Nr. 13. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numuner müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittag geöffnet Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Streifdebatte Sonntag, den 15. Januar 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Nachlässigkeit der Arbeiter verursachte Handlung anzusehen, und sich Die Forderungen an den Verein für bergbauliche Jutereffen im Klassenparlament. Die Verständigung im Ruhrrevier so vorzustellen, daß an find folgende: Stelle einer alten Disziplinarstrafe" teue eingeführt 1. Achtstündige Schichtzeit, einschließlich Ein- und Ausfahrt, und Die Interpellation über den Bergarbeiterausstand im Ruhr- werden. Bum mindesten blieb das seine einzige pofitive zwar fürs laufende Jahr wie bisher, jedoch nicht über 9 Stunden, Revier, die von der sozialdemokratischen Fraktion des Reich- Bemerkung, die auf den Weg der Verständigung hinwies. Schließ- bon 1906 ab 81% und von 1907 ab 8 Stunden. tages am Sonnabend eingebracht war, wurde vom Reichskanzler lich wiederholte Herr Möller sein Loblied auf Preußen, das in der Orten und heißen mit über 28 Grad Celsius. Sechsstündige Schicht( inklusive Ein- und Ausfahrt) vor nassen und vom preußischen Handelsminister beantwortet im preußischen Bekämpfung der Wurmkrankheit in der Welt voran sei, billigte aber Abgeordnetenhause! Das preußische Abgeordnetenhaus hat andererseits auch den Arbeitern als Folge dieser Strankheit eine Menschenleben, bei außerordentlichen Betriebsstörungen und bei 2. Sonntags und leberschichten sind nur zur Rettung von der Regierung schon so viel Triumphe bereitet, als ihr im Reichs- gewisse Nervosität zu. Man wird sich an dieses Ministerwort Schachtreparaturen zulässig. Für Schachtreparaturen am Sonntag ist tage Niederlagen beigebracht worden find. Dort, wo erst gestern erinnern müssen, wenn die Ordnungsmente beginnt, der sozial- 50 Broz. Buschlag zu zahlen. wieder Graf Limburg Stirum und die ganze Rechte dem Justiz demokratischen Verhetzung die Schuld an der Aufregung der Arbeiter 3. Das Wagennullen wird sofort beseitigt und die Kohlen, die minister Schönstedt als dem Helden des Königsberger Prozesses zuzuschreiben. wirklich sich im Wagen befinden, werden auch bei Berge enthaltenden förmliche Dvationen brachte, dort, wo das deutsche Volk von seinen Wagen bezahlt( demnach darf nur der Prozentsatz der Steine den Arbeitern in Abzug gebracht werden, der sich in dem betreffenden agen befindet). Eventuell Bezahlung der Kohle nach Gewicht ( wie in England). vielen Gefichtern nur zwei, nämlich die adelige Herrenmiene und die bürgerliche Philifterfrage, zeigt, und jedes Wort ernstlicher Gegen rede im zähen Schlamm des gemütlich- befchränkten parlamentarischen Sumpflebens erstickt, hat die preußisch- deutsche Regierung die Antwort gegeben, die im Reichstage dringend gefordert worden war. Mit der Erklärung des Herrn Möller schloß die Sigung. Vorher wurde in dem großen allgemeinen Gerede vom Sonnabend statt guten Materials reichlich taubes Gestein zutage gefördert; leider aber oder glücklicherweise ist die„ Disziplinarstrafe" des Nullens in Barlamenten nicht eingeführt. Die Anerkennung ihrer Notlage, die aus Gründen der Neutralität Während sich auf den Tribünen des Reichstages die erwartungs- ben Bergarbeitern nicht zuteil wurde, wurde der Landwirtschaft volle Menge drängte, blidten von jener des Landtages ein Dugend desto lebhafter gespendet. Graf Bülow fand sich bereit, in der Frage gelangweilte Gefichter in den Saal. Während im Reichstage die der Handelsverträge, die doch entschieden Reich s angelegenheit ist, politischen Vertreter der Arbeiterschaft den ersten notwendigen dem Grafen Limburg- Stirum Nede und Antwort zu stehen. HauptSchritt einer möglichen Verständigung zu tun bereit waren, nämlich fache sei der Schuß der Landwirtschaft, und der Handelsvertrag mit den Klagen und Beschwerden der Bergsllaven vor der weitesten Desterreich- Ungarn werde voraussichtlich in den allernächsten Tagen Deffentlichkeit Gehör zu verfchaffen, ward im Haufe der erhabenen fertiggestellt sein. Objektivität Herr Möller unparteilicher Referent über gegebene Streitpunkte. Unparteilich das Wort ist in den gestrigen Reden der Regierung öfter gehört worden, und ein unverrücklicher Rest von Optimismus zwingt uns, an den Willen zu solcher Unparteilichkeit zu glauben, solange es nicht durch die Tatsachen widerlegt ist. Aber es war eine sonderbare Juustration der Unparteilichkeit, daß man die Antwort an den Vertreter der Bergarbeiter, den Genossen Hue, verschob und sich beim Zentrumsagrarier Herold eine gelegentliche Anfrage bestellte, die zu beantworten man sich sofort genötigt sah. Es war die reine Jronie! Herr Herold hatte gefordert, daß sich die Regierung mit den Arbeitern ins Benehmen setzen sollte, um ihre Verhältnisse objektiv zu erforschen: die Regierung fam dem Versprechen nach, indem sie die dringliche Debatte aus der deutschen Boltsvertretung in ein Haus hinüberschleppte, in dem die Arbeiter nicht das Wort bekommen. Dennoch hat sich sichtbar ein Teil der Spannung, mit der das ganze deutsche Bolt die Entwickelung der Dinge im Ruhrrevier verfolgt, selbst diesem entfernten Winkel der Deffentlichkeit mitgeteilt. Selbst der Reichskanzler sah sich veranlaßt, angesichts der drohenden Ereignisse sein Gesicht in ernste Falten zu legen; von der Ultstimmung, aus der heraus er sonst die wichtigsten sozialen Probleme zu behandeln pflegt, war diesmal nichts zu bemerken. Graf Bülow sprach die Absicht der Regierung aus, für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu sorgen, andererseits aber auch das möglichste zu tun, um durch Vermittelungsversuche vorhandene Konfliktsstoffe zu beseitigen. Er war sichtlich bestrebt, nach keiner Seite hin anzustoßen. Wenn es wahr ist, was vor Jahr und Tag vom selben Tisch aus verkündet ward, daß nämlich hinter jedem Streit die Hydra der Revolution lauere, so zeigte sich der Reichstanzler bemüht, die Hydra zum mindesten durch kein unüberlegtes Wort zu reizen und nach beiden Seiten hin freie Hand zu behalten. Der Kultusminister Studt fündigte die vom nationalliberalen Herrn Friedberg inbrünstig herbeigefehnte Schulvorlage für den nächsten Herbst an. Nebenbei sprach Herr Friedberg von seinen Hoffnungen auf ein neues Wahlrecht", womit er allerdings nur eine den Liberalen bequemere Kreiseinteilung meint. Für allgemeines, gleiches, direttes und geheimes Landtags- Wahlrecht begeistert sich der Liberalismus nur bei den bayrischen Landtagswahlen. Schließlich teilte Herr Schönstedt, der Minister für preußische Gerechtigkeit, mit, daß gegen vorlaute Schwurgerichts Präsidenten ein Maultorberlaß ergangen fei. D Sonst: fleine Schmerzchen und platte Sprüchlein. Die Welt, die sich in wilden Zuckungen windet, liegt ja weit draußen, tief unten! Am Montag wird die Debatte fortgefegt werden, und dabei wird wohl auch so nebenher und gelegentlich die Rede auf die Biertelmillion Breußen kommen, die drüben im Ruhrrevier den schweren Kampf ums Leben lämpft. Die Forderungen der Bergarbeiter. Auch am Sonnabend hat sich der Streit noch ausgedehnt. Wie uns aus Essen telegraphiert wird, sind heute noch einige Belegschaften in den Ausstand getreten, so daß sich die Gesamtzahl der vom Ausstand betroffenen Bechen auf etwas über 100 beläuft. Im allgemeinen ist nichts Neues von dem Ausstand zu bemerten, außer daß in einigen Orten die Polizei etwas unruhig ist. Teilweise werden Wirtschaften ganz geschlossen oder die Polizei stunden weiter herabgesetzt. Die Union, die Hauptmaschinenfabrit, hat ihren Betrieb stillgelegt und sämtliche Arbeiter entlassen. Zwei Frauenversammlungen in Langendreer waren außerordentlich stark besucht und faßten Beschlüsse für den Streit. Erst der Etatsredner der freitonservativen Fraktion, Herr Auf Zeche Shamrock" ift entgegen anderer Meldung boch ein b. 8edlig Neukirch schlug derb provozierende, scharfmacherisch- Teil der Belegschaft nicht angefahren. Ebenfalls hat sich das aufhebende Töne an, indem er schlankweg erklärte, es sei nur dann Recklinghauser Revier dem Ausstande angeschlossen auf einigen auf Berständigung zu hoffen, wenn die Arbeiter ihre Drohung mit Bechen. dem allgemeinen Ausstand zurüdzögen. Herr v. Jedlig weiß es nicht Das Revier Effen liegt vollständig still. und will es nicht wissen, daß in der gegenwärtigen Wirtschafts- Nach einer offiziösen Meldung betrug die Zahl der Ausständigen ordnung die Drohung mit dem Streit den Arbeitern die einzige in der Frühschicht 49 793. Von dem Ausstand seien 99 Bechen bezw. Möglichkeit bietet, fich im Stampfe gegen das Kapital beffere Lebens- Schachtanlagen betroffen. Auf der Zeche Minister Achenbach" blieb bedingungen zu erkämpfen. Erst wenn die Empörer reumütig in die ein Teil der Belegschaft der Morgenfchicht fern. In den Ausstand find ferner getreten: Beche Königin Elisabeth", Beche Hubertus". Knie gesunken sind und als Gnade zu erbetteln suchen, was ihnen als auf letzterer angefahren unter Tage teiner von 340 Mann, über Recht zehnmal verweigert worden ist, dann will es der Scharfmacher- Tage 77 von 130 Mann. Beche Königin Elisabeth", Schacht Freiherr den Unternehmern gestatten, in Verhandlungen mit den Wilhelm" unter Tage angefahren 149 von 870, über Tage 58 von Arbeitern einzutreten. 64 Mann. Auf Zeche Mont Cenis II" angefahren unter Tage 300 von 600 Mann. Der preußische Einer Mitteilung des Reichs- Anzeigers", die auf Information des Dortmunder Oberbergamtes beruht, zufolge, waren am 13. Januar 51 500 Mann ausständig. Das Schreiben an die Unternehmer. Alle Wagen müssen geaicht und der Rauminhalt oder Gewichtsinhalt des Wagens jederzeit leicht ersichtlich sein. 4. Die Belegschaft hat in alljährlich wiederkehrender geheimer Wahl einen Wagenkontrolleur bezw. Wiegemeister zu wählen(§ 80c Abfat 2 des Berggefeges), welcher seinen Lohn mit von der Zechen verwaltung erhält. Diese verteilt denselben auf alle bei der Förderung beteiligten Grubenleute und bringt ihn bei den letzteren beim Lohntage in Abzug. Belegschaftsmitglieder und ist auch bei allen Versicherungen und Der Wagenkontrolleur besigt alle Rechte der sonstigen Kassen feiner Beche ebenso beteiligt wie alle anderen. 5. Löhne( Schießmaterial und Geleuchte darf nicht verrechnet a) Minimallohn für Hauer und Lehrhauer im Gedinge 5,- M. im Schichtlohnt 4,50 werden): 1) " Bremser Pferdetreiber " " " OP M " " Schlepper " erwachsene Tagarbeiter Maurer. " # jugendliche Tagarbeiter " " Kotsarbeiter, Planterer Verlader Füller •" " 3,-" 3, 3,80 3,80 " " " 5, " 1,50 " 4,50 " 5, 3,80 " m) Lohnzahlung dreimal monatlich; Ende des betreffenden Monats erste Abschlagszahlung, 10 Tage später die zweite und spätestens am 20. des folgenden Monats Lohntag. 6. Errichtung eines Arboiter- Ausschusses zur Vorbringung und Regelung a) aller Beschwerden und Mißstände, b) aller Lohndifferenzen, einschießlich des Gedingelohnes, c) zur Mitverwaltung der Unterstügungskaffen, deren Abrechnung alljährlich der Gesamt- Belegschaft durch Aushang bekannt zu machen ist. Wenn die Bechenverwaltungen feine Beiträge leisten, haben sie auch in der Unterstützungstasse kein Berwaltungsrecht; mehr als die Hälfte Size dürfen die Berwaltungen bezw. Befizer nicht haben, selbst wenn sie mehr Beiträge zahlen sollten. 7. Einführung von Grubenkontrolleuren, die alle zwei Jahre in geheimer Wahl von der Belegschaft aus ihrer Mitte gewählt und von den Rechenbejizern oder dem Staate bezahlt werden. Der zu wählende soll mindestens ein Jahr der Belegschaft angehören und 30 Jahre alt fein. 8. Reform des Knappschafswesens nach dem Programm der Arbeiterorganisationen. heirateten Arbeiter, ebenso an Invaliden, Witwen und Unverheiratete, 9. Gute Deputatkohlen zum Selbstkostenpreise an alle ber welche Eltern oder Geschwister zu ernähren haben( mindestens monat lich einen Wagen). 10. Beseitigung der vielen und zu harten Strafen. 11. In den Mietskontrakten der Bechenkolonien ist monatliche Kündigung aufzunehmen. 12. Humane Behandlung; Bestrafung und event. Entlassung aller die Arbeiter mißhandelnden und beschimpfenden Beamten. 18. Keine Maßregelungen, feine Abzüg: und Strafen wegen der Bewegung, insbesondere dürfen die Bewohner von Bechentolonien infolge des fegigen Streits nicht gekündigt und rausgefegt werden. 14. Anerkennung der Arbeiterorganisationen. Entlegene Zechen. Herne, den 13. Januar nachts. Aus einem Briefe unferes Z- Mitarbeiters. Ueber wesentliche Ereignisse kann ich heute nicht berichten, da ich feit Abgang meines legten Briefes auf abgelegenen Bechen gewesen bin und selbst nichts aus dem übrigen Revier erfahren habe. In ber hiesigen Gegend fanden heute mehrere Versammlungen statt für Belegschaften, die noch nicht im Streit waren. So zwei in Baukau, davon die eine in einer so dicht neben der Kirche gelegenen scheunenartigen Halle, daß ich anfangs glaubte, sie gehöre zur Kirche. Die Versammlungen nahmen denselben Verlauf wie alle bisherigen. Wo auch die Bergleute des Ruhrreviers zusammens fommen, fie haben überall dieselben Klagen. Ihre Beschlüsse konnte ich leider nicht abwarten, da ich eine Versammlung für die Morgenschicht der Zeche„ Mont- Cenis" in Solingen beiwohnen wollte, die bom Betriebsinspektor einberufen war. Die Hegrede des Herrn v. Bedliß an die Unternehmer blieb, wie nicht anders zu erwarten war, unbeantwortet. Handelsminister, der danach bas Wort ergriff, fand es nicht not wendig, den Arbeitgebern zu sagen, daß der Standpunkt, den ihnen fein Borrebner als den ihnen passenden anwies, einfach indiskutabel sei. Indem sich so die preußische Regierung eine günstige Gelegen Die von den Organisationen gewählte Kommiffion hat das heit entgehen ließ, alle scharfmacherischen Ueberhebungen nachdrücklich zurückzuweisen, verfäumte sie das allernotwendigste und allererste, folgende Schreiben an die Unternehmer- Organisation gerichtet: was ihr zur Wiederherstellung des Friedens beizutragen möglich war." An den Löblichen Verein für die Bergbaulichen Interessen für den Oberbergamtsbezirk Dortmund zu Händen des Herrn Was die Arbeiter des Ruhrreviers eigentlich wollten, das erfuhr Vorsitzenden. man im preußischen Abgeordnetenhause erst aus dem Munde bes Die ergebenft Unterzeichneten wurden am 12. Januar in der in An der Tür des Versammlungslokale stand ein treuer Wächter. Handelsministers. Sachlich war in seinen Aufklärungen am wichtigsten Effen stattgefundenen Delegiertenkonferenz für das Ruhrkohlenrevier die Mitteilung, daß er das Oberbergamt angewiesen habe, das Ber beauftragt, die beiliegenden Forderungen dem Löbl. Verein für die Ihm war gesagt worden, daß kein Mensch hineindürfe, der nicht mittleramt anzunehmen, wenn es ihm angetragen würde, und daß in Bergbaulichen Intereffen zu überreichen mit dem ergebensten Er auf den Schächten von Mont- Cenis" arbeite, und diese Anweisung feinem Auftrage ein höherer Bergbeamter Sonnabend morgens nach suchen, uns bis zum 16. Januar 1905, bormittags, gütigst Ihre war für ihn blindwaltendes Gefey. Auf welchem Schachte arbeiten Sie?" So fragte er mich ebenso dem Ruhrrevier abgegangen sei, um im Sinne des Friedens zu wirken. Stellungnahme mitzuteilen. In der Hoffnung, daß zwischen dem Im übrigen trat in den Ausführungen des Ministers das Bestreben deut genannten Berein und den Unterzeichneten Berhandlungen zu stande wie jeden anderen Eintretenden " Ich arbeite auf der Zeche Vorwärts"!" lich zutage, die Beschwerden der Arbeiter als möglichst unerheblich kommen, wodurch der jetzigen Bewegung Einhalt getan, der Friede hinzustellen. Was die Lohnfrage betrifft, wies er barauf hin, daß fahrvolle Erschütterung des ganzen Erwerbslebens verhindert wird, zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder hergestellt und die gedie Löhne seit der Depression von 1902 wieder in allmählichem zeichnen Steigen begriffen feien. Schlechte Behandlung möge ja wohl vor tommen, aber das sei wie bei den Soldatenmißhandlungen, die ja auch nur bedauerliche Einzelfälle seien. Das Wagenmullen habe Anlaß zu Differenzen gegeben, es würde sich vielleicht beseitigen und durch andere Disziplinarftrafen erfegen laffen. Herr Möller scheint das Liefern von unreiner Kohle als eine strafbare, nur burch In borzüglicher Hochachtung Effen- Ruhr, den 18. Januar 1005 Die gewählten Vertreter: Johann Effert, Alteneffen, Karlstraße. Kart Rühme, Bochum. H. Sachse, Bochum. M. Hausmann, Eichlinghofen. B. Hammacher, Oberhausen. J. Regulsti. Job. Bracstot. au " Die gehört nicht zu unseren Werken; da haben Sie hier nichts fuchen." Ich suchte ihm dann begreiflich zu machen, daß meine Beche eigentlich fein Kohlen, sondern mehr ein Papierbergwert sei; aber auch als er dahinter kam, was ich in der Versammlung wollte, hielt er sich an feine Anweisung. Auf das Erscheinen eines Berliner Berichterstatters zwischen den fernab der Straße gelegenen Schutthalben hatte der Betriebsinspektor nicht gerechnet und deshalb seine Autveisung nicht darauf zugeschnitten. Erst als der Betriebsinspektor selbst erschien, durfte ich in den Saal, hatte aber dann immer noch Dabei gab es in der Versammlung gar nichts, was das Licht der Deffentlichkeit zu scheuen gehabt hätte. Ganz im Gegenteil: Laut muß ich das innig kameradschaftliche Verhältnis der Herren Betriebsleiter zu den Vergleuten, das geradezu ausgesucht höfliche, bestechend zuvorkommende Auftreten der Herren gegen die Arbeiter rühmen. einige Anfechtungen von Bergleuten zu überstehen, die anscheinend es besser sei, zu Hause zu bleiben, statt unter Polizei- Aufsicht| Licht. Er lehnte es ab, gegen den jeht wehrlofen Häftling überängstlich bestrebt waren, bermutete Wünsche des Betriebsführers zu arbeiten. Pückler in der Weise zu heben, wie es gestern Herr Lenzzu erfüllen. mann getan hatte. Ein Aufruf des Bergarbeiter- Verbandes. Uns ist an dem Falle des Dreschgrafen überhaupt nur Der Bergarbeiter- Verband verbreitete an die Vergarbeiter des zweierlei interessant. Einmal daß ein Mann von seiner Ruhrreviers folgenden Aufruf; der vor der entscheidenden Konferenz Geistesbeschaffenheit jahrzehntelang Amtsvorsteher sein konnte, in Essen abgefaßt ist und alle Behauptungen über sozialdemokratische dann, daß er in einer ganzen Reihe von Gerichtsurteilen als Streifhezzereien bündig widerlegt. ,, vornehmer Aristokrat" und tiefreligiöser Mensch" bezeichnet und mit einer so seltenen gegen Proletarier nie geübten Wie bekannt, sind troy allem Abraten seitens der Organisationen Milde abgeurteilt wurde. Zum Fall Ruhstrat stellte Stadtdie Kameraden einiger Zechen im Dortmunder Revier in den Aus- hagen zunächst aus dem Wortlaut des Urteils fest, daß alle stand getreten und immer mehr Zechen schließen sich an. Die Kame seine Behauptungen über den Meister des Pokerns und der raden waren zu ſehr durch die Mißstände aufgestachelt. Dadurch Lustigen Sieben in den Gerichtsverhandlungen tatsächlich erist die Situation eine sehr ernste geworden und ist es unbedingte wiesen worden seien. Am Beispiel des Abg. Burlage zeigte Pflicht eines jeden Kameraden, unter allen Umständen auf Ruhe er, wie befangen die oldenburgischen Richter gegenüber den Meine Herren! so begann der Betriebsinspektor seine Ansprache, es freut mich, daß Sie unserer Einladung in so großer Zahl gefolgt find. Ich begrüße Sie herzlich. Gestatten Sie mir nun, Ihnen zu sagen, was uns bewogen hat, Sie zu dieser Zusammenkunft mit uns zu bitten. In dieser Weise, unter reichlicher Anwendung von Höflichkeitsformeln, legte er den Leuten dann dar, wie ein Streik und wvie Arbeiterforderungen in der Regel boit wohl= wollenden Unternehmern oder Oberbeamten beurteilt gu werden pflegen. Streit ist ein zweischmeidiges Schwert, Wünsche haben wir alle, wer hätte wohl feine Wünsche, selbst die Reichsten haben Wünsche, jeder sucht seine Lage zu verbessern, wir verstehen, daß auch Sie Ihre Lage zu verbessern streben, wir sehen im Arbeiter keineswegs nur die Arbeitsmaschine, Im jondern auch Gegentei Er riet also den Arbeitern dringend vom Streit ab, natürlich mit der ausdrücklichen Versicherung, daß das nur im Interesse der Arbeiter geschehe. Die Beamten seien ja da ganz uninteressiert, sie hätten keinen Schaden davon, wenn die Arbeiter streiften. Schließlich machte er den Vorschlag, die Arbeiter( es waren gegen tausend Mann anwesend) sollten eine Kommission wählen, die der Direktion die Wünsche der Belegschaft vortragen solle. Heut Wünsche vorzutragen, bitte er zu unterlassen, da er nicht berechtigt sei, Wünsche entgegenzunehmen. Danach sprach der Betriebsführer, der die Versammelten als Kameraden und meine werten Bergleute" anredete. Er sagte das. selbe wie der Betriebsinspektor. Die Versammlung erfüllte auch den Wunsch der Beamten. Es fprachen einzelne Bergleute zu dem Vorschlage, eine Kommission zu tvählen. So wenig mun eigentlich diese Versammlung ausgemacht hat, so ist sie doch immerhin symptomatisch. Erstens das Abmahnen der obersten Werksbeamten vom Streit, das dieser Absicht angepaẞte ausgesucht höfliche Auftreten der Beamten, das den so überein stimmenden Klagen der Bergleute vollständig widersprach, das frei willige Anerbieten, mit den Arbeitern zu verhandeln; und dann noch eins der erste Bergmann, der sich zu dem Vorschlage äußerte, stelté in sehr geschickter Form die Bedingung auf, daß die Kommission aus Angehörigen der drei auf der Zeche vertretenen Organisationen bestehen müsse. Er stellte in den Vordergrund nicht die Zugehörigkeit der Kommissionsmitglieder zur Organisation, sondern die Briorität unter den Angehörigen der verschiedenen Organisationen. Und die Betriebsleiter erklärten das für ganz selbstverständlich, so daß sie damit eine so unumwundene Anerkennung der Organisation aussprachen, wie sie Arbeiter anderer Berufe bisher noch immer vergeblich erstreben. Die Kommission wurde denn auch zusammengefeßt aus je einem Mitglied des alten Verbandes, des christlichen Verbandes und der polnischen Berufsorganisation. " 11 Der Betriebsinspektor mahnte dann noch, man möchte doch auch für richtige Aufklärung der fremdsprachlichen Herren sorgen( sonst mögen sie wohl Polladen heißen), weil die wegen mangelnder Sprachbeherrschung am leichtesten irrezuführen feien. Zum Schluß bat der Betriebsinspektor die Kommission noch, ihre Erwartungen nicht zu hoch zu spannen. Es sei jetzt eine schlimme Zeit, die Industrie liege danieder; gerechte Wünsche der Arbeiter würde die Direktion gern erfüllen, allzu ausschweifende Wünsche aber könne sie nicht erfüllen. So ging denn die Versammlung nach etwa einstündiger Dauer in scheinbar vollster Harmonie mit den Unternehmervertretern auseinander. Aber unter der Asche glimmt es. Berschiedene fleine Züge in der Versammlung bewiesen, daß mit diesem Honigseim die Arbeiter nicht mehr abzuspeisen sind. Auch die Zeche" Mont- Cenis" wird Taten sehen lassen müssen. Bei einem Besuch auf Zeche, Konstantin der Große", Die etwa 4 Tausend Mann Belegschaft hat, sah ich die Leute in Massen mit ihren Kleiderbündeln, die in blaue oder weiße Tücher eingeschlagen sind, nach Hause ziehen. Vorläufig hat der Streik nichts Schreckliches für fie. Sie empfinden es zunächst offenbar nur als eine Erleichterung, endlich einmal des Joches ledig zu sein und endlich zu einem Entschlusse zur Tat gekommen zu sein nach dem langen Zögern. Ich besuchte dann einige Zu einer genauen Beschreibung komme ich wohl später noch; jetzt ,, Bergmannsvillen". nur so viel, daß es ein unverschämter Wucher ist, den Arbeitern für diese Löcher Mieten von 18 M. bis 28 M. im Monat abzunehmen. # * * In Langendreer war heut Nachmittag eine Francnversammlung. An tausend Frauen waren anwesend und begeistert für den Streif. In der Diskussion trat eine ältere Frau auf, die die Klagenden auf die Hülfe des Gebets verwies. Das schienen die andern längst schon nuglos erprobt zu haben. Sie fingen an zu lärmen, die Rednerin mußte abtreten und schließlich wurde die überfüllte Versammlung so unruhig, daß der überwachende Beamte die Auflösung für nötig hielt. D Bochum, 14. Januar. Kameraden! und Ordnung zu sehen. Denn sowie irgend eine Ruhestörung eintritt, sind die strengsten Redakteuren des„ Residenzboten" seien, und daß fie Rache Maßnahmen der Behörden die Folge und dann wird diese Be- nähmen, nicht Recht sprächen, wenn sie entgegen dem alt- oldenwegung ungünstig, zum Schaden der Arbeiter ausfallen. burgischen Rechtsgrundsay:" Niemand soll richten, der dem AnAlso, Kameraden, wirft auf Eure Kollegen ein, daß auch nicht geklagten feindlich gesinnt ist," über sie zu Gericht säßen. Nach einer einen derartigen Fehler macht. Ruhe und Ordnung muß scharfsinnigen Untersuchungen über das Wesen der Kollektivunter allen Umständen herrschen, sonst geht unsere gerechte Sache beleidigung, der Beleidigung eines ganzen Standes, deren verloren. Meidet den Alkoholgenuß so viel als möglich, haltet Euch den Kopf fühl, damit jeder bei guter Vernunft bleibt, nichts Begriff er für vollkommen haltlos erklärte, verspottete er wikig Unrechtes tut. Laßt Euch auch von der Polizei, wenn sie schroff den Don Quirote- Eifer des Zentrumskämpen Burlage gegen und provozierend auftreten sollte, nicht zu unüberlegten Schritten den Simplizissimus"-Schmuh, indem er ihn an die Verhinreißen. leumdungen der„ Germania" und anderer edler Drgane für Meldet uns per Telephon( Nr. 1391 Bochum) alle sich dem Wahrheit, Freiheit und Recht" über das Privatleben soziaStreit anschließenden Zechen und wichtigen Vorkommnisse, nament- listischer Abgeordneter erinnerte. Zum Schluß stellte er noch lich auch Beschwerden über zu schroffes Vorgehen der Behörden. einmal die zwei Tatsachen einander gegenüber: Der Redakteur Heute Donnerstag, den 12. Januar cr., wird die Revierfonferenz Biermann wird wegen der angeblich ehrlosen Verleumdung entscheiden, ob und welche Forderungen an den Verein für berg- des Justizministers zu einer unerhört harten Gefängnisstrafe bauliche Interessen und an die Bechen gestellt werden. Den entscheidenden " " Beschlüssen dieser Revierkonferenz, an der alle vier Organisationen verurteilt, die durch die Art der Strafvollstreckung zu einer teilnehmen, müssen sich alle Stameraden fügen, auch wenn die Tortur des Mannes ausartet; der Justizminister Ruhstrat Aufhebung des Streits beschlossen wird, muß jeder Folge leisten. findet für die sicherlich ehrlose der Beleidigung Sollten die Konferenzbeschlüsse nicht alle befriedigen, so können wehrlosen Bittstellerin Frau Biermann mildere Richter, die zwar da und dort von Belegschaftsversammlungen noch neben ihn in eine Geldstrafe von 100 m. nehmen. Aber Herr fächliche Beschliffe gefaßt werden, aber bezüglich der Hauptfragen Lenzmann wird weiter bestreiten, daß es Klassenjustiz gibt. und Hauptforderungen kann nur das gelten, was die Revierfonferenz beschließt. Kameraden, zeigt Disziplin, zeigt, daß Ihr Männer feid, zeigt, daß Ihr organisiert seid! Haltet die Unorganisierten in Baum und Bügel und führt sie der Organisation zu! Alle Mann an Bord, alle in die Organifation, nicht einer darf der Drganisation fernbleiben. Nur Einigkeit und eine starke Organis fation führt zum Ziele und kann den trozigen Grubenherren etwas abgewinnen. Sorgt ja dafür, daß alles ruhig und in Ordnung sich abspielt, damit die Polizei nichts zu tun bekommt. Hoch die Einigkeit und Disziplin! Folgt Euren Führern! Mit Glückauf! H. Sachse, Verbandsvorsitzender. Kohlensyndikat, Regierung und Streik. Das Kohlensyndikat hat ein Rundschreiben erlassen, in dem es heißt: " Dauer und Umfang der Bewegung ist bei der gegen wärtigen Lage nicht zu ermessen. Wir glauben aber, daß die Bewegung nicht von Dauer sein wird, und hoffen, daß binnen kurzem die Förderung sich wieder so gestalten wird, daß der Versand in gewohnter Weise aufgenommen werden tann." Die Diese Rede Stadthagens löfte endlich dem Staatssekretär Nieberding die Zunge. Er teilte mit, daß die Reichsbehörden in Oldenburg angefragt hätten, ob in der Behandlung Biermanns und Schweynerts die Reichsgeseze gewahrt seien und vollkommen befriedigende Auskunft erlangt hätten. oldenburgischen Behörden sind so gut legitimiert zu dieser Auskunft wie der Königsberger Generalfonful zum Uebersetzen. Noch zwei bürgerliche oldenburger Abgeordnete ergriffen zu diesem Falle das Wort. Herr Burlage zog sich im Gegensatz zu seinem provozierenden Auftreten in der vorgestrigen Debatte heute borsichtig zurück und wollte nichts gesagt haben. Der Freisinnige Bargmann erklärte einerseits die oldenburgischen Richter für unbefangen, andererseits ein außeroldenburgisches Gericht für unbefangener. Einerseits die Behandlung Schwehnerts für fein Staatsverbrechen, andererseits für reichsgesetzwidrig und dem Gerichtsurteil zuwiderlaufend. Wahrscheinlich wollte er beweisen, daß sich nicht nur die Nationalliberalen mit zwei Seelen abfinden könnten. dieser Der Rest der Debatte wurde durch drei Duelle von Abgeordneten ausgefüllt. Der Reichsparteiler Stockmann schloß in der Verteidigung der preußischen Dänenverfolgungen Das Kohlensyndikat vergütet den Zechen für jede infolge gegen den Dänen Jessen recht schlecht ab; der Abg. des Streiks nicht gelieferte Tonne 1,50 M. Bruhn( Antisemit) gab einige antisemitische Anekdoten vom In einer geheimen Vorstandssitung des Syndikats nahm Freisinnshelden Lenzmann zum besten, und man am Sonnabend Stellung zu den Arbeiterforderungen. revangierte sich durch plumpe Ausfälle gegen den Genossen Der Speziale" Scherls glaubt genug erfahren zu haben, Stadthagen. Und der Zentrums- Abgeordnete Schmidtum fagen zu können, daß keine völlig ablehnende Antwort Warburg verteidigte gegen den Freijinnigen Schrader die ergehen wird". jezige Fassung des Gotteslästerungs Paragraphen. Montag soll die Debatte fortgesezt werden. " Wir glauben genug erfahren zu haben, um sagen zu können, daß die Arbeiter keineswegs eine nicht völlig ablehnende" Antwort, sondern nur die Genehmigung ihrer billigen Forderungen befriedigen wird. Nach einer Korrespondenz beabsichtigt die Regierung im Falle der Proflamation des Generalstreifs Kontmissare in das Ruhrrevier zu entsenden zu dem Zwecke, mit beiden Parteien Fühlung zu suchen und eventuell eine Einigung vorzubereiten. Eine Mag Lorenz- Verschwörung. May Lorenz, der das Gras wachsen hört, hat ermittelt, daß es sich bei dem Streif um eine tenflisch fluge Verschwörung der SozialDemokratie handele. Man wolle durch den Ausstand die Macht des Zentrums brechen. Daher sei es Das Dessauer Kriegsgerichtsurteil. Das Revisionsverfahren des Oberkriegsgerichts in Sachen des Dessauer Kriegsgerichtsurteils ist heute zu Ende gegangen. Bekanntlich waren durch das Urteil der ersten Striegsgerichtsinstanz in Dessau der Gefreite Günther und der Musketier Voigt wegen Meuterei zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Ihrer Verurteilung lag folgender Tatbestand zu grunde: Die beiden Angeklagten hatten sich in einem Tanzlokal bei Dessau vergnügt. In dem Tanzlokal befand sich auch der schwer angetrunkene Unteroffizier Heine. Als Heine das Lokal ver ließ, traf er auf zwei junge Mädchen, die„ Bräute" der beiden ,, auch ohne weiteres flar, warum der Streit zu einer möglichst un- Angeklagten. Er sprach sie an, und als er feine Antwort günstigen Zeit inszeniert worden ist, so daß er notwendigerweise erhielt, versetzte er einem der Mädchen einen Stoß, daß es verloren gehen muß. Siegte die streikende Arbeitermasse, so sagten zu Boden fiel. Als im selben Augenblick auch Günther sich die katholischen Arbeiter: Auch auf dem Boden der bestehenden und Voigt das Lokal verließen und von dem Vorfall erStaats- und Gesellschaftsordnung können wir unsere Forderungen fuhren, eilten sie Heine nach, um ihn zur Rede zu stellen. und Ziele erreichen; also brauchen wir die Sozialdemokratie nicht." Der Unteroffizier gab jedoch keine Antwort, sondern zog das Unterliegen dagegen die Arbeiter, so feffelt sie gemeinsamer Groll und gleiches Leid an die sozialdemokratischen Waffenbrüder und Seitengewehr und schlug um sich. Voigt entwvandt dem Anläßt sie an der Zentrumspartei verzweifeln, die als herrschende getrunkenen die Waffe, gab sie ihm aber gleich wieder zurück. Bartei" nicht einmal ihre Anhänger vor der schmählichen Nieder- Heine riß nun dem Musketier das Seitengewehr aus der lage hat bewahren können oder wollen." Scheide und lief mit beiden Waffen davon. Die Angeklagten Es ist ja nichts leichter, als diese höllische Intrige der Sozial- verfolgten Heine und entrissen ihm wiederum das dem Voigt demokratie zu durchkreuzen, die die Arbeiter in einen ungünstigen Streit hest: Die Unternehmer brauchen nur die Forderungen zu bewilligen! Dann ist die Sozialdemokratic blamiert! Politifche Ueberficht. Berlin, den 14 Januar. ( Bericht unseres Z. Mitarbeiters.) gehörige Seitengewehr. Bei dem Handgemenge kam der Die Arbeit unter Polizei- Aufsicht. Unteroffizier zu Fall, worauf er mit seiner eigenen Waffe unt fich hieb. Das Striegsgericht fah in dieser Handlung der AnAuf einzelnen Schächten, auf denen gefeiert wird, hatte ich bereits die ganz unnüt herumflanierende Gendarmerie geklagten den Tatbestand des militärischen Aufruhrs, gesehen. Man sagte mir, daß die Schächte, die noch arbeiten, des tätlichen Angriffes und der Achtungsverlegung gegen einen noch besser bewacht werden. Auf Shamrod I und II habe Vorgesetzten und erkannte auf fünf Jahre Zuchthaus! Die Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht gelangte zu ich es heute zur Frühschicht beobachtet. Diese Schächte waren Die Skandalchronik der Rechtsprechung. schon mehrmals als im Streit befindlich genannt worden. einer ganz wesentlichen Aenderung des erstinstanzlichen Urteils. Tatsächlich ist aber auch heute noch die Frühschicht so gut wie Der Reichstag fonnte heute nicht die sozialdemokratische Bei den diesmaligen Feststellungen des Ober- Kriegsgerichts vollzählig eingefahren. Von 14 Uhr bis 5 Uhr tamen die Leute Interpellation über den Bergarbeiterstreit im Ruhrrevier behandelte es sich darum, festzustellen, ob die beiden Verurteilten ununterbrochen. Aber unter Polizei- Aufsicht. Vor dem Zechen Handeln. Der Reichskanzler zieht es vor, da er die Reichs- weiter gegangen seien, als aus Notwehr unbedingt nötig war. tore sowie auf der Zugangsstraße waren berittene Gendarmen angelegenheit der Handelsverträge in das Klassenparlament In dieser Beziehung hatte die Dessauer KriegsgerichtsSie und Schußleute zu Fuß postiert. Ich zählte acht berittene verschleppt, dort auch ein paar harinlose Phrasen über den Instanz eine ganz eigenartige Stellung genommen. und sechs zu Fuß, auf dem Zechenplay waren gleichfalls Riesenkampf der Bergarbeiter zu sprechen, wo deren legitimierte hatte erklärt, daß Voigt und Günther die Notweye überschritten Gendarmen aufgestellt und dieser Polizeischutz scheint dauernd Vertreter ihm auf den Zahn zu fühlen nicht in der Lage sind. hätten; einem Borgesetzten gegenüber gäbe es keine Notwehr, auf der Zeche eingerichtet zu sein; ich kam gerade hinzu, als Jedenfalls nicht vor Mittwoch und jedenfalls nur im aller- fondern nur eine Abwehr"; ein juristischer Begriff, der gar ein Trupp Berittene abgelöst wurde. Es war eine richtige beschränktesten Umfang ist die hohe königliche Staatsregierung nicht eristiert und der erst von dem Kriegsgericht in Dessau Belagerung. Wie man mir sagte, ist die Bewachung der bereit, diese Interpellation, bei der jede Stunde Verzögerung entdeckt worden ist. Das Dessauer Striegsgericht war der AnArbeiter noch nicht zu Ende, wenn sie die Polizisten und unübersehbaren Schaden stiften kann, vor der Vertretung des sicht, daß die beiden Angeklagten sich überhaupt nicht hätten Gendarmen passiert haben. Sie werden sofort von Beamten deutschen Volkes zu beantworten. zur Wehr setzen dürfen, sondern daß sie den Säbelhieben des in Obhut genommen und bleiben unter dieser Aufsicht bis sie So wurde denn heute die Generaldebatte über die deutschen Heine einfach passiven Widerstand hätten entgegensetzen umgefleidet zum Einfahren bereit stehen. Dabei ist niemand Rechtsverhältnisse fortgesezt, ohne zu Ende zu kommen. Ge- müssen. Das Dessauer Kriegsgericht hat allerdings auch Heine da, der die Einfahrenden von der Arbeit abhalten will. noffe Stadthagen, der als erster Redner zu Wort fam, bestraft, und zwar wegen Ueberschreitung der Notwehr, aber Auch Zeche„ Konstantin" fand ich noch um 6 Uhr von mehreren nagelte zunächst das Zentrum auf seine widerspruchsvolle im Verhältnis zu der gegen Voigt und Günther erkannten Polizeiposten besetzt. Wenn Th. Th. Heine sein bekanntes Stellung zum Rechte der ländlichen Arbeiter und die Frei- ungeheuerlichen Strafe nur zu einem Minimalstrafmaß von Bild noch einmal zeichnete: rechts die Fabrik, links das Zucht- sinnigen auf dem Geständnis des Herrn Kopsch feft, daß das drei Monaten Gefängnis. haus, zu beiden je ein schmaler Weg auf hohem Damme Gesez über Entschädigung unschuldig erlittener Untersuchungs- Bei der jetzigen Verhandlung handelte es sich, wie gesagt, führend und davor der Schuhmann, der dem Arbeiter die volle haft, dem sie zugestimmt haben, halbe Arbeit und schon jetzt darum, festzustellen, ob die beiden Verurteilten in ihrer Freiheit gibt, zu wählen er fönnte das einfacher machen. nach einer Frist von ein paar Monaten dringend reform. Notwehr zu weit gegangen seien. Ferner fragte es sich, ob Der Gendarmerieposten vor dem Bergiverke, in das die Arbeiter bedürftig sei. In der Hauptsache aber stellte er noch einmal der Aussage des Unteroffiziers Heine irgend welche Bedeutung freiwillig hineingehen, der vereinigt die Fabrit mit dem Zucht- die beiden auffälligsten und sonderbarsten Prozesse aus der beizumessen sei. Das Kriegsgericht der ersten Instanz hatte hause. Vielleicht sagen sich nun erst recht die Bergleute, daß letzten Zeit, den Ruhstrat und den Pückler- Prozeß, ins rechte angenommen, daß Heine nicht vollständig betrunken ge wesen sei und daß der zweite Angriff gegen ihn keinen der Begründung, daß die Frage nicht zuvor im Parteivorstand dis- können diese Berichte mit ihren Budgetaufstellungen keinen Anspruch Aft der Notwehr dargestelt habe, daß vielmehr der ge- kutiert worden sei, worauf Zahle, der Woriführer der Antragsteller, machen. Sie sind unter Wittes Leitung des russischen Finanzmeinsam unternommene Angriff von Voigt und Günther erklärte, daß man sich unter diesen Umständen auf eine ministeriums zu einem bloßen Mittel geworden, alljährlich der Welt den Charakter des Aufruhrs gegen einen Vorgesetzten ge scheint denn auch nach dem jetzt vorgefallenen unvermeidlich zu die russischen Finanzen und um die Entwickelung des ganzen Sprengung der Partei vorbereiten müsse. Eine solche in geschraubten Worten zu verkünden, wie prächtig es unt tragen habe. In der heutigen Vernehmung erklärte jedoch sein. Heine selbst, daß er sich auf die damalige Situation absolut nicht mehr besinnen könne, da er vollständig betrunken gewesen sei. Parlamentarifches. russischen Wirtschaftslebens bestellt ist; und es ist kein Grund vorhanden, anzunehmen, daß der jezige Finanzminister bei der Abfassung seines Berichts nach anderen Grundsäßen verfahren fein Unter diesen Umständen gelangte denn auch der Vertreter sollte als sein Vorgänger. Die Buchhaltung im russischen Finanz Die Geschäftsordnungs- Kommiffion des Reichstages beschäftigte der Anklage zu einem wesentlich anderen Standpunkt als das sich heute während der Plenarsizung mit einer Reihe von Anträgen ministerium und seinen Unterabteilungen ist von anderer Qualität Kriegsgericht der ersten Instanz. Er erklärte, daß die An- auf Genehmigung zur Strafverfolgung gegen Abgeordnete während und Art als in fonftitutionellen Staaten. Wiederholt ist geklagten nur in der Notwehr gehandelt hätten und nicht der Dauer der Session. Es lagen vor gegen den Abg. Scheide im letzten Jahrzehnt von russischen Nationalökonomen ſelbſt, weiter gegangen seien, als unbedingt notwendig gewesen mann( Soz.) zwei Privatflagen wegen Beleidigung durch die Presse, vornehmlich von Butmi und Jisaieff, nachgewiesen worden, wäre. Sie hätten dem Unteroffizier zwar zweimal das Seiten- eine ebenfolche gegen den Abg. Schmidt Frankfurt( Soz.), eine daß die Angaben des russischen Budgets absolut unzuver. gewehr abgenommen, es ihm aber jedesmal sofort wieder gleiche gegen den Abg. Gerstenberger( 3.) und schließlich ein lässig sind, den Rechnungsnachweisungen der Reichskontrolle zurückgegeben. Der Angeklagte Günther habe sich in der Lage Strafantrag gegen den Abg. Drees bach( oz.) wegen Vergebens widersprechen und zum Teil auf den wundersamsten Rechnungsbefunden, das Dienstmädchen Regel schüßen zu müssen. Er gegen das Vereinsgefes, weil er nach Auflösung einer Versammlung kunststücken beruhen. Ein von Herrn Witte sehr beliebtes Kunststück habe es doch nicht deshalb schußlos lassen können, weil der noch eine Ansp.ache gehalten haben soll. In allen diefen Fällen Täter sein Vorgesetzter gewesen sei. Hingegen habe das ganze Verhalten des Heine bewiesen, daß er seiner Sinne absolut nicht mehr mächtig gewesen sei. Trotz dieser Auffassung plädierte jedoch der Vertreter der Anklage nicht etwa auf Freisprechung, sondern nur eine Herabsetzung der in der ersten Instanz erkannten Strafe. bersagte die Geschäftsordnungs- Kommission die Genehmigung. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatze. Russische Beunruhigungsversuche. war es zum Beispiel, die für die Reparatur der Staatseisenbahnen ausgegebenen Summen nicht als Reparaturkosten buchen zu lassen, sondern auf Kapitalfonto als für Neuanlagen ausgegebene Beträge. Dazu kommt diesmal ein Umstand, der den Wert des Berichts noch zweifelhafter erscheinen läßt als sonst. Nach einer Verfügung des Zaren vom Jahre 1890 sollen in die gewöhnlichen FinanzAus Tokio sind Nachrichten eingetroffen, die beweisen, daß vorschläge während eines Krieges die besonderen Kriegskredite Auch dieser Strafantrag wird der Deffentlichkeit un- die russische Kavallerie, die während des ganzen und Ausgaben nicht eingestellt werden, sondern solche Summen, wie geheuerlich erscheinen. Der öffentliche Ankläger hat angenommen, Krieges eine überaus traurige Rolle gespielt hat, fie der Frontstärke der Truppen in Friedenszeiten entsprechen, d. h. Baß die Angeklagten nur in der Notwehr gehandelt haben, er endlich den Versuch unternommen hat, durch umgehungs also völlig fingierte Ziffern. Tatsächlich bringt der Budgetbericht * hat angenommen, daß der Vorgesetzte sinnlos betrunken war manöver und Streifzüge die Japaner zu beunruhigen. Nach denn auch über die bisherigen Kriegskosten nur wenige unkontrollierund die tollsten Exzesse beging. Trotz alledem verlangte er, den Tokioer Meldungen sind stärkere Stavallerie- Abteilungen bare und unzuverlässige Angaben. daß im Interesse der eisernen Disziplin", die unter den sowohl um die östliche wie um die westliche Flanke der Veranschlagt werden im Bericht die ordentlichen Staatseinnahmen Soldaten nun doch einmal herrschen müsse, auf eine hohe Japaner hinaus vorgedrungen und haben versucht, die für das Jahr 1905 mit 1977 045 618, außerordentliche Einnahmen Freiheitsstrafe erkannt werde, eine Freiheitsstrafe, die noch Eisenbahnverbindung zwischen der Haupt- 17 588 638, hiervon aus den Barmitteln der Staatsrentei 14 838 638 doppelt und mehr so hoch ist, als die gegen Heine bean- ftellung der japanischen Mandschurei- Armee Rubel; ordentliche Ausgaben 1 916 065 571, außerordentliche Ausgaben tragte Strafe von sechs Monaten Gefängnis! und Port Arthur resp. Niutschwang zu zer- 78 568 685; der Etat balanziert in Einnahmen und Ausgaben mit Der öffentliche Ankläger begründete im Interesse der stören. Es ist ihnen in der Tat auch gelungen, leichtere 1994 684 256 Rubel. Die ordentlichen Einnahmen übersteigen also Disziplin diese Strafe damit, daß auch disziplin Berstörungen an der Eisenbahnlinie vorzunehmen. Die Japaner die ordentlichen Ausgaben um 60 980 047 Rubel. An Einnahmen widrige Elemente dem Heere angehörten und daß diese haben dann jedoch diese Streifkommandos, deren eines, das werden erwartet: Dirette Steuern 139 361 354, indirekte Steuern durch drakonische Strafen eingeschüchtert werden müßten. Dies gegen Niutschwang manövrierte, gegen 2000 Mann start ge- 399 838 500, Gebühren 105 324 374, Staatsregalien 592 791 800, Argument kann um so weniger für den vorliegenden Fall in wesen sein soll, angegriffen und zurückgeschlagen. In einem Ge- Staatseigentum und Kapitalien 579994897, diverse 159 735 193 Rubel. Betracht kommen, als sowohl Günther wie auch Voigt von fecht sollen die Russen 80 Mann, in einem anderen sogar 200 Von den außerordentlichen Ausgaben entfallen für Staatsschulden ihren militärischen Vorgesetzten das Zeugnis tüchtiger, verloren und sich fluchtartig zurückgezogen haben. Nach einer Lesart 303018 190, höchste Staatsinstitutionen 3418045, für den Heiligen Synod einwandfreier Soldaten ausgestellt worden ist. soll dieses russische Angreifen speziell zu dem Zweck unternommen 28 952 790, Hofministerium 16 127 920, Ministerium des Aeußern Trotz alledem sollen im Interesse der Disziplin auch Unschuldige werden, die Artillerie abzufangen, die dem japanischen Haupt- 5 704 055, Striegsministerium 367 054 867, Marineministerium zu schweren Strafen verurteilt werden! heere von Port Arthur aus zugeführt wird. Diese Versuche 116 637 050, Finanzministerium 341 640 895, Ministerium für Acerfind nicht erreicht worden und werden auch schwerlich erreicht bau und Domänen 47 322 933, Ministerium des Innern 108 603,833, werden, da die Japaner alles aufbieten, um den russischen Unterrichtsministerium 43 068 486, Verkehrsministerium 448 299 104, Vorstößen sofort energisch entgegenzutreten. Seehandels- Schiffahrt und Häfen 12 346 668, Justizministerium 49 854 629, Staatsfontrolle 9 173 326. Interessant ist, daß nach den Angaben des Berichts die Einnahmen aus dem Branntivein- Verkauf während der ersten neun Monate des Jahres 1904 um 6,9 Millionen Rubel, die Zolleinnahmen um 7 Millionen Rubel zurückgegangen find. Ueber die Kriegsausgaben heißt es im Bericht: 0 Wenn auch durch das heute gefällte Urteil des OberKriegsgerichts dem Urteil der ersten Instanz seine furcht bare Schärfe genommen worden ist, so wird trotz alledem die öffentliche Meinung und deren Vertretung auch an dem neuen Urteil ausdrücklichste Kritik üben müssen, denn im Grunde genommen besagt das Urteil doch nur wiederum, daß es gegen militärische Vorgesetzte auch bei den gröblichsten Ausschreitungen derselben eine Notwehr nicht geben könne! Die konservative Interpellation über die Handelsverträge ist mit Absicht erst jetzt eingebracht worden, um dem Reichskanzler die Versöhnung des Reichstags zu ermöglichen, daß er zuerst im preußischen Abgeordnetenhause Rede stand. Darum verzichten auch die Konservativen auf eine Beratung der Interpellation in den nächsten Tagen.Als Herrgott selbst, nicht als seinen Stellvertreter dünkle sich der Unteroffizier Rehbod vom 106. sächsischen Infanterie- Regiment in Leipzig; denn er ließ die Refruten eines Tages im Spätjahr, nachdem er sie, wie so oft, gehörig gezwiebelt hatte, im Kreise um ihn herum niederknieen, wobei sie ihn mit gefalteten hocherhobenen Händen anbeten mußten. Aber nicht nur diesen Unfug verübte Rehbock, sondern er trattierte die Rekruten unter Beschimpfungen auch mit Schlägen und Büffen. Namentlich hatte er es auf den Rekruten Naumann II abgesehen, den er mit Kolbenstößen, Fauftschlägen und Fußtritten so regalierte, daß dieser mehrere Tage dienstunfähig war. Das führte dann schließlich zur Verhaftung Rehbods und zu seiner Verurteilung zu fünf Jahren Gefängnis und Degra dation. Namentlich wegen der letzteren legte er Berufung beim Oberkriegsgericht ein; aber dieses verwarf sie nicht nur, sondern attestierte Rehbock noch, daß er tatsächlich ein Leuteschinder niedriger mit Gesinnung sei. Husland. Frankreich. Zur Kabinettstrije. Der Zar für die Fortdaner des Krieges. Der Zar hat einen Tagesbefehl an Armee und Flotte erlassen, in dem er die Fortdauer des Krieges proklamiert. Der Tagesbefehl lautet: ·" Petersburg, 14. Januar. Port Arthur ging in die Hände des Feindes über. Elf Monate währte der Verteidigungskampf; über sieben Monate war die ruhmreiche Garnison von der Außen welt abgeschnitten. Der Hülfe beraubt, ohne Murren die Ents der Ausgaben zum Beginn des neuen Jahres decken. Ein anderer behrung und die moralischen Qualen während der Entwickelung Teil dieser Summe wurde verwandt für verschiedene Anschaffungen, der Erfolge des Gegners ertragend, Leben und Blut nicht Die Gesamtsumme der bis zum Schlusse dieses Jahres in allen Ressorts eröffneten außerordentlichen Kriegsfredite beträgt 621 000 000 Rubel. Ein Teil dieser Summe wird noch einen Teil wieder herstellen würden. Ez kann, Der schonend, hielt eine handvoll(?) russischer Leute in der festen für welche auch noch Zahlungen im nächsten Jahre geleistet werden Hoffnung auf Entsat die wütenden Angriffe des Gegners müssen. Im Januar 1904, d. h. vor Ausbruch des Krieges, veraus. Mit Stolz berfolgte Rußland ihre Heldentaten. die fügte die Reichsrentei über einen freien Barbestand von 352,4 Millionen ganze Welt beugte sich vor ihrem heldenhaften Sinne. Rubel. Nach Ausschluß von 195,8 Millionen Rubel für Dedung Doch täglich lichteten sich ihre Reihen. Die Kampfmittel außerordentlicher Ausgaben, die im Staatsbudget für 1904 auf gingen unter dem Andringen stets neuer feindlicher Kräfte aus, geführt find, erreichte der völlig freie Barbestand der Staatsrentei die Höhe von 256,6 Millionen Rubel. fie mußten, ihre Heldentat vollendend, der Uebermacht- erliegen. Einschränkung der Staatsausgaben brachte der Staatsrentei Die allerhöchst vorgesehene Friede der Asche und ewiges Andenken den unvergeßlichen Russen, 348.3 Millionen Rubel. Außerdem ergab die im April erfolgte welche bei der Verteidigung von Port Arthur umkamen. Fern von Rußland starbt Ihr für Rußlands Sache, erfüllt von der Liebe Emission 5prozentiger Schatzscheine und 8,6 prozentiger im Auguft somit betrugen die zu Kaiser und Vaterland. Euch Lebenden sei Ruhm! Gott heile insgesamt 432 Millionen Rubel, und Mittel der Staatsrentei mit zusammen. oben erwähnten Eure Wunden und schenke Euch Kraft und Geduld, die auf- 356,6 Millionen Rubel und 148,3 Millionen Rubel außer den erlegte neue schwere Prüfung zu tragen! Unser Gegner Aus dieser ist kühn und start, unsäglich schwer ist der Kampf büdgetmäßigen Ressourcen 736,9 Millionen Rubel. mit ihm 10 000 Werst fern von den Quellen unserer Kraft. Summe sind auszuscheiden 19,5 Millionen Rubel für die im Aber Rußland ist macht voll. In seinem tausend- Budget 1904 unvorgesehenen Ausgaben, wie Zinsen für neu jährigen Leben gab es noch schwerere Prüfungen und kontrahierte Anleihen 2c., die übrigen 717 Millionen bilden die noch drohendere Gefahren, und jedesmal ging es aus dem Kampf Mittel, welche im Jahre 1904 zur Deckung der Kriegsausgaben neugestärkt und mit neuer Macht hervor. Unsere Mißerfolge find benutzt und zum Teil bestimmt waren. Diese Hülfsmittel wurden schwer. Zudem wir unsere Verluste beklagen, wollen wir nach vorliegenden Angaben für 10 Monate nicht geringer durch die uns nicht verwirren lassen. Mit ganz Rußland ver- Resultate der Realisierung des Budgets für das abgelaufene Jahr, traue ich, daß die Stunde des Sieges bald anbricht; obgleich die ordinären Staatseinnahmen im Jahre 1904 nicht so ich bitte zu Gott, daß er die mir teuern Truppen und die Flotte erfolgreich eingehen können, wie dies im Jahre 1903 der Fall war." So heißt es wörtlich im Wolfffchen Telegramm; die segne, damit sie vereint den Feind niederwerfen und Paris, 14. Januar. Die von Jaurès in der Kammer einzutdie Ehre und den Ruhm Rußlands stützen. 8ahlen stimmen jedoch nicht. Entweder giebt das bringende Tagesordnung, von welcher das Schicksal des Kabinetts Aus dieser Proklamation geht hervor, daß der Zar tros Telegramm sie unrichtig wieder, ober es find bei abhängen wird, lautet wie folgt: Die Kammer, entschlossen, die der Abfaffung des Berichts bem Verfasser Reformen betreffend die Einkommensteuer, Trennung zwischen Kirche aller Mißgeschicke, die seine unseligen Truppen getroffen haben, poffierliche Rechenfehler unterlaufen. und Staat und die Arbeiter- Altersklassen durchzuführen und gewillt, gar nicht daran denkt, den Krieg aufzugeben. Der Friedens falls die Endiumme richtig ist, und diese scheint richtig ausgeworfen jebe Obstruktion zurückzuweisen, vertraut der Regierung hinsichtlich der Bar erflärt vielmehr, daß er zuversichtlich hoffe, daß bald in zu sein, der Barbestand der Reichsrentei nur 156,6 Millionen Rubel, Durchführung des Programms und geht zur Tagesordnung über.neuen Schlachten seine Truppen und seine Flotte vereint den der durch die Einschränkung der Staatsausgaben erzielte besondere Combes hat diese Tagesordnung angenommen. Die ministerielle Lage wird in allen politischen Kreisen eifrig Feind niederwerfen und die Ehre und den Ruhm Rußlands Ueberschuß nur 148,3 Millionen Rubel betragen. Die heutige Finanzlage wird darauf folgendermaßen geschildert: besprochen. Verschiedene Minister haben, wie es heißt, Combes ersucht, im Namen des Gesamtministeriums zu demissionieren, da sie die bisher von dem„ friedensfreundlichen" Rußland getrieben Staates seine volle Integrität und Festigkeit bewahrt hat. In der Proklamation zeigt sich also die krasse Heuchelei, „ Nach Ablauf von 11 Monaten nach Beginn des Krieges ist der der Ansicht sind, daß das Kabinett bei der jetzigen Lage nicht mehr die bisher von dem„ friedensfreundlichen" Rußland getrieben Finanzminister in der Lage, zu bestätigen, daß das Münzsystem des die notwendige Autorität befügt, ihre Reformen durchzuführen. Es worden ist. Jedermann, der Zar nicht zuletzt, weiß, daß der Krieg durch das Gesez firierte Hubelpreis ist infolge des ungehinderten sei daher besser, zurückzutreten. Combes soll die Erklärung ab in Ostasien provoziert wurde, nicht durch die Eroberungsgier der Umwechselns von Kreditbilletten gegen Gold unverändert gegeben haben, er werde der Kammer nochmals sein politisches Japaner, sondern durch die völkerrechtswidrigen Eroberungen blieben; das Bedürfnis des inneren Umfazes an Wertzeichen in Programm unterbreiten, das er bereits in Auxerres dargetan hat. der Ruffen. Die Japaner haben nur einen sie bedrohenden Streich Metall und Papier wurde ohne jede Schwierigkeit befriedigt. Er wird erklären, daß er die Schwierigkeiten des Programms durch rasche Offensive pariert. Troß alledem geht die russische Der allgemeine Goldvorrat ist im Vergleich mit dem von Ende 1903 würdige und wird die Stammer ersuchen, ihm zu folgen. Schließlich Heuchelei soweit," Gott" für die russische Ehre zu engagieren. auf die bedeutende Summe von 77,3 Millionen angewachsen und soll der Minister noch gesagt haben, daß er, wenn er wirklich ge- Schon bisher hat man ja mit Heiligenbildern und Anrufung die Summe des der Reichsbank und der Krone gehörenden Geldes stürzt werden sollte, möglichst nach links stürzen werde. Gottes den ungeheuerlichsten Mißbrauch in Rußland getrieben, Geldumlauf sich im Sinne der Abnahme der Summe der Goldbat sich um 184 Millionen Rubel vergrößert. Andererseits hat der ohne daß dadurch der Sieg an die Fahnen des frechen münzen im Umlauf und der Zunahme der Emission von KreditDer Sturz des Ministeriums Deunger, der nun eine vollendete zarischen Eroberertums geheftet worden wäre. Auch diese billetten verändert. Bei einem auf Gold basierten Geldsystem ist Tatsache ist, erfolgte nicht, wie man das in einem parlamentarisch neuen Heucheleien werden natürlich an dem Verlauf des genügender Goldbarbestand Grundbedingung einer festen Valuta. regierten Lande für selbstverständlich halten sollte, durch das Barla Strieges nicht das geringste ändern. Um so größere Bedeutung hat die der Regierung zur Verfügung ment. Leider bietet die Geschäftsordnung des dänischen Reichstags Aus der Proklamation geht jedenfalls soviel hervor, daß stehende Summe der Goldvorräte in außerordentlichen Zeiten, wenn keine Handhabe, brennende politische Fragen sofort auf die sich der Zarismus noch immer stark und ungebrochen fühlt, auf reichlichen Metallzufluß aus dem Auslande schwer zu rechnen ist Tagesordnung zu sehen, wie das z. B. in der französischen Depu tiertenkammer möglich und üblich ist. Wäre das im dänischen daß er es sich zutraut, sowohl den siegreichen Feind in Ost- und die Ausgaben außerhalb des Landes sehr bedeutende find. Foltething möglich, so hätte die politische Situation biel besser ge- asien die Stirne zu bieten, als der Volts empörung im verflossenen Jahre für nötig erkannt wurde, die Goldvorräte durch flärt werden können und die Ministerkrise hätte wahrscheinlich ein Innern. Es ist ein gewagtes frevelhaftes Spiel, das der Zaris- auswärtige Anleihen zu verstärken. Durch Realisierung der fünf, anderes und dem Volkswillen mehr entsprechendes Ergebnis gehabt, mus betreibt. So gut wie fest steht es für den Beobachter des prozentigen Schagicheine im Auslande stieg der Goldbarbestand von als es jetzt der Fall ist. Die Entscheidung wurde in den Frat bisherigen Kriegsverlaufes, daß dieses dreifte Spiel um Zehn- 1058 Millionen zu Ende 1903 am 14. Juli 1904 auf 1237 Millionen. tionssihungen der Linfenpartei getroffen. Das tansende von Menschenleben in Ostasien fläglich Schiffbruch zum 21. Dezember 1904 hatte sich der Goldvorrat der Reichsbank Folfething mußte abwarten, was die herrschende Partei zu beschließen erleiden wird, daß Rußland zu seinen bisherigen schmäh- und des Staatsschapes im Vergleich zum Vorrat vom 14. Juli nicht für gut befand, und konnte an den beiden Entscheidungstagen nur lichen Niederlagen noch furchtbarere Niederlagen erleiden vermindert. Diese Lage des Goldbarbestandes, der schon nicht mehr ganz furze und inhaltlose Sizungen abhalten. Die Sibung am wird. Und der Wunsch aller Kulturfreunde des Westens kann unter dem Einfluß der Verstärkung der Anleihe steht, muß als Mittwoch wurde um 1 Uhr mit derselben Tagesordnung wie am günstiges Symptom erscheinen. Die Summe des Goldvorrates, Donnerstag:„ Mitteilung des Borsitzenden" eröffnet, aber fofort auf es nur sein, daß der Zarismus auch im Innern ebenso welcher nach Deckung der emittierten Streitbilletts zurickbleibt, be 1½ Uhr vertagt. Aber auch dann lag noch keine offizielle Mitteilung fläglich zusammenbrechen möge, wie auf den Schlachtfeldern trägt 711,1 Millionen Nubel und die Sicherung der Billetts erreicht von der schon längst vollzogenen Demission Deungers bor. Die der Mandschurei! Sigung wurde geschlossen und die nächste auf den anderen Tag mit derselben Tagesordnung festgesetzt. Die Linke hatte bereits am Vormittag in ihrer Fraktionssihung Deuner und damit auch Jöhnke und Hage zur Amtsniederlegung gezwungen. Der Der russische Finanzbericht für 1905. raditale Flügel der Fraktion, 21 Abgeordnete, hatte jedoch eine Resolution eingebracht, in der bei Bildung des neuen pünktlich zum russischen Neujahrstag, der jetzt bekanntlich 18 Tage später Der russische Finanzminister hat, wie alljährlich, auch diesmal, Ministeriums Garantien für eine demokratische und Tie prompte Deckung der großen Ertra- Ausgaben des antimilitaristische Politik verlangt wurden. Der Vor- fällt als der unserige, einen ausführlichen Etat- und Finanzbericht Jahres 1901, der günstige Abschluß des Budget Voranschlages fizzende, der Finanzminister auserforene aufgestellt, der von dem Wolffschen Bureau in einem vier Spalten für 1903, die Stabilität der Gold hrung und die günstigen Anders Nielsen, verhinderte die Abstimmung darüber mit langen Telegramm übermittelt wird. Auf einen eigentlichen Wert Verhältnisse der Getreidelampagne bei reicher Ernte ohne überzum Dänemark. Aus Induftrie und Dandel. geDas Exposé weist dann darauf hin, daß im Hinblick darauf im 150 Proz. 2 Zum Schluß wird dann noch auf die Vermehrung der Sparfaffen- Einlagen, die gute(?) Getreide- Ernte, die günstige(?) Gutfaltung der Eisen, Maschinen- und Kohlenindustrie, die aktive Sandelsbilanz hingewiesen und mit folgenden niedlichen Säßen geschlossen: = Nach dem darauf erstatteten Geschäftsbericht des Vorstandes, betrug für das ganze Jahr 1904 die Gesamtbeteiligung 78 867 334 Tonnen, die Förderung 67 255 901 Tonnen, der Abfaz aber nur auf 56 431 809 Tonnen. " aufgestellten Stollegen zu äußern. Ein Einwand wurde nur gegen Letzte Nachrichten und Depeschen. Französische Deputiertenkammer. Baris, 14. Januar.( W. T. B.) Im Hause, das dicht gefüllt ist, herrscht große Erregung. mäßige Schwierigkeiten des Handels und der Judustrie legen ordentlichen Generalversammlung aller zum Zweigverein Berlin| zufammen 60 126. Verteilt auf 104 Bechen beztv. Schacht. Zeugnis ab für den in wirtschaftlicher Hinsicht befriedigenden gehörigen Bahlstellen und Sektionen des Verbandes, welche am anlagen, gegen 65 858 von gestern. Zu den bereits im AusVerlauf des ersten Striegsjahres; immerhin sei eine Einwirkung 13. Januar bei Keller, Koppenstraße, stattfand. Die Funktionäre stande befindlichen Zechen sind Nachmittag neu hinzugekommen: der Kriegszeit auf die wirtschaftlichen Verhältnisse unbestreitbar.( Vertretersizung) haben sich dahin geeinigt, daß nach Wahl- Mont Cenis" 1 angefahren 32 von 260 Mann unter Tage, Ebenso unbestreitbar sei aber auch, daß die wirtschaftlichen Kräfte abteilungen gewählt werden soll. Damit soll bei dem ausgedehnten 20 von 35 über Tage. Carolus Magnus" 116 von 159 unter Rußlands schon mehrfach ehrenvoll aus den Prüfungen schwerer Apparat der Zahlstellen und Sektionen diesen entgegen gekommen Kriegsnot hervorgegangen sind. Auch jest werde hoffentlich das werden. Die Maurer- Zahlstelle Berlin als 1. Abteilung wählt Tage,„ Wernie" 7 von 376 unter Tage. Deutschland, Schacht Reich nach vollbrachten Waffentaten gestärkt und verjüngt zur fried- acht Delegierte, die Zahlstelle Charlottenburg als 2. Abteilung einen Eulenburg", 32 von 217 unter Lage, Stonstantin der Große" lichen Wirksamkeit zurückkehren. Delegierten, die Bahlstellen Rigdorf und Wilmersdorf als 3. Ab- 3, 46 von 265 zusammen über und unter Tage. Wie gestern teilung einen Delegierten, die Zahlstellen Schmargendorf, Friedenau, auf der Zeche Matthias Stinnes" in Carnap und Zeche Das Rheinisch- westfälische Kohlensyndikat hielt gestern in Effen Stegliz, Groß- Lichterfelde, Zehlendorf, Marienfelde und Marien- Concordia", so kam es auch heute wieder dortselbst feine Bechenbefiger Versammlung" und" Beiratssigung" ab. Nach dorf als 4. Abteilung einen Delegierten, die Zahlstellen Friedrichs zu Straßentumulten zwischen Ausständigen und GenEröffnung der Versammlung der Rechenbefizer erklärte der Vor- berg, Weißensee, Bankow, Tempelhof, Johannisthal, Ober- Schöne Wie die Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet, ſizende, daß das Kohlensyndikat keinen Anlaß habe, zu dem Ausstand weide, Friedrichsfelde, Reinickendorf und Tegel als 5. Abteilung schritt die Gendarmerie mit blanter Waffe ein. Die Streifenden im Ruhrkohlenrevier Stellung zu nehmen; es sei zur Beratung der einen Delegierten. Die Sektion der Buzzer bildet eine Wahlabteilung Streitfragen auch nicht zuständig, sondern lediglich der Verein für Bementbranche wählt ebenfalls als besondere Wahlabteilung drei Gendarmen mit Steinen. Die Wirtschaften wurden der Ruhefür sich und wählt brei Delegierte. Die Sektion der Gips- und verbarrikadierten sich in den Häusern und warfen die die bergbaulichen Interessen im Oberbergamts- Bezirk Dortmund. Delegierte. Für die Zahl der Delegierten, die in den verschiedenen störung wegen geschlossen. Die Gendarmen halten die HauptFür das Syndikat fäme nur die Frage in Betracht, ob und inwieweit Abteilungen zu wählen sind, ist die Zahl ihrer Mitglieder maßgebend. Straße besetzt. die bisherige Fördereinschränkung aufrecht erhalten werden Die Wahl soll am 20. Januar stattfinden. Alle Wahlabteilungen folle. Die Meldungen der ,, Rheinisch- Westfälischen Zeitung" über Er schlage Aufhebung jeglicher Beschränkung vor. Die müssen deshalb an diesem Tage Versammlungen abhalten, denn die Bergarbeiter- Bewegung haben sich bisher sämtlich als falsch Versammlung stimmte dieser Ansicht bei und beschloß demgemäß. reglementsmäßig müssen die Delegiertenwahlen an einem Tage vor erwiesen. Ferner wurde die Abgabe und die Entschädigung für den Mehr- genommen werden. Die allgemeine Zweigvereins- Versammlung und Minderabfazz in der bisherigen Höhe von 1,50 m. und die hatte sich nun zu den von den Abteilungen bereits als Kandidaten Strafe für jede Tonne der von den Beteiligten nicht gelieferten den in der 4. Abteilung aufgestellten Kandidaten Preger erMengen, ebenfalls wie bisher, auf 2 M. festgesetzt, dagegen von der hoben, weil er gesagt haben soll, er sei im Verbande nur noch wegen Festsetzung der Beteiligungsanteile für die Monate Februar und der Unterstüßung. Die Kandidaten sind: In der 1. Abteilung März 1905 in Anbetracht der gegenwärtigen Lage abgesehen. Franz Leonhardt, Friz Rabe, Friz Goldbach, Otto ante, Emil Thöns, Hermann Silberschmidt, Wilhelm Schulz, Wilhelm ersten, Friz Mulad, Franz Jahnide, Georg 23'olf, Reinhold asse und Karl Stegemann; in der 2. Abteilung Georg Porlich, Wilhelm Bendorf, Hermann An die dem Syndikats angehörenden Bechen hat der Sydikats- Schulze und August 23 ittig; in ber 4. Abteilung Otto Breger Neubauer, Ernst Kurnschte; in der 3. Abteilung Albert borstand folgendes, weit mehr für die Außenwelt als für die Bechen und Hermann Stof; in der 5. Abteilung Fried. Kries.e, Starl selbst berechnetes Rundschreiben gerichtet: Bölter, Oskar Thurau und Krause; in der Sektion der Butzer" Neumann, elpin, Bogel und emphul; in der Sektion der Gips- und Zementbranche" Baul Sahne, Rudolf Grundmann, W. Frisch und Wilhelm Lamm. In das Wahlkomitee wurden 2 u If, Förster, Lehning, tracht, Beier, Frante und Franztat gewählt. Dann verschiedene Anträge auf Statutenänberung angenommen, die verhandelte man über die Anträge zum Verbandstag. Es wurden dem Verbandstag unterbreitet werden sollen. Unter anderem werden dadurch folgende Bestimmungen verlangt:„ Mitglieder, welche sich in Strafhaft befinden, zahlen einen Wochenbeitrag von 25 Pf." 3u§ 18d:" Solche Mitglieber, welche länger als 4 Wochen arbeitslos find, sind nach Ablauf der vierten Woche vom Beitrag befreit." 8u§ 17: Mitglieder des Verbandes dürfen anderen gewerkschaft lichen Berufsorganisationen nicht angehören. Verstöße dagegen sind Combes erinnert daran, welche Beleidigungen und Vergleichbedeutend mit dem Austritt aus der Organisation." Dieser leumdungen sein Kampf gegen die Kongregationen ihm eingetragen An die deutschen Metallarbeiter! Antrag soll sich nur gegen diejenigen richten, die geneigt sind, aus habe, und weist die Behauptung zurüd, daß er Zipietracht unter die eigennüßigen Gründen die Organisation schnell zu wechseln. Republikaner gefät habe; er führt aus, seine Regierungsmethode sei Kollegen! Wie Ihr aus der Tagespresse wißt, befinden sich§ 31b soll eine andere Fassung insofern erhalten, als Beginn und auf ein tiefgehendes Einvernehmen zwischen den Gruppen der Reim Ruhrgebiet nahezu 70 000 Bergarbeiter im Ausstand und Beendigung der Krantenunterstützung nicht an das Datum( 1. März publikaner und der Regierung gegründet gewesen. Redner fährt dann es ist nicht abzusehen, welche Streise diese Bewegung noch ziehen bis 30. November) gebunden sein soll, sondern an den Beginn und fort: Finanzielle Notwendigkeiten zwvangen bazu, gewisse Aufschübe es ist nicht abzusehen, welche Kreise diese Bewegung noch ziehen die Beendigung der Kalenderwochen,' für welche Beiträge gezahlt in betreff der Schließung aller fongreganistischen Unterrichts wird, und zwar nicht nur unter den Bergarbeitern selbst, werden. Nach einem weiteren Beschluß sollen Unfallrentner und anstalten zu bewilligen. Solche Notwendigkeiten sind es auch, die sondern auch durch Uebergreifen auf die mit dem Bergbau Invalidenrentner, welche eine Rente beziehen, die die Höhe der die Schließung der Krankenpflege treibenden Kongregationen ber verbundenen oder die von ihm abhängigen Industrien. Bu Krantenunterstützung der Ortsfrankenfasse erreicht, einen Beitrag hinderten, aber wir haben einen Gesehentwurf vorbereitet, wonach den in nächster Verbindung mit dem Bergbau stehenden von 25 Pf. zahlen.( Aenderung des§ 25e.) Weiter erwartet ihre Aufhebung im Verlauf von fünf Jahren erfolgen soll; er bedarf Industrien gehört die Metallindustrie und besonders die Eisen, die Versammlung vom Verbandstag, daß er Beratungen anstellt nur noch der Unterzeichnung des Finanzministers.( Bewegung.) Stahl- und Metall Rohproduktion! Diese ist genau wie der darüber, wie es möglich sei, die Affordarbeit mehr als bisher zu Die Regierung trägt nicht die Schuld daran, wenn die Militärreform Bergbau ein Teil der Montanindustrie. Zechenbesizer und bekämpfen. Und schließlich verlangt die Versammlung vom Ber- und die Einkommensteuer im Jahre 1904 nicht votiert worden sind. Hüttenleute reichen sich die Hand zum Kampf gegen die Arbeit. bandstag, er solle eine Form finden und protokollarisch festlegen das Die Interpellationen sind es, die die Arbeiten der Deputiertenkammer Anstatt den billigen Forderungen der Arbeiter gerecht zu werden, Kollegen ben Pflichten der Solidarität und den Anforderungen der Jahre 1905 nach dem Budget die Einkommensteuer, das Militärgeſetz, für, unter welchen Umständen die aus dem Verband ausgeschlossenen aufgehalten haben. Combes appelliert dann an die Mehrheit, im verweigern die Bechenverwaltungen kategorisch jede Verhand- Organisation genügen fönnen, um später wieder in den Verband die Arbeiterpensionierung und schließlich die Entstaatlichung der lung; die Hüttenbesizer schränken ihre Betriebe ein und sehen Aufnahme zu finden. Kirche zu votieren, und sagt weiter, die Regierung sei bei der letzt dadurch Tausende von Arbeitern aufs Pflaster. Man hofft die Standhaftigkeit der Bergleute zu brechen, indem man die legend, es gewagt habe, das Verhalten des Präsidenten der Republik jebe Schicklichkeit vergessend und das Recht des Parlaments vers genannten Reform vortrefflich vom Bapst unterstüßt worden, der, Feuerarbeiter der Hüttenwerke gegen sie ausspielt und diese zwingen will, einen nachteiligen Einfluß auf die Bergleute ausau berurteilen.( Beifall links.) zuüben. " Die vor einigen Tagen auf der Bruchstraße" ausgebrochene Arbeiterbewegung hat weitere Kreise gezogen und ist auf andere Jechen übergesprungen, wodurch auch die Förderung bei einer größeren Zahl der unserer Vereinigung angehörenden Zechen zum Teil ganz unterbrochen, zum Teil stark beeinträchtigt worden ist, so daß während der nächsten Tage die Ablieferungen unregelmäßig sein werden. Dauer und Umfang der Bewegung ist bei der gegen wärtigen Lage nicht zu ermeffen. Wir glauben aber, daß die Bewegung nicht von Dauer sein wird, und hoffen, daß binnen kurzem die Förderung sich wieder so gestalten wird, daß der Versand in gewohnter Weise aufgenommen werden kann." Gewerkschaftliches. W Kollegen! Können wir ruhig zusehen, wie man unsere eigenen Berufsgenossen gegen eine uns nahe verwandte Arbeiterkategorie ausspielen will? Nein! Und abermals: Nein! Wir dürfen, wir wollen nicht ruhig zusehen, wir wollen eins sein mit den fämpfenden Bergleuten, wir wollen sie in ihrem Ringen unterstützen! Darum auf, Kollegen! Gebe ein jeder sein Scherflein, trage ein jeder dazu bei, daß unseren Arbeitsbrüdern im Bergbau der Kampf erleichtert wird. An unsere Mitglieder besonders apellieren wir. Sie sollen in diesem Bestreben mit gutem Beispiel vorangehen. Allenthalben, wo sich Verwaltungsstellen und Mitgliedschaften unseres Verbandes befinden, müssen sofort außerordentliche Mitgliederversammlungen einberufen werden mit der Tagesordnung: und Die Bedeutung des Kampfes der Bergarbeiter Erhebung eines obligatorischen Extrabeitrages zu Gunsten derselben. Allen Beschlüssen auf Erhebung von Ertrabeiträgen zu diesent Zwecke erteilt der Vorstand von vornherein die statutarische Zustimmung. Kollegen! Noch nie habt Ihr gefehlt, wenn es galt, für die allgemeine Arbeitersache Opfer zu bringen. Auch diesmal rechnen wir auf Eure Solidarität, auch diesmal zählen wir umsomehr auf Eure Opferfreudigkeit, weil wir hier mit den Bergarbeitern gegen einen gemeinsamen Gegner fämpfen. Kollegen! Ernst ist die Situation! Was heute den Bergarbeitern zustößt, kann morgen über uns kommen, darum auf " 40 Proz. ist den Plätterinnen der Firma Gottheim, Glifabethstr. 22, Achtung, Blätterinnen! Eine Lohnreduzierung von 10 bis Achtung, Blätterinnen! Eine Lohnreduzierung von 10 bis angefündigt worden. Die Plätterinnen, welche fast sämtlich organifiert, lehnten bei einer Aussprache mit dem Chef die Zohnfürzung ab, dieselben gaben zu, daß die Preise für einzelne Sachen höher wie bei anderen Firmen sind, dafür aber die Wäsche bedeutend schwerer zu verarbeiten ist. Eine Wertstubenfitung, die von allen Kolleginnen, auch den Heimarbeiterinnen besucht war, welche sich mit diefer Angelegenheit befaßte, wählte eine Kommission von drei Kolleginnen, welche dem aiehen laffen, da sie sich bei den jetzigen Löhnen schon genug quälen Chef mitteilen soll, daß die Plätterinnen sich keinen Pfennig abmüssen, um zu ihrem Gelde zu kommen. In fortgesetter Beratung der Interpellation über die Politik des Kabinetts greift Dejeante( Alemanistischer Sozialist) die den bürgerlichen Parteien angehörenden Republikaner an. Angeberei gemißbilligt, die im Jahre 1901 im Kriegsministerium Ministerpräsident Combes erklärt: Die Regierung hat die eingerichtet wurde. ( Widerspruch im Zentrum.) Redner kommt dann auf die Listen von Ehrenlegionsmitgliedern zu sprechen, die eine Bestrafung der Angeber fordern, und sagt: Die meisten von diesen Protesterhebern zählen zu den Oppositionsparteien, diesen Parteien, die einen Esterhazy protegierten.( Beifall links.) Ich wundere mich, daß diese Proteste nicht diejenigen über politische Ber sönlichkeiten ausgestellten Auskunftzettel brandmarken, die vom was die Opposition will, ist, eine Agitation im Heere zu unterhalten Generalstab gesammelt worden sind.( Widerspruch rechts.) Aber, und einen Staatsstreich vorzubreiten.( Lebh. Beifall links.) Redner geht dann zur Frage der Reformen über. Er erinnert an die Ausführung des Vereinsgesetzes und an die Vertreibung der Kongregationen, die sich, wie er sagt, des Nichterstandes und des Heeres bemächtigt hätten und über das Avancement der Offiziere berfügten.( Beifall links.) Weiterhin sett Combes auseinander, in welchen Fristen die Kammer die von ihm aufgezählten Gefebentwürfe werde erledigen fönnen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß eine Mehrheit aur Votierung dieser Vorlage vorhanden sei. Redner schließt: Ich sehe mich einer Koalition ungeduldiger Ehrgeiziger gegenüber, aber ich glaube, ein neues Ministerium wäre genötigt, sich auf die Rechte 34 bie Regierung betrifft, so hat sie stets im Interesse der Republik ge3u stüben. Die Kammer wird es aussprechen, ob sie den Vorwärtsmarsch fortseßen oder sich der Reaktion hingeben will. Was vor, daß er die Angeber beschütze und Kapellen, die im Widerspruch handelt.( Anhaltender Beifall links.) Bos, dissentierender Radikaler, ivirft dem Ministerpräsidenten vor, daß er die Angeber beschütze und Kapellen, die im Widerspruch zum Konkordat ständen, in den Wahlkreisen seiner Freunde zulaffe. Kranz, Republikaner, fragt, welche Maßnahmen die Res gierung gegen General Peigne wegen seines Briefwechsels mit gierung gegen General Peigne wegen seines Briefwechsels mit Badecard getroffen habe. schäften stets ein Platz fret, da tüchtige Blätterinnen alle Tage verCombes erwidert, die Regierung habe über die Frage noch langt werden. Die Arbeiterinnen sind gewillt, unter den alten Benicht beraten. dingungen weiterzuarbeiten, es tommt also ganz auf den Chef an, Ribot tabelt Combes, weil er sich hinter dem Präsidenten ob er den Frieden erhalten will oder nicht. Die Blätterinnen länken Loubet verschanze. Jaurès wirft Ribot vor, daß er einen in diesem Falle um ihre Eristens, für sie steht ihre Lebensfrage auf Standal unt eine Agitation entfessele, ohne ein politisches Programm dem Spiele. fann, weil er nicht mehr konkurrenzfähig ist, er auch dann lieber die Wenn aber Herr Gotheim, wie er sagte, nicht weiter bestehen Fabrit zumachen will, wenn die jeßigen Preise weitergezahlt werden sollen, trotzdem aber die Fabrit von Jahr zu Jahr größer geworben ist bei den so kolossalen Preisen, so sehen diesem die Blätterinnen mit ruhigem Gewiffen entgegen, für sie ist dann in allen anderen GeDie Arbeiterinnen wollen für die bisher gezahlten Löhne lieber zu haben. Im Saale erhebt sich jest, um 8% Uhr, ein solcher einen Kampf aufnehmen, anstatt sich von dem Unternehmertum Sturm, daß Präsident Doumer die Sizung unterbricht. ausbeuten zu lassen, sie wollen einen Streit bermeiden, wenn es Paris, 14. Jamuar, 11 Uhr abends. Die Deputiertenkammer jedoch nicht anders geht, so werden dieselben auch davor nicht zurück- hat mit 291 gegen 277 Stimmen die von Combes verworfene einschrecken, da erstens der Verband der Wäsche- und Krawattenarbeiter fache Tagesordnung abgelehnt. Deutschlands hinter ihnen steht, gleichzeitig die gesamte Arbeiterschaft Deutschlands. Um zu dieser ganzen Angelegenheit Stellung zu nehmen, findet am Montag, den 16. Januar, abends 8 Uhr, im Schüßenhaus, Linienstraße 5, eine öffentliche Versammlung statt. Wir bitten die Genossen und Genofsinnen, für diese Versammlung zu agitieren. Die Ortsverwaltung. J. A.: Paul Keller. Ausland. Der Prozeß von Sörvik hat nun dazu geführt, daß noch fünf und stellt Euch in den Dienst der allgemeinen Sache! Nicht der Verhafteten entlassen wurden, sodaß sich nur noch neun in aft nur aber beschränkt Euch auf diese Solidaritätsbezeugung, befinden. Das ist ein weiterer Beweis dafür, daß die Behörden sondern benutzt auch die Gelegenheit zur Aufklärung; werbt in diefer Sache mit einem ganz unnötigen Uebereifer gegen die allenthalben neue Stämpfer für den Deutschen Metallarbeiter. Streitenden vorgegangen sind, wozu fie allerdings durch die unVerband! Mit kollegialem Gruß Stuttgart, den 14. Januar 1905. geheuerlichen Hezereien der arbeiterfeindlichen Bresse angeregt wurden. Die Gerichtsverhandlungen sind bis zum 26. Januar vertagt worden. W W Selbstmord eines Herrenhausmitgliebes. Königsberg i. Br., 14. Januar.( W. T. B.) Das Mitglied des Herrenhauses, Graf zu Eulenburg auf Gallingen, hat sich heute auf schwunden. Nach einem später aufgefundenen Bettel ist die Tat auf dem Eise des Pregels erschossen. Der Körper ist in den gluten verFurcht vor geistiger Umnachtung zurüdzuführen. Samburg, 14. Januar.( W. T. B.) Jm Beherbergerhause, Klefeckerstraße 17, entstand heute nachmittag Feuer, welches sich in furger Beit auf die oberen Etagen dieses und des Nachbarhauses ausbreitete. Fünf Personen wurden durch das Sprungtuch beziv. die Rettungsleiter gerettet, zwei erlitten beim Herabspringen leichtere Verlegungen; eine Person, welche vor Ankunft der Feuerwehr in ihrer Angst aus der vierten Etage ſprang, wurde schwer verlett nach dem Krankenhause gebracht. Das Feuer wurde nach kurzer Beit gelöscht. Der Vorstand des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Sozialdemokratischer Agitations Verein für den Weichstags Wahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld. Diens. Jena, 14. Januar.