millionen auf die Distontierung von Schaganweisungen zur Verstärkung Betriebsmittel der Reichsschayverwaltung. Daß der veranid Betrag für 1905 ausreichen wird, ist nach den Erfahrungen legten Zeit, insbesondere angesichts der Vorgänge in Südwest'a Mark ab. Kriegsminister v. Einem: Schluß 3 Uhr. Partei- Nachrichten. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Mainz wurden für die Listen waren. Das Zentrum hat sich demnach ſtart tonjolidiert. Die Bahl seiner ungestrichenen Listen stieg von 1365 auf 2076. Die „ bereinigten liberalen Parteien" sind dagegen in der Auflösung begriffen, denn sie erhielten vor drei Jahren 6283 Stimmen, barunter 645 gestrichene Listen. Die Zahl ihrer ungestrichenen Listen verminderte sich von 5638 auf 3938, das heißt um 1700. Die Mainzer Volkszeitung" schreibt den Rüdgang der mangelhaften Agitation der Liberalen zu. Von großem Werte für die Beurteilung des Erfolges der Kompromißtaftit wäre es, wenn die Mainzer Parteileitung durch genaue Auszählung feststellte, auf weisen Konto die Streichungen in der Kompromißliste entfallen, Wir hoffen int Interesse der obs jektiven Wahrheit, daß sie diese Aufgabe nicht vernachlässigt. In der Parteiversammlung soll nach dem Berichte der Mainzer Volkszeitung" bei Bekanntmachung des Resultats großer Jubel geherrscht haben, wozu nach unserer Auffassung recht wenig Grund vorliegt. Es sei jedem Anwesenden klar gewesen, daß die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen zugenommen habe. Wir wollen das Witterungsübersicht vom 3. Dezember 1904, morgens 8 hr. Barometer stand mm Wind. 757 GO richtung Bindstärke Wetter 3 bedeckt 5° E.= 4° R. Temp. n. Stationen Barometer ftand mm richtung Wind Windstärke 2 Haparanda 749 G 1 bedeckt 6 Petersburg 754 S 3 Cort Wetter Temp. n. C 2 bedeckt-8 2Schnee 3 3bededt 5 Aberdeen 748 528 2halb bd. 4 2wolkig-3 Paris 758 S 2 bedeckt 762 GD 2bebedt Wetter- Prognose für Sonntag, den 4. Dezember 1904. Mild, jedoch ziemlich trübe und nebelig mit geringen Niederschlägen Berliner Wetterbureau. Die Frantj.a.M. 758 SW München 759 GD Militärverwaltung hat die Pflicht, nur das Wesentliche zu fordern Wien und zu vertreten. Dazu gehört aber die Stavallerie. Allerdings würde in einem fünftigen Striege bie Ravallerie fehr wich ige und bedeutende Aufgaben zu erfüllen haben. Weber und schwachen südwestlichen Winden. für diesen Zweck, noch für die Ausbildung der Berbände besigen wir HaftpflichtDiebstahlRichters Anker- Steinbaukasten& Brückenbaukasten Neuestes: Jmperatorkasten! Vorrätig in 104 verschied. Nummern im Preise von 50 Pf. an- Ergänzungskasten, Bauvorlagen, einzelne Steine! 223 fertige Bauten stehen z. Besichtigung. Ausstattungs- Figuren z. Krippen, Denkmälern, Raubtierhäusern, Stallungene Kopfzerbrecher, Kobold, Sphinx etc., 14 höchst interess. Geduldspiele, a 50 Pf. Zinnsoldaten, riesiges Lager aller Waffengattungen, aller Nationen vom Altertum bis zur Neuzeit, 10 000 Schachteln 10, 25, 45, 90, 135, 185 Pf. bis 40 M. neueste Modelle. 62 Sorten. Sämtliche Munition. Kanonen, Puppen Marke Luise ( d. Firma ges. gesch.) hervorragendes Fabrikat! Schieß- Salon. Neuheiten, 10 bis 46.50 Mark. 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Robe 11.75, 14.50 Zephyr Robe 12.25 Voile u. bedruckt, baumwoll. Voile Robe 13.50 Tussor u. Japon Robe 14.50, 19.50, 23.50 Konfektion Mk. Pat 1.80 m. Abend- Cape Karierte Bluse vorderteil mit Falten Karierte Bluse mit Hohlfalten u. Saümchen, gefüttert Cheviot- Bluse mit Falten u. gepaspelt. Japon- Bluse und Entredeux garniert 9.50 Abend- Paletots 18.75 m. kariert Innenseite u. Pelzgarn. Blusen u. Paletots 17.50 Doppelblende, gefüttert reich mit Säumchen 4.50 MK. 5.65 Mk. 7.75 Mk. mit Pelz garniert, hell und dunkel Kleiderrock Cheviot, siebenteilig mit Tresse, gefüttert 6.75 Mk. Kleiderrock fussfrei aus gemustert, Stoffen 9.50 Mk. Velvetrock siebenteilig mit Tuchblenden gefüttert 18.75 Mk. -2125 Länge ca. 74 194.90 Mk. Kinderkleid Cheviot, lange Unterrock woll. Tuchstoff m, Tresse besetzt 2.95 Mk. Moiré- Unterrock Serpentin- Volant mit Besatz woll. Unterrock w Tuchstoff, Serpentin- Volant 8.75 Mk. mit Tresse und Velvet Astrachan, m. farbig. Sammetkrag. 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Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 285. 21. Jahrgang. 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 4. Dezember 1904. Eine erneute Versammlung der Stöckerianer soll am nächsten Freitag nicht gelungen ist, das Dunkel über das Schicksal der Vermißten zu Berliner Partei- Angelegenheiten. stattfinden und wurde hierzu der Vorstand des bekämpften Vereins lichten. Nach dem Ergebnis der bisherigen Feststellungen ist jedoch bereits öffentlich eingeladen. faum anzunehmen, daß der Landgerichtsrat noch unter den Lebenden Welches Intereffe haben die Frauen am preußischen Partei- Sonntag, um 3 Uhr präzise eine öffentliche Bersammlung war, zweifellos feinen Angehörigen resp. seiner Birtin irgendwelche Im Anschluß hieran machen wir darauf aufmerksam, daß heute weilt. Wäre dies der Fall, so würde H., gewissenhaft wie er stets tag? Ueber diese Frage spricht Dienstag abend 82 Uhr dieses Vereins in Pachuras Klubhaus, Landsbergerstr 39 am Nachricht gegeben haben. Dies ist jedoch nach bereits fünftägigent Reichstags- Abgeordneter Ledebour in den Armin- Alexanderplatz stattfindet, in welcher Rechtsanwalt Dr. Broh einen gernbleiben bis heute noch nicht geschehen. Auf welche Weise der hallen, Kommandantenstraße 20. In dieser Volks- Vortrag über„ Die Greuel des Krieges" hält und eine gegenseitige Berschwundene seinen Tod gefunden, darüber fehlt jeder Aufschluß. bersammlung wird ebenfalls die Wahl der weiblichen Aussprache persönlicher Erlebnisse stattfinden soll. Der Vorfall, welcher in der Nacht zum Dienstag am Lützow- Ufer durch Delegierten vorgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Vertrauensperson. einen Droschkentutscher beobachtet worden ist und nach welchem dort eine Das Virchow- Krankenhaus. Der Stadtverordneten- Versammlung männliche Person in den Kanal gestürzt ist, dürfte mit H. wohl ist eine ausführliche Vorlage des Magistrats über die Organisation taum in Verbindung zu bringen sein, da der erwähnte Unfall bereits Charlottenburg. Am Sonntag nachmittag um 4 Uhr findet der Verwaltung des städtischen Rudolf Virchow- Krankenhauses zu um 2 Uhr morgens beobachtet worden ist, während sich H. erst um im Volkshause, Rosinenstr. 3, eine Voltsversammlung gegangen. Der Magistrat, dem die Beschlüsse der zu diesem Zweck 4 Uhr von seinem Freunde in der Bülowstraße verabschiedete. Hat statt, in welcher die Genoffin Frau Dr. David einen Vortrag gewählten gemischten Deputation" vorgelegen haben, hat beschlossen, der Landgerichtsrat den Heimweg zu Fuß angetreten, was allerüber„ Lebensmittel- Verteuerung und gemeinsamen Wareneinkauf" die Verwaltung einem Direktorium zu unterstellen, das aus den halten wird. Nach der Versammlung findet geselliges Beisammen- beiden ärztlichen Direktoren der Hauptabteilungen für innere und dings bisher noch nicht festgestellt ist, so dürfte freilich die Annahme sein mit Tanz statt. äußere Krankheiten und dem Verwaltungsdirektor bestehen soll. Das berechtigt sein, daß der Vermißte im Dunkel der Nacht an der Donnerstag veranstaltet die als Rezitatorin rühmlichst Gehalt des Verwaltungsdirektors ist auf 8000 m., steigend bis übowbrüde, welche er passieren mußte, in das Baugewirre der bekannte Genoffin Frau Steinbach aus Hamburg im Bolls 12 000 m. nach der Skala der Magistratsmitglieder festgesetzt. dortigen Kanalisationsarbeiten geraten und schließlich in den an hause, Rosinenstr. 