Nr. 6. Abonnements- Bedingungen: 5 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat Efcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der soziale Krieg im Ruhrrevice. Aus Dortmund meldet uns ein Privattelegramm: Ueberall verschärfen sich die Konflikte, weil die Vertreter der Arbeiter von den Verwaltungen brüst zurückgewiesen werden. So ist die Kommission auf Zeche Herkules" in Essen abgelehnt worden. Die Direktion ließ durch einen Unterbeamten erklären, fie habe nichts zu verhandeln, es bleibe bei ihrer Anordnung über die Maßregelung des Knappschaftsältesten Wagner. п " Sonnabend, den 7. Januar 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Heute, am Tage der zehnjährigen Wiederkehr der Versammlung, habe, ist unzutreffend, da ja noch zirka 2000 Pferde vorhanden hält der Hauptbeteiligte in jenem Drama, Ludwig Schröder, just in waren. Die ausschlaggebende Ursache der Kapitulation könnte demselben Lokale eine Bergarbeiter- Versammlung ab und heute steht also nur darin gefunden werden, daß es den Russen vollbie Bergarbeiterschaft besser und umfassender organisiert auf der ständig an Munition gemangelt hat. Aber selbst in Wacht, denn je. Diesen Wandel der Dinge haben sich die Ver- diesem Falle erschienen die bisherigen ruhmredigen Vernichter" der Arbeiterschaft damals sicher nicht träumen lassen. sicherungen Stössels, daß er bis zum letzten Mann aushalten werde, in einem wesentlich anderen Lichte! H Und heute fällt die so folgenschwere Entscheidung über die Frage, ob das Ruhrrevier der Schauplatz des gewaltigsten wirtschaftlichen Kampfes werden wird. Es tönnte ja möglich sein, die Bewegung zu Auf Beche Westen be" war die Kommission gestern abend au lokalisieren; das ist aber bei der allerorts hochgehenden Erregung ende" sehr zweifelhaft. borstellig, um zu hören, ob nun auf Schichtverlängerung verzichtet Wird der Streit allgemein, dann werden in furzer Zeit über wverde. Auch hier erwiderte die Direktion, fie erkenne die Arbeiter 200 000 Mann in den Ausstand eingetreten sein. Ein sozialer Krieg, deputation nicht als Bertretung an, sie wolle aber doch mitteilen, daß wie ihn Europa noch nicht gesehen hat. alle Wünsche der Arbeiter abgelehnt seien und daß die Schichtberlängerung in einigen Wochen in Kraft treten werde. Seltsame strategische Ansichten gibt Graf Reventlow, der Marinesachverständige des„ Berliner Tageblattes", in diesem Blatte fund. Er erklärt, daß diejenigen Blätter sich irrten, die da behaupteten, daß durch den Fall Port Arthurs die Situation für das baltische Geschwader aussichtsloser geworden wäre als bisher. Es sei nicht richtig, Es gibt wohl in jedem Berufe besondere Gewohnheitsrechte, wenn man Port Arthur für den einzigen möglichen auf die die betreffenden Beteiligten ein sehr großes Gewicht legen. Iottenstübpuntt der baltischen Flotte bezeichnet hätte, Die Belegschaftsversammlung der Beche, Bruchstraße" heute Das ist im Bergbau der Fall hinsichtlich der Lieferung von Deputat- denn der Festung hätte die baltische Flotte sowieso teinen morgen war außerordentlich stark besucht. Es herrschte eine sehr tohlen. Allerdings, die frühere Bedeutung hat diese Einrichtung Entsatz bringen können. Auch sei eine Vereinigung des starke Erregung und Stimmung für sofortige Arbeitseinstellung. Dem nicht mehr, denn früher wurden dem Bergmann die Kohlen für baltischen Geschwaders mit den in Port Arthur eingeschlossenen widersprachen die Führer, welche darauf hinwiesen, es sei notwendig, Hausbrand vollständig kostenfrei geliefert, jezt muß er dafür jedoch Schiffen bedeutungslos gewesen, da die Port Arthur- Flotte die Verhandlung vor dem Oberbergamt abzuwarten. Brusemann den halben Marktpreis zahlen. In der Regel hat jeder Bergmann bereits schon lange nicht mehr aktionsfähig gewesen sei. erklärte, die Bekanntmachung der Verwaltung von Bruchstraße" das Recht, im Monat einen Wagen( zehn Zentner) Stohlen Diese lettere Behauptung wäre erst zu beweisen! Gewiß hatten wolle den Anschein erwecken, als ob es sich tatsächlich nicht um eine zu fordern. die Schiffe der Port Arthur- Flotte, die sich nach der bekannten Schichtverlängerung handele, es sei aber Schichtverlängerung. Das Wahrscheinlich um auf die Leute einen Druck auszuüben, läßt Seeschlacht mit der Flotte Togos nach Port Arthur zurückziehen Vorgehen des Herrn Stinnes sei ein Attentat auf die Achtstunden- man nun in der Lieferung der Deputatkohlen eine auffällige mußten, Beschädigungen erlitten. Aber schon früher hatten schicht. In gleichem Sinne sprach der Vorsitzende Sachse, welcher Stodung eintreten. Jeden Tag erhält nur eine geringe Anzahl ebenfalls die Schiffe in Port Arthur ähnliche Beschädigungen bemerkte, daß nach allem Vorangegangenem taum noch bezweifelt Belegschaftsmitglieder einen Kohlenschein, so daß die Lieferung fich erhalten, ohne dadurch auf die Dauer gefechtsunfähig gemacht werden könne, daß die Verwaltung den Kampf wolle. Erestow, über den ganzen Monat erstrect. Man rechnet wohl darauf, daß zu werden. Es war also gar nicht ausgeschlossen, daß diese der Borsitzende der polnischen Organisation, gab ebenfalls noch die Leute sich nicht eingerichtet haben und daher, wollen sie nicht Schiffe auch jest wieder ausgebessert worden wären. Aktionseine Solidaritätserklärung für seine Landsleute ab und führte aus, auf Stohlen verzichten, weiterarbeiten müssen. Mindestens hofft man unfähig find fie erst gemacht worden, nachdem die Japaner daß nach ihm gewordenen vertrauenswürdigen Mitteilungen in Mill- auf diese Weise einige Arbeitswillige zu Toden. den 203 Meter Hügel erobert und von da aus das heim a. d. Ruhr, dort wo Herr Stinnes wohnt und refidiert, bereits Es scheint System in der Sache zu liegen, denn auch von Feuer schwerer Geschütze auf die Schiffe konzentriert hatten. das Militär bereit stehe, sofort in das Streifgebiet einzumarschieren, anderen Bechen wird über Nichtverabfolgung von Kohlenscheinen Wenn es also der baltischen Flotte möglich gewesen wäre, bewenn es zum Rampf tomme. Weiter ist gemeldet worden, daß geklagt. Aber gerade diese Maßnahme ist geeignet, den Streit so- reits vor sechs Wochen nach Port Arthur durchzubrechen, so bereits Anordnungen getroffen sind, durch welche sämtliche verfügbaren fort allgemein zu machen. Es gilt bei dem alten Bergmann wäre dadurch die Lage Port Arthurs entschieden ge. Polizeimannschaften aus den umliegenden Orten und Städten als ganz selbstverständlich, daß er feine Kohlen schafft, wenn er nach den Streitorten birigiert werden sollen, sobald der Stampt selbst teine bekommt. beginne. bessert worden. Ein Teil der Schiffsmannschaften hötte zur Verteidigung der russischen Festungswerte verwendet Bei der allgemeinen Empörung, die durch die skandalöse Be- werden können, so daß es zweifelhaft gewesen wäre, ob die Ein italienischer Redner in der Versammlung gab eine handlung der Kommission seitens der Verwaltung der Beche Bruch Japaner unter diesen Umständen bereits den 203 Meter- Hügel Solidaritätserklärung für feine Landsleute ab, von denen zirka 200 ftraße" hervorgerufen wurde, war es nicht leicht, den Verhandlungs- genommen haben würden. Wenn also auch die Festung von auf Beche Bruchstraße" arbeiten. Schließlich gelangte folgende weg innezuhalten. Es gelang aber doch und nun tönnen die Arbeiter ihren Belagerern nicht befreit worden wäre, so hätte sie sich Resolution einstimmig zur Annahme: bor die Deffentlichkeit, vor das deutsche, vor das Proletariat der doch wahrscheinlich länger halten können. Es wäre also nicht " Die am 6. Januar vormittags tagende Belegschaft der Welt treten und sagen: Wir haben geduldet und gelitten bis zur möglich gewesen, wie das jetzt geschieht, einen Teil der BeMittagsschicht der Beche„ Bruchstraße" protestiert nochmals nicht Menschenmöglichkeit. Wir haben uns gedemütigt, haben gewartet lagerungstruppen zur Armee Oyamas stoßen zu lassen. Ferner nur gegen das Festhalten der Zechenverwaltung an der veränderten und gebeten, in der Hoffnung auf friedliche Beilegung des Konflikts. wäre die Flotte des Admirals Togo durch einen immerhin Seilfahrt, sondern auch gegen das Verhalten des Bergverwalters Alles war vergebens! Nicht durch unsere, nein durch die starken Gegner auf nicht absehbare Zeit hinaus bedroht geSchnepper, der das Komitee durch Wiederbestellung und Sinziehen Schuld des brutalen, rüdfichtslosen Kapitals ist der Krieg unvermeid- wesen. geradezu verhöhnte. Die Versammlung protestiert auch gegen das lich geworden. Borenthalten der Kohlen den Belegschaftsmitgliedern gegenüber, sie betrachten dies als Provokation. Die Versammlung erwartet von der Verhandlung, die heute im Oberbergamte stattfindet, die Zurücknahme des Anschlages, denn die Belegschaft wird die geplante Seilfahrt nicht anerkennen, mag es biegen oder brechen. Wir wollen den Frieden, aber unter keinen Umständen Schicht verlängerung." Um 4 Uhr begab sich die Kommission in Begleitung des Vorfizenden Sachfe und des zweiten Borsigenden Brusemann zum Oberbergamt nach Dortmund. Die Kommission wurde sehr enttäuscht, denn dort erklärte das Oberbergamt, eine Bermittelung nicht übernehmen zu können; es verweist die ganze Angelegenheit an eine zu bildende Einigungskommission. Die Ginigungskommission soll über die verschiedenen Punkte beraten und Beschluß fassen. B Graf Reventlow meint, die baltische Flotte würde ohnehin Die Folgen des Kampfes hat die Regierung und das Unter- nicht Port Arthur als Stüßpunkt benutzt haben, sondern nehmertum zu tragen. gleich der japanischen Flotte irgend eine Infelgruppe, etwa die So dürfen die Arbeiter sprechen, die es ihrer Menschenwürde, Elliot- Inseln, oder die Miautau Gruppe. Die jetige ihrer wirtschaftlichen Existenz, dem Wohl und Wehe ihrer Angehörigen Lage zeige also, wenn man sie von rein maritimer Seite auffchuldig waren, nachdem alle Versuche, geringes Entgegenkommen au faffe, tein wesentlich anderes Bild. Auch diese finden, fich als vergeblich erwiesen, in hartem, bitterem Kampfe ihre Auffassung ist sehr seltsam. Der Wert Port Arthurs als bedrohten Interessen zu verteidigen. Flottenstützpunkt lag doch gerade darin, daß die russischen Schiffe unter dem Schute derunnahbaren Küstenbatterien vor allen feindlichen Angriffen, namentlich auch denen der Torpedoboote, geschützt waren, während sie außerhalb des Hafens den Angriffen der zahlreichen japanischen Torpedoflottillen in der gefährlichsten Weise ausgesezt waren. Ein solcher Stüßpunft tönnte also nur dann für die baltische Flotte in Frage kommen, wenn es ihr zuvor gelungen wäre, nicht nur die japanischen Schlachtschiffe sondern auch die japanische Torpedoflottille zu ber Die Zahl der gefangen genommenen Russen. Tokio, 5. Januar.( Meldung des Reuterschen Bn Wie die Kommiffion zusammengefegt sein soll, ist bisher noch reans".) In dem kaiserlichen Hauptquartier ist folgender Benicht recht Har geworden. Auf jeden Fall bedeutet diese Er- richt des Generals Nogi eingegangen: Die Uebergabe der in Ledigung" ein Hinschleppen der Angelegenheit, worauf die Berg- Artikel 2 des Kapitulationsabkommens aufgeführten Gegen- nichten, eine Annahme, die außerhalb des Bereiches der Mögarbeiter wohl nicht eingehen werden. Sie werden die Kom stände hat am 4. d. M. stattgefunden, die Uebergabe der Forts lichkeit liegt. Das scheint schließlich auch Graf Reventlow bis mission wohl beauftragen, das Einigungsamt anzuerkennen und in und Batterien ist beendet. Die Gefangenen werden sich am zu einem gewissen Grade einzusehen, spricht er doch zum Vergleichsverhandlungen einzutreten, aber ohne Zweifel wird man 5. an dem hierzu bestimmten Plage versammeln, doch sind die Schlusse seines Artikels davon, daß es für die Russen jekt fich in den zu unternehmenden Attionen nicht dadurch beeinflussen Feststellungen über die Gefangenen so verwickelt, daß ein Er- darauf ankommen müsse, WI adimo stok als FlottensfigTassen. gebnis noch nicht gemeldet werden kann. Nach fummarischen punkt zu erreichen. Wladivostok aber dürfte bereits vereist Das bedeutet nicht mehr oder weniger, als daß morgen früh Angaben find Gefangene: 8 Generale, 4 Admirale, 57 Obersten fein, und die Eissperre dürfte mindestens bis Ende April anhöchst wahrscheinlich der Betrieb auf Zeche Bruchstraße" ruht. und Majore, 100 Schiffskapitäne bezw. Kommandanten, 531 bauern, so daß also für zirka vier Monate jeder Vorstoß der Heute abend findet noch eine Belegschaftsversammlung von Hauptleute und Leutnants des Landheeres, 200 Schiffslent- baltischen Flotte ausgeschlossen wäre. Man sieht also, daß sich " Bruchstraße" statt, in der ebenso wie in den morgen stattfindenden nants und Marinebeamte, 99 Heeresbeamte, 109 Stabsärzte, die Situation, auch von der„ rein maritimen Seite" aus beBersammlungen endgültige Beschlüsse gefaßt werden. Nach der 20 Kapläne, 22 434 Unteroffiziere und Gemeine des Land- trachtet, durch den Fall Port Arthurs für die Russen gan 3 augenblidlichen Stimmung ist aber anzunehmen, daß selbst, wenn heeres, 4500 Marinemannschaften, 3645 Nichtkombattanten außerordentlich verschlechtert hat. Graf Nedie Versammlung beschließt, noch einige Tage die Verhandlungen des Landheeres und 500 folche von der Marine, insgesamt ventlow meint, die Vernichtung der japanischen Seeherrschaft der Kommission abzuwarten, die größere Bahl der Belegschafts- 32 207 Personen. Die Freiwilligen sind der Mehrzahl nach durch die baltische Flotte sei nur dann möglich, wenn diese mitglieder nicht mehr warten, sondern sofort in den Streit eintreten. bei den Nichtkombattanten mit eingeschlossen. Außerdem be- offenfiven Geist in höchster Rüdsichtslosigkeit" entfalte. Ob Der Unwille über das Vorgehen der Verwaltung von„ Bruchstraße" finden sich 15 000 oder 16 000 Kranke und Verwundete in den Sie Russen diesen Geist befizen werden, bleibt abzuwarten. ist ungeheuer groß. Hospitälern. An Pferden sind 100 Sattelpferde und 1870 Aber auch dann, wenn fie alles auf eine Karte fezen, ist es Zugpferde übergeben worden. höchst fraglich, ob ihr Angriff nicht an der Wachsamkeit Des weiteren wird uns geschrieben: Die hier angegebenen Zahlen werden als ungenau beber japanischen Flotte gründlich scheitern wird. Jedenfalls Gerade heute sind zehn Jahre verflossen, seit dem Tage, wo in zeichnet. Wenn sie der Wahrheit aber auch nur an tönnen sich die Japaner für mindestens ein Vierteljahr ausBautau bei Herne jene zu historischer Bedeutung gelangte Ber- nähernd entsprechen sollten, so müßte die russische Be- ruhen und auf den Empfang der baltischen Flotte rüsten. sammlung stattfand, die den Ausgang bildete für den weltbekannt sagung Port Arthurs weitaus stärker gewesen sein, als man bisgewordenen Effener Meineidsprozeß. Das Scharfmacher- her annahm, wären doch nach den Nachrichten Nogis nicht Fortsetzung des Krieges! tum und alle von ihm abhängigen und mit ihm verbundenen Kräfte weniger als 48 000 Russen gefangen genommen worden. Da London, 6. Januar.( Bureau Laffan.) Unter Vorsiz des Zaren glaubten damals wohl, jener Prozeß werde die Bergarbeiter zu 11 000 Russen in den Kämpfen gefallen sind, hat also die Zahl fand gestern nachmittag, wie" Standard" meldet, in Petersburg ein Boden schlagen. Manche der mitwirkenden Akteure ließen sich auch der russischen Verteidiger zirka 50 000 oder nach Abzug der Ministerrat statt, in welchem beschlossen wurde, den Krieg mit erwohl wenn auch unbewußt dieser Wünsche von solchem Willen Nichtkombattanten wenigstens 45 000 Mann betragen. Selbst neuter Energie fortzufegen, Kuropatkin vor Ende Februar 200 000 Leiten. Die Arbeiterschaft der Führer beraubt, das mußte den Bu im Augenblick der Uebergabe der Festung müßten die Russen Mann Verstärkungen zu schicken, die Leistungsfähigkeit der Transsammenbruch bewirken wer wollte daran zweifeln? Und doch dann noch viel stärker gewesen sein, als die Nachrichten Stöffels Sibirischen Bahn durch Einführung einer neuen Wagenart zu er hat man sich geirrt! Man fennt eben das Wesen der Arbeiter behaupteten, der noch von 10 000 Unverwundeten sprach, wäh- höhen und das Geschwader des Admirals Noschbjektwensty zurüd bewegung nicht. Einzelne Personen können die Betwegung start be- rend nach den Nachrichten Nogis die Zahl der Unverwundeten suberufen. Der Zar und seine Berater waren einstimmig der einflussen, aber abhängig ist sie von Führern nicht, sie marschiert mehr als 25 000 betragen hat. Auch die Behauptung, daß es Meinung, daß jede Anregung zum Friedensschluß unvereinbar mit vorwärts trop af er Gewalten. in Port Arthur vollständig an Fleisch gemangelt ber Würde des Landes sei. Der Friedenszar will also weiteres unnützes Blut- vergietze». Daß dieses Blutvergießen unnütz und frevelhaft wäre, äußert sogar ein Teil der russischen Presse! So schreibt die„N o w o st i": »Wir wiederholen es, der tragische Ausgang der Belagerung wurde schon l ä n g st von vielen vorausgesehen, und schon längst warf sich die Frage auf: muß man die weitere Vertilgung des Häufleins von Leute» zulasse», die von der ganzen Welt abgeschnitten und vom Schicksal den Schüssen des Feindes preisgegeben sind, der alle Vorteile der günstigen Post- tionen, der bequemen Zufuhr von Proviant und Verstärkungen usw. genießt? War es endlich notwendig, den Japanern die Möglichkeit zu geben, in ihrer Geschichte die Tatsache der Eroberung der Festung und der von den heldenmütigen Verteidigern ausgehenden llebergabe zu verewigen? Wäre es nicht besser gewesen, von bicr aus den Verteidigern vorzuschreiben, sie sollten die Flotte zuni offenen Kampf gegen den Feind, wenn auch mit dem Risiko vollständig zugrunde zu gehen, aussenden oder sie vollkommen unbrauchbar machen und nach Vernichtung alles Bernichtbaren in der Festung die Ueberreste dem Feinde über- geben?... Jetzt aber wiederholen wir unwillkürlich: Gott, wieviel unnüb vergossenes Blut, wieviel unnübe Opfer!.. Die„N a s ch i D n i" geben in Veranlassung des Er- eignisscs ihrer Fricdkusschnsncht Ausdruck und schließen niit den Worten: „Ruhm und Ehre sei den tapferen Männern von Port Arthur, aber möge es Frieden werden!" Das Flaggschiff Roschdjestwenskys gesunken? Gestern wurde über New Jork und heute über London gemeldet, daß das Flaggschiff Roschdjestwenskys auf einen Felsen aufgelaufen und gesunken sei. Die„Russische Tele- graphen-Agentur" dementiert diese Meldung. Angesichts der Tatsache, daß nach Telegrammen aus M u k d e n die man- dschurischc Hauptarmcc bis heute, den 6. Januar, noch keine Silbe vom Falle Port Arthurs erfahren hat, kann dem russischen Dementi an sich nicht die geringste Bedeutung beigemessen werden! • Peking, 5. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der russische Gesandte hat bei der chinesischen Regierung energischen Protest eingelegt gegen die Teilnahme eines chinesischen Truppenteils in einer Stärke von 300 Mann an dem Gefechte beim Tailinpaß auf feiten der Japaner. sowie gegen die Benutzung der Miaotao-Jnseln durch die Japaner als Flottenbasis. In dem Protest wird ausgeführt, die Japaner hätten die chinesische Bevölkerung genötigt, die Inseln zu verlassen, sede Annäherung an die Inseln verboten und alle sich nähernden Schiffe in den neutralen litoralen Gewässern durchsucht. Die Russen haben sich im Verlaufe des Krieges so viele Völkerrechtsbrüche zuschulden kommen lassen, daß China seinen Protest, der zudem ganz unbegründet zu sein scheint, mit Gleichmut zur Seite legen wird. Französische Urteile über den Fall von Port Arthur. Paris, 4. Januar.(Eig. Ber.) Tie Kapitulation von Port Arthur hat auch in Frankreich niemand überrascht. In den ernsteren politischen Kreisen auch gut bürgerlicher und folglich rnssophiler Gesinnung ist man übrigens schon seit längerer Zeit im Glauben an die Sieghaftigkeit der russischen Waffen überhaupt wankend geworden. Und diese pessimistische Stimmung wurde je weiter desto weniger verhehlt. Ter letzte Schlag für das Prestige des Zarenreiches hat aber mit der Macht einer vollendeten und unwiderruflichen Tatsache auf die Gemüter eingewirkt. Wenn die Pariser Börse auf das im vor- aus diskontierte Ereignis nicht reagiert hat, wenn die russischen Papiere fest blieben dank der wohlweislich eingreifenden Aktion der bestellten Käufer, so hat sich die Börse der öffentlicheil Meinung desto empfindlicher gezeigt. Die„moralischen" Hausse-Manöver nationalistischer Zeitungen, wie das„Echo de Paris", das den Petersburger offiziösen Chauvinisten vielleicht noch über ist, sind da kläglich gescheitert. Wie tief das Prestige der russischen Waffen gesunken ist, sieht man aufs deutlichste am Urteil des diplomatisch reser- vierten„Temps". Dieses maßgebende Organ des Ministeriums des Auswärtigell schließt seine objektiven und sachkundigen Be- trachtungen über den Fall von Port Arthur mit einer„ein- fachen Schlußfolgerung", die dem Zarenreich einfach zuruft: „Laß die Hoffnung für immer!" Die Schlußfolgerung, die, wohlgemerkt, absichtlich aus einem für Rußland denkbar giinstigen Verlauf des Landkrieges gezogen wird, lautet:„Nie- mals werden die Russen Port Arthur zurückerobern, es sei denn, daß sie vorher die Herrschaft auf der See erlangt haben. Nie- mals wird die militärisch eroberte Beute den Japanern durch dieselben militärischeil Mittel wieder genommen werden. Was aber die Möglichkeit betrifft, sie ihnen später d ip l o- m a t i s ch und auf dem Wege des Austausches zu entreißen, so ist das ein anderes Problem, das man stellen kann, das aber nur negativ gelöst werden zu können scheint, da ja es gerade eine Rückgabe dieser Art 1895 war, die die Japaner bewogen hat, die gegenwärtige Revanche vorzubereiten, und da sie heute Krieg führen nur zum Zweck, den Vertrag von Schimonoseki zu zerreißen." Diplomatisch ist das ja wohl ein deutlicher Wink, daß Rußland nicht mehr wie 1895 auf die Liebedienerei Frank- reichs rechnen darf, um Japan um die Früchte seines Sieges zu prellen. Militärisch aber knüpft der„Temps" den russischen Sieg an eine Bedingung, deren Erfüllbarkeit er mit keinem Worte anzudeuten sich getraut. Sein Leitartikel über Port Arthur bildet einen vernichtendeil Kommentar zu den von ihm zwei Spalten weiter veröffentlichten spanisch-stolzen Er- klärungen der russischen Botschaft in Paris. Der innigste Wunsch der französischen Diplomatie wäre ein rascher Friedensschluß, der das weitere Verbluten des russischen Verbündeten einhalten würde. In Zeitungen, die weniger reserviert zu sein brauchen als der„Temps". wird jener Wunsch offen ausgesprochen. In der linksstehenden Presse wird auch die Rückwirkung des Ereignisses auf die russische Freiheitsbewegung besprochen, vorwiegend in hoffnungsvollem Tone. Uebrigens braucht es nicht erst gesagt zu werden, daß dieser Teil der französischen Presse ohne Ausnahme offen und energisch gegeil den Zarismus Front macht, auch dann, wenn hie und da Zweifel an den im- mittelbaren Erfolg des Freiheitskampfes geäußert werden.— poUtifcbe GebttTicbt. Bertin, den 6. Januar. Bekenntnisse Trothas. Die Presse gibt hellte zwei Briefe des südwestafrikanischen Generalissimus, des Generals v. Trotha, bekannt, in denen sich dieser über die Art der Kriegsführung gegen die Eingeborenen äußert. Der erste Brief ist am T. Dezember aus Windhuk geschrieben und an die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" gerichtet. Dieser Brief lalltet: „Von unbekannter Hand wird mir eine Preßstimmc Ihres Blattes übersandt über das Verbot der Berichtcrstnttung über Südwcst-Afrika. Ich darf mir dagegen die Bemerkung erlauben, daß alles, was sich auf dem Kriegsthcater ereignet, sei es eine kriegerische Aktion, eine Verschiebung der Kräfte, Nachrichten über die Eingeborenen, oder der Tod eines jeden Reiters sofort und zwar telegraphii ch b c r i ch t e t w i r d. Ich habe nur den in der preußischen und Wohl auch in den anderen deutschen Armeen für Frieden und Krieg zu Recht bc- stehenden Grundsatz wieder in Erinnerung gebracht, daß kein aktiver Soldat ohne Erlaubnis seiner Vor- gesetzten etwas in die Presse bringen darf. Daran habe ich angeknüpft, daß ich alle meine Untergebenen aus- gefordert habe, sich in ihren Briefen an Angehörige der größten Wahrhaftigkeit zu befleißigen, und nichts zu schreiben, lvorüber sie und ich bei Pcröffent- lichung zu errröten hätte in Auf die Nichtveröffent- lichung von Briefen durch die Angehörigen habe ich weder einen Einfluß ausüben wollen, noch steht dies in meiner Macht. Ich kann unmöglich annehmen, daß dem deutschen Publikum mit einer Wiederholung der für die deutschen Truppen so be- schämenden, fast durchweg aus groben Lügen be- stehenden Hunnen briefe aus China gedient sein könne. Als nur ganz Verschvindend Veröffentlichungen aus der Truppe heraus erfolgten, war ich für meine Person hocherfreut darüber, und hoffte, daß sich die Truppen die Worte unseres nationalsten Dichters, Friedrich Schiller, die ich jeder Kom- pagnie usw. bei Besichtigungen zugerufen, zu eigen gemacht hätten, nämlich die aus Wallcnstcins Lager oder Tod:„Die Tat ist st u ni m." Mit vorzüglichster Hochachtung Euer Hochwohlgeborcn ergebenster (gez.) von Trotha, Generalleutnant." Dieser Brief soll offenbar ein Dementi darstellen. Er hat nur das Unglück, daß er in seinem S ch l u ß das widerlegt, was er in seinem A n f a n g behnuptcte. General v. Trotha be- hauptete zunächst, daß seineil Leuten, den Soldaten, nicht ver- boten worden sei, über die Kriegsvorgänge in Südwestafrika Bericht zu erstatten, alle wissenswerten Nachrichten seieil ja sofort telegraphisch nach Berlin gemeldet worden, a« ch Nach- r i ch te n über die E i il g e b o r e n e n. Wenn dem so ist, dann muß die deutsche Regierung sorgfältig alle Nachrichten über die Behandlung der Eingeborenen unterdrückt haben, denn bisher sind nur sehr wenige Nachrichten darüber amtlich ver- öffeutlicht worden. Was wir über die unbegreifliche und von keinem Standpunkt ans zu billigende Behandlnag der wider- standsuufähigen Eingeborenen ersahren haben, stammte nicht aus amtlichen Quellen, sondern wurde durch Blätter, wie z. B. den„Berliner Lokal-Anzeiger" veröffentlicht; so namentlich die Aufsehen erregenden Mitteilungen, daß die Hereros, die mit den Waffen in der Hand ergriffen wurden, selbst dann erschossen wurden, wenn sie keinen W i d e r st a n d g e l e i st e t hatten. Ferner die Nachricht, daß alle unbewaffneten sich ergebenden Eingeborenen ebenso wie die eingeboreilen Frauen und Kinder rücksichtslos wiederum in die Wüstenei hinansgctricbcn wurden, um dort Hnugers zn sterben. Wir wiederholen also, daß über diese Dinge, die General v. Trotha seiner Versicherung nach unzweifelhaft sofort tele- graphisch gemeldet hat, die amtlichen Organe keinerlei Ver- öffentlichungen gemacht haben. Aus welchem Grunde? Sicherlich deshalb, weil sie glaubten, daß diese Nachrichten die Kritik der Ocffcntlichkcit nicht vertragen könnten. General v. Trotha erklärte dann, daß er seinen Soldaten eingeschärft hatte, daß sie nichts in der Presse veröffentlichen dürften. Diese Verbotseinschärfung war unseres Erachtens ganz überflüssig, da sich kein Soldat hätte die Disziplin- Widrigkeit zuschulden kommen lassen, gegen diese bekannte Vorschrift zu verstoßen. Wenn General v. Trotha sagt, daß er auf die Veröffentlichung von Briefen durch die Auge- hörigen keinen Einfluß habe ausüben wollen, so steht diese Er- kläruug im Widerspruch zu seiner eigenen Be- hauptung, daß er seine Leute aufgefordert habe, nichts zu schreiben, worüber sie„bei der Veröffent- lichung zu erröten hätten!" Was General v. Trotha über die fast durchweg aus groben Lügen bestehenden Hunnenbriefe sagt, ist bekanntlich eine U n- Wahrheit, die mindestens eine f ah r l ä s s i g e Unwahr- heit ist, denn bekanntlich haben ja, um das unzählige Male Ge- sagte nochmals zu betonen, dieGerichteesabgelehnt. in einen Wahrheitsbeweis über die Angabe i: dieser Briefe einzutreten. Am meisten aber schlägt v. Trotha allen seinen vorher- gehenden Versicherungen dadurch ins Gesicht, daß er erklärt, seinen Soldaten, und zwar jeder Kompagnie, zugerufen zu haben: „die Tat ist stumm." Das kann doch nichts anderes bedeuten, als daß General v. Trotha nicht wünschte, daß über die von den Soldaten be- gangenen Taten etwas berichtet wurde. Eine andere Deutung vermögen wir wenigstens auch bei schärfstem Nachdenken nicht herauszutüfteln. Im übrigen lautet das von Wallenstein angezogene Zitat vollinhaltlich folgendermaßen: Das Wort ist frei, die Tat ist stumm, der Gehorsam blind, Dies urkundlich seine Worte sind. Ein Zitat, das bekanntlich aus„Wallensteins Lager" stammt. General v. Trotha hat also den Leuten nur eingeschärft, daß die Tat stumm sein soll, daß darüber nichtgesprochen werden dürfe, während doch das Schiller- Original-Zitat ausdrücklich das Wort für frei erklärt. Nach alledem hätte General v. Trotha besser getan, diese in dem kuriosesten Widerspruch sich bewegenden Briefe überhaupt un- geschrieben zu lassen. Einen weiteren Beweis für die Art der Kriegsführung in Südwestafrika bietet General v. Trothas zweiter Brief. Dieser Brief' wurde an den Windhuker Beirat gerichtet, der um be- stimmte Maßnahmen gebeten hatte, durch die die Sicherheit des Ortes gewährleistet werden sollte, und in dem offenbar auch darum ersucht worden war, die H e r e r o s nicht a l l e z u vernichten, da man deren doch als Arbeiter später bedürfe. Darauf erließ General v. Trotha folgendes Antwortschreiben: „Daß ich das wirtschaftliche Interesse der Kolonie fördern werde, soweit es die Kriegslage irgend erlaubt, ersieht der Beirat aus de» Maßnahmen, die ich zum Schutz der Farmer und ihres Wirtschaftsbetriebes bereits getroffen habe. Vorläufig ist jedoch die Vernichtung aller aufständischen Stämme das Ziel aller militärischen Maßnahme». Hinter diesem Ziele tritt die Rück- ficht auf Förderung des Wohlstandes der An- siedler naturgemäß zurück, soweit sich diese Rücksicht nicht ohne Schädigung wichtiger militärischer Interessen durch- führen läßt." Aus diesem Antwortschreiben geht klar und deutlich mit dürren und gar nicht zu mißdeutenden Worten hervor, daß General Trotha faktisch die Absicht hatke, alle ailfftäudischcn Stämme der Vernichtung preiszugeben, sie vollständig auf- zureibeu, einerlei, ob sie sich ergeben wollten oder nicht! Eine derartige Auffassung ist denn doch selbst dem„Berliner Lokal- Anzeiger" zu toll. Er schreibt darüber: „Mag vielleicht für die wirtschaftliche EntWickelung des Landes das Ausscheiden der Witboi. dieses an sich nicht mehr zahlreichen, zu körperlicher Arbeit ungeeigneten und der n a t ü r- lichen Auflösung entgegengehenden Stammes, nicht von großer Bedeutung sein, so liege hinsichtlich der H e r e r o S das Verhältnis anders. Ihrer bedarf das Land als Arbeiter. Nicht ihre Vernichtung, sondern ihre wirkliche Unter- werfung müsse deshalb das Ziel des gegenwärtigen Krieges sein. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß jetzt im Rücken der Truppen überall im Lande wieder Hererobandcn auftauchen. Sie machen sich durch fortgesetzten Viehdicbstabl bemerklich. Es sind' ausgehungerte und gewiß kriegsmüde Haufen, die, wenn sie Nahrung nicht anders erhalten können, schließlich auf das Stehlen angewiesen sind, die aber, wie sie bei Omaruru deutlich erklärt haben, gern zur Ar- beit kommen möchten. Nur indem man sie annähme und, sie zunächst als Gefangene haltend, beschäftigte, könnte mau wenigstens versuchsweise den Beginn damit machen, in absehbarer Zeit wieder zu einem Zustande im Tamaralande zu gelangen, der ein Arbeiten gestattet.— Neuerdings soll denn auch angeordnet worden sein, daß die ihre Ergebung anbietenden Hereros anzunehmen seien. Daß die Hereros, falls sie überhaupt noch Waffen besitzen, dabei entwaffnet werden, versteht sich von selb st." Man sieht also, daß selbst dem„Lokal-Anzeiger" ein der- artiges Vorgehen gegen wehrlose Eingeborene ganz u n- möglich erscheint. Das Blatt hat zwar nichts dagegen, daß die volkswirtschaftlich nicht mehr für die weißen Kolonial- abenteurer auszupressenden Hottentotten ausgerottet werden, wie man die Hereros auszurotten bemüht war, aber es will wenigstens einen Teil der Hereros zum Zwecke der Arbeitssklaverei erhalten wissen. Die Erklärung des Generals v. Trotha bestätigt also alles, was bisher von uns über die Art der Kriegsführung aus- gesprochen worden ist. Die Trothaschen Briese sprechen so sehr für sich selbst und gegen alles das, was man bisher für ver- einbar hielt mit den Anfsassungen des Christentu m s und der modernen Kultur, daß wir ihnen unsererseits eine weitere Kritik nicht angedeihen zu lassen brauchen!— Der neue Leo-Bettel. Der„Vorwärts" Hot sicki wiederholt mit der Affäre des Berliner Leo- Hospizes beschäftigt, das einst dazu bestimmt war, eine katholische Hochburg inmitten des„Heid- nischcn" und sozialdemokratischen Berlins zn sein. Dieses von dem besonderen Wohlwollen des Papstes und des Fürstbischofs Kopp ge- tragene heilige Unternehmen schwebt seit Jahr und Tag dauernd in der Gefahr, unter den höchst irdischen Hammer zu kommen. Statt holdseliger Englein flattert über der Hochburg in krächzendem Flug unablässig der heidnische Plcitegeier. Ebenso unablässig wie die Finanznot besagter Hochburg ist die Betteltätigkeit des jetzt sür das Unternehmen sorgenden Dr. Stephan. Immer aufs neue sendet der geistliche Herr seine Bettelbriefe ins Land, einen kläglicher als den anderen, und doch ist es ihm bisher nicht gelungen, obwohl ein paar Fraktionsmitglieder des Zentrums allein ohne jeden persönlichen Ver- bist aus ihrer Tasche die verlangte Summe ausbringen könnten, die Gelder herzugeben vermöchten, die notwendig sind, um das Unter- nehmen über Waffer zu halten. Die reiche katholische Kirche, die Majoratsherren und' Industriellen des Zentrums spüren anscheinend nicht die geringste Lust, die Berliner Hochburg zu retten und die katholische Kirche vor dem Skandal zu bewahren, daß an einem ihrer mit der größten Reklame ins Leben gerufenen Unternehmungen kleine Leute ihre Spargroschen verlieren, wie an irgend einer ver« dächttgen Schwindelbank. Dr. Stephan hat sich die diesjährige Weihnachtszeit ausgesucht, um durch Süddeutschland seine Bettelbriefe zu senden. Seinen Auf- ruf an die Katholiken Deutschlands zur Unterstützung des Leo- Hospizes und der Antoniuskapelle begleitet Dr. Stephan mit dem folgenden Anschreiben, das er, um die erhofften Wohltäter nicht ab- zuschrecken, an der Spitze mit dem tröstlichen Bennert versieht,„nur einmal!" Das Anschreibe» lautet: „Berlin, Dezember 1904. Euer Hochwohlgeboreu bitte ich höflichst um Verzeihung, lvemi ich Ihnen mit beiliegende!» Zirkular ans Anlaß des heiligen Weihnachtsfestes mein Leid klage und Ihnen in etwa ein Bild entwerfe von den außerordentlichen Sorgen und Schwierigkeiten, unter denen icki zur Erhaltung des Leo-Hospizes und der Antonius-Kapelle arbeiten muß. Sie können sich gar nicht vorstellen, lvelcher Kummer sich jeden Tag häuft, wenn die Gläubiger drängen, drohen, Zwangsschritte unternehmen, wenn die anderen klagen und jammern, sie könnten ihr Geld ver- licren. Wenn Sie wüßten, was ich schon habe alles durchmachen müssen, uni einen großen Skandal abzuwenden und die Anstalt zu retten, dann würden Sie schon aus Mitleid mit mir etwas tun. O bitte helfen Sie mir und nehmen Sic es nicht übel, wenn ich mich unter die Weihnachtsbettler begebe und Sie unter Hinweis auf das Zirkular nochmals besonders berzlich anflehe, daß Sie sich meiner erbarmen und mir in der jetzigen Weihnachtszeit fiir den Zweck ein Almosen senden, wenn es auch »och so klein ist, damit ich wieder etwas fteier atme» kann. Mit dem herzlichsten Dank im voraus Dr. Stephan." Kein Bettelbrief kann rührender und geduckter sein, als dieses Zirkular des unermüdlichen Weihnachtsbettlers. Es scheint indessen, als ob sich die katholischen Christen Deutschlands bereits an diese Bettelbriefe so gewöhnt haben, daß sie nicht mehr auf sie reagieren. Herr Dr. Stephan wird sich schon in das Schicksal finden müssen, daß die Hochburg des allein seligmachendcn Glaubens in Berlin an den Meistbietenden Heiden versteigert wird, weil die katholische Kirche und katholischen Millionär» durchaus nicht der Meinung find, daß es um Erhaltung dieses Institutes willen für sie lohne, den Motten- fraß ihrer irdischen Schätze irgendwie zu Vennindern.— Hammerstein persona gratisslma. Naive Leute halten den preußischen Polizeiminister für unmöglich. Sehr naive Leute! Im Hofbericht liest inan: Der Kaiser nahm beim Minister des Innern Frhrn. v. H a m m e r st e i m das Abendessen ein. Hierzu waren auch der Reichskanzler Graf v. B ü l o w und der Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben erschienen.— Die preußisch« Oftuiarkenpolitik ivird demnächst vor einem Ber- liner Gericht ausgerollt werden. Den Grund hierzu bietet eine Beleidigungsklage, die der Hauptvorstaud des Ostmarkenvereins, die Herren v. Tiedemann, Justizrat Wagner, und Gesandter z. D. Rasch- bau gegen den verantwortlichen Redakteur des„Dziennik Berlinsli" angestrengt haben. Gelegentlich der zehnjährigen Jubiläumsfeier des vorgenannten Vereins Ivurde u. a. die Gründung eines so» genannten Ostmarken fonds beschlossen und in einem schwülstigen Aufruf zu Beiträgen hierfür anfgesordert. In einer Besprechimg dieses Ausnifs sagte der„Dziennik Berk.", daß einige darin vor- kommende Behauptungen„frech, lügenhaft und pharisäisch" seien. Hierdurch fühlte sich nun der Vorstand des Ostmarkenvereins beleidigt und forderte den Redakteur des„Dzienn. Verl." auf, die beleidigenden Aeußerungcir zurückzunehmen. Letzterer erwiderte, daß er hierzu gern bereit sei, wenn die in dem Aufruf enthaltenen unwahren Behauptungen, durch die daS gesamte polnische Volk schwer beleidigt werde, ebenfalls zurückgezogen würden. Wie daS „Posener Tageblatt" mitteilt, hat jetzt Jnstizrat Wagner namens des Hauptvorstandes des Ostmarkenvcreins dieses „Ansinnen" rundweg abgelehnt, worauf wiederum der beklagt« Redakteur erwiderte, daß er vor Gericht den Beweis erbringen werde, daß der Jubiläumsauftuf des Ostmarkenvereins in seinem Juhakt „lügenhaft und pharisäisch" sei. Der„Dzienn. Berk." gibt zugleich der Hoffnung Raum, daß sich in Berlin noch Richter finden werden, die der polnischen Bevölkerung und der polnischen Presse Unparteilich- kcit entgegenbringen und dieser Presse das Recht zugestehen werden, die Attentate der schlimmsten Feinde des Polentums gebührend zurückzuiveisen.— _ Di- Reaktion im Goethc-Ländchcn. Während man sich in Sachsen- Weimar bisher mit dem Verbot von sozialdemokra- tischen und gewerkschaftlichen Versammlungen bc- gnügte, wird der behördliche Kampf gegen die selbständigen Regungen der Arbeiterschaft nun auch auf das kommunale Gebiet hmübcr- gespielt, indem man die G r ü n d u n g v on B ü r g e r v e ve i u e n zu erschweren oder unmöglich zu machen versucht. Das ergibt sich aus folgender Notiz des„Jenaer Volksblattes": „Bnrgan. Die für den 4. Januar einberufene Bürger- v e r s a m m l n n g wurde vom hiesigen Gemeiudcvorstand ver- boten, da in der vor acht Tagen arrangierten Versammlung auch Nichtbürger anwesend gewesen seien und dasselbe auch heute zu befürchten sei. Im übrigen habe e s auch keinen Zweck, daß für Burgan ein Bürgerverein ge- gründet würde. Gegen das merkwürdige Verbot wird selbstverständlich Beschwerde erhoben." _ Nichts ist bezeichnender für die heutigen Zustände in dem klassischen Ländchen, als daß ein Bürgernleister ein maßgebendes Urteil darüber abgeben zu können glaubt, ob die Gründung eines Bllrgervereins in seiner Gemeinde einen Zweck hat. Er spottet seiner selbst und weiß nicht wie! Gespannt kann man sein, was der Bezirksdirektor auf die gegen das Versammlungsverbot erhobene Beschwerde antworten wird. Bisher haben die Beschwerden keinerlei Erfolg gehabt, wie auch die Regierung mit verschränkten Armen dem Treiben der Bürgermeister zuschaut. Und auf de» Landtag ist infolge seiner reaktionären Zusammensetzung auch kein Verlaß. So lange eben die Arbeiter nicht in größeren Massen Bürgerrechte erwerben, um dadurch einen größeren Einfluß auf die Zusammensetzung der Gemeinde- Vertretungen, der Bezirksausschüsse und des Landtages auszuüben, so lange wird es so bleiben, wie es jetzt ist: der Polizeiknllppel herrscht im Lande. Eine polizeiliche Blamage. München. 5. Januar. sEig. Ber.) Den Teilnehmern der zweiten Schutzmänner- Versammlung, die am 7. Dezember stattfand, ist eröffnet worden, daß sie wegen der Teil- nähme au dieser Zusammenkunft nicht bestraft werden, weil nach der jetzigen Auffassung des Kommandos eine disziplinare Verfehlung damals nicht gegeben gewesen sei. Die Kritik der Presse bat also ihre Wirkung nicht verfehlt. Wenn freilich ein ungebildeter Arbeiter eine falsche Auffassung von gesetzlichen Bestimmungen hat, so wird er schleunigst beim Kragen genommen. Die hohe Obrigkeit dagegen kann sich einen RcchtSbruch auf Grund einer solchen falschen Auffassung schon eher leisten, sie setzt sich ja höchstens der Gefahr einer Blamage aus. Desivegen herrscht im Volte auch eine so unendliche Verehrung für die Polizei.— ES geht auch so. Aus München wird uns berichtet: Während die Reichspoft als Hülssarbeiter für den Weihnachts- und Neujahrs- verkehr noch immer Unteroffiziere und Soldaten bevorzugt, hat man dieses Mal in München ausschließlich Zivilisten dazu ver- wendet. Dieser erste Versuch hat, wie man hört, vollständig be- friedigt. Der Ausschluß des Militärs ist auf das unaufhörliche Drängen unserer Presse und unserer Abgeordneten zurückzuführen. So lange die Verkehrsanstalten dem Grafen Crailsheim unter- standen, wurde immer eingewendet, auf die Hülfe von Soldaten könne man nicht verzichten, weil diese bessere Disziplin hätten. Der neue Verkehrsminister v. Frauen dorfer besitzt aber doch etwas mehr sozialpolitisches Verständnis und verschmäht es. einen alten Schlendrian durch so fadenscheinige Gründe zu rechtfertigen.— Sachscn-Mcinh'.gc». Am Donnerstag trat der Landtag zu einer etwa vier Wochen wahrenden Tagung zusammen.— Dir Landesversammluiig der süddentschcn Volksversammlung fand, wie uns aus Stuttgart vom 6. Januar telegraphiert wird, heute unter den üblichen berüchtigten Zentrumsparaden nachgebildeten Formen statt. In der öffentlichen Paradeschaustellung, zu der die Parteifreunde aus dem ganzen Lande zusaimnengettommelt werden, folgt ohne Diskussion ein Referat dem anderen. Boranf geht eine Konferenz des die Partei beherrschenden Stuttgarter Advokaten- klüngels mit etlichen Vertrauensmännern aus dem Lande. Für die Ohnmacht und Weglosigkeit dieses künstlichen Parteigebildcs ist bezeichnend. daß trotz der Verurteilung, die die schmähliche und volksverräterische Haltung der politischen Führer der Volkspartei in der Frage der Verfassungs- revision in einzelnen volksparteilichen Provinzblättern erfahren hat, auf der Landesversammlung sich keine Stimme gegen den schmäh- lichen Unfall erhoben hat. Natürlich ließen es die Redner an demagogischen Phrasen gegen die Adclskammer nicht fehlen, aber man weiß, was von dieser Komödie zu halten ist. Ehrlicher ge- meint waren die hefttgen Ausfälle gegen die Sozialdemokratie und das feurige Liebeswerben um die Gunst der Nationalliberalen, das sich durch alle Reden zog. Der Haß gegen die Sozialdemokratie riß den Referenten über die Gemeinderesorm, den Abgeordneten Lisching. auch dazu hin, feierliche Anklagen gegen die königlich württembergische Regierung zu erheben, daß mit ihrer Hülfe durch die Proportionalwahl die Parteiherrschaft der Sozialdemokraten auf dem Stuttgarter Rathaus etabliert werden solle. An der Sozialisten- hetze beteiligten sich auch der Referent über die Reichspolitik, Reichs- tags-Abgeordneter Payer. Er gab seiner Freude über die Fort- schritte Ausdruck, die insbesondere in Süddeutschland durch den Zu- fammenschlutz der bürgerlichen Linken, durch die Annäherung zwischen Nationalliberalen und süddeutscher Volkspartei gemacht sind, was berge- hässigen Haltung der Sozialdemokratie zu danken sei. Dieser seien ihre Erfolge zu Kopfe gestiegen und es sei für die nächste Zeit ein Zusammenarbeiten mit ihr unmöglich geworden. Auch die am Sonn- tag stattfindende Landesversaminlung der Nationalliberalen wird voraussichtlich unter dem Zeichen der Flitterwochen des national- liberal-volksparteilichen Bündnisses stehen, dessen Konturen immer klarer und schärfer hervortreten, und bei dem sich die Volkspartei des letzten Ballastes demokratischer Prinzipien entledigt.— Ucver ein schweres Gefecht mit den Hottentotten berichtet General Trotha aus Windhuk unter dem 5. Januar: Oberst Deimling beabsichtigte am 4. Januar Gochas konzentrisch anzugreifen mit Abteilung Meister s4., S., 7. Komp., Batt. Stahl) Auob abwärts, mit Kompagnie Ritter und Halb- battcrie Stuhlmann von Gibeon über Goamus, mit Abteilung Lengerke(8. Komp. 8 Batt.) von Koes über Persip. Major Meister stieß bereits am 1. Januar 6 Uhr abends bei Stamprietfontein auf 500 bis 600 Hottentotten. Diese hielten trotz wiederholter Bajonettangriffe bis 9 Uhr 30 Minuten abends nach Eintritt völliger Dunkelheit stand und zogen sich erst unter dem Schutz der Nacht auf beiden Ufer» des Auob in Richtung auf Gochas zurück. Major Meister folgte am nächsten Morgen. Verluste des FeindeS, welche bedeutend gewesen sein müssen, sind noch nicht festzustellen gewesen. Der Hererokapitän Friedrich von Omburo hat am 4. Januar in Omaruru seine Gewehre abgegeben. Seine Werst Ivill seinem Beispiel folgen. Bis jetzt sind 50 Männer und 150 Frauen in Omaruru zugelaufen. Da das Gefecht eine so lange Dauer hatte und die Hottentotten mehreren Bajonettangriffen standzuhalten vermochten, dürsten die Verluste der deutschen Truppen verhältnismäßig schwere sein. Es wäre deshalb sehr wünschenswert gewesen, daß General Trotha auch über die eigenen Verluste wenigstens einen summarischen Bericht gegeben hätte. General Trotha hält es aber anscheinend immer noch mit der Methode, erst„Siege" zu melden und erst 24 oder 48 Stunden später Angaben über die erlittenen Verluste zu machen. Die letzte Meldung scheint darauf hinzudeuten, daß man jetzt »*dsich den sich ergebenden Hereros Pardon gibt, statt sie entlveder, sofern sie noch Waffen tragen, zu erschießen oder aufzuhängen, oder sie in die Wüsteneien zurückzutreiben und dem Hungertode preis- zugeben! Viel von den Hereros wird freilich nicht mehr übrig geblieben sein. Räch einer Meldung des„Tag" sind die Hereros' teils nach dem O V a in b o- L a n d c geflüchtet— wo also der Tanz später noch einmal losgehen wird— oder auf englisches Gebiet über- getreten.— AnS der Denkschrift über unsere Kolonien. Aus den Mitteilungen über die Denkschrift Jiiber S ü d w e st- a f r i k a haben wir vor einigen Tagen bereits das wichtigste ge- bracht. Heute werden einige Bemerkungen über die Kolonien D c u t s ch- O st a f r i k a und K a m e r u n folgen. Die weiße Bc- völkerung Deutsch-Ostafrikas beläuft sich auf ganze 1437 Per- sonen gegenüber 1275 Personen des Vorjahres. Es ist also ein Zuwachs von 162 Personen zu verzeichnen. Unter den Weißen sind nur 1102 Deutsche. Die übrigen handeltreibenden Nationen find nur sehr schwach vertreten, so z. B. 35 Holländer, 45 Engländer und 54 Franzosen; ein Beweis> daß in wirtschaftlicher Beziehung in Ostaftika wenig zu holen i st. Von der weißen Bevölkerung sind 198 Regicrungsbeamte. 165 Angehörige der Schutztruppe und nicht lv e n i g e r als 275 Geistliche und Missionare! Mehr als die Hälfte der gesamten d e n t s ch e n B e v ö l k e r u n g besteht also aus Soldaten, Regierungsbeamten und Missionaren! An Handwerkern, Arbeitern und Bergleuten wurden 57, an An- siedlern, Pflanzern und Farmern 130 gezählt; Kaufleute, Händler, Gast- wirte, Frachtfahrer waren 134 vorhanden. Schon diese Zahlen beweisen, daß von einer wirtschaftlichen Eutwickelung und Er- s ch l i e ß u n g Ostafrikas gar keine Rede sei» kann, trotz der un- gezählten Millionen, die bereits für Ostafrika ausgegeben worden sind.