( Privat- Depesche des Vorwärts".) Der Tod Etwaige Geldsendungen find an Th. Werner, Stuttgart, tag, 17. Januar, abends 8, Uhr, bet Groffer, Dirdſenſtr. 39, born 1 Tr.: Abbes. Bom Rathaus und den Werkstätten der Stiftungsbetriebe Rötestr. 16b zu richten. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Neuwahl des gesamten Borstandes. 3. Wahl von Delegierten zur Streis Ber- flattern die Trauerfahnen. Dienstag, nachmittags 3 Uhr, findet nach Die arbeiterfreundliche Presse wird um Abbruck gebeten. sammlung. 4. Bei einsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder der Feuerbestattung Trauerfeier im Voltshause statt. In dieser Versammlung werden die Billetts zum Mastenball ausgegeben. Budapest, 14. Januar.( W. T. B.) Die Ortschaft Suetto im Berlin una amgegend. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Arbeiter Samariterkolonne. Montag abends 9 Uhr: Fortsetzung Cebenburger Komitat ist zum größten Teil niedergebrannt. Das Die Holzarbeiter werden voraussichtlich am Dienstag die Arbeit des Stursus in der Filiale Brunnenstr. 154: Bortrag über Ertrinten, Er Feuer wurde durch orfanartigen Sturm genährt. aufnehmen. Am Montag findet noch einmal eine Versammlung der sticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Nachher praktische Uebungen. Streifenden und Ausgesperrten statt, um den Beteiligten die erforder-( Säfte willkommen. Neue Teilnehmer fönnen jederzeit eintreten. Ginlichen Informationen über eine dem Vertrage entsprechende Aufnahme schreibegeld sowie Monatsbeitrag je 25 Pf. Bibliothet steht zur Verfügung. der Arbeit zu erteilen. In den Betrieben, wo noch Differenzen bestanden, sind dieselben meistens geregelt, so bei Groschkus und Lennig u. Jazki, wo die Forderungen der Arbeiter nunmehr be- Bergarbeiter- Bewegung im Ruhrrevier. wurde, den Anschlag auf das Denimal Friedrichs des Großen verübt willigt find. Der Attentäter gegen bas Denkmal Friedrichs des Großen ergriffen. Philadelphia, 14. Januar.( Melbung des Reuterschen Bureaus".) Es bestätigt sich, daß die Person, welche heute verhaftet habe. Sie wurbe von drei Leuten aus Washington identifiziert. Die Die Stellungnahme zum Verbandstag des Zentral- Verbandes Essen, 14. Januar.( W. T. B.) Am heutigen Tage betrug Berhastung war wegen versuchter Gelberpreffung erfolgt. Der VerSer Maurer Deutschlands stand auf der Tagesordnung einer außer die Zahl der Ausständigen( Morgen- und Nachmittagsschicht) haftete trug eine Höllenmaschine(?) bei sich. Verantw. Redakt.: Baul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th. Glocke, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Gierzu 5Beilagenu.Interahltungsbl. ».b. 22. Mg», j Ktilqe des„lormitts" ferlinet VslksdlM. Reicbötag, 118. Sitzung vom Sonnabend, den 14. Januar 1905, n a ch in i t t a g s 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posado ivskh, später Nieder- ding. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Interpellation Auer u. Gen.(Soz.) über den Brrgarbciterstreik im Ruhrrcvier. Auf die Frage des Präsidenten, ob und wann der Herr Reichskanzler die Interpellation beantworten wolle, erklärt Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Herr Reichskanzler ist bereit, die Interpellation insowcitzubeantworten.als siesich auf die Anwendung von Reichsgesetzen bezieht. Die Beantwortung wird erfolgen durch den preußischen Bundesratsbevollmächtiaten, den preutzischen Handels- minister Möller. Der Minister Möller ist aber heute an das Abgeordnetenhaus durch die dortigen Berhandlungen gebunden. (Lachen und Unruhe bei den Sozialdemokraten). Er kann daher erst in den nächsten Tagen die Interpellation im Reichstage beantworten. Ich werde mir erlauben, dem Herrn Präsidenten mit- zuteilen, an welchem Tage das der Fall sein wird. Präsident Graf Ballestrem: Sobald mir diese Mitteilung zugeht, werde ich die Besprechung der Interpellation auf die Tagesordnung setzen. Damit ist dieser Gegenstand für heute erledigt. Die zweite Lesung des Justiz etats wird beim Titel: Gehalt deS Staatssekretärs fortgesetzt. Abg. Stadthagcn(Soz.): Die Herren vom Zentrum be- streiten eS, daß sie im Landtage anders auftreten, als wie im Reichstage. Ihre Stellungnahme zu dem Gesetz gegen die ländlichen Arbeiter hat das aber bewiesen. Das Gesetz gegen den Kontraktbruch der ländlichen Arbeiter ist im preußischen Abgeordnetenhause in der Kommission allerdings gegen sieben Stimmen abgelehnt worden; im Plenum brauchen nur einige Herren vom Zentrum zu fehlen und eS wird doch angenommen. Auch kommt es gar nicht allein darauf an. daß man gegen ein Gesetz stimmt, welches zum Schaden der ländlichen Arbeiter gemacht wird, sondern es kommt darauf an, daß man positiv mit uns für Arbeiter- schütz- Gesetze, auch für die ländlichen Arbeiter, sorgt.— ES gibt hunderte von Fälle, die beweisen, daß wir mitten in der Klassenjustiz drin find. Wenn der Abgeordnete Lenzmann das nicht sieht, so liegt das eben daran, daß seine Sehkraft für diese Fälle nicht geschärft ist. Merkwürdig war die Stellungnahme des Abg. Lenzmann zum Fall H ü s s e n e r. Die bekannte Photographie lvar zuerst in der.Rheinischen Zeit un g" erschienen, und die Sache hat sich nachher nach jeder Richtung hin bestätigt. Auch der Abgeordnete Lenzmann mußte ja zugeben, daß alles Wesentliche richtig wäre. Er wartete aber dann trotzdem mit einigen Be- nierkungen auf, wie ich sie von einem freisinnigen Abgeordneten nicht erwartet hätte. Auch verstehe ich nicht, wie er in dieser Weise gegen einen Wehrlosen, nämlich gegen den Grafen Pückler, hier sprechen konnte. Für die Sozialdemokraten ist eS immer Prinzip gewesen, hier, an dieser Stelle, nicht gegen einen Wehrlosen zu sprechen. Im Falle Pückler ist für uns das Interessante, daß ein solcher Mann sahrzehntelang als Amtsvorstehcr unter dem Beifall seiner Standesgenossen amtieren konnte. Man tut ihm durchaus Unrecht, wenn man von ihm bestreitet, daß er im Interesse seiner Standesgenossen handelte. Graf Pückler war durchaus immer in der Gesellschaft, in der er sich wohl fühlte und wohl fühlen konnte. Graf Pückler ist in Gerichtsurteilen als„vornehmer Aristokrat", als.tief religiöser Mensch" bezeichnet worden. Braucht man sich da zu wundern, wenn er f» vorgegangen ist? Jetzt ihn zu attackieren, wo er im Gefängnis sitzt, widerstrebt mir. Wer angegriffen werden muß, sind die Behörden wegen ihrer eigenartigen Anwendung des BereinsgcsctzeS. Den Anarchisten, den polnisch sprechenden Arbeitern sind im Widerspruch zum Lcrcinsgesetz Versammlungen verboten worden. Wer Lust an solchen Späßen fand, ging in die Pückler- Versammlungen, und wenn wirklich Leute darunter waren, die sich durch die Pückler-Reden zu Gewalttätigkeiten provozieren ließen, so würde das nur beweisen, wie tief ihr Bildungsniveau sein muß. Dafür gehört aber nicht Graf Pückler auf die Anklagebank, sondern die bürgerlichen Parteien(Lachen rechts und im Zentrum), die wenig oder nichts für die Bildung des Volkes, besonders auf dem platten Lande, tun.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Gleichzeitig zeigt der Fall Pückler, welche Höhe des Geistes ein Amts- Vorsteher erreichen kann. Herr Kopsch gab gestern zu, daß daS Gesetz über die Entschädi- gung unschuldig Verhafteter zwei Klassen von Freigesprochenen schafft, nämlich die endgülttg Freigesprochenen und diejenigen Freigesprochenen, an denen noch etwas haften bleibt, weil ihnen die Entschädigung verweigert wird. Herr Kopsch sieht jetzt ein. daß eS besser gewesen »väre, wenn man gegen dieses EntschädiguugSgesetz gestimml hätte. Diese ErkennttnS kommt ihm etwas spät. Meine Fraktton hat von vornherein gegen daS Gesetz gestimmt, weil sie der Ansicht war: lieber gar kein Gesetz, als ein derartig mangelhaftes Gesetz. Ich ftirchte, wir werden jetzt lange auf eine Reform dieses Gesetzes warten können. Herr Burlaae hat scherzhaft behauptet, ich sei nicht berufen, über oldcnburgitche Angelegenheiten zu sprechen, weil ich nicht einmal wisse, ob Oldenburg ein Fürstentum, ein Herzogtum, oder ein Groß- Herzogtum sei. Ich habe Oldenburg nur das Reich deS Herrn Ruh- strat genannt. Jedenfalls ist eS kein Reich der Gerechtigkeit, sondern der Ungerechtigkeit. Herr Lenzmann, der ständig übertreibt und sich dabei auch noch die Uebertreibnngen anderer aneignet(Heiterkeit), hat behauptet, ich hätte gesagt, die oldcnburgischen Richter seien Hallunken. Wie soll ich dazu kommen? In meiner letzten Rede steht kein Wort davon. Richter sind Richter; weshalb soll ich sie anders nennen. Herr Burlage läßt mich sagen, sämtliche Richter Oldenburgs seien nicht imstande, objektiv zu urteilen. Ich habe nur gesagt: in dieser Angelegenheit sind sie nicht imstande, objektiv zu urteilen. Und hierfür ist Herr Burlage selber der beste Beweis. Herr Burlage erklärt, der oldenburgische Richtcrstand stehe zu hoch, um durch An- würfe, wie sie der„Rcsidenzbote" erhoben, beleidigt zu werden. Aber wenn daS Blatt solche Angriffe gegen die oldenburgischen Richter erhoben hat, sind sie doch aber Partei in der Sache. ES steht auf jeden Fall in der R e i ch s- S tra f p r o z e ß- ordnung, daß Richter, die selbst Partei sind, nicht als Richter fungieren können. Haben nun, wie doch angenommen wird, die Angeklagten den gesamten Oldcnburgcr Richterstand beleidigt, so sind die Richter entschieden Partei gewesen. In der alten Oldcn- burger Gerichtsordnung steht, niemand solle richte,:, der den An- geklagten feindlich gesinnt ist. Skun. die Angriffe, die der Ab- geordnete Burlage hier gegen den Oldenburger.Residenzboten" ge- richtet hat, zeigen, daß es jedenfalls nicht Freundschaft ist, die rhu mit den Angeklagten verbindet.(Heiterkeit.) Also selbst dieser nach seinen eigenen Worten so objektiv urteilende Richter zeigte sich in dieser Sache befangen.(Heiterkeit.) Der Abg. Burlage hat gesagt, wenn unsere Auffassung richtig sei, brauche man ja nur den ganzen Richterstand zu beleidigen, um dann überhaupt keinen Richter zu finden. Das ist insofern ganz richtig, als überhaupt die Kollektiv- beleidigungen ein Nonsens sind. Ursprünglich stand auch das Reichs- gericht auf diesem Standpunkte, z. B. als es sich um eine Beleibt- gung de« ganzen Judentums handelte. Da lehnte eS den Tatbestand der Beleidigung ab, weil man nur einzelne Personen beleidigen könne. Das Reichsgericht ist von dieser vernünftigen Auffassung erst abgegangen, als die erste Kollcktivbcleidigung gegen Offiziere vor sein Forum kam. Dann wurde die neue Auffassung auf die Beleidigung gegen den Richterstand übertragen. Aber die Sache liegt ja so, daß durch jede abweichende Kritik sich Leute getroffen fühlen. Es kann, streng genommen, heute zum Beispiel niemand mehr über d'e sündigen Menschen schelten, da sich sonst jedermann beleidigt fühlen kann, der nicht frei von Sünde ist. Der Abg. Burlage behauptet, die Erregung über den Prozeß wäre in Oldenburg nicht vorhanden. Er kennt also offenbar nur die Stimmung in den Kreisen der Richter, die natürlich sehr be- friedigt über daS Urteil sind. Aber die Stimmung in der Bevölkerung kennt er ganz offenbar nicht. Eine große Volksversammlung in Bant hat eine Resolution angenommen, in der es hieß: daß daS Bertrancn zu dem oldcnburgischen Ttrafrccht durch die Vorgänge der letzten Zeit schwer erschüttert sei. Der Strafvollzug gegenüber dem Redakteur Schwehnert widerspreche dem Gesetze und man erwarte von dem neu zu erwählenden Landtage, daß er den Minister Ruhstrat zum Rücktritt zwingen werde.— Herr Bnrlage hat sich aufgehalten über den„Residenzboten", er behauptete, daß in ihm aller Schänitz auS dem.Simpliziffiimls" und ähnlichen Blättern abgelagert werde. Das zeigt, wie nahe die Gefahr liegt, daß ein Redakteur von den Richtern nicht wegen der von ihm begangenen Tat, sondern nach seiner politischen Gefinnung beurteilt»vird. Diese lilasscnjustiz hat sich in Oldenburg deutlich offenbart. Es steht durch die Aussage des Ministers Ruhstrat fest, daß er gepokert hat, und weder er noch die Oldenburger Richter haben zugeben wollen, daß Poken, ein Glücks- spiel ist, obwohl schon eine ganze Anzahl Oldenburger Einwohner auf Grund der Annahme, daß Pokern ein Glücksspiel ist, ver- urteilt sind. Leute übrigens, die sich durch Witz und Karikatur getroffen fühlen, sind die wenigst objektiven Richter, denn sie zeigen, daß die Karikatur getroffen hat. Die Karikatur hat dann ihren Zweck erreicht, wenn sie den Getroffenen zur Selbsterkenntnis und— Besinnung bringt. Im übrigen bin ich der Ansicht, daß der„Simplizissimus" dem Reichs-Justizamt nicht untersteht(Heiterkeit) und daß der Justiz- sekretär nicht aufgefordert werden kann, für einen besseren Inhalt des.Simplizissimus" zu sorgen.(Große Heiterkeit.) Sollte der Abg. Burlage auf eine straftcchtlichc Verfolgung des„Simplizissimus" haben hinweisen wollen, so würde ich das im Interesse der Preß- sreiheit und Knlturentwickelung bedanern. Will aber Herr Burlage nur den Schmutz bekämpfen, so sollte er lieber darauf achten, daß die„Germania" und die ihm nahestehende Provinzpresse nicht ständig von der Wahrheit abweicht, um einzelne meiner Freunde und mich mit Schmutz zu bewerfen. Ich freue mich allerdings nur über die Verleumdungen der Gegner, denn ich sehe daraus, daß meine Gegner noch tiefer stehen, als ich je angenommen habe.(Heiterkeit.) Entrüstet sich aber Herr Burlage über solchen Schmutz, so mag er vor der eigenen Tür kehren, den Augiasstall seiner eigenen Partei säubern. Nun zu Frau Biermann. Niemand, auch der Abg. Burlage nicht, hat etwas vorbringen können, was sie in unserer Achtung herabsetzen könnte. Man kann ihr doch keinen Vorwurf daraus machen, daß sie glaubt, ihr Mann habe recht. Sie sieht nun ihren Mann im Gefängnis einer ungesetzlichen Tortur unter- warfen, wird zu Ihrem Mann nicht zugelassen, darf nur selten und nnr durchs Gitter mit ihm sprechen. Hilfeflehend bittet sie den Minister um Milde. Der empfängt sie mit den Worten: „Ihr Mann ist nicht mehr wert, wie der Kot au meinen Stiefeln." Es nimmt mich wirklich wunder, daß man solche Liebenswürdigkeiten hier noch verteidigt. Die ei-zige Wehr der Frau gegen diese Be- leidigung ist das Wort:„Herr Minister, Sie sprechen von meinem Mann I" Dieser Hinweis der Mittter, der Gattin hätte jedem ehren- haften Manne genügen müssen; der Minister aber erklärte ihr: „Ihr Mann ist ein Lump(Lebhafte Zurufe links: Pfui I Ge- mcinheit!) Dagegen war die Frau allerdings wehrlos, sie hatte keine Hundepeitsche bei sich— ich hätte bedauert, aber verstanden, wenn sie fie gebraucht hätte.(Große Unruhe rechts, Bravo I links.) Was hätte die Frau tun sollen? Hätte sie ihm ins Gesicht speien oder ihn etwa nach Ihren Ehrbegriffen (nach rechts) fordern lassen sollen? Jedenfalls war es ehrlos, einer Frau, einer Gattin gegenüber so zu handeln, wie der Jvstiznnnister getan hat. Herr Bnrlage führte weiter aus, Biermann habe wegen seiner ehrlosen Gesinnung bei der Beleidigung eine strenge Strafe ver« dient. Gut! Aber warum ist wegen dieser ehrlosen Beleidigung. die der I u st i z m i n i st e r beging, auf die m i n i m a l e G e l d- st r a f e erkannt worden? Warum lentte nicht der Herr Justiz- minister wegen dieser ehrlosen Handlung Korbflechtc».(Heiterkeit.) Aber freilich beim Strafvollzug gegen ihn wäre wohl gesetzmäßig verfahren werden.— Herr Burlage wollte deshalb nicht Frau Bier- mann als wehrlos gelten lassen, weil sie ja den„Residenzboten" zu ihrer Verfügung gehabt hätte. Welch ein Widerspruch! Erst beklagt sich Herr Burlage über den Schmutz, der im„Residenzboten" ange- häuft wird, und dann will er, daß Frau Biermann ihn dort zusammen- kehre und auftische.(Heiterkeit.) Der Justizminister handelte ehrlos, als er sich gegenüber dieser Frau zu Beleidigungen hinreißen ließ. Und dann»och der Hohn des Herrn B u r l a g e, sie sei nicht wehrlos. Ist daS nicht ehrlos? Entspricht das der Hochachtung, die man der Frau entgegenbringen soll? Herr Burlage verwies auf den unparteiischen Prozeßbericht in Nummer 1 der.Juristen-Zeitung", dort ist da« P r o z e ß u r t e i l veröffentlicht. Wie so oft bei Beleidignngsprozessen steht nicht alles drin, sondern nur das womit die Richter ihr Urteil begründen wollten. Deshalb ist die Spieltätigkett deSJustizministerS nicht in vollem lln, fang gewürdigt worden. Wenn eS also in, Urteil heißt: das Polern ist nach Ansicht deS Gerichts kein Glücksspiel. Ob jedoch Pokern, wenn um solche Beträge wie hier gespielt wird, ein Glücksspiel ist, kann dahin gestellt bleiben, weil die Art deS Spieles iedenfall« keine Unterlage für die Behauptung des Angeklagten bietet, so ist damit anerkamit, daß der Minister um sehr hohe Beträge gepokert hat, und nur festzustellen unterlassen, daß die»Art des Spielbetriebes" derart war, daß Nächte und Tage hindurch gepokert wurde. Der oldenbnrgische Bundesratsbevollmächtigte glaubte hier fest- stellen zu müsse», Herr Ruhstrat hätte in jedem Prozeß einen äußeren Erfolg erzielt. Einen äußerliche» Erfolg konnte der oldenburgische Justizmiu ister erringen, weil die Gerichts« verhaudlnna in Oldenburg stattfand. Innerlich ist der Justiz- minister schlimmer verurteilt als die Angeklagten mit ihren zehn und zwölf Monaten Gefängnis. Diese Aeußeruna über den äußeren Erfolg bestätigt übrigens meine Aiischauuna. daß es sich bei den Herren um Ruhstrat nicht um Recht, solider» um Rache handelte. Herr Bnrlage charalterisirrtc den„Residenzboten" als schmutziges Organ für Pridatklatfch. Ist et das. so soll er von uns nicht ver- teidigt werden. Wir sind es nicht, die es lieben, Privatklatsch in der Oeffentlichkeit breitzutreteu. Das tun die konservativen Blätter— ihre Mitarbeiter Lindenberg. Ohm unL Gödschk« will ich nur erwähnen— und noch jetzt die„P o st". Herr Bicrmann soll ehrlos sein, weil er anderen Leuten die Ehre abgeschnitten hat. Ucber den Begriff der„Ehre" werden wir uns ja nicht verständigen können) weil ich eine andere höhere Auffassung von ihr habe als Herr Burlage. Ich glaube, daß die Ehre, die jemand in sich hat, ihm nicht abgeschnitten werden kann. Aber wenn Herr Burlage die grundlose Ehrabschneidung durch Biermann so streng verurteilt, warum beurteilt er nicht ebenso die Verleum- dung des Verteidigers Dr. Sprenger durch Ruh- strat? Sie wurde mitten in der Verhandlung vorgebracht, um so die Richter gegen den Verteidiger und den Angeklagten ein- zunehmen, und sofort auf der Stelle als gänzlich grundlos erwiesen. Ich übergehe alle anderen zahlreichen Beleidigungen und Beschränkungen, denen die Verteidigung sonst noch im jüngsten Ruh- strat» Prozeß ausgesetzt war. Ich möchte zum Schluß nur noch die Frage an den Herrn Reichskanzler richten, ivaS er zu tun gedenkt, um in den von mir angeführten Fällen Abhülfe zu schaffen. Was gedenkt er ferner zu tun, um aus dem Gebiete des Koalitions- rechts die Nebergriffe gegen die Arbeiter zu verhinbttrn. Herr Abgeordneter Lenzmann, wo liegt in den von mir angegebenen Fällen die Uebertreibung, die Sie uns vorwarfen? Und mo blieb Ihre Kritik? Aber in diesen Fällen, da haben Sie nichts gesehen, da hatten Sie keine Akten!— Was gedenkt der Herr Reichskanzler ferner zu tun, damit Beamte, die ein Verbrechen begehen, auch für ihre Verbrechen auf die Anklagebank kommen?(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär im Reichsjustizamt Dr. Rieberbing: Der Herr Vorredner hat hier die schärfsten Vorwürfe gegen«änige Strafanstalten gerichtet. Er hat in erster Linie dabei von Oldenburg gesprochen, hat aber wohl auch andere Anstalten gemeint, da er sonst nicht in dieser Forin die Anfrage an den Herrn Rcickiskanzler ge- richtet hätte. Der Herr Reichskanzler hat bereits vor.Weihnachten, als einige solche Vorwürfe durch die Presse gingen, iine Anfrage an die großhcrzoglich oldenburgische Regierung gehen lassei». Ich habe erst gestern die Antwort der Regierung gelesen und bin zu der Er- tlärung berechtigt und verpflichtet, daß in dem Strafvollzuge nicht? geschehen ist, was sich nicht vereinigen ließe mit dem Inhalte des Strafgesetzbuches. Wenn in der Presse etwas anderes behauptet wurde, so beruht das auf Unwahrheit oder auf Uebertreibung. Wenn in andereii Anstalten etwa? Gesetzwidriges vorgekommen sein sollte, so kann ich den Abg. Stadt- Hagen nur bitten, in jedem einzelnen Fall eine Mitteilung an den Herrn Reichskanzler ergehen zu lassen. Dieser wird dann da? Seinige tun, um die Sache in Ordnung zu bringen. Jede Willkür und ungleichmäßige Behandlung in dieser Beziehung verurteilt der Herr Reichskanzler aufs schärfste. Abg. Bargmann(frs. Vp.): Ich bin meinem Freunde Lenz- mann dankbar dafür, daß er mir einen Teil meiner Ausgabe in seiner vorzüglichen Rede vorweggenommen hat. Ich werde diesen Teil nicht wiederholen, weil sonst der Reichstag zu viel Oldenburgisches zu hören bekommen würde.(Sehr richtig! rechts.) Ganz auf das Wort verzichten kann ich aber nicht, da von mir als Vertreter des ersten oldenburgischen Kreises erwartet wird, daß ich mein Urteil über den Prozeß hier ausspreche. Stach meiner Meinung ist eS ausgeschlossen, daß irgend einer der olden- burgischen Richter sich von anderen Motiven hat leiten lassen, als von denen seiner Pflicht. Trotz- dem bin ich mit dem Abg. Lcnzmann darin einverstanden, daß cS besser gewesen wäre, die Sache von vornherein einem nicht- oldenburgischcn Gericht zu überweisen, schon um den Schein der Parteilichkeit zu vermeiden. Ich will zunächst auf eine Mitteilung aufmerksam machen, die hier bereits gemacht worden ist, die nämlich, daß entgegen der Auffassung des Landgerichtes audere oldenburgische Gerichte, nämlich Schöffenserichtr, auf Grund des Pokerspiels zu Verurteilungen gekommen sind. ES ist dringend zu wünschen, daß das Reichsgericht ein« klare Entscheidung darüber gibt, ob Pokerspiel ein Glücksspiel sei oder nicht.— Ich will nun auf den Strafvollzug eingehen. Nachdem der Bundesrat die vor- jährige Resolution des Reichstages, wonach allen Gefangenen die Selbstbeköstigung und Sclbstbeschäftigung gewahrt werden sollte, soweit nicht eine ehrlose GesiriiNung zugrunde liegt, abgelehnt hat, Schtvcynert gibt reichlich dazu Veranlassung. Dieser Redaltcur ist durch Arbcitszwang und mangelhafte Nahrung nach den Zeitungsberichten während des Prozesses k ä r p e r- lich und geistig so herunter gewesen, daß er der Verhandlung nicht folgen konnte. Ich will auch aus der kalten Bohnensuppe keine Staatsaktion machen, aber eS ist doch eine Rücksichtslosigkeit sondergleichen, einem Gefangenen, der .ohne sein Zutun das Mittagessen versäumen mußte, die Mahlzeit ungcwärmt nachher zu geben. Mit den Vereinbarungen der Bundes- staaten stand das Verfahren gegen Schwehnert jedenfalls nicht im Einklang. Denn danach soll auf den Bildungsgrad und Beruf de» Gefangenen Rücksicht genommen werden. Es muß dafür aber Sorge getragen werden, daß die aufgestellten Grundsätze nicht durch die Gefängnisverwaltungen illusorisch gemacht werden.(Beifall links.) Abg. Burlage(Z.): In bezug auf den Strafvollzug stehe ich ganz auf dem Standpunkt der Resolution Gröber.— Es ist mir nicht eingefallen, die Verhältnisse in Oldenburg rosig zu schildern, ich habe nur Tatsachen berichtet. Gänzlich fehl geht der Vorwurf, daß die Richter im Prozeß Ruhstrat als Untergebene des Ministers sich nicht als befangen erklärt hätten. Wenn sie sich nicht für befangen hielten, hätten sie ihre Pflicht verletzt, wenn sie sich doch für be- fangen erklärten. Herr Lenzmann sagte, das Gericht hätte sich ver- tagen müssen, nachdem die Verteidiger ihr Amt niedergelegt hatten. Die Sache lag aber so, daß bei dieser Niederlegung die Berhand» lungbereits beendet war. cS lag also kein Grund zur Ver- tagung vor.— Ich habe den Simplizissimus nicht für ein un- sittliches und schmutziges Blatt erklärt, sondern ich habe gesagt, daß sich im Simplizissimus auch Schmutz findet, und das hat mir Herr v. Gerlach selbst bestätigt. Herr Stadthagen hat bestritten, über die Richter in Oldenburg allgemein abfällig geurteilt zu haben. Er hat aber wörtlich gesagt., das Verfahren habe erwiesen, daß bie Richter nicht das Recht suchten, sondern ihre Rache für die Krän- kungen, die auch sie träfen, kühlen wollten. Wenn Herr Stadthagen ferner auf eine Resolution einer Volksversammlung zum Beweise hinwies, daß ich die Stimmung der oldenburgiscken Be- völkcrung nicht kennte, so beweist einekleine sozialoemo» kratische Versammlung noch nichts für die Stimmung des Volkes. Aus Oldenburg ist kein sozialdemo- kratischer Vertreter im Reichstag und im Landtage sitzen 4 Sozial- dcmolraten unter 40 Abgeordneten.— Herr Stadthagen hat wieder behauptet, Minister Ruhstrat habe zur Frau Redakteur Biermann gesagt, er achte ihren Mann noch nicht so wie den Kot an seinen Stiefeln; Minister Ruhstrat selbst aber hat öffentlich festgestellt, er habe gesagt: die B e l e i d i g u n g e n, die gegen ihn gerichtet seien, achte er nicht mehr als den Kot an seinen Stiefeln.(Hört! hört! im Zentrum.) Ich glaube also, daß man ruhig sagen kann, dieFrauwarnichtwehrloS. Jchbinim übrigen der Ansicht, daß der oldenburgische Prozeß nunmehr schon einen genügenden Teil unserer Verhandlungen in Anspruch genommen hat.(Sehr richtig! rechts. Beifall im Zentrum.) Abg. Schräder(frs. Vg.j: Den letzten Worten des Herrn Vor» rednerS schließe ich mich ganz an. Der Herr Staatssekretär hat sich darüber gewundert, daß ihm vorgeworfen wurde� daß so viele Eni- würfe noch unerledigt seien. Aber unsere Wünsche z. B. über eine Aendcrung de» Strafvollzuges sind schon soalt, daß es wirklich Zeit wäre, eine neue Vorlage darüber aus- zuarbeiten.— Ich will nun ein paar Worte über den§ 166 sprechen. Wir wollen durchaus keine Schimpffreiheit. Unsere Gesetzesbestimmungen aeben uns aber keinen Aufschluß darüber, was unangreifbar sein soll. Vielmehr ist das eine rein religiöse Frage. Ueberdieseaber gehen die Meinungen sehr auseinander. Es sind Verurteilungen erfolgt wegen Ver- letzungcn aller möglichen Dinge, z. B. wegen Angriffe gegen den Klingelbeutel. Dabei hat neulich eine Gemeinde die Abschaffung des Klingelbeutels als etwas Unwürdigen' beschlossen. Sic sehen also, wie verschieden die Auffassungen sind.(Sehr richtig! links.) Ich hoffe daher, die ReickMjustizverwaltung wird die Frage eingehend prüsen und dazu gelangen, eine Vorlage über die Ab- schaffung oder Abänderung dieses Paragraphen auzuarbeitcn.(Bei- fall bei den Freisinnigen.) Staatssekretär Dr. Rieberbing: Ich werde die Debatte nicht mehr verlängern. Aber einige Worte des Herrn Vorredner» nötigen mich, etivas darauf zu erwidern. Der Herr Vorredner hat un» näm- lich Tatenlosigkeit vorgeworfen. Das läßt sich leicht sagen, ohne daß man es beweisen brauchte. Der Vorwurf der Tatenlosigkeit gehört zu jenen parlamentarischen Bemerkungen, auf die sich schwer etwas erwidern läßt, und von denen doch immer etwas haften bleibt. Ich Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Montag wohl aber die kleinen Bundesstaaten an den Anforderungen des Neiges Schlitz 5 Uhr. bitte deshalb, mir zu sagen, worauf sich denn der Vorwurf der Tatent- 1 Tofigkeit bezieht.( Zuruf bei den Freifinnigen: Strafvollzug!) Straf- 1 Uhr. vollzug, ja, wenn wir etwas nicht tun, was die Herren wollen, dann sind wir tateiilos.( Zuruf bei den Soz.: Nichts ist geschehen.) Wir haben durch eine ganze Reihe großer Vorlagen fertig gestellt. Wir sind weiter beschäftigt mit einer Zivilprozeß- Ordnung, ich habe Ihnen erklärt, daß wir eine Strafprozeß- Ordnung vorbereiten, was wollen Sie also? Ueber die angeregte religiöse Frage kann ich Ihnen allerdings feine Vorlage versprechen.( Beifall im Zentr.) So, wie die Zusammenseßung des Hauses ist, würde eine solche Vorlage ja doth feinen Erfolg haben. Und wir arbeiten im Justizamt nur solche Entwürfe aus, von denen die Hoffnung besteht, daß sie hier auch av.genommen werden.( Beifall rechts.) Abgeordnetenbaus. 117. Sigung vom Sonnabend, den 14. Januar, bormittags: 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des tats. Abg. Graf Limburg Stirum( f.) V eines zugrunde gehen. Auch wir wünschen das baldige Zustandekommen des deutſch- öſterreichischen Handelsvertrags. Für die Induſtrie kommt nicht allein die Stabilität der Verhältnisse auf 12 Jahre, sondern auf das Wie der Verträge in Betracht. Gegen die großpolnischen Bes strebungen müssen wir uns wehren. Der Abg. Herold stellt die Verhältnisse auf den Kopf, wenn er meinte, die Polen würden von Wir begrüßen die geplante Einrichtung uns angegriffen. wünschen aber eine energischere Landesgewerbeamts, Förderung des gewerblichen Genossenschaftswesens. Redner bedauert die in letzter Zeit häufig vorgelommene unzulässige Kritik der Schwurgerichts- Präsidenten an dem Wahrspruch der Geschworenen. Die Führer des Bundes der Landwirte haben zum Teil Abg. Schrader( Freis. Vgg.): Der Herr Staatssekretär hat mich spricht sich zunächst für eine kurze und präzise Geschäftsführung aus. Die Kanalvorlage zu einer Verhetzung der Bevölkerung benutzt, die twohl etwas mißverstanden: Von den großen Gesegesvorlagen der Die preußischen Eisenbahnen seien das großartigste Justitut der Welt. alles Erlaubte übersteigt. Wir haben den dringenden Wunsch, in Bergangenheit und der Zukunft habe ich nicht gesprochen. Ich habe Was die Anregung einer Eisenbahngemeinschaft betrifft, so sind wir gegen die nächsten Wahlen unter einem neuen Wahlrecht einzutreten. Einem die Beschwerben gemeint, die von der Reichsjustizverwaltung nicht die Einführung der Reichs- Eisenbahn, weil dadurch die Selbständigkeit der neuen Schulgeset werden wir zustimmen, wenn es dem Kompromiß erledigt werden. Ich bin gern bereit, anzuerkennen, daß für die Einzelstaaten vermindert würde. Durch eine Eisenbahntarif- Reform darf entspricht. Notwendig ist vor allem eine Reform des Lehrergroßen Vorlagen viel geschieht, und ich hatte selbst die Ehre, in der feine Verminderung der Eisenbahn- Einnahmen herbeigeführt werden, besoldungsgesetzes.( Beifall bei den Nationalliberalen.) vorigen Session dabei mitzuwirken. Aber ich tadele es, daß man damit nicht etwa infolge davon eine Erhöhung der Einkommensteuer einimmer nur große Revisionen vornimmt und es unterläßt, Schäden, treten muß mit einer Progression nach oben, was die SozialFinanzminister Freiherr v. Rheinbaben demokraten als den Anfang des Zukunftsstaates betrachten. Redner die sich an einzelnen bestehenden Gesetzen herausstellen, gleich zu empfiehlt eine Erhöhung der Ministerpensionen. Eine Kontrolle der erklärt die Heranziehung der Gesellschaften mit beschränkter Haftung Abg. Dr. Stockmann( Rpt.): Herr Jessen hat sich gestern darüber Sparsamkeit kann das Abgeordnetenhaus nicht üben, das muß für begründet. Eine Heranziehung bei einer Assoziation von FamilienWir begrüßen mitgliedern ist nicht beabsichtigt. Ich will keine Steuern auf Vorrat. beklagt, daß er und andere dänische Führer von den deutschen Blättern der höheren Verwaltung überlassen bleiben. eines Landes Gewerbeamts als Aber wenn bei der Einkommensteuer- Reform hauptsächlich ein Steuerbeleidigt werden. Aber alle diese Fälle schweben noch vor dem Straf- die geplante Einrichtung richter und ich habe zu unseren Richtern alles Vertrauen. Ich will eine Maßnahme zur Förderung des Handwerks. Wir werden erlaß bei finderreichen Familien stattfinden soll und dadurch ein die Regierung unterſtügen in dem Bestreben, die Kon Ausfall entsteht, so muß dieser Ausfall doch gedeckt werden. nur einige gälle anführen, aus denen hervorgeht, daß auch der Abg. Einkommensteuer soll keineswegs mit einem riesigen Jeffen nicht das unschuldige Lamm ist, als das er sich hingestellt hat. zentration des Großkapitals, insbesondere des Kohlenkapitals, zu Die werden. Bei der Eisenbahnverwaltung In seinem Blatte werden die deutschen Patrioten als Speichellecker, berhindern. Wir werden ebenso die Regierung unterſtüßen in der Plus ausgeschlachtet wir ein ganz reines Gewissen haben, da 3. B. Sklaven und Sklavenseelen, ihre Feste als Mittelding zwischen Zurückweisung von Anarchisten, die vom Ausland zu uns kommen. fönnen Zuchthaus und Tanzboden bezeichnet. Von einem Bismardfeste ist( Beifall rechts.) Redner dankt dem Justizminister und dem Minister die Gütertarife in der letzten Zeit um 16 Proz. ermäßigt sind. nach einer Uebersehung, die mir zu Gebote steht( Buruf bei den Soz: des Innern, daß sie nicht im Reichstag erschienen sind, um Diese Ermäßigung der Tarife hat eine Steigerung des GüterWohl vom Generalfonful! Große Heiterkeit.), in dem Blatte zu auf die Angriffe der Sozialdemokraten zu antworten. Bedauerlich verkehrs von 9 Williarden Tonnenkilometer auf 25 Milliarden ist die Verzögerung des Abschlusses der Tesen: Und so verrichten sie denn vor der Affenfraße, die mit Hülfe träge, wodurch zwei Jahre unnötig vergehen, ohne daß die Abschlusses der Handelsver Tonnenfilometer zur Folge gehabt. Handelsver- Tonnentilometer internationaler Kruppscher Millionen gekauft worden ist, ihren Gößendienst und feiern ihre Baalsfeste.( Hört! hört! rechts.) Da- Bustände in der Landwirtschaft gebessert werden. Redner schließt mit dem Ausdruck der Freude darüber, daß der Kronprinz eine für ist Herr Simonsen, der Unterredakteur des Herrn Jeffen, der Braut aus dem alten deutschen Hause gewählt habe, das schon viele jahrelang aus der Herzog- Friedrich- Stiftung zur Förderung des Deutschtums Stipendien bezog, allerdings vom Gericht bestraft tüchtige Fürsten hervorgebracht habe.( Beifall rechts.) worden. Justizminister Schönstedt erklärt, daß er die kritik der Schwurgerichtspräsidenten an dem Wahrspruch der Geschworenen nicht für zulässig halte, und daß er auf eine an ihn gerichtete Beichwerde erwidert habe, daß sich der Vorsitzende auf die Rechtsbelehrung zu beschränken habe. Der Anregung, die Juristen mehr als bisher in der Nationalökonomie ausbilden zu lassen, stehe er durchaus sympathisch gegenüber. Abg. Frhr. v. Zedlis( frk.): Abg. Herold( 3.) tritt für eine feste Abgrenzung der Finanzen das Wort ergriff, ich hätte mich mit meiner gestrigen Behauptung trifularbeiträge ist der richtige Maßstab das Einkommen und nicht Abg. Jeffen( Däne): Ich fürchtete schon, als Herr Stockmann des Reichs und der Einzelstaaten ein. Für die Bemessung der Magetäuscht, daß kein Abgeordneter das Reptilienblatt verteidigen die Kopfzahl der Bevölkerung. Das Eisenbahnnetz muß in schnellerem werde. Ich freue mich, daß Herr Stockmann trotz der ausdrücklichen Tempo als bisher ausgebaut werden. Aufforderung des deutschen Vereins, dem er angehört, nicht das Bei den Kommunalsteuern muß der Staat einen Teil der Die Beilegung des Streits im Kohlenrevier wird hoffentlich ge Blatt verteidigt hat, das den Privatklatsch an die Oeffentlichkeit zerrt, Lasten mit übernehmen, da ja auch die Kommunen Staatslasten Privatbriefe sich auf unlautere Weise verschafft und veröffentlicht, tragen.( Der Reichskanzler erscheint im Saal.) Die Erträge aus lingen. Die Arbeiter müssen vor allen Dingen die Drohung mit von der Regierung aber unterstützt wird. Der Vorwurf gegen den den Domänen gehen von Jahr zu Jahr zurück. Daher ist es höchste einem allgemeinen Ausstande zurücknehmen. Bei unserer EinRedakteur Simonjen ist ganz hinfällig. Weil ein junger Mensch Zeit, daß der Landwirtschaft geholfen werde, und deshalb müssen fommen euer halte ich große Schwankungen für ausgeschlossen. Wir einmal Stipendien bekommen hat, deshalb braucht er doch nicht endlich die Handelsverträge abgeschlossen werden. Ueber den Aus- werden dazu kommen müssen, die Einkommensteuer zu quotisieren. zeitlebens die Meinung der Machthaber zu vertreten.( Sehr gut! stand im Ruvier möge die Regierung umfangreiche Erhebungen Ein festes Verhältnis zwischen Reich und Bundesstaaten würde dalinks.) inter Zuzichung von Arbeitern anstellen lassen, damit ein durch geschaffen werden können, daß ein bestimmter prozentualer die Ursachen des Ausstandes Beitrag an das Reich für eine Reihe von Jahren festgesetzt würde. Abg. Bruhn( Antis.) führt Klage über absprechende Aeußerungen, flares objektives Bild über welche der Berliner Landgerichtsdirektor Oppermann gegen gevonnen werde. Insbesondere ist diese Ursache auf Maß- Der sehr bedenklichen Abwanderung vom Lande nach den Städten über der Presse getan hat. Diese Aeußerungen seien offenbar nahmen des Kohlensyndikats betreffend die Stilllegung der muß durch geeignete Maßregeln entgegengetreten werden. zurückzuführen. der Ausfluß eines überspannten Standesdünkels, Bandes- Gewerbeamts und kritisiert die beabsichtigte Verstärkung der kommensteuer zu erheben, muß geholfen werden. Redner begrüßt die Errichtung eines armen Landgemeinden, die gezwungen sind, hohe Zuschläge zur EinDas geplante wie man es häufig in Juristen- und Richterkreisen findet. Herr Volksschulunterhaltungs- Gesek müßte zu einem Dotationsgesetz für Lenzmann sagte gestern, er sei nicht dumm, nicht ordinär und nicht Dispositionsfonds in den gemischt sprachigen Landesteilen. Redner fragt an, ob die ungerecht genug, um Antisemit zu sein. Ich möchte da an eine fehlt feien die Kampfmittel gegen die Polen, die man durch die ärmeren Gemeinden gestaltet werden. frühere Aeußerung des Herrn Lenzmann erinnern, wenn es ihm Wilde dazu bewegen sollte, daß sie sich als preußische Unter- Borlegung dieses Gesetzes noch in diesem Frühjahr erfolgen werde, Der katholischen Stirche folle man volle und ob bald ein Gesetzentwurf zur Entlastung des bäuerlichen auch nicht angenehm ist. Der verstorbene Abg. König- Witten hat lanen wohl fühlen. im Jahre 1894 hier im Reichstag eine antisemitische Aeußerung des Bewegungsfreiheit lassen und nicht ihre Ordenstätigkeit usw. be- Grundbesißes vorgelegt werden würde. Wünschenswert wäre eine größere Dezentralisation unserer gesamten Verwaltung und eine Herrn Lenzmann angeführt und auf dessen Abstreitungsversuche beschränken. Stärfere Heranziehung der Selbstverwaltungsorgane zu den allgemeinen stimmt behauptet, Herr Lenzmann habe zu ihm privatim gesagt: Staatsaufgaben.( Beifall rechts.) So'n bißchen Antisemit ist wohl jeder. Abg. Prinz Schönaich- Garolath( natl.) bringt auf die sofortige Vorlegung eines Automobil- Haftgefehes, um der wachsenden Beunruhigung der Bevölkerung über die Schußlofigkeit auf öffentlichen Straßen entgegenzutreten.( Beifall.) Staatssekretär Dr. Nieberding: Ich gebe zu, daß die steigende Zahl der Automobilunfälle in der Bevölkerung eine gewisse Erregung hervorgerufen hat. In Preußen sind in den drei letzten Jahren 383 Automobilunfälle vorgekommen. Aber das Haftpflichtgesetz allein würde wenig nügen, weil gerade bei den schweren Unglüdsfällen die Schuldigen oft durchbrennen. Ich hoffe, daß unsere Erwägungen über die beste Form des Schutzes für das Publikum recht bald zum Abschluß gelangen. 9 Ministerpräsident Graf v. Bülow: Wenn den Handelsminister Möller: Den Der Abg. Graf Limburg- Stirum hat von bitteren Enttäuschungen bezüglich des Abschlusses der Handelsverträge gesprochen. Es ist uns Kultusminister Dr. Studt gelungen, ohne sehr große Schwierigkeiten, mit sechs auswärtigen erklärt, daß er die Vorlegung des Volksschulunterhaltungs- Gesetzes Staaten, mit Italien, Belgien, Rußland, Rumänien, der Schweiz in diefer Session mit Rücksicht auf das große Arbeitspensum des und Serbien Handelsverträge zu vereinbaren. Mit OesterreichUngarn find die Handelsvertragsverhandlungen so weit gefördert Landtages nicht empfehle; die Regierung habe die Absicht, den Landtag im Spätherbst zur Beratung dieses Gesetzes einzuberufen. worden, daß die Entscheidung in allernächsten Tagen fallen muß. wir die sechs fertiggestellten Handelsverträge dem Reichstage vorlegen würden, bevor die Situation mit Desterreich Ungarn vollständig geflärt ist, so würden wir die Verhandlungen mit diesem im hohen Grade erschweren. Bei der Wichtigkeit des Abschlusses der Handelsverträge würde es nach meiner Ansicht unverantwortlich gewesen sein, wenn ich die Fertig stellung dieses Werkes aus diesem Grunde gefährdet hätte, um die parlamentarische Behandlung der Handelsverträge um 8 14 Tage früher zu ermöglichen. würde mich dadurch der Die Nach den amtlichen Mitteilungen beteiligen sich an dem Streit im Ruhrrevier 55 000 Bergarbeiter. Von einigen Zechen wild ein Wiederantritt der Arbeit gemeldet, und ich hoffe, daß damit die Einleitung zu einer Verbesserung der Lage gegeben ist. Der Streit ist Abg. Lenzmann: Ich hätte erwartet, daß mich Herr Bruhn zwar plöglich eingetreten, aber es deuteten schon manche Anoder zeichen im letzten Jahre auf eine Streitbewegung hin. Die gründlicher schächten werde, als er es getan hat.( Heiterkeit.) Er ( Sehr richtig! links.) Ich lagen beziehen sich zunächst auf die Löhne, die Löhne, die noch hat Anekdoten erzählt von vor 10 und 11 Jahren. Es ist wahr, dem Vorwurf ausgesezt haben, daß nicht wieder auf der Höhe stehen, welche sie zur Zeit der daß ich 1893 mir verbeten habe, daß Herr Liebermann v. Sonnenberg meine Privatgespräche öffentlich macht. Der Abg. König, mit ich aus nebereilung aus lebereilung schwerwiegende wirtschaftliche Interessen Hochkonjunktur hatten. Während der Durchschnittsverdienst 1900 Handels- 1322 M. betrug und 1901 1224 M., ist er 1902 auf 1101 gesunken, dem ich sie führte, hätte sie gewiß nicht gemißbraucht, aber Herr gefährdet hätte. Die Frage der Kündigung tvird dadurch ihre Lösung finden daß wir 1903 aber wieder auf 1205 gestiegen. Dann wird geklagt über zuLiebermann v. Sonnenburg hatte zufällig einen Teil des Gespräches verträge gehört. Ich hatte dem Abg. König die Anekdote erzählt, daß ein fechs Handelsverträge fertiggestellt haben und hoffentlich auch den nehmende schlechte Behandlung. Wenn bei 5500 Interbeamten eine Herr in einem Seebade an mich herangekommen sei, und als ich fiebenten in kürzester Frist unter Dach bringen werden. Die Wirt- oder die andere Ausschreitung vorkommt, so ist das nicht verwunderihm auf seine Frage bestätigte, daß ich der Abg. Lenzmann sei, mich schaftspolitik der Regierung ist von dem Bestreben geleitet, einerseits lich, es handelt sich aber nach meiner Ueberzeugung da ebenso um zu einem Stat aufgefordert hätte; da hätte ich ihm geantwortet: den Schutz der nationalen Arbeit zu gewährleisten, andererseits an Ausnahmen, wie die Soldatenmißhandlungen Ausnahmefälle bilden. Ich spiele nur Gottes Segen bei Cohn.( Große Heiterkeit.) Und das dem Grundsatz festzuhalten, langfristige Handelsverträge abzuschließen. Heftige Angriffe werden gegen das Nullen von Förderwagen gerichtet, andere Mal auch vor 11 Jahren in einem anderen Gespräch mit Dieses Ziel ist in den legten 10 Jahren im wesentlichen für Handel das erfolgt, wenn Steine darin sind. Das Nullen ist dem westdem Abg. König erzählte ich diesem, ich hätte es abgelehnt, für und Jndustrie, nicht aber für die Landwirtschaft erreicht worden, fälischen Revier eigentümlich, in manchen anderen Gegenden fommt Geld einen Vortrag für die Juden in Hagen zu halten, weil ich und für diese ist die Erhöhung des Schutzes unbedingt notwendig. es nicht vor. Es bezieht sich im Höchstfall auf 8 Proz. der Förde noch nie gegen Bezahlung einen politischen Vortrag gehalten Dieser erhöhte Schutz für die Landwirtschaft soll nach der Absicht rumg, meist auf weniger als 1 Proz. Auf der Zeche„ Bruchstraße" hätte. Ob ich gesagt habe: ein bißchen ist jeder Antisemit, weiß ich der Staatsregierung die Signatur der neuen Handelsverträge sein. war die Zahl der genullten Wagen in den letzten Monaten des verDie Schwierigkeiten der Vertragsverhandlungen gangenen Jahres rund 1,30 Proz., also nicht ungewöhnlich hoch. nicht.( Lachen rechts.) Es ist eine so nichtssagende Redensart, daß( Beifall rechts.) waren außerordentlich groß, und die Staatssekretäre des Inneren Die Wurmkrankheit ist, wie ich hier wiederholt ausgeführt habe, ich sie gesagt und nicht gesagt haben kann; doch glaube ich nicht, und des Aeußeren haben so viel diligentiam prästiert, daß sie mit von uns energisch bekämpft worden, viel energifcher als in anderen daz ich sie gesagt habe. Trotzdem bleibe ich bei meinem Urteil, daß ich zu flug, zu bitte deshalb das hohe Haus, nicht durch zu scharfes Drängen 7-8 Millionen ausgegeben. Der Erfolg ist ein sehr großer und die Volldampf gearbeitet und hohe Anerkennung verdient haben. Ich Ländern. Wir haben zur Bekämpfung der Krankheit mindestens gerecht und zu vornehm bin, um der antisemitischen Be wegung Sympathien zu schenken. Ich empfinde es als eine die Verhandlungen zu erschweren, sondern Vertrauen zu der Erregung unter den Arbeitern nur dadurch hervorgerufen, daß die Ungerechtigkeit, wie ein Teil der Bevölkerung von den Antisemiten Regierung zu haben, daß sie die Interessen des Landes scha je Stontrolle sie stark belästigte; die sehr angreifende Kur hat und aller Erwerbsstände gewissenhaft wahrnehmen wird. Die Leute geradezu nervös gemacht! Wenn die Stilllegung der behandelt wird, als Torheit, wie Staatsbürger verletzt werden, und auch als eine unvornehmheit, wenn eine Mehrheit eine Minderheit Wenn die Polen mit ihrer Agitation nachlassen, dann werden wir Zechen wie früher nur aus dem Absterbungsprozeß hervorgegangen so behandeln will. Das ist meine Meinung. Ob ich daneben noch zu einer Berständigung kommen. Solange aber auf uns geschossen wäre, würde feine derartige Erregung entstanden sein. germanische Gefühle im Busen habe, überlassen Sie mir.( Lachen wird, werden wir weiter schießen. Die Geschichte hat bewiesen, daß Streitigkeiten sind vielmehr dadurch entstanden, daß dieselbe Gerechts.) Aber sie sind nicht so intensiv, daß sie mich zu einer eine Politik der Schwäche gegen die Polen zum größten Schaden sellschaft auf ihrer Beche Bruchstraße" die Förderung erhöhte und dafür andere Zechen eingehen ließ. Durch die Steigerung der törichten oder unnoblen Handlung bringen könnten.( Sehr gut! für uns geführt hat.( Sehr richtig! rechts.) Auf den Streit im Kohlenrevier wird der Handelsminister Arbeiterzahl wurde natürlich die Seilfahrt verlängert. Auf Bei Streifs haben Nun komme ich zu meinem verehrten Herrn Stadthagen. Ich die doppelte Pflicht, dafür zu sorgen, daß unter allen Um nur durch den Einipruch der Arbeiter verhindert. ausführlich zurückommen. die Bebörden anderen Zechen sind in früheren Jahren schon derartige Einrichtungen Auf den Zechen soll gesagt haben, wir hätten glücklicherweise noch keine Klassenjuſtiz. ständen Ordnung Ich habe nur gesagt, daß das, was Herr Stadthagen unter Klaffen- daß die Geseze gleichmäßig angewendet werden, sie müssen aber auch ins Mittel. In letzterem Falle hielt das Oberbergamt die Hechen und Ruhe aufrecht erhalten werden und Oberhausen" und" Bruchstraße" legte sich das Oberbergamt juftig versteht, höchstens auf einen sehr kleinen Prozentsatz des deutschen Richterstandes passe. Aber ich gebe dem recht, eine Einigung zu erstreben suchen zwischen Arbeitnehmern und Arbeit verwaltung an, vor Einführung der längeren Seilfahrt eine was Herr von Gerlach gesagt hat, daß wir dafür sorgen müssen, gebern. Ich bin daher bereit, die Behörden zu einer vermittelnden ordnungsgemäße Kündigung der alten Arbeitsbedingungen zu vollwas Herr von Gerlach gesagt hat, daß wir dafür sorgen müssen, Tätigkeit zu veranlassen. Ich erwarte, daß die Arbeiter sich von Aus- ziehen. Die Arbeitszeit beträgt meist acht Stunden, dazu kommt daß keine Urteile gefällt werden, die dem Volke den Eindruck machen, als seien sie Ausflüsse der Klassenjustiz. Ich habe ferner nur mein schreitungen fern halten, daß aber auch die Arbeitgeber den Be- die Seilfahrt von meist einer, seltener 1 bis 3. vereinzelt mehr als Bedauern darüber ausgesprochen, daß die sozialdemokratische Partei schwerden der Arbeiter Berständnis und Entgegenkommen zeigen einer Stunde. Nur wo die Seilfahrtszeiten verlängert werden sollten, so oft hat erklären müssen, sie sei von ihren Gewährsmännern werden. Ich hoffe, daß auf beiden Seiten die besonnene Weber- erhoben die Organisationen Einspruch. Die Arbeiterschaft der Zeche getäuscht worden. Ich hätte, sagt Herr Stadthagen, kein Wort legung die Oberhand behalten und daß ohne schwere Kalamitäten wurde bei ihrem Ersuchen um Vermittelung vom Oberbergamt auf meine für die eigentliche Not des Voltes gesagt. Er hätte einmal meine für beide Teile und das Land eine friedliche Verständigung erzielt Veranlassung an das Berggewerbegericht gewiesen, machte davon aber feinen Gebrauch, sondern trat in den Ausstand. Von jetzt ab sonl Rede zur Zuchthausvorlage lejen sollen! Aber wenn ich alle die Abg. Dr. Friedberg( natl.) Dinge hier vorbringen wollte, die der Abg. Stadthagen erzählt, Anträgen auf Vermittelung sowohl vom Oberbergamt als daneben Der dann würde ich bald in denselben Ruf kommen, den der Abg. Stadt- weist zunächst darauf hin, daß der Finanzminister trotz des glänzenden vom Berggewerbegericht Dortmund Folge gegeben werden. hagen hier genießt. Ich danke eben für den parlamentarischen Ruf Aussehens des Etats vor einer Steigerung der Ausgaben warnt. Oberberghauptmann stellt zurzeit auf meine Veranlassung fest, ob des Herrn Stadthagen!( Beifall bei den Freis.) Redner lann fie die Besteuerung der Gesellschaften mit beschränkter Vermittelung gewünscht wird. Die Verwaltung muß sich natürlich Abg. Schmidt- Warburg( Bentr.): Herr Schrader behauptete, Haftung die Zustimmung seiner Freunde nicht in Aussicht stellen, in völliger Neutralität halten.( Sehr richtig! links.) Wenn die Befatholische Bischöfe hätten sich häufig gegen den Gotteslästerungs- da das eine Doppelbesteuerung der Mitglieder dieser Gesellschaften wegung weiter um sich griffe. wäre das Jahr verhängnisvoll nicht Baragraphen vergangen, der Einrichtungen der Religionsgemein bedeuten würde. Eine Erhöhung der Steuer für die großen Einkommen nur für den Bergbau und die vergarbeiter, sondern auch für alle schaften gegen Beschimpfungen schüßt. Das ist eine ganz beweislose über 4 Broz. hinaus würde den Verzug der Befiger großer Vermögen Kohlenverbraucher und unsere ganze Industrie. Auf jeden Arbeiter, Behauptung, die ich auf das entschiedenste zurückweisen muß.( 3u zur Folge haben. Wenn der Minister höhere Einnahmen aus den der feiert, konunen viele andere Arbeiter, die schwer geschädigt ruf links: Die Beschimpfungen Luthers durch katholische Geistliche!) Steuern plant, warum entlastet er dann nicht die unteren Stufen? werden. G: be Gott, daß das nicht eintritt!( Beifall.) Redner wünscht Abänderung des§ 831 B. G. B., der jeden Redner begrüßt es, daß die Regierung zur Beilegung des Streits Weitere Verhandlung Montag 11 Uhr.- Schluß 4% Uhr. Tierhalter verantwortlich macht für den durch sein Tier hervor- im Kohlenrevier beitragen wolle. Es ist fraglich, ob das gute Recht gerufenen Schaden. Viel wichtiger wäre eine solche Bestimmung auf feiten der Arbeiter ist, da sie ihre Forderungen erst nach Ausfür die Besizer der stinkenden Ungetüme, der Automobile.( Sehr bruch des Streits aufgestellt haben. Das Reich müßte auf größere Sparsamkeit hingewiesen werden, da zwar nicht Preußen und Bayern, links.) wahr! im Zentrur? wird.( Beifall.) Die Verluste in Südafrika. geb. 23. 4. 80 31 Freckleben( leicht), Unteroffizier Georg Kaiser, ihm alle von auswärts eingehenden Manuskripte vor dem Abdrude geb. 15. 8. 81 zu Ochtrop( leicht), Unteroffizier Richard Gräfe, erst zur Durchsicht vorzulegen; dieser hatte das jedoch bei den beiden Wie Kolonialdirektor Dr. Stübel in der gestrigen geb. 20. 12. 81 zu Leipzig- Sellerhausen( leicht), Gefreiter start inkriminierten Artikeln unterlassen. Die Straffammer erkannte, daß Kommissionssitung erklärte, waren bis zum Gefecht Schmidttonz, geb. 22: 3.- 77 zu Weißenburg( leicht), Gefreiter beide Artikel objektiv beleidigend seien, tam aber auf Grund rechtbei Groß- Nabas am 4. Januar cr. 772 Mann entweder Hermann Schmidt, geb. 11. 6. 83 zu Rechlau( leicht), Gefreiter licher Erwägungen zu der Auffassung, daß der Angeklagte Döller, getötet worden oder ihren Wunden resp. Krankheiten erlegen. Reiter Georg Grit, geb. 26. 11. 82 zu Bischberg( leicht), Anton Sparr aus Darmstadt benannte, obwohl er verantwortlich Otto Branstner, geb. 28. 6. 82 zu Borgishain( schwer), der übrigens als Autor mit dessen Zustimmung den Arbeitersekretär Außerdem wurden 316 Personen verwundet oder als vermißt Reiter Paul Jaron, gemeldet. geb. 25. 6. 79 zu Laurahütte( leicht), zeichnete, doch nicht für die Aufnahme und den Abdruck der Artikel Reiter Josef Biederstein, geb. 9. 6. 82 zu Duisburg( leicht), verantwortlich gemacht werden könne. Die Feststellung, daß die Die Stärke der in Südafrika befindlichen Truppen belief Reiter Franz Starzynsfi, geb. 26. 11. 81 zu Obornit Artifel ohne jede Kenntnis des Angeklagten in das Blatt gekommen sich nach den Erklärungen des Kolonialdirektors auf( schwer), Reiter Josef Nowak, geb. 26. 12. 80 zu Sarbinowo seien, schließt zugleich die Annahme aus, daß derselbe dolos ge519 Offiziere, 11 068 Maun und 154 Beamte. Von diesen( schwer), Reiter Wilhelm Büdmann, geb. 13. 6. 81 zu München- handelt habe, er habe aber auch nicht fahrlässig gehandelt, da er den annähernd 12 000 Mann befinden sich zurzeit noch Gladbach( leicht), Reiter Wilhelm Ambelang, geb. 7. 4. 84 Autor benannte. immer mehr als 10 000 Mann in Südwestafrika. Sie werden zu Zinna( leicht), Reiter Remigius Nägele, geb. 13. 9. 82 zu Gegen dieses Urteil wendete sich die Revision der Staatsanwaltjedoch durch nene Verstärkungen, die demnächst abgehen sollen, Steißling( schwer), Reiter Eduard Heilig, geb. 11. 6. 81 zu schaft, die in erster Linie die Bereidigung des Redakteurs Mendel Fridach( leicht), Reiter Otto Schulz, geb. 6. 6. 82 zu Spandau als unstatthaft bezeichnete, da derselbe als Teilnehmer in Frage auf eine noch höhere Ziffer gebracht werden. Mit den neuen( leicht), Reiter Mar Lange, geb. 6. 1. 80 zu Rakowen( leicht), fomme; er hat die Artikel ohne Kenntnis des Angeklagten in Druck Verstärkungen sollen nämlich abgehen 45 Offiziere, 21 Beamte Reiter Anton Medel, geb. 3. 6. 82 zu Welschenennest( leicht), gegeben und war daher an der inkriminierten Handlung strafbar beReiter Georg Engel, geb. 26. 2. 82 zu Lüttich in Belgien teiligt. Nachdem der erste Richter hinterher die Eidesunfähigkeit Aus diesen Mitteilungen ergibt sich, welche ungeheure( schwer), Reiter Theodor Stüfer, geb. 8. 3. 81 zu Varenfell dieses Zeugen erkannte, hätte er das unbedingt im Urteil würdigen Summen uns Südafrika noch kosten wird. Schon daraus, daß( leicht), Reiter Franz Berges, geb. 27. 1. 81 zu Alt- Damm müssen; er würde auch dann nicht zu dem Schlusse gekomnien sein, noch immer neue Nachschübe nach Südafrika abgehen, ersieht( leicht), Reiter Karl Henning aat, geb. 11. 5. 83 zu Izehoe die Veröffentlichung sei ohne Kenntnis des Angeklagten erfolgt. man, daß die Regierung der Auffassung ist, daß in absehbarer( leicht). Die Revision der Staatsanwaltschaft wurde vom Reichsanwalt Zeit an eine Verminderung der Truppenzahl gar nicht zu Reiter& ari Mägeritäbt, geb. 26. 10. 81 zu Wiesbaden. Vermißt: Reiter Ernst AIbat, geb. 15. 7. 84 zu Gudwainen, für begründet erachtet und vertreten. denken ist. Höchst wahrscheinlich wird auch der Krieg, Im Gefecht bei Stamprietfontein am 1. Januar gefallen: Unterwenigstens der Kleinkrieg, noch unabsehbare Zeit dauern. offizier Georg Müscher, geb. 16. 12. 83 zu Schwanebeck, früher Zwar soll nach den letzten eingelaufenen Nachrichten die im Telegraphen- Bataillon 1. Hottentottenmacht, die unseren Truppen bei Groß- Nabas geschlossen gegenübertrat, durch neuere Gefechte zersprengt worden sein. Allein dadurch ist das Schicksal des Krieges durchaus noch nicht besiegelt. Es wird nunmehr der Kleinkrieg beginnen, der nach den Urteilen der Kenner Südwestafrikas noch bedeutend schwieriger sein soll, als der Krieg großen und 1051 Mann. Stils. Berlin, 12. Januar. Amtliche Meldung. Nach Meldung des Generals von Trotha hat berst Deimling, von Gibeon tommend, am 3. Januar bei aruch as, füdlich Gochas, am 5. Gefechte gehabt. Der Feind ist vermutlich nach Östen gebei Gochas, am 7. anscheinend bei Urikuribis siegreiche flüchtet. Die Verbindung zwischen Oberst Deimling und Major Meister ist hergestellt. Berlin, 12. Januar. Amtliche Meldung. Nach einem Telegramm aus Windhuk wurden in den Gefechten bei Groß- Nabas am geboren 18. 4. 79 zu Gunzenhausen( schwer), Sanitätsunteroffizier 2., 3. und 4. Januar noch verwundet: Sergeant Julius Wendler, Otto König, geboren 22. 12. 81 zu Wehrstedt( schwer). In den letzten Gefechten, sind gefallen 1 Offizier und 6 Mann, 12 wurden schwer und 13 leicht verwundet. Der Kolonialdirektor über die Ansrottungsstrategie Trothas. Die Erklärungen, die in der gestrigen Kommissionssigung der Kolonialdirektor Stübel über die Ausrottungsstrategie Trothas abgegeben hat, sind absolut unbefriedigend. Von unseren Nach Meldung Generals von Trotha hat Major von Genossen ist denn auch bereits in der Sitzung die entsprechende der Heyde am 10. Januar den Vormarsch nach dem unteren SturmKritik an diesen lendenlahmen Erklärungen geübt worden. feld- Omurambafluß mit 82 Gewehren und zwei Geschützen beStritik an diesen lendenlahmen Erklärungen geübt worden. gonnen. Vierte Kompagnie Feldregiments 1 von Abteilung Eftorff Die Regierungsvertreter vermochten gegen die Verurteilung bricht am 12. Januar auf, um das Gelände zwischen Eisebfluß und des nach der Parole, Pardon wird nicht gegeben" Sturmfeld- Dmurambafluß zu säubern. Zacharias Beraua, Kapitän geführten Gefechtes des Generalissimus Trothas nichts vor der Hereros zu Otjimbingue( 110 Kilometer westlich Windhuk), hat zubringen. Schleierhaft bleibt es einstweilen und wird es sich mit einigen Begleitern dem Major von Estorff in Dwinauavielleicht immer bleiben, ob General Trotha seinen Ausrottungs- Naua ergeben. Seine Leute sollen wegen großer Ermüdung erst in frieg gegen die Hereros aus eigener Machtvollkommenheit ge- einigen Tagen dort eintreffen. führt hat, oder ob er damit nur Weisungen befolgte, die ihm aus Berlin gegeben wurden. Daß General Trotha in aller letzter Zeit, Zeit, wie ja Kolonialdirektor Stübel erklärte, erklärte, Weisungen zugegangen sind, daß nunmehr Gefangene gemacht werden dürften, beweist noch keineswegs, daß er bisTang anders lautenden Weisungen aus Berlin gefolgt ist! Groß- Nabas am 2 ,, 3. und 4. Januar verwundet: Sergeant Ein Telegramm aus Windhu k meldet: In den Gefechten bei Julius Wendler, geboren 18. 4. 79 zu Gunzenhausen( schwer). Sanitätsoffizier Otto König, geboren 22. 12. 81 zu Wehrstedt, Sanitätsoffiziert ( schwer). " Partei- Nachrichten. " ,, Vorwärts" Der erste Straffenat des Reichsgerichts hob nach dem Antrage des Reichsanwalts das Urteil nebst den demselben zugrunde liegenden tatsächlichen Feststellungen auf und verwies die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurüd. Soziales. Eine interessante Organisation. In Holland hat man sich im letzten Jahre viel mit dem„ Bund der Marinematrosen" beschäftigt, den der Marineminister Ellis, der den starken Mann" spielt, unt jeden Preis vernichten will. Unter Marinematrosen sind die Seeleute der Kriegsschiffe zu Matrosen fämpfen nicht, sie fahren nur, stehen jedoch unter den verstehen, nicht die Mannschaften, welche die Waffen bedienen, Die Kriegsgesetzen. Sie sind aber alle Freiwillige und verpflichten sich für längere Zeit zum Dienst. Die meisten treten schon sehr jung, mit 14 bis 15 Jahren, in die Marine. Diese Marinematrosen haben in den legten Jahren eine Organi fation gegründet, welche, da die Unzufriedenheit sehr groß war, schnell wuchs. Am 1. Januar 1903 zählte sie 1575 Witglieder, das waren 60 Proz. der Matiosen, welche älter als 18 Jahren waren, und nur diese werden angenommen. Während der Streitbewegungen im roten Quartal"( die Monate Januar- April 1903) hatte man bei diefen Leuten einige Sympathien mit der Streitbewegung entdeckt und nun machten die Autoritätsmenschen im Haag alle Anstrengungen, um diese Organisation zu Matrosen ihre Beschwerden durch die sozialdemokratischen Abunterdrücken. Schon lange hatte es die Herren geärgert, daß die geordneten in der Kammer vorbringen ließen, und daß die be bekanntesten Mitglieder Sozialdemokraten waren. Allererst entließ man eine Anzahl der führenden Elemente, dann verboten alle Schiffstommandanten das Blatt Het Anker", offizielles Organ des Bundes. Da das alles nichts half, wurde gröberes Geschütz aufgefahren. Der Staatsanwalt in Alkmaar, der Gerichtsbezirk, binnen welchem der Matrosenbund seinen Sitz hat, nehmen, weil im Organ des Bundes Artikel gestanden hätten, welche stellte den Antrag, dem Matrosenbund die Rechtspersönlichkeit zu mit der militärischen Disziplin, der die Bundesmitglieder unterworfen sind, nicht vereinbar wären. Diesem Antrag wurde stattgegeben. Run fing der Kampf des Marineministers gegen die Drganisation von neuem an. Alle Vorstandsmitglieder wurden entlassen, und jeder Matrose, der an Bord im Besitz einer Nummer des„ Anker" gefunden ward, flog hinaus. Selbst das Briefgeheimnis, obschon verfassungsgemäß unantastbar, war tatsächlich für die Matrosen der Kriegsschiffe abgeschafft. Uebrigens scheint General Trotha den Vernichtungs- Feldzug, den er gegen die Hereros geführt hat, nunmehr auf die Hottentotten ausdehnen zu wollen! In den Meldungen über des Parteivorstandes und der Berliner Preßkommission die nach In der Leipziger Volkszeitung" finden wir auf die Erklärung die letzten Gefechte wird nämlich nur von gefallenen Hottentotten folgende Bemerkung: gesprochen. Daß Verwundete in Gefangenschaft geraten seien, Auf die vorstehende Kundgebung haben wir zu erwidern: Es wird nicht erwähnt. Daß dies nicht auf eine mangelhafte ist eine unbestreitbare und auch unbestrittene Tatsache, daß die Berichterstattung zurückzuführen ist, geht aus den Mitteilungen Redaktion des Vorwärts" die vom Genossen Bebel in der Sigung hervor, die General Trotha über den Herero Feldzug des Reichstages vom 10. Dezember v. J. gegen den Zolltarif- Artikel in der letzten Zeit erstattet hat. In diesen Meldungen wird der Leipziger Wolfszeitung" gerichtete Erklärung gemißbilligt, jedesmal über die Zahl der gefangenen Hereros berichtet. aber diese Mißbilligung verschwiegen und vielmehr den vom jedesmal über die Zahl der gefangenen Hereros berichtet. Genossen Bebel verleugneten Artikel auch ihrerseits wiederholt anWenn also in dem Hottentotten Feldzug Gefangene gemacht gegriffen hat. Am verletzendsten gestaltete die Redaktion des„ Borworden wären, so würde General Trotha dies unfehlbar eben wärts" diese Angriffe, als der Verfasser des Zolltarifs- Artikels, ein im Und was ist nun das Resultat dieser Kampagne? Der Mangel falls mitgeteilt haben. Da er es nicht mitgeteilt hat, kann Dienste der Partei mit Arbeit überlasteter Genosse, wegen einiger an Matrofen wird, je länger je mehr fühlbar, da sich von denjenigen nur angenommen werden, daß Gefangene nicht gemacht Kraftausdrücke von der Broiwucherpresse als„ Halbverrückter" ge- Matrosen, deren Dienstzeit abgelaufen ist, fast kein einziger wieder wurden, denn die Annahme, daß die Hottentotten sofort schmäht wurde, also in einem Augenblicke, wo die einfachste Pflicht neu einschreiben läßt. Am 1. Januar 1902 zählte das Seemannsalle tödlich getroffen worden sein sollten, ist vollständig un- des Anstandes jedem Parteiblatte verbot, in dieselbe Kerbe zu hauen. personal 3105 Mann, am 1. Januar 1903: 3109. Am 1. Januar sinnig. Deshalb ist es notwendig, daß nicht nur über die nun Der Vorwärts" jedoch erfah gerade diesen Augenblick, um auf 1904 war es auf 2876, am 1. Juli 1904 auf 2768 Mann gefunken. einmal geschehenen und nicht wieder gut zu machenden Fehler einen, wie er sagte, frankhaft überreizten Genossen" Vorwürfe zu Der Matrosenbund zählte am 1. Januar 1903 1413 Mitglieder, im Herero- Feldzug Kritik geübt wird, sondern daß von der häufen, wie„ kalte und triviale Schimpfercien",„ Kraftmeiertum", am 1. Januar 1904: 1575, am 1. Januar 1905: 1471! Athletentum in Worten", das durch inhaltlose Phrasenhaftigkeit den Der Verlust an Mitgliedern ist ausschließlich dem Austritt aus Regierung gefordert wird, daß sie sofort dem General Trotha sozialistischen Kampf abschwäche", genug Vorwürfe, deren Sinnlosig der Marine zuzuschreiben. Der große Erfolg der Vaterlandsretter die strikte Anweisung zugehen läßt, gegenüber den Hottentotten feit gerade auch vom Standpunkt des Vorwärts" sich schon daraus ist also ein ardauernder Matrosenmangel. anders zu verfahren, als es ihm mit den Hereros beliebte! ergibt, daß sie, wenn sie einen Sinn hätten, den Dieser Kampf zwischen den Matrosen der Kriegsmarine und der Die elementarsten Grundsäge der Menschlichkeit und auch die ungleich schärfer treffen würden als die Leipziger Volkszeitung". Regierung erregt in Holland die allgemeine Aufmerksamkeit. Rücksicht auf die Soldatenehre unserer in Südwestafrika Diese Angriffe des" Borwärts" haben den Genossen Mehring zu Eine staats- und balletterhaltende Fälschung unternimmt Herr kämpfenden Truppen verlangt es, daß die verwundeten seinem Abwehrartifel in Nr. 298 unseres Blattes veranlaßt. Es soll keineswegs verkannt werden, daß Genosse Mehring in begreif- Dr. Mar Möller im Hambg. Korrefp.", um die königliche Hottentotten zu Gefangenen gemacht, nicht aber kurzerhand licher Empörung mit einzelnen Wendungen die Grenzen überschritten Institution, gemeinhin Ballettschule genannt, von Vorwürfen zu in das Jenseits spediert werden! hat, die er im allgemeinen Interesse der Partei hätte beobachten reinigen. Wir hatten jüngst aus dem Buche des bekannten KulturDie amtliche Berichterstattung und die Scherl- Presse. sollen. Jedoch war er als politischer Leiter der„ Leipziger Volkszeitung" historifers und schweizerischen Staatsarchivars Dr. Otto Henne zur schärfsten Abwehr der vom Vorwärts" in gehässigster Weise am Rhhn," Die Gebrechen und Sünden der Sittenpolizei", jene In der Kommissionssitung wurde auch schärfste Beschwerde angezettelten Polemit nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Ausführungen wiedergegeben, die sich mit der Ausbildung" und darüber erhoben, daß die Scherl- Presse in der Lage gewesen Auch können die Aufsichtsinstanzen der Leipziger Volkszeitung", dem Schicksal der jungen Mädchen befaßten, die schon im sei, früher Nachrichten nicht nur über strategische Bewegungen, denen das Wohl der Partei ebenso am Herzen liegt wie den im Alter von neun bis elf Jahren der Ballettschule übergeben werden. sondern auch über die Namen der Gefallenen und Ver- Aufsichtsinstanzen des Vorwärts", in einigen formellen Verstößen, Der Verfasser vergleicht dieses Institut mit einem„ Remontemarkt", wundeten zu machen, als die a mtliche Berichterstattung. Die in der berechtigten Abwehr einer grundlofen Herausforderung und berichtet, daß die meisten der armen Mädchen sittlich untergehen. begangen worden sind, nur eine ungleich geringere Gefährdung der Herr Möller, der Autor literarisch minderwertiger Theaterstücke, sah Kolonialdirektor suchte sich damit herauszu Bartei erblicken, als in der Kampfesweise, die der„ Vorwärts" feit sich veranlaßt, den Eindruck dieser Anklagen abzuschwächen. Er reden, daß er eben langer Zeit gegen die Leipziger Volkszeitung" beobachtet hat. Scherl früher direkte private Nachrichten zugegangen, Leipzig, 12. Januar 1905. als dem Answärtigen Amt. Diese Ausrede fällt glatt zu Das Preßkomitee. Das Agitationstomi'te e. Boden gegenüber der Tatsache, daß der„ Lokal- Anzeiger" über Die Vertrauensleute des 13. Reichstags Wahldie Verluste bei Groß- Nabas 24 Stunden früher Nachricht zu geben vermochte, als die amtliche Stelle. Diese Nachrichten Der Vorstand des Wahlvereins für den 12. Reichsaber fonnten Scherl nur zugegangen sein durch die Benutzung der Heliographenlinie, die nach dem Telegramm Trothas durch anderweitige wichtige Meldungen derartig in Anspruch geDie Leipziger Parteigenossen, welche die obige Erklärung unter nommen war, daß es ihm nicht möglich war, auch noch Mit- schrieben, haben sich nicht bei uns als der unterrichteten Stelle inteilungen über die Verluste unserer Mannschaften zu geben. formiert, ehe sie sich die neuen sachlichen Beschuldigungen gegen uns Die Sache fann sich also nur so zugetragen haben, daß diese zu eigen gemacht haben. Es ist daher erklärlich, daß sie die ihnen so überlastete amtliche Heliographenlinie zwar für den gewordenen durchaus irrigen Informationen für wahr gehalten General Trotha keine Mitteilungen über die Mannschafts- haben. verluste übermitteln konnte, wohl aber für Herrn August Scherl! Die Regierung wird also gezwungen werden müssen, auf die konkret zu stellende Frage auch eine konkrete Antwort zu geben, statt sich mit allgemeinen Redens arten um den Kern der Beschwerde herumzudrücken. Die lesten Verluste in Südwestafrifa. #. freises. tags- Wahlkreis. * Soweit die Leipziger Volkszeitung". Н ,, Noch unsinniger aber ist die Behauptung eines sozialdemos fratischen Blattes, daß die königliche Ballettschule vom sittlichen Standpunkte aus zu tadeln sei. Das Blatt drückte sich etwas derber aus. Soviel mir bekannt ist, denkt die Leitung des Instituts nicht daran, hierauf zu recgieren; ich erwähne den Fall hier nur, weil er charakteristisch ist für die Art, mit der manche Blätter alle königlichen Institutionen beurteilen. Das Blatt bringt eine gruselige Schilderung der Verhältnisse, die mit fol gendem Trumpfe schließt:„ Die geeignet Befundenen werden sodann zu bestimmten Familien gegeben usw." " Danach müßte man also annehmen, daß die Kinder ihrem Familienkreis entzogen würden, da sie ja zu bestimmten" Familien gegeben würden. In der Tat aber leben die meisten Kinder ganz ruhig bei ihren Eltern; daß dafür gesorgt wird, daß Wir unsererseits stellen fest, daß die Anklagen der obigen ErWaisen in einen Familienschutz kommen, ist, wie überall, so auch hier anzuerkennen." flärung, die beſtimmt sind, für den gegen uns gerichteten Angriff mildernde Umstände zu erwirken, von Anfang bis zu Zur Erleichterung seiner gewiß peinlichen Aufgabe verschweigt Ende gegenstands los find. Die Redaktion ist aber gern er also nicht nur den Inhalt der Schilderungen des Herrn Dr. Otto bereit, falls die Leipziger Parteigenossen den Wunsch haben sollten, Henne am Rhyn, sondern unterschlägt den Namen des Anklägers die von ihnen unterzeichneten beweislofen Beschuldigungen überhaupt, um jene Schilderungen als„ Behauptungen eines sozial nachträglich noch zum Gegenstand eines Beweisverfahrens zu machen, demokratischen Blattes" darzustellen. Ulm Herrn Möller eine Nach Gefallen: Fähndrich der Landwehr Tripke aus Binz auf ihnen jederzeit Beistand zu leisten. Wir sind überzeugt, daß sie, prüfung zu erleichtern, tragen wir nach, daß jene Stellen, die sein Rügen, Sergeant Bruno Baer, geb. 21. 10. 77, zu Rigdorf, über das vollständige Material unterrichtet, dann selbst zu der Er- höchstes Mißfallen erregt haben, in, dem genannten Buche, das in Unteroffizier starI Böschel, geb. 30. 8. 78 zu Ziegelicheine, Ge- fenntnis kommen, die wir im Interesse der Partei und der Wahrheit zweiter Auflage 1897 im Verlage von May Epohr in Leipzig er schienen ist, auf Seite 164 und 165 zu finden sind. 00 freiter Leopold Sprengel, geb. 1. 10. 81 zu 3inten, Gefreiter für erwünscht halten. Für die Deffentlichkeit scheint uns die Weiterführung der Dis Otto Juengel, geb. 3. 10. 81 zu Leipzig, Gefreiter Josef Weinberger, geb. 9. 3. 77 zu Kromwitt, Gefreiter Dtto fuffion teinerlei Interesse zu haben. Andres, geb. 11. 2. 82 zu Mahnsfeld, Gefreiter Bernhard Müller, geb. 4. 8. 82 zu Leutenberg, Reiter Josef Hannig, geb. 20. 9. 81 zu Frankenstein, Reiter Guido Lan, geb. 20. 12.79 zu Hartmannsdorf. Reiter Fra naorta, geb. 17. 1. 80 au Stappel, Reiter Franz Water, geb. 12. 5. 82 zu Hannover, Reiter Gustav Dehler, geb. 8. 5. 82 zu Waldsachsen, Reiter Mar Roschad, geb. 8. 4. 83 zu Lawiz. I Polizeiliches. Gerichtliches ufw. Aufhebung eines freisprechenden Urteils wegen unstatthafter Berteidigung! Gegen den Geschäftsführer der Mainzer Boltszeitung", Friedrich Döller, wurde vom Landgericht Mainz das Hauptverfahren wegen zweier selbständiger Fälle von Beleidigung eines Verwundet: Vizefeldwebel Friedrich Paul Thamm, geb. Eisenbahn- Bauinspektors in Tarmstadt eröffnet, die erste Straffammer 11. 9. 75 zu Beuthen( leicht), Sergeant Franz Böhnisch, geb. erkannte jedoch am 27. Mai v. J. auf Freisprechung. Genosse Döller 4. 10. 76 zu Neurode( leicht), Sergeant Hermann Rauch, geb. fungierte zu dieser Zeit in Stellvertretung als verantwo. tlicher Redakteur. 15. 1. 77 zu Schöningen( leicht), Unteroffizier Hermann& aag, Er hatte dem Redakteur Meudel ausdrücklich zur Pflicht gemacht, P Marktpreise von Berlin am 13. Januar. Nach Ermittelungen des fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 M., geringe 17,52-17,50 Roggen**), gute Sorte 13,90 00,00 m., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,90-14,80 m., mittel 14,70 bis 13,60 M., geringe 13,50-12,40 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,60, mittel 15,50-14,70., geringe 14,60-13,80 9. Erbsen, gelbe, zum Wochen 15,00 30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 7. Kartoffeln 10,00 7,00 m. Richtstrob 5,00-4,50 m. Heu 9,20-7,40 M. Für ein Kilogrammi Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schock 4,80-3,20 M *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Extra- WARENHAUS Montag Dienstag Preise A.WERTHEIM Mittwoch Gemüse- Konserven 99 99 39 1.15MK. Stangenspargel III, Dose 85 Pf. Stangenspargel III 48 Pf. Stangenspargel II Stangenspargel II 2 63 Pf. Stangenspargel Ia 11.30мK. Stangenspargel Ia 1/2 70 P. Stangenspargel» 1.65 Mk. extra stark extra stark 1/2" 39 99 Stangenspargel» 88 PL. ohne Köpfe ohne Bruchspargel Köpfe 1/2 Bruchspargel I Bruchspargel I soweit der Vorrat reicht: Die Preisliste über Lebensmittel und Cigarren wird kostenlos zugesandt. Abschnittspargel Dose 43 Pf. 11.15Mk. 63 Pf. Feine Schoten D. 55, D.33 Pf. Junge Schoten Schoten 1/1 Dose 48 Pf. Gemischt. Gemüse» 63 PL 99 " 1/1 38 PL. Bruchspargel gpfe 1/1 Dose 60 Pf. 35 Pf. Kaiserschoten 1/1" 1/2 39 90 Pf. 50 Pf. Kaiserschoten 1/2" Kaiserschoten II Kaiserschoten II Schoten extra fein Schoten extra fein 1 Mk. 2 55 PL Kohlrabi in Scheiben 1/1" 26 Pl 1/1 85 Pf. 25 Spinat 248 Pf. Wirsingkohl Schoten I Dose 74, D. 42 Pt. extra stark 95 Bruchspargel 1 ❤ 1.10MK. Bruchspargel stark 1/2 60 Pf. Riesenbruchspargel 11.30мK. Riesenbruchspargel/ 70 PL. Frucht- u. Fisch- Konserven ohne Saure Kirschen Steine 1/1 Dose 95 Pf. ohne Saure Kirschen Steine» 53 Pf. SaureKirschen mit Steinen 165 Pf. Steinen 93 Saure Kirschen mit 1/2 38 Pf. Kaiserkirschen Shine 11 Mk. Kaiserkirschen ohne 1/ 1/2, 55 Pf. Reineclauden Reineclauden Mirabellen Mirabellen Heidelbeeren 1/1 Dose 62 Pf. 1/2 36 Pf. 1/1, " 65 Pf. » 54 PE Schmorgurken Schmorgurken 1/2 Rheinisch. Kraut Dose Dunstfrüchte in Gläsern Grünkohl 1/1" 48 PG 1/1" 32 P. " 32 1/1 32 Pt. 33 PL Delikatessheringe/ Dose 78 PL. Delikatessheringe» 50 Pl. Anchovis 99 9 1 Dose 80 Pl. 45 Pf. ca. 1 Pfd. 45 Pf. Dose 36 PL Neunaugen Dose 80 Pf. Aal in Gelee Dose 80 PL Sardinen Glas 24 Pf. Anchovis Glas 24 Pf. Glas 52 PP. Sardinen in Öl Dose 30 u. 42 PG Birnen ganze Frucht Pflaumen ganze Frucht 11 99 45 Pl. Pflaumen halbe Frucht 1" 60 Pl. 1/1» 80 Pf. 1/2" 45 PL Pf. Pflaumen halbe Frucht Preisselbeeren 1/35 Pf. Pflaumen halbe Frucht " 1/1, 62 Pf. Steine 19 Erdbeeren naturell Erdbeeren naturell Aprikosen halbe Frucht Aprikosen halbe Frucht Pfirsiche halbe Frucht geschält 11» 1 Mk. 1/2" 55 Pf. 29 1.10 1.10 » 60 Pf. 1/1 1.20 $ 5 Dose ca. 5 Pid. 1.50, 10 Pfd. 2.95 1 Dose 55 Pf. 2/1 A 1 Mk. Gemischte Marmelade Apfelmus Apfelmus Stachelbeeren, Johannisbeeren Kirschen mit Steinen Heidelbeeren, Birnen Ostsee- Bratheringe Dose 45 Pr. Bismarck- Heringe Dose 45 Pf. Dose 36 Pf. Eimer ca. 3 Pfd. 90 Pf. 10 Pfd. 2.10 Heringe in Aspic Hülsenfrüchte u. Backobst Victoria- Erbsen Kleine Erbsen Glasierte Erbsen Spalt- Erbsen gelb Algier- Erbsen grün Grüne Erbsen Grosse Linsen 99 Gemischt. Backobst 28, 42 Pf. Amerik. Ringäpfel Pfund 36 Pf. Prünellen 55 PL. Kaliforn. Aprikosen 55, 65 Pr. Kaliforn. Pfirsiche Pfund 55 Pf. Kalifornische Pflaumen Pfund 13 Pt. Mittel- Linsen Pfund 17 Pf. 39 12 Pf. Grosse Bohnen 29 16 Pf. Mittel- Bohnen 99 14 P Kleine Bohnen 20 99 gespalten 19 27 Pf. Rangoon- Reis 22 PL 18 Pf. 17 Pf. 15 Pf. „ 15 14 PL Patna- Reis 13 9 18 Pf. 59 22PL Java- Reis Pfund 22 u. 28 Pf. Mischung II III IV Gebrannt. Kaffee Pfund Pfund 28, 32, 37, 42 Pt. 90Pf. 1.05 1.25 Mk. Cervelatwurst in 1.10 Italien. Äpfel P. 10 P. In Rinddarm Pfund 1.10 Salamiwurst in Rinddarm Schinkenwurst Pfund 1 Mk. Gänsebrust( Spickgane) 1.40 Moselweine Pfund Pfd. Krachmandeln Pfd. 80, Datteln on 38 Pr. Traubenrosinen Pfund 65 Pf. Französ. Oelsardinen Amieux frères 1/4 1/2 1/4 in Tomaten 80P. 1.35 78 PL Chancerelles 70 Pf. 1.20 Mk. frères Französische Pflaumen Pfund 25, 28, 33, 42 PL. Italien. Makkaroni Pfund 38 Pf. Deutsche Makkaroni 30 PL leicht gefärbt 12 Pa. Eierschnittnudeln» 38 Pf. Hausmacher Art Block- Schokolade Pfund 68 Pf. Deutscher Kakao Pfund 1.05 Mk. Wolgahühner Enten Puten 1.35 u. 1.60 Stück 2.10 Mk. Pfund 72 Pf. Geflügel und frisches Obst sind von der Zusendung ausgeschlossen. Rhein- u. Pfalzweine Bordeauxweine Obermoseler 1/1 Flasche 50 PE 1902 Lorcher 1/1 Flasche 75 PL 1902er Burger 99 65 FL. 1900 Niersteiner 95 1 MK. er 1902 Lieserer 9 80. Pl. 1902 Binger Rochusberg 99 1.25 Mk. 1902 Zeltinger 39 90 Pf. 1900 Rüdesheimer Rottland 39 1.65 Mk. er 1902 Piesporter 99 1.15 Mk. 1900 Rüdesheimer Bischofsberg 1902er Pauillac 1900 Médoc Vertheuil 1900* Chật. Petit Puch 1899 er Libardac Listrac 1899 er Beychevelle 1/1 Flasche 75 PE 99 90 Pf. " 1 Mk. 9 1.15 Mk. " 1.30 Mk. er 1902 Enkircher Steffansberg " 1/ Flasche 1.25 Mk. 1900 1900 Piesporter Auslese 99 1.95 Mk. 1893 Deidesheimer Riesling Liebfraumilch Stiftswein 39 $ 1.80 Mk. 1.85 Mk. 1899 er Chât. Citran 99 1.55 Mk. er . 2.80 Mk. 1899 Chât. Grand Puy 1899er Chât. Palmer " » 1.70 Mk. 39 1.95 Mk. Auslese Diese Artikel werden nach auswärts nur auf Kosten des Empfängers versandt. Verantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantiv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Merlin SW Nr. 13. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 15. Januar 1905. „ Pour le mérite" der Menschheit ging's: Sie fielen rechts und sie stürzten links. Durch berstende Mauern, von Flammen umloht, Durch Bäche von Blut schritt der grinsende Tod; Und er schwang seine Sense zu sausendem Schnitt Pour le mérite! Pour le mérite. Und sie würgten wie Bestien sich, knirschend vor Wut, Das Messer des Schlächters ertrank im Blut. In Salvengeknatter erstickte das Ach, Die pfeifende Bombe durchschlug das Dach. Und die Kranken, die Wunden mußten mit Pour le mérite. Nun schmückt die Beiden, die pflichtbewußt Das Herz ermordet in ihrer Brust, Der funkelnde Stern. Doch wie brandender Gischt, Aus Winseln und Stöhnen und Fluchen gemischt, Umdröhnt ihre Häupter ein anderes Lied: Pour le mérite? Berliner Partei- Angelegenheiten. Parteigenossen und Genossinnen! Am Mittwoch, den 25. Januar, findet im„ Moabiter Gesellschaftshaus" eine Volksversammlung statt. Genossin Klara Bettin wird über Militarismus und Militärjustiz einen Vortrag halten. Es soll Brotest eingelegt werden besonders gegen die grausamen Freiheitsstrafen, denen Söhne des Voltes zum Opfer fielen. In Anbetracht dessen sollte es niemand versäumen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Vertrauensperson. Vorstellung in der Urania statt. Zur Aufführung gelangt: Die Erster Wahlkreis. Heute, Sonntag, mittags 2 Uhr, findet eine Weltausstellung in St. Louis. Billetts sind noch in beschränkter Anzahl vor der Urania zu haben. Charlottenburg. Am Dienstag, den 17. Januar, abends 82 Uhr, findet im Boltshause, Rosinenstr. 3, die Mitgliederversamm Yung des Wahlvereins statt. In derselben wird Genosse Baul Hirsch vom preußischen Parteitag Bericht erstatten. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen seitens der Mitglieder. Für Frauen und Gäste ist die Galerie reserviert. Tempelhof. Hierdurch werden die Mitglieder nebst Familie zu dem am heutigen Sonntag im Lokale des Genossen M. Müller, Berlinerstraße 41/42 abzuhaltenden Stiftungsfest eingeladen. Gleich zeitig machen wir die Mitglieder darauf aufmerksam, daß am Diens tag im selben Lokale eine Versammlung stattfindet, in welcher Genosse M. H. Baege feinen zweiten Vortrag über„ Entwickelungsgeschichte des Weltalls und der Erde" halten wird. Rotfunkelnden Aug's schlich der Hunger herum. Der brüllende Bär ward endlich stumm. Lleber stürzende Türme, den sinkenden Wall Stieg empor der blutige Sonnenball. Und der blutige Ball steht im Zenith Pour le mérite! Ja, ein anderes Lieb, von dem besseren Ruhm! In den Festen wankt das 3äsarentum. Aus den rauchenden Trümmern Port Arthurs gellt Ein Schrei, und ihn hört die erschauernde Welt: Wo bleibt der Held, der die Freiheit erftritt Pour le mérite?! Clara Müller- Jahnke. insbesondere fönnen Frauen als Beißiger gemäß§ 67 Abs. 5 des und ergänzen sich mit den Zügen der Linie 9 zwischen Moabit und # wieder erneuert: Sind weibliche Angestellte am Streit beteiligt, plag und Charlottenburg zu einem 71- Minutenbetrieb. Die Wagen auch werden, der Linie 6 folgen ebenfalls in Zwischenräumen von 15 Minuten wurde vom Magistratsvertreter belämpft; es sei im Gesetz nur von Gewerbegerichts Gesetzes hinzugezogen werden. Dieser Antrag Andreasstraße, Ecke Breslauerstraße, zu einem 72 Minutenverkehr. Vertrauens männern die Rede, und seien also Frauen folgedessen Gruppen oder ein Bündnis mit der Sozialdemokratie hat sich in Die ewig Blinden. Gegen eine Einigung aller liberalen schon hierdurch ausgeschlossen. Nach langer Beratung, in der unsere einer gestern in der Hasenheide abgehaltenen liberalen Versammlung Genossen die Rechte der weiblichen Angestellten energisch vertraten, neben dem Reichstags- und Landtags- Abgeordneten Kopsch auch das gelangte der Antrag mit einer kleinen Abänderung mit sechs gegen jüngste Mitglied der freisinnigen Reichstags- Fraktion, der neu fünf Stimmen zur Annahme. Der Vierte Abschnitt des Statuts fezt die Rechte des Ausschusses in bezug auf Abgabe von gewählte Abgeordnete für den Kreis Jerichow, Lehrer Merten, entschieden erklärt. Von einem Versammlungsteilnehmer, Herrn Gutachten und Stellung von Anträgen fest. Bu§ 53 stellten unsere Stellung von Anträgen Auskunftspersonen beiderlei Geschlechts zu traten nicht genügend entgegengekommen sei und dadurch die Genossen den Antrag, daß vor der Abgabe von Gutachten und der Löwenstein, wurde bemängelt, daß die freifinnige Boltspartei bei der Landtagswahl im Kreise Charlottenburg den Sozialdemo= hören seien. Der Antrag wurde mit 6 gegen 5 Stimmen an- Wahl des Konservativen Felisch verschuldet habe. Zugleich wurde ein genommen. Bei§ 54 Tag unser Antrag vor, daß 10 Beifizer AnZusammengehen mit der gesamten Linken gefordert. Diesen An. Stimmen unserer drei Genossen abgelehnt. Es können also nur Ein größere Entgegenkommen den Sozialdemokraten gegenüber träge stellen fönnen. Dieser bescheidene Antrag wurde gegen die schauungen widersprach Reichstags- Abgeordneter Merten entschieden. 20 Beisitzer dem Ausschuß Anträge unterbreiten. Mit dieser sechsten hätte bei der Landtagswahl für die Liberalen Selbstmord be= Sigung hatte der Ausschuß endlich seine Beratungen beendigt. Bum deutet; durch nichts werde die Reaktion mehr gestärkt, wie durch die Berichterstatter wurde der Vorsitzende Bamberg gewählt. Sozialdemokratie in ihrem ganzen Auftreten. Aber auch ein Zufammengehen aller liberalen Gruppen mit Ausschluß der Sozialdem sich die Nationalsozialen der Freifinnigen Bereinigung an demokratie sei unter den jezigen Verhältnissen nicht angängig, nachgeschlossen haben. Die Nationalsozialen." erklärte der Redner, find politische Wegelagerer, die in Oldenburg es fertig brachten, alte, verdiente Liberale, wie Albert Träger und andere, zu verdrängen und wenige Wochen nachher sich an uns herandrängten, um mit uns zusammenzugehen. Solche Leute haben an politischen Kredit so viel bei uns verloren, daß fie für uns, wie sie heute sind, nicht die Bündnisfähigkeit befizen, die für eine Einigung aller Liberalen erforderlich wäre." In gleichem Sinne sprachen sich fast alle Diskussionsredner aus. Komische Leute, die Gerechtigkeit der Sozialdemokratie gegenüber für Selbstmord halten und sich durch ihre politische Verranntheit von Wahl zu Wahl mehr auf den Hund bringen! Eine Trennung der Armenverwaltung wird in nächster Zeit vollverwaltungen sowie Obbach und Arbeitshaus felbzogen werden und zwar dergestalt, daß die Unterabteilungen Waisenständige Deputationen bilden. Das Arbeitsfeld sowohl der Armendirektion selbst, als das der Waisenhaus-, Dbbach- und Arbeitshaus verwaltung hat sich in dem 40jährigen Zusammenarbeiten fo völlig verändert, daß eine Trennung dringend erforderlich ist. Die Waisen verwaltung hat eine solche Trennung bereits befchloffen und auch die Obdach und Arbeitshausverwaltung faßte gestern einstimmig Niederschönhausen. Die Genossen werden darauf aufmerksam einen entsprechenden Beschluß. Interessant war die Mitteilung des gemacht, daß vom 15. bis 30. Januar die Kommunal- Vorsitzenden Fischbeck, daß schon um deswegen die Trennung un Wählerlisten im Gemeindebureau ausliegen. Jeder, bedingt notwendig sei, weil genau genommen alle Beschlüsse der ein Jahr am Drte wohnt, hat nachzusehen, ob fein Name in der und Anordnungen des Kuratoriums und dessen Vorsitzenden rechtlich Liste enthalten ist. ungültig feien, da sie vom Vorsitzenden der Armendirektion, Herrn Stadtrat Münsterberg, hätten gegengezeichnet werden müssen. Wilmersdorf. Die Gemeinde Wählerlisten liegen in Ein gründlicher Wandel scheint sich in der Geschlechts. unferem Drt von 9-2 Uhr im Rathaus, Zimmer 20, aus. Für diejenigen, die feine Zeit haben, find folgende Genossen bereit, die Liften einzusehen: Halensee: Koletzky, Friedenauer Ortsteil: Lieplack; für die übrigen Bezirke: Uebe, Wilhelmsaue 8, Selte, Brandenburgischestr. 100, Stabinsky, Badenfchestr. 18, Störner, Uhlandstr. 106, Ritsche, Gasteinerstr. 6, Nau, Barbier, Pfalzburger Straße 64. der Das Polizeipräsidium gibt bekannt: Das Publikum wird wieder Krantenstation des städtischen Obdachs zu vollziehen, seitdem holt darauf hingewiesen, daß die Benutzung von öffentlichen Fuhrder neue leitende Arzt dort seinen Einzug gehalten hat. Wir werfen( Lohnwagen, Droschten, Omnibus, Straßenbahnen, Eisenberichteten vor kurzem über den von Herrn Sanitätsrat Wechsel- bahnen) und von öffentlichen Wasserfahrzeugen zum Transport von maun gestellten und vom Kuratorium akzeptierten Antrag auf zahn Cholera, Boden-, Darm-, Typhus-, Nuhr-, Diphtheries, Best, Lepra, ärztliche Behandlung der Geschlechtskranken im Obdach. In der Scharlach- und Masernkranten sowie von Choleraverdächtigen in Ge legten Kuratoriumsfizung wurde ein Bahnarzt provisorisch angestellt, mäßheit der Polizeiverordnung vom 26. August 1898 verboten ist. Friedenau. Dienstag findet die Mitglieder- Versammlung des schehen kann. Aber noch bemerkenswerter ist eine andere Neuerung: Straf- Gesetzbuches vorgesehene höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldda die ordentliche Anstellung erst etatsmäßig vom 1. April ab ge Zuwiderhandlungen werden, sofern nicht die im§ 327 des Reichs Wahlvereins bei Grube, Kaiser- Allee 85 statt mit einem Vor- Der frühere ärztliche Leiter hat es wiederholt für unmöglich erklärt, strafe bis zu 30 M. event. 10 Tagen haft bestraft. trag über die Entwidelung der modernen Gesellschaft. daß die freien geschlechtstranten Frauen von den polizeilich Rummelsburg. Dienstag findet im Café Bellevue eine Ueberwiesenen getrennt werden könnten; werden könnten; ebenso unmöglich Radfahrkarten auf unbeschränkte Zeit. Die zuständigen Minister Volksversammlung statt. Genosse Grauer wird den Bericht war es, fräßekranke Syphilitische isoliert unterzubringen. haben sich damit einverstanden erklärt, daß die zurzeit in den vom preußischen Parteitag geben. Jezt hat der neue Leiter einen Antrag gestellt, einzelnen Provinze gültigen Polizeiverordnungen über den Verkehr im weitesten Umfange die berechtigten Wünsche erfüllt. Es mit Fahrrädern auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plägen, soweit Wahlverein Tegel. Am Diestag, den 17. Januar, abends 8% werden in Zukunft 45, ja wenn es sein muß, 65 Betten für freie erforderlich, dahin abgeändert werden, daß für Fahrräder, mit AusUhr, findet bei Stob. Schmidt, Schlieperftr. 64, die General- Strante weiblichen Geschlechts zur Verfügung stehen, ohne daß diese schluß der Motorräder, die Erteilung von Radfahrkarten auf unversammlung des Wahlvereins statt. Genosse Wermuth spricht über mit Prostituierten zusammen zu sein brauchen. Auch die mit Qued- beschränkte Zeit erfolgen darf, mit der Maßgabe, daß die Pflicht der „ Die Ursachen der welttrifen".- Der wichtigen Tages- filber behandelten Kranken werden fünftig von den anderen möglichst Erneuerung der Karten für den Fall bestehen bleibt, daß die ausordnung wegen ersucht der Vorstand um zahlreiches Erscheinen der getrennt gehalten. Früher war dies alles überflüssig; es wurde gestellten Starten unbrauchbar geworden find. Mitglieder. Die Versammlung beginnt pünktlich um die feit behauptet, daß nicht einmal bei der Operation beschmußte Finger gesezte Zeit. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auf dem Eise der Oberspree Krankheiten übertragen könnten und der Ausspruch Seife ist die hat die tgl. Wasserbauinspektion Ropenid besondere Anordnungen für Hauptfache" hatte in der Fröbelstraße wenig Geltung. bie Schiffahrt getroffen. Diese befagen folgendes: Auf der SpreeWir freuen uns aufrichtig, daß es jest ganz anders ge- Dder- Wasserstraße von der Berliner Weichbildgrenze bis zur Streis worden ist und hoffen, daß den von dem jezigen leitenden Arzt vor- fähre in Grünau ist als Fahrlinie die Mitte des Stromlaufes unter geschlagenen Verbesserungen im Kuratorium immer so einmütig möglichster Vermeidung des Frauentogs in Köpenid inne zu halten und von der Grünauer Kreisfähre bis zur Schmödwißer Brüdc gilt Gaugestimmt wird, wie bisher. Es wurde beschlossen, die gestrichenen Fensterscheiben in dieser als Fahrlinie die Strecke am rechten Ufer, dem Fuße der MüggelStation durch matte Scheiben zu ersehen, so daß die Sonnenstrahlen berge entlang. Die Inseln unterhalb der Schmödwizer Brüde find auch in die Krantenfäle hineinfönnen. Die Säle für freie Frauen bei der Fahrt stromaufwärts rechts, bei der Fahrt stromab lints follen sofort entsprechend geändert werden, wegen Menderung der liegen zu laffen. Auf der Dahme- Wasserstraße von der Schmödwizer übrigen Säle, sowie wegen Berbesserung der Bentilation und gründ- Brüde bis Rauchfangswerder muß längs dem unbewohnten rechten licher Renovierung, die aus den Extraordinarium zu bewilligen wäre, Ufer, von Rauchfangswerder bis Niederlehme in der Mitte des Flusses Französisch Buchholz. Dienstag findet die regelmäßige Ver- wird dem Magistrat und dem Stadtverordneten- Kollegium eine Vor- gefahren werden. Auf der Müggelspree von Köpenid bis Friedrichsfammlung des sozialdemokratischen Vereins statt, in der der Ge- lage zugehen. Von der städischen Anstalt in der Fröbelstraße hat hagen unterhalb der Fähre gilt die Mitte des Flußlaufes als Fabrmeindevertreter Genosse ubig- Bankow einen Bortrag über gar ein Magistratsmitglied sagen müssen, daß sie nicht auf der Straße. Auf allen anderen hier nicht aufgeführten Gewässern ist das Aufgaben der Gemeindepolitik halten wird. Da von jetzt ab Hand- Höhe ſtehe. Hoffentlich wird fie bald in einen der Stadt würdigen Aufbrechen des Eises durch die Schiffahrt verboten. zettel zu den Versammlungen nicht mehr verbreitet werden, so ist es zustand gebracht. Unsere Parteigenossen werden auch weiter die Pflicht der Mitglieder, die aushängenden Plakate und den Hinweis Augen offen halten. im„ Borwärts zu beachten. Gäste willkommen. Die nächste Versammlung des Wahlvereins findet Dienstag abend 7 Uhr im Lokale des Herrn Derk, ZehlendorferZehlendorf. Dienstag, abends 8 Uhr, findet die Versammlung des Wahlvereins bei Giese, Teltowerstr. 23, statt. Genosse Ed. Fuchs spricht über den ostasiatischen Krieg. Köpenid. Dienstag, abends 8 Uhr, Bersammlung des Wahlvereins im Kaiserhof". Referent: Genoffe Ströbel stehen außerdem noch wichtige Punkte auf der Tagesordnung. Ertner. Genosse Hoffmann- Berlin spricht Dienstag in der außerordentlichen Versammlung des Wahlvereins bei Sturzbals, Ede Wilhelm- und Hübnerstraße, über„ Verbrechen und Strafen in der heutigen Gesellschaft". Teltow. straße, statt. Lokales. entlassene Die Heilstätte Lichtenberg der Landes- Versicherungsanstalt Berlin hat die bisher jeden Mittwoch abend Jüdenstraße Nr. 54 für Patienten abgehaltene Sprechstunde auf Donnerstag, abends von 7-8 Uhr, verlegt. Das Untersuchungslokal befindet sich im neuen Gebäude der Landes- Versicherungsanstalt Am Köllnischen Park 8. Die Schwindeleien eines jungen Ehepaares, das in Schöneberg auf großem Fuße lebte, lenkten die Aufmerksamkeit des Staatsanwalts auf sich. Aber das Pärchen verstand es, der Polizei au entwischen. Im Hause Hohenstaufenstr. 32 zu Schöneberg bewohnte seit einem Jahre der 25 Jahre alte Kaufmann Paul Strauſe mit feiner Frau Elise, die früher Chansonette war, eine elegant ein gerichtete Wohnung. Krause hielt sich ein elegantes Gespann, Kutscher und ab und zu auch einen Diener. Da sein Vermögen bald zur Neige ging, beauftragte er seinen Stutscher Franz Bande, Ständige Baracken sollen statt der Notbaraden endlich im Geld auf Wechsel zu beschaffen, was diefer auch fehr ausgiebig städtischen Obdach errichtet werden. Sonnabend faßte das besorgte. Es wurden dadurch zahlreiche Personen geschädigt. Man Kaufmannsgericht. Die zweite Beratung des Drtsstatuts wurde Kuratorium endgültig einen dementsprechenden Beschluß. Die neuen schäßt die Summe auf mindestens 50 000 M. Im vergangenen Sommer, am Sonnabend von dem Ausschuß fortgesetzt. Bei§ 16 beantragten Schlaffäle werden auf dem Gartengrundstück des Obdachs an der wo er und die Frau mit dem Kutscher im Bade geteilt und viele unsere Genoffen:„ einheitliche Stimmzettel drucken zu laffen, und Diesterwegstraße erbaut werden und bis zum nächsten Spätherbst Schulden hinterlaffen hatten, waren ihm die Möbel bereits abauch bei der Wahl amtliche Wahlfuverts, wie bei den Reichstags- fertig sein. Bon sozialdemokratischer Seite wurde dazu beantragt, gepfändet worden. Er hatte dann in Hotels gewohnt, später richtete wahlen, zu berabfolgen, um das Wahlgeheimnis nach jeder Nichtung zwei Säle, welche dicht an der Diesterwegstraße liegen, völlig aber sich aber wieder neu ein und wurde abermals ausgepfändet. hin zu wahren." Troß eingebendster Begründung unserer Genoffen getrennt mit besonderem Eingang für schwangere und nächtlich obdach Kurz vor Neujahr fuhr er mit Diener und Kammerjungfer vor dem wurde der Antrag mit 6 gegen 5 Stimmen abgelehnt. Bu§ 28 lofe Frauen und Mädchen einzurichten. Diefer Antrag fand ein Hotel Bismard in Charlottenburg vor und bewohnte dort acht Tage wurde der Antrag gestellt, daß es den Parteien gestattet sein soll, stimmige Annahme. Ebenso soll nach Möglichkeit darauf gehalten lang mehrere Bimmer. Inzwischen hatten aber viele Geschädigte wenn nur 2 Beisiger anwesend sind, die Vertagung der Ver- werden, daß betrunkene Frauen von den übrigen getrennt werden. bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet, worauf diese einen Haft handlungen fordern zu können. Dieser Antrag wurde angenommen. Die Zahl der nächtlich Obdachlofen ist jetzt( Männer und Frauen befehl sowohl gegen Krause wie seinen Kutscher erlaffen hat. Als Im Drtsstatut des Gewerbegerichts ist ein derartiger Paragraph der Haftbefehl bei der Schöneberger Polizei eintraf, war Strauſe mit nicht vorhanden und es haben sich auch feine Gründe ergeben feit Busammengenommen) auf 2700 geftiegen. dem Bestehen derselben, um in dieser Weise zu verfahren.§ 30 Die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn macht folgende feinem ganzen Sausstand verschwunden. Inzwischen erfuhr man, wurde in der veränderten Form der ersten Lesung angenommen und Berkehrsneuerungen bekannt: Vom 16. d. Wits. ab wird jeder zweite daß Krause im Hotel Bismard wohne, worauf die Charlottenburger sollen die Beifizer 6 Mart Entschädigung für Beitverfäumnis Wagen der Linie 80 unter der Nummer 81 vom Schloßplay aus Polizei das Hotel beobachtete. Da sie aber noch nicht im Befiz des erhalten. Bei§ 34 erneuerten unsere Genoffen ihren Antrag erster durch die Königstraße, Alexanderplay, Landsberger- Allee nach dem Haftbefehls war, konnte sie nicht einschreiten, und als dieser endlich Lefung auf Gebührenfreiheit; im Falle der Ablehnung die Sage des Zentral- Vichhof und jeder zweite Wagen der Linie 9 unter der eintraf, war Krause nebst Frau und Kutscher verbuftet und hatte nur Meisterstatuts als angemessen zu erachten. Beide Anträge wurden Nummer 6 von der Breslauerstraße durch die Andreasstraße, Grüner feine Kammerjungfer und seine Sachen zurückgelassen. gegen die Stimmen unserer Genossen abgelehnt, es find alfo Weg bis zum Küftriner Platz geführt. Diese Neuerung tritt zunächst Die Zahl der weiblichen Sachverständigen bei den Berliner Ge Dieselben Gebühren wie beim Gewerbegericht zu zahlen. Bei§ 41 bersuchsweise auf die Dauer von längstens einem Jahr in Kraft. richten ist auf ein Dugend gestiegen. Drei Damen find als Tarato( Tätigkeit des Kaufmannsgerichts als Einigungsamt) wurde von Die Züge der neuen Linie 81 verkehren in Abständen von 15 Mi- rinnen beim Amtsgericht II beeidet, zwei als Bücherrevisorinnen an unjeren Genossen folgender in erster Lesung abgelehnter Antrag nuten und ergänzen sich mit denjenigen der Linie 80 awischen Schloß geftelt. Unter den gerichtlichen Dolmetschern find drei, für Italienisch. Gr seigt -Uebeltäter die Pakete fortiverfend, die Flucht, wurde aber an der Langenbrüde eingeholt und verhaftet. Weißensee. nächster Zeit schon, in den Postbezirk Berlin einverleibt werden. Groß- Lichterfelde und Lankwit sollen nun endlich, und zwar in Damit geht ein berechtigter Wunsch der Bewohner dieser Bororte in Erfüllung. Flämisch und für Taubstumme, weiblichen Geschlechts. Von den Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß Geschichte Gewerben haben die Dampfwäscherei, die Weißwaren- Fabrikation und Rede- lebung 8 Tage später beginnen, am 24. refp. und die Buzzbranche Frauen als Sachverständige. Von allen auf 27. Januar.( Näheres siehe Lehrplan.) Der wegen Mordes verfolgte Vizefeldwebel Josef Bernhard Diesem Gebiete in Berlin tätigen Damen ist wohl die bekannteste Der Berliner Zoologische Garten hat dieser Tage einen Elch aus Potsdam hat sich der Kriminalpolizei in Köln Freitag nach Frau Pastor Dilloo, die Sachverständige für Handschriftenvergleichung. erworben, der ein den Wisenten gegenüber liegendes Gehege des mittag freiwillig gestellt. Bernhard tötete, wie wir berichteten, am An einem Tage gestorben sind zwei in Mujiferkreisen bekannte neuesten Hirschhauses bewohnt. Das mächtige, absonderliche Tier, Weihnachtsabend seine ehemalige Geliebte, die Kaufmannsfrau Männer, der 42 Jahre alte Musikalienhändler Bruno Scheithauer das mit seinen langen, hellen Beinen, dem furzen Hals und der Böttcher in der Mühlheimer Heide durch einen Revolverschuß; seinen aus der Rosenthalerstr. 63/64 und der 59jährige Musikdirektor Otto verlängerten Oberlippe einen geradezu vorweltlichen Eindruck macht, früheren Verlobungsring steckte an er die Hand der Toten und deckte Kramer, der in seinem eigenen Hause Richardstraße 51 zu Nigdorf ist ein etwa einunddreivierteljähriges männliches Stück, das einen die Leiche mit Tannenzweigen zu. Dann flüchtete er ins Ausland; wohnte. Scheithauer, der einem Gehirnschlag erlag, war Mitglied seiner 12 Zentimeter langen Spieße vor wenigen Tagen abgeworfen jetzt ist er zurückgekehrt. des Präsidiums des Allgemeinen deutschen Musiker- Verbandes und hat. Der vorzüglich entwickelte Hirsch stammt aus Rußland; in des Vorstandes des Vereins Berliner Musikalienhändler. Kramer Deutschland lebt der Elch bekanntlich jeht nur noch in Ostpreußen, Bei der gestrigen Erfahwahl zur Gemeinde- Vertretung in war Stadtpfeifer" von Rigdorf. Er spielte mit seiner Kapelle seit während er in unserem übrigen Vaterlande ausgerottet ist. 22 Jahren bei den meisten Rigdorfer Festlichkeiten und unterhielt Auf der Treptow- Sternwarte spricht Direktor Archen hold Weißensee wurde der Genosse Wilhelm Schmutz gewählt. eine Musikschule, die durchweg gegen 50 Schüler zählte. Kramer am Sonntag, den 15. d. M., nachmittags 5 Uhr über„ Die Vielheit Da die Gegner eingesehen haben, daß die dritte Wählerstarb an den Folgen der Influenza. der Welten", um 7 Uhr abends über„ Der Mond im Treptower abteilung für sie auf immer verloren ist, so nahmen sie davon Ein neuer Vandalismus ist in der vergangenen Nacht verübt Riesenfernrohr". Dieser Satellit wird, abgesehen vom Tage des Abstand, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. worden. Ruchlose Hände beschädigten in derselben Weise wie früher Vollmondes, schon vor Eintritt der Dunkelheit an mit dem Riesendie Lessingbrücke und das Amts- und Landgericht I in der Neuen berungen auf demselben machen gerade jetzt die Beobachtung refraktor den Besuchern gezeigt. Die neu eingetretenen AenFriedrichstraße jetzt die Moltte- und Alsenbrücke. schlug an ber Wolttebrüde durch drei fräftige Siebe mit einem besonders interessant. Das Thema für den Montagvortrag abends Hammer von dem Mittelsockel der Verzierungen auf der Westseite 9 Uhr lautet am 16. d. M.„ Die Sonne". zwei über handgroße Ecken heraus; auf der Ostseite, ebenfalls am Das Berliner Aquarium vermochte in seinen jüngsten ErBrandenburg a. d. H. ist in der letzten Zeit von großen Bränden Mittelsockel, an vier Stellen größere oder kleinere Stücke.. An der werbungen besonders den Reptilienbeständen neue und seltene Arten mehrfach betroffen worden. Auf den Brand der„ Brandenburgia" Alsenbrücke schlug er auf beiden Seiten an mehreren Stellen zuzuführen. In erster Linie ist hierbei eine wertvolle Ergänzung( Nähmaschinenfabrik) ist in der Nacht zum Freitag ein noch größerer auf den Granit. Dieser leistete mehr Widerstand als Von diesem Brande sind die rote Sandstein der Moltkebrücke. der der Gruppe jener ungeschlachten Panzerkriechtiere zu nennen, die( Nähmaschinenfabrik) ist in der Nacht zum Freitag ein noch größerer oder man gemeinhin als Krokodile bezeichnet, die aber mehrere Ge- in der Bauhofstraße 8 gefolgt. weniger tiefe Eindrücke ohne größere Abbröckelungen. Die Be- schlechter oder Sippen umfassen. Der neue Ankömmling gehört der Matraßenfabrik von R. Köhler, die Eisengießerei von E. Jacobi schädigungen sind wohl in allen Fällen auf dasselbe Werkzeug zurüd- Gattung der echten Strofodile an, die sich in einem Dutzend Spezies. Ko., die Leimofenfabrik von August Martin u. Ko., die Metallzuführen. Es gewinnt den Anschein, daß der Uebeltäter ein geistes- über Afrika, Südasien, Nord- Australien und das tropische Amerika schraubenfabrik von Friedrich Fernau, die Färberei und das franter Mensch ist, der von Zeit zu Zeit seinem Zerstörungsbrange verbreiten, und einer Art, die dem Aquarium bisher fehlte. Das Materiallager der Brandenburger Kotosdedenweberei von Geng nachgibt. fogenannte( Panzerkrokodil( catafractus), denn um dieses handelt u. Ko., sowie die Stallgebäude der Genrichschen Erben hart betroffen es sich, ist im Aeußeren noch dadurch interessant, daß es eine lange, worden. Die meisten Betriebe wurden eingeäschert. Herr Köhler Bon dem Bäckermeister 3. in der Reichenbergerstraße ichlante, an die der indischen Schnabelkrokodile erinnernde Schnauze fonnte nur wenige Sabfeligkeiten retten. Die Maschinen, Vorräte, hatten wir vor etlichen Tagen melden müssen, er habe seinen Lehr- besitzt und somit ein Verbindungsglied zwischen dieser Gruppe Werkzeuge usw. sind vernichtet. ling Mag N., der nicht länger bei ihm bleiben wollte, nicht nur die und den mehr breitschnauzigen eigentlichen Krokodilen darstellt. In Herausgabe einer dem Jungen gehörenden, aus Geschenken her- Westafrika heimisch, bewohnt diese bis sechs Meter lang werdende rührenden fleinen Geldsumme zunächst verweigert, sondern obenein Panzer- Echse die Ströme und Flüsse und stehenden Gewässer der auch den Einsegnungsanzug wieder abgenommen, den er selber dem S. Niederung, nährt sich von Fischen und anderen Wassertieren und im Herbst hatte machen lassen. Herr 3. teilt uns jetzt mit, es sei scheint Menschen nur ausnahmsweise anzugehen, während es seines feineswegs seine Absicht gewesen, jenes Geld dem Lehrling vor weißen, zarten, wohlschmeckenden Fleisches wegen von den Einzuenthalten. Er habe nur Bedenken getragen, dem Vater bezw. dem geborenen sehr oft gefangen wird. Nachdem die eine wirkliche Jungen das auf K.s Namen ausgestellte Sparkassenbuch( das Herr 3. Sehenswürdigkeit bildende Sammlung der Riesenschlangen lekthin imms vorgelegt hat) fofort auszuhändigen, weil er habe fürchten um mehrere auserlesene Gremplare hinterindischer Pythons bemüssen, daß das Geld vergeudet werden würde. Herr 3. hat uns reichert wurde, ist sie jetzt durch zwei schöne Stücke eines dem gefagt, er werde mun den Vater schriftlich benachrichtigen, daß das mittleren Brasilien entstammenden Schlingers erweitert worden. Sparkassenbuch selbstverständlich zur Verfügung stehe. Der ganze Streit dürfte zu beiderseitiger Zufriedenheit erledigt werden, da 3. bereitwilligst auch unseren Vorschlag afzeptiert hat, auf den Anzug zu ver zichten und ihn gleichfalls zurückzugeben. Meister 3. Hat erkannt, daß er mindestens in diesem Punkte zu weit gegangen war. Er beDie Auslegung der Gemeinde- Wählerlisten dauert, daß in seiner Wohnung der Lehrling genötigt worden ist, in den Landgemeinden erfolgt vom 15. bis 30. Januar in den Anzug abzulegen und dazulassen, aber er meint, May K. habe einem öffentlich zur Kenntnis gebrachten Raume, gewöhnlich nicht gerade nötig gehabt, dann die allerschlechtesten Sachen anWas die Polizei alles als eine Belästigung Arbeitszuziehen und so zu seinem Vater zurückzukehren. Herr 3. fügt die im Rathause. Jeder Stimmberechtigte hat, während dieser Versicherung hinzu, er selber habe wiederholt Anlaß gehabt, mit Zeit die Pflicht, die Listen zu prüfen und gegen die Richtigkeit williger ansieht, zeigte sich recht drastisch bei der SchöffenMar unzufrieden zu sein. Er habe den Jungen zwar geprügelt, ihn der Eintragungen sofort Einspruch zu erheben. Wer die Frist gerichts- Verhandlung gegen den Gürtler H. Dieser hatte aber nicht anders behandelt, als es in der Lehre üblich sei. Das letztere ist auch von 8.3 Gehülfen, die wir befragt haben, bestätigt worden. Womit aber natürlich nicht die Forderung widerlegt ist, daß die Handwerksmeister, unter Verzicht auf die leider immer noch übliche" Lehrmethode, ihre Lehrlinge ohne Prügel ausbilden sollten. Der Landtags- Abgeordnete Rittergutsbesitzer Schön aus Breslau hat vorgestern abend einen Unfall auf dem Straßenbahnwagen erlitten. fts er um 10 Uhr abends den Hinterperron eines Wagens am Brandenburger Tor während der Fahrt verließ, fiel er zu Boden und erlitt eine Wunde am Hinterkopfe. Der Verunglückte wurde von einem Schutzmann nach der Unfallstation in der Mauerstraße gebracht und konnte dann nach Anlegung eines Verbandes seine Wohnung im Westminster- Hotel aufsuchen. Aus den Nachbarorten. versäumt, hat sein Wahlrecht verwirkt, wenn er versehentlich nicht in der Liste stehen sollte. Versäume auch in den Orten, wo in diesem Jahre keine allgemeinen Wahlen stattfinden, niemand, die Gemeinde- Wählerliste nachzusehen! Johannisthal. Bei der gestrigen Ersatzwahl in der dritten Abteilung zur Gemeinde- Vertretung in Johannisthal wurde mit 144 Stimmen der Parteigenosse Hedderot gewählt. Die Gegner hatten von der Aufstellung eines Standidaten Abstand genommen. Mit dem Antrage des Kanalisationszwed Verbandes der Ge meinden Adlershof, Grünau, Alt- Glienicke, Rudow, Johannisthal Bedenkliche Schiebungen. Eine Frau B., die bei einem Eigen Bedenkliche Schiebungen. Eine Frau V., die bei einem Eigen- und Niederschöneweide wegen der Verlegung des Hauptorudrohrs in timer in der Joachimsthalerstraße im Hinterhause wohnte, ließ sich der Straßen des Ortes beschäftigte sich die Gemeindevertretung in timer in der Joachimsthalerstraße im Hinterhause wohnte, ließ sich ihrer letzten Sizung. Der vorliegende Bertrag gelangte nach einigen von ihrem Wirt überreden, im Vorderhaus einen Laden für 2000 M. zu mieten. Der Wirt gab ihr die Versicherung, daß er als Mitglied lenderungen zur Annahme. Abgelehnt gegen die Stimme des Aneines Klubs und einer Freimaurerloge in der Lage sei, für deren tragstellers wurde der Vorschlag des Gemeindevorstehers, den Landrat Rechnung für 500 M. monatlich bei ihr einzukaufen. Die Mieterin des Kreises Teltow, v. Stubenrauch, bei Streitigkeiten als legte enterfuhr jedoch eine arge Enttäuschung. Es stellte sich heraus, daß der scheidende Instanz gelten zu lassen; es soll der Rechtsweg offen bleiben. Hauswirt für Klub und Loge auch nicht für einen Pfennig laufen Ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Landrat begründete die Verfonnte, und ihre Tageslosung beschränkte sich auf 1 M. 25 Pf. bis tretung mit dem Verhalten des Landrats in lezter Beit der Gemeinde gegenüber. Zu Neuanschaffungen und Verbesserungen der Ansrüstung 5 M. Die Mieterin hat jetzt den Wirt bei der Staatsanwaltschaft der freiwilligen Feuerwehr wurden 400 m. bewilligt, ferner wurden am Landgericht II mit der weiteren Beschuldigung angezeigt, daß er 500 m. bewilligt zur Gründung eines Fonds zur Anschaffung einer versucht habe, ihre Unterschrift für einen zweiten Mietsvertrag zu gewinnen, nach dem sie nicht 2000, sondern 3000 M. Miete zable. Gemeinde- Vorstehers von Ober- Schöneweide betreffend die Einrichtung Zu der Anregung des kommissarischen Dieser Vertrag habe mur dazu dienen sollen, beim Verkauf des demselben Grunde erhöhte der Wirt den Vertrag eines anderen Mieters wegen der hohen Kosten jedoch beschloß die Vertretung eine ab Hauses einen höheren als den wirklichen Mietsertrag vorzuspiegeln. Aus eines Nacht- Fernsprechdienstes verhielt sich die Vertretung sympathisch; von 3200 auf 4000 M. Beiden Mietern verpflichtete er sich schrift wartende Stellung einzunehmen. Ein Antrag v. Trügschler, die bon 3200 auf 4000 M. Beiden Mietern verpflichtete er sich schrift Gigungen jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat abzuhalten und lich, ihnen nach dem Verkauf des Hauses den Ueberschuß der vor der Antrag Radumte( S03.), den Beginn derselben eine Stunde gespiegelten über die wirkliche Miete herauszuzahlen. Derartige Praktiken sind ja im Häuſergeschäft etwas Alltägliches, aber fie später, auf 6 Uhr festzusetzen, wurden zur nächsten Sigung vertagt. Tommen höchst felten zur Kenntnis und Beurteilung des Gerichts. neuen mechanischen Leiter. Potsdam. Ein tollwütiges Kind. Bei dem neunjährigen Knaben Emil Der Bau einer zweiten Brücke über die Havel, vom Blücherplab Coschoucowski aus Posen, der vor einigen Tagen als tollwut- bis zum Bahnhof, beschäftigte am Freitag in fortgesetter Beratung verdächtig in die Charité eingeliefert wurde, ist wirkliche Tollwut abermals die Potsdamer Stadtverordneten- Versammlung. Die festgestellt worden. Der Knabe war in seiner Heimat von einem meisten Redner wandten sich wiederum gegen die Vorlage, welche tollen Hunde gebissen worden, doch hatte man verabsäumt, recht verlangte, daß zur Ausarbeitung eines Brückenprojektes, das mit zeitig die hiesige Tollwutstation mit dem Kinde aufzusuchen. Gestern 120 000 m. veranschlagt ist, wozu die Stadt 60 000 m. beisteuern soll, stellten sich Wutkrämpfe bei ihm ein und es ist fraglich, ob es der die Hälfte der Kosten, nämlich 5000 M., bewilligt werden sollten. ärztlichen Kunst noch gelingen wird, ihn am Leben zu erhalten. Stadtverordneter Hennigs hatte die Bewilligung dieser Summe mit Echte Bocken. Zu der podenverdächtigen Erkrankung des Glas- dem Zusatz beantragt, daß dadurch noch keine prinzipielle Geneigtheit bläsers, Artur André wird jezt mitgeteilt, daß die Untersuchungen für den Neubau der Brücke ausgesprochen werden soll. Vergebens in der zweiten medizinischen Klinik unzweifelhaft schwarze Pocken bemühten sich die Mitglieder des Magistrats, diesen Antrag zur Anfestgestellt haben. Der Schußmann und die beiden Wagenbegleiter, nahme zu bringen, worin ihnen verschiedene Stadtverordnete BeiIn namentlicher Abstimmung wurde der Antrag die den Kranken nach den Baracken brachten, wurden aus der stand leisteten. Quarantäne wieder entlassen, werden aber von den Aerzten noch mit 27 gegen 22 Stimmen abgelehnt. Auch ein Antrag des Stadtverordneten Justizrat Dr. Friedländer, 1000 M. für ein Projekt zur Verbreiterung der jetzigen Langenbrüde, zieds Ueberleitung der zukünftigen elektrischen Straßenbahn über dieselbe, zu bewilligen, fand nicht die Mehrheit. Dagegen wurde beschlossen, daß eine aus Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten- Bersammlung bestehende Deputation in persönlicher Audienz beim Kaiser wegen der Genehmigung des elektrischen Betriebes über die Langebrüde vorstellig werden soll. weiter beobachtet. Die Pariser Mimi Pinfon"-Stiftung in Berlin. Durch die Bemühungen des Vereins zur Förderung der Kunst" ist es gelungen, auch in Berlin eine Stiftung ins Leben zu rufen ähnlich der bekannten„ Mimi Pinson" zu Paris, die bezivedt, Arbeiterinnen, insbesondere Heimarbeiterinnen, den foftenTosen Besuch guter Theater- Vorstellungen zu ermöglichen. Die nötigen Mittel fließen zum Teil aus privaten Zuwendungen, zum Teil stellen die Berliner Theater der Kommission Freibilletts zur Verfügung. Heimarbeiterinnen als Bewerber mögen sich unter für die Einsendungen, die an obige Adresse zu richten sind, läuft mit dem 1. Februar d. J. ab. Gerichts- Zeitung. verjagt, sistiert und bestrafmandatet waren die Tischler H. Wie lange dauern die Polizeiblamagen noch? Polizeilich verjagt, sistiert und bestrafmandatet waren die Tischler H. und P., die vor der Fabrik von Zelder u. Plathen anläßlich der Holzarbeiter- Aussperrung Streitposten gestanden hatten. Als sich in dieser Woche das Schöffengericht mit der Sache befaßte, stand der als Zeuge vernommene Schuhmann da, wie schon viele seiner Kollegen in der Unzahl ähnlicher Er hatte die Arbeiter eben Prozesse dagestanden haben. sistiert und zur Anzeige gebracht, weil sie Streifposten waren. Das Urteil lautete, dem Antrage des Verteidigers Dr. Heinemann entsprechend, auf Freisprechung. einen Arbeitswilligen mit den Worten angeredet:" Kollege, hier wird nicht gearbeitet, sondern gestreift." Ein Schuhmann hört es, sistiert den Verbrecher" und besorgt" ihm das Strafmandat von 30 Mart. Obwohl der Arbeitswillige selbst bekundete, daß er sich durch die Anrede des Streifpoftens in feiner Hinsicht belästigt gefühlt habe, beantragte der Staatsanwalt dennoch 15 Mark Geldstrafe. Das Gericht er. fannte auf Freisprechung. Gänz ähnlich so war es dem Schlosser P. ergangen. Auch er hatte einen Arbeitswilligen kollegialisch auf den Streit aufmerksam gemacht und war infolgedessen verhaftet worden. Der Schußmann hatte natürlich instruktionsgemäß angenommen", daß die Anrede eines Arbeitswilligen„ unerlaubt" sei und hatte darauf das Weitere veranlaßt". Auch hier kam das Gericht nach kurzer Beratung zur Freisprechung. Verfammlungen. tagte am 9. Januar im Klubhause, Landsbergerstraße 39. Zum Die Generalversammlung des Deutschen Kürschnerverbandes folgendes mit: Im verflossenen Jahre nahm die Ortsverivaltung Bericht des Vorstandes teilte der Bevollmächtigte Dittmann an 112 Sizungen teil. Ferner wurde ein Angriffsstreik der Zu richter geführt, welcher nach achttägigen Ausstande zugunsten der Arbeiter verlief. Außerdem fanden vier Abwehrstreiks statt, wovon zipei zuungunsten der Arbeiter verliefen. Dann gab der Kaſſterer Quartal 1904 eine Einnahme von 1303,35 M. und eine Ausgabe P. Krause den Kassenbericht. Es waren zu verzeichnen im vierten bon 1230,07 M., bleibt ein Sassenbestand von 73,28 M. Bei der Wahl der Ortsverwaltung wurden C. Dittmann, Böhowstr. 23, als erster Bevollmächtigter und P. Krause, Matternstr. 12, als erster Stassierer einstimmig wiedergewählt. Unter Verschiedenem teilte Dittmann mit, daß die Sperre bei Herpich Söhne aufgehoben werden soll, da das der Lokalverband schon getan habe. Die Anwesenden tadelten scharf das Verhalten des Lokalverbandes, der vorging, ohne vorher eine gemeinschaftliche Sigung beider Vorstände gehört zu haben. Die Sperre wurde aufgehoben. Ferner wurde ein Mitglied wegen Unredlichkeit einstimmig ausgeschlossen. Die Vereinigung der Maler usw. hielt am 12. Januar eine Versammlung ab zur Wahl der neun Delegierten zur Generalversammlung in Hamburg. Gewählt wurden Mie, Jatobeit, öß, Gniard und Link. Stichwahl findet statt zwischen Iob, Plum, Ringel, Gibbe, Wagner, Hansen, Dertel und Weise. Vermischtes. Typhus beim Militär. Seit Anfang Januar d. J. kamen beim 1. Bataillon des 18. Infanterie- Regiments in Landau einzelne Mannschaften mit Krankheitserscheinungen in Zugang, die den Ver dacht erweckten, es könne sich um Unterleibstyphus handeln. Alsbald borgenommene bakteriologische Untersuchungen bestätigten den Verdacht. Seit dem 11. d. M. häuften sich diese Erkrankungen. Bis zum Nachmittage des 13. Januar find 27 Typhusfälle zu verzeichnen, während außerdem 29 Mann als typhusverdächtig der Beobachtung unterſtehen. Zur Verhütung der Weiterverbreitung der Krankheit, für die Ve Ein unternehmender Buchhalter. Ein dreister Schwindel wurde am Donnerstag gegen die Reichsbant- Nebenstelle in Potsdam ber am Donnerstag gegen die Reichsbank- Nebenstelle in Potsdam ber Angabe ihrer Adresse an das Bureau des„ Vereins zur Förderung sucht. Dort wurde telephonisch gegen Abend angeflingelt, angeblich von der Senstschen Brauerei- Attiengesellschaft, welche mitteilte, daß der Kunst", NW. Albrechtstraße 11, wenden. Uebrigens hat die Kom- binnen furzer Frist der Buchhalter Lauterbach erscheinen würde, mission für die beste Verdeutschung resp. für Grfaz des Wortes um gegen einen Wechsel der Brauerei 7000 M. zu erheben. Bald „ Mimi Pinson" drei Preise von 50, 30 und 20 M. ausgesetzt. Das darauf erschien auch Lauterbach, ein 20jähriger Mann, der für 90 M. Handlung der erkrankten und den Schutz der gesunden Mann Monatsgehalt im Comptoir der Brauerei arbeitete, in der Reichs- fchaften usw. ist in der weitestgehenden Weise Vorsorge getroffen. Die zwei Halbbataillons- Kasernen, aus denen die Erkrankten bisher bankfiliale, legte einen Wechsel vor und wollte den Betrag abheben. ausschließlia) zugingen, wurden in den Jahren 1892/94 neu erbaut Als aber der anwesende Vorsteher der Nebenstelle ans Telephon ging, Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute abend 7 Uhr um sich noch einmal über die Richtigkeit des Auftrages zu in- und find wie die übrigen Kasernen in Landau an die städtische Wasserleitung und Kanalisation angeschlossen, so daß ein ZusammenStiftungsfest in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29. Das uns formieren, ergriff Lauterbach die Flucht. Es stellte sich nun her- hang der Erkrankungen mit den Unterkunftsverhältnissen wohl nicht vorliegende Programm wird allen Kunstfreunden einen genuß aus, daß das Akzept von ihm gefälscht war und weitere Nach- in Betracht kommen wird. Die Erforschung der Ursache unterliegt reichen Abend bieten. Beginn 7 Uhr, daher pünktliches Erforschungen ergaben, daß Lauterbach in der Brauerei auch verschiedene der eingehenden Prüfung durch die hierzu berufenen Organe. scheinen geboten. In dieser Woche beginnen die Unter- Unterschlagungen begangen hatte. Er unterhielt mit einem jungen richtsfurse im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. National- Mädchen in Potsdam ein Verhältnis und hatte dieses abends Defonomie: Montag, den 16. Januar( Saal 1); Geschichte: Dienstag, 7% Uhr zur Eisenbahn bestellt, wahrscheinlich, um es zu überreden, den 24. Januar; Natur- Erkenntnis: Mittwoch, den 18. Januar; sobald er sich in dem Besitz des Geldes befand, mit ihm zu flüchten. Gesetzes- Kunde: Donnerstag, den 19. Januar; Rede- Uebung: Dies verabredete Stelldichein hatte man aber in Erfahrung gebracht Freitag den 27. Januar; Fortschrittstursus: Sonntag, den und erwartete Lauterbach auf dem Bahnhof, wo er mit mehreren 22. Januar. Pateten erschien. Als er sah, daß man ihn erwartete, ergriff er, Eingegangene Druckschriften. Bericht über die Verwaltung und den Stand der Gemeinde- Ap gelegenheiten der Stadt Charlottenburg für das Verwaltungsjahr 1903. Charlottenburg 1904, Kommissions- Berlag von Karl Ulrich u. 6o. Kaufhaus Max Mannheim Frankfurter Allee 89. Berlin O. Frankfurter Allee 89. Schluss des Räumungs- Verkaufs 31.1 OA. am Sonnabend, den 21. Januar. 01001 OLS 83 0.00 lloH 10% Rabatt oder 83 notice u notorio doelme@ Doppelte Rabattmarken. OV. Da 08.8 Achtung die billigen Tage nur vom 15.- 30. Januar 6.- 1990, 3.5099 79 4.50 1 , 25 Herren- Anzugstoffe( Aachener Qualitäten) früher 6.50 Mk., jetzt nur noch 3.- Mk. per Meter Damen- Regenrockstoffe m. angew. Futt. früher 5.50 Mk., jetzt nur noch 2.50 Mk. per Meter Velour- Hosenstoffe, extra schwer Winter- Paletotstoffe, bestes Fabrikat. Knaben- Anzugstoffe, gezwirnt . 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Salamiwurst Pfund 1.10 M. 85 Pt. 48P Delikatessheringe. 1.00 55P Delikatessheringe 95P 53P Hering in Aspic 65P 38P. Neunaugen 75P. 43 Pt. Appetit- Sild 55 Pt. 33 Pt. Aal in Gelee 45PT. 28Pt. Anchovi- Paste deutsch 58Pf. 1/2 Dose 50 Pf. Leberwurst ff. Pfund 90pt Dose 78Pf. Dose 38Pf. Landleberwurst Mettwurst nach BraunPfund 90pt schweiger Art Pfund 90 Pt. Dose 83 Pt Hall. Fleischwurst Pfund 90PL Dose 32, 48Pf. Hall. Leberwurst Pfund 1.00 M. Dose 85 Pf. Lachsschinken Pfund 1.40 M. Dose 35 Pf. Rollschinken im Ganzen Pfund 1.15 M. Schinken roh oder gekocht Pf. im Aufschnitt Pfund 1.40 Cassler Rippespeer Pfund 74PL. Senfgurken Glas 70 Pr. Deutscher Cacao Kürbis in Kugelform Pfund 1.00, 1.40 Glas 70P. Zuckergurken Holl. Cacao Pfund 1.65, 2.10 Glas 93PL Pfund 1.80 Gewürzgurken Gem. Gemüse extra 90P. 50P. Julienne Glas 70Pf Pfund 65Pf. Spinat in Dosen 50P. 30P. Wirsingkohl Früchte in Zucker fertige Kuchenmasse Pfund 95 Pf. Carotten in Streifen 35PL Karotten Pfund Kohlrabi in Scheiben mit Grün 27 PL. Grünkohl Wirsingkohl 35PL Zuckerschoten 55 Pr. Pfund 80 Pr. Pfund 1.80 Birnen, Pflaumen Kirschen mit Stein Kirschen ohne Stein Glas 64 PL % Glas 48PL 1/ Glas 90PL Glas 68PE Wachsbohnen 40 PL Pflaumen Pfund 15, 20, 25, 40P. Gemischtes Obst Pfund 28, 45P 52 Dunstfrüchte Pflaumen, Birnen, Kirschen m. Stein, Stachelbeeren Glas Pf, Backe bequem 1 Pfund- Packet 50 pe Natur- Honig Kunst- Honig ausgewogen in Eimern in Eimern Pfund 34Pt ca. 5 Pfund 1.70 ca. 10 Pfund 3.30 Apfelsinen otz. 28, 35, 40 P. Mandarinen 60 P. Citronen oz. 28, 35 P. Ananas Pid. 66 Pt. Lampen Onyxplatte Dtz. 35PL Küchenlampen 28, 38, 45, 58P| Tischlampen mit patter 1.95 2.45| Glühstrümpfe„ Bewea" Küchenlampen mit Spiegel 55, 65 Pf. Säulenlampe mit Schirm blende 8.50 9.75 Gasglühlicht- Cylinder Dutzend 68PL Korridorlampen 25, 30, 38z. Glühstrümpfe 9, 17, 222 Gasselbstzünder Pf. 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Bir Sozialdemokraten fordern die politische Gleichberechtigung für die Frauen keineswegs allein oder in erster Linie mit dem Hinweis auf die Gleichberechtigung alles dessen, was Menschenantlis trägt", mit dem Hinweis auf das Recht, das mit uns geboren ward". sondern vielmehr mit dem Hinweis auf die wirtschaftliche Entwickelung, die den Frauen eine völlig veränderte Stellung im Wirtschaftsleben angewiesen hat. Zu Millionen sind sie in den Erwerbs fampf getrieben worden, sie werden geradezu aufgepeitscht, im persönlichen Interesse und im Interesse ihrer Klasse sich um öffentliche und politische Angelegenheiten zu kümmern, zu versuchen, einen Einfluß auf deren Gestaltung zu gewinnen. Die Erringung politischer Rechte für die Frauen ist uns nicht in erster Linie Selbstzwed. Die politischen Rechte sollen den Frauen Waffen werden, um den Kampf zur Befreiung der Arbeiterklasse von Druck und Elend gegenüber der kapitalistischen Herrschaft nach drücklicher und wirkungsvoller führen zu können. Damit ist nun keineswegs gesagt, daß die Frauen, solange sie politisch rechtlos, nun auch macht- und waffenlos und damit für den Klassenkampf be= deutungslos feien. Im Gegenteil! Ihre politische Rechtlosigkeit muß bei klassenbewußten Frauen notwendigerweise eine ungeheure Erbitterung erzeugen, und diese Erbitterung wird sie aufstachein, sich um so intensiver an der Arbeiterbewegung zu beteiligen. Die Früchte ihrer Arbeit werden nicht ausbleiben. Ist es doch eine Hauptaufgabe der Arbeiterbewegung, die Köpfe zu revolutionieren, die Ideen des Sozialismus in immer weitere Streise zu tragen, und dort, wo sie bereits Wurzel geschlagen haben, für eine Bertiefung der Erkenntnis zu forgen. In dieser Arbeit bei jung und alt follen uns unsere Frauen unterst üßen. Briefkasten der Redaktion. M. M. 100. erfüllen. Ohne eine Abonnementserhöhung, sie wird nach wie vor bei vierzehntägigem Erscheinen pro Nummer 10 Pf. kosten, wird die Gleichheit" bedeutend vergrößert werden. Der neugewonnene Raum wird mehr wie bisher Wissenswertes für die Frau in ihrer E. 2. Nebungsstunde jeden Mittwoch abend 8 Uhr Steinftr. 31. Juriftifcher Teil. Gigenschaft als Hausfrau, Mutter und Staatsbürgerin bringen. Wie Verlag und Redaktion bereits ankündeten, wird sie in Zukunft von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende auch Jugendliteratur ihren Lesern darbieten. P. P. 1. Leider ja. Wir wollen aber ausdrücklich betonen, daß die„ Gleichheit" in Darlegung Ihrer Berhältnisse nicht zu beantworten. Sie müssen darlegen, derselben Weise wie bisher für die aufgeklärten, vorgeschrittenen ob Sie etwas erhalten und eventuell wie der Bescheid lautet, der Ihnen 5 oder S., Rigdorf. Ihre Frage ist ohne Genofsinnen bei allen neuauftauchenden Fragen führendes eine Beteranenrente oder eine Invalidenrente zuspricht. Die Um Hebamme zu werden, müssen Sie sich an die Polizei wenden. Die und orientierendes Organ bleiben wird. Gleichheit" soll also einen doppelten Zweck erfüllen: Sie soll uns Borschriften über Hebammenprüfung usw. sind wiederholt hier dargelegt. bei der Aufklärungsarbeit, bei der Gewinnung der uns bisher Sind Sie älter als 26 Jahre, so hat eine Meldung wenig Zwed. Fernstehenden, Gleichgültigen oder gar feindlich Gesinnten helfen, scheines verlangen. G. G. 3. Die Sparkasse kann die Vorzeigung eines Erbes- Legitimations. fie soll in ihrem anderen Teil die bereits gewonnenen weiblichen funft über Rechte oder Pflichten aus einem Bertrage lassenfämpfer mit geistigem Rüstzeug versehen. Damit dieser nur dann erteilt werden, wenn Sie den Bertrag oder doppelte Zwed in umfassendem Maße erfüllt wird, gilt es nun, eine Abschrift desselben beifügen. der„ Gleichheit" die größtmöglichste Verbreitung würden mit Aussicht auf Erfolg gegen den Wirt lagen tönnen. 8. A. 58. Sie zu sichern. So wie in jeder Volksversammlung auf die Not- Efch. Die Firma ist nach Ihrer Darlegung im Recht: ist kein Ziel wendigkeit des Abonnements der örtlichen Parteipresse hingewiesen wird, sollte jeder Redner und jede Rednerin auch auf die Notwendig teit des Abonnements der„ Gleichheit" hinweisen und gleichzeitig betonen, daß der Preis so gestellt ist, daß es dem Aermiten ermöglicht ist, dieselbe zu abonnieren. Bei der mündlichen Agitation in Werkstatt und Familie sollte dasselbe geschehen. machen, für die„ Gleichheit" in derselben intensiven Weise zu Werden Genossen und Genoffinnen es sich zur Ehrenpflicht agitieren, wie sie für die übrige Parteipreffe agitieren, so wird der Erfolg nicht ausbleiben. Die Gewinnung von Abonnentinnen der " Gleichheit" bedeutet gleichzeitig die Gewinnung von Frauen für für unsere Gleichheit"! die Arbeiterbewegung. Deshalb auf zur Agitation .. 31. Es kann Ihnen eine Aus. vereinbart, so ist Bug um Bug gegen Empfang der Ware zu zahlen. Es Biel zu vereinbaren. ist unvorsichtig, falls man Biel haben will, nicht ausdrücklich ein bestimmtes untrag stellen und eventuell Beschwerde einlegen. Ihre Darlegung auch W. S. 31-73. 1. Sie müssen einen bestimmten uns gegenüber läßt nicht erkennen, wodurch Sie Ihre Forderung begründet haben. Sie müssen einen Mißbrauch oder eine Berlegung des Vormundschaftsrechts darlegen. 2. Etwa 20 Mart. 3. Nein. Baier. Für den in Desterreich Ihnen zugestoßenen Unfall sind die österreichischen Geseze wahrheitsgemäßer Mitteilung etwaiger Mängel an Mietsluftigen können Sie Schritte an den Vorstand der dortigen Gewerkschaft. maßgebend. Wenden Sie sich um Auskunft über die einzuschlagenden P. 2. Wegen feineswegs schadensersatzpflichtig gemacht werden. 23. M. Nein. 2. S. 20. Wenn Sie eine bestimmte Frist gestellt haben, bis zu deren Ablauf Sie das Berloque haben wollten, so sind Sie nach fruchtlosem Ablauf der Frist berechtigt, die Photographie und Anzahlung zurückzuverlangen und brauchen das Berloque nicht anzunehmen. Otto 6. O. Ber einen Anspruch hat, muß aus dem ergangenen Urteil hervorgehen. Die Mutter hat einen Anspruch auf Ersatz ihrer Auslagen. Ihrer Frau stände, Friedenau- Steglis. Heute, Sonntag, nachmittag findet bei soweit ersichtlich, kein Anspruch zu. Vok 9. Sie können das Geld Bug Schellhase in Steglis, hornstr. 15, eine öffentliche Verum Bug( eventuell auf Nachnahme) gegen Uebermittelung ber Sypothek fammlung statt, in der Reichstags- Abgeordneter 3 ubeit über zahlen. Die Reise ist überflüffig. Militärmißhandlungen" referieren wird. Genoffinnen, Genossen, agitiert nach besten Kräften für den Besuch dieser Versammlung, und beweist durch vollzähliges Erscheinen, daß es Euch Ernst ist mit dem Protest gegen die Militärmißhandlungen, " Wafferstand am 13. Januar. Elbe bei Auffig+0,56 Meter, be Dresden 1,26 Meter, bei Magdeburg+ 1,17 Meter. Unstrut be Straußfurt+1,35 Meter. Dber bei Ratibor+ 1,82 Meter, bei Breslau Ober Begel+5,18 Meter, bet Breslau Unter Begel 0,64 Meter, bei Frankfurt+ 1,40 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 3,38 Meter. Barthe bei Bosen Meter. Neze bei Usch-- Meter. 10 Witterungsübersicht vom 14. Januar 1905, morgens 8 Uhr. Aber in welcher Weise? Durch mündliche Agitation und durch die Agitation für unsere Presse. Diese Pionierarbeit wird ihnen am schwersten fallen bei ihren eigenen Geschlechtsgenoffinnen. Wollten wir völlig indifferente Frauen auf die Lektüre unferer Parteizeitungen verweisen, so würden wir sehr schwer vorwärts kommen. Das hat uns die Erfahrung oft genug gelehrt. Sind doch die indifferenten Frauen die schlimmsten Gegner unserer Presse. Sie sind nicht einmal zum Abonnement, geschweige denn zum Lesen derselben zu bewegen. Ja, wie oft sind es die uns geistig fernRigdorf. Am Mittwoch, den 11. Januar, hielt der Verein stehenden Frauen, die unsere Parteizeitungen wieder abbestellen, gewerblich tätiger Frauen und Mädchen von Rigdorf" im Lokal des nachdem der Mann dieselbe abonniert hatte. Woher mag das Herrn Thiel, Bergstraße 151-152, seine Monatsversammlung ab. tommen? Unseres Erachtens daher, daß die Parteigeitungen diesen Genoffin Bause verlas die Broschüre:„ Warum ich nicht mehr Frauen eine zu schwere, ihnen unverdauliche geistige Kost bieten. Volksschullehrer bin". Die Vorlesung wurde von den Genossinnen Stationen Die Barteizeitungen behandeln die verschiedenen politischen Tages mit regem Intereffe verfolgt. Eine furze Diskussion schloß fich fragen notwendigerweise von allgemeinen sozialistischen Gesichts- derselben an. Dann folgte der Bericht des Vorstandes über die punkten aus. Es ist das eine den Frauen ganz fremde Ideenwelt, Tätigkeit des Vereins im letzten Quartal. Die Kassiererin erstattete in welche sie dort eingeführt werden, für die sie kein Verständnis den Kassenbericht, nach dem ein Kassenbestand von 54,96 M. vor- Swinemide. 777 ND und daher kein Interesse haben. Will man eine indifferente Frau handen ist. Der Kassiererin wurde auf Antrag der Revisoren Hamburg 779 D durch Lektüre gewinnen, so muß dieselbe an ihre Ideenwelt, an ihr Decharge erteilt. An Stelle einer ausgeschiedenen Revisorin wurde Frank.a.m. 777 92 Bekanntes und Berständliches anknüpfen; dieselbe muß sie in ihrer Frau Liebenau gewählt. Es wurde ferner bestimmt, daß unsere München 777 23 Eigenschaft als Frau treffen. Vereinsversammlungen an jedem ersten Mittwoch im Monat im Bien Diesen 8wed foll unfere sozialdemokratische Lokal von Thiel, Bergstraße, stattfinden. Frauenzeitung, die" Gleichheit", erfüllen. Gleichheit wird diesen Zwed in ihrer neuen Gewandung und Ausftattung, die fie von 1905 ab erhält, um so besser und gründlicher Die Berlin Barometer. stand mm Bind richtung Windstarke 777 9 Better 5°.= 4° R. Stationen 5 bedeckt-2 Haparanda 1 moltent- 3 Betersburg 3 heiter-4 Scilly 1wolfen!-1 Aberdeen 8wolfig-5 Baris Barometer. stand mm Bind Sunp 763 SSD Windstarte Better 6 bebedt 767 50 6 bedeckt 774 DND 2 bedeckt Temp. n. 6. 5°.401. 11007 771 NNW 5heiter Wetter- Prognose für Sonntag, den 15. Januar 1905. Bunächst meist heiter und troden bei etwas strengerem Frost und leb haften südöstlichen Winden; später neue Erwärmung und Trübung. Berliner Wetterbureau. Billigste Angebote zur 19165HT Ball- Saison Weiße Kostüm- Anzüge bestehend aus Jackett, 425 Hose 25, bestehend aus Jackett, 30, 106м. Strand- Anzüge Weste und Hose 13.-, Papierfaser- Anzüge crêmefarben 10M. Schwarze Gehrock- Anzüge 40-5021 M. Schwarze Beinkleider 15, 12, 10.-, 9.Piqué- Westen 6.-, 4.50, 3.50, 3.-, 2.25. 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Sonntag, nach m. 3 Uhr: Romeo und Julia. Sternwarte Invaliden. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Trauersp. in 5 Aufz. von Shakespeare. str. 57/62. 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S PANOP ANOPTICUM. Der Friedrichstr. 165. geheimnisvolle Hexentisch!! das Mirakel des 20. Jahrhunderts. Kardinale. Die große Leidenschaft: Neues Theater. Montag: Maskerade. Berliner. so ich Dir! Montag: Zapfenstreich. Leffing. Traumulus. Nachmittags 212 Uhr: Rosen montag. Montag: Traumulus. Weften. Die neugierigen Frauen. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Montag: Amelia, oder: Maskenball. Ein Thalia. Der große Stern. Nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. Montag: Der Große Stern. National. Die Zauberglode. Nachmittags 3 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Montag: Der Wildschütz. Zentral. Madame Sherry. Nachmittags 3 Uhr: Der Bettelstudent. Montag: Madame Sherry. Neues. Der von Anfang 7 Uhr: Der Graf von Charolais. Montag und Dienstag: Der Graf von Charolais. Mittwoch, zum 1. Male: Der eingebildete Kranke. Vorher, zum 1. Male: Angele. Sudermann. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Lustspiel in 5 Aften von G. v. Moser und F. v. Schönthan. Montag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Dienstag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Stützen der Gesellschaft. Schauspiel in 4 Aufz. v. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Montag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Dienstag, abends 8 Uhr Wallensteins Tod. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Branerei. Zirkus Busch. Zirkus Schumann 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 Uhr( auf Sikplätzen 1 Kind frei) u. abends 7, Uhr. Radm. Sud- West- Afrika. 4 Uhr: Auftr. d. weltberühmten amerikanischen National- Theater Slammentänzerin Miß Ida Fuller, Weinbergsweg 19. Sonntag, den 15. Januar 1905, nachmittags 3 Uhr, ermäßigte Preise: Der Barbier von Sevilla. Abends 72 Uhr. In beiden Vorstellungen: Die Löwenbrant Miss Claire Heliot. Abends 7, Uhr: Die beiden Phänomene Sisters Amalia und Léonora. Katharina II. Die Hugenotten. Montag, 16. Jan.: Der Wildſchüß. und die vorzügl. Brogrammnummern. Dienstag, z. 1. Male: Die Zauberglocke. Montag: Der Graf von Charolais. Zentral- Theater Kasino. In Vertretung. Nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Montag: In Vertretung. 8 Uhr. Metropol. Die Herren von Marim. Montag: Dieselbe Borstellung. 8 Uhr Anfang 8 Uhr: 0. 3 Uhr nachmittags. Halbe Preise. In erster Beſegung: Der Bettelstudent. 42 Uhr( neu einstudiert). Zum 195. Male: Schiller O.( Wallner Theater.) Madame Sherry 9 Krieg im Frieden. Nachmittags 3 Uhr: Johannisfeuer. Montag: Fuhrmann Henschel. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Stüzen der Gesellschaft. Nachmittags 3 Uhr: Romeo und Julia. Montag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Kleines. Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Operette in 3 Aften von Hugo Felir. Montag: MadameSherry. Dienstag: Der Bettelstudent.( GustiForster, Dafar Braun.) Mittwoch: Zigeunerbaron, Lustspielhaus Sonntag, den 15. Januar, nachm. 3 Uhr: Der Familientag. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Heute Sonntag ,, den 15. Januar, nachm. 3, Uhr und abends 7, Uhr: 2 große brillante Gala- Vorstellungen. In beiden Vorstellungen, nachmittags Gleich reichhaltige. abwechselndes Programm und und abends: Driginal Jan Clermont, fo Clown fomische m.jeinem Parodie- Zirkus a la BarnumBeileid. Miz Emmy Sticknei, Amerikas beste Parforce- und Feuer- Reiterin. Ferner: In beiden Vorstellungen Samtl. Spezialitäten, Clowns ut. Auguste, fowie Dir. Alb. Schumanns neue und moderne Gustav Behrens Neue Welt Spezialitäten- Arnold Scholz Theater, FrankfurterAllee 85. Der neue Januar- Spielplan. Anny Raaly, borzügl. deutsch- franz. Konzertfängerin. Ausgezeichnetes Lyrika- Duett. Fatme, Indische Gauklerin, sowie alle übrigen erstklass. Spezialit. Anj. nachm. 7 Uhr, Sonntags 42 Uhr. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Bockbierfest. KONZERT. Der dumme May u. der fluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaall: IF Tanz. E Otto PritzROWS Abnormitäten Ausstellung Mingit Le Nachmittags Marokko. lebender Kuriositäten! zum Schluß: Große Ausstattungspantomime. Birka 200 Mitwirkende. Nachm. auf all. Blägen ohne Ausnahme Ein Kind frei. außer Galerie). ( Jedes weitere Kind halbe Preise, außer Galerie). Abends 9½ Uhr: Wirklich sensationeller Erfolg! Die große Schumannsche AusstattungsPantomime Allabendlich 8 Uhr: Der Familientag. Eine Nordlandreise. Luisen- Theater. Passage- Theater. Sonntag nachmittag: Der Prinz von Homburg. Abends 8 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Familienidya, Das Stiftungsfest. Riebesträume 2c. Montag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Belle Alliance. bundus. LumpacibagaNachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Montag: Lumpacivagabundus. Carl Weiß. Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Montag: Die zärtlichen Verwandten. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Nachmittags 3 Uhr: Senta Wolfs- Deutsch- Amerikanisches burg. Montag: Die Reise um die Erde Theater. Köpnickerstr. 67/68. in 80 Tagen. Nefidenz. Herkulespillen. Nachmittags 3 Uhr: Nora. Montag: Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Dieselbe Borstellung. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: NEW- YORK Montag: Dieselbe Vorstellung. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Nachmittags 3 Uhr: Gebot. Montag: Die glüdliche Gilberte. Deutsch- Amerikanisches.New- York. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf.nchm. Wochentg.5, Sonnt.3Uhr. Arturo Bernardi. der berühmte italienische Ber wandlungskünstler. Littke Carlsen. 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Montag: Die zärtlichen Verwandten. In Vertretung. Sonntag nachm. 4 Uhr auf vielfachen Wunsch: Mutter Gräbert. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten Residenz- Theater. Im Nachmittags 3 Uhr: Venus auf Erden. Montag: Berliner Luft.Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Bannkreis der Jungfrau. Montag. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Wellenstrahlen. Juvalidenstraße 57/62. warte. Stern Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Jm Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Paffage Theater. Bernardi. Willi Prager. Anf. 3 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Anfang 5 Uhr. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. mit seinen stürmisch bejubelten Situationen Prinz Levy in Ahlbeck Schwant in 3 Aften, mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter: Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! 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XX Ueberrascht. XX Humoristisch. Terzett v. Wilh. Wolff. Nach der Soiree: Familienball Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pf. Jm weißen Saal von 5 Uhr ab: Großer Ball. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner. Heute Tempelhofer Tivoli Gr.Curt Goldmann- Konzert Tempelhof, Berlinerstr. 50. Sonntag, den 15. Januar 1905: Kränzchen des Marienfelder Arbeiter- Radfahrer- Vereins ( M. d. A.- R.- B. ,, Solidarität") Anfang 5 Uhr. Freunde und Sportgenossen sind hierzu ergebenst eingeladen. 13385 Der Vorstand. Der große, 1000 Personen fassende Riesenspiegel- Saal steht den verehrl. Vereinen zur Abhaltung von Festlichkeiten jeder Art gratis zur Verfügung. 1338b Palast- Theater Urania, Burgftr. 22, früher Feen- Palaft. Noch nie dagewesenes Programm! 14 Nummern I. Ranges. Novität! 812 Uhr: 812 Uhr: Anton Herrnfeld. Ein Allerweltsmädel. Anf. 8 Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. Burlesfe m. Gesang u. Tanz v.Braune. Anfang 7 Uhr. Eröffnung 6½ Uhr. Entree 50 Pf. 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Abends 8 Uhr: Die Neuvermählten Hierauf: Abschiedssouper. Montag und Dienstag: Die Neuvermählten, Abschiedssouper. Mittwoch: Salome. Apollo- Theater. 218 Friedrichstr. 218. Nachmittag 3 Uhr: Venus auf Erden von Paul Lincke ( und die Januar- Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Berliner Luft von Paul Lincke und die Attraktionen des großen Januar- Programms. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Anf. 8 Uhr. Sonnabend, den 21. Januar: Rauchen gestattet. 2. großer Metropol- Theater- Ball. Sanssouci. Rottbuser Tor Stat. der Hochbahn. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute nachmittag 3 Uhr: Das bemooste Haupt. Abends 7 Uhr: WINTER BARTEN 8 765 Neues Programm Tortajada, span. Tänzerin und Sängerin. 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Johnstone, Kunst- Radfahrer. Der Erbförster. Das Mädchen mit dem goldenen Haar. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Otto Ludwig. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Entree 40, Parkett 75 Pf., Sperrfit 1. Morgen Montag: Der Erbförster. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Johnson u. Dean, Mulatten- Gigerl. Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Sonnt., Mont., Donnerst.: Stadt- Theater Moabit. Der Biograph. Hoffmanns Alt- Moabit 47/49. Norddeutsche Sänger Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: 11. Tanzkränzchen. Jägerliebchen. Dienstag, 17. Januar: Boffe mit Gesang in 4 Att. v. 2. Treptow, Musik von G. Steffens. Muttersegen. Schauspiel mit Gesang in Anfang 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Grosser Ball.- Entree 50 Pf., Parkett und Balfon 1,00 M. Mittwoch: Mutteriegen. Dienstag, 17. Januar: Der Erbförster. 5 Aften. Zentral- Festsäle 180. Oranienstrasse 180. Sonnabende: 14 Jan., 11., 18. und 25. März Saal für 100 Perf. frei. Wrangel- Straße 10-11. Jeden Dienstag: Nordd. Jeden Abend: Salon- Komiker Oskar Saldow als Doktor Eisenbart. Kinematograph, bunte lebende Bilder. Anfang 5 Uhr. Krug zum grünen Kranze. Jeden Abend Fidelitas. K. 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Januar 1905: STIFTUNGS- FEST in den Gesamträumen des Gewerkschaftshauses. *** Künstler Konzert *** ausgeführt vom Neuen Berliner Tonkünstler- Orchester, Dirigent Franz Hollfelder, und unter Mitwirkung von Frl. Bertha Geipelt, Herrn Emil Severin( Gesang); Herrn Ludwig Wagner( Violine), Herrn Musikdirektor Franz Hollfelder( Violoncello). Nachher Ball und Reigenfahren. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. 28. Grosse Frankfurterstrasse 28. Empfiehlt den geehrten Vorständen von Gewerkschaften und Bereinen seine Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. 18042* Ergebenst Robert Ulrich, USA. 28. Große Frankfurter- Straße 28. Bekanntmachung! Anfang 81 Uhr. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag vormittags 9 bis abends 8 Uhr direkter Verkauf an Private. Billetts. a 30 Pf. sind bei allen Vorstandsmitgliedern sowie in den Zahlstellen zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Nach stattgehabter Juventur Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Großer Räumungs- Ausverkauf Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. hocheleganter Sonnabend, den 21. Januar 1905, im großen Saal der Neuen Welt, Hafenheide: zurückgesetzter Teppiche Großer Wiener Maskenball. Anfang abends 8 Uhr. 133/4 Billett 50 Pf. Ende??? Billetts sind bei allen Dbmännern und im Bureau Rosenthalerstr. 57 zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee. Das Bureau bleibt an diesem Tage nachmittags geschlossen. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß die sämtlichen Bezirksversammlungen am Mittwoch, den 18. Januar, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen stattfinden und bitte, dieselben recht zahlreich zu besuchen. J. A.: H. Neumann. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute Sonntag, 15. Jannar, in L. Kellers eftfälen, Koppenstr. 29: 14. Stiftungs- Fest Mitwirkende: Frau Helene Löffler- Hinke, Mezzo- Sopran. Johs. Snver, Pedal- Harfe. Albrecht Löffler, Violoncello. Nich. Francke, HarmoniumVirtuos( Klavier- Begleitung). Gesangverein Typographia"( M. d. A.-S.-B.). Flügel aus der Hofpianofortefabrik von Duysen, Friedrichstr. 219. Festrede: Dr. Rudolf Steiner. Nachher: 3ALL. 4/5 Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. 386 Billett 50 Pf. Billetts sind an den bekannten Stellen und an der Kasse zu haben. pleasunsa Großer Wiener Maskenball am Sonnabend, den 21. Januar, im Konzerthaus Sanssouci", Rottbuserstraße 4a, des Gesangvereins 65/1 ,, Morddeutsche Schleife" ( M. d. A.-S.-B.). 40> Schleife" Montag, 23. annar Billetts a 50 Pfennig bei A. Hoffmann, Zigarrengeschäft, Bücklerstr. 30; C. Brodowski, Bigarrengeschäft, Reichenbergerstr. 73; R. Schaller, Restaurant, Gräfeſtr. 4 und in allen mit Plakaten belegten Handlungen. Allgem. Deutscher Gärtnerverein Zweigv. ,, Phönix" Berlin N. feiert am Sonnabend, den 21. Januar 1905, in den Berolina Festsälen, Schönhauser Allee 28, sein Erstes Stiftungsfest. Anfang 8 Uhr. Freunde und Genossen sind herzlich willkommen. Billetts sind zu haben bei Wallentowitz, Weißenburgerstr. 70 sowie beim Wirt der Berolina- Festsäle. 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Pflugscher Arbeiter am Sonntag, den 29. Januar, vormittags 10 Uhr, in Wilkes Saal, Brunnenstraße 188. Tages- Ordnung: 1. Berlesung des Protokolls der Generalversammlung vom 24. Juli 1904. 2. Staffenbericht des Rendanten pro 1904 und Bericht der Revisoren. 3. Verschiedene Sassenangelegenheiten ( Bericht des Vorstandes betr. Antwort Wohnzimmergröße. 22,50 schreiben bes kgl. B.-Pr. auf die geSalongröße.. Saalgröße... • . 29 • 27 33,00 27 45,00 führers. 5. Erſazwahl des eppich- Hermann Bursch, Engros- Spandauerstr. 65-67, I. u. II. Etage kein Laden Haus Zwischen Kaiser Wilhelm- u. Bischofstr. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Dr. IB. 22. Jahrgang. 4. WM te Jon W fiftliitrr lolMott Zauntag, 15. Jansar 1905. Das Dessauer Zuchthausurteil vor dem Ober-Kriegsgericht in Magdeburg. Zweiter Verhandlungstag. lTelegraphischer Bericht.) Die Verhandlung in dem Prozesse wegen des Dessauer Zucht- Haus-Urtcils, die am Mittwoch infolge der notwendig gewordenen Ladung der Mitglieder des Dessauer Kriegsgerichts zum Zwecke ihrer zeugeneidlichen Vernehmung über die Aussagen der drei An- geklagten sowie mehrerer sich widersprechender Zeugen vertagt werden mußte, wurde heute früh kurz nach S Uhr vor dem Ober- kriegsgericht des IV. Armeekorps wieder aufgenommen. Es sind nur noch die Dessauer Kriegsgerichts-Mitglieder zu vernehmen, wobei es sich darum handelt, Aufklärung über die Be- hauptung der Angeklagten Voigt und Günther zu schaffen, daß sie in Dessau befangen gewesen und damals in ihren Selbst- bezichtigungen zu weit gegangen seien. Das Dessauer Urteil hatte in verschiedenen Punkten auf das Eingeständnis der beiden An- geklagten Bezug genommen, das durch die Aussagen des Haupt- bclastungszeugen Tropp noch eine wesentliche Unterstützung erfuhr. Nachdem nun der Holzarbeiter Tropp, ein achtzehnjähriger, geistig etwas schwerfälliger Mann, infolge seiner hin- und her- schwankenden Angaben am Mittwoch nicht vereidigt worden war, steht immer noch die Frage offen, ob der Unteroffizier Heine ohne jede Veranlassung in der Trunkenheit oder erst nach erfolgtem gemeinschaftlichen Angriff seitens der beiden Untergebenen mit dem Seitengewehr um sich geschlagen und dabei das„Verhältnis" Günthers, die 16jährige Dienstmagd Frieda Regel, getroffen hat. Heute wollen die Angeklagten dem Heine die Waffe nur entrissen haben, um zu verhindern, daß der nach ihren Schilderungen total betrunkene und mit dem blankgezogenen Seitengewehr um sich schlagende Unteroffizier Unheil anrichte. Mit der Klärung dieser Frage steht und fällt der auf m i l i t ä- rischen Aufruhr lautende Punkt der Anklage gegen Voigt und Günther. Dazu kommt noch, daß auch der Unteroffizier Heine seine Aussagen gegenüber denen in der Voruntersuchung und vor dem Dessauer Gericht geändert hat. Insbesondere will er jetzt nicht mehr wissen, ob er schon vor dem Zusammenstoß mit Voigt und Günther in dem Knetschschen Tanzsaal einen Streit mit Unter- gebenen hatte und ob er die Regel in dem Lokale anrempelte, der Vorgang, der nach der Anklage Voigt und Günther zu dem Ueberfall auf ihn veranlaßte. Er will überhaupt so betrunken gewesen sein, daß er sich auf nichts mehr besinnen könne, während er in Dessau seine beiden Mitangeklagten durch sein« detaillierten Angaben sehr belastete. Zur Aufklärung dieser Widersprüche sind, wie der Verhandlungsführer, LberkriegsgerichtSrat Fischer zu Beginn der Sitzung mitteilte, als Zeugen erschienen: Kriegsgerichtsrat Wagner als Verhandkungsfuhrer des Dessauer Gericht«, Kriegs- gerichtSrat Wolf als Anklagevertreter und Major Freiherr von Drockstedt, Hauptmann von Kneifs, Oberleutnant von Loebell. Ferner ist der Gcrichtssekretär S e m m e ck als Protokollführer der Dessauer Verhandlungen, sowie der Dessauer Verteidiger des Angeklagten Voigt, Rechtsanwalt Dr. S u ch S l a n d- Halle, anwesend. Zunächst wird der Berhandlungsführer KriegsgerichtSrat Wagner vernommen. Verhandlungsführer OberkriegSgerichtSrat Fischer: Welche An. gaben haben Ihnen die Angeklagten Voigt und Günther über die Vorgänge gemacht, die sich in der kurzen Zeit seit dem Weglaufen deL Unteroffiziers Heine mit den beiden Seitengclvehren bis zu dem Punkte ereignet haben, wo sie ihm abgenommen wurden?— Zeuge: Der Angeklagte Günther erklärte, daß er gehört habe, wie der davonlaufende Unteroffizier rief:.Ich habe zwei Seitengewehre I" oder„jetzt habe ich auch ein Seitengewehr der S. Kompagnie I" Ter.10. Kompagnie", der Voigt angehörte, habe er (Heine) nicht gesagt. Ebenso gestand der Angeklagte Voigt zu, daß er von Heine«inen Ruf gehört habe in dem Sinne, daß er jetzt L Seitengewehre habe. Ferner gestand Voigt zu, dem Heine sofort nachgelaufen zu sein. Hinter ihm her sei Günther gekommen. Günther gestand dies auf Befragen auch zu. Er sagte, er sei Heine auf wenige Schritte Entfernung gefolgt und habe, als er den Unter- offizier erreichte, denselben festgehalten und am Arme gepackt. Ter Unteroffizier habe aber nach ihm geschlagen. Jetzt sei Voigt hinzugekommen und habe den Heine ebenfalls gepackt. In welcher Weise beide Angeklagte den Heine angepackt haben, war nicht genau festzustellen. Heine sagte, daß Günther den Heine von hinten herum gefaßt habe; so habe er ihm dann die beiden Seitengewehre entrissen. Der Zeuge bemerkt, hier müsse er etwa» einschalten: Er habe die Akten vorher sehr genau studiert und daran« ersehen, daß Günther sich einige Zeit vor dem Dcffauer Prozeß zu einer besonderen Ver- nehmung vorführen ließ mit dem Bemerken, er wolle ein Geständnis ablegen. Er habe dann auch angegeben, daß er dem Heine nachgelaufen fei und ihn von hinten herum gepackt habe. Während dieser Zeit habe Voigt ihm das Seitengewehr fort- genommen. Der Zeuge sagt weiter aus: Ich pflegte das Haupt. gewicht darauf zu legen, daß der Unteroffizier durch zwei Untergebene entwaffnet worden ist. Es lag die Tatsache vor, daß über diesen Vorgang in der Voruntersuchung Ernst Abbe. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend ist in Jena im 6S. Jahre seines Lebens Ernst Abbe gestorben. Sein Leben und Wirken im ganzen Umfange und Wert« zu schildern, wo der erste Schmerz um den Verlust dieses wahrhast großen Menschen alle« Einzelne zurückdrängt, ist unmöglich; die Arbeiter und ihre Presse werden seiner noch oft gedenken müsse», und immer werden sie reichlich Stoff haben und sich liebevoll eines Lebens- Werkes ermnern können, das auf den Gipfeln der bürgerlichen Ge- sellschastSordnung mit wenigen seinesgleichen einsam seinen Ruhm und eine verdiente dankbare Anerkennung über alle Gegensätze hinweg in eine bessere Ordnung der Dinge hinüberstrahlen läßt. WaS Ernst Abbe zu den Größten seiner Zeit bestimmt, fft auch nicht das Einzelne seiner Leistungen in Wissenschaft und Arbeit, nicht das Einzelne seines persönlichen Lebens, eS ist die T o t a l i t ä t seines W e s e n s, die ihn für alle Zeiten zu einem edlen Muster gemacht hat, das nach des Dichters Wort Nacheiferung wecken soll und dem Urteil höhere Gesetze gibt. WaS seinen Namen am meisten in die Oeffentlichkeit trug, die Ueberführung seines Privatbesitzes von Millioncnwert in eine unpersönliche Stiftung, gibt von der Fülle des WirkenS dieses Mannes doch nur eine blasse Vorstellung; und er selbst hat seine Stiftung zum Andenken an Carl Zeiß weder für seine Person noch sachlich jemals so eingeschätzt, wie ein Teil der sozial- reformerischen Presse und Parteien, als eine Ausgleichung der Gegensätze von Kapital und Arbeit, als den Anfang einer neuen Produktionsordnung. TaS war vielleicht aus dieser Linie seines Wirkens das Größte an ihm, daß er sich der Grenzen privaten Unternehmerwirkcns zugunsten der Arbeiter in jeder Hin- ficht voll bewußt war. Er hat, wo immer man es hören wollte, den Wert der Organisation der Arbeiter weit über allcö gestellt, was die Unternehmer bei dem heutige» Stande der Dinge freiwillig den Arbeitern konzedieren können, und auch für die Er- baltung seiner eigenen sozialen Schöpfungen sah er die sicherste Stütze und Gewähr in einer geschlossenen, sich ihrer Aufgaben und Rechte bewußten Organisatkon der Arbeiter. Er schuf deshalb auch niemals in feinen Betrieben etwas ohne Rücksprache mit den Arbester- stwstpeter.v ohne ihre ausdrückliche Zustimmung; er fühlte sich beide Angeklagte nur unklare, widersprechende An- gaben gemacht hatten und daß sie später ein Geständnis ablegten, das Günther in der Hauptverhandlung wiederholte. Ich muß sagen, daß dieses neue Geständnis zu meiner Uebcr- raschung und zu meinem größten Erstaunen erfolgte und daß dieses Geständnis, daß sie dem Heine gemeinschaftlich nachgelaufen seien und ihn gemeinschaftlich festgehalten hätten, mir als das Wesent- lichste erschien. Ich wollte, so fährt der Zeuge fort, den Angeklagten Günther erst später vernehmen, aber der Anklagevertreter stellte den Antrag, die Angeklagten einzeln und in Abwesenheit der anderen zu vernehmen und so kam Günther angesichts seines aus der Vor- Untersuchung vorliegenden Geständnisses zuerst an die Reihe. In Abwesenheit Heines und Voigts wiederholte er dann, wie gesagt, das Geständnis im vollen Umfange. Ich lasse jeden An- geklagten und jeden Zeugen erst im Zusammenhange erzählen und habe auch den Günther nicht durch Fragen unterbrochen oder weitergehenden Zugeständnissen veranlaßt. Er legte al sein Geständnis unbeeinflußt ab. Ein zweiter Hauptpunkt bei der Urteilsfällung war für mich der, daß Voigt ebenfalls im Ermiltelungsverfahren ein Geständnis ablegen wollte, und daß dieses Geständnis darin bestand, daß er den Günther schwer belastete, indem er sagte, daß dieser den Heine zu Boden geworfen habe. Günther hatte dies nicht zugegeben, sondern nur gesagt, daß er Heine von hinten umfaßt habe.— Verhandlungsführer: Da Ihnen das Geständnis so klar und über- raschend kam, so ist doch ohne weiteres anzunehmen, daß Sie den Günther sofort auf den kolossalen Widerspruch aufmerksam gemacht haben, der zwischen seinen und den Angaben der übrigen Angeklagten bestand.— Zeuge: Jawohl.— Berhandlungsführer: Und ist dem Angeklagten nicht auch gesagt worden, wie er zu diesem Geständnis komme und ob er wisse, daß es ihn schwer belaste?— Zeuge: Ja, das habe ich ihm vor- gehalten. Die Form aber, in der ich eS tat. ist mir nicht genau mehr erinnerlich.— Verhandlungsführer: Angeklagter Günther, das macht denn doch aber alles den Eindruck, daß dieser Vorgang sich buchstäblich so zugetragen hat, wie Sie ihn in Ihrem Geständnis dargestellt haben und der Zeuge ihn nach Ihren eigenen Angaben jetzt wiederholt hat; daß also Ihre jetzigen Angaben unrichtig sind.— Angeklagter Günther: Was ich heute sage, ist richtig.— Verhandlungsführer: Sie bestreiten also, daß Ihre wiederholten Geständnisse richtig sind?— Angeklagter Günther: Nein, aber es handelte sich da um ein Mißverständnis des Voigt. Ich wollte es berichtigen.— Verhandlungsführer: Wir haben doch soeben gehört, daß Sie zuerst und allein vernommen worden sind und daß alle über Ihre wiederholten Geständnisse erstaunt waren. Also können Sic doch nicht durch die Aussagen des Voigt dazu veranlaßt worden sein. Erklären Sie uns, wie Sie aus freien Stücken dazu gekommen sind. so etwas anzugeben.— Angeklagter Günther: So wie ich es am Mitstooch angegeben habe, ist es richtig. Voigt hatte anders gesagt und ich wollte es richtig sagen.— VcrhandlnngSführer: Ich frage Sie nochmal, woher kannten Sie die angeblich falschen Angaben Voigts, der doch erst nach Ihnen vernommen worden ist.— Angeklagter Günther schweigt.— Berhandlungsführer: Angeklagter Voigt, können Sic sich entsinnen, daß Sie in Dessau gesagt haben, Günther habe den Heine von hinten umfaßt?— Angeklagter Voigt: Ich meinte, daß er es nur täte, um die Angriffe Heines auf uns abzuwehren.— Zeuge KriegSgerichtsrat Wagner führt noch an, daß bei der Lokalbesichtigung in Ziebigk der Angeklagte Günther genau beschrieben habe, wo man Heine das Seitengewehr fortgenommen und wann man es ihm wiedergegeben habe. Also sei seines Er- achtens eine Verwechselung oder ein Mißverständnis ausgeschlossen. — Rechtsanwalt Czarnikow richtet hierauf an den Zeugen die Frage, ob er nicht zu seiner heutigen Aussage erst durch ein noch- maligeS Studium der Dessauer Akten sich vorbereitet habe.— Zeuge: Selbstverständlich habe er sich nach so langer Zeit nochmals informieren müssen.— Rechtsanwalt Guttmann: Kann der Zeuge uns bestimmt sagen, daß er die Angeklagten im Laufe der Ver- Handlung in irgend einer Weise auf die Bedeutung ihres Ein- geständnisseS aufmerksam gemacht hat oder ihnen gesagt hat, daß ein g e m e i n s a m e s Handeln in dieser Sache als «Aufruhr" angesehen und mit Zuchthaus bestraft werde.— Berhandlungsführer: Ich habe diese Frag« schon gestellt, aber der Zeuge konnte sie nicht bestimmt beantworten.— Rechtsanwalt Guttmann: Es handelt sich um Leute von ganz geringem Bildungsgrade. Deshalb ist die Frage notwendig. Hat der Verhandlungsführer mit irgend einem Worte die Angeklagten auf die Tragweite und die schwerwiegenden Folgen aufmerksam gemacht?— Zeuge: Ich habe schon früher gesagt, daß ich mich im einzelnen nicht mehr darauf besinne. Aber ich machte sicher den Angeklagten Günther darauf aufmerksam, daß er sich durch seine Angaben selbst belaste. Voigt es zu sagen, habe ich nicht für nötig gehalten.— Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann: Ich bin der Ansicht, daß dadurch meine Frage nicht erschSpfend beantwortet ist. TaS ist keine Antwort auf eine bestiimnte Frage, das ist eine Verneinung.— Verhandlungsführer: Ich frage den Zeugen nicht mehr. Ich meine, er hat meine Frage genügend beantwortet. M i r genügen jedenfalls seine An- gaben.— Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann: Mir leider nicht.— niemals als Wohltäter, immer nur als Glied und Teil des Ganzen, das auch nicht existieren könnte ohne die Mitarbeit aller anderen Glieder. Diese seine Hochschätzung der Organisation, des solidarischen Zusammenwirkens entsprang nur seiner ganzen Erkenntnis vom Wesen der Arbeit überhaupt. Die Arbeit, die er nur in der Synthese von körperlicher und geistiger anerkannte, war der Lcit- stein seines ganzen Lebens; er war von einem Fleiß, von einer Ausdauer, die keine Grenzen kannte, aber er hat immer anerkannt, daß große Leistungen nur dort der Arbeit entsprießen können, wo die Liebe, das Interesse an der Arbeit mit der Pflicht zu ihr zu- sammenfallen. Und eS ist alles andere als eine Minderung seiner Verdienste um das Wohl seiner Arbeiter, wenn sie sagen, daß diese Erkenntnis auch der Hauptgrund für die Schöpfung der Carl Zeiß- Stiftung war, daß er ebenso das wohlverstandene Interesse der Unternehmer wahren wollte, als er die Arbeiter zu möglichst günstigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse» brachte. Wird seine soziale Schöpfung, die Carl Zciß-Stiftung, mit all ihren Angliederungcn. wie Lesehalle, Universitätsunterstützung, VolkShauS, VolksunterhaltungSabcnde usw. usw. vielfach und sehr gegen Willen und Absicht ihrcS Schöpfers überschätzt, so bewertet die breite Oefscntli-Hfcit viel zu gering seine Verdienste um die Wissenschaft. Hier, und besonders auf seinem Spezialgebiete der Optik, war er bahnbrechend; ihm verdanken wir die Theorie des Mikroskops, die Grundlage der modernen mikroskopischen Technik, ohne welch? die revolutionierenden Entdeckungen der meisten Krankheitserreger einfach undenkbar sind. Hier ist er direkt zu einem Wohltäter der Menschheit geworden. Als er dies Gebiet betrat, wurden die Mikroskope geschaffen, indem man„ausprobierte", welche Linsen und Glasartcn das beste Ergebnis erzielten. Abbe hat es durch seine Theorie deS Mikroskops dahin gebracht, daß sich der bestmöglichste Erfolg vorher berechnen läßt, und daß nun nach dieser Berechnung erst die Zusammensetzung des Mikroskops erfolgt._ Er hat die Dinge hier völlig auf den Kops gestellt. Und das mit Hülfs- mitteln und unter Bedingungen, die nur das Genie überwinden konnte. Als er nach Abschluß seiner Studien in Jena und Göttingen bald in die 1846 von Carl Friedrich Zeitz gegründete kleine optische Werkstätte in Jena trat, fand er hier alles in engstem, Handwerk- mäßigem Betriebe, was heute auf seinem Felde die Welt beherrscht. Dies so von Arbeit beherrschte und von Erfolg gekrönte Leben Berhandlungsführer: Dann muß ich Sie bitten, die Frage schriftlich zu formulieren.— Inzwischen tritt eine längere Pause ein. Nach Wiedereröffnung der Sitzung verliest Rechts- anwalt Guttmann seine schon vorher mündlich an den Zeugen ge- richtete Frage, worauf dieser jedoch erklärt, er habe seiner Aussage nichts mehr hinzuzufügen.— Verhandlungsführer: Ich meine auch, daß aus der wunderbar klaren Aussage des Zeugen zu ersehen ist, daß das Geständnis spontan kam. Welche Schlußfolgerung daraus zu ziehen ist, ist allerdings eine andere Sache.— Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann möchte ferner festgestellt wissen, ob in Dessau versucht worden ist, die Dauer des ganzen Vorganges festzustellen.— Verhandlungsführer: Auch hierüber werde ich den Zeugen nicht befragen, da das Gericht am Mittwoch ausdrücklich bechlosscn hat. von einer»vetteren BciveiS- aufnähme abzusehen.— Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann: Dann bitte ich um einen GerichtÄbeschlutz. Hier handelt es sich um einen Vorgang, der sicher nur wenige Minuten gedauert hat. Die Frage ist von ausschlaggebender Bedeutung für den ganzen Prozeß. Es handelt sich ferner bei den Angeklagten und Zeugen um außerordentlich beschränkte Menschen. Die Hauptfrage bleibt nach tme vor: sind dir Angeklagten sich bewußt gewesen» worauf es ankam. Hier- für ist die Frage nach der Zeitdauer deS ganzen Vorganges von wesentlicher Bedeutung.— Anklagevertreter Kriegsgerichtsrat Richarz: Ich halte diese Frage des Verteidigers für berechtigt im Interesse der Feststellung des effektiven Tatbestandes.— Der Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann will»visscn, ob die Angeklagten sich der Tragweite ihrer Handlungen beimißt tvaren und zugunsten der Angeklagten muß man nach den Angaben des Zeugen Wagner annehmen, daß sie sich über den Unterschied zwischen der gewöhnlichen Achtungsverletzung und dem schwertviegendcn Aufruhr nicht klar ge- worden sind. Von den Angeklagten ist in Dessau etwas verlangt worden, Ivas man von Zeugen, die den Eid zu leisten haben, erst nach sehr eingehender Belehrung aller Möglichkeiten und Folgen verlangt, und denen dann ein wesentlicher Schutz zur Seite stehe. Tiefer Schuh fehlte den Angeklagten. Somit sind meines Erachtens die Angaben Günthers nicht ein Geständnis, sondern nur eine Aussage. die als eine Berichtigung der vorausgegangenen unklaren Angaben Voigts anzusehen ist. Nach kurzer Beratung verkündet das Gericht, daß es sämt- liche Anträge ablehne. Was den ersten Antrag anlange, so nehme das Gericht zugunsten der Angeklagten an, daß sich der fragliche Vorfall in aller kürzester Zeit abgespielt hat. Die zweite Frage an den früheren Berhandlungsführer zu richten erübrige sich. Selbst- verständlich sei es Pflicht des einen so wichtigen Prozeß führenden Richters, den Angeklagten auf Widersprüche und veränderte recht-- liche Gesichtspunkte aufmerksam zu machen. Das jetzige Gericht habe aber nicht die Pflicht, nachzuprüfen, ob der Zeuge in der vorigen Verhandlung in dieser Beziehung richtig vorgegangen ist. Verteidlger Rechtsanwalt Czarnikow: Der Vorsitzende hat ge- sagt, der Angeklagte Günther hätte nicht wissen können, was Voigt sagen würde. Daraus hat er dann auf die Unwahrheit der Angaben Günthers geschloffen. Demgegenüber bemerke er, daß die Aussage Voigts dem Angeklagten Günther vorher gesagt worden sei.— Verhandlungsführer: Ich hatte erwartet, daß der Angeklagte das selber angeben würde.— Rechtsanwalt Czarnikow(mit einer entsprechen- den Handbcwegung): Ach, der!— Verhandlungsführer; So dumm ist er aber doch nicht! Er, als Gefreiter, der zwei Jahre gedient hat, müßte doch so gescheit sein, daß er sich dessen erinnerte. Der folgende Zeuge, KriegsgerichtSrat Wolf, bekundet, daß Günther in der Dessauer Verhandlung angegeben habe: nachdem Heine mit zwei Seitengewehren herausgelaufen fei und die Rummer des einen Seitengewehres gerufen habe, habe er den Voigt gerufen und beide seien hinter Heine hergelaufen. Voigt Hab? ihn zuerst ein- geholt: dann sei er auch noch hinzugekommen und habe dem Heine die Arme festgehalten.— Verhandlungsführer: Ist denn dem Günther angesichts seines Geständnisses gesagt worden: aber Menschcnskind, in der Voruntersuchung haben Sie ganz anders aus- gesagt, wie kommen Sie jetzt zu dieser Selbstbelastung!— Zeuge: Wenn ich mich recht erinnere, so wurde ihm gesagt, er habe heute mehr zugegeben als früher.— Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann: Mehr nicht?— Zeuge kann sich nicht erinnern. — Anklagevertreter: Ob Voigt dem Heine das Gewehr abnahm, während Günther ihm die Hände festhielt, konnte wohl schon damals nicht mit Bestimmtheit festgestellt»verde»?—■ Zeuge: Rein.— Verhandlungsführer: Sie haben aber wohl im Gedächtnis, daß die Güntherfche Aussage für Voigt sehr belastend war?— Zeuge: Ich habe die einzelnen Aussagen nur so weit noch im Gedächtnis, daß sie sich im»vesentlichen nicht widersprachen. Der nächste Zeuge ist der frühere Verteidiger Voigts, Rechts- anwalt Dr. Suchsland aus Halle. Er bekundet, seiner Er« innerung nach gab Voigt an: Als Heine blank gezogen hatte, bekam ich einen Schreck und, um ein Unglück zu verhüten, bin ich zu ihm gegangen und habe ihm die Waffe fortgenommcn. Ich habe sie ihm aber gleich wieder zurückgegeben. Inzwischen wurde ich von Günther darauf aufmerksam gemacht, daß Heine mir soeben mein Seiten» «wehr herausgezogen habe. Ich lief darauf Heine nach und Günther schloß sich mir an, und nun war ich bemüht, die Waffe wiedcrzubc- kommen.— Verteidiger Rechtsanwalt Guttmann: Erinnern Sie sich, daß man Günther auch auf die Folgen seiner Aussage für ihn selbst aufmerksam machte?— Zeuge: Ich hatte selbst vor der Ver- floß in einer äußerlich gleichmäßigen, klassischen Ruhe dahin; in Thüringen, in Eisenach, stand Abbes Wiege, in Jena und Göttingcn studierte er, in Jena schuf er dann sein Größtes, und von den seiner Erholung notgedrungen gewidmeten Reisen abgesehen, war er hier stets zu finden. Aber es wäre weit gefehlt, in diesem ruhigen Gleichmatz deS äußeren Lebens eine stille, passive Natur zu suchen. Im Gegenteil: wo immer es galt, als Staatsbürger, als P o l i t i k e r bei ernstem Anlaß Stellung zu nehmen, tat er es ohi»e jede Rücksicht. Er hat seinerzeit eben so»nannhaft gegen das Schandgesetz im Reiche protestiert wie gegen die neueren gleich- »vertigen Unterdrückungen des Vereins- und Versammlungsrechtes w seinem eigenen Baterlande. Seine Parteistellung war nicht völlig klar, er paßte wohl am besten zur süddeutschen VolkSparteß gegen den NichtS-als-Freisinn aber hatte er ungeheure Abneigung. Seine Stellung zur Sozialdemokratie charakterisierte er gelegentlich im privaten Kreise halb im Scherz, aber doch ganz richtig dahiii, daß er theoretisch nicht bei uns sei, praktisch aber auf allen Wegen mit uns gilige. Dies letzte hat er getan, wo immer die politische Situation ganze Männer forderte; unvergessen im besonderen wirF ihm seine Iverktätige Hülfe bleiben, die er in den schwersten Zeiten des Schand- gesetzcs vielfältig der deutschen Partei erwiesen hat. So steht am frischen Grabe Abbes mit seiner Gattin, die ihn in liebevoller Treue und Hingabe umsorgte, ihm für alles ein inniges Verständnis entgegenbrachte, mit seinen beiden Töchtern, mit der unendlichen Zahl seiner Verehrer und Freunde, auch nicht zuletzt trauernd die deutsche Sozialden, okratie. Sie wird sein Andenken als daS eines Mannes in Ehren halten, der in der bürgerlichen Welt»venige seinesgleichen hatte. M. Gr. &* AuS Jena wird uns telegraphiert: Die GcschäftÄeitungcn der Betriebe der Carl Zcr'ß-Stiftung sagen in ihrem Nachruf:„Was Abbe im beruflichen Leben geschaffen, was er als Mensch uns allen gewesen ist, bleibt unauslöschlich m unseren Herzen und in der Geschichte unserer Unternehmen ei»- gegraben." Die sämtlichen GcschäftSangchörigen der optischen Werkstätte Carl Zeitz bringen in einem Nachruf das„Gefühl der aufrichtige» Dankbarleit für Abbes unermüdliche und erfolgreiche Tätigkeit in» Dienste der Firma und des Allgemeinwohls öffentlich zunr Ausdruck." Handlung Gelegenheit genommen, mit Voigt zu sprechen und sagte ihm, er sollte recht vorsichtig sein. In der Verhandlung habe ich allerdings vielfach die Auffassung gewonnen, dah er mehr ein- räumte, als sich aus der Situation ergab, dah er durch Zugestand- niste versuchte, sich das Wohlwollen� seiner Richter zu erwerben.— Verhandlungsführer: Die Frage ist, ob man ihm vorgehalten hat, dah sein Zugeständnis ein scheußliches militärisches Verbrechen in- volvierc. Hat man ihm gesagt, das ist Aufruhr, da gibt es eine furchtbare Strafe?— Zeuge: Dafür war die Vorbedingung, dah das gemeinschaftliche Handeln festgestellt wurde. Hierauf wurde wohl weniger Wert gelegt.— Verhandlungsführer(zu den Verdeidigcrn): Wird nunmehr auf alle weiteren Zeugenvernehmungen verzichtet? Ich denke, ich habe nun Licht und Schatten nach allen Seiten gleichmäßig verteilt.— Der Anklagevertreter erklärt, er verzichte, während die Verteidiger erklären, nicht verzichten zu können. Nach Vernehmung des Majors Freiherrn v. Troschke wird das Protokollarische Geständnis des Angeklagten Voigt verlegen. Voigt sagt darin aus: Als Heine blank zog, bekam ich einen Schreck und hielt das Seitengewehr fest, um ein Unglück zu verhüten, Bestreite, den Unteroffizier angegriffen zu haben. Günther stand während dc-Z Borganges ruhig dabei. Wir beide liefen dem Unteroffizier nach, da ich mein Seitengelvehr wieder haben wollte. Der Unter- osfizier drehte sich nach uns herum und schlug nach uns. Günther hielt ihn am Arme fest, während ich ihm das Seitengewehr abnahm. Der Unteroffizier schlug nun jetzt, nachdem ich das Seitengewehr wieder hatte, nach der Regel, worauf Günther ihn festhielt und zu Boden warf. Weiter habe ich Heine nicht berührt. Es kam dann ein anderer Soldat, der versetzte Heine Fußtritte.— Voigt bemerkt auf Befragen des Verhandlungsführers, er gebe zu, dah Günther den Unteroffizier von hinten gepackt habe, alles übrige müste auf einem Mißverständnis beruhen.— Vcr- handlungsführer: Sie haben doch aber das Protokoll unterschrieben. Ein Mann, dem sein Hauptmann das Zeugnis ausstellt, dah er ein fähiger Soldat sei, der beim Freiwerden einer Stellung zum Ge- freiten befördert werden sollte, mutz doch wisseii, was er unter- schrieben hat.— Voigt: Ich habe das nicht so gesagt, ich muh falsch verstanden worden sein.— Verhandlungsführer: Sie sagen heute, Günther habe den Unteroffizier von hinten gepackt. — Voigt: Jawohl.— Verhandlungsführer: Am Mittwoch sagten Sie, Günther habe den Unteroffizier von vorn gefaßt.— Voigt schweigt.— Verhandlungsführer: Günther, was sagen Sie dazu? — Günther: Es ist unwahr, was Voigt soeben sagte, ich hätte den Unteroffizier von vorn gefaßt.— Verhandlungsführer: Angeklagter Heine, was sagen Sie dazu?— Angeklagter Heine: Nichts. Zeuge Rechtsanwalt Suchsland bemerkt auf Befragen des Ver- teidigers Guttmann, er hatte die Auffassung, die Angeklagten hätten mehr zugegeben, als der Wahrheit entspräche, um sich die Gunst des Gerichts zu erwerben. Sie seien sich aber auch heute noch nicht über die Situation klar. Der Verhandlungsleitcr erklärt hierauf die Beweisaufnahme für geschlossen. Nach einer kurzen Pause nimmt das Wort der Vertreter der Zlnklage Kriegsgerichtsrat R i ch a r z: Die vorliegende Anklage hat wegen des ergangenen Urteils großes Aufsehen erregt, dieses Aufsehen war aber vollständig unberechtigt. Der Krieg ist ein rauhes Hand- werk, er erfordert, daß Tausende wie ein Mann zusammenhalten. Die Vorschule hierzu ist die Armee. Die Soldaten müssen durch eiserne Disziplin dazu erzogen werden, daß sie die Schreck- niste und Unbilden des Krieges ertragen, daß sie bis zum letzten Augenblick ausharren und die Befehle ihrer Vorgesetzten strikte er- füllen. Wir nehmen zum Militär auch Vorbestrafte und Wider- spcnstigc. Diesen Elementen muß der militärische Geist erst ein- geimpft werden. Deshalb ist es notwendig, daß den Soldaten immer und immer wieder vorgelesen wird, welche Strafen auf Jn- s ubordinationstehen, es ist notwendig, dem Soldaten immer und wieder zu sagen, daß er mit S Jahren Zuchthaus bestraft wird, wenn er sich an einem Aufruhr beteiligt. Wenn auf Aufruhr nur 45 Tage Gefängnis stünden, würde sich das Verbrechen des Aufruhrs ungemein vermehren. Die gegenwärtige Verhandlung hat gezeigt, daß je längere Zeit eine Sache dauert, desto schtvächer die Erinnerung wird. Es ist natürlich, daß die Zeugenaussagen von- einander abweichen und sich widersprechen. Jedenfalls hat aber die Verhandlung nicht bestimmt ergeben, daß die Angeklagten sich des Aufruhrs im Sinne des Gesetzes schuldig machten. Der Vertreter der Anklage beleuchtet sodann eingehend die einzelnen Zeugenaussagen und kommt zu dem Schluß, daß Aufruhr nicht nachgewiesen sei. Es liegt hier ein non liquet vor. Erwiesen sei dagegen, daß die Angeklagten sich einer tätlichen Mißhandlung eines Vorgesetzten schuldig gemacht hätten. Bei der Strafabmessung wird zu erwägen sein, daß die Angeklagten nicht weiter gegangen sind, als unbedingt notwendig war. Sie haben dem Unteroffizier das Seitengewehr zweimal weggenommen, damit er keine Tätlichkeiten begehen könne, sie haben es ihm aber jedesmal sofort zurückgegeben. Dem An- geklagten Günther kommt außerdem zugute, das- er das Dienst- mädchen Regel schüben musite. Er konnte ihm nicht gut sagen: Ich muß Dich schutzlos lassen, weil der Täter mein Vorgesetzter ist. Ferner ist zu erwägen, daß den beiden Angeklagten von ihrem Hmipt- mann das beste Zeugnis ausgestellt worden ist. Was den Angeklagten Heine betrifft, so hat dieser ein geradezu tolles Be- nehmen an den Tag gelegt. Er läßt sich gefallen, daß ihm Aus- drücke wie„Esel",„Stiesel".„Rhinozeros" zugerufen werden, ohne den Maim festnehmen zu lassen. Der Staatsanwalt beantragt zum Schluß des Plaidohers gegen Heine sechs Monate Gefängnis, Degradation, gegen Günther «in Jahr, gegen Voigt ein Jahr zwei Monate Gefängnis. Urteil. Auf die Berufung der Angeklagten Voigt und Günther wird das kriegsgerichtliche Urteil der 8. Division zu Halle insoweit aufgehoben, als der Gefreite Günther von der Be- lcidigung eines Vorgesetzten und beide Angeklagte von der An- klage des militärischen Aufruhrs freigesprochen werden. Dagegen sind beide in einem Falle des tätlichen Angriffs auf eine» Vorgesetzte» schuldig und werden deswegen mit einein Jahre sechs Monaten(tfesänguis verurteilt, wovon drei Monate durch die Untersuchnngshaft als verbüftt er- achtet werden. Hinsichtlich eines dem Angeklagte» Günther zur Last gelegten weiteren Angriffs auf einen Vorgesetzten er- folgte Freisprechung. Der Angeklagte Heine wird zu- züglich der gegen ihn vom Dessaucr Gericht erkannten Strafe zu einer Gesamtstrafe von sechs Monaten Ge- fängnis und Degradation verurteilt. Em Erfolg gewerkschaftlichen Kampfes. Nachdem die Generalversammlung des Holzarbeiter-Vcrbandes dem Einigungsvcrtrage zugestimmt hat und eine Versammlung der Unternehmer ihn schon tags zuvor angenommen hatte, ist der Ver- trag am Sonnabend vormittag von den Vertretern beider Parteien vor dem Gcwerbcgericht unterzeichnet worden. Damit ist der Ver- trag für die beiderseitigen Organisationen rechtsverbindlich geworden, die Grundlage für die Lohn- und Arbeitsbedingungen im Berliner Tischlergcwcrbe ist nunmehr für die nächsten zwei Jahre festgelegt. In der am Donnerstag abgehaltenen Vertrauensmänner- Ver- sammlung des Holzarbeiter-Vcrbandes stieß der Vertrag auf eine lebhafte Opposition und eine sehr starke Minderheit der Versamm. lunq stimmte gegen die Annahme desselben. Auch in der General- Versammlung am Freitag sprachen noch verschiedene Redner gegen den Abschluß des Vertrages. Schließlich gaben aber doch die wohl- erwogenen Gründe, welche die Mitglieder der Verbandsleitung für den Vertrag anführten, den Ausschlag, so daß das Vertragsverhältnis mit einer Mehrheit von fast drei Vierteln der Abstimmenden An- nähme fand. Es ist ja begreiflich, daß in den Reihen der unmittelbar Be-. tciligten verschiedene' Meinungen herrschen, ob man mit dem cnd- gmrigc. aresuliat des langwierigen, auf beiden Seiten mit Hart- näckigkeit und Ausdauer geführten Kampfes zufrieden sein kann und ob der Erfolg in angemessenem Verhältnis zu den Opfern steht, welche der Kampf den Arbeitern kostete.— Will man diese Frage rein objektiv beantworten, ohne Stimmungen und Empfindungen, so berechtigt sie auch sein mögen, Raum zu geben, so muß man die Tatsachen reden lassen, welche für den nunmehr beendeten Kampf maßgebend waren. Die einfache Tarstellung dieser Tatsachen wird uns zeigen, um welches Streitobjekt der Kampf geführt wurde, wie sein Verlauf war und welchen Erfolg er für die beteiligten Arbeiter hatte. Ten Ausgangspunkt des Konflikts bildete die von den Arbeitern erhobene Forderung: Sicherung des Lohnes bei Anfertigung neuer Muster im Akkord.— Im Grunde genommen berührt diese For- derung die Streitfrage: Akkord- oder Zeitlohn.— Der Unternehmer hat ein erhebliches Interesse am Akkordlohn, denn er will mit fest- umgrenzten Herstellungskosten für jeden einzelnen Artikel rechnen. Schwanken die Herstellungskosten bei ein und demselben Artikel je nach dem Fleiß und der Geschicklichkeit des Arbeiters, so stört das die Rechnung des Unternehmers und er wird deshalb bemüht sein, seine Waren im Akkord herstellen zu lassen, was denn auch in der Berliner Möbelindustrie fast ohne Ausnahme geschieht.— Die Arbeiter hätten keine Ursache, der Akkordarbeit an sich zu widerstreben, wenn nicht diese Lohnform den Uebelstand hätte, die Leistungen des Arbeiters fortgesetzt zu steigern, ohne seinen Verdienst entsprechend zu erhöhen. Wenn es sich um die Herstellung von Artikeln handelt, die stets nach demselben Schema und in derselben Art hergestellt iverden, so kann durch feste Akkordtarife, die als unverrückbare Norm ebenso wie der Zeitlohnsatz maßgebend sind, der indirekten Lohndrückern vorgebeugt werden. Für die Tischlerei, besonders für die Möbelindustrie, lassen sich derartige Normen aber gar nicht schaffen, weil hier mit einer ungeheuren Mannigfaltigkeit der Artikel und sehr verschiedenen Arten der Ausführung zu rechnen ist. In ganz besonders hohem Matze trifft das zu für jenen Zweig der Möbelindustrie, der von Zeit zu Zeit ganz neue Muster auf den Markt bringt. Der Unternehmer, der solche neuen Muster anfertigen läßt, will sie natürlich, um die Konkurrenz zu schlagen und sich einen gewinnbringenden Absatz zu sichern, zu möglichst niedrigem Preise liefern. Was liegt da näher, als daß er, wie es immer in solchen Fällen zu geschehen pflegt, am Arbeitslohn zu„sparen", das heißt, den Lohn zu drücken sucht. Die Rechnung des Unternehmers wird in dieser Regel gemacht werden: Das Stück darf so und so viel kosten, wenn es guten Absatz finden soll; so und so viel muß ich für Material ausgeben, so und so viel will ich daran verdienen, folglich darf der Arbeitslohn nur so und so viel betragen. Nach diesen Grundsätzen wird also der Akkordlohn festgesetzt. Der Arbeiter, der zum ersten- mal ein neues Muster anfertigt, kann in. den mcksten Fällen gar nicht voraussehen, ob er bei dem gebotenen Preise seinen Lohn ver- dienen kann. Er feilscht wohl mit dem Unternehmer, erhält viel- leicht auch eine kleine Zulage zu dem anfangs gebotenen Preise, aber wenn er einige Wochen an dem neuen Akkorde gearbeitet hat, stellt sich heraus, daß sein Verdienst trotz fleißigen Arbeitens weit hinter dem üblichen Lohn zurückgeblieben ist. Aber die Arbeit ist einmal verakkordiert, eine nachträgliche Zulage gibt es nicht. Der Arbeiter hat die letzten Tage, vielleicht gar die letzte Woche an dem neuen Stück tatsächlich umsonst gearbeitet; er ist„ausgeschmiert" worden, wie der Fachausdruck lautet. Diesen unsicheren und unhaltbaren Zuständen wollten die Arbeiter ein Ende machen, indem sie forderten, daß ihnen bei neuen Mustern, die in Akkord angefertigt werden, der von ihnen bisher erzielte Durchschnittslohn gesichert werde.— Davon wollten aber die Unternehmer nichts wissen. Sie behaupteten, mit der Lohn- sicherung werde ihnen jede Grundlage der Preisberechnung ent- zogen, die Erfüllung dieser Forderung sei gleichbedeutend mit dem Ruin der Berliner Möbelindustrie. Die Arbeiter hatten niemals die Absicht, diese Forderung, so berechtigt und selbstverständlich sie mich ist, zum Gegenstand eines allgemeinen Streiks zu machen. Sie verhandelten vielmehr mit den Vertretern der organisierten Unter- nehmer. und, um den Kamps zu vermeiden, ivaren sie sogar bereit, sich mit der Sicherung von 95 Proz. des durchschnittlichen Verdienstes zu begnügen. Aber selbst diese ermäßigte Forderung wollten die Unternehmer nicht anerkennen. Zwar boten sie 99 Proz. des Durch- schnittsverdienftes, aber sie wußten wohl, daß sich die Arbeiter auf ein solches„Zugeständnis" nicht einlassen konnten. Man darf wohl annehmen, daß es den Unternehmern mit diesem„Zugeständnis" nicht einmal ernst war. Seit Jahren hatten sie gesehen, daß der Holzarbeiter-Verband eine Macht ist, mit der die Unternehmer rechnen müssen. Sie waren sich wohl bewußt, daß die Organisation der Holzarbeiter in der Lage ist, auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bestimmend einzuwirken. Es war den Unternehmern klar, daß sie nicht willkürlich die Löhne festsetzen, daß sie nicht unumschränkte Herren über die Arbeiter sein könnten, solange sich diese auf eine starke und leistungsfähige Organisation stützen konnten. Deshalb war es schon lange der sehnlichste Wunsch der Unternehmer, den Holzarbeiter-Verband zu schwächen, seine Macht und seinen Einfluß zu brechen und nach eigenem Gutdünken zu bestimnien, welche Löhne, Ivelche Arbeitsverhälwisse in der Holzitidustrie gelten sollten. Do auch die Unternehmer seit Jahren mit Erfolg an der Stärkung ihrer Organisation gearbeitet hatten, so schien ihnen der Zeitpunkt gekommen, um einen entscheidenden Schlag gegen den Holzarbeiter-Verband zu führen. Sie brachen die Verhandlungen ab und machten die Forderung de? Lohnsichcrung, obwohl dieselbe nur für einen Teil der Möbelindustrie in Frage kommt, zum Anlaß eines allgemeinen Angriffs gegen den Holzarbeiter-Verband. Die Aussperrung wurde beschlossen und anfangs Oktober ins Werk ge- setzt.— Die Unternehmer rechneten mit Sicherheit darauf, daß die Aussperrung die Macht des Holzarbeiter-Vcrbandes brechen und ihnen„Ruhe im Gewerbe" schaffen werde, dergestalt, daß die Unter- nehmer die Lohn- und Arbeitsverhältnisse einfach diktieren könnten, ohne das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter respektieren zu brauchen. Der Plan der Unternehmer ist völlig gescheitert. Die organisierten Arbeiter nahmen den Kampf, der ihnen ge- boten wurde, auf, ja, sie gingen nun ihrerseits zu energischen Gegen- maßnahmen über, indem sie die tcilweisen Aussperrungen in allen Betrieben, wo es ihnen ratsam schien, mit der vollständigen Arbeits- niederlegung beantworteten.— So währte der Kamps ein volles Vierteljahr, ohne daß die Unternehmer ihrem Ziele auch nur einen Schritt näher gekommen wären. In den Reihen der in den Kampf gedrängten Arbeiter gab es kein Wanken und kein Weichen. Unter solchen Umständen mußte selbst den harwäckigsten Unternehmen, die Einsicht kommen, daß ein Gegner, der so fest im Kampfe steht, nicht zu besiegen ist. Neben dieser Einsicht mag auch der Umstand, daß viele Unternehmer bereits kampfesmüdc waren, dazu beigetragen haben, daß die Führer der Unternehmer-Organisation. einer Ein- ladung von unpartonscher Seite folgend, kurz vor Jahresschluß in Verhandlungen mit den Vertretern der Arbeiter eintraten. Die unparteiischen Leiter dieser Verhandlungen hatten ei» schweres Stück Arbeit, um in einer Reihe langer Sitzungen endlich eine Verständigung der Parteien herbeizuführen. Da standen auf der einen Seite die Beauftragten der Unternehmer mit ihrem Ober- meister als Wortführer, der nur widerstrebend den Forderungen der Arbeiter Schritt um Schritt entgegenkam, und dem jede den Arbeitern günstige Bestimmung des Vertrages oft unter heftigem Wortgefecht abgerungen werden mutzte.— Auf der anderen Seite die Vertreter der Arbeiter, die zwar bereit zum Frieden, aber durchaus nicht ge- neigt waren, von den wohlbcgründctcn Forderungen und den be- rechtigten Interessen ihrer Kollegen etwas abzulassen, und die, wenn man auf der Gegenseite mit dem Abbruch der Verhandlungen drohte, mit ruhigem Gleichmut antworteten:„Gut, wenn Sie weiter kämpfen wollen, wir halten es noch lange ausl" Aber trotz aller Schwierigkeiten kam man schließlich, dank der einsichtsvollen Leitung der Unparteiischen, doch zu einer Berständi- gung, und zwar zu einer solchen, mit der die Arbeiter unserer Ueberzeugung nach vollkommen zufrieden sein können. Während der ganzen Dauer des Kampfes haben die Unter- nehmer in jeder ihrer Versammlungen und in jeder Nummer ihres Fachorgans erklä-t:„Wenn die Arbeiter die Forderung der Lohn- sicherung nicht>'sen lassen, gibt es keine Verständigung." Dies stolze Wort ist nicht zur Wahrheit geworden. Der nunmehr geltende Vertrag erfüllt die Forderung der Lohn- sicherung in dem Umfange, wie sie von den Arbeitern vor der Aus- sperrung gestellt worden ist.— Allerdings bleibt die Akkordarbeit auch bei neuen Mustern die herrschende Lohnform. Ihre Abschaffung haben die Arbeiter aber niemals gefordert. Aber das, was sie in dieser Hinsicht wünschten, ist ihnen durch Vertrag zugebilligt. Die Verhältnisse sind derart geregelt, daß kein Arbeiter mehr durch zu niedrig angesetzte Akkordpreise eine Einbuße am Lohn erleiden kann. Der Verdienst, den der Arbeiter im Durchschnitt der letzten sechs Monate erzielte, ist ihm unter allen Umständen gesichert. Es ist nicht mehr nötig, daß die Arbeiter erst in jedem einzelnen derartigen Falle durch Werkstattstreiks, deren Ausgang ja immerhin zweifelhaft ist, einen gerechten Lohn erzwingen müssen. Damit ist eine For- derung erfüllt, die der Akkordarbeit die eine Seite ihrer lohn« drückenden Wirkung nimmt. Außer dieser zweifeUosen Errungenschast bringt der Vertrag noch eine andere, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Der Arbeitsnachweis der Tischler-Jnnung, der eingerichtet worden ist als eine Stelle zur Kontrolle und Maßregelung„mißliebiger" Arbeiter, muß beseitigt werden, an seine Stelle tritt ein p a r i t ä- t i s ch e r Arbeitsnachweis, der zu gleichen Teilen von Arbeitern und Arbeitgebern verwaltet wird. Auch hier ist den Arbeitern ein Mitbestimmungsrecht gesichert, welches ihnen die Unternehmer bisher hartnäckig vorenthielten. Nach alledem ergibt sich also das Resultat des 15 Wochen währenden Kampfes: Der Holzarbeiter-Verband hat bewiesen, daß er durch den schärfsten Angriff, dessen die Unternehmer der Holz- industrie fähig find, nicht besiegt, ja nicht einmal in seiner Macht und seinem Einfluß geschädigt werden kann. Die Unternehmer mutzten wohl oder übel diefe Tatsache anerkennen und einen Vertrag mit den organisierten Arbeitern abschließen, der an die Stelle der Willkür festumgrenzte, beide Teile verpflichtende Bestimmungen, an die Stelle des Unternehmer-Absolutismus ein sozusagen konstitu- tionelles Verhältnis setzt. Die Arbeiter brauchen nicht mehr durch Streiks, die ihnen Opfer kosten und nicht immer Erfolg haben, in jedem Einzelfalle um ihr Recht kämpfen, es muß ihnen vielmehr werden, ohne daß sie Opfer zu bringen und Kämpfe zu liefern haben. Besonders ist zu beachten, daß ja auch die kapitalkräftigen Groß- Unternehmer, die ja immer noch am ehesten in der Lage sind, den Arbeitern erfolgreichen Widerstand zu leisten, dem Vertrage unter- warfen sind. So ist also jetzt für die Berliner Holzindustrie ein Vertrags- Verhältnis geschaffen, welches für längere Zeit stabile Lohn- und Arbeitsverhältnisse schafft, an denen die Unternehmer nicht rütteln dürfen, selbst wenn eine ungünstige GeschätfSkonjunktur die Mög- lichkcit böte, die Lage der Arbeiter zu verschlechtern. In den Versammlungen der Arbeiter ist hier und da der Ein- wand erhoben worden: Wer bürgt uns denn dafür, daß die Unter- nehmer den Vertrag ehrlich halten?— Mag sein, daß mancher Arbeiter infolge seiner Erfahrungen Grund zum Mißtrauen hat. Den Zweiflern an der Vertragstreue des Gegenkontrahentcn mag gesagt sein: Wenn man auch Grund haben mag, nicht immer auf Treu und Glauben bei den Unternehmern zu bauen, so bürgt doch die Macht der Arbeiterorganisation, ivelche die Unternehmer soeben kennen gelernt haben, unter allen Umständen dafür, daß der Vertrag gehalten wird. Die organisierten Arbeiter werden natürlich nicht auf den Lorbeeren, die sie in diesem Kampfe geerntet haben, aüs- ruhen. Im Gegenteil. Da ihnen das Vertragsverhältnis für die nächsten zwei Jahre Lohnkämpfe erspart, so werden sie die dadurch frei werdenden Kräfte anwenden, um auch den letzten Mann für die Organisation zu gewinnen, dieselbe auszubauen und nach jeder Richtung hin zu stärken. So wird die Organisation der Holzarbeiter eine unwiderstehliche Macht werden und imstande sein, nach Ablauf des gegenwärtigen Vertrages einen neuen Vertrag zu schließen, der ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse noch günstiger gestaltet und Wünsche erfüllt, die heute noch nicht befriedigt werden konnten. Das eine aber darf man nicht vergessen: Selbst die stärkste und bcstgeleitcte Gewerkschaft ist in ihrer Tätigkeit gebunden an den Grenzen, welche die bürgerliche Gesellschaft den Arbeitern gesteckt hat. Eine wahrhaft gerechte Verteilung des Ertrages der Arbeit kann nicht eintreten, so lauge wir in der bürgerlichen Gesellschaft leben. Erst in der sozialistischen Gesellschaft kann der Arbeiter in den vollen Genuß der Früchte seiner Arbeit kommen. Deshalb ist es Pflicht der Proletarier, die infolge eines geregelten Vertragsverhältnisses ihre Kräfte für die nächste Zeit nicht im Kleinkampf um einige Pfennige Lohnerhöhung zersplittern brauchen, sich umsomehr in den Dienst der großen Sache der Sozialdemokratie zu stellen und um so energischer für die Befreiung des Proletariats aus den Fesseln der Lohnkncchtschaft zu kämpfen. Sericdts-Leitung. Backstubengcheimniffe. Von einem entlassenen Gesellen war der Bäckermeister Winstruck durch eine Strafanzeige beschuldigt worden, sogenanntes Fußmehl zum Verbacken benutzt zu haben. Er sollte Mehl, welches beim Einbringen der Mehlsäcke in den Mchlkeller. beim Umschütten derselben usw. vorbeifiel und manchmal schon tagelang an der Erde gelegen hatte, zusammen- efegt, durchgesiebt und wieder zum Backen verivendet aben, obwohl er wußte, daß der Fußboden uiunöglich rein sein konnte und die Gesellen achtlos darüber hingingen. Gerichtschemiker Dr. Juckenack begutachtete, daß solches Mehl, ganz abgesehen von den allgemeinen Reinlichkeitsrücksichten, für NahrnngSzwecke keine Verwendung finden dürfe, da am Fußboden natürlich Bakterien sich festsetzen, die sich mit dem Mehl vermengen. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten, der die Thatsachen ohne Erfolg bestritt, zu 300 M. Geldstrafe und verfügte die Publikation in der„Bäcker-Zeitung". Ei» trauriges Sittenbild wurde gestern in einer Verhandlung vor der 3. Strafkammer des Landsgerichts I aufgerollt. Der 65jährige Schneidermeister Guido H ü b n e r wurde beschuldigt, sich seit längeren Jahren an seinen Nichten, zu deren Vonnund er bestellt war. im Sinne des 8 176, 3 St.-G.-B. vergangen zu haben. Der Angeklagte ist ein vermögender Mann, seit lauger Zeit verheiratet und Vater mehrerer Kinder. Im Familien- und Verwandtenkreise war H. allgemein als Kinderfrcimd bekannt. Er beschäftigte sich vielfach mit Kindern, insbesondere mit denjenigeir von Verwandten seiner Frau. Die jetzt 16jährige Charlotte R. wurde schon im Alter von 9 Jahren von dein Angeklagten mißbraucht. Bis in die neueste Zeit gelang es dem weißhaarigen Greis, sein scheußliches Treiben fortzusetzen.— Vor Gericht bestritt der Augeklagte. sich irgendlvie schuldig gemacht zu haben, und behauptete. sich öfters mit den Kindern einen barmlosen Scherz erlaubt zu haben. Der Staats- anlvalt beantragte unter Berücksichtigung, daß es sich um einen sehr gemeingefährlichen Kinderfreund handele, eine Zuchthaus st rafe von drei Jahren. RechtSanlvalt Dr. L v w c n st e i n bat, dem Angeklagten in Anbetracht seiner bisherigen Unbescholten- heit inildernde Umstände zuzllbilligen. Der Gerichtshof hielt dies indessen für nicht angebracht. Wenn ein 65 jähriger erfahrener Mann Kinder in sittlicher Beziehung mit Dingen verseucht, welche jeder Kindessecle unbedingt fern bleiben müssen, so verdiente ein derartiger Kinderfreund die schärffte Bestrafung. Der Gerichtshof erkannte deshalb auf ei» Jahr n c u n M o n a t e Z u ch t h a u S und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Ein zweiter ganz gleickiartigcr Fall, wo ein achtjähriger Knabe in die Hände eines Wüstlings siel, gelc. zte in derselben Straf- kammer zur Verhandlung. Der S ch u h m a cb e r m e i st e r Karl H e r in d o r s benutzte deS Oeftern zu kleinen Botengängen einige in demselben Hause wohnhaste Schulknaben. Einer der Knaben teilte seinen Eltern einen Vorgang mit, welcher zur Erhebung der jetzigen Anklagen führte. Vor Gericht gab der Angeklagte als EntschuldigungSgruiid für seine Handlungsweise seine damalige Angetruuleuheil an. Der Gerichtshof erkannte unter Zubilligung milderuder Umstände auf n e u n Monate G e f ä n g:u s. Statt jeder sonstigen Anzeige. Am Freitag, den 13. Januar, starb eines fansten Todes meine innigftgeliebte Frau, unsere Tochter, Mutter, Schwester und Großmutter Lina Heymann geb. Zadek im 57. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: Max Heymann, Berlin, Wiesenstr. 55. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. Januar, mittags 12 Uhr, Leichenhalle des aus statt. Dienstag, den 17. Januar, abends 8% Uhr Verband der Wäsche- und Krawattenfinden in Berlin 6 Partei- Versammlungen statt und zwar in folgenden Lokalen: en indischen Friedhofes in Weißenfee 1. Kreis: Dräsels Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. 1362b Allen Freunden, Bekannten und Genossen die traurige Nachricht, daß mein Schwiegervater, der Klavierarbeiter Carl Borchert am 13. d. Mts., vorm. 11 Uhr 2. Kreis: Habels Brauerei, Bergmannftr. 5-7. ( General- Versammlung des Wahlvereins.) 3. Kreis: Luisenstädtisches Konzerthaus, Alte Jakobftr. 37. arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands ( Filiale Berlin). Montag, den 16. Januar, abends 8 Uhr, im„ Schützenhaus", Linienstr. 5: Oeffentliche Versammlung aller Neu- Plätterinnen, Näherinnen und Zuschneider. Tages Ordnung: 1. Die Lohnabzüge bei den Plätterinnen in der Wäschefabrik J. Gottheim, Elisabethstr. 22." 2. Stellungnahme der Blätterinnen hierzu. Es ist Pflicht, daß alle in der Branche Beschäftigten erscheinen, besonders die Plätterinnen von Ritter. Die Wäschefabrik J. Gottheim ist für Blätterinnen gesperrt. 251/1 Der Vorstand. Mittwoch, den 18. Januar, abends 8, Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20: 50 grin. am Schlag beriforben ift. 4. Kreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Oeffentliche Versammlung Dies zeigt tiefbetrübt an Im Auftrage der Hinterbliebenen 5. Kreis: Altes Schützenhaus, Linienftr. 5. Emil Grotowsky. Die Beerdigung findet am Montag, 16. Januar, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes aus statt. 18422 Am Freitag verschied im Krankenhause Urban unser Kollege ( General- Versammlung des Wahlvereins.) 6. Kreis: Germania- Säle, Chauffeeftr. 103. ( General- Versammlung des Wahlvereins.) Carl Borchert Rixdorf bei Gröpler, Bergstraße 147. im 68. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 18432 Die Kollegen der Pianofortefabrik von Dobrowolski& Basch. Allen Freunden, Berwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser geliebter Vater Carl Böttcher am Donnerstag, den 12. d. Mts., nach schwerem Leiden im 75. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. Januar, von der Halle des Emmaus Kirchhofes nachmittags 3 Uhr statt. 18412 1 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Karl Böttcher jun. Zentral- Kranken- u.Sterbekasse ber Zimmerer. E. H. Nr. 2, Hamburg. Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Bezirk 6. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am 7. d. Mts. das Mitglied, der Zimmerer Wilhelm Müller plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. d. Mets., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in NiederSchönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 259/1 Der Vorstand. Deutscher Referent: Genosse Zubeil. Schöneberg bei Obst, Meiningerstraße 8. Referent: E. Böske. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstraße 3. Referent: Stadtverordneter Hirsch. Tages- Ordnung: 246/4 aller Alt- Plätterinnen, Wäscherinnen und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag der Genoffin Frau E. Ihrer über die vom Statistischen Amt herausgegebenen Fragebogen: Zur Ermittelung der Arbeits. verhältnisse in der Altbranche. 2. Freie Aussprache. Das Erscheinen aller ist Pflicht. 251/2 Wir bitten die Parteigenossen, ihre Angehörigen und Bekannten auf diese Versammlungen aufmerksam zu machen und für guten Besuch der Bersammlungen mit Sorge zu tragen. Der Vorstand. Donnerstag, den 19. Januar, abends pünktlich 8 Uhr: Generalversammlung des Verbandes ( Filiale Berlin) bei Schulz, Belforterstraße 15. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Viertel- und Jahresbericht des Kassierers. 3. Bericht der Arbeitsvermittler. 4. Bericht des Bibliothekars. 5. Neuwahl der örtlichen Verwaltung. 6. Anträge und Verschiedenes. Einlaß nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches; zu achten auf§ 11, Absaz a. 251/3 Der Vorstand. Montag, den 23. Januar, abends 8 Uhr: Berichterstattung vom Parteitag der Sozialdemokratie Preußens. Versammlung der Zuschneider Diskussion. Verschiedenes. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Die Vertrauensleute. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Schönhauser Vorstadt. Sonntag, den 15. Januar, abends 5 Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28: Versammlung für Männer und Frauen. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Mag Kiesel über: Friedrich Schiller, deutscher Dichter. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. zu zahlreichem Besuch ladet ein Deutscher Der Vertrauensmann. Holzarbeiter- Verband. Montag, den 16. Jannar, vormittags 10 Uhr, bei Keller, Roppenstraße 29: * bei Schulz, Belforterstraße 15. Tages Ordnung: 1. Bericht der Tariffommission. 2. Anträge und Beschlußfassung. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Kollegen, die sich in dem Verband aufDie Zuschneider Sektionen. nemen laffen, haben Butrint Sonnabend, den 4. Februar 1905, Anfang 85 Uhr: Großes Kostümfest. ,,& in Frühlingsfest am Mirbach- Strande" unter Mitwirkung zweier Musik- Kapellen in den Gesamträumen der Brauerei Friedrichshain( früher Lipps). Bur Aufführung gelangt Frühlingserwachen" ausgeführt von 16 Mädchen. Im festlich dekorirerten Saale: Würfel-, Gurken, Brezel- und Schieß buden, Starussell, Riesenrutschbahn. Es wird gebeten in originellen Kostümen zu erscheinen. Billetts a, Mart sind zu haben bei: Ed, Veteranenftr. 19, IV, Hahnhold, Dderbergerstr. 37, I, A. Büchel, Straußbergerstr. 26, III, 9. Jennerjahn, Straußbergerstraße 17, IV, P. Steller, Greifswalderstr. 218, II, W. Eue, Königsbergerstr. 24, part., C. Hergt, Landwehrstr. 1, part., C. Bellin, Neu- Weißensee, Langhansstr. 141, II, Frl. Regenberg, Sorauer251/43 78/2 straße 11, II, sowie in allen mit Plakaten belegten Geschäften. Metallarbeiter- Verband Versammlung d. Streikenden u. Ausgesperrten. Verwaltungsstelle Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Otto Reuter am 11. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. Januar cr., nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Moabit aus nach dem Friedhofe der neuen St. Pauls- Gemeinde statt. Rege Beteiligung erwartet 110/12 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Mitgliedsbuch und Streifkarte legitimiert. statt. Die Ortsverwaltung. 251/5 Rummelsburg. Am Sonntag, 12. März, nachmittags 4 Uhr, findet die diesjährige Frühjahrs- Urania- Vorstellung Billetts kosten 60 Pf. Der Vorstand. Weissensee. Dienstag, den 17. Januar 1905, abends 8% Uhr, im Café Bellevue: Dienstag, den 24. Januar, abends 8% Uhr, im Vereinshause, Charlottenburgerstraße 150: Volksversammlung General- Verfammlung. Tages- Ordnung: Genoffe Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Viertel- und Jahresbericht des Kassierers. 5. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 6. Stellungnahme zur Maifeier. 7. Bereinsangelegenheiten. Vollzähliges Erscheinen erwartet Der Vorstand. 1. Bericht vom Parteitage der Sozialdemokratie Preußens. Referent: Osw. Grauer. 3. Bericht der Bibliothekare. 4. Bericht der Revisoren. Für die vielen Beweise herzlicher 2. Diskussson. 3. Bericht der Gemeindevertreter über den hiesigen Turnhallenstreit. 4. Berschiedenes. Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 8/1 Der Vertrauensmann. Karl Junold Zentralverband der Stukkateure Deutschl. Zentralverband der Dachdecker und Schwiegervaters sagen allen Berwandten, Freunden und Bekannten, den Werkstätten, dem Filiale Berlin. Holzarbeiter- Berband, dem 4. Wahl Montag, den 16. Januar, abends 27 Uhr, bei Franke, freiš Often und den Vereinen unseren Herzlichsten Dank. 18035 Die trauernde Witwe nebst Kindern. Danksagung. Sagen hiermit allen Berwandten Sebastianstraße 39: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1904. 2. Jahresbericht. 3. Neuwahl und Bekannten, sowie dem Sozial- der gesamten Ortsverwaltung. 4. Wie stellen wir uns zum Ablauf unseres Tarifvertrages? 5. Die demokratischen Wahlverein und dem Zentralverband der Bauhülfsarbeiter geplante Errichtung einer Betriebs- Krankenkasse bei Boswan u. Knauer. für die Beweise der Teilnahme und 173/2 Die Versammlung fängt früher und pünktlicher als sonst an. Zutritt nur gegen Borlegung Zahlreiche Beteiligung erwartet Stranzspenden bei der Beerdigung des Mitgliedsbuches. unser lieben Sohnes Philipp Seelig 18205 nuseren innigsten Dank. Wilhelm Seelig und Frau. Danksagung. Margarete Ecke Bruno Brendler: Verlobte. Achtung! 1345b Charlottenburg. Wilmersdorf. Danksagung. Die Ortsverwaltung. Filiale Berlin. Mittwoch, den 18. Januar, abends 8 Uhr, Weinstr. 11 bei Feind: General- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Sassenbericht vom IV. Quartal 1904. 2. Bericht der Arbeitsnachweis. Kommission. 3. Bericht über den Streiffonds und Einführung eines obligatorischen Streitfonds. 4. Anstellung eines besoldeten Beamten. 5. Berbands- Angelegenheiten. 54/ 1* Um zahlreiches Erscheinen, auch der Kollegen der Filiale Steglig, ersucht Der Ortsvorstand. Montag, den 16. Januar 1905, abends 82 Uhr: Achtung: Geffentl. Volks- Versammlung Kollegen und Kolleginnen aller Branchen! Allen Verwandten, Bekannten und Mittwoch, den 18. Januar 1905, abends 8, Uhr, in der ,, Berliner Freunden, insbesondere dem SozialRessource", Kommandantenstraße 57: Oeffentliche Versammlung Sagen hiermit allen Berwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Berein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter, den Lehrern und Mitschülern der Fachschule der Barbiere, Friseure demokratischen Wahlverein sowie dem und Heilgehülfen zu Berlin für die Zentralverband der Bauhülfsarbeiter rege Teilnahme beim Begräbnis un- Wilmersdorfs, sagen wir für die Beferes lieben guten Sohnes, des weise der Teilnahme und die Kranz- 1. ,, Die internationale Freizügigkeit und der gewerkschaftliche Barbierlehrlings 13846 spenden bei der Beerdigung unseres Kampf. Referent: Reichstags- Abgeordneter Ed. Bernstein. 2. Diskussion. lieben Sohnes Philipp Seellg 3. Berschiedenes. Die Kollegen und Stolleginnen aller Branchen, insunferen innigsten Dank. 18132 besondere die ausländischen, werden ersucht, hierzu zahlreich und pünktlich Wilhelm Seelig und Frau. zu erscheinen. Der Einberufer. Adolf Boltze unseren herzlichen Dank. Familie Richard Boltze. Tages- Ordnung: 169'1 Restaurant Ballschmieder, Berlin N., Badstr. 16. Tages Drdnung: 1. Der§ 175 und der Fall Hasse. 2. Diskussion. Referent: Dr. med. M. Hirschfeld. Es ist gelungen, Herrn Dr. med. Hirschfeld, den berühmten Forscher auf dem Gebiete der Homosexualität zu einem Vortrage über dieses Thema, das in letzter Zeit die Deffentlichkeit wieder so start beschäftigt, zu gewinnen. 285/13 Der Einbernfer. W. Graß, Berlin N., Neinickendorferstraße 35. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verband der Tapezierer.( Filiale Berlin.) Sozialdemokratischer Wahlverein Donnerstag, den 19. Januar 1905, abends 8 Uhr: Branchenversammlung der Parkettbodenleger im Gewerkschaftshause( Saal 5), Engel- Ufer 15. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Exner über: Das Recht im gewerblichen Arbeitsvertrag. 2. Bericht der Sommission bom vierten Quartal 1904. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. 78/1 Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Das Verbandsbuch ist vorzuzeigen. Der Obmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Charlottenburg. Montag, den 16. Januar, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinen- Straße 3: Donnerstag, den 19. Januar, abends 8 Uhr, bei Wendt, Beuthstraße 20: General- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Diskussion. 3. Neu wahl der Ortsverwaltung. 4. Die legten Vorgänge zwischen Hauptvorstand und Ausschuß. Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. 177/2 Die Verbandsleitung. Turnverein„ Fichte" Berlin Mitglied des Arbeiter- Turner- Bundes. Am Freitag, den 13. Januar, abends 8 Uhr, fand die für den Bezirk Lichtenberg. Dienstag, den 17. Januar, abends 8%, Uhr, im Saale der Herren Gebr. Arnold, Frankfurter Chauffee 120: 14/1 Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die sozialen Aufgaben der Gemeinde. 2. Vereinsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Mitglieder erwünscht. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Eröffnung XIII. Männerabteilung Wahlverein Charlottenburg der in der Außerordentliche General- Versammlung. Städtischen Turnhalle Görlitzerstr. 52 ftatt 77/20 Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Duartal 1904. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Wahl des gesamten Borstandes. 4. Bericht über die Verhandlungen mit den Unternehmern. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Sollegen zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Marmor- Arbeiter! Dienstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, im ,, Englischen Garten": General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bierteljahres- und Jahres- Abrechnung. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Wahl des Gesamtvorstandes. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. 172/2 Achtung! I Arbeiter, Parteigenoffen, Turnzeiten: Dienstag u. Freitag 8-10 Uhr abends. Monatsbeitrag 60 Pf. 285/ 11* Der Vorstand. Turnverein ,, Fichte". ( Mitglied des Arbeiter Turnerbundes.) 1., 8. und 10. Männer- Abteilung. Sonnabend, den 21. Januar cr., im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13: ** Kostüm- fest.* Eine Turnfahrt nach dem großen Winterberg im ,, Böhmischen" Wald. Billett 50 Pfennige. 13776 Zentral- Verband der Schuhmacher Deutschl Bureau: Waßmannstr. 32 A, Hof part. Mittwoch, den 18. Januar, abends 81% Uhr, in den Residenz- Sälen, Landsbergerstr. 31( unterer Saal): General- Verfammlung. Zages Drdnung: 1. Geschäfts- und Sassenbericht vom 4. Quartal 1904. 2. Neuwahl der deren Frauen und Töchter in der Damen- Ortsverwaltung und Gaukommiſſion. 4. Neuwahl der Beschwerdekommission. und Kinderkonfektion beschäftigt sind. 4. Festsetzung der Höhe des aus dem Lokalfonds an die lokale Zuschußkasse zu überweisenden Grundkapitals. 5. Verschiedenes. Am Dienstag, den 17. Januar, abends von 8-10 1hr, finden zum zweitenmal die Wahlen der Vertreter der Arbeitnehmer zur General 169/2 versammlung der Ortskasse statt. Die erst vorgenommene Wahl ist auf das Betreiben einzelner Mißvergnügter und Eigenbrödler unbedeutender formaler Dinge wegen, die diese Elemente felbst verschuldeten, um Grund zum Proteft zu haben, seitens der Gewerbedeputation für ungültig erklärt worden. Wir ersuchen die Parteigenossen, ihre Frauen und Töchter zu veranlassen, sich an der Wahl zu beteiligen. Die von der Organisation vorgeschlagene Liste fängt an mit dem Namen Almer und endigt mit dem Namen Zühlke. Nur diese Liste ist abzugeben. Verband der Schneider und Schneiderinnen. ( Filiale Berlin.) S. 2. A. Ritter. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Süd- Eisbahn grösste Eisbahn Berlins 66/3 Dienstag, den 17. Januar, abends 8% Uhr: Mitglieder- Verfammlung im Volkshause, Rosinenstraße Nr. 3. Tages- Ordnung: 1. Bericht vom preußischen Parteitag. Referent: Delegierter Genoffe Paul Hirsch. 2. Diskussion. 3. Saffenbericht. 4. Eine Beschwerde gegen den Borstand. 5. Ausnahme neuer Mitglieder. 6. Verschiedenes. Die Mitglieder haben sämtlich zu erscheinen. Für Frauen und Gäste ist die Galerie reserviert. Der Kuchen von Kummer Das ist' ne feine Nummer! Um diese Masse zu probieren Brauchst Du nicht lange zu studieren. 250/2 Der Vorstand. Denn eins, zwei, drei ohn' grosse Taten Wird Kummer's Kuchen stets geraten, Wenn Kummer's Kuchen fertig da, Ruft alles laut hurra! hurra! Backen Sie nur noch mit Kummer's fertiger Kuchenmasse Zu haben in al' en bess. Kolonialwaren- n.Delikatessen- Geschäften. Man hüte sich vor minderwertigen Mischungen! Fabrik: Heinrich Stern, Berlin C. 25, Prenzlauer Strasse 46 Brandenburgische Straße 100. Urbanstr. 166/167, vis- à- vis der Kaiser Franz- Kaserne Wilmersdorf. Restaurant Selke. ift eröffnet. Angenehmer Familien- Aufenthalt. Musikalische Unterhaltung. Vereinszimmer( 80 Personen). Billardzimmer. De Warme Küche zu soliden Preisen. 16212* Fr. Hahn BERLIN E C. 25 Gegründet 1825. 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Handelsverkehr der deutschen Kolonien. Handel des deutschen Zollgebiets mit den Kolonien. Eigene Einnahmen der Kolonien. Befiedelungsfähigkeit Deutsch- Südwestafrikas. Bassermangel.- Kosten Reichszuschüsse. der Farmeinrichtungen. " Südwestafrikanische Kultur. --verhielten sich z. B. die Ausgaben und eigenen Einnahmen folgendermaßen zueinander: Deutsch- Dstafrika Kamerun Logo Etatsmäßige Ausgaben 8,07 Min. Mark Eigene Einnahmen 3,56 Mill. Mark 3,99 1,43 " " " Südwestafrika 1,67 13,00 " 17 1,18 " " " " 2,19 " 1 " Neuguinea 1,03 " 0,15 " " " Karolinen und Marianen 0,46 " " Samoa. • 0,68 " 1 " 0,06 0,43 " " " Siebentel des aufzubringen. Der Staatszuschuß ist so minimal, daß er nicht in Betracht kommt. Trotzdem wird das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinde fast aufgehoben, was der Referent an der Hand von Tatsachen nachwies. Ein Beispiel dafür: Die Gemeinde will eine höhere zwölfflassige Knabenschule bauen. Die Regierung dagegen verlangt nur eine gewöhnliche Realschule, und zwar eine vierundzwanzigflassige mit einer Direktorwohnung. Die Gemeinde hat sich nur zu einem leisen Protest dagegen aufgeschwungen. Der Armenetat von Weißensee erfordert 56 000 M. Rusch. Der Referent kritisierte weiter, daß unsere Vertreter wohl in fast allen Kommissioneu, nicht aber in die Rechnungs- und Schulfommission Zutritt haben. Seit über einem Jahre wird um die südwestafrikanische Sandwüste gekämpft, zunächst mit den Bondelzwarts, dann mit den dafür, daß diese Verhältnisse sich bald ändern könnten. Ist der der am Sonnabend, den 14. d. Mts., stattfindenden ErgänzungsEin äußerst trübes Bild. Und nirgends bietet sich ein Anhalt Er richtete zum Schluß einen Appell an die Anwesenden, sich bei Dvahereros und nun auch mit den Witboi- Hottentotten. Immer Handelserfolg schon ein äußerst mäßiger, so kann er doch immerhin wahl für den ausscheidenden Genossen Schumann zahlreich zu länger wird die Verlustliste der durch die Geschosse und Speere der noch im Vergleich zur Entwidelung des Plantagen- und Bergwerks- beteiligen, damit unser Kandidat, Genosse Schmu b. nicht nur Eingeborenen, noch mehr aber durch die ungeheuren Strapazen und betriebes und des Ansiedelungswesens glänzend genannt werden. Be- gewählt wird, was ja selbstverständlich ist, sondern eine imponierende den Typhus hinweggerafften Truppen, und doch ist trotz aller sonders gilt das für Deutsch- Südwestafrika, um das jetzt so heiß gestritten Stimmenzahl auf sich vereinigt. offiziellen Erfolgsverkündigungen und-Verheißungen noch kein Ende wird. Bergebens bemüht sich der neuernannte Ansiedelungskommissar des mörderischen Kampfes abzusehen. Und zu diesen Menschenopfern, Dr. Rohrbach in der Denkschrift den Nachweis zu liefern, daß eine die fich heute schon weit höher belaufen, als die der Expedition nach Besiedelung dieses Gebiets möglich ist es gelingt ihm nicht. Des Beling, tommen enorme finanzielle Opfer. Als im Sommer des rhetorischen Aufputzes entkleidet, beweisen seine Ausführungen viel Wochen- Spielplan der Berliner Theater. lezten Jahres die Kosten der Wiederherstellung des Friedens" mehr, daß jede Hoffnung darauf, daß jemals aus Südwest Montag: Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Die lustigen Beiber von Königliches Opernhaus. Sonntag: Der Roland von Berlin. im südwestafrikanischen Schutzgebiet auf mindestens 200 Millionen afrita eine Mart geschäzt wurden, da höhnte die im Dienste des Kapitalismus eitel ist. nutzbare Kolonie werden fönnte, durchaus Windsor. Mittwoch: Die Bauberflöte. Drei Donnerstag: Götterdämmerung. für die Welt- und Kolonialpolitik agitierende Presse über den nicht für irgend welche Besiedelung: aber auch die übrigen vier Samson und Dalila. Sonntag: Der Freischütz. Montag: Der fliegende Landes taugen überhaupt( Anfang 6%, Uhr.) Freitag: Der Roland von Berlin. Sonnabend: Anschlag; heute ist es jedoch schon eine kaum mehr bestrittene Tat- Siebentel sind nicht zum Anbau geeignet, sondern, wie Rohrbach Holländer. sache, daß die 200 Millionen lange nicht reichen werden nicht erklärt, höchstenfalls zu ertensiver Weidewirtschaft. mal zur Bestreitung der direkten Kriegskosten, ganz abgesehen von Beschaffenheit des Landes," sagt er, erlaubt nicht den geringsten Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Geschloffen. Sonntag: „ Die natürliche Neues Königl. Opern Theater. Sonntag: König Ottolars Glüd den Summen, welche die Wiedereinrichtung der zerstörten Farmen, Zweifel daran, was in wirtschaftlicher Hinsicht aus ihm gemacht Nathan der Weise. Montag: Die Komödie der Jerungen. Der einund Ende. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Dienstag: Judith. die Militärpenfionen und Entschädigungen beanspruchen werden. Bei Beurteilung des Wertes und Nugens unserer schönen Weg als einen Frrweg, der wo anders hinaus soll, als auf grundwerden kann, und was nicht; sie verbietet von vornherein jeden gebildete Kranke. Kolonien kommen indes nicht nur diese jezigen finanziellen Opfer in fäßliche extensive Viehzucht." Und zwar darf, wie er weiter aus- schwender. Abends: Das Nachtmahl der Kardinale. Die große Leiden Deutsches Theater. Sonntag nachmittag 2%, Uhr: Der Ber Betracht. Seit unter Bismarcks Führung die deutsche Regierung in die führt, eine Biehfarm, wenn sie ertragsfähig sein soll, nicht weniger schaft. Montag: Maskerade. Dienstag: Das Nachtmahl der Kardinale. kolonialpolitische Strömung hinausgesteuert ist, hat das deutsche Bolt für als 10 000 hektar umfassen. Auf solcher Farm aber sind„ mindestens Die große Leidenschaft. Mittwoch: Helden. Donnerstag: Das Nachtmahl das schöne Bewußtsein, nun auch, wie das perfide Albion und das kleine zwei Wasserstellen erforderlich und eine noch größere Zahl wünschens- der stardinale. Die große Leidenschaft Freitag: Helden. Sonnabend: Holland, feine Kolonien zu haben, alljährlich bedeutende Millionen wert". An Wasser fehlt es jedoch fast gänzlich: Das Nachtmahl der Kardinäle Die große Leidenschaft. Sonntag nachbeträge bezahlen müssen. Allein die etatsmäßigen Reichszuschüsse," Aus geologischen Gründen, dessen nähere Erörterung Sache Kardinale. Die große Leidenschaft. Montag: Unbestimmt. mittag 2 Uhr: Der Verschwender, Abends: Das Nachtmahl der Die es bis 1904 zu den Verwaltungen seiner Schußgebiete" hat bei- fachmännischer Darstellung sein müßte, besteht hier die auf dem steuern müssen, berechnen sich auf über 217 Millionen Mark, und zu ersten Blick merkwürdige Tatsache, daß trop einer jährlichen Gesamt- streich. Dienstag: Modell. Mittwoch: Kean. Donnerstag: Modell. Frei Berliner Theater. Sonntag: so ich Dir. Montag: Zapfen dieser sicherlich schon ganz respektablen Summe kommen die Kosten regenmenge, die, soweit man bisher urteilen kann, im Durchschnitt tag: der Zentralverwaltung in Berlin, die sich seit 1896 auf 4,7 Millionen hinter derjenigen Mitteleuropas so ich Dir. Sonnabend und Sonntag: Modell. Montag: Im Mark belaufen, ferner die 17 Millionen Mark für den Ankauf der dem Mitteleuropas taum zurücksteht, bald nach bunten Rod. Karolinen und die 259 Millionen Mark für den Feldzug nach dem Wasser verschwindet, teils sich verläuft, teils in den Boden Mittwoch: Traumulus. Donnerstag: Der Biberpelz. Freitag: Traumulus. Aufhören der Regenzeit alles oberirdisch fließende Leffing Theater. Sonntag nachmittag 2%, Uhr: Stofenmontag. Abends und Montag: Traumulus. Dienstag: Die Siebzehnjährigen. Himmlischen Reiche. Doch auch damit find die Aus fidert, teils verdunstet, und nur gaben noch nicht zu Ende. an wenigen Punkten, und Sonnabend: Das gerettete Benedig. Hinzukommen noch die Dampfer- auch an diesen nur in relativ dürftiger Quantität, Quellen, die Monna Banna. Abends: Das gerettete Venedig. Montag: Traumulus. Sonntag nachmittag 2, Uhr: fubventionen, die dem Reichspostetat aus den Kolonien erwachsenen dauernd fließen, oder perennierende offene Wasserstellen vorhanden Untoften, die Unterhaltung von Flottenstationen, Aufwendungen aus find.... Hiermit ist gegeben, daß außerhalb der verhältnismäßig abends: Die neugierigen Frauen. Montag: Amelia. Dienstag: Die neuTheater des Westens. Sonntag nachinittag 3 Uhr: Undine. dem sogenannten Afritafonds usw. Rechnet man alle diese Summen wenigen Bläge, an denen Wasser auf natürlichem Wege zutage tritt gierigen Frauen. Mittwoch: Der Prophet. Donnerstag: Die neugierigen zufammen und zählt die Kosten hinzu, welche noch die„ Beruhigung" oder bereits früher durch gelegentliche Arbeiten der Eingeborenen Frauen. Freitag: Zar und Zimmermann. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: der Hereros und Hottentotten in Südwestafrika erfordern dürfte, aufgemacht" so wird die erste Milliarde, um welche die deutschen Steuer- bauernden Bewohnung des Landes nur in dem Undine. ift, bon einer Besiedelung Wilhelm Tell. Abends: Die neugierigen Frauen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Freischütz. Abends: Die neugierigen Frauen. Montag: zahler durch die Kolonialpolitik erleichtert worden find, wohl dem Falle die Rede sein tann, daß die zweifellos nächst voll werden. National Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Barbier von vorhandenen unterirdischen Vorräte Und welcher Nugen steht dieser enormen Ausgabe gegenüber? Bohrungen oder andere geeignete Maßnahmen Die Zauberglode. Mittwoch: Troubadour. durch Sevilla. Abends: Die Zauberglode. Montag: Der Wildschüß. Dienstag: Betrachten wir zunächst an der Hand der jüngst erschienenen amtDonnerstag: Bar und lichen Denkschrift über die Entwickelung der deutschen Schutzgebiete erschlossen werden." Zimmermann. Freitag: Die Zauberglocke. Sonnabend: Die Flederund der dieser beigegebenen Anlagen den Handelsverkehr unserer bestellt. Von 73 Bohrversuchen, die an den am günstigsten er- Sauberglode. Montag: Unbeſtimmt. Doch auch um diese unterirdischen" Wasservorräte ist es traurig maus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends: Die Kolonien. Es läßt sich nicht leugnen, daß sich in den letzten schienenen Stellen vorgenommen sind, verliefen 46 völlig resultatlos Jahren der Außenhandel der Schuhgebiete etwas günstiger entwickelt und nur 27 lieferten Wasser, meist aber in ungenügender Menge. hat als vorher; aber im ganzen vollzieht sich der Fortschritt doch nur recht langfam. Unter diesen Umständen sind selbst bei bescheidensten AnfangsEs betrug der Gesamthandel des ganzen ansprüchen an Lebenshaltung" nach Dr. Rohrbach zum allermindesten deutschen Kolonialbefizes 1899 53, 1900 58, 1901 57, 25 000 M. zur Einrichtung einer" normalen" Farm nötig, und da 1902= 65 und 1903 67 Millionen Mark. Bon diesem Gesamt- Rohrbach ganz richtig annimmt, daß Bauern mit solchem Vermögen betrag entfällt auf die Ein- und Ausfuhr: sich nicht in den südwestafrikanischen Einöden ansiedeln werden, fordert er, daß der Staat mit seinen Mitteln eingreift. Einführ Ausfuhr 37,8 Mill. Mart 15,7 Mill. Mark 1899 1900 " 40,7 16,8 " " " " 1901 38,0 " " 19,1 " " 1902 • 1903 42,8 41,7 " " 21,7 25,6 " " 17 " " • und # von Charolais. Mittwoch: Der eingebildete Kranke. Angele. Donnerstag: Neues Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: Der Graf Der Graf von Charolais. Freitag: Der cingebildete Kranke. Angele. Sonnabend: Der Graf von Charolais. Sonntag: Der eingebildete Stranke. Angele. Montag: Der Graf von Charolais. Schiller- Theater O.( Wallner Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Johannisfeuer. Abends: Krieg im Frieden. Montag: Fuhrmann Henschel. Dienstag: Fuhrmann Henschel. Mittwoch: Krieg im Frieden. Donners tag und Freitag: Fuhrmann Henschel. Sonnabend: Die Großstadtluft. Das grobe Hemd. Montag: Fuhrmann Henschel. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Abends: V 4 Was aber wird aus den jungen Leuten, die sich in diese Wüsteneien hinauswagen. Sie berlaffern", wie Rohrbach sich aus- Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag drückt, schon nach furzer Zeit vollständig: In zahlreichen Fällen nachmittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Abends: Die Stüßen der Ge legen sich die Anfiedler, namentlich die entfernt und vereinzelt fellſchaft. Montag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Dienstag: wohnenden, farbige Konkubinen zu, und unter dem Einflusse dieser Wallensteins Tod. Mittwoch: Die Tyrannei der Tränen. Donnerstag: An diesem Handelsverkehr ist Deutschland jedoch nur etwa zur heillosen Wirtschaft geht dann erfahrungsgemäß in erstaunlich furzer abend: Die Daubenlerche. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Haubenlerche. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Freitag: Wallensteins Tod. Soms Hälfte beteiligt, im Jahre 1903 z. B. an der Einfuhr nur mit 22,2, Beit alles und jedes Gefühl für Sitte, kultur, abends: Die an der Ausfuhr mit 11,6 Millionen Mart; die andere Hälfte fommt gesellschaftliche Ordnung und nationale Würde Piccolomini. Fuhrmann Henschel. Montag: Wallensteins Lager. auf den Handel der Schußgebiete mit afrikanischen und asiatischen berloren. Die Leute vertaffern, wie man hier fagt: Residenz Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Abends: Ländern, England, Australien, Vereinigte Staaten von Amerika und der stete Umgang mit dem farbigen Weib und der ganzen Herkulespillen. Bon Montag bis Sonnabend: Herkulespillen. Sonntag Frankreich. Aber auch die auf das deutsche Mutterland entfallende Freundschaft und Verwandtschaft zieht sie in vielen Fällen nachmittag 3 Uhr: Nora. Abends und Montag: Herkulespillen. Hälfte der Ein- und Ausfuhr besteht keineswegs bloß aus dem soweit hinunter, daß schwer abzusehen ist, wie ants Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familienidyll. LiebesHandelsverkehr mit dem deutschen Zollgebiet. Gin großer Teil der einem solchen, in seinem ganzen Empfindungs träume. Serenissimus Zwischenspiele. Abends: Die Neuvermählten. Abvon deutschen Schiffen angebrachten Waren, als deren Herkunftsland Leben eminent unter das bescheidenste weiße Schieds- Souper. Montag und Dienstag: Die Neuvermählten. Abschieds. in die Register Deutschland eingetragen wird, sind keineswegs und europäische Niveau hinabgefuntenen Mann schiebs- Souper. Freitag: Nachtasyl. Souper. Mittwoch: Salome. Donnerstag: Die Neuvermählten. Abdeutschen Ursprungs, sondern vielfach ausländische Erzeugnisse, die mit feinem Schwarm verwilderter, unerzogener, schmutziger Abschieds- Souper. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familicnidyll. Liebesvom Hamburger Freihafengebiet aus nach den betreffenden Schutz- Bastardkinder noch einmal eine national wertvolle Eristenz werden träume. Sereniffimus- Zwischenspiele. Abends: Salome. Montag: Die gebieten versandt werden. Ebenso geht ein großer Teil der von fönnte. Es gibt einige etwas höher stehende Beispiele farbiger Ver- Neuvermählten. Abschieds- Souper. Sen deutschen Kolonien nach Deutschland versandten Waren bindungen, aber sie verschwinden in der Masse von Schmutz, den nicht in das deutsche Zollgebiet ein, sondern bleibt im das Treiben mit den eingeborenen Weibern im Lande ausschüttet!" Hamburger Freihafengebiet auf Lager zurüd und wird von und um diese Wüsteneien dem Deutschen Reich zu erhalten dort später in das Ausland exportiert. Bieht man diesen und in ihnen eine Kultur zu begründen, die tief unter dem das deutsche Zollgebiet nicht berührenden Teil ab, betrachtet aljo nur bescheidensten europäischen Niveau steht, deshalb den tatsächlichen Handelsverkehr zwischen dem deutschen Zollgebiet werden Hunderte von Millionen Mark hinausgeworfen und Tausende und den deutschen Kolonien, so ergeben sich folgende Wertzahlen: von Menschen geopfert! Einfuhr Ausfuhr ins Zollgebiet 1899 1900 B 5,0 Mill. M. aus dem Bollgebiet 16,0 Mill. M. 6,6 18,4 Gesamthandel 21,0 Min. M. 25,0 " " " " 1901 6,2 16,1 22,3 " " " " " " 7,1 " " " " 15,1 14,1 22,2 " " " 21,6 " 1902 1903 Verfammlungen. Tat. Sonnabend: Die Neuvermählten. Trianon Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das elfte Gebot. Abends: Die glückliche Gilberte. Bon Montag bis Sonnabend: Die 0 südliche Gilberte. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das elfte Gebot. Abends und Montag: Die glückliche Gilberte, frau von Drleans. Belle Alliance Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die JungAbends: Lumpacivagabundes. Bon Montag bis Sonnabend: Lumpacivagabundus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fauft. Abends und Montag: Lumpacivagabundus. Luisen Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Prinz von Homburg. Abends: Das Stiftungsfest. Montag: Die zärtlichen Ver wandten. Dienstag: Hopfenraths Erben. Mittwoch: Das Stiftungsfest. Donnerstag: Hopfenraths Erben. Freitag: Die zärtlichen Verwandten. Sonnabend: Die Stüßen der Gesellschaft. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Stiftungsfest. Abends: Hopfenraths Erben. Montag: Der Prinz von Homburg. Luftspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr, abends, Montag und Dienstag: Der Familientag. Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Der bends: Der Familientag. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Familientag. Familientag. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Abends und Montag: Der Familientag. Das böse Prinzeßchen. Die Einigung der Berliner Fliesenleger- Vereine ist nun enisprechend den Beschlüssen, die auf der Ende vorigen Jahres in Hannover abgehaltenen Konferenz gefaßt wurden, zustande gekommen. Am Donnerstag fand im„ Neuen Klubhause" in der Kommandantenstraße eine gemeinsame Versammlung der Fliesenleger Um dieses Handelsresultat zu erreichen, hat allein an barem aus den beiden aufgelösten Lokalorganisationen" Freie Vereinigung" Zuschuß das Deutsche Reich zu den Verwaltungskosten der Kolonien und Fachberein" statt und gründete, nachdem Puttlik über die beisteuern müssen: 1899 23, 1900 27, 1901= 29, 1902-29, Verhandlungen der Konferenz berichtet hatte, den Ortsverein burg. Abends: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Montag bis Carl Weiß- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Senta Wolfs1903= 27 Millionen Mark. Es ist also allein schon Berlin" der" Bereinigung der Fliesenleger Donnerstag: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Freitag: Geld und dieser Zuschuß weit höher, als der ganze Deutschlands". In den Vorstand des Ortsvereins wurden Name. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Rotfäppchen. Abends: Die Reise deutsche Warenumfag mit den Kolonien; und gewählt: 1. Vorsitzender O. Giesche; 2. Vorsitzender Paul Pagel; um die Erde in 80 Tagen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. rechnet. man zu dieſen Reichszuschüssen die Kosten der Zentral- 1. Kassierer Laberschri; 2. Staffierer Tompke; 1. Schriftführer Louis Abends und Montag: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. verwaltung der Kolonien in Berlin, die Dampfersubventionen Kliemann; 2. Schriftführer Fieße; als Revisoren Meineke, Fabisch abends und Montag: Madame Sherry. Dienstag: Der Bettelstudent. Zentral- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. und sonstigen regelmäßigen Unkosten hinzu, ohne die besonderen und Twilling. In den Ausschuß des Ortsvereins wurden Franz Mittwoch: Der Zigeunerbaron. Donnerstag und Freitag: Die Geisha. Ausgaben für die Kriegsexpeditionen, so ergibt sich, daß das deutsche Schwarz, Frizz Huppte, August Matull, Ewald Greil und Otto Sonnabend: Madame Sherry. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Boll für jede Mark an Waren, die im Handelsverkehr des deutschen Neumann gewählt. Einstimmig tourde der Beitritt des Ortsvereins Abends: Der Bigeunerbaron. Montag: Unbestimmt. Zollgebiets mit den deutschen Kolonien umgesetzt wird, ungefähr zum Gewerkschaftskartell beschlossen. Als Kartelldelegierte wurden Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 3%, Uhr: Charleys Tante. awei Martunkosten zu zahlen hat. Betrachtet man aber nur die beiden Vorsitzenden des Vereins ernannt. In den Haupt- Abends: Der große Stern. Montag bis Sonnabend: Der große Stern. den deutschen Export nach den Kolonien, so steigen die Unkosten gar vorstand der Bereinigung der Fliesenleger Deutschlands", Stern. Montag: Der große Stern. Sonntag nachmittag 32 Uhr: Charleys Tante. Abends: Der große auf beinahe drei Mart, b. h. für jede Mark Ware, die aus dessen erster Vorsitzender, H. Puttlik, bereits auf der Konferenz deutschen Zollgebiet nach unseren wert gewählt worden ist, wählte die Versammlung als Kassierer Holz bollen Schutzgebieten ausgeführt wird, hat warth, als Schriftführer Michaelis, Veisiger Rees und das deutsche Volt drei Mart an Steuern auf Ctto Meigner, als Revisoren Schacht, Nitschte und zubringen. Tatsächlich wird denn auch von den nach Wilhelm Kliemann. den Kolonien ausgeführten deutschen Waren nur ein ganz kleiner Teil von den Eingeborenen getauft und verbraucht; der weitaus Weißenfee. In einer öffentlichen Versammlung gab am größte Teil der Ausfuhr besteht aus Baumaterialien für Regierungs- Dienstag Genosse Reste ein anschauliches Bild über die Verund Eisenbahnbauten, Munition für die Schußtruppen, Bier, Wein, handlungen des Preußentages. Er behandelte nach der Reihe die Konserven und Delikatessen für die Beamten, besserjituierten An- vier wichtigen Punkte: den Wohnungsgeseh- Entwurf, das Schulsiedler und Missionare. Im Jahre 1903 find z. B. von Deutschland geseh, das Kontrattbruch- Gesetz und das Landtags- Wahlrecht, nach seinen Kolonien allein für 821 000 Mart Bier und für 274 000 brachte die Resolutionen und Anträge dazu zur Verlesung und erMart Wein gesandt worden, außerdem noch allerlei Liköre, Brannt- läuterte diefelben. Die Ausführungen beim Kontrattbruch- Gesez, weine 2c. wobei die elenden Landarbeiter- Berhältnisse geschildert wurden, Die Kolonien werden also fast völlig auf Reichstosten erhalten. riefen Entrüstung hervor. Eine Diskussion fand wegen des noch Ihre eigenen Einnahmen aus direkten Steuern, Zöllen, Hafen zu gebenden Gemeindevertreter- Berichtes nicht statt." Darauf gebühren, Gewerbe- Abgaben, aus der Münzprägung, dem Eisenbahn- übte Genoffe Taubmann eine scharfe Kritik an den Zuständen Täglich( außer Dienstag), abends 8 Uhr: Tierleben in der duis. 8 Uhr: 3m Bannkreis der Jangfrau. betrich usw, sind sehr gering; meist decken sie noch nicht den unserer Gemeinde, besonders der Schulverhältnisse. Nach seinem Dienstag abend 8 1hr: Das Mittelalter und die Begründer der aftronobritten, vierten Teil der Ausgaben. Im Jahre 1903 Bericht hat unsere so arme Gemeinde 272 000 M. für die Schule I mischen Reform. Dem Abends: In Vertretung. Von Montag bis Sonnabend: In Vertretung. Kajino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Graphologie. Abends: In Vertretung. Apollo Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Venus auf Erden. Spezialitäten. Allabendlich: Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanz bilder. Spezialitäten. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Venus auf Erden. Spezialitäten. Deutsch Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. New York. Sonntag nachmittag 9 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Allabendlich: Gebrüder Herrnfeld Theater. Allabendlich: Prinz Levy in Ahlbed. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Magim. Baffage- Theater. Allabendlich: Bernardi. Billi Brager. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Balast- Theater. Eingeschneit. Spezialitäten. Irania- Theater. Zaubenstraße 48/49. Jm Theater: Allabendlich Invalidenstraße 57-63: Verkäufe. Räumungsverkauf berfallener Pfänder, Ausnahmetage. Pfandleihhaus Weidenweg 19. + 38* Bekanntmachung. 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