Nr. 16. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. # Ericheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. An die organisierten Arbeiter Deutschlands! Im Ruhrkohlenrevier ist am 17. Januar der Generalstreik aller Berglente eingetreten. 200 000 Arbeiter stehen im Ausstande, um die Anerkennung ihrer Rechte zu erkämpfen. Was sie von ihren Vätern ererbt hatten, die Achtstundenschicht, sollte ihnen durch hinterlistige Grubenordnungen genommen werden. Ihre Vorstellungen und Proteste blieben wirkungslos, das Grubenkapital befahl und die Arbeiter sollten sich einfach unterwerfen. So war es schon seit Jahren gegangen, bald hier, bald da wurden die Schichten verlängert, wurden die Gedinge gekürzt, Wagen genullt, Strafgelder erhoben und den Arbeitern unbezahlte Nebenarbeiten aufgebürdet, die ihren Verdienst schmälerten. Und jahrelang wurden die Bedrückungen murrend, aber ohne ernste Gegenwehr ertragen, weil die Arbeiter keinen Kampf heraufbeschwören wollten, dessen Tragweite unabsehbar werden mußte. Indes wuchs die Unzufriedenheit in ihren Reihen immer mehr. Die Unfallgefahr nahm mit der Tiefe der Schachtanlagen von Jahr zu Jahr zu, und die Arbeitsverhältnisse wurden immer ungünstiger. Dazu breitete sich die Wurmseuche in den Gruben aus, die Tausende von Bergleuten mit schwerem Siechtum behaftete und sie einer widerwärtigen Behandlungsweise aussette. Umso höher stieg die Aufregung, als die Grubendirektionen weder ernsthafte und schleunige Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Seuche anordneten, noch um die ausreichende Unterstützung der Erfrankten sich fümmerten. Dafür erbitterten sie die Bergleute durch die Stillegungen von ertragsfähigen Kohlenzechen, die nur die Konzentration einiger GroßDonnerstag, den 19. Januar 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. An die örtlichen Gewerkschaftskartelle ist Das Telegramm, das wir an die Spize gesetzt haben, ist ein das Ersuchen ergangen, die Sammlungen für die streikenden Klassisches Dokument kapitalistischer Schredensherrschaft.„ Der Staat Bergarbeiter in der umfassendsten Weise zu organisieren und sind wir", erklären die Leiter des Syndikats. Wir geben der Reihnen zu vollem Erfolge zu verhelfen. Durch ihre Hand sind gierung die Aufklärungen, die wir für nötig halten. Wir können alle eingegangenen Gelder gemäß einer mit dem Vorstande und wollen es nicht verhindern, daß die Regierung sich nach den Beschwerden der Arbeiter erkundigt, aber uns fällt es nicht ein, etwa des Deutschen Bergarbeiter- Verbandes getroffenen Vereinbarung mit den Arbeitern in Gegenwart der Regierungskommissare Aug' in abzuführen an dessen Hauptkassierer Paul Horn, Bochum, Wiemelhauserstr. 38-40. Und nun ans Werk! Bewährt Eure Arbeitersolidarität. Unterstützt rasch und reichlich. Auge uns über die Beschwerden auseinanderzusetzen. Wenn die Regierung Zeit und Luft hat, sich anstandshalber nach den Beschwerden der Arbeiter zu erkundigen, so sind wir gern bereit sagen die Herren des Syndikats, das auf diese Weise gefammelte Material anzuhören, und wir werden der Regierung dann Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. beweisen, was von vornherein ja feststand, daß alle Beschwerden - unbegründet sind. An die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend! Werte Genossen! Damit wird das ganze Vermittelungsverfahren der Deffentlichteit entrückt und die Unterhändler der Regierung sind lediglich Bossenfiguren, die die Aufgabe haben, den Syndikatsherren Gelegen heit zu geben, noch einmal festzustellen, daß alles in Ordnung ist. Hätte die Regierung nur eine Spur von Ehrgefühl( von fozialem Bewußtsein nicht zu reden) gegenüber dem Kohlensyndikat, so würde Bezugnehmend auf obigen Aufruf der General- Kommission sie den Zechenbaronen jetzt schroff erklären, daß sie teinen Anlaß der Gewerkschaften Deutschlands machen wir hiermit bekannt, mehr habe, gemeinsam mit ihnen und den Arbeitern zu verhandeln daß von heute an von der Berliner Gewerkschafts- Kommission und weiterhin die Aufklärungen des Unternehmertums entgegenzu Sammellisten für die Bergarbeiter herausgegeben werden. nehmen; die Sache der Partei, die vor Gericht nicht erscheint, gelte Dieselben tragen den Stempel der Kommission. Listen ohne stets als zurückgewiesen, die Regierung nehme also die Beschwerden der Arbeiter für begründet und berechtigt an. Stempel sind ungültig. Arbeitern der Regierungskommissar melancholisch seine Zweifel Schon am Dienstag hatte am Schlusse der Beratung mit den geäußert, ob die Vertreter des Unternehmertums zu den von ihm geäußert, ob die Vertreter des Unternehmertums zu den von ihm inszenierten gemeinsamen Vergleichsverhandlungen erscheinen würden. Der Mann kannte seine Leute. Die Syndikatsherren denken in der Tat nicht daran, von ihrer Auffassung einen Schritt abzugehen, daß fie der Staat sind, daß sie über das Wohl von einer Viertelmillion Arbeiter und ihrer Familien, über das wirtschaftliche Schicksal des ganzen Deutschen Reiches zu entscheiden haben. Politik treiben heißt für jie: provozieren! Die Regierung ist für das Syndikat lediglich der Ausschuß des Für Berlin find Gelder zu richten an A. Störsten, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Dafelbft sind auch Liſten zu haben in der Zeit von 9-1 und 4-8 Uhr im Saal III. Die Quittungen erfolgen öffentlich durch den Vorwärts". Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts- Kommission. 營 In dem wirtschaftlichen Riesenkampfe des bergmännischen Proletariats find die Parteigenossen und Genofsinnen Berlins betriebe fördern sollten, zugleich aber Tausende von Berg- berpflichtet, das äußerste für ihre kämpfenden Brüder zu unternehmertums, und dieses ist wenigstens so brutal ehrlich, durch an den Rand des Ruins brachten. So war seit langem der Zündstoff zum Kampfe systematisch angehäuft worden. Kann es da befremden, daß die frivole Schichtverlängerung auf der Zeche„ Bruchstraße" das Maß der Erbitterung füllte? Aber die Führer der Berg Teute wollten noch immer den Kampf vermeiden und durch gütliche Verhandlungen die Zurückziehung dieser Maßregel erreichen. Sie wurden schroff abgewiesen. Das Grubenkapital wollte den Kampf. Aufs neue trugen die Drganisationen der Bergarbeiter Verhandlungen an. Die Grubendirektionen anttun.- Es gelangen durch die Partei- Organisationen ebenfalls Sammellisten zur Ausgabe, welche von den Bezirksführern zu beziehen sind und die mit der Partei verrechnet werden müssen. Auch ist das Parteibureau, Adresse: A. Gerisch, Lindenstraße 69, gleichfalls zur Empfangnahme von Geldern bereit. Gerede von einer über den Parteien und über den Klassen stehenden Regierung eine lächerliche Heuchelei sei. Das Kohlensyndikat befolgt nicht die Schwazpolitik von der goldenen Mitte und der Diagonale, von dem Ausgleich und der Versöhnung der Interessen. Es proklamiert seine absolute Herrschaft, es befiehlt und die Ar- Nation nebst der Regierung hat zu gehorchen. Parteigenossen und Genossinnen, Arbeiter und beiterinnen Berlins, tut auch im gelverkschaftlichen Kampfe wie beim Crimmitschauer Streit Eure Schuldigkeit! Hoch die Solidarität aller Arbeiter! Die Vertrauensleute von Berlin und Umgegend. Die bürgerliche Presse verfolgt natürlich umgekehrt die Tendenz, dieses Verhältnis zu verschleiern, und so werden von schlecht unterrichteten, aber gut gesinnten Ruhr Berichterstattern über die Stellung des Syndikats immer wieder irreführende Meldungen telegraphiert. Unmittelbar vor der Ablehnung, mit den Arbeitern zu worteten mit Maßregelungen und höhnischen Drohungen Die Vertrauenspersonen der Frauen Berlins und Umgegend. verhandeln, berbreitete for Stipierte ober büpierende Berichte und verweigerten schließlich den Bergleuten mitten in schlimmster Winterkälte die ihnen zustehenden Deputattohlen. Da zerriß die Erbitterung der Bergarbeiter die letzten Dämme und der Generalstreit wurde unvermeidlich. Noch hofften die Führer durch präzise Aufstellung von Forderungen und Anrufung des Einigungsamtes in letter Stunde die Gefahr zu beschwören. Das Grubentapital lehnte auch dieses Entgegentommen ab und der Kampf hat begonnen. Einig, wie ein Mann, haben sich alle vier Bergarbeiterorganisationen des Ruhrreviers der gerechten Sache der Bergleute angenommen. Zum erstenmal ist in diesem Stampf die Einigteit aller Arbeiterverbände zur Tatsache geworden. Sie verbürgt den Streifenden eine gerechte Würdigung ihrer Forderungen. Aber die Organisation eines einzelnen Berufes ist den Anforderungen eines solchen Riesenkampfes nicht gewachsen. Millionen sind notwendig, um diese Hunderttausende zu unterstützen in ihrem gerechten Kampfe gegen den maßlosen Uebermut einiger Millionäre und Milliardäre. Da muß die ganze deutsche Arbeiterfchaft einig und hülfsbereit hinter den Streifenden stehen und für sie opfern, was in ihren Kräften steht. ,, Der Staat sind wir?" erstatter " Lokal Anzeigers" daß das Syndikat die Forderung der Arbeiter nicht völlig ablehnen werde. So sind auch in den Abendblättern vom Mittwoch noch Telegramme zu finden, wonach die Vertreter des bergbaulichen Vereins am Donnerstag unter Vorsitz der Effen, 18. Januar. Der Rheinisch- West- Regierung mit den Arbeitern beraten würden. Das Kohlensyndikat fälischen Zeitung" zufolge dauerten die hier durchkreuzt mit anerkennenswerter Offenheit alle diese Bemühungen, heute unter dem Vorsitz des Ober- Berghaupt- die Gewalttätigkeit des Kapitalismus in seiner Größe und Unbarmmanns v. Velsen zwischen den Ministerial- Kom- herzigkeit auch nur in etwas abzuschwächen. missaren, dem Berghauptmann und dem Ausschuß Die Lage * des bergbaulichen Vereins gepflogenen Verhandlungen bis 1 Uhr. Sie waren rein in charakterisiert am Mittwochabend in einem Privattelegramm formatorischer Art. Der bergbauliche Verein aus Bochum unser Z- Mitarbeiter wie folgt: erklärte sich vor allem bereit, alle seine Mit- In Dortmund, Bochum und Herne herrscht musterhafte glieder zu veranlassen, jede Auskunft über die Ruhe. In den Städten sieht man kaum etwas vom Streif. Berhältnisse der Zechen in ausgiebigfter Weise In Dortmund ist eine Bekanntmachung des Oberpräsidenten zu erteilen. An den morgigen Verhandlungen Stubt vom 27. April 1891 angeschlagen: in Dortmund nimmt der bergbauliche Verein nicht teil. Dort soll den Vertretern der Arbeiterorganisationen Gelegenheit gegeben werden, alle ihre Beschwerden gegen die einzelnen Zechen vorzubringen. Darauf werden die Beschwerden Punkt für Punkt in Verhandlungen mit den betreffenden Zechen geprüft werden. Wer sich unbefugt in der Nähe von Betriebsstätten eines Bergwerkes oder auf den Zugangsstraßen zu einer folchen Betriebsstätte aufhält oder der Aufforderung der Bolizeibeamten, sich zu entfernen, keine Folge leistet, wird mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder entsprechender Haft bestraft. Das ist eine offenbar ungesetzliche Verordnung gegen das Strettpostenstehen. Es ist bedauerlich, daß so wenig geIm Namen der Vorstände der zentralisierten Gewerk- Die Herren des Kohlensynbitats pfeifen auf die Regierung. Die feßlicher Sinn in Regierungs- und Unternehmerkreisen herrscht.. Auf mehreren Zechen sind bei der Lohnauszahlung sechs schaften, deren Zustimmung der Generaltommiffion zu teil Regierung fann ihnen sonst was. Sie sind so grausam, daß sie dem wurde, appellieren wir an alle gewertschaftlich preußischen Ministerium mit höhnischer Gelassenheit die Larve der Schichten wegen Kontraktbruch abgezogen und zahlreich die Der preußische Wohnungen gekündigt worden. Dagegen wird Klage erhoben organisierten Arbeiter Deutschlands, die berföhnenden Sozialpolitik vom Gesicht reißen. Handelsminister hat im Abgeordnetenhaus für das Syndikat ge- werden. Kämpfenden Bergarbeiter in jeder Weise zu unterstützen. predigt, aber, um den Schein der Objektivität zu wahren, Regierungs- Auf„ Konstantin IV und V" fuhren um 4 Uhr etwa Wohl wissen wir, wie schwer gegenwärtig für viele Arbeiter tommiffare entsandt. Schon in ihrem früheren Protokoll hatten die 30 Arbeitswillige aus, kleine Jungen und alte Männer. Sie familien auch ein geringes Opfer wird, da Winterskälte und Gewaltigen des Kohlensyndikats der Regierung diktiert, daß sie wurden von fünf Polizisten nach Hause begleitet. Arbeitsmangel doppelt auf ihnen lasten. Die gemeinsame zwar bereit wären, den Kommissaren Audienz zu erteilen, Eine Anzahl Streitender standen auf der Rechenstraße Sache aller Arbeiter erfordert es, daß jeder gibt, was er zu aber nur um ihnen flar zu machen, daß feinerlei Miß- unter der Aufsicht vieler Polizisten und berittener Gendarmen. geben vermag. Die Opferwilligkeit der deutschen Arbeiter- stände im Ruhrrevier beständen. Die neuesten Entschlüsse des Die Leute verhielten sich völlig ruhig. Klasse, die vor Jahresfrist den 6000 Crimmitschauer Webern Syndikats sind darauf berechnet, in der Deffentlichkeit keinerlei Die Zeche Julius Philipp", deren Arbeiter sich mit der ein glänzendes Weihnachtsfest bereitete, wird auch die Hundert- Sweideutigkeit darüber entstehen zu lassen, daß die Kommissare der Verwaltung geeinigt haben und nun nach Bewilligung einiger tausende von Bergarbeitern nicht dem Hunger Regierung nicht zur Vermittelung entsandt find, sondern zur Ent Forderungen wieder eingefahren sind, gehört zu denen, die Die Diftatoren still gelegt werden sollten. Sie beschäftigt nur noch 200 überlassen und sie zwingen, ins unerträgliche Lohnjoch gegennahme der Befehle des Unternehmertums. Die Diktatoren still gelegt werden sollten. des Ruhrreviers haben nicht nur den Arbeitern gegenüber abgelehnt, Mann. Bedingung der Einigung ist, daß nicht mehr Leute zurückzukehren. Sie wird ihnen helfen, den Stampf für ihre Rede zu stehen, sie haben auch den ins Ruhrrevier entsandten angelegt werden als bisher. Arbeiterrechte zu einem guten Ende zu führen. Regierungskommissaren mit nicht mehr verhülltem Hohn flar ge- Am Dienstag fanden mehr als 60 Versammlungen statt. Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter werden der macht, daß sie nicht daran denken, sich unter dem Vorsitz der Ein in Herten verbreitetes Flugbatt, das zur WiederArbeiterschaft vorangehen durch Dpfersinn und Sammeleifer. Regierungskommiffare in Vermittelungsunterhandlungen einzulassen. laufnahme der Arbeit auffordert, ist nicht vom christlichen Ge So weit unser Privattelegramm. Einer Wolffschen Meldung entnehmen wir noch, daß am Freitag vormittag um 10 Uhr in Bochum eine Versammlung stattfinden wird, in der die Ergebnisse der bis dahin geführten Verhandlungen bekannt gegeben werden sollen. Das Ergebnis wird natürlich gleich Null sein, bei der Haltung des Unternehmertums. -werkverein ausgegangen, sondern ohne Namensunterschrift nur Bankfinanz durch Ankäufe nach. Weit pessimistischer beurteilt| Erzberger vom Zentrum, Wolff vom Bund der Landwirte, gezeichnet: Zwei Ausschußmitglieder des christlichen Gewerk- man in einem Teil der rheinischen Großindustrie die Lage. Hieber von den Nationalliberalen und Storz von der Südvereins.- Der christliche Gewerkverein wird gegen die Ur- In der Eisen- und Stahlindustrie bereiten sich bereits einzelne deutschen Volkspartei ganz beglückt über die gnädige Annahme heber des Flugblattes vorgehen. Werke darauf vor, einen Teil ihres Betriebes stillzulegen; ihrer Unterwerfung durch das großmächtige Preußen. Herr und auch die rheinischen Textil- und Zementfabriken sollen, wie Hieber pries diese moralische" Eroberung Preußens in Südberichtet wird, Betriebseinschränkungen planen. deutschland als den größten Fortschritt zur Einheit DeutschDagegen rechnet man in England auf große Vorteile aus dem lands seit Gründung des Reiches, und selbst der„ Demokrat" Streif; speziell gedenkt die englische Kohlenindustrie den nieder- Storz wollte lieber von Berlin als von München aus regiert ländischen Kohlenmarkt, der ihr in den letzten Jahren mehr sein. Weniger befriedigt über diese Regelung der Eisenbahnfrage und mehr vom Kohlensyndikát streitig gemacht worden ist, war schon der bayerische Zentrums- Abgeordnete Pichler. Ermochte größtenteils wieder zurückerobern zu können. Und in diesem nichts von der Erweiterung der Betriebsmittel gemeinschaft Bestreben findet der englische Kohlenbergbau lebhafteste Unter- zu einer vollen Betriebsgemeinschaft wissen, wie die stützung des niederländischen Großkohlenhandels. Nach tele- württembergischen Abgeordneten sie vorschlugen. Was bei graphischer Meldung aus Newcastle Newcastle sind dort gestern einer solchen herausschauen würde, das konnte man schon im 15 Dampfer für den sofortigen Kohlentransport nach Rotterdam voraus aus den Mitteilungen ersehen, die Genosse Reißund Amsterdam und acht Dampfer für den Transport nach haus über die Benachteiligung Thüringens machte. Aber Hamburg gechartert worden. Selbst das offiziöse Wolffsche gerade deshalb tritt unsere Frattion, für die Genosse Bureau" fühlt sich zu folgender Meldung genötigt: Dr. David sprach, für diese Betriebsgemeinschaft ein. Erst „ Die Morgenblätter bringen Berichte aus verschiedenen Landes- wenn die süddeutschen Staaten merken, was es bedeutet, daß teilen über den Einfluß des westfälischen Arbeiterausstandes auf auch ihre Eisenbahnen unter die Herrschaft der preußischen den englischen Kohlenmarkt. Aus Newcastle wird gemeldet, daß Junterflique geraten, werden sie mit aller Straft für die dort gestern etwa 40 000 Tonnen Kohlen verkauft worden sein Lebernahme des gesamten Eisenbahnbetriebes durch das follen. Die Preise für Bunkerkohlen sind um 1 Sh. 3 Pence Deutsche Reich eintreten; und erst mit ihrer Hülfe wird es gegen vorige Woche gestiegen. Seit Freitag sind mehr Wie aus Koblenz offiziös telegraphiert wird, ist Oberpräsident Dr. Nasse aus dem Streifgebiet zurückgekehrt. Wie die„ Koblenzer Zeitung" erfährt, sehen die oberen Verwaltungsbehörden die Lage als erust au; doch dürfte die Ruhe und Drdnung nicht gestört werden. Die Zuhülfenahme von Militär ist noch nicht in Erwägung gezogen worden. Die Zahl der Streifenden ist vorläufig nicht mit Sicherheit festzustellen. Der„ Reichs- Anzeiger" berichtet am Mittwoch nachmittag erst, daß von der Frühschicht am Dienstag 50 347 Mann angefahren seien. Es ist eben leichter, die Anfahrenden als die Streifenden zu zählen. Selbst eine Unternehmermeldung von Mittwoch abend gibt aber bereits 184 868 Ausständige( gegen 154 330 in der gestrigen Morgenund Nachmittagsschicht). Im Ausstand befinden sich nach dieser Meldung die Belegschaften von 204 Zechen. Man wird nach diesen Zugeständnissen nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß von den rund 260 000 Arbeitern des Ruhrreviers mehr als 200 000 streiten. Unser Dortmunder Korrespondent schätzt denn auch die Zahl der Streikenden auf mindestens 225 000. 營 Streifpoften als Polizeibeamte. " 0 Bochum, 18. Januar. 18. Januar.( Privat Telegramm unseres Z- Mitarbeiters.) Auf Zeche Präsident" sind Streifposten als Polizeibeamte vereidigt. Sie tragen weiße Binde und Kontrollmarke. Eine sehr verständige Maßregel zur Aufrechterhaltung der Ordnung! * . Schutz vor den Zechenbeamten. Aus Dortmund wird uns geschrieben: In den Versammlungen wird jetzt schon darüber geklagt, daß die Zechenbeamten von den ihnen übertragenen Polizeibefugnissen in sehr lästiger Weise Gebrauch machen. In einer Versammlung in Hörbe, die Dienstag abend stattfand, wurde folgende Resolution angenommen: Die Versammlung protestiert gegen das Vorgehen der Beamten der Zeche Felicitas", die die Befugnis als Sicherheitsbeamten überschritten haben. Unternehmer- Rache. Die Verwaltung von Zeche„ Preußen", die von den Streifenden die Räumung der Werkswohnungen verlangt, macht bekannt, daß sie nicht nur die Kontrattbruchstrafe, sondern auch für zwei Monate Mietsentschädigung einziehen werde. Eine Streifbruch- Organisation. Die vom Vorstand des evangelischen Arbeiterbundes ausgegangene Aufforderung zum Streifbruch findet, wie uns aus Dortmund geschrieben wird, in den Kreisen der Mitglieder scharfen Widerspruch; es dürfte aus diesem Anlaß im Bund der Magister zu einem neuen Zusammenstoß kommen. Polizei- Unruhen werden fortgesetzt von den Reportern des Kohlensyndikats in die Welt gesetzt. Wenn diese Nachrichten wahr wären, würde es im Interesse der Ordnung zweckmäßig sein, die unruhigen Leute nach Ditelbien zu transportieren. ,, Wolffs Bureau" mißbraucht die schöne Erfindung des Ferndruckers, um diese anrüchige Reportage zu verbreiten. Durch das Wörtchen, wieder" versucht es dabei den Eindruck zu verschärfen, daß etwas geschehen sei. Am Mittwoch abend berichtet der Syndikats- Telegraph: Gestern fanden ieder" Ausschreitungen gegen Arbeitswillige statt, die auf Zeche Zentrum" größeren Umfang annahmen. Die an wesende Polizei und Gendarmerie wurde mit Steinen beworfen und mußte von der blanken Waffe Gebrauch machen, wobei mehrere Verlegungen vorkamen. Auf.„ Graf Bismarck III" wurden gestern auf zwei Bergleute nach der Nachmittagsschicht drei Revolverschüsse abgegeben; einer der Ueberfallenen wurde verletzt. Die Täter wurden in der Nacht verhaftet. Wie solche Räubergeschichten fabriziert werden, darüber flärt unser Dortmunder E- Berichterstatter auf: werden." * Armeerevolver für Streitbrecher. " als zwölf Dampfer gechartert worden. Die Frachtfäße sind möglich sein, den Widerstand des preußischen Partikularismus von 3 Schilling 4 Pence auf 4 Schilling 6 Bence beziehungsweise gegen diese notwendige Maßregel zu überwinden. auf 4 Schilling 8 Bence gestiegen. An der Börse von Cardiff waren war heute hatten die süddeutschen Abgeordneten in der Freude die Kohlenpreise fest, doch sind bisher dort wenige Bestellungen ein- über das Zustandekommen der Betriebsmittelgemeinschaft die gelaufen. Der Kohlenmarkt von Süd- Lancashire zieht erheblichen schweren Mißstände vollkommen vergessen, die der preußische Nugen vom Ausstand. In den letzten Tagen haben zwei Agenten Betrieb in den vorgeschritteneren füddeutschen hineintragen vom Kontinent beträchtliche Bestellungen aufgegeben. Auch die würde. Das erste Geschenk, das eine Betriebsgemeinschaft Verschiffungen von Süd- Yorkshire und Midland sind im Steigen den Süddeutschen bringen würde, dürfte die Einführung der begriffen. Nach dem„ Standard" stiegen in Newcastle beste Kohlen in den letzten acht Tagen um 2 Schilling 1 Bence. Die Nachfrage an Schiffstohlen für Rotterdam, Hamburg und Emden wächst. Die Frachtsätze für Emden sollen auf 5 Schilling, die für Hamburg und Rotterdam auf 5 Schilling 3 Pence gestiegen sein." Es entsteht dem Kohlensyndikat eine Konkurrenz, die seinen Leitern noch manche Kopfschmerzen machen dürfte. Aus Dortmund wird uns geschrieben: Zu den Eisenwerken, die infolge Kohlenmangel den Betrieb aussetzen oder einschränken müssen, kommen nun auch andere industrielle Anlagen, z. B. Zementwerke und Textilfabriken, die aus gleichem Grunde zu Betriebseinschränkungen gezwungen sind. jetzt in Süddeutschland nicht bestehenden vierten Wagenklasse und die Erhöhung der Tarife sein. Mit Recht protestierten die Genossen David und Reißhaus gegen die Beleidigung, die man der minder bemittelten Bevölkerung zufügt, indem man sie in die Käfige der 4. Wagenklasse sperrt. Diese Beleidigung ist ein so schlimmeres Unrecht gegen die Arbeiterklasse, als die Ueberschüsse der 3. und besonders der 4. Klasse zur Deckung des Defizits der beiden ersten dienen müssen. So erscheint die Forderung auf Abschaffung der vierten Wagenklasse und die Ermäßigung der Kosten für die Fahrt in der dritten Stlasse nicht nur unsere selbstverständliche Forderung der Gerechtigkeit, sondern fand auch die Zustimmung der freisinnigen Redner v. Gerlach, Das Zentrum denkt nicht daran, seine" Gewerkschaften durch Konservativen gegen jede Verkehrserleichterung und Verbesserung. Schrader und Gothein. Natürlich wandten sich die Geldsammlungen zu unterstützen. Die„ Germania" begnügt sich Der Herr Graf Limburg- Stirum hat nach seiner Erklärung damit, einen Aufruf der christlichen Gewerkvereine zu veröffentlichen noch nie einen Menschen gesehen, der wegen der hohen Billettkosten Desgleichen drückt sich der Freisinn. Seine geliebten Hirsch- Dunckerschen müssen sehen, wie fie fich mit fozial- vierte Klasse sehr gut ausgestattet und die Leute, die darin eine Fahrt unterlassen hat. Und der Abg. Pauli findet die demokratischen Arbeitergroschen durchhelfen! Die„ Berliner Volts- Zeitung", Mosses Organ für Arbeiterfreundlichkeit und Streitfahren, sehr viel vergnügter, höflicher und rücksichtsvoller, als bruch- Inserate, zieht sich aus der heiflen Affaire, indem sie einen die