Nr. 301. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Posl Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferufbrecher: Amt IV. Nr. 1983. Plehwes Auferstehung. Die Aera der Hoffnungen hat diesmal in Rußland eine noch fürzere Dauer gehabt als in früheren Zeiten. Man hat das russische Volt ein paar Wochen reden lassen, man hat den oppofitionellen Zeitungen gestattet, die Leiden des Reiches offen zu erörtern, ja, man hat selbst den Semstwos erlaubt, weitgehende Beschlüsse über die konstitutionelle Umgestaltung Rußlands zu fassen. Kenner der russischen Verhältnisse bezweifelten von Anfang an, daß bei diesem plötzlichen Umschwung mehr herauskommen würde als abermals gescheiterte Hoffnungen. Vielleicht war sogar eine gewisse Berechnung in diesem jäh erwachten Liberalismus. Die russische Bureaukratie rechnete darauf, daß es dem russischen Volke schon genügender Trost sein würde, nur ein paar Tage seine Schmerzen frei auszusprechen; damit gewänne es das Bewußtsein, etwas wirkliches erreicht zu haben. " Freitag, den 23. Dezember 1904. Tatsächlich soll der Zar ein Manifest ausgearbeitet haben, dessen Veröffentlichung sich aber verzögert hat und so am 19. Dezember nicht erschienen ist. Nach einer Laffan Meldung soll das Manifest mit der Erklärung beginnen, der Zar sei unerschütterlich entschlossen, seine volle Macht seinem Sohne unversehrt zu hinterlassen, er müsse die Quelle aller Gesetze bleiben. Der Krieg habe Schäden in der Verwaltung enthüllt; er werde suchen sie abzustellen. Weitere Auslassungen des Manifestes beziehen sich auf die innere Verwaltung Rußlands, die, so wird gesagt, nur das Glück des Volkes" im Auge hat. Er hoffe, außergewöhnliche Verwaltungsmaßnahmen würden unnötig sein. " Man erwartet hier, so meldet„ Laffans Bureau", daß dieses Manifest Unzufriedenheit erregen wird, und glaubt, daß das Ende der Laufbahn des Fürsten Mirsky und die Rückkehr Wittes in ein Regierungsamt bevorsteht. Die ganze Zeit der neuen Hoffnung aber war am Ende nicht nur ein politischer Schachzug, sondern wohl bloß ein gemeines Börsenmanöver, ein elender Kreditschwindel. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Politifche Ueberficht. Berlin, den 22. Dezember. Sächsische Tugend. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, in Ehebruch begriffen, und stellten ins Mittel dar, Und sprachen zu ihm: Meister, das Weib ist be griffen auf frischer Tat im Ehebruch; Moses aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst Du? Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete Jesus sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Da sie aber das höreten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, von den Aeltesten an bis zu den Geringsten.... Jejus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr. Alle Erwartungen auf eine Hülfe von oben werden nun durch Nie ist volle Klarheit über die tatsächlichen Hintergründe und ein offizielles Telegramm beseitigt. Der Präsident des Semstwos Die Finanzlage der russischen Regierung ist troftlos. In den die psychologischen Motive der Flucht der einstigen Kronaus Tschernikow hatte am 19. Dezember dem Kaiser telegraphisch ein Kassen der Staatsbank fehlt es an Gold. Bereits im April hatte dem Dresdener Bittgesuch des Semstwos übermittelt, in dem Reformvorschläge ent- fich in Bermeiner Stadt im Osten Westrußlands- die dortige prinzessin die dortige prinzessin von Sachsen aus Schloß geschaffen worden. halten waren. Der ruffische Regierungsbote" meldet nunmehr, wie Abteilung der Staatsbank geweigert, Gold gegen Papiergeld zu Wohl aber weiß man, daß die Kronprinzessin bald nach der durch den offiziösen Telegraph weiter verbreitet wird, daß der Bar geben, trotzdem offiziell ein solcher Austausch obligatorisch ist. Aus auf das Telegramm folgenden Vermerk gesezt hat:„ Ich finde die sicherer Quelle wissen wir, daß vor kurzem einem Herrn, der in der Flucht, durch Macht und materielle Not bedrängt, in die Trennung Handlungsweise des Präsidenten verwegen und tattlos; Fragen der Lodzer Abteilung der Staatsbank 500 Rubel Papiergeld wechseln wollte, von dem Liebhaber willigte und daß andererseits gleichwohl der Staatsverwaltung sind nicht Sache der Semstwos, deren Wirkungs- dieser Wunsch abgeschlagen wurde. Die Geldnot ist so groß, daß die verstorbene König Georg in rücksichtslosester Weise die Ehre der Seitdem lebte sie als Gräfin freis und Rechte das Gesetz genau bestimmt." Regierung sich veranlaßt sieht, die Weichsel- Eisenbahn zu verkaufen. Frau vor dem Lande preisgab. Vor kurzem hat in Warschau des Montignoso in Frankreich und zuletzt auf Schloß Montegg am unter dem Vorsitz Bodensee in Kummer und verzehrender Sehnsucht nach ihren Kindern. Baron Kronenberg eine Beratung von Bankiers stattgefunden, die sich bereit erklärt hatten, diese Eisenbahn bei der Re- Alle Versuche der Mutter, sich den Kindern zu nähern, sie nur auf gierung für 15 Jahre zu pachten und im voraus 60 Millionen Rubel furze Frist einmal wiederzusehen, wurden abgeschlagen, und wurde zu bezahlen. Troß eines Dementi aus Petersburg halten die ihr lediglich vierteljährlich amtlicher Bericht über das gesundheitliche Befinden erstattet. polnischen Zeitungen diese Mitteilung aufrecht. bedeutet. " Aus Dresden kommt die Meldung: Die frühere Kronprinzessin von Sachsen, jezige Gräfin Montignoso, die geschiedene Gattin des Königs von Sachsen, ist am Donnerstag früh in Dresden eingetroffen; gerade zu der Zeit, wo der König auf der Jagd weilte. Die Anwesenheit der Gräfin war streng geheim gehalten; sie stieg im Hotel Bellevue, wo zwei Zimmer bestellt waren, in Begleitung ihres Anwalts Dr. ZehmeLeipzig ab. Tief verschleiert kam die Verbannte in ihrer Heimat an, um sich Zutritt zu ihren Kindern im Taschenberg- Balais zu verschaffen. Die Polizei hatte wahrscheinlich durch irgend eine Indiskretion Kenntnis von der Ankunft der Er- Kronprinzessin erhalten, und so waren bereits am Vormittag die Beamten der Kriminalpolizei auf den Beinen, um das Taschenberg- Palais zu besetzen. Damit ist zugleich in dem bei den Monarchen Osteuropas üblichen Stil verkündet worden, daß die Beratungen der Semstwos über die Verfassungsfrage unerlaubt gewesen sind. Der Geist Blehwes hat wieder die Herrschaft ergriffen, die freilich im eigentlichen Betracht niemals aufgehört hat. Schon das Manifest der Zarengnade, das nach der Geburt des Thronerben erlassen wurde, In Sachsen und zwar gerade in demjenigen Sachsen, das der beweist, daß der gar fest in den Händen jener Bureaukratie ge- Mit welcher Kleinlichkeit bei der Suche nach Geldmitteln berbannt ist, die wohl weiß, daß jeder Anfang einer Verfassung in fahren wird, ist daraus zu ersehen, daß von den Russen, die vom Königstreue huldigt, glaubte man, mit der Thronbesteigung des Rußland den Zusammenbruch der ganzen bureaukratischen Korruption Auslande lommen, der Boll felbft für Sachen genommen wird, die iesigen Königs Friedrich August würde endlich eine nach den Bestimmungen, welche in den Baßbüchern abgedruckt find, Milderung eintreten. Doch die übernommene Reaktionsregierung Benn trotz aller Schläge auf dem Kriegsschauplage, troß der zollfrei find. Beruft sich der Reisende auf diese Bestimmungen, so stellte die Stabinettsfrage darüber, daß alles wie bisher bleiben müßte, stürmischen Gärung im Lande, trog massenhafter Demonstrationen zuden die Beamten mit den Achseln und antworten, sie seien für sie daß die Brecherin der Ehe für alle Zeit verfemt sei. Der König und Defertionen die Herrschaft des russischen Absolutismus sich un- nicht maßgebend. Offenbar haben sie anders lautende Instruktionen selbst soll, so heißt es, etwas anderer Meinung über, die Zukunft erschüttert zeigt und sich sogar vermißt, die bloßen Reformvorschläge bekommen. Die Finanzverwaltung bemüht sich überhaupt eifrig, feiner geschiedenen Frau gewesen sein, jedenfalls aber fügte er sich als verwegen und tattlos zurückzuweisen, so ist die Schuld dieser neue Steuerquellen ausfindig zu machen. So ist bereits die Er der Regierung, die dem Volte das Königshaus als Muster in der Erscheinungen nicht zum mindesten in der reaktionären Solidarität höhung der Gewerbesteuern um zirka 33 Proz. beschlossen worden. Wahrung der Ehepflicht zu zeigen vermeinte. Höfifche Cliquen und derjenigen Staaten zu suchen, die mit der russischen Barbarei Die Eisenbahntarife sollen erhöht, die Auslandspässe sollen noch tonangebende Kreise der sächsischen Residenz glauben die Vortrefflichkeit der eigenen Moral dadurch unantastbar zu erweisen, daß sie für sympathisieren und in ihrer Aufrechterhaltung die Gewähr der eigenen mehr besteuert werden. Herrschaft der Reaktion schüßen wollen. Tatsächlich findet Rußland Das Ministerium der Volksaufklärung macht für das Jahr 1905 die Schuld der Kronprinzessin keinerlei Verzeihung zulassen. im eigenen Lande keine Stüße für die Schreckensherrschaft der Ersparnisse in den Ausgaben für die Volksbildung( 1), um nach führt, der die maßgebenden Kreise in Sachsen vollends dem tiefsten Diese erheuchelte Moral hat nun soeben zu einem Vorgang ge Bureaukratie und des griechischen Kleritalismus. Ihre einzigen Sträften" zu den Kriegsausgaben beizutragen die Ausgaben für führt, der die maßgebenden Kreise in Sachsen vollends dem tiefsten wirklichen Bundesgenossen sind die Regierungen der vor Rußland Boltsschulen find um 183 400 Rubel, die Gehälter des Lehrer- Abscheu aller Menschen überantworten muß, welche menschliches friechenden Staaten. Der russische Zar ist trog aller Katastrophen personals um 226 217 Rubel gekürzt. Doch als Hauptrettungs- Fühlen nicht völlig verloren haben. nach wie vor der Zar des monarchischen Europas. Die mittel in der Not galt zunächst die geheime Emission von Papiergeld, Bombe, die Plehtes finsteres Dasein ausrottete, hat wohl worüber der Vorwärts" schon berichtet hatte, und die ausländische für einige Zeif Zeit Schrecken berbreitet, aber das System Anleihe. Die russische Regierung hatte ja natürlich das Zutrauen des Absolutismus schreitet über dieses Opfer eines einzelnen zu, den Bankhäusern, die für Vermittelung der Anleihe eine Herrschenden genau so gleichgültig hinweg, wie über die Provision von 50 bis 60 Millionen Rubel einstecken, daß Zerstörung des Daseins der Millionen. Tua res agitur, um Deine sie selbst unter den schwierigsten Verhältnissen es fertig Sache handelt es sich, rief im Anfang dieses Jahres der preußische bringen werden, ein so lohnendes Geschäft zu erledigen. Jedoch Justizminister Schönstedt, als er die reaktionären Barteien zur Ab- mußte natürlich dafür gesorgt werden, diesen Bankiers ihre immerhin wehr gegen die revolutionären Sympathien der deutschen Sozial- nicht ganz leichte Mission zu erleichtern. Das Erwecken von Hoffdemokratie mit der ruffischen Opposition aufzureizen suchte. Das nungen auf Reformen in Rußland war sehr geeignet, zu diesem Wort entsprang dem tiefsten Bedürfnis der preußisch- deutschen Zwecke beizutragen, und in der Tat hatte sich die Politik Reaktion. Der russische Absolutismus ist in der Tat auch das Boll- Swiatopolt- Mirskys als ein ausgezeichnetes Börsenmonöver werk des deutschen Feudalismus und Absolutismus, und so ist die erwiesen. Die Nowosti", das Organ der russischen Geldjuden, Niederlage der russischen Reformbewegung zu schildert die Wirkung dieser Politit in einem Artikel, betitelt:„ Der gleich das Werk der europäischen Reaktion! neue Kurs und die Geschäftswelt", folgendermaßen:„ Die Börse ist Für die Oppositionsparteien Rußlands erwächst unter diesen das sicherste Barometer für das Verhalten weiter Kreise des Verhältnissen die verstärkte Notwendigkeit, in gemeinsamem Zusammen- Bublifums zu den gegenwärtigen Ereignissen. Die geringste Unruhe schluß sich auf radikale Minimalforderungen zu einigen und ihre der französischen Inhaber unserer Papiere, beginnend mit einem Durchfeßung mit allen Mitteln zu versuchen. Dieser Zusammen hohen Beamten oder einem Bankier und endigend mit dem gewöhnschluß bedeutet nicht den Verzicht auf die Selbständigkeit der ein- lichen Stubenmädchen, wäre notwendigerweise begleitet von einer zelnen Gruppen der Oppofition. Zwischen den sozialistischen Barteien intensiven Abstoßzung der Papiere und ihrer Entwertung auf den dortigen und der bürgerlichen Demokratie bleibt nach wie vor eine tiefe Börsen, und daraufhin auch auf unserer Börse. Was sagen uns Kluft der Anschauung. Aber gerade weil eine solche Zusammen- nun unsere Börsenbulletins? Nur erfreuliches. Es kann auch nicht wirkung aller oppositionellen revolutionären Parteien gegen den anders sein. Schon lange war die russische Gesellschaft nicht von russischen Absolutismus feinen Verzicht auf die eigene Selbst- einem solchen Glauben an die Kräfte des Landes und an ihre Zuständigkeit bedeutet, darum ist sie durchaus möglich und notwendig. kunft beseelt wie jetzt. Unwillkürlich teilt diesen Glauben auch Die europäische Kultur, ja das nächste Schicksal der Menschheit selbst das Geschäftsmilieu, und das kommt in der Börsenchronik zum hängt nicht zum mindesten ab von den Erfolgen dieser russischen Ausdruck". revolutionären Bewegung. Die Bankgeschäfte, die für die russische Regierung tätig sind, werden in eine schwierige Lage gebracht werden durch den jähen Ueber das Manifest des Zaren, das an seinem Namenstage Umschwung in der russischen Regierungspolitik. Aber die westerwartet wurde, find von den französischen Blättern Einzelheiten europäischen Bourgeois werden wohl doch noch dem russischen verbreitet worden, die offenbar phantastisch sind. So soll in der Absolutismus mit ihrem Gelde aus den Schwierigkeiten, in die Konferenz, die der Zar über die zu erlassende Kundmachung ein- er geraten ist, verhelfen. Ob aber die Hülfe für noch lange Mit welchem Recht, das ist zunächst zu fragen, maßt man sich berufen habe, der Justizminister Murawjet ausgeführt haben, der reichen wird? an, der Gräfin Montignoso, die eine deutsche Reichsangehörige Zar habe gar nicht das Recht, die auf Selbstbeherrschertum beruhende So ist das furchtbare Elend eines Reiches von 140 Millionen ist, in einer deutschen Stadt den Aufenthalt zu verwehren? Hat Reichsverfassung zu ändern, er sei durch die bestehenden Geseze in jedem Fall nur ein Ausbeutungsobjekt, der Spielball dynastischer, diese Frau, nur weil sie die Kronprinzessin von Sachsen war, geebenso gebunden wie jeder andere Ruffe. Wenn das der russische feudaler, fleritaler und kapitalistischer Begierden. Db man, wie in ringeres Aufenthalts- und Freizügigkeitsrecht als andere Frauen Justizminister wirklich ausgeführt haben sollte, so hat er nur wieder der legten Zeit, gautelnde Hoffnungen erweckt oder, wie unter oder als Männer, die dieselben Handlungen vollführten? Mit holt, was die Vertreter des Feudalismus 1848 in Preußen gegen Blehive, in seiner jeßigen Auferstehung mit roher Gewalt selbst die welcher Befugnis macht man in Dresden ganze Scharen von PolizeiFriedrich Wilhelm IV. sagten und schrieben. Damals wurde die Sehnsucht nach Freiheit zertritt immer hat das Volk die Wand- beamten mobil, nur um eine unglückliche Mutter von ihren Kindern Theorie verfochten, daß der Selbstherrscher, der auf bestimmte Kron- lung zu bezahlen, immer verdienen daran die Herrschenden. gewaltsam fernzuhalten? rechte verzichtet, damit die Krone selbst verwirkt habe. Die SeelenRettung kann diesem unglücklichen Volke mur durch sich selbst verwandtschaft des preußischen und des russischen Absolutismus würde kommen! damit eine neue Bekräftigung erfahren, wenn auch in Rußland dieses Argument eine Rolle spielen sollte. Als die Gräfin um 11 Uhr Einlaß in das Schloß begehrte, wurde sie von Kriminalbeamten umringt. Ein Beamter trat auf die vor Erschütterung Bebende zu und bedeutete ihr, daß sie von ihrem Vorhaben abstehen möge. Bitten und Fordern halfen der Frau nichts, sie mußte in Begleitung eines Beamten den Rückweg zu ihrem Hotel antreten, wo niemand zu ihr vorgelassen wurde. Gleich darauf wurde der Gräfin ein Schreiben von der Polizei übergeben, in dem sie aufgefordert wurde, Dresden bis nachmittags um 4 Uhr zu verlassen. Das Ministerium des königlichen Hauses trat sofort zu einer Sizung zusammen, um zu beraten, was im Falle von Unruhen am Bahnhofe zu tun wäre. Der König, an den die Gräfin einen Brief gerichtet hatte, der ihn nichterreichte, ist sofort von der Anwesenheit seiner früheren Gattin unterrichtet worden. Die Er- Kronprinzessin reiste nachmittags 4' Uhr von Dresden ab und erreichte Leipzig, wo sie fich in Begleitung ihres Rechtsbeistandes Dr. Zehme in die Stadt begab. Ungeheuerlich aber ist die Schuld, welche die Dresdener Hofgesellschaft auf sich ladet durch die brutalste Vergewaltigung des natürlichen Muttergefühls. Man soll der Mutter selbst verweigert haben, Weihnachtsgeschenke ihren Kindern zu senden. Da trieb Christus hat gemahnt: Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf fie. Die christliche Hofgesellschaft der sächsischen Residenz ist frei von jeder Sünde; sie durfte ein Weib unter Steinwürfen zerschmettern, fie darf der Mutter den Anblick der Kinder verweigern. Sie find tugendhaft und sonder Makel, die sächsischen Dämchen und Herrchen allesant! Die sächsische Königsgeschichte weiß nichts von Maitressen und Ehebruch. Die Geschichte August des Starten und all der anderen ist nichts als Legende. Die vollendete Tugend verhindert in Dresden die Wohlanständigkeit, die der Mutter, weil sie gefehlt, die eigenen Kinder raubt. Es ist schwer zu entscheiden, welches Laster als das schlimmere in diesem neuesten Dresdener Vorgange hervorsticht, die Pharisäerei der tugendseligen besten Gesellschaft oder die namenlose Roheit gegen das Weib, das nichts in der Welt mehr besitzt als die Liebe zu den Kindern. Ohne Zweifel wird die sächsische Bevölkerung mehr denn je in ihren Sympathien bei der Frau sein, die sächsische Staatstugend und Staatsweisheit schwer mißhandelt. Die Mehrheit des sächsischen Volles ist gefeit gegen Zumutungen besonderen Interesses für privilegierte Geburt und Stellung, aber sie empfindet das Schicksal, das Scheinheiligkeit und Gewaltsamkeit einer Mutter bereiten. " Herr verhaftet man nicht, die weist man nicht aus! Das sind keine I bas algewaltige Muttersehnen die Frau zur heimlichen Reise. Das Arendt würdig ist. Der Abgeordnete Arendt deklamiert über erhebliche Verlegung am Auge erlitten hatte, holte einen Schuhman Friedensfest der Christenheit steht bevor und im Wiedersehen der Reichstagsdiäten und Sozialdemokratie" in Anknüpfung an die Der russische Fürst wurde zur Feststellung seines Namens mit auf Kinder erhoffte ein gebeugtes Weib Trost und Frieden zu finden, Ausführungen, welche Genosse Bebel jüngst über die Parteidiäten die Wache genommen. Natürlich haben sich die reizenden russischen Kameraden durch aber die offiziellen Hüter des Christentums vergreifen sich noch an gemacht hat, welche die sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten angezien der Mutterschaft, jagen die Mutter gewaltsam von der Tür, hinter beziehen. Bebel hatte gegenüber dem von gegnerischer Seite wieder solche Liebenswürdigkeiten nicht etwa„ lästig" gemacht. Im Gegender die Kinder weilen! Das ist die sächsische„ Ordnung". Sozialdemokratie große Geldsummen in die Laſchen geſtedt, aus- liebenswürdigen Gebrauch vom deutschen Gastrecht machen. Die verlautbarten Unsinn, als würden den Reichstags- Abgeordneten der teil, die Regierung wird entzückt sein, daß diese Russen einen so die vor Jahresfrist den armen Webern von Crimmitschau die führlich dargestellt, wie es hierum in Wahrheit steht. Feier des Weihnachtsfestes verbot, die jetzt eine schwer Leidende in Dr. Arendt klammert sich nun an die Bemerkung Bebels, daß unsere Anarchisten! höllischer Mitleidslosigkeit zurückstößt. Fraktion durch die verschiedene Bemessung der Diäten einen Zur schulpolitischen Situation. Ausgleich je nach dem sozialen Stande und nach den persönlichen Verhältnissen" gefunden habe. Ju trampfhaftem Mißverständnis In der Presse der für den preußischen Landtag maßgebenden dessen, was Bebel gesagt hat, versucht Dr. Arendt aus diesem Wort Parteien mehren sich die Anzeichen dafür, daß die Erledigung der alle möglichen Sünden der Sozialdemokratie zu entdecken. Diese Schulunterhaltungsvorlage mit dem ominösen Kompromißvorschlag Klaſſeneinteilung sei eine merkwürdige Anwendung demokratischer in der gegenwärtigen Seſſion des preußischen Abgeordnetenhauſes Grundsäge; die„ reaktionäre Masse" selbst sei zu demokratisch, um nicht nur nicht erfolgt, sondern nicht einmal in Angriff genommen in ihren Reihen ein Klassensystem nach der sozialen Stellung durch wird. Der bekannte freikonservative Hans Dampf in allen Gaffen, zuführen, wie es die Partei tue, welche doch die Beseitigung der Freiherr v. 3 edlik, der durch seine Beziehungen zu den Männern Klassenunterschiede anstrebe und die soziale Gleichheit fordere. der preußischen Regierung eine feine Nase für alle WitterungsDr. Arendt ist vollends empört über die Ungerechtigkeiten, unter umschläge besigt, hat schon vor einigen Tagen im„ Tag" scheinbar denen die sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten leiden müssen. nur so im Vorbeigehen auf die Schwierigkeit der parlamentarischen er, so fragt er, entscheidet über die Buteilung der Diäten: der Erledigung des Schulunterhaltungs- Gesetzes bis zum nächsten Sommer hohe Parteivorstand oder Selbsteinschätzung? Entscheidet etwa die hingewiesen. Borläufig stehe dem noch die Kanalvorlage im Wege, Leistung oder entscheidet die Gunst des Vorstandes? Ist die Ein- auch sei die gegenwärtige Session noch mit Arbeitsstoff teilung ein für allemal gegeben, oder findet ein Uebergang von stark belastet. Bedlig empfiehlt deshalb,„ die Einbringung des einer in die andere Klasse statt und entscheidet auch darüber viel- Schulunterhaltungs- Gesezes bis zur nächsten, alsdann im Herbst leicht der Vorstand? zu eröffnenden Session zu verschieben". Die„ Kölnische Volkszeitung" Man könnte dem Herrn Otto Arendt dankbar sein für die Be- schließt daraus, daß Erwägungen in der Richtung der Zedligschen mühung um sozialdemokratische Gerechtigkeit, wenn sein Gerede nicht Gedankengänge im Schoße der Regierung gepflogen werden. Dem lediglich ein Beweis für die grenzenlose Leichtsinnigkeit wäre, Bentrumsblatt ist außerdem auch als sicher mitgeteilt worden, daß welche gewisse Gegner im Kampfe gegen die Sozialdemokratie auf der alsbaldigen Einbringung des Schulunterhaltungs Gesetzes noch wenden. Es sei, um jede Deutung der Dummheit oder der perfiden Hindernisse im Wege ständen, und zwar mutmaßt das Blatt als das Absichtlichkeit zu beseitigen, einfach tonstatiert: Wie die Diäten, Haupthindernis die Kanalvorlage und im Anschluß daran die welche die Reichstags- Abgeordneten erhalten, überhaupt nichts Handelsverträge. Gewisse preußische Abgeordnete toollen erst die anderes sind als eine bloße Entschädigung für unmittelbare Aus- Handelsverträge kennen lernen, bevor sie sich für oder wider die Der dänische Neutralitätsbruch. lagen, die aus der Anwesenheit im Reichstage erwachsen, so beruht Kanalvorlage entscheiden. So verlangt es der löbliche Grundsatz Sozial- Demokratens" Veröffentlichungen über die An- die Klasseneinteilung, die dem Herrn Dr. Arendt so viel zu der bürgerlichen Parlamentsmehrheit: ich gebe, damit du gibst, befertigung von Rekylgewehren für Rußland haben, wie zu schaffen macht, selbstverständlich nur darin, daß die Diäten ziehungsweise: ich gebe erst, wenn du gegeben hast. Andererseits ist es auch nicht ausgeschlossen, daß die Verzögerung erwarten war, großes Aufsehen erregt. Sie veranlaßten den fäße abgestuft sind je nach dem Maße der Berufsschädigung, die welche verschiedenen Abgeordneten auf fich Kriegsminister Madsen zu folgender Erklärung, die am müssen. Diejenigen, welche in Berlin wohnen und in festem Ein- äußeren Umständen auch mit inneren Schwierigkeiten innerhalb der nehmen der Einbringung der Schulvorlage außer mit den obenerwähnten Dienstagnachmittag in der Zeitung Köbenhavn" erschien: „ Es ist richtig, daß zur Zeit Rekylriffel auf der Gewehrfabrit kommen stehen, erhalten für die Sigung 3 M.; diejenigen, welche in Mehrheitsparteien zusammenhängt. Zweifellos ist der verhältnishergestellt werden. Eine Partie dieser Retylriffel ist für Portugal( 1) Berlin wohnen, aber ihren Beruf durch die Anwesenheit im Reichs- mäßig energische Proiest der Jungnationalliberalen gegen die Komtag versäumen, erhalten 7 M.; ebenso viel die auswärts Wohnenden, promißvorschläge bei der Landtagsfraktion nicht unbeachtet ge= bestimmt. Bis jetzt ist übrigens nicht ein einziger Riffel außer aber im festen Einkommen Stehenden. Die auswärts Wohnenden, blieben. Ferner haben die preußischen Volksschullehrer die Landes gegangen, und das Verhältnis ist dieses, daß nicht ein die außerdem auch aus ihrem Beruf gerissen werden, erhalten 10 M. Abhaltung eines Lehrertages unmittelbar nach Veröffent einziger Riffel außer Landes gehen wird, bevor bolle Dazu kommt die Mietsentschädigung für außerhalb Wohnende. Mit lichung der Schulvorlage beschlossen. Schließlich wird der Garantie dafür geschaffen ist, daß sie keiner der zwei krieg- Dieser einfachen Feststellung fällt all das dumme Gerede über un- nahe bevorstehende Parteitag der preußischen Sozialdemokratie, Der Kriegsminister wiederholt also die unwahrscheinlich gerechte Selasseneinteilung, Parteivorstands- Diktatur und dergleichen der seine eigentliche Entstehung der Schulfrage in Preußen verdankt, den Mehrheitsparteien und der preußischen Regierung unangenehme flingende Behauptung von der portugiesischen Bestellung, Erwähnenswert aus dem Artikel des Herrn Arendt ist die von Empfindungen verursachen. Dieser komplizierten Situation wird widerlegt aber nicht die wahrscheinliche inzwischen ihm schließlich versuchte Ausnutzung der sozialdemokratischen Diäten so argumentieren die Lügentaftifer der Schulreaktion- ein großer übrigens unwiderleglich bewiesene Behauptung, daß zur Vertretung der Forderung von Reichstagsdiäten überhaupt. Der Teil ihrer Schärfe genommen, wenn das Objekt, dem der Angriff Rußland der Auftraggeber ist. Zu der Angelegenheit liegt diätenbegehrsame Freikonservative sagt: gilt, noch möglichst lange außer Schußweite gehalten und seine außerdem noch folgende durch Rigaus Bureau versandte ErDie Enthüllung Bebels ist ein neuer Grund für die Ein- Gegner über sein Aussehen im Unklaren belassen werden. Auch können flärung vor, die nicht minder unbefriedigend ist: führung von Reichstagsdiäten. Dadurch dürfte der sozial- in der langen Zeit, die man durch die Verzögerung der Einbringung demokratischen Fraktion das einigende Band der Klasseneinteilung bis zum Herbste gewinnt, noch etwaige Unstimmigkeiten" innerhalb entzogen und den sozialdemokratischen Wählern eine freie, vom der Kreise der offenen und versteckten Schulreaktionäre ohne Ueberhohen Parteivorstand unabhängige Kandidatenauswahl gesichert stürzung beigelegt werden. werden. Es ist sehr bezeichnend, daß keine andere Partei so Inivieweit dieses Erempel stimmt, wollen wir vorläufig nicht wenig für die Diätenfrage interessiert ist, wie die Sozial- weiter untersuchen. Uns interessiert gegenwärtig nur die Stellung demokratie. Sagte doch Bebel:" Diäten sind selbstverständlich, der Sozialdemokratie und des preußischen Parteitages gegenüber Selbst wenn die aber wir regen uns wegen ihrer Verweigerung nicht allzusehr der augenblicklichen schulpolitischen Situation. auf."„ Das läßt tief bliden," würde ein verflossener Partei- möglichst lange Hinausschiebung der Veröffentlichung des Schul genosse Bebels hinzufügen. gesetzes nur den Zweck hätte, den Preußentag der Sozialdemokratie zu durchkreuzen, so wäre der feine Plan ganz umsonst ausgeflügelt worden. Für die Sozialdemokratie ist es nur von unter geordneter Bedeutung, wie die Schulverschlechterungspläne der preußischen Regierung im einzelnen und in der gesetzmäßigen Aufmachung aussehen. Der unmittelbare Einfluß der Sozialdemokratie auf die preußische Gesetzgebung ist wegen des erbärmlichen Dreis tlassen Wahlsystems ohnehin nicht vorhanden. Für die mittelbare Beeinflussung preußischer Gesetzesmacherei und der Kuhhandelspolitik zwischen Regierung einerseits und den Junkern, Schlotbaronen, Kommerzienräten und der schwarzen Hand andererseits genügt das bis jetzt über die Schulverpfaffung bekannte Material vollauf! führenden Mächte in die Hände kommen." ,, Die Erlaubnis, zu versuchen, das Rekylgewehr im Auslande abzusetzen, wurde dem Danst Rekylriffel- Syndikat, oder wie es sich damals nannte, der ,, Danisch Oriental Trading Co. Ltd." von dem Kriegsminister, damaligen Obersten Turen, im April 1898 gegeben, und seit der Zeit ist wiederholt die Erlaubnis gegeben worden, auf der Gewehrfabrik Gewehre in geringerer Anzahl für das genannte Syndikat herzustellen. Das letzte Mal ersuchte das Syndikat im September dieses Jahres um Herstellung von 200 Rekylgewehren, und die Erlaubnis dazu wurde unter der Bebingung erteilt, daß das Syndikat eine Erklärung darüber abgäbe, daß diese Gewehre nicht einer triegführenden Macht ausgehändigt werden sollten, und eine solche Erklärung liegt vor. Es tann also durchaus nicht die Rede davon sein, daß hier irgendwelche Beiseitesegung von den kriegführenden Mächten geschuldeten Rücksichten vorliegt." Wenn eine derartige Erflärung einer Privatgesellschaft als eine hinreichende Garantie für die Neutralität angesehen werden soll, so ist das doch wohl, gelinde gesagt, etwas leichtsinnig gehandelt. " 1 in sich selbst zusammen. Graf Caprivi hat einmal ein sehr wahres und doch gründlich mißverstandenes Wort gesprochen: er sehe bei jeder Maßregel, wie fie auf die Sozialdemokratie passe. Die Diäteneinführung würde das lockere Band zerreißen, das seit Dresden die Fraktion" noch zusammenhält das allein macht sie wünschenswert, wenn sie nicht auch ohnedies für das Gedeihen des Reiches nötig und unentbehrlich wären." " = " Nach der Auffassung des Herrn Dr. Arendt soll also wieder die Rücksicht auf die Sozialdemokratie das Hülfsmittel sein, um für das Reich etwas herbeizuführen, was zu erreichen die bürgerlichen Barteien auf keine Weiſe ſonſt ſich befähigt fühlen. Herr Dr. Arendt spielt der Regierung die lockende Zukunftsmusit, sie brauche nur Diäten zu geben und das lockere Band, das die Fraktion noch zu- Kritik und Meinungsfreiheit. Die Vossische Zeitung" verwendet fammenhält, werde zerreißen. Wenn solche Aussicht die Hartnäckig- die Weihnachtsferien, um die stille Zeit mit Betrachtungen über feit der hohen Persönlichkeiten, die fortdauernd die Diäten ver- Unruhen in der Sozialdemokratie auszufüllen. Heute nimmt sie die Sozial Demokraten" bringt nun aber auch Beweise weigern, nicht schmilzt, so muß jede Hoffnung auf die Erfüllung Leipziger Volkszeitung" und den Genossen Parvus großmütig in dafür, daß die Rekylgewehre für keinen anderen Staat als einer Forderung erlöschen, die von den bürgerlichen Parteien des Schutz gegen die sozialdemokratische Fraktion und den VorSie hat jetzt glücklich herausgebracht, daß derartige für Rußland bestimmt sind. Die Gewehre werden nämlich Reichstages seit Jahrzehnten in fast einstimmigen Beschlüssen gestellt wärts". wird! Wir können jedoch nicht umhin, jene hochstehenden Mißbilligungen und Kritiken von Zeitungsartikeln-Unterdrückung nach dem Kaliber von 7,62 Millimeter angefertigt und dies Kaliber wird ausschließlich von Rußland verwendet( Portugal Persönlichkeiten vor den Lockungen des Dr. Arendt einigermaßen zu der Meinungsfreiheit sind. warnen. Nur unsägliche Verkennung der kulturellen Bewegung der Vermutlich verzichtet aus diesem Grunde der Vossische königlich hat 8 Millimeter). Außerdem bringt unser Bruderorgan Sozialdemokratie fann das Wagnis der Behauptung unternehmen, privilegierte Freifinn auf Kritik und Meinung überhaupt, um ja eine Reproduktion der Zeichen, die auf der Grund- eine Maßregel wie die Diätenzahlung, welche auch unsere Partei nicht die Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Und das ist unleugbar fläche der zu Schießproben verwandten Patronen an- von jeher als selbstverständlich für ein Parlament vertritt, könne richtig:„ Wer keine Meinung hat und äußert, der ist aktiv und gebracht sind. Es sind das: die Zahl 04, die irgendwie geeignet sein, Störungen und Schwierigkeiten in unserer passiv gegen jede Unterdrückung der Meinungsfreiheit geschützt. Es verwandelt sich der törichte Versuch Indessen die Voffin" kann auch anders. Dasselbe Blatt, das ,, Modell 1904" bedeutet, und dann die russischen Schrift- Bartei hervorzubringen. zeichen für die Buchstaben P. F. und Sch. Danach ist also kein des Herrn Dr. Arendt, wieder einmal Sünden der Sozialdemokratie jest in dem Verhalten der Fraktion ein Attentat auf die MeinungsZweifel mehr möglich, daß die Rekylgewehre, die auf der gegen ihre eigenen Prinzipien nachzuweisen, in einen Beweis der freiheit enthüllt, forderte einmal die Partei ganz ausdrücklich auf, föniglich dänischen Gewehrfabrik angefertigt werden, für Ruß- politischen Ohnmacht und zugleich des geistigen Tiefstandes unserer gegen den Vorwärts" einzuschreiten und ihm zu verbieten, die Gegner.russischen Attentate menschlich begreiflich und persönlich heldenhaft zu land bestimmt sind! finden.. Kriegs gerichtsurteile. kommen. 11an ... " In Reichstagskreisen war die Angelegenheit, wie„ Sozial- Die Freunde des Grafen Bülow. Während die russischen Demokraten" mitteilt, schon früher bekannt, wenn auch nicht Schnorrer und Verschwörer durch ihren revolutionären Jdealismus ein Wirtshausstreit zwischen Soldaten führte vier Grenadiere in allen Einzelheiten. Sie ist sogar schon am vorigen den ganzen Abscheu des deutschen Reichskanzlers erregen, machen sich Dienstag in der Sizung des Finanz die herrschenden Russen, deren zarte Empfindungen Graf der Garnison Gleiwit vor das Kriegsgericht der 12. Division in ausschusses des Reichstages debattiert Bülow sogar vor den Wigblättern zu schüßen sucht, äußerst nüßlich. Neisse. Sie hatten sich gegen eine Militärpatrouille gewandt, die worden. Man erwartete dann, die Fabrikation Nicht nur in der Nordsee, sondern auch zu Lande erringen diese während des Streites eingriff und zwei Gefreite der Patrouille zu werde sofort eingestellt werden; aber statt dessen Helden Sieg auf Sieg. Erst neulich hat in einem Dresdener Hotel Boden geworfen. Der Grenadier Ruppich stieß einen Wachthabenden ein tapferer russischer Großfürst mit seinen Fäusten einen glorreichen vor die Brust, ein Vorgang, den niemand beobachtet hatte. wurde, womöglich noch in schnellerem Tempo, weitergearbeitet, Triumph erzielt. Ueber einen neuen Landsieg der russischen Freunde Er belastete sich selbst, indem er erzählte, daß er einen z. B. am Sonnabend bis Mitternacht. des Grafen Bülow berichtet die Frankfurter Zeitung": Der Stoß erwiderte. Staatsanwalt beantragt gegen zwei fam ein In eine Bar im Zentrum von Frankfurt a. M. ,, Wir erfuhren nun," schreibt Sozial- Demokraten", daß des militärischen Aufruhrs" je Aufruhrs" je fünf Jahre das Geheimnis Leuten bekannt war, die sich kaum bedenken russischer Fürst in Begleitung zweier anderen Herren, von„ Rädelsführer würden, es der einen oder anderen ausländischen Macht preis- denen der eine ein Sohn eines russischen Botschafters Buchthaus, gegen die beiden anderen je 5 Jahre Gefängnis, zu und nahmen in einem Nebenzimmer, in dem ein fammen 20 Jahre. Das Gericht erkannte auf Freisprechung von zugeben. Jeder Tag könnte eine Enthüllung in einem Welt- ist, Der Fürst verlangte, daß zwei Angeklagten, auf 1 Jahr und 1 Jahr 3 Monate gegen die blatt bringen und Dänemark würde dadurch in eine Streichorchester musizierte, Plazz. die russische Nationalhymne spiele. Man erfüllte seinen beiden anderen. höchst unangenehme Lage fam Deswegen Wunsch. Damit war er noch nicht zufrieden, sondern er verspürte Von dem Kriegsgericht der 11. Division in Schweidnit und es darauf an, daß ein dänisches Blatt Sehnsucht nach einem Triumphmarsch auf Kischinew"; zugleich eine öffentliche Meinung in Dänemark einschritt, dann machte er verlegende Aeußerungen über die Juden. Einige Herren, waren zwei Grenadiere, die sich ebenfalls gegen eine Wirtshauskonnte der einzelne oder die einzelnen Männer, die verant- die ständige Besucher des Lokals sind, beschwerten sich darauf beim patrouille gewandt hatten, zu je 5 Jahren Zuchthaus verurteilt wortlich sein mußten, geopfert werden. Vor allem sollte keine Geschäftsführer und verließen die Bar. Nachdem sich der Geschäfts- worden. Die Berufungsinstanz wandelte die Strafe in Gefängnis Macht Verdacht gegen die dänische Nation hegen; für führer ins Mittel gelegt hatte, wandte sich einer der Begleiter des um, ließ aber die Dauer von 5 Jahren bestchen. Auch der Weihnachtsfrieden mildert die Härte der Militärgesehe unverantwortliche Handlungen einzelner kann die Nation nicht Fürsten an einen anwesenden Offizier, der ganz unbeteiligt an der verantwortlich gemacht werden, wenn sie nur sofort Sache war und sich um nichts gekümmert hatte, und beschuldigte nicht! ihn, er habe sich ungünstige Bemerkungen über Rußland erlaubt. desavouiert werden. Es Stuttgart, 22. Dezember.( Privattelegramm.) In den beiden Wir hatten gehofft mit unserem gestrigen Artikel eine tam zu einer längeren Auseinandersetzung, die der Fürst schließlich beilegte. Darauf entfernten sich die drei Russen. letzten Sizungen des Landtages vor den Weihnachtsferien sofortige Einstellung der verdächtigen Fabrikation hervorzu- Sie tamen aber furz darauf wieder, um von neuem Händel hat die reaktionäre Mehrheit noch gute Arbeit gemacht. Sie hat die rufen und eine offene Erklärung der Regierung darüber, daß zu suchen. Diesmal ging der gleiche Russe, der vorher Abschnitte über die Pensionsansprüche der Ortsvorsteher und über sie nichts von der Sache wisse, aber sofort die notwendige den Offizier angeredet hatte, an einen Tisch herau, an dem drei ihm ihre Disziplinargewalt in der Kommissionsfassung mit einer kleinen Untersuchung vornehmen lassen wolle und eventuell die Schul- vollständig fremde Frankfurter Herren mit einer Dame faßen, und Abweichung angenommen. Entgegen dem Volksempfinden und dem digen zur Rechenschaft ziehen. Leider statt einer solchen forderte einen der Herren auf, mit ihm hinauszugehen:„ er habe ihm materiellen Interesse der Gemeinden hat die Landtags- Mehrheit beoffenen und korrekten Handlungsweise kommt man uns mit etwas zu sagen." An die Dame richtete er das gleiche Verlangen. schlossen, daß ein nach 20 jähriger Amtszeit nicht wiedergewählter Selbstverständlich tat man ihm nicht den Gefallen. Als der Russe Ortsvorsteher Anspruch auf vollen lebenslänglichen Ruhegehalt habe. halb verantwortlichen Ausflüchten und ganz unverantwortlichen die Dame abermals ansprach, stand ein hiesiger Weinhändler auf Die Debatte bewegte sich hauptsächlich in juristischen Erörterungen, " Dementis". und schob den zudringlichen Russen in die Zimmerede. Der Fürst, die bis auf das Rechtsverhältnis zwischen Adam und Eva zurid der während des Vorfalls mit seinem anderen Begleiter zusammensaß und fich wenig um die Sache gefümmert hatte, stand in dem Augenblick auf und schlug mit seinem Stock auf den Weinhändler ein. Dieser ivehrte sich gegen die Angriffe und warf den Fürsten gegen einen Kleiderständer. Dem Streit wurde schließlich durch das Dazwischentreten der Angestellten ein Ende gemacht. Der Weinhändler, der durch den Stockschlag eine Deutfches Reich. Diäten- Geschwäg. Die„ Tägliche Rundschau" läßt sich durch den freikonservativen Dr. Arendt einen Artikel aufbinden, dessen Torheit eben nur eines gingen. Der Zentrumsabgeordnete Gröber meinte nämlich, der erste Rechtsvertrag, der abgeschlossen worden sei, sei zweifellos im Paradiese zustande gekommen und ein Ehevertrag getresen. Wiederholt wurde die Debatte über die Handhabung der Disziplin gegenüber den Mitgliedern der Gemeindekollegien und den Gemeindebeamten. Der Regierungsentwurf ließ das bisher schon bestehende Recht des Drts borstehers unangetastet, Disziplinarstrafen bis zu 100 Mark über| Tokio, 22. Dezember. Amtliche Meldung. Von der hätten. Im übrigen befindet er sich der Vorlage gegenüber in Mitglieder der Gemeindekollegien zu verhängen, welche durch ihr Armee vor Port Arthur wird gemeldet, daß eine Abteilung des der Rolle des freiwilligen Magistratskommissars. Einig sei man Verhalten in und außer dem Amte sich nicht der Achtung würdig rechten Flügels am Morgen des 22. Dezember einen Sturm auf auch über die Notwendigkeit neuer Einnahmequellen angesichts zeigen, die ein Gemeindevertreter genießt, oder sich einer Üngebühr die nördlich von Hujanyangtau nahe der Tauben- des steigenden Bedarfs. Herr Singer proklamiere das Dogma: im unmittelbar amtlichen Verkehr mit dem Ortsvorsteher schuldig bucht gelegene Anhöhe machte und sie besetzte Keine indirekte Steuer! Aber tatsächlich könne sich Berlin doch zur gemacht haben. Ebenso wenig änderte der Entwurf an der Befugnis und ebenso die Anhöhe auf die Halbinsel in der Verdoppelung der Umsatzsteuer gratulieren. Die Grundsteuer nach der Ortsvorsteher, Disziplinwidrigkeiten von Unterbeamten mit Taubenbucht, wobei ein russisches Geschütz fleinen Kalibers dem gemeinen Wert werde sich natürlich erst nach der gesetzlichen Haftstrafen bis zu 14 Tagen zu ahnden. Vergebens hatte Genosse genommen wurde. Der Gegenangriff des Feindes auf der HalbTauscher in der Kommission den Versuch gemacht, diese vor- insel wurde zurückgeschlagen. märzlichen Bestimmungen zu Falle zu bringen, besonders das Zentrum hielt in der Kommission an ihnen fest. Inzwischen hat sich das Zentrum die Sache betreffs der Haftstrafe überlegt. Der Zentrums- Abgeordnete Kiehne nahm heute zur allgemeinen Ueberraschung im Plenum den Antrag Tauscher auf und beantragte, daß auch über die Beamten nur Geldstrafen verhängt werden dürfen. 40. Sizung vom Donnerstag, den 22. Dezember 1904, Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. nachmittags 5 Uhr. Aufhebung der Kontingentierung als ertragreich erweisen. Mit Unrecht stürme man gegen eine Luftbarkeits- und eine Billettsteuer an. Frankfurt erhebe sie, fie liefere gute Erträge und noch habe niemand Frankfurt für kulturfeindlich erklärt. Oberbürgermeister Kirschner: Derjenige, der einen Steuervorschlag macht, der allen gefällt, soll noch geboren werden.