3, eine Vorlesung von Gerhart Außerdem wird freie Wohnung in der Anstalt gewährt. grenzenden Kanal gestürzt ist. Neben der Möglichkeit eines Unfalles Hauptmanns sozialem Jugenddrama: Bor Sonnenaufgang." rechnet man jedoch aber auch mit einem Verbrechen. Der LandDer Eintrittspreis beträgt nur 10 Bf. gerichtsrat pflegte stets mehrere hundert Mark bei sich zu tragen, und außerdem führte er eine wertvolle goldene Uhr bei sich. = Die Leitung der sozialdemokratischen Partei in Spandau. Brit. Dienstag abend 8 Uhr hält der Wahlverein seinen 8ahlabend ab. Jedermann sei am Blaze. Treptow- Baumschulenweg. Parteigenossen und Wähler! Mail" in London führt seine Leser in die Berliner Arbeiterhäuser. Fronie oder Oberflächlichkeit? Ein Berichterstatter der„ Daily Die Wahl findet am Dienstag, den 6. Dezember, von 4 bis wie er in seinem Blatte schreibt, hat er die Arbeiterwohnungen in 8 Uhr nachmittags im Paradiesgarten, Treptower Rigdorf genau studiert. Was dabei herausgekommen ist, geht aus Chauffee 30, statt. Tut Eure Pflicht, agitiert unablässig und folgender Probe hervor: erscheint in der am Montag, den 5. Dezember, abends 81/2 Uhr, in Ackermanns Festsälen stattfindenden öffentlichen Ver. sammlung. Der Kandidat Genosse Ludwig Hofmann wird über: Die wahren und falschen Freunde der Arbeiterschaft" sprechen. Die Untertunnelung der Linden". Das neue Projekt des Stadtbaurats Krause für die Üntertunnelung der Straße Unter den Erklärung! Die Unterzeichnete erklärt hiermit gegenüber ge- Linden, dessen Linienführung bereits mitgeteilt wurde, ist bereits In der Bergerschen Mordsache nahm gestern, Sonnabend nachwissen Zeitungsnachrichten: daß sie dem im Verlage von Otto Goerte grundsäglich vom Kaiser genehmigt worden. Der Großen Berliner in Charlottenburg, erscheinenden Blatte" Laterne" absolut fernsteht, Straßenbahn wird eine Mitbenutzung des Tunnels gegen eine an- mittag, der Vorsigende des Schwurgerichts, vor dem der Mord an daß dieses Blatt vielmehr einzig und allein Privatunternehmen des gemessene Vergütung gestattet werden. Der Neubau des Opernhauses Herren vom Gericht und zweien von der Kriminalpolizei eine Ortsder kleinen Lucie Berlin zur Verhandlung kommt, mit zwei anderen Herrn Goerke ist, und unter keinen Umständen etwa wie es nach ist bei diesen Plänen berücksichtigt worden. Die Denkmäler Blücher, der Wahl des Titels leicht scheinen tönnte als Nachfolger des Gneisenau und York sowie das Prinzessinnen- Palais müssen entfernt besichtigung vor. Zeugen wurden nicht zugezogen, auch die Eltern der Ermordeten nicht, die aus der Ackerstraße weggezogen sind. Die eingegangenen Spandauer Lokalblattes Die Laterne" an- werden. Das Palais des Kaisers Friedrich bleibt unverändert. Die gesehen werden darf. Indem wir das Aushängen von Reflame- Oberwallstraße soll zwischen der Straße Unter den Linden und der Herren besichtigten namentlich auch die Liebetrutsche Wohnung, die plakaten in den hiesigen parteigenössischen Verkehrslokalen weil Französischenstraße verbreitert werden und ferner die Behrenstraße noch immer unter gerichtlichem Berschluß liegt, und ließen sich die zur Irreleitung der Spandauer Arbeiterschaft führend-bedauern, bis zur Oberwallstraße verlängert werden. Die Stirnseite des neuen Dertlichkeit und die in der Wohnung gemachten Funde erläutern. erklären wir, daß als lokales Parteiblatt für Spandau einzig der Opernhauses würde sich gegenüber der Bibliothek erheben, die Längs- Nach der Besichtigung wurde die Wohnung wieder verschlossen. Borwärts" gelten fann. seiten gegenüber der neuen Wache und der Behrenstraße. Die Straße Ein überraschender Fund wurde in der Wohnung eines geistesam Opernhause würde wegfallen. Die Baukosten des Tunnels find franken Lederarbeiters Adolf Sch. aus der Koppenstraße gemacht, der bearbeitet. mit einer Million Mark veranschlagt. Die Spezialpläne werden jetzt gestern in einem Tobsuchtsanfall seine Frau mißhandelte und mit gezücktem Messer sie umzubringen drohte. Nachdem die von den nach Herzberge gebracht hatte, fand man in ſeiner Behausung unNachbarn zu Hülfe gerufene Polizei ihn auf Veranlassung des Arztes gefähr 700 W. und ein Stück von einem Schmuck. Sch. hat bisher fümmerlich gelebt und lange keine Arbeit gehabt. Seine Frau weiß nicht, wie er zu dem Gelde kommt, von dessen Vorhandensein fie Aus dem vornehmen Zentrum der Stadt bringt uns eine feine Ahnung hatte. Wahrscheinlich haben es ihm Diebe vorläufig elektrische Straßenbahn nach Nixdorf, und wenn man dort an- in Verwahrung gegeben. Das Schmuckstück besteht aus zwei verkommt, staunt man darüber, daß man überall elegante Häuser schlungenen kleinen Ringen, von denen der eine mit Brillanten und findet, Gebäude von einer stolzen Bracht, breite und schattige der andere mit Rubinen besetzt ist. Die Edelsteine find in Gold Alleen Wie ist es möglich, daß diese so reich aussehenden à jour gefaßt. Die Ringe find anscheinend aus einer größeren Häuser so viel Not und Elend verbergen? Enthalten diese Schmudfache herausgebrochen. Woher sie stammen, weiß bisher so herausfordernd prunkvollen Bauwerke wirklich so viel Armut? niemand. Welcher Reichtum in dieser Armut! Hier wohnt nämlich Aus der vierten Etage herabgestürzt. Einen entseglichen Selbsthätte das für möglich gehalten die ganze Arbeiterbevölkerung mord verübte gestern nachmittag gegen 1 Uhr die 26 jährige Martha bon Berlin; in diesen Wohngebäuden hausen Hunderte von armen Reinicke, welche mit Mutter und Bruder in der vierten Etage des Ehepaaren und leben in einer Atmosphäre von Gesundheit und Hauses Adalbertstraße 4 zusammen wohnte. Das junge Mädchen, von tadelloser Sauberkeit. Ueberall, selbst in den unbedeutendsten welches sich um die erwähnte Zeit allein in der Wohnung befand, Einzelheiten, begegnet man dem Reinigungseifer, der pein schwang sich plötzlich auf das Fensterbrett und stürzte sich mit einem lichen Sauberkeit der deutschen Hausfrauen. Ueberall Schrei in den Hof hinunter. In diesem Augenblick fehrte die Mutter blitt und blinkt das Kupfer an der Wand; nie ist etwas schmutzig der R. vom Einholen zurück, und nur wenige Schritte vor der Unoder auch nur matt und glanzlos: und diese Sauberkeit tut einem glücklichen schlug die Tochter auf das Pflaster auf, wo sie mit zerfaft wehe, wenn man bedenkt, wie viel Fleiß und Schweiß sie ge- fchmetterten Gliedern tot liegen blieb. Die bedauernswerte Mutter toftet hat In Berlin ist es nicht wie in Paris, wo Ehepaare fiel infolge des furchtbaren Anblicks in einen Ohnmachtsanfall und auch zu Hunderten in ungeheuren Mietsfasernen wohnen. In mußte in bewußtlofem Zustande nach ihrer Wohnung gebracht der deutschen Hauptstadt sind die Häuser weit geräumiger und werden. Die R., welche nerbenleidend war, hat die Tat zweifellos luftiger als in Paris; die Zimmer find groß, vor allem hoch, und in einem Anfall geistiger Umnachtung ausgeführt. breite Fenster lassen das Tageslicht in reicher Fülle hineinströmen. Steglik. Mittwoch abend 81/2 Uhr Versammlung des Wahlbereins. Auf der Tagesordnung steht außer einem Vortrag der Bericht von der Generalversammlung des Kreises. An der Tür findet die übliche Kontrolle statt. Lichtenberg. Dienstag findet bei Höflich, Frankfurter Chaussee 120, eine außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins statt. Der Vorstand. Der Wahlverein für Mariendorf und Umgegend hält am Dienstagabend 8 Uhr bei Reichardt seine Mitgliederversammlung ab. Genosse Waldeck Manasse hält einen Vortrag über:" Der Weg der Völker vom Wahu zur Wahrheit". Außerdem erstatten die Delegierten Bericht von der Kreis- Generalversammlung. Den Mitgliedern werden in dieser Versammlung die Bremer Parteitags Protokolle gegen Entrichtung von 10 Pf. verabfolgt. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. Die Bibliothek ist eine Stunde vor Beginn der VersammLung geöffnet. D Karlshorst- Friedrichsfelde. In Karlshorst fällt der Zahlabend am Montag aus, ebenso in Friedrichsfelde am Dienstag. Dienstag ist in Karlshorst bei Kupsch eine Volksversammlung. Referent: Genosse Dr. Südekum. Sonntag früh 8 Uhr in Karlshorst: Flugblattverbreitung. Tegel. Dienstag abend 82 Uhr findet bei Robert Schmidt, Schlieperstr. 64, eine außerordentliche Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen notwendig. Der Wahlverein von Zernsdorf und Umgegend hält heute, Sonntag, eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen bei Kühne in Senzig ab. Anfang der Versammlung nachmittags 3 Uhr. Lokales. wer Jede Wohnung hat ihren Balton, wo Blumen sich Unaufgeklärt. Die Königliche Eisenbahndirektion Berlin schreibt ranken und klettern und wo die Kinder spielen. Alles atmet eine uns: Nach der Mitteilung Aus dem Reiche des Herrn Budde" in gesunde, reine, echt deutsche Atmosphäre; selbst die Küchengerüche Nummer 272 des Vorwärts" vom 19. November 5. J., foll der bei find germanisch. Und von der Türschwelle bis zur Wetterfahne auf dem Dache ist alles in Ordnung" und alles sauber. Diese Häuser werden, was man schon erraten haben wird, von großen Baugesellschaften gebaut; sie werden für die Arbeiter errichtet und stehen gleichmäßig in ganzen Straßenzügen; fie entsprechen hin sichtlich der Wohnlichkeit und der Hygiene allen gerechten Ansprüchen." Weiter sagt unser Freund:„ Von den Arbeiterhäusern in Riydorf hat jedes fein eigenes Polizeikommissariat, das sich in einem Zimmer des ersten Stocktes befindet. Diese Maßregel ist an sich ausgezeichnet, da sie jede Neigung zu Unordnung im Innern des Hauses im Keime erstickt. Anfangs glaubten wir ein Beispiel jener Untersuchungen" fozialer Notstände vor uns zu haben, durch die die herrschende Klasse nachweist, daß in dieser Welt voll Schmutz und Elend alles in schönster Ordnung ist und die Unzufriedenheit nur von den Heßern Herr Stöcker an der Arbeit. Soll die deutsche Jugend sozial- fünstlich geschürt wird. Als wir aber die Mär verkündet lasen, demokratisch oder christlich national fein? Ueber diese Frage zerbrach daß jeder Rirdorfer Arbeiter sein Polizeikommissariat mit sich im sich der Hofprediger a. D. Stöcker am Freitag in einer gut be- Busen herumträgt, lernten wir über den Berichterstatter milder fuchten öffentlichen Versammlung in der Tonhalle seinen alternden urteilen. Er hat am Ende nichts anderes gewollt, als das polizeiStopf. Wie seine Anhänger verkündeten, wird er in einigen Tagen liche Bevormundungssystem in Preußen zu verulken, das freien 70 Jahre. Auch ohnehin hätte man ihm diese hohe Zahl der Jahre Völkern immer neue Rätsel aufgibt. angemerkt. Trotzdem hielt er sich im Gegensatz zu den sozial- Der Weihnachtsmarkt beginnt, weil der 11. Dezember auf einen demokratischen Führern, die er wegen ihrer Begeisterungslosigkeit ver- Sonntag fällt, erst am Montag den 12. des Monats und dauert spotten zu können meinte, für den Mann, der die Jugend mit Be- bis 25. Dezember. Der Aufbau der Buden darf nicht vor dem 12. geisterung erfüllen könne. Was er aber vorbrachte war nur ein früh erfolgen, der Abriß der Verkaufsstellen muß am 27. Dezember matter Aufguß der einst von ihm so oft gehörten Schlagworte. Sein morgens 8 Uhr beendet sein. Die Zahl der Standpläge wird in Vortrag streifte zuweilen direkt die Grenze des Komischen, so als er diesem Jahre etwas geringer fein als bei dem vorjährigen Weihim Eingange ausführte, daß er noch keine fröhlichen Sozialdemo- nachtsmarkt. dem Erzeß auf dem Bahnhofe Meranderplatz am 23. Mai d. J. durch die Maurer Paul und Gustav Winzler verlegte Türschließer Schulz auf drei an die Eisenbahnverwaltung gerichtete Unterstützungsgesuche keine Antwort erhalten haben. Diese Angabe ist unrichtig. Schulz will seinem borgefeßten Bahnmeister Anfang Juni d. J. ein Gesuch übergeben haben, in dem er gebeten habe, ihm für den infolge seiner Verlegung durch die Gebrüder Winzler entstandenen Lohnausfall eine Unterstützung zu gewähren. Ein solches Gesuch ist aber nach der Erklärung des Bahnmeisters bei der Bahnmeisterei nicht eingegangen und auch bei der zuständigen Betriebsinspektion hat sich der Eingang dieses Gesuches nicht feststellen lassen. In unsere Hände ist es nicht gelangt und da die Königliche Eisenbahndirektion für die Bewilligung von Unterstüßungen zuständig ist, fonnte Schulz auch leinen Bescheid auf sein Gesuch erhalten. Weitere Gesuche hat er nach seiner eigenen Aussage überhaupt nicht eingereicht. Hätte er dies getan, so würde sich der Verlust des ersten Gesuches ergeben haben und wir hätten über die Gewährung einer Unterstügung sofort entscheiden können. Aufgefundene Kindesleiche.. Am 1. d. M. wurde in einem Müll kasten auf dem Hofe des Hauses Novalisstr. 7 die Leiche eines neugeborenen Kindes männlichen Geschlechts aufgefunden. Die Leiche, welche ohne jegliche Umhüllung vorgefunden wurde, ist vermutlich in der voraufgegangenen Nacht an den Fundort gelegt worden. Die bisherigen Nachforschungen waren erfolglos. Personen, welche Angaben über die Herkkunft des Kindes machen können, werden ersucht, Mitteilungen schriftlich oder mündlich zu den Akten 10 640 IV./27.04 bei der Kriminalpolizei oder in einem Polizei- Revier zu machen. Fenerbericht. Ein größeres Feuer tam Freitag abend in der fraten gesehen habe, daß sie alle nur voll von Aerger und Haß Der Berliner Weihnachtsmarkt verliert von Jahr zu Jahr Mühlenstr. 61/63 auf dem Grundstück der Berliner Mörtelwerke von seien. Als ob sie alle faltgestellte Sofprediger und Apostel des immer mehr an Bedeutung und dürfte sich in nicht allzu langer Zeit Gebrüder Tabbert auf noch nicht ermittelte Weise zum Ausbruch und Rassenhasses wären! Grotesk wirkte es auch, als er dann dazu über- völlig überlebt haben. Noch vor fünfzig Jahren war die Berliner machte der zweiten Kompagnie der Feuerwehr viel zu schaffen. Bei ging, der gesamten Sozialdemokratie die Sittlichkeit abzu Weihnachtsmesse der bedeutendste Krammarkt in Deutschland; er währte Ankunft des ersten Löschzuges schlugen bereits aus den Kellersprechen weil Bebel, dessen sittlichen Ernst er im llebrigen zwar vier Wochen und nahm am 1. Dezember seinen Anfang. An 3000 räumen des sogenannten Kontorgebäudes helle Flammen heraus, die über jeden Zweifel erhaben hinstellte, in seinem Buche Die Frau" Berkaufsbuben dehnten sich nach verschiedenen Richtungen der Stadt in Petroleum, Del 2c. reiche Nahrung gefunden hatten. Es mußte die freie Liebe theoretisch empfehle! Er verstieg sich dann aus. Von dem Schloß- Platz und Plaz am Lustgarten aus, dem daher lange Zeit tüchtig Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu weiter zu der Behauptung, daß die Sozialdemokratie Mittelpunkt des Marktes, zogen sich die Budenreihen im Norden beseitigen. Ein zweiter Kellerbrand mußte bald darauf in der nicht einmal sozial fei. National( im Stöckerschen bis zum Rofenthaler, Tor, im Westen bis zum Spittelmarft. Die Burgstr. 21 abgelöscht werden. Kisten, Stroh und allerlei andere Sinne) sei fie auch nicht. Deshalb und weil die Bäter der Verkehrsentwidelung in Berlin machte eine Einschränkung des Berpackungsmaterialien wurden hier eingeäschert. Möbel, Decen der Sozialdemokratie, Marg und Lassalle, Juden gewesen seien, Weihnachtsmarktes erforderlich und so mußten zunächst die Verkaufs- und Kleidungsstücke wurden Sonnabend früh in der Brizerstr. 21 müsse die Jugend christlich- sozial werden. Deutsche Treue, Rechtstände aus der Gertraudtenstraße verschwinden und nur an der bei einem Wohnungsbrande beschädigt, der durch Unachtsamkeit ent standen war. schaffenheit, Wahrhaftigkeit() und Berachtung der irdischen Güter Betritirche wurde und wird noch jetzt der Aufbau von Buden geIn der Dresdenerstr. 28 brannte es dann in einem Stalle. feien nur bei den Chriftlich- Sozialen zu finden. Auf diesen Gedanken- stattet. 1871 wurde auch der Markt aus der Rosenthalerstraße verDie übrigen Marmierungen, die die Wehr in den letzten höhen wandelte der Verfasser des Scheiterhaufen- Briefes, der Vater bannt und nur an der breiteren Stelle dieses Straßenzuges zwischen 24 Stunden noch nach der Ackerstr. 90 usw. führten, waren durchweg der Berliner Bewegung, der Vorläufer der Ahlwardt und Büdler. Rosenthaler Tor und Linienstraße ist noch jetzt eine einseitige Buden- auf ganz unbedeutende Anlässe zurückzuführen. Darüber, was der arbeitenden Jugend not tut, und daß in reihe als letzter Rest des ehemaligen bedeutenden Weihnachtsmarktes der neuen Lehrlingsorganisation die Politik grundsätzlich ausgeschlossen erhalten geblieben. 1880 wurde die Breitestraße für den Markt Weihnachtsstücke. Eine Bühnenleitung, der man sonst eben ist, glitt er aalglatt hinweg. Das Einzige, was er in dieser Be gesperrt und im Jahre 1884, die bis dahin noch vorhanden ge- nicht Pflege des Gemüts zum Vorwurf machen kann, fucht jetzt mit ziehung vorbrachte, war feine Schwärmerei für Jnnungen, wobei wefenen Verkaufsstellen in der Neuen Promenade und in der Burg- Eifer dem Kunstgeschmack der kleinen Theaterbesucher gerecht zu ihm wahrscheinlich die Tischlerinnung mit ihrem Prügelerlaß gegen straße, aufgehoben. Mit der 1890 erfolgten Verlegung des Weihnachts- werden. Während die Direktion Stren und Schönfeld im haliadie Lehrlinge als Jdeal vorschwebte. marktes vom Schloßplaz nach dem Arkonaplah verlor dieser Kram- Theater gestern nachmittag die lustige Schnurre Mag und Auf den altersmatten, humor- und begeisterungslosen Vortrag markt völlig seine historische Bedeutung. Moriz" zum besten gab, führte sie im Belle Alliance folgte unter dem Vorsitz des Lic. Mumm eine lebendigere Diskussion, Frau Holle" und Prinzessin die jedoch nicht das mindeste Positive zum Schutz der Lehrlinge, trob licher Truppenküchen und-Lazarette der Garnison Berlin für das Aber damit war es noch nicht genug. Auch dem Erwachsenen ziemt Submissionswesen. Die Preisangebote für den Bedarf fämt- Theater die Märchen Die Preisangebote für den Bedarf fämt Tausendschön" in hübscher Darstellung und Ausstattung auf. des vielen und lauten Redeschivalls von Bastoren und antisemitischen erste Halbjahr 1905 find heute geöffnet worden. Es find Barden, zutage förderte. Wie denn auch in der Versammlung 308 110 Kilogramm Rind, Kalb- und Hammelfleisch es, der Weihnacht seinen Kunsttribut zu bringen, und so tam denn außer Mitgliedern der neuen Lehrlingsorganisation nur wenig von 290 365 Kilogramm Schweinefleisch, Speck und Wurst zu liefern. eine vortreffliche Bearbeitung von Charles Dickens' Weihnachtsder Jugend, um die es sich angeblich handelte, au erblicken war. Die Dafür werben, wie die„ Allgemeine Fleischer- Zeitung" mitteilt, von einzigen jungen Männer die in der Diskussion sprachen, waren dem Höchstfordernden 702 817 m. 15 f. und von dem Mindest ein ehemaliges Mitglied des christlich- sozialen Jugendbundes und fordernden 626 552 M. 15 Pf. gefordert. Das ergibt die folosiale ein Mitglied der Arbeiter- Bildungsschule, der start den nationalen Differenz von 76 265 M. Standpunkt betonte. Diese Beiden aber forderten unter begeistertem Beifall ihrer jugendlichen Freunde zum Eintritt in die neubegründete Zu dem Verschwinden des Landgerichtsrats Hoffmann erfahren Drganisation der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins auf. I wir, daß es trotz der eifrigsten Nachforschungen der Kriminalpolizei und " " " lieb in Brofa im Belle- Alliance- Theater heraus. Herr Ottomeher hat dies finnige Stück vor einigen Jahren schon im LuifenTheater aufführen lassen, und seitdem hat es nichts an Wirkung eingebüßt. Besonders anheimelnd war es, als die Gestalten der Beutschen Märchen dem hartherzigen, durch den Weihnachtszauber betehrten Kaufmann, im Traum erschienen. Eine im ganzen vors treffliche Darstellung verhalf dem Weihnachtsdrama zu seinem Recht, und so ist anzunehmen, daß, Harte u. Co.", wie das Stück heißt, allen, die noch zu kindlicher Betrachtungsweise fähig sind, ein paar erbauliche Stunden bereiten wird. I Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute abend 7 Uhr Vortrag| Bilder- Ausstellung wird von den besten Verlagsanstalten beschickt des Reichstags- Abgeordneten Ledebour über:" Die Kolonien in werden. Unterstützt wird die Lehrerschaft bei diesem ihrem BeGeschichte und Gegenwart" im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. streben in zuvorkommender Weise von der hiesigen Firma Bickhardtsche Zahlreicher Besuch wird erwartet. Buchhhandlung, Bergstr. 13. Wir empfehlen den Eltern dringent Die Ausstellungen von Jugendschriften und Wandschmuck sind nur noch am heutigen Sonntage geöffnet und zwar an diesem Tage von Der Berliner Volfschor( im Februar d. J. aus der Freien Volts- den Besuch dieser Ausstellung. Der Eintritt ist frei! 5-8 Uhr. Ausstellungslokale sind: 1. Aula des Gymnasiums zum bühne hervorgegangen) bringt in seinem zweiten Chorkonzert eine Birkenwerder bei Berlin. Die Wahl des Landwirts Blanke Grauen Kloster, Klosterstr. 74; 2. Aula der 172./185. Gemeindeschule, Wiederholung von Robert Schumanns Das Paradies und Bremerstr. 13/17; 3. Dürerhaus, Kronenftr. 18.( Die Ausstellung in die Beri" unter Mitwirkung des Berliner Tonfünstler- Drchesters zum Gemeindeverordneten ist gestern vom Oberverwaltungsgericht Blanke wurde im März vorigen der Auguſtaſchule ist schon am Sonnabend geschlossen worden.) In und der Solisten: Frau Grumbacher de Jong, Fräulein Klara für ungültig erklärt worden. den beiden Schulaulen werden auch heute wieder kurze erläuternde Erler, Frau Weinbaum und der Herren Jungblut und Biden. Die Jahres in der zweiten Abteilung mit 18 gegen 17 Stimmen gewählt. Vorträge gehalten, die diesmal um 6 Uhr beginnen. Der Eintritt Aufführung ist morgen, Montag, den 5. d. Mts., pünktlich zu den Ausstellungen und Vorträgen ist überall unentgeltlich; Kinder 8 Uhr in der Neuen Welt, Hasenheide. Karten in den werden nur in Begleitung Erwachsener zugelassen. bekannteu Vorverkaufsstellen 60 Pf., an der Abendkasse 75 Ps. " Aus den Nachbarorten. Richtigstellung. Infolge eines Versehens ist gestern die Meldung über die Entwickelung des Konsumvereins in Now awes unter die Berliner Lokalnachrichten gekommen. Wir bitten unsere Leser, die beachtenswerten Mitteilungen in Gedanken an die richtige Stelle zu bringen. Ein vortreffliches Buch„ Die Wohlfahrtseinrichtungen Berlins und seiner Vororte" ist heute in dritter Auflage erschienen. Dies Arbeiter: Samariterkolonne. Montag abend 9 Uhr: Uebungsstunde von der Auskunftsstelle der Deutschen Gesellschaft für ethische Verbrennungen, Kultur herausgegebene und von Marie Küstermann be- Friedrichsfelde. Den von der Gemeindevertretung seinerzeit in der Zentrale, Dresdenerstr. 