Progen in der ersten und zweiten Wagenklasse. Für dieses Aufruf der deutschen Gewerkvereine Rheinland- Westfalens wiedergibt. aber sie werden nicht einsehen können, warum man gerade Kompliment können ihm unsere Parteigenossen dankbar sein; # Wo bleibt das Zentrum? " Schmock in holdem Wahnsinn. diefe netten Leute so elend schlecht behandeln soll, wie es in der vierten Klasse geschieht. .Deutsche Tageszeitung"( Bund der Landwirte): Der Präsident des Reichs Eisenbahnamts schwieg zu all " Forscht man nach den Ursachen dieser unseligen Bewegung, diesen Debatten. Er hat gegenüber dem preußischen Eisenso unterliegt es feinem Zweifel, daß die Sozialdemokratie denselben veranlaßt hat. Bon oben herunter, d. H. aus dem Lager bahn- Minister nichts zu sagen. Sollte da nicht der Antisemit dieser Partei ist der Streit vorbereitet worden. So sehr fich Werner mit seiner Behauptung recht haben, daß das Geld auch einige Führer bemüht haben, von einem allgemeinen Aus- für ein Reichs- Eisenbahnamt gespart werden könnte, bis einst stande abzuraten: dem aufmerksamen Beobachter der Vorgänge ihm eine wirkliche Herrschaft über das Eisenbahnwesen Deutschblieb fein Zweifel darüber, daß alle diese Mahnungen nur lands eingeräumt wird? Das Haus freilich bewilligte, wie Spiegelfechtereien waren. Der Streit war bereits eine alljährlich, den Etat dieser wirkungslosen Behörde. als beschlossene Sache, Debattelos wurde auch der Etat des Rechnungshofes andie warnenden Stimmen der sozialdemokratischen Gewerkvereinsleiter vernommen wurden. Morgen steht der Reichspostetat zur Debatte. annehmen, lediglich im Interesse Die Sozialdemokratie brauchte, so muß man nach den genommen. Geschehnissen feit dem Dresdener Parteitage wieder einmal einen Massenstreit der Partei und ihrer Führer selbst! Sie steht auf dem Standpunkt, daß selbst ein verlorener Streit dem Partei- Interesse weit " Preußisches Abgeordnetenhaus. = mehr zu statten kommt, als eine ruhige Entwickelung der Dinge." Beratung des Entwurfes eines Ausführungsgesetzes zu dent Das Abgeordnetenhaus begann am Mittwoch die zweite Berliner Tageblatt"( freifinnig, vom eigenen Ruhrspezialisten): Reichsgesetz betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Jch fuhr mit zwei alten Bergleuten zusammen der eine Krankheiten( Reichs Seuchengejek.) Die Vorlage mit seiner Staffeekanne kam von der letzten Schicht, wie er stand bereits am 15. Juni vorigen Jahres auf der Tagesresigniert erzählte; der andere streikte schon seit gestern, obwohl ordnung, sie wurde damals mit Rücksicht darauf, daß über er feinen Grund zur Unzufriedenheit hatte, denn er hatte die Ausbringung der Kosten erhebliche Meinungsversaeden einen schönen Verdienst gehabt 5,90 Mark pro Aber die Furcht, daß, wenn er weiter arbeiten würde, die Rame- heiten bestanden, an die Kommission zurückverwiesen. Auch raden an ihm Rache nehmen könnten( trotz der schönen Er- jezt ist das Zustandekommen des Gesetzes noch keineswegs mahnungen der Führer, daß gegen keinen Arbeitswilligen Gewalt gesichert; es hängt davon ab, in wieweit die Agrarier angewendet werden solle), hielt ihn zurück." mit einer Belastung der ländlichen Gemeinden Das ist derselbe Mann, der den Streit auch auf die stieren standen sind. Augen" zurückführte. Politische Uebersicht. Berlin, den 17. Januar. Reichs- Eisenbahnen. einber In Gegenwart des Vertreters der Köln. Volks- Zeitung" spielte sich im Geschäftszimmer des Herrn Bergrats Engel im Jm einzelnen ist aus der Beratung hervorzuheben die Gebäude des bergbaulichen Vereins folgender Vorgang ab: Ablehnung des Antrages Savigny( 3) auf Streichung der Herein tritt der Bote, eine Mappe, Geschäftspapiere enthaltend, Bestimmung des§ 1 des Gesetzes, wonach jeder Todesfall an überreichend. Der Bote erzählt: Auf dem Wege von Allmann Lungen- und Kehlkopftuberkulose anzuzeigen ist, die Erkrankung nach hier, lauerten mir zirka 25 Mann auf. Ich wurde vom an Lungen- und Kehlkopftuberkulose jedoch nur dann, wenn Rade gerissen und die Kerle versuchten, mir die Mappe zu ein Erkrankter im vorgeschrittenen Stadium die Wohnung entreißen. Ich riß mich los, zog ein Messer, stach um mich, der Staatsstreich- Professor v. Jagemann ist, geht dahin, daß diese Bestimmung dazu führen würde, daß Zungenkranke Die neueste konservative Staatsstreichtheorie, deren Vater wechselt. Den Antragstellern, die die Befürchtung hegten, daß und, als die Kerle zurückwichen, schwang ich mich auf mein Rad und jagte davon. Wenn ich jemanden verletzt habe, ist fugnisse eingeräumt hätten, die deutschen Einzelstaaten dem Reiche gewisse Beschließlich überhaupt keine Wohnung mehr bekommen, hielt es in Notwehr geschehen!. die sie bei Gelegenheit wieder die Regierung die Notwendigkeit eines energischen Kampfes Sehen Sie, wie es geht?" bemerkte Herr Angel zu dem sich nur mit diesen Dingen beschäftigen dürfe, während die dieser Auffassung an. an sich zurücknehmen könnten, daß der deutsche Reichstag gegen die Tuberkulose entgegen. Die Mehrheit schloß sich Pressevertreter. Dieser meinte nachher zu dem Schreiber Einzel- Landtage im Hinblick auf ihre Stellung zum Bundes- ſtimmung, so gut sie gemeint ist, so lange wirkungslos, wie Nach unserer Ansicht ist diese Bedieser Zeilen:„ Mir will es nicht einleuchten, daß 20 Mann, dieser Zeilen:„ Mir will es nicht einleuchten, daß 20 Mann, die einen Menschen überfallen wollen, diesen ungeschoren Tat zur Behandlung auch aller Reichsfragen befugt seien. nicht zugleich auch positive Maßnahmen zur Bekämpfung der die einen Menschen überfallen wollen, diesen ungeschoren Nach der geltenden Verfassung hat, umgekehrt, das Reich Tuberkulose ergriffen werden. laufen lassen und dabei noch mit einem Messer verarbeitet die Kompetenz, das heißt das Recht, alle Materien, Gleichfalls abgelehnt wurde ein Antrag MünsterJedenfalls wird die Schauermär in den nächsten die ihm geeignet erscheinen, vor das Forum der deutschen berg( frs. Vg.) auf Streichung der Bestimmung des§ 2, Tagen in der Unternehmerpresse auftauchen oder vielleicht Volksvertretung zu ziehen und zum Gegenstand der Reichs. daß Aerzte oder sonst mit der Behandlung oder Pflege der jezt doch nicht mehr? gesetzgebung zu machen. Erkrankten beschäftigte Personen in jedem Falle, in welchem Aber man muß anerkennen, daß die herrschende Staats- sie von Unteroffizieren und Mannschaften des aktiven Heeres streichpraris der konservativen Theorie entspricht. Statt unter zur Behandlung von Syphilis, Tripper oder Schanker zuZustimmung des Reichstages ein einheitliches Strafvollzugs- gezogen werden, dies dem Kommando des betreffenden Truppengesetz zu schaffen, setzen die einzelstaatlichen Regierungen auf teils oder dem bei demselben angestellten Ober- Militärarzte Strafvollzug fest. Statt die Eisenbahnen auf das Reich zu dem Verwaltungswege" einheitliche Grundsäße über den anzuzeigen haben. übernehmen, vereint sich der Fistalismus der Einzelstaaten der von den Kosten handelt, vertagte sich das Haus auf Bei der Beratung desjenigen Abschnittes des Gesetzes, in einer Betriebsmittelgemeinschaft" unter Führung Preußens Donnerstag. zur gemeinsamen Ausbeutung der Reisenden. Außerdem steht am Donnerstag die zweite Lesung der Im Vorjahre hatten die Abgeordneten aus den deutschen Hibernia- Vorlage auf der Tagesordnung. Die Situation im Ruhrrevier wird von der Berliner Börse Kleinstaaten beweglich über die Umleitungspraktiken geklagt, noch immer als recht günstig für die Zechengesellschaft auf- durch die entgegen dem klaren Wortlaut des Art. 42 der Die Petersburger Streifbewegung gefaßt. Man rechnet auf eine sehr furze Dauer des Reichsverfassung die kleineren Staaten von den größeren zieht in bemerkenswerter Weise immer weitere Kreise. Die Arbeiter Streifs und nimmt an, daß er nur den Zweck Nachbarn finanziell auf's schwerste geschädigt würden. Seit der Newsti- Schiffsbauwerte haben vorgestern nacht in haben wird, das Kohlensyndikat und die von ihm ab- dem ist es den Eisenbahnkonferenzen in Heidelberg und Berlin einer Versammlung, die zur Unterstützung der Forderungen der hängigen Kohlenhandels- Gesellschaften von einem Teil ihrer gelungen, eine Betriebsmittelgemeinschaft zwischen den deutschen Arbeiter der Butilowschen Fabrik und der französisch- russischen Werke Borräte zu befreien. Tatsächlich sezten denn auch heute Bundesstaaten zustande zu bringen, und eine gerechte Vereinberufen war, beschlossen, am nächsten Tage in den Ausstand zu gleich nach Beendigung der Börse verschiedene Kohlenaftien teilung des Profits, der dadurch noch größer werden wird, treten, und haben gestern vormittag diesen Beschluß auch ausgeführt. um 2 bis 1 Proz. über dem gestrigen Schlußkurs ein, und unter einander zu vereinbaren. Das bedeutet neben dem Die Lage wird als ernst bezeichnet. Der Stadthauptmann, der später gegen 23 Uhr kam es nochmals zu einer Aufwärts- finanziellen und technischen Fortschritt natürlich eine be- gestern bei diesen Arbeitern erschien, redete ihnen zu, sich ruhig zu bewegung der Kurse, so daß einzelne leitende Kohlenwerte deutende Stärkung des preußischen Einflusses auf alle, verhalten.& find die Arbeiter dieser Werke heute mit Avancen von 2 Proz. und mehr abgeschlossen auch die füddeutschen Eisenbahnverwaltungen. Trotzdem der Zahl. Die Werke befinden sich befinden sich infolge starker Re haben. Allerdings half bei diesem Auftrieb die große waren zum Beispiel die württembergischen Abgeordneten gierungsaufträge in glänzender geschäftlicher Lage; dost Wie man uns mitteilt, hat die Zeche Westend" bei einer befannten Berliner südwestafrikanischen Ausrüstungsfirma Armeerevolver bestellt, die auch bereits abgeliefert. Will man Streitbrecher mit diesen Mordwaffen ausrüsten? Will man südwestafrikanische Sitten gegenüber den Sklaven des Ruhr reviers anwenden? * Streitwirkungen. " 12 000 an »«fcen g«g»nwartig Unterseeboote vom ThPuS„Protektor" gebaut. Ein Teil, derselben ist bereits fertig. Femer wird dort ein Geheim-Mcchanisinns unter Leitung eines amerikanischen Mon- tcurs ausgeführt. Die Fabrik hat auch noch weitere Aufträge der Regierung, die in den nächsten zwei Monaten auszuführen sind. Auch zwei große Ozeandampfer vom Typ der Dampfer der Frei- willigen-Flotte sowie eine Anzahl Torpedoboote und Kanonenboote sind auf dieser Werst im Bau. Der Direktor der französisch-russischen Werke hatte vorgestern den Arbeitern einige Zugeständnisse gemacht, gestern er- klärte er plötzlich, er. könne keinerlei Zugeständnisse machen und müsse auch die vorgestern eingeräumten zurückziehen, weil er sie ohne Zu- stimmung des Stadthauptmanns gemacht habe. Auch die Arbeiter der Stieglizschen Fabrik, 8000 an Zahl, sind gestern in den Ausstand getreten; sie verlangen den Acht- stundentag. Neu ist bei diesem Streik, daß die Arbeiterversammlungen, die stüher in solchen Fällen heimlich abgehalten werden mußten, jetzt ganz offen tagen, ferner, daß die Fabrikdirektoren und der Stadt- Hauptmann sich beeilen durch direkten Verkehr mit den Streikenden auf sie beruhigend einzuwirken. Auch find bis jetzt noch keine Meldungen von Masscnverhaftungen und-Ausweisungen der Arbeiter eingetroffen. Die Regierung scheint doch zur Einsicht gelangt zu sein, daß sich jetzt mit dem Volke nicht in der bisherigen Weise reden läßt. Ob die Bewegung der Arbeiter sich vorwiegend auf rein-wirtschast- lichem Gebiete bewegt, oder ob dabei auch politische Gesichtspunkte in beachtenswerter Weise zur Geltung gebracht werden, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Auf der Höhe der Situation wird sich die Petersburger Arbeiterschaft allerdings nur in dem Falle zeigen, wenn sie im Anschluß an die konstitutionelle Bewegung, von der weite Schichten der russischen Bevölkerung erfaßt sind, auch die Forderung nach einer Neuordnung der politischen Verhältnisse geltend machen würden, ohne die für die Arbeiter keine sicheren und dauerhaften Erfolge im wirtschaftlichen Kampfe zu erwarten sind. Unsere Petersburger Genossen find zweifellos energisch tätig, um den weitesten Schichten der Petersburger Arbeiterschaft die politische Bedeutung de? Moments klarzumachen. Wir wünschen ihnen Glück zu ihrer Arbeit I— ** « Deutfcbcö Reich. Bruch der Neutralität durch Auslieferung von Deserteuren. Die Behauptung, daß russische Deserteure von deutschen Be- Hörden an Rußland ausgeliefert würden, ist vom preußischen Polizei- minister v. Hamm er st ein im Abgeordnetenhause zunächst als eine„infame Lüge" bezeichnet worden: später gab der Minister z», daß„Bettler und Landstreicher" zwangsweise über die russische Grenze abgeschoben würden, womit erklärt ist, daß nur Deserteuren der besitzenden Klasse der Eintritt nach Deutschland gestattet sei. Jetzt nimmt ein Zugeständnis des Bürgermeisters von Landsberg, einem oberschlefischen Grenzstädtchen, der„infamen Lüge" auch dieses letzte dürstige tviäntelchen weg und liefert den Beweis, daß Preußen nicht nur„Landstreicher zwangsweise abschiebt", sondern Deserteure bewußt und systematisch ausliefert. In einem Aufsatz, den Herr Bürgermeister Wiecsorek unter dem Titel:„Stimmungsbilder von der schlesisch-russischen Grenze" in der Monatsschrift„Oberschlesien", Heft 9, Verlag von Böhm, Kattowitz, veröffentlicht, ist wörtlich zu lesen: „Die fast panikartige Flucht der Militärpflichtigen aus Russisch- Polen übt aber auch mitunter auf den Geist und die Dis- ziplin der Grenzsoldaten einen gerade nicht vorteilhaften Einfluß aus, und ist es daher nicht zu verwundern, wenn auch öfters Fälle zu konstatieren sind, wonach der Grenzsoldat seine militärische Ausrüstung von sich warf und nach Ueberschreiwng des Prosna-Flusses auf oberschlefischen Boden sich begab, um von hier aus seinem zumeist unbestinmiten Ziele zuzusteuern. In den meiste« Fällen aber verleugnen diese Leute durch ihr ganzes Be- nehmen und durch ihre Kleidnng ihren militärischen Charakter nicht, weshalb vielfach ihre Festnahme und dnniit ihr zwangsweiser Ab- schub»ach dem nächsten Kordon �russische Grenzwache) erfolgt." Die Leute werden also festgenommen und ausgeliefert, nicht weil sie wie„Landstreicher" aussehen, sondern weil man sie an ihrer Kleidung und an ihren: Benehmen als Soldaten erkennt. Wenn Soldaten einer kriegführenden Macht die Grenze eines neutralen Staates überschreiten, so verlangt das Völkerrecht, daß sie entwaffnet werden und nicht mehr am Kriege teilnehnien dürfen. Die deutschen Behörden tun aber das Ilmgekehrte, sie liefern Leute, die ihre Waffen weggeworfen und sich nach Deutschland geflüchtet haben, der russischen Militärbehörde aus. Das ist ein grober Bruch der Neutralität und eine schwere Verletzung des Völkerrechtes. Von der Behandlung, die russische Flüchtlinge in Deutschland er- fahren, weiß die„Sächsische Arbeiterzeitung" einen anderen Fall zu erzählen. Ein Flüchtling kam aus Warschau nach der oberschlefischen Grenzstation Myslowitz; sein Reiseziel war Antwerpen. In Myslowitz wurde ihm bedeutet, er könne nicht über Preußen fahren, er möge über Wien fahren. Der Flüchtling tat auch so und löste sich in Wien eine direkte Fahrkarte nach Antwerpen, die 60 Kronen 64 Heller kostete. Der Mann kam mit 12 anderen Flüchtlingen bis Bingerbrück am Rhein. Dort wurden die Leute angehalten, die verhandenen Schiffs« und Eisenbahnfahrkarten und Geldmittel durchgesehen und drei der Flüchtlinge von dem Gendarmen zurückgehalten. Unser Flüchtling hatte neben der Karte nach Antwerpen noch einiges Geld(10 Rubel— 21,60 M.) bei sich, die beiden anderen hatten Karten nach Amsterdam bezw. Rotterdam, etwas Geld und Echisfskarten nach London. Den Leute», die nun bald aus Preußen wieder heraus waren, wurde nun bedeutet, sie müßten zurück- fahren und zwar könnten sie als Reiseziel Myslowitz O.-S., Ratibor O.-S., Leipzig oder eine vierte bestimmte Station, deren Namen unser Gewährsmann sich nicht erinnert, wählen. Die Leute fuhren quer über ganz Deutschland nach Myslowitz zurück und mußten sich von dort auS neue Mittel besorgen. Wäre ihnen das nicht gelungen, so wären zweifellos auch sie als„Landstreicher" über die Grenze gebracht worden.— Kaiser und Flottenvrrein. Fürst Otto zu Salm. Präsident de? Deutschen Flotten- Vereins, erhielt auf ein Glückwunschschreiben, das er beim Jahres- Wechsel an den Kaiser richtete, folgendes Telegramm: „Herzlichen Dank für Ihre treuen Glückwünsche, die ich bestens erwidere. Mögen Ihre auf die V e r st ä r k u n q unsere r. Wehrkraft zur See gerichteten Wünsche der Erfüllung ent- gcgcnreifen, sowie Ihre und des Deutschen Flottenvereins verdienst- vollen Bestrebungen mit Erfolg gekrönt werden. gez. Wilhelm I. Die Wünsche des Flottenvereins laufen bekanntlich auf neue Milliardenbelastnngen des deutschen Volkes noch über das Fünf- milliarden-Flottengesetz von 1900 hinaus I— Der beleidigte Sachscnkönig. Stuttgart, 18. Januar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Dem württembergischen Landtag ging heute ein AuslieferungS- antrag der Dresdener Staatsanwaltschaft zu, welche im Auftrage des Königs von Sachsen die Majestätsbeleidigungsklage gegen Genossen Keil erhoben hat. Der staatsanwaltlichen Eingabe lag der vom König Friedrich August eigenhändig gefertigt« Strafantrag bei. Das Verbrechen wird in einem am 23. De- zember v. I. erschienenen Arttkel der„S ch w ä b i s ch e n T a g w a ch t" erblickt, betitelt„Die Königin auf dem Schub", in dem scharfe Krittk geübt wird an den bekannten Dresdener Vorgängen. Aber es steht nichts in dem Artikel, waS nicht ertveislich wahr und nicht zehnfach schärfer in anderen selbst bürgerlichen außerwürttembergischcn Blättern ausgesprochen worden wäre. Der sächsische GotteSgnadenherr war übel beraten, als er sich dazu verleiten ließ, dem offenbar von einigen Stuttgarter ultramontanen Heißspornen angefachten staatsanwalt- lichen Eifer seine Zustimmung zu geben. Das grelle Licht im Urteil der württembergischen Schwurgerichte vertragen die Dresdener Polizeimaßregeln gegen die Gräfin Montignoso sicherlich nicht.— Veranlagung der Eiilkommciistcucr in Preußen für 1904. Nach der soeben veröffentlichten vergleichenden Uebersicht der Ergebnisse der Veranlagung zur Einkommensteuer für 1903 und 1904 ist für das Steuerjahr 1904 bei 4 133 539 Zensiten der Betrag von 191230 947 M. Einkommensteuer veranlagt worden. Das bedeutet gegen das Vorjahr ein Mehr von 236 757 an Zensiten, an Steuern ein Mehr von 4 872 636 M. Von 35 629 139 Köpfen blieben 20 632 324, also fast 60 Proz. einkommensteuersrei, weil ihr Ein- kommen 900 M. nicht überstieg. Mit einem Einkommen von 900 bis 3000 M. waren 88,38 Proz. aller Zensiten veranlagt, mit 3000 bis 6000 M. 7,69 Proz., mit 6000 bis 9500 M. 2 Proz.. mit 9500 bis 30 500 M. 1,63 Proz.. mit 30 500 bis 100 000 M. 0,32 Proz. und mit mehr als 100 000 M. 0,06 Proz. oder 2673 Personen. Von diese» ganz reichen Zensiten entfallen 2196 auf die Städte, 477 auf das Land.— Aus der Tatsache, daß fast 60 Proz. steuerfrei geblieben sind, darf man nicht den Schluß ziehen, daß diese 60 Proz. in Wirk- lichkeit unter 900 M. Einkommen hatten: zieht man nämlich auch diejenige Schicht in Betracht, welche zwar mehr als 900 M. hat, aber wegen großer Kinderzahl einkommensteuersrei geblieben ist, so ergiebt sich, haß über zwei Fünftel der Bevölkerung mehr als 900 M. Einkommen hatten. Das veranlagte Einkommen beträgt 9122 Millionen Mark, das Durchschnitts-Einkommen auf den Kopf des Zensiten stellt sich auf 2208 M. Von den einzelnen Regierungsbezirken weist das höchste Durchschnittseinkommen wie im vorigen Jahre Wiesbaden auf <3119 M.), das niedrigste Anisberg(1622 M.), Trier<1725 M.) und Stade<1756 M.). Das Durchschnittseinkommen für Berlin beträgt 2397 M.- Ucber„die Leidensgeschichte eines Regimentskommandeurs" meldet ein Korrespondenz-�'-au: In den bevorstehenden Reichstags- Verhandlungen über den Mlitär-Etat wird voraussichtlich eine Angelegenheit aufgerollt werden, die durch verschiedene Prozesse und Broschüren in der letzten Zeit n ncntlich in Württemberg viel Aufsehen erregt hat und deren Mittelpunkt der frühere Regimentskommandeur und spätere Bade- direkter des Kurortes Königsborn bei Unna i. W., Ober st a. D. H ü g e r. bildet. Oberst Häger war ftüher Kommandeur des 1. württembergischen Feldartillerie-Rcgiments„König Karl" Nr. 13 in Ulm. Nach seiner Verabschiedung gab er eine Schrift heraus unter dem Titel: „Meine Erlebnisse in der Militärrechts- und Ehrengerichts-Pslege". In dieser Schrift schilderte Hüger einen mehrjährigen Kampf, den er gegen hochstehende militärische Persönlichkeiten zu ftihren hatte und der schließlich mit seiner Ver- abschiedung endete. Er erhob öffentlich Beschwerden und schwere Be- schuldigungen gegen die Generäle v. Liiibequist, v. Witzendorff und andere. Er wandte sich sogar an den Kaiser und an den König von Württemberg, beidemal erfolglos, und schließlich sandte er eine Petition an den Reichstag. Aufsehen erregte seinerzeit die Beleidigungsklage, die Hüger gegen den Redakteur der„Ulmer Zeitung" Schonfelder angestrengt hatte, weil dieser ihn wegen seiner sensattonellen Veröffentlichungen einen„Ulmer Bilse" genannt hatte. Schön felder wurde deswegen in einem interessanten Beleidigungsprozesse zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. In der Folge litt Oberst Häger auch mit seiner Petttion im Reichstage Schiffbruch und zwar aus Gründen, die ihm nach seiner eigenen Darstellung nicht zur Last liegen. Er hat diese Gründe in einer sehr eingehenden Broschüre unter dem Titel„Wie es meiner Petition im Reichstage erging" dargestellt, damit bisher jedoch weiter nichts erreicht als seine Ent- lassung als Badekommissar, so daß er gegenwärtig nicht nur rechtlich, sondern auch materiell von allen Mitteln ent- bläßt dasteht. Diese Broschüre enthält zuerst nochmals die alten Beschuldigiingen, gegen die immer noch nicht gerichtlich vorgegangen ist, und ferner schwere Vorwürfe gegen den ftei- sinnigen Reichstags- Abgeordneten Lenz mann, den Vertreter für Altena-Iserlohn, und den Zentrums-Abgcordneten Dr. Am Zehn- hoff. Justizrat Lenzmanu hat nach Hägers Broschüre zuerst sich warm für ihn ins Zeug gelegt, hat ihn dann aber im Stich gelassen. Die Gründe glaubt Hüger m der kurz nach der Ablehnung seiner Petttion erfolgten Ernennung von Lenzmanns Schwiegersohn zu einer höheren militärischen Charge gu sehen. Herr Dr. Am Zehn- hoff erklärte Herr» Häger, er sei in der fraglichen Sitzung der Petitionskommission, in der über seine Petition verhandelt wurde, nicht anwesend gewesen. Der nationalliberale Abgeordnete Dr. Semler war au§ dem Grunde gegen die Behandlung des Falles im Plenum des Reichstages, weil das„ein gefundenes Freffen für die Sozinldciuokralic wäre." Ein Einzelner müsse im Interesse einer so großen Jnstittrtion. wie die Armee eS sei, eine Ungerechtigkeit hin- nehmen. Herr Abg. Dr. Müller- Meiningen, wie Justizrat Leuzmann der freisinnigen Volkspartei angehörend, soll„wegen Mangels an Zeit" ein Eingehen auf den Inhalt der Broschüre abgelehnt haben, und ebenso Herr Bergrat G o t h e i n von der freisinnigen Vereinigung, und zwar dieser wegen der Erörterung der rein persönlichen Verhältnisse des Herrn Lenzmann vor der breitesten Oeffentlichkeit. Gegen diese Vorwürfe verteidigt sich Hüger in seiner Broschüre, an deren Schluß er die Frage aufwirft, ob Gesetz oder Willkür herrschen solle. Lebensmittel für die baltische Flotte liefert, so wird uns aus Königsberg geschrieben, die Königsberger Walzmühle und die Schäl- mühle von Winter. Donnerstag lief hier im äußeren Hafen der große dänische Dampfer„K r o n b o r g" ein, um eine im Dezember erfolgte Bestellung von 60000 Zentnern Mehl, sowie von 11000 Zentnern Erbsen, Bohnen und andere Lebensmittel cinzu- nehmen. Tag und Nacht wird in der Walzmühle gearbeitet, um die Bestellung fertig zu stellen. In sechs Tagen soll der Dampfer,— der übrigens 120 000 Zentner Laderaum hat, wegen ungenügender Tiefe des Scekanals aber nicht volle Ladung nehmen kann,— fertig beladen sein. Unterwegs soll er seine Ladung ergänzen. In sechs Wochen hofft der Tanipfcr die russische Flotte zu erreichen.— Ausgleichende Militärgerechtigkcit. Kiel, 16. Januar.(Eig. Bcr.) Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde auf einer Koppel an der Föhrde der Musketier Eduard Bülk, der bei seiner Mutter in Dietrichsdors den Weihnachtsurlaub verbracht hatte, erhängt auf- gefunden. Erst hieß e§, der junge Mann habe seinen Urlaub über- schritten gehabt und sich aus Furcht vor der Strafe das Leben ge- nommen. Bald aber wurde bekannt, daß ihn die Verzweiflung über die Behandlung, die er beim Militär— er stand bei der 5. Kompagnie des 163. Jnfanterie-Regiments in Neumünstor— zu erdulden hatte, in den Tod getrieben hatte. Zu seiner Mutter und seinen Freunden hatte er kurz vor seinem Ende geäußert, er werde unter keinen Um- ständen zu seinem Truppenteil zurückkehren, er halte das Leben dort nicht mehr aus. Tie Untersuchung, die das Regiment infolge des Todesfalles anstellte, gab Anlaß zu einer Verhandlung, in der sich der Gefreite Alsleben von der Kompagnie des Verswrbonen vor dem Kriegsgericht der 17. Division in Neumünster wegen schwerer Körper- Verletzung zu verantworten hatte. Die Feldwebel stellten dem Ver- storbencn das günstigste Zeugnis aus: er sei ein rühriger und ordent- licher Mensch gewesen. Trotzdem hatte er unter den fortgesetzte» Drangsalierungcn des angeklagten Gefreiten schwer zu leiden. So mußte Bülk neben seinen eigenen Sachen auch die des Gefreiten Putzen. Dazu bekam er ohne jeden Grund vor Weihnachten acht Tage Stubendienst, und sein Peiniger kündigte ihm an, daß er, wenn er vom Urlaub zurückkomme, weiter« vierzehn Tage Stubendienst tun müsse. Bei jeder Gelegenheit knuffte ihn der Gefteite, und einmal warf er ihm beim Mittagessen einen Napf voll Reis an die Brust.— Und das Urteil, durch das der Tod des jungen Mannes„gesühnt" wurde? Drei Wochen Mittelarrestk Der Vertreter der Anklage hatte sechs Monate Gefängnis beantragt. Der Angeklagte erklätte sich mit den drei Wochen Arrest für„zufrieden">— er hatte allen Anlaß dazu.— Studenten lind Politik. Die Studenten der Technischen Hochschule in Hannover haben den Rektor ersucht, eine katholische Studenten- Verbindung anfzulösc», und haben an die deutschen Kommilitonen in Innsbruck eine Synipathiekundgebilng geschickt. Die Sympathie« kundgebiliig schadet niemand und ebensowenig der Brief an den Rektor, sofern er den ihm gebührenden Platz im Papierkorb findet. Anders aber dachte die königlich preußische Staatsregierung. Sie hat den Ausschuß der Studentenschaft mit Relegation bedroht, falls er sich noch einmal„politisch betätigen" sollte, und ihm eröffnet, daß die Kundgebung nach Innsbruck einen„erregten Depeschenwechsel zwischen Wien,' Rom und Berlin" veranlaßt haben soll. Die Geschichte vom erregten Depeschenwechsel ist ganz gewiß unwahr, denn weder in Wien noch in Rom hat man eine Ahnung davon, wie die„freie" akademische Jugend in Deutschland unter der Zilchtrute gehalten wird. In Oesterreich und Italien können die Studenten beschließen, was sie wollen, keine Regierung wird eS ihnen verbieten. In Hannover aber hat das Vorgehen der Regierung ein nied- liches kleines Revolutiönchen hervorgerufen. Eine Studenten- Versammlung hat nämlich einen Puiikt ihrer wichtigen Tagesordnung abgesetzt, welcher lautete:„Kommers zur Feier des Geburtstages des Kaisers". Das wäre doch auch eine„politische Betätigung" I Richtig!— Vom polnischen Geheimbundsprozest wird»och berichtet: Polizei- rat M ä d l e r, der die oberschlefischen Polen„politisch überwacht", behauptet bei seiner Zeugenvernehmung, daß in Oberschlesien die nationalpolnischc Bewegung auch unter dem Deckmantel der Abstinenzbewegung arbeite. Eine Wstinenzorganisation „Eleusis", die von Krakau aus geschaffen, sei, wirke in Ober- schlesien für die Polenbcwegung und auch einige der Angeklagten seien daran beteiligt. Die Mitglieder der hier begründeten„Jskra"-Ge- nossenschaft sind nach der Meinung des Herrn Mädler identisch mit den Mitgliedern des„Eleusis"-Vereins. Die Angeklagten be- streiten demgegenüber, dem„Eleusis"-Verein anzugehören, von der Verteidigung wird auch bestritten, daß jene Abstinentenorganisation überhaupt nationalpolnischc» Zwecken diene. Der Verein„Eleusis" diene lediglich sittlichen Zielen und verlange von seinen Mitgliedern einfach Abstinenz, in Beziehung auf Tabakrauchcn, Kartenspiel, Alkoholgemrß und geschlechtliche Genüsse. Die Verteidigung beantragt die Ladung des Pfarrers Kayitza und des„Jskra"-Ver- legers Soltys, um feststellen zu lassen, daß in Ober schlesien ein„E l e u s i s"- V e r e i n n i ch t b e st e h t. Das Gericht lehnt die Ladung der genannten Personen ab. Ein als Zeuge vernommener Kriminalbeamter Kolon tay behauptet, mehrere Auge- klagte gehörten auch dem Sokolverein(Turnverein) an. Die Verteidigung protestiert gegen, das Eingehen auf diesen Gegenstand, da der Sokol ein polizeilich angemeldeter Verein nttt durchaus er- laubten Tendenzen sei. Der Staatsanwalt behauptet dagegen, daß die Sokolvereine dieselben Tendenzen verfolgen wie der hier ange- klagte„Geheimbund". Das Gericht beschließt denn auch das Ein- geben auf diesen Gegenstand, doch stellt sich dann heraus, daß auf der von der Polizei eingereichten ListederGleiwitzerSokols keinerderAngeklagten verzeichnet ist. Das Gericht will dann einzelne angeblich auf- reizende Sätze ans den beim Angeklagten Schikora beschlagnahmten Büchern vom Sachverständigen übersetzen lassen. Die Per- teidiger protestieren jedoch gegen die vom Vorsitzenden beabsichttgte Art und Weise dieser Prüfung, indem sie geltend machen, daß sie bis- her keine Gelegenheit bekamen, die beschlag- „ahmten Bücher selbst daraufhin zu prüfen, ob sie Aufreizendes enthalten, daß es übrigens auch nicht angängig fei, hier durch den Dolmetscher einzelne herausgerissene Sätze ins Deutsche übertragen zu lassen, es müsse vielmehr eine gründlich« Prüfung des gesamten Inhalts vorgenommen werden. Nach längerer Beratung beschließt das Gericht, auf die Ucbersetzung dieser beschlagnahmten polnischen Bücher zu verzichten. Aus dem gleichen Grunde verzichtet dann der Staatsanwalt auf die Prüfung bezw. Ucbersetzung mehrerer anderer bei Schikora beschlagnahmten, bisher aber noch nicht ver- botenen Bücher. Bei diesem Angeklagten war eine etwa 600 Bände umfassende Bibliothek gefunden worden, die allerdings keine ver- botenen Bücher enthielt, von welchen jedoch viele Bücher nach dem Zeugnis des Polizeirats Mädler„aufreizend" im Sinne§ 130 des Strafgesetzbuchs sind. Außerdem wurden bei Schikora jedoch auch mehrere verbotene polnische Liederbücher vorgefunden, die Sch. an andere gegeben und sich dadurch der„Aufreizung zum Klassen- haß" schuldig gemacht haben soll. Schikora behauptet, die Bibliothek sei sein persönliches Eigentum, während die Anklage behauptet, es sei immöglich, daß ein einfacher Arbeiter sich bei seinem geringen Verdienst eine solche Bibliothek anschaffen könne. Die Bibliothek sei vielmehr Eigentum des„Gehcimbundes" und dient dessen ungesetz- lichen Zwecken. Aus bei den Akten vorgefundenen Aufzeichnungen geht hervor, daß die Bücher der Schikoraschen Bibliothek allerdings ausgeliehen wurden. Nachdem eine Anzahl Briefe, die bei den An- geklagten beschlagnahmt waren und in welcher, von Zusammen- künften zwecks nationalpolnischer Bestrebungen usw., weiter Beitrags- und Bücherverzeichniffe usw. verlesen sind, wurde die Beweis- aufnahm« geschlossen. Der Staatsanwalt zieht die Anklage aus 8 129 zurück und beantragt wegen Vergehens gegen§ 128 Ge- fängnisstrafen von drei Monaten bis herunter zu einer Woche gegen sämtliche Angeklagten.— Das Urteil haben wir bereits mitgeteilt.—- Württemicrgischc Gesetzgebung. Stuttgart, 18. Januar.(Privat-Depesche.) Der im Etat angekündigte Gesetzentwurf zur Verbesserung der Lage der BolkSschullehrcr ist gestern dem Landtage zugegangen. Neben dem staatlichen Aufwand von 690 000 M. zur Ausbesserung der Gehälter der ständigen Lehrer wird in dem Entwurf auch eine Aufbesserung Ider unständigen Lehrer mit 160 000 M. jährlich in Aussicht genommen, aber vom Staat auf die Gemeinden abgewälzt, was zu den schwersten Bedenken Anlaß bietet. Auch die bescheideiistc>r Ansprüche der Lehrer werden in dem Gesetz- entwurf nicht erfüllt, der den Lehrern in Gemeinden unter 6000 Einwohnern ein Jahrcsgehalt von 850 Vi. bietet, was erst mit der ständigen Anstellung auf 1200 M. sich erhöht und erst nach 15 Dienstjahren 1700 M. erreicht. Im Motiven- Bericht wird auch ausdrücklich anerkannt, daß mit den vorgeschlagenen Sätzen die Gehälter der württembergischen Volksschnllchrer noch immer hinter den Gehältern anderer wiirttembergischer Beamter von ähnlicher Berufsstellung insbesondere der Pfarrer zurückbleiben. Der Gesetzentwurf bringt außerdem eine Festigung der Konfessionsschiilc durch die den Gemeinden mit Einwohnern verschiedener Glaubens- bekenntnisse auferlegte Verpflichtung, schon für 60 Familien einer Konfession eine eigene Volksschule aus örtlichen Mitteln zu er- halten, sofeni diese Familien irgend eine direkte Staatssteuer be- zahlen. Im Schneckentempo schleppt sich die Beratung der neiien Bezirks- ordnung im Landtage weiter. Gestern und heute wurde die Ge- staltung der übergeordneten Selbstverwaltungskörper, Amtsversamm- lungs-Vertreter und Bezirksrat regelnden Bestimmilngen durchberatcn. und auch hier wurden alle Anträge, die einen Fortschritt in dcmo- kratischem Sinne bedeuten würden, rundweg abgelehnt. Genosse Kloß setzte sich vergebens dafür ein, daß die AmtsversammlungS- Vertreter, 20 bis 30 für jeden ObcramtSbezirk, direkt von den Gemeindcbürgern und nicht von den Gemeindekollegieii zu wählen sind. Die bauernfteundlichen Abgeordneten des Zentrums behaupteten, die Bauern würden es nicht verstehen, wenn sie bei den Gemeindewahlen zugleich auch Amtsversammlungs- vertteter wählen sollen, und einige Volksparteiler halfen mit. die direkte Wahl niederzustimmen. Ebenso blieb es trotz heftigen Wider- ftandes dabei, daß die Austeilung von Amtsversaninilnngsmaiidaten ans die einzelnen Gemeinden nicht nach Maßgabe der Einwohner- zahl, fondern der Steuerleistung erfolgt, und daß den Vorsitz in der Amtsversammlung der von der Regierung ernannte Oberamtmann fuhrt. Der bureaukratische Zug sieht besonders bei dem von der Amtoversammlung zu wählenden Bezirksrat hervor, dem wichtigste Aufsichtsfunktionen über die Gemeindeverwaltungen zufallen. Von der im Motivenbericht versprochenen stärkeren Zuziehung des Laien- elementes bei der staallichen Aufsicht ist fast nichts übrig ge- blieben.— Husland. Eine konstitutionelle Massenkundgebung im Gouvernement Saratow. Telegraphisch wird gemeldet, daß dem Scmstwo in Saratow eine von Bauern, Eigentiimern, Bürgern und anderen Personen unterzeichnete Adresse zugegangen ist. in der die Unterzeichner, so weit gediehen ist. um einer proletarischen Politik die unbedingte I de» sozialen Fortschrittes und der«nnShenm««stet den VAt»»», Uebermacht zu sichern. Während in dem Deutschen Reiche die Land und Forstwirtschast 8 300 000 und die Industrie etwa ebenso viel Erwerbstätige umfaßt, gibt es in Frankreich in der Landwirtschaft 8 400 000 Erwerbstätige, in der Industrie dagegen nur 6 400 000. Von hundert Erwerbstätigen gehören iin Deutschen Reiche 37,6 Proz. der Landwirtschaft, 37,4 Proz. der Industrie an. In Frankreich sind 44,3 Proz. Erwerbstätige in der Landwirtschaft, 33,6 Proz. in der Industrie. Dazu kommt, daß der handwerksmäßige Klein- betrieb in Frankreich weit mehr und wohl auch innerlich kräftiger verbreitet ist als in Deutschland; auch in der Landwirtschaft hat das Klein- und Mittelbauertum eine größere Bedeutung als der Groß- grundbesitz. Aus dieser noch nicht zu einem entschiedenen Abschluß gelangten wirtschaftlichen Gärung erklären sich im wesentlichen die schwankenden Mehrhcitsverhältnisse und daraus auch die Schwierigkeiten eines radikalen Kabinetts. Verwirrend wirkt, daß bisher wenigstens das Proletariat nicht diejenige organisatorische Stärke und Einheitlich- keit gewonnen hat, die dazu gehört, um einem vorgeschrittenen Ministerium sowohl eine Mehrheit zu sichern als auch diese Mehrheit in der betretenen Bahn vorwärts zu drängen. Die unseligen Zwistig- keiten der sozialistischen Fraktionen in Frankreich haben endlich noch die Schwierigkeiten in dem Demokratisierungsprozeß verschärft. Wie jüngst bei der Konferenz des internationalen Bureaus in Brüssel festgestellt wurde, ist nunmehr die sichere Aussicht vorhanden, daß sich die sozialistischen Fraktionen endlich vereinigen. In den letzien Kämpfen des Kabinetts Combes gegen die vereinigte Reaktion und die Abtrünnigen haben Guesdistcn und Jauresisten bereits durchweg einheitlich für das Ministerium gestimmt. In Frankreich kann, wie die Dinge stehen, kein Kabinett mehr sich gegen die Sozialisten halten. Es darf die Aufgabe der Sozialisten sein, dem Ministerium, das dem Combes' nachfolgt, soweit es seine Politik weiterführt, ihre Unterstützung zu leihen, aber nur, um es auf dem Wege der Demokratisierung, welche die Vorbedingung der Sozialisierung ist, v o r w ä r t s z u t r e i b e n. Die französische Republik war vor dem Ministerium Waldeck-Rousseau und Combes im wesentlichen ein Staat der Ministcrstürzerei, die gewerbsmäßig betrieben wurde und die im Grunde ein jeden ernsthaften Fortschritt hemmender Sport ist. Die ewige Ministcrstürzerei ist zum mindesten eine ebenso gefährliche und aussichtslose Methode, wie ein Ministerialismus, der durch Preisgabe der eigenen Prinzipien lcbens- unfähige Kabinette an der Herrschaft zu erhalten sucht. Ist aber ein- mal der Sozialismus in Frankreich zu einer einheitlich starken Be- lvcgung geworden, so wird es leicht sein, in dem notwendigen Demo- kratisicrungsprozcß der Republik eine Taktik innezuhalten, welche sowohl fähig ist, die monarchisch-atavistische Reaktion niederzuwerfen, als auch den parlamentarischen Kämpfen Festigkeit und Zielsicherheit zu geben. Taktischen Notwendigkeiten, die sich aus den noch schwankenden Mehrheitsverhältnissen und der Technik eines rein kon- stitutioncllen parlamentarischen Staates ergeben, wird man sich ohne Gefahr anpassen können, wenn diese einheitliche sozialistische Partei bei aller energischen Unterstützung eines demokratischen Ministeriums sich bewußt bleibt, daß jede demokratische Regierung immer eine Regierung des Klassenkampfes ist und oaß jedes Zu- sammengehen mit radikalen Elementen der Bourgeoisie unter dem Vorbehalt geschehen muß, daß die gemeinsamen demo- kratischen Interessen den Klassengegensatz der Bourgeoisie und des Proletariats nicht aufheben, sondern im Gegenteil in seiner grund- sätzlichcn Klarheit erhalten. In den taktischen Kämpfen der fran- zösischen Genossen trat vielfach eine Unklarheit über das Verhältnis der Demokratie zum Klassenkampfe in die Erscheinung. Die Uneinigkeit der französischen Genossen führte dazu, daß man nach links und rechts sich nicht selten in Uebertreibungen verrannte. Sind die Bruderkämpfe einmal überwunden, so ist keine Gefahr mehr, daß man über der Taktik des Tages die großen Ziele des proletarischen Klassenkampfes auch nur einen Augenblick vergißt. Es ist dann ebensowenig zu befürchten, daß man sich in einem schließlich zur anti- parlamentarischen Abstincnzpolitik führenden Scheinradikalismus den Ansprüchen der augenblicklichen Politik entzieht. Für daS scheidende Ministerium aber, von dem wir hoffen, daß sein Nachfolger das Werk mit aller Entschiedenheit weiterführen werde, ist es ein ehrenvolles Zeichen, daß die Internationale der Reaktion Brennessclkränze auf sein Grab legt. Konser- vative und Klerikale aller Staaten häufen auf das verhaßte Ministerium des Antiklcrikalismus und der Demokratie Schimpf und Schande. So schreibt z. B. die„G c r m a n i a" des deutschen Zentrum?:»Gehüllt in den Mantel uneigennütziger Vaterlandsliebe, mit der Gloriole cincS Märtyrers um die Stirn, in Pose und Haltung einem römischen Senator ähnlich, suchte er als echter Tartüffe aus seine bisher gefügige Mehrheit einzuwirken und diese an die seinen Händen schon entgleitende Fahne zu fesseln. Umsonst. Die sofort benutzte» Argumente blieben wirkungslos und verhallten im Kriegs- gctümmcl. Aus dem gcgncrisHcn Lager sausten immer wieder wie Keulcnsckstäge die nur zu begründeten Vorwürfe auf ihn hernieder, daß er als Haupt einer Spitzclbande der Spitzele! in der Verwaltung nicht nur Hausrechte eingeräumt, sondern derselben sogar eine dominierende Rolle zuerkannt habe und unter diesen Hieben, welche das Kabinett in seinem innersten Mark, nämlich in seiner Ehre trafen, ist dasselbe ohnmächtig zusammengebrochen" Und die..Kreuz-Zcitung", das Organ des protestantischen Klerikalismus, glaubt sogar feststellen zu können, daß kein deutsches Blatt irgendwelche Sympathie mit dem Tpitzelsystem des Mini- steriumö Combes zum Ausdruck gebracht habe und in moralischer Aufwallung schreibt das Organ der korruptesten Reaktion, daß es für das»deutsche Empfinden' nur den einen geraden Weg gäbe:„Jnfamierung des Infamen". Der Haß der internationalen Reaktion, der Kumpane und Mit- schuldigen des DreyfuS-VerbrechenS ist die höchste Ehrung, die dein Ministerium Combes zuteil werden kann. Es liegt in diesen, Haß eine bedeutsame Aufklärung über die Tendenzen der allgemeinen europäischen Politik. Es handelt sich um die Entscheidung: Von zwei politischen EntWickelungen hängt die nächste Zukunft der europäischen Gestaltung, insbesondere Teutschlands ab. O st- oder Westeuropa, das ist die elementare politische er Zusammenbruch des Absolutismus im Osten und mg der Demokratisierung in Frankreich, das sind die Prozesse, die für daS europäische und besonders daS deutsch« Proletatriat von ausschlaggebender Wichtigkeit sind. Die deutsche Sozialdemokratie muß alles unterstützen, was auf eine Stärkung der westeuropäischen Demokratie, aus den Zerfall deS osteuropäischen Absolutismus hinwirkt. Eine französische Demokratie, dir unter den, entscheidenden Einfluß des sozialistischen Proletariats steht, ist ebenso eine Sicherung für den Weltfrieden, eine Garantie gegen die Politik der heiligen Allianz dynastischer, feudaler klerikaler, militaristischer Jnteressensolidarität. wie der russische Absolutismus daS Bollwerk der inteniationalen Reaktion ist, des Welt- kricacS und der Niederwerfung der demokratischen Tendenzen. Die Nussenlicbe unserer Reaktionäre und der Haß gegen daS französische Ministerium Combes gehören zusammen. ES sind zwei Er- scheinungen desselben Systems, das zu bekämpfen die Aufgabe der internationalen Sozialdemokratie ist. DaS DrmissienSschrciben des Ministerium» CombeS wird in folgendem Pariser Telegramm mitgeteilt: Ministerpräsident Combes erklärt in dem dem Präsidenten Loubet überreichten DemisstonSschreiben. er ziehe sich zurück, obzwar er eine allerdings nicht große Majorität in der Kammer hätte. Er wolle aber nicht infolge eines beliebigen, der allgemeinen Politik ferne» Zwischenfalles in die Minderheit gelangen. So gering auch die parlamentarische Mehrheit in der Kammer sei, so sei dieselbe nichtsdestoweniger die Mehrheit; sie stelle nichtsdesto- weniger den verfassungsmäßigen Willen des republikanischen Landes dar. Ihre Entscheidung müsse für die künftige Regierung, welche immer und wie sie auch sein möge, ebenso da» Gesetz bilden, wie für die scheidende Regierung. So zuversichtlich auch gegcnivärtig die klerikale und nationalistische Reaktion scheine, erhöbe das Vertrauen in die Einigkeit der deren Gesamtzahl 10 000 beträgt, erklären, sie wünschten ihre Zustimmung zu den im Dezember 1904 von den Semstwo- Vertretern in Petersburg gefaßten Beschlüssen zum Ausdruck zu bringen. Diese hochbedeutsame Kundgebung scheint uns eins der Mittel anzudeuten, durch welches der russischen Regierung möglichst bald die Lust genommen werden kann, noch einmal vor die Oeffentlichkeit mit der Behauptung aufzutreten, die konstitutionelle Agitation stützt sich nur auf ein kleines Häuflein der Intelligenz. Würde in ähn- licher Weise ein Zählung der Anhänger einer demokratischen Verfassung auf dem ganzen Gebiete Rußlands vor- genommen werden, würden Hunderttausende von Arbeitern, Bauern und„Intelligenten" im ganzen Reiche in ähnlicher Weise veranlaßt werden, laut und ver- nchmlich zu bekunden, daß sie um keinen Preis gewillt sind, die Sklavenketten weiter zu tragen, die ihnen eine despotische Bureau- kralie auferlegt, so würde diese letztere es sich gewiß doch noch ganz gründlich überlegen, ob sie jes in ihren, hartnäckigen Festhalten an ihrer Allmacht aufs äußerste ankommen lassen soll.— Frankreich. Klassenjustiz. Paris, 12. Januar.(Eig. Ber.) Eine alte Geschichte in neuer Variation. Sie lassen den Armen schuldig werden und bestrafen ihn nachher mit aller Strenge, unendlich strenger wie Ihresgleichen, der eine unendlich schwerere Schuld zu verantworten hat... Vor dem Pariser Schwurgericht stand der Arbeiter Piboteau, der im Juli v. I. seinen ehemaligen Werkführer getötet hatte. EL ist dasselbe Drama wie im Falle des italienischen Arbeiters Spano. Der Werkführer hatte Pivoteau brotlos gemacht. Er war ein geschickter Metallarbeiter, ein edles Herz, von den Kameraden geliebt, stets bereit, sein Weniges mit dem Bedürftigen zu teilen. Die bekannte Schriftstellerin, Frau Severine, hat vor Gericht auf Grund der von ihr gesammelten Informationen Pivoteau das beste Zeugnis ausgestellt. Desgleichen zahlreiche Arbeitskollegen von ihm. Ja, selbst die von der Zivilpartci, der Witwe des Werkführers, geladene» Belastungszeugen lobten alle das gute Herz Pivoteaus. Aber das Elend, in das ihn der Werkführer geschleudert, hat ihn schließlich erbittert, zur Tat der Rache und Verzweiflung getrieben. Ueber ein halbes Jahr litt er Hunger auf der vergeblichen Suche nach Arbeit, ehe er zu», Revolver griff. Dazu" die— gerichtlich bestätigte— Emporkömmlings-Natur des WcrkführerS, der überhaupt mit den Arbeitern willkürlich und hartherzig um- sprang. Die Brotlosmachung Pivoteaus war zugleich bitterer Undank: vor Jahren hatte Pivoteau dem künftigen Werkführcr Brot und Verdienst verschafft. Später in derselben Fabrik mit Pivoteau zusammentreffend, verschmähte er, der Emporkömmling, auch nur den Gruß seines alten Bekannten und Wohltäters zu erwidern. Bei der ersten Gelegenheit warf er ihn dann auf die Straße... Pivoteau erklärte selbst seine Tat bor Gericht mit den Worten: «Ich habe es vorgezogen, lieber denjenigen zu treffen, der mich ins Elend gejagt hat, als wie die anderen zu handeln — als Selbstmord zu begehen." Die besonderen Umstände des Dramas haben die bourgcoise Jury verhindert, ein Todesurteil zu fällen. Auch der Staatsanwalt hat übrigens ein solches Urteil nicht verlangt. Aber der Spruch der bourgeoisen Jury hat dem Gerichtshof ermöglicht, den Arbeiter zu zehn Jahren Kerker(recluzion) zu verurteilen. Man vergleiche damit die Verurteilung der vier Söhne C r e t t i c z von Cluses zu je eine m Jahre bczw.(einen, der- selben) zu acht Monaten Gefängnis, nachdem sie in frivoler Weife mehrere Arbeiter niedergeschossen hiattci,. Obendrein hat Loubet zum Neujahr einen der Cretticz begnadigt. Die gewerkschaftlichen und sozialistischen Organisationen haben schon vor der Gerichtsverhandlung zugunsten Pivoteaus agitiert. Sie werden nun für seine Begnadigung zu wirken suchen.— Amerika. „Lohnerhöhungen" sollen die ersten Diener des Staates in der nmerikanischen Union erhalten. Im Kongreß sind verschiedene Anträge gestellt worden, daß der Lohn des Präsidenten don 50 000 Dollar ans 75 000 pro Jahr erhöht werde. Ein Antrag will ihm sogar noch eine JahrcSpcnsion von 25 000 Dollar auf Lebenszeit zubilligen. Der Vizepräsident soll 15 000 statt der bisherigen 8000 Dollar be« kommen. Die gleickie Erhöhung soll den Kabincttsmitgliedern zuteil werden und der Präsident des Repräsentantenhauses, der bisher auch 8000 Dollar bezog, soll 12000 erhalten. Den Kongreßabgeordncteii ist eine Erhöhung von 5000 auf 8000 Dollar pro Jahr zugedacht. — In der Presse werden die Anträge günstig besprochen, mit Ausnahme der Erhöhung des Präsidentcngchalts, worüber die Meinungen geteilt sind. Besonders hält man eS für notwendig, daß die Kongrcßabgeordneten besser gestellt werden. 5000 Dollar pro Jahr sei zu wenig für einen Volksvertreter(wenigstens für Amerika, denn so billig wie die deutschen ReichStagSbotcn machen es die Amerikaner nicht). Dazu kommen übrigens noch Mcilengcldcr lind nndere Vergütigungen. Diese Erhöh, u, gen der Gebältcr würden mit dem 4. März beginnen, wenn die neuen Amtötermme ihren Anfang nehmen.