— Die klimatischen Verhältnisse äußern nach wie vor bedenk- liche Wirkungen auf die weiße Bevölkerung. Es waren 41 Todes- fälle zu verzeichnen, darunter 19 an Malaria und Schwarzwasser- fieber. Die Eingeborenen-Bevölkerung beträgt 6 700 000 Köpfe. Interessant ist die K r i in i n a l st a t i st i k: Von den Weißen wurden 23 Personen verurteilt, darunter 5 wegen Körperverletzung, die vermutlich an Eingeborenen begangen wurde. Drei davon erhielten Gefängnisstrafen unter sechs Monaten, zwei andere kamen sogar mit G e I d st r a f e n davon. Die Zahl der bestraften Eingeborenen ist eine ungeheuer große. In nicht weniger als 9908 Fällen wurde aus Strafe erkannt. In 50 Fällen wurde die Todesstrafe verhängt, in nicht weniger als 2494 Fällen wurde auf Prügelstrafe erkannt! Man sieht also, in welch ungeheuerem Maße auch in Dentsch-Ostafrika geprügelt wird! Wenn sich also, was ja der Gouverneur von Dentsch-Ostafrika bereits ziemlich sicher in Aus- ficht gestellt hat, eine Kolonialkatastrophe von der Art der südwest- afrikanischen wiederholt, so kann das bei dem Umfange des Prügelns kein Wunder nehmen! In Kamerun betrug die Zahl sämtlicher weißen Personen 710, d, h. mir 40 mehr als im Jahre vorher. Unter den 710 Personen waren 557 Deutsche, Von der weißen Bevölkerung waren 93 Be- amte, 85 gehörten der Schutztruppe an, 75 waren Geistliche und Missionare. An Pflanzern und Farmern, Gärtnern wurden nur 79, an Kaufleuten, Händlern und Frachtsahrern usw. nur 177 gezählt. Auch diese Zahlen beweisen den überaus geringen Wirt- schaftlichen Fortschritt. Die Zahl der Todesfälle betrug 31, darunter 9 an Malaria und 16 an Schwarzwasscrfieber. Auch hier ist die K r i m i n a I st a t i st i k interessant: Auf die Weißen entfielen 23 Verurteilungen, d. h. ans je 30 Personen eine. Unter diesen Verurteilungen erfolgten nicht weniger als 14 wegen Körper- Verletzung, was wiederum auf eine rücksichtslose Behandlung der Ein- geborenen schließen läßt! Von diesen 14 kamen 9 mit Geldstrafen davon, ein Beweis, lvie mild man in unseren Kolonien Körperverletzungen zu beurteilen pflegt. Ein- geborene wurden in 1471 Fällen verurteilt. Nicht weniger als 239 uial wurden Prügelstrafen verhängt. Auch hier steht also das Prügelsystem in üppigster Blüte! Die Berichte der Missionare sowohl aus Ostafrika wie aus Kamerun enthalten nur sehr geringfügiges Material zur Beurteilung der Verhältnisse. Sie beschränken sich fast ausschließlich ans stattstische Mitteilungen über die Zahl der errichteten Missions- anstalten. Schulen und dergl. mehr. Ueber das Verhältnis der weißen Bevölkerung zu den Eingeborenen enthalten sie nickt das geringste. Entweder sind die betreffenden Mitteilungen der Missionare von der Regierung unterdrückt worden, wie das ja seinerzeit mit den Eingaben der südweftafrikanischen Missionare geschehen ist, oder aber die Missio- nare besitzen nicht daS geringste Verständnis für ihre Aufgabe. Interessant ist nur eine Stelle aus dem Bericht der Baseler Misston. Darin heißt es: „An dem wichtigsten verkehrsreichsten Orte des Schutzgebietes lvon Kamerun) wohnen die stolzen selbstbewußten, durch den Ein- flnß des viele» Verkehrs vcrdorbciicii und verwöhnten Dnala." Hier erzählt also der MissionSbericht indirekt, daß gerade die Eingeborenen, die mit den weißen„Kulturträgern" in innigste Berührung kommen, am meisten verdorben sind. Es ist nur unklar, ob der Missiousbericht damit Kritik an dem Verhalten der Weißen hat üben wollen, oder ob er alle Schuld auf die Eingeborenen selbst wälzen wollte. Die Bezeichnung„verwöhnt" könnte auf das letztere schließen lassen! Nach den uns zugegangenen Mitteilungen von Kameruner Landeskennern soll jedoch' von einer„Verwöhnung" der Eingeborenen durch die Weißen nicht im geringsten die R e d e s e i n k ö n n e n, im Gegenteil sollen die Eingeborenen auch in Kamerun genau so brutal und mißachtend behandelt werden, wie in Südwestafrika!— Hueland. Frankreich. Ein sozialistischer Staatsanwalt. Paris, 4. Januar.(Eig. Ber.) Dieser Tage ist der Staatsanwalt van Orleans, Paul Le Carpentier, eines frühzeitigen Todes gestorben. Die weite Oeffentlichkeit erfuhr dabei von seiner sozialistischen Gesinnung aus dem warmen Nachruf, den sein Freund Fourniöre in der„Hu- manitö" veröffentlichte. Für diejenigen, die es anging, war Le Carpentiers Gesinnung kein Geheimnis. Seine Beamten- laufbahn wurde dadurch lange Zeit gehemmt, aber— mögen die Preußisch-deutschen Justizminister erschrecken!— doch nicht unterbrochen. Ueber seine Amtserfüllung schreibt Fourniöre: „Der Gerichtsbeamte, der die öffentliche Vergeltung in den Ge- richten zu vertreten hatte, besaß eine tief menschliche Auf- fassung seines furchtbaren Amtes. Im Schuldigen erblickte er einen Unglücklichen, der zu bessern, nicht einen Feind, der zu treffen ist." Le Carpentier hat seine sozialistischen Ueberzeugungen auch durch seine letztwillige Verfügung bekundet. Der hinter- lassenen Witwe hat er nur die Nutznießung seines Vermögens Übermacht. Ueber das Eigentumsrecht hat er wie folgt ver- fügt; 50 000 Frank an Janrds, Briand und Viviani mit dem Auftrag, davon den besten Gebrauch für die sozialistische Sache zu machen; 25 000 Frank an Millerand zu gewerkschaftlichen Zwecken, 5000 Frank an die Pariser Gruppe der französischen Unterrichtsliga, je 200 Frank an die Schnlkaffen der 20 Pariser Bezirke, endlich seine Bibliothek an eine Arbeitsbörse, die von Briand, Viviani und Jaurds zu bestimmen ist.— Italien. Ersatzwahlen in Italien. Rom, den 3. Januar.(Eig. Ber.) In mehreren Wahlkreisen hat der Wahlkampf von neuem begonnen. So findet am 8. Januar Neuwahl in B u d r i o statt, in dessen Wahlkreis Bissolati gewählt worden war, der aber beschlossen hat, das Mandat von Pescarolo an- zunehmen, wo er gleichfalls gewählt wurde. F« Bndrio stellt die Partei den früheren Abgeordneten von San Pier d' Arena, den Lackierer Pietro Chisa auf. Sein Gegner ist ein Klerikaler, R a i in o n d o Ämbrosini. Der Wahlkreis gehört seit mehreren Legislaturperioden der Partei. Ebenfalls am 8. Januar findet die Nentvahl in Bologna II und in R e g g i o E ni i l i a statt. In beiden Kreisen war der sozialistische Kandidat als gewählt proklamiert worden. Die Wahl- Prüfllngs-Komnllssion proklamierte dagegen die Stichwahl. So wird am nächsten Sonntag Pram Polini mit dem Klerikalen Spallan- g a n i um die Vertretung vonj Reggio Einilia kämpfen und Andrea Costa wird dem Pseudoradikalen Marescalchi den zweiten Wahlkreis von Bologna streitig zu machen suchen. Hier bandelt es sich um Kreise, die bereits der Partei gehören; dagegen findet am 8. auch in Calle Val d'Elsa Stichwahl statt, wo der Konservative proklamiert worden war und die Wahlprüfnngs» Kommission die Stichwahl zwischen diesem und dem Genossen Meoni ansagte. Eine Woche später, am 15. Januar, finden weiter 2 Wahlen statt, die die Partei interessieren. In T e r n i ist Neuwahl nötig, da der zweimal gewählte Republikaner P o n t a n o sich sür G�i arte entschieden hat. Parteikandidat ist Ar tu ro Labriola. Schließ- lich findet in L e n d i n a r a Stichwahl statt_ zwischen Genossen B a d a l o n i. der bereits in B a d i a gewählt rst, und dem Ministeriellen V a l I i. In Lendinara war bei der Hauptwahl am 6. No- vember wegen Streitigkeiten über die Zuweisung einiger hundert Stimmen, jede Proklamation unterblieben. Die Wahlprüfungskommission hat ferner die folgenden Wahlen, bei denen ein Sozialist proklamiert wurde, für beanstandet erklärt: M e s s i n a I(N o e>, M a n t u a(D u g o ni), Porto m a g g i o r e (Enrico Ferri). Beanstandet�wurden ferner die Wahlen von Monga und Neapel VIII, bei denen die sozialistischen Kandidaten Neina und Ciccotti um wenige Stimmen nicht proklamiert wurden. Neber die beanstandeten Wahlen entscheidet die Kammer. Im ganzen sind also von den 32 Mandaten, die die Sozialisten bei den allgemeinen Wahlen erobert hatten, zwei Wahlen annulliert und Stichwahl ausgeschrieben und drei sind beanstandet.— Schwede«. Die Reaktion an der Arbeit. Der auch im Interesse der Arbeiter- bewegung bedauerliche Umstand, daß zu Sörvik im Nordland einige Streikbrecher mißhandelt worden sind, wird von der Kapitalistenklasse und der ihr dienstbaren Presse zu maßlosen Hetzereien gegen die organisierte Arbeiterschaft ausgenutzt. Das seit 1899 bestehende. der deutschen„Zuchthausvorlage" ähnliche Ausnahmegesetz genügt den Hetzern nicht mehr, man verlangt nach neuen geictzgeberischen Maßnahmen, um die immer kräftiger emporstrebende Arbeiterbewegung zu knebeln, und das konservative Stockholmer Blatt„Nya Dagligt Allehanda" fordert die Regierung auf, daß sie die Frage der rech t- lichen Stellung der Fachvereine in vollem Umfange unter« sticke, daß die Gewerkschaften juristisch verantwortlich gemacht werden, und daß die Allgemeinheit die An Wendung ihrer K a s s e n in i t t e l überwache. Die Behörden lassen es nicht an Eifer fehlen und suchen überall, wo irgend ein Streik- vergehen vorzuliegen scheint, das sogenannte„Akarpsgescp" mit soiiien Zuchthausstrafen zur Geltung zu bringen. Dazu bietet selbstverständlich die Prügelei in Sörvik einen will- kommenen Anlaß. Nicht genug damit, daß man mit aller nur mög- lichen Strenge gegen die wirklichen oder vermeintlichen Uebeltäter vorgeht und die ungeheuerliche, erlogene Behauptung aufstellt und trotz aller Gegenbeweise auftecht erhält, der Fachverein der Säge» Werksarbeiter habe die Mißhandlung der Streik- brecher offiziell beschlossen, auch der Arbeiterpresse sucht man bei dieser Gelegenheit einen Stoß zu versetzen. Gegen den ver- antwortlichenHerausgeberunseres Bruderorgans in Sundsval, Redakteur H enri es sen, sind zw ei„Pretzfreiheits anklag en"er hoben worden. In der Verhandlung gegen die verhafteten Arbeiter von Sörvik, die am Dienstag begonnen hat, suchte der öffentliche Ankläger bereits Stimmung gegen das der Kapitalistcnklique verhaßte Sozialistenblatt zu machen, indem er als mildernden Umstand anführte,„Nya Sa m hüllet" habe die Arbeiter auf- ?ehetzt, weil es in einem Arttkel vom 13. Dezember geschrieben atte, man müsse„das Kainszeichen den Stirnen der Verräter einbrennen". Daß diese Bemerkung ebenso bildlich aufzufassen war wie die der Bibel von dem Zeichen, daß Kain mit sich herumschleppte. ist selbstverständlich, nur nicht für den schwedischen Staatsanwalt. Dieser, der Kronvogt E. F. E n g e l st e d t, ist bereits seit dem Jahre 1399 als ein entschiedener Feind der Gewerkschaften bekannt. Er wird wohl alles aufbieten, um strenge Strafen zu erzielen. Be- zeichnend fiir die„Sorgfalt", mit der die Anklagen vorbereitet wurden, ist es, daß, wie der eine Verteidiger, Advokat S. Dahl» bück, bemerkte, sechs der verhafteten Arbeiter beim Polizeiverhör durch Drohungen und Mißhandlungen gezwungen wurden, Aussagen über Verbrechen zu machen, die sie gar nicht begangen hatten, also eine Art Jnquifitionssystem, wie es bei Hexenprozessen üblich war.— Amerika. Heuchelei. Im Staate Mississippi sind im letzten Jahre über 300 Menschen ermordet worden. Nach Erhebungen, die der Gouverneur anstellte, sind in der Zeit vom 1. Januar bis 15. Nov. 297 Mordtaten vorgekommen. Mississippi ist ein Südstaat mit starker Ncgcrbevölkerung. Unter den Gemordeten befinden sich 230 Neger und davon wurden 227 von ihren eigenen Rassegenossen umgebracht. Der Gouverneur gebrauchte diese Zusammenstellung in einer Rede, um auf die Verkommenheit der Neger hinzuweisen. Einige Zahlen, die er noch hinzufügte, geben aber dem grausigen Bilde eine ganz andere Beleuchtung. Die ermordeten Neger waren allesamt junge Leute, nämlich unter 25 Jahren, und der größte Teil der Morde passierte beim Glücksspiel, als die Leidenschaften erhitzt waren. Für Unterricht, Bildung und Erziehung der Neger wird nichts getan; die Jugend vsrwildert, verroht, läßt sich schnell von den ungezügelten Leidenschaften hinreißen und die Mord- taten sind an der Tagesordnung. Derselbe Gouverneur, der sich darüber entrüstete, hat den wenigen, mangelhafte» Negerschulen im Staate sogar noch Opposition gemacht. Die Bewegung in Rutzland. Die Widcrstandsaktion in Rnssisch-Polen. Die von den Sozialisten eingeleitete Widerstandsaktion gegen die zweite Mobilisation der Reserven hat weit schärfere Formen an- genommen, als vorausgesehen wurde. Mit dem Augenblick der Bekanntmachung der Mobilisation ist die Bewegung mit einer Anzahl Straßendemonstrationen in den verschiedenen Teilen Russisch-Polens eingeleitet worden. Bei allen diesen Kundgebungen wurde unter Vorantritt einer roten Fahne, welche die Aufschriften gegen die Mobilisatton und das Zarat enthielt, von der Volksmenge stürmisch gegen die zarische Politik manifestiert. In Z a w i e r c i e wurden z. B. aus der mehrtausend- köpfigen Menge einige Personen verhaftet und in den Räumen der Aktienfabrik eingeschlossen. Sofort stürzte sich die Menge auf die Fabrik, erstürmte sich den Eingang und befreite ihre verhafteten Kameraden. In Lodz waren etwa 1500 Demonstranten im ge- schlossenen Zuge unter Absingung der polnischen Arbeiterlieder durch die Stadt gezogen, von einer mehrtauscndköpfigen Menge begleitet. Zwei Polizisten, die sich dem Zuge entgegenstellten, wurden getötet, drei verwundet. Stürmisch und blutig verlief die Demonstration in R a d o m. In Voraussicht des Widerstandes war die Stadt dicht mit Militär besetzt, bewaffnete Patrouillen zogen am 24. Dezember durch alle Straßen. Alle Amtsgebäude tvaren von zahlreichen Militärposten besetzt. Die Reservisten sollten am 24. Dezember, abends 8 Uhr, wegtransportiert werden. Gegen S Uhr abends wurde aber schon die Nachricht verbreitet, dah die beiden Eisenbahn- brücken zwischen R a d o m und der Station I e d l i n in die Lufl gesprengt waren. Die Eisenbahnlinie war teilweise beschädigt. Am Bahnhof waren die Reservisten scharf bewacht. An den Wagen standen Soldaten, am Ausgang zur Straße stand eine Rotte Militär. Nun rannten viele Reservisten unter den Wagen davon. An den Ort der Briickensprengung eilte eine Regierungskommisfion. Nachts um 11 Uhr trat die Volksmenge aus der Kirche. Da hört man plötzlich den Ruf:.Genossen, in die Reihen I" Im Augenblick bildet sich ein Zug, über den Köpfen flattert die rote Fahne. Stürmisch wird gerufen:„Nieder mit dem Zarati"„Nieder mit dem Krieg 1"„Nieder mit der MobilisattonI" „Hoch das freie Polen I" Der Zug schreitet dann zur Stadt. Er ist stark. Die Militärpatrouillen wagen nicht anzugreifen. Dann ertönt der Ruf:„Genossen I auseinandergehen." In demselben Augenblick stürzen einige Abteilungen Militär und Gendarmen dazu. Zwei Karabinersalven ertönen. Die Genossen schießen wieder. Der Oberst Bulatow stürzt dazu, schießt, ruft: „Ach, Ihr Hundeseelen, Ihr schurkischen Polen I" und will einen Genossen ergreifen. Der Genosse streckt den Obersten mit einem Revolverschuß zu Boden. Zu Hülfe rennt ein Offizier, wird aber gleichfalls von unserem Genossen zu Boden gestteckt. Dann fiel auch unser Genosse, von einer Gendarmenkugel getroffen. Bis in die späte Nacht hinein währten die Kämpfe mit dem Militär. Bei Pabjanice, an zweiOrtender Ka lisch- W arschauer Bahn. bei Piotrkow sind weitere Brückensprengungen mit Dynamit vorgekommen. In C z e n st o ch a u wurde das DenkmalAlexandersll. errichtet von den erpreßten Groschen der polnischen Bauern— durch eine Dynamitexplosion schwer beschädigt. In Erwartting der Freiheit. Gestern brachten wir eine Schilderung der Besttalität, die sich die Petersburger Polizei bei der Niederknüttelung friedlicher Demonstrierender geleistet hat. Die letzte Nummer der„Zskra" meldet ähnliche Brutalitäten seitens der Polizeischergen aus Anlaß der Demonstration, die eine Woche später in Moskau statt- gesunden hat. Einige Tausend Personen haben sich am 13. Dezember in der Hauptstraße der alten Zarenstadt, in der Terwskaja um 1 Uhr nach- mittags versammelt und setzten sich von hier aus unter Gesang der Marse, llaise mit einigen roten Fahnen in Bewegung in der Richtung zum Hause des Gouverneurs. Auf einmal machten einige zwanzig Schutzleute, die zuerst der Menge ruhig vorangingen, an einer gewissen Stelle plötzlich Kehrt und stürzten sich mit blankem Säbel in der Hand auf die Demonstranten. Sie wurden im ersten Augenblick zurückgeworfen, aber aus den Höfen der benachbarten Häuser eilten ihnen bald immer mehr Polizisten zur Hülfe und eS begann eine regelrechte Metzelei, die dem von den Baschibozuken einige Tage zuvor in Petersburg ver- anstalteten blutigen Krawall nur wenig nachsteht. Ein Augenzeuge und zugleich Teilnehmer der Demonftratton be- schreibt die empörenden Szenen wie folgt:„Die Polizei hieb ein nach rechts und nach links, ohne auf Alter und Geschlecht zu schauen. Die Menge leistete keinen Widerstand und ergriff die Flucht. Verwundete und unter Hieben mit flacher Klinge auf den Kopf bewußtlos Zusammengebrochene bildeten bald einen Haufen Körper. Personen aus der Menge hoben sie auf und trugen sie in die benachbarten Läden, einige sind jedoch auf dem Pflaster liegen geblieben. Mich umzingelten vier handfeste Polizisten und Huben an, mich mit ihren Säbeln zu bearbeiten. Ich bin unversehrt geblieben nur dank dem Umstände, daß ich eine Pelzmütze aufhatte, die sie zu durchhauen nicht vermochten und einen dicken S— 6 Pfund schweren Knüttel zu meiner Verteidigung schwang. Ich bin nach Hause fast unverletzt zurückgekehrt, nur leide ich an Kopfschmerzen. Die Schutzleute gebürdeten sich bei der„Wiederher- stellung der Ordnung" wie wilde Bestien und hieben mit den Säbeln schonungslos drein. Ich war z. B. Zeuge folgender Szene: ein Revier- Wachtmeister feuerte aus seinem Revolver auS Körpernähe fünfmal auf die Menge, es waren aber wahrscheinlich blinde Schüsse, da ich niemand fallen sah. An einer anderen Stelle hatte sich ein Student an einem Gitter angehackt und fünf Schutzleute schlugen ihn mit ihren Säbeln. Etwas weiter versetzte ein Schutzmann aus voller Kraft einer Studentin einen Säbelhieb, sie stürzte bewußtlos zu Boden. Aehnliche Fälle gab es ohne Zahl. An der Twerskajastraße sind 10 Personen, an der Leontjewskajastraße aber etwa 150 Personen verhaftet worden." Am anderen Tage haben sich wieder um dieselbe Zeit in dieser Gegend große Menschenmassen angesammelt, die eine äußerst auf- geregte Sttmmung zeigten. Trotzdem diesmal weder revolutionäre Lieder ertönten, noch Fahnen zu sehen waren, hat die Polizei aber- mals von der blanken Waffe rücksichtslos Gebrauch gemacht. Es mußten von den Sanitätsftattonen Hülfswagen herbeigeholt werden. Berittene Kosaken sprengten die einzelnen Gruppen auseinander. Am alten historischen Palast der Moskowiter Zaren im Kreml ver- sammelte sich eine Gruppe von 200 Arbeitern, von denen einer vor einem Publikum aus einigen hundert Personen die folgende lakonische Resolutton verlas:„Wir, Arbeiter von 22 Fabriken, proklamieren von der Freitreppe des Kremlschen Palastes den bevorstehenden Untergang der Alleinherrschaft, sowohl wie den Kampf für das Reich der Freiheit und des Sozialismus." Die Demonstranten konnten sich hier ruhig entfernen, da die Polizei- afiaten nicht zur Stelle waren, um die Knute würdig zu vertreten. Es sei noch bemerkt, daß die oben geschilderte Demonstration von dem Moskauer Komitee der„Sozialistisch-revoluttonären Partei" organisiert worden war. » a« Ein Generalstreik in dem Bakuer Industriegebiete. Die Zeitung„Kawkas" vom 31. Dezember bringt die folgende offizielle Darstellung eines auf dem Kaukasus entbrannten Massen- streiks:„Am Montag, den 20. Dezember, um 6 Uhr morgens be- gann im Bakner Industriegebiete ein Arbeiterstreik. Die Arbeiter unterbrachen durch Beschädigung der Tclephonlinien den Fernsprech- Verkehr zwischen Baku und Balachany. Im Kaspisch-Schwarzenmeer- Betriebe wurden die Maschinen beschädigt. In den Bemeben in Bibi-Eibat hat auch ein Streik begonnen. Hier ließen die Arbeiter den Dampf aus den Dampfkesseln und entfernten sich trotz der sofort ergriffenen Maßregeln. An den folgenden Tagen nahm der Streik an Ausdehnung zu. Gegenwärtig hat er sich auf da« ganze Jndusttie- gebiet in Basti ausgebreitet. Die Zeitungen haben auf- gehört zu erscheinen, die meisten Druckereien arbeiten nicht, die Straßen bahn wagenverkehren nicht mehr. Truppenweise waren die Balachanyer Arbeiter in den Bettieben erschienen, verlangten Einstellung der Arbelt und Herauslassung des Dampfes au« den Dampf- kesseln, aber sobald die Polizei erschien, zerstteuten sie sich rasch. Bis jetzt ist es noch nicht zu besondere!, Konflitten zwischen den Stteikenden und der Polizei und dem Mlitär gekommen; nur einem Schutzmann ist durch einen Revolverschuß der Ueberzieher durchschossen worden." Eine spätere Meldung vom 2. Januar besagt, daß der Ausstand sich noch ausbreitet. Die Arbeit fft in den Werkstätten der Orient- gesellschaft und der Kompagnie Nachschöbe sowie in einer Tabak- gesellschaft eingestellt worden. In der Nähe von Bibi-Eibat und Balachany wurden Versammlungen abgehalten; an einer derselben nahmen gegen 3000 Arbeiter teil; als die Polizei erschien, kehrten die Teilnehmer gruppenweise nach Balachany zurück. Eine Anzahl Personen ivurden verhaftet, bis auf 14 aber wieder entlasten. Im Sommer des Jahres 1903 war ein Massenstreik in Baku der AuSgangspuntt der gewaltigen Massenstreiks, die nacheinander eiue Reihe der südrusstschen Städte: TifliS, Odessa, Kiew, verantw. Redatt.iPaulBüttner, Berlin. Inserate verantw.(mit AuSnahi Jekaterinoslaw erfaßte. Sollte auch diesmal die Bewegung ähnlich ansteckend auf andere Industriezentren wirken, so würde sich für unsere russischen Genossen dort ein besonders dankbares Tätigkeits- feld eröffnen— es ist anzunehmen, daß die Bewegung sich bei entsprechender Agitatton aus einer wirtschaftlichen in eine gegen den Absolutismus gerichtete verwandeln ließe. SewerKscKaMicdes. (Siehe auch 1. Beilage.) Die EinigungSverhandlungcn in der Holzindustrie. Die Vertrauensmänner-Versammlung des Holzarbeiter-Verbandes, die gestern abend in Kellers Saal tagte, hatte sich mit dem Vertrags- entwurf zu befassen, welcher den vor dem Einigungsamt schwebenden Verhandlungen zugrunde liegt. Jeder Teilnehmer der Versammlung erhielt zum Zweck eingehender Diskussion ein gedrucktes Exemplar des Entwurfs. Der Entwurf sieht zunächst die Einsetzung einer paritätischen Schlichtungskommission unter unparteiischer Leitung vor, und gibt detaillierte Anweisungen über die Hand- habung der Geschäfte der Kommission. Als Aufgaben der Kommission werden angeführt: Regelung von Differenzen, welche das Lohn- und Arbeitsverhältnis betreffen; Herbeiführung eines Einverständnisses über die Art und Weise der Arbeitsvermittelnng(hierher gehört die Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises zum 1. Juli); Herstellung eines Einvernehmens zwischen den Parteien bei Streitig- ketten von prinzipieller Bedeutung(dahin gehören: Veränderung der Arbeitszeit, Einführung von Tarifverträgen, Regelung der Kostgeld- frage und der Lohnverhältnisse sowie Regelung der allgemeinen Arbeitsbedingungen). Ferner enthält der Entwurf die schon bekannte Bestimmung über die Lohnfestsetzung bei neuen Mustern. Weiter wird bestimmt: Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 52 Stunden; das Kostgeld beträgt bei einem durchschnittlichen wöchentlichen Akkordverdienst von 26 M.— 24 M., bei 31 M.= 27 M., bei 35 M,= 80 M. In den Betrieben der vertragschließenden Arbeit- geber bleiben, unbeschadet der freien Vereinbarung, die Löhne und die Arbeitsbedingungen bestehen, welche am 1. Oktober 1904 maß- gebend waren. Günstigere Bedingungen wie die im Verttage vor- gesehenen bleiben bestehen. Das sind die wesentlichsten Bestimmungen des Vertragsentwurfs.