45. Vortrag über: Erfrierungen usw." Nachher praktische Uebungen. Gäste willkommen. arbeitete Wert enthält alle für Bedürftige in Betracht kommenden beschlossenen Aufbau auf dem hiesigen Mädchenschulhaus hat Neue Teilnehmer können jederzeit eintreten. Einschreibegeld sowie MonatsMitteilungen und im besonderen die Stiftungen und Wohlfahrts- die Aufsichtsbehörde nicht genehmigt, weil die Zugangstreppen dann beitrag je 25 Pf. Bibliothek steht unentgeltlich zur Verfügung. anstalten Groß- Berlins aufgezählt. Wie notwendig ein solches Werk für die höhere Schülerzahl zu schmal sind. Der Bau für das Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins. ist, zeigt die Tatsache, daß die neue Auflage ohne Vorrede und Feuerwehrgebäude im Karlshorster Ortsteil ist jetzt öffentlich aus- Heute Sonntag, den 4. Dezember, nachm. 3 Uhr, in Pachuras Klubhaus, Inhaltsverzeichnis 447 Seiten Text hat, während die zweite 1899 geschrieben worden. Unliebsame, die Lernfreudigkeit der Schüler Landsbergerstr. 39: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag 2. Diskussion. erschienene Auflage 385 Seiten umfaßte. Die Verfasserin hat den gewiß nicht fördernde Verhältnisse scheinen sich in der hiesigen des Rechtsanwalts Dr. Broh: Die Greuel des Krieges. 5. Ausbau der Inhalt des Buches insoweit geändert, als mit Ausnahme des Fortbildungsschule einzubürgern. Klagen über körper- 3. Begründung einer Zeitung. 4. Statutenänderungen. Gäste willkommen. Kein Trinkzwang letzten Kapitels" Volksbildung, Volksunterhaltung" nur noch solche iche Züchtigungen, ja fogar ärztliche Atteste über Spuren Organisation. 6. Verschiedenes. Institutionen Aufnahme gefunden haben, die für die ausübende solcher Behandlungen sind bekannt geworden. Armenpflege von Bedeutung sind. Fortgefallen find alle Stiftungen, 16% Jahre alten Schülers wird jetzt Strafantrag bei der Staatsdie nur einzelnen bestimmten Anstalten oder deren Insassen zu gute anwaltschaft stellen. kommen, die also von Außenstehenden nicht in Anspruch genommen werden können; ferner die Baugenossenschaften, die nach Meinung der Verfasserin für den Benuzerkreis des Buches wenig oder gar nicht in Betracht kommen. Dagegen sind die Bestimmungen des Familien- und Erziehungsrechtes. der Arbeiterversicherungsgeseze 2c. mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt worden. Den Preis für das Buch hat die Verlagsbuchhandlung von Julius Springer, Berlin N., Monbijouplaz 3, auf 1 M. 50 Pf. angesezt. Er muß mäßig genannt werden. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Richard Engler am 2. Dezember an Lungentuberkulose verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 5. Dezember, nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 93/1 Turnverein Fichte ( Mitgl. des Arb.-T.-B.).. Am 2. Dezember starb unsere liebe Turnschwester 457b Bertha Baumann nach kurzem schweren Leiden, vier Tage vor ihrem 18. Geburtstage. Wir verlieren eine eifrige, liebe Turnerin, die wir alle schmerzlich vermissen. Die Beerdigung findet statt am 6. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Thomas- Kirchhofe, Hermannstraße. J. V.: Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser lieber Vater, Groß- und Schwiegervater Friedrich Milleville am 1. Dezember nach schweren Leiden sanft verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. d. Mts., mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 13382 Um rege Beteiligung bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Zentralverband der Töpfer ( Filiale Berlin). Todes- Anzeige. Am Freitag, den 2. Dezember verschied plötzlich unser treues Mitglied Robert Adler. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Rudolf Bierwagen am am 30. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Dezember cr., nachm. 3, Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes in Rigdorf aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Hobler Hermann Dabergotz am 1. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Paul Gerhard- Stifts aus nach dem Neuen NazarethKirchhof statt. Rege Beteiligung erwartet 192/12 Die Ortsverwaltung. Nachruf. Am 2. d. Mts. verschied nach furzem Leiden unsere Arbeitskollegin Bertha Baumann. Wir verlieren in der Verstorbenen eine tüchtige und brave Mitarbeiterin und werden ihr Andenken stets in Ehren halten. 434b Das Personal der Firma Körnich& Aufrecht. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters und Schwiegervaters, des Zigarrenarbeiters 4436 Eduard Tietz sagen wir allen Verwandten, Kollegen, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dant. Marie Tiek nebst Kindern. Danksagung. Wir hiermit Freunden Rixdorf. Der Vater eines Die Rigdorfer Lehrerschaft veranstaltet am Sonntag, den 11. Dezember, von vormittags 11 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im " Deutschen Wirtshause", Bergstr. 137, eine Jugendschriften und Bilder Ausstellung. Um 11½ Uhr hält Herr Rektor Gerstberger einen einleitenden Vortrag. Es werden nur die Bücher ausgestellt, die von den Prüfungsausschüssen deutscher Lehrer als würdig zum Ankauf für die Jugend befunden worden sind. Die Damen- Konfektion direkt aus der Fabrik. Kein Laden! Jetzt nach beendet. Engros- Saison auch Einzelverkauf enorm billig Saccos, Havelocks, Capes, AbendMäntel, Kostümrocke. Kinderund BackfischPaletots. Robert Baumgarten, Hausvogteiplatz 11, 2. Et. ( an der Jerusalemerstraße). Bei Borzeigung dieses Inserats an d. Kaffe werd. 5% Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet! Die schönsten WeihnachtsGeschenke in tepydeden tauft man am preiswertesten uur direkt in der Fabrit, 72 Wall ftraße 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. B. Strohmandel, Berlin 14. Illustrierter Breistatalog gratis. Zwischen Rok: u. Inselstraße. Sonntage vor Weihnachten geöftnet. und Befanten, bem sabloerzein bes Enorm billig 1. Berliner Reichstags- Wahlkreises, dem Gesangverein Sorgenfrei", dem Holzarbeiter- Verband und dem Herrn Waldeck Manasse für ihre Teilnahme an der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels 456b Oskar Kenkel und für die vielen schönen Kranzspenden unseren herzlichsten Dant. Familie Kenkel. PrinzenDienstag, den 6. b. Mts., nach Dr. Simmel, mittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung erbittet 196/17 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u.Sterbekasse ber Zimmerer. E. H. Nr. 2, Hamburg. Bezirk 4. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Zimmerer Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. kaufen Sie Reste 0 0 für Herren Anzüge, Winter Paletots, Damen Kostüme, Damen Tuche in der Fabrik- Niederlage 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4 An der Schleuse 8, part., Verlag Max Richter, Berlin W. 30, Speyererstr, 27, Soeben erschien: 3tes Tausend Die Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper. 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Dezember, abends 812 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Volksveriammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abg. Genossen Ledebour über: Welches Interesse haben die Frauen am preußischen Parteitag? 2. Diskussion. 3. Wahl von Delegiertinnen. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 1/ 16* Die Vertrauensperson. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Adtung! Stock- u. Celluloid- Arbeiter. Adtung! Montag, den 5. Dezember cr., abends 8½ Uhr: Branchen- Versammlung 92/20 in den ,, Andreas- Festsälen", Andreasstr. 21. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die aufgenommene Statistik der„ Heimarbeiter". Berichterstatter: Julius Hildebrandt. 2. Diskussion. 3. Unser allgemeiner Fonds. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Der Obmann. Kollegen! Bei der Wichtigkeit, die die Heimarbeit in unserer Branche spielt, ist es Pflicht, daß alle Kollegen erscheinen. Die Heimarbeiter sind D. O. fämtlich eingeladen. Branche der Jalousien- Arbeiter. Mittwoch, den 7. Dezember, pünklich 8 Uhr abends: Große Versammlung im ,, Gewerkschaftshaus", Engel Ufer 15( Saal VII). Tages- Ordnung: 1. Unser Tarif. 2. Branchen- Angelegenheiten( Bonnet& Co.). 3. Verschiedenes. Bestimmtes und pünktliches Erscheinen der wichtigen Tagesordnung wegen erforderlich. Bertrauensmänner ihre Aufstellung" nicht vergessen. Der Obmann. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin: Engel- Ufer 15. Arbeitsnachweis: 3immer 34. Amt 4, 3353. Hauptburean: 3immer 1-5. Amt 4, 9679. Sonntag, den 4. Dezember, vormittags 10 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Hafenheide 108-114: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Erledigung des von der lekten General- Versammlung zurückgestellten Artrages betreffend die Unterkühung der durch Branchenstreiks in Mitleidenschaft gezogenen Arbeitslosen. 2. Antrag betreffend die Erhebung doppelter Beiträge für die Dauer der Bewegung in der Gelbmetallindustrie, mindestens aber für zwei Monate. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Bauanschläger- Versammlung fällt wegen der Generalversammlung aus. Die Ortsverwaltung. Innungs- Krankenkasse Dach-, u. 192/11 Sozialdem. Wahlverein für den IV. Berl. Reichstays- Wahlkreis( Ost.). d. Bach: Schieter ZeeckerDienstag, den 6. d. M., abends 8% Uhr, im Elysium, Landsberger Allee 40/41: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen Molkenbuhr über " Die Totengräber der fapitalistischen Produktion". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Zahlreichen Besuch erwartet Bildhauer! Der Vorstand. 262/3 Innung zu Berlin. Die Mitglieder Arbeitgeber und Arbeitnehmer werden hiermit zu den am Donnerstag, den 15. Des zember 1904 stattfindenden Wahlversammlungen nach dem Lokal von A. Feind, NO., Weinstr. 11, geladen. 278/4 Tages Ordnung: 1. Um 7 Uhr abends: Wahl von 11 Delegierten der Arbeitgeber pro 1905. 2. Um 72 Uhr abends: Wahl von 23 Delegierten der Arbeitnehmer pro 1905. 3. Wahl von drei Kranken- Konder ause scheidenden Herren Wilhelm Fuchs, Wilhelm Janicke und Richard Bölke. Pünktliches Erscheinen ist Montag, 5. Dezember, abends 8 Uhr, bri Haberecht, Gr. Frankfurterftr. 30: trolleuren an Stelle Oeffentliche Versammlung. Vortrag des Genossen Stusche: Die Aussperrung, ein Kampfmittel des Unternehmertums. Zu zahlreichem Besuch fordert auf Die Agitationskommission der Bildhauer Berlins. Achtung! Kistenmacher! 30/16 Achtung! Dienstag, d. 6. d. M., abend3 8% Uhr, in den Andreas- Festfälen, Andreasstr. 21: Außerordentl. Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Kämpfe in der Holz- Industrie. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 2. Diskussion und Anträge. Mitgliedsbuch legitimiert. 104/10 Der Vorstand. J. A.: Karl Juckel. Orts- Krankenkaffe Weber erforderlich. Der Vorstand. J. A.: Gustav Hohdorf, Borsitzender. Harmonika- Fabrik( 1872) Ernst Hess, Klingenthal( Sachsen), ( gegr. liefert seine dauerhaft gebauten und auf den Weltausstellungen zu Sydney und Melbourne wegen ihres prächtigen Orgeltones mit dem 1. Preis gekrönten KonzertVereinigung der Maler, Lackierer, Anstreicher. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Der Zug- Harmonikas Berlin. Dienstag, den 6. Dezember, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht vom III. Quartal. 2. Aufstellung der Kandidaten zur Wahl der Delegierten zur Generalversammlung in Hamburg. Mitgliedsbuch legitimiert. Regen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 125/4 Montag, den 5. Dezember, abends 8½ Uhr, in Graumanns Festsälen, und verwandten Gewerbe, Naunynstraße 27: Werkstatt- Delegierten- Versammlung. Große Versammlung Tages- Ordnung: 1. Unser Streit. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. vertreten sein. De Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte legitimiert. Zur Beachtung! Sämtliche Fabriken müssen durch Delegierte Adhtung! Charlottenburg. Atung! Sonntag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachm. 4 Uhr: Mittwoch, den 7. Dezember, abends 8½ Uhr, im„ Boltshause", Urania- Vorstellung. Ausstellung in St. Louis und Rosinenstraße 3: Versammlung Der Gardasee. Dienstag, 27. Dezbr.( 3.Weihnachtsfeiertag) in Schnegelsbergs Festfälen ( Inbaber: C. Schwarz), Hasenheide 21, Ecke Jahnstraße: aller der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften Gr. Weihnachts- Vergnügen Kinderbescherung. berbunden mit angehörenden Organisationen Charlottenburgs. Tages- Ordnung: 455b Billett 25 Pf. Garderobe frei. Tanz frei. Anfang 5 Uhr. Billetts 1. Aufgaben und Bedeutung der Gewerkschaften im Klaffen: find in der Versammlung, den Zahlstellen und bei den Vorstandsmitgliedern kampf." Referent J. Gehl. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. zu haben. Der Vorstand. Die Agitationskommission der vereinigten Gewerkschaften Charlottenburgs. Achtung! Dachdecker Berlins! NB. Freunde und Gönner unserer Bewegung sind willkommmen. Musterkonfektions- Schneider und-Schneiderinnen. sämtlicher Arbeitgeber, sowie der großjährigen Mitglieder obiger Kasse am Sonntag, den 11. Dezember, vormittags 10% Uhr, in Flechs mit offener Nickel- Klaviatur, 3teil. großem Saale, Fruchtstr. 36a. Tagesordnung 10%, Uhr vormittags: nickelten Stahlblechschutzecken, beitgeber für das Jahr 1905. Wahl von 72 Delegierten der Ar- ff. poliertem Gehäuse u. kräftigen Doppelbässen. Kaffenmitglieder für das Jahr 1905. Mark 10Tast., 2chör., 2Reg., 50Stimm. 5, 3 70 " " " 7." 4 90 " 99 29 " 97 Die Arbeitgeber legitimieren sich durch Nennung der Firma. Tagesordnung 11 Uhr vormittags: 10 1. Wahl von 161 Delegierten der 10 4 9, 2mal 2chör. 108 10,50 2. Verschiedenes. 4366 Schule zur Selbsterlernung sowie Wahlberechtigt und wählbar sind Kiste und Verpackung umsonst. sämtliche großjährigen, männlichen Porto extra. Glockenspiel 60 Pf. und weiblichen Kassenmitglieder über mehr. Reich. illustrierte Preis21 Jahre alt.(§ 48 Absatz 2 des Kataloge üb. Zugharmonikas Statuts.) ( 120 verschiedene Nummern von Das Duittungsbuch ist als Legiti- Musikwerke usw. verschicke um2 M. bis 80 M.), Zitherm, Violinen, sonst und portofrei. Eingang des Saales vorzuzeigen. Das Wahllokal wird um 12 Uhr geschlossen, da um diese Zeit der Wahlakt beginnt. Berlin, den 4. Dezember 1904. Der Vorstand. E. La st, G. Berndt, Am Donnerstag, den 8. d. Mts, abends 7 Uhr, findet mation von den Kassenmitgliedern am zu Berlin, Weinstraße 11, im Lokale des Herrn eind eine Vorbesprechungu. Aufstellung der Kandidaten Montag, den 5. d. M., abends 8 Uhr, in den„ Luna- Sälen", zur Wahl der Delegierten zur Innungs- Krankenkasse pro 1905 statt. Neue Königftr. 