— Das Ministerium Combes und die Internationale der Reaktion. DaS französische Ministerium Combes, daS am Mittwoch dem Präsidenten der Republik, Loubet, sei» Dcmissionsschreibcn überreicht hat, ist das politisch vorgeschrittenste Ministerium, daö europäische Staaten bisher gehabt haben. Eine Welt trennt cS von den regierenden Existenzen osteuropäischer Staaten, wie sie etwa der Graf Bülow oder der„ordinäre Polizciminister" v. Hammerstei» vertritt. Unter dem Ministerium Combes ist der geschichtliche Demo- iratisierungsprozeß in Frankreich fortgeschritten, während in den übrigen Staaten Stagnation und Reaktion herrscht. Das Ministerium CombeS war nur ein demokratisches Ministerium, das besagt, daß es nicht auch ein sozialistisches Ministerium gewesen ist. Unter ihm konsolidierte sich die demokratische Republik, welckie natürlich immer eine Republik der Klassengegensätze und des Klassenkampfes bleibt. DaS Ministerium hat mancherlei Fehlgriffe begangen. Es hat von den Reformen, die«S in Angriff genommen, nur einen Teil durchgeführt. Aber dennoch war das Ministcriuni CombeS wohl das beste, das unter den gegenwärtigen Verhältnissen Frankreichs denkbar ist. In der demokratischen Republik Frankreichs verbirgt sich noch immer die Monarchie, die im Klerikalismus und dem klerikalisierten Militarismus ihre Organisation findet. Deshalb war eS die Auf- gäbe Combes', die er mit einer bisher unerhörten Energie durch. führte, den Klerikalismus zu brechen, und es gelang ihm, daS klerikale Problem bis an die Schwell« der Trennung der Kirche von dem Staate zu führen. Auf der anderen Seite galt eS die Demokrati. sierung und Republikanistcruna der Armee, die sich i» der Dreyfus. Affäre eben»och als das Jesuifentun, in Uniform bewährt hatte. Wenn das Ministerium nicht»och mehr geleistet hat, so liegt das_________________________...____________ einmal daran, daß die industrielle Entwicklung Frankreichs noch nicht i Gruppen der Linken, daß sie da« Werl der intellektuellen Befreiung. welche daS scheidende Ministerium im Einvernehmen mit diese» Gruppen unternommen habe, verteidigen und fortsetzen werden. Er habe gleichzeitig daS Vertrauen zu den, republikanischen Lande, daß es die Mehrheit in den gegenwärtigen schwierigen Umständen stärken und unterstützen werde. Paris, 18. Januar. Präsident Loubet wird mit den Vorsitzenden der republikanischen Gnchpen der beiden Kämmen, erst die politische Lage besprechen, bevor er eine politische Persönlichkeit nennt, der er die Kabinettsbildung antragen wird. Paris, 18. Januar.(W. T. B.) Präsident Loubet hatte heute nachmittag mit den Präsidenten des Senats und der Deputierten- kammer, FalliöreS und Doumer, eine Besprechung über die politische Lage. Für morgen werden die Führer der republikanischen Gruppen der beiden Kammern von dem Präsidenten zu einer Konferenz aufgefordert werden, so daß frühestens am Freitag eine Persönlichkeit mit der Bildung des neuen Kabinetts beansttagt werden könnte. Wie es heißt, sollen für diesen Posten Brisson, Sarrien und Ronvier in Frage kommen, doch glaubt man, daß die beiden eriteren den Austtag nicht annehmen werden. Der Kohlenarbeiterstreik. Dortmund, 18. Januar. 0,25 nachm. (Von unserem �-Korrespondenten.) Rur einige Zeche» fördern noch. Auf„Heiligkeiten" werden Streikbrecher gesucht, als Erdarbeiter engagiert. I» Borbeck veranstalteten Zechenbeamte eine Knallerei« Tortmund zündet nur noch die Hälfte Laternen an. In C a st r o p fand eine Ricsenversammlung statt, viele Polen, sehr begeistert« Stimmung. Ucberall herrscht musterhafte Ruhe. lUfcsre JVachncbten und Dcpcfcbcn. Vom stidwesiafrikanischen Kriegsschauplatz. Berlin, 18. Januar.(W. T. B.) Nach Meldung des Generals von Trotha hat Wilhelm Maharero in Ombakaha(25 Kilometer nordwestlich Epukiro) seine Unterwerfung angezeigt und rückt bereits den Sturmfcld-Omuramba auswärts dorthin. Der Kapitän Zacharias Zeraua von Otjimbingue, dessen Unterwerfung bei Owinaua-Naua am 12. Januar gemeldet wurde, sagt über den Verbleib der Kapitäne und Kricgsleute der Hereros folgendes aus: Als General von Trotha (mit den Abteilungen Estorff, Volkmann und MüHlenselS) auf der Verfolgung ins Sandfeld am 29. September Osombo-Windinsbe (13 Kilometer nordöstlich Epata) erreichte, floh nach dem ersten Schuß Samuel Maharero von einer noch weiter ostwärts gelegenen Wasserstelle aus nach Nordosten. Es begleiteten ihn Onania(wahr. scheinlich Oanja, der die Hercros bei Okaharul führte), Kajata (Häuptling am weißen Nasob), Michael(Kapitän von Omaruru), Mutata, David(Sohn Kambazembiö vom Waterberg), Katjahinga, Assa Riarua(Bruder des 1896 erschossenen Häuptlings Nikodemus, und nach zahlreichen Nachrichten der tatkräftigste und kriegslustigste Führer der Hercros) und der Anhang dieser Großleute mit einigen Pferden, wenig Vieh und 4 Wagen. Aber nur wenige Berittene erreichten mit Samuel Maharero Onjainja(Nainai, auf Blatt An- dära der Kriegskarte, 180 Kilometer nordöstlich Epata), die anderen kehrten aus Wassermangel nach den letzten Wasserstellen des Eiseb» flusscS um, darunter auch Wilhelm Maharero mit dem Rest der Okahandja- Leute. Pferde, Vieh und Wagen gingen per- lorcn. Salatiel(Sohn Kambazembis vom Watcrbcrg) flohen nach dem Omuramba, an dem Otjohandjou liegt, wobei er den letzten Rest feines Viehes einbüßte. Banjo starb, Zacharias Seracia selbst lehrte zurück zum Eiseb Tjetjo(Kapitän der wambandjeru) und Vambo(vom weißen Nosob) find verdurstet. Das Volk und die Kriegsleute sind zersprengt und werden größtenteils versuchen, aus dem Sandfeld ms Hereroland zurückzukehren. Nur Wilhelm Maharero hält noch einen Rest gut be« waffneter Okahandja-Leute zusammen, bei denen sich auch Traugott (Sohn Tjetjos) befinden soll. Ferner soll nach Aussage zweier Töchter Kambazembis neuerdings auch Salattel in der Gegend von Onmmbonde(80 Kilometer nordöstlich Waterberg) gestorben sein. Verhaftung Arbeitsloser. München, 18. Januar.(W. T. B.) Bei Ansammlungen von Arbeftslosen, die sich heute auf dem Sendlinger Torplatz wiederholten, wurden eine Anzahl Leute wegen unerlaubten Verteilens anarchistischer(?) Flugschristen und groben Unfugs festgenommen. Die Verhafteten wurden später wieder entlassen; sie werden sich aber, wie die früher Verhafteten, vor dem Strafrichter zu verantworten haben. Zum Petersburger Streik. Petersburg. 18. Januar.(W. T. B.) Morgen nachnnttag wird beim Finanzminister eine Besprechung der Fabrikbesitzer über die Frage des AuSstandrs stattfinden. Beendigung deS BuSstanbeS in Baku. Baku, 18. Januar.(W. T. B.) Der Arbeiterausstand ist in- folge Entgcgcntommcns der Arbeitgeber beigelegt. Diese haben im allgemeinen einen neunstündigen Arbeitstag für die Arbeiter, einen achtstündigen für die Heizer, Naphthaschöpfer und andere Arbeiter, sowie Festsetzung cineS MinimallohncS für die einzelnen Arbeiter- kategoric», Gewährung von WohnungSgcldern, Heizung, Beleuchtung und Wasser, sowie für die Zeit deS AuSstandeS vollen Lohn für die mit monatlicher Kündigung und halbmonatlichen Lohn für die mit täglicher Kündigung angestellten Arbeiter bewilligt. Hamburg, 18. Januar.(W. T. B.) Die beiden Truppen- transport-Dampfer»Lulu Bohlen" und»Hans Wocrmann" haben im Laufe des Nachmittag« nach Eintritt höheren Wasserstandes die Ausreise angetreten. Auf dem»HanS Woermann" fiel heute der Reiter Richard Klatt in den Schiffsraum. Er erlitt eine schwere RückgratSvcrlctzung und wurde in daS Altonaer Garnisolazarctt gebracht. Bremen, 18. Januar.(W. T. B.) Seit dem 7. Januar ist die telegraphische Verbindung zwischen dem Festlande und dem Leucht- türm Rotcsand unterbrochen. DaS Telegraphenkabel ist unmittelbar ist unmittelbar vor dem Leuchtturm gerissen; die Wiederherstellung ist bis jetzt nicht möglich gewesen. Kopenhagen, 18. Januar.(W. T. B.) Der Folkething verwarf heute die von den Radikalen eingebrachte Tagesordnung, in der die Herabsetzung der Landesverteidigung»-Ausgaben gefordert wurde. DaS vom Präsidium der Regierungspartei eingebrachte Vertrauen?» Votum für die Regierung wurde cinstiminig mit 63 Stimmen an» genommen. 88 Abgeordnete enthiellcn sich der Abstimmung. Die Minister, welche Mitglieder des Folkething sind, nahmen an der Ab- stimmung nicht teil. Kiew, 18. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur) Die gestrige dritte Sitzung des Kriminalisten-KongresseS wurde wiederum von der Polizei geschlossen. Als das Publikum den Saal verließ, wurden revolutionäre Schriften verteilt. Ein Student rief:»Nieder mit der Autokratie!' Boston(MassachnseltS). 18. Januar.(W. T. V.) Der Ausstand der Baumwollarbeiter im Fall Siiver-Distrikt, der am 25. Juli v. I. infolge der Herabsetzung der Löhne um 12'/-, Prozent durch die Fabrikanten begonnen wurde, ist heute nach einer Konserenz der Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeiter beigelegt worden. Vermitw.Redukt.-Paulvüttner, Berlin. L>iseratcvcrantw.(mltAuSnahmedcr»NeucWell'-veilagc):Th. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlazSanst.PaulsingerchTo., Berlins V. Hierzu 2 vetlagcnu.U»terahlt«n»Stzl« Str. 16. 22. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 19. Janner 1905. 5 Abg. Dr. Hieber( natl.): Eine fortschreitende Wereinheitlichung des Eisenbahnwesens ist eine der wichtigsten Fragen nicht nur des Verkehrs, sondern auch der gesamten Wirtschaft. Leider ist nun das Reichs Eisenbahnamt fast ganz machtlos, wenn es gilt, berkehrstechnische Fortschritte zu machen; die Entfcheidung liegt dann ausschließlich bei den einzelstaatlichen Eisenbahnministern. Einer der Wege, die Zeit und Geld verschwendende Kons furrenz der Einzelstaaten zu beseitigen, erschien mir schon im Vorjahre die Betriebsmittelgemeinschaft. In diesem Jahre haben Studienkommissionen und Ministertonferenzen den Gedanken bedeutend gefördert. Auf die Einzelheiten der Betriebsmittelgemeinschaft gehe ich nicht ein, weil es zu hoffen ist, daß auf Grund der Bunftationen von Heidelberg bald endgültige Abmachungen zu stande kommen, die nicht bloß eine bloße Güterwagengemeinschaft, sondern eine bolle Betriebsmittelgemeinschaft schaffen. Die Vereinfachung, Verbilligung, Beschleunigung des Eisenbahnverkehrs ist eine nationale Angelegenheit im besten Sinne des Wortes, zur Herbeiführung eines einheitlichen Eisenbahnnezes" im Sinne des Artifels 42 der Reichsberfassung der größte Schritt seit Gründung des Reiches.( Lebhafter Beifall.) g • Gepäcfracht. Erleichterung muß fommen und nicht Erschwerung!-der Etatsrebe des Finanzministers zu ersehen ist, um eine EinEndlich sind die Tarife für den Güterverkehr zu ermäßigen. Die buße für die Staatstaffe zu vermeiden. Da die Eisenbahnen unter 121. Sigung bom Mittwoch, den 18. Januar 1905, preußischen Eisenbahnen werfen jetzt eine so hohe Rente ab und einzelstaatlicher Verwaltung stehen, so hat der Reichstag nicht hinnachmittags 1 hr. tehen in einer so günstigen Konjunktur, daß es die richtige Beit ist, reichende Kompetenzen. Wir haben genug erlebt, um zu wissen, Am Bundesratstische: Präsident des Reichs Eisenbahnamtes biefe Reformen durchzuführen, da der vorübergehende Einnahme- daß wir von den Eisenbahnen wohl Einfünfte verlangen dürfen, aber Schulz. ausfall, der zunächst wohl eintreten mag, jest gar nichts schaden nicht, daß sie den allgemeinen Verkehrsinteressen gerecht werden. Die Anträge auf Einstellung der Strafverfolgung gegen tann. Die hohe Rente der Eisenbahnen darf nicht zu einer Verkehrs-( Beifall links.) bie Abgeordneten Scheidemann( Soz.), Gerstenberger( 3.) steuer ausarten!( Beifall bei den Freisinnigen.) Abg. Pauli( Oberbarnim, Rp.): Ich bin filrzlich auch vierter und Schmidt Frankfurt( Soz.) wegen Beleidigung und gegen den Abg. Werner( Antis.): Der Abg. Windthorft war 1884 für die Klaffe gefahren und habe mich da sehr bequem befunden. Die Ueber Abg. Drees bach( Soz.) wegen Bergehens gegen das badische Aufhebung des Reichs- Eisenbahnamtes. Bismard hat das Amt ge- füllung findet man auch in anderen Klassen; ich habe es auch schon Vereinsgesetz werden auf Antrag der Geschäftsordnungs- Kommission schaffen, weil er Reichs- Eisenbahnen wünschte. Diese Erwartung ist gefunden, daß in der zweiten Klaffe 20 Personen in einem Abteil ohne Debatte angenommen. nicht eingetreten. Heute hat das Amt doch verhältnismäßig recht waren, das fann mal vorkommen. Aber das muß ich sagen, Auf der Tagesordnung steht nun die zweite Beratung des Etats wenig zu tun für die großen Kosten, die es verursacht. Wir wünschen nirgends ist ein so freundliches Publitum, wie für das Reichs- Eisenbahnamt. also, daß es infolge der Betriebsmittelgemeinschaft einen umfang- in der vierten Klasse.( Lebhafte Zustimmung links.) Die Abg. Erzberger( 8): Ich möchte den Herrn Präsidenten Schulz reicheren Wirkungsfreis bekomme.( Zustimmung bei den Antisemiten.) vierte Klasse möchte ich nur missen, wenn man in der dritten Klasse bitten, uns Auskunft über die in Heidelberg stattgehabte Konferenz Abg. Dr. Wolff( Wirtschaftliche Bereinigung) begrüßt die Er zu denselben Preifen fahren kann, wie jest in der vierten Klaffe. über eine deutsche Betriebsmittelgemeinschaft zu geben. Wir selbst gebnisse der Ministerkonferenzen und warnt vor allzu großem Miß- So schlimm, meine Herren Süddeutschen, wie es geschildert wird, ist fönnen heute noch keine endgültige Stellungnahme zu diesem Blane trauen. es mit der vierten Klasse nicht.( Lebhafter Beifall rechts.) aussprechen, da erst die betreffenden Verträge vorliegen müssen. Abg. Storz( Süddeutsche Vp.): Auch ich begrüße die Betriebs- Abg. Gothein( frf. Vg.): Man hat die Worte meines Kollegen Doch können wir den dringenden Wunsch aussprechen, daß mittelgemeinschaft, aber nicht als Anheilmittel. Auch nach ihrem Schraders dadurch herabzusetzen versucht, daß man auf seine ehe diefe Verhandlungen zu einem gedeihlichen Abschluß lommen. Abichluß werden noch viele Güterwagen leer zurückfahren müssen, malige Tätigkeit als Direktor einer Privatbahn- Gesellschaft hinwies und Ich hoffe, daß die fünftige Betriebsmittelgemeinschaft auch dazu 3. B. die Wagen, welche Kohlen aus dem Ruhrrevier nach Eid meinte, er fpräche im Intereffe des Privatbahnwesens. Nun Kollege führen wird, daß die einzelnen Verwaltungen aufeinander mehr deutschland bringen. Wir werden erst dann in Deutschland von Schrader ist natürlich der Ansicht, daß eine Erwerbs. Rücksicht nehmen, damit es nicht wieder vorkommt, daß der preußische einer fistalischen Tarifpolitif zurüdfommen, wenn der Reichstag gesellschaft in erster Linie nicht für das öffent Eisenbahnminister, ohne mit den süddeutschen Regierungen darüber selbst einen vollgültigen Einfluß auf die Entwickelung der Tarife liche Wohl zu sorgen habe( Burufe rechts: Aha 1); dafür ist zu verhandeln, die 45tägige Rüdfahrkarte schafft und dadurch die hat. Leider ist dazu wenig Aussicht. eben der Staat da. Die beste Zeit war die, wo neben den Staatsbahneit toürttembergische Verwaltung zwingt, als über Kopf den Schritt Abg. Dr. Pichler( 8.): Auch an der bayrisch- badischen Grenze noch große Privatbahnen bestanden. Damals kontrolierte der nachzumachen. Nun noch ein paar Worte über das Reichs- Eisen- find Umleitungen von Gütern vorgekommen. Hoffentlich tritt auch Staat die Privatbahnen. Jetzt ist Unternehmerin und Aufbahnamt. Wir sprechen unsere Anerkennung aus über die umfang- Bayern den Verhandlungen zur Beseitigung dieser llebelstände bei. fichtsbehörde diefelbe. Da findet natürlich ein starker Interessenkonflikt reiche Statistit, welche dieses Amt uns vorlegt. Vielleicht ist es zu Noch besser wird ja die Betriebsmittelgemeinschaft wirken. Ich freue statt. Ich freue mich, daß Graf Limburg- Stirum zugab, daß hohe Tarife umfangreich, so daß die Drientierung schwer ist. Leider erfährt man mich, daß sämtliche Parteien ihre Zustimmung dazu ausgesprochen haben, eine Verkehrssteuer bedeuten. Bor 11 Jahren haben die darin wenig über die Arbeiter in der Reichs- Eisenbahnverwaltung. bedauere es aber, daß die württembergischen Abgeordneten den Konservativen, ich glaube speziell Graf Limburg- Stirum, dies Millionen werden in diesem Betriebe umgesetzt. Das leisten doch Wunsch ausgesprochen haben aus der Betriebsmittelgemeinschaft bestritten. Durch die Staatseifenbahn Verwaltung wird nicht nur Lokomotiven, sondern vor allem menschliche Arbeitskräfte. folle eine Betriebsgemeinschaft werden. Man sollte doch etwas das allgemeine Intereffe ganz gewiß nicht gewahrt. Der Hierüber möchten wir mehr erfahren.( Beifall im Zentrum.) zurückhaltender sein, um bei den Verhandlungen mehr Vorteile Minister Miquel hat diejenigen für dumm erklärt, die das glauben. herauszuschlageu.( Beifall im Zentrum.) Es ist nicht nur unser Recht, sondern unsere Pflicht als Vertreter Abg. v. Gerlach( Hosp. d. frs. Wg.): Ich freue mich, daß schon des Boltes immer aufs neue darauf hinzuweisen, daß Fort. mein Borrebner sich gegen die Einführung der vierten Stlaffe in fchritte im Tarifwefen dringend notwendig sind. Süddeutschland ausgesprochen hat. Hoffentlich wird Preußen in Abg. v. Gerlach( frs. Vg.): Eine furiofere Beweisführung als Süddeutschland damit keine moralischen Eroberungen machen. Wenn die des Herrn Pauli ist mir noch nicht vorgekommen. Er betont, die Herren vom Zentrum, die ja in der bayrischen Kammer womög- daß das Publikum der vierten Klaffe viel menschenfreundlicher sei lich noch mächtiger find, als hier, alle ebenso dagegen sind, wie der was wir nie bestritten haben und verlangt deshalb, daß es Abg. Bichler, so muß ja Bayern von der vierten Klasse verschont menschen un freundlich behandelt werde:( Heiterfeit und sehr gut! bleiben. Süddeutschland ist noch das einzige Bollwerk im Deutschen links.) Nur wer die vierte Klasse nicht tennt, kann bestreiten, daß die Reiche gegen diese unwürdige Einrichtung.( Lebhaft. Widerspruch rechts.) Beförderung in derselben auf längere Strecken menschen u n würdig ist. Süddeutschland ist glücklich zu preisen, daß es die vierte Klasse nicht Abg. Dr. David( Soz.): Daß Graf Limburg- Stirum Gegner befigt. Sein hoher süddeutscher Beamter, der ein Dugend mal bei der Tarifermäßigung ist, ist leicht verständlich. Er ist überhaupt ein uns vierter Klasse gefahren ist, wird für deren Einführung in Süd- Gegner des Reifens, wenigstens soweit es das„ niedere Bolt" bedeutschland sein. In der Betriebsmittelgemeinschaft halte ich es im trifft, dies soll dienen, wozu es der liebe Gott auf das Land gesezt nationalen und wirtschaftlichen Interesse für notwendig, so weit zu hat. Die Herren Agrarier fürchten eben, daß die ihnen angestammten gehen, wie möglich. Ich bin aber dagegen, daß eine kulturrückständige Arbeiter, wenn ihnen das Reisen so leicht gemacht wird, noch eher Einrichtung in ganz Deutschland eingeführt wird.( Beifall links.) dazu kommen könnten, sich einmal die Welt da draußen anzusehen. Abg. Storz( füdd. Vp.): Mit dem Borredner bin ich darin ein Was Herrn Bauli anbetrifft, so stimme ich durchaus dem Vorverstanden, daß in Süddeutschland nicht die vierte Klasse eingeführt schlage des Herrn v. Gerlach zu, er möge einmal einen Kursus von wird. Wenn es zu einem Stampf zwischen den füddeutschen und den längerer Dauer in der vierten Klasse durchmachen. Wenn ihm die Präsident des Reichs Eisenbahnamtes Schulz: Die vom Abg. anderen Bahnen kommen sollte, so ist unsere Situation durchaus vierte Klaffe übrigens so gut gefällt, fo wundere ich Erzberger gewünschte Auskunft über die geplante Betriebsmittel nicht schlecht, aber ich muß sagen, ich stehe viel lieber unter der mich, daß er sie nicht ständig bei seinen Reisen benugt. gemeinschaft ist ja vom Herrn Vorredner schon in weit befferer Direktion von Berlin als von München.( Bravo!) Selbstverständlich wäre den Arbeitern mit der Abschaffung der vierten Weise gegeben worden, als ich es zu tun vermöchte. Außerdem Abg. Dr. David( Soz.): Der Vorredner ist für eine Betriebs- Klasse schlecht gedient, wenn die dritte Klaffe die jetzigen hohen schweben die Verhandlungen noch. Ueber schwebende Verhandlungen mittelgemeinschaft, aber nicht für eine gemeinschaftliche Verwaltung Preise behält. Das ist der springende puntt der aber darf man nicht zu viel Auskunft erwarten. Der Abg. Erz- der Eisenbahnen durch das Reich eingetreten. Ich glaube, der Bwved ganzen Tarifreform. Der Abg. Bauli hat gefunden, daß berger wünscht einige Erweiterungen unserer Reichs- Eisenbahnstatistit, dieser Betriebsmittelgemeinschaft ist die Stärkung des preußischen bas Publikum in der vierten Klasse fehr liebenswürdig und menschennamentlich in bezug auf die Arbeitsverhältnisse. Erst im Jahre 1897 Einflusses im süddeutschen Eisenbahnwesen. Es wäre befier freundlich ist. Das besteht meist aus Sozialdemokraten.( Lachen hat auf Grund einer Besprechung mit den anderen Verwaltungen gewesen, wenn früher eine füddeutsche Eisenbahngemeinschaft rechts. Bustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Pauli eine Revision der Themata stattgefunden, welche in die Statistit zustande gekommen wäre, die alle Tariffortschritte tonfolidiert hat sich davon überzeugt, daß das Publikum in der vierten Klasse aufgenommen werden. Doch bin ich gern bereit, auch über die hätte, welche einzelne füddeutsche Staaten gemacht haben. Das beste ist.( Heiterkeit.) Arbeitsverhältnisse, über die Sonntagsruhe usw. Statistiten auf- Nach einem Abkommen mit Heffen und durch den Erwerb der Main- Abg. Müller- Sagan( frs. Bp.): Jm Geiste des Herrn Abg. Pauli zunehmen. Neckar- Bahn hat Preußen einen großen Steil in eine solche füddeutsche malt sich die Welt ganz anders als in allen anderen Köpfen. Er Abg. Reißhaus( Soz.): Der Herr Präsident Schulz hat der Betriebs- Eisenbahngemeinschaft getrieben. Es wird jezt nichts anderes übrig behauptet, daß die vierte Klaffe fehr bequem sei.( Widerspruch des mittelgemeinschaft den besten Erfolg gewünscht. Wir verlangen bleiben, um die preußische Oberhoheit zu schwächen, als der Ueber Abg. Pauli.) Jedenfalls war er mit ihrem gegenwärtigen Zustande. entschieden eine Auskunft darüber, ob denn nun die gang zur Reichs- Eisenbahnverwaltung. Freilich wird Preußen da zufrieden. Ich bezweifle, daß er den Befähigungsnachweis zur BeReform der Personen- und Gütertarife zustande ben schärfsten Widerstand leisten, weil sein Fiskalismus bedroht ist. urteilung derartiger Fragen erbracht hat. Der Abg. Pauli war Preußen ist im Tarifwesen, wie überall, ein auch der einzige, dem seinerzeit das Essen im Reichstag schmeckte. Bisher hatten wir auf diesem Gebiete sehr wenig Erfreuliches zu Bollwert der Rückständigkeit.( Sehr richtig! links.) Jn( Große Heiterfeit.) Seine jezige Zufriedenheit mit der vierten berzeichnen. Die Einführung der 45- tägigen Rüdfahrkarten ist von der vierten Klasse längere Beit zu fahren, ist schon für einen gefunden Selaffe wird denen, die in ihr zu fahren gezwungen find, nicht als einer Einschränkung des Nachbarortverkehrs durch Beseitigung der Menschen eine Tortur. Und heutzutage sind viele Leute gezwungen, Scherz, sondern als bitterer Hohn erscheinen.( Sehr wahr! links.) Sonntagskarten begleitet gewesen. Die kleine Reform, die wir von Diten bis Westen tagelang in der vierten Klasse zuzubringen. Abg. Pauli( Rp.): Ich habe nicht ein Wort gegen die Ver erreicht haben, ist also auf Kosten der armen Bevölkerung durch- Es ist eine Ungerechtigkeit fondergleichen, daß sich unbemittelte befferung der vierten Klasse gesagt, sondern nur, daß ich einmal geführt worden. Ich möchte noch in erster Linie darauf hinweisen, Leute so befördern laffen müssen. Mit welchent Recht schließt sehr bequem darin gefahren bin. Ich behaupte, daß jedenfalls vor daß es dringend notwendig ist, auch in der 4. Klasse Nichtraucher- man übrigens die vierte Klasse aus den Schnellzügen aus? läufig die Leute, welche jetzt vierter Klasse fahren, fie nicht aufgeben Abteilungen einzurichten. Dieselbe Einrichtung, die die erste, zweite Es ist das eine Ungerechtigkeit, die um so empfindlicher wirkt, als wollen zugunsten der teueren Preise, die sie in der dritten Klasse in und dritte Klasse schon haben, können auch die verlangen, die durch die Erträge der vierten und dritten Klasse mit dazu dienen, um die Süddeutschland bezahlen müssen. Weil der Abg. David gesagt hatte, ihre wirtschaftliche Lage gezivungen sind, die vierte Klaffe zu bes Bequemlichkeit der Reisenden zweiter und erster Klasse zu ermöglichen. in der vierten Klasse würden Kinder gestoßen, habe ich gesagt, daß mugen, zumal gerade sie es ist, die der Eisenbahn die großen leber- Denn diese Klassen für die Befierbemittelten decken sich ja nicht selbst, niemand mehr Rücksicht auf die Mitfahrenden nimmt als die schüsse liefert. Ferner mache ich darauf aufmerksam, daß die gewiß sondern werden gedeckt durch die Erträgnisse aus der dritten und Arbeiter. In der zweiten lasse würde teinpassagier sehr berechtigte Borschrift in den Wartesälen und Wagenabteilungen: vierten, mit anderen Worten: die in der dritten und vierten Klasse auch nur einen Fuß breit rüden.( hört! hört! bei den Nicht spuden!" ihren Zwed verfehlt, wenn keine Spudnäpfe auf- fahrenden Minderbemittelten bezahlen den in der ersten und zweiten Sozialdemokraten.) gestellt werden. So wie dies in den D- Bügen geht, sollte es auch Klaffe fahrenden Besserbemittelten einen Teil ihres Fahrgeldes. Die Hierauf wird der ganze Etat für das Reichs Eisenbahnin allen anderen Zügen durchgeführt werden. Eisenbahn mit ihrem Selassenwesen bietet ja ein außerordentlich gutes amt ohne weitere Debatte genehmigt. Seit Jahren ist von dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht Bild unserer wirtschaftlichen Klaffenverhältnisse( Sehr richtig! bei Es folgt der Etat des Rechnungshofes. worden, wie dringend notwendig der Ausbau des Eisenbahnmezes den Sozialdemokraten), darum entspricht es durchaus Die Budgetkommission beantragt unter den einmaligen Ausgaben im Meininger Oberlande ist. Aber noch immer ist der Bahnbau dem preußischen Geist, daß jeder Vereinbarung mit Süddeutsch- die Bewilligung von 500 000 m. als zweite Rate für den Neubau Sonneberg- Eisfeld nicht in Angriff genommen. Auch die Zustände land als Hindernis das Verlangen nach Einführung der vierten eines Dienstgebäudes für den Rechnungshof des Deutschen auf dem Bahnhof Sonneberg laffen sehr viel zu wünschen übrig. Selasse vorgeschoben wird. Das Marterinstrument der 4. Klaffe foll Reiches auf den Grundstücken der alten Kriegsschule in Potsdam. Es fehlt für den in gewissen Monaten dort sehr großen Berkehr an durchaus auch in Süddeutschland, eingeführt werden. Was aber das Da der Berichterstatter der Budgettommission, Abg. 2attmann Räumen und genügendem Bersonal. Die Güter müffen oft tagelang Reisen in dieser Klaffe für frante Leute oder für Frauen mit( Antis.) nicht anwesend ist, erhält auf Antrag des Borsigenden der im Freien liegen. Man muß anerkennen, daß die Beamten in über Kindern bedeutet, davon kann sich der keine Vorstellung machen, der Kommission, des Abg. Stodmann( fons.) als Korreferent menschlicher Arbeit ihre volle Schuldigkeit tun, aber es wäre Pflicht nicht selbst mit gefahren ist. Man muß sehen, wie arme, franke Abg. Singer( Soz.) das Wort zur Berichterstattung. Die Komdes Reichs- Eisenbahnamtes, dafür zu sorgen, daß diesen Buständen Wienschen, denen jedes Rütteln des Wagens Schmerz verursacht, zu mission bemängelt, daß nicht von vornherein Bodenuntersuchungen endlich ein Ende gemacht wird. Die Aufgabe der Eisenbahnen ist, den Universitätsstädten fahren oder wie Frauen mit Kindern nicht stattgefunden haben, so daß jest Fundamentierungsarbeiten not den berechtigten Wünschen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, einmal ein Bedürfnis befriedigen lönnen, da sämtliche alten Wagen wendig werden und ist nicht damit einverstanden, daß für Reichsnicht aber, nur hohe Profite zu erzielen.( Bravo! bei den Sozial- ohne Aborte gebaut find; wenn beim Aufenthalt auf einer Station gebäude die preußische Akademie für das Bauwesen als eine Art demokraten.) jemand hinausfpringt, um ein notwendiges Bedürfnis zu ver- Benfurbehörde an Stelle einer leider fehlenden Reichsbehörde Präsident des Reichs- Eisenbahnamts Dr. Schulz: Jch bin gern richten, so ist, wenn er zurückommt, entweder der Bug fungiere. bereit, dem Herrn Borrebner Auskunft zu erteilen. Für den Bahnhof durchgegangen oder mindestens ihm sein Play weggenommen. Der Titel wird debattelos bewilligt, ebenso der Rest des Etats. in Sonneberg ist ein Kapital von 2740 000 Mart in Aussicht ge- Denn in der vierten Klaffe find zwar Bänte angebracht, aber nicht hierauf vertagt sich auf Antrag des Abg. Dr. Sattler( natl.) nommen. Da diefer Bahnhof an eine ganz andere Stelle gelegt fo biele, daß fie für alle Passagiere ausreichten. Infolgedessen kann das Haus. werden muß als der bisherige, und da das Gelände dort besonders nur ein Teil der Passagiere fizen, und während in allen übrigen Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Bp.) fragt, wann die wegen Erschwierig ist, ist es erklärlich, daß der Bau etwas längere Zeit in Klassen verlassene Bläge durch Belegen reserviert werden können, frankung des Ministers v. Budde bisher verschobene Besprechung der Anspruch nimmt. Ueber die Vernachlässigung des Thüringer gilt in der vierten Klasse das Gefeß, daß Plätze nicht belegt werden freisinnigen Interpellation wegen der Erhebung von Abgaben auf Gebiets in bezug auf Eisenbahnen ist bereits seit Jahren geflagt dürfen. Das sind die Einrichtungen des preußischen Kulturstaates, natürlichen Wafferläufen voraussichtlich auf die Tagesordnung gesezt woorden, nach näherer Prüfung haben sich die Klagen aber nicht als der unter der Devise: Preußen voran!" marschiert( Sehr gut bei werden wird. berechtigt herausgestellt. Auf 1000 Quadratkilometer Grundfläche den Sozialdemokraten.) Nun hat einer der Vorrebner den Gedanken fommen in Deutschland 101 Kilometer Eisenbahnen, in Thüringen angeregt, die vierte Klaffe abzufchaffen. Ich glaube nicht, daß 135 Kilometer. Die Fertigstellung der Linie Sonneberg- Eisfeld ist Breußen dazu kommt. Wenn aber doch, so wird Breußen es vielleicht binnen turzem zu erwarten. ebenso machen wie Sachsen, das diesen Fortschritt vorläufig einnial für den Sonntag eingeführt hat. Dort werden am Sonntag feine Billetts vierter Stlasse verkauft, aber die Wagen vierter Klasse fahren auch am Sonntag, nur daß dann ein Bettel an dem Wagen herausgehängt ist: Dritte Klasse. Das deutet an, daß am Sonntag die dritte Klasse bezahlt werden muß. Ein willkommenes Nebenprodukt bei der Betriebsmittel- Ver-( Heiterkeit.) Auch das ist echt sächsisch.( Sehr gut! bei den Sozials Die Budgetkommission des Reichstages segt mit mehr einheitlichung kann die Reform der Tarife bezeichnet werden. Demokraten.) Ich würde es für einen außerordentlich großen Fort Eifer als Erfolg ihre Bemühungen fort, die Solonial. Ohne die schwebenden Verhandlungen stören zu wollen, tann man schritt halten, wenn das Reich für alle diese Verhältnisse kompetent abteilung des Auswärtigen Amtes in die Anfangsdoch sagen, daß alles auf eine Tarifermäßigung hindrängt und vaß würde, und das tann nur auf dem Wege über die Reichs Eisenbahn- gründe des deutschen Budgetrechts einzuweihen. Schon in der vorigen die Eisenbahnverwaltung diefem allgemeinen Bedürfnis wird nach gemeinschaft geschehen. Ich glaube und hoffe, daß wir dazu ge Seffion des eichstages wurde festgestellt, daß die Beamten der tommen müssen. Das allgemeine Bedürfnis nach Vereinheitlichung langen werden wenn die süddeutschen Staaten infolge der Betriebsund Serabfegung aller Tarife ist von den Verwaltungen wie von mittelgemeinschaft noch schärfer empfinden, was die preußische Solonialabteilung geradezu naive Auffassungen von der Bedeutung allen Fachmännern anerkannt worden. Oberhoheit in Eisenbahndingen für Süddeutschland bedeutet.( Beifall jener Verfaffungsbestimmung haben, durch die der Volksvertretung Wenn diese Vereinfachung der Tarife zustande kommt, so wollen bei den Sozialdemokraten.) das Ausgabebewilligungsrecht vorbehalten wird; wir erinnern mar wir nur wünschen, daß bei dieser Gelegenhet, nicht noch in irgend Abg. Schrader( frf. Vg.): Die Henderung der Tarife ist nur an die famose Affäre der„ Kolonialattachés", Kolonialattachés", die uneiner Form eine Erhöhung eintritt, auch nicht auf dem Gebiete der möglich, wenn Breußen will: und Preußen will nicht, wie aus gefähr auf einer Stufe mit den bekannten Tanzhusaren" tommt. Abg. Dr. Bachnicke( frf. Vg.): Der Herr Abg. Reißhaus hat die Einführung von Nichtraucher- Abteilungen für die vierte Klaffe verlangt. Wenn diese Klasse beibehalten werden sollte, so müßte fie so aus gestattet werden wie die anderen; aber ich glaube, es wäre end Tich Beit, fie abzuschaffen. " Präsident Graf Ballestrem erwidert, daß er heute wieder an gefragt und die Antwort erhalten habe, daß vor dem 26. Januar nicht darauf zu rechnen wäre. Nächste Sizung: Donnerstag 1 Uhr: Bostetat. Schluß 5 Uhr. Die Erziehung zur Ordnung. wnftl««». Nachdem in diesem Jahre schon die General- diskussion über den vorgelegten Nachtragsetat für das Schutzgebiet Südwestafrika sich zu einer schweren Niederlage der Regierung aus- gestaltet hatte und mit der nachträglichen Einholung der Indemnität abschloß, erlebte die Kolonialabteilung am Mittwoch von neuem einen bösen Tag. Mt einer— selbst bei den Mitgliedern des Zenttums bis zum Schluß der Kommissionssitzung anhaltenden — seltenen Einmütigkeit wurde das Verfahren der Kolonialverwaltung bei der Aufstellung von Forderungen und Ausgabe von Geldern für Eisenbahnen in Südwestafrika vom konstitutionellen Standpunkte aus mißbilligt und ihr eine derbe Lettion erteilt. Ueber den Verlauf der Sitzung teilt man uns folgendes mir: Im Titel 3 des Nachtragsetats werden 1 750 000 M. gefordert, bfc laut eines Vertrages von der Negierung der Otavi- Gesellschaft teils schon gezahlt worden sind, teils noch gezahlt werden sollen, damit sie den Bau einer bereits früher begonnenen Eisenbahn von Swakopmund nach Omaruru be- schleunige. Der Referent, Abg. Prinz Arenberg bemängelte diese Forderung und rügte die dabei unzweifelhaft begangene Verletzung des E t a t s r e ch t s der Volksvertretung; er fragte ferner, ob die Gesellschaft unter bestimmten Voraussetzungen zur Rückzahlung ver- pflichtet sei. Kolonialdirettor Dr. Stübel erklärte, daß die Rückerstattung der der Otavi-Bahn gespendeten Gelder nicht in Aussicht genommen wäre. Sie habe darin ja auch nur die Mehrkosten für die Be- schleunigung des Baues von 164 Kilometer erhalten. 25 850 M. sollte der Kilometer ursprünglich kosten; die Beschleunigung kostet 41 Proz. der ursprünglichen Bansumme mehr, rund 10000 M. mehr pro Kilometer. Abg. Bachem erkannte an, daß die Schaffung rascher Verbindung beim Aufstand wertvoll gewesen sei, aber der Zusammenhang dieses Bahnbanes mit der Bekämpfung des Ans- standes nicht so eng, daß das Ausgeben des.Geldes ohne Genehmigung des Reichstages zulässig gewesen sei. Dies sei geradezu ein Schulfall für die Unzuläskigkeit außeretatsmäßiger Ausgaben. Die Zahlen, die der Kolonialdirektor vorgettagen habe, könne man gar nicht nachprüfen, aber d. Beitrag von 10 670 M. pro Kilometer sei so hoch, daß untersu verden müsse, ob das Geld überhaupt ausgegeben worden sei. Wahrscheinlich seien dafür dauernde Werte zugunsten der Otavi-Bahn geschaffen worden, wofür die Otavi-Gesellschaft dem Reiche rückerstattungspflichtig zu niachen sei. Der Referent Prinz Arenberg stellte fest. daß überhaupt infolge der Strandung eines Dampfers und eines Streiks der Ar- beiter der Termin zur Ferttgftellnng der Bahn nicht eingehalten worden sei— die Bahn sei heute no6> lange nicht fertig. Abg. Müller- Sagan tadelte das Vorgehen der Regierung und betonte, daß er einen Antrag unterstützen werde, der die Gesell- schast zur Rückerstattung verpflichte. Kolonialdirektor D r. Stübel berief sich darauf, daß das Abkommen mit der Otavi-Gesellschaft auf bestimmtes Verlangen des Generals V.Trotha getroffen sei. Ein direttes Eingreifen des Militärs in den privaten Bahnbau sei nicht angängig gewesen, daher habe man mit der Gesellschaft über Be- schleunigung verhandelt. Die Verträge seien bindend und daran könne auch der Reichstag nichts mehr ändern. Die der Gesellschaft gezahlten Beträge deckten eben nur deren Mehrkosten. Abg. v. Nicht Hofen meinte, daß die Gesellschaft einen Rechts- anspruch an den Fiskus habe; es frage sich freilich, ob der Fiskus nicht auf die Beamten zurückgreifen könne. Es sei tief bedauerlich, daß der Reichstag nicht rechtzeitig gefragt worden sei. An der Sache selbst sei natürlich nichts mehr zu ändern. Abg. Dr. Arendt tadelte das Ungeschick, mit dem der Vertrag abgeschlossen worden sei; die Baufirma Koppel er- halte mindestens 800 000 M. vom Reiche, auch wenn gar nichts gefördert worden sei; denn man habe ihr eine Konventionalsttafe zwar angedroht, die sei aber so niedrig, daß die Gesellschaft noch ein feines Geschäft mache, selbst wenn sie siej sür ein ganzes Jahr zahle. Abg. Dr. S ü d e k u m wandte sich auf das schärffte öegen die geradezu ungeheuerliche Mißachtung des parlamentarischen Budget- recht? und verlangte, daß die Vorlagen der Regierung wenigstens ordnungsmäßig begründet würden. Es sei unmöglich über die Position zu verhandeln, solange man nicht den Vertrag mit der Otavi-Gesellschaft kenne. Man müsse auch wissen, wer die Hintermänner dieser Gesellschaft seien, der das Reich so splendid Hunderttausende spende. Darum beanttage er zunächst Borlage des Berttages und der zu ihm gehörigen Aktenstücke und sodann Ab- lehnung der ganzen Position. Die Beamten der Kolonial- abteilung würden doch nicht eher den Respekt vor dem Budgetrecht des Reichstags gewinnen, als bis sie einmal materiell für ihre Taten haftbar gemacht worden seien. Abg. Lattmann meinte, es sei an der Zeit, mit den G e- sellschaften in den Kolonien aufzuräumen. Die Otavi- Gesellschaft verdiene keine Schonung. Die Südwestafrika-Company habe 55 Proz. Dividende infolge ihrer Beteiligung an der Otavi- Gesellschaft ausschütten können. Die Otavi-Gesellschaft bestehe sogar ganz rechtswidrig, da eine Verlängerung ihrer Kon- zession durch einen einfachen Brief des Kolonial- direktors Stübel rechtlich unwirksam sei. Die Gesellschaften trieben schamlosen Bodenwucher. Er beantrage die Einsetzung einer Untersuchungskommission, zusammengesetzt, aus Vertretern des Reichs- tages und der Regierung. Rechtsqelehrten und Kennern der Kolonien, um die Verhältnisse der Gesellschaften in den Schutzgebieten zu studieren; bis zur Beendigung dieser Untersuchung sei die Beschluß- fassung über die Position auszusetzen. Abg. Erzberger stimmte dem Antrag Südettrm auf Vorlage des Verttages zu und fragte an, wie es denn überhaupt mit dem Bahnbau aussehe. Die Debatte über die Gesellschaft vertage man besser. Darüber entspann sich eine längere Geschäftsordnungs- Debatte, als deren Resultat sich ergab, daß die Beratung ausgesetzt und der Antrag Südekum mit Einstimmigkeit angenommen wurde. Dadurch wurde auch der A n t r a g L a t t m a n n einstweilen vertagt. Im Titel 4 handelt es sich um eine Forderung für Vorarbeiten zu einer Bahn Windhuk-Rehoboth, die frühestens vielleicht in 4—6 Jahren fertiggestellt werden kann. Diese Bahn steht nach den Darlegungen des Referenten in gar keinem Zusammen- hange mit den Ereignissen in Südwestafrika und es sei deshalb ohne Sinn, eine solche Forderung in den Nachtragsetat einzustellen. Auch hier sei ein Bertrag mit Artur Koppel ohne Genehmigung des Reichstages abgeschlossen. Auch der Korreferent Paaschs erklärte es für ganz unverständlich, daß man einen solchen Vertrag habe schließen können und daraufhin auch schon Geld gezahlt habe; er empfehle Ab- lehmmg der Position. Es möge sich dann herausstellen, wer das Geld zu zahlen habe. Der Kolonialdirektor Dr. Stübel meinte, es lägen „militärische Interessen" vor! Das sei freilich nicht ttar in der Denkschrift ausgedrückt worden. Es sei doch damit zu rechnen gewesen, daß einmal im Süden ein Aufstand ausbrechen werde. Man müsse sich rechtzeitig über die Möglichkeiten der Bahnbauten unterrichten, denn was es mit einer miß Blaue hinein gebauten Bahn auf sich habe, das habe man bei der Bahn Swakopmund— Windhuk ja gesehen. Wenn die Borarbeiten für die neue Bahn nicht in Angriff genommen worden wären, dann sei der Bahnbau um mindestens ein Jahr hinausgezögert worden. Abg. Dr. Bachem meinte, mit solcher Motivierung könne man schließlich auch gleich 26 Millionen ohne Genehmigung des Reichs- tages für die Bahn selbst ausgeben. Der springende Punkt sei der, daß der Verttag nicht ohne den Reichstag geschlossen werden durfte, zumal der Nachweis eines Zusammenhanges mit der Bekämpfung eines AufstandeS nicht geliefert sei. Der Kolonial- direktor stellt eS so dar, als ob das Parlament ohne weiteres die Bahn selbst bewilligen müffe. Wenn der Reichs- tag die Bewilligung ablehnt, dann sind die Verträge nichtig und die gezahlten Beträge müssen zurückgezahlt werden. Das Risiko trägt die Firma Koppel, die gewußt hat, daß die Zu- stimmung des Reichslags nötig war. Die Kommission müffe zur Ablehnung des Postens kommen. Er gehöre gar nicht in diesen Etat. In einem anderen Etat könne der Reichstag darüber ver- handeln, als ob noch nichts geschehen sei. sAha! Redaktion des„Vorwärts".) Abg. Singer stellte fest, daß die Kolonialabteilung offenbar keine Ahnung von den Vcrfassungs- bestimmungen habe. Den Kolonialdirektor achte er persönlich, aber Herr Stübel fühle sich offenbar mehr als der absolute Chef eines Handlnngshanses denn als verantwortlichen Beamten. Soviele Differenzen kämen mit keinem anderen Ressort vor. Zum Abschluß des. Verttages mit Koppel hatte die Verwaltung gar kein Recht; mich entstehen daraus erheblich höhere, im Nachtrags-Etat nicht einmal vorgesehene Kosten. Nachdem der Kolonial- direktor es so dargestellt habe, als ob der Bahnbau selbst gar nicht mehr kontrovers sei, handele es sich um ein Engagement von 30 Millionen. Er frage den Schatzsekretär, ob man wenigstens im Bundesrate die Sache gründlich behandelt habe. Die Firma Koppel habe sehr wohl gewußt, was sie mit Abschluß des Verttages tat, aber er bedanke sich dafiir, daß die Firma die Verfügung über das Etatrecht des Reichstages erhalte. Im übrigen halte er es nicht, wie Bachem, für die Pflicht der Abgeordneten, der Regierung zu zeigen, wie sie aus ihrer verfahrenen Situation herauskomme. Der Schatzsekretär v.Stengel meinte, der Verttag mit Koppel sei rechtsgültig und suchte im übrigen das Verfahren der Regierung zu verteidigen; einen Vorbehalt späterer Genehmigung des Vertrages hätte man bei der Firma gewiß nicht durchgesetzt. Die Vorarbeiten bedeuteten noch kein Engagement für den Bahnbau selbst. General S i x t V.Armin erging sich in längeren militärischen Betrachtungen, die die Notwendigkeit des Bahnbaues darlegen sollten. Abg. Erzberger fragte an, ob es wahr sei, daß General v. Trotha neuerdings auf eigene Faust den Bau einer Bahn von Lüderitzbncht nach Ketmannshoop begonnen babe. Darauf entgegnete Kolonialdirektor Dr. Stübel, General Trotha habe da? aller- dings b e a b si ch tig t und habe Mannschaften des Eisenbahn-Re- giments mit de» Borarbeiten betraut. Am 30. Oktober habe er einen Bericht über diese Angelegenheit versprochen, aber ihn noch nicht eingesandt. Nachdem Abg. Starz Verwahrung gegen die Verletzung des Budgetrechts eingelegt hatte, erklärte Abg. Spahn: Die Erklärungen der Regierung hätten deren Situation nur ver- schlechtert. Wenn schon im Sommer Befürchtungen bestanden hätten, daß der Aufftand nach dem Süden übersprang, dann fehle jede Ent- schnldigung für die Nichtbcnifnng des Reichstag?. Man solle nicht immer mit den unkonttollierbaren„militärischen Erwägungen" operieren; man habe auch Pflichten gegen den Reichstag. Diese Position könne nicht durch die Indemnität gedeckt werden. Wenn man in Siidwestafrika vor der Gefahr fortwährender Kriege stehe, dann könne von der Lösung kultureller Aufgaben keine Rede sein, dann müffe man das Land aufgeben. Kolonialdirektor Stübel suchte seine früheren Worte etwas einzuschränken und meinte, so genau hätte man freilich den Ausbruch des WitboikriegeS doch nicht voraussehen können. Abg. Arendt trat lebhaft für Bahnballten in den Kolonien ein und meinte, die Regierung hätte können allen Schwierigkeiten aus dem Wege gehen, wen» sie einfach mit dem Bahnbau selbst statt mit den Vorarbeiten begonnen hätte, und dann gesagt hätte, das sei militärisch notwendig gewesen 1 1 Es liege nur eine formale Verfehlung vor, deshalb könne er auch nicht für Ab- lehnung der Position sein. Auch Abg. B ä u m e r behielt sich eine Prüfung der materiellen Notwendigkeit des Bahnbaues vor und war nur für eine„Ablehnung an dieser Stelle." Da der Reichs- Schatzsekretär noch wichttge Erklärungen der Regierung in Aussicht stellte, so wurden schließlich die Verhandlungen abgebrochen und vertagt._ parlamentarisches. Die Petitionskommission des Reichstages beschäftigte sich in ihrer Sitzung am Mittwoch mit zwei Petitionen betteffend rcichSgcsctzliche Regelung der Dienstvcrhälttlissr des Personals der Rechtsanwälte und Notare und der Gerichtsvollzieher. Die Kommission beschloß, beide Petitionen dem Reichskanzler zur Berücksichttgung zu überweisen. Eine Petition betreffend Herabsetzung des gesetzlichen Maximal- Arbeitstages für weibliche Fabrikarbeiterinnen auf zehn Stunden soll ebenfalls dem Reichskanzler zur Berücksichtigung,«ne andere Petition, welche die Einführung des zehnstündigen Maximal-Arbeitstages für alle Arbeiter und Arbeiterinne» und das Verbot aller Nacht- und Ncberstundcnarbeit fordert, dem Reichskanzler als Material überwiesen werden. Der Gesamtverband der evangelischen Arbeitervereine sendet zwei Petittonen, in denen er 1. um odligatorische Errichtung von Arbeitskammcrn, 2. um fattiltative Einführung staatlicher Arbeits- »achweise in Gemeinden von über 10 000 Einwohnern bittet. Beide Petttionen sollen dem Reichskanzler zur Erwägung überwiesen werden. Derselbe Beschluß wurde gefaßt bezüglich einer Reihe von Pe- titionen, welche die reichsgesetzlicke Regelung der PenfionS- und Hiitterbliebencnversorgung der Privatbcamten fordern. Der an- wesende Regierungskommissar teilte mit. daß die verbündeten Re- gierungen der Angelegenheit wohlwollend gegenüberstehen. Es soll in der Sache eine Denkschrift ausgearbeitet werden, welche dem Reichstage frühestens 1906 zugehen werde. Drei, von Hausbesitzervereinen ausgehende Petttionen, betreffend Acnderung des 8 �64- Ziffer 3 des Jnvalidenvcrsicherungsgesetzcs werden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Die Petenten lvenden sich gegen die Unterstützung an Baugenossenschaften durch die Versicherungsanstalten und gegen die staatliche Wohnungsfürsorge für die Beamten. Zwei Petitionen des früheren Postmeisters Bettführ in Görlitz, betreffend Gewährung einer Kriegszulage und eine Be- schwerde über angebliche Rechtsverweigerung erklärt die Kommission sür ungeeignet zrr Erörterung im Plenum. Partei- aebrieb ten. Um unliebsame Irrtümer zu vermeiden, bitte ich die Genossen dringend, bei den an meine Adresse gerichteten Geldsendungen genau anzugeben, ob dieselben für den allgemeinen Parteifonds oder sür die streikenden Bergleute des RuhrrevierS bestimmt sind. A. Gerisch. Der badische Parteitag ist von dem LandeSborstand der soziat« deniokratischen Partei Badens auf den 18. und 19. Februar nach Offenburg einberufen worden. Außer den geschäftlichen Be- richten und dem Bericht der LandtagSftaktion steht die Tages- ordnung vor: Berichterstattung über die Partei« presse, Stellungnahme zur bevor st ehenden Land- tagswahl, Stellungnahme zur Errichtring eines Parteisekretariats. Vom ostasiatischen Kriegsschattplatze. Tokio, 18. Januar. sMeldung des„Rcuterschen Bureaus".) Laut Mitteilung der Marineverwaltung sind am 14. Dezember v. I. 17 Offiziere urrd Mannschaften eirreS ja puni scheu Torpedobootes bei einen, Angriff ans das russische Linien- schiff„S c b a st o p o l" im Hafen von Port Arthur umgekommen.— Es sind nunmehr die Vorkehrungen beendet zur Unterbringung von 33 000 russischen Gefangenen aus Port Arthur und anderweitigen Orten. 5000 werden in Tengakhaia und 20 000 in Hamatera bei Osaka untergebracht; die übrigen werden auf verschiedene Städte in Abteilungen von 3500 bis 4000 Mann verteilt.— Der russische Leutnant MirSki, der in Matsuyama in Gefangenschaft sitzt, wird wahrscheinlich auf Lebenszeit gesangen gesetzt werden, weil er ver- schiedene Versuche gemacht hat zu entkommen.— Ein japanischer Stabsoffizier behauptet, reguläre chinesische Truppen Hütten russische Streiffcharen begleitet. Petersburg, 17. Januar. Admiral Dubassow erklärte gegenüber dem Pariser Korrespondenten der Petersburger Telegraphen-Ageuwr, daß seine Unterredung mit einem Mitarbeiter des „Echo de Paris" durchaus privaten Charatter ttug und seine Aeußerungen nicht hätten veröffentlicht werden sollen. Er habe die Notwendigkeit betont, eine mächtige russische Flotte zu schaffen und daraus habe der Berichterstatter des Blattes gefolgert. Nußland werde, da es diese Flotte nur nach dem Friedenslchluß erlangen könne, einen neuen Krieg an Japan erklären. Der Admiral erklärte schließlich aufs bestimmteste, daß nach seiner Ansicht der Friedensschluß nur nach dem russischen Siege möglich sein werde und daß ein Teil der erwähnten Unterredung durchaus unrichtig wiedergegeben worden sei. Zur Neutralitätsverletzung Chinas. Washington, 18. Januar.(Meldung des„Reuterschen Bureaus.") Staatssekretär Hay hat bei Bestätigung des Empfangs der russischen Note über die chinesische Neutralität die Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeiten gelenkt, mit denen eine neutrale Macht zu kämpfen habe, wenn die Kriegführenden so mächtig sind. Der chinesische Gesandte teilte Hay mit, daß die chinesische Negierung die russischen Anschuldigungen zu widerlegen gedenke. Staatssekretär Hay ließ eine Abschrift seiner Note an die diplo- mattschen Vertreter der Vereinigten Staaten in Europa und Japan ae« langen sowohl zum Zwecke der Information, als auch besonders in der Hoffnung, daß sich einige Mächte dadurch bewegen lassen würden, den Ver- such Hays zu unterstützen und die Kriegführenden zur Fest« Haltung an dem Abkommen über die Beschränkung des Operationsgebietes zu veranlassen. In Washington hält man eine derarttge gemeinsame Handlung angesichts der wiederholten russischen Kundgebungen und der Tat- fache ftir notwendig, daß sich die chinesische Bevölkerung in einem Zustande der Erregung befindet, der jeden Augenblick bei der geringsten Beunruhigung Anlaß zum Kampf gegen die Freinden geben könne. Man nimmt an, daß China die Note Hays. die durchaus nicht drohend gehalten ist und den Stolz Chinas nicht ver- letzt, willkommen heißen werde. Es verlautet in Washington, daß China antworten werde, es sei keine Tatsache angeführt worden, um zu beweisen, daß die chinesischen Behörden gewarnt gewesen seien und daß man China deshalb nicht den Vorwurf niachen könne, es habe versäumt, Maßregeln zur Verhinderung der Wegnahme des„Reschitelny" zu treffen. Auch werde die chinesische Regierung b e- zweifeln, daß der chinesische Admiral in der Lage gewesen sei, die W e g n a h m e zu verhindern, und die Behauptung, „Reschitelny" sei vollständig entwaffnet gewesen. widerlegen. In der Antwort werde eS ferner heißen, daß die chinesische Regierung nicht dafür verantwortlich gemacht werden könne, daß Chinesen in dem japanischen Heere dienen. Wohl sei sie verpflichtet, die Organisation feindlicher Expedittonen gegen die Kriegführenden zu verhindern, jedoch könne sie nicht hindern, daß einzelne Individuen sich dem einen oder dem anderen der Kriegfüyrenden anschlössen. Schließlich werde die chinesische Regierung erklären, daß die Verwendung japanischer Offiziere als Instrukteure bei den chinesischen Truppen keine Ber- lctzung der Neutralität sei. Hud Induftne und Handel« Der Bergarbeitcrstteik und Berlins Kohlenversorgung. Der AuS- Bruch des Generalstreiks im Ruhrrevier hat vielfach zur Aufwerfung der Frage geführt, wie der Streik auf die Kohlenversorgung Berlins und den hiesigen Preisstand der meistgebrauchten Kohlenlorten zurück« wirken wird. Ausgeschlossen scheint eine mäßige Preissteigerung nicht; denn eS ist eine alte Erfahrung, daß vom Zwischenhandel auch dann, wenn er selbst keine höheren Einkaufspreise zu zahlen hat, oft Streiks als günstige Gelegenheit zur Heraufsetzung der Preise be- nutzt werden; aber bettächtlichen Einfluß werden die Vorgänge in, Ruhrrevier auf den Berliner Kohlenmartt kaum gewinnen. Erstens sind die größeren Werke, auch die städtischen, auf längere Zeit mit Kohlenvorräten versorgt, oder haben doch zu festen Pretfe« abgeschlossen; zweitens aber erhält Berlin überhaupt nur einen geringen Teil seines Bedarfs aus Westfalen. Die große Masse der in Berlin und Umgegend verbrauchten Kohlen stammt aus Schlesien. Selbst englische Kohlen werden in Berlin noch mehr verbrannt, als westfälische. Im Jahre 1903 kamen z. B. auf Berlin und seine Vorort: oberschlesische Steinkohlen 1.714 Millionen Tonnen niederschlesische„ 0,373„„ westfälische„ 0,285 englische„ 0,431 Nur etwa der zehnte Teil der in Berlin verbrauchten Stein- kohlen stammt also aus Westfalen. Sollte von dort die Zufuhr stocken, läßt sich der Fehlbetrag ziemlich leicht durch vermehrte Zu- fuhr aus dem schlesischen Revier und aus England decken. Die Regierung und die Bergwerksverstaatlichung. Der vor einigen Tagen erschienene Bericht der zur Beratung der Hibcrnia- Vorlage eingesetzten Kommission hat an und für sich eine recht geringe B.'deutung, denn die in der Beratung angeschnittenen Fragen sind vorher schon weit gründlicher und besser in der Presie behandelt ivorden; ein gewisses Interesse bietet er aber gerade jetzt, wo im Ruhrgebiet der Kampf zwischen den Bergarbeitern und den Kohlenmagnaten entbrannt ist, insofern, als er zeigt, daß die preußische Regierung vor dem über den Verstaatlichungs- versuch des Herrn Möller empörten Kohlensyndikat nmtig zurückgewichen ist und feierlichst alle Verstaatlichungsgelüsten abgeschworen hat. So erklärte z. B. nach dem KommisfionS- bericht Minister Möller: Der Vorschlag, die der Gefahr der Still» legung ausgesetzten Zechen im Süden zu erwerben und von der Verstaatlichung der Hibernia Abstand zu nehmen, könne nicht ernst- Haft in Betracht kommen. Man werde versuchen, durck, entsprechende Acnderung des Z 65 des allgemeinen Berggesetzes Mißbräuche des Bergwcrkcigentums zu verhindern. Die Verstaatlichung des ganzen rheinisch-westfälisckien Bergbaues sei weder beabsichtigt noch auch durchführbar aus schwerwiegenden politischen und wirtschaftlichen Gründen. Und als noch abgeneigter gegen alle Verstaatlichungspläne zeigte sich Freiherr v. Rheiubabeu, der Bewunderer des TtahlwerlS« verbandes. Er verficherte, der Entwurf bebeute nicht den ersten bon Belästigungen und Bedrohungen nichts werden. vermag. Rusland. Schritt zur Verstaatlichung des gesamten Kohlenbergbaues. Der Ver- wahrgenommen. Trogdem verurteilte das Gericht die Die Differenzen in der Antwerpener Diamantindustrie. Der Ber staatlichung ständen schwere Bedenken gegenüber, die staatliche beiden Arbeiter zu je 10 M. Geldstrafe: Die Polizei habe sich such der Arbeitgeber, in einzelnen Fabriken die Arbeitszeit zu ver Schuldenlast würde um 1½ bis 2 Milliarden erhöht werden. Das hier in berechtigter Ausübung ihres Amtes befunden; nachdem längern, ist fehlgeschlagen. Trotz des Anschlages wurde von den Streben, an die Stelle der Privatwirtschaft den Staatsbetrieb zu sehen, habe ohnehin in Be einmal die anonyme Anzeige eingelaufen Arbeitern die tarifmäßige neunstündige Arbeitszeit innegehalten. benken erregender Weise in Deutschland um sich sei(!!!) und nachdem sich Fabrikbeamte über Belästigungen jenen Plan der Unternehmer unterstützt, keinerlei Einfluß auszuüben Das ist ein Beweis dafür, daß die Streitbrecherorganisation, die gegriffen und dürfe nicht noch mehr gestärkt beschwert hätten, sei die Polizei zu ihren Anordnungen auf ienen plan der Unternehmer unterstützt, keinerlei Einfluß auszuüben Grund der Straßenpolizeiverordnung berechtigt gewesen, und Bären die Konservativen und die Zentrumsmitglieder des die Angeklagten hätten der Aufforderung zum Verlassen der Die schwedische Gewerkschaftsbewegung hat im Jahre 1904 große preußischen Abgeordnetenhauses tatsächlich, wie sie wenigstens zum Straße Folge leisten müssen. Fortschritte gemacht. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Teil vorgeben, Anhänger einer Verstaatlichung des Kohlenbergbaues, Dies Urteil wird in der Berufungsinstanz berichtigt werden 17 500. Die stärkste Zunahme von Mitgliedern hat der Grob- und Arbeiter Schwedens ist von 74 500 auf 92 000 gestiegen, also um fie müßten gegen die Vorlage stimmen; denn durch die obigen Erflärungen hat sich die Regierung auf lange hinaus die Hände ge- Bedeutung. müssen. Die Prozesse aber sind von kulturgeschichtlicher Fabrikarbeiter Verband erhalten, dessen Mitgliederzahl von 10 000 bunden. Aber trotzdem werden wir, wenn die Vorlage wieder im Wir empfehlen dem Reichsgrafen des Innern, auf 14 000 gestiegen ist. Der größte der Verbände, der Eisen und Abgeordnetenhause zur Beratung tommt, das Schauspiel erleben, Herrn v. Posadowsky, statt des Zahlenhumbugs der Arbeiter- Metallarbeiter- Werband, hat jetzt 18 000 Mitglieder, 2000 mehr als daß die Herren nach einigen leeren Rebensarten Mann für Mann versicherung die Aften dieser und der vielen Streikprozesse, im vorigen Jahre.- Die der„ Landesorganisation" angeschlossenen für die Vorlage eintreten. Der Haß gegen das große mobile Kapital die sich im Reiche der Sozialpolitik abspielen, auf den inter- Gewerkschaften hatten zu Anfang des verflossenen Jahres zuſammen treibt die Konservativen zwar gelegentlich zu einer kleinen Hege nationalen Ausstellungen vorzuführen. Die Anerkennung, daß 47 820 Mitglieder, Ende des Jahres aber 76 069.- Lohntämpfe gegen dieses, zu einer prinzipiellen Politit vermögen sie sich aber Deutschland, nicht Rußland, in diesen Dingen an der wurden im Jahre 1904 157 geführt, wovon 119 als Streits und nicht aufzuschwingen. Spize marschiert, ist ihm sicher. Berlin una amgegend. 35 als Aussperrungen bezeichnet werden. Daran waren 10 800 Arbeiter beteiligt. Die Zahl der Streits und Aussperrungstage betrug 320 000; zur Unterstüßung wurden 600.000 Stronen verbraucht. Der größte und am längsten dauernde Lohnkampf war die Aussperrung der Steinhauer in Bohuslän, die 1500 Mann umfaßte und 32 Wochen währte. Roheisenproduktion der Welt. Die Produktion von Roheisen wird für das Jahr 1904 ungefähr wie folgt geschäßt: Amerifa, Vereinigte Staaten 16 600 000 Tonnen, Deutschland 10 150 000 Tonnen, Nach dem Friedensschluß in der Holzindustrie. Großbritannien 8 400 000 Tonnen, Frankreich 2 800 000 Tonnen, Rußland 2 300 000 Tonnen, Desterreich 1600 000 Tonnen, Belgien jenigen Mitglieder des Holzarbeiter- Berbandes versammelt, welche Gestern nachmittag hatten sich in Kellers fleinem Saal die 1 800 000 Tonnen, andere Länder 1425 000 Tonnen, zuſammen die Arbeit bis dahin noch nicht aufgenommen hatten. Es waren Argentinien eine weit verbreitete Streitbewegung stattgefunden, an Streifbewegung in Argentinien. In den letzten Monaten hat in 44 575 000 Tonnen. In Deutschland ist die Produktion ungefähr etwa 200 bis 250 Personen. Teils handelt es sich um solche, die der fast alle Berufe beteiligt waren. Die Forderungen bezogen fich dieselbe geblieben wie in 1903. Der Konsum von schottischem Eisen nicht mit Streifbrechern zusammenarbeiten wollen und deshalb in in den meisten Fällen auf Lohnerhöhung und Einführung des Achthat während des vergangenen Jahres um 65015 Tonnen zu ihrer alten Werkstatt nicht wieder anfangen. Anderenteils tommen stundentages. Ein Teil der Arbeiter hat auch diese und manche genommen, welches Plus auf den Verbrauch im eigenen Lande ent- Arbeiter in Frage, die noch nicht wieder beschäftigt werden andere Forderung durchgesetzt; in vielen Fällen war nur ein Streit fällt, da die Verschiffungen nach fremden Ländern einen Ausfall von 38 087 Tonnen ausweisen. Auch von Middlesbro find die Ver- vollem Umfange in Tätigkeit ſegen konnten. fonnten, weil ihre Arbeitgeber den Betrieb noch nicht in von wenigen Tagen nötig. Der größte Teil der an der Bewegung schiffungen geringer als im vorhergehenden Jahre gewesen, indem sie auch noch eine Anzahl von Arbeitern vorhanden, deren Unter- bunde organisiert; durch den Streit sind diesem Bunde viele neue Endlich find beteiligten Arbeiter ist in dem in Argentinien bestehenden Arbeiternur 511 488 Tonnen gegen 617 118 Tonnen befragen. Nach Deutsch nehmer mancherlei Schwierigkeiten machen, wozu ihnen der Ver- Mitglieder zugeführt und eine weitere Folge war die Konstituierung land und Holland wurden im vorigen Jahre 163 402 Tonnen verschifft gegen 585 222 Tonnen in 1899 und 573 008 Tonnen in 1900, daß die Firma Groschtus bereits neue Arbeiter eingestellt habe, warten war, haben sich die argentinischen Behörden, obgleich es sich trag fein Recht gibt. So wurde unter anderem mitgeteilt, einer ganzen Reihe von Fachverbänden. Wie nicht anders zu er ein Beweis, wie Deutschland sich durch seine eigene Produktion von obwohl noch alte Arbeiter der Firma beschäftigungslos find. Bei hier um republikanische handelt, durchwegs auf die Seite der dem Bezuge ausländischen Eisens emanzipiert und auf eigene Füße Blantenburg u. Schnabel, wo vor der Aussperrung neue Seapitalisten gestellt, gestellt hat. und in mehr als einem Falle ist Muster in Lohn angefertigt wurden, soll dies Verhältnis aufhören. Das Versammlungsrecht bernichtet und Arbeiterblut berDie Tantal- Lampe der Firma Siemens u. Halske. In der vor- Das würde gegen den Vertrag verstoßen, denn derselbe bestimmt, gossen worden. Die Regierung hat die Unternehmer ferner dagestern abgehaltenen Sigung des Elektrotechnischen Vereins wurde daß Lohn- und Arbeitsbedingungen, welche günstiger find wie die durch unterstützt, daß sie denselben Soldaten und Marinetruppen als Die neue Tantal- Lampe, die von der Firma Siemens u. Halste her- im Vertrage vorgesehenen, bestehen bleiben müssen. Die Firma Streitbrecher zur Verfügung stellte. In Rosario tam es zu heftigen gestellt, vorgeführt. Es handelt sich dabei um eine Lampe, deren Schuster u. Böhm will die eingeklagten Kontraktbruchstrafen Busammenstößen zwischen Streifenden und der Polizei, die in feiger Glühfaden aus dem bisher in der Technik nicht benutzten Metalle von den verurteilten Arbeitern einziehen, was nach den Verein- Weise auf die friedlichen und wehrlosen Leute einhieb. Der nach Tantal besteht. In jahrelanger schwieriger Arbeit ist es, wie die barungen vor dem Gewerbegericht nicht zulässig ist. Aehnliche dort entsandte sozialistische Abgeordnete Palacios wäre beinahe ein " Bossische Zeitung" berichtet, dem Chemiker Dr. v. Bolton gelungen, Beschwerden wurden noch aus verschiedenen Betrieben vorgebracht und Opfer dieser Polizeimeute geworden. Eine große Versammlung des Dieses Metall so rein herzustellen, daß es sich walzen und den Mitgliedern der Schlichtungskommission überwiesen, um in der allgemeinen Arbeiterbundes, in der gegen das parteiische Verhalten zu sehr dünnen Drähten ausziehen läßt. Diese Drähte sind ersten Sigung derselben, welche gestern abend stattfand, verhandelt der Regierung und das Blutvergießen in Rosario protestiert werden biegsam und im frischen Zustande außerordentlich zähe; dabei liegt zu werden. Von der Leitung des Holzarbeiter- Verbandes wurde sollte, wurde von den Behörden verboten. Auf diese Ungesetzlichkeit ihr Schmelzpunkt so hoch( etwa bei 2300 Grad), daß sie eine Erhizung die Versicherung abgegeben, daß alle Einzelfälle, wo der Aufnahme wurde mit einem Generalstreit politischen Charakters geantwortet, auf äußerst helle Weißglut vertragen. Ueber die Verarbeitung der der Arbeit noch Schwierigkeiten im Wege stehen, geprüft und durch an dem im ganzen Lande mehr als 100 000 Arbeiter teilnahmen. selben zu Lampen berichtete der Direktor des Siemensschen Glüh die Schlichtungskommission erledigt werden. Es sei vorauszusehen im ganzen hat die Bewegung viel dazu beigetragen, den Arbeitern lampenwerts, Dr. Feuerlein: Nach mancherlei Versuchen wurde eine gewesen, daß nicht gleich in den ersten Tagen eine vollkommene zum Bewußtsein zu bringen, daß die Behörden, feien sie monarchisch Methode gefunden, die gestattet, den Tantalglühfaden troz seiner be- Regelung in allen Betrieben erfolgen würde. In furzer Zeit oder republikanisch, fich immer auf die Seite der kapitalistischen deutenden Länge bequem in einer Glühlampenbirne von gewöhn würden jedoch alle noch schwebenden Differenzen erledigt sein. Es Ausbeuter stellen; für den Sozialismus ist durch diese Bewegung licher Größe unterzubringen. Die Lampen, welche die Firma jetzt wurde besonders darauf hingewiesen, daß diejenigen, die viel gewonnen. auf den Markt bringt, find vorläufig für eine Spannung von 110 Bolt bei ihrem bisherigen Meister nicht wieder anfangen wollten, und eine Leuchtkraft von 25 Hefnerkerzen bestimmt. Sie haben eine sich an den Arbeitsnachweis des Verbandes wenden sollen. Die Nachnußbare Lebensdauer von durchschnittlich 400-600 Stunden, einzelne frage sei sehr rege. Am Dienstag habe der Nachweis 53 Stellen halten bedeutend länger; sie brennen in jeder Stellung, werden wie besegt. Es sei also Gelegenheit genug, um die Kollegen in Arbeit gewöhnliche Glühlampen eingeschraubt und wie diese durch bloßes zu bringen, die ihre bisherige Stelle nicht wieder einnehmen können Knipsen" am Schalter in Tätigkeit gesezt und Leuchten dabei sofort oder wollen. ohne vorherige Erwärmung. Der Stromverbrauch beläuft sich auf 1,5 bis 1,6 Watt pro Hefnerterze, d. h. sie verbrauchen nur die Aus der Berliner Unions- Brauerei geht uns ein Schreiben zu, Hälfte des Stromes, den eine gewöhnliche Kohlenfadenlampe von in dem einige Punkte unserer Notiz vom Dienstag berichtigt" gleicher Helligkeit konsumieren würde, und die 25kerzige Lampe der werden. Es wird bestritten, daß die Kellner die erwähnten Bettel neuen Art braucht immer noch etwa 28 Proz. weniger Strom als eine an die Gäste verteilt hätten, ferner, daß die Kellner die Arbeit gute 16terzige Lampe der bisher gebrauchten Konstruktion mit niedergelegt hätten. Das ist insofern richtig, als, wie uns von Kohlenfaden. anderer Seite bestätigt wird, nur ein Teil der Kellner das genannte Restaurant verlassen hat. Von den tatsächlichen Mitteilungen bezüglich des Lohnes und den von uns gerügten Arbeitsverhältnissen wird in der Zuschrift nichts bestritten. Gewerkschaftliches. Polizei und Streikposten. Soziales. Die Arbeitslofen- Demonstrationen in München. Aus München wird uns berichtet: " Die Erbitterung unter den Arbeitslosen, deren Zahl nach neuerer Schäßung jezt mindestens 12 000 betragen soll, steigt immer mehr. Den Ernst der Situation begreifen jetzt auch jene bürgerlichen Blätter, die kürzlich noch über die verhältnismäßig geringe Zahl" der Arbeitslosen einfältige Bemerkungen machten. Diese Blätter schienen wirklich zu glauben, daß einem brotlosen Arbeiter der Hunger weniger weh tut, wenn statt 12 000 nur" 6000 fein Los teilen müssen! Was aber dem Faß den Boden ausschlägt, das ist das unglaubliche Verhalten der Polizei. Als vor einigen Tagen mehrere von den Demonstranten höchst unnötigerweise verhaftet wurden, waren am Vom Verband deutscher Gastwirtsgehülfen nächsten Tage im Polizeibericht die sämtlichen Vorstrafen der offenbar wird uns hierzu noch geschrieben: Die in der Unions- Brauerei nur zu diesem Zwed ausgesuchten Leute zu lesen. arbeitenden Kellner waren und sind zwar nicht organisiert, trotzdem Am Montag nachmittag fand im Münchener Kindl- Keller eine unternahm es der Vorstand, eine Verständigung zwischen Unter- vom Gewerkschaftskartell einberufene Arbeitslosen- Vernehmer und den Gehülfen herbeizuführen. Der Dekonom, Herr famm ung statt, die völlig überfüllt war. Das einleitende Referat ölow lehnte es aber ab, den äußerst bescheidenen Tarif des erstattete Genosse Landtags- Abgeordneter Ab. Müller, der die Verbandes anzuerkennen; so will er u. a. auch nach wie vor seine Arbeitslosen dringend vor unüberlegten Schritten warnte, sich aber Aushülfstellner beim Stellenvermittler bestellen und pro Tag nur auch mit großer Schärfe gegen die Staats- und die Stadtverwaltung eine Mart Lohn zahlen, wovon nach 30 Pf. Vermittelungs- wandte, die bisher noch nichts getan haben, um die furchtbare Not gebühren und 30 Pf. für die vom Geschäft zu liefernde weiße Schürze zu lindern. In der Debatte wurde von einem Arbeitslosen mitgeteilt, abgehen, sodaß 40 Bf. Lohn verbleiben. Darauf konnte natürlich der Verband sich nicht einlassen. Von der Deutschen Niles- Werkzeugmaschinen- Fabrit in OberSchöneweide erhalten wir folgende Buschrift: In der Nr. 9 Ihres Blattes vom Mittwoch, den 11. cr., befindet fich unter„ Gewerkschaftliches" eine Notiz: Achtung, Former! In den Niles- Werken werden Kollegen entlassen, angeblich weil sie zu viel Lohn erhalten. Durch Inserate in auswärtigen Zeitungen sucht das Werk billigeren Erfah. Wir ersuchen, großmöglichste Vorsicht obwalten zu lassen usw. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin." ein berittener Schuhmann habe neulich geäußert:" Ihr müßt unter den Hufen unserer Pferde verreden, ihr Bande!" Nachdem der Referent nochmals unter lebhaftem Beifall bor gewissen Einflüssen gewarnt hatte, die der Polizeispielei sehr nahe verwandt seien, wurde eine von ihm vorgeschlagene Resolution fast einstimmig angenommen, in der an die Behörden das Ersuchen gestellt wird, für Arbeitsgelegenheit zu sorgen und die kommunale Arbeitslosen- Versicherung baldigst einzurichten. ablehnenden Verhalten der angerufenen Organe tönne die Versamin= lung keine Verantwortung für die Folgen übernehmen. Die Anarchisten verteilten am Schlusse der Versammlung wieder forderten. Handzettel, die zur Fortsetzung der Straßendemonstrationen aufAm Dienstag brachte im Magistrat unser Genosse Ed. Schmid einen Dringlichkeitsantrag ein. Darin wird die sofortige InDie Polizei in Köln führt zwar nicht wie die in Breslau Streitposten an der Kette ab, aber bezüglich der Menge der polizeilichen Strafbefehle gegen Streitposten wird Köln die schlesische Hauptstadt weit überragen. An einem einzigen Vormittag hatte sich eine Abteilung des Kölner Schöffengerichts mit sage und schreibe siebzehn Prozessen gegen Streifende zu befassen. Die ersten fünfzehn stammen aus dem Streit in dem Kölner Drivit- Wert; es sind dies aber nicht die Prozesse alle aus diesem einen Streit. Es wurde in der Verhandlung festgestellt, daß die sämtlichen Streitposten auf einer Landstraße standen, die um die Zeit völlig menschenleer war, da sie weit außerhalb der Stadt liegt. Von der Polizei, die sieben Beamte als Zeugen aufbot, wurde nicht einmal behauptet, daß auch nur die gelindeste Tätlichkeit vorgekommen sei; auch für eine Bedrohung von Arbeitswilligen wurde nicht der Schatten eines Beweises erbracht. Es handelt sich bei der Polizei, als sie die Posten auf Grund der bekannten Straßenpolizei- Verordnung wegwies, um eine Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes Der Inhalt dieser Notiz entspricht nicht der Wahrheit. Die ganz offene Verlegung des Koalitionsrechts der Arbeiter. Die hätte besser getan, sich vorher zu informieren, ob sich die obige BePolizei hat lediglich auf den Wunsch der Fabrikleitung gehandelt. Hauptung mit den Tatsachen deckt. Wir haben keine Former entBemerkenswert ist die Aussage des betreffenden Polizeikommissars. lassen, weil sie zuviel Lohn erhalten. Wir werden auch aus diesem angriffnahme von Notstandsarbeiten und die umDer Herr sagte eidlich als Zeuge: Die Straße war ganz leer. Als Grunde niemals Leute entlaffen. Die Notiz ist schon deshalb falsch, gehende Einführung der Arbeitslosen- Versiche= es 12 Uhr schlug, strömten(!!!) in die Eupenerstraße auf weil unsere Former im allgemeinen gar nicht nach Lohn-, sondern rung gefordert. Der Antrag wurde sofort in geheimer Sigung vereinmal sechs Personen hinein. Auf mein Verbot(!) gingen nach Affordfäßen arbeiten. Entlassungen werden nur dann eintreten, handelt. Es wurde beschlossen, die einzelnen Gemeinde- Aemter anfünf weg; nur der Angeflagte B. blieb.- Einen Angeklagten, wenn uns mangelhafte Fähigkeiten und schlechte Qualität der ge- zuweisen, soviel als möglich fommunale Arbeiten ir Angriff zu der gar nicht Posten stand, sondern um die Mittagszeit über leisteten Arbeit dazu nötigen. Wir müssen uns das selbstverständliche nehmen. Außerdem wurde eine Stommiffion gebildet, die unter ZuRecht vorbehalten, einen weniger brauchbaren Mann durch einen ziehung von Vertretern der Gewerkschaften noch am gleichen Tage zudie Straße ging, forderte ein Beamter auf, sich zu betüchtigeren, sein Fach besser verstehenden Arbeiter zu erseßen. Unsere sammenzutreten hat und eine öffentliche Sammlung für die Arbeitseilen! Er, der Arbeiter nämlich, erhielt ein Strafmandat Affordsäge werden nach reiflichster Ueberlegung falfuliert und in losen veranstalten soll. Aus Gemeindemitteln wurde dazu sofort von 20 M. weil er keine Eile hatte! Der Verteidiger der jedem einzelnen Falle vor Beginn der Arbeit mit dem Former ver- der Betrag von 20 000 M. bewilligt, und die gleiche Summe wird der 15 Arbeiter kennzeichnete das Vorgehen der Polizei als völlig einbart. Ergeben fich trotzdem Differenzen zwischen Arbeitern und Münchener Hülfsfonds zuschießen; auch die Regierung soll um einen ungefeßlich. Das Gericht sprach sämtliche Angeklagten frei Betriebsbeamten, so steht den ersteren die Anrufung unserer Direktion Beitrag angegangen werden. Die Versammlung hat also mit einer und erklärte, die Polizei habe sich nicht in der rechtmäßigen bezw. die Vorbringung einer entsprechenden Beschwerde bei derselben Promptheis gewirkt, die nichts zu wünschen übrig läßt. Ausübung ihres Amtes befunden. jederzeit frei. Wir werden in solchen Fällen stets bemüht sein, ent- Am Dienstag mittag hatten sich wieder einige Hundert Arbeitsstandene Differenzen nach bestem Wissen und Gewissen zu schlichten, lose am Sendlingerthorplak versammelt, gegen die abermals ein Dann verhandelte das nämliche Gericht gegen zwei Holzba uns ein gutes, auf vernunftmäßiger Basis begründetes, flares starkes Polizei- Aufgebot aufmarschierte. Anscheinend sind wieder arbeiter, die bei dem Streit in der Ehrenfelder Waggonfabrit Einvernehmen mit unseren sämtlichen Arbeitern als Vorbedingung zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Bosten gestanden hatten. In den vorigen Fällen hatte es nur für eine gesunde Weiterentwickelung unserer nationalen Arbeit im des Winkes der Unternehmer bedurft, um die Polizei gegen beiderseitigen Interesse am Herzen liegt. Im Gewande der Ehrenfegerei und Sozialistenvernichtung führen Staatsbürger mobil zu machen, die ruhig und gesetzmäßig um Vom Metallarbeiter Verband wird uns dazu ge- eine Reihe von Aerzten den Kampf für die freie Arztwahl in den die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen fämpften. In diesen schrieben, daß die Niles- Werke nicht nur Former, sondern auch Kern- Krankenkassen. Die Herren werden zugleich von der firen Idee bebeiden Fällen aber genügte dazu es wäre unglaublich, macher entlassen und nun Leute mit niedrigerem Lohn einstellen. herrscht, daß der Vorwärts" Stimmen, die sich für die freie Aratwenn es nicht der Polizeikommissar Streichert zeugeneidlich Im allgemeinen arbeiten allerdings die Former im Afford; aber doch wahl aussprechen, geflissentlich unterdrückt. So schreibt die„ Berliner bekundet hätte!- die anonyme Beschwerde eines nicht immer. Es sind des öfteren schon Arbeiten im Lohn angefertigt. Aerzte- Korrespondenz": Daß die Firma das Recht hat, Leute, die untauglich sind, zu entlassen, Am 12. d. Mts. verhandelte der Reichstag über einige zum Denunzianten. Der Polizeikommissar sagte aus: bestreiten wir keinen Augenblick. Aber damit ist doch der seit Monaten vorjährigen Etat gestellte Resolutionen betreffend das Bergrecht. habe zuerst nichts gegen die Streifposten unternommen, da sich beobachtete Vorgang nicht aufgeklärt, daß Former und Kernmacher Bei dieser Gelegenheit wurde auch über die Wurmkrankheit ausführ niemand beschwerte. Da lief bei dem Kölner Polizei- entlassen werden, während in auswärtigen Blättern Erjab gesucht lich gesprochen; der sozialdemokratische Abgeordnete Sachse führte präsidium eine anonyme Beschwerde ein, worauf wird. Die Firma will doch wohl nicht sagen, daß es in Berlin keine dabei nach dem„ Reichs- Anzeiger" folgendes aus: „ Die Reichsregierung muß dieser Krankheit mehr Aufmerksamkeit ich von dem Polizeipräsidium zu eingehendem Bericht aufgefordert Former und Kernmacher gibt, die für die Arbeiten der Niles- Werke wurde. Ich ging zur Waggonfabrik, und der Direktor jagte genügend befähigt wären? O nein! Die Firma sucht deshalb Ar- schenken und größere Mittel für die Untersuchungen aufwenden. Es mir, es feien Leute, die nichts mit dem Streit zu tun hatten, beitskräfte von auswärts heranzuholen, weil die Neueingestellten ist zugegeben, daß die Arbeiter die Werzte täuschen, um nicht als wurmangehalten und gefragt worden, ob sie Stellmacher oder Löhne und Verdienste erhalten, für welche ein Berliner frant erfannt zu werden. Das liegt an der Regierung und am Reichstag mit; wären die früher von uns verlangten Mittel beSchreiner seien( Schrecklich!), so auch Fabrikbeamte usw. Ich Former und kernmacher nicht arbeitet. In lezter Zeit sind mehrfach solche in ihren Hoffnungen gewilligt und die Arbeiter völlig entschädigt worden, so hätte man sagte zu dem Direktor: Warum haben Sie täuschte Leute zum Metallarbeiter- Verband gekommen, und um nun ein zutreffendes Bild von der Krankheit erhalten. Die Bergleute mich nicht sofort benachrichtigt?" Dieser Zeuge andere vor Enttäuschungen zu bewahren, veröffentlichte der Verband sind bisher nur Versuchsobjekte für die Aerzte gewesen, die von der und die beiden als Zeugen auftretenden Schuhleute haben die angeführte Notiz. Wurmkrankheit gar nichts verstanden und den Bergarbeitern ver" " " " " fchiedene Pferdeturen zugemutet haben, die den Mann, wenn er zeichnet wurde. Auch der Verband der Köche hat eine Eingabe an 1 Irgend eine Gemeinde im lieben deutschen Baterland hat ein neues etwa gesund war, erst recht krank machen mußten; es war angeordnet, die Aufsichtsbehörde eingereicht; die übrigen Vereinigungen ge- Mitglied in den Gemeinderat zu wählen. Auf beiden Seiten- im der Mann müsse sich fügen, denn wer sich nicht füge, der fliege. denken dasselbe zu tun. Ordnungslager und bei den Sozialdemokraten- ist tüchtig gewühlt" worden. Ein Mittel, die Wurmkrantheit zu erleichtern, Nun soll sich's entscheiden, wer den Sieg davon trägt. Schon sind die wäre die Einführung der freien Arztwahl in den Vom Verband der Kürschner Berlins erhalten wir folgende Bu- Honoratioren des Drtes siegesficher im Wahllokal perjammelt, da bringt der Knappschaften; Herr Mugdan hätte in diesem Sinne über die Generalversammlung des Deutschen Kürschnerverbandes bom zählt eine Mordsgeschichte, wie er zu bem Batet, das niemand öffnen will, Knappschaften; Herr Mugdan hätte in diesem Sinne schrift: In Nr. 13 vom 15. d. Mts. ist in dem Versammlungsbericht Gemeindediener ein Batet, eine angebliche Bombe" angeschleppt. Er erauf feine Sollegen in den senappschaften ein- 9. d. Mts. die Behauptung aufgestellt, daß der Verband der Kürschner gekommen fei. Durch den ganzen Ort ist wie ein Lauffeuer das Gerücht wirten sollen. Die Knappschaftsärzte gehen aber mit den Bergwerksbefizern durch dick und dünn; Berlins und Umgegend die Sperre über die Firma Herpich Söhne Lokal zu betreten, so daß der Sozialdemokrat einstimmig gewählt wird. von der Bombe im Wahllokal geflogen; fein Bürgerlicher wagt daher das es darf ja beileibe nicht zu viel Medizin ver- aufgehoben, ohne die Meinung der Filiale eingeholt zu haben. Zum Schluß enthüllt sich der harmlose Inhalt der Bombe. Der Schwant schrieben werden." Dieses entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Laut Vereinbarung ist reich an fomischen Figuren, die Handlung spannend und wird vielen eine Es ist mehr als auffallend, daß der„ Vorwärts", der die Neden beider Vorstände im April 1904 war die Dauer der Sperre bis frohe Stunde bereiten. Einzelne Exemplare tosten 1 Mart. Das Auffeiner Parteigenossen sehr ausführlich wiederzugeben pflegt, gerade Januar 1905 festgesezt. Demgemäß wurde am 5. d. Mts. der führungsrecht ist an die Abnahme von 11 Rollenexemplaren geknüpft, die den Passus, der von der freien Arztwahl handelt, vollkommen unter- Filiale nur der Beschluß des Vorstandes, die Sperre aufzuheben, 5,50 Mart foften. Das Verzeichnis der in der Sammlung erschienenen brückt. Bei ihm lautet nämlich die betreffende Stelle: Die mitgeteilt. Da die beschließende Versammlung erst am 25. 5. Mts. Theaterstücke wird auf Wunsch gratis versandt. Bergarbeiter find häufig Versuchsobjekte der Knappschaftsärzte. Tat- stattfindet, so hatte die Filiale Zeit, ihre gegenteilige Meinung sächlich ist die ganze Wurmfur eine Art Pferdetur, durch die die geltend zu machen. Arbeiter vollständig in ihrer Gefundheit zerrüttet werden." Das ist alles. Der Abgeordnete Sachse hat anscheinend die berühmte Schwenkung des„ Borwärts" in der freien Arztwahlfrage noch nicht mitgemacht; der Vorwärts" aber unterschlägt seinen Lesern die ihm unbequemen Ausführungen seiner Parteigenossen. Natürlich ist das alles nur Zufall"." Der Vorwurf unehrlicher Berichterstattung", den die AerzteRorrespondenz" gegen uns erhebt, kann nur der tindischen Vorstellung entspringen, daß wir über die Neden sozialdemokratischer Abgeordneter nach dem Stenogramm berichten. Wir wollen den Herausgebern der Storrespondenz aber gern bezeugen, daß wir den Borwürfen unseres Genossen Sachfe gegen die Knappschaftsärzte bollinhaltlich beipflichten, denn diese Aerzte sind lediglich die Vertrauensärzte der Bechenbefizer, auf deren Anstellung unter den ob waltenden Verhältnissen die Bergarbeiter feinen Einfluß ausüben tönnen. Würde die Wahl der Zechenärzte von der freien Ent schließung der Arbeiter abhängen, so wäre den Arbeiterforderungen, die Sachse vertreten hat, genügt. Doch das verlangen die Herren der„ Aerzte- korrespondenz" am allerwenigsten. Ihnen ist der Einfluß der Arbeiterschaft in den Krankenkassenverwaltungen verhaßt und in allen Knappschafts- und staatlichen Betriebskassen, in denen der Fiskus und die Grubenbarone herrschen, haben sie demütig das System der Vertrauensärzte hingenommen. Waruin streiften die Aerzte jener Stassen nicht in Wahrung ärztlicher Chre" und zum Wohle der Krantentassenmitglieder", wie in verschiedenen Drts. frankentassen? Ist nur für die Ortskrankenkassen die freie Arztwahl eine Notwendigkeit? " " die Bom Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik", heraus. gegeben von Werner Sombart, Mar Weber und Edgar Saffé, welches im Berlage von 3. C. B. Mohr( Paul Siebed) in Tübingen Schöneberg. Gegen 500 Parteigenossen und Genoffinnen hatten erscheint, wurde soeben das zweite Heft des XX. Bandes ausgegeben. Der fich in Obst's Festsälen versanimelt, um den Bericht vom preußischen Inhalt des Heftes feßt sich folgendermaßen zuſammen: Abhandlungen. Parteitag entgegenzunehmen. Die Delegierten, Genosse Boesle- Grenzen der Gewerkschaftsbewegung. Von Dr. Mar Prager, München. Rigdorf und Genoffin Stoldt- Friedenau, erledigten sich ihrer zwei Volksinitiativen im Kanton Zürich für und gegen die Abolition. Von Aufgabe in geschickter Weise. An der Diskussion beteiligten sich die organisation, insbesondere in Deutschland und den Bereinigten Staaten von Nationalrat Professor E. Zürcher, Zürich. Zur Frage der MonopolGenossen Klein, Hoffmann und Küter. Die Versammlung Amerika. Bon Dr. Theodor Bogelstein, New York. ist mit den Verhandlungen des preußischen Parteitags einverstanden. italienische Unfallversicherungsgeset. Bon Professor Filippo Birgilii, Siena. Gesetzgebung. Das Hierauf wurde zur Wahl einer weiblichen Vertrauensperson ge- Das Reichsgericht wider die Tarifverträge. Von M. v. Schulz, Magistratsschritten und die Genoffin Frau Bäumler, Martin Lutherstr. 51, rat und Vorsitzender des Gewerbegerichts Berlin. Miszellen. Die Ur einstimmig als solche gewählt. Mit einem fräftigen Hoch auf die sachen der Erwerbsunfähigkeit durch Invalidität. Von Alfred Lasson, Berlin. internationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Dr. Conrad Schmidt, Charlottenburg. Ein Beitrag zur Bibliographie des Literatur. Neuere Schriften von und über Karl Marg. Besprochen von Deutschlands. Bezirk Berlin. Donnerstag, den 19. Januar, abends 9 Uhr, und Industrie. Besprochen von Dr. Behrend, Magdeburg und Dr. Clemens Zentralverband der Handlungsgehülfen und-Gehülfinnen Margismus. Bon Werner Sombart. Periodische Literatur über Handel in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Sigung. Gäste willkommen. Heiß, Berlin. Die Drtsverwaltung. Bund für Menschenrechte. Donnerstag abends 8, Uhr im Dres dener Kasino, Dresdenerstr. 96: Deffentlicher Bortrag und Bistusfion über: " Die feruelle Aufklärung der Jugend". Donnerstag, den 19. Januar, abends 9 Uhr bei Hensel, Invalidenſtr. La ( Ede Brunnenstraße): Generalversammlung., Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Anträge. 2. Neuwahlen der Rofalverwaltung. 3. Berschiedenes Zentral- Verband der Konditoren, Mitgliedschaft Berlin. 0 Sihung haben Donnerstag: Heute Süddeutsche Postillon" Nr. 2( Verlag von M. Ernst in München) Büchse entsteigt ein Hochgenuß für alle Neichstreue, auch ein Gedicht ist dem füßen gewidmet. Einer netten Bignette Glückliche Stunden" folgt der bringt den jüßen Bernhard", der der noch füßeren ReichsmarmeladeBom Frei An finstere, vom Statzenjammer schwer bedrückte Richter.§. V. ſpendete ein fein gezeichnetes Paar Domherren. Das fühne Schlußbild„ Ein Verstoß gegen geheiligten Gebrauch" zeigt Rußlands brohende Gefahren. Zerte sei hervorgehoben: Berlin marschiert seit je an der Spige. Rußland, ein hervorragend empfundenes Gedicht. Nante über§ 175. Italienische Friedensklänge. Menschliche Entschlüsse von 2. N. Eine Viertelstunde in der ständiger Kerl, Gedicht von Karl Eiflinger. Stupfernen 21". Der reingefallene Boterminister( Gedicht). Proletarierliebe( Gedicht). Ein fideles Gefängnis Genoffe Büdler. Konservative Aengite, würzig gemischt durch eine große Anzahl pitanter Kleinigkeiten. Die prächtige Nummer können wir Liebhabern gesunden Humors gerne empfehlen. Preis 10 Pi. Aunalen des Deutschen Reichs. Heft Nr. 1. München 1905 3. Schweißer Verlag( Artur Sellier). Lese und Diskutierklubs. Nordwest", Grunwald, At- Moabit 46. Vereinssigung alle 14 Tage je Donnerstagabend 8 Uhr. Arbeiter Bildungsverein„ Eintracht", Zürich, Neumarkt Nr. 5, Konsumgenossenschaften Berlins und der Umgegend. Verkaufs. Die arme katholische Kirche. Vom Vatikan aus ist ein Appell ftellen: Norden: Swinemünderstr. 44; Chorinerstr. 46; Buttmannstr. 19; an die Geistlichkeit in den Vereinigten Staaten ergangen, Willdenowstr. 30; Gartenstr. 3. Moabit: Wiclefstr. 31; Emdenerstr. 45; Gläubigen zu unterstützungen für die Kirche in Rom aufzufordern. often: Binsstr. 64. Havelbergerstr. 6; Rostoderstr. 21. Schlächterei: Wittstoderstr. 8. NordZum erstenmal wendet sich der Vatikan in dieser Weise an Amerita, Borndorferstr. 62; Münchebergerstr. 32. Often: Ebelingftr. 14; Strautstr. 7; Liebigftr. 7; Dften: Stralauer Allee 20a. aber die Not" zwingt ihn, offen mit der Bitte um Unterstützungen Südosten: Sorauerstr. 10; Büdlerstr. 31; Faldensteinstr. 6; Forsterstr. 4; Marktpreise von Berlin am 17. Januar. Nach Ermittelungen des hervorzutreten. Von den Ländern in Europa tomme immer weniger Michaelfirchplag 4. Grünframgeschäfte: Forsterftr. 20; Glogauerftr. 3. fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte ein, so wird in dem Appell ausgeführt. Aus den Hauptquellen, Milchgeschäft: Glogauerftr. 27. Bädereien, Konditoreien, Niederlagen: 17,60-17,58., mittel 17,56-17,54 9., geringe 17,52-17,50 M. Italien und Frankreich an der Spize, fließen die Mittel nur noch Liegnigerstr. 22; Forsterstr. 20; Admiralstr. 87; Reichenbergerstr. 158; Roggen**), gute Sorte 13,90-00,00., mittel 00,00-00,00 m., geringe spärlich und die Verwaltung der Angelegenheiten einer Kirche, welche Schlächtereien:' Glogauerstr. 28; Faldensteinstr. 18; Görlizerstr. 68; Glogauerstr. 28; Ratiborstr. 2; Oppelnerstr. 46. 00,00-00,00 M. Futtergerste), gute Sorte 15,90-14,80 m., mittel 14,70 die ganze Welt umfaßt, foste ungeheuere Summen. Der heilige Manteuffelstr. 55; Stalizerfir. 81; Oppelnerftr. 28. Liegnigerstr. 24; bis 13,60 m., geringe 13,50-12,40 M. Hafer), gute Sorte 16,50-15,70 2., Süden: Gräfeſtr. 40; mittel 15,60-14,80., geringe 14,70-13,90. Erbsen, gelbe, zum Stochen Bater" sei sehr betrübt, daß die Finanzen so schlecht stehen; er übe Stottbujer Damm 9. Bädereien: Gräfestr. 12; Gräfeftr. 35. Schlächterei: 45,00-30,00 W. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00 2. die größte Sparfamkeit, aber die Einnahmen seien gar zu flein ge- Gräfestr. 13. Südwesten: Arndtstr. 5; Hagelsbergerstr. 20. Schöne Startoffeln 10,00-7,00 9. Richtstroh 5,16-4,66 2. Hen 9,30-7,00 M. woorden und er hoffe von Amerika eine wirksame Hülfe. Es wird berg: Apostel Paulusstr. 27; Gothenstr. 1. Charlottenburg: Wilmers. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 5,00-3,20 m. der Vorschlag gemacht, Peterspfennig- Gesellschaften zu gründen, dorferstraße 27; Tauroggenerfte. 10; Botsdamerftr. 12. Steglig: Am*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Peterspfennig- Kästen in allen Kirchen anzubringen und die Gläubigen Martt 2. Groß- Lichterfelbe: Dürerstr. 37. Tempelhof: Berlinerstr. 76. u zu reichen Beiträgen unablässig zu ermuntern. Briz: Berderstr. 33. Wasserstand am 17. Januar. Elbe bei Aussig+1,40 Meter, bei Nigborf: Biethenstr. 31; Sobrechtstr. 82; Rosen straße 4. Bäckereien: Steinmeistr. 129; Fallstr. 3; Kirchhofstr. 2. Schlächterei: Dresden 1,72 Meter, bei Magdeburg+0,87 Meter. Unstrut bei Kottbuser Damm 96. Straußfurt+1,15 Meter. Treptow- Baumschulenweg: Baumschulenstr. 36. Oder bei Ratibor+ 1,62 Meter, bei Breslau Ober- Schöneweide: Edisonstr. 4. Johannisthal: Köpnider, Ede Friedrich Ober Pegel+5,00 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,62 Meter, bei fraße. Rummelsburg: Tüterschmidtstr. 6. Frankfurt 1,30 Meter. Lichtenberg- Friedrichsberg: Weifel bei Brahemünde+ 4,86 Meter. Mainzerstr. 4; Frankfurter Chaussee 48/49. Neu- Lichtenberg: Wilhelmstr. 9. artbe bei Posen 1,18 Meter. Nese bei sch--Meter. weißensee: Friedrichstr. 12; Langhansstr. 60. Adlershof: Hadenbergftraße 29. Alt- Glienice: Stöpniderstr. 32. Grünau: Königstr. 2. Evtner: Königstraße. Friedrichshagen: Friedrichstr. 98. Südenstr. 9; Mittelstr. 18. Keltowerstr. 1. Anmeldungen von Mitgliedern werden in jeder VerlaufsTegel: Schlteperftr. 70. stelle entgegengenommen. Hus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 28. Januar, abends 81% Uhr, spricht in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, der Reichstags Abgeordnete cheidemann über das Thema: Wohnungsfrage und proletarisches Familienleben". Gäste sind willkommen. P Steglitz. Donnerstag, den 19. Januar, abends 8 1hr, hält der Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Stegliß und üm gegend bei Wahrendorf, Schloßstr. 117, seine regelmäßige Vereinsbersammlung ab, in welcher Herr Schriftsteller Baege einen Vortrag halten wird. Gäste willkommen. Mitgliedsbücher find mitzubringen. Außerdem gelangt die Broschüre von Frau Klara Betlin: Die Schule" unentgeltlich zur Verteilung. Pünktlicher und zahlreicher Besuch erbeten. Verfammlungen. Spandau: Zehlendorf: im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Putbuserstr. 15, IV. Arbeiter Raucherbund Berlius und Umgegeud. Aenderungen Arlona", Erdmann, Reichenbergerstr. 16." Virginia", Schnieber, Admiralfir. 21. Palmerio", Rau, Triftstr. 1. Mehr Licht", Sorrer, Neu- Weißenfee, Straßburgstr. 56. Note Nelle", Asmus, Neu- Weißensee, Sedanstr. 35 d. Mailuft", Kenterſchad, Neu- Weißensee, Langhansstr. 3. " Colorado", Klinge, Reinidendorferstr. 56.- Bufriedenheit", Methner, Rigdorf. Biethenstr. 38. Bafferturm", Bartenberg, Straßburgerstr. 40. Bafferturm", Bartenberg, Straßburgerity. 40. Näfenwärmer", Eyser, Dunderstr. 88." Kamerun", Lubotta, Borndorferstr. 63. Glühlicht I", Dittmann, Neu- Weißensee, Streustr. 3. Fidele Geister", Radice, Rigdorf, Jägerstr. 57. Einigkeit II", Bähner, Gubenerstr. 57." Fidelio", Herzog, Bürklerstr. 39. Alter Huffit", Matthea, Bernauerftr. 120. Feste Brüder", Keil, Rigdorf, SiethenStraße 29. Grüne Quaste", Donner, Rigdorf, Jägerstr. 46.„ Edelweiß", Sihl, Nixdorf, Prinz Handjernstr. 66/67. Hanbjernitr. 66/ 67.feifchen glüh", Förster, Hocftr. 31. Fidelio", Bäkert, Rirdorf, Kirchhofftr. 26.„ Ohne Furcht", Nitsche, Wienerstr. 44." Fidelibus", Rett, Straßmannestraße 24. Seegras", laut Beschluß der Innungs- Bersammlung von 26. Ottober 1901 steinstraße 5. Alter Stamm", Berner, Scottbuser Damm 18/19. müssen vom 1. Januar 1905 an jämtliche bei Innungsmitgliedern berg, Mar- und Ebersstraßen- Ede. Jakob, Neu- Weißensee, Straßburgstr. 19. Frei meg I", Hoffmann, Schöne beschäftigten Stellner und Stödhe sich in die Gehülfen. Gludauf", Sester, Erfner, stönigFidele Brüder Berlin", Bintelsesser, Blantagenstraße 5. Stammrolle der Gastwirte- Junung einschreiben lassen, Gloria" Gloria", Dornbusch, Prinz Eugenstr. 8. Feigenblatt", Schmidt, gleich viel ob dieselben durch unseren Arbeits- Tresdowitz. 35. Edles Kraut", Hebold, Halensee, Kurfürsten- Damm nachweis oder durch Kellnervereine reip. Rom. 119/120. Edelweiß II", Schulze, Charlottenburg, Schillerstr. 69. missionäre plaziert worden sind. Die Einschreibes Softming I", Diesener, Adalbertftr. 62." Neu- Lichtenberg", Liebke, gebühr beträgt pro Jahr 2 Mark und erfolgt das Einschreiben gegen temben, Balluth, Urbanjir. 102. Lichtenberg, Friedrichstr. 19. Tadellos", Nagel, Rostoderstraße 17. Vorlegung der Zeugnisse. Columbus", Einigteit VII", Boschmann, Dunderstr. 22. Ein Geniestreich der Berliner Gastwirts- Jnnung. Die Gastwirts- Innung hat fürzlich folgendes Birkular an ihre Mitglieder verschickt: Auf Antrag des Gehülfen- Ausschusses und Heiniftage Banegold, Liegniterſtr. 18.—„ feifentopf", Gonell, Salden" 1902" Durch diesen Beschluß will sich die Innung nach eigenem GeArbeiter Radfahrerbund" Solidarität". Gau 9( Provinz Branden ständnis einen tüchtigen Stamm von Kellnern und Köchen heran- burg). Alle Zuschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu ziehen, und deshalb verpflichtet sie ihre Mitglieder auch zur strittesten richten an A. D. Ritter, Christinenstraße 33.„ Berliner Arbeiter Durchführung desselben. Radfahrer- Verein", Abteilung 2, jeben ersten und dritten Donnerstag Gestern nachmittag nahm nun eine bom Verbanddeutscher bei Voigt, Ritterstr. 75. Abteilung 6, jeden 1. und 3. Donnerstag bei Gastwirtsgehülfen einberufene start besuchte Sellner- Bernau, Schwedterstr. 23/24. Abteilung 9( Sektion der Bäder), feden Versammlung in den Industrie- Festsälen Stellung zu der ersten und britten Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, Swinemünder GesellSache. Der Referent Beiste kritisierte es scharf, daß der Gehülfen- Donnerstag nach dem 1. und 15. im Monat.rohsinn", Gassen i. L., nach dem schaftshaus, Swinemünderstr. 42." Frisch auf", Baumschulenweg, jeden Ausschuß die Hand dazu geboten hatte, durch einen derartigen An- 1. im Gasthof zum Kronprinzen. Pfeil", Stallberge- Rüdersdorf, Gasthof trag resp. Beschluß die Gastwirtsgehülfen der Inmung tributpflichtig zur Linde bei Grewe. Brüderschaft", Königswusterhausen, nach dem 1. zu machen. Das Ganze fei gejekividrig und diene nur dazu, der und 15. im Allten Schüßenhaus. Arbeiter- Radfahrerverein Rummelsburg", Innung die wahrscheinlich leere Stasse zu füllen. Die Innung sei nach dem 1. und 15. Neue Bring Albertstr. 70/71 bei Gorgas. Bora eben nicht mehr in der Lage, von den Nichtmitgliedern die früher wärts", 3offen, nach dem 15. Barutherstr. 51 bei Nüffer. erhobenen 6 M. einzuziehen, deshalb wolle sie jetzt die Arbeitnehmer Weinstr. 3, I. Arbeiter Radfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei F. Liehr, Gloria", Staftanien- Allee 36. schröpfen, indem sie der Oeffentlichkeit weißzumachen sucht, jeder Dube, Brinz Hanbjergstr. 59. Germania"( Rigdorf), Arbeiter- Radfahrerverein Berlin", jeden Roch oder Kellner werde dadurch ,, tüchtig", daß er 2 M. Gebühren" 1. und 3. Donnerstag bei Strone, Liegnigerstr. 18. Stern 1903", jeden an die Innungstaffe zahlt. Redner ersuchte, das Ansinnen der Donnerstag nach dem 1. und 15. bei Fleischer, Staligerstr. 146." Biel" Innung ohne weiteres abzulehnen und sich auch nicht durch Ent-( Adlershof), jeden 2. und 4. Donnerstag bei Lau, Bismarcftr. 10. Taffungen, wie solche deswegen schon in einem Restaurant in der Arbeiter- Schwimmerbund. Gegr. 1897. Anfragen find zu richten Lindenstraße vorgekommen sind, beirren zu lassen.( Großer Beifall.) Slubs„ Vorwärts"( Abteilung Charlottenburg) von 7%, Uhr an in der städtian R. Danziger, Burgsdorfstr. 14. Uebungsstunde: Damen- Abteilung des In der Diskussion versuchte ein Mitglied des Gebülfen- Aus- fchen Badeanstalt, Krummeftraße. schusses das Verhalten des Ausschusses und den Beschluß selbst zu Berliner Suderverein Vorwärts". Sigung abends 9 Uhr im rechtfertigen, fand damit jedoch nicht den mindesten Anklang. Die Bootshause, Stralau, Tunnelstr. 17. übrigen Diskussionsredner, meistens Vertreter von Arbeiter von KellnerTurnerbund. Turnverein Fichte", Geschäftsstelle bereinigungen, sowie vom Berband der Köche, wandten sich scharf und Berlin O 17, Koppenstr. 21 II. Abends 8-10 Uhr: 7. Lehrlings- Abteilung entschieden gegen den genialen" Innungsbeschluß. Zur Annahme 28affertorstr. 31.- 6-8 Uhr: 1. Schüler- Abtellrrg, Drachenburg, vor dem gelangte sodann eine Resolution, in der es heißt: Schlesischen Tor 1. 5. Schüler- Abteilung Schönhauser flee 101/102. Die Versammlung erachtet diese Maßnahme als nicht zu Recht Andreasstr. 3. Gesellige zc. Vereine. Zitherklub" Menzenhauer"( gemischter Chor), Lotterieverein bestehend, nur zu dem Zwecke festgesetzt, die Stassen der Innung zu straße 214. Glücksbrüder, bei Borowit, Linien. Arbeiter Schießflub Fortschritt", jeden 1. und 3. Donnerstag füllen. Die Arbeitsnachweise der Berliner Gehülfenvereinigungen im Monat bei Sienik, Große Frankfurterstr. 133. Rauchflub ,, Erzelfior find gänzlich foftenlos. Der Arbeitsnachweis der Innung hat, da Donner, Lübbenerstr. 23. Arbeiter- Gesangverein Freiheit Dft". Bleier, die Mehrzahl der Innungsmitglieder ihr Personal durch die privaten Straßmannstr. 41. Arbeiter- Radfahrerverein Condor", Ertel, GraunStellenvermittler bezieht, verhältnismäßig wenig Stellungen bezip. und Gleimstraßen- Ede.- Arbeiter- Schwimmverein„ Nord", von 7-8%, Uhr Arbeiten zu bergeben, so daß die Gehülfen durch dieses Wohlim Admiralsgartenbad, Friedrichstr. 102. tätigkeits- Institut" direkt geschädigt werden. Die Anwesenden vers Zentralverband der Bildhauer Deutschlands, Verwaltung Berlin. pflichten sich, die Zahlung der 2 Mark zu verweigern und erwarten Bersammlung alle Donnerstage mit Ausnahme des ersten Donners. Der Borstand. von den Berliner Gehülfenvereinigungen, im Interesse ihrer Mittags im Monat im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. glieder in diesem Sinne zu wirken. Die Versammlung erwartet von der Aufsichtsbehörde die Außerkraftsegung dieses Beschlusses und beauftragt das Bureau der heutigen Bersammlung, eine entsprechende Eingabe an die Aufsichtsbehörde einzureichen. " Eingegangene Druckfchriften. Dem Genoffen 14436 Julius Sonnenberger nebst Fran die besten Glückwünsche zur filbernen Hochzeit. Die Genossen des 536. Bezirkes. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 16. d. is. berstarb unser Mitglied, der Schmied Wilhelm Beck Schliemannstr. 48. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 19. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, vom Krankenhaus am Friedrichshain aus nach dem Gethsemane- Friedhof in Nieder- Schönhausen- Nordend statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/5 Der Vorstand. Am Dienstag, den 17. d. Mis., verschied im schönsten Mannes. alter von 39 Jahren unser treuefter Freund und Stollege, der Buchbinder und Galanteriearbeiter Allen Verwandten, Freunden und Bekannten mache ich hier durch die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau Magdalena Frömel geb. Möller am 17. d. Mis. von ihrem langen, qualvollen Leiden erlöst wurde. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 20 d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofs in Friedrichsfelde. 1218652 Hermann Frömel. Masken- Garderobe von 16712* Carl Ernst, Stöpniderstr. 126, 1 Kr. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erhält 10%, Breisermäßig. Nach stattgehabter Inventur sparen Sie Paul Gensecke. viel Geld Seine stille, raftlose, aufopfernbe Tätigkeit für das Wohl seiner Berufskollegen, feine treue Kame radschaft seinen Mitarbeitern gegen über sichern ihm ein ehrendes, bleibendes Andenken. 14446 Das Personal der Firma Jean Fässig, Megandiinenstr. 95/96. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Allen Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges treues Mitglied, der Buchbinder und Galanteriearbeiter Paul Gensecke im Alter von 39 Jahren am 17. b. M. verstorben ist. Ghre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Freitag, nachmittags um 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. An dreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung bittet 23/4 Die Ortsverwaltung. Eine in vollem Betriebe befindliche Ofensetzerei mit Werkstubenbetrieb ist wegen vorgerüdten Alters fofort sehr preiswert zu verkaufen. G. Schröber, Zöpfermeister Treptow a./Toll. durch direkten Bezug. Ein Posten prima SmyrnaVelvet Teppiche m. kleinen Webefehlern 90X175 M. 4.50 130 X 200 7.65 99 165 X 240 12.10 39 200 X 300 250 X 350 59 17.50 24.00 รา 300 X 400 33.50 45.00 65.75 350 X 450 400 X 500 17 $ 2 Passende Pult- und Bettvorleger M. 1.00 u. 2.00. 67/3 Teppich- Engros- Haus Hermann Bursch Spandauerstr. 65-67 I. u. II. Etage. Kein Laden. Zwischen Kaiser Wilhelmund Bischofstrasse. Auswärt. Aufträge werd. sof. erled. Gleichzeitig zirkulierte im Saale eine Eingabe an die Gewerbe- Leffen, der soeben als neues Qest in der Sammlung sozialistischer Theater. " Achtung, Bombe!" betitelt sich ein einaftiger Schwank von Ludwig Deputation zur Unterschrift, die von fast allen Anwesenden unter stüde im Berlage der Buchhandlung Vorwärts in Berlin erschienen ist. Berantiv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 13876 Nr. 16. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 19. Januar 1905. Berliner Partei- Angelegenheiten. währung eines Arbeitsverdienstes für die Böglinge des reichen konnten, ging er unter und kam nicht mehr zum Vorschein. Zur Lokalliste. " der Feuerwache in der Straße 31a, nahe der Elbingerstraße, die Ge- müden, der jetzt um Hülfe rief, zu retten, aber bevor sie ihn erErziehungshauses, die Errichtung eines Denksteins auf dem Die Nachforschungen nach der Leiche blieben mehrere Stunden lang Schlachtfelde von Großbeeren, die anderweite Bemessung ohne Erfolg, erst um 4 Uhr fand man sie und barg sie auf der Mariendorf. Der Gesangverein Frohsinn" veranstaltet berg von den Stadtgemeinden Charlottenburg und Schöne Ufertreppe, bis sie auf Veranlassung der Revierpolizei nach dem für den Anschluß ant übermorgen Sonnabend im Lokal von Neubed er einen Masten zu leistenden Entschädigungen, die Kanalisation von Berlin Schauhaufe abgeholt wurde. Die Persönlichkeit des Ertrunkenen die Einstellung erhöhter ließ sich noch nicht feststellen. Er scheint in den zwanziger Jahren ball und versucht in Arbeiterkreisen Billetts umzusetzen. Da dies und neuer Zuwendungen in den Spezial- Etat Nr. 49 für 1905- geftanden zu haben. Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht, ist das Ver- und die Vermietung des städtischen unbebauten Grundstücks Schulgnügen streng zu meiden. Friedrichsfelde. Der Gärtnerstraße 101, Ecke der Reinickendorferstraße. Wegen gefährlicher Körperverlegung dreier Personen verhaftet Berein von riedrichsfelde( Mitglied des Gärtnerverbandes), die Vorlagen betreffend: die Juventarausstattung der Heimstätte in Waldstraße 58 eine Schlafstelle innehatte, dort mit seinen WohnungsBerichterstattung über wurde der 19 Jahre alte Maurer Hermann Wissmann, der in der hält am 4. Februar 1905 im Lokal von Bausdorf, Berliner- Buch, straße in Friedrichsfelde, einen Maskenball ab. Da auch dieses der Anstalt für Hospitaliten in Buch, den Vorentwurf und die speziellen Entwürfe zum Neubau gebern, dem 32 Jahre alten Maurer Adolf Beck und dessen Frau, in Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen zurzeit nicht zur Ver- für den Neubau der dritten Jrrenaustalt in Buch mehrere Kostenanschläge Streit geriet und dabei dem Beck einen lebensgefährlichen Stich in und der Erfügung steht, so ist es ebenfalls streng zu meiden. Adlershof. richtung einer Zentral- Dispensteranſtalt in Buch.den Kopf, seiner Frau drei Stiche in die rechte Backe und zwei in den Die Arbeiterschaft von Berlin und Ümgegend wird darauf auf- treffend: die Ausführung von Brahmarbeiten bei den städtischen Buttenstraße 2 zwei Stiche in den rechten Arm und einen in die rechte Vorlagen bes Hinterkopf, dem 22 Jahre alten Maurer Hermann Troschte aus der merksam gemacht, daß das Restaurant, Ratsteller" in Adlers- Flugbadeanstalten, den Jahresabschluß der Kanalisationswerte Süfte beibrachte. hof streng sumeiden ist. und Riefelfelder für das Etatsjahr 1905, eine Erstattung an die eine Erstattung an die Schulstraffasse. Die Lokalfommiffion für Berlin und Umgegend. Eine Diebes: und Hehlerbande ist von der Kriminalpolizei festAdlershof. Die Versammlung des Wahlvereins findet heute Die verfrachte Berolina". Von vielen ehemaligen Mitgliedern genommen. Es handelt sich um eine Gesellschaft, die auf der Straße abend pünktlich 8 Uhr bei Meißner, Bismardstr. 60, statt. Herr der verkrachten Volts- Krankenkasse„ Berolina", die von den Liquida- Güter aller Art von den Wagen oder auch die Gespanne mitsamt den Max Schütte spricht über Frizz Reuters Leben und Wirken" mit toren auf Zahlung rückständiger Beiträge verklagt waren, ist be- Gütern stahl. Geschäftsleute flagten schon länger über Verluste von Rezitationen aus feinen Werken. Nachdem ein Segment geschaffen, zweifelt worden, daß diese Liquidatoren überhaupt zur Eintreibung Kollies, beren Verbleib ihnen rätselhaft war. Kriminalbeamte, die können die Genoffinnen an der Versammlung teilnehmen, der der Beiträge befugt seien. In einer Verhandlung auf dem Polizei- Robert Iasch te fest, bei dem sie eine Menge Puder, Schminke umfangreiche Beobachtungen anstellten, nahmen endlich einen gewissen Eingang für sie ist durch den Garten an der" Vorwärts"-Ausgabe. präsidium ist den Liquidatoren jetzt ausdrücklich die Berechtigung und dergleichen fanden, alles Sachen, die aus einem SchautaftenDie Ausgabe der Bibliothekbücher erfolgt jeden Sonntag von 11 bis zum Eintreiben der Gelder bescheinigt worden; jedoch nur unter der 12 Uhr mittags bei Lau, Bismarckstr. 10; infolge Vergrößerung ist Bedingung, daß die rückständigen Krankengelder bis zum 1. April d. J. Diebstahl herrührten. Die nächsten, die ermittelt und hinter Schloß rege Beteiligung erwünscht. gezahlt werden, daß die noch anzuftrengenden Klagen bis zum 1. Dt- und Siegel gebracht wurden, waren zwei Diebe Namens Dobrik und die Liquidation beendet ist. tober d. 3. eingeleitet sein müssen und daß spätestens am 15. Juli 1906 Lichtfeld. Ein vierter, der sich Schädel nannte, mußte wieder entDie Liquidatoren bemühen sich jetzt laffen werden, weil Schädel nach allen Auskünften ein unbescholtener infolge dieser Bedingungen, die Ansprüche der vielen Mitglieder, die und harmloser Mann war. Bald nach seiner Entlassung aber fanden noch Krankengeld zu bekommen haben, zu befriedigen. Die Gläubiger Kriminalbeamte in dem Keller von Nawrakti in der Gipsstraße der Kasse erhalten aber vielfach nicht den vollen Betrag ihrer Forde- einen, auf den sich der Verdacht der Hehlerei gelenkt hatte. Sie rungen, sondern nur einen kleinen Teil ausgezahlt. So begnügte fich waren nicht wenig erstaunt, hier Herrn Schädel" wiederzufinden ein Mitglied, das 250 M. zu beanspruchen hatte, mit der Hälfte. und zwar mit einer Menge Sachen, die er eine halbe Stunde vorher Die Vergleiche werden nicht von den Liquidatoren abgeschlossen, im Zentrum vom Wagen einer Großhandlung gestohlen hatte: Hofensondern von einem Angestellten der Kasse, Neumeister, der die träger, Korsetts usw. Eben war er mit Natprahti handelseinig geForderungen der Mitglieder auftauft und sich dann mit den Liquida- worden. Jetzt stellte sich heraus, daß der junge Mann gar nicht toren auseinandersetzt. Hoffentlich warnt auch dieser Fall die Schädel, sondern Schulz heißt. Er ist ein mißratener Sohn einer Bevölkerung, fich mit zweifelhaften Krankenkassen einzulassen. geachteten Familie und das Haupt der ganzen Bande. In der Berbrecherwelt führt er den Beinamen„ Offizier". Nawrakti und Schulz wurden jetzt ebenfalls verhaftet, dann noch ein Komiker Schäfer, der in demselben Augenblid ebenfalls nach dem Keller fam, um seine Vermittelung für den Absatz wieder anzubieten. Nawraklis Keller erwies sich als eines der größten Hehlerneste Berlins. Erst vor einigen Tagen stahl die Diebesbande, die sich im Scheunenviertel in Wagen mit Schuhwaren für 500 M., und einem Pferde, das 1000 M. Neuenhagen. Sonntag nachmittags 4 Uhr Generalversammlung des Wahlvereins in Diederichs Lokal, Bruchmühle. Bericht und Wahl der Vereinsfunktionäre. Spandau. Parteigenoffen! Der Wahlverein hat die Geldfammlung für die im Generalstreit stehenden Bergarbeiter in die Hand genommen. Sammellisten werden vom Genossen Böhle, Neumeisterstr. 5 ausgegeben. Im übrigen liegen auch von heute ab in allen hiesigen Verkehrslokalen Sammellisten aus. Die Abführung der gesammelten Gelder hat nur an den Genossen Böhle zu er folgen, und zwar allerspätestens am Montag jeder Woche. Lokales. Bedenkliche Privilegien. Wer kennt den Schreiner Wolff? Die Mitteldeutsche Sonntage Beitung" in Gießen ersucht uns, folgende Mitteilung befarnt au geben: In der medizinischen Klinik in Gießen starb am 10. Januar der Schreiner Albert Wolff, geb. am 17. April 1876 in Müllrose Er wurde am 12. Januar in Regierungsbezirk Frankfurt a. D. " Graf und Gräfin. Das verhaftete Hochftaplerpaar, Graf und Gräfin Ronay, wurde heute vormittag burch den Erkennungsdienst der Striminalpolizei gründlich entlarvt. Dabei blieb bann von dem Nimbus, mit dem sich das Pärchen zu umgeben verstand, auch nicht eine Spur übrig. Graf Ronay" entpuppte sich als ein oft bestrafter Kurt Spranger, der am 26. September 1882 zu Dresden geboren wurde. Er war früher Geschäftsreisender und zuleßt Zuhälter. Im vergangenen Jahre sollte er nach Verbüßung einer Strafe in Breslau ins Arbeitshaus gebracht werden, enttam aber auf dem Wege dorthin und wußte fich bisher seiner Festnahme zu entziehen. Seine Gemahlin", die" Gräfin Josefa", ist eine Prostituierte und Beischlaf diebin Josefa Ranowa, die am 15. Januar 1881 au Janonec in Rußland geboren wurde, unter der Aufsicht der Sittenpelizei sieht und der Kriminalpolizei als mehrfach bestrafte Diebin auch schon bekannt war. Sie wohnte zuletzt in der Seydelstraße. Der geheizte Straßenbahnwagen ist wieder in Funktion getreten, nachdem die Kälte an die sieben Grad unter Null erreicht hat. Mitiefed bei Gießen, wo er gulegt gearbeitet hatte, beerdigt. Ein Staschemmen zu versammeln pflegte, einem Schuhwarenhaus einen diefem Wagen hat es ungefähr foviel auf sich wie mit der preußischen Bruder des Verstorbenen, ebenfalls Schreiner, soll sich in Berlin Berfaffung, wenn sie von der Gleichheit aller Staatsbürger redet. aufhalten, nach früheren Bemerkungen Wolffs soll er dort im dritten wert ist. Beide teilen ihre Gaben höchst ungleich aus, beide geben ihre oder vierten Wahlkreise organisiert sein. Einige dem Verstorbenen Existenz anfänglich überhaupt nicht fund, bei näherem Studium gehörige Sachen( Stoffer 2c.) befinden sich noch im Besize seines allerdings um jo argliftiger. Beim Betreten des geheizten Straßen- legten Arbeitgebers; es ergeht daher an den erwähnten Bruder die bahnwagens strömt dem Fahrgast ein eigentümlicher Duft entgegen, Bitte, feine Adresse der Redaktion der Mitteldeutschen Sonntagsden er nicht recht zu klaffifizieren vermag. Nur das eine Empfinden Beitung" in Gießen mitzuteilen, damit ihm die Sachen ausgefolgt macht sich geltend, daß man ausgeräuchert werden soll. werden können. Die Parteivertrauensmänner wollen eventuell den Aber es bleibt da der Trost, daß es in der preußischen Genossen Wolff hierauf aufmerksam machen. Verfassung ja auch nicht anders ist und eigentlich noch Ein Hausverwalter wundermild Im Hause Rüdersdorferschlimmer, da das auf dieser Verfassung basierende Dreillaffen- straße 12 wohnte seit einiger Zeit der invalide Korbmacher Wahlrecht in der ausgesprochenen Abficht ausgebrütet wurde, seine Lehmann mit Frau und 4 Kindern. Der Verdienst war gering Inanspruchnahme dem Staatsbürger ein für allemal zu veretein. und reichte nebst der Kleinen Invalidenrente nur notdürftig zum beAber der Staatsbürger läßt sich doch nicht abschrecken, auch bei scheidensten Lebensunterhalt der Familie. Was Wunder, daß der fieben Grad Kälte im Straßenbahnwagen nicht. Mutig sett er sich. Wann mit der Wohnungsmiete im Rückstande blieb. 42 M. schuldete Jezt beginnt die ungleiche Verteilung der Gaben. Auf der rechten er der Hauseigentümerin für Dezember und Januar. Der HausSeite des Wagens ist unterschiedslos Heulen und Zähneklappern. verwalter Nagel hatte dem Korbmacher nun zwar einen Teil der Das Publikum frümmt sich unter der Kälte; dann und wann ächzt rückständigen Miete erlassen unter der Bedingung, daß der Rest jemand ob einer erfrorenen Behe. Ueberhaupt, die untersten am 15. Januar zu zahlen sei. Als aber auch da keine Zahlung er- Absturz eines Kindes. Das dreijährige Söhnchen des EifenExtremitäten find bei allen Fahrgästen im bejammernswerten folgte aus den Rippen konnte sich Lehmann nämlich auch an diesem drehers Taubner in der Müllerstraße 163 ist gestern morgen 8 Uhr Zustande. Auch auf der linken Seite des Wagens ist es schaurig; Datum nichts schneiden da griff der Hausverwalter zu dem aus dem Klosettfenster der dort im dritten Stock belegenen Wohnung hin und wieder bilden fich Eisblumen an den Stiefeln. Rur früher in Berlin ziemlich start beliebt gewesenen Mittel der auf den Hof hinabgestürzt. Die unglüdliche Mutter brachte das Kind, die beiden Plätze in der Mitte strafen die Unterstellung Lügen, daß Lüftung", um sich des unbequemen Wieters zu entledigen. Am das einen Schädelbruch und schwere innerliche Verlegungen erlitten hatte, in den geheizten Wagen überhaupt kein Feuer, feine Kohle brennen. 16. b. M. erschien er nämlich mit einigen Hülfskräften in der selbst nach dem Kinderkrankenhaus in der Reinickendorferstraße, doch Diese Bläge sind sogar merklich angewärmt, aber der ganzen Sach- Wohnung, des Lehmann und hängte Tür und Fensterflügel aus, so starb das fleine Wesen dort bereits nach drei Stunden. Ueber die Tage nach teilt die dort konzentrierte Wärme sich ausschließlich einem daß die Familie jest der herrschenden bitteren Stälte schußlos aus- Ursache des Unglücksfalles ließ sich nichts näheres ermitteln. Körperteil mit, von dem man schon aus aesthetischen Gründen sogar gesetzt war. Die Lüftung" ist zwar polizeilich längst nicht mehr Ein schwerer Zusammenstoß eines Straßenbahnzuges mit einer an heißen Sommertagen, geschweige denn im Winter tunlichst gestattet, weil sie unter Umständen leicht zu einer schweren Droschte fand vorgestern abend gegen 8 Uhr in der Friedrich Wilhelmjeden ertältenden Luftzug fernhält. Und auf diesen Körperteil gesundheitlichen Schädigung der Betroffenen führen kann. Doch was straße statt. Bur genannten Zeit treuzte die Droschke erster Klaffe ergießt nun der geheizte Straßenbahnwagen den vollen Segen, fümmerte sich der Hausverwalter viel um solche Dinge. Anstatt die Nr. 345 den Straßenzug an der Rauchstraße, als der Straßenbahntonform der preußischen Verfassung, wenn sie auf die privi- gesetzlich zulässige Ermiffion zu veranlassen, handelte er eigenmächtig. wagen Nr. 2064 der Linie 63( Hansaplaß- Danzigerstraße) heranYegierten Klassen alle Gottesgaben ausschüttet und den Er erreichte denn auch sein Ziel. Am 17. Januar hat der Storb nahte. Der Droschfenführer versuchte noch vor dem Straßenbahnzug Hungerleidern gar nichts läßt außer dem dekorativen Versprechen, macher, da er es bei der grimmigen Kälte in dem tür- und fenster das Gleis zu freuzen, was jedoch nicht gelang. Die Vorderplattform daß auch sie vor dem Geseze den Befigenden gleich seien. Anfangs losen Loch nicht mehr auszuhalten vermochte, die Wohnung geräumt des Motorwaggons erfaßte die Droschte seitlich und schleuderte fie freuen die Privilegierten der Straßenbahn fich der Wolligkeit, die fie und Unterkunft im Asyl gefunden. Ob der Hausverwalter für zurück. Durch den Anprall wurden die Jufaffin des Wagens, Frau im Grunde genommen ja ohne alles Verdienst genießen. Stein sein Verhalten wohl zur Rechenschaft gezogen wird? aptop Damm, Grolmanstraße 12 wohnhaft, sowie der Kutscher Borchardt Zeichen des Mitleids mit den frierenden Nebenmenschen gibt sich in ihren Blicken fund. Aber dies Behagen währt nicht ewig. Un- Das feltsame Liebeswerben des Grafen Pückter hat immer noch auf den Straßendamm geschleudert. Frau D. erlitt eine erhebliche glaublich, wie intensiv die auf einen Buntt tonzentrierte Hige wirkt; fein Ende. Ein eigenartiges Behifel durchkreuzte gestern die be- Verlegung des Schädeltnochens und mußte nach dem Elisabethallmählich macht sich die Erwägung geltend, daß bei der Fortdauer lebtesten Straßen Berlins. Ein großer Möbelwagen zeigte an allen Krankenhause geschafft werden. B. kam mit leichten Verlegungen an des Segens Leben und Eristenz auf dem Spiel stünden. Die Seiten in großen Lettern die Inschrift:„ Letzte Bidler- Rede! Es der Hand davon. Brivilegierten fangen an in ihrem eigenen Fett zu schmoren ua flatterte eine große blutrote Fahne, auf der die Worte stehen: des Eigner Abel aus Ferchefar bei Potsdam. Der Knabe lief mit und lebe der Berliner Sozialismus!" Ueber dem Sitz des Stutschers Ein Opfer des Eissports wurde gestern der zwölfjährige Sohn die Erinnerung an die alte Lesebuchfabel von dem Bären, Deutschland Deutschland, über alles?" Was hilft es, sich gegen mehreren Altersgenossen auf dem Semmlin- See Schlittschuh, geriet der auf glühenden Platten das Lanzen lernt, wird wieder wach. Das tippt auf und nieder, späht nach einem anderen Blaz, cinen Mann zu wenden, der für seine Handlungen doch wohl nicht auf eine dünne Stelle und brach ein. Augenzeugen des Unglüdsder etwa frei werden könnte, und wischt sich den Angstschweiß gut verantwortlich gemacht werden fann? falles gelang es zwar nach, faum zehn Minuten den Körper des " von der Stirn. Schließlich ist es nicht mehr zum Aushalten, und In der Moabiter Mordsache fand gestern nachmittag ein Lokal- Kindes zu landen, doch erwiesen sich die sofort angestellten Wiederverzweifelt stürzen die beiden Privilegierten zum Wagen hinaus. termin statt. An der Besichtigung des Tatortes, des Zadens und belebungsversuche als erfolglos. Der Knabe war anscheinend einem Hier hört der Vergleich mit der Verfassung auf. In unserem ge- der Wohnräume der ermordeten Hauseigentümerin Witwe Herzschlag erlegen. liebten Staatswesen harrt das Bolt immer noch vergeblich des Sinnig in der Wilhelmshavenerstraße nahmen ber Unter Bei einer Benzinexplosion verfekt wurde gestern mittag der Augenblids, wo die Privilegierten in der Fülle ihres Fettes ent fuchungsrichter Landrichter Dr. Maßmannt, der Erste Staatsanwalt 21jährige Hausdiener Alfred Retowski, der in der mechanischen weber erstiden oder angstvoll das Spiel verlaufen. Aber man soll die Steinbrecht und die Kriminalkommissare Schnellrath, Leonhardt und Stickerei von Julius Kaufmann, Niederwallstr. 22, angestellt ist. Er Hoffnung nicht finfen lassen. Es fomnit nur darauf an, daß man vonberg teil. Viele Kriminalbeamte standen für etwaige eilige war in einem im dritten Stock des rechten Seitenflügels belegenen ihnen tüchtig einheizt. Nachforschungen zur Verfügung. Der mutmaßliche Täter Arbeiter Arbeitsraum damit beschäftigt, Tilllumhänge mit Benzin zu reinigen, Für 15 Millionen Mart Kohlen. Der Magistrat von Berlin ist Emil Tschirner wurde von zwei Kriminalbeamten in einer Droschte ale plöglich die aufsteigenden Dämpfe an einer Gasflamme zur einer der größten Kohlenkonsumenten Deutschlands. Im letzten Etats- borgeführt und den Zeugen gegenübergestellt. Es handelte fich aus Explosion gebracht wurden. Stichflammen schossen am Fußboden jahre 1903/04 wurden für rund 15 Millionen Mark Kohlen ohne nächst um die Feststellung, ob Tschirner am Tage des Mordes im entlang und festen die nächste Umgebung in Brand. Auch N. wurde Holz verbraucht. Die städtischen Gaswerte verausgabten allein Laden der Frau Sinnig gewesen war. Die Zeugen, die das be- erfaßt und trug am linken Arm und am Kopf schmerzende Brandwunden 12 Millionen Mart für Gaskohlen, die mit 58 Proz. des Verbrauchs wieder, den sie an jenem Tage im Laden gesehen haben. Der wurden. Der Brand selbst fonnte von der herbeigerufenen Feuerfundet hatten, erkannten ihn auch gestern bestimmt als den Mann davon, die ihm auf der Unfallstation in der Brüderstraße verbunden aus Oberschlesien, zu 26 Proz. aus Niederschlesien und nur zu untersuchungsrichter redete Tichirner am Tatort ernstlich ins wehr in furzer Zeit gelöscht werden, so daß nennenswerter Schaden 5 Proz. aus Westfalen bezogen wurden. Den Rest lieferte England. Gewissen und verhörte ihn an Ort und Stelle noch einmal ein nicht entstanden ist. Auf dem Schienenwege wurden 83 Proz. und auf dem Wasserwege gehend, wobei er ihn auf alle durch die bisherigen Er17 Broz. für die Gaswerte bezogen. Bergast wurden rund zwölf Millionen Bentner. Außerdem wurden noch für 2 Millionen Mark Tichirner änderte aber auch gestern fein Berhalten nicht und blieb aufmerksam machte. 21%, mittelung zutage geförderten Umstände Theater. Im Apollo Theater findet Sonntag nachmittag Kohlen für die Wafferterte, Pumpstationen 2c. und zu allgemeinen bei der Behauptung, daß er mit dem Morde nichts zu tun habe. statt. Dazu treten die Attraktionen des großen Januar- Programms 3 Uhr eine Aufführung der 2 inde fchen Operette Venus auf Erden" Heizziveden bezogen. Für ein volles Jahr ist der Magistrat durch Er sieht nach der kurzen Haft schon sehr fahl aus, sein starktnochiges auf. Die Vorstellung wird zu bedeutend ermäßigten Breifen geBerträge gededt. Gesicht ist noch spiger geworden. Die Kunde von dem Lokaltermin In der gestrigen Situng der städtischen Tiefbau Depu hatte sich in