( Heiterkeit.) Auf der anderen Seite sind Steuern eine Notwendigkeit. Der letzte nach neuen günſtigere Kaſſenabschluß hat an dem zwange, Einnahmen zu suchen, nichts geändert; wird auch der nächste Etatsentwurf zeigen. Db und wann es gelingen wird, die von Berlin gewünschten Gesetzesänderungen zu erlangen, steht das Sehr eindringlich sprach Genosse Hildenbrand gegen die Zulässigkeit der Haftstrafen und wies auf den Widerspruch hin, daß Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um man dem Beamten durch die Haftstrafen eben die Achtung raube, 1/26 Uhr. die er nach dem Gesez haben muß. Mit großer Mehrheit wurde Zunächst erfolgt die feierliche Einführung und Verpflichtung der dahin; man muß sich also an die konkreten Vorschläge halten, und dann auch die Zulässigkeit der Haftstrafen abgelehnt. Dagegen blieb neugewählten Mitglieder Herzberg( Fr. Fr.) und Wengels( Soz.) da halte ich die Lustbarkeits- und Billettsteuer für eine solche, die, die Disziplinarbefugnis des Ortsvorstehers gegenüber den Weit durch den Vorsteher. Sodann gedenkt dieser des Hinscheidens des richtig veranlagt, etwas einbringen kann. Daß den Fremden damit gliedern der Gemeindekollegien unverändert, trotzdem von sozial- Stadtv. Manegold( A. L.) in ehrenden Worten, welche die Ver- eine Härte zugefügt würde, muß ich bestreiten. Im Monat November demokratischer und volksparteilicher Seite aufs schärfste dagegen sammlung stehend anhört. hat Berlin 90 000 Fremde beherbergt. Wir sehen uns wieder, wenn opponiert wurde. Genosse Schäffler erinnerte daran, daß der Oberbürgermeister Hegelmeier von Heilbronn einen sozialistischen entwürfe zum Neubau von sechs Gemeinde- Doppelschulen und des Bahlen weiter unterhalten. In den vor der Sitzung gewählten Ausschuß für die Vor- der neue Etat vorliegt, dann können wir uns an der Hand der Gemeinderat zu disziplinieren suchte, weil dieser durch die Uebernahinc Friedrich- Werderschen Gymnasiums sind auch die sozialdemokratischen Versuch mit einer Billettsteuer machen, sondern wir müssen den Stadtv. Mommsen: Ich habe nicht gesagt, wir können den einer sozialdemokratischen Reichstagskandidatur die für einen Gemeinde Stadtverordneten Borgmann, rat erforderliche Achtung verwirkt habe. Lisching, Volkspartciler, deputiert. Im Ausschuß für die Entwürfe zum Neubau der Versuch machen, die entgegenstehenden Schwierigkeiten zu überwarf die Frage auf, wer die Kollegialmitglieder vor Ungebühr des Orts- Hospitalitenanstalt in Buch sißen auch die Stadtverordneten Bruns, winden. Damit meinte ich die königlichen Theater. Ich halte den vorstehers schütze und beantragte als Disziplinarstrafe nur den Ver- Schulz und Dr. Weyl( Soz.). Vorschlag für einen guten und sehe gar kein Bedenken, mit der Ausweis zuzulassen, aber Zentrum, Nationalliberale und Konservative stimmten geschlossen für das Disziplinarrecht der Schultheißen. Hinze und Stadtv. Singer: Ich hatte Herrn Mommsen ganz richtig zitiert. Nachdem er nun seine Ausführungen richtig gestellt hat, konstatiere ich jetzt, woran ihm sehr viel zu liegen scheint, daß er ein unbedingter Anhänger der Billettsteuer ist.( Heiterkeit.) Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Die acht Vorschläge, welche die infolge der seinerzeit durch den Antrag Singer gegebenen Anregung eingesetzte gemischte Deputation zur Beratung von Maßregeln zweds Die Vorlage betreffend den Erwerb des Grundstücksführung vorzugehen. Alexanderstr. 12a ist von dem niedergesezten Ausschuß anDer heute im Staatsanzeiger" veröffentlichte Haupt- Bersammlung stimmt zu. genommen worden. Der Ankauf soll für 700 000 m. erfolgen. Die finanz- Etat für die zweijährige Budgetperiode 1905 und 1906 Von den Vorschlägen der gemischten Deputation, welche seit bezeichnet das Ergebnis der verflossenen Rechnungsperiode 1903 und mehr als 12 Jahren über die Frage beraten hat, in welcher 1904 als ein günstiges, vorausgesetzt, daß der Anteil Württembergsweise die drohenden Ausfälle im Stadthaushaltsmit 646 000 M. an den vorläufig gestellten Matrikularbeiträgen nit& tat gebedt werben tönnen, hat der Magistrat die zur Erhebung gelangt, wie dies im Entwurf des Reichshaushalts: folgenden akzeptiert: Gesezes vorgesehen ist für 1905. Der Entwurf deckt sich bis auf einen verhältnismäßig fleinen Fehlbetrag im Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben und rechnet für 1905 damit, daß die Höhe der ungedeckten Matrikularbeiträge, welche den Bundesstaaten auferlegt werden, den Betrag von 24 Millionen Mark nicht übersteigen darf. Für 1905 ist der Matrikularbeitrag mit 8 125 000 m. eingestellt. Gegenüber den Ueberweisungen der Reichs tasse ergibt sich eine Mehrausgabe von ungefähr 5 Mill. Mark, auch für das Etatsjahr 1906 ist dieselbe Leistung vorgesehen. Sollten, heißts im Entwurf, diese Annahmen nicht zutreffen und eine größere Mehrleistung seitens des Reiches erfordert werden, so werden erst die Schwierigkeiten für die Erhaltung des Gleichgewichts im StaatsHaushalt entstehen und außerordentliche Maßnahmen notwendig werden. Der gesamte Staatsbedarf berechnet sich für 1905 auf 82 Millionen, für 1906 auf 83 Millionen Mark, also gegen 1904 um etta 10 000 m. weniger. Diese Abnahme ist indessen nur eine scheinbare und rührt von der veränderten Aufstellung der offiziellen Beziehungen des Reiches durch die lex Stengel her. Läßt man die Beziehungen zum Reiche außer Auge, so ergibt sich tatsäch lich eine Steigerung des Staatsbedarfs um 1½ bezw. 31/2 Will. Mark pro Jahr, die Einnahmen an Postporto- und Telegraphengebühren infolge des Abkommens mit der Reichs- Postverwaltung betreffs Einführung gemeinsamer Postwertzeichen für 1905 um eine Million, für 1906 um zwei Millionen Mart. Für Gehaltsaufbesserung der Volksschullehrer werden jährlich 700 000 m. gefordert, ebensoviel aber auch für die Gehaltsaufbesserung der katholischen und evangelischen Geistlichen. Der Entwurf schließt wie folgt: Als sehr erschwerend für die Erhaltung des Gleichgewichtes muß bezeichnet werden, daß auch diesmal wieder der Staatshaushalt durch uncodte Matrikularbeiträge für das Deutsche Reich erheblich belastet ei Eine endliche Aenderung dieses Verhältnisses erscheint unerläßlich u? d ist daher eine Besserung der Reichsfinanzen durch Erschließung weiterer eigener Reichseinnahmen als ein unabweisliches dringendes Bedürfnis zu bezeichnen. 559 Gefallene in Südwestafrika! Nicht nur unerhörte Geldopfer, sondern auch schwere Blutopfer erlegt das sinnlose südwestafrikanische Kriegsabenteuer dem deutschen Bolte auf. Nach privater Zählung sind bisher 49 Offiziere und 510 Unteroffiziere und Mannschaften im füdwestafrikanischen Feldzuge gefallen. Hierzu kommen noch an 200 Opfer des Typhus! Herr v. Lindequist befürchtet offenbar, daß es ihm auch einmal so ergehen könnte, wie seinem Vorgänger Leutwein! Husland. Frankreich. I. Einwirkung auf die Gesetzgebung nach folgenden Richtungen: 1. Aufhebung des Privilegs der hinsichtlich der Kommunalsteuerpflicht Bevorrechteten; 2. Ausdehnung der Deklarationspflicht auf die Einkommen unter 3000 bis zu 1500 M.; 3. Einkommensteuerpflicht derjenigen, welche in der Gemeinde eine gewinnbringende Beschäftigung treiben, ohne daselbst zu wohnen; 4. Beseitigung oder Aenderung der im KommunalabgabenGesetz vorgeschriebenen Kontingentierung behufs Ausbaues der Realsteuern. 5. Ermöglichung einer Bauplatzsteuer. II. Sonstige Vorschläge: 1. Berdoppelung der Umsatzsteuer. 2. Anderweite Normierung der Abschreibungsraten der Gaswerke. 3. Luftbarkeitssteuer. 4. Grundsteuer nach dem gemeinen Wert. Die Verdoppelung der Hundesteuer und die Lizenzsteuer auf Ausschantlokale hat der Magistrat abgelehnt. II ist bereits erledigt, II befindet sich in ressortmäßiger Bearbeitung. Von mehreren Seiten wird Ausschußberatung beantragt. Stadtv. Wallach( A. L.): Es könnte überflüssig erscheinen, nochmals einen Ausschuß für die Vorlage zu wählen, nachdem die gemischte Deputation solange Zeit beraten hat. Indessen ist doch die Versammlung in ihrer Mehrheit nicht genügend informiert und die Begründung der Vorlage so vage, daß wir um den Ausschuß nicht herum kommen werden. Im ersten Teil enthält die Vorlage fromme Wünsche, im zweiten praktische Vorschläge, die aber zum Teil heftiger Anfechtung unterliegen. Herabminderung der Säuglingssterblichkeit in Berlin gemacht hat, sind vom Magistrat nur in beschränktem Umfange afzeptiert worden. Die Vorlage, welche der Magistrat der Versammlung unterbreitet, stellt in acht Puntten folgendes Programm auf: 1. Die Armendirektion wird ersucht, nährende Frauen bei der Bemessung von Unterstützungen oder Pflegegeld besonders zu berücksichtigen; 2. die Schmidt- Gallisch- Stiftung( Kinder- Asyl) soll vier poliklinische Fürsorge stellen einrichten, in denen die Mütter oder Pflegemütter sich acht Tage lang unentgeltlich spezialärztlichen Rat über die Wartung und Ernährung der Säuglinge einholen können; 3. der Leiter dieser Anstalten soll Milch und andere Nährpräparate a cht Tage lang unentgeltlich abgeben dürfen; 4. darüber hinaus nur, wenn die Mutter oder Pflegemutter durch den Bezirksvorsteher, Armenkommissions- oder WaisenratsVorsitzenden zugewiesen wird, 5. im übrigen soll nach Ablauf der acht Tage Milch usw. gegen den tarifmäßigen Preis berabfolgt werden( eine Ausnahme wird für die Armenunterstützung genießenden Mütter und die Kostgeld mütter statuiert); 6. jeder Fürsorgestelle find bestimmte Stadtbezirke zuzuweisen; 7. die Bearbeitung dieser Angelegenheit wird dem Kinderashl übertragen; 8. dem Kinderasyl wird dazu im Etat für 1905 ein Kredit bis zu 40 000 Mark bewilligt. Dieses Programm soll die Vorschläge realisieren, welche die Stadtv. Perls( N. L.): Die uns vorgeschlagene Luftbarkeits- Deputation unter 3 und 4 gemacht hat. Ihre weiteren Vorsteuer würde in der Hauptsache das Gastwirtsgewerbe treffen und schläge: 1. Belehrung der Frauen über die Vorzüge des dieses erheblich schädigen. Diese Steuer ist ebenso begatorisch wie Stillens, hat der Magistrat grundsäßlich angenommen; in ihrem finanziellen Effekt für die Gemeinden fragwürdig. Eine 2. Form dieser Belehrung für erledigt erklärt, 5. Abwarten der solche Steuer würde in Berlin lediglich die Wirkung haben, die Vereins- Erfahrungen anderer Städte betr. die Generalvormundschaft über ganz besonders unerwünscht sein. und sonstigen Lustbarkeiten in die Vororte zu verlegen, und das würde uneheliche Kinder, und 6. Meldung der Geburten in öffentlichen EntEbenso bedenklich erscheint uns bindungsanstalten an Standesämter und Vormundschaftsgericht binnen die Theaterbillettsteuer. Der Gedanke, daß man auf diesem Wege 24 Stunden, unverändert angenommen, dagegen 7, und wenigstens die Fremden und die bemittelten Vorortbewohner, die 8., Verpflegung hülfsbedürftiger Schwangeren und Neuentbundenen ihren Erwerb aus Berlin ziehen, heranziehen könnte, ist an sich nicht und Beschaffung von Familien- Pflegestellen für dieselben, ab. abzuweisen, aber zu diesem Gewinn stände der bescheidene finanzielle gelehnt, weil eine derartige Fürsorge nicht Aufgabe der Stadt Effekt einer solchen Steuer in feinem Verhältnis. sein könne. nehmen müssen. Der neue Gouverneur für Südwestafrika beugt vor! Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Nachdem wider Erwarten Aus- Stadtv. Bütow( Fr. Fr.): Es ist vorhin schon mit Recht beDie Verhandlungen mit dem Generalkonsul v. 2 indequist, schußberatung beantragt ist, werden wir ebenfalls dafür stimmen. mängelt worden, daß der Begründung dieser wichtigen Vorlage nicht der als Gouverneur für Deutsch- Südwestafrika in Aussicht genommen 3m großen und ganzen sind wir mit den Vorschlägen des Magistrats wenigstens ein Auszug aus dem Beratungsmaterial der gemischten ist, wegen Uebernahme dieses Postens sind noch immer nicht einverstanden. Bezüglich der Luftbarkeitssteuer teile ich die Auf- Deputation beigegeben worden ist. Bedenklich ist mir die entabgeschlossen. Herr v. Lindequist stellt nach der Welt- Storr." fassung des Vorredners, nicht aber betreffs der Billettsteuer, mit der scheidende Stimme, die dem Waisenrats- Vorsitzenden eventuell zuvor allem zwei Forderungen. Er will erstens im Range höher wir einen Versuch machen sollten und gegen die die Rücksicht auf stehen soll. Der Magistrat spricht auch in der Vorlage immer stehen als der Kommandeur der Schuhtruppe, auch den Fremdenverkehr wirklich nicht ins Gewicht fällt. Daß die Be- nur von Säuglingen; die Deputation hatte durchweg die Kinder wenn dieser einmal ein General sein sollte. Er will zweitens unter triebssteuer und die Verdoppelung der Hundesteuer auch nur in der bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres im Auge. allen Umständen das Verfügungsrecht über die Deputation eine Mehrheit finden konnte, hat uns sehr wunder- Ebenso wäre die Fürsorge, welche hier den künstlich ernährten SäugTruppen haben. Ob diese Forderungen bewilligt werden und lingen und ihren Müttern zu teil werden soll, auch den mit der ob, falls sie abgelehnt werden, Herr v. Lindequist überhaupt nicht Stadtv. Singer( Soz.): Der Bemängelung, daß die Vorlage Mutterbrust gestillten Säuglingen und ihren Müttern zuzuwenden. nach Südwestafrika geht, ist noch nicht gewiß. ganz ungenügend begründet iſt, ſchließe ich mich durchaus an. Beim Daß der Magistrat die Fürsorge auf die Schwangeren und Magistrat scheint dies jetzt Regel werden zu sollen, sobald Vorlagen Wöchnerinnen nicht weiter ausdehnen will, weil dies nicht gemacht werden, die aus den Beratungen einer gemischten Depu- Gemeindefache sei, kann ich nicht billigen. In der Deputation tation hervorgegangen sind. Jm Magistrat herrscht wohl die Ansicht habe man sich direkt für Schwangeren- und Wöchnerinnenheime vor, daß alle Mitglieder der Versammlung die Gründe ausgesprochen, sich aber dann auf die Pflegestellen zurückgezogen. ahnen müssen, welche die gemischte Deputation zu ihren Solche Stellen feien nichts Neues und der Kostenpunkt auch nicht erBeschlüssen geführt haben. Das Plenum ist ja gar nicht in der Lage, heblich. Bedauerlich sei, daß in der Frage der General- VormundZum Fall Syveton. Die Nationalisten klagen jekt Frau Sybeton darüber etwas zu wissen; hoffentlich wird der Magistrat in dieser schaft nichts geschehen solle. Wir beantragen Ausschußberatung, aus offen an, sie habe ihren Gatten ermordet, um in den Besitz Richtung jetzt Wandel schaffen. In einer so hochwichtigen An- der Hoffentlich eine erweiterte Vorlage hervorgehen wird. der 150 000 Frank zu gelangen, für die sein Leben versichert war. gelegenheit, wie dem Steuerwesen der Stadt, ist Ausschußberatung Stadtrat Dr. Straßmann: Die Frage der fünstlichen Ernährung Man behauptet auch, sie hätte die Führer des Nationalismus zu sich unerläßlich. Sehr wertvoll scheint mir die Einführung des Maßstabes mußte bei der Vorlage sehr stark in den Vordergrund treten, denn beschieden und sie aufgefordert, sie zu verteidigen, da sie anderenfalls des gemeinen Wertes für die Auflegung der Grundsteuer, ebenso sie ist nach dem übereinstimmenden Urteil aller Kinderärzte die alles sagen würde, was sie von den Nationalisten wisse. Matin" die Versuche, die Kommunalsteuerpflicht zu reformieren. Matin" die Versuche, die Kommunalsteuerpflicht zu reformieren. Dagegen ist Hauptursache der übergroßen Säuglingssterblichkeit. Die Befragung hat in Antwerpen, der Heimat von Frau Syveton, Nachforschungen die Luftbarkeitssteuer eine Mißgeburt allerersten Ranges; diese Steuer der Steuerdeputation würde lediglich einen Umweg und eine angestellt und seltsame Dinge erfahren. Als Mädchen hätte Frau sowohl wie die Billettsteuer sind auf der Jagd nach neuen Steuern eventuelle verhängnisvolle Verzögerung bedeuten. Die SchlußSybeton dort einem Kreise von zehn berüchtigten Lebe- vorgeschlagen, ohne daß man sich bewußt geworden ist, wie fleinlich forderungen der Deputation gehen weit über die armenrechtliche damen angehört, von denen zwei, Frau Jonniaux und Frau diese Vorschläge für eine Großstadt wie Berlin sind. Der Eindruck Verpflichtung der Stadt hinaus; ihre Erfüllung muß der privaten Bannerom, die eine zum Tode, die andere zu zwanzig Jahren Zucht- einer solchen kleinlichen Maßregel seitens der größten Stadt Deutsch- Wohlfahrtspflege überlassen bleiben, natürlich mit Unterstützung haus verurteilt wurden, weil sie ihre Männer vergifteten, um ihre lands schadet viel mehr als die paar hunderttausend Mark nüßen aus städtischen Mitteln. Es ist doch schon eine solche Bewegung Versicherungsbeträge zu erlangen, und zwei andere, Frau Bernays fönnen, die sie einbringt. Herr Mommsen will damit einen im Werke. und Frau Vandertaelen, von der öffentlichen Meinung einmütig Versuch machen. Mit Steuerversuchen soll man sehr vorsichtig Stadtv. Bernstein( Soz.): Heute vor 14 Tagen haben wir einen beschuldigt werden, sie hätten ihre Männer von ihren Liebhabern ſein; die späteren Reformversuche führen gewöhnlich zur Ver- Mann zu Grabe geleitet, dessen Name eng mit diesen Bestrebungen ermorden lassen." Matin" fügt hinzu, Frau Syvetons erster Mann schärfung statt zur Beseitigung. Wir haben troz der Finanzlage verknüpft ist; speziell stammt die heutige Vorlage aus der ureigendsten Debruyn sei vom Hochzeitstage an frank gewesen und nach acht feine Ursache, Steuern wie eine Billettsteuer einzuführen; hoffentlich Initiative des verstorbenen Kollegen Freudenberg. Ich glaube, jährigem Siechtum gestorben, und auch er sei mit 100 000 Frank ist das Grab, welches der Luftbarkeitssteuer gegraben wird, groß einer Ehrenpflicht zu genügen, wenn ich hier nochmals hervorhebe, bersichert gewesen, die seiner Witwe zufielen. genug, um auch noch diese Billettsteuer aufzunehmen, und dann wollen daß er einer der ersten war, welche diese Frage der Lösung näher wir recht schwere Steine darauf wälzen, um die Auferstehung uns führten. Der Vorlage stehe ich mit gemischten Gefühlen Stadt zu einer sauberen, wohnlichen, gesunden zu machen, so sollen dauere, daß sie so wenig bietet. Soll der mit so starker wir doch nicht die Fremden extra dafür bezahlen lassen. Die Resonanz eingeleitete Feldzug ganz ergebnislos verlaufen? Die Hunderttausende von Fremden, die hierher kommen, beleben Handel bösen Verhältnisse von 1900, die zu der Anregung führten, hat der und Wandel und Verkehr; das ist schon ein genügender Gegenwert. Stadtrat Straßmann noch nicht begriffen. Nicht das schlechte Wir bieten aber auch prinzipiell nicht die Hand zur Einführung von Material hat die große Säuglingssterblichkeit gebracht, sondern die indirekten Steuern irgendwelcher Art; hat Berlin hier erst einmal ungünstigen sanitären Verhältnisse im Waisenhause haben das Ungesagt, so marschiert es an der Hand des Kollegen Wallach durch glück angerichtet. In dem Augenblick, wo die Säuglinge überdas ganze Alphabet. Im Ausschuß wird uns hoffentlich wenigstens geführt wurden nach dem Hospital in der Kirassierstraße, die Begründung gegeben werden, warum uns eine Lustbarkeitssteuer änderten sich die Verhältnisse mit einem Male. Das Materint überhaupt vorgeschlagen wurde.( Beifall.) war in den nächsten Jahren dasselbe, aber die hygienischen Ver= Vom ostasiatischen Kriegsschauplatze. möglich zu machen. Ist es uns gelungen, durch eigene Kraft die gegenüber; ich freue mich, daß sie gekommen ist, ich beLondon, 22. Dezember." Daily Telegraph" meldet aus Tschifu vom 21. d. M.: Der Dampfer Lady Mitchell" unter englischer Flagge, aber mit norwegischer Bemannung, hat mit einer Ladung Munition und Dynamit während eines heftigen Sturmes Port Arthur erreicht. Es wird berichtet, daß die Japaner sich genötigt sahen, tshushan aufzugeben, weil das Flankenfeuer anderer Forts und die Explosionen russischer Minen ihnen große Verluste zufügten.(?) General Nogi soll 60 000 Mann Berstärtung verlangt haben. Es trafen Truppen von Norden und einige Tausend Koreaner bei der Belagerungsarmee ein.(?) London, 22. Dezember. Das„ Reutersche Bureau" meldet von der Belagerungsarmee vor Port Arthur: Die Einnahme von Kit wanschan ist für die Japaner von großer Bedeutung, da sie ihnen einen Weg zu den jenseits des Forts gelegenen hohen Hügein öffnet, und ihnen Raum für einen allgemeinen Angriff gegen einen Teil der östlichen Fortslinie bietet. Die Japaner haben jetzt fünf Schutzforts von sieben inne. Stadtv. Ladewig( N. 2.): Die geplante Billettsteuer wird nichts hältnisse waren ganz anders als in dem Hause in der Alten JakobWesentliches einbringen. Ob die königlichen Theater herangezogen straße. Diese Erfahrung sollte nicht spurlos an uns vorübergehen; werden können, ist zweifelhaft. Würden die beiden Schiller- Theater wer jo Fiasko gemacht hat wie die städtische Waisenhaus- Verwaltung. herangezogen, so würde man direkt die kulturellen Zwecke schädigen, der sollte auch bemüht sein, etwas zu lernen und Vollkommenerem welche sie verfolgen. Das gleiche gilt vom Luisen- Theater. nachzustreben. Die theoretische Belehrung, welche den jungen = Stadtv. Dr. Preuß( soz. fortschr.) bedauert auch, daß nicht Müttern gegeben werden soll, genügt mir durchaus nicht; wenigstens die Protokolle der gemischten Deputation vorgelegt worden man soll darauf ausgehen, die Kinder und Mütter it sind, die eine erneute Ausschußberatung eventuell überflüssig gemacht ihrer Behausung zu kontrollieren. Man könnte auch von der Polizei Soziales. Blumens verwaltung lernen; die Haltetinder werden von 14 Damen und sechs der Anatolischen und der Bagdad- Bahn. Zum Zweck, diese wirtschaftReservedamen einer scharfen Kontrolle unterworfen. Wir müssen lichen Beziehungen zur Baltanhalbinsel und zu Kleinafien zu ers gleichfalls Aufsichtsdamen anstellen. Die Milchfrage an und für sich weitern, gründet die Nationalbank für Deutschland im Verein mit der kann nicht die Bedeutung beanspruchen, die ihr von den meisten zu Banque Nationale de Grèce in Athen unter der Firma" Orient- Bank" Prozeß, den das Kammergericht in Berlin erledigt hat. Der LagerFür die Lagerhalter von Konsumvereinen von Bedeutung ist ein gesprochen wird; es kommt vor allem auf die häuslichen Ver- eine Bant mit einem vollgezahlten Kapital von 10 Millionen Gold Halter Dierssen von einem Hannoverschen Konsumverein war wegen hältnisse an. Ist erst der Schmutz aus dem Hause Frank. Die Bank wird ihren Zentralsik in Athen haben und sofort Uebertretung der Gewerbe- Ordnung und des Gewerbesteuer- Gefeßes entferut, fo will der leitende Kinderarzt der Kürassier- Filialen in Konstantinopel, später auch in Salonichi, Smyrna und angeklagt worden. Die Anklage warf ihm vor, er habe in den straße, Dr. Finkelstein, auch mit der einfachen 18 Pfennig- Alexandrien errichten. Die weitere Ausdehnung des Filialneges in Räumen des Konsumvereins die Schankwirtschaft unbefugt( ohne Milch auskommen. Aber die Kontrolle kann nicht durch Ehren- den verschiedenen Teilen des Orients ist beabsichtigt. damen, sondern muß durch besondere befoldete Aufsichtsdamen ausKonzession) ausgeübt, wodurch er sich gegen die Gewerbe- Ordnung Die Banque Nationale de Grèce ist das staatliche Zentral- Noten- vergangen habe. Außerdem habe er gegen den§ 52 des Gewerbegeführt werden. Die Generalvormundschaft läßt sich auf Berlin institut Griechenlands und verfügt bei einem volleingezahlten Attien- steuer- Gesetzes verstoßen, welcher vorschreibe:" Wer den Betrieb nicht übertragen; Leipziger Verhältnisse fönnen für uns nicht maß- tapital von 20 Millionen Drachmen über 13½ Millionen Drachmen eines stehenden Gewerbes anfängt, muß der Gemeindebehörde des gebend sein, weil wir feine eigene Polizeiverwaltung haben. Die Reserven. Die Aktien notieren 390 Proz. und haben in den letzten Drtes vorher oder gleichzeitig davon Anzeige machen." Die Ausübung 80 000 bis 90 000 Mart für die Pflegestellen und die Ver- Jahren Dividenden steigend von 15 bis 17 Proz. erhalten. pflegung bedürftiger Schwangeren des Schankgewerbes wurde darin gesehen, daß Angeklagter es duldete, und Wöchnerinnen hat der Magistrat zu bewilligen abgelehnt. Da der Staat Der neugegründete Oberschlesische Stahlwerksverband, dem nun daß zu verschiedenen Malen Arbeiter, Mitglieder des Konsumvereins, hier versagt, müssen wir hier eintreten; der Standpunkt, daß auch das Danziger Walzwerk beigetreten ist, erstreckt sich, wie der von ihnen gekauftes Flaschenbier gleich im Vereinsgeschäft auswir nicht Lückenbüßer sein dürften, hat keine Berechtigung. Die Breslauer General- Anzeiger" meldet, auf die gesamte oberschlesische tranken, sowie darin, daß Vorstandsmitglieder des Vereins bei den Statuten der Pflegestationen würden natürlich mit gewissen Rautelen algeifenproduktion, auch auf das bisher nicht syndiziert gewesene im Nebenraum abgehaltenen Vorstandssigungen Flaschenbier aus auszustatten sein; nur solche Personen haben Anspruch, die ihren tuten lehnen sich an diejenigen des Stahlverbandes an und sehen für that bei Vegesac sprach den Angeklagten frei, das Landgericht Verden Material. Es wird gemeinsam verkauft und abgerechnet. Die Sta- dem Lager des Konsumvereins tranfen. Das Amtsgericht zu Unterſtüßungswohnsitz in Berlin haben. Die Befürchtung, daß sich Stabeisen einen ähnlichen Modus der Abrechnung usw. vor, wie dies als Berufungsinstanz verurteilte ihn jedoch wegen Uebertretung auf den Lotterbetten der Stadt Berlin allerlei her gelaufene unlautere Elemente breit machen würden, ist im Stahlverband für Schienen und Träger der Fall ist. Außer Stab- des Gewerbesteuer- Gesezes zu einer Geldstrafe und führte aus: ganz unbegründet. Frankreich ist hier mit gutem Bei- eisen sind für Oberschlesien auch Walzröhren syndiziert, und zwar auch Darin, daß die Vorstandsmitglieder in ihren Sigungen im Nebenſpiel borangegangen; namentlich wird Rouen als ein diejenigen größeren Dimensionen, die vom Gas- und Siederohr- raum des Vereinsladens Bier tranfen, fei nicht auf eine Ausübung wahres Eldorado in dieser Beziehung gepriesen. Der Bürgermeister inditat frei gelassen wurden. Desgleichen ist vom oberschlesischen des Schankgewerbes zu schließen. Wohl aber liege eine Ausübung von Rouen hat mir die Auskunft gegeben, daß die folosiale Ver- bis in alle Details, auch die der Abrechnung fertiggestellt. Es bedarf Beiten die Flaschen mit Bier, die ihnen D. verabfolgte, gleich im Laden Stahlverbande die gesamte Organisation eines Grobblechverbandes des Schankgewerbes darin, daß je ein Arbeiter zu verschiedenen ringerung der Säuglingssterblichkeit vor allem zurückzuführen sei auf die Ernährung der Kinder mit Muttermilch. Dieses glänzende also nur noch der Entscheidung über das Schicksal des deutschen Grob austrinken durften. Daß es sich um Vereinsmitglieder handelte, sei unBeispiel sollten wir nachahmen und uns nicht auf die Hinterfüße blechverbandes, die am 29. und 30. d. Mts. in Düsseldorf fällt. Wird erheblich. Es wäre eine Konzession der Behörde erforderlich gewesen. Da fetzen. Mit 1700 bis 1800 Mart laffen sich 20 bis der Verband aufgelöst, so tritt sofort unter den oberschlesischen Werken Angeklagter zur Leitung des Betriebes bestellt gewesen sei, so hafte 30 Mütter unterstützen, die ihre Kinder selbst nähren wollen, der oberschlesische Grobblechverband innerhalb des oberschlesischen er gemäß§ 151 der Gewerbe- Ordnung auch strafrechtlich. Allerso führte ich in der Deputation aus; aber Stadtrat v. Friedberg Stahlverbandes in Kraft. Gleichzeitig ist eine Bindung der ober- dings sei ja nun, da das Vergehen der unbefugten Ausübung des hüllte sich darüber in diplomatisches Schweigen. Die Krippenfrage bie ausschließt, daß das eine oder andere Werk fich auf Artikel als ziehung Verjährung eingetreten. Anders verhalte es sich aber schlesischen Werke bezüglich ihres Arbeitsprogramms geschaffen worden, Schankgewerbes binnen drei Monaten verjähre, in dieser Be muß angesichts der beschränkten Mittel leider vorläufig außer Be- Neuproduktion verlegt, die von anderen Werken bereits produziert mit der Uebertretung des§ 52 des Gewerbesteuer- Gesetzes durch tracht bleiben. Die Säuglingsheime verweist man auf werden. Nichtanmeldung des Beginns des Schankgewerbes zur Steuer. private Initiative. Das berühmte Säuglingsheim des Dr. SchloßSteuerrechtliche Verfehlungen verjährten erst in fünf Jahren. Er mann in Dresden ist aus Mangel an Mitteln eingegangen. sei somit auf Grund des Steuergejeges zu verurteilen. Gesez könne nur Anwendung finden auf diejenigen, welche selbständig und auf eigene Rechnung einen Gewerbebetrieb begännen. Daz treffe auf ihn nicht zu. Uebrigens habe er nur an Genossen des Konsumvereins das Bier verkauft. traut werden soll. " Prozeß gegen die Helios Gesellschaft. 9 Stadtv. Dr. Nitter( A. 2.) schließt sich den Darlegungen des Stadtv. Bütow an und tritt dem Stadtv. Bernstein entgegen. Stadtv. Dr. Nathan( soz.- fortschr.): Wir sollen doch von Stadt wegen wenigstens das leisten, was wir zu leisten imſtande sind und uns nicht dahinter zurückziehen, daß das Reich nichts tut. Wir müssen eben auch für die bedürftigen Schwangeren und Wöchnerinnen sorgen. Auch Dr. Freudenberg ist aufs lebhaftefte dafür eingetreten. Wohin man mit der Privatwohltätigkeit kommt, das haben wir an der Geschichte des Kaiser und Kaiserin Friedrich- Kinderkrankenhauses lernen fönnen. Die acht Tagefrist soll man nicht beschränken, wie es Stollege ist; wollte man dies nicht annehmen, so würde nichts leichter sein, Bütow zu wünschen schien; auch diese acht Tage find nur ein äußerst furzer Zeitraum. D. legte Revision ein und machte geltend, das GewerbesteuerDer Oberstaatsanwalt am Stammergericht meinte dagegen, D. auch den Gewinn für den Verein habe erzielen wollen. habe zweifellos selbständig das Schankgewerbe betrieben, wenn er 1 2 3 45 6 Stufe Klasse Ib 2100 2310 2520 2730 2940 3150 II " " V 1900 2090 2280 2470 2660 2850 1700 1870 2040 2210 2380 2550 1500 1650 1800 1950 2100 2250 1300 1430 1560 1690 1820 1950 Das Aufrüden innerhalb der Klaffen erfolgt von drei zu drei Jahren. Wir fönnen uns auf diese manchesterliche Idee nicht Das vom ersten Zivilsenat des Kölner Oberlandesgerichts im einlassen. Wir sind bereit, einzelne Vereine zu unterstügen, aber Prozeß des Pariser Bankhauses Herz u. Co. gegen die Helios- Geselletwas Großes wird damit nicht geleistet. Die achttägige Frist ist schaft gefällte Teil- und Zwischenurteil haben wir in Nr. 295 des etwas Großes wird damit nicht geleistet. Die achttägige Frist ist immerhin ein Lichtblick sozialer Erkenntnis des Magistrats; aber das schlimme ist, wenn diese acht Tage vergangen sind, kommt der Vorwärts" bereits in seinen wichtigsten Entscheidungen mitgeteilt. Armentommiffionsvorsteher. Man hat mich in der Deputation zu Urteils ausgefertigt, welche ausführlich die Rechtsgründe angibt, die Jebt hat das Oberlandesgericht die schriftliche Begründung seines beruhigen versucht; es handle sich nur um ein Gutachten, nicht um eine Armenunterstützung. Aber in der„ Boſſiſchen fahrlässiger unrichtiger Rats- und Auskunftserteilung und undas Gericht zur Abweisung der Klage wegen Bilanzverschleierung, Zeitung" steht mit dürren Worten zu lesen, daß es richtiger Zusicherung bestimmter Eigenschaften der verkauften Aktien Das Kammergericht hob das Urteil des Landgerichts zu Verden sich um die letztere handeln soll; die arbeitende Bevölkerung bestimmt haben. Bezüglich des ersten Punktes, der Behauptung, daß auf und sprach den Angeklagten mit folgender Begründung frei: wird einer solchen Einrichtung den äußersten Widerstand entgegen die Helios- Gesellschaft ihre Bilanzen gefälscht und verschleiert hätte, tönne, weil D. nicht selbständig das Schankgewerbe betrieben habe. feßen. In Straßburg ist die Armenfommission vollständig aus heißt es in der Begründung: Der zweite Richter sehe sehr wohl ein, daß er nicht verurteilen geschaltet; in M.- Gladbach sind ebenfalls andere, weniger anfecht- heißt es in der Begründung: bare Wege eingeschlagen. Auch ich beantrage Ausschußberatung. so mußte die Klageabweisung doch aus Rechtsgründen erfolgen. Wie Vorschriften über die strafrechtliche Haftbarkeit der Betriebsleiter, und " Wenn alle diese tatsächlichen Behauptungen auch richtig wären, Er Hammere sich aber an den§ 151 der Gewerbe- Ordnung mit seinen Dieſe große Frage muß zum logischen Ende geführt, darf nicht der nämlich mit Recht seitens des Reichsgerichts in ständiger Recht deswegen wende er das Steuergesetz auf den Angeklagten an. Das sei Spielball einer Illusion werden.( Beifall.) Stadtrat Straßmann: Wir haben bezahlte Helferinnen und sprechung angenommen wird, kann derjenige, der einer forporativen aber nicht richtig, denn§ 151 der Gewerbe- Ordnung beziehe sich nur Armenärzte, die die Kontrolle üben; die Einrichtung der Helferinnen sellschaft gegenüber nicht mit der Behauptung anfechten, er sei von nun zwar durch unbefugte Ausübung der Schankwirtschaft gewerbeHandelsgesellschaft beigetreten ist, diese Beitrittserklärung der Ge- auf die llebertretung gewerbe polizeilicher Vorschriften. D. habe hat uns das Polizeipräsidium erst nachgemacht. Meine frühere Be dieser oder ihren Organen durch betrügerische Angaben zum Beitritt polizeiliche Bestimmungen übertreten, und dafür konnte er nach§ 151 hauptung von dem schlechten Material halte ich aufrecht; natürlich veranlaßt worden. Daraus ergibt sich des weiteren, daß die Gesell- verantwortlich gemacht werden, wenn nicht eben Verjährung einſpielten bei dem alten Waisenhause, das ursprünglich ein Hoſpital schaft selbst niemals aus dem Grunde seitens eines Gesellschafts- getreten wäre in dieser Beziehung. Ein Gewerbe- Steuer delikt war, auch andere äußerliche Umstände mit. Der Charakter der mitgliedes auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann, fei D. aber überhaupt nicht vorzuwerfen, denn er habe nicht Armenunterstüßung wird ja gerade dadurch den beabsichtigten Maß- weil das Gesellschaftsmitglied durch betrügerische Angaben des Vor: Bier verkauft für sich, sondern als Lagerhalter des nahmen genommen, daß die Stiftung mit der Ausführung bestandes der Gesellschaft veranlaßt worden ist, Gesellschaftsmitglied Nonfumvereins. Als solcher sei er nicht zur Erfüllung der zu werden; denn sonst würde auf einem Umwege der Aktionär die gewerbesteuergesetzlichen Vorschriften verpflichtet. von ihm auf Grund seiner Zeichnung geleisteten Einzahlung von der Aus diesen Gründen sei er freizusprechen. Gesellschaft auch während ihres Bestehens zurückverlangen können, ein Ergebnis, das der Vorschrift des§ 213 5.G.B. direkt zuwiderläuft. ab die Grundgehalte der fünf Gehaltsklaffen um je 100 M. zu er Der Vorstand der Ortskaffe Leipzig hat beschlossen, vom 1. Januar Dieselbe Erwägung führt aber auch in einem Falle wie dem vorliegenden, ohne weiteres dazu, der Klägerin jeden Anspruch auf höhen, wodurch sich die Höchstgehalte jeder Klasse um 150 M. erSchadenersak gegen die Helios- Gesellschaft zu versagen. Es kann höhen. Es ergibt sich danach folgende Gehaltsſkala: nämlich keinen Unterschied machen, ob jemand durch direkte Zeichnung im Gründungsstadium oder bei einer Kapitalserhöhung oder durch späteren Erwerb von Aktien Mitglied der Aktiengesellschaft geworden als die Vorschrift des§ 213 5.G.B. und die oben erwähnten, durch die Bragis festgestellten Rechtssätze zu umgehen, da alsdann der direkt Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): Jch konstatiere mit Genugtuung, durch falsche Prospekte und dergleichen zur Zeichnung veranlaßte daß die Redner bisher den Vorschlägen der Deputation ihre Unter- Attionär seine Attienrechte nur an einen Dritten zu übertragen stüßung geliehen. Herr Ritter freilich meinte, um das Wohlergehen brauchte, um so auf einem Umwege das zu erreichen, was ihm auf der Schwangeren und der Wöchnerinnen brauche man sich nicht zu direktem Wege nach der gegenwärtigen Gesetzgebung und Recht kümmern, da es sich um die Bekämpfung der Säuglingssprechung berjagt ist. Auf diese Weise würde es möglich sein, daß sterblichkeit handele. Die Debatte hat ihn bereits widerlegt; er der Aktiengesellschaft zum Schaden ihrer Gläubiger die von ihren dürfte wohl mit seiner Meinung isoliert bleiben. Sehr bedauerlich ist, Aktionären gemachten Anzahlungen indirekt( in Gestalt von Schadendaß die fünf Magistratsmitglieder, die in der Deputation mit uns ersatzansprüchen) wieder entzogen würden, ein Ergebnis, dem der einstimmig votiert haben, den Magistrat nicht auf ihre Seite haben Grundsatz, daß eine Zeichnung wegen Betruges durch den Aktionär bringen können. Wird die Fürsorge- Unterstützung der Kinder an- nicht angefochten werden kann, und daß eine Rückzahlung der Einlage genommen, so hoffen wir, daß die einzige Gegenleistung der Mütter während des Bestehens der Gesellschaft nicht erfolgen darf, direkt darin bestehen wird, daß sie sich der ärztlichen Kontrolle zu unter: widerstreitet." werfen haben. Der Magistrat hat den Vorschlag nicht akzeptiert, daß Die Abweisung der Klage, soweit sie fahrlässige unrichtige Ratsarme stillende Mütter auch aus Wohltätigkeitsfonds unterstütze erteilung und Empfehlung geltend macht, wird wie folgt begründet: werden können; es soll lediglich die Armendirektion zuständig sein. Schon in tatsächlicher Hinsicht ergibt sich aus dem Briefwechsel Hier gerade muß der Hebel angesetzt werden. Im Punkte der Be- der Parteien, daß die Anregung zur Gewährung der hier fraglichen nuzung der Fürsorgestellen ist ja der Magistrat, wie wir gern an- Optionen an die Klägerin und somit zum Abschlusse des hier fragerkennen, nod, über die Vorschläge der Deputation hinausgegangen. lichen Kaufgeschäftes von der Klägerin selbst ausgegangen sind, die Die Gründe für die ablehnende Haltung des Magistrats gegenüber bereits seit dem Juni 1899 Unterkonsortialien der Effekten- und den anderen Vorschlägen haben wir heute erst vernommen; einmal Wechselbank zu Frankfurt a. M. für die Unterbringung der hier fragbefürchtet man Ueberschwemmung von außerhalb, und dann soll lichen 6 Millionen Helios- Aktien war, und deshalb eines Rates oder Ein ostelbischer Amtsvorsteher, Herr Hochmuth nomen est omen diese Seite der Angelegenheit der Privatwohltätigkeit überlassen Empfehlung gar nicht bedurfte, und deshalb nicht erst durch die später bleiben Diese lettere hat nach der Ansicht der Arbeiterklasse den in Frankfurt und Brüffel erfolgten Anpreisungen zum Abschluß des aus Ponttuit stand vor dem Landgericht Dels wegen Mißbrauchs bitteren Beigeſchmad jeder Klassenwohltätigkeit an sich; die Arbeiter- hier fraglichen Geschäftes veranlagt worden ist. Nimmt man aber der Amtsgewalt. Er erschien in der Wohnung des Auszüglers Moch, Klasse verlangt hier eine Recht 3 organisation Die Furcht vor Ueber- trotzdem an, daß die Beklagten fahrlässigerweise einen unrichtigen um dessen Tochter zu dem Dienstherrn zurückzuführen. Bei dieser schivemmung ist gegenstandslos, denn auch nach den Deputations Rat erteilt haben, und diese Empfehlungen für die Willens- Gelegenheit stieß er den alten gebrechlichen Auszügler vor die Brust, beschlüssen ist nur von" Ortsangehörigen" die Rede. Der Magistrat entschließung der Klägerin bestimmt gewesen sind, so vermag eine so daß dieser taumelte, bedachte die Tochter mit gemeinen Schimpftut mit seiner Vorlage einen erfreulichen, bedeutsamen fozialpoli- fahrlässig unrichtig erteilte Empfehlung den Alageantrag aus worten und schlug fie ins Gesicht. Die Straflammer stellte feſt, tischen Schritt vorwärts; sorgen wir dafür, daß nach den Vorschlägen folgenden Gründen nicht zu stüßen. Eine Haftung für fahrlässig daß dieser Amtsvorsteher mit hohen Geldstrafen, mit einem und der Deputation der endgültige Beschluß ausfällt!( Beifall bei den falsch erteilte Ratserteilung ist gemäß§ 676 B... ausgeschlossen, mit vier Monaten vorbestraft ist, fie billigte ihm aber mildernde Sozialdemokraten.) daran kann auch die Tatsache nichts ändern, daß die Beklagten Umstände zu und verurteilte ihn zu 300 M. Geldstrafe. Moch wurde Stadtv. Professor Dr. Hartmann( A. 2.) sucht an statistischen Bantiers sind, denn Klägerin stand nicht zu denselben im Verhältnis wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu 30 M. Geldstrafe Bahlen und an folorierten Tableaus, die er hat aufstellen laffen, eines ratsbedürftigen Kunden. Er ist vielmehr Großbankier, dessen verurteilt. Ein Bild aus dem Often. nachzuweisen, daß sich die Verhältnisse in Berlin im Punkte der eigentliche Aufgabe und Erwerbstätigkeit auch in derartig gewagten Säuglingssterblichkeit, auch bezüglich der unehelichen Kinder, sehr Geschäftsbeschlüssen wie den vorliegenden besteht." gebessert haben und daß auch die Privatwohltätigkeit sehr erheblich zu diesem guten Resultat beigetragen hat. Auch dieser Redner spricht stimmter Eigenschaften der verkauften Aktien: fich für die vom Magistrat abgelehnten Deputationsvorschläge aus. Stadtv. Dr. Bernstein stellt verschiedene Mißverständnisse richtig, denen seine Ausführungen bei dem Magistratsvertreter begegnet find. Die Vorlage geht darauf an einen Ausschuß. Der Magistratsantrag betreffend die Organisation in der Verwaltung des städtischen Rudolf Virchow- Krankenhauses wird auf Antrag Singer von der heutigen Tagesordnung a b= gefeßt. Beamten vom 1. Januar an Penfionsberechtigung zu erteilen. Nach Die Drts- Krankenkasse in Plauen i. Vogtl. hat beschlossen, ihren fünfjähriger Dienstzeit werben 20 Broz, nach vierzigjähriger 70 Broz. fünfjähriger Dienstzeit werden 20 Proz., nach vierzigjähriger 70 Broz. des Dienſteinkommens gewährt. " Ein Krankenkassen- Schwindler, der Agent Wilhelm Brand aus Behrstedt, wurde von der Strafkammer in Halberstadt wegen Betrug zu 3 Jahren 3 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Er war Agent der Berolina" gewesen und hatte dabei den Schwindel kennen gelernt. Als die„ Berolina" verkrachte, gründete er die Krankenkasse in ität Wehrstedt. Er suchte sich vier " Grünhörner", machte sie zu Vorstandsmitgliedern und sich zum Geschäftsführer und ließ die vier unterschreiben. Sie unterschrieben alles. Dann wurde ein Statut eingereicht und sodann Agenten und Mitglieder gesucht. Die Agenten mußten Kaution stellen und davon sowie von den Mitgliederbeiträgen lebte Brand. Die Betrügereien an den Mitgliedern harren noch der Aburteilung. Nur zwei Mitglieder haben Krankengeld bekommen. -Und schließlich heißt es im Urteil betreffs der Zusicherung be. Letzte Nachrichten und Depeschen. Bom südwestafrikanischen Kriegsschauplak. Berlin, 22. Dezember.