— Die Versammlung begann damit, daß Glocke über die letzten Verhandlungen vor dem EinigungSamt berichtete und die Anwesen- den ersuchte, ihre Ansichten über den Entwurf zu äußern. Er be- merkte unter anderem, daß die Vertreter der Arbeiter bei den Ver- Handlungen natürlich weitergehende Forderungen gestellt haben, wie sie der Entwurf enthält. So hätten sie namentlich gefordert, daß nach erfolgter Einigung die Streikbrecher entlassen werden. Die Meister hätten dazu erklärt, sie würden unter keinen Umständen auf diese Forderung eingehen, sondern den Ver- trag ablehnen, wenn die Arbeiter auf Entlassung der Streikbrecher beständen.— Ferner hätten die Arbeiter gefordert, daß die noch schwebenden Kontraktbruchprozesse zurückgezogen und den Arbeitern, die bereits verurteilt sind, die Strafgelder zurückgezahlt werden. Die Meister hätten zugesagt, daß sie in diesem Sinne auf ihre Kollegen einwirken würden, ohne die betreffende Bestimmung im Vertrage aufzunehmen. Im Laufe der Diskussion tettte S t u s ch e mit, daß die Anzahl der Betriebe, in denen, wie am Schluß der Einigungssitzung bemerkt wurde, unbedeutende Forderungen vorliegen, auf 72 angewachsen sei. Ein erheblicher Teil dieser Betriebe habe die Forderungen bereits ohne Umstände bewilligt, andere dagegen hätten die Kommission zurückgewiesen, weil der Vorstand der Freien Vereinigung an die betreffenden Meister geschrieben habe, sie sollten sich auf keine Ver- Handlungen mit den Gesellen einlassen. Verschiedene Meister hätten allerdings der Kommission erklärt, sie solle wiederkommen, wenn die Einigungsverhandlungen am Dienstag keinen Erfolg haben. Auf Beschluß der Versammlung wurde zunächst ausschließlich darüber diskutiert, ob man an der Forderung: Entlassung der Streik. brechcr, festhalten solle, da ja an dieser Frage das Schicksal des ganzen Vertrages hänge. Es wurde festgestellt, daß es sich im ganzen um 230 bis 240 Streikbrecher in 58 Betrieben handelt. Nach gründlicher Aussprache beauftragte die Versammlung die Ortsverwaltung, die Verhandlungen fortzusetzen und das endgültige Resultat derselben den Vertrauensmännern zur Beschlußfassung vorzulegen. Die IV. Konferenz der Freien Vereinigung der Mosaitsliesen- leger Deutschlands fand unter Anschluß der Freien Vereinigung der Fliesenleger Berlins und Umgegend in den letzten Tagen des ver- gangencn Jahres zu Hannover statt, um hauptsächlich über ein einheitliches Statut zu beraten, durch welches die einzelnen Organi- sationen einen festeren Halt aneinander gewinnen sollen. Vertreten waren: Berlin durch sechs Delegierte, und zwar der alte Verein durch drei inklusive des Vertrauensmannes, die Freie Vereinigung ebenfalls durch drei, Hannover, München, Bochum, Dortmund, Hagen und Elberfeld-Aarmen durch je einen Delegierten. Dresden und Essen waren durch den Vertrauensmann Wegner- Berlin vertreten. Aus dem Bericht der Delegierten war zu entnehmen, daß daS Akkord- und Zwischenmeistersystem bielfach den Hemmschuh der Organisation bildet. In Essen ist die Organisation durch die Agitation des Zentralverbandes der Maurer bis auf fünf Mitglieder zusammengeschrumpft. Aus dem Bericht der Berliner Delegierten ging hervor, daß man sich einmütig der Hoffnung hingebe, durch Ver- schmelzung beider am Orte bestehenden Organisationen dem immer mehr auftauchenden Subunternehmertum entgegen wirken zu können. Die Kassenverhältnisse in Berlin, Dortmund und Hagen seien gute zu nennen. Unter Rechnungslegung und Bericht der Ge- schäftskommisfion beleuchtete Wegner unter anderem in kurzen Zügen den Dortmunder Streik. Im Mai kam von dort die Meldung, daß die Unternehmer verschiedene Punkte in dem ver- einbarten Lohntarif willkürlich um 40—60 Prozent reduziert hätten, infolgedessen die Kollegen aufs Straßenpflaster geworfen wären, weil sie diese Maßnahmen nicht anerkennen wollten. Aus dem fünf- wöchentlichen Kampfe gingen sie als Sieger hervor. Die Gesamt. abrechnung April-Dezember ergab eine Einnahme von 3486,64 M., eine Ausgabe von 2377,44 M. und somit einen Bestand von 609,20 M. Die Mitgliederzahl betrug laut gedruckt vorgelegtem Rechenschafts. bericht 330. Von der Freien Vereinigung der Fliesenleger Berlins und Umgegend konnte noch keine Abrechnung vorgelegt werden, da dieselbe erst nach Schluß des Jahres aufgestellt werden wird. Die Vertreter derselben erklärten, daß sich die Mitgliederzahl auf 130 belaufe und daß der Kassenbestand zirka 2000 M. betrage. Zum Bericht über die Einigungsverhandlungen in Berlin führte Giesche folgendes aus: In Berlin bestehen drei Organisationen: der alte Verein mit zirka 150 Mitgliedern, die Freie Vereinigung mit 130 Mitgliedern und die erst seit kurzem ins Leben gerufene Sektion der Fliesenleger im Zentralverband der Maurer. Seitens der Anhänger des Zentralverbandes versuchte man die anderen beiden Organisationen zum Anschluß an den Zentralverband der Maurer zu gewinnen, wozu auch im April von jener Seite eine öffentliche 3ersammlung anberaumt wurde. DaS Resultat dieser Versammlung war, daß eine Einigungskommiffion gewählt wurde, welche über ge- eignet« Vorschläge, die zu einer einheitlichen Organisation führten, beraten sollte. Zu dieser Einigungskommission hatte jede Richtung je drei Vertreter entsendet, welche in den einzelnen Vereinsversamm- lungen gewählt waren. P u t t l i tz als Obmann nahm die Sache kräftig in die Hand, so daß schon am 12. Mai die erste Sitzung statt. fand._ Die Vertreter der Sektion führten ihre Unterstützungs- ansprüche lebhaft ins Feld, wogegen die Freie Vereinigung einen Vorschlag machte dahingehend, daß alle drei Organisationen sich auf. lösen und die Fliesenleger sich dann eine neue einheitliche Organi- sation auf selbständiger Grundlage gründen sollten. Dieser Vor- schlag fand die größte Zustimmung und wurde daher von feiten der Freien Vereinigung sowohl wie vom alten Verein mtt allem Nach- tt der.ReueWelt'-Beilage):Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. druck vertreten. Um es den Anhängern der Sektton möglich zu machen, sich der neu zu gründenden Organisation anzuschließen, waren die Vertreter der anderen beiden Richtungen gar nicht ab- geneigt, Anschluß an die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands nachzusuchen und den„Grundstein" als obligatorisches Organ anzuerkennen. Zu diesem Zweck hatte Puttlitz eine Sitzung mit der Generalkommission erwirkt, in welcher dann die drei Nich- tungen durch je einen Vertreter vertreten waren. Es kam aber zu keiner Verständigung. Puttlitz(alter Berein) und Kliemann(Freie Vereinigung) bestanden auf der in ihrem Vorschlage betonten Selb- ständigkeit und zum Ueberfluß legte der Vorsitzende des Berliner Zweigvereins der Maurer, Silberschmidt, Prottst ein gegen den etwaigen Anschluß der Fliesenleger an die Generalkommission, da er dieselben als eine Konkurrenzorganisation ansehe. Eine weitere Sitzung beschäftigte sich dann mit dem Scheitern dieses Planes und wurden sich die Vertreter, außer der Sektion, darüber einig, auf Grund des Vorschlages der Freien Vereinigung weiter zu verhandeln. In der Sitzung kam es dann zum vollständigen Zurücktreten der Zentralisten, worauf die anderen beiden Richtungen ohne dieselben weiter verhandelten, was von ihren Auftraggebern gutgeheißen wurde. Das Ergebnis dieser Verhandlungen war dann eine von beiden Seiten ausgearbeitete Vorlage eines Gesanttstatuten-Ent- Wurfs, welcher am 10. Ottober einer öffentlichen Versammlung zur Anerkennung vorgelegt wurde, nachdem die einzelnen Vereinsver- sammlungen genügend Kenntnis davon genommen hatten. Die Ver- sammlung stimmte dcm_ von der Einigungskommission vorgelegten Statuten-Entwurf zu. Sie erkannte zugleich die Notwendigkeit eines festen Zusammenschlusses durch die Zentralisierung der Berufs- organisation an und sprach die Hoffnung aus, daß auf der nächsten Konferenz der Fliesenleger Deutschlands der Statuten-Entwurf die Zustimmung der Delegierttn ebenfalls findet. Die Konferenz nahm nach erfolgtem Bericht folgende von Puttlitz eingebrachte Resolution einstimmig an:„Die anwesenden Delegierten erkennen das Verhalten der Vertreter der Freien Ver- einigung Berlins und der Vertreter unseres Berliner Vereins sowie unserer Zentralisationsleitung bei den Einigungsverhandlungen mit der Sektion des Maurerverbandes und der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands als korrekt und richtig an und drücken hierdurch ihre Zustimmung zu demselben aus." Bei der Begründung und Beratung des vorgelegten Statuts wurde dasselbe unter einigen unwesentlichen Abänderungen gut- geheißen. Nack dem Berliner Borschlage wurde der Name:„Ver- einigung der Fliesenleger Deutschlands" einstimmig angenommen. Als Geschäftsleiter wurde einstimmig H. Puttlitz gewählt. Die anderen Mitglieder der Hauptlettung werden in Berlin gewählt werden. Soziales. Zum Direktor im Kaiserlichen Statistischen Amte(wohl für die neue besondere Abteilung für Arbeiterstatistik) ist Regierungsrat Dr. Zacher ernannt worden. Dr. Zacher, bisher Senatspräsident im ReichöversicheruugSamte, ist mehrfach mit Arbeiten über die Ver« sicherungsgesetzgebuug hervorgetreten. Dir Auswanderung aus Norwegen. Im Jahre 1904 sind 22 241 Norweger aus ihrem Heimatlande ausgewandert; im Jahre 1903 waren es 26 784. Der geringe Rückgang kann kaum als ein Zeichen der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse aufgefaßt werden. Wie die furchtbare Krise, die jetzt noch mit unvenninderter Gewalt auf Norwegen lastet, gewirkt hat, erkennt man daran, daß im Jahre 1897 die Zahl der Auswanderer nur 4669 betrug. 1900 auf 10 931 gestiegen war, 1901 auf 12 745 und 1902 auf 20 343. Die Be- Völkerungszahl Norwegens wurde Ende des Jahres 1903 auf 2 267 000 berechnet; im Verhältnis dazu ist die Zahl der AuS- Wanderer ganz außerordentlich groß. )Zi!S der frauenbev?egung. Eine wackere Geuosfiu, Johanna Höhner, ist am 3. Januar in Frankfurt a. M. nach kurzein Krankenlager im Alter von 60 Jahren an Lungenentzündung gestorben. Die Partei verliert an ihr eine tteue und opferfreudige Genossin. Unermüdlich war sie tättg für Aufklärung unter den Frauen und Arbeiterinnen. Seit Jahren gehörte sie der Organisatton der Nichtgewerblichen an. Sie ivar eine der ersten von den„Alten", die dem Rufe nach einer Neugründung eines Frauenvereins folgten und fehlte nie, wenn es galt, für unsere Sache zu arbeiten. Trotz ihres hohen Alters ließ sie es sich nicht nehmen, ihr Teil Flugblätter und dergleichen zu verbreiten. Möge die Opferfreudigkeit, der Fleiß, die Ausdauer der .Verstorbenen anfeuernd auf die Jüngeren wirken, ihr nachzustteben im Kampf um Freiheit und Recht. So bewahren wir ihr das beste Andenken. Adlcrshof. Der Berein für Frauen und Mädchen hält Montag, den 9. d. MtS., Punkt 8 Uhr, seine regelmäßige Mitglieder« Versammlung im Lokale von Wöllstein ab. Frau Jeetze-Rixdorf spricht über das steine Gehirn der Frau. Eingegangene Vruckfckriften. Wer soll den«anal bezahlen? Von O. C. Wohlleben. Verlag Westdeutscher Schristenverew, Köln. Preis 30 Pf. Zur Bergarbeiter-Bewegung im Ruhrrevier. Dortmuud, 6. Januar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Eine Versammlung der Bergarbeiter beschloß, das Einigung»- amt anzunehmen. Wenn die Steiger morgen früh nicht ver- pflichtet werden, bis Dienstag allen Leuten Kohlen zu liefern, wird Sonnabend nicht angefahren. Sachse und Haus- mann wurden in das Einigungsamt gewählt. Eine von LOW Mann besuchte Versammlung in Neumühl beschloß eine Solidaritätserklärung. Stürmisch wurde der Kampf ge- fordert. Der Christliche Verband erklärte sich mit der Beleg» schaft von ,. Bruchstraße" solidarisch. Es wurden Gegen- fordernngen gestellt. Langendreer, 6. Januar.(W. T. B.) In einer heute abend abgehaltenen Versammlung der Belegschaft der Morgen- schicht der Zeche»Bruchstraße" berichtete die Kommission über die Verhandlungen mit dem Ober-Bergamte. Die Versammlung beschloß nach lebhafter Debatte, dem Rate desOber-Berg- amtes zu folgen und das Berg-Gewerbegericht als Einigung»- amt anzurufen. Als Vertreter der Belegschaft wurden der Reichstags'Abgeordnete Sachse und der Knappschaftsälteste Hausmann gewählt. Nach weiterer sttindenlanger Debatte wurde beschlossen, am Sonnabend früh nicht einzufahren, wenn die Zeche sich weigert. Hausbrandkohlen an die Belegschaft zu verabfolgen._ Letzte Naebnebten und Depefeben. Miuistcrkrise. Kopenhagen, 6. Januar.(W. T. B.) Nachdem der Kriegsmimfler am 24. Dezember v. I. dem Ministerpräfideitten seinen Wunsch mit- geteilt hatte, zurückzutreten, haben heute, wie„RitzauS Bureau" erfährt, mich der Kultusminister, der Landwirt- schastsminister, der Minister des Innern und d«« Justizminister ihr Abschiedsgesuch eingereicht. >». BerlagSanst Paul Singer& Co.. Berlin 3 W. Hierzu» Beilage». Ii. 6. 22. lolra««. 1. MM Partci-J�aAricbten. Der Polizei Eifer im Snarrcvier hat schon seine ersten Nieder- lagen zu verzeichnen. Wegen Verbreitung der Broschüre„Saarabien vor Gericht� hat die Polizei nicht weniger als 37 Parteigenossen an- gezeigt, weil sie durch die Verbreitung eine Polizeivcrordnung über die Sonntagsfeier übertreten haben sollten. Die ersten drei dieser Verbrecher wurden am Mittwoch vor dem Schöffengericht in Sulz- bach prozessiert und mußten leider freigesprochen werden, weil sie nachweisen konnten, daß sie sich nach der Rechtsprechung des Reichs- gerichts keiner Uebertretung der Polizeiverordnung schuldig gen, acht hatten. Die„Elenden' in Magdeburg werden im Stadtverordneten- Kollegium eine Protesterklärung gegen die beabsichtigte Beteiligung der Stadt an dem Kroichrinzengeschenk abgeben; ebenso taten das die Genossen in Kiel. Parteipresse. In die Redaktion der Magdeburgischen„Volks- stimme' ist der Genosse W i t t m a ck aus Hamburg eingetreten, der bisher dem Vorstande des Verbandes der Friseurgehülfen angehörte. Danksagung. Genoffen I Freunde I Ich weiß nicht, womit ich die sympathischen Kundgebungen, die mir bei meiner Entlassung aus dem Gefängnis zu Beuthen O.-S. zu teil wurden, verdient habe. Ich habe nämlich so viel Begrüßungszuschriften aus ganz Deutschland und aus dem Auslande erhalten, daß ich nicht im stände bin, auf jede einzelne zu antworten. Ich sage hiermit allen Genossen und Freunden meinen herzlichsten Dank. Bei dieser Gelegenheit teile ich auch allen Genossen mit. daß ich das Gefängnis gesund ver- lassen habe, so daß ich in der Lage bin, nnch der durch die Straf- hast unterbrochenen Parteiarbeit wieder mit voller Kraft zu widmen. Mit sozialdemokratischem Gruß Franz Morawski, Kattowitz O.-S. Richtigstellung. Zu dem als Nr. 1 bezeichneten Antrage zum preußischen Parteitage sSiehe Schlußbericht in Nr. 2 des„Vorwärts' vom 3. Januar) ersucht uns der Genoste Storck, dessen Name mit unter dem Antrage steht, daß er diesen Antrag nicht mitgestellt, sondern ihn nur als Vertrauensmann gegengezeichnet hat. um die Antragstellerin Löwenherz zu legitimieren. )Ziis Induftm und Handel. Der rheinisch-westfälische Kohlen- und Koksmarkt hat in der zweiten Hälfte des vorigen Monats sich wiederum günstiger gestaltet, namentlich waren die Verladungen an den sieben Arbeitstagen vom 16. bis 23. Dezember recht umfangreiche und betrugen in diesem Zeitraum 143 167 Doppelwagen zu 10 Tonnen oder arbeitstäglich 20444 Doppelwagen, während in der gleichen Zeit des Vorjahres nur 142 227 Doppelwagen, also 20 318 Doppelwagen pro Arbeitstag. gestellt wurde«. Augenblicklich haben die Versend, mgen, wie die „Rhein.-Wests. Ftg.' berichtet, allerdings eine Einbuße erlitten, und es dürste hierin auch nach den gemachten Erfahrungen vor dem S./7. Januar eme Aenderung nicht eintreten. Zu berücksichtigen ist zwar, daß die Sperrung der Kipper in den Rheinhäfen, welche vor einigen Tagen wegen de» kalten Wetters für Waschprodukte an« geordnet ist, noch nicht aufgehoben ist und infolgedessen in diesen Sorten immerhin zu Absatz-Stockungen geführt hat, indessen kann, nachdem wieder Tauwetter eingettelen ist, erwartet werden, daß die Sperre bald aufgehoben wird, und daß die entstandenen Ausfälle durch flottere Verladungen weit gemacht werden. Infolge der in den letzten Tagen des Dezember und anfangs Januar herrschenden Kälte hat sich das Geschäft in Hausbrandkohlen, welches seit einiger Zeit weniger belebt war, gehoben. Eine neue Schwindelaffäre in der Lederindustrie. Der Direktor Jnderfurth von den Jülicher Lederwerken in Jülich ist ins Apsland geflohen. Morgen findet eine Gläubigerversammlung statt. Ueber die Angelegenheit meldet die„Kölnische Volkszeitung': Die Jükicher Volksbank, die jetzt von der Dürener Bank erworben ist, ist als Gründerin mit einem größeren Akttenbetrag an den Jülicher Lederwerken beteiligt und hat von diesen mehrere Hunderttausend Mark zu forden,. Als die Dürener Bank und die Rheinische Diskontogesellfchaft eine Prüfung der Bestände der Lederwerke forderte, floh der Direktor ins Ausland. Lalisyndtkat. Im Kalisyndikat bereiten sich Schwierigkeiten vor, welche sur die EntWickelung des Syndikats von einschneidender Bedeutung werden können. Zwischen den, Syndikat und der Gewerk- schast Hohenfels schweben ernste Meinungsverschiedenheiten, da das Syndikat der Gewerkschaft den Lieferungsvertrag vom 16. Juli be- züglich der vorverkausten Salze gekündigt hat. Die Gewerkschaft Hohenfels steht auf dem Standpunkt, daß ihr Beitritt zu dem neuen Syndikat nur unter der Bedingung erfolgt fei, daß der Lieferungs- vertrag in bezug auf die von Hohenfels vorverkausten Salze die Grundlage für das Verhältnis des Werkes zum Syndikat bildet. Der jetzt entstandene Streit ist insofern von Bedeutung, als Hohen« fels, falls das Syndikat den Lieferungsvertrag vom. 16. Juli nicht anstecht erhält, wie die„Kuxenzeiwng' wissen will, sich als außer- halb des Syndikates stehend bettachtet. Di» Eisendahnstatistik Deutschlands, welche alljährlich im Reichs- Eisenbahnamte ausgearbeitet wird, ist für das Rechnungsjahr 1903 soebm im Verlage der Hofbuchhandlung von Mittler u. Sohn- Berlin erschienen. Damit liegt der 24. Band dieser interessanten Veröffentlichungen vor. Im letzten Jahrzehnt hat der deutsche Eisenbahnverkehr wieder emen erfreulichen Aufschwung genommen. wie aus den nachfolgend von der„Reichs-Hauplstädtische Korrespondenz' mitgeteilten Zahlen erhellt.(Die entsprechenden Zahlen aus den» Jahre 18S3 sind in Klammern beigefügt.) Anfang 1S04 betrug die Länge der deutschen Eisenbahnen— ohne die Kleinbahnen— 63 066 Kilometer(43 556), sie hat danach um nahezu 22 P r o z. zugenommen. Hiervon kamen 40187 Kilometer auf die Staats- Eisenbahnen, die vor zehn Jahren nur eine Gesamtlänge von kaum 40 000 Kilometer austveisen konnten. Die Hauptbahnen hatten insgesamt eine Länge von 32 916 Kilometer, die Nebenbahnen eine solche von 20 140 Kilometer. Auch die Betriebsmittel haben sich in den zehn Jahren ganz bedeutend vennehrt: Die deutschen Eisenbahnen verfügten im vorigen Jahre über 20 845 Lokomottven, 42096 Personenwagen und 427788 Gepäck- und Güterwagen, was einer Zunahme von32 bezw. 42 bezw. 36 Proz. entspricht. Das rollende Material erheischte ein Beschaffungskapital von nicht weniger als 2643 Millionen Mark, von denen allein 1696 Millionen auf die Personen- und Güterwagen entfielen. Dementsprechend ist auch der Personen- verkehr gestiegen, wie sich auS dem Emporschnellen der Ein- nahmen ergibt. Diese bettugen 613 Millionen Mark(384), mithin ein Plus von 59 Proz. Auf die einzelnen Wagenklaffen ver- teilt, stellt sich der Anteil der dritten Klasse auf nahezu 48 Proz., der der vierten Klasse auf 25 Proz., der zweiten auf 21 und der ersten auf nur 4,8 Proz. Die Einwohnerzahl ist in der Berichtsperiode(von 50,7) auf 58.5 Millionen gestiegen und eS kamen daher auf jeden Deutschen jährlich 16 Eisenbahnfahrten(vordem nur 10). welche durchschnittlich über rund 23'/, Kilometer gingen. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr stiegen(von 954) auf 1400 Millionen Mark, was einer Zunahme von über 45 Proz. entspricht. Die gesamten Betriebs- Einnahmen(exfl. Pachtzins ec.) bezifferten sich auf 2158(1*»4) Millionen Mark(mehr: 53 Proz.), die Betriebs- Ausgaben auf 1328(841) Millionen Mark(mehr: 58 Proz.), mithin der Ueber- schuß auf 830 Millionen Mark(mehr: 47 Proz.). Ein- und Ausfuhrhandel Ugandas. Während unsere ostafrikanischc Kolonie wirtschaftlich kaum vorwärts kommt, macht das britische !>« Jotirttlf fiftlinct! Schutzgebiet Uganda bedeutende Fortschritte. Der Außenhandel Ugandas bewertete sich für die Zeit vom 1. April 1903 bis zum 31. März 1904 auf 176 047 Pfund Sterling gegen 94 717 Pfund Sterling im Vorjahre. Die Zunahme bettägt hiernach 81 330 Pfund Sterling oder 86 Prozent. In diesen Zahlen sind die für Rechnung der Regierung ein- und aus- geführten Waren nicht eingerechnet. Die Einfuhr be- trug 123 199 Pfund Sterling gegen 62 538 Pfund Sterling im Vor- jähre, die Ausfuhr 52 848 Psund Sterling gegen 32 179 Pfund Sterling im Vorjahre; hiernach hat sich die Einfuhr nahezu ver- doppelt, während die Aussuhr einen Zuwachs von mehr als 64 Prozent aufweist._ Gewerkfchaftllcbca. Christliche Zitatenkünstler. In einer Textilarbeiter-Versammlung zu Gera kam das Vorstandsmitglied des Deutschen Textilarbeiter-Verbandes, Wilhelm Rössel, auch auf die Feinde der Arbeiterbewegung zu sprechen und führte etwa folgendes aus: „Die Tätigkeit der Gegner ist nicht aus den Augen zu ver- lieren. Gegner hat der deutsche Arbeiter wie keiner auf der Welt. lind sie stecken nicht nur in der Arbeitgeberorganisation, sondern auch in Talar, Kutte und Uniform, nicht zu vergessen die Hirsch- Dunckerschen und christlichen Verbände. Die letzteren tauchen jedesmal als schwarzes Gespen st auf, wenn es sich um Lohnforderungen der Arbeiter dreht. Die Arbeiter sollten dieses Gespenst beim Kragen nehmen und ihm den Hals umdrehen." Diesen Satz griff das Organ des christlichen Verbandes, der„Christliche Textilarbeiter", auf und gab den Vorgang in seiner Nummer 53 wie folgt wieder: „Genossen, dreht den Christlichen den Hals u m! Diese menschenfteundliche Aufforderung richtete dem Sinne nach Genosse Rössel-Berlin, Angestellter des„Deutschen" Textil- arbeiter-Verbandes, in einer Versammlung am 4. Dezember zu Gera an seine Gesinnungs- resp. Verbandsgenossen.' Das ist nur ein Beispiel christlicher Zitterkunst. In fast jeder Aftimmer jedes beliebigen christlichen Blattes wird so Zitaten aus der Arbeiterpresse oder Arbeiterversammlungen wenig christlich das Genick umgedreht l Das Wort:„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten", ist von den Leuten, die unter der Maske des Christentums die Geschäfte der kapitalistischen Gesellschaft besorgen, längst zu den Apokryphen geworfen._ Berlin und(Imgegen d. Ein Rachspiel zum Müllkutscherstreik. Bekanntlich hatte die„Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grund- besitzer' während des jüngsten MüllkutscherftveikS durch Agenten eine Anzahl Arbeitswillige aus der Gegend von Landsberg, ArnSwalde, Neu-Wedel und Driesen für ihren Betrieb anwerben lassen. Ver- sprachen wurde den Leuten damals 4 M. Tagelohn, Beköstigung, auS- schließlich MittagSbrot, und freies Logis. Der Vertrag wurde aber von der Genossenschaft insofern nicht gehalten, als die Arbeitswilligen die versprochene Beköstigung nicht bekamen und ein Nachtlager an- gewiesen erhielten, das alles andere nur nicht anständig war. Nun verlangte die Firma am Morgen nach der Ankunft der Arbeits- willigen, daß diese mit hungrigem Magen auf die Tour fahren sollten; eS wurde ihnen anheimgegeben, unterwegs in den Kneipen zu essen. Da aber die Leute kein Geld hatten, konnten sie auch in den Kneipen nichts kaufen. Sie drangen daher auf Lieferung der versprochenen Beköstigung und als ihnen diese nicht gewährt wurde, schloffen sich 66 Mann von ihnen den Streikenden an, die dann gut- mutig für die Speisung der Hungrigen sorgten. Wegen Nicht. innchaltung des Arbeitsvertrages forderten die Leute alsdann von der Firma die Zahlung von drei Tagen Lohn und Fahrgeld nach der Heimat. Die Firma lehnte diese Forderung jedoch ab und verwies die Leute auf den Klageweg. Da die Arbeiter aber noch am selben Tage wieder nach Hause reisen wollten, waren sie nicht in der Lage, ihre Klage einzeln bei dem Berliner Gewerbcgericht zu vertreten. Sie erteilten daher dem Gewerkschaftsbeamten A. Utheß vom Handels- und Transportarbeiter-Verbande Vollmacht, die Klage an- hängig zu machen und sie in den Verhandlungen zu vertreten. Das Klageobjekt stellt sich, nebenbei bemerkt, für die 66 Arbeiter auf 849,60 Mark. In dem kürzlich abgehaltenen Termin vor der siebenten Spruch. kammer unter dem Vorsitz des Gcwerberichters Dr. G e h r t ereignete sich nun das Sonderbare, daß Utheß vom Gericht als Ver- treter der Kläger abgelehnt wurde. Der schriftliche Beschluß des Gerichts lautet: Der Vertreter der Kläger wird mit Rücksicht darauf, daß er in den letzten Jahren zweimal vor dem Gewerbegericht vertreten hat, und deshalb nach Lage der Sache fein Verhandeln als ge- schäftsmäßig angeschen wird, nicht zugelassen, jj 31 des Ge- Werbegerichts-Gesetzes.(Unterschrift.) Hierzu sei bemerkt, daß Utheß die angezogene zweimalige Ver- tretung vor dem Gcwerbegericht in einem Zeitraum von nicht weniger wie fünf Jahren ausgeübt hat. Wenn das wirklich schon genügt, ihn als einen Mann anzusehen, der Vertretungen ge- schäftSmäßig übernimmt, um wieviel mehr müßte dann die gleiche Tätigkeit des Vertreters einer vielleicht schon Dutzende von Malen verklagten Firma, deren wirklicher Inhaber lediglich aus Bequemlichkeit den Terminen fernbleibt, als eine g e s ch ä f t S» mäßige angesehen werden. Unseres Erachtens steht es dem Gewerbegericht nicht besonders gut an, wenn es sich bei der Zu- lassung von Arbeitervcrtretern zu den Terminen von anderen Grund- sätzen leiten läßt alS das Schiedsgericht für Arbeiter-Versicherung und das Rcichs-Versicherungsamt. Die Klagcsache selbst ist damit natürlich nicht abgetan; die Kläger werden eben einen anderen Vertreter ernennen. Achtung, Hausfrauen! In der morgigen Nummer erscheint ein Nachttag zur Liste der Bäckereien, welche die Forderungen der Arbeiter- schaft bewilligt haben. Verband der Bäcker. veulkcbes Reich. Aus Hannover meldet uns ein P r i v a t t e I e g r a m»,, daß nun auch sämtliche übrigen Arbeiter der Drehbankfabrik von Wohlenberg d,e Arbeit niedergelegt haben. In der Maschinen- fabrik Linden vormals G. Egestorf sind schwere Differenzen aus- gebrochen. Bon Konferenzen der sächsischen Bergarbeiterführer au« Anlaß der Borgänge im Ruhrrevier wissen eine Anzahl Blätter zu inelden. Wie unser Zwickauer Parteiblatt mitteilt, sind diese Mitteilungen unrichtig. DaS Borverfahren gegen den Genossen Hecht in Crimmit- schau wegen angeblichen Meineides ist jetzt geschlossen. WaS in der Affaire weiter geschehen wird, ist noch nicht bekannt. flusland. Die Aussperrung der Tischler in Wien soll sich nach einem Flug- blatt der Unternehmer jetzt auf 4000 Gehülfen erstrecken. In Wirk- lichkeit beträgt die Zahl der Ausgesperrten kaum die Hälfte. Die Arbeiter fähre,, fort, vor de,» Etablissements der Schars- macher Demonstrationen zu veranstalten; besonders richtet sich ihr Zorn gegen die Arrangeure der Aussperrung, die Herren Müller Zonnabend, 7. Jamlar 19l)S. und Ludwig. Es kamen aus diesem Anlaß eine Anzahl Wer- Haftungen vor. Der Streik in der Bell-Telephon-Kompagnie zu Antwerpen ist nun allgemein geworden. Am Mittwoch schlössen sich auch die bis dahin noch tätigen Arbeiter dem Streik an, weil die Firma, obgleich Einigungsverhandlnngen stattfanden, 23 Streikbrecher eingestellt hatte. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß die Firma sich auch nach Deutschland wendet, um Arbeitswillige heranzuziehen, ist eS wünschenswert, wenn überall auf den Streik aufmerksam ge- macht wird._ Der belgische Gewerkschaftskongreß. An den Weihnachtsfeiertagen hielt die„Lyndioals Cornmission", die Zentrale der unabhängigen Gewerkschaften Belgiens, zu Brüssel im Volkshause ihre Jahresversammlung ab. 110 Organisattonen waren dort durch 150 Delegierte vertreten und außerdem waren fünf sozialdemokrattsche Vertreter der Kammer, der Senator Hendricks und der Sekretär des Internationalen sozialistischen Bureaus anwesend. Der Kongreß befaßte sich eingehend mit der Frage, ob es zweck« mäßig sei, einen allgemeinen W i d e r st a n d s f o n d s zur Unterstützung von Lohnkämpfen zu gründen. Ein darauf gerichteter Antrag wurde jedoch abgelehnt. Gutgeheißen wurde dagegen der Gedanke, im Kampfe stehenden Organisationen rentefreie Darlehen zu gewähren, wie das bereits bei dem letzten Streik der Antwerpener Diamantarbeiter geschehen ist. Um die Grundsätze festzustellen, die für derartige Unterstützungen maßgebend sein sollen, werden umfangreiche Untersuchungen angestellt. Ferner wurde aus- ftihrlich über die innere Organisation der Gewerk- s ch a f t e n diskuttert. B a e k, Vertreter der Metallarbeiter, der zu diesen» Punkt referierte, sprach sich entschieden für Einführung von Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit, Krankheit und Invalidität aus und wünschte eine Reorganisation der belgischen Gewerkschaften im Geiste der deutschen Verbände. In der Diskussion wurde allgemein anerkannt, daß derartige Maßregeln wünschenswert seien, doch wurde auch hervorgehoben, daß der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen „eben der sittlichen Hebung der Arbeiter und ihrer Familien die Hauptsache sei. Diesem Gedankeii entsprechende Resolutionen wurden angenommen. Ferner wurden Nesoluttonen angenommen, die es den Arbeiterorganisattonen zur Pflicht machen, für Kenntnis der sozialen Gesetzgebung zu sorgen; außerdem eine Resolutton zugunsten staatlicher Arbeiterversicherung. Ueber das in Gent erprobte System der Arbeitslosen-Unterstützung wurde besonders diskutiert. Hierzu wurden Resolutionen angenommen, in denen unter anderem erklärt wird: „DaS in Gent erprobte System gewährt alle Garantten hin- sichtlich der Wirksamkeit und der Kontrolle des Fonds." „Der Arbeitslose darf nicht durch das Reglement verpflichtet werden, Arbeit für einen Lohn anzunehmen, der geringer ist als das von seiner Gewerkschaft festgesetzte Minimum, und er darf ebensowenig verpflichtet lverden, die Stelle eines Streikenden zu besetzen."» Der Kongreß nahm auch eine Resolution an, in der verlangt wird, daß der Staat für guten Fachunterricht sorgen soll. Zu er- wähnen ist noch, daß der Kongreß das Statut der„Syndicale Com- Mission' revidierte._ Ein Streik der Streikbrecher von Sörvik. Die zahlreichen Ver- Haftungen der Streikenden wegen der bedauerlichen Mißhandlung einiqer Streikbrecher und die Hetzereien der Kapitalistenpresse können selbstverständlich die Sägewerksarbeiter von Sörvik nicht veranlassen, den ihnen durch die Aussperrung aufgezwungenen Ausstand auf- zugeben. Nun haben aber bei der letzten Lohnzahlung auch die ge- treuen Nothelfer der Unternehmer, die Streikbrecher selbst. die Arbeit eingestellt und sie streikten so lange, bis ihnen für die nächste Lohnzahlung eine kleine Lohnerhöhung versprochen wurde. Daß diese unwissenden, besdjeidenen Leute, die sich zu Berräterdiensten gegen ihre Klassengenossen mißbrauchen lassen, m solchem Maße unzufrieden werden, daß sie selbst zur Waffe des Stteiks greifen, beweist, mit welch' elenden Löhnen die Herren des nordländichen Holzreichtums ihre Arbeitssklaven abspeisen. Der Ausstand in Baku dauert fort. In Balachann shat am Donnerstag ein Zusammenstoß zwischen Arbeitern und Kosaken statt- gefunden, wobei sechs Arbeiter und ein Kosak getötet und viele ver- wundet worden sind. Der Stteik begann am 26. Dezember und nahm schnell eine große Ausdehnung an. In den meisten Fabriken wurden die Dampfvontile geöffnet, um die Arbeit zu hindern. Die Tramways und Druckereien stehen still, keine Zettung ist zwischen 26. und 31. Dezember erschienen. Achtung, Vereinet Mitte Januar soll der revidierte Vereins- kalender veröffentlicht werden. Aufnahme finden nur die Vereine, die bis zum 15. d. M. unter Angabe von SitznngStag und Lokal darum nachsuchen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 3. Januar, vorm. 8*1, Uhr, im Bürgcrsaale des Rathauses, Eingang KSnigstr. 15—18: Versammlung. „Freireligiöse Vorlesung."— Um 19'/, Uhr vormittags in der Schul- A u l a, K l. F r a n I s u r t e r st r. k: Vertrag des Herrn Waldeck Manassc: „Hans Sachs und die Resormation". Gäste, Damen und Herren, sehr will- kommen.— Btontag, den S. Jamiar, abends 8'/, Uhr, pünktlich im großen Saale von Balduin Franke, Sebastianltr. LS: Beschließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Statutenänderung, zweite Lesiuig, u. a, m. Weiße Quittung legitimiert. Ehlertsche Kranken-«. Tterbekaffe Nr. 27. Sonntag, 8. Januar. vormittags lO1/» Uhr: Generalversammlung Bei Schwede, Lindenstraße 110._ Der Raubmord in Moabit. In der Nacht: zum Freiwg ist in Moabit ein Raubmord verWt worden. Freitag vormittag wurde die 46 Jahr« alte Hauseigen- tümerin Witw« Auguste Sinnig, geb. Heinrich, in dem in ihrem Hause Wilhelmshavenerstraße 67 befindlichen Zigarrcnladen mtt mehreren tiefen Wunden im Gesicht, in einer großen Blutlache liegend, aufgefunden. Es wird darüber berichtet: Frau Sinnig, die am 4. April 1858 zu Kirchhain geboren wurde und schon länger verwitwet war, erwarb ihr Haus vor sieben Jahren und betrieb ebenso lange ihr Zigarrengeschäst. Sie wohnte für sich allein hinter dem Laden. Ein Bruder von ihr betreibt in ihrem Hause einen Sarghandel. Donnerstag abend um 9 Uhr schloß die Frau wie gewöhnlich ihren Laden und ging dann weg. Weit ist sie wahrscheinlich nicht gegangen, denn sie trug zu dem graukarrierten Kleide, das sie im Laden angehabt hatte, keinen Hut, sondern nur ein schwarzes Kopftuch. Wann sie zurückkehrte, weiß man bis jetzt nicht. Freitag früh wunderten sich ihr Bruder und andere Haus- genossen, daß sie ihren Laden nicht aufmachte. Als man dann öffnete, fand man die Frau in einer großen Blutlache ermordet vor dem Ladentische liegen. Die Revierpolizei, der unverzüglich Anzeige gemacht wurde, benachrichtigte die Kriminalpolizei, deren Chef als- bald mit vielen Beamten und der Kommission für besondere Vor- kommnisse, die in diesem Monat die Kriminalkommissare Schnell- rath und Leonhardt bilden, am Tatort erschien. Bald kamen auch Erster Staatsanwalt Stcinbrccht und Gerichtsarzt Dr. Stürmer. Die Besichtigung der Leiche ergab, daß Frau Sinnig von dem Mörder durch Beilhiebe in den Kopf niedergestreckt und getötet wurde. Das Kopftuch war nach dem Genick zurückgeschoben. Die Hände hatte sie wie zum Schutz emporgestteckt. Die Halbschuhe waren von den Füßen gestreift. Die linke Wange zeigte in der Höhe des Jochbeins eine klaffende Wunde mit glatten, scharfen Rändern. Die Wunde ist 7 Zentimeter lang und geK duech den Knochen. Sie rührt von einem Beil oder Hackbeil her. An btjt Stirn befinden sich zwei ebenfalls scharfrandige Verletzung«,. Nie Das Badenkasse war erbrochen und ihres Inhalts beraubt. in der Nähe des Bahnhofs Börse den Angeklagten, welcher einen| anerkannten und allgemein üblichen Regeln der medizinischen WiffenDie Ermordete lebte in guten und wohlgeordneten Verhältnissen. wertvollen Borhund an einer Leine hinter sich her zog. Dies tam schaft an und meint, jeder Arzt, der bei Diphtheritis nicht HeilEs ist anzunehmen, daß sie ihre Hypothekenverbindlichkeiten schon dem Beamten verdächtig vor, er hielt St. an und fragte ihn nach serum verwende, begehe eine grobe Fahrlässigkeit. bor Weihnachten geregelt und aus den letzten Mieten mehrere Tausend der Herkunft des Hundes. Da sich der Angeklagte in Widersprüche Die Angeklagte beantragt die Verlesung sämtlicher eingeholten Mark zu Hause hatte. Die Ermittelungen ergaben zunächst, daß verwickelte, wurde er sistiert. Die Ermittelungen über die Herkunft medizinischen Gutachten. Das Gericht gab dem Antrage statt. die Schuldienerfrau der dem Hause gegenüberliegenden Schule in des Hundes ergaben, daß er zwei Tage vorher dem Gastwirt Jung Dr. Lahmann- Dresden steht auf dem Standpunkt, daß die der Nacht gegen 1 Uhr in dem Sinnigschen Laden laute Rufe hörte, in Schlachtensee gestohlen worden war. Steuer behauptete vor Handlungen der Angeklagten nicht ursächlich für den Tod zu sein ohne darauf weiter zu achten. Es wurde auch festgestellt, daß in der Gericht, den Hund in der Bülowstraße als„ herrenlos" aufgegriffen brauchen. Serum sei keineswegs das vielgepriesene Alheilmittel. Nacht im Laden Licht brannte, das durch die Fugen des Rollvor- zu haben, während er dem Schußmann gegenüber andere Angaben Der Nibios fehle nur die nötige Schulung und Erfahrung. hanges schimmerte. Wie der Mörder in den Laden gekommen ist, gemacht hatte. Da der Borhund namens" Peter" vor Gericht zu liege aber nicht an der Angeklagten, sondern an der Gesetzsteht noch nicht fest. Der Laden hat an der Straße ein Schau- Refognitionszwecken erforderlich war, so mußte Zeuge" Peter", gebung, die jedem die Erlaubnis gebe, zu praktizieren. Zu befenster und eine Tür. Der Naum ist durch einen Vorhang in zwet allerdings nicht auf der Zeugenbank, sondern unter dieser play- fämpfen sei die Ansicht. daß die Nichtanwendung von Serum bei Teile geteilt. Der hintere Teil, ein Aufenthaltsraum, grenzt an nehmen. Gleichzeitig mußte Zeuge" Peter" auch noch in der Zeugen- schwerer Diphtheritis eine Fahrlässigkeit sei. Die sanfte Halseinen Korridor, dessen Tür zum Treppenaufgang des Hauses führt. liquidation vermerkt werden, da sein„ ständiger Aufenthaltsort" massage war nicht nötig, habe aber auch nicht geschadet, kurz, im Dahinter liegt noch eine Art Berliner Zimmer mit dem Bett und Schlachtensee ist und er bezw. sein Herr somit Eisenbahnfahrgeld Falle Kolb habe die Nibios die allgemein für fachden anderen Möbeln der Ermordeten. Wahrscheinlich hat der zu beanspruchen hatte." Peter" hätte es vielleicht nicht ungern ge- gemäße Heilung der Diphtheritis erforderlichen Mörder die Korridortür mit einem Nachschlüssel geöffnet oder er sehen, wenn ihm auch eine„ Wegzehrung" in Gestalt einer Wurst Handlungen ausgeführt. ist der Ermordeten bei ihrer Rückkehr gefolgt. Die Kriminalpolizei bewilligt worden wäre. Der zweite Sachverständige, Dr. Mar Böhme FriedrichsIn der Sache selbst ließ der Staatshat für zweckdienliche Mitteilungen zu seiner Ermittelung eine anwalt die Anklage wegen Diebstahls fallen, da nicht festgestellt roda, vertritt denselben Standpunkt. Belohnung von 1000 Mark worden sei, daß St. den Hund selbst gestohlen habe. Immerhin habe dieses Vergehens erkannte der Gerichtshof dem Antrage des Staatssich der Angeklagte der Unterschlagung schuldig gemacht. Wegen anwalts gemäß auf zwei Wochen Gefängnis. nach 9 Uhr = Dr. Spohr- Frankfurt a. M. führt aus: Die Verbreitung der Mangelhaftigkeit der Leistungen des Aerztestandes. Mancher Laie Naturheilmethode sei verursacht worden durch die erschreckende ausgesetzt, die ausdrücklich nur für Privatleute bestimmt sind, nicht für die Polizeibeamten. Nachdem die Lage der Leiche und ihre verstehe heute mehr wie ein Arzt.( Bewegung.) Die Anwendung Umgebung durch den Erkennungsdienst der Kriminalpolizei photographisch festgelegt war, öffnete man den Rollvorhang des sehr sauber der Luft- und Sonnenbäder, der Massage, der vegetarischen Diär gehaltenen Ladens, um die Dertlichkeit noch genauer zu besichtigen. Kammer des Landgerichts I in einer auf Diebstahl lautenden An- die Welt der Bewegung von Laien. Nach seinen Erfahrungen reiche Eine dunkle Geschichte beschäftigte gestern die siebente Straf- usw., kurz, die methodische Anwendung dieser Heilmittel verdanke Die Leiche, die auf dem Bauche lag, wurde nun umgedreht und es flage gegen den Tischlermeister May Scholze. Als am zweiten die Behandlung der Nibios für die Mehrzahl der Diphtheritistille famen jetzt noch mehr gräßliche Verlegungen zum Vorschein. Vier Weihnachtsfeiertage des Jahres 1901 der Böttchermeister August vollständig aus. Es wird hierauf das Gutachten des Berliner Hiebe gingen noch quer über das Gesicht, das durch einen in zwei Kröhnert in seine in der Straßburgerstraße 15 belegene Wohnung Universitätsprofessors Geh. Medizinalrat Dr. Schweninger Teile geteilt war. Die Nase und die Kieferknochen sind vollständig zurückkehrte, mußte er entdecken, daß er inzwischen das Opfer eines Gr.- Lichterfelde verlesen. Die Verlesung dauert zirka 2 Stunden. durchgeschlagen. Die rechte Hand zeigt eine Abwehrwunde, durch die Einbruchsdiebstahls geworden war. Einbrecher waren gewaltsam Im Anfang rechtfertigt Schweninger diese ungewöhnliche Länge. der Daumen von der Maus fast abgetrennt ist. Blutsprißer sind in die Wohnung gedrungen und hatten außer anderen Gegenständen Allein der Fall sei typisch und verdiene deshalb ein erhöhtes InterJm im Boden verhältnismäßig wenig zu sehen. Einige befinden sich aus einem Wäschespinde Wertpapiere im Nominalbetrage von 4100 effe. Die beiden Richtungen, die es heute gebe, befehdeten sich aufs an der Wand, vom Gingang rechts gesehen, einer über mannshoch Mark gestohlen. Es befanden sich datunter zwei Aktien der Brauerei heftigste, anstatt sich zu ergänzen. Eigentlich müßte dieser Streit auf einem Birkusplakat, mehrere am Ladentische, vor dem die Er- von Hilfebein in Höhe von je 1000 m. und mehrere Deutsche Hypo- zwischen den beiden Aerztesystemen ein Streit sein der Gelehrten. mordete lag. Wahrscheinlich wurde die Frau am Boden liegend thekenbank- Pfandbriefe. Die ganze Art und Weise des Diebstahls Aber das sei er nicht, vielmehr ein elender Konkurrenzstreit, in dem so fürchterlich zugerichtet. Sie ist wohl von ihrem Wohnraum ließ auf gewerbsmäßige Diebe schließen. Die Ermittelungen der sich zwei feindliche Lager schroff und unversöhnlich gegenüberſtänden, noch einmal nach dem Laden gegangen, hier von dem Mörder, der Polizei hatten, da niemand die Täter gesehen hatte, anfangs feinen die sich gegenseitig zu vernichten trachteten. Er beweist ausführlich sich verborgen gehalten hatte, überrascht und niedergeschlagen worden, Erfolg. Mehrere Monate später, am 31. Mai 1902, wurde der unter Anführung eines ungeheuren fachmedizinischen Materials, daß als sie nach der Tür lief, um zu entfliehen oder um Hülfe zu rufen. Dienstmann Rektor festgenommen, als er an der Kasse der Hilfe- das Kind Kolb nicht an Erstickung, sondern an Herzlähmung, an Wo die Ermordete sich bein- Aktienbrauerei auf Grund zweier Dividendenscheine die Divi- einem Herzschlag gestorben sein muß. Eine Fahrässigkeit in der dende erheben wollte. Der Dienstmann hatte den Auftrag zur Ein- Behandlung kann er der Nibios nicht absprechen, dagegen antwortet aufgehalten hat, ist noch nicht ermittelt. Sie trug, als sie um 9 Uhr lösung der Dividendenscheine von dem ihm wohlbekannten An- er auf die Frage der Schuld an dem Tode des Kindes in bezug auf wegging, nicht ein schwarzes Tuch, wie es erst hieß, sondern einen geklagten erhalten, letterer hatte ihn sogar bis zur Kasse begleitet die Angeklagte mit einem klipp und flaren Nein. Das Kind war schwarzen Samtumhang mit schwarzem Besatz. Es wird vermutet, und erwartete ihn auf der Straße. Reftor redete aber der Polizei frant und wäre nach menschlicher Voraussetzung auch nach einer daß Frau Sinnig sich nach Geschäftsschluß nur nach dem Kleinen vor, daß er von einem ihm unbekannten Manne den Auftrag erhalten Serumeinspritzung dem Tode erlegen. Tiergarten begeben hat, um die frische Luft zu genießen. Nach Auf- habe und behauptete, daß dieser ihn zu einer bestimmten Stunde nahme des Befundes ordnete die Staatsanwaltschaft an, daß die an der Ecke der Kleinen Hamburgerstraße und Elsasserstraße erLeiche alsbald nach dem Schauhause gebracht wurde, wo gestern warten wolle. Er hatte die Polizei aber nur genasführt. Die nachmittag noch die Obduktion stattfinden sollte. Nach der Ueber- Sache blieb nun 2% Jahre auf einem toten Strang. Am 12. Offührung der Leiche wurde mit der Feststellung des Nachlasses be- tober 1904 wurde der Depositentasse B der Kommerz- und Diskontogonnen, um so bald als möglich zu erfahren, was geraubt worden bank von dem Inhaber des Leihhauses„ Norden", Louis Wolff, ein ist. Alle Leute, mit denen die Ermordete verkehrte, wurden, so Deutscher Hypotheken- Pfandbrief von 300 M. zur Einlösung präsen weit sie ermittelt werden konnten, schon gestern vormittag vor- tiert, der als entwendet verzeichnet war und zu den bei Herrn genommen, ebenso die Leute aus dem Hause. Von diesen bekundeten Kröhnert gestohlenen Papieren gehörte. Der Pfandleiher hatte einige, daß Donnerstag abend um 11 Uhr entgegen der Gepflogen- dieses Wertpapier von dem Schankwirt Peter Sparvath in Versaz geheit die Haustür aufgestanden habe. In der Nacht zwischen 12 und nommen, dieser wieder hatte das Papier von Scholte bekommen. 1 Uhr will man auf der Straße aud; Schritte gehört haben, als Er hatte diefem 70 M. geliehen und dafür das Wertpapier erhalter, wenn irgendwo Einbrecher an der Arbeit gewesen wären. Irgend um sich Geld darauf zu machen, doch hatte ihm der Angeklagte streng einen bestimmten Anhalt zur Ermittelung des Täters hat die zur Pflicht gemacht, das Wertpapier nicht zu verkaufen. Die Kriminalpolizei noch nicht gewonnen. In Moabit herrscht wegen Kriminalpolizei holte sich nun den Angeklagten und dieser bedes Verbrechens große Aufregung. Ungeheure Menschenmengen sammeln sich immer wieder vor dem Hause der Ermordeten; ein großes Polizeiaufgebot hält sie in Schranken. Die Ermordete war in ihrem Viertel sehr bekannt und gilt als energische Frau. Nachdem auch eine Gerichtskommission den Tatort besichtigt hatte, wurde die Leiche gestern nachmittag um 3 Uhr nach dem Schauhause gebracht. Ihre gerichtsärztliche Deffnung, die unverzüg: lich vorgenommen werden sollte, wurde des schlechten Lichtes auf heute, Sonnabend, vormittag 10 Uhr verschoben. Aus dem Wohnraum fehlten ein goldenes Armband, das in einem Etui lag, und ein halbes Dußend silberne Eßlöffel, die Frau Sinnig vor Jahren einmal an Stelle von Zinsen in Zahlung genommen hatte. Zu dem Armband und den filbernen Löffeln, die in der Wohnung nicht mehr zu finden sind, kommen nach den weiteren Nachforschungen noch eine goldene Uhr und eine Granatbrosche. Die ihr ist eine einfache, sehr glatte, altmodische Remontoiruhr mit einem Blatt, fleinem Springdeckel. Dazu gehört eine nicht allzu lange vergoldete grobgliedrige Kette mit Befestigungsring und Fransen- Quaste, wie sie früher von Damen gern getragen wurde. Das goldene Armband ist dünn und lag stets in einem Etui. Die Granatbrosche, die Frau Sinnig öfter trug, hat die Form eines Sternes. Was die Gepflogenheit der Ermordeten Die Verhandlung ant Mittwoch begann mit der Verlesung des Gutachtens des Obermedizinalkollegiums in Königsberg i. Pr., das sich gegen die Ausführungen Schweningers wendet. Die rein fachwissenschaftlichen Ausführungen des Kollegiums gipfeln in folgenden Thesen: die Obduzenten der Leiche der Elisabeth Kolb haben mit vollem Recht auf Erstickungstod geschlossen. Die Angeklagte Nibios hat schwere ärztliche Fehler begangen. Daß sie überhaupt an die Behandlung der Diphtheritis heranging, laffe auf ihre sittliche Minderwertigkeit schließen, strafbar habe sie sich nicht gemacht. Im übrigen schließt sich das Obermedizinalkollegium in allen Einzelheiten dem Kreisärztlichen Gutachten an. Trotz der vielen Fehler kann das Obermedizinalfollegium aber nicht mit Bestimmt= heit feststellen, daß infolge dieser Fehler der Tod eingetreten ist. ( Bewegung.) Der Tod kann auch bei völlig korrekter Behandlung eintreten. Das Obergutachten der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen in Berlin ist ebenfalls der Ansicht, daß die Kinder Kolb und Lippke an Erstickung durch Diphtheritis gestorben sind. Die Angeklagte habe ein grobes, fahrlässiges Verfahren beobachtet. Die Krantenuntersuchung war mangelhaft. Merkwürdig sei, daß die Angeklagte die Regeln der Naturheilmethode nicht eingehalten habe, denn bei Böhm, die Quelle, auf die sich Fräulein Nibios ja stüße, findet sich unter„ Diphtheritis" fein Wort über Massage. Sie hat sich also selbst vom Standpunkt der Naturheilmethode aus der Fahrlässigkeit schuldig gemacht. Ein grobes Verfehlen der Angeklagten ist, daß sie die Ausführung ihrer Anordnungen nicht gewissenhaft kontrolliert hat. Das berühre deshalb eigenartig, weil sonst die Vertreter der Naturheilmethode in dieser Beziehung sehr gewissenhaft sind, ja meist die Durchführung ihrer Manipulationen selbst vornehmen. Freilich, ob durch die Verfehlungen der Nibios der Tod der beiden Kinder herbeigeführt ist, lasse sich nicht beweisen. Eriefkaften der Redaktion. hauptete, daß er diesen Hypotheken- Pfandbrief und eine Stadtobligation von seinem verstorbenen Schwiegervater, dem Arbeiter Adolf Mertin, der angeblich eine Erbschaft von seiner Tante gemacht erhalten habe. Er bestritt, irgendwelche Kenntnis von einem unredlichen Erwerb der Papiere gehabt zu haben. Als man ihn wegen der Hilfebein- Attien befragte, leugnete er anfangs auch jedwede Kenntnis. Nach seiner Vernehmung ging er aber zu dem Standort des Dienstmannes Rektor mit heran, und erzählte ihm, daß er vernommen worden sei und gab ihm eine Mart zum Biertrinken. Nun bekam der Dienstmann Gewissensbisse, ging zur Polizei und gab dort an, daß damals der ihm wohlbekannte Scholte sein Auftrag geber gewesen sei. Erst als dem Angeklagten diese Aussage des Dienstmannes vorgelesen worden war, gab er die Richtigkeit dieser Bekundung zu. Er behauptete, daß er damals im Auftrage seines verstorbenen Schwiegervaters die Hilfebein- Aktien habe einlösen sollen. Sein Schwiegervater habe ihm geraten, die Einlösung durch einen Dritten besorgen zu lassen. Jm gestrigen Termin wies der Der Staatsanwalt beantragte am Schlusse seines Angeklagte den Gedanken, mit dem Diebstahl in irgend einer Ver- Plaidoyers gegen die Angeklagte Nibios sechs Monate Gebindung zu stehen, mit Entrüstung zurück und betonte, daß es leicht fängnis. nachweisbar sei, daß sein Schwiegervater etwa 60 000 M. Vermögen besessen und schon lange nicht mehr gearbeitet haben. Auf Grund der Beweisaufnahme erklärte Staatsanwalt Bahr, daß er den Nachweis einer Mittäterschaft des Angeklagten bei dem m. 5. 78. 1. bis 3. Benuken Sie für Ihre Zwede nachstehende AnDiebstahl nicht führen könne. Dagegen zeige das ganze Ver- gaben: Wilhelmstr. 117. Unentgeltliche Impfungen Sonntags 12-1. betrifft, so ist festgestellt, daß sie, wenn sie abends nach Geschäfts- halten des Angeklagten, daß dieser den unredlichen Erwerb der Papiere, Allerseelen. Nur der Vergessene ist tot. Platz an der Sonne. Der schluß noch einmal wegging, den Rollvorhang der Tür nicht herunter- von denen beide Arten aus dem Diebstahl bei Kröhnert herrührten, Bachtvertrag" zwischen dem Reich und China über Kiautschou wurde am 5. Januar 1895 abgeschlossen. Unwissender. Deutsche Bank, Mauerließ, sondern die Tür einfach hinter sich abschloß, um bei der Rück- zweifellos wohl gekannt habe. Der Staatsanwalt beantragte, ihn straße. Beelių. Ein solcher Körper geht wegen seiner spezifischen kehr durch sie in den Laden wieder einzutreten. Am Donnerstag wegen ehlerei zu sechs Monaten Gefängnis, unter Schwere unter allen Umständen bis auf den Grund nieder. Berlin 55. abend machte fte es wahrscheinlich wieder ebenso. Es ist ermittelt, Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft, zu verurteilen." 1. bis 7. Wenden Sie fich an den Seminardirektor oder den Leiter der Grete P. Das dürften daß sie nach der Richtung der Bugenhagenstraße zu wegging. Sie Rechtsanwalt Dr. Werthauer bedauerte, daß die Polizei in ihren Bräparande; beide Große Friedrichstr. 235. muß aber nach kurzer Zeit wieder zurückgekehrt sein. Zwischen Ermittelungen in Sachen des Diebstahls bei der Person des Sie am besten in einer beliebigen Reparatur- Werkstatt für Fahrräder erfahren 9 und 10 Uhr bereits oing sie an zwei Frauen, die vor dem Angeklagten einfach Halt gemacht und nicht weitere Recherchen können.- Wismar- Rigdorf. Spezifisch Mecklenburgisches!- Schreiben Sie Hause Nr. 66 standen, vo. iber und bot ihnen einen guten Abend. über die Persönlichkeit des Schwiegervaters doch an die Redaktion der Medlenb. Bolts- 3tg.", Rostoc, Doberanerstr. 6. dessen VerLuftige Acht. Wir können leider nicht aushelfen. A. B. 100. Die Pförtnerfrau bekundet, daß sie abends beim Auslöschen des Gas- mögensverhältnisse, feinen Verkehr usw. angestellt habe. 1. Aus allen Parteien. 2. Die Anzahl in der Kommission richtet sich nach an dem Diebstahl in feiner B. D. lichtes in der Wohnung der Frau Sinnig Geräusch gehört habe, Zweifellos sei der Angeklagte der Stärke der Fraktion. 3. Vorsitzender der Abg. Stockmann. ihr Nachbar, Buchbindermeister Bruchmüller, daß furz vor 10 Uhr Weise beteiligt, er sei aber auch der Hehlerei nicht überführt. 1. Der eigentliche Burenkrieg nahm seinen Anfang mit der Ueberschreitung der Hollvorhang bereits heruntergelassen gewesen sei. Hiernach wäre Es sei gar nicht ausgeschlossen, daß der Diebstahl selbst noch der Grenze von Natal am 11. Oftober 1899. Nach heldischer Gegenwehr Frau Sinnig um diese Zeit schon wieder zu Hause gewesen. Daß sie einmal aufgeklärt und festgestellt wird, wie die Papiere in den Besitz wurden die Buren am 31. Mai 1902 zu dem unglücklichen Frieden von Blombe. Wenden Sie sich an Herrn Körsten, dann nochmals ausgegangen fein sollte, widerspräche ihrer Ge- des Schwiegervaters gekommen sind. Dem Angeklagten sei die Prätoria gezwungen. wohnheit. Kenntnis von einem unehrlichen Erwerbe der Papiere nicht nach-. d. R., Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Näheres hierseits nicht betannt. 1333. Nein. Paris. Blanqui starb am 1. Januar 1881; Der gewiesen, und er müsse deshalb freigesprochen werden. er war sozialer Revolutionär. 8642. Ja. Thielcke. Wir bitten Gerichtshof kam zu der Ueberzeugung, daß sich der Angeklagte der Sie, die geschilderten Mißstände zunächst in Ihrer Gewerkschaft zur Sprache ehlerei schuldig gemacht habe. Sein ganzes Verhalten lasse zu bringen. feinen Zweifel darüber, daß er gewußt habe, daß die Wertpapiere durch eine strafbare Handlung erlangt worden waren. Das Urteil lautete auf fechs Monate Gefängnis ohne Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Angeklagte erklärte, daß er unschuldig verurteilt sei und sich aufhängen würde. Wie ein weiterer Bericht mitteilt, hat sich das große Hackbeil der Ermordeten, das vermißt wurde, gefunden. Es war mit allerhand Gerümpel zusammengepackt und start verrostet. Der Mörder hat es also zur Ausführung der Tat nicht verwendet und muß demnach sein Mordwerkzeug mitgebracht haben. Die Nachforschungen nach den Geschäfts- und sonstigen Berbindungen der Ermordeten dauerten gestern abend unter der Leitung der Kriminalkommissare Schnellrath und Leonhardt fort. Frau Sinnig hat sehr viel Heiratsanträge Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9%, Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. bis 30. September bezw. 1. Oktober bis 31. März erhoben. geld. Eine Klage wäre aussichtslos. 1000. Durchaus mit cut cr Paul 25. Die Hundesteuer ist in Berlin für jeden Hund zu entrichten, welcher im Gemeindebezirk von Berlin gehalten wird und cin Alter von drei Monaten erreicht hat. Wer einen Hund anschafft oder in den Besitz eines solchen gelangt, muß diesen binnen acht Tagen zur Versteuerrng an Zwei fahrlässige Kindestötungen vor Gericht. melden oder Steuerfreiheit nachsuchen. Die Steuer beträgt 20 Mark und erhalten, schriftlich und mündlich. Auch die Heiratsvermittler beIn der weiteren Verhandlung gegen die Naturärztin Nibios wird in zwei halbjährigen Terminen, und zwar für den Zeitraum 1. April raufs schäftigten sich mit ihr. Zu den Leuten, die sich ihr in der letzten vor dem Schwurgericht in Tilsit wird die Zeugenvernehmung fortZeit näherten, gehörte auch ein Matrose oder ein Chargierter der gesetzt. Die Mutter des zweiten verstorbenen Kindes, dessen Tod achten Gerichte eine gegen den Mann ausgesprochene Kündigung auch dann Marine, der auch versucht hat, sie anzuborgen. Alle diese Be- die Staatsanwaltschaft der Behandlung durch Fräulein Nibios zur für rechtsgültig, wenn beide Eheleute den Vertrag unterschrieben haben. ziehungen müssen näher untersucht werden, bis jetzt aber haben alle Last legt, Frau Lippke, wurde zuerst vernommen. Sie erzählt R. H. Zweds Austritts aus der Landeskirche teilen Sie den AmtsNachforschungen noch keinen greifbaren Anhalt geliefert. die Krankheit ihres Kindes, das wahrscheinlich an Diphtheritis ge- gericht Ihres Wohnortes mit, daß Sie austreten wollen, begeben sich dann Die geraubte Uhr ist nach den neuesten Bekundungen eines Uhr- litten habe. Fräulein Nibios habe Badungen verordnet und das ohne Aufforderung innerhalb 4-6 Wochen nach Eingang Ihres Antrages machers leicht kenntlich an einer Lötung am Futter des Bügelkopfes. Kind massiert. Als der Zustand des Kindes ernste Bedenten erregte, auf das Amtsgericht und erklären dort Ihren Austritt zu Protokoll. For Das gereifelte Blatt hat ein Schild ohne Gravierung. besonders als Fieber hinzufam, erklärte Fräulein Nibios, unter mulare erhalten Sie durch die Buchhandlung Vorwärts, auch in der Buchhandlung Blumenstr. 14. Haben Sie diesen unendlich oft an dieser Stelle Große Mengen Neugieriger sammelten sich gestern den ganzen diesen Verhältnissen wäre unbedingt notwendig, einen Arzt zu Rate erteilten Rat befolgt und hat das Amtsgericht Ihren Antrag aufzunehmen Abend über vor dem Hause, in dem das Verbrechen verübt wurde. zu ziehen. Zeuge Kaufmann Talaßus- Tilsit ist als Ent- abgelehnt, so legen Sie Beschwerde ein. Amateur. Die Firma hat sechs Bemerkenswert ist, daß sich an den Türen fein Blut gefunden lastungszeuge geladen. Er bekundet, seine Frau habe an Unter- Wochen lang das Gehalt für den Fall einer Krankheit zu zahlen. Bevor hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Mörder von dem großen schenkelrheumatismus gelitten und sei zur vollen Zufriedenheit von Sie den etwas ungeschickten Brief veranlaßten, hätten Sie in der Sprech Schlüsselbrett der Ermordeten sich auch einen Hausschlüssel an- Fräulein Nibios behandelt worden. Es trat eine merkliche Besserung stunde oder schriftlich Rat einholen sollen. Nunmehr sollte Ihre Braut durch geeignet und damit nach Verübung der Tat die Tür auf und wieder ein. Leider sei jetzt ihr Zustand wieder schlechter. Zeuge Waffer- Brief Klarstellen, daß sie nicht ausgetreten ist und ihr Gehalt verlangt. zugeschlossen hat. bauinspektor Rumland- Tilsit ist ein Freund der Naturheil-. H. 110. 1. Nein, es ist ein weit verbreiteter, aber großer Jrrtum, daß man von einem Vertrage innerhalb 24 Stunden zurücktreten könne. Ist der methode. Sein Kind, das an einer diphtheritischen Halsentzündung Bertrag geschlossen, so ist eine Rüdgängigmachung nur mit Zustimmung des litt, sei von der Angeklagten behandelt und geheilt worden. Einige anderen Teils möglich. P. D. 26. Wollen Sie eine Beleidigungsklage weitere Zeugenaussagen, teils günstig, teils ungünstig für die An- anstellen, so müssen Sie zunächst, falls der Beleidiger in derselben Gegeflagte, waren ohne erhebliches Interesse. Die Settion der meinde wohnt, Sühnetermin beantragen. Die Klage selbst ist innerhalb Ein Hund als Zeuge. Der eigenartige Fall, daß ein Hund als Reiche des Kindes Kolb haben die Aerzte Dr. Behrendt- drei Monaten nach erlangter Kenntnis von der Beleidigung dem AmtsZeuge vorgeladen wird und auch Zeugengebühren erhält, ereignete Tilfit und Dr. Bandisch am 11. Februar 1902 vorgenommen. gericht einzureichen. Beispiele für Beleidigungsklagen 2c. finden Sie in dem sich gestern anläßlich einer Verhandlung vor der siebenten Straf- Sie fanden in den Lungen eine starke Blutströmung und in ver- in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrecht" S. 600. A. H. und A. G. 30. Voraussetzung für Erlangung tammer des Landgerichts I. Angeklagt war der Möbelpolier Mar schiedenen Körperteilen, vor allem im Gehirn, eine Blutüberflutung. einer Invalidenrente ist zunächst, daß mindesten 200 Marten Steuer wegen Diebstahls im Rückfalle. Steuer, der aus dem Kreisarzt Dr. Behrendt kommt zu dem Ergebnis, daß der Tod geklebt find. Ist diese Voraussetzung erfüllt, steht demjenigen eine vorüber Tegeler Gefängnis vorgeführt wurde, ist bereits vielfach vorbestraft. des Kindes Kolb durch Erst i den eingetreten ist. Er sieht das gehende Invalidenrente zu, der während 26 Wochen ununterbrochen Am 17. August v. J. nachts beobachtete der Schußmann Duchereit Heilverfahren der Angeklagten als einen groben Verstoß gegen die Beispiel infolge Strankheit erwerbsunfähig ist; diese Rente ist für die Seit Gerichts- Zeitung. 1 1 b t noch andauernder Erwerbsunfähigkeit zu zahlen. Ein Anspruch auf| dauernde Invalidenrente steht dem zu, der erwerbsunfähig im Sinn des Invalidenversicherungs- Gesetzes ist, das heißt: nicht mehr imstande ist, durch eine seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit, die ihm unter völliger Berücksichtigung seiner Ausbildung und seines bisherigen Berufs zugemutet werden kann, ein Drittel desjenigen zu erwerben, was körperlich und geistig gesunde Personen derselben Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen. R. D. 30. 1. Nur die Zugehörigkeit zu einer dem§ 75 des Strankenversicherungs- Gesezes entsprechenden Hülfskaffe befreit von dem Beitritt zu der Zwangskaffe. Die Kaffe, deren Leistungen Sie beschreiben, ist keine solche, sondern eine Zuschußkasse. 2. Seit 1900 fann für eine länger zurückliegende Zeit als zwei Jahre nicht mehr nachgeklebt werden. Ist bei Ihnen zu wenig geklebt und wird Ihnen deshalb die Invalidenrente abgesprochen, so steht Ihnen ein Schadenersazanspruch gegen Ihren Arbeitgeber zu. Sicherer ist es, in solchem Fall selbst nachzufleben. Nähere Darlegungen finden Sie Seite 249, 487, 608 des in den öffentlichen Bibliotheken aus liegenden Arbeiterrechts". 3. Das hängt von dem Wortlaut des Kassenftatuts ab. " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 7. Januar. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Der Roland Berlin. bon Witterungsübersicht vom 6. Januar 1905, morgens 8 the. Marktpreise von Berlin am 5. Januar. Nach Ermittelungen bes fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte 17,65-17,64 m., mittel 17,63-17,62., geringe 17,61--17,60. Roggen**), gute Sorte 13,95-13,94 m., mittel 13,93-13,92 m., geringe 13,91-13,90. Futtergerste*), gute Sorte 15,90-14,80 m., mittel 14,70 Stationen bis 13,60 m., geringe 13,50-12,40 M. Hafer*), gute Sorte 16,50--15,60., mittel 15,50-14,60 m., geringe 14,50-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00 30,00 M. Speisebohnen, meiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00--30,00 M. Nichtstroh 0,00-0,00 m. Heu 0,00--0,00 M. Startoffeln 10,00-7,00 9. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 m. Eier per Schod 4,80-3,20 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Meter, bei Wasserstand am 5. Januar. Elbe bei Aussig Dresden 1,91 Meter, bei Magdeburg+0,64 Meter. Unstrut bei Straußfurt+1,25 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,78 Meter, bei Breslau Ober- Begel+4,90 Meter, bei Breslau Unter Pegel- 1,22 Meter, bei Frankfurt+ 0,80 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,75 Meter. Warthe bei Posen-- Meter. Netze bei Usch --Meter. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Schwank in 3 Akten v. G. Kadelburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Don Carlos. Sonntag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Montag, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Neues fönigl. Opern Theater. Urania, Taubenstr. 48/49. Geschlossen. Deutsches. Maskerade. Berliner. Die Gräfin von Red. Nachmittags 3 Uhr: Die schöne Melusine. Leffing. Traumulus. Westen. Wiener Blut. Nachmittags 3 Uhr: Der Struwwel peter. Thalia. Der große Stern. Nachmittags 4 Uhr: May und Morik. National. La Traviata. Zentral. Madame Sherry. Nachmittags 4 Uhr: Däumelinchen. Neues. Der Graf von Charolais. Anfang 8 Uhr: 0. Schiller ( Wallner Theater.) Familie Schierte. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Heimg'funden. Kleines. Elektra. Belle Alliance. bundus. Lumpacivaga Nachmittags 3, Uhr: Frau Holle. Carl Weiß. Die Reife um die Erde in 80 Tagen. Nachmittags 4 Uhr: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Residenz. Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Prinzeßchen. Das böse Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches.New- York. Luisen. Robert und Bertram. Kasino. In Vertretung. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Passage Theater. Bernardi. Willi Prager. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Sternwarte Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Heimg'fanden. Weihnachtstomödie in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimg'funden. Montag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Zirkus Schumann Heute Sonnabend, den 7. Januar, abends präzise 712 Uhr: Invalidenstr. 57/62. XI. Grand Soiree. High- Life. GalaHörsaal: Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S ANOPTICUM. PANOP Friedrichstr. 165. Neu! Hendrik Witboi. Neu! Samuel Maharero. Neu! General Nogi. !! Kuropatkin!! Admiral Skrydlow!! Passage- Panopticum. 9 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends. Der Riese Machnow der größte Mensch, der je gelebt hat! Ohne Extra- Entree. Die Prinzessinnen, aus Liliput Willards Fantoches Theater. Programm. Neue Debüts. Ferner: Die beliebte jugendliche Frl. Dora Schumann. Schulreiterin Neu! MiB E. Stickney, Feuerreiterin. Neu! Jan Clermont, der Ur: tomische mit seinem Barodie- Birtus. Sämtliche Spezialitäten und Direktor Schumanns neue u. moderne Dreffuren. Um 92 Uhr: Sensationeller Erfolg! Die große Schumannsche AusstattungsPantomime Die Perle aller Pantomimen. " Barometer, Better Stationen Swinemde. 747 WNW 2Dunst Hamburg 749 WSW 2 bedeckt Berlin 749 WSW 3 Regen 3 bedeckt Franff.a.M. 757 23 5 bedeckt 759 S München Wien 755 WNW 7 bedeckt 2 Haparanda 742 S 2 Petersburg 747 3 Scilly 4 Aberdeen 1 Baris Better Temp. n. 6. 5° G. 48.1 2bedeckt -21 -16 SW 1wolfen! 762 NA 3 bedeckt 744 28 761 S 2Regen 2 bedeckt 936 4 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 7. Januar 1905. Ziemlich trübe mit Niederschlägen, lebhaften westlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Wetterbureau. Zentral- Verband der Zimmerer Zablftelle Berlin und Umgegend. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 32. Fernsprecher: Amt 4, Nr. 2789. Drei Mitglieder- Versammlungen aller Bezirks- Zahlstellen Berlins und der Vororte Sonntag, den 8. Januar, vorm. 10 Uhr, im Charlottenburger Volkshaus, Montag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause( gr. Saal), Rosinenstraße 3 Engel- Ufer 15 254/1 und im Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 42. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Die Einführung der Arbeitslosen- Unterſtützung in unserem Verbande. Referenten die Kameraden H. Kube und H. Knüpfer. Pflicht aller Mitglieder ist es bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Zirkus Busch. Die beiden Phänomene Sisters Amalia und Léonora. Die Löwenbraut Eine Nordlandreise. Miss Claire Heliot. Jm Strahl der Mitternachtssonne. Entworfen und auf das glänzendste Katharina II. in Szene gesetzt vom Direktor Albert und die vorzügl. Programmnummern. Schumann. 7 prachtvolle, phantastischkomische Bilder. Sonntag 2 Vorst. Nachm. 3, Uhr: 1 Stind frei. Marokko. Gr. Ausstattungs- Bant. Abends 72 Uhr: Eine Nordlandreise. In beiden Vorstell. Jan Clermont und sämtliche Spezialitäten. Neues Theater. Anfang 72 Uhr: Gebrüder Herrnfeld- Theater. Der bisher unübertroffene lachluftigste Der Graf von Charolais. Herrnfeld- Schlager Sonntag: Graf von Charolais. Montag: Die Morgenröte. mit seinen stürmisch bejubelten Situationen Apollo- Theater. Residenz- Theater. Prinz Levy in Ahlbeck 218 Friedrichstr. 218. Täglich: Berliner Luft von Paul Lincke und das hochinteressante JanuarProgramm. Sonntag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise: Venus auf Erden. National- Theater Metropol- Theater. Weinbergsweg 19. Sonnabend, den 7. Januar 1905: La Traviata. Violetta: Franceschina Prevosti a. G. Anfang 7, Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Rigoletto. Abends 72 Uhr: Die Fledermaus. Zentral- Theater Nachm. 4 Uhr: Halbe Preise. Däumelinchen. Märchenspiel mit Gesang und Tan in 6 Bildern. Bieberauftreten des Bel. Mia Werber. Frl. Heute Sonnabend: Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Schwank in 3 Atten von Paul Bilhaud und M. Hennequin. Deutsch von M. Schönau. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Erster großer Passage- Theater. Metropol- Theaterball Anfang 11 Uhr. Alles Nähere besagen die Plakate. Morgen und die folgenden Tage: Die Herren von Maxim. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Das glänzende Neujahrsprogramm. Arturo Bernardi der berühmte italienische Verwandlungskünstler. Willy Prager mit ganz neuem Repertoire. 14 neue erstklassige Nummern. Schwant in 3 Aften, mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter: Anton Herrnfeld. Anf. 8 Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Heute wegen Privat- Festlichkeit geschlossen! Sonntag: Die Räuber auf Maria Kulm oder: Die Kraft des Glaubens. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Bf. Ball. T Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Morgen nachm. 3 Uhr: Am Altar. Abends 7 Uhr: Deutsch- Amerikanisches Lustspielhaus Das bemooste Haupt. Madame Sherry Theater. Köpnickerstr. 67/68. Operette in 3 Atten von Hugo Felix. Sonntag nachm.: Der Zigeunerbaron. Abends: Madame Sherry. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: Luisen- Theater. NEW- YORK Abends 8 Uhr: Robert nud Bertram. Sonntag nachm.: Die zärtlichen Verwandten. Abends: Prinz von Homburg. Montag: Von Stufe zu Stufe. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Elektra. Sonntag nachm. 3 Uhr ermäß. Preise: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends: Die Neuvermählten. Hierauf: Abschiedssouper. Montag: Der grüne Kakadu. Hierauf: Abschiedssouper. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Sonnt., Mont., Donnerst.: Friedrichstraße 236. Nachmittags 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Abends 8 Uhr: Bum 44. Male: Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Der Familientag. Ueber'n grossen Teich. Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor). Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Das neue Januar- Programm. Der beliebte Neumann 2c. Großer Erfolg! Stürm. Heiterkeit! In Vertretung. Sonntag nachm. 3 Uhr: Kamerad von Zeck. Abends: Der Familientag. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Schauspiel in 4 Aufzügen von Roderich Benedir. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Entree 40, Parkett 75 Bf., Sperrfit 1 M. 765 ARTE Rachmittag 4 1hr, Stindervorstellung. Neues Programm Kleine Sneewittchen und die 7 Zwerge. Abends 8 Uhr: Sonntag nachm. 4 Uhr: Mutter Die Reise um die Erde in Gräbert. Gustav Behrens 80 Tagen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends 72 Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Spezialitäten Etablissement Buggenhagen Theater, FrankfurterAllee 85. Hoffmanns Der neue Januar- Spielplan. Norddeutsche Sänger Anny Raaly, borzügl. beutich- frana. u. Tanzkränzchen. Konzertsängerin. Jeden Dienstag und Ausgezeichnetes Lyrika- Duett. Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tortajada, span. Tänzerin und Sängerin. 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Johnstone, Kunst- Radfahrer. Das Mädchen mit dem goldenen Haar. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Johnson u. Dean, Mulatten- Gigerl. Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Der Biograph. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Heute: Keine Vorstellung. Witfmod: Theater- Abend. Fatme, Indische Gautlerin Fritz Steidl- Sänger. Geehrten Bereinen empfehle meine In Vorbereitung: Kean oder: Gente und sowie alle übrigen erstklaff. Spezialit. Nach jeder Borstellung im Kaisersaal Festfäle für Hochzeiten und PrivatLeidenschaft. Festlichkeiten. Anf. nachm. 7 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Tanz. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Bum- bum oder: Nu aber raus! Posse mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palaft. Noch nie dagewesenes Programm. 14 Schannummern 1. Ranges. 812 Uhr: Novität! 812 Uhr: Ein Allerweltsmädel. Burleske mit Gesang und Tanz. The Onvas, sensationeller Straftatt. Zelinescu Truppe, rum. Tanz- und Gesangs Quartett. Schmidt- Hawkins, nur Schlager. Wegen zu großer Reichhaltigkeit des Programms: Anfang 72 Uhr. Vorher Konzert. D Entree 50 Pf. Borzeiger biefer Annonce zabit Die Hälfte der gewöhnl. Kaffen Wochentags auf allen Plätzen preise. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner. Täglich:[ 1651L* Grosses Curt Goldmann- Konzert Jeden Abend: Salon- Komiker Oscar Saldow als Dr. Eisenbart. Kinematograph, bunte lebende Bilder. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Krug zum grünen Kranze. Jeden Abend: Fidelitas. K. Lüdeckes humor. Ensemble. Meine drei Säle sind an Sonnlagen bis nachmittag 5 Uhr für Versammlungen zu vergeben. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Shine 16, 248tic Burstellung lebender Kuriositäten! Der Vorstand. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. 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Bahnhof Jannowizbrüde. Das Inserat erscheint aur Sonnabends. machen wir am Sonntag hin? Nach Pichels. werder zum alten Freund! Da ist man immer wie zu Hause. 17402* Achtung! Fabrik- Ausverkauf! Ich räume mein grosses Lager von Ziehharmonikas prima prima- Qualität [ 1160b 8-, 10-, 17, 19, 21- und 35- tönige Instrumente in allen Preislagen, in Einzelstücken und größeren Posten zu äußerst billigen Fabrikationspreisen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Rabitzspanner. Am Sonntag, den 8. Januar 1905, vormittags 10 Uhr, findet Bei Jannaschk, Inselstraße 10, eine 136/2 Mitglieder- Versammlung der Rabitzspanner statt. Tages- Ordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zum Gruppenund Sektions- Borstande. 2. Verschiedenes. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist der Wichtigkeit der Tages- Ordnung wegen dringend notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Verband der Möbelpolierer. Sonnabend, den 7. Jannar, abends 8%, Uhr, bei Gartz, Weißensee, König Chauffee Nr. 55; Verfammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Bezirksleiters. 2. Bericht vom Delegiertentag. 3. Wahl der gesamten Bezirksleitung. 4. Verschiedenes. Montag, den 9. Januar, abends 8, Uhr, Hussitenstraße Nr. 40: Verfammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Carl Wermuth über: Die Grundlagen des Sozialismus". 2. Diskussion. 3. Bericht bom Delegiertentag. 4. Wahl der gesamten Bezirksleitung. 5. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, in diesen Versammlungen recht zahlreich ast erscheinen. Die Kollegen werden ersucht, die in dem Mitgliedsbuch befindlichen Fragebogen gewissenhaft auszufüllen und sofort dem Werkstatt- Bertrauensmann oder den Zahlstellen- Kassierern abzuliefern. Der Vorstand. S.Piket, Prinzenstr. 44. Herren- und Knaben- Garderoben. Von heute ab empfehle: Einen grossen Posten jetzt M. Winter- Paletots früher M30 13,00 Herren- Anzüge für 10,00 früher M. 30, jetzt M. 15,-, 12,-, Ferner: Seltener Gelegenheitskauf! Winter- Joppen jetzt von M. 2,50 Monats- Garderobe. an. 145/1 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine herzensgute Frau Marie Langrock infolge eines Schlaganfalles jäh verstorben ist. 17532 Beerdigung Sonntagnachmittag 22 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes. Namens der trauernden Hinterbliebenen Hugo Langrock, Forsterstraße 21. Am Donnerstag entschlief sanft nach langen schweren Leiden mein innigftgelieb ter Mann, unser guter Bater, der Zimmerer Gustav Ohnesorge im 55. Lebensjahre. 1150b Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. Januar, mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofs, Friedrichsfelde, aus statt. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Schloffer Hermann Mittig am 4. Januar, abends 11, Uhr, von seinen schweren Leiden erlöft worden ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 8 Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofs aus statt. Um stille Teilnahme bitten Frau Anna Mittig nebst Tochter, Schwiegersohn und Enkelin. H. Gliesings Ball- Salon Wassertorstr. 68 Empfehle meine Säle für Festlichfeiten und Bersammlungen. H. Gliesing. 17422* Heute Sonnabend bestehend aus Heute früh 3 Uhr entschlief nach langem schweren Leiden mein guter Mann, unser sorgsamer Bater, der Maler 11466 Otto Bolesta. Die Beerdigung findet am 8. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Zions Gemeinde in Nordend aus statt. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Adele Bolesta geb. Rose. Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß der Kollege Emil Macholski am 3. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 7. b. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth- Krankenhauses aus nach dem Emmaus- Kirchhof, Rigdorf, Hermannstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin 1. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Lederarbeiters Max Tannert sage allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Chef und Perjonal der Firma F. Marschall meinen herzlichsten Dank. 17432 Adlershof, den 5. Januar 1905. Die trauernde Witwe: Hedwig Tannert. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Albert Hahn am 3. d. M. gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. Januar cr., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses am Friedrichs hain aus nach dem Kirchhofe in Wilhelmsberg statt. Rege Beteiligung erwartet 110/3 Die Ortsverwaltung. Jeder Arbeiter. Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stüd gearbeitet. Sehr feste Sapp nähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hofe bei Entnahme von 6 Stück 26 Mr. 4 Mt. 50 Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose 1 M. 50 Brima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 # Allgemeine Kranken- u. Sterbe- tblaues Monteur Sadett kasse der Drechsler u. Berufsgenossen Deutschlands. E. H. Nr. 86. Hamburg. Verwaltungsstelle Berlin D. Am 4. d. Mts. verstarb unser Mitglied Friedrich Eckstein. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 8. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Beuffelstraße 56, aus nach dem Heilands Kirchhof in der Seestraße statt. 11476 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß nach langem schwerem Leiden meine einzig geliebte und ftrebsame Frau und Mutter, die frühere Schneidermeisterin Ottilie Wunderlich geb. Troyler Wer liefert Stoff- Kinderanzüge gestorben ist. 1-6 hochgeschloffen einzelne Sachen, auch Größe 7-12, Knabenhofen 7-12 sowie Leibchenhosen in einzelnen Sachen, fleinere und größere Posten, gegen sofortige Kaffe. Offerten unter B. G. 5 an Rudolf Mosse, Görlitz erbeten. 63/14 im vollendeten 40. Lebensjahre Dies zeigen tiefbetrübt an Der hinterbliebene Gatte nebst Söhnen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 8., um 3 Uhr von der Halle des neuen Bankower Kirchhofes, Gaillardstraße( Rommunitations weg), aus statt. 11576 Echtblaue Monteur- Hoſe Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 8,75,5,50,4,50,3 M. 50 Gefüttert. 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Der Vorstand. Wilhelmsruh. Morgen, Sonntagvormittag, HandzettelBerteilung pünktlich 912 Uhr von Willmerodt aus. " rechnen; entweder markieren diese Menschen nur Dummheit oder Mutterkolonien werden einmalige größere Beiträge mit besonderem bleibt nur die Resignation des alten Frizen in der Schlacht bei Ferner sind dem Bunde besonders willkommen Meldungen von Borndorf: Mit solchem Gesindel muß man sich herum- Freunden der Sache, welche bereit sind, die( fich bereits meldenden) schlagen! ledigen Mütter mit ihren Kindern aufzunehmen, sie event. in ihrem Dienstag, den 17. Januar, abends 8% Uhr, finden in allen Berliner Wahlkreisen Versammlungen zwecks Bericht- Beitung":" Was die peinliche Sache selber betrifft, so dürfte seit auch nur vorläufige) Unterkunft und Existenz zu beschaffen, ferner Ein Irrtum. Zum Fall Hasse schreibt die Breslauer Wirtschaftsbetriebe zu beschäftigen oder ihnen sonst eine( sei es erstattung vom Parteitag der Sozialdemokratie Preußens statt. geraumer Zeit in Deutschland feine Strafverfolgung mehr wegen gelegenheit zu vermitteln usw. dem Bunde geeignete Siedelungsterrains nachzuweisen, ArbeitsUm zahlreichen Besuch bitten Vergehens gegen§ 175 eingeleitet worden sein. Ersichtlich herrscht in dieser Beziehung ein stillschweigendes Uebereinkommen, das um lichen Leben stehender Personen. Es haben unterzeichnet u. a.: Der Aufruf des Bundes trägt die Unterschrift vieler im öffentso bemerkenswerter ist, je sicherer es ist, daß die Polizei die Personen Dr. med. Blaschko- Berlin, Lili Braun- Berlin, Dr. Conrad- München, genau kennt, die in die Schlingen jenes Paragraphs geraten müßten, Hedwig Dohm- Berlin, Henriette Fürth- Frankfurt a. M., Professor wenn gegen sie vorgegangen würde." Dr. v. Liszt Charlottenburg, Reichstags- Abgeordneter Müllerdie Polizei alle ihr bekannten Päderaften der Staatsantvaltschaft Gabriele Reuter- Berlin, Professor Sombart- Breslau und Dr. Bruno Es ist richtig, daß der§ 175 nur selten angewandt wird. Wenn Meinigen, Dr. Naumann- Berlin, Dr. Franz Oppenheimer- Berlin, überantworten wollte, so würde das einen Standalprozeß geben wie Wille- Friedrichshagen. Deutschland ihn noch nicht erlebt hat; und die Gefängnisse würden sich mit der feinsten Blüte der Aristokratie füllen. Immerhin ist die Eine neue Parkaulage mit Spielplatz wird im hohen Norden der " Breslauer Zeitung" im Irrtum, wenn sie schreibt, daß seit ge- Stadt zwischen der neuen und der alten Nazarethkirche entstehen, raumer Zeit überhaupt keine Strafverfolgung wegen Vergehens dort befindet sich an der Schul- und Nazarethkirchstraße ein der gegen§ 175 eingeleitet sei. Nach der amtlichen Kriminalstatistik sind Stadt gehöriges Gelände, das zum Teil an einen Gärtner, zum im Jahre 1903: 266, im Jahre 1902: 278 Personen wegen Ver- Teil als Lagerplaz verpachtet ist. Dieses Gelände ist von einem gehens gegen den erwähnten Baragraphen verurteilt worden. alten Bretterzaun umgeben und dient in der Hauptsache zur UnterDie Schulden last des Direktors Hasse ist sehr hoch, doch ist verein des Wedding ist vor kurzem mit Rücksicht darauf, daß sich in der Zum Fall Hasse erfährt die Schlesische Zeitung" noch folgendes: bringung von Last- und Möbelwagen. Der Haus- und Grundbesizerder Betrag noch nicht festgestellt. Der vorgesetzten Behörde war es Gegend eine rege Bautätigkeit entwickelt hat, beim Magistrat dahin nicht bekannt, daß seine Verhältnisse zerrüttet waren; sie kannte sein vorstellig geworden, daß der Plaz, der die Gegend in hohem Maße eingezogenes, folides Leben und war deshalb zu der Annahme be- berungiert, in eine Partanlage verwandelt und dem vor der alten rechtigt, daß er, wenn auch nicht in günstigen, so doch in geordneten Nazarethkirche bereits bestehenden kleinen Parte angegliedert wird. Verhältnissen lebte. Eine Beschlagnahme des Gehalts ist nicht Auf diese Eingabe ist jetzt der Bescheid eingegangen, daß in den erfolgt. Eine formelle Suspension vom Amte brauchte nicht erst zu Etatsentwurf für 1905 Mittel für die Anlage eines solchen Parkes erfolgen, denn die vorläufige Dienstenthebung Sasses ist bereits mit Spielplay eingestellt worden sind. kraft des Disziplinargesezes eingetreten, da Haffe in einem Strafberfahren verhaftet worden ist. Die Verhandlung gegen ihn wird jedenfalls in Berlin stattfinden, falls nicht die Prüfung seines Geisteszustandes ihn von der Verantwortung für seine Tat- den Schuß auf den Erpresser, eine andre Straftat liegt nicht vor entlasten sollte." Ob das richtig ist, können ivir nicht nachprüfen. Grünau. Der Wahlverein hält am Sonntagnachmittag 3 Uhr feine Mitgliederversammlung bei Duchaufour, Köpenickerstraße 79, ab. Gen. Kiesel spricht über das Erfurter Programm. Johannisthal. Heute abend 81, Uhr findet bei Wendt, Friedrich straße 1, die Generalversammlung des Wahlver eins statt. Gen. Emil Böske spricht über das Parteiprogramm. Lokales. Kronprinzeuftener. Man schreibt uns: Die Stadtverordneten- Versammlung hat am Donnerstag abend in geheimer Sigung die Magistratsvorlage betr. die Beteiligung der Stadt Berlin an dem Geschenk der preußischen Städte zu der Hochzeit des Stronprinzen angenommen. " Als " " Immer noch die Berolina". Einen stürmischen Verlauf nahm die gestrige letzte Versaminlung des Schutzvereins der Versicherten der Strankenkasse, Berolina". den Krankenkasse, Berolina". Gleich zu Beginn der Sigung entdeckte man unter den Versammlungsteilnehmern einen Kassierer der Vor Eintritt in die Beratung hatte Genosse Singer Berolina", der sofort unter großem Tumult an die Luft gesezt namens der sozialdemokratischen Fraktion die Verweisung des wurde. Die bisherigen Leiter der Bewegung gegen die verkrachte Gegenstandes in die öffentliche Sigung beantragt, weil kein Ueber Wilhelm II. und Ludwig Pictsch, dem 80jährigen Jubilar," Verolina", Blant und Komoll, äußerten in ihren Referaten die Grund vorliege, diese Angelegenheit der öffentlichen Besprechung schreibt Maximilian Harden in der Zukunft": Der Kaiser tele- Absicht, den Kampf gegen die Kasse einzustellen, weil die notgraphierte ihm:„ Herzlichste Glückwünsche und Gottes reichsten Segen wendigen Geldmittel fehlten. Damit waren aber die Versicherten zu entziehen, und es sehr wünschenswert sei, daß die Bürger- bem lichtvollen Historiographen und alten, treuen Kriegsfameraden nicht einverstanden; sie veranstalteten sofort eine Sammlung, die schaft sowie die als Empfänger des beabsichtigten Geschenkes meines Vaters zu feinem achtzigsten Geburtstage. Möge der Himmel genügend Mittel ergab, um die Kosten eines Rechtsstreits mit den interessierten Personen die verschiedenen Ansichten, die sich ihm einen gesegneten Lebensabend bescheren! Wilhelm I. R." Herr Liquidatoren der Kasse zu decken. Die bisherigen Vorstands innerhalb der städtischen Vertretung über die Magistrats Pietsch hat als Berichterstatter den Krieg mitgemacht, aber nie nach mitglieder des Schutzvereins wurden wiedergewählt. Schwere Anborlage geltend machen, kennen lernen. Kriegerart gefochten. Lichtvoller Historiograph": Das erinnert griffe gegen die Liquidatoren richtete unter anderem Herr Karsch, Aus der Versammlung nahm niemand das Wort zu diesem ein bißchen an die" Reitende Artilleriekaserne". Lichtvoll soll doch der die Frage aufwarf, wo denn die Gelder geblieben seien, die Antrage. Der Oberbürgermeister befürwortete die wohl die Pietschische Historie sein, nicht der Geschichtschreiber. nach der Freigabe der Postsendungen bei der„ Berolina" eingingen; Verhandlung in geheimer Sigung, weil Diskussionen über Stollegen der Buckle, Ranke, Mommsen, Treitschke fannten wir die Strankengeldforderungen der Witglieder feien damit nicht erfüllt den alten Reporter aber überhaupt noch nicht. Das einzige worden. Vom Referenten wurde bekannt gegeben, daß gegen die Geschenke nicht öffentlich fein könnten. historiographische Werk, das ich von ihm fenne, trägt den Titel: Berolina" bereits wieder das Kontursverfahren eröffnet sei auf Nachdem der Antrag auf Beratung in öffentlicher Ver-" Der Kaiserfeller, ein Gasthaus ohnegleichen", und hebt mit dem Veranlassung eines Buchdruckereibesizers W., der hohe Forderungen fammlung abgelehnt war, bekämpfte Genosse Singer in folgenden Hymnus an:„ Ein Gasthaus ohnegleichen: dies viel miß an die Kasse habe. Ein früheres Konkursverfahren ist bekanntlich energischer Weife die Vorlage, indem er darauf hinwies, daß brauchte und oft sehr unberechtigt angewendete Beiwort gebührt mit durch einen Vergleich eingestellt worden. die sozialdemokratische Partei als Folge ihrer republikanischen desto besserem Recht und Grund dem im Oftober 1899 in Perlin Auffassungen sich grundsätzlich nicht an monarchischen Ovationen eröffneten derartigen Institut, das seitdem eine der größten, meist 2a che, der Ende Oktober vorigen Jahres in dem großen FalschEin Jrrfinniger im Zuchthause. Die Revision des Falschmünzers besuchten Sehenswürdigkeiten der Reichshauptstadt bildet: dem beteilige. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführung verwarf Kaiser- Keller in der Friedrichstraße 178." So gehts auf siebenund- münzerprozeß vom hiesigen Schwurgericht zu insgesamt sechs Jahren der Redner die Art, in welcher die Mittel für das Geschenk aufgebracht zwanzig fleinen Seiten weiter; auf der achtundzwanzigsten steht zuchthaus verurteilt worden war, wurde gestern vom Reichsgericht werden sollen und kennzeichnete die Form als eine Kopf- dann:„ Man konnte mit ziemlicher Sicherheit voraussagen, daß es in Leipzig als unbegründet verworfen. Lache war in der Versteuer, die, aus allgemeinen Mitteln aufgebracht, einen einem solchen Institut an starkem Besuch nicht fehlen könnte; aber handlung von der Mehrzahl der geladenen medizinischen Sach8wang auch für diejenigen bedeute, die keine Neigung haben, ber Erfolg geht doch weit über jede Erwartung hinaus! Aber auch verständigen für geistesfrank erklärt worden. an solchen Veranstaltungen beteiligt zu sein. Wenn das Be- die tadellos bereiteten Speisen, die guten Weine und die mäßigen dürfnis zu einem Hochzeitsgeschenk für den Kronprinzen vor- Preise tragen nicht wenig zu diesem Erfolg bei. 2. Pietsch."" Das handen sei, so mögen diejenigen, die es für nötig ist der lichtvolle Historiograph. Totschlag auf der Straße. In der Nacht zu gestern wurde der 43 Jahre alte Bademeister Timm aus der Linienstr. 133 im Streit erfchlagen. Er hatte vorgestern abend mit dem Kantinenwirt Wilde, der halten, die Gelder dafür unter sich auf- Für die Berliner Stadt- und Ringbahn sollen dem Vernehmen der Kruppstraße die Wirtschaft führt, eine Bierreise gemacht. Die bei der reitenden Abteilung des I. Garde- Feldartillerie- Regiments in bringen öffentliche Mittel seien nicht dazu da, um nach, um den Wünschen nach Verstärkung des Betriebs zu entsprechen, beiden Männer besuchten sechs Wirtschaften, zulegt ein Nachtlokal in Geschenke an fürstliche Personen zu deren Familienfeiern zu die Stadtringzüge verlängert und mit zwei bis drei Wagen mehr der Jägerstraße. Hier brachte sie die Bierbankpolitik in Zwist. Als Bezahlen. versehen werden. Das vorhandene Lokomotivmaterial, das f. 3. fie um 2, Uhr das Lotal verließen, stritten sie sich auf der Straße Mit lebhaften Ausdrücken des Bedauerns wendet sich der für Büge zu acht Wagen gebaut worden ist und gegenwärtig je zehn weiter. Als Timm vor dem Hause Jägerstr. 11 dem Wilde fozialdemokratische Redner nochmals gegen die Beratung in Wagen zu ziehen hat, ist jedoch nicht stark genug, den notwendigen einen Stoß unter das Kinn versetzen wollte, nahm dieser geheimer Sitzung indem er darauf hinweist, wie notwendig es Mehranforderungen Genüge zu leisten, und so hat die Eisenbahn seinen Spaz- erstock und gab ihm einen wuchtigen Sieb über fei, daß der Kronprinz die unverfälschte Meinung aller in Auftrag zu geben. Die neuen Maschinen werden sofort nach fammelten sich etwa hundert Menschen, die über Wilde herDirektion Berlin Veranlassung genommen, neue, schwere Lokomotiven den Kopf. Der Geschlagene brach zusammen. In fünf Minuten Bruppen der Stadtverordneten Versammlung hören und sich ihrer Anlieferung in Betrieb genommen und zur Beförderung verfallen wollten, während ein Schutzmann den Schwerverlegten ein richtiges itrteil über die Aufnahme des Magistrats längerter Züge Verwendung finden. nach der Unfallstation und von dort nach der Charité brachte. Bei borschlages bilden könne. Für die sozialdemokratische Partei tomme aber noch ein Moment in Frage, welches den Wunsch der Ankunft im Krankenhause war Timmi schon tot. Wilde schützten vier Beamte vor der Wut der Menge und brachten ihn nach der rach öffentlicher Verhandlung doppelt rechtfertige, weil es sich Wache des 34. Reviers, von wo er der Kriminalpolizei zugeführt um die persönliche Haltung des Kronprinzen gegen die wurde. Der Erschlagene war verheiratet und Familienvater, ebenso Partei handle und es dem Redner eigentlich widerstrebe ist der Täter verheiratet. Der Polizeibericht bezeichnet den erbarüber nicht in voller Deffentlichkeit sprechen zu schlagenen Gustav Timm als Musiker und sagt, dieser habe sich als Kriminalfommissar ausgegeben. Eönnen. Die zweite Million der Einwohnerschaft Berlins ist nach den Ermittelungen des Statistischen Amtes bereits am 18. Dezember überschritten worden. An diesem Tage hatte die Reichshauptstadt 2000 374 Einwohner. Einschränkung der Kinderarbeit. In einer Bekanntmachung des hiefigen Polizeipräsidiums wird nachdrücklich darauf aufmerksam Wenn es sich um ein Geschenk der Berliner Bevölkerung gemacht, daß mit dem 1. Januar eine weitere Beschränkung der Durch einen Schuß in das Herz tötete sich gestern abend das an den Kronprinzen handele, so müsse darauf hingewiesen Kinderarbeit auf gewerblichem Gebiete eingetreten ist. Kinder dürfen 19 Jahre alte Dienstmädchen Anna Huffing aus Hamm, das bei werden, daß der Kronprinz den größten Teil der Berliner am frühen Morgen zum Austragen von Badwerk, Milch und dem Rentner Beck in der Blumenstr. 