Nr. 298. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebithr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder beren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegram- Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV., Nr. 1983. Neuwahl in Ungarn. Aus Budapest wird uns vom 18. Dezember geschrieben: Das Schicksal des Reichstages wird sich nun bald erfüllen. Am Montag wird die kurze Bertagungspause eintreten, am 18. Dezember noch eine Versuchssigung abgehalten werden und am 5. oder 6. Januar wird die Auflösung des Abgeordnetenhauses erfolgen. Da Ungarn das System der Jahreslisten hat, bedarf die Neuwahl keiner langen Vorbereitung, und so werden sie bereits zwischen dem 26. Januar und dem 5. Februar einen für alle Wahlbezirke gemeinsamen Wahltag gibt es in Ungarn nicht, sondern es bestimmt ihn innerhalb einer zehntägigen Frist jedes Komitat selbständig stattfinden. Die Schließung der Seffion soll zu Wahlzweden natürlich sehr feierlich vorgenommen werden, und die alte Majestät will deshalb selbst nach Budapest kommen. - Dienstag, den 20. Dezember 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. weniger, als die Mehrheit der Minorität zu opfern. Auf das wären. Am 7. November bat darum das Polizeikommando in Programm der Geschäftsordnung hat sich nicht nur Tisza, Zürich die Königsberger Staatsanwaltschaft um Mitteilung, was es sondern durch ihn auch die Parlamentsmehrheit und die Krone denn mit dieser Nachricht auf sich habe; in Zürich sei von einem berpflichtet und gebunden; es kommt nun darauf an, in welchem folchen Aftionskomitee nichts bekannt. Diese Anfrage der Züricher Umfange es die Nation", nämlich der zur Wahl berechtigte, Behörde begeisterte die Königsberger Staatsanwaltschaft so sehr, von Gewalt, List und Bestechung regierte Klängel, bestätigen daß sie nunmehr die Schweizer Behörden mit Telegrammen und wird. Daß Tisza etwa das Spiel so verlieren könnte, daß er Briefen bombardierte, um ihre Beihülfe zur Ermittelung der sozialum die Majorität täme, ist natürlich schlechthin ausgeschlossen. demokratischen Verschwörung zu erlangen. Das Züricher PolizeiEinerseits weckt die Person des energischen und selbstbewußten tommando ließ sich Zeit. Erst auf wiederholte Vorstellungen verMenschen das Interesse im höheren Grade als die einigermaßen stand sich die Züricher Polizei dazu, am 24. November der Königsbunte Schar seiner Gegner, in der sich als Bettgenoffen Poli- berger Staatsanwaltschaft außerordentlich luftige Informationen zu tifer zusammengefunden haben, die einander einst sehr gehaßt erteilen, deren wichtigste war, Recherchen hätten ergeben, daß Russen und befehdet; aber noch mehr deshalb, weil in Ungarn jede fich vorübergehend einlogierten. Die Königsberger StaatsanwaltRegierung so über den Wahlapparat gebietet, daß die zahlen- fchaft merkte aber noch nichts und wiederholte in den verschiedensten mäßige Mehrheit ihr nie verloren gehen kann. Bei der Enge Orten der Schweiz ihre Anfragen. Das wurde nun der Schweiz der Wahlberechtigten bei einer Bevölkerung von etwa 17 denn doch zu arg und am 3. Dezember erklärte das Regierungsmillionen Menschen zählt Ungarn heute nicht ganz 700 000 statthalteramt Bern der Königsberger Staatsanwaltschaft, Wähler! bei dem für den Wahlschwindel geradezu präpa- daß es bedauere, Ihnen in dieser Angelegenheit die gewünschten Bum erstenmal wird Ungarn Winterwahl haben; was das rierten Wahlsystem öffentliche und mündliche Wahlen! Recherchen nicht gewähren zu können, weil die Bestimmung des in einem Lande ohne Städte bedeutet, das überhaupt keine ist ein durchgreifender Umschwung gegen die Regierung schlecht- Artikels 12 des Auslieferungsvertrages zwischen der Schweiz und dem Wahlorte kennt, sondern wo die Wähler, um zur Ürne zu ge- hin unmöglich- und am wenigsten bei einer interparlamen- Deutschen Reich vom 6. Juli 1874 hier nicht zutrifft." langen, tagelange Reisen machen, kann man sich denken. Nachdem die Staatsanwaltschaft dermaßen bündig von der Zum erstenmal wird auch in Ungarn in dem Zustand der farischen Frage, wie es die Frage der Geschäftsordnung ist, sogenannten Er- lex gewählt werden, d. h. ohne die Ermäch zu erwarten. Aber nicht viel wahrscheinlicher scheint die Hoff- Schweiz auf die in Kulturlanden üblichen Sitten hingewiesen war, nung, daß es Tisza gelingen werde, die Opposition zu zer erlaubte sich das Züricher Polizeikommando am 7. Dezember den tigung zur Steuererhebung, also ohne den gesetzlich festgestellten reiben, sie auf ein Niveau herabzudrücken, von dem aus sie im Spaß, statt der erbetenen Antwort die Staatsanwaltschaft an die Staatsvoranschlag oder dessen Surrogat, die vorläufige In Parlament feinen ernsthaften Widerstand mehr wagen tönne. felbe Berner Regierung zu verweisen, die soeben die Zumutung ab demnität. Auch unterliegt es feinem Zweifel, daß die Auf- Da die verschiedenen Oppositionsparteien unzweifelhaft ein gelehnt hatte. Aber die Züricher Polizei vergnügte fich noch an lösung in diesem Augenblick der Verfassung widerspricht, einen Wahlfartell schließen, sich nicht befehden, sondern unterstützen einem Extrafpaß. Sie fügte hinzu:„ Damit inzwischen die Recherchen unverhohlenen Verfassungsbruch darstellt. Zwar geht das werden, so können sie ihre ganze Kraft auf die Verteidigung fortgefeßt werden können, erbitten wir schleunige Einsendung je geltende Gefeß nicht so weit, wie das Staatsrecht des Jahres 1848, die in der Revolution erkämpfte Abhängigkeit, wonach gegen die Regierungspartei konzentrieren, ja sie sogar zum zweier beschlagnahmter Druckschriften in Originalen und deutscher Angriff auf deren Mandate sammeln. Wenn aber die Oppo- Uebersehung." die Auflösung vor der Erledigung des Etats für das nächste fition nicht namhaft geschwächt wird, wenn sie sogar in der Jahr überhaupt ausgeschlossen war. Aber es beschränkt dennoch alten Stärke zurückkehrt: was dann? Graf Tisza behauptet Schriften gefunden waren und bis zum Tage der Verurteilung keine Wenn man bedenkt, daß ganze Stöße" von solchen gefährlichen das Auflösungsrecht der Krone dahin, daß die Auflösung nur zwar, wenn die Wähler ihm die Mehrheit schaffen, habe die einzige vollständig überfest war, ja daß das Verfahren auf ein paar in einem Zeitpunkt zulässig ist, der dem neu gewählten Reichs- Nation seine Ansichten ratifiziert; aber um das Votum der gefälschte Beilen eingeleitet war, fo begreift man, welches Erstaunen tag die Erledigung des Voranschlages für das nächste Jahr noch mehrheit werden sich und brauchen sich die Abgeordneten der es in Königsberg hervorgerufen haben muß, daß man in der Schweiz möglich macht. Das ist aber, da das Budget für 1905 weder minderheit nicht zu fümmern; der mysteriöse Wille der die vollständige deutsche Uebersetzung aller Schriften haben wollte, endgültig noch provisorisch erledigt ist, natürlich nicht möglich, Nation" wird im Abgeordnetenhause nicht erefutierbar sein. bevor wenn der Reichstag erst im Januar, also schon im budgetären Werden die Wahlen nicht sehr bedeutende Verschiebungen der auch nur ein paar polizeiliche Recherchen angestellt. waren. Indessen schien schien die Königsberger Staatsanwalt. Zustande, aufgelöst wird. Aber da eine Auflösung kein Aber da eine Auflösung fein Barteiverhältnisse hervorbringen was natürlich nicht ausschaft doch einiges Verständnis für den satirischen Kulturstil Gewaltakt der Krone, sondern einer der Regierung ist, nicht geschlossen, immerhin aber nicht sehr wahrscheinlich ist gegen den Reichstag, sondern im Einverständnis mit seiner werden die Dinge in dem neuen Reichstage auf genau dem- anwalt stellte darauf beim Untersuchungsrichter den Antrag:" In so der schweizer Behörden gewonnen zu haben, denn der StaatsMehrheitsregierung erfolgt, so wird die Verlegung des Buch selben Fleck stehen, auf dem man sie jetzt verläßt. Graf Tisza der Erwägung, daß die schweizerischen Behörden abgeneigt erscheinen, stabens der Verfassung als nicht mehr, denn eine Formalität spielt also ein sehr gewagtes Spiel, und er spielt es eigentlich meinem Ersuchen in direktem Berkehr zu entsprechen, die erforderliche empfunden, die ausreichend gerechtfertigt ist durch den Zwang um keinen nennenswerten Einsatz. Für die Menschen außer- Ermittelung in der Schweiz auf diplomatischem Wege zu veranlassen." der tatsächlichen Verhältnisse. Daß dem Reichstag nicht mehr zu helfen war und die mit den gräßlichsten und geschmacklosesten Phrasen auf beiden gegen die Schweiz in Berlin angefragt und daß man dort keine Daß dem Reichstag nicht mehr zu helfen war und die halb des ungarischen Globus erscheint diefer aufgedonnerte, Es scheint aber, als ob man vor einer förmlichen Mobilmachung Neuwahl nicht zu umgehen, ist schon klar gewesen, bevor die Seiten geführte Kampf um die Obstruktion und um die Ge- Neigung verspürt hat, mit der Schweiz deswegen anzubinden, weil merkwürdigen vier Sigungen dieser Session mit ihren wilden schäftsordnungsreform als der logische Ausläufer eines Par- fie der Pflicht eingebent war, die alle zivilifierten Staaten als Szenen es offenbart hatten, daß in dem krankhaft erregten lamentarismus, der durch seine Enge und Dürftigkeit aus dem selbstverständlich erachten, in politischen Delitten feine Rechts. Hause jede Möglichkeit einer fachlichen Beratung geschwunden Zusammenhang mit den Volksmaffen, mit den lebendigen In- hilfe zu gewähren. ist. Zwar ist es wahr, daß Tisza in den Kampf um die Reform teressen der breiten Masse gekommen ist und nun in dem luft- teilte der Erste Staatsanwalt von Königsberg dem UntersuchungsBereits am 11. Dezember nämlich der Geschäftsordnung eigentlich nur unversehens gekommen leeren Raum, in dem nichts als Politik, schwebt. Vor der richter verdrießlich mit:„ Meinen Antrag um Anstellung von Recherchen ist und daß er in Wahrheit weder weiß, was er will, noch wie Ueberschägung der ungarischen Wahl kann deshalb Europa nicht in der Schweiz auf diplomatischem Wege bitte ich bis auf weiteres er es durchsetzen könnte; aber da es dem fanatischen Mann ausdrücklich genug gewarnt werden. nicht zu erledigen". Dagegen tröstet es den Staatsanwalt, daß er gelungen ist, für ſeine im Grunde ganz harmlosen und den ausdrücklich genug gewarnt werden. eigentlichen Zustand des Parlaments nicht verändernden Pläne aus Genf wenigstens eine„ vertrauliche" Antwort, offenbar aus die Begeisterung der ganzen liberalen Partei, eines großen russischen Polizeiquellen, erhalten habe. Am 7. Dezember endlich Teiles der öffentlichen Meinung und insbesondere des Hofes die schweizerische Berlin, den 19. Dezember. zu wecken, so muß ihm nun die Krone alle Mittel eröffnen, woBundesanwaltschaft Bern dem Königsberger Staatsdurch er seine angeblich„ retterischen" Pläne durchführen zu Eine diplomatische Intervention über Königsberg. anwalt noch offiziell mit, es handle sich um ein Strafverfahren tönnen behauptet. Nach seinen wiederholten Angaben will In den Ministerien hat man sich hinsichtlich der politischen Be- wegen politischer Vergehen, daher könne die von Ihnen gewünschte Tisza nichts erreichen als die der Obstruktion entrückte recht- beut ng des Königsberger Prozesses eine Ausrede zurecht gemacht, Rechtshülfe nur in nichtpolitischen Strafverfahren geleistet werden. zeitige Sicherung der Budgetbewilligung. Angesichts der Tat- die jon Graf Bülow im Reichstage und dann Herr Schönstedt im Es fann daher Ihrem Ersuchen nicht entsprochen werden". sache, daß das Angriffsobjekt der Obstruktion in der Regel preu schen Abgeordnetenhause von sich gab: die Sozialdemokratie andere, und zwar die gemeinsamen Vorlagen, insbesondere schrei nur über die Rechtsverletzungen im Königsberger Prozeß, um Militärbewilligungen sind, erscheint die Tiszasche Reform als die Aufmerksamkeit von ihren eigenen Verbrechen abzulenken. Es unbeträchtliche Läpperei. Aber der Fetischglaube an Schlag- fei in Königsberg festgestellt worden, daß die Sozialdemokratie die worte ist in Ungarn nicht geringer als in Desterreich, und so russischen Revolutionäre unterstütze." Das ist natürlich," sagte konnte das düstere Prophetenpathos des unzweifelhaft be- Herr Schönstedt, den Sozialdemokraten im höchsten Grade gabten Tisza es bewirken, daß nun das Dogma besteht, Tisza unangenehm und ich glaube, daß sie auch deshalb den großen effen mit dem Saren verbunden und sie lehnte jede Beihülfe zur werde das ungarische Parlament, womöglich den Parlamen- Lärm angestellt haben, um davon die öffentliche Aufmerksamkeit tarismus überhaupt, die dualistische Zusammengehörigkeit, die abzulenken". Macht der Krone und Gott weiß was noch retten". Ins Der Sozialdemokratie ist die Feststellung dieser Tatsache bebesondere ist alles, was schwarzgelb ist in diesen Landen, was fanntlich so unangenehm gewesen, daß sie auf ihrem Bremer Parteidie Beendigung der für die Losreißung Ungarns werbenden tag in einer besonderen Resolution es als Pflicht der ParteiTendenzen anstrebt, von Tisza begeistert und für den großen genossen bezeichnet hat, durch Verbreitung in Deutschland erlaubter Obstruktionstöter schwärmerisch entflammt. Daß Graf Tisza Schriften die ruffische Revolutionsbewegung zu fördern. Wenn auch bei seinen Unternehmungen von zweideutigem Erfolg und un- die preußische Regierung natürlich kein Empfinden dafür hat, daß zweideutiger Gefeßverlegung das unverbrüchliche Vertrauen der sie sich ihrer in zivilisierten Staaten unerhörten Aktion schämen Krone besitt, ist freilich nicht weiter erstaunlich. Eine große müsse, so hat doch die Sozialdemokratie keinen Anlaß, die AufmerkAnteilnahme an der Politik ist von dem alten und alt ge- famkeit von Taten abzulenten, die ihr zum Ruhme gereichen; so wordenen Monarchen wohl nicht mehr zu erwarten, weshalb bescheiden ist die Sozialdemokratie denn doch nicht. er eben zu seinen Ministern Vertrauen hat. Eine attive Politik Indessen es ist gar nicht notwendig, auf die politische Verder Krone gibt es heute weder in Desterreich noch in Ungarn urteilung des Königsberger Prozesses durch die deutsche Sozialmehr. Der Kaiser läßt die Dinge überall gehen, wie sie gehen demokratie hinzuweisen. Schon während des Vorverfahrens haben wollen und führt im Wesen das Leben eines unabhängigen die Verantwortlichen des Prozesses von einem befreundeten, aber Privatmannes. Hat die Opposition im Reichstage wirklich trotzdem fultivierten Staate eine Züchtigung erlitten, über die Herr Der Abgeordnete Bebel als Opfer einer Fälschung des„ Vorgehofft oder gemeint, Graf Tisza werde bei seinen Kühnheiten Schönstedt im preußischen Abgeordnetenhause und Graf Bülow im wärts" so lautet die Spigmarte eines Artikels, der zurzeit die und Gejegesverletzungen plötzlich das Veto der Krone vorfinden, Reichstage nichts verraten haben. Es handelt sich um die bisher Runde durch die Zentrumspreffe macht. Es handelt sich um unseren so hat sie nur bewiesen, daß sie von der Beschaffenheit dessen in nicht veröffentlichten Attenstücke über die von der Schweiz erbetene Artikel Die geistigen Waffen des Zentrum& in der Desterreich, was man euphemistisch Krone nennt, eine sehr und schroff verweigerte Rechtshülfe gegen die Verschwörer von Nummer vom 10. Dezember, den Genoffe Bebel am nämlichen Tage schlechte Vorstellung befizt. Königsberg, Jm 4. und 5. Heft der Königsberger Broschüre werden im Reichstage zur Sprache gebracht hat. Der Artikel der Zentrumspreffe( siehe Nr. 287, 3. BI. der Germania") behauptet, der„ Bordiese Altenstücke zum erstenmal veröffentlicht. wärts" habe einen Sag aus dem Zusammenhang geAm 6. November 1903 verbreitete die freifinnige Königs- rissen, und von einem Drohen oder Auffordern der berger Hartungsche Zeitung" die Mitteilung, daß ganze Stöße Koblenzer Volkszeitung" zum Durchprügeln eines sozialdemo revolutionärer Schriften und nihilistischer Pamphlete" gefunden seien, fratischen Agitators sei in dem Blatte keine Rede. Beide Angaben die vom Attionskomitee der Nihilisten in Zürich hergestellt" I der Sentrumspresse geschehen wider befferes wiffen: " Der Reichstag mußte freilich aufgelöst werden, denn die Situation war schon längst unhaltbar. So zu beseitigen, wie der Summe Banffy oder der liebenswürdige schwache Czell ist Herr Tisza nicht; mehr als jeder seiner Vorgänger ist er der Mann Seiner Partei, und ihn fallen zu lassen, heißt heute wirklich nicht " Politifche Uebersicht. teilt Fortan sparten sich die Königsberger Staatsanwälte die großen Depeschentoften für Anfragen bei den schweizer Behörden. Das Verhalten der Schweiz, das an und für sich ja selbstverständlich ist, verdient auch deswegen Beachtung, weil gerade die Schweiz der Hauptherd" der revolutionären Literaturproduktion ist. Die Schweiz fühlte sich durchaus nicht durch Solidarität der JuterVerfolgung russischer Revolutionäre und ihrer deutschen Freunde ab. Die Schweiz hat als Staat somit durch Begünstigung" der russischen Anarchisten" dasselbe verbrochen, weswegen sich deutsche Sozialdemokraten in Königsberg verantworten mußten. Man braucht aber nur das Verhalten der Schweiz mit dem Deutschlands zu vergleichen, um die Kulturschande preußischer Russendienste um so bitterer zu empfinden. " Allerdings, die Schweiz ist ja ein wildes Land und seit jeher unzuverlässig in der Heße auf Umstürzler. Wenn im Reichstag die Frage der Gegenseitigkeit verhandelt wird und die Freifinnigen ihre unsinnigen Reform" vorschläge unterbreiten, so wird man sich dieses schweizer Zwischenspiels erinnern, um zu zeigen, daß die bürgerliche Welt wirklich nicht zu Grunde geht, wenn man wenigstens elementare Anforderungen des zivilifierten Bölterrechtes achtet. Zentrums- Waffen. 22 4 # berteiler. " " " Türe zu weisen ohne Schimpfen und ohne Anwendung von Gewalt." 2001 Zentrum und Protestantismus. Spahn und Bachem. Nachdem sich Herr Spahn ins preußische Abgeordnetenhaus hat wählen lassen, ist, wie schon früher berlautete, Herr Bachem preußenmüde geworden. Dr. Bachem hat nunmehr dem Bureau des Abgeordnetenhauses die Mitteilung zugehen lassen, daß er sein Mandat für den Wahlkreis X Düsseldorf( KrefeldStadt) niederlege. Der Vorwärts" hat den Sachverhalt genau geschildert und dann die Stelle des Artikels in sieben Drudzeilen wörtlich wiedergegeben. Bebel hatte im Reichstage gesagt( siehe Diese Verhaltungsvorschrift enthält ein so kostbares Geständnis Germania" Nr. 287), die Koblenzer Volkszeitung", deren Chef des Zentrums, daß wir der„ Germania" die dreist gegen uns verredakteur der Kollege Dr. Marcour sei, habe eine Notiz gebracht, übte unwahrheit verzeihen. Das Zentrum nimmt in Anspruch, daß ,, worin den Genossen, die Kalender auf dem Lande verteilen, mit in seinen schwarzen Revieren mir zentrumsgläubige Schriften, die einer Portion ungebrannter Holzasche gedroht wird". Nach dem„ den heiligsten Gefühlen und Ueberzeugungen" der Bewohner entZwangsprofite für Ballin- Wigand. In der„ Bonner BürgerArtifel der„ Germania" soll es teine Drohung sein, wenn ein Blatt sprechen, Verbreitung finden. Andere Schriften sollen keinen von der großen Verbreitung des Koblenzer Zentrumsorgans schreibt, Butritt haben, denn das Zentrum hat so geringes Vertrauen in zeitung" leſen wir: Auf unserer Redaktion stellte sich gestern ein junger Russe daß die Moselbewohner, wenn ihnen in der Stimmung nach dem seine allergetreuesten Schäflein, daß es befürchtet, das Lesen un- aus Riga vor, der einer jener liebenswürdigen Zwangsanweisungen Lefen des„ auf Massenverhebung abgesehenen Blödsinns" der sozial- heiliger Schriften werde die heiligsten Gefühle schleunigst ver- seines Weges über Bremen hatte Folge leisten müssen. In Eydtkuhnen demokratische Agitator in die Hände gefallen wäre", sie wandeln. Darum müssen die Zentrumsanhänger im dolus ihn, statt mit Schinken, Obst und Wein( wie es tatsächlich geschehen eventualis gehörig unterrichtet werden, auf daß sie bei den wurde er von einem Gendarmen gestellt und erhielt auf seine Mitist)" mit kräftigerer Kost nämlich mit ungebrannter Holzasche trattiert Schriftenbringern schon von weitem und, ehe fie vom Inhalt teilung, daß er nach New York wolle, die verblüffende Antwort, das gehe nicht so, er müsse dableiben. Bemühungen des Fremden, sich Fahrhaben würden". Dies ist nicht nur eine Drohung, sondern, der Schriften irgend etwas in Augenschein genommen, die teuflische tarten über Berlin resp. Antwerpen zu verschaffen, waren vergeblich; wie wir schon geschrieben hatten, geradeswegs eine Auf- Absicht erkennen. Das Zentrum bekennt, nicht das allergeringste forderung zur Mißhandlung sozialdemokratischer Schriften- Bertrauen in die Festigkeit der heiligsten Gefühle feiner allergetreuesten wohl oder übel war er gezwungen, feinen Weg über Bremen Schäflein zu setzen. Es ist von bebender Furcht befallen, daß seine zu wählen, da ihm andererseits nur der Ausweg blieb, nach RußDiese lettere Auslegung soll die Fälschung" des„ Vorwärts" Anhängerschaft, sobald sie die sozialdemokratischen Flugblätter nicht land zurückgeschickt zu werden. Das Verlangen unseres Gewährsfein! In Wirklichkeit aber ist der Artikel der„ Germania" von der Schwelle weist, sondern überhaupt erst einmal einläßt und mannes, für ſein gutes Geld ein eigenes Logis wählen zu können, eine grobe Fälschung unseres Artikels: Wir hatten liest, schleunigst zur Erkenntnis des wahren Zentrumswesens ge- wurde zunächst ebenfalls mit der Drohung, ihn zurückschicken zu 3 toe i Notizen aus der Koblenzer Volkszeitung" abgedruckt, eine langen fönnte. Nur in der Unwissenheit ruht die politische Gewähr wollen, abgewiesen. Erst auf energischere Vorstellung bewirkte er, aus Nr. 638 und eine aus Nr. 647. Diese zweite Stelle aus des Zentrums. Aber gerade der Vorfall, von dem dieses famose daß man im Mißlerschen Bureau die Weisung gab, ihn in dieser dem Koblenzer Blatt unterschlägt die Germania". Und in dieser Selbstbekenntnis ſchwarzer Geister ausging, zeigt, daß diese mächtige Richtung gewähren zu lassen. Unserem Gewährsmann war selbst unterwegs die Benutzung der zweiten Klasse verweigert worden. unterschlagenen Notiz kam die Drohung völlig unverblümt Stüge der Zentrumsherrschaft zu versagen beginnt. Die Geschäfte der reichen Reederfirmen gedeihen dabei zum Ausdruck. Es wurde darin dem Kalenderverteiler der„ Rat" prächtig. Täglich kommen große Trupps russischer Auswanderer gegeben, wenn er noch einmal den Drt Brodenbach als Feld seiner in Bremen an. Wie stark die Auswanderung über BremerTätigkeit ausersehe, sich der Jahreszeit entsprechend dick zu kleiden, tas ihm bei dem zu erwartenden freundlichen Empfang" von Die„ Germania" glaubt das Zentrum bereits dermaßen Herr haben ist, ergibt sich aus dem Umstande, daß der Lloyd großem Nutzen sein könnte". Das ist ebenfalls mehr noch als eine des Deutschen Reiches, daß sie mit wildem Kegerbrandgeschrei die bereits zwei Dampfer mehr innerhalb 14 Tagen expedieren Drohung; es ist eine Aufforderung. Wie die Land- Ausrottung jeder Schrift aus Volksbibliotheken verlangt, die ihrem mußte, nämlich die„ Weimar" und die" Darmstadt", die mit 2000 bis 2200 Zwischendeckspassagieren abgingen. Nach dem letzten bewohner solche Notizen verstehen, das haben unsere Partei- Pfaffengehirn zuwider find. Monatsbericht des Bremischen Statistischen Amtes für November genossen im frommen Rheinlande schon zu oft am eigenen Gegenüber dieser Anmaßung weisen wir darauf hin, daß das wird eine Zunahme der Auswanderer um etwa 2000 in diesem Monat Leibe erfahren müssen. In der zweiten Oktoberwoche dieses Jahres Zentrum ja sogar gegen den Protestantismus in Voltsschulfonstatiert, während im November des Vorjahres eine rückläufige verhandelte die Strafkammer in Koblenz, also dem Erscheinungs- bichern beschimpfende Propaganda treibt, und übrigens auch nach Bewegung eingesetzt hatte. Den 3966 russischen Auswanderern im ort des zur Debatte stehenden Zentrumsblattes, gegen mehrere GinNovember des Vorjahres stehen in diesem Jahre 6239 gegenüber, wohner aus dem strengkatholischen Winzerdorf Rech, weil sie einen der flerikalen Sinnesauffassung ehrlicherweise treiben muß. Die Germania" ist durch unsere Andeutung in ihrem alfo 2273 mehr. reisenden Kaufmann, der ihnen im Wirtshausgespräch seine sozialdemokratische Gesinnung verraten hatte, in barbarischer schlechten Gewissen ungewöhnlich kleinlaut geworden; statt, wie Partikularistische Armee- Ehre. Oberstleutnant a. D. Balser erWeise mißhandelten. Die Zentrumschristen schlugen dem sonst, auf uns zu schimpfen, begnügt sie sich mit der zitternden, läßt im Hessischen Kamerad" die Erklärung, daß die hessischen Staufmann mit einem armdicken Weinbergspfahl mehrere Male über schüchternen Frage: Offiziere, die sich durch die Angaben in den Kriegsbriefen den Kopf und verlegten ihn derart schwer, daß die Koblenzer Richter des verstorbenen Generals v. Kretschman über die zwei der Angeklagten zu je sechs Wochen Gefängnis, den dritten zu Plünderung" von Sens durch hessische Truppen im Jahre 1870 be50 M. Geldstrafe und alle drei zu 320 M. Buße an den Mißleidigt gefühlt haben, von einer Privattlage gegen Frau Lily Braun, handelten verurteilten. der Herausgeberin der Kriegsbriefe des Generals v. Kretschman, nunmehr Abstand nehmen wollen. Das Strafverfahren gegen die Mainzer Boltszeitung" habe nach der Anschauung der maßgebenden Instanzen klar und unverrückbar festgestellt, daß die Anflagen des Generals v. Kretschman gegen das Verhalten der hessischen Truppen in Sens völlig unrichtig seien"; damit wäre der Deffentlichkeit, sowie dem Jnteresse der beteiligten Offiziere Genige gefchehen, zumal in den späteren Ausgaben der Kriegsbriefe die beleidigenden Stellen Die in Mainz angedrohte weitere Klage wird also preisgegeben, der ersten Auflage weggelassen seien. weil nämlich inzwischen die vollständige Wahrheit der behaupteten Ausschreitungen nachgewiesen worden ist. Lediglich bie Hessen sind unschuldig! Seltsam, daß der hessische Offizier so partitularistisch gesinnt, um seine Zufriedenheit öffentlich zu befunden, daß es ein anderer deutscher Truppenteil gewesen ist, der Sens geplündert hat. " 1 Der Vorwärts" behauptet in einer Bemerkung zu unserem letzten Artikel:„ Ob Exzellenz Studt die Bücher wohl gelesen hat", daß sogar in katholischen Lehrbüchern, die offiziell in preußischen Volksschulen eingeführt werden, der Protestantismus als die Quelle aller Unsittlichkeit dargestellt wird." Wir bestreiten das und bitten den„ Vorwärts", die betreffenden Lehrbücher mit den betreffenden Stellen anzugeben. Die Koblenzer Volkszeitung", das Blatt des Neichstags- Abgeordneten Dr. Marcour, treibt ihre schändliche Hezze schon seit vielen Jahren. Ihre die Landbevölkerung zu Gewalttätigkeiten Herausfordernden Artikel lassen sich bis in das Jahr 1898 zurückberfolgen. Damals hat sogar das Blatt der katholischen Die holde Unschuld. Sie bestreitet ihre eigene Weltanschauung, Arbeitervereine Westdeutschlands, der" Christliche Arbeiter- die ihr allerdings in einem gemischt konfessionellen Lande selber freund", in einem Artikel gegen die„ Koblenzer Volkszeitung" diesem peinlich ist. Wir sind aber nicht so hart, solcher sanften Bitte zu Blatt Knüppelpolitit" vorgeworfen. In einem Artikel vom 6. oder 7. Juni 1898, zur Zeit des Reichstags- Wahlkampfes, berichtete die widerstehen, und teilen ihr mit, was sie doch längst weiß. Wir das Büchlein ist uns zufällig in die Hände geKoblenzer Volkszeitung", am verflossenen Sonntag hätten in dem beziehen uns Orte Urmiz sozialdemokratische Sendlinge" ihre voltsverhetzenden raten auf den Katholischen Katechismus für das Erzbistum Köln. sahlaufrufe" verbreitet. In der Mitte des Ortes feien sie abgefaßt" Mit oberchriftlicher Approbation. 19. Aufl. Düsseldorf. 1904 bei worden; man habe sie dann zum Ort hinausgeschoben nach L. Schwann." Stalteneggers zu." Ein Radfahrer habe die Bürger des letzteren In dem 34 Seiten langen Abriß der Religionsgeschichte von Ortes„ von dem bevorstehenden Besuche unterrichtet." Dann heißt der Erschaffung der Welt( ungefähr 4000 vor Chr.!) bis zur Gegen cs tvciter: wart heißt es auf Seite 23: Die Roten wurden sofort gebührend(!!!) empfangen, die Waschzettel wurden ihnen abgenommen( die Leute wurden also beraubt!) und sie in handfester Begleitung vors Dorf befördert und dann ihrem Schicksal überlassen." " Was die letzten drei Worte bedeuten sollen, können wir heute nicht mehr feststellen. Vielleicht handelt es sich auch da um einen jener Ausbrüche der zentrumschriftlichen Volksseele, wie er um die nämliche Zeit in Bullay im Gebiete der Koblenzer Volkszeitung' zu beklagen war. Dort wurden sozialdemokratische Flugblattverteiler bis auf den Bahnhof verfolgt und sogar der abfahrende Eisenbahnzug wurde noch von der Menschenmenge mit Steinwürfen bombardiert. " " Nach alledem fällt die Behauptung der Germania", der Vortvärts" habe eine Fälschung begangen, wieder einmal auf das Bentrumsblatt selbst zurück. Bemerkenswert ist schließlich, was die„ Germania" selbst zu der " Thorn, 19. Dezember. Das hiesige Kriegsgericht verurteilte Endlich brach er( Luther) das Gelübde der Keuschheit, welches den Reservisten Bernhard Kleppel, der gelegentlich eines Biwaks im er als Mönch und Priester abgelegt hatte, und nahm eine Nonne Manöver im Rausch Unteroffiziere angerempelt und sich disziplinarisch zum Weibe... Dessen ungeachtet gewann er in furzer Zeit einen vergangen haben soll, wegen widersetzung in fünf Fällen, Achtungsgroßen Anhang; denn der leichtsinnigen Volksklasse gefiel die be- verlegung, Beharren im Ungehorsam, Beleidigung eines Vorgesetzten und Selbstbefreiung als Gefangener zu drei Jahren Gefängnis. Der queme, dem sinnlichen Menschen zusagende Lehre, und den hav- Vertreter der Anklage hatte nicht weniger als 6½ Jahre Gefängnis süchtigen Großen kam die Aufhebung der Stifte und beantragt. Klöster sehr gelegen. Bei diesem Kapitel hat der Katechet an die Schüler u. a. folgende Fragen zu beantworten: Wer war der Urheber des Abfalls von der Kirche im 16. Jahrhundert? Wie betrug er sich gegen den Papst? Was gestattete er den Mönchen und Nonnen?