( Amtliche Meldung.) General Trotha meldet aus Windhut unterm 12. Dezember: Eine Offizierpatrouille stellte bei Stamp- Rietfontein östlich Kaltfontein die Anwesenheit von 80 Witbois fest. Major Meifter griff sofort mit vier Kompagnien und zwei Geschüßen überraschend an. Der Feind ließ zwei Tote mit Gewehren liegen; seine weiteren Verluste sind nicht zwei Tote mit Gewehren liegen; seine weiteren Verluste sind nicht festgestellt. „ Es ist zu prüfen, ob die in der Notiz vom 18. April 1900 enthaltenen Angaben des Rechtsanwalts Elzbacher dahingehend, daß die Berteilung einer Dividende von 11 Proz. für das am 30. Juni 1900 ablaufende Geschäftsjahr geliefert sei, und daß der Helios über so start versteckte Reserven verfüge, daß eine Dividende von 11 Proz. absolut sicher zur Auszahlung gelangen werde, eine Zusicherung von Eigenschaften der verkauften Aftien im Sinne der§§ 459, Abs. 2 und 463 B.G.B. darstellen. Diese Fragen hat das Oberlandesgericht aus Wien, 22. Dezember.( W. T. B.) In dem Prozeß gegen folgenden Gründen verneint. Von einer vertragsmäßigen Zusicherung Im Anschluß an das Referat des Stadtb. A It über verschiedene bestimmter Eigenschaften fann, wie in ständiger Rechtsprechung fest. Jenner und Genossen wurde heute das Urteil gefällt. Es wurden Rechnungssachen moniert Stadtv. Wallach, daß nach einer ihm steht, nur dann die Rede sein, wenn beide Teile beim Vertragsbeschluß berurteilt Anton Jenner wegen des Verbrechene der Beruntreuung zufällig gewordenen Kenntnis auch einfache birkene Stühle und ein sich bewußt waren, daß das Versprechen einer bestimmten Eigenschaft zu drei Jahren schweren Kerkers, Wenzel Gottstein wegen Mitschuld gehobelter Tisch für eine Wächterbude nach besonderer Zeichnung" und das Einstehen für dieses Bersprechen einen Teil der vertrags- zu zwei Jahren, Franz Schödl wegen Beruntreuung zu einem Jahr, hergestellt worden seien. Das gehe denn doch wirklich zu weit und mäßigen Leistung bilden soll. Eine derartig vertraglich bindende Zu- Mar Beichbuchner wegen Mitschuld zu acht Monaten schweren Sterkers, laffe einen Rückschluß darauf zu, weshalb so teuer gebaut werde. jage liegt nun aber hier nicht vor. Die angeblichen mündlichen Er- Leopold Schödl wegen Teilnahme und Vorschubleistung zu drei Die Bersammlung dechargiert darauf die betreffenden Rech- lärungen Elzbachers vermögen die übrigen Mitbeklagten schon des Monaten, Ludwig Flid wegen Teilnahme zu fünf Monaten einfachen nungen und die Jahresabschlüsse einiger Verwaltungen für 1903. halb nicht zu binden, weil nicht feststeht, daß diese dem Elzbacher eine Kerkers. Josef Gottstein, Viktoria Auer und Antonie Beichbuchner Nach Erledigung einer Reihe weiterer Vorlagen ohne all- Vollmacht zum Abschluß des hier fraglichen Vertrages erteilt, oder wurden freigesprochen. gemeineres Intereffe erfolgt der Schluß der öffentlichen Sitzung ihn ermächtigt haben, in ihrem Namen und ihrem Auftrage aufzuVom oftasiatischen Kriegsschauplage. gegen 9 Uhr. treten. Aber auch aus den Korrespondenzen der Parteien geht Schanghai, 22. Dezember.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) hervor, daß die Beklagten weber die mündlichen Erklärungen El- Ein japanisches, aus starten Kreuzern zusammengesetztes Geschwader bochers, noch die in der Notiz vom 18. April 1900 enthaltenen An- unter dem Befehl des Admirals Kamimura ist nach dem füdgaben als vertraglich bindende Zusagen aufgefaßt haben und auf- chinesischen Meer gedampft, um der baltischen Flotte entgegenfaffen wollten." zugehen. Aus Induftrie und Handel. Orient- Bank. Der Orient ist seit Jahren ein bevorzugtes Feld der deutschen Bankfinanz. Erinnert sei hier nur an die Gründung Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantw.( mit Ausnahme der NeueWelt"-Beilage: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berladgsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsbl. Nr. 301. 21. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Nachrichten. " " " Freitag, 23. Dezember 1904. Scharfmacherblatte als 8ufchrift eines Metallwaren natürlich weiter verfolgen, und es wird sich ja dann herausstellen Fabrikanten bezeichnet wurde und worin nachgewiesen werden was den Gendarm Kattusch bewegen fonnte, sich in Zivilkleider zu Die Stadtverordneten- Bersammlung in Solingen fühlt sich durch follte, daß die Gelbmetall- Industrie jetzt gar teine gelernten steden, den Arbeitswilligen zu spielen und ruhig ihres Weges mehrere Artikel der„ Bergischen Arbeiterstimme" beleidigt und be- Arbeiter mehr benötige, da die ungelernten Arbeits- gehende Arbeiter ohne jede Veranlassung mit einem Prügel zu beschloß gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Mitglieder, Straf willigen bei ungleich billigerer Bezahlung„ qualitativ drohen. antrag gegen den verantwortlichen Redakteur zu stellen. Die be- mindestens dasselbe, quantitativ aber bedeutend mehr leisten" treffenden Artikel übten Kritik an der Abficht der Stadtverordneten wie die gelernten Arbeiter. Da der Artikel den Eindruck machte, dieser Organisation Ausgesperrten berichtet, daß vom 12. bis zum Vom Verband der Möbelpolierer wird über die Zahl der in mehrheit, die Geschäftsordnung des Kollegiums zu ändern, um der als wenn ihn Herr Nasse zur Gruseligmachung der Arbeiter selbst 22. Dezember fich weitere 21 Kollegen meldeten. Davon waren zunehmenden Zahl der sozialdemokratischen Stadtverordneten Waffen zu entwinden. Diese Aenderung ist nun auch in derselben Sigung geschrieben haben könnte, so richtete der Vorwärts" an die Arbeit- 7 Kollegen von seiten der Unternehmer ausgesperrt und 14 Kollegen beschlossen worden, die den Etrafantrag beschloß. Da das legte geber- Zeitung" die bescheidene Anfrage, weshalb denn die Fabrikanten traten zugunsten ihrer Stollegen in Streit. Der Gesamtbericht Wort in unserem Kampfe nicht innerhalb eines Stadtverordneten ständig" Gürtler, Drücker, Schleifer 2c. bei hohem Lohn" in den während der Aussperrung ergibt folgendes: Seit Beginn der Aus Kollegiums gesprochen wird, so wird die eilige Aenderung der Geschäfts- bürgerlichen Zeitungen suchten. Die Arbeitgeber- Zeitung" ant- eingefchriebene Kollegen; davon legten 301 Kollegen zugunsten ihrer sperrung sind beim Verband der Möbelpolierer zu verzeichnen 400 ordnung unseren Genossen dort erst recht Waffen in die Hand geben. wortete darauf in ihrer Nummer vom 10. Dezember mit einem Kollegen die Arbeit nieder. Ausgesperrt waren 95 Stoflegen. Als Polizeiliches, Gerichtliches ufw. durch besonderen Druck hervorgehobenen Artikel, in dem es hieß, gemaßregelt zu betrachten waren 4 Kollegen. Von diesen 400 einDie Versammlungsfreiheit in Ostelbien sollte in einer Gerichts- weitere Arbeitswillige würden deswegen gesucht, weil der größte geschriebenen Kollegen sind bis jetzt 65 Kollegen in Arbeit getreten. berhandlung gegen den früheren Redakteur der Breslauer Bolts- Teil der jetzt feiernden Metallarbeiter nicht wieder eingestellt werden" So bleiben mithin 335 Stollegen, welche fernerhin noch zu unterwacht", Genossen Mehrlein, die am Mittwoch dieser Woche statt- solle. Kaum die Hälfte, wahrscheinlich nur ein Drittel der Aus- stüßen wären. fand, eine eigentümliche Beleuchtung finden. Nicht weniger als zehn hohe und niedere Beamte aus Posen und Westpreußen ständigen würden wieder an ihre Plätze zurückkehren dürfen, denn Die Einigung unter den Glasern der verschiedenen Richtungen hatten gegen unseren Genossen Anklage erhoben, darunter zwei man habe es fatt, sich ferner mit so undankbaren Elementen herum ist leider nicht zustande gekommen. Eine start besuchte MitgliederRegierungspräsidenten, ein Landrat, ein fönigl. Streiskommissar, zwei zuschlagen usw. versammlung des Verbandes beschloß einstimmig, die EinigungsBürgermeister, schließlich noch Gendarmen und Wachtmeister. Sie Gleichzeitig forderte das Blatt die Streifleitung auf, jenen Er- berhandlungen abzubrechen. Die Freie Vereinigung der Bleiglaser, fühlten sich allesamt beleidigt durch mehrere Artikel der„ Volkswacht", guß den Streifenden und Ausgesperrten auch unverkürzt" mit- Glasmaler usw." hat beim Gewerkschaftskartell noch Schulden, deren in denen Mitteilung gemacht war von willkürlichen Beschränkungen zuteilen, wohl in der geheimen Hoffnung, daß diese dann in hellen Bezahlung mit als Voraussetzung für den Uebertritt angesehen werde. Zu diesem Opfer konnte sich der Verband bei der geringen des Bersammlungsrechtes durch die Behörden. Die gewöhnliche Haufen in die Fabriken laufen würden, um sich nur um Gottes- werde. Zu diesem Opfer konnte sich der Verband bei der geringen Mustersammlung behördlicher Chikanen war dabei vorgekommen. willen noch rechtzeitig ihr Arbeitsplätzchen zu sichern. Die Herren gegen sprach auch das prinzipielle Bedenken, aus Verbandsmitteln Bahl der zu gewinnenden neuen Mitglieder nicht entschließen. Da Der eine Beamte gab einfach keine Bescheinigung über eine Ver- von der„ Arbeitgeber- Zeitung" mögen dann wohl recht geistreiche die Zentrale der lokalen Gewerkschaften zu stärken. Die Summen, famnilungsanmeldung heraus, ein Bürgermeister belehrte einen Wirt in informatorischer Weise über den fozialdemokratischen Charakter Gefichter gemacht haben, als die erhoffte wundertätige Wirkung die hier eine Zentralorganisation aufbringen müßte, um eine Anzahl der Versammlung und suchte ihn zur Saalentziehung zu bestimmen, ihres Artikels ausblieb, obwohl dieser, der Aufforderung des Lokalisten vom Kartell gewissermaßen loszulaufen, wären schließlich ein dritter Beamter löste gewertschaftliche Versammlungen aus bau- Blattes entsprechend, in der Streifversammlung wörtlich verlesen ja wieder zur Bekämpfung der zentralen Richtung verwandt worden. polizeilichen Gründen auf, ließ aber zu gleicher Zeit bürgerliche wurde und dort lediglich einen Heiterfeitserfolg erzielte. Schon das Da bereits über 100 Bleiglaser und Glasmaler, darunter eine große Bersammlungen im gleichen Lokale abhalten. Ein halbes Jahr mals war jeder Arbeiter überzeugt, daß es sich bei dem Anzahl ehemaliger Mitglieder der Freien Vereinigung", dem Zentrallang hat sich dieser Prozeß bereits hingeschleppt, zwei Haupt- Geschreibsel der Arbeitgeber- Zeitung" nur um einen, übrigens berbande angehören, rechnet man auf den Einzelübertritt der jetzigen verhandlungen mußten vertagt werden, weil der Angeklagte außerordentlich plumpen Trid handeln fönne, um unter vollständiger immer neue Zeugenvernehmungen beantragte. Seine Anträge Der Verband der Glafer sammelt augenblicklich Material zu find aber durchaus erfprießliche gewesen, denn bis zur Haupt- Berkennung der wirklichen Verhältnisse Uneinigkeit in die Reihen der einer Berufsstatistik mit besonderer Berücksichtigung der Fragen über berhandlung haben neun von den zehn Beamten ihre Strafanträge Das Ganze trug den Stempel der Mache die Dauer der Arbeitslosigkeit im Jahre 1904. zurückgezogen, weil die behaupteten Tatsachen alle erwiesen waren. Nur ein Polizeiwachtmeister fühlte sich formell beleidigt und erreichte die Verurteilung Mehrleins zu 30 M. Geldstrafe, ein etwas läge liches Ende der groß angelegten Aktion. " Woher mag den sonst Beteiligten inzwischen die Erleuchtung getommen sein, daß ihre Strafanträge feinen Ziveck haben? Gewerkschaftliches. Internationale Streifftatistit. " Arbeiter zu tragen. deutlich an der Stirn. Diese Meinung findet jetzt ihre völlige Bestätigung in einem bertraulichen Schriftstück, das die„ Arbeitgeber- Beitung" gleich zeitig mit ihrer Nummer bom 10. Dezember an gewiffe Fabrikanten verfandt hat, und das nun auch der Streitleitung auf den Tisch geweht ist. Das Schreiben lautet: Berlin, den 10. Dezember 1904. Die " Deutsche Arbeitgeber- Zeitung". Lokalisten. " An die organisierten Arbeiter Berlins und Umgegend. Durch die uns angetane moralische Unterstüßung hat sich die Zahl der Geschäfte, welche unsere Forderungen bewilligten, weiter vermehrt. Wir bitten daher auch für die Zukunft, nachdrücklichst in den Barbiergeschäften nach der roten Kontrollfarte, welche auf der Borderseite unieren Stempel trägt, zu fragen. Laßt euch nicht durch Ausreden täuschen. Die Masse der Barbiermeister will mit solchen Leuten( organisierten Arbeitern) nichts zu tun haben, obgleich fie immer sehr freundlich tun. Die Kontrollfarte dient als Ausweis, daß der Gehülfe von dem kostenlosen Arbeitsnachweis entnommen und dort die Forderungen der Gewerkschaft erfüllt sind. Wir ersuchen, das Inserat in der gestrigen Nummer zu beachten. Verband der Friseurgehülfen. Zweigverein Berlin. Der Vorstand. Deutfches Reich. Sehr geehrter Herr! Zur Aussperrung in der Berliner Gelbmetall- Industrie enthält die„ Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" auf Seite 2 ihrer heutigen Nummer einige Ausführungen, die Ihre ganz besondere Aufmerk samkeit verdienen. Durch die heftigen Ausfälle des Herrn Cohen gegen unsere Ausführungen der Vorwoche sind wir veranlaßt worden, nach eingeholten Informationen nochmals diesem Herrn und dem„ Vorwärts" zu antworten, und Aus dem Neuroder Streitrevier wird uns durch Privat wir glauben, daß unsere heutige Darlegung telegramm gemeldet, daß die streikenden Grubenarbeiter in von entscheidender Bedeutung für den gegenwärtigen einer zu Kunzendorf abgehaltenen Versammlung mit 770 gegen Streit fein wird, wenn sie den von von ihren Führern Rusland. mit allen Mitteln in Unkenntnis gehaltenen streitenden Arbeitern nur 3 Stimmen die Weiterführung des Streits beschlossen. Die gebührend zur Kenntnis gebracht wird. Deshalb möchten wir Grubenverwaltung erließ eine Bekanntmachung, in der die streifenden Ihrer Erwägung anheim geben, ob Sie nicht gut daran tun, Bergleute aufgefordert werden, sich ihre Abkehrscheine( die einige Vertrauenspersonen unter Ihren Arbeitern mit diesen Aus- Entlassungen) zu holen. führungen bekannt zu machen. Selbstverständlich muß dabei durchaus der Eindruck gewahrt bleiben, daß Sie diese Bekanntgabe des Artikels aus eigenem Antriebe erfolgen laffen, und das Sie lediglich das Interesse Ihrer von der Streitleitung verführten älteren Arbeiter im Auge haben. Ich bitte Sie, meine Anregung diskreteft zu behandeln und zeichne in besonderer Hochschätzung Die Deutsche Arbeitgeber- Zeitung". Der Direktor G. Achterberg. Die Gipser in Luzern stehen nun seit mehr als zehn Wochen im Streit. Sie fordern einen Minimallohn von 60 Cent.( 48 Bf.) pro Stunde. Die Unternehmer lehnen jedes Entgegenkommen ab, da es ihnen gelungen ist, eine Anzahl italienischer Streifbrecher zu ge winnen. Noch mehr aber werden sie durch die Behörden unterstützt. Bahlreiche Verhaftungen von Streifenden haben diese doch nicht zum Rachgeben gezwungen, und so fängt man jetzt an auszuweisen, wobei den Polizeibehörden die Schweizer Kantönli Verwaltungspolitit febr zu statten tommt. So wurde der Tessiner Ballmelli( also ein Schweizer Bürger) auf zwei Jahre des Kantons verwiesen und polizeilich nach seiner Heimat abgeschoben. Unter den Ausgewiefenen befindet sich auch ein Arbeiter, der länger als zehn Jahre in Luzern ansässig war. Aus der Frauenbewegung. Die internationale Streitbewegung hat nach der ArbeitsmarktStorrespondenz im Monat November sowohl gegenüber dem Vormonat als gegenüber dem Parallelmonat des Vorjahres an Umfang zugenommen, obwohl die Lage des Arbeitsmarktes die Chancen für Streits sehr herabdrückte. Allerdings find es hauptsächlich zwei Länder, die das lebhafte Gepräge des November vers anlaßt haben, nämlich Frankreich und Amerika. In den Vereinigten Staaten hat die Besserung der wirtschaftlichen Konjunktur auch die Arbeiter wieder ermutigt, durch Streits ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Abgesehen von zahlreicheren fleinen lokalen Streifs fanden in Boston größere Ausstände der Glasarbeiter und Schneider statt. In Illinois artete ein Streit der Bergarbeiter zu einem förmlichen Bürgerkriege aus. Die Ausständigen beschossen eine ganze Nacht hindurch die Bergwerksortschaft Zeigler. Der Streit der Tertilarbeiter in Fall River im Staate Massachusetts, an dem 25 000 Ausständige beteiligt sind, dauerte noch an. Die Versuche der Baumwollfabrikanten, den Betrieb der Spinnereien wieder zu eröffnen, schlugen fehl, da nur wenige Arbeiter sich zur Aufnahme der Arbeit bereit zeigten. Lebhaft war auch die Streitbewegung in Südamerika. Die feit einiger Zeit in Argentinien herrschende Ausstandsbewegung nahm gegen Ende November einen größeren Umfang an. Im Ausstande befanden sich in Buenos Ayres die Droschkentutscher, Zimmerleute, Gerber, Gießereiarbeiter, ferner ein Teil der Straßenbahnbediensteten, sowie die Angestellten der Zentralmarkthalle und der Wolle Lagerhäuser. Also so wird's gemacht! Auf der einen Seite behauptet man In Rosario, wo gleichfalls gestreift wurde, kam es zu einem Zu- dreift und gottesfürchtig, die Streitleitung halte die Ausständigen fanimenstoß zwischen Polizei und Ausständigen. Dies veranlaßte mit allen Mitteln in Unkenntnis" über den tatsächlichen Stand der den argentinischen Arbeiterbund zu dem Beschluß, einen allgemeinen 48 stündigen Ausstand durchführen zu wollen. Dinge, und auf der anderen Seite mutet man nach eingeholten In Europa war die Streifbewegung lebhafter als im Vor- Informationen"( aus der Dresdenerstraße?) den Fabrikanten zu, die monat, aber schwächer als 1903. In Deutschland, Eng- Bertrauenspersonen unter Ihren Arbeitern" direkt zu beschwindeln, land und Frankreich zusammengenommen fanden im No- indem man bei ihnen selbstverständlich durchaus den Eindruck" vember 113 Streits ftatt gegen 125 im Oktober und 114 im No- erwecken soll, als habe der Fabrikant lediglich das Interesse der„ von Die Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen in den Fabriken vember 1908. Der Zahl der Fälle nach ließe sich auf eine Abnahme der der Streilleitung verführten" Arbeiter im Auge. Und solchen Deutschlands hat, wie das 4. Vierteljahrsheft der Reichsstatistit Streitbewegung schließen, aber fie hat, wie aus der Zahl der Be- plumpen Schwindelmanövern messen die profeffionierten Scharfmacher zeigte, im Jahre 1903 gegenüber dem Vorjahre beträchtlich zu teiligten zu ersehen ist, nicht unbeträchtlich zugenommen. In genommen und zwar sowohl in sämtlichen Gewerbszweigen als auch Frankreich fanden 49 Streits gegen 62 im Oftober statt, die dann noch eine entscheidende Bedeutung" für den gegenwärtigen bei allen Kategorien der Kinder, junger Leute, jüngeren und älteren Zahl aller Beteiligten belief sich aber auf 20 661 gegen 12 175 im Streit bei. Deutlicher konnten die Soldlinge des Fabrikantentums Mädchen und Frauen. In 62905( im Vorjahre 61 056) Fabriken Ottober. Am stärksten wurde von der Streitbewegung das ihre geradezu phänomenale Ungeschicklichkeit wirklich nicht dokumentieren. wurden jugendliche Arbeiter beschäftigt, 48 706( 45 699) Arbeiterinnen Metall- und Maschinengewerbe sowie die Textilindustrie betroffen. Wenn man schon zu solch schäbigen Mitteln nacktesten Schwindels über 16 Jahre. Kinder unter 14 Jahren waren tätig 5891( 4678) leber 13 000 Streifende entfielen auf diese Gewerbe. In Lorient und hirnloser Düpierungskünfte greift, dann muß es um die Sache männliche und 3528( 3399) weibliche." Junge Leute" von 14 bis und Brest sind etwa 2500 Arsenalarbeiter in den der Fabrikanten faul stehen sehr faul. 16 Jahren 221 744( 215 074) männliche und 156 175( 101 229) weibAusstand getreten, weil die Forderung der Feuerwerker in der liche. So erhalten wir als Gesamtziffer der Jugendlichen 886 888, Bulberfabril von Lorient zurüdgewiesen wurde, in die acht. über 12 000 mehr als 1902; fast dreifach so groß die Zahl der stündige Arbeitszeit auch die Zeit einzuschließen, die sie für den Hinerwachsenen Arbeiterinnen: 828 585( 314 624) waren im Alter von und Rückweg nach der auf einer Insel gelegenen Fabrik gebrauchen. Am Donnerstag voriger Woche standen zwei streifende Klavier 16-21 Jahren, 570 808( 545 468) in höherem Alter, zusammen Der Marineminister Belletan, der bisher wesentliche Forderungen arbeiter in der Nähe der auf Treptower Gebiet in der Bouchéstraße 899 338, rund 40 000 mehr als 1902. Weitaus am stärksten befest der Marinearbeiter bewilligt hatte, stellte sich dem Solidaritäts- befindlichen Pianinofabrit von Jasczinsti, um ihrer Pflicht als ist die Textilindustrie, aber auch die Industrien der Nahrungs- und streit der Arsenalarbeiter schroff entgegen, indem er die Wieder- Streitposten zu genügen. Kurz vor Feierabend gefellten sich zu den Genußmittel, der Bekleidung und Reinigung, der Steine und Erden aufnahme der Arbeit bis zu einem bestimmten Termine verlangte, beiden noch ein britter Streifender sowie ein ihnen bekannter junger weisen sehr hohe Ziffern auf. anderenfalls die Weiterstreikenden als entlassen betrachtet werden Kaufmann. Wie gewöhnlich verließen nach Feierabend die Arbeits- Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs follten. Die Regierung werde niemals eine Einstellung der Arbeiten willigen die Fabrit, die Streitposten beobachteten sie und traten dann und Umgegend hält Sonntag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfür die Landesverteidigung dulden. In Belgien fanden im in Begleitung ihrer beiden Gesellschafter den Heimweg an. Als die feiertag), fein Weihnachtsvergnügen im Lokale Wilhelmshof, EbersNovember verschiedene Ausstände der Bergarbeiter statt. bier Arbeiter so ihres Weges gingen, bemerkten fie, daß ein straße 80/81, ab, bestehend in Konzert und Theater, nach 12 Uhr Tanz. Jm Kohlengebiet des Centre traten die Arbeiter in den Wann ihnen unausgefeßt folgte. Plöglich tauchte der Unbekannte Billetts find zu haben bei Frau Bäumler, Martin Lutherstraße 51, Ausstand, um eine Lohnreduktion abzutbehren, und aus etwa 20 Schritte vor den vier Arbeitern auf, ging schnell auf fie Laben, und bei Frau Fensch, Gustav Freytagstr. 8, born II. An der bem nämlichen Grunde feierten im Kohlengebiet bon zu und, indem er einen Rohrstock oder Ochsenziemer unter der Joppe Kaffe werden teine Billetts verkauft. Freunde und Gönner des VerJumet etwa 1000 Mann. Auch in England nahm die Streit hervorzog, schrie er die Arbeiter an:" Was, Ihr wollt mich ver- eins find hierzu freundlichst eingeladen. Das Programm verspricht bewegung gegenüber Oktober etwas zu. Die Zahl der Streits stieg folgen?" Dabei fuchtelte er dem jungen Kaufmann mit dem Stocke einen genußreichen Abend. Das Theater beginnt pünktlich um 6 Uhr. von 15 auf 25, die der Beteiligten von 4154 auf 4760. Gegenüber in sehr bedrohlicher Weise vor dem Gesicht herum. Die so Anbem Vorjahre bleibt freilich sowohl die Zahl der Streits als auch gefallenen waren sprachlos vor Staunen. Zunächst glaubten fie, die der Beteiligten sehr stark zurüd. Wurden doch damals sie hätten einen Jrrsinnigen vor sich. Dem einen der Arbeiter kam 30 Streitfälle mit 10 215 Beteiligten gezählt. Von größeren Streits der Mann aber bekannt vor; es wollte ihm scheinen, als hätte er find hauptsächlich zwei Bergarbeiter Ausstände zu er- denselben schon früher in einer Uniform gesehen. Bald zog sich der wähnen, die allerdings nur wenige Tage dauerten. In beiden ingreifer, da die Angefallenen völlige Ruhe bewahrten, wieder Fällen weigerten fich die organisierten Bergarbeiter, mit Nicht zurüd; ein uniformierter Gendarm, der die Fabril von Jasczinsti organisierten zusammenzuarbeiten. Im ganzen streitten etwas über zu überwachen" hat, erschien auf der Bildfläche und einer der An2300 Bergleute. gefallenen, Klavierarbeiter P., ersuchte den Gendarm, die Persönlichkeit des Angreifers festzustellen. Der Gendarm erklärte, das sei Die Schlacht bei Forbach und die Wehrkraft des deutschen nicht nötig, denn er kenne den Mann persönlich. Die Namen der Volkes. Eine Instruktion für die Ungläubigen von Tacitus Minor. Arbeiter aber notierte der Beamte, um eine Anzeige über diesen 128 S. Preis 1,75 M. Politischer Verlag Emil Spieler, Leipzig, EilenVorfall zu machen. Am folgenden Tage suchte der Klavierarbeiter B. Sixième Congrès Socialist International tenu à auf dem Treptower Amtsbureau den Namen des ominösen Un- Amsterdam du 14. au 20. août 1904. Compte- rendu analytique bekannten zu erfahren, denn er hatte sich inzwischen vorgenommen, public par le Secrétariat Socialiste International. Prix 1 Fr. denselben wegen tätlicher Beleidigung zu verklagen. Aber Bruxelles 1904. merkwürdig, auf dem Amtsbureau schien man von der Sache noch Dr. H. Laufenberg, Stann ein Ka... Sozialdemokrat sein? Eine nichts zu wissen, man wies B. an den Gendarm, aber auch dieser Agitationsbroschüre. 84 G. Düffeldorf, clag ber Düsseldorfer Volks. zögerte immer noch, den Namen des ihm wohlbekannten Mannes Beitung", Wallbrecht u. Co. mit dem Ochsenziemer zu nennen. Endlich am Montag früh fonnte Brof. Gustav Amberg. Mit 70 Juustrationen. Hilgers illustrierte Voltsbücher, b. 17. Die Elektrizität von Hermann Hillger Verlag, B. durch den Gendarm erfahren, daß der Mann, welcher die vier Berlin W. 9. Brets 30 Pf. Arbeiter am Donnerstag in der angegebenen Weise belästigt hatte, Ernst Däumig, Moderne Landsknechte. 120 S. 4 Hefte a 30 f. ein Gendarm mit Namen Kattusch ist. P. wird die Angelegenheit Berlag der Boltsbuchhandlung, Halle a. 6., 1904. Berlin und Amgegend. Achtung, Gewerkschaften! Das Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission( Arbeitersekretariat) ist am Sonnabend, den 24. d. Mts., und am dritten Weihnachts- Feiertage geschlossen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. " Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie. Die Schieber" von der Arbeitgeber Beitung". In unseren letzten Streitberichten mußten wir wiederholt einen Artikel der Deutschen Arbeitgeber- Zeitung" erwähnen, der von dem Abenteuer beim Streifpoftenstehen. Der Vorstand. Eingegangene Druckschriften. Die höhere Mädchenschule. Von Marie Martin, Igl. Seminar ( VI und 130 S.) berlehrerin. Berlag bon B. G. Teubner in Leipzig. 8. Preis geh. 1 M., geb. 1,25 M. Recht verlangen wir, nichts als Recht! Ein Notschrei ber deutschen Zivilmufiler. Berlin 1904. Herausgegeben vom Präfidium des Allgemeinen deutschen Mufikerverbandes. N., Chauffeeftr. 123. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 28. Dezember. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Die Walküre. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmſtädtiſches Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Mutter Erde. Lustspiel in Atten von G. v. Moser Drama in 4 Auszügen von Mar Halbe. und F. v. Schönthan. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Medea. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, nahm. 3 Uhr: Mutter Erde. Sonntag, abends 8 Uhr: Johannisfeuer. Zirkus Busch.[ Volksgarten- Theater Gala- Abend. Katharina II. Die Original Japaner. Die dress. Affen des Clown Armando. ( früher Weimann). Sonntag nachmittag 3 Uhr: Dornröschen. Entree 10 Pf. Montag nachm. 3 Uhr: Auftreten des Italieners Signor Der armen Kinder Weihnachtsfest. 1. Magrini. Milton, irländ. Jagdpferd und die vorzüglichen Programm- Abends nummern. Morgen Sonnabend: Geschlossen. W. Noacks Theater. Neues tönigl. Opern Theater. Kleines Theater Neues Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenſtr. 16. $ Minna von Barnhelm, oder: Das Soldatenglüc. Deutsches. Helden. Neues. Der Graf von Charolais. Berliner. so ich Dir! Leffing. Traumulus. Westen. Der Freischütz. Thalia. Der große Stern. National. Dornröschen. Zentral. Der Generalkonsul. Anfang 8 Uhr: Belle Alliance. Ein Blizmädel. Schiller 0.( Wallner Theater.) Medea. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Mutter Erde. Kleines. Die stillen Stuben. Residenz. Herkulespillen. Carl Weiß. Geschlossen. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches.New- York. Metropol. Die Herren von Marim. Kasino. In Vertretung. Luijen. Die zärtlichen Verwandten. Apollo. Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Palast. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Paffage Theater. Ludolf Waldmann. Klara Lingen. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Keine Borstellung. Juvalibenstraße 57/62. Stern. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Freitag, den 23. Dezember 1904: 14. Freitags- Abonnement. Novität! Zum erstenmal: Novität! Dornröschen. Märchen Oper in 4 Aufzügen von Hans Eschelbach. Musit von August Weweler. Anfang 7 Uhr. Zentral- Theater Abends 7, Uhr: Bum 40. Male: Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Die stillen Stuben. Sonnabend: Keine Vorstellung. Sonntag und Montagnachmittag: Des Pastors Rieke. Sonntagabend: Die stillen Stuben. Montagabend: Salome. Dienstag: Salome. Anfang 7 Uhr. 3um 1. Male: Heute: Entree 10 Bf. 7 Uhr: Theolinde und der eingebildete Kranke. 1368L* Geschlossen. Sofastoffe An allen 3 Feiertagen: Der Graf von Charolais. Große feft- Vorstellungen! Sonnabend: Keine Vorstellung. Sonntag: Der Graf von Charolais. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag: Der Graf von Charolais. Zirkus Schumann. Heute Freitag, den 23. d. 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Sonntag, den 25., Montag, den 26. und Dienstag, den 27. d. Mts., an allen 3 Feiertagen je 2 Gala- Fetvor stellungen. Nachm. 3%, und abends 7%, Uhr. An allen 3 Seiertagen nachmittags 1 Kind frei. C. Joëls Viktoria- Garten Eröffnung des neu renovierten Saales. Erster Weihnachtstag: Berl. Turnerschaft, XI. Männer- Abteilung. Zweiter Weihnachtstag: Oeffentlicher Ball. Dritter Oeffentlicher Ball. Weihnachtstag: Ein Sonnabend im Februar frei. 900b Der Generalfonful. Urania, Taubenstr. 48/49. Deutsch- Amerikanisches Theater. Operette in 3 Atten von Reinhardt. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Puppe. Abends 72 Uhr z. erstenmal: Die Negerlein. Montag nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Abends 7%, Uhr: Die Negerlein. Luisen- Theater. Bum erstenmal: Die zärtlichen Verwandten. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag nachm.: Hamlet. Abends: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Montag nachmittag: Käthchen von Heilbronn. Abends: Robert und Bertram. Dienstag nachm.: Mein Leopold. 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Die Beerdigung findet am Sonntag, den 25. Dezember cr., Nathan Wand nahm. 2 Uhr, von der Leichen129 Skalitzerstr. 129. ochbahnstation Kottbuſer Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. Sonntag bis 8 Uhr abends geöffnet. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere eleg. erdige Herren- Moden Bestellungen n. Maß, tadell. Ausf. in eigener Werkstatt. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, * An der Jannowitbrücke 1, I. Bahnhof Jannowitbrücke. = halle des Christus Kirchhofes in Mariendorf, Lichtenrader Chaussee, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 193/3 Die Ortsverwaltung. Am 22. Dezember starb nach langen, schweren Leiden unser guter Sohn u. Bruder, der Gürtler Richard Nickel im 21. Lebensjahre. 9076 Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Eltern u.Geschwister Roman Nickel nebst Familie. Stalizerstraße 38. Die Beerdigung findet Sonntag nachm. 34 Uhr von der Leichenhalle des St. Michael- Kirchhofes am Mariendorfer Wege aus statt. 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[ 193/4] Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins u. Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 24. und Sonnabend, den 31. d. Mts. nicht kassiert wird; am Freitag, den 30. d. Mts., werden auf allen Zahlstellen Beiträge entgegengenommen. Der Krankenzuschuß wird am Freitag, den 23. und Freitag, den 30. d. Mts., abends bon 7 bis 9 Uhr, auf dem Bureau ausgezahlt. 76/19 Der Vorstand. Neujahrs- Karten! 0 Bekannt billigste Bezugsquelle für Händler und Wiederverkäufer. Witzkarten, 100 Stück 30 und 40 Pfennig. Geprägte Golddruck- Postkarten 1905 a 100 Stück 80 Pfennig. 1534L* Große Auswahl in besseren und ganz feinen Karten. Wilhelmstr. No. 19a S.& G. Saulsohn, BERLIN C. 25, Kaiser Zwischen der Münzstraße und Dircksenstraße. Musikinstrumente- Musikwerke mit auflegbaren Noten 1098L* Violinen, Zithern jeder Art. Guitarre- Zithern mit Unterlegnoten von 6 Mark an. 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Zur Weihnachtsbefcherung skr die Kinder der ausgesperrte« und streikenden Metallarbeiter, Holz- arbeitrr und die Kinder anderer ausgesperrten Arbeiter gingen bei der Berliner Gewerkschastskommission folgende Bei- träge ein: Setzersaal der„Vossischen Zeitung" 40,—. Emil Zetsche Liste 1093 16,40. Sparoerein„Fröhliche Brüder", Reichenbergerstr. 16 10,—. Litho- graphen, Filiale III 75,—. Verband der Schneider, Filiale Berlin, aus Ästen 125,—. Ottolvitz Liste 1685 4,55. Tischlerei von Richter, Schorn- webcrstr. 32, Liste 787 11,55. Gärtner Liste 997 6,75. Otto Schulz, Liste 1000, 25,60. Domnick, Hinze, Bamngart, Liste 990 24,40. Stefan, Liste 988 13,55. Spitzel C. M., Waldemarstr. 27 5,—. Stammtisch Bieder, Skalitzer- straste 142 10,—. Bautischleret Kussin, Eisenbahnstr. 19 25,75. Schlosserei G. Schmidt, Oranienstr. 185, mit Anschläger 2t,—. Held, Liste 982 6,40. Möbelfabrik Rustar, Dresdenerstr. 2 10,—. Werkabteilung„Vorwärts" 15,—. Küchenmöbelsabrik Schwarzer, Wienerstrastc, 2. Rate 5,10. Gebr. Sauer- land 2,50. Textilarbeiter, Filiale H, Posamentierer 12,30. F. F. durch Runge 2,70. Böhme, Liste 2107 6,50. Eich, Liste 1689 13,—. Möbeltischlerei St Nielsen, Wrangelstr. 8, und Budiker 3,50. Bauarb. Hilbrecht, Liste 51 10,25. Bauarb. Schirrmacher Lifte 56 8,65. Tischlereien Riedel u. Sibenhaar 6,20. Vier Silberarbeiter bei Schultz 4,—. Bautischlerei Müller u. Platow 25,05. Durch Langencr, Kanalmaurer, ges. b. Herm. Lange, Grunewaldstr. 45 10,—. A. Fleischer 2,50. List« 1363 6,75. Pianosabrik Trautwetn 9,65. Kollegen der Modellsabrik Jahn u. Zinke 9,75. Fritz Lehnert, Bau Kraus. Spanner 6,25. Georg Seysricd Liste 1892 9.85. Tischlerei Sommcrkorn durch Beck 5,50. Kollegen u. Kolleginnen der Firma Münchmeyer durch Schmidt 14,05. Max Mäcker Liste 1533 69,—. Karl Fiebiger Liste 1734 5.—. Rohr- leger und Helfer bei Kierzeck it. Schulz 6,—. Tischlerei Pohl, Oranienstr. 22 16,05. Drechslerei Lütchen u. Bauer, Liste 1962 10,60. Benicke u. Co., Stempelsabrik 19.60. Tischlerei Geisler, Dieffenbachstr. 33 19,—. Metallarb. v. Mosler 10,55. Tischlerei Bünger, Görlitzer User 23, durch Clär 19,75. Maschinenbauer Behling u. Lübke, Admiralstr. 16 13,35. Bautischlerei Plagemann, Bellealltanccstr. 84, durch Clär 36,50. Aepsel- Überschuß usw. aus der Gartenstraße 5,60. Mechaniksabrik Jacob, I. und II. Rate 42,45. Tischleret Pahle, Krautstr. 38 a 3,50. Schubert, Kreuzbergstr. 8, Liste 2063 21,35. Kronleuchtersabrik Hentschke u. Buchholz 26,45. Tischlerei Treue 10,70. Kollegen der Firma Blume u. Stolzenberg, Hagels- bcrgerftr. 52 116,65. Tischlerei von Unrau 5,50. Arbeiter der Stuhlfabrik Heins u. Söhne 13,85. Werkstatt Schocke 5,85. Bautischlerei Binzeck, Kastanien-Allee 29/30 11,10. Voigt, Lifte 957, darunter 13,90 von Tifchlerei Gebr. Schaar, 24,35. Fröhlich, Lifte 958 27,85. Reichardt, Liste 959 12,10. Lusche, Liste 962 20,65. Tischlerei Kayser, Kreuzbergstr. 30 21,45. Bau- tischlerei W. Harms, Anklamerstr. 15,—. Von 3 Einsetzern 3,—. Bezirk 151 auS d. Pinke 5,—. Tischlerei Enders, Keibelstr. 5,—. Sommerkorn, Liste 334 14,10. Arb. der Firma Moritz Klee, Stralauer Allee 32,60. Töpser und Mitarbeiter durch Jenner 13,10. Telegraphen-Bauanstalt F. Schuchardt, Saal Jünemann 27,10. Schuchardt, Saal Wilke 16,25. Werkstatt Spanier 12,75. Arbeiter der Möbeltischlerei Schestler, Petersburgcrstraße 40,—. Tischlerei Lötze, Rirdors 6,75. Gießerei der Firma Giesicke, Pankow 6,25. Polierer und Anschläger der Firma Frister u. Roßmann 8,85. Organisierte Holzarbeiter der Firma Frister u. Roßmann 12,55. Tischlerei Jost, Reucnbnrgerstratze 43,70. Naruhn u. Petsch, Liste 1206 9,40. Tischlerei Eckwitz. Große Franksurterstraße 8,30. Genschen u. Co., Oranienstratze, Liste 1996 15,25. Hansen, Liste 1346 10,15. Türk, Liste 1348 7,25. Tischlerei Netzband, Luisen-User 4,—. Tischlerei Schott und Einsetzer 12,25. Liste 1783 6,45. Tischlerei Riesel u. Kämmerer 6,05. Tisch- Icrei Klopsch, Fnedrichsbcrg 3,—. Tischlerei Grün u. Hettwig 30,20. Tischlerei Stienes Hüpner u. Budiker 19,—. Metallwarensabr. Hoppe 15,85. Theaterverew Messalina 1380 5,—. Tischlerei SB. Richter, Rcuterpl. 2 16,—. Tischlerei Metzer, Wienerstraße 16,25. Buchbinderei Munder, Liste 1912 17,—. Organtfierte'Arbeiter v. Kißmann u. Co. 11,50. Tischlerei Morgenstern, Plan-User 6,10. Stellmacherei der LuxuSwagensabril LeuS 12,30. Ültöbelsabrik-Genossenschast„Union" 11,75. Kollegen der Bautischlerei Trop« 10,50. Schach, Lifte 1907 5,50. Otto Bergmann in Danzig 5,—. Kollegen der Werkstatt Wegener, Schöneberg, mit Ausnahme einiger 33,50. Möbel- sabrik T. B. Werner, Frankfurterstr. 13 14,85. Rob. Kasta, Liste 1843 16,20. Krantenkassen-Beamte, 2. Rate, Liste 473 5,—, List« 1757 9,50. Vom Personal der Buchdruckereien: Bargou Söhne 7,—. E. Billig 13,50. B. Büxenstein, Verbandsmttglieder 29,30. C. Feister 4,30. Haascnstein >i. Vogler 30,80. E. Hcckendorj 6,15. H. S. Hermann, Stereotypeure 3,30. Lutze u. Vogt 3,10. Mier u. Glasemann 7,88. R. Masse, Zeitung 25,80. Rational-Zeitung, 2. Rate 30,10. A. Schalem 5,70. Schumacher 19,—. Strauß 13,30. Trowitzsch u. Sohn 5,50. Ullstein u. Co., Slkzidenz-Atäschinen- mcister 12,50. Ullstein u. Co., Zeitung, 2. Rate 43,35. St. Zumpe 18,—. Summe 2012,38. Bereits quittiert 14627,73. Gesamtsumme 16 640,11. Weitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschastskommission Engel-User 15. 11—1 und 6—8 Uhr. Geldsendungen sind zu richten an Sllwm Körsten. Der Ausschuß der Berliner GewerkjchastSlommisfion. lokales. An» der Stadtvcrordneten-Bersammlung. Zu Beginn der gestrigen Sitzung wurden zwei neue Stadt- verordnete eingeführt, die im vorigen Monat gewählt worden sind: der königliche Baurat Herzberg als Vertreter des 7. Bezirks erster Abteilung und unser Genosse W e n g e l S als Vertreter des 22. Bezirks dritter Abteilung. Der VorsteherLangerhans begrüßte sie mit der üblichen Einfiihrungsrede, in der er davon sprach, daß beide durch das Vertrauen ihrerMitbürger in diese Versammlung ent- sandt worden seien. Es hätte sich vielleicht ganz hübsch gemacht. wenn Herr Langcrhans diesen Gedanken noch weiter auSgespoimen und dabei die Schönheiten des Dreiklassen-Systems unseres Kommunal- Wahlrechtes an einem drastischen Beispiel beleuchtet hätte. Wenzels ist nämlich durch den Willen von anderthalbtausend Wählern Stadt- verordneter geworden, aber diese anderthalbtausend wohnen freilich draußen am Frankfurter Tor und sind Steuerzahler der untersten Stufen. Bei Herrn Herzberg hat es zur Entsendung in das rote Haus schon ausgereicht, daß er sich des Vertrauens von drei Dutzend Mitbürgern erfreut, aber diese drei Dutzend wohnen dafür auch im Tiergarten« Viertel und gehören zu den höchstgeschätzten Steuerzahlern.(Aus einer Mitteilung an anderer Stelle unseres Blattes werden unsere Leser ersehen, daß Herr Herzberg nicht einmal unter den Mitbürgern ivohnen mag, deren Vertrauen er genießt.)— Ein großer Teil der Sitzung wurde in Anspruch genommen durch die Erörterung der Vorschläge, die für die Deckung der drohenden Ausfälle im StadthauShaltS- Etat gemacht worden sind. Den Beschlüssen der gemischten Deputatton. die hierüber zu beraten hatte, ist der Magistrat zum Teil beigetteten und er ersuchte nun auch die Stadtverordneten-Versammlung um ihre Zustimmung. Dazu kam es aber gestern noch nicht. sondern man will sich erst noch einmal in einem Ausschuß darüber unterhalten. Es wurde allgemein bemängelt, daß der Magistrat die Vorschläge viel zu dürfttg begründet habe. Genosse Singer erklärte sich einverstanden mit einer Besteuerung der Grund st ücke nach dem gemeinen Wert, beleuchtete aber gleichzeitig die Kleinlichkeit einiger anderer Mittel, mit denen der Magistrat dem Stadtsäckcl Geld zuführen will, der Lustbarkcitssteuer und der Theaterbillettsteuer. Auch von anderer Seite wurde gegen diese Steuern Front gemacht, aber Herr Mommsen bekannte sich als unbedingten Freund der Theaterbillettstcuer. Oberbürgermeister Kirf ch n e r schien von der kühlen Aufnahme, die das vom Magistrat überreichte Stcuerbouquett fand, nicht sonderlich erbaut zu sein. Er erklärte in sorgenvollein Ton, es müsse doch sehr ernstlich erwogen werden, wo man neue Einnahmen herbekommen solle. Man werde sich wieder sprechen, wenn der neue Etat da sei. ES war recht schade, daß Herr Cassel sich nicht an der Debatte beteiligte und im ersten Teil der Sitzung, wie es schien, gar nicht anwesend war. Herr Cassel war noch vor einem Jahre sehr stolz auf das Balan- zicrungskunststück, mit dem er bei der Festsetzung des Etats die Ucbcr- schreitung des Einkommenstenersatzes von 100 Proz. einstweilen noch verhütet hatte. ES folgte dann die Vorlage über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Säugling sst er blichkeit, die gleich- falls erst noch einem Ausschuß überwiesen wurde. Wenn man nach dem Verlauf dieser ersten Lesung urteilen kann, so dürfte in dem Ausschuß ein lebhafter Kampf um diejenigen Vorschläge entbrennen, die von der gemischten Deputation zur Vorberatung dieser Angelegen- heit im Sommer beschloffen worden waren, aber nicht den Beifall des Magistrats gefunden haben. Die sehr viel weiter gehenden For- derungen der sozialdemokratischen Fraktion wurden von unseren Ge- nassen B e r n st e i n und Wehl vorgetragen, die schon in der ge- mischten Deputation mit Erfolg tätig gewesen sind. Beide übten scharfe Kritik an der Genügsamkeit, die der Magistrat gegenüber einer so wichtigen sozialen Aufgabe wieder einmal an den Tag legt. Bern- stein gedachte im Eingang seiner Rede auch der Verdienste, die unser verstorbener Genosse F r e u d e n b e r g sich um die Förderung diefer Aufgabe erworben hat. Den Standpunkt des Magistrats verteidigte Stadtrat S t r a ß m a n n in der unzulänglichen Art, die man von diesem Mitglied des MagistratslollegiumS gewöhnt ist. Das Hochzeitsgeschenk der Stadt Berlin an den Kronprinzen entpuppt sich als eine„freiwillige" Prinzensteuer, denn was die braven Mecklenburger ge- zwungenerinaßen tun, das wollen die preußischen Stätte „freiwillig" leisten. Gelegentlich des Preußischen Städtetages hat sich ein Komitee gebildet„für Darbritigung einer Hochzeits- gäbe an den Kronprinzen"; dieses Komitee, dem fast sämtliche Oberbürgermeister der großen Städte sowie die Stadt- verordneten- Vorsteher angehören, wendet sich jetzt mit einem Zirkular an die preußischen Städte. Darin wird behauptet, daß in weiten Kreisen der städtischen Bevölkerimg der Wunsch besteht, Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Krön- Prinzen des Deutschen Reiches und von Preußen und seiner Braut, der Herzogin Cecilie von Mecklenburg als Zeichen freudiger Anteilnahme ein Hochzeitsgeschenk darzubringen. Es wird darauf hingewiesen, daß bei der Hochzeit des jetzigen Kaisers 1881 dasselbe geschehen sei; die silberne Tafel- ausstattung, welche damals geschenkt wurde, habe 400(XX) M. gekostet. Auch diesmal soll eine silberne Tafelausstattung ge- geben werden, die aber in Anbetracht der„guten Zeiten" 500 000 M. kosten soll. Im Jahre 1881 sollten sich 98 Städte mit etwa 4 7(X) 000 Einwohnern beteiligen; auf Berlin wären damals 95 000 M. entfallen, 8,50 M. pro 100 Einwohner. Die Reichshauptstadt mußte aber 120 000 M. blechen, da sich nur 68 Städte beteiligten. Diesmal sollen sämtliche Städte herangezogen werden, und daraufhin stellt das Komitee folgende Rechnung auf: Die sämtlichen preußischen Städte haben nach der letzten Volkszählung(1900) 14 847 846 Eintvohner. Es wird beab- sichttgt, die entstehenden Kosten unter diejenigen Städte, welche sich an der Gabe beteiligen, nach Verhältnis der Einwohner- zahl zu verteilen. Der Beitrag wird sich also, falls alle Städte teilnehmen, auf rund 3,38 M. für 100 Einwohner berechnen und auch bei nicht allseitiger Beteiligung voraussichtlich 5 M. für 100 Einwohner nicht überschreiten. Also eine freiwillige Steuer, deren Berechnung allerdings schon ein Loch bekommen hat, da sich unter Führung der Stadt N a u m b u r g a. S. ein Teil der Städte abgetrennt haben, die selbständig vorgehen und es vor allen Dingen billiger machen wollen, nämlich für 1 M. pro 100 Einwohner. Berlin wird sich, wie gestern in der gemischten Deputation mit langem Namen, welche unter Vorsitz des Oberbürger- meisters Ä i r s ch n e r tagte, beschlossen tvnrde, an der frei- willigen Besteuerung beteiligen. Damit ist aber die Sache für die Stadt Berlin noch nicht zu Ende, denn es folgen noch die Ausgaben für den festlichen Empfang des Brautpaares, ferner die Kosten für ein Festessen der städtischen Behörden im Rathause, zu welchem das Brautpaar eingeladen werden soll. Dieser letztere Plan stammt aus linksfreisinnigen Kreisen, wahrscheinlich soll das junge Ehepaar dabei einen Begriff vom Wesen des unentivegten Freisinns bekommen. Beide Dinge sind aber für eine spätere Beschlußfassung zurückgestellt worden. Unsere Vertreter bestritten die Notwendigkeit für Berlin, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen, da der junge Herr in einem Lebensalter heirate, wo andere Menschenkinder ihren Bildungsgang noch gar nicht abgeschlosien haben, er also auch noch keine Gelegenheit gehabt habe zu Taten, die etwa Dank verdienten._ Der Ausschuß zur Vorprüfung der Wahl der Stadtverordneten Wenzels und Hcrzberg erachtete einstimmig die Wengelssche Wahl für gülttg. Anders lag eS mit d�r Herzbergschen Wahl. Der Baurat Herzberg siedelte am 7. Juli von der Margaretenstr. 1 mit seiner Familie nach Wilmersdorf über. In Berlin betreibt er sein Geschäft weiter und hat zwecks Betreibung desselben auch für sich persönlich zwei Zimmer in einem Hinterhause der Bernburgerstraße gemietet. Zur Steuer ist der Banrat Herzberg infolge seines Wegzugs aus Berlin in Berlin nur mit Dreiviertel versteuert. Infolge dieser aus den Akten sich ergebenden Tatsachen beantragten die Stadtverordneten Liebknecht, Marggraf und Stadt- Hägen, die Wahl Herzbergs für ungültig zu erklären. Herzbergs Wohnsitz sei Wilmersdorf, von einem zweiten Wohnsitz in Berlin könne keine Rede fein. Wenn ein Millionär zwei armselige Stuben, die nicht einmal für die Bedürf- uisse seiner Person, sicher nicht für die seiner Familie aus- reichen, in Berlin sich zulege, so erwerbe er weder dadurch einen Wohnsitz in Berlin noch könne von einer„Selbständigkeit" in Berlin die Rede sein. Habe das Ober-Verwaltungsgericht dafür erachtet, daß ein unverheirateter Schlafbursche einen selbständigen Wohnsitz nach der Städte-Ordnung nicht habe, so könne von einem eigenen Hausstand in Berlin nicht die Rede sein, wenn die Familie des sehr wohlhabenden Herrn auswärts wohne. Tatsächlich sei er ja auch als„Forense" versteuert. Gegen ein- laxe Auslegung der in Betracht kommenden Vorschriften müsse umsomehr Einspruch eingelegt werden, als man im Interesse der Steuerlraft Berlins dagegen Front machen müsse, daß Wohlhabende aus Berlin ziehen und sich dann von einigen Leuten als Stadtverordnete in der ersten Klasse wählen lassen. Der Fall Herzberg liege atlurat so wie der vom Ober- Berwaltungsgericht jüngst gegen den Dr. Stephan in Oberschlesien entschiedene Fall. Wäre der Anttag im Ausschuß angenommen. so hätte die Einführung des Herrn.Herzberg � unterbleibe» müssen. Die Mehrheit des AuSichusieS beschloß: den Magistrat um BeweiSausnabme über die Wohnfitzverhältnisje zu ersuchen. Also: um die Einführung des mit einem zweifellos ungültigen Mandat bedachten Baurats durchzusetzen, wird Vertagimg der klar liegenden Sache beschlossen: der Einführung des vor länger als Jahresfrist gültig gewählten Stadtverordneten Kerfin widersetzte sich aber dieselbe Mehrheit, und trotzdem Kerstns Wahl im Vcrwaltungsstreii- verfahren sür gültig erklärt ist. ist Kerfin bis heute noch nicht ein- geführt l Wer will aber da an der unparteiischen Entjcheiduilg der liberalen Mehrheit zweifeln? Mehr als 6666 Kinder streikender und ausgesperrter Holz- und Metallarbeiter kommen für die Weihnachtsbescherung in Frage. Eine derartige Massenbescherung bedarf natürlich be- sonderer Vorbereitungen, sie will eigens organisiert sein. Das ist denn auch in der Weise geschehen, daß die Kinder der Metallarbeiter in der Neuen Welt, die der Mitglieder des Holzarbeiter-Verbandes in Kellers Saal, und die Kinder der Mitglieder aller sonst in Frage kommenden Organisationen im Gewerkschaftshause ihren Weihnachtstisch aufgebaut er- halten. Als„Weihnachtsmänner" sind schon seit mehreren Tagen Mitglieder des Ausschusses der Gewerkschaften sowie einige bekannte Parteigenossinnen vollauf beschäftigt. In einem Saale des Gcwerkschaftshauses ordnen sie die für die Bescherung angekauften Gegenstände nach den Altersklassen der Kinder, für welche die Sachen bestimmt sind. Hier hat sich bereits ein vollständiges Warenlager von nützlichen und angenehmen Geschenken angehäuft, reichhaltig genug, um den Weihnachtsbedarf einer ganzen nicht zu' kleinen Stadt damit zu decken. In Kästen und Schachteln wohl ge- ordnet und sortiert, werden die Geschenke vom Gewerkschafts- hause dann nach den Festlokalen transportiert, wo am Freitag der Aufbau erfolgt. So ist durch die Opferwilligkeit der Berliner Arbeiterschaft dafür gesorgt, daß die Kinder der Aus- gesperrten und Streikenden ihre Weihnachtsfreude haben.— Die Bescherung erfordert einen Kostenaufwand von etwa 16000 M. Der Gewerkschaftsausschuß will aber nicht nur den Kindern eine Freude machen, sondern, da die verfügbaren Mittel es gestatten, auch die Ausgesperrten und Streikenden selbst mit einer Weihnachtsgabe' von je 3 M. in barem Gelde bedenken, wozu eine Summe von etwa 18000 M. er- forderlich ist. So wird also den kämpfenden Arbeitern und ihren Familien ein Weihnachtsfest bereitet, wie es mancher von ihnen selbst in normalen Zeiten nicht viel besser haben würde. Um dir Bestellung der Stadtbriefe beim Jahreswechsel möglichst zu beschleunigen, läßt die kaiserliche Oberpoftdirettion vom 30. De- zember bis 1. Januar in den Schaltervorräumen der Postanstalten wieder besondere Brieflästen für Ortsbriefe aufstellen. Es wird empfohlen, von diesen Kästen bei Aufliesernng der in Berlin ver- bleibenden Briefe, Postkarten und Drucksachen Gebrauch zu machen Die Verwaltung de« städtische» Birchow-Krankenhauses an der Srcstraße, das seiner Vollendung entgegengeht, soll von einer Direltion geführt werden, die aus den beiden ärztlichen Direktoren der Hauptabteilungen für innere und äußere Krankheiten und auS dem„Verwaltungsdirektor" besteht. Zu diesem Ergebnis war die gemischte Deputatton gekommen, die sich mit der Frage, wie die Verwaltimg des neuen Krankenhauses zu organisiere» sei, zu beschästigen hatte, und der Magistrat ist ihrem Vorschlag bei- getreten. Die Vorlage, durch die jetzt der Magistrat die Stadt- verordneten-Versammlung um ihre Zustimmung hierzu ersucht, wurde in der gestrigen Sitzung von der Tagesordnung abgesetzt.> Die sozialvemokralische Fraktion hat zu dieser Vorlage, über die nun in der nächsten Sitzung verhandelt werden wird, den An- ttag gestellt, die Versammlung solle den Magistrat ersuchen, einen Arzt als Direktor' an die Spitze des Krankenhauses zu stellen.) Eine Neuerung im Fernsprcchwesen wird am 1. Januar 190S eingeführt. Auf Wunsch kann bei Vororts- und Ferngesprächen an die verlangte Sprechstelle der Name der Person, mit der das Gespräch geführt werden soll, schon vor dem Zustandekommen der Gesprächs- vcrbindmig übermittelt werden. Hierfür wird eine Gebühr von 25 Pf. erhoben. Kommt das Gespräch infolge von Leitnngsstörung nicht zustande, so ist weder diese Gebühr, noch die Gebühr für das Gespräch selbst zu enttichten. Unterbleibt das Gespräch auS anderen Gründen, so wird die Gebühr für das Gespräch erhoben; doch kommt in diesem Falle die Gebühr für die vorherige Uebermittelung des Namens nicht in Ansatz. Der geheimnisvolle Tod einer Krankenschwester beschäftigt die Behörden. Die 28 Jahre alte Tochter Luise des Tischlermeisters tosferichter aus Hirschberg in Schlesien war seit vier Jahren als chwester am hiesigen jüdischen Krankenhause angestellt und belvohnte in der Auguststr. 55 ein möbliertes Zimmer. Am vergangenen Montag erklärte sie ihrer Wirttn, sie wolle nichts mehr genießen, kein Essen schinecke ihr mehr, denn sie habe zu großen Aerger. Am Dienstag brachte sie sehr aufgeregt einen Brief nach dem Kasten und kehrte alsbald in noch größerer Erregung zurück. Gestern vormittag kurz nach 0 Uhr kam ein fein gekleideter junger Mann zu ihrer Wirtin und bat sie, ihre Mieterin Fräulein Hofferichter zu wecken, da er sie sprechen müsse. Die Frau ging in das Zimmer hinein, fand sie aber entseelt in ihrem Bette liegen. Als sie hülferufend auf den Flur zurückkehrte, >var der junge Mann verschwunden. Ein Arzt, der gleich gerufen wurde, stellte fest, daß die Krankenschwester tot war. Ihre rechte Körperseite»par blau angelaufen. Auch andere Zeichen deuteten auf eine Vergiftung, irgend ein Behälter mit Gift wurde jedoch nicht Sesunden. Die Tote hatte auch keinerlei Aufzeichnung im Zimmer interlassen. Die Revierpolizei beschlagnahmte die Leiche und ließ sie zur gerichtsärztlichen Oeffnung nach dein SchauhauS bringen. Die Wirttn benachrichttgte durch den Draht den Vater der Ver- storbenen, der gestern morgen hier eintraf und erklärt, daß er vor einem Rätsel stehe.' Nach den bisherigen Ermittelungen handelt es sich wahrscheinlich um einen Selbstmord aus unglücklicher Liebe. Die Verstorbene unterhielt mit einem Dr. Z. ein Liebes- verhälttn«. Die Fachschule der Spirituosen- und Fruchtsaft-Jndustrie beginnt ihren dritten Kursus am 1. März 1005 wiederum in der Landwirt- schastlichen Hochschule. Jnvalidcnstr. 42. Er besteht in theoretischen Vorlesungen und praktischen Hebungen. Vorträge halten Geheimer Regierungsrat Profeeffor Dr. Zuntz, Professor Dr. Gilg, Professor Dr. Kolkwitz, Privatdozent Dr, W. CaSpari, Privatdozent Dr. Karl Oppenheimer. Die Leitung der prakttschen Hebungen haben über- nommen Gehenner Regierungsrat Prof. Dr. Zuntz, Dr. Cronheim und Pros. Dr. Gilg. Die Hebungen sollen alle Verrichtungen um- fassen, die in der Praxis wichtig sind, wie Destillatton, Rektifikation, Zuckerkochen. Extraktion, Wasser-, Wein- und Fruchtsast-Analysen usw. Außerdem findet ein Praktikum über Drogenkunde unter Leitung des Professors Gilg statt. Die HnterrichtSzeit dauert täglich von S bis 4 Uhr und endigt am 31. März mit einer Prüfung. Honorar 75 M. Meldungen werden von Alwin Philipp, Berlin, Gchmidstr. 7, an- genommen. Eine jugendliche Dnrchbrenneri» ist gestern hier festgenommen worden; das erst 14 Jahre alte Mädchen war am Sonntag seinen in Crimmitschau lebenden Eltern davongelaufen und nach Berlin ge- fahren. Hier stieg es in einem Hotel in der Wilhelmstraße ab, gab sein Alter mit 17 Jahren an und erzählte, die Eltern seien ihm ge- storben, es wolle die Weihnachtstage hier verbringen, bis ein Onlel kommen werde. Man ließ sich von dem Kinde täilschen, das sich hier so gut wie nur möglich amüsierte, bis eS einem Briefträger auffiel, der die inzwischen veröffentlichte Bekanntmachung gelesen hatte, die einen Preis von 100 M. für die Ermittelung des Kindes ausschrieb. Der Briefträger machte die Polizei aus das unternehmungslustige Fräulein aufmerksam. Einbruch bei der Straßenbahn. lieber den Einbruchsversuch eines Straßcnbahnangestellteä in die Kasse des Schöneberger Depots wird berichtet: Der 24jährige unverheiratete Wotorwagenführer Paul D. hatte in Erjahrung gebracht, daß sich im Hauptburea« des Depots in der Belzigerstraße ein größerer Geldbetrag befände, von dem die Gehälter und Weihnachtsgratifikationen der Angestellten ge- Zahlt werden sollten. Außerdem wußte er, daß sich in einem be- sonderen Schränkchen das zum Ankauf eines Jubiläumsgeschenks für einen Beamten gesammelte Geld befand. Er verschaffte sich eine Anzahl Dietriche und eine 30 Zentimeter lange Eisenstange und ging nachts gegen 12 Nhr in seiner Uniform nach dem Depot, um in das Bureau einzubrechen und das Geld zu stehlen. Da aber das Türschloß besonders stark kon- struiert ist, so daß die Dietriche versagten, und da auch die Tür- bekleidung einen erheblichen Widerstand leistete, gab P. schließlich seine Bemühungen auf. Als er dann am Morgen in dem Depot erschien, um Dienst zu tun, hatte sich bereits der Verdacht, daß er den Einbruchsversuch verübt habe, gegen ihn gerichtet, weil er nachts zu einer Zeit, als er auf dem Hofe nichts zu tun hatte, dort gesehen worden war. Vor der Schöneberger Kriminalpolizei legte er bald ein Geständnis ab und gab als Vorwand an, er wäre betrunken gewesen und hätte die Absicht gehabt, den Dienst bei der Straßen- bahn aufzugeben. Deshalb hätte er sich nur seine Kaution von 100 M. und seine Papiere aus dem Bureau holen wollen. Wegen eines sehr gefährlichen Brandes wurde am Donnerstag mittags um 12 Uhr die Feuerwehr nach der Mühlenstr. 8 gerufen. Im Sommer hatte nebenan Mühlenstr. 7 die Spritfabrik von N. Eisemann gebrannt. Das Feuer war den Bewohnern noch frisch im Gedächtnis, man benachrichtigte deshalb von vielen Seiten die Feuerwehr, die sofort in großer Stärke ausrückte. Bei ihrem Ein- treffen brannte das Dach der Weizcnmiihle von Karl Solomon u. Co. Entstanden war der Brand durch das Ueberkochen von Teer. Da dieser nicht durch Wasser, sondern nur durch Auswerfen von Sand zc. gelöscht werden konnte. so war die Gefahr für die Mühle nicht zu unterschätzen. Es gelang indes die Flammen auf das Dach zu beschränken und damit alle Befürchtungen zu beseitigen. Infolge des enormen Qualmes glaubte in an anfänglich, die Weizeniuühlc stände schon in Flammen. Ein Opfer der Automobilraserei. Seinen Verletzungen erlegen ist der Arbeiter Friedrich Mein aus der Gitschinerstr. 70, der am Sonnabend abend beim Verlassen der Arbeitswerkstätte in der Admiralstraße von einem Automobil überfahren wurde. Das Kraft- fahrzeug entkam in der Dunkelheit. Mein ist Witwer und hinter- läßt vier Kinder im Alter von 4 bis 16 Jahren. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Ein alter Paletotdieb wurde gestern in der Person eines früheren Eisenbahn-Assistenten Beyer wieder festgenonimen. Beyer, der ehemals auf dem Stettiner Bahnhof angestellt war. wurde aus dem Dienste entlassen, weil er mit Nachahmungen von Münzen die Auto- maten geplündert hatte und deshalb zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. Von seiner Familie geschieden, verlegte er sich dann auf den Paletotdiebstahl, der ihm auch bald eine Gefängnis- strafe von zwei Jahren einbrachte. Nachdem er am 3. November entlassen worden war, häuften sich bald wieder die Diebstähle. Gestern machte Beyer einen Versuch im Kaisercafs in der Friedrichstraße. Hier ist aber ein Kellner beschäftigt, der früher schon gegen ihn als Zeuge auftrat. Dieser erkannte ihn sofort wieder und machte den Geschäfts- sührer aufmerksam, der nun draußen beobachtete. Bald kam der verdächtige Gast heraus. Er hatte einen Sommerüberzieher und einen Winterüberzieher ans dem Arm. Von den» Geschäftsftihrer angehalten, tat er so, als ob er in der Zerstreutheit an seinen Sommerüberzieher gar nicht gedacht und ganz in Gedanken einen Winterüberzieher mitgenommen hätte, als wenn es sein eigener ge- Wesen wäre. Diese Ausrede nutzte ihm nichts, er wurde wieder eingesperrt. In seiner Tasche fand man noch verschiedene fremde Taschentücher und Handschuhe und in seiner Behausung eine Menge Pfandscheine über versetzte Ueberzieher. Sechs von diesen haben ihre Eigentümer bereits wiedergefunden, andere noch nicht. Feuerbericht. Ein größeres Feuer kam in. der Nacht zum Donners- tag Alt Moabit 124 in der photographischcn Kunstanstalt von Glan- bach auf nicht ermittelte Weise aus. Als die Gefahr gegen 2 Uhr früh bemerkt wurde, brannte bereits ein großer Teil von dem Inhalt des Ateliers. Der 15. Löschzug hatte daher längere Zeit tüchtig Wasser zu geben, um die Flammen zu ersticken.— Für denselben Löschzug gab es schon vorher auf dem Moabiter Güterbahnhof viel zu tun. Dort war an der Siemensstraße eine Holzbude in Brand geraten.— In der Lehrtcrstr. 48 war dann in einem Schaufenster ein Feuer entstanden, das aber leicht unterdrückt werden konnte.— Donnerstag mittag wurde der 17. Löschzug nach der Ritterstr. 58 gerufen. Hier brannte in einem einstöckigen Anbau in einer Dach- stube der Fußboden und die Zwischendecke.— Möbel, Decken, Kleidungsstücke-c. gingen dann in der Bergstr. 4 in einer Wohnung in Flammen auf.— Die übrigen Alarmierungen, die noch in den letzten 24 Stunden einliefen, waren auf«blinden Lärm" zurück- zuführen. Wegen wiederholten Betruges und Erpressung wurde fest- genommen der Drechsler, Diener Paul K. Er pflegte, mit einer blauen Joppe und Artilleriemütze bekleidet, spät abends auf nach Potsdam fahrenden Vorortzügen auf den Trittbrettern entlang zu gehen und plötzlich in Abteilen, in welchen nur ein Herr und eine Dame saßen, zu erscheinen. Wenn das Paar sich nicht ganz ein- wandsfrei benommen hatte, so bekam der anscheinende Eisenbahn- beamte, damit er nicht Anzeige erstatte, häufig Schweigegeld. Um den Menschen für längere Zeit unschädlich zu machen, ist es erforder- lich, daß Personen, die etwa seit April d. I. auf die geschilderte Weise mit dem Festgenommenen zusammengetroffen sind, schleunigst An- zeige darüber bei einem Polizeirevier oder der Berliner Kriminal- Polizei unter Angabe der Tagebuchnummer 1110 l. IV. 13. 04 er- statten. Vermißt wird seit dem 13. November d. F. der am 10. Mai 1883 zu Berlin geborene Dienstknecht Karl Brandenburg. Der Genannte ist zirka 1.60 Meter groß, hat hellblonde Haare, blaugraue Augen und am Halse unter dem Kinn eine Narbe. Die Kleidung ist nicht bekannt. Brandenburg war bis zum 13. November d. I. bei einem Landwirt in Hachen, Kreis Arnsberg, in Stellung und soll am genannten Tage von dort nach Berlin zu seinen Eltern gereist sein. Bis jetzt fft er jedoch bei diesen noch nicht eingetroffen und wird ange- nommen, daß ihm ein Unglück zugestoßen ist. Personen, welche über den zeitigen Aufenthalt oder Verbleib des Genannten Angaben machen können, werden ersucht, dies entweder schriftlich oder mündlich in einem Polizeirevier zu J.-Nr. 11344 IV 7. 04 oder beim hiesigen Polizeipräsidium, Kriminalabteilung, Zimmer 326, II, mitzuteilen. Die Theaterdirektion Max Pütz ersucht uns im Hinblick auf den gegen das Neue Theater gerichteten Prozeß, worüber wir gestern be- richteten, noch besonders darauf hinzuweisen, daß die beiden Vor- instanzen in einem dem Urteil des Reichsgerichts entgegengesetzten Sinne entschieden haben._# Der Ringkämpfer Lurich sendet uns eine Erklärung, in der er sich darüber beschwert, daß er von der Berliner Presse ungerecht be- handelt worden sei. Er vermute fast, daß Voreingenommenheit für die deutschen Ringer und Chauvinismus bei dieser Behandlung mit- spiele. Wir wissen natürlich nur genau, aus welchen, Grunde w i r Herrn Lurich so beurteilt haben, wie es geschehen, halten aber von vornherein die Befürchtungen Lurichs, daß man ihn als Russen ungünstiger behandelt habe, für— doch nicht nur die Deutschen, sondern auch den Franzosen und Bulgaren, als ganz hin- fällig. Lurich erfuhr wohl deshalb allgemein eine so abfällige Kritik, weil er es verstanden hatte, sich einen so bedeutenden Ruf vorausgehen zu lassen und weil er diesen Ruf so vollständig enttäuschte. Im übrigen bittet Herr Lurich um die Feststellung folgender Tatsachen: Er sei nicht nach einander, wie der„Vorwärts" geschrieben, von Beaucairois, Petroff und Pohl geworfen worden, sondern nur von Beaucairois. mit dem er aber das zweitemal eine Stunde 38 Minuten unentschieden gerungen habe. Die Kämpfe mit Petroff und Pohl seien un- entschieden gewesen. Wie wir uns vergewissert haben, ent- sprechen diese Behauptungen Lurichs den Thatsachen. Ferner erklärt Herr Lurich, daß er stolz darauf sei, Hitzler geworfen zu haben, da Hitzler Ringer von Weltruf sei und u. a. bereits Beaucairois, Hali Adäli und Koch geworfen habe. Ferner mache er darauf aufmerksam, daß neben Beaucairois auch Pohl und Petroff erstklassige Ringer seien, mit denen unentschieden gekämpft zu haben für ihn keine Schande sei, zumal er bei seinem Auftreten in Berlin noch unter den Nachlvirkungen seiner früheren Erkrankung gelitten habe.— Wir können dem gegenüber nur wiederum bemerken: Befand sich Lurich tatsächlich in ungewöhnlich schlechter Form, so hätte es ihm die Vorsicht verbieten sollen, überhaupt an der Ringkampfkonkurrenz teilzunehmen. Die Treptow-Sternwarte wird am zweiten Weihnachtsfeiertag nachmittag 2 Uhr wieder geöffnet. Direktor Archenhold spricht un, 5 Uhr nachmittags unter Vorführung zahlreicher Licht- und Dreh- bilder„Ueber die Grundlage der Astronomie" und abends 7 Uhr über„die Bewohnbarkeit der Welten". Auch am Dienstag, 27. ds., findet nachm. 5 Uhr ein Vortrag über den Enckeschen Kometen statt. Mit dem großen Fernrohr wird nachmittags die Venus, dann der Enckesche Komet und der Jupiter beobachtet. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Der Unterricht in Geschichte findet der Weihnachtsbescherung für die Kinder der ausgesperrten und streikenden Metall- und Holzarbeiter wegen heute abend im S a a l 8 statt. Theater. Im Thalia-Theater geht heute Freitag die neue Ausstattungsposse„Der große Stern" zum erstenmal in Szene. Die Musik ist von Julius Einödshofer: die Borstellung be- ginnt um Uhr.— Im Ratio nal-Theater wird die Märchenoper.iDorn röschen" von August Weweler heute zum ersten- mal gegeben.— Im Luisen-Theater geht Freitag zum ersten- mal Roderich Benedix' Lustspiel„Die zärtlichen Verwandten" in den Hauptrollen mit den Damen Hüftel, Schulz, Natrowska, Sylva, den Herren Fcskel, Wald, Oehmig, Taube, in Szene.— Das Schiller-Theater bleibt am Sonnabend abend, wie alle Theater Berlins, geschlossen. Die Kassen beider Schiller-Theater aber sind in den üblichen Stunden7,70—17,68 M.. mittel 17,66-17.64 M.. geringe 17,62-17,60 M. Roggen"), gute Sötte 13,95-13,91 M.. mittel 13,93-13,92 M., geringe 13,91—13,90 M. Futtergerste»), gute Sorte 15,90-14,80 M., mittel 14,70 bis 13,60 M., geringe 13,50-12,40 M. Haser»), gute Sorte 16.50-15.60 M.. mittel 15.50—14,60 M.. geringe 14,50—13,60 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-30.00 M. Speisebohnen, weiße 50.00—30,00 M. Linsen 60.00-30.00 M. Kartoffeln 9.00-7,00 M. Richtstroh 5.00-4,50 M. Heu 9.20-7.30 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80—2,20 M. Eier per Schock 4,80—3,20 M. ») Frei Wagen und ab Bahn.'») Ab Bahn. Wasserstand am 21. Dezember. Elbe bei Ausflg 0.30 Meter, bei Dresden— 1,11 Meter, bei Magdeburg 1,37 Meter.— Unstrut bei Sttaugsutt-s- 1,30 Meter.— Oder bei Ratibor+ 2,80 Meter, bei Breslau Ober- Pegel+ 5,14 Meter, bei Breslau Unter< Pegel— 0,18 Meter, bei Franksurt-s- 2.08 Meter.-Weichsel bei Lrahemünde+ 3,24 Meter.— Warthe bei Posen-s- 0,90 Meter.— N e tz c bei Usch— Meter. Sturmwarnung. Wegen eines an der norwegischen Küste er« schienenen tiefen barometrischen Minimums, daS mit stürmischen Westwinden südostwärts fortzuschreiten scheint, ist heute mittag d« deutsche Ostseeküste von Memel bis Darsserort seitens der Seewarte gewarnt worden. Wetter-Prognose sür Freitag, de» 93. Dezember 1»«4. Etwas wärmer, vorherrschend wolkig mit geringen Niederschläge««m lebhaften westlichen Winden. Berliner Vetter bu««»» " Verfammlungen. sich mit eine... Protest gegen die Wahl des ersten Vorsitzenden zu des Druckfehlerteufels habe nur ein& herausfallen laffen. Nichtig beschäftigen hatte, lehnte nach längerer Diskussion den Protest durch müsse es heißen nichtsfähiger" Verein. " Zentralverband deutscher Textilarbeiter( Filiale IV- Stiderei- Uebergang zur Tagesordnung ab. Genosse Grauer wurde ersucht, Ein pestverdächtiges Schiff ist in Stettin unter Quarantäne branche). In der Generalversammlung gab Scheich den Kaffenbericht. feinen auf der Kreiskonferenz gegebenen Bericht aus der Preßkommission gekommen. Der englische Dampfer, Daybreat" traf aus Buenos Der Bestand war zu Anfang des Quartals 1420,92 m., die Ein- zu wiederholen. Die Versammlung nahm den Bericht entgegen, aber gekommen. Der englische Dampfer, Daybreat" traf aus Buenos nahme betrug 291,50 M., die Ausgaben 371,03 m., bleibt ein Be die erwartete und mit dem Antrage beabsichtigte Diskussion blieb Ayres mit einer Ladung Mais für die Reederei Kunstmann im Stettiner Hafen ein, durfte aber die Ladung nicht löschen, sondern stand von 1340,39 M. Der Mitgliederbestand war am Schlusse des aus. Eine Anfrage an die Gemeindevertreter, ob am Drte Stiftungen wurde unter Quarantäne gelegt. Quartals 203, neu aufgenommen wurden 10 Mitglieder. Nachdem bestehen, aus denen Kindern die benötigten Schulbücher gewährt dem Kassierer Decharge erteilt war, gab Fräulein Hoppe den würden, wurde mit dem Bemerken verneint, daß die in Lichtenberg Fenersbrunst. Der Schlesischen Volkszeitung" zufolge sind Arbeitsnachweis- Bericht: Eingeschrieben ivaren 67 Personen; durch Verkauf ihrer Ländereien zu reichen Leuten gewordenen gestern in 8yszkowitz an der schlesisch- russischen Grenze 88 Wohnverlangt wurden 57, 8 Stellen wurden nicht besetzt; blieben früheren Bauern und Gärtner für solche Zwecke nichts übrig häufer und fast die doppelte Anzahl Wirtschaftsgebäude ein arbeitslos 18 Personen. Se le est gab den Bibliothekbericht. haben. Die durch die Schule an Unbemittelte gewährten Bücher geäschert worden, wobei viel Vieh verbrannte. 500 Menschen sind Der Bestand war 51 Bücher und 28 Broschüren. Zu feien leider nur im Wege der Armenunterstützung zu erhalten. Der obdachlos. Punkt Anträge" war ein Antrag eingegangen, dem ersten Vor- Fragesteller stellte dazu die Behauptung auf, daß den Kindern eines fizenden 10 M. und dem ersten Kassierer 15 M. pro. Quartal für nach seiner Auffassung bemittelten Ingenieurs in der Kronprinzenschule Verwaltung zu bewilligen. Der Antrag wurde, nachdem er von solche Bücher gewährt seien, während wirklich arme Eltern zu Schulstrafen Massuthe begründet, einstimmig angenommen. Die Neuwahlen verurteilt würden, wenn sie nicht in der Lage seien, Bücher zu beschaffen, hatten folgendes Resultat: Erster und zweiter Vorsitzender Brill- aber auch nicht ihrer Wahlrechte durch Annahme von ArmenDa feiner unserer Genossen wi, Fräul. Hoppe; erster und zweiter Kassierer Scheich und unterstüßung verlustig gehen wollten. Köhler; erster und zweiter Schriftführer Wasewiß und bei der Schulverwaltung oder Armenverwaltung zugelassen wird, Waetgen; Beifizer Frau Paul; Revisoren Massuthe, soll durch diese Mitteilung der Vorgang zur Kenntnis der Beteiligten Hermann und Fräul. Schieffe; Arbeitsnachweis- Kommiffion gebracht werden. Borchert, Frl. Hoppe und Hermann; Agitationskommission Rüd, Paul und Fräul. Simon; Vergnügungskomitee Ie est, Zante und Bläsing; Bibliothekar le est. Nachdem auf Anregung von Prillwig 20 M. zur WeihnachtsBescherung für die Kinder der ausgesperrten Holz- und Metallarbeiter bewilligt wurden, erfolgte Schluß der Versammlung. und Gerichts- Zeitung. Vermischtes. Briefkasten der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. C. St. 1. Wenn für das Mündel geklagt ist, das Mündel also als lagende Bartei auftrat, vertreten durch seinen gefeßlichen Vertreter, so find die Kosten aus dem Mündelvermögen zu bestreiten. Ebenso liegt es, wenn es fich nicht um ein Mündel, sondern um das eigene Kind handelt. 2. Was Sie anführen, ist kein Grund zur Wiederaufnahme des Prozesses, es sei denn, Sie bringen neue Tatsachen vor. 3. Können Sie Ihrem Bruder wissentlich falsche Aussage nachweisen, so war er schadenersatpflichtig. Der Kinderfreund". Die Langeweile ist dem Stations- Ihrer Behauptung steht die Tatsache entgegen, daß Sie die anderen Beweis assistenten Paul Krauch, der sich gestern vor der Strafkammer mittel nicht bereits früher vorbrachten. 707. 1. und 2. Ja.. xy. Ja. des Landgerichts II wegen eines heiklen Abenteuers zu verantworten Fiebig 00. Der Wirt ist nicht verpflichtet, aber berechtigt, bei der In einer zahlreich besuchten Schlächterversammlung hielt Herr Angeklagte hatte im Juli d. J. von seiner vorgesezten Behörde einen Ersten des Monats, so würde der Wirt berechtigt sein, wenn Sie diese hatte, verhängnisvoll geworden. Der ſeit 15 Jahren verheiratete Steht in Ihrem Vertrage, Sie müssen die Miete bringen und zwar am Duittung über unpünktlich gezahlte Miete solchen Vorbehalt zu machen. M. Schütte einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über: Erholungsurlaub erhalten, den er in der Sommerfrische zu Marzahn Vertragsbestimmung nicht einhalten, in Gemäßheit des Vertrages auf ErAlexander II., Kaiser von Rußland. Hierauf referierte Hensel verleben wollte. Am 14. Juli um die Mittagszeit war er in den mission zu klagen. über die unwahren Behauptungen S. 33. laß zu einem Strafantrag liegt nicht vor. Berwald geschlendert und war auf ein Schulmädchen gestoßen, welches Ihre Rechte können Sie durch einen Zahlungsbefehl oder durch Klage beim drehungen der Meisterpresse. In einer Anzahl von Ar- sich in einem Graben ausruhte. Dieser Anblick erweckte in dem Amtsgericht geltend machen. F. 4. Eine geschlossene Gesellschaft ist nicht tikeln genannter Presse wies Redner nach, daß in lezter Zeit die Angeklagten böse Gelüfte; er fragte das Mädchen zunächst nach dem anzumelden. Haben Sie ohne Hervorhebung, daß es sich um eine ge Meisterkorporationen sowie ihre Presse versuchten, die Ge- Wege und ließ sich dann zu einer unfittlichen Ausschreitung hinreißen, ſchloſſene Gesellschaft handelt, diese angemeldet, so empfiehlt es sich, den hülfenorganisation und einzelne Kollegen der Deffentlichkeit gegen so daß das Kind erschreckt in den Wald lief und, um sich zu verbergen, sich würden Sie voraussichtlich eventuell bestraft werden, da auch das Gericht Sachverhalt flavzulegen. Beharrt der Amtsvorsteher auf seinem Berbot, so über verächtlich zu machen. Eingesandte Berichtigungen bei hinter einem Busch ins hohe Gras niederwarf. Der Angeklagte annähme, es handle sich nicht der Redaktion der Allgemeinen Fleischer Zeitung" blieben entdeckte aber das Mädchen in seinem Versteck und wurde noch zu 196 Proz. Beschwerde können Sie an den Landrat oder an die um eine geschlossene Gesellschaft. stets unbeantwortet. Jedoch ziehen solche Hezartikel bei den dringlicher. Der Zufall wollte es, daß er dabei überrascht wurde. Regierung richten, vielleicht auch an das Amtsgericht. Schildern Sie in der Gesellen nicht mehr. Das hat die unlängst abgehaltene General- Kurz zuvor war nämlich dem Malermeister Quast auf dem Bahn- Anfrage den Sie betreffenden Fall oder tragen Sie Ihren Fall in der versammlung der Orts- Krankenkasse bewiesen, in der sämtliche Vor- hofe zu Neuenhagen ein Fahrrad gestohlen worden und der Be- juristischen Sprechstunde vor. Eine Beantwortung der allgemein gehaltenen stands- Mitglieder der Arbeitnehmer aus den Reihen des Zentral- stohlene vermutete in dem Angeklagten den Dieb. Er verfolgte ihn Fragen würde eine völlig zwecklose Darlegung der Organisation der Landes. verbandes gewählt wurden. Redner empfahl den Anwesenden, auch ungesehen, um ihn im gegebenen Augenblick festnehmen zu lassen, und einen Raum von etwa 6 Bogen erfordern. verwaltung, der Vorschriften des Fürsorge- Gesezes usw. erforderlich machen dafür zu sorgen, daß die Wahl des Berliner Gesellenausschusses mit und fam so gerade zu der Zeit an die betreffende Waldstelle, als der gebeten, nicht allgemein gehaltene Fragen zu stellen, Es ist wiederholt einem Siege für die Organisation abschließen möge. Aus der Mitte Angeklagte dem Mädchen unfittliche Anträge machte. Der Gendarm sondern den Fall zu schildern, der den Fragesteller der Versammlung wurden Klagen darüber laut, daß die Schutzvor Richter nahm sodann die Verhaftung des Angeklagten vor, nachdem angeht. 2. R. 13. Ihre Braut soll das Armenrecht erwirken richtungen bei Maschinen sowie scharfen Werkzeugen in den Fleischerei- das Mädchen die belastendsten Aussagen gemacht hatte. Die Straf-( S. 524 und 592 des in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden betrieben sehr mangelhafte wären. Der Vorstand des Zentralverbandes fammer verurteilte den unbequemen Sommerfrischler wegen ver- Arbeiterrechts", vierte Auflage, ist der Weg beschrieben) und dann beim wird daher beauftragt, an die Berliner Gewerbe- Inspektoren eine fuchten Sittlichkeitsverbrechens zu zwei Monaten Gefängnis. Frau haftet nicht für die Schulden ihres Mannes, wenn Gütergemeinschaft Amtsgericht flagen, in dessen Bezirk der Schuldner wohnt. B. 2. Die Eingabe wegen Beseitigung der Gefahren im Fleischergewerbe zu richten. Ferner sollen auch die Gewerbe- Inspektoren darauf aufnicht durch Vertrag eingeführt ist und wenn ferner die Ehe nach dem merksam gemacht werden, daß den Verkäuferinnen der Ladengeschäfte, 31. Dezember 1899 oder früher, aber in einem Gebiet geschlossen ist, in dem die Gütergemeinschaft nicht galt. entgegen den behördlichen Bestimmungen, fast nie eine Siggelegenheit Im Brandenburgischen gilt Gütergemeinschaft nur für in Schermeisel oder in Grochow geschlossene Ehen. geboten wird. Auch wird die gesetzliche elfstündige Ruhepause Ueber einen schweren Eisenbahnunfall, der sich auf dem Bahnhof möglich, Ihnen mitzuteilen, welche Rechte der Verkäuferin zustehen, ob sie 2.2. 19. Es ist ohne Einsicht in das bereits ergangene Urteil unfür die Mamsells in den meisten Fällen nicht eingehalten. In der weiteren Debatte regten verschiedene Redner die Frage der Gründung woch, den 21. Dezember, sind in der östlichen Einfahrt des Bahn- fünftiger Zwangsvollstreckung jezt mit Ihrer Frau oder Ihrem Kinde ab Wutha ereignet hat, wird aus Eisenach amtlich gemeldet: Am Mitt- noch einmal flagen müsse usw. Alle Verträge, die Sie zweds Abwendung einer freien Genossenschaftsschlächterei an. Es soll in dieser Angelegenheit in nächster Zeit eine Besprechung der Interessenten statt- hofs Wutha die Güterzüge 6816 und 6093 zusammengestoßen; hier- schließen, entbehren der Gültigkeit und können eine Anflage aus§ 289 des finden. Nach Besprechung mehrerer verbesserungsbedürftiger Logisbei wurde ein Hülfsbremser getötet, zwei andere Bugbeamte wurden Str.-G.-B. nach sich ziehen. Die juristische Sprechstunde steht jedem Klagrot 2. 1. Eine solche Pflicht besteht nicht. und Sonntagsruh- Verhältnisse wurde die Versammlung geschlossen. schwer und sieben leicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Abonnenten offen. Beide Hauptgleise sind gesperrt, der Personenverkehr wird 2. Die Höhe der Hebammengebühren unterliegt freier Bereinbarung. Im Der Verband deutscher Gastwirtsgehülfen( Drtsverwaltung Berlin) durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Schuld an dem Zu- Streitfall find angemessene Säße zu zahlen, die in Berlin je nach Lage der ehrte in feiner letzten gut besuchten Versammlung vor Eintritt in fammenstoß trifft, soweit bis jetzt festzustellen ist, den Zug- Sache auf 6 bis 20 Mart für den Beistand und 1 bis 3 Mark für jeden die Tagesordnung das Ableben des verstorbenen Genossen Dr. führer des Zuges 6093. Dieser hat dem Lokomotivführer jedem Eigentumsstüd. Besuch normiert worden. 3. Drei Mart. 4. Gemeinschaft des Eigentums an M. K. Verjährt mit dem 31. Dezember d. J. Freudenberg durch Erheben von den Plägen. Reichstags- das Abfahrtsignal gegeben, obwohl er bomt diensttuenden D. S. 333. 1. Was die Ehefrau vor der Ehe besessen hat, bleibt ihr Abgeordneter Förster- Reuß hielt alsdann einen mit Beifall auf- Stationsbeamten den Befehl zur Abfahrt noch nicht erhalten Eigentum und ist auch vor Angriffen der Gläubiger ihres Mannes gesichert. genommenen Vortrag über die gegenwärtige politische Lage". An hatte, und auch das Signal zur Ausfahrt für seinen Zug noch nicht Die Frau muß aber ihr Eigentum beweisen. Deshalb ist es zweddienlich, der Diskussion beteiligten sich Gebeler, Steinmann und Bösch. auf Fahrt freigestellt war. Es herrschte starker Nebel. Der wenn auch nicht unbedingt erforderlich, vor oder während der Ehe einen Der Vorfißende Thomas unterbreitete alsdann, daß sich für die Zugführer beachtete infolgedessen nicht den gerade in die Station hevertrag zu schließen. Der Chevertrag ist gerichtlich oder notariell zu Stellung als zweiter Beamter für die Ortsverwaltung fieben Ve- einfahrenden Zug 6816, der die Fahrstraße des Zuges 6093 kreuzen recht" beigefügten Führer durch das Bürgerliche Gesetzbuch Seite 225 Nr. 22. schließen. Ein Beispiel für einen solchen finden Sie in dem dem Arbeiter. twerber gemeldet hätten. Die tombinierte Sigung, die hierin eine mußte. Das Hauptgleis Eisenach Erfurt wird voraussichtlich heute Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. 2. Ja. 3. Ja, es tommt Entscheidung treffen sollte, hat sich für feinen der Bewerber ent- mittag wieder frei, das Hauptgleis Erfurt- Eisenach morgen. lediglich darauf an, ob er wirklich der Gläubiger ist. Widerspruch können schließen fönnen, so daß bis auf weiteres eine abwartende Stellung Ein zweiter Unfall ereignete sich Mittwoch nachmittag auf dem Sie erheben. 4. Beides ist möglich, schildern Sie statt der allgemeinen fei. Die nachfolgende Debatte beschäftigte Bahnhofe in Eisenach. Amtlich wird darüber berichtet: Am 21. De- Anfrage den Fall, der Sie betrifft. B. W. Bitte zu wiederholen. sich mit der Bibliother. Diese soll gründlich revidiert und registriert zember, nachmittags gegen 5 Uhr 45 Minuten, mußte der Personen Erbes oder auf Grund irgend eines anderen Rechtstitels mit Ausnahme M. Bernau. Uebernimmt jemand auf Grund eines Kaufvertrages, werden und wurde hierzu eine Kommission bestehend aus Roth, zug 212 wegen Kreuzung mit dem Schnellzug 185 auf dem Bahnhof des turch Erstehung in einer Subhastation erworbenen ein Haus, so laufen Gedide und Alb. Thiele II. gewählt. Hundert Mark wurden Eisenach vor dem Signal halten. Während dieser Zeit wurde eine die mit dem früheren Wirt geschlossenen Mietsverträge mit ihm weiter. der Kommission als erste Rate zur Verfügung gestellt. Boesch Lokomotive vom Güterbahnhof nach dem Bersonenbahnhof ohne ZuH. W. 57. Das Versprechen von Weihnachtsgeschenken ist im Gebiete unterbreitete alsdann ein Avis der Geschäftskommission des stimmung des Stationsbeamten abgelassen. Der Führer dieser der auch für Berlin gültigen Gefinde- Ordnung von 1810 Dienstboten gegen Gewerkschaftshauses betreffend den Erweiterungsbau des Hauses und Lokomotive hat infolge undurchdringlichen Nebels die Schlußsignale über nicht gültig. Es kann das Gesinde( im Gegensatz z. B. zu gewerblichen beschließt die Versammlung, sich mit tausend Mart an dem Unter- des vor dem Signal haltenden Personenzuges 212 nicht rechtzeitig Arbeitern) solche Geschenke nicht einklagen. Sind Weihnachtsgeschenke wirklich nehmen zu beteiligen. Sohn und Beiste referieren endlich über erkannt und fuhr den Zug von hinten an; sieben Reisende, ein hingegeben, so kann die Herrschaft nach der Gesinde- Ordnung dieselben auf Maßnahmen des Vorstandes und der Geschäftskommission beziehent- Schaffner und ein Werkstattarbeiter wurden leicht verlegt. Der den Lohn anrechnen, wenn der Dienstvertrag im Laufe des Jahres durch lich des kostenlosen Arbeitsnachweises. Die Versammlung erklärt Bahnarzt hat den Verletzten sofort ärztliche Hülfe geleistet. Der Beginn des Dienstjahres an gerechnet. Ist das Gesinde z. B. am 1. April an Schuld des Gefindes aufgehoben wird. Das Jahr umfaßt das Jahr vom mit Ausnahme eines Punktes ihr Einverständnis und werden der Betrieb ist nicht gestört. Wagen sind nicht entgleist. getreten, so kann die unbillige Anrechnung stattfinden, wenn der Dienstbote Kommission Aufträge für weiteres Wirken zu teil. Den Schluß bildete eine längere Aussprache interner Natur. Die Deutsche Krankenkassen- Zeitung" ber- bor dem 1. April kündigt oder die Kündigung seitens der Herrschaft verwahrt sich in ihrer Nr. 44 dagegen, daß der Druckfehlerteufel fie in schuldet. Angerechnet werden kann nur auf das, was noch vorhanden ist, der vorhergegangenen Nummer den Verein der freigewählten Kassen- en nicht auf berzehrte Stollen, weiter verschenkte Broschen, verloren ärzte einen recht fähigen" Verein nennen lasse; die Boshaftigkeit Lichtenberg. Die außerordentliche Generalversammlung des fozialdemokratischen Wahlvereins, die recht gut besucht war und Der Druckfehler. " gegangenes Geld. Praktische Weihnachts- Geschenke Salon- Teppiche! Große Prachtegemplare a 15, 18, 30 bis 55 M. zu erstaunlich billigen Preisen. Garantiert nur solide Qualitäten. 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