Nr. 294. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Jnserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. Jm Monat November gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: # Donnerstag, den 15. Dezember 1904. „ Nach den allgemeinen Eindrüden, welche in den Krankenanstalten gewonnen werden, ist anzunehmen, daß etwa ein Drittel, vielleicht noch mehr der Wurmträger durch Abtreibemittel bom Wurme nicht zu befreien sind." " Beachtung und durfte unter feinen Umständen unterdrüdt werden. Dies erklärten auch die Arbeitervertreter im Knappschaftsvorstande, lehnten einstimmig den Antrag Lüthgen ab, und da Stimmengleichheit laut Geschäftsordnung Ablehnung bedeutet, so durfte der Regt des Entwurfes" nicht geändert werden. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. " Seine Partei Borlage eine gründliche Abstellung des Unwesens der früh zeitigen und unmotivierten Offizierspensionierungen zu verbinden. Auch will das Zentrum die Vorlage, die es an die Budgettommission verwiesen wünscht, nur unter gleichzeitiger Regelung Aachen, D. B. 10,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 4. Kreis Natürlich große Sensation im Hause, denn gerade die von uns der Deckungsfrage betvilligen. Freilich: es war die erste Südoft 1000,-( darunter Vortrag Dr. F. in Ober- Schöneweide 3,-, fett gedruckte Angabe fehlte in dem Berichtexemplar, welches der Lesung. Bei den zweiten Lesungen lieft sich's gewöhnlich im zurückgezahlte Bierprozente v. C. V. durch D. 6,-, Verkehrslokal der Regierungsvertreter benust hatte! Der Herr blieb sprachlos. Zentrum anders.- Kriegsminister v. Einem antwortete Maurer, Naunhnstr. 6 10,-, Wahlvereinsbeiträge durch Hackelbusch Sachse fragte mit Recht, ob hier eine Fälschung vorliege und fofort. Aber sehr ungenügend. 1,-, R. C. Seidel 1,-, Hugo 1,-). 4. Streis Dit 1000,- wer fie begangen habe. Ist es doch gewiß standalös, daß in einem Weißstand der massenhaften Offizierspensionen zu beschönigen. Aber sehr ungenügend. Vergebens suchte er den 6. Streis 2000,-( darunter verlängerte Sigung 1,80, Mann vor der Volksvertretung und der ganzen Welt regierungsseitig be- Der Lurus ist nach Herrn v. Einem in die brave Armee aus aus dem Mond 2,-, rote Hochzeit Moabit M. 3. 2,55, Bier- nugten Sanitätsbericht gerade diejenige Stelle nicht enthalten den bösen Kommerzienratskreisen eingeschleppt worden. Mit prozente v. b. Skollegen der Firma Schubert u. Werth, Sept. u. Dft. ist, die ein flares Bild gibt von der wahren Gefährlichkeit der der Deckungsfrage sich zu beschäftigen, hielt der Kriegsminister 40,15, Schulz 0,50, A. B. Mister 1,-, Kranzübersch. 529. Bez. 4,50, urmfeuche. Wer hat die Angabe ausgemerzt? Hat man der wieder unter seiner militärischen Würde. Wendt, Lehrterstr. 3,-, durch Pohl, Bau Erasmusstr. 2,-) Berlin, diverse Beiträge: M. B. 100,- Gesammelt am Stammtisch Regierung einen eigens für fie präparierten Bericht übergeben, damit Genosse Gradnauer, der für unsere Partei zu der Auguststr. 72, 3,55. Machetes 5,-. A.-E.-G. Brunnenstr., Abt. fte im guten Glauben ein Fälscherkunftstückchen zu enthüllen dem Vorlage sprach, begann mit zwei scharfen Seitenhieben auf Tischlerei, Ueberschuß v. Kranzspende 26,40. Freiwillige Beiträge Sozialdemokraten ermöglichte? den Kriegsminister und den Zentrumsredner. General eines Restaurateurs aus der Neuenburgerstr. d. G. Dunkel 3,- Sachse benutzte einen Entwurf" des Berichtes. In der bor- b. Einem mißbilligt zwar den Lurus in der Armee, läßt ihn " Junggesellen" 10,- Parteitasse der Arbeiter von Pardemann legten Vorstandssitzung des Bochumer Knappschaftsvereins machte ein aber ungestört fördern, besonders in den Garde- Regimentern, 11. Co. 25,-. M. u. H. B. 10,-. Sechs Hutmacher, Arbeitervertreter aufmerksam auf die nunmehr berühmt gewordene durch das Beispiel, das hochstehende Personen geben. Und Königstraße, 27,- Die Kontobuch Arbeiter vom Wedding Berichtstelle und forderte erneute Beratung der gegen die Seuchen der Zentrumsredner mag immerhin die Zustimmung seiner 5,-. Dr. 2. A. 100,-. A. B. 50,-. 2. S. 50,-. drittel der Tischlergesellen von Gadegast, Baumschulentweg 7 vertreter Bergassessor Lüthgen die ominöfe Stelle zu streichen! gehenden Deckungsfrage abhängig machen. Bipei- bekämpfung ergriffenen Maßregeln. Darauf beantragte der Werks- Partei angesichts der schlechten Finanzlage von der voranFür wiedererworbene Rechte 10,-. Munition zum Kampfe für Wahrheit und Recht 4- Von den Patienten der Heilstätte Also eine hochwichtige, ja entscheidende Kundgebung des verantwort trägt doch mit an der Schuld wie für die schlechte FinanzGrabowsee 10,50. Bon den Arbeitern und Arbeiterinnen der Buchlichen Oberarztes sollte unterschlagen werden. Auch wenn sie nicht lage, so dafür, daß nicht schon vor Jahren, in besseren druckerei Vorwärts, Abteilung Buchbinderei 15,-. S. C. 2. 30,- richtig wäre, so hat sie doch als Ansicht des leitenden Arztes, Zeiten ausreichend für die Invaliden gesorgt worden ist. Berichterstattung vom Parteitage, Neuenhagen( Ostbahn) 4,-. Alter zumal einer Autorität wie Dr. Tenholt, Anspruch auf allseitige Der Kritik des Gesetzes schickte unser Redner dann eine DarNordhäuser 5,-. Landpartie Gefangverein Glogauge" 4,30. Legung unseres prinzipiellen Standpunktes voraus. Trotz aller Zur Stichwahl im Kreise Schwerin, aus Charlottenburg 15. Feindschaft gegen den Militarismus und trotz aller SozialistenGemütliche Geburtstagsfeier b. A. Schulz, d. Frau Reich 1,80. fresserei, die von den Herren Offizieren in der InstruktionsMitglieder d. U. Dr. 4,20. Gutenberg 45,-. E. D. Guhrau 1, A. Du., Glogauerstraße 5,-. Bernburg. Wahlkreis Anhalt II 25.stunde getrieben wird, wird die sozialdemokratische Partei alle Bielefeld, C. Sch. 2,-. Bern 50,-. Beuthen( Oberschl.) von den gerechten Ansprüche der Offiziere ebenso wie der Mannschaft Parteigenoffen 4, Bielefeld, Geburtstagsfeier in der roten Ede Wie kommt nun der Regierungskommissar zu einem Knappschafts- zu erfüllen streben, da sie die Personen nicht die 3,20. Bremen, Maschinenpersonal der Bremer Bürgerzeitung" 18,70. bericht, in dem der entscheidende Tert doch geändert ist?! Wer hat Fehler des Breslau, sozialdemofr. Verein 150,-. Grefeld, Parteibeitrag des nach dem Vorbild des französischen Abenteurers in Minna ist in der Vorlage der Gesichtspunkt, Systems entgelten lassen will. Freilich von dem aus sozialdemokr. Boltsvereins 100,-. Cottbus, B. Rückzhl. 25,- b. Barnhelm" das Glüd korrigiert?" v. Barnhelm" das Glück korrigiert?" Wer brachte die Regierung der Reichstag die Regelung der Pensionen bisher betrachtete Donaueschingen, 2. badischer Reichstags- Wahlkreis 10, vor aller Welt in die für sie doppelt peinliche Lage, fich von einem und von dem aus sie auch betrachtet werden muß, völlig ver Dittersdorf im Erzgebirge, rote Kindtaufe 2,40. Eilen Sozialdemokraten auf einem offenbar gefälschten Sanitäts- schoben: das militaristische Prinzip der Verjüngung der burg, durch durch den Vertrauensmann 50,- Erfurt, Wahlkreis Erfurt- Schl.- Biegenr. 25,- Falkenberg( Oberschlesien) bericht festnageln zu lassen? Das ist nun die Frage, auf die Armee" ist an Stelle des Strebens getreten, den Dienst3, Französisch- Buchholz, Geburtstagsfeier 1,20. Fürth, Wahlverein 20,- am Montag der gänzlich verblüffte Regierungskommissar teine Ant unfähigen eine angemessene Entschädigung für den Wegfall Glogau, Wahlkreis, durch den Vertrauensmann 20,-. Gotha, durch wort gab. E des Gehaltes, der Besoldung, zu gewähren. Und wie bei den Vertrauensmann 30,-. Gießen, E. K. 10,-. Hamburg, Zweifellos werden zunächst die Arbeitervertreter im den Offizieren die Willkürlichkeit 3. Wahlkreis 6000,- Hohenstein- Ernstthal, C. B. 5, Hamburg, Bochumer Knappschaftsverein die Verwaltung fragen, ob sie muß Willkürlichkeit der Abfägung", fo bet die den Mannschaften im Monat November im Echo" eingegangen 246,17. Hamburg, nicht weiß, woher die zweierlei Berichte stammen. Es liegt Erteilung des Zivilversorgungsscheins und bei der Zumessung Willkür der bei Selempnerwerkstatt Cierjacks, Seumeftraße 4,- Karlsruhe, gef. auf durchaus im öffentlichen Interesse, den Ausgang dieses der Rente aus der Vorlage ausgeschlossen sein, ehe unsere einer fidelen roten Hochzeit 2,-. Kattowig, sozialdem. Verein 5, unerhörten Standels festzustellen. Luckenwalde, Wahlverein 100,-. Luckenwalde, Rufus 5,-. Frattion dafür eintreten kann. Dann wird sich auch unter Langenbielau, v. Wahlverein durch d. Kreisvertrauensmann A. Kühn Zurückdrängung der übermäßigen Ansprüche der höheren i. Oberl. 50,-. Leipzig, 12. u. 18. sächsischer Reichstags- Wahlkreis Nachschrift. Der Fall zeitigt immer neue Rätsel. Soeben er- Chargen besser für die einfachen Soldaten und die ber2000,-. München, Waldläufer 5,-. Peterswaldau, v. Wahlverein halten wir das amtliche Stenogramm der Montags- Sigung. Wir abschiedeten Offiziere der unteren Rangstufen sorgen lassen. durch den Kreisvertrauensmann A. Kühn 15,50. Regensburg, rote ersehen daraus, daß eine höchst merkwürdige Veränderung mit der Die Deckung der dadurch notwendigen Ausgaben kann, Hochzeit von H. 1, Rothenburg Hoyerswerda, soziald. Wahl- Rede des Regierungsfommissars vorgegangen ist! Während nämlich so meinte Genosse Gradnauer, einem so geschickten Manne wie berein 50,- Regensburg, sozialdemokr. Berein, 4. Quartal 10, das von dem Herrn vorgelesene wörtliche Zitat aus dem Knapp dem Reichskanzler keine Schwierigkeiten machen. Reichenbach i. Schl., vom Wahlverein durch den Kreisvertrauens- fchaftsbericht in seinem überwiegenden Teile wie gebräuchlich ein Spaßreden erfolgreich die Sozialdemokratie bekämpft, wird eine Wie er in mann A. Kühn 11,-. Straßburg im Els., Altvater 5, Stuttgart, G. 11. 10,-. St. Jlgen bei Heidelberg, fozial- gezogen", d. h. als ein wörtliches 8itat fenntlich gemacht ist, Ansprache an die Bourgeoisie genügen, um diese für Reichsdemokr. Wahlverein 5,-. Solingen, durch das Streiskomitee, 50,- bricht der Einzug gerade an der Stelle ab, wo die Beichtstelle beginnt, einkommens-, Vermögens- und Erbschaftssteuern zu begeistern. Schwabach, sozialdemokr. Wahlverein 10,-. Teltow- Beeskow- Char- auf der es bei dem oben besprochenen Zwischenfall ankommt! So macht Der Kriegsminister brauchte ihn nur dazu aufzufordern. Lottenburg, Zentral- Wahlverein 5000,-( darunter von den Arbeitern nun das stenographische Protokoll den Eindruck, als ob der Re- Aber der lehnte in seiner unbedeutenden Entgegnung Neugebauer u. Schibisty, Bau Viehhof 8,75, Dr. M. Alberth, gierungskommissar den entscheidenden Saß nicht wörtlich vor- flüglich diese Aufgabe ab. Ihm genügt es, unerschütterlich München 10,-). Wandsbeck, vom sozialdemokratischen Verein 500,-. gelesen, sondern in freier Rede vorgetragen habe! Natürlich das Recht des obersten Kriegsherrn auf Verabschiedung dienstBerlin, den 9. Dezember 1904. wird hierdurch für den nicht in der Reichstagssigung anwesenden fähiger Offiziere zu wahren. Die Darstellung unseres Redners Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Leser des Stenogramms der ganze Vorgang unverständlich, die über die Pensionierung des Generals v. Stretschman erklärte Möglichkeit ist auch geschaffen, das, worauf es ankommt, er zwar tapfer als Phantasie", aber er umging weislich die als nicht dem Knappschaftsbericht entnommen anzusehen. Sonst entscheidenden und unziweifelhaft festgestellten Tatsachen. Einzug als Zitate fenntlich gemacht, um so auffallender ist, daß gerade v. Massow, der eine besondere Kommission für die Vordas Zitat des Herrn Reuß an der entscheidenden Stelle abbricht! lage wünschte, wurde die Weiterberatung auf Donnerstag Der Zwischenfall in der Reichstags- Sigung am Montag während Wir stellen deshalb ausdrücklich fest, daß Herr Oberbergrat Reuß vertagt. der Bergarbeiter- Debatte bedarf einer besonderen Erörterung, weil auch den nunmehr im Stenogramm nicht gekennzeichneten Satz der Sizungsbericht des Vorwärts" den Tatbestand verschiebt, wörtlich aus dem Knappschaftsbericht zitierte!" Vielleicht erkundigt natürlich ohne Schuld der Berichterstatter, da infolge des sich der Herr Regierungskommissar, wie die außerordentlich merk fenfationellen Auftritts im Hause Unruhe entstand, die auf der würdige Zitatenverstümmelung zustande tam. Journalistentribüne störend wirken mußte. So tam es, daß der Bericht den Regierungsvertreter Oberbergrat Reuß den entscheidenden Sazz aus dem knappschaftlichen Jahresbericht nicht verLesen läßt. Die Bekämpfung der Wurmkrankheit durch Fälschung. Tatsächlich hat der Regierungskommissar den Sak verlesen, und gerade dadurch ergab sich die vom Genossen Sachse hernach fonstatierte Fälschung. Seuche. " " sind alle anderen wörtlichen Bitate aller Redner durch Nach einigen Zustimmungsworten des konservativen Abg. Politische Ueberlicht. Berlin, den 14. Dezember. Militärpenfionen. Der Reichstag begann Mittwoch seine Sigung erst Buttlamer übertrumpft? der die Polizeibehörden anwies, gegen Handlungen, die an Bekannt ist noch der sogenannte Buttkamersche Streiferlaß, fich nicht strafbar sind, aber dem Unternehmertum unbequem zu fein pflegen, wie das Streitpostenstehen und das Ueberreden Arbeitswilliger zur Teilnahme an Streits, mit aller Energie einzuschreiten. Wie unser Elberfelder Bruderblatt mitteilt, soll sich Herr Schön stedt durch einen ähnlichen Erlaß in der Arbeiterschaft ein Andenken für alle Zeiten gesichert haben. Wie nämlich dieses Blatt mitteilt, hätte der Justizminister eine generelle Anweisung gegeben, überall Die Sache liegt folgendermaßen: Im Jahresbericht des Bochumer um 2 Uhr, da viele seiner Mitglieder an dem Begräbnis des da, wo es irgend angängig ist, den Landfriedensbruch- Paragraphen Snappschaftsvereins pro 1908 wird seitens des Oberarztes Medizinal- verstorbenen nationalliberalen Führers Dr. Hamma cher zur Bekämpfung des Streifpoftenstehens in Anwendung zu bringen! rats Dr. Tenholt erklärt, es feien 22 992 Bergleute in teilgenommen hatten. Auf der Tagesordnung standen die Ist das richtig, so erklärt das vielleicht zum Teil die geradezu 32 576 Fällen wegen Wurmkrankheit ärztlich behandelt worden; im beiden Vorlagen, die unter dem gemeinsamen Namen des erstaunliche Häufung von Landfriedensbruch- Prozessen, die erregte Jahre 1902 waren nur 1872 Wurmfranke in Behandlung. Diefe Militärpensions- Gesetzes zusammengefaßt werden. Kriegs. Szenen bei der Heranschaffung von Arbeitswilligen zur Ursache dürren Zahlen besagen genügend für die entsetzliche Ausdehnung der minister v. Einem begründete den Entwurf. Das heißt, er haben. Es bedarf wohl dringend der Aufklärung, ob dem zweifellos machte sich die Begründung sehr leicht. Namentlich vermied vorhandenen System, die Streitposten durch Schußmannsfäbel von Nun teilte Genosse Sachse mit, der Oberarzt in Bochum er es tonsequent, die höchst unbequeme Deckungsfrage zu be- den Arbeitswilligen fernzuhalten, um ihnen dann, wenn sie nicht schreibe, mindestens ein Drittel Wurmkranke blieben ungeheilt, d. h. rühren, während er um so freigebiger mit den gewohnten schnell genug von ihrer Arbeiterpflicht abstehen, auch noch Prozesse würden den Parafiten nicht los. Unserem Genossen entgegnete der Lobeshymnen auf unser herrliches Kriegsheer umsprang. schlimmster Art anzuhängen, eine Anordnung von oben zugrunde Oberbergrat Reuß, das sei nicht wahr, der Knappschaftsbericht Nach ihm redete in ermüdender Beitschweifigkeit der liegt! nenne diese große Ziffer Ungeheilter nicht. Auf den Zuruf: Vor- Nationalliberale Graf Oriola, der, soweit seine hochJu dem Geestemünder Prozeß hat Herr Rechtsanwalt Miller lesen!" nahm der Regierungstommiffar den knappschaftlichen Jahres- agrarischen Bestrebungen ihm dazu Zeit lassen, in der Berden Revision eingelegt, weil am zweiten Verhandlungstage die bericht vor und las tatsächlich den ganzen Abfag 5 auf Seite 87 Bearbeitung oder doch Besprechung dieser Frage seine Haupt. Sauptverhandlung nicht formell eröffnet wurde. a. a. D. vor, also auch den entscheidenden letzten Saz. Und aufgabe erblickt. Der interessanteste Punkt der Nede des wahrhaftig, die für unsere Betämpfung" der Wurmfeuche so nationalliberalen Grafen war seine begeisterte Anpreifung der Auslieferung von Deserteuren! charatteristische Angabe des Oberarztes war in dem Berichtegemplar Wehrsteuer. Recht oppositionell geberdete sich der Die Auslieferung von Märflüchtlingen ist aus dem Recht des Negierungskommissars nicht enthalten! Zentrums- Abgeordnete Sped, zolltarifarischen Angedenkens. und der Praxis aller Stultzt Nunmehr erhielt Sachse das Wort und las aus seinem Wenn man den Worten des ultramontanen Redners Glauben nach wie vor Deſertence, sueurstaaten beseitigt, nu Preußen liefert Berichtegemplar folgenden Satz vor( ebenfalls Seite 87, Absatz 5): schenken darf, so hat das Zentrum die Absicht, mit der Verfahren ist um se schiewenn auch nuran Rußland, aus, und das immer, als est einmal durch Gesek ben gründet ist, sondern durch eine im tiefsten Grunde verlogene Ver- bürgung der Gegenseitigkeit im Sinne der erwähnten Be- sondern daß es überhaupt nicht vorgelegt worden ist. Co mischung der Begriffe der Auslieferung und Ausweisung lediglich in stimmungen gewährleisten können. dann aber benötigte es durchaus nicht der Kenntnis der Gerichts. das Bereich der Polizeiwillfür gebracht ist. Freiherr v. Hammer= Das ist eine vollkommen unklare und vieldeutige Formu- akten, um den Justizminister über diese unerhörte Rechtsverlegung stein hat am Sonnabend im preußischen Abgeordnetenhause einen lierung, die keineswegs geeignet ist, eine Besserung des Rechts- zu unterrichten; denn bereits im Januar dieſes Jahres hat der Vortrag über das preußische Fremdenrecht gehalten, der in jener Weise zustandes herbeizuführen. Das ganze Gegenseitigkeits- und es war damals der Zentrumsabgeordnete Spahn, der meinte, Verteidiger Haase im Reichstage auf diesen Umstand hingewiesen die jetzt immer mehr üblich wird, in der Form wahrhaftiger Aufklärung verhältnis der Staaten ist reaktionären Ursprungs, es wenn dem so wäre, so ließe sich das Verfahren durch nichts entin Wirklichkeit an der Wahrheit vorübergeht. Herr v. Hammerstein wurzelt in dem Gedanken der heiligen Allianz, in der schuldigen. Seit dem Januar dieses Jahres ist also die Behauptung stellte als Grundsatz voran, daß kein russischer Deserteur aus Solidarität der Dynastien. Demokratischen Republiken aufgestellt worden, die der Justizminister als dunkles, nicht kontrolliergeliefert wird. Darüber verbreitete er sich sehr weitläufig find solche Gegenseitigkeitsbeziehungen niemals bewilligt bares Gerücht jetzt noch behandelt. und mit starkem und humanitärem Pathos." Es war früher worden. Der§ 103 des heutigen deutschen Strafgesetzbuchs Es ist ihm weiter im Reichstag schon im Anfang dieses Jahres Rechtens," so führte er aus, daß gerade Deserteure in erster Linie beweist schon allein den reaktionären Grundcharakter aller mitgeteilt worden, daß er ja persönlich telegraphisch über die Rechtsder Auslieferung unterlagen. Die erſten Verträge, die moderne Gegenseitigkeitsverbürgungen. Er bestraft nämlich zwar die verlegung unterrichtet worden sei. Im Prozeß ſelbſt iſt wiederholt, Staaten im 18. Jahrhundert schlossen, betrafen fast ausschließlich Majestätsbeleidigungen fremder Monarchen, sofern die Gegen- losen Borenthaltung des Belastungsmaterials die Rede gewesen und sogar zur großen lleberraschung des Vorsitzenden, von dieser beispielDeserteure. Das hat sich erfreulicherweise im Laufe der seitigkeit verbürgt ist, aber er überläßt die republikanischen Herr Schönstedt hat, wie aus seinen weiteren Ausführungen hervor Zeit geändert." Auch ein ähnlicher Kartellvertrag zwischen Preußen Oberhäupter getrost ihrem Schicksal; die fann man beleidigen, geht, die Prozeßberichte wohl verfolgt. Trotzdem behauptet er noch und Rußland sei 1869 oder 1870 abgelaufen und nicht mehr er- soviel man will. jegt, er könne über diesen Vorwurf nichts sagen, weil ihm die neuert worden. Seitdem ist kein Deserteur jemals nach Rußland Gerichtsaften nicht vorgelegen haben. Es scheint somit, als ob der ausgeliefert, und wenn ein derartiger Fahnenflüchtiger außerdem Justizminiſter den Inhalt der Gerichtsaften so genau ahnt, daß noch ein anderes gemeines Vergehen oder Verbrechen sich hat zu er wohl weiß, wie sehr die Kenntnis kompromittierend wäre und schulden kommen lassen, so wird die Auslieferung stets nach dem immer wie ein Ungefähr und Nichts, über das er nichts wissen könne, daß er darum seit fast einem Jahre feststehende Tatsachen noch Grundsaße der Spezialität von der Zusicherung abhängig gemacht, behandelt- mangels der Attentenntnis! daß er wegen militärischer Vergehen nicht zur Verantwortung ge= zogen wird." schauung! 621 Wie uns aus Detmold Niemand kann nun sagen, was denn das für Rechtseinrichtungen sein sollen, die vorausgesetzt werden müssen, um Gegenseitigkeit zu verbürgen. Es gibt nur ein Mittel, um diese Strafbestimmungen der heiligen Allianz erfolgreich zu reformieren: man muß sie ganz und gar streichen. Das reaktionäre Deutschland hat sicherlich kein Interesse daran, etwa mit Frankreich oder mit Amerika einen Vertrag Stichwahlfieg in Lippe Detmold. Welcher Kulturfortschritt in Preußen, welche humane An- abzuschließen, der diese Staaten gegen monarchischen Hoch- telegraphiert wird, hat bei der Stichwahl im ersten Landtagssondern wenn es sie aus einem anderen Grunde ausliefern muß. Gegenseitigkeitsverhältnis der dynastischen Syndikate aufrecht gefiegt. Der Wahlkreis war bisher freifinnig vertreten, er umfaßt Preußen liefert also nicht nur nicht Deserteure aus, verrat zu schützen anstrebt. Dagegen wird man sehr gern das Wahlkreis Genosse Auderer mit 759 gegen 622 Stimmen, die auf den Nationalsozialen Neumann- Hofer( Biesterfelder Hofpartei) fielen, so scheut es keine Mühe, noch Rußland die besondere, Verpflichtung qufzuerlegen, wegen des militärischen Vergehens nicht zu strafen. erhalten und verschärfen. Es ist seltsam, daß die Freifinnigen die Städte Detmold, Horn und Lage. ib Zage. diese einzige Absicht der Gegenseitigkeits- Gesetzgebung auf Das ist der Vordersaz des Herrn v. Hammerstein! Wird aber nun wirklich kein Deserteur ausgeliefert? Unsinn! staatsrechtlichem Gebiete nicht durchschauen; sonst würden sie Nur Deserteure, die so glücklich sind, auch auslieferungsfähige Ver- nicht auf den unglücklichen Gedanken gekommen sein, Strafbrechen begangen zu haben, werden wegen der militärischen Ver- bestimmungen, die von Standpunkte der Demokratie aus gehen nicht ausgeliefert. Alle übrigen russischen Militärpflüchtlinge durchaus verwerflich sind, reformieren zu wollen und sie daTaufen Gefahr, ausgeliefert zu werden, nur nennt Herr v. Hammer- durch zu konservieren. " „ Verbrecher". Zur Stichwahl in Jerichow. Diesen Freitag findet die Stichwahl im Reichstags- Wahlfreise Jerichow I und II statt. Es gilt für unsere Partei, dabei alle Kräfte aufzubieten. In Berlin und Umgegend arbeiten viele Parteigenossen, die in diesem Kreise ihren Wohndiese Parteigenossen auf, soweit sie es irgend ermöglichen fönnen, am Wahltage nach Hause zu fahren und ihre Wahlpflicht zu erfüllen. Bei der Hauptwahl sind eine ganze Anzahl hier arbeitender Parteigenossen zu Hause geblieben. Möchten sie wenigstens jetzt das Opfer bringen. Eine Probe auf die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums wollen unsere Parteigenoïien in seö In machen. Sie haben in der Ber unsere Parteigenoffen in Köln machen. Sie haben in der Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins Köln- Stadt am 12. Dezember beschlossen, an den Oberbürgermeister und die Stadtverordneten- Versammlung folgende beiden Anträge zu stellen: 1. Bei den Wahlen zur dritten Abteilung der Stadtverordneten- Versammlung find in Zukunft auch diejenigen Einwohner wahlberechtigt, die zwar, weil sie weniger als 900 M. Einkommen haben, weder Staats- noch Gemeindeſteuern zahlen, jedoch zu einem Einkommen von 660 bis 900 m. veranlagt sind und im übrigen die Bedingungen des § 5 der rheinischen Städteordnung erfüllen. Die veranlagte Steuer stein das nicht mehr Auslieferung, sondern Aus. Der Semstwo Kongreß und die Amnestierung der politischen siz haben und daher dort wahlberechtigt sind. AusDer- Wir fordern weisung an die russische Grenze. Die Ausweisung an die russische Grenze hat nämlich den Vorzug vor der AusDen Wortlaut des Beschlusses des Semstwo- Kongresses lieferung, daß im Effekt die gleiche Brutalität erreicht wird, wie bei der Auslieferung, daß man aber dabei keine diplomatischen und recht- betreffend die Neuregelung der politischen Verhältnisse Rußlichen Verhandlungen braucht, sondern daß die Polizei allein alles in lands haben wir bereits mitgeteilt. Es war dies übrigens, der Stille abmachen kann. Herr v. Hammerstein berief sich auf ein wie wir gegenüber Betrachtungen ausländischer Blätter mit Abkommen vom Jahre 1894 und rühmte diesem Abkommen als teilen wollen, der vollständige und genaue Wortlaut, Vorzug nach, daß es nicht eine Erschwerung des Ausweisungs- während die Nachrichten bürgerlicher Blätter zenſuriert waren. verfahrens darstellt, sondern eine Erleichterung.„ Es ist," so führte Nunmehr sind wir auch in der Lage, den Wortlaut der er wörtlich aus,„ verabredet worden, daß dann, wenn die Staats- Resolution desselben Kongresses mitzuteilen, die die Notangehörigkeit ohne Zweifel feststeht, nicht der diplomatische Weg ein- wendigkeit einer Amnestie für Staatsverbrechen betont. Diese zuschlagen sei, sondern ein direkter Verkehr zwischen den Grenz- Resolution lautet folgendermaßen: ,, Ausgehend von der Erkenntnis, daß der Erlaß betreffend behörden stattfinden kann. Von diesem Uebernahmeverkehr Maßnahmen zum Schuße der Staatsordnung und Ruhe vom wird in zahlreichen Fällen Gebrauch gemacht." Also mit anderen Worten: Kein Deserteur wird ausgeliefert, 14. August 1881 einer der Umstände ist, der hauptsächlich den aber Deserteure werden kraft des Abkommens von 1894 im„ lleber- Boden für die administrative Willkür und für die Unzufriedennahmeverkehr" nach Rußland gebracht! Wann erfolgt nun diese heit der Gesellschaft schafft und dadurch ein gegenseitiges wird nicht erhoben. 2. Die Wahlen erfolgen nach Stadtbezirken Uebernahme, d. H. die jedes Völkerrecht verlegende Auslieferung in Vertrauen und eine Einigung der Regierung mit der( statt bisher gemeinsam für die ganze Gemeinde in einem einzigen der Form der Ausweisung? Die Uebergabe erfolgt in der Regel, Gesellschaft verhindert, erachtet die Beratung die sofortige Wahlbezirk). Hier hat das Kölner Zentrum die Möglichkeit, zu zeigen, ob die wenn es sich um„ Bettler, Landstreicher und Gefindel" handelt. Aufhebung des genannten Erlasses für erforderlich. Außer= Geruht also die preußische Polizei, Deserteure als Bettler, Land- dem hält die Beratung mit Rücksicht darauf, daß das auf den auch aus seinen Reihen erhobenen Slagen über die Härten und streicher und Gefindel zu betrachten, so werden diese Deserteure aus- erwähnten Erlaß gegründete System der administrativen ungerechtigkeiten des Dreiklassensystems ernst zu nehmen sind. Hier Repressalien, das in der letzten Zeit mit besonderer hat es die Möglichkeit, einige diefer Ungerechtigkeiten ein wenig au geliefert. Aber freilich, Herr v. Hammerſtein beharrt auf seiner Stärke Anwendung fand, eine große Menge von Opfern mildern. Denn im Kölner Rathaus hat das Zentrum die Mehr. humanen Gesinnung. Er hat angeordnet, daß solche russischen Deferteure nicht an russische Behörden ausgeliefert werden sollen, administrativer Willfür zur Folge hatte, die verschiedenen heit. Bor zwei Jahren hat das Kartell der christlichen Ge Strafen und Rechtsbeschränkungen unterworfen wurden, mehrheit befigt, ebenfalls den Antrag auf berabſegung des wertschaften in Aachen, wo das Zentrum fast 3 weidrittel. wenn sie sich freiwillig über eine andere Grenze, Desterreich oder für ihre Pflicht, sich für die vollständige Befreiung von allen Wahlzensus auf das gesetzliche Mindestmaß gestellt. Die Stadtwelche sie wollen, entfernen." Was sollen wir nun annehmen? Deserteure, die keinen Paß Strafen auszusprechen, die auf administrativem Wege auf- verordneten- Versammlung lehnte aber den Antrag mit 21 gegen haben- Herr v. Hammerstein hat ausdrücklich erklärt, daß für die erlegt worden sind. Zugleich spricht die Beratung die Hoff- 14 Stimmen a b. Gegen den Antrag des christlichen Gewerkschaftsaus Rußland fommenden Reisenden, und nur für diese, in Breußen nung aus, daß durch einen Gnadenatt gegenüber Personen, fartells stimmten sechs Zentrums- Stadtverordnete, so daß der Antrag Ein Zentrums- Stadteine Paßpflicht besteht laufen also doch wohl nicht Gefahr, die in politischen Angelegenheiten zu Strafen verurteilt worden mit Hülfe der Liberalen" zu Fall fam. ausgeliefert zu werden, wenn sie den Willen und die Mittel haben, sind, die souveräne Gewalt dem Lande Befriedigung gewähren verordneter beschuldigte einen Teil seiner Parteigenossen: sie hatten nur für den Antrag gestimmt, weil sie seiner Ablehnung sicher irgend eine andere Grenze zu überschreiten. Herr v. Hammerstein gewesen seien. hat aber diesen Grundsatz wiederum nur aufgestellt, um ihn durch Landesverrat. Aus Leipzig wird telegraphiert: einen anderen wieder aufzuheben; denn er fügte, indem er von der Ballin- Praxis sprach, hinzu, es sei mit den beiden deutschen Schiffahrtsgesellschaften verabredet worden, daß alle russischen Auswanderer wegen der Seuchengefahr an der Grenze in eine fogenannte Kontrollstation aufgenommen, in dieser untersucht werden und ihre Weiterreise nur dann gestattet wird, wenn sie gesund sind." wird." Deutfches Reich. Gärung im Ruhrrevier. Vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichts wurde der Landesverrats- Prozeß gegen den 47jährigen früheren Friseur Hense aus Luremburg, zuletzt in Nanch wohnhaft, verhandelt. Hense hat durch Vermittelung des französischen GrenzAus dem Ruhrgebiet meldet uns ein Privattelegramm: Die Lage ist sehr ernst. Die Belegschaft von Bruchstraße" fommissars Benner den früheren Zeugfeldwebel Schüße mit dem hält morgen Versammlung ab, weil die Einführung der Teilfahrts- Spionagechef in Ranch, Hauptmann Maugių, in Verbindung ge verlängerung erneut angefündigt ist. Auch die polnische Bergarbeiter- bracht. Letzterer verlangte von Schüße Auskunft über Geschütze und Wir haben somit drei Säge des Polizeiminifters, deren jeder Vereinigung nimmt Stellung. Auf Zeche„ Hagenbed" bei Essen will versprach für ein Buch 500 Mart. Der Angeklagte intereffierte sich sehr für die Angelegenheit. Schüße, der als Zeuge vernommen den anderen wieder aufhebt. Erstens: russische Deserteure werden Belegschaft die Wiedereinstellung des gemaßregelten Vertrauens- wurde, bekundet, daß er Maugin nichts geliefert habe, sondern nur niemals ausgeliefert; zweitens: russische Deserteure werden nur mannes erzwingen, wenn nicht anders. dann durch Streik. Sonntag zum Schein auf dessen Anerbieten eingegangen fei. dann nicht über die russische Grenze gebracht, wenn sie Deutschland finden mehrere Versammlungen im Essener, Oberhausener, Bochumer über irgend eine andere Grenze freiwillig verlassen; drittens: und Dortmunder Bezirk statt, um Forderungen an die Grubenrussische Deserteure müssen als Auswanderer in die Kontrollstation. verwaltungen zu formulieren. Die lettere Notwendigkeit aber beweist, daß russische wenigstens Das Abmahnen der Verbandsleiter vom Streit wird von den paßlose Auswanderer eben nicht die Grenze frei wählen können, erregten Arbeitern Feigheit"," Beisetreterei" genannt. sondern daß fie gezwungen find, in den Kontrollstationen sich durch Schiffahrtskarten der deutschen Reedereien loszukaufen. In der Zeit der Konkurrenzfämpfe zwischen Ballin und Wiegand auf der einen und der Cunardlinie auf der anderen Seite wurden die sanitären Um 12 Uhr wird die Deffentlichkeit ausgeschlossen. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust, Stellung unter Polizei- Aufsicht und Zahlung der Kosten des Verfahrens. Als strafmildernd galt erstens, daß der Angeklagte noch unbestraft ist, und zweitens, daß seine Handlung nur ein Versuch war, als strafverschärfend die große Energie, mit der die Ausführung des Verbrechens in Aussicht genommen war, und der Umstand, daß Von der Stimmung unter den Bergarbeitern redet das folgende Hense dem Zeugen Schüße genaue Instruktionen gegeben hatte. Gedicht: Taub und blind. Da unten tief in den Schächten und Stollen, Kontrollstationen sogar dazu mißbraucht, um die in sie eingelieferten Da brüitet es wieder mit dumpfem Grollen, Russen zur Lösung deutscher Schiffstarten nach Amerika zu zwingen, ohne daß ein Staatsanwalt bisher gegen diese gewerbs mäßige Erpressung eingeschritten wäre. Seitdem die deutschen Reedereien sich mit der Cunardlinie geeinigt haben, wird zwar noch immer versucht, die Gefangenen den Kontrollstationen zur Lösung von Karten nach Amerika zu zwingen, aber ständige Praris ist doch nur noch, sie zu veranlassen, sich wenigstens mit Karten nach London loszukaufen. Es ist also nicht wahr, daß russische Deserteure die Grenze frei wählen können, sie müssen vielmehr zur See mit deutschen Schiffen die Grenze verlassen. Haben sie die Mittel dazu nicht, so werden diese Deserteure ausnahmslos nach Rußland ausgeliefert. 1 Eingelocht werden die Münchener Schuyleute, die sich vor einiger Zeit an der ersten Schutzmänner- Versammlung beteiligten, die befanntlich aufgelöst wurde. Die Leute erhielten Zimmerarrest bis zu 4 Tagen bezw. Einzelarrest bis zu 3 Tagen diftiert. Die Höhe der Strafe richtet sich nach der Energie, mit der jeder einzelne sich in feiner schriftlichen Rechtfertigung verteidigt hat. Von sämtlichen da von betroffenen Schußleuten wurde gegen diese Strafverfügungen Beschwerde eingelegt. In welcher Weise sich die Verhältnisse bei der Münchener Schuhmannschaft entwickeln, zeigt die Tatsache, daß sich zahlreiche Schutzleute zuni Uebertritt zur Gendarmerie gemeldet haben, obwohl dort die Bezahlung schlechter und der Dienst schwieriger und obwohl die Gendarmerie militärisch organisiert ist. Wenn das Kommando der Schutzmannschaft meint, durch sein Vorgehen Beschwerden der Mannschaften über vorhandene Mißstände unterdrücken zu fönnen, so wird es sich schwer täuschen. Da ballen sich wieder die Wetter dicht, Sie aber achten und merken es nicht Und lassen die Löhne nur niederrasseln Und lassen die Strafen nur niederprasseln, Und nullen die Wagen, die Bergmannsfleiß Zu Tage gefördert mit Bergmannsschweiß. Gie hören nicht, was schon so mancher hört, Sie sehen nicht, was schon so mancher sieht, Der schnöde Golddurst hat sie betört, Das tolle Hasten nach Mehrprofit. Und wenn der Riese sich wieder rect, Zu Ende geht auch die Knechtsgeduld Und wenn er wieder die Zähne bleckt, Es steht fest, daß tatsächlich nach wie vor russische MilitärSie tragen einzig allein die Schuld. Großherzogtum Sachsen- Weimar, 14. Dezember.( Eig. Ber.) Eine rühmliche Ausnahme unter den gegenwärtigen politischen Verflüchtlinge, die keinen Baß haben und alle Militärflüchtlinge sind ohne Baß entweder an Rußland ausgeliefert werden( man Das„ Alibi" des Justizministers. Es ist schon darauf hingewiesen hältnissen in unserem Lande, wo Bürgermeister, die nicht einmal nennt dies Uebernahmeverkehr"), oder aber sich dazu herbeilassen worden, daß der preußische Justizminister, wie das in seinem von richtig schreiben können, nach der bekannten Schablone wegen Ge müssen, ihre ersparten Kopeken den deutschen Reedereien zukommen ihm verwalteten Ressort allerdings nicht bei den Beamten, sondern fahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit" ohne jede weitere üblich ist, sich ein funst- Begründung sozialdemokratische und gewerkschafts zu lassen. In keinem Lande der Welt ist eine solche Praris denkbar, bei den Objekten der Justizpflege Er leitete feine liche gerechtes Alibi zu verschaffen gesucht hat. Bersammlungen berbieten, macht ein Dorfs noch weniger wäre ein Minister denkbar, der in solcher Weise diese Geständnisse über den Königsberger Prozeß damit ein, daß er bürgermeister. Er hat die bon dem Bürgermeister Bragis zu verhüllen sucht. die Gerichtsakten nicht fenne, um auf diese Weise jede un- Blankenhain verbotene Porzellanarbeiter- Versammlung, in welcher Genossin richtige Aussage oder bedenkliche Auslassung von vornherein zu ent- die Zieg aus Hamburg sprechen follte, schuldigen. Wir lassen es ganz dahin gestellt, ob es mit den Amts- feinem, 4 Stunde von Blankenhain entfernten Dörfchen ungehindert Pflichten des Juſtizminiſters vereinbar ist, auf die Stenntnis der stattfinden lassen. Deshalb wurde dieser Bürgermeister in dem Prozeßakten fünstlich zu verzichten, jedenfalls jedenfalls hat nach dem dortigen Kreisblättchen angerempelt; nunmehr veröffentlicht das Vorgang mancher Angeklagte zu viel auf sein Alibi geladen. Kreisblättchen folgende Zuschrift des Bürgermeisters: - Gegenseitigkeit. Die freisinnigen und süddeutschen Volksparteiler haben im Reichstag, wie schon erwähnt, einen Antrag eingebracht, der das Gegenseitigkeitsverhältnis im Strafgesetzbuch sowie das Zu den schwersten Vorwürfen gegen das Vorverfahren gehört Auslieferungswesen reichsgefeßlich regeln will. Daß die Aus die Vorenthaltung des Anklagematerials, das sowohl die Angeklagten Lieferungsverträge nur von Reichswegen abgeschlossen werden wie die Verteidiger niemals gesehen haben. Dagegen bemerkte der sollen, wie die Freisinnigen verlangen, dem fönnen auch wir Justizminister. Wenn es richtig sein möchte, daß die Schriften zustimmen. Dagegen sind die freisinnigen Wünsche über die selbst den Angeklagten und ihren Verteidigern nicht rechtzeitig Bestimmungen der Gegenseitigkeit äußerst bedenkliche Halb- borgelegt und sie dadurch in ihrer Verteidigung gehemmt worden sind, dann würde ich es im höchsten Grade bedauern; ich weiß es nicht, heiten. Der Antrag will, doe Gegenseitigkeit nur nach ob dem so ist, da, wie ich schon gesagt habe, die Gerichtsalten mir ordnungsmäßig veröffentlichten Gaatsverträgen und aatsverträgen und nur nicht vorgelegen haben." solchen Staaten gewähr wird, wela he nach ihren eigenen Die gegen die Justiz erhobene Anklage geht erstens nicht dahin, inneren Verfassungen un ihren Rechtseinrichtungen eine Ver- daß das Anklagematerial nicht rechtzeitig vorgelegt worden sei. B " An die Redaktion des„ Blankenhainer Kreisblattes". in An dem von Ihnen in Nr. 144 des Bl. Krbl." gebrachten Lokalbericht über die in Blankenhain verbotene und am ver gangenen Montag abend in Schwarza stattgefundene fozial demokratische Porzellanarbeiter Versammlung möchte ich berichtigen, daß die angeblich unbeanstandet stattgefundene Vers sammlung von mir in der Voraussetzung genehmigt wurde, daß fich die Referentin während ihres Vortrages aller Angriffe gegen Regierung und Behörden zu enthalten hätte und die Versammlung von mir selbst zu überwachen wäre. Da das Thema„ Die gewerkschaftliche und politische Lage der Porzellanarbeiter" für mich feinen Grund gab, die Versammlung gefeßlich zu verbieten, auch eine Gefahr für die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht vor handen war, habe ich in der Voraussetzung gehandelt, die durch die Erfahrung gelehrt ist, daß Verbote derartiger Versammlungen gerade das Gegenteil von dem erreichen, was damit beabIm übrigen hat der Gemeindevorstand die moralische Verpflichtung, daß er über den Parteien steht, und glaube ich deshalb nach meiner Ueberzeugung recht gehandelt zu haben. Hochachtungsvoll Bürgermeister R. Kaufmann, Schwarza. Turmhoch stellt sich dieser Dorfbürgermeister mit seiner Erflärung über die sich hochgebildet dünkenden Kollegen", die oft recht geringschätzend auf so einen Dorfbürgermeister herabsehen. In den letzten Tagen wurde in Eckardtshausen bei Eisenach nach berühmten Mustern eine Versammlung berboten, in welcher Genosse Leber über„ Rußland und Japan" sprechen sollte, und in Berga löste der Bürgermeister, der auch Landtags- Abgeordneter ist, eine Versammlung auf. nachdem er den Redner, den Landtags- Abgeordneten Kahnt aus Gera, mehrere Male aufgefordert hatte, maßvoller zu sprechen und ganz besonders die verheßenden und aufreizenden Schlagworte" zu Das ist echt sächsisch, wenn auch nur großherzoglich! bermeiden. Berluftliste aus Südwestafrika. Afrika. Neber die Chinesen- Unruhen in Südafrila cine Hus Induftrie und Handel. der Eine der Hauptstüken der russischen Ordnung war stets der Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Justizminister Murawie wv. Als Staatsanwalt der Petersburger Gerichtskammer hatte er im Jahre 1881 im Prozeß gegen die an Greizer Parteiblattes, Genosse Feustel, schuldig befunden. Er Einer schweren Beleidigung wurde der Redakteur unferes der Ermordung Alexanders II. Beteiligten beantragt und durchgesetzt, hatte von einem Fabrikanten, der mit den Arbeitern in Streitig daß alle Angeklagten, darunter ein nicht Volljähriger und eine Frau, feiten lag, behauptet, daß dieser die Arbeiter brüst behandelt habe wurde, iſt ſeine Stellung in der letzten Zeit erſchüttert. Wir erfahren gemein begünstige az es gehängt wurden. Wie in der deutschen Presse bereits berichtet und daß sein Verhalten das Anwachsen der Sozialdemokratie un mun, daß das die Folge eines anonymen Briefes ist, den zahlreiche mit der Begründung, daß es für einen Mann gut bürgerEr wurde zu 200 M. Hir. Geldstrafe verurteilt höhere Beamte erhalten haben. In diesem Briefe wird folgendes licher Gesinnung eine schwere Beleidigung sei, wenn man erzählt: Im Jahre 1894 erhielt in Moskau der Stadtverordnete von ihm sage, daß sein Verhalten das Anwachsen Salnikow von seiner Wirtschafterin eine größere Summe als Erbschaft für Sozialdemokratie Darin liegt Sozialdemokratie begünstige. Wohlthätigkeitszwecke. Gegen dieses Erbe erhoben die Verwandten der Mahnung zu anständigem Verhalten an alle gut bürgerlich" erfreuliche Verstorbenen Einspruch und Salnikow wurde vom Untersuchungs- Gesinnten und eine schwere Verurteilung aller derer, die durch richter Baranzewitsch verhaftet, der auch das von der Verstorbenen brutales Auftreten wirklich das Anwachsen der Sozialdemokratie behinterlassene Geld an sich nahm. Dieses Geld verschwand in den Händen des Baranzewitsch auf Nimmerwiedersehen. Für diese Vergünstigen. untreuung hatte er sich vor der Moskauer Gerichtstammer in den Sigungen vom 13. und 14. Dezember 1897 zu verantworten. Um diese Veruntreuung zu rechtfertigen, legte Baranzewitich dem Gerichte Der Kampf zwifchen den großen gemischten und den ,, reinen" zwei Geldwechsel des Justizministers Murawiew Werken in der Eisenindustrie gestaltet sich für die reinen Walzwerke im Betrage von je 20 000 Rubel vor. Baranzewitsch wurde zum immer ungünstiger. Die großen gemischten Werke stellen nicht nur Verlust aller Rechte und zur Verbannung auf 12 Jahre nach einem den deutschen Walzwerken, die von ihnen ihr Halbzeug( Rohstoff) der nördlichen Gouvernements des europäischen Rußland verurteilt. beziehen müssen, die Preise weit höher als den ausländischen WalzJedoch blieb das Urteil unausgeführt. Baranzewitsch lebte frei in Moskau, bis er Ende 1903 zum Mitglied des Landes- werken, sie haben auch allerlei besondere Lieferungsbedingungen gerichts in Barnaul ernannt wurde. Der anonyme eingeführt, welche die deutschen Walzwerke hindern, sich der Fabrikation besonderer Spezialartikel zuzuwenden und fo Berlin, 14. Dezember. Amtliche Meldung. Am 28. No- Brief schließt mit den folgenden Worten: bember sind im Gefecht bei Warmbad gefallen: Unteroffizier Hugo brechen des N. W. Murawjew. Also, ihr Herren hohen Beamten, halten. Das ist der objektive Bericht über eines der zahlreichen Ver- auf beschränkten speziellen Gebieten sich lebensfähig zu eraus Als Ausweg Ridel, geboren 7. September 1877 zu Klein- Drensen; Reiter der trüben Lage, in der sich von der Fecht, geboren 12. Oftober 1881 zu Balje; Reiter fällt Euer Urteil über diesen Verbrecher. Erbarmt Euch Eures die reinen Walzwerke befinden, ist ihnen vielfach empfohlen Karl Dresen, geboren 5. Juli 1882 zu Broich, Verwundet wurden Baterlandes und brandmarkt ihn mit Eurer Verurteilung. Moskau. worden, sich auf die Herstellung von Besonderheiten zu legen, die Gefreiter der Reserve Christoph Bolies, geboren 5. März 1878 November 1904. Ein Augenzeuge." fich weniger für die Massenfabrikation der großen gemischten Werke zu Stolbeck, schwer; Reiter Johannes Elias, geboren eignen, und dieser Rat wird neuerdings auch von manchen Werken 16. Januar 1882 zu Tettenbüll. schwer; Reiter Georg Schäfer= lein genannt Maier, geboren 17. September 1882 zu Meminels= zu befolgen versucht. Aber nun wird ihnen von den gemischten dorf, schwer. Vermist wird Gefreiter Wilhelm Siebel, ge- heißt es in vorliegenden Berichten aus London: Diese Ruhestörungen Spezialartikel erfordert nämlich auch eine besondere Zurichtung der Werken auch dieser Ausweg versperrt. Die Herstellung solcher boren 8. Oktober 1879 zu Hof- Buchen. dürfen nicht länger leicht genommen werden. Die Regierung läßt An Typhus sind gestorben: Gefreiter Paul Jüttner, ge- nichts von sich hören. Aber die Sicherheit der weißen Bevölkerung zu verwendenden Halbfabrikate, besondere Qualitäten, Größen, boren 4. Juni 1884 zu Goldberg( Schlesien), am 10. Dezember im im Randgebiet bei Anwesenheit von 50 000 Chinesen erregt ernste Stärken des Materials 2c. Für alle solche Abweichungen Lazarett Windhuk; Reiter Otto Flanze, geboren 24. Juni 1883 Besorgnisse. Die einzige wirkliche Sicherheit gegen ein kommendes verlangt 1111 aber der Stahlwerks Verband beträchtliche zu Nahrten, am 11. Dezember im Lazarett Dtjosondu; Reiter großes Morden sowie gegen Verbrechen an weißen Frauen ist die Preiszuschläge, sogenannte Ueberpreise, die in in der letzten Karl Ehlers, geboren 16. Februar 1883 zu Groß- Voigtshagen, Schaffung einer starken besonderen Polizei längs der 50 engl. Meilen Zeit immer mehr erhöht worden sind. Während früher am 2. Dezember in Lazarett Owifokorero; Reiter Wilhelm langen Reef auf Kosten der Goldminengesellschaften. Bei dem der allgemeine Teil der Ueberpreisbestimmungen des Verbandes mit Gollert, geboren am 19. Juli 1881 zu ganz, am 7. Dezember letzten Zusammenstoß zwischen Chinesen und Kaffern auf den drei Positionen abgetan war, enthält die neueste Ueberpreisliste aus im Lazarett Epukiro. Knights Bergwerken am Sonnabend wurden vier Mann getötet und dreiunddreißig verwundet. Er wurde verursacht durch das Ein- dem Oktober dieses Jahres bereits deren sieben. Die einschneidendsten dringen eines Kulis in das Frauenlager der Kaffern. Der Kuli dieser Bestimmungen find:" Spezifikationen von weniger als 10000 wurde von den Kaffern hinausgeworfen und mißhandelt. Er ging Kilogramm in einer Dimension, Länge und Gewicht und in einer darauf hin, um seine Kameraden zur Hülfe herbeizuholen, die recht- Qualität bedingen einen Ueberpreis von 3 M. die Tonne; Der erste sozialdemokratische Bundesrichter. Bern, 12. Dezember. zeitig herbeigeholte Polizeiwache ließ die Chinesen jedoch nicht aus Spezifikationen unter 3000 Kilogramm pro Dimension und Gewicht ( Eig. Ber.) Die am letzten Montag zur Dezembersession zusammen- ihrem Lager heraus und drängte sie bei zwei Versuchen, ins Freie tönnen abgelehnt werden. Im Falle der Abnahme bleibt besondere getretene Bundesversammlung hat vier Ersatzwahlen in das zu gelangen, zurück. Um Mitternacht jedoch gelang es den Kulis, Preisvereinbarung vorbehalten." Im Jahre 1899 war z. B. für Bundesgericht zu treffen und da hat nun die sozialpolitische den Ausgang zu erzwingen, und mit abgebrochenen Holzstücken und Gruppe des Nationalrates unseren Genossen Otto Lang, Messern bewaffnet, überfielen sie die Niederlassung der Kaffern und borgeblocktes Material nur ein Ueberpreis für Gewichtsmengen bis Oberrichter des Kantons Bürich, als Kandidaten verbrannten sie. Sie griffen auch das Eingeborenen- Lager im Berg- zu 1000 Kilogramm festgelegt und zwar mit 2,50 M. für eine der vier zu besegenden Bundesrichter werk an. Den Johannesburger reitenden Schüßen, die von der mehrt sich die Teilung schon in Mengen bis herunter zu 100 bis stellen aufgestellt. Die radikale Mehrheit will die Kandidatur Polizei von Boksburg und Germiston unterstützt wurden, gelang 70 Kilogramm zu 3,50 M. Ueberpreis, 70-40 Kilogramm Lang akzeptieren und so ist die Wahl unseres Genossen gesichert. es nur unter großen Anstrengungen, die Ordnung wieder herzus zu 5 Mark Ueberpreis. Für fleinere Werte eine recht Das ist ein ansehnlicher Erfolg, der auch ein Beweis für die von stellen. Die Schüßen bewachen jetzt das Chinesen- Lager. erhebliche Mehrbelastung. Bei Knüppeln gab es noch der Sozialdemokratie erlangte politische Machtstellung ist. Allein Ein anderer Fall ereignete sich auf der Van Ryn- Mine. Dort im Jahre 1902 nur Spezialisierungen über Längen bon trotzdem bedeutet die Wahl Langs zum Bundesrichter für die sozial- wurde ein weißer Bergmann unter der Erde von einer ganzen 1000 Millimetern, 750 und 500, über Gewicht nicht demokratische Partei mehr Nachteile als Vorteile, sie bedeutet den Chinesenabteilung angegriffen. Seine Kameraden konnten ihn nur unter 25, 20, 15 Kilogramm, über Breiten von 110, 50, 40, Verlust unseres hervorragenden Genossen, der als nach schwerem Kampf mit den Chinesen herausholen. schweizerischer Reichsgerichtsrat in Lausanne, wo das Bundesgericht 30 Millimetern. Im Jahre 1904 dagegen waren die Bestimmungen feinen Siz hat, einfach taltgestellt wird. Diese Erwägung Amerika. über Länge und Gewichtsmengen um je eine Position mit erhebdürfte sogar bei den Radikalen den Ausschlag für die Wahl Langs lichem Ueberpreis vermehrt, und während im Jahre 1902 den vergeben. Wir würden uns freuen, wenn Genosse Lang die Wahl abschiedenen Breiten nur eine Zänge von 1000 Millimetern zugrunde lehnen würde. gelegt wurde, finden wir im Jahre 1904 eine Teilung in 750, 500 und 400 millimetern mit Ueberpreisen von 4, 5 und 6 M. Hierzu fommen dann noch zusäße für Flachknüppel von 50 bis unter 110 Millimeter und Quadratknüppel. Bei Platinen erweiterte sich die Gliederung um sechs Positionen usw. Husland. Schweiz. In St. Gallen wurden am Sonntag die Genossen Müller in den Kantonsrat, Schmio in die städtische Rechnungskommission und Taucher als Bezirksrichter gewählt. Frankreich. Syvetons Selbstmord. Von allen Seiten wird der Selbstmord Sybetons nun bestätigt. ,, umanité" schreibt: Sybeton hat den Selbstmord wegen eines Familienskandals begangen. Er war von einem Verwandten mit einer gerichtlichen Klage bedroht, welcher erklärt hatte, er würde, falls dieser Klage nicht statt gegeben würde, sich zu der er würde, falls dieser Klage nicht statt gegeben würde, sich zu der Verhandlung gegen Syveton begeben und im Gerichtssaal einen Standal hervorrufen, der die sofortige Verhaftung Syvetons zur Folge haben würde. Das Blatt fügt hinzu, daß wahrscheinlich heute noch eine sensationelle Verhaftung im Zusammenhang mit der Affäre Sybeton erfolgen werde." Betit Parisienne" schreibt, daß die Szene, welche den Selbstmord Syvetons veranlagt hat, am Mittwoch stattfand. Der Szene wohnten außer Syveton dessen Gattin und Schwiegersohn Menard bei, welcher Sybeton die schwer ften Vorwürfe machte, und zwar derartige, daß Frau Syveton ihm völlig beipflichtete. Hierauf erklärte Syveton, es bleibe ihm schließlich nichts mehr übrig, als von der Bildfläche zu verschwinden. Zum Wahlresultat ergibt die offizielle Zählung in Dhio, daß auf Eugen Debs 36 123 Stimmen fielen gegen 4847 im Jahre 1900. Die Demokraten hatten starke Verluste; sie erzielten nur 346 622 Stimmen gegen 474 882 im Jahre 1900. Auf die Republikaner fielen 598 539 Stimmen gegen 548918 im Jahre 1900. Die Prohibitionisten gewannen, ihre Stimmenzahl war 19 404 gegen 10 203 vor vier Jahren. Der Rest von 4054 Stimmen wird gerechnet auf Populisten, Sozialistische Arbeiterpartei( die nicht gesondert angeführt wird) und zersplitterte Stimmen. Der Streit um den Zolltarif. 1904 berDurch diese bedeutenden Ueberpreise für die geringsten Abweichungen von den Normalqualitäten und Größen verteuern sich für die Walzwerke die Produktionskosten ihrer Spezialartikel Innerhalb der republikanischen Partei ist bekanntlich eine Be- derartig, daß sie auch an diesen größtenteils nur einen sehr mäßigen So drängt denn die Entwickelung ungeſtüm zu wegung zugunsten der Ermäßigung der hohen Schutzölle entstanden. Nuzen haben. Opposition zu rechnen. Der neugewählte Vizepräsident Fairbanks großer, die verschiedenartigsten Produktionsgebiete der Eiſenindustrie Moosevelt selbst hat sich dafür erklärt, aber er hat mit einer starken völliger Ausschaltung der reinen Walzwerke, zur Zusammenballung hat sich fürzlich in Boston in einer großen Rede sehr bestimmt umfassenden Riesenbetriebe. Dieser Prozeß mag, wie für die gegen jede Aenderung des bestehenden Zolltarifs erklärt. Werksbesitzer, so auch für die in solchen reinen Betrieben altDer Vizepräsident führt zugleich das Präsidium im Senat und in gewordene Arbeiterschaft manche Schädigung mit sich bringen, diesem besteht wenig Neigung, die Hölle herabzusetzen. Auf keinen bom volkswirtschaftlichen und speziell vom sozialistischen Fall wäre eine Aenderung in naher Zeit zu erwarten. Selbst die Standpunkt aus betrachtet, bedeutet fie aber einen Freunde einer Revision des Tarifs sind der Ansicht, daß die als die Betriebszuständigen Kongreßkomitees vor dem nächsten Juli feine Vorlage enormen Fortschritt. Nicht nur insofern, einbringen könnten, daß dann eine Extrasigung des Kongresses konzentration eine Produktivitätssteigerung in sich schließt, sie schafft daß Herbst stattfinden müsse und man somit erst auch zugleich die Vorbedingungen für die spätere Verstaatlichung der Der ganze Streit Eisenindustrie. übers Jahr schlüssig werden würde. Schon heute sind einzelne Branchen der Eisenist meist Wind; tatsächlich setzen die Hochschutzzöllner ihren Willen industrie infolge ihrer vorgeschrittenen Betriebskonzentration durchdurch, während die Opposition gegen die hohen Zölle beschwichtigt aus verstaatlichungsreif, und die anderen eilen unaufhaltsam diesem Der Notstand in Spanien hat seinerzeit solch ungeheuerliche wird durch Redensarten und Maßnahmen, die scheinbar im besten Stadium entgegen. Gange find. Spanien. im genau " 1 Vom ostasiatischen Kriegsschauplatze. gemeine Glettrizitätsgesellschaft und die Siemens- Schuckert- Werke, " Dimensionen angenommen, daß von ihm nicht bloß das Proletariat, Das Ende des Helios". Wie verlautet, beabsichtigen die beiden sondern auch die bürgerlichen Kreise betroffen find. In den letzten mächtigsten Gruppen der deutschen Elektrizitätsindustrie, die AllWochen haben in allen größeren Städten Versammlungen stattgefunden, in denen Resolutionen zur Annahme gelangten, das Ehrenfelder Werk des sterbenden Helios" anzukaufen, nicht unt durch die das Ministerium aufgefordert wird, sofort alle Paris, 12. Dezember. Durch ihre Naivetät belustigende Briefe es für eigene Rechnung weiterzubetreiben, sondern um es stillzusehen. Zölle auf Lebensmittel zu beseitigen und überall im russischer Soldaten werden in den hiesigen Blättern veröffentlicht. Kann der„ Helios" auch kaum als eigentlicher Konkurrent der beiden Lande Notstandsarbeiten in Angriff zu nehmen. Kommt die Ein Soldat schreibt u. a.:„ Wir hören jeden Tag, daß die Eng- großen Gruppen gelten, besonders nicht in seiner heutigen Verfassung, Regierung den Wünschen der Bevölkerung nicht nach, so soll ein er länder gegen uns marschieren. Gestern sagte unser so scheint man doch in deren Verwaltungen zu befürchten, daß das neuter und stärkerer Druck von außen auf Regierung und Parlament Sergeant zu uns, daß englische Schiffe vor Port Arthur liegen. Ehrenfelder Werk in andere kapitalkräftigere Hände gerät und in erfolgen. Es ist nicht verwunderlich, wenn das arme Volt von Möchtet Ihr zu Lande gegen die Engländer fämpfen?" fragte er, diesen sich, wenn auch kaum zu einem gefährlichen, so doch recht Spanien, das man geistig verkümmern läßt und durch unger zur und natürlich antworteten wir alle, daß uns das sehr gefallen würde. unbequemen Rivalen auswachsen könnte. Diese Möglichkeit zu erVerzweiflung treibt, in Mißachtung seines eigenen Lebens auch das Der König von England hat wohl einen großen Aufstand in stiden, scheint den beiden Trustgesellschaften die Opferung einiger anderer geringschätzt und somit zu anarchistischen Verzweiflungs- Indien, und unsere Leute sind daran, den armen Millionen Mark wert zu sein. Vorerst ist allerdings noch zweifelhaft, taten hinneigt. unglücklichen Indiern Hülfe zu bringen und ihnen ob der Plan zur Ausführung gelangt. Es hängt das davon ab, die christliche Religion zu lehren. Ich fragte den wie tief die beiden Gesellschaften in ihren Geldbeutel greifen wollen. Sergeanten, ob die Engländer Christen wären, und er antwortete: Zarische Reformen". " Ja, sie sind so eine Art Christen, die einen Gott namens Jeludok London, 13. Dezember.