Nr. 41. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Bur Landagikation. II. Das rechtliche Verhältniß auf dem Lande zwischen Herren und Arbeitsleuten hat sich trotz der Aufhebung der Leibeigenschaft wenig geändert.. Denjenigen Arbeitern, die beim Bauern wohnen und dienen, geht es nicht besser sie effen öfters mit ihm an einem Tisch, weil er auch nichts zu brocken hat, dafür ist der Lohn und das Deputat beim Bauern noch geringer und schlechter als beim Rittergutsbesitzer Mittwoch, den 18. Februar 1891. * Expedition: Beuth- Straße 3. dafür wird sein Verdienst ein unsicherer und unregelmäßiger seine Bekannten mit. Der Sprecher der Versammlung muß sein; auch dieses wird der Verbreitung sozialdemokratischer mit den Verhältnissen und der Sprechweise des Landes mög der seßhafte Landarbeiter wird von lichst vertraut sein, er vermeide nicht nur möglichst, sondern Lehren förderlich sein dem herumziehenden, mit dem Sozialismus bekannt gewordenen, überhaupt jedes Fremdwort und erkläre jedes schwere und dort nicht gebräuchliche deutsche Wort, denn die Landhören und lernen. bevölkerung verfügt nicht über so viele Worte, wie der Abstimmung, geheimes direktes Wahlrecht, Der Boden für den Sozialismus ist vorhanden, schwie- Städter: solche uns geläufige Begriffe müssen dort erst riger für die Sozialdemokratie ist es, die Aussaat zu bewerk- Reichstag stelligen, aber wie unsere Partei noch jede Schwierigkeit über- gründlich erklärt werden. Dabei rede man nicht von der Unwissenheit des Landwunden, so wird auch diese nicht dem siegreichen Vordringen dem Aberglauben und manns, er wird in der Diskussion das schon allein ihrer Ideen standhalten. sagen, aber von anderen hört er das nicht gern. Stets ist Daß der Landproletarier nichts erübrigen kann, um für 2. Vorschläge zur Landagitation. den Arbeitern vom Lande am Anfang oder Ende des seine alten Tage einen Nothpfennig zu sparen, ist selbstDie Schwierigkeit einer Landagitation für unsere Partei Referats ins Gedächtniß zu rufen, daß ihre Brüder in den verständlich, aber nach den Reden der Herren Agrarier im Reichstag haben sie das auch gar nicht nöthiges besteht hauptsächlich in der schweren Zugänglichkeit des Städten voll Hoffnung auf ihre Hilfe blicken und daß jeder war Herr Kardorff oder Herr Stollberg, der dort ver- Landes. Es würde sich nun empfehlen, durch die Genossen mit Freuden als Genosse begrüßt werde. Die Religion lasse man ungeschoren ist der Pfarrer tündete, daß sie auf dem Lande keine Altersversicherung der kleinen Städte die Verbindung mit unsern Brüdern auf dem Lande herzustellen; es muß eine planmäßige anwesend, so braucht man darum nicht zimperlich mit ihm brauchten-da werde jeder in seinem Alter versorgt Registrirung der Dörfer und ihre Zutheilung zu den verfahren, denn Religion und der Pfarrer sind den Landwir fragen nun: Wie? Die Söhne und Töchter dienen und arbeiten gewöhnlich Städten stattfinden- vielleicht durch die Provinzial- Partei- leuten nicht eins, dafür verkehrt er zu viel mit den Herren. unter demselben Herrn wie der Vater, dieser würde es übel tage die einzelnen Städte mit ihren zugetheilten Dörfern Es hat sich auf dem Dorfe( wenn nicht gerade ein Muckeraufnehmen und den Arbeiter bestimmt entlassen, wenn dieser bilden einen Parteibezirk, hier halten die Genossen regel- ort in Betracht kommt) eine Philosophie in Sachen der alle seine Söhne ein Handwerk lernen ließe und seine Töchter mäßige Besprechungen ab, wozu möglichst aus jedem Dorfe Religion ausgebildet, die uns feineswegs ungünstig ist: in die Stadt schickte. Zu diesen verheiratheten Söhnen oder ein oder mehrere Genossen erscheinen- es giebt ja Hand- religiös sind die Leute im Durchschnitt alle; aber mit Töchtern steckt der Herr nun den alten arbeitsunfähigen werker auf den Dörfern, die infolge ihrer besseren Intelligenz dem Pfarrer halten sie nicht, sie gehen auch in die Kirche Vater und Mutter, und jene wagen nicht zu mudsen, bald zu Genossen werden und die dort unter den Knechten und hören ihn an, aber geben nicht viel auf ihn, das gut haben sie es nicht auf ihre alten Tage, denn Schmal- und Arbeitsleuten Brüder werben werden zu dem Zweck Reden ist sein Geschäft" heißt es und die Arbeiter hans ist da Küchenmeister, weil gewöhnlich auch eine Anzahl muß den kleinen Städten eine Anzahl leicht verständlicher werden fich alle freuen und anstoßen, wenn dem Pfarrer fleiner Mäuler auf Essen warten, da bleibt nicht viel für Broschüren, Flugschriften und Bücher zur Verfügung gestellt ordentlich heimgeleuchtet wird. Es wird oft hervorgehoben, daß der Landarbeiter sich die Alten, welche von ihren Kindern brummig angefahren werden, die in der Stadt gegen Bezahlung, auf dem Lande dazu muß ein um das politische Leben nicht kümmere. Das ist richtig; und oft sehr schlecht behandelt werden, denn der forts unentgeltlich ausgetheilt werden der Genossen aus der Stadt bisher hatte er auch keine Veranlassung dazu die Par währende Mangel macht verdrießlich und mürrisch. Wie brüderlicher Verkehr mancher alte Mann hat nach einem Leben voll mühseliger mit denen des Dorfes stattfinden, öfteres Busammen- teien, die sich ihm z. B. bei den Wahlen anboten, konnten an Sonntagen- die ländlichen Genossen seine Interessen nicht vertreten er mußte bald merken, Arbeit seinen Tod durch Erhängen oder Ertränken herbei- treffen müssen mit den Bedürfnissen der Städter bekannt daß sich beide Parteien nur um sein Fell stritten und er geführt. Dieses sind einige Züge von dem Proletarierleben auf gemacht werden, damit sie auch ihre Bedürfnisse zu steigern wurde in seinem Mißtrauen gegen die Herren nur noch bewünschen. Der Erfolg wird nicht ausbleiben; dann müssen stärkt. Anders, wenn die Sozialdemokratie an ihn heranDie sozialen Gegensätze zwischen Besitzenden und durch geeignete Aufrufe im Zentralorgan, dem sich die tritt, eine Partei der Armen, der Arbeiter, die nicht um Proletariern sind dort so ausgeprägte, daß eine sozial Provinzialblätter anschließen, an die einzelnen Genossen, die seine Stimme buhlt, sondern ihn zum gleichberechtigten GeSemokratische Agitation unbedingt auf Erfolg rechnen zerstreut auf dem Lande wohnen oder arbeiten speziell nossen macht: er wird sich ihr zuwenden. Aus unserem an die Bauhandwerker, an die Monteure der landwirth Programm ist vor allen Dingen auf die VergesellschaftDazu kommt noch, daß in technischer Beziehung sich schaftlichen Maschinen u. s. w. die Aufforderung ergehen, lichung des Grund und Bodens Gewicht zu legen. Als Forauch auf dem Lande eine Umänderung vollzogen hat; jedes für unsere Jdeen auf dem Lande thätig zu sein, sie müssen derungen der sozialdemokratischen Landarbeiter an die hengroße Gut mäht heute sein Getreide mit der Dampfmaschine, darauf aufmerksam gemacht werden, daß jeder Genosse die tige Gesellschaft wären zu nennen: Abschaffung der Gesinde ordnung, Vereinfachung und Unentgeltlichkeit der Rechtsebenso arbeiten Säe- und Dreschmaschinen. Während bisher Pflicht hat, als Pionier einer neuen Zeit vorzuarbeiten. die Leute eines Gutes den Winter über mit Dreschen zu Eine gut vorbereitende Propaganda ist die Hauptsache pflege, Verkürzung der Arbeitszeit, Einführung von Schiedsgerichten, in welchen zu gleichen Theilen Besitzer und Arthun hatten, wird jetzt das Getreide möglichst gleich auf dem und wird gute Früchte tragen. Felde feiner Körner entledigt. Es würde sich empfehlen, daß die Parteileitung für beiter, Ausdehnung des Instituts der Gewerbe- Inspektoren Wenn die Umänderung der landwirthschaftlichen Pro- die Landagitation einen Spezialfonds anlegte, zu dem jeder auf die Landwirthschaft und Aehnliches. In Bauernbezirken muß versucht werden, die kleinen Bauern duktion so weiter fortschreitet, so wird der Besitzer nicht Genosse gern beitragen würde. Die Versammlungen müssen in der Stadt Sonntag für uns zu gewinnen. Diese befinden sich in denselben Vermehr so viel Leute in festem Kontrakt halten, er wird, wie heute schon vielfach geschieht, zu den einzelnen Verrichtungen, Nachmittag stattfinden, wozu möglichst viele Genossen und hältnissen wie die Kleinhandwerker und auch ihre Stellung Maschinenbedienen u. s. w., Leute einstellen und nach ge- Arbeiter von den Dörfern erscheinen sollen; der Ver- zu uns wird sich bestimmt so gestalten, wie sie die Innungen thaner Arbeit wieder entlassen der Arbeiter wird un trauensmann des Bezirks schreibt an einen bekannten Ge- ben sozialdemokratischen Arbeitern gegenüber einnehmen: gebundener sein, er muß herumziehen, um Arbeit zu finden; nossen auf dem Dorfe eine Einladung und dieser bringt von oben drückt sie das Uebergewicht des Großbesiges zu dem Lande. fann. Feuilleton. Nachdruck verboten.) Bei Mama. Roman von Arne Garborg. ( 41 Bekannte vom politischen Kommiers und tranken Bier; fie um das Zimmer zu füllen. Sie war schließlich so glücklich, starrten sie an, so daß sie ganz verlegen wurde. Jeden einen Schaukelstuhl zu billigem Preis zu erlangen; so elegant Tag saßen sie da, und jeden Tag starrten sie fie an, mit wie jener der Großmama war er freilich nicht; aber er größerem und größerem Jntereffe. Natürlich setzte sie sich war bequem. So hatte sie denn doch Mama gegenüber Darüber hinweg; aber dennoch-; Uchermann bemerkte einigermaßen ihr kindliches Versprechen eingelöst. Im es gewiß nicht einmal; er war mun stets guter Laune. nächsten Jahr oder so herum durfte sie vielleicht an's Theater sein Lächeln war fast gar denken. Sie würde wohl nicht ruhig sterben, wenn sie nicht Er scherzte und lachte; sein Lächeln war Sver vorher mindestens einen Versuch gewagt. Uchermann ernicht schief und sein Hemdkragen ganz rein. Eigentlich lag etwas recht Bernünftiges in dem Brauch, drups Sieg vom 9. Juni) hatte ihn verjüngt, sagte er; munterte sie nach Kräften. Sie sei wie geschaffen zur Darben man bei den Südsee- Insulanern hatte; – wurden deren derselbe hatte ſeinen Glauben gestärkt und seinen Muth; stellung von Ibsens Frauengestalten, sagte er; und wollte die Reaktion sie seinem Rathe folgen, so debütirte sie als Swanhild in der Eltern beschwerlich, so schlachteten die Kinder dieselben und nun hatte das Leben einen Sinn; Dorthe Balzersen war nach Amerika gegangen. Fanny Ja, sie würde es wohl versuchen. Ihre Freundin aus fraßen sie auf; es lag dieser Sitte jedenfalls ein ver- fonnte nie mehr zur Macht gelangen in diesem Lande. Komödie der Liebe nünftiger Gedanke zu Grunde, wenn man auch gegen die Art der Ausführung ein oder das an dere zu bemerken rückte auf ihrem Posten empor und hatte von nun an einen Kindertagen, Gina Wiig, stand schon in den Zeitungen; sic Monatsgehalt von sechszig Kronen. Sie konnte es brauchen; hatte in Leipzig anderwärts gespielt und man schrieb von haben mochte. Fanny lachte; überhaupt erleichterte es, für Mama und sie hatten so schlecht gelebt in der letzten Zeit, ihr als der jungen begabten Pianistin". Nun sollte sie in Kristiania ihr erstes selbständiges Konzert geben; Fanny Sünden Absolution zu bekommen. Allein die Demüthigung blieb doch zurüc; sie war freien Menschen daß sie es nur gerade mit knapper Noth ertrugen, In der Wohnstube auf Thronhjemsvejen war es fürchterlich borgte sich von Moe Geld für ein Galleriebillet aus und nicht gleichgestellt; sie konnte nicht einstehen für hr Worti; leer und traurig, besonders seitdem das Klavier verschwunden saß und weinte zwei Stunden lang über den Erfolg, den sie war und blieb unselbständig. Gie traf täglich mit Ulchermann zusammen; dies war war; Fanny ging zu Möbelauktionen und kaufte allerlei, ihre Freundin hatte. Ach, das war herrlich! so mußte auch Fanny einmal siegen. Am nächsten Tage sandte sie Gina immerhin ein Trost. Und dann bedurfte sie seiner als„ Mittags-*) Wie schon erwähnt, hatte der Storthing in drei verschie einen Blumenstrauß mit einem Gruß; das würde die Künstfavalier". Sie mußte in dieser Zeit außer dem Hause denen Seffionen den Beschluß gefaßt, daß die norwegischen lerin freuen. Vielleicht lud dieselbe sie dann für einen speisen, und allein konnte sie nicht gehen, außer in Damen Staatsräthe bei den Verhandlungen zu erscheinen bätten. Unter Abend ein und erzählte ihr vom Ausland. Das glückliche restaurants; dieſe Reſtaurants aber hatten ihren Namen gewöhnlichen Verhältnissen suspendirt solch ein dreimaliger BeDevon, daß man Herren vie Roſt nicht anzubieten wagte, schluß das Beto des Königs; allein Dstar II. erklärte( mit der Wesen, wirklich das Ausland gesehen!- Sie wartete cin Rache, bort servirt wurde; sie bedurfte des begleitenden Bartei der Rechten), daß in dieser Sache, die eine Abänderung paar Tage lang auf Antwort. Endlich erhielt sie eine VisitServaliers einfach, dit zu hungern. Im Arbeiter des Staats- Grundgefeßes darstelle, das königliche Veto absolute larte; auf der Rückseite dieſer Karte ſtand: verein erhielt man zu den Damenrestaurants- Preisen wirt. Giltigkeit habe und verweigerte neuerlich die Sanktion( 29. Mai feine lich gutes Essen, 1880). Allein am 9. Juni drang der und im Arbeiterverein speisen mußte sie drups mit großer Majorität durch, daß Vorschlag Johann Sverjener Thingbeschluß auch doch dürfen. Ganz behaglich war es ihr übrigens dort ohne Sanktion als Staats- Grundgeseh zu gelten und man unnicht, selbst wenn sie Begleitung hatte. Um in den Speise- verbrüchlich danach zu leben habe" und dem Ministerium wurde Herzlichen Dank für den Strauß und den freundlichen Gruß. Ich hätte schon früher gedankt, konnte aber Ihre Adresse nicht erfragen; ich sende dies an Herrit Houen. Nochmals Dank! Freundschaftlichst Ihre Gina Wiig." " " Boden, aber auch von unten wird der Arbeitsmann ihn schmeichelt, wie kaum je ein Anderer, da imponirte uns bedrängen, er wird mehr Lohn verlangen- und der Bauer, weder seine Genialität", noch seine Staatsmannskunst" dem nebenbei auch noch der Dünkel als Eigenthümer an- wir erklärten beides für unechte Waare, und lieferten den haftet, wird sich im Allgemeinen der Sozialdemokratie feind Nachweis, daß dieser angeblich große Mann durch und durch lich gegenüberstellen.. Daß diese Feindschaft uns nicht kleinlich war, daß er für hohe Gedanken und hohe Ziele gefährlich wird, dafür sorgt die wirthschaftliche Entwickelung, kein Verständniß hatte, und daß seiner kurzsichtig- pfiffigen Seren Anforderungen der Zwergbetrieb des Bauern nicht Politik des Bauernfangs ein jämmerliches Ende bevorstehe. gewachsen ist und die ihn langsam aber unabwendbar ins Das jämmerliche Ende ist gekommen, der Mann hat Proletariat hinabstößt. sich kleiner und erbärmlicher gezeigt, als selbst wir ihm zugetraut hatten; und hat er mit all der ungeheuerlichen Machtfülle, die er einem Zusammentreffen günstiger Umstände verdankte, sich nicht in der Gewalt zu behaupten vermocht, so liegt es auf der Hand, daß er jetzt, wo er seiner Macht entkleidet ist und wo alle Verhältnisse gegen ihn find, nicht die entfernteste Aussicht hat, wieder an die Gewalt zu kommen. Deshalb ist die Hauptaufgabe für uns die Heranziehung des ländlichen Broletariats zu unserer Fahne, und diese Aufgabe wird gelöst werden trotz allem Geschrei und trotz allem Wüthen der reaktionären Masse. Politische Webersicht. Berlin, 17. Februar. Noch immer Sonntagsruhe im Reichstag- was eigentlich nichts Auffallendes ist, sintemalen sehr viele, wo nicht die meisten Mitglieder des Reichstags die ganze Woche hindurch Sonntag haben. ich meine volle Sympathie allen Bestrebungen entgegenbringe, die auf eine Verbesserung des Looses der Arbeiter abzielen. Ich bin auch heute noch derselben Ansicht, selbstverständlich, so weit die allgemeine Lage der Industrie in Konkurrenz mit dem Auslande dies zuläßt, wie ich solches in meinen Wahlreden und auch f. 3. der Bergarbeiter- Deputation gegenüber mündlich hervorgehoben habe. Meine Erklärung ist dahin mißdeutet worden, als wenn ich die Erreichung jener Ziele auch auf anderem als friedlichem Wege für zulässig oder möglich halte. Ich betone des halb ausdrücklich, daß ich jeder Streitbewegung bestimmt entgegen treten muß. Ein erneuter Ausstand kann nur dahin führen, die kaum errungene wirthschaftliche Besserung ernstlich und dauernd zu beeinträchtigen. Mit Sozialdemokraten habe ich Nichts zu thun, welche jede Gelegenheit benutzen, das friedliche Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, woraus allein das Heil beider erwachsen fann, zu stören. Ich werde stets auf friedliche Weise für das Wohl der Arbeiter nach besten Kräften eintreten; doch bin ich nicht gewillt, mich und meinen Namen zu unbesonnenen, das Wohl der Arbeiter gefährdenden Handlungen benutzen zu lassen. Diejenigen Personen, welche heute Aufregung unter den Berglenten im Wahlkreise Bochum herbeiführen und schüren, gehören meiner Ueberzeugung nach nicht zu meinen Wählern, sie gehören vielmehr denjenigen Parteien an, die mich bis zum legten Augenblicke aufs Heftigste bekämpften. Berlin, 14. Februar 1891. Hermann Müllensiefen, Mitglied des Reichstages. Um so bezeichnender ist die Thatsache, daß die Reichsfeindschaft des lebendig Begrabenen von Friedrichsruh in Regierungskreisen eine gewisse Nervosität, um nicht zu sagen: Aufregung hervorgerufen hat. Es gehört dies zu den Symptomen der Unsicherheit des Bestehenden, welche ein Merkmal der Zeit ist. Die Regierung aber wird durch die Opposition des Fürsten Bismarck in eine seltsame Lage § 105 d, der heute zur Berathung stand, handelt von gebracht. Gerade den Elementen zu Liebe, aus denen die, den Ausnahmen zu Gunsten der sogenannten Saison- von dem Erkanzler angeführte Fronde" sich zusammenbetriebe, in denen die Arbeiten sich ungleich auf die jetzt, hat die Regierung auf die ursprünglichen Grundideen verschiedenen Zeiten des Jahres vertheilen. Nach dem Gesetz des Arbeiterschuß- Gesezes verzichtet oder doch wenigNun wird er wieder in voller Gnade in den würdigen entwurf hat der Bundesrath über die Ausnahmen zu stens diese Ideen in der Gesetzesvorlage derartig abgeschwächt, entscheiden, und nach den Beschlüssen der Kommission hat daß sie nicht wirksam zu Tage treten können. Und weit Kreis der nationalliberalen Schlot- und Grubenbarone aufder Bundesrath die von ihm getroffenen Bestimmungen nicht entfernt, sich durch derartige Konzessionen beschwichtigen genommen werden, wohin der würdige Glasfabrikant auch blos, wie die Regierungsvorlage es fordert, im Reichs zu lassen, ist das Großkapital, dessen Begehrlichkeit" gehört. Daß seine Rechnung ihm bei gelegener Zeit am unanzeiger" zu veröffentlichen, sondern auch dem Reichs- durch die Konzessionen nur angestachelt wurde, angenehmsten Orte noch präsentirt wird, dafür kann Herr Bufammentritt zur Kenntnißnahme jetzt zur reichsfeindlichsten Opposition Müllensiefen uns ruhig sorgen lassen. vorzulegen. Die Fortschrittspartei will dies noch vorgeschritten- und diesen Reichsfein den zu Liebe wird dahin erweitert wissen, daß der Reichstag das Recht den Arbeitern das, was sie als ihr Recht beanspruchen, vor haben soll, die Bestimmungen des Bundesraths auf zu- enthalten, und der Arbeiterschutz in wesentlichen Punkten zu heben. Ein sozialdemokratischer Antrag geht dahin, die einem Arbeiter t r ut, im Juteresse der frondirenden ReichsAusnahmen blos für solche Betriebe zuzulassen, welche feinde gemacht! tage bei seinem " 1 ihrer Natur nach eine Unterbrechung oder einen Aufschub Die Wege einer solchen Politik sind in der That dunkel, nicht gestatten". Für die Sozialdemokraten sprachen Ulrich sehr dunkel. und Bebel; ersterer gab eine eingehende Schilderung der demokratischen Antrages aufs Aeußerste ein, so würde durch das Arbeiterschutz- Gesetz gar kein Nußen geschaffen werden. Nach einer längeren Debatte, in welcher sich„ König Stumm" wieder als absoluter Fabrikkönig darstellte, wurde der Paragraph nach Verwerfung des sozialdemokratischen Antrags und der übrigen Verbesserungs- Anträge" genau in der Kommissionsfassung angenommen. Die Bergarbeiter werden aber von dem Vorgehen des Herrn Müllensiefen mehr Profit haben, als wenn er das Ehrenpräsidium übernommen hätte; sie werden gelernt haben, daß nicht bei den großen Herren, sondern nur bei den Arbeitern ihre Sache in guten Händen ist. In diesem Sinne begrüßen wir es freudig, daß wir eine so interessante Charakterstudie machen konnten. Arbeiterschinderei in der Portefeuillebranche, welche in seinem Selbsttäuschung, dein Name ist Freifinn, könnte In Bezug auf den Erdemokraten Trabert wird uns Wohnort Offenbach hauptsächlich„ blüht", und ein Saison- man ausrufen, wenn man folgende Stelle der„ Breslauer von einem Demokraten, der ihn früher sehr gut kannte, noch geschäft im schärfsten Sinne des Wortes ift. Schränke Beitung" liest, die von der" Freisinnigen 3tg." zustimmend geschrieben: Trabert war bekanntlich einer der Hauptagitatoren man die Ausnahmen nicht im Sinne des sozial- abgedruckt wird. Das Breslauer Blatt schreibt: Sätte nicht Bismarck den Mann( Lassalle) empfangen, im kurhessischen Verfassungskampfe. Als die Führer deswäre nicht in Schlesien der Versuch gemacht worden, ganz im selben unter Oetker zum Nationalliberalismus abschwenkLassalle'schen Sinne Staatssubventionen für Arbeitergenossen- ten, schwenkte Trabert nicht mit ab, schloß sich unserer großschaften herzugeben, hätte nicht der Geheimrath Wagener im deutsch- demokratischen Richtung an, forrespondirte und agiGegensahe zur Fortschrittspartei sozialistische Bestrebungen tirte in diesem Sinne bis nach 1866 und ging dann nach unterstüßt, die Partet Lassalle's hätte sicher keinen Boden ge- Wien, wo er wahrscheinlich, nicht mit Hizing, aber mit der funden, und wahrscheinlich hätte die ganze sozialdemokratische althessischen Richtung in Verbindung getreten und durch diese Bewegung keine großen Erfolge gemacht." reaktionär- orthodore Gesellschaft immer weiter nach rechts geDie Freisinnigen sehen nicht ein, wie lächerlich sie sich trieben worden ist. Es soll ihm lange Zeit herzlich schlecht geHierauf fam§ 105e zur Berathung; derselbe handelt durch solch kindisches Gerede machen. Die Sozialdemokratie gangen sein. Ich habe viele Jahre gar nichts von ihm von solchen Gewerben, deren Betrieb an Sonn- und Fest- ist aus den ökonomischen Verhältnissen hervorgewachsen, sie gehört. tagen zur Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung mußte fich bilden, sie mußte eine Macht werden. Die Es ist immerhin höchst bedauerlich, daß ein talentvoller nothwendig, oder von Wind und Wetter abhängig ist. Die Bildung und Entwickelung der Sozialdemokratie ist von und einst populärer Mann wie Trabert so weit sinken Vertreter des Kapitalismus namentlich die Mühlen- den durch das freisinnige Blatt angeführten Thatsachen so konnte, daß er jetzt in Wien als antisemitischer Kandidat Interessenten suchen die ohnehin weiten Waschen dieses vollkommen unabhängig, daß nur eine so oberflächliche auftritt. Man muß ihm den Spiegei seiner VergangenBaragraphs möglichst auszudehnen, die Sozialdemokraten sie Geschichtsauffassung, wie die des Freisinns, diesen Dingen heit vorhalten. Für so bumm halte ich die Klerikal- Antieine so übertriebene Bedeutung beilegen kann. semiten in Desterreich nicht, daß sie diese Befehrung eines und Friseurgehilfen eine Lanze ein allerdings erfolglos; Die Arbeiterfreundlichkeit des Herrn v. Müllen Freidenkers und Demokraten für etwas anderes als durch und mit knapper Noth wurde eine Verschlechter wag fiefen war nicht von langer Dauer. Er hat die erste