Hbonnements■Btdtoaungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 TOt., monoH. 1.10 Ml., ivSchentlich 28 Pfg. frei in« Hau«. Einzelne Nummer ü Pfg. Sonntags, nummet mit illustrierter Sonntags. Vellage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung«, Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn S Mark, für da« übrige Ausland S Mark pro Monat. CrtdltiBt tSglldi uBtr montit«. Devlinev VolkSblclkk« 22. Jahrg. Die TnlertlonS'GebüDr betrögt für die sechsgespastene Kolonel. zeile oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerkfchaflliche Berein«, und Bersammlungs-Anzeigen 2B Pfg. „Kleine Hnxcigen", da» erste(fettgedruckte) Wart 10 Pfg., jede« weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abend«, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittag« geäffnct. Telegramm- Adresse: „SoilaliieniokrJt Btrlln". Zentralorgan der rozialdcmohratifchcn parte» Deutfchlands. Dienstag, den 3. Januar IVOS« Redaktion t SM. 68, Lindenetraeae 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Farteibureau. Seit dem 1. Januar 1905 befindet sich das Parteibureau Lindenstraße 69. Alle für den Parteivorstand bestimmten Sendungen, Briefe, Drucksachen usw., sind vom 1. Januar 1905 ab an J.««er, Berlin SW. 68, Liudenstraße 69, und alle für die Zentralkasse bestimmten Geldsendunge« an Albi« Gerisch, Berlin L1V. 68, Lindenstraße 69, zu adressieren. Die Parteipresse wird gebeten, obige Bekanntmachung in der nächsten Zeit wiederholt abzudrucken. Der Parteivorstand. Die Kapitulation von Port Arthur. Port Arthur wird sich halten und Lyama wird von Kuropatlin ge- schlagen werden. Richard Graf Pfeil, im„Lokal-Anzeiger". Das neue Jahr hat mit einem glänzenden Triiimpfe der Japaner begonnen. Die Festung Port Arthur, die seit fast elf Monaten von den Japanern so heiß umstritten war, hat sich endlich genötigt gesehen, dem General Nogi die Kapitulation anzubieten. Noch scheint es zur Stunde, als ob die formelle Uebergabe und damit die angenscheinliche Besetzung der Festulig durch die Japaner noch nicht erfolgt sei, allein die definitive Besitzergreifung der Japaner ist nur noch die Frage von einigen Stunden. General Stössel hat am Abend des 1. Januar um 9 Uhr dem General Nogi mitgeteilt, daß er sich gezwungen sehe, auf jeden ferneren Widerstand, der völlig anssichtsloS sei, z« verzichten. Er bitte, mit ihm in Unter- Handlungen wegen der Bedingungen der Nebergabe einzntreten. Ein Telegramm von heute mittag teilt mit, daß General Nogi den General Jjichi nach Port Arthur entsandt habe, um die Bedingungen der Uebergabe fest- zustellen. Höchst wahrscheinlich wird die Uebergabe noch im Laufe des heutigen Tages erfolgen.— Nach einer anderen Mitteilung haben die Russen die letzten Stunden noch dazu benutzt, um die durch die japanischen in den Grund gebohrten Linienschiffe und Kreuzer vollständig zu zer- st ö r e n. In der Nacht zum 2. Januar sollen diese Wracks in die Luft gesprengt worden sein. Was an Schiffen noch kriegstüchtig war, nämlich einige Torpedoboots-Zer- st ö r e r, haben bei Nacht einen Durchbruchsversuch gemacht und sind auch glücklich bis Tschifu gekommen, wo sie desarmiert werden. Diese drei oder vier Torpedoboots- Zerstörer sind die letzten Reste der stolzen Port Arthur-Flotte, die, innmehr vollständig vernichtet ist. Die japanffchcn Angriffe gegen Port Arthur begannen bekanntlich in der Nacht vom 8. zum 9. Februar»904. In dieser Nacht ließ Admiral Togo einen verwegenen Torpedobootsangriff gegen die auf der Außenreede ankernden russischen Schiffe unternehmen, durch die mehrere derselben so schwere Lecks erhielten, daß die Kampffähigkeit der Flotte für die nächste Zeit gebrochen war. Allerdings ist es den Russen gelungen, auch die am schwersten beschädigten Schiffe später wieder auszubessern und seetüchtig zu machen, allein diese Reparaturen haben Monate in Anspruch genommen, so daß während dieser Zeit den russischen Schiffen nichts anderes übrig blieb, als sich in den Jnnenhafen der Festung zurück- zuziehen. Admiral Togo versuchte zunächst durch eine Reihe gewaltiger Bombardements die Forts, welche die Einfahrt beschützten, zum Schweigen zu bringen, um dann durch einen Flottenangriff die Hafeneinfahrt zu forzieren. Er mußte sich jedoch überzeugen, daß es ein Ding der Unmöglichkeit war, durch diese Bombardements die FortS zu zerstören. Stachdcm mehrere seiner Schiffe nicht unerhebliche Beschädigungen durch die schweren Küstenbatterien erhalten hatten, sah er von einem Sturmangriff zur See ab und beschränkte sich darauf, den Eingang zum Hafen durch Versenkung von Wracks voll- ständig zu sperren. Es ist bekannt.>vie viel Versuche und welche Menschenopfer es den Japanern t kostete, diese Absicht durchzuführen. Schließlich aber gelang es doch, den Hafeneingang wenigstens für Linienschiffe und große Kreuzer aus einige Zeit zu sperren. Nachdem dergestalt die Port Arthur- Flotte vollständig unfähig gemacht war, konnten in aller Ruhe die Truppenlandungen der Japaner auf der Halb- insel Liautung erfolgen, nachdem bereits zu Beginn des Krieges Truppen �nach Korea übergesetzt worden waren. Während sich ein Teil dieser Truppen nach Norden bewegte, um später gemeinsam mit den Truppen des Generals Kuroki, der inzwischen den Ialu überschritten hatte, gegen die russische Hauptarmee zu operieren, übernahm ein anderer Teil-der ge- landeten Truppen die Einschließung Port Arthurs. Wenn die Japaner indes geglaubt hatten, vom Lande her leichteres Spiel mit der Festung zu haben als von der See her, so hatten sie sich getäuscht. Die Festung war auch zu Lande durch zahlreiche gewaltige, beinahe uneinnehmbare Forts geschützt. Nur mit unsäglicher Mühe und unter den entsetzlichsten Menschenopfern gelang es der Armee des Generals Nogi, mehr und mehr an die Festung heran- zurücken und sie schließlich vollständig zu umschnüren. Am 10. August versuchte die russische Flotte, welche in- zwischen merkte, daß trotz des heldenmütigsten Widerstandes das Schicksal der Festung doch besiegelt sei, aus dem Hafen zu entkonimen. Admiral Togo griff jedoch die Flotte an und lieferte ihr jene denkwürdige Seeschlacht, durch die die russische Flotte auseinander gesprengt wurde. Das Gros der Flotte, bestehend aus den meisten Linienschiffen und mehreren großen Kreuzern, mußte sich wiederum in den Hafen zurückslüchten, während es einer Anzahl kleinerer Schiffe gelang, nach neutralen Häfen zu entkommen. Die ent- kommenen Schiffe mußten abrüsten; die nach Port Arthur zurückgekehrten hatten derartige Beschädigungen davongetragen, daß sie einen neuen Versuch zum Durchbruch nicht mehr zu unternehmen vermochten. Die japanische Landtruppe rückte immer näher. Ein Be- festtgungswerk nach dem anderen fiel nach blutigem Gemetzel in ihre Hand. Zuletzt gelang es dem General Nogi, den sogenannten 203 Meter-Hügel zu nehmen, der einen großen Teil der übrigen Forts, namentlich aber auch die Stadt und den Hafen Port Arthur voll- ständig beherrschte. Nachdem die Japaner auf diesem Punkte eine Anzahl schtverer Geschütze aufgestellt hatten, eröffneten sie ein wirksames Bombardement auf den Hafen, durch das sämtliche russische Schiffe vollständig demoliert wurden. Nur die„Sewastopol" entging dadurch vorläufig ihrem Schicksal, daß sie auf die Außenreede flüchtete, ivo sie indes mehreren nächtlichen Angriffen der Japaner aus- gesetzt war, durch die sie ebenfalls kampfunfähig gemacht wurde. Es gelang den Russen nicht, den 203 Meter-Hügel wieder zu nehmen, vielmehr machten die Japaner namentlich in den letzten Tagen so gewaltige Fortschritte, daß es für die arg zusainmengeschmolzeite Besatzung absolut aussichtslos war, noch längeren Widerstand zu leisten. Von der ehemals 40 000 Mann starken Besatzung dürften gegenwärtig nur noch wenige tausend Mann kampfesfähig geblieben sein. Zudem dürfte sich auch inztoischen bitterster Nahrungsmangel eingestellt haben. Graf Stössel gehorchte also nur dem Gebote der Ver- nunft, daß er endlich den schon lange aussichtslosen und ver- zweifelten Widerstand aufgab und den japanischen Belagerern die Kapitulation anbot. Die Japaner feiern diesen neuen Erfolg durch enthusiastische Kundgebungen. Sie haben alle Ursache dazu, denn mit der Einnahme Port Arthurs diirfte der ostasiatische Krieg endgültig entschieden sein, auch wenn er noch ein Jahr lang oder noch länger fortdauern sollte. Der baltischen Flotte des Admirals Roschdjestwensky wird nichts anderes übrig bleiben, als schleunigst die Rückfahrt nach der Ostsee anzutreten, denn selbst wenn es ihr gelänge, was nach der mehrmonatlichen Fahrt der namentlich in den maschinellen Teilen sehr empfindlichen Kriegsschiffe äußerst unwahrscheinlich ist, der Flotte des Admirals Togo beträchtliche Verluste beizubringen, so hätte sie damit noch gar nichts erreicht. Ohne einen Hafen als Stützpunkt ihrer Operation vermag die russische Flotte in Ost- asien nichts auszurichten. Nachdem aber Port Arthur in die Hände der Japaner gefallen ist. fehlt ein solcher Sttitzpuntt vollständig, denn der Hafen Wladiwostok wird inzwischen bereits vereist sein. Die Russen müssen also mit der Tatsache rechnen, daß Japan die Seeherrschaft in Ostasien unwiderruflich an sich gerissen hat und daß es seinen Krieg nur noch zu Lande fortsetzen kann. Dieser Landkrieg ist für Rußland aber ebenfalls aussichtslos. Rußland hat damit renommiert, daß es eine Million Streiter nach Ostasien schicken wolle. Eine solche Truppenmasse kann es aber gar nicht nach der Mandschurei werfen, weil sie sie nicht verproviantieren kann, da der Proviant lediglich durch die eingleisige sibirische Bahn zugeführt werden muß. Bis Rußland aber noch neue Gleise und neue Linien gebaut hat, werden noch Jahre ver- gehen. Japan hingegen ist in der Lage, nicht nur einen erheblichen Teil seiner bisher vor Port Arthur verwandten Truppen in aller Mrze zur Verstärkuug seiner Mandschurei- Armee abgehen zu lassen und namentlich auch die Artillerie Oyamas durch den größten Teil des schweren Belagerungs- geschützes zu verstärken, sondern es kann auch noch Hundert- tausende neu ausgebildeter Truppen nach der Mandschurei schicken, da ihm Transportwege genügend zur Verfügung stehen, um beliebige Massen von Munitton und Proviant der Mandschurei-Armee zuzuführen. Deshalb wird auch der Landkrieg aller Wahrscheinlichkeit nach kein besseres Ende nehmen, als der Seekrieg. Es ist aller- dings kaum anzunehmen, daß schon in den nächsten Wochen oder Monaten neue entscheidende Schläge in der Mandschurei fallen werden, da die grimmige Kälte des mandschurischen Winters die Kriegsoperationen größeren Sttls ungemeiu er- schwert. Allein im Frühjahr dürfte das furchtbare Morden wieder beginnen und wie bisher immer mit dem weiteren Rückzüge der Russen enden. Ein wichttges Moment bei der Kriegführung bilden ja bekanntlich die Finanzen. Rußland hat erklärt, daß seine finanziellen Quellen unerschöpflich seien, während Japan einen längeren Krieg unmöglich aushalten könne. In der Tat ist es Japan bisher ziemlich schwer ge- fallen, die notwendigen Kriegsanleihe« unterzubringen; trotz alledem ist aber anzunehmen, daß der neue gewaltige Erfolg der Japaner auch d-n Kredit Japans stärken Expedition: SM. 68» Lindenetrasee 69. Fernsprecher! Amt IV, Nr. 1984. Wirb. Ob aber das Ausland bereit sein wird, Ruß- land bis inS Uferlose neue Kredite für eine verlorene Sache zu gewähren, ist recht zweifelhaft. Für Rußland gibt es also nur einen Weg, sich auS der Affäre herauszuziehen, den Friedensschluß mit Japan. Es ist allerdings sehr zweifelhaft, ob Rußland diesen Weg einschlagen wird. Wahrscheinlich wird es seine wahnsinnige KriegSpolittk noch eine Weile fort- setzen. Was liegt dem Zaren, was liegt den korrupten russischen Beamten an den Menschenleben, die zu Zehntausenden in Ostasien geopfert werden! Aber möglicherlveise ersteht Rußland im eigenen Laude ein Gegner, der es zum Friedens- schluß zwingt: die Revolution! Das innere Port Arthur. Der Fall Port Arthurs kann auf die russischen Der- hältmsse nicht ohne tiefgehendsten Einfluß bleiben. So möglich es ist. daß der Zar und die verbrecherische Kamarilla, die jetzt die Regierung des beklagenswerten Landes bilden, den Fall Port Arthurs ignorieren und den aberwitzigen Krieg auf un- absehbare Zeit fortzuführen beabsichtigen, so wird doch das Land anderer Ansicht sein. Denn so verhaßt auch dem Volke der ganze Krieg war: so lange sich Port Arthur noch hielt und so lange auch nur die ferne Aussicht vorhanden war. daß die Flotte Roschdjest>venskl)s eine Wendung des Seekrieges bringen könnte, so lange existierte wenigstens doch noch die Möglichkeit, den Krieg durch Amveudung kriegerischer Mittel zu einem Ende zu bringen. Nunmehr ist diese Möglichkeit vollständig geschwunden. Eine Fortsetzung des Krieges kann bei der jetzigen unumstrittenen Seeherrschaft Japans nun und nimmermehr zu einem Siege Rußlands führen! Selbst wenn daS Unwahr- scheiuliche zur Tat werden sollte, daß es Kuropatlin gelingen sollte, die Japaner zeitweilig zurückzudrängen, so ist doch gar nicht daran zu denken, daß die Japaner Port Arthur und Korea jemals preis- geben könnten. Selbst wenn die Russen Port Arthur ebenso einschließen, wie General Nogi, so würden die Japaner doch niemals zur Uebergabe gezwungen werden können, da sie der Festung von der See her jederzeit neue Truppen, neue Artillerie, neue Munition und neue Lebensmittel zuführen könnten. Den Krieg fortsetzen hieße also nichts anderes, als die Blüte des russischen Volkes ohne jeden Zweck frevel- hast in den Tod zu schicken, hieße die Finanzen des Landes ruinieren ohne die gering st e Aussicht auf irgend welchen Gewinn. Eine solche Wahn- sinnige, verbrecherische Polittk kann sich aber eine Nation nicht gefallen lassen! Schon jetzt hat es an allen Ecken und Enden Rußlands gegärt, schon jetzt haben die Reservisten, die als Kanonen- futter nach Ostasien gesandt werden sollten, revoltiert, schon jetzt hat die Bourgeoisie und die Intelligenz zornigen Protest erhoben. Jetzt nach dem Falle Port Arthurs wird das russische Volk noch in ganz anderer Weise seinen Gefühlen Luft machen. Und ob es den Zarenschergen gelingen wird, die immer stürmischer werdenden Wut- und Verzweiflungsausbrüche durch die Knute und die Bajonette zu ersticken, ist doch auf die Dauer sehr die Frage, zumal die freche Verhöhnung der Volksforderung durch den Zarenerlaß in den weitesten Kreisen die Erbitterung zur Siedehitze gebracht hat. Der dreiste Trotz des Absoluttsmus hatte— abgesehen von der Unterschätzung der Volksgärung— seinen Grund offenbar in der Hoffnung, die besitzenden Klassen von den klein- bürgerlichen, bäuerlichen und proletarischen Schichten durch allerlei kleine Konzessionen loszulösen. Von der jetzigen Ge- staltung der Kriegslage, die den.Krieg zu einem unabsehbaren und trotz der ungeheuerlichsten Opfer absolut aussichtS- losen Abenteuer macht, die also schließlich das Land zum Ruin führen muß, hat aber auch die eigentliche Bourgeoisie allen Grund, eine möglichst baldige Be- endigüng des Krieges mit allem Nachdruck zu fordern, gar nicht zu reden von den niederen Volksschichten, die die kolossalen Opfer zu tragen haben, die ans den eisigen Schlachtfeldern der Mandschurei verbluten müssen. Es ist deshalb anzunehmen, daß auch das besitzende Bürgertum sich nicht mit den armseligen Brocken abspeisen lassen wird, die ihm der Zarismus als Köder vorgeworfen hat. Die Bourgeoisie hat alles Interesse, die Bewegung der Volks- schichten energisch zu unterstützen und die Einstellung des verbrecherischen Mordens in Ostasien zu ver- langen. Um den drohenden Sturm zu beschwichttgcn, gibt es also nur das Mittel des Friedensschlusses, eines Friedensschlusses, der jetzt allerdings das Prestige der raubsüchtigen russischen Regierung furcht- bar erschüttern muß. Ob aber selbst ein solcher Friedensschluß noch eine Rettung des russischen Absolutismus bedeutet? Nichts pflegt die Stellung einer Regierung schwerer zu erschüttern und revoluttonäre Kräfte mehr zu stärken, als eine schmähliche kriege- rische Niederlage. Beweist diese Niederlage doch drastisch die Ohn- macht des verhaßten Gegners. Das bis aufs äußerste gepeinigte, ausgesogene, geknutete Volk wird kaum geneigt sein, die Folgen des zarischen Verbrechens nun allein auszubaden, während die Schuldigen ihre freche Volksknechtung ruhig weiter betreiben! Und auch die Bourgeoisie muß den dringenden Wunsch hegen, daß solche tollhäuSlerische« Streiche sich nicht so leicht wiederholen Belegschaftsversammlung von Zeche„ Herkules". Die Presse war start önnen. Sie muß also danach trachten, endlich jenes Maß vertreten, auswärtige Blätter wie„ Köln 8tg." usw. hatten Spezialder Mitregierung eingeräumt zu erhalten, das die Bourgeoisie torrefpondenten entsandt. der westeuropäischen Nationen längst errungen hat. Es ist Die Belegschaft von„ Herkules" war fast vollständig erschienen. deshalb zu erwarten und erhoffen, daß der russische Becker- Essen leitete die Versammlung und schilderte einleitend die Absolutismus unter allen Umständen den Lohn für seine Arbeitsverhältnisse auf„ Herkules". Wagen- Nullen und Strafwesen berbrecherische Politik erhält, daß die historische stehen in Blüte; bei einer Belegschaft von nur 51/2 hundert Mann Nemesis endlich mit dem Zarismus ins Ge- werden dreißig Wagen genullt, dazu noch Strafen bis richt geht! indem ich stets den einen gegen den andern ausspielen konnte, war dieser Erfolg zu erzielen. Insbesondere unserer früherer Feind, Hendrik Witboi, hat mir, nachdem ich einmal sein Freund geworden war, lange Jahre hindurch die wichtigsten Dienste geleistet. Hätte ich ihn nur noch einmal sprechen können, ehe er, unerreichbar für meine Mahnung, uns in den Rücken fiel; dieses Unglück wäre dann nicht geschehen. Ich kann es mir nur dadurch erklären, daß der 80 jährige das Regiment über seinen Stamm nicht mehr mit alter, unwiderstehlicher Gewalt führte, oder daß er zur Höhe von fünf Mark verhängt. Ein Beamter habe bemerkt: verrückt geworden ist. Der einzig günstige Moment für seine ohne Nullen können wir nicht existieren! An einem Tage Erhebung, der Augenblick, in der er uns hätte vielleicht vernichten Zur Kapitulation Port Arthurs. fönnen, war ja längst verpaßt. Gerade damals, als seine Feind hingen für die kleine Belegschaft Strafen von insgesamt schaft mir hätte gefährlich werden können, bedanerte Hendrit Tokio, 2. Januar.( Meldung des ,, Reuterschen Bureaus".) 36 M. und 46 M. aus. Eine Ausbeute habe man erzielt von Witboi meine schwerbedrängte Lage und versprach mir treue Hülfe." General Nogi berichtet, er habe vom General Stöffel einen 340 000 M. Herkules sei der reine Taubenschlag, die meisten Leute Man sieht wie ängstlich sich Leutwein auf seine Verdie Uebergabe Port Arthurs betreffenden Brief erhalten. gingen dort schnell laufen, er selbst sei aber seit sechs Jahren dort teidigung beschränkt. So ängstlich, daß ihm diese VerTokio, 2. Januar, 2 Uhr nachmittags.( Meldung des beschäftigt und der Kamerud Wagner, den man am Tage vor teidigung sogar vollständig unmöglich wird. Mit Reuterschen Bureaus") In seinem Briefe an den General Weihnachten plötzlich aufs Pflaster warf, sei seit 3 Jahren auf Recht weist bereits die Presse darauf hin, daß Leutwein sich Nogi erklärt General Stöffel, daß jeder Widerstand jetzt nunüz Herkules tätig gewesen, das fönne wohl als Beweis dienen, daß durch seine Verteidigung selbst anklage. Denn wenn es Und warum sei. Der Mikado sprach in einem Telegramm an General Nogi. ein ruhiger und ordentlicher Arbeiter sei. wirklich wahr wäre, daß auch bei der mildesten und seine hohe Anerkennung für General Stöffel aus und wies den wurde W. hinausgeworfen? Zweifellos gilt die Maß General Nogi an, dem General Stöffel, dem Chef des General- regelung nicht der Person, sondern dem Knappschaftsältesten. gerechtesten Kolonialpolitik Aufstände unvermeidlich wären, ſo wäre es vom Standpunkt jener Kolonialstabes und der Besatzung von Port Arthur alle Ehren zu er- Gleich nach der Wahl habe Herr Direktor Tengelmann weisen. General Jjichi fungiert als Bevollmächtigter des erklärt: in drei Monaten habe ich alle Organisierte heraus, politik aus, deren beamteter Sachwalter Leutwein ja war unverzeihlich gewesen, daß er nicht durch er. Generals Nogi bei den Russen.: nchib oder ich gehe und weiter erklärte er: Ich will Herr im Zofio, 2. Januar.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Hause bleiben. Wagner ist gemaßregelt worden, auf Grund einer är fung der Schuttruppe der unausbleiblichen Katastrophe vorzubeugen suchte. General Stössel ersuchte den General Nogi, Bevollmächtigte Denunziation durch einen„ christlich" Organisierten. Die Wagner zuIn Wirklichkeit freilich lagen, wie wir wiederholt darzu ernennen, um die Kapitulationsbedingungen zu besprechen. General geschobene Aeußerung, in welcher Betriebsführer Heim eine BeDie füdwestafrikanische Nogi antwortete, er habe Generalmajor Jjichi und andere Offiziere leidigung erblickte, hat er aber gar nicht getan, wie leicht nach getan, die Dinge ganz anders. Kolonialpolitik war ernannt, um mit Stössels Bevollmächtigten zusammenzutreffen, unter trotz aller anerkennenswerten Abzuweisen war. Der christlichen Organisation wollen wir aber den der Bedingung, daß die beiderseitigen Bevollmächtigten ermächtigt Denunzianten nicht anhängen. Auf jeden Fall müsse die Belegschaft lichste Ausplünderungs- und Knechtungspolitik. Sie ging zwar sichten Leutweins in der Tat die brutalste und schändwären, den Abschluß der Kapitulation zu unterzeichnen, der fofort in Wirksamteit treten solle, ohne daß die für den gemaßregelten Kollegen eintreten ohne daß die für den gemaßregelten Kollegen eintreten- Rufe: Kampf, Streit nicht von Leutwein selbst, aber von jenen„ dritten Elementen" Natifizierungen abgewartet würden. - Er schlage vor, eine Kommiffion zu beauftragen, bei dem Beaus, deren Schändlichkeiten preiszugeben Oberst Leutwein zu Er schlage vor, eine Kommission zu beauftragen, bei dem Befizer von Herkules, Herrn Kommerzienrat Funke, die Wiedereinstellung vorsichtig ist. Auch hier offenbart sich wieder die Schwäche des Wagner zu fordern.-Zustimmung. und Rechnungsträgerei des Mannes. Er hofft offenbar noch = Totio, 2. Januar.( Amtliche Mitteilung.) Marschall Yamagata hat General Nogi auf Befehl des Kaisers mitgeteilt, daß Seine Majestät in Anerkennung der Selbstaufopferung und Hingebung, die General Stöffel für die Sache seines BaterLanges in höchstem Maße entfaltet hat, wünscht, daß die einem Soldaten gebührenden Ehren ihm erwiesen werden. Die Flucht der Torpedobootszerstörer. " Hue führte aus, Herr Funke habe vor Weihnachten große Ge- immer, auch fernerhin noch im Kolonialdienst verwendet zu fchente an Krankenhäuser gemacht, Rufe: Uns bestohlen! werden. Plauderte er aus der Schule, so würde er die ganze - ich glaube aber nicht, daß Herr Funke von den Vorgängen Meute unserer Kolonialabenteurer gegen sich mobil machen auf Herkules etwas weiß, er gibt sich doch auch als liberaler und seine fernere Karriere rücksichtslos verderben. Ein ehrTokio, 2. Januar. Die Bevölkerung der Stadt ist außer sich Mann. Zur Zeit ist ein großer Arbeiterüberschuß vorhanden, licher und fester Charakter würde freilich darauf pfeifen vor Freude über Nogis Berichte. Die Voltsmenge wogt Beifall der sich noch steigern wird, denn mit dem Zechenlegen ist jegt erst allein Leutwein ist offenbar schon längst das moralische Rückrufend durch die Straßen und veranstaltet Umzüge unter Führung begonnen worden. Systematisch hat man die Arbeiter hierher grat gebrochen worden. Er ist ein Kleber geworden, er von Musikbanden. gelodt, fürzlich noch waren in Desterreich die Agenten tätig. Unter will schweigen, damit auch seine Gegner Die letzten Kämpfe vor Port Arthur. schwindelhaften Vorspiegelungen hat man die Arbeiter hergelodt, schweigen! Eine traurige Entwickelung für einen Mann, Tokio, 1. Januar.( Amtliche Meldung.) Von der Belagerungs- 4,50 M. find den Leuten versprochen worden, 2,50 M. drückte man den man ehedem für einen besseren halten mußte! armee vor Port Arthur wird gemeldet, daß die Japaner die Brust- ihnen in die Hand. Die derzeitige Produktionseinschränkung beim Bemerkenswert ist noch, was Leutwvein über den ferneren wehr des Forts Sungschuschan am 31. Dezember vormittags Kohlensyndikat von 25 Proz. bedeutet, daß 30 000 Bergleute über- Verlauf des Herero- Vernichtungsfeldzuges äußert: 10 Uhr in die Luft sprengten und dann nach einem Sturm das zählig sind. Wo soll das hinaus? Ich bin nicht gekommen, um zu ganze Fort um 11 Uhr vormittags besetzten. Ein Teil der Russen bremsen; das hört auf, wenn die Mißstände nicht abgeschafft " Der große Krieg ist schon heute zu Ende und der kleine floh nach den südlich vom Fort gelegenen Höhen, während der Rest Krieg wird um so eher beendet werden, je weniger wir uns den werden. Die Regierung sollte sich um die Verhältnisse unter den durch die Explosion aufgeworfenen Erdmassen begraben Schwarzen gegenüber als unversöhnliche Gegner zeigen. Wenn wir bekümmern, nicht nur die Unternehmer, sondern auch die wurde. uns damit begnügen, an einzelnen überführten Mördern unserer 1889 habe sich die Tokio, 1. Januar. Die Belagerungsarmee vor Port Arthur be- Vertreter der Arbeiter solle man hören. Farmer ein Erempel zu statuieren, so mag unsere Strafrichtet weiter, daß die durch die Explosion am Sungschufchan- Fort Regierung überraschen lassen von den Ereignissen, man solle politik manche vorgeschlagene Maßregel außer acht lassen. Der aufgeworfenen Erdmassen durch die Japaner beseitigt und dabei zwei sorgen, daß das nicht wieder geschehe. Rufe: Es ist schon zu Aufstand selbst hat die Aufständischen auch schwer genug bestraft." russische Offiziere und 160 Mann, die verschüttet waren, aufgefunden spät! b man der milderen, vernünftigeren Auffassung Leutund zu Gefangenen gemacht wurden; sie sagten, daß noch etwa Bezeichnend für die Verhältnisse auf„ Herkules" find weins Rechnung tragen wird? Wir zweifeln einstweilen 150 Russen durch die Explosion verschüttet worden seien. Die Beute der folgende Angaben: Im Jahre 1903 betrug die Belegschaft auf sehr daran! Japaner, die aus Feldgeschüßen, Maschinengewehren usw. besteht, wird erst noch genau festgestellt. Die japanische Abteilung, welche Schacht I 564 Mann, bei 343 Neueinstellungen und 310 Abgängen, ,, Kurze Streiflichter" will die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gegen das Ostfort von Balungichan tätig ist, zerstörte am Sonn- es passierten 115 entschädigungspflichtige Unfälle und 492 Strankheits- in ihrem Wochenrüdblick auf den sozialdemokratischen Preußentag fälle waren zu verzeichnen. Auf Schacht„ Katharina" war die Beleg werfen. Der Rüdblidsartikel ist quantitativ gewaltig aufgeschwollen, abendabend durch eine Explosion einen Teil der alten Umwallung. Tokio, 1. Januar. Ein Bericht der Port Arthur belagernden schaft 897 Mann start, bei 595 Bugängen und 409 Abgängen. Die aber die Streiflichter" sind so lichtlos und so verschwindend furz, Armee befagt, daß die mittlere Abteilung den Feind vor sich her- Bahl der schweren Unfälle belief sich auf 178, die der Erkrankungs- daß kein etwaiger Refer norddeutscher Weisheit fich irgend welcher treibend heute früh 7 Uhr das H.- Fort besetzte und darauf das neue fälle auf 677. Wie die Löhne gesunken sind im allgemeinen, Erleuchtung aus diesem Streiflichtquell erfreuen fann. Das einzig Fort von Palingschan einnahm, so daß die ganze Linie des weist der Knappschaftsbericht aus. Danach gehörten zur 12. Lohn- Lichte des Artikels ist in dem Geständnis enthalten, daß es fich Balungschan- und des H.- Forts tatsächlich der Besetzung durch die klasse im Jahre 1900 rund 28 000 Mann, in 1903 nur noch erübrige, in eine fachliche Diskussion der einzelnen von dem Japaner verfiel. Der japanische rechte Flügel begann heute früh 8 Uhr die Beschießung der Höhen im Süden des Dorfes 26 000 Mann, zur 13. Lohnklasse zählten 1900 rund 68 000 Mann, Delegiertentag der preußischen Sozialdemokratie gefaßten Beschlüsse einzutreten..." Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat hier Sanyangtau und nahm sie trotz des heftigsten Widerstandes des 1908 nnr noch 24 000 Mann. durch ihre Ausführungen vortrefflich gekennzeichnet: Keinerlei Feindes. Bergmann Magh geht ebenfalls noch auf verschiedene Ver- fachliches Eingehen auf die bedeutsamen Fragen, die der Partei hältnisse ein. Im letzten Monat habe der Ueberschuß von„ Herkules" tag behandelt hat, sondern allerlei unsicheres, widerspruchs pro Kopf 90 M. betragen, im Vormonat noch 5 M. mehr. Die Lage volles Gerede neben Schimpfereien gegen die Sozial der Arbeiter werde immer mehr verschlechtert, da müsse endlich demokratie. Zwei Beispiele fönnen genügen, die grenzen etwas geschehen.- Wiederholte Rufe: Wir wollen Kampf! lose Oberflächlichkeit zu erweisen, deren das RegierungsBroden hinwerfen! organ sich erfolgreich befleißigt. Die Norddeutsche Allgemeine Ein anderer Redner fragt: Was soll geschehen, wenn Wagner Beitung" gesteht mehrfach zu, daß es in Preußen auch schoffen worden war. Die Befagung ist unter Waffen, aber die nicht wieder eingestellt wird? Wir streifen! Kein Mann fährt an! wirkliche Mißstände" gibt. Aber weder ſagt ſie, welche Weißſtände Warenwirtliche Feuer sind ausgelöscht. Das Boot hat dicht unter Land geankert. Tschifu, 2. Januar.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus") Jest hört's auf! usw. lauteten die Antworten. Ich bin zwar nicht beseitigt werden sollen. Statt deffen unternimmt sie den ärmlichen nach ihrer Ansicht vorhanden sind, noch sagt sie, wie diese Mißstände Heute früh 7 Uhr sind die russischen Torpedobootszerstörer„ Story", organisiert, aber wird Wagner nicht wieder eingestellt, dann bin ich Spottversuch, es habe zur Aufdeckung der Mißstände freilich der Statny", wlastny"," Sferdity" und das Kanonenboot der erste, der die Brocken hinwirft, führte der Redner weiter geistigen Anstrengung der Sozialdemokratie längst nicht mehr be Des Statthalters, Drel", aus Port Arthur mit Depeschen hier ein- aus. Allgemeiner Beifall! Jedes Belegschaftsmitglied muß sich durft". Aber sie versäumt zu offenbaren, warum diese Mißstände, gelaufen, die an Land gebracht wurden. Der Kommandant des solidarisch erklären! wenn ihr Vorhandensein anerkannt wird, nicht längst von der Re" Statny" erklärt, die Fahrzeuge hätten Port Arthur verlassen, weil Schließlich wurde eine aus drei Personen bestehende Kommission gierung, die das Blatt vertritt, bekämpft worden sind. Ein anderer es nach Einnahme des 203- Meter- Hügels durch die Japaner für die gewählt, die den Auftrag hat, bei Herrn Funke vorstellig zu werden. Fall: Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erklärt zur Frage russischen Schiffe unmöglich gewesen sei im Hafen zu bleiben. Am Freitag soll die Kommission Bericht erstatten und wird dann leicht gemacht, indem sie einfach derartig exzessive Forderungen aufdes Landtags Wahlrechts, die Sozialdemokratie habe sich die Sache über die notwendigen weiteren Schritte Beschluß gefaßt. gestellt hat, daß ihre Verwirklichung erst an dem St. Nimmerleins Jedenfalls hat die Versammlung gezeigt, daß ohne Nachgiebig- tag zu erwarten steht, an dem der Zukunftsstaat in die Erscheinung teit seitens der Unternehmer ein Konflift unvermeidlich ist.- tritt". Wie leicht" macht sich die„ Nordd. Allg. 8tg." die Bes handlung des Grundproblems der preußischen Entwicklung! Sie Oberst Lentwein über Südwestafrika. redet von unseren erzessiven" Forderungen, als ob auch sie eine Verbesserung des elendesten aller Wahlsysteme vertrete. Aber iveislich Heute liegen ausführlichere Mitteilungen vor über die sagt sie nichts davon, wo das„ Exzessive" der Forderungen beginnt, Auskünfte, die der Ex- Gouverneur von Südwestafrika einer wie weit sie eine Verbesserung zu Gunsten der entrechteten unteren Petersburg, 2. Januar. General Kuropatkin meldet dem Anzahl von Reportern gegeben hat, die ihn um ein Interview Volksklassen auf dem Boden ihres Gegenwartsstaates für wünschensKaiser unter dem gestrigen Tage: Der Feind richtete am 30. De bestürmt hatten. Diese ausführlicheren Nachrichten bestätigen wert und möglich hält. Und vor allem verrät sie nichts davon, zember auf den Rayon des Dorfes Linschinpu ein heftiges den Eindruck, den wir bereits gestern empfangen haben. warum ihr hoher Inspirator, der preußische Ministerpräsident, anstatt Artilleriefeuer. Unsere Batterien erwiderten das Feuer das Wahlrecht zu verbessern, nur an eine Flickerei denkt, die das erfolgreich. Auf unserer Seite wurden zwei Mann getötet und elf Oberst Leutwein, der über sein ferneres Schicksal noch völlig Wahlunrecht erst recht erhalten will. dim Ungewissen schwebt und erst von einer persönlichen Der Kapitulationsvertrag abgeschloffen. Audienz bei dem Kaiser die Gestaltung seiner Zukunft er Tokio, 2. Januar.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus.) Die wartet, scheut sich einstweilen davor, frisch von der Leber weg Konferenz über die Kapitulation von Port Arthur schloß um 4 Uhr zu reden und beschränkt sich auf die notwendigste Verteidigung nachmittags mit dem Ergebnis, daß ein Abkommen über die Unter- seiner Politik in Südwestafrika. zeichnung des formellen Kapitulationsaktes erzielt ist. lautet, sind die von den Japanern vorgeschlagenen Bedingungen angenommen worden. " London, 2. Januar. Daily Telegraph" meldet aus Tschifu vom 2. Januar: Ein großer russischer Torpedobootszerstörer mit vier Schornsteinen lief heute vor Tagesanbruch hier ein; er scheint wenig Schaden erlitten zu haben, obgleich er in der Nacht in der Nähe der Miau- tau- Insel von Japanern verfolgt und be Russische Totschweigetaktik. In Rußland hat man allem Anschein nach heute alle Nachrichten über die Kapitulation Port Arthurs unterdrückt! Dagegen bringt man allerlei Meldungen über Gefechte vom 12.- 19. Dezember, in denen es heißt, daß der Mut der Besatzung noch ungebrochen sei! Schmalich! with Mann vertvundet. " poisild sis Wie ver Roschdjestwensky bei Madagaskar. Tamatava( Madagaskar), 2. Januar. Das hier eingetroffene Geschwader des Admirals Roschdjestwensky besteht aus den Panzerschiffen Fürst Suwaroff" als Flaggschiff, Alexander III."," Borodino"," Drel" und" Dslablia", den Kreuzern Wachinoff"," Aurora"," Dimitri Donskoi Kamtschatka", Anadyr" und und dem Hospitalschiff„ Orel". Das Depeschenboot Ribau" hat hier angelegt und geht abends wieder ab. Das Geschwader befindet sich in ausgezeichnetem Zustande trotz des heftigen Unwetters, das es nach Umfegelung des. Staps zu überstehen hatte. " " Nach anderweitigen Meldungen soll sich die Flotte des Besiegers der Heringsboote in recht traurigem Zustande befinden! Politifche Uebersicht. Berlin, den 2. Januar. nd Ein Stimmungsbild aus dem Ruhrrevier. tur per passen, den 1. Januar 1905.( Eig. Ber.) Daß man ziemlich allgemein an einen plöglichen Ausbruch der Katastrophe im Ruhrrevier denkt, belvies die heute hier stattgefundene Er erklärte: Bravo! 913 " Wir haben, ehe wir unsere Kolonien in Besiz nahmen, Schutzverträge mit den eingeborenen Häuptlingen abgeschlossen, die unserem Vorgehen nicht den Charakter des Eindringens geben sollten. Eine streng beherrschende Politit lag mithin von vorn herein nicht im Wesen unserer Stellung. Ich habe eine solche aber auch deshalb für unnötig gehalten, weil die Eingeborenen unserer Kolonien meiner Ueberzeugung nach lenkbare und einer vernünftigen Erziehung durchaus zugängliche Menschen sind. " " Es zeigt sich, daß die Geständnisse, es gebe Mißstände und es sollten nur nicht erzessive Forderungen gestellt werden, nichts als leere Worte sind, erzwungen durch den starken, vergeblich abgeleugneten Eindruck des fozialdemokratischen Preußentages, und zu dem Zwed bestimmt, den Schein einer reformatorischen Neigung zu erwecken. Reformen" im Auswanderungswesen. Das von uns fortgesett veröffentlichte Anklagematerial gegen die preußische Auswanderungsschande hat nun abermals zu Konferenzen" geführt. Aus Thorn melden die Blätter: Hier fand unter dem Vorsitz eines Geheimrats aus dem Ministerium des Innern eine Konferenz von Landräten der Grenztreise und von Bürgermeistern der Grenzstädte statt. Es wurde über eine Reform der Auswanderer Kontrollstationen und über die einheitliche Handhabung der Ausweisung von russischen Staatsangehörigen beraten. Auf Milde und Nachsicht war meine ganze Eingeborenenpolitik von vornherein gerichtet, und ich halte dem Vorwurf stand, daß ich dadurch dem Aufstand Vorschub geleistet hätte. Was bei den Reformen" herauskommen wird, bleibt abIch würde aber dem entsprechenden Vorwurf nicht standhalten zuwarten. Wir sind mißtrauisch. Es gibt nur eine Reform, welche fönnen, hätte ich durch Rücksichtslosigteiten und uns von der Schmach der Ballin- Wirtschaft und den Russendiensten be übergroße Strenge eine ähnliche Ratastrophe freit: Beseitigung aller polizeilichen Vorschriften, welche herbeigeführt. Sie fragen mich selbstverständlich, welchem Um- russische Auswanderer und Flüchtlinge verhindert, auf jedem Wege, stande denn nach dieser Sachlage das Fehlschlagen meiner der ihnen möglich und rätlich erscheint, Deutschland frei zu friedlichen Pläne zuzuschreiben ist. Daß dritte Elemente passieren! hier schädigend die Hand im Spiele gehabt hätten, glaube ich nicht. " Es ist vielmehr die alte Erfahrung, die ich hier aufs neue in Zum Dessauer Zuchthansurteil macht in der letzten Nummer der bitterer Weise machen mußte, daß jede Politik, insbesondere aber Deutschen Juristen Zeitung" Juristen Zeitung" Professor Mayer Straßburg die gegenüber Schwarzen eine Rechnung mit unbekannten Größen beachtenswerte Ausführungen. Er wendet sich besonders dagegen, ist. Die selbstverständliche Grundlage aller Zerwürfnisse ist, daß daß auf den in Betracht kommenden Tatbestand überhaupt der wir als weiße Raffe der schwarzen verhaßt sind, daß wir als unbe- Begriff des Aufruhrs in Anwendung gebracht worden ist. Den rechtigte Nutznießer ihres Landes, als Eindringlinge gelten. Aufruhr bedingt nach§ 106 des Militär- Strafgesetzbuches eine Zusammenrottung" mehrerer Personen. Professor Mayer betont mun entschieden, daß von einer Zusammenrottung im Dessauer Fall feine Rede sein kann:„ Denn sicherlich waren an dem Erzeß gegen Das Mögliche habe ich geleistet, indem ich 10 Jahre lang mit einer Schußtruppe von nur 700 Mann unsere Herrschaft behauptet habe. Nur durch Paktieren mit den eingeborenen Stämmen, nur, 11 de« Unteroffizier nur zwei Soldaten beteiligt, und zwei Menschen können eine Zusammenrottung nicht bilden. Allerdings sind nach einer auch vom Reichsgericht und vom Reichs-Militürgericht angenommenen Ansicht zwei Personen genug; leider hat sich das Kriegsgericht in Dessau dieser oft angegriffenen Interpretation an- geschlossen. Ihr stehen zwingende Argumente entgegen. Es gibt keinen speziellen juristischen Begriff der Zusammenrottung. Jeder stellt sich aber unter Zusammenrottung einen Haufen Menschen vor. Wenn das Gesetz von der Vorstellung, daß zwei Personen einen Aufruhr veranstalte» können, ausgegangen wäre, so hätte es eine Zusammenrottung nicht gefordert und sich begnügt, den Tatbestand durch die Worte,„wenn mehrere mit vereinten Kräften es unternehmen...", zu beschreiben. Man behandelt also das Merkmal Zusammenrottung als einen über- flüssigen, nicht bedeutenden Zusatz, wenn man zwei Menschen, die mit vereinten Kräften einen Vorgesetzten angegriffen haben, als Auftührer bestraft. Es ist aber nicht jede Menschenmenge itne Zusammenrottung; eine Menschenmenge kann als rein passive Schar (die Zuschauer bei einem Festzug) gedacht werden; ftir die Zusammen- rottung ist Aktivität wesentlich. Erst dieses Moment schafft die Be- teiligungsmöglichkeit, aus die es beim Verbrechen des Aufruhrs an- kommt. Fest steht, daß die Vereinigung der beiden Verurteilten auch nicht im entferntesten eine Zusammenrottung ge- Wesen ist." Neber die Fcstungssidelität des H ü s s e n e r ist, wie die „Coblenzer Zeitung" berichtet, eine Untersuchung eingeleitet worden, deren Ergebnis demnächst das Generalkommando des 8. Armeekorps bekanntgeben wird.— Ein Heinzemann des Zentrums. Der Erste Staatsanwalt zu Breslau veröffentlicht in der letzten Nummer des„Breslauer Regierungs-Amtsblattes" folgende Bekanntmachung: „Durch Beschluß des königl. Amtsgerichts Breslau vom 14. Dezember 1904 ist die im„Dresdner Roman-Verlag" er- schienene Druckschrist:„Graf Franz von Sade, der Frauenräuber" wegen ihres unzüchtigen Inhalts gemäß Z 184 Nr. 1 St.-G.-B. 8 94 ff. St.-P.-O. beschlagnahmt." Den Hauptvertrieb dieses scheußlichen Machwerkes für Breslau hatte der vom Zentrum gewählte Stadtverordnete Buchhändler Schild. Unserem Breslauer Parteiblatt, der„Volkswacht", ist es zu verdanken, daß das Sittlichkeitsgeschäst des Zentrumsmannes gehörig aufgedeckt wurde.— Eine Begnadigung. Nach einer Meldung aus München be- findet sich unter den Strafgefangenen, welchen anläßlich des Weih- nachtsfestes der Rest ihrer Strafe im Gnadenivege erlassen wurde, der Fabrikant und ehemalige Landtags- und ReichstagS-Abgeordnete für den Wahlkreis Eschwege-Schmalkalden, Leonhard S e y b o t h, der am 2. Januar 1904 von der Strafkammer des Landgerichts München wegen Bettuges und Urkundenfälschung zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt wurde.— Bayrische Soldatcnschindcr. Das Ober-Kriegsgericht Würzburg hatte sich mit zwei Soldatenquälern zu befassen. Der Sergeant Happe vom 23. Jnfantcrie-Regiment in Landau in der Pfalz hatte in über 100 Fällen ungeschickte Rekruten ins Gesicht, auf den Kopf ec. ge- schlagen, vor die Bimst gestoßen, auch mit dem Seitengewehr schlug er zu. Dafür hatte ihn das Kriegsgericht Landau zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Weil nicht auf Degradatton erkannt worden war, ergriff der Gerichtsherr Berufung, und das Ober-Kriegsgericht sprach die Degradatton aus. Der Sergeant Berneth vom gleichen Regiment hatte sich in 45 Fällen an Soldaten in ähnlicher Weise vergriffen, wofür er vom Kriegsgericht 2 Monate 20 Tage erhalten hatte. Auch hier ergriff der Gerichtsherr Berufung, weil nicht die Degradation ausgesprochen wurde, ebenso der Angeklagte, dem die Strafe zu hoch war. In diesem Falle verwarf das Ober-Kriegsgericht die beiden Berufungen.—_ Lerfasinngsreform von Zentrums Gnaden! Stuttgart. 2. Januar.(Privat- Telegramm.) Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde bekannt, daß in der stillen Woche der Ministerpräsident v. Breitling wiederholt längere Besprechungen mit dem Abg. Gröber und dem Präsidenten der Ersten Kammer Graf Rechberg gehabt habe. Die Vermutung, daß die Konferenzen der Verfassungsreform galten, lag nahe und findet heute in einer offenbar inspirierten Nachricht eines württembergischcn Blattes ihre Bestätigung. Danach hat der Minister den beiden von ihm zu sich geladenen Politikern ebenso eindringlich in der Sache, wie versöhnlich in der Form zu Gemüte geführt, daß die Regierung mit allem Nachdruck die Verfassungsreform betreiben müsse und daß namentlich die Reform der Ersten Kanuner im eminenten Interesse dieser selbst gelegen sei. Die Folgen, die ein abermaliger Konflitt der Ersten Kammer mit der Regierung und der Zweiten Kammer haben müsse, seien aufs ernsteste zu erwägen. Diese demütigen Bitten des Ministers ver- fehlten völlig ihren Zweck, denn sie bestätigten nur die völlige Rat- und Hülflosigkeit, mit der die Regierung dem Problem der Ver- fassungsreform gegenüber steht. So warf sich Gröber in die Brust und erklärte, daß das Zentrum nur dann bereit sei, an eine Ver- fassungsreform überhaupt zu denken, wenn die Regierung die schon im Jahre 1899 erhobene Forderung des Zentrums nach Zulassung der Mönche und verfassungsmäßiger Festlegung der Oberaussicht des Bischofs von Rothenburg über die katholischen Volksschulen zugestehe. Graf Rechberg schloß sich im wesentlichen dieser Auffassung an. Die Regierung hat die wegwerfende Behandlung vollauf verdient. Sie hat alle Trümpfe aus der Hand gegeben, als sie sich feierlich auf die Ver- fassungsreform im Wege des Zusammenwirkens beider Kammern festlegte, Sie hätte den einfachen und gangbaren Weg der Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung auf Grund allgemeinen Wahl- rechtes beschreiten können, denn die einer Art Württembergischen§>4 entsprungene Notverordnung aus dem Jahre 1849, auf welcher das fragwürdige Daseinsrecht der gegenwärtigen Verfassung beruht, erklärt diese ausdrücklich für ein Provisorium. Die Wahrheit ist, daß außer der Sozialdemokratie kein maßgebender politischer Faktor in Württemberg ernstlich eine Wahlreform in demokratischem Sinne will, nicht die Regierung und nicht die Parteien. So ist es kein Wunder, wenn das Zentrum sich als Herr der Situation fühlt und nicht geneigt ist, seine Machtstellung irgendwie beschränken zu lasten.— /ÜnsUnd. Dänemark. Der RnssenkurS. Die Anferttgung von Rekylriffeln russischen Kalibers wird nn- aufhörlich fortgeletzt. Auch in der verflossenen Woche wurde in der königlich dänischen Gcwehrfabrik Tag für Tag Überzeit gearbeitet. Wft „Social-Demokraten" vorgestern mitteilte, ist am vorigen Sonnabend wiederum eine große Menge Zubehör zu den Rckhlgewehren nach Hamburg versandt worden: nämlich 45 Kästen voll. Im ganzen sind bis jetzt 15 0 große Kästen voll derartiger Waffenteilc nach Hamburg geschickt worden. Es ist offenbar bisher nichts geschehen, was daraus schließen ließe, daß der Kriegsminister wirklich seinem Ver- sprechen gemäß dafür sorgen wird, daß kein einziges Gewehr außer Landes gehen soll, ehe nicht volle Garantie dafür geschaffen ist, daß eS keiner kriegführenden Macht in die Hände kommt. Auch der I II ft i z m i n i st e r N l b e r t i, der bei der Aus- fahrt der rufstschen Ostsceflottc so ängstlich um die Wahrung der Neutralität bemüht war, daß er alles aufbot, um einem Japaner d a L Llnfchaucn der Schiffe unmöglich zu machen, rührt keine Hand, diesen offenbaren Nentralitätsbruch zugunsten Rußlands zu verhindern. Dieser Justtzminister steht übrigens auch sonst in der' Ver- waltung seines Amtes russischen Auffassungen sehr nahe. Er hat eine Zensur eingeführt, wie man sie seit einem Menschen- alter in Dänemark nicht mehr gekannt hat, die sogar Er- staunen bei den ehemaligen konservativen Justizministern Nellcmann und Goos erregt. Früher wurde die Theaterzenfur von einem literarisch gebildeten Manne, dem Professor Möller, aus- geübt und ohne große Strenge gehandhabt; Alberti aber hat den Obergerichtsanwalt Lelvin damit betraut und seitdem ist e:' z. B. verboten, in den sogenannten„Revuen"(humoristische Vorträge) die Namen der Mini st er zu erwähnen, wo- gegen man früher die konservativen Minister in folchen Vorträgen nach Herzenslust verspotten kvunte. ohne daß der Zensor der konservativen Regierung dagegen einschritt. Kürzlich hat nun Albertis Zensor folgende Probe seines Ämtseifers ab- gelegt:. Am zweiten Weihnachtsfeiertage wurde aus dem Arbeiter- Theater in Kopenhagen zum erstenmal ein Drama„Lebens- l ü g e.n"(„Livets Lögen") von T h. S t a u n i n g aufgeführt. Darin wird auch über die Arbeiterschutz- Gesetze gesprochen und in einem Dialog werden einem Arzt folgende Worte in den Mund gelegt: „Aber es sind noch genug Mängel vorhanden, was nicht so verwunderlich ist, wenn man sich daran erinnert, waS es für Leute waren, die tonangebend unter den Gesetzgebern auf diese in Gebiet waren." Von diesen Worten hat der„liberale" Zensor die hier ge- sperrt geeruckten Nebensätze sämtlich g e st r i ch e n. An einer anderen Stelle des Schauspiels tritt ein Journalist auf und sagt von einem s ch lv e d i s ch e n Arbeiter, ivenn dieser den Fabrikanten am Arm gefaßt und ihn geschüttelt hätte, so wäre er „zu Wasser und Brot verurteilt und wahr« scheinlich aus dem Lande ausgewiesen worden." Diese Bemerkung, die übrigens nur dem entspricht, was schon oft geschehen ist, hat der Zensor ebenfalls gestrichen. Unser Bruderorgan hat nun die ehemaligen konservativen Justizminister N e l l e m a n n und Goos über ihre Meinung diese Art Zensur betreffend, befragt und beide konnten sie mit Recht hervorheben, daß unter ihrer Amtsführung derartige Stteichungen nicht vorgenoinmen worden sind. „Social-Demokraten" bemerkt unter anderm zu dieser neuesten Frucht des liberalen Regimes:„Ob wohl irgend ein Mensch jemals gedacht hat, daß so etwas möglich wäre nach einem dreißig- jährigen Kanipf der Linken für den Freisinn? Jedenfalls hat nicht einer von den vielen tausend Sozial- demokraten, die in jenen dreißig schweren Jahren Seite an Seite mit der Linken kämpften und den Männern der Linken zur Mach/ ver- halfen, geträumt, daß man sich nach drei Jahren Linkenregicrung versucht fühlen könnte zu sagen:„Gebt uns Nellemann und Goos wieder!"— Italien. Tas Recht zu töten gerichtlich anerkannt haben wieder einmal zwei dieser Tage ausgesprochene Gerichtsurteile. In R e a P e l wurden in der Voruntersuchung sämtliche Polizisten freigesprochen, die am 31. August 1903 sieben Landarbeiter in T o r r e Annunziata niederschossen. Ebenfalls stellte die Vorunterftlchung das Verfahren ein gegen die neun Sol- daten, die im September vorigen Jahres in B a g g e r r u in Sardinien auf die streikenden Bergarbeiter schössen und drei von diesen töteten. Dagegen wurde das Strafverfahren ein- geleitet gegen sechs Arbeiter, die bei derselben Gelegenheit an- statt sich einfach totschießen zu lassen, sich durch Steinwürfe zur Wehr setzten. Ter Prozeß findet am 23. Januar statt. — Als Vertreter der Arbeitskammern und Hülfskassen wurde der Abgeordnete Filippo Turati am 29. Dezember v. I. in den Ausschuß des Auswauderuugsamtes gewählt. Von 82 wähl- berechngten Körperschaften wählten nur 44. Turati erhielt 18 Stimmen, während sich die übrigen auf sechs andere Kandi- daten verteilten. Rustland. Im Kampfe um die'Verfassung. Während die westeuropäische Presse den Inhalt der versprochenen „Strformen" Väterchens immer noch tiefsinnig ergründet,— Reformen, deren einziger Sinn nur der ist, daß der Knute alle ihre Rechte und Vorrechte auch fernerhin unbenommen bleiben sollen, treffen aus allen Teilen Rußlands immer neue Nachrichten von politischen Kund- gebungen und Demonstrationen ein, die von einem tatkräftigen und stets um sich greifenden Ringen um politische Freiheiten beredtes Zeugnis ablegen. Nach der großen Manifestation in Odessa am 1. Dezember in den Sälen der Stadtduma, Stadtverordncten-Versammlnng, von der wir seinerzeit meldeten, sind hier wieder zwei große Kund- gebungen, nn denen sich Tausende von Personen verschiedener Berufe und Lebensstellungen beteiligt haben, zu verzeichnen. Aus Anlaß des vierzigjährigen Jahrestages der Einführung moderner Gerichtsinstitutionell in Rußland veranstalteten die Stadt- behörden im Saale des Bezirksgerichts eine öffentliche Feier. Als der programmäßig vorgesehene Vortrag zu Ende war und der Vor- sitzende die Versammlung geschlossen hatte, trat auf die Rednerttibüne ein Mitglied der lokalen sozialdenrnkratischen Organisation und erklärte die Versammlung für wieder eröffnet. Es folgten Reden sozialistischen Inhalts vor den Tausenden von Zuhörern, die fast alle im Saale blieben, und daran schloß sich ein imposanter Straßeiiunizug mit roten Fahnen und revolutionären Rufen an. Die Polizeibüttel waren aber bald zahlreich zur Stelle und gaben sich nun alle Mühe, durch ihr besttalisch-rohes Verhalten gegen die Demonstranten, der politischen Wirklichkeit eine würdige Jllusiratton zu verleihen. Eine wilde berittene Kosakenhorde stürzte sich auf die fticdliche Menge und alles, was nicht flüchten konnte, wurde rücksichtslos niedergetreten und niedergehauen. Die Zahl der bei dieser Atacke Verwundeten soll sehr groß sein, eine schwer verletzte Arbeiterin liegt im Sterben, etwa öv Personen wnrd n ver- haftet. Am selben Tage hat in den Sälen der„Adeligen Gesellschaft" ein großes Bankett der Odessaer Liberalen stattgefunden. Schon der hohe Eintrittspreis, der 3'/� Rubel(zirka 8 Mark) betrug, deutete auf die Absicht hin, nur„bessere Herrschaften" zu der Versammlung zuzu- lassen. Trotzdem haben sich auch hier einige Arbeiter eingefunden, von denen einer das Wort verlangte„im Namen der Proletarier, die da unten sich versammelt haben" und dank der Unterstützung seitens der radikalen Elemente unter den Bankettteilnehmern es auch erhielt. Seine Rede war besonders charakteristisch für die Rolle der vorwärts tteibenden Kraft, die die russische Sozialdemokratte in der gegenwärtigen oppositionellen Bewegung übernommen hat und deshalb mögen einige Sätze ans ihr hier wiedergegeben werden: „Bürger I Ihr habt Euch versammelt, um über die gegenwärttge Sachlage zu beraten und gegen unser politisches Regime zu protestieren. Wie ist es aber gekommen, daß Ihr ruhig in diesem luxuriösen Saale sitzt, während wir, Proletarier, wie Bettler unten stehen müssen, wo wir der Willkür der Polizei preisgegeben sind? Warum sondert Ihr Euch von uns ab, wo es doch die gemeinsame Sache des gesamten Volkes zu verteidigen gilt, von uns, die wir Euch durch unser Schweiß und Blut ernähren, und die wir bis jetzt so stolz und mutig die Fahne die Kampfes für unser aller Befreiung vorangetrageu haben?! Im Namen der Arbeiter- Mitglieder der hiesigen sozialdemokratischen Organisatton verlange ich, daß die Säle zu politischen Versammlungen für alle und jeden offen bleiben. Bürger! Wir durchleben einen wichtigen historischen Moment. Die nächste Ziikinist wird die Entscheidung bringen, ob Rußland zu einem Kulturland werden oder ob denn das tartarische Asien sich das europäische Rußland unterwerfen und die Knute auch weiterhin dem gesamten großen russischen Volke Gesetze diktieren soll. Wir, sozialdemokratische Arbeiter, sehen sehr gut die ganze Schwäche und Morschheit des russischen bürgerlichen Liberalismus, aber momentan stehen wir vor demselben Todfeinde. Eins und dasselbe bedrückt unbarmherzig uns alle, russische Bürger. Ein und derselbe Vampyr des Absolutismus saugt die Säfte der großen Nation aus. Und deshalb sind wir Sozialdemokraten bereit. Euch als unsere Bundesgenossen zu betrachten, wenn Ihr gewillt seid, die Fahne der nationalen Befreiung ehrlich und tapfer hoch- zuhalten. Wir perlangen» daß Ihr das schmähliche politische Versteckenspiel aufgebt, daß Ihr offen erklärt, dost das absolute Regime mit den Interessen des Volkes unverträglich ist und daß Ihr die Losung: Nieder mit der Alleinherrschaft! auf Eure Fahne schreibt." Des weiteren zählte der Redner die wichügsten sozialdemokratischen Forderungen: die Einberufung einer konstituierenden Nationalversammlung, Einstellung des Krieges, volle Amnestie für politische Verbrechen und anderes mehr auf und schloß mit den energischen Worten:„Falls Ihr, Bürger, Mut genug habt, unsere demokrattschen Forderungen offen und ohne Schranken zu unterstützen, fordern wir, Arbeiter, Euch auf, an unserer Seite im Kampfe gegen den Absolutismus zu marschieren. In diesem harten Kampfe werden wir Sozialdemokraten bis zum letzten Blutstropfen die Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verteidigen." Von den liberalen Rednern haben sich bei dem Bankett besonders drei in Odessa bekannte Persönlichkeiten: Schabotinski, I s g a j e w und ein gewisser Bogomolez hervorgetan, die wegen ihres Auftretens kurz darauf verhaftet wurden. Das Bankett endete damit, daß der jetzige Bürgermeister von Odessa, S e l j o n y, und das frühere Stadthaupt, M a r o s l y. eine politffche Reformen fordernde Eingabe an die Regierung im Namen aller Anwesenden unterzeichneten und sie nach Petersburg absandten._ Schuscha im Kaukasus, 2. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der SteuerinspektorSchcrbakoff wurde durch fünf Revolverschüsse am Tage mitten in derStadt getötet. Den beiden Mördern gelang es, zu fliehen. Es besteht der Verdacht, daß politische Beweggründe dem Ver- brechen zugrunde liegen._ Hud Induftric und Handel Der Fall Port Arthurs hat auf die Kurse der russischen Werte heute an der Berliner Börse nur einen geringen Einfluß geübt, während die Kurse in Staatspapieren und der Petersburger Banken, vornehmlich der an der Emission der neuen Anleihe beteiligten Russischen Bank für auswärttgen Handel und der Petersburger Diskontobank, in Petersburg mehrprozentige Abschläge erlitten. Auch hier erfolgte zivar zunächst ein nicht unbeträchtliches Angebot in russischen Werten, aber die zum Uebernahmekonsortium gehörenden hiesigen Banken griffen alsbald zu Jnterveutionskäufen, welche die Kurse stützten. Das ist um so begreiflicher, als die Banken die zu den Ankäufen nötigen Mittel nicht ihren eigenen Fonds zu entnehme» brauchen. Man hat nämlich bei den Verhandlungen in Petersburg, wie wir aus sicherer Quelle erfahren, in Rücksicht darauf, daß die Emission wahrscheinlich einen Rückgang der älteren russischen Werte an den Börsen zur Folge haben werde, einen „Jnterventiousfonds" geschaffen. Es wurde von dem Uebernahme- konsortium mit der russischen Regierung das Abkommen getroffen, daß die Banken berechtigt sein sollen, von dem Ertrage der zunächst zur Ausgabe gelangenden Obligationen im Betrage von nominell 324 Millionen Mark bis zu 10 Proz., also bis zur Höhe von 32,4 Millionen Mark, zu Käufen von russischen Staatsanleihe- Papieren und vom russischen Staat garantierten Obligationen sowie ferner auch zu Rückkäufen von Stücken der neuen Anleihe zu verivenden, um die Kurse dieser Werte möglichst auf der bisherigen Höhe zu halten. Zugleich können wir mitteilen, daß das Uebernahmekonsortium für die Plazierung eine Vergütung von 2% Proz. erhält. Der Berliner Bau- und Grunbstücksmarkt. Mit alter Pünktlichkeit ist auch diesmal zum Jahresschluß der Jahresbericht des„Vereins Berliner Grundstücks- und Hypotheken- maller" erschienen. Er bietet eine gute Uebersicht über die Bau- tätigkeit in Berlin und seinen Vororten während des letzten JahreS und die mit dieser zusammenhängende Gestaltung des Hypotheken- Verkehrs. Wer sich für die Einzelheiten der letztjährigen Entwicke- lung des Berliner Bauwesens interessiert, den verweisen wir auf den Bericht selbst; hier können nur einige kurze Auszüge über die Grundstückumsätze im inneren Berlin, die Zunahme der Berliner Neubauten und die Steigerung des Bodenpreiscs zum Abdruck ge- langen. Ueber die Zunahme des Bedarfs an großen Geschäftslokalen in Berlin und die hierdurch bewirkten Veränderungen heißt es im Bericht: „In ganz hervorragender Weise hat die Leipzigerstraße ge» Wonnen, die in kurzer Zeit als ausverkauft gelten kann, ebenso haben die Häuser in der Potsdamerstratze bis zur Brücke eine erhebliche Preissteigerung erfahren. Von den Nebenstraßen der Friedrichstraße bleiben besonders die Französische-, Jäger-, Tauben- und Mohren- stratze von der Bankwelt und den Versicherungsgesellschaften bevi"'- zugt, während die Straßen in der Nähe des Hausvoigteiplatzcs von der Konfektionsbranche favorisiert werden. Auch in der Luisenstadt sind rege Umsätze erzielt worden, wenn auch dort die Verkäufe gegen die Vorjahre rurückblieben. Während sich in der Friedrichstadt die Notwendigkei. neuer Geschäftslokale geltend machte, war in der Luisenstadt rege Nachfrage nach neuen Fabrikgrundstücken vorhanden. Im Südwesten ist Berlin zugebaut, die wenigen unbebauten Parzellen zwischen Katzbach-, Eylauer-, Kreuzberg- und Monumentenstraße werden bald verschwunden sein. Was das Zentrum anbetrifft, so hat man auch dort mit alten und veralteten Grundstücken tüchtig auf- geräumt. In Moabit ist auf dem früheren Borsigschen Terrain an der Straße Alt-Moabit, Bochumcr-, Elberfelder- und Essener- straße ein ganz neuer Stadtteil entstanden." Neben der steigenden Nachfrage nach Geschäftslokalen veranlaßt« jedoch auch die rasche Bevölkerungszunahme eine vermehrte Bau- tätigkeit. Die Einwohnerzahl Berlins ohne Vororte stieg auf zwei Millionen Seelen. Mit 21 Vororten hatte Berlin im Oktober dieses Jahres 2 584 340 Einwohner(d. i. 3,29 Proz. mehr als im Vor- jähre), darunter 3 Städte: Charlottenburg mit 206 046, Schönebera mit 116 550, Nixdorf mit 113 344 Einwohnern. Nach dem Bericht betrug die Zahl der Rohbauabnahmen pro 1903 937(pro 1902 853), Um- und Erweiterungsbauten pro 1903 350 (1902 330). Es sind also im Jahre 1903 eine Gesamtzahl von 1347 Rohbauten gegen 1183 im Vorjahre abgenommen worden. Ge» brauchsfertig wurden im Jahre 1903 685 Häuser, gegen 606 im Vor- jähre. Hierdurch wurden 14 357 Wohnungen( 1903 10 840) mit 27 983 heizbaren Zimmern(1303 22 122) geschaffen. Die Zahl der Abbrüchc betrug 132 gegen 130 im Vorjahre. Von Januar 1903 bis Januar 1904 haben sich die leerstehenden Wohnungen ohne Gewerberäume von 4529 auf 5432, solche mit Ge- werbcräumen von 348 auf 482, die leerstehenden Geschäftslokale ohne Wohnungen von 3236 auf 3433 vermehrt. Bei den Wohnungen ohne Gewerberäume war im letzten Jahre der Zuwachs an leer- stehenden nicht mehr so stark wie im Borjahre. Berücksichtigt man, daß im Jahre 1904 3517 neue Wohnungen mehr als 1903 fertig wurden, so ist die Zunahme von zirka 900 leerstehenden Wohnungen als ein günstiges Zeichen zu betrachten. Von der Gesamtzahl der leerstehenden Wohnungen entfielen auf solche mit: Sehr beträchtlich war die Bodenpreissteigerung, besonders auf Wilmersdorfer und Charlottenburger Gebiet, so daß den Grund- stücksspeku kanten und Terraingcsellschaften, die dort größere» Grundbesitz erworben haben, mühelos reiche Gewinne in den Schost fielen. Dafür nur einige Beispiele. Nach Voigts(Grundrente und Wohnungsfrage) erzielte ein 80 Morgen großes Terrain in der Tegend der heutigen Uhlandstraße im Jahre 1861 300 M. pro Morgen(d. i. etwa 1,65 M. pro Ouadratrute), im'Jahre 1871 einen Preis von 16— 11 M. pro Quadratrute, während der heutige Wert in unfertigem Zustand durchschnittlich auf 800 M. pro Quadrat- rute zu schätzen wäre. Nach derselben Quelle wurde das den Lhirfürstendamm begrenzende Terrain bewertet: 1860, mit 0,1 1872 mit 6,5 1890 mit 30, 1898 mit 50 Millionen Mark, jetziger Wert 60—65 Millionen Mark. Zur Konzentrationsbcwegung im Bankgewerbe während des JahrcS 1964. In seiner Uebcrsicht über die Börsen, Banken und den Geldmarkt im letzten Jahre beschäftigt sich der Berliner Handels- kammcrbericht, aus dem wir vor einigen Tagen schon einige Ab- schnitte mitteilten, auch mit der Konzentration, die sich auf in- dustriellcm wie auf bankgewerblichem Gebiete im letzten Jahre voll- zogen hat, und gibt im Anschluß daran eine Zusammenstellung der wichtigsten Vereinigungen und Jnteressenkoalitionen, die im Jahre 1904 im Bankgewerbe stattgefunden.„Die auf dem Wertpapier- markte schon seit der Ueberwinbung der Krise von 1901 vorherrschende günstige Tendenz," heißt es in dem Bericht,„hat mit geringen Unterbrechungen angehalten und zu einer allgemeinen Hebung der Kurse geführt, von der als einzige Ausnahme nur die inländischen zinstragenden Anlagepapiere nicht zu profitieren vermochten. Wesentlich unterstützt wurde die gute Stimmung durch das Streben nach Zusammenschluß, das im Berichtsjahre an Stärke und Umfang bedeutend zugenommen und immer größere Gebiete des Wirtschaft- lichen Lebens ergriffen hat. Hatte diese Konzentrationsbewegung, unabsichtlich gefördert durch das Börsen-, das Reichsstempel- und Depotgesetz, sich zuerst im Banklvesen geltend gemacht, und hat sie auf diesem Felde auch in 1904 sehr bemerkenswerte Fortschritte auf- zuweisen, so haben auch in anderen Handelszweigen und in der Industrie, und zwar nicht bloß in der Rohstoffindustrie, Ver- cinigungen in den verschiedensten Formen(Bildung von Interessen- gemeinschaften, Kartellen, Syndikaten usw.) in erheblichem Maße stattgefunden. Es scheint, daß der Zug nach dem Großbetriebe un- aufhaltsam ist, und daß mit der zunehmenden EntWickelung der Drang nach Konzentration immer lebhafter wird und immer weitere Kreise zieht. Wir verkennen nicht, daß die dadurch erzielte Ver- billigung der Produktion, die Regelung der Preise, der Erzeugung und des Absatzes der nationalen Wirtschast erhebliche Vorteile bringt; andererseits wird aber nicht geleugnet werden können, daß diese Konzentrationsbewegung nach mancher Richtung Nachteile in sich birgt, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden sollte. Nicht nur werden durch den Aufsaugungsprozeß viele der bestehenden kleinen und mittleren Betriebe mit der Zeit verschwinden, es wird auch auf die Errichtung neuer verzichtet, der Unternehmungsgeist unter Kunden und der Zwischenhandel immer mehr ausgeschaltet werden/ Die Deutsche Bank hat ihr Aktienkapital um 20 auf 180 Millionen erhöht und ihre Interessensphäre durch llebcrnahme von Aktien der Oldenburgischen Spar- und Leihbank, der Emdener Bank, durch Vereinigung der Oberrheinischen Bank mit der Rheinischen Kredit-Bank(deren Aktienkapital von 50 auf 70 Millionen erhöht wird) und Abschluß von Vereinbarungen, die ein Hand in Hand- gehen der letzteren mit der Deutschen Bank bezwecken, durch Aufgehen der Trierer Bank, des Padersteinschen Bankvereins in Paderborn, der Bankhäuser Lazard Brach u. Co. in St. Johann-Saarbrücken und Gebr. Molenaar in Krefeld in die Bergisch-Märkische Bank, die ihr Kapital zu diesem Zwecke auf 60 Millionen erhöhte, während der Schlesische Bankverein mit einer Vermehrung seines Kapitals auf 30 Millionen vorging, aufs neue beträchtlich erweitert. Die Diskonto- gcsellschaft hat mit dem Barmer Bankverein, der zahlreiche Filialen betreibt, intime Beziehungen, und durch die Vereinigung der Ober- lausitzer Bank in Zittau und der Vereinsbank in Zwickau mit der Allgemeinen Deutschen Kredit-Anstalt in Leipzig einen engeren Ver- kehr mit dem Geschästsbezirk dieser Banken hergestellt. Die Interessengemeinschaft Dresdner Bank-Schaaffhausen hat durch die Vereinigung mit der Deutschen Genossenschaftsbank, hier, der Nieder- rheinischen Bank in Krefeld und der Westdeutschen Bank in Bonn -und Fortführung der großen Anzahl Zweigniederlassungen und Agenturen dieser Banken sowie Uebernahme des Bankhauses von Erlanger u. Söhne in Frankfurt a. M. eine weitere nennenswerte Ausdehnung gewonnen: das Grundkapital der Dresdner Bank wurde um 30 auf 160 Millionen, des A. Schaaffhausenschen Bankvereins um 25 auf 125 Millionen erhöht. Die Darmstädter Bank hat die Vcreinsbank Wismar übernommen und an diesem Platze eine Filiale errichtet, ferner die Geschäfte des bis dahin von ihr kommanditierten Bankhauses Robert Warschauer u. Co. in der Hauptsache mit dem ihrigen vereinigt und ihr Kapital um 22 auf 154 Millionen erhöht. Die Berliner Bank, deren Verschmelzung mit der Deutschen Bank beabsichtigt, aber nicht zustande gekommen war, schloß in den jüngsten Tagen mit der Commerz- und Diskonto-Bank ein Abkommen, wonach sie in diese Bank, welche zu diesem Zwecke ihr Kapital um 35 auf 85 Millionen erhöht, aufgehen wird. Schiffahrt auf der Havel. Da die Vorstadtschleuse in Branden- bürg vom 1. Januar bis 15. März 1905 gesperrt ist, mutz der gesamte Verkehr in dieser Zeit die Stadtschleuse benutzen. Wie der Berliner Handelskammer mitgeteilt wird, ist es zur Erleichterung des Ver- kehrs ausnahmsweise gestattet, die Stadtschleuse in der angegebenen Zeit mit Schiffen bis zu 7,40 Meter Breite zu durchfahren. (3ewerKfd)aftUd)es. Das erste Jahrbuch des Metallarbeiter-Berbandcs. Ziemlich spät, ist jetzt ein Jahrbuch deS Deutschen Metallarbeiter- Verbandes erschienen, welches neben einer allgemeinen Uebersicht über die Entwickelung der Organisation bis Ende 1903 auch Spezial- berichte aus de» verschiedenen Gauen enthält. Wenn das Verbands- gebäude durch die Entwickelung im Jahre 1904 gegenüber dem Berichtsjahre auch schon wieder ganz gewaltig umgestaltet worden ist,— betrug doch die Mitgliederzunahme im letzten Jahre fast 40 000, gleich 25 Proz.— so bringt das Jahrbuch doch noch eine Menge Taten und Angaben von allgemeinem Interesse. Sehr stark ist z. B. die Fluktuation und relativ gering ist der Stamm derjenigen Mitglieder, welche der Organisation wit mehr als einem Jahrfünft angehörten. Im Jahre 1902 tätigte die Organisation 70 933 Ncnauf- nahmen, die wirkliche Mitgliederzunahme beträgt aber nur 25 937, annähernd doppelt fo viel, nämlich 45 096 Mitglieder, gingen der Organisation wieder verloren. Im Jahre 1903 betrug bei 101 281 Neuaufnahmen die Zahl der Ausscheidenden 69 988, nicht halb so viel, nur 31 293 Mitglieder kamen wirklich in Zuwachs. Die Zahl derjenige», welche der Organisation länger als seit 1898 an- gehörten, macht nur 9,8 Proz. der Gesamtmitgliedschaft aus. Die Mitglieder aus den letzten drei Jahren repräsentieren rund 73 Proz. der gesamten Mitglieder. Das ist kein sehr erfreuliches Resultat, es drängt zu dem Schluß, daß die meisten Mitglieder die Zu- geHörigkeit zur Organitation nur als Versicherungszeit für die Wanderjahre betrachren. Der Vorstand glaubt aber konstatieren zu können, daß sich mit dem Ausbau des Unterstützungswesens ein Umschwung bemerkbar macht. In, Jahre 1903 sind nämlich von dem im Jahre vorher Eingetretenen rund 40 Proz., von den 1898 Beigetretenen aber nur 17,6 Proz. wieder ausgeschieden. Aus diesen beiden Angaben Schlüsse zu ziehen, halten wir für etwas sehr kühn, die angezogenen Ergebnisse sind überhaupt kaum vergleichbar. Der Vorstand ist auch vorsichtig genug, keine„allgemein gültigen Schlüsse" ziehen zu wollen. Großzügrge, von der Organisation in die Oeffentlichkeit getragene sozialpolitische Agitation, würde nicht nur werbekrästig sich erweisen, sondern auch der Fluktuation entgegen wirken. Die Organisation zählt jetzt fast 200 000 Mitglieder. Eine von solcher Mitgliedschaft getragene Agitation kann nicht unbeachtet bleiben und loürde der Tätigkeit der Sozialdemokratie auf sozial« politischem Gebiet einen ftuchtbringenden Resonanzboden darbieten.— Die sonstigen, im Jahrbuch enthaltenen Angaben von allgemeinem Interesse sind bekannt, durch die Publikation anläßlich der jüngst erfolgten erstmaligen Auflage des Verbandsorgans in 200 000 Exemplaren. BerUn und Llmgegend. Die Holzindustriellen gegen den Friedensschluß. Die Tischlermeister und Holzindustriellen Berlins und Um- gegend hielten gestern abend eine Generalversammlung ab, um zu dem gegenwärtigen Stande des Lohnkampfcs Stellung zu nehmen. Nach mehrstündiger Versammlung gelangte folgende Erklärung zur Annahme: „In Erwägung, daß die Arbeitnehmer in den bisher zwecks Beendigung des jetzigen Lohnkampfes geführten Verhandlungen wiederholt die Erklärung abgegeben haben daß nach ihrem Dafür- halten in einer sehr großen Anzahl von Betrieben die Lohn- und Arbeitsverhältnisse„ungeregelte" seien, und daß diese„Regelung" eine Vorbedingung des Friedensschlusses fein müsse; in fernerer Erwägung, daß die Arbeiter es bisher abgelehnt haben, die Art dieser sogenannten Regelung und der von ihnen zu stellenden Forderungen zu bezeichnen, sondern vielmehr verlangt haben, daß diese Angelegenheiten der in Aussicht genommenen Schlichtungskommission zur Bearbeitung überwiesen werden; in fernerer Erwägung, daß durch ein solches Zugeständnis von Seiten der Arbeitgeber eine Gewähr für einen längere Zeit andauernden Frieden nicht geschaffen, den Arbeitern aber die Möglichkeit gegeben wird, unaufhörlich neue Forderungen von prinzipieller Bedeutung zu stellen und dieselben mit allen ihnen zugänglichen Kampfmitteln durchzusetzen, erklärt sich der Unterzeichnete ausdrücklich damit einverstanden, daß der Vorstand der Freien Vereinigung der Holzindustriellen zu Berlin auf dem bisher von ihm eingenommenen Standpunkte strikter Ab- lehnung einer derartigen unsubstanzierten Forderung beharrt, selbst auf die Gefahr dahin, daß dadurch das Ende des Lohnkampfcs noch eine kurze Zeit verzögert wird." Dieser Beschluß wird allen interessierten Tischlermeistern zur Unterschrift unterbreitet._ Die Aussperrung in der Gclbmetall- Industrie hat sich mm auch in das neue Jahr unverändert hinübergezogen. nachdem sie im alten Jahre bereits 15 volle Wochen andauerte. Gestern hielten die Streikenden und Ausgesperrten wieder eine Streikversammlung ab, die ebenso wie vor den Festtagen äußerst stark besucht war. Cohen erinnerte an die Hoffnungen der industriellen Scharfmacher, die bekanntlich dahin gwgen, daß die Streikenden mit dem Begi...: des neuen Jahres wohl sicher z» Kreuze kriechen würden. Hatte doch u. a. die Firma Erich u. G r ä tz ihre Kundschaft mit der Lieferung bestellter Waren aus- drücklich unter dem Hinweise auf die voraussichtlich zu Neujahr erfolgende Wiederaufnahme der Arbeit veriröftel. Jedoch ebenso vollzählig und geschlossen wie die streikenden Gürtler und Drücker im alten Jahre diesen heroischen Kampf führten, cgen die Kühnernänncr treilenden und AuS- genau so fest stehen sse auch im neuen Jahre in Reih und Glied. Von den zirka 5000 gesperrten ist kaum ein Dutzend abtrünnig geivacden. Die kompakte Masse der Kämpfenden steht dem weiteren Verlauf der Dinge mit derselben Zuversicht entgegen wie am ersten Streiktage. Ja. die all- gemeine Stimmung ist noch bedeutend gehoben worden durch den bisherigen Verlans der Aussperrung in der Holzindustrie. Die Streikenden sind der Meinung, daß wenn sich die Holzinduftriellen nichts vergeben haben, als sie mit den ausgesperrten Holz- arbeitern in Verhandlungen traten, sich auch die Metall- waren- Fabrikanten durch Einleitung gegenseitiger VerHand- langen ebenfalls nichts vergeben können, umsoweniger als sie doch endlich einsehen müssen, daß an ein bedingnngsloies Niederzwingen deS Metallarbeiter-Verbandcs nicht zu denken ist. Unter lebhaftem Beifall der Aiiwesenden erklärte die Streikleitung auch in der gestrigen Versammlung: Jede Hoffnung der Fabritanten auf eine bedingungslofe Wiederaufnahme der Arbeit sei diesmal vergeblich. Der Kampf werde fortgeführt, bis eine Verständigung auf annehmbarer Grundlage erfolgt Die streikenden Klavierarbciter hielten am Montagvornnttag wieder eine Versammlung ab, um über die Situation des Streiks zu berate». Wie der Referent S i ck s e l d berichtete, hat sich seit der l.tzten Versammlung, die vor zwei Wochen stattfand, an der allgemeinen Lage nichts geändert. Ueber 400 Kollegen befinden sich noch im Streik, davon gehören 280 den: Holzarbeiter-Aerbande an. Der Redner ist der Meinung, daß die bevorstehende Einigung der Tischler einen günstigen Einfluß auf den Streik ausüben werde.— Nach dem Referat erstatteten die Streikenden aus den einzelnen Betrieben Bericht über die in den betreffenden Fabriken herrschenden Verhältnisse. Airs diesen Mitteilruigen ging hervor, daß viele der noch im Streik stehenden Betriebe mit einer größeren oder geringeren Zahl von Streikbrechern besetzt sind, jedoch handelt es sich zumeist um minderwertige Arbeitskräfte, die nach Be- eudigung des Streiks jedenfalls bald wieder entlassen werden.— Klein lein meinte, nach dem, was man jetzt aus den einzelnen Betrieben gehört babe, müsse man zu der Ansicht kommen, daß der Streik beendet sei. Natürlich sei es Sache der Kollegen, zu be- schließen ob sie den Kampf weiterführen wollen oder nicht, er halte jedoch den Streik für beendet, nur in der Fabrik von Rösener sei die Situation derart, daß dort unbedingt weiter gestreikt werden müsse. Daß die Einigung der Tischler einen Einfluß auf den Streik der Klavierarbeiter haben könne, bestreitet der Redner.— Leopold trat der Ansicht Kleinleins entgegen. Wie die Situation jetzt sei, so sei sie schon vor drei Wochen gewesen, als die Kommission die Einstellung deS allgemeinen und die Fortführung des paitiellen Streiks empfahl. Zu einer gänzlichen Beendigung des Streiks liege auch jetzt noch keine Ursache vor. Allenfalls ließe sich darüber reden, ob jetzt die voz drei Wochen durch die Kom- Mission empfohlene Taktik eingeschlagen werden solle. In ver- schiedenen Betrieben sei noch etwas zu erreichen und dort müsse lociter gestreikt werden. Vielleicht würde eS sich empfehlen, die Kommission zu beauftragen, daß sie untersuche, in welchen Fabriken noch Aussicht auf Erfolg vorhanden sei.— K l e i n l e i n bemerkte hierauf, die Situation fei jetzt doch anders wie vor drei Wochen. Er erklärte sich mit dem Vorschlage Leopolds einverstanden, aber die Fabriken, wo noch weiter gestreikt werden solle, müßten sogleich bekannt gegeben werden.— S i ck f e l d meinte, die Situation sei heute vielleicht noch günstiger als vor drei Wochen. Er müsse der Auffassung Kleinleins entgegentreten, als ob der Streik keinen Erfolg gehabt habe. In einer Reihe von Fabriken seien die Arbeitsberhältnisse den Forderungen gemäß günstiger ge- staltet worden, und die Tatsache, daß ein großer Teil der Kollegen sich jetzt ein volles Vierteljahr im Streik befinden, sei ein Ergebnis ver Bewegung, welches die Unternehmer nicht erloartet haben.— Nach weiterer Dislnssivn wurde folgende Resolution angenommen: Die Versammlung beauftragt dre Zehner-Koininissiou, bis zur nächsten Versammlung, welche spätestens am Dienstag, den 10 Januar, stattfinden muß. nach Rücksprache mit den Vertrauensleuten der bestreikten Betriebe einen genaueren Situationsbericht zu geben und danach geeignete Vorschläge zu machen, welche im Interesse der Allgemeinheit angenommen werben können. Die Anwesenden verpflichten sich, bis dahin der Kommission das einschlägige Material zu liefern und die in Betracht kommenden Fabriken durch Streikposten eingehend beobachten zu lassen. Zu weiteren Verhandlungen sind die An- weienden, wie bisher, stets bereit, eine bedingungslose Aufnahme der Arbeit wird jedoch entschieden abgelehnt. Achtung! Bauarbeiter. In letzterer Zeit haben mehrere Parkett- fabriken von auswärts hier Bauten übernommen und schicken zu gleicher Zeit die nötigen Parkettleger mit, um die Arbeit auszuführen. Diese Leute sind nicht organisiert und arbeiten bedeutend unter den zwischen den hiesigen Arbeitgebeni und Arbeitnehmern vereinbarten Bedingungen. Um mit den Arbeitern Fühlung zu gewinnen und sie zur Organisation heranzuziehen, ersucht die Kommission der Parkett- leger die Bauarbeiter, wo Parkett gelegt wird, festzustellen, von welcher Firma die Arbeiten ausgeführt werden. Es kommen Haupt- sächlich in Frage die Firma Germania-Belgard und die Firma Heine- Breslau sowie die hiesige Firma A. Mittag, Grolmanstr. 35. Wo letztere Firma in Betracht kommt, bitten sofort dem Burea« de« HolzarbetterverbandeS, Engel-Ufer 15, Telephon Amt IV 3573, oder dem Branchenvertteter Paul Walter, Köpenickerftr. 157, Nachricht zu- gehen zu lassen. Branchenkommission der Parkettbodenleger. Auf die Zuschrift des Herrn Hofschlossermeisters Paul Markus, welche in der Nummer 302 deS„Vorwärts" veröffentlicht ist, erhalten wir folgende Erwiderung: In der Versammlung der Schlosser am 21. November 1904 im Lokale von Buggcnhagen(Bericht des„Vor- wärts" in Nr. 275) erklärte ich, daß in einer Anzahl von Schlosserei- betrieben es Gebrauch geworden ist, jedem eingestellten Schlosser 20 Pf. vom Lohn für den Arbeitsnachweis der Schlosser-Jnnung abzuziehen, gleichviel ob die Arbeitsstelle dem Betreffenden vom Arbeitsnachweis der Innung vermittelt ist oder er sich die Arbeit selbst durch Umschauen usw. besorgt hat. Es soll in einem Betriebe vorgekommen sei», daß innerhalb eines Quartals den Arbettern zirka 50 Mark abgezogen worden sind, ohne daß ein einziger von diesen Arbeitern den Arbeitsnachweis benutzt hätte.— Ferner behaupte ich heute noch, daß das Kuratorium über diese Gelder keine Kontrolle übt und üben kann, weil es dem freien Ermessen des Arbeitgebers anheimgestellt ist, diese Gelder an die Innung abzu- liefern. Auch weiß ja das Kuratorium nicht, wieviel Arbeiter die Unternehmer einstellen oder eingestellt haben, wenn die Arbeits- kräste nicht vom Arbeitsnachweis der Innung bezogen sind. Wie leicht kann mal ein Arbeitgeber bergessen, die Gelder abzuliefern! Wenn Herr Markus einmal seinen Kollegen, Herrn Obermeister P. Heinrich, fragen würde, wie viel Schlossermeister es vergessen, die Krankenkassenbeiträge, die dieselben ihren Arbeitern vom Lohne bereits abgezogen haben, an die Kasse abzuliefern, dann würde er vielleicht selbst gegen dieses System Front machen. Zum Schluß möchte ich noch bemerlen, daß ich weiß, daß die Arbeitnehmer des Kuratoriums mit der Zuschrift des Herrn Marius im„Vorwärts" nicht einverstanden sind und Herr Markus nur im Namen der Arbeitgeber handelte. Ein Arbeitnehmer des Kuratoriums erklärte mir, daß er zwar schon seit einem Jahre im Kuratorium sitzt, aber noch keine Sitzung in diesem Jahre stattgesunden hat. Erst nachdem der Bericht im „Vorwärts" von der letzten Schlosserversammlung bekannt wurde, hat es Herr Markus fiir nötig befunden, eine gemeinschaftliche Sitzung einzuberufen. Ich konnte mit Recht sagen, daß die Gelder angeblich zu wohltätigen Zwecken verwendet werden; denn von den Arbeitnehmern des Kuratoriums, mit denen ich ge- sprachen— und das sind fast alle—, hat bis heute noch keiner eine Jahresabrechnung bekommen. Daß über die Gelder, die i m Arbeits- Nachweis gezahlt werden, keine Kontrolle besteht, habe ich gar nicht behauptet. Ich sprach nur von den Geldern, die den Arbeitern bei ihrer Einstellung vom Lohne abgezogen werden, ohne daß die betreffenden Arbeiter den Arbeitsnachweis der Innung passiert haben. Und das halte ich noch heute aufrecht trotz der Berichtigung deS Herrn Hoffchlossermeisters Markus. Auch bin ich jederzeit bereit, für meine Behauptungen den Wahrheitsbeweis anzutreten. Gustav Lubatsch, Engel-Ufer 15. veurkcbes Gothaer Waggonfabrik Refch, stehen neue Differenzen bevor. In der.> Der Direktor hat einen Holzarbeiter, der sich bei einem Weihnachts- vergnügen tätlich an seinen Mitarbeitern verging, entlassen. Da das an sich gewiß verurtcilenSwerte Vorkommnis sich außerhalb des Betriebes zutrug, sehen die Arbeiter die Entlassung als eine unter einem bequemen Vorwand vorgenommene Maßregelung an. Ein Ersuchen der Arbeiter um Wiedereinstellung des Entlassenen wurde von der Direktion abgelehnt. Hamburg ist für deutschen Kürschner- Die Pelzwarensabrik von S. Wachtel in Kürschner gesperrt. Zahlstelle Hamburg des Verbandes. Suol»aa. Klassenjustiz gegen die dänische Gewerkschaftsbewegung. DaS dänische Höchste Gericht hat dieser Tage eine Entscheidung getroffen, die scheinbar geeignet ist, der Gewerkschaftsbewegung großen Schaden zuzufügen, falls sie für alle ähnlichen Fälle geltend ge- macht wird. Diese oberste Instanz hat nämlich ein Urteil des Hof» und Stadtgerichts von Kopenhagen bestätigt, das den Vorsitzenden des Erd- und Betcmarbeiter-Fachvereins H. P. Lassen verpflichtet. dem Unternehmer Krause Schadenersatz dafür zu zahlen. daß er ihm durch die Notiz, daß sein Betrieb gesperrt sei, Verluste zugefügt hat. Die Ersatzsu.nme soll durch unparteiische Männer bestimmt werden. In der Urteilsbegründung heißt es. daß Lassen Krause gegenüber ein„rechtswidriges Verhalten" ge» zeigt habe.— In der arbeiterfeindlichen Presse hat das Urteil des Höchsten Gerichts selbstverständlich große Befriedigung, hervor- gerufen. Man täuscht sich aber, wenn man meint, daß nun damit die dem Unternehmertum unbequemen Sperre-Änzeigen unmöglich gemacht werden. Tie Annonce, um die es sich hier handelte, war nämlich an die Allgemeinheit gerichtet, aber niemand kann, wie auch„Sozial-Temokraten" bemerkt, es dem Leiter einer Ge» werkschaft verbieten, sich mit einer ähnlichen Annonce an den b e» schränkten Kreis der Mitglieder zu wenden, und die Wirkung wird, besonders bei einer fo gut organisierten Arbeiter- schaft wie die dänische, die gleiche sein. Ein neuer Streik aus dem Naphthagebiet von Baku wird ge» meldet. Nach amtlicher Meldung begann derselbe am 26. d. M. morgens. Die Arbeiter beschädigten die Telephonlinie Balachany. Baku und auf den Naphthawerken am KaSpischen und Schwarzen Meere die Apparate und Maschinen; in Bibi-Ejbat hat der Ausstand ebenfalls begonnen. Derselbe dehnt sich gegenwärtig auf die Um. gegend von Baku sowie auf die Stadt Baku aus. Bisher ist es noch zu keinem ernsten Zusammenstoß zwischen den Arbeitern und der Polizei beziehungsweise dem Militär gekommen. Letzte Nachrichten und Depeschen. Berlin, 2. Januar. Amtliche Mitteilung. Gefreiter Karl Würfel, geboren am 25. Februar 1882 zu Burgscheidungen, früher im Husarenregiment Nr. 12, am 29. Dezember 1904 im Lazarett Otjosondu am Typhus gestorben. Wien. 2. Januar.(W. T. B.) Das„Fremdenblatt" bemerkt zu der bemerkt zu der Meldung, das die Vertrags-Unterhändler heute abend nach Berlin abreisen werden: Nach den letzten Dispo- sitionen glaubt man zu der Erwartung berechtigt zu sein, daß die Vertragsaktion im Laufe dieses Monats ihrer positiven Entscheidung zugeführt werden wird. Demgemäß ist die Kündigung des Handels- Vertrages seitens der deutschen Regierung aus bisher unterblieben. Haag, 2. Januar.(W. T. B.) Das Blatt„Vaderland" er» fährt. Sonnabend habe eine außerordentliche Sitzung des Minister- rats stattgefunden, in welcher die Maßnahmen betreffend die Neu- tralität der Niederlande in Hollänbisch.Jndien Hinsichtsich der Fahrt der russischen Schiffe beraten wurde. Orsteres(Katon Wallis), 2. Januar.(W. T. B.) Fünf italienische Schmuggler, welche in der Nacht vom 30. zum 31. vorigen Monats den Col du Valsorey überschreiten wollten, sind im Schnee- fall umgekommen._ Bom ostasiatischen KrlegSschanPlatze. Tschisu. 2. Januar.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Die hier eingelaufenen russischen TorpcdobootSzerstörer wurden ab- gerüstet. Die japanischen Torpedobootszerstörer verließen darauf den Hafen. Tschisu, 2. Januar,-/�l Uhr morgens.(Meldung deS„Reuter- scheu Bureaus'.) Die Panzer„Retvisan" und„Poltava" und der Kreuzer„Pallada" gerieten gestern morgen in Brand und standen am Nachmittag noch in Flammen. Die Russen haben den Panzer „Sewastopol" in die Lust gesprengt._ Berantw. Redakt-PaulPSttner, Berlin. Jnserateverantw.(mit Ausnahme der.Neueivelt"-Beilag«): Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Borwäcts Suchdr. u. VeriagsanstPau! singer ät Co., Berlin S W. Hierzu S Beilagen».Unter haltungsbl. s- s. 22.»» 1. Atllllgt Preußischer Parteitag. In der vorigen Nummer sind die Verhnndlungen über die An- träge zurückgestellt worden. Wir tragen die Verhandlungen nach: Der Antrag Nr. 1:„Für die proletarische Frauenbewegung innerhalb Preußens soll ein Parteisekretariat mit dem Sitz in Berlin errichtet werden. Johanna Löwenherz. Georg Storck." wird nicht unterstützt und kommt nicht zur Verhandlung. Der Antrag Nr. 4 lautet: „Die Kreiskonferenz des Wahlkreises Bochum, Gelsenkirchen, Hattingen erwartet vom preußischen Parteitage einen Beschluß dahingehend, die preußische Regierung aufzufordern, eine ein- gehende Untersuchung einzuleiten über die Mißstände auf hygienischem Gebiete, die durch den Gelsenkirchcner Wasserwerks- Prozeß bekannt wurden. Der Parteitag spricht sein Bedauern aus, daß die Stichrohrpraxis von der Regierung geduldet wurde." Vorsitzender Singer bedauert, daß der Antrag so allgemein ge- faßt ist. Selbstverständlich verurteile der Parteitag das skandalöse Verhalten der Regierung. Er schlägt vor, daß der Parteitag an die preußische Regierung die Forderung richtet, eine Untersuchung ein- zuleiten und dafür zu sorgen, daß solche Vorgänge nicht wieder vor- kommen. Damit erklärt sich der Parteitag einverstanden. Der Antrag Rr. 16 lautet: „Resolution. Der Parteitag der preußischen Sozialdemokratie erhebt entschieden Protest gegen die politische Vergewaltigung, denen die Arbeiter und Angestellten in den preußischen Staats- betrieben ausgesetzt sind. Insbesondere protestiert der Parteitag auf das entschiedenste gegen den Erlaß des Eisenbahnministers v. Budde, wodurch den Arbeitern und Angestellten der preußischen Eisenbahnvcrwaltung das Koalitionsrecht unterbunden wird. Der Parteitag erblickt in dem Vorgehen des Ministers einen Mißbrauch der staatlichen Gewalt, eine Bevormundung, die sich auf das Ab- hängigkeitSverhältnis dieser Arbeiterkategorie stützt, jedoch mit dem Recht der Koalition unverembar ist. Der Parteitag der preußischen Sozialdemokratie fordert daher die Arbeiter und Angestellten in den preußischen Staatsbetrieben auf, von dem ihnen gewähr- leisteten Recht der Koalition ausgiebigen Gebrauch zu machen zur Besserstellung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse, zur freien Be- tätigung ihrer politischen Ucberzeugung. M e i st." Er wird genügend unterstützt. Meift-Köln führt zur Begründung aus: Verschiedene Prozesse haben uns gezeigt, wie die preußische Regierung die KoalitionS- freiheit der Staatsarbeiter einschränkt, z. B. im Saarrevier. Aus das entschiedenste müssen wir gegen die Unterbindung des KoalitionS- rechtes der Eisenbahnarbeiter durch den Minister Budde protestieren. Im Abgeordnetenhause hat sich ja bei der Besprechung dieser Dinge die Arbeiterfreundlichleit des Zentrums gezeigt. Herr v. Savigny hat gemeint, die Staatsarbeitcr hätten das Pctitionsrecht und könnten deshalb das Koalitionsrecht entbehren. Das Petitionsrecht haben alle Arbeiter, das darf keine Beschränkung ihres KoalitionS- rechts mit sich bringen. Ich selbst bin in einem solchen Betriebe gemaßregelt worden; ich hatte das Verbrechen begangen, einer gewerkschaftlichen Organisation anzugehören. Ich empfinde dieses Unrecht noch heute aufs bitterste nach, weil ich meine Pflicht als Arbeiter stets erfüllt habe. Der Abg. Ruft erklärte sogar in jener Sitzung, die Arbeiter, die Sozialdemokraten seien, würden zu. Recht entlassen. Ich bitte Sie, meinen Antrag anzunehmen.(Lebhafter Beifall.) Der Antrag wird ohne Erörterung einstimmig angenommen. Der Antrag 19 lautet: „Der Parteitag legt entschieden Protest ein gegen das Ver- halten der preußischen Regierung, beim Erlaß der AuSführungs- bestimmungen zum Reichs-Fleischschaugesetz sich unter den Willen der Agrarier zum Schaden der Majorität der Bevölkerung unter- geordnet und damit bewußt beigetragen zu haben, daß die ohnehin schon schwer bedrückte Lebenshaltung der arbeitenden Klassen noch tiefer herabgedrückt wird. Der Parteitag erwartet von der Reichs- regierung die unverzügliche Einleitung von Schritten auch gegen- über der preußischen Regierung, den bestehenden ReichSgesetzcn die notwendige Achtung zu verschaffen und Maßnahmen zu er- greifen, die verhindern, daß den Nimmersatten Agrariern wieder aus Kosten des Volkes«in Vorteil erwächst. Zubeil.— Schubert." Er wird genügend unterstützt. Zubeil-Berlin: ES ist bekannt, daß der Reichstag ein Fleisch- beschaugesetz gemacht hat, das den Arbeitern gesundes Fleisch garan- tierte. Aber die begehrlichen, Nimmersatten Agrarier haben im Land- tage ein Ausführungsgesetz durchgesetzt, das diesem Reichsgesetz ins Gesicht schlägt. Die Gemeinden müssen daS Fleisch aufnehmen, das die Agrarier nach ihrem Willen untersuchen lassen. Aerzte und Männer der Wissenschaft haben Protest gegen dieses Gesetz eingelegt. Der Preußentag darf nicht vorübergehen, ohne sich diesem Proteste anzuschließen.(Lebh. Beifall.) Auch dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Der Antrug 23 lautet: „Der Parteivorstand wird beauftragt: Die auf dem preußischen Parteitag gehaltenen Referate einzeln in Broschürenform heraus- zugeben und den Wahlkreisen zur Massenverteilung zum Selbst- kostenprcise zur Verfügung zu stellen. O. Hoffmann-Jserlohn." Vorsitzender Tinger macht darauf aufmerksam, daß der preußische Parteitag dem deutschen Parteivorstande keinen Auftrag erteilen könne. Er schlägt vor, diesen Antrag ohne den Einleitungssatz dem Parteivorstande zu überweisen. Dadurch werde dem Wunsche Ge- nüg« getan. Der Parteitag stimmt dem zu. Der Antrag 26 lautet: „Um den in Preußen bestehenden AgitationSkomitecs oder anderen Agitationszcntralen von der Art und Weise der Agitation in den verschiedenen Teilen des Staates Kenntnis zu geben, er- sucht der Parteitag die bestehenden Agitationskomitees, von den von ihnen zur Verwendung kommenden Flugblättern, Kalendern, Broschüren und sonstigem Material einige Exemplare mit den bestehenden Agitationskomitees auszutauschen. T h o m a s." Hierzu liegt ein Amendement L a u f fe n b e r g- Düsseldorf vor, das hinter den Worten AgitationSkomitecs jedesmal die Worte „und Agitationszentralen" einfügen will. Thomas: Die Darlegungen vieler Vertreter ländlicher Kreise haben unS die Notwendigkeit dieses Austausches bewiesen. Für einzelne Provinzen bestehen Zentralen; tauschen diese ihr Material aus, so verspreche ich mir große Vorteile. Der Parteitag nimmt den Antrag mit dem Amendement an. Der Antrag 28(Köln-Land) lautet: Der preußische Parteitag möge eS der Presse und den Organisationen der Partei zur Pflicht machen, unausgesetzt darauf hinzuwirken, daß die nichtpreutzischen Arbeiter sich in den preußi- schcn Staatsverband aufnehmen lassen. Rieger-Köln: Wir haben bei den Stadtverordneten- Wahlen die Erfahrung gemacht, daß viele süddeutsche, Hamburger usw. Ge- nassen sich nicht in den preußischen Staatsvcrband ljaben aufnehmen lassen. Geschieht dies, so würden wir für diese Wahlen viele Stimmen gewinnen. Der Antrag wird angenommen. Der Antrag 29 lautet: Der Parteitag der Sozialdemokratie Preußens erhebt Protest gegen die Art, in welcher der Minister v. Hammerstein die Forderungen der Frauen bezüglich des politischen VereinigungS- und freien Versammlungsrechtes im preußischen Landtage behandelte. Die von Herrn v. Hammerstein geäußerte Meinung, daß sich m den letzten 59 Jahren die wirtschaftliche Stellung der Frauen des Lsniirts" nicht geändert habe, zeigt, wie wenig preußische Minister von der wirtschaftlichen EntWickelung des eigenen Landes unterrichtet sind, daß ihnen unbekannt blieb, wie die Zahl der in Industrie und Landwirtschaft tätigen Arbeiterinnen von Jahr zu Jahr anwächst, welche der politischen Rechte genau so dringend bedürfen wie die männlichen Staatsbürger. Auf Grund solcher im preußischen Abgeordnctenhause wieder- holt unwidersprochen kundgebenen Anscliauungen ist es eine hervor- ragende Pflicht der Vertreter der Sozialdemokratie, mit ganz besonderem Nachdruck immer wieder die Forderung deS all- gemeinen Wahlrechts für die Frauen auch für das preußische Parlament zu betonen. Ottilie Bader. Der Antrag wird ohne Erörterung einstimmig angenommen. Ter Antrag 3t) lautet: Resolution. Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit des deutschen Proletariats mit allem Nachdruck auf die Borgänge in den Bergardeiterbezirken des RuhrrevierS. Er protestiert aufs schärfste gegen die brutalen und arbeiterfeindlichen Maßregeln, unter denen die Bergarbeiterschaft zu leiden hat. Ter Parteitag ersucht die Regierung, für schleunigste Abhülfe der Beschwerden der Bergleute zu sorgen. Kommt es zum Streik, so fällt die Schuld ausschließlich auf die Behörden und das Unternehmertum zurück. Der Parteitag erklärt den Bergarbeitern seine vollste Sympathie und fordert die Gesamtarbeiterschaft auf, die Bergleute in einem eventuellen Kampfe mit allen Kräften moralisch und materiell zu unterstützen. K. H a e n i s ch. HShnisch: Die Vorgänge, die meinen Antrag veranlaßt haben, sind bekannt. Die Situation im Kohlenrevier ist ernst. Es ist mög- lich, ja wahrscheinlich, daß wir zu einem Riesenstreik im Ruhrrevier kommen, der Hunderttausende Arbeiter umfassen wird. Das ist dann eine Angelegenheit der ganzen preußischen Sozialdemokratie. Stärken Sie die Situation der Ruhrrevier-Bergarbeiter durch die Annahme unserer Resolution. Die Resolntion wird einstimmig angenommen. Ein inzwischen eingegangener Antrag, der nicht gedruckt vorliegt, lautet: Die vorliegenden Gesetzentwürfe der auf dem Parteitag ge- haltenen Referate sind dem Protokoll des Parteitags im Anhang, wenn möglich mit der Begründung der Regienrng beizufügen. Auf Vorschlag des Vorsitzenden Singer überweist der Partei- tag diesen Antrag dem Parteivorstande zur Erwägung. Es folgt die Beratung der Anträge, die sich ans die Schaffung einer Sonderorganisation beziehen. Es sind dies die Anträge 2. b, 15. 18. 25 und 27. Antrag 2. Die Kreiskonferenz von Nieder-Barnim stellt den Antrag, daß sich die preußischen Parteitage in bestimmten Intervallen wiederholen. Antrag 5.— Köln-Land. Der preußische Parteitag ist in Zu- kunft alljährlich abzuhalten und zwar möglichst im Anschluß an den Allgemeinen deutschen Parteitag. Antrag 15. Der preußische Parteitag möge beschließen: Der nächste preußische Parteitag findet im Jahre 1996 statt und ist vom PaNeivorstand einzuberufen. Die preußischen Mitglieder der Kom- Mission, die vom Parteitag in Bremen zur Beratung deS Oraani- sationsstatutS eingesetzt sind, werden beauftragt, einen Entwurf zu einer Landesorganisation für Preußen vorzubereiten und dem nächsten preußischen Parteitag vorznlegcn. A. R i e g e r. Antrag 18. Der preußische Parteitag ist nach Bedarf ein- zubcrnfen. Die Einberufung, sowie alle Vorbereitungen hierzu werden den Vertretern der Organisationen von Groß-Berlin über- tragen. Die Anträge 2, 5. 15 und 13 sind zugunsten deS Antrage? 25 zurückgezogen. » Wir erhalten folgende Zuschrift! Werte Redaktion, Sie erlauben mir wohl, einen lleinen Unterlassungsfehler Ihres Berichts über die Sonnabend- Sitzung des Preußentages richtig- zustellen. Am Schluß des Berichts über die Debatten betreffend das Landtags- Wahlrecht geben Sie eine persönliche Erklärung G. Lede- bours, die in die Worte ausläuft, daß gerade, als nach Ledebours Ansicht der richtige Moment für Demonstrationen gegen die Maß- nahmen der Reickstags-Mehrheit in der Zolltariffrage gegeben war. ich seiner Anregung in der Reichstags- Fraktion„am aller- entschieden st en widersprochen" hätte. Soweit ist Ihr Bericht in Ordnung. Es fehlt aber jede Er- wähnung der Tatsache, daß ich sofort diesen Vorhalt als unberechtigt zurückwies, da ich in der betreffenden Angelegenheit in der Reichs- lags-Fraktion überhaupt nicht das Wort genoinmen hatte. Ledebour reduzierte dann auch in einer weiteren Erklärung seinen Vorwurf darauf, daß ich, als„Bernsteins Freunde" seinen Antrag bekämpften, geschioiegen halte. ES liegt mir daran, dies festzustellen. Wer die„Freunde" ge- wesen sind oder sein sollen, die LedebourS Antrag bekämpften, weiß ich nicht und habe ich auch kein Bedürfnis zu untersuchen. Soweit meine Erfahrungen reichen, wird in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion nach sachlichen Erwägungen und nicht nach Freundschaften diskutiert und abgestimmt. Die Fraktion hat in ihrer großen Mehrheit den Alltrag abgelehnt, ich habe nichts dagegen, diese Mehrheit als meine Freunde bezeichnet zu sehe>r. Im übrigen ist eS selbstverständlich zweierlei, ob man prinzipiell für bestimmte Formen der Attion ist und welchen Zeitpunkt man für sie als ge- eignet erachtet. Berlin, 1. Januar 1905. Ed. Bernstein. Ein statistisches Monstrum. Die totale Unzuverlässigkeit der amtlichen Streikstatistik.ist wiederholt nachgewiesen worden, ohne daß es dadurch möglich war, die maßgebenden Organe zu bewegen, die Statistik so zu gestalten, daß diese den Anforderungen entspricht, welche man an eine amtliche Statistik stellen muß. Nachdem die Generalkommission der Gewerkschaften für die Jahre 1991 und 1992 den Nachweis er- bracht hatte, daß sich die amtliche Streilstatistik nur über etwa drei Viertel aller stattgesundenen Streiks erstreckte, daß also ein Viertel der Streiks gar nicht zur Kenntnis des Reichs-Statistischen Amtes gelangte, hätte man wohl erwarten dürfen, daß die Behörden sich bemühen würden, der Streikstatistik wenigstens nach dieser Richtung hin größere Sorgfalt zu widmen. Es ha, aber gar nicht den An- schein, als ob man an maßgebender Stelle überhaupt geneigt sei, eine Aenderung in der bisherigen Art der Erhebungen und damit eine Wandlung zum Besseren eintreten zu lassen, denn daS Reichsamt des Innern ist über die Unzuverlässigkeit und Lückenhaftigkeit der in seinem Auftrage vom Statistischen Amte veranstalteten Erhebung genau informiert und dennoch ist bisher alles beim alten geblieben. Auf eine am 23. Februar 1994 von der Generalkommission im Auftrage der Gewerkschaftsvorstände an das ReichLamt deS Innern gerichtete Eingabe, in der unter Beifügung des Beweismaterials auf die Mängel der amtlichen Streikstatistik hingewiesen war und Vor- schlüge zur Beseitigung dieser Mängel gemacht wurden, war im August desselben Jahres noch keine Antwort ergangen. Erst auf eine direkte Anfrage seitens der Gcneralkommission nach dem Ver- bleib der Eingabe antwortet« das ReichSamt des Innern am 15. August, daß die Eingabe„einer Prüfung unterzogen worden ist. Die darauf eingeleiteten Erwägungen sind indessen noch nicht zum Abschluß gelangt." Während das ReichSamt des Innern sich vielleicht noch mit „Erwägungen" beschäftigt, hat die Generalkomniission aufS neue den Beweis der notorischen Unzuverlässigkeit der Ditnstllg, 3. IlmarlM. amtlichen Streikstatistik erbracht. In der Nr. 52 des„Correspondenz- blatt" veröffentlicht die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands die Ergebnisse des Vergleiches der amtlichen und der gewerkschaftlichen Streikstatistiken. Daraus geht hervor, daß die Zahl der Streiks, welche in der amtlichen Statistik fehlen, sich gegen die Borjahre bedeutend vergrößert hat. Es sind in der amtlichen Statistik nicht registriert: 316 Streiks mit 6243 Beteiligten im Jahre 1991, 314 Streiks mit 5888 Beteiligten im Jahre 1992 und 387 Streiks mit 8129 Beteiligten im Jahre 199 3. Daß es sich hierbei nicht um bedeutungslose Lohn- kämpfe handelt, wird dadurch bewiesen, daß u. a. ein Streik der Hafenarbeiter mit 144 Beteiligten, sowie ein Streik der Steinarbeiter mit 85 Beteiligten in der amtlichen Statistik nicht verzeichnet sind. Von 18 Streiks der Steinsetzer fehlen in der amtlichen Statistik 9, darunter ein Streik, an den sich ein Prozeß anschloß, der mit Frei- sprechung der Angeklagten endete. Insgesamt sind in den letzten drei Jahren nicht weniger als 1917 Streiks mit 29 251 Beteiligten in der amtlichen Statistik unberücksichtigt geblieben. Dabei ist zu beachten, daß in diesen Zahlen nur die Streiks enthalten sind, welche an der Hand der gewerkschastlichen Statistik nachgewiesen werden konnten. Da es nun der amtlichen Statistik nicht einmal möglich ist, alle Streiks, welche von den gewerkschastlichen Organisationen geführt werden, zu umfassen, so ist anzunehmen, daß die Zahl der in der amtlichen Statistik fehlenden Streiks weit größer ist, als hier angegeben. Denn Streiks, die sich außerhalb gewerkschaft- licher Organisationen abspielen, dürften noch viel schwerer zur Kenntnis der Behörden gelangen. Zwar umfaßt die gewerkschaftliche Streilstatistik auch nicht alle vorgekommenen Streiks, doch die Gründe dafür sind bekannt. Die Streiks, an denen Gewerkschaftsniitglieder beteiligt waren, sind in der gewerkschaftlichen Statistik sämtlich ver- zeichnet. Nur solche Streiks, die entweder von unorganisierten Ar- heitern oder von anderen Organisationen geführt wurden, fehlen darin. Dem Statistischen Amt aber sind bei den Erhebungen keine Schranken gezogen; ihm stehen ferner alle staatlichen Hülfsmittel zur Verfügung, und wenn dennoch die Ergebnisse der Erhebungen so äußerst mangelhast ausfallen, so ist dies nur darauf zurückzuführen, daß man für die Ermittelungen die für solche Tätigkeit aller» ungeeignetsten Menschen, die unteren Polizeiorgane, verwendet. Ganz schematisch, in der Regel ohne jedes Verständnis für Statistik, tragen diese Organe das Material zusammen, welches die Grundlage für die amtliche Streilstatistik bilden soll. Und es ist ganz ausgeschlossen, daß Personen ohne die geringste Sach- krnntnts und ohne ein weitergehendes Interesse, das sie zu dieser Tätigkeit anspornen könnte, imstande wären, ein einwandfreies Material zu liefern. Bisher hat die Generalkommission die Ergebnisse des Vergleiches der beiden Statistiken nur auszugsweise veröffentlicht, während die Gesamtübersicht nur den zunächst Beteiligten zugänglich gemacht wurde. Es ist anerkennenswert, daß die Gencralkommission dies- mal daS gesamte Ergebnis der Oeffentlichieit übergeben hat. Ist doch dadurch den weitesten Kreisen Gelegenheit geboten, die Unzu- länglichkeit der amtlichen Statistik nachprüfen zu können. Die dem„Correspondenzblatt" beigegebene Anlage enthält drei umfangreiche Tabellen. 1. Diejenigen Streiks aus der amtlichen und der gewerkschaftlichen Statistik, welche mit einander vergleichbar sind. 2. Die Streiks, welche in der amtlichen Statistik verzeichnet sind und in der gewerkschaftlichen Statistik fehlen. 3. Die Streiks, welche in der amtlichen Statistik fehlen. Wenn wir von den oft ganz bedeutenden Abweichungen in den Daten und Zahlen bezüglich der einzelnen in Vergleich gestellten Streiks ganz absehen, so finden wir bei näherer Prüfung des Materials noch eine Reihe von Merkmalen, welche die Unzuverläsiia-. keit der amtlichen Statistik ganz besonders kennzeichnen. Die amt- liche Statistik verzeichnet für die letzten drei Jahre 3721 Streiks und Aussperrungen mit 255 945 Beteiligten, während die Gewerkschafts- statistik für denselben Zeitraum 2879 Arbeitskonflikte mit 225 828 Beteiligten aufweist. Die größere Zahl der Streiks in der amtlichen Statistik rührt nicht ausschließlich daher, daß diese auch Streiks zählt, welche in der Gewerkschaftsstatistik nicht geführt werden, sondern sie ergibt sich einfach daraus, daß amtlich ein von den Arbeitern einheitlich begonnener Streik, der sich auf mehrere Be- triebe erstreckt, als eine Reihe einzelner Streiks gezählt wird. Ferner werden aber auch in der amtlichen Statistik Streiks ver- zeichnet, die gar nicht stattgefunden haben! Es ist bei dem Vergleich häufig festgestellt worden, daß die amtliche Statistik einen Streik verzeichnet, wo eS sich nur um eine Lohn- bcwegung handelte, die durch Verhandlungen der fraglichen Arbeiter mit dem Arbeitgeber oder durch Bermittelung dritter Personen bei- gelegt wurden, ohne daß es zur Arbeitseinstellung, zum Streik ge- kommen ist. Hierbei zeigt sich so recht die Unzuverlässigkeit der von untergeordneten Polizeibeamten eingeholten Informationen. Die wiederholten Nachprüfungen der amtlichen Streikstatistik durch die Generalkommission und die an der Statistik geübt« Kritik haben es zwar noch nicht vermocht, den Behörden die Ueberzeugung beizubringen, daß es unmöglich ist, mit der bisher beliebten Art der Erhebung eine brauchbare Streikstatistik zustande zu bringen und es deshalb notwendig ist, eine grundsätzliche Aenderung darin eintreten zu lassen; aber eines ist erreicht: das unbedingte Vertrauen auf die Zuverlässigkeit der Angaben der OrtSpoli�eibehörden ist wesentlich erschüttert. Das geht auS den amtlichen Veröffentlichungen in bczug auf die Angaben betreffend die Kontraktbrüchigen klar her- vor. Aber, obgleich die„Angaben der Ortspolizeibehörden nach irgend einer Richtung hin zu Bedenken Anlaß zu geben schienen", operiert die amtliche Statistik dennoch mit Zahlen, die auf mündlicher Jnfor» mation untergeordneter Polizeiorgane beruhen. Für das Jahr 1993 werden 18 988 gleich 22,2 Proz. der Streiken» den als„Kontraktbrüchige" angegeben. Im vorigen Jahr« hat die Generalkommission nachgewiesen, daß von 4582 angeblich Kontrakt- brüchigen, für welche ein Vergleich zwischen der amtlichen und der gewerkschaftlichen Statistik möglich war, 1998 in Akkord arbeiteten und keine Kündig» ngsfri st hatten, und ferner 2786 an Abwehr st reiks beteiligt waren, bei denen die Unter- nehm er(I_h nicht die Arbeiter, den Kontrakt gebrochen haben. In derselben Weise ist auch für 1991 der Nachweis erbracht worden, daß den amtlichen Feststellungen in dieser Beziehung gar kein Wert beizumessen ist. Nachdem so dieser Nachweis zweimal erbracht worden war. hat diesmal die Generalkommission darauf verzichtet, die dieS- bezüglichen Angaben der amtlichen Statistik einer Nachprüfung zu unterziehen. Die amtliche Statistik gibt weiter an, daß 1993 die Streik- bewegung, insoweit die beendeten Streiks in Frage kommen, in 235 Fällen zur Anrufung der Staatsanwaltschaft geführt hat und daß 368mal die Polizeibehörden in Anspruch genommen wurden. Dieser Teil der kriminellen Seite der amtlichen Streikstatistik ist ebenso belanglos, wie der vorher gekennzeichnete. Daß in 235 Fällen die Staatsanwaltschaft angerufen wurde, will gar nichts besagen. Die häufigen Freisprechungen wegen Streikvcrgehen unter Anklage ge- stellter Arbeiter beweisen, daß die Zahl der Gesetzesübertretungen Streikender weit geringer ist als die Zahl der Fälle, in denen der Staatsanwalt„angerufen' wird. Und was das„Einschreiten der Polizeibehörden" betrifft, so ist fast in allen Fällen nachzuweisen, daß das Vorgehen der Polizeiorgane ungerechtfertigt war. Ist doch der größte Teil der Strafmandate, die von der Polizei gegen Streikende wegen Streikpostenstehen nid so weiter erlassen wurden durch Gerichtsbeschluß aufgehoben worden und dadurch amtlich das Eingreifen der Polizei als ungerechtfertigt fest- gestellt. Die kriminelle Seite der amtlichen Srreikstatistik, der Geist der ZuchthauSvorlage, der von derselben ausgeht, ist es, der eS den Arbeitern unmöglich macht, an der Ausgestaltung dieser Statistik mitzuwirken. Tie mit den Recherchen beauftragten Polizeibeamten holenihreJnformationeninersterLinievonden Unternehmern. Häufig aber wenden sie sich auch an die Arveiter und deren Organisationen. Aber kann man es den Ar- bcitern verdenken, wenn sie die Auskunfterteilung, zu der sie nicht verpflichtet sind, verweigern? Die Arbeiter haben ein großes Jntcr- esse an der Vervollkommnung der amtlichen Strcikstatistik, aber sie werden niemals die Hand dazu bieten, eine Statistik, welche tendenziös gegen sie selbst gerichtet ist, zu fördern. So töricht sind gewerkschaftlich organisierte Arbeiter nicht, daß sie den Behörden das Material liefern, aus welchem diese glauben, den Streik drehen zu können, mit dem man das ohnehin schon so verkümmerte Koa- litionsrecht vollends erwürgen möchte. Ohne die Mitwirkung der Gewerkschaften wird die amtliche Streik- statistik niemals dahin kommen, auch nur den ge- ringsten Anforderungen genügen zu können. Bc- vor die Gewerkschaften an der Verbesserung mitwirken können, ist eine grundsätzliche Aendcrung des Systems erforderlich und so lange die maßgebenden Kreise sich zu dieser Einsicht nicht durchzuringen vermögen, werden die Gewerkschaften, ungeachtet der ihnen daraus erwachsenden Mühe, an der Hand ihrer Statistik, die Lücken, Mängel und Fehler der amtlichen Statistik nachweisen. Dieser Nachweis wird um so nachdrücklicher geführt werden können, als die gewerkschaftliche Statistik von Jahr zu Jahr besser und voll- kommener wird. An den mit der Bearbeitung der amtlichen Statistik betrauten Organen liegt es wirklich nicht, daß die Statistik so un- zuverlässig und mangelhaft ist. Auch den mit der Ermittelung des als Grundlage für die Statistik dienenden Materials betrauten unteren Beamten ist kaum ein Vorwurf zu machen. Wir sind über- zeugt, daß das kaiserlich statistische Amt ernstlich bestrebt ist, aus dem vorhandenen Material das Beste und Vollkommenste heraus- zuarbeiten, ebensowenig zweifeln wir daran, daß die unteren Polizei- organe vollkommen instruktionsgemäß ihre Informationen einbolen. Taraus ergiebt sich aber, daß die der Statistik anhaftenden Mängel gar nicht zu beseitigen sind, so lang- nicht das System von Grund aub-geändert wird. Zwar fällt die Kritik bei der Reichsregierung »rff sehr unfruchtbaren Boden, ob diese aber für die Dauer gewillt ist, die Blamagen über sich ergeben zu lassen, wagen wir doch zu bezweifeln. Was mit der Streikstatistik ursprünglich erzielt werden sollte, ist nicht erreicht worden, dafür haben die Arbeiter gesorgt; sie werden auch fernerhin nicht erlahmen in dem Bestreben, die amtliche Kriminal-Streikstatistik zu einer einwandfreien Streikstatistik um- zugestalten. lind dieses Ziel werden sie erreichen. Partei-!�admd)ten. Zehn Jahre! Der Beginn des neuen Jahres ist für das Zentralorgan der österreichische» Sozialdemokratie, die„Wiener Arbeiter- z e i t u n g", zugleich der Tag seiner Zehnjahresfeier. Am 1. Januar 1835 erschien die„Arbeiterzeitung" zum erstenmal, er- hielt die österreicbische Sozialdemokratie die erste Tageszeitung. Schwer sind gewiß die Kämpfe, die wir in ReicbSdcutschland zu kämpfen haben, aber schon der Umstand, daß unsere österreichische Bruderpartei, mit der uns so viele, nicht bloß politische sondern auch persönliche Beziehungen verbinden, erst vor zehn Fabren zum ersteinnal in die Lage versetzt wurde, sich eine Tageszeitung zu schaffen, weift darauf hin, um wieviel ungünstiger noch die Zu- stände sind, unter denen unsere österreichischen Brüder zu kämpfen haben. Die Misere der vollkommenen Versumpfung des Staatslebens lastet schwer auf den Völkern Oesterreichs und erschwert auch dem kämpfenden Proletariat seilte Kulturarbeit. Dazu kommt eine in vielen Beziehungen noch hinter Preußen zurückstehende Gesetzgebung iit Beziehung auf die Ausübung politischer Rechte, die nur gemildert oder unter Umständen auch noch verbösert wird durch die Schlamperei. So ist heute noch das Preßrecht Oesterreichs weit armseliger als das doch gewiß nichtfreiheitliche Preßrecht des Reiches und vor zehn Jahren erst wurde durch eine kleine Reform des Preßgesetzes überhaupt erst die Möglichkeit der Schaffung einer sozialdemokratischen Tageszeitung gegeben. Und trotz der noch gebliebenen Fesseln des Stenipels, des Kolportageverbots, des objektiven Verfahrens gingen die öfter- reichischen Genossen sofort daran, diese Möglichkeit auszunützen und schufen ihr Blatt. Mit Kraft, Feuer und Geschick hat die„Arbeiterzeitung" in diesen zehn Jahren gearbeitet und gewirkt für die Interessen des Proletariats und wenn auch selbstverständlich die Bedeutung einer sozialdemo- kratischen Zeitung wurzelt in der Bedeutung der Partei, die hinter ihr steht, deren Sprachrohr sie ist, in der ausopserungsvollen Tätigkeit aller Parteigenossen, so darf doch darum das Verdienst der Männer, denen die Redaktion der Zeitung«bertragen ist, nicht gering geschätzt werden. Der individuellen Leistung der Redaktion find auch in der sozialdemokratischm Partei genügend weite Grenzen gesetzt zu guter oder schlechter Betätigung. Der „Wiener Arbeiterzeitung" aber, die noch dazu mit den Besonderheiten des Wiener Journalismus zu rechnen hat, muß man das Zeugnis ausstellen, daß sie ein gutes Blatt ist. Sie hat eS verstanden, nicht mw ein gutes Parteiblatt, sondern eine gute Zeitung überhaupt zu werden. Eine Zeitung, die die Interessen des Proletariats im allgem.iuen, der sozialdemokratischen Partei im besondere» tapfer und trefflich verficht und die man gern liest. Wir bringen unsere besten Glückwünsche zu weiterem Gedeihen dar. Die erste Nummer des neuen Jahrganges ist als Festnummer im Umfange von 56 Seiten erschienen mit besonderen Beiträgen von Bebel, KautSky, Vollmar, Vandervelde, Baillant, Ferri, Daszynski, Nemec, Oda Lerda und einer großen Zahl österreichischer Partei- genossen._ Die„Leipziger VolkSzeitung" teilt mit, daß die Aufsichtsinstanzen des„Vorwärts" nicht in die Lage kommen werden, sich mit den Leistungen Mehrings in der„Leipziger Volkszeitung" zu beschästigen, „da einmal die„Leipziger Volkszeitung" und deren Rcdaktions- sührung dir Auffichtsinstanzen deS„Vorwärts" nach dem Organisationsstatut nichts angeht und die Mitglieder der politischen Redaktion der„Leipziger VolkSzeitung" nach den neulichen Er- fahrvngen der vertrauliche» Aussprache es bestimmt ablehnen, sich abermals einer ähnlichen vertraulichen Aussprache auszusetzen". In'ffncr in derselben Nummer der„Leipziger Volkszeitung" enthaltenen Erklärung Mehrings werden über unseren Kollegen Eisner Behauptungen aufgestellt, deren Irriges festzustellen wir hier Unterlasten, da es seine Aufklärung ebenfalls bei der Behandlung der ganzen Angelegenheit durch die Partei-Justanzen finden wird. Das„Bslkslilatt für Anhalt" erscheint von jetzt an in erheblich größerem Format und täglich mindestens sechsseitig. Es wird jetzt in der neugegründeten eigenen Parteidruckerei hergestellt. Soziales. Die schweren Lasten der Invalidenversicherung. Es ist in jüngster Zeit wieder einmal ganz besonders lebhast ge- jammert worden über die schweren Lasten der Invalidenversicherung. so daß sich auch der Staatssekretär Graf Posadowsky schon schwere Sorgen macht über die moralische Verkümmerung des Volkes durch die Rentengewährung und die Belastung des Volkes, das heißt der NichtVersicherten. Demgegenüber sei zunächst einmal festgestellt, daß der Durchschnittsbetrag einer Jahres- rente nach den soeben erschienenen Nachweisungcn über die Rechrnrngsergebnisse der Invalidenversicherung für 1903 noch unter 156 Mark bleibt. Es muß in der Tat zu einer ungeheueren moralischen Verlumpnng der Reutenberechttgten führen, ihnen jähr- lich 156 Mark aus öffentlicheir Mitteln zu bewilligen; dabei muß ihnen ja systematisch jedes Streben nach eigenem Erwerb aus- getrieben werden. Wer wird noch arbeiten wollen, wenn er sich nur ein bißchen elend zu stellen braucht, um sofort für sein ganzes Leben mit jährlich 156 Mark versorgt und so aus allen Nöten befreit»u sei»!> Wer noch ein anderes ist festzustellen. Die Gesamtaufwendung der Versicherungsanstalten uitd des Reiches für Renten und Beitrags- erstattungen betrug 1903: 121,7 Millionen Mark. Die Einnahmen aus Beiträgen beliefen sich auf 131,7 Millionen Mark. Mindestens die Hälfte davon bezahlen die Versicherten auS eigenen Mitteln, so daß aus Mitteln der Unternehmer und deS Reiches noch reichlich 57 Millionen Mark für die Versicherten geleistet wurden. Es kommen aber zwischen 13 und 11 Millionen Versicherte in Frage, so daß die wirkliche Leistung für einen Versicherten, so weit sie nicht von diesen selbst getragen wird, nicht viel über vier Mark im ganzen Jahre beträgt. Dabei haben wir den Umstand noch ganz außer acht gelassen, daß der Reichszuschuß im Betrage von 11,7 Millionen von den Versicherten gleichfalls mit aufgebracht wird; kommt er doch auS indirekten Steuern auf Lebens- mittel her. Es ist wahrhaftig ein pharisäisches Gerede, über die Lasten der Invalidenversicherung und über die moralische Schädigung der Rentenberechtigten zn jammern. Ebenso ist es mit den Klagen über die fortgesetzte ungewöhn- liche Steigerung der Rentenlast. Natürlich muß die Reutenlast noch immer steigen, da der Beharrungszustand seit dem Bestehen der 'Versicherung noch lauge nicht erreicht sein kann. Aber eS steht nach den eigenen Berechnungen des ReichS-Versicherungsamtes fest, daß sich der Prozentsatz der Rentensteigerung, berechnet nach dem jedes- maligen Staude des Vorjahres, mit Ausnahme der Jahre 1900 und 1902 in absteigender Linie bewegt und daß seit 1892 nur das einzige Jahr 1899 einen geringeren Sleigerungssatz aufzuweisen hat als das Jahr 1903. Dagegen bewegt sich der Prozentsatz der Einnahmesteigerungen aus Beittägen nach oben und es haben seit 1892 nur die zwei Jahre 1896 und 1899 einen größeren Steigerungssatz aufzuweisen als das Jahr 1903. Man bleibe uns also vom Leibe mit den bürgerlichen Klagen, die die Tatsachen auf den Kopf stellen und wahrhaftig schlecht stimmen zu dem Reklamegeschrei über unsere herrliche Sozialreform. Dieses Gejammer ist nur der Ausdruck des Gefühls, daß die„herrliche Sozialreform" nicht die politische Wirkung gehabt hat, die man davon erlvartete, und es zeigt an, daß das sogenannte gute Herz, das„Wohlwollen für die notleidenden Klassen der Bevölkerung", eitel Flunkerei ist. Und es zeigt weiter an, daß die Arbeiter nur die Sozialreform haben werden, die sie sich im politischen Kamvse er- zwingen könne«._ Rcntenentziehung mit Tampfbetriev. Die Magdeburgische„Volksstiinme" entnimmt der„Nordhäuser Zeitung" die Mitteilung, daß im Kreise Worbis mehr als hundert Invalidenrenten auf Grund der Gutachten des Kreisarztes entzogen worden sind, nachdem im Laufe des Jahres Untersuchungen vcr- anstaltet waren über die Veränderungen, die etwa in den Verhält- nissen der Rentenempfänger eingetreten sein könnten. Es handelte sich darum, die Unterlage für die Entziehung der Renten zu erhalten, die nach dem Jnvalidenversichcrungs-Gesetze eintreten kann, wenn Erwerbsunfähigkeit nicht mehr vorliegt. Infolge der Renten- entzichung finden zahlreiche Berufungen an das Schiedsgericht in Erfurt statt, so daß der Vorsitzende des Schiedsgerichts sich veranlaßt sieht, in Worbis selbst mehrere Schiedsgerichtsverhandlungcn anzu- setzen. Dabei werden, der„Nordh. Ztg." zufolge, weil derselbe Arzt, auf dessen Gutachten hin die Versicherungsanstalt gehandelt hat, allein als Gutachter vom Schiedsgericht herangezogen wird, fast alle Berufungen abgewiesen, an einem Tage z. B. 19 von 20, an einem anderen 18 von 20. Eine teuere Lehre bilden die Kaufmannswahlcn in Mann- heim für den Zentralverband der Handlungsgehülfen. Er hatte gemeinsam mit drei kaufmännischen Vereinen, darunter der katholische,«ine Liste aufgestellt, während der Dcutschnationale Vcr- band eine eigene Liste aufgestellt hatte. Es wurden nun zwar nur 9 dcutschnationale Beisitzer gewählt, während die Kompromiß-Liste 11 Beisitzer erzielte, indes wurden auf dieser Liste die Kandidaten des Zentralvcrbandes sowie die des katholischen Vereins von den Wählern der anderen Vereine ganz radikal gestrichen, so daß kein einziger von ihnen gewählt wurde. Der Zcntralverband wird sich bei der nächsten Wahl gewiß nicht wieder auf ein so bedenkliches Experiment einlassen. Der Achtuhrladenschlutz ist mit Beginn des neuen Jahres in Magdeburg eingeführt worden. Ausgenommen sind nur die offenen Verkaufsstellen, in denen Nahrung»- und Genußmittel der- kauft werden._ Die Kaution. Der Fensterputzer G. wollte von der Fcnsterputzerfirma Nelken 6 Mark Kaution heraus haben, die ihm vorenthalten wurden. Er klagte deshalb beim Gewerbcgericht. Der Vertreter der Firma machte geltend, sie habe Anspruch auf die Kaution, weil G. ein Firmenschild der Firma Krüger u. Overbeck dadurch zum Platzen gebracht habe, daß er die Leiter, anstatt an das Haus, an das Schild heranstellte. Kläger bestritt dies, der Vertreter der Zigarren- Handlung bekundete indessen als Zeuge, daß unter Berücksichtigung verschiedener Umstände nur die Annahme eines Verschuldens des Klägers übrig bleibe.— Nelken hat, wie festgestellt wurde, an Krüger u. Overbeck 30 Mark Schadenersatz zahlen müssen. Der Kläger blieb dabei, daß er schuldlos sei. Zum Ueberfluß wurde aber noch dargetan, daß er eine sogenannte Ausgleichs-Ouittung(—„und habe keine Ansprüche mehr" usw.) unterschrieben hat. Der Vorsitzende verwies darauf, daß zwischen Kaution und Lohn hinsichtlich der Einbehaltung ein großer Unterschied sei. Verdienter Lohn könne bekanntlich nicht gegen Schadenersatzansprüche auf- gerechnet werden. Bei der Kaution sei dies aber etwas anderes. Sie diene ja direkt als Sicherung für Schadenersatzansprüche. Hier sei die Aufrechnung möglich. Bei der ungünstigen Rechtslage für den Kläger suchte der gesamte Gerichtshof mit Rücksicht darauf, daß Kläger vielleicht nur etwas ungeschickt gewesen sei und es sich um ein der Eigenart des Fensterputzgewerbes entspringendes Risiko handele, einen Vergleich zu erzielen. Der Vertreter der beklagten Firma lehnte aber jedes Entgegenkommen strikte ab und der An- gestellte von Krüger u. Overbeck erklärte, für seine Chefs auch keine Verpflichtung eingehen zu können. Nunmehr wurde dem Kläger angeraten, die Klage als aussichtslos zurückzuziehen, um Kosten zu sparen. G. folgte dem Rate. Der Verband niederländischer Lehrer, der in der vorigen Woche zu Breda seine 29. Generalversammlung abhielt, hat sich im ver- flossenen Jahre in erfreulicher Weise weiter entwickelt. Die Zahl der Ortsabteilungcn ist von 191 auf 200 gestiegen; die Mitglieder- zahl von 6672 auf 7001, darunter 2030 weibliche Mitglieder. Nach Erledigung der Vorstandsbcrichte befaßte sich die Generalvcrsamm- lung mit dem Gesetzentwurf über das niedere Schul- Wesen, durch den die klerikale Regierung die Subsidien für die privaten Schulen bedeutend erhöhen will, ohne daß diesen Schulen hinreichende Garantien für einen guten Unterricht abverlangt werden. Gegen diesen Gesetzentwurf wurden zwei vom Haupt- vorstand vorgeschlagene Resolutionen einstimmig angenommen; in der einen wird im allgemeinen der Wunsch nach Ablehnung des Entwurfs ausgesprochen, in der anderen werden bei Annahme des Gesetzes ausreichende Wartegelder für diejenigen Lehrer öffentlicher Schulen verlangt, die infolge der Begünstigung der klerikalen Schulen außer Stellung gebracht werden.— Zur Generalversammlung waren auch Vertreter ausländischer Lehrerverbände erschienen, und zwar B o u l t e r und G o l d st o n e von der Nationalen Lehrerorgani- fation Englands und Farendonck vom Belgischen Lehrerverbande, der unter anderem mitteilte, daß der belgische Unterrichtsminister es abgelehnt hat, bei dem bevorstehenden Internationalen Lehrer-Kongreß in Lüttich den Ehrenvorsitz zu übernehmen und den Gesandtschasten der ver- jchiedenen Länder mitgeteilt hat, daß der Kongreß keinen offiziellen Charakter trage. Die Generalversammlung hieß einen Antrag zum Internationalen Kongreß gut, nach welchem die Zahl der einem Lehrer in einer Klasse anvertrauten Schüler 30 nicht übersteigen soll. — Ferner wurde die Gründung eines Wartegeld-Fonds beschlossen. Momentbilder aus der Berliner Arbeiterbewegung des Jahres 1004. Das Parteileben im Jahre 1903 hatte einen beitiibenden Ab- schluß gefunden in dem am 31. Dezember erfolgten Ableben eines im 4. Berliner Reichstags-Wahlkreise(Ostens bisher wirksam tätig gewesenen Parteigenossen, des Steinträgers Karl K a n d a l e. Der Monat Januar des Jahres 1901 setzte daher mit diesem Ereignisse wieder ein. Am 3. fand die Beerdigung des Tahingeschiedeuen auf dem Zentral- Friedhofe in Friedrichsfelde statt.— An dem gleichen Tage wurden in S ch ö n e b e r g die bevorstehenden Wahlen zum Gewerbegericht durch eine allgemeine Flugblattvcrbreitung vorbereitet. Der ani 2l. Dezember v. I. begonnene Ausstand der Ta�ameter-Droschkenkut scher und die damit verbundene Aussperrung wurden am 6. durch einen geschlossenen vorläufigen Per« gleich beendet. Am 7. erfolgte die Wiederaufnahme der Arbeit. Am 8. spielte sich der große Preßprozeß gegen den „Vorwärts", der ein Nachspiel zum Laurahütter Wahlkrawall darstellte, vor den Schranken der 3. Strafkammer des Landgerichts I ab. Angeklagt waren die Redalleure Karl Leid und Julius Kaliski, rrsterer wegen Beleidigung der Gendarmen und Polizeibeamten in Laurahütte sowie des praktische» Arzte» Dr. Nawroli; letzterer wegen Beleidigung deS Amtsvorstehers Schröder. Der Prozeß endete mit der Verurteilung Leids zu sechs Monaten Gefängnis, Kaliskis zu vier Monaten und einer Woche Gefängnis. Die Neuwahlen zum Gewerbegericht in Schöne« b e r g erfolgten am 9. und endeten mit einem Siege der Gewerk- schaflen. Am 10. fand eine polnische Prote st Versammlung gegen die moSkowitische Aera in Preußen in den Andreas-Sälen in der Andreasstraße statt. Der 11. brachte die GewervegerichtSwahlen in Reinickendorf. Wegen Streikvergehens wurden am 23. von der achten Strafkammer des Landgerichts l die Metallarbeiter Krause zu 6 Monaten, S ch u m a n n zu 6 Monaten, Schwarz zu 6 Monaten, Pähl zu 1 Monat. Köhler zu 1 Monat und Wulff zu 3 Wochen Gefängins verurteilt. Die Gewerbegerichtswahlen inCharlottenburg wurden am 25. vollzogen. Die Arbeitnehmerliste der Gewerkschasts- kommission ging mir größtem Erfolge durch. Auch zwei Arbeitgeber- Beisitzer wurden gewählt. Am 28. tagten sechs Parteiversammlungen m den Berliner Wahlkreisen. In diesen erfolgte die Berichterstattung und Neulvahl der Parteifunltionäre. Mit einem erschütternden Ereignis führte sich der Monat Februar ein. Am 7. entriß der Tod den Reichstags-Mgeordneten Emil R o s e n o w einem tatenreichen,»och viel versprechenden Leben. Seine Bestattung erfolgte am 10. auf dem Schöneberger Friedhose ür der Maxstraße. Am 3. tagte in den„Armin-Hallen" zu Berlin eine Frauen- Versammlung behufs Stellungnahme zum Heimarbciter-Kongreß und Wahl von Delcgiertinnen zu diesem.— Am gleichen Tage fand in Charlottenburg im dortigen Volkshause eine Kreis- versammlung für den Reichstags-Wahlkreis Teltow-BceSkow-Storkow- Charlottenburg statt. In derselben erfolgte die Berichterstattung und Neuwahl der Parteifunktionäre. Ebenfalls in Charlottenburg wurden am 9. zwei Ersatz ivahlenzurStadtverordneten- Versa mMl u n g vollzogen. Diese waren erforderlich geworden infolge Maudatsniederleginig der letztgewähltcn zwei sozialdemo- kratischen Vertreter. Ein Wahlbezirk ging den Parteigenossen ver- loren; im zweiten wurde ein der Stadtverordneten-Versammluiig bereits angehörender Parteigenosse gewählt. Demzufolge wurde noch eine dritte Wahl erforderlich. Die Entrüstung über den in Preußen-Deutschland herrschenden Russenkur» zeitigte am 11. eine allgemeine P r o t e st v e r s a in in- lung bei Keller in' der Koppenstraße gegen den Zarismus in Dentsckland, in der Fron Zeikin-Stuttgart referierte.— An demselben Tage wurde in Moabit wieder ein beachtßnswerles Urteil ge- fällt. Wegen versuchter Erpressung, die in der A n f f o r d e r u n g zum Beitritt zur gewerk schaftliche»Organisation gefunden wurde und wegen Beleidigung belegte die 1. Strafkammer Landgerichts I den Arbeiter Karl Heinrich mit einer Gefängnis- strafe von drei Monaten. Am 18. wurden in Berlin und seiner Umgebung IIProtest- Versammlungen mit der Tagesordnung:„Russische Polizei in Deutschland" abgehalten. Am 21. tagte im Gewerkschastshause die 5. Gaukonferenz für den Gau IV des deutschen Holzarbeiter- Verbandes und gleichzeitig eine Konferenz der Vereini- gung der Zimmerer Deutschlands(lokale Richtung.) Am 23. fand in Charlottenburg wieder eine amtliche Zählung der Arbeitslosen statt. Der Monat Februar schloß mit den am 24. und 25. stattgehabten und mit größtem Erfolge durchgeführten Wahlen der Beisitzer zum Gewerbcgericht in Rixdorf. Der Monat März stand im wesentlichen unter dem Zeichen der Wahlen zu den Gemeinde- Vertretungen der Nachbarorte. Durch den am 1. erfolgten plötzlichen Tod des Schneidermeister» Hermann S r a b r o w in Groß-Besten verlor der Reichstags- Wahlkreis Teltow-BecSkow-Storkow-Cbarlottenbnrg einen wackeren Kampfgenossen. Seine Beerdigung erfolgte am 3. Gemeinderats Wahlen fanden statt am 2. in Erkner, am 3. in Neuendorf und am 1. in Groß-Lichterfelde. Nur in Erkner endeten sie mit einem Siege der sozialdemokratischen Kandidaten. Am 6. tagte im Gewerkschaftshause die achte Konferenz für den Gau Berlin des Zentralverbandes der Maurer Deutschlands. Am 7. trat der allgemeine Heimarbeiterschutz-Kongreß im Gewerkschastshause zu seinen Beratungen zusammen.— Am gleichen Tage fanden in Adlershof, Lankwitz, Treptow-Baumschulen- weg und Steglitz Gemeindeoertrerer wählen statt. In A d l e r s h o f wurde das letzte noch fehlende Mandat der 3. Klasse erobert; in Lankwitz war die Wahl erfolglos; in Treptow- Baumschulenweg wurde der erste Sozialdemokrat ins Dorf- Parlament gewählt; in Steglitz erzielte ein Bezirk eine Sttchwahl. Gemeindevcrtreterwahlen fanden ferner statt: Am 9. in Schmargendorf. Resultat Stichwahl. Am l0. in Französisch- B u ch h o l z und in Z e h l e n d o r f. Im ersteren Orte war der Wahlkampf erfolglos, im letzteren war ein beträchtlicher Stimmen- zuwachs zu verzeichnen. Am 12. hielten die ersten zwei Sozialdemokraten ihren Einzug in die Gemeindevertretung von Mahlsdorf. Die Wahl in Friedenau am 14. war erfolglos, Dagegen wurden in N o w a iv e s zwei Sozial- demokraten glänzend gewählt. In Rummelsburg gingen ogar fünf Sozialdemokraten als Sieger ans der Wahlurne hervor. In Britz wurde am 15. ein Sozialdemokrat gewählt. In Stralau war überhaupt kein Gegenkandidat aufgestellt worden. In Hohen-Neucndorf trat die sozialdemokratische Partei zum erstenmal in den Wablkamps ein, unterlag aber den Gegnern. Nach heißem Ringen unterlag auch in W i l h e l m s r n h- R o s e nt h a l- Nordend der sozialdemokratische Kandidat. In N e u- W e i ß e n» s e e wurde ein glänzender Sieg erfochten. Alle Mandate der dritten Abteilung gelangten damit in den Besitz der Sozialdemokrati«. In Alt-Weißensee schloß die Wahl mit einem AchtungS«f»lg nh. In Nieder- Schönhausen brachte sie am 16. eine Nieder- Daneben war am 2. in Ober- Schöneweide die Wahl| Wahl im 30. Kommunal- Wahlbezirk. Hier gelangte Johannes lage; in Pankow dagegen wurden zwei Bezirke erobert; in eines Gemeindevertreters( Hausbesizers) vorzunehmen. Saffenbach in die Stichwahl. Caputh wurde ein glänzender Sieg erfochten; in Kaulsdorf 0 3 Die zweite amtliche Arbeitslosen- Zählung wurde am 26. in Eine Flugblatt- und Kalender- Verbreitung wurde am 27. im fam e3 zu einer Stichwahl. Die Stichwahl am 16./17. Charlottenburg vorgenommen. Reichstags- Wahlkreise Nieder- Barnim vorgenommen. in Steglit brachte den Gegnern den Sieg. Die Wahl in Dre wit Am 29. schied der, alte Keßler", der besonders aus der Am gleichen Tage schied in Berlin ein verdienter Parteigenoffe bei Potsdam am 17. war erfolglos. Bei der Stichwahl in Maurerbewegung her allgemein bekannte Regierungsbaumeister des 1. Reichstags Wahlkreises, der Tischler Oskar Kentel, aus Schmargendorf am 18. siegte der Gegner. Am 19. fam es in Gustav Keßler, aus dem Leben. dem Leben. Klein Schönebeck Fichtenau zu einer Stichwahl; in Am Abend desselben Tages tagte im Palast Theater eine von Am 29. erfolgte die Wiedereröffnung des Reichstages. Rudow verlief die Wahl ungünstig. Am 21. wurde in Reiniden den Berliner Vertrauensleuten einberufene Volksversammlung, in Im Monat dorf, Ost und West, ein glänzender Sieg erfochten; in Grünau der Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht über den Russen Prozeß Dezember fiegte der Gegner mit einer Stimme Mehrheit; in Dalldorf in Königsberg, in welchem er als Verteidiger mitgewirkt hatte, wurde der sozialdemokratische Kandidat gewählt; am 22. fanden in sprach. Borsigwalde und Königswusterhausen, am 23. in Am ersten Tage des Monats Waidmannslust und Lübars und am 24. in Friedrichsfelde und Friedrichshagen die Hauptwahlen statt. In Friedrichshagen wurde der bisherige Besigstand behauptet. Am 24. fand in Kaulsdorf die Stichwahl mit negativem Erfolge statt. Die Wahlen in Wilmersdorf am 24.- 26. führten zur Stichwahl. In Johannisthal hatte die Wahl am 30. einen glänzenden Erfolg. Am 31. wurde in Bernsdorf der erste Sozialdemokrat gewählt. Die Stichwahl in Klein- SchönebedFichtenau verlief ungünstig. Von sonstigen Ereignissen sind noch zu verzeichnen: Am 16. tagte im Schönhauser Volksgarten eine Boltsversammlung, in der Genoffin Klara Bettin über:" Der Krieg in Ostasien und die Interessen des Proletariats' sprach. Der 18.( Freitag) brachte die übliche März feier mit besonders scharfer Polizeizenfur der Kranzwvidmungen. Am 19. und 20. tagte in Berlin eine sozialdemokratische Drudereitonferenz. Am 21. hielten die Parteigenossen in Spandau eine Protestversammlung gegen den Umsturz im Stadthause ab. Am 31. schied im 3. Berliner Reichstags- Wahlkreise ein alter, berdienter Parteigenosse, der Klempner Arno Winter, aus dem Leben. Der Monat August Am 2. fand im Palast- Theater eine Parteiversammlung statt zwecks Stellungnahme zum Internationalen Kongresse und Wahl von Delegierten zu demselben. Jn Rummelsburg tagte am 6. die Kreiskonferenz für den In Reichstags- Wahlfreis Nieder- Barnim. 3 wurde am 5. Genosse Dr. Curt Freudenberg im 38. Lebensjahre seiner erfolgreichen und vielseitigen Wirksamkeit durch den Tod entriffen. Am 6. erfolgte die Wahl von Delegiertinnen zum wurde der alte teßler" auf dem Schöneberger Gemeinde- Friedhofe preußischen Parteitage. Gleichfalls am 6. fand mit glänzendem Erfolge in Treptow Baumschulenweg eine zur letzten Ruhe bestattet. Ergänzungswahl zur Gemeindevertretung statt. In Parteiversammlungen der sechs Berliner Reichstags- Wahlkreise wurden am 13. die Delegierten zum preußischen Parteitage gewählt. Am gleichen Tage fanden in Rigdorf die Wahlen der Arbeitgeber- Beisiger zum GewerbeAm 17. fanden gleichzeitig in Berlin und der Umgegend gericht statt. Ebenfalls am 13. fand in Lichtenberg in einer berufen waren zur Stellungnahme zum Streit der Former bei preußischen Parteitage statt, der der Bericht und die Neuwahl der 15 Metallarbeiter Verfammlungen statt, die ein- diesbezüglichen Versammlung die Wahl einer Delegiertin zum der Firma Schwarzkopff und der aus diesem entsprungenen all- örtlichen Vertrauenspersonen folgte. gemeinen Aussperrung der Former. Die Stich wahl im 30. Berliner Kommunal- WahlBerliner Reichstags- Wahlkreisen Stellung zum Bartei- nicht den erhofften Erfolg, dagegen war die am gleichen Tage in Am 23. nahmen Partei- Versammlungen in allen bezirt brachte gegenüber dem freifinnig- antisemitischen Klingel tage in Bremen und zur Parteikonferenz für die Provinz Branden- Spandau stattgehabte Stadtverordneten- Ersatzwahl erfolggetrönt. burg und vollzogen auch die Wahl von Delegierten. Eine Stadtverordneten Nachwahl fand auch in Eine zweite Parteifonferenz für den Reichstags- Nixdorf am 20. im zweiten Bezirke der dritten Abteilung statt. a hitreis Potsdam- Spandau- Osthavelland tagte Bu wählen war ein Hausbefizer. am 28. in Berlin. Am 24. fand die von der Gewerkschaftskommission veranlaßte der Ebenfalls am 28. hielt der 8entral- Wahlverein für Weihnachtsbescherung Kinder der den Reichstagswahlkreis Teltow Beestow- gesperrten der Holz- und Metallindustrie statt. Vom 28. bis 30. tagte der Parteitag der Sozialdemo Storfow Charlottenburg seine Generalversammlung in fratie in Preußen im Berliner Gewerkschaftshause, während Bossen ab. begann mit dem Verbandstage des MühlenarbeiterEine Kreisversammlung der Frauen desselben gleichzeitig die Vertrauensmänner Bentralisation Verbandes, der am 1. im Gewerkschaftshause eröffnet wurde. Wahlkreises war für den 29. nach Rigdorf berufen behufs Wahl von der Maurer Deutschlands bei Wilfe ihre 14. JahresAuf den 3. und 4. entfiel das Osterfest. Die Ostertage wurden brandenburgischen Provinzialfonferenz, Die Dftertage wurden Delegiertinnen zur zur konferenz abhielt. twieder zur Abhaltung von Konferenzen und Kongressen im Getverf Frauenkonferenz in Bremen, sowie zum Barteitage in Bremen. schaftshause benutzt. So hielten am 3. die Steinarbeiter Zu dem gleichen Zwecke fand am 30. in Berlin eine Fraueneine Gaukonferenz und am 4. die Lagerhalter der versammlung in den Arminhallen statt. Brovinz Brandenburg eine Konferenz ab. Am 4./5. fand ferner ein Allgemeiner Rongreß der im Transport und Fuhrgewerbe beschäftigten Personen Deutsch Lands sowie die Generalversammlung des Verbandes der Wäsche branche statt. April Bei der am 11. stattgehabten Gemeinderatswahl in HohenSchönhausen wurde der erste Sozialdemokrat gewählt. Bei den Gemeinde- Stichwahlen in Wilmersdorf am 11., 12. und 13. fiel der Sieg den vereinten Gegnern zu. Der 27. brachte noch eine Gemeindevertreter- Ersagwahl in Nieder Schönhausen. Dem Monat Mai gab im allgemeinen der Streit der Bäderei Arbeiter das Gepräge. Eingeleitet wurde er durch die Maifeier am 1., der diesmal auf einen Sonntag fiel. Am 10. erfolgte die Proflamierung des Bäderftreits. der Aussperrung der Former und Gießereiarbeiter Am 30. erfolgte auch die Einstellung des Streits und durch geschlossenen Vergleich. Den Monat September leitete ein die am 4. im Gewerkschaftshause abgehaltene Parteifonferenz für Berlin und die Provinz Branden burg. Ihr folgte am 7./8. eine Konferenz sozialdemo tratischer Gast- und Schankwirte Berlins und der Umgegend, die zur Gründung eines Verbandes der freien Gast- und Schantwirte Deutschlands führte. Am 18. erstatteten die Delegierten zum inter= nationalen Kongres in Amsterdam in einer im Gewertschaftshause tagenden Parteiverfammlung Bericht. Am 18. trat der Parteitag in Bremen zusammen. Am 23. erfolgte die Aufstellung des Kandidaten im 30. Kommunal- Wahlbezirk. Die Wahl fiel auf den Genossen Johannes Sassenbach. Im Monat Oktober Am 18., furz vor Pfingsten, tagten in Berlin in Sachen des Bäckerstreils fieben von der Berliner Gewerkschaftskommission einberufene Boltsversammlungen. Bei den Stadtverordneten Ersatzwahlen in und zwar am 4. erfolgte die Berichterstattung vom ParteiRigdorf am 25. wurden die beiden sozialdemokratischen Kan- tage in Bremen. Zu diesem Zwecke fanden in allen Berliner didaten gewählt. Auf die Aufstellung von Gegenkandidaten war Reichstags- Wahlkreisen Parteiversammlungen statt. Gleichzeitig tagte von vornherein verzichtet worden. in den Arminhallen eine Frauenversammlung, die den Bericht vom Am 26. erfolgte die offizielle Beendigung des Bäcker- Parteitage und der vorangegangenen Frauenkonferenz entgegennahm. Am 31. fand schließlich im 32. und 40. Kommunal- Wahlbezirk Am Sonntag, den 16., wurden die Beisiger zum Berliner je eine Stadtverordneten Ersagwa hI statt. Gewählt Gewerbegericht mit dem üblichen Erfolge gewählt. iwurden Redakteur Karl Leid und Dr. Leo Arons, letzterer an Die Aufstellung des Kandidaten für den 22. Kommunal- WahlStelle des Dr. Kurt Freudenberg, der krankheitshalber gezwungen bezirk erfolgte am 25. Als solcher wurde Genosse Robert Wengels worden war, sein Madat niederzulegen. auserwählt. Den Monat Am 30. tagte in Rummelsburg die Kreiskonferenz für den Reichstags- Wahlkreis Nieder- Barnim. Im Monat streits. Juni eröffneten drei am 1. abgehaltene Protest versammlungen gegen die beabsichtigte Neuregelung des Straßenhandels. November Ihnen folgte am 6. die Tagung der zehnten General- tagte am 6. Bei Keller in der Koppenstraße eine Konferenz der bersammlung des Vereins deutscher Schuhmacher Strantentassen Vorstände der Provinz Brandenburg. im Gewerkschaftshause. Bei der Stadtverordneten Nachwahl in Char- verordneten Versammlung gewählt. Vom 7. bis zum 10. wurde in Köpenick zur Stadt7 Mandate der Tottenburg am 10. wurde ein sozialdemokratischer Hausbefizer britten Klaffe fielen den Sozialdemokraten zu, nachdem die Gegner gewählt. Anläßlich des nach Berlin einberufenen internationalen bürger- hatten. auf die Aufstellung von Gegenkandidaten von vornherein verzichtet lichen Frauentongresses sprach am 14. in einer Volksversammlung Am 13. wurde in Tempelhof eine Kreisversammlung abbei Buggenhagen Frau Lily Braun über Frauenstimmrecht gehalten, der sich die Generalversammlung des Zentral- Wahlvereins und Sozialdemokratie. für den Reichstags- Wahlkreis Teltow- Beeskow- Storkow- Charlotten0 Hus der Frauenbewegung. Auswerden auf die Donnerstag, den 5. Januar, abends pünktlich 8½ Uhr, Bankow. Die Frauen und Mädchen von Bankow- Schönhausen bei Mierfe, Berlinerstr. 52, stattfindende Versammlung, in welcher Genosse Baege einen Vortrag über„ Entstehung und Abstammung des Menschen" halten wird, aufmerksam gemacht. Männer haben zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Ceffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werktäglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesefälen liegen zur Zeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, 4. Jajebensgefelli nuar, abends 8 Uhr, im Bürgerfaale des Rathauses: Vortrag des Herrn Dr. Morit Kronenberg über: Die Idee des ewigen Friedens". Eintritt frei. Gäfte willkommen. und Zentralverband der Handlungsgehülfen -Gehülfinnen Deutschlands( Bezirk Charlottenburg). Heute abend 8 Uhr im Saale des Boltshauses, Rojinenstr. 3: Bersammlung. Vortrag des Genossen Realisti: Auf zur Wahl! Eingegangene Druckfchriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 14. eft des 28. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Gedenke zu fämpfen! Republik und Sozialdemokratie in Frank etc. Die bürgerlichen Republikaner an der Arbeit. Von St.- Pautsty ( Fortsehung.) Kommunale Unternehmungen und Profite. Von Th. Rothftein. Die Kunstphrase und die Arbeiterfeste. Von Otto Krille. Literarische Rundschau: Dr. W. Ed. Biermann, Staat und Wirtschaft. Von rh. Selma Lagerlöf, Christuslegenden. Von Franz Diederich. Ergebnisse der Zählung der Geistestranten im Stanton Bern vom 1. Mai 1902. Bon ad. br. Zwiedined- Südenhorst, Beiträge zur Lehre von den Lohnformen. Bon O. B. Handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchQuartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Mit einem neuen Titelblatt tritt der Süddeutsche Postillon" in das neue Jahr. Das Schlußbild perfifliert den Reichssäckelmeister mit seinem halsstarrigen Defizitesel." Frisch auf zur neuen Fahrt!" von E. Sel. Biedermeier ärgert sich über die Mecklenburger, Thekla von W. aber besingt Nr. 2 und Kämpfer- Beihnacht, Gedicht von Otto Krille. Der gesäuberte den Kanoffagang einer Königin. Einer süßen Silhouette folgt Tiergarten Bledsberg, Gedicht mit farbiger Beichnung. Die Binschgauer ant Schaho. Schlaume Mandelstamms Reiseabenteuer. Liebe, Zeichnung aus der besseren Gesellschaft. Bofern. Japanische Schandtaten. Rauchverbot. Neudeutsches Soldatenlied. Die Stadtverordneten Erfahwahl in Schöneburg anschloß. Marktpreise von Berlin am 31. Dezember. Nach Ermittelungen des berg am 14. war für die Gegner erfolgreich. Am 16. wurde die erste Tagung des Reichstages ge- Friedrichshagen am 15. wurde ein Sozialdemokrat gewählt. Roggen), gute Sorte 13,90-00,00 m., mittel 00,00-00,00 m., geringe Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte Bet der Ersatzwahl zur Gemeindevertretung in gl. Polizei- Präsidiums. 17,65-17,64 9., mittel 17,63-17,62., geringe 17,61-17,60 m. schlossen. Am 17. fand eine Protest versammlung gegen die treisen Parteiversammlungen abgehalten, in denen die bis 13,60 M., geringe 13,50-12,40. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,60 m., In Berlin wurden am gleichen Tage in allen sa bl- 00,00-00,00 M. Futtergerste), gute Sorte 15,90-14,80 M., mittel 14,70 bürgerlichen Mehrheitsparteien im Reichstage statt. Frau Klara Berichterstattung der Parteifunktionäre und deren Neuwahl erfolgte. mittel 15,50-14,60 R., geringe 14,50-13,60 2. Erbsen, gelbe, zum Stochen Bettin- Stuttgart referierte außerdem über: Ums Frauen- StimmAm 17. wurde die Wahl eines Gemeindevertreters in Nieder- 40,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00. Linsen 60,00-30,00. recht." Schönhausen vollzogen. Kartoffeln 9,00-7,00 2. Richtstroh 5,00-4,66 M. Heu 8,60-8,00 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 M. Eier per Schock 4,80-3,20 7. *) Frei Bagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. = Am 26. wurde die Parteilonferenz für den Wahlfreis Potsdam Spandau- Osthavelland in Nauen abgehalten. Jm Monat Juli trat ebenso, wie bereits im Monat Juni, die Gewerkschaftsbewegung mit ihren ständigen Kämpfen vorwiegend in den Vordergrund. Kollegen und Freunden zur Nachricht, daß am 30. Dezember mein lieber Mann, unser guter Vater, der Buchdrucker Invalide Gustav Stange plöglich verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Reichenhalle des neuen Zwölfapostel- Kirchhofs in Schöne berg aus statt. 1094b Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Zentralverband der Steinsetzer für die rege Beteiligung und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes, Baters, Schwagers und Bruders Theodor Westermann unseren herzlichsten Dank. 10956 Die trauernden Hinterbliebenen. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Monteur Franz Grzebita am 29. Dezember 1904 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3. Januar cr., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Gemeinde- Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 110/1 Die Ortsverwaltung. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 62/ 1* Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Am 20. fand in Charlottenburg wieder eine Arbeitslosenzählung statt. Bei der Stadtverordnetenwahl in Rigdorf am 21. wurden in der dritten Abteilung alle sozialdemokratischen Kandidaten gewählt. Die Stadtverordneten Erfazwahl in Berlin am 23. brachte im 22. Kommunal- Wahlbezirk einen vollen Erfolg, indem Robert Wengels gewählt wurde. Weniger günstig verlief die Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Lederarbeiter Max Tannert am 1. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause in Adlers: hof, Bismarckstr. 16, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 23/1 Die Ortsverwaltung. Am 30. Dezember, morgens 5 Uhr, verschied nach furzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwiegervater und Großvater, der Puter 11015 Friedrich Schmohl im Alter von 64 Jahren. Die Beerdigung findet am 3. Januar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des St. Emmaus- Kirchhofs aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres geliebten Sohnes und Bruders Walter Faber jagen wir allen Kollegen, Freunden und Bekannten sowie den Kollegen der A. E.- G., Abt. R. F., für die bon H. Eckert, schönen Kranzspenden unseren herz98. Kottbuser Damm 98.* lichsten Dank. Familie Faber. ranz- u. Blumenbinderei KranzWafferstand am 31. Dezember. Elbe bei Ausfig- Meter, bei Dresden 1,48 Meter, bei Magdeburg+1,00 Meter. Unstrut bei Ober Begel+5,06 Meter, bei Breslau Unter Begel Straußfurt+ 1,15 Meter.- Oder bei Ratibor+ 1,95 meter, bei Breslau - 0,72 Meter, bei Frankfurt Meter. 28eichsel bei Brahemünde+ 2,68 Meter. Warthe béi Posen Meter. Netze bei Usch --Meter. # Danksagung. 17142 Für die Beteiligung und schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres Baters Gottlieb Bohla sage allen Freunden und Bekannten, besonders dem Deutschen Metallarbeiter- Verband und den Kollegen der A. E.-G. unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Witwe Bohla nebst Kindern. Bruch- Pollmann empfiehlt fein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. D Eigne Werkstatt. Liefer. f. Drts- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin C., 30. Linien- Straße 30. NB. 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Außerdem wird der Gehalt der Milch an Nährstoffen durch den Zusak von Kufete's Kindermehl nicht unwesentlich erhöht. 16632 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 3. Januar. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. Neues fönigl. Opern Theater. Maria Stuart. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Helden. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Im grünen Baum zur Nachtigall. Hierauf: Der Arzt feiner Ehre. Westen. Wiener Blut. Thalia. Der große Stern. National. Die Hugenotten. Zentral. Der Bettelstudent. Neues. Der Graf von Charolais. Anfang 8 Uhr: Belle Alliance. Ein Blißmädel. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Haubenlerche. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Wallensteins Lager. Die Biccolomini. Kleines. At chiedssouper. Neuvermählen. Die Carl Weik. Die Reise um die Erde in 80 Zajen. Residenz. Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches.New- York. Luijen. Die zärtlichen Berwandten. Kasino. In Bertretung. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Pajjage Theater. Bernardi. Willi Prager. Anf. 3 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbed. Urania. Tanbenstraße 48/49. Sm Theater abends 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Im Theater nachmittags 4 Uhr: An den Seen Oberitaliens. Invalidenstraße 57/62. Stern. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Jm Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. National- Theater Weinbergsweg 19. Dienstag, den 3. Januar 1905: Die Hugenotten. Anfang 7, Uhr. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Figaros Hochzeit. Zentral- Theater Anfang 7, Uhr. es Bettelstudent. Operette in 3 Aften von E. Millöcker. Mittwoch nachm, 4 Uhr: Kindervorstellung: Halbe Preise. Jeder Er wachsene ein Kind frei: Däumelinchen. Abends: Der Zigeunerbaron. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. 4 Uhr: An den Seen Oberitaliens. Sternwarte InvalidenHörsaal: str. 57/62. Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S ANOPTICUM. PA Der Friedrichstr. 165. geheimnisvolle Hexentisch. Residenz- Theater, Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Schwank in 3 Atten von Baul Bilhaud und M. Hennequin. Deutsch von M. Schönau. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Die Hanbenlerche. Schauspiel in 4 Aften von Ernst v. Wildenbruch. Mittwoch, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Jn 1 Alt von Friedrich Schiller. Die Piccolomini. In 5 Aften von Friedrich Schiller. Mittwoch, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Donnerstag, abends8ubr: Donnerstag, abends 8Uhr: Die Tyrannei der Tränen. Zirkus Schumann Heute Dienstag, den 3. Januar 1905, Die Grossstadtluft. Zirkus Busch. Die Löwenbraut abends präzise 7%, Uhr: Zum 12. Male: Miss Claire Heliot. Sensationeller Erfolg! Die große Schumannsche AusstattungsPantomime Katharina II. Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin Eine Nordlandreise. und die vorzügl. Programminummern. Jm Strahl der Mitternachtssonne. Komisch- phantastische Pantomime in Entworfen und auf das 7 Bildern. glänzendste inszeniert vom Diraktor Albert Schumann. Besonders hervorzuheben: Chriftiania, großes Eisfest. Ehter norweg. Stilauf von 8. höchst.Spitze Zirkus d. auf der vom Dir. Alb. Schumann erEtablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: fundenen und zum Batent angemelb. Fritz Steidl- Sänger. künstlichen Bahn. Dazu eigens engagierte m. Medaill. u. groß. Norweyer. Preisen ausgezeichnete Vorher: Das exquisite Programm Original Jan Clermonts urkomischer Dressur- Akt u. Direktor Alb. Schumanns Monstre- Dressuren. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Henry Bender. Josef Giampietro. Das glänzende Neujahrsprogramm. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonnabend, den 7. Januar 1905: Großer Metropol- Theater- Ball. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anfang 8 Uhr. Arturo Bernardi der berühmte italienische Verwandlungskünstler. Willy Prager mit ganz neuem Repertoire. 14 neue erstklassige Nummern. WING Rach jeder Vorstellung im Kaisersaal Tanz. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner. Täglich:[ 1651L* Grosses Curt Goldmann- Konzert Jeden Abend: Salon- Komiker Oscar Saldow als Dr. Eisenbarth. Kinematograph, bunte lebende Bilder. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Krug zum grünen Kranze. Jeden Abend: Fidelitas. K. Lüdeckes humor. Ensemble. Meine drei Säle sind an Sonntagen bis nachmittag 5 Uhr für Versammlungen zu vergeben. WNWONE Urania, 765 Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Neues Programm. Lustspielhaus Tortajada, span. Tänzerin und Friedrichstraße 236. Bum 40. Male: Der Familientag. Anfang 8 Uhr. Morgen nachin. 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Täglich abends 8 Uhr: Luisen- Theater. Die Reise um die Erde in Abends 8 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Mittwoch: Prinz von Homburg. Donnerstag: Prinz von Homburg. Freitag: Die Tochter des Herrn Fabricinus. 80 Tagen. Mittwoch nachm. 4 Uhr: Kinderborstellung, fleine Preise: Rotkäppchen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. W. Noacks Theater. Kasino- Theater Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Zor). Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Das neue Januar- Programm. Der beliebte Neumann 2c. Großer Erfolg! Stürm. Heiterleit! In Vertretung. Sonntag nachm. 4 Uhr: Mutter Gräbert. Höhere Töchter. Bosse mit Ges. in 4 Atten v. Mannstädt. Anjang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mittwoch: Der Bummelfritze. Donnerstag: Die Räuber auf Maria Kulm. Stadt- Theater Moabit. Allt- Moabit 47/49. Neues Theater. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Anfang 7%, Uhr: Der Graf von Charolais. Mittwoch: Einen Jux will er sich machen. Donnerstag: Der Graf v. Charolais. Freitag: Die lustigen Weiber von Windsor. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Die Neuvermählten Sierauf: Abschiedssouper. Mittwoch: Die stillen Stuben. Donnerstag: Die Neuvermählten. Hierauf: Abschiedssouper. Freitag: Salome. Apollo- Theater. 218 Friedrichstr. 218. Täglich: Berliner Luft von Paul Lincke und Debuts der grandiosen neuen Januar- Spezialitäten. Donnerstag, den 5. Januar, zum 100. Male: Berliner Luft. Sonntag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise: Venus auf Erden. Deutsch- Amerikanisches Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: NEW- YORK Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Weber'n grossen Teich. Das bemoofte Haupt. Schauspiel in 4 Aufzügen von Roderich Benedig. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf., numer. Play 50 Pf. Donnerstag: Das bemooste Haupt. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Das größte und sensationelle Spezialitäten- Progr. d. Residenz Novität! Der größte Erfolg! Ein Allerweltsmädel. Posse mit Gesang von Braune. Vor- und nachher: Die Attraktionen der Januar- Spezialit. Freitag: Elite: Vorstellung; Philippine Welser. Schauspiel in 5 Atten von Sted wit. 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Lafargue, Säng. v. d. Gr. Oper in Paris. Das Mädchen mit dem goldenen Maar. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Johnson u. Dean, Mulatten- Gigerl. Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Der Biograph. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sanssouci. Rottbiler Tor- Stat. der Hochbahn. Heute zum lektenmal: Der Lumpensammler v. Paris. Morgen Mittwoch zum erfienmal: Mutterscgen. Schausp.m.Gefang in 5 Aft. Donnerst., Sount., Mont.: Soiree und Tanz. Gustav Behrens Wrangel- Straße 10-11. Jeden Dienstag: Anfang 8 Uhr. Nordd. Sänger. Nach der Soiree: Tanzkränzchen, ohne Nachzahlung C. J. Walter. Neuerscheinungen! Wir empfehlen zur Anschaffung: Fackeln der Zeit. Gedichte von Ludwig Lessen. Preis 50 Pf. Alkoholfrage und Arbeiterflaffe. Von Dr. Richard Fröhlich. Preis 20 f. 13 Die Schulfrage. Von Klara Bettin. Preis 15 Pf. Arbeiter- Bildungs- Schule. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links II. Lehrplan für das I. Quartal 1905. Unterrichtsfach Behandelter Lehrstoff Theoretische Nationalökonomie, II. Teil. National-( Wiederholung d. Grundbegriffe ökonomie Kapital, Mehrwert, Arbeitslohn die Tendenz der kapitalistischen Entwickelung.) Geschichte 154 Die Geschichte der Neuzeit bis zur französischen Revolution. ( Der Umschwung im Völkerleben durch die großen Entdeckungen und Erfindungen: Buchdruckerkunst, Entdeckung Amerikas und des ostindischen Seeweges; die UnterLehrer richtstag Schriftst. Max Grunwald Montag Schriftsteller Steiner neue Naturwissenschaft. Die Dr. Rudolf Dienstag Folgen der Kirchenspaltung und Reformation. Die europäischen Wirren während des 30jährigen Krieges. Die Zeit der Aufklärung und die Vorbereitung der französischen Revolution.) Entwickelungsgeschichte der Lebewesen. ( Das organische Leben. Ursprung des Lebens Erde. Der auf der Die Grundtatsachen der Entwickelung der organischen Die ältesten Spuren orWelt. Natur- Er- ganischen Lebens auf der Erde. Schriftst. M. H. Baege Mittwoch Das erste kenntnis Das erste Auftreten der Wirbeltiere auf der Erde.- Im Farnwald der Steinkohlenzeit. Auftreten der Säugetiere auf der Erde. eidechsen. Das Zeitalter der FischDie Kreidezeit. Die Tertiärzeit. Die Eiszeit. Die ersten Menschen.) Die Verfassung des Deutschen Reiches. 1 ( Wesen und Entwickelung des Staates. Die Staatsformen, Staat und Recht, das Staatsrecht. Die Entwickelung von Recht und Staat in Deutschland. Das alte Reich und seine Auflösung. Einheits- und Verfassungskämpfe. Die Reichsverfassung von 1849. Die Entstehung des Deuttischen Reiches. Grundlagen der Reichsverfassung. Das Wesen des Bundesstaates. Der Souverän des Reichs. Bundesrat und Kaiser. Staats- AnGesetzes- Die Staatsbürgerrechte. kunde gehörigkeit, Freizügigkeit, Wahlrecht. Der Reichstag. Die ReichsDie innere Vergesetzgebung. waltung des Reichs. Reichskanzler und Reichsämter.- Heer und Flotte. Die Militärgesetzgebung. Die Steuer- und ZollDie Reichsbetriebe RedeUebung Kursus in Reichsfinanzen. gesetze. ( Reichspost usw.).- Das Reichsland Elsaß Lothringen. Die völkerrechtliche Stellung des Reichs, die Die Entwickelung Schutzgebiete. Das der Reichsgesetzgebung. Das Reich und die nationalen Ideen. Reich und die Sozialpolitik. Die Sozialdemokratie und das Reich.) 1 Uebungen in mündlicher Rede und im schriftlichen Aufsatz. Uebungen. Schriftsteller Simon Donners Katzen- tag stein Schriftst. Dr. Rudolf Steiner Freitag Fortschr.- Staatswissenschaftliche praktische Schriftst. Nationalökonomie ( Die neuen Handelsverträge.) Max Sonntag Grunwald Der Unterricht beginnt in Nationalökonomie Montag, den 16. Januar; Geschichte Dienstag, den 24. Januar; NaturErkenntnis Mittwoch, den 18. Januar; Gesetzeskunde Donnerstag, den 19. Januar; Rede- Uebung Freitag, den 20. Januar; Fortschrittskursus Sonntag, den 22. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Die Sonntagskurse beginnen pünktlich vormittags um 10 Uhr. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Sozialdemokratie im Lichte der Kulturgeschichte. Von Paul Rampffmeyer. Preis 40 Pf. Anarchismus und Sozialismus. Bon Georg Plechanow. Breis 40 Bf. Die Warenhänser nub die Mittelstandspolitik des Zentrums. Bon Adolf Braun. Preis 20 Pf. Theorien über den Mehrwert. Aus dem nachgelassenen Manuskript " Zur Kritik der politischen Dekonomie" von Karl Mary Heraus gegeben von Karl Kautsky. I. Band. Die Anfänge der Theorie vom Mehrwert bis Adam Smith. Preis brosch. 5,50 M., geb. 6,- M. Aus Leben und Wiffenschaft. Gesammelte Aufsäße und Vorträge von Prof. Dr. A. Dodel. 3weite Serie in drei Teilen. Inhalt: I. Teil: Mitten im Stampf. II. Teil: Pädagogisches. III. Teil: Aus dem fonnigen Süden. Breis brosch. 3,50 M., geb. 4,-. Ein neuer Totentanz in 18 Bildern 4/2 von Hans G. Jenzsch. In eleganter Mappe. Preis 2,50 M. Der Königsberger GeheimbundsSpezialitäten- prose Nach den Atien und ſtenoTheater, FrankfurterAllee 85. Der neue Januar- Spielplan. vorzügl. deutsch- franz. Anf. 7%, Uhr. Staffeneröffnung 6%, ub. Anny Raaly, Ronzertfängerin. Entree 50 Bf. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Die stürmisch bejubelte Situations- Komödie: 0 Prinz Levy in Ahlbeck Schwank in 3 Atten von Anton und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Ausgezeichnetes Lyrika- Duett. Fatme, Inbife Gautterin sowie alle übrigen erftflaff. Spezialit. Anj. nachm. 7 Uhr. Sonntags 4½ Uhr. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung lebender Kuriositäten! Medizinische Rätsel, Donat Serenfeld. anatomische Wonder. Anton Serrufeld. Riesen! Zwerge! Magnus Prinz Levy: Prahidal, dessen Netfebegleiter: Anf. 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. graphischen Aufzeichnungen. HerausDer erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuche frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hot links 2 Tr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstraße 40a; Reul, Barnimstraße 42; Vogel, Demminerstraße 32; Krause, Müllerstraße 7a; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin SW. 47, Hornstr. 20, Querg. II, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. u. Lager kompletter Möbel- Fabrik Wohnungs- Einrichtungen gegeben von Kurt Eisner. Illustriert. zn Fabrikpreisen In 11 Heften a 20 Pf. Ferner empfehlen wir: Sonnenblumen. Eine Sammlung Gedichte berühmter Autoren auf lofen Blättern. In eleganter Mappe. Alle vier Bände zusammen Preis 3, M., einzelne Bände 75 Pi. Zu beziehen durch Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. 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Die Gemeinde wird straße verhindern sollen, für die Kinder der ausgesperrten and streifenden Metallarbeiter, Holz- fich hiermit zufrieden geben müssen, da diese gegen sie verfügte durcheinander wogenden Menschenknäuel am leichtesten der Heidentärm und Mordsspektakel entsteht, den unsere Rowdies mit und ohne Maßregel ja nur eine Rückkehr zu dem früheren Zustand be- Bylinder sich wünschen. Um diese Zeit begannen schon verschiedene arbeiter und die Kinder anderer ausgesperrten Arbeiter gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommission folgende Bei- deutet. Leider bestätigt sich aber auch der von uns schon vor eftaurationen in der Friedrichstadt ihre Pforten zu schließen, um sechs Wochen geäußerte und in unserer Mittwochsnummer sich vor Ueberrumpelungen durch Skandalmacher zu schützen. Die träge ein: Lifte 2153, Schulze 17,50. Amerit. Auft. Rigdorf, Berlinerstraße, durch erneut ausgesprochene Verdacht, daß man den Freireligiösen wüften Vorgänge, fo schreibt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", Steffens 3,60. Die Liebesede in Saffens Stüche 2,- Bubertol. S. Lange, für die Zusammenfünfte ihrer Jugendlichen die fich in einem befannten Weinrestaurant in der Leipzigerstraße in Stniprodestr. 118 5,- Lifte 1269, Langner 19,25. Weihnachtsjang 6. Rausch den Bürgersaal gleichfalls nehmen wolle, obwohl hier ein der vorjährigen Silvesternacht abgespielt und dessen Besitzer be 1,50. ifte 2127, Fr. Müller, Rigdorf 9,50. Lifte 1673, durch Jaehn 4,95. Wiedereinzug in die Schulaula nicht gestattet werden soll. wogen haben, diesmal bereits am Nachmittag fein Lokal zu sperren, Liste 2157, gef. v. d. Kontroll., Alexanderstr., 3. Rate 6,30. Liste 2154 4,85. Der Berichterstatter des Magistrats hat jetzt den Zeitungen haben dazu geführt. Es geht doch nichts über die Bildung der Riste 1129 5,30. M.- Gesangv.„ Einigkeit" d. Heine 8,-. Mag Dreschke, Besitzenden! Kottbuser Damm 1,- Frau Grünthal, Pflügerstr. 1, Liste 1292 5,25. eine Mitteilung übersandt, die mit dürren Worten zugicht, daß Der Neujahrs- Briefberkehr foll sich, wie verschiedene Aus d. Verlobungsf. 6. Nixdorfer Holze 2, E. Rafielle, Gastwirt, Neu- auch die Jugendlichen den Bürgerjaal baldigst Blätter melden, zur allgemeinen Zufriedenheit abgewickelt haben, Beißensee 2,70. Gef. auf Bau Simon, Widinger Ufer 6,-. Verb. d. Holz: verlassen müssen. Ufer 6, Verb. d. Holz verlassen müssen. Die Freireligiöse Gemeinde werde was auf eine Lammesgebulb des Publikums schließen läßt; denn bearb.- Masch.- Arb. auf Listen( darunter Werkst. Raabe 44,65, Lotterieverein Andreasburg" 11,50) 150,-. Noad, zum Truze des Kapitals 1,10. für sie sich nach Mietsräumen umtun müssen. Der die Briefbeförderung ging, was unter den obwaltenden Umständen 2177, Arb. d. F. Baruch u. Co. 21,-. Amerit. Autt., Weihnachts- Fest paßige Ton, in dem diese Mitteilung gehalten ist, läßt einen ja auch begreiflich und verzeihlich ist, nicht minder langsam vor sich d. M.-Gef.-V.„ Namenlos 1893" 13, Lifte 1759, Strankenkassen- Beamte, Schluß zu auf die Stimmung, die im Rathause herrscht. Man als in früheren Jahren. Der Post sind keine Vorwürfe zu machen, 3. Rate 5,-. Liste 1767, Str.-.- B. 3,15. Liste 1769, Kr.-.- B. 3, Liste 1770, Str.-.- B. 1,50. Liste 1771, Kr.-.- B. 6,-. Liste 1773, scheint da oben fuchswild zu sein, daß das Märchen von dem aber zu Lobeshymnen liegt eigentlich auch kein Anlaß vor. Als Hülfsarbeiter bei der Post waren zum größten Teile Kr.-.- B. 4,20. 4,20. Lifte 1775, Str.- ft.- 9. 13,75. Helbing, Sophienstt. 5," Erfolg", den der Magistrat dem Provinzial- Schulkollegium Unteroffiziere und Soldaten, zum kleineren Teile Zivilisften an Liste 1874 5,50. Treppengeländer Fabrik Schmidt u. Co. 14,20. Lifte 2116 4,75. Pers. d. Buchdruderei H. S. Hermann, Beuthstr. 8 86.30 gegenüber erzielt haben sollte, den Magistrat dem Gelächter gestellt. Die Ziviliften und Soldaten erhielten für die Tagschicht Lifte 2077, Parkettl. d. F. Roch 27,30. Liste 1203, Firma Feist 8,85. aller Kundigen preisgegeben hat. 3 M., für die Nachtschicht 4 M. 50 f., die Unteroffiziere 3 M. 50 f. Amer. Aukt. v. Ges.- Ber. Sängerfranz" 12,80. Riste 1479, Binsmann 8,80. Die Freireligiösen werden natürlich auch gegen die und 5 m. 25 Pf. Daß die Unteroffiziere höher entlohnt wurden, Liste 1791, Lentmann 17,60. Liste 2138, Silb.- W.- Fabr. Mayen u. Co. 32,90. Ausweisung ihrer Jugendlichen aus dem Bürgerfaal hat allgemein befremdet; es wird behauptet, daß von ihnen Lifte 2139, Arb. d. Latern.- Fabr. Vogler 11,80. Rifte 1732, Witting 6,85. nichts tun fönnen. Zweifelhaft ist uns aber. ob teine schwereren Arbeitsleistungen verlangt tourden als von den Tischlerei Gebr. Faul 1, Fahrstuhlarb., Kol. Schrödter 2,52. Liste 1331 22,20. Liste 1940 3,90. Aug. Bed, Verb. d. Lagerh. 30,-. Lifte 2133 9,60. es ihnen gelingen wird, selber einen anderen Saal Biviliften. Lifte 2104, Mag Mäder 15,75. Lifte 2164, Hagemann 3,75. Liste 2165, zu finden, der zu den Vorlesungen für Jugendliche ge- Zum erstenmal sind in diesem Jahre alkoholfreie G. Fehrmann, Ritterſtr. 5,85. Lifte 2129, Hanich 4,25. Lifte 1309, Blöger eignet wäre. Was könnte das wohl für ein Saal sein. wenn Silvesterfeiern in größerer Zahl in Berlin veranstaltet 5,65. Liſte 1670, Bennewit 3,70. Lifte 1334, Bureau d. Holzarb. 25,50. es nicht ein Raum in irgend einem der anderen städtischen Gehäuser und Klublokale der Abstinenzler, in denen die" Fröhlichkeit worden. In der Hauptsache waren es die vegetarischen SpeiseBon d. Hausd. u. Kutschern des Handtuch- Berleih- Instit. Leop. Figner, 4. Rate 20,- Strafgeld durch P. 3.-90. Gef. 1. Feiert. b. Stielblod, bäude sein soll? Doch nur ein Tanasaal! Mit solchen ohne Alkohol" zum Prinzip erhoben ist. Die Frage der Hülfsmittel Charlottenburg 3,-. Joh. Kröger, Gelsenkirchen 13, Lifte 1754 2,20. Sälen hat die Freireligiöse Gemeinde die übelsten Erfahrungen für die notwendige Silvesterbegeisterung wurde damit gelöst, daß Verb. d. Schneider a Konto 150,-. Liste 2179 6,35. Liste 1878 4, Rifte 2148 gemacht, bevor ihr die Aula bewilligt wurde. Sie werder alkoholfreier Bunsch und vegetarische Pfannkuchen serviert wurden. Rifte 2146 Berl. Wert Siemens u. Halste 32,60. Tischlerei Kimbel u. Friederichsen, 2. Rafe 50,35... 1,25. gerade in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag zu Ver Der alfoholfreie Punsch besteht aus einem Extrakt aus Limonade, Bom Personal der Buchdruckerei: F. Ashelm 12,- Deutscher Verlag 10,40. gnügungen benutzt, die bis in den Sonntagmorgen hinein der mit einer Zuckerlösung präpariert wird. Die neuen Pfannkuchen Fränkel u. Stroh 4,65. Heimann u. Sohn, 2. Rate 4,50. Streuz- Beitung 7,15. dauern. Wenn die Kinder sich in dem Lokal einfinden, ist der find ohne Bujaz von tierischem Fett", wie der Fachausdruck lautet, Lichtwis 7,50. 23. Möjer 22,35. 2. Pilz 3,15. Bormetter 2,20.. Sitten Saal noch erfüllt von allerlei Düften, noch nicht genügend durch hergestellt: fie follen mit Pflanzenbutter oder De geben fei feld 62,70. Scherl, Abt. Tauscher und Gartenlaube" 8,15; Maschinenmeister der Woche" 16, lastein u. Co., Galvanoplastik 5,45; Hülfs- wärmt, und manchmal erhalten die Kinder sogar noch Gelegen- den Kreisen, in denen man sich vom Alkohol freimachen will, viel arbeiter der Akzidenz- Abteilung 11,50; Hülfsarbeiter der Rotations. heit, dem Aufbruch der letzten Teilnehmer des Vergnügens gekauft. Abteilung 6,10; Korrektoren 3,35; Beitung 25,75; Beitungss 5,95. zuzusehen. Wenn der Magistrat jetzt solche Räume als geStereotypie 12,20. Personal der Berliner Neuesten Nachrichten" 5,95. Site 360, Berband der Mühlenarb. Schüttmühle 6, ifte 1958, Ruber eignet" gelten lassen will, so schlägt er damit sich selber auf den verein Collegia", Charlottenburg 20,30. Lifte 1595 4,35. Bentr.- Verb. der Mund. Als das Provinzial- Schulfollegium die Ausweisung Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschl., Ortsverw. Berlin, auf Listen der Freireligiösen aus der Schulaula forderte, erklärte der 110,-. Bentralverband der Töpfer, Filiale Berlin, auf Liften 224,35. Magistrat durchaus zutreffend, daß in Anbetracht des Rifte 1965, Klavierarbeiter durch Lüpnik, 5,10. Liste 265, Bergolder, 2,55. Lifte 201-204, Rammer, 16,45. Frühschoppen Gießtanne- Klub, Stephanftraße 31 5,- Ossowski, Hirschberg i. Schl. 11,55. Summe 1623,07. Bereits quittiert 33 218,13. Gesamtsumme 34 841,20 M. Weitere Beiträge werden entgegengenommen. Der Berliner Beitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission Engel- llfer 15. 11-1 und 6-8 Uhr. Geldsendungen sind zu richten an Alwin Körsten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission Berichtigungen. In Nr. 294 d., B." muß es Handtuchverleih- Inft. Leop. Figner ftatt Zigner heißen. In Nr. 295: Liften 310-19 140,65, darunter Poppe 3,00, Schöppte 10, und Möbelfabrik Kümmel, nicht Fabrikant. In Nr. 296 muß es nicht heißen F. Jordan, Lübederstraße 12, fondern: Sechsertasse, Treppengeländerfabrit Vogt u. Söhne 12,-. Ferner find 10,80 v. G. Pöthig quittiert, soll heißen: Bautischlerei Thal, Belforter ftraße 44. In Nr. 297: Raucht. Freundschaft", nicht Fremdherrschaft 10,-. In felbiger Nummer muß es statt Roll. v. Bär u. Stein heißen: Hagemann und ausgesperrte Soll. v. Bär u. Stein. In Rr. 300: Einsezer v. Behrend d. Bemkus nicht 6,00, sondern 6,50. In Nr. 301: Tapezierer v. W. Loeber soll stehen Köthenerstr. 45 9,35 In Nr. 302 muß es heißen: Bautischler der Aktiengesellschaft für Bauausführungen 28,20, darunter Einfeger 12,-. Außerdem muß es heißen: Bertha S. u. 2. 8,- statt Cha. S. 5,- und L. 3, und nicht Koppenstraße. Charakters ihrer Versammlungen ein anderes Lokal als eine Restauration wünschenswert er die Tanz- und Kneipfäle zurückzuführen, so gibt er seine eigenen cheine." Nötigt er jetzt die Freireligiösen, ihre Kinder in Gründe preis. Wir wollen abwarten, ob der Magistrat es wirklich fertig bringen wird, vor dem ungnädigen Augenzwinkern der Regierung so schmählich zusammenzufnicen. fich fräftig weiter. Der Verein hielt dieser Tage in den ArminDer Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter entwickelt sich fräftig weiter. Der Verein hielt dieser Tage in den Arminballen seine Generalversammlung ab. Sie wurde eingeleitet burch Ströbel über„ Die Entwidelung des nationalen Sinnes in einen ebenso lehrreichen wie interessanten Vortrag des Redakteurs Deutschland". Die jugendlichen Vereinsmitglieder, zirka 500, folgten dem Vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit und lohnten dem genommen; es wurden 2 neue Vorstandsmitglieder und 30 neue Redner durch starken Beifall. Alsdann wurden Wahlen vorBezirksführer gewählt. Der Vorstand seht sich nunmehr aus drei Auf Antrag des Vereinsmitgliedes Broh beschloß sodann die Versammlung einErwachsenen und sechs Lehrlingen zusammen. stimmig, daß der Verein eine Reihe von Bildungslursen( moderne Geschichte, Boltswirtschaft, Rechtsfunde, Naturwissenschaft, Kunst und Literatur) einrichte, für die bereits einige Lehrer gewonnen Einwickelpapier aus den Aktenschränken des Magistrats. Am sind und noch weiter gewonnen werden sollen, vor allem aus den in Berlin- Nord, der seit längerer Zeit amtliche Schriftstücke älteren sich auch sogleich zirka 150 Teilnehmer. 1. Dezember hatten wir mitgeteilt, daß bei jenem Schlächtermeister Reihen der Studierenden der hiesigen Universität. Es meldeten Der Beitritt zu Datums als Einwickelpapier benutt, nun auch Papiere des Wahl- diesen Kursen ist unentgeltlich, sie sollen dem Auffassungsvermögen bureaus unseres Magistrats aufgetaucht seien Blätter, auf der jugendlichen Zuhörer angepaßt sein. Es wurden dann noch weitere denen die Staatsanwaltschaft des Landgerichts I Berlin dem Vereinsangelegenheiten erörtert und die erste Nummer der neuMagistrat zum Zweck der Berichtigung der Urlisten meldet, welche gegründeten Bereinszeitung„ Die arbeitende Jugend", die in einer Personen bestraft worden sind. Am 14. Dezember hatten wir Auflage von 10 000 Gremplaren gedruckt ist, verteilt. Sodann wurde dann unsere Verwunderung darüber geäußert, daß auf unsere die Versammlung, in der fich eine ganze Reihe von Lehrlingen, zum Frage, wie denn der Schlächtermeister zu diejer eigenartigen Malu- Teil mit bemerkenswerter Gewandtheit, an der regen Diskussion be latur gekommen sein könne, bis dahin keinerlei Antwort erfolgt war, teiligten, von dem Vorsitzenden Lehmann geschlossen, mit dem Hinweder eine öffigiöse in einem der magistratsfreundlichen Blätter, weis auf die fünftigen Sonntag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr, noch eine offizielle durch amtliches Schreiben an den Vorwärts" im großen Saale des Gewerkschaftshauses stattfindende öffentliche Wir versprachen, daß wir uns noch etwas gedulden und weiter auf Versammlung, in der Rechtsanwalt Dr. Broh über das Thema Antwort warten würden. Nunmehr hat am Abend des beiter" referieren wird. Redaktion eingefunden und unter Vorweisung einer vom Vorsteher des Wahlbureaus ausgestellten Bescheinigung uns gebeten, ihm die frag lichen Schriftstüde auszuhändigen und auch die Adresse des Salächter meisters zu nennen. Wir haben diese Bitte gern erfüllt und haben am 2. Januar zwei der blut- und fettdurchtränkten Blätter samt der Adresse des Schlächtermeisters dem Wahlbureau brieflich übers fandt. " Berliner Partei- Angelegenheiten. 81. Des. ein Magistratsbeamter fich in den Räumen der„ Borwärts" Chriftliche Jünglingsvereine oder Verein freier jugendlicher Ar Barteigenoffen von Berlin, Teltow- Beeskow, Nieder- Barnim und Potsdam- Osthavelland. Am Sonntag, den 22. Januar 1905, erscheint die nächste Lokal. Lifte. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommission von obigen Kreisen, die Neu- Aufnahmen und die genauen Aenderungen bis spätestens Donnerstag, den 12. Januar 1905, einsenden zu wollen und zwar für: Teltow- Beeskow an den Genossen Robert Gramenz in Baumfchulenweg, Kiefholzstraße 258, b. III; Rieber- Barnim an den Genossen Robert Ried in Rummelsburg, Rantstraße 22, parterre; Botsdam- Ofthavelland an den Genoffen Karl Ling in Spandan Mittelstraße 13; Diverse Orte an den Genossen Gustav Nowag in Strausberg( Stadt), Baltmühlenstraße; Berlin an den Genossen Karl Rott, O. 34, Straßmannstraße 39. Die Lokalkommissions- Mitglieder wollen die genauen Die 2olaltommissions- Mitglieder wollen die genauen Aenderungen und Neu- Aufnahmen für obige Liste umgehend mitteilen, da spätere Einsendungen teine Berücksichtigung mehr finden können. Bielfach kommt es vor, daß Buschriften in ,, Lokalangelegenheiten" an die Redaktion oder Expedition des Vorwärts" gefandt tverden; zur schnellen Erledigung derselben ersuchen wir die Genossen, alle Anfragen und Zusendungen nur an den Genossen Karl Rott, Berlin 0. 34, Straßmannstraße 39, zu richten und nicht an den Borwärts". Die Parteiblätter der oben genannten Kreise werden um Abdruck ersucht. Die Trinkwassermenge, welche der Stadt Berlin( einschließlich der Vororte Neu- Weißensee, Stralau, Treptow und Nieder- Schöne weide) im Monat November 1904 zugeführt wurde, belcug insgesamt 4 552 095 Kubikmeter. Davon lieferten: das Tegeler Werk Station Charlottenburg 2044 862 und das Müggeljeewerk Station Lichtenberg 2 507 238 Rubikmeter. Der tägliche Verbrauch an Trinkwasser Wir nehmen an, daß eine Untersuchung darüber eingeleitet betrug im November 1904 durchschnittlich 151 736 Kubilmeter( gegen werden soll, wie jene Papiere, durch deren Inhalt die darin be- 144 137 im November 1903). Die Temperatur des von den Müggelzeichneten Personen bloßgestellt werden, unter die Makulatur des seewerken gelieferten Wassers( Seewaffer) betrug am Anfange des Schlächters geraten find. Da möchten wir vorschlagen, daß auch Berichtsmounts 8,3, Mitte des Monats 6,5 Grad Celsius. Das von die Armen direktion sich an dieser Untersuchung beteiligt. dem Tegeler Wert gelieferte Wasser( Brunnenwaffer) hatte am Anfange Aus dem bewußten Schlächterladen ist auch ein Blatt an uns ge- des Monats eine Temperatur von 10,3 Grad und Mitte November langt, auf dem die Armendirektion eine Mitteilung aus ihrem von 9,8 Grad Celsius, war aber wesentlich tälter als das Müggelfee" Schwarzbuch" macht. Die Armenkommissionen werden darin ge- wasser. warnt vor einem Ehepaar, das sich eine Unterstützung erschwindelt Die städtischen Gaswerte haben im Etatsjahre 1903/04 nicht habe. Die Personen, um die es sich hier handelt, mögen nicht von weniger als 12 Millionen Zentner Gasfohlen verbraucht, der besten Art sein, wie auch diejenigen Bersonen, von denen in davon 58 Proz. oberschlefifche, 27 Proz. niederschlesische, 10 Broz jenen Papieren des Wahlbureaus die Rede ist, keineswegs als englische und nur 5 Broz. westfälische. Lestere stellen sich für Berli Von schlesischen Kohle maßgebend für die Beurteilung der grundsäßlichen Frage, wurden 85 Proz. bezogen, nämlich 344 801 Tonnen oberschlefif Musterbürger gelten fönnen. Aber, nicht wahr, das ist ja wohl nicht zu tener, die Transporttosten sind zu hoch. ob es zugelassen werden darf, daß amtliche Papiere fom- und 158 722 Tonnen niederschleftiche. Infolge der hohen Pre promittierend als Ginwidelpapier verwendet forderungen des Niederschlesischen Kohlen- Synditats werden und so unter das Publikum verstreut werden? städtischen Gaswerte ihren Bedarf im nächsten Etatsjahre Die Unterkommission der städtischen Verkehrsdeputation hat Auslande decken. gestern eine Sigung abgehalten, in welcher der Blan, die Unter Wegen gefährlicher Körperverlegung ist Herr einf grundbahn bis ins Innere der Stadt zu führen, auf der Tages der befannte Sekretär des Arbeitsnachweises der Tischlermei ordnung stand. Man lam in der Beratung über den ersten der und Holzindustriellen, in Anklagezustand versetzt worden. 26 Baragraphen nicht hinaus, aus welchen der von der Firma wohl noch allgemein erinnerlich sein wird, provozierte dieser Siemens u. Halste vorgelegte Vertragsentwurf besteht. Irgend Herr vor dem Arbeitsnachweis in der Alexanderstraße zu welche Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt. wiederholten Malen schlimme Auftritte mit den Kontrollposten des Holzarbeiter- Verbandes. Auch die Gerichte mußten sich bereits mehrfach aus diesen Anlässen mit der Person des Herrn Meinke beschäftigen, so am Montag das Moabiter Schöffen gericht. Dem Beschuldigten war zur Last gelegt, am 21. Nogericht. Dem Beschuldigten war zur Last gelegt, am 21. Nobember 1903 den Tischlergesellen Herrmann ohne jeden Die Neujahrsnacht Die Lokalfommission für Berlin und Umgegend. hat mit dem ortsüblichen Radau eingesetzt, wenn auch Nowawes. Am Mittwoch, abends 81, Uhr, findet bei Otto infotveit ein Fortschritt der Gefittung zu melden ist, als diesmal Siemke, Wallstraße, eine Sigung des Wahlvereins statt. Tages- nur 202 Personen festgenommen wurden, das sind 129 weniger als ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnung vom Kunstabend. 3. Ab vor einem Jahre. Die meisten Festnahmen Die meisten Festnahmen- 117 entfielen rechnung vom ersten Quartal. 4. Bericht der Lokalfommission. wieder auf den Stadtteil in der Nähe der Linden. Auf dem Nettel Grund auf offener Straße mit einem Spazierstod wuchtig über 5. Verschiedenes. Lokales. Der Vorstand. bedplay griffen drei junge Burfchen einen Striminalschutzmann, der den Kopf geschlagen zu haben. Der Mißhandelte, vertreten kurz vorher gegen einen Droschtenfutscher eingeschritten war, so durch Rechtsanwalt Dr. Heinemann, ist als Nebenkläger zugewalttätig an, daß er seinen Dienstrevolver ziehen mußte. Sie gelassen worden. Zu einer Verhandlung der Angelegenheit versuchten ihm die Waffe zu entreißen. Dabei entlub sich ein Schuß, fam es indeffen nicht, da die Aften nicht zur Stelle waren. und die Kugel drang dem in der Nähe befindlichen Schwiegervater Wie vom Richter mitgeteilt wurde, befanden sich die Akten des Beamten in den rechten Oberschenkel. Vom„ Umschwung" im Berliner Schulkonflikt. Die Burschen gingen merkwürdigerweise auf dem Polizeipräsidium. Die dann noch gegen zwei inzwischen dazugekommene Schußmänner fo Der freiwillige Rückzug, den in Sachen der Freireliicharf vor, daß ber eine den Säbel ziehen mußte, mit dem Verhandlung wurde daher vertagt. giösen Gemeinde unser Magistrat antritt, scheint in beer einem der Angreifer, dem Kutscher Fischer, einen Hieb über Der Berliner Bichbestand. Die Viehzählung am 1. Dezember 1904 schleunigtem Tempo vor sich gehen zu sollen. Der Magistrat den Stopf versetzte und dadurch seine Festnahme ermöglichte. Bei hat ergeben, daß der Pferdebestand in Berlin, der infolge der hat es offenbar überaus eilig, fein der Freireligiösen Gemeinde einer in der Elisabethfirchstraße entstandenen Schlägerei mißhandelte Einführung des elektrischen Betriebes bei den Straßenbahnen be anfänglich bewiesenes Entgegenkommen wieder gut zu der Monteur Dräger seinen Gegner derartig, daß diefer bewußtlos deutend abgenommen hatte, den höchsten Stand vom Jahre 1900 machen", damit die Gnadensonne der staatlichen Aufsichts- zusammenbrach und in diesem Zustand in ein Krankenhaus über mit 51 190 Pferden inzwischen um 801 Stück überschritten hat. geführt werden muße. Seine Person ist noch nicht festgestellt. Berlin würde hiernach die Hälfte aller Pferde des deutschen Heeres behörde ihm wieder scheinen kann. Als die Mitternachtsstunde heranrückte, zogen die Freunde und stellen können. Ferner wurden innerhalb Berlin ohne den Vieh- und Am Mittwoch hatten wir gemeldet, daß der Gemeinde der Freundinnen bes Silvesternachtsfandals in hellen Haufen Schlachthof 10 520 Rinder und Ochsen, 42 Schafe, 1406 Schweine und ihr bewilligte Bürgerfaal des Rathauses für die Versa mm- ben Linden, der Friedrichstraße, dem Rathaus. Alexanderplatz und 625 Biegen gezählt. Maultiere, Efel, Gänse, Enten, Hühner und Tauben lungen der Erwachsenen nun wieder entzogen worden den anderen in dieser Nacht bevorzugten Ansammlungsstätten zu. Die find im Dezember nicht mitgezählt worden. Hunde sind ebenfalls sei. Im Bürgersaal ist der lezzie Vortrag für Erwa hiene am Bolizei, in ihrer ganzen Stärke mobil gemacht, zog ihre befannten nicht gezählt worden, wir wissen aber trozdem, daß es nach der SteuerNeujahrstage gehalten worden, vom nächsten Sonntag ab muß Stetten, welche zumal das Ineinanderfluten und Aneinander- aufnahme in Berlin 32 000 Sunde gibt. Thus dem Stiftungsfonds des Stadtältesten Franke, welcher be- Angeschossenen mußte im Krankenhause infolge der schweren Verstimmt ist, zur Unterstützung von franken oder sonst erwerbsunfähigen legung ein Bein amputiert werden, so daß er durch die UnvorsichtigEinwohnern, vorzugsweise bedürftigen Kommunal- Unterbeanten zu feit des Schützen zum Strüppel geworden ist. Eine gerichtliche UnterBadekuren, sind im Etatsjahre 1904 gezahlt worden: je eine Rate zu suchung des traurigen Falles ist von der Potsdamer Staatsanwalt30, 60 beztv. 70 M., vier Raten a 50 M. und sechs Naten a 40 M., schaft eingeleitet worden. zusammen 600 m. Der Witterungsumschlag. Aus den Nachbarorten, Steglitz. Am linken Unterarm er mit modefarbenem Bom Schlage getroffen wurde gestern nachmittag in der Schloß straße ein unbekannter, etwa 36 Jahre alter Mann. Passanten Kellergeheimnisse. Ein Lager unzüchtiger Bilder und Schriften brachten den Unglücklichen nach einem Restaurant. Ein sofort herbei entdeckte und beschlagnahmte die Kriminalpolizei in der Buchhand- gerufener Arzt konnte nur den inzwischen eingetretenen Tod festMit scharfem Frost hat das neue Jahr eingesetzt. Elf Grab lung von Marcus in der Passage Unter den Linden. Sie hatte stellen. Der Verstorbene hat furzgeschnittenes dunkelblondes Haar, Kälte am frühen Morgen: Das hemmt mit einem Schlage die Bau- schon länger beobachtet, daß mit solchen Schmußereien wieder ein graue Augen und dunklen Schnurrbart. schwunghafter Handel getrieben wurde, fonnte aber in dem Laden befinden sich Brandwunden. Bekleidet war tätigkeit und malt das Schreckbild massenhafter Arbeitslosigkeit an und dem Lagerfeller des Marcus, auf den ihr Verdacht fiel, nie Jackettanzug, braunem Ueberzieher und Schlapphut. die Wand. Die Jugend aber freut sich der Eisbahnen, die, soweit sie künstlicher Natur" find, am Neujahrstage und auch gestern worden ist, verreiste vor einiger Zeit zur Wiederherstellung seiner etwas finden. Marcus, der durch den Handel wohlhabend geEin Skandal auf dem Friedhof hat in der Villenkolonie Karlsglänzende Geschäfte machten. Aber auch die Gewässer in der Umsegend Berlins beginnen schnell zuzufrieren, und auf den Grunewald- vertritt ihn seitdem. Jetzt beobachteten Kriminalbeamte das Geschäft Bureau- Assistent der Friedrichsfelder Gemeindeverwaltung, Red, segend Berlins beginnen schnell zuzufrieren, und auf den Grunewald- angegriffenen Gesundheit nach der Riviera und ein junger Mann Horst großes Aufsehen erregt. Dort hat sich in seiner Wohnung der ſeen sowie auf dem besonders frei liegenden Müggelsee hat sich be- noch schärfer. Nachdem sie sich überzeugt hatten, daß die unzüchtigen erhängt. Der Grund zum Selbstmord war die angebliche Untreue sonders im Laufe des Nachmittags eine ansehnliche Eisschicht gebildet. Sachen aus den Geschäftsräumen in der Passage herrühren mußten, seiner Frau, mit der er erst ein halbes Jahr verheiratet war. Bei Auf der Spree konnte der Verkehr noch aufrechterhalten werden. Viele Unfälle hatten das Schneegestöber und die Glätte am anderen und entdeckten nun einen Gang, der vom Lagerfeller nach fam es zu erregten Szenen. Die Leiche wurde zwar ohne kirchliche durchsuchten sie sie noch einmal gründlich von einem Ende bis zum der Beerdigung des Selbstmörders auf dem Karlshorster Friedhof Silvesterabend zur Folge. Der 33 Jahre alte Kutscher Gustav Biehler einem anderen abgeschlossenen Kellerverschlage führt. In diesem Ehren beigesetzt, doch hielt ein befreundeter Pfarrer eine Grabrede, aus der Voltastr. 40 glitt in der Brunnenstraße aus, schlug mit dem fanden sie endlich einen großen Vorrat des gemeinsten Schundes, in der er den Eltern des Verstorbenen Trost spendete. Gegen die Gesicht auf den Bürgersteig auf und verletzte sich schwer an Stirn und Nase. der nach Serien geordnet in Gestellen und Kästen untergebracht gleichfalls anwesende Witwe des Verstorbenen richtete er scharfe Der 20jährige Handlungsgehülfe Hugo Hirsch aus der Gr. FrankfurterAngriffe. Sie mußte schließlich eiligst den Friedhof verlassen, weil straße 40 brach fich furz vor seiner Wohnung bei einem Sturz den rechten war. Marcus ist von der Riviera noch nicht zurückgekehrt. die Freunde ihres verstorbenen Mannes ihrer Empörung über ihr Oberschenkel, die 40 Jahre alte Arbeiterfrau Mathilde Zimmer aus der Verhalten ziemlich deutlich Ausdruck gaben. Friedrichsbergerstraße 4 den linken Oberschenkel; der 32 jährige Arbeiter Franz Tietz aus der Friedrich Karlstraße 6 zu Friedrichsberg fiel auf dem Bahnhof Frankfurter Allee beim Aussteigen aus einem Stadtbahnzug vom Trittbrett auf den Bahnsteig und zog sich einen Bruch des rechten Oberschenkels zu; der 30 Jahre alte Handlungsgehülfe Wilhelm Schulze glitt beim Ueberschreiten eines Straßenbahngleifes in Pankow aus, brach sich im Fallen den linken Oberschenkel, geriet außerdem unter einen Straßenbahnwagen, der ihn ein Stück Weges mitschleifte, und erlitt dabei auch noch bedeutende Hautabschürfungen. Die Verunglückten mußten alle mit Lückschen Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Auf der Rettungswache in der Kastanien- Allee wurden noch drei Personen verbunden, deren Verlegungen weniger schwer sind und die deshalb ihre Wohnung aufsuchen konnten. Der Drfan in der Nacht zum 31. Dezember hatte zahlreiche Störungen der Telegraphen- und Fernsprechleitungen verursacht. Besonders Not gelitten hatten die Leitungen nach dem Westen und dem Süden. Die telegraphische Verbindung mit EngTand war zeitweise fast ganz unterbrochen. England und Holland waren ganz abgeschnitten. Von den deutschen Stabeln konnte zeitwachsen war. Die Reichs- Telegraphenverwaltung hat die Wiederher stellung der Linien mit allen Kräften aufgenommen. Auch der Festtag unterbrach die Arbeiten nicht, so daß gestern in der Hauptsache alles wieder in Ordnung war. Ganz unberührt von der Zerstörung durch das Element blieben die Fernsprechleitungen in Berlin und in anderen großen Städten des Reiches. Hier ist die Leitung unter der Erde in der Hauptsache schon durchgeführt. Erfroren ist in der Nacht zu gestern ein Arbeiter Rudolf Lüpte, dessen Alter und Wohnung noch nicht bekannt sind. Ein Schußmann fand ihn gestern morgen gegen 6 Uhr auf dem Hofe des Hauses Fennstr. 39 bewußtlos liegen und brachte ihn mit einer Droschte nach der Unfallstation in der Lindowerstraße. Hier stellte der Arzt fest, daß der Mann nach übermäßigem Alkoholgenuß erfroren und bereits tot war. Das Urteil in Sachen Kerfin. Die Gründe des in Sachen Kerfin gegen die Berliner Stadtverordneten- Versammlung am 29. November d. I. vom hiesigen Be zirksausschuß erlassenen Ürteils decken sich im wesentlichen mit den Gründen der Klage und lauten wie folgt: lung vom 29. Dezember 1903 auf ungültigkeitserklärung der Wahl " Da der angefochtene Beschluß der Stadtverordneten- Bersammdes Gastwirts Kerfin lautet, so ist letzterer wegen der Verlegung seines Individualrechts zur Klage berechtigt. Da ferner die Klage rechtzeitig bei dem Gericht eingegangen ist, so liegen in formeller Beziehung keine Bedenken vor. Unser tägliches Eisenbahnopfer. Von der Maschine erfaßt wurde gestern gegen 28 Uhr der 26jährige Lokomotivheizer Paul Glauder, der aus Willnow bei Neu- Stettin stammt und Charlottenburg, Sophie Charlottenstr. 111, wohnhaft, als er das Einfahrtsgleis überschritt. Die Maschine des Personenzuges 1736 erfaßte ihn und zermalmte seinen Oberkörper vollständig. Glauder hatte Dienst auf der auf dem Reservegleis stehenden Reservemaschine und hatte sich in der dort befindlichen Bude etwas aufgewärmt. Als er sich nun wieder nach der Maschine begeben wollte, ist er wahrscheinlich ausgeglitten, und ehe er sich erheben fonnte, von der Maschine erfaßt und überfahren worden. Die Leiche wurde nach dem Reichenschauhause befördert und der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet. Den Führer des einfahrenden Zuges soll keine Schuld treffen. Glauder ist unverheiratet und stand furz vor seiner Anstellung. Brände in Berlin und den Vororten. Am Montag wurde die BerFeuerbericht. Mit der Zunahme der Kälte mehren sich auch die In der Sache selbst war zu prüfen, ob bei der Wahl Kerfins liner Feuerwehr in furzer Zeit ein dugendmal alarmiert. Unter an- erhebliche Unregelmäßigkeiten" im Sinne des§ 27 der Städte= derem nach Alt- Moabit 45, wo der Dachstuhl des Hauses in großer Ordnung vom 30. Mai 1803 vorgekommen sind, die die ungültigkeitsAusdehnung in Flammen stand. Um sie zu löschen, mußte die vierte erklärung der Wahl rechtfertigen. Bei Untersuchung dieser Frage Kompagnie mehrere Schlauchleitungen vornehmen und längere Zeit durfte sich das Gericht nicht nur auf die Fälle beschränken, welche in Waffer geben. Die Entstehung des Brandes ist noch nicht ermittelt. dem angefochtenen Beschluß als erhebliche Unregelmäßigkeiten und dementsprechend Wegen eines Ladenbrandes erfolgte ein Alarm nach der Großen angenommen auch in den ParteiFrankfurterstr. 86. Papier und Zigarrenkisten wurden in der Eichen Schriftsätzen nur allein zur Erörterung gebracht sind, dorfstraße 16 ein Naub der Flammen; Kleider und anderes in der sondern es hatte daneben, unabhängig von den Anregungen Blumenstr. 80/81; Möbel, Gardinen 2c. in der Wrangelstr. 26. der Parteien und der Wähler, alle Vorgänge bei der in Jm Dachgeschoß des Hauses Heiligegeiſtstraße 34 fam in Nede stehenden Wahl, die als erhebliche Unregelmäßigkeiten in Beeiner Schneiderei Feuer Kerfin Hausbefizer ſei. 2. Der Wahlvorsteher soll gefragt haben, ob der Kandidat " aus, das mit einem Rohre auf das tracht kommen fönnen, rücksichtlich ihrer Bedeutung für die Wahl Geschoß beschränkt werden konnte. Ein Kellerbrand beschäftigte die zu untersuchen. In dieser Beziehung sind aber folgende Bedenken Feuerwehr in der Oppelnerstraße 27; Graunstraße 26 brannten gegen die Ordnungsmäßigkeit der Wahl bekannt geworden: Möbel usw. im ersten Stock und Dunckerstraße 10 Verpackungs1. Bei Eröffnung der Wahl soll der Wahlvorsteher den Wahlmaterial usw. In der Ritterstraße 81 mußte ein Schornsteinbrand vorstand nicht durch Handschiag verpflichtet haben. längere Zeit beobachtet werden. Ferner wurde die Wehr nach der Roßstraße 1 und Frankfurter Aulee 116 gerufen. Hier wurden Sauerstoff- Apparate gebraucht, in der Roßstraße mit Erfolg. Von 3. Der Wahlvorstand soll Wähler behufs Erkundigung nach dem der Frankfurter Allee mußte der Kranke nach dem Krankenhause am Namen des zu wählenden an die Parteitische verwiesen haben. Friedrichshain überführt werden. Außerdem hatte die Wehr noch 4. Zwei Wähler, die einen gewissen Frid hätten wählen wollen, Durch das leichtsinnige Betreten des Eises sind, obwohl in der Rüdersdorferstraße 15 und an anderen Stellen tüchtig zu tun. soll der Wahlvorsteher mit den Worten zurückgewiesen haben: die Eissaison kaum begonnen hat, schon drei schwere Unfälle herbeiHerr Frick ist hier nicht aufgestellt." Ein Berliner Laubendieb ist in Stettin ergriffen worden. Ende Das gleiche foll einem geführt worden, von denen der eine einen tödlichen Ausgang nahm. Der siebzehnjährige Schiffergehülfe Hensel, der auf einem bei November und Anfang Dezember v. Jahres wurden in der Ume Wähler geschehen sein, der einen Herrn Coler wählen wollte. 5. Eine Anzahl Wähler, die verschiedene Namen genannt hätten, Köpenid verankerten Stahn beschäftigt war, betrat, um die Festigkeit gebung von Berlin, namentlich in Bankow und Weißenfee, viele wie Berfin, Bersin, Bassin, Karpin usw., soll der Wahlvorsteher ge des Eises zu prüfen, den sogenannten Frauentrog, eine Ausbuchtung Lauben erbrochen und ausgeplündert. Nachdem die Diebstähle hier fragt haben:„ Sie meinen doch wohl Kerfin?" oder„ Sie wollen der Spree bei Köpenick, und brach ein. Der Unfall war von aufgehört hatten, machte ein Einbrecher die ganze Strecke von Berlin doch wohl Herrn Emil Kerfin wählen?" Darauf soll der Name Schiffern bemerkt worden, doch gestalteten sich die fofort vor nach Stettin hinunter unsicher, indem er Sommerwohnungen, Kerfin in die Abstimmungsliste eingetragen sein. genommenen Rettungsversuche um so schwieriger, als das Eis Lauben und Geschäftslokale heimsuchte. In Stettin selbst wurde jetzt bröckelte und unter den Füßen der Retter nachgab. Als es endlich ein Arbeiter Wilhelm Gierke bei einem Einbruch ertappt und fest- führer der Sozialdemokraten und andere Personen den Wählern 6. Es soll insofern Wahlagitation getrieben sein, als die Listen nach längerer Zeit gelang, den Berunglückten zu landen, war es genommen, und nun ergab sich, daß man in ihm den Laubendieb während der Ausübung ihres Wahlrechts in vielen Fällen laut den leider zu spät, ein Schlaganfall hatte anscheinend dem Leben des erwischt hatte, der auf dem Wege nach Stettin seinem unredlichen Namen Kerfin zugerufen hätten. Dies sei geschehen, trotzdem der jungen Mannes ein Ende gesetzt. Gewerbe treugeblieben war. Wan fand bei ihm Ausweispapiere, Wahlvorsteher diesen Zuruf wiederholt als ungehörig verboten hätte. andere Schriftstücke und Wertsachen verschiedener Art, die alle aus den Lauben bei Berlin usw. gestohlen waren. Ein zweiter Unfall ereignete sich an der Einmündung der Havel zum Tegeler See. Hier spielte der zwölfjährige Schüler Karl Müller aus Spandau mit mehreren anderen Knaben am Ufer des Gewässers und betrat trotz Abratens seitens seiner Spielkameraden das Eis. Der Sternenhimmel im Januar. Wir geben das Bild der FirEr brach ein, jedoch gelang es ihm, sich am Rande der Bruchstelle sterne, wie für jeden Monat, wiederum für 10 Uhr abends zu Anfolange festzuhalten, bis Hülfe zur Stelle war. Ein dritter Unfall fang Januar; dasselbe gilt dann für den 15. Januar schon um wird aus Erfner gemeldet. Ein zehnjähriger Knabe, der gestern 9 Uhr und für den letzten Januar noch eine Stunde früher. nachmittag die Eisfläche der Spree betrat, brach etwa fünf Meter Im Zenit, senkrecht über uns, steht der sehr helle Stern vom Ufer entfernt ein, wurde jedoch nach längerem Bemühen ge- Capella; die Milchstraße zieht direkt an ihm vorbei und rettet, nachdem er bereits das Bewußtsein verloren hatte. Der Ver- zwar in der Richtung von Südwesten nach Nordosten. In ihr steht unglückte wurde nach dem Krankenhause in Köpenick gebracht. nordwestlich von Capella das leicht kenntliche Sternbild Cassiopeja und ziemlich tief im Norden De nep vom Sch tv a n, zwar ein Stern zweiter Klasse, aber doch durch seine Helligkeit auffallend. Die Ausschußwahlen der Beisiger des Berliner Gewerbegerichts finden am 13. Januar 1905 abends 7-8 Uhr im Saale 109 des Rathauses statt. Die Ordnungswidrigkeiten zu 1 und 2 hat der Gerichtshof ohne weitere Feststellung des Sachverhalts als unwesentlich von der Erörterung ausgefchieden( cfr. auch Entscheidung Oberverwaltungsgerichts Bd. 36 S. 121). Die Verweisung an die Parteitische( Punkt 3) könnte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Verweisung an den Parteitisch einer bestimmten Partei erfolgt wäre, nicht aber wenn, wie hier, ganz allgemein eine Anweisung des Wahlvorstehers ergeht und den Wählern die unbeeinflußte Wahl bleibt, ob sie den Namen des zu wählenden von den liberalen oder den sozialdemokratischen Parteivertretern erfragen wollen.( D. V. G. Bd. 31 S: 6.) Die Abweisung zweier Wähler, die Frick wählen wollten ( Punkt 4), ist nach Aussage des Zeugen Damm geschehen, weil die Am südwestlichen Himmel prangt der glänzende Planet Jupiter, wähler gar nicht in der Wählerliste eingetragen waren und in der allen Figsternen an Glanz weit überlegen ist. Südlich von der Capella finden wir den hellen Aldebaran Einwand gegen diesen Vorgang. einent anderen Wahllokal zu wählen hatten. Damit entfällt jeder Die gegenwärtige Winterkälte macht sich den Reisenden doppelt( 1. Klasse) und in seiner Nähe, ein wenig nordwestlich, das bekannte Rober, weil dieser Name tatsächlich in die Abstimmungsliste einDas gleiche gilt von dem Fall empfindlich fühlbar, wenn in dem geheizten, schnell dahineilenden Siebengestirn oder die sagenumwobenen Plejaden. Die Wagen die Fenster herabgelassen sind, weil es irgend einem der Mit- Linie Plejaden- Aldebaran führt in ihrer Verlängerung durch das getragen ist und nicht behauptet oder festgestellt ist, daß der be fahrenden wieder zu warm ist. pflegen sich dann aber wohlweislich so zu placieren, daß der eisige zwei Ecksterne erster Größe find, ganz nahe zu dem am hellsten erwähnten Vorgänge zwar nicht an sich, wohl aber, wenn sie auf Diese gefühlvollen Mitmenschen schöne Sternbild Drion, ein prachtvolles Sternviered, von dem treffende Wähler seine Stimme nicht noch nachträglich abgegeben hat. Dagegen hat das Gericht geglaubt, daß die unter 5 und 6 Luftzug, der von außen hereindringt, nicht sie, sondern die Mit- funkelnden Firstern, dem Sirius, der dem Orion in südöstlichem das Wahlergebnis von Einfluß gewesen wären oder doch wenigstens reifenden trifft und sind dann immer sehr aufgebracht darüber, daß Abstande nachfolgt. Nördlich vom Sirius, auf der anderen Seite auf dasselbe einen bestimmenden Einfluß hätten ausüben können, die sich diese rücksichtslose Behandlung nicht gefallen lassen wollen. der Milchstraße, gewahren wir den hellen Brochon( 1. Größe) als erhebliche Unregelmäßigkeiten" zu erachten seien und zur So tommt es denn zu Streitigkeiten darüber, ob die Wagenfenster und über ihm das Zwillingspaar East or und Pollug, von ungültigkeitserklärung der Wahl führen mußten. mur auf der„ Windseite" oder im Winter überhaupt denen der erstere der zweiten, der andere der ersten Größenklasse Beziehung erfolgte Beweiserhebung hat jedoch zu einem dem Kläger Die in dieser nicht geöffnet werden dürfen. Selbst auf den verhältnis angehört. mäßig furzen Streden Der Stadts, Ring und Am nordöstlichen Himmel finden wir das Sternbild des günstigen Ergebnis geführt. Vorortbahnen sind solche Differenzen zwischen Fahr Großen Bären oder Wagens, mit den drei Deichselsternen ersten Abstimmungsbezirkes in der Prinzenstraße vorgekommen sind, Was zunächst die Zurufe anbetrifft, die in dem Wahllokale des gästen nicht selten, und in diesem„ Kampf um das Fenster" ist es nach Rorden weisend, während die Hinterräder in ihrer Berlängerung so find die Zuruse als solche zweifellos Ungehörigkeiten, denen der für die Zugbegleiter und Stationsbeamten oft schwer, eine allfeits be- auf den unverrückbaren Polarstern hinführen. friedigende Lösung zu finden. Die wiederholten Beschwerden über Auch ein Stern erster Größe ist wieder im Osten zu sehen, der liche Unregelmäßigkeiten können sie aber, wie auch das Ober- VerWahlvorsteher rüdsichtslos entgegenzutreten verpflichtet ist, als erheb= das rücksichtslose Deffnen der Wagenfenster haben nun die königliche Regulus vom Sternbild des Bären. Eisenbahndirettion Berlin veranlaßt, die beteiligten Verbindungslinie des Polarsternes mit den Hinterrädern des großen beeinflussungen berücksichtigt werden, und diese kommen nach EntDie vorhin genannte waltungsgericht annimmt, nur unter dem Gesichtspunkt der WahlDienststellen anzuweisen, darauf zu achten, daß während der kalten Wagens führt nördlich am Regulus vorbei. Jahreszeit in den fahrenden Zügen der Stadt-, Ring- 2c. Bahn scheidung des D. V. G.( Pr. Vert. Bl. 15, S. 556) überhaupt tein Fenster ganz geöffnet bleibt. Mit dieser VerBedeutung für das Endresultat der Wahl gewesen sind. Es bleibt mur insoweit in Betracht, als sie tatsächlich von unverkennbarer fügung dürfte die goldene Mittelstraße innegehalten und eine weitere deshalb festzustellen, in welchem Umfange solche Wahlbeeinflussungen Verständigung zwischen den Fahrgästen ermöglicht sein. Vor allen Dingen dann, wenn kein zu elender Kanaster in den Rauchcoupés über nicht unzugänglich geblieben sind. geschehen und inwieweit Wähler dieser versuchten Einwirkung gegen gequalmt wird. Selbstmorde am Neujahrstage. Der Mond ist in der Abnahme begriffen, sein Licht stört jetzt also die Himmelsbeobachtung nicht; Neumand wird am 5. Januar. Vollmond am 21. eintreten, am 13. und 28. Januar wird erstes und letztes Mondviertel herrschen. Die Sonne beginnt wieder höher zu steigen und die Tage werden länger. Am 1. Januar steht sie 72 Stunden, von 8 Uhr 20 Minuten früh bis 4 Uhr nachmittags am Himmel, am 31. Januar dagegen schon über 9 Stunden, von 7 Uhr 51 Minuten früh bis 3 Minuten vor 5 Uhr abends. Durch die Zeugenaussagen ist ziveifellos festgestellt, daß mehrDie 40 Jahre alte Frau fach der an und für sich nicht recht geläufige Name Kerfin den b. Stutterheim, geborene Strüger, aus der Wrangelstraße 58 wählern zugerufen, daß dies aber nicht in besonders zwingender Weise und der 55jährige Droschkenkutscher Karl Kurzhals aus der geschehen ist. Dagegen gehen die Aussagen über den Zweck dieser Zurufe Andreasstraße 70 haben am Neujahrstage durch Erhängen ihrem Leben ein Ende gemacht. Frau v. Stutterheim, eine frühere durchwandert und die geschuppten und gepanzerten Bewohner von Beugen bekunden, die Zurufe wären an Wähler geschehen, nachdem Wenn man das Berliner Aquarium von der Reptiliengalerie an über die Zahl und den Hergang dieser Fälle auseinander. Während einzelne Hebamme, war seit sechs Jahren mit einem Handlungsreifenden verheiratet. Diesen Beruf mußte sie vor vier Jahren aufgeben, weil Steppe und Wüste und Kulturland, die behaarten und befiederten sie gewählt hätten, gewissermaßen zur Belehrung darüber, daß sie fie infolge eines Schlaganfalls auf der rechten Seite gelähmt war. des See- und Süßwassers in bunter Bielgestaltigkeit an sich vorüber- feien geschehen zur Aufklärung und zum Zwecke der Beeinflussung. fie infolge eines Schlaganfalls auf der rechten Seite gelähmt war. Geschöpfe der Luft und des Erdbodens, die bewegliche Bevölkerung falsch gewählt hätten, haben andere Zeugen ausgesagt, die Zurufe Während ihr Mann in Charlottenburg wohnen blieb, zog sie im Oftober vorigen Jahres zu ihrer Mutter nach der Wrangelstraße, ziehen sieht, dann ruht das Auge förmlich aus, sobald es die sogen. Die Angaben über die Zahl der zurufe schwanken selbst bei den um eine beffere Pflege zu haben. Während die Mutter, eine Hand- Stillebenbecken vor sich hat. Hier atmet alles Ruhe und Frieden, ob- Beugen, die dem größten Teil der Wahlhandlung beigewohnt haben, werkerswitwe und Handelsfrau, gestern einen Abendgottesdienst be- schon die Besehung, welche vorzugsweise der ausschließlich die Adria- zwischen 7 bis 15, und sollen teils nach Abgabe der Stimme, teils suchte, erhängte sich die Kranke in ihrer Stube am Bettpfosten. Station Rovigno lieferte, auch tierische Lebewesen bilden und ebenso während der Abgabe der Simme und auch an Wähler geschehen sein, Kurzhals, der mit einem Rollfutscher zusammen eine Stube be- mannigfaltig erscheint als die der anderen Bassins. Aber sie be- die überhaupt erst an den Wahltisch herantraten. Die Mehrzahl der wohnte, nahm sich aus Nahrungssorgen das Leben. Er erhängte sich steht aus Organismen, die ihren einmal eingenommenen Standort Zeugen stimmt aber darin überein, daß am häufigsten Zurufe an an der Türangel, nachdem sein Stubengenosse ausgegangen war. entweder gar nicht oder nur unwesentlich verändern und nur durch Personen geschehen sind, welche einen Kerfin" ähnlichen Namen faum merkbare Bewegung ihrer Fühler usw. Lebenstätigkeit ver- bereits genannt hatten. Insbesondere hat dies der Wahlvorsteher Die Unvorsichtigkeit eines Berliner Nimrods wird voraussichtlich raten, und die das muntere Treiben der Angehörigen höherer Klassen Kobligt bekundet, auf dessen Aussage, weil in seiner für diesen sehr üble Folgen haben. Auf der Semliner Jagd hatte, durch anmutige Formen und reizvolle Farben ersehen. Eines der amtlichen Eigenschaft größte Aufmerksamkeit auf die wie wir gemeldet, ein Teilnehmer, der Geheime Oberregierungsrat anziehendsten dieser Behälter ist das erste nahe dem Seehundsteich Vorgänge haben mußte besonderes Gewicht legen Dr. Freund aus Berlin, den Schmiedegesellen Fritz Seeger aus belegene Basaltbecken, welches die Direktion des Aquariums dank der ist. Die Zeugen Rosbach und Streisand, welche die größte Rathenow, der arbeitslos war und sich deshalb für 1,50 M. als reichen Sendungen mit verschiedenen Arten Sabellen und Serpeln, Anzahl von Zurufen befundet und ausgesagt haben, daß zurufe Treiber verdungen hatte, durch einen Schuß in beide Veine schwer interessant gestalteten bunten Moosforallen, prächtig roten und sowohl an Wähler, welche„ Kerfin" ähnliche Namen genannt hatten, berlegt. Das Gewehr hatte sich entladen, als Geheimrat Freund orangegelben Seescheiden, absonderlichen Muscheltieren und anderem als an solche, die noch zögerten oder erst an den Wahltisch traten, einen angeschossenen Hafen mit dem Kolben totschlagen wollte. Dem mehr ausstatten konnte. geschehen seien, haben über die Zahl der einzelnen Fälle keine die er Gerichts- Zeitung. 08 Ein Hungerleben. Wieviel Menschenleben das Unwetter zu Lande und zu Wasser gefordert hat, darüber liegen bestimmte Nachrichten noch nicht vor. nachmittag wieder aufgenommen worden. Ein Schiffsunfall hat sich Der Fährbetrieb zwischen Warnemünde und Gjedser ist gestern hier nicht ereignet. Angaben gemacht, so daß durch sie die Annahme, daß meistens in den Fällen, in denen Kerfin ähnliche Namen bereits genannt waren, zugerufen fei, nicht entfräftet wird. In diesen Fällen kann aber nach Ansicht des Gerichts von einer Wahlbeeinfluffung nicht die Rede wurden in einer Verhandlung vor der 5. Straffammer des Land- fischerei- Dampfer M. Rathmann u. Sohn" das von Harburg nach Schwere wirtschaftliche Uebelstände In Hamburg allein sind 43 Menschenleben zu Schaden gekommen. In der Nähe von Helgoland traf Sonnabend der Hochseesein, weil jede Unterlage für die Annahme fehlt, daß die Wähler, gerichts I gestreift. Bei dem Großdestillateur Wölfe, der sich wegen England bestimmte Küstenfahrzeug„ Neptun" aus Ostfriesland ohne Die einen„ terfin" ähnlichen Namen nannten, nicht Kersin wählen wollten und daß sie erst durch den Zuruf zur Wahl Kerfins eines Todesfalls einige Zeit lang um sein Geschäft nicht genügend Mannschaft und brachte das Fahrzeug nach Altona. Anscheinend war bekümmern konnte, hatten sich der bei W. angestellte steller- Mannschaft bestimmt seien. Anders könnte die Sache liegen bei den Zumeister Gallig, der Kutscher Glinide und die Besatzung über Bord gespült und ertrunken. rufen an zögernde Wähler und an solche, die erst an den Wahltisch Reisende Tischer zusammengetan, um während der Abwesen- dieser Tage schon vier Menschenleben rettete, hat am Neujahrstage der Die Rettungsstelle Binz( Rügen), die mit ihrem Raketengerät Herantraten, denn in diesen Fällen war noch gar nicht erkennbar, heit des Chefs als stille Teilhaber" gute Geschäfte zu machen. wieder drei Menschenleben gerettet. Wie die Deutsche Gesellschaft wen diese wählen wollten. Allein selbst wenn man den Zahlen- Dies geschah dergestalt, daß sie an einen Kunden Liköre beſſerer abgaben des Zeugen Rosbach folgen wollte, die gegenüber den be- Sorte lieferten, sodann aber eine bedeutend niedrigere Rechnung für zur Rettung Schiffbrüchiger meldet, sind am 1. Januar von einer stimmten Angaben der übrigen Zeugen nicht als entscheidend an- minderwertige Qualitäten ausstellten, und diese in die Geschäfts- das Rettungsboot„ Dr. H. A. Schumacher" der Binzer Rettungsstelle in der Prorer Wiek gestrandeten Fischerquazz drei Personen durch gesehen werden können, würde doch die Zahl der Zurufe in den bücher eintrugen. Die Differenz zwischen diesen Rechnungsbeträgen gerettet worden. lettgenannten Fällen auf weniger als zehn angenommen und den tatsächlich gezahlten Beträgen floß in die Taschen der„ stillen werden müssen, weil auch Rosbach nicht behauptet hat, daß diese Teilhaber". Wölfe erlangte erst ziemlich spät Kenntnis von dieser Fälle am häufigsten gewesen seien. Die Behauptung aber, daß in er diesen zehn Fällen tatsächlich die Zurufe von Erfolg auf die Ab- Teilhaberschaft. Alle drei räumten ihre Verfehlungen ein und erstimmung gewesen seien, würde jedes Beweises entbehren, zumal die Auf Anzeige des W. hin wurden die drei stillen Kompagnons vom flärten, den etwa 200 M. betragenden Schaden solidarisch zu ersetzen. Abstimmungsliste eine Anzahl„ Kerfin" ähnlicher Namen tatsächlich Schöffengericht I wegen Diebstahls verurteilt und zwar Gallig und enthält und nichts dafür vorgebracht ist, daß diese Eintragungen Glinice zu je zwei Wochen Gefängnis, den Reisenden gerade nicht die in Rede stehenden Fälle betreffen. Berücksichtigt man ferner, daß die meisten Wähler nach den Gefängnis. Gegen dies Urteil legte nur Tischer Berufung Tischer, die Seele des ganzen Unternehmens, zu drei Wochen Zeugenaussagen Bettel in der Hand hatten, welche entweder auf ein, die vor obenerwähnter Straffammer zur Verhandlung fam. getretene strenge Kälte an. Letzte Nacht fant die Ducdfilbersäule Wie aus Thorn gemeldet wird, hält die seit drei Tagen eine Der Angeklagte führte aus, daß er sich nur in größter Not zu den wollten, daß ferner nach der eidlichen Aussage einzelner Zeugen ein 30 Pfennige Spesen erhalten, was einem Monatsverdienst von daß die Besiger von Zetteln mit dem Namen Kerfin diefen wählen Beruntreuungen habe verleiten lassen; er habe pro Kunden nur auf 22 Grad Celsius. Auf der Weichsel ist daher Eisstand cinTeil der Zurufe auch an Wähler geschehen ist, deren Stimmabgabe etwa 85 M. entspricht, und hiermit fönnte er vielleicht eine Familie Trave- Kanal wird wegen Eishindernis von morgen ab für hölzerne Lübeck, 2. Januar. Der Schiffahrtsbetrieb auf dem Elbeschon eingetragen war, daß bekundet ist, der Wahlvorsteher habe ernähren, wenn nicht folgender erheblicher Uebelstand hinzukommen Schiffe gesperrt. selbst zu Gunsten Kerfins berichtigte Stimmen unberichtigt eingetragen würde. Die Lübeck- Travemünder und Lübeck- Eutiner und daß gegenüber den unbestimmten auf Schägung beruhenden In anderen Verhandlungen sei festgestellt worden, δαξ Bahn, welche wegen Hochwassers gesperrt waren, sind heute abend wohl int feiner anderen Branche so Zahlenangaben der Zeugen Rosbach und Streisand der Zeuge Ninz große Spesen nach Ausbesserung der Geleise wieder für den Betrieb eröffnet unter Mitteilung bestimmter Tatsachen nur vier Zurufe an erit Abschluß bringen an fönnen. erforderlich find, 1int überhaupt erft ein Geschäft zum worden. herantretende Wähler bekundet hat, so kann nicht als nachgewiesen Rechtsanwalt Dr. Werthau uer ant Sonnabend es schon zur day orfanartige Gewohnheit der meisten wesen sind. führte aus, gewertschaftliche Organisation die schmach vollen Zustände zu beHoffentlich ist es auch den Reisenden bald möglich, durch eine feitigen, unter denen sie heute arbeiten müssen. schmachvollen der Elbe starkes Treibeis. An einigen Stellen steht das Eis schon. Magdeburg, 2. Januar. Von Dresden bis Magdeburg ist auf Saar die Schiffahrt eingestellt. Das Thermometer zeigt neun Grad Trier. Megen starken Treibeises wurde auf der Mosel und unter Null. getreten. In ganz Böhmen wüteten für das Endresultat der Wahl in dem ersten Abstimmungsbezirk ge- der die größte Zeche bei ihnen machte. Hierdurch wird natürlich der mit Verspätungen ein. In Bozen herrschte in der Neujahrsnacht angenommen werden, daß die Zurufe von unverkennbarer Bedeutung Gastwirte geworden sei, demjenigen Reisenden den Auftrag zu geben, Stürme, die großen Schaden anrichteten. In Teplig war der Sturm trafen reelle Nugen nicht nur geschmälert, sondern, was das schlimmste iſt, Bei Beurteilung der Vorgänge in dem Wahllokal des zweiten es wird auch die Energie und Gesundheit der Reisenden untergraben. ein Sturm von einer Heftigkeit, wie sie dort selten vorkomint; dabei Abstimmungsbezirks betreffend die Eintragung des„ Kerfin" und ähnlicher Der Verteidiger war ferner der Ansicht, daß keinesfalls Diebstahl ist in Südtirol auch große Kälte eingetreten. Namen geht der Gerichtshof von folgenden Erwägungen aus: vorliegen könne, sondern schlimmstenfalls Beihülfe zur Unterschlagung. Auch in der Schweiz haben heftige Schneestürme mit plötzlich Nach der bisherigen Rechtsprechung des Ober- Verwaltungs- Vei Abmessung des Strafmaßes komme mildernd die wirkliche Not- eingetretener scharfer Kälte allenthalben zahlreiche Verkehrsstörungen gerichts verlangt§ 25 der Städte- Ordnung nicht, daß unter allen Umständen die Benennung des zu Wählenden durch den Mund des lage des Angeklagten sowie feine bisherige Unbescholtenheit in Be- verursacht. Eisenbahnzüge erlitten große Verspätungen. Ein Güterzug Wählers erfolgt. Es genügt eine deutliche öffentliche Erklärung tannte unter Aufhebung des ersten Urteils auf nur 100 Mart Station, viele Boſtfurse über Bergstraßen fonnten nicht ausgeführt tracht. Das Berufungsgericht folgte diesen Ausführungen und er- mußte auf offener Strecke übernachten, ein Personenzug auf kleiner anderer Art, insbesondere die Erklärung des Einverständnisses mit werden. Von Davos werden 29 Grad Celsius, aus Oberengadin Geldstrafe. der durch den Mund einer anderen Person bewirkten Benennung des 29 Grad Celsius Kälte gemeldet. zu wählenden.( Ober- Verwaltungsgericht Bd. 31, S. 6.) Es ist nicht vorgeschrieben, in welcher Weise der Wähler die zu wählenden zu bezeichnen hat, daß er neben dem Familiennamen auch den Vornamen und den Stand angeben muß, vielmehr kommt es darauf an, daß die Bezeichnung ausreichend ist, um jeden zweifel über die Identität der Person auszuschließen. Es muß zunächst dem pflichtmäßigen Ermessen des Wahlvorstehers überlassen werden, ob er die Bezeichnung für ausreichend hält, wie er die Stimme auslegt, auf wen er die abgegebene Stimme bezicht. Gewahrt bleiben muß allerdings eine Beschränkung auf solche Fälle, in denen überhaupt Raum für eine Auslegung gegeben ist. ( D.-W.-G. 28 S. 18.) Jede Interpretation eines genau bezeichneten Namens ist das gegen unzuläffig.( Preußisches Verwaltungsblatt 15, Seite 262. Entscheid. Bd. 34 S. 25.) waren. Vermischtes. Die Augustusbrücke in Dresden. Ueber die Gefährdung der Brücke wird vom Montag gemeldet: Um die Arbeiten an der Augustusbrücke nicht zu gefährden, sind die gelockerten Teile der Gangbahn heute nachmittag in den Strom gezogen worden, wodurch einem Weiterreißen bei dem nicht zu verhindernden Absturz vorgebeugt werden soll. Eine wüfte Schlägerei entstand in der Neujahrsnacht vor dem Restaurant Buckauer Bierhalle in Magdeburg, wobei die Polizei mit blanker Waffe einschritt. Der Arbeiter Werner wurde schwer verletzt zur Wache gebracht, wo er starb. Beraubung eines Eisenbahn- Postwagens. Aus Paris meldet Die Rache der Verschmähten. Tränenden Auges und mit allen Zeichen der Neue und Verzweiflung betrat gestern die Modistin Emilie L. den Anklageraum der vierten Straffammer des Landgerichts I, um sich wegen eines unschöuen Racheaftes zu verantworten. Sie ging" längere Zeit mit einem Postassistenten und behauptet, daß dieser ihr die Ehe versprochen habe. Das Liebesverhältnis wurde aber eines Tages von seiten des Beamten gelöst und die Angeklagte dadurch in die höchste Aufregung versetzt. Sie versuchte wiederholt vergeblich eine Unterredung mit ihm zu er langen und als er nach einem Postanit in der Rheinprovinz versetzt Das amtliche Dresdener Journal" teilte vorgestern mit, daß wurde, reiste sie ihm dorthin nach und machte auch dort mehrfach die Gefahr des Absturzes einzelner Stragsteine, welche die Platten Versuche, mit ihm zu einer Aussprache zu fommen. Da sah sie der stromaufwärtsliegenden Gangbahn tragen, bereits als beseitigt Pflicht und Recht des Wahlvorstehers ist es demnach wohl, nach ihn eines Tages in Gesellschaft eines anderen Mädchens anzusehen sein dürfte, nachdem durch die stückweise Abnahme des pflichtmäßigem Ermessen dafür Sorge zu tragen, daß der Wille des und nun verlor fie jegliche Selbstbeherrschung. Sie stürmte eisernen Geländers sowie der oberen Platten der Gangbahn und der Wählers flar erkennbar und unbeeinflußt in der Stimmabgabe zum auf das Postamt, ließ sich vom Vorsteher vernehmen und beschuldigte unter diesen liegenden Deckplatten die Belastung nach außen hin Ausdruck kommt, und bei Zweifeln über die Person des Gewählten ihren ehemaligen Freund eines Verbrechens gegen feimendes Leben. beseitigt und die innerhalb der Brücke liegenden Enden der Kragdurch Fragen die Klarstellung herbeizuführen, der Wahlvorsteher darf Da sich ihre Angaben sehr bald als völlig erfunden herausstellten, steine mit Sandsäcken und Schienen beschwert worden seien.„ Eine aber nicht stillschweigend in der Annahme einer ungenauen wurde die Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung gegen sie Besichtigung des in Betracht kommenden Pfeilers und Bogens habe Ausdrucksweise des Wählers einen nicht genannten Namen an erhoben. Sie gab vor Gericht ihre Verfehlung ohne weiteres zu feinerlei bedenkliche Anzeichen ergeben. Von einem drohenden EinStelle des wirklich genannten in der Abstimmungsliste eintragen und bat nur, Mitleid mit ihr zu haben, da sie sich in ihren Lebens- sturz tann also keine Rede sein." Lassen. hoffnungen getäuscht gesehen habe und in einen Zustand höchster Im vorliegenden Falle erscheinen deshalb die Fragen des Wahl- feelischer Erregung geraten sei, als sie das andere Mädchen an der vorstehers„ Sie meinen wohl Kerfin?" usw. zulässig, denn er konnte Seite ihres ehemaligen Geliebten gesehen. Der Gerichtshof bemit Recht im Zweifel darüber sein, ob die Wähler wirklich einen rücksichtigte dies einerseits, erwog aber andererseits, daß es sich um Kandidaten mit einem dem Namen„ Kerfin" nur ähnlichen Namen eine sehr schwere Anschuldigung handelte, die für den beschuldigten wählen wollten, und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Beamten die schwersten Folgen hätte haben fönnen. Das Urteil Durch die Wahnsinnstat eines Alkoholikers wurden in der nach erfolgter Bejahung der Frage oder nach Nennung des Namens lautete demgemäß auf zwei Monate Gefängnis. Justizrat Kerfin dieser Name eingetragen ist. Dagegen war der Wahlvorsteher Dr. Sello erhielt von dem Belastungszeugen die Zusage, ein große Aufregung versetzt. Wie ein Telegramm meldet, überfiel dort Silvesternacht die Bewohner und Kurgäste von Arco in Tirol in nicht berechtigt, in den Fällen, in denen dem Namen„ Kerfin" sehr für die Angeklagte einzureichendes Gnadengesuch zu unterstützen. ähnliche Namen genannt waren, ohne Rückfrage den Namen des während der Neujahrsfeier, die sich teilweise im Freien abspielte, Klägers als Gewählten anzusehen, weil, obgleich es unwahrscheinlich Verführte Hausdiener. Groben Vertrauensmißbrauch haben die der Dekonom Rohde aus Oldenburg, ein Alkoholiker, der großen ist, möglicherweise der eine oder andere Wähler tatsächlich nicht Kerfin Hausdiener Heinrich M. und Anton S. begangen, die gestern Haß gegen die Aerzte zeigte, den kaiserlichen Nat Dr. Gerfe vor bor wegen Bandendiebstahls der vierten Straffammer des dessen Villa und verwundete ihn durch neun Westerstiche schwer. wählen wollte. Es bleibt deshalb zu untersuchen, welche Einwirkung diese Unregelmäßigkeit auf das Wahlergebnis gehabt hat oder andgerichts I standen. Beide waren in einem großen Konfektions- Er lief dann in den Kurpark und erschoß sich dort. Man fand bei diese Unregelmäßigkeit auf das Wahlergebnis gehabt hat oder geschäft in der Kronenstraße angestellt und genossen das volle Ver- dem Selbstmörder drei Revolver, ein Meffer und einen Degenstock. wenigstens haben fonnte. Auch hier gehen die Beugenaussagen zum Teil wesentlich aus- trauen ihres Chefs. In einem Schanklokal, in welchem vorwiegend Hausdiener verkehren, lernten sie einen bedenklichen Menschen Schweres Straßenbahnunglüd. Am 1. Januar abends gegen einander, was sich, abgesehen von den verschiedenen Anwesenheits- Namens Fleischmann kennen, der auf sie einredete, daß sie doch leicht 12 Uhr stürzte, wie aus Eisleben berichtet wird, ein Wagen der zeiten daraus erklärt, daß die Beugen auf Schätzungen angewiesen Diebstähle ausführen und recht viel Geld verdienen könnten, da er schwer verletzt, eine Frau starb auf dem Transport zum Krankenhau elektrischen Kleinbahn um. Von den zehn Insassen wurden sech Die Zeugen Schraishuhn und Damm haben zwar ausgesagt, diesen Einflüsterungen und legten sich wirklich aufs Stehlen. ihnen die gestohlenen Waren gern abnehmen würde. Sie erlagen daß in etwa 50 bis 60 Fällen nur ähnlich flingende Namen wie Sie führten die Diebstähle des Sonntags aus, da an den Sonn- Telegramm: Fünf Säcke, die Gold, Silber und Papiere im 2 „ Kerfin" genannt seien, ihnen stehen jedoch andere Zeugen gegenüber, tagen S. die Dienste eines Hülfsportiers verfah und Zutritt zu von mehreren hunderttausend Frank enthielten, wurden aus bie teils gleichfalls während des größten Teils der Wahlhandlung, dem sogenannten Offertenraum hatte. teils wenigstens in der Beit, in welcher die meisten Wähler er- Schlüssel zu dem Warenlager aufbewahrt. Die Angeklagten haben Der Ambulanzwaggon besteht aus zwei Abteilungen. Während der Dort wurden auch die Ambulanz eines Postzuges zwischen Clermont und Nimes gerauvs. schienen, nämlich gegen Abend bis dahin war die Wahlbeteiligung in drei Fällen Waren im Gesamtwerte von etwa 800 M. gestohlen Beamte in einem der Abteile arbeitete, operierten die Räuber in namentlich aus Arbeiterkreisen nur gering anwesend gewesen anwesend gewesen und diese für ca. 130 W. an Fleischmann verkauft. Sie vers find. So hat Freudenthal mindestens 15 Fälle bis gegen 6 Uhr", ab, bevor der Zug hielt. Bergmann etwa 30 Fälle", Papajetosti etwa 10 bis 20 Fälle" ficherten gestern dem Gerichtshofe, daß sie beide den Entschluß dem anderen, warfen die Säcke zum Fenster hinaus und sprangen Friedländer etwa 20 Fälle" und Bort" etwa 20 Fälle" be- gefaßt gehabt hätten, von dem gefährlichen Treiben abzulassen fundet. Von diesen Beugen hat Bapajewsti als Protokoll führer und wieder auf den Weg der Ehrlichkeit zurückzukehren; es sei Protokollführer man schon zu spät gewesen, fungiert, also vermutlich besonders genau beobachtet. Der Wahl die Diebstähle bereits entdeckt gehabt. habe im Geschäft borsteher Marr hat gleichfalls nur 20 vielleicht auch etwas mehr die Diebstähle bereits entbedt gehabt. Bei einer bei M. vorFälle bekundet, er war jedoch, wie er selbst bei seiner Vernehmung genommenen Haussuchung wurden noch Waren im Werte von 120 M. gelegentlich erklärt hat, und wie auch von Zeugen bestätigt iſt, am gestohlen hatte. Beide Angeklagten waren geständig; der Hauptbeschlagnahmt, die dieser auf eigene Faust außerdem im Geschäft Der Maffenmord in Obersteina. Der der Brandstiftung und des Wahltage infolge eines Todesfalles zerstreut, sodaß bei der Beschuldige Fleischmann hat sich leider aus dem Staube gemacht. Der siebenfachen Mordes in Obersteina verdächtige und inhaftierte Cteinwertung seiner Angaben darauf Rücksicht zu nehmen ist. Alle Zeugen außer Marr haben aber ferner ausgefagt, daß in Dr. Schwindt hielt das erschwerende Moment der Bandenmäßig- urkundenfälschung und Betruges zu zehn Monaten Gefangnis und drei Staatsanwalt beantragte neun Monate Gefängnis. Rechtsanwalt bruchspächter Thomschke wurde vom Landgericht in Bauzen wegen den meisten dieser Fälle der Wahlvorsteher die Wähler gefragt hat, feit des Diebstahls nicht für vorliegend und bat, den Angeklagten Jahren Ehrverlust verurteilt. Der 34 jährige Mann, der schon wegen wen sie wählen wollten, bevor die Eintragung in die Liste erfolgt die Untersuchungshaft anzurechnen. Der Gerichtshof entsprach diesem Diebstahls vorbestraft ist, war geständig, daß er, als er sich im ift. Nimmt man also selbst an, daß in 50 Fällen ähnliche Namen Antrage, verurteilte die Angeklagten nur wegen einfachen Diebstahls November vorigen Jahres in Geldverlegenheit befand, Wechsel im wie Sterfin angegeben seien, so würden sogar kaum 20 Fälle der Eintragung ohne Rückfrage angenommen werden können. zu je neun Monaten Gefängnis und erklärte je drei Monate Betrage von 180 und 160 Mark mit der Unterschrift eines Biehhändlers gefälscht und beim Spar- und Vorschußverein in Bulsnih Allein da es sich um Aussagen auf Grund nachträglicher durch die Untersuchungshaft für verbüßt. Schätzungen handelt, die schon an sich unzuverlässig sind, und da zur Diskontierung gebracht habe. Er zahlte die Beträge nach die Mehrzahl der Zeugen nur höchstens 30 Fälle der unrichtigen träglich zurück. Das Geld dazu will er von seinem Schwiegervater Namensnennung überhaupt angibt, so müssen die Angaben der Freudenberg, den er später ermordet haben soll, erhalten haben. Zeugen Schraishuhn und Damm außer Betracht bleiben, jedenfalls ist das Vorkommen der von ihnen befundeten 50-60 Fälle nicht der in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend über einen großen überzeugend erwiesen. Dann entfallen auf die Eintragungen ohne Teil des Reiches wütete, ist eine strenge Stälte gefolgt. Naturgemäß Rückfrage weniger wie 20 Fälle und selbst angenommen, daß in sind die Zerstörungen an der Küste, die dem Wogenprall und der allen diesen Fällen nach Rückfrage die Wähler einen anderen Sturmflut schußlos ausgefeßt war, am schlimmsten gewesen; zu dem Namen als Kerfin genannt haben würden und diese anderen Namen Wasser tam als Zerstörer stellenweise noch das Gis. Die meisten eingetragen wären, würde das Wahlergebnis unbeeinflußt geblieben Bade- Anstalten an der Ostseeküste Deutschlands find den Fluten zum sein. Nach Lage der Verhältnisse erscheint es aber auch, wie gesagt, Opfer gefallen; die große Landungsbrücke in Binz( Rügen), vor wenigen durchaus unwahrscheinlich, daß die Mehrzahl diefer Wähler einen Jahren erst gebaut, haben die Wellen zerschlagen. Der Schaden, den anderen als Kerfin haben wählen wollen, und wenn die Beklagte der Sturm dem Bade- Ort verursacht hat, wird auf 200 000 m. geeine dahingehende Behauptung aufstellt, so hat sie es doch unterschätzt. Auch die Kaiser Wilhelm- Brücke in Heringsdorf ist arg lassen, auch nur für einen einzigen Fall den Beweis anzutreten. beschädigt worden. Bu bemerken ist noch, daß sich in Greifswald in Dem Gericht erscheint nach alledem die Annahme ausgeschlossen, dem heftigen Schneetreiben während des Sturmes Wetterleuchten daß ohne die Zurufe im ersten Abstimmungsbezirk und ohne die bemerkbar machte; in Swinemünde kam es zu einem richtigen stillschweigenden Namenssubstituierungen im zweiten Bezirk eine Gewitter. Swinemde. 781 SS Aenderung des Wahlergebnisses möglich geworden wäre. Das Wahl- Die Verkehrsstörungen, die der Sturm auf See verursacht hat, Hamburg 781 Still ergebnis muß deshalb als der Ausdruck des wahren Willens der er- sind mit seinem Nachlassen wieder beseitigt worden. Der FährBerlin 782 SSD schienenen Wähler angesehen werden und es lag zur Üngültigkeits- betrieb zwischen Stralsund- Hafen und Altefähr ist am Neujahrs- München Frants.a.M. 782 N erklärung der Wahl kein Anlaß vor. Der abweichend entscheidende morgen 8 1hr wieder aufgenommen worden. Der Verkehr nach Bien Beschluß der Beklagten mußte daher aufgehoben und die Wahl für Rügen und Schweden fand von 12 ihr ab wieder im vollen Umgültig erklärt werden." fange statt. Durch Schneeverwehungen find in Ost- und Westpreußen noch fleine Bahnstrecken gesperrt, doch werden die Hemmungen heute stellenweise schon beseitigt sein. aber Dem Sturm, Folge eines Lawinensturzes. Aus Grenoble, 2. Januar, wird telegraphiert: In der Nähe von Livet ist die elektrische Leitung, die Grenoble mit Licht versorgt, durch eine Lawine unterbrochen worden. Die Stadt war bis 12 Uhr nachts in Dunkelheit gehünt. " meldet, daß der deutsche Dampfer Abydos", der am 28. Dezember London, 2. Januar. Ein Lloyd- Telegramm aus Bunta- Arenas in der Osorno- Bucht gestrandet ist, am 30. Dezember wiederflott geworden und auf der Fahrt nach Port Famine begriffen ist, wo er Ausbesserungen vornehmen wird. Witterungsübersicht vom 2. Januar 1905, morgens 8 libr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Bindstärke Better Zemp. n. T. 5° E.= 4° R. Stationen Barometer fland mm richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n. E. 2wolfig-8 Haparanda 747 SSB 4bebedt 2 wolfent- 9 Betersburg 772 23 -11 Scilly 2 heiter B 3Schnee-15 778 SSD 4 bedeckt 6 2 halb bd. Aberdeen 773 SS 4 bedeckt 782 MD 3ivolfen!-19 Paris 781 NND 2wolfen!-10 779 4 wolfen!-16] Wetter- Prognose für Dienstag, den 3. Januar 1905. Gelinder bei lebhaften südwestlichen Binden und langsam zunehmender Bewölkung; nachher Niederschläge. Berliner Wetterbureau Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zablstelle Berlín. Bureau: SO., Engel- Ufer 15. Fernsprecher: IV, 3578. Mittwoch, den 4. Januar, abends 8% Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Moabit: bei Jocksch, Turmstr. 84. Tagesordnung: 1. Bericht der Vertrauensmänner. 2. Verbands: und Wertstalt- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Branche der Stellmacher bei Pfeffer, Rosenthalerstraße Nr. 57. Tagesordnung: 1. Bericht der Obleute und Vertrauensmänner. 2. DisEussion. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch und arte legitimiert. Die Kommiffion. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( 6sten). Dienstag, den 3. Januar, abends 8%, Uhr, im ,, Elysium", Landsberger- Allee 40/41: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Hugo Poetsch. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Soeben erschienen: Das Arbeiterrecht bon Artur Stadthagen, Mitglied des Reichstags. **** 4. Auflage.**** Die Rechtsverhältnisse zwischen 242/1 Arbeitgeber und Arbeiter haben durch die Gesetzgebung eine erhebliche Um gestaltung erfahren. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend erforderlich, da selbst der Jurist bei der Fülle des neuen Rechtsstoffes taum weiß, was rechtens ist. Das Dienstag, den 3. Januar, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Branchenabend der Holzbranche. Tages Drdnung: Arbeiterrecht bon Artur Stadthagen bietet eine solche, von allen Fachleuten anerkannte, überaus flare, für jedermann verständliche Darstellung und Führer durch alle Gebiete des Arbeiterrechts. Drei vollständig vergriffene Auflagen zeugen von der wachsenden Bevölkerung. Die Wie stellen wir uns zu dem Vorschlag der Industriellen vor dem Gewerbegericht zweds Errichtung eines bildet somit einen unentbehrlichen paritätischen Arbeitsnachweises und Errichtung einer Schlichtungskommission. Diese wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen sämtlicher Kollegen. Die Agitationskommission. 20/1 Branche der Modell- und Fabriktischler Arbeitervertreter Verein Berlin. Schuhmacher u. Barufsgen.& ine arts bei Dieke, Ackerstraße 123. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstatt- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Kommiffion. Branche der Korhmacher Donnerstag, den 5. b. M., ab. 8, 1hr, bei Krause, Koppenstr. 41. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Jede Werkstatt muß vertreten sein. 77/15 Buch und Karte legitimiert. Die Kommission. Friedrichsfelde. Donnerstag, den 5. d. M., abends 8, Uhr, im Lokal des Herrn Haberland, Wilhelmstr. 38: Bezirks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Krauten und Invaliditäts Versicherung". 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. 4. Wahl. Frauen und Nichtmitglieder haben Zutritt. W Der Einberufer. Es wird ersucht, pünktlich zu erscheinen. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabakfabrik. 1648L* Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer in Zigarren, Zigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabaken. Amt 4, 3014. Skrofulöse u. Lungenkranke sollen beim Beginn der falten Jahreszeit nicht versäumen, eine Lebertran Kur zu machen. 8160* Echt Bergener Lebertran wafferhell und wohlschmeckend, in nur frischer Ware, ½, Fl. 1 m., 1, FI. 1,90 m. Frankfurter Allee 120. Gustav Behm Jedes Wort: 5. bertyfir. 46. Rigdorf, Hermannstr. 46. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Näumungsverkauf verfallener Pfänder, Garderoben, andere Waren Spottpreisen. Pfandleihhaus zu Weidenweg 19. 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Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Militäreffekten: fabrik von Tippelskirch u. Ko. 2. Der am 1. Januar 1905 in Kraft getretene Tarif- Vertrag. 3. Verschiedenes. 156/1 In Anbetracht der außerordentlich wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen eines jeden Kollegen dringend notwendig. Die Tarif-, Lohn- und Agitations- Kommission der Militär- Sattler Berlins. Arbeitersekretär gesucht. 17082 Für das Arbeiterfekretariat Effen wird zum 1. Februar 1905 ein zweiter Sekretär gesucht. Demselben sollen gleichzeitig die Geschäfte eines Gewerk schafts- Startellbeamten übertragen werden. Bedingung: Sozialpolitische und gewerkschaftliche Erfahrung sowie rednerische Befähigung. Bevorzugt: flotter Anfangsgehalt 1800. Bewerbungen find bis zum Stenograph. 15. Januar 1905 unter Angabe der bisherigen Tätigkeit in der Arbeiterbewegung sowie einer Probe- Arbeit über die Aufgaben eines Arbeiterfekretärs an Wilh. Wohlfein, Essen W., Oberdorfstr. 155, einzusenden. 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