20 in Stellung war. Das Einwohnerschaft, die stärkste politische Partei Berlins, die Zeitungen nicht mehr benutzt werden. Die Bekanntmachung lautet: Mädchen, die Tochter eines Lademeisters, lernte in der Heimat einen Sozialdemokraten, in einem an die Stadt Dels i. Schl. ge= Die auf Grund des Reichsgefezes, betreffend Kinderarbeit in ge- Tapezierer aus Berlin kennen und verliebte sich in ihn. Das Vers richteten Schreiben als„ Elende" bezeichnet hat, ein Ver- werblichen Betrieben, bisher für Berlin gestatteten Ausnahmen bezüglich hältnis hatte Folgen. Um diese den Eltern zu verbergen, ging das halten, das selbstverständlich von sozialdemokratischen Stadt- von 6-8 Uhr vormittags waren nur für die Zeit bis zum 31. Dezember gebar fie einen Senaben, der nach kurzer Zeit starb. Ihr Geliebter des Austragens von Backwerk, Milch und Zeitungen in den Stunden Mädchen heimlich nach Berlin, wohin der Geliebte ihm folgte. Hier verordneten bei ihrer Haltung gegenüber solchen Vorlagen zugelassen und es treten mit dem 1. Januar d. J. die Bestimmungen wandte sich von ihr ab und beantwortete keinen ihrer Briefe mehr. boll gewürdigt werden muß. des bezeichneten Gesetzes voll in Kraft. Es bleibt die Beschäftigung Aus Verzweiflung darüber schoß sich das Mädchen gestern abend, Gegen diese Ausführungen wandten sich der Ober- von Kindern zugelassen: an Wochentagen in der Zeit von 8 Uhr während die Dienstherrschaft in der Markthalle einkaufte, eine Ne bürgermeister und der Stadtverordnete Cassel, in- morgens bis 8 abends an drei Stunden( in den Schulferien an volverfugel in das Herz. Als die Herrschaft zurückkehrte, lag das dem sie mit ihrer monarchischen Ueberzeugung die Richtigkeit vier Stunden) täglich, jedoch nicht vor dem Vormittagsunterricht und Mädchen entseelt in der Badewanne. and Notwendigkeit eines Huldigungsgeschentes für den Stron- am Nachmittag erst eine Stunde nach beendetem Unterricht. Am Mittag ist den Kindern eine Pause von mindestens zwei Stunden prinzen begründeten. Die Verhandlung endete mit der Annahme der gewähren. An Sonn- und Festtagen ist in der Zeit von 8 Uhr früh bis 1 Uhr nachmittags Beschäftigung der Kinder für die Dauer Magistratsvorlage, gegen welche neben einigen Freisinnigen von zwei Stunden zulässig, jedoch nicht eine halbe Stunde vor Benur die sozialdemokratischen Stadtverordneten stimmten, ginn des Hauptgottesdienstes und nicht während desselben." während eine Anzahl liberaler Mitglieder- ob wegen der Abstimmung oder wegen vorgerückter Zeit ist unbekannt den Saal schon vorher verlassen hatten. Ein Bund für Mutterschut Der Kluge Hans" wurde gestern wieder in der psychologischen Gesellschaft erörtert. Dr. Albert Mo II, der bereits im Oktober in derselben Gesellschaft die Leistungen des„ flugen Hans" kritisch gewürdigt und damals der Ueberzeugung Ausdruck gegeben hatte, daß das Tier nicht selbständig denke, sondern nur auf gewisse äußere Zeichen reagiere, hob mit Genugtuung hervor, daß Professor Stumpf in feiner letzten Erklärung vom Dezember zu dieser Meinung sich bekannt habe. In dem Gutachten der Septemberkommission, das fündigt seine Gründung an. Der Bund will Heimstätten fchaffen, Professor Stumpf mit unterschrieben habe, wurde ausdrücklich bein welchen alle gesunden und arbeitswilligen unehelichen Mütter tont, daß sowohl abfichtliche wie unabsichtliche Zeichen bekannter Das Wort vom geistigen Niedergang der Bourgeoisie nehmen willkommen sind, die den ernstlichen Wunsch haben, ihre Kinder zu Art ausgeschlossen waren. Bei der zweiten, der wissenschaftlichen wir nicht gern in den Mund, weil das vielleicht das Kind mit dem gefunden und nüzlichen Menschen selbst zu erziehen. Tunlichst auf Untersuchung habe nun Herr Pfungst festgestellt, daß einzelne Bade ausschütten hieße. Um zehn Gerechter willen soll die Stadt dem Lande oder in ländlichen Vororten der Städte sollen sie Beichen einzelnen Leistungen entsprachen. Nichtig sei es, daß diese nicht leiden. Aber man muß wirklich an der 8urechnungsfähig- in gärtnerischer Bodenbearbeitung, in landwirtschaftlichen Neben- Zeichen oft unbewußt famen. Uebrigens hätte schon die erste( die teit eines Teiles unserer Gegner zweifeln, wenn man sieht, wie sie betrieben oder in gesundheitlich einwandsfreier gewerblicher September-) Kommission auf solche unabfichtlichen Zeichen gefahndet. den Kampf für die höchsten Güter der Nation führen. Am Freitag Tätigkeit wirtschaftliche Selbständigkeit gewinnen, unter gleich Wenn sie sich trotzdem so schwer getäuscht habe, so liege voriger Woche veröffentlichten wir zu Ehren des Parteita geszeitiger Fürsorge für eine zweckmäßige Pflege und Erziehung es wesentlich daran, daß der Leiter der Kommission mit dem so. eine fleine Plauderei, worin wir einmal die Tatsachen auf den Kopf der Kinder, Gewährung von Rechtsschutz und ärztlicher Hülfeleistung. genannten Gedankenlesen, das richtiger ein Muskellesen sei, nicht stellten und unter anderem mit parteigenössischen Statabenden bei Die Erfahrung hat, wie der Bund meint, gezeigt, daß ein derartiges genügend Bescheid wußte. Man habe außer acht gelassen, daß das Dressel renommierten. Wirklich und wahrhaftig stolpern auch Vorgehen auch den Wünschen vieler Väter entspricht und dazu bei- Gedankenlesen" auch ohne unmittelbare Berührung zustande komme, Darüber etliche Sozialistentöter. Nach den Leipziger Neuesten trägt, deren Beihülfe und Interesse für Mutter und Kind zu erhalten. dir Gedanken würden oft durch unbewußte und unabsichtliche Zeichen Nachrichten" hat es die Redaktion des Vorwärts" in" bärbeißige Hand in Hand mit diesen Maßnahmen sollen ein umfassender gesetz- verraten, die durch Auge und Ohr erkannt würden. Dr. Moll be Laune" versetzt, daß eine Anzahl von Berliner Genossen in dem licher Mutterschutz, eine allgemeine Niederkunftsversicherung und schäftigt sich dann eingehend mit den Widersprüchen, die sich in den Berliner Schlemmerlokal Dressel verkehrt". Und die" Frankfurter ähnliche Ziele in Angriff genommen werden. beiden Gutachten finden. Im Gegensatz zu Professor Stumpf nimmt Dder- Zeitung" schreibt gar: Der Erwerb der Mitgliedschaft erfolgt durch formlose Anmeldung er an, daß Herr v. Osten das Pferd auf seine Leistungen dressiert habe. Das fleine Sittenbild, das uns hier aus dem Leben der bei der Geschäftsstelle unter gleichzeitiger Uebersendung eines Herr v. Often habe selbst zugegeben, daß er methodisch das Pferd vor sozialdemokratischen Parteiführer enthüllt wird, muß die unteren von jedem einzelnen nach seiner wirtschaftlichen Lage selbst zu be- dem„ Volksschulunterricht" im Stampfen unterwiesen habe. Es könne Dreimillionen", sollten wir meinen, doch etwas stußig machen. ftimmenden Jahresbeitrages, dessen Quittung als Mitgliedstarte ja möglich sein, daß Herr v. Osten es ganz unabfichtlich und unbeFür die Statabende bei Dressel sind die„ Arbeitergroschen" jeden- gilt. Um möglichst weiten Kreisen die Teilnahme zu ermöglichen, wußt zu seinen jezigen Leistungen dressiert habe. In diesem Falle sei falls nicht bestimmt gewesen. werden Beiträge bis zu 1 M. herab entgegengenommen. Doch bittet Herr v. Osten ein weit größeres psychologisches Rätsel als der„ kluge der Bund alle besser situierten Freunde seiner Bestrebungen, diese Hans" in der Zeit war, wo er im Zenit seines Nuhmes und Glanzes durch Zuwendung reichlicher Mittel zu fördern. Im Hinblick auf stand und seiner Aufnahme ins Gymnasium kaum noch ernste Bes die Kosten der ersten Propaganda sowie der ersten Einrichtung von denten entgegenzustehen schienen. In der darauf folgenden sehr leba " Eine solche Aufnahme der Plauderei erfüllt uns mit Wehmut. Ein grenzenloses Mitleid mit dieser Sorte Gegner wandelt uns an. Denn mit zwei gleich entseglichen Möglichkeiten ist da nur zu Der Kaffierer Herr Franz Wiende, Rigdorf, Friedelstr. 61, ersucht uns, mitzuteilen, daß er mit dem wegen Beruntreuungen verfolgten Raffierer gleichen Namens nicht identisch ist. V # Raoul haften Erörterung erklärte ber bekannte Afritareisende Schillings, sehr in die Länge gezogen. Wenn auch dieses noch nicht vollständig das System der streng gebundenen Efften durch das lodeve der viel mit dem„ flugen Hans" experimentiert hat und früher für beseitigt ist, so lonnte doch bereits an der südlichen Seite Listensystem" ersetzt. Bergebens bemühten sich unsere Genossen deffen Bildungsfähigkeit mit aller Entschiedenheit eingetreten war, mit dem Bau der neuen Grundmauern begonnen werden. Nieger und Pieck die Mehrheit von dieser Rückwärtsrevidierung er habe seit langem eingesehen, daß der Kluge Hans" auf Zeichen- Im National Theater ist Freitag, 13. Januar, abzuhalten. Bemerkenswert ist eine Aeußerung des Oberbürgerreagiere. Diese feien aber so fein, daß die meisten Beobachter es die Premiere bon Saint- Saïns" Bauberglocke". Im meisters, der ausführte, es zeuge jedenfalls nicht von großer Befaum merkten. Herr Pfungst werde demnächst in einem Wert Belle Alliance Theater geht am heutigen Sonnabend geisterung der Gehülfen für das Kaufmannsgericht, daß eine Gehülfendarüber ausführlich berichten. Bemerkenswert jei es, daß fogar, mit Josephine Dora als Gast Lumpacivagabundus" in Szene. versammlung, die sich mit der Frage der Kaufmannsgerichte bewenn die Aufgabensteller nur eine Zahl dächten, ohne sie aus- Die Künstlerin spielt hier zum erstenmal den Schuster Knieriem. schäftigte, von ganzen neun Personen besucht war." Diese unzusprechen, der fluge Hans oft diese gedachte Bahl richtig gestampft" In der Aufführung wirken Bozena Bradsky und Helene Brahms beabsichtigte Mahnung an die Gehülfen, sich um ihre Interessen habe. Jedenfalls bedürfte es einer eingehenden Untersuchung, fest- mit. Den Lumpaci spielt Heinz Gordon, den Leim Felix Müller, etwas reger zu bekümmern, sollte nicht auf unfruchtbaren Boden zustellen, wie es tomme, daß das Pferd so feine Bewegungen wahr den Zwirn Friß Schlotthauer. Jm Thalia Theater geht fallen. nehme, von denen geübte Beobachter nichts merkten. heute, Sonnabend, nachmittag Mag und Morig" in Szene; abends: Weißenfee. " Der große Stern" mit allen ersten Kräften der Bühne. Quernheimer, der Dichter des in Wien, Dresden, Hamburg und an Ort nach der Zusammenlegung von Weißenfee und Neu- Weißenfee. Weißensee- Berlin" ist die postalische Bezeichnung für unferen anderen großen Bühnen bereits erfolgreich aufgeführten Lustspiels Nach der neuesten Zählung hat der Ort 36 563 Einwohner, davon " Die große Leidenschaft" ist hier eingetroffen, um den letzten Proben entfielen auf den alten Ortsteil 3145 Einwohner. Der Flächeninhalt beizuwohnen. Die Erstaufführung am Deutschen Theater von Neu- Weißensee betrug 41 234,86 Heftar, von Weißensee findet Mittwoch, den 11. cr., statt. Gleichzeitig mit dem Lustspiel 42 507,80 Hektar. Somit hat Weißenfee- Berlin jetzt einen Flächengeht das Stimmungsbild des portugiesischen Dichters Dantas" Das inhalt von 83 742,66 Hektar. Nachtmahl der Kardinale" in Szene. – Im Schiller- Theater inhalt von 83 742,66 Hektar. ( Wallner- Theater) geht am Sonntag nachmittag„ Don Carlos" mit Georg Bäschte in der Titelrolle in Szene. Das Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) bringt in der Sonntag- Nachmittagsvorstellung„ Die Stügen der Gesellschaft" von Henrik Ibsen in der ursprünglichen Besetzung. Im Metropol Theater werden die Aufführungen der„ Herren von Marim" heute Sonnabend des großen Metropol Theater Balles wegen für einen Abend unterbrochen. Die Sonntagsvorstellung morgen beginnt nicht um 8 Uhr, sondern bereits um 7 Uhr. Zur Frage der Erhöhung des Droschkentarifes teilt der Polizeipräfident mit: Eine allgemeine Erhöhung des Droschkentarifs, welche von der hiesigen Personen- Lohnfuhrwerts- Innung vorgeschlagen ist, wird vom Polizeipräsidium nicht beabsichtigt, sondern es ist nur die Erhöhung der Grundtage von 50 auf 80 f. für elektrisch betriebene Motor- Droschten in vorläufige Erwägung gezogen. Feuerbericht. Ueber ein Dugend Brände beschäftigten die Wehr in den letzten 24 Stunden. Gegen Mitternacht wurde sie nach der Huttenstr. 44 gerufen, wo Kleidungsstücke, Decken und allerlei Hausrat in einer Wohnung in Flammen standen. Der 15. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen. In der Rheinsbergerstr. 27 war dann die Verpackung eines Gasmessers in Brand geraten, während in der Hübenerstr. 2 Betten in einer Schlafstube Feuer gefangen hatten. Auch in diesen beiden Fällen fonnte die Ablöschung bald erfolgen. Längere Zeit gab es in der Ebelingstr. 7 zu tun. Dort brannte der Fußboden und die Balkenlage. größerer Stärke wurde die Wehr gegen Abend nach der Gitschiner straße 107 gerufen. Die Löschzüge konnten aber fofort bis auf einen wieder umkehren, da es sich nur um einen kleinen Badestuben brand handelte. Ein verspäteter Weihnachtsbaumbrand entstand bald darauf in der Fennstr. 61, fonnte aber vom 16. Buge mit Leichtigkeit unterdrückt werden. Auch die übrigen Feuer, die dann noch in der Lübeckerstraße, Winsstraße usw. austamen, nahmen die Wehr nur kurze Zeit in Anspruch. In Die Ortsgruppe Berlin des deutschen Arbeiter- Abstinenten Bundes veranstaltet am Sonnabend, den 7. Januar, im großen Saale des Berliner Gewerkschaftshauses ihr diesjähriges Winter fe ft. Eine Auswahl vorzüglicher Rezitationen der rühmlichst be fannten Rezitatorin Frl. Maria Holgers, gesangliche und musikalische Darbietungen unter Hinzuziehung befter fünstlerischer Kräfte bürgen für einen genußreichen Abend. Im Anschluß hieran findet Tanz 2c. statt. Die Festrede hält Genoffe Simon Kagenstein. Entree 40 Pf. Freunde und Gönner find freundlichst eingeladen. Aus den Nachbarorten. Lichtenberg. Ein falscher Amtsvorsteher macht die östlichen Vororte von Berlin unsicher. Er stellt sich den Grundbefizern als Amtsvorsteher von Kiekemal mit der Erklärung vor, daß er vermöge seiner guten Beziehungen zu dem Landrat viel für sie tun könne, wenn sie dem. Grundbefizerverein für Neu- Hirschgarten, der Kiekemal und Malsdorf umfaßt, beitreten würden. Wie der Vorstand des genannten Vereins mitteilt, hat man es hier entweder mit einem Schwindler oder einem Geisteskranken zu tun, dem es entweder auf die Eintritts gelder ankommt oder der an Größenwahn leidet. Deshalb wird gebeten, falls der Unbekannte sich wieder einstellen sollte, feine Person feststellen zu wollen. Vermischtes. der Gemeindevorstand jederzeit seine Reverenz erweist und dessen Phantasien eines Volksschullehrers. Jm Grundbesitzerverein, de m Neber Ausschreitungen auf dem Panzerkreuzer Prinz Heinrich" Verlangen, die Grundwertsteuer erst im zweiten Monat des Quartals bringt der" Holst. Courier" folgende Darstellung: Auf dem Panzererheben zu lassen, sofort erfüllt wurde, trat jüngst Herr Volksschul- freuzer Prinz Heinrich" wurden in letzter Zeit von Lenten der Bea lehrer Glöden als Befürworter der Errichtung eines Gymnasiums sakung Schläuche und Kutterläufer durchschnitten sowie Mündungsschoner an unserem Orte auf. Daß er den Grundbesizern diesen Vorschlag der Geschüße böswillig entfernt. Am Neujahrsmorgen wurde fogar die schmackhaft zu machen versucht durch die Erzählung, daß ein Gym- überraschende Entdeckung gemacht, daß an Stelle der Kriegsflagge nasium den Mietern zahlreiche Gelegenheit geben wird, Pensionäre ein Kohlenfad am Flaggenmast gehißt war. Wie es heißt, soll ein zu halten, und damit auch den Hausbesizern die bessere Teil der Besagung mit dem ersten Offizier, Korvettenkapitän Krüger Ausnutzung ihrer Häuser gewährleiste, mag als Ausfluß seiner aus nicht bekannter Ursache unzufrieden sein und man führt hierauf geschäftlichen Findigkeit hingenommen werden. Wenn der Herr die Vorkommnisse zurüd. Die sofort angestellte Untersuchung nach Lehrer sich aber zu der Behauptung bersteigt, daß versteigt, daß die den Tätern ist bisher erfolglos geblieben. Grundbesizer und Gewerbetreibenden, im Gegensatz zu den Arbeitern, die Schullasten allein aufbringen, und Sozialdemokraten Die sibirische Pest( der Milzbrand) in jatka nimmt ab. nnd Fortschrittler" Gegner höherer Schulen sind, so muß er sich der Zeit vom 28. Dezember bis 3. Januar find 47 Fälle vorgekommen, Die Beulenpeft gefallen lassen, daß man hieraus auf seine politischen und wirtschaft- das find 39 weniger als in der Vorwoche. lichen Kenntnisse Schlüsse zieht, die für ihn feineswegs schmeichelhaft( d. i. echte Beſt) im Uralgebiete hat ebenfalls abgenommen. Während find. Vielleicht läßt sich Herr Glöden aber in seinen Kollegenfreisen bis zum 27. Dezember täglich 50 Personen ertranften, belief sich vom über konservativ- klerikale Schul- und Lehrerfreundlichkeit gelegentlich 27. Dezember bis zum 2. Januar die Gesamtzahl der Erkrankunger auf 89 und der Todesfälle auf 97. aufklären. Schöneberg. Die Berwaltung der ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt veranstaltet in den Monaten Januar bis März 1905 populäre Vorträge aus dem Gebiete der Arbeiterwohlfahrt. Die Vorträge finden in dem Hörsaale der Ausstellung, Charlottenburg, Fraunhoferstraße 11/12, an den Dienstagen und Donnerstagen, abends Die Wählerliften zum Kaufmannsgericht werden heute, Sonn8 Uhr, statt. Der Besuch steht jedermann unentgeltlich frei. Es werden in diesem Monat sprechen: Herr Regierungs- abend nachmittag 3 Uhr geschlossen. Die Liſten liegen bis dahin im frei. Es werden in diesem Monat sprechen: Herr Regierungs- Rathaus aus. Handlungsgehülfen, die ihre Eintragung rat Dr. Klein, ständiges Mitglied des Reich- Versicherungsamtes, über die Wirkungen der Arbeiterversicherung im Lichte der nicht bewirkt haben, gehen ihres Wahlrechts verlustig. Statistit am Dienstag, den 10. Januar; Herr Dr. Kayserling über Bekämpfung der Tuberkulose am Donnerstag, den 12. Januar; Herr Schädlichkeiten in gewerblichen Betrieben, Schußapparate des mensch lichen Körpers und Schußmaßnahmen am Donnerstag, den 19. und 26. Januar und 2. Februar. Spandau. In Einen starken Freiheitsdraug besißt der berüchtigte Einbreche Bertram, der jahrelang mit seinen Spießgesellen die Hauptstädte West deutschlands unsicher machte. Er ist jetzt zur Berbüßung einer langjährigen Buchthausstrafe nach Werden geschafft worden. Nachdem er 19 Ausbruchsversuche gemacht hatte, wurde er später in Ketten gelegt und angeschmiedet. Aber auch diese Fesseln zerriß er wie Bindfaden Schließlich zwängte man Bertram in eine mit starken Eisengitter Professor Dr. H. Rofin über Ernährung und Nahrungsmittel am standes ergab die Wiederwahl des Stadtverordneten Vorstehers gerichtsverhandlung hervorging, fonnte Bertram in Köln nur ge Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Die Wahl des Bor- versehene Lade, die er gleichfalls zertrümmerte. Wie aus der Schwur Schröder, seines Stellvertreters 2ü dede und des zweiten heimer Medizinalrat Dr. Noth über einige der Hauptsächlichsten Schriftführers Hannemann und die Neuwahl des Herrn Krempf füllte, daß ihm das Wasser zum Munde reichte. als ersten Schriftführer. An Stelle des Konservativen Lüdecke wurde von liberaler Seite der Führer der hiesigen Liberalen, Stadtv. Jenne vorgeschlagen, mit dem Erfolg jedoch, daß außer neun Das Winterquartal der Bolkshochschule Humboldt- Alademie wird Sozialdemokraten ganze vier bürgerliche Stadtverordnete für Jenne am Montag, den 9. Januar, und den folgenden Abenden, teilweise stimmten. Soweit hat der„ Liberalismus", der noch vor einem auch in Vor- und Nachmittagsstunden, in den Lehrstätten Georgen- Jahrzehnt hier dominierte, bereits abgewirtschaftet. Nach der straße 30/31, Lüzowstr. 84d, Architektenhaus und in den Königlichen Vorstandswahl vollzog der Oberbürgermeister Kölge die Einführung Museen eröffnet. Es handelt sich im ganzen um den Beginn von 116 Vortragszyllen und Unterrichtstursen, von denen die meisten den ersten Vortrag für Herren und Damen frei zulassen. Alles Nähere über Jnhalt, Drt, Beit und Bedingungen der Zyklen und Kurse enthalten die ausführlichen Lehrprogramme( 42 Seiten start), die in bekannten Buchhandlungen und in den Bureaus der Akademie, Unter den Linden 47, Potsdamerstr. 116a, Prinzenstr. 54, Landsbergerftr. 82, erhältlich find. Hier finden auch die Einschreibungen und die Aufnahmen in den Wissenschaftlichen Zentralverein statt. Ein Kindesmord in der Jrrenanstalt. Wegen Kindesmorde wurde gestern ein in der Landesirrenanstalt zu Neu- Ruppin beschäf tigtes Dienstmädchen verhaftet. Es hatte zwischen Weihnachten un Neujahr einem Knaben das Leben gegeben, den es sofort nach de Geburt durch Einschlagen des Schädels tötete, worauf es die flein Leiche vorläufig in ihrem Spind versteckte. Am Abend vergrub sie die Leiche in einem Acker in der Nähe des Treskower Sees. Di Sache war jedoch ruchbar geworden, und es wurden seitens der Polizei Nachgrabungen angestellt, wobei der Leichnam zutage ge fördert wurde. Die unnatürliche Mutter hat bereits ein Geständnis abgelegt. Selbstmordversuch im Eisenbahnwagen. In einem Abteil de Nachtschnellzuges Berlin- München wurde heute früh auf der Station Lichtenfels eine anscheinend den wohlhabenderen Streifen angehörig Di junge Dame mit durchschnittenen Pulsadern aufgefunden. geschafft. Nach Briefen, die bei der Dame aufgefunden wurden Schwerverletzte wurde sofort nach dem Krankenhaus in Bamberg Stadt handelt es sich um eine gewisse Karoline Siegel aus Schloß Grand und Bereidigung der neu- beziehungsweise wiedergewählten unbefoldeten Stadträte Reinecke, Kersten, Zimmermann und Müller. Herr Kölge ermunterte die neuen Kollegen, ihre Meinung im Kollegium stets träftig und ungeschminkt zum Ausdruck zu bringen. Hoffentlich faßt der neugebadene Stadtrat Reinecke diese Aufforderung nicht falsch auf, und greift zu dem Mittel, das er einmal für einen unserer Genossen in der Stadtverordneten- Versammlung empfahl, nämlich zu einem eichenen Knüppel!- Alsdann beantragte Stadtv. Rieger( Soz.) den Punkt:" Bewilligung von 1000 m. Der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins, der für ein Goaeitsgeschent an den Kronprinzen in der letzten Beit so heftige Anfeindungen erfahren hat, wird, wie nicht geheim, sondern öffentlich zu verhandeln. berordnete, welche eine solche Verwendung von städtischen wir erfahren, morgen, Sonntag, um 3 Uhr im großen Saale des Geldern anregen und gutheißen, sollten doch wenigstens den schütz in Schlesien. Gewerkschaftshauses eine öffentliche Versammlung abhalten. Die Mut haben, ihren Standpunkt in aller Deffentlichkeit zu Hülflos zurückgelassen. Mehrere Bergfahrer, die dieser Tag Tagesordnung lautet: Christliche Jünglingsvereine oder freie bertreten. Für diesen Antrag stimmten nur unsere Genossen eine Besteigung der Bugipige unternahmen, lernten auf der Eisenbahn Vereine jugendlicher Arbeiter". Referent: Rechtsanwalt Dr. Broh. und, als weißer Rabe, der Stadtverordnete Grunow. fahrt nach Garmisch drei Damen kennen: im Laufe des Gespräche Theater. Im Apollo Theater ist gestern Paul Lindes Die Liberalen" befundeten wieder einmal ihre Auffassung vom boten die Herren sich ihnen als Führer auf die Zugspitze an. De Operette Berliner Luft" zum hundertften Male gegeben worden. Bei Liberalismus, indem sie sitzen blieben und diesen Antrag so zu Fall Aufstieg wurde denn auch bei vollständig ungenügender Ausrüstung dieser Festvorstellung fehlte es nicht an den üblichen Kundgebungen, brachten. In der geheimen Sizung wurde die Vorlage selbst nach und mit sehr wenig Mundvorrat unternommen. Die Gesellschaf gelangte bis zur Snorrhütte, wo die Herren, nach den„ M. N. N. und sowohl der Komponist als auch der Tertdichter Benno Jacobson etwa halbstündiger lebhafter Debatte natürlich angenommen. Einige Ausschußwahlen, welche die Versammlung weiter vor ihre Begleiterinnen zurückließen und den Aufstieg auf die Zugspitz wurden neben den Darstellern durch immense Kranz- und Blumenfpenden geehrt. Fünfzig jugendliche Straßenfeger waren übrigens nahm, brachte unseren Genossen u. a. noch einen zweiten Sitz im fortsetten. Drei Tage und vier Nächte warteten die Damen ver gebens auf Hülfe und schleppten sich dann mit vollständig erfrorener von der Direktion zu Gast gebeten worden, um sich an ihren Etatsausschuß. Die Beratung des Drtsstatuts für das Kauf Gliedern und vom Hunger gepeinigt zu Tal. Der Abstieg gestaltete Kollegen, die massenhaft in dem Stück auftreten, zu erfreuen. Der Bau der„ Komischen Oper" an der Weidendammer Brücke mannsgericht ergab eine Verschlechterung des bemerkenswert sich zudem äußerst gefährlich. Vom Reintalerhof aus mußten fie ist nunmehr in Angriff genommen. Wie mitgeteilt, wurden die Aus- fortschrittlich gehaltenen Kommissions- Entwurfes in zwei wesent- nach München gebracht werden. Die Kälte betrug um diese Zei Buntten. So wurde die Bestimmung bezüglich 30 Grad. Die Garmischer Bevölkerung ist ob dieser Niedertracht schachtungsarbeiten durch die noch vorhandenen Grundmauern früherer lichen wieder ausgemerzt und ebenso der drei Kavaliere empört. Baulichkeiten und das an dieser Stelle start auftretende Grundwasser der Sonntagswahl leider " " H. Esders& Dyckhoff Leipziger Strasse 50a am Dönhoffplatz. " Oranien- Strasse 48 Ecke Luckauer- Strasse. Herren- und Knaben- Bekleidung fertig und nach Maß. 25% Fertige Herren- u. Knaben- Garderobe. Inventur- Ausverkauf. Ermässigung auf Restbestände sämtlicher Abteilungen bis 15. Januar. DAMEN- KONFEKTION 1748L* Unterzeuge, Handschuhe, Strickwesten, Socken etc., Schuhe, Hüte, Pelzsachen für Herren u. Damen usw. Berantwo. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW