Nr. 5. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungss Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Eine Flucht in die Oeffentlichkeit. des unterirdischen Rußlands. Hier das bedeutsame Schriftstück: Freitag, den 6. Januar 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV, Nr. 1984. Redaktionsmitglieder und Mitarbeiter der„ Rußkoje Bogatstwo", Mir Boschi", Obrafowanje", Nowy But"," Prawda"," Westnit Prawa"( Bote des Rechtes), Westnit Fabritschnawa Safonodatelstwa"( Bote der Fabritgesetzgebung), Prawo"( Das Recht), " Chosjain"( Der Landwirt), Jurist"," Dekonomitschstaja Gaseta", „ Shn Otetschestwa". Rascha Schisn"," Ruß" und anderer periodischer Breßorgane. Es folgen 117 Unterschriften. " jungen Mädchens ein; plöglich packen fie zwei von ihnen und so unerhörten Grausamkeit noch nicht vorgekommen. Und überhaupt schleudern sie wuchtig auf die Mitte der Straße hinaus. Die mit welchem Recht bedient sich die Polizei der Mitwirkung von anderen schleppen niedergeworfene Körper wie Säcke auf den Hof Wornits, die zudem noch betrunken waren, wozu ihnen das Geld, des Hauses Nr....*) auf der Michailowstajastraße und hier ruft ein das sie im voraus bekommen haben, wahrscheinlich gedient hatte. Polizei- Offizier:„ Schafft ihn schnell fort!" und die Dworniks und Ueber diese Ereignisse ist keine öffentlich bekannt gewordene Wir hatten schon vielfach Gelegenheit zu berichten über das ver- die Schußleute schleppen einen Menschenförper mit leblos nieder Untersuchung angestrengt worden. Die Regierung hat sich darauf ächtliche Doppelspiel des russischen Ministers des Innern, Fürsten hängenden Füßen. Den Unglücklichen hat man an beiden Händen beschränkt, eine Mitteilung zu veröffentlichen, die durchaus nicht der Swiatopolsky, der mit der einen Hand Hoffnungen auf gewaltige gefaßt und sein Kopf stößt regelmäßig auf die froststarre Straße. Wahrheit entspricht. Die der Gewalttaten gegen die Demonstrierenden Reformen ausstreut, um mit der anderen die Polizisten zu Helden- Man sah einen Studenten, dem buchstäblich die Wange abgehauen und gegen das Publikum Schuldigen bleiben straflos. war und herunterhing. Viele sahen mit Blut bedeckte Säbel bei Gewiß, die neueste russische Geschichte tennt noch empörendere taten gegen wehrlose Männer und Frauen zu ſegnen, wie sie selbst den berittenen Bolizisten, obwohl sie nach den Offiziellen Mitteilungen" Taten, z. B. das Schießen auf die wehrlosen Arbeiter in Sladouft, unter seinen Vorgängern mit so schamloser Offenherzigkeit sich nicht ihre Hiebe diesmal mit der flachen Seite" versetzt haben sollen. die Massenzüchtigungen der Bauern mit Knuten in den Gouvernements ans Tageslicht gewagt hatten. Ein Augenzeuge, der bekannte ruffische Neben der katholischen Kirche sah man auf dem Bürgersteig Blut. Poltawa und Charkow, oder die Mißhandlungen der politischen GeRechtsanwalt Berenstamm, hat bereits die Schandtaten, welche Auf der Italienischen Straße gegenüber dem Michailowsfchen fangenen in den Gefängnissen. Aber das oben beschriebene Ereignis die Polizei am 11. Dezember in der Hauptstadt von Rußland bei Garten spielte sich folgende empörende Szene ab: Einige Studentinnen, hat sich abgespielt in der Hauptstadt unter den Augen des Ministers hellem Tageslicht verrichtet hatte, in einem Berliner Blatte beschrieben. als sie fahen, daß berittene Schußleute in der Michailowskajastraße des Innern, der von dem Vertrauen zur Gesellschaft redet, und ist Nunmehr wird diese Beschreibung nicht nur vollauf bestätigt, sondern auf das Publikum im Galopp einherritten, eilten schleunigft auf das daher besonders kennzeichnend für das gegenwärtige Regime und ist es werden noch scheußlichere Details zutage gefördert durch eine Berbeck einer elektrischen Straßenbahn. Ein paar Gendarmen und geeignet, die Illusionen derer vollständig zu zerstören, die noch die Schuyleute holten den Wagen ein, umringten ihn, schleppten die Hoffnung auf die Möglichkeit der elementarsten Garantien für die Untersuchung, die bon den Vertretern der Petersburger wehrlosen Mädchen von oben herunter, warfen sie auf die Erde und Persönlichkeit unter der bestehenden Staatsordnung nicht verloren Bresse angestellt worden ift. Welch' elender Schwindel stampften mit den Füßen auf sie ein. haben. mit den Versprechungen von Reformen seitens der russischen Das Vorgehen der Dworniks und der Polizei wurde von den Wir halten es nicht für möglich zu schweigen, wenn man unsere Regierung betrieben wird, die ja auch die Dreistigkeit hatte, der Briftaws( Polizeileutnants) vollkommen gebilligt. Hier haben die Söhne und Töchter, unsere Brüder und Schwestern mißhandelt Welt weißmachen zu wollen, fie strebe nach einer Befreiung der Dwornits bei dem Gostinny eine Studentin gefangen und halten fie dafür, daß sie die Forderungen zum Ausdruck bringen, die ganz beBreffe von überflüssigen" Hemmnissen, ist daraus zu ersehen, daß an den Händen, der Polizeileutnant schlägt sie ins Geficht. Hier stimmt von den verschiedensten Schichten der russischen Gesellschaft die Ergebnisse dieser Untersuchung nicht in der in Rußland selbst schreit ein anderer Pristam bei der Kafanski- Kathedrale:" Hau sie ausgesprochen worden sind. Da wir nicht in der Lage sind, diese erscheinenden Bresse abgedruckt werden können, sondern daß die in die Fresse!" und gibt felbft das Beispiel dazu, indem er das Erklärung, deren jedes Detail auf zahlreiche schriftliche Aussagen Mädchen, das ohnehin schon schwer gelitten hat, schlägt. Ein der Augenzeugen begründet ist, in feinem einzigen der periodischen Vertreter der legalen Bresse fich an ihre Kollegen von der Gendarmerie- Offizier zog den Säbel und hieb damit einem Breßorgane in Rußland zum Abdruck zu bringen, find wir genötigt, revolutionären unterirdischen Presse mit der Bitte um Veröffent Studenten, den vier Schußleute hielten, auf den Stopf, die Polizei- fie mit unseren Unterschriften in den russischen Bresorganen, die im lichung ihres Entrüstungsschreies wenden müssen. So treiben die Offiziere schlugen auch. Es wurde sogar ein Offizier in Militär- Ausland erscheinen, zu veröffentlichen. berblendeten Machthaber Rußlands selbst„ bisher" legale uniform durchgeprügelt. Die Polizei- Offiziere redeten die Frauen Leute der Revolution in die Arme. Darunter solche Leute wie der mit Du an und belegten fie mit gemeinen Schimpfworten. Redakteur der„ Ruß", des hochpatriotischen Blattes, das in jeder Um 2 Uhr 45 Minuten nachmittags, als in der Menge die Nummer den Ruf nach schleunigst rascher Verstärkung der russischen Studierenden schon nicht mehr überwogen, stimmte eine kleine Gruppe Flotte erhebt, den Sohn des" Nowoje Wremja"- Redakteurs bon 10-12 Personen die russische Marseillaise an. Plöglich stürzten berittene Gendarmen unter Führung eines Offiziers auf fie los und A. Suwvorin. Und es ist recht so! Geht es so weiter fort, so hieben ein, ohne auf das Geschlecht und das Alter zu achten; bewerden sich mit jedem Tage weitere Schichten der Bevölkerung Ruß- fonders energisch stürzten sie sich auf die Gruppen, wo Studenten lands überzeugen, daß volles Licht, volle Wahrheit nur bei der waren. Schußleute zu Fuß und Dworniks eilten herbei und prügelten revolutionären Presse, die einzige Rettung aber nur in der von ihr die, die sich reiten wollten; ein Dwornik schlug dabei mit solcher Wucht einem Studenten auf die Schulter mit seinem Stock, daß der Stock Für uns Deutsche ist von besonderem Interesse in diesem Schriftgepredigten Revolution zu finden ist. in mehrere Stücke auseinander flog. In der Michailowstaja- stüde, daß hier nicht von Sozialdemokraten sondern von Verstraße schlug man zu derselben Zeit jeden, dem es nicht gelungen tretern der bürgerlichen Presse, und zwar der Preffe verschiedener An die Redaktion des„ Revolutionären Rußland", der" Jskra", war, fich durch Flucht zu retten. Es schlugen Gruppen von Schuß- Richtung einschließlich der nationalliberalen bestätigt wird, daß bes Dfswobosdenje" und des„ Boten des Bundes". leuten und Dworniks von je sechs bis acht Mann. Unter ihnen be- die„ neueste Geschichte Rußlands noch empörendeve Fälle Am 10. Dezember 1904 hat in Petersburg auf dem Newsti- fand sich sogar ein Freiwilliger, ein Kojak der Garde( in roter fennt" und auch Beispiele davon wurden angeführt, und zwar Prospett eine Demonstration stattgefunden, an der Hauptsächlich die Uniform) von außergewöhnlich großem Wuchs. Er schlug so lange Schießen auf die wehrlofen Arbeiter in Slatouft, die Maffenstudierende Jugend teilgenommen hat. Es war vorzeitig bekannt, mit Fäusten, mit Füßen, bis das Opfer zu Boden fiel. Dann daß diefe Demonstration stattfinden würde und die Administration schleppte man es auf den Hof eines Hauses. Weitere Opfer wurden süchtigungen der Bauern mit Knuten in den Gouvernements Boltawa hat die folgenden Maßregeln getroffen: Sie hat starte Abteilungen vom Newki in entsetzlichem Zustande gebracht: in zerrissenen Kleidern, und Charkow und die Mißhandlungen der politischen Gefangenen Was wird der preußische Justizminister Ser Polizei zu Fuße und zu Pferde und der Gendarmerie und ohne Hüte mit blutenden Gesichtern. Man führte sie zum hof des in den Gefängnissen. außerdem Hunderte von Dwornits( Hausknechte) bereit gehalten. Hauses Nr. und schlug sie von neuem; wer es nicht aushielt und Herr v. Schönstedt dazu sagen, der in der Sigung des ( Auf dem Hofe der katholischen Kirche allein waren ihrer 320 Mann fiel, auf den stampfte man mit den Füßen ein. Das Schlagen preußischen Landtags die gegen das absolutistische Regierungsangesammelt.) In einem Revier wurde den Dwornits der Befehl dauerte fort auf dem Hofe diefes Hauses unter den Augen eines system gerichteten Aussagen zweier Zeugen im Königsberger gegeben, die Studenten zu schlagen, und es wurde ihnen dabei gesagt, Gendarmerie- Offiziers, der auf die Proteste der Geschlagenen in daß sie dafür nicht zur Verantwortung gezogen würden; in einem dreister Art die Antwort gab:„ Man hat sie ja gar nicht geschlagen." Prozeß als von ausgesprochenen Gegnern dieser Regierung ausanderen Revier befahl man auch, die Studenten zu schlagen, jedoch um 4 Uhr spazierte das Bublifum ruhig neben der katholischen Kirche. gehend herabzuwürdigen fuchte. Nun wird aber genau dasselbe, was fo, daß das Publikum es nicht fehe, zu schlagen mit den Händen und Blöglich ertönte von neuem ein Gesang. Es berging nicht einmal bon jenen Zeugen über Rußland gefagt worden ist, von den geFüßen in die Rippen. Die Tore in den Häusern auf dem Netosti- eine Minute, als zum Bürgersteig berittene Boligiften herbeiflogen, achtetsten bürgerlichen Schriftstellern Rußlands gesagt, die ihre die wieder mit der scharfen Seite der Säbel Hiebe versetzten. Prospekt befahl man zu schließen! Namen als Bürgschaft für die Wahrheit ihrer Behauptungen hergeben Nachmittags hatte sich auf dem Newsti- Prospett eine bedeutende Man schlug nicht nur in den Straßen, sondern auch auf den Höfen und( die Namen werden zweifellos von der ruffischen revolutionären Presse Anzahl junger Leute angesammelt, inbesondere zwischen der Sadowaja- zwar auf dem dritten Hof der katholischen Kirche, auf dem Hofe des abgedruckt werden, was wir wegen Raummangels haben unterlassen und Rasanstajastraße. Genau um 1 Uhr hob ein kleiner Haufe von Haufes Nr.... in der Michailowskajastraße. Herzzerreißendes Geschrei müssen) und gewärtig sind, die Verantwortung dafür zu tragen vor Demonstrierenden, der den Bürgersteig gegenüber dem Magistrats- ertönte aus dem Hause Nr. 42 an der Moika. Es wurde weiter ge- dent Schergen des russischen Zarismus. Wird Herr Schönstedt im gebäude besetzt hielt, eine rote Fahne in die Höhe unter Absingen prügelt, ſelbſt zu der Zeit, wo nach der„ Offiziellen Mitteilung" Reichstage bei Besprechung des Königsberger Prozesses auch noch der Arbeiter- Marseillaise. Darauf ritt sofort aus der Dumstaja alle Unruhen aufgehört haben. Zweifellos find die Verwundeten straße ein Trupp von Schutzleuten zu Pferde hervor. Der Haufe und in furchtbarer Weise Geschlagenen mehr als 42 Personen. Das ben Mut finden, die urgemütlichen russischen Bustände zu beschönigen? stellte sofort das Singen ein. Die Schuylente zogen die ist die Zahl, die in der Offiziellen Mitteilung" angegeben worden Säbel und stürzten sich auf die Menge, wobei fie auf jeden, der ihnen ist, da es sehr vielen Geschlagenen gelungen ist, sich vor der Ver in die Quere fam, einhieben. Die Demonstrierenden versuchten zu haftung zu retten. Unter denen, die nach der Schlägerei wie Leichen fliehen, aber die herbeigeeilten Schuhleute und Dwornits fingen fie auf dem Hofe des Hauses Nr.... in der Michailowstajastraße mit und schlugen fie unbarmherzig. blutigen Gesichtern Tagen, waren 10 Personen in Zivil, darunter ein Privatdozent der Betersburger Universität, zwei Eisenbahnbeamte, aus Port Arthur vom 4. Januar: Die Räumung der Festung zwei Arbeiter, 15 Studenten der Bergakademie, 10 Studenten der findet morgen, der formelle Einzug der Japaner am 8. 5. M. Universität, gegen 10 Studenten der medizinischen Akademie und der statt; am 10. Januar wird ein Festmahl die japanischen OffForstakademie, einige Studentinnen. Also übersteigt die Zahl der auf ziere in der Stadt vereinigen. einem Hofe Geschlagenen bereits die Zahl derjenigen, die nach ReEs waren aber Das Vorgehen der Polizei- Armee gegen die unbewaffneten gierungsmitteilungen Schaden gelitten haben. Demonstranten und die zufällig vorbeigehenden Leute bestand darin, auch andere Höfe, auf die die Geschlagenen geschleppt wurden: daß ohne jede Warnung die Trupps der berittenen Polizei und der So trug man sie in das Haus Rr.... an dem Katharinentanal, wo Gendarmen auf diese in Galopp losfuhren, wobei sie Hiebe mit den man zu ihnen nicht einmal ihre Verwandten zuließ; die Nicht Nagaitas( Peitschen) und blankgezogenen Säbeln austeilten. Die verwandten, die sich nach den Verwundeten erkundigten, wurden sofort Bolizisten ritten auf die Bürgersteige und sogar auf die Stufen der verhaftet. Von den Berhafteten waren einige Personen so schwer fatholischen Kirche. Die Dwornits schlugen die Demonstrierenden und mißhandelt worden, daß sofortige ärztliche Hülfe erforderlich ivar. die vorübergehenden Männer und Frauen ins Gesicht, in die Augen, Sie wurde geleistet auf dem Hofe des Hauses... auf der schlugen Zähne ans, suchten die, welchen es nicht gelungen war, zu Michailowskajastraße. Auf die Frage, wie viel Verwundete in dem fliehen, zu fangen( zu fliehen war unmöglich infolge des Andrängens Hause Nr.... am Katharinentanal liegen, antwortete der ristam: des Publikums, das geflissentlich durch das Vorgehen der Polizei an Wir machen daraus kein Geheimnis, es liegen genug Leute dort." einem Ort zusammengepreßt war) und schleppten fie in die Höfe Die Verhafteten brachte man auch noch in das Haus Nr.... auf der einiger Häuser, prügelten fie dort, bis sie das Bewußtsein verloren, Kajanstastraße. rissen Männer und Frauen an den Haaren, zerkragten, ganz zum Zier Alle angeführten Tatsachen, die von den Opfern und Augengeworden, den Gefangenen, die von anderen Dwornits gehalten wurden, zeugen der Megelei bestätigt find, beweisen, daß die Polizei sich das Geficht und warfen fie dann zu Duzenden in Keller und Stuben zur Aufgabe gestellt hatte, nicht die Teilnehmer der Demonstration zu der Dworniks, wo mit der Prügelei fortgefahren wurde. Wer von zerstreuen, sondern Hauptsächlich fie in graufamster Weise durch dem vorübergehenden Bublifum verfuchte, gegen diese Scheußlichkeiten zuprägeln in Straßen und in Drten, die den Blicken des Publikums au protestieren, wurde auch gefaßt und gebrügelt. Als ein junges verborgen find. Mädchen die Nummer des Schumannes 316 fah und ausrief: Die Als über das Vorgehen der Polizei in nicht offizieller Weise Nummer werde ich behalten!" wurde es besonders graufam geschlagen. dem Fürsten Swiatopolt- Mirsty berichtet wurde, berief sich dieser Bedingungen, die Japan bei irgendwelchen Friedensverhandlungen Der charakteristische Zug dieser Abschlachtung war, daß fie in bös- darauf, daß er nicht fobald den Wornils die Sitten abgewöhnen stellen würde, kann der„ Standard" aus maßgebender Quelle mits williger Weise vorbereitet wer, entgegen der Behauptung der könne, die sie unter dem früheren Regime fich angewöhnt haben. teilen, daß die Kernpunkte sein würden: Rückgabe der Mandschurei Offiziellen Mitteilungen", daß einigen Personen durch Zufall Leiden Jedoch wie scheußlich das Betragen der Polizei und der Bornits unter chinesische Berwaltung; militärische Räumung der Mandschurei bei früheren Demonstrationen auch gewesen sein möge, so ist doch augefügt worden feien. eine Mißhandlung von so vielen Menschen auf den Straßen, in vera burch Stußland; die Mandschurei Eisenbahn wird China deckten Höfen, in Räumen der Wornits und in Kellern, mit einer übertragen; die Russisch- Chinesische Bant stellt ihren Geschäftsbetrieb in der Mandschurei ein, soweit er nicht Privatunternehmen ist; die russische Pachtung Bort Arthurs und der Kwantung- Halbinsel geht auf Japan über; Dalny bleibt ein offener Safen: Port Arthur wird neu befestigt Ueberhaupt wurden an diesem Tage einige rote Fahnen mit den Inschriften: Einstellung des Krieges, Nieder mit dem Krieg, Nieder mit dem Absolutismus! in die Höhe gehoben. Die jungen Leute riefen:" Hoch die Freiheit!" Keine herausfordernden Handlungen find dabei von den Demonstrierenden begangen worden. Auf der Michailowstaja- Straße wurden folgende Szenen Bob achtet: Jnmitten einer Prügelei, die von einem Hundert überfallenden bewaffneten Schuhleuten und Dworniks gegen 7 bis 8 Opfer ausgeübt wurde, auf deren Köpfe Hiebe der blanken Säbel und der Stöcke*) Jm Original find die Hausnummern wiedergegeben, da sie niederfauften, stießen vier Schuyleute mit ihren Stiefelabfäßen auf den aber in dem uns vorliegenden Abzug undeutlich find, laffen wir uchen dem Bürgersteig liegenden Körper eines schwächlich aussehenden sie aus. Vom oftasiatischen Kriegsschauplage. London, 5. Januar. Das„ Reutersche Bureau" meldet Friedensgerüchte. " London, 5. Januar. Mehrere Blätter veröffentlichen Telegramme aus verschiedenen Quellen, worin über die Wahrscheinlich leit des Abjchlusses eines Waffenstillstandes gesprochen wird. Dieser soll Ende der Woche abgeschlossen werden, um Verhandlungen durch Bermittelung einer befreundeten Macht zu er möglichen. London, 5. Januar. Daily Expreß" meldet aus New ort: In der Umgebung des Präsidenten Roofebelt werde die Möglichkeit baldiger Friedensverhand Lungen ernstlich erörtert. New York, 5. Januar. Nach Meldungen aus Totio hegt man dort den ernstlichen Wunsch, in Friedens. Man ist der Ansicht, berhandlungen einzutreten. daß Japan jetzt nichts mehr von einem weiteren Feldzuge zu er warten habe und daß noch schwere Opfer nötig sein werden, ohne die geringsten Aussichten auf weitere Erfolge. Mehrere Blätter geben der Ansicht Ausdruck, daß Rußland mit Rüdsicht auf seine innere Lage fich zu Friedensverhandlungen veranlaßt sehen könnte. London, 5. Januar.( Bureau Laffan.) Ueber die grundlegenden Durch diese Antwort der Verwaltung wird die Gefahr eines und, falls ratsam, von japanischen Truppen besett; die in Tschifu,) Riautschou, Shanghai und Saigon internierten russischen Streifes wesentlich erhöht. Kriegsschiffe werden Eigentum Japans; Korea wird unter den Schuk Japans gestellt und Rußland entfagt allen Ansprüchen und Kongeffionen in Korea; die Jufel Sachalin geht an Japan über; Rußland zahlt an Japan eine Kriegsentschädigung, deren Mindestbetrag zwei Milliarden Mark sein dürfte. " Frankreich und die Neutralität. " Zu dem Konflikt auf der Zeche„ Bruchstraße" wird uns von unserem Korrespondenten ferner geschrieben: durch Aufklärung und Belehrung im Lande zu wirken. Dazu bedarf es keiner großen Mitgliederzahl, sondern der zweifellos vorhandenen Intelligenz und Tatkraft der Verbandsleiter. Es liegen überhaupt Anzeichen vor, daß die Verbandsleitung in ein seicht- liberales Fahrwasser einzulenten gedenkt. Wir empfehlen also unseren Parteimitgliedern, auf der Hut zu sein. Von einer tatsächlichen Bekämpfung der Sozialdemokratie durch den zu diesem Zwecke gegründeten Verband hat man bisher nicht das geringste wahrgenommen. Will er nicht endlich einmal in positiver Weise zeigen, was er eigentlich anderes leisten tann, als Mitglieder und Beis träge sammeln?" Aus dem Verhalten der Verwaltung der Beche„ Bruchstraße" muß geschlossen werden, daß sie tatsächlich nicht gesonnen ist, irgend welche Zugeständnisse zu machen; vielmehr darf angenommen werden, daß der jetzige Vorstoß nur als Vorspiel noch weitergehender SchichtverBaris, 5. Januar. Wie die amtliche Agence Habas" meldet, ist die Mitteilung des Matin", Japan habe bei Frank- längerungs- Aftionen zu betrachten ist. reich Vorstellungen über die Anwesenheit der russi- Auf Beche„ Deutscher Kaiser"-Hamborn, wo besonders über schlechte Auch wir sind mit dem Reichsverband nicht zufrieden. Viel fchen Flotte in Madagaskar erhoben, unbegründet. Uebrigens sei die russische Flotte bei Madagaskar wie bei Dschibuti Lohnverhältnisse geflagt wird, gehen die Arbeiter nun auch aktiv vor. hatten wir nicht erwartet, aber einige Versuche, die Sozialdemokratie außerhalb der französischen Küstengewässer geblieben. Am Sonntag, den 8. Januar, findet eine Belegschafts- Versammlung in offener Geistesschlacht zu betriegen, schienen doch geplant zu sein. Die Agence Havas" meldet ferner: Die Vorstellungen, welche statt, in der man sich mit der Angelegenheit beschäftigt. Unter allen wir haben aber mit der„ Kons. Korrefp."„ bisher nicht das geringste wahrgenommen", nicht die geringste Gelegenheit ward gegeben, uns Japan bei der französischen Regierung wegen der Fahrt der russischen Umständen soll die Abstellung der Mißstände verlangt und, wenn mit dem neuen Goliath der Staatsrettung zu messen. Flotte erhoben hat, sind vor etwa zwei Monaten erfolgt, nötig, durch Kampf erzwungen werden. Gegen den Verbandsals mehrere russische Torpedojäger Cherbourg anliefen. Der japanische vorstand macht sich auch hier eine Mißstimmung bemerkbar wegen die ihm unterſtellten Behörden eine bezeichnende Verfügung ergehen Die gute Presse. Der Reichskanzler Graf Bülow hat an Gesandte Motono hatte damals eine Besprechung mit dem Minister dessen Zurückhaltung. Die Mitglieder verlangen energisches Vor- die ihm unterstellten Behörden eine bezeichnende Verfügung ergehen Delcassé, und die von diesem gegebenen Aufklärungen befriedigten gehen der Führer. lassen. Er regt an", bei Beantwortung von Fragen, die von Japan vollkommen. Delcassé erklärte damals namentlich, daß den legitimierten Vertretern von Zeitungen an Beamte gerichtet Behörden in den französischen Häfen und in den Kolonien Anweisungen werden, die zur Erteilung von Auskünften befugt find( also an die Der Arbeiter- Zeitung" in Dortmund find aus dem dortigen verantwortlichen Leiter einer Behörde, die Dezernenten), nicht unnötig gesandt wurden, die die Wiedergabe der zur Zeit des spanisch- ameri- Streise mehrfach Beschwerden zugegangen gegen die Vertrauensleute, Beit verstreichen zu lassen, sofern nicht der Erteilung der Auskunft weil diese keine Versammlungen einberufen, in denen zu der Bedenken entgegenstehen. Ich selbst mache es auch so!" Die Jämmerliche Vogel Strauß- Politik Väterchens. augenblicklichen Bewegung Stellung genommen wird. In einem Verfügung beweist von neuem, daß Graf Bülow die bedeutsame Wie wir aus der„ St. Petersburger Zeitung" vom 3. Ja- Eingesandt wird behauptet, auf Zechen im Dortmunder Kreise sei Aufgabe der Presse wohl zu würdigen weiß." unar ersehen, hat es die russische Zenfur glücklich fertig gebracht, mindestens so viel Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben, als So berichtet stolz und freudestrahlend die Zägl. Rundschau". die Zeitungen zu hindern, die Nachrichten über den Fall Port auf den übrigen Bechen im Ruhrrevier. Man habe sich immer geArthurs den russischen Lesern mitzuteilen! tröstet in dem Gedanken, daß die Einberufung einer zugesagten großen Versammlung bald erfolgen werde. Jetzt wolle man nicht mehr warten und fordere den Vertrauensmann auf, die Versamunlung schleunigst einzuberufen. kanischen Krieges erlassenen waren. 