( Bureau Laffan.) In Petersburg anbeten, der den Magen bedeutet." Bei uns find Leute, die im werde am Montag, den 19. Dezember, ein bedeutungsvolles Mani- Alter, der an die Soldaten Lebensmittel verkauft, hat bei Kars gegen heißt es, einer Meldung des„ Daily Telegraph" zufolge, der Bar Krimkriege gegen die Engländer gefochten haben. Borovsky, ein fest erlassen, worin Reformen, die allerdings den Grundfat der sie gefämpft. Er fagt, die Engländer hätten einen großen General Selbstherrschaft unberührt lassen, angekündigt werden. Die Reformen gehabt, aber die Türken wären gar nichts wert, doch fürchten wir würden der politischen Richtung des Fürsten Swiatopolt- Mirski ent- uns vor den Engländern ebensowenig wie vor den Japanern." sprechen und die Aufhebung gewisser gegen die Juden gerichteten GeRußland. setze enthalten, darunter dessen, welches den Juden den Erwerb von Land verbietet. Ein russisches Stimmungsbild Partei- Nachrichten. Vom Arbeitsmarkt der Zigarrenindustrie. In den Hauptbezirken des Zigarrengewerbes ist der Geschäftsgang seit einiger Zeit recht flott. Die Besserung des Beschäftigungsgrades, die schon zum von Dauer gewesen und hat bis zum Schluß des Jahres angehalten. recht flott. Die Besserung des Beschäftigungsgrades, die schon zum Jahresbeginn eingesetzt hatte, ist im Gegensatz zu anderen Gewerben Schon die Rohstoffversorgung weist auf einen erhöhten Tabakverbrauch hin. Im Jahre 1902 ging die Einfuhr von unbearbeiteten Labat= blättern gegen 1901 zurüd, 1903 nahm sie unter der Einwirkung des besseren Beschäftigungsgrades wieder erheblich zu. Im laufenden Jahre ist die Einfuhr abermals und zwar noch stärker als im Vorjahre in die Höhe gegangen. Während der ersten 10 Monate 1904 wurden 525 855 Doppelzentner Tabak eingeführt gegen 499 561 im Der neugewählte Stadtrat in Ludwigshafen wählte mit 24 gegen entsprechenden Zeitraum 1903 und 490 325 im Jahre 1902. Sprechen veröffentlicht die„ Boſſiſche Zeitung". Darin heißt es: Jm Saale 2 Stimmen den Genossen Binder zum ersten Adjunkten, das ist schon diese Ziffern für die erhöhte Tätigkeit in der Zigarrenindustrie der Literarischen Gesellschaft" in Siew vor einem Publikum von während des Jahres 1904, so wird die Besserung noch direkt bestätigt 800 Personen, unter denen Staatsanwälte, hohe Offiziere und viele Gehülfe und Stellvertreter des Bürgermeisters. durch die übereinstimmenden Angaben aus den meisten Bezirken Vertreter der Provinzbureaukratie sich befanden, sprachen, anknüpfend Gemeindewahl- Erfolge der schwedischen Sozialdemokratie. Es ist des Zigarrengewerbes, daß im Laufe dieses Jahres fast überall die an die Bedeutung des Tages, zehn hochangesehene Vertreter des ein bedeutsames Zeichen für das Wachstum der Sozialdemokratie Zahl der Beschäftigten eine Höhe erreicht hat, wie selbst nicht in den Lehrkörpers der Universität, worunter der durch seine politischen Auf- Schwedens, daß es trotz des schändlichen Wahlunrechts, das dem günstigsten Jahren der Aufschwungsperiode. In den mehr ländlichen säge bekannte Fürst Trubezkoi und Professor Bulgakow; sie erörterten Reichen bis zu 100 Wahlstimmen gibt, wiederum gelungen ist, in Bezirken war die Nachfrage nach Arbeitskräften oft stärker als das die Frage: Was Rußland nottut". Der Rechtsanwalt Ratner be- mehreren Gemeinden Vertreter des Proletariats in den Gemeinderat Angebot, so daß zeitweise Arbeitermangel eintrat. Die Ungunst sprach das Verfahren im Prozeß von Homel. Jede der Reden zu bringen. Bei den Gemeindewahlen, soweit sie dieser Tage statt- des Jahres 1902, die teilweise auch noch im Jahre 1903 angehalten gipfelte in dem Satz:„ Nur die Konstitution kann uns helfen!" Das gefunden haben, wurden in Halmstad zwei Sozialdemokraten gewählt hatte, hatte nicht nur frühere Arbeiter der Tabakbranche bestimmt, Andenken des Mörders von Siipjagin wurde durch und je einer in Ystad, Derebro, Eskilstuna und in den Universitäts- sich anderen Berufen zuzuwenden, auch der Nachwuchs wurde von der Erheben von den Sigen geehrt, auf das Wohl der städten Upsala und Lund. In Malmö siegten jedoch die Anti- Bigarrenbranche abgelenkt. Als dann die Besserung ziemlich unMörder Plehwes wurde getrunken! Und Prokurore sozialisten; 104 616 bis 58 239 Stimmen wurden für ihre Kandidaten erwartet und kräftig einsette, da war vorübergehender Arbeiterund Offiziere erhoben sich und tranten mit und abgegeben, während die höchste Stimmenzahl auf der Liste der mangel unausbleiblich. Aus der günstigen Lage des Arbeitsmarktes atschten Beifall! Sozialdemokraten und Abstinenzler 41 150 war. im Jahre 1904 haben die Arbeiter leider keine Vorteile gezogen. Bet ber eigenartigen Entwidelung der Bigarrenindustrie, in der eine Verlegung des Betriebes in Gegenden mit niedrigem Lohnniveau ohne allzu viel Schwierigkeiten erfolgen tann, ist es für die schwach organisierten Tabatarbeiter schwer möglich, die Chancen der Konjunttur auszunuzen, Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Die Aussperrung der Tischler. Aushalten bis ans Ende" lautet nach der Fachzeitung" die Parole der Arbeitgeber. Die Tatsachen stehen mit dieser Versicherung freilich nicht im Einklang, Gestern hat wieder ein Arbeitgeber, Tischlermeister Riedel, in der Eisenbahnstraße die Aussperrung zurückgenommen und seine Gesellen wieder eingestellt. Ein anderer Arbeitgeber, Herr Liefeld in der Manteuffelstraße, wurde seit einigen Wochen als aussperrender Tischlermeister in den Listen des Holzarbeiter- Verbandes geführt. Als er jetzt Gesellen durch den Arbeitsnachweis des Verbandes bezog, stellte sich heraus, daß Herr Liefeld gar nicht ausgesperrt, sondern früher einen Arbeiter aus anderen Gründen entlassen hat. Beim Tischlermeister Reichel, Immanuellirchstraße, legten alle Beschäftigten die Arbeit nieder, weil in der Werkstatt Streitarbeit für die Firma Groschkus angefertigt werden sollte. Neue Ausgesperrte sind gestern in Berlin nicht hinzugekommen. Die Zahlstelle Schöneberg des Holzarbeiter- Verbandes bagegen verzeichnet die ersten Ausgesperrten. Es sind das zwei Arbeiter aus der Bautischlerei von Wegener in Wilmersdorf, des selben Herrn, der kürzlich auf Vorstellung seiner Gesellen schriftlich erklärte, daß er in der Fachzeitung" fälschlich als Aussperrender aufgeführt worden ist. Die jetzt von Herrn Wegener vorgenommene Aussperrung dürfte in Wirklichkeit eine Entlassung wegen Mangel an Arbeit sein. Deutfches Reich. Bergarbeiter- Konferenz. Für die Bergarbeiter Mitteldeutschlands fand am Sonntag im Saale„ Goldenen Hirsch" eine Konferenz statt, die von 47 Delegierten, Vertretern der Organisationen, den Reichstags- Abgeordneten Hue und Thiele und auch Bergbeamten besucht war. Die eine geladenen Vertreter der Behörden waren wie gewöhnlich nicht erschienen. Der überwachende Polizeifommiffar, der sich eingestellt hatte, hielt es nicht für nötig, als sich die Versammelten zu Ehren der Verunglüdten in Gerbebogt von ihren Plätzen erhoben, mit aufzustehen. = = fertigung gelten soll. Wir lesen da, jeder Standesbeamte fei reicht. Hiervon werden für Krankenkasse und Pensionsfonds nech verpflichtet, die das Aufgebot nachsuchenden Brautleute auf ihre 50-80 Stronen jährlich in Abzug gebracht. Die Arbeitszeit ist eine kirchlichen Pflichten hinzuweisey". Auch seien die Standesbeamten ungeheuer lange, in manchen Fällen bis zu 24 Stunden, von wenigen angewiesen, das Brautpaar zu befragen, ob bei einem Teil schon Ruhestunden unterbrochen. Seit Jahren haben einige mutige Frauen außereheliche Kinder vorhanden seien. Um nicht das Taktgefühl zu und Mädchen Anstrengungen zur Errichtung einer Organisation geverletzen, wurden oft diese Fragen dem Bräutigam und der Braut ge- macht. Der Indifferentismus der Frauen und noch mehr die in sondert vorgelegt. Die Befragung entspreche rechtlichen Forde- ihren Familien traditionelle Beamtenunterwürfigkeit boten fast unrungen, habe aber mit kirchlichen Tendenzen nichts gemein. Bon übersteigliche Hindernisse; endlich aber ist es gelungen, einen unzulässiger Beeinflussung fönne feine Rede sein, Beamtinnentag zustande zu bringen. Die auf diesem aufgestellten Selbstverständlich wissen auch wir, daß der Standesbeamte gewisse Forderungen sind: dieselben Rechte wie die Männer, Urlaub, Zus Fragen an das Brautpaar richten muß, z. B. über eine ettvaige lassung zur Beamtenlaufbahn nach abgelegter Fachprüfung, acht- bis Standesbeamte behaupten, daß auch die Frage nach einem früheren ichlechten wirtschaftlichen Verhältnisse haben ferner das Verlangen frühere Che, über etwa vorhandene Kinder usw. Will aber der zwölfftündiger Arbeitstag, Sonntagsruhe. Die gegenwärtig besonders Ver Iöbnis zu seinen Pflichten gehört? Würde er es für seine nach einer zwanzigprozentigen Teuerungszulage gezeitigt. Pflicht halten, diese Frage an je de Braut zu richten, die vor ihn intritt, 3. B. auch an die Tochter eines Kommerzienrats oder irgend Frauen im Kampfe für eine gute Volksschule. einer Erzellenz? Und würde gegenüber der Tochter des Komweit gehen, daß er sie sogar befragte, ob sie schon mal ein gegeben wie in den letzten Wochen. Der Kampf gegen die im merzienrats oder der Exzellenz seine pflichtschuldige Wißbegier so Schon lange hat es in Wien nicht so viele Frauenversammlungen außer eheliches Kind gehabt habe? Da wären wir niederösterreichischen Landtage beschlossenen Gesmannschen Schuldoch wirklich neugierig. gesetze hat auch die Frauen mächtig aufgerüttelt. Nicht nur die auch auf ihre kirchlichen Pflichten hinzuweisen, das ist uns, lungen einberufen. Das Bild, das diese Versammlungen bieten, ist Daß dem Standesbeamten vorgeschrieben sei, die Brautleute Arbeiterinnen, auch die bürgerlichen Frauen haben Brotestversammoffen gestanden, ganz neu. Wer sollte ihm diese Pflicht" auferlegt allerdings ein sehr verschiedenes. Bei uns flammende Empörung, haben? Und wenn das tatsächlich vorgeschrieben wäre, so bliebe die sich in stürmischen Zurufen kundgibt, bei den Bürgerlichen alles immer noch ein anderer Bunft aufzuklären. Der Standesbeamte hat schön sittsam und konventionell. Eindrucksvoll war nur die Versich nicht damit begnügt, der Braut zuzureden, daß sie ihre künftigen sammlung der Lehrerinnen, in der gegen die Einführung des Ehees besser sei, die Kinder nicht nach dem katholischen Fräulein Nauheimer, eine Bürgerschullehrerin, die in der Kinder taufen lassen möge. Er soll ihr vorgestellt haben, daß verbotes und gegen die niedrigere Entlohnung protestiert wurde. Glauben des Mannes, sondern nach ihrem eigenen evangeli- Frauenbewegung auf dem linken Flügel steht, hielt das Referat und schen Glauben taufen zu lassen. Auf diesen Puntt geht die Recht wies es auf das entschiedenste zurück, daß man eine ganze Frauenfertigung auch gar nicht ein. Auch darüber äußert sie sich nicht, schicht zum Zölibat verurteilen will oder zur Aufgebung ihres Bewarum denn der Braut zugemutet wurde, dem Bräutigam nichts rufes zwingt. Auch der„ Bund österreichischer Frauenvereine" sprach zu sagen. Wenn der Beamte nur seine Pflicht tat, hatte er da in einer eigenen Versammlung über das Zölibat der Lehrerinnen nötig, sich vor dem Bräutigam zu verstecken? und Beamtinnen. Schon der Umstand, daß man die so wichtige Inzwischen ist uns nun die Mitteilung zugegangen, daß einem und aktuelle Angelegenheit der Lehrerinnen mit den Beamtinnen anderen Bräutigam auf demselben Standesamt das zusammen zur Sprache brachte, nahm der Versammlung ihre Spize. selbe Abenteuer passiert sei. Auch in diesem Falle wurde Man beschäftigte sich im allgemeinen mit einer Frauenfrage und die bie evangelische Braut allein vorgenommen, auch in diesem Falle soll Schandtaten der christlichsozialen Landtagsmajorität wurden so nebenbei der Standesbeamte ihr nahegelegt haben, ihre Kinder nicht nach gestreift. Matt, ohne Leben und Temperament verlief die Verdem katholischen Glauben des Mannes taufen zu lassen, auch in diesem sammlung und endete mit der Annahme einer Resolution. Unsere alle soll ihr empfohlen worden sein, dem Bräutigam nichts von Arbeiterinnen- Versammlungen aber bringen schon in ihren Aeußerlichdieser Unterredung zu sagen. Wir sind gespannt auf die zweite feiten zum Ausdruck, daß jede der Anwesenden durchdrungen ist von Rechtfertigung, die wir zu lesen bekommen werden. der Bedeutung der Versammlung. Die schärfste Abwehr erfährt überall der Klerikalismus." Los von Rom" rufen die Frauen stürmisch, wenn die Referentinnen auseinandersetzen, daß die fatholischen Pfarrer und die Religionslehrer noch mehr Macht als bisher über die Schule und damit über die Erziehung der Kinder erhalten sollen. Bisher hat man immer gemeint, die Religion sei das Unverletzliche, das man nicht antasten und nicht anrühren dürfe. und nie wäre es uns eingefallen über den Austritt aus der Kirche zu reden. Nun sind es die Frauen selbst, die in den Versammlungen die Parole ausgeben; fie selbst sagen, daß sie lieber aus der Kirche austreten ehe sie ihre Kinder einer Pfaffenschule überliefern wollen. Viele Frauenversammlungen haben schon stattgefunden. Die Heimarbeiterinnen veranstalten in ganz Wien Protestfundgebungen, und der Verein sozialdemokratischer Frauen und Mädchen tut dasfelbe. Auch an den Volksversammlungen beteiligen sich die Frauen zahlreich, fie fehlen bei feiner Demonstration, die auf der Straße gemacht wird. Mütter, schützt Eure Kinder vor der Pfaffenschule", ist der Ruf, der jetzt am leichtesten gehört wird, der geeignet ist, den Versammlungen einen Massenbesuch zu sichern. " Verfammlungen. Warum wir diese Vorkommnisse nicht als Privatangelegenheit betrachten, die durch bloße Beschwerde zu erledigen ist, sondern als leber die Lage der Bergarbeiter Mitteldeutschlands referierte öffentliche Angelegenheit, die eine Besprechung im Pokorny Zwidan. Redner bedauert, daß die Behörden der Ein- Vorwärts" erfordert? ladung nicht gefolgt sind. Wie es scheine, wolle die Regierung die Gewiß, es wäre zu wünschen, daß die betreffenden Paare Beskandalösen Zustände in den Gruben 2c. nicht fennen lernen. Klagen schwerde einreichten, zunächst beim Magistrat. Uns liegt jedoch daran, der Arbeiter werden mit Spott begegnet. An der Hand eines reich- daß durch unsere Veröffentlichung noch möglichst viele andere Paare haltigen amtlichen Zahlenmaterials weist Redner nach, daß bei veranlaßt werden, uns über die Erfahrungen zu berichten, die sie einer Steigerung der Produktion eine Ber- auf dem Standesamt in der Köpenickerstraße gemacht haben. Das minderung der Arbeiterzahl stattgefunden habe. öffentliche Interesse gebietet es, daß über die Amtsführung So zum Beispiel stieg die Förderung im Braunschweiger dieses Mannes volle Klarheit geschaffen wird. Nevier unt über 100 000 Tonnen, während sich die Zahl der Arbeiter um 144 verminderte. Bei gleicher Steigerung Ein ländliches Sittenbild. Ein Prozeß gegen 32 Angeklagte beder Produktion sank die Zahl der Arbeiter im Alten- schäftigte givei Tage hindurch das Landgericht Prenzlau. Bei dem burger Revier um 122. Der Lohn habe mit der gesteigerten Leistung Wahltampfe im März gingen die Wogen der politischen Erregung nicht Schritt gehalten. Die Unfälle haben eine Steigerung er sehr hoch. Der freisinnige Reichstagsabgeordnete Bost el hielt am fahren; desgleichen die Ziffern der Kranken. Im Oberbergamts- 19. März d. J. zu Alt- Tymnen eine Wahlrede, in der er dieses Bezirk Halle waren von 75 362 Knappschaftsmitgliedern 88 587 Dorf, wie behauptet wird, als ein Räubernest, das aus Krankheitsfälle zu verzeichnen. Dabei sage man im Berg- Inspektoren genommen werden müsse, bezeichnet und ferner geäußert haben soll, berichte, der Gesundheitszustand der Bergarbeiter jei aus der Gemeindevorsteher Schildhauer, der Steuererheber F. gezeichnet. Auch der Bergrebierbeamte von Kottbus ist Dahms und der Kirchenälteste und frühere Gemeindevorsteher Der Meinung, obwohl die Krankenziffer in der Brandenburger H. Dahms- die als Nebenkläger auftratenbetrögen die Snappschaftskasse 71 Prozent betrug. Redner rügt eine Anzahl fleinen Leute und versteckten ihre Betrügereien hinter Thron und Mißstände schlimmster Art. So mußten auf der Grube in Sallgast Altar. Es soll ferner gesagt worden sein, daß die lebtgenannten die Arbeiter Wasser trinken, worin der Buchhalter des Werkes einmal auch eine schmußige Vergangenheit hätten. Der Inhalt dieser Rede Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. In einer außerseinen Hund gebadet hatte. wurde als Referat von Herrn Post el und den übrigen Angeklagten ordentlichen Generalversammlung, die am 12. Dezember im Alten unterschrieben und in einem Provinzblatt veröffentlicht. Die Beweis- Schützenhause" tagte, wurde über mehrere Abänderungen der Statuten aufnahme bot einige überraschende Bunkte. . Dahms mußte zugeben, daß er sich als Gemeindevor wurde zur Diskussion gestellt und nach geringen Aenderungen te her des Holz die b st a hl's schuldig gemacht habe. Ein Zeuge einzelner Baragraphen augenommen. Gegenüber dem alten Statut, bekundete außerdem, daß er auf Veranlassung des Gemeindevor wonach der Wochenbeitrag für männliche Mitglieder 25, für weibstehers Dahms Holz in der königlichen Forst gestohlen, aber die liche 15 Pfennig betrug, ist er im neuen auf 40 und 20 Pfennig bedungene Belohnung nicht bezahlt bekommen habe. deren Zeugen habe D. erklärt, er habe mit Pferd und Wagen in der festgesetzt worden. Das Fachorgan wird den Mitgliedern unentgeltlich föniglichen Forst gewildert und sei nur durch die Schnelligkeit seiner geliefert. Der Vorstand soll in Zukunft aus 9 Mitgliedern bestehen. Das neue Statut enthält auch die Bestimmungen über die Geschäftsstelle Pferde den nachpfeifenden Kugeln entronnen. Dramatisch gestaltete und den Arbeitsnachweis, die täglich von 9 bis 1 Uhr und von 3 bis steher D. habe mit ihr als 18jähriges Mädchen intim verkehrt. Dwie für Arbeitgeber unentgeltlich. Die Bestimmungen über die ebenfalls als Zeuge vernommen, wollte dies zunächst nicht wissen, Bibliothek find ebenfalls in das neue Statut aufgenommen. Die mußte es aber auf Vorhalt des Verteidigers zugeben. Gegen den Ausgabe von Büchern geschieht während der Geschäftsstunden. nicht auf dem Standpunkt des absoluten Kampfes, fondern Steuererheber F. Dahms traten mehrere Frauen und Mädchen auf, Die Versammlung beschloß außerden, das Geschäftsjahr des Verauch auf dem Standpunkt der Tarifverträge. Durch ein welche befundeten, daß er unfittliche Attentate gegen sie begangen Zusammenarbeiten fönnten Reibungsflächen vermieden werden. habe. Der Verteidiger Rechtsanwalt Bahn- Berlin plaidierte bandes, das bisher vom 1. April bis zum 31. März währte, mit Mit Herrn Hang möchte Redner aber gern einmal nach der Lausitz auf Freisprechung, indem er den Wahrheitsbeweis gegen alle drei dem Kalenderjahre in lebereinstimmung zu bringen, so daß in gehen und dort die Bergleute suchen, die 140 M. pro Monat Nebenkläger für geführt ansah. Er behauptete, daß auch der jebige Zukunft die Jahresabrechnung im Januar vorgelegt wird. verdienen. Wäre dies der Fall, dann wären die Wohnungs- und Gemeindevorsteher Schildhauer nicht ganz rein aus der Beweis Nahrungsverhältniffe in jenem Bezirk, wo sich die Bergleute vielfach aufnahme hervorgegangen sei, weil er seit Jahren seinem Schwager von Quart, Leinöl und Kartoffeln nähren, nicht so traurig. Der S. Dahms widerrechtlich jahrelang die Gemeindejagd gelassen habe. Fortschritt der Technik im Bergbau sollte nicht bloß Das Gericht hielt den Wahrheitsbeweis gegenüber den Gebrüdern Letzte Nachrichten und Depefchen. dem Unternehmer, fondern auch dem Arbeiter zugute Dahms für geführt, nicht aber gegenüber Schildhauer. Er verkommen, denn der Arbeiter habe dasselbe Recht an den Genüssen urteilte Poste I zu 150 Mt. Geldstrafe, sprach dagegen sämtliche des Lebens, wie jeder andere Mensch. Sollten die Bor- übrigen Angeklagten mit Ausnahme von zweien, die kleine Geldredner von nun an geneigt sein, mit zu arbeiten an der Hebung der strafen erhielten, wegen mangelnden Dolus frei. Lage der Arbeiterklasse, dann ist die Konferenz auch insofern von Erfolg gewesen. Besonders lebhaft gestaltete sich die Diskussion, nachdem Ingenieur Hang von der Annahütte"( Lausitz) und Bergrat Shröder Halle von den Riebeckschen Montanwerten eingegriffen hatten. Beide Herren behaupteten, es habe eine Steigerung der Löhne stattgefunden; Herr Hang war sogar der Ansicht, der Durchschnittslohn der Bergarbeiter beziffere fich auf 1200 m. pro Zahr und leistungsfähige Leute in seinem Bezirk verdienten 140 m. pro Monat. Bergrat Schröder wies darauf hin, daß die Steigerung der Produktion bei Berminderung der Arbeiterzahl auf die Berbesserung der Technik und der maschinellen Kraft zurückReichstags- Abgeordneter Hue begrüßt es, daß sich die beiden Borredner zum Worte gemeldet haben. Die Bergleute ständen zuführen sei. Nach Schluß der Diskussion wurde eine Resolution angenommen, in der die Forderungen der Bergleute bezüglich des zu erlassenden Reichsberggesezes und andere Wünsche zum Ausdruck gebracht wurden. Abends 7 Uhr wurde die Konferenz geschlossen. Einem an= Aus der Frauenbewegung. Eine Kundgebung an der Moskauer Universität. Moskau, 14. Dezember.( W. T. B.) In dem Hörsaale für Botanik veranstalteten die Studierenden heute eine Rundgebung. Sie brachten dem Professor Timiriafeff, dem Verfasser einer Schrift über die akademische Freiheit, eine Adresse und brachten ihm Blumen dar. Timiriafeff sprach seinen Dank aus und hob hervor, er sei Beuge der ersten Freiheitsbewegung der Studierenden gewesen; er wünsche ihnen, daß sie Zeugen und in einem gewissen Grade auch die Veranlasser einer zweiten Freiheitsbewegung sein möchten. Ueber die Arbeitsverhältnisse in der Fischkonserven- Industrie, die Petersburg, 14. Dezember.( W. T. B.) Der Minister des Der Streit auf den Magnisschen Kohlengruben in Neurode fehr viel Frauen beschäftigt, sollen bekanntlich Erhebungen vor- Innern empfing heute die von den Rechtsanwalten in Petersdauert fort. Die Verhandlungen, welche zwischen den Arbeitern und genommen werden, wobei auch eine Vernehmung ausgewählter burg und Moskau entsandten Advokaten Turtschaninoff und Vertretern der Grube geführt wurden, verliefen resultatlos, weil in Arbeiterinnen vor der Kommission für Arbeiterstatistik in Frage Neviandomsky, welche eine Betition überreichten, in der um Schutz der Lohnfrage eine Regelung nicht zu erzielen war. Die Vergleute fommt. In einer Versammlung dieser Arbeiterinnen in Harburg ihrer Rechte gebeten wird. Zugleich berichteten die Genannten dent beschlossen deshalb die Fortsetzung des Streits. In Kunzendorf wurde nun mitgeteilt, daß die Auskunftspersonen aus Harburg auf Minister über die Einzelheiten der Zwischenfälle am 4. Dezember stimmten 820 mit Ja, 14 mit Rein, in Schlegel 380 mit Ja, 8 mit Veranlassung des Senators Tielemann durch die Unternehmer im Justizpalaste während der aus Anlaß des Jubiläums der JustizNein. Am Montag morgen veröffentlichte die Grubendirektion ein ausgewählt worden feien. Da wird man schon die richtigen reform dort abgehaltenen Rechtsanwalts- Versammlung. Flugblatt folgenden Inhalts: ausgewählt haben. Die Arbeiterinnen in in der Versammlung protestierten mit Recht gegen dieses Verfahren. Sie wollen die Auskunftspersonen selber auswählen. Die Versammlung forderte in einer Resolution die Verkürzung der Arbeitszeit. Die Unternehmer fordern bekanntlich das Recht zu noch vermehrter Heberarbeit. Kundmachung. Am Montag, den 5. d. M., um 2 Uhr nachmittags hat der größte Teil der Belegschaften der Neuroder Kohlen- und Tonwerte ohne Auffündigung den Arbeitsvertrag unbefugt gelöst und ist in den Ausstand getreten. Die Direktion der Neuroder Kohlen- und Zonwerte stellt den streifenden Arbeitern Frist bis Donnerstag, den 15. 6. Mts., 6 Uhr früh. Wer bis dahin die Arbeit nicht wieder aufgenommen hat, ist ohne weiteres auf Grund der bestehenden Geseze und Berordnungen entlassen. Die Direktion. Neurode, den 11. Dezember 1904. Diese„ Kundmachung" wurde von den in den Streitbureans zur Kontrolle erscheinenden Bergleuten mit ungeheurer Heiterkeit aufgenommen, Gerichts- Zeitung. Zu dem Abenteuer eines Brautpaars, das wir am 8. Dezember vom Standesamt VB( öpe niderstraße 2) meldeten, bringt das„ Berliner Tageblatt" eine Auskunft des betreffenden Standesbeamten, die wohl als Recht Die Arbeit in der Fischkonserven- Industrie ist äußerst anstrengend und gesundheitsgefährlich und wird durch mangelhafte Hygiene zu einer vielfach efelhaften, so daß sowohl die Verkürzung der Arbeitszeit wie sorgsame Fabrikhygiene dringend nötig ist. Vom ostasiatischen Kriegsschauplage. Zofio, 14. Dezember.( W. T. B.) Amtliche Mitteilung. Der Befehlshaber des Schiffsartillerieforps in Port Arthur meldet, daß die Beschießung sich am 13. Dezember hauptsächlich gegen das Arsenal und das Torpedolager auf der Tigerschwanz- Halbinsel sowie die in der Nähe liegenden Schiffe und Boote richtete. Das Torpedolager stand eine Stunde lang in Flammen. Drei Schiffe wurden zerstört und eines sant; auch wurden Gebäude schwer beschädigt. Die indirekte Beschießung der sich außerhalb des Hafens aufhaltenden Sewastopol" wurde eingestellt, da das schlechte Wetter es unEine Organisation von Staats- Proletarierinnen. Vergangene Woche tagte in Wien der erste österreichische Be- möglich machte, das Schiff zu beobachten. Admiral Togo meldet, amtinnentag. Es handelte sich hierbei um die bei der Stadtbahn, daß die japanischen Torpedobootsflottillen zweimal in der Nacht vom sowie im Post- und Telegraphendienste und bei der Wiener Polizei- 12. und dreimal in der Nacht vom 13. einen Angriff machten, das direktion angestellten weiblichen Hülfskräfte. Auch die österreichische Ergebnis aber ungewiß ist. Die Torpedoboote begegneten jedesmal Bureaukratie hat sich früher gesträubt, Frauen und Mädchen an- heftigem Heuer des Feindes; ein Torpedoboot wurde kampfunfähig, zustellen; aber da num selbst die oberen Beamtenkategorien bei der aber zurückgeschleppt, während drei andere je einen Schuß erhielten. schlechten Besoldung ihre Kinder nicht mehr versorgen tönnen, war Der ganze Verlust der Japaner beträgt nur drei Verwundete. es schließlich die Not im Beamtenkörper selbst, die den Entschluß " zeitigte, Beamten und Bedienstetentöchter im Staatsdienst anzustellen. Aben, 14. Dezember.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Selbstverständlich war für diese Verwendung noch entscheidender maß- Die von dem Admiral Foelkerfahm befehligte Abteilung des baltischen gebend die größere Anspruchslosigkeit der weiblichen Arbeitskraft. Geschwaders liegt noch in Dschibuti; sie wartet auf die übrigen So erhalten z. B. die bei der Staatsbahn angestellten weiblichen Schiffe des Geschwaders. Hülfskräfte einen Anfangsgehalt von 70 Kronen monatlich, der Washington, 14. Dezember.( W. T. B.) Heute wurde der Schieds. nach zehnjähriger Dienstzeit die Maximalhöhe von 110 Seronen er- vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Italien unterzeichnet. Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th.Glocke, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u.Verlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsbl. 0 Br.294. A.Z.H.M. 1 Keilllge des„Ngmilrts" Kerüm NlllliSlllÄ. l<.eick3tag. 112. Sitzung. Mittwoch, den 14. Dezember 1904, nachmittags 2 Uhr. Am BundeSratstische- Frhr. v. Stengel. V. Einem. Die Nrbcrsicht der Reichs-Ausgabcn und Einuahuien für das Rechnungsjahr 1903, sowie die Ueberficht der Einnahme» und Aus- gaben der Schutzgebiete Kamerun und Togo, des Südwestafrikanischen Schutzgebietes, des Schutzgebietes Neu-Guinea, der Verwaltung der Karolinen, Polau und Marianen und des Schutzgebietes Samoa für das Rechnungsjahr 1902, ferner die Ueberficht der Einnahme» und Ausgaben des Schutzgebietes Kioutschou für das Rechnungsjahr 1903 werden der Rcchnuttgökommission überwiesen. Die Denkschrift über die Ausführung der seit dem Jahre 187a erlassenen Anleihegesetze wird durch Kenntnisnahme für erledigt erklärt.' Es folgt die e r st e B e r a t u n g des Gesetzentwurfs über die Pensionierung der Offiziere einschließlich Sanitätsoffiziere des Rcichsheeres, der kaiserlichen Marine und der kaiserlichen Schutztruppen, in Verbindung mit der e r st e n B e r a t u n g des Gesetzentwurfs über die Versorgung der Personen der Unterklassen des Reichsheeres, der kaiserlichen Marine und der kaiserlichen Schutztruppen. Kriegsminister v. Einem: Ich hoffe, daß es jetzt der gemeinsamen Arbeit gelingen wird, die seit vielen Jahren vom Hause geforderten und vom Bundesrats- tische zugesagten Aenderungen des Militärpensionswesens durch geeignete, fordernde Gesetze zu verabschieden. Das Pensionsgcsetz von 1871 genügt den heutigen Verhältnissen nicht mehr und durch die zahlreichen Zusätze ist seine Anwendung schwierig und nicht ohne Härten. Wir haben uns jetzt beim Mannschaftsversorgungsgesetz, so weit als in inilitärischen VerhälMissen möglich, an das Unfall- versicherungsgesetz angelehnt. Es soll nicht mehr der Grad der Dienstunbrauchbarkeit, sondern der Erwerbsunfähigkeit bei Festsetzung der Entschädigung maßgebend sein. Das Maß der Rente haben wir entnommen dem jüngsten Jnvalidengesetz vom 2S. Mai 1891. Wir haben ferner versucht die Versorgung für die altgedienten Unter- offiziere insofern zu bessern, als die Verleihung des Zivilversorgungs- scheins nrir an Kapitulanten die Konkurrenz vermindern ivird.— Bei der Verbesserung der Ruhepensionsvorschriften war eine völlige Freigabe der Pension nicht als möglich anzusehen, in Rücksicht auf den Kostenpunkt.— Im Interesse einer Gleichstellung aller im Zivildienst Angestellten sollen die im Staats- und Kommunaldienst Beschäftigten mit gleichem Maße gemessen werden, da jetzt die Versorgung im Kommunaldienst in jeder Hinsicht günstig� geregelt ist. Beim Osfizierversorgungs- Gesetz war uns die wichtigste Bestimmung die, wonach durch die Festsetzung der Pension aus"�/ao statt I5/oo die Unteroffiziere und auch die Offiziere befähigt werden, sich die höchsten Pensionen ihrer Rangklasse zu verdienen. Eine Abweichung von den Pensionsbestimmungen für die Beamten erscheint uns durch die Verschiedenheit in der Verabschiedung der Offiziere berechtigt. Eine andere Bestimmung betrifft die Feslietzung der Verkürzungen der Pension infolge der Bs- fchäftigung im Kominunal- oder Staatsdienst.