7( unterer Saal): Pflicht eines jeden Mitgliedes der Innungs- Krankenkasse ist es, dort zu erscheinen. [ 56/11] Der Einberufer. Geffentliche Versammlung. Achtung! Tages Ordnung: 1. Unsere nächsten Aufgaben in der Musterkonfektion. Referent: Kollege Knoop. 2. Diskussion. 163/17 Die Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, für einen guten Besuch dieser Versammlung Sorge zu tragen. An diesem Tage sonst stattfindende Werkstattsigungen fallen aus. Der Einberufer. Produktiv- und EinkaufsVoran II. Genossenschaft für Radfahrer. An die Mitglieder! Achtung! Bofißender. Schriftführer. 1633b* Staunend billig werden die von letzter Charlottenburg. Saison zurückgesetzten Hülfsarbeiter der Dachdeckerei- Betriebe Bereinigte MaurergefeenBerlins und der Vororte. Sonntag, den 4. Dezember, mittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 5: Versammlung Tages- Ordnung: und hochmodernen Kranken- u. Sterbe- Kaffee. H. Herren- Anzüge Sonntag, den 11. Dezember, vormittags und General- Versammlung Winter- Paletots im Kaffenlokal, Spreestr. 17. Tages- Ordnung: 1. Antrag auf Erhöhung der Beiträge und Leistungen. 2. Wahl des Vorstandes, des Ausschusses und der Revisoren. 3. Sassenangelegenheiten. 4545 aller im Dachdeckerei- Betriebe beschäft. Hülfsarbeiter. Nachdem der bisherige Geschäftsführer, Herr W. Hein, Goßlerstr. 16, sich weigert, den zur ordnungsgemäßen Erledigung der Geschäfte seitens 1.„ Die wirtschaftliche Lage der Dachdecker- Hülfsarbeiter und wie ist die des Vorstandes getroffenen Maßnahmen nachzukommen, ferner erklärt, daß selbe zu verbessern." Referent: Kollege K. Heidemann. 2. Diskussion. er das dem Verein gehörige, in seiner Verwahrung befindliche Warenlager 3. Verschiedenes. 35/2 als sein Eigentum betrachtet, hat der Borstand in seiner Sigung vom Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. 15. d. M. beschlossen, Herrn W. Hein auf Grund des Statuts seiner Stellung als Geschäftsführer zu entheben. Derfelbe ist demzufolge unternehmen dieselbe zu verbessern. Darum erscheint alle in dieser BerKollegen! Unsere wirtschaftliche Lage zwingt uns, daß wir Schritte weder berechtigt, Zahlungen einzufassieren, noch Aufträge entgegen: zunehmen. Alle Zahlungen und Aufträge find bis auf weiteres sammlung. Die Dachdecker werden aufgefordert, ihre Hülfsarbeiter auf diese Nur bis Weihnachten! an Genossen M. Labbé, Swinemünderstr. 69, 3 Treppen, zu Versammlung aufmerksam zu machen. richten. 44 Am Dienstag, den 6. Dezember, abends 82 Uhr, findet im Elysium", Landsberger• Allee 40/41, eine außerordentliche General- Versammlung statt. Sämtliche Mitglieder werden ersucht, zu erscheinen. Eintritt nur gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches. Der Vorstand. 128/14 M. Labbé. H. Knobloch. A. Hartmann. F. Thielert. Fr. Marquardt. Der Einberufer. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 4. Dezember, abends 7 Uhr, im ,, Königstadt- Kasino" Holzmarktstrasse 72: Achtung!! Billige Landparzellen Vortrag des Reichst.- Abgeordn. G. Ledebour über: ( 10 Brennig: ganz dicht bei Berlin 10 fennig ,, Die Kolonien in Geschichte und Gegenwart." Tour.) 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Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 285. 21. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 4. Dezember 1904. Aus der Frauenbewegung. auf den Ausflug aufmerksam, der Sonntag, den 4. Dezember, statt- der Gesundheit auch die Schönheit der Frauentracht zur Geltung findet zur Besichtigung der Arbeiterwohlfahrts- Ausstellung, Char kommen muß, haben hervorragende künstlerische Sträfte, wie Alfred lottenburg, Fraunhoferstr. 12. Treffpunkt präzise 2 Uhr in Char- Mohrbutter, Wille, Frau Yeller Lang- Finkbein es übernommen, die der Vorstand. lottenburg, Endstation am Knie. Um zahlreiche Beteiligung bittet Sache vom künstlerischen Standpunkte aus zu vertreten. Zum Schluß spricht Frau Dr. Else Oppler- Legband über: Die Pariser Mode " Rigdorf. Der Verein gewerblich tätiger Frauen und Mädchen von Rigdorf und Umgegend hält Dienstag, den 6. Dezember, abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Thiel, Bergstr. 151/152, die Monats- Der Verein Frauenwohl Berlin in Verbindung mit dem Ver- und wir". Einlaßkarten für 50 Pf. bei A. Wertheim und an der versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag. Der ein für Volkshygiene, Künstlerinnen, Schriftstellerinnen usw. ver- Abendkasse. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. anstalten am Freitag, den 9. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Spandau. Die Mitgliederversammlung des Frauenvereins 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Da der wichtige Saale des Architektenhauses, Wilhelmstr. 92, eine öffentliche Ver- findet morgen( Montag) abend 8 Uhr bei Kumke, Schönwalderstr. 80, Punkt in Vereinsangelegenheiten( Festsetzung der Vereinsversamm- sammlung. Das Thema lautet:" Der Kampf der Frau um Gesund- statt. Genoffin Bader- Berlin spricht über„ Die Frau und die lung an einem bestimmten Tage) zu erledigen ist, werden die Mit- heit, Schönheit und praktische Kleidung". Frau M. Bochhammer Volksschule". Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt in der Verglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Auch Gäste sind uns wird die Sache vom Standpunkt der Frauenbewegung aus erörtern, fammlung. hierzu herzlich willkommen. Gleichzeitig machen wir noch einmal| Dr. med. Agnes Hacker die hygienische Seite behandeln. Da neben Schlafröcke Feste Preise. Schönstes Weihnachtsgeschenk. Reichhaltigste Auswahl in molligen, angenehmen Stoffen. Sehr hübsche Fassons mit verschiedenarstigsten Besätzen 33. 30. 27. 24. 21.- 18.- 15.- 12.Bar-Verkauf.com/noramine? 7 Billigste Preise. 65 Mk. வவ QQQQQQQQQQQNO WinterPaletots für Herren. 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Diese Betrachtung nahm der Angeklagte zum Anlaß, er die Personalien des Angeklagten feststellen wollte, erhielt er zur Wegen versuchter Erpressung gegen den Reichstags- Abgeordneten an Porsch und Dasbach Briefe erprefferischen Inhalts zu senden. Antwort: willst ein Beamter fein, Du Plunder, Kaplan Da 3 ba ch- Trier und Justizrat Dr. Porsch vom Zentrum Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, wovon zwei wir sind nur Beamte." Bugleich wurde. er von Warnic hatte sich gestern der frühere Rechtsanwalt und jetzige Bankier Josef Monat durch die Untersuchungshaft angerechnet wurden. angespien und mit einem zerbrochenen Stock geschlagen. Kellerhoff zu Charlottenburg vor der vierten Straffammer des Es tam so weit, daß der Nachtwächter seine Waffe ziehen wollte; Lantgerichts I zu verantworten. Er wurde aus mehr als 3 Monate Wenn Arbeiter- so davonkämen! hieran wurde er indessen von den Angeklagten behindert. Mittlerweile währender Untersuchungshaft vorgeführt. Der 41 Jahre alte An- Ein grober Erzeß dreier Berliner Schuhleute gegen hatten sich zirka 50 Personen angesammelt, die später den Zug unter getlagte ist in Paderborn geboren. Auf Befragen des Vorfizenden einen Nachtwächter in Treptow bildete gestern den Gegenstand einer lautem Hallo zur Wache begleiteten, Der Transport gestaltete sich gab er an, daß er f. 3. in Wiesbaden ein großes Vermögen in Verhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht II. Die in dem zu einem nicht sehr leichten, da seitens der Angeklagten dem NachtHöhe von 200 000 m. verloren und nachher hier in Berlin bei einem 42. Polizeirevier angestellten Schuleute Adolf Wuthe, wächter ziemlicher Widerstand entgegengesezt wurde, auch vor der Zpeaterunternehmen 100 000 2nd nachher hier in Berlin bei einer Gustab warni dan Dito Piterland wurden beschuldigt, Bolizeiwache standalierten die Drei noch weiter. Die Folge dieſes schuldigt, im Juli und August dieses Jahres zu Berlin, Trier am 29. März 1908 zu Treptow den Arbeiter May Troppens Erzesses war eine Anklage wegen gefährlicher Körperverlegung und und Wiesbaden Erpressungsversuche begangen zu haben. Der An- gemeinschaftlich mißhandelt zu haben, Wuthe und Warnick auch mittels Widerstandes, der gegen Warnid gestellte Strafantrag wegen Beleidi geklagte ist ein eifriger Katholit, der, wie der Verteidiger Justizrat gefährlicher Werkzeuge; ferner Warnick allein, den Nachtwächter Juds gung ist von dem Beleidigten zurückgenommen worden. Vonseiten des Dr. v. Gordon hervorhob, seinerzeit in Wiesbaden start für die mißhandelt zu haben. Außerdem waren Osterland und Warnick verlegten Troppens wurden unter Vermittelung des Amtsvorstehers Ver Interessen bes Bentrums gearbeitet hat, ein eifriger des Widerstandes gegen die Staatsgewalt angeklagt. gleichsversuche eingeleitet, welche jedoch durch Schuld der Angeklagten Kirchengänger ist und die in der katholischen Kirche üblichen Die Anklage war auf Grund folgenden Sachverhalts erhoben: Am scheiterten. Der Antrag des Staatsanwalts lautete gegen uthe Gebräuche mit besonderer Sorgfalt befolgt. Abg. Dr. Porsch ist 29. März 1903 hatten die drei Angeklagten, welche mit einander auf 200 Mart, gegen Warnid auf 300 Mart und gegen Ofterein ehemaliger Couleur bruder von ihm, der mit ihm bis näher bekannt sind, ihren dienstfreien Tag. Es wurde eine kleine land auf 150 Mark Geldstrafe. Das Schöffengericht erkannte 1901 verkehrt hat. Den Kaplan Dasbach kennt er seit 15 Jahren, Landpartie mit anschließender Bierreise unternommen. Gegen Abend gegen Wuthe auf nur 40 Mart, gegen Osterland gar auf hat aber nie einen Konflitt mit ihm gehabt und ihm auch nicht landeten alle drei in Treptow. Als sie in fidelster Stimmung die 30 Mark Geldstrafe unter Freisprechung von der Anklage des Widers nahe gestanden. Die Zeit am Montag" brachte im Juli dieses Stiefholzstraße entlang gingen, rempelte einer von ihnen den Arbeiter stands. Der Haupterzedent Warnid wurde zu 100 Mark GeldJahres einen Artikel, der sich mit der Person des Kaplans Troppens an, welcher beschäftigt war Möbel abzuladen. Als er sich strafe berurteilt. Dasbach befaßte. Es wurde darin auf eine Gerichtsverhandlung dies verbat, erhielt er von Wuthe mit den Worten:" Du hast wohl Diese milde Betrachtung des groben Erzeffes fordert von neuem Bezug genommen, bei welcher sich zwei Hotelbesizer zu verantworten lange fein's in die Sch. ze bekommen!" einen Schlag zu einem Vergleich mit den schweren Gefängnisstrafen heraus, die hatten, in deren Hotels ein unfittlicher Verkehr homosexuell ver- mit einem Schirm. auf den Kopf. Gleichzeitig erhielt er über Arbeiter verhängt werden, wenn sie in gerechter Entrüstung anlagter Männer stattgefunden hatte. Der eine Angeklagte- so von Warnick einen Schlag, der ihn zu Boden ftreďte, Streifbrechern ein scharfes Wort zurufen. wurde in dem Artikel gesagt habe sich damit entschuldigt, daß auch Osterland gab sein Teil zu, indem er den T. mit Fäusten be" Für den Inhalt der Injerate National- Theater Urania, Taubenstr. 48/49. übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, 4. Dezember. Freie Volksbühne, nachm. 2, Uhr, Die Juden. 5. Abteilung: im Berliner Theater: Die Karlsschüler. Neue freie Volksbühne, nachm. 2 Uhr: b 7. Abteilung: im Neuen Theater: Einen Jur will er sich machen. 3. Abteilung: im Schiller- Theater N.: Mutter Erde. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Der Freischüß. Montag: Figaros Hochzeit. Nenes fönigl. Opern Theater. Flachsmann als Erzieher. Montag: Theodora. Deutsches. Masterade. Nachmittags 2%, Uhr: Stettenglieder. Montag: Maskerade. Berliner. Ein Teufelskerl. Montag: Bapfenstreich. Leffing. Traumulus. Nachmittags 22 Uhr: Rose Bernd. Montag: Florian Geher. Westen. Wiener Blut. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Montag: Die Juden. Thalia. Der Weiberkönig. Nachmittags A ante 32 Uhr: Charleys Montag: Der Weiberkönig. National. Die Millionenbraut. Nachm. 3 Uhr: Bar und Zimmermann. Montag: Die Millionenbraut. S Anfang 8 Uhr: • Belle Alliance. Harte u. Co. Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Montag: Harte u. Co. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Großstadtluft. 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Hätte er geahnt, daß er als Prellbock benutzt werden sollte, so hätte der noch vor einem halben Jahre erklärte, daß er es für ehrlos er die Kandidatur der Bürgerlichen nicht angenommen; da er nun Betrachten würde, wenn er gegen die Sozialdemokratie kandidieren aber einmal Ja gesagt, würde er auch nicht zurücktreten. Die Gefollte, bekämpft jetzt, Arm in Arm mit dem bürgerlichen Mischmasch, nossen Gramenz, Karow, König und Fuchs, sowie der Treptow- Baumschulenweg. Mit der bevorstehenden Gemeinde- die Sozialdemokratie. Eine derartige politische Wetterfahne sei Referent in seinem Schlußworte beleuchteten noch einmal die Mache bertreter- Erfahwahl beschäftigte sich am 29. November eine öffent- durchaus nicht geeignet, große Sympathie für sich zu erwerben. und die Parteilosigkeit des Herrn Schulz in drastischer Weise und liche Versammlung. Unser Kandidat Ludw. Hofmann referierte Ueber den Kandidaten der Konservativen und Antisemiten, Herrn forderten die Anwesenden auf, dafür Sorge zu tragen, daß am über kommunale Aufgaben einer Gemeindevertretung und kritisierte Schirmer, fönne man ohne weiteres zur Tagesordnung über- Dienstag, den 6. Dezember, unser Kandidat Ludw. Hofmann als hierbei die zum Teil recht unhaltbaren Zustände unseres Ortes in gehen, indem derselbe während der 2½ Jahre, in denen er fein Sieger aus der Wahl hervorgeht. Nachdem eine Resolution in bezug auf Schule, Straßen usw. Auf die gegnerischen Kandidaten Mandat zu Unrecht ausübte, seine Ueberfähigkeit" als Gemeinde diesem Sinne einstimmig angenommen wurde und Voigt noch eingehend, charakterisierte er in treffenden Worten den Stimmen vertreter ausreichend bewiesen habe. Nach dem beifällig auf- darauf hingewiesen hatte, daß das Lokal Paradiesgarten", in dem fang, welchen die sogenannten bürgerlichen Parteien durch Aufstellen genommenen Vortrage verwahrte sich Herr Malermeister Schulz am Dienstag die Wahl stattfindet, für die Arbeiterschaft gesperrt ist, des in der Bevölkerung Treptows bekannten Herrn Malermeisters in der Diskussion gegen den Vorwurf des Stimmenfanges. Es sei wurde die Versammlung geschlossen. Schulz zu treiben versuchen. Derselbe Herr, der sich vor 6½ ihm ganz gleich, wer ihm seine Stimme gebe; er sei parteilos. " Weihnachts- Vorzugspreise! #smiled Teppiche Saalgröße . a 90, 65 a. 50 M. Englisch Tüll Salongröße 18. a 65, 40 u. 30 M. Brüsseler Tüll Wohnzimmergröße.. Sofagröße . a 35, 25 20 M. Spachtel- Tüll • a 14, 10 u. 6 M. Erbstüll. Gardinen batman Portieren 1270L* per Fenster von 2,50 M. Plüsch, gestickt, 2 Shawls u. 1 Lambrequin von 10 M. 4.75 M. Tuch, gestickt · ガブ " " ปี " 10 M. Velvet mit Tuchapplikation 12 M. 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