-war sein Wandel auch erbaulich? Der Protestantismus ist demnach eine für die leichtsinnige VolksKlasse bequeme, dem sinnlichen Menschen zusagende Lehre mit andern Worten ein Quell dessen, was das Zentrum mit besonders wollüftigem Schauder als„ Unjittlichkeit" verfolgt. wollstigem Schauder als„ Unfittlichkeit" verfolgt. Frage denkt, wie ihre Anhängerschaft sozialdemokratische Schriften verteiler aufnehmen solle. Sie erklärt die Drohungen mit ungebrannter Holzasche" bei der entrüsteten Stimmung der Bevölkerung und bei der Sprech- und Schreibweise eines einfachen Dorf Da mm die Konfessionsschule dazu dienen soll, die„ Sittlichkeit" bewohners" für erklärlich und wenigstens leicht entschuldbar". Sie selbst natürlich stellt strengere Anforderungen: im Volte zu stärken, so wird das Zentrum das Verbot protestanti „ Wir würden selbstverständlich einen tätlichen Angriff, auch scher Konfessionsschulen fordern müssen, wenn anders es sich nicht wenn er in der Erregung vorkommen wäre, mißbilligen und zum Mitschuldigen von Heinze- Erziehung zur Unfittlichkeit machen will! niemals dazu auffordern; wohl aber geben wir auch heute noch Sind die Anhänger der allein. felig machenden Kirche so feige den Landbewohnern den Rat, solchen aufdringlichen„ Genossen", geworden, daß sie ihre eigene Anschauung verleugnen? welche ihnen Schriften, die ihre heiligsten Gefühle und leberzeugungen aufs tiefste verlegen, ins Haus bringen wollen, die Mit Ballin unterwegs.fommen, um in seiner Gefangenschaft Preußen zu durchreisen. Erfahrungen eines russischen Auswanderers. I. Vorbemerkung.log out Der Ausbruch des russisch- japanischen Krieges ließ den Strom russischer Auswanderer zur Hochflut anschwellen. Die geistige und politische Knebelung eines ganzen Volkes durch eine verbrecherische Bureaukratie, die von Staats wegen betriebene Ausplünderung und Ermordung russischer Juden, ein selbst in den Annalen russischer Schredensherrschaft bisher unbekanntes Blutregiment hat den Druck bis zur Unerträglichkeit gesteigert. Als die Mobilisierung des russischen Heeres begann, offenbarten sich die Segnungen des barbarischen Despotismus. " Die Aufzählung der Vergehen, deren fich der Reservist schuldig gemacht haben soll, flingt wieder gar fürchterlich, aber oft find die Tatsachen, die in solchen Fällen zugrunde liegen, recht unbedeutend. Und obschon der Reservist im Rausche gehandelt hat, wird über ihn eine so ungeheuere Strafe verhängt. Auch in der Richtung ist die Umgestaltung des Militär- Strafgesetzbuches eine Notwendigkeit, daß Verstöße, die in der Trunkenheit geschehen, mindestens mit milderem Strafmaß gemessen werden. Ein Hauptmann wegen Mißhandlung eines Untergebenen vor dem Kriegsgericht. Thorn, 15. Dezember.( Eig. Ber.) Wegen Mißhandlung eines Untergebenen und Abhalten desselben von einer Beschwerde durch widerrechtliche Mittel hatte sich vor dem Kriegsgericht der Hauptmann und Kompagniechef Hugo v. Krause vom InfanterieRegiment Nr. 176 zu verantworten. Er hatte als Burschen bei seinen Pferden, den Musketier Herbst bestellt. Am 13. November bemerkte Hauptmann von Krause, daß der Flantierbaum zwischen den Pferden, nicht ordnungsmäßig befestigt war, so daß die Pferde Wie ich am frühen Morgen erkannte, beherbergte der Schlafraum noch vier Schlafgenossen, die schon in zeitiger Stunde mit umständlichen Gebetsübungen beschäftigt waren. Im Nebenzimmer schliefen einige Frauen, von denen eine auf Stühlen neben dem Ofen ruhte. Der Wirt wechselte mir einige Rubel, wie anerkannt werden muß, zu ihrem vollen Werte ein, zeigte mir den Weg nach der nahen Bahnstation, und wünschte mir glückliche Reise. In drei Stunden fuhr ich im gemäßigten Kleinbahntempo nach Tiljit. Wildfremd um mich blickend ging ich zögernden Schrittes zur Fahrkartenausgabe und verlangte im jüdisch- russischen Jargon ein Billett vierter Klasse nach Hamburg. " Sind Sie russischer Untertan?", fragte der Beamte in preußischer Forsche. " Jche fomme von Rußland her," antwortete ich. Haben Sie einen Gouverneurpaß?" war die zweite noch Geldmittel besitzt, um ihm Tribut zu zollen, wer von ihm habt?" fragte mich einer der Anwesenden, nach Beendigung ihrer eine Schiffskarte zu erschwingen vermag, fann seinen Häschern ent- Unterhaltung. Die Frage bestätigte ich durch zusagendes Kopfnicken, und erbat bald darauf, ermüdet wie ich war, inein Nachtlager. Als der„ Vortvärts" dieses unheimliche Treiben der Stulturwelt enthüllte, verfiel die bürgerliche Presse in unerschütterliches Schweigen. Erst als es einem unserer Freunde gelang, in eine Ballinsche Dunkelfammer einzudringen, als man nun die unleugbare Tatsache nach weisen konnte, daß Ballins Agenten mit Unterstüßung preußischer Behörden russische Auswanderer in Ruhleben vor die Wahl stellten, entweder deutsche Schiffstarten nach Amerika zu lösen oder nach Rußland ausgewiesen zu werden, da wurden denn die hartnäckigsten Schweiger, selbst alte Ballinsche Nassauer auf luxuriösen Seefahrten, zum Neden gezwungen. Nun konnte man nicht mehr leugnen! Man durfte aber nicht zugeben, daß diese Ausbeutung des fliehenden Elends und der gehezten Not systematisch betrieben wird, man gestand nur bedauerliche Mißgriffe einzelner Beamten ein. Bald wußte die russen- und ballintreue Presse zu melden, daß die„ MißTausende wehrhafter Männer zeigten sich wenig geneigt, zu Ehren helligkeiten" im Auswanderungswesen durch einen gemeinsamen Erlaß des Knutenzarismus den Boden der Mandschurei mit ihrem Blute der beteiligten Schiffahrtsgesellschaften beseitigt sind. Uns aber schien es zu düngen. Russen, Litauer, Juden und Bolen verweigern die ausgeschlossen, daß mit den Ballinschen Praktiken über Nacht aufgeräumt Heeresfolge, raffen ihre Habseligkeiten zusammen und eilen den worden sei. Es ergab sich die zwingende Pflicht, durch Augenschein Mühsam in jahrelanger Arbeit die Ueberzeugung zu erlangen, ob überhaupt und wie weit eine russischen Grenzen entgegen. erworbenes Eigentum wird um billiges hingegeben, Angehörige, Aenderung dieser empörenden Zustände eingetreten ist. Freunde und Verwandte legen den letzten Spargroschen zusammen, um einem Flüchtling die Fahrt in ein besseres, freieres Land zu ermöglichen. Scharen russischer Flüchtlinge erscheinen an den Von Schmalleningken bis Tilsit. preußischen Grenzen. Die armen Geheizten glauben mit dem Ver- Am Montagabend, einem grauen, nebligen Dezembertage, 30g tassen russischer Erde ihren Peinigern entronnen zu sein; schon ich in der Tracht eines russisch- polnischen Juden von der russischen atmen sie freier beim Anblick des vermeintlichen Kulturlandes Grenze her nach langer Fußwanderung an den Ufern der gefrorenen Preußen. Doch neue Tage qualvoller Angst harren ihrer und gar Memel in das preußische Grenzdorf Schmalleningken ein. So weit bald müssen sie empfinden, daß weit über die preußischen Grenz- das Auge reicht, erblickt man einsame Landwege, umfäumt von pfähle hinaus die Luft Sibiriens weht. düsterem Kiefernwald, der mit dem grauen Horizont in eins verfließt. Selbst die Natur gemahnt unwillkürlich an den schweren Albdruck, der auf dem großen Barenreiche laſtet. II. " Frage. " Nein, iche hab' feinen," sagte ich mit gepreßter Stimme. " Dann fann ich Ihnen keine Fahrkarte geben." " Jche will doch aber fort von hier!" Dann werden Sie eine Schiffstarte nehmen müssen." Bu was brauch' iche e Schiffstart', iche will nur nach Hamburg, dorten hab' ich Verwandte." " Ja, ich darf Ihnen feine Fahrkarte verkaufen." che bin doch kein Schnorrer, iche hab' Geld." " Das ist ganz egal," war die Antwort. Auf mein wiederholtes Bitten, mir eine Fahrkarte zu verabfolgen, wird der Beamte ungeduldig und ruft einem Gepäckträger laut zu: Wo ist denn der Gendarm?" " In dem Bestreben der Regierungen Preußens und Rußlands, jede Der Gepäckträger erwidert, daß der Gendarm den Bahnhof freiheitliche Regung der Völler zu unterdrücken, hat Preußen im Dienste Rußlands das traurige Schergenamt übernommen, entgegen dem in In diesem Grenzorte, in dem die Auswanderer sich zu sammeln bereits verlassen, und schickt sich an, nachdem der Beamte mich anallen Kulturstaaten anerkannten Völkerrecht, an seinen Grenzen pflegen, brachte ich die Nacht zu. Der von Auswanderern viel auf- gewiesen hatte, zur Kontrollstation zu gehen, meinen Koffer Der Büffetier erbot sich plöglich, ohne ruffische Militärflüchtlinge aufzuhalten. So sehen die Aus- gesuchte jüdische Gasthof war überfüllt und auf mein Bitten wurde eben dorthin zu tragen. wanderer auf der einen Seite ihre nationalen Henter, ich in ein anderes Logierhaus geführt. Bei dem trüben Schein einer daß ich ihn darum gebeten hatte, mir Geld umzuwechseln. Wissen bereit, sie in die russische Hölle, zur weiteren Erefution, zurück- kleinen Lampe saß eine Auswanderergesellschaft, die das gemeinsame schaftshalber ging ich darauf ein. Für meinen Fünfrubelschein( 10,80 m.) zustoßen, auf der anderen Preußen, das unter dem trügerischen Deck- Schicksal zusammengeführt hatte, bei einander und unterhielt sich in gab mir der Biedermann 10 M. heraus. Ich schüttelte den Kopf und mantel fanitärer und sicherheitspolizeilicher Maßnahmen, sich herbei- lebhaftem Kauderwelsch über die Erlebnisse ihres Grenzüberganges reichte ihm das Geld in der flachen Hand wieder hin. Mitleidig wie läßt, pakloje Auswanderer, und alle Militärflücht und die bevorstehende Reise. Mit Aufmerksamkeit versuchte ich dem er war, schickte er sich an, mir noch zwanzig Pfennige zu geben, als linge sind selbstverständlich paßlos, zwar nicht Gang der Unterhaltung zu folgen. Zwar hatte ich in meiner Jugend der eben noch so hülfsbereite Gepäckträger ihn davon abzuhalten auszuliefern, sondern als„ Bettler, Landstreicher und Ge- vielfach Gelegenheit, manches aus dem Schatz dieser aus deutschen, versuchte mit der Mahnung:" Du wirst doch dem Juden nicht noch hebräischen, russischen und polnischen Broden zusammengesetzten mehr geben!" Trübselig, doch anscheinend zufrieden, steckte ich das sindel" nach Rußland auszuweisen. In banger Todesfurcht öffnet sich den Verfolgten, die häufig mit Sprache kennen zu lernen, doch beherrschte ich sie nicht birtuos Geldstück in die Tasche und zog im Vorgefühl der kommenden Lebensgefahr ihres Landes Grenzen überschritten, nur ein Ausweg genug, um, ohne auffällig zu werden, mich in das Gespräch ein- Freuden nach der Kontrollstation. Wenige Schritte vom Bahnhof entfernt liegt die Station. Vor zur Flucht. Als rettender Engel tritt Ballin in die Erscheinung. Wer zumischen. Ihr habt einen schweren llebergang ge flch schlagen lonnten. Darüber wurde er so aufgebracht, dah er dem Burschen Herbst drei Schläge mit der Faust ins Gesicht versetzte. Am nächsten Tage wollte Musketier Herbst die Miß- Handlung bei seinem direkten Vorgesetzten, Oberleutnant v. Bredow, melden, traf ihn aber nicht. Infolgedessen verzögerte sich die An- zeige um einige Tage. Hauptmann v. Krause hatte aber inzwischen von dem Vorhaben seines Burschen Kenntnis bekommen. Er ließ ihn in die Schreibstube rufen und sagte hier freundlich zu ihm, es tue ihm leid, daß er ihn geschlagen. Weiter reichte er dem Burschen die Hand und meinte, der Vorfall möge als nicht geschehen angesehen werden. Auf seine Frage, ob er nun noch Meldung erstatten werde, erklärte Herbst, er wolle sich die Sache überlegen. Als Musketier Herbst dann am 19. November Anzeige machte, bc- hauptcte er, von Hauptmann v. Krause schon vorher zweimal geschlagen worden zu sein. Nach Erörterung dieses Sachverhaltes in der Kriegsgerichtssitzung beantragte der Verteidiger, die Ocffeutlichkcit ihiszuschlicßen. Der Vertreter der Anklage widersprach dem Antrage, weil das dienstliche Interesse nicht gefährdet erscheine und in einem allerhöchsten Erlaß betont worden ist, daß bei An- klagen wegen Mißhandlung gerade öffentlich zu verhandeln sei. Das Kriegsgericht lehnte nach längerer Beratung den Antrag auf Ausschluß der Oeffentlichkeit ab. Durch die Beweisaufnahme erachtete es den Hauptmann v. Krause der Mißhandlung eines Untergebenen in zwei Fällen für schuldig und verurteilte ihn zu vier Woche» Stubenarrest. Von der Anklage, einen Untergebenen durch widerrechtliche Mittel von einer Beschwerde abgehalten zu haben, wurde er freigesprochen. Eine grausame Strafe I Gut. daß der Bursche nicht aufgebracht über den Hauptmann war und sich vergaß! Er wäre nicht mit vier Wochen Stubenarrest davongekommen!— Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hat seinen Willen doch nicht bekommen. Indem die Bürgermeister-Abgeordneten des mecklenburgischen Landtages von dem Rechte der Separatabstimmung Gebrauch machten und den Antrag der Regierung auf Uebernahme der Matrikularlast von 539 099 M. auf die Steuerkasse des Landes ablehnten, hatten sie die Vorlage des Großherzogs zu Fall ge- bracht; der Beschluß der Ritterguts-Abgeordneten auf Bewilligung konnte hieran nichts ändern. Nachdem der Großherzog seine Vorlage inzwischen erneut an den Landtag gebracht hat, ist diese am Sonnabend wieder abgelehnt worden, und zwar unter genau denselben Umständen.— Dcwiold, 19. Dezember. Bei der heutigen Landtags-Stichwahl im 6. Wahlkreise siegte Dr. Neumann-Hofer sLippische liberale Volkspartei) mit großer Mehrheit über den bisherigen Vertreter des Kreises Reichstags-Abgeordneten Meier-Jobst(Freisinnige Volkspartei). Meier-Jobst hatte in der Lippeschen Thronsolgefrage eine äußerst zweideutige Haltung eingenommen.— Verlustliste aus Südwcstafrika. Berlin, 13. Dezember. Amtliche Meldung. Ein Telegramm ausWindhuk meldet: Im Patrouillen- gefecht bei Swartwater am 2. Dezember vermißt: Sergeant Wilhelm Herr mann, geboren am 3. August 1875 zu Kastel: Reiter Otto Stobbe, geboren am 29. März 1383 zu Neudorf: Reiter Julius Schawransky, geboren am 24. September 1889 zu Wittmund. Gefreiter Max Fischer, geboren am 16. August 1882 zu Schweidnitz, infolge Unvorsichtigkeit eines Kameraden durch einen Schuß in die rechte Achselhöhle verwundet.— Hiieland. Frankreich. Neuvillq in zweiter Auflage. Vor einigen Tagen hatte vor der Strafkammer zu Cambrai die zweite Abteilung der Angeklagten von Neuvillh zu erscheinen. Es waren 14 Männer und 6 Frauen angeklagt, in der Fabrik von Cahez Gewalttätigkeiten verübt und ge- plündert zu haben. Gleich bei Beginn der Verhandlungen erhob sich der Staatsanwalt und erklärte, daß er, nachdem die anderen An- geklagten vom Schwurgericht freigesprochen seien, er. auch für die heutigen Angeklagten die Anklage nicht aufrecht erhalten könne, er ziehe dieselbe zurück. Trotzdem trat der Präsident in die Ver- Handlungen ein. Es wurden nochmals sämtliche Zeugen vernommen, die Plaidoyers gehalten und das Ergebnis war die Frei- sprechung sämtlicher Angeklagten.— Italien. Rom, 17. Dezember. Die FordcrungBettolos, von der>vir telegraphisch berichteten, wird allgemein als exorbitant betrachtet. 299 999 Lire' rechnet sich Bettolo auf den moralischen, die übrigen 95 999 auf den materiellen Schaden. Die Prozeß- kosten beansprucht er noch obendrein. In dieser Höhe ivird natürlich kein Gericht dem„Beleidigten" und„Verleumdeten" Entschädigung zusprechen. Aber auch eine geringere Entschädigung dürfte schwer einzutreiben sein, da weder F e r r i noch S a l u st ri vermögend sind. Der„Avanti" meint, bei dieser Gelegenheit würde sich zeigen, daß die Behauptungen über die Reichtümer Ferris aus der Luft gegriffen seien. Daß das der Tür stand ein gutmütig dreinschauender, sonst aber regelrechter preußischer Gendarm. Er war. und das muß ich besonders hervor- heben, der einzige Beamte, der mich auf dieser Leidensfahrt anständig behandelte. Aus seine Frage: „Kommen Sie von Rußland?" gab ich zur Antwort: „Jche komm von der russischen Gränz, iche will nach Hamburg." „Haben Sie Papiere?" „Nein." erwiderte ich traurig. „Dann kommen Sie nicht nach Hamburg, Sie werden nach London müssen." „Jche will aber nicht übers Wasser, iche will nach Hamburg." „Wenn Sie keinen Gouverneurpaß haben, dann kommen Sie nicht nach Preußen, Sie müssen eine Schiffskarte nehme n." Die unaushaltsame Beredsamkeit eines russischen Juden nach- ahmend, suchte ich ihn von der Unzweckmäßigkeit seines Vorschlages für mich zu überzeugen. Doch schon hat er den Klingelzug ergriffen, und er schiebt mich sanft hinein. Nun beginnt das schon vorher geschilderte Frage- und Antlvortspiel noch einmal zwischen dem Auf- scher und mir. Auch er versucht, nun schon etwas drastischer, mir die Notwendigkeit einer ilebcrfahrt nach London zu beweisen. Ich sah mich in dem recht unfreundlichen Empfangsraum der Baracke um und sagte:„Ich werd' mich gehen erkundigen". „WaS heißt erkundigen." fiel nun der Mann, jede Replik ab- schneidend, ein: „Sie sind von der Polizei eingeliefert, und iv erden iv arten bis der Herr Klein kommt. Es K i l s t Ihnen alles nichts, nehmen Sie nur eine Karte nach London." Zum besseren Verständnis will ich einfügen, daß dieser Herr Klein, von dessen Entscheidung»linmehr mein Wohl und Wehe abhängig gemacht wurde, nicht etwa ein höherer Polizeibeamter, sondern ein Unteragent Ballins ist. Nach etwa dreistündigem Aufenthalt erscheint Herr Klein, zu- gleich mit seinem Chef, Herrn Saßnick, der nebenbei das Amt eines preußischen Lotterickollekicurs bekleidet, den Rang eines Hauptmanns der Landwehr einnimmt und als einer der reichsten Leute von Tilsit gilt. „Man ruft Euch im Kantor"(Kontor) schreit mir ein russischer Jude zu. und bald stand ich vor dem Seegewaltigen Herrn Klein. „Wie heißen Sie und woher sind Sie?" „Joel Kalischer aus Kiew." „Wohin wollen Sie?" „Jche will nach Hamburg", sagte ich zum so und so vielten Male. „N a ch H am bürg verkaufen wir keine BillettS." sagte er kategorisch, und reckte den vollblütige» Kopf in die Höhe. Bescheiden antwortete ich: Gericht die Haftpflicht auf die Zeitung selbst ausdehnt, ist unwahr- scheinlich, da Ferri nicht Besitzer, sondern nur Redakteur, also Angestellter des Blattes ist. Im übrigen sind Maschinen und Vorräte des„Avanti" vorsichtshalber seit Jahren beschlagnahmt.— Die Hungeraufstiinde in Francavilla. Rom, 17. Dezember.(Eig. Ber.) Ueber die Aufstände in Francavilla(Provinz L e c c e, A p u l i e n) liegen fast nur offiziöse Nachrichten vor. Der Korrespondent des„Avanti" be- findet sich unter den Verhafteten, der vom Parteivorstand entsandte Abgeordnete Genosse Morgari ist erst heute in Francavilla ein- getroffen. Die tclegraphische Zensur wird für In- und Ausland mit Giolittischer Strenge gehandhabt. Die Unruhen sind tatsächlich Hungerausstände. Infolge des schlechten Wetters, der ungünstigen Weinernte und der Absatzkrise, die die neuen Handelsverträge zeitigen, ist die Arbeitslosigkeit in Francavilla wie in ganz in Apulien furchtbar angewachsen. Die Arbeitslosen überreichten am 12. dem Bürgernleister ein Memorandum, in dein sie die Einrichtung von Volksküchen fordern und von den Grundbesitzern verlangten, sie sollten ihr unbestelltes Land bestellen lassen. Am 14. gab der Bügermeister abschlägige Antwort. Darauf kam es zu einer gewaltigen Demonstration, an der wohl 8999 Arbeitslose teilnahmen. Man rief: Es lebe der Sozialismus, nieder mit der Stadtverwaltung! Die Denionstranten begaben sich vor das Hans eines Advokaten und reichen Grundbesitzers, der die Arbeitslosen schwer provoziert hatte. Der Sohn des Herrn schoß vom Fenster ans die Menge und verwundete einen Landarbeiter schwer. Von iveiterem Schießen wurde er nur dadurch abgehalten, daß sein alter Vater, von einem Schlaganfall befallen, leblos neben ihm zusammenbrach. Die Menge antwortete auf den Schuß mit Steinwerfen und zog weiter. Auf dem Rathausplatz versperrten die Soldaten und Karabinicre den Ausgang. Die Arbeitslosen suchten die Kordons zu durchbrechen, worauf der Leutnant der Karabinieri, ohne die vorschriftsmäßigen drei Trompetenstöße, Befehl zum Feuern gab. Die Soldaten schössen in die Luft, die Karabinieri zielten: sechs Demon- siranten blieben verwundet liegen. Einer von ihnen dürfte nicht mit dem Leben davon kommen. Die Regierung hat den Stadtrat aufgelöst und Truppen in die Provinz gesandt. Die Not ist furchtbar und fördert das Ausbreiten der Bewegung. In der Umgebung von Brindisi sind die Land- arbeiter in Ausstand getreten. Die Lage ist ernst.— Niederlande� Neue Kolonialgrcuel. In den Monaten August und September war das niederländische Flottillefahrzeug„Materam" in der Endchbai auf der Sunda-Jnsel Floras und am 13. Oktober traf auch der „Gelderland" dort ein. Man wollte dort eine„Züchtigung" Ein- geborener vornehmen. Wie es dabei zugegangen ist, darüber hat ein Teilnehmer der Expedition unserem Bruderorgan„Hct Volk" einige Mitteilungen gemacht. Danach ist den Soldaten Befehl ge- geben worden, alles niederzuschießen, was ihiic» in den Weg kommen würde. Ans Eingeborenen befreundeter Ortschaften waren Hülfstruppcn gebildet worden und sie hatten nach der Aussage eines Offiziers die Auf- gäbe, die Kampongs der„Feinde" niederzubrennen, ihre Anpflanzungen zu vernichten, und außerdem erlaubte man ihnen, mitzunehmen, was sie wollte». Daß man hierzu Hülfstruppen heranzog, geschah, wie ein Offizier sagte:„weil sonst in Holland ei» Mordsgeschrei darüber gemacht wird, wenn wir es selbst tun." Diese Anweisungen wurden denn auch getreulich befolgt und offenbar ohne große Gefahr für die Angreifer. Klewanganfälle brauchte man nicht zu fürchten und Feuerwaffen hatten die Feinde keine anderen als alte Vorderlader, die zu laden sie mindestens 19 Minuten nötig hatten. „Ich habe", berichtet der Gewährsmann von„Het Volk",„wohl einige Schüsse von Eingeborenen gehört, aber lveim ich sage 59 in den zwei Tagen, dann bin ich nicht sparsam mit meiner Schätzung. Dagegen sind durch die LandungSdivision vom„Gelder- land"(ca. 199 Mann) nicht weniger als 5999 Patronen verschossen worden während der zwei Tage, und dazu kommen noch die der 39 Mann vom„Materam" und die der ca. 59 Mann PradjoerniS (bewaffnete Polizei.)"— Es werden dann noch verschiedene greuliche Einzelheiten berichtet, wie die Verstümmelung der Gefallenen, Ab- schneiden des Kopfes und der Geschlechtsteile usw.— England. Der englische Arbcitsmarkt. London, 17. Dezember.(Eig. Ber.) Die Arbeitslosenziffer für Monat November,>me sie in der„Labour Gazette" vom 15. De- zember gegeben wird, deutet ohne Zweifel auf eine schwere Krise hin. In den 277 berichtenden Gewerkschaften mit 577 268 Mitgliedern waren 7 Proz. arbeitslos, gegen 6,8 Proz. im Oktober und 6,9 Proz. im Parallelmonat 1993. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit für November der Dekade 1894—1993 ist 4,2 Proz. Von Lohnänderungen wurden 154 499 Arbeiter betroffen, davon erhielten 2799 eine Erhöhung, 151 799 eine Herabsetzung der Löhne. Das Neinergebnis der Aenoerungen ist eine Abnahme der Löhne von 6799 Pfd. Sterl. die Woche.— „Der Herr an der Bahn hat mir gesagt, ich kann nicht nach Hamburg. Ivenn ich Hab mir nicht gelaßt desinfizieren." „Da werden Sie Ivohl den Beamten falsch ver- standen haben', wir lassen nur Leute untersuchen, die nach dem Ausland wolle n." „Ich will aber nach Hamburg", betonte ich beharrlich. „Ja. uns liegt nichts daran, Ihnen ein Billett zu verkaufen", beugte Herr Klein vor,„sehen Sie zu, wie S i e n a ch H a m b u r g kommen." Sprach's und ließ mich stehen. Kummervoll, die Hände in den Schoß legend, setzte ich mich in eine Ecke und wartete der Dinge, die da kommen sollten. So vergingen dreiviertel Stunden, als der Herr Satznik auf mich zukam und zugeknöpft, aber trotzdem väterlichen Tones ftagte, ob ich auch genügend Geld für eine Schiffskarte bei mir hätte. Wieder erfolgte meine stereothpe Antwort: „Jche Hab Geld, aber ich will nach Hamburg, dorten Hab ich Verwandte." Es erschien tatsächlich, als ob die gesamte Beamtenschaft, ihr Chef nicht ausgenommen, in das Mysterium meines Reiseziels nicht einzudringen vermockfte. Auch von Herrn Saßnick mußte ich hören, daß es unmöglich sei, für mein schweres Geld»ach Hamburg zu fahren. „Nehmen Sie ruhig eine Karte nach London, dann können Sie ein paar Tage bei Ihre» Verwandten bleiben, daS wird Ihnen die Direktion erlauben. Wenn Sic eine Schiffskarte von uns haben," so fügte er hinzu,„dann fragt niemand»ach Ihren Papieren, dann können Sie hin, wohin Sie wollen". Nun schied Herr Saßnick und der Gendarm trat wieder ins Zinnner. Ich erzäblte das Vorgefallene und versuchte nochmals ihn zu bestimmen, mich doch laufen zu lassen. Er erklärte mir kurz aber deutlich, daß er dies nicht tun dürfe, riet mir zu. ruhig eine Schiffs- karte zu nehmen und in Hamburg die Gesellschaft zu bitten, mir das Geld zurückzugeben. Da ich nun einsah, daß aller Widerstand erschöpft und weiteres Zögern vergeblich war, gab ich dem so vielseitigen Drucke endlich nach und ließ mich als Joel Kälischer aus Kiew als Auswanderer nach London einzeichne». Dafür mußte ich auf dem Altar Ballins 39 Rubel weniger 65 Kopeken opfern und hatte so mit einem Schlage die Qualifikation zur Reise durch Preußen erlangt. Dann bekam ich von Herrn Klein gnädig die Erlaubnis, bis zur Schlafenszeit in die Stadt gehen zu dürfen. Ich ging— um bei einem Freunde die wörtliche Aufzeichnung des bis jetzt Gehörten und Gesprochenen niederzulegen. Abends um die achte Stunde kehrte ich, um manche Erfahrung reicher, in die Kontrollltatio» zurück. Ruhland. Eine Zwangssitznng der Gemeindevertretung von HelsingforS. Der Magistrat der finnischen Hauptstadt weigerte sich, trotz Auf- forderung des Gouverneurs, die Stadtverordneten zu einer Sitzung zwecks Wahl der Militäraushebungs«Kommissionen einzu- berufen. Er erklärte, daß über diese Fragen in der Gemeindevertretung noch nicht verhandelt wäre. Der Vertreter des Gouverneurs hat darauf erwidert, der Magistrat habe sich lediglich nadb dein Wehr« Pflichtgesetz zu richten, ohne darüber zu verhandeln, und hat dann selbst die Stadtverordneten zu einer Sitzung auf den 29. Dezember einberufen. Kommt diese Sitzung nicht zustande, so soll der Vorsitzende zu einer Geld- strafe von 1999, jeder Beisitzer zu einer Geldstrafe von 599 finnischer Mark verurteilt werden.— Diese Weigerung des Magistrats, das ver- fassungswidrige Wehrpslichtgesctz anzuerkennen, kann als ein neues Zeichen dafür gelten, daß mau jetzt in Finnland der Verrussung einen mehr entschiedenen Widerstand als bisher entgegensetzen will.— Vom ostasiatischen Kriegsschanplahe. Tie Erstürulnng des 203 Meter-Hiigels. Petersburg, 18. Dezember. Wie General Stösscl dem Kaiser unter dem 25. November meldet, griffen die Japaner am 29. Noveinber nach einem verstärkten Bombardement eines von den Forts der Nordostfront an, wurden aber zurückgeschlagen. Vom 21. bis 23. No- veinber bombardierten sie die Forts heftig und überschritten trotz großer Verluste die Gräben zweier Forts der Nordostfront. Am Abend des 23. November griffen die Japaner, nachdem sie da? Feuer verstärkt hatten, einige Befestigungen dieser Front au und bemächtigten sich eines Teiles der Schanzen, wurden aber nach einem heftigen Bajonettkamps niedergemacht. Ilm 12 Uhr nachts er- ncuerteu die Japaner den Sturm und besetzten einen Teil der Schanzen, wurden aber durch Bajonette wiederum niedergemacht. Uni 2 Uhr morgens des folgenden Tages war der Kampf beendet, und die Truppen konnten sieb an die Ausbesserung der durch das Bombardement angerichteten Beschädigungen machen. Alles ist in unseren Händen geblieben. Unsere Verluste sind gering. Die Japaner haben vom 29. bis 24. November mehr als 2999 Manu verloren. Die Stadt und der Hafen werden täglich beschoffen. Eiir Teil der Gebäude ist zerstört, der Hafen hat gelitten. Die Stimmung der Garnison ist ausgezeichnet. Petersburg, 18. Dezember. In einem ausführlichen Telegramm vom 28. November meldet General Stöffel Einzelheiten über den letzten Angriff: Der 26. und 27. November waren die blutigsten Tage im Kampf um Port Arthur. In der Nacht zum 26. November begann der Angriff gegen den linken Flügel von der Taubenbucht her, doch wurden die Japaner mit schweren Verlusten zurück- geschlagen. Ebenso wurden ihre Angriffe auf Palunschan und den Hohen Berg zurückgeschlagen. Am'26. November begannen dann die Beschießung und heftige Angriffe gegen die Befestigungen der Nordostfront und die vordersten Schanzen. Zweimal wurden die Schanzen genommen und wieder zurückerobert. In der Nacht zum 27. November vertrieben wir die Japaner endgültig mit dem Bajonett. Da die Japaner auf der ganzen Front keine Erfolge hatten erringen können, eröffneten sie ein heftiges Feuer gegen die innere Festung, das bis gegen 5 Uhr morgens des 27. November unterhalten wurde. Vom 27. November an beschießt uns der Feind unaufhörlich sehr heftig und stürmt mit bedeutenden Kräften den Hohen Berg. Bisher wurden alle Sturmangriffe zurückgeschlagen. Petersburg, 18. Dezember. Wie General Stöffel in cincin Telegramm vom 2. Dezember dem Kaiser meldet, wurde der zwölf- tägige Sturm auf die Festung in der Nacht zum 2. Dezember end- gültig zurückgeschlagen. Stössel erklärt, bis jetzt sei es der heftigste Sturm seit Beginn der Belagerung ge- Wesen. Um die Abweisung des Angriffs haben sich besonders die Generäle Kondratenko, Nikitin und Gorbatowski verdient gemacht. Die Japaner sollen nach den Aussagen der Gefangeneu und der Chinesen nicht weniger als 29 999 Mann verloren haben. General Stössel meldet dem Kaiser ferner unter dem 6. Dezember: Im Kampfe um den Hohen Berg, den die Japaner, nachdem im Laufe des Tages drei Angriffe abgeschlagen worden Ware», am Abend des 6. Dezember nahmen, wurden der Inspektor der Hospitäler, General Zerpitsii und der Oberstleutnant Butusow verwundet. Ein drittes Telegramm General Stösscls vom 19. Dezember meldet, daß die im Hafen liegenden Schiffe durch die clfzölligcn Bomben der Japaner„litten" und daß der General ZcrpitSki seinen Wunden erlegen ist. London, 19. Dezember.„Daily Telegraph" wird aus Tschisu vom 18. d. Mts. telegraphiert: Ei» japanischer Bote von der Be- lagcrungsarmee überbrachte Einzelheiten über den Angriff der Japaner am 3. Dezember auf Jtzcschan und auf daS Bordi-Forts. Das Fort Bordi war von den Russen mit einem 699 Fuß langen und 399 Fuß breiten Groben umzogen worden. Der Graben war mit Kerosin öl gefüllt und dieses war mit Holz und Stroh bedeckt. Als die japanische Sturmkoloune auf dem Graben vordrang, setzten d i e R u s s e n diesen i n B r a n d und viele hundert Japaner verbrannten vollständig. Das Feuer dauerte eine Nacht und den folgenden Tag an. In der zweiten Nacht war der Graben ausgebrannt und die Japaner griffe» in kleinen Abteilungen an, wobei sie sich hinter großen Holzschildcn deckten; es kam zum Bajoncttgcfccht. Im Bajonettkampf nahmen die Japaner die neue Stellung und machten 1 59 Gefangene. Neben der japanischen Flagge wurde unaufgeklärteriveise auch eine chinesische gehißt. Einem japanischen General riß eine Granate einen Arm und ein Bein weg. Von Dalny nach Palictschan haben die Japaner zum Transport von Geschützen eine Schmalspurbahn gebaut. London, 19. Dezember. Der„Standard" meldet vom 18. d. M. aus Tokio; Alle Nachrichten von der Bclagerungsarmee lassen er- kennen, daß die Lage der Garnison verzloeifelt w i r d. Die Belagerungsarbeiten gegen die Nordostforts sind soweit fortgeschritten, daß die Japaner nur noch 12 Meter V»r den russischen Stellungen liegen. Schrifteuwechsel zwischen Stössel und Nogi. Tokio, 17. Dezember.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Der Brief des Generals Stössel an General Nogi in Sachen der Hospitäler hat folgenden Wortlaut:„Ich habe die Ehre. Sie zu benachrichtigen, daß Ihre Artillerie unsere durch die Flagge des Roten Kreuzes leicht erkennbaren Hospitäler bombardiert. Aon den Stellungen Ihrer Artillerie aus sind diese Flaggen sichtbar. Ich bitte Sie, die Beschießung zu untersagen. Dieser Schritt ist mir eingegeben durch die Hochachtung vor unseren tapferen Helden, die, nachdem sie ruhmreich gegen Ihre Soldaten gekämpft haben, jetzt verwundet in den Hospitälern des Roten Kreuzes liegen. Auch einige verwundete Japaner befinden sich unter diesen Helden. Ich versichere Sie meiner tiefen Hochachtung". Diesem Briefe war ein zweiter Brief folgenden Inhalts beigegeben:„Hierdurch beauftrage ich den Jägermeister des Kaisers und Oberleiter der Hospitäler des Roten Kreuzes, Baraschow, mit Euer Exzellenz Unterhandlungen zu führen, um unsere Hospitäler während des Bombardements außerhalb der ge- fährdeten Zone zu bringen. Es ist überflüssig zu sagen. daß ich Ihnen das Recht zuerkenne, die Erfolge Ihrer Operationen zu fördern." General Nogi ließ seine Antwort an der verabredeten Stelle übergebe». Dieselbe hat folgendesi Wortlaut:„Ich beehre mich zu versichern, daß die japanische Armee, welche die Menschlichkeit und die Verträge achtet, seit Beginn der Belagerung niemals absichtlich gegen Gebäude und Schiffe mit der Flagge des Roten Kreuzes gefeuert hat. Der größte Teil der Festung ist von den Stellungen der Artillerie nicht sichtbar, und wie Sie wissen, erreichen nicht alle Geschosse das gewollte Ziel, umsomehr, als infolge des langen, tapferen Wider« standeS die Abweichung der Geschütze immer mehr zunimmt. Mit großem Bedauern, nicht hindern zu können, daß unsere Geschosse das gewollte Ziel nicht erreichen, versichere ich Sie meiner tiefen Hochachtung." Zum Empfang der battischen Flotte. London, IS. Dezember.„Daily Telegraph" meldet a«S Tschifu vom 18. d. M.: Ein Teil der japanischen Flotte i' nach S i n g a p o r e in See gegangen. Am 15. d. M. waren 25 Kriegsschiffe bei Dalny zusammengezogen. Die j a p a- Nischen T r a n s p o r t d a m p f e r sind jetzt mit Geschützen versehen. Eine Anzahl Kauffahrteischiffe haben leichte Bewaffnung erhalten, um den B l o ck a d e d i e n st zu übernehmen. Eue der Frauenbewegung. Zweierlei Recht. Tie„Gleichheit" macht darauf aufmerksam, dag an dem Parteitage der Freisinnigen Volkspartci in F l e n s- bürg Fräulein Martha Zietz als Vertreterin des freisimiigen Parteivcreins in Hamburg unbehindert teilnehmen durfte und schreibt dazu: „Es ist das ein Novum in der Geschichte der freisinnigen Partei, dos Erwähnung verdient. Aber die Tatsache ist es auch wert, als Novum in der Geschichte der prcuhischeii Polizeipraxis verzeichnet zu werden. Man vergleiche die geübte„Kulanz" mit der Schneidig- tcit gegenüber der Anwesenheit weiblicher Delegierten zur Branden- burger Provinzial-Konferenz in Berlin, obgleich diese Delegierten von öffentlichen Versammlungen und nicht von politischen Vereinen gewählt worden waren. Nicht etwa, daß wir den bürgerlichen Frauenrcchtleriniie» das dürftige bißchen„Kulanz" mißgönnen, das ihnen die Polizei als Gnade spendet. Was wir aber mit allem Nach- druck fordern, das ist ein Messen mit gleichem Matze für die weib- lichcn Angehörigen aller politischen Parteien, das ist festes Recht, statt der Willkür. Der schmachvollen Praxis zweierlei Rechtes für Besitzende und Nichtbesitzende, der nicht minder schmachvollen Polizei- Willkür gilt unser Kampf. Lichtenberg. Eine auch von Frauen recht gut besuchte Volks- Versammlung nahm am Dienstag zunächst den Bericht der örtlichen weiblichen Vertrauensperson entgegen. Frau Wichmann bedauerte, daß ihr Bericht in finanzieller und agitatorischer Beziehung sich in recht engen Grenzen halten müsse, da nur zwei öffentliche Frauen. Versammlungen stattfinden konnten und einer Einnahme von 15 Mk. eine Ausgabe von 17 Mk. gegenüberstehen. Die Rednerin glaubt aber, daß eine Besserung in der Frauenbewegung bevorstehe. Frau Wichmann wurde wiedergewählt und eine aus fünf Frauen be- stehende Kommission, die in der Versammlung einstimmig gewählt wurde, beauftragt, im Januar die Satzungen eines zu bildenden Fraucnvereins vorzulegen. Frau Ihrer- Pankow sprach dann über die Aufgaben des bevorstehenden preußischen Parteitages und im besonderen über das große Interesse, das die Tagesordnung für die Frauen habe. Frau Jung- Obcrschöneweide empfahl die Wahl einer Delegiertin zu dieser Konferenz und teilte mit, daß die Frauen des Kreises Nieder-Barnim gemeinsam Frau Ihrer- Pankow in Vorschlag bringen. Die Versammlung machte diesen Vorschlag ein- stimmig zu dem ihrigen. Hierauf sprach Genosse Stadthagen über das Thema:„Deutschland voran!". Der Vorsitzende ermahnte danach die imposante Versammlung, dem Gehörten Rechnung zu tragen, die politische und getverkschaftliche Organisation zu stärken und zum„Feste der christlichen Liebe" der Ausgesperrten und Streikenden zu gedenken. Zur Vorbereitung der im März bevor- stehenden Gemcindevertreter-Wahlen wurde auf die Notwendigkeit der Einsichtnahme in die Wählerlisten, die vom 15. bis 30. Januar ausliegen müssen, hingewiesen und mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie die Versammlung geschlossen. Was ist Religion? Unter dieser Stichmarke erwidert Genosse Max Maurenbrecher am Sonntag auf meine Erklärung in der Nummer vom 7. Dezember. Diese meine Erklärung wandte sich gegen das in diesem Bericht Wiedergegebene, das nach Ohrenzeugen noch bedeutend gemildert sein soll. Wenn aber Genosse Mauren- brecher jetzt sagt, er sei am 16. Oktober selbst in der Gemeinde ge- Wesen und habe einen Vorträg des Dr. Wille über„C a ni p a n e l l a, ein Märtyrer des FreidenkertuniS" und eine Vor- lesung des Jugendvortrages an demselben Tage mit an- gehört und dann an dem Vortrag WilleS Aussetzungen macht, so ist das sein gutes Recht und er wird in manchem mich auf seiner Seite finden, jedoch ist Dr. Wille ebenso wenig der Papst der Freireligiösen Gemeinde, noch weniger ist sein Werk„Die Offenbarungen des Wacholderbaumes" unsere Bibel, das letztere Buch steht mit unserer Gemeinde in gar keinem Zusammenhange und Herr Dr. Wille ist einer von den fünf bis sechs Rednern, die in einem Vierteljahr 13 bis 14 Vorträge zusammen halten. Wie man also danach ein Urteil über die Gemeinde fällen kann, ist mir unerklärlich. Für die Freireligiöse Gemeinde sind nur ihre Grund- sätze maßgebend, hier kritisiere man, wenn man etwas daran aus- zusetzen hat. Gefällt einem Einzelnes an Personen nicht, so wende man sich gegen diese. Nun noch ein paar Worte über die„Bravheit", zu der „ u n p r o l e t a r i s ch empfunden" die Kinder in unserer Ge- meinde erzogen werden. Vor mir liegt der Vortrag, welcher am 16. Oktober gelesen, also vom Genossen Maurenbrecher gehört wurde. Der Vortrag knüpft an an die Herbststimmung, das unfreundliche rauhe Wetter, und zeigt, wie auch die Menschen durch unfreundliche rauhe Worte und Taten sich nur allzu oft die ivenige Lebensfreude verderben: der Vortrag regt dann zur Selbsterziehung an, sucht Freundlichkeit, Fleiß. Ordnungsliebe zc. zu fördern. Zum Schluß wird dann als Beweis dafür, daß man unter Umständen durch die genannten Dinge vieles, ja auch sein Recht finden kann, eine Geschichte von dem„herausgerissenen Blatt" angeführt, in ivelcher ein Kind durch seinen Ordnungs- und Sauberkcitssinn die Augen des Bürgermeisters auf sich gelenkt hat und der Lehrer soll „dafür sorgen, daß die Gemeinde ihre Schuld an die Familie abtrage". sDer Vater war zuzeiten des verstorbenen Bürgermeisters beim Löschen eines Brandes des Gemeindewaldes tödlich verunglückt und Mutter und Kind unverschuldet in Not geraten.)— Nun erhält die Mutter vom Bürgermeister ein Schreiben, in dem sich folgender Satz befindet sich zitiere wörtlich):„Ihr Mädchen hat sich mir durch seine Ordnungsliebe und Nettigkeit bei seinen Arbeiten bemerkbar gemacht, und dadurch habe ich in Erfahrung gebracht, daß die Gemeinde Ihre langjährige Schuldnerin ist. Verzeihen Sir» daß das aufopfernde Wirten Ihres Mannes im Dienste der Gemeinde, welches ihn daS Leben gekostet hat, an seiner verwaisten Familie bisher unbrlohnt geblieben ist." So sieht Genosse Maurenbrechers„Wohltäter" aus, der die„Bravheit" eines armen Kindes belohnt, indem er einen Beschluß bei der Gemeinde durchsetzt, daß dieselbe„ihre Schuld au die Familie abtrage" und um„Verzeihung" bittet für die„langjährige" versäumte Pflicht. DaS ist ebensowenig „unproletarisch empfunden", als eS ein Unrecht ist, durch Reinlichkeit und Ordnungsliebe die Augen selbst eines Bürgermeisters auf sich zu lenken, und ich freue mich, bei allen Mängeln unseres durch die Behörde eingeengten Schaffensgebietes meinen Kindern noch solchen„Moralunterricht" bieten zu können. AdolfHoffmann. GewerkfehaftUebeo. Speichellecker. Ein Gefühl des Ekels muß jeden Arbeiter, dem noch nicht das letzte Fünkchen von Ehrgefühl geschwunden ist, beschleichen, wenn er sorgendes Schreiben liest, das von einer Anzahl Arbeiter der Rizzibrauerei in Kulmbach an die Direttion dieses Unternehmens gerichtet wurde: „Bitte und Meinung unterzeichneter Arbeiter. Durch die stets teurer werdenden Lebensmittel haben sich viele unserer Mitarbeiter zu organisieren entschlosfen. Um dieses Verfahren in unserer Brauerei aber nicht nötig erscheinen zu lassen, richten wir mit Rückficht auf unsere Lebenslage an unsere verehrliche Direktion die ergebene Bitte, unser Einkommen den jetzigen Verhältnissen entsprechend güttgst verbessern zu wollen. Auch hat sich bei vielen die Meinung offenbart, die verehrliche Direktion möge die Güte haben, uns dazu behülflich zu sein, eine Krankenunterstützungs- und Sparkasse zu gründen, damit wir betreffs Krankeiiunterstützung auf die Orgamsatioii verzichten und die durch dieselbe entstehenden Uiianiiehmlichkeiten vermeiden können." sFolgen die Unterschriften von 24 Arbeitern.) Die Brauerei-Arbeiter Kulmbachs hatten lange unter den traurigsten Lohn- und Arbeitsverhältnissen zu leiden und das Unternehmertum lehnte hartnäckig jede Verbesserung ab, so lange der Jndifferentismus vorherrschend war. Erst als es dem Brauerei-Arbeiter-Verband gelang, Eingang zu finden, wurden mit dessen Hülfe Erfolge erzielt. Wenn nun diese 2i Arbeiter glauben, bei dem Direktor um„gütigste" Ver- vesserung ihrer Lage winseln zu müssen, anstatt ihre wohl- berechtigten Forderungen zu stellen, so kann man ihnen ja das Vergnügen lassen, aber traurig ist es. daß sie dabei, um die Direktion ihren„Bitten" geneigter zu machen, ihre dem Verband angehörigen Mitarbeiter denunzieren. LerUn und Orngegtnd. Der Kampf in der Holzindustrie ist jetzt in ein neues Stadium getreten. Unter dem Vorsitz des Herrn Gewerbegerichts-Direktors v. Schulz fanden gestern Vor« Verhandlungen zwecks Beilegung von Streik und Aussperrung statt, zu denen sowohl Vertreter der Arbeiter als der Arbeitgeber geladen waren.— Die Verhandlungen sollen am Mittwoch ihren Fortgang nehmen._ Deutkehee Relch. Der Streik in der Fahrzeugfabrik in Eiseuach ist nunmehr durch Vergleichsverhandlungen beendet. Sämtliche Arbeiter bis auf zwei werden wieder eingestellt und Maßregelungen dürfen nicht erfolgen. Die von der Direktion und den Arbeitern aufgestellten Akkordsätze gelangen zur Einführung. Die Arbeit sollte am Montag nach dem Beschlüsse einer Versammlung wieder aufgenommen werden. Gärung unter der Bergarbeiterschaft. Im Ruhrrevier fanden am Sonntag mehrere Bergarbeiterversammlungen statt, in denen eS teilweise recht erregt herging. Auf Zeche„Viktor" bei Rampel waren mehrere Verbandsmitglieder gemaßregelt worden. Redner der christlichen Organisatton wie auch des Verbandes gingen in ent- schiedener Weise mit der Verwaltung ins Gericht, ein ganzes Bündel Mißstände kam zur Erörterung. Es wurde eine Kommission ge- wählt, die wegen der Mißstände vorstellig werden soll, bestimmt soll die Wiedereinstelluiig der Gemaßregelteu gefordert werden. Die Belegschaftsmitglieder wurden auf die Möglichkeit aufmerksam ge- macht, daß man sich eventuell durch Streik mit der Kommission solidarisch werde erklären müssen. Eine Versammlung in Ospel be- 'chloß, einen eventuell wiederkehrenden Anschlag auf Zeche„Bruch- straße" mit folgenden Forderungen zu beantworten: 1. Achtstündige Schicht einschließlich Ein- und Ausfahrt. 2. 5 Mark Minimallohn. 2». Dieser Satz hat als Minimum zu gelten, auch dort, wo ein Gedinge vereinbart war und der Lohn nicht erreicht wurde. 3. Für Schlepper einen Minimallohn von 3,50 M. 3». Bei Gedingevereinbarungen findet auch bei Schleppern das unter 2s Angeführte Anwendung. 4. Lehrhauer erhalten den gleichen Lohn wie Hauer. Als Lehrhauer haben zu gelten diejenigen Leute. welche unter Aufsicht eines selbständigen Hauers mit Hauerarbeiten bc- schäfiigt werden. 5. Verlorenes Gezähe darf nicht in Abzug gebracht werden. 6. Bei Ueberstuuden werden 50 Proz. Lohnzuschlag gezahlt. 7. Die UnterstützungSkassen werden von den Arbeitern ver- waltet. Es sind bierzu von der Belegschaft in geheimer Ab- stimmung Ausschüsse zu wählen. Die Neuwahl der Ausschüsse findet alljährlich statt. 8. An nassen Betriebspunkten oder an solchen Stellen, wo die Temperatur mehr wie 25 Grad EelsiuS beträgt, darf die Arbeits- zeit sechs Stunden nicht überschreiten. S. Anstellung von Arbeiterkontrolleuren. Sodann fordern wir die Kameraden von sämtlichen Zechen auf. Belegschafts- Versammlungen einzuberufen und die in der Resolution nieder- gelegten Forderungen zu beraten und die Ergebnisse dem Verbands- vorstand zuzustellen. 10. Ferner: Der VerbandSvorstand wird beauftragt, bei einem eventuellen Streik auf der Zeche„Bruchstraße" sofort alle Ruhrberg- leute in Kenntnis zu setzen. Das sind Wetterzeichen. Wird man sie würdigen und verstehe» wollen? Christlich« Arbeiter und christliche Unternehmer. Daß die christlichen Gewerkschaften den Unternehmern aus die Dauer genau so unbequem werden wie die freien Gewerkschaften, wurde von Kennern der Verhältnisse vorhergesagt. So lange die christlichen Gewerkschaftler sich dazu hergeben, Uneinigkeit in die Reihen der Arbeiter zu tragen, sind sie Liebkind bei den Unter- nchmern. Sobald sie sich aber auf sich selcht besinnen und ihre Organisation dazu benutzen wollen, um ihre Lebenslage zu ver- bessern, ist es mit der Freundschaft zwischen Unternehmern und christlichen Gewerkschaften vorbei. Das zeigt sich zur Evidenz wieder in Kevelar am Niederrhein und in Ahaus i. W.: dort ist der Kampf zwischen ultramontanen Unternehmern und christlichen Gewerkschaften entbrannt. In Kevelar, wo immer eine starke Gegnerschaft der christ- lichen Gewerkschaften vorhanden war, sind jetzt die Schuhfabrikanten dabei, die organisierten Arbeiter rücksichtslos aufs Pslaster zu werfen. Die Firma H ü n n e ck e n, Schuhfabrik, hat Arbeiter, die mehr als 12 Jahre in ihren Diensten standen, entlassen, weil sie sich der Organisation angeschloffen hatten. RücksichtsloSTüitd den Arbeitern, die entweder ein Kapital auf ihr Wohnhaus von Unternehmern geliehen oder eine Wohnung von denselben gemietet haben, erklärt, daß sie aus der Organisation auszutreten oder auf die gepriesenen „Wohltätigkeiten" der Unternehmer zu verzichten haben. Der katholische Arbeitersekretär Giesberts aus M.-Gladbach sucht unter allen Umständen den Frieden wieder herzustellen, aber alle Versuche sind aussichtslos: die katholischen Unternehmer fühlen sich in ihrem Profit bedroht und da hört jede Rücksichtnahme auch auf ihre Parteigenossen auf. In Ahaus wollten die christlichen Textilarbeiter zur Verbesserung ihrer Lage schreiten, da fanden sie aber, daß in der Beziehung auf ihre Freunde gar kein Verlaß ist und sie genau so schlecht behandelt werden wie die freien Gewerkschaftler. Um die Arbeitsverhältnisse in der großen Jute-Spinnerei und-Weberei, die sehr schlecht sind, Wochenlöhne von 7 M. find keine Seltenheit, einer Besprechung zu unterziehen, wurde eine Versammlung einberufen. Diese wurde von dem Stadtsekretär G o r i s s e n ohne Angabe von Gründen aufgelöst. Eine neue Versammlung einzuberufen ist den Arbeitern aber unmöglich, weil ihnen überall die Lokale abgetrieben werden, nach ihrer Behauptung durch die Stadtverwaltung, natürlich in Ver- bindung mit dem Unternehmertum. Einer Anzahl Wirte soll sogar mit Konzessionsentziehung gedroht worden sein, wenn sie ihr Lokal an die christlichen Arbeiter vermieten würden. Der latholische Ar- beiterverein, der bekanntlich überall von Geistlichen geleitet wird, macht den christlichen Gewerkschaften dort auch noch Schwierigkeiten. Es wäre dem Arbeiterverein, so behaupten die Christlichen, ein leichtes gewesen, ihnen ein Lokal zu verschaffen, derselbe rührt aber keinen Finget, läßt sich im Gegenteil von dem genannten Stadt, sekretär noch einen Vortrag halten. Die Erbitterung in den katholi- schen Arbciterkreisen in Ahaus ist begreiflicherweise sehr groß und soll der Austritt aus dem katholischen Arbeiterverein be- absichtigt sein. Rusl»nd. Der Konditorenstreik in Stockholm. Tic Forderungen sind bis jetzt von 19 Konditoreibesitzern und von der Bäckcrmeistcrverciiiigung anerkannt worden. Nur die 21 Mitglieder des Konditormcistcrvercins wollen nicht daraus eingehen. Aus ein Schreiben, das die Gehülfen- orgamsatioii am 13. Dezember an den Meisterverein richtete, er- folgte die Antwort, daß Anfang Januar Verhandlyngenjtattfiiideu könnten und daß übrigens der Verein schon in seiner Sitzung am 2. November die Abschaffung des Kost- und Logis- systems gutgeheißen habe.— Es hat sich damals aber tatsächlich nur um eine unverbindliche Erklärung zur teilweise» Abschaffung des Kost- und Logissystems auf den I. April l ö'o ö gehandelt. Letzte IVacbricbten und Depefeben. Französische Deputicrtenkammer. Paris, 19. Dezember.(23. T. B.) Bei der Weiterberatung der Einkommensteuer-Vorlage tritt R i b o t für die jetzt bestehenden direkten Steuern ein, die lediglich einer Verbesserung be- dürften. Redner bekämpft das in der Vorlage vorgesehene System der Steuererklärung und das System der Progression, die ins Unendliche gehen könne. Ribot erklärt, er werde niemals einer Steuer auf das Gesamteinkommen zustimmen, die, wie in Preußen, zu inquisitorischen Feststellungen führen würde. Ribot schließt, ein Einkommensteuer-Gesetz könne, wenn es zu Erträgnissen führen solle, dies nur durch drückende und inquisitorische Bestiiiimungen erreichen: die Einkommensteuer würde, wie in Preußen, große Unzufriedenheit hervorrufen. Die Weiterberatung wird hierauf auf morgen vertagt. London, 19. Dezember.(W. T- B.) Die Untersuchung des Nordsee-Zwischenfalles wurde heute vom Handelsamte in London zur Prüfung der Schadenersatzansprüche wieder aufgenommen- Bon der Fahrt der baltischen Flotte. London. 19. Dezember.(W. T. 23.) Einer Lloydmeldung zufolge hat die baltische Flotte heute nachmittag Capstadt passiert. Bern. 19. Dezember.(W. T. 23.) Der Bundesrat hat der Bundesversammlung die mit einer Reihe von Staaten abgeschlossenen Schiedsgerichtsverträge mit dem'Antrag auf Ratifikation vorgelegt. — Der Nationalrat hat einstimmig einen Gesetzentwurf betreffend Einführung des Postchcl- und Giroverkehrs angenommen- Bom ostasiatischen Kriegsschauplatz. London, 19. Dezember.(W. T. 23.) Die japanische Gesandtschaft veröffentlicht eine Depesche aus Tokio vom heutigen Tage. Demnach berichtet der Admiral Togo gestern über den gegenwärtigen Zustand der im inneren Hafen von Port Arthur gesunkenen Schiffe. Der Bericht enthält im wesentlichen dasselbe, was schon vorher gemeldet war, und bestätigt, daß die Schiffe nicht mehr gefechtssähig sind. Was die„Sewastopol" anbetrifft, ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß sie nickt mehr seefähig ist, obgleich ein direkter Beweis dafür nicht zu erlangen war. Es sind zum mindesten noch 6 Torpedo- bootszerstörer übrig. Petersburg, 19. Dezember.(W. T. B.) Wie General Kuro- patkin dem Kaiser unter dem gestrigen Tage meldet, wurde in der Nacht zum 15. Dezember von den Russen beim Torfe Tantschisai eine Flattermine gelegt. Als die Japaner an dieser Stelle, wo sich am Tage gewöhnlich eine japanische Feldwache befindet, Vorbereitungen zum Abkochen trafen, explodierte die Mine. Nach der Explosion trugen die Japaner acht Mami weg. Tolio, 19. Dezember.(W. T. B.) Ein hier eingegangener Bericht des Admirals Togo über die Torpedobootangrifse auf das russische Linienschiff„Sewastopol" meldet u. a.: Als am 15. De- zember um 4 Uhr morgens die. Flottille Otakis einen heftigen An- griff gegen die„Sewastopol" ausführte, urnrde ein Torpedoboot, als es sich zurückzog, mehrmals von feindlichen Geschossen getroffen. Der Kommandant Leutnant Nakahori und fünf Mann wurden ge. tötet. Das Boot konnte sich nicht mehr frei bewegen. Leutnant Nakaharas Boot eilte ihm zur Hülfe und ließ trotz heftigen Feuers nicht von dem Rettungsversuche ab; als es aber das kampfunfähige Boot im Schlepptau hatte, brach die Trosse, von einer feindlichen Granate getroffen. Mehrere Granaten trafen auch Nakaharas Boot, das das sinkende Schwesterschisf verlassen mußte. Nakahara dampfte zurück, nachdem er die Mannschaft des zurückgelassenen Bootes aufgenommen hatte. Zwei andere Torpedoboote wurden ebenfalls getroffen und hatten mehrere Tote und Verwundete. Tokio, 19. Dezember.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Um �3 Uhr heute nachmittag wurde berichtet, die Japaner hätten gestern nachmittag eine große Mine unter einem Teil des Nordforts vor. Ost-Kikwanschou zur Explosion gebracht: unmittelbar daraus ging die Infanterie zum Zlngriff vor und besetzte das Fort. Es wurde ferner gemeldet, die Japaner hätten eine starke Stellung 1900 Meter südöstlich vom 203 Mcter-Hügcl besetzt und bereiteten den Angriff auf die Neustadt vor und schöben sich zwischen Liautischan und das russische Hauptquartier von Port Arthur: der Angriff gegen Sungsushau dauere fort. Um 6 Uhr abends wird die Einnahme des Nordforts von Kikwanschou aus Tolio bestätigt. Tokio, 19. Dezember.veilagenn.Unte»HOlt«»«4»l. Nr. 298. A. Jahrgang. 1. Partei- I�aclmcKten. Parteigeuössisches Berfahreu. Auch die„Schleswig-Holsteinische Volks�eitung" hat sich durch die ihr brieflich gegebene Versicherung, dast sie uns ivahrheitswidrig der Unterdrückung der Delmenhorster Resolution beschuldigt hat, nicht zur Zurücknahme der Beschuldigung bestimmen lasse». Das wiegt umso schwerer, als sie die Beschuldigung gegen uns nur dem„Harburger Volksblatte" nachgesprochen hat. Eine unkontrollierte Behauptung genügt ihr, uns der absichtlichen Unterdrückung der Wahrheit zu beschuldigen; unsere gegenteilige Versicherung aber scheint sie als unbewiesene Behauptung zu be- handeln. Wir begnügen uns mit dieser Feststellung. Die Kommunale Praxis" wird vom 1. Januar an auf Grund eines Beschlusses der letzten sächsischen Landesversammlung allen sozialdemokratischen Gemeindevertretern des Königreichs Sachsen zugestellt werden. Um die sächsischen Gemeinde-Angelegenheiten aus- führlich behandeln zu können, wird eine besondere vierseitige Beilage beigegeben, die vom Genossen Pollender redigiert werden wird. Auch die Gemeinde-Angelegenheiten aus dem übrigen Deutschland sollen ausführlicher als bisher behandelt werden. Die„Kommunale Praxis" wird deshalb vom 1. Januar an im Umfange von min- destenv IS Seiten erscheinen und gleichzeitig wird der Preis auf 2 M. pro Quartal festgesetzt. Als Senator hat unser Genosse Wilhelm Denner in Walters Hausen doch noch die Bestätigung vom herzoglichen Staatsministcrium in Gotha erhalten. PoUreUid»«». OcHchtUchcB ufw. Gin Strafverfahren wegen Vergehen gegen das badische Vereins- gefch soll gegen Genossen Dreesbach eingeleitet werden. In der ersten Sitzung dieser Reichstagssession wurde ein daraufhinzielendes Gesuch der Mannheimer Staatsanwaltschaft an die GeschäftsordnungS- lommisston überwiesen. Dieses Strafverfahren hängt mit dem V e r- bot der Perner st orfer-Versammlungen in Frank« furt a. M. und Offenbach zusammen. Genosse Pernerstorfer wollte auf seiner Reise zum internationalen Kongreß in Amsterdam in Frankfurt a. M. sprechen; man verbot die Versammlung und Pernerstorfer schrieb seinen offenen Brief an den Reichskanzler. Wesentlich deshalb dürste ihm dann auch die Abhaltung einer Versainm- lung im Hesfenlande, in Offenbach untersagt worden sein. In Mannheim endlich konnte er ungestört reden. Zum Schluß der Versammlung aber, als eine ziemlich kräftig gehaltene Resolution verlesen wurde, löste der überwachende Referendar auch diese Versammlung auf. Genosse DreeSbach als Leiter der Versammlung ließ schnell noch über die Resolution abstimmen und soll damit das badische Vereinsgesetz verletzt haben. DaS Ministerium des Innern ordnete die Straf- Verfolgung an, die freilich zunächst daran scheiterte, daß der Reichstag seine Genehmigung hierzu nicht erteilte. Die gerichtliche Kritik der preußisch-hessisch-badischen Versammlungsfreiheit wird also noch eine Weile auf sich warten lassen._ Der gefährliche Maifeier-Ball. Der für den t. Mai vom Gewerkschastskartell in Schkeuditz ge- plante Vereinsball wurde durch ein« Verfügung der Polizeiverwaltung untersagt, worin ausgeführt wurde:„Die Erlaubnis wird versagt, weil es sich un, eine Verherrlichung der sozialdemokratischen Maifeier handelt, der iin öffentlichen und patriotischen Interesse energisch entgegengetreten werden muß." Der Vorsitzende deS Gewerkschaftskartells, Genosse Fritsche, beschwerte sich beim Landratund betonte, zu einem geschlossenen Vereinsvergnügen bedürfe man überhaupt keiner Erlaubnis. Auf Veranlassung des Landratö äußerte sich der Bürgermeister als Polizeiverweser dahin, daß er eine allgemeine Beteiligung der Gewerkschaften des Ortes an dem„BeremSball" habe befürchten müssen, d. h. die Veranstaltung einer öffentlichen Tanzluftbar- kett. die von einer Genehmigung abhängig sei. Darauf wies der Landrat die Beschwerde ab. Eine weitere Beschlverde bei», Regierungspräsidenten hatte dasselbe Schicksal. Der Regierungs- Präsident bemerkte, daß nur„geschlossene Gesellschaften" im Sinne der RegierungS-Polizeiverordnungen über die Veranstaltung öffent- licher Lustbarkeiten einer Tanzerlaubnis nicht bedürften. Als ge» schlossene Gesellschaften könnten aber weder die einzelnen Gewerk- schaffen noch das Kartell angesehen werden. DaS beabsichtigte Ber- gnügen hätte einer Genehmigung umsomehr bedurft, als offenbar die Angehörigen aller beim Kartell angeschlossenen Gewerkschaften hätten teilnehmen sollen. Genosse Fritsche klagte nunmehr beim Ober-BerwaltungSgericht gegen den Regierungspräsidenten. In der Verhandlung hob er hervor, daß der Bürgermeister bei emer dem schriftlichen Bescheide vorangegangenen persönlichen Rücksprache die Genehmigung schon ausgesprochen gehabt habe, ehe er sich über die Bedeutung des TageS ganz klar gewesen sei. Als Kläger gehen wollte, habe ihn der Bürgermeister mit folgenden Worten festgehalten:„Warten Sie mal, mein Lieber. Welcher Tag war's? Ach so, der 1. Mai l Nein, zu dem Tage kann ich Ihnen die Genehmigung nicht geben. Jeden anderen Tag, aber nicht den 1. Mai. Und den Tag vorher auch nicht, denn das wäre ja nichts als eine Borfeier." Der erste Senat des Ober-VerwaltungSgerichtS wies die Klage mit folgender Begründung ab: Gerechtfertigt sel die Annahme der Polizeibehörde, daß der Ball als öffentliche, jedem Mitglied der dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften zugängliche Lustbarkeit geplant gewesen sei. Der Nachweis, daß eS keine öffentliche Lustbar- keit werden sollte und deshalb keiner Genehmigung bedurfte, sei nicht unternommen worden. Die Polizeiverwaltung habe nicht pflichtwidrig gehandelt, als fie die Genehmigung versagte. Ueber die Angemessenheit und die Zweckmäßigkett der polizeilichen Ver- fügung habe das Gericht nicht zu befinden. — Pflichtwidrigkeiten beim Submissivnswesc» hatte die„Frank- furter Volksstimme" einem Beaniten des Magistrats in Höchst a. M. vorgeworfen. In dem Termin, der zur Verhandlung der deswegen angestrengten Beleidigungsklage abgehalten wurde, ergaben zwar Zettgenaussagen, daß der Beamte ein Trinkgeld genommen hat, daß er eS aber nach längerer Zeit, als man ihn, in einer Gerichts- Verhandlung Bestechlichkeit vorgeworfen hatte, wieder zurückgegeben hat. Der verantwortliche Redakteur Genosse Quint wurde zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. Soziales. Kausmannswahlen. In Hamburg ist jetzt das Resultat der Wahl der Gehülfenbeisitzer verkündet worden. Zu wählen waren 30 Beisitzer. Davon entfallen auf den Kommisverein von 18S8 zehn, auf den Deutschnationalen santisem, tischen) Verband sechzehn, auf den Zentral verbanddrei und ein Beisitzer auf eine Sonder» gruppe innerhalb deS KommiSvereinS. Wenn man berücksichtigt, daß sich in Hamburg der Sitz des alten Kommisvereins, sowie des Deutschnationalen Verbandes besinde», die vermöge ihrer Prin» zipalsmitglieder eine weitgehende Beeinflussung ausübten, so kann man mit dem ersten Erfolge des ZentralverbandcS zufrieden fein. Er erhielt 12� Proz. der abgegebenen Stimmen. Nativualitäte» im Riihrrevier. Im Ruhrrevier find mindestens -wei Dutzend Idiome vertreten. Die Zahl der eingewanderten fremden Zungen" ist im laufenden Jahre weiter gestlegcn. Nach einer als genau bezeichneten Schätzung sind vorhanden 60 000 Polen, '25 000 Masuren, ferner zirka 15 000 Oesterreicher, Italiener usw. In den» neuen uördliche» Bergbaubezirk ist das eingewanderte Element vielfach stärker als die einheimische Bevölkerung. ilts, Amiiiis" Hus Industrie und Kandel. Verband deutscher Drahtstiftfabrikanten. Die Verhandlungen über die Erneuerung des Drahtstift-Syndikats haben am Sonnabend zu dem Resultat geführt, daß der Verband sich neu konstituierte. Die Firma Festen u. Guillcaume, die bisher sich zurückhielt, tritt dein Syndikat bei. Betreffs der Geschäftslage tvciß die„Rhein.-Westf. Zeitung" mitzuteilen, daß die Gesamtabschlüsse in den letzten beiden Monaten etwas geringer als im Oktober, aber größer als im November des vorigen Jahres waren. Die Verladungen hielten sich ungefähr auf gleicher Höhe wie im verflossenen Monat, überschritten aber diejenige des November 1003 beträchtlich. Die Gesamtverkäufe in der Zeit vom 1. Januar bis 30. November 1904 waren um zirka 8800 Tonnen höher als im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres. Verkauft wurden von den Verkaufsstellen zusammen im November 1904: 10 647 Tonnen, vom 1. Januar bis 31. Oktober 1904: 112 277 Tonnen, zusammen 122 924 Tonnen. Hierzu Bestand am 1. Januar 1904: 21442 Tonnen ergibt in Summa 144 366 Tonnen. „Helios". Der Vorstand beruft die Besitzer der 4», 4�- und öprozentigcn Aktien zur Versammlung mn 30. Dezember nach Köln ein. Auf der Tagesordnung steht der Vorschlag, daß die Inhaber von Schuldverschreibungen für die nächsten beiden Coupons auf die Hälfte ihrer Zinsforderung verzichten. Ferner soll der Rückzahlungs- tcrmin der Anleihen um 5 Jahre hinausgeschoben und die Gesell- schaft ermächtigt werden, die Rückzahlung der Anleihen nicht nur im Wege der Auslosung, sondern auch durch Rückkauf von Schuld- verschreibungcn zu bewirken. Außerdem haben die Obligationäre ihr Einverständnis mit einer Reorganisation der St. Petersburger Gesellschaft für elektrische Anlagen durch Zusammenlegung von Aktien und durch Umwandlung der gegen diese Gesellschaft be- stehenden Forderung in Aktien sowie ihr Einverständnis mit einer Veräußerung der Fabrik in Ehrenfeld zu erklären. Oberschlesischer Stahlwerksverband. Nach den gestrigen Schluß- Verhandlungen der obcrschlesischcn Walzwerke fand eine Einigung aller Teilnehmer statt. Die Statuten des neugebildctcn Ober- schlesischen Stahlwerksverbandes wurden genehmigt und die Ver- träge unterschrieben. Die notarielle Verlautbarung wird zwischen Weihnachten und Neujahr in Oberschlcsien— wahrscheinlich in Benthe» oder Gleiwitz— erfolgen. Die Bereinigung zwischen der Oberrheinischen Bank und der Rheinischen Kreditbank in Mannheim ist gestern von den General- Versammlungen der Aktionäre beider Banken genehmigt worden. Die Aktionäre der Kreditbank bewilligten zugleich die vorgeschlagene Erhöhung des Aktienkapitals auf 70 Millionen Mark. Hochofenbetrieb in Belgien. Die Lage der Hochofenwerke in Belgien ist noch beträchtlich ungünstiger als in Rheinland-Westfalen. Zu Beginn des Monats November waren von den 40 bestehenden Hochösen 33 in Betrieb, während zu derselben Zeit des Borjahres von 39 Oefen 34, also 1 mehr, angeblasen waren. Die gesamte Leistungsfähigkeit der angeblasenen Oefen stellte sich am 1. Dezember 1904 sunt» 1903) für 24 Stunden auf 670 Tonnen(640) Frischeres- roheisen, 290 Tonnen<280) Gießereiroheisen und 2656 Tonnen (2755) Roheisen zur Stahlbereitung. Im ganzen wurden im vorigen Monat 106 450 Tonnen Roheisen produziert gegen 109 950 Tonnen im November des vorigen Jahres. Für die ersten elf Monate dieses Jahres stellte sich die Roheisenproduktion auf 1 195 334, im gleichen Zeiträume des vorigen Jahres auf 1 133 426 Tonnen. Versammlungen. Eine Kreiskonferenz für den ReichStagS-Wahlkreis Rieder-Barnim tagte am Sonnabend im Lokale der Witwe Schonert in Stralau. Gegenstand der Verhandlungen war der bevorstehende Parteitag für das Königreich Preußen, Referent war der Genosse Stadt- Hagen. Redner legte die Ursachen klar, welche daraufhindrängten, einen preußischen Parteitag einzuberufen. Er sieht in demselben den Ausgangspunkt einer großzügigen und nachhaltigen Agitation gegen das bestehende Landtags- Wahlgesetz i trotzd«n wäre es nicht opportun, jetzt einen Beschluß über die fernere Beteiligung an der Landtagswahl zu fassen. Die Schulfrage wäre eine der wichtigsten Kulturfragen. Trotz aller Verheißungen haben wir„och kein ein- heitlichcs Schulgesetz. Auch jetzt wird nur ein klein Stückchen Schul- gesetz zur Erledigung kommen; natürlich im reaktionären Sinne. Unsere grundlegende Forderung in bezug auf die Religion, der Trennung der Schule von der Kirche ist festgelegt; nicht nur dies allein ist ins Auge zu fassen, sondern eine vollständige Reformierung der Schule, den Bedürfnissen der Neuzeit angepaßt. In bezug auf die Wohnungsfrage kommt Redner zu dem Resultat, daß die Woh- nungsfrage durch das rückständige Landtagsparlament nicht gelöst werden kann, eS muß diese Frage durch Reichsgesetz erledigt werden. Gegen das Kontraktbruchgesetz ist in letzter Zeit in Wort und Schrift agitatorisch vorgegangen worden. Auch hier ist der Landtag nicht berechtigt, ein neues Ausnahmegesetz gegen die ländlichen Arbeiter zu erlassen. Die vielfachen Gesindeordnungen bestehen heute schon zu Unrecht; auch hier hat Preußen nicht das Recht, ein solches Gesetz zu erlassen. Nur das Reich ist rechtlich in der Lage, derartige Gesetze anzunehmen oder besser gesagt abzulehnen. Die Junker und ihre Anhänger verlangen Einbrüche in die Reichsgesetzgebung: möge der bevorstehende Parteitag der Fels gegen das Junkertum und die Reaktion Preußens bilden.(Beifall.) Zunächst berichtete Schüler- Reinickendorf in» Namen der Mandatsprüfungskommission über die Zusammensetzung der Kon» ferenz. Es sind anwesend: der Abgeordnete des KreffeS, der Kreisvertrauensmann und als Vertreterin der organisierten Frauen de» Kreises die weibliche Vertrauensperson, die Funktionäre der Presse, Agitations» und Lokalkommission, die dreizehn Bezirksvertrauens- leute und 47 Delegierte. In der Diskussion wünscht Grauer- Lichtenberg, daß der preußische Parteitag sich regelinäßig wieder- holen möge, Material läge in Fülle vor. Die deutschen Parteitage könnten dadurch bedeutend entlastet werden. Adler st ein- Lichtenberg wünschte Material zur Schulfrage aus dem Kreise zu haben. Bezüglich deS Unterrichts als auch der Frequenz der Schul» räume stehen die Vororte Berlins an letzter Stelle. In Lichten» b e r g sind in einer Klasse 102 Schüler eingepfercht. Pinseler- FriedrichSfelde polemisiert gegen den Wohnungs-Gesetzentwurf und will das WohnungSaufsichtsrecht auch auf die kleinsten Gemeinden ausgedehnt wissen. Nachdem noch die Genossen Jakob, ReSke, Schmutz und Freiwaldt zu den Fragen sich ausgesprochen hatten, wurden folgende Anträge zur Prenhenkonferenz an- genommen: „Die Kreiskonferenz von Nieder-Barniin stellt den Antrag, daß sich die preußischen Parteitage in bestimmten Intervallen wieder- holen." „Die Preußenkonferenz soll zum Ausdruck bringen� daß die Woh» nungSaufsicht, welche im WohnungS-Gesetzentwurf für Genieinden über 10 000 Einwohner vorgesehen, auch auf die kleinsten Gemeinden obligatorisch auszudehnen ist." In der nun folgenden Wahl von Delegierten zum preußischen Parteitage wurden gewählt die Genossen Reste- Weißensee, Grauer- Lichtenberg und Freiwaldt- Pankow, al» Ersatz. mann Genosse Zoll er-Bernau. Bo« der Firma Wertheim erhalten wir folgende Zuschrift: Hierdurch bitten wir Sie um die Freundlichkeit, die folgende Be- richtigung in der nächsten Nummer JhreS geschätzten Blattei auf. nehmen zu wollen: Das in Ihrer Rummer 293 vom 14. Dezember d. I. befindliche Eingesandt des Herrn Werner enthält mehrfache Unrichtigkeiten. Dienstag, 20. Dezember 1904. 1. Herr Werner behauptet, daß in der Versammlung am 7. er. unser Hausdienerpcrsonal aus der Leipzigerstraße und Oranicn- stratzc vollzählig, das aus der Rosenthalcrftraßc zu 90 Prozent ver- treten gewesen sei. Diese Angaben widersprechen den festgestellten Tatsachen durchaus. Wir sind genau darüber unterrichtet, daß nur ein kleiner Teil unserer Hausdiener an jener Versammlung teil- genommen hat. Das gleiche gilt für die Versammlung vom 15. Dezember. 2. Auch darüber, welche Tatsachen in jener Versammlung vor- gebracht worden sind, haben wir genauen Bericht und können deshalb init Bestimmtheit die Behauptung aufstellen, daß diese Tatsachen unwahr sind, daß also die gegenteilige Behauptung des Herrn Werner irrig ist. 3. Herr Werner behauptet, der Hausdiener, welcher die Rode- Wendung von der Kundschaft hoher und höchster Herrschaften und von einem eventuellen Boykott aufgebracht hat, sei darüber nicht zur Rede gestellt worden. Das Gegenteil ist der Fall. Die vier Herren unserer Geschästsleitung, Ivclche gemcinschaftlich mit ihm diejenige Rücksprache hatten, bei welcher jene Redewendungen gefallen sein sollen, stellen diese sämtlich mit voller Bestimmtheit in Abrede. Der Hausdiener ist daher auch für seine Unwahrheit zur Verantwortung gezogen worden. Auch der weitere in der Nummer 296 vom 17. Dezember ent- haltene Artikel gibt uns zu folgender Berichtigung Anlaß: Herr Werner behauptet, die Geschästsleitung hätte die Packer bis 11 Uhr arbeiten lassen und wahrscheinlich die Absicht gehabt, sie auf diese Weise vom Versammlungsbcsuche fern zu halten. Beides ist nicht der Fall. Die Hausdiener konnten nach Hause gehen, je nachdem sie mit ihren Arbeiten fertig waren. Genau zwei Drittel waren schon vor 10 Uhr fort, die übrigen gingen bis lOVs Uhr und nur ein kleiner Teil erst um 10 Uhr 50 Minuten. Die Behauptung, daß der Vertrauensmann des Verbandes und Sprecher der Kommission, Peters, gcmaßregelt und einfach entlassen sei, ist in diesem Sinne unrichtig; er wäre ebensowenig entlassen worden, wie die anderen Hausdiener, die die Kommission gebildet haben. Peters ist entlassen worden, weil er, wie oben gesagt, einem Herrn der Geschästsleitung falsche, den Ruf unserer Firma schädigende Aeußerunge» in den Mund gelegt hat. — Es ist ferner unwahr, daß Peters ein an die drei Gewerkschaften zu richtendes Schriftstück unterzeichnen sollte. Peters gab selbst zu, daß eine von Herrn Werner behauptete Tatsache un- richtig sei, die dieser von Peters erfahren haben wollte. Peters sollte nun weiter nichts tun, als Herrn Werner brieflich auf diese Un- richtigkeit aufmerksam machen. Es war seine Anstandspflicht, einen auf ihn zurückzuführenden Irrtum zu berichtigen. Peters sagte aber, er könne dies nicht tun, er müßte sich erst mit Herrn Werner darüber besprechen. Seine Entlassung ist auch nicht, wie behauptet wird, ohne instanzenmäßige Prüfung erfolgt; die Mcinungs- äußerung, daß dl« Entlassung ein Zeichen von selbstherrlichem Be- nehmen der Firma sei, ist daher durch nichts gerechtfertigt.— Sodann wird behauptet, daß die Firma ihre guten Lohnverhältnisse und die dem Nutzen der Angestellten dienenden Einrichtungen als Neklameschild benutze. ES ist uns angenehm zu hören, daß selbst Herr Werner der Meinung ist, daß unsere Einrichtungen so gut sind, daß wir fie als Reklameschild benutzen könnten. Wir haben aber niemals solche Reklame gemacht.— Ebenso unrichtig ist es, daß die Erlangung der sogenannten Wohltaten meistens von der einseitigen Gunst der Vorgesetzten abhänge; eS erhält doch jeder Hausdiener seinen Sommerurlaub, ohne daß er sich um die Gunst seines Bor- gesetzten zu bemühen braucht, auch volles Gehalt bei Erkrankung; ebenso verhält eS sich mit anderen Einrichtungen, die wir überhaupt niemals irgend jemandem gegenüber als„Wohltaten" bezeichnet haben. Hochachtungsvoll A. Wertheim. Zu vorstehender Berichtigung wird uns seitens des Zentral« Verbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter geschrieben: „Wenn man mit Behauptimgen Tatsachen widerlegen könnte, dann wäre die Geschästsleitung der Finna Wertheiin sicher im Recht. Wir erkläre»» nochmals, daß es sich bezüglich des Ver- sammlungsbesuches von» 7. d. M. so verhält, wie wir geschrieben, und nicht wie die Finna Wertheim behauptet. So misgezeichnet der UeberwachungSdienst der Firma zu sein scheint, ebensowenig zu- verlässig sind augenscheinlich die damit betrauten Personen. Die Firma gibt selbst zu, daß ain 15. Dezember ein„kleiner" Teil— man hütet sich zu sagen,>vas»nan unter„Nein" versteht— bis 10.50 Uhr abends beschäftigt worden ist; daß dieS bei allen Hausdienern der Fall war, sit unsererseits gar nicht behauptet worden. ES ist wahrlich ein starkes Stück, wenn die Geschäftsleitung zu beha»lpten wagt. daS führende KommissionSmitalieo PeterS fei nicht gemaßregelt worden.„In diesen» Sinne ist das unrichtig", sagt man recht vorsichttg. man will also diesen Akt be- schömgen, weil er gar zu schlecht mit den toleranten Traditionen de» Hauses übereinstimmt'und weil er darüber, wie»»an im Hause Wertheiin mit Arbeitervertretern umzuspringen beliebt, Fraftur redet. Weil die Firma abermals bestreitet, daß die Ausdrücke„wir haben einen Boykott nicht n»ehr zu fürchten" und„bei uns kaufen jetzt hohe und höchste Herrschaften" gefallen sind, erlauben wir uns, den Chefs der Firma hier öffentlich mitzuteilen: Den elfteren Ausdruck hat der erste Geschäftsleiter Herr Hertz«, die zweite Behauptung hat der Herr Geschäftsführer K o s s a ck gegenüber dem KommisfionSmitgliede getan. DaS betreffende Ko>n- »niffionSniitglied ist jederzeit bereit, diese Tat- fache vor Gericht zu beeiden. Wenn die betreffenden Herren diese ihnen selbst jetzt vielleicht unangenehmen Aeußerungen dem Chef der Finna gegenüber in Ab- rede stellen, so ist die« zwar begreiflich, von großem Mute zeugt eS aber geiriß nicht. PeterS hat es diesen Herren inS Gesicht gesagt, daß eö wohl begreiflich sei, einen Hansdiener, der ihnen Auge in Auge bei der Wahrheit bleibt, zu entlaffen, als sich selbst eventuell der Entlassung ausz»lsetzen. Weder Peters noch die Organisation hat je bestritten, daß die Geschäfts- leitung seinerzeit zwei Mann zwecks Entgegennahme der Beschlverdeir empfangen wollte; das konnte Peters durch kein Schriftstück an die Organisattonen bestättgen, weil ja das Gegenteil nie behauptet worden war. Daß aber die von der Verfaminlung gewählte achtgliedrige Kommission gehört worden sei. das konnte Peters nicht an die Organisationen berichttgen, weil dies ja bis heute noch nicht geschehen ist. Und nur weil Peters sich geweigert, entgegen den «stehenden Tatsachen fich selbst Lügen zu strafen, ist er entlassen worden. E» ist ja so bezeichnend, daß man von PeterS unter offener Androhung der Entlassung seine Unterschrift erzwingen wollte. Daö sieht förmlich wie eine Erpressung au?. Um den Gewaltakt der Geschästsleitung zu parieren und den Chefs ins Gesicht zu sagen, wie es mit der Wahrheit steht, hat PeterS sich beim Chef Herrn Werthein» selbst melden lassen. Und ivaS ist ihm seitens de« Geschäftsleiters Herrn H e r tz e daraufhin gesagt worden? „Der Chef»st in dieser Angelegenhe»t für Sie nicht zu sprechen!" Ganz Kühnemänner-, ganz Scharf- macherart! Und will die Firma etlva bestreite», daß fie in den Personal- räuinen der drei Geschäfte Plakate anschlagen ließ, a»if welchen sie vor den Hetzern warnte? Will die Firma bestreiten, daß die Geschästsleuung erklärt hat, sie verhandle nicht init der Organisation? Will die Firma behaupten, daß sie die gegenseitige Abmachung, bei Bedarf von Arbeitskräften den Nachweis ver Organisatton zu berück- sichtigen, irgendwie innegehalten hat? Darüber helfen ellenlange Berichttgungen nicht hinweg. Die OrtSverwaltung des ZentralverbandiS der Handels-, Transport- und VerkehrS-Arbeiter. I. A.: A. Werner. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 20. Dezember. Anfang 7, Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Mutter Erde. Drama in 4 Aufzügen von May Halbe. Mittwoch, abends 8 Uhr: Mutter Erde. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Weihnachtskomödie in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Mittwoch, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Heimg'funden. Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Achtung! Achtung! Vierter Berliner Reichstags- Wahlkreis( 6sten). Große Matinee Opernhaus. Die luftigen Beiber Kleines Theater Neues Theater. Montag, den 26. Dezember 1904( zweiten Weihnachtsfeiertag), von Windsor. Neues königl. Opern Theater. Theodora. Deutsches. Helden. $ Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Berliner. Ein Teufelskerl. Leffing. Traumulus. Westen. Der Maskenball. Thalia. Geschloffen. National. Die Hugenotten. Zentral. Der Zigeunerbaron. Anfang 8 Uhr: Belle Alliance. Ein Blißmädel. Schiller 0.( Wallner Theater.) Mutter Erde. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Heimg'funden. Kleines. Salome. Nejidenz. Herkulespillen. Carl Weiß. Aus der Märchenwelt. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Gastons Frauen. Deutsch- Amerikanisches.New- York. Metropol. Die Herren von Marim. Kasino. In Vertretung. Zuijen. Doktor Fausts täppchen. ZauberApollo. Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Palast. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbed. O Passage Theater. Ludolf Waldmann. Klara Lingen. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr abends: Frühlingstage an der Riviera. Juvalidenstraße 57/62. marte. Stern. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Dienstag, den 20. Dezember 1904: Die Hugenotten. Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Gastspiel Berner: Die Millionenbraut. Freitag: Novität! Zum erstenmal: Dornröschen. Märchenoper von August Wemeler. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Salome. Mittwoch: Der grüne Kakadu. Bor her: Abschiedssouper. Donnerstag: Salome. Urania, Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte InvalidenHörsaal: Anfang 8 Uhr. Die lustigen Weiher von Windsor. Mittags 12 Uhr, in L. Kellers Festsälen, Koppenstr. 29. Die Konzertmusik wird ausgeführt von dem neuen Berliner Konzert- Orchester unter Leitung seines Dirigenten Herrn Rudolf Tietz. Mittwoch: Die Morgenröte. Auftreten der Volkssänger- Gesellschaft Hermann Lewandowski. Donnerstag: Die lustigen Weiber Billetts 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. von Windsor. Lustspielhaus Friedrichstraße 236. Täglich abends 8 Uhr: str. 57/62. Der Familientag. Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S PANOP Morgen nachmittag: Das böse Prinzeßchen. Carl Weiß- Theater. ANOPTICUM. Broße Frankfurter Straße Nr. 132. Friedrichstr. 165. Achmet Effendi mit sein. sprechenden Puppen. Abdul Chan, der geheimnisvolle Zauberer aus Bagdad. Orientalische Märchenwelt. Passage- Panoptikum. Der Riese Machnow. Der größte Mensch, der je gelebt hat! Bis inkl. Sonnabend: Geschlossen. An allen drei Feiertagen, abends 72 Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Nachm. 3 Uhr, bei halben Preisen: Die Kette. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Heute: Geschlossen. in allen 3 Feiertagen: Große Feft- Vorstellungen! Wechselndes Programm. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Ohne Extra- Entree! Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich v. Schiller. Passage- Theater.itwirkung d. gefamten Personals Anfang d. Abendvorst.. Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr., Bernhard Rose- Theaters. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf., numer. Plaz 50 Pf. Nächste Vorstellung, Sonntag, den 25. Dezember( 1. Feiertag): Große Doktor. Ludolf Waldmanntra- Borſtellung: Fräulein Zentral- Theater Carla Lingen Abends 7, Uhr: 3. Egtra- Borstellung, ermäßigte Preise. In erster Besetzung: Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Aften von 3. Strauß. Mittwoch nachm. 4 Uhr: Stinber Borstellung. Halbe Preise. Jeder Erwachsene hat ein Kind frei: DäumeJinchen. Abends: Der Bettelstudent. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Doktor Faust's Zauberkäppchen. Die Mittwoch nachm.: Rotkäppchen. Abends: Dr. Fausts Zauberkäppchen. Freitag: Zum erstenmal: zärtlichen Verwandten. Sonnabend: Geschlossen. Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor). Täglich 8 Uhr, Somnt. 7-8 Kenzert. 9, uhr: In Vertretung. etc. Borher: Corradini An den Festtagen 7: In Vertretung. 25. Dezember 4 Uhr: Mutter Gräbert. 26. Dezember 4 Uhr: Wildes Blut. Trianon- Theater. Dienstag und Mittwoch bleibt das Theater geschlossen. Donnerstag, den 22. Dezember er., zum erstenmal: Die glückliche Gilberte ( Heureuse). Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Berliner Luft. Musik von Paul Lincke. 8 Uhr: Die amerikanischen Sensations- Novitäten! 1. u. 2. Weihnachtsfeiertag, nachmittags 3 Uhr, abends 8 Uhr: Berliner Luft 14 neue erstklassige Nummern. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jeden Abend 8 Uhr, Gastspiel Adolf Philipp NEW- YORK 5 Bild. mit Ges. aus dem Nachtleben einer Weltstadt. Text u Musik vAd Philipp. An allen 3 Feiertagen Nachm.3Uhr Halbe Preise Uber grossen Teich Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Moderne Bauspekulanten. Bosse mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. 6 875 Täglich Herkulespillen. Wettrennen Schwant in 3 Aften von Baul Bilhaud und M. Hennequin. Deutsch von M. Schönau. Sonnabend, den 24. Dezember cr.: Geschlossen. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nora. Montag nachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Die stürmisch bejubelte Situations: Komödie: Prinz Levy in Ahlbeck Schwank in drei Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter: Anton Herrnfeld. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. Montag, den 26. Dezember( zweiter Weihnachts- Feiertag): Nachmittags: Vorstellung. Anfang 3 Uhr bei halben Preisen: Nur eine Nacht. zwischen dem 262/9 Das Komitee. Konzerthaus Sanssouci Kottbuser- Strasse 4a. Montag, den 26. Dezember 1904( zweiter Weihnachtsfeiertag): Grosse Matinee veranstaltet von den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises( Süd- Ost) unter Mitwirkung von Hoffmanns Norddeutschen Sängern. Anfang 12 Uhr. Zahlreichen Besuch erwartet Zirkus Busch. Gala- Abend. Katharina II. Die Original- Japaner. Die dress. Affen des Clown Armando. Der Burkhardt- Footttit, Schulreiter. Eine Zebra- Komödie und die züglichen Programmnummern. borZirkus Schumann. Nur noch einige Mal: Berlins größte Sensation: Der phänomenale 214/12 23 Billett 30 Pf. Das Komitee. III. Wahlkreis. Sonntag, den 25. Dezember im grossen Saale von Buggenhagen( Moritzplatz): Grosse Matinee ausgeführt von den Fritz Steidl- Sängern. Sprung in den Mondnfang 11 Uhr. Programm an der Kasse. Entree 30 Pf. mit dem Moto- Cycle, ausgeführt von der tollkühnen Mile. Hélène. Französin Rege Beteiligung erwartet Das Komitee. Münstedts Liliputaner Zentral- Verband der Dachdecker. reizende mit ihrem abgewechselten Programm. Ferner: Die großartigen Dezember- Spezialitäten u. Direkt. Albert Schumanns neue moderne Dreffuren. Sanssouci. Filiale Berlin. 56/ 12* und Mittwoch, den 21. Dezember 1904, abends 8 Uhr, bei Feind, Stottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Dienstag und Mittwoch: Weihnachtsbilder. An diesen beiden Theaterabenden hat jeder Erwachsene ein Kind frei. Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger 1. Tanzkränzchen. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: amerikanischen RadfahrerWalthour Militär- Konzert. und 1. Berliner Rennfahrern, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: 2. dem amerikanischen Fritz Steidl- Sänger. Rennpferd ,, Dolly", geritten vom Jockey Kreamer. Das Dezember- Programm enthält 15 hervorragende Nummern. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal Tanz. Otto Pritzkows. Reichshallen- Theater. Abnormitäten- Ausstellung Stettiner Sänger. Neu! Der Bassistenkampf i in Perleberg. Sum Schluß: Exzellenz kommt Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Montag, 26. Dezbr.( 2. Feiertag): und die amerikanischen Sensations- 3wei Atte aus einer Ehe mit Anton Große Benefiz- Fest- Soiree. Novitäten des phänomenal. Dezember- und Donat Herrnfeld. Programms. Metropol- Theater Palast- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Wegen Vorbereitung für das Festprogramm bleibt das Theater bis Sonnabend, den 24. d.: Geschlossen. Sonntag( 1. Feiertag): Die Attraktionen des neuen Spezialitäten- Propramms. 9 9 uhr: Eingeschneit. uhr. Weihnachtsbild in 1 Aft. Nachm. 3 Uhr, fleine Preise: Der Goldbauer. Gauspiel in 5 Alten von Charlotte Birch- Pfeiffer. Heine Breite: Das Schloß am Meer Montag( 2. Feiertag), nachm. 3 Uhr, geschneit. Dienstag( 3. Feiertag) 9 Uhr: EinZum erstenmal: Bei Vateru. Ein Weihnachtsbild von Meysel Anfang 12 Uhr. Entree 50 Pf. Gustav Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Neu! Mr. Isano mit feinen Das neue Dezember- Programm. lebensgroßen sprechenden Automaten. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Anf. 7%, Uhr. Kaffenöffnung 6%, br. Neu! Der Reformdichter. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Borverkauf ab 10 Uhr. Münzstraße 16. English Vorstellung lebender Kuriositäten! Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! Nur bis Weihnachten! ausverkauf, aus Engros- MusterGroßer Spielwaren- u. Puppenlagern stammend, zu staunend 13362* billigen Preisen. Gr. Frankfurterstr. 140. Weinstraße 11: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wie gedenken wir für fernerhin unseren Arbeitsnachweis zu gestalten? 2. Aufstellung der Kandidaten zum InnungsSchiedsgericht pro 1905. 3. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Ortsvorstand. Kleinau& Borchardt Berlin S., Mathieustraße 13( Eingang auch Ritterstraße 36.) Galanterie-, Leder- und Bronzewaren. Reise- Muster- Verkauf bis 24. Dezember. Album, Schreibmappen, Postkarten- Album, Reise- Artikel, Rahmen, Porzellan- u. BronzeNippes, Damentaschen etc. Besonders grosse u. preiswerte Auswahl in Portemonnaies, Zigarren- Etuis, Brieftaschen, Visites etc. Kurze Zeit, zu billigen Preisen! Zum Weihnachtsfeste empfehlen als Spezialität: ff. abgeriebene Napfkuchen und Stollen in bekannter Güte. 1483L J. G. Junker's Erben, Blumenstr. 50a, Mehl- u. Verkauf. BärmeBestellungen Brot- und feine Kuchen- Bäckerei. auf Torten, bunte Schüsseln etc. werden prompt und billigst ausgeführt. Frühstück senden frei ins Haus. Lieferant d. Konsumvereine ,, Ost"," N ordost" und des Rab.- Sp.- Ver. ver. Geschäftsl. d. östl. Berlins. AUSVERKAUF. Wegen horrender Mietssteigerung jährlich 1500 Mart bin ich gezwungen, mein großes Lager in 4662* Pelzwaren, Hüten, Schirmen zu verkaufen. Die Preise sind bedeutend herabgefekt. Dresdenerstr. 2, Otto Gerholdt, de faliberfrage. She Spezial- Hut- Engrosgeschäft Grösste Auswahl an Formen und Qualitäten, weit billiger als Ladengeschäfte. Als allein dastehend ein Posten steifer Herrenhüte, moderne Formen, mit Atlasfutter, per Stück 1,85 Mk. so lange der Vorrat reicht. Beim Einkauf von 2,50 M. an vergüte ich Achten Sie bitte auf mein grünes Fahnenschild. 5 Proz.( Annonce ausschneiden.) Alvin Sußmann, Holzmarks. 38, parterre. A. JANDORF& Co Schöneberg. SPITTELMARKT 16/17 BELLE ALLIANCE STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER STR. 113 Ecke Leipziger Strasse 5 Mark ¼ Dutzend Prinzess 10 Mark 1/2 Dutzend Prinzess Am Bücherplate Ecke Andress- Strasse Wir verabfolgen bis Sonnabend den 24. Dezember Gratis Photographie- Bons bei einem Gesamteinkauf von 5 Mark an. Bei Bezahlung bitten wir an der Kasse einen Photographie- Bon zu verlangen. nosis Puppen Kaufe bei Jandorf Spielwaren Pfefferkuchen- Baumschmuck BRUNNEN- STR. 19/21 Ecke Veteranen.Strasse 15 Mark ¼ Dutzend Griseldis 20 Mark ½ Dutzend Griseldis Spare bei Jandorf Auf Wunsch werden für Prinzess ,, Visit"- und für Griseldis ,, Cabinet"-Bilder angefertigt. Unsere photographischen Ateliers sind von morgens 8 Uhr bis abends 9 Uhr geöffnet. Unsere Geschäfte sind in dieser Woche bis 10 Uhr abends geöffnet. Gold-, Silber- und Alfenidewaren, Stand-, Wand-, Taschen- u. Weckeruhren ( dreijährige Garantie) in größter Auswahl und moderner Ausführung. Spezialität: Goldene Ringe und Retten. Ausgedehntes u.reichhaltig sortiertes Lager in prachtvollen Schmucks, Ohrgehängen, Nadeln, Medaillons etc. Passende Weihnachtsgeschenke jeder Art! Hochzeits-, Paten-, Jubiläumsgeschenke und Vereinsgaben! Schöne und moderne Tafelaufsätze, Streng reelle Bedienung! Gegr. 1877. Fruchtkörbe, Bowlen, Trinkhörner etc. Billigste, feste Preise! Reinh. Wankel Gegr. 1877. Brunnenstraße 163 ( zwischen Anklamer- und Invalidenstraße). 13022* Jede Uhr& 0000 zu reparieren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mf. 50 Pf., außer Bruch, fleine Reparaturen billiger. Großes Lager in Uhren, Goldwaren, Ketten zu erstaunlich billigen Preisen. Dufaten- Trauring, 900 geft., 1 Dukaten 15,50, 2 Dukaten 20,50. Für sämtliche Waren schriftliche Garantie. Echt Rathenower Brillen, Bincenez, Operngläser. Mein ſeit 16 Jahren bestehendes Geschäft habe T. Stolz, Chausseestr. 78. ich bedeutend vergrößert und befindet sich dasselbe immer noch Chauffeestr. 78. Vorzugs- Preise für Felle Fell- Teppiche 11. nur so lange der Vorrat reicht, echt chinesische A Ziegenfelle in grau, weiß, wolfund braunbärfarb a 10, 8, 6.50 und 5 Mark. Angora- Lammfelle Pracht Exemplare, schneeweiß, besonders langhaarig, 7.50 80X175 groß, nur Echt sibirische Wölfe mit Kopf u. Gebiẞ a 25, 20, 18, 12 u. M. 8,50 Dingofell- Teppiche m. Futter u.wattiert, a 18, 12, 10 und 75 6,1 Echt englische M. Angorafelle besonders langhaarig, m. Seidenglanz, in allen existierenden Farben, a 12.50, 10, 8, 6 u. 4 Mark. Ferner große Answahl in echten Fellen m. Kopf u. Gebik, wie Tiger, Panther, Braunbär, Puma- Löwe und Eisbär sowie alle Arten echter Fell- Teppiche, Wagen- u. Schlittendecken, Pelz- Fußsäcke, Pelzschuhe, Jagd- Muffen, Pelz- Diwandecken u. Pelz Vorlagen m. Fußtasche jetzt zu enorm billigen Preisen. = Teppich- Haus B. Hurwitz, Rotes Schloß, vis- à- vis dem National- Denkmal. Teleph. Amt 1. 8311. Hochfeine 6 Pf.- Zigarren * 100 Stück 3 Mark berkauft und versendet Fritz Hering, Lichtenberg, Frankfurter Chaussee 139. Achtung! Uhren und Goldwaren fowie Menzenhauer Zithern zu sehr billigen Preisen. Ratenzahlung auf Wunsch gestattet. Juhre, Demminerstr. 3 vorn 1 Treppe. verleihrauch einzelne Platten ALFRED DAEGE Charlottenburg, Pestalozzistr. 95. Sozialdemokratischer Wahlverein. Heute Dienstag, den 20. d. M., abends 8 1hr, im Obst'schen Saale, Meiningerstraße 8: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Aufgaben des Reichstags. Referent: Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Zu einem recht zahlreichen und pünktlichen Erscheinen ladet ein Der Vorstand. Verband städtischer Arbeiter Sektion IV: 7565 Allen Freunden, Kollegen und Genossen Lichtenbergs die tieftraurige Nachricht, daß meine liebe Frau und herzensgute Mutter Frau Emma John geb. Hafmann am Sonntag früh 13, Uhr nach furzem, aber schwerem Leiden entschlafen ist. 856b Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. d. M., nachmittags 22 Uhr, vom Trauerhause Frankfurter- Allee 163 aus nach dem Friedhofe in Lichtenberg, Krugstege, statt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen Hugo John. Frieda Bremer. Ferdinand Bremer. Montag früh 1234 Uhr ist nach langen schweren Leiden meine liebe Frau, unsere. gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester 15392 und Schwägerin Arbeiter und Handwerker der Englischen Emma Butry Gasanstalt Berlins u. Umgegend. Mittwoch, den 21. d. Mts., abends 8 Uhr, bei Obst, Schöneberg, Meiningerstr. 8( Ecke Martin Lutherstraße): Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen H. Schubert:„ Friede auf Erden!" 2. Diskussion. 3. Anträge für den Arbeiter- Ausschuß. Um zahlreichen Besuch der Kollegen auch der unorganisierten ersuchen Die Vertrauensleute. geb. Hinze im Alter von 38 Jahren sanft entschlafen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 22. d. M., nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhoses, Marstraße, aus statt. Die pinterbliebenen: Albert Butry nebst Töchtern. Deutscher Deutscher Holzarbeiter- Verband. Holzarbeiter Verband. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353.. Am Sonnabend, den 24. Dezember, und am Sonnabend, den 31. Dezember, werden auf den Zahlstellen von 5-7 Uhr Beiträge entgegengenommen. Am Dienstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag), findet in vier Lokalen das Weihnachts- Vergnügen des Verbandes, verbunden mit Kinderbescherung statt. Für die Bezirke Osten und Nordosten bei Keller, Koppenstr. 29. Für die Bezirke Südosten, Süden, Südwesten und Westen im, Deutschen Hof", Luckauerstr. 17. Für die Bezirke Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt, Wedding und Gesundbrunnen und Moabit in den„ Bornssia- Festfälen". Ackerstr. 6/7. Für die Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter im Gewerkschaftshaus", Engel- llfer 15. 93/ 16* Billetts sind auf allen Zahlstellen sowie im Bureau des Verbandes, Engel- Ufer 15, zu haben. Die Ortsverwaltung. Anfang 8 Uhr. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler August Säger am 17. Dezember nach kurzem Strantenlager verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Dezember, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des neuen Kirchhofes der Zions gemeinde in Nieder- Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 93/10 Die Ortsverwaltung. Danksagung. " Hiermit sagen allen Verwandten, Freunden, Bekannten und Kollegen sowie dem Gefangverein Namenlos" für die große Beteiligung und Kranz66 Spenden bei der Beerdigung unseres Vaters Muster- Röcke Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies" elegant, von 1,50 an * Wollwaren und Wäsche werden jetzt spottbillig einzeln zu Engrospreisen verkauft. Taschentücher weiß, gesäumt, Gelegenheitskauf, Dutzend 98 Pf. Neuer Markt 1-2, parterre. Möbel, 7462* ganze Wohnungs Einrichtungen sowie einzelne Stücke äußerst billig. Eigene Tischler- Werkstatt. Berlin O. zu Berlin ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht).. Bureau: SO. 26, Kottbuser- Ufer 44 H. r. I. Geöffn. v. 8-10 u. 4-7 Bekanntmachung. Uhr. Der Aufsichtsrat der obenbenannten Genossenschaft hat unter dem Datum des 17. Dezember 1904 den bisherigen Vorsitzenden der Genossenschaft G. Koska vom Amte des ersten Vorsitzenden enthoben. Die Erklärung der diesbezüglichen Angelegenheit geben wir in einer demnächst stattfindenden Generalversammlung, welche auch über die Suspendierung endgültig zu befinden haben wird. Der Aufsichtsrat hat dem Genoffen W. Peschel, Rigdorf, Weserstr. 15, den provisorischen Vorsitz übertragen, und bitten wir, alle Buschriften und sonstigen Sachen an 128/19 Wiehr, petersburgeritr. 62. denselben oder an unser Bureau gelangen zu laſſen. Echte Kornbranntweine Arbeiter- Baugenossenschaft ,, Paradies" zu Berlin ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Der Aufsichtsrat. R. Stramm, Bors., Rigdorf, Friedelstr. 58. Den geehrten Mitgliedern der Karl Grumbach 15382 den herzlichsten Dank! Die trauernden Hinterbliebenen Danksagung. Hiermit sprechen wir allen Berwandten und Bekannten sowie Herrn Brediger Thiessen, dem Verband der Buchbinder und dem Personal der Firma Mösers Hofbuchdruckerei für die Teilnahme bei dem Begräbnis unserer lieben, unvergeßlichen Gattin 848b und Mutter Frau Klara Kober unseren tiefgefühlten Dank aus. Berlin, 19. Dezember 1904. Die trauernden Hinterbliebenen Friedrich Kober. Martha Kober. Georg Kober und Frau. Danksagung. aus reinem Roggen u. Malz gebrannt sind besser u. bekömmlicher als billiger Cognac oder Liqueur. Echter Wietscher 65 Pf., Priegniger 1,00, Richtenberger 95 Pf., Breslauer 1,25, Münsterländer|" 1,10, Nordhäuser 1,00, Wismarer 1,00, teile ich hierdurch ergebenst mit, daß der Aufsichtsrat mich vom Amte entTafel- Aquavit 1,10, Steinhäger, Doorn hoben hat, weil ich es abgelehnt habe, mich seinen dem Statut nicht entfaat, Ruhrperlen, Bommerlunder 2c. sprechenden, berlebenden Forderungen zu fügen. F. Willumeit, Alexanderstr. 62, Skalitzerstr. 135, Reichenbergerstr.87, Potsdamerstr.48, Ging.Surfürstenstr. u. 850b Brückenstrasse 5, Eing. Rungestraße. Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies zu Berlin" wir hiermit allen, insbesondere Leihhaus H. Graff Berlin SW., Beuthstr. 5. Brillanten, Uhren, Goldwaren, bedeutend unterm Ladenpreis. Wer- Stoff- hat, jertige Herrenanzug, 20 M., ohne Stonkurrenz, feinste Zutat., 2 Anpr. Für guten Siz bekam gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauer straße 23, II.( Alexanderplat). Begrünbet 1892. 13272* Würzburger Hühneraugenmittel von Dr. H. Unger- Würzburg.20 Pf. In Berlin: Salomon- Apotheke, Charlottenstraße. Greif- Apotheke, Barnimstr. 33. Jn Breslau: Victoria- Apotheke, Friedr. Wihelmftr.34. 1199L* PelzStolas, Muffen etc. werden in nur reeller und ge diegener Ausführung beendeter nach Engros- Saison zu außerordentl. billigen Preisen verkauft in der Fabrit Neue KönigStr. 16, I. Sonntag geöffnet. Näheres in der Generalversammlung, die nach dem Gesez ohne Verzug" stattfinden muß. G. Kosska, bisheriger Vorsitzender, SO., Wienerstr. 29. Mitglieder der Arb.- Baugenossenschaft„ Paradies" Berlin. Für die herzliche Teilnahme und Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters, des Schriftsezers Otto Schuder der Firma Sittenfeld Herren Kollegen und Freunden unseren herzlichsten Dank. 849b Die trauernde Witwe nebst Kindern. Danksagung.+146 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage allen Zeilnehmern meinen tiefgefühlten Dank. Friedr. Rattay nebst Kindern. Die unterzeichneten Mitglieder des Vorstandes halten den Beschluß des Dr. Simmel, Prinzen Aufsichtsrats gegen den 1. Vorsitzenden, Genossen G. Koßka, für eine ungerechtfertigte schwere Schädigung der Genossenschaft und erklären, eine Berantwortlichkeit für die Folgen nicht übernehmen zu können. E. Liebe, 1. Schriftführer. H. Kreuer, 2. Vorsitzender, P. Schmidt, 2. Schriftführer. SpielwarenAusverkauf wegen Aufgabe dieses Geschäfts 25-50 Proz. billiger als seither. L. Katz& Co. Ecke König- u. Spandauerstraße. u. Lager kompletter Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. 8516 Kranz- und Blumenbinderei Möbel- Fabrik Wohnungs- Einrichtungen zu Fabrikpreisen Eigne Werkstätten Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, empfiehlt am Kottbuser Tor. * von Robert Meyer, unr Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert. 5% Pfund Brot ( Backware 6 Stď. 10 Pf.) 50pf. Albrechts Bäckereien: Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Pücklerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Centrale: Borhagenerstr. 13. Das älteste Rester- Geschäft des S.-O. von Wilh. Mühlbach empfiehlt Nester von Plüschen, Krimmer, Eskimos zu Damenund Kinder Jacketts zu den billigsten Preisen. Grösste Auswahl in fertiger Konfektion. 10 Oppelnerstr. 10 Wäsche Gardinen, Stepp u. Tischdecken, Teppiche, auf Wunsch Teilzahlung 13532] Bandt, Huffitenstr. 42. Conrad Tack& Cie. Deutschlands BURG Dedenaste Schuhwaren- Fabriken Be bedeutendste Stets willkommene und beliebte Weihnachts- Geschenke! Umtausch bereitwilligst auch nach dem Feste gestattet. Kinder- Knopf- und Schnürstiefel, fein rot und 1.99 schwarz Leder, warm gefüttert Mädchen- und Knaben- Knopf- und Schnürstiefel, fein Damen- Knopf- und Schnürstiefel, prima Kalbleder, 10. 50 elegant, Original„ Goodyear Welt" Tanz90 M. Herren Schaftstiefel, starkes Rindleder, zum Strapazieren sehr geeignet 90 6.990 .M. 40 Herren Filz Schnallenstiefel mit Lederbesatz, moderne Form, leicht und elegant warmer und bequemer Straßenstiefel Herren- Schnür- und Schnallenstiefel, Boxhorse, 78 80 M. Schuhe 8.30 in reizenden M. 25 Herren Zugstiefel, prima Spiegelleder, beliebte 9.09 .. M. 11.- und 00 M. M. Neuheiten. Wildroẞleder mit imitiertem Lammpelzfutter 4.50 in moderner Ausführung, Größe 25-26.. Damen- Filz- Schnürstiefel mit stark. Rindlackbesatz, 5.10 warm gefüttert, sehr bequemer Winterstiefel Damen- Knopf- und Schnürstiefel, Boxhorse, modern, 6. auffallend preiswert.. 25 Damen- Knopf- und Schnürstiefel, fein Wildroẞßleder, mit imit. Lammpelzfutt., beliebt. Winterstiefel Damen- Knopf- und Schnürstiefel, echt Boxcalf, in 8.50 bekannt solider Ausführung C., Rosenthalerstr. 14. C., Spittelmarkt 15. W., Potsdamerstr. 50. S., Oranienstr. 65. M. Uniformstiefel Herren- Tuch- Zugstiefel mit Rindlackbesatz und 10.00 Doppelsohle, vorzüglicher Winterstiefel. Eigene Geschäfte in Berlin und Umgegend: SW., Friedrichstr. 240-241. NW., Beußelstraße 29. NW., Turmstraße 41. NW., Wilsnackerstraße 22. 0., Andreasstraße 50. 0., Gr. Frankfurterstr. 139. N., Danzigerstraße 1. N., Müllerstraße 3. Neu Jeröffnet. Rixdorf: N., Reinickendorferstr. 14. W., Schillstraße 16. Charlottenburg: Wilmersdorferstr. 122-123. Bergstraße 30-31. Potsdam: Brandenburgerstr. 54. 32440 76 eigene Geschäfte Jährliche weit über eine Million 1500 Arbeiter u. Beamte Fertigstellung Paar! Genrad Tack B K& C Musikinstrumente- Musikwerke mit auflegbaren Noten 1098L* Violinen, Zithern jeder Art. Guitarre- Zithern mit Unterlegnoten von 6 Mark Ziehharmonikas, Mundharmonikas, Phonographen usw. in reichster Auswahl zu soliden Preisen empfehlen an. Hermann Howe& Co., Berlin No., Gr. Frankfurterstr. 39. Harmoniums nach amerikanischem Saugsystem. Nur neueste Moden. Dieser steife, schwarze gut mit Butter, Zylinderhüte u. Chap. claques moderne Form, koftet M. 1.90. in großer Auswahl. Spezial- Hut- Engros- Lager, nur neueste Moden. Abteilung für ben Einzelverkauf 1280L* Neue König- Strasse 48, 1 Treppe, drittes Haus vom Alexanderplatz. Größte Auswahl, außergewöhnlich billige Preise. Filzhüte für Herren, neueste Form, mit Butter M. 1.50, Qualität M. 2,50, extra feine M. 3.-, beste Qualität 4.50. mit Atlasfutter M. 2.-, hochfeine Sonntags geöffnet. Das Schreien der Kinder, welche mit reichlicher unverdünnter Milch ernährt werden, beruht meistens auf dem zu großen Gehalt derselben an Käsestoff, welcher die grobe Gerimmung der Kuhmilch im Magen veranlaßt und durch Gärungen im Darm das Zwerchfell in die Höhe treibt, wodurch sich die Kinder belästigt fühlen. Der Zusatz von Kufetes Kindermehl vermindert die grobflodige Gerinnung des Käsestoffes und die Gärungen im Darm, so daß der Stuhlgang leichter erfolgt. NESTLE's Kinder. mehl Unübertroffen bei: Brechdurchfall Diarrhoe Darmkatarrh Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw Zum Weihnachtsfest kaufen Sie am besten auf Teilzahlung wöchentlich nur 1,- M. Herren- und Damenuhren, Standuhren, Regulateure, Freischwinger, Broschen, Ohrringe, Ringe, Ketten etc. sowie auch echte Menzenhauer Zithern. Phonographen und Plattensprechmaschinen. Juhre& König, nur Warschauerstr. 72, 1. Wir unterhalten keine Filialen. Sonntag bis 8 Uhr geöffnet. Hüte, Mützen, Pelzwaren deutsche, italienische und englische Fabrikate. IF Stets: Neueste Formen. Pelzwaren, Kolliers, Stolas. Sämtliche Reparaturen meines Faches werden in meiner eigenen Werkstatt sauber und billig ausgeführt. Ph. Bernstein, 1478L Kürschnermeister, 64a Reinickendorferstr. 64 a. Herren- Filzhüte direkt aus der Fabrik. M. 1.90, 2.40, ff. 3.- und 4.50. Seibenhüte von M. 6.- an. Chapeau claques und Haar- Hüte. Wintermützen für Herren und Knaben. Grösste Spezialgeschäfte im Norden! Alired Krug, Hutfabrik, Geschäft: Brunnenstr. 54 a. d. Stralsunderstraße II. Geschäft: Schönhauser Allee 115. Möbel 13752* Bum bevorstehenden Weihnachtsfeste empfiehlt gediegen gearbeitete Möbel und Polsterwaren eigener Fabrit 13822* A. Schulz, Reichenbergerstr. 5. Billige Preise. Kulanteste Bedingung. Sonntags bis 8 Uhr abends geöffnet. H. Greifenhagen Nacht.. Brunnenstr. 17/18. Veteranenstr. 1/2. Besondere Weihnachts- Vergünstigung. Wir geben unseren geehrten Kunden bis Weihnachten Doppelte Rabattmarken *) Mit Ausnahme einiger Artikel. unseres beliebten Sparsystems. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. i,. 298. 2i. Mm. 2. Keilllge des„Mmiilts" Ktrliser Nsldsllllltt. 20 � 1904 Berliner partei-Hnöfelegenbeiten. Achtung, Parteigenossen in Rixdorf! Heute, Dienstag, finden im 6. und 13. Bezirk die Nachwahlen zur Stadtverordneten-Versammlung statt. Nachdem es uns gelungen ist, geeignete Kandidaten zu finden, ist es Pflicht der Arbeiterschaft, dafür zu sorgen, daß auch diese Nachwahlen unter regster Beteiligung erfolgen. Unsere Kandidaten sind für den 6. Bezirk der Hauseigentümer Gast- Wirt Keil, Ziethenstraße 29. für den 13. Bezirk der Haus- eigentümer Christbaumschmuck- Fabrikant Jde», Hermann- straße 21. Die Wahl für den 6. Bezirk(Neckarstratze und Berliner- straße 1— 40 und 62— 107) ist im Rathauskeller, Berliner- straße 62, die für den 13. Bezirk sHandjerystraße) Prinz Handjerystraße 69. Die Wahlhandlung dauert von 11 Uhr vonnittags bis 7 Uhr abends. Rixdorf. Heute abend findet im Lokal von Thiel. Bergstr. 151 die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Genosse Max Grunwald wird über:„Die Theorie der Handelsverträge" referieren. Wir erwarten daher zahlreichen Besuch der Versammlung. Schöneberg. Heute, Dienstag abend, Versammlung des Wahlvereins im Ob st'schen Saale, Meiningerstr. 8. Ans der Tagesordnung steht ein Vortrag des Neichstags- Abgeordneten Molkenbuhr:„Die bevorstehenden Aufgaben des Reichstages". Gäste— auch Frauen— haben Zutritt. Zehlendorf. Heute, Dienstag, abends 8 Uhr findet bei Giese, Teltowerstr. 23 die Versammlung des Wahlvereins statt. Ge- nasse Göhre spricht über:„Der Preußentag". Diskussion. Gäste willkommen. Lokales. Mit dem OrtSstatut des KaufmannSgerichts hatte sich der ein- gesetzte Ausschuß am Montag in vierter Sitzung zu beschästigen. Die Paragraphen 32 und 33 wurden unverändert angenommen. Z 34 schreibt die Gebühren für das Gericht vor. Der Magistrat beantragt folgende Sätze:„Bei Streitgegenständen bis 20 Mark: 1 Mark, von 20 bis 50 Mark: 1,50 Mark, von 50 bis 100 Mark: 3 Mark." Die ferneren Wertklassen steigen um je 100 Mark, die Gebühren um je 3 Mark, die höchste Gebühr beträgt 30 Mark. Unsere Genossen beantragten Gebührcnfreiheit, im Falle der Ablehnung die sätze um die Hälfte zu ermäßigen, wie da« Musterstatut des Ministers diese vorschreibt. Ein Weitereer Antrag fordert Gebühren- freiheit für Beträge von unter 100 Mark. Diese Anträge wurden lebhaft bekämpft. Es sei inkonsequent, Gebührcnfreiheit für das Kaufmannsgericht zu fordern, während für das Gewerbegericht obige Gebühren erhoben würden. Durch die Gebührenfreiheit würden frivole Prozesse hervorgerufen. Andere Stände, wie Dienstboten, Künstler usw. würden ebenfalls solche Gerichte fordern. Unsere Genossen bekämpften diese rückständigen Ansichten. Es sei ein sozialer Zug der Zeit, die Rechtspslege nach Möglichkeit zu ver- billigen. Charlottenburg, Nürnberg, Fürth und andere Städte hätten Gebührensreiheit beschlossen: eine ganze Reihe von Städten hätten diese auch bei den Gewerbegerichtcn. Um in Berlin EinheiUichkeit der Gebühren zu haben, empfahlen unsere Genossen eine Resolution, nach welcher der Magistrat ersucht wird, auch für das Gewerbegericht die Gebührenfreiheit cinzu- führen. Diese Resolution brachte der Vorsitzende Bamberg über- Haupt nicht zur Abstimmung: alle anderen Anträge wurden gegen die Stimmen unserer Genossen abgelehnt und die MagistratSvorlage angenommen. Zum§ 41, welcher von dem EinigungSamt handelt, stellten unsere Genossen den Antrag:„Wenn weibliche Angestellte am Streit beteiligt sind, so sind in der Regel auch weibliche Vertrauenspersonen zuzuziehen; insbesondere können Frauen als Beisitzer, gemäß 8 67 Abs. 5 des Gew.-Ger.-Ges., hinzugezogen werden." In Steglitz ist eine ähnliche Bestimmung in das Ortsstatut aufgenommen. Dieser Antrag wurde damit bekämpft, daß im Gesetz nur von Vertrauens- männern die Rede sei, und man gegen das Gesetz verstoßen würde, wenn Frauen als Auskunftspersoncn hinzugezogen würden. Diese Ansicht wurde von unseren Genossen und den anwesenden Juristen bekämpft: die Vertrauens Personen brauchten nicht Vertrauens ni ä n n e r sein; die Kommentare zum Gew.�Aer.-Ges. ließen die Hinzuziehung auch von Frauen als Auskunstspersonen und Sachverständige zu. Bei der großen Zahl der in Betracht kommenden weiblichen Angestellten solle man diesen wenigstens dieses Recht gewähren. Auch dieser Antrag wurde mit 6 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Dann wurde der ganze Paragraph 41 angenommen. Bei§ 42 verlangten unscve Genossen, daß als Auskunftspersonen auch weibliche Personen in der Regel hinzugezogen werden können. Dieser Antrag wurde abgelehnt, dann der Paragraph angenommen. Der 4. Abschnitt des Ortsstatuts beschäftigt sich mit der Abgabe von Gutachten und Anträgen. Zu 8 b3 lag der Antrag vor, diesem Paragraph folgenden Absatz zuzufügen:„Betrifft der Gegenstand der Erörterung Angelegen- heiten, die speziell für die weiblichen Handlungsgchülfen von Wichtig- keit sind, so sind vor der Beschlutzfassung weibliche Angestellte anzu- hören." Dieser Antrag wurde damit bekämpst. daß die Hinzu- ziehung in solchen Fällen ganz selbstredend erfolgen könne, man brauche diese nicht gesetzlich vorschreiben. Dieser Antrag wurde ab- gelehnt: ebenso ein von unseren Genossen gestellter Antrag, daß weibliche Auskunstspersonen bei solchen Angelegenheiten vernommen werden müssen. Bei§ 54 beantragt der Magistrat, daß nur 20 Beisitzer Anträge für den Ausschuß stellen können. Unsere Genossen beantragten, statt 20 zehn Beisitzer einzusetzen. Auch dieser Antrag wurde gegen 4 Stimmen abgelehnt. Die weiteren Paragraphen wurden ohne Diskussion genehmigt. Dann vertagte sich der Ausschuß. Die zweite Lesung dürste erst nach Neujahr stattfinden. Die 228 Millionen-Anleihe. In der Stadtgemeinde Berlin wird demnächst„angerissen" werden müssen. Die Stadtverordneten-Ver- sammlung hat sich, wie gemeldet, damit einvorstanden erklärt, daß die zur Durchlegung der Kaiser Wilhelmstraße durch da? ..Scheunen-Viertel" erforderlichen Grundstücke zu den vom Magistrat angebenenen Preisen angekauft werden. Die Kaufpreise für diese Grundstücke sind nun zunächst au§ den in der Anleihe hierzu bewilligten Mitteln zu entnehmen. In dem Verteilungsplan der 223 Millionen-Anleihe sind unter Nr. XIX die„Sttaßen-Durch- legungen und Verbreiterungen" aufgeführt, welche bis Ende März 1908 einen Kostenaufwand von 36 301 000 M. erfordern werden. In diese Summe ist die Ausgabe für.Weiterführung der Kaiser Wilhelm- straße von der Hirtenstraße bis Schönhauser- und Prenzlauer-Allee" — mit 13 300 000 M.— einbegriffen. „Hau mich aus!" Das ist für eine Zeitschrift ein seit- sanier Titel, vor allem für eine, die im Berlage der Buch- Handlung Vorwärts erscheint. So wenig wir zum Aushauen in des Wortes wörtlichster Bedeutung Lust empfinden, so wenig sind wir bekanntlich geneigt, bei solcher Wirksamkeit den leidenden Teil zu spielen. Der Titel unserer Silvester- zeitung wird erst verständlich, wenn man sich an ihrem An- blick erfreut. Silvester sucht alle Welt die Zukunft im Bleigutz zu erfassen. Unsere Silvester-Zeitung strebt Höheres und Vornehmeres an. Die Sozialdemokratie hat zu Ehren der Narrenstunde zwischen den Jahren sich dem edlen Kunst- waidwerk des„Denkmalens" ergeben. Unsere Zeitung hat ein ganz neues Mittel erfunden, wonach jeder die Zeit- ereignisse unmittelbar zu bedenkmalen vermag. Das Blatt gibt auch sogleich eine reiche Anzahl von Denkmalsmodellen nach dem neuen Verfahren— eine förmliche Denknialsstrecke der Ruhmestaten des abgelaufenen Jahres, ein vorausgeahntes Universal-Denknial für 1904 und ein Siegesallee-Monument der Zukunft. In Marmor ausgehauen, gleiten die politischen Ereignisse des vergangenen Jahres und der Zu- kunft an unserem Auge vorüber. Der Preis für die Nummer ist 10 Pf. Der Stadtverordnete C. Manegold ist Montag früh im Alter von 4g Jahren gestorben. Vor fünf Wochen erkrankte er und begab sich in die Privatklinik des Professors Klemperer, wo sofort die Diagnose auf Leberkrebs gestellt wurde. Da keinerlei Aussicht auf Heilung vorhanden war, kehrte der Kranke nach vierzehn Tagen wieder zu seiner Familie zurück. Gestern früh trat nun der Tod ein. Der Verstorbene hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Der Stadtverordneten-Versammlung gehörte er fünf Jahre an und zwar als Vertreter des 10. Wahlbezirks zweiter Abteilung. Ein Buch für die reifere Jugend ist im Verlag der Buch- Handlung Vorwärts, Lindenstraße 69, erschienen, nämlich Erckmann-Chatrians Erzählung„Frau Therese". Es behandelt mit der künstlerischen Gestaltungskraft, die den beiden bekannten Franzosen eigen, eine Episode aus der großen Revolution, und zwar in einer Darstellung, die der heran- wachsenden Jugend durchaus verständlich ist. An guten Jugendschriften ist kein Ueberfluß auf dem Büchermaxkt: wer daher seinen Söhnen und Töchtern ein in jeder Hinsicht ein- wandfreies Buch schenken will, dem kann„Frau Therese" auf das Beste empfohlen werden. Das Buch kostet hübsch ge- Kunden 1,20 M. Die Trinkbecher-Frage beschäftigte jüngst nochmals den Petttions- auSschutz. Da die städttschen Behörden es aus hygienischen Gründen abgelehnt haben, an den öffentlichen Straßenbrunnen Trinkbecher anbringen zu lassen, so hat ein hiesiger ZeiwngS-Verleger(Herr Scherl, Keithstr. 20) der Stadtverordneten- Versammlung vor- geschlagen, sie möge veranlassen, daß Taschenbecher aus wasserdichtem Papier st off durch die Stadt gegen Er- stattung der Selbstkosten(1000 Stück— 15 M.) besonders an Schüler, verabfolgt würden. Der Magistrat hatte dem Petenten er- widert, daß die Verbreitung von Trinkbechern nicht zu den Aufgaben einer Stadtgenreinde gehöre und der Petitionsausschuß ist dieser Ansicht beigetreten mit dem Bemerken, daß diese Angelegenheit„besser der Privatindustrie über- lassen bleibe". Das ist allerdings eine bequeme Erledigung der Frage._ Der„an Armbrüchen gestorbene" Maurer Scheel, über dessen Schicksale im Untersuchungsgefängnis bezw. im Krankenhause wir am Sonntag berichtet haben, wurde am Montag auf dem Berliner Gemeinde-Friedhofe zu FriedrtchSfelde unter starker Beteiligung von Arbeitskollegen und Parteigenossen zu Grabe getragen. Am Sarge, der in der Leichenhalle aufgebahrt war, widmete Genosse Kater dem verstorbenen Kollegen einen herzlichen Nachruf. Wie Scheel zu den Armbrüchen gekommen sein kann, das ist vorläufig allen, die ihm nahestanden, ein Rätsel. Kollegen von ihm versichern, daß er am 1. Dezember vormittags mit gesunden Armen den Bau verlassen habe, um nach Moabit hinauszugehen und sich dem Untersuchungsrichter zur Ver- nehmung wegen angeblicher„Religionsschmähung" zu stellen. Man muß hiernach annehmen, daß Scheel die Armbrüche entweder im Untersuchungsgefängnis erlitten hat. in das er sofort nach der Vernehmung abgeführt wurde, oder erst im Kranken- Haus Moabit, in das er am 8. Dezember gebracht werden mußte, weil er im Untersuchungsgefängnis„einen Schlaganfall erlitten" hatte. Die schriftliche Mitteilung hierüber, die der Direktor des Untersuchungsgefängnisses an Frau Scheel ge- schickt hat, spricht nur von diesem„Schlag- a n f a l l während die vom Aufiiahmebureau des Kranken- Hauses angefertigte Todesnachricht„Armbrüche" als Todesursache angibt. Dadurch könnte aber der Verdacht geweckt werden, daß Scheel dem Krankenhaus die Armbrüche zu verdanken hat. Die Krankenhaus-Ver- waltung sollte das zum Anlaß nehmen, noch vor Abschluß der von: Staatsanwalt hoffentlich bereits eingeleiteten Unter- suchung sich öffentlich darüber zu äußern, in welcher Verfassung Scheel sich befand, als er im Krankenhans eintraf. Auch die Umstände, die Scheel vor den Untersuchungs- richter gebracht haben, sind noch nicht aufgeklärt. Die Ver- sammlung, in der er die„Religionsschmähung" begangen haben sollte, war polizeilich nicht überwacht. Unter den Besuchern befanden sich aber verschiedene jener„christ- lichen Maurer", die den besonderen Schutz der fromm- katholischen Presse genießen. Genosse Kater wies in seiner Ansprache darauf hin, daß hier offenbar ein Denunziant seine Hand im Spiel gehabt habe. Wäre Scheel am Leben geblieben, so hätte man erfahren können, wer der brave Christ ist, de« sich da einen Gotteslohn zu verdienen gedacht hat. Jetzt, wo die Denunziation nicht eine Anklage gegen Scheel gezeitigt, sondern indirekt seinen Tod herbeigeführt hat, wird die Person des Denunzianten leider wohl für immer in Dunkel gehüllt bleiben._ Di« Flucht so vieler Zöglinge aus de» Anstalten für Fürsorge- erzichung hat mit Recht in der Ocffentlichkeit Aufsehen erregt. Es wird aber begreiflich, daß diesen Kindern und jungen Personen der Gedanke an Entweichung aus solchen Anstalten ständig vor Augen schwebt, wenn man die Behandlung dort ins Auge faßt. Schon auf dem Wege zur angeblichen Besserung erhalten die Unglücklichen einen Vorgeschmack künftiger Freuden. Nachdem der Zögling aus der elterlichen Wohnung auf dem Polizeipräsidium am Alexander- platz angelangt ist, wird er zunächst körperlich untersucht. Ist die Stunde zum Transport gekommen, dann fesselt man die Zöglinge ohne jede Ausnahme und führt sie nach dem Bahnhof Alexander- platz. Von dort kommen sie nach der städtischen Anstalt in Lichten- berg. Hat der Transporteur Mitgefühl, so nimmt er wenigstens während der Fahrt den Einzuliefernden die Fesseln ab. Der Weg von der Station Lichtenberg nach der Anstalt wird dann aber wieder in gefesseltem Zustande zurückgelegt. Ganz besonders„große" Kinder werden an die Kette geschlossen. Diese Art Fesselung wird so aus- geführt, daß rechtes Hand- und Fußgelenk mittels einer Kette zu- sammcngeknebelt werden. Nach Aufnahme in der Anstalt werden die Neuangekommenen zuerst der Stopferei überwiesen und erst nach einiger Zeit kommen sie in die einzelnen Arbeitsabteilungen. In der Anstalt gibt es Buchbinder-, Schneider-, Schuhmacherwcrk- statten usw. Die Arbeitszeit ist nicht zu lang, sie dauert mit Unter- brcchungen von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends im ganzen sieben Stunden. Ueber das Essen wird im allgemeinen nicht geklagt, auch sind die Portionen so, daß ein jeder satt werden kann. Gebadet wird in der Anstalt an jedem zweiten Tage. So lange der Zögling sich aufs peinlichste fügt, mag es gehen, aber ifci dem geringsten Widerspruch gibt es Strafe und zwar nur körperliche Züchtigung. Den Strafvollzug unternimmt der Inspektor resp. der Lehrer. Der Zögling wird bis aufs Hemd entkleidet und festgeschnallt und dann .mit einem Rohrstock geschlagen. Die Haut auf dem Rücken und dem Gesäß platzt bald und der Körper ist nach der gräßlichen Prozedur vollständig mit Blut besudelt. Die Risse sind oft fingertief von dem Rohrstock ausgehöhlt. Nach der Züchtigung wird der Zögling loS- geschnallt, bekommt eine Matratze und eine Decke und wird in eine Zelle gebracht. Verschärft kann diese Strafe noch dadurch werden, daß die Zelle verdunkelt wird, doch darf diese Verschärfung nur drei Tage durchgeführt werden. Man vergegenwärtige sich, um die Wirkung solcher Behandlung zu ermessen, daß viele der Zöglinge von der Anstalt direkt zum Militär kommen und schon stramme Schnurr- bärte tragen. Stark wird darüber geklagt, daß auch einige der Aufsichtsbeamtcn und Lehrer sich in unziemlichen Worten nicht genug tun können. Wer will es unter solcher Erziehungsmethode den Zöglingen verdenken, wenn sie aus der Anstalt zu fliehen trachten? Zu den Angelegenheiten des Vereins„Volkswohl" teilt uns der Vorsitzende Herr Ley mit, daß er mit der Buchführung des Vereins nichts zu tun habe und er daher auch nicht zur Verantwortung ge- zogen werden könne, wenn in den beschlagnahmten Büchern Fehler entdeckt würden. Wie erinnerlich hatten wir am Freitag voriger Woche die Meldung vom Eingreifen des Staatsanwalts gebracht. Der Arbeiter-Säugerbund beabsichtigt, den Parteitag der preußischen Sozialdemokratie mit einigen passenden Gesangsvorträgen einzuleiten. Die Sangesbrüder, denen es ihre Zeit erlaubt,, sich hieran zu beteiligen, lverden gebeten, sich am Dienstag, 27. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Ge- lverkschaftshause, Saal I, zur Probe einzufinden. Gesungen wird„Empor zum Licht" und„Frühlingsstürme" von Schulken. Noten sind mitzubringen. Die Vereinsvorstände werden er» sucht, diese Aufforderung ihren Mitgliedern bekannt zu geben. Der Vorstand. Ei» Beitrag zur Dicnstbotcnftage. Im„Berliner Tageblatt" lesen wir unter der Ucberschrift„Die gekränkte Fee": „Ein originelles Führungsattest hat beim letzte» Monats- Wechsel, wie man uns berichtet, die Frau eines hiesigen, sehr be- kannten Schauspielers in Berlin\V. dem abziehende» Dienstmädchen in das Dienstbuch eillgettagen. Es lautet:„Friederike Wilhelmine L. hat ein Jahr— weniger elf Monate bei mir im Dienst gestanden und sich in dieser Zeit: fleißig— an der HauS- tür, genügsam— in der Arbeit, sorgsam für sich selbst, gescheit— in Ausreden, freundlich gegen Mannspersonen, treu— ihrem Liebhaber und ehrlich— wenn alles verschlossen war, gezeigt."— BchnsS Erlangung eines besseren Attestes will das gekränkte Küchenmädchen den Klageweg beschreiten.... Das sind doch zum Teil ganz hervorragende Eigenschaften, warum also gleich klagen, Wilhelmine? Daß eine gelangweilte Madame an einem Mädchen, mit dem sie nicht zufrieden ist. derart ihren albernen Witz ausläßt, darf nicht lveiter ausfallen. Ein Trost bleibt da nur, nämlich der, daß daS Dienstmädchen, auch wenn es alle ihm nachgesagten schlimmen Eigenschaften hätte, noch viel zu gut wäre für eine Person, die gewissenlos genug ist, durch ein solches Zeugnis einer Mit- schwester die Möglichkeit ehrlichen Erwerbes zu nehmen, sie der Prostitution in die Arme zu treiben. Toll ist es aber, daß sich in Berlin eine Zeitung findet, die solchen erbärmlichen Unfug mit dem Gesinde- Unrecht gutheißt. Wie würde es dein Redakteur des„Tageblattes" vorkommen, wenn Herr Mosse sich unterstehen würde, ihm bei der Entlaffuiig eine ähnlich? Empfehlung mit aus den Lebensweg zu geben? Eine blutige LiebeStragödie spielte sich am Sonntag abend im Hause Fidicinstr. 8 ab und erregte dort großes Aufsehen. Der 2Sjährige Brunnenarbeiter Gotthard M ü n s ch k e aus der Hagel- bcrgerstr. 22 gab auf seine frühere Geliebte, die 2tjährige Arbeiterin Margarete Kühn, vier Revolvcrschüsse ab, von denen aber nur zwei das Mädchen trafen, während die anderen beiden fehlgingen. Der Täter entfloh zunächst, stellte sich aber Moiitag früh m Potsdam der Polizei selbst. Ueber den blutigen Vor- gang, der auf verschniähtc Liebe zurückzuführen ist, erfahren wir folgende Einzelheiten: Mllnschke lernte vor etwa drei Jahren die Margarete Kühn, die damals als Dienstmädchen in Stellung war, kennen und knüpfte mit ihr ein Liebesverhältnis an. In letzter Zeit wollte aber das Mädchen von ihrem Liebhaber nichts mehr wissen und löste daher ihre Beziehungen zu ihm. Ilm völlig sicher vor den Nachstellungen des M. zu sein, mietete sie sich vor 14 Tagen ein möbliertes Zimnier in der Fidicinstr. 3. M. machte aber die neue Adresse bald ausfindig und begab sich Sonntag abends 7 Uhr nach dorthin, um seine treulose Braut umzubringen. Er stellte sich in dem Hausflur ans die Lauer. Gegen Vz3 Uhr kam die K. von einem Einkaufe zurück. Kanin hatte sie den Hof betreten, als kurz hintereinander vier Schüsse krachten. Laut um Hülse schreiend ergriff das erschreckte Mädchen die Flucht. M. verfolgte sie aber und wollte noch einen Schuß aus sie abfeuern, als zum Glück Hausbewohner herznsprangen und dem Wüterich die Waffe zu ent- reißen suchten. M. warf diese aber allein fort und suchte nun schleunigst zu entkommen. Hausbewohner und Passanten nahmen sofort seine Verfolgung auf, ergriffen aber in der Hast eine» Unschuldigen und brachten ihn auf die Polizeiwache. M. war inzwischen verschwunden und vom Großgörschen-Bahnhof aus nach Potsdam geflüchtet. Hier stellte er sich selbst der Polizei. Die verwundete K. wurde sofort nach dem Krankenhause an: Urban geschafft, wo fest- gestellt wurde, daß die eine Kugel tief in den Rücken eingedrungen Ivar, während die andere den Hals gestreift hatte. Der Zustand der Be- dauernswerten ist sehr bedenklich. ♦ Brotneid. In der„Germania" und ihrem Slbleger, der„Märkischen Volks- zeitung" wird jeden Tag die Sozialdemokratie in einem besonderen Arttkel abgeschlachtet. Gewöhnlich geschieht daS in einer Art, daß der Artikelschreiber sich schämen muß ob seiner Versündigung an der Religion, der er zu dienen angibt. In einem obcrschlesischen Kreis- blatt kann der Kampf fiir Ordnung, Religion und Sitte nicht törichter geführt werden, als in den VerleumdnngSartikeln des leitenden Blattes der Zentrumspartei. Da nun aber auf die bisherige Weise die Sozialdemokratie noch nicht hat totgeschrieben werden können, spielt der.Germania"-Kaplan andere Saiten auf. Er will dem „Vorwärts" ans Magere kommen und schreibt: „Wir sprechen aber unser Erstaunen aus über die Tatsache, daß die bürgerliche Gesellschaft und darunter Leute, welche. sich bei jeder Gelegenheit auf ihren Patriottömiiss etwas zugute tun, den „Vorwärts" mit großen GeschästSinseraten bedenken, welche diesem Zentral-Umsturzorgan die Kriegskasse füllen. Wenn diese Inserenten das Geschäst über den Patriotismus stellen, so sollten sie ruhig daS Patriotenkleid ausziehen, denn in der Stunde der Gefahr ist kein Verlaß auf sie." Dieser Appell an den Patriotismus wird die gewünschte Einkehr bewirken, sobald die„Germania" imstande ist, der Oeffentlichkeit einen katholischen Geschäftsmann zu unterbreiten, der es sich leisten kann, vaterländische oder unsertwegen auch religiöse Gefühle über daS Geschäft zu stellen. An sich erkennen wir aber gern a», daß es vom Standpunkt des frommen Blattes aus durchaus be- danerlich ist. daß der„Vorwärts" so viele Annoncen hat und die „Germania" so wenig e. Ihr Reich ist doch nun einmal nicht von jener Welt, und eS bleibt gewiß ein fataler Zustand, daß der„Vor- wärtö" die. Zentral-Umsturzkasse" seiner Partei füllt, während die „Germania" die KriegSlasse ihrer Partei oft in dem Sickne zur Umfturztasse macht, daß am Ende der letzte Groschen zur| geben. " Charlottenburg. Die bald darauf eintreffende Schöneberger Wehr beteiligte| sämtliche sechs von den Gegnern angegebenen Zeugen nicht allein Dedung ihres Defizits herausgeschüttet werden muß. Das ist Miß- fich dann wacker an den Löschungsarbeiten. Den vereinten An- ich on lange vor Schließung des Wahllokals ihr gefchid; aber der Fromme muß eben unter Satans List leiden, die strengungen gelang es, die Flammen auf das Erdgeschoß zu be- Stimmrecht ausgeübt, sondern auch für den bürgerlichen Kandidaten es fügt, daß der Vorwärts" leidlich gescheit redigiert wird und schränken. Die Aufregung unter den Hausbewohnern legte sich erst, Knorr gestimmt hätten. Somit war der ausschlaggebende Bunft des daher viele Leser hat, die„ Germania" hingegen so polizeiwidrig als die Feuerwehr für den Abzug des Qualms, der das Haus Protestes gefallen. Nun dürfte Wollermann in nächster Zeit in die dumm, daß die Lektüre dieses Blattes selbst sehr glaubens- füllte, forgte. Gleichzeitig mußte in der Danzigerstraße 17 Stadtverordneten- Versammlung eingeführt werden. starten Katholiken als Kastrierung erscheint. Ein Beispiel: Wäre ein Schaufensterbrand gelöscht werden, der durch unvorsichtigkeit das Blatt gescheit, so würde es seinen Brotneid nicht offen zur Schau beim Anzünden der Beleuchtung entstanden war. Durch die Explosion stellen. einer Petroleumflasche kam in der Breslauerstr. 19a Feuer aus, das an Möbeln Nahrung fand. Wegen eines Kellerbrandes wurde die Mittwoch ihre letzte Sigung in diesem Jahre ab. Auf der Tages1. Kompagnie nach der Friedenstr. 60 gerufen und wegen eines ordnung steht u. a. der Bericht des Ausschusses über die Mitteilung Verkehrshindernisses nach dem Bellealliance- Play, wo vor dem Hause der Magistratsbeschlüsse zu den sozialdemokratischen Anträgen betr. Nr. 3 ein Pferd auf dem Gleise lag und von der Wehr aufgerichtet Einsetzung von Arbeiterausschüssen, Regelung der werden mußte. Außerdem hatte die Feuerwehr noch an einigen Arbeitszeit und der Lohnverhältnisse für städtische Arbeiter usw. anderen Stellen abends zu tun. Entgegen dem Magistrat, der sich allen diesen Anträgen gegenüber Aburteilung erfährt. In der Die Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung hält am werden. Vermischtes. Der Frauenmord in der Boyenstraße. Zu der Verhaftung des mutmaßlichen Mörders der Frau Wascher in der Boyenstraße, des früheren Stallschweizers August Mühlethaler, die bekanntlich in Bern erfolgte, wissen dortige Blätter neuerdings zu melden, daß das zuständige Gericht in Bern die Strafverfolgung des dort in Unter fuchungshaft befindlichen Mühlethaler beschloffen hat. Die Angelegenheit Feuerbericht. Die Brandchronik der letzten 48 Stunden ist eine ablehnend verhielt, hat der Ausschuß sich wenigstens damit ein fei demnach bereits dem Untersuchungsrichter übergeben worden ungewöhnlich reichhaltige, denn sie weist gegen 20 Alarmierungen berstanden erklärt, daß die tägliche Arbeitszeit ausschließlich der zwecks Vornahme der nötigen Erhebungen. Der Verhaftete selbst stellt, wie schon früher mitgeteilt, seine Täterschaft bei der Bluttat auf. In der Lindenstr. 25 kam im Erdgeschoß des linken Seiten- Pausen nicht länger als neun Stunden dauern darf und daß Ueberentschieden in Abrede; er will bereits am Tage vor dem Morde in flügels in der Tapeziererwerkstatt von H. Todtenhoff Feuer aus, das stunden-, Sonn- und Feiertagsarbeit nur insoweit zulässig sein soll, Bern eingetroffen sein und in einem dortigen Gasthause logiert im Nu einen Posten Werg, Polstermöbel 2c. erfaßte. Der 17. Lösch- als sie zur Aufrechterhaltung des Betriebes und zur Abwendung von Gefahren getan werden muß und dann um 25 Proz. höher zu haben, doch vermochte ihn das Personal mit Bestimmtheit nicht zu aug hatte mit einem Rohre Wasser zu geben, um die Flammen zu entlohnen ist. Die übrigen Anträge hat, auch der Ausschuß abersticken. Derselbe Löschzug hatte dann im Nebenhause Nr. 24 Ferner wird aus Anlaß einer Interpellation Proze rekognoszieren. Zu seiner weiteren Belastung treten noch die feiner- und in der Sebaſtianſtr. 61 zu tun. Hier war der Fußboden und gelehnt. zeit von der Polizei in der Umgegend von Stettin eingeleiteten die Balkenlage in einem Kontorraum, dort die Verschalung einer die Errichtung eines Gemeindefriedhofes erörtert werden. Recherchen, nach deren Ergebnis Mühlethaler am 16. und 17. Oftober, Weitere Vorlagen betreffen die Regelung der Sonntagsruhe Holztreppe in Brand geraten. Betten und Kleidungsstücke gingen im Handelsgewerbe, die Vermietung des neuen Ratskellers, also unmittelbar nach der Ermordung der Wascher, in Züllchow und in der Neanderstr. 20 in einer Wohnung in Flammen auf, während die Teilnahme der Stadt an dem seitens der preußischen Städte auch an anderen pommerschen Orten bettelnd angetroffen worden in der Amalienstr. 13 Stroh auf dem Hofe brannte. sein soll. Nach alledem scheint festzustehen, daß der in Berlin berübte Mord vor einem schweizerischen Gerichtshof seine demnächstige Brand, dessen Ablöschung den 16. Löschzug längere Zeit beschäftigte. Üleber die letztgenannte Vorlage soll in geheimer Sigung beraten übte Mord vor einem schweizerischen Gerichtshof seine demnächstige Pflugstr. 5 entstand früh 4 Uhr in der Tischlerei von A. Herzer ein geplanten Geschenk zur Hochzeit des Kronprinzen. Nach der Frankfurter Allee 151 wurde dann die 2. Kompagnie Dentscher Arbeiter: Abstinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, Der Heizer aus dem Untersuchungsgefängnis. Ein mehrfach gerufen, weil hier in einer Kinematographenbude ein Vorhang Feuer Allerlei Backmaterial und alter Hausrat stand in den 21. Dezember, präzise 8, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: borbestrafter Mensch namens Josef Makowiak, der von der Ver- gefangen hatte. Ein Blick in die Zukunft." Diss haftung der beiden Brüder Stanislaus und Josef Obiersti wegen der Badstr. 31 in einem Keller in Flammen, die erst nach längerer Vortrag des Genossen Miethte über: In der Schönhauser Allee 62 fussion. Gruppenangelegenheiten. Gäfte, Damen und Herren, willkommen. des Charlottenburger Platindiebstahls von Moabit her wußte, stellte Löschtätigkeit erstickt werden konnten. Deutscher Senefelder- Bund, Mitgliedschaft Berlin. Heute abend sich vor einiger Zeit den Eltern der Verhafteten in der Beussel- mußte gegen Mittag in einem Trockenraume ein Brand beseitigt Im Carl 8 Uhr im Restaurant Miegel, Stralauerstr. 57: Mitglieder- Bersammlung straße 46 als Heizer aus dem Untersuchungsgefängnis vor und werden, der allerhand Chemikalien ergriffen hatte. und Vorstandssigung. berichtete ihnen, daß ihre Söhne sich in einer trostlosen Lage be- Weiß- Theater entstand später bei der Herstellung von Blitzlicht Feuer, fänden. Sie müßten schwer Arbeiten und hätten schon ihre ganzen das indes von der anwesenden Theaterwache leicht unterdrückt werden Kleider abgeriffen. Vor allem ließ Stanislaus um Beinkleider, konnte. Die übrigen Alarmierungen, die die Wehr noch nach der Strümpfe und Unterzeug bitten. Der Schwindler machte einen so Fruchtstr. 6, Neuen Friedrichstr. 22, Sastbachstr. 9 usw. führten, beExplosion bei der Sprengübung. Ein entsetzliches Unglück hat guten Eindruck, daß die Leute ihm glaubten und die Sachen, die sie trafen durchweg nur ganz unbedeutende Feuer, die ein sonderliches sich, wie aus Hanoverisch- Münden berichtet wird, am Sonnabend bei unverzüglich fauften, mitgaben. Bald kam der Heizer wieder und Eingreifen nicht erforderten. einer Uebung des 11. Pionierbataillons in der Nähe von Holthausen flagte nun besonders für Josef, der andere Sachen brauche. Auch diese Eine Weihnachtsaufführung in der Andreaskirche veranstaltet am ereignet. Nachdem eine Anzahl Sprengungen vorgenommen worden nahm der" Heizer" mit, der so einen ganzen Anzug und Unterzeug Mittwoch, den 21. d. M., abends 8 Uhr, der Organist Otto Becker waren, erhielten der Oberleutnant Neumann und der Vizefeldwebel bekam. Damit noch nicht zufrieden, prellte er die bedauernswerten unter Mitwirkung der Konzertfängerinnen Frl. Krause, Bischoff, Sachs den Auftrag, eine sogenannte Tretmine zur Entzündung zu Leute auch noch um bares Geld. Zunächst erhielt er zehn Mark, Else Wetter, des Herrn Ossip Schnirlin und Frau Bianta Becker- bringen. Bei dem Versuche, dem Auftrage vorschriftmäßig nachzuum eine bessere Verpflegung der Verhafteten, deren Zustand ganz Samolewska( Violinen) 2c. Zur Aufführung gelangt u. a.: Mar kommen, glitt der Vizefeldwebel auf dem feuchten Boden aus und elend ſei, zu ermöglichen. Borgeſtern kam er wieder, um einen Vor- Reger& Chaconne für Violine allein und Kantate„ Vom Himmel stolperte über das auf der Pulverladung liegende Brett. Infolges schuß für den Rechtsanwalt zu holen, da nun bald die Verhandlung hoch" für Vokalquartett, zwei Soloviolinen, Frauenchor, Gemeinde- deſſen kam die Mine vorzeitig zur Explosion. Der Oberleutnant vor der Straffammer stattfinden werde. Er erzählte den Eltern, zerrissen. Hundert Meter weit lagen ihre zerschmetterten Körperteile ihre Söhne hätten ihn mit der Besorgung eines Anwalts betraut gefang und Orgel unter Leitung des Herrn Organisten Walter Fischer. Neumann und der Vizefeldwebel Sachs wurden buchstäblich in Stücke Eintritt 10 Pf. und er habe einen tüchtigen gefunden. Um die Leute sicher zu machen, nahm er den alten Obiersti gleich mit. Unterwegs ließ er Theater. Das Reichsgericht hat in seiner Sizung vom 16. d. M. umher. Beide Unglücklichen waren unverheiratet. Der Vizefeldwebel sich 25 M. für den Vorschuß geben und ging damit allein in das in dem Prozesse, den das Berliner Theater gegen das Sachs stand vor seiner Verlobung, der Oberleutnant Neumann vor Kriminalgerichtsgebäude hinein. Bald fam er scheinbat sehr erfreut Deutsche Theater in Sachen Harry Walden angestrengt hatte, Das Bauunglüd in Bremerhaven ist so furchtbar wie nur wieder heraus und teilte dem Vater mit, daß er noch 2 M. für endgültig zugunsten des Deutschen Theaters entschieden und die vom denkbar gewesen. Von den bei dem Hauseinsturz in der beffere Verpflegung seiner Söhne habe verwenden können, da sich Berliner Theater eingelegte Revision verworfen, Das Engagement der Rechtsanwalt mit 23 M. begnügt habe. Nach Hause zurück- Harry Waldens im Deutschen Theater ist durch die bekannten Um- Kaiserstraße Verunglückten sind bis Montagnachmittag zehn gefehrt, fand Obiersti einen Brief von seinen Söhnen vor, in denen stände freilich hinfällig geworden. Im Belle Alliance- Tote, drei schwer und zwei leicht Verletzte geborgen. És von einer Klage nichts enthalten war. Nun wurde er stuzzig und Theater geht heute Dienstag abend 8 Uhr zum erstenmal" Ein befinden sich noch vier Personen unter den Trümmern. ging zur Polizei. Gestern morgen tam Makowiak schon wieder. Blizmädel", Posse mit Gesang und Tanz, in Szene. Die Titelrolle Die Aufräumungsarbeiten werden noch zwei Tage in Anspruch Das Thalia Theater bleibt am nehmen. Nun wurde er aber, bevor er noch sein neues Anliegen vorbringen spielt Josephine Dora. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abend wegen der Vorbereitungen Im Alter von 108 Jahren gestorben ist in Wirballen der frühere fonnte, festgenommen und der Kriminalpolizei zugeführt. zu der Weihnachts- Novität" Der Große Stern" geschlossen. Nur praktische Arzt Dr. Zipnewsti aus Warschau, der vor drei Jahren Mittwoch nachmittag ist Vorstellung und zwar gelangt Mar und nach Wirballen kam, um den Rest seiner Tage im Hause seines dort Moriz" zur Aufführung. Freitag abend geht alsdann Der ansässigen Schwagers, des Apothekers Bulowsti, zu verbringen. Der Große Stern" zum erstenmal in Szene. Die glückliche Verstorbene, der seit längerer Zeit gelähmt war, hatte bis zum Gilberte" ist der deutsche Titel des dreiaktigen Lustspiels" Heureuse" 30. Lebensjahr Medizin studiert, war dann als politischer Vervon Maurice Hennequin und Paul Bilhaud, deutsch von Mar brecher" zu 15 Jahren Zwangsarbeit nach Sibirien verurteilt worden, Schönau, welches am Donnerstag zum erstenmal im Trianon wo es ihm aber gestattet wurde, die ärztliche Praris weiter ausTheater zur Aufführung gelangt. zuüben. Der alte Herr soll eine Summe von 200 000 Rubeln hinterlassen haben. # " " Berbotene Fleischkonservierungsmittel. Die„ Nordd. Allg. 3tg." schreibt: In neuerer Zeit wird zur Konservierung von Fleisch als Ersatz für den verbotenen Formaldehyd Hexamethylentetramin" unter dem Namen" Carin" angepriesen. Das faiserliche Gesundheitsamt hat über die Zusammensetzung und Wirkung dieses Mittels ein Gutachten abgegeben. Hiernach fann es teinem Zweifel unterliegen, daß die Wirkung dieses Mittels bei der Fleischkonservierung der des Formaldehyd gleichsteht und daß ferner durch Zusaß von Heramethylentetramin zum Fleisch regelmäßig Formaldehyd entsteht. Es Carl Weiß Theater. Die Berliner Bühnen stehen im Zeichen wird daher der Verwendung des erstgenannten Stoffes zur Fleisch- des Weihnachtsmärchens und so bleibt auch das Theater in der zubereitung mit den gesetzlichen Mitteln entgegengetreten und im Frankfurterstraße nicht zurück. Dort wird eine Art Potpourri„ Aus Falle der Feststellung von Formaldehyd in Fleischwaren, gleichgültig, der Märchenwelt" aufgeführt, in welchem Rotkäppchen das Leitmotiv ob dieser Stoff unmittelbar oder durch Vermittelung von Herame- bildet. Um das liebe Geschöpf gruppiert sich beinahe der ganze thylentetramin in das Fleisch gelangt ist, auf Grund des Fleisch- Märchenschatz des deutschen Voltes; das tapfere Schneiderlein und beschaugefeßes die strafrechtliche Verfolgung herbeigeführt werden. Hans im Glück, die Feenkönigin und die sprechenden Tiere. Ja selbst Ferner foll, soweit es sich um ausländisches Fleisch handelt, nach den die anheimelnden Gestalten der Lutschliese und des Struwwelpeters einschlägigen Bundesratsbestimmungen verfahren werden. fehlen nicht. Die Zusammenstellung all dieser Kostbarkeiten ist so übel nicht und auch die Ausstattung entspricht billigen Anforderungen. Nur müßte in der Darstellung gar manches besser flappen; da fehlt noch sehr der tüchtige, forsche Zug, ohne welchen auch das beste Weihnachtsmärchen mit dem niedlichsten Kinderballett langweilt. Aus den Nachbarorten. Schöneberg. seiner Beförderung zum Hauptmann. Der Markuskirche in Venedig droht Gefahr. Nach dem Bericht des Ausschusses für die Erhaltung der Basilika haben alle Uebelstände, die man an dem ehrwürdigen Bau beobachtet hat, eine einzige Ursache, nämlich die Senkung der Grundmauern. Da diese Senkung an den verschiedenen Punkten des Baues nicht gleich ist, so ber= ursacht dies eine Verschiebung des Gleichgewichts. Ueberdies befinden sich die Mauern der Basilika unter ihrem Marmor- und Mosaitmantel in einem Zustande der Auflösung, so daß die Mauern selbst sehr geschwächt sind und daher die enorme Last des Daches nicht mehr tragen können. Die Mauern, auf denen die Bogen ruhen, sind gänzlich verschoben und in sehr schlechtem Zustande und ebenso auch die erste Kuppel des Chores. Die Architekten fordern, daß man ein vollständiges Gerüst bereithalte, das für jeden Fall einer Gefahr, eines Erdbebens oder einer weiteren Verschiebung des Gleichgewichts in wenigen Stunden aufgestellt werden könnte. Sie verlangen weiter die vollständige Ausbesserung oder Erneuerung der am meisten ges fährdeten Teile und dafür sofort 135 000 Lire. Touristenunfall. Paierba ch. Zwei Touristen, welche eine Partie auf den Schneeberg unternahmen, werden vermigt. Die ausgefandten Rettungsmannschaften haben bisher keine Spur der Touristen auffinden können. Selbstmord in einem Restaurant der Wilhelmstraße. In einer von dem wohlhabensten Publikum besuchten Restauratien erschien gestern nach Mitternacht ein junger Mann, der bald nach seinem Eintreffen die Toilette aufsuchte und nicht wieder zum Vorschein fam. Als man sich nach ihm umfah, fand man ihn tot wieder. Er hatte sich aus einem Revolver eine Kugel in die Schläfe geschossen. Ein Arzt, der noch unter den Gästen weilte, bemühte sich um den Selbstmörder, aber vergebens. Die Leiche wurde von der Revierpolizei Die Stadtverordneten- Versammlung hat gestern den verständigen beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Nach Abschiedsbriefen an seine Angehörigen, die man in seinen Kleidertaschen fand, Beschluß gefaßt, sich bei dem Urteil des Bezirksausschusses in Sachen ist der Selbstmörder ein 24 Jahre alter Handlungsgehülfe Karl v. R. der Wahl unseres Parteigenossen Wollermann zu beruhigen. Es aus Hamburg- Eppendorf. Neue über einen unmoralischen Lebens- handelte sich um die im November vorigen Jahres stattgefundene Stadtverordnetenwahl im 7. Bezirt, wo unser Kandidat Wollermann wandel soll die Veranlassung zur Tat gewesen sein. Gräßlicher Tod. Gestern vormittag 12 Uhr ist der Arbeiter gegen den bisherigen bürgerlichen Vertreter, Tischlermeister Knorr, Guftab Sternberg, Steinmegstr. 23 wohnhaft, vermutlich in mit 12 Stimmen über die absolute Mehrheit den Sieg davongetragen der sechste Fall. folge eigener Unvorsichtigkeit in den Rotsbrecher der englischen Gas- hatte. Der Bezirksausschuß schließt sich in seinem Urteil einer Entanstalt, Gitschinerstr. 19, gerutscht und mit völlig zermalmtem Unterscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts vom 27. September 1901 an körper, nachdem die Maschine auseinandergenommen war, tot und stützt sich auf§ 27 Abja 3 der Städte- Ordnung, wonach nur erhebliche Unregelmäßigkeiten die Kassierung einer Wahl zur wieder hervorgezogen worden. Folge haben können. Mit welchen Mitteln nun unsere Gegner die Wahl durch Protest bei der Stadtverordneten- Versammlung zu hintertreiben suchten, geht recht deutlich aus der Begründung des Urteils hervor. Man hatte, um den Nachweis einer vorgekommenen Un regelmäßigkeit bei der Stimmabgabe zu führen, eine Anzahl Zeugen beigebracht, die jedoch bei ihrer Vernehmung die Brotestler arg im Stich gelassen hatten. Es ist vielmehr nachgewiesen worden, daß Ein großer Ladenbrand beschäftigte am Montag abend um 6 Uhr die Berliner und Schöneberger Feuerwehren in der Gleditschstr. 48. Als die Berliner Wehr aus der Straße an der Apostelkirche erschien, schlugen die Flammen bereits aus dem Schaufenster und der Ladentür der Zigarrenhandlung von W. am Hause empor. Sofort wurden zipei Schlauchleitungen vorgenommen und damit kräftig Wasser geNur 150 jede Uhr& kostet bei mir zu reparieren u. reinigen unter Garantie des Gutgehens( ohne Bruch), kleine Reparaturen billiger. Grosse Auswahl in Uhren u. Goldwaren zu billigsten Preisen. Goldene Damen- Remontoir, 10 Steine, v. 18,-, Goldene Herren- Doppelkapsel- Remontoir v. 50,-, Silberne Remontoir v. 9, Regulateure, Freischwinger, Wecker- u. Wanduhren. Goldene Herrenu. Damen- Ketten, Ringe, Schmucksachen in modernsten Façons für jeden Geschmack. Für jede bei mir gekaufte Uhr leiste 3 Jahre Garantie. 3897L* Karl Lux, Uhr Chausseestr. 34. macher, S. Piket, Prinzenstr. 44. Herren- und Knaben- Garderoben. Von heute ab empfehle: Ein grosser Posten Winter- Paletots früher M30 13,00 jetzt M. früher M. 30, 10,00 Herren- Anzüge jetzt M. 15,-, 12, Winter- Joppen jetzt von M. 2,50 Ferner: Seltener Gelegenheitskauf! Monats- Garderobe. an. Nachahmungen zurückweisen!! Die Königl. Staatsanwaltschaft hat bereits Nachahmungen der Ausstattung des Weines strafrechtlich verfolgt. Kraft- Rothwein für Blutarme u. Kranke, Warnung vor Tauschung ärztlich empfohlen. durch ähnliche Namen Fordern Sie Lucia Steht unter ständiger Controlle des Gerichtschemikers Dr.C.Bischoff Santa Lucia F.1.50 u.2 M. Erschossen hat sich im Eisenbahnzuge Dortmund- Essen in der 2. Klasse ein gut gekleideter junger Mann. Seit Jahresfrist ist dies Bootsunfall. Zwei Angestellte des Bremer Vulkan ertranfen beim Passieren der Weser in einem Boot. Die Mutter des einen starb vor Schreck. Ueber einen Massenmörder in Spanien wird der„ Voss. 3tg." berichtet: In Penaflor bei Sevilla entdeckte die Polizei in einem Garten sechs Leichen von Leuten, die vom Besizer ausgeplündert Weitere Leichen dürften entdeckt werden. und erschlagen waren. Im Gartenpavillon war eine Spielhölle des Besizers, der spurlos verschwunden ist. Seine Frau und Söhne wurden als Helfershelfer verhaftet. Die Angelegenheit erregt großes Aufsehen. Die Regierung wird einen besonderen Richter einsehen. Skrojulöse u. Lungenkranke ⠀⠀⠀⠀ sollen beim Beginn der kalten Jahreszeit nicht versäumen, eine Leberfran Kur 8162* zu machen. Echt Bergener Lebertran wasserhell und wohlschmeckend, in nur frischer Ware, 2 Fl. 1 M., Fl. 1,90 M. Frankfurter Allee 120. Rixdorf, Hermannstr. 46. Gustav Behm beriyfir. 46. & P.Uder, Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabakfabrik. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer in Zigarren, Zigaretten, Rauch-, Kan- und Schnupftabaken. Amt 4, 3014. 448L* Hall joselli Cigaretten Erstklassige deutsche Fabrikate Uhren, Gold- und Silberwaren EMIL ROTHERT, Frankfurter Allee 118 u. Andreasstr. 62. Weckeruhren Remontoiruhren Silberne Remontoiruhren Silberne Damenuhren Goldene Damenuhren Uhrmacher und Juwelier. Offeriere zum Weihnachtsfeste zu folgenden Preisen: bon 1,75 Mark an # " 4,50 7,00 " " " " 19 8,00 " " Goldene Herrenuhren mit Sprungdeckel Freischwinger " 13,00 " B " 45,00 " 21 " " 13,00 3,00 " 19 " Passende Geschenke für jede Gelegenheit. Wand- und Küchenuhren Goldene Ringe, gestempelt Goldene Trauringe, gestempelt Goldene Broschen, gestempelt Goldene Ohrringe, gestempelt. Echt silberne Kettenarmbänder. Lange Damenketten Goldene Kettenarmbänder, gestempelt Double- Broschen Manschettenknöpfe 13602* von 0,95 Mark an " " " " " • 27 6,00 5,00 2,00 2,50 3,00 15,00 0,75 " " " " " " H " " " " " " 2,00 # Herren- Ketten in jeder Preislage. Grosse Auswahl in Nickel- Kaffee- Servicen, silbernen Bestecken, Messern, Gabeln, Löffeln, Teelöffeln und sämtlichen Alfenidewaren. Spezialität: Fassungen für Semi- und echte Emaille- Porträts in jeder Grösse und Ausführung. Unseren Abonnenten empfehlen wir als passende Weihnachtsgeschenke teilweise zu bedeutend herabgesetzten Preisen: Leopold Jacoby: Çunita. Ein Gedicht aus Indien in 10 Gefängen. Elegante Ausstattung. .Bilbenradt: Der Zöllner von Klausen. Illustriert von C. M. Lilien. engros. Preis statt 10 m. 2.50 m. Preis statt 3 M. 1. m. Gegr. 1873. Preis statt 3 M. 2,- m. Für die Jugend: Preis statt 4 M. 1,50 M. Historischer Roman aus der französischen Revolution. Gustav Schalt: Im Märchenlande. Eine Auswahl guter Märchen. Für die reifere Jugend: Erdmann- Chatrian: Frau Therese. Eine Erzählung aus der Zeit der großen Preis 1,- m. französischen Revolution. 5. G. Jentsch: Ein neuer Totentanz. 18 Blätter in Quart( 23 X 31½ Zentimeter). In eleganter Mappe. Preis 2,50 m. G. R. Zöffel, Schirm- Fabrik. Haupt- Geschäft: NG., Gr. Frankfurterstraße 106. Filialen: C., Landsbergerstraße 83. W., Martin Lutherstr. 1,& cke Motzstr. Friedenau, Rheinstraße 24. endetail. Bictor Hugo: 1793. Fackeln der Zeit Sommereelummen • Sonnenblumen. Fackeln der Zeit. Eine Auswahl Gedichte bedeutender Gedichte bon Ludwig Lessen. Mit Buchschmud bon Agnes Rosenhain. Preis 50 Pf. Männer auf losen Blättern, geschmüdt mit den Porträts der Dichter. Herausgegeb. v. Karl Henckell. Einzelne Jahrgänge in Mappen statt früher 2,40 m. jent 75 Bi. Alle 4 Jahrgänge in einer Mappe statt früher 10 M. jest 3 m. Porträts von Marx und Engels. Zwei Kunstblätter in Kupferradierung auf Chinapapier ( Größe 85X65 Zentimeter). Die Freiheit führt das Volk. DDDDDDDD Liquidations- Ausverkauf. T. A. VIIa 8040. Unser gesamtes großes Warenlager, bestehend in: Tafelservicen, Waschgarnituren, Weinglas- Garnituren, Majoliken, Mettlacher Krügen u. Wandplatten, Meißener Zwiebelmuster- Tafelgeschirren, sowie Haus- u. Küchengeräten, soll 20-50% unter dem bisherigen Kostenpreis total ausverkauft werden. C. Oberländer's Erben. Liqu. Berlin O., Andreas- Str. 19. Sensationelle Partie! Dienstag, den 20., Mittwoch, den 21., und Donnerstag, den 22., von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends kommt ein grosser Posten echter Plüsch- Teppiche mit kleinen Webefehlern, prima Qualitäten, zum Verkauf. Zimmergrösse.... Wohnzimmergrösse Salongrösse 5 m. zum Vorzugspreise von statt 6 M. jett 5 m. Saalgrösse Preis 4 m. Kupfergravure nach dem Gemälde von E. Delacroix. ( Größe 95X72 Zentimeter) Porträt Ferdinand Lassalles. Original- Kupferradierung auf Chinapapier Remarkdruck auf Japanpapier( Größe 85X65 Zentim.) Preis 10 m. Die Marseillaise. Zum erstenmal vorgetragen von dem Dichter Rouget de l'Isle. Nach dem im Pariser Louvre befindlich. Delgemälde v. Pils. 40 Pf. Preis Der Mann mit der Hacke. Nach einem Gemälde von Millet. Auf Kunstdrudpapier. 40 Bi. ( Größe 312X40 Zentimeter.) Gruppenbild Preis der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Bettvorleger Grösse 55/115 und 65/130 0 0 Plüschportieren Steppdecken reich gestickt 2 Flügel, 1 Querbehang, Garnitur 850-30 M. Preis 60 Pf. 59/ 14* Porträts on Bebel, Liebknecht, Singer. ( Größe 53X40 Zentimeter.) in M. Preis 1.50 m. Jugendschriften, Märchen- u. Bilderbücher großer usabi und allen Preislagen. Klassiker: Goethe, Schiller, Heine, Uhland etc. Bu beziehen durch zu je 2 Bänden. Buchhandlung Vorwärts Berlin S. 68, Lindenftr. 69. Laden. M. 10.50 22.50 33.00 45.00 Mk. 2.75 u. 3.75 Plüsch- Tischdecken Chaiselongue- Decken mit kleinen Fehlern von 5-20 M. Erbstüll- Stores hochelegant 550 M. Gardinen, Stores 250, 375-15 M. eppich- Hermann Burseh. Engros- Spandauerstr. 65-67. Haus I. Etage kein Laden. 3 m. 12 11 10 9 8 7.6 Zwischen Kaiser Wilhelm- u. Bischofstrasse. Besichtigung ohne Kaufzwang gern gestattet. Uhren- Spezial- Haus Inh. Franz John 1393L* Berlin SW. 19, Leipzigerstr. No. 66 E. Empfehle mein reichhaltiges Lager in allen Arten Uhren bestens. Sie staunen bei einem Besuch desselben, ohne Kaufzwang, über die riesige Auswahl. Damenuhren: Stahl Mk. 8,25, Silber Mk. 9,-, Gold Mk. 15,50. Herrenuhren Mk. 4,75, Silber Mk. 9,-, Gold in allen Preisen. Moderne Freischwinger, 14 Tg.Schlagwerk, Mk. 15,-. Wecker, nachts leuchtend, Mk. 2,50. Größte Auswahl in Hausuhren, Uhrketten etc. Speziell empfehle Anker- Remontoir ,, Jonia" ich meine eigene Marke, in Metall Mk. 9,-, Stahl oxyd. Mk. 9,50, echt Silber Mk. 15,-. Prachtkatalog gratis u. franko. National- Phonogramm i. 1479L* DDDDDDDD Weihnachts- Ausverkauf zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Grosse Auswahl. 5jährige Garantie. Vorzügliche fabrikate. Hnerkannt billigste Bezugsquelle. Jeder Gegenstand ist mit dem billigsten Preisverzeichnis deutlich versehen. Das 40jährige Bestehen. der Firma bürgt für die Reellität dieser Offerte. G. Scharnow gelernter Uhrmacher 152 Oranienstr. 152 am Moritzplatz. 1458L* Reinseidene Damast- Robe 15.00. Fortsetzung des Weihnachts- Ausverkaufes. Reinseidene schw. Damaste, Merveilleur 2c. 15,00, 20,00, 25,00, 30,00 p. Robe. Reine Seiden für Braut und Hochzeits- Roben jest 1,00, 1,50, 1,95. Ein Bosten eleganter Kleider- Sammete jest 0,75, 1,25, 1,75. Aparte Seiden- Sammete für Blusen anstatt 3,00 jest 1,50. Belours du Nord für Jacketts und Mäntel, 80/130 Zentimeter breit, jetzt 4,50, 6,50. Schwere Damast- Futter- Seiden jezt 1,50. Reft- Coupons für Roben und Blusen besonders billig. Dieser Verkauf bietet auch Privaten große Vorteile. Muster franko! Adresse genau zu beachten! Seiden- Engros- Haus Hermann Herzog, Berlin, nur Spandauerstr. 33/35, 1 Tr. links, Ecke Simons- Apotheke. Telegr.- Adr.: Seidenherzog. Gegr. 1878. * Begründet 1864. Pelzwaren- Fabrik S. Schlesinger, Neue Königstr. 21** ,, Ordonnanzhaus". Einzelverkauf nach beendeter Engros- Saison. Reisemuster, Kolliers, Stolas, Muffen etc. zu billigsten Engros- Preisen. Es gelangt nur wirklich reelle Kürschnerware zum Verkauf. Reparaturen billigst und sauber. Sonntags geöffnet. Sprechapparate- Platten 59/ 6* 1513 L* Größte Auswahl** Billigste Preise Friedrich- Straße 226, Laden. Turmstr. 76. Lachmann& Scholz Ottostr. 1. geben wir Warenbaus. Doppelte Rabatt- Marken Dienstag, den 20. Dezember. Mittwoch, den 21. Dezember. Donnerstag, den 22. Dezember. Eine Mark wöchentlich liefere selbstspielende Musikwerke, Sprechmaschinen und echte MenzenhauerZithern. Schönfte Familienunterhaltung. J. Kurzberg An der Jannowitzbrücke1, I. Bahnhof Jannowitbrücke. Für den Weihnachtsbaum empfehlen in hübscher ZuTannenbaum- Mischung sammenstellung. Reiche Auswahl in Kräuter- Printen| Tee, Kakao, Schokolader, Fondants-, Likörringen, sowie in 5 u. 10 Pfg.Schokoladeu. MarzipanFest- Kaffee, ausgesuchte Mischungen Biskuits Gegen Kaffe billigste Preise. Kakao Schokolade Bonbons Fondants Ziehung 30. und 31. Dezbr. zu Baden- Baden. Badische Lose à 1 11 Lose 10 M, Porto und Liste 20 d Pferdegew. günstig verkäuflich geg Baar- Geld. 4565 Gewinne Gesammt- Mark werth 100000 110000 5000 à M. à M. 4000 2& 3000 6000 5 à 2000-10 000 5 Gewinne zus. 5000 = 50 Gew. zus. 30 000 1500& 10-15 000 3000 à 5 15 000 Badische Lose versendet: General- Debit Lud. Müller& Co. Berlin, Breitestr 5. Telegr.- Adr.. Glucksmüller Nathan Wand 129 Staliterstr. 129. Die schönsten 15172* Herren- Winter- Paletots in neu, und Anzüge fomie speziell Monats- Garderobe von Ravalieren getragene Sachen, jast neu, für jede Figur passend, speziell Bauch anzüge sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Nathan Wand 129 Staliterftr. 129. Hochbahnstation Kottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. Sonntag bis 8 1hr abends geöffnet. Leib-. Bettwäsche, Figuren. Kaiser's Kaiser's Kaffee Printen Geschäf lose und in Paketen. Honigkuchen das Stück 10 Pfg. SchokoladeTafeln, Figuren, Taler, Pralinen, Pastillen, Napolitains. Kaise Kaff Kaiser's Printen Zwieback, Biskuits. Fest- Kaffee ausgewählte Mischungen, M. 1.20, 1.40, 1.60, 1.80, 2.- das Pfd. HaushaltungsKaffee SchlafRöcke, sehr geeignet als Weihnachts- Geschenk für Herren, von prachtvoller Qualität u. eleganter Ausstattung in großer Auswahl: 10,50, 13,50, 15, 17,50, 20, 22,50, 25, 30, 35, 40 u. 65 9. Morgen1364L* Tee, neuester Ernte Tannenbaum- Mischung Zuckerw Marzipan Printen von M. 0.80 bis M. 1.das Pfd. Kaiser's Schokolade Kaiser's Schokolade Kaiser's Schokolade Kaiser's Schokolade ser's Printed FestKaffee Kaiser's Kaiser's Spekulatius Printer Christkindchen's Einkäufe in Kaiser's Kaffee- Geschäft Verkaufsfilialen in Berlin und Vororten Berlin, Lübeckerstr. 20 Luisenstr. 43/44 Melanchthonstr. 1 Wilsnackerstr. 30 Stephanstr. 42 Mk. Joppen grau, mode, bräunlich oder olive, mit Tuch, Sammet, Plüsch- oder Schnurbesatz: 8, 15, 16,50 u. 20 9, 10,50, 13,50, Mk. Große Weiten für extra starke Herren stets vorrätig. Carl Stier Fabrik für Herren- u. KnabenGarderobe. Berlin Oranienstr. 166. So., Berlin Potsdamerstr. 113a. W., Potsdam, Nauenerstr. 23. Verlangen Sie gefl. die illustr. Preisliste, welche gratis und franko versandt wird. Nach außerhalb sende Muster und Maßanleitung. Königsbergerstr. 31 Petersburgerstr. 81 Richthofenstr. 23 Stralauer Allee 36 Zorndorferstr. 48 Charlottenburg, Augsburgerstrasse 59-6) Charlottenlurg. Berlinerstr. 98 Berlinerstr. 125 Dankelmannstr. 60 Holtzendorfstr. 4 Kleiststr. 19 Kaiser Friedrichstr. 57 Pestalozzistr. 9a Wilmersdorferstr. 126 Wilmersdorferstr. 148 Dt. Wilmersdorf, Berlinerstr. 131 Friedenau, Rheinstr. 10 Friedrichsbg., Frankfurt. Ch. 121 Lichtenberg, Frankf. Allee 171 Neu Weissensee, Königs- Ch. 32 Pankow, Breitestr. 24a Rixdorf, Hermannstr. 40 Rixdorf, Steinmetzstr. 116 Rixdorf, Kaiser Friedrichstr. 242 Rummelsburg, Schillerstr. 12 Schöneberg, Kolonnenstr. 66 Goltzstr. 36 Hauptstr. 139 Neue WinterfeldtStrasse 9 Tempelhoferstr. 21 Steglitz, Schlossstr. 85 Schmargendorf, Breitestr 22a Reinickendorf, ScharnweberStrasse 16 Friedrichsfelde, Berlinerstr. 45 Boxhagen, Alt- Boxhagen 4-5 Tempelhof, Berlinerstr. 15 Mit kleinen Webfehlern! Eine grosse echter Partie PlüschTischdecken mit reicher Stickerei ca. 33% unter Preis! 140/140 cm 8,75 M. Wt. 15,00 130/160 em 10,50 M. 18,00 145/175 cm 13,50 M. 22,50 " Nach ausserhalb per Nachnahme. Teppich- Spezial- Haus Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. = Extra billig!= div. Teppiche mit Webfehlern! kleinen WeihnachtsExtra- Liste preiswerter Geschenke gratis und franko. Berantivo. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. nur eigene Fabrikate, Vortrefflichste Ausführung, aussergewöhnlich billig. Z. Alexander, Wäsche Industrie, 103 Gr. Frankfurterstr. 103. Bitte genau a. d.Firma z. achten! " ג. Steinmetzstr. 41 دو N. Berlin, Wrangelstr. 23 Wrangelstr. 54 -99 Berlin, Ackerstr. 23--26 957 Ackerstr. 111 99 37 Brunnenstr. 81 0. 99 " Brunnenstr. 151 97 99 Brunnenstr. 185 Berlin, Andreasstr. 55 39 ,, Badstr. 18 W. Andreasstr. 57 Pestalozzistr. 29 9+ 32 99 Chausseestr. 28 Frankfurter Allee 51 Spandauerstr. 28 " Chorinerstr. 20a Berlin, Culmstr. 1 Frankfurter Allee 71 Tauenzienstr. 19 99 27 22 " Danzigerstr. 90 99 Dalldorferstr. 23 Gleditschstr. 48 Genthinerstr. 26 39 Grüner Weg 41, Uhlandstr. 32 39 99 99 Ebertystr. 50 " Fennstr 52 Lützowstr. 83 99 99 Krautstr. 48b 99 Franseckistr. 50 Potsdamerstr. 59 99 Invalidenstr. 144 99 29 Müllerstr. 1 99 Müllerstr. 166 " Putbuserstr. 41 S.W. " 23 99 Reinickendorferstr. 10 s Swinemünderstr. 87 Schwedterstr. 245a " Berlin, Bergmannstr. 93 Zossenerstr. 22 N.O. 59 Tresckowstr. 18 Usedomstr. 17 募 S. Berlin, Gollnowstr. 11 99 99 Greifswalderstr. 4 Landsberger Allee 29 Sebastianstr. 88 C. Berlin, Kaiser Wilhelmstr. 20 Alte Schönhauserstr. 30 " 30. Linien- Straße 30. Turmstr. 47a 99 99 Bredowstr. 43 Köpenickerstr. 144 Muskauerstr. 21 99 99 Beusselstr. 29 Neanderstr. 37 NB. Alle Bruchbänder mit elaſti schen Belotten, angenehm und weich 99 99 99 Haidestr. 15/16 Oranienstr. 1 99 Huttenstr. 4 Reichenbergerstr. 123 am Körper. 4432* E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, jomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferants. Orts- u.Hilfs- Krantentaffen Berlin C., Prinzen- Allee 31 Weinbergsweg 5 Wollinerstr. 43 N.W. Berlin, Turmstr. 30 Berlin, Graefestr. 25 S.O. Berlin, Admiralstr. 31/32 99 Nr. 298. 21. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. Desember 1904. Mordprozeß Berger.91) Siebenter Tag. = Nach Eröffnung der Sizung durch Landgerichtsrat v. Poch Hammer beantragt der Verteidiger Rechtsanwalt Bahn noch eine weitere Erhebung in Sachen der durch den Sachverständigen Dr. Schulz ausgeführten Untersuchung des an dem viel besprochenen Korbe vorgefundenen Blutes. Wie er von Prof. Dr. Wassermann gehört habe, kommen für Blutuntersuchungen erklärt hierzu, daß in einem Reskript des Justizministers die Staats" " S gewisse Zeichen Berger leichenblaß und fast ohnmächtig. Vert. Sie haben neulich erklärt, daß Sie dem Berger auch heute Er konnte zuerst kein Wort herausbringen und mußte von zwei noch nicht der Tat für fähig halten. Bleiben Sie dabei? Zeugin Beamten gestützt werden, da er bald umgefallen wäre. Liebetruth: Ja wohl! Angell. Berger: Was die Verden Schritten, die die Kriminalpolizei in dieser Mordsache von An- Liebetruth hatte die Angewohnheit, wenn sie aus ihrer Wohnung Kriminalkommissar Wehn gibt eine eingehende Darstellung von mutungen der Liebetruth anbetrifft, so bemerke ich folgendes: Die fang an getan. In bezug auf die etwa in Frage kommende Täter- wegging, sich standen, daß gegen diesen absolut nichts weiter vorliege, als die zu machen, weil sie sehr mißtrauisch war und sehen wollte, ob ich schaft des Lenz habe er von Anfang an auf dem Standpunkt ge= Tatsache, daß er die Lucie Berlin gekannt habe. Im übrigen habe etwa während ihrer Abwesenheit mit einem Weib in der Wohnunng er ja auch sein Alibi vollkommen nachgewiesen. Lenz habe sich in war. Darüber hat es mehrfach Krach gegeben und sie hat sich häufig bei solchen Kapitalverbrechen nur drei Institute in Frage: das ieder Beziehung frei und unverdächtig bewegt, er habe ohne in ihren Vermutungen getäuscht.- Kriminalkommissar Wannowsty Hygienische Institut in Greifswald, das Kochsche Institut, an dem weiteres gesagt, daß die Lucie ein sehr niedliches Mädchen ge- wird nochmals hervorgerufen und bekundet folgendes: Nach der FestProf. Wassermann tätig sei und das Institut für experimentelle wesen sei, welches von den anderen Kindern vorteilhaft abstach und nahme des Berger befaßte ich mich näher mit dem objektiven Befund. Therapie in Frankfurt a. M. Wenn es sich um solche Blutunter- berwickelte sich in keinerlei Widersprüche. Auch im Leichenschauhause Bei Auffindung der Zeichenteile befanden sich an diesen Stücke der suchungen handle, werde gewöhnlich eins jener Inſtitute in Anspruch sagte:„ Ich kann Ihnen nur erklären, daß ich an der Tat so un- Nummer der„ Morgenpost" das Zeitungsstück gehörte. Da die Liebe beim Anblick der Leichenteile blieb Lenz völlig unbefangen und Berliner Morgenpost". Mit vieler Mühe stellte ich fest, zu welcher genommen. Seines Wissens sei Dr. Schulz Assistent des Professors Dr. Straßmann und er halte es doch für angebracht, dessen schuldig bin, wie Sie alle hier!" Der Zeuge gibt ferner eine truth die Morgenpost" hielt und es ein starkes Entlastungsmoment Untersuchungsmethode und Schlußfolgerungen durch einen Sach- umfangreiche Darstellung, wie sich der Verdacht gegen Berger lang für Berger getvesen wäre, wenn das betreffende Blatt dort vorverständigen auf dem Gebiete der Blutuntersuchung nachprüfen ſam entwickelt hat und welchen Eindruck er bei den verschiedenen gefunden wurde, so suchte ich genau bei der Liebetruth nach, es zu lassen. Er beantrage deshalb, Herrn Dr. Engel aus der Stalizer- Bernehmungen von dem Verhalten des Berger erhalten habe. fanden sich auch die verschiedensten Nummern, aber nicht eine solche, straße als Sachverständigen zu laden. Sachverständiger Dr. Schula Immer wieder wie sie bei den Leichenteilen vorgefunden worden ist. Es ist aber protestiert der Berteidiger auch kein Stück gefunden worden, zu welchem das andere Stück anwaltschaften aufgefordert worden sind, darauf hinzuwirken, daß gegen diese Art von Aussagen. Er erklärt wiederholt, daß er dies paßte. Staatsanwalt& indow: Sie sollen mit Berger ein bei Blutuntersuchungen in solchen Fällen die drei genannten Institute, nicht für zuläffig halte und verlangt jedesmal Gerichtsbeschluß. Gespräch geführt haben, in dem er sich beinahe bereit erklärt außerdem aber auch die Unterrichtsanstalt für Staatsarzueifunde, Dieser fällt jedesmal gegen ihn aus. Der Zeuge befundet weiter, hatte, ein Geständnis abzulegen?- 8euge: Jawohl, ich sprach an welcher Profeffor Dr. Straßmann wirke, in Anspruch genommen daß, nachdem die Liebetruth die Mitteilung von dem Fehlen des einmal mit Berger am Donnerstag nach seiner Verhaftung, und werden. Blutuntersuchungen gehören in dem letzteren Institute zu Korbes gemacht hatte, er dem Berger gefagt: es fehlt ja ein Storb. fagte ihm, es wäre beffer, wenn er ein Geständnis ablegen würde. den ordentlichen Unterrichtsgegenständen und er habe solche schon Berger erklärte, von einem Korbe nichts zu wissen. Er habe ihm Es könnte unter Umständen dann viel besser ablaufen, denn es würde häufig angestellt und sei als Sachverständiger darüber vernommen dann eine goldene Brücke bauen wollen und deshalb angedeutet, daß sich fodann möglicherweise ein„ Sittlichkeitsverbrechen", ferner ein worden. Gerichtschemiter Dr. Jese rich teilt kurz mit, daß er er den Korb vielleicht zum Wegbringen der Wäsche gebraucht habe; Totschlag eventuell auch Körperverlegung mit tödlichem Ausgange eine Nachuntersuchung vorgenommen habe, bei der er aber Blut er blieb aber dabei, daß er nichts von dem Korbe wisse. Er habe herausstellen. Ich teilte dem Berger auch die verschiedenen Strafen nicht mehr vorgefunden habe, da es schon bei der vorhergegangenen ihm darauf gesagt:„ Mensch, Sie reden sich ja um Kopf und mit, welche ihn sodann treffen könnten. Berger hörte mir gespannt Untersuchung verbraucht worden war. Der Gerichtshof beschließt Kragen! Die Liebetruth hat es ja gefagt!" Da hat denn Berger und anscheinend sehr intereffiert zu. Berger wurde allmählich sehr die Vorladung des Prof. Dr. Wassermann und des Dr. Engel behauptet, daß er den Korb an ein Mädchen von der Straße ver- weich, fing an zu weinen und ich glaubte ihn schon bis schenkt habe. Es sei charakteristisch, daß Berger schon am Sonnabend, zu einem Geständnis Der erste Zeuge Hausverwalter Rudolf Möbius bekundet als der Rumpf gefunden war und die polizeilichen Recherchen erst ein gebracht zu haben. Durch das Dazukommen zweier Beamten wurden folgendes: Ich bin Hausverwalter des Hauses Ackerstr. 130. Da festen, die Liebetruth gebeten hatte, von dem Korbe nichts zu sagen, wir jedoch gestört. Angeklagter Berger giebt das von dem Voretwa 160 Mieter in diesem Hause wohnen, so tommt es häufig vor, also zu einer Zeit, wo noch niemand eine Ahnung davon hatte, wie zeugen betundete als richtig zu. Präs: Weshalb haben Sie daß die Haustür des Nachts offen steht. Wieviel Prostituierte dort die Leichenteile weggebracht sein könnten. Als infolge einer von dem denn bei dieser Gelegenheit geweint? Angel.: Bei solchem wohnen, kann ich nicht sagen, da mir die Polizei diese Auskunft ver- Zeugen veranlaßten Preßnotiz der Korb herbeigeschafft worden war, Verdacht, Mörder zu sein, da soll man nicht weinen? Dja, Herr iveigerte. Vert.: Herr Zeuge, ist die Möglichkeit vorhanden, daß hat Beuge fofort einen roten Fleck an der einen Schmalfeite er- Präsident!" nachts jemand mit einem Korbe das Haus verlassen kann, ohne bei kennen können. Nach Mitteilung der Liebetruth hatte Berger große dem regen Verkehr, der dort herrscht, beobachtet zu werden? Aufregung gezeigt. Dazu habe doch gar keine Veranlassung vor 3euge: Dies ist schon möglich, denn mir selbst ist fürzlich des gelegen, denn Berger war ja vom Kriminalkommissar Wannowski nachts ein ganzes Spind gestohlen worden, das über den Hof und sogar mit dazu verwendet worden, den Lenz ausfindig zu machen Hausflur transportiert werden konnte, ohne daß irgend jemand und hatte sogar dafür Geld bekommen. Die Liebetruth, die zuerst etwas gemerkt hatte. dem Berger die Tat nicht zutraute, hat doch auch schließlich gefagt, daß die Korbgeschichte ihn verdächtig au morgen. Kriminalschußmann Siegel befundet: Er habe am 11. Juni, abends 7 ihr, eine sittenpolizeiliche Kontrolle bei der Liebetruth in Gemeinschaft mit einem Kollegen abgehalten. Berger war auch dort und wurde von der Liebetruth als ihr Verhältnis" bezeichnet. Berger wies seine Anmeldung aus der Bergstraße vor. Nachher sei man auch auf den Mord zu sprechen gekommen und da habe die Liebetruth sofort den Berdacht auf Lenz dämonenhaften Einfluß 11 Auf Wunsch des Staatsanwaltes läßt sich der Untersuchungsrichter Maß mann darüber aus, ob Berger ihm zugestanden habe, Buhälter zu sein. Er bekundet u. a.: Am 8 Dezember habe Berger hier unter der Anklage der Zuhälterei vor Gericht gestanden und dort nach den Zeitungsberichten bestritten, Buhälter gewesen zu sein. als der Zeuge ihn am 9. Dezember zu vernehmen hatte, hat er sich darüber gewundert und in den darüber gemachten Bemerkungen hat Berger dargetan, daß er eine andere Borstellung von Zuhältern habe. Berger hat den Standpunkt vertreten, daß ein Buhälter überhaupt nicht arbeite, während er doch mit Unterbrechungen gearbeitet habe. Berger hat dem Untersuchungsrichter dann noch sehr eingehende Mitteilungen über das Verhältnis zwischen Dirnen und Zuhältern gemacht und unter anderem gesagt, daß die Zuhälter zu den Dirnen im Verhältnis von 1: 5 stehen. Was die Eifersucht der Dirnen betrifft, so sei es eine besondere Eigentümlichkeit, daß die meisten von ihnen einen Mann haben wollen, der nur Deshalb brauchen sie dazu Männer, die keinen eigenen Erwerb ganz ihnen gehört. haben, sondern ganz von ihnen abhängen. Wenn Leute sich dazu hergäben, die arbeiten wollten, fo würden sie verhöhnt oder verlacht ausüben. Diese werden oft braun und blau geschlagen, so daß fie freisen, sei aber werden. In diesem Sinne gehöre er( Berger) vielleicht zu Zuhälterwie er behauptete kaum aus den Augen sehen können; dann kommen sie hülfeflehend Storb betrifft, so habe Berger zugegeben, daß, wenn der gefundene fein Zuhälter. Was den zur Polizei gelaufen, so daß man momentan Mitgefühl mit dieser Korb der Liebetruth gehörte, ein anderer als er der Mörder nicht sein Sorte haben muß; am nächsten Tage schon fommen sie wieder: fönne; da er aber der Mörder nicht sei, so könne der gefundene Korb es ist alles nicht wahr, der Mann ist ein hochanständiger Mensch"! auch nicht der Liebetruthsche sein. Als ihm dann diese Stelle des von auch die Liebetruth erzählte von den Aeußerungen, die einige Zuhälter ihm zu unterschreibenden Protokolls vorgelegt wurde, habe er zunächst gemacht haben. Danach hatte man ihr im Café gesagt:„ Mußtest Du gesagt, dies klinge zu scharf; es haben sich daran Vorschläge zu einer benn das mit dem Korbe angeben? Ich hätte es nicht angegeben; anderen Fassung geschlossen, schließlich sei er aber damit einverstanden wenn Du das nicht mit dem Korbe gefagt hätteft, fönnte ihm gewefen, daß der Sak so stehen blieb. Angeklagter Berger niemand etwas anhaben! Staatsanw.: Es ist doch wohl bemerkt hierzu, daß er von Anfang an gar nicht geleugnet habe, auch richtig, daß die Buhälter eine gewisse Organisation haben, daß ein Korb der Liebetruth fehle, doch habe er fofort Zweifel gewissermaßen in Bezirken eingeteilt sind, daß sie sich gegenseitig darüber ausgedrückt, daß der angeblich mit Blutflecken behaftete vor Gericht herausreden 2c. 8euge: Das fann ich bestätigen. aufgefundene Korb der Liebetruth gehöre. Der Zusammenhang geht u. a. auch daraus hervor, daß man sich in jenen Kreisen zusammentat, um so plötzlich einen Verteidiger für Berger zu stellen. Staatsanw.: hat die Liebetruth nicht auch von der Möglichkeit gesprochen, daß Berger eingestehen könnte? man nun und nimmermehr rechnen, denn er sei ein verstockter - 8euge: Ja wohl, die Liebetruth hat aber gefagt: darauf tönne Charakter. Rechtsanw. Bahn: In einem Bericht der Kriminalpolizei ist zuerst davon die Rede gewesen, daß zwei Männer als Täter in Frage fämen und Tatort wahrscheinlich die Hussitenstraße fei. Angefl. Berger bestreitet entschieden, den Korb zuerst abgeleugnet zu haben, ber Zeuge bleibt aber ebenso entschieden bei feiner Aussage. Mittagspause. mache. Nach der weiteren Mitteilung der Liebetruth hatte die Lucie noch drei Tage vor dem Morde in ihrer Wohnung mit dem Hunde gefpielt. Das Kind habe dabei an der Erde gelegen und vergnügt umber gestrampelt und nach Ansicht der Liebetruth sei es möglich, daß dabei die Lust des Berger erwacht sei. Nach Ansicht des Zeugen hat das Mädchen vielleicht nicht gewußt, daß die Liebetruth nicht zu gebracht. Sie sagte, Lenz sei von der Seiler' rausgeschmissen, Hause war, hat dann die Wohnung harmlos betreten und hat dann er habe sich aber trotzdem mehrfach in der Ackerstraße umber- bei den unſittlichen Angriffen des Angeklagten an die Warnungen des getrieben. Die Liebetruth sagte weiter, Lenz sei pervers ver- Lehrers und der Mutter gedacht, Angst bekommen und sich gewehrt. Auf eine Frage des Staatsanwalts Lindow erklärt Kriminalanlagt, er habe wiederholt mit der Lucie gesprochen, sie auch auf den Schoß genommen und ihr Bonbons gegeben. Berger fommissar Behn: Es ist eine allbekannte Tatsache, daß die Zuhabe dabei fein Wort gesprochen, nur als die Liebetruth hälter auf die Dirnen einen geradezu fo bestimmte Angaben über Lenz machte, sagte Berger: Ach, laß doch das sein! Das führt bloß zu Feindschaften! Die völlige Teilnahm Tofigleit des Berger ist dem Zeugen aufgefallen. Rechtsanwalt Bahn: Das tann doch nicht auffallen. Berger hat doch auch hier im Saale tagelang einen zurückhaltenden Eindruck gemacht. Kriminalschußmann Ball, der auch einmal recherchiert hat, hat in der Liebetruthschen Küche ein Meffer vorgefunden. Dann ist er nach der Bergstr. 26 zu der Frau gegangen, wo Berger angemeldet war. Dort wurde ihm gejagt, daß Berger wochenlang nicht anwesend gewesen sei. Dort wurden zwei Anzüge des Berger und einige Hemden vorgefunden, ebenso Bindfaden, der ähnlich aussah, wie der Bindfaden, der um die Leichenteile geschlungen war. Der 3euge will auch über einige Recherchen berichten, die er im Seitenflügel des Hauses Aderstraße 130 nach der Richtung angestellt hat, wer von männlichen Bewohnern zurzeit der Tat im Hause anwesend Rechtsanwalt Bahn protestiert hiergegen und erklärt, daß er eventuell die sämtlichen Bewohner des Hauses Ackerstraße 130 als Zeugen laden müßte. Kriminalschußmann Blume berichtet gleichfalls über die verfchiedenen Recherchen, die er in der Mordsache in der Liebetruthschen Wohnung und bei Berger gemacht hat. Er hat auch schließlich den Berger verhaftet. Zuerst war tein Verdacht auf Berger, denn auf die Frage, wo er zurzeit der Tat gewesen, habe dieser seine Anmeldung aus der Bergstraße vorgezeigt, und Liebetruth zeigte ihren Schein aus Barnim vor, wonach auch sie nicht in Betracht kommen konnte. Der Beuge sagte u. a. aus, daß später, als Berger wohl merkte, daß fich Verdacht gegen ihn selbst erhob, sein Verhalten auffällig war. Polizeibeamten gerichtet. Kriminalfommiffarius Wehn bekundet, Nach der Mittagspause werden noch mehrere Fragen an die Der Verteidiger protestiert auch gegen diese Bekundung, die daß bei dem Auffinden der Arme festgestellt worden, daß auch das doch lediglich ein einseitiges Gutachten darstelle. Auch Berger Ginpadpapier eines Warenhauses zur Umhüllung der Leichenteile tritt dem Zeugen entgegen und bestreitet, daß er ein verdächtiges benutzt worden war. Die Liebetruth habe auf Befragen angegeben, Verhalten zur Schau getragen. Als Kriminalkommissar Wannowsti hier vortritt, um zu habe. daß sie in jenem Warenhause, auch einmal einen Einkauf gemacht Präs: Das soll aber schon im Jahre 1908 gewesen bestätigen, daß auch er ein auffälliges Berhalten des Berger in fein. Rechtsanw. Bahn: Der Einkauf soll sogar schon drei Jahre einem gegebenen Augenblick wahrgenommen habe, zurückliegen. war. Zeugenfolter. Die Beweisaufnahme ist hiermit im allgemeinen erschöpft. Rechtsanwalt Bahn erklärt auf Befragen, daß er endgültig noch nicht auf weitere Beweisanträge verzichten könne, sondern sich erst nach längerer Rücksprache mit dem Pause bitten. Angeklagten entscheiden könne. Er müsse auch für Mittwoch um eine Hierauf wird die Sigung auf Dienstag 91%, Uhr vertagt. Eingegangene Druckfchriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 12. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Republik und Sozialdemokratie in Frankreich. um den Stillen Ozean. Von M. Beer. hervor: Die Urahnfrau. 6. Die Verfassung der dritten Republik. Bon St. Stautsty. Der Kampf Berwaltung. Von Dr. Hermann Weyl. Säuglingsschuß und städtische Arbeiterin. Bon Friedrich Stampfer. Zwei Dramen einer deutschen Holz, Des berühmbten Schäffers Dafnis fälbst verfärtigte, fämbfliche Freß, Literarische Rundschau: Arno Sauff- und Venuslieder benebst angehändten auffrichtigen und reuemühtigen Bußtbränen. Von Franz Diederich. Notizen: Die Internationalität des Kapitals. Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pi. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Marktpreise von Berlin am 17. Dezember. Nach Ermittelungen des Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte mittel 17,66-17,64., geringe 17,62-17,60 W. Wafferstand am 17. Dezember. Elbe bei Auffig+0,50 Meter, bei Dresden 0,92 Meter, bei Magdeburg+1,68 Meter. Unstrut bei Frankfurt+ 2,08 Meter. Dber bei Ratibor+ 2,30 Meter, bei Breslau Straußfurt+1,40 Meter. Dber Begel+5,20 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,30 Meter, bei 23 ar the bei Bosen+0,84 Meter. Weichsel bei Brahemünde+3,02 Meter. Nee bei Usch 0,86 Meter. D erhebt Rechtsanwalt Bahn wiederum Einspruch. Die Berichte der Kriminalbeamten dürfen nicht verlesen werden, Handelsmann Streich han ist auf Grund eines Schreibens, diese Vorschrift des Gesetzes wird aber umgangen, wenn die Kriminal- das er an den Verteidiger gerichtet, am Sonnabend noch als Zeuge beamten hier erscheinen und ihre nicht verlesbaren Berichte mündlich geladen worden. Die Frage des Staatsanwalts nach dessen Vors vortragen. Die Kriminalkommissare sind Hülfsbeamte der Staats- strafen wird von dem Zeugen nur mit großem Widerstreben beantwortet. tgl. Polizei- Präsidiums. anwaltschaft und es ist doch klar, daß fie die Anklage zu stützen suchen. Er weigert sich zunächst entschieden, darüber Auskunft zu geben. Er 17,70-17,68 9., Jeder Kriminalkommissar ist in die Sache, die er bearbeitet, habe ein gutgehendes Geschäft, in welchem er Stredit in Anspruch Roggen**), gute Sorte 13,95-00,00 m, mittel 00,00-00,00 M., geringe gewissermaßen verliebt, er ist interessiert und daher, ohne es zu nehmen müsse und es würde Gefahr für sein Geschäft entstehen, 00,00-00,00 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,90-14,80 m, mittel 14,70 wollen, subjektiv. Ich stelle den formellen Antrag: jämtliche Krimi- wenn er hier Auskunft über sein Vorleben geben müßte. Der Vor- bis 13,60 M., geringe 13,50-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,60 2., nalbeamte hier nicht zu vernehmen, sondern nur die völlig un- fizende hält ihm vor, daß er ihm diese Auskunft nicht ersparen mittel 15,50-14,60 m., geringe 14,50-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Stochen interessierten Zeugen. Staatsanwalt Lindow erklärt diesen fönne, da sie der Staatsanwalt verlange. Der Zeuge wünscht, daß Startoffeln 9,00-7,00 2. 40,00-30,00 9. Speisebohnen, meiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00 m. Antrag für durchaus unberechtigt. Der Gerichtshof lehnt den Antrag dann die Deffentlichkeit ausgeschlossen werde, der Vor- Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 M. Eter per Schod 4,80-3,20 m. Richtftroh 5,00-4,50 M. en 9,40-7,30 M. ab, da es ihm feinen Augenblid zweifelhaft sei, daß die Kriminal sigende lehnt dies aber ab und stellt aus den Personalakten fest, daß beamten sich über ihre Eindrüde bei ihren Maßnahmen auslassen der Zeuge mehrfach wegen verschiedener Vergehen vorbestraft ist. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahu. fönnen. Kriminalfommiffar Wannowski betundet nunmehr Der Zeuge bekundet, daß er am 9. Juni gegen 411 Uhr den Berger folgendes: Zur Vornahme von weiteren Recherchen mußte ich noch im Lokal von Dahlström in der Elsasserstraße getroffen und ihm mals die Einwohner des Hauses Ackerstr. 130 zum Teil vernehmen. eine Mark geborgt habe. Als ich Berger mitteilte, daß sämtliche Wohnungen einer genauen weiter aus, daß Berger ihm schon vor längerer Zeit einmal von Der Beuge fagt unter anderem Durchsuchung unterzogen würden, fiel mir schon ein etwas sonder seiner Absicht gesprochen habe, die Liebetruth zu heiraten; er fönne bares Berhalten auf; Berger wurde mit einem Male sehr ruhig dies aber nicht, weil die Liebetruth ihm manchmal drohe, und wenn und blaß. Kurze Zeit darauf teilte mir die zwölfjährige Gertrud er sich mit ihr verheiratet hätte, ganz und gar in ihrer Gewalt sein Hübsch, die Zeugin, auf welche jezt allerfeits verzichtet wurde, mit, würde. daß sie Berger mit der Lucie Berlin zusammen gesehen habe. Ich Alsdann wird die Zeugin Liebetruth noch einmal vorließ Berger daraufhin nach dem 59. Polizeirevier fommen. Dort gerufen. Sie bestätigt auf Vorhalt im allgemeinen die An hatte ich die Gertrud Hübsch in einem Nebenzimmer postiert. Ich gaben, die Kriminalkommissar Wehn ihre Unterfagte dem Kinde, es solle erst einmal fich Berger durch die Türspalte redungen mit ihr und ihre Auslassungen und Vermutungen ansehen und dann sagen, ob es derjenige Mann sei, welchen es mit hier gemacht hat. Tatsächlich sei ihr die Sache nach dem der Lucie gesehen hätte, Hiermit wollte ich bewirken, daß in dem Verschwinden des Korbes etwas verdächtig vorgelommen und Swinemde. 770 N 6 halb bd. Falle, wenn das Kind Berger nicht wiedererkennen würde, diefer fie habe in der Tat zu dem Kriminalfommiffar gesagt: wenn Bamburg 775 3 heiter selbst gar nichts davon merken sollte, daß auch auf ihm ein Verdacht wirklich Berger der Täter wäre, würde sich die Sache vielleicht so Franki.a. M. 778 N 4 balb bb. ruhe. Die Gertrud Hübsch erkannte jedoch durch die Türspalte abgespielt haben, daß das Kind vielleicht in der Wohnung mit dem Berger wieder, mumehr ließ ich sie eintreten und dem Angeklagten Hund spielte und dabei das Gelüste bei Berger erwacht sei. gegenüberstellen. Ich fragte Berger, ob er das Mädchen kenne, er Angetl.: Das sind doch nur Vermutungen. Tatsächlich bin ich wäre von diefem mit der Lucie zusammen gesehen worden. In doch nie dabei gewesen, wenn das Kind mit dem Hund in der demselben Moment wurde Wohnung spielte. 8eugin Siebetruth: Das ist richtig! über Witterungsübersicht vom 19. Dezember 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm Berlin 1774 28 München 777 29 775 23 Wien Wind. richtung Bindstarle Better Temp. n. C. 5°.4° R. Stationen Barometer richnung Wind 5 Haparanda 761 Still 3 Petersburg 751 NND 4 Scilly Windstärke Wetter bebedt 2 bedeckt Temp. n. C. 15° C= 4° R. 775 DGD 2 wollig 1 molfig 6 Aberdeen 760 WSW 2 heiter 2 Nebel 4 Paris 777 SSW 1 bedeckt 4 halb bd. 6 Wetter- Prognose für Dienstag, den 20. Dezember 1904. Etwas lälter, vielfach beiter bet ziemlich frischen nordwestlichen Winden teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau 31427 Vielfachen Wünschen unserer Kundschaft entsprechend, verabfolgen wir Dienstag, den 20., bis inklusive Freitag, den 23. Photographie- Bons gratis bei einem Gesamteinkauf von 1528L oder 5 Mark 1/4 Dutzend Visites 10 Mark 1/2 Dutzend Visites 15 Mark 20 Mark 1/4 Dutzend Kabinett 14 Dutzend Makart Doppelte Anzahl Sparmarken. Man bittet bei Bezahlung sich den Kassenzettel abstempeln zu lassen. Die Aushändigung der Photographie- Bons erfolgt nur am selben Tage gegen Rückgabe der gestempelten Kassenzettel in der Sparkassen- Buchhalterei. Warenhaus Wilhelm Stein Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Berlin N., Chausseestr. 65-66. Kleine Anzeigen. 568* Ringschiffchen, Bobbin, Schnellnäher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Postkarte genügt. Stöpniderstraße 60/61. Große FrankWinterpaletots, Jadettanzüge, furterstraße 43. Prenzlauerstraße 59/60. Gehrocanzüge, Damenkonfettion, vers Trifotagen, Massenauswahl, fabelfallene, ftaunenerregend. Pjandleih- haft billig, Reinickendorferstraße 7 a, haus Weidenweg 19. + 33* Marcus. Winterpaletots, Taschenuhren, Kleiderstoffrefte für den halben spottbillig. Pfandleihhaus Weiden- Preis. Marcus. 568* teg 19. + 33* Gardinen, Teppiche, Läuferstoffe. Marcus. 568* Arbeiterhemden, bestes eigenes Fabrikat. Marcus. 568* Kostüme, Blusen, Kleideranferti gung. Marcus. Winterpaletots, Aussteuerwäsche, Regulatoren. Pfandleihhaus Weidenweg 19. + 33* Winterpaletots, Joppen, Freischwinger, Weckeruhren. Pfandleihhaus Weidenweg 19. + 33* Winterpaletots, Betten, Steppdeden, Teppiche. Pfandleibhaus Weidenweg 19. + 33* Winterpaletots, Gardinen, Stores, Portieren. Pfandleihhaus Weidenmeg 19. Winterpaletots, + 33* Bettvorlagen, Bettstellen. Pfandleihhaus Weidenweg 19. + 33* Winterpaletots, Damenschuhe, Schmucksachen. Pfandleihhaus Weiden+ 33* meg 19. Winterpaletots, Trauringe, Siegelringe, Damenuhren. Pfandleihhaus Weldenweg 19. +33+ Winterpaletots, Damenketten, Herrenketten. Spottpreise. PfandLeihhaus Weidenweg 19. +33+ * Winterpaletots, Joppen spottbillig Pfandleihe Küstrinerplat 7. Damenuhren, verfallene, goldene, 10,00, 12,00, 15,00, hochfeine 20,00, 25,00. Leibhaus, Neue Schönhauserstraße 11. 56* 365* Musifwerke, selbstspielende. Teilzahlungen. Invalidenstraße 148( Ein gang Bergstraße), Frankfurterstraße 56, Stalizerstraße 40. 76* Teppiche mit Farbenjehlern Fabril niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 37* Wringmaschinen, Zinkwaschfässer, Bober, Sigwannen, beste Ware. Teilzahlung gestattet. Postkarte. Kottloff, 588* Staligerstraße 108. Reichenbergerstraße 183 große Auswahl Nähmaschinen sämtlicher Systeme ohne Anzahlung, gebrauchte preiswert. 7536* Bronzegaskronen, 6,00, Lyren 1,50, Wandarme 0,65, Gaskocher 0,75, weiloch 3,00, Bratöfen, Gasplätt eisen 2,25. Schröder, Hochstraße 43.+ Bronzegaskronen! zweiflammig! 5,00, dreiflammig! 6,00. Salon- Gasfronen! 15,00. Gaslyren 12. Schaufensterlicht spottbillig. Wallnertheater1408* straße 32( Gastocherhaus). Petroleumöfen! Gasheizöfen, 6,00, große Auswahl. Wallnertheaterstraße 32( Gaskocherhaus). 139* Eisenöfen, gebrauchte, neue, 2,00 an. Dauerbrandöjen 11,00. Cadéöfen, Germanenöfen, Gasöfen 6,00, Kochmaschinen 14,00. Schröder, Hochftraße 43. = 6246* zu für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Gropius8465* 8626 Gänse! billig! billig! a Pfund Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matratze Elsholz, Komiker, 50 Pfennig. Bettfedern- Berkauf. Baul 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, straße 7. Hoft, Eldenaerstraße, Ede Samariter- Blumenstraße 35 b. 1628* Conradini, Duett. Postamt 28.* ftrage 21. 59/ 10* Nähmaschinenreparaturen wer Lokal- Humorist Rudolf Meinert Geige, vorzüglich, Schuld an den schnell und billig in meiner( organisiert) zweiten Feiertag noch genommen, spottbillig. Aderstraße 112, eignen Werkstatt ausgeführt. Bell- frei. Zionskirchstraße 42. Restaurant. +102 mann, Gollnowstraße 26, nahe der Plüschsofa, Schlafsofa 20,00, Bett- Landsbergerstraße. Stellenangebote. stelle, Matraße 15,00. Pallisaden Pfandleihe Markusstraße 27. 8265 Musterspitzer, geübter, auf Plüsch ftraße 23, Tapezierer. 5818 Lerika und alle andren Bücher verlangt. Offerten Kantstraße 5, Betten, prachtvolle, 17,00. Michel, fauft, beleiht Antiquariat, Koch vorn I. links. Rummelsburg. 188* Dresdenerstraße 38. 8555 straße 56 I. Amt I 8831.. Geige, komplett, sehr billig. Koch, Bernauerstraße 96a. +102 # Nußbaum Kleiderspind, Wäschespind, elegantes Muschelsofa, Walzenstühle, zwei neue Steppdeden, Mahagoni- Ausziehtisch, Küchenbüffett, wenig gebraucht, Weidenweg 4, vorn II, 59/11 rechts. 168* * Platina, alte Zahngebisse, allerhöchste Preise, Aderstraße 174, II, nicht Laden. 8386* Im Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Großes Vereinszimmer mit und ohne Pianino zu vergeben. B. See- uzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile. mann, Bienerstraße 48. 7146* Achtung, Holzarbeiter! Platina, alte Goldsachen, Bruch gold, Silber, Gebisse, alfe Uhren, Blattgold, Kehrgold, Staubgold, Der Zuzug nach der Firma Staniolabfälle, Brillanten, Pfand J. C. Pfaff, Seughofstr. 3, ist streng scheine kauft Goldschmelze Broh, fernzuhalten; desgl. nach der Bau854b* rangelstraße 4. Telephonanschluß 4, tischlerei Tragel, Chausseestr. 23, und 6958. 128/ 16* die Bauten: Charlottenburg, SuarezKanarienhähne verkauft spottbillig 59/9 Neumann, Weidenweg 31. Kanarienauswahl. Kurz, Schulstraße 116. Rechtsbureau 858b 8575 Billig verkauft passend zu Weihnachts- Geschenken Stoffrefte, Arbeitsanzüge, Anabenanzüge Refterhandlung Wilhelm Zange, Moabit, Turmftraße 84, II. Geschäft Flensburgerstraße, Ecke Klopstockstraße, Stadtbahnbogen. 58/14 Krawattenstoffe, größte Auswahl. Wallnertheaterstraße 30. Tischlerei mit guter Kundschaft, Teppiche!( fehlerhafte) in allen Behörden, zu verkaufen. Preis Rechtsbureau! Brunnenstraße straße( Klingenberg); Berlin, AleganGrößen für die Hälfte des Wertes 2000 Mart. Offerten W. 9, Post- vierzig. Langjähriger Prozeßbeistand, drinenstraße( Gornau u. Graul). amt 6. Tischlerei Hermann, Chauffee im Teppichlager Brünn, Hadescher 8536 Eingabengesuche, Naterteilung.( AllerMarkt 4, Bahnhof Börse. 142/ 12* 8616* ftraße 52: Bau Schossow, Charlotten Remontoiruhren, Uhrketten, Ringe, billigst.) Regulatoren, Freischwinger spottbillig. burg, Giesebrechtstr. 7, Bau Herold, Teppiche mit Farbenfehler, ( Andreasplak) Leihhaus Grünerweg 113 und Neander Grünerweg vierundneunzig. Lang- Friedenau, Hähnelstr. 19. Gardinen, Steppdecken, Bortieren, Bautischlerei Lüdtke, Gitschinerstraße 6. 59/ 17* jähriges! Erfolgreichstes! 128/ 14* Tischdecken, Fellvorlagen, Läuferstoffe, straße 106: Bau Schöneberg, FeurigDiwandeden spottbillig wegen Räu- Schöneberg, passend für WeihnachtsTeppiche, Betten, Gardinen, Stepp- Platinabfall, auch Feilung, fauft straße 53. Kurfürstendamm 68. mung bis Weihnachten. Teppich haus geschente empfiehlt den Parteigenossen decken, Portieren, Stores, Tischdecken, Juwelier Lindenstraße 103. 8456* Ludwigkirchplaz( Aufsichtsamt), Ber Conrad Fischer, Potsdamerstraße 100. Jugendschriften, Bilderbücher, samt Spiegel, Bilder, Möbel spottbillig. Dreiviertel Geige, Knaben- linerftr. 19, Charlottenburg, Statisti Möbel, Teppiche. Durch Zufall liche große und Kleine Werke, wenn Leibhaus Grünerweg 113 und Neander schlitten laust Wiersing, Restaurant, sches Amt, Lützow- Ufer. habe ich große Bartien Waren wieder nicht auf Lager, so werden dieselben straße 6. 59/17 Markusstraße 16. Bautischlerei Rachfall: KastanienPfandleihe Küstrinerplat 7. gekauft. Offeriere deshalb, soweit der sofort besorgt Parteispedition, Martin Lutherstraße 51, Laden. + 115* Brillantringe, goldene Uhren, UhrDen geehrten Vereinen, Gewerk- Allee 10 u. Bau Bößowstr. 10/11; die verkauft spottbillig Betten, Bett- Borrat reicht, spottbillig: hochelegante, ketten spottbillig. Leihhaus Grüner schaften empfehle zur Weihnachts- Kirche, Schröderstraße; Cadinerstr. 18; wäsche, Teppiche, Tischdecken. neue Nußbaumeinrichtungen sowie Zigarren Gelegenheitsfauf für weg 113. 59/ 17* und Wiederverkäufer bescherung mein Obstgeschäft. Engros- Süd- User, Ecke Torfstraße. Gasanstalt einzelne Möbelstüde, Büffette, Schreib- Private Winterpaletots, Operngläser und Detailpreise. B. Kleinsorge, in Tegel. Bautischlerei Emmeluth, Trauringe, Herrenuhren, Damen- tische 26,00, Bücherschränke, Wasch Engrospreisen durch Hoffmann, Birkenuhren, Ketten spottbillig Pfandleihe toiletten, Ankleideschränke, Säulen- ftraße 23, Fürst, Rigaerstraße 138 und ſpottbillig. Leihhaus Grünerweg 113 Bentral- Markthalle, Stand 84. Fahr- Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 180; Bau 59/ 17* geld vergütigt. Buchholzerstraße u. Pappel- Allee Ede. Stüftrinerplatz 7. trumeaus 30,00, Salongarnituren, Tilsiterstraße 47. 1798* und Neanderstraße 6. Ferner Gesundheitsamt in Dahlem; Zwei Mark vierteldugend Damen- Rechtsbureau( Alexander Blab). Batentamt Gitschinerstraße; BüchsenBaneelsofas, Tische, Bettstellen, Ruhe- Zigarren billig und gut, 100 Stüd * betten mit hocheleganten Diwan- von 2 Mart an bis 10 Mark. Zu- hemden, Herrenhemden 3,30, große Sturzestraße achtzehn! Erfahrenerstein, Wilhelmstraße 9. decken 22,50, prachtvolle, ertragroße sendung frei. Baul Brauß, Engross 1,30, Bettlaken Normalhemden, Prozeßbeistand! Ehellagesachen, Inter Die Bauarbeit im Schloß von den Salonteppiche 18,00 und 25,00, wunder- geschäft, Wörtherstraße 14. Gegründet Barchendhemden sowie elegante Reije bentionen, Strafsachen! Eingaben Firmen Prächtel, Lippert, Haber: schöne Zimmerteppiche 8,00, Spachtel- 1890. 128/12 land. 7476 mufter fpottbillig. Wäschefabrik Sa gesuche! Raterteilung. stores, reichgeftidte Plüsch portieren, lomonsky, Dirdjenstraße 21( Aler Steppdecken billigst Febril Große 128/15 Steppdecken, Tüllgardinen, Plüsch- Frankfurterstraße 9, parterre. anderplat). + 37* Gute Federbetten, großer Stand, Ketten, doublé, goldene, sämtliche tischdecken 5,00, Küchenmöbel, PiaKanarienvögel, fleißige Sänger, rot- roja gestreift, 25 Mart, 5 Zimmer Preislagen. Ferner Goldfachen, ninos, Bilder, Kronen, Uhren spottWeiß, Möbel Aufgabe halber billig DresdenerBrosches, Ringe spottbillig. Leibhaus, billig nur im großen Möbel- Berkaufs- gute Zuchtmeibchen, billig. + 90* 58/ 14* ( Anhalter Bahnschuppen) Ravenéstraße 3, Hof 4. straße 38, born II links. Naue Schönhauserstraße 11. 176 fpeicher Mödernstraße 25, direkt Hochbahnhalte- Menzenhauer Guitarrezither, Möbelverkauf in meiner MöbelHerrenuhren, vierzehntarätig, stelle. Ganze Warenlager, Konturs Rotenblätter, Gelegenheit, 8,00, fechs fabrit Wallstraße 80-81, nahe Spittel- Billigst Zimmer, Süche 19,00, zwei 30,00, filberne 6,00. Leihhaus, Neue massen, Wirtschaften kaufe jederzeit akkordig. Brunnenstraße 100, Strabei. markt. Infolge des großen Umzugs zimmerige Hofwohnung 28,00, einSchönhauserstraße 11. und lasse dieselben zu coulanten Geige, gute, äußerst billig, Volta befinden sich am Lager viele zurüd- zelne Zimmer 9 Mart an. Hübner Bedingungen versteigern. Gekaufte straße 45, IV links. Teilzahlung. Teppiche, Betten, Möbel lagern tostenlos. +102 gefekte und verliehen gewesene Möbel, straße 5. Bautischlerei Virgens, Rirdorf, bie wie neu Kinderwagen, find, Kleiderspind, Gardinen, Steppdeden, Portieren, Billigst zweizimmerige Balkon- Prinz Handjergstr. 23; Bau OberTischdecken, Regulatoren, Freischwinger, Möbelhirschowin hat die schönsten Kegelspiel, gebraucht, verkauft Rosen- Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel- wohnung 34,00, zmeizimmerige Hof- Schöneweide, Rathenauerstraße 54/55; Weihnachtsgeschente. thal, Immanuelkirchstraße 10. Remontoiruhren, Uhrtetten, Opern- nüßlichsten +147 bettstelle mit Federmatraßen und wohnung 26,50 bis 22,00 Mart. Belle- Reinhardt, Rigdorf, Reuter- und Schreibtische 48, * Münchenerstraße- Ede; Wilmersdorf, hoch gläser, Spiegel, Bilder, Möbel, Plüsch- Truhen, Säulenpaneelsofa dringend billig, Steillissen 36, Taschensofa 50, Baneel- ftraße 15. fofa 70, Waschtoilette 20, RuheHolsteinischestr. 27, Podorf. garnituren spottbillig. Leihhaus elegante Garnituren 125, PaneelZweizimmerige Hofwohnungen, bett 25, ganze Einrichtungen billigst. 24,50 an. Hübnerstraße 6. Bautischlerei Often, Rigdorf, RichardGrünerweg 113 und Neanderstraße 6. fofas, Stofffofas 40, bunte elegante Fräulein Gehler, Prinzenstraße 64. vollständige Kücheneinrichtung 60, Pianino, Nußbaum, kreuzfaitig, Transport frei. straße 105. 59/ 14* Betten, Stand elf, zweischläfrig Trumeaus, Etageren, Bauerntische, 130,-, Turmstraße 8, parterre.[ 59/13 sechzehn Mart. Elegante Uhren spott- Schivmständer, Bigarrenspinde, Ba- Pianino, hohes, 110,-, Rathebillig Gubenerstraße 3, Pfandleihe.* neelbretter, Klaviersessel. Wohnungs- nowerstraße 78, parterre. 59/12 einrichtungen, reichste Auswahl, Gardinenhaus Große FrankfurterNähmaschinen ohne Anzahlung, Eigene Werkstätten. vergüte noch bis 10,00, wer Teilbilligste Preise. ftraße 9, parterre. + 37* Hirschowiz, Mariannenstraße 7a.. zahl ung Nähmaschine kauft oder nachHerren Garderobe nach Maß, Möbeltischlerei liefert geschmad- weist. Woche 1,00. Postkarte. Borchert, faubere Arbeit, großes Stofflager volle Wohnungseimichtungen sowie Borndorferstraße 50. 138/ 13* Baletot, Anzug 36 Mart an. Kauft einzelne Möbel. Moderne Küchen. Kanarienhähne, Kanarienweibchen beim Handwerker, laffet den Hand- Große Auswahl. Kein Laden, nur billig, Bornholz, Scharnhorststraße 34. werker verdienen. Teilzahlung ge- Keller und Hinterräume. Teilzahlung. stattet. F. Dörge, Dresdenerstraße 109. Harnad, Tischlermeister, Dresdener Zurückgebliebene Magpaletots ftraße 124. und Herren Anzüge aus seinsten Kleiderspind, Vertilo, Spiegel, Stoffen von 15,00 Mart an berfaust Spiegelspind, Säulentrumeau, BaneelLewkowik, Schneidermeister, Mexander sofa, Bilder, ganze Wirtschaft, elegant, 1448 pottbillig. Gartenstraße 85, I links. seidene Cachenez Reisemuster, Sofas, größte Auswahl, spottbillig, Seidenreste. Charlotten 21 Mart an, direkt in der Fabrik 161st burg. Goethestraße 76( tein Laden). Blumenstraße 35 b. straße 14a, I. 2468* Schaukelpferd, Nähmaschinen sämtlicher Systeme ohne Anzahlung, Woche eine Mart, gebrauchte spottbillig, Postkarte genügt. Bienerstraße 6. Aderstraße 113.[ 859b Verschiedenes. Vermietungen. Wohnungen. + 7926* Warthestraße 1-10, HermannBautischlerei Hegelmann, Hasenheide, Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 211; Bau Gutzeit, Berlin, Teltowerstr. 24; Witting, Schöneberg, Eisenacherstr. 96; Heling, Berlin, Petri- Play; Wilmers dorf, Kaiser- Allee Ecke Rosberizerstr.; Welsch, Westend, nahe Bahnhof; Mittelstedt, Rirdorf, Mainzerstraße; Lehmann, Arnholdstr. 12, Hinterhaus, Esmarchstr. 15. Bring Bau Rummelsburg. Dit, traße 91-94, nahe Bahnhof Hermann- Albertstraße und Buscherstraßen- Ede. Straße Rigdorf, Wohnungen: 3 Stuben, Berlin, Freiligrathstr. 4. Bad, Erker, Balkon; 2 Stuben, Erker, Ober- Schöneweide Bau Reinhardt. Balton; 1 Stube, Balton mit vielem Bautischlerei Jastrau, Rirdorf, Zubehör; ferner Läden mit Wohnung, Kirchhofstr.42; Bau Bober- u. Nogatstr. für jedes Geschäft passend, sofort zu Ede; Bau Happel, Edmund- und haben. Näheres Warthestraße 4, I, Reinholdstraßen- Ede; Bau Beimer. bei der Verwaltung. Schlafstellen. 4466* zur möblierten Schlafstelle sucht Jacobeh, KolbergerTeilnehmer straße 26. Bautischlerei von Sponar, Rigdorf, Münchenerstr. 22; Bau Buchholz, Rigdorf, Hansastraße 13. Bautischlerei bon Sawazky, Blücherstraße; Bau Jaat, Kurs fürstendamm 80; Schuiched, Wieland- u. Niebuhrstraßen- Ede; Betsch, Auguft Salzmann und Frau Wilhelmine geb. Deterling, Anklamer Straße 18, feiern am 21. Dezember das Fest ihrer filbernen Hochzeit. Stenographie, Buchführung Möblierte Schlafstelle, Herren, Schöneberg, Martin Lutherstraße Ede Schreibmaschine, Sprachen. Salomon, Bitwe Hankel, Gubenerstraße 8, Barbarossastraße; Thomson, Nieder22 Quergebäude IV. +36 Schöneweide, Berlinerstraße. Karlstraße 26. Patentanwalt Dammann, Dra nienstraße 57, Morigplak. Rat in Patentsachen. 6935* Rechtsbureau. Strafsachen, UnfallBetsch, Brunnenstraße 97. Pahr wohnt Brunnenstraße 116. Winterpaletots, Herrenanzüge, 153* wenig getragene Monatsgarderobe von 6 Mart an, große Auswahl, für jede Figur, auch neue zurückgefeßte, fauft man am billigsten nur direkt beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosenthalerstraße 15, III. 150/12 Damenpaletots, Sa ccos, Reisemodelle, feils auf Seide, durchweg 8 Mart. Posten elegante Steppdeden Teppiche, Portieren, Gardinen, Kinderwagen, Kinderbettstellen, statt 8 Mart durchweg 3,75, Posten Steppdecken, Plüschdecken, Läufer gebrauchte, zurückgesezte Puppen- elegante Kostümröde 3-8 Mart, fachen, Eingabengesuche, Raterteis Ueberfüllung Kinderstull spottbillige wagen, wegen spottbillig. Bert dreifache. Julius Neumann, lungen. * Belle- Alliancestraße 105. Räumung. Stoehr, Münzstraße 17.[* Schneider, Kurfürstenstraße 172. bon Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Tischlerei Me, Urbanstr. 102; Bau Hollmann, Wilmersdorf, Kaiser Allee 16; Bau Bändel, Bennigsen straße; Bau Stör und Bau Alerander, Babelsbergerstraße; Ba belsbergerstr. 13 in Wilmersdorf; Bau Matting, Rigdorf, Herfurth Humorist Gnövich Fennstraße 1a.* straße. Die Ortsverwaltung. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. 1878*