Probe äußere Noth Erzwungenes halten." So dumm sind sie freilich nicht, aber sie sind mit Be des Paragraphen verhindert, der schließlich in der Kom- auf seine Versprechungen gelegentlich der Stichwahl nicht missionsfassung durchging. bestanden. Jetzt, wo er seinen warmen Sitz im Reichstage zug auf den sittlichen Werth ihrer Werkzeuge auch nicht Hierauf erfolgte der Schluß der Sitzung. Die Debatte hat, lacht er über die Naivetät der Bergarbeiter, welche wählerisch. wird morgen fortgefeht. seine Versprechungen ernst genommen haben. Das EhrenIn der nächsten Woche soll eine Unterbrechung von präsidium des Bergarbeiter Verbandstages hat er mit mehreren Tagen eintreten und zur Erledigung einiger Etat- folgendem Schreiben abgelehnt: Posten benutzt werden. zu verengern.. Bebel legte bei dieser Gelegenheit für die BarbierWie die Zeiten sich ändern! Bei dem letzten Festmahl welches der deutsche Reichskanzler gab, wurde, ähnlich wie bei früheren Kanzler- Mahlen, gegen die Reichsfeinde geeifert: der Ausbund aller Reichsfeindschaft, der Erz- Reichsfeind war diesmal aber Fürst Bismarck, der Erfinder der Reichsfeinde und der Reichsfeindschaft. Nicht, daß wir diesen Dingen an sich Werth beilegten. Als der„ geniale Staatsmann" noch auf dem Gipfel der Macht stand, von der Welt der Gesinnungslosigkeit um. Herrn H. Bringewald in Wattenscheid. Ihr Schreiben vom 8. habe ich erst gestern, den 12. Febr., erhalten. Ihren mir darin ausgesprochenen Wunsch kann ich nicht erfüllen, weil mein Amt mich hier festhält und ich von der Art und Weise, in der Sie und Ihre Parteigen offen das Wohl der Bergleute zu fördern suchen, nicht Heil, sondern nur Unheil für dieselben erwarte. Achtungsvoll S. Müllensiefen. Zur weiteren Erläuterung seines Standpunktes hat er nachfolgende Erklärung veröffentlicht: Vor meiner Wahl habe ich mich dahin ausgesprochen, daß Der italienische Bismarck läßt es dementiren auch er hat noch seine Presse daß er der Regierung neulich, bei den von seinen Freunden" veranstalteten Kundgebungen in Palermo„ seine Macht habe weisen wollen." Nun, was der Herr gewollt" hat, ist sehr gleichgiltig, jedenfalls hat er so gehandelt, als ob er noch Chef der Regierung, wenigstens einer Nebenregierung wäre. Der Gedanke des Hausmeierthums muß doch in unserer Zeit liegen. Daß nicht blos ein deutscher, sondern auch ein italienischer Minister gleichzeitig Hausmeierchens zu spielen sich unterfangen, und die Rolle sogar, nachdem sie aus ihrem Amte weggeschickt sind, noch weiter spielen Und das wurde nicht anders; kein Weib auf Erden hatte den Muth aufzustehen und von so peinlichen Dingen zu reden. Fanny wollte kein Weib sein! Sie wollte nicht, fie wollte nicht!. Uf, bumm... beständig dumm... was und feinen Muth; sie hatte nur Mama.... Mama, die welches Elend, ein Weib zu sein! Absolut keine Rücksicht, redete sie sich ein; was scheerte die talentirte Künstlerin immer im Weg war. Die Tage schlichen dahin, wie absolut keine Menschlichkeit. Beschämung und Demüthigung sich um ein Ladenmädchen und dann Sie"... Schnecken auf einer Landstraße; die Stunden waren Ewig bis zu der letzten Stunde. Ein Verbrecher auf dem Schaffot " Thre" o Gott, wie dumm sie war, Gott, wie dumm feiten, die Minuten tropften ab, eine nach der anderen, wie konnte Schonung erwarten für seine Gefühle; eine Fran sie war Ha, fie mußte aus dem Laden fort. Thränen aus müden Augen; der Sommer kam mit seiner auf dem Krankenlager hatte Wahl, sich zu Tode martern -Aber sie blieb drin stehen, Woche um Woche. Auf Siße und seiner Qual; man stand bei der offenen Thür zu lassen oder ihre Schamhaftigkeit dem ersten besten diplo dem gleichen Fleck, in der gleichen Verzweiflung; bediente und kriegte doch keine Luft; es war nicht einmal ein Glas mirten Manne preiszugeben. die gleichen Kunden auf die gleiche Art, sagte jeden Tag die frischen Wassers zu haben; es schmeckte lau und nach dem gleichen Phrasen mit der gleichen füßen Stimme und dem Rohr. Uf, Moe, erbarmen Sie sich einer Sterbenden... gleichen gefünftelten Lächeln. Schleppte sich jeden Abend spendiren Sie eine Halbe Bier... es hilft nichts anderes. es hilft nichts anderes... den gleichen Weg heim, am Buchthaus vorbei, am Armen wir müssen uns auf die Flasche verlegen!" haus vorbei; an der Todtenkammer vorbei, todtmüde, Im Laufe des Herbstes begann sie zu kränkeln. Es Mama begann vom Bolleinnehmer zu reden.„ Sichst ſtumpf, halbblöde; heim nach der gleich hoffnungslosen war fein gewöhnliches Uebelbefinden; es war eine Plage Du, so geht's; Du hättest in Deiner warmen Stube ſizen Dachkammer, zu dem gleichen alten Weibe, das sie stets ganz eigener Art, aufreibende, schreckliche Schmerzen im fönnen, mit Teppichen auf dem Fußboden und zwei Mäd mit der gleichen bösen Miene oder dem gleichen Geschwäß Unterleib, wahrscheinlich daffelbe, was Dorthe Balzersen chen, um Dich zu bedienen; aber stolz muß man sein, und empfing; dann hinein in das kleine, gebrechliche Feldbett... manchesmal gehabt. Am Aergsten war es an Tagen, wo wenn Einem die Bunge heraushängt das einzig Gute auf der Welt, aaah!... um am nächsten man zu viel zu thun, wo man die Leitern unaufhörlich auf da! Jetzt thut's Dir wohl leid, was-?" Fanny mochte Morgen wieder von Anfang an zu beginnen; um halb sieben und ab zu laufen hatte; am Abend, wenn man todmüde nicht antworten. Uhr auf, schläfrig und zuwider; die gleichen langweiligen und elend den Laden für den nächsten Tag ordnen sollte, Sie war lieb und freundlich. Kleider abzutragen und das gleiche langweilige Butterbrot konnte es so schlimm werden, daß sie sich geradeswegs Thorseng hätte sehr gern, wenn Du nun zu uns kämeſt", zu nagen; den gleichen hoffnungslosen Weg zum gleichen niedersetzte, überwältigt, halb ohumächtig vor Schmerz und sagte sie. Ich brauche Gesellschaft, meint er, und Du hoffnungslosen Geschäfte mit den gleichen hoffnungslosen stöhnte als wie in Kindes- oder Todesnöthen. Die Weih- tönntest Dich uns nüßlich und uns nüßlich und angenehm machen; Fächern und Laden und den gleichen müden, mißmuthigen nachtssaison gab ihr den letzten Stoß; an einem Januar natürlich erhieltest Du einen fixen Lohn und wärst Stollegen! Und das sollte so fortwähren, Jahr um Jahr, abend mußte man sie in einer Droschte heimschicken; Mama Deine eigene Herrin Monat um Monat, Stunde um Stunde; die Langeweile fiel fast um vor Schreck, als zwei Männer sie über die Thorseng; ich lasse ihm schön danken. zehrte an der Brust wie eine Krankheit, drückte auf der Treppe hinaufgeschleppt brachten. Schulter wie ein hölzerner Marterpfahl, beklemmte und nahm den Athem mit einem Druck von hundert Atmosphären. Und dann kam der Frühling; der Himmel schien hoch XIX. Etwas später kam Lea. . " nun liegst Du „ Ich " Bitte, grüße mir hätte auch gern, daß Du kämest", sagte sie und wandte den Blick zum Fenster hinaus; Liebe, kannst Du es denn nicht thun? Du siehst ja, Du verträgst das Ladenstehen Es war nicht gefährlich; es bedurfte feiner eigentlichen nicht." Fanny merkte, daß Lea es gut meinte; es traten und die Sonne frisch; es regnete; der ferne Duft von Operation. Eine Kleinigkeit; es ist gleich vorüber", sagte ihr fast die Thränen in die Augen. Danke, Lea; es ist Gräsern und Blumen und knospendem Laub durchzog ahnungs- der Arzt; sind Sie verlobt?"" Nein; aah; Morphin, außerordentlich hübsch von Dir; aber ich habe nun einmal " voll die Luft; Frühlingskleider und Sommerhüte wagten Morphin... Denn wenn sie verlobt wären, so sich hervor; die Zeitungen annonzirten Bergnügungszüge, müßte man Ihren Bräutigam unterrichten". Nein, nein; " Geschmack an der Selbständigkeit." Touristenränzel, Sommerwohnungen, Badeorte; Möbelwagen ich halte es nicht aus..." Ihr Gesicht war blaugefleckt Können Sie mich von der Eßlust kuriren?" fragte Fanny. Der Arzt rieth ihr ab, wieder ins Geschäft zu gehen. rumpelten durch die Straßen; die Leute wollten aufs Land, und ihre Lippen schäumten; die Brutalität des Schmerzes Der Doktor wurde heiter: Da müßte es keine Männer hinaus ins luftblaue, seeglitzernde Freie; Fanny weinte vor Sehnsucht, rang die Hände in Verzweiflung; hier stand sie, und hier blieb sie stehen; und das sollte ein Leben sein; das hieß ein Leben, ein Menschenleben . Sie kam nicht zu Frau Gundersen. Sie hatte kein Geld und die Todesangst unterdrückten fast das Bewußtsein. Aber als es vorbei war, verstand sie nicht, daß sie es hatte Baden zu stehen brauchte!" können geschehen lassen. geben," sagte er, wenn ein Mädchen wie Sie deshalb im sich ab. Der Arzt fügte mit einem gewissen Nachdrud " So," sagte sie und wendete Empfindung, daß sie herabgewürdigt, fast entehrt sei. Pfui, heiratheten, Fräulein!" Tage und Nächte lang lag fie und kämpfte mit der hinzu:„ Es würde Ihnen nicht schlecht thun, wenn Sie ( Fortsetzung folgt.) wollen, das ist ein Zusammentreffen, welches nicht rein zu-| hervorragendster Lehrer war Professor Weyerstraß 18. d. M., in Burgdamm eine öffentliche Wolfsverwurde S. R. ansammlung statt. Herr A. Kerri aus Bremen hatte das fällig erscheint. in Berlin. Im Jahre 1883 Redner führte die Arbeiterbewegung Bekanntlich war in den Urzeiten der Monarchie das die Hochschule Stockholm berufen, zuerst als Privat- Referat übernommen. die erste Englands als Beispiel an, dort hätten die Arbeiter KoalitationsHausmeierthum eine ständige Einrichtung. Sollte die dozent, bald aber als ordentlicher Professor Monarchie sich diesem Urzustand wieder nähern? Für einen ihres Geschlechtes in Europa. Sie lehrte dort Mathematik, recht schon im Jahre 1825 erhalten, welches, so wie hier, von den besitzenden Klassen nicht anerkannt wurde. Durch jahrelange Geschichtsforscher eine ganz interessante Studie. eine Zeit lang auch Mechanik. Bald wurde sie auch zum schwere Kämpfe hätten es die Arbeiter doch schließlich so weit Mitglied der schwedischen Akademie der Wissenschaften ernannt. gebracht, daß es nun voll und ganz anerkannt würde. Redner Die gleiche Ehre widerfuhr ihr von der französischen schildert die deutschen Zustände und hebt besonders die AusAka demie, welche ihr für die Lösung einer schwierigen sperrung der Hamburger Tabalarbeiter hervor, welche sich bis mathematischen Aufgabe einen Ehrenpreis von fünf- jett mustergiltig gehalten hätten und fordert auf, reichlich Beiträge tausend Franken zuerkannte. Aber die hohen Begabungen zu geben, damit den Geſetzesverletzern, wie er die Fabrikanten und Unternehmer bezeichnete, nicht der Sieg werde. Folgende dieser Frau beschränkten sich nicht auf die Wissenschaft, zu Resolution fand einstimmige Annahme: Die heutige öffentliche deren ausgezeichnetsten Vertretern sie zählte. Volksversammlung erklärt sich mit den 3 tebersicht. Die Größe der regelmäßigen Arbeitslosigkeit wird durch eine in Paris vorgenommene Erhebung illustrirt. Der Pariser Sozialist" entnimmt dieser amtlichen Enquête folgende Daten: Von 8576 Arbeitern, die Angaben gemacht haben, arbeiten nur 1630, das sind weniger als 18 pet., während des ganzen Jahres. Die todte Saison, wo das Brot mit der Arbeit fehlt, dauert für 1340: 2, für 2221: 3, In ihren Mußestunden schrieb sie eine Reihe von des Referenten voll und ganz einverstanden und verspricht für 1813: 4, und für 1572: 5 und mehr Monate. Und Novellen, in denen sich ein hervorragendes künstlerisches Talent mit aller Energie für die Ausgesperrten einzutreten und zwar in trotzdem hat das französische Parlament den Achtstundentag offenbarte. In Rußland, wo diese Erzählungen zuerst er der Weise, daß jeder Versammlungstheilnehmer sich verpflichtet, nicht nur für die erwachsenen Arbeiter, sondern auch für schienen, stellte man sie den Werken Dostojewskis an die einen freiwilligen Beitrag, der durch eine zu wählende KomFrauen und Kinder abgelehnt. Der Bourgeois verlernt die Geite, dessen Jugendfreundin S. K. gewesen ist. Eine mission jede Woche abgeholt wird, zu leisten. Es wurde eine rücksichtslose und kurzsichtige Wahrung seiner Interessen deutsche Ausgabe verschiedener ihrer Arbeiten ist in Bor Kommission von vier Mann gewählt und dann die gut besuchte ebensowenig in der Republik wie in der Monarchie.- bereitung und dürfte dann besonders eine Nihilistengeschichte, Bersammlung mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemofratie geschlossen. Hier wurde schon früher für die Ausgesperrten gesammelt. In glänzender Weise haben die englischen Arbeiter ihre deren Veröffentlichung in schwedischer Sprache unmittelSofia Kowalewski Das Sammeln wurde der Polizei denunzirt und die Folge davon internationale Solidarität durch die That erwiesen. Sie bar bevorsteht, Aufsehen erregen. haben dem Delegirten der australischen Ausständigen, hat durch die Macht ihres Geistes wie durch ihr war Haussuchung bei den betreffenden Genoffen. Es wurde aber unserem Genossen Fitzgerald, über 320 000 Mark nach glänzendes Wissen sich überall Anerkennung errungen, nichts gefunden. Geld und Listen, welches den Morgen zur Post auch Australien mitgegeben. 8 Arbeitervereinigungen haben auch bei denen, welche die Frau als unfähig zur Wissen- gegeben, wurde beschlagnahmt und die beiden Genossen mit einent allein über 257 000 Mart beigefteitert! Dies ist ein schaft ansehen und sie nach alter Weise ins Haus einsperren Strafmandat wegen unerlaubten Sammeln mit 10 Wart bedacht. wollen. So hat sie, wie schon berichtet, der preußisches ist gerichtliche Entscheidung beantragt. Es ist gerichtliche leuchtendes Beispiel der Brüderlichkeit und Internationalität, Rultusminister von Goßler wiederholt durch zu ihren Entscheidung beantragt. Der Herr Landrath ſcheint es jetzt auch aber auch ein Beweis der Kraft und Macht, über die eng- Ehren gegebene Feste gefeiert, auf denen sie nicht nur freiwilliges Entree, Alles wird verboten; wird ihm auch nichts auf unsere Vernichtung abgesehen zu haben. Zellerfammlungen, lische Arbeiterverbände verfügen, denen gleich zu kommen von den Größen der Wissenschaft, sondern auch von nügen, wir schreiten trotzdem vorwärts. wir bestrebt sein müssen. den Spizen der offiziellen Gesellschaft bewundernd umdrängt wurde. In Stockholm wurde sie vom König Oskar in jeder Weise ausgezeichnet. Aber all dieser Glanz vermochte sie nicht zu betäuben. Und wenn sie auch infolge ihrer besonderen Wirksamkeit zu einer aktiven Bethätigung Achtung Tischler Berlins! Hierdurch fordert die Fünfers ihrer politischen Anschauungen nicht kam, so vergaß sie doch kommission der Tischler Berlins alle diejenigen Kollegen, welche niemals die Ideale ihrer Jugend. Sie blieb nicht nur bis kommission der Tischler Berlins alle diejenigen Kollegen, welche noch im Besize von Listen für dic auswärts streifenden Tischler ans Ende im Herzen Sozialistin, sondern scheute sich auch Deutschlands oder von Bisten zur Deckung der Unkosten für die feineswegs vor einer gelegentlichen Aussprache ihrer Beschickung des deutschen Tischlerkongresses in Hannover sind, Ueberzeugung. Insbesondere verfolgte sie auch die Fort zum letzten Male auf, dieselben bis Freitag, den 20. Februar, schritte der deutschen Sozialdemokratie mit Interesse und Abends abzuliefern. Sonft werden die Namen der betreffenden hoher Sympathie; fie war mit einigen Vertretern derselben Kollegen in nächster Woche öffentlich bekannt gegeben werden. befreundet und stand mit denselben auch während der Beit Abzuliefern sind die Liſten, ob leer oder gezeichnet an Kollege Im Auftrage der des ärgften Druckes des Ausnahmezustandes hier in Berlin Lobstädt, Oranienſtr. 171, vorn 3 Tr. zur selben Zeit in Verbindung, als sie mit Minister Goßler, Ronimission R. Millarg, Tischler, Lehrterstr. 22. II. Professor Helmholz, Dubois- Reymond, Lothar Bucher 2c. Bischofftein. Hier in der flerital- konservativen Gegend verkehrte. sieht es sehr traurig aus. Arbeitsmangel, Sunger und Glend, Der internationale Sozialistenkongreß wird, wie Auch auf dem internationalen Sozialistenkongreß von das sind die drei Faktoren, die hier zu Hause sind. Und ist ein telegraphisch gemeldet wird, ani 18. August d. J. in Paris 1889 war sie zugegen. Vor 14 Tagen war sie noch, aus bischen Arbeit da, so heißt es, dieselbe unter schweren EntbehBrüssel zusammentreten und seine Stgungen über acht Südfrankreich kommend, auf der Durchreise nach Stockholm hier, rungen und Hunger ausführen. Da ist z. B. das Steinklopfen; da geht der Arbeiter früh Tage erstrecken. Der Generalrath der belgischen Arbeiter frischer als je und voll von weitausschauenden Plänen. um 5 Uhr von Hause und kommt abends um 10 Uhr zurück. Er partei macht bekannt, daß er in einigen Tagen Einladungen Eine kleine Erkältung auf der Reise führte eine Lungen- hat 17 Kilometer weit zu gehn bei 60-70 3entimeter tiefem in französischer, englischer und deutscher Sprache erlassen entzündung herbei, welche nach kaum eintägigem Kranken- Schnee und 18-20 Grad Kälte. Das Essen besteht: früh Pellwerde. Alle Länder Europas, sowie die Vereinigten Staaten lager mit tödtlichem Ausgange schloß. Mit Sofia Kowalewski kartoffeln und Wassersuppe, Mittags für 15 Pf. Kornbranntwein werden Delegirte zum Kongreß schicken. ist eine wahrhaft hervorragende Erscheinung, eine wissen- und ein Stückchen trocken Brot, Abends Bellfartoffeln und schaftliche Größe, eine Künstlernatur, eine gegen jedes Vor- Wasserfuppe. Es wird in Afford gearbeitet. Verdienst den urtheil kühn und siegreich ankämpfende Frau, eine treffliche Monat 12 M., denn es giebt nur alle Monate Geld. VerFreundin und eine für die menschheitliche Befreiung fühlende fchiedene verdienen noch weniger. Die Arbeiten wurden ausgeführt beim Dorf Minten bei Sozialistin in der Vollblüthe ihrer Jahre dahingegangen.Bartenstein. In den letzten Tagen haben in belgischen In dustrie und Arbeiterzentren zahlreiche Arbeiter versammlungen stattgefunden mit der Absicht, einen allgemeinen Streif zu organisiren, im Falle die Kammern die Revision der Verfassung verweigern sollten. Aus den Verhandlungen ergiebt sich, daß die Arbeiter entschlossen sind, in den Streik einzutreten und einen Streiffonds gegründet haben. Was wir von der Durchführbarkeit eines allgemeinen Streits halten, brauchen wir unseren Lesern nicht zu wieder holen. Aber ganz abgesehen davon, erscheint uns eine größere Streitbewegung bei der heutigen Marktlage als ein niehr als gewagtes Unternehmen. In eine weitere Kritik der Absichten unserer belgischen Parteigenossen wollen wir uns nicht einlassen. Die Wahlen in Bulgarien, welche am 15. Februar stattfanden, bewiesen, daß sich Rußland in diesem Lande alle Sympathien verscherzt hat. Kein Freund Rußlands wurde gewählt.Parlamentarisches. Petitions Kommission. Sigung vom 15. Februar, Vorm. 10 Uhr. Soziale Versammlungen. Ferner ist das Abästeln der Bäume in den königl. Forsten bei Die bulgarische Regierung hat den jüngsten Bischofftein; zwar keine angenehme Beschäftigung, aber die Leute Borstoß der russischen Spigeldiplomatie geschickt find froh und lassen sich schon Alles gefallen, damit sie nur etwas parirt, indem sie das Verlangen, die sogenannten„ Nihilisten" verdienen. Da muß der Arbeiter auf die mit Schnee und Eis auszutreiben, wörtlich nahin und sich fämmtlicher als befrorenen Bäume flettern und Aeste abschneiden. Sind sie ab" Nihilisten" verkleideter russischer Spizel, so weit dieselben geschnitten, werden sie zusammen auf einen Haufen getragen. Gin Haufen hat die Größe von einer Fuhre. Es wird auch im Afford bekannt waren, entledigte. Alle find freilich noch nicht aus Es wird vor Beginn der Berathung mitgetheilt, daß die gearbeitet und dann giebt's für solchen Haufen 20 Pf. Da verdem Lande gejagt, aber doch eine beträchtliche Anzahl. Petition der Wittwe Dohrenbusch durch die sofortige Entlassung dient ein tüchtiger Arbeiter die Woche 1 Wt. bis 1,50 m. bis 2 m., des Schnes der Wittwe vom Militär, nachdem die Regierung im Sommer auch mal 3 M. Arbeitszeit von früh, wenn's licht Das Sekretariat des englischen Kolonialamts erhielt nochmalige Untersuchung der Lage vorgenommen und die An- wird, bis Abends, wenn's finster wird. Bei jeziger Zeit gehen vom Londoner Informationsbureau für Auswanderer einen gaben der Petition bestätigt fand, erledigt sei.- Petitionen, die die Leute bis an den Leib im Schnee. Die jungen Bäumchen, authentischen Bericht darüber, daß das Klima und die Lebens- Regelung der Weinfrage betreffend, wollen festgestellt wissen, was die einen Meter groß sind, stecken Handbreit aus dem Schnee hervor. bedingungen für Arbeiter in den nördlichen Gebieten man als reinen Wein anzuerkennen habe. Die Beigaben von Die Arbeiter stehen bis an den Leib in Schnee und ver= Brasiliens für britische Emigranten, sowohl Ackerbauer wie Altohol, Zucker u. f. w. seien so verschieden, daß es nothwendig zehren so ihr am Feuer gewärmtes Essen. Kommt der Arbeiter auch Handwerker und Dienstleute, durchaus untauglich seien. fei, eine endgiltige Entscheidung zu treffen, welche die Abends nach Hause, dann sind die Kleider steif gefroren. Es ist Das Sekretariat des Kolonialamts warnt daher in Deklaration über die Zusätze, welche Weinverfertiger dem Wein zu bewundern, daß die Leute dies aushalten. beigeben dürfen, fordert. Nachdem im Plenum des Reichstages Ein Knecht verdient hier das Jahr über 18 Thaler baares dringendster Weise vor einer Auswanderung nach irgend die Frage bereits angeregt wurde und der Regierungskommisjar Geld, außerdem bekommt derfelbe 2 Kartoffelbeete, 4 Hemden, einer nördlich von Rio de Janeiro belegenen Provinz Bra- die Erklärung abgiebt, daß die Regierung in der Berathung eines 2 Sofen, 1/4 Scheffel Lein gefät zu Flachs. Das Alles zusammen filiens. dem Reichstag vorzulegenden Gefehentwurfs begriffen fei, wird 18 Thaler gerechnet, oder pro Tag ungefähr 14 Pf. bei 16 bis das Petitum dem Reichskanzler als Material für die Gesetz- 18 stündiger Arbeitszeit. gebung überwiesen. Darauf folgt eine Debatte über die Petitionen Das Krantenkaffengesetz scheint auch in dieser Gegend ExtraSehr gnädig ist die Kölnische Volkszeitg." der Impfgegner, welche den ganzen weiteren Theil der paragraphen zu haben, denn die Kranken bekommen erst Krankenfie giebt nach Besprechung unseres Artikels über den Sizung ausfüllt. Die Debatte führt eine Anzahl Redner geld, wenn sie gefund sind und zwar die Woche 3 Mart. ins Feld, von denen für Beibehaltung des Impf Die Schulverhältnisse sind hier schlecht, denn in 5 MädchenMary'schen Programmbrief seufzend zu, daß es vorerst noch zwanges die Herren Abgg. Dr. Höffel, Dr. Pieschel, Graf Klassen unterrichten nur 4 Lehrer.(!) nicht zur Spaltung" kommen würde. Man wird dem- Matuschka, Hulisch, ebenso die Regierungsfommissare Dr. Köhler, nächst ein neues Programm aufstellen und die alten Streitig Dr. Sopf, Dr. Petri und Dr. Werner eintreten, während die feiten werden bald vergessen sein." Zum Schluß blitt dem Abgg. Dr. Schädler, Zentrum, Geyer, Sozialdemokrat, Münch, frommen Blatt aber ein milder Hoffnungsstrahl auf: Freijinn und Schwarz, Sozialdemokrat, eine genauere Prü Ans gegenseitige Gurgelabschneiden wird fung der Frage fordern. Drei Anträge werden zur Abstimmung Friedrichsberg. Eine am Montag Abend im„ Schwarzen es erst gehen, wenn die Sozialdemokraten gebracht. Einig ist die Kommiffion darin, daß die Frage mittelst jemals, wenn auch nur vorübergehend, ur schriftlichen Berichts vor das Plenum gebracht wird, dagegen Adler" hierselbst unter der Leitung des Genossen Lange tagende beantragt Abg. Geyer, die Petitionen dem Reichskanzler zur Eröffentliche Boltsversammlung nahm einen Vortrag des Genossen Herrschaft kommen sollten." wägung zu überweisen. Abg. Dr. Schädler will sie dagegen nur Appelt- Berlin über den„ Kampf gegen die Sozialdemokratie durch zur Kenntnißnahme überreicht wiffen und Dr. Pieschel stellt den die Schule" mit vielem Beifall entgegen. Nach einer lebhaften wird der Antrag Geyer's gegen die 3 Stimmen der Sozialdemo- Genossen Weinhardt und Decker betheiligten, erstattete Genosse deren plöglichen Tod wir jüngst berichteten, war Soziafraten verworfen, der Antrag Dr. Schädler dagegen mit 10 gegen gange Bericht über die Arbeiten der in einer vorigen Versammlistin. Eine Tochter des russischen Generals Graf Corvin 9 Stimmen angenommen. Krukowskoi, fühlte sie bald die Leere des Lebens der höheren Nächste Sizung Donnerstag, Gesellschaft und sah das Elend der leibeigenen Bauern auf den Besitzungen ihres Vaters. Sie empfand einen lebhaften Drang nach innerer Befreiung durch das Wissen. Und da fie von ihrem Vater die Erlaubniß zum Studium nicht erhalten konnte, entzog sie sich seiner Gewalt durch fittive Heirath mit einem Studiengenoffen, dent späteren Paläontologen Kowalewski. Sie studirte Osterwiek. Auf zum Kampfe gegen die gemeingefähr hierauf in Heidelberg, Berlin und Göttingen die lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie! Das ist jetzt das deutschen Hochschulen hatten damals ihre Thore den Frauen Feldgeschrei der Schwarzröcke. So wurden in der Schule zu noch nicht verschlossen. Im Frühjahr 1871 war sie in Paris, Osterwiel unter den Kindern Flugblätter vertheilt, worin auf wo sie die Bewegung der Kommune mit Intereffe verfolgte gefordert wird, das kleine Häuflein der frommen Schafe solle sich und schließlich auch Gelegenheit fand, einem der unglück zufammenrotten zum Kampf gegen die Sozialdemokratie. Die fächsische Provinzialsynode erkennt nur hierin das wirkliche*) Die Philharmonie- Erbigung ist sehr überflüssig. Ueber die lichen Opfer des Bürgerkrieges einen Dienst zu leisten. Raditalmittel zu unserer Ausrottung. Nun, wir haben gesehen, Boykottfrage an sich herrscht absolute Einmüthigkeit, und daß ein Shre Schwester hatte sich mit dem Kommunemitglied daß trob 12jähriger Dauer das Sozialistengefeß, troß Anwendung Boykott fireng zu handhaben ist, das versteht sich von selbst. Ge Victor Jaclard verheirathet, der nach dem Siege der aller verfügbarer Mittel man es nicht vermocht hat, uns auch handelt sich im vorliegenden Fall nur um ein bestimmtes Lotal, Versailler in nur einen Schritt auf unserer Bahn zurück zu drängen und es in Bezug auf welches Meinungsdifferenzen bestehen; und LiebGefangenschaft gerathen war den Gefängnissen der Versailler Orangerie dem sichern wird sich die sächsische Provinzialsynode dasselbe Armuths necht, der beiläufig in Deutschland wohl früher als irgend damals noch zeugniß ausstellen lassen müssen, welches sich die Verehrer des ein Anderer für das Boykottsystem thätig gewesen ist, hat, no ch nicht zwanzigjährige Sofia Kowalewski auf, überschritt die Sozialistengefeßes ausgestellt haben. Wir wissen ja, welch Geistes ebe die Frage neuerdings in die Deffentlichkeit Linien des deutschen Belagerungsheeres und vermochte ihren Kinder zu solchen Wersammlungen berufen werden. Die Magen- fam, an die gofaltommiffion bon Baris au eilen mud sich zu gerichten für den Gefangenen zu verwenden. Die Fürsprache und wird genügend gesorgt, aber wir müssen für uns selbst bringen. Nächsten Freitag Abend wird eine Voltsversamm de ruſſiſchen Generals, cute, daß man Jaclard, kurze sorgen. Dean, Säften wont signat: Den Sozialismus lung zu diesem Zweck tagen und dann wird man fich zweifellos der Stille entfliehen ließ. Nach Deutschland zurückgekehrt, Nun, wir wollen's abwarten. Die hervorragende Mathematikerin Sofia Kowalewski, Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung. In der Abstimmung Diskussion, an der sich auch die von hier seiner Zeit ausgewiesenen Tod entgegensah. Da machte sich die und in Borrespondenzen und Parteinachrichten. * Die Ausgesperrten Deutsch= studirte S. K. weiter und erwarb den Doktorgrad. Ihr lands, mit dieser Tagesordnung fand am Sonntag, den l lung gewählten Kommission betr. Gründung eines ArbeiterBildungsvereins für Friedrichsberg. Das verlesene Statut wurde ohne Aenderung akzeptirt und ein provisorischer Vorstand aus den Genossen Lange, Hopp und Ad. Schulze gebildet. Ueber 100 Mitglieder zeichneten sich sofort ein. Unter" Verschiedenem" wurde noch eine Resolution, die das Bedauern der Versammlung über das Verhalten des Genossen Liebknecht gegenüber dem Boykott über die Philharmonie ausspricht, zur Abstimmung gebracht und mit großer Majorität angenommen.") Gen. Lange machte noch auf das zum April erscheinende Partei Organ für die Kreise Nieder- und Ober- Barnim in Teltow aufmerksam und schloß mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie die auch von Frauen zahlreich besuchte Versammlung. nach der einen oder andern Seite hin einigen. Wozu also die Erhizung? Die Redaktion. Theater. Mittwoch, den 18. Februar. Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Der neue Herr. Leffing- Theater. Die Ehre. Berliner Theater. Wehe den Befiegten. Am 18. Februar feiern bie Karl Austich am 39 21. Februar Weichhardt'schen Eheleute, Koppenstr. 38 die silberne Hochzheit. Todesanzeige. Sonntag, den 15. Februar, Morgens 6/2 Uhr, verstarb nach langem und schwerem Leiden mein innig geliebter Mann Karl Hermann Ruscher Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. in seinem 40. Lebensjahre. Deutsches Theater. der Exzellenz. Die Kinder 538b Meißner Porzellan. Hierauf: Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Pariser Leben. Wallner Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. OF Viktoria Theater. Die sieben Raben. Die Beerdigung findet Mittwoch, 1891. Berliner Original- Bockbier Auftigh am 21. Februar 1891. Berliner Bodbrauerei, Tempelhofer Berg. Vom 21. Febrnar cr. versenden wir an Privat- Kunden unser Berliner Original- Bock. 8 Nach mittaa 3 Uhr, von der Leichen- bier" in kleinen Gebinden und Flaschen die 1 Tonne zu mr. 4,50, Lonne Mt. 9,-, ½ Loune Mt. 18,-, Tonne Mt. 36,-. Berliner Original Bockbier in Flaschen( nur echt mit in die halle der Petri- Gemeinde, Friedenstr. 82, aus statt. Bellealliance- Theater. Pension Freie Vereinigung Schöller. der Zimmerer. Allen Mitgliedern und Freunden zur Nachricht, daß unser Freund u. Genosse Wilhelm Schulz Ostend- Theater. Maria Stuart. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Kaufmann's Variété. Große Spe- am Sonntag, den 15. d. W., an der zialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Große Proletarierkrankheit verstorben ist. Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Die Beerdigung findet am Donners 1 Flaschen eingeblasenen 2 Böcken!) liefern wir 20 Flaschen für 3 Mark frei Haus. Pfand wird nicht berechnet, die Flaschen bleiben unser Eigenthum und sind nicht verkäuflich. liefern wir das Berliner Original Bockbier" in gleichen Gebinden und " Nach außerhalb zu gleichen Preisen wie oben und in Riften à 50 Flaschen( inklusive Pfand Mr. 12,50 frei Bahnhof hier gegen Nachnahme. Bei freier Rücksendung zahlen wir 5 Mt. Pfand für Kifte und Flaschen zurück. mit unserer Firma: Plakate sind nur echt Berliner Bodbranerei, SW., Tempelhofer Berg. De Telephon- Anschluß: Amt VI Nr. 4419. Bur Feier des Anstichs 1891 am Sonnabend, den 21. Februar tag, Nachmittags 4 Uhr, vom Städtischen bei großem Eröffnungs Concert, ausgeführt vom Musikkorps des 1. Garde Dragoner- Regiments Große Spezialitäten- Krankenhause( Moabit) aus statt. Um ( Königin von England) unter Leitung des Herrn Voigt Vorstellung. Humoristisch Gebr. Richter's Variété. Große rege Betheiligung bittet Spezialitäten- Vorstellung. Rück Erinnerung. Wintergarten. Große Spezialitäten Vorstellung. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Mittwoch, den 18. Februar, Abends 71/2 Uhr: Der Vorstand. Danksagung. 352 in den festlich dekorirten Sälen Für die überaus freundliche und zahlreiche Betheiligung an der Beerdigung meines so früh verstorbenen Gatten fage hiermit allen Erschienenen, Alt- Berlin auf dem Bock! rififh hiſtoriſche 1 Anfang 5 Uhr. Sonntag: Grosses Doppel- Concert, insbesondere den Mitgliedern der ausgeführt von dem Musik- Korps des 1. Garde- Dragoner- Regiments und des 4. Garde- Regiments " Typographia", meinen tiefgefühlten Dant. Die trauernde Wwe, Große Vorstellung Knöppen nebst Kind. mit neuem, vorzüglich gewähltem Progranim. Alma 535b Danksagung! Allen Denen, welche beim Begräbniß meines unvergeßlichen Unter Anderm: Damen- Hurdle- Race, Mannes, des Maurers Friedrich Görs, ger. von 12 Damen mit engl. Halb- so herzliche Theilnahme bewiesen haben, und Vollblutpferden. Mr. Loyal als besonders den Maurern und Arbeitern Jockey. Gebr. Permané, mus. Entree. nebst Gewehrarbeitern der Ludw. LöweRainard, engl. Vollblut, in der hohen schen Gewehrfabrik in Moabit, sage ich Schule ger. von Frl. Adele Schnmann. hiermit meinen tiefgefühltesten Dank. Miß Taylor, Galopp- Voltige.Apportir- Die trauernde Wittwe Marie Göre, pferd Said, vorgeführt von Herrn May. geb. Schüler, nebst Mutter und GeReitkünstlerin Fräul. Rosa Gerard. schwister. 537b Kom. Entrees des Clown Tom Felix. 2 Athleten zu Pferde, Max Schu mann und Melas. Schulpferd Adonis, ger. von Herrn Ernst Schumann 2c. BF Circus unter Wasser. Eine ländl. Hochzeit. Sensationelle Wasserpantomime. Morgen: Große Vorstellung mit neuem Programm. Eine ländliche Hochzeit. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Margarethe Steinow, Liederfängerin. Paul Jülich, Gesangshumorist. Mr. Goswin, Musik. Neger- Clown. Frl. Bonné, Kostüm- Soubrette. Gebr. Corradini, Tanz- Duettisten. Mons. Bernard, Schnellzeichner. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Batzenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 Danksagung. Meinen herzlichsten Dant sage ich alten Freunden und Bekannten, insbesondere den Herren Polieren, Maurern und Kollegen meines so jäh aus dem Achtung! Tischler Den Kollegen Berlins zur Nachricht, daß die Kollegen der Werkstatt von Dewik, Büschingstr. 7 am 17. Februar sämmtlich die Arbeit niedergelegt, weil dieselben schon seit Weihnachten nicht mehr als 4, 7, bis 15 Mark die Woche erhalten haben. Wir bitten die 312 Kollegen dies zu beachten. Die Werkstatt- KontrollKommission des Fachvereins der Tischler. eben geschiedenen Mannes, des Stein- der trägers Friedrich Schröder, für die große Theilnahme und für die reichen Kranzspenden. Auch dem Gesangverein Fidelitas sage ich meinen Dant. Die trauernde Wittwe. Caroline Schröder u. Sohn. Elegante EinſegnungsAnzüge in Luch und Kammgarn blau und schwarz von 16 Mark an. Gleichzeitig mache meine geehrte Kundschaft darauf aufmerksam, daß die Neuheiten für die Frühjahrsund Sommersaison bereits eingetroffen sind, und mein fertiges Lager eleganter Herren- und Knaben- Anzüge F. Müller. aufs Reichhaltigste ausgestattet ist. Verein zur Wahrung Interessen der Berliner Knopfarbeiter. Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den 19. Februar, Abends 81/2 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilh. Werner über das Invaliditäts- und AltersVersicherungs- Gesek. 2. Anträge des Vorstandes zum Statut. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tages ordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder nothwendig. Gäste willkommen. Der Vorstand. 191 Verband deutscher Mechaniker und verwandter Berufsgenossen, Bahlstelle Berlin. Versammlung mittwoch, 18. Februar, Abd3. 81/2 Uhr, bei Gnadt, Brunnenſtr. 38. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Mitglieder der Zahlstelle zu dem Eingesandt in Nr. 3 der Deutschen Mechanifer Zeitung." 4. Verschiedenes. " Bratweil'sche Bierhallen Julius Lindenbaum glieder. Gäſte wilfommen. Die Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Regelbahnen und einen Saal zu Ver gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. PassagePanopticum. Unter d. Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Amerikanerin m. 25 cm langem Vollbart. 11-1 Uhr. 5-9 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. 139. Frankfurterstr. 139. Zweites Haus an der Fruchtstraße. Bitte genau auf Firma und Hausnummer zu achten. 183L Rohtabat A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. 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Fernspr. 7 b Nr. 610. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse 3. In unserem Verlage erschien soeben in neuer Auflage: Nieder mit den Sozialdemokraten! Von Wilhelm Bracke. 2 Bog. 8. Preis 10 Pf.( 100 Exemplare 8 Mk.) Die vorstehende Schrift Bracke's hat sich als sozialdemokratische Agitationsschrift vortrefflich bewährt. In mehreren hunderttausend Exemplaren bereits verbreitet, mag dieser beispiellose Erfolg den Parteigenossen ein Ansporn zu deren immer ausgedehnterer Verbreitung sein. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen I 1 1 1 1 1 1 il 21 t I E 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 41. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 68. Sigung vom 17. Februar. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von Berlepsch, Lohmann. Die zweite Berathung der Gewerbeordnungs- Novelle( Arbeiterschutz- Gesetz) wird fortgesetzt. § 105d statuirt die Befugniß des Landraths, für bestimmte Gewerbe, für Betriebe, mit Arbeiten, die ihrer Natur nach Unterbrechung oder Aufschub nicht gestatten, sowie für Saisonbetriebe und solche, die mitunter außerordentlich verstärkt thätig sein müssen, Ausnahmen von den in§ 105b vorgeschriebenen Bestimmungen über die Sonntagsruhe zuzulassen. = Die Kommissions- Mitglieder aus der freisinnigen und Volkspartei beantragen, daß diese Bestimmungen auf Verlangen des Reichstags wieder außer Kraft gesetzt werden sollen. Leder und = Mittwoch, den 18. Februar 1891. man Damit schließt die Diskussion. 8. Jahrg. ver= In der Abstimmung wird§ 105 d in der Kommissions fassung unter Ablehnung der beiden Amendements ange= nommen. Nach§ 105e können durch die höheren Verwaltungs behörden Ausnahmen von den Vorschriften über die Sonntagsruhe zugelassen werden für Gewerbe, deren vollständige oder theilweise Ausübung an Sonn- und Festtagen zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürf nisse der Bevölkerung erforderlich ist, sowie für Betriebe, welche ausschließlich mit durch Wind oder unregelmäßige Wasserkraft bewegten Triebwerken arbeiten. Nach dem 3usaß der Kommission soll für Anträge bezüglich der letztgenannten Betriebe das Verwaltungs- Streitverfahren zulässig sein. Abg. Möller befürwortet einen Kompromißantrag Gutfleisch und Genossen, wonach im Interesse der kleineren Papiermühlen auch diejenigen Betriebe unter die Bestimmungen des Paragraphen fallen sollen, welche nicht ausschließlich", sondern nur vorwiegend" mit unregelmäßiger Wasserkraft arbeiten. rath Ausnahmen zuläßt, wo die Produktionsbedingungen es er- Saisonarbeiten Einschränkungen der Sonntagsruhe eintreten, die fordern; er führt auch Konkurrenzbedingungen an. Leider sind unbeschadet der Entwickelung der Industrie vermieden werden solche noch allgemein maßgebend und könnten es auch beim könnten, und der Chemnizer Stadtrath hatte gegen diesen Bundesrathe sein. So fönnte es dahin kommen, daß für kein Bericht nichts einzuwenden! Das zeigt die Nothwendigkeit Gewerbe die Bestimmung des§ 105b voll und ganz gilt. In unseren der Annahme unseres Antrages. Der Abg. Klemm Anträgen liegt auch nichts Schablonenhaftes. Herr Baumbach hält es wies auf die chemische Industrie, aber gerade sie ist so für einen großen Schaden der österreichischen Gesetzgebung, daß leistungsfähig und giebt so hohe Dividenden, daß sie eine Einman dort deutlich gesagt hat, wo Sonntagsarbeit nicht stattfinden schränkung wohl ertragen kann. Wenn Sie unseren Antrag abdarf, und daß man gleichwohl 27 Kategorien von Ausnahmen lehnen, so wird das Prinzip der Sonntagsruhe so durchlöchert festgesetzt hat. Wir wären glücklich, wenn wir nicht mehr als sein, daß schließlich, wie in einem großlöcherigen Sieb, nichts 27 Kategorien geschaffen hätten, leider werden es bei uns über mehr davon vorhanden ist. Abg. Schrader: Zum Zustandekommen eines Gesetzes ge100 werden. Unsere Sonntagsgesetzgebung wird also bedeutend ungünstiger ausfallen als die österreichische. Alles, was wir verhört die Nebereinstimmung von Reichstag und Bundesrath, dieses langen, steht bereits in anderen Gesetzgebungen, so in England Verhältniß soll hier geändert werden, und insofern habe ich mit und in den Vereinigten Staaten, in der Schweiz und auch in Recht andeutungsweise von einer Verfassungsänderung gesprochen. Abg. Bebel beantragt, diese Befugniß lediglich auf Betriebe, Desterreich. Frankreich wird in Kürze genöthigt sein, in der Ob es angemessen war, von Willkür zu sprechen, wie es Herr die ihrer Natur nach Ausschub oder Unterbrechung nicht gestatten, Arbeiterschutz- Gesetzgebung weiterzugehen. Ich fürchte, daß der von Stumm gethan, möchte ich nicht für ganz sicher halten. zu beschränken. Bundesrath mit den Ausnahmen viel zu weit gehen wird. Diese Ich empfehle Ihnen nochmals die Annahme unferes Antrages. Abg. v. Stumm erklärt, von einer Willkür nur bezüglich der Der zweite Absatz des§ 105d der Kommissionsbeschlüsse Bestimmung öffnet der Auslegung Thür und Thor. Für den schreibt in Uebereinstimmung mit der Regierungsvorlage vor, daß Antrag Gutfleisch kann ich mich erflären, weil ich immer bereit Lage der Industrie gesprochen zu haben. die Regelung der hier in Frage kommenden gestatteten Arbeiten bin, die Macht des Reichstags zu vermehren. Aber ich würde denund Arbeitsbedingungen für alle Betriebe derselben Art selben Antrag, zu§ 105g gestellt, wahrscheinlich ablehnen. Denn gleichmäßig zu erfolgen hat. Nach Absatz 3 sollen die be hier bei§ 105 d erlangt der Reichstag die Macht, wenn der Bundestreffenden vom Bundesrath getroffenen Bestimmungen durch rath einmal in der Auslegung seiner Vollmachten zu weit geht, das Reichsgefeßblatt veröffentlicht und dem Reichstage bei hierin eine Beschränkung zu Gunsten der Arbeiter eintreten seinem nächsten Zusammentritt zur Kenntnißnahme vorgelegt zu lassen, aber umgekehrt fönnte der Reichstag bei§ 105 g, werden. wenn der Bundesrath einmal eine weitere Beschränkung der Sonntagsarbeit bestimmt hat, diesen den Arbeitern günstigen Beschluß wieder außer Kraft setzen. Wenn der Bundesrath in diesen Fragen allein der Vermögende und Wissende ist, brauchen wir ja den Reichstag überhaupt nicht. Allerdings kann fich der Abg. Ulrich( Soz.): Der Kommissionsantrag enthält sehr Bundesrath in diesen technischen Fragen umfassendere Informaweitgehende Befugnisse für den Bundesrath, die sich für die Lage tionen schaffen als wir, aber nicht nur im Reichstag hängt alles der Arbeiter höchst bedenklich gestalten müssen. Die Saisonarbeit von zufälligen Majoritäten ab, sondern auch im Bundesrath ist drückt das Kleingewerbe ohnehin herab und macht es den die Majorität gebunden, denn derselbe wird selten anders beGrossisten dienstbar, ohne daß diese direkt als Fabrikanten auf- schließen als die preußische Regierung. Mein Antrag läßt allein treten. Der Niedergang der Portemonnaie- Industrie ist ein Be- die Ausnahmen zu, die zugelassen werden müssen. Im übrigen weis davon; hier, wie in manchen anderen Industrieen, werden bin ich damit einverstanden, daß wir in diesem Falle die Volleigentlich das ganze Jahr hindurch Saisonartikel fabrizirt, und macht des Bundesraths durch den Antrag Gutfleisch beschränken. die kleinen Leute, die ohne Kapital arbeiten, können den Geh. Rath Königs bittet im Interesse der Vermeidung überAbg. Möller( natl.) spricht sich gegen beide Anträge und Ansprüchen nach neuen Mustern nicht mehr genügen. Ein türz- für die Kommissionsvorlage aus. Die Möglichkeit, daß der flüssigen Schreibwerks den von der Kommission beschlossenen lich erschienener Artikel in der Zeitschrift für Portemonnaie, Reichstag einmal ergangene Bestimmungen wieder außer Kraft seßen Busaz wieder zu streichen. Abg. Hirsch( dfr.) nimmt Bezug auf eine Petition des Galanteriewaaren schildert deutlich, wie die könne, würde die Industrien, namentlich die Exportindustrieen, Hleinen Fabrikanten schließlich die Lohnarbeiter der Grossisten schwer schädigen. Herr Bebel wolle den Antrag Gutfleisch nur Gewerbevereins deutscher Konditoren, um die Nothwendigkeit werden und die Verminderung ihres Gewinnes weiter auf ihre unterstützen, weil er das Recht der Arbeiter zu wahren geeignet nachzuweisen, daß auch den Angehörigen dieses Standes Rücksicht Arbeiter abwälzen müssen. Die Menge der Ausnahmebestim- fei. Damit bekunde er wieder ganz eklatant, daß er ein auf ihr Erholungsbedürfniß zu Theil werde. Abg. Orterer hält den Antrag Möller nicht für geeignet, mungen in diesem Gesetz macht es an sich schon unübersichtlich; einseitiges Klasseninteresse vertrete. Als Vertreter der Gesammtdie hier statuirte Ausnahme aber ist abgesehen davon auch an heit aber handle man, wenn beiden Theilen gerecht die kleinen Müller Bayerns in ihrem Konkurrenzkampf genügend Den Zusatz, betreffend die Zulassung des Verund für sich sehr schädlich. Die Zahl der Industrieen, die als werde; mit der Ablehnung des Antrages Gutfleisch sichere zu schützen. Saisonindustrieen angesehen werden können, ist sehr groß, um so man die Exportindustrien und schaffe dadurch dem Arbeiter waltungsstreitverfahrens erklärt Redner für überflüssig. Abg. Bebel: Wenn die Regierung eine Vermeidung des bedenklicher ist der Kommissionsantrag. Der unfrige fönnte ja Arbeit, die ihm sonst entgehen würde.( Lebhafter Widerspruch für die Uebergangszeit bedenklich erscheinen, aber bald wird man links.) Schreibwerks für ausschlaggebend gegen eine Bestimmung hält, sich an die neuen Verhältnisse gewöhnen und die Arbeitspausen Abg. Schrader( dfr.): Auch ich kann im Interesse der so hoffe ich, daß sie vielen unserer Anträge aus demselben in der schlechten Saison, sowie die übermäßige Arbeit in der Saison- Industrien den Antrag Bebel nicht befürworten. Unseren Grunde zustimmen wird. Bereits zwischen der ersten und zweiten Geschäftssaison werden aufhören. Nehmen Sie den Kommissions- eigenen Antrag aber stüßen wir hauptsächlich darauf, daß jedes Kommissionslesung des Entwurfs wurde ein Komitee eingesetzt, antrag an, so werden sehr viele Unternehmer durch beigebrachte verfassungsmäßige Recht auch eine verfassungsmäßige Pflicht ist, welches wesentliche Abschwächungen beschloß. Jetzt kommt man Gutachten beim Bundesrath die Ueberzeugung hervorrufen, daß von der ohne ganz zwingende Gründe der Reichstag sich nicht allgemein mit Anträgen wie den vorliegenden, die auch die Komihre Industrie Saisonartikel produzirt, die Ausnahmebestimmungen entbinden darf. Der Bundesrath verhandelt hinter verschlossenen missionsvorlage noch abschwächen sollen. Es soll nicht genügen, oder unregelmäßiger werden auf sie angewandt und die Arbeiter um die Sonntags- Thüren; plöglich erscheint die Verordnung, von der bisher Ausnahmen bei Betrieben mit Wind ruhe gebracht werden, die ihnen das Gesetz gewähren will. Des- die betheiligten Industrien feine Ahnung hatten. Der Wasserkraft zuzulassen, sondern schon bei solchen, die halb empfehle ich Ihnen den Antrag Bebel zur Annahme. Reichstag dagegen hat die Oeffentlichkeit für sich. Dazu ist der vorwiegend dabei arbeiten. Damit wird wieder eine Erweiterung Abg. Gutfleisch( dfr.): Die Ausnahmebefugniß hebt den Bundesrath verfassungsmäßig absolut unverantwortlich; es bleibt in das System der Ausnahmen gebracht. Was heißt: vorBegriff der Sonntagsruhe für sehr viele Arbeiter in der That uns nicht die mindeste Einwirkung, sobald wir unsere Befugnisse wiegend? In einem windreichen Jahre kann dieses Wort zu wieder auf. Ohne eine solche Ausnahmebefugniß des Bundes- in irgend einer Beziehung an ihn abgegeben haben. Nur neben- Gunsten vieler Betriebe ausschlagen. Diejenigen Müller, die raths tann man aber wegen der Konkurrenzfähigkeit unserer her will ich darauf verweisen, daß die Majoritäten im Bundes- irgendwie Dampfanlagen besitzen, sollte man überhaupt nicht Industrie nicht bestehen. Der Reichstag muß sich aber ein ent- rathe keineswegs feststehen, sondern in der Frage des Arbeiter unter die Ausnahmen zulassen, sondern höchstens Müller an unscheidendes Votum vorbehalten. Der Bundesrath ist nicht sach- schutzes im Jahre 1890 total gewechselt haben. Für eine kaiser- bedeutenden Gewässern. Der Antragsteller geht aber viel zu weit, verständiger als der Reichstag. Wir beantragen, um dem Reichs- liche Verordnung wäre uns doch der Reichskanzler verantwortlich, Je weiter wir in der Berathung der Sonntagsruhe fortschreiten, tage die oberste Kontrolle zu sichern, daß die ergangenen Erlasse des Bundesraths aber sind für uns überhaupt nicht desto weniger bleibt schließlich davon übrig. Unternehmer, Bestimmungen außer Kraft treten, wenn der Reichstag dies ver- erreichbar, wenn wir den Antrag Gutfleisch nicht annehmen. Bundesrath und untere Berwaltungsbehörden erhalten die Belangt. Eine solche Befugniß für den Reichstag besteht jetzt schon Die Voltsvertretung muß dauernd beschäftigt bleiben mit fugniß, Ausnahmen von der Sonntagsruhe zuzulaffen. Hier aber auf anderen Gebieten der Gewerbe- Ordnung. der Arbeiterschutz- Gesetzgebung; dazu gehört, daß wir uns tommen Betriebe in Frage, bei denen, wenn irgendwo, die Arbeiter Abg. Hartmann( dk.): Die deutsche Industrie läßt sich auch hier das uns zustehende Recht der Kontrolle ausdrücklich eines kräftigen Schutzes bedürfen. Es ist mir gestern keine Antwort gegeben worden, ob auch das Bäckereigewerbe unter die absolut nicht so in die Schablone pressen, wie es der Antrag Bebel fichern. verlangt, indem er die Kampagne- und Saison- Industrie von Staatssekretär von Bötticher: Es handelt sich hier gar Bestimmung des§ 105 b fällt. Aus dem Kommissionsbericht der Vergünstigung des§ 105 d ausschließen will. Die Boll nicht um eine Verfassungsbestimmung und Aenderung, sondern aber ersehe ich jetzt, daß es der Fall ist, während doch gerade macht des Bundesraths, die ihm hier übertragen werden soll, einfach darum, daß dem Reichstag angesonnen wird, eine Be- die Bäckergehilfen mit Rücksicht auf ihre überlange Wochentags= betrifft Verhältnisse, deren Ordnung unzweifelhaft in das fugniß, die er hat, nicht aus politischen, sondern aus Zweckmäßig- Arbeit einen freien Sonntag bedürfen. Selbst Bäckermeister Gebiet der Gesetzgebung gehört; die Nebertragung der Ordnung keitsgründen dem Bundesrath zu übertragen. Die Erörterung Innungen, die sich doch nicht gerade durch besondere Arbeiterdieser Verhältnisse einseitig an den Bundesrath ist zweckmäßig. und Erledigung der Zweckmäßigkeitsfragen würde im Plenum des freundlichkeit auszeichnen, haben die Sonntagsarbeit für entbehrDer Bundesrath kann sich der Möglichkeit, daß seine Verord Reichstage einfach undurchführbar sein. Auch darin geht der lich erklärt. Auch die Barbiergehilfen gehören zu denjenigen, für nungen durch den Reichstag wieder außer Kraft gesetzt werden, Borredner zu weit, daß er jede nachträgliche Kritik für unwirksam die eine gefeßliche Sonntagsruhe geschaffen werden muß. Das nicht aussetzen; er wird also sehr vorsichtig mit dem Erlaß seiner erklärt. Beim Etat des Reichsamts des Innern z. B. wird viel Urtheil eines einzigen vernünftigen Mannes ist mir in diesen Vorschriften sein. Damit fönnen wir uns zufrieden geben. gefragt und von unserer Seite wird viel geantwortet( Zwischen Fragen maßgebender als dasjenige von Tausend, welche in ihrem Abg. Baumbach Berlin( dfr.) ersucht dringend um die An- ruf links), vielleicht nicht zu Ihrem Beifall, aber geantwortet Schlendrian fortleben. Schließlich, wenn wir diesen Paragraphen nahme des Antrages Gutfleisch. Man dürfe die Regelung dieser wird immer.( Große Heiterfeit.) Die wechselnde Stellung des über die Sonntagsruhe fertig gemacht haben werden, wird nur Berhältnisse nicht ohne Weiteres dem Bundesrathe überlassen. Bundesraths in der Arbeiterschuhfrage will ich nicht näher be für sehr wenige Gewerbe eine wirklich volle Sonntagsruhe übrig Von einer nachträglichen Genehmigung sei keine Rede; errühren( Heiterkeit links), auch die Stellung der freisinnigen Partei bleiben. Wir haben ja keine Aussicht, mit weitergehenden Anscheint eine derartige Verordnung bedenklich, so soll der Bundes- hat zu dieser Frage sehr gewechselt.( Sehr gut! rechts.) Durch trägen durchzubringen. Ich hoffe aber, daß sie selbst durch die rath sich nur auf eine anderweite Ordnung der Materie ein- alle Ihre Ausführungen zieht sich ja doch ein Etwas von Ver: Opposition aus den Kreisen der Betheiligten gezwungen werden, laffen. Ausnahmeregeln sollen hier getroffen werden, welche trauen zum Bundesrath. Lassen Sie sich von diesem Hauch noch schließlich noch weitere Einschränkungen der Sonntagsarbeit zu an und für sich unter die Reichsgesetzgebung fallen, das sei etwas weiter tragen. Hic Rhodus, hic salta! Lehnen Sie den beschließen. Abg. Gutfleisch: Gerade in der Absicht, die Gesetzgebung tlar. Zu einem Vertrauensvotum für den Bundesrath sei Antrag Gutfleisch ab. Abg. v. Stumm( Reg.) empfiehlt ebenfalls die unveränderte in Fluß zu erhalten und die Sonntagsruhe immer allgemeiner zu dieses Gesetz nicht geeignet. Die freisinnige Partei könne nicht ein gutes tonſtitutionelles Recht einfach aus der Hand geben. Annahme der Kommissionsvorschläge. Wenn auch der Bundes- machen, haben wir den Antrag gestellt, den Herr Bebel bekämpft. nicht ohne Weiteres der sachverständigere fei, so wir meinen, er ist nöthig im Interesse der betheiligten Gewerbefreisinnigen Antrags, denn er übertrage dem Reichstage entscheide er doch objektiver und konstanter( Seiterkeit links); treibenden. Der Zusatz wegen des Verfahrens ist nothwendig zum die Mitverantwortlichkeit für das Ddium, welches auf den be- der Antrag Gutfleisch schaffe Willkür, nicht Gesetzlichkeit Zweck der Garantie dagegen, daß die Handhabung der Ausnahmebefugniß nicht parteiisch erfolge. treffenden Bestimmungen eventuell ruhe.( Beifall links.) Abg. Orterer( 8.): Wir werden gegen beide Anträge Die Abgg. Hartmann und Graf Arnim( Reichspartei) Staatssekretär v. Bötticher: Das tonstitutionelle Recht ist von Niemand in Zweifel gezogen, es fragt sich nur, ob es nicht stimmen und zwar aus praktischen Erwägungen.( Beifall ersuchen um Annahme der Kommissionsbeschlüsse mit dem Antrag Gutfleisch. hinter den hier vorzugsweise in Frage kommenden Zweckmäßig rechts.) Abg. Wöllmer( dfr.): In seiner Furcht vor den nachtheiligen Nachdem noch Abg. Möller sich kurz gegen den Abgeordneten feitsgründen zurückstehen muß. Der Reichstag hat schon in sehr viel wichtigeren Fragen dieses Recht nicht betont, weil er die Folgen der Annahme des Antrages Gutfleisch ging Herr von Orterer gewendet, wird der Antrag Gutfleisch gegen die Stimmen Ueberzeugung gewann, daß die Geltendmachung dieses Rechts Stumm so weit, von einem Zustande der Willkür zu sprechen. der Sozialdemokraten und eines Theils des Zentrums ange= nicht Zweck sein würde und daß die Befugniß des Bundesraths Dieſe Art der Argumentirung überrascht mich doch einigermaßen. nommen, und mit dieser Aenderung§ 105 e nach den komvon diefem nicht gemißbraucht werden würde. Mir scheint ab In dem Zuckersteuergesetz befindet sich im§ 2 bezüglich der Be- missionsbeschlüssen. Um 5 1hr vertagt das Haus die weitere Berathung auf solut teine Veranlassung vorzuliegen, das Recht des Reichs- steuerung der Zuckerabläufe eine wörtlich mit unserem Antrage gs durch den besonderen Antrag Gutfleisch zu wahren. gleichlautende Beſtimmung; hier hat also der Bundesrath die Mittwoch 1 Uhr. Hat der Bundesrath einmal eine zweckwidrige Anord- Schwierigkeiten nicht gefunden, welche ihm hier die Mitwirkung mung getroffen, so giebt es ja Wege genug, ihm seine des Reichstags unangebracht erscheinen lassen. Wir wollen doch Bersehen vorzuhalten. Im Bundesrath fißen mit Elfaß dem Arbeiter die Sonntagsruhe in möglichst ausgedehntem Maße Lothringen 26 Regierungen, und jede Frage, welche dem sichern; damit ist wohl auch die Frage: Wem zum Nutzen? des Bundesrath vorliegt, wird in jeder dieser 26 Regierungen vor- Herrn Staatssekretärs beantwortet. tags ( Lachen links.) Abg. Clemm Ludwigshafen( ntl.) bittet im Interesse der Sicherung der Arbeit der chemischen Induſtrien dringend um Ablehnung der Amendements. Abg. Ulrich( Soz.): Die Beispiele, die von Seiten der Abgeordnetenhaus. 35. Sigung vom 17. Februar. 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel und Kommissarien. Die zweite Berathung des Sintommensteuers Gesetzes wird fortgesetzt und zwar in der Debatte über§ 17, welcher den Steuertarif betrifft. Neben der Regierungsvorlage und dem Kommissionsbeschluß liegen die Anträge Enneccerus, Rickert und Richter vor. Abg. v. Jedlit( frk.): Gegen die Erhöhung des Steuerzunehmen. Seit der Zeit, wo eine Verordnung, die der Bundesrath erlassen hatte, auf Verlangen des Reichstags wirklich aufben werden mußte, legt sich der Bundesrath auch die Frage poli, hen Gesichtspunkte in Rechnung gezogen und der Bundes- nicht auf den Fall des§ 105 d, sondern sie gehören zu den rath eine Betriebsinthe folchen wegen Natur fates in den höchsten Klaſſen von 3-4 v. 5. wird geltend Industrie nicht zum Vortheil gereichen. Es empfiehlt sich Ab- des Gewerbes nicht eintreten kany; bei folchen erstreben auch wir gemacht, daß die höchst Besteuerten infolge der höheren Stener natürlich feine Arbeitspause. Abg. Hartmann wirst uns vor, schlecht deklariren werden, daß ferner durch die hohen KommunalGutfleische vom Abg. reichen Leute sich veranlaßt sehen werden, die Städte worteten Modifikationen auch vom Bundesrath für zulässig er thut das, denn er will wegen der Rücksicht auf die Arbeitgeber zu verlassen. Abg. Melbeck( utl.) erklärt sich für den Antrag Bygen, erachtet werden sollten, so fürchte ich, daß fie bedenklich groß die ganze Sonntagsruhe ausschütten. In dem Bericht des Chemsein werden. Es genügt Herrn Hartmann nicht, daß der Bundes- niger Fabrikinspektors ist klar ausgedrückt, daß wegen angeblicher wonach der Steuersatz nur bis 3 v. H., nicht bis 4 v. H. lehnung des Antrags Gutfleisch. Abg. Bebel: Enneccerns. gehen soll. Im Uebrigen empfiehlt er die Annahme des Antrags| Familienmitgliedern auch auf die Einkommen von 3000-6000 m. j die sich in der Rolle als Rausschmeißer besonders wichtig vorauszudehnen. zukommen schienen, die übrigen Beamten ruhig und höflich dem Abg. v. Sine( 3.): Das Nothwendigste gegen den Antrag Abg. Richter will überhaupt die ganze Vergünstigung Bublifum gegenüber sich benehmen. Richter ist von Herrn v. Zedlih bereits ausgeführt worden, des- für alle Einkommen bis 6000 M. und für minderjährige Kinder halb kann ich diesen Antrag auf sich beruhen lassen. Daß die einführen. Progression bis zu 4 v. H. geht, hat man als Konfiskation be- Geh. Finanzrath Wallach widerspricht beiden Anträgen. zeichnet; das ist durchaus nicht richtig. Ich würde mich selbst§ 18 wird unverändert angenommen. nicht verstehen, wenn ich für einen Antrag stimmen sollte, der eine Herabdrückung der Steuersäge bezweckt.( Beifall rechts.) Abg. Frihen- Borken( 3.): Wir müssen uns möglichst an den bestehenden Tarifen anflammern, um nicht allzu sehr ins Ungewisse zu gerathen, deswegen wäre mir die Regierungsvorlage das Beste. Denn die Kommissionsbeschlüsse sind bedenklich wegen der Herauffezung des höchsten Steuersages auf 4 v. H.; mit demselben Recht könnte man auch bei 200 000 Mark Einkommen auf 5 v. H. kommen. Mit 4 v. H. tritt Preußen an die Spitze aller Staaten. Nach§ 19 fönnen besondere, die Leistungsfähigkeit beein: trächtigende wirthschaftliche Verhältnisse berücksichtigt werden bei Ginkommen bis zu 9500 M., aber die Ermäßigung darf höch stens um drei Steuerstufen erfolgen. Abg. Mies fragt, ob die Veranlagungs- Rommissionen gezwungen sind, solche beeinträchtigte Leistungsfähigkeit unter allen Umständen, wenn die in der Vorlage enthaltenen Fälle: Belastung durch Unterhalt und Erziehung der Kinder, durch Unterhaltung mittellofer Angehörigen u. f. w. eintreten. Finanzminister Miguel: Die Kommissionen sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, Erleichterung eintreten zu lassen, sie haben jedesmal die Lage des Falles zu prüfen. § 19 wird angenommen und darauf die weitere Berathung um 4 Uhr bis Mittwoch 11 Uhr vertagt. Lokales. Es ist aber feineswegs angenehm, auf sein Krankengeld jedesmal zwei Stunden in solchem Raume warten zu müssen, wenn man die Krankenbeiträge sehr pünktlich zahlen muß. Diese Uebelstände, die hier geschildert sind, bestehen leider gleichmäßig so ziemlich bei allen Kassenlokalen. Während für bie Bureaus große Räume vorhanden sind, beschränkt sich das Abfertigungszimmer auf wenige Kubikmeter. Es sollte von be hördlicher Seite dafür gesorgt werden, daß dies im gesundheitlichen Interesse gebessert wird. Auch ,, unterm neuen Kurs" lassen es sich die Behörden angelegen sein, durch allerlei Maßregeln auf diejenigen Wirthe einzuwirken, welche ihre Lokale zu Arbeiter- Versammlungen hergeben. Dem Restaurateur Paul Kübler in SchmargenAbg. Sattler( natl.): Die Vorlage hat den Fehler, daß sie borf ist unterm 13. September 1890 eine Verfügung des Amtsdie mittleren Einkommen zu start heranzieht. Die Kommission vorstehers Güntzel in Wilmersdorf zugegangen, worin dem hilft diesem Mangel etwas ab; eventuell wäre auch der Antrag selben eröffnet wurde, daß er fünftighin sozialdemokratische VerEnneccerus annehmbar. Aber ganz verwerflich ist der Antrag sammlungen in seinem Lokale, welches den Namen Raiser Richter, weil er ganz offenbar eine Mehrbelastung der unteren Friedrichs- Garten" führt, nicht mehr dulden solle, widrigenfalls Stufen herbeiführt. Die Erhöhung der Steuer über 3 v. H. die ihm zur Führung dieses Namens ertheilte Erlaubniß widerhinaus kann ich nicht billigen, namentlich auch, weil dadurch die rufen wird. Begründung: Durch das Abhalten sozialdemo Aftiengesellschaften und damit die Kapitalien der fleinen Beute fratischer Versammlungen wird das Andenken an Kaiser Friedrich getroffen werden; ferner weil dadurch die Kommunalbesteuerung in feiner Weise geehrt und bewahrt. Da Herr Kübler bisher und das Wahlrecht verschoben wird. Die Besteuerung mit 4 v. H. wird eine ganze Anzahl von Leuten bewegen, ihren der Berliner Stadtverwaltung für die Volksschulen gehört zu den eine öffentliche Volksversammlung in seinem Bokale stattfinden Von den Berliner Volksschul- Kasernen. Die Fürsorge" teine Notiz hiervon genommen und am Sonntag, den 8. Februar, Wohnsiz aus Preußen zu verlegen in andere deutsche Städte. Märchen, welche schon längst nicht mehr geglaubt werden, und ließ, wurde demselben wiederum ein Schreiben des Amtsvorstehers Um die richtige Wirkung der Selbsteinschäzung zu proben, sollte man über den jetzigen höchsten Steuersah nicht hin- Spur von jenem Wahn verborgen gewesen sein sollte, so ist er er: wenn doch noch in irgend einem findlich- harmlosen Gemüth eine in Wilmersdorf zugestellt, in welchem auf die am 13. September erlassene Verwarnung hingewiesen und ihm die ausgehen. Abg. Rickert( dfr.): Bei der ersten Lesung wurde von allen durch die Ereignisse der letzten Wochen und Monate völlig zer Erlaubniß zur Führung des Namens Kaiser Friedrichstört und endgiltig beseitigt worden. Das Verhalten der Garten für sein Lofal entzogen wird. Gleichzeitig find alle auf Seiten, auch vom Finanzminister anerkannt, daß der Entwurf Magistratsvertreter und der freisinnigen" Mehrheit der Stadt diesen Namen bezughabenden Schilder und Anschläge zu beseitigen, einer Korrektur in Bezug auf die mittleren Einkommen bedürfe. veroroneten- Bersammlung gegenüber den Anträgen der sozial widrigenfalls diese Arbeit durch Dritte auf Kosten des Herrn K. Dem gegenüber sind alle Reden über Gerechtigkeit 2c. Ieere Worte. demokratischen Stadtverordneten auf unentgeltliche Lieferung der geschieht. Die Kosten fetzte der Amtsvorsteher vorläufig auf Weshalb hat die Kommission denn diese Entlastung der mittleren Lehrmittel und auf ärztliche Untersuchung des Gesundheits- 30 M. fest. Dem gestrengen Herrn ist außerdem zu Ohren geEinkommen nicht herbeigeführt? Die Entlastung der Mittel zustandes der Kinder in den Gemeindeschulen hat auch dem kommen, daß bei Gelegenheit der letzten Versammlung ein übertlassen um 95 000 Mart ist doch nicht der Rede werth. Die Blödesten die Augen geöffnet. mäßig lautes Geschret und Gejohle" im Lokale stattEntlastung der Kommission ist in Aussicht gestellt; wie soll diese Entlastung erfolgen? Von Seiten des Magistrats wurde damals behauptet, daß gefunden hat. Auf seine Pflichten als Schankwirth aufmerksam Darüber ist gar keine Aufklärung der Gesundheitszustand der Schulkinder ein durchaus befriedigen gemacht, wurde Herr K. noch ermahnt in Zukunft für Ruhe und gegeben. Steuern bis 30 Millionen Mark neuer Steuern? Was soll damit pferchen der Kinder sind nicht nothwendig, wozu also 13 ber sei und daß von ungesunder Luft oder von Zusammen- Ordnung in ausreichendster Weise Sorge zu tragen, widrigenfalls Das„ Geschrei in den Klassen feine Rede sein das Weitere veranlaßt werden würde." geschehen? Die allgemeine Antwort gründliche Steuerreform" ist tönne. Wir haben bereits früher an der Hand authentischer und Gejohle" bestand in einem kräftigen dreifachen Hoch mir nicht genügend. Man wollte das Geld in den Staatsschatz Beröffentlichungen nachgewiesen, daß die Klassenräume thatsächlich auf die Sozialdemokratie und außerdem wurde nach Schluß der Legen und nachher erſt über die Verwendung in Verhandlungen vielfach überfüllt sind. Jetzt wirst der Umstand, daß sich unter Versammlung getanzt und es wurden auch Arbeiterlieder getreten. Der Finanzminister sagte mir: Auch wenn ich es wüßte, den am 1. April 1891 neu zu eröffnenden Gemeindeschulen eine fungen. welche Reformen ich machen will, so würde ich es nicht sagen. Doppelschule( in der Görligerstraße) mit 42 Klassen befindet, ( Buruf: Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer!) Was wieder einmal ein grelles Licht auf den Uebelstand, daß nicht bedeutet denn diese Ueberweisung? Wem soll es gegeben werden? nur eine zu große Zahl von Kindern in den einzelnen Klassen, Den Provinzen oder den Kreisen? Diesen kann es nicht über- sondern auch eine zu große Zahl von Klassen in den einzelnen wiesen werden. Schulen zusammengedrängt wird; denn die beiden Schulen in Geheimer Finanzrath Wallach: Daß der Kommissions- der Görligerstraße bilden zwar eine Ausnahme, aber leider keine nicht so viel ab, daß man davon leben kann. Für den nächsten beschluß nur eine Ermäßigung von 95 000 Mark im Ganzen feltene. bietet, ist richtig; aber für die Stufen von 3000 bis 9000 Mark ergiebt sich eine Ermäßigung um 2/2 Millionen Mart oder von 122 v. H. Der Antrag Rickert würde, wie ich be: rechnet habe, eine Mindereinnahme von 62 Millionen Mark anderen Charakter als der Antrag Richter, welcher eine erheb: Ueberfüllung der einzelnen Klassen, daß die Zahl der Schulkinder/ Entschließung hört man, daß auf dem Play E ein Schmuckplat ergeben. Klaffen. Im Durchschnitt famen also auf jede Schule beinahe Am 1. Juni 1890 bestanden 184 Gemeindeschulen mit 3104 17 Klassen. 11 Schulen hatten über 20 Klassen, darunter die 100. 23 Klassen, die 37. 25 Klassen und die 21. 26 Klassen. Die Mindeſtziffer von 10 Klassen fand sich nur in zwei Schulen, in der 147. Antrag und Aus Aus der Hafenhaide wird uns folgendes mitgetheilt: Jch gehöre mit zu den Leuten, welche in der Hasenhaide ein kleines Winter und Sommer in der Werkstatt arbeiten, denn Beides wirft Geschäft haben, einen sogenannten Klimbim; außerdem muß ich Sommer hat uns nun die hohe Polizei die Erlaubniß zum Ge dort nicht mehr geduldet werden. Fast alle Geschäftsleute machen schäftsbetriebe verweigert; es sollen Schaubuden, Karoussels, Kraftmesser, Schaukeln, Wurstbuden, Würfelbuden und dergleichen aber schon im Herbst und im Winter Kontrakt, kaufen und ver taufen Geschäfte und erneuern das alte, weil bisher die Erlaubniß immer so ziemlich sicher war. Als Grund für die plößlich neue Die Hauptsache liche gleichmäßige Reduktion des Steuertarifes verlangt. Dadurch auf manchen Schulen ins Ungemessene steigen muß. In Durch wird wohl sein, weil sich die Hausbesitzer in der Blücher und wird ein sehr großer Theil der Ueberschüsse wegfallen, welche schnitt wird jede Gemeindeschule von 939 Kindern besucht. Diese Gneisenaustraße beschwert haben über den Klimbim und das wir zur Durchführung der gesammten Steuerreform, zur Ueber Biffer ist schon hoch genug, wenn man bedenkt, daß auf den Treiben in der Hafenhaide. Die Herren Wirthe können ihre weisung der Grund- und Gebäudesteuer an die Gemeinden erhöheren Lehranstalten die Schülerzahl selten über 600 hinaus Wohnungen nicht schnell und theuer genug vermiethen. Weil also warten. Wenn erst bei 30 000 m. die Steuer 3 v. H. betragen geht und selbst auf dem ganz ausnahmsweise start besuchten fgl. Die Wirthe unverschämt theuer mit ihren Mliethspreisen sind, müssen soll, dann ist es nicht richtig, ein Einkommen von 4500 M. schon Friedrich Wilhelms- Gymnasium am 1. Februar 1890 nur 808 jo zirka 40 Budenbesitzer und einige Restaurateure das Geschäft mit 2/2 v. H. zu besteuerit. betrug. Nun wird aber die Durchschnittszahl von 939 Kindern Abg. Peters( ntl.) erklärt sich für den Antrag der Kom- thatsächlich in den meisten Gemeindeschulen überschritten. Unter aufgeben und mancher wird dabei sein bischen Geld und seine mission, auch für die Steigerung der Steuer bis auf 4 v. H.; 184 Schulen waren am 1. Juni 1890 mur 9 mit weniger als 600, Kontrakt haben und Nichts vermiethen können, obwohl sie darauf er sieht darin kein Hinderniß für die Einführung der Deklaration, davon eine einzige mit weniger als 500, nämlich die 182. mit gerechnet haben. Man sollte meinen, als Berliner Bürger und wie sein Fraktionsgenosse Sattler. Abg. Rihter: Wenn wir bei diesen Gesetzen die Quoti 195 Kindern. Dagegen waren 76 Schulen- also über 41 pGt.! Steuerzahler tönnte man wohl verlangen, daß schon im Herbst mit mehr als 1000 Kindern, davon 22 mit mehr als 1100, der neue Polizeientschluß bekannt gegeben wäre und nicht erft firung nicht durchführen wollen, wann soll dann die Zeit dazu 8 mit mehr als 1200 und 3 mit mehr als 1300, nämlich die gekommen sein! Der Finanzminister behauptete, ich hätte mich 100. mit 1322, die 21. mit 1336 und die 37. mit 1373 Kindern! iegt im Frühjahr, wenn wir die Erlaubniß nachsuchen und mit mir selbst in Widerspruch gefeht; er ist aber den Beweis Und da wagt man noch zu behaupten, daß der Aufenthalt mancher sich schon wieder viele Unkosten gemacht hat. Nicht dafür schuldig geblieben. Mein Tarif führt nicht zur Mehr in diesen Schultafernen nicht gesundheitsschädlich, sondern im Ausflüge nach Außerhalb zu machen und für viele Familien bot jeder hat soviel Geld, um am Sonntage mit Weib und Kind belastung der unteren Klaffen, wie behauptet worden ist; die Ent Gegentheil noch gesundheitsfördernd sei! Die Kinder müssen bei bie Hasenhaide am Sonntag ein billiges Vergnügen. Ich habe lastung wird nur etwas geringer sein, als bei den anderen An- diesen Zuständen nicht nur während des Unterrichtes der frischen es sehr viel beobachtet, daß mancher Familienvater mit seinen trägen. Luft, sondern auch in den Pausen der freien Bewegung entbehren. Kindern und junge Leute, die keinen Groschen in der Tasche Finanzminister Miquel: Herr Richter hat sich in Widerspruch In den Klaffenräumen, auf den Korridoren, Fluren und Treppen haben, von einer Bude zur andern gehen und sich so ohne Kosten gesetzt mit sich selbst, indem er durch seinen Antrag eine stärkere kann ohnedies von Bewegung nicht die Rede sein, und die Höfe, am Sonntage amüsirten. Das wiro nun anders werden; die Belastung der unteren Stufen herbeiführt. Wenn er sich damit welche felten größer sind als die für 600 Schüler berechneten staubige Haide wird sich in ein Eden verwandeln und wenn wir tröstet, daß die anderen Anträge dasselbe thun, nur mit einem Höje der höheren Lehranstalten, vermögen die doppelte Zahl von nicht nach Afrika gehen wollen, tönnen wir nach der Garnisonniedrigen Prozentsatz, so ist darauf zu bemerken, daß beim 1200 Kindern kaum zu fassen. Wenn nun gar zwei Schulen zu tirche gehen, wenn sie vielleicht in 5 Jahren fertig ist. Die HausZahlen es immer auf den Prozensah, nicht auf Das einer Doppelschule vereinigt sind, dann steigern sich noch die Miß- wirthe werden ihre Wohnungen theurer vermiethen können und Prinzip ankommt. Von 15 Millionen Mark Mehreinnahme stände. Die Kinder werden nicht nur in geordneten Reihen hinunter- im Sommer eine Badereise machen, während wir in der Sonne habe ich gar nicht gesprochen. Ich habe gefagt, ich glaube nicht und hinaufgeführt, was im Interesse der Disziplin nothwendig sein baden und Lust kneipen. Vielleicht verwandeln sich auch noch daran, daß im ersten Jahre 15 Millionen Mehreinnahme ein- mag, aber bei der unvermeidlichen Langsamkeit, mit der es sich viele meiner Kollegen in Sozialdemokraten. Und das Alles intreten. Ich soll mich ausgeschwiegen haben über die lex Huene. vollzieht, die Pause noch beträchtlich verkürzt, sondern sie müssen folge eines neuen Kirchenbaues! In den gedruckten Motiven steht, daß die lex Huene mit der auch auf dem Hofe reihenweise umhergehen. Von dem fröhlichen Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer verschwinden soll. Jagen, den heftigen Schneeballschlachten, wie sie den Ukafen Versuchte Lohnreduktion. Den bei dem Bau der Koch Abg. v. Gneist( nt.) tritt für den Antrag Bygen ein, griesgrämiger Schulpafchas zum Troße auf manchen höheren schen Baraden beschäftigten Arbeitern wurde vorgestern Abend welcher die Ueberschreitung des Steuerfages von 3 v. H. be Lehranstalten noch blühen, ist hier wenig oder gar nichts zu die Gröffnung gemacht, daß die Löhne von jest ab in folgender seitigen will. finden. In der Abstimmung werden alle Anträge abgelehnt. Der Weise reduzirt werden sollten: Diejenigen Arbeiter( Puger), die Die Frage der Zahl der Klassen, welche in einem einzigen einen Stundenlohn von 60 Pf. bisher erhielten, sollten von jest Antrag Richter gegen die Freifsinnigen, einiger Zentrumsleute Gebäude unter zu bringen sind, ist schon mehrfach in der Stadt- ab 50 Pi., die Arbeiter, welche 50 Pf. erhielten, sollten 40 Bf., und der Dänen; der Antrag Rickert gegen die Stimmen verordneten- Versammlung erörtert worden, zuletzt im Dezember diejenigen, welche über 30 Pf. erhielten, sollten von jetzt ab nur der Freisinnigen, einiger Zentrumsleute und der National 1889. Damals trat am energischsten der sozialdemokratische noch 25 Pf. erhalten. Gestern morgen traten die Arbeiter zuliberalen von Eynern und Schultz( Bochum); der Antrag Stadtv. Singer für Verminderung der Klassenzahl ein. Die fammen und beschlossen einmüthig, die Arbeit unter diesen VerEnneccerus gegen die Stimmen der Freifinnigen, eines großen meisten freisinnigen" Redner verhielten sich mit Rücksicht auf die hältnissen nicht aufzunehmen. Theils der Nationalliberalen und einiger Zentrumsleute; der Kosten ablehnend, obwohl diesmal sogar der Magistrat die Zahl schien den Unternehmern zu imponiren, und es blieb schließlich Die Einmüthigkeit der Arbeiter Antrag Bygen gegen die Stimmen des kleineren Theils der Na- von 18 Klassen als höchst zulässige beantragt hatte. Die frei bei den alten Lohnsätzen. Die versuchte Lohnreduktion soll auf tionalliberalen und einiger Freifonservativen. Die Kommissions- sinnige" Mehrheit ist eben niemals zu haben, wenn es gilt, einen neuen Bauführer zurückgeführt werden, der erst vor kurzem Vorlage gelangte mit großer Mehrheit zur Annahme. für Abg. Parifins beantragt einen neuen§ 17a, wonach die das geistige oder materielle Wohl des Volfes etwas dort eingestellt ist. zu thun. Genossenschaften und Konsumvereine bei Berechnung der Steuer als Einkommen nicht anrechnen sollen Ranbanfall durch eine Frau. Am Sonnabend Nachmittag sollen die Ausgaben Die unzulänglichen Abfertigungsräume der hiesigen gegen 3 Uhr betrat eine Frau den Butterfeller von Fliegner, für gemeinnüßige Zwecke, die Beträge, welche als Ra- Krankenkassen haben ebenso wie die unfreundliche Behandlung, Lausigerstraße 1, in welchem die Verkäuferin, die achtzehnjährige batt oder Dividende für Waarenverkäufe vertheilt werden, welche den dort erscheinenden Rassenmitgliedern zu Theil wird, Emilie Fieber, allein anwesend war, und bat um die Erlaubniß, sofern sie 50 M. nicht übersteigen; die Steuer soll, so- schon vielfach zu Beschwerden Veranlassung gegeben. Ich begab sich ein wenig wärmen zu dürfen. Nachdem sie sich mit der weit die Dividende 50 bis 200. für jeden Genossen mich so schreibt uns ein Leser unseres Blattes im Auf- Fieber, die erst gegen Ende vorigen Monats aus Ostpreußen beträgt, nur 1 v. H. betragen. Der Rest soll nach trage meiner Schwägerin am Sonnabend, den 7. d. M., Vor hierhergekommen ist, eine Weile unterhalten und dabei bemerkt dem Tarife versteuert werden. Der Antragsteller weist darauf mittags 91/2 Uhr, nach der betreffenden Raffe und fand in einem hatte, daß sie mit den früheren Verkäuferinnen gut bekannt gewesen hin, daß der Gewinn bei Genossenschaften und Konsumvereinen Raume von etwa 33/4 Meter in der Länge, 51/2 Meter in der sei, sprang fie plöglich hinter das nichtsahnende Mädchen und eigentlich gar kein steuerpflichtiges Einkommen sei. Außerdem Breite und 5/2 Meter Höhe 54 Menschen eng zusammengedrängt; versuchte dasselbe zu würgen. Auf die Hilferufe der Fieber ließ liege die Sache so, daß die meisten Genossen in den niedrigeren die Mehrzahl waren junge Mädchen, darunter die meisten die Frau, die auch hörte, wie Menschen sich den Keller näherten, Einkommensteuerstufen mit einem Steuersage von weniger als Krante; viele mit kranten Händen oder Füßen. Die Luft in einem die Angegriffene los und flüchtete auf die Straße. Hier wurde sie 3 oder 4 v.. besteuert werden, während der Gewinn aus folch fleinen Raume bei solcher Menschenansammlung braucht zwar verfolgt und eingeholt, auf den Zuruf eines anscheinend der Genossenschaft im Ganzen mit 3 oder 4 v. H. besteuert man wohl nicht näher zu beschreiben. Dabei müssen viele der unbetheiligten Mannes( der aber wahrscheinlich in Verbindung Anwesenden oft zwei Stunden lang ununterbrochen stehen und zu dem Verbrechen stand):" Was geht denn Euch die Frau an, Generaldirektor Burghart bittet den Antrag abzulehnen, warten, und wie anstrengend das in solchem Raume ist, das laßt sie doch laufen!" von den verdugten Verfolgern, die auch im weil er der Gerechtigkeit nicht entspreche; dasselbe Vorrecht, weiß jeder Gesunde. Wie muß erst einem Kranken zu Muthe Augenblick noch nicht wußten, um was es sich handle, ließ man welches für die Genossenschaften in der Besteuerung be- sein? Ich sah ein junges Mädchen, welches vor Schmerz weinte, fie aber entwischen. Knaben gaben an, die Davongelaufene au ansprucht werde, tönnten die Attiengesellschaften auch verlangen. Denn in einem Raum, welcher so überfüllt ist, daß man sich nicht kennen; es sei eine Frau Elise Spizer, die früher Cuvryſtr. 57 Abg. Parifins: Die Gerechtigkeit der Vorlage führt einmal umdrehen kann, ist es unmöglich, sich so vorzusehen, daß gewohnt habe und jest in Rigdorf wohne. Die Räuberin, der dahin, daß Hunderttausende von Steuerzahlern, welche eigent: man dem Nachbar nicht zu nahe kommt. Es sind in diesem es geglückt war, aus der Ladenkasse 2 M. zu stehlen, war von lich gar keine Steuern zahlen, hier besteuert werden wie die Raume im Ganzen etwa zwölf Sippläge vorhanden. Wie diese mittelgroßer Figur und bekleidet mit einem farrirten glatten Rock, Millionäre mit 3-4 v. H. Ich ziehe den Antrag für jezt zu- Rassenverwaltung so unverantwortlich handeln kann gegen die schwarzer Schurze, braunem Taillentuch, rothgefütterten hellbraunen rück und behalte mir vor, ihn für die dritte Lesung wieder ein- Rassenmitglieder, ist mir rein unverständlich. Bei solchem An- Pantoffeln, hellbraunen Strümpfen und trug, wie gegen Zahnzubringen. drange müßte doch für eine schnellere Abfertigung der Leute Nach§ 18 sollen für jedes Familienmitglied unter gesorgt werden. Auch wäre es zu wünschen, daß die An- chmerz, Watte und ein Tuch um das Gesicht. 14 Jahren bei Einkommen bis 3000 m. je 50 M. in Abzug gestellten der Stasse sich eines höflicheren Betragens gegen Selbstmorde auf Westend. Ein schauerlicher Anblick bot gebracht werden; bei drei oder mehr unselbständigen Familien- die Kaffenmitglieder befleißigten. E3 hört sich nicht sich am Montag Morgen den Passanten der Spandauer Chauffee wenn einer mitgliedern soll die Ermäßigung auf jeden Fall um eine Stufe schön an, den Beamten von plöglich in in der Nähe des bekannten Schloß Grunewald". An einent den Raum eintritt und mit lauter Stimme ruft: stattfinden. Wenn Baume hing, vom starken Westwinde gespenstisch hin und her ge Abg. Schmieding beantragt, diese Vergünstigung beim Vor- Sie nicht den Mund halten, so schmeiß ich Sie raus!" Im schaufelt, die Leiche eines jugendlichen, elegant gekleideten Mannes; handensein von vier und mehr minderjährigen unfelbständigen Uebrigen muß ich anerkennen, daß außer zwei solcher Beamten, Hut und Stock lagen am Fuß des Baumstammes. Die Zeichenwird. fo A De ge B 91 je ih br Le da Ia do a ge di d b 6 Ki la To A a e au W au in be ge ge gi er 111 M ge fü 10 E fa A sta Be A no fei da fic at 2117 W de B ge di 98 92 in SU be 1 die in ftarre war bereits eingetreten, fo daß anzunehmen ist, der Un-| falschen Namen bei. Der Gerichtshof belegte den geständigen| bannt und viele unserer Genossen ins Glend gejagt. Doch diese das Gift bekannte habe den Selbstmord am Sonntag Abend ausgeführt. Angeklagten mit einer Gesammtstrafe von anderthalb Ausgewiesenen haben des Sozialismus In den Taschen des etwa 25jährigen Todten fanden sich ein Jahren Gefängniß und fünf Wochen Haft. Lettere alle Weltgegenden verbreitet. Unsere Gegner, die da Pincenez, ein Paar braunlederne Glacéhandschuhe und acht ver- wurden durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. glaubten Arbeiter auf Den Leim zut Iodeu, schiedene Schlüffel vor. Die Leiche wurde auf Veranlassung der sind von ihnen auf die Finger geflopft worden. Die Arbeiter Gendarmerie nach der Charlottenburger Obduktionshalle geWegen Urkundenvernichtung stand gestern der Fleisch Deutschlands sind eben feine Gimpel. Das Sozialistengesetz ist schafft. Gin zweiter Grhängter wurde am Sonntag Nachmittag waaren- Händler Franz Sad vor der 11. Strafkammer des Land- gefallen, gefallen durch die Wucht des Stimmzettels am 20. Febr. in der sogenannten Akazien- Allee auf Westend aufgefunden. Der gerichts 1. Im Juni vorigen Jahres faufte der Angeklagte von Dies Sozialistengeset, der Ausfluß des Systems von Blut und selbe wurde als ein in Berlin wohnender Maurergeselle 2. dem Pferdehändler Schmiedecke ein Pferd für 270 Mark. Er Gisen, war nach 12jährigem Bestehen gerichtet, und mit ihm mußte refognoszirt. Derfelbe foll an einer unheilbaren Krankheit ge- sahlte 50 Mark an und den Rest in Wechseln. Ausgemacht war, auch sein Repräsentant, Fürst Bismardt, fallen. Seine erste große litten haben und dürfte das die Veranlassung zu dem Selbst- daß der Handel rückgängig gemacht werden sollte, wenn sich Niederlage holte sich derselbe beim Kulturkampf. Man sollte doch morde gegeben haben. zeigte, daß der Gaul ein Schläger war. Und daß er es war, wissen, daß wenn man Jemandem seine Ueberzeugung und fei es mußte der neue Besitzer bald in höchst schmerzhafter Weise er auch eine falsche, wie die von den Katholiken vertretene- mit GeStrychnin Vergiftung in einem Wiener Café. Ein fahren. Er erhielt von dem Pferde einen Schlag gegen das walt wolle aus der Brust reißen, sich die Kraft des Einzelnen aufregender Vorfall, der mit dem sofortigen Tode eines Menschen Bein, daß er längere Zeit arbeitsunfähig war. Schmiedecke mußte verzehnfacht. Derartige Ideen können nicht mit der Flinte beendete, spielte sich in der Nacht zum Sonntag in dem Café das Pferd zurücknehmen, er überredete den Angeklagten aber zum fämpft werden, sondern einzig und allein durch die Wissenschaft. Bavaria in der Kochstraße ab. Unter den anwesenden Gästen Ankaufe eines anderen, das 90 Mark theurer war. Es mußten Wieviel mehr müßte nicht der Sozialismus siegen, der von der machte sich ein junger, elegant gekleideter Mann durch ein auf- neue, entsprechend höhere Wechsel ausgestellt werden. Als Wissenschaft geftüßt werde. Es sei so oft, besonders von den fallend unruhiges und verstörtes Wesen besonders bemerkbar. Schmiedecke zur Erlangung des Atzeptes in Sack's Wohnung er- Konservativen und Nationalliberalen, behauptet worden, BisKurz vor Mitternacht und nachdem der Unbekannte eine größere schien, fragte der Lettere ihn, was mit den alten Wechseln ge- mard habe das einige Deutschland geschaffen: nein, DentschBeche kontrahirt, zog derfelbe plöglich ein kleines Fläschchen aus schehen solle. Der Gefragte erwiderte ihm, daß er dieselben in land habe Bismarck geschaffen. Für die schlechten Arbeiterder Tasche, setzte dasselbe, noch ehe ihn irgend Jemand hindern der Tasche habe, um sie zu zerreißen, sobald die neuen akzeptirt gesetze, wie sie unter dem System Bismarck geschaffen, werde konnte, an den Mund und leerte den Inhalt desselben mit einem feien. Sack bat, sie ihm zu zeigen. Arglos gab Schmiedecke sie feiner unserer Wähler uns verantwortlich machen wollen; wir Zuge. Kaum hatte er das Fläschchen abgesetzt, so brach er hin. Im nächsten Augenblick hatte Sack die Papiere zerrissen, er haben sie leider nicht verhindern können. Die Vertretung des lautlos zusammen. Ein schleunigst herbeigerufener Art fon- erklärte dann, daß er die neuen Wechsel auch nicht unterzeichnen deutschen Boltes sei teine Scheinvertretung, wie z. B. in Frankstatirte den eingetretenen Tod und bezeichnete den Inhalt des würde, da er für den ihm durch das frühere Pferd zugefügten reich unter Louis Philipp oder in England, wo es nicht viel Flacons als Strychnin. Die von dem Gelbstmorde in Kenntniß törperlichen und geschäftlichen Schaden Entschädigung haben müsse. besser stehe. Wie soll ein Bolt von 45 Millionen sich seine Gegefegte Revierpolizei rekognoszirte den Selbstmörder als einen Der Gerichtshof belehrte den Angeklagten, daß eine derartige will- fege selbst geben, es sei ein Unding, daß diese alle zusammenin der Markgrafenstraße 92-93 wohnenden Buchhalter Rein- fürliche Handlungsweise als Urkundenvernichtung anzusehen sei getrommelt werden könnten, hier könne nur das Repräsentationshold Rusch aus Loskowo und ordnete die Ueberführung der und erkannte dafür auf eine Gefängnißstrafe von 4 Monaten. system mit allgemeinem Stimmrecht angewendet werden. Die Leiche nach dem polizeilichen Leichenschauhause an. Ueber die Alten traten jährlich einmal zusammen( soweit sie Freie waren) Motive zu der verzweifelten That konnte nichts Bestimmtes festund ließen ihren Herzog Bericht erstatten, fritisirten seine Maßgestellt werden. nahmen oder setzten ihn wohl gar ab. Aber es waren nur wenige Tausend, die davon Gebrauch machten. In einem Kanton der Schweiz kommen noch jetzt sämmtliche großjährige Bürger zusammen, aber in großen Staaten ist dies nicht möglich, selbst nicht einmal in großen Wahlkreisen. Deshalb sei eben seit Wenn dies nicht so ausgenutzt werde, wie Einen kuriosen Verlauf nahm die Straffache des Schuhmachers Weinland und des Töpfers Kemnih wegen BeDie Be Polizeibericht. Am 16. d. M. Morgens sprang ein Dienst- leidigung sollte in einer Steuerreklamation vom 16. März 1889 mädchen, nachdem es die Nacht hindurch getanzt hatte, gegenüber enthalten sein; den Strafantrag stellte namens der Einschäßungsder Görlitzerstraße in den Landwehrkanal und ertrank. Das kommission als deren vorgesetzte Behörde die Steuer- und EinMädchen scheint den Selbstmord in einem Anfalle von Geistes- quartierungs- Deputation des Magistrats. Das Urtheil des störung begangen zu haben. gefaßt worden. Vormittags wurde an der Ecke Schöffengerichts vom 22. November 1839 sprach die Angeklagten Jahrhunderten bereits das Repräsentantensystem ins Auge fanden sieben kleine Brände statt. Gerichts- Beitung. der Französischen- und Friedrichsstraße ein 5 jähriger Knabe von von der( allerdings gar nicht erhobenen) Anklage der Beleidigung zu wünschen, so liegt es daran, daß große Bevölkerungsfreiſe einer Kutsche überfahren und am Kopfe anscheinend bedeutend verletzt. Der Steuerdeputation frei. Auf die eingelegte Berufung hob Bu derselben Zeit brach auf dem Königsplatz ein unbekannter, die sechste Straffammmer des Landgerichts I jenes ur- noch nicht genügend aufgeklärt seien und insbesondere Zu etwa 60 Jahre alter Mann bewußtlos zusammen und erlitt beim theil auf und ordnete die Einstellung des Verfahrens so viel wie garnichts vom Sozialismus gehört haben. Sollen wir deshalb die Hände in den Schoß legen? Nein, wir müssen Fall eine anscheinend unbedeutende Verletzung am Kopfe. Nach wegen Beleidigung der Steuerdeputation an. Nunmehr wurde den Sozialismus diesen Zeuten, die noch den Ortsschulzen als der Charitee gebracht, verstarb er daselbst bald darauf. Mittags das Hauptverfahren wegen Beleidigung der 232. Einschätzungserschoß sich ein Mann in den Anlagen des Hippodroms. As fommission eröffnet. Der Einwand der Angeklagten, daß derselbe ihren Herrgott betrachten und nach seinem Willen stimmen, predigen, dann werden sie nicht mehr Reichsunmittelbare, Grafen, Nachmittags der Laufbursche Thielicke vor dem Hause Acker- Thatbestand zum zweiten Male Gegenstand der Anklage werde, Barone, Großgrundbesitzer und Großfabrikanten zu ihren Verstraße 159 das unruhig gewordene Pferd eines Geschäftswagens, was gegen den Grundsatz Ne bis in idem( Es darf nicht zwei tretern wählen. Daß diese, wenn sie die Klinke der Gesetzgebung welches er während der Abwesenheit des Kutschers beaufsichtigen Mal wegen derselben Sache Strafverfolgung eintreten) verstoße, in Händen haben, nur ihren Vortheil wahren werden, tönne man follte, am Durchgehen verhindern wollte, stürzte es auf dem wurde vom Schöffengericht nicht berücksichtigt und dieses erkannte sich ja denken. Diese Herren haben denn auch die Kornzölle und feuchten Pflaster und fiel auf den Knaben, so daß derselbe einen am 10. September 1890 gegen Stemnit, am 10. Oftober 1890 gegen bergleichen geschaffen, angeblich zum Schuße der Landwirthschaft, Bruch des Oberschenkels erlitt. Er wurde nach dem Lazarus- Weinland wegen Beleidigung der 232. Einschätzungskommission in Wirklichkeit, um sich dadurch zu bereichern. Die Kleinen Bauern, Krankenhause gebracht. In der Nacht zum 17. d. M wurde auf je 20 M. Geldstrafe, im Nichtbeitreibungsfalle" auf je Kleinhandwerker und das gesammte Proletariat haben die Zeche ein Mädchen auf dem Leipzigerplatz mit einer Verlegung am vier Tage Gefängniß. Diesmal legten die Angeklagten bezahlen müssen. Was haben wir diesen gethan? Nichts. Was Fuß, welche es angeblich bei einem Fall erlitten hat, aufgefunden Berufung ein. Das Landgericht verhandelte die Sache am und nach dem Krankenhause Moabit gebracht. Am 16. b. M. 4. Dezember vorigen Jahres. Er erachtete eine Verlegung des Wunder, wenn sie in hellen Haufen zu uns übertreten. So Grundfages ,, Ne bis in idem" nicht als vorliegend. Die ab: löst sich die Gesellschaft vor unseren Augen auf, beschleunigt dadurch, daß diese Herren im Reichstage auf solche Weise geurtheilte Strafthat sei so genau individualisirt, daß von einer wirthschaften, bis wir thatsächlich in die Majorität kommen. Identität der jezt abzuurtheilenden Beleidigung mit der früher Dann muß sich die Minorität fügen, so gut wie sie sich jetzt abgeurtheilten bei der Verschiedenheit der durch die gerügten fügen muß. Es würde dann die Regierung wohl durchaus nicht Kundgebungen betroffenen Behörden nicht die Rede sein kann." Die Waffen fireden und würde Alles versuchen, um ihre Macht Ferner sagt das Erkenntniß: Auf der Auflagebank vor der zweiten Straffammer der Strafkammer auch, was gar nicht erforderlich war, die hier gegenüber nicht lange thun tönnen. Es sind im Laufe der letzten Gleichgiltig ist, daß in den Gründen des früheren Urtheils zu behaupten, doch würde sie es dem anerkannten Boltswillen des Landgerichts I. stand gestern eine fleine, zierlich gebaute gerügte Strafthat materiell Revolutionen sich gegangen, von Person mit feingeschnittenen Gesichtszügen und mild blickenden Beleidigung festgestellt worden ist, weil allein die aus Verrohunger hätte derfelben eine so unglaubliche Gemüths- gesprochene Einstellung des Verfahrens Rechtskraft erlangen konnte würden, wie z. B. die Sprengung des norddeutschen Bundes und verrohung zugetraut, wie ihr sie durch die Verhandlung nach und erlangt hat." Das Landgericht bestätigte hiernach die Ver- sammen hält, ist nicht die Gewalt, sondern das allgemeine Wahldie Schaffung des Deutschen Reiches. Was dieses Reich zudie Schaffung des Deutschen Reiches. gewiesen wurde? Es war die Frau Marie Bertha Luise urtheilung Weinlands. Dagegen erkannte es bezüglich des anderen recht. Unter Reichstag ist wie eine Pyramide, unten das Bohms, geborene Nacke, welche der Körperverlegung ihrer Angeklagten Remnitz dahin, daß derselbe sich einer Beleidigung demokratische Stimmrecht, und oben die Pickelhaube. Man sucht einzigen fechsjährigen Tochter Anna Nade durch fortgesetzte gar nicht schuldig gemacht habe und sprach ihn frei. Weinland dieses Wahlrecht zu verkümmern; an uns, an den breiten Mißhandlungen in einer das Leben gefährdenden Weise belegte gegen feine Berurtheilung Revision ein, welche am 12. Febr. Schichten der Bevölkerung ist es, daß wir den Frevlern am schuldigt war. Die Angeklagte hat im vorigen Jahre ihren vom Straffenat des Kammergerichts verworfen wurde. Damit jetzigen Mann geheirathet, welcher sich nicht daran fließ, daß sie war das höchst umständliche Strafverfahren endlich erledigt und ihm die damals fünfjährige fleine Auna mit in die Che die Beleidigung der Steuer- Einschäßungs- Kommission seitens brachte. Für das Kind brach damit eine entsetzliche Weinlands geahndet, Kemnitz aber von derselben Anklage endLeidenszeit an. Uebereinstimmend bekundeten die Beugen, giltig freigesprochen. daß es von der Mutter bei der geringsten Veranlassung in der empörendsten Weise gezüchtigt wurde. das Kind wurde von ihr weite Gänge geschickt und wenn es sich auf dem Rückwege verirrte und der Mutter durch die Polizei zuHierauf sprach Genosse Ullrich und ging näher auf die Bergeführt wurde, so bekam es Schläge. zumeist fam ein fingerhandlungen des Reichstages ein. Die Aufgabe des Reichstages dicker Rohrstock zur Anwendung, hageldicht fielen wuchtige sei wesentlich die, der Gesammtheit der Staatsbürger so viel wie Schläge auf den Kopf und Kindes. Aber hierbei blieb es nicht, Charlottenburg. Hier referirte am Donnerstag, den 12. Fe möglich zur Zufriedenheit und zum Wohlfein zu verhelfen. Durch die die Angeklagte ergriff das Kind bei den Haaren, warf es zu bruar, Reichstags- Dbgeordneter Liebknecht über die Aufgaben des gegenwärtige Busammensetzung sei es nicht möglich, Gesetze zu Boden und stieß es mit dem Geficht gegen den Fußboden, daß Neichstages. Genosse Liebknecht entschuldigte sein Ausbleiben bei fchaffen, wie sie im Interesse der Gesammtheit lägen. Es hieße Blut aus Nase und Mund quoll. Wiederholt haben Nachbarn der im Nabarorte Wilmersdorf stattgefundenen Versammlung mit dies den Bock zum Gärtner machen, der, an Stelle den Kohl zu aus der Wohnung der Angeklagten das Geräusch von fallenden feinem damaligen Unwohlfein. Für diesmal habe er, dem Grund- hüten, zuerst den besten freffen werde. Fürst Bismarck habe zu Schlägen gehört, aber fein Weinen vernommen, es wird fake folgend, doppelt hält gut, Kollege Ullrich( Offenbach) mit gestanden, daß das Bischen Sozialreform nur dem Drängen der deshalb angenommen, daß dem Kinde der Mund vergebracht, und er werde diesem das Referat über die eigentliche Sozialdemokratie zu danken sei. Dazu komme noch, daß diese bunden wurde. Bei der Untersuchung desselben durch den Thätigkeit des Reichstages überlassen, während er mehr die Gesetze nur eine veränderte Armenpflege darstellten, bei denen man Sanitätsrath Dr. Mittenzweig zeigten Kopf und Körper des prinzipielle Seite besprechen wolle. Es seien in diesem, die Laften von den Schultern der Gemeinden auf die der Arbeiter Mädchens eine große Anzahl Beulen, blutunterlaufene Stellen wie in Berliner Wahlkreifen bei der letzten Wahl zweifel über abgewälzt habe. Die staatlichen Einrichtungen müßten dem und sonstige Verlegungen. Kurz vorher hatte die Angeklagte das die Nüglichkeit der Wahlen ausgedrückt worden, speziell ob der Arbeiter ermöglichen, zu leben, anitatt dessen sehe man Kind dermaßen am Halse gewürgt, daß die Fingereindrüde tage- Parlamentarismus die Ziele der Sozialdemokratie verwirklichen eine Erschwerung des Lebens der Arbeiter durch Lebenslang zu sehen waren. Diese Mißhandlungen wurden von den tönne. In allen übrigen Ländern, außer Deutschland, wo das mittelzölle. Bei der neuen Zuckersteuer Vorlage habe die rohesten Aeußerungen begleitet, wiederholt sprach die Parlament durchaus nicht eine Vertretung des Volkswillen sei, Regierung zugestanden, daß ca. 400 Fabriten jährlich 32 Mill. Ungetlagte ihrem Manne gegenüber den Wunsch möchten diese Zweifel wohl am Plage sein, da das allgemeine Steuern durch die Ausfuhrprämien einsteckten. Die Herren aus, daß das Kind auf seinen Ausgängen doch Wahlrecht meistens nicht existire. In Deutschland, das müsse Agrarier und Zuckerbarone verständen den Rummel aus dem fi. einmal überfahren werden möge, damit man es ieder zugeben, ist das Proletariat klassenbewußter, besser organisirt Würde ein Gesezentwurf eingebracht, der auch nur ein Wenig auf diese Art los werde. Natürlich hat man das bedauernswerthe und ständen hinter dem parlamentarischen Vertreter bedeutend ihren Profit zu schmälern geeignet sei, so tämen Hunderte von Man könne nicht sagen, Petitionen an den Reichstag. Viele der Reichstags- Abgeordneten Mädchen, welches nach der Aussage der Zeugen ein hübsches, größere Massen als anderswo. Versammlungen. Wahlrecht ein energisches hands off( Sand weg) zurufen, daß rämpfen. Redner schloß mit den Worten: Sorgen Sie dafür, wir für dieses, wie für das unbeschränkte Vereinigungsrecht daß dieser Wahlkreis das nächste Mal der Sozialdemokratie gehöre. Aber nicht nur dieser Wahlkreis, nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt muß dem Sozialismus gehören.( Stürmischer Beifall.) Und aufgewecktes und freundliches Kind gewesen sein soll, anderweitig daß hier der Parlamentarismus die Prinzipien verwässert sind direkt Interessenten; daß diese genau ihren Vortheil verin Pflege gegeben. Nachdem der medizinische Sachverständige habe. Wenn bisher nicht derartige Erfolge erzielt seien, wie es ständen und ihn zu wahren wüßten, könne man sich denken. So begutachtet hatte, daß die geschilderten Wißhandlungen lebens- au wünschen, so trage nicht der Parlamentarismus die Schuld sehe man auf der einen Seite möglichste Ausnügung der Staatsgejährlicher Natur waren, beantragte Staatsanwalt Dr. Benedix baran, sondern das, wovon es in der Marseillaise heißt; das ist maschine zu Gunsten einer Handvoll Leute und auf der andern gegen die Angeklagte sechs Monate Gefängniß. Der Gerichtshof der Unverstand der Massen, den nur des Geist es Schwert Seite Unterdrückung der Intereffen der Arbeiter.( Kontraktbruchging aber über das beantragte Strafmaß hinaus und durchbricht. Dieser sei daran schuld, daß noch eine so kleine Zahl Bestrafung zc.) Man spreche von der Verwerflichkeit der Streits erfannte auf neun Monate Gefängniß. von Sozialdemokraten im Reichstage vorhanden sei und deshalb und behaupte, daß selbst Arbeiter diesen Kontraktbruch als unmüsse sich der Kampf nicht gegen den Barlamentarismus, sondern fittlich verdammen; aber man sagt nicht, daß der Streit das Eine ganze Blumenlese der verschiedensten Vergehen gegen diesen Unverstand richten. Wir haben bisher uns keinen letzte Mittel ist, durch das die Arbeiter sich zu helfen and Uebertretungen führte gestern den Buchhalter Eugen llufionen über das können des Reichstages hingegeben. Wenn fuchen. das nennt man dann Arbeiterschuh!! Waldemar Fiedler vor die zweite Strafkammer des Land- behauptet worden, daß selbst eine sozialdemokratische Mehrheit Der gegenwärtige Reichstag erfülle seine Aufgabe nicht, gerichts I. Es wurden ihm drei Unterschlagungen, nichts werde ausrichten können, so weise er demgegenüber auf doch könne der Einzelne hieran nichts ändern, sondern fünf Diebstähle, drei Urkundenfälschungen, die verflossenen Jahre hin. Die Beiten ändern sich und mit nur dadurch, daß die Massen sich organisiren, sei es möglich, bei perfuchter Betrug, grober Unfug und Führung ihnen die Ideen der Menschen. Fragen, über die vor den Wahlen einen Reichstag zu Stande zu bringen, der auch die falschen Namens zur Last gelegt. Der bisher unbescholtene furzer Zeit noch heiße Rämpfe entbrannt seien, Intereffen der Allgemeinheit vertrete. Angeklagte ist außerordentlich schnell in dem Strudel der Groß- selbst innerhalb unserer Partei, seien gelöst. Hierauf wurde ein Antrag, nur Gegner sprechen zu lassen, stadt untergegangen. Nachdem er sich einige Zeit hindurch als Die Parteigenoffen ständen mindestens in einer Stärke von angenommen, worauf der Vorsitzende mehrmals, jedoch vergeblich, Berichterstatter zu ernähren versucht, mußte er das Gewerbe eines 21/2 Millionen hinter ihren Vertretern, die allerdings noch kein die anwesenden Gegner zur Diskussion aufforderte. In seinem Annonzensammlers ergreifen. Der Verleger der„ Moabiter Tagesztg." Behntel des Reichstages bildeten; diese 2/2 Millionen bildeten Schlußworte ging Genosse Liebknecht näher auf das Arbeiterschutznahm ihn an. Wie Fiedler behauptet, hat er," lediglich um Beweise bereits eine Macht, dem ständen von anderen Parteien, die neun Gesetz und insbesondere auf die Kontrattbruch- Bestimmungen ein. feiner Leistungsfähigkeit zu erbringen, in brei Fällen gefälschte Behntel der Reichstagssige inne haben, zirka 6½½ Millionen Redner schilderte, wie der Kampf der Jenglischen Gewerkschaften Bestellscheine eingeliefert. Außerdem schädigte er seinen Prinzipal gegenüber. sich hauptsächlich um die Länge des Arbeitstages gedreht habe dadurch, daß er in drei Fällen eingezogene Annonzengelder für Diese bilden jedoch keine geschlossene Macht, da sie sich und noch drehe. An der Entwickelung der Koalitionsgesetze in fich behielt. Nun ging es reißend schnell mit ihm bergab. Er untereinander bekämpfen, während die Sozialdemokratie ge- England tönne man lernen. Die englischen Arbeiter hätten einen nachte seinen früheren Bekannten Besuche und stahl, was ihm fchloffen dasteht. Alle Arbeiterorganisationen Deutschlands sind vierzigjährigen Kampf um die Anerkennung ihrer Organisationen anter die Finger fam. Dem Berichterstatter Nikolaides ent sozialistisch, und die es noch nicht sind und es mit der Besserung gekämpft, und noch jetzt versuche man, sie ihnen illusorisch zu wendete er für 8 M. Briefmarken und ein werthloses Lexikon, ihrer Lage ernst meinen, werden es. Alle Versuche, Sozialisten machen. Hier in Deutschland könne man sich auf dem Chambregarnisten eines anderes Berichterstatters ebenfalls und Arbeiter zu trennen, find fläglich gescheitert, Beweis, bas einen ebenso hartnädigen Kampf gefaßt Bücher und Kleidungsstücke und bei einem dritten einen Sozialistengeset. Man habe geglaubt, wenn man durch Aus- machen. Das Koalitionsrecht sei der Eckstein der " Berliner Tageblatt" ausgestellten Belagschein für weisungen und dgl. Volk und Führer trenne, würden die Ar- Arbeiterschutz- Geseze. Das beste Gesetz ist nicht mehr über 100 100 m. M. Ein Versuch, des Redaktion vom gelieferte Diefen Arbeiten bei Schein der auf beiter unter die Fittiche der sogenannten staatserhaltenden Parteien werth, wie das Papier, auf dem es steht, wenn es nicht durch Blattes dreißig Mark zu erheben, mißlang. genannten zurückkehren. Und was ist geschehen? Der Knebel des Sozialisten- diejenigen, für die es gemacht ist, zu einem lebendigen gemacht In der gesetzes ist zerrissen durch die moralische Gewalt unserer Ideen. wird. Man nennt uns Zerstörer des Eigenthums, Thacht Angeklagte Die Waffen unserer Gegner sind uns gegenüber lächerlich ge- wollen den zerstörern deſſelben das Dambwert legen; mein wir Maher Leipzigerstraße vorfäglich perſonen an, er wurde zur wesen; man habe geglaubt, die Flinte schießen und den Säbel die Gozialisten wollen fein Jamilienleben, ale ni man fagt, ber the gebracht und da er lausete, daß man wegen hauen tassen zu können, boch die Besonnenheit der deutschen moderne Produktionseinrichtung dies längst zerstört hätte.) man begangenen Schwindeleien auf ihn fahndete, legte er sich einen Arbeiter hat dies zu nichte gemacht. Man hat uns ver- nennt uns Vaterlandsfeinde, als ob nicht die herrschenden Klaſſen nommen: über Samariterdienste. Homöopathischer Verein„ Hahnemann", Brunnenstr. 9, am Mittwoch, den 18. Februar, Abends 8 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Hoesch. Fortsetzung Demokratisjer Verein. Donnerstag, 19. Februar, Abends 8 Uhr, Dresdenerfir. 45. Erledigung der vertagten Gegenstände. Referat über die Wohnungsfrage, fleine Angelegenheiten. Freie Volksbühne. Heute Mittwoch, den 18. Februar, Abends 9 Uhr, oftmals, wenn's in ihrem Vortheil lag, ihr Vaterland verrathen fleinen Theil der Aerzte übermäßig bei völlig ungenügender Hono-| aus ihrer Theilnahmslosigkeit erweckt würde und sich zu einer hätten; wir wollen aus Deutschland ein Land machen, in dem rirung; die von den Orts- Krankenkassen geleistete Pauschalzahlung fräftigen Bewegung gegen diesen nicht vom Gesetz, sondern nur werth ist zu leben, einen sozialistischen Staat. gewähre dem Arzt für die Einzelleistung im Durchschnitt nur von den Kassenvorständen ihnen auferlegten Zwang organisirten. Eine Resolution mit folgendem Wortlaut wurde ange- 17 Pf.; andererseits schließe es den größten Theil der Aerzte, Schließlich wurde eine Fünfzehner- Kommission gewählt, welche den ärztlichen Nachwuchs fast vollständig von der ärztlichen Praxis zunächst über die Wege der nothwendigen Agitation zu berathen Die heutige, in der Gambrinusbrauerei tagende öffentliche aus. Auch für die Kaffenmitglieder sei der Arztzwang unerträge und ihre Entschließungen einer demnächst einzuberufenden allgeVolksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen der lich und führe zu den bedenklichsten Uebelständen, welche so oft meinen Aerzteversammlung vorzulegen hat. Reichstags Abgeordneten Liebknecht und Ullrich voll- schon in der Presse ihren Ausdruck gefunden haben. Der oft geständig einverstanden und verpflichtet sich, mit allen machte Einwurf, daß die freie Arztwahl unter Bezahlung nach Mittel die parlamentarische Thätigkeit der Sozialdemokraten Einzelleistung für die Rassen finanziell undurchführbar ist, sei zu fördern und nur für Vertreter der Sozialdemokratie zu stimmen. nach den in einzelnen größeren Industriezentren, wie Leipzig, Genosse Leupold macht bekannt, daß heute die Glasarbeiter der Magdeburg und anderen Orten gemachten Erfahrungen hinfällig. grünen Hütte beschloffen hätten, zum 1. März sämmtlich die Ar- Der Vortragende schlägt nach dem Vorgange an anderen Orten Sigung der Mitglieder des Borstandes und Ausschusses, der Ordner und Rebeit niederzulegen wenn nicht die von der Direktion angekündigte der Versammlung folgenden Standpunkt vor. Die Krankenkassen visoren im Restaurant Krüger, Gr. Frankfurterſtr. 99. Lohnreduktion zurückgenommen würde. Voriges Jahr habe man würden etwa 25 pet. ihrer Gesammteinnahmen für die Die Vereine im Norden Berlins werden ersucht, zu Dienstag, den 24. Februar, teine Versammlung einzuberufen, weil eine Boltsversammlg. im Eisteller, Die von den Aerzten zu Chauffeestraße stattfindet. die Organisationen der Glasarbeiter zerstört, jetzt wolle man Honorirung der Aerzte anwenden. Der Vertrauensmann W. Marten, Liesendurch die Lohnreduktion die Kosten für diesen Feldzug einheimsen. liquidirenden Honorarsäge würden sich nach einer leicht verein- straße 4. Er bitte alle Arbeiter, ihnen zur Seite zu stehen. Alsdann wurde barten Tage richten, welche z. B. 0,75 Pf. für eine Konsultation, Sozialdemokratische Lese- und Diskutivklubs am Mittwoch. als Lokalkommissions- Mitglied Genosse Beyer gewählt. Genosse 1,25 M. für einen Besuch, 3 M. für einen Nachtbesuch gewährt. Maunynſtr. 83. Gäste haben Zutrút. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Birch appellirte an das Solidaritätsgefühl der Parteigenossen, Die von der Kasse zur Vertheilung an die Aerzte gelangende„ Nord", Abends 8½ Uhr, bei Raabe, Ruppinerstr. 46. ,, Gleichheit". man möge nicht nur für eine Lokalkommission sorgen, sondern Summe würde auf sämmtliche nach Verlauf eines Zeitabschnittes abends s½ uhr, bei Hilgenfeld, Bergstraße 60. Gäste haben Zutritt. ,, Emanzipation", Abends 8% Uhr bei Wagner, Neue Königstr. 89. Gäfte auch das thun, was diese verlangt, da ja sonst ein Lokal nach eingereichten Liquidationen einfach quotisirt werden. Bur willfommen. " Kultur", Abends 8% Uhr bei Steuer, Weinstr. 22. dem andern den Arbeitern entzogen würde. Mit einem dreifachen Gewerks- Krankenpraxis müßte jeder unbescholtene Arzt Gleichheit", 8% Uhr bei Schönemann, Staligerstr. 7. Gäste willkommen. Hoch schloß der Vorsitzende die von ca. 1000 Personen( Männer Gewerksärzte wie von den Kassenvorständen je ein Ausschuß zu zuzulassen sein. Endlich wurden von dem Verbande der" Frete Denter", 9 Uhr bei Haugt, Böthstraße 12. Gäste will tomm. und Frauen) besuchte Versammlung. Arbiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends, wählen sein, welche zur Erledigung von Beschwerden dienten, auch Uhr, lebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). Gesangverein Freya",( Gem. Eine große Anzahl Berliner Aerzte hatte sich vorgestern die Kontrolle der Aerzte übernehmen und alles Geschäftliche zu Chor) bet Bemter, Münzstraße 11. Männer Gesangverein hilaritas", Abend im Brandenburger Hause versammelt, um in der Frage des erledigen hätte. Hochftr. 32 a bet Wilte. Flöterscher Gesangverein", Landsbergerstr. 31 bei Musold. Berliner Krankenkassenwesens Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende, Arbeiter- Gefangverein, or wärts", Schönhauser Allee 28 bet Die Versammlung nahm hierauf einstimmig den Antrag an, Nürnberg. Gesangverein Liedesfreiheit", Blumenstr. 38 bei Sente. Dr. Löwe, beleuchtete in ausführlicher Auseinandersetzung die in eine Agitation für Einführung der freien Arztwahl der Ber- Gefangverein der Steinmeyen", Johannisstr. 21 bei Müller.- GesangArbeiter Gesangbekannten Mißstände, welche das von den Gewerks- Krankenkassen liner Krankenkassen unter Bezahlung nach Einzelleistung einzutreten. verein„ Deutsche Siche" Bonen. 46 bei den verein Echo", Pankow bei Borchardt, Schulzestr. 27. Gesangverein eingeführte Kaffenarzt- Monopol für die Gewerkstranten wie für Eine lebhafte Distussion entspann sich über die von er che", Abends 9 Uhr bei Zimmermann, Brunnenstr. 119. Arbeiter die Aerzte gezeitigt hat und wies in schlagender Weise nach, daß der Agitation einzuschlagenden Wege. Aus dem Schoße gesangverein Freiheit", Nebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant nur ein Bruch mit dem bisherigen Monopolsystem die eingerissenen der Versammlung wurde der Wunsch laut, daß auch die Arbeiter, Sämmerle, Billows, 50, part. Männergesangverein Morgenroth" Verein Steinfeger Sängerchor" Wrangelstr. 147 bei W. Schmidt. Uebelstände beseitigen könne. Das bisherige System belaste einen deren lebhaftes Interesse durch diese Agitation berührt wurde, Schwedterstr. 17 bei Wolter. " Vorwärts", Abends 8 Uhr, Sigung im Lokale des Herrn Köhn, " Freie Vereinigung der Maurer Fadjuerein der Tischler| Butter- Handlung Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 19. Februar, Abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in Orschel's Salon, Sebastianstraße Nr. 39. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus über Akkord- und Lohnarbeit. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. NB. Sonnabend, den 14. März, veranstaltet die Freie Vereinigung der Maurer bei Buggenhagen am Morigplatz einen Wiener Maskenball. Billets à 50 Pf. find bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben. 234 Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für den Westen und Südwesten. Donnerstag, den 19. Februar, Abends 8½ Uhr: Versammlung in Habel's Brauerei, Bergmannstraße 5-7, Tages- Ordnung: 312 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn Bruhns: Was bezwecken die Gewerkschafts- Organisationen? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Bevollmächtigte. Achtung! von Bernh. Müller, Neue Roßstraße 1 empfiehlt: ff. Tischbutter Pfund 1 Mk. ff. Bratenschmalz Bfd. 55 Pf. der Sattler u. Berufsgenossen ontvollkommishon beschlossene Volks- Versammlung betr. die ausgeMontag, den 23. Februar, findet die von der Berliner Streik- Prima Sardellen Pfd. 80 Pf. Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 19. Februar, Abends 8½ Uhr. in den Armin- Hallen", Kommandanten- Straße Nr. 20. Tages- Ordnung: 1. Die ausgesperrten Arbeiter Deutschlands. 2. Unsere Stellung zum spertren Tabalarbeiter Hamburgs, im Böhmischen Brauhaus statt. 0. Witzke, Cigarrenarbeiter. 284 Verein zur Wahrung der Interessen der Frische Eier billight. O- Ullersdorfer Sahnenkäse Stück 20 Pf. ( weich und gelb). 857 1. Mai b. 3. 3. Bericht und Anträge der Arbeitsvermittlungs- Kommission. Gast- u. Schankwirthe Berlins u. Umgegend. Thüringer Kümmelkäse 4. Verschiedenes.- Uni zahlreiches Erscheinen ersucht 343 b Achtung! Die Agitations- Kommission. Achtung! Fachverein d. Steindrucker u. Lithographen Berlins. Donnerstag, den 19. Februar, Abends 8½ Uhr: Versammlung im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Vortag des Herrn Th. Metzner über Zentralisation. 2. Diskussion. Freitag, den 20. Februar, Nachmittags 42 hr: Versammlung im Lokale des Kollegen Wilke, Joßraße Nr. 32. Tages Ordnung: # 1. Vortrag: Wie organisiren wir uns? Referent: Rollege Zubeil. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet [ 159] Der Vorstand. Achtung! Grosse Versammlung Adjtang! aller in der 3. Der Streit bei Deftreich u. Hartmann. 4. Abrechnung vom Stiftungsfest. Belleidungs- Industrie beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen 5. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreiches Erscheinen, auch von Gästen, ersucht 281 Der Vorstand. Verein der Arbeiterinnen am Donnerstag, den 19. Februar, Abends 8½ Uhr, Tagesordnung: in den Armin Hallen", Rommandanten- Straße Nr. 20. 1. Abrechnung sämmtlicher Kommissionen und Auflösung derselben. 2. Vortrag des Kollegen Tim über: Die französische Revolution und die Einau Buch- und Steindruck- Schnellpressen. wirtung unserer jeßigen Zeit. 3. Distuſſion. 4. Berſchiedenes. Donnerstag, 19. d. ts., Abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung 125/2 im Restaurant Reyer, Alte Jakobstraße Nr. 83. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Frauen u. Männer heute Abend 8½ Uhr im Lokale des Herrn Schröder, ( Wedding- Park), Müller- Strasse 178. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus über: Die Gleichgiltigen und die Parteilofen. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. 541 b Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der Einberufer. Große Versammlung 342 des sozialdemokratischen Wahlvereins f. Teltow- Charlottenburg am Donnerstag, den 19. Februar, Abends 8 Uhr, in der Gose- Brauerei zu Charlottenburg, Wallstraße 46. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Pirch über:" Der Kampf ums Dasein." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Mitglieder, die mit ihren Beiträgen weit im Rückstande sind, werden ersucht, zahlreich zu erscheinen, widrigenfalls sie gestrichen werden. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Achtung Former! 1. Wir fordern hiermit sämmtliche Kollegen, die noch Listen vom Mai in Händen haben, auf, diefelben jetzt abzuliefern, sonst sind wir gezwungen, die Namen zu veröffentlichen. 2. Ebenfalls werden die Kollegen, die Fonds- Marken in Händen haben, 3. Ebenfalls werden die Kollegen, die noch Billets vom Stiftungsfest zu bezahlen haben, aufgefordert, dies sofort zu thun, sonst werden wir die Namen veröffentlichen. Der Vorstand. Wilh. Müller, Rassirer. aufgefordert, abzurechnen. 154 Möbel-, Spiegel11. Um zahlreichen Besuch bittet Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Die Kommissionen werden ersucht, alle ihre Abrechnungen zu der Verfammlung fertig zu stellen. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Boltsblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. In unseren Verlag ist übergegangen: Ursprung und Lage der ländlichen Arbeiter. Von Julius Türk. Preis eleg. brosch. 30 f. Für die Agitation unter den ländlichen Arbeitern wird die vorstehende Schrift ersprießliche Dienste leisten, weshalb jedem Genossen, der sich an derselben zu betheiligen beabsichtigt, Kenntniß des Inhalts derselben zu empfehlen ist. Der Verfasser hat mit großem Fleiße ein reiches statistisches Material zusammengetragen, das klar und deutlich das Elend zeigt, in dem das ländliche Proletariat schmachtet. Jede Uhr 276 Bimmer für Vereine( bis 50 Personen) sind jeden Tag, und zum 14. März ist der Saal zu vergeben. Doberstein, Mariannenstr. 31/32. 532b 3 Stück 25 Pf. Die den Handelsmann Herrn Doese am 8. d. M. im Bierlokal von Beer, Georgenkirchstr. 4.augefügte Beleidigung nehme ich zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. Sep. Schmidt, Georgenkirchstr. 4. 545b Slagen, Gingaben, Netlamationen, & Nur I Mark. har. 7, L. Auch Gonntags. Rath im Zivil- und Strafprozeß. EinI. Gebr. Sobelbank 3. kaufen ges. Hornstraße 3 bei Krößsch. 547b Preis abz. Eisenbahnstr. 31, H. p. 539b Velociped 58" f. 90cm Beine sof. f.jeden Grünfram, Mehl- u. Vorkostgeschäft vert. billig Fürstenwalderstr. 11a. 548b Echt Payzenhofer Bier Ausschant und Verlag, 4/10 Liter 10 Pfennige, 30 Flaschen 3 Mart, von C. Krause, Schützenstr. 46/47. 536b Zithern, Spezialität, Cöllnischer Fischmarkt 1, 3 Tr. 294J Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10 Helle Schlafstelle f. Schuhm. Schiff bauerdamm 4a bei Seife. 487b 23immer mit Piano find für Vereine, Arbeitsnachw. u. Zahlstelle 3. v. SW, Simeonstr. 23, bei A. Flick. 197L Möbel-, Spiegel- und PolsterwaarenFabrit von R. Jhloff, Linienftr. 201, am Rosenthaler Thor. Arbeitsmarkt. 153 L Tüchtige Schnitzer erhalten dauernde, gut lohnende Be schäftigung. 540b Schirmstockfabrik Grimma. zu repariren und zu reinigen kostet bei J. Mädchen z. Teichten Näherei v. Frau uns unter Garantie des Gutgehens nur Mallow, Steinmetzstr. 29, v. 2 Tr. 544b Reparaturen billiger. Lager aller Arten 70 bester Qualität, Met. v. 4 M. au. 1. 50 f.( außer Bruch), kleine cm breiter Atlas in allen Farben, Drtenstein, Alexandrinenſtr. 37a. Schneider a. Regenmäntel a. d. H. v. neuer und gebrauchter Uhren. 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Aber auch wenn das Urtheil Unikum von Wohlfahrtseinrichtung ist aber die in der Schwarzkopfdes über die wirthschaftliche Lage Arztes günſtig lautet, iſt noch ein zweites Hinderniß zu be- ſchen Fabrik beſtehende Vorschußkaſſe. Das Statut derfelben, welches der Berliner Metallarbeiter. II. Mit welcher Rigorosität Strafen verhängt wurden, möge aus Folgendem erhellen: In der Fabrik von Keyling und Thomas erhielten die Arbeiter für das Schneiden von Gewinde in vorher gebohrte Löcher 1/ 20-1/ 16 Pf. pro Loch. Um einen Verdienst von 30 Pf. zu erzielen mußten also die Arbeiter stündlich 480 bis 600 Löcher mit Gewinde versehen. Dabei konnte es nun leicht vorkommen, daß ein Loch übergangen wurde. Für jedes dieser vergessenen Löcher erhielten die Arbeiter eine Strafe von 2 M. zudiktirt. Aber nicht nur für fehlerhafte Arbeit, sondern für jedes fleine Bergehen wurden eremplarische Strafen verhängt. So wurde ein Dreher während der Arbeitszeit bei dem Lesen einer Zeitung betroffen, die einem Anderen gehörte. Der Leser der Zeitung wurde mit 5 M., der Besitzer der Zeitung mit 10 M. Strafe belegt. Su spätes Kommen wurde mit 50 Pf. und im Wiederholungsfalle entsprechend höher tesiraft. Hier wirkten zwei Umstände zusammen, um diese Strafe zu einer recht oft wieder kehrenden zu machen. Erstens war längere Zeit ein Portier in Thätigkeit, gegen welchen die Arbeiter den dringenden Verdacht hegten, daß er häufig Morgens die Uhr vorstellte, und zweitens waren die Zeiger der letzteren so lose auf der Welle, daß er nach Erreichung des Kulminationspunktes sofort fünf Minuten hinunterfiel. von seitigen, ehe die Einstellung erfolgt. Der Arbeitsuchende muß aus dem Jahre 1860 datirt und 1862 einen Nachtrag erhalten nämlich erst nachweisen, daß er vollberechtigtes Mitglied einer hat, ist so selten, daß auch die ältesten Arbeiter sich nicht ergefeßlich anerkannten Hilfskasse ist, da die Gesellschaft die Orts- innern fönnen, jemals ein solches gesehen zu haben. Gegründet faffen weniger aus Prinzip, desto mehr aber wegen der Bei- wurde die Kasse mit einem Fonds von 600 m., der aus den tragspflicht, welche sie den Arbeitgebern auferlegen, verabscheut. Strafgeldern angewachsen war. Mitglied kann jeder Arbeiter Erst nach Erledigung all dieser Formalitäten, die mitunter ein werden, wenn er sich von je 3 M. Verdienst 2 Pf. abziehen läßt, tagelanges Herumlaufen nöthig machen, öffnet sich für den Ar- bis die Summe von 10 M. erreicht ist. Diese Summe erhalten beiter das soeben geschilderte Eldorado. die Mitglieder unter feinen Umständen zurück, fie verbleibt der In einem anderen Zweige des öffentlichen Verkehrs, im Vorschußkasse. Nach vierteljähriger Mitgliedschaft wird den MitEisenbahnbetrieb, dem seiner ganzen Natur nach eine ungleich gliedern auf Antrag ein Vorschuß gewährt, der jedoch 30 M. nicht höhere Bedeutung als dem Pferdebahnbetriebe zukommt, liegen die überschreiten darf. Nach dem Statut soll dieser Vorschuß mit Verhältnisse für die Metallarbeiter nicht besser. Dies ist um so 5 pet. pro anno verzinst und in wöchentlichen Raten von charakteristischer, als aus dem Eisenbahnbetrieb das Privatkapital 3 M. zurückgezahlt werden. Da bei dieser Praxis die Ver verschwunden ist und der Staat einzig und allein als Arbeit- lufte naturgemäß gering, die Einnahmen aber fortlaufende und geber auftritt, von dem man noch in weit höherem Maße, als sichere sind, um so mehr als auch die enormen Strafgelder diesem er Privatgesellschaften, fordern kann, daß seine Fonds zufließen, so fann es auch nicht überraschen, daß dieser Werkstätten zu Musteranstalten mache. Wie weit der Fonds aus seiner ursprünglichen Höhe von 600 M. gegenwärtig Staat dieser seiner Verpflichtung nachkommt, ergiebt sich aus auf 48 328 M. angewachsen ist. Dieser Umstand hat jedenfalls den ermittelten Zuständen in der Reparaturwerkstatt der hiesigen auch die Verwaltung veranlaßt, den Zinsfuß von 5 p& t. auf Dilbahn. Die Schlosser erhalten dort einen Anfangslohn von gegenwärtig 1 pet. herabzusehen. In der Verwaltung dieser 25 Pf. pro Stunde. Allerdings wird viel im Afford gearbeitet, Sajje haben die Arbeiter nix to ſeggen". Nach dem Statut doch findet bei Uebernahme der Akkordarbeit eine Verabredung steht die Verwaltung dem Geschäfte zu und zwar ver. über die Preise nicht statt, sondern die Arbeiter bekommen von richtet dasselbe diese Arbeit, wie das Statut versichert, tostenfrei". ihrem Vorgesetzten nur die allgemein übliche Nebensart zu hören: Allerdings ist im Statut noch ein, aus Arbeitern gebildetes Dies ist Affordarbeit, und nun haltet Guch dazu." Wie hoch Kuratorium vorgesehen, welches, nachdem der einen Vorschuß vecSer Afford berechnet ist, berechnet ist, hören die Arbeiter in der langende Arbeiter bei seinem Wertmeister einen dahingehenden Regel erst dann, wenn die Arbeit schon halb oder Antrag gestellt hat, darüber befinden soll, ob der begehrte VorAuch in der Fabrik von Schwartzkopf wurden die Strafen ganz fertig gestellt ist. Durch diese Marimen ist natür schuß bewilligt werden soll oder nicht. Einmal ist die Thätigkeit von den Meistern und speziell von dem Obermeister nach freier lich jeder Willkür Thür und Thor geöffnet. Weiter dieses Kuratoriums also eine sehr subalterne, und zweitens fann Würdigung" des Thatbestandes diktirt, ohne daß es dem Be kommt hinzu, daß infolge der niedrigen Lohnfäße ein häufiger sich auch Niemand so recht erinnern, an den Wahlen zu einem straften möglich war vor einer höheren Instanz Beschwerde zu Wechsel der Arbeiter stattfindet, und daher auch fortgesetzt neue solchen Kuratorium jemals Theil genommen zu haben. Von dem führen. Wer sich beschwerte, konnte höchstens auf eine Ber- und ungeübte Leute in die Affordkolonnen aufgenommen werden Gelde dieser Vorschußtasse ist nun auch noch eine Kantine eindoppelung seiner Strafe rechnen. War also Jemand rechts- müssen, was zur weiteren Folge hat, daß auch bei der Atford- gerichtet worden, über deren geschäftliche Lage völlige Dunkelheit Träftig" zu 3 M. Strafe verurtheilt und erhob Widerspruch, dann arbeit nur ein mäßiger Verdienst erzielt wird. Dabei ist die Ar- herrscht. Thatsache ist, daß die Arbeiter für baares Geld überhaupt erhielt er die Antwort: Nunmehr bezahlen Sie 6 M. Strafe." beit so überaus schmuhiger Art, daß die Kleidungsstücke in feine Waaren erhalten, sondern nur gegen Marten, welche sie vorher Zeigte sich der Verurtheilte verstockt genug um auch diese Strafe türzester Zeit vont Schmutze und Dele förmlich starren. Troy- bezahlen müssen. Der Schlächter, welcher die Fleischwaaren liefert, nicht für gerecht anzuerkennen, so erfolgte das Schlußurtheil: Sie dem fehlen alle Einrichtungen, welche ein öfteres Reinigen der muß, wie verlautet, 10 pet. von seinen Einnahmen abgeben. Daß die bezahlen 10 M. Strafe", wobei es dann sein Bewenden hatte. Hände ermöglichen, es ist vor allen Dingen fein warmes Verwaltung bei diesem Zustand der Dinge ganz besonders interBei einem solchen System der Strafverfügungen fann es nicht Wasser vorhanden, das zur schnellen Entfernung des essirt sein muß, erhellt schon daraus, daß ein Arbeiter, der sich Wunder nehmen, daß im vergangenen Jahre die Kleinigkeit von Deles von den Händen unbedingt nöthig ist. Im Gegentheil, bei der Frau des Schlächters über die Qualität der Waaren be insgesammt 1897,10 M. an Strafgeldern erhoben wurde. Dabei wur- Waschen während der Arbeitszeit wird zum ersten Male mit flagte, seine Entlassung erhielt. Da ferner auch Branntwein in ben um der nichtigsten Dinge halber Strafen verhängt. So gehörte es 1 M., zum zweiten Male mit 3 M. und im Wiederholungsfalle Gläsern verschenkt wird, da weiter das Bier zu einem theueren zu den Liebhabereien eines Meisters, eine zahlreiche Raßenschaar mit Entlassung bestraft. Dank dieser Maßregel sind denn auch Preise verkauft wird, als der Konsumverein in der Fabrik von zu halten. Eins dieser niedlichen Thierchen beschinuge nun mit die Verletzungen, die wegen des Abrutschens der schmierigen, und Siemens, der seinen Mitgliedern nur beste Waare liefert, und besonderer Vorliebe den Platz eines Arbeiters. Bedenkt man, daß im Winter vor Kälte steifen Hände entstehen, sehr zahlreich. noch Ueberschüsse erzielt, es abgiebt und da endlich der Umsatz ein. dadurch dem Arbeiter ein Parfüm zugetragen wurde, welches Ueberhaupt verlangt die Arbeit in den Eisenbahn- Betriebs- Werk gewaltiger ist, so muß auch der Gewinn ein enormer fein, aber gerade nicht zu den angenehmsten gehört, so wird man es be- ftätten einen guten Körper, namentlich im Winter, wo bei dem Niemand weiß, wo derselbe bleibt. Allgemein war die Ansicht greiflich finden, daß derselbe die Katze kräftig von seiner Arbeits- Deffnen der großen Thorwege die Werkstätten von eisigem Bugwinde verbreitet, daß der Gewinn der Unterstützungstaffe zufließen solle, stelle fortscheuchte. Für dieses fein unliebenswürdiges Verhalten durchfegt werden. Es leidet daher auch ein großer Prozentsah der Ar- wie aber die lehtjährige Abrechnung beweist, ist der Untergegenüber einem Liebling des Meisters wurde ihm von dem beiter an leichteren oder schwereren Affektionen der Athmungsorgane, stügungstasse von Seiten der Kantine fein Pfennig zugeflossen. letteren eine Strafe von 2 M. zudiktirt, und da der Arbeiter sich sowie an Rheumatismus. Aus Allen erhellt, daß die Werkstätten, Diese wenigen, aus der Fülle des Materials herausgegriffenen weigerte, diefelbe zu zahlen, mußte er feine Stelle aufgeben. Als denen der Staat als Arbeitgeber vorsteht, sich in nichts von den Wert Ginzeldarstellungen, über die Zustände in den verschiedenen derselbe Arbeiter nach längerer Zeit wieder um Arbeit anfragte, wurde stätten des Privatkapitals unterscheiden, und dies um so weniger, Fabriken geben in Verbindung mit dem, durch die Statistik geihm bedeutet, daß er durch sein geringes Bartgefühl, welches er als aus naheliegenden Gründen die Bewegungsfreiheit der Arwonnenen Bahlenmaterial ein anschauliches Bild von der sozialen den Kagen gegenüber an den Tag gelegt habe, die Aussicht, beiter auf fozialpolitischem und gewerkschaftlichem Gebiete eine Lage der Berliner Metallarbeiter, und von der Stellung, welche jemals wieder Beschäftigung zu erhalten, verscherzt habe. Strafen minimale, und die Behandlung der Arbeiter von Seiten der zahl- ihnen im Arbeitsverhältniß von den Unternehmern zuwurden ferner noch verhängt über diejenigen, welche sich ohne reichen Borgefehten, wie aus den vielen und lebhaften Klagen gewiesen wird. genügende Entschuldigungsgründe weigerten, Ueberstunden zu hervorgeht, eine ziemlich barsche ist. Wie wenig befriedigend die wirthschaftliche Lage der Metallarbeiten. Um die Ueberstunden zu ergivingen, brachte der findige Herr Obermeister außerdem noch folgendes Mittel in Anwendung: Er drohte nämlich jeden Arbeiter zu entlassen, der im Afford nicht pro Tag 5 m. verdienen würde. Da nun sehr viele diesen Verdienst innerhalb der normalen Arbeitszeit nicht zu erreichen vermochten, mußten sie wohl oder übel so lange arbeiten, bis die verlangten 5 M. verdient waren. " nur 21 I. Wochen Ausgabe: Brot. . 2 M. 50 Pf. 1 Pfd. Butter 1 10 O " " 2 " 20 Schmalz. 1 " " " 3 Fleisch 40 • " " " Bucker 30 " " 70 " " " 40 " " " 80" 40" 1/2 Raffee Backwaare. Milch Kartoffeln Wurstwaaren. 1 Milchspeise. Hülsenfrüchte. Heringe Feuerung Licht. Mehl • • Gewürz, Salz Zichorien Wichse. O • 1140" 80 " " 60 " 20 " 20 " " 20 " " 5 " " 10" Ga. 14 M. 85 f. Dazu Ausgaben für den Mann in der Fabrik für Bier, Zigarren, Pferdebahnfahrt, sowie für Ausgaben Sonntags 3 W., ergiebt Wochenausgabe von 17 M. 85 Pf. II. Monats- Ausgaben: Miethe, inkl. Nebenabgaben. 22. 50 Pf. Miethssteuer Staatsklassen- und Gemeinde-w Die Klagen, welche im Uebrigen über schlechte sanitäre Bu- arbeiter ist, dafür möge zum Schluß noch das Jahresbudget stände in den Fabriken geführt wurden, waren zahlreiche, eines Schloffers sprechen, der verheirathet und Vater von drei und hauptsächlich waren es die Former, welche mit Recht darauf Kindern ist, von denen das älteste, ein Mädchen, im Herbst aus hinwiesen, daß sie in dieser Beziehung am schlechtesten gestellt der Schule entlassen wurde, während zwei Knaben dieselbe noch feien. Befinden sich doch die Formereien oft genug in solchen besuchen. Räumen, die zu irgend einem anderen Zwecke überhaupt nicht zu gebrauchen sind. So liegt in der Weltfabrit" von Löwe die Was nun die Verwaltung der Strafgelder betrifft, so ruhte Formerei wie die Schmiede im Keller, wo es sowohl an Luft dieselbe mit wenig Ausnahmen in den Händen der Unternehmer. wie an Licht vollständig mangelt. Während der Sommermonate Eine Ausnahme machten nur die Klempner, da von denselben ist die Temperatur in diesen Räumen eine sehr hohe, namentlich 50 pt. das Bestimmungsrecht über die Strafgelder besaßen. in der Schmiede, wo noch eine Reihe von Glühöjen in ThätigVerwendet wurden die Strafgelder zum Ersatz für zerbrochene feit sind. Ueber mangelhafte und im Verhältniß zum vorhanFensterscheiben, zu Landpartien oder sonstige Vergnügungen und denen Arbeiterpersonal völlig ungenügende Klosetanlagen, wurde in den weitaus meisten Fällen zur Krankenunterstützung. Doch in vielen Fabriken und namentlich auch in der Fabrik von Löwe hing es im legteren Falle sehr oft von der Sympathie lebhafte Selage geführt. Bade- oder sonstige Wascheinrichungen, oder Antipathie ab, welche Fabrikanten, Meister und der welche den Arbeitern, die durch ihre Thätigkeit ganz besonders gleichen Leute gegen den erkrankten Arbeiter empfanden, mit Schmutz und Staub infrustirt werden, eine schnelle und gründob und in welchem Maße derselbe unterstützt wurde. liche Reinigung des Körpers ermöglichten, waren nirgends vorBon besonderem Interesse ist es zu erfahren, wie die Betriebs handen. Selbst das so nothwendige Waschen der Hände vor dem werkstätten derjenigen Gesellschaften beschaffen sind, die dem Essen mußte überall dort unterbleiben, wo, wie dies jetzt hauptöffentlichen Verkehre dienen. Bei der Ausnahmestellung, welche fächlich in den größeren Fabriken eingeführt wird, die Früh15 Minuten beträgt. Nun gerade diese Gesellschaften innerhalb des gesammten Erwerbsstücks- und Vesperpause aber zahlreiche Gegenstände, in ehe sie die lebens einnehmen, und bei dem hohen Gewinn, den diese Unter- find gelangen, durch die verschiedensten nehmungen, bei denen jedes Nisilo ausgeschlossen ist, abwerfen, Hände der Arbeiter tönnte man von ihren Betriebswerkstätten wohl verlangen, daß chemischen Prozesse, als da ist: Beizen, Brennen u. s. w., hindurchfie in jeder Hinsicht Musterwerfstätten seien. Sehen wir nun zu, gegangen, sie sind also mit Giften behaftet; ferner find Messing was beispielsweise durch die Enquete über die Rustände in der und Kupfer durch ihre Grünspanbildung im hohen Grade gefähr Betriebswerkstatt der Großen Berliner Pferde- Eisenbahn- Gesell- lich. Die Hände der Arbeiter müssen daher, soll nicht durch sie schaft ermittelt worden ist. Diese Gesellschaft, die in der eine Uebertragung dieser giftigen Substanzen in den Körper eine Lage ist, so fettte Dividenden vertheilen zu können, zahlte bewirkt werden, vor dem Essen gründlich gereinigt werden. ihren Schlossern lange Zeit einen Stundenlohn von 30 Pf. und es Daran ist aber natürlich in den fünfzehn Minuten, die zur Verbedurfte erst langen Petitionirens von Seiten der Arbeiter, ehe fügung stehen, nicht zu denken, sondern die Arbeiter müssen dieser Lohn auf 821/2 Pf. erhöht wurde. Nach Verlauf von je nur darauf bedacht sein, möglichst schnell ihren Imbiß 2. Jahren steigt der Lohn allerdings um weitere 21/2 f, so daß hinunterzuwürgen, ehe das Zeichen zum Wiederbeginn der ein Arbeiter nach achtjähriger Thätigkeit endlich 40 Pf. Stunden Arbeit gegeben wird. Mit schlechten Kauwerkzeugen versehenen lohn, und damit den höchsten Lohn, der überhaupt gezahlt wird, Arbeitern gelingt das freilich nicht immer, so daß solche Leute erreicht. Die Auszahlung des Lohnes findet monatlich statt, nur oft genug das Kloset aussuchen, um den letzten Rest ihres Brotes Sicherlich ist ein gutes Theil der zahlreichen Erauf besonderes Verlangen wird ein wöchentliches Rostgeld von zu verzehren. 15 M. ausgezahlt. Die Werkstätte, welche gedachte Gesellschaft frankungen der Verdauungsorgane bei den Metallarbeitern, auf auf dem Gesundbrunnen besitzt, muß als eine Werkstatt bezeichnet die eben geschilderten Uebelstände zurückzuführen. Die Unterwerden, wie sie nicht sein soll; denn mit ihr verglichen, erscheint nehmer find aus verschiedenen Gründen Freunde der kurzen felbst die fimpelste Dorsschmiede als musterhaft, da die lettere Paufen. Einmal wird der Verlust an Brennmaterial, welcher wenigstens einen Schornstein besitzt, während in der Betriebswerkstatt während der Pausen durch das Halten der Dampfspannung der Betrieb daher inten= der Gr. Pf.- Eisenb.- G. mitunter zwei Schmiedefeuer in Thätig entsteht, entsprechend geringer, der kurzen Pause Ferner können die Arbeiter in feit sind, die in Ermangelung eines Schornsteines ihren Rauch fiver. fich lesen, noch fonst gegenseitig unterhalten, Sa. 31 M. 40 Pf. in die Werkstatträume entfenden; wo die giftigen Kohlengase von weder gezwungen, ihre BedürfIII. Jahres- Ausgaben: ben Arbeitern eingeathmet werden müssen. Die Fenster der und drittens sind die Arbeiter zum Für Leib, Bett- und sonstige Wäsche, für Kleidung und SchuhWerkstatt, welche nach der Seite der Baufe liegen, sind nicht zu nisse in der Fabrikkantine einzukaufen, da ihnen öffnen, und auf das Deffnen der gegenüber liegenden Fenster Berlassen der Fabrik die Zeit fehlt, was für die Unternehmer wert für die ganze Familie, fur Ergänzung des Hausrathes, für verzichten die Urbeiter freiwillig, weil durch dieselben der Dunst insofern vortheilhaft ist, als die Kantinen entweder direkt ver- Arzt, der unmittelbar vor den Fenstern liegenden Pferdeställe einzieht. pachtet oder an Portiers oder dergleichen Leute vergeben sind, Hält man noch hinzu, daß die Lacirer das Bleiweiß von den die dann einen entsprechend niedrigeren Gehalt beziehen. Die unbrauchbar gewordenen Schildern durch abbrennen entfernen, Ventilation wurde nur in einigen wenigen Fabriken als ane und dadurch den ganzen Raum gelegentlich mit giftigen Blei nähernd gut bezeichnet. Zahlreich waren dagegen die Klagen, dämpfen anfüllen, dann kann man sich ungefähr eine Vorstellung daß die Gier, den vorhandenen Raum auf das äußerste ausben Luftverhältnissen in dieser Prachtwertjtatt machen. sunügen, zur Ueberfüllung der Näume mit Maschinen und Menschen Dazu kommt, daß die Weizvorrichtungen solcher Art find, daß die und daher zur Luftverderbniß führe. Die Schutzvorrichtungen für Leben und Gesundheit der Arbeiter welches durch die Arbeit der Frau und die Arbeit der Kinder Arbeiter namentlich in strengen Wintern durch die Kälte schwer| au in vielen Fabriken entweder gananger waren, wie bei- gebedt werden mußte. Auch dann, wenn unser Schlosser den ſtatt arbeiten läßt, deren Einrichtungen den bescheidenſten An- spielsweise die Ausrücke- Borrichtungen, to mangelhafter Art, daß sie durch die Statistik ermittelten Durchschnittsverdienst von 1080 Wt. Hohn als im Ernstfalle zum schnellen Gebrauche erreicht hätte, so würde immer noch ein Defizit von 535 M. vorhanden gewesen sein. Die ganze Misere des Arbeiterlebens tritt nur dann einen Arbeiter ein, wenn derselbe nach eingehender dienlich waren. Bon Wohlfahrtseinrichtungen verdient nur der in der Fabrit uns in diesen Zahlen entgegen, von denen, leider, noch gesagt Untersuchung durch den Vertrauensarzt der Gesellschaft als völlig gesund erklärt wird. Die Kosten dieser Untersuchung, die 1 Mart von Siemens in Charlottenburg existirende Konsumverein, sowie werden muß, daß sie den Sachverhalt günstiger darstellen, als er bergen, mußten bis vor furter Beit von den Arbeitern getragen der in derselben Fabrik vorhandene Sparverein Erwähnung zur Zeit ijt. werden, und zwar auch dann getragen werden, wenn der Arbeit- Beiden Vereinen wurde, da ihre Verwaltung völlig in den " 60" Einkommensteuer Boltsblatt" und Metallarbeiter Zeitung" 1 50 " " " 80 " " 3 30 • " 40 " 30 " 20 " " 2 Krankenkassen Seife, Soda Zwirn, Garn, Knöpfe Beitrag zu dem Metallarbeiterverein Beitrag zum MetallarbeiterUnterstüßungs- und Agitationsfond B• Apotheke u. s. w. u. f. 1.: 360 M. IV. 1811 ==== " 248 30 " " Wochen- Ausgaben pro Jahr 928 M. 20 Pf. Monats JahresEinnahme. Bleibt ein Defizit von " " " " 376 860 Summa 1665 80 " " " " " Pf. 1006 . . • " " 659 M., In den wenigen Monaten, die seit den Aufnahmen vers strichen sind, haben sich die Verhältnisse wiederum wesentlich ver-| dann muß ich mein Verwundern darüber aussprechen, daß die des Vereins von einem Druck der neuen Statuten abzusehen. schlechtert, da durch die herrschende Arbeitslosigkeit, sowie die zahl- Versammlung so schwach besucht ist bei der unendlich großen Aus dem gleichen Grunde wird eine Beschlußfassung über die Maireichen Lohnreduktionen, die selten unter 10 pet. betrugen, das Ein- Bahl der Berliner Schuhmacher und noch dazu an einem Tage, feier der neuen Vereinigung überlassen. Ferner wird das von kommen der Metallarbeiter noch mehr geschmälert wurde. Aber wie heute, an welchem sie nicht, was, wie ich zugebe, allerdings den Kollegen des Nordens zum 21. d. M. veranstaltete Vergnügen Unter Verschiedenem während sich auf die Arbeiter die Nacht des Elends dichter und in den letzten Tagen der Woche geschieht, bis in die Nacht hinein der Versammlung zum Besuch empfohlen. dichter herniedersenkt, sprudelt das goldene Bächlein des Kapital- arbeiten. Der schwache Besuch spricht vielmehr dafür, daß der wurde die noch ausstehende Abrechnung vom Stiftungsfest zur gewinnes trotz der Krise so munter, daß die Unternehmer mit Beschluß der Fraktion nicht so große Aufregung unter den Ar- Sprache gebracht und ein Antrag angenommen, das VergnügungsHutten begeistert ausrufen können:„ Es ist eine Lust zu leben." beitern Berlins erregt hat. Trozdem darf die Wichtigkeit der komitee aufzufordern, in 8 Tagen mit den Revisoren abzurechnen, Von den an der Börse gehandelten Aftienpapieren der Berliner Frage nicht unterschätzt werden. Es ist gefagt worden, daß den die dann noch mit Billets Rückständigen mögen die Folgen ihrer Metallindustrie warfen ihren Inhabern ab: Allgemeine Elektrizi Beschlüssen des Pariser Kongresses nicht entsprochen ist. Ich bin Handlungsweise tragen. Hierauf wurden mehrere interne Vereinstäts- Werke 10 pCt., Anhaltische Masch. 11 pct., Elektrizitäts- nicht in Paris gewesen und weiß nicht, wie der Sinn der Be- angelegenheiten der Fachkommission zur Regelung überwieſen. Werke 10 pCt., Schwarzkopff 16 pct., Buzke 10 pCt., schlüsse war. Ich konstatire, daß über die Auslegung des Be- Kollege Gerifch machte darauf aufmerksam, daß die Mitglieder Eckert 5 pet., Façonschmiede 7/2 pCt., Freund Masch. 13 pet., schlusses, den ersten Mai zu feiern verschiedene Ansichten sich in Rechtsangelegenheiten an den Arbeitsnachweis wenden Gladenbeck 7 pet., Hartung 11 pet., Kapler 11 pt., Keyling vorhanden sind, aber über den einen Punkt ist keine mögen nach einer Auffordernng zum regen Besuch der am und Thomas 9 pCt., Löwe 18 pCt., Mix u. Genest 9 pCt., Meinungsverschiedenheit, daß eine allgemeine Rundgebung 16. d. M. stattfindenden öffentlichen Metallarbeiter- Versammlung Schäffer u. Walcker 8 pCt., Sentter 10 pět. Jm Durchschnitt für einen möglichst durchgreifenden Arbeiterschut und schloß Kollege Gerisch die Versammlung. Dersammlungen. wurde famen auf jedes dieser Papiere 10 pet. Dividende. Dabei ist zu Verkürzung der Arbeitszeit unter der Arbeiterschaft aller Länder Filzschuh- Arbeiter. Am Montag, den 9. Februar, fand berücksichtigen, daß verschiedene dieser Unternehmungen bei ihrer veranstaltet werden müsse. Nur wie die Agitation ins Werk zu eine Bersammlung des Vereins der Filzschuh- Arbeiter Berlins Ueberführung vom Privat- in den Aktienbetrieb durch enorme sehen sei, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ich bin und Umgegend statt. Bei der Schlußabrechnung wurde beschlossen, Gründergewinne schwer belastet wurden. So„ verdiente" das der Ansicht, daß die Form, wenn auch nicht Nebensache sei, so doch die Vereinsrevisoren sollten die Abrechnung genau revidiren. An bekannte Bankhaus von Sörgel, Parifius u. Ko. bei der Um- den jeweiligen Verhältnissen sich anpassen müsse. Das haben wir Stelle des nicht erschienenen Genossen Werner sprach Genosse wandlung der Butzke'schen Fabrit in ein Aktienunternehmen die daraus gesehen, daß von verschiedenen Ländern andere Stellung Beus über Ufford- oder Tagelohn. Der Vortrag wurde mit Kleinigkeit von 720 000 m. Aber trotz dieser gewaltigen Ver- eingenommen ist. Es ist schon hingewiesen auf England ich Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die mehrung des Grundkapitals gelang es doch noch, 10 pet. will nicht auf den Vorwurf, daß die englischen Arbeiter politisch Kollegen Jeschke, Valerius, Opiz, Peus. Eine entsprechende Reso Dividende herauszupressen. Angesichts dieser so reichlich nicht reif feien, näher eingehen, daß sie ein praktisches Verständniß lution wurde einstimmig angenommen. An Stelle des Revisors fließenden Entbehrungslöhne" hätten die Metaharbeiter haben, kann ihnen nicht abgesprochen werden, sie haben in der verschrien zu werden, nach einer Aufbesserung ihrer Lebenshaltung noch zu erreichen haben. Sie haben nun im vorigen Jahre am vorhanden sind. Außerdem machte der Vorsitzende auf die am alle Ursache, selbst auf die Gefahr hin als„ begehrlich" Arbeiterschuh- Gesetzgebung thatsächlich Manches erreicht, was wir Baginski wurde Kollege Kutschka als Revisor gewählt. Ferner zu streben. Vereinzelt vermögen sie freilich nichts, vereinigt, Sonntag gefeiert und eine großartige Demonstration zu Stande 28. Februar stattfindende Versammlung mit geselligem Beisammenwenn auch nicht Alles, so doch sehr viel. Die Metallindustrie gebracht. In Desterreich wiederum ist am 1. Mai zweifellos 28. Februar stattfindende Versammlung mit geselligem Beiſammenſein aufmerksam. nimmt sowohl, was die Zahl der beschäftigten Arbeiter, als auch eine imposante Demonstration gewesen. Wenn die Arbeiter Potsdam. Die hiesige Zahlstelle des deutschen Tischlerdie technische Entwicklung anbelangt, die erste Stellung unter den Desterreichs mit großer Begeisterung an diesem Tage fest verbandes hielt am Sonnabend, den 14. Februar, eine ziemlich Berliner Industrien ein. Den Metall arbeitern erwächst halten, so tommt der Umstand dabei in Betracht, daß verbandes hielt am Sonnabend, den 14. Februar, eine ziemlich daraus die Pflicht, auch in Bezug auf Organisation an der Spige der erste Mai im ganzen Süden und in Desterreich als ein all start besuchte Versammlung ab, in welcher Herr Reichling aus der Gewerkschaften zu marschiren. Wenn diese Erkenntniß durch gemeiner Volksfeiertag jedem ohne Ausnahme gewissermaßen noch Berlin einen etwa einstündigen Vortrag über das Thema:„ Der die vorliegende Statistik gefördert wurde, dann wird man nicht in den Gliedern liegt. Es hat dort, da es Herkommen, nicht Bau des menschlichen Körpers in seinem Verhältniß zur Arbeit" von ihr sagen können, daß sie verlorene Arbeit gewesen sei. fonderlich aufgeregt. Ebenso liegt es in Nordamerika, auch dort hielt. Nachdem Redner hervorgehoben hatte, daß sich gerade ist von jeher der erste Mai als Volksfeiertag gefeiert worden Vorträge naturwissenschaftlichen Inhalts für Vereine eigneten, Wie weit das nun in Norddeutschland der Fall ist, das zu beur- denen es durch den Anschluß an die Zentralisation unmöglich theilen muß ich Ihnen überlassen. Im vorigen Jahr war zu sei, politische Themata zu erörtern, ging er zu dem eigentlichen berücksichtigen, daß der 20. Februar hinter uns lag. Es kam Thema über und gab in gedrängter Form eine allgemeine Ueberhinzu, daß die Bourgeoisie schon damals die wirthschaftliche Krise sicht des menschlichen Knochengerüftes und der dazu gehörigen Behufs Stellungnahme zum 1. Mai vorausfühlte. Ich gebe zwar zu, daß der Fraktionsvorschlag be- Muskulatur. Er zeigte in anschaulicher Weise, wie irgend eine war zu Montag Abend eine öffentliche Schuhmacherversammlung deutend zu spät tam, doch sind auch andererseits genug Umstände Arbeit in den einzelnen Phasen vor sich geht und in ihrem Umeinberufen worden, welche jedoch trotz der wichtigen Tagesord- vorhanden, welche diese Verzögerung wenigstens erklären. Die fang durch die Stärke der Knochen und der Muskulatur bedingt nung nicht gut besucht war. Den Vorsiz führte Genosse Nieder- Vorschläge gingen dahin, es nicht auf das Aeußerste ankommen wird. Infolge dieser Arbeitsleistung geht stets eine bestimmte auer, Genosse R. Baginski hielt das einleitende Referat: zu lassen, aber die Gewerkschaften hatten sich bereits engagirt und Summe von Kraft verloren, die einerseits durch genügende NährDie Festsetzung des 1. Mai als Feiertag für die Arbeiter wollten nicht mehr den Rückzug antreten. Man sagte, die Fraktion werthe und andererseits durch hinreichende Ruhe ersetzt werden aller Länder war das Resultat der Bewegung für die achtstün- hätte ihnen einen Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das muß. Da es dem Arbeiter unter den gegenwärtigen Verhält dige Arbeitszeit. Die Arbeiter begrüßten damals voller Freude ist nicht der Fall; der Bewegung wurde nichts geschadet, man nissen aber nicht möglich ist, den Anforderungen seines Körpers die auf dem Pariser Kongreß angenommene Resolution. hat nur gewissen bösen Absichten, die von anderer Seite geplant gerecht zu werden, so erstrebt er eine Aenderung derselben. Das Streben des Arbeiters nach höherem Lohne und verkürzter ArbeitsRedner geht dann näher auf die Stellung der Schuhmacher waren, die Spize abgebrochen. zur Achtstundenbewegung ein, legt dar, daß in diesem Beruf das Ob Sie die Rathschläge der Fraktion befolgen wollen, das zeit wurzelt demgemäß in einer Naturnothwendigkeit, in dem Selbsterhaltungstrieb. Kleingewerbe vorherrsche, obgleich auch bereits die Großproduktion liegt an Ihnen, Sie sind souverain. Wenn Sie glauben, daß jedem Menschen innewohnenden allseitiger Beifall gezollt, und ihren siegreichen Einzug beginne, infolge dessen seien die Lohnver- diese schwach besuchte Versammlung berechtigt ist, für die vielen hältnisse die denkbar schlechtesten. Die Arbeiter in den Schuhfabriken Tausende von Schuhmachern zu beschließen, fo thun Sie es man ging darauf zu Verschiedenem" über. Es sind in der letzten ständen sich besser. Deshalb hätten die Schuhmacher vorläufig, Niemand, der heute hier ist, ist schließlich verantwortlich für Woche zwei Tischler in Potsdam gemaßregelt worden und zwei so lange der Kleinbetrieb in überwiegendem Maße vorhanden ein Fiasko. Ganz anders liegt es aber, wenn die Fraktion den weitere Maßregelungen stehen bevor. Bei einem der Gemaßsei, von einer Achtſtunden- Bewegung, wenig zu erhoffen. Wenn deutschen Arbeitern anriethe, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. regelten wurde sogar offen heraus gesagt, daß er seiner dennoch die Demonstration der Schuhmacher am 1. Mai des vo- Mit dieser Aufforderung übernimmt sie auch die Verantwortung, anarchistischen" Richtung wegen entlassen wurde, und als der rigen Jahres eine sehr imposante war in einem Zuge von für die Folgen auszukommen, fie verpfändet die Ehre der Partei Arbeiter sagte, er sei tein Anarchist, sondern Sozialdemokrat, be2000 Mann zogen sie vom Friedrichshain aus durch die Stadt für die Opfer der Aufforderung. Viele Fabrikanten würden tam er zur Antwort, das sei ja so ziemlich dasselbe. Mit Rückso geschah es in der Ansicht, daß jeder Erfolg, der in an- heute froh sein, wenn sie ihre Etablissements schließen könnten. ſicht auf die Aeußerung von Seiten eines Werkmeisters, man deren Gewerkschaften erzielt werde, auch den Schuhmachern Es kann der Einwurf gemacht werden, die Tausende, welche werde in Potsdam alle Führer der Bewegung entlassen und derwieder zu Gute komme, da die Interessen aller Arbeiter gemein- heute auf die Straße geworfen werden könnten, würden einige selben so den Kopf zertreten", wurde beschlossen, in nächster same sind. Wochen nach dem 1. doch aufs Pflaster gesetzt werden. Das gebe Woche eine öffentliche Versammlung zu berufen, in welcher unter Außerdem hat die Feier auch eine politische Bedeutung. Man ich zu. Wenn sie aber in Folge der Arbeitsruhe am 1. Mai anderem auch diese Angelegenheit besprochen werden soll. Hierrergegenwärtige fich, daß an einem Tage alle Hände ruhn und arbeitslos würden, dann würden sie an uns Ansprüche stellen, auf wurde die Versammlung geschlossen. für ein Ziel schwören. An dem Festhalten am 1. Mai mußte uns die Verpflichtung auflegen, für ihre Existenz und die ihrer Familie fahrung gebracht haben, tagte an demselben Tage auch eine Veruns die Bestürzung bestärken, mit welcher die Bourgeoisie zu sorgen. Angesichts dieser Thatsache frage ich Sie: konnte die sammlung des„ freisinnigen" Arbeitervereins, zu welcher Vertreter der freijunigen" Presse aus Berlin und Charlottenburg erim vorigen Jahre dem Tage entgegensah. Diese sah ein, daß es Fraktion anders stimmen? mehr als eine Phrase sei, da hier das Klassenbewußtsein, das Stärte- Es sprach hierauf Genosse Fischer, welcher, da doch keine schienen waren. Was die Herren alles besprochen haben, wissen gefühl des Arbeiters zum Ausdruck komme. Für den 1. Mai Feier am ersten Mai möglich sei, beantragt, gänzlich in diesem wir nicht; dem Glase scheinen sie aber tüchtig zugesprochen zu haben sich 7 Arbeiterkongreffe verschiedener Länder entschieden. Jahre von einer solchen Abstand zu nehmen, und Ruff für eine haben, wie die äußerst animirte Stimmung der von Potsdam Um so mehr ist es zu bedauern, daß die deutsche Reichstags- Feier am Abend. Lehmann und Fleischer treten für den nach Berlin und Charlottenburg zurückkehrenden Herren von der fraktion zu dem Beschluß gekommen ist, den 1. Mai als Feiertag Fraktionsbeschluß ein. Hildebrandt, Sußmeier befürworten Feier Feder zur Genüge erkennen ließ. fallen zu lassen, zumal alle die Befürchtungen des vorigen am Abend des 1. Mai. Auch Genosse Auer greift nochmals zu Jahres, daß der Tag Anlaß zu Konflikten geben würde, an der einer kurzen Erwiderung in die Debatte ein. In seinem SchlußRuhe der Arbeiter gescheitert sind. Auch der Hallische Partei- wort empfiehlt der Referent die Feier am Abend. tag hat den 1. Mai als dauernden Feiertag festgestellt. Und Auf Antrag des Genossen Fischer wird über keine der einResolutionen abgestimmt. Am dritten nun soll die Feier nicht blos für dieses Jahr auf den ersten gelaufenen Sonntag im Mai verlegt werden, sondern für alle Zukunft; Osterfeiertag soll eine große Massenversammlung der damit ist also auch der Einwand hinfällig, daß nur auf die Schuhmacher endgiltig Beschluß fassen; der Antrag wurde gegen wenige Stimmen angenommen. augenblickliche wirthschaftliche Krise Rücksicht genommen ist. Selbstverständlich muß es uns freibleiben, zu dem Vorschlage- Ein unter„ Verschiedenem" eingelaufener Antrag folgenden daß es ein solcher ist, liegt ja schon in dem Wortlaut des Inhalts: Aufrufs Stellung zu nehmen. Wenn wir den Vorschlag annehmen sollten, so stellten wir uns damit ein Armuthszeugniß vor den Arbeitern anderer Länder aus. Während selbst in Ländern mit fleinen Organisationen am 1. Mai gefeiert wird, folgen wir, die wir uns immer mit großer Genugthuung rühmen, an der Spige zu marfchiren, hinten nach. Außerdem gäben wir der Bourgeoispresse Wasser auf die Mühle, welche uns stets einen Reinfall vorwerfen würde. Freilich könnte das uns gleichbleiben, doch weshalb brauchen wir ihnen Anlaß zu Bemerkungen über die Sozialdemokratie geben? vier " Wie wir in Er Sprechlaal. Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeines intereffes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. " Dem„ Eingesandt" des Herrn Emil Möhring und Fräulein Johanna Boer in den Nummern 27 und 28 des Vorwärts" gegenüber, bin ich zu einer Grwiderung gezwungen, um Allen, die sich für diese Sache interessiren( und dieser Kreis scheint sich täglich zu vergrößern) soviel wie sich in Kürze sagen läßt, den wahren Sachverhalt zu unterbreiten. Die heutige Versammlung beschließt, recht rege für die Berliner Volks- Tribüne" und Arbeiterbibliothek zu agitiren Am 19. August 1890 fand in der Brauerei Friedrichshain" eine und diese zu lesen, da dieselben die beste politische Aufklärung ertheilen, gab dem Gen. Au er nochmals Beranlassung, das Wort öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Wäschebranche Herr Möhring war Einberufer zu ergreifen: Es habe schon lange auf ihn einen eigenthümlichen beschäftigten Arbeiter statt. Eindruck gemacht, daß inimer bloß von der„ Berl. Bolts Trib." derselben. In dieser Versammlung wurde unter Verschiedenem und Arbeiterbibliothek" empfehlend die Rede sei. Er habe ge- von ca. 1600 Anwesenden einstimmig ein Antrag angenommen, der wiß nichts gegen ein Abonnement auf sie einzuwenden, im Gegen besagte, 2/3 des Ueberschusses der Tellersammlung dem Verein der theil, er wünsche es sogar. Doch müsse man nicht einseitig ver- Näherinnen und 1/3 der Berliner Streik- Kontrollkommission zu fahren. Wäre er Schuhmacher, würde er beantragen, die überweisen. Herr Möhring war damals Rassirer des Vereins der Eine Feier am Sonntag ist werthlos; Keiner wird glauben, Empfehlung auf den Vorwärts" und die gesammte Parteiliteratur Wäschezuschneider, sowie Ehrenmitglied des Vereins der Plättedaß Diejenigen, welche am Sonntag feiern, es aus Hingebung auszudehnen. Der Vorwärts" fei Central- Organ und dürfe daher rinnen und es konnte wohl feiner der Anwesensen in jener Ber-" thun; es ist vielmehr anzunehmen, daß es mehr aus Neugierde nicht in den Hintergrund geschoben werden. Wenn es einmal sammlung daran zweifeln, daß Herr Möhring diesem Beschluß geschieht. Das Berufen auf die englischen Arbeiter ist durchaus geschehe, würde er nichts sagen, da es aber immer geschieht, finde sofort Folge leisten würde. Wie ist er nun aber, und das ist der Kernpunkt des Ganzen, diesem Beschluß nachgekommen? Antwort nicht maßgebend, und zwar aus dem Grunde, weil die er, daß System darin liege.( Beifall.) englischen Arbeiter politisch nicht reif sind, die sozialdemokratische hierauf ist: Nachdem 9 Wochen verstrichen, erhielt der Verein Bewegung steckt dort in den Kinderschuhen, sie sind überdies beder Näherinnen 18,65 M., und der Theil, welcher der Berliner Tanntlich zu praktisch. Streit- Kontrollkommission zufließen sollte, ist bis zur Stunde nicht abgeliefert. Jeder Arbeiter und jede Arbeiterin weiß, daß ein öffentlicher Versammlungsbeschluß zu respektiren ist. Alle diese Gründe veranlassen mich, am 1. Mai festzuhalten; fönne nicht gefeiert werden ani Tage, so tönnen wenigstens am Abend Feste, Versammlungen veranstaltet werden. In welcher Weise die Feier also stattfinden soll, darüber lasse ich der Versammlung die Beschlußfassung, doch rathe ich entschieden zum 1. Mai, wir werden dann von dem Bewußtsein getragen sein, ohne die Beschlüsse fallen gelassen zu haben, als echte Sozialdemokraten gehandelt zu haben.( Lebhafter Beifall.) arbeite. " Gen. Niederauer findet es sehr begreiflich, daß für die Tribüne" agitirt werde, dieselbe stehe auf schwachen Füßen, außerdem sei dieselbe Organ der Berliner Genossen, während dieselben auf den Vorwärts" trotz der Erklärung Liebknechts in Halle teinen Einfluß hätten. Gen. Süßmeter: Die Berliner Genossen würden so lange für die Bolks- Tribüne" allein eintreten, wie der Parteivorstand seinen Standpunkt beibehalte. Er führt weiter an, daß das Blatt von Meister, Grillenberger, Frohme verdächtigt worden sei. V Handelt es sich aber, wie hier, um Geldüberweisungen, so mußte Herr Möhring umgehend( und die Zeit dazu hatte er, da er als Gemaßregelter feine Stellung hatte) das Geld abliefern. Demgegenüber fragt Herr Möhring an, von wem ihm der Nun, Herr Genosse Auer: Der Vorredner verwechsele sich und seine angebliche Betrag übergeben wäre. Freunde mit der Gesammtheit der Berliner Genossen. Er ton- Möhring giebt in seinem Gingesandt zu, daß er mit 3 Personen In der darauf folgenden Diskussion treten zunächst die Ge- tatire, daß, so lange der„ Vorwärts" Central- Organ sei, noch den Ueberschuß festgestellt habe und diesen dem Näherinnennoffen Süßmeier, Niederauer, Grünberg, Menzel für eine Feier feine Beschwerde über denselben beim Parteivorstand eingelaufen Verein überwiesen habe. Die Auftraggeber sind hier die be am Abend des 1. Mai ein. Als besondere Momente hoben sie wäre. Die Resolution wurde dann bei allgemeiner Unausmerk- schließende Versammlung und in deren Namen mußte ich als Vertreter der Gewerkschaft in der Streif Rontrollkommission man war im Aufbruch angenommen. hervor, daß, wenn wie eingewendet werde, die vorjährige Maifeier famkeit meinen Pflichten nachkommen, und wenn, wie geschehen, eine viel Geld gekostet habe, der Fraktion die Schuld daran zuzuschreiben sei, da dieselbe zu spät zum Rückzug geblasen habe. Der Allgemeine Metallarbeiter- Verein hielt am 15. Febr. Abrechnung erfolgt und der Posten, welcher von meiner Gewerk Ferner wurde gesagt, die Massen können uns nicht nüßen, wir eine beschließende Versammlung. Kollege Gerisch legte zum ersten schaft zufließen sollte, nicht angeführt ist, so habe ich wohl das wollen Genossen. Zugegeben wurde, daß die Beschäftigungsart Punkt der Tagesordnung die von ihm auf Grund des durch die Recht, dieses der Versammlung zur Regelung zu unterbreiten. Daß Herr Möhring das Geld für sich behalten habe, ist mir den meisten Schuhmachern es ermögliche, jeden Tag, ohne ge- Fachkommission gesammelten Materials ausgearbeitete Statistit Außerdem wird Herr maßregelt zu werden, zu feiern, indem die Mehrzahl zu Hause vor, welche unschäßbare Angaben über die Lage der Berliner bis jetzt noch nicht eingefallen zu sagen. Metallarbeiterschaft liefert und wohl auch bei den gegenwärtigen Wilschte bestätigen können, daß ich in jeder Versammlung gefragt Der folgende Redner war Genosse Auer, welcher in längerer Berhandlungen über das Arbeiterschuh- Gesetz gut verwerthet habe, ob das Geld schon abgeliefert sei und dies war meine Was nun ferner Frl. Boer betrifft, so ist ihr Nede den Vorrebner und dem Referenten entgegentrat. Er werden kann. Dieselbe ist ziemlich umfangreich und wird den Pflicht. Lesern des Vorwärts" an anderer Stelle zugänglich gemacht. Gingesandt nicht in der Lage, Herrn Möhring zu entlasten. Ich führte aus: Der Einberufer war so freundlich, auch mich zu dieser Ver- In der Diskussion spendeten sämmtliche Redner dem Kollegen komme aber Frl. Boers Gedächtniß entgegegen, indem ich noch mitsammlung, welche Stellung gegen den Fraktionsbeschluß nehmen Gerisch Lob wegen der trefflichen Bearbeitung des Materials und theile, daß sie am 11. November mir im Beisein der Herrn sollte das war in dem Brief gleich bemerkt einzuladen; ich sprechen sich zur Sache selbst dafür aus, daß die Statistik, wenn sie sich Hergt und Schlesinger( beide sind Zuschneider) erklärt hat, daß bin nun hier erschienen, um aus dem Munde des Referenten zu auch besonders auf das Jahr 1889 erstreckt und infolge dessen nicht sie endlich vorgestern von Herrn Möhring das Geld erhalten hören, was man gegen den Vorschlag der Fraktion, denn nur ein mehr ganz zutreffend ist, da sich die Verhältnisse seitdem bedeutend habe. Wo sind da die 4 Monat? Im Uebrigen wird ja der dennoch einen sehr hohen Werth besäße. Ausschuß der Delegirten der Str. K. K. diese Ansolcher ist es, wie der Referent richtig hervorgehoken hat, verschlechtert haben Die Redner haben bisher in durchaus Es wird beschlossen, dieselbe im Vorwärts", in der Metallarbeiter- gelegenheit noch regeln. glaube hiermit die einzuwenden habe. die an mich in dieser Sache gestellt fachlicher Weise gesprochen und auch ich will dasselbe thun. Beitung" und womöglich auch in der Volts- Tribüne" zu ver- vielen Anfragen, Zunächst eine welche offentlichen. Ferner wird der Vorstand beauftragt, zwecks find zu beantworten. Den Schluß, auf welcher Seite gefehrt ist Bemerkung: die Frage, den Kreisen der Herausgabe in Brochurenform sich mit einem Zeitungsverlag in und ob ich meinen Pflichten nicht nachgekommen, überlasse ich die Versammlung heute beschäftigt, in den Kreisen Arbeiter, speziell der Berliner, solche Erregung hervorrufen Verbindung zu sehen. Zum 8. Punkt der Tagesordnung wird den geehrten Lesern und Leserinnen des Vorwärts". Gustav würde, wie es nach den heutigen Ausführungen den Anschein hat, beschlossen in Rücksicht auf die jedenfalls bevorstehende Auflösung Koopmann, Wäschezuschneider, Wollinerstr. 69, II. Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Wenn " und ich " 93 tu a u 2 ſt ur er & ist fo fa 11 r al 10 IIL n fo be ge he di dc üb 00 S 90 R Do di u ល K U a ha fa le P ei 92 ta tr fic ih gr m ha en VE ne ha T p f δε li 10 F td E t