— Ein Punkt, der besonders viel in der Presse erörtert ist, ist die Frage der rückwirkende» Kraft des neuen PenfionSgesetzes. Es ist der dringende Wunsch der Militärverwaltung gewesen, schon aus kamerad- schaftlichen Gründen den stüher penfionierten Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften die Wohltaten des Gesetzes zugänglich zu machen. Diese Wünsche, die auch wir im vollen Umfange teilen, haben jedoch zurücktreten müssen gegen die Gründe der Staatsräson. Es besteht doch zwischen dein Staate und bei» Pensionären ein Vertrag, auf Gnind dessen der Pensionär abgefiinden wird, und zwar gemäß den bestehenden Gesetzen. Die verbündetmRegierungen haben geglaubt, an dieser Rechtslage festhalten zu müssen. Denn wenn man ganz im allgemeine» eine rückwirkende Kraft eintreten ließe, so winde das zu Konsequenzen führe», die die Grundlage» des Staates erschüttern wiirdcu. Dazu kommt ein anderer Grund: ES gibt gewiß sehr viele Offiziere, denen eilte Erhöhung der Pension sehr zu gönnen sein würde. Aber andererseits gibt es auch solche, welche in günstige Lagen gekommen sind, welche durch Uebertreten in andere Berufe vollkommen den Zusantmenhang mit der Armee verloren haben. Ich möchte also den Wunsch aussprechen, daß das hohe Haus unsere Gründe billige und die Vorlage trotz der Nichtaufnahme der„rückwirkenden Kraft" nicht scheitern lasse. Mr sind bestrebt, mit allen Mitteln die Armee für ihre kriegerischen Zwecke auszurüsten, sie zur Hingebung an Kaiser und Reich zu er- erziehen. Daß in weiten Kreisen miseres Volkes der kriegerische Geist noch vorhanden ist, daS zeigen die zahlreichen Meldungen der Offiziere»ach Südwefiafrika, ihr Drang, sich dort zu betätigen, daS zeigen auch die zahlreichen Meldungen von Freiwilligen dorthin. Unter allen Anstrengungen und Entbehrungen ist das Verhalten unserer Mannschaften in Südwestafrika tadellos gewesen und das Ver- hältnis zwischen Offizieren und Untergebenen ist ein musterhaftes. sBravo I rechts.) Wir können mir stolz auf die dort vom Feinde gemachten Er- fahrungen sein. sBravo l rechts.) Wir sind auch_ bestrebt, die Armee in der Ausrüstung und Bewaffnung auf der Höhe zu er- halten. Unser neues Jnfanteriegewehr und die Maschinengewehre haben sich in Südwestafrika tadellos bewährt, und ohne Funken- telegraphie wäre es ganz unmöglich gewesen, zwischen den weit auseinandergezogenen Kolonnen die Verbindung austechtzuerhalten. Auch heute noch gilt das deutsche Heer trotz mancher absprechenden Manöverberichte sogenannter kriegserfahrener Korrespondenten als ein Kriegsheer ersten Ranges. Diesen Rang festzuhalten, dazu sollen diese Gesetze mit dienen. Das tüchtigste Heer wird seine Aufgabe nur dann voll erfüllen, wenn es geftihrt wird von frischen, taten- lustigen und feldlnegsfähigen Offizieren und von zuverlässigen Unter- ossizieren. Die Mannschaften müssen wissen, daß das Vaterland ihre Dienste würdigt und anerkennt auch dadurch, daß jeder, der im Dienste für Kaiser und Reich eine Einbuße an Leben und Gesund- heit erleidet, eine angemessene Entschädigung erhält. Ich möchte dos Haus bitten, die Gesetzentwürfe einer wohlwollenden Prüfung zu unterziehen.(Bravo I) Abg. Graf Oriola(natl.): Der Reichstag hat seit Jahren ein neues PensionSgesetz ge- fordert. Ob aber dieses PensionSgesetz seinen Wünschen entspricht, ist mir doch sehr zweifelhaft. Schon die Art der Veröffentlichung finde ich tadelnswert. Schon am 15. Oktober, also sechs Wochen vor Zusammentritt des Reichstages, konnte ein alter Offizier in der Zeitschrift.Der Deutsche" den Gesetzentwurs seinem Inhalt nach auszugsweise wiedergeben. Die auszugsweise und unvollkommene Art der Darstellung rief zahlreiche erregte Proteste und sehr viele Anstagen an die Abgeordneten hervor. Da war es nicht angenehm für uns, zu antworten, daß uns, den Abgeordneten, der Entwurf noch nicht zugegangen sei, daß so liebenswürdig wie gegen den alten Offizier der B-mdeSrat gegen uns nicht gewesen sei.(Zustimmung.) Nim ist ja ein großer Teil der Befürchtungen, die diese ungehörige Art der Publikation erweckte, erfreulicherweise nicht in Erfüllung gegangen. Aver wenn in der vorigen Session als Vertreter des KriegsministeriranS General v. Tippelskirch erklärte, das neue Gesetz würde den Wünschen und Vorstellungen der damaligen Interpellanten, meinen und denen meiner Freunde,.zum größten Teile oder beinahe ganz" entsprechen, so trifft diese Erklärung auf daS vorliegende Besetz nicht zu. Ich nehme daher an. daß der Kriegsminister dem. Bundesrat einen ganz anderen Entwurf vorgelegt hat als diesen hier. Ich verstehe nun angesichts unserer Finanzläge durchaus, daß die emzelslaarlichen Finanzminister auf Sparsamkeit gedrungen haben, aber leider ist sie mit Unrecht aus Kosten der altgedienten Soldaten geübt worden. Wir hatten ferner in unserer Interpellation ein klares und einheitliche» Pensionsgesetz gefordert. Aber das hier vorgelegte Gesetz vermehrt die Unklarheit, indem es neben sich alle bisherigen Gesetze ganz oder teilweise bestehen läßt. Mit dem Kriegsminister halten wir die Pensionen der Offiziere jetzt in vielen Fällen für unbillig gering. Sie sind insbesondere dann viel zu niedrig, wenn die Offiziere schon zu alt sind, um noch einen anderen Berus zu ergreifen. Allgemein ist an- erkannt, daß die Pensionen den jetzigen Zeitverhältnissen nicht mehr genügen. Mit Recht hat der Kriegsminister hervor- gehoben. welch hohe Bedeulung die Regelung der PensionS- Verhältnisse auf den Ersatz unseres Unteroffizier- und Offizierkorps hat. Auch ich möchte annehmen, daß in dieser Hinficht die Regelung der Penfionsverhälwisse wichtiger ist als die Erhöhung der FriedenspräsenzstäRe. Aber ich vermag es nichl für gerecht zu halten, daß dieses Gesetz keinerlei oder nur geringe rückwirkende Kraft hat. Wissen wir doch, welches Elend unter den alten Offizieren und Unter- offiziereu herrscht. Die Begründung meint, und der KriegSminister führte es auch heute in seiner EiulertnngSrede aus, daß.allgemeine Grund- sätze" verböten, einem PensionSgesetz allgemein rückwirkende Klaft zu geben. Ich erkenne diese allgemeinen Grundsätze nicht an. Das Pensionsgesetz von 1901 hatte ausschließlich rückwirkende Kraft. Durch die Herabsetzung der Verstümmelungszulage werden die Offiziere direkt schlechter gestellt als unter dem jetzigen Gesetz. Zum mindesten hätte man deit Bestimmungen über die Verstümmelungszulage auch für die Friedensinvaliden rückwirkende Kraft geben müssen, vor allem der Bestimmung, daß es nicht daraus ankommt, ob die Verstümmelung im Kriege oder im Friede» eingetreten ist.— Noch einige Worte zur Frage der Belassung der Militär Pension neben der Zivilpension. Ich verlange Gleichheit der Beamten im Staats- und Kommunaldietist in der Weise, daß für beide die Militärpensionen neben dem Zivileinkonmien tveiter be- stehe n. Die Vorlage löst die bestehende Differenz zivischen Offizieren im Staats- und denen im Konununaldienst in der— ich will einen milderen Ausdruck gebrauchen— mich wirklich überraschenden Weise, daß den Komniunalbeamten der Vorteil, den sie bisher hatten, genommen wird. Die Staatsbeamten haben nur den Vorteil, daß die Grenze des Min desteinkommens, bei dem bisher die Militärpension ruhte, etwas erhöht wird. Ich sehe aber überhaupt nicht ein, warum nur derjenige seine Pension unverkürzt bekommen soll, der wohlhabend ist. der in guter Privatstelle ist, derjenige aber nicht, der im Staatsdienste ist.(Sehr richtig I rechts.)— Auch die Versorgung der Militär-Witwen und Waisen hat Härten, ans die ich hier nicht näher eingehen will. Aber ich hoffe, die Regierung wird hierüber ein besonderes Gesetz vorlegen. Sonst mühten wir in der Kommission Abänderungsvorschläge zum vor- liegenden Gesetz einbringen.— Will man eine Wehrsteuer einführen, so wird sie nur dann vom Volke bewillkommnet werden, wenn ihre Erträge den Militär-Jnvaliden zugewendet werden, und ich kann nameliS eines großen Teils meiner politischen Freunde erklären, daß wir einer Wchrsteuer-Vorlage unter diefem Borbehalt zustimmen werden.(Hört! Hört! beim Zentrum, lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Speck(Ztr.): Die Ausführungen des Herrn Vorredners machen seinem guten Herzen alle Ehre. Aber man iiniß sich doch mehr um die Deckun gSfrage kümmern. Es entspricht tatsächlich nicht der Rücksicht, welche die Regierung dem anderen gesetzgebenden Faktor schuldig ist, daß man den Inhalt der Vorlage vorher in gewissen Zeitungen und Zeitschriften bekannt machen läßt. (Sehr richtig! beim Zentrum.) Auch leidet die Borlage an Un- Übersichtlichkeit. Vor allem aber ist der Zeitpunkt zu tadeln, wo sie eingebracht wird: noch nicht. ein mal für die ordentlichen EtatS-AuSgaben ist bisher eine Deckung gefunden worden.(Sehr richtig! im Zentrum.) Es erregt bei meinen Freunden vor allem Bedenken, daß die Er- höhung der Pensionen auch für die Offizicrs-Chargen vom Major aufwärts vorgeschlagen wird. Und selbst für die der niederen Chargen ist die Begründung noch keineswegs erfolgt. Vielleicht wird es in der Kommission erfolgen. Man hat die Er- höhung der Veteranengelder hier im Reichstage lange Jahre w ü n s ch e n m ü s s e n, ehe die iffegierung darauf eingeht. (Sehr richtig! links.) Das ist das„zweierlei Maß", mit dem die verbündeten Regierungen messen.(Sehr Ivahr l beim Zentrum und links.) Die Not in den Offiziersfamilien beruht doch wohl darauf. daß die alte sparsame Einfachheit aus dem preußischen Offizierkorps Verschivunden ist.(Sehr richtig! links.) Die Erlaffe gegen den LuxuS in Offizierskreisen nutzen nichts, wenn sie nicht kontrolliert werden. Der Abg. Arendt hat im preußischen Abgeordnetenhause Gehalts- erhöhungen für einzelne Beamtenkategorien beantragt. Wie stellt sich der preußische Finanzminister dazu? Wenn hier im Reichstage derartige Anträge gestellt iverden, so sind es die Ber- treter Preußens,»velche fich im BimdeSrat dagegen anöspreckicn. (Sehr richtig! im Zenlrum.) Wir sind gewöhnt, daß Offiziere, wenn sie beim Avancement übergangen werden, nicht mehr in der Lage sind, aktiv weiter zu dienen. Nach dem Paragraph 4 der jetzigen Vorlage soll das Pflicht mäßige Ermessen des Vorgesetzten darüber entscheiden, ob ein Offizier noch dienstfähig ist. Ich kann im Namen meiner politischen Freunde erklären, daß wir niemals diesem Paragraph 4 zustimmen werden. Wir wollen uns nicht zu Mitschuldigen solcher Bestimmung machen. (Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Die Pensionierung dürste in Zukunft nur erfolgen auf Grund eines ärztlichen Gutachtens oder eines GntachtenS einer Mehrheit von Vorgesetzten. Die Vorlage über die Versorgung der Mannschaften ist uns im allgemeinen sympathisch. Einzelheiten werden in der Kam- Mission zu erörtern sein. Mit tet Frage der Deckung der nötigen Mittel beschäfttgt fich der Entwtlrf bedauerlicherweise nicht. Ich kann erklären, daß»vir vor Erledigung der Deckungsfrage keiner der beiden Vorlagen zu- stinnitevt werden. Wir erwarten eine Vorlage der Regierung über diese Frage. Graf Oriola hat die Wehyteuer zur Deckung em- pfoh�en. Ich will mich dazu nicht äußern, wir überlassen der Regierung den ersten Schritt.(Lachen links.) Kriegsminister v. Einern: Ich kann mich bei der ersten Lesung nicht auf die Details unserer Versorgungsverhältniffe einlaffen.— Eine Erhöhung der Pension der höheren Offiziere ist jedoch in der Tat nicht eingetreten. Ich habe da eine Skala im„Vorwärts" gelesen-, ba wurde gegenübergestellt: Wenn nun der Mann mit 35 Jahren Dienstzeit abgeht, bekommt er 1000 Mark mehr, als wenn er früher mit 40 Jahren abging.— Das würde zutreffen, wenn der Niann früher mit 40 Jahren ab- gegangen wäre; aber der Negrmentskommandeur, der Oberst, der hierbei in Bettacht kommt, gebt ab mit 37 Jahren. Die Erhöhung beträgt also n»r zwei Scchzigstel. Nur durch die Beibehaltung der Skala kommt eine Erhöhung den betreffenden Offizieren zu gute. Eine Erhöhung der Pension kommt gewichtig nur zum Ausdruck für die mittleren und niederen Chargen.— ES hat nicht etwa die Abficht vorgelegen, nun einen Offizier wegzuschicken, wenn er mit 35 Dienstjahren schon die Höchstpension erreicht habe. Der Abgeordnete Speck hat behauptet, die Offiziere führten ein zu luxuriöses Leben. Nun ist ja ohne»veitereS zuzugeben, daß manches einfacher fein könne— nicht nur in der Armee, sondern auch im bürgerlichen Leben.(Lachen links.) Die Annee ist vielfach von dem Luxus bürgerlicher Kreise angesteckt worden.(Zuruf links: Um- gekehrt! Unruhe km Hause.) Sparen können Offiziere allerdings nicht. Ein Offizier, der fein sogenanntes Kommisvermögen für Pferde oder für feine Familie aufgebraucht hat, wird nie Geld zurück- legen können. So ist unser Stand nicht gestellt, daß man bei ihm reich werden, daß mau bei ihm Fortune machen kann. Der Abg. Speck zog zum Vergleich mit den Offizieren die Beamten heran. Daß die Ge>undheit auch am Aktentisch geschädigt wird, weiß ich von mir allein. Der große Unterschied zwischen Offizier und Beamten ist der, daß der Beamte bei einem höheren Grad der GesundheilSschädiguiig noch nicht verhindert ist, seinen Dienst zu tun, während der Offizier ausscheiden muß aus dem Dienst, wenn er fclddienstunfähia geworden ist.(Sehr richtig I rechts.) Wenn der Offizier dann im Garnisondienst bleiben könnte, a la_ bonne heure, dann brauchten wir gar kein Gesetz. Die Felddienstnnfähigkeit ist ent- scheidend für das Ausscheiden. Oder wollen Sie in der Armee Invaliden haben?(Sehr richtig! rechts.) Der Abg. Speck Hai sich mit großer Schärfe gegen de» Z 4 der Vorlage gewandt. Dieser unterscheidet sich aber in nichts von dem jetzigen ß 27 des PenfionSgesetzes. So lange der Offizier das 39. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, mutz fiir ihn, wenn er seinen Abschied nimmt, ein ärztliches Attest eingereicht werden. Nachher ist daS nicht mehr notwendig, dann unterscheidet aber auch nicht ein einzelner Vorgesetzter über die Diensinnsähigkeit, sondern eine Anzahl, der Regiments-, der Brigade-, der Divisionskommandeur und der kommandierende General. Wenn Sie glauben, daß leichten Herzens Offiziere aus der Armee herausgestoßen werden, so ist das ein Irrtum. Der Abg. Speck hat weiter darüber gesprochen, daß man ja sehe, wie Offiziere über andere hinwegspringen, und wie der Offizier, der gestern noch Untergebener ivar, morgen Borgesetzter ist. Das existiert nicht, sondern die feste Grundlage imseres Systems der Rangfolge und Besörderung ist das AlterSstufenshstem. DaS muh auch so sein bei einer Armee, die ziemlich gleichartig in bezug auf ihre Vor- bilduitg und Einrichtung ist. Ein Springen ist nur möglich bei den Offizieren vom Geiteralftab und vorn KnegLministerium. Ich bitte Sie, dieses ganze Gesetz anzusehen als solches, das getragen ist vom Wohlwollen für die Offiziere, daß wir aber keineswegs ver- langen, daß vom Volke Opfer gebracht werden sollen, die über das Maß dessen hinausgehen, was man füglich zubilligen kann.(Bravo! rechts.) Abg. Dr. Gradnauer(Soz.): Was soeben der Herr Kriegsminister über den zunehmenden Luxus in der Armee gesagt hat. ist nur das, Ivos lvir stets betont haben. Es ist interessant, daß der Herr Kriegsminister nunmehr in der feierlichsten und offiziellsten Form das. was wir über den zu- nehmenden und dauernden Luxus in der Armee gesagt haben, b e« st ä t i g t.(Lebhafter Widerspruch rechts.) Wenn ich ihn richtig verstanden habe(Rufe rechts: Nein l nein 1)— er hat gesagt, durch die reichen Leute in der Armee werde der Luxusin ihr verbreitet. Zu dieser Feststellung bedurfte es allerdings niiht erst der Situatton, die uns der Herr Kriegsminister so reizvoll ausgemalt hat, daß er zu siebengängigen Diners bei Kommerzien- ratö eingeladen wurde. Nicht nur von den Kreisen, die der Herr Kriegsminister im Auge hatte, geht übrigens der LuxuS in der Armee ans, von sehr hohen Stelle» auch in dem Gardckorps, zu denen jene Kreise gar nicht zugelassen werden, wird in dieser Beziehung mit bösem Beispiel vorangegangen. Ich erinnere an die Ausstattung der OfstzierSkasinos, an das Offizier- silber. Hoffentlich wird der Herr Kriegsminister, nachdem er zu dieser Anschauung gelangt tst, alles aufbieten, damit von oben her nicht ein so schlechtes Beispiel gegeben Ivird. Der Redner des ZeittrnmS hat die Finanz frage in den Vordergrund gestellt. Aber er war doch wohl nicht berechtigt, alle Schuld der Regierung aufzuladen. Gewiß ist es sehr schlimm, wenn eine Notlage dann gebessert werden soll, wenn die Finanzen besonders ungünstig sind. Aber das Zentrum als massgcbcndc Partei hätte be- reits vor vielen Jahren, als die Finanzen weit besser waren, für diese notwendigen Bedürfnisse der Kricgsinvaliden eintreten sollen (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten), cS hätte damals die Re- gierung drängen sollen, daß hier etwas geschab, anstatt die kolossalen Summen fiir die Kolonialpolitik»nd für die Flotte zu bewilligen.(Sehr gut! bei den Sozialdemo- kraten.)— Was die Stellung meiner Partei zu den Bor- lagen anbetrifft, so sind meine Freunde zu allen Zeiten, sobald es sich handelte um Schädigungen, die die Angehörigen des Soldaten- standcs im Dienste erlitten hatten, dafür eingetreten, daß diese Schädigungen gebührend beseittgt würden. unbeschadet der allgemeinen prinzipiellen Stellung, die wir gegen- über der heutigen Heeresorganisation einnehmen. Meine Partei ist entschiedenste Gegnerin der Grundlagen, auf denen das heutige Heeressystem aufgebaut ist, der Ungerechtigkeiten, die in ihm sind, der Lasten, die eS dem Volke auferlegt, während die wohl- Sabenden Klassen in viel geringerem Maße herangezogen werden. ber wir kämpfcn gegen das System, nicht gegen Perioncn, und wenn Personen durch das System zu Schaden kommen, so sind wir durch- aus bereit, wo sich wirkliche Notstände ergeben, helfend einzugreifen, wie wir es ttm gegenüber beliebigen anderen Kreisen des Volkes. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) 1901 erklärte Singer aeaenüber dem Gesetz fiir die Kriegsinvaliden, daß es nur den Anfniig bilden solle für weitere Abhülfe dieser äußersten Not- stände.— Wenn wir also erklären können, daß auch wir dafür sind, daß auf diesem Gebiete etwas geschieht, so stimmen wir doch darin mit dem Vertreter der Zentrumspartei überein. daß die Vorlage in der F o r m. wie sie ausgearbeitet ist, in der Art wie sie den ver- schiedenen in Frage kommenden Klassen des Militärs Auf- besserungen zu teil werden läßt, ganz und gar nicht unseren Beifall haben kann.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Kommission wird sehr gründlich arbeiten müssen, um alle die Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Die Gesamtsumme, die das Gesetz erfordert, belänst sich auf IS'/z Millionen. Wie verteilt sich diese Summe ans die beiden Kategorien, fiir die ie eine Vorlage vorliegt. Die Offiziere erhalten ein Mehr von 8 494 000, die unteren Klassen sin Mehr von nur 8 037 000 M. Dabei muß man noch zur Würdigung dieser Zahlen folgendes berücksichtigen. Die Zahl ber penstomerten unteren Klassen der Armee beträgt nach dem Etat 110 500 Personen. Diese 110 500 Personen empfanaen eine jährliche Pensionösumme von 20 Millionen Mark. Die Gruppe der pensionierten Offiziere dagegen, welche nur 11 000 Personen umfaßt, erhält 33 Millionen Mark. Ich sage also, daß eine zehnmal geringere Anzahl von Personen anderthalbmal so viele Gelder aus öffentlichen Mitteln erhält. Allein die pensionierten Stabsoffiziere erhalten 20 Millionen Mark jährlicher Pension.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Diese Ziffern, welche die gegenwärtigen Verhälttuffe illustrieren, zeigen nnS, wie reich man die höheren, wie gering man die nntercn Klassen bedenkt. Diese nicht fort- zulcngnende Ungerechtigkeit soll nun durch die»cne Vorlage fortgeführt und verschlimmert werden. Für eine Partei wie die sozial- demokratische bedeutet es eine starke Zumutung. e§ zu bewilligen, daß solche Mittel aufgebracht werden für ein Offizierkorps, welches sich auf eine derartige Weise zusaininensetzt, wie es da§ heutige tut. Das heutige Osfizierkorps geht ja nicht durch eine gerechte Auslese auS dem ganzen Bolle hervor, fondern in ein- sritigcr Weise ans den bemittelten Klassen. Geburt und Besitz ritt- scheiden allein! Eine Klasse, die so zusammengesetzt ist, die oft er- mahnt ist, daß sie vielleicht einmal gegen daS Volt ausgespielt werden soll, kann von der sozialdemokratischen Partei kaum erwarten, daß diese ihr die Pensionserhöhung bewillige. Dazu kommen aber noch die b e s o n d e r e n G r ü n d e, die zur Einbringung dieser Vorlage geführt haben. Man fürchtet nämlich, daß die Unzufriedenheit, die sich auch in den Kreisen der Offiziere langsam zu äußern beginnt, wachsen möchte. Man sieht mancherlei Anzeichen des Mißvergnügens, sowohl bei den aktiven, als bei den inaktiven Offizieren. Man sieht mit Bedauern, daß viele in der Presse tätig sind und nicht immer mir aus Existenz- sorgen. Diese Unzufriedenheit sollte durch Erhöhung der Pensionen bejeitigt werden, damit nicht die z uverlüsslg st e Stütze zu Wenn je sonstigen Aufgaben zu tun. Ich stelle daher im Namen meiner der heutigen Zustände schwankend werde. Für eine Invalidenpension weiter bezahlen wollen. Da bin ich entgegen der selber beklagt hat, daß die Finanzlage nicht gestatie, mehr für Vorlage, die wenigstens zum Teil ohne Zweifel aus folchen gefester Meinung und gehe noch viel weiter als die Vorlage. die pensionierten Soldaten zu tun, recht sehr bitten, recht bald eine Motiven hervorgegangen ist, soll meine Partei nun stimmen! Wenn Sie will nur dann die Pension ruhen lassen, wenn dieses Einkommen Unterredung mit dem Reichskanzler zu suchen und ihm dabei etwa also alle diese politischen Gründe wohl geeignet sind, meine Partei aus staatlicher oder tommunaler Anstellung bezogen wird. folgendes zu sagen:„ Erzellenz Graf Bülow, Sie haben eben im von der Bewilligung abzuschrecken, so können doch weder diese noch Ich bin der Meinung, daß die Offiziere, die private Ein Reichstage bewiesen, wie man mit Wischen und Spottreden eine die vom Abg. Speck betonten finanziellen Bedenken meine Partei ab- fünfte haben, die einen so großen Betrag übersteigen, große Bewegung so husch besiegt. Wollen Sie jetzt nicht einen halten, die Vorlage soweit zu bewilligen, als es die sorgfältige nicht die Invalidengelder des Reiches in Anspruch nehmen dürfen. ernsten und eindringlichen Appell an die besitzenden und wohlPrüfung der Verhältnisse ergibt. Nur die Notlage der Be- Gegenüber den unteren Graden können wir die heutigen ja tat- habenden Kreise des deutschen Volkes richten, um diese an ihre troffenen kann entscheidend sein für die Bewilligung! Wir können sächlich unhaltbaren Verhältnisse nicht als ausschlaggebend be- Pflicht zu mahnen, die nötigen Summen zur Beseitigung der Notdie angegebenen politischen Bedenken auch deshalb fallen lassen, weil trachten. Eine Pension für invalide Leutnants von 488 M. für stände der pensionierten Soldaten aufzubringen."( Heiterkeit und wir der Ansicht sind, daß die freiheitlichen Ueberzeugungen des deutschen solche, die vor 1897 pensioniert worden sind, ist es noch weniger Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Durch eine Reichs- EinVolkes mit Notwendigkeit auch schließlich in die Offiziers- oder für Oberleutnants mit 14 Dienstjahren von 808 M. für die vor kommen, eine Reichs- Vermögens-, eine Reichs- Erbschaftssteuer sind freise hineindringen werden, sobald diese nur ernstlich 1897 pensionierten von 674 M. jährlich sind in der Tat nicht nur die Summen aufzubringen, die nötig sind, um die Vorlage an die Prüfung der politischen Verhältnisse herangehen werden. Summen, die als färglich und ungenügend bezeichnet werden der Regierung durchzuführen, sondern auch alle erforderlichen Und bei der Beurteilung der Vorlage soll für uns nicht maßgebend müssen. Ob wir gerade so weit gehen können, wie die Regierungs- Summen, um sämtliche Wünsche des Reichstages zu dieser Vorlage sein etwa die Tatsache, daß die Offiziere sich in den In vorlage, wird der näheren Diskussion unterliegen. Aber wenn zu befriedigen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das ist struktionsstunden gegen die Sozialdemokratie ich auf der einen Seite einen wirklichen Notstand anerkenne, der Weg, den der Reichskangler gehen sollte, und in der Kommission wenden, einen planmäßigen Feldzug gegen sie so bin ich andererseits entschieden der Ansicht, daß das Reich wird dieser Weg hoffentlich gründlich beleuchtet werden. führen, sondern lediglich fachliche Erwägungen sollen uns leiten. nicht die Verpflichtung hat, Bezüge bis über 5000 oder 6000 Mark eine Situation günstig war, um endlich die begüterten Kreise zu den Bei der Offizierspensions- Vorlage empfinde ich nun eine vollständige zu gewähren; diese Invalidenpensionen müßten entsprechend gekürzt Kosten heranzuziehen, dann ist es diese Gelegenheit, wo endlich ein Verschiebung in bezug auf die Grundidee. Die Thronrede zur werden. Da ist es interessant, welche Anschauungen ein Blatt wie Teil von dem erfüllt wird, was solange versprochen worden ist. Eröffnung des Reichstages im vorigen Jahre begründet die Not- die" Post" hat, die immer auf das gehässigste gegen die Sozial- Wenn der Herr Reichskanzler so zu sprechen belieben wollte, dann, wendigkeit des Gesezentwurfes allein mit wirtschaftlichen Rück- demokratie kämpft und jeden Versuch der Arbeiter, in eine bessere davon bin ich überzeugt, werden unsere reichen Patrioten in Haufen fichten, während Seite 27 der Begründung der Regierungs- Lebenslage zu kommen, aufs schnödeste zurückweist. Sie schreibt herbeiströmen und werden rufen: Ja, wir sind bereit, dem Notstand borlage betont, daß die höheren Offiziere in den seltensten über diesen Paragraphen:„ Der§ 24 enthält die größte Härte des abzuhelfen, wir drängen uns dazu!( Große Heiterkeit Fällen ihre Höchstpension erreichen. Zugleich sei damit eine Pensions- Gesetzes. Alle altgedienten Offiziere können vom Staat ver- und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Diesen unseren Standaufbesserung der unteren Grade zu erreichen." Gerade die best langen, daß er das pensionsfähige Diensteinkommen bis zur punkt wird hoffentlich die Kommission einnehmen und alle Schwierigpensionierten Offiziere also sollen aufgebessert werden, und die Grenze einer auskömmlichen Rente hinaufschiebt. Austömmlich feiten so beseitigen. Hoffen wir, daß es ihr gelingt, alles unnötige unteren Grade des Offizierkorps werden so nebenbei auch be- aber ist heute für sie eine Summe von 4000-6000 M. einschließlich in der Vorlage zu beseitigen, alles unbedingt Notwendige aber durchdacht. Sehr charakteristisch heißt es in jener Kritik der Vorlage Wohnungsmiete nicht mehr. Niemand wird bestreiten, daß ein Höchst zuführen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) durch einen Offizier: Je höher hinauf, desto zufriedener ist einkommen von 6000 M. unter den heutigen Lebensverhältnissen zur Kriegsminister v. Einem: Der Herr Vorredner hat dadurch, daß man mit der Vorlage." Gerade die höheren Offiziere find Bestreitung der Bedürfnisse der alten Offiziere nicht ausreicht. er die Rede selber gehalten hat, mir den Weg zum Reichskanzler jest schon so äußerst reichlich bedacht. Nach den bis- Diese Säße müssen bis auf 5-7000 m. erhöht werden. Das wäre erspart.( Heiterkeit.) Ich möchte ihm des weiteren sagen, daß er herigen Bestimmungen erhält ein Oberst mit 35 Dienstjahren eine tein unbilliges Verlangen."( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) irrt, wenn er glaubt, daß den alten Pensionären von der Regierung Pension von zirka 6200 Mart, ein Generalmajor 8600 Mark usw. Wenn die Angehörigen der unbemittelten Klassen, deren Ein- größere Hoffnungen erweckt worden sind. Der Vorredner hat dann Nach der neuen Vorlage beträgt die Pension eines Obersten kommen so viel Hunderte beträgt, wie hier Tausende, ihr Einkommen eine rührsame Geschichte von dem verdienten Ge= in demselben Dienstalter 7068 M., also 832 M. mehr. Das sind ein wenig erhöhen wollen, so erhebt die„ Post" den größten Lärm neral v. Kretschman erzählt. Ich habe das Buch auch Erhöhungen, die meistens in dem einen Dienstjahre höher sind, als über die Ünzufriedenheit, Begehrlichkeit, Verhehung der Arbeiter! Im gelesen, aber schon vor einigen Jahren. Soweit ich mich erinnere, die ganze Pension eines unteren Offiziers. Ein Leutnant hat jetzt Gegensatz zu ihr halte ich die Grenze der Regierungsvorlage für das erzählt die Geschichte nicht der General selbst, sondern die 488 M. Pension; bekommt er nun die Erhöhung der neuen Vorlage höchst zulässige. Verfasserin des Buches.( Ruf links: Es liegt doch der Im Jahre in Höhe von 269 M., so ist seine gesamte Pension niedriger, als nur Ich wende mich nun zur Frage der Mannschafts- Brief vor!) Ich meine die Manövergeschichte. die Pensionserhöhung für den Obersten. Diese Ordnung der Dinge pensionen. Je niedriger die Pensionsberechtigten im Range 1887 war das letzte Kaisermanöver unter dem alten Kaiser. Es erscheint mir so ungerecht wie möglich. stehen, um so färglicher wird die Gabe. Durch die ganze Vorlage fand nur die Besichtigung eines einzigen Korps statt, zwei Armeen hätten weder Der Kriegsminister meinte, der vom Abgeordneten Sped be- geht hier ein Zug des Beliebens. Es gibt da zahllose Be- Armeen wurden nicht formiert. fämpfte§ 4 enthalte nichts anderes, als was bisher schon Braris ftimmungen, wonach diejenigen, die eine Invalidenpension beanspruchen v. Kretschman noch Prinz Wilhelm geführt, denn jener war dafei. Es müssen ganz außerordentlich scharfe Bestimmungen getroffen wollen, teine klaren Rechte eingeräumt erhalten, sondern alles ins mals Generalmajor, dieser erst Oberst. Die ganze rührsame Gewerden, um zu verhindern, daß alles beim alten Belieben der Behörden gestellt wird. In dieser Beziehung schichte ist also ein Phantasiegemälde.( Heiterkeit rechts.) Dann hat bleibt.§ 4 legt es vollständig in das Ermessen der Militär- will ich nur zwei sehr wichtige Momente herausheben: der Vorredner gesagt, der Reichtstag solle bestimmen, verwaltung, ganz abgesehen von ärztlichen Attesten, die n§42 des Pensionsgesetzes für die unteren Ränge wer fommandierender General wird und wer Verabschiedung eines höheren Offiziers auszusprechen. Es heißt wird den Pension Beanspruchenden der Rechtsweg gegeben, berabschiedet wird.( Lebh. Widerspruch links.) Na, dem im§ 4: Jnwieweit noch andere Beweismittel erforderlich sind, werden. Aber§ 51 erklärt diesen Rechtsweg näher. Danach find Sinne nach. Der Reichstag müsse solchen freiwilligen Entbestimmt die oberste Militärbehörde des Kontingents, der Kriegs- für die Frage, ob eine Gesundheitsstörung als Dienstbeschädigung, schließungen, zu gehen, einen Riegel vorschieben. Darauf kann ich minister hat also darüber zu entscheiden, ob ein ärztliches Attest und ob eine Gesundheitsverlegung vorsätzlich oder grob fahrlässig nur sagen: Se. Majestät wird sich von seinen Befugnissen, die komnotwendig ist. Mit einer solchen Bestimmung legen wir die Ver- begangen ist, ausschließlich die Auskunft der obersten Militärbehörde mandierenden Generäle zu ernennen und zu verabschieden, kein abschiedung völlig in das Belieben der Militärverwaltung. Der des Kontingents maßgebend. Die Militärbehörden sollen also allein Jota nehmen lassen. Da können Sie machen was Sie wollen.( BeiReichstag hat alle Veranlassung, dafür zu sorgen, daß in bezug sachverständig und maßgebend für die Beurteilung der An- fall rechts.) auf die Pensionierung in Zukunft anders verfahren wird, als sprüche sein, die ein Angehöriger der unteren Chargen Abg. v. Massow( tons.): Wenn Sie die Vorlage der Budget= bisher. Gerade die Partei des Abg. Speck hat es verhindert, macht, wenn er in feinein Recht getränkt fein Kommission überweisen, so heißt das, sie begraben; denn daß nicht schon früher energische Maßnahmen in dieser Richtung ge- glaubt. Dabei soll nach dem neuen Gesetz nicht die die Budget- Kommission hat mindestens bis zum April mit ihren troffen worden sind. Als in der Session 1896/97 die süddeutsche Dienstbeschäftigung, sondern die Erwerbsunfähig Bartei den Antrag, daß die Vorlage einer besonderen KomBoltspartei einen Antrag gestellt hatte, in dem eine Aenderung des teit maßgebend sein. Wie kann sich die Militärbehörde verbisherigen Verfahrens bei der Pensionierung der Offiziere ver- messen, als alleinige Sachverständige über die Erwerbsmission von 21 Mitgliedern überwiesen werde. Ich halte langt wurde, da fagte die Partei des Herrn Speck, damit unfähigkeit eines Schlossers oder Tischlers zu urteilen! Die Entscheidung es für eine alte Schuld, eine Ehrenschuld des Reichstages, die Sache greife man in das Recht des höchsten Kriegsherrn ein. Wir müßte entweder unparteiischen Aerzten oder einer Jnstanz der Arbeiter zu erledigen, ganz abgesehen von der Deckungsfrage. Ich habe noch find allerdings der Meinung, daß wir befugt sind, da mitzureden, versicherung übertragen werden. Eine ähnliche Willkür, die notwendig zue nie gehört, daß Sie Ihre Diäten- Forderung von der Deckungsfrage denn der Reichstag bewilligt doch schließlich die Mittel.( Sehr Beeinträchtigung der Rechte der niederen Chargen führen abhängig gemacht haben.( Große Heiterkeit links und im Zentrum.) richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Kriegsminister meinte, es muß, besteht für den givilversorgungsschein. Auch seine Die Friedensinvaliden müssen wirklich den Kriegsinvaliden gleich ginge bei der Pensionierung alles einwandfrei und korrekt zu. Ich Erteilung ist ganz in das Belieben des einzelnen Offiziers gestellt. gestellt werden, obgleich Krieg und Frieden ja an sich eine sehr vermöchte da an ein Beispiel erinnern, das mir geradezu Auch die höheren Instanzen sind immer auf das Urteil des un- schiedene Sache ist.( Große Unruhe im Hause, trob wiederholtem klassisch zu sein scheint, das zeigt, daß noch ganz andere Momente mittelbaren Vorgesezten darüber angewiesen, ob der Betreffende Glockenzeichen des Präsidenten.) Doch möchte ich dem Herrn Kriegsbei der Pensionierung mitsprechen, als der Kriegsminister erwähnte. würdig sei, eine Anstellung in Zivil- oder Staatsdienst zu erhalten. minister unseren Dank aussprechen dafür, daß er eine so schwierige Ich erinnere an die Erlebnisse des Generals v. Kretschman, Auch diese Personen sollten dem Urteil einer unparteiischen Instanz Vorlage hier hat ausarbeiten lassen zum Wohle der Armee und der im Manöver 1887 eine Armee gegen den Prinzen Wilhelm, den unterstellt werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) unseres Vaterlandes.( Beifall rechts.) Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 Uhr. Tagesjetzigen Monarchen, zu führen hatte. Er glaubte natürlich, daß Ich komme nun zu den Bezügen, die die Unteroffiziere und ordnung: Beendigung der heutigen Tagesordnung. er nicht auf den Fürsten unto den Thronerben Rücksicht zu Mannschaften erhalten. Sie sind völlig unzureichend. Ein gänz= Schluß 6½ Uhr. nehmen habe, sondern daß es darauf ankomme, lich erwerbsunfähiger Unteroffizier erhält 600 M., ein gänzlich erden Gegner zu besiegen. Er strengte sich deshalb an und werbsunfähiger gewöhnlicher Soldat 396 M. Hier hat also der besiegte auch wirklich den nachmaligen Kaiser, der sich darüber Reichstag die dringendsten Gründe, mehr zu bewilligen, als die Vorsehr gefreut hat, und der Kaiser hat dem General seine Anerkennung lage will.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten). Die Finanzausgesprochen. General v. Kretschman avanzierte bald zum lage kann uns daran nicht hindern. Es muß etwas geschehen und wir Divisionskommandeur. Zwei Jahre darauf änderte fich die sind gewillt, etwas zu tun, namentlich für die sogenannten„ GeSache vollständig, als sich General v. Kretschman in Wiesbaden sehr meinen". Der Ausdruck„ Der Gemeine" wird auch in dieser scharf gegen die Verwendung großer Kavalleriemassen aussprach. Vorlage leider wieder gebraucht. Ich möchte doch den Herrn KriegsDamals hat Herr v. Kretschman keine Anerkennung bekommen, wohl minister bitten, dafür zu sorgen, daß sowohl aus den Gesezen aber war er wenige Monate darauf General a. D.( Hört! wie aus der familiären Sprache der Ausdruck Gemein" verhört! bei den Sozialdemokraten.) Am 10. Januar 1890, ganz kurz nach schwinde, da dieser an sich schon eine Herabwürdigung bedeutet. dem Manöver, kaum zwei Jahre nach der kaiserlichen Anerkennung,( Lebhafter Beifall links.) Ich sehe gar keinen Grund, warum man erhielt Herr v. Kretschman aus dem kaiserlichen Geheimkabinett die Pensionsgelder für gewöhnliche Soldaten nicht mindestens auf einen Brief, unterzeichnet v. Hahnke:" Sie haben mir den Wunsch die Höhe bringt, wie die der Unteroffiziere beträgt, also auf 600 m. geäußert, Ihnen mitzuteilen, wann der Moment für Sie gekommen( Buruf bei der Rechten: Mindestens?) Jawohl, mindestens, denn fei, um aus eigenem Entschluß Ihren Abschied zu nehmen. Ich be- die Unteroffiziere erhalten ja, so weit wie sie Kapitulanten find, dauere, Ihnen mitteilen zu müssen, daß der Kaiser bei der Besetzung noch weitere Bezüge von 12 M. monatlich, also von 144 M. jährlich. der Armeekorps für den April Sie nicht zum kommandierenden General Dabei aber waren die Unteroffiziere doch in einer festen Berufsbefördert, auch eine andere Verwendung nicht in Aussicht genommen stellung, die anderen dagegen hatten schon an und für sich durch hat." Das sind die eigenen Entschlüsse", aus denen heraus hohe ihren Dienst schwere wirtschaftliche Nachteile. Wie kann man also Generale ihren Abschied nehmen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokr.) diese Leute so schlecht stellen wollen, wie es die Regierungsvorlage So bringt man ihnen nahe, wozu sie sich aus eigener will. Man sollte viel mehr tun. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen Initiative" entschließen sollen.( Erneutes: Sehr gut! Bei den Das neue Gesetz hat zur Folge, daß für die bis 20 Proz. er-( Stuttgart, Dies' Verlag) ist uns soeben die Nr. 26 des 14. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Sozialdemokraten.) Es sind oft genug Zappalien, aus denen werbsunfähigen Mannschaften eine erhebliche Verminderung ihrer Unser Fest. Die Wohnungsfrage und der preußische Wohnungsgesetz heraus man die Offiziere pensioniert, sie zu solchen Ent- Bensionsbezüge eintritt, erst von 30 Proz. Ertverbsunfähigkeit an Entwurf. Bon ad. br. Die Bekämpfung des Gebärmutterkrebses. Bon schlüssen drängt. Das sind Zustände, gegen die der Reichs- übersteigt der Bezug um etwas die Summe, die sie bisher hatten. Dr. Kurt Freudenberg und Dr. J. Badet- Berlin. Aus der Bewegung. tag sich energisch verwahren muß( Sehr richtig! links), um so mehr Das ist ganz unhaltbar. Feuilleton: Frau Nächstenliebe. Von E. Preczang. Notizenteil: Ge Vereinsrecht der Frauen. als die Ausgaben für Pensionen schon jetzt ungeheuer Ich komme noch mit einigen Worten auf die Frage der rückwerkschaftliche Arbeiterinnen- Organisation. Verschiedenes. groß sind und durch das neue Gefeß neue große Anforderungen an wirkenden Kraft des Gesezes, spreche aber hier nur Frauenbewegung. die Reichstasse gestellt werden. Bis Mitte der achtziger Jahre betrug für meine Person, da ich die Stellung meiner Freunde in Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer die Pensionssumme 50 Millionen Mark jährlich, dann stieg sie 89 der Beziehung nicht kenne. Ich verstehe nicht, wie man jetzt eine 10 Pf., durch die Poſt bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich auf 66, 91 auf 64, 95 auf 80, 99 auf 94, 1901 auf 101, 1902 auf 111, doppelte Stellung einführen will für die Militärpersonen, ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Die Weihnachtsnummer des„ Wahren Jacob" ist soeben erschienen. 1904 auf 121 Millionen, und im Etatentwurf, der uns jetzt vor- welche bis zum Inkrafttreten des Gesetzes invalide geworden sind Aus dem Inhalt desselben erwähnen wir die farbigen Bilder„ Unter dem liegt, find 125 Millionen für Pensionen ausgeworfen. Wir wissen und für die, welche nachher invalide werden. Wenn diese Vor- deutsch- russischen Handelsvertrag und Die Ernte von 1904" sowie die alle, daß dieses starke Anwachsen der Pensionen aus verschiedenen lage einen Notstand beseitigen will, so ist es ungeheuerlich, zu sagen, Illustrationen Weihnachtslichter in der Mandschurei"," Im Berliner Tier Ursachen hervorgeht: Der Erhöhung der Friedenspräsenzstärke wir wollen für diese Leute nichts tun. Das heißt nichts anderes als: garten"," Der Herr General als Aufsichtsrat"," Der Bar hat Mpdrücken" und der Aufbesserung der Invalidengelder, der wir selbst Du hast Deine Schuldigkeit getan, Du kannst gehen.( Sehr wahr! und Weihnachts- Vorbereitung". Der tertliche Teil der Nummer bringt zugestimmt haben, insbesondere auch den Pensionen für Kiaut- bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Militärverwaltung nur für die Gedichte Michels Weihnachten"," Russische Verfassung"," Der neue Arminius"," Die Toten an die Lebenden", Schneeschipper" von Ludwig schon und andere Kolonialländer. Aber wenn die Ausgaben die Offiziere, welche sie in der Zukunft noch braucht, etwas tun so ungeheuer wachsen, hat der Reichstag mehr als je dringenden will, so schafft sie damit zwei klassen von pensionierten Offizieren. effen,„ Weihnacht" von Klara Müller, Rettich kontra Bier",„ Weihnachts betrachtung von Erich Mühsam," Buderbrot und Beitsche" und außer Anlaß, gegen die Offizierspensionierungen, wie schon der Vor- Wir müssen verlangen, daß für alle Offiziere, soweit sie wirklich zahlreichen kleineren Beiträgen die Novelle„ Die Witwe" von Edmund Fischer redner aus dem Hause erwähnte, aufs gründlichste vorzugehen, bedürftig und notleidend sind, in derselben Weise gesorgt wird. und die größeren satirischen Feuilletons Moralisches Geschichichen", und wir sollten uns in der Kommission über die Einzel( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Kriegs- Konsistorialsigung"," Russische Geschichte" und" Achte Kompagnie Effen heiten dieser Frage auf das eingehendste aussprechen. minister sprach von Gründen der Staatsraison, die hier maßgebend holen!" Entwurf zu einem militärischen Drama in drei Aften von Adam Wir müssen diese unnützen vorzeitigen Massenabfägungen, Massen- seien, es sei mit den invaliden Offizieren seinerzeit ein Kontraft Freyerlein. Der Preis der Nummer, welche diesmal 16 Seiten start ist, ist abschlachtungen werden sie auch genannt, aus der Armee beseitigen, geschlossen, an dem dürfe nichts geändert werden. Ich verstehe 10 Pfennig. Annalen des deutschen Reiches für Gefeßgebung, Berwaltung und umsomehr, weil sie sich nach der neuen Vorlage in noch ungeahntem nicht, warum man diesen Kontrakt nicht ändern kann. Hat man Maße weiter entwickeln müßten. Das sagt ja die Begründung, die nicht lange Jahre hindurch die Hoffnung erregt, daß diesen Personen Boltswirtschaft. Heft 12. Herausgegeben von Dr. Karl Theodor Eheberg J. Schweizer Verlag( Arthur ich vorher anführte, daß man schon die Möglichkeit haben wird, nach etwas zugute fommen wird? Durch diese Offiziere, denen man und Dr. Anton Dyroff. München 1904. 35 Jahren die Herren zu verabschieden, die man jezt mit Rücksicht jetzt die Türe weist, ist doch alles geschaffen, was besteht. Freilich, Sellier). Inhalt: Naturalverpflegung des deutschen Soldaten. Von Geh. Regierungsrat W. Thrän in Potsdam. Württembergisches Einkommen darauf noch einige Zeit erhalten hat, daß sie die volle Pension er- das große Problem ist ja die Deckungsfrage. steuergeseß und seine Durchführung. Bon Finanzassessor Dr. Eichmann in reichen fönnten. Nach Herrn Speck sind bei rückwirkender Kraft des Gesetzes Münster i. W. Reichsgerichtliche Judikatur über den Gesetzes- und Ver The ich das Offizierskorps verlasse, muß ich noch ein Wort über 23 Millionen erforderlich. Diese Summe schreckt mich in keiner ordnungsbegriff nach preußischem Staatsrecht. Von Prof. Dr. Eduard Bemerkungen zu dem Aufsatz von den Fortfall der Pension im Falle der Anstellung im Weise. Die Wehrsteuer allerdings, die man vorgeschlagen hat, ist Hubrich in Königsberg i. Pr.( Schluß). Die rechtliche Tragweite des Lippeschen Zivildienst oder bei Bezug von 3ivilpension sagen.§ 24 ganz undenkbar. Wer das Unglück hat, nicht dienstfähig zu sein, Dr. Stefule v. Stradonis über der Vorlage fieht vor, daß in diesen Fällen, wenn das Einkommen aus darf doch nicht dafür noch besonders bestraft werden. Ich weiß Schiedsspruch vom 22. Juni 1897". Bon Dr. jur. Wilhelm Dreher in Heidelberg und Prof. Dr. Anschütz in Heidelberg. Stizzen und Notizen. diesem Dienst einen gewissen Betrag übersteigt, die Pension ruht, nicht, warum man nach der Deckung dieser Summe so sehr fucht. Borläufige Ergebnisse der österreichischen Berufszählung vom Jahre 1900.Die niedrigsten Beträge, die in Betracht kommen, sind bei pensionierten Ich bedaure sehr, daß das Zentrum gerade hier so sparsam sein as den Gesezblättern. Alphabetisches Gesamtregister über die Jahr. Offizieren von weniger als 21 Jahren 4000 M., der Betrag will, während es für Kolonialpolitik und so weiter foloffale Summen gänge 1868-1904. Inhalt zum Jahrgang 1904. steigt bis zu den Offizieren von 36 Jahren auf 6000 m. verschleudert. Der Herr Reichs- Schazsekretär sprach zwar mit Wenn ich den Grafen Driola richtig verstanden habe bayerischer Offenherzigkeit über die Finanznot, aber sehr wenig hat er dieser Bestimmung nicht zustimmen, sondern den pensionierten offen darüber, wie die Regierung sich die Dedung der Militär- und Offizieren, gleichviel, welches Einkommen sie sonst beziehen die dieser Vorlage denkt. Da möchte ich doch den Herrn Kriegsminister, " St. Kautsky. Eingegangene Druckfchriften. Von der„ Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 11. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Republik und Sozialdemokratie in hervor: Kritisches zur Etatsdebatte. Frankreich. 5. Das zweite Kaiserreich und die Pariser Kommune. Bon Säuglingsschutz und städtische Verwaltung. Von Dr. Her mann Weyl. Der Parteitag der schweizerischen Sozialdemokratie. Bon Dionys Zinner. Literarische Rundschau: Parent- Duchâtelet, Die Prostitution in Paris. Wilhelm Fischer, Die Prostitution. Von H. B. André Morizet, Les Otto Krille, Aus engen Gassen. Von F. M. secrétariats ouvriers en Allemangne. August Müller, Arbeitersekretariate und Arbeiterversicherung in Deutschland. Von Gustav Hoch- Hanau. Dr. Mar Bibliographia Economica Universalis. Bon ad. br. Prager, Die Mittelstandsfrage. Von ad. br. Stenographischer Bericht über die Berhandlungen des deutschen Vereins für Armenpflege und Wohltätigkeit. Von ad. br. Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft foftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. " Straubes neuester Plan von Berlin. Geographisches Institut und Landkartenverlag Julius Straube, Berlin SW. 61. Kurt Strien. Gefahren des Christentums! 11 Seiten. Preis 0,30 M. Selbstverlag Kurt Strien, Berlin- Südende. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Zum Weihnachtsfelte empfehlen wir: Volkstümliche Die französische Revolution von 1789-1804. Darstellung der Ereignisse und Zustände von W. Blos, anstatt M. 5,50 jetzt M. 5, Geschichte der französischen Revolution von 1848 und der zweiten Republik. Volkstümlich dargestellt von 2. Héritier anstatt M. 5,50 jetzt M. 5, Die deutsche Revolution von 1848 und 1849. Geschichte ber Revolutionsbewegung dieser Zeit. 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Wilhelm Jöchel, Köpnickerstr. 190. 5. Wahlkreis: Leopold Liepmann, Linienstr. 242 I. Leo Zucht. Georgenkirchstr. 57 II. 6. Wahlkreis(Moabit)- Karl Fischer, Waldstr. 8. (Wedding und Oranienburger Vorstadt): Eugen Ernst, Ackerstr. 62. II. (Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen): AdamBittorf, Fehrbellinerstr. 25. (Schönhauser Vorstadt): Karl Mars, Kastanien-AIIee 96. Rieder-Barnim: Georg Freiwaldt, Pankow. Florastr. 66. O. S e i k e l. Berlin 0.. Kronprinzenstr. 50. Teltaw-Beeskow: P a u l H i r s ch, Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Emil Boeske, Rixdorf, Kopfstr. 23. Für die Frauen Berlins: Frau Panzeram, Pappel-Allee 128 I. Frau Lutz, Waterloo-Ufer 9. Laden. Frau B a u s ch k e, Rostockerstr. 43. Ouergebäude I. Frau Wulff, Rostocker- strahe 9, Hof parterre. Ottilie Baader, Bllicherstr. 49. Hof II. Rieder-Barnim: Frau Jung, Ober-Schöneweide, Frischenstr. 10. Teltow-Beeökow: Frau Marie Thiel, Tempelhof, Friedrich Wilhelm- strafte 17. K. Prcßkommission: 1. Wahlkreis: Robert Dieseler. Brunnenstr. 145. Waldeck Manasse, Fricdenstr. 13. 2. Wahlkreis: Julius Meyer, Urbanstr. 131, vorn IV. H. Königs, Hasenheide 50. 3. Wahltreis: AdolfWuschick, Oranienstr. 177, vorn HI bei Benko. Karl Gehrmann, Naunynstr. 22. 4. Wahlkreis(Osten): Otto Büchner, Andreasstr. 75, vorn IV. 4. Wahlkreis(Südosten): Karl Mermuth, Sorauerstr. 21. 5. Wahlkreis: Willy Friedländer, Elsasserstr. 25 II. Otto Wels, Greifswalderstr. 45 IV. S. Wahlkreis: Max Richter, Gotzkowskystr. 13. Hans Weber, Carmen Sylvastr. 5. Rieder-Barnim: Oswald Grauer, Berlin 0., Frankfurter Allee 198. W. K u b i g, Pankow, Florastr. 9. Teltow-Berskom: Fritz Hoppe. Rixdorf. Berlinerstr. 14. Karl Boxheimer. Groft-Lichterfelde-Lankwitz, Siemens- strafte 31. c. Lokalkommission: I. Wahlkreis: Jakob Ege. Roftstr. 23. Karl Woldt, Kanonierstr. 13. 2. Wahlkreis: Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Albert Eisenhauer, Kottbuser Damm 86/37. 3. Wahlkreis: Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66, vorn IV. Paul Jakob, Grünauerstr. 26, Hof III. 4. Wahlkreis(Osten): Karl Rott. Straftmannstr. 29. vorn part. Heinrich Förster. Pallisadenstr. 46, vorn Keller. 4. Wahlkreis(Südosten): Wilb. Sedler. Lausttzerstr. 14 III. Herm Görke, Kottbuserstr. 15. b. Wahlkreis: Friedrich Rausch. WinSstr. 12. Julius Stange, Gaudystrafte. 6. Wahlkreis:HansBuchweitz, WilhelmShavenerftr. 38(Moabit). Richard Thiel, Chausfeestr. 68/69(für Oranienburger Vorstadt und Wedding). Richard Henschel, Wollinerstr. 51(für Rosenthaler Bor- stadt und Gesundbrunnen). Wenzel, Schliemannstr. 43(für Schönhauser Vorstadt). Rieder-Barnim: Robert Rick, Rummelsourg. Kantstr. 22. Teltow-BeeSkow: Robert Gramenz, Bauinschulenweg, Kicfholz- strafte 253. 0. Agitationskommission für die Proviuz Brandenburg: 1. Wahlkreis: Albin Schuster, Straftmannstr. 2. 2. Wahlkreis: Fritz Zinke, Reichenbergerstr. 128. 3. Wahltreis: Karl D immick, Luisen-Ufer 11. 4. Wahlkreis(Osten): Jean Jansen, Landsberger Allee 143, linker Seitenflügel IV. 4. Wahlkreis(Südosten): Karl Scholz. Wrangelstr. 110. 5. Wahlkreis: Georg Davidsohn, Heinersdorferstr. 8 IV. «. Wahlkreis: Gustav Laukant. Boltastr. 45. Paul Dobrolaw, Cberswalderstr. 1. Rieder-Barnim: W. Liesegang. Berlin 0., Maiserftr. 2. Teltow-Beesk»«: Hermann Fischer, Schöneberg, Gothenstr. 36. E. Vorsitzende der Kreis-Wahlvrreinr: I. Wahlkreis: Richard Strehl, Swinemünderstr. 118. 2. Wahlkreis: Her>». Werner, Mittenwalderstr. 30. 3. Wahltreis: Stephan Fritz, Oranienstr. 157, IV. 4. Wahlkreis(Osten): Paul Mann. Friedenstr. 61. 4. Wahlkreis(Südosten): Paul Hoffmann, Oppelnerstr. 21. S. Wahlkreis: Leo Zucht. Georgenkirchstr. 57 II. 6. Wahlkreis: Wilh. Freythaler. Gartenplatz 1. Central-Wahlvercin für Teltow-BeeSkow: Paul Hirsch, Char- lottenburg, Rosinenstr. 3. E. Kassierer der KreiS-Wahlvcreine. 1. Wahlkreis: Karl Bittner, Feilnerstr. 11. 2. Wahlkreis: H. Schmidt. Rostizstr. 43. Hof I. 3. Wahlkreis: Arthur Loge. Admiralstr. 18», Ouergeb. IV. 4. Wahlkreis(Osten): Franz Thielke, Pallisadenstr. 52, v.part. 4. Wahlkreis(Südosten): Rich. Hackelbusch. Lausitzerplatz 14/15 (Parteispedition). 5. Wahlkreis: Leo Liepmann. Linienstr. 242. 6. Wahlkreis:KarlFahrow. Ravenestr. 6. Teltow-Breskow: Wilh. Eberhard, Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Zur Weihnachtsbeschernng für die Kinder der ausgesperrten und streikenden Metallarbeiter, Holz» arbeiter und der Kinder anderer ausgesperrter Arbeiter gwgen bei der Berliner Gewerkschastskommission folgende Bei- träge ein: Aus dem Unfall G. D. B. 6,—. Bon dem Verband der Bäcker, Zahlstelle Steglitz 16,05. Diskntierklub de» Verb. 12,30. R. Lanzen- berger 9.20. Familienzirkel 1900 10.—. KarthauS- Kmnmerfcher Gesangverein 20.—. UuterstützungsfondS der Glasarbeiter Stralau 2g.—. Kutscher u. Hausdiener der Handtuch-Berleih-Anstalt Tigner 20,—. Buchdruckerei- Hilfsarbeiter des„Vorwärts"(Rotations- saal) 10,—. Lotterieverein Gute Hoffnung 8.25. St. 10,—. Wolter 4,—. Werkstelle Koch 3,45. Zentral- Borstand deö Verbandes der Steinsetzer 100.—.«eh. d. Galvanoplastik Fricdrichstrafte 4,85. Bautischlerei von Kühn. Luisen- Ufer 12, 34.—. Zentral- Verband der Maurer 500,—. Tischlerei Schröpp 18,50. Ein Bourgeois 5,—. Tischlerei Schory 10.—. Taubstummen- es- e er f i« A v«, ifLi/i.wll- c-üit/V/#«-C-l Fürbringerstr. 23,50. Kistenfabrik H. 13,75. Käte Rosenberg, Tiergarienstr. brüder 1,—. Buchdruckerei H. S. Hermann 19,15. Ueberschuft, Kranzsp. Wittkopf 3,50. Tischfabrik Bremer, Grüner Weg 10,—. Liste 330 20,20. Lederwarenf. S. Markiwitz 6,—. Tischlerei Netzband u. Rammeloio 11,—. Arb.-Radfahrv. Baumschulcnweg 3,—. Ges. d. Bail 16,70. Spichaleky 9,90. Ueberschuft der Sechserkasse, Tischlerei Cujas 12,—. K., Höchstestr. 1 1,—. Töpfer der Firma Schwarz, Hohenlohestr. 13,05. Arbeiter d. Möbelsabr. Sachs u. Hasse, Kochhannstr. 26,—. Werkstatt Becker, Liste 1336 21,45. Tischlerei Detert, Fruchtstr. 6,50. Schlosser von C. Lerm u. Gebr. Ludewig 8.—. Telegraphentischler, Dischleit 35,85. Möbeltischler u. Maschinenarb.. Dischleit 55,90. Tischlerei Gottfr. Kramer Müller, Charlottenburg 5.—. Härtung, Eisen- giefterei, Prenzlauer Allee 45,40. Kollegen von HinrichS, Ritterftrafte 10,95. Personal der Buchdruckern Janiszewski 15,—. Personal der Buchdruckerei W. Bausch 5,75. Bau Wcimarerstr. 27/28 6.20. Tapezierer der Firma Blumenreich 5,—. Kolonie Bergfelde, Georg Fischer 5,—. Ueberschuft vom Kranz d. G. Heinemann 13.—. Tischlerei v. Alschner, Hagclsbergerstr. 31,—. W. Stengert, Kohlen- Händler, Pappel-Allee 4,—. Stammtisch Bicda, Skalitzerstrafte, durch Grimm 1V,—. Röwert 10,—. Arbeiter- Schwimmerbund 50,—. Zwei Portiers a. d. Carmen Sylvastr. 1,—. Lese- u. Diskutierklub Nordkante 5,—. Küchenmöbelfbrk. I. Schwarzer, Wiencrstr. 7,60. Berliner Tanzlehrer- Verband 10,—. R. Butzke 11.20. Wolf, Liste 280, 26,65. Schlosserei Sarotti Cbokoladen-Fabrik 4,30. Spar- u. Kreditverein Einigkeit 15,60. Verband d. Brauereiarbeiter, Sektion 2. 250.—. Bennewitz, Liste 368, 14,15. Turnver. Treptow 7,65. Morr, Liste 204, 22.95. Sparverein„Steif und Fest" 38.60. Textil- arbeiter-Verband(Stickereiarb.) 20,—. Werkstatt Karl Kattner 7.70. Angestellte der Ortskrankenkasse der Buchbinder 6,50. Wiedemann, Liste 819, 19,80. Tichatzke, Liste 985. 11,50. Paul. Liste 994. 17.85. Böhm 4,—. Albuniarbeiter des Buchbinderverb. 15,—. Zuschneider der Firma Blumenau u. Sohn 3,—. E. Hagemann. Liste 1462. 23,70; do. Liste 1463. 18,65. Emil Brandt. Lifte 1316. 14.60. Werkstatt Ehrlich, Kronenstrafte, 41,55. Bureallpersonal des Rabatt-Sparvereins Süd-Ost 14,—. H. S. 2,—. Ratiborstraftc 3,—. Tischlerei F. Meyer u. Stark 5,30. Werkstatt Hille. Boeckhstrafte, 25,50. Liste 1279, darunter drei Herren von Fürstenberg. 7,90. von Bohmann, Admiralstrafte, 12,80. Männerchor, 8,—. Liste 1296, Henniger u. Co., Alte 35,45. Tischlerei Gebr. Schirrmeister. Langestrafte 14, Telegraphenbau-Anstalt Hainmacher u. Paetzold 4,—. Witttg 16,65. Sparverein Liegnitzer Schweiz 15,—. E. Molnick, Pankow 12,30. Firma Brllggemann, RüderSdorferstrafte, 1. Rate 23,66. Liste 965, F. Thurau 28,75. Liste 066 3,20. Tapezierer der Firma C. Hoffmaim 4,—. Listen 226/27, Eicke 23,—. Listen 1273—76, Georgi 48,80, Kussin 10,30. Tischlerei Schwarz, Urbanstrafte, 2. Rate 12,15. Sunlma 2303,60 M.. bereits quittiert 1827,20 M., Gesamtsumme 4130,70 M. Die weiteren Quittungen erfolgen in der nächsten Nummer des „Vorwärts". Weitere Sendungen werden entgegen genommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission, Engel-Ufer 15, in der Zeit von 11— 1 Uhr vormittags und 6—3 Uhr liachmittags. Geldsendungen sind zu richten an Alwin Körsten. Engel-Ufer 15. Der Ausschuft der Berliner Gewerkschaftskommission. Werkstatt „Rote Rose" Jakobstrafte, —. Arb. der Liste 362. Bautischlerei berliner partei-Hngelegenbeiteii. ReichStagS-Wahlkreis Rieder-Barmm. Sonnabend abend 8 Uhr findet in Stralau-Rummelsburg, iin Restaurant Schonert, Stralauer Weg. eine jlreiSkooferenz statt. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Landeskonferenz für Preußen und welche Aufgaben hat dieselbe zu erfüllen. Referent: Arthur Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Wahl von Delegierten. I. A.: G. Freiwaldt, KreiSvertrauenLmann, Pankow. Neuenhagen(Ostbahn). Sonntag nachmittag 4 Uhr. Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins in Nagels Restaurant, Bruch- mühle. Tagesordnung: Die deutsche Politik und der russisch- japanische Kneg. Ref. BoeSke. Friedrichshagen. Sonnabend abend 9 Uhr hält der Arbeiter- Bildungsverein bei Petznick, Friedrichstrafte 114, seine Mitglieder- Versammlung ab, in welcher Genosse M. H. Baege über„Die Entstehung des Weltalls und der Erde" einen Vortrag halten wird. Gäste. auch Frauen, haben Zutritt. Die Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen länger als sechs Monate rückständig sind, iverden ersucht, noch im alten Jahre zu bezahleil. damit der Ausschluft ver- mieden wird._ Lohales. Ihr Kinderlein, kommet...! Eine der ersten Abendstunden an der Ecke der Leipziger und Jerusalemer Straße. DaS bekannte Menschengewimmel in dreifacher Verstärkung, da die Schaufenster von Tietz in ihrer blendenden Beleuchtung kilometerweit jeden anlocken, der nicht mit der Minute geizen muß. Rur langsam kommt man in solchem Gewühl vorwärts. Plötzlich ein Bild, das der Fußgänger an dieser Stelle regsten weltstädtischen Verkehrs am wenigsten vermutet. Zwölf bis zwanzig Kinder, Knaben und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren, laufen spornstreichs um die Ecke. Söhne und Töchter des Volkes, nicht sehr nobel gekleidet; aber alle halten irgend etwas zum Spielen in der Hand, manche haben gar ein Zigarrenkästchen voll bunter Sachen bei sich. Gewiß erfreut es das Auge. so eine Schar sich austoben zu sehen; eine merkwürdige Laune ist es aller- dings, daß die Rangen gerade den belebtesten Platz Berlins zum Zeckspiel wählen. Die kleine Truppe stürmt weiter, nach der Ärausenstraße hin; manche rennen quer über die Straße durch die Straßenbahn. Omnibusse und Droschken hindurch, um auf den Dönhoff-Platz sich verstecken zu können. Eine Leichtfertigkeit, denn es ist hier oft ein Kunststück, mit heilen Knochen dem Wagengewühl zu entrinnen. Wir bettachten uns einige der Kinder näher. Seltsam! Von jugendlicher Heiterkeit ist wenig in ihren Zügen zu spüren, etwas Altkluges, Müdes, spricht aus den glanzlosen Augen, und eine gewisse Angst, die sie zur Schau tragen, sowie die Rufe„er kommt, er kommt", deuten ganz und gar nicht darauf hin. daß ihnen das Rennen große Freude macht. Eine krankhafte Blässe im Gesicht, sowie die krummen, verklommenen Hände scheinen dafür zu sprechen, daß die ganze Gesellschaft unter Frösteln leidet, obgleich es gar nicht besonders kalt ist und Kinder beim Rennen doch leicht warm werden. Das Rätsel ist bald gelöst. Diese Kinder denken gar nicht ans Spielen,»lud die Schnurrpfeifereien, die sie mit sich fiihren, die„Schäfkcns", Blcchmäusc und Nußknacker, sind ihre Handelsartikel. In langer Reihe stehen sie an der Verkehrs- reichen Ecke, um diesen Tand für einen Groschen das Stück dem Publikum anzupreisen. Allerdings, dabei wird einen in der dünnen, abgetragenen Kleidung frieren. Aber warum ist denn das Völkchen mit einem Male spornstreichs davon gelaufen? Auch das hat seinen guten Grund. Von weitem tauchte ein Schutzmannshelm auf. und der Vertteter der Obrigkeit hat darauf zu achten, daß an dieser Stelle kein Sttaßenhandel getrieben werde. Besonders von Kindern nicht, da es in sozialpolittscher Hinsicht nicht zu verantworten ist. wenn kleine Kerle, statt in ihren Freistunden zu spielen, auf ermüdenden. anstrengenden Gelderwerb ausgehen. Der Menschheit Jammer packt uns. Zum Besten der Kleinen ist der Straßenhandel verboten, und doch zwingt die Not der Elten: sie, dem Verbot entgegen zu handeln. Man mag sagen, was man will; nicht alle Väter, nicht alle Mütter schicken ihre Kinder aus purer Gewissenlosigkeit mit dem Zigarrenkistchcn auf die Sttaße. Und wo doch das Trauer- spiel eines unordentlichen Haushalts die Kleinen zwingt, Schnürbänder und Hampelmänner zu verkaufen, ist eS um so schlimmer. Im kleinen offenbart sich in diesem Bilde die Unzulänglichkeit sozialreformerischen Strebens im Gegenwarts- staate. Der Schutzmann geht gemessenen Schrittes vorüber. Er sieht nichts von der Erscheinungen Flucht. Allmählich sammelt sich die Gesellschaft wieder zusammen und die be- kannten Anpreisungen sind von neuem zu vernehmen. Wir wollen von nutzlosen Lamentationen ablassen; auch unL ist leichter ums Herz, da keiner abgefaßt worden ist und das grauenhafte Schauspiel, etwa ein sechsjähriges Mädchen auf die Polizeiwache geschleppt zu sehen, der Menschheit erspart blieb. Nur eine Frage drängt sich uns auf. Wie elend mag es in den Herzen dieser Kleinen aussehen, die in der fröhlichen, seligen Weihnachtszeit frierend mit„Schäfkens" handeln, und besonders, welches Bild mögen sie sich vom Staate machen, der, wenn er sie verfolgt, eigentlich ihr Bestes will, und dessen Vertteter ihnen dennoch nur als der Inbegriff aller Schrecken vor die Augen tritt?_ Die Stichwahl im 30. Kommunal-Wahldezirk hat der Sozialdeurokratie keinen Sieg gebracht. Sie hat geendet mit einem Siege des Freisinns— oder, richtiger gesagt, der Koalition zwischen Freisinn und Bürgerpartei. Denn die Bürgcrpartei hat— entgegen der Erklärung, die ein paar ihrer Führer nach der Hauptwahl abgegeben hatten— dem Kampf zwischen Freisinn und Sozialdemokratie nicht Gelvchr bei Fuh zugeschaut Vielmehr haben die Wähler des Herrn Prctzel, solvcit sie an der Stichwahl sich beteiligten, fast ausnahmslos für den Freisinnigen Herrn Rettig gestimmt, und sie haben schlieftlich zu seinen Gunsten den Ausschlag gegeben. Das stand im voraus fest, und niemand wird sich darüber wundern. Das Ergebnis der Wahl ist dieses: Hauptwahl Stichwahl Eingeschriebene Wähler: 5628 5628 Davon haben gewählt. 1860 1983 und zwar: sozialdemokratisch freisinnig... antisemitisch.. zersplittert 769 653 436 2 929 1063 Gewählt ist Rettig(freisinnig). Bei der Hauptwahl war unser Genosse Sassenbach dem Frei- sinnigen Rettig um 116 Stimmen voraus gewesen, bei der Stich- wähl blieb er um 143 Stimmen hinter ihm zurück. In der Stich- wähl hat er noch 151 Stimmen dazugewonnen. Rettig aber 415 Stimmen. Der Freisinn wird das als einen glänzenden Sieg feiern wollen, der durch eigene Kraft errungen sei. Da möchten wir gleich jetzt feststellen, was ein« Auszählung ergeben hat. die nach Schluft der Wohl von unseren im 30. Bezirk tätigen Genossen vor- genommen wurde. Von den 436 Pretzelschen Wählern der Hauptwahl beteiligten sich 283 an der Stichwahl, und von diesen stimmten nur 6 für Saffenbach, aber 2 77 für Rettig. Zieht man diese ab von dem oben mitgeteilten Stimmenzuwachs, den die Stichwahl brachte, so bleiben an eigenen Reserven für uns 15t— 3= 145, für den Freisinn 415— 277_ 138. Wir haben hiernach den Aorspruna, den wir bei der Hauptwahl gehabt hatten, bei der Stichwahl voll behauptet, und der Freisinn hat es lediglich der Bürgerpartei zu danken, daß er noch einmal„gesiegt" hat. Wir sagen:„noch einmal". Denn eß kann keinem Zweifel unterliege», daft auch im 30. Bezirk dieser„Sieg" der letzte Sewesen ist. Dem Freisinn ist hier noch einmal eine talgenfrist bewilligt worden. Möge er sich ihrer freuen, so lange sie währt. Die steifinnige Presse wird fich auf dieses Wahlergebnis stürzen, wie eine Meute hungriger Hunde auf einen mageren Knochen, der unter sie gclvorfen wird. Sie wird mit Stillschweigen darüber hinwegschlüpfen, daft hier Freisinnige und Konservative, Juden und Antisemiten gemeinsame Sache gemacht haben, um den für die Sozialdemokratie reifenden Bezirk noch ein- nial zll retten. Früher pflegte der Freisinn dem Bürgerparteiler Pretzel höhnend vorzuhalten, er sei der Auserkorene der Hoflakaien. Nun ist dem Freisinnigen Rettig dieselbe Ehre zu teil geworden. Aber wahrscheinlich hätte nicht einmal die ihm von den Antisemiten geleistete Wahlhülfe ihn vor der Niederlage bewahrt, wenn nicht die Stichwahl auf einen für unsere Parteigenossen so sehr un- günstigen Zeitpunkt gelegt worden wäre. Wir stehen jetzt kurz vor Weihnachten, da sind viele Geschästsdiener, die zu� uns halten, in den Geschäften unabkömmlich, und viele bereits beschäftigungslos gewordene Arbeiter müssen dem Nebenerwerb nachgehen, der sich ihnen in dieser Zeit bietet. Der Freisinn wird den Maaistrat preisen, daft er erst bis zur Hauptwahl elf Wochen und dann bis zur Stickwahl noch drei Wochen verstreichen lieft. Unsere Genossen im 30. Bezirk sind durch den Ausfall d»r Stichwahl nicht im geringsten entmutigt. Sie haben allen Grund, aus diese Wahlbcwegung stolz zu sein. Die Hauptwahl hat gezeigt, daft auch hier die Sozialdemokratie vorwärts geschritten ist und der Freisinn samt der Bürgerpartei an Anhang weiter verloren hat Die Zukunft gehört uns._ Der Streikposten-Antrag steht wieder auf der Tagesordnung der heutigen Stadtverordneten-Sitzung. Der Bor steher, Herr L a n g e r h a n s, hat es sich überlegt und will nun keinen Einspruch mehr dagegen erheben, daß über den Antrag verhandelt wird. Den Gedanken an eine Niederlegung seines Borstcheramtes hatte er schon sehr bald wieder ver- gessen. Aber auch die Sorge, daß die Staatsrcgierung einschreiten könnte, scheint ihn nun nicht mehr zu quälen. Andere fteisinnige Stadtverordnete sollen ein solches Einschreiten nicht befürchtet, sondern„gehofft" haben, wie in der freisinnigen Presse zu lesen stand. Aber bisher hat man nicht gehört, ob der Oberpräsident ihnen diesen Gefallen tun will. Die nächste Wirkung dieses sehnsüchtigen Winkens war nur die, daß der Berliner Freisinn von der reaktionären Presse erbarmungslos verhöhnt wurde. Der Antrag selber wird ja voraussichtlich abgelehnt»verde»; nach den Erklärungen, die in der letzten Stadtverordneten-Sitzung von den einzelnen Fraktionen des Freisinns abgegeben wurden, ist daran kaum zu zweifeln. Zum Bau dcr Untergrundbahn vom Potsdamer Tor nach dem Spittelmarkt wird uns noch berichtet: Der Vertragsentwurf, den die Gesellschaft für Hoch- und Unter- grundbahncn in Borverhandlungen mit einigen Magistrats-Mit- gliedern fertiggestellt hat, war Gegenstand der Beratung in der städtischen Verkehrsdeputation. Unter Vorsitz des Oberbürgermeisters wurde der Entwurf in einer mehrere Stunden dauernden allgemeinen Diskussion erörtert. Die Hauptbestimmungen des Vertrages wurden einer scharfen und ablehnenden Kritik unterzogen, die dahin zusammengefatzt werden kann, daß unter Förderung des Planes der Weiterführung der Bahn vom� Potsdamerplatz nach dem Spittelmarkt der Vertrag auf eine andere, der Gemeinde günstigere Grundlage gestellt werden mutz. In Verbindung mit dem vorgelegten Projekt wurde auch die An- legung einer neuen Stratze vom Hausvogteiplatz nach dem Spittel- markt zur Entlastung der Leipzigerstratze besprochen. Die Deputations- Verhandlungen ergaben volle Ueberein- stimmung über die Voraussetzungen, unter denen ein Vertrag mit der Gesellschaft abgeschlossen werden kann und endeten mit der Ein- setzung einer Kommission, die einen den Intentionen der Verkehrs- deputation entsprechenden Entwurf aufstellen wird. Zu Mitgliedern der Kommission wurden der Oberbürgermeister, die Stadträte Alberti, Kolle und Krause sowie die Stadtvv. Jacoby, Kyllmann, Rosenow und Singer gewählt. Die Arbeiten der Kommission sollen nach Möglichkeit be- schleunigt werden. Zur Herstellung eines Schleifenverkehrs hat die Grotze Berliner Stratzenbahn-Gesellschaft die Genehmigung zur Ein- lcgung von Kurven am Wedding und in der Reinickendorferstratze beantragt. Die Genehmigung auf Widerruf wurde mit der Be- dingung erteilt, datz eine Verkürzung der jetzt in Betrieb befindlichen Linien oder Teilstrecken nicht eintritt. Die letzte Arbeit unseres Genosse» Kurt Frendenberg enthält die soeben ausgegebene Nummer 26 der„Gleichheit". Sie handelt über die Bekämpfung desGebärmutter- k r e b s e s. Noch wenige Tage vor seinem Ableben entwarf Freudenberg einen großzügigen Organisationsplan, wie dem mörderischen Feinde unserer Frauen durch Aufklärung auf breitester Grundlage wirksam zu begegnen sei. Dcr Artikel der„Gleichheit" sollte nicht nur in der Parteipresse zinn Ab- druck gelangen, sondern als Flugblatt gedruckt, allen Kranken- lassen mit weiblichen Mitgliedern und mit Familienversicherung übersandt werden mit dcr Aufforderung, es ihren Mitgliedern einzuhändigen und zur Beachtung zu empfehlen. Indem wir die Parteigenossinnen auf den Artikel der „Gleichheit" verweisen, richten wir an die Vorstände der Krankenkassen die dringliche Bitte, durch zahlreiche Entnahme des Merkblattes und Verteilung unter ihre weiblichen Mit- glieder im Sinne des verstorbenen Genossen zu handeln, um so Tausende und Abertausende von Frauen vor schrecklichem Siechtum und Tod zu bewahren. Das Merkblatt ist für den Preis von 1 Mark pro 1000 Exemplare vom Verlag der„Gleichheit" zu beziehen. Porto zu Lasten des Bestellers. Das Magistratsbureau für Invalidenversicherung, in dem u. a. Anträge auf Invalidenrente und Altersrente anzubringen find, wird am 21. d. M. nach dem neuen Dienstgebäude der Landes- Versicherungsanstalt Berlin, am Köllnischen Park 8, verlegt. Der Magistrat hat beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung, das ehemalige Verwaltungsgebäude der Landes-Versicherungsanstalt Berlin, Klosterstratze 41, das jetzt frei geworden ist, auf 3 Jahre zu mieten und die Steuer- Abteilung III., die sich jetzt im Erdgeschoß des Rathauses Zimmcrö bis 10 befindet, dorthin zu verlegen. Die übrigen Räume sollen für Zwecke des Statistischen Amtes der Stadt Berlin, besonders für die bevorstehende Volkszählung, eingerichtet und benutzt werden. Die freiwerdenden Räume im Erdgeschoß des Rathauses soll die Stadt- Hauptkasse erhalten, die mit ihren jetzigen nicht mehr auskommt. In der gestrigen Sitzung der städtischen Parkdeputation unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. R e i ck e wurden die Entwürfe des Gartenbaudirektors Mächtig für den Brunnen- und Arnim- platz genehmigt. Das Projekt für den Brunnenplatz an der Pank- stratze gegenüber dem neuen Amtsgericht sieht nur streng gerade Linien vor. Der Arnimplatz liegt unweit des Ringbahnhofes Schön- hauser Allee an der Stolpischen- und Behmstrahe. Ferner hat die Deputation beschlossen, versuchsweise auf dem Andreas- und Dönhoff- Platz einige Bänke ausschlietzlich für K i n d e r und Frauen bereit- zustellen. Die Beisetzung des Parlamentariers Dr. Friedrich Hammacher hat Mittwoch mittag auf dem Zwölfapostelkirchhof in der Kolonnen- stratze unter grotzem Trauergeleit stattgefunden. Am Grabe sprach der Abgeordnete Bassermann, der dem entschlafenen Führer der nationalliberalen Partei einen ehrenden Nachruf widmete. Vorher wurde in der Wohnung des Verblichenen, Kurfürstenstratze 115/116, eine Trauerfeier abgehalten. Das Hochzeitsgeschenk. Die für gestern anberaumte Sitzung der städtischen Deputation, die unter dem Vorsitz des Oberbürger- meisters Kirschner darüber beraten wollte, welcher Art die Hochzcits- gäbe Berlins für die Vermählungsfeier des Kronprinzen sein soll. wurde abgesagt. Der Termin für die nächste Sitzung wird noch bestimmt werden. Ueber Betrügereien größten Umfanges veröffentlicht die„Berl. Morgenpost" einen langen Artikel, aus dem wir unter allem Vor- behalt Folgendes wiedergeben: Gegen den 23jährigen Reichs- grasen Hugo B. zu S. und H., der in einem der vornehmsten Gasthöfe wohnte, zurzeit unbekannten Aufenthalts, ist Strafanzeige wegen Betruges erstattet worden. Der junge Reichsgraf hat es unter Beihülfe seines� Sekretärs W. verstanden, in kaum einem halben Jahre Schulden von Hundecttausenden zu machen. Zuerst wurden gegen Wechsel Pferde gekauft und bald in Geld umgewandelt. Dann ward, natürlich nur gegen Wechsel, ein Automobil erworben. Ein Rentner Sch. stellte dem„momentan in einer kleinen Verlegenheit" befindlichen Reichsgrafcn 7600 M. zur Verfügung. Das Darlehen wurde an dem bestimmten Termin zurückgezahlt, und Sch. nahm nun keinen Anstand, dem Kavalier eine viel höhere Summe zu leihen. Ein Bankier gab 66 000 M. als Darlehen. Dann wurde gegen Wechsel im Betrage von 156 600 M. ein Landsitz gekauft, als dessen Besitzer dcr angebliche Baron und Sekretär W. auftrat. Der Reichs- graf„belieh" das Grundstück erststellig mit 76 666 M. Ein Rechts- anwalt soll so unglaublich leichtsinnig gewesen sein, dem Grafen 45 666 M. Mündelgelder als Hypothek zu geben. Das Grundstück hatte dabei nur einen Wert von höchstens 26 666 M. Ein Rentner K. verkaufte dem Grafen ein Grundstück und gab ihm sogar noch 26 666 M. bar her. Sein Bruder soll gegen Wechsel seine Ziegelei für 356 666. M. verkauft haben und zugrunde gerichtet sein. Schließlich verreisten der Gras und sein Sekretär ins Ausland. Vergeblich haben die Gläubiger auf die Rückkehr der beiden gewartet. Vom Borsitzenden des Verbandes der Böcker, unserem Partei« genossen Karl H e tz s ch o l d erhalten wir folgende Zuschrift zu der gestern von Herrn Behm eingesandten Berichtigung: Behm war in der fraglichen Versanrmlung im Lokal„Königsbanl" anwesend, er hat dort gerade das, lvas ich in bezug aus Mißstände in einzelnen Bäckereien ausführte, sich genau aufgezeichnet, wie er vor Gericht bestätigte. Diese Aufzeichnungen hat er sowohl dem Bäckermeister Börner, Küstrinerplatz 2. als auch dem Bäckermeister Kniipfer, Weber- straße, mitgeteilt. Diese seine Mitteilungen hatten beiden Bäcker- meistern die— gleichviel ob mittelbare oder unmittelbare— Veranlassung gegeben, Strafantrag gegen mich zu stellen. Welchen Zweck Herr Behm mit seinen Angebereien an die betreffenden Bäcker- meister verfolgte, ob er diese zur Klage bewegen oder für mich eine. Belohnung erlangen wollte, läßt sich wohl beurteilen aber nicht be- haupten. Jedenfalls spricht die Tatsache, daß Herr Behm vor Gericht die liebenswürdige Bemerkung machte, die Versamnilnng hätte einen„aufhetzerischen" Charakter gehabt, nicht für die letztere Annahme. Liebesdrama im Hotel. Der 26 Jahre alte, aus Berlin gebürtige Stellmacher Valentin M a r z i n k o w s k i, der in der Andreas- straße 26 wohnte, unterhielt seit einem halben Jahr ein Verhältnis mit einer Martha Schulz, die bis zum 1. d. M. bei einem Bäcker- meister diente, seitdem keine Beschäftigung hatte und in der Koppen- straße 25 in Schlafstelle wohnte. Seit drei Tagen waren beide nicht mehr in ihren Wohnungen gewesen. Der junge Mann wurde von der Polizei gesucht, weil er sich nicht zum Militärdienst gestellt hatte. Gestern morgen schrieb er seinen Brüdern Abschiedsbriefe. Nach- mittags um 4 Uhr besuchte das Paar ein Hotel am Schlesischen Bahnhof. Nach dem Abendessen begaben sich beide ins Schlafzimmer. Eine halbe Stunde später wurde dort heftig und anhaltend geklingelt. Gellende Hülferufe empfingen das eintretende Personal. Der junge Mann lag regungslos auf dem Sofa, während Martha Schulz laut aufschrie und dann zusammenbrach. Beide hatten Lysol genommen und wurden mit einem Rettungswagen nach Bethanien gebracht. Ein Rechtsstreit um Leoncavallos Oper„Der Roland von Berlin", hat sich zwischen zwei hiesigen Zeitungsverlegern ent- spönnen. Die Firma Ullstein u. Ko. hatte von dem Komponisten das Recht erworben, den Abdruck einer Komposition aus der Oper in der von Bogumil Z e p l e r herausgegebenen„Musik für Alle" vor- zunehmen. In dem schriftlichen Vertrag hatte sich Leoncavallo ver- pflichtet, keiner anderen Berliner Zeitung dasselbe Recht einzu- räumen. Als der Vertreter der Firma vor einigen Tagen bei dem Komponisten erschien, um den von ihm unterzeichneten Vertrag nebst der Partitur abzuholen, wurde ihm erklärt, datz kurz zuvor ihm der Verlag Aug. Scherl zuvorgekommen und ein Abdrucks- recht für die„Woche" erworben habe. Herr Scherl war durch Ver- Mittelung des Schriftstellers H o l z b o ck bereits vor längerer Zeit mit Leoncavallo bczw. seinem Verleger Sonzogno in Ver- bindung getreten. Die Firma Ullstein u. Ko. bestand auf ihrem vertragsmäßigen Recht und ließ durch den Rechtsanwalt Dr. L u b- s z y n s k i ein Verbot an Leoncavallo und den Verlag Aug. Scherl ergehen. Das Verbot traf den Komponisten gerade inmitten dcr Vorbereitungen zu seiner Generalprobe. Dieser antwortete durch Eilbrief an den Anwalt, daß er der Firma Ullstein eine bezügliche Zusicherung nicht gegeben habe und klärte sich bereit, ihr den Abdruck einer Komposition aus der Oper in der„Musik für Alle" einzuräumen, sofern, sie auf ihr ausschließliches Recht verzichte. Gleichzeitig behauptete aber auch Herr Scherl, daß er von dem Ver- leger Sonzogno und von Leoncavallo das alleinige Recht zugesichert erhalten habe und die Komposition bereits in dieser Woche zu ver- öffentlichen beabsichtige. Dem Vernehmen nach hat der Verlag Ullstein u. Ko. zur Klarstellung der Rechtsfrage den gerichtlichen Weg beschritten. Eigentlich gibt dieser Krieg deutlicher als alle Kritik Kunde davon, daß man es in der neuen Oper mit einer Sensationsmache zu tun hat. Das rätselhafte Verschwinden eines Photographen wird aus Friedenau gemeldet. Es handelt sich um den 25jährigen Hermann Przibilla, der vor längerer Zeit in dem Hause Handjery- straße 67 ein photographisches Atelier eröffnet hatte. Przibilla ent- fernte sich am Mittwoch, den 36. November, abends gegen 6 Uhr, in seinem Arbeitsanzug, um spazieren zu gehen. Bis heute ist er jedoch von diesem Spaziergange nicht zurückgekehrt. An dem fraglichen Abend wurde der Vermißte in der Rheinstraße promenierend zum letzten Male gesehen. Äitdem fehlt jede Spur von dem jungen Manne. Die Friedenauer Polizei hat bisher vergeblich in sämtlichen Krankenhäusern nach dem Verbleib des Verschwundenen gesucht. Da auch die Möglichkeit eines Verbrechens nicht ausgeschlossen ist, ist be- reits eine Absuchung der Umgebung von Friedenau erfolgt. Doch sie verlief gleichfalls resultatlos. Przibilla lebte in geordneten Verhält- nissen. Die Eltern des jungen Mannes haben auf die Auffindung ihres Sohnes eine Belohnung von 166 M. gesetzt. Dcr Ver- schwundcne ist 1,86 Meter groß, von schlankem, kräftigem Körperbau, hat blondes, etwas gelocktes Haar und weist als besonderes Kenn- zeichen eine eingedrückte Nase auf. Bekleidet war Przibilla mit dunklem Schlapphut und Winterpalctot, grauen Beinkleidern und Jackett. Im Betriebe der Brauerei Königstadt hat gestern der Brauer Stefan I e s ch o n e k dadurch einen entsetzlichen Tod gefunden, daß er von einem Gerstenhaufen mitgerissen wurde, den man durch ein Durchlaßrohr aus der oberen Etage abließ, worauf Jeschonek unter dem Getreide e r st i ck t e. Während es seinem Kollegen Sellner gelang, sich festzuhalten, wurde Jeschonek bis an die Mündung des Rohres gezogen. Die Gerstenhaufen schlugen über ihn zusammen, und als Hülfe nahte, war es zu spät. Sellner konnte dem Ver- unglückten nicht beispringen, da er selbst bis zur Brusthöhe ver- schüttet war. Nach fachmännischem Urteil liegt die Schuld an dem Unglück daran. daß die Bewiebseinrichtungen in der Brauerei unzulänglich sind und der Getötete, der erst am Morgen des UnglückstageS in die Brauerei eingetreten war, auf die Lebensgefahr, die die Arbeit in sich schloß, nicht hingewiesen wurde. Daß diese Arbeit äußerst gefährlich ist, weiß man aber im Betriebe der Brauerei, da schon mehrfach Brauer von dcr herabstürzenden Gerste mitgerissen wurden. In anderen Brauereien sind Sicherheit?- Vorrichtungen vorhanden, in der Brauerei Königstadt nicht. Der Zentralverband der Brauer, von dem uns die Unglücksnachricht zu- geht, meint, daß der Vorfall nicht den schlimmen Ausgang ge- nommen hätte, wenn die Brauerei den Vorschriften über Unfall- Verhütung gebührende Beachtung geschenkt hätte. Es ist eine bekannte Leichtfertigkeit mancher Geschäftsleute, daß sie blutjungen Leuten beträchtliche Geldsummen anvertrauen und sie dadurch in Versuchung bringen. Das hat sich von neuem an einem heute gemeldeten Vorgang gezeigt. Mit 1566 M. ist der 16 Jahre alte aus Dresden gebürtige Hausdiener Rudolf Kerpen verschwunden, der seit Jahresfrist in einem Zigarrengeschäft in dcr Friedrichstratze, dessen Inhaber auch Stcmpelverteiler ist, angestellt war. Der junge Mann ist dcr Sohn achtbarer Eltern, genoß das volle Vertrauen seines Arbeitgebers, das er bisher auch immer ge- rechtfertigt hatte, und erhielt schon oft größere Geldbeträge anver- traut. Gestern morgen wurde er um QM Uhr mit 1566 M. weg- geschickt, um bei der Hauptsteucrkasse die Stempel zu ergänzen, kam aber dort nicht an und kehrte auch nicht wieder zurück. Die Er- kundigungen, ob er vielleicht irgendwo auf der Straße verunglückt sei und ein Krankenhaus habe aufsuchen müssen, hatten ein nega- tives Ergebnis. Man nimmt daher jetzt an, daß er mit dem Geldc durchgebrannt ist. Unter dem Verdachte des KindeSmordeS wurde gestern das IS Jahre alte, aus Itzehoe gebürtige Dienstmädchen Ella Sumowski verhaftet. Der Wirt des Hauses Bülowstraße Nr. 65, bei dem sie diente, nahm gestern in seinem Balkonzimmer, in dem geheizt wurde, einen üblen Brandgeruch wahr und fand im Ofen die angekohlte Leiche eines neugeborenen Kindes. Die Ermittelungen ergaben, datz Ella Sumowski dieses bereits am vergangenen Sonnabend heimlich zur Welt gebracht hatte. Ob es eines gewaltsamen Todes gestorben war, bedarf noch dcr Feststellung. Tic Leiche hatte das Mädchen in der Schublade seiner Kommode verborgen, bis es eine Gelegenheit gefunden zu haben glaubte, sie durch Verbrennen be- seitigen zu können. Feuerbericht. Mittwoch vormittag 11 Uhr wurde die Wehr nach der Neuen Grünstratze 21 gerufen, weil hier im zweiten Stock des rechten Seitenflügels in einer Wohnung durch einen eisernen Ofen Feuer ausgekommen war. Der 17. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen. Auf dcr Fahrt zur Brandstelle brach an dcr Ecke der Kommandanten- und Lindenstraße das linke Hinterrad der Gas- lpritze vom 17. Zuge.— Derselbe Löschzug hatte dann gegen abend kurze Zeit in der Lindenstrahe 69 zu tun. Hier war in einer Actz- kammer der Graphischen Kunstanstalt von R. Labisch u. Ko. durch Unvorsichtigkeit Terpentin in Brand geraten.— In der Luisen- straße 41 mußte vorher ein Feuer abgelöscht werden, das den Fuß« boden und die Balkenlage ergriffen hatte, während in der Greifs» walderstraße 1 Kartons, Kisten usw. in Flammen standen.— Abends war dann in der Königsbergerstratze 34 in dem Schaufenster der Konfiturenhandlung von W. Geisler durch eine Gasflamme ein Brand entstanden, der indes vom 7. Löschzuge in kurzer Zeit erstickt werden konnte.— Die übrigen Alarmierungen, die noch aus der Frankfurter Allee 47, Ramlerstratze 17 und noch aus einigen anderen Orten einliefen, waren durchweg auf„blinden Lärm" zurückzu- führen._ Das Adreßbuch der westlichen Berliner Bororte ist im 2. Jahr« gang 1665 sVerlag des„Grunewald- Echo", Berlin- Grunewald. Äönigs-Allee 6) erschienen. Das auf Grund amtlicher Listen be- arbeitete Buch umfaßt die Orte: Grunewald, Halensee, Wilmersdorf. Schmargendorf, Dahlem, Schlachlensee, Nikolassee, Wannsee, Neu- babelsberg und das Gebiet des Grunewalder Forstes. Es enthält einen Pharus-Plan der westlichen Vororte in 16 Farben und eine» Separatplan von Wannsee. Im Berlage von Alexius Kießling in Berlin SW., Kleinbeeren« straße 26, erschien soeben der 26. Jahrgang von Kießlings Berliner Baedeker, praktischer Führer durch Berlin und Um- gebung, in einer illnstrierten Ausgabe mit 48 Ansichten der hervor- ragendsten Bauwerke und Denkmäler zum Preise von 1,56 M. für das broschierte, 2 M. für das gebundene Exemplar. Bogel-Ausstclluiig. Drei unserer bedeutendsten Vereine für Vogel- zucht, die„Canaria", der„Verein Berliner Taubenzüchter" und der über ganz Deutschland verbreitete„Verein Deutscher Kanarienzüchter". veranstalten in der Zeit vom 17. bis 16. Dezember 1664 in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. 21, eine große Ausstellung, speziell von edlen Kanarien und erstNassiaen Rassen-Tauben. Verbunden mit dieser Ausstellung ist der Verkauf der ausgestellten Tiere; außerdem findet am Dienstag, den 26. d. M. eine Auktion von Kanarien und Tauben statt. Es sind bereits mehrere hundert Aussteller ge- meldet. Im Passage-Panoptikum ist der Riese Machnow wieder ein- gekehrt. Er gilt als der größte Mensch, der je gelebt hat. Es ist authentisch nachgewiesen, daß er während der Zeit, die er von Berlin abwesend war, noch um 4M. Zentimeter gewachsen ist. Theater.„Die Negerlein", Grotesk- Operette in 3 Aften von Franz Arnold, Musik von Waldemar Wendland, gelangt am ersten Weihnachtsfeiertag zur erstmaligen Aufführung am„Zentral- T h e a t e r".— L u st sp i e l h a u s. In der am Sonnabend, nach- mittags 3 Uhr, stattfindenden Erstaufführung von„Das böse P r i u z e ß ch e n", ein Märchenspiel für Kinder in drei Aufzügen, ist fast das gesamte Personal des Lustspielhauses beschäftigt.— Heute geht im National-Theater„Der Millionenbauer" in Szene.— Im Apollo-Theater treten die amerikanischen Spezialitäten nur bis zum 16. d. Mts. auf. Hus den Nachbarorten. Rixdorf. Der Geist des Provinzial-SchulkollegiumS scheint auch in Rixdorf umzugehen. Der Magistrat sieht es wohl gern, daß die Arbeiter den Steuersäckel füllen helfen; ihnen aber zugestehen zu sollen, daß sie nach vollbrachtem Tagewerk etwa in stadtischen Turnhallen sich am Gerät und beim fröhlichen Spiel tummeln können— das kann er nicht; zu solcher selbstverständlichenToleranz hat sich der Magistrat der Arbeitcrstadt Rixdorf noch nicht aufschwingen können. Aber nicht genug damit, scheint der Kampf gegen den„Umsturz" noch in anderer Hinsicht aufgenonunen zu sein. Und diesnial sind es„Volks"schul- lehrer, die darin um die Palme ringen. Von Parteigenossen wird uns nämlich mitgeteilt, daß jüngst in einer hiesigen Gemeindeschule — angeblich auf Anordnung des Rektors— eine förmliche Razzia nach solchen Kindern stattgefunden habe, die der I u a e n d- A b- teil un g der„Freien Turnerschaft Rirdorf-Britz" an- gehören. In diesem Verein— so wurde den Festgestellten er- öffnet— dürften sie nicht turnen. Welche Gründe den Herrn Rektor geleitet haben, braucht nicht erst gesagt zu werden; jedenfalls läßt er sehr das bei dem Leiter einer Volksschule nötige Verständnis für das Volksempfinden ver- missen. Ein Recht zu solchen Maßnahmen muß ihm unbedingt be- stritten werden. Den Vätern solcher eingeschüchterten Kinder aber raten wir— ganz unbeschadet unseres Standpunktes, daß Schule und HauS gemeinsam au der Erziehung wirken sollen—, sich nicht beirren zu lassen und solchen Uebergriffen entgegen- zutreten. Ein anderes Stückchen, das des komischen Beigeschmacks nicht entbehrt, wird uns noch bcrechtet: Das Kind eines Genossen hatte seine Schreibhefte in der mit unserer Partei- Spedition ver- bundenen Schulbuchhandlung gekauft. In dcr Schule erklärte ihm nun der Lehrer, nachdem er die Bezugsquelle erfahren, die auS diesem Geschäft bezogenen Bücher seien der reine Schund. Wenn man demgegenüber erwägt, daß von unserem Parteigeschäft nur die vorschriftsmäßigen Bücher und Hefte geliefert, ja daß diese sogar aus der für dieselben einzig in Frage kommenden Handlung bezogen werden, dann weiß man nicht, was man zu solchen Aeußerungen eines Volkserziehers sagen soll. Spandau. Bei der heutigen Stadtverordneten-Ersatzwahl wurde Genosse Emil Köpnick mit 563 Stimmen gewählt; sein Gegner, Tischlermeister Weber, erhielt 169 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war eine sehr flaue. Unter dem Druck der Verhältnisse hat die Stadtverwaltung doch ein Nachtasyl für die Obdachlosen schaffen müssen. Fast schien es, daß dieses Projekt noch im letzten Augenblick scheitern sollte, da der einzige Hausbesitzer, der Stadtv. Rupke, der für diesen Zweck Mietsräumlichkciten herzugeben sich erboten hatte, seine Offerte zurückzog, als die Stadtverordneten-Versammlung nicht glatt akzeptierte, sondern auf Antrag unserer Genossen zunächst örtliche Besichtigung der betr. Räumlichkeiten beschloß. Nunmehr haben die städtischen Körperschaften folgenden Ausweg gefunden: Die jetzt vom städtischen Eichamt benutzten Räume im Rathause werden für die Zwecke des Obdachlosenasyls frei gemacht. Das Eich- amt siedelt nach der alten Feuerwerkerkaserne in dcr Moritzstratze über, woselbst noch ein kleiner Anbau zu machen ist. Die freige- wordenen Räume im Rathause sind ja äußerst primitiv; Genosse D u ck s ch forderte deshalb auch in der letzten Stadtverordneten- sitzung, daß aus hygienischen Rücksichten noch unverzüglich eine Bade- und Desinfektions gelegenheit mit dem Asyl ver» bänden wird. Sein Antrag, die bestehende Spezialkommission auS diesen Gründen noch f o r t b.e st e h e n zu lassen, fand Annahme, so daß zu erwarten steht, daß alle die Mängel, welche dieser neuen städtischen Einrichtung anhaften, bald beseitigt werden können. Weihensee. Die Gemeindevertretung nahm in ihrer letzten Sitzung die Be- kanntgabe der Genehmigung des Vertrages über die Vereinigung der Gemeinde Weißensee mtt Neu- Weißensee entgegen. Hierbei wurde der Wunsch ausgesprochen, die Eingemeindung nicht ohne Sang und Klang vor sich gehen zu lassen' wenigstens»volle man durch ein kleines Abendessen mit Bier diesem Akt die rechte Weihe geben; die bciderseittgen Gemeindevertretungen und einige Auserwählte dürfen an dem Feste teilnehmen. Dem Gemeindcvertreter Frentz iSoz.) wurde auf eine Anfrage, ob diese Feier etwa patriotischen Zwecken dienen soll, eine Antwort zuteil, aus der man entnehmen konnte, daß die Herren ganz gern unter sich bleiben wollen.— Der Bericht über die Gemeindeverwaltung für die Zeit vom 1. April 1663 bis zum 31. März 1664 wurde ver- lesen.— Die Errichtung zweier neuer Lehrcrstcllen zum 1. April 1665 wurde beschlossen, und zwar je eine für die evangelische und katholische Gemeindeschule.— Das Kuratorium der hierorts bestehenden Mädchen-Fortbildungsschule teilt mit, daß die Ausbringung der Unkosten erhebliche Schwierigkeiten Ober- Schöneweide. innern, daß die Kirche nach wie vor das Lesen altkatholischer Schriften und der nicht von ihr purgierten Klassiker mit Egkommunitation bestraft, um die Geschmacklosigkeit des Sünders in der ,, Germania" zu verstehen. Bereite; es ist versucht worden, eine Staatsbethülfe zu erhalten, I meindevorstand fand inzwischen andere Drette des Bedauerns. Es| Weise: Stephan VI. tourde erdrosselt, Johann XVI. verstümmelt. leider ohne Erfolg. Gemeindevertreter Taubmann( Soz.) regte tut ihm leid, daß die Straßennamen so häßlich sind. Be- Johann X. erstickt, Benedikt VI. starb mit der Schlinge am Halse. an, für die Mädchen- Fortbildungsschule ebenfalls wie bei den Knaben zeichnungen wie Wiesenweg, Ackerstraße, Feldstraße ziemen sich nicht Von Johann XIV. wird erzählt, er sei Hungers gestorben. cin Obligatorium zu schaffen, jedoch scheiterte der Antrag an den für einen Dit von 8300 Einwohnern. Die neue, von der Chaussee- Gregor VIII. wurde in einen eisernen Käfig gesperrt, Cölestin V. guten Willen der Mehrheit, die wohl einsah, daß es das ver- straße zum Rathaus führende Straße soll jezt Kaiserstraße heißen. starb durch das Einschlagen von Nägeln in seine Schläfen usw. Die nünftigste sei, auf diese Art die Schule lebensfähig zu machen; doch Die Frage der Unterhaltung der Bürgersteige führte in der Päpste von Avignon nicht gerechnet, wurden 26 Päpste abgefeßt, ber hielt man den Antrag für verfrüht. Das bestehende Kuratorium Gemeindevertretung zu einer lebhaften Debatte. Der Gemeinde- trieben, verbannt. 28 Päpste konnten sich nur erhalten, indem sie der Knaben- Fortbildungsschule soll die Angelegenheit prüfen und ge- vorsteher zog verschiedene Entscheidungen des Oberverwaltungs- fremde Intervention herbeiriefen." eignete Vorschläge machen. Die Festsetzung des Brennkalenders für gerichts heran und hatte Luft, gegen die in Betracht kommenden Heute ist so I cher Terrorismus in der katholischen Kirche das Jahr 1905 gab unseren Genossen Veranlassung, über die immer noch Eigentümer zu klagen. Dem Gemeindeverordneten Hinze gelang allerdings nicht mehr üblich. Aber man braucht nur daran zu er mangelhafte Beleuchtung des Ortes mit Erfolg Beschwerde zu führen. es, das Drtsoberhaupt von diesem schrecklichen Vorhaben abzudenn die Beleuchtungskommission wurde ermächtigt, dem Mond bringen. größere Aufmerksamkeit zuzuwenden, und wenn dieser Geselle trotz Kalenderbestimmung sein Licht nicht leuchten lassen will, die Gasanstalt einspringen zu lassen. Ebenso wurde die Vermehrung der Die Gemeindevertretung hat den Einspruch des Genossen Grunow Nachtlaternen um 32 beschlossen. Hierbei konnte es sich der Herr gegen die erfolgte Proklamation des Eigentümers Wirzyk zum Ge- Faltenberger Strede hat, wie jest gemeldet wird, noch weitere Opfer Das Eisenbahn- Unglück auf Bahnhof Ruhland der KohlfurtWasserkontrolleur, der mehrfache Hausbesitzer und Fleisch- meindeverordneten als berechtigt anerkannt. Wirzyk hat als beschauer Rothe nicht verkneifen, von neuem zu sagen, daß Kandidat der Katholiken bei der für ungültig erklärten Wahl unseres gefordert, so daß nunmehr vier Menschenleben zu beklagen sind. die Kritiker unserer örtlichen Verhältnisse lieber den Weißen- Genossen Kaufholt die zweitmeisten, aber nicht die Hälfte der der Führer Hertel und der Heizer Kluge von der Leerlokomotive, seer Staub von den Füßen schütteln, als fortwährend die abgegebenen Stimmen erhalten. Hierauf ſtüßt sich der Einspruch. Die bei dem Zusammenstoße mit dem Güterzuge 8558 ihren Tod Bürgerschaft mit den miserablen Verhältnissen beunruhigen sollten. Es hat also in Kürze eine Neuwahl stattzufinden. In Sachen der fanden, find inzwischen auf dem Friedhofe in Hoyerswerda unter Zu dem Pfarrhaus- Neubau in Weißenfee hat Neu- Weißensee höheren Schule ist für April 1905 die Einrichtung einer Sexta, für großer Teilnahme beerdigt worden. Die Unglücklichen fanden, ber= M. Ihren schweren Verlegungen erlegen sind ferner der Führer und der 12 419,82 m. beizutragen; eine Summe, die gegen die Stimmen der welche schon eine größere Schülerzahl gemeldet ist, beschlossen eint wie auf der Todesfahrt, auch nebeneinander die letzte Ruhestätte. Sozialdemokraten bewilligt wurde. Die vom Berliner Magistrat worden. Dem Kommunalbeamtenverein bewilligte auf seinen Antrag herauszugebenden Formulare für die nächstjährige Volkszählung die Gemeindevertretung 300 M. für eine Unterstügungskasse. Heizer des Güterzuges; sie erlitten komplizierte Arm- und Rippenfollen mitbenugt werden, jedoch wird die Bewilligung der dadurch In den Schulvorstand wurde auf einen Antrag katholischer Ein- brüche, während die beiden Bremser mit leichteren Verletzungen entstehenden Mehrkosten( 890 m.) abgelehnt. Der von dem Pferde- wohner ein Katholik gewählt. davonkamen. Der Materialschaden beläuft sich auf etwa 20 000 m. Die Anliegerbeiträge für neu markt- Bächter erzielte Ertrag für eingelegte Pferde- Auktionen in herzustellende Kanalisationsleitungen sollen von 15 auf 30 M. pro Die Brand- und Mordkatastrophe von Obersteina. Das Dunkel, Höhe von 1600 M. kommt insofern zur Verwendung, als 1000 m. Meter Front erhöht werden. Für die Feuerwehr ist die Anschaffung das über dem furchtbaren Drama von Obersteina bei Bulsnik ruht, zur Weihnachtsbescherung für Witwen und Waisen und 600 M. für einer neuen mechanischen Leiter gutgeheißen worden. Die jezt vor- ist noch nicht gelichtet. Wie bekannt, ist nur der Schwiegersohn des Feuerung an Arme bestimmt find, jedoch wird dieses nicht als handene hat sich für verschiedene Gebäude als zu kurz erwiesen.- Freudebergschen Ehepaares, der Steinbruchpächter Thomschke, entArmenunterstützung angerechnet. Eine Petition der Gemeindebehörde wegen Einrichtung von kommen und als des Raubmordes verdächtig verhaftet worden. Der Nachttelephon für den Ort ist von der Postbehörde dahin Verdacht, die Familienangehörigen getötet und dann das Haus anPankow. beantwortet worden, daß hierfür eine Mindesteinnahme von gesteckt zu haben, lenkte sich, so schreibt man aus Bauben, auf Eine Bergrößerung des zu Rieselzwecken bestimmten Rittergutes 2000 m. sichergestellt werden müßte. Durch Fragebogen will man ihn, da er tief in Schulden steckte und seinen Schwiegervater öfters Mühlenbeck hat die Gemeinde Pankow durch den Ankauf des die Interessenten hierfür zu gewinnen suchen. Der Beschluß der um Geld anging. Gerade kurz vor dem graufigen Geschehnis hatte 12 Morgen großen Tonwertes vollzogen. Das Tonwert, welches evangelischen Gemeinde- Kirchenbehörde, auch für Beerdigungen ohne er mit Geldschwierigkeiten zu kämpfen. So konnte er nicht einmal sich in Liquidation befindet, ist mit allen Gebäuden für den Preis geistliches Geleit Gebühren zu fordern, fand allseitige abfällige Be- feine Steinbrucharbeiter ablöhnen. Außerdem wußte er auch, daß von 66 000 M. in das Eigentum der Gemeinde übergegangen. Mit urteilung. Daß hierbei auch von Dissidenten diese Beträge ge- Freudeberg seine Kuh verkauft und daher Geld bei sich hatte. Als dieser Tatsache ist die Erbauung eines neuen Arbeiterwohnhauses auf fordert wurden, bezeichnete Genosse Grunow als für den guten die ersten Menschen vor dem brennenden Hause anlangten, soll ihnen Mühlenbeck hinfällig geworden. Es wird nunmehr das mit- Magen der Kirche sprechend. Im übrigen ergeben sich schlimme Thomschte mit dem Rufe entgegengestürzt sein:" Was ist denn los?" angetaufte Maschinenhaus als Arbeiterwohnhaus ausgebaut Mißstände daraus, daß die Gemeinde die Gebühren für ihren eigenen Bei seiner Bernehmung gab er an, daß sein Schwiegervater der werden, womit eine Ersparnis von zirka 10 000 m. verbunden Friedhof nicht selbst einzieht, sondern dies dem Küfter der Kirchen- Täter sei. Er sei infolge schwerer petuniärer Verluste plötzlich irrsein soll. Die Schwemmtanalisation Pantows geht ihrer Vollendung gemeinde überläßt, dem sie dafür noch 800 M. zahlt. sinnig geworden, habe seine Angehörigen mit der Radhacke erentgegen und die Einrichtung soll im nächsten Jahre in Betrieb geschlagen, das Haus angezündet und dann sich selbst in die Flammen sezt werden. Die Kanalisationskommission hat, um Geld zu sparen, gestürzt. Diese Behauptung wird durch die Tatsache gestützt, daß weil der Voranschlag schon bedeutend überschritten ist, den unman den alten Freudeberg mit einem Strick um den Hals auffand. begreiflichen Beschluß gefaßt, die sogenannte wilde Rieselung in den ersten Jahren vorzunehmen. geführt. Am Orte traut man Freudeberg die Tat nicht zu, da er Doch hat diese Entdeckung noch nicht zur Haftentlassung Thomschkes Man will die Abwässer Ein rationeller Betrieb verlangt die fofortige Drainierung der Felder, welche auch bei wilder Rieselung in furzer Zeit vorgenommen werden muß. Es handelt sich hier um eine finanzielle Manipulation, welche darauf hinausläuft, den Etat später doppelt zu belasten. Da unsere Genossen in der Kanalisationskommission nicht vertreten sind, so werden sie geVermischtes. Ein furchtbarer Sturm herrscht an der schottischen Küste. Der Dampfer" Na r" aus Glasgow ist an der Küste gesunken. Zehn einfach über die Felder laufen lassen, wodurch der Boden versauert Mann sollen ertrunken sein. Es liegen noch mehr Nachrichten über als ein ruhiger und harmloser Mann bekannt ist. fleinere Schiffsunfälle vor, bei denen jedoch Verluste an Menschenleben nicht zu beklagen sind. zwungen sein, in der nächsten öffentlichen Sigung Aufklärung zu berlangen. Schmargendorf. Kirchlich- sozial. Um die schulentlassene Jugend zu sammeln, hat die Gemeinde einem hier jüngst gegründeten Jünglings- und Jung frauen- Verein", der unter Leitung eines Pastors steht, für Zusammentünfte die Turnhalle und andere Schulräume zur Verfügung gestellt. Ein Konflikt mit dem Provinzial- Schulkollegium soll nicht zu befürchten sein. Wir glaubens. Mariendorf. " Wer Briefkaften der Redaktion. -Terrorismus. In der kapitalistisch- katholischen Germania" begeht der gewerbsmäßige Sünder gegen das achte Gebot von neuem Gretchen. In solchen Sachen kann man nicht raten, weil alles dem die Geschmacklosigkeit, über den Terrorismus der Sozial persönlichen Taft überlassen werden muß. E. L. Eine solche Zentrale bemokratie gummer Bartelgenoffen fürzlich eine Erflärung und durch Selbststudium um to gediegener vorgebildet.-. M. Mir zu jammern. Diesmal muß der Umstand her- stelle existiert nicht. St. 1000. Nicht akademisch, dafür durch das Leben halten, daß die Spandauer so Wenden Sie sich daher an Herrn erlassen haben, in der sie sagen, daß ein von unserem Genossen haben darüber fein sicheres Urteil. Nachfolgerin der eingegangenen Spandauer" Laterne" zu betrachten see, Bost Urfeld. Goerke in Charlottenburg herausgegebenes Lokalblatt nicht als brieflich oder persönlich. Seine bayrische Adresse ist Soiensaß am Walchenv. Vollmar, M. d. R., hier, Reichstagsgebäude am Königsplay, und zwar sei. Durch diese Erklärung sei Goerke terrorisiert worden. Pagliano. Das besorgt Ihnen jede Apotheke. im Glashause sißt, soll nicht mit Steinen werfen, und wenn irgend würde zu umfangreich ausfallen. Wir können Ihnen daher nur raten, fich Steinecker. Siehe vorher unter Pagliano. O. 2. 78. Die Antwort jemand Ursache hat, das Gerede vom Terrorismus beiseite zu lassen, vertrauensvoll an die Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 69, 3. Hof, u dann ein Katholik, der es mit seiner Sache gut meint. 2. K. 89. Ohne Quittung keine Antwort. Das wenden. 5. W. 13. Sm zeigt sich unter anderem an einem Beispiel, das wir in Rosenows Reichstagsgebäude vor der Sizung. Wenden Sie sich an einen Portier. bekanntem Werk„ Wider die Pfaffenherrschaft" finden. G. G. 66. Das Fleisch ist minderwertig, daher der geringere Preis. O. D. 22. Uns leider unbekannt; existiert wahrscheinlich nicht. Darin wird berichtet: Goldberg. Der spätere Marschall M. wurde seinerzeit von der preußischen Armee beurlaubt, ging nach Konstantinopel, machte den Feldzug in Kleinasien mit sowie die Entscheidungsschlacht von Nisib, die froß seiner strategischen Ratschläge verloren ging. Nach mehrjährigem Aufenthalt im Orient fegte er feine Karriere in der preußischen Armee fort. Der Lebenslauf läßt sich nicht wiedergeben, lesen Sie daher ein Spezialwerk nach. H. F. 24. Wenn der Preis ein geringer ist, können Sie es riskieren, uns nicht bekannt. Das können Sie aber erfahren durch die Nedaktion des wenn nicht, so sollten Sie es lieber unterlassen. Schmidt, Schmidste. Boltsblatt", Halle a. S., Geiststr. 21. D. 3. 100.„ Mich" in beiden Fällen.. B. 77. Wir empfehlen Aerzte grundsäglich nicht, ebensowenig wie Rechtsanwälte. Mir oder mich? Mich" gewinnt 5 M. Die Sigungen der Gemeindevertretung sind bisher in den ſeltensten Fällen öffentlich bekannt gegeben worden, so daß die Bürgerschaft nicht imstande war, die Verhandlungen zu kontrollieren. Erst zur legten Sigung ist eine Ausnahme von diesem Brauch gemacht worden. " Bis zum Ende des dreißigjährigen Krieges hat es 245 Päpste gegeben, darunter 24 Gegenpäpste und nach der lange für historische Wahrheit gehaltenen Fabel eine Päpstin". 19 Päpste haben Rom verlassen, 35 regierten im Auslande. 8 Päpste regierten nicht länger als 1 Monat, 40 1 Jahr, 22 bis zu 2 Jahren, 54 bis In einer Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins zu 5, 57 bis zu 10, 51 bis zu 15, 18 bis zu 20 Jahren und nur war am 10 Oftober d. J. der Antrag an die Gemeindevertretung 10 Päpste regierten länger als 20 Jahre. Von den 245 Päpsten gestellt worden, die Bade- Anstalt im Gemeindeschulhause auch wurden 31 für Usurpatoren und Keber erklärt, während unter den Erwachsenen zur Verfügung zu stellen. Bedauerlicherweise ist dieser legitimen Päpsten 64 eines gewaltsamen Todes starben, 18 Päpste Antrag bis jetzt noch feiner Antwort gewürdigt worden. Der Ge- wurden vergiftet, 4 erdrosselt, 13 andere starben auf verschiedene Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 15. Dezember. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Die lustigen Weiber bon Windsor. V Neues fönigl. Opern Theater. Weh' dem, der lügt! Deutsches. Helden. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Berliner. Ein Teufelskerl. Leffing. Traumulus. Westen. Undine. Rachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Thalia. Der Weiberkönig. National. Die Millionenbraut. Zentral. Der Generalkonsul. Anfang 8 Uhr: Belle Alliance. Die Tugendglode. Schiller 0.( Wallner Theater.) Wallensteins Tod. 9 Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Haubenlerche. Kleines. Des Pastors Rieke. Residenz. Herkulespillen. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Lustspielhaus. Der Familientag. Luijen. Hamlet. Trianon. Gastons Frauen. Deutsch- Amerikanisches.New- York. Zentral- Theater Zirkus Schumann. Zirkus Busch. Metropol- Theater Anfang 7 Uhr. Schumann, ANOPTICUM. Der Generalkonsul. Seute, Donnerstag, den 15. d. Mts., Friedrichstr. 165. Achmet Effendi mit sein. sprechenden Puppen. Abdul Chan, der geheimnisvolle Zauberer aus Bagdad. Orientalische Märchenwelt. Passage- Panoptikum. Dero Riese Machnow ist wieder da! Der größte Mensch, der je gelebt hat! Ohne Extra- Entree! Metropol. Die Herren von Mag National- Theater Kasino. In Vertretung. Apollo. Berliner Luft. Amerikanische Sensations- Novitäten. Palaft. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbed. Paffage Theater. Die Gefangene. Spezialitäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr abends: Frühlingstage an der Riviera. Jnvalidenstraße 57/62. Stern Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. warte. Im Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. Urania, Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. Weinbergsweg 12a- 13b. Donnerstag, den 15. Dezember 1904: Gastspiel Fritz Werner: Die Millionenbraut. Anfang 72 Uhr. Freitag: Der Waffenschmied. Sonnabend: Gastspiel Alberti: Die Hugenotten. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger u. Tanzkränzchen. Dienstag, den 20., und Operette in 3 Atten v. H. Reinhardt. Freitag: Der Zigeunerbaron. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Kinderborstellung. Halbe Preise, 2 Kinder ein Billett. Däumelinchen. Abends: Die Puppe. abends präz. 7 Uhr: Erste große brillante Gala- Parforce- Vorstellung und Luisen- Theater. Münstedts Liliputaner. Hamlet. Freitag zum erstenmal: Dr. Fausts Haustäppchen. Sonnabend: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Sonntag, nachmittags: Das Käthchen von Heilbronn. Abends: Dr. Fausts Hausfäppchen. Montag: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. reizenden Ferner: Nur noch einige Male add der phänomenale Sprung in den Mond mit dem Moto- Cycle, ausgeführt von Mile. Hélene. der tollkühnen Französin Kasino- Theater Freitag, den 16. d. Mts., präz. 8 Uhr: Lothringerſtraße 37( Roſenthaler or Große Wohltätigkeits- Vorstellung Tor). Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. In Vertretung. Militärschwant in 3 Atten von Gordon. Sonntag nachm. 4 Uhr( fl. Preise): Wildes Blut. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Ludolf Waldmann Berlins populärster Lieder- Komponist. Carla Lingen in ihrer Szene „ Die Gefangene". Ein Drama im Kerkerhof. 14 neue erstklassige Nummern. Residenz- Theater. zum Besten des Vereins für Kaffeestuben u. Erfrischungskarren zu Berlin. Grossartiges Gala- Sport- Programm. Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Katharina II. Die Original Japaner. ,, Isalko", engl. Bollblut. Hr. Direktor Busch: Steeple- Chaise ohne Reiter. Die Herren von Maxim. Die dress. Affen des Clowns Armando. Große Ausstattungsposse mit GeBes. Hervorzuh.: Der Luftschiffer- Affe sang und Tanz in 5 Bildern von und die vorzügl. Programmnummern. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpenickerstr. 67. Gastspiel Adolf Philipp. Anf. 8 Uhr. Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. NEW- YORK Jeep. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Sonntag nachm. 3 Uhr! Halbe Pr. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Ueber'n grossen Teich. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Die stürmisch bejubelte Situations Komödie: Prinz Levy in Ahlbeck Schwant in drei Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter: Anton Herrnfeld. Berliner Luft. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Musik von Paul Lincke. 9 Uhr: Die amerikanischen Sensations- Novitäten! Wundersterne, elektrische Tanzbilder. The Holloways, Akrobaten auf dem Drahtseil. Kasseneröffn. 7 Uhr. Auf. 8 Uhr. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Mittwoch, 21. Dezember: Dir.: Richard Alexander. Militär- Konzert. Weihnachtsbilder. Bilder aus der Weihnachtszeit in 3 Abteilungen. An diesen beiden Theater abenden hat jeder Erwachsene ein Kind frei. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Schwank in 3 Atten von Baul Bilhaud Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Lustspielhaus Friedrichstraße 236. Täglich abends 8 Uhr: Der Familientag. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenſtr. 16. Der Wilddieb. Weihnachts- Novität in vier Aften von Fritz Breuner. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Freitag zum leptenmal: Die Ka meliendame. Montag, 19. Dez.: Letzte Vorstellg. vor Weihnachten. Skala- Theater. Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Moderne Bauspekulanten. Bosse mit Gesang in einem Akt, sowie 30 internation. Spezialitäten. Anjang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Sonnabend nachmittag, 17. Dezember, Victoria- Brauerei zum erstenmal: Das böse Prinzeßchen. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Vorlegte Aufführung: Senta Wolfsburg. Lützowstr. 111-112. Jed. Montag, Donnerstag u. Freitag: Horst's Norddeutsche Sänger. Jeden Donnerstag nach der Soiree: Tanz Kränzchen. Täglich: Gr. Bürgerl. Mittagstisch. Morgen: Lekte Aufführung Senta Wolfsburg. Somnab., nachm. 4 Uhr: Säle zu Bereinsfestlichkeiten, Versamm Kinder Fritz Steidl- Sänger. Stine Borstellung: Dornröschen. Lungen uſiv. zu fulant. Bedingungen. Abends zum erstenmal: Aus der und M. Hennequin. Deutsch von Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal Märchenwelt( Rotkäppchen) bei ganz M. Schönau. Tanz. Kleinen Preisen für Groß und Klein. Freie Volksbühne Dienstag, den 27. Dezember, abends 6 Uhr, im Rathause: III. Kunstabend: Märchen- Abend. Eintrittskarten a 30 Pf. sind in den bekannten acht Zahlstellen zu haben. Die Kinder der Mitglieder haben Zutritt gegen Vorzeigung einer Einlaßkarte. Sonntag, 18. Dezember, nachm. 2 Uhr: Metropol- Theater. Berliner Theater. 7. Abteilung: Die Karlsschüler. 230/5 4. Abteilung: Die Juden. 5. Serie im Berliner Theater: Die Räuber' von Friedrich Schiller( im Originaltext). Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. Schiller- Theater N. Invaliden- Unterstützungskasse ( Wallner- Theater).( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). d. Steindrucker u. Lithographen. Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Freitag, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Sonnabend, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Die Haubenlerche. Schauspiel in 4 Aften von Ernst v. Wildenbruch. Freitag, abends 8 Uhr: Mutter Erde. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Die Beerdigung des am 13. De zember verstorbenen Steindruders Gustav Weiß findet statt am Freitag, den 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Dankes Kirchhofes( Müllerstraße) aus. 7226 Das Komitee. Kleines Theater| Neues Theater. Orts: Krankenkasse Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. der Maler. Die stillen Stuben. Die lustigen Weiber von Windsor.ontag, 19. Dezember 1904, Freitag: Die stillen Stuben, Sonnabend: Salome. Freitag: Die Kronprätendenten. Sonnabend: Die Morgenröte. abends 8-9 11hr: Delegiertenwahl der Mitglieder ( 254 Delegierte Arbeitnehmer) im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Dienstag, 20. Dezember 1904, 2008 Teue freie Volksbühne Delegiertenwahl der Arbeitgeber Stadt- Theater Moabit. Trianon- Theater. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Am Altar. Schauspiel in 4 Atten v. B. Blumenreich. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Num. Platz 50 Bf. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Dienstag, 20. Dez.: Große ExtraBorstellung: Wilhelm Tell. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Das hervorrag. Dezember- Programm. 9 9 : Eingeschneit. ur. Weihnachtsbild in 1 Aft. other Spezialitäten L. Ranges. 11. nachher: 0. C. Shields, Romit- Juggler. Mary Ellys, Erzentrit- Soubrette. John Bartl, Manipulator und Magier. Fatma, indische Zauberin. Rosa Bonnet, Melange- Att. Ludwig Grammer, der bayrische Herkules, zahlt 1000 M. demjenigen, der seine Leistungen nachmacht. Heute und folgende Tage: Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Morgen Freitag Zum letztenmale: Bint- u. Frische rische ber Wurst bekannter tabelloser Qualität. 69, Rich. Augustin, of parterre. Nächstes Wurstessen: Am Freitag, den 13. Januar 1905. Sonntag, den 18. Dezember, nachmittags 5 Uhr, in den Industrie- Festsälen, Beuthstr. 19/20: Kinder- Abend unter gütiger Mitwirkung von Paula Dehmel, Meta Illing, Frl. Gut, Frl. Sant, Frau Beatrice Mého, Fr. Lucien de Flagny, Frl. Martha Altenberg, Herrn u. Frau Schüft- Pickert, Herrn Egon Hugo Straßburger, Herrn Rektor Gramberg und Herrn Wilhelm Kotzde, arrangiert von Egon Hugo Straßburger. Eintritt für Mitglieder und deren Kinder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte frei. Sonntag, 25. und Montag, 26. Dezember( Weihnachts- Feiertage), nachmittags 3 Uhr, im Neuen Theater: Die lustigen Weiber von Windsor. Komödie von Shakespeare. Karten für Mitglieder a 1 M., für Gäste a 1,25 M. sind in allen Zahlstellen zu haben. 151/9 Der Vorstand. I. A.: Heinrich Neft, Kassierer, Veteranenstr. 6. Große Vogel- Ausstellung ( Kanarien, Tauben) bom 17. bis 19. Dezember, Andreasstr. 21, geöffnet von 9-8 Uhr, verbunden mit Verkauf von Tauben und Kanarien. Freitag: Aschenbrödel. Märchen- 14692* spiel in 6 Bildern. Kleine Preise! 2 Kinder einen Play. Anfang 8 Uhr. Kaffenöffnung 7 Uhr. Entree 50 Bf. WINE BARTEN 765 Täglich Eintritt 50 Pfennige. ,, Canaria". Verein Berliner Taubenzüchter". ,, Verein Dentscher Kanarienzüchter". 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DDDDDDDD Am 11. Dezember, abds. 11 Uhr, verschied plötzlich am Herzschlag unser langjähriger Kollege, der Klempner Wilh. Fothe im 54. Lebensjahre. 7326 Ehre seinem Andenken! -Die Beerdigung findet am Freitag, 16. Dezember, nachm. 3 Uhr, auf dem Georgen- Kirchhofe, Landsberger Allee, statt. Die Kollegen der Firma Ferd. Thielemann. Verband der Freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 12. d. M. der Kollege Albert Böhl Rüdersdorferstr. 26 verstorben ist. 70/2 Die Beerdigung findet am d. Delegiertenwahl der Arbeitgeber Freitag, den 16..., nachmittags ( 127 Delegierte) im Kassenfokal, Spandauerstraße 5. 717b Der Vorstand. Herren- Moden Wilhelm Seide, 20. Dresdenerstr. 20, Oranienplatz. am Empfehle mein großes Lager Paletots u. Jackett- Anzüge M. 9,-, 12,-, 15,--, 20,-, 25,-6.30, Rock- u. Gehrock- Anzüge von 18 M. an, in Tuch u. Kammgarn von 30 M. an. Maßanfertigung zu soliden Preisen. Großes Stofflager. Frack- u. Gesellschafts- Anzüge werden verliehen. 1124L* Der Verkauf# des Max Lachotzkischen Konkurswarenlagers und der dazu sortierten Waren, bestehend aus besseren fertigen Herren- Garderoben unter anderen: Ein Posten Herren- Paletots, bish. Verkaufspr. b. 75 M. jetzt von 7 Mark an und höher. Ein Posten Herren- Anzüge, bish. Verkaufspr. b. 70 M. jetzt von 8/2 Mark an und höher, Ein Posten Herren- Hosen, bish. Verkaufspreis b. 35 M. jetzt von 4/4 Mark an und höher. Herren- Schlafröcke- Joppen Westen u. Stoffe sollen jetzt im Geschäftslokale Friedrichstraße 105c zwischen der Kaserne und Weidendammer Brücke ausverkauft werden. 1416L Werte Hausfrau naben Sie schon den Versuch gemacht, bei Tisch und in ihrer Küche Mohra Margarine anstatt Butter zu verwenden? Ganz abgesehen von der grossen Ersparnis, die Sie machen ( ca. 40%), ist MOHRA der besten Naturbutter gleichwertig und für Koch- und Backzwecke nahezu unentbehrlich. MOHRA ist in allen einschlägigen Geschäften käuflich. Sie können MOHRA jederzeit wie Butter gebrauchen, glauben Sie uns Niemand merkt es! 20L2030 Liquidations- Ausverkauf. 123 tab bolwr a Unser gesamtes großes Warenlager, bestehend in: Tafelservicen, Waschgarnituren, Weinglas- Garnituren, Majoliken, Mettlacher Krügen u. Wandplatten, Meißener Zwiebelmuster- Tafelgeschirren, sowie Haus- u. Küchengeräten, soll 20-50% unter dem bisherigen Kostenpreis total ausverkauft werden. C. Oberländer's Erben 1. Liqu Berlin O., Andreas- Str. 19. i. 1479L* DDDDDDDD 23, Uhr, von der Leichenhalle des Bentral Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. J. A.: Emil Kerfin. Hiermit die traurige Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Restaurateur 282/19 Albert Böhl, Rüdersdorferstr. 26, am Montag, den 12. d. Mts., verstorben ist. am Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 21, Uhr, bon der Leichenhalle des Zentral Friedhofs, Friedrichsfelde, aus statt. Die Mitglieder des Rauchklubs ,, Kernspitze". Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschl. Filiale III Berlin. Todes- Anzeige. Am 12. d. M. verschied unser Mitglied und Kollege, der Litho graph 282/18 Otto Papenbrok. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. b. M., nach mittags 3%, Uhr, von der Leichen halle des neuen St. Johannis Kirchhofes in Plößensee aus statt. 282/18 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, den 13. d. Mts., starb nach schwerer Krankheit mein innigftgeliebter Mann, unser guter Bater, Bruder und Schwager Paul Gieseler im Alter von 38 Jahren. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Markus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus ftatt. 7165 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Otto Vogel am 9. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 192/18 Die Ortsverwaltung. Heute nachmittag 4 Uhr ver fchied fanft nach langen, schweren Leiden mein innigst geliebter Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder, der Tischler Friedrich Haack 7305 im 65. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag nachmittags 1, Uhr vom Trauer hause Reichenbergerstr. 151 aus auf dem Emmaus- Stirchhof in Rigdorf statt. Am Sonntag verstarb unsere langjährige Mitarbeiterin Marie Mönch. Ehre ihrem Andenken! Personal der Kontobuch- Fabrik Riefenstahl, Zumpe& Co. Beerdigung: Donnerstag nach mittags 3 Uhr auf dem Nikolai Stirchhof, Prenzlauer Allee. 7316 Für die vielen Beweise der Leil nahme bei dem Hinscheiden und der Beerdigung unseres lieben Bruders und Schwagers Otto Seidel fagen wir hiermit allen, insbesondere dem Fachberein der MusikinstrumentenArbeiter unseren herzlichsten Dant. Berlin, den 15. Dezember 1904. Im Namen der Hinterbliebenen; Karl Seidel. 7345 Berantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlip Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Ar. 294. 21. Jahrgang. 3. Keilißt des„Dmiiits" Kcrlim KliUlMM. mmmmmammmMmmmanmnammmnmiMKimmKmmmmtmBmmmmmmmammHmmrHmrim i 1 1 1 Trifm\mrrrTTir�nrmrmMT�B Donnerstag, 15. Dezember IM. Mordprozetz Berger. Dritter Tag> „Lenz ist dal" so hieß es heute, als Landgerichtsrat v. P o ch h a m m e r die Sitzung eröffnete. In der Tat hat sich der Agent Lenz, gegen den sich ursprünglich der Verdacht der Täter- schaft richtete, auf die Zeitungsnotiz hin, daß er nicht auffindbar sei, an Gerichtsstelle eingefunden. Er wird sofort vernommen. Zeuge Otto Lenz: Ich habe mich seinerzeit selbst der Polizei gestellt; der Verdacht der Täterschaft hat sich in keiner Weise halten lassen und ich bin sehr bald wieder unbehelligt geblieben. bin am 3. Juni, am Tage vor dem Morde, zu der Frau Witwe Kube nach der Bergsrrasie gezogen. Am 9. Juni habe ich der Wirtin Miete gezahlt und bin an diesem Tage als Agent für die„Jduna" eingestellt worden. Ich bin vormittags zur Generalagentur von Obermeyer in der Chausseestratze gegangen und habe einen Ver- sicherungsantrag aufgegeben. Dann war ich zu Hause und habe der Wirtin 2 M. Miete gezahlt, von dort bin ich zu dem Inspektor Bradengeier gegangen, der mich zum Direktionsbureau der„Jduna" geleitete und dem Direktor Baron v. Eberstein vorstellte. Ich bekam auch an diesem Tage meine Legitimationskarte, die vom 9. Juni datiert ist, und erhielt auch einen Vorschuß, worüber ich quittierte. Vom Bureau aus bin ich mit Herrn Bradengeier ins Norddeutsche Wirtshaus gegangen, wo letzterer Mittagbrot aß. Lange haben wir uns dort nicht aufgehalten. Von dort aus gingen wir die Chaussee- straße entlang, dann in ein Lokal von Rosemann in der Invaliden- strahe, wo ich etwas Mittagbrot— ich glaube Schweinebraten— aß und von Herrn Bradengeier meine Instruktionen empfing. Als ich dort wegging, war es schon nach 1 Uhr. Ich ging nach der Acker- straße 125. wo ich mir von Frau Böhnisch Wäsche holte und aus Freude über meine Anstellung noch eine Weiße zum besten gab. Von dort ging ich zu Frau Kube, um die Wäsche abzugeben, dann zu einer(gestern schon vernommenen) Zeugin, die ich aus einer früheren Arbeitsstätte kannte, erzählte ihr meine Anstellung bei der„Jduna" und sprach über die etwaige Aufnahme einer Versicherung. Der Zeuge macht dann ganz detaillierte Angaben Überfalles, was er am Nachmittage des 9. Juni getan— Stunde für Stunde—, bis er abends bei Frau Kube wieder eintraf, zu einer Zeit, als der junge Kube von der Arbeit heimkehrte.— Der Vorsitzende macht die Geschworenen darauf aufmerksam, daß der Zeuge ganz anders ans- sieht als der Angeklagte und eine Verwechselung beider Persönlich. leiten absolut ausgeschlossen ist. Auf Befragen des Staatsanwalts wiederholt Zeuge, daß er sich seinerzeit selbst bei der Polizei gestellt» habe und dort geblieben sei, bis er ins Untersuchungsgefängnis über- geführt wurde.— Rechtsanwalt Bahn: Bei der ersten Ver- nehmung des Zeugen am 13. Juni hat dieser andere Zeitangaben gemacht.— Zeuge: Ich habe später die Zeitangaben zurück- genommen, weil ich mich der einzelnen Daten nicht mehr so genau erinnerte.— Verteidiger: Sie sind zwei Tage darauf wieder vernommen worden und haben dann wesentlich andere Angaben ge- macht.— Zeuge: Ich habe damals meine Angaben so gut ge- macht, als ich konnte.— Der Verteidiger hebt noch ver- schiedene Punkte hervor, in denen die Aussagen des Zeugen am Ib. Juni bezüglich seines Alibis von denen am 13. abwichen.— Zeuge: Mein Unschuldsbewußts ein ist besser, als was Sie mich fragen!— Rechtsanwalt Bahn: Mit dem Unschuldsbewußtsein allein ist doch nichts getan! Tatsache ist doch, daß Sie verschiedene Aussagen gemacht haben.— Zeuge: Denken Sie sich doch meine Aufregung! Denken Sie sich doch, wenn ein Mensch, der nichts ver- brachen hat, plötzlich in die Lage kommt, daß ihm alle möglichen Leute auf den Kopf zusagen:„Du bist der Mörder eines kleinen Mädchens."— Staatsanwalt Lindow: Der Zeuge hat doch vom 13. bis 15. Juni festgesessen. Da haben Sie doch wohl Ihr Gehirn zermartert, wo Sie gewesen sind. Da wird Ihnen dann wohl manches Moment eingefallen sein, was Ihnen zuerst entfallen war.— Zeuge:„Das Gehirn zermartert" ist der gelindeste Ausdruck. Ich bin bald verrückt gewesen und in eine Art von Hallucination und Verfolgungswahnsinn verfallen, denn mein Name, meine Stellung, alles stand auf dem Spiel.— Staatsanwalt Lindow: Es ist ja ganz begreiflich, daß Sie sich in Ihrer furchtbaren Auf- regung zunächst nicht genau besinnen konnten.— Zeuge: Ja wohl! Jetzt habe ich alles so gesagt, wie ich eS noch weiß.— Rechtsanwalt Bahn: Hat sich denn Ihre Aufregung in der kurzen Zeit vom 13. bis 15. Juni schon so gelegt gehabt, daß Sie nun ganz genau alles wußten?— Der Zeuge lächelt etwas verächtlich.— Rechtsanwalt Bahn: Das Lächeln ist keine Antwort. Ich habe die unangenehme Pflicht, Ihnen vielleicht Fragen vorzulegen, die Ihnen nicht passen. Mit Lächeln ist die Sache nicht abgemacht.— Zeuge: Das ist ineine Verzweiflung.— Der Verteidiger richtet noch eine große Reihe von Kreuz- und Querfragen an den Zeugen, die darauf hinauslaufen, daß die Angaben desselben sich in einzel- neu Punkten selbst widersprechen oder mit den Bekundungen von Zeugen nicht übereinstimmen.— Der Zeuge antwortet in großer Erregung, so daß ihn der Präsident wiederholt beruhigen muß. Der Zeuge bleibt dabei, daß seine heutigen Angaben der Wahrheit entsprechen und er nach bestem Wissen die einzelnen Zeitabschnitte angegeben habe.— R eckst sanwalt Bahn: Haben Sie von der Seiler Geld bekommen? Sie sollen ja wegen Zuhälterei verfolgt werden.— Präs.: Der Zeuge kann hierauf die Antwort verweigern.— Zeuge: Dann verweigere ich die Antwort.— Verteidiger: Hat die Lucie Berlin Besorgungen für Sie und die Seiler gemacht? — Zeuge: Ja.— Verteidiger: Hat die Lucie für Sic auch Schnaps geholt?— Zeuge: Ja wohl!— Verteidiger: Haben Sie bei einer Gelegenheit den guten Tanz des Mädchens gelobt?— Zeuge: Das kann schon sein. Ich bin ein sehr flotter Tänzer gewesen und bin es heute noch.— Rechtsanwalt Bahn: Sie haben Wohl kleine Kinder überhaupt gern?— Zeuge: Immerzu l Das gebe ich ohne weiteres zu. Wenn einem Kinde etwas Unrechtes geschieht, dann nehme ich es in Schutz!— Ein Geschworener: Hat der Zeuge in der Zwischenzeit Herrn Bradengeier gesrpochen?— Zeuge: Nein. Ich habe Herrn B. heute hier im Gcrichtsgebäude gesehen und ihm guten Morgen ge- wünscht. Da ich seine gestrige Aussage in der Ze.itung gelesen hatte, habe ich ihm gesagt: Ich dank» Ihnen; es gibt doch noch Menschen, die für die Wahrheit einstehen l— Rechtsanwalt Bahn: Hat Herr Bradengeier gewußt, daß Sie Zuhälter sind?�— Präs.: Ich mache den Zeugen darauf aufmerksam, daß er auf diese Frage die Ant- wort verweigern kann, denn er würde sich eventuell der Zuhälterei beschuldigen.— Zeuge: Dann verweigere ich die Aussage! ES werden alsdann einige Zeugen vernommen, auf die sich der Verteidiger berufen hat, um die UnglaubwürdiAeit der Zeugin Röder nachzuweisen, die über die Begegnung mit dem Manne, der am ReichstagSufer den Hund bei sich hatte, gestern auchagte. Wesentliche Bekundungen werden nicht gemacht. Der Verteidiger macht der Zeugin Röder noch eine große Reihe in die Form von Fragen gekleideter Vorhaltungen, um fest- zustellen, daß ihre Angaben mit denjenigen, die sie in der Vorunter- suchung gemacht, in vielen Punkten unvereinbar seien. Die Zeugin Röder entgegnet auf alle Einwürfe deS Verteidigers sehr lebhaft und erklärt schließlich:„Ich komme Ihnen gegenüber ja überhaupt nicht zu Wort! WaS soll ich Ihnen denn noch sagen. Ich kann nur immer dabei bleiben, daß ich die Wahrheit sage! Gutsvorsteher S i e b e l ist am 15. Juni nachmittags tele- phonisch benachrichtigt worden, daß in dem Charlottenburger Ver- bindungskanal in der Nähe des Johannisstifts durch einen Schiffer Leichenteile an Land geschafft worden waren. Als sich der Zeuge »ach dem Fundort begab, bemerkte er dicht am Ufer einen Kopf und zwei übereiander gekreuzte Kinderarme. die im Wasser schwammen. Er dachte sofort an den Mord der Lucie Berlin. Das fand auch seine Bestätigung darin, daß der Zeuge an den Armen der sonst bloßen Leichenteile die Reste eines rötlichen Tuches bemerkte. Der schaurige Fund wurde mittels Stangen auf das trockene Land geschafft. Herr Siebel konstatierte, daß die Leichenteile mit den Fetzen der Nummer 130 der„Berliner Morgen- voft" teilweise bedeckt waren. Die dazu gehörigen anderen Papier- stücke wurden ebenfalls an Land geholt. Nachdem der Fund durch den Gemeindediener in das Leichenschauhaus gebracht worden war, lourde die Berliner Kriminalpolizei benachrichtigt, welche das weitere vcranlaßte. Auf Vorhalten des Verteidigers erklärte es der Zeuge für unmöglich, daß die Papierfetzcn nicht zu dem dicht zu- sammengeschnürtcn Paket gehörten, sondern zufällig an die Leichen teile herangetriebcn seien. Ueber den Fund des Kopfes und der Arme werden noch drei halbwüchsige Knaben vernommen, die das Paket zuerst im Wasser haben schwimmen sehen und es herausgeholt haben. Sie machen ihre Angaben mit großer Klarheit und Bestimmtheit, an welcher sich mancher erwachsene Zeuge ein Beispiel nehmen kann. Auch hier greift der Verteidiger mit mancherlei Fragen ein, die die Möglichkeit nahelegen sollen, daß die Papierfetzen doch nur zufällig mit den Leichenteilen mitgeschwommen sein könnte» und das Papier gar nicht zur Einhüllung benutzt wäre.— Hierauf tritt die Mittagspause ein. Nach Wiederaufuahnie der Sitzung werden der Arbeiter S t ü b l e r und der Polizeiwachtmcister K n o l l vernommen. Diese Zeugen machen Angaben über die Auffindung der beiden mit Strümpfen und braunen Knöpfstiefeln an der Sandkrugbrücke bezw. am Schiffbauerdanun gefundenen Beine.— Die nächste Zeugin, Fräulein Berta Berlin, ist nicht verwandt mit der Familie Berlin, trotz der Nameusglcichheit. Sie hat mit der Liebetruth verkehrt. Nachdem ihr jener aus dem Wasser gefischte Korb vor- gezeigt worden war, erklärt die Zeugin, nickst angeben zu können, ob dies derselbe Korb sei, welchen sie wiederholt bei der Liebetruth gesehen habe.— Rechtsanwalt Bahn: Wissen Sie, ob Berger in diesem Jahr einen weißen Strohhut trug?— Zeugin: Nein, im vorigen Jahre hat er einen solchen getragen.— Rechtsanwalt Bahn: Ist Ihnen bekannt, daß die Liebetruth auf Berger sehr eifersüchtig war?— Zeugin: Jawohl, sehr.— Rechtsanwalt Bahn: Hat Ihnen die Liebetruth schon früher einntal mitgeteilt, daß Berger sie demnächst heiraten wollte und wie war das Verhalten des Berger zu ihr?— Zeugin: Berger loar immer impertinent ruhig; daß er die Liebetruth heiraten wollte, erzählte sie mir auch, aber nachdem der Mord passiert lvar. Die Zeugin Frau B u ch h o l z, eine Schwester der Zeugin Liebetruth, weiß, daß ihre Schivester einen ähnlichen Korb, wie er auf dem Gerickststisch steht, besessen hat, kann aber nicht sagen, ob es derselbe Korb ist. lieber das Verhältnis des Angeklagten Berger zu ihrer Schwester befragt, meint sie:„Sic haben miteinander verkehrt wie Braut und Bräutigam." Sic bekundet weiter, daß ihre Schwester wohl dem Berger Geld gegeben habe, umgekehrt aber auch Borger der Schwester. Schon im März sei einmal die Rede davon gewesen, daß Berger die Schwester heiraten und ein ordent- liches Leben führen wolle. Berger sei leicht geneigt gewesen, etlvaS zu verschenken. Ueber die Jdentttät des Korbes werden noch mehrere Zeugen vernouunen. Tischler Hermann Buchholz, der seit vierzehn Tagen mit der Vorzeugin verheiratet ist. bestätigt, daß die Liebetruth «inen solchen Korb besessen habe, doch glaubt er, daß der Korb mehr eingedrückt war, wie der hier in Frage stehende. Aehnlich äußert sich Frau Schulz, die Schwester des An- geklagten Borger. Auch sie hat solchen Korb bei der Liebetruth ge- sehen, der nach ihrer Ansicht aber kleiner war. Zeug« Emil Kühr war 1392— 1893 der Bräutigam der Liebetruth und ist auch später noch in deren Wohnung gewesen. Sie besaß, wie er sich erinnert, einen kleinen und einen großen Korb, er kann aber näheres über deren Beschaffenheit nicht angeben. Mit ziemlicher Bestimmtheit glaubt die Zeugin Koperski, die bei der Liebetruth eine Zeitlang gewohnt hat, den Korb als den Liebetruthschcn Korb wieder zu erkennen. Sie bleibt auch dabei, obivohl der Verteidiger wiederholt seine Zweifel darüber ausdrückt, daß ihr ein solches Wiedererkennen n täglich sei. Auf Antrag des Verteidigers wird der Korb vom Zeugentisch weggenommen, um ihr der nächsau Zeugin erst vorzuweisen, wenn sie eine Beschreibung des Korbes gegeben haben lverde. Diese Zeugin ist die unverehelichte Fuhrmann, welche im vorigen Jahre acht Tage Aufwärterin bei der Liebetruth gewesen ist. Sie bekundet, daß sie den Korb ganz genau kenne und ihn beim Reinigen der Wohnung vielfach in der Hand gehabt habe. Sie erkennt den Korb mit aller Bestimmtheit wieder. Die nächste Zeugin ist Johanna Liebetruth. Sie erklärt auf Befragen des Vorsitzenden, daß sie sich im Jahre 1901 mit Betger in Breslau in aller Form verlobt gehabt habe. Jetzt, seit der Verhaftung Bergers, betrachte sie die Verlobung für aufgelöst.— Präs.: Angeklagter Berger, betrachten Sie die Ver- lobung auch als aufgehoben?— Sing eil.; Ja. Ich bekam in der Untersuchungshast keinen Brief von meiner Braut, und da habe ich ihr, wie ich glaube, geschrieben, es habe wohl leinen Zlocck mehr, daß wir noch beisammen bleiben.— Zeugin: Nein. Mir hat er einen Brief geschrieben: ich solle nur an seine Unschuld glauben, er sei nicht der Mörder, sondern unschuldig. Tagegen hat er einen Brief an seine Schwester, Frau Walter, geschrieben, in welchem er schrieb: Das würde ja nun wohl das letzte sein und es habe ja nun keinen Zweck mehr mit mir. Nach dringender Ermahnung zur Wahrheit bekundet die Zeugin Liebetruth, die ihr Alter auf 32 Jahre angibt: Mein klctncr Korb stand in dem großen Reisekorb, in welchem sich schumtzige Wäsche befand. Er ist, so lange er noch frei in der Küche stand, sehr häufig zur Sitzgelegenheit benutzt worden und daher ist der Deckel etwas eingedrückt gewesen. Der Korb war etwas wackeliger wie der mir hier vorgelegte, er hat sich aber inzwischen wohl durch das Wasser etwas verzogen. Ich erkenne diesen Korb hier als mein Eigentum wieder, sowohl an dem Geflecht, als auch au einer defekten kleinen Stelle an der Schlaufe. Mein Korb war genau so wie dieser. Als ich zum Herrn Kommissar kam, habe ich sofort gesagt:„Da ist ja mein Korb!" und als ich ihn dann näher ansah, morste ich, daß mein Korb doch wackliger war und sagte daher zum Herrn Kommissar: „Wissen Sie, da stehe ich vor einem Rätsel." Ich glaube noch jetzt sicher, daß cS mein Korb ist, es müßte denn sein, daß noch ein zweiter Korb von genau derselben Form und Größe und mit den- selben Merkzeichen existiert. Daß Tinte in den großen Korb gewesen und Tintenflecke in dem kleinen Korb waren, habe ich nicht bemertt. — Rechtsanwalt Bahn: Haben Sie vor dem Untersuchungsrichter ausgesagt, daß der Deckel Ihres Korbes etwas mehr eingedrückt war?— Zeugin: Ja.— Die weitere Vernehmung der Zeugin Liebetruth soll später stattfinden. ES wird alsdann der Zeuge Gottlieb H e n s ch e l aus Breslau vernommen. Der Angeklagte war Gast in seiner Restauration und hat sich niemals brutal sondern stets ruhig betragen, auch wenn er angetrunken war. Er hat aber immer nur wenig getrunken. Der Zeuge weiß auch, daß der Angeklagte gehandelt hat. Bei dem Zeugen Restaurateur Paul aus Schimpke bei DrcS- den, hat der Angeklagte zur Erholung eines SommerS gewohnt. Er sagt ungefähr dasselbe aus, wie der Vorzeuge. Berger habe sich anständig benommen und es sei nichts an ihm auszusetzen ge- Ivescn. Restaurateur Kirchner- Berlin kennt den Angeklagten, der bei ihm verkehrte. Er weiß, daß Berger mit Seife gehandelt hat und kann über ihn nichts Schlechtes aussagen. Zluch die Zeugin Frau Sander, bei der Bergcr im vorigen Jahre kurze Zeit gewohnt, gibt diesem ein gutes Zeugnis. Hier wird die Beweisaufnahme unterbrochen und die Vorhand- lung auf Donnerstag OVs Uhr vertagt. Soziales* Der allgemeine obligatorische Kindergarten. Indem die Sozialdemokratie Preußens sich anschickt, pro- grammatisch auszudrücken, in welcher Form und Ausdehnung sie den Einfluß des Staates und der Kontniune auf die Erziehung der Jugend für notwendig erachtet, scheint sie mir in allzu enger An- lehnung an den vom Bürgertum bisher gezogenen Rahmen ein Erziehungsgebiet von unendlicher Wichtigkeit fast ganz außer Be- stacht zu lassen, das doch, wie ich in aller Kürze begründen will, im Interesse der Slrbeiterjugend sowohl wie auch der proletarischen Mütter unter gesellschaftliche Konttolle und Pflege gebracht werden muß. Ich meine die sogenannte Kleinkinder-Pädagogik, d. h. die Pädagogik der Kinder etwa vom dritten bis sechsten Lebensjahre. In diesem Sllter beginnt das Kind der Kinderstube zu eut- wachsen und erhält die ersten und darum dauerhaftesten Eindrücke von der Welt außerhalb des HeiinS. Durch schlechte Einflüsse oder auch nur durch Unterlassungen kann jetzt die junge Mciischcnknospe von Grund aus verdorben, andererseits durch wohl- wollende systematische Entfaltung der Sinne, des Denkens und des Fuhlens zur schönsten Blüte gebracht werden. Ein kritisches Alter, von dessen fundamentaler Bedeutung für das ganze Leben wir Großen deshalb uns so ungenaue Rechenschaft abzulegen Pflegen, weil unsere persönlichen Erinnerungen nur dunkel in jene Zeit der ersten Entwicklung zurückreichen. Nun wird die Erziehung deS kleinen Kindes gewöhnlich als eine Angelegenheit und Pflicht der Eltern, insbesondere der Mutter betrachtet, und daS mochte in früheren Zeiten eines weniger komplizierten LebenS noch angehen. In unserer Zeit, Ivelche höchst entwickelte Menschen verlangt, gehört die Erziehung des jungen Kindes in die Hand des Fachmannes, deS Kleinkinderpädagogen. Ich will ganz davon absehen, daß eS auch böswillige und Pflicht- vergessene Mütter gibt. Aber auch die liebevolle Mutter ist darum, weil sie liebevoll und weil sie Mutter ist, noch lange nicht mit erzieherischen Fähigkeiten ausgestattet; und wenn sie es ist, so bedürfte die Fähigkeit immer erst der sorgfältigen fachgemäßen Ausbildung. Kurzum, die Mutter als Erzieherin ist und bleibt Dilettantin. Dantin muß ihr Erziehungswerk notwendig fehler- und lückenhaft sein. Dazu kommt eiit sehr schwer ins Gewicht fallender Umstand. Die proletarische Mutter, fast zusammenbrechend unter der Last der Arbeit, sei es in der Fabrik oder unter dem Joch hauSindustrieller Tätigkeit, hat ja gar keine Zeit und Möglichkeit, ihre Kinder zu erziehen, selbst wenn sie noch so gerne möchte. Welch' ungeheure Entlastung der Prole- tarierin, wenn ihr die erzieherische Sorge für ihre Kinder zu einem erheblichen Teile abgenommen würde! Und noch eins. Auch die allervorzüglichste Einzelerziehung kann gewisse Borteile nicht ge- lvähren, welche die Gemeinsamkeit der Erziehung der kindlichen Seele gibt. Ein frühes Erwachen sozialer Instinkte und Erkenntnisse ist der ethische Gewinn des Kindes, welches nicht allein, sondent als eines unter vielen anderen seine erste Jugend durchlebt. Die pädagogischen Viethoden für das frühe Kindesalter haben, so ausbaufähig sie immer sein mögen, doch eine sehr achtung- gebietende Höhe erreicht, ja sie gehen, wie mir scheint, bielfach von gesünderen Voraussetzungen aus, als eS beim Unterricht in unseren Schulen geschieht. Sie werden vornehmlich gepflegt in den so« genannten Kindergärten, deren geistiger Schöpfer Fröbel gelvesen ist. Diese aber, aus privater Initiative hervorgegangen, geuiigen natürlich den vorhandenen Bedürfnissen bei weitein nicht und sind ent- weder für Arbeiterverhältnisse zu teuer oder, soweit sie unentgeltlich sind,>nit dem unangenehinen Odium deS Lllmosens behaftet. Aus alle» diese» Erwägungen ergibt sich für mich die Forderung, welche ich dem kommenden preußischen Parteitage unterbreiten möchte: Der allgemeinen obligatorischen Volksschule hat voranzugehen der allgemeine obligatorische Bolkskindergarteit. Ii. L. Der Konsumverein Plagwitz beschloß in einer Generalversanmt- lung die Uebernahme eines großen TeileS der Bestände und deS Inventars des Conncwitzer Konsumvereins, sowie auch die Ueber- »ahme der Mietöverträge für die Verkaufsstellen dieses Vereins mit Ausnahme zweier sehr abgelegener. Ein Mitglied der LiquidationS- kommission deS Cvnnewitzer Vereins erklärte, unter diesen Be» dingnngcn sei die Uebernahme für die Liquidatioitskommission nicht annehmbar. Das sei die reine Ausschlachtnng. Die„Leipziger Volkszeitung" teilt mit. daß ihr Berichterstatter zu der Versammlung nicht zugelasien worden sei. Ein Grund dafür wird nicht genannt. Die„Leipziger Bolkszeitung" hat deshalb über die Versammlung nur einen ihr von der Verivaltung zugesandten Bericht. Die KaufmimnSwahlcn in Wnrzburg sind dadurch überflüssig geworden, daß nur eine Vorschlagsliste eingereicht wurde, die nach dem Statut als gewählt gilt, ohne daß die Vornahme eines Wahlaktes notwendig wäre._ Marktpreise von Berlin am 13. Dezember. Räch Ermittelungen de» kgl. Polizei-Präsidiums. Für l Doppel-Zentner: Weizen"), gute Sorte 17,75-17,78 M.. mittel 17,71-17,69 M.. geringe 17,67-17,05 M. Roggen"), gute Sorte 14,05—14,04 M.. mittel 14,08—14,02 M., geringe 14,01-14,00 M. Kuttergerste'), gute Sorte 15,70-14,70 M.. inittel 14,60 bis 18,60 M., geringe 13,50—12,50 Uli. Hafer»), gute Sorte 16,50-15,60!'.?.. mittet 15.50—14,60 M., geringe 14,50—13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00—30,00 M. Spciscbohnen, meiste 50,00—30,00 M. Linsen 60,00—30,00 M. Kartoffeln 9.00-7,00 M. Richtsttoh 4,82-4,66 M. Heil 9,00-7,20 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80—2,20 M. Eier per Schock 4,80— 3,20 M. •) Frei Wage» und ab Bahn.") Ab Bahn. Wasserstand am 13. Dezember. Elbe bei?lussig+ 0,97 Meter, bei Dresden— 0,47 Meter, bei Magdcbnrg-p 1,77 Meter.— Unstrut bei Sttaustsurt 1,55 Meter.— O d e t bei Raiibor-s- 3,05 Meter, bei Breslau Ober- Pegel-st 5,18 Meter, bei Breslau Unter- Pegel-st 0,36 Meter, bei Frankfurt-st 1,94 Meter.— Weichsel bei Brahemünde—.— Meter.— Warthe bei Posen-st 0,72 Meter.- N c h e bei Usch-st 0,88 Meter. WittermigSiiberstcht vom 14. Dezember 1904, morgen» 8 Uhr. g OtUet Swtnemde Hamburg Bersin i üo, vd, Franks.a.Mt758 S München 758'SW Wie» j7S7lW Wetter-Prognose Ein wenig wärmer, südlichen Winden; leine -Nebel ______ 1'Nebel 758 Still-bedeckt l bedeckt 4'Sch»ce 2Rcgcn 5» M ä Stationen Scillh Abcrdeen Pari» für Donnerstag, den 16. Dezember 1904. nielfach nebelig, sonst ziemlich heiter, bei mäßige» erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. = Achtung! Fliesenleger. Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Orts Krankenkaffe Donnerstag, den 15. d. M., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal V): Mitglieder- Versammlung Heute Donnerstag, 15. Dezember, abends 8% Uhr, bei Lipps, Am Friedrichshain 22/29: der Graveure, Ziseleure u. anderer künstlerischer Gewerbe- Betriebe zu Berlin. Dienstag, den 10. Januar 1905, im„ Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45: der Sektion der Fliesenleger des Zentral- Vertrauensmänner- Verfammlung Wahlversammlung. Verbandes der Maurer. Tages- Ordnung: 1. Bericht von der am 12. d3. Mts. stattgefundenen Sihung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Fliesenlegerbrauche. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden im Fliesenlegerberuf beschäftigten Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuc legitimiert. 154/ 14* Der Sektionsvorstand. J. A.: Fritz Rabe. fämtlicher Bezirke und Branchen. Ortsverwaltung. Tagesordnung: Bericht über den Stand des Streiks. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch nebst Starte legitimiert. Anträge der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Achtung, Werkstatt- Delegierte! Saupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernſprecher: Amt IV, 9679. Wir ersuchen unsere Werkstatt Delegierten, die Sammel- Listen für die Extra- Weihnachts- Unterstützung der im Streit befindlichen Mitglieder des Fachvereins sowie die nächste Nummer der„ Einigkeit" heute Donnerstag, abends von 6 bis 9 Uhr, bei Krüger, Naunynstr. 78, abzuholen. In Werkstätten, wo ein Delegierter nicht vorhanden, bitten wir ein Mitglied, diese Pflicht zu erfüllen. 142/13 Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Sonnabend, den 17. Dezember, abends 8 Uhr, im Lokale von Kumke, Schönwalderstr. 80: Bezirks Versammlung für Spandau. Zages Ordnung: leitung. 3. Verbandsangelegenheiten. Der Vorstand. Berliner Ressource Kommandanten- Strasse 57. Empfehle meine hocheleganten, renovierten, großen u. fleinen Festsäle zu Festlichkeiten und Versammlungen. Adolf Stein. Fernsprecher Amt IV, 9675. Silvester und ein Sonntag im Februar frei. [ 10812] Zum Weihnachtsfest kaufen Sie am besten auf Teilzahlung wöchentlich nur 1,- M. Herren- und Damenuhren, Standuhren, Regulateure, Freischwinger, Broschen, Ohrringe, Ringe, Ketten etc. sowie auch echte Menzenhauer Zithern. Phonographen und Plattensprechmaschinen. 192/19 1. Jahresbericht der Bezirksleitung. 2. Neuwahl der BezirksDer wichtigen Tages- Ordnung halber ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen notwendig. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Die Ortsverwaltung. Begr. 1864 93/10 Pelzwaren- Fabrik S. Schlesinger Neue Königstraße 21, II, ,, Ordonnanzhaus" Einzelverkauf nach beendet. Engros- Saison Reisemuster, Kolliers, Stolas, Muffen etc. zu billigsten Engros- Preisen. Es gelangt nur wirklich reelle Kürschnerware zum Verkauf. Reparaturen 39/ 2* billigst und sauber. 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Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. NB. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist unbedingt notwendig. Mitgliedsbuch oder Streikkarte legitimiert. Die Branchen- Kommission. Kleine Anzeigen. 6685* Gelegenheitskäufe: Paletots, An züge, Hosen, Keffel, Schirme, Betten, Teppiche, Steppdecken, Gardinen spott billig. Lude, Dranienstraße 131. Winterpaletots, Jadettanzüge, Operngläser, Koffer, Revolver, Gehrodanzüge, Damenkonfettion, ver- Teschings, Bithern, Harmonikas, fallene, staunenerregend. Pfandleih- Geigen spottbillig. Luce, Dranienhaus Weidenweg 19. + 33* ftraße 131. Winterpaletots, Taschenuhren, Reißzeuge, Uhren, Ketten, Ringe, spottbillig. Pfandleihhaus Weiden- Brillanten, Goldsachen, Regulatoren, weg 19. + 33* spottbillig. Luce, Oranienstraße 131. Winterpaletots, Aussteuerwäsche, Achtung! Paletots, Anzüge, wegen Regulatoren. Pfandleihhaus Weiden- vorgerückter Saison bedeutend unter weg 19. + 33* Preis. 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