黃 * Was alle Welt bereits am Nachmittag des 2. Januar erfuhr, das wurde durch die skandalöse Zenjur Väterchens dem am lebhaftesten interessierten russischen Volke noch am Morgen des 3. Januar vorenthalten. Den Zeitungen wurde nur gestattet, durch allerlei„ bedenkliche" Nachrichten über die FortNicht beigelegt ist der Konflikt auf Zeche„ Königsborn" bei Unna schritte der Japaner das Publikum auf die frech unterdrückte wegen Maßregelung. Die Belegschaft war mit der Strafverlegung Siobspost allmählich vorzubereiten! Trotzdem die russische eines Kameraden nicht einverstanden. Die Direktion erklärte, für sie Regierung am Morgen des 2. Januar das Kapitula- fei die Angelegenheit erledigt. Auch in dieser Sache sollen noch Vertionsangebot Stöffels erfolgte bereits am Abend des sammlungen stattfinden. 1. Januar! zweifellos von der Lage Port Arthurs unterrichtet war, zwang dieselbe Regierung die Presse noch am 3. Januar allerhand längst überholte Telegramme zu veröffentlichen, darunter das folgende: Vom 6. Dezember. " " onrnalisten höchst liebenswürdig und die erweifen sich dankbar, inAllerdings macht es Graf Bülow auch so. Er behandelt die dem sie den genialen Mann einen Sieg nach dem andern erfechten lassen. Eine gute Presse" ist für einen Reichskanzler von der BülowNasse schon was wert. Die fidele Feftungshaft. Ueber Hüssener erfährt ein Berliner Lokalblatt aus Koblenz: Hüssener ist gegenwärtig nach einem furzen Urlaub wieder als Festungsgefangener auf Ober- Ehrenbreitstein. Es ist richtig, daß der Fähnrich seinen allsonntäglichen Kirchenurlaub dazu benutzt hat, den ihm von der Festungshaft her bekannten Wirt des Koblenzer Barthotels zu besuchen. Es iſt seitens der Koblenzer Kommandantur eine Untersuchung eingeleitet worden. Amtlicher Bericht geht in den nächsten Tagen an den Kriegsminister ab. So brodelt und kracht es an allen Ecken und Kanten. Eine winterliche Hundstagsphantasie. Nach einer Darlegung der„ Kölnischen Zeitung" gilt für die An der Spitze der Hofnachrichten, wie sie die gewissenhafte personen die Militär- Strafvollstreckungsvorschrift vom 9. Februar 1888. Vollstreckung der Festungshaft sowohl gegen Militär- wie ZivilChronik der„ Nordd. Allg. 8tg." alltäglich mitteilt, findet sich heute nach§ 111 Absatz 3 dieses Reglements hat der Gouverneur, dessen diese harmlose Meldung: Aufsicht und Disziplinargewalt die Festungsstubengefangenen unterHeute morgen ritt Se. Majestät in der Reitbahn des tgl. stehen, das Recht, ihnen die Abstattung von Besuchen in der von Marstalles, empfing den Baron v. Brandenstein zur Vor- Festungswerken umschlossenen Festungsstadt zu gestatten. Diese führung der Uniformen des freiwilligen Verwaltungsvorschrift ist aber mit der Gesetzesbestimmung des§ 17 Automobilkorps und hörte die Vorträge des Kriegsministers, des Strafgefegbuchs, daß die Festungshaft in Freiheitsentziehung des Chefs des Generalstabes der Armee und des Chefs des bestehen soll, nicht in Einklang zu bringen. Die Kölnische Zeitung Militärkabinetts." hält deshalb die Beseitigung des§ 111 Absaz 3 der MilitärAus der Tatsache der Vorführung von Uniformen des frei- Strafvollstreckungsvorschrift für dringend geboten. Dieser jämmerliche Voltsbetrug wird natürlich den Zorn willigen Automobilkorps haben aber phantasievolle Reporter eine des belogenen, geknebelten Volkes nur um so wilder auf- gar seltsame Geschichte gebaut. Im„ Berliner Tageblatt" ist daraus schäumen lassen! nachfolgende Erfindung entstanden: Großmächtiger Herr und Kaiser! Wir schäßen uns glücklich, Etv. kaiserlichen Majestät zum Namenstage unsere alleruntertänigsten Glückwünsche aus Port Arthur barzubringen, das wir mit der Hülfe Gottes und Ihrer Gebete den elften Monat halten. Der Geist nuserer Truppen ist groß. Das donnernde Hurra auf der Parade zu Ehren des Väterchen- Bar bezeugte die große, mächtige Kraft der Herrschaft Ew. Majestät, die unwandelbare Ergebenheit für unseren Vater- Bar. Politifche Uebersicht. Berlin, den 5. Januar. Der Konflikt im Ruhrrevier. Aus Dortmund meldet uns ein Privattelegramm: Sechs Stunden hat die Kommission der Bergarbeiter auf dem Bechenplatz warten müssen, bis ihr endlich die Antwort der Vers waltung im Wortlaut bekannt gegeben wurde. Die Verwaltung Ichnt strikte jedes Entgegenkommen ab. Es wird der Anschein vers sucht, als ob die Seilfahrtverlängerung keine Schichtverlängerung fei. Das widerspricht dem Berliner Protokoll von 1889, in dem ausdrücklich niedergelegt ist, daß die Seilfahrt in der Regel nur eine halbe Stunde dauern soll, jezt würde sie aber eine Stunde dauern. Die Behandlung der Kommission durch die Verwaltung trägt einen scharf provokatorischen Charakter. Erst verlängert man den Termin bis zur Bekanntmachung, dann läßt man die Kome mission stundenlang auf dem Zechenplage stehen, um ihr dann die Entscheidung bekannt zu geben, die am Abend vorher schon anderweitig bekannt gegeben worden ist. Ferner wurde erklärt, man erkenne die Kommission der Arbeiter nicht als Vertretung an. „ Nach dem Mnster des britischen Motor Volunteertorps ist bekanntlich auch seitens des Deutschen Automobilklubs die Schaffung eines deutschen Freiwilligen- Automobilkorps in die Wege geleitet worden. Seit Wochen ist man mit den Vorbereitungen der Organifation beschäftigt. Heute vormittag wurde mun der Generalsekretär des Klubs Freiherr v. Brandenstein in der neuen Uniform des deufchen Freiwilligen- Automobilkorps zum Kaiser befohlen. Der Monarch äußerte seine Zufriedenheit mit der Uniform, war mit ihrer Einführung einverstanden und hat nur die Aenderung fleinerer Details gewünscht. Ferner befahl der Kaiser, daß Reserve- Offiziere, wenn fie die Waffenübung innerhalb des Korps ableisten, diese Uniform zu tragen haben. Die Uniform ist geschmackvoll und trotzdem praktisch für den Felddienst. In der Farbe ähnlich jener, wie sie die Chinatruppen hatten, mit gelben Stiefeln oder Gamaschen und Schuhen. Außer Dienst lange Bein Kleider. Die Bewaffnung besteht aus einem Hirschfänger und einer Pistole, wie sie jetzt bei der Marine probeweise eingeführt sind. Die Organisationen und die Statuten des deutschen Freiwilligen Automobilkorps werden in furzem veröffentlicht werden." " Ein dunkler Buntt. Dem B. T." wird geschrieben:„ Die Geschichte des jüngst dem deutschen Kaiser verliehenen spanischen Regiments Numancia, die im übrigen glänzend genannt werden tann, weist einen recht dunklen" Punkt auf. Das NumanciaRegiment hat sich, was wenig bekannt sein dürfte, an dem letzten größeren Pronunciamento im August 1883 zugunsten der Republit beteiligt. Aus diesem Anlaß wurden seinerzeit vier Wachtmeister des Regiments standrechtlich erschossen." Die Poft" foll trotz ihres Dementis, wie die Frankfurter 8tg." erfährt, mit den„ Berliner Neueste Nachrichten" verschmolzen werden. Bolkszählung. Der Bundesrat überwies in seiner Sizung am Donnerstag die Vorlage betreffend Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1905 den zuständigen Ausschüssen. Ein Gefeßentwurf über die Stillegung von Kohlenzechen wird von der Frankfurter Beitung" angekündigt. Durch eine Revision des Berggesetzes soll die Handhabe geschaffen werden, anderen als den gegenwärtigen Besigern die Möglichkeit zu geben, noch rentabel erscheinende Zechen abzubauen, wenn der Eigentümer dies zu tun sich weigert. Familienunterstützungen einberufener Reservisten. Es wird amtlich mitgeteilt: Bei einigen der mit der Ausführung des Gesetzes betreffend die Unterstügung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften vom 10. Mai 1892 betrauten Behörden sind 3iveifel darüber entstanden, ob den in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern, die einen Teil ihres Lohnes auf Grund des $ 616 Bürgerlichen Gesetzbuches für die Dauer einer vierzehntägigen militärischen lebung weiter beziehen, auch die gemäß§ 1 des Gesezes bom 10. Mai 1892 zu zahlende Familienunterstügung zu gewähren ist. Zur Beseitigung dieser Zweifel haben die Minister der Finanzen und des Inneren in einem Runderlasse an die Provinzialbehörden folgendes ausgeführt: Auch andere bürgerliche Blätter bringen in ähnlicher Art die felben Mitteilungen, ohne sich des Frevels bewußt zu werden, welche Unmöglichkeiten sie dem Kaiser unterstellen. Es ist, wie sich versteht, ganz ausgeschlossen, daß ein Freiwilligen- Automobilkorps, das irgend Das ist eine Provokation sondergleichen, denn nach den Ver- ein Sportklub gründet, einen Plag innerhalb der geseglichen Heeres handlungen vom 27. Dttober vorigen Jahres ist die Kommission organisation haben kann, was die Voraussetzung für einen angeb ausdrücklich anerkannt worden. Um dem Fasse vollends den Boden lichen Befehl des Kaisers bilden würde, daß Reserve- Offiziere in auszuschlagen, liefert man den Leuten auch nicht mehr ordnungs- diesem Korps Waffenübungen" ableisten und dabei die Uniform Außer den durch Bundesrat und mäßig die Deputatkohlen. Augenscheinlich will man auf die Leute dieses Korps tragen sollen. einen Druck ausüben. Auf„ Bruchstraße" bringen die verschiedenen Reichstag im Etat festgesezten Truppenteilen gibt es keine anderen, Nach§ 1 Absatz 2 des Gesetzes vom 10. Mai 1892 findet das Momente bereits eine so starke Erregung hervor, daß man bereits in denen Reserve- Offiziere Waffenübungen ableisten können. Gesetz nur dann keine Anwendung, wenn der Uebungspflichtige zu weiß natürlich niemand besser als der die Arbeit einstellten wollte. Die Arbeiter weigerten sich anzufangen. Das oberste denjenigen Reichs, Staats- oder Kommunalbeamten gehört, welchen Brusemann, der Verbandsvorsitzende, hatte Mühe, die Leute zu be- Kriegsherr, der so genau selbst in alle Uniformangelegenheiten ein- zufolge§ 66 des Reichs- Militärgefeges vom 2. Mai 1874 in der wegen, fich streng an die gefaßten Beschliffe zu halten, laut denen gedrungen ist, daß er gerade bei der Vorführung der Uniformen des Beit der Einberufung zum Militärdienste ihr persönliches Dienstdoch erst die Vermittelung des Ober- Bergamtes angerufen werden Automobilkorps die Aenderung Kleinerer Einzelheiten wünschte. Jene einkommen gewahrt ist. Nachricht ist darum gänzlich unglaubhaft und wir erwarten die als- lich in einem privatrechtlichen Verhältnis zum Staate stehen, ihren Da aber die in Staatsbetrieben angestellten Arbeiter, die ledig muß. Die Kommission ist heute nachmittag beim Ober- Bergamt be baldige Zurückweisung der den Kaiser beleidigenden Mitteilungen der Rohn während einer militärischen Uebung nicht auf Grund des reits vorstellig geworden und dies hat für morgen nachmittag 4 Uhr bürgerlichen Zeitungen durch das offizielle Regierungsorgan. § 66 des Reichs- Militärgesezes, sondern auf Grund des§ 616 des eine Verhandlung zwischen Kommission, Ober- Bergamt und Ver- Würde ein sozialdemokratisches Blatt die Behauptung einer un- Bürgerlichen Gesetzbuches weiterbeziehen, so kann auf sie die Begesetzlichen Befehlserteilung durch den Kaiser aufstellen, so dürfte der Stimmung des§ 1 Absatz 2 des Gesetzes vom 10. Mai 1892 keine waltung angesetzt. Gang zur Straffammer unvermeidlich sein. Hoffentlich wird aber Anwendung finden. Die Familien dieser Arbeiter haben daher Anden bürgerlichen Blättern der mangelnde Dolus ihrer majestäts- spruch auf Unterstüßung nach dem Geseze vom 10. Mai 1892, auch wenn den Arbeitern ein Teil ihres Lohnes für die Zeit einer kränkenden Behauptung gnädig zugebilligt werden. militärischen llebung weitergezahlt wird. Morgen finden Belegschaftsversammlungen statt, in denen zu der Angelegenheit Stellung genommen wird. Am Montag finden noch bedeutungsvolle Versammlungen von verschiedenen anderen Zechen statt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Streit mit aller Gewalt ausbricht. Deutfches Reich. " Wegen Duells mit dem lanenoffizier Hupfeld wurde in Dresden der vielgenannte Schriftsteller Freiherr v. Ompteda Wann werden die neuen Handelsverträge in Kraft treten? zu drei Monaten Festung verurteilt. Den Anlaß zu dem Duell hat Die Antwort der Verwaltung der Zeche„ Bruchstraße" lautet: „ Nachdem von einem großen Teil unserer Belegschaft gegen Schon vor einigen Tagen, als zum 31. Dezember des abgelaufenen ein eheliches Berwürfnis gegeben, infolgedessen sich Dmpteda von die Abänderung der Seilfahrtzeit Einspruch erhoben und um eine Jahres die Kündigung des deutsch österreichischen Tarifvertrages seiner Frau hat scheiden lassen. nicht erfolgte, haben wir daraus die Folgerung gezogen, daß wahr- Eine Maßregelung Dr. Heim's, welche die bauernbündlerische Antwort bis zum 3. Januar erfucht worden ist, gibt die Ver- scheinlich in den bereits von der deutschen Regierung mit Rußland, Bresse als bevorstehend meldete, soll nach einer Erklärung des gewaltung ihren Standpunkt der Belegschaft nochmals bekannt. Es Italien, der Schweiz usw. abgeschlossenen Tarifverträgen der nannten Abgeordneten selbst überhaupt nicht in Frage kommen. handelt sich bei unserer Anordnung nicht um eine Verlängerung 1. Januar 1906 nicht bestimmt als Termin des Inkrafttretens der Stuttgart, den 5. Januar 1905.( Privattelegramm.) Der der Schichtdauer, sondern um Gleichstellung der Zeit für die Ein neuen Verträge festgesetzt, sondern die Möglichkeit offen gelassen sei, Ramichausverkauf aller Selbstverwaltungsrechte der Gemeinden und Ausfahrt der Morgenschicht und um eine solche Bemessung der den Termin hinauszurücken. Von der agrarischen„ Deutschen Tages wurde in der heutigen Landtags- Sigung zu Ende geführt. Der Seilfahrtzeiten, daß unter normalen Verhältnissen die Seilfahrt zeitung" wird diese Annahme heute bestätigt. Es wird uns mit wurde in der heutigen Landtags- Sigung zu Ende geführt. Der „ daß das Inkrafttreten der neuen geradezu aufreizend reaktionäre Charakter der ganzen Reform trat unferer Belegschaft in dieser Zeit in Ruhe bewerkstelligt werden geteilt," schreibt das Blatt, daß das Inkrafttreten der neuen aufsicht über die Gemeinden besonders start hervor. Genosse stehenden Reparaturen im Schachte 2 reicht die neue Seilfahrtzeit von Offiziös zugegeben wurde, für den 1. Januar 1906 in Aussicht ges Hildenbrand ergriff im Verlauf der Debatte mehrmals das fann. Für die außergewöhnlichen Verhältnisse während der bevor- Handelsverträge nicht, wie bisher allgemein angenommen und halb in den letzten Paragraphen des Abschnittes über die Staatsnommen und vereinbart worden sein soll, sondern für ein einer Stunde nicht aus, jedoch ist nicht beabsichtigt, dieserhalb Jahr nach der endgültigen Ratifikation der be- Wort, nicht um den aussichtslosen Versuch einer Belehrung der Mehrheit zu machen, aber um vor der Deffentlichkeit nochirgendwelche weiteren Aenderungen vorzunehmen. Eine Zurücknahme treffenden Verträge. Wir sind zwar nicht in der Lage, mals aufs schärfste den Geist der Geringschäzung der der dauernd unbegingt notwendigen Betriebsmaßregel wird trok des diefe Mitteilung auf ihre Richtigkeit zu prüfen, halten sie aber nach Selbstverwaltung zu brandmarken, der aus jeder einzelnen Einspruches eines großen Teils der Belegschaft nicht erfolgen. Wir Lage der Dinge für sehr wahrscheinlich." Bestimmung des Reformwertes spricht. Die besonders krasse Besprechen die Hoffnung aus, daß diejenigen Belegschaftsmitglieder, Mit lautem Tamtam trat nach den letzten Reichstagswahlen der ſtimmung, wonach die Regierung nicht nur das Recht haben sollte, die sich mit der abgeänderten Seilfahrt nicht abfinden wollen, den Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" in die eine im Instanzenwege von der obersten Instanz für notwendig ordnungsmäßigen Weg der Kündigung beschreiten und nicht in Erscheinung. Aber er hat den Ordnungsleuten nicht gehalten, was bezeichnete Maßregel auf Kosten der Gemeinde gegen deren Willen den Ausstand treten. Die Verwaltung wird, wenn auch mit fie erhofften. Recht mißmutig schreibt daher jetzt die parteioffizielle durchzuführen, sondern auch über die renitenten Gemeinderäte wegen ihrer Abstimmung Ordnungsstrafen zu verhängen, erfuhr eine fleine großem Bedauern der traurigen Folgen für so viele Bergarbeiter- Konservative Korrespondenz": " Aus den Reihen unserer Parteimitglieder werden wir darauf Abschwächung. Ein von Lisching( Boltspartei) gestellter und von Familien unbedingt von dem Rechte des Schadenersages nach§ 3 aufmerksam gemacht, daß der Reichsverband zur Bekämpfung der Hildenbrand unterstützter Antrag, auf Disziplinarstrafen in diesem der Arbeitsordnung Gebrauch machen, sobald die BelegschaftsSozialdemokratie sich bemüht, in den konservativen Organisationen alle zu verzichten, wurde angenommen, trotzdem Minister v. Pischek mitglieder drei oder mehr Schichten willkürlich von der Arbeit ausMitglieder anzuwerben. Diesem Vorgehen muß auf das ent erflärte, es werde dadurch ein Slein aus der staatlichen Ordnung bleiben sollten. Wir sprechen wiederholt die Hoffnung aus, daß schiebenste entgegengetreten werden. Es ist nicht die Aufgabe des herausgeriffen. Die nächste Sigung findet am 10. Jantar statt. unsere Belegschaft sich nicht dazu hinreißen läßt, in einen durchaus Verbandes, die Organisationen der alten Parteien zu Nach Schluß der heutigen öffentlichen Sigung des Stuttgarter unberechtigten Arbeiterausstand einzutreten." schwächen, sondern ihm war die Aufgabe zugeschrieben, Gemeinderats war eine nichtöffentliche Sigung anberaumt. " Hu# derselben wird bekannt, daß vom Oberbürgermeister die Anregung eines Detmolder Magistratsmitgliedes unterbreitet worden ist. die Residenzstadt Stuttgart möge eine Sammlung in allen Gemeinden Württembergs für ein Hochzeitsgcschcnk für den Preußischen Kronprinzen einleiten und sich selbst mit einem namhaften Betrag an die Spitze dieser Sammlung stellen. Den Mut zu diesem Ansinnen fand der Detmold« Byzantiner offenbar in einem analogen Vorgang anläßlich der Hiilssaktion des Kaffers für Aalesund, wo patriotischer liebereifer den Stuttgarter Oberbürgermeister veranlaßte, dem Kaiser eine ans ähnliche Weise durch Beiträge der württembergischcn Gemeinden aufgebrachte Summe zur Verfügung zu stellen. Auch der Gegenstand des Geschenkes war bereits vorgesehen, es sollte eine praktische Sache sein, eine Equipage mit Gespann. Die Mehrheit des Stuttgarter Gemeindcrats lehnte eS ab, auch imr in die Beratung des Vorschlages einzutreten, zum großen Aerger der nationalliberalen Mitglieder, die sich für ihn einsetzten. Das Fiasko ist den Patrioten umso peinlicher, als es trotz der Geheini- Haltung in die Oeffentlichkeit gcbrackn worden war, über welche Takt- losigkeit der nationalliberale„Schwäbische Merkur" ganz.aus dein Häuschen ist.—_ Eilt Kriegsdokmnent aus Südwestafrika. Die„Tägliche Rundschau" veröffentlicht mehrere Kriegs- briefe eines deutschen Offiziers ans Südwcstaftika. Auch diese Briefe beweisen die s i t t l i ch e B e r lv i l d e r u n g der gegen- wärsig in Südwestaftika beliebten Kriegführung. In einem vom 2. Oktober basierten Briefe heißt es: „Wir bekamen denn auch eine Menge Vieh und erwisöbten etwa 10 Kerls, alle einzeln in wilder Flucht. Obwohl die Kerls Gewehre hatten, setzten sie sich nicht zur Wehr, und so war die Sache ganz ungefährlich. Trotzdem hat es einen koloffalen Reiz, wenn man plötzlich auf 30 Schritt hinter einem Busch so einen Schwarzen kanerit sieht, um sich zu verstecken; man setzt die Sporen ein und los geht die Jagd. Die Kerls springen wie Hirsche in langen Sätzen; oft kann man durch das dichte Gestrüpp kaum folgen, die Dornen ziehen einem fast vom Pferde, dann endlich wird der Kerl schlapp, man reitet von schräg rück- wärts an ihm vorbei und dann werfen sie sich gewöhnlich hin. Wenn so ein Lump mehr Schneid hätte, könnte er einfach nach etwa 20 Sätzen halten, umdrehen und einen aus dein Sattel holen. So überläßt man ihn den Leuten, besonders gut angezogene werden mitgenommen, um ausgeftagt zu werden, mit den anderen wird kurzer Prozeß gemacht.— Einen Kerl, er hängt jetzt hier hinterm Lager am Galgen, haben wir erwischt in t a d e l- loser Litelvka, llieithose, Unisormhnt, alles tadellos, einen Vorlader, Kaliber 2 Zenttmeter, mit dem Stempel„Tower" 1349. Hier wird also ganz ungeniert erzählt, wie auf einzelne Ein- geborenen Jagd gemacht wird und wie die Fliehrudc», trotzdem sie keine Versuche der Gegenwehr machen, rücksichtslos niedergehauen werden. Diese Hetzjagd auf Menschen erscheint dem Offizier selbst so entwürdigend, daß er erzählt, daß das Niedermachen dieses Menschenwildes den„Gemeinen" überlassen wird. Ferner er- zählt der Offizier in aller Gemütsruhe, daß ein„Kerl" aufgehängt worden sei, weil er eine deuffche Uniform gettagen habe!— Hueland. Oesterreich-Ungarn. Budapest, 5. Januar. Die ungarische Regierimg beginnt jetzt, wie dem„B. T." gemeldet wird, die gegen die T e i l n c h m e r an der Z e r st ö r u n g d e s A b g e o r d n e t c n h a u s e s am 13. De- zember eingeleitete strafgerichtliche Untersuchung zu be- schleunigen. Bisher erhielten 42 bisherige oppositionelle Abgeordnete, teils als Angeklagte, teils als Zeugen Vorladungen zur Polizei. Die Abgeordneten verweigern aber jedwede Aussage, mit der Begründung, daß sie dafür, was sie a l s A b g e o r d n e t e im Sitzungssaale ge- sagt oder getan haben, nieni andern Verantwortung schuldig seien.— Die vereinigte Opposition forderte sämtliche Stadtverwaltungen auf, gegen die Neuwahlen als ungesetzlich Protest zu erheben, aber an ihnen dennoch teilzunehmen. Die Neu- Wahlen sind auf die Zeit vom 26. Januar bis 6. Februar anberaumt; der neue Reichstag ist zum 16. Februar ein- berufen.— Italien. Der Minister des Auswärtigen Tittoni erkrankt. Tittoni ist von einer ernsten Krankheit befallen worden. Es handett sich um eine Gehirnkongestion, infolge deren er das Bewußt- sein verloren hatte. Sem Befinden scheint sich zu bessern.— Rom, 5. Januar. Die Gräfin M o n t i g n o s o hat sich unter dem Namen einer Prinzessin Mural vier Tage in Rom auf- gehalten und ist gestern abend nach Sarzana abgereist. Sie ist nach Rom gekommen, um den Papst um seine Vermittelung beim sächsischen Hof zu bitten. Dieser habe ihr Worte des Trostes und Mitleids gesagt, ihr aber seine Vermittelung zur Wiederaussöhnung mit dem Könige von Sachsen nicht versprochen. Die Worte des Papstes hätten die Gräfin schwer enttäuscht, und sie sei sehr bewegt und völlig entmutigt ins Hotel zurückgekehrt.— Dänemark. g Georg Brandes gegen die Zensur. Den bekannten Literatur- Historiker Georg Brandes ersuchte unser Bruderorgan„Social- Demokraten" um Aeußerung seiner Meinung Über die gegen das Arbeiterschauspiel„Lebenslügen" geübte Zensur. Professor Brandes erklärte, daß er alle Theaterzen sur überhaupt für überflüssig halte.„Aber," bemerkte er weiter,„mir scheint wirklich, daß eS hierzulande i m m e r schlimmer lvird; ich verstehe überhaupt nicht, was die Art und Weise, wie man die Zensur ausübt, für einen Sinn hat. Und dann, daß man einen Juristen zum Zensor macht! Ich begreife ganz und gar nicht, daß irgend jemand Zensor sein will; was ist das denn für ein Amt!" Brandes krisisierte ferner die Vorgänge auf dem SittlichkeitS-Kongreß in Köln, wo er beschuldigt wurde, die„schlimme" Literatur hervor- gerufen zu haben. Zum Schluß fragte ihn„Social-Demokratens" Vertreter, ob man nicht eine große Bewegung gegen all diese Bedrückung hervorrufen sollte, worauf Brandes antlvortete: „Ach, ich habe es fteilich schon lange aufgegeben, hierzulande für irgend etwas Stimmung zu machen. Man tut hier nichts, sondern findet sich in alles Mögliche. Das dänische Volk muß ein wenig freiheitliebendes Volk sein," so schloß Brandes mit einem Seufzer. Mit Recht bemerkt demgegenüber unser Brnderorgan. daß wenigstens die dänische Arbeiterklasse einen unermüdlichen Kampf für die Freiheit führt.— Amerika. Gegen die Trusts macht die Regierung von Zeit zu Zeit mobil. um den Bürgern die Uebcrzeugung beizubringen, daß sie gegen diese verhaßten, alles aussaugenden Kapitalsmächte ihre volle Pflicht und Schuldigkeit tue. Bald ist es der Oel-Trnst. dessen Praktiken untersucht wcrde�i sollen, bald der Fleisch-Trust, der angeklagt werden soll, und gegenwärtig werden„energische" Schritte gegen den Papier- Trust getan, der seit den letzten Jahren die Papierpreise in unverschämter Weise in die Höhe geschraubt hat und ohne Konkurrenz den Markt beherrscht. Die Regierung hat die Klage erhoben, daß der Papiertrust ein Monopol errichtet habe, welches das Gesetz verbietet, und daß er einer Verschwörung gegen die Handelsfreiheit schuldig sei. Es wird beanttagt, den Trust aus? zulösen. Und dabei iverden sich die Bürger beruhigen müssen, wie schon so oft, denn ein Trust ist eine Macht, der seine Gegcnmaßregeln ergreift, wenn wirklich Gefahr drohen sollte. Gewöhnlich ist aber ein Feldzug der Regierung gegen einen Trust nur ein Theatercoup.— Die Gärung in Rußland. Die„illegale" Gesinnung erfaßt nun selbst Elemente, die nicht einmal an liberale Reformen denken, sondern die Beseitigung der ärgsten Mißstände gerade im Interesse der Aufrcchterhaltung des Ab- solutismns verlangen. Ein Zeugnis für die revolutionäre Verdrossenheit selbst der Ab- solutisten legt das folgende Schreiben ab, das der Präsident der Moskauer Semstwo, Fürst T u r b e tz k o i an den Minister des Innern, Swiatopolk-Mirsky, gerichtet hat: „Hochverehrter Fürst! Euere Erlaucht erhalten heute eine Adresse der Moskauer Semstwo an den Kaiser. Ich, als Präsident dieser Versammlung, kann natürlich als Urheber der Zulassung der Adresse angesehen werden, und werde dafür die Ver- antivortnng übernehmen, was ich nicht verheimlicht habe und nicht verheimliche, obgleich die Regierung erst nach Annahme der Adresse ihre Mitteilung veröffentlicht hat. Hiermit will ich Ihnen klarlegen und Sie bitten, dem Kaiser alleruntcrtänigst zu melden, welche Erwägungen mich bewogen haben, den Semstwo zu gestatten, ihre Meinung auszusprechen. Ich bin überzeugt, daß Rußland jetzt eine Epoche der Anarchie»nd Revolution durchlebt. Was jetzt vorkommt, sind nicht nur bloße Unruhen der Jugend, sondern vielmehr die Abspiegelung des gegenwärtigen allgemeinen Zustande?, in welchem sich die Gesellschaft befindet. Der gegen- wärtige Zustand ist äußerst gefährlich und schrecklich für uns alle, für unser ganzes Vaterland und namentlich für die geheiligte Person des Kaisers. Deshalb ist es Pflicht jedes treuen Unter- taneu, mit allen Mitteln nicht lvieder gut zu machendes Unglück zu verhindern. In diesen Tagen hatte ich das Glück, mich dem Kaiser vor- zustellen und ihm offenherzig, soweit ich es konnte, über den gegen- wärtigen Zustand der Gesellschaft Bericht zu erstatten. Ich suchte dem Kaiser klarzulegen, daß das, was jetzt vor sich geht,„n'est. pas uno simple erneute, mais une revolution" fes ist nicht nur ein Aufstand, sondern eine Revolution), und ihm ferner klar« zulegen, was das russische Volk in die Revolution hineindrängt, welche es nicht will und welche der Kaiser zu verhüten imstande ist. Es ist dazu aber nur ein Weg vorhanden, das ist das Ver« trauen des Kaisers zu den Kräften der Nation und der Gesellschaft. Ich bin im Grunde meines Herzens fest überzeugt, wenn der Kaiser nur diese Kräfte um sich sammeln würde, so wird Rußland von allen Schrecken eines blutigen Aufruhrs, der ihm droht, erlöst sein; und es wird seinen Kaiser und seine autokrate Gewalt beibehalten. Bei einem solchen Gemütszustand aller, die mit Schrecken und Abneigung an das Vorerwähnte denken, hieße es die Menschenkräfte überschreiten, wollte man diesen Leuten das Recht nehmen, ihrem Kaiser auszusprechen, was jedem das Herz tief und qualvoll bedrückt. Es ist unmöglich zu schweigen, wenn das Vaterland in Gefahr ist. Man darf nicht vergessen, in welcher Lage sich gegenwärtig ein jeder befindet, der Familie und Kinder hat. Man mag mich, wenn man will, in meiner Eigenschaft als Präsident der Semstwo-Versammlung zur Verantwortung ziehen, mein Gewissen ist dem Kaiser gegenüber doch rein und ruhig." Die Stimmung in Petersburg nach dem Falle von Port Arthur wird in einem Briefe vom 3. Januar folgendermaßen geschildert: „Die Nachricht vom Falle Port Arthurs verbreitete sich gestern abend spät, als Extrablätter verteilt wurden. Die Stimmung ist ent- setzlich. Obwohl der Fall von Port Arthur zu erivarten war, hat er Petersburg wie ei� plötzlich eingetretene furchtbare Katastrophe überrascht. Der Ne»sky Prospekt war von berittenen Patrouillen gefüllt, die gegen 10 Uhr abends den ganzen Newsky entlang ritten. Offenbar werden die Japaner sofort ihr Heer»ach der Mandschurei hinüber werfen, insbesondere ihre schreckliche Artillerie. Was werden unsere anderen asiatischen Nachbaren sagen? Wie wird jetzt unser Konstäntinopeler Gesandte Linowjew mit den Türken reden? Die allgemeine Stimmung ist tief nieder- geschlagen. Alle erwarten große Erciguijse im Innern. Die Erbitterung der Gesellschaft hat sich jetzt gegen die Regierung ge- kehrt. Es geht das Gerücht um, in Minsk habe ein mißlungenes Attentat gegen den Eiscnbahnzng des Zaren stattgefunden— die Explosion habe stattgefunden, nachdem der Zug die unterminierte Stelle bereits passiert hatte. Die anderen sprachen von zwei Explosionen— die andere sei fdarüber berichten übrigens die Zeitungen) gegen einen Militärzug gerichtet gewesen. Es gehen sogar unbestimmte Gerüchte um, es'habe ein Attentat gegen die Kaiscrin-Mutter stattgefunden und alle sagen: Gewiß I Jetzt kommt ja so etlvaS! Wir werden noch mehr erleben! Ein alter pensionierter Beamter, ein Mann ohne jede Bildung, der religiös ist und sein ganzes Leben lang ein fanatischer Konser- vativer ivar, sagte:„Nun geht es aber miicrabel! Bielleicht ist daS aber auch besser so l Weiter geht es so nicht— man wird uns zum vollständigen Krach bringen. Jetzt wird man sehen, daß es Zeit ist, sich an das Volk zu wenden!" So spricht ein vorsintflutlicher Bureaukrat. Helsingfors, 5. Januar. fTelegramm.) Der Bürgermeister von Hclsingfors hat der Gouvernementsverwaltung zur Kenntnis ge- bracht, daß die Stadt infolge der seit 1902 ergangenen Dispense von Gerichtsmitgliederu auf administrativem Wege ohne Magistrat sei. In letzter Zeit habe sich der Magistrat nur ans Personen zusammengesetzt, die die Magistratsfunktionen nur provisorisch wahr- nähmen. Infolge außerordentlicher Maßregeln des Gouveruenrs gegen die Magistratsmitglieder beabsichtigen drei Mitglieder, ihre Aemtcr demnächst niederzulegen. Tic Adelsvcrsammlnng des Gouvernements Twer hat am 30. Dezember mit 99 Stimmen gegen 36 die folgende Resolution an- genommen:„Die Adelsversammlung in Twer erkennt an, daß sowohl eine lebensfähige Lösung der Fragen, die im allerhöchsten llkas vom 2ö.-Dezember vorgezeichnet sind, der den klar aus- gesprochenen Wünschen der Bevölkerung entgegenkommt, als auch jedwede fruchtbringende gesetzgebende Arbeit nur möglich ist bei aktiver Teilnahme freigewähltcr Vertreter der Bevölkerung." 76 Mitglieder der Versammlung enthielten sich der Abstimmung und unterzeichneten eine„besondere Meinung". Ei» politischer Prozeß im Heere. Das Wolsssche Telegraphen. Bureau meldet aus Petersburg unter dem 31. Dezember:„In einem Strafprozeß gegen den Pollstechniker Fuchs und den Leutnant Tarda w wegen regierungsfeindlicher Reden und Verbreitung verbotener Schriften wurde Tardow zu einem Jahre Festung ohne Verlust der Rechte verurteilt und Fuchs freigesprochen. Die Verhandlung fand unter AusschlußderOeffentlich- keit statt; das Urteil wurde öffentlich verkündet." Die Angaben der Telegraphen- Agentur sind ungenau. Der Prozeß hat nicht in Petersburg, sondern vor der Gerichtskammer in Warschau stattgefunden. Auch war das dem Hauptangeklagten Diniitrij Tardow zur Last gelegte Delikt ein anderes. Als Offizier des in Warschau stationierten 189. Bilgorajschen Regiments hat Tardow die Regiments-Steindruckerei, die zur Anfertigung von Tagesbefehlen dient, zur Herstellung eines von der russischen sozial- demokratischen Studcntenorganisation„Wperiock"(„Vorwärts") gezeichneten Maiflugblattes benutzt. Er ist darauf von P a t o k i n, dem Regiments-Steindrucker, der auf seinen Befehl, als Unter- gebener, und mit seiner Hülfe die Arbeit ausführte, denunziert worden und befand sich seit Anfang April vorigen Jahres in Haft. Der Mitangeklagte Benjamin Fuchs, gewesener Student des War- schauer Polytechnikums, hat seinerseits die russische Staatsordnung in große Gefahr gebracht, indem er zwei Exemplare dieses im ganzen in 96 Exemplaren vervielfältigten Flugblattes an eine bekannte Studentin in Moskau geiandt hatte. Als Zeugen waren zur Ge- richtsverhandlung nebst 6 Offizieren und ebensobielen Gemeine« die Studentin S i n c e r o w aus Moskau und der Student Sorokaletow aus Warschau geladen worden. Das Verhältnis- mäßig milde Urteil läßt sich nur zum Teil auf das etwas klägliche Verhalten des Hauptangeklagten zurückführen, der sich bei der Vor- Untersuchung durch Trunkenheit, Weltschmerz und dergleichen mehr zu entschuldigen suchte. Ausschlaggebend dabei war vielmehr das Bestreben der vorgesetzten Behörden, Aufsehen im Heere zu ver- meiden, wie schon die Verweisung der Sache vor ein ordentliches Strafgericht, statt vor ein Militärgericht, daraus klar hindeutet. In ähnlichen Fällen erhalten sonst Personen des Militärstandes in Rußland lange Jahre Zwangsarbeit als Strafe zudiktiert. kommunales. Stadtverordueten-Bersammlung. 1. Sitzung vom Donnerstag, den 5. Januar 1906, nachmittags 5 Uhr. Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung, der ersten im neuen Jahre, steht zunächst die durch die Städteordnung vorgeschriebene- N e u k o n st i t u i c r u n g der Versammlung für das neue Geschäftsjahr: cs hat die Neuwahl des Vorstandes stattzusindeu und es ist über die Zusammensetzung der ständigen Ausschüsse' und der Spezialausschüsse und gemischten Deputationen Beschluß zu fassen. Der bisherige Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung um 5Mi Uhr mit einem freundlichen Neujahrsgruß an die Kollegen und bringt dann beim Eintritt in die Geschäfte des neuen Jahres ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Versammlung lebhaft einstimmt. Die sozialdemokratischen Mitglieder erscheinen erst während der nachfolgenden Rede im Saale. Stadtv. Sanitätsrat Dr. Neumann erbittet als Altester der Ver- sammlung das Wort, um namens der Versammlung dem Vorstande für seine guten, treuen Dienste im vergangenen Jahre den auf- richtigen Dank auszusprechen.(Allseitige Zustimmung.) Darauf widmet er dem Vorsteher im besonderen einige Worte des Dankes. Hierauf schreitet die Versammlung zur K o n st i t u i e r u n g. Der Vorsteher gibt den Vorsitz an den Stellvertreter Michelet ab, der die auf die Wahl des Vorstehers bezüglichen Geschäfts- ordnungs-Bestiminungen verliest. Stadtv. Kyllmann(Fr. Fr.): Ich gestatte mir den Antrag zu stellen, durch Zuruf den allverehrten Herrn Dr. Langerhans zum Vorsteher wieder zu wählen(Beifall), und damit an ihn die Bitte zu verknüpfen, er möge diese nicht leichte Bürde wieder auf ein Jahr auf seine noch kräftigen Schultern nehmen. Unter allgemeinem Beifall wird Dr. Langerhans ein» stimmig wiedergewählt. Stadtv. Dr. Langerhans: Ich nehme Ihre Wahl an und danke für Ihr Vertrauen. Wenn ich mich mal schwach fühle, werde ich immer durch den Gedanken gekräftigt, daß Sie mir zur Seite stehen. Sie wählen mich wieder, indem Sie wissen, wie alt ich schon bin, aber auch, indem Sie wissen, daß ich doch gewiß in einer langjährigen Tätigkeit Gerechtigkeit stets zu üben gesucht habe. Heute erneut sich Ihr Vertrauen. Ich für meine Person werde tun, was meine Kräfte irgend gestatten.(Lebhafter Beifall.) Auch der bisherige Vorsteher-Stellvertreter Michelet wird auf Antrag Cassel, der seine unparteiische und geschickte Ge- schäftsleituug rühmt, fast einstimmig durch Zuruf wieder- gewählt. Die bisherigen Beisitzer Gericke, Frick und Friederici, sowie die Beisitzcr-Stellvcrtreter Liebenow, Törmer und F r i t s ch werden ebenfalls durch Zuruf wiedergewählt. Damit ist der Vorstand neu konstituiert. Die Verlosung der Mitglieder in die Abteilungen wird durch drei Mitglieder außerhalb des Saales vorgenommen. Auch im laufenden Jahre sollen die ordentlichen Sitzungen der Versammlung an den Donnerstagen von 5 Uhr ab stattfinden. Die bestehenden ständigen Ausschüsse 1. für Wahl der unbesoldeten Gemeinde-Bcamten, 2. zur Begutachtung der Vorlagen wegen Anstellung bezw. Pensionierung besoldeter Gemeinde- Beamten und Lehrer, 3. für P e t i t i o n e n, 4. für R e ch n u n g s s a ch e n, b. für Wahlprüfungen, ferner diejenigen Sonder-Ausschüsse und gemischten Deputationen, welche ihren Austrag noch nicht erledigt haben, werden in ihrer bis» herigen Zusammensetzung auch für das laufende Jahr bestätigt. Für den verstorbenen Stadtverordneten Manegold wird in da# Kuratorium für das Bestattungswesen Stadtv. Bitterhoff, in die Kaualisations-Deputation Stadtv. Gronewaldt(A. L.) gewühlt. Zur Beschlußfassung steht sodann die Magistratsvorlage betr. die Organisation in der Verwaltung des Rudolf Birchow- Kranlcnhanses. Nach dem Vorschlage des Magistrats soll die Verwaltung von einer Direktion geführt werden, bestehend aus den beiden ärztlichenDirektorender Hauptabteilungen für innere und äußere Krankheiten und dem Verwaltungsdirektor. Der Verwaltungsdirektor soll neben freier Wohnung das Gehalt der Stadträte(8000 M. steigend bis 12 000 M.) beziehen. Diese Organisationsfrage hat schon bei der letzten Etatsberatung eine Rolle gespielt. Die Versammlung bewilligte 8000 M. für die Stelle eines Direktors, wünschte aber die Frage der Verwaltungs- organisation vor der Wahl des Direktors mit dem Magistrat in ge» mischter Deputation zu beraten. Diese hat schließlich an dem schon im speziellen Bauprogramm vorgesehenen, jetzt vom Magistrat aber- mals vorgeschlagenen Modus der Einrichtung festgehalten. Dagegen liegt der Antrag A n t r i ck vor, die Oberleitung des gesamten Krankenhauses in die Hand eines Einzelnen und zwar eines ärzt» liehen Direktors zu legen. Von anderer Seite ist Ausschußberatung beantragt. Stadtv. Prof. Landau(A. L.) hält persönlich die Angelegenheit für spruchreif und die Ablehnung der nach seiner Uebcrzeugung schädlichen Vorlage für geboten, will aber gegen nochmalige Ausschuß» beratung keinen Widerspruch erheben. Nach einer Rekapitulation der zahlreichen Stadien, welche die Angelegenheit bisher in den ver- schiedenen Verwaltungskörperschaften und ihren Unterkommissionen durchgemacht hat, legt Redner dar, daß nach seiner Uebcrzeugung das Berliner Krankenhauswesen seit 30 Jahren im Rückstände ist, daß die jetzige Leitung der städtischen Krankenanstalten die organisierte Anarchie darstellt und daß mit dem Magistratsvorschlage dieses antiquierte System verewigt werden soll. Darauf kritisiert er diesen Vorschlag im einzelnen. Redner schließt mit den von der Mehrheit sehr mißfällig aufgenommenen Worten: Versündigen Sie sich nicht an den Manen Rudolf Virchows; benutzen Sie seinen Namen nicht, um Institutionen einzuführen, die er in tiefster Seele verdammt hat! Oberbürgermeister Kirschner: Eine solche Aufforderung in dieser Versammlung ist meines Erachtens vollständig unangebracht(Leb- hafte Zustimmung); wenn irgendwo die Manen Virchows geachtet werden, so ist cs in diesem Saale. Wenn es sich aber darum handelt, wer hier die Ansichten Virchows mehr vertritt, so behaupte ich, daß es der Magistrat in seiner Vorlage ist.(Zustimmung.) Rudolf Virchow hat der Organisation, die jetzt der Magistrat verteidigt, zugestimmt, und nicht gegen ihn, sondern m i t ihm haben wir uns für eine Mtimntte Organisation ausgesprochen. Man kann in der Materie sehr verschiedener Meinung sein. Beide Systeme sind in Uebung, unser System in der größeren Anzahl der Krankenhaus- Verwaltungen. Magistrat und Versammluna haben in verschiedenen Zeiten verschiedene Auffassungen gehabt.?:er Magistrat hat auch keine» präjudizierlichen Vorschlag in bezug auf die ärztliche Qualität des Verwaltungsdirektors gemacht. Sollten wir unter den Be- Werbern einen finden, der ein ausgezeichneter Verwaltungsbeamter und zugleich ein ausgezeichneter Mediziner ist, ich wäre der letzte, mich gegen ihn zu erklären. Würden wir aber das Glück haben, einen Spinola zu finden, er würde gewiß einhellige Zustimmung find« dirigenten zur Wahrung des ärztlichen Einflusses auch in der Ver- 1 waltung sind ja in Aussicht genommen. Hierauf gelangt ein Schlußantrag zur Annahme; dem Stadtverordneten Singer wird dadurch das Wort abgeschnitten. Die Mehrheit lehnt den Antrag auf Ausschußberatung ab. Die Versammlung tritt in die zweite Beratung ein. Stadtv. Marggraff( oz.- fortschr.) bekämpft den Borschlag des Kollegen Sonnenfeld. Die Verhandlung vor dem Bezirksausschuß sei eine so schlüssige, daß es weiterer Schritte wirklich nicht mehr bedürfe. Die Mehrheit beschließt nach dem Antrage Sonnenfeld.( Buruf bei den Sozialdemokraten: Klassenjuftiz. Heiterfeit.) DP V einer und das Krankenhaus so leiten, bie fein Arzt es tönnte. Es ist auch eine irrige Auffassung, zu glauben, daß ein Arzt nur allein ohne Mitwirkung eines Verwaltungsbeamten ein Krankenhaus ersprießlich leiten könnte. Wir sind der Meinung, daß gerade ein Kollegium diese Ersprießlichkeit besser gewährleistet. Von Nichtachtung der medizinischen Autorität und des medizinischen Einflusses ist dabei keine Rede. Es handelt sich gewissermaßen um eine ganze Stadt, Stadtv. Singer( Soz.): Ich freue mich, noch zum Worte zu Auf der Tagesordnung steht sodann der Ausschußbericht über deren wirtschaftliche Verwaltung auch Hunderte von Personen um- fommen, obwohl ich schon jetzt, ankündige, daß wir nachher die Fort die Vorlage wegen Baues von fünf städtischen Straßen faßt, die nicht Mediziner sind. Ohne einen geübten Verwaltungs- feßung der zweiten Beratung abzubrechen beantragen müssen, weil bahnlinien. Es wird indessen beschlossen, die Beratung dieses beamten tann man eine solche Anstalt nicht leiten.( 3ustimmung.) wir nicht in der Lage waren, für die zweite Beratung, in die wir Gegenstandes von der heutigen Tagesordnung abzusetzen, und Schicken Sie die Sache nicht wieder in einen Ausschuß. Sie ist zehn unerwartet schon gelangt sind, Anträge vorzubereiten. Ich halte es folgt die Jahre lang durch beraten worden; wohin soll es führen, wenn jetzt für wichtig, daß das Laienelement in dieser Frage auch zum Berichterstattung über den Antrag Augustin von 1901 wieder mit der Arche Noah angefangen wird? Schon ist ein Jahr Wort kommt, denn diese Frage ist viel weniger eine Frage des betreffend die von dem Magistratskommissar für die mit den erhobenen Einwendungen verloren gegangen. Sollen wir Verwaltungsmenschen als des großen Publikums, um dessen Pflege Orts und Betriebs Krantentassen bei dem Polizei das Krankenhaus eröffnen müssen ohne Direktor? und Heilung in den Krankenhäusern es sich handelt. Es ist sehr präsidenten nachgesuchte Vollstreďung Stadtv. Dr. Wehl( Soz.): Wenn es wenig glücklich war, viel mit dem Namen unseres verstorbenen Ehrenbürgers Birchow zehntägigen Haftstrafe gegen das Vorstandsmitglied der Virchows Geist heraufzubeschwören, so war es wohl ebenso unglück- operiert worden. Die Herren, welche ihn gegen Herrn Neuen Maschinenbauer- Krankenkasse Dreher Gries. lich, den Geist des verstorbenen Spinola lebendig werden zu lassen. Landau ins Feld geführt haben, find dabei recht schlecht Referent ist der Ausschußvorsitzende Stadtv. Friedländer( A. L.) Die Kranken haben keine Veranlassung, mit Freuden der Leistungen gefahren. Herr Straßmann hat ausdrücklich die Worte Die Ausschußberatung hat erst am 20. Dezember 1904 stattgefunden, dieses ausgezeichneten" Verwaltungsbeamten zu gedenken, unter Landaus bestätigen müssen; Virchow hat bloß gejagt, er opfere den nachdem vorher die Aften nicht zu erlangen gewesen waren, weil die dessen Verwaltung die organisierte Arbeiterschaft den Charité- Boykott ärztlichen Direktor der Einheitlichkeit der Leitung. Das hat er doch Beschwerde- Instanzen bis zum Minister mit der Sache befaßt worden beschließen mußte.( Lebhafte Zustimmung b. d. Sozialdemokraten.) nur getan, weil seine eigene Meinung nicht durchging; als Beweis, waren. Einstimmig hat der Ausschuß vorgeschlagen, die Angelegen Selbst die höchste Eile fann ferner nie Veranlassung geben, über daß Virchow für den jezigen Magistratsvorschlag geschwärmt hat, heit durch die seitens des Oberbürgermeisters abgegebenen Erbeweiskräftige Gründe für die Ausschußberatung zur Tagesordnung kann man diesen Ausspruch doch wahrhaftig nicht anführen. flärungen für erledigt zu erachten. überzugehen; es ist auch keine Not, das Krankenhaus wird einen Magistrat und Versammlung haben in der Frage mannigfache Stadtv. Stadthagen: Als bei der Verhandlung unserer JuterDirettor haben, auch wenn es schon am 1. April eröffnet werden Wandlungen durchgemacht. Auch diesmal trifft die Begründung pellation im Jahre 1901 der Oberbürgermeister die Erklärung abgab, follte. Das Krankenhaus ist doch in erster Reihe dazu da, die kranken wieder der Vorwurf größter Mangelhaftigkeit; niemand, der nicht daß die widerrechtliche Verhaftung des Gries sistiert sei, war für uns Menschen möglichst schnell und sicher zu heilen.( Sehr gut!) Daß in den Vorberatungen schon mittätig war, kann sich daraus hins die Sache erledigt. Wir müssen dabei bleiben, daß aus dem Manne daneben auch noch Verwaltungsfragen erledigt werden müssen, ist reichend informieren. Im Jahre 1889 fämpfte der Magistrat für ein Märtyrer gemacht wurde, selbst wenn die Anordnung gerechtja selbstverständlich; aber die Ansprüche an die Leitung liegen nicht eine Einrichtung, wie sie Kollege Landau heute fordert; damals soll fertigt gewesen wäre oder ein Schein des Rechtes für sie vornur auf ökonomischem, sondern auch auf sanitär- ärztlichem Gebiete, allerdings nur mit Stimmengleichheit, also durch die Stimme des gelegen hätte. Der Mann, Ehrenvorsteher einer Krankenkasse hatte und von letzterem ist in den Magistratsvorschlägen doch zu wenig Oberbürgermeisters, seines oder seines Vertreters( im Vorfiß) der lediglich seine Pflicht, wie er sie auffaßte, wie sie allerdings von getan. bisher die Rede gewesen. Die Organisation unserer Jrrenanstalten Magistratsvorschlag durchgegangen sein. Jedenfalls steht fest, daß der einem Magistratshülfsarbeiter Magistratshülfsarbeiter nicht aufgefaßt wurde, ist eine mustergültige; dort bestehen genau die Einrichtungen, welche Magistrat damals dafür gewesen ist. 1874 war umgekehrt die Ver- Der Ausschußbericht unterſtellt insofern inrichtiges, als wir auch für das neue Krankenhaus fordern. Wir haben also in der sammlung der Meinung, es müsse ein ärztlicher Direktor und nicht ein fast ständige Bragis der obersten Gerichtshöfe ein seltsames selben städtischen Verwaltung Einrichtungen, welche den von uns Kollegium sein. Wer jedesmal der Vernünftigere war, will ich heute Urteil mag ja einmal unterlaufen ist, daß in den Fällen, wo die geforderten entsprechen und gegen die keine Beschwerden laut ge- nicht entscheiden, aber schon dieser Gegensatz zeigt, daß die bezeichnete Handlung bereits erzwungen oder sonst erfüllt ist, die worden sind. Die Militär- Lazarette find ebenfalls ich sage das Meinungen in den Kollegien über diese Frage durchaus nicht ge- Vollstreckung der zur Erzwingung angedrohten Strafe rechtsist. Die Judikatur und namentlich die neuere unbeschadet unserer prinzipiellen Stellung zu den Militärfragenfestigt sind. Ich bedauere daher aufs aufrichtigste, daß eine erneute widrig muftergültig; auch dort stehen Aerzte an der Spitze der Verwaltung. Prüfung jezt verhindert ist. Kollege Körte bejizt den großen Vor- Judifatur ist stets dahin gegangen. Bugunsten der Maßnahme des ist nichts beigebracht worden. Das Geht es nach dem Vorschlage des Magistrats, dann müssen die ärzt- zug, ein tüchtiger Fachmann im Bauwesen zu sein und auch be- Magistratskommissars lichen Bestrebungen darunter ungebührlich leiden und die Be- deutende medizinische Kenntnisse zu besitzen, die er dem Um- Reichsgericht hat erklärt, daß auch bei einer fahrlässigen Verhaftung strebungen der Verwaltung ungebührlich in den Vordergrund treten. stande verdankt, daß sein Bruder ein sehr angesehener Arzt ein strafbares Vergehen vorliegt. Hätte es sich nicht um einen Be Es mag ja sein, daß schlechte Erfahrungen mit Aerzten gemacht ist.( Vorsteher Dr. Langerhans bittet, solche persönlichen An- amten, sondern um eine Privatperson gehandelt, es wäre zweifellos Der damalige worden sind, welche an der Spitze fleinerer und mittlerer Ver- deutungen beiseite zu lassen; Stadtv. Körte ruft: Herr Singer wegen Freiheitsberaubung eingeschritten worden. unmittelbar nach waltungen gestanden haben; aber ganz allgemein ist die Befähigung muß ja allwissend sein, woher ich meine Kenntnis habe!) Ich habe Magistrats- Hülfsarbeiter Meher hatte mun die Liebenswürdigkeit, an mich zu des Arztes zu höheren Verwaltungsstellen nicht niedriger zu ver- damit nur eine Anerkennung aussprechen wollen aber seine Aus- jener Sigung mich zu ersuchen, bes die ihn persönlich anschlagen als die des Juristen. Warum muß es denn immer ein führungen trafen den Kern der Sache nicht im geringsten. Er will schreiben und Jurist sein? Einmal meinte der Oberbürgermeister, die Vorlage auf die Frage der Tätigkeit der ärztlichen Direktoren, auf den Vor- treffenden Angaben richtig zu stellen, und zwar in Formen, die schaffe tein Präjudiz, nachher aber führte er aus, ein Arzt könne wurf, daß zu wenig Zeit auf die Kranken verwendet würde, nur einer anwenden kann, der da glaubt, daß er der Herrgott selber Dieser Punkt erfordert aber gerade eine ist. Ich habe deswegen feinen Anlaß genommen und tue es auch nicht die Verwaltung führen; das ist doch ein Widerspruch. Es gibt nicht eingehen. faum einen Beruf, der an Vielseitigkeit und Verantwortlichkeit dem eingehende Diskussion. Wenn Zustände in unseren Kranken- jest nicht, irgend etwas zurückzunehmen. Ein Mann, der wie dieser des Arztes nahe kommt; warum soll also nicht auch ein Arzt die häusern bestehen, daß der dirigierende Arzt die Kranten Magistratsrat Meyer die Freiheit eines Arbeiters deshalb be Verwaltung leiten können? Wir wollen einen Chefarzt an der Spitze wochenlang nicht sieht, wenn man in Moabit von dem Nahen dieses droht, weil dieser seine Pflicht getan hat, der dann die Haftstrafe der Verwaltung, dem der Verwaltungsdirektor untergeordnet sein Herrn nur dann verständigt wird, wenn das Automobilzeichen er auch noch vollstrecken will, obwohl die zu erzwingende Handlung foll. Die Uebertragung des gegenwärtigen Verwaltungssystems der tönt( hört! hört!), dann ist der große Schaden doch augenscheinlich, schon erfolgt ist, der mich dann in dieser Weise belästigt, hat feinen Krantenanstalten auch auf das Virchow- Krankenhaus würde außer- daß die Leiter durch ihre große Privatpraxis dem Dienste des Anspruch auf Rücksicht. Wenn ein Beamter aus Fahrlässigkeit, entschuldbar Und was die oder nicht entschuldbar, die Freiheit eines Bürgers verlegt hat, dann ordentlich schädlich sein. Es steht nämlich in den Krankenhäusern Krankenhauses mehr oder minder entzogen werden. feineswegs so vorzüglich um die Verwaltung, wie behauptet wird. praktische Seite betrifft, so stellen es die Herren vom Oberbürger- pflegt er anständigerweise den Betreffenden um Entschuldigung zu bitten. Die drei Männer an der Spike der Verwaltung waren nicht drei, meister an immer so dar, als ob wir verlangten, es solle fein Ber- Wenn ein Mitglied des Magistrats einem Bürger Berlins gegenüber sondern die beiden Aerzte fallen einfach aus; das fann ich auf Grund waltungsdirektor angestellt werden. Davon ist gar keine Rede. Es die gleiche Verfehlung begeht, dann hätte er doppelt und dreifach meiner persönlichen Erfahrungen feststellen. Die beiden Herren ist eine Binfenwahrheit, uns nachzuweisen, daß ein so großes Unter diese Verpflichtung. Herr Gries hat mir aber erklärt, daß auch nicht Das bestreitet ein Jota seitens jenes Herren erfolgt ist. Das tennzeichnet ihn haben ja nicht einmal die nötige Zeit, ihrer Funktion als Kranken- nehmen einen Verwaltungsdirektor haben muß. heiler in dem gebotenen Maße obzuliegen, das können sie gar nicht niemand. Aber wir wollen einen medizinisch gebildeten Mann als schlimmer und tiefer als die allerschlimmste Charakteristik durch mich Db nicht in der ganzen Organisation unferes bei ihrer ausgedehnten Privatpragis.( Buruf des Stadtv. Körte.) verantwortlichen Leiter für das gesamte Strankenhaus haben. Er es vermöchte. fümmern, sich nicht darum Ja, Herr Kollege Körte, haben Sie jemals in einem städtischen foll ob die Kartoffeln richtig Magistratskommissariats für die Krankenkassenverwaltung viel zu werden, oder das Fleisch Ich bebauere fehr, 2 f. unt billiger ändern wäre, will ich jetzt nicht untersuchen. Krankenhause gelegen? Hätten wir in den Krankenhäusern nicht geschält so viel tüchtige Hülfsärzte, es wäre längst zum öffentlichen Skandal eingekauft werden kann, sondern er soll verantwortlich sein dafür, wenn der Magistrat mehr Beamte hätte, die in der gleichen Weise gekommen. Manche Kranken sehen den Herrn Direktor überhaupt daß auf allen Gebieten der Verwaltung Ordnung herrscht und mit der Freiheit der Bürger umspringen. Oberbürgermeister Kirschner: Ich habe nicht erklärt, die„ rechtsnie, und wenn sie auch 4-6 Wochen auf der Station liegen. Wenn daß auch die Kranten zu ihrem Rechte kommen. Mit dem Juristen das festgestellt ist, sind die Herren doch noch viel weniger in der würden wir den Bureaukratismus, um nicht zu sagen Assessorismus, widrige" Verhaftung ist aufgehoben, das konnte ich nicht erklären, Nicht der denn die Verhaftung bestand zu recht. Oberverwaltungs- und Kammer Lage, Verwaltungsgeschäfte zu betreiben. Da vertreten dann die in unserer Verwaltung verstärken oder einführen. Aerzte die Ueberzeugung, daß solche Zustände geändert werden müssen Jurist fehlt uns, sondern der verantwortliche Mann an der gericht haben in wiederholten Entscheidungen angenommen, daß die und nicht auf das Birchow- Krankenhaus mit seinen 2000 Betten Spize, der aus seiner Wissenschaft heraus mehr in der Lage ist, Strafe nicht vollstreckt werden soll, wenn die betreffende Handlung übertragen werden dürfen, wo außerdem noch eine Reihe Sonder- die Bedürfnisse der Kranten zu kennen, als ein Mann, der vers erfüllt ist; aber das Oberverwaltungsgericht macht den Unterfächer Berücksichtigung finden sollen. Einer unserer namhaftesten waltungsrechtlich sehr gebildet sein kann, dem aber fehlt, was den schied, ob die haft schon festgesezt ist, und in diesem daß sie auch vollstreckt werden Aerzte hat sich durchaus in unserem Sinne öffentlich ausgelassen. Direktor erst zu dem machen kann, was er sein soll. Die große Falle hat es angenommen, Die bisherige Scheidung zwischen äußerer und innerer Klinik wird Mehrzahl der Aerzte, das ist charakteristisch, verlangt einen ärztlichen fann, wenn die betreffende Handlung auch bereits geleistet worden von den medizinischen Autoritäten in immer stärkerem Maße ab- Direktor. Die dirigierenden Aerzte werden auch viel eher den Vor- ist. Auf dieses Urteil hat sich Meyer gestigt. Dieser Auffassung ist gewiesen. Bei gewissen Krankheiten, wie Blinddarmentzündung, ist stellungen eines ihnen wissenschaftlich gleichstehenden Kollegen zu auch die höchste Instanz immer beigetreten. Eigentlich hatte ich exes fast eine Sache des Zufalls, ob der Kranke der inneren oder gänglich sein, als eines solchen Verwaltungsdirektors. Das Kollegium wartet, daß der Vorredner erklären würde, daß es unrichtig war, äußeren Station zugeteilt wird, man könnte fast sagen, es ent- ist schließlich nur eine Zersplitterung der Leitung in drei Teile. Jch den Vater des Herrn Meyer als Justitial der Allgemeinen Eletscheidet darüber der Portier des Krankenhauses.( Heiterkeit.) fenne aus meiner bisher ja noch kurzen Tätigkeit in der Kranken- trizitäts- Gesellschaft zu bezeichnen und den Herrn Meher selbst wohl bekannt mit den Leitern dieser Auch bei einer Reihe anderer Krankheiten läßt sich dieser Unterschied haus- Deputation schon Fälle, wo Berfügungen des Verwaltungs- als außerordentlich absolut nicht mehr aufrecht erhalten. Diesem Gesichtspunkt ist unser direktors ergehen, wovon die ärztlichen Direktoren feine Ahnung Gesellschaft. Davon aber hat er Abstand genommen. Nun, das ist Antrag entsprungen, den Sie, wenn Sie ihn nicht sofort annehmen haben. Die Kollegialdirektion schützt also keineswegs vor solchen Gefühlssache. Durch meine Erklärung, daß beide Behauptungen un wollen, wenigstens einem Ausschuß überweisen sollten, wo wir uns Vorkommnissen. Die Frage ist also noch keineswegs gründlich er- richtig sind, erledigt sich die Sache. Stadtv. Stadthagen: Ich habe diese Behauptungen seiner bemühen werden, Ihren Widerstand endgültig zu brechen.( Beifall.) ledigt. Nach den gefaßten Beschlüssen muß ich jetzt bitten, führen, damit zeit nicht als die zweite Beratung nicht zu als die eigene aufgeftelt, sondern sie Stadtrat Straßmann: Virchow hat allerdings 1874 für das wir materielle Abänderungsanträge zu den einzelnen Bunkten Anfichten anderer wiedergegeben. Als der Oberbürgermeister Friedrichshain- Krankenhaus einen ärztlichen Direktor vorgeschlagen, vorbereiten können. Mit dem Gehalt, welches hier aus im Ausschuß erklärte, beides sei falsch, habe ich später aber ausdrücklich hier in der Versammlung erklärt, daß er der geworfen ist, ist eine erste Straft nicht zu finden, da muß fort ausgesprochen, ausgesprochen, ich glaube ihm das. Der Magistratsrat Einheitlichkeit der Verwaltung den ärztlichen Direktor opfere. Herr eine ganz andere Dotierung eintreten. Wir haben in der Erwartung, Meyer schiete mir einen Brief eingeschrieben ohne Ueberschrift, warin Spinola, den man hier in faum zu verantwortender Weise die Sache würde an einen Ausschuß gehen, solche Vorberatungen ich zum Widerruf in der nächsten Sizung. aufgefordert wurde. Art, war 18 Jahre Leiter hereingezogen hat, der Charité nicht getroffen. Auf Grund der Geschäftsordnung erhebe ich wider Form und Inhalt dieser Buschrift, wie man sie wohl von un Kurator 14 Jahre er Augufta- Hospitals; gebildeten Leuten manchmal empfängt, boten mir nicht die es für ein Unglück erklärt, die Spize eines Stranten spruch gegen die Fortsetzung der zweiten Beratung. Der Vorsteher erklärt diesen Widerspruch für verspätet und geringste Veranlassung darauf zu reagieren- ich bewahre den hauses einen Arzt zu stellen. Die Aerzte können es in der schließt, da niemand mehr gemeldet ist, die Debatte. Eine Wort- Brief unter der Rubrik Wunderlichkeiten" auf.( Seiterkeit.) Leitung nicht mit tüchtigen Verwaltungsbeamten aufnehmen. Auch würde das Verantwortlichkeitsgefühl für die Einzelheiten der Vermeldung Stadthagens wird ebenfalls als verspätet zurüd Die Buntte, auf die es antam, find an sich keine ehrenrührigen. waltung zu furz fommen. Es wird sich auch eine geeignete Persön gewiesen. Die Vorlage wird mit erheblicher Mehrheit an- Uebrigens ist auch der Handelsminister feineswegs dem Magistrat beis lichkeit nicht finden lassen. Auch die Charité hat ein Zweimänner- genommen. In persönlicher Bemerkung will Stadtv. We y auf getreten, denn auch er hält aus allgemeinen Erwägungen die Die Portier" frage zurückfommen, wird aber vom Vorsteher daran Bollstredung von Ordnungsstrafen nach Erreichung des Strafzweds Syſtem, die Jrrenanstalten lajsen mit fich den gehindert. nicht für angemessen. In einem Falle ist übrigens die an Krankenhäusern gar nicht in Vergleich stellen. Der Portier" soll doch wohl kaum ernst genommen werden; wir haben Nachträglich ist auf die Tagesordnung gesezt worden der Wort- gedrohte Geldstrafe in höchfter Instanz aufgehoben worden. Die boch die Aerzte du jour in unseren Krantenhäusern. laut des Erkenntnisses des Bezirtsausschusses in Strafe war rechtswidrig, denn sonst gab es tein Gnadenrecht, Stadtv. Körte( Fr. Fr.): Wir stimmen für die Vorlage. Noch- Sachen der Wahl des Gastwirts Kerfin zum Stadtverordneten. weder für den Minister noch für den Oberbürgermeister. Ich bemalige Ausschußberatung halten wir sachlich nicht für nötig; neue Die Sache wird als dringlich vorweggenommen, da vor dem dauere nochmals, daß Herr Meyer dem Gries nicht sein Bedauern Jch fenne Polizeibeamte, die das für ihre Gesichtspunkte find uns nicht vorgeführt worden.( Widerspruch.) Der nächsten Donnerstag über die Einlegung der Berufung Beschluß ausgesprochen hat. Menschenpflicht gehalten haben. Vergleich mit den Militärlazaretten ist tatsächlich unangebracht. Die gefaßt sein muß. Der Ausschußantrag wird angenommen. Stadtv. Sonnenfeld( A. L.): Wir sind wohl alle der Auffassung, Gegner der Vorlage haben zwar Mängel des bisherigen Systems Nach Erledigung einiger dringenden Vorlagen wegen Anbehauptet, aber diese Behauptung nicht fubftantiiert. daß, nachdem einmal richterliche Entscheidung angerufen ist, auch die Stadtv. Perls( N. 2.) tritt ebenfalls für sofortige Annahme der Entscheidung der höchsten Instanz einzuholen ist. Es handelt sich mietung von Bureauräumen schließt die öffentliche Sigung gegen Borlage ein. Es mache fich heute im Kreise der Fachmänner mehr auch nicht um eine aussichtslose Berufung, sondern gerade auf Grund 210 Uhr. und mehr das Bestreben geltend, von eigentlichen Verwaltungs- bes uns vorliegenden Erkenntnisses möchte das Ober- Verwaltungsgeschäften entbunden zu werden. Rebner berweist auf die Berliner gericht leicht im Sinne der Versammlung entscheiden können. Es Nettoren als ein Beispiel für diese Erscheinung. Der Verwaltung liegt eine prinzipielle Streitfrage vor. eines so ausgedehnten Krankenhauses dürfte ein Arzt tatsächlich nicht Stadtv. Stadthagen: Die Streitfrage enthält gar nichts Grundgewachsen sein. sätzliches. In Erstaunen hat mich nur gefeßt, daß schon der BezirksRettung Schiffbrüchiger. Stadtv. Caffel( A. 2.) bemerkt, daß der Antrag feiner Fraktion ausschuß die Ansicht der Mehrheit umgestoßen hat. Wir haben Bremen, 5. Januar.( W. T. B.) Die Rettungsstation Jers haben aber nichts dagegen, auf Ausschußberatung nicht in dem Sinne zu verstehen sei, als ob die teine besondere Veranlassung, höft der Deutschen Gesellschaft Schiffbrüchiger telegraphiert: bom Ober VerwaltungsFrattion schon in ihrer Mehrheit schlüssig sei, die Vorlage ab wenn die Mehrheit fich durchaus 4. Januar wurden von dem hier gestrandeten Hamburger Schoner bestätigen Lassen will, daß ihre Ansicht eine zulehnen. Brotest erheben müsse er gegen die Unterstellung, als ob gericht es eine Verfündigung an Birchow wäre, wenn man etwa für die unzutreffende war; ich möchte dann aber bloß die Wiederein" Hans" 4 Personen durch den Raketenapparat der Station gerettet, Vorlage stimmte. Auch ihm, diefem so hervorragenden Manne führung der Succumbenzstrafe nach altem Recht empfehlen.( Große Paris, 5. Januar.( B. H.) Ueber den Sturm wird aus Biserta gegenüber gelte das non jurare in verba magistri. Aber Virchow Heiterkeit.) Wesentlich ist aber§ 15d unserer Geschäftsordnung. Der fei auch 1897 Mitglied der Versammlung gewesen und er habe mit Wahlkreis des Stadtv. Kerfin ist jetzt überhaupt nicht vertreten. berichtet, daß über 100 Meter Quaisanlagen vom Sturm weggefegt feinem Worte gegen das damals vorgelegte Programm Einspruch Kerfin ist bis jetzt nicht eingeführt worden. Vor ganz kurzer Zeit worden sind, desgleichen ein Teil des Eisenbahngleises, eine Brücke erhoben. Was der Chefarzt" eigentlich solle, sei auch in aber haben wir die Einführung eines Kollegen vorgenommen, gegen und zahlreiche Gepäckschuppen der Hafengesellschaft. gemacht sind, des der gemischten Deputation nicht flar geworden. Der Chefarzt tönne dessen Wahl die schtversten Bedenten und und des an " hat Ende Letzte Nachrichten und Depeschen. Am Bukarest, 5. Januar.( W. T. B.) Das Parlament wurde heute doch unmöglich immer bei der Strantenaufnahme zugegen sein. Anderer Stadtverordneten Herzberg.( Sehr richtig.) Wir müssen also aufgelöst. Die Neuwahlen finden vom 1. bis 11. Februar statt. ein solcher Prozeß nicht so lange seits brauche die Verwaltung eines so großen Instituts eine selb darauf dringen, daß ständige Persönlichkeit an der Spize; es fei bafür nicht unbedingt ein hingezogen und der rechtmäßige Vertreter verhindert wird, seinen Das neue Parlament ist auf den 23. Februar einberufen. Sidney, 5. Januar.( B. S.) In den Kohlengruben von NewJurist erforderlich, auch aus dem Bureaustande seien sehr tüchtige Blazz einzunehmen. Wenn Berufung eingelegt wird, muß also das Beamte dieser Art wie Merke hervorgegangen. Die Magistratsvorlage Ober- Verwaltungsgericht gebeten werden, sobald wie möglich den castle sind die Förderleute in einen Ausstand getreten, infolgedessen biete eine glüdliche Lösung der Frage. Wir müssen doch endlich Termin anzuberaumen. Die erste Instanz hat ein ganzes Jahr ge- 5000 Arbeiter feiern müssen. In der Nähe von Grafton sind vier Bestfälle vorgekommen. mit der Sache einmal zu Ende kommen. Konferenzen der Abteilungs- dauert; wollen wir noch ein zweites Jahr warten? Beranto. Redatt: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantwv.( mit Ausnahme der NeueBelt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwa.is Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsbl. It. 5. 22. ZchMg. 1. SfÜlljjf partei-ISacbricbtcn. Parteipreffe. An Stelle des Genossen Scheibemann, der be- kanntlich am 1. April die Redaktion des Kasseler Parteiblattes über- nimmt, wird Genosse Wittrisch, bisher in Forst i. L.. in die Redaktion des„Offenbacher Abendblattes" eintreten. Mit Scheide- mann wird auch Genosse Hauschildt aus Offenbach in die Kasseler Redaktion eintreten. Die Stelle Hauschildts in Offenbach wird öffentlich ausgeschrieben. Für den aus der Redaktion des„Volks- Wille" in Hannover ausgeschiedenen Genossen Westmeyer tritt der Genosie T h o m a s e r aus Düsseldorf in Hannover ein. Poli?«ilicdes. GerichtHches ufw. Polizeiliche Vereitelung eines Gewerkschaftsfestes. Ein Gewerkschaftsfest mit Kinderbelustigungen, Konzert und Ball wollte das Gewerkschaftskartell für Schkeuditz und Umgegend veranstalten. Die Polizeiverwaltung versagte die Genehmigung und untersagte die Abhaltung des Festes, weil es sich um eine öffent- liche Lustbarkeit handele, welche von einer Genehmigung abhängig sei. Nach vergeblichen Beschwerden klagte der Borsitzende Fritsche beim Ober-Verwaltungsgericht. Der erste Senat wies indessen die Klage mit folgender Begründung ab: Aus der schriftlichen Klagerechlfertigung sei zu einnehmen, daß beabsichttgt worden sei, das Fest auf sämtliche Mitglieder der dem Kartell angeschlossenen GeWerk schafteir und nicht bloß auf die Delegierten zum Kartell und deren An- gehörige auszudehnen. Wäre das der Fall, so könnte das ge- plante Fest nur als ein öffentliches angesehen werden, denn die Mitglieder der beteiligten Gewerkschaften bildeten keinen nach außen abgeschlossenen Personenkreis. Es fehle damit schon eine der lvesentlichsten Bedingungen für eine„ge- schloffene Gesellschaft", die einer Genehnngung nicht bedürfte. Nun habe in der Verhandlung der Kläger allerdings gesagt, daß teilnehmen sollten die Delegierten des Kartells als solche und die- jenigen Personen mit ihren Angehörigen, welche durch die Delegierten unter Ueberreichung von Einladungskarten zur Teilnahme auf- gefordert werden würden. Danach sei jedem einzelnen Delegierten Vollmacht gegeben, nach seiner Wahl zur Festlichkeit hinzuzuziehen, wen er wollte. Der Kreis sei somit zwar etwas ein- geschränkt gegenüber dem„sämtlicher Mitglieder der dem Kartell angeschloffenen Gewerkschaften", es könne aber auch in diesem etwas beschränkteren Kreise eine geschloffene Gesell- schast nicht gefunden werden, weil auch in diesem Falle ein nach außen abgeschlossener Personenkreis nicht vorhanden sei. Somit stehe fest, daß das Fest als öffentliche Lustbarkeit einer ortSpolizei- lichen Genehmigung bedurfte. Deshalb könne die Polizei nach ihrem pflichtgemäßen Ermessen die Genehmigung verweigern oder erteilen. Gegen die Verweigerung lasse sich dann nur etwas tun, wenn dabei Willkür obgewaltet habe. Das sei hier nicht anzunehmen. Sozialee* Die Folgen der Unterlassung des Markenklebens. In unserer gestrigen Stummer ist in der Politischen Uebersicht eine Notiz über die massenhaften Beitragshinterziehungen bei der Jnvalidenverftcherung in Bayern enthalten und darin die Bemerkung angebracht, daß der Unternehmer, der schuldhaft die Beittagszahlung uuterlaffen habe, dem versicherten für den Verlust der Rente haftet. In der Tat hat auch im vorigen Sommer die Zivilkammer des Landgerichts Heilbronn in einer Streitsache den Satz aufgestellt: „Der Arbeitgeber, der die Schuld an der Unterlaffung der Beitragszahlung zur Jnvalidenverftcherung für semen Arbefter trägt, ist verpflichtet, diesem, so lange»r lebt, die entgehende Invaliden- rente zu zahlen." Das Gericht verurteilte die Gemeinde Böckingen, die für einen von ihr beschäftigten Arbeiter das Markenkleben unterlassen hatte, so daß dieser, als er invalid wurde, keinen Rentenanspruch hatte, zur Zahlung einor lebenslänglichen Rente im Bettage von 156 M. jährlich. Das Gericht stützte sich dabei auf die 88 31, 89, 249, 254 B. G.-B. Ander? jedoch hat das Reichsgericht— übrigen? in Ueber- einstimmung mit dem Berufungsgericht— in einem anderen Falle entschieden. Der im Jahre 1900 erwerbsunfähig gewordenen Klägerin wurde von der Landes-Verficherungsanstalt der Hansestädte die Gewährung einer Invalidenrente versagt, weil statt der erforderlichen 200 Marken nur 194 Marken für sie geklebt waren. Sie behauptet nun, daß sie vom 1. August 1896 bis 20. April 1897 bei dem Beflagten im Dienst gestanden hätte, daß dieser das Einkleben der Versicherungsmarken unterlassen und dadurch den Verlust der Rente für sie fahrläsfigerweise herbeigeführt hätte. Sie machte den Beklagten für den ihr dadurch er- lvachsenen Schaden verantwortlich und klagte den entsprechenden Renten- betrag von 150 M. jährlich gegen ihn ein. Das Berufungsgericht wies die Klägerin ab, weil ihr aus der fraglichen Unterlassung des Ein- klebens der Marken ein privattechtlicher Anspruch, sei es aus einem Verttage, überhaupt nicht entstanden wäre. Das Reichsgericht (dritter Zivilsenat) hat sich dieser Auffassung angeschlossen und die Revision für unbegründet erachtet, da der Entschädigungsanspruch weder auf ein außerkontraktliches Verschulden noch auf eine privat- rechtliche Verpflichtung des Arbeitgebers gestützt werden könne. Ans ein außerkonttaktlicheS Verschulden nicht, weil nach dem hier in Frage kommenden gemeinen Recht jeder nicht allgemein für den durch seine Schuld, sondern nur für den durch seine Arglist an- gerichtettn Schaden, der im vorliegenden Falle nicht angenommen werden könne, haste und, weil das JnvaliditätS- und Alters- Versicherungsgesetz vom 26. Juni 1889 keine Bestimmung darüber enthält, daß die Zuwiderhandlung gegen das Gesetz für den dadurch erwachsenen Schaden haftbar mache; auf eine privattechtliche Ver- pflichtung nicht, weil der ganze Charakter des Gesetzes, wie aus seiner Entstehung, Begründung und zahlreichen Bestimmungen ersichtlich, im wesentlichen und prinzipiell ein öffentlich rechtlicher sei, mithin auch die den Arbeitgebern auferlegten Pflichten nicht als privattechtliche, sondern als öffentlich rechtliche konstruiert werden müßten. Nach dieser Entscheidung ist demnach den Versicherten nur dringend V» raten, sich um das Markenkleben zu bekümmern. Die Heimarbrits- Ausstellung, die auf dem im März hier ab- gehaltenen Heimarbeiterschutz-Kongreß angeregt wurde, soll möglichst im Herbst d. I. in Berlin eröffnet werden. Wie der„Sächsischen Arbeiterzeitung" aus Berlin geschrieben wird, haben in den letzten Tagen des alten Jahres im hiesigen Gewerkschaftshause Verhandlungen zwischen Gewerkschaftsvertretern und bürgerlichen Sozialpolitikern stattgefunden, die den Vorarbeiten dieser Ausstellung gewidmet waren. Es wurde beschlossen, ein Kuratorium zu bilden, dem je ein Vertreter der 19 beteiligten Zenttalverbände und eine Anzahl bürgerlicher Sozialpolitiker angehören sollen. Die Aus- stellung soll womöglich später auch nach anderen Orten verlegt werden. Einen Auttag auf Errichtung emrr Arbeiterkammer haben die sozialdemokratischen Mitglieder der Hamburgi scheu Bürgerschaft sestellt, Der Antrag wurde, nachdem Stollen ihn begründet und ies Jorrtrlü" mehrere Redner ihn bekämpft hatten, abgelehnt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten wie schon einmal vor drei Jahren. SewerK sckaftlied es. Ueberstunden fur's Vaterland! Ueber die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Militär- effekten-Fabrik von Tippelskirch u. Ko. wurde am Mitt- woch in einer öffentlichen Militärsattler-Versamm- l u n g gesprochen, die im Gewerkschaftshause tagte. Wie der Referent Riedel, Vorsitzender der Tarifkommission, aus- führte, hat die genannte Firma die sämtlichen Sattlerarbeiten für die südwestafrikanische Schutztruppe übernommen, ist aber, obgleich sie einen großen Teil der Arbeiten an andere Firmen weiter vergeben hat und auch noch Heimarbeiter beschäfttgt, nicht imstande, die Bestellungen schnell genug zu erledigen, ohne in ihrer Fabrik regelmäßig über Feierabend — bis 10, 12, ja 3 Uhr nachts— und regel- mäßig Sonntags arbeiten zu lassen. Dreiviertel Jahre hindurch ist nun in dieser Fabrik jeden Sonntag ge- arbeitet worden, und während die Polizei bei einer anderen Firma, die kürzlich einmal an drei Sonntagen bis Mittag arbeiten lassen wollte, mit peinlicher Sorgfalt sich erkundigte, ob das denn auch unumgänglich notwendig sei— ein Verfahren, das ja an sich lobenswert ist— sieht sie bei Tippelskirch die Sonntagsarbeit, und noch dazu in einer das zulässige Maß übersteigenden Ausdehnung, von vornherein für notwendig an. Und doch wäre die Ueberzeit- und Sonntagsarbeit hier so leicht zu vermeiden oder wenigstens erheblich einzuschränken. Auf dem Arbeitsnachweis des Sattlerverbandes sind zurzeit 110 Arbeitslose eingeschrieben, und in der Usedomsttaße, wo die Fabrik der Firma Tippelskirch liegt, stehen schöne helleRäumegenugleer, diebinnen2j4Stunden zu Sattler-Werkstätten eingerichtet werden könnten, und die Arbeiter brauchten nicht so eng bei ein- ander zu hocken, wie es jetzt der Fall ist. Mit der Ueber- tragung der Arbeiten an die Firma Tippelskirch hat es übrigens, wie der Referent weiter bemerkte, noch eine eigene Bewandtnis. Das Kriegsmini st erium hat seit einiger Zeit hinsichtlich der Vergebung von Sattlerarbeiten ein besseres System eingeführt, das sowohl der Militär- Verwaltung selbst, als auch den Unternehmern und Arbeitern Vorteile bringt. Früher erhielt bei den Submissionen der Mindestfordernde die Bestellung; jetzt wird aus den verschiedenen Angeboten ein Mittelpreis festgestellt und die Arbeit an die Firmen verteilt, die sie für diesen Preis übernehmen wollen. Auf diese Weise und dadurch, daß man eine große Anzahl Werkstätten durch Offiziere inspizieren ließ, un, festzustellen, ob sie unter allen Umständen leistungsfähig sind, hat sich das Kriegsministcrium eine genügende Anzahl von Lieferanten gesichert, deren Bettiebe durch regelmäßige Arbeiten aufrecht erhalten werden, die aber auch außerordent- lichen Anforderungen entsprechen können. Doch die Arbeiten für die Schutztruppe sind nicht vom Kriegsministerium, sondern vom Kolonialamt vergeben worden und dieses Amt hat nun die eine Firma Tippelskirch u. Ko. mit der ganzen Lieferung beglückt und einen jahrelangen Vertrag mit ihr abgeschlossen. Nun wird mit den Arbeiten eine Art Schacher getrieben. Die Subunternehmer, die ihre Aufttäge von Tippelskirch erhalten, müssen selbswerständlich billiger liefern und drücken wiederum ihre Arbeiter. So wird ein ganz un- nötiger Druck auf die so schon erbärmlichen Löhne der Militär- sattler ausgeübt. Die Lohn- und Arbeitsbedingungen bei der Firma Tippelskirch selbst sind schon so unbefriedigend, daß die Arbeiter sich in der vorigen Woche veranlaßt fiihlten, Forde- rungen zu stellen. Es wurden dann wohl einige geringe Aufschläge auf die Akkordpreise bewilligt, die Hauptsachen aber, worauf es ankam: die Einschränkung der Heim- arbeit, des„Sackreißertums", die Bezahlung der Wartezeit, wenn sie über 20 Minuten beträgt, wurden ab- gelehnt und hinsichtlich eines Aufschlags für Ueberzeit- und für Sonntagsarbeit von 15 Pf. und von 30 Pf. pro Stunde machte der Meister nur eine unverbindliche Zusage. Die Zustände, die in der Fabrik herrschen, wurden sowohl vom Referenten als auch von Diskussionsrednern als sehr verbesserungsbedürftig bezeichnet. Die Versammlung faßte einstimmig folgenden Beschluß: „Die öffentliche Versainmlung der Militärsattler verpflichtet die Kollegen von der Firma Tippelskirch u. Ko., jede lieber- stunde zu verweigern, bis die näheren Bestimmungen voll an- erkannt sind."— „Der am 1. Januar 1905 in Kraft getretene Tarifvertrag", so lautete der zweite Punkt der Tages- ordnung, worüber M ü n t n e r, der zweite Vorsitzende der Tarifkommission, referierte. Dieser Tarifvertrag, der vor dem Gewcrbegericht festgelegt ist und bis zum 31. Dezember 1906 gilt, bringt zum erstenmal eine Regelung in die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Militärsattler. Er ist von den meisten Firmen Berlins— allerdings nicht von Tippelskirch— und teilweise auch außerhalb Berlins anerkannt und seit Neujahr haben verschiedene Firmen von außerhalb schriftlich ihre Zustimmung zum Tarifverttag erklärt. Das Kriegsministerium hat in diesem Fall offenbar die Bestrebungen zur Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse unterstützt. Als im vorigen Jahre die Bertteter der Militärsattler den Kriegs- minister um eine Audienz ersuchten, wurde ihnen dies Verlangen zwar abgeschlagen, aber mitgeteilt, daß die in Betracht kommenden Dienststellen angewiesen seien, nur denjenigen Unternehmern Arbeit zukommen zu lassen, die die festgesetzten Preise bezahlten. Dies ist offenbar geschehen und nicht ohne gute Wirkung geblieben. Der Akkordtarif, der den umfangreichsten Teil des Tarifvertrages aus- macht, enthält 122 Positionen. Die Preise sind sehr bescheiden fest- gesetzt, so daß ungefähr ein Durchschnittsverdienst von 24 Ai. pro Woche herausgearbeitet werden kann. Von großer Wichttgkeit sind die„ N ä h e r e n Bestimmungen", die den ersten Absatz des Tarifvertrages bilden. Sie beziehen sich auf die Vorarbeiten und es ist darin unter anderem dafür gesorgt, daß die Arbeitgeber nicht, wie vielfach üblich war, einen einträglichen Handel mit Handnähfaden, den sie ihren Arbeitern verkaufen, tteiben können. Nicht minder wichtig find die den zweiten Absatz bildenden„Allgemeinen Be- stimm un gen". Sie lauten:„1. Das Zwischenmeistersystem in- und außerhalb des Betriebes ist nicht zulässig.— 2. Arbeitnehmer unter 45 Jahren dürfen als Heimarbeiter nicht beschäftigt iverden.— 3. Bei entstehenden Meinungsverschiedenheiten irgendwelcher Art ist die Schlichtungskommission, bestehend aus zwei Arbeitgebern und zwei Arbeitnehmern, anzurufen; dieselbe zieht, falls eine Einigung nicht erzielt werden kann, einen Gewerberichter als unparteiffchen Borsitzenden hinzu, dessen Entscheidung dann endgültig ist.— 4. Für Ueberstunden und Sonntagsarbeit ist ein Lohnaufschlag von 10 Prozent zu zahlen." Der Referent machte darauf atifmerksam, daß den bei Tarif- firmen tätigen Arbeitern ein klagbares Recht auf die im Freitag, 6. IaavarMS. Tarifverttage festgelegten Bedingungen zusteht. Einige Firmen außerhalb Berlins versuchen jetzt, besondere Tarife, die niedriger sind als der Berliner, einzuführen. Dem soll mit aller Kraft ent- gegengewirkt werden, damit auch sie veranlaßt werden, die hier geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen innezuhalten. Berlin und CXmgegend. Die Aussperrung in der Gelbmetall-Jndustrie. Wie in der gestrigen Stteikversammlung von der Stteikleitung mitgeteilt wurde, haben jetzt, nach dem 1. Januar, eine Anzahl Fabrikanten den Tarif in allen Teilen unter- schriftlich anerkannt. Es sind dies diejenigen Fabrikanten, die schon vor Monaten mit dem rigorosen Aussperrungsbeschluß der Kühnemänner unzuftieden waren, aber erfolglos gegen die leitenden Scharfmacher opponierten. Als Mitglieder des Kühnemänner- Verbandes mutzten sie sich auf Grund ihrer eingegangenen Ver- pflichtungen zwar den Beschlüssen der Fabrikanten-Veremigung fügen, wollten sie anders nicht zur Zahlung der Konventionalstrafe ge- zwungen werden. Sie erklärten der Streikleitung f. Z. jedoch ehrenwört« lich, ihre Mitgliedschaft im Kühnemänner- Verb and e zum 1. Januar zu kündigen und sich dann an keiner Aussperrung mehr zu beteiligen, nach abgelaufener Kündigungsfrist auch den Tarif der Gelbmetall« arbeiter zu unterschreiben. Letzteres ist jetzt geschehen und damit auch gleichzeitig die Mitgliedschaft dieser Fabrikanten imKühnemänner-Verband er- loschen. Die Herren sind von den Scharfmacher-Allüren gründlich kuriert worden und ttagen keinerlei Verlangen mehr nach den Fleisch- töpfen der Kühnemänner; sie haben den TerrorismuS der maß- gebenden Berliner Metallindustriellen zur Genüge kennen gelernt und sind froh, ihre volle Freiheit wieder zu besitzen.— Andre Firmen jammern noch immer über den„Eigensinn der Arbeiter", der bekanntlich so weit ging, den Herren zu den 70 Proz. der Ausgesperrten auch noch die letzten 30 Proz. der Kollegen aus den Be- trieben herauszuziehen, so daß die Werkstätten gänzlich verwaist waren. Wiederholt haben sich Fabrikanten während der letzten Tage wieder an die Stteikposten herangemacht und zu sondieren versucht. Auf ihre Frage: Was soll denn nun eigentlich werden? Wie lange soll der Stteik denn noch dauern? wurde ihnen stets prompt zur Antwort, daß es lediglich von dem Verhalten der Fabrikanten selbst abhinge, ob der Kampf weiter geführt werde oder nicht. Solange die Fabrikanten eine Ver- ständigung ablehnen, solange könne auch von der Beendigung des Streiks keine Rede sein.— Der Referent Cohen war in der Ver- fammlung auch der Ansicht, daß die jetzige Bockbeinigkeit der Holz- industtiellen bei den Einigunasverhandlungen auf dem Gewerbe« gericht höchstwahrscheinlich auf das hinterkulissische Treiben der Kühnemänner zurückzuführen sei. Es sei eine bekannte Tatsache, daß die meisten Metallwarenfabrikanten bereits längst streik- und aussperrungsmüde seien und nur noch mit allen Mitteln von den Hauptscharfmachern zusammengehalten würden. Wenn nun in der Holzindustrie eine Einigung zustande kommt. so fürchten die Ober-Kühnemänner offenbar, daß ihre noch mit Ach und Krach bei der Fahne gehaltene Gefolgschaft ebenfalls energisch zum Frieden drängt. Das patzt jenen aber durchaus nicht in den Kram, da sie es in ihrer Verblendung ja auf eine bedingungs- lose Kapiwlation, und wenn möglich auf eine vollständige Ver- nichtung des Metallarbeiter- Verbandes abgesehen haben. Deshalb wohl ihre geheimen Einflüsse auf die leitenden Personen der Holz« industriellen, um dort den Friedensschluß mögltchst zu verzögern, damit durch die längere Dauer des Kampfes die Mitglieder der Metallwarenfabrikanten- Vereinigung wieder hoffmmgSfreudiger ge- stimmt und die Metallarbeiter schließlich mürbe werden. Es scheine, so meinte der Referent, daß die Fabrikanten wirklich erst durch die eherne Macht der Tatsachen von der Naivität ihrer Anschauungen geheilt werden müßten. Der Verlauf des Kampfes werde zeigen, daß ihnen all ihre Schiebungskünste nichts nützen. Nur mögen sie sich dann auch selbst die Schuld an der Erschöpfung der Berliner Gelbmetall-Jndustrie zuschieben. Allgemeine Entrüstung erregte so- dann die Mitteilung Cohens über eine polizeiliche Ausweisung zweier st reikenden Ausländer. ES handelt sich um einen Russen und einen Ungar, die seit zehn bis zwölf Jahren hier als verheiratete Arbeiter ansässig gewesen sind mrd nun den polizeilichen Befehl erhalten haben, bis zum 8. resp. 14. Januar das Königreich Preußen zu verlassen, weil sie sich hier angeblich l ä st i g gemacht haben. Dieses Lästigmachen besieht lediglich in der Beteiligung beider Arbeiter am Stteik. Aus aller Vorsicht hatte die Stteikleitung beide nicht einmal zum Streikpostenstehen herangezogen, damit sie nur nicht Gefahr laufen sollten, mit irgend einem der vielen diensteifrigen Polizeibeamten in Konflitt zu kommen und diesen dadurch etwa einen auch nur scheinbar berechtigten Vorwand zur Lästigcrklärung zu geben. Und dennoch find sie„lästig" geworden. Einer der Ausgewiesenen hat seit Jahren schon wiederholt Anttäge auf Naturalisierung gestellt und dabei gleichzeitig eine Anzahl glänzender Führungszeugnisfe vorgelegt. Seine Anträge wurden aber stets abgelehnt; ob nur deshalb, weil er Mitglied einer Gewerkschaft war, oder aus anderen Gründen, mag dahingestellt bleiben. Möglich, daß dieAusweisungS- order wieder zurückgezogen würde, wenn die beiden Arbeiter erklär den, Streikbrecher zu werden. Doch da sie als ehrliebende Arbefter eine solche Er- klärung niemals abgegeben werden, wird ihnen nichts anderes übrig' bleiben, als nnt Weib und Kind den preußischen Staub von ihren Pantoffeln zu schütteln und sich eine andere Heimat zu suchen. Vergegenwärtigt man sich, welch ein verlumptesGesindel von den Fabrikanten während des Streiks gerade aus dem Auslande zu Streik brecherdien st en nach Berlin gezogen worden ist und hier von der Polizei wohlwollend geduldet wird, so müssen diese Ausweisungen ganz besonders empörend wirken. Als Streikbrecher ist den Fabrikanten jeder Ausländer willkommen, sei es ein internationaler Zuhälter oder Verbrecher; sie werden niemals seine Ausweisung verlangen. Noch ist nichts davon bekannt geworden, daß auch nur ein einziger der vom Auslande hergelotsten Arbeitswilligen polizeilich abgeschoben wäre, weil er sich„lästig" gemacht hätte. Ehrliche Ausländer aber, sofern sie sich an einem Stteik beteiligen, verfallen der rücksichtslosen, kleinlich- blindwütigen Verfolgung der Arbeitgeber, die nicht einmal vor Herd und Familie Halt macht. Und dabei wollen diese Denunzier-Fabrikanten der Welt glauben »rächen, sie trieften von Wohlwollen für die Arbeiter und ihr gutes Herz blute beim bloßen Gedanken an das Elend der Familien streikender Arbeiter! Aus purem Wohlwollen und gutem Herzen sind verschiedene Fabrikanten denn auch bei Hauswirten„vorstellig" geworden mit dem gemütvollen„Ersuchen", streikende Arbeiter, die um Stundung der Wohnungsmiete bitten würden, aus der Wohnung zu setzen. Wiederholt ist es vorgekonune», daß Arbeitern, die sich um Zahlungsaufschub an den Hauswirt gewandt hatten, die Autwort wurde:„Zahlen, oder die Wohnung räumen. Ich bin sehr wohl davon unterrichtet, daß Sie st r e i k e n. Weshalb streiken Sie denn? Arbeiten Sie man, dann werden Sie auch Miete zahlen können" usw. So sehen die „moralischen Hülfsmittel" der Arbeitgeber aus bei diesem Kampfe! Es sind dies die noblen und würdigen Ergänzungen jenes Hülsö- mittels, welches die„Arbeitgeber-Zeitnng" kürzlich zur Anwendung brachte, um zu veranlassen, daß die Fabrikanten ihre Arbeiter nach allen Regeln Raffeschrr " " Runt direkt beschwindeln sollten. Wir waren erheblicheren Herabgehen der Säuglingssterblichkeit führen werde. 29. Juni in die Wohnung zurüdtehrte, fand fie diese gewaltsam geöffnet bekanntlich in der Lage, im Dezember ein vertrauliches Redner besprach die Bedeutung der Maßnahmen, die in dieser und in ähnlicher Weise wie bei Gragert verwüstet und ausgeplündert. Schriftstück zu veröffentlichen, das die Arbeitgeber- Beitung" Richtung von der zu diesem Zwede eingesetzten gemischten Deputation Es fehlten Gegenstände im Werte von etwa 500 M. Auch in diesem nach eingeholten Informationen" an Metallwarenfabrikanten gesandt der städtischen Körperschaften Berlins beschlossen worden sind Falle waren in der Wohnung viele Gegenstände demoliert worden. hatte mit der„ diskretesten" Anregung, den Vertrauensleuten und in vielleicht drei Wochen zum zweitenmal das Plenum der Salbach, der als einer der Einbrecher vor der ersten Straffammer der Arbeiter weiß zu machen, daß die streifenden Arbeiter nur zur Stadtverordneten- Versammlung beschäftigen werden. Auf Drängen der des Landgerichts II stand, weigerte sich, seine Komplizen zu nennen. Hälfte, ja vielleicht nur zu einem Drittel wieder an ihre alten Pläge Arbeitervertreter habe man sich nicht nur auf die Säuglinge direkt Er gab zu, einen Tag sich in der Gragertschen Wohnung aufgehalten zurückkehren dürften, da alle anderen Bläge mit ungelernten Arbeitern beschränkt, sondern sich entschlossen, auch für die Schwangeren und zu haben, bestritt aber, bei den Diebstählen beteiligt gewesen zu sein. besetzt werden sollten. So nämlich hatte die Arbeitgeber- Beitung" Wöchnerinnen etwas zu tun, was ja dem Kinde zugute komme. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn drei Jahre Zuchthaus und in einem ihr angeblich zugegangenen Artikel geschrieben, und nun Besonders den unehelichen Müttern müßte es ermöglicht werden, sechs Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautete auf vier Jahre sollten ihr die Fabrikanten durch Bekanntgabe des Artikels behülflich eine Unterkunftsstätte schon in der letzten Zeit der Schwangerschaft 8uchthaus, sechs Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit von Polizeisein, den Arbeitern das törichte Zeug glaubhaft zu machen. zu finden, wenn sie arbeitsunfähig seien. Städtische Heimstätten aufsicht. Selbstverständlich", so hieß es in der diskretesten Anregung, sollen nach den Beschlüssen der Deputation diesem Zwecke dienen. Wegen fahrlässiger Kindestötungen in zwei Fällen hat sich, wie muß dabei durchaus der Eindruck gewahrt bleiben, und Wöchnerinnen sollen sechs Wochen lang die Heimstäten in AnDaß Sie( der Fabrikant) diese Bekanntgabe des spruch nehmen dürfen. Vor allem werde dahin gestrebt, den Kindern wir bereits mitteilten, vor dem Schwurgericht in Tilsit die Naturärztin Klara Niebios zu verantworten. Nach dem EröffnungsArtikels aus eigenem Antriebe erfolgen laffen, die natürlichste Nahrung, die Muttermilch, zu sichern. Zweckentsprechende beschluß wurde die Angeflagte beschuldigt, erstens im Februar 1902 und daß Sie lediglich das Interesse Ihrer von Belehrungen( Einwirkung auf Hebammen und Pflegerinnen usw.) seien durch Fahrlässigkeit den Tod der an Diphtheritis erkrankten Schülerin der Streitleitung verführten älteren Arbeiter im vorgesehen, und die Mütter, die zwar stillen könnten, denen aber Quise so I b verschuldet zu haben; der zweite Fall hat im Oftober Auge haben." durch Fabrikarbeit, Heimindustrie 2c. dies erschwert werde, sollten 1901 den Tod der Schülerin Elisabeth Lippke zur Folge gehabt. Merkwürdig, dasselbe Scharfmacherblatt, das seine„ diskreteste eine städtische Unterstützung genießen. Wer aber nicht ſtillen könne, ueber den Tod des Kindes Kolb, der am 7. Februar 1902 erfolgte, Anregung" mit der Notwendigkeit, dem Vorwärts" der solle aus den Fürsorgestellen die Kuhmilch zweckmäßig präpariert äußert sich die Angeklagte bei ihrer Vernehmung, daß sie hieran und der Streilleitung antworten" zu müssen, in Portionsflaschen ins Haus geliefert erhalten bekommen. Auch Nähr- eine Schuld nicht trage, wälzt vielmehr die Schuld auf die Familie begründete, hat jezt gänzlich die Sprache verloren. Das Organ präparate würden von den zu errichtenden Fürsorgestellen, wovon des Herrn Nasse und Konsorten weiß auf unseren dokumentarischen durch die Deputation vorläufig acht vorgesehen seien, geliefert., die ihre Vorschriften nicht befolgt habe. Bei dem Fall Lippke ſei Belag der" prima Qualität" seiner„ moralischen Hülfsmittel" fein werden. Redner hebt die Schädlichkeit aller Zusäße und die absolute die Angeklagte nachts aus ihrer Wohnung geholt worden. Sie fand bei dem Kinde Halsschmerzen. Das Kind sei dann ant Wort zu erwidern. Wahrscheinlich hat das„ starre Entsetzen" über Unzweckmäßigkeit der teuren pasteurisierten" und sterilisierten Milch 15. Oktober 1901 gestorben. Sie habe nur aus Mitleid unsere etwas indiskrete Behandlung der„ diskretesten Anregung" dem hervor und betont, daß die Inanspruchnahme der geplanten städtischen gehandelt und weder von Frau Kolb noch von Frau Lippke Blatte die Sprache geraubt. Möglich aber auch, daß die Ab- Einrichtungen nicht als Armenunterſtüßung gelten werde. Es irgend welches Honorar erhalten. Als erste 3eugin wurde bürstung", die dem Verfasser jenes ungeschickten Heuchelergusses von würden die Wohltätigkeitsfonds 2c. eingreifen. Leider suche nun Frau Kolb vernommen, welche aber in ihrer Aussage die Ander Vertrauenskommission der Fabrikanten zu feil geworden sein der Magistrat die Beschlüsse der Deputation zu verschlechtern. So Frau Kolb bernommen, welche aber in ihrer Aussage die Andürfte, bei der„ Arbeitgeber- Zeitung" das wenig angenehme Gefühl, wolle er die Schwangeren und Wöchnerinnen nicht unterstüßen und geklagte eher ent- als belastete, insofern als sie herzlähmung als Todesursache annimmt. Der Sachverständige Geh. Rat blamierter Europäer" zu sein, hervorgerufen hat, so daß sie sich vorläufig nur vier der Fürsorgestellen errichten, wo übrigens Prof. Lichtheim will das Befinden des Kindes in den letzten deshalb selbst zu schamhaftem Schiveigen verurteilt. auch Spezialärzte zur Untersuchung schwächlicher und franker 24 Stunden aufklären und stellt eine Reihe Fragen an die Zeugin, In der Versammlung wurde sodann noch bekannt gegeben, daß Säuglinge zur Verfügung sein würden. Als die Angelegen aus deren Beantwortung hervorgeht, daß sich die Aussagen der Frau der Milchhändler Borchert, Elisabeth Ufer 41, als heit dann das Plenum der Stadtverordneten Versammlung ständiger Begleiter von Arbeitswilligen im Dienste der Fabrikanten beschäftigte, hätten indessen mit den Sozialdemokraten auch die Kolb und des Frl. Niebios in manchen Punkten widersprechen. Der Ehemann der Zeugin bestätigt die Aussagen seiner Frau. Nach der Oranienstraße, die sogenannte„ Oranienbude", Arbeitswillige schlechterungen des Magistrats seien, so daß man wohl das nächste den Tod des Kindes festgestellt hatte, wurde die Verhandlung vertagt. tätig ist und ferner, daß die bekannte Herberge zur Heimat in bürgerlichen Stadtverordneten fundgetan, daß sie gegen die Ver- Ehemann der Zeugin bestätigt die Aussagen seiner Frau. Nach einigen Zwischenfragen des Dr. Tamm, Tilfit, welcher seinerzeit Mal einen Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung zugunsten der Deputationsbeschlüsse werde erwarten können. Dann fönnte man von einem erheblichen Fortschritt reden. Jezt sei es eine Sache der so sehr interessierten Frauen und Männer, öffentlich zu zeigen, daß sie die weitergehenden Reformen wünschten. Jede Frau müsse dabei mitwirken. Sollten wirklich nur vier Fürsorgestellen zum 1. April eröffnet werden, dann müßten sie so bestürmt werden von Müttern mit Säuglingen, daß ihre Zahl alsbald vermehrt werden müßte. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. bermittelt. Die Organisation der Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter ersucht uns, zu unserem gestrigen Bericht über die Einigungsverhandlungen in der Holzindustrie berichtigend mitzuteilen, daß sich die Vertreter der Organisation nicht bereit erklärt hätten, etwaige Differenzen der Schlichtungskommission zu unterbreiten, sondern daß sie die Schlichtung dem Einigungsamt überwiesen wissen wollten. Deutsches Reich. Berliner Tanzlehrer: Verband. Freitagabend 9 Uhr, Alte Jakobstraße 75: Generalversammlung. Zentralverein der Bureau- Angestellten Deutschlands( Mitgliedschaft Berlin). Freitag, den 6. Januar, abends 9 Uhr, in Pachuras Klubbaus, Landsbergerstr. 39: Versammlung. 1. Vortrag des Herrn Schütte: Die Urgeschichte der Erde". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste willfommen. Eingegangene Druckfchriften. Fräulein Ba a der schloß sich lebhaft den Ausführungen an Wegen Unterschlagung von Verbandsgeldern wurde am Dienstag und meinte, die weiblichen Vertrauenspersonen Berlins hätten jetzt Kommunale Praxis", neuerdings bereichert durch eine Beilage für Mit der soeben erschienenen ersten Januar- Nummer eröffnet die bom Schöffengericht in Erfurt der frühere Ortsbevollmächtigte der die Aufgabe, durch Zeitungsartikel und Flugblätter Aufklärung zu à fische Gemeinde politit, ihren fünften Jahrgang. In dem Zahlstelle des Handels- und Transportarbeiter- Verbandes, Wil verbreiten, wobei die Genossinnen sie in ihrer Weise zu unterstützen leitenden Artikel handelt Dr. Hugo Lindemann über die Neuordnung helm Weiz, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. 28. hatte hätten. der württembergischen Gemeindeverhältnisse. Einen bisher in Deutschland einen Betrag von 75 M. von der Sparkasse abgehoben und diesen Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: noch gar nicht beachteten Zweig kommunaler Betriebe, nämlich den Bäckereis als Kaution für sich verwandt. Bei Verlesung der Strafakten stellte Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Re- betrieb durch die Gemeinde, beschreibt Gisela Michels auf Grund einDie von Otto Pollender sich heraus, daß die Kameraden einem vollständig Unwürdigen ihr ferenten einverstanden. Sie beklagt es auf das tiefste, daß die gehender Studien und eigener Beobachtung. Vertrauen geschenkt hatten. Das umfangreiche Sündenregister machte Berliner städtischen Behörden den sachgemäßen Anregungen der ersten Probe behaupten kann, als eine auch für die nichtsächsischen Leser der in Leipzig redigierte Sächsische Beilage wird sich, wie man schon nach der den im Zuhörerraum anwesenden Gewerkschaftsgenossen klar, wie sozialdemokratischen Fraktion bisher nicht in genügender Weise Beitschrift sehr wertvolle Erweiterung erweisen: Sachsen ist unzweifelhaft vorsichtig sie sein müssen bei Vergebung von Vertrauensämtern. Rechnung getragen haben. Würden nicht fiskalische Rücksichten die bas politisch regſamſte Gebiet des Reiches und hat ein sehr intensives Der Verurteilte kam nur so glimpflich weg, weil er sich in den hygienische Erkenntnis der Majorität im Roten Hause vollkommen Gemeindeleben, an dem die Sozialdemokratie eifright teilnimmt. Die Kommunale Bragis" erscheint monatlich zweimal, je mindestens Vertreter der Anklage hob hervor, daß sich hier die Arbeiter einen mischten Deputation ein günstigeres Resultat gezeitigt. Die ver- 16 Seiten stark, und kostet bei den Poſtanſtalten und Buchhandlungen für Bock zum Gärtner gestellt hatten. fammelten Arbeiterinnen und Arbeiter verpflichten sich, durch eine das Vierteljahr nur 2 Mark. Probenummern kostenlos vom Verlage der eindringliche öffentliche Agitation dahin zu wirken, daß von" Kommunalen Praris", Berlin W. 15. feiten der Kommune nicht mur Fürsorgestellen errichtet Marktpreise von Berlin am 4. Januar. Nach Ermittelungen des werden, daß nicht nur Schwangere und Wöchnerinnen in Unterkunfts- tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte stellen untergebracht werden, sondern daß man vor allem nach dem 17,65-17,64 m., mittel 17,63-17,62 M., geringe 17,61-17,60 2. Muster anderer Städte den nährenden Müttern tatkräftige Unter- Roggen**), gute Sorte 13,95-13,94 M., mittel 13,93-13,92 M., geringe stügung angedeihen läßt. Die Versammelten halten es schließlich 13,91-13,90 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,90-14,80 m., mittel 14,70 für selbstverständlich, daß die Inanspruchnahme der städtischen Ein- bis 13,60 M., geringe 13,50-12,40 m. Hafer), gute Sorte 16,50-15,60 S richtungen durch die proletarischen Frauen einen Verlust des Wahl- mittel 15,50-14,60 m., geringe 14,50-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-30,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00 2. rechts für deren Ehemänner nicht nach sich zieht." Kartoffeln 10,00-7,00 m. Richtstroh 5,00-4,66 M. Heu 9,20-7,00 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 m. Gier per Schod 4,80-3,20 m. *) Frei Bagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Die Gewerkschaftsbewegung im Kopfe eines Staatsanwaltes. Der Geschäftsführer des Metallarbeiter- Verbandes in Bremerhaven war angeklagt, eine öffentliche Metallarbeiter- Versammlung, die zu politischen oder sozialistischen Zwecken" einberufen war, nicht angemeldet zu haben. Das Schöffengericht und die Straffammer sprachen ihn und den mitangeklagten Wirt frei, weil sich die Verfammlung nicht mit" sozialistischen", sondern mit sozialen Angelegenheiten beschäftigt hat. Die Verhandlung vor der Straffammer erhielt noch eine besondere Würze durch folgendes komische Frageund Antwortspiel: Staatsanwalt: Verfolgt der Metallarbeiter- Verband sonst politische Zwede?- Angetlagter: Nein. Staatsanwalt: Sind Sie nicht politisch organisiert? Angeklagter: Es ist selbstredend, daß die einzelnen Mitglieder das Recht haben, fich politisch zu organisieren, wo sie wollen, und das auch tun der Verband hat damit nichts zu schaffen, er betätigt sich nicht politisch. Staatsanwalt: Ift nicht die Weifung an die Mitglieder ergangen, Schmalfeldt zu wählen; ich meine, etwa von Stuttgart? Saatsanwalt: Angeklagter: Nein! Hatte jeder freie Wahl?- Angeklagter: Ja! Staatsanwalt: Wie? Angeflagter: Ja! Der zweite Punkt der Tagesordnung: Berichterstattung über den preußischen Parteitag," wurde unter Hinweis auf die ausführliche Berichterstattung im Vorwärts" von der Tagesordnung abgesetzt. Ju den Germaniasälen behandelte Dr. A. Bernstein das Thema in ähnlicher Weise. Nach kurzer Diskussion wurde auch hier die mitgeteilte Resolution angenommen. Die Berichterstattung vom preußischen Parteitage wurde auch in dieser Versammlung aus dem gleichen Grunde abgesetzt. Vor der Berliner Freien Studentenschaft wird am 12. Januar Fräul. Dr. Bäumer über die wirtschaftlichen und geistigen Ursachen der Frauenbewegung sprechen. Das ist seit Jahren das erste Mal, Die Komik der Situation ist um so packender, als der Staats- daß eine Frau mit Erlaubnis der Universitätsbehörden in einem anwalt seine Rolle für eine ernsthafte hielt. studentischen Verbande sprechen darf. Husland. Der Neunstundentag der Diamantarbeiter Amsterdams der Diamantarbeiter Amsterdams und Antwerpens, der das wichtigste Ergebnis des am Anfang des vorigen Jahres von den Unternehmern heraufbeschworenen großen Kampfes war, ist den Vereinbarungen entsprechend am Montag, den 2. Januar, eingeführt worden. Dieses Ereignis wurde in beiden Städten von den Diamantarbeitern begeistert gefeiert. Die Fabriken und Werkstätten waren mit Guirlanden und Fahnen ausgeschmückt. Am Tore der Fabrik Bottenheim in Amsterdam war ein riefiges Stück Leinwand ausgespannt, worauf in großen Buchstaben und Ziffern stand: Hoch der 1894 72 Stunden. 1904 A. N. D. B. 54 Stunden. Proletarier aller Länder vereinigt Euch. In ähnlicher Weise wurden in beiden Städten an mehreren Plähen der Bevölkerung die Kulturerrungenschaften der Diamantarbeiter- Organisationen vor Augen geführt. Gerichts- Zeitung. Er verübte Wafferstand am 4. Januar. Elbe bei Aufsig 0,38 Meter, bei Dresden Unstrut bei 2,14 Meter, bei Magdeburg+0,68 Meter. Straußfurt+1,20 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,78 Meter, bei Breslau Ober- Begel+4,96 Meter, hei Breslau Unter Begel 1,02 Meter, bei Frankfurt+ 1,31 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 2,61 Meter. Warthe bei Bosen-- Meter. Nete bei Usch-- Meter. Witterungsübersicht vom 5. Januar 1905, morgens 8 Uhr. Stationen ( tand mm Barometer richtung Wind Bindstärke Better Swinemde. 749 Hamburg Berlin WSW 751 WSW 3bedeckt 753 4 bedeckt 3Regen 3 bedeckt 6 Regen Temp. n. E. 5° E.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind Windstarte richtung 3 Haparanda 741 N 4 Petersburg 743 3 Scilly 762 NNW 2 Aberdeen 749 1 Paris 765 S Briefkaften der Redaktion. Juristischer Teil. Better 5 Regen Temp. n. G. 3° 6.30 9. 17136 9 5 2wollent- 17 Zur Tischler- Aussperrung in Wien wird gemeldet, daß sich die 1wolfen!-7 Bahl der ausgesperrten Gehülfen noch nicht feststellen läßt. Sie wird Die Aussperrung wurde als jedoch auf 1800 bis 2000 geschätzt. Einer jener Fürsorge- Zöglinge, die im Jahre 1903 in der Frankf.a.M. 761 SW 3halb bb. 764 28 3 bedeckt Abwehrmaßregel gegen die Forderung des Neunstundentages unter- 3wangserziehungs- Anstalt in Lichtenberg revoltierten und ausbrachen, München 761 23 4 bedeckt nommen. Ein Teil der Tischlermeister hat diese Forderung bereits wurde gestern in der Person des 17jährigen Richard Klizmann Bien bewilligt. Wetter- Prognose für Freitag, den 6. Januar 1905. Einem der hervorragendsten Arrangeure der Aus- der ersten Straffammer des Landgerichts II vorgeführt. Die AusEin wenig fälter, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit Niedersperrung brachten die Arbeiter eine Kazenmusit, welche die Folge brecher wurden seiner Zeit zum größten Teil bald wieder einhatte, daß der Herr die Hälfte der von ihm beschäftigten Streit gefangen, einigen jedoch gelang es, fich den polizeilichen Nachschlägen und ziemlich starten westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. brecher entließ. stellungen zu entziehen. Dazu gehörte der Angeklagte. im Juni v. J. einen Einbruchsdiebstahl in einer Baubude zu Lichtenberg und stahl die den Bauarbeitern gehörigen Kleidungsstücke. Die Straffammer hatte ihn seinerzeit zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt, das Reichsgericht der Redaktion vor. K. S. 100. Sprechen Sie zwischen 10 und 122 Uhr vormittags in hatte aber das Urteil aufgehoben, weil die für jugendliche Angeklagte bestehenden Einschränkungen des Strafmaßes nicht genügend A. C. C. Werden die Erben über die Art des Verkaufs nicht einig, berücksichtigt worden waren. Der Angeklagte wurde nunmehr zu so fann Verkauf im Wege der Subhastation teilungshalber erfolgen. Den einem Jahre Gefängnis verurteilt. Zuschlag erhält der Meistbietende. Die gerichtliche Tare ist einflußlos. In der Sommerfrische erhielt die Frau des Magistratssekretärs. B. Das beste wäre, Sie veranlassen Ihren Nachbar zur Zurückziehung Gragert zu Charlottenburg eine böse Nachricht. Frau G. befand sich kommt es zur Verhandlung, so fann auf Geldstrafe, aber auch auf Gedes Strafantrages gegen Zahlung der schon früher vereinbarten Unkosten. in einem Ostseebade, ihr Ehemann hatte zur Wiederherstellung seiner fängnis erkannt werden. Daneben bleibt die Schadenersak- Verpflichtung Gesundheit eine Privatklinit aufgesucht und ihre Wohnung befand bestehen. G. B. 1898. 1. und 2. Nein. B. E. 65. Ja. sich in dieser Zeit ohne Aufsicht. Da erhielt Frau G. durch ein M. F. 55. Ein Baß ist zwedmäßig, aber nicht erforderlich. Zur Telegramm die Nachricht, daß Einbrecher ihrer Wohnung einen un- dauernden Niederlassung in der Schweiz müssen Sie sich einen Heimatsliebsamen Besuch abgestattet hätten; sie eilte nach Charlottenburg schein( von der Polizeibehörde) besorgen. Bu 3. Die Preise für Reisebilletts und mußte fich davon überzeugen, daß die Einbrecher wie die finden Sie im Reichs- Kursbuch, auch erhalten Sie in den amtlichen AusVandalen in der Wohnung gehaust hatten. Alle Anzeichen funftsstellen der Eisenbahnbehörde( Alexanderplay, Potsdamer Bahnhof, Anhalter Bahnhof) Auskunft. F. B. 45. Der Kaufmann war berechtigt, deuteten darauf hin, daß die Spitzbuben es sich dort tagelang sehr Sie zum Verlassen des Lotals aufzufordern. Haben Sie einen Anspruch bequem gemacht und sich wie die legitimen Inhaber der Wohnung gütlich auf Zahlung und dergleichen gegen ihn, so können Sie diesen lediglich getan hatten. Die Betten waren aufgeschlitzt, die Sofas voll- durch eine Zivilllage beim Amtsgericht geltend machen. F. D. Nein. ständig zerschnitten und die Polsterfüllungen herausgerissen, ein Sofa- C. H. 1. Die Voraussetzungen für Erlangung der Alters- und tisch war mit Spiritus begossen und an einer Stelle angebrannt. Invalidenrente find wiederholt ausführlich an dieser Stelle dargelegt. Sie Belzsachen, Silbersachen, Kleidungsstücke 2c. im Werte von über finden die in Betracht kommenden Bestimmungen in dem in den öffent 1300 m. waren gestohlen. Einer der Einbrecher hatte sich einen lichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrecht"( 4. Aufl. S. 487 bis 500) dargelegt. Zur Erlangung der Altersrente sind 1200 Marken erforderlich. neuen Anzug angezogen und dafür seine alten Lumpen am Tatorte Die Länge der Wartezeit ist für diejenigen Personen herabgefeßt, die das In der Versammlung bei Keller in der Koppenstraße referierte zurückgelassen. In der Tasche des zu diesen gehörigen Jacketts fand 40. Lebensjahr vollendet hatten, als für ihren Berufszweig die VersicherungsGenosse Dr. We y l. Er verwies auf die ungeheure Säuglings- man einen Dietrich und auf den Namen eines Malers Broszeit pflicht in straft trat, jedoch nur für den Fall, daß diese Personen mindestens sterblichkeit in den Großstädten, und wies unter spezieller lautende Papiere. Einige Tage nach der Entdeckung des Diebstahls drei Jahre vor dem Infrafttreten der Verficherungspflicht in einer später Berücksichtigung Berlins an einwandsfreien statistischen Zahlen kam der bereits vorbestrafte Händler May Salbach zu einem für versicherungspflichtig erklärten Beschäftigung standen. Ob diese Voraus und Daten nach, daß in den Arbeitervierteln, also unter ungünstigeren Pfandleiher, um einen Belz zu versetzen, der zu den bei Gragert fegungen in Ihrem Falle zutreffen, ist infolge des Mangels jeder Angabe fozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen, das Wegsterben der Kinder gestohlenen Sachen gehörte. der Tasche des Pelzes über Beruf usw. Ihres Vaters nicht zu ersehen. Treffen diese Vorausim ersten Lebensjahr ganz erheblich stärker auftritt, als in den fiel ein Etui heraus, in welchem Schmucksachen, Armband, Hals- legungen zu, so brauchten nur 642 Marken für Ihren am 9. April 1837 ge borenen Bater geklebt sein. 2. Nein. G.. 19. 1. Nein. 2. Nein, bessern Vierteln" mit ihrer zahlungsfähigen Bevölkerung. Am band 2c. steckten. Der Pfandleiher faßte infolge dessen Verdacht und Sie können aber das Feilbieten und die Ausstellung mit Erfolg verbieten. schlimmsten sei es natürlich unter den ungünstigsten Bedingungen der forgte für die Verhaftung des Salbach. Der Charlottenburger 100. Der Erfolg der Klage ist ein zweifelhafter. Er hängt davon ab, ob Schwangerschaft und Ernährung: bei den Unehelichen. In den letzten Polizei gelang es, den größten Teil des bei G. gestohlenen Gutes Ihnen der Nachweis gelingt, daß der Bater seine Aufsichtspflicht verlegt habe. B. K. P. Wenn nicht ausdrücklich schriftliche Kündigung ausgemacht 10 Jahren sei eine langsame Besserung zu verzeichnen, woran außer in der Wohnung des Salbach mit Beschlag zu belegen. Bei der allgemeinen hygienischen Fortschriften auch die verschärfte Haussuchung wurden aber auch noch verschiedene andere Gegenstände ist oder wenn aus dem Schreiben nicht flar hervorgeht, von wem es aus geht, ist Ihre Kündigung gültig. B. M. 107. Es wird voraussichtlich polizeiliche Kontrolle der Milchläden und die strenge tierärztliche vorgefunden, die aus einem zu derselben Zeit bei dem Kaufmann von dem Abweisungsrecht fein Gebrauch gemacht werden. Grünberg. Kontrolle der Kuhställe mitwirkten. Aber gerade die eingetretene Wasservogel in Charlottenburg verübten Diebstahl herrührten. Auch Nachteile hätte des Mädchen durch Ausnahme der Arbeit nicht.- Ober geringe Besserung lasse erhoffen, daß ein durchgreifendes und sach- Herr W. war verreist und seine Wohnung war zehn Tage lang un- Schöneweide. Falls auf Ihren Antrag das Vormundschaftsgericht nicht gemäßes Vorgehen namentlich von Kommunen und Staat zu einem beaufsichtigt geblieben. Als das Dienstmädchen des Herrn W. amanders entscheidet, find Sie zur Herausgabe verpflichtet. S. m. L Hus der frauenbewegung. Die Arbeiterinnen und die Säuglingsfürsorge der Stadt Berlin. Dieses Thema wurde in zwei von den sozialdemokratischen Frauen Berlins veranstalteten Bolksversammlungen erörtert, welche am 4. Januar stattfanden. Aus -M. 1. Das Strafverfahren richtet sich gegen beide Chebrecher, auch wenn nur, suche möglich. C. 3. 4. Die Gebühren für eine Rechtsanwaltstätigkeit auch statt Verpflegung und ärztlicher Behandlung Aufnahme in ein Stranken gegen einen Teil Strafantrag gestellt wird. 2. Der für schuldig richten sich nach der Höhe des Objekts. Von Einfluß ist, ob der betreffende haus stattfinden. Wird wegen der Krankheit gefündigt, so haftet die Herr Erklärte hat die Kosten zu tragen. D. H. Nein. Na. Ja. außerdem Notar ist. Steiner, Paris. Der Zoll war richtig berechnet. schaft dennoch für die Dauer von sechs Wochen. Auf den für die sech Bochen Str. 2. Die Vollstreckung rechtskräftig erkannter Strafen verjährt in A. H. Ja. K. M. Zu verklagen( oder Zahlungsbefehl zu be- zu zahlenden Lohn können die gemachten Aufwendungen gegengerechnet werden. einem Zeitraum zwischen zwei und dreißig Jahren: die Fristlänge hängt antragen) ist bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk Ihr Schuldner wohnt. O. Sch. 100. Nein: unschuldig in Verdacht geraten und eine fachlich von der Höhe der erkannten Strafe ab. Jede Handlung eines Richters, die R. 2. 100. 1. Ja. 2. Hoffmann, Blumenstr. 14.- Feuerversicherung. unberechtigte Haussuchung gefallen lassen, kann jedem passieren. Darin fich gegen den Täter richtet, läßt die Frist von neuem zu Lauf. Sie müßten Ohne Einsicht in die Polize und die dazu gehörigen Statuten ist die Be- liegt nichts Beleidigendes. O. 2. 200. So weit ersichtlich haben Sie demnach angeben, zu welcher Höhe und wenn die Strafe erfolgt ist, um antwortung der Frage, welche Rechte und Pflichten aus derselben folgen, fein Recht auf Annullierung und der Dritte fein Recht auf Herausgabe Ihnen Auskunft für den Ihren Bekannten betreffenden Fall geben zu unmöglich. 2. 2. Der Polizeileutenant hat Ihrer Schwester eine falsche gegen Sie.-J. R. 60. Es könnte gepfändet werden. Tönnen. B. N. Sie können lediglich Nachlaßteilung beanspruchen. H. R. 1. Ein Auskunft gegeben. Städtisches Gesinde ist nicht krankenversicherungspflichtig, Anspruch auf Ersatz steht Ihnen nach der Praxis nicht zu. Jedoch tönnen G. B. 83. Innerhalb je vier Jahren von der letzten Pfändung ab ge- aber die Herrschaft hat für die Dauer von sechs Wochen für Verpflegung und Sie durch eine Beschwerde an das Reichs- Versicherungsamt suchen, Ersatz zu rechnet, ist in Ihrem Falle eine Wiederholung der Steuerbeitreibungs- Ver- ärztliche Behandlung des erkrankten Gefindes Sorge zu tragen. Es tann| erhalten. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Publikum gegenüber feinerlei Im Bannkreis der Jungfrau. Verantwortung. Theater. Freitag, 6. Januar. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Sinfoniekonzert der tönigl. Kapelle. Mittags 12 Uhr: Sinfoniematinee. Neues königl. Opern Theater. König Ottokars Glück und Ende. Deutsches. Helden. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. Die Frau vom Meere. Westen. Die Fledermaus. Nachmittags 3 Uhr: Die Karlsschüler. Thalia. Der große Stern. National. Die Fledermaus. Zentral. Die Geisha. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Haubenlerche. B Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Kleines. Salome. Belle Alliance. Ein Blikmädel. Carl Weiß. Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Residenz. Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches.New- York. Luijen. Die Tochter des Herrn Fabricius. Kasino. In Bertretung. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Passage Theater. Bernardi. Willi Prager. Anf. 3 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Spezialitäten. InvalidenSternwarte str. 57/62. Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. PANA CASTAN'S ANOPTICUM. Der Friedrichstr. 165. geheimnisvolle Hexentisch. Passage- Panopticum. 9 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends. Der Riese Machnow der größte Mensch, der je gelebt hat! Ohne Extra- Entree. Die Prinzessinnen aus Liliput Willards Fantoches Theater. Apollo- Theater. 218 Friedrichstr. 218. Täglich: Berliner Luft von Paul Lincke und das hochinteressante JanuarProgramm. Sonntag, den 8. Januar, nachSchiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Schauspiel in 4 Aften von Ernft v. Wildenbruch. Sonnabend, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Don Carlos. Sonntag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. In 1 Aft von Friedrich Schiller. Die Piccolomini. In 5 Aften von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: Heimg funden. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Zum 15. Male: Sensationeller Erfolg! Die große Schumannsche AusstattungsBantomime Eine Nordlandreise. Jm Strahl der Mitternachtssonne. 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In beid. Vorft. Jan Clermont u. sämtl. Spezialitäten. Abends: Eine Nordlandreise. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Herrnfeld Theater. Bring Levy in mittags Uhr: Ermäßigte Preise: Die glückliche Gilberte Ahlbeck. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Jm Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. National- Theater Weinbergsweg 19. Freitag, den 6. Januar 1905: 16. Freitags- Abonnement. Die Fledermaus. Anfang 72 Uhr. Sonnabend: La Traviata, Bioletta: Franceschina Prevosti a. G. Venus auf Erden. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Zentral- Theater Sonnabend, den 7. Januar 1905: Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Erster gr. Metropol- Theater- Ball. Abends 72 Uhr: Die Geisha. Operette in 3 Akten v. Sidney Jones. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kindervorstellung, halbe Prelse, jeder Erwachsene ein Stind frei: Däumelinchen. Abends: Madame Sherry. WiederW. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Zum letztenmal: auftreten bes Frl. Mis Werber. Der Bummelfrize. Luisen- Theater. Anfang 8 1hr Abends 8 Uhr: Komische Familienszene in 5 Bildern. Entree 30 Pf. Sonnabend: Keine Vorstellung. Die Tochter des Herrn Fabricius. Kasino- Theater Sonnabend: Robert und Bertram. Sonntag nachm.: Die zärtlichen Verwandten. Abends: Prinz von Homburg. Montag: Von Stufe zu Stufe. Neues Theater. Theater. Anfang 7, Uhr: Die lustigen Weiher von Windsor. Sonnabend und Sonntag: Der Graf von Charolais. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Salome. Sonnabend: Elektra. Sonntag nachm.: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends: Die Neuvermählten. Hierauf: Abschiedssouper. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor). Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Das neue Januar- Programm. Der beliebte Neumann 2c. Großer Erfolg! Stürm. Heiterkeit! In Vertretung. Sonntag nachm. 4 Uhr: Mutter Gräbert. Gebrüder Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Das glänzende Neujahrsprogramm. Arturo Bernardi der berühmte italienische Verwandlungskünstler. Willy Prager mit ganz neuem Repertoire. 14 neue erstklassige Nummern. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Bernh. Rose- Theater. Die Gastspielvorstellungen finden in folgenden Etablissements statt: Stadt- Theater Moabit. Fröbels Allerlei- Theater. Neue Welt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf., numer. Platz 50 Pf. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Bum- bum oder: Nu aber raus! Posse mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palaft. Freitag, den 6. Januar 1905: 80 Tagen. Sonnabend 4 Uhr: Sneewittchen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. 8 765 Neues Programm Tortajada, span. Tänzerin und Sängerin. 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Johnstone, Kunst- Radfahrer. Das Mädchen mit dem goldenen Haar. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Johnson u. Dean, Mulatten- Gigerl. Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Der Biograph. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Wir empfehlen: Aufklärungsschriften über das Christentum. War Jesus Gott, Mensch oder Uebermensch? Von Dr. Eugen Losinsky. Preis 15 Pf. Waren die Urchristen wirklich Sozialisten? Von Dr. Eugen Losinsky. Preis 15 Pf. Das wahre Christentum als Feind von Kunst und Wissenschaft. Bon Dr. Eugen Lofinsky. Preis 15 Pf Was haben die Armen dem Christentum zu verdanken? Von Dr. Eugen Lofinsky. Preis 20 Pf. 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Um 1 Uhr: Kaffeepause mit humoristischen Vorträgen. Außerdem findet noch eine Große Verlosung statt. Zur Verlosung gelangen ein elegantes Herrenrad sowie andere sehr wertvolle Gegenstände. Anfang 29 Uhr. Ende wenn's hell wird! Da der Verein weder Kosten noch Mühe gescheut hat, das Fest zu einem würdigen zu gestalten, so erwartet, jedem einen genußreichen Abend versprechend, zahlreichen Besuch Das Komitee. Lose und Billetts a 0,50 M. find bei den Mitgliedern nnd im Berein Total Adolf Garz, König- Chauffee 55, zu haben. 11/2 Rudolf Fink Beusselstrasse 36, nahe WiclefBeste Bezugsquelle: strasse. Kaffee, Zucker, Tee, Kakao, Mehl, Hülsenfrüchte, Konserven, Backobst, Braunschweiger Fleischwaren. Butter- Handlung!= Hauptgeschäft: Turmstr. 10. 1735L* Bade- Anstalten von H. Kalisch Bad Königstadt Gollnowstrasse 41 verabreichen Bad Landsberg Landsbergerstr. 107 Dampf- und Russische, Elektrische, Lohtannin-, *** Wannen- und alle medizinischen Bäder.*** Lieferant sämtlicher Krankenkassen. 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Beratung der zu stellenden Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Freitag, den 13. Januar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Anträge zum Verbandstag Engel- llfer 15, Saal 8: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Bericht des Lehrerkollegiums. 3. Schulangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge bezahlen. 4/ 4* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Einsetzer! Achtung! Achtung! Sonntag, den 8. Januar 1905, vormittags 10 Uhr, bei Fenerstein, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal): Branchen- Versammlung. Tages Drdnung: 1 Jahresbericht des Dbmanns, der Bezirksleiter sowie Rechnungslegung des Kollegen Hoffmann über die Einnahmen und Ausgaben des ExtraFonds. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Gesamtkommission. 4. Stellungnahme zum Einseter- Verein. 5. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es notwendig, daß die Kollegen pünktlich und vollzählig erscheinen. Das Mitgliedsbuch muß am Eingang vorgezeigt werden, ohnedem fein Eintritt. Die Kommission. 77/9 Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: 77/8 Allen Verwandten und Betannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter Louise Starosson geb. Wieke am Mittwoch, den 4. Januar, sanft entschlafen ist.[ 11436 Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr von der Halle des Dankes- Kirchhofes aus statt. Um stilles Beileid bitten Gustav, Franz und Willi Starosson. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen und dem Gesangverein der Buzer sage ich hiermit für die rege Beteiligung und die Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes meinen herzlichsten Dant. [ 17372 Die trauernde Witwe Bertha Schmohl. Vertrauensmänner- Verfammlung Kranken- Unterstützungs- und fämtlicher Bezirke und Branchen. Tages- Ordnung: Berichterstattung über die Verhandlungen mit den Unternehmern. Jede Werkstatt entsende Delegierte. Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert. Tischler- Verein zu Berlin. Deutscher Metallarbeiter- Verband. E. H. 89. Sonnabend, den 7. Januar, abends 81 Uhr, Melchior- Straße 15: General- Verfammlung. Zages Ordnung: 198/1 Verwaltungsstelle Berlin. Die Ortsverwaltung. Begräbnis- Kasse der Lederzurichter Berlins( E. H. No. 50). Sonntag, 15. Januar, vorm. 10%, Uhr: General- Versammlung bei Feind, Weinstraße Nr. 11. Tages- Ordnung: 1. Rechnungslegung vom vierten Quartal 1904. 2. Bericht der Rebisoren. 3. Vorstandswahl: a) eines zweiten Vorstehers, b) eines Staffierers, Ueberraschendo) eines Kontrolleurs. 4. Geſchäftliches. wirkt bei Susten, Heiserfeit, Hals-, Brust: u. Lungenleiden, Verschleimung, Asthma 2c. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Bimmer 1-5. Fernfprecher: Amt IV, 9679. Knöterich Brusttee Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Alexanderstr. 27c: 1. Kaffenbericht über das vierte Quartal 1904. 2. Jahresbericht. Sonntag, den 8. Januar, vormittags 10 Uhr, im Englischen Garten, 3. Wahl des Ausschusses. 4. Festsetung der Höhe des Sterbegeldes. 5. Bericht der Bibliothekare und Wahl eines Bibliothekars. 6. Beschlußfaffung über eine Dampferpartie und sonstige Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billetts zu dem am Sonnabend, den 28. Jannar, in " Sanssouci", Kottbuferstr. 4a, stattfindenden großen Wiener Maskenball. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Achtung! Achtung! Verein der Bauanschläger Berlins u. Umgegend. Versammlung der Bauanschläger. Tages- Ordnung: 1. Ausgabe der neuen Lohntarife. 2. Bericht und Neuwahl der Agitationskommission. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 110/2 Sonntag, den 8. b. M., vormittags 10%, Uhr, bei Franke, Sonntag, 8. Januar, vormittags 10 Uhr, bei Kube, Borsigwalde, Sebastianstr. 39: Ernst- und Schubertstraßen- Ecke: General- Versammlung. Morgensprache der Mitglieder von Dalldorf und Borsigwalde. Jeder Kollege muß in dieser Versammlung erscheinen! Außerdem werden die Kollegen auf das am Sonnabend, den 28. Januar, stattfindende IF Stiftungsfest aufmertjam gemacht. Billett- Ausgabe in der Versammlung und bei August Schröder. Russischer Frostbalsam beseitigt Frost an Händen u. Füßen, Froftröte vollständig und bauernd. Flasche m. Pinsel a 0,50, 0,75 u. 1,00. Wirkung garantiert! Otto Reichel, Berlin, Eisenbahnstr.4. Jedes Wort: 5. 35/1 Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein". Mitglied des Bundes ,, Solidarität". Bahlreicher Besuch wird erwartet. Zur besonderen Beachtung! Bur leichteren und einfacheren Erledigung unserer Bureaugeschäfte ersuchen wir unsere Mitglieder, jeden Wohnungswechsel unverzüglich Echt nur mit Marke„ Eremit" in Baleten a 1,-, 3 Batete 2,75 hier frei Haus. Bei 6 Paketen franko überall hin.- Die Wirfung wird noch erhöht durch den gleichzeitigen Gebrauch von Reichels 11445 Der Vorstand. Gustav Busse. Freie Vereinigung der Putzer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 8. Januar 1905, vormittags 10 Uhr: Mitglieder Versammlung in der Brauerei Pazenhofer, Zurmstr. 26, früher Ahrens. Ausgabe der von Rechtsanwalt Heine revidierten Statuten. 285/4 Ohgekki, Borf., Waldstr. 4. Hustentropfen Krankenkasse der Hutmacher aus wissenschaftlich erprobten, heilfräftigen Arzneistoffen hergestellt: Arnica 10, Camph. 0,7, Anis 7, Pimpin 15, Ist. Spritrectif 70. Fl. 50 Big. Nur echt mit Marke ,, Lichtherz", erhältlich in durch Plakate kenntlichen Geschäften. Otto Reichel, Berlin, Eisenbahnstr.4. zu Berlin( E. H. 67). Die Generalversammlung findet am Dienstag, den 10. Januar 1905, abends 8 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11, statt. Tages- Ordnung: 1. Kassen- u. Jahresbericht pro 1904. 2. Wahl des Borstandes. 3. Wahl der Revisoren u. Krankenfontrolleure. 4. Verschiedenes. Die Kassenmitglieder werden hier. lich in der Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. D. Tschoppe. unter Angabe der Drts- oder Hauptnummer schriftlich durch Damen und Herren, ich ersucht, recht zahlreich und punktPostkarte dem Bureau mitzuteilen. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Erfahbücher für verlorene nur nach genauefter Angabe der Drts- oder Hauptnummer als auch Wann? und Wo? der Verlierer seinen letzten Beitrag gezahlt hat, im Bureau gegen Zahlung von 20 Pf. ausgestellt werden können. Schriftliche Gesuche ohne Einsendung obiger Angaben und des Betrages ( Feldschlößchen). werden nicht berücksichtigt. Start: 2 Uhr Koppenplak. Sonntag, den 8. Januar, nach Wilhelmsruh Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Räumungsverkauf verfallener Die Ortsverwaltung. welche geneigt find über Markthallen Erfahrungen, die fie selbst wahrgenommen, Mitteilungen oder Vortrag 2c. in einer Vereinsversammlung der Standinhaber zu halten, werden gebeten, ihre Adressen unter: B. C. 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Aus der Stadtverordneten-Versammlung. Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten, die erste im neuen Jahre, begann in der üblichen Weise mit einem gut- gemeinten Neujahrswunsch des Vorstehers, einem begeisterten Hoch auf den Kaiser, der Neuwahl des Vorstandes usw. Das K a i s e r h o ch hörte die sozialdemokratische Fraktion sich von draußen an. Sie betrat den Saal erst, als der Senior der Versammlung, der Stadtverordnete Neumann, dem Vorstand den gewohnten Neujahrsdank abstattete und dem Vorsteher Langerhans die Versicherung gab, daß er keineswegs, wie er kürzlich selber vermutet hatte,„sich überlebt" habe. Die Norstandswahl verlief diesmal glatt und rasch: der alte Vorstand wurde ohne Widerspruch wiedergewählt. Die Wahl- urne stand auf dem„Tisch des Hauses" bereit, aber man be- durfte ihrer nicht. Selbst den Beisitzern und Stellvertretern wurde Akklamationswahl zuteil. Die sozialdemokratische Fraktion hatte den Anspruch auf Vertretung im Vorstand, der rhr nach ihrer Stärke zusteht, diesmal nicht erneuert. Seit dem vorigen Jahre hat die Zusammensetzung der Versammlung sich nicht geändert, und auch die Anschauungen der freisinnigen Mehrheit, die nach dem Grundsatze„Macht geht vor Recht" diesen Anspruch bisher noch immer zurückgewiesen hat, dürften inzwischen nicht gewechselt haben. Vielleicht bringen die Wahlen, die im Herbst 1905 kommen, einen neuen Schub von Sozialdemokraten in die Versammlung hinein, so daß auch die freisinnige Mehrheit endlich die Rechte der Minderheit achten lernt. Die in der letzten Sitzung vor Weihnachten vertagte Be- ratung der Vorlage wegen der Organisation der Verwaltung des neuen Virchow-Kranken- Hauses führte gestern zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem Magistrat und den Gegnern der von ihm vor- geschlagenen Organisationsform. Die s o z i a l d e m o- kratische Fraktion hatte beantragt, einen Arzt als Direktor an die Spitze des Krankenhauses zu stellen. In d.er Debatte kam als erster zum Wort der Stadtverordnete L a n- dau(Alte Linke), der mit Rücksicht auf diesen Antrag die Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß beantragt hatte. Landau trat, wie er das in Fragen des Gesundheitswesens fast stets und manchmal sogar als einziger der Freisinnigen getan hat, mit dem ganzen Gewicht seines ärztlichen Ansehens für die Forderung unserer Parteigenossen ein. Als er darauf hinwies, daß die vom Magistrat für das Virchow-Krankenhaus vorgeschlagene Organisation einst von Virchow selber für un- zweckmäßig bezeichnet worden sei, tobten seine freisinnigen Freunde vor Entriisümg. Sehr aufgeregt benahm sich Ober- bürgermeister K i r s ch n e r, der sich dagegen verwahrte, daß, wie Landau gesagt hatte, die Stadtverwaltung sich an Virchow versündige. Den Ausführungen Kirschners trat mit wohl- erwogenen Beweisgrüirden unser Genosse Wey! entgegen. Er behandelte eingehend die ärztliche Seite der Frage, die Herr Kirschner seltsamerweise gar nicht berührt hatte. Vom Magistrat antwortete jetzt Stadtrat S t r a ß m a n n, den man den Leiter des städtischen Gesundheitswesens nennt. Er wiederholte des Oberbürgermeisters Behauptung, daß Virchow sich schließlich habe bekehren lassen. Auch von Herrn Cassel(Alte Linke) wurde das nachher noch einmal unterstrichen. In der zweiten Beratung, in die die Versammlung eintrat, nachdem der An- trag auf Ausschutz abgelehnt worden war, wandte Genosse Singer sich gegen diese Anrufung Virchows und zeigte, daß Virchow übrigens nur„nachgegeben" hat, weil er nicht durch- drang. Singer hob hervor, daß in dieser Frage auch Laien mitsprechen müssen, weil sie mehr noch für die Be- völkerungalsfürdieAerztevonWichtigkeit ist. Seine Mahnung, die Beschlußfassung nicht zu überstürzen, fand kein Gehör. Man wollte von Vertagung nichts wissen, und die Vorlage wurde mit großer Mehrheit angenommen. Weniger eilig haben die Freisinnigen es mit der An- gelegenheit der Wahl unseres Genossen Kerfin. Der Bezirksausschuß hat diese Wahl, entgegen dem Beschluß der Versammlung, für gültig erklärt, aber die freisinnige Mehrheit will noch an das Ober-Verwaltungs- gericht gehen. Stadw. Sonnenfeld(Alte Linke) begründete das damit. daß die Frage„prinzipiell wichtig" sei. Genosse Stadthagen stellte den Antrag- stellern eine Niederlage auch vor dieser Instanz in Aussicht und bedauerte, daß nicht sie selber die Kosten des Verfahrens zahlen müssen. Stadthagen nagelte fest, daß vor nun bereits einem Jahre Kerfins Wahl mit großer Eile für ungültig erklärt wurde, ehe es zur Ein- führung Kerfins kommen konnte, während jetzt vor kurzen: mit großer Eile die Einführung des neuen Stadtverordneten Herzberg bewirkt worden ist, ehe der Wahlprüfungs-Ausschuß dessen Wahl für ungültig erklären konnte. Ein kleines Scharmiitzel zwischen Stadthagen und dem Oberbürgermeister gab es noch wegen des bekannten Streites der Neuen Maschinenbauer- Krankenkasse. Die Sache hat ja jetzt ihre endgültige Erledigung gefunden, aber Stadthagen rügte mit Recht, daß der Krankenkassen-Magistrats- kommiffar sein Vorgehen mit keinem Wort bedauert habe. Herr K i r s ch n e r fand den Mut, den Herrn auch noch in Schutz zu nehmen._ Der Fall Haffe hat, wie wir erfahren, auch in Berlin ein Pendant, das um so seltsamer ist, als es sich auch hier um einen Richter handest. Vor etwa drei Wochen erregte der Tod des hiesigen Land- gerichtsrats H o f f m a n n einiges Aufsehen. Der Herr war ohne erkennbare Ursache plötzlich den Berufsgeschäften fern- geblieben, und sein Verschwinden fand erst Aufklärung, als man seine Leiche im Landwchrkanal fand. Es hieß damals, daH der Landgerichtsrat auf unerklärliche Weise verunglückt sei. Jetzt soll sich aber herausgestellt haben, daß es sich um einen Selbstmord handelt, der mit Erpressungen in Beziehung zu bringen ist, die unter Ausnutzung des§ 175 des Strafgesetzbuches verübt wurden. Die Kriminalpolizei hat in der Angelegenheit Erhebungen angestellt, und man meldet, daß der Erpresser bereits gefunden worden ist. Eine Bestätigung dieser uns von vertrauenswürdiger Seite zugehenden Meldung muß abgewartet werden. Auf alle Fälle gibt die Tatsache, daß der Z 175 einer großen Bande schamloser Erpresser Existenzbedingung ist, nicht allein dem Gesetz- geber, sondern auch dem Richter zu denken. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß nur ein verschwindend kleiner Teil der Erpressungen der Staatsanwaltschaft bekannt wird; aber auch die relativ wenigen Fälle, in denen es zu Anklagen kommt, sind bezeichnend. Nur aus der allerletzten Zeit seien einige solcher Gerichtsfälle hervorgehoben. Bekannt ist noch, daß der„Bankier" Kellerhoff wegen eines an dem Kaplan Dasbach verübten Erpressungsversuchs von der vierten Strafkammer am Landgericht I zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde. In München wurde ein Kaufmann Oestrich, der erst vor kurzem wegen Erpressung llVs Jahre Gefängnis erhalten hatte, zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, desgleichen in Berlin am 10. Dezember der 19 Jähre alte Reinhard Kroll zu zwei Jahren Gefängnis. In München erhielten ferner drei junge Burschen, die an dem Pfarrer Waigl in Dachau Erpressungen verübt hatten, zwei und drei Jahre Gefängnis, in Augsburg Ende November der Tagelöhner Maurus vier Jahre Gefängnis, in Köln a. Rh. der Friseur Leipprand 15 Monate Gefängnis. Diese Liste ist allerdings nicht vollständig und kann ergänzt werden durch Mitteilungen über Selbstniorde, die von Leuten, welche des Vergehens gegen 8 175 angeklagt waren, begangen worden sind. In seinem kürzlich erschienenen Buche„Berlins drittes Geschlecht" sagt Dr. Magnus Hirsch feld, daß unter den etwa 50000 unglücklich veranlagten Personen der Reichs- Hauptstadt im Jahre durchschnittlich zwanzig sich wegen Ver- gehens gegen§ 175 vor Gericht zu verantworten haben, daß aber mindestens zweitausend den Erpressern zum Opfer fallen, welche, wie die Berliner Kriminalpolizei gewiß gern bestätigen werde, an der Ausbeutung der Unglücklichen einen weitverbreiteten und recht einträglichen Spezialberuf gebildet haben. Wenn auch die Strafen, die über diese Art Erpresser verhängt werden, zumeist hoch sind, so läßt die bekannte Tatsache, daß die Opfer der Erpressungen ihre Blutsauger nur äußerst selten der Polizei überliefern, doch das Risiko gering erscheinen. Man scheut eben den Skandal, weil man weiß, daß bei er- statteter Anzeige der Beschuldigte teils aus Rache, teils zu seiner Rechtfertigung eine Gegenanzeige auf Grund des§ 175 erstattet: und wenn auch, so schreibt Dr. Hirschfeld, die wohl- unterrichtete Berliner Kriminalbehörde seit der einsichtsvollen Amtsfiihrung des verstorbenen Kriminaldirektors v. Meer- scheidt-Hüllesem auf die Aussagen der Erpresser und Diebe, sowie der Prosütuierten im allgemeinen nichts gibt, so zeigen sich die Staatsanwälte und Richter oft weit weniger orientiert. Es ereignet sich oft, daß der Erpresser zwar bestraft, sein Opfer aber auch aufs schwerste kompromittiert, benachteiligt, in seiner Stellung vernichtet wird. Herr Hirschfeld führt als Tatsache an, daß auf der im Berliner Polizeipräsidium geführten Liste homosexuell ver- anlagter Personen mehrere Tausend Namen stehen; er hätte die ebenfalls bekannte Anekdote hinzufügen sollen, daß der verstorbene Polizeipräsident v. Richthofen, der sich einst diese Liste vorlegen ließ, sie mit der Bemerkung aus der Hand gab, daß man sich eigentlich schämen müßte, nicht auch unter diesen ersten Namen des Landes verzeichnet zu stehen. Ginge die Behörde gegen die Unglücklichen so vor wie gegen wirkliche Verbrecher, so würde sich bald die völlige Undurchsührbarkeit der bestehenden Strafbestimmungen ergeben. Allerdings hält die Polizei mittels ihres Verfahrens tausende im öffentlichen Leben mehr oder weniger bedeutsamer Personen„an der Strippe". Ob das auch einer der Gründe ist, den§ 175 nicht preiszugeben?_ Der Kamps gegen das Berkehrsmonopol der Großen Berliner Straßenbahn. Die Feststell ungsklage der Stadtgcmeinde gegen die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft wegen Einspruchs derselben gegen die Fortführung der Hochbahn beschäftigte, wie angekündigt, gestern den vierten Zivilsenat des Kammergerichts in der Berufungs- instanz. Wie erinnerlich, hatte die 29. Zivilkammer des Land gerichts I Berlin durch Urteil vom 30. Juni vor. Js. den Klage- antrag der Stadt für begründet und damit den Einspruch der „Großen Berliner" für ungerechtfertigt erklärt. Gegen dies Urteil hat die Straßenbahn-Gesellschaft forin- und fristgerecht Berufung eingelegt. Die Vertreter der Straßenbahn sind die Rechtsanwälte Dr. Sand er und Dr. W u s s o w. Nach Erledigung der üblichen Formalitäten ergreift Rechtsanwalt Dr. W u s s o w das Wort zur Begründung der Beruftina. Derselbe schickt voraus, daß der Streitfall in der Oeffentlichkeit viel Staub aufgewirbelt und man behauptet habe, die Straßenbahn wolle das neue Unternehmen verhindern bezw. verzögern. Davon könne keine Rede sein: eine Verhinderung des Unterpflasterbahn Unternehmens Potsdamer Platz— Spittelmarkt sei unmöglich, da die Zustimmung trotz des Protestes der Straßenbahn erteilt werden würde; andererseits sei bekannt, daß die geplante Fortsetzung der Hochbahn noch nicht finanziert, die Stadt also heute noch nicht in der Lage sei, ihre Zustimmung zum Bau der Konkurrenzlinie zu erteilen. Die Straßenbahn verfolge keinen anderen Zweck alö den, ihre Privatrechte zu wahren, d. h. sich eine Entschädigung zu sichern für den ihr durch die neue Konkurrenzbahn drohenden Ausfall.— Die Vertreter der Straßenbahn wiederholen lediglich jene Ausführungen, die wir aus den Schriftsätzen gestern bereits auszugsweise mitgeteilt haben. Rechtsanwalt Dr. Sander hebt zum Schluß hervor, daß es mir ein billiges Verlangen sei, wenn die Straßenbahn-Gesellschaft E n t« schädigung von der Stadt fordere, die künftig von zwei Ge- sellschaften Vorteile ziehen, sich also auf Kosten der Straßen- bahn bereichern wolle. Danach erteilt der Vorsitzende dem Vertreter der Stadt, Justiz- rat Liebe nth al, das Wort. Auch der Anwalt der Stadt beginnt mit einer ausführlichen Darlegung der Entstehungsgeschichte der Verträge von 1880 und 1898, Ivelche, unter Berücksichtigung der sich daran knüpfenden Verhandlungen, zur Evidenz ergäben, daß die Stadt der Straßenbahn kein ausschließliches Betriebsrecht einräumen, son- dern auch Wettbewerbslinien zulassen wolle. Dies gehe nameMlich aus der Korrespondenz der Parteien vom Mai 1830 hervor. Da- mals verlangte die Gesellschaft„den möglichsten Ausschluß von Konkurrenz- Gesellschaften", worauf ihr der Magistrat erwiderte, daß diese„Ausdehnung des Vorzug?- rechtes für die Konzessionierung von parallelen Konkurrenz- Linien in dieser Allgemeinheit nicht z u g e st a» d e n werden" könne. Fast während des ganzen Bestehens der Gesellschaft war das Bestreben derselben darauf gerichtet, jedwede Konkurrenz auszuschließen, diesem Verlangen ist seitens der Stadt aber niemals stattgegeben worden. Schon mittels Schreibens vom 27. Oktober 1883 bei Gelegenheit der geplanten Niederlegung des Mühlendammes verlangte die Gesellschaft ein Vorzugsrecht auf 30 Jahre, weil das Publikum fortwährend durch Gerüchte über Konzessionierung von Konkurrenz-Projekten beunruhigt werde. Deutlich zeige auch der Gottheiner sche Plan, bezüglich dessen der Stadtbaurat mit der Ge- sellschaft verhandelt habe, daß die letztere damals(1897) das heute be- anspruchte Recht keineswegs in den Vordergrund stellte, denn dieser Plan enthalte mehrere Linien, die der Straßenbahn eine viel schärfere Kon- kurrenz bereitet haben würden, als es durch die Hochbahn-Verlängerung zu befürchten stehe. Es erscheine auch ganz unvereinbar mit den Pflichten des Magistrats, loenn dieser sich angesichts der Bevölkerungs- und Verkehrszunahme von der Straßenbahn aus finanziellen Rücksichten die Hände hätte binden lassen wollen. Gegen- über dem„ st ä r k st e n Trumpf" der Straßenbahn, daß der Vertrag event. ein unsittlicher sei, benierkt Justizrat Liebenthal, daß der Vertrag auf eine Schädigung der«Großen Berliner" nicht abgezielt habe und daß jedes spekulative Unternehmen das Risiko eingehen müsse, dermaleinst nicht mehr zu reüssieren. Zum Schluß weist er den Vorwurf der Schikane zurück. Den Ma- gistrat leite die Verkehrskalamität in der Leipziger- st r a ß e, die, allseitig anerkannt, von der Straßenbahn-Gesellschaft nicht beseitigt«verde» könne. An das stinfviertelstündige Plaidoyer knüpft sich die übliche Replik und Duplik, an der namentlich die Vertreter der Straßenbahn sich beteiligten. Interessant war hierbei die Behauptung des Rechts- anwalts Dr. Sander, daß die von ihm vertretene Gesellschaft sehr wohl in der Lage wäre, den Berkehr in der Leip- z i g e r st r a ß e zu bewältigen; einzelne Fahrgäste blieben auch auft anderen Linien zurück. Gegen 2 Uhr zieht sich der Gerichtshof zurück, um darüber zu beraten, ob heute schon ftir die Urteils-Ver- kiindigung ein Termin anberaumt werden soll. Das Gericht beschließt nach kurzer Beratung, Publikationstermin auf den 12. Januar, 9'/, Uhr vormittags, festzusetzen. Znr Kronprinzenspende. Mit gutem Beispiel ist der Groß- herzog von Hessen dem preußischen Kronprinzen vorangangen. Der Grotzhcrzog feiert am 2. Februar d. I. Hochzeit und die städtischen Behörden von Darnistadt meinten, dem Fürsten zu diesem Ereignis eine Spende überreichen zu müssen. Doch hat der Großherzog den Wunsch ausgesprochen, daß die Stadt von der Ueberreichung eines besonderen Hochzeits-Geschenkes Abstand nehmen möge. Die Stadtverordneten Möllen nun zur dauernden Erinnerung an die Hochzeitsfeier aus der Höhe der Künstlerkolonie einen Aussichtsturm errichten. In Berlin und in anderen preußischen Städten mühen sich noch Depu- tationen wegen der 500000 Markspende für das kronprinzliche Brautpaar, obgleich in vielen Städten die Mehrheit der Ein- Wohnerschaft von einer solchen Spende durchaus nicht erbaut ist. Vielleicht, daß auch in diesem Falle autoritativ der Wunsch ausgesprochen wird, sich nicht weiter in Unkosteu zu stürzen. Professor Karl Möbius, der verdiente Zoologe und Direktor des Museums für Naturkunde in der Jnvalidenstraße, gedenkt mit Rücksicht auf sein hohes Alter von seinem Amte zurückzutreten. Zu seinem Nachfolger ist einer Zeitungsmeldung zufolge der Leiter des städtischen Museum? in Bremen. Professor Schauinsland, in Aussicht genonimen, an den auch bereits der Ruf ergangen ist. Der Hydrologe der Stadt Berlin, Professor Karl Piefke, ist, wie die„Vossische Zeitung" meldet, nach längerem Leiden am 4. Januar hier gestorben. Ehe Piefke das Amt des Hydrologen über- nahm, war er lange Zeit Betriebsingenieur der Berliner Wasser« werke am Stralauer Tor. Praktisch sehr wichtig sind die von Piesie gemeinsam mit Karl Fränkel durchgeführten Untersuchungen über die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Sandfilter. Fränkel und Piefte zeigten, daß die üblichen Filter unter Umständen für krankmachende Bakterien durchlässig sind. Diese Beobachtungen wurden eine wesentliche Stütze für die Forderung, daß man davon absehen solle, Oberflächenwasser für die Wasserversorgung zu verwenden, und daß man anstatt dessen Grundwasser verwenden solle. Diese Aenderung in den Anschauungen über das zuverlässigste Wasser brachten die Frage von der Enteisenung des Wassers wieder in Fluß. Auch auf diesem Gebiete hat sich Piefke Verdienste er« warben. Man verdankt ihm brauchbare Neuerungen des Enteisenungs« Verfahrens. Als 1897 sich die Anstellung eines Stadthhdrologen al? notwendig erwies, wurde diese neue Stellung Piefte übertragen oder vielmehr sie wurde für ihn geschaffen. „Wider die Pfaffenherrschaft", Kulturbildcr aus den Religionskämpsen des 16. und 17. Jahrhunderts von Emil Rosenow, reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit. Heft 38 enthält den Schluß des Kapitels:„Die Gesellschaft Jesu" und den Anfang des 21. Kapitels:„Die Religionskriege", in dem der Verfasser u. a. behandelt: Ketzerverfolgungeu unter Karl V.— Die Gründung des Geusenbundes.— Das Blutgericht Albas.— Der Fluch der spanischen Pfafferei.— Entstehung der Hugenottenpartei.— Die Pariser Bluthochzeit.— Die Ermordung Heinrichs III.— Das Resultat der Kriege für das Volk.— Die zahlreichen Illustrationen des Heftes sind dem Text angepaßt. In jeder Woche erscheint ein Heft des Werkes, das 50 Lieferungen a 20 Pf. umfaßt und von jeder Buchhandlung und den Kolporteuren bezogen werden kann. Graf Piickler rnid die Behörden. Bei der Behandlung des Grafen Pückler durch die einzelnen Polizei- und Ortsbehörden treten noch immer große Gegensätze zutage. Was dem Grafen in Köpenick ver- boten ist, wird ihm in Potsdam erlaubt. Vom Potsdamer Polizei- Präsidenten ist der Pückler-Vereinigung auf eine Versammlungs- anzeige folgender Bescheid zugegangen:„Auf Grund des Ge- setzes vom 11. März 13S0 über das Versammlungs- und Ver- einigungsrecht wird die am 3. d. Mts. erfolgte Anzeige über eine am 6. d. Mts. abends 9 Uhr im Lokale des Gastwirts Gottlieb Schmidt, Französische Straße 7/8, stattfindende Ver- sammlung hiermit bescheinigt. Wenn der Referent zur Begehung strafbarer Handlungen auffordert, wird die Versammlung sofort auf- gelöst werden. Der Polizeipräsident." In Köpenick ,st man dagegen anderer Meinung. Dort wurde eine VersanimlungS-Anzeige mit folgendem Schreiben beantwortet:„Anliegend senden wir die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung der für Donnerstag. 5. Januar, hier geplanten öffentlichen Versammlung mit dem Bemerken, daß wir nicht gestatten, daß der Herr Graf Pückler in dieser Versammlung als Redner auftritt, ividrigenfalls die Versammlung sofort aufgelöst wird. Die Polizeiverwaltung." Wir halten das Potsdamer Verfahren für das gesetzlichere. Für Angler. Nach einer Vereinbarung mit dem Herrn Re- gierungSpräsidenten in Potsdam sind Gesuche um Erteilung der Er- laubniS zum Angeln während deö Sonntags oder während der wöchentlichen Schonzeit der Fische in den außerhalb der Berliner Weichbildgrenze befindlichen Gewässern von Personen, die in Berlin wohnen, zunächst dem Polizei-SchiffahrtSbureau, Berlin 0. 2, Probst» straße 8, einzureichen. Nicht in Berlin wohnende Personen habe« ihre Anträge stets an die Polizeibehörde ihres Wohnortes zu richte». Der Erpresser Liichel, welcher in der Angelegenheit des Breslauer LandgerichtSdirektors Hasse in Hamburg verhaftet wurde, wird den»- nächst zu seiner Verurteilung nach Breslau übergeführt werden. Die Verwundung, die er durch den Nevolverschnß des Landgerichtsdireßtors " em Arm und an der linken Hand erlitten hat, sind nicht schwerer| Richtungen seiner Fraktion" es nicht verargen, wenn diese die Anlage zu suchen, die eine möglichst große Natur, obwohl namentlich die Hand durch den Schrotschuß wie ein Kreuz- Zeitung" und andere als Publikationsorgan verlangen. Dies Sicherheit mit einem möglichst hohen Bins. Sieb durchlöchert ist. Nach seiner Angabe hatte er, als Hasse den gehe nicht; im übrigen sollen nur Ortszeitungen berücksichtigt werden. genuß verbindet. Es liegt weder in der Macht Schuß auf ihn abgab, die Hand zur Abwehr vor das Geficht ge- Dem Erlaß eines Drtsstatuts über die Erhebung von Bei der deutschen Bankgruppe, welche die Anleihe übernommen halten. trägen bei straßenbaulichen Veranstaltungen stimmte die Versammlung hat, noch in derjenigen des deutschen Kapitals, dem man Wasserrohrbrüche. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr mit Majorität der auch die sozialdemokratischen Stadtverordneten die Teilnahme an der Substription anbietet, die russische Regierung angehörten nach langer Debatte zu. Diese drehte sich lediglich zum Friedensschluß mit Japan anzuhalten, oder von ihr innere Remehrere Male wegen Wasserrohrbrüchen alarmiert. Um Mitternacht um Grundbefizer- Juteressen. So erklärte Stadtv. Abraham u. a., formen zu ertrogen. Gewiß würde ein großer Teil der deutschen wurde sie nach der Lessingstr. 27 gerufen, wo das Haus überschwemmt daß es ungerecht sei, bei Anlage von Schmuckplätzen die Anlieger zu Stapitalisten mit der Einführung einer Berfassung in Rußland sym war. Die Wehr beseitigte die Gefahr. Um 1 ihr wurde sie aus Kostenbeiträgen heranzuziehen. Es sei nicht zutreffend, daß diefe pathisieren, schon deshalb, weil das Budget eines konstitutionellen gleichem Anlaß nach der Quizowstr. 48/49 gerufen. Pläze wertsteigernd auf die umliegenden Grundstücke einwirken. Landes mehr Garantien bietet, als dasjenige eines autokratisch res Eine Tariferhöhung für die Droschken strebt die Berliner Diese, wie noch andere seltsame Ansichten beweiskräftig zu wider gierten Staatswesens. Aber davon wird sicherlich nur ein geringer Personen- Lohnfuhrwerks- mung an. Die Innung war vom Polizei- legen, war dem Oberbürgermeister und dem Bürgermeister Voigt Teil des deutschen Kapitalistenpublikums seine Beteiligung an der präsidium ersucht worden, sich gutachtlich über eine den Kraftdroschken ein leichtes. neuen Anleihe abhängig machen. zu gewährende Tariferhöhung zu äußern. Die Junung hat hierzu Die Errichtung einer neuen achten Armenarztstelle wird be- Das Uebernahme- Konsortium seinerseits mußte seine Ents den Beschluß gefaßt, daß, falls das Königliche Polizeipräsidium für schlossen. schließungen nur von der einen politischen Frage abhängig machen, Kraftdroschten eine Tariferhöhung zubillige, diese für das gesamte Zu der Magistratsvorlage, welche die Reform der Steuer- ob der Abschluß einer russischen Anleihe im gegenwärtigen Augen Droschtenfuhrgewerbe erwünscht sei, denn dieses werde nicht nur einziehung betrifft, stellt Stadtv. Conrad( Soz.) den Abänderungs- blick den deutschen Interessen entspricht oder nicht, und man darf durch die soziale Gesetzgebung( Berufsgenossenschaft, Kranten- und antrag, die mit der Steuereintreibung beauftragten Vollziehungs- annehmen, daß es sich in diesem Falle, wie bei Invaliditätsversicherung) sehr mit Abgaben belastet, sondern es beamten gegen festes Gehalt und nicht, wie vorgeschlagen, ihnen für früheren gleichen Anlässen, der Einwilligung der erfordern auch die Materialien zur Instandhaltung des Betriebes jeden eingetriebenen Betrag 10 Bf., also gewissermaßen eine Pro- deutschen Staatsregierung vorher rechtzeitig immer höhere Ausgaben. vision" zu zahlen. Stadtrat Weinreich meint demgegenüber, daß dieser versichert hat. So wird für das deutsche Kapital bei der BeReiner wills gewesen sein. Ein schwerer Unfall, der sich am Zahlungsmodus nötig wäre, um den Eifer der Beamten mehr urteilung der neuen Anleihe die Frage entscheidend bleiben, ob es trot 17. v. M. in der Gitschinerstraße zutrug, beschäftigt immer noch die anzuspornen. Stadtv. Wuzky( Soz.) führt aus, daß die Ausführungen des bisherigen unglücklichen Verlaufes des russisch- japanischen Krieges Behörden. Der Arbeiter Friedrich Mein aus der Gitschinerftr. 70 des Magistratsvertreters nicht gerade eine Schmeichelei für die und trotz der anscheinend ziemlich starken, auf innere Reformen gegeriet damals unter das Automobil eines hiesigen Bankiers und Beamten bedeuten. Er zweifle auch an, daß es dem Magistrat an- richteten Bewegung im Lande darauf rechnen kann, daß das russische einen Straßenbahnwagen, die zu gleicher Zeit die Straße entlang genehm sei, wenn man die stadträtlichen Ansichten über Pflichteifer Reich seinen Verpflichtungen in bezug auf die prompte Zahlung der fuhren, und wurde so schwer verwundet, daß er im Krankenhause am auf die den Vollziehungsbeamten übergeordneten Beamten bis ganz Zinsen und der Rückzahlung des Kapitals stets pünktlich nachUrban gleich nach der Aufnahme starb. Der Automobilfahrer be- oben hinauf anwenden wolle. Nach Ablehnung des Amendements fommen wird. Darüber dürften die Meinungen kaum geteilt sein." Ganz unsere Ansicht. Wenn hohe Zinsen winken, dann kennt hauptet mun, er habe den Unglücklichen nicht überfahren; er hätte Conrad wird die Vorlage angenommen. Der Versammlung liegt eine Polizeiverordnung betreffend das das Kapital feine Bedenken idealer Art", dann opfert es in fieberdas an seinem Fahrzeug unbedingt merken müssen, wenn er es Desinfektionswesen vor. Stadtv. Dr. Silberstein( Soz.) beantragt, fchwangeren Kolonien oder auf blutigen Schlachtfeldern Tausende gewesen wäre. Der Straßenbahnfahrer bestreitet aber ebenso ent- den Magistrat zu ersuchen, mit aller Energie darauf hinzuwirken, und Behntausende von Menschenleben und schreitet grinsend über die schieden, daß der Mann unter seinen Wagen geraten sei. Die Kriminalpolizei hat sich alle Mühe gegeben, Augenzeugen des daß in die Verordnung auch der Scharlach als gemeingefährliche Leichenhaufen hinweg. traurigen Unfalls ausfindig zu machen, aber noch keine finden können. Krankheit aufgenommen wird. Der Antrag wurde aber gegen die Die Feststellung der Schuld ist aber im Interesse der Hinterbliebenen Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion abgelehnt. des Getöteten, einer Witwe mit vier Kindern, dringend nötig. Wer daher über den Unfall etwas bekunden kann, der wolle sich schleunigst bei der Kriminalpolizei melden. Vom Alkohol. Der 58 Jahre alte Schuhmacher Gustav Degen, der seit acht Jahren verwitwet war, fiel zweimal hintereinander auf der Straße so unglücklich, daß er nicht mehr arbeiten konnte. Seit bem erhielt er monatlich 18 M. Armenunterstützung und wurde ein Gewohnheitstrinker. Sechs Wochen hatte er schon keine Schlafstelle mehr. Seine Schwester, eine ebenfalls unterstützte Witwe, gab ihm nachts ein Unterkommen, konnte aber sonst auch nicht für ihn sorgen. Als sie gestern morgen aufstand, fand sie ihn in ihrer Wohnung in Die Gebührenordnung für die Desinfektion von Wohnräumen und beweglichen Sachen wurde genehmigt. Dieselbe sieht die Unentgeltlichkeit der Zwangsdesinfektion vor. In geheimer Sigung verhandelte und beschloß die Versammlung die Beteiligung an der Städtegabe zur Hochzeit des deutschen Kronprinzen. Die sozialdemokratische Fraktion verhielt sich selbstverständlich hierbei ablehnend. Charlottenburg. Wie Konzentration im Detailhandel. Als das größte Detailgeschäft der Welt gilt das Warenhaus von Marshall, Field u. Co. in Chicago. Um welche enormen Umsätze es sich bei diesem handelt, ergibt sich daraus, daß es am Montag vor Weihnachten, seinem besten Geschäftss tage in der Weihnachtswoche, nachweislich über 2 650 000 Mart ein genommen hat. Man dente, an einem einzigen Tage! Besser als durch diese Ziffer kann die auch im Detailhandel mächtig fort schreitende Konzentrationsbewegung nicht illustriert werden. mancher kleine Ladenbesizer wäre froh, wenn er während der ganzen Weihnachtszeit nur den tausendsten Teil dieser Summe eingenommen hätte. Er mag sich noch so sehr wehren, unaufhaltsam schreitet über Die Beisigerwahlen zum Kaufmannsgericht finden am heutigen ihn der in unserem modernen kapitalistischen Wirtschaftssystem beTage in der Zeit von 11-1 und 5-8 Uhr statt. Wahlberechtigt gründete Zug zur Betriebszusammenballung und Kapitalanhäufung ist jeder Handlungsgehilfe, der das 25. Lebensjahr erreicht hat und hinweg und untergräbt seine Eriſtenz, bis einst auch für dieſe in Charlottenburg beschäftigt ist. Es ist Pflicht jedes Handlungs- neuentstandenen Riesenbetriebe die Stunde der Verstaatlichung gehülfen sein Wahlrecht auszuüben, und feine Stimme für die von dem Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfingen Deutschlands aufgestellte Liste Nr. 2 abzugeben. Wahllisten werden vor den Wahllokalen verausgabt! Pankow. schlagen wird. Vermischtes. Eisenbahnunfälle. Der Schnellzug Nr. 21 Heidelberg- Frank der Dudenarderstraße in der Küche als Leiche an der Tür hängen. Tödlicher Unfall in der Brauerei. Einen schrecklichen Tod fand geftern vormittag 210 Uhr der 45jährige Maschinist Karl Garn, Stottbufer Ufer 3 a wohnhaft, in der Unionsbrauerei in der HafenHeide. Garn war im Maschinenhaus mit dem Schmieren der einzelnen Teile des Räderwerkes beschäftigt, wobei er, um zu der Wellenleitung zu gelangen, eine Leiter bestieg. Als er auf der Die erste Sigung der Gemeindevertretung im neuen Jahre hatte furt a. M., der Mittwoch abend 8 Uhr 37 Min. in Frankfurt a. M. obersten Sprosse stand, glitt die Leiter auf dem glatten Fliesenbelag sich mit einer umfangreichen Tagesordnung zu beschäftigen. Der fällig war, traf mit 35 Minuten Verspätung ein und rannte bei des Fußbodens ab. Garn griff im Fallen in seiner Angst mit der von uns bereits besprochene Vergleich zwischen der Gemeinde Pankow seiner Einfahrt in den Hauptbahnhof auf den Prellbock des Gleises 6. rechten Hand in die noch in Bewegung befindlichen Kammräder, und der Straßenbahn- Gesellschaft wegen Benutzung der Kreuz- und Der Prellbod wurde zertrümmert, die Maschine beschädigt und zur wobei ihm die Hand völlig zu einer formlosen Masse zerquetscht Schönholzerstraße fand die Zustimmung der Gemeindevertretung. Entgleisung gebracht. Jufolge des starten Rückstoßes wurden acht wurde. Dann fiel der Unglückliche etwa sieben Meter tief hinab und Für die in diesem Jahre auszuführenden Pflasterungs- Reisende durch Hautabschürfungen, sämtlich leicht, verletzt; der schlug so hart auf den Boden auf, daß er nach wenigen Augenblicken arbeiten wurden 275 000 Mart ausgeworfen. Ein Teil der Wagenwärter des Buges erlitt eine Kopfverlegung.-- Die„ Delitzscher infolge innerer Verlegungen seinen Geist aufgab. Er hinterläßt eine Breitenstraße soll neugepflastert, ein Teil des Fahrdammes der Flora Beitung" meldet: Die Lokomotive des Güterzuges 3510, von Leipzig Witwe und mehrere Kinder. straße asphaltiert werden. nach Magdeburg, ist Donnerstag früh um 6 Uhr bei der Ein fahrt in den Bahnhof auf ein falsches Gleis geraten und auf einen Rangierzug aufgefahren, während die Güterwagen auf dem richtigen Gleis blieben. Die ersten drei Wagen des Kangierzuges wurden aus dem Gleis geschleudert, wobei zwei umstürzten und zertrümmert wurden. Der Zugführer, der sich auf dem ersten Wagen befand, ist anscheinend schwer, der Lokomotivführer leicht verlegt. Beide Lokomotiven sind nur wenig beschädigt. Der Materialschaden an den Güterwagen ist ziemlich bedeutend. Der Verkehr wird eingleisig aufrecht erhalten. Grubenunglück. Wie der Schlesischen Zeitung" aus Saarau gemeldet wird, ist ein Teil der Hauptförderstrecke E von der sulmizschen Braunkohlengrube Marie" zu Bruch gegangen. Fünf Arbeiter sind verunglückt. " Bei der nun folgenden Festsetung eines Gebührentarifs Im Wintergarten tritt Otto Reutter, der bekannte Vor- für den zweiten und dritten Friedhof der Gemeinde kam tragstünstler nach längerer Pause wieder auf. Er bringt ver- es zu lebhaften Auseinandersezungen zwischen unseren Genoffen und schiedene neue Dichtungen, deren erste unter erflecklichem Aufwand den bürgerlichen Vertretern. Unsererseits wurde die unentgeltlich von Beiwerk die Weltausstellung in St. Louis als Unterlage hat. Seit feit der Bestattung verlangt, allerdings mit negativem Erfolge. den neun Jahren, wo Reutter hier zum erstenmal im Apollo- Ats Hauptgegner unseres Antrages bewährten sich die GemeindeTheater als Li Hung Chang auftrat, hat er sich in ganz Deutsch verordneten der ersten Wählerklasse. Diese Repräsentanten von Besitz land einen Nuf erworben. Seine selbstverfertigten Couplets sind und Bildung in Bankow wollen den Besitzlosen den Sterbezins nicht mit wirkungsvollen Pointen gespidt, und schon der Umstand, daß erlassen. Von der Höhe ihres Geldfacs herab deklamierten sie, daß er fast der einzige Künstler seiner Art ist, der sich auf das heute jedermann in der Lage sei, schon bei Lebzeiten dafür zu sorgen, politische Gebiet wagt, hebt ihn über die Menge der Kollegen empor. daß er anständig unter die Erde komme. Wer kein Geld hätte, könnte Herr Reutter ist neuerdings leider in eine gewisse Maniriertheit ver- fich als Gemeinde Armer beerdigen lassen. Die Forderung, daß fallen, die ihm nicht gut ansteht. Er glaubt ferner, ſeine Sachen Freunde den Sarg eines Verstorbenen zur Gruft tragen dürfen, nicht ohne Kostümierung machen zu können. Offen gestanden, uns erregte die Herren aufs höchste. Furchtbare Szenen, meinten fie, Vom Schlagbaum erschlagen. Ein schwerer Unfall, bei dem ein gefällt er ohne diese Hülfsmittel besser. Von seinen gestrigen Vor- müßten sich dann auf dem Kirchhofe abspielen. Der eine Träger älterer Soldat sein Leben einbüßte, wird aus Celle gemeldet. Der trägen schien uns ein Spottlied auf die Berliner am besten geraten. würde rote, ein anderer blaue Blumen anstecken, der eine würde als Sergeant Robusch von der 12. Kompagnie des dort garnisonierenden Im übrigen ist das neue Wintergarten- Programm so vielseitig Stopfbedeckung eine Mütze, der andere einen Zylinderhut wählen. Infanterieregiments Nr. 77 wollte sich am Spätabend in eiligem wie mur möglich. Die berühmte Tortajada tritt auf, und Diese Gefahren sind glücklich verhütet worden. Laufe nach der Burgfaserne begeben, zu welchem Behufe er, um den neben dieser Spanierin die Pariser Tänzerin Alegia, die mit Ein Gesuch der Gewerbegerichts- Beisiger, die weg abzukürzen, die Schornsteinfegergasse passierte. Er hatte jedoch ihrem tüchtigen Partner in Wirbeltänzen Unglaubliches leistet. Entschädigung für Zeitversäumnis und entgangenen Arbeitsverdienst nicht an den am Ende dieser Gaffe befindlichen Schlagbaum gedacht Der Zauberkünstler de Bière ist einer der geschichtesten Taschen- von drei auf sechs Mart zu erhöhen, weil an den weitaus meisten und lief mit voller Wucht gegen diesen, wobei er am Kopfe spieler der Gegenwart und weiß seine fabelhaften Kunststücke Sigungstagen die Arbeitnehmer nicht mehr ihre Arbeitsstätten auf- getroffen wurde und besinnungslos liegen blieb. Als man den interessant zu pointieren. Einen Kunstradfahrer, wie er noch nicht suchen können, wurde angenommen, trozdem Gemeindeverordneter Unglücklichen später auffand, war der Tod bereits eingetreten; dagewesen, haben wir in Herrn Ralph Johnstone. Der Herr er Steeger die ebenso fühne wie finnlose Behauptung aufstellte, daß anscheinend hat er eine schwere Gehirnerschütterung erlitten. Der flettert Treppen auf dem Rade und weiß sein Fahrzeug so sicher zu die Beisitzer sich zu Unrecht die sechs Mark in die Tasche steckten. Verstorbene diente im neunten Jahre und wollte sich denmächst Tenten, daß er damit die Tasten eines eigens für ihn hergerichteten Gin Antrag auf Beitritt der Gemeinde zum Brandenburgischen verheiraten. Klaviers musikalisch funstgerecht anschlägt. In luftiger Höhe voll- Provinzialverein zur Bekämpfung der Tuberkulose wurde dem führt die Afrobatentruppe Boller elegante Kunststücke. Seltsam Gemeindevertreter Professor Mendel zur näheren Prüfung übermutet das Mädchen mit dem goldenen Haar" an, das unter effekt wiesen. voller Beleuchtung in einer Kirchenszene auftritt und mit vortrefflicher Stimme u. a. Gounods Ave Maria singt. An rechter Stelle würde die Dame vielleicht ergreifend wirken, hier denkt man an raffinierte Theatermache. " Dem Hauptmann- Abend am 8. d. Mts. in der Kaiser Friedrich Schule zu Charlottenburg, welcher dem Verständnis der beiden Brüder Karl und Gerhart Hauptmann gewidmet ist, haben sich Kräfte wie die Münchener Hofschauspielerin Elisabeth Schneider, die Sängerin Annie Bremer, Dr. Gustav Manz und Kapellmeister Otto für die Mitwirkung zur Verfügung gestellt. Den einleitenden Vors trag hält Sturt Walter Goldschmidt. Es tommen neben gesprochener und gesungener Chrit, Szenen aus Karl Hauptmanns„ Bergschmiede" und„ Des Königs Harfe" von Gerhart Hauptmann, Szenen aus " Florian Geyer"," Schluck und Jau"," Hannele" und" Armer Heinrich" zum Vortrag. Eine Anzahl Karten zum Preise von 50 Pf. und einige numerierte zu 1 M. find in allen Charlottenburger Buchhandlungen sowie im Verein zur Förderung der Kunst, Albrechtstr. 11, Dürerhaus, Kronenstr. 18, Bloch, Brüderstr. 1, zu haben. Hus den Nachbarorten. Rixdorf. Lichtenberg. Die Einwohnerzahl von Lichtenberg beträgt nach der Statistit für den 31. Dezember 51 372. Unser Ort hat demnach im Laufe des letzten Kalenderjahres eine Zunahme von 3839 Einwohnern erfahren. Auch die Mitgliederzahl der Drts- Krantentasse ist im steten Steigen begriffen. Im Jahre 1904 ist ein Zuwachs von 1200 Personen zu verzeichnen, so daß die Kasse eine Mitgliederzahl von über 7000 aufiveist. Elend und Arbeitslosigkeit Der städtische Arbeitsnachweis in Brandenburg a. H. teilt mit, daß im Dezember 1904 auf 100 offene Stellen 305 Arbeitsuchende kamen und der Andrang arbeitfuchender Personen groß ist. Aus Induftrie und Handel. Duellunfug. Der bekannte Romanschriftsteller v. Ompteda wurde gestern vom Dresdener Landgericht wegen Zweikampfes mit dem Rittmeister v. Hupfeld von dem Oschazer Ulanen- Regiment zu drei Monaten Festungshaft verurteilt. Das Pistolenduell hatte am 1. Januar 1904 in der Dresdener Heide stattgefunden und war unblutig verlaufen. Begnadigte Ducllanten. Sieben Bergakademiker zu Klausthal, die feinerzeit wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen zu drei Monaten Festung verurteilt worden waren, sind jetzt zu einer Woche Festung begnadigt worden. Bei dem Stampf mit„ tödlichen Waffen" handelte es sich um gewöhnliche Schlägermenfuren. Mord und Selbstmord verübte wahrscheinlich schon in der Silvesternacht in Hannover die Modistin Witwe Lina Hackel in der Jakobistraße. Die Genannte ist im Oftober vorigen Jahres mit ihrem sieben Jahre alten Töchterchen aus Hamburg hierhergezogen. Seit Sonnabend wurde beide nicht mehr gesehen. Durch einen starken Gasgeruch wurden die Bewohner aufmerksam und vers ständigten die Polizei, die in die Wohnung eindrang und beide Personen tot auf dem Boden liegend vorfand. Nahrungssorgen scheinen das Motiv der Tat zu sein. Der Prospekt der neuen russischen Anleihe ist erschienen: ein In Altenlotheim bei Frankenberg( Bez. Kassel) fanden recht mageres Opus, das sich fast ausschließlich auf die Wiedergabe zwei Handwerksburschen durch Nauchvergiftung den Tod. Sie hatten schon in den letzten Tagen bekannt gewordener Einzelheiten der in einem unbewohnten Hause, in dem ein alter Ofen stand, für die Emission beschränkt. Auf die Finanzlage Rußlands wird nirgends Nacht Unterkunft gesucht und den Ofen geheizt. Am anderen Morgen näher eingegangen. Das ist nach unserer Ansicht eher ein Vorteil, fand man sie als Leichen vor. als ein Nachteil, denn natürlich könnte man nur auf die offiziellen Ein furchtbares Unglück ereignete fich gestern in der Koburger In der Situng am Donnerstag, den 5. Janaar, nahm die Rix- Angaben des russischen Finanzministeriums zurückgreifen und Vereinsbrauerei. Das Eisgradierwerk der Vereinsbrauerei brach dorfer Stadtverordneten- Versammlung die Prüfung der im November diese schöngefärbten Daten haben für die Beurteilung recht wenig unter der Last des anhaftenden Eises zusammen und begrub und Dezember vor. Js. erfolgten Stadtverordneten- Ergänzungs- und Wert. Der Ausgabekurs beträgt, wie schon mitgeteilt worden ist, neun Arbeiter unter sich. Bis 10% Uhr vormittags waren Ersatzwahlen vor. Die aus diesen hervorgegangenen 17 neuen Stadt- 95 Proz. Die Obligationen sind mit halbjährlichen Kupons und neun Arbeiter aus den Trümmern hervorgezogen; drei davon sind verordneten, unter denen sich auch die Genossen Paerschte, Groger, Talons versehen und lauten auf den Inhaber. Die halbjährlichen tot, vier schwer und zwei leicht verlegt. Nach einer späteren Mitschte, Ostermann, Thurow, Jden und Keil befinden, wurden Zinsen sind am 1. Januar und 1. Juli fällig. Eingeteilt ist die Meldung sind von den Verletzten noch zwei Personen gestorben, so hierauf vom Oberbürgermeister Boddin in ihr Amt eingeführt und Anleihe in Abschnitten von 5000, 2000, 1000 und 500 Mark. Von daß die Zahl der Toten fünf beträgt. Man befürchtet, daß verpflichtet. Bei der Wahl des Bureaus ging als erster Stadt- letzteren werden 60 000 Stück ausgegeben. Man rechnet also auch noch mehr Arbeiter unter den Trümmern liegen. berordneten- Vorsteher der bisherige Vorsteher Sander einstimmig hervor. auf fleine Kapitalisten. In der kleinen Stadt Pfullingen( Oberamt Reutlingen) brach in Für den zweiten Vorsteher schlugen unsere Genossen den Stadtv. Die tapitalistische Presse verhält sich im ganzen ziemlich ab- der letzten Nacht ein Brand aus, welcher einen Teil der Bahnhof Ostermann vor. Die vorgenommene Bettelwahl ergab jedoch die lehnend gegen die Anleihe; meist registriert sie furzweg die Hauptstraße einäscherte. Vier Häuser mit Zubehör wurden ein Raub der Wiederwahl des Stadtv. Vögelke, und zwar gegen die Stimmen der sächlichsten Substriptionsbedingungen. Nur einige wenige Blätter Flammen. Sozialdemokratischen Fraktion. schtvingen sich zu Empfehlungen auf. Voran natürlich wieder der Schiffstatastrophe. Der schwedische Dampfer Sydkusten", Als Ortszeitungen für die Veröffentlichungen der Stadt- Börsen- Courier". Sein Artifel preist erst die günstigen Bedingungen" der regelmäßige Fahrten zwischen Lübeck und Schweden unterhält, verordneten bestimmte die Versammlung das„ Rigdorfer Tageblatt" der Anleihe und greift dann zu einer Entschuldigung des Uebernahme- wird seit dem letzten Sturm vermißt. Man befürchtet, daß der und die„ Nigdorfer Zeitung". Der vom Stadtv. Mitschke( Soz.) Konsortiums, die eine ganz allerliebste Charakteristit der modernen Dampfer mit der Mannschaft untergegangen sei. gestellte Antrag, auch den Vorwärts" als Publikationsorgan zu Bantfinanz enthält. In einzelnen Blättern", heißt es in dem Opus, Maffenvergiftungen. Nach einem Vereinsfest im Grand Hotel bestimmen, wurde abgelehnt. Der von unserem Redner angeführte wird die Beteiligung an der neuen russischen Anleihe gewissermaßen in Stockholm erkrankten mehrere hundert Personen, von denen Grund, daß es darauf anfomme, alle Veröffentlichungen in möglichst als ein Berrat an der Sache des Liberalismus und der Humanität einige bereits verstorben sind. Nachdem typhoses Fieber festgestellt weite Kreise zu bringen, fand bei dem Redner der Mehrheit war" bezeichnet. Aber das sind Bedenken idealer Art, worden ist, hat man die Ursache in der Verwendung unfiltrierten volles Verständnis, aber", so meinte derselbe, der Stadtverordnete denen das Rapital niemals gehorchen wird, da Flußwassers zum Gemüsespülen gefunden. Die Leitung wurde fe Abraham, man könne ja dann auch den verschiedenen politischen es die selbstsüchtige Tendenz verfolgt, sich eine fort beseitigt. " 1 " Berantiv. Rebatteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW