Nr. 307. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags, nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 31. Dezember 1904. Das Attentat auf die Schule zurück- bie mit Drohungen und Schimpfworten in die geschlagen. Aus Wien wird uns vom 28. Dezember geschrieben: Am Christtage wurden die niederösterreichischen Schulgesete sanktioniert. Die sanktionierten Geseze unterscheiden sich aber wesentlich von der Schulvorlage, die wir am 3. Dezember besprachen. Die Vorlagen wurden nämlich vor vierzehn Tagen von der Regierung dem niederösterreichischen Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. geworden, auch nicht vor Jahresfrist. Aber was gab ihnen Dienern, christlichsozialen Bezirksräten und dergleichen Leuten| Ja, sie waren dem Einen von ihnen überhaupt nicht bekannt gefüllt, sich Verhandlungen mischten. Genosse Seit quittierte diese Wut dann das Recht zu so harten Worten?" ausbrüche mit falter Ruhe und überlegenem Wih, zeigten sie ja doch nur, wie bitter die zurückgeworfenen Gegner die Niederlage empfanden. Ein protestantischer Geistlicher Landtage zur neuerlichen Beratung zurückgeschickt, wobei als Verteidiger eines sozialdemokratischen nicht misverstanden werden kann. Mag er seine Worte gemeint Gotteslästerers! " Wir können unter den inkriminierten Ausdrücken des AnUnd dann kommt der Staatsanwalt an die Reihe, der gegen unseren Genossen sogar 6 Monate Gefängnis beantragt hatte: „ Der Staatsanwalt freilich hat nicht so gefragt. Für ihn war die Aussage der beiden Geistlichen eine weitere Unterlage für seine Anklage auf Gotteslästerung. Er betonte sehr nachdrücklich and ausführlich, ein Zeitungsartikel werde erfahrungsgemäß nur flüchtig gelsen. Der Schreiber könne nicht erwarten, daß seine Leser über seine Worte noch groß nachdächten. Was heißt das? Das heißt doch: ein Zeitungsschreiber muß so schreiben, daß er wesentliche Abänderungen gefordert wurden. Die haben so gut und fromm er will, wird er mißverstanden, so ist er strafbar, wenn das Mißverständnis auch nur bei flüchtigen wichtigste Aenderung betraf den Landes- Schulrat, wo wieder Lesen möglich ist. Er wandert für dies Mißverständnis ins Geallen staatlichen Landes- Schulinspektoren das volle Stimm- Unseren Lesern ist der Gotteslästerungsprozeß be- fängnis. Er kann nicht verlangen, daß man seine Worte zweimal recht eingeräumt werden mußte. Dadurch verloren die kannt, in dem vor 4 Wochen unser Genosse est meyer, Relieft. Wir sind der Meinung, er fann verlangen, daß man seine fleritalen Politiker des niederösterreichischen Landesausschusses dakteur des Hannoverschen Hannoverschen Volkswillen", zu drei Worte zehnmal liest, ehe man ihn der Gotteslästerung zeiht. Er und des Wiener Gemeinderates die Majorität, und die oberste Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Der Prozeß wurde kann verlangen, daß man seine Worte so oft, so sorgfältig und mit Leitung des Schulwesens des Landes liegt wieder in den Händen im ersten Berfahren von der Hannoverschen Straffammer frei auf den Grund verstanden zu haben, ehe man einen so schwerdamals schon in zweiter Auflage verhandelt, nachdem Westmeher so ernstem Nachdenken liest, daß man überzeugt sein darf, sie bis des Staates. Der Landes- Schulrat reiht die Lehrkräfte in die gesprochen worden war. Das Reichsgericht hatte die Aufhebung wiegenden ,. beschimpfenden Vorwurf gegen ihn erhebt." höheren Gehaltsstufen ein, besitzt die Disziplinargewalt über dieses ersten Urteils verfügt. Die Wirkung war die nunmehr er- Selbst den Richtern gegenüber wagt der Freimütige seine die Lehrer, wählt die Lehr- und Lesebücher für die Volts folgte Verurteilung. Diese erfolgte, obwohl zwei hanno selbständige Meinung zu sagen: schulen aus und bestimmt so den Geist der Schulen und übt versche Geistliche, Chappuzeau und Dörries, die von Genossen Allerdings, für die Ausführungen des Staatsanwalts ist das überdies die Aufsicht über die Lehrerbildungsanstalten und Weſtmeyer als Zeugen geladen worden waren, das Gegenteil Gericht nicht verantwortlich. Aber in der Hauptsache hat Fachschulen sowie über die Gymnasien, Realgymnasien und einer Gotteslästerung in den inkriminierten Stellen fanden. Aber es sich doch seiner Anschauung angeschlossen.... Realschulen aus. Dieses ganze große Gebiet des Schulwesens freilich, zwei andere Hannoversche Geistliche, die der Staatsanwalt Wir sind sehr weit davon entfernt, den Richtern irgend welchen Vorhätte die klerikale Landtagsmehrheit durch ihre ursprüngliche noch während der Gerichtsverhandlung laden ließ, erklärten, daß wurf zu machen. Sie haben zweifellos nach den üblichen die betreffenden Stellen den Namen Jesu mit hohn und Spott Rechtsnormen geurteilt. Aber gerade diese RechtsVorlage beherrscht und mußte es in dem geänderten Geseze überschütten und sie deshalb in ihren heiligsten Gefühlen tief normen sehen uns so wunderlich befremdend an." aufgeben. Die anderen Aenderungen sind von geringerer Be- verlebten. Und endlich geht er nun selbst, wie nur ein Verteidiger vor deutung. Der Hauptkampf der sozialdemokratischen Arbeiter- Nunmehr ergreift einer der genannten Zeugen, der Pastor Gerichtsstelle, auf den Inhalt, den Sinn, die Ausdrücke in den schaft richtete sich gegen die Zusammensetzung des Landes- Dörries in Hannover, in der soeben erschienenen Nr. 53 der Ausführungen Westmeyers ein. Bei allebem muß man sich vor Schulrats und hier hatte er einen bollen Erfolg. Christlichen Welt"( vom 29. Dezember) das Wort, um an Augen halten, daß es ein Sachverständiger ersten Einen zweiten großen Rückzug mußte die fleritale jenem Urteil eine tapfere und vernichtende Kritik zu üben. Der Ranges ist, der diese Untersuchungen anstellt und diese Schlüsse Landtagsmehrheit in der Behrerbildungssache antreten. Sie ganze lange Artikel ist eine großzügige Verteidigungsrede für daraus zieht! Denn Dörries gilt als einer der gebildetſten und maßhatte bekanntlich beschlossen, jährlich 200 000 Stronen aus unseren Genossen, eine Anklagerede gegen das stattgehabte Ver- vollsten unter allen lebenden Hannoverschen Geistlichen. Dabei Landesmitteln zu dem Zwecke zu bewilligen, daß jedes Jahr wird, ihre tiefe agitatorische Wirkung nicht verfehlen wird. Sie noch extra beluftigt, und die nur zu fein ist für bie, für die fie Landesmitteln zu dem Zwecke zu bewilligen, daß jedes Jahr fahren, die in den Kreisen, in denen die„ Christliche Welt" gelesen bricht stellenweise eine sehr freie Satire durch, die bei allem Ernst 85 Knaben in die katholischen Privat- Lehrerseminare von wird den Glauben an die absolute Gerechtigkeit unseres heutigen besonders gemünzt erscheint. In diesem Zusammenhang schreibt Währing und Strebersdorf in Niederösterreich und richterlichen Betriebes gerade in diesen sonst besonders vertrauens- Dorries: von Tisis in Vorarlberg zur Ausbildung geschickt werden voll gestimmten Schichten wohl ein gut Stück erschüttern. Wir teilen sollen. Die Währinger Anstalt steht unter der Leitung eines im Nachstehenden die hauptsächlichsten Abschnitte des Artikels mit geklagten zweierlei unterscheiden. Einmal solche, die nach unserer Jesuitenpaters, die beiden anderen Anstalten sind Schul- fie bedürfen ihrerseits keines besonderen Kommentars mehr. Der Auffassung an sich nichts Beschimpfendes an sich haben und nur vor Brüderseminare. So sollte sollte für Niederösterreich Pastor beginnt: dem Namen des Herrn ungewohnt Hlingen. Der Angeklagte hatte ein vollständig Klerikaler Lehrernachwuchs herangezüchtet fchuldig wegen Gotteslästerung zu drei Monaten Gefängnis ver- er redete, Jesus nur vom Hörensagen kennt, den anderen, weil er Der Redakteur Westmeher ist nach unserer Ueberzeugung unsie gewählt, den einen, weil die Kaiserin von China, in deren Sinne iverden. Dieser Beschluß war nach dem über den urteilt worden.... Unseres Wissens wäre es auch das erste seinen Ausführungen einen juristischen Zuschnitt geben, fie gleichLandes Schulrat der einschneidendste und gefährlichste, mal, daß von seiten eines Sozialdemokraten sam zu einem Auszuge aus irgendwie ihm zugegangenen Gerichtsder vom Landtage gefaßt worden war, und auch dieser Jesus gelästert worden wäre. Wir sind nicht ganz aften machen wollte. Was zunächst diese anbetrifft ja wie foll mußte nachträglich umgestoßen werden. Hier unbelesen in der sozialdemokratischen Literatur. Aber von einer man nun davon reden? Of wir auch angeklagt werden, wenn wir sie folgte der Landtag nicht einmal einem Drucke der Regierung, 2ä st erung des Arbeiterkindes von Nazareth wiedergeben? Nun jedenfalls kann man doch wohl, fogar auf der sondern wich direkt vor der immer wachsenden Volksbewegung durch einen Sozialdemokraten ist uns niemals Stanzel, auch sonst in jeder christlichen Versammlung in ganz zurück. Der Landtag beschloß nun am 21. Dezember, diese etwas vor Augen gekommen. Herr Redakteur Westmeyer ähnlicher Weise etwa so sagen:" Da hat einmal ein Mann gelebt Stipendien an den Pfaffenanstalten aufzulassen und mit wäre also der erste Sozialdemokrat, der einer solchen Tat sich in alter Zeit, wie hieß er doch nur? ich glaube, er hieß Jesus. Es nächstem Schuljahre in Wien eine Lehrer- Bildungsschuldig gemacht hätte. Wir haben ihn vor dem Prozesse nicht ist allerdings schon lange her, und es war in einem verborgenen anstalt zu eröffnen, die aus Landesmitteln erhalten werden getannt. Heute glauben wir sagen zu dürfen, daß wir ihn einer Erdenwinkel. Er war ein seltsamer Mann. Er zählte nicht zur anstalt zu eröffnen, die aus Landesmitteln erhalten werden Rästerung des Reinsten und Besten, der je über diese Erde gegangen, guten Gesellschaft. Wer etwas auf sich hielt, ger hielt sich fern wird und wozu die Gemeinde Wien das Gebäude beistellt. einfach nicht für fähig halten." von ihm. Sein ganzer Anhang war ein fleiner Haufe aus den Die Anstalt wird allerdings auch unter dem Einflusse des Dann schildert Pastor Dörries den Tatbestand:" In einem untersten Schichten des Volkes. Ja mit den Zöllnern und Sündern, fleritalen Landesausschusses stehen, aber von einer so fleritalen Feuilletonartikel, Galläpfel überschrieben, hatte der Verurteilte ber mit den Geächteten und Gebrandmarkten verkehrte er. Denkt euch, Reinkultur, wie sie die Jesuiten- und Schul- Brüderanstalten schiedene Ereignisse der jüngsten Vergangenheit satirisch beleuchtet, er hat den Frommen und Guten, den Untadeligen und Makellosen geliefert hätten, kann natürlich keine Rede sein. Der darunter auch den Königsberger Prozeß. Um dies ins Angesicht gesagt: Die Zöllner und Huren sind dem Himmelreich Bandesausschuß wird sich übrigens auch hüten, der Anstalt ein Gerichtsverfahren zu kennzeichnen, fingierte Redakteur Weſtmeyer näher als ihr!' Kann man nicht so sagen auf der Kanzel? Unter allzu flerifales Gepräge zu geben, nachdem er jetzt so einen Prozeß, den die Kaiſerin- Witwe von China gegen Martin Umständen sehr wirkungsvoll? Und es ist jedenfalls einigermaßen unangenehm erfahren hat, daß der Bogen von ihm allzu Luther, Aufenthalt unbekannt", beim Königsberger Landgericht an- ähnlich geredet, wie der Verurteilte geredet hat. hängig gemacht habe. Er ließ fie gegen Luther ähnliche Anklagen straff gespannt worden und er zu einem so blamablen Rück erheben, wie die russische Regierung gegen die im Königsberger gebraucht wird, um nicht immer wieder die nähere Bezeichnung Und nun ein Ausdruck, wie er unzählige Male in Gerichtsakten zug gezwungen war, da die Erregung über die geplante Ver- Prozeß Verurteilten erhoben hatte, und zog dabei auch in einer einer Person, ihre Titel und Würden wiederholen zu müssen. Pfaffung in immer weitere Streife drang. Der leidenschaft für seinen Zwed sehr geeigneten Weise den Namen Jesu mit" Der pp. Christus" nein, so wird man wohl nicht leicht sagen lichste und gewaltigste Protest tam allerdings von der herein. Das ergab freilich manches schwere Wort, wenn auch nicht auf der Kanzel. Freilich, schlechterdings unmöglich wäre auch das Sozialdemokratie, aber die klerikalen Herren merkten bald, annähernd so arge, wie sie z. B. in Haedels Welträtseln sich finden, nicht. In einem Gerichtsverfahren! Unser Heiland ist schon oft daß die Sozialdemokratie bei ihrem Sturm immer größere gegen die doch bis jetzt behüte uns auch der liebe Gott davor! von den Menschen gerichtet worden! Jesus auf der Kanzel vor Kreise des Bürgertums mitriß. Nach den Arbeitern traten noch kein Staatsanwalt eingeschritten ist, obwohl fie ergernis Gericht gerufen, um ihn, genau so wie es hier der Angeklagte getan zunächst die Professoren der Wiener Universität, dann genug erregt haben. Hier aber war alles ganz offensichtlich nicht hat, erst recht zum Richter der Menschen zu machen! Ob es nicht ein im Sinne Weftmeyers selbst, sondern im Sinne der heidnischen temperamentvoller Prediger, ein Prediger von Gottes und nicht der Gemeinderäte und bürgerliche Versammlungen gegen die chinesischen Kaiserin geredet. Wer nur irgend die Worte recht ber Menschen Gnaden, schon einmal getan hat? Aber nun fragen wir, fleritale Schulvorlage auf, ja selbst in christlichsozialen Bezirks stand, und sie waren wirklich bei einigem Nachdenken unschwer zu bedeutet solch ein Ausdrud, der in Gerichtsaften ganz allgemein üblich schulräten machte sich schon ein deutlicher Widerstand bemerkbar. berstehen, der mußte fich sagen, daß hier etwas Absurdes, Un ist und wir sagen nochmals, fingierte Gerichtsaften wollte der Unift Die Klerifalen erlitten also eine gründliche Niederlage. erhörtes, Undenkbares geschildert werden sollte. Redakteur West- Angeklagte ausschreiben bedeutet er eine Beleidigung? Wir Der Erfolg unserer Partei ist um so höher anzuschlagen, da meher wollte den Königsberger Prozeß als etwas hinstellen, das haben bisher gedacht, er wäre nichts weiter als eine Abkürzung. zwischen dem Klerikalen Landesausschusse und dem Unterrichts- eigentlich nicht hätte vorkommen dürfen. Er wollte zeigen, zu welch der wird er vom Regierungsrat aufwärts nicht mehr gebraucht? minister Ritter v. Hartel die erste Vorlage schon vereinbart unvorstellbaren, nein, zu welch empörenden Konsequenzen ein solches Dann, aber auch nur dann ist er eine Beschimpfung. Dann aber und vom Minister die Sanktion schon zugesagt gewesen war. Berfahren führe. Dann konnte er also die Personen seines fingierten auch in jedem Falle, wo er angewendet wird. Dann muß er verDie Klerikalen hatten sich dessen auch schon öffentlich gerühmt wollte er seinen Lesern sagen. Selbst die unanfechtbarsten, ja selbst so lange er dort feinen Platz hat, so lange er dort, auch vor sehr Prozesses gar nicht hoch genug wählen. Macht es euch flar!' so schwinden, aber vor allem verschwinden aus den Gerichtsaften. Aber und der traurige Unterrichtsminister wiederholt erklärt, daß die heiligsten Namen find nicht mehr sicher, wenn die Grundsäße, achtbaren Namen gebraucht wird, kann er unmöglich eine Be von seinem Ressortstandpunkt gegen die Vorlage nichts einzu- nach denen der Königsberger Prozeß entschieden worden ist, maß schimpfung sein. wenden sei". Erst der Ministerrat, dem jedes gebend sein sollen. Es liegt also unseres Erachtens das gerade Nun aber die zweite Klasse von Ausdrücken. Gewiß, der AnGesetz vor der Sanktion vorgelegt werden muß, hat Gegenteil von Gotteslästerung vor. Weftmeyer fonnte schreiben, geklagte hat auch Worte gebraucht, die ohne jeden Zweifel an sich die Abänderungen beschlossen und den Unterrichtsminister was er geschrieben hat, auch wenn er mit tiefer, frommer Verehrung beschimpfender Natur sind. Aber ist der bloße Gebrauch solcher blamiert. Die Chriftlichsozialen waren wütend über die zu Jesus aufblickt. Mit absoluter Sicherheit aber ist aus seinen Worte strafbar? Auch wenn man sie ganz offenbar nicht im eigenen Niederlage. Ihre Blätter schrieen von„ Tyrannei und Worten zu schließen, daß er groß von Luther und Jesus denkt, daß Sinne, sondern im Sinne eines Fremben, eines Gegners gebraucht? ihm Beides Personen sind, die mit Recht im allgemeinen Ansehen Gobald nur irgendwie die Möglichkeit des Mißverständnisses besteht, Despotie gegenüber dem christlichen Volke" und warfen der stehen. Jeder, der seine Worte mit einigem Nachdenken lieft, muß die Möglichkeit, daß ein frommes Gemüt, das den eigentlichen Sinn Regierung vor, daß sie die Wünsche und Forderungen der dies daraus entnehmen. Denn sonst haben seine Worte überhaupt des Gesagten nicht sofort begreift, daran Anstoß nimmt? Wie leſen sozialistischliberalen Mächte" als öffentliche Meinung behandle teinen Sinn." wir doch in den Evangelien? Er hat das Bolt erregt!" so sagte und dieser nachgebe. Am stärksten kam die klerikale Wut bei Darauf geht Pastor Dörries mit seinen beiden ortho- man von Jesus.„ Er verbietet, dem Kaiser den Schoß zu geben! der Beratung im Landtage zum Ausbruch, wo unser Genosse doren Amtsbrüdern, die gegen Westmeher ausgesagt haben, Er hat sich zum Könige gemacht! Er ist wider den Kaiser!" Noch Seit als einziger sozialdemokratischer Abgeordneter den ins Gericht: viel Schlimmeres ist ihm vorgeworfen! Wir wissen, daß dieser Kampf gegen die ganze flerifale Meute mit großer Energie" Der Verteidiger Weftmeyers stellte durch wenige Fragen fest, Mensch ein Sünder ist! Er ist ein Freffer und ein Weinsäufer! Gr und unerreichter Sachkenntnis- er ist städtischer Lehrer und daß beide Herren die ganze Sache nicht ver ist der Zöllner und Sünder Gefelle, d. h. er macht sich mit ihnen er ist ergie ver? Gefelle, un en auferler seit vielen Jahren der geistige Führer der freisinnigen Lehrer heute( b. h. wohl im Gerichtssaal?) zum erstenmall Sie hatten die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel! Sagen standen haben. Es war begreiflich. Sie lasen den Artikel gemein, er ist ihres Gleichen! Er hat Gott gelästert! Er treibt schaft Desterreichs führte. Die christlichsoziale Majorität nur Zeit, ihn flüchtig zu lesen. Sie lasen ihn unter sehr er- wir nicht recht, daß du ein Samariter bijt und haft den Teufel!" überschüttete ihn nicht bloß selbst mit unflätigen Beschwerenden Umständen. Und der Artikel war vor einem Jahre Kann man Schlimmeres überhaupt noch sagen? Und davon muß schimpfungen, sie hatte auch die Galerie mit städtischen geschrieben. Die Dinge, von denen er handelte, lagen weit zurück. I doch nun gesagt werden! Sehr ausführlich kann und muß davon such in der Kirche und sonst in christlichen Versammlungen gesagt lverden! Ueber jedes einzelne dieser Worte läßt sich eine ganze Predigt halten! Und wie soll man davon reden? Trocken und langweilig, jedes Wort kühl abgewogen, daß jedes Mißverständnis von vornherein unmöglich ist? Wie kann man über solche Worte so reden? Darf man nicht Jesus schildern, wie er seinen Gegnern erschien? Also ihn schildern als„Aufrührer", als„Hochvcr- räter", als„Gotteslästerer", als„Fresser und Wcinsäufer", als „vom Teufel besessen"? Und nun sitzt da unten Einer, der das falsch versteht, der daran Anstoß nimmt. Wenn der dann hingeht und die Verletzung seines religiösen Gefühls zur Anzeige bringt, dann— wird er kaum einen Staatsanwalt finden, der die An- klage erhebt. Findet er aber doch einen, der ebenso töricht ist als er selbst, so wird er sich in der Gerichtsverhandlung dem öffentlichen Gelächter aussetzen. Denn da es sich um Pastor und Kanzel handelt, liegen die Dinge so klar, daß nur Verbohrtheit hier Gotteslästerung wittern könnte. Soll aber der Pastor ein Recht auf„Gotteslästerung" genießen, dem Zeitungsredakteur verweigert wird? Nein, wenn Herr Westmeycr schuldig war, dann ist auch der Pastor, der dasselbe tut, unweigerlich dem Gefängnisse verfallen und erst recht auch seines Amtes verlustig. Denn es ist doch selbstverständlich, daß ein Pastor vor Gericht nicht anders behandelt werden kann als ein Zeitungs- redakteur. Es treffen ja auch bei ihm alle Bedingungen zu: Er hat öffentlich geredet. Er hat Worte gebraucht, deren beschimpfender Charakter ihm völlig bewußt war. Er hat vielleicht sogar nach solchen beschimpfenden Worten gesucht und sie gehäuft. Und er hat auch Anstoß gegeben. Er hat wirklich fromme Gefühle verletzt. Sollen wirklich die Grundsätze, nach denen Redakteur Wcstmeycr verurteilt ist, für die Zukunft allgemein maßgebend sein, dann ist, so absurd es erscheint, kein Pastor mehr vor dem Gefängnis sicher. Wohlgemcrkt, ganz einerlei, welcher kirchlichen Richtung er angehört, ob er„orthodox" ist oder„liberal". Oder doch, sicher ist jeder, der nüchtern und trocken redet, der„klug" und„vorsichtig" spricht, der nach der Schablone predigt, der immer nur in alten, ausgefahrenen Gleisen fährt, bei dem es absolut unmöglich ist, ihn mitzzuver- stehen. Aber wehe fortan jedem Prediger, vielmehr jedem, der in Schrift oder Rede warmherzig für die große Sache Jesu Christi ein- tritt, der nicht immer nach Schema? zu sprechen oder zu schreiben vermag, der auch einmal eigene Wege sich bahnt, der die alte heilige Wahrheit in ein neues, ungewohntes, auf den ersten Eindruck bc- fremdendes Gewand zu kleiden sucht, damit sie nicht gar zu gleich- gültig angehört wird, der freimütig für seine Ueberzeugung eintritt und auch auf die Gefahr des Mißverständnisses hin seinen ernsten Zweck verfolgt, der also eine kleine Ader hat von einem gewissen Volksredner aus alter Zeit, von dem es heißt:„Das Volk e n t- setzte sich über seine Lehre. Denn er predigte wie Einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten." Man soll diesen nierkwürdigcn Mann wegen seiner„aufrührerischen, gottcsläster- lichen" Reden nicht bloß gefangen gesetzt, man soll ihn deswegen sogar gekreuzigt haben." Uns scheint fast, als ob Pastor Dörries mit diesen seinen ganzen letzten Ausführungen auch gegen sich selb st ein Straf- perfahren wegen Gotteslästerung habe pro- dozieren wollen. So wenig wir gerade ihm die seelischen "Aufregungen und Qualen, die das im Gefolge hat, gönnten, ein Gaudium für Götter, nein, viel mehr, ein sitten- und strafgeschicht- lichcs Schauspiel ersten und unvergeßlichen Ranges würde es werden. Doch mag dem sein wie ihm wolle: Tapfer und vernichtend ist dieses ganze Vorgehen dieses Geistlichen, ehrenvoll für ihn, ehrenvoll für unseren Genossen, den Gotteslästerer Westmcher politische Gebevficht. Berlin, den 30. Dezember. Prelchentag. Am Freitag mußte sich der sozialdemokratische Parteitag für Preußen auf die Vormittagssitzung beschränken, da der Nachmittag dem Besuch des„Nachtasyls" im Kleinen Theater vorbehalten war. Als Ersatz ist der Sonnabend als ursprünglich nicht in Aussicht genommener vierter Tag hinzugefügt worden. Zunächst wurde die Debatte über das Kontraktbruch- Gesetz zu Ende geführt. Wieder traten die„Szenen aus dem Leben" der Landsklaven vor Augen. Linde und H a a s e gaben ans ihrer eigenen reichen Anschauung eindringliche Materialien zur Erkenntnis der Zustände in Ostpreußen. H ü t t m a n n- Frank- furt a. M. begründete einen Zusatz zur Resolution, der organi- satorische Anregungen forderte. Stein-Hanau erörterte ins- besondere die Haltung der Großbauern gegenüber den Knechten und Mägden, K a y s e r- Landsberg schilderte Einzelfälle. Körsten- Berlin wies auf den durch den Kontraktbruch-Entlvurf entstehenden Interessengegensatz zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern hin. Karl Liebknecht erzählte aus dem Leben seines Vaters, ivie unter dem Sozialistengesetz eine Landarbeitcr-Deputation zu ihm gekommen sei, die ihn gebeten habe, sich beim— Kaiser für sie zu verwenden, ein rührender Beweis für den Erlöserglauben auch der Gedrücktesten an die Mission der Sozialdemokratie. Nach einem Schlußwort Stadthagens wurde die Resolution mit einigen redaktionellen Aenderungen angenommen, ebenso ein Antrag, der sich gegen die Answeisungspolitik in Nordschleswig richtet. Nunmehr galt es, die unvergeßlichen Eindrücke der vorher- gegangenen Beratungen in der Frage des Wahlrechts zu per- arbeiten, zu vereinigen und abzuschließen. Dieser Aufgabe unterzog sich Genosse L e d e b o u r. der das Referat über das Landtags- Wahlrecht erstattete. Er begründete eine Resolution, welche die Be- seitigung des Herreuhauses und die Einführung des demokratischen Proportional-Wahlrechts für das Abgeordnetenhaus verlangte. Nach geschichtlichen, wirksam zugespitzten Erinnerungen erörterte er das elendeste aller Wahlsysteme und die kläglichen„Reform"-Ailträge der bürgerlichen Parteien. Unser Verhalten bei de» letzten Landtags- Ivahlen wurde gegen die Angriffe der bürgerlichen Parteien ver- teidigt. Besonders rechtfertigte unser Redner die Forderung des Frauen- Stimmrechts. Am Schluß sprach Ledebour über den von Bernstein ausgehenden Antrag, der das Verlangen einer lebhaften Wahlrechtsagitation in eine besondere Formel zu fassen sucht. In der Hast des Zum-Schluß-Kommens behandelte der Referent diesen Antrag mit einer gewissen Schärfe, indem er nicht zu billigende Andeutungen über eine angebliche Vorgeschichte des Antrags machte. Unter äußerst starkem Beifall schloß Ledebour seine Darlegungen, denen Sonnabend die Diskussion folgen wird. Alsdann werden auch die organisatorischen Fragen der preußischen Propaganda er- örtert werden. Die„Deutsche Tageszeitung" und die wahre Rot der Landwirt- fchaft. Die erschütternde Anklage wider die furchtbaren materiellen und sittlichen Zustände auf dein flachen Lande, die auf den» sozial- demokratischen Preußentag erhoben worden ist, hat der„Deutschen Tageszeitung" wenig Teilnahme entlockt. Das berufene Organ der Landwirte, das sich mit dem Motto„Für deutsche Arbeit in Stadt und Land" schmückt, gibt den umfassenden Bericht, der auf dein Preußeutag über ländliche Arbeiterverhältnisse erstattet worden ist, in dieser klassischen Weise wieder: Berichterstatter war Reichstags-Abgeordneter Stadthagen- Berlin. An der Besprechung beteiligten sich ein T i s ch l e r m e i st e r, Frau Apotheker Ihrer, Redakteur Adler, Rechts- a n w a l t Dr. Liebknecht und eine Frau saus dem Volke) Schulz. Ein Fachina, in war Schnitter S ch m i d t- S o u n e n b u r g. schilderte die Verhältnisse der Schnitter in Mecklenbur g. Kontraktbrnch komme nur dort vor, wo die Behandlung eine schlechte sei. Es gebe aber auch einsichtige Gutsbesitzer, die Schnitterhäuser, eigene Waschküchen usw. errichtet hätten. Bei diesen komme kein Kontraktbrnch vor. Im Winter sei die Lage des Schnitters so schlecht, da er im Sommer nicht so viel verdiene, daß es bis zum Winter lange.— Die Verhandlungen wurden dann auf Freitag früh vertagt. Singer kündigte an, daß die Delegierten sich darauf gefaßt machen müßten, auch noch am Sonnabend vormittag zu lagen. Nach der„Deutschen Tageszeitung" ist also das ganze Resultat der Verhandlungen das gewesen, daß die Lage des Schnitters in Mecklenburg im Winter schlecht sei. Die„Deutsche Tageszeitung" hat nur für die„Not" der Land- Wirte um Oldenburg-Januschau Herz und Verstand, d. h. für die „Not" jener landwirtichaftlichen Arbeitgeber, in deren Namen nicht Tischlermeister und Redakteure, sondern— Gymnasialprofessoren und Bankarchivare das Wort führen. Wie die Bourgeoisie die Anfänge der industriellen Arbeiterbewegung, so glaubt die hocvmütige Sippe ländlicher Arbeitgeber die Anfänge einer landwirtschaftlichen Arbeiter- bewegung und die bitter berechtigten Anklagen der Arbeiter einfach totschweigen zu dürfen. So sorgt man für den Schutz der deutschen Arbeit in Stadt und Land und für die Erweckung des viclberufencn „sozialen Enipfinden" in den Herzens christlicher Arbeitgeber.— Deutsches Studcntentum. In Heidelberg haben sich Studenten von der Verbindung„Suevia" lSwwaben) im Theater wiederholt wie die Buben benommen. Bald warfen die Jünglinge, die sich in ihrem Leben noch keinen Pfennig durch Arbeit verdient, die aber eine ganze Loge auf die Dauer gemietet haben, Groschen stücke auf die Bühne und in den Orchesterraum, bald störten sie die Vorstellung durch allerlei Lärm und Gegrunz. Da die llngezogenheit trotz Warnungen fortbetriebcn wurde, rügte der Theaterreferenr eines Heidelberger Blattes öffentlich dieses studentische Treiben. Was war die Folge? Auf der Redaktion erschienen Vertreter der„Suevia" und überbrachten dem Chefredakteur eine und dem Theatcrreferenren zwei Forderungen auf schwere Säbel! Diese goldene Jugend be- renk ihre blamablen Ungehörigkeiten, indem sie Bürgersleute, weil sie die Ungehörigkeiten rügen, zur Verletzung der Gesetze heraus- fordert. Aus solchen Bürschchcn werden aber bald hervorragende Stützen der StaatSerhaltung.— Die gefährdeten Militärintcressen. Aus Halle berichtet man uns: Aeußcrst„angenehm" gestaltete sich für die Vertreter der Presse wieder einmal vor dem Kriegsgericht der 8. Division die Verhandlung gegen den Reservisten Friedrich H e y s e aus Köthen, die zehn Stunden dauerte und wegen Gefährdung militärdien sr licher Interessen hinter verschlossenen Türen stattfand. Man iah der Sache mit Sorge entgegen, da Heyse am 27. August in der Kaserne in Bernburg bei dem Beginn einer vierwöchentlichen Hebung im betrunkenen Zustande höchst überflüssige Redensarten getan hatte. So hatte er vor versammelter Mann- schaft gesagt, er werde sich weder einkleiden noch schleifen lassen. Kleide man ihn dennoch ein. dann werde er aufrührerische Reden halten i die rote Fahne müsse gehißt werden. Heyse wurde damals sofort festgenommen und befand sich etwa vier Monate in Haft. Die Anklage lautete auf Erregung von Mißvergnügen mit erheb- lichem Nachteil?c. und der Ankläger beantragte zwei Jahre Ge- fängnis. Das Gericht sprach aber Heyse von"dem Verbrechen frei und verurteilte ihn nur wegen Trunkenheit im Dienst zu 14 Tagen Arrest. Auch die Urteilsbegründung war geheim.— Der verführte Pfarrer. Wie das„Oberschl. Tagebl." mitteilt, ist seitens der Kirchen- behördc Untersuchung gegen den Pfarrer L i s s e k in Groß» C h e l nr bei Myslowitz wegen Ehebruchs, verübt mit der Frau eines Freundes, eingeleitet worden. Der Fall, der in Oberschlesien großes Aufsehen erregt, ist durch die Begleitumstände sehr kenn- zeichnend für die Moral gewisser fromnier Seclenhirten. Ein Ein- gesandt im genannten Blatte gibt diese Schilderung: „Herr Pfarrer Lisjek liegt mit großem Erfolge germani- satorische» Bestrebungen ob ilvar Begründer eines Kriegervereins und im Besitze eines Dankschreibens vom— General Spitz. Red.), erfreute sich bis dahin einer großen Beliebtheit und ist bei Regierung und Behörde porsana grata. Das letztere beweist schon der Umstand, daß man ihm ein prachtvolles Palais zu seiner Benutzung in Groß-Chelm erbaut hat. Das Scheiden von seinem Amte, das dem Geistlichen sage und schreibe: mindestens 20000 Mark einbringt, fällt ihm ungemein schwer. Der Ehe- mann lebt, um Unannehmlichkeiten, die von jener Seite ausgehen, zu vermeiden, zur Zeit getrennt von seinen Kindern. Schmerzlich ist es für mich und alle Bewohner von Groß-Chelm, die zu denken verstehen, wenn wir sehen, daß der Mann, der es gewagt hat. eine ganze Familie unglücklich zu machen, der von der Heiligkeit der Ehe salbungsvoll predigt, sich selbst aber mit leichten Worten ohne Gewiffensbedenken darüber hinwegsetzt, nach wie vor noch in seinem Amte wirkt. Aus den Brieten der beiden Schuldigen geht deutlich hervor, daß nach dem Grundsatz des kanonischen Rechts gemeiner Ehebruch gefolgert werden muß. Die Ehescheidung ist in die Wege geleitet. Es steht zu erwarten, das; der Pfarrer auch wegen Ehebruches, eines Vergehens, auf das bekanntlich Gefängnis steht, von den ordentlichen Gerichten zur Verantwortung gezogen wird. Wie unedel hat er gehandelt! Die, die ihm ihr alles gegeben, überhäuft er mit Schimpf und Schande, beschuldigt er der Verführung und schildert sie(in dem Briese an den Ehemann) in den schwärzesten Farben, anstatt nach seinem pikanten Abenteuer sich als ganzer Mann zu zeigen und ohne Erwägung für sie ein- zutreten und die Konsequenzen aus seiner Handlungsweise zu ziehen. Wenn ihm noch ein Funke von Ehrgefühl innewohnte, so inüßte er selbst das Konsistorium bitten, ihn so schleunigst wie möglich von seinem Amt, das er besudelt, zu suspendieren.... Aber die Art und Weise, wie sich Lissek nach der Tat benimmt, schreit zum Himmel. Jetzt, nachdem er ein schwaches Weib verführt und i«S Verderben gebracht, jetzt macht er den eigenen Manu dafür verant- wortlich, daß er ihn vor feinem Weibe nicht gewarnt, und nennt dicGc- nossin seines Vergehens eine Circe! Er, der das arme Weib wie eine Zitrone ausgepreßt(man spricht auch— Privatbriefe an die Frau ergeben das— von finanziellen Opfern, die sie ihm gebracht), schleudert sie jetzt von sich wie einen nassen Sack und sucht sich als die verfolgte Unschuld hinzustellen. Statt dessen bleibt er ruhig im Dorfe, als ob nichts geschehen, ja, predigt noch von der Kanzel herab gegen die Familie, der er die Ruhe geraubt. Schon hat sich der Bevölkerung eine gewisse Unruhe bemächtigt. Was soll werden, wenn erst der ganze Sachverhalt bekannt wird?" Wie dieses Eingesandt mit Recht betont, ist das Ekelhasteste des frommen Falles nicht in der Tatsache zu finden, daß ein Pfarrer dem Cölibat zum Opfer fällt, sondern in der feigen und gemeinen Gesinnung, die sich in der Beschimpfung des Weibes bekundet. Am 21. November hatte der Gutsbesitzer und Amtsvorsteher von Groß- Chelm seine Galtin im intimsten Beieinander mit dem Geistlichen ertappt, und am 1. Dezember schrieb dieser an den Amtsvorsteher einen Brief mit der Anrede:„Mein lieber, guter Paul", in dem u. a. zu lesen war: „Ich leide und dulde schweigend und gräme mich zu Tode darüber, daß mich mein Freund verkennt und verdammt. Wenn Du wüßtest, wie sich die ganze Sache eigentlich verhält, würdest Du mich nur bedauern, daß ich einer Person(gemeint ist die ver- führte Frau! D. Red.), die sich nie beherrschen konnte, zum Opfer- gefallen bin. Vor dieser Person, die Du ja eigentlich besser kennen muhtest, h ä t t e st D u mich eigentlich warne» müssen. Ich habe nämlich in meiner Einfalt auch dieser Person gegenüber immer edel gehandelt... Warum soll denn gerade ich dieser Person zum Opfer fallen? Wäre ich freilich über dieselbe ebenso gut unterrichtet gewesen, wie ich es heute bin, es wäre nicht so weit gekommen. Es hätte aber noch schlimmer kommen können, wenn ich allen Vor- spiegelimgeit Deiner Frau Glauben geschenkt hätte. Mein lieber Paul, ich werde, so lange mich Deine Frau nicht öffentlich angreift, selbstverständlich zu allem schweigen. Dir als einem durch und durch edlen, biederen Charakter mute ich einen solchen Angriff gar nicht zu. Sollte sich aber Deine Frau in ihrem wahren, vor keiner Schlechtigkeit zurückschreckenden Charakter auch mir gegenüber zeigen, dann bin ich moralisch gezwungen, meine in den tiefsten Schmutz und Mist getretene Ehre und die Ehre meines Standes zu schützen, was mir durchaus nicht schwer fallen wird. Meine vorgesetzte Behörde wird mich, wenn ich ihr den wahren Sachverhalt schildere, nur noch lieber gewinnen und mich noch mehr achten. Welchen Kummer, welche Schmach hätte ich derselben bereitet, wenn ich auf die wahnsinnigen Wünsche einer weiblichen. hysterischenPerson eingegangen wäre! Ich will lieber alles Kreuz über mich ergehen lasten, als meinem Berufe untreu werden... Was werden die Regierung und das Ministerium selbst dazu sagen, da sie gerade mir zu Liebe das große Pfarrhaus bauen ließen... Ich kann hier doch nicht wie ein Dieb aus einer Parochie fliehen, in der ich kein Verbrechen begangen habe... Der liebe Gott wird Dir über alles hinweghelfen und Dich segnen, wenn Du Ruhe und Geduld bewahrst. In treuer Wertschätzung Dein alter, stets dankbarer Aler." Ganz abgesehen davon, daß nach dem vertranenswerter er- scheinenden Geständnis der Frau der alte dankbare Alex seit langem systematisch die Verführung zum Ehebruch betrieben hat, offenbart dieser Brief eine so niedrige Gesinnung und ein so ungeheueres Maß der Unschuldsheuchelei, wie es ein Mensch nur in sehr dauerhafter Uebung erworben haben kann.— Lchrerfürsorge in Württemberg. Stuttgart, 28. Dezember. Man hat Württemberg als den„evangelischen Kirchenstaat" be- zeichnet. Nicht mit Unrecht. Heute noch ist in der ganzen Staats- Verwaltung der Einfluß der Prälaten zu verspüren, auf deren Wünsche stets die besorgteste Rücksicht genommen wird, wie in den letzten Tagen sich wieder bei Besetzung der Lehrkanzel für Literaten an der Stuttgarter technischen Hochschule zeigte. Dic� Ernennung des ftüheren rationalistischen Theologen Christoph Schrempf, der voni Profesiorenkollegium prirno Ioco in Vorschlag gebracht worden war, unterblieb aus Rücksicht auf die Empfindlichkeit der evangelischen Orthodoxie, die befürchtete, daß Schrempf den Lehr- stuhl zur Verbreitung seines„Skeptizismus" gebrauchen werde, und über die Köpfe des Professorenkollcgiums hinweg wurde Professor Otto Harnack vom Unterrichtsministerium an die Technik berufen. Wenn irgendwo, so gilt in Württemberg für das Kultus- und Unterrichtsministerium der Nachtwächterrnf Dingelstedts: Hört Ihr Herren und laßt Euch sagen: Der Kulturs hat den Unterricht erschlagen. Ziffcrnniäßig drückt sich das im Abschnitt„Kultdepartement" des neuen Etats aus. Für Aufbesserung der Gehälter der Lehrer und G e i st l i ch e n sind da im ganzen 1 1ö0 000 M. vorgesehen. Davon entfallen auf die evangelischen Geistlichen 300 000 M., auf die katholischen 150 000 M., auf die Volksschullehrer und Lehrerinnen 073 000 M. Nach den anttlichcn„Erläuterungen" zu der letzten Gehalts- aufbefferung der Geistlichen waren im Lande auf evangelischer Seite 1123, auf katholischer Seite 807 Geistliche, sagen wir also zusammen rund 1950 Geistliche. An VolkSschnllehrern aber find rund olöO vorhanden. Es kommen nun als Aufbesserung auf 1950 Geistliche 450 000 M. lauf einen Geistlichen 230 M.), auf 5150 Lehrer 673 000 M.(auf einen Lehrer 130 M.j. Würde die Aufbesserung der Geistlichen auf die Lehrer angewendet worden sein, so hätte für diese eine Summe von 1 188 400 M., atso 450 000 M. mehr, ausgeworfen werden müssen i und hätte der Maßstab der Lehreraufbesserung auch für die Geistlichen gegolten, so hätten 254 825 M.. also rund 200000 M. weniger genügt. Durch die Verkoppelnng der Lehrergehalts- und Geistlichen- gehalts-Aufbeffernng soll die Abgeordnetenkammer gezwungen werden, die e r h e b l i ch e'Besserstelliing der Geistlichen, denen erst vom vorigen Landtag- eine Ausbesserung bewilligt worden ist, zugleich mit der völlig unzureichenden der Volksschullchrer anzunehmen: die eine steht und fällt mit der anderen. Der„Staats-Anzeiger" fährt heute gegenüber den„voreiligen Lamentationen" über die Zurück- setzung der Lehrer mit der Tementierspritze aus und meint, es sei gar nicht gesagt, daß auch die 1500„unständigen" Lehrer(Hülfslehrer und Unterlehrer) in die Aufbesserung mit einbezogen seien. Für diesen Fall rechnet er eine Aufbesserung von 190 Mark für jeden Haupt- lchrcr heraus. Aber auch dann noch würden die evangelischen Geistlichen eine um 40 P r o z. höhere Ausbesserung erhalten als die Volksschullehrer. Außerdem würde die Nichiberücksichligung der„Unständigen", die heute 700 beziehungsweise 800 M. Jahres- einkommen haben, ein schweres Unrecht gegen diese bedeuten. Es ist begreiflich, dnß über diese WeihnachtSüberraschnng helle Ent- rüstung unter den württembergischen Lehrern herrscht.— Leutweiu in Hainburg. Der Ex-Gouvcrneur von Südwestafrrka, Oberst Lentwein, ist am Freitag in Hamburg eingetroffen. August Scherl hat ihn schleunigst interviewen lassen, Lentwein war indes ziemlich zugeknöpft. Ueber die Aeußerungen des Majors F r a n? o i s erklärte er, sich nicht äußern zu wollen. Gesprächiger war er über den W i t b o i- A n f st a n d. Wenn aber der Scherl- Interviewer seine Auslassungen richtig wiedergegeben hat, so hätte Lentwein entschieden besser getan, auch über diesen Punkt zu schweigen, denn das, was er gesagt haben soll, zeugt gerade nicht von jenem tiefen Verständnis für die Psyche und die Lage der Eingeborenen, das man gerade bei Leutivein voraussetzen zu sollen glaubte. Der Schcrl-Reporier berichtet: „Ueber Hendrik Witboi meime Oberst Leutwein:„Der Alte ist nicht mehr Herr seiner Leute und seiner Sinne l Sonst wäre sein Abfall nicht denkbar!" I n t e r c s s a n t ist, daß. als Leut- wein ihn nach den ersten Ansiedler-Ermordnngen sagen ließ, für jeden weiteren Merd würde einer der 80'Gr- fangcncii(jetzt in Togo interniert) erschossen werden, Hendrik Witboi entgegnete: Er(Leutwein) möge diese Gefangenen frei- geben, denn sie hätten keinen Anteil an seinem(Hendriks) Werk. Etwas half. diese Drohung aber doch. Bald darauf fiel den Witbois ein Dentfche'r in die Hände und sie brachten ihn sofort auf von uns besetztes Terrain und gaben ihm seine Freiheit. Als Lentwein schriftlich bei Hendrik anfragte, wie er dazu komme, plötzlich„Rebell" zu lverden. antwortete er mit einem Schwulst von Fragen, zwischen die er wiederholt eingestreut hatte:„Nennen Sie mich nicht Rebell."— Der Oberst vermutet, daß zu der plötzlichen Auf- lehmnig der Witbois sehr wesentlich die übertriebenen und falschen Darstellungen jener 19 Witbois bei- getragen haben, die vor dem Kampfe ani Water- berg vor uns ausrückten. Sie erzählten, die Deutschen kämen nicht vorwärts und vermochten die Hercros von dem Water- berq nicht zu vertreiben." Köcshalb Witboi in den Aufstand trat, ist längst fest- gestellt worden: durch die offen angekündigte Entwaffnimg der Witbois! Und deshalb, weil Witboi Unabhäiigigkeitsgefühl genug besaß, der Versklavung den Kamps bis zum letzten Atemzuge vorzuziehen, soll er nicht mehr Herr seiner Sinne sein! Die Berichte über die geringen Fortschritte d« Truppen mögen allerdings den Entschluß gefördert haben, allein seine Haupt Ursache waren sie schwerlich l— Husland. Die Verfassungsbewegung in Rußland. Südwestafrika. Einbernahme der verschiedenen Interessengruppen betr. die Instruktion| Frauen rechtzeitig ärztliche Hülfe aufsuchten und diejenige Behand Berlin, 30. Dezember. Amtliche Meldung. General Trotha für die Handelsvertrags- Unterhandlungen bezw. für die Gestaltung lung eingeleitet würde, welche von der modernen Frauenheilkunde meldet aus Bindhuk unterm 29. Dezember: Am 27. Dezember des Gebrauchstarifs. Der Arbeiterbund verlangte eine Bertretung, er verlangt wird. Der Leiter der Königsberger Frauenklinik, Professor überfiel eine Patrouille der 2. Kompagnie Regi- wurde mit seinem Begehren aber abgewiesen. Weiter beleuchtete er die Winter,**) hat das Verdienst, in ebenso nachdrücklicher wie geschickter ments 1 auf dem Rückweg von Maltahöhe nach Gibeon eine Erhöhung der Fleischzölle, die zu einer erheblichen Verteuerung des Weise den Kampf gegen den mörderischen Feind eröffnet zu haben, Witboiwerft bei Tsub- Garis. 12 Witbois fielen, 1000 Stück wichtigsten Nahrungsmittels und zu einer empfindlichen Verschlechterung indem er sich mit belehrenden Flugblättern an sämtliche Aerzte und Kleinvieh wurden erbeutet. der Volksernährung führen wird. Seit 1866 ist der Preis für das Hebammen der Provinz Preußen und durch aufklärende Artikel in Hamburg, 30. Dezember. Mit dem Postdampfer„ Lucie Woer- Pfund Rindfleisch von 56 auf 90 Rappen gestiegen, die neue Zoll- der Tagespresse der Provinz an die Frauen selbst wandte. Das mann" traf heute auch der aus Deutsch- Südwestafrifa zurückkehrende erhöhung wird ihn auf 95 Rappen oder 1 Frank steigern. Abnahme energische Vorgehen des menschenfreundlichen Arztes verdient alle Transport verwundeter und erkrankter Krieger der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheit und Tod, Abnahme der Anerkennung und Förderung auch seitens der Arbeiterpresse, und ein, bestehend aus 10 Offizieren und 10 Unteroffizieren und Mann- wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, der Volkskraft, der Wehr- insbesondere die„ Gleichheit" als das für Arbeiterinnen geschriebene schaften. fähigkeit wird die Folge davon fein. Und bei alledem und von Arbeiterinnen gelesene Organ ist berufen, für weiteste BerBerlin, 30. Dezember.( Amtliche Meldung.) An Typhus wird damit der Landwirtschaft erst nicht geholfen, denn die breitung der Veröffentlichung Winters, für möglichste Aufklärung gestorben ist der Reiter Karl Heimann, geboren am Erhöhung der Preise der landwirtschaftlichen Produkte bewirkt eine über Entstehung und Bekämpfung dieses schrecklichen Frauenleidens 6. April 1883 zu Krelfau, am 25. Dezember im Lazarett Epukiro. Erhöhung des Verkehrswertes des landwirtschaftlichen Betriebes und in ihrem Leserkreis zu sorgen. am Ende ist die gleiche Misere wieder da. Die Viehzölle werden Die Heilkunde kennt zurzeit nur ein radikales Heilmittel für sogar den Kleinbauer noch rascher proletarisieren, den Profit davon den Krebs, die frühzeitige Operation, ein innerliches Wittel gegen haben einzig die Großbauern. Der zarten Fürsorge für die Land- das tödliche Leiden befizen wir bis jetzt nicht. Es fommt alles wirtschaft stellte Greulich die Mißhandlung der Arbeiter durch darauf an, möglichst frühzeitig den Krebs zu erkennen und zu enteenselben Staat gegenüber. deren Bestrebungen nach Ver- fernen. Da es der legalen Presse verboten worden ist, Resolutionen von besserung ihrer Verhältnisse durch Militäraufgebote nieder- Ist der Krebs festgestellt, so ist keine Zeit zu verlieren, es muß Banketten und Versammlungen der Semstwos mitzuteilen, in denen Gewicht für die Landwirtschaft und für die Arbeiter und heißt es ieder Woche, die gezögert wird, schlechter; sind erst die Nachbarorgane geschlagen werden. So es ztveierlei Maß und sofort operiert werden. Die Aussicht auf dauernde Heuung wird mit die allgemeinen politischen Verhältnisse Rußlands berührt werden, nicht mehr: Bauer, das ist etwas anderes, sondern: Arbeiter, erkrankt, so ist die Operation überhaupt nicht mehr vorzunehmen so treffen nunmehr Nachrichten über solche Kundgebungen verspätet Sas ist etwas anderes. Der Vertrag wurde schließlich mit und die Kranke verloren. und zunächst in unvollkommener Weise ein. Es ist daher erst jetzt 127 gegen 9 Stimmen( 4 Sozialdemokraten und 5 waadtländische bekannt geworden, daß in einer Reihe von Gouvernements- Semstwo- Weininteressenten) angenommen. Versammlungen, und zwar in denen von Kaluga, Jaroslaw, Orel, Im Ständerat wurde der Vertrag als der beste bezeichnet, Poltawa und Tschernigow Adressen an den 3aren beschlossen der bisher mit Italien abgeschlossen wurde, und sodann mit worden sind, in denen, wie aus den Andeutungen der liberalen Presse 38 Stimmen einmütig angenommen. hervorgeht, eine Verfassung verlangt wird. Das Semstwo des Gouvernements Cherson hat sich darauf beschränkt, die Genehmigung periodischer Kongresse von Semstwodelegierten zur BeMinisterkrise wegen des Neutralitätsbruchs. sprechung der allen Semstivos genteinsamen Angelegenheiten nachzusuchen. Kopenhagen, 30. Dezember.( Privattelegramm Der Beginn der Session einer Reihe anderer Gouvernements- Semstwo- des Vorwärts".) Die Neutralitätsaffäre ruft hier eine bersammlungen steht noch bevor. Der Wortlaut der Beschlüsse der immer größere Aufregung hervor. Sie hat zu einer Ministereinzelnen Semſtwos betreffend die Verfassung liegt noch nicht vor, frise geführt. Der Fall des Kriegsministers Madsen ist und es kann noch nicht darüber geurteilt werden, ob sie mit der ges wahrscheinlich. bührenden Würde und Schärfe gefaßt worden sind. Diese läßt jedenfalls die Depesche an den Minister des Innern vermissen, welche das Semstwo in Poltawa gleichzeitig mit der Adresse an den Zaren beschloß. Die heuchlerischen Phrasen des Swiatopolk- Mirsky, mit denen er das„ Vertrauen“ der Regierung zur Gesellschaft verkündete, werden in der Depesche als„ Anfang einer längst ersehnten Einigung" gepriesen, welche die„ Bürgschaft einer machtvollen Entwickelung Rußlands und die Morgenröte einer glücklichen Zukunft" ist. Das Semstwo in Jaroslaw hat nach der Adresse an den Zaren auch eine Sympathiedepesche an Kuropatkin geschickt. Bei einer so untonsequenten Haltung kann man natürlich niemand großen Respekt einflößen. Die legale Presse berichtet, daß am 18. Dezember in Charto to ein Bankett von über 500 Personen unter dem Vorsitz des Professors Dwsjanito- Kulikowsky stattgefunden hat; am folgenden Tage fand in Rostow am Don aus Initiative der dortigen Rechtsanwälte ein Bankett statt, an dem auch ca. 500 Personen, darunter Delegierte von den Rechtsanwälten aus drei umliegenden kleinen Städten, teilnahmen. Näheres über den Verlauf beider Bankette wagt die Presse nicht zu bringen. Die Rechtsanwälte von Jekaterinoslaw beglückwünschten das Semstwo von Kaluga; zu seiner Adresse an den Zaren, die Moskauer Rechtsanwaltsgehülfen( d. H. die Rechtsanwälte, die ihren Beruf weniger als fünf Jahre ausüben) sandten eine Sympathie- Adresse an den Fürsten Galizyn, der zur Verantwortung gezogen worden ist, weil er in der Moskauer Stadtverordneten- Versammlung die Abstimmung zugunsten einer Verfassung zuließ; gegen 300 Personen gaben ihre Unterschrift unter diese Adresse. Am folgenden Tage, nach dem Bankett in Charkow, verbot der Gouverneur dieser Stadt unter Strafandrohung weitere Versammlungen zur Besprechung öffentlicher Angelegenheiten. In Odessa sind die Sigungen des literarisch- künstlerischen Vereins, die jeden Donnerstag stattfanden, verboten worden. " Dänemark. Afien. Leider wird dieser günstige Termin für die Heilung des Gebärmutterkrebses in den meisten Fällen versäumt, und die Zahl der Dauerheilungen ist darum eine so geringe: 90 Proz. der erkrankten Frauen fommen so spät zum Operateur, daß eine Hülfe nicht mehr möglich ist, und zwar sind es in der weitaus größten Zahl der Fälle die Sünden der Frauen selbst gegen ihren eigenen Körper"( Winter), welche die Verschleppung verschulden. Die Frauen holen ärztlichen Rat zu spät ein oder befolgen den Rat zur Operation gar nicht oder nicht rechtzeitig genug. Von 1062 von Winter zusammengestellten Fällen von Gebärmutterkrebs in Deutschland säumten 927, also 87 Broz., zu lange, von einem Monat bis zu über einem Jahre nach dem Auftreten der ersten Symptome des Leidens, bevor sie ärztlichen Rat einholten. Neben Unfenntnie und Gleichgültigkeit für alles, was am eigenen Körper vor sich geht, sind es das Schamgefühl vor dem männlichen Arzte, die Furcht vor der Untersuchung und der Mangel an Zeit und Geld für die Konfultation, welche diese schwere Unterlassungsfünde verschulden. Ga ist darum kein Wunder, daß die Städterin und insbesondere die günstiger gestellt ist gegenüber der Landbewohnerin und insbesondere wohlhabende Dame nach den Feststellungen Winters auch hierbei viel der armen Frau; die letztere entschließt sich ungleich schwerer, zum Arzte zu gehen, und hat sie's endlich getan und den Rat erhalten, sich schleunigst operieren zu lassen, so treten wieder Mangel an Zeit und Geld störend dazwischen. Der indische Nationalfongreß begann am 26. Dezember in Bombay. Gegen 1000 Delegierte sind aus allen Teilen des Niesenlandes zu beraten. Henry Cotton, zum Präsidenten des Kongresses reiches herbeigeströmt, um über das Wohl und Wehe ihres Vatergewählt, spricht in einer zündenden Rede von den Rechten und Freiheiten, die dem indischen Volke durch die Proklamation des Jahres 1858 verheißen, aber noch bis heutigen Tages nicht eingeräumt worden sind! Die englische Politik wird einer vernichtenden Kritik unterzogen, es wird der Plan einer indischen Selbst- Erst wenn jede Frau weiß, daß der Krebs durch eine Operation regierung entworfen und die Schaffung der Vereinigten heilbar ist, und zwar nur dann, wenn unmittelbar nach den ersten Staaten von Indien" gefordert, in deren Verwaltungskörper Beichen der Erkrankung operiert wird; erst wenn jede Frau dieses das englische Element nach und nach durch Eingeborene ersetzt werden erste Zeichen des Gebärmutterkrebses tennt, und wenn jede Frau es folle. als ihre Pflicht gegen sich und ihre Angehörigen betrachtet, sich bei den ersten verdächtigen Symptomen ärztlich untersuchen zu laffen, erst dann sind wir am Ziele"( Winter), der Ausbreitung der Krebserfrantung unter unseren Frauen wirksam zu begegnen. Amerika. " Das Endergebnis der amerikanischen Wahlen. " Welches sind aber die ersten verdächtigen Symptome des Krebses? Ausfluß tritt dagegen häufig schon sehr frühzeitig auf; er hat durch Blutbeimengungen nicht selten eine rötliche Farbe fieht fleischwasserartig" aus und hat meist schon sehr früh einen recht unangenehmen Geruch. Nach der offiziellen Zählung sämtlicher Stimmen bei der letzten Präsidentenwahl wären die ersten Schätzungen des Nationalsekretärs der Partei in Chifago zu hoch gewesen. Dagegen wird jetzt beSchmerzen, das ist vorauszuschicken, fehlen im Beginn der Krebshauptet, daß tausende von Stimmen, die für Debs abgegeben erkrankungen fast stets; fie pflegen sich erst einzustellen, wenn das wurden, unterschlagen wurden, besonders in den Südstaaten, so Leiden unheilbar geworden ist, und zwar dann in einem Maße, daß 3. B. in Teras. Durch die noch nicht genügend ausgebildete Organi- allein hierdurch schon das Leiden der Krebskranken sich zu einem möglich und sie muß es dulden, daß sie sehr häufig um Stimmen sation ist der Partei eine Ueberwachung bei der Zählung meistens under qualvollsten und furchtbarsten gestaltet. betrogen wird. Trotzdem gibt der offizielle Bericht eine Stimmenzahl von 392 857 Stimmen für Debs an und für Corrigan, den Kandidaten der Sozialistischen Arbeiterpartei, 33 519. Debs steht an dritter Stelle in dem Gesamtresultat. Swallow, der Kandidat der Prohibitionisten, erhielt 248 411, und Watson, der Kandidat der Populisten, 124 381 Stimmen. sein, wenn sich vielleicht auch die ersten hohen Erwartungen nicht erDie Sozialdemokraten können zufrieden füllten; ihre Agitation hat in den letzten vier Jahren reiche Früchte getragen. getragen. Im Jahre 1900 erhielt Debs 98 424 und der Kandidat der Sozialistischen Arbeiterpartei 33 450 Stimmen. Das Gesamtvotum war diesmal etwas geringer als 1900. Es betrug vor vier Jahren 13 967 299 und diesmal 13 533 820 Stimmen. Das wichtigste und bedeutsamste Zeichen des beginnenden Krebses find aber unregelmäßige Blutungen aus der Scheide. Auch schon das„ Unwohlsein"," die Periode" auftritt, achten unsere Frauen leider während der Zeit, in der im allgemeinen regelmäßig alle vier Wochen viel zu wenig auf Abweichungen von diesem regelmäßigen Berhalten: von Rechts wegen sollte jede Frau, bei der ein vorzeitiger Abgang von Blut aus der Scheide erfolgt oder bei der gar der regelmäßige Ablauf der Periodenblutungen durch unregelmäßige Blutungen ganz gestört wird, sofort den Arzt in Anspruch nehmen und sofort ihrerseits auf die Vornahme einer inneren Untersuchung dringen. Sehr oft wird dann in diesen Fällen ein Krebs als die Ursache dieser unregelmäßigen Blutungen rechtzeitig festgestellt werden, und dann Vom ostasiatischen Kriegsschauplage. wird die rechtzeitig vorgenommene Operation fast stets dauernde Die Eroberung des Forts Erlungschan Die Petersburger Zeitung„ Nascha Schisn" erhob im Leitartikel der Nummer vom 21. Dezember Protest dagegen, daß in den Stadtverordneten- Versammlungen in Petersburg und Saratow die Vorfizenden auf Befehl von oben die Annahme von Resolutionen über die politischen Verhältnisse verhindert haben. In derselben Nummer wird in einem Artikel, betitelt Vater und Sohn", geschildert, wie ein Vater, der bisher stets seinem Sohne abgeraten hatte,„ mit dem scheint einen ganz bedeutenden Erfolg der japanischen BeKopf durch die Wand zu rennen", tief erschüttert sehen mußte, wie lagerungsarmee darzustellen. So meldet ,, Daily Expreß" sein Sohn nach einer Straßendemonstration blutüberströnt nach aus Tokio vom 29. Dezember: Hause gebracht wurde. Die undurchdringliche Mauer, die bisher Die Wegnahme des Forts Erlungschau gibt den Japanern den Vater vom Sohne getrennt hatte, war nun gestürzt." Für die Herrschaft über die Bahn fast bis nach Port Arthur hinein diese beiden Artikel erhielt die Zeitung die erste Verwarnung.- und macht es ihnen leicht, eine große Armee zum letzten Sturm zusammenzuziehen. Die Russen halten nur noch fünf wichtige Desterreich- Ungarn. Forts, nämlich Sung Wangfa, Sungtschau, Antsuschan und Wien, 30. Dezember. Verschiedenen Blättern zufolge erschien Itseschan. General Nogi greift die beiden letzteren Stellungen Ministerpräsident Dr. v. Koerber heute neuer- energisch an. dings beim Kaiser in Audienz um über laufende An" gelegenheiten zu berichten. Die Blätter melden ferner, daß heute Tokio, 30. Dezember. Amtliche Meldung. Von der Belagerungseine weitere Besprechung der Minister zur Angelegenheit der armee vor Port Arthur wird gemeldet, daß die Einnahme des Forts Handelsvertragsverhandlungen stattfand, an welcher Erlungschan in der Nacht des 28. Dezember vollständig sicher gestellt Graf Goluchowsky, Ministerpräsident Dr. v. Koerber sowie die war. Erbeutet wurden von den Japanern 4 Geschütze großen und beiderseitigen Handels- und Ackerbauminister teilnahmen. Die 7 Geschütze kleinen Kalibers sowie 30 37- Millimeter- Geschütze und österreichischen und ungarischen handelspolitischen Referenten werden 2 Maschinenkanonen. fich am Montag zur Fortsetzung der Verhandlungen nach Berlin begeben.Schweiz. Heilung bringen können. Namentlich aber achten während des" Wechsels" und nach demselben unsere Frauen viel zu wenig auf Unregelmäßigkeiten der Blutung. Treten während der Wechseljahre, statt daß die Blutungen verschwinden, häufigere und stärkere Blutabgänge ein, so ist sofort feltener und schwächer werden oder auch mit einem Schlage ganz der Arzt zu Rate zu ziehen und sofort auf die eingehendste Unterfuchung zu drängen. Und dasselbe gilt erst recht, wenn Monate oder gar Jahre nach dem völligen Aufhören der Regel" wieder Blutabgang aus der Scheide erfolgt. In den Fällen dieser beiden letzten Gruppen ist es zumeist ein Krebs, der die unregelmäßigen Blutungen bewirkt, und deshalb ist schleunigstes Eingreifen notwendig. Noch eines Zeichens ist zu gedenken! Tritt bei einer Frau ohne erkennbare andere Ursache plöblich nach dem Geschlechtsverkehr ein Abgang von Blut oder blutig gefärbter Flüssigkeit aus der Scheide ein, so sollte diese Frau unbedingt, womöglich innerhalb 24 Stunden, den Arzt aufsuchen und eine Untersuchung fordern. Denn das ist ein fast sicheres Zeichen des Gebärmutterfrebses. die Es ist kein Unglück, wenn bei Befolgung dieser Vorschriften viele Frauen unnötig untersucht werden, aber es ist ein furchtbares UnPetersburg, 30. Dezember. Wie„ Ruß" meldet, beschloß die glück, wenn auch nur bei einer, welche einen beginnenden Krebs an russische Marineverwaltung in den nächsten fünf Jahren 8 Geschwader- der Gebärmutter hat, dieser nicht rechtzeitig erkannt wird und zur Panzerschiffe vom„ Slava"-Typus, 8 Geschwader- Dampfer, 12 Kreuzer, Operation kommt. Denn diese Unglückliche ist damit dem qual= Der schweizerisch- italienische Handelsvertrag vor der schweizerischen 50 Torpedobootzerstörer und 100 Torpedoboote und Untersee- bollsten Tode verfallen, den man sich denken kann. Von den furchtBundesversammlung. Torpedoboote, 10 Minentransportschiffe und 4 Werkstätten- und baren Schmerzen beim Fortschreiten der Krankheit Schmerzen, andere Transportdampfer erbauen zu lassen. Die Kosten sind mit die selbst den größten Morphiumgaben häufig troben haben wir Bern, 26. Dezember.( Eig. Ber.) 400 Millionen Rubel bemessen. bereits gesprochen. Aber das ist noch nicht alles. Der Ausfluß Die Wintersession der Bundesversammlung ist nach dreiwöchiger siehe oben- nimmt bald an Menge ungeheuer zu und bekommt Dauer wieder geschlossen worden, nachdem sie noch den schweizerischitalienischen Handelsvertrag genehmigt hatte. Derselbe beschäftigte wird dem" Standard" gemeldet: In hiesigen einfluß- Umgebung geradezu zum Ekel wird. Dazu kommt häufig unLondon, 29. Dezember.( Bureau Laffan.) Aus Petersburg babei einen furchtbaren Geruch, so daß die Kranke sich und ihrer den Nationalrat in zwei Sigungen. Von den Rednern der bürger- reichen" Kreisen gewinnt der Gedanke Boden, Admiral willfürlicher Harn- und Stuhlabgang und nun bedenke man, lichen Parteien wurde er als großer Erfolg gefeiert, unzufrieden tosch de st wensty zurückzuberufen, bevor sein Geschwader wenn das sich im Proletarierheim ereignet, wo die ganze doch oft mit ihm waren einzig die Vertreter der landwirtschaftlichen von einer Katastrophe ereilt wird. Die Besorgnis über den Aus- recht zahlreiche Familie auf Stube und Küche angewiesen ist! De Intereffen und zwar wegen des Weinzolles, der ihnen mit 8 Frank gang eines etwaigen Busammentreffens des Geschwaders mit den hält die treueſte Gatten- oder Kinderliebe nicht stand; gebieteriſch pro hektoliter nicht hoch genug ist. und vom medizinischen Standpunkt mit Recht japanischen Kriegsschiffen tritt in schärferer Form zutage. Die drängt sich Bekämpft wurde der Vertrag von unseren Genossen Greulich Marineblätter empfehlen jezt dringend Dispositionen, wonach Admiral Notwendigkeit auf, die Kranke dem Kranken- oder Siechenhaus zu und Vogelsanger, während Dr. Brüstlein dafür stimmte Roschdestwensty die Ankunft des britten Ostsee- Ge- überantworten, um dort fern von ihren Lieben unter den größten und der ebenfalls der sozialdemokratischen Fraktion angehörende ich to abers abwarten sollte, anderenfalls befürworten sie Qualen, bei häufig recht mangelhafter Pflege auch dort hat man Regierungsrat Scherrer St. Gallen für den Vertrag bie zeitweilige Rüdtehr des Geschwaders in die europäischen solche Kranke nicht sehr gern ihre Tage zu beschließen. Und darum redete und stimmte und zwar in Anbetracht der Reduktion der Gewässer. muß es Allgemeingut der Frauen werden, daß bei den geschilderten Industriezölle, die auch der Arbeiterschaft zugute komme und weil Zeichen, insbesondere also bei rötlichem Ausfluß und bei Blutungen ferner die Agrarzölle fich in gewissen Schranken fie find verohne Zusammenhang mit der Regel eine fofortige innere Unterdoppelt und verdreifacht!- halten". Man fann natürlich jeden Standpunkt begründen, da aber die gesamte Arbeiterschaft gerade suchung durch den Arzt vorgenommen werden muß. gegen die ungeheuerliche Erhöhung der Agrarzölle Stellung genommen, waren alle ihre Vertreter, deren es ja leider sowieso nur sechs sind, berpflichtet, gegen einen Vertrag mit so hohen Zöllen zu ſtimmen. Von Dr. Kurt Freudenberg und Dr. J. 3 adet- Berlin. Zur Unterstützung der bürgerlichen Politit brauchen die Arbeiter Alljährlich sterben im Deutschen Reiche 10 000 bis 15 000 Frauen feine Vertreter in das Parlament zu entfenden, ihre bürgerliche am Gebährmutterkrebs, und diese Zahl steigt anscheinend noch bePolitit machen die bürgerlichen Politiker schon selbst. Eine längere ständig an; die meisten könnten gerettet werden, wenn die erkrankten und wirksame Rede hielt Greulich. Er erinnerte daran, daß er für den ursprünglichen bundesrätlichen Zolltarif als Kampftarif eintrat,*) Die verehrlichen Krankenkassenvorstände werden darauf aufimmerhin aber einzelnen Positionen, wie dem erhöhten Zuckerzoll kritisch merksam gemacht, daß obenstehender Artikel als Merkblatt für den gegenüberstand. Infolge der Aufhebung der Zucer- Exportprämien Preis von 1 M. pro 1000 Eremplare vom Verlag der„ Gleichheit" zu ist heute schon der Zuckerpreis in der Schweiz ein höherer. Sodann beziehen ist. Porto zu Lasten des Empfängers. Der Wiederabdruck tritifierte er die Mißachtung und Zurücksetzung der Arbeiterschaft bei der des Merkblattes ist nicht nur gestattet, sondern erwünscht. Die Bekämpfung des GebärmutterKrebses.*) So sicher es ist, daß jeder Gebärmutterkrebs, sich selbst überlaffen, nach etwa 2 Jahren zum Tode führt, so sicher steht es fest, daß der beginnende Krebs der Gebärmutter leicht und sicher durch die Operation geheilt wird. Und was wollen demgegenüber die Gefahren der Operation bedeuten! Niemand leugnet, daß vorläufig noch die Operation feine ganz gefahrlose ist, aber diese Gefahren find bei rechtzeitig vorgenommener Operation am allerkleinsten. Und dann: wenn ohne Operation die Krankheit in allen Fällen also in 100 Prog. zu qualvollem Tode führt, was besagen dem **) Die Bekämpfung des Uteruskrebses. Stuttgart 1904, Ferd. Enke. gegenuver die paar Prozent Operationstodesfälle. Wer aber er- flää, daß er den Krebs ohne Operation heilen kann— gleichviel ob durch Veten oder Handauflegen, ob durch Lehm oder durch Wasser —, von dem behaupten wir mit ruhigem Gewissen, daß er ein Schwindler ist. Mögen die Bemühungen Winters, durch Belehrung und Auf- Ilärung auf breitester Grundlage, durch rastlose und planmäßige Bekämpfung der heimtückischen Krankheit Tausenden von Frauen alljährlich das Leben zu retten, den verdienten Erfolg haben. zter Streik der Minztrarbtiter in Südfrankreich. . Paris, im Dezember.(Eig. Ber.) Zu den erfreulichen Er- icheinungen der französischen Arbeiterbewegung gehört das in den letzten paar Jahren vor sich gehende Erwachen der Landarbeiter zu Organisation und Kampf. Die erste Zusammenfassung der verstreuten Gruppen der süd- lichen Landarbeiter geschah im August 1903 auf einem Kongreß zu Bsziers. an dem sich 31 kleine Gewerkschaften beteiligten. Dieser Organisation gelang es, im vorigen Winter einen erfolgreichen Streik durchzuführen, dank übrigens des Umstandes. daß die Wein- preise bedeutend gestiegen waren. Ueberall wurden vertragsmäßig eine Lohnerhöhung und andere Verbcsserungen erkämpft. Die Folge davon war ein starkes Anwachsen der Organisation. Auf denr Kongreß von Narbonne. August 1904, waren bereits 107 Delegierte anwesend und die Zahl der Organisierten konnte auf etwa 20 000 geschätzt werden. Der Landarbeiter-Verband umfaßte vier Sektionen in den vier Departements der Aude, der Oftpyrenäcn, des Hürault und der Bouches-du-Rhöne. Die wichtigsten Forde- rungcn des Kongresses von Narbonne waren: ein einheitlicher Lohntarif von 3 Frank pro Tag für 0 Stunden Arbeit oder 50 Centimes pro Stunde, ein maxinraler Arbeitstag vou 8 Stunden. Aber auch die Weinbergsbesitzer begannen sich zu organisieren, um den Forderungen der Arbeiter besser widerstehen zu können. Noch mehr, sie setzten ins Werk die Organisation von„gelben" Ge- Iverkschaften. Andererseits hatten sie sich für kommende Konflikte den ausgiebigsten behördlichen Schutz gesichert. Es sei hier erinnert. das; der Winzerstreik des vorigen Winters von den Ordnnngsparteien als eine„Jacquerie" verschrien wurde. Der Ministerpräsident aber erklärte ihn in der bezüglichen Kammerdebatte für einen„Muster- streik" unter dem Gesichtspunkte des ruhigen Verlaufes. Trotzdem aber hat derselbe Ministerpräsident vor einigen Monaten in einem Rundschreiben an die Präfekten der weinbauenden Departements eventuelle Sicherheitsmaßnahmen nach dem Geschmack der OrdnungS- retter vorgeschrieben. Mit dem Eintritt des Winters haben nun die Eigentiimer alles getan, um einen neuen Streik zu provozieren. Die früheren Ver- träge wurden vielfach gebrochen, die Löhne— unter Berufung auf den Fall der Weinpreise— herabgesetzt, die regelmäßig im Winter stattsindende Arbeiterentlassung zu einem Kampfmittel gegen die roten Gewerkschaften mißbraucht: eS wurden vorzugsweise die Gewerkschaftsleiter entlassen. Dem gleichen Zweck diente der von den Eigentümern geschaffene Arbeitsnachweis, welcher nur diejenigen Arbeiter berücksichtigte, die sich verpflichteten, der gelben Gewerkschaft beizutreten. Dies in allgememcn Hinrissen die Situation, ails welcher der neueste Streik erwuchs. Dem Föderalkomitee des südlichen Landarbeiter-VerbandeS konnte nicht entgehen, daß der Zeitpunkt für den Kampf ungünstig war. Das Komitee hatte aber, soweit es sich von hier aus beurteilen läßt, keine andere Wahl, als entweder den allgemeinen Streik zu er« klären oder die tiefgehende Gärung in vereinzelten und gänzlich hoffnungslosen Konflikten sich entladen zu lassen. Der allgemeine Stteik wurde übrigens am 2. Dezember erklärt, nachdem erst die einzelneu Organisationen sich in diesem Sinne entschieden hatten. Es versteht sich freilich von selbst, daß unter den ländlichen Ver- Hältnissen am wenigsten eine gleichzeitige und einheitliche General- Streikbewegung in vier Departements organisiert werden konnte, zumal ja die Örganisatton noch so jung ist. Die Abgeschiedenheit der einzelnen Dörfer und die Mannigfaltigkeit der Arbeits- bedingimgen haben bewirkt, daß die als ein Generalstteik gedachte Bewegung tatsächlich in eine Reihe zeitlich aufeinanderfolgender und nach ihren Forderungen von einander abweichender Lokalstreiks zer- siel. Immerhin war die Bewegung ideell durchaus einheitlich, ge- tragen von der für die Landarbeiter neuen Idee der proletarischen Solidarität. Und dem Ruf des FöderalkomiteeS folgten mehr als hundert in allen Ecken und Winkeln zerstreute Orte von ArleS bis Perpignan. DaS ländliche Proletariat Frankreichs darf schon auf diesen M o b i l i s a t i o n s v e r s u ch allein stolz sein. Für die Forderungen der Streikenden sind vorbildlich diejenigen der Landarbeiter in der Umgegend von Narbonne: 3 Frank Tage- lohn für 6 Stunden oder 30 CtS. pro Stunde, Marimalarbeitstag von 8 Sttmden und 2 Liter Wein pro Tag; für die im Monatslohn stehenden Dienstboten 35 Fr. im Winter, 45 Fr. iin Sommer nebst freier Kost. Zurzeit ist der Streik in den meisten Orte» beendet, und zwar, wie die„Voix du Penple" berichtet, mit ziemlichem Er- folge. Teils wurden die angeführten Forderungen mehr oder minder annähernd durchgesetzt, teils gelang es, die' vorjährigen Verträge wiederherzustellen und die Arbciterentlassungen rückgängig zu machen. Im Kampfe stehen noch ein paar Dutzend Orte. Von guter Vorbedeuttmg für die Zukunft der Landarbeiter- bewegung ist die energische Streikaktion der Frauen. Uni den Allsgang des Streiks richtig zu bewerten, muß noch die Einmischung der Gendarmen und der Armee berücksichtigt werden, welche die bäuerliche Bevölkerung noch wirksamer terrorisieren muß als die städtischen Arbeiter. Im Orte Grand' Ville ist es auch zu einein blutigen Zusamineirstoß gekommen. Ein Streikposten wurde von berittenen Gendarmen überfallen. Mehrere Arbeiter wurden dabei verwundet durch den Anprall der losgelassenen Pferde.— Der ausgiebige Armeeschutz hat aber die Arbeiter nicht vor— Unter- nehmerkugeln geschützt. In Cruzy hat sich ein Nachahmer der Crettiez von Cluses gefunden. Ei» Apotheker Etienne hat in seiner Eigenschaft als WeinbergSbesitzer in frivoler Weise auf eine Gruppe Streikender fünf Revolverschüsse abgegeben und einen Arbeiter in den Unterleib getroffen. Desgleichen hat in Sallöles-dÄude ein Schweinemetzger Streikende mit einem Messer angegriffen.... Streikende Landarbeiter sind ja schon als solche eine in ihrer Neuheit grausige Erscheinung. Die guten Bürger verlieren darüber den Kops. Mit der Zeit lverden sie sich daran gewöhnen. Die fortschreitende Organisation des ländlichen Proletariats läßt es sicher erhoffen.— GcwerhlcbaftUcbeö. „Leider!" Die„Einigkeit" ärgert es. daß wir an die Mitteilung Zu dem Abbruch der Einigungsverhandlungen unter den Glasern ein Wort des Bedauerns geschrieben haben. „Wir bedauern den„Leiderschreiber" dieser Notiz wahr- haftig, aber nur um seiner Unkenntnis resp. seiner Bosheit wegen." So sagt die„Einigkeit". Nun, der„Leiderschreiber" sitzt in der Redaktion des „Vorwärts", wenn auch die tatsächlichen Mitteilungen der Notiz natürlich von einer anderen Seite stammen. Wenn sich's um das„Leider" dreht, dann hat es die„Einigkeit" also lediglich mit uns zu tun. Und da sei ihr gesagt: Wir werden n i e. den Abbruch von Einigungsverhandlungen im Gewerk- schaftsleben mit anderen Worten als mit dem von ihr ver- höhnten„Leider" begleiten und jede zustande gekommene Einigung wird von uns mit der Genugtuung begrüßt werden, die dem wirklichen Freund der Arbeiterbewegung wohl ansteht. Wir hoffen nicht, wie die„Einigkeit" in ihrem Lest- artikel, daß n u n„die Einigungsrummelei endgültig über- wunden ist", sondern werden mit unseren besten Kräften weiter für die Vereinheitlichung der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland tätig sein. Wir sind nicht immer mit den Waffen einverstanden, welche manche Verfechter der neutralen Organi- sationsform gegen die Lokalorganisationen führen, wir halten ein größeres Entgegenkommen von dieser Seite den so- genannten Vertrauensmänner-Zentralisationen gegenüber für richtiger, wir würdigen und begreifen auch voll den Wunsch der Gewerkschaften Keßlerscher Richtung, sich nicht„be- dingungslos" von den großen Zentralisationen aufsaugen zu lassen: aber prinzipiell stehen wir auf dem Standpunkt, daß den großen zentralisierten Verwänden dieZukunft gehört, und werden— ohne die uns von der„Einigkeit" untergeschobene Bosheit zu besitzen— jeden Schritt in der Gewerkschaftsbewegung nach dieser Richtung hin mit Freuden begrüßen! kerlin und tlmgegenck. rote Gespenst in der Handwerkskammer. Dl: erste Vollversammlung der Handwerkskammer Berlins, nach den diesjährigen Neuwahlen, fand am 29. De- zember im Provinzial-Landtagshaus, Matthäikirchstratze, statt. Die ersten Punkte boten sehr wenig, was die Allgemeinheit der Arbeiter- schaft interessieren könnte. Der Geschäftsbericht wurde debattclos zur Kenntnis genommen. Beim dritten Punkt der Tagesordnung: Wahlen, tagte der Gcsellenausschuß gesondert. Als Vorsitzender des Gesellenausschusscs der Handwerkskammer wurde der Tapezierer Otto Wels gewählt und zu dessen Stellvertreter Tischler Franz Manien. Die Wahlen wurden durch die Kammer bestätigt. In der hierauf wieder gemeinsamen Sitzung wurde die Neu- fassung des Lehrvertrages beraten. Hier hatte der Gesellen- ausschuß— der sonst nicht viel zu sagen hat— Gelegenheit, sich an der Beratung zu beteiligen und kam etwas Feuer in den sonst so schleppenden Gang der Verhandlung. Der Syndikus Dr. Röhl, der diese Verhandlung referierend einleitete, betonte, daß die Zahl der nicht richtig ausgefiillten Lchrverträge ins Ungeheuerliche steige und es sich empfehle, verschiedene neue Bestimmungen darin auf- zunehmen resp. alte Bestimmungen klarer zu stellen. Auf An- regung des Gesellcnausschusses wurde eine Aenderung des§ 2 des Vertrages beschlossen, der besagt, daß die gleichzeitige Erlernung mehrerer verschiedener Handwerke nicht vereinbart werden darf. Es wurde statt„verschiedener"„nicht verwandter" Handwerke gesetzt, was entschieden das Richtigere ist. Bei§ 3, der unter anderem die Bestimmung enthält über die Verpflichtung der Kosten zu den Fachschulen, entspann sich eine sehr lebhafte Debatte, die durch den Vorsitzenden des Gcsellenausschusses Otto Wels in wirkungsvoller Weise geführt wurde. Er wies im besonderen darauf hin, daß durch die Bestimmung, daß die Eltern das Schul- gcld und die Lehrmittel zu bezahlen hätten, man die ärmere Be- völkerung von der Erlernung eines Handwerks abhielte. Auch fanden die Ausführungen des Redners wenig oder gar kein Verständnis bei den Arbeitgebern, als er ihnen sagte, daß nur die Handwerks- meister den Vorteil, oder wenigstens den größten Vorteil davon hätten, wenn die Fachschulen ordentlich besucht würden, deshalb auch die Arbeitgeber die Verpflichtung der Kostendeckung übernehmen müßten. Aus den Ausführungen der Gegner, die teils in versteckter, teils in offener Weise ihren Ingrimm durchblicken ließen, den ihnen die neue Lehrlingsorganisation verursacht, ging hervor, daß Rückschritt im Handwerk Trumpf ist. Durch den Tischler M o n i e n wurde zu Z 3a die Streichung eines ganzen Absatzes beantragt, nach dem der Lehrling verpflichtet werden kann, diejenige Zeit nach- zulenen, die er durch Krankheit während seiner Lehrzeit ver- säumte. Der Antragsteller begründete in längeren Ausführungen seinen Antrag und stellte es der Vollversammlung anheim, wenn sie sich nicht für die Streichung dieses Absatzes erwärmen könnte, wenigstens die Berufskrankheiten auf die Lehrzeit anzurechnen. Doch für Beides fand sich keine Majorität. Ein schon früher einmal gestellter Antrag bezüglich der Aufräumungsarbeiten nach beendeter Arbeitszeit wurde wiederholt. Der Gescllenausschuß beantragte, daß das Aufräumen der Werkstatt sofort nach beendeter Arbeits- zeit der Gesellen zu geschehen hat und innerhalb einer Stunde beendigt fein müßte, damit die Lehrlinge nicht mehr ver- pflichtet werden können, noch bis in die späte Nacht mit dem Meister allein zu arbeiten. Dieser Antrag gab einem Arbeitgeber Ver- anlassung, das rote Gespenst aufmarschieren zu lassen und betonte er ausdrücklich, daß diese Stunden sehr geeignet wären, den Lehrling ins Vertrauen zu ziehen, weil die Gesellen dann nicht dabei wären. Also auch mit diesem Antrag war es nichts. Zu verschiedenen anderen Härten des Vertrages waren seitens der Gesellenvertreter Abänderungsarträge gestellt, die aller alle abgelehnt wurden. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung behandelte die A b- grenz ung des Handwerks und des Fabrikbetriebes. Eine Kommission aus Mitgliedern der Kammer hatte sich dieser Auf- gäbe bemächtigt und ihre Meinung in Form einer Resolution zum Ausdruck gebracht, die dem Vorstand als Material übergeben wurde. Bemerkenswert hierbei ist eine Aeußerung eines Kommissionsmit- gliedes, die darin gipfelte, daß ohne die Heranziehung des Groß- bctriebes zur Innung die Handwerkerbewcgung ein totgeborenes Kind ist, und daher der Wunsch bestehe, die Kreise, die unter daS Handwerkergefctz von 1897 fallen, weiter zu vergrößern. Nach einigen sonstigen unwesentlichen Punkten erfolgte Schluß der Bollversammlung. DaS Ende des Kampfes in der Holzindustrie ist wieder um einen Schritt näher gerückt. Die sehr stark luchte Verttauensmänner-Versammlung des Holzarbeiter-Verbandes, welche " �rn abend in der Brauerei Friedrichshain tagte, nahm Stellung zu EinigungSvorschlägen, welche zwischen den Verttetern der beiden Parteien vereinbart worden sind. Die wichtigsten Puntte der 'ormulierten Einigungsvorschläge sind folgende: Die Akkordpreise von neuen Arbeiten werden im Ver- hältnis zu den bereits bestehenden Akkorden festgesetzt, falls sich die neuen Arbeiten mit den bereits ausgeführten Arbeiten ver- gleichen lassen.— Wenn sich neue Arbeiten nicht mit bereits ver- alkordierten vergleichen lassen und wenn über den Akkordpreis eine Einigung unter Hinzuziehung des Fabrikausschusscs, wo ein solcher besteht, oder der Vertrauensleute oder sonst geeigneter Arbeiter der betreffenden Werkstatt nicht zu erzielen ist, so können diese Arbeiten in Lohn ausgeführt werden oder die Festsetzung des Akkordpreises must durch die Schlichtungskommissio» erfolgen. Bis zur Entscheidung der SchlichtungSkommission muh in Zeitlohn gearbeitet werden. Wenn der Arbeiter bei Ausführung der neuen Arbeit in Akkord auf Grund der Festsetzung der Schlichtungskommission einen Minderverdienst gegen seinen bisherigen Durchschnitts- verdienst der letzten sechs Monate erzielt hat, so steht ihm das Recht zu, eine Nachprüfung des Akkordes durch die SchlichtungS- kommission zu verlangen und mutz ihm bei nachträglicher Ge- Währung eines höheren Akkordpreises die Differenz nachgezahlt werden.— Ebenso steht dem Arbeitgeber das Recht zu, für spätere Akkorde derselben neuen Arbeit eine Nachprüfung des Akkord- Preises durch die Schlichtungskommission zu verlangen. Für die einfachen Arbeiten(Stapelartikel) soll die Schlich- tungskommission Tarife aufstellen. Die Differenzen bei den Firmen I. Groschkus, Weise u. Naumann, Lonnig u. Jatzke, Gebr. König, Netzband, Wegfratz, E. Straßburg, A. Neumann(Weidenwcg) sind durch paritätische Kommissionen zu untersuchen und in kürzester Zeit beizulegen. Der Lohutarif der Bautischler ist durch eine besondere paritätische Kommission zu beraten und von den in Frage kommenden Parteien anzunehmen. Tie Differenzen in der Ladencinrichtungsbranche sollen durch eine besondere Kommission geregelt werden. Für die Arbeiten in der Kontormöbelbranche hat die Abmachung unter Nr. 1 Geltung. Es soll bis zum 1. Juli 1905 �ein paritätischer Arbeits- Nachweis eingerichtet werden. Die SchlichtungSkommission hat über das Statut desselben sofort in Beratung zu treten. Für die Zwischenzeit soll der Arbeitsnachweis der Arbeitgeber und der der Arbeitnehmer b e st e h e n bleiben. Beschwerden über die Ge- schäftsführung in den beiden Nachweisen sind von der Schlich- tungskommission zu erledigen. Sollte die Schlichtungskommission Differenzen, welche zu Streiks und Aussperrungen führen können, nicht beseitigen können, so ist innerhalb drei Tage das Einigungsamt anzurufen. Das Einigungsamt soll ferner zusammentrete», falls es der Schlichtungskommission nach Ablauf des Vertrages nicht gelingen sollte, einen neuen Bertrag abzuschliehen. Der Vertrag hat Gültigkeit bis zum 1. Januar 1907 und soll immer ein Jahr weiter laufen, wenn er nicht drei Monate vor Ablauf gekündigt wird. Die Versammlung debattiete lange und eingehend über die Vorschläge. Nachdem Glocke diesleben erläutert und über die Verhandlungen Bericht erstattet hatte, sprachen mehrere Redner gegen die Vorschläge. Sie waren nicht grundnsätzlich gegen den Abschluß eines Vertrages, hatten aber an den vorliegenden Vor- schlügen manches auszusetzen. Mehrere Mitglieder der Orts- Verwaltung sowie der Vcrbandsvorsitzende Kloß traten für die An- nähme der Einigungsvorschläge ein. Die Diskussion zog sich bis nach Mitternacht hin. Schließlich erteilte die Versammlung durch einstimmig gefaßten Beschluß den Vertretern des Verbandes Voll- macht, wegen Abschluß eines Vertrages mit den Unternehmern in Verhandlung zu treten. oeutkrbcs Rekd», Die Firma Gebrüder Stocwcr in Stettin sucht für ihre aus- ständigen Dreher schon sogar im A u s l a n d e Ersatz. So haben die Inhaber auch in Sandau und in Leipa in Böhmen bereits Dreher angeworben. Die Angeworbenen waren aber so vorsichtig. sich vorher bei der Verwaltung des Metallarbeiter-VerbandeS darüber zu erkundigen, ob ettva bei der Firma Gebrüder Stoewer gestreikt wird. Daß den Angeworbenen die nötige Aufklärung über die Verhältnisse bei der Firma Gebrüder Stoewer zuteil wurde, ist selbstverständlich. Der Zuzug von Drehern und Maschinenarbeiten: ist nach wie vor fernzuhalten. In der Drehbank-Fabrik von A. Wohlenberg zu Hannover legten 45 Former und Gießerei-Arbeiter die Arbeit nieder. Bei der Firma herrschen schon seit Jahresfrist Differenzen. In den letzten Wochen versuchte die Firma den Formern die Unkosten für Schweißen und Ausbessern der ohne Schuld der Former schadhaften Gußstücke vom Lohn abzuziehen. Das mehrmalige Vorftelligwerden der Arbeiter hatte keinen Erfolg, im Gegenteil, der Leiter des Werkes wies der Kommission kurzerhand die Tür. Um Fernhaltung des Zuzuges ersucht: Die Ortsverwaltung Hannover des Deutschen Metallarbeiter-VerbandeS. Letzte INtechnchten und Depefcben. Berlin, 30. Dezember.(W. T. B.) Die Aeltestcn der Kauf- Mannschaft von Berlin haben am 21. Dezember an den Reichs- kanzler die Bitte gerichtet, in Erwägung zu ziehen, ob es nicht möglich sei, den Jnteneressenten eine Sicherheit zu geben, daß sie bei ihren geschäftlichen Transaktionen nach wie vor mit dem 1. Januar 1906 als dem frühesten Termine für das Inkrafttreten der neuen Handelsverträge rechnen könnten, Hierauf ist seitens des Reichskanzlers unter dem 29. Dezember den Acltcsten der Kauf- Mannschaft folgende Antwort erteilt worden: Nach Lage der Verhältnisse können vorläufig keine genauerei: Mitteilungen über den Zeitpunkt gemacht werden, zu welchem die neuen Handelsverträge in Kraft treten sollen. Ich darf indes be- merken, daß zwischen der Bekanntgabe der Verträge und ihrer Inkraftsetzung jedenfalls eine hinreichende Frist gelassen werden wird, um den Interessenten zu ermöglichen, sich in ihren gefchäft- lichen Unternehmungen auf die neuen Verhältnisse einzurichten. Dresden, 30. Dezember.(W. T. B.) Die angestellten Unter- suchungen der schadhasten Stelle der Augustusbrücke haben, wie der „Dresdner Anzeiger" meldet, ergeben, daß ein Teil der Gangbahn, welche auf den geborstenen Kragsteinen ruht, vermutlich noch in dieser Nacht abstürzen wird. Um ein weiteres Reißen zu ver- meiden, wurden die innerhalb des Mauerwerkes der Brücke befind- lichen Kragsteine mit Schienen und Sandsäcken belastet. Das Ge- länderc ist durchschnitten worden, um den von dem Zerstörungswerk betroffenen Teil nicht zu sehr sich ausbreiten zu lassen. Erdbeben. Bozen, 30. Dezember.(B. H.) Im ganzen südlichen Tirol fand heute vormittag ein heftiges Erdbeben statt. In Ma» Vallarsa und anderen Orten flüchtete die Bevölkerung ins Freie, da die Häuser Skisse bekamen und die Fensterscheiben zersprangen. Trient, 30. Dezember.. Zieht man das in Betracht, so fi.>l man es erklärlich, daß selbst ein Mann, der die mannigfachsten parlamentarischen Verdienste hat und unzweifelhaft tüchtig im parlamentarischen Finanzwesen ist, Eugen Richter, nicht damit hat durchdringen können, daß ein Bündnis mit der Sozialdemokratie notwendig ist, und von seinen Epigonen war gar nichts zu er- warten. Nun ist in den letzten Wochen von freisinnigen Führern erstaunlicherweise behauptet worden, die Sozialdemokratie hätte Schuld daran. Müller- Meiningen erftärte, die Sozial- demoftatte spreizt sich wie ein stolzer Pfau, sie wolle mit den Frei- sinnigen nichts zu tun haben, man könne sich ihr nicht am den Kopf werfen. Entweder Herr Dr. Müller-Meiningen leidet an einer be- denklichen Gedächtnisschwäche, oder er hat die Leute, zu denen er das gesagt hat, beschwindelt. Tatsächlich ist die Sozialdemottatie mit ihren Bündnisanträgen gegenüber der freisinnigen Partei so weit gegangen, wie sie gehen konnte, denn sie hatte den Löwenanteil der Beute den Freisinnigen zugesprochen. Trotzdem haben die Frei- sinnigen das Bündnis zurückgewiesen, weil sie wußten, daß sie ihre Wähler nicht dazu beioegen konnten. Andere fteisinnige Politiker, wie Herr Krieger in Königsberg, der für ein Bündnis mit der Sozialdemokratie eintrat und die Nationalsozialen und die Frelsinuige Vereinigung haben das nicht vermocht. Den Hauptkampf hat ja Dr. Barth geführt; wir wollen rühmend anerkennen, daß er den einzig korrekten Standpunkt im Interesse des Liberalismus eingenommen hat. Er hat lieber auf ein Mandat verzichtet, das ihm sonst sicher gewesen wäre, als daß er sich hätte in dieser taktischen Frage von den übrigen Liberalen majorisieren lassen; wir müssen anerkennen, daß er selbst bei tattischen Diffe- reiizcn nicht am Mandat klebte. Sonst waren es noch eine Reihe wohlmeinender Leute, aber schlechter Musikanten, Professoren, die anfangs mit der Sozialdemokratie zusammengehen wollten, aber sehr schnell kalte Füße bekommen haben.(Heiterkeit.) Nichts ist charakteristischer in dieser Beziehung als das Verhalten des Professors Hans Delbrück, der anfangs mit den Sozial- demokraten zusammengehen wollte, dann aber geschah das Schreckliche, daß eine Anzahl Sozialdemokraten mit brennender Zigarre an den Wahlttsch traten und dadurch die heilige Handlung störten, so daß Herr Delbrück fernerhin nichts mit einer so verruchten Partei zu tun haben wollte.(Heiterkeit.) Das Verhalten Delbrücks ist ja das Sattrspiel bei diesem ganzen Trauerspiel, das an sich eine Tragikomödie war. Wir stehen einem Abgeordnetenhause gegenüber, das sich sehr wenig von dem vorhergegangenen unterscheidet. Die Konservattven haben 143 Sitze, sie haben gegen früher 4 Sitze verloren, die Freikonservattven 34, sie haben auch 4 verloren; das Zentrum hat 97 Sitze, es hat 3 verloren; die Nationalliberalen haben 79 Sitze, sie haben 3 Sitze verloren; die Freisinnige Bolkspartei hat sich bis auf 23 Sitze heruntergearbeitet, sie hat vier Sitze verloren, die Freisinnige Vereinigung hat zwei Sitze verloren und ist bis aus acht gekommen. Das Endresultat ist also genau wie vorher. Die Konservativen können für sich allein die Mehrheit nicht bilden, aber sie können sich jederzeit mit dem Zentrum oder den Nattonalliberalen zu einer reaktionären Maßregel verbinden. Dadurch unterscheidet sich im Endresultat die parlamentarische Situation iin preußischen Abgeordnetenhause sehr wesentlich von der im Reichstage. Dort ist das Zentrum die ausschlaggebende Partei, es kann mit den Konser- vativen oder auch mit der Linken eine Mehrheit bilden. Selbst- verständlich ist das preußische Abgeordnetenhaus viel reaftionärer als der Reichstag, es hat einen starken Rückhalt im Herrenhause. und es wird in; einer Ruhe nicht gestört, denn es ist kein Sozial- demottat, kein vaterlandsloser Geselle da, der ein herbes Wort der Kritik ausspricht. Nun sind bei den letzten Wahlen wieder soviel Mißstände zutage getteten, daß bis ttef in die Reihen der staatserhaltenden Parteien die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer Acnderlmg des Wahl- rechts eingedrungen ist. Vor allen: wird an eine Aenderung, an eine Teilung der ungeheueren Wahlkreise gedacht. die über 3000 Wahlmäniier in eine» Saal schicken. Ein solcher Antrag ist bereits kurz vor der Wahl von 1903 im Abgeordnetenhause zur Erörterung gekommen. Es war der Antrag Barth-Wiemer: Er forderte erstens die Regierung zur Einführung der geheimen Stimmabgabe auf und verlangte zweitens eine Aenderung der Wahlkreiseinteilung auf Grund der Bevölkerungs- Veränderung der letzten vierzig Jahre. Haben doch jetzt die Riesenwahltteise nur ein Zehntel des Rechts der Wähler der kleinen Landwahlkreise; ja stellenweise ist das Mißverhältnis noch größer. An sich sind die Forderungen des Antrags Barth-Wiemer durchaus berechtigt, nur sind sie leider ab- ' o l u t ungenügend. Für das Proletariat bleibt damit alles wesentlich beim Alten. In den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über diesen Antrag finden sich sehr interessante Ausführungen, die für die Stellungnahme der bürgerlichen Parteien und der Regierung zur Wahlrechtsfrage überaus charakteristisch sind. So sagte ein Redner in der Verteidignug der öffentlichen Stimm- abgäbe:„Das ist das richtige S y st e m, wenn jeder frei und offen s e i n e M e i n» n g ä n ß e r t, u n b e k L mm e rt und ohneFurcht vor d e m W a h l r e ch t."(Heiterkeit.) Klingt das nicht wie aus„Tell"?(Große Heiterkeit.) Und wer ist der Redner? Partei- Nachrichten. Die Leipziger Boltszeitung" schreibt: Der Vorteärts" teilt mit, daß seine Qualifizierung durch die Leipziger Volkszeitung" zunächst" den Parteivorstand und die Berliner Preßkommission beschäftigen werde. Es kann wirklich nichts schaden, wenn sich die für den Vorwärts" " " Der preußische Polizeiminister Hammerstein. Wir fordern weiter, daß Männer und Frauen das ( Stürmische Heiterkeit.) Bei seiner außerordentlichen Feinfühligkeit Wahlrecht in gleicher Weise haben sollen. Preußen für die seelische Entwickelung der Menschen( Große Heiterkeit) will und Deutschland find in Bezug auf die Schätzung der Frau die er durch Strafen auf freie Meinungsäußerung offenbar die Menschen rückständigsten Staaten der Welt. In feinem Kulturstaat, in feinem erziehen, feine Furcht mehr zu haben.( Große Heiterkeit.) In Parlament wäre es sonst möglich, daß ein Minister sich erlauben Wirklichkeit zwingt die öffentliche Stimmabgabe bei den Wahlen zum fönnte, in öffentlicher Verhandlung ein polizeilich drangsaliertes Weib Abgeordnetenhause alle abhängigen Eristenzen entweder zur in solcher Weise zu beschimpfen, wie es bei uns geschehen ist.( LebStimmenthaltung oder zur Heuchelei. Die Beamten müssen hafte Zustimmung.) öffentlich für einen Konservativen oder Freisinnigen stimmen, Im Reichstage wäre ein Sturm der Entrüstung über einen verantwortlichen Partei- Instanzen mit den Leistungen des„ Vorwärts" während fie heimlich den sozialdemokratischen Wein trinken. solchen Menschen ausgebrochen, der seine Wirkung auch auf die als Zentralorgan befassen." Weit interessanter als die Aeußerung eines Ministers, der ja bei anderen Anwesenden nicht verfehlt hätte. Im preußischen dauernde Pflicht der für den Vorwärts" verantwortlichen ParteiSich mit den Leistungen des Vorwärts" zu befassen, ist eine uns nur eine vorübergehende Erscheinung ist und der das tun muß, Landtag aber blieb alles still. Die Junker haben ge- Instanzen. Gegen die Unterstellung, diese Pflicht bisher nicht erfüllt wozu er kommandiert wird, ist die Stellung der Parteien. Die schwiegen, das Zentrum, die Nationalliberalen und auch die FreiZentrumspartei, die sich da, wo es nicht darauf ankommt, für das finnigen haben auch nicht durch einen impulsiven Zuruf protestiert! zu haben, die die Voraussetzungen der zitierten Notiz ist, brauchen wir unsere Aufsichtsinstanzen nicht in Schutz zu nehmen. Womit sie allgemeine gleiche direkte und geheime Wahlrecht erklärt, hat im Das Zentrum hätte sich doch an den Zuruf, mit dem Ballestrem sich in dem vorliegenden Falle beschäftigen, sind, wie wir zur Richtig Abgeordnetenhause durch ihren Führer Dr. Porsch fich theoretisch einmal Bismard gegenüber trat, an jenes Pfui" erinnern ich in dem vorliegenden Falle beschäftigen, find, wie wir zur Richtig für die Beibehaltung der öffentlichen Stimmabgabe erklärt. tönnen, das die einzige Ruhmestat" im Leben des stellung bemerken, nicht die Leistungen des Vorwärts", sondern die Herr Dr. Porsch meinte:" Für uns ziemlich Reichstags- Präsidenten gewesen ist, seitdem ist er in Leistungen Mehrings in der„ Leipziger Volkszeitung". gleichgültig, nach welchem System gewählt wird". Er Untertänigkeit erstorben.( Heiterkeit und lebhafte Zustimmung.) Genosse Franz Morawsti, der bisherige sozialdemokratische wies darauf hin, daß ja das Zentrum im wesentlichen J1 parteigenössischen Kreifen trifft man manchmal auf An- Reichstagskandidat für Kattowiß- Zabrze, berläßt am Neujahrstage bei den Wahlen in Preußen dieselben Size erobert hat, wie bei den schauungen, daß es etwas unvorsichtig wäre, wollten wir den das Gerichtsgefängnis in Beuthen, in welchem er nahezu drei Jahre Wahlen im Reiche. Für uns ist es ziemlich gleichgültig, das ist Frauen das Wahlrecht geben. Auf die jetzt wieder auftauchende Be- zugebracht hat. Anfang 1902 trat Moramsti eine mehrmonatliche das Eingeständnis einer Partei, die die Frage des allgemeinen Wahl- hauptung, daß die Frauen nicht bloß politisch rückständig, sondern Gefängnisstrafe wegen Breßbergehen an, die er sich als verantwort rechts nur nach den Gründen ihrer Fraktionspolitik entscheidet! Tat- im allgemeinen geistig niedriger stehend seien, als der Mann, licher Redakteur der polnisch- sozialdemokratischen„ Gazeta Robotsächlich ist es übrigens für das Zentrum nicht gleichgültig, ob das brauche ich nicht einzugehen, denn ich glaube nicht, daß sie Partei- nicza" zugezogen hatte. Bald darauf wurde Anklage gegen ihn wie allgemeine Wahlrecht eingeführt wird, denn dadurch würde sich zu- genossen aufstellen. Es ist nun zweifellos richtig, daß die deutsche gegen Genossin Dr. Golde wegen angeblicher Aufreizung zum gunsten dieser Partei die parlamentarische Situation verschieben, das Frau für das öffentliche Leben und die Betätigung dabei besonders laffenhaß erhoben. Das Verbrechen" sollte begangen sein durch Zentrum würde dann im Abgeordnetenhause ebenso den Ausschlag rückständig ist, und nur gering ist die Zahl der Frauen in der den Verkauf eines polnischen Liederbuches mit aufreizendem Inhalt. geben wie im Reichstage. Wenn also das Fraktionsintereffe aus- bürgerlichen Gesellschaft, die sich ins öffentliche Leben begeben haben, Beide Angeklagte bestritten, ein solches Buch verkauft zu haben, doch schlaggebend wäre, so müßte das Zentrum mit aller Macht dahin die sich bemühen, sich bemühen, für größeres für größeres Frauenrecht zu kämpfen. das Zeugnis des Käufers, eines gewissen Gußner, der nachwirken, daß die inte verstärkt, die Rechte vermindert Nicht einmal das allgemeine Wahlrecht wollen diese Frauenrecht gewiesenermaßen dem Polizeirat Mädler Spizeldienste geleistet wird, und daß es das nicht tut, daß es seinem offenbaren lerinnen, sie wollen es nur für die reichen Frauen. Es mag zu- hatte, genügte, um beide Angeklagte zu furchtbaren Strafen zu verFraktionsinteresse zuwiderhandelt, erklärt sich daraus, daß das gegeben werden, daß zunächst, wenn die Frauen das allgemeine urteilen. Genoffin Golde wurde zu einem Jahre, Genosse Morawski Zentrum genau so wie alle anderen bürgerlichen Parteien eine Klaffen- Wahlrecht zum Reichstag erhalten, eine weit größere Anzahl von zu der höchst zulässigen Strafe von zwei Jahren Gefängnis verpartei ist, die unter allen Umständen verhindern will, daß Sozial- Proletarierinnen gegen als für uns stimmen wird, so daß wir urteilt und keinem wurde die mehrmonatliche Untersuchungshaft demokraten in das Abgeordnetenhaus einziehen.( Sehr richtig!) Das auch eine Anzahl Size verlieren können. Aber selbst dann angerechnet. Und dabei war Morawski aus der Strafhaft in Unterfann nicht entschieden und nicht oft genug öffentlich gebrandmarkt müßten wir ohne mit der Wimper zu zucken bei jeder Wahlrechts- suchungshaft überführt worden! werden. Den Konservativen zu Liebe hat das 8entrum sogar forderung, die wir erheben, die Erteilung des Wahlrechts auch an gegen die Neu- Einteilung der Wahlkreise gedie Frauen fordern. Genau so hat die Sozialdemokratie, als sie stimmt! Der Antrag wurde abgelehnt. 0 Ueber die den Eindruck eines Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die Moral der preußischen Polizei. Die für einen gebildeten, freiheitliebenden Menschen zehnfach schreckliche Strafe traf den den Sechzigen zugehenden alten Genossen noch in den Kinderschuhen steckte, das allgemeine Wahlrecht für die Morunosti um so schwerer, als seine Gesundheit schon durch früher Nach den Wahlen sind nun wiederum Anträge dem Abgeordneten Männer gefordert, obwohl sie wußte, daß es zunächst der Sozial- ertragene jahrelange Gefängnishaft schwer gelitten hat. Er ist denn hause eingebracht. Den Anstoß dazu gaben die Wahlen in demokratie nicht zugute kommen würde. Ich habe aber die feste auch im Gefängnis wiederholt ertrantt. Nunmehr ist die furchtbare einigen großen Wahlkreisen, die ja nur mit Ach und Krach Ueberzeugung, daß das Wahlrecht in sehr kurzer Zeit seinen Leidenszeit endlich vorüber und Franz Morawski fehrt mit dem zu stande gekommen sind, in Teltow- Beeskow sogar nur erzieherischen Einfluß auf die Frauen ausüben würde. Man braucht Anfang des neuen Jahres wieder in die Freiheit, in die Arme seiner durch einen Rechtsbruch, nur dadurch, daß entgegen dem Gesetz der gar nicht auf Australien und einzelne Staaten Nordamerikas hin- schwergeprüften Familie und in den Kreis der Gesinnungsgenossen Minister den Wahlort von Köpenick nach Rirdorf verlegte, ein Beweis weisen, wo die Frauen dasselbe Wahlrecht wie die Männer zurück. Am Abend des Neujahrstages wird der entlassene Sträfling" dafür, daß unsere Regierung jederzeit zu Rechtsbrüchen bereit ist, haben, es genügt, an das interessante Wort des Genossen Haase zu in einer in Kattowiz tagenden Volksversammlung von polnischen wenn es ihr in den Kram paßt. Der Regierung und allen Parteien erinnern, der aus eigener Anschauung sagte, daß in Dst wie deutschen Parteigenossen herzlichst begrüßt werden. Auch wir ist es klar geworden, daß es so nicht weiter geht, und aus diesem preußen die Frauen der Landarbeiter weit tatkräftiger, opferwilliger, bringen dem tapferen alten Kämpfer für die große Sache des Grunde haben sie ihre Anträge eingebracht. Ein Antrag des frei- revolutionärer wären als die Männer. Auch in Italien spielen arbeitenden Volkes unseren brüderlichen Gruß entgegen, mit dem Konservativen Abgeordneten Dr. Arendt verlangt eine anderweitige gerade die Frauen in der Landarbeiterbewegung eine hervorragende herzlichen Wunsche, daß er die verderblichen Wirkungen des KerkerFeststellung der Wahlbezirke für das Abgeordnetenhaus. Aber man Rolle. Wo man auch nach Beweisen sucht, man findet sie dafür, lebens bald überwinden und noch lange Zeit mit neugewonnener will nur die größten Wahlkreise teilen, so daß zum Beispiel die daß die Frauen für das öffentliche Leben mindestens Kraft treu und tapfer für die Sozialdemokratie kämpfen möge! neun Berliner Abgeordneten in neun verschiedenen Wahlkreisen gewählt so begabt, so befähigt, so berechtigt wie die Dem Proletariat aber möge daraus ein neuer Ansporn ents werden. Selbst wenn eine neue Einteilung erfolgt, sollen nach diesem Männer sind.( Lebhafte Zustimmung.) Genossen, die anders stehen, mit diesem System niederträchtiger Polizeiwirtschaft, je cher Antrage für Großstädte nur geringe Vorteile heraus- denken, haben noch die Eierschalen der historischen Entwickelung nicht je besser, gründlich aufzuräumen. springen, hauptsächlich kommt es den Antragstellern darauf an, die abgestreift oder sie haben in allernächster Nähe schlimme Erfahrungen Die Gemeindewahl- Erfolge der schwedischen Sozialdemokratie. großen Kreise zu teilen, um das Wahlgeschäft zu erleichtern. mit den Frauen gemacht.( Heiterkeit und Zustimmung.) Es gibt Die Beteiligung der Arbeiter an den diesjährigen Kommunalwahlen An dem plutokratischen Charakter des Wahlgesetzes soll nichts ge- auch Männer, die sehr rückständig sind.( Lebhafte Zustimmung.) ist lebhafter und infolgedessen auch erfolgreicher als in früheren ändert werden. Weiter enthält der Antrag Arendt nur noch die Be- Die Forderung des Frauenwahlrechtes scheidet Jahren. Abgesehen von den bereits gemeldeten Wahlerfolgen in ftimmung der Wiederherstellung der gemeindeweisen Bildung der uns von allen bürgerlichen Parteien. verschiedenen Städten, ist dieser Tage je ein Sozialdemokrat in den Wahlbezirke. Dadurch würde es verhindert werden, daß auch in der Forderung des Proportionalwahlrechtes brauche ich nicht zu Gemeinderat von Gefle, von Nyfors bei Eskilstuna und von Valbo ersten und zweiten Klasse Sozialdemokraten gewählt werden können. fprechen, ich habe nur noch auf die Frage einzugehen, wie gewählt worden. Einen kommunalen Wahlfieg anderer Art haben Es soll die Gefahr beseitigt werden, daß ein sind diese Forderungen alle zu erreichen. Sie sind nur zu er die Arbeiter in Stromberga erzielt, indem sie sich in ausschlagSozialdemokrat aus eigener Rraft ein Mandat reichen durch unablässige Agitation in Wort und Schrift. Jede erringt. Gegenwärtig find wir ja infolge der Drittelung Gelegenheit muß ergriffen werden, um die Massen aufzurütteln gebender Mehrheit an den Wahlen zum Schulrat beteiligten. in Bezirke in einigen Wahlkreisen so hoch gekommen, daß durch unsere Agitation, die alle möglichen Formen annehmen kann. die Möglichkeit der Wahl eines Sozialdemokraten aus Wir haben das Parlament, die Volksversammlung und die Presse. eigener Kraft nicht ausgeschlossen ist. Das will Manches geschieht schon jetzt, aber es kann noch mehr geschehen. Aus dem Reichsgericht wird vom 29. Dezember berichtet: der Antrag Arendt verhindern. Ein freifinniger Ver- Wir müssen jede Frage von Bedeutung, die im preußischen AbDurch den Abdruck eines Artikels aus dem„ Simplizissibefferungs" Antrag will die Zwölftelung einführen, die bei der geordnetenhause auftaucht, dazu benutzen, um zu zeigen, welche mus" sollte der Redakteur des Volkswille", Friedrich West= Steuerreform von 1893 abgelehnt ist. Er will eine ander- Forderungen wir stellen. Ich erinnere an das Ansiedelungs- meyer in Hannover, die Polizeiverwaltung in Königs weitige Bildung der Wahlbezirke und zwar nach der Bevölkerungs- geses, wo mit 450 Millionen, die die Steuer- berg( Oftpr.) beleidigt haben. Es handelte sich um einen Artikel zahl, weil die Liberalen sich selbst Vorteile davon versprechen. zahler aufbringen müssen, ein Korruptionsherd geschaffen von Ludwig Thoma, in welchem erzählt wurde, wie irgend ein Endlich will auch dieser Antrag die Drittelung in Bezirke be- wird, um verkrachten Junkern zu helfen. Ich weise kein Mittel zurück, russischer Student, der auf die deutsche Freiheit vertraute, verhaftet seitigen. Es ist interessant, daß alle drei liberalen Parteien sich um die Massen zu bewegen und in Erregung zu versezen. und an Rußland ausgeliefert wurde, um wahrscheinlich nach Sibirien auf diesen Antrag geeinigt haben, er trägt die Unterschriften Hobrecht, Nun liegt ein Antrag vom Genossen Bernstein vor. Er ver- verschickt zu werden. Das Landgericht Hannover hat am 5. Juli Fischbed, Brömel. Ich bin überzeugt, Barth würde ihn nicht schönert zunächst die ursprüngliche Resolution durch eine Reihe von den Angeklagten freigesprochen, weil in feiner Weise feststehe, daß unterschrieben haben. Diese Anträge zeigen, wie weit die Kraftausdrücken und verlängert sie damit. Ich halte mich aber bei der Artikel des Wigblattes sich auf ein wirkliches Geschehnis beziehe freisinnigen Parteien heruntergekommen find. der Abfassung von Resolutionen an das Wort Luthers: Tret ( Sehr richtig!) Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir von den fest auf, fu's Maul auf, hör bald auf". Als ich mit und daß der Umstand, daß von Kant und der Stadt der reinen Verbürgerlichen Parteien nichts zu ertvarten haben. Selbst unsere dem Vorstand die Resolution ausarbeitete, habe ich sie so knapp als nunft in dem Artikel die Rede sei, noch nicht beweise, daß der Mindestforderung, die Beseitigung des Dreiklassen- Wahlsystems, ist möglich gehalten. Jeder Wortschwall erschien mir vom Uebel. Die betreffende Beamte, der den russischen Studenten verraten habe, gerade ein Königsberger habe sein müssen. Gegen das Urteil nur zu erreichen, wenn es der Sozialdemokratie gelingt, aus eigener von Bernstein vorgeschlagene Häufung von Ausdrücken wie„ reaktionärer hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt. Sie wurde jedoch Kraft eine Bewegung zu entfesseln, aus eigener Kraft politische Widersinn"," empörende ungerechtigkeit"," Machwerk einer brutalen als gänzlich unbegründet heute vom Reichsgericht verworfen. Umstände zu benutzen, um auf die bürgerlichen Parteien und die Reaktion", würde in der Resolution nur Bekanntlich hat Herr v. Hammerstein im preußischen AbRegierung einen Druck auszuüben, damit das gegenwärtige Wahl- hysterischen Gekreisches machen und ist überflüssig. Bernstein meint ſyſtem vollständig beseitigt und durch ein System ersetzt wird, das in seinem Antrag weiter, die Abänderung des Wahlsystems solle zum geordnetenhause ausdrücklich zugegeben, daß mittelloſe russische unferen Anforderungen entspricht. Gegenstande einer besonderen Agitation gemacht werden. Diese Flüchtlinge zwar nicht formell ausgeliefert, aber an die russische Was wir fordern, ist in der Resolution ausgesprochen. Wir Spezialisierung ist überflüssig und der Gedanke liegt in der Re- Grenze transportiert werden, wo sie die Wahl haben, sich in die richten unsere Forderungen an das Bolt, nicht an die Regierung solution schon ausgedrückt. Wenn man etwas in drei Worten fagen Lüfte zu verflüchtigen oder sich den russischen Schergen zu ergeben. und nicht an die bürgerlichen Parteien, nicht an das preußische Ab- tann, braucht man nicht dreißig zu machen.( Sehr richtig!) Bernstein Die Königsberger Polizeiverwaltung aber gibt durch ihren Straf geordnetenhaus oder seinen Zwillingsbruder, das Herrenhaus, bildet sich vielleicht ein, uns in radikaler Wucht zu übertrumpfen, antrag zu erkennen, daß sie sich beschimpft, an ihrer Ehre verletzt fondern an die große Masse der Entrechteten und tatsächlich aber stellt seine Spezialisierung eine Einschränkung dar. und in der öffentlichen Achtung herabgewürdigt fühlt, wenn man Unterdrückten, denen ihr Wahlrecht in geradezu schnöder Weise wir müssen nicht nur den zufälligen Zeitpunkt, wo das preußische verfümmert und mit einer durch Heuchelei verbrämten Weife vor Abgeordnetenhaus sich herbeiläßt, das Wahlsystem zu besprechen, für ihr Handlungen zutraut, zu denen sich der Chef der preußischen gesetzt wird. Die Männer und Frauen Preußens Frauen Preußens find es, unsere Agitation benutzen, nein, bei jeder wichtigen Frage Polizeiverwaltung bekennt. Das ist für die politische Moral der an die wir uns zu wenden haben, damit sie in den Reihen der müssen wir mit unserer Agitation bei den Massen Königsberger Bolizei schmeichelhafter als für Herrn v. Hammerstein, den obersten Chef dieser Behörde. Sozialdemokratie für ein wirkliches Wahlrecht fämpfen. Wenn wir einsetzen. Forderungen an den heutigen Staat stellen, so haben wir Die Bernsteinſche Resolution hat noch einen Nachsatz, in dem Interessant ist es, wie sich die Gerichte mit der unangenehmen diese Forderungen im vollsten Umfange nach Maßgabe unferes bei solchen Anlässen in allen Großstädten und Industriezentren Situation abgefunden haben. Indem sie entdeckten, daß es außer Programms zu gestalten, so weit sich das Programm verwirk- Massendemonstrationen größten Stils gegen die Klassenwahlen und Königsberg auch noch andere Städte der reinen Vernunft gibt oder lichen läßt innerhalb der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung. für das demokratische Wahlrecht veranstaltet werden sollen". In wenigstens geben kann, entgingen sie der Notwendigkeit, die politische Unsere wesentlichsten Forderungen, die hinausgehen über das, was dieser Fassung läuft die ganze Sache auf einen Pleonasmus hinaus, Braris des preußischen Polizeiministers als eine solche zu kennder kapitalistische Staat bieten kann, vertreten wir auch überall, wir denn Massendemonstrationen werden hier schon vorher gefordert; richten sie aber nicht an das heutige Staatsgebilde. Die Forderungen wie tommt man nun dazu, nochmals zu sagen, was in dem Vorder- zeichnen, die ihn in der öffentlichen Achtung herabzusehen ges der Resolution, wenn sie auch weit hinausgehen in bezug auf saß der Resolution bereits enthalten ist? Ich habe mir sagen eignet ist. das Stimmrecht über das, was was in Deutschland üblich ist, laffen, daß in dem Bernsteinschen Antrage ursprünglich nicht Massenfind irgend wo in der Welt verwirklicht, sie sind erfüllbar sondern Straßen demonstrationen gestanden hat, dann aber ist dent Die meisten meiner Verfasser sein kühner Mut abhanden gekommen und es sind Massendurch den heutigen preußischen Staat. Forderungen sind so selbstverständlich, daß ich kein Wort demonstrationen daraus geworden. Wer aber so etwas fordern will, darüber zu verlieren brauche. Daß das preußische Herrenhaus, soll es gerade heraus sagen.( Bernstein: Warten Sie es doch diese Mißgeburt, auf den Kehrichthausen gehört, versteht sich von erst ab) Ich habe gar nichts gegen Straßendemonstrationen, wenn Mit anerkennenswerter Pünktlichkeit hat die Berliner Handelsa selbst. Auch über die Forderung des allgemeinen, gleichen, direkten sie möglich und notwendig sind, wenn sie aus einer Situation fammer diesmal zum Jahresschluß den ersten Teil ihres Jahresund geheimen Wahlrechts brauche ich kein Wort zu verlieren. Nur herauswachsen, und bin auch bereit, mich daran zu beteiligen. Ich berichtes veröffentlicht, der eine ausführliche Uebersicht über den in zwei Punkten gehen meine Forderungen über das bestehende muß es aber ablehnen, dergleichen in einer Resolution, die für die allgemeinen Geschäftsgang sowie einen eingehenden Sonderbericht Reichstags- Wahlrecht hinaus. Erstens verlange ich die Begrenzung Parteigenossen des ganzen Landes maßgebend sein soll, festzulegen. über das Bank- und Börsengeschäft bietet. Die Spezialberichte über des Wahlrechts nach unten auf das zwanzigste Lebensjahr, Das geht nicht, wir lehnen Straßendemonstrationen die wichtigeren Berliner Geschäftszweige sowie die statistischen wie das ja auch unser allgemeines Programm verlangt. Leute, die, nicht ab, aber wir fönnen sie nicht fordern. Straßen- Busammenstellungen über den Handels- und Frachtverkehr, die der twie es im Proletariat überall der Fall ist, mit zwanzig demonstrationen können begrenzt werden durch vorbeugende Eingriffe borjährige Bericht enthielt, werden in einem zweiten Teil folgen, Jahren sich ihren Lebensunterhalt erwerben, der Polizei, nur unter besonderen Umständen sind sie möglich. Wenn der, wie im vorigen Jahr der ganze Bericht, Ende Februar find voll berechtigt, das Wahlrecht auszuüben. wir aber von vornherein proklamieren, das wird immer gemacht, erscheinen soll. Da der Bericht vom preußischen Parteitag ( Sehr richtig!) In anderer Hinsicht hat der preußische Staat für dann werden die Verhältnisse sich so gestalten, daß wir sie nie besondere Anforderungen an unseren Raum stellt, müssen wir uns gewisse Leute den Befähigungsnachweis auf ein weit niedrigeres machen. Daß die Genossen, die die Resolution stellen, vor dem heute auf zwei kurze Auszüge beschränken, werden aber morgen Lebensalter festgesetzt. Prinzen können bekanntlich vom 18. Lebens- Ausdruck Straßendemonstration zurückgescheut sind, zeigt nur, daß sie einige weitere folgen lassen. jahre ab das ganze Königreich Preußen regieren. Wie soll man sich sich bei den Gedanken nicht wohl gefühlt haben.( Sehr richtig!) Ueber die Entwickelung der Industrie und des diesen Widerspruch erklären? Glauben die Staatsweisen etiva, Lehnen Sie den Bernsteinschen Antrag ab und nehmen Sie die handels im Jahre 1904 führt die Handelskammer aus: daß ein Mann, der das 18. Lebensjahr erreicht hat, deshalb Resolution an, die im Kern alles sagt. Durch diese Resolution des„ Der Aufschwung in Handel und Industrie, der im Beginne schon König werde, weil es leichter ist, einen Staat zu regieren, als Parteivorstandes werden Sie eine Bewegung im Lande entfesseln, des Jahres 1903 eingefeßt und während dieses ganzen Jahres aneinen Wahlrechtszettel in die Urne zu pfropfen, oder glauben die die uns unserem Ziele näher bringt. Erst wenn die Sozial- gehalten hatte, hat in dem Jahre 1904 weitere Fortschritte gemacht. Leute, daß durch ein Mirakel alle, die in Purpur geboren werden, demokratie die Führung in Deutschland über- Wenn auch nicht an allen Stellen des Wirtschaftslebens die Besserung ein Nebermaß von Intelligenz, Geist und Charakter in die Wiege nimmt, wird Preußen in Deutschland und Deutsch- in gleicher Weise zutage getreten ist, so kann hierdurch das allgehineingelegt bekommen?( Große Heiterkeit.) Es ist schon möglich, land in der Welt vorangehen!( Lebhafter Beifall.) daß so etwas geglaubt wird, ja ich bin überzeugt, daß es in hohen Kreisen wirklich geglaubt wird! Aber es ist doch Unsinn! Man braucht nur Fürstengalerien zu durchwandern, um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Der Prozentsag von Geistesfranken in fürstlichen Familien ist höher als anderweitig. Die Weiterberatung wird auf Sonnabend 9 Uhr vertagt. Schluß 1 Uhr. Berichtigung. In dem Bericht über die Rede des Genossen Heine in der Sigung des preußischen Parteitages vom 29. Dezember steht irrig Verblödung" statt, wie Heine gesagt hatte, Verbildung. Aus Induftrie und Handel. Jahresbericht der Berliner Handelskammer. meine Urteil über das Berichtsjahr nicht beeinflußt werden. Selbst der russisch- japanische Krieg, dessen Ausbruch die Verkehrstreise fast ganz unerwartet traf, hat die aufsteigende Tendenz des Wirtschaftslebens kaum zu beeinträchtigen vermocht. Zwar wurde der Handel mit Rußland erschwert und für manche Gewerbezweige wesentlich ver mindert; auch hatte die Erschütterung der Kreditverhältnisse in Nuß " land manche Verluste im Gefolge. Aber der Bedarf der krieg der Seibe. Wenn Rohseide, um dieselbe verarbeiten zu können, ab-| Verlegenheit. Einerseits könne sie Bestrafungen wegen lebertretung führenden Staaten hat doch auf anderen Gebieten belebend auf das gekocht wird, verliert sie 25 Prozent ihres Gewichtes. Um nun die des§ 33 b auch dann erzielen, wenn es sich um private und einGeschäft gewirkt, sodaß im wesentlichen ein Ausgleich der schädigen- Seide wieder auf ihr früheres Gewicht zu bringen, wird den Farb- gefriedigte Grundstücke handele, auf der anderen Seite aber fage den und fördernden Kräfte stattgefunden hat.... stoffen eine Mischung von Chemikalien und Metallfalzen beigefügt. das Verwaltungsgericht der Polizei, daß die Veranstaltung von Allerdings hat sich der Fortschritt im Jahre 1904 nicht in der- Das nennt man erschweren". Nicht selten wird in einer solchen Rustbarkeiten im Sinne des§ 33 b bei Benutzung von Privatgrundfelben Weise vollzogen, wie im Vorjahre. Während in legterem ein Weise erschwert", daß auf 80 Teile Seide 140 Teile Erschwerungs- stüden nicht von einer polizeilichen Erlaubnis abhängig sei. Das regelmäßiges Aufsteigen bis zum Jahresschlusse beobachtet werden stoffe kommen. Der betreffende Seidenstoff" besteht also zum Polizeipräsidium schließe sich der Auffassung des Kammergerichts an. fonnte, muß, gestigt auf vielfache Mitteilungen aus den beteiligten größten Teil aus Chemikalien und Metallsalzen, der Rest ist Seide. Ursprünglich habe im Entwurf der Novelle zur Gewerbe- Ordnung Kreisen, behauptet werden, daß im dritten Quartal des Daß ein solcher Stoff nicht haltbar ist, wird wohl jedem Laien vom 1. Juli 18C3 im§ 33 b hinter Pläßen noch gestanden:„ oder Berichtsjahres ein Höhepunkt überschritten wurde, dem im einleuchten, fressen doch die Metallsalze die Seide total durch. an anderen öffentlichen Orten". Das sei zwar gestrichen worden, legten Duartal eine Abschwächung des Geschäftsganges Es ist also nicht allein die Mode, die bei dem Bedarf an Seiden- die Verhandlungen im Parlament, auf die hin es geschah, hätten folgte. Es läßt sich zurzeit noch noch nicht erkennen, auf stoffen eine Rolle spielt, sondern das Vertrauen des Publikums zu aber nur eine Ausnahme für Gastwirtschaften im Auge gehabt. welche Gründe diese Abschwächung zurückzuführen ist. Möglich ist europäischen Seidenwaren ist geschwunden. Die Gewebe, welche aus Hierauf berufe sich auch das Kammergericht. es, daß die Dürre des Sommers, die die Flußschiffahrt zum Teil Ostasien eingeführt werden, find gänzlich unerschwert, und Fachleute Das Ober- Verwaltungsgericht wies aber die Berufung des lahmlegte, daß größere Arbeitseinstellungen, welche die Industrie in behaupten, daß diese dünnen Stoffe nicht so leicht Eingang finden Polizeipräsidenten ab und blieb bei seinem Standpunkt, daß§ 33 b der zweiten Hälfte des Jahres beunruhigten, oder andere Ursachen würden, wenn die europäischen Fabrikanten durch Herstellung der nur auf rechtlich öffentliche Pläße und nicht auf Privatgrundstüde ähnlicher Art wirksam gewesen find. Möglich ist aber auch, daß mit hoch erschwerten unsoliden Gewebe der Einfuhr nicht in die Hände mit tatsächlich öffentlichem Verkehr bezogen werden könne. BeRücksicht auf die günstigen Aussichten der Geschäftsentwickelung der gearbeitet hätten. gründend wurden noch folgende wichtigen Ausführungen gemacht: voraussichtliche Bedarf früher und in reichlicherem Maße gedeckt Jetzt aber ist die Sache soweit gediehen, daß es auf dem be- Selbst wenn in den Verhandlungen bei Entstehung des worden ist, so daß Nachbestellungen ausblieben, und daß eine un- tretenen Wege nicht weiter gehen kann. Verschiedene Großlaufleute§ 33 b nur gemeint worden wäre, daß die Wirtshäuser ausgünstige Gestaltung des Auslandsmarktes gegen den Jahresschluß haben Schadenrechnungen aufgestellt, doch werden diese damit wohl genommen werden sollten, so sei man tatsächlich doch weiter geDie Ausfuhr beeinträchtigte. Buverlässigeres wird sich erst in einem faum durchkommen, weil sie wußten, daß für die Preise, die fie be- gangen, indem man die Worte: oder an anderen öffentlichen Zeitpunkte feststellen lassen, der von dem Jahresschlusse genügend zahlt haben, keine gute Ware zu erhalten ist. Von mehreren Fabri- Orten" ganz gestrichen habe. Es sei nun unmöglich, daß weit entfernt ist, um einen Ueberblick über die Gesamtheit des fanten geht nun die Anregung aus, eine Vereinbarung zwischen der Richter durch Auslegung wieder herstelle, Wirtschaftsjahres und über die für die Gestaltung desselben maß- Seidenfärbern und Fabrikanten abzuschließen, daß über einen be- toas der Gesetzgeber gestrichen habe.( Der Straf gebend gewesenen Momente zu ermöglichen." stimmten Brozentsaz hinaus nicht erschwert werden darf. Ob eine fenat des Kammergerichts brachte diese Unmöglichkeit" fertig. Der Auch der Bericht über das Börsenjahr 1904 konstatiert einen solche Vereinbarung zustande kommt, ist fraglich, man sieht aber an Berichterstatter.) Aber auch durch Polizei- Verordnung guten Geschäftsgang. Der Geldmarkt funktionierte regelmäßig und, dem ganzen Treiben, wohin eine früher blühende Industrie durch die könne§ 33 b nicht ergänzt werden. Für Berlin bestehe ausgenommen eine kurze Periode der Geldknappheit im Oktober, Profitgier gekommen ist. die Verordnung vom 10. Juni 1851, wonach für alle öffentlichen durchweg zu billigen Prozentsäßen. Interessant ist aber, daß die Luftbarkeiten eine Genehmigung erforderlich sei. Solche BeHandelskammer ebenfalls die Ansicht vertritt, der wir hier wiederDie neue russische Anleihe ist bereits abgeschloffen. Das Wolfffche Stimmung sei nicht statthaft gegenüber der Gewerbe- Ordnung. holt Ausdruck gegeben haben, die Kurse hätten eine derartige Höhe Telegraphen- Bureau meldet:" Die in den letzten Tagen geführten Landesgefeßlich könne so etwas nicht gemacht werden, denn diese erreicht, daß bereits in ihnen die günstigere Situation der Industrie mehr zu einem definitiven Abschluß geführt. Die kaiserlich russische sondern die Genehmigungspflicht, d. h. ein Moment der 3u. Verhandlungen betreffend eine neue russische Anleihe haben nun- Bolizei- Verordnung betreffe ja nicht die Ausübung des Gewerbes, überreichlich estomptiert sei. Die Handelstammer erklärt nämlich überreichlich estomptiert sei. Die Handelskammer erklärt nämlich: Regierung schreitet zur Ausgabe einer 4prozentigen Anleihe im laffung zum Gewerbe. „ Es erscheint unbestreitbar, daß in den gegenwärtigen Kursen die Betrage von 500 000 000. gleich 231 500 000 Rubel, die auch auf stimme in ihrem§ 1, daß der Betrieb eines Gewerbes jedermann Die Gewerbe- Ordnung aber beallgemein befriedigende wirtschaftliche Lage voll zum Ausdruck gelangt; es darf aber nicht außer acht gelassen werden, daß dieselbe holländische Gulden und Pfund Sterling lautet. Die Verlosung, gestattet sei, soweit nicht durch die Gewerbe- Ordnung zu einem guten Teil auf die Deckung der durch den Krieg hervor ist auf 12 Jahre ausgeschlossen. Das Uebernahmefonsortium unter feien. Nach der Auslegung des Ober- Verwaltungsgerichts sei die zu einem guten Teil auf die Deckung der durch den Krieg hervor- Kündigung oder Konvertierung feitens der russischen Regierung Ausnahmen oder Beschränkungen vorgeschrieben oder zugelassen gerufenen Bedürfnisse zurückzuführen ist, und daß die Hoffnung auf eine Führung von Mendelssohn u. Co. in Berlin besteht aus fernere günstige Entwidelung wesentlich auch darauf gestügt wird, daß folgenden Bankhäusern und Bankinstituten: Mendelssohn u. Co. Genehmigung gemäß§ 33 b nicht erforderlich für Beluftigungen auf nach Beendigung des russisch- japanischen Krieges in der Wiederherstellung S. Bleichröder, Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Berliner Handelsdessen, was er zerstört hat, und in den alsdann vorzunehmenden Gesellschaft in Berlin, Lippmann Rosenthal u. Co. in Amsterdam, bezieht sich dies Urteil des Ober- Verwaltungsgerichts nicht, denn Auf Veranstaltung von Rustbarkeiten im Umherziehen Ergänzungen und Neuanschaffungen unsere Industrie ausreichende und gewinnbringende Arbeit finden wird. Ob diese Hoffnung in St. Petersburger Internationale Handelsbank, St. Petersburger für diefe tommt§ 60a der Gewerbe- Ordnung in Betracht, in dem noch vollem Umfange berechtigt ist, kann erst die Zukunft lehren; es sollte Diskontobant, Russische Bank für auswärtigen Handel, Wolga- Kama- die Worte:„ oder an anderen öffentlichen Orten" stehen geblieben sind. indes nicht übersehen werden, daß inzwischen unsere Betriebe fast Kommerzbank, Russisch- Chinesische Bank in Petersburg, Moskauer Bei den Kaufmannswahlen in Elberfeld übten von 1371 einsämtlich mehr oder weniger umfassende Erweiterungen erfahren Kaufmannsbank in Moskau." haben, und daß sie deshalb allgemein auf eine große Nachfrage Telegramm heißt es:„ Mit Bezug auf die soeben abgeschlossene 20 Beisitzer zu wählen. Und in einem zweiten, zur Stimmungsmache beſtimmten gezeichneten Gehülfenwählern 840 ihr Wahlrecht aus. Es waren Davon fielen auf die soziale Kommission rechnen müssen, bei deren Befriedigung fie auf dem Weltmarkt leicht 41/ prozentige russische Anleihe ist noch zu erwähnen, daß es sich( 10 faufmännische Vereine) 9, auf den Deutschnationalen Verdem amerikanischen oder englischen Wettbewerb begegnen fönnten; dabei um einen ganz neuartigen Typus handeln es follte ferner nicht vergessen werden, daß die wichtigsten Handelswird. band 9 und auf den Zentralverband in Gemeinschaft mit dem LagerDie Regierung hat auf das Recht verzichtet, Kündi- halterverbande 2. verträge auf das Zustandekommen des österreichischen wird noch gerechnet zwar abgeschlossen sind, ihr Jnhalt und der Zeitpunkt gungen ihres Inkrafttretens, aber nicht bekannt, und der für Handel und Industrie daraus sich ergebende Einfluß noch nicht zu berechnen ist; endlich sollte die englische Schutzzollbewegung nicht aus dem Auge verloren werden." " privaten Grundstüden. Theater. Neues Königliches Opernhaus. Die Herzmarke. Drama oder Berlofungen bis 1917 vorzunehmen, es wird aber den Besizern der Obligationen der neuen Anleihe die Fakultät eingeräumt, ihrerseits nach ihrem Belieben am 1. Januar 1911, also sechs Jahre nach Ausgabe der Anleihe, ihre Titres zur Pari- Rückzahlung zu fündigen, und es erfolgt dann die Rüd- in vier Aften von Philipp Langmann. Seit dem Jahre zahlung sechs Monate später. Das neue Papier wird also den 1897, in dem das Lessing- Theater Langmanns dramatisches JugendDer Berliner Bau- und Grundstücksmarkt im Jahre 1904. Das Charakter einer langfristigen Anleihe haben, aber den Befizern neben wert Bartel Turaser" zur Aufführung brachte, ist der Autor erst Hypotheken- und Grundstücksgeschäft hat im abgelaufenen Jahr die den Vorteilen einer solchen zugleich auch diejenigen von Schatz jest wieder auf einer der Berliner Bühnen erschienen. Daß es die hochgespannten Erwartungen, die in den beteiligten Kreisen au Be- fcheinen mit furger Umlaufsfrist bieten. Da sich der Emissions- Direktion des stönigl. Schauspielhauses, dieses in der Auswahl der hochgespannten Erwartungen, die in den beteiligten Kreisen zu Be- furs unter Pari stellen dürfte, erwächst für die Inhaber, falls sie Novitäten so fümmerlich rädständigen, durch allerhand Sonderginn des Jahres auftauchten, faft noch übertroffen. Die Umfäße aller Arten von bebauten Grundstücken wie von unbebauten Terrains zur Zeit fündigen, ein Gewinn am Kurse, durch welchen der Zins- rücksichten eingeengten Theaters war. die sich der Herzmarte" an waren so zahlreich, wie nie bisher und ebenso gestaltete sich der genuß sich für diejenigen Besitzer, welche das Bapier zum Zwecke genommen, erschien freilich von vornherein als ein bedenkliches Hypothekenverkehr äußerst lebhaft. Der von der Firma Emil einer Anlage auf sechs Jahre, also wie Schatzscheine erwerben, er- Beichen. Aber die Aufführung übertraf noch die Befürchtungen. Es Salomon herausgegebene Jahresbericht über den Grundstücks- und höht. Bon den zur Ausgabe gelangenden 500 Millionen Mart soll war ein unerfreuliches Wiedersehen. Der Abstand zwischen diesem Hypothekenmarkt erflärt denn auch, daß im Laufe des Jahres ein Teilbetrag von 324 Millionen Mark demnächst in Rußland, und dem Jugendwerte schien noch größer als der von E. Rosmers Deutschland und Holland zur Substription aufgelegt werden."" Johannes Herkner" und der Dämmerung", mit der sie so ver1904 das Grundstücksgeschäft zur„ Höchsten Blüte" ge= Diese Form ist jedenfalls nur gewählt worden, um dem Bublifum heißungsvoll im Drama debütierte. In dem„ Herkner" gab es diehen sei:„ Die Umwandlung der inneren Stadtviertel die Anleihe schmackhafter zu machen. Es wird dadurch in das Be- wenigstens noch die Szenen des ersten Attes, die an die einstige Berlins", heißt es,„ hat im verflossenen Jahr wieder lieben der Käufer gestellt, dann, wenn sich nach ihrer Ansicht in den Kunst und Kraft erinnerten, hier fehlt fast jeder Nachhall. große Fortschritte gemacht. Die Anzahl der fleineren und selbst mittleren Beleihungsobjekte in den guten alten Stadtgegenden nächsten sechs Jahren die Finanzlage Rußlands verschlechtert, Rück- Turaser", das Stück, das bei den älteren Mitgliedern der Freien Berlins ist wieder eine bedeutend geringere geworden, so daß die zahlung ihrer Papiere zum Pari- Kurs zu verlangen. Durch diesen Boltsbühne" noch in gutem Andenken steht, war eine Tat, das beste Privatkapitalisten sich veranlaßt sahen, sich mit den Grundstücks- fleinen Vorteil gedenkt man die Kapitalisten zum Kaufen heran- Broletarier- Drama nach den„ Webern", dabei nach Auffassung, nach zuziehen. Ob es helfen wird, muß abgewartet werden. Es wird Bau und Szenenführung durchaus selbständig gegenüber dem sozu wertverhältnissen in den Vororten immer mehr vertraut zu machen, bas zu einem großen Teil von dem Emissionsturs abhängen, fagen unpersönlichen genialen Maffengemälde Hauptmanns. und dort geeignete hypothefarische Anlagen zu suchen. Die Grundüber den noch nichts Bestimmtes verlautet. An der Börse Langmanns Schauspiel wuchs aus dem Hintergrunde höchst stücksbesizer in den Vororten waren denn auch mit ihrem Kapitals wurde er heute auf 95-97 Proz. geschägt, der Uebernahme- lebendiger Milieuschilderung ein Einzelschicksal, das die zerstreuten bedarf nicht mehr in dem Maße auf die Darlehnsinstitute an furs auf 91-92 Broz. Wenn der Emissionskurs niedrig ist, Gindrücke zu echt dramatischer Einheit zusammenschloß, heraus. gewiesen, wie in den früheren Jahren, sondern erhielten vielfach werden sich natürlich trotz aller Bedenken die Käufer finden, denn der So plastisch wie er den Streit der hungernden Arbeiter, so plastisch unter fulanten Bedingungen Privatfapitalien zur ersten und auch Gewinn lockt. Mit der Stimmungsmache für die Anleihe beginnt hatte der Dichter den Konflikt in Turafers Seele gezeichnet: die zur zweiten Stelle auf ihre Grundstücke. Da auch im Laufe des Jahres sich das Geschäft an der Börse und in der Börsen- Courier" bereits. Er bringt zirka drei Spalten über Versuchung zum Verrat an den Kameraden, das Widerstreben, den Rußlands wirtschaftliche Lage, Bunächst gibt er halb wehleidig zu, Fall, Scham, Schuldbewußtsein und nach des Kindes Tod die erWarenbranchen recht lebhaft entwidelte, da ferner die Bautätigkeit einen ganz enormen Umfang angenommen hatte, daß ja das russische Regierungssystem manche Mängel habe; aber, lösende Sühne. Typisches und Individuelles durchbrang einander so daß auch von diesen Seiten große Ansprüche an den Geldmarki o wird dann behauptet, in wirtschaftlicher und finanzieller Be- aufs innigste. Ich wüßte, von einigen Dramen Ibsens, vielleicht gestellt wurden, so konnte auf dem Hypothekenmarkt eine ziehung stehe Rußland gefestigt da. Trotzdem aber dürfte die auch von Hauptmanns Weber" abgesehen, kaum ein Werk in der Reduzierung der Zinssäge nicht erzielt werden, und diese blieben bei pessimistische Beurteilung", heißt es in dem Artifel, welche die neueren dramatischen Literatur, das so spezifisch tragisch wirft russischen Verhältnisse gegenwärtig in einer Anzahl öffentlicher wie dieses. In den späteren Produktionen ist keine Spur mehr von ganz geringen Schwankungen dieselben wie im Jahre 1903. Für erfistellige Beleihungen bis zur Hälfte des Grundstückswertes wurde Organe Deutschlands finden und welche meist auf politische Gegen in guten Stadtgegenden Gelb felbft in Posten bis ca. 400 000 m. fäglichkeit zurückzuführen ist, keineswegs berechtigt sein. Dies gilt a 8 Broz. p. a. gegeben. Für andere gute erste Stellen, sofern ganz besonders in finanzieller und wirtschaftlicher Beziehung. Man fie fich zur Anlage für Privatkapitalien eigneten, war Geld darf nicht vergessen, daß die ruffische Finanslage seit dem Ende der achtziger Jahre trop verschiedener Migernten, die in diese Periode a 878-4 Prozent Binsen reichlich zu haben. gefallen sind, und der wirtschaftlichen Depression in den ersten Jahren Darlehnsinstitute schlossen Beleihungen zu 4-48-44 Proz. Dieses Dezenniums eine außerordentlich bedeutende Befferung er Zinsen, in den Vororten zu 4-4 Proz. Zinien, bei einer Zinsen, in den Vororten zu 4-4 Broz. Zinsen, bei einer fahren hat. Alle russischen Budgets in diesem Zeitraume haben Abschlußprovision von 1/ 2-1 Proz. der Darlehussumme, ab. bedeutende Ueberschüsse ergeben, welche die Mittel für eine umBaugelder waren in den ersten drei Quartalen des Jahres leicht zu fassende Bautätigkeit, namentlich auf dem Gebiete des Eisenbahn434-5 Broz, Zinsen zu haben. Nachdem der Bankdiskont aber auf 5 Broz, gestiegen war, beanspruchten einzelne Institute auch eine wesens, lieferten. So ist die große fibirische Eisenbahn gänzlich aus Berzinsung der Baugelder pro Anno. Die Bautätigkeit, welche im den Ueberschüssen gebaut worden, ohne daß dafür eine Anleihe auf Daneben konnte der Staatsschatz beträchtliche Jahre 1903 schon eine sehr rege war, nahm im Jahre 1904 einen genommen wurde. folossalen Umfang an. Sowohl die Verkäufe von Abrißgrundstücken Mittel ansammeln, deren Vorhandensein dem Lande nach dem Ausin den älteren Stadtteilen, als auch der Absatz von Baustellen in bruch des Krieges sehr zustatten gekommen ist. Diese Besserung im den Peripherien der Stadt Berlin nahmen eine wohl seit Jahrzehnten Verein mit der Anlehnung Rußlands an Frankreich hatte auch eine nicht dagewesene Ausdehnung an, so daß auch das Baugelder- außerordentliche Stärkung des russischen Staatskredits zur Folge." Geschäft außerordentlich lebhaft war." vielen zu Zur Lage der niederrheinischen Seidenfabrikation wird uns aus Krefeld geschrieben: " Soziales. Ober- Berwaltungsgericht gegen Kammergericht. folchem sicheren Kunstinstinkte. Die Darstellung schlägt um in eine grob vollsstückmäßige Manier, und die Moral, im„ Turaser" organisch, gleichsam naturwüchsig mit der Handlung verbunden, und darum selbst ein steigerndes Moment des poetischen Eindruds, wird trocken, lehrhaft und absichtlich. Wie im„ Turafer", ist in dem neuen Drama der plößliche Tod eines Sohnes ein die innere Umkehr des Vaters wesentlich mitbestimmendes Motiv. Aber man vergleiche daraufhin in beiden Stücken die künstlerische Behandlung, und man hat in diesem einen Unterschied zugleich den Unterschied des ganzen Genres vor sich. Der Tod, dort in den Gang der Handlung sinnvoll eingeflochten, ist hier ein plumper Zufall, melodramatisch- traffer Bühneneffett; die Wirkung auf den Vater, dort so intim ergreifend, läßt hier teilnahmlos; die Sühne, dort Notwendigkeit, erscheint hier als ein mühsam angeflidter Einfall zu Ehren moralisierender Tendenz. Herzmarke" der Titel macht bereits diskret auf die Bedeutung des Herzens aufmerksam heißt die große Nähfadenspinnfabrik eines Städtchens, deren sich der Held des Stückes, ein ebenjo energischer wie, in den ersten beiden Aften, herzloser GroßAuch die Terrainspekulation zeigte sich, wie weiter ausgeführt industrieller, Herr Dieterlin, zu bemächtigen sucht. Herzlos ist seine wird, im Jahre 1904 sehr unternehmungslustig. Es bildeten sich zahl Frau, herzlos die Tochter, die bei Gelegenheit eines Heiratsantrage reiche neue größere und kleinere Terrains und Baugesellschaften. fich des längeren über ihre Eigenschaften ausläßt, herzlos die WestGroße Terraimumsätze sind erzielt worden am Kurfürstendamm, in der Kaiser- Allee, Frankfurter Allee, in Lichtenberg, in Reinickendorf.( Eine Zwickmühle für Schausteller und Darbieter von öffentlichen papiere anhäufende Mutter Dieterlins; nur der Sohn hat Sinn Bustbarkeiten niederen Ranges.) fürs Höhere, für Natur und Liebe, und möchte die hübsche Tochter Ganz besonders erwähnenswert find die Verkäufe eines 3000 Quadrat Jm§ 33 b der Gewerbe- Ordnung wird bestimmt: Wer ge- eines Dieners heiraten. Lauter langweilig schematische Gestalten, ruten großen Terrains der Neu- Westend- Terraingesellschaft, eines werbsmäßig Musikaufführungen, Schaustellungen, theatralische Bor- die mit einer merkwürdig unbeholfenen Technik auf der Bühne 800 Quadratruten großen Terrains an der Sigmaringer und stellungen oder sonstige Luftbarkeiten, ohne daß ein höheres Interesse hin- und hergeschoben werden! Dieterlin, der Gewaltmensch, berGünzelstraße, eines sehr großen Terrains an der Hoch- und Christianiastraße, und der Riesenkomplere an der Röderstraße, in der Kunst oder Wissenschaft dabei obwaltet, von Haus zu Haus oder langt, um Herzmarte"-Aftien zu kaufen, von der Mutter WertLichtenberg, im Berliner neuen Hansaviertel und zwischen Brenz auf öffentlichen Wegen, Straßen, läger darbieten will, papiere zur Verpfändung und reißt ihr, als sie ihn ängstlich- geizig bedarf der vorgängigen Erlaubnis der Ortspolizeibehörde." Wir abweist, den Kassettenschlüssel weg, worauf die Alte im Herztrampf lauer Allee und Greifswalderstraße. berichteten seinerzeit, daß das Kammergericht, im Gegen auf das Sofa sinkt und stirbt. Erste Erschütterung. Im dritten faz zur Pragis des Ober- Verwaltungsgerichts, Aft, gepeinigt von Gewissensbiffen und im Gefühl falter Einsamkeit, zu den öffentlichen Pläßen im Sinne des§ 33 b auch um zäunte fucht Dieterlin bei seinem Sohne Troft, glücklich, nach langen Jahren Seit mehreren Jahren konnte man von einer guten Konjunktur Privatgrundstüde rechnete, wenn nur jedermann Zutritt einmal einen Menschen in seine Arme schließen zu dürfen, sich in der Seidenstoffbranche nicht mehr reden. Die Mode hat sich von habe, und daß es den damals angeklagten Schausteller wegen Nicht- geliebt zu glauben. Bei aller mitunterlaufender Theatralik ist dies den Geweben aus Seide abgewandt, hieß es in den beteiligten einholens der Erlaubnis verurteilte. Jetzt hat nun das Oberbie beste Szene des Stückes. Erasmus wird von dem Vater in sein Kreifen. Die Weber, soweit sie in diesem Teil der Textilindustrie Verwaltungsgericht Gelegenheit gehabt, seinerseits zu der neu erobertes Reich, in die große Fabrik gesandt. Ein Schrei, die beschäftigt sind, litten unter stetigem Arbeitsmangel. Jetzt, in den neuen Pragis des Kammergerichts, welches sich auf die Ent- Transmission hat ihn erfaßt und getötet. Zweite Erschütterung. Tegten Monaten, ist wieder ein Aufschwung zu verzeichnen, doch wird stehungsgeschichte des§ 33 b der Gewerbe- Ordnung bezogen hatte, Dieterlin, nun auch von Frau und Tochter verlassen, fühlt sich verüber die schlechten Preise geklagt, die die Händler zahlen. Gleich Stellung zu nehmen. Der Schausteller Welscher wollte in der Mag- nichtet und gestraft. Das Unglüd fann fein Zufall sein! Da ers zeitig heißt es in den Kreisen der Seidenindustriellen, daß der straße, im Norden Berlins, auf einem Privatgrundstück verschiedene scheint eine edle Jugendfreundin, die er um des Geldes willen im Schwerpunkt des Seidenhandels, der bisher in Europa lag, jetzt in Bustbarkeiten bieten: Dampffarouffel, Jllusionsfahrt, Theater Stiche ließ. Sie wird ihm helfend zur Seite stehen, wenn er für Ostafien zu suchen ist. Die Einfuhr von japanischen, indischen und lebender Photographien. Das Grundstück ist eingefriedigt und es andere sorgen lernt, wenn er die Arbeiterscharen des Etablisse chinesischen Geweben steigere sich von Jahr zu Jahr. Diese Klagen führt ein Tanger Gang zu ihm. W. fezte ohne Genehmigung das ments an dem Gewinn beteiligt! Das farblose Grau des Stüdes erhielt auch durch die Auffind zwar richtig, haben aber ihre Ursache darin, daß mit der Dampftaroussel in Betrieb. Eine Verfügung des Polizeipräsidenten, europäischen Seide ein großer Schwindel getrieben wird. Schon die ihm dies untersagte, wurde auf W.s Klage vom Bezirksausschuß führung, an der erste Kräfte des Schauspielhauses mitwirkten, keine frischere Farbe. Bei der elenden Akustik des Kroll- Theaters waren Tange Jahre wird über die Unsolidität der Seidenstoffe in den aufgehoben. Kreisen der Konsumenten geklagt, das Publikum will deshalb Das Polizeipräsidium legte Berufung beim Ober- Verwaltungs- die großenteils leis geflüsterten Dialoge streckenweis ganz unberteine Seidenwaren laufen, weil für die Haltbarkeit nicht gericht ein und berief sich auf die erwähnte Entscheidung des ständlich. Gegenüber dem gefünftelten Premieren- Applaus demongarantiert wird und nicht garantiert werden kann. Die Seidenstoff- Rammergerichts. Der Gegensatz in der Rechtsprechung zwischen strierte das gelangweilte Publikum, besonders nach dem zweiten Fabritanten greifen nämlich zu immer beträchtlicheren Erschwerungen" Stammergericht und Ober- Verwaltungsgericht bringe bie Polizei in Afte, durch energisches Bischen. " Verantw. Redakteur: Vaul Büttner, Berlin. Für den nferatenteil verantwo.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei ut. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. dt. Nr. 307. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 31. Dezember 1904. Berliner Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. 11 Achtung! Am Sonntag, den 22. Januar 1905, erscheint die nächste Lokalliste. Am Sonntag, den 8. Januar 1905, veranstaltet der Theaterund Vergnügungsverein Paloma" im Ostbahnhof- Restaurant", Rüftriner Play, ein Vergnügen. Wir machen darauf aufmerksam, daß dieses Lokal nicht mit auf der Liste steht, infolgedessen ist das Bergnügen streng zu meiden. Das Personal und die Angestellten der Auer- Gesellschaft, Alte Jakobjtr. 139/148, haben zum Sonnabend, den 14. Januar 1905, in der„ Tonhalle", Friedrichstr. 112, einen Maskenball arrangiert. Wir erwarten von den organisierten Arbeitern daselbst, daß sie an dem Vergnügen nicht teilnehmen, da das Lokal„ Tonhalle" der Arbeiterschaft zu Versammlungen 2c. nicht zur Verfügung steht. Die Lokalkommission. Bierter Berliner Reichstags- Wahlkreis Often. Dienstag, den 3. Januar, findet im„ Elysium", Landsberger Allee 40/41, eine Verjammlung des Wahlvereins statt mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Hugo Boi. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Bierter Berliner Reichstags Wahlkreis Südosten. Sonntag nachmittag 5 Uhr: Versammlung mit Frauen. Nachher: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen D Lokales. Silvester. Die Vertrauensleute. Zum " 1 Gießerei, Schmiede usw. und Montage sich eine praktische Ausbildung I die durch den Verband in ein besseres Jenseits oder ins Krankenhaus angeeignet haben. Der Lehrplan schließt sich auf das engste an befördert werden sollen, ja noch weit mehr auszustehen haben. den einer preußischen höheren Maschinenbauschule an, jedoch sollen Hoffentlich bewährt sich die neue Einrichtung. die Gebiete der Technik, die für Berlin eine hervorragende Bedeutung eine Stiftung, Die Kottwitsche Armen- Unterstüßungsanstalt haben, besonders berücksichtigt werden. Der Unterricht dauert zwei die finderreichen Familien Beihülfen zur Bezahlung rückständiger Jahre und wird in aufsteigenden Halbjahrskursen erteilt. Schluß erteilt die Anstalt auf Grund einer Prüfung Reifezeugnisse. Mieten gewährt hat in den letzten Jahren öfter als sonst helfend Die Anregung zur Errichtung dieser Anstalt ist vorzugsweise eingreifen müssen, und auch im Verwaltungsjahr 1903/04 ist hierin auf den Verein Deutscher Ingenieure zurückzuführen, noch nicht wieder ein Umschwung eingetreten. Diesmal bezahlte die der auch in anerkennenswertem Entgegenkommen sich erboten hat, Stiftung 454 Mietsreste, 60 Reste zwischen 11-20 M., 196 zwischen einen größeren laufenden Beitrag zum Betriebe der Schule zu 21-30., 184 zwischen 31-50 M., 14 zwischen 51-100 2. Der Die Beträge wurden an die bespenden. Auch die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft, die Gesamtbetrag war 14 338 M. Handelskammer, der Verein Berliner Industrieller haben laufende treffenden Hauseigentümer gezahlt, die dafür sich verpflichten mußten, Beiträge zugesagt, und bedeutende Firmen, wie z. B. die Borsigsche die gegen die säumigen Mieter etwa eingereichten Klagen usw. zurüdMaschinenfabrit, haben größere Summen für die erste Ausstattung zunehmen. Diese Kottwigsche Armen- Unterstützungsanstalt" besteht zugesichert. Die Betriebskosten sind auf 100 000 m. geschätzt. Davon nun bald hundert Jahre; sie wurde im Notjahr 1807 vom Baron dürften 50 000 M. durch Schulgeld gededt werden, so daß nach b. Kottwig gegründet. Anfangs stand sie unter alleiniger Leitung Abzug der Zuschüsse in Höhe von zirka 12 000 m. noch ein städtischer ihres Gründers, später ging sie in städtische Verwaltung über. UrZuschuß von rund 40 000 m. erforderlich ist. Die Baukosten sind fprünglich war sie wirklich eine Anstalt, ein privates Armenhaus für mit rund 900 000 m. veranschlagt. arbeits- und obdachlose Familien, das damals die Bezeichnung Rottwißiche Beschäftigungsanstalt" trug. Die Anstalt befand sich in Das Stadtparlament findet im Beginn des fommenden Jahres der Alexanderstraße neben dem öffentlichen Arbeitshaus, mit dem sie gleich große Aufgaben vor. Zunächst müssen der Vorstand und nicht verwechselt werden darf. Zeitweise beherbergte sie bis 100 fämtliche Ausschüsse wiedergewählt werden, dann wird die Beratung Familien, die dort Unterkunft gesucht und freiwillig um Beschäftigung wegen der Errichtung einer technischen Mittelschule, einer 14. städti- gebeten hatten. Später ging die Anstalt ein, und die Kottwigsche schen Realschule, sechs neuen Gemeindeschulen, einer neuen Siechen- Stiftung beschränkt sich seitdem auf Gewährung von Mietsbeihilfen. anstalt für 1500 Personen und 6 Millionen Mark Kosten, der Bau Die 14. städtische Realschule soll zu Ostern 1905 eröffnet werden. und der Betrieb von fünf städtischen Straßenbahnen, der Erlaß eines zu diesem Zweck wird vom Magistrat von der StadtverordnetenOrtsstatuts für ein Kaufmannsgericht, der Vertrag mit Siemens u. Bersammlung die Bewilligung der Mittel verlangt. Die Stoften sind Halste wegen des Baues der Untergrundbahn Potsdamer Platz auf rund 44 300 Me. fürs erste Jahr veranschlagt, dem 11 500 M. Spittelmarkt, der Bau eines großen Berliner Hafens die Stadt- Einnahme( Schulgeld) gegenüberstehen. Da dem Magistrat ein verordneten- Versammlung beschäftigen. eigenes Gebäude noch nicht zur Verfügung steht, so beabsichtigt er, geeignete Räume auf dem Wedding zu mieten. Die Reformen" im städtischen Obdach, die wir kürzlich als bevorstehend angekündigt hatten, scheinen schon begonnen zu haben. Eine Lokalkorrespondenz weiß von Abwehrmaßregeln" zu erzählen, die von der Obdachverwaltung getroffen worden seien, um der Abteilung für nächtlich Obdachlose zu verhindern. Die Korredie regelmäßig an den Sonnabenden eintretende Ueberfüllung spondenz meldet: eines Unter Ein Gattenmordversuch Wovon man in Berlin leben kann. In Pankow starb dieser Des Jahres letzte Stunde! Wenn sie am Silvesterabend Tage eine Rentiere Auguste Kl. im 64. Lebensjahre mit Hinternach altem Brauch verabschiedet wird, möchte matcher fast wohnte bis vor kurzem in Berlin und ernährte fich, da ihr Mann lassung eines nicht unerheblichen Vermögens. Die alte Dame glauben, daß sie allen Verdruß und alles Leid des zu Ende blind war und zum Unterhalt der Familie nicht beitragen konnte, gehenden Jahres mit sich hinwegnehmen solle. In diesem Früher wurden weder an Sonnabenden noch an den Vorabenden seit Jahren durch... das Besprechen der Rose und anderer Leiden. Gedankenkreis ungefähr bewegt sich auch manche der mehr der Feiertage Personalfeststellungen der Asylbesucher vorgenommen Diese Beschäftigung" rentierte sich so sehr, daß Frau Kl. nicht nur oder weniger ernsthaft gemeinten Reden, Ansprachen und Be- und dies hatte zur Folge, daß in solchen Nächten ein besonders großer eine Wohnung von drei Zimmern innehaben und mit ihrer Familie glückwünschungen, die im Familienkreise oder in öffentlichen Andrang von Besuchern eintrat, deren Zahl selbst in Sommermonaten gut leben, sondern sich auch vor einiger Zeit, nachdem ihr Gatte Lokalen an jeder Silvester- Tafelrunde der 12 Uhr- Glocken- an den Sonnabenden über 2000-3000 erreichten. Unter den Asylisten gestorben war, zu Ruhe setzen konnte. befanden sich eine große Zahl solcher Personen, die alle Ursache schlag auszulösen pflegt. Bou einer Schwindlerin gebrandschatt werden seit längerer Brit hatten, sich vor den Augen der Polizei zu verbergen, besonders Draußen auf der Straße ist man ehrlicher. Hier macht jugendliche, die auch häufig Anlaß zu Erzeffen gaben. Die Ver- arme Frauen, die durch Zeitungsanzeigen Aufwartestellen suchen. man sich und anderen kein Hehl daraus, daß die Jahreswende waltung des städtischen Asyls hat deshalb die Anordnung getroffen, Sie sammelt die Anzeigen und besucht die Frauen unter der Bornicht als ein Anlaß genommen wird, sentimentalen Anwand- daß auch an Sonnabenden Stichproben" vorgenommen werden, spiegelung, daß sie auf diesem oder jenem Bahnhof oder in einem lungen nachzuhängen. Hier tut niemand so, als ob mit dem b. h., daß die Feststellung der Personalien von Besuchern des einen Expreßauge die Reinigung zu vergeben habe und verspricht für eine 12 Uhr- Glockenschlage des Silvesterabends sich alles, alles oder des anderen Schlaffaales zu erfolgen hat. Die Sonnabend Arbeitszeit von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags drei Mark. wenden" müsse. Der laute Trubel, mit dem sie da unten des Frequenzziffer ist hierdurch ganz erheblich zurückgegangen und der Die Frauen nehmen dieses Angebot bereitwillig an und helfen der Jahres letzte Stunde hinausscheuchen, läßt deutlich genug er- artig hohe Besucherzahlen, wie fie noch in der vorigen Saison zn Vermittlerin gern mit ein paar Mark aus, wenn sie sich zufällig ganz ausgegeben" hat. Erst am nächsten Morgen, wenn sie um kennen, daß man lediglich sich amüsieren will. Das Antreiben berzeichnen waren, sind in diesem Jahre nicht mehr eingetreten." Daß selbst im Sommer an den Sonnabenden 2000-3000 Per- 9 Uhr den Dienst antreten wollen, erfahren sie, daß sie nebst ihren von Zylinderhüten, das Unter den Linden und in der Friedrich- fonen im Obdach Aufnahme gefunden hätten, ist natürlich leber- Leidensgenoffinnen, die sie auf dem Bahnhof antreffen, einer straße trok aller polizeilichen Warnungen und gerichtlichen treibung. Solche Frequenzen werden nur in der tälteren Jahreszeit Schwindlerin in die Hände gefallen sind. Diese bestiehlt auch noch Abstrafungen zu den selbstverständlichen Silvesterfreuden ge- erreicht. Im übrigen aber trifft es zu, daß die bisher geübte Nach bie armen Frauen, tveim fie eine Gelegenheit dazu findet. Sie ist rechnet wird, bildet einen drastischen Gegensatz zu dem feier- ficht, an Sonn- und Feiertagen feine Obdachlosen zu verschieben", 20 bis 23 Jahre alt und mittelgroß, hat dunkeles, fast schwarzes Haar, vorspringende Zähne im Obertiefer und eine hochgeschobene wegen Nichtbeschaffung lichen oder gar frommen Ernst, mit dem sie oben hinter den d. h. zur Bestrafung erleuchteten Fenstern das scheidende Jahr hinaus- tommens auszuliefern, regelmäßig einen starten Andrang berlippe und trägt einen halblangen Krimmertragen, einen schwarzen komplimentieren. Und das mitternächtige Glockengeläut, das zum Obdach und zeitweise eine bedentliche Ueber- Rod und eine kleine Wachstuchtasche. füllung der Schlaffäle zur Folge gehabt hat. gegen den wüsten Lärm anzufämpfen vergeblich sich müht, Die Obbachverwaltung ist dem Gedanken näher getreten, Fönnte einem glaubenstreuen Christen als Kirchenschändung mit diesem Brauch zu brechen das hatten wir bereits gemeldet. und Gotteslästerung erscheinen, wenn es nicht eben der zu Ihre Beweggründe find aber nicht diejenigen, die oben angegeben verursachte in voriger Nacht in der Straßmannstraße große Aufregung. neuem Leben erwachte„ kirchliche Sinn" unserer modernen sind. Nicht die Sorge, die polizeischeuen Elemente vom Obdach In dem Hause 32 wohnt der 34 Jahre alte Metallschleifer August Zeit wäre, der den Berlinern diese wunderliche Silvesternachts- fernzuhalten, hat sie auf diesen Gedanken gebracht, sondern lediglich Jonas mit seiner 32 jährigen Ehefrau Auguste geb. Scholz und Bugabe beschert hat, der Wunsch, den Obdachlosen gegenüber eine neue einem vier Monate alten Sohn Erivin. Jonas war acht Jahre in In den äußeren Stadtteilen Berlins, wo die Arbeiter- ärte ausfindig zu machen, durch die man sie aus Leipzig verheiratet. Diese Ehe, aus der drei Kinder hervorgingen, bevölkerung wohnt, pflegt die Silvesterfeier nicht ganz so zu dem Obdach hinausgraulen fann. Die Freinacht vor wurde vor 16 Monaten geschieden. Für den schuldigen Teil wurde den Sonn- und Feiertagen tommt ja nicht bloß denen der Mann erklärt, weil er mehrere Liebschaften unterhalten hatte. verlaufen. Gewiß, auch in den Arbeitervierteln sitzt man am zu gute, die der Polizei aus dem Wege gehen wollen, Zwei Monate später heiratete er in Berlin feine jezige Frau. Am Silvester beisammen, um gemeinsam das alte Jahr zu ver- sondern auch manchem Unglücklichen, der nur in folcher Nacht 17. d. M. verschwand Jonas aus seiner Wohnung, nachdem er kurz abschieden nebenbei bemerkt: nicht bei Wein und Punsch, noch einmal das städtische Obdach aufsuchen darf, während er in vorher seine Arbeit in einer Fabrik in der Michaelfirchstraße niedersondern bei minder noblen Getränken. Auch in den Arbeiter anderen Nächten ristiert, wegen zu häufigen Kommens am anderen gelegt hatte. Zweihundert Mart, die sich die Leute gespart hatten, vierteln läuft mancher beim 12 Uhr- Glockenschlage auf die Morgen verschoben" zu werden. Auch diese Obdachlosen werden nahm er mit. Die zurückgelaffene Frau befand sich mit dem Kind Aber das ist der in einer so bedrängten Lage, daß die Nachbarn sich ihrer annehmen Straße hinaus, um mit seiner Lunge Kraft das neue Jahr zu durch die Beseitigung der Freinacht getroffen. begrüßen. Im großen ganzen aber geht es hier doch weniger Obdachverwaltung, an deren Spize Herr Fischbeck als der richtige mußten. Man glaubte, daß der Mann sich in einem Anfall von ausgelassen zu. Vor allem wird hierverständigerweise! Am zweiten FeierMann" steht, gleichgültig oder vielleicht sogar ganz erwünscht. Denn Geistesgestörtheit das Leben genommen habe. es ist ihr eben nur um das Eine zu tun, daß den Obdachlosen tage jedoch kehrte er unerwartet zurück und erzählte seiner Frau, von der Brüllfreiheit des Silvesterrummels nicht so ausgiebig bas Dbbach verleibet wird. Die Beseitigung der Freinacht anscheinend unter tiefer Neue, daß er einen Ausflug nach Leipzig Gebrauch gemacht, wie im Linden- Viertel, wo die Jugend der ist fest beschlossen, von bloßen Stichproben" kann in dieser Be- gemacht, dort Verwandte besucht und alles Geld ausgegeben habe. besseren Stände" mit den aus allen Stadtteilen zusammenziehung keine Rede sein. Da er Besserung gelobte, so nahm seine Frau ihn wieder auf. gelaufenen Budewigs" um die Wette brüllt. Schon am dritten Feiertage" erhielt er wieder Arbeit. Statt aber Wo in den Arbeitervierteln im Familienkreise oder in sein Versprechen zu halten, brachte er nur wenig Wirtschaftsgeld nach öffentlichen Lokalen Silvester gefeiert wird, da pflegt man Hause und ging wiederholt auf den Tanzboden; auch gestern abend wieder. auch nicht so zu tun, wie wenn durch den 12 Uhr- Glockenschlag und seine Frau ihn mit Vorwürfen empfing, 30g er eine Flasche Als er nun in der Nacht um 1 Uhr nach Hause kam alles Widrige, was das scheidende Jahr uns brachte, hinweg Lysol aus der Tasche und schlug ihr vor, sich mit ihm zu vergiften, gezaubert würde. Wir wissen, daß wir manchen Verdruß und da doch niemals Friede zwischen ihnen sein werde. Die Frau aber manches Leid aus dem alten Jahr in das neue mit hinüberDer Verband für erste Hülfe hatte die Freundlichkeit, die Bresse, wollte von dem gemeinsamen Tode nichts wiffen, riß ihm die Flasche nehmen müssen. Aber wir wissen auch das, daß wir zugleich sowie verschiedene hohe Herrschaften gestern nach seinem Hauptdepot aus der Hand und warf sie aus dem Fenster auf den Hof hinab. mit hinübernehmen werden allen Mut und alle Freudigkeit am Schiffbauerdamm 20 einzuladen. Dort auf den Hofe waren Als sie dann vom Fenster zurücktrat, stieß ihr Mann ihr sein TaschenKrantentransportwagen aufgestellt, man die Desinfektionsräume usw. geöffnet. Die von Herrn Direktor die linte Halsseite und die linte Hüfte. Auf ihr Hülfegeschrei eilten außerdem hatte messer, das er unterdessen heimlich geöffnet hatte, in die linke Brust, Schlesinger geleitete Organisation lag jahrelang mit der Rettungs- die Nachbarn herbei. Der Arbeiter Hempel und seine Frau retteten gesellschaft im Krieg. Dann wurde so etwas wie eine Einigung die Verwundete in ihre Wohnung und brachten auch das Kind dort hergestellt. Mittlerweile verursachte das Krankentransportwesen in Sicherheit. Als der Vorsteher des 103. Reviers mit drei Schutzdie vom Magistrat mit einem Kostenaufwand von rund einer neue Zänkereien, die zu begleichen, wie uns der Verband mitteilt, Million Mark auf dem Wedding, in der Müllerstraße 146, in Kürze bisher nicht gelungen ist. Doch werden von Neujahr ab Polizeierrichtet werden wird, ist bei der großen Bedeutung, die Berlin auf präsidium und Magistrat ihre Krantentransporte lediglich durch den gewerblichen Gebieten gewonnen hat, zu einem unabweislichen Be- Verband ausführen lassen, der außer auf dem Schiffbauerdamm dürfnis geworden. Die schon bestehenden technischen Schulen, wie in der Landsberger Allee und in der Bellealliancestraße Depots er. Fachschulen, Fortbildungsschulen, Gewerbesaal, Handwerkerschule richtet hat. Die Errichtung weiterer Depots im Westen und die fönnen höchstens ausnahmsweise bei besonderer Befähigung ihre Bermehrung des Wagenparts steht bevor, so daß in kurzer Zeit auch Schüler soweit fördern, daß sie einem mit Maschinen ausgestatteten den Anforderungen von Privatinstituten, von Kassen und der Betriebe vorzustehen vermögen. Die Zöglinge der Technischen Hoch- sonstigen Einwohnerschaft gedient werden kann. schule sind in erster Linie zu einer einflußreichen und leitenden Weiter schreibt uns die Leitung des Verbandes für erste Hülfe: Stellung berufen, aber ihre Aufgabe wird mehr die wissenschaftliche Da es vor der Benußung eines Wagens nicht immer möglich ist, Weiterentwickelung der Technik und die Verwertung der gewonnenen, die Natur der Krankheit zu bestimmen, werden nunmehr und auf wissenschaftlicher Grundlage beruhenden Kenntnisse sowie die das ist eine nirgends bisher eingeführte Neuheit die Wagen nach schäftigt seit mehreren Tagen die Kriminalpolizei. Die 25jährige Das geheimnisvolle Berschwinden eines jungen Mädchens beFörderung de Großindustrie bleiben. Zwischen beiden Schul- jedem einzelnen Transporte einer Desinfektion unterzogen. Tochter Marie des Wagenlackierers Guthke, Berlinerftr. 105 zu Nig arten soll nun ergänzend die Technische Mittelschule treten, die in Bu dem Zweck wurde auf jedem Depot eine eigene Desinfektions- dorf, begab sich am Abend des 19. Dezember gegen 7 Uhr in Beihren Grundlagen der preußischen höheren Maschinenbau- anstalt errichtet, in welcher die Wagen, sowie in besonderen von den gleitung ihrer Schwester nach einer Apotheke am Hermannplay. Als schule entsprechen wird, der der Magistrat aber diesen Namen Herren Rietschel u. Henneberg gelieferten Apparaten, Decken, die Schwester nach wenigen Minuten auf die Straße zurückkehrte, nicht geben will, um damit anzubeuten, daß fie auch den Wäsche usw. desinfiziert werden. Es befindet sich ferner in jedem war die G. verschwunden. Da sie am Abend nicht in der elterlichen übrigen Gebieten der Gewerbetätigkeit in Berlin helfend dienen Depot eine Brause babeanlage, in welcher die Trans- Wohnung eintraf, suchte man die ganze Nacht hindurch nach der Versoll, indem der Nachdruck auf die Technologie und etwas weniger porteure nach jedem Transport ein Reinigungsbad nehmen. Da mißten; jedoch vergeblich. Das junge Mädchen blieb verschwunden. auf die Maschinenbaulehre gelegt wird. Vor allem soll das Bebas ganze Unternehmen nicht auf gewerblicher, sondern lediglich Besonders auffällig erscheint der Umstand, daß die G. bei ihrem dürfnis der Praxis befriedigt werden durch Heranbildung technischer humanitärer Grundlage errichtet ist, werden etwaige Ueber- Weggehen weder Hut noch Jackett trug. Die Vermißte ist eine Betriebsleiter in Maschinenfabriken, Gießereien, Kesselschmieden, schüsse zur Verbilligung der Transportpreise benutzt werden. hübsche stattliche Erscheinung und rechnet man damit, daß sie berSpinnereien, elektrischen Betrieben usw., zur leberwachung von wird dad ch erzielt werden, daß Patienten, die sich bisher un- führt reip. verschleppt worden ist. Die Behörde hat bereits sämt Maschinen, Heizungs- und Feuerungsanlagen in Gas- und Waffer- geeigneter transportmittel( Droschten usw.) bedienten und bei an- liche Strankenhäuser nach dem Verbleib des jungen Mädchens ab werten, in Brauereien, chemischen Fabriten. Der Umstand, daß die stedenden Strankheiten Leben und Gesundheit ihrer Mitbürger in gesucht, jedoch resultatlos. Die Verschwundene ist mit rotseidener Schüler der Technischen Mittelschule für eine leitende oder doch Gefahr brachten, sich in Zukunft der neuen Transportmittel Bluse, schwarzem Rock und Knöpfstiefeln bekleidet, ist etwa 1,75 Meter felbständige Stelle borgebildet werden sollen, macht es notwendig, bedienen, die ihnen zu niedrigeren Preisen, auch unter Umständen groß und hat dunkelblondes Haar. daß fie in die Schule ein Maß allgemeiner wissenschaftlicher Bildung festenlos, zur Verfügung stehen. mitbringen, die etwa durch das Berechtigungszeugnis für den ein- Unter strömendem Regen hielt Herr Dr. Schlesinger Die Feuerwehr hat jetzt viel Arbeit. Die Brände häufen steh. jährig- freiwilligen Dienst nachgewiesen wird. Es ist ferner gestern mittag auf dem Hofe des Depots eine Ansprache. Das war Gestern früh um 7 Uhr mußte ein großes Feuer in der Hollmannwünschenswert, daß die Schüler in einer mindestene zweijährigen bei solchem Sundewetter eine Qual sowohl für ihn als für die zahl- straße 16 gelöscht werden, dort standen eine Buchbinderei und KontorTätigkeit in einer Werkstatt, Maschinenfabrik mit Tischleret, reichen Zuhörer. Aber es blieb der Trost, daß die armen Kranten, Iräume im zweiten Stock des Quergebäudes in Flammen. Die zu neuem Kampf um den alten Siegespreis, zu neuem Streben nach dem alten Ziel der Befreiung der Arbeiterklasse. Die Technische Mittelschule", " 1 Dem Ortsstatut über die Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, mit den von der Stadtverordneten- Versammlung beschlossenen Veränderungen, stimmte der Magiftrat in seiner legten Sigung zu. Das Drtsstatut wird demnächst, nach erfolgter Zustimmung durch die Aufsichtsbehörde, publiziert werden und dann in straft treten. " männern fam, hatte sich Jonas hingelegt, als ob er schlafen wollte. Sobald die Beamten ihn fragten, wo seine Frau sei, sprang er auf, stierte sie wie geistesabwesend an und begann zu toben. Die Beamten überwältigten ihn und brachten ihn mit einem Lückschen Wagen nach der Charité, wo er als Polizeigefangener gehalten wird. Die verwundete Frau blieb in ärztlicher Behandlung in der Hempelschen Wohnung. Ihr Zustand ist nicht gefährlich. Die Hausgenossen glauben, daß Jonas sich bei seinem Toben verstellt habe, das ganze Wesen des Mannes deutet aber doch darauf hin, daß er geistig nicht gesund ist. Zum Vorsitzenden des Gerichts ist der besoldete Schöffe, Stadtrat Peters, gewählt worden, als dessen Stellvertreter der Amitsvorsteher. Nowawes. Räume und Treppen waren dermaßen verqualmt, daß eine große Gesundheitslehre mit besonderer Berücksichtigung von Mutter und mechanische Leiter auf dem Hof aufgestellt und zum Vorgehen Kind, 9 Stunden( für Damen und Herren). 10. Dr. Max Apel: benutzt werden mußte. Um an den Brandherd zu gelangen, wurde Volkstümliche Einführung in die höhere Mathematik und ihre Anein Rohrführer mit einem Giersbergschen Rettungsapparat aus wendung, 10 Stunden. 11. Dr. Rudolf Steiner: Schiller und unser gerüstet. Bei dem Vorgehen erlitt der Oberfeuermann Rothe durch Zeitalter, 9 Stunden. 12. Theodor Rappstein: Führende deutsche Seit dem Weihnachts- Heiligabend verschwunden ist aus Nowawes Glas Schnittwunden an den Händen. Es gelang, die Flammen auf Dichter der Gegenwart, 8 Stunden. 13. Dr. Alfred Köppen: Die der Webermeister D. In seiner Wohnung hatte zunächst der an den zweiten Stock zu beschränken. Das Grundstück gehört der Frau Hauptströmungen der modernen Malerei Deutschlands in Einzel- Verfolgungswahn leidende Mann den Versuch gemacht, sich mit Kommerzienrat M. Sanden. In der Königstr. 23 brannten Kisten, in der darstellungen, mit farbigen Lichtbildern, 12 Stunden. 14. Dr. Richard einem Rasiermesser die Pulsadern aufzuschneiden, und dann unter Dircksenstraße 24 Strohmatten, Pfuelstraße 9 Gardinen u. a., in Hohenemser: Kurze Darstellungen der Entwicklung der Tonfunst Mitnahme eines Strides feine Behausung, welche start mit Blut der Frobenstr. 40 Möbel, Betten, Fußboden u. a., an der Fischer- bis Beethoven, mit musikalischen Vorträgen, 6X11 Stunden. befleckt wurde, verlassen. Er war bei seinem Fortgang nur leicht brücke eine Badestube, in der Beusselstraße 7 eine Wohnung, 15. Direktor Fr. Moes: Die Kunst des Vortrages, 4X2 Stunden. bekleidet und dürfte irgendwo seinem Leben gewaltsam ein Ziel in der Barnimstraße 19 Besen 2c. Besen 2c. und in der Invaliden- Einzelvorträge von Karl Henckell, Dr. W. Vielhaber, Direktor gesetzt haben. straße 157 die Dachkonstruktion. Am Kottbuser Damm 75/ 75a in R. Vogeler( mit Gesang); siehe Programm. Beginn nach dem Rigdorf brannte sogenanntes Lykopodium( Blißlichtpulver) in einer 15. Januar 1905.- Hörgebühr: Für Mitglieder des Zentralvereins Fabrik und in der Gerichtstraße der Bohlenbelag der dortigen Eisenbahnbrücke. Ferner hatte die Feuerwehr in der Potsdamerstraße 35, Schmidstr. 10, in der Heidenfeldstr. 15, wo Immobilien und Mobilien brannten, in der Emdenerstraße, Breitestr. 24 und Invalidenstr. 157 zu tun. An legterem Drt brannte früh um 5 Uhr ein Schornstein und vier Stunden später das Dachgebält. " Gorki vor dem Parteitag. Durchweg ist die Probe bestanden worden. Gewiß haben einige an unrechter Stelle Empfindungen fundgegeben, die der Dichter nicht lösen wollte; aber im ganzen standen die sozialdemokratischen Parteitagsdelegierten von Anfang bis zu Ende im Banne der kettenklirrenden Dichtung. Und daß dem so war, ist diesem Publikum im Grunde gar nicht einmal hoch anzurechnen. Wo ist der Arbeiter, der das Wehgeschrei hilf Lofer Empörung, der diesen Jammer, der um so grenzenloser ist, als er sich trostlos, ohne Rettungsaussicht bescheiden muß, der diese Welt voll Wehrlagen und Gemeinheit nicht schon in der Wirklichkeit mit eigenen Augen gesehen, mit seinem eigenen Leben erlebt hat? Dieser fünfte Stand flammert sich an uns und heult uns mit gräßlichem Grinsen seine Ansicht vom Leben entgegen, daß nämlich all unser Idealismus, all unser Streben nach Befreiung, all unsere Opferwilligkeit unnük vertan sei und daß es unter der seit Menschheitsbeginn herrschenden Ordnung der Ungerechtigkeit nur eine Befriedigung gebe, nämlich die Verachtung jeder Ordnung und Moral. der Fr. H.( siehe Programm!) 3 M. für die einfache Vortragsreihe Konkurs Gladenbeck. Zu der Notiz betreffend die Eröffnung des ( 8-10 Stunden); für Nichtmitglieder 4 M., für Mitglieder von Ver- Konkurses über das Vermögen des Hofbildgießers Oskar Gladenbec einen bei Entnahme von mindestens 20 Hörerfarten( gleichgültig in Firma Gladenbeck u. Co. in Friedrichshagen weisen wir zur Klarfür welche Zyklen) für die einfache Vortragsreihe( 8-10 Stunden) stellung darauf hin, daß die Firma Aktiengesellschaft vor2 M. Ausführliche Programme find unentgeltlich zu haben bei mals H. Glabenbeck u. Sohn, Bildgießerei, FriedrichsWertheim( Theaterkasse), bei Tiez( Reisebureau) und in den Filialen hagen, Wilhelmstr. 52/62, sowie Berlin W., Leipzigerstr. 111, und des Zigarrengeschäfts von Loefer u. Wolff. Zu jeder weiteren Aus- S., Ritterstr. 24, mit der in Konkurs geratenen Firma weder identisch funft ist gern bereit der Generalsekretär. noch in irgend einer Weise liiert ist. ,, Troubadour" statt. Berlin". " " Gerichts- Zeitung. Einem Hauptmann- Abend wird die erste Veranstaltung der Zu Ehren der Parteitagsdelegierten ist gestern nachmittag Charlottenburger Volkskunst- Kommission am 8. Januar gewidmet in einer besonderen Vorstellung des Kleinen Theaters Gorkis fein. Die Leitung dieser Abende kommt damit der Bitte zahlreicher Nachtasy!" gegeben worden. Die Berliner Partei- Besucher Charlottenburgs und anderer Vororte, nach Wiederholung genossen hatten ihren Gästen zeigen wollen, was die Bühnen- des früher schon einmal stattgehabten Abends entgegen, doch wird Ein wichtiger Zeuge wird gesucht! Unser Banter Parteiorgan, kunst der Reichshauptstadt- die freie, nicht vom Fürsten das Programm gegen früher insofern eine Aenderung erfahren, als das„ Norddeutsche Volfsblatt", veröffentlicht folgenden Aufruf, um willen abhängige der erste Teil dem älteren Bruder Gerhart Hauptmanns Karl, der zu leisten vermag, und da war denn gar teine andere Wahl möglich als die getroffene. Neben dem Deutschen Blägen und 50 Pf. find in allen Charlottenburger Buchhandlungen, zu Bechta sitt ein wegen Sittlichkeitsverbrechen zu 10 Jahren verzweite Gerhart gewidmet ſein wird. Karten a 1 M. auf numerierten dessen Abdruck auch die übrige Presse ersucht wird: Im Zuchthaus Theater haben sich die beiden unter Reinhardts Leitung stehenden im Verein zur Förderung der Kunst, Albrechtstr. 11; Dürerhaus, arbeiter- Verbandes. Nach vielen Bemühungen ist es gelungen, das urteilter Banter Metallarbeiter, Mitglied des deutschen MetallBühnen zu den ersten Berlins entwickelt und gerade in des Kronenstr. 18; Bloch, Brüderstr. 1 2c. zu haben. russischen Dichters erschütternder Tragödie zeigt ein abgerundetes Wiederaufnahmeverfahren durchzusehen, um den anscheinend unZusammenspiel die Schauspielkunst auf der Höhe. Es kann Theater. National Theater. Sonnabend, den 31. d. m., schuldig Verurteilter zu retten. Herr Rechtsanwalt Kranstöver in hier natürlich nicht unsere Aufgabe sein, die Leistungen der verabschiedet sich Frizz Werner als Eisenstein in der Fledermaus" Oldenburg hat die Verteidigung unentgeltlich übernommen. Für Künstler zu rezensieren; sollte einmal beobachtet werden, dann vom Berliner Bublifum.- Am Sonntag, den 1. Januar, findet cin die Voruntersuchung ist es notwendig, den Radfahrer ausfindig zu das Publikum, das aus allen Teilen des Landes an so einmaliges Gastspiel von Franceschina Prevosti als Leonore im machen, der mit dem Verurteilten am Abend des 15. September Silvester- und Neujahrs- Vorstellungen im 1903 zwischen 8 und 9 Uhr in der Nähe von Abbehausen zwischen vornehmer Stätte zusammengeströmt war. Diese Zuhörerschaft Bentral- Theater. Die Vorstellungen beginnen um 7 Uhr. Stollham und Abbehausen zusammengestoßen und dabei zu Fall war sich einig in ihren politischen Zielen und konnte über die Gegeben wird an den beiden Abenden„ Die Fledermaus" von Joh. gekommen ist. Um den Unglücklichen zu retten, bitten wir den Bewichtigen Fragen, die auf dem Parteitag die Gemüter Strauß. Sonnabend 3 Uhr( halbe Preise):„ Däumelinchen". Gonn- treffenden selbst oder jeden, der Auskunft geben kann, Herrn Fr. bewegten, mit Sachkenntnis verhandeln. Das Elend der tag 3 ühr( halbe Preise):„ Die Gersha".- Carl Weiß- Theater. Peine, Bremerhaven, Grabenstraße 61, 1., Auskunft zu geben. Volksschule, die Schmach der Dreiflassenwahl, die Knutung Am Sonnabend nachmittag gibt es zu fleinen Preisen als KinderDie„ Ruhe der Bewohner von Westend" spielte eine Hauptrolle der Landarbeiterschaft, diese Kulturrückständigkeiten hatte fast vorstellung das beliebte Märchen„ Rotkäppchen", während am Silvester bei einem Konzessionsstreit, der dieser Tage seinen Abschluß gefunden ein jeder an eigenem Leibe zu spüren bekommen; und aus mehr abend das Theater geschlossen bleibt. Am Sonntag nachmittag findet hat. Dem Schankwirt Johann Klanetki zu Westend war für als einer Rede hallte der Ingrimm über die empfundene halben Preisen statt, während am Neujahrsabend und folgende Tage worden. eine einmalige Aufführung des Schauspiels Senta Wolfsburg" bei die Sommerbühne seines Gartens die Singspiel- Erlaubnis erteilt Wie anders, wie verschiedenartig aber das mit so großem Beifall aufgenommene Ausstattungsstück Die Siemering gegen Herrn Klanezki beim Landgericht II eine Schmach wieder. Wie wir seinerzeit mitteilten, hatte Professor Dr. standen die nach Berlin entsandten Männer und Frauen der Reise um die Erde in 80 Tagen" in Szene geht. Jm BelleZivilflage auf Einstellung des ihn störenden Gewerbebetriebes erKunst gegenüber! Neben manchen aus der Großstadt, die Alliance- Theater geht heute am Silvestertage nachmittags hoben, war jedoch mit dieser Klage abgewiesen worden. Das Landdie Gelegenheit zum Schauen und Hören gewiß fleißig wahr wiederum" Frau Holle" als Kindervorstellung in Szene; abends ge- gericht ging davon aus, daß an der verkehrsreichen und belebten genommen haben, waren zahlreichere, denen die Sorge ums langt mit Frau Josefine Dora in der Titelrolle„ Ein Blizmädel" Spandauer Chaussee gleichartige Restaurants mit Tanz- und anderer Dasein selten oder nie den Gedanken eingab, sich einmal er- zur Aufführung. Im Thalia Theater gelangt heute am Musik vorhanden seien, daß der Verkehr auf dieser Straße von hebender Kunst zu weihen, und wieder andere, die auch bei Silvestertage abends" Der große Stern" zur Aufführung; eine früh bis spät ein startes Geräusch hervorrufe und die Umwohner bestem Willen und Mitteln in ihren Kleinstädten gar feine im Metropol Theater wird wie in früheren Jahren für das bernherein gefaßt sein mußten. Nunmehr suchte Hr. Klanetki Nachmittagsvorstellung findet am Silvestertage nicht statt. Silvester deshalb auf den mit solchem Geräusch verbundenen Verkehr von Gelegenheit haben, ein gutes Schauspiel zu sehen. Dies Publikum im Anschluß an die um 8 Uhr beginnende Theatervorstellung beim Stadtausschuß von Charlottenburg die Singspiel- Konzession Bublifum ins Kleine Theater zu führen, an eine Stätte, wo der Herren von Marim" eine neue wißige Ueberraschung bringen, auch für seinen Saal nach, wurde aber abgewiesen. Der sich zumeist geistige und- leibliche Uebersättigung niederläßt, ein parodistisches Intermezzo von Julius Freund" Der Roland von Stadtausschuß führte aus, daß die Bewohner von Westend auf war im Grunde ein Wagestück. Im Trianon Theater beginnt die Aufführung Grund der Bauordnung, die geräuschvolle Betriebe verbietet, einen von„ Die glückliche Gilberte" am Silvesterabend wie alle Vor- Anspruch auf Ruhe haben. Ein Bedürfnis zu einer Singspielhalle stellungen um 8 Uhr. Im Lustspielhause war die letzte für jenes Villenviertel liege nicht vor, die Bewohner würden schon ( Mittwoch-) Vorstellung des Märchenspiels" Das böse Prinzeßchen" durch die täglichen Vorstellungen auf der Sommerbühne gestört, es total ausverkauft. Die nächste Aufführung findet heute nach liege außerdem die Gefahr vor, daß die Insassen des in der Nähe mittag statt. liegenden neuen städtischen Krankenhauses gestört werden würden. Wintergarten. Ueber Nacht hat sich der Wechsel vom Silvester- Gin Bedürfnis zur Errichtung einer neuen Singspielhalle sei absolut zum Neujahrs- Programm vollzogen neue Kräfte mit flangvollen nicht zu erkennen, zumal bei der Nähe Berlins der größte Teil Namen haben ihren Einzug gehalten. Tortajada, die glutäugige der Charlottenburger Bürgerschaft die Besseres bietenden Berliner Justizrat Leop. Meher legte gegen Spanierin, Lafargue von der großen Oper in Paris und Alegia, die Etablissements aufsuche. temperamentvolle Tänzerin, strahlen in Gemeinschaft von Otto die Entscheidung des Stadtausschusses Berufung beim BezirksReutter als Stars" am Wintergarten- Himmel. Der amüsante ausschuß in Berlin ein, der in solchen Sachen als letzte Instanz, Schwarzkünstler de Vière hat einen gefährlichen Konkurrenten im also rechtskräftig, entscheidet. Hier vertrat Polizeirat Mede als Jongleur D. K. Sato gefunden. Die Potta, Luftgymnastiker, und die Kommissar des öffentlichen Interesses wiederum den Standpunkt, Nightons, Kraft- Gladiatoren, entzücken das Auge durch ihre eratten daß die Bewohner von Westend mit Recht beanspruchen dürften, in Leistungen, während Johnson u. Dean in ihren Cate- Walf- Tänzen ihrer Ruhe nicht gestört zu werden. Durch den Sommerbetrieb des als Mulatten- Gigerl unübertrefflich sind. Die Visi, das Mädchen Klägers jei nicht nur Professor Dr. Siemering in gesundheitsmit dem goldenen Haar", ein Blumentang und der Biograph ver- schädlicher Weise beeinträchtigt worden, sondern auch eine große Anzahl von Bewohnern im weiteren Umkreise. Ein Bedürfnis liege vollständigen das ausgewählte Programm. auch keineswegs vor. Dies bestritt Justizrat Leop. Meher. Außer der Gambrinus halle im Zentrum Charlottenburgs bestehe für dessen 200 000 Einwohner keine einzige Singspielhalle. Gine besondere Störung für das Charlottenburger Krantenhaus sei nicht zu befürchten, denn dieses liege über 1000 Meter entfernt und befinde sich an der Chaussee, wo Automobile, Lastwagen und die elektrische Bahn in ständiger Bewegung feien und lauten Lärm verursachen. as Lokal des Angeklagten, eine schon seit Jahrzehnten bestehende Schantstätte, entspreche allen Anforderungen, die an eine Singspielhalle zu stellen seien und es liege gar kein Grund vor, die nachDas Preisgericht für den Wettbewerb zur Errichtung eines gesuchte Konzession zu versagen. Seitens der Behörde sei immer Jubiläumsbrunnens in Charlottenburg, bestehend aus den nur das öffentliche Interesse zu wahren; eine Wahrnehmung Eine Weihnachtsfreude bereitete die Freie Voltsbühne am Herren Fabrikbesizer Cassirer, Geh. Hofbaurat Heim, Stadt- der Sonderinteressen einzelner Personen liege außerhalb der behörd= Der verordneten= dritten Feiertag den Kindern durch einen Märchenabend. Vorsteher Stellvertreter Kaufmann, Der Bezirksausschuß erteilte aus gleichen Baumeister lichen Zuständigkeit. Bürgerfaal des Rathauses war gefüllt von Kindern, die erwartungs- Stristeller, Geh. Regierungsrat Professor Dr. Reuleaur, Ober- Erwägungen die nachgesuchte Singspiel- Erlaubnis und legte die voll nach dem brennenden Weihnachtsbaum schauten, unter dem sich bürgermeister Schustehrus und Direktor der königl. Nationalgalerie Kosten beider Instanzen dem beklagten Kommissar auf. das Geheimnisvolle ereignen sollte. Und als die Märchenprinzessin, Professor Dr. v. Tschudi, trat am 27. Dezember zu einer Sizung Ein zweiter Kindesmord- Prozeß. Wegen des Mordes an der Frau Durieur, hereinhuschte und sich unter den Baum setzte, da zusammen. Von den eingegangenen fünf Entwurfsskizzen wurde kleinen Margarete Soschorreck aus der Fransedistraße ist nunmehr stieg die Erwartung auf den höchsten Grad. Doch erst fam der Elefantenbrunnen von Ga u I preisgekrönt. Die Entwürfe sind die gegen den Schuhmachermeister von Busse gerichtete die Musik. Schumanns„ Kinderszenen" auf Klavier und bis zum 9. Januar 1905 in der königlichen akademischen Hochschule, Boruntersuchung nochmals eröffnet worden, nachdem bereits die Geige vorgetragen, leiteten die Vorlesung ein und wurden Hardenbergstraße 33, 1. Stockwerk, Saal 81, an den Wochentagen Anklage erhoben war. Der Beschuldigte gibt den Mord an der auch zwischen die einzelnen Stücke geschaltet. Und dann begann von 10 bis 3 Uhr, an den Sonntagen von 11 bis 2 Uhr öffentlich kleinen Koschorred zu; die Leiche des Kindes wurde bekanntlich erst die Fee zu erzählen. Grimms Bärenhäuter, der sich sieben Jahre ausgestellt. vier Wochen später im Keller vergraben aufgefunden. Es waren nicht waschen und fämmen, nicht die Nägel schneiden durfte, bei Zweifel an der zurechnungsfähigkeit des Täters aufgetaucht, die Gefahr feines Seelenheils, der dann aber ein immens reicher, Beobachtung durch den Gerichtserzt Dr. Störmer führte jedoch schöner, glänzender Kriegsmann wird und die schöne Braut heimmangels genügender Anhaltspunkte zu keinem ausreichenden führt, die dem ungewaschenen Bären die Treue gehalten, eröffnete Resultat. Es sollen nunmehr auf Antrag des Verteidigers Rechtsden Lauschenden das Wunderland. Die zwölf Brüder, das tapfere anwalt Werthauer Ermittelungen über das ganze Vorleben Schneiderlein, der gescheite Hans, Andersens wunderbar poetische des Busse angestellt werden, welche sich bis nach Nizza erstrecken. Geschichte einer Mutter folgten. Die mehr für das Humoristische Der Vater des B. war Rittergutsbesizer, hatte den deutsch- franEmpfänglichen fesselte die Geschichte vom gescheiten Hans, ihr luftiges Die alljährlichen Etatsberatungen stehen bevor und das Heer zösischen Krieg mitgemacht und wurde dann in Nizza ansässig. Nichern weckend, die dem Wunderbaren Zugeneigten waren vom Bären- der Gemeindebeamten, Lehrer usw. versucht durch Petitionen an die Dort verlebte der Beschuldigte seine Jugend. Es sollen nun eine häuter und dem tapferen Schneiderlein begeistert, die poetischer Ver- Gemeindevertretungen eine Besserung des Einkommens zu erzielen. Reihe Zeugen über verschiedene Vorfälle, welche auf den Geistesanlagten schwärmten für die zwölf Brüder und waren gerührt von Auch in unserem Orte beantragen die Gemeindebeamten die zustand des B. schließen lassen, vernommen werden. Die gesamte der Geschichte einer Mutter. Die Erzählerin traf die rechte Art des Gewährung eines Wohnungsgeld- Zuschusses, die Nachtwächter Voruntersuchung leitet der Untersuchungsrichter Amtsgerichtsrat Vortrages, dem Stoffe und den Zuhörern angemessen. Als es zu petitionieren, wie schon seit Jahren, um Erhöhung ihres Gehalts, Dorendorf. Von der Ehefrau des Busse ist eine ChefcheidungsEnde war, wollten es die meisten noch nicht glauben; das hätte und die Lehrerschaft beantragt, das Grundgehalt von 1300 M. flage angestrengt worden, die am 14. Januar vor dem Landgericht I noch lange so fortgehen dürfen. Aber selbst die geduldigste Mama auf 1500 M., die Alterszulagen von 200 M. auf 250 M. zu erhöhen, in der Grunerstraße zur Verhandlung kommt. Der Prozeß gegen muß einmal aufhören zu erzählen, wenn die Wundergierigen auch die Mietsentschädigung der Lehrer ohne Hausstand auf das fache Busse wird voraussichtlich erst im März kommenden Jahres stattnoch so sehr bitten. Es war spät genug geworden, die Kleinen der vollen zu erhöhen und in dem Grundgehalt der drei minder- finden. mußten nach Hause gehen. Andermal mehr. besoldeten Rektoren eine entsprechende Aufbesserung eintreten zu lassen. Verständnis für diese Forderungen, die die Antragsteller mit Freie Hochschule Berlin.( Generalsekretär: Dr. W. Vielhaber, dem Hinweis auf die Verteuerung aller Lebensmittel und die rapid Berlin W. 30, Frobenstr. 16 II.) Vortragsreihen im Winterquartal emporgeſchnellten Wohnungsmieten begründen, werden die Beamten ( Januar bis April 1905: 1. Dr. Bruno Wille: Der Geist der wohl nur bei den sozialdemokratischen Gemeindevertretern finden. Natur; Jdealismus auf wissenschaftlicher Grundlage, 6X12 Die ausschlaggebende Hausbesiger Clique wird ob dieser Begehrlich Stunden. 2. Dr. Magnus Hirschfeld: Moderne Probleme der Natur- feit natürlich Beter und Mordio schreien. Für sie erschöpft sich die wissenschaften, 10 Stunden. 3. M. H. Baege: Weltbild und Aufgabe der Gemeinde in der Herabsezung des GemeindesteuerHimmelsbild im Wandel der Zeiten, 8 Stunden. 4. Dr. B. Fried Zuschlages. Das hindert trotzdem die Beamtenschaft noch nicht, bei länder: Ueber Wesen, Entstehung und Tätigkeit der Vulfane und allen Wahlen dem Hausbesitzerklingel lammfromme Gefolgschaft zu ihre Bedeutung für die Gestaltung der Erdoberfläche, Halbzyklus leisten. 2X2 Stunden. 5. Heinrich Driešmaus: Urgeschichte der Kultur, Diesen Gedanken und Erinnerungen hat sich gestern wohl niemand entziehen können. Mögen die Finessen der Schauspielfunst am Ende dem einen oder anderen gerade deshalb entgangen sein, weil jeder der Künstler das Leben in seiner erschütternden Wirklichkeit darstellte; die Gewalt der Gorkischen Dichtung packte alle, die zum erhebenden Kunstgenuß herbeigeeilt. waren. 8 Stunden. 6. Wolfgang Kirchbach: Die Worte Jesu und die = 25 Pfennig Sonntag im Zoologischen Garten! Der erste Tag im neuen Jahr bringt dieses Mal, da er mit dem ersten Sonntag im neuen Monat zusammenfällt, die von den Berlinern stets freudig begrüßte Eintrittsermäßigung zu unserem Garten auf 25 Pf. für allt und Jung. Der Schauluſt wird durch die winterliche Witterung übrigens keinerlei Abbruch getan, denn die Winterquartiere der gegesamten, namentlich der erotischen Tierwelt find gut geheizt und gewähren zahlreichen Menschen bequemen Aufenthalt. Am Nach mittage findet im" Kaisersaal" großes Militärkonzert statt. V Aus den Nachbarorten. Weißensee. Wilmersdorf. Hauptbegriffe feiner Lehre, 10 Stunden. 7. Adolf Damaschte: Die Kaufmannsgerichtswahlen finden am Freitag, den 3. Februar, Moderne volkswirtschaftliche Probleme in alten Kämpfen, 6X112 in der Zeit von 12-3 und 6-9 im Rathause statt. Es werden Stunden. 8. Dr. May Maurenbrecher: Soziale und politische Wand- 12 Beisiger, 6 selbständige Kaufleute und 6 Handlungsgehülfen lungen in Deutschland, von der Reformation bis zur franzöfifchen gewählt. Die Eintragung in die Wählerlisten muß schriftlich oder Revolution, 9 Stunden. 9. Elise Berwig, Dr. med.: Allgemeine I mündlich im Rathaus, Zimmer 26, beantragt werden. Geheimnisse der Spirituosen- Fabrikation wurden bei einer Verhandlung enthüllt, die den Fabrikanten Bernhard Papper aus Charlottenburg vor die erste Straffammer des Landgerichts II führte. Der Angeklagte hatte ein Effenzen- Gemisch in den Handel gebracht, das aus Paprika und Meerrettich hergestellt war und bei der Schnapsbereitung angeblich zur Verbesserung des Geschmackes dienen sollte. Bei einem in Hamburg wohnenden Kunden des Angeklagten, einem Restaurateur, war von dem Nahrungsmittelamt eine chemische Untersuchung des solcher Art hergestellten„ Getreidefümmels" vorgenommen und dabei das Vorhandensein der Paprikaund Meerrettigwürze entdeckt worden. B. wurde alsdann wegen Nahrungsmittelverfälschung angeklagt und zu 100 M. Geldstrafe event. 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Er legte Berufung ein und behauptete, daß der Zweck der Beimischung lediglich Geschmadeverbesserung sei. Die Strafkammer war aber mit dem ersten Richter der Ueberzeugung, daß die Absicht dahin gegangen sei, dem Getreidekümmel den Anschein eines höheren Alkoholgehalts zu vers Teihen. Das erfte Urteil wurde deshalb mit der Maßgabe bestätigt, daß der Angeklagte der Beihülfe zum Nahrungsmittelvergehen für schuldig erachtet wurde. Vermischtes. Sturmnachrichten. Hamburg, 30. Dezember.( W. T. B.) Seit heute vormittag Herrscht hier böiger Südweststurm mich Hochwasser; bisher ist in Stadt und Hafen nur unwesentlicher Schaden angerichtet. Kiel, 30. Dezember.( W. T. V.) Seit den frühen Morgenstunden herrscht hier starker Südweststurm, der sich abends noch steigerte. Die Löscharbeiten am Hafen mußten eingestellt werden. Bonn, 30. Dezember.( W. T. B.) In der Walzplattenfabrik von Wesel warf heute nachmittag der Sturm den Giebel eines Neubaues um. Die einstürzenden Steinmauern fielen auf eine benachbarte Tischlerei, in der drei Zimmerleute getötet, zwei andere Zimmerleute schwer und zwei Tischler leicht verlegt wurden. Brüffel, 30. Dezember.( B. H.) Seit heute wütet hier und in der Umgegend ein heftiger Sturm, welcher große Verheerungen anrichtet. Aus allen Landesteilen laufen Nachrichten über Schäden ein, welche der Sturm verursacht hat, Bäume wurden entwurzelt, Häuser abgedeckt, Schornsteine stürzten ein 2c. In Rumpst, in der Nähe von Boom stürzte infolge des Sturmes ein Haus ein, wobei eine Person getötet und vier schwer verletzt wurden. London, 30. Dezember.( W. T. B.) Ueber das ganze Land Hier ist seit heute vormittag ein heftiger Sturm gegangen, der schweren Schaden an den Telegraphen- und Telephondrähten angerichtet hat. Viele Drte längs der Küste sind stark mitgenommen worden. kochendem Wasser dampfte, und der eine der lustigen Gesellen aus einer Flasche mit Rum das heiße Waffer braun färbte und dadurch trintbar machte. Es herrschte eine äußerst fidele Stimmung unter dem vierblätterigen Kleeblatt, und gern gestatteten sie den Radlern, an dem Lagerfeuer Platz zu nehmen. Als diese dann ihre Radtour fortsetten, vorher aber jeder noch einen kleinen Beitrag für die neue Füllung der Rumflasche dort gelassen, wurde ihnen von den Vieren noch ein kräftiges All Heil" nachgerufen. Alkohol und Schule. Die oberste Schulinspektion des Kantons Tessin hat an alle Eltern schulpflichtiger Kinder öffentlich eine dringende Ermahnung erlassen, worin gerügt wird, daß ihre Buben und Mädchen leider sehr oft total betrunken zum Unterricht kommen, und daß es Zeit sei, endlich dem schädlichen Genuß von sogenannten Aehnliche Vorwürfe wurden übrigens unlängst in einem zentralKaffeelitör( Kaffee und Kirschwasser halb und halb) zu steuern. schweizerischen Blatte erhoben. Eine Familiengruft verzecht. Aus Graz berichtet man den M. N. N.": In einer der schönsten Grüfte des St. LeonhardFriedhofes lag bis vor kurzem die Leiche des Feldzeugmeisters und Geheimen Rats Karl Freiherrn Tiller von Turnfort, der seinerzeit Verweser des Heeres- Museums, Vorsitzender der österreichischen Waffenfabriksgesellschaft und der„ Societo metallurgica Tempini" in Brescia, Oberst- Inhaber des 6. Korps- Artillerie- Regiments war. Am 28. Juni 1896 starb er zu Wien und wurde in Graz beerdigt. Die prächtige Gruft, die durch ihren schönen Marmorbau auffällt, hat einen Wert von 24 000 kronen. Vor etwa vier Wochen wurde nun in aller Stille die Leiche des Generals, der bisher allein in der Gruft ruhte, ausgegraben und in einem einfachen Grabe beigesetzt, das heute noch fein Kränzlein oder sonst ein Merkzeichen trägt. Die Gruft ist in andere Hände übergegangen. Einer der nächsten Verwandten des Toten hat nämlich die Gruft einem Gastwirt in Aussee für eine Zechschuld abgetreten. Mit der Angelegenheit befaßt sich bereits einer der hervorragendsten Grazer Rechtsanwalte. Neberschwemmungen in Algier. Nach anhaltender Trodenheit ist starker Regen eingetreten, im ganzen Departement Algier sind Ueberschwemmungen zu verzeichnen. Hierdurch ist großer Schaden angerichtet worden. Viele Eisenbahnzüge mußten angehalten werden, eine Anzahl Brücken sind weggeschwemmt worden. Zahlreiche Eingeborene sind ertrunken. Ju der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrichwerderschen Oberrealschule, hält am Sonntag vormittag 10% Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über: Sorgen und Hoffnungen beim Jahreswechsel." Damen und Herren haben freien Zutritt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 1. Januar, vorm. 10% Uhr, im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Stönigstr. 15-18: Versammlung. Festvortrag" des Fräulein Ida Altmann. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Dresden Wasserstand am 29. Dezember. Elbe bei Aussig 0,10 Meter, bei Unstrut bei 1,49 Meter, bei Magdeburg+1,11 Meter. Straußjurt+1,10 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,18 Meter, bei Breslau Ober- Begel+5,28 Meter, bei Breslau Unter Pegel-0,60 Meter, bei Frankfurt+1,61 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,78 Meter. art he bei Posen- Meter. Neze bei Usch -Meter. Witterungsübersicht vom 30. Dezember 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Swinemde. 747 23 Hamburg 748 WSW Berlin 751 W Franks.a.M. 761 SW München Wien Better Stationen 7 Haparanda 759 N 7 Petersburg 754 S Wetter 6 bedeckt 8bedeckt 2wolfent- 23 1Schnee -18 5 Regen 8 Scilly 769 WSW 5 Dunst 11 5 Regen 7 Aberdeen 741 NNW 769 S 7 Regen 4 bedeckt 7 6 765 S 7 woltig 5 Paris 759 28 5 bedeckt 7 Wetter- Prognose für Sonnat., den 31. Dezember 1904. Kühler, zunächst meist trübe mit Niederschlägen und starken nordwests lichen Winden; später auftlarend. Berliner Wetterbureau. Des Handwerksburschen Weihnachtsfeier. Der„. St.-A." erzählt: Ginige Radfahrer, welche am ersten Weihnachtsmorgen von Lehrte nach Immenſen fuhren, waren Zeugen einer eigenartigen Weihnachtsfeier. Im Walde saßen, abseits vom Wege, unweit der Landstraße, vier Handwerksburschen, welche sich ein helloderndes Das Eisenbahnunglück bei Wutha i. Th. hat noch ein viertes Lagerfeuer angemacht hatten und eifrig schürten und nachlegten, Menschenleben gefordert. Der Hülfsbremser Baljer aus Eisenach, damit die Glut erhalten bleibe. In nächster Nähe des Feuers aber der bei dem Zusammenstoße zweier Güterzüge einen Schädelbruch stand ein Tannenbaum, der zwar keinen Lichterschmuck und feines erlitt und dem ein Arm amputiert werden mußte, ist im dortigen Backwerk trug, wohl aber baumelten an dem Baume einige Diakonissenhause seinen schweren Verlegungen erlegen. Der BeZigarren, ein Batet Labat, einige Scheiben Brot, einige Wurst- dauernswerte hinterläßt eine finderreiche Familie.- Der gesamte Eingegangene Druckschriften. stummel, eine Tabatspfeife und diverse Taschenmesser. Ein schon Materialschaden wird jetzt auf 400 000 M. geschätzt. Als mutmaßstart beschädigtes Glas, das mit heißem Grog gefüllt war, machte licher Urheber der Katastrophe ist bekanntlich der Zugführer Hirsch die Runde, während auf dem Feuer ein altes Kochgeschirr mit aus Erfurt in Untersuchungshaft genommen worden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Sonnabend, 31. Dezember. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Marie, die Tochter des Regiments. Nenes fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Helden. Berliner. Die Gräfin v. Keď. Nachmittags 3 Uhr: Die schöne Melufine. Leffing. Im grünen Baum zur Nachtigall. Hierauf: Der Arzt seiner Ehre. Weften. Wiener Blut. ( Anfang 7 Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Der Struwowelpeter. Thalia. Der große Stern. National. Die Fledermaus. Zentral. Die Fledermaus.( Anfang 7 Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Däumelinchen. Residenz. Herkulespillen. Anfang 8 Uhr: Neues. Einen Jur will er sich machen. Belle Alliance. Ein Blißmädel. Nachmittags 3/2 Uhr: Frau Holle. Schiller 0.( Wallner Theater.) Penfion Schöller. Schiller N.( Friedrich Wilhelmftädtisches Theater). Familie Schierte. Kleines. Abschiedssouper. Die Neuvermählten. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Im Theater 4 Uhr: Aus dem Haushalt der freien Natur. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Pension Schöller. Invaliden- Boffe in 3 Aufzügen von Karl Laufs. str. 57/62. Nach einer Idee von W. Jacoby. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Sternwarte Invaliden- Boffe in 3 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S ANOPTICUM. PAN Während der Festwoche: Große WeihnachtsMutter Erde. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Familie Schierke. Schwank in 3 Atten v. G. Kadelburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Sonntag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Montag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Hans Seelmann, Das Selbstverwaltungsrecht der Krankenkassen. 36 Seiten. Berlagsinstitut für Sozialwissenschaften, Dr. Eduard Schnapper, Frankfurt a. M., Hochstraße 41. um Jahreswechsel wünsche Carl Weiß- Theater. Zallen meinen werten Gästen Große Frankfurter Straße Nr. 132. Nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung: Rotkäppchen. und Genossen ein: Abends( Silvester) findet keine Vorstellung statt. Sonntag nachm. 3 Uhr( Parkett 60 Pf.): Einmalige Nachmittags- Aufführung: Senta Wolfsburg. Abends 7 Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Gebr. Herrnfeld- Theater. Heute Sonnabend, den 31. d. Mts., abends präz. 712 Uhr: Ausstellung!! X. Grande Soiree High Life. Die Hauffschen Märchen. Achmet Effendi, der indische Bauchredner u. seine sprechenden Wunderfiguren. Der rätselhafte Zaubertisch. Passage- Panopticum. Bis Sonntag, den 1. Januar inkl.: Volkstage. Jeder Erwachsene hat ein Kind frei. Jedes Kind erhält ein Weihnachts- Geschenk. Der Riese Machnow der größte Mensch, der je gelebt hat! Das Bärenweib. MarionettenTheater. Die 3 kleinsten Schwestern der Welt. Alle Schaustellungen u. Nebensäle ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf. Carl Weiß. Abends keine Borstellung. Zentral- Theater Nachmittags 4 Uhr: Rotkäppchen. Luftspielhaus. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches.New- York. Luijen. Doktor Fausts Baubertäppchen. Apollo. Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Metropol. Die Herren von Marim. Kafino. In Vertretung. Passage Theater. Ludolf Waldmann. Klara Lingen. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbed. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Im Nachmittags 3 Uhr: Halbe Breise. Jeder Erwachsene fann ein Kind frei einführen. Dänmelinchen. Märchenspiel mit Gesang und Tanz in 6 Bildern. Abends 7 Uhr: Große Silvester- Fest- Vorstellung. Gala- Programm. Letztes Auftreten der großartigen DezemberSpezialitäten. Dir. Alb. Schumanns neue und moderne Dreſsuren. Zum Schluß zum 9. Male: Sensationeller Erfolg! Die große Schumannsche AusstattungsPantomime Eine Nordlandreise. Im Strahl der Mitternachtssonne. Komisch- phantastische Pantomime in 7 Bildern. Entworfen und auf das Glänzendste in Szene gesetzt vom Direktor Albert Schumann. Sonntag, den 1. Januar 1905 ( Neujahrsfest), nachm. 3, Uhr und abends 72 Uhr: große außerordentliche 2 Gala Fest: Vorstellungen. In beiden Borstellungen, nachmittags und abends: Großartige neue Debuts. 2 Rachmittags zum Schluß Marokko. Große Ausstattungspantomime. Birla 200 Mitwirkende. Nachm. auf allen Plägen 1 sind frei. Abends zum 10. Male: Eine Nordlandreise. Metropol- Theater Die Fledermans. Gr. Silvester- Feier. Operette in 3 Aften von J. Strauß. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Abends: Dieselbe Vorstellung mit den Konzert- Einlagen wie am Sonnabend. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Bannkreis der Jungfrau 4 U: Doktor Faust's Zauberkäppchen. Aus dem Haushalt der freien Natur. Invalidenstraße 57/62. Stern Sonntag nachm.: Don Carlos. Abends: Der Registrator auf Reisen. Montag: Die Reise durch Berlin in warte. Täglich geöffnet von 7 80 Stunden. bis 11 Uhr. Im Theater abends 8 Uhr: Tier- Kleines Theater leben in der Wildnis. Anfang 8 Uhr: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Zum erstenmal: Der Roland von Berlin, National- Theater Die Neuvermählten Ein Silvesterscherz v. J. Freund. Weinbergsweg 19. Sonnabend, den 31. Dezember 1904: Letztes Gastspiel Fritz Werner: Die Fledermaus. Anfang 7 Uhr. Sonntag nachm. Der Freischütz. Abends: Gastspiel Prevosti: Der Troubadour. Vorher: Abschiedssouper. Sonntag nachm.: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends: Die Neuvermählten. Borher: Abschieds- Souper. Montag: Nachtasyl. Apollo- Theater. 218 Friedrichstr. 218. Täglich: Lustspielhaus Berliner Luft Friedrichstraße 236. Nachmittags 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Breife: Kamerad von Zeck. von Paul Lincke. Letzte Woche! Auftreten der amerikanischen Von 12 Uhr ab: Tanzkränzchen. Ballmusik: Die vollständige Kapelle des 2. Garde- Ulanen- Reg. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Großer Silvester- Ball. Verstärktes Drchester! Allerlei Ueberraschungen! Um 12 Uhr: Punschpolonaise. Verteilung von Damenspenden. Anfang 8%, Uhr. Entree 30 Pf. Große Silvester- Gala- Vorstellung. Katharina II. Nur noch einige Male: Die Original Japaner. Die dress. Affen des Clown Armando. Eine Zebra- Komödie Milton, irländisches Jagdpferd. Große Kavallerie Quadrille. Clown Daniels mit seinem Wunderkessel. Clown Bimbo als Rezitator. Die borz. Auguste Prinz und François und die vorzügl. Programmnummern. Neues Theater. Anfang 7 Uhr: Einen Jux will er sich machen. Sonntag: Der Graf von Charolais. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag: Der Graf von Charolais. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute Sonnabend 71, Uhr: Herkulespillen. Schwank in 3 Aften von Baul Bilhaud und M. Hennequin. Deutsch von M. Schönau. Ende 9 Uhr. Sonntag und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, bei über die Häfte ermäßigten Preisen: Die 300 Tage. Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor). Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Großer Erfolg! Stürm. Heiterfeit In Vertretung. Vorher nur noch furze Zeit Corradini und das brillante Dezember Progr. Sonntag nachm. 4 Uhr: Blumenstrauß. Schwarzer Peter. Wie alljährlich die beliebte amüsante und familiäre Grosse Silvester- Feier mit originellem Riefen- Jubel- Programm Um 8 Uhr: Die stürmisch bejubelte Situations. Komödie: Prinz Levy in Ahlbeck. Schwank in drei Atten von Anton und Donat Herrnfeld. Um 12 Uhr: Gruß an das neue Jahr 1905! Humoristisch aktueller Prolog von Hugo Pollat mit Jubel- Fanfaren- Chor und Left- Musik. Sierauf: Gratulations- Cour Allgemeine Frohes neues Jahr! Gleichzeitig lade ich meine werten Gäste freundlichst zur Silvesterfeier ein. Karl Fischer, Waldstr. 8. WINIEST ARTEN 76 Am 31. Dezember 1904: Glänzende Silvester- Vorstellung. Erstes Auftreten von Tortajada Lafargue Alexia Otto Reutter. Außerdem das sensationelle Dezember- Progr. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vorstellung 8 Uhr. Schweizer Garten, Am Königstor. Am Friedrichshain. Sonnabend, mit Punsch- u. Pfannkuchen- 31. Dezember: Maskenball Polonaise. Um 1 Uhr: 1 Mit gänzlich neuer Ausstattung: Die Original- Klabrias- Partie. Anf. 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute Sonnabend, den 31. Dezember ( Silvester): Gr. Silvesterfeier. Papageno. Schwank in 4 Akten v. Rud. Kneifel. Anfang 82 Uhr. Entree 30 Pf. Num. Platz 50 Pf. Nach der Vorstellung: Deutsch- Amerikanisches Grosser Silvester- Ball. 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Am Dienstag starb unser Kollege Johann Rost. am Die Beerdigung findet Sonnabendnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Sebastian Kirchhofs( Müllerstraße) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 180/5 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Donnerstag, den 29. Dezember, starb nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Sohn, unser Bruder und Schwager, der Schriftseger Georg Michaelis im Alter von 34 Jahren. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonn tag nachmittag 2 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirch[ 10376 hofes aus statt. Danksagung. Allen Kollegen der Firma Gebr. Nothmann sage hiermit für die über. aus herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen [ 16752 Berlin zweiter Wahlkreis: Sermann Berner, Mittenwalder. Mannes D straße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: Gt. Friz, Prinzenstr. 31, of rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Gr. meinen Frankfurterstr. 133, of part.- SO.: Paul Böhm, Laufiberplay 14/15 ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo 8ucht, Steibelstraße 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler. Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24, vorn part. lints.- Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien Allee 95/96. Alt Glienicke: Reinhold Scholz, Rudowerftr. 72. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- WilmersSefenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. Friedrichsbergdorf: W. Nidel, Berlinerstr. 130, III. Friedrichsfelde Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Grünau: Otto Settel, O. 112, Stronprinzenstraße 50, I. H. Bluhme, Kurfürstenstraße 3. Rixdorf: M. Heinrich, Schöneberg: Wilhelm Prinz Handjernstraße 7, Ober- SchöneNiederJohannisim Laden. Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. weide: Otto Münzer, Edisonstraße 31, 2 Treppen. 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Mit diesen Matznahmen dcS Aufsichts- i hatte sich nun am Donnerstag eine auherordentliche General- mmlung der Genossenschaft zu beschäftigen. In einer sehr ihrlichen„Anklagerede" begründete der Vorsitzende des Auf- rates, Stramm, namens der übrigen Aufsichtsratsmitglieder orgenominene Amtsenthebung. Ebenso ausführlich antwortete eines Postens enthobene Vorsitzende K o s k a, dem sich Liebe einigen Bemerkungen anschlotz, während K r e u e r auf das t verzichtete. Aus den gesamten Reden und Gegenreden sowie äutzerst regen Diskussion ging hervor, datz die ungewöhnliche eegel des Aufsichtsrat's lediglich auf persönliche f e r e n z e n zwischen dem Aussichtsrat und den betreffenden andspersonen zurückzuführen ist. Zwischen beiden Körper- en waren seit einiger Zeit Kompetenzkonflikte ausgebrochen, a einem gegenseitig unleidlichen Verhältnis geführt hatten, in- folgedessen dem Aufsichtsrat ein gedeihliches Zusammenarbeiten besonders mit dem Vorsitzenden fernerhin unmöglich erschien. Hinzu kam, datz der Vorsitzende eine bessere Entschädigung für seine im Interesse der Genossenschaft zu leistende persönliche Mühewaltung beansprucht hatte, da ihm die bisherige auf Einzelliquidationen basierende Vergütigung zu gering erschien. Der Mitentlassene Liebe wollte die dem Vorsitzenden zu gewährende Entschädigung auf 1500 M. jährlich bemessen wissen, welchen Antrag der Aufsichts- rat aber abgelehnt hatte, da seiner Ansicht nach die Tätigkeit des Vorsitzenden eine Entschädigung in genannter Höhe nicht recht- fertigte. Ferner hatte es der Vorsitzende K o s k a als eine Be- leidigung empfunden und es abgelehnt, eine Liquidation in Höhe von 10 M. für eine Reihe von Besprechungen, die er im Interesse der Genossenschaft mit anderen Personen gehabt hatte, im einzelnen noch stundenweise zu spezialisieren. Dieses und andere Vor- kommnisse hatten bei dem Aufsichtsrat die Empfindung wachgerufen, als lasse sich der Vorsitzende bei feiner Geschäftsführung mehr von materiellen als von idealistischen Gesichtspunkten leiten und als spekuliere er auf eine dauernde Anstellung und Besoldung. Deshalb war er vom Aufsichtsrat kurzerhand seines Amtes enthoben worden, und mit ihm die beiden anderen Vorstandsmitglieder, weil sie mit dem Vorsitzenden derselben Ansicht gewesen waren. Irgend eine Veruntreuung oder eine Handlung, die etwa den grossen Interessen der Genossenschaft zu- widergelaufen wäre, wurde den Entlassenen nicht zur Last gelegt. Koska selbst bestritt entschieden-, nur vorwiegend sein materielles Interesse ini Auge gehabt zu haben. Anderthalb Jahre lang sei er als Vorsitzender für die Genoffenschast tätig gewesen gegen eine äutzerst minimale Entschädigung; jetzt aber hätten sich die Arbeiten derartig gehäuft, datz eine angemessene Vergütigung notwendig geworden sei.— Die Versammlung stellte sich in ihrer Mehrheit auf den Standpunkt des Aufsichtsrates und gab der Amtsenthebung der drei Vorstandsmitglieder ihre Zu- stimmung. Neugewählt wurden als 1. Vorsitzender S ch l e f f l e r, 2. Vorsitzender Bracht, 1. Schriftführer D o r n e r und 2. Kassierer W i tt man n._ Marktpreise von Berlin am 2g. Dezember. Nach Ermittelungen deS kgl. Polizei-Präfidiums. Für 1 Doppel-Zentncr: Weizen"), gute Sorte 17,70—17,69 M., mittel 17,68-17,67 M., geringe 17,66-17,65 M. Roggen""), gute Sorte 13,95—13,91 M., mittel 13,93— 13,92 M., geringe 13,91—13,90 M. Fnttergerste"), gute Sorte 15,90-14,80 M., mittel 14.70 vis 13,60 M., geringe 13,50-12,40 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,60 M., miltel 15,50—14,60 M., geringe 14,50—13,70 M. 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Januar 1905, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 7), Engel- lifer 15: Zentralisierte Vertrauensmänner- Sitzung. Eine jede Werkstatt muß vertreten sein. 4 Mt. 50 Donnerstag, den 5. Januar 1905, abends 8 Uhr, bei Schulz, Echtblaues Monteur- Jackett 1 M. 90 - Hose M. Edtblaue Monteur Goje. 1. 50 Echtblaues Monteur- Jadett Brima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 8,75,5,50,4,50,3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Jackett 14,50 8,75 Weiße Friseur- Jadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jacken, 2reihig 4. 50 Maler- Kittel 3,-, 2,50, 2 M. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 39. 75 Weiße Lederhosen 4,50, 2. 90 Reffelreiniger Anzüge, blau, nach Borschrift 5 M. 50 Die Preise gelten für normale Größen. Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeeftr.24a/ 25.Brückenfte.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Blumenstraße 38: Vorstands- Sitzung. Heute( am Silvester) findet der Zahlabend von 5-7 Uhr statt. Die Kollegen werden ersucht, alle Beiträge für dieses Jahr heute abend zu entrichten. Die Adresse des Hauptkassieres lautet: August Döricht, Petersburger Plaz 4, Duergebäude I. Der Vorstand. S. Piket, Prinzenstr. 44. Herren- und Knaben- Garderoben. Von heute ab empfehle: Ein grosser Posten jetzt M. Winter- Paletots früher M. 13,00 Herren- Anzüge jetzt M. 15,-, 12, früher M. 30, 10,00 Ferner: Seltener Gelegenheitskauf! Die 23. Preisliste 1904 wird foften- Winter- Joppen jetzt von M. 2,50 los und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 4672* Bersand von 20 M. an franco. Nachdruck verboten! Köpenick. Echten alten Kottbuser Korn zu haben bei Aug. Tauchert, Gastwirt, Müggelheimerftr. 4. Jedes Wort: 57972* 5 Monats- Garderobe. Winter- Paletots von 18 Winter- Joppen. Von 6 Jackett- Anzüge 17 Rock-, u. Gehrockanzüge.. 25 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. 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Telephon Amt VII, Nr. 4999. Sonntag, den 1. Januar 1905, vormittags 10 Uhr, bei Dräsel, I Friedrichstraße 35: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen M. N. Baege über:„ Zur Jahreswend 2. Diskussion. Kollegen! Es ist die erste im neuen Jahre! Wir wünschen und hoffen, daß alle Mitglieder in de erscheinen. Bunkt 10 Uhr wird die Versammlung eröffnet. Spezialgeschäft für Uhren. . 4382* 1 neue Uhr- Feder Ia 75 Pf. 1 neue Uhr- apsel 15 Pf. 1 neues Uhr- Glas. 10 Pf. 10 f. 1 neuer Uhr- Ring 1 neuer lhr- Beiger 1 neuer Uhr- Schlüffel. 0 10 f. 5 Pf. Neue Uhren in größt. Ausw. E. Möbis, 82. Koppen- Strasse 82. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Gegründet 1878 .von 30 M. Paletots nach Maass 10 33 Anzüge Hosen nach Maass nach Maass . von •. von 10 M. an. 32 30 22 Der Vorstan AUSVERKAUF Wegen horrender Mietssteigerung i 1500 Mart Lager in bin ich gezwungen, mein g Pelzwaren, Hüte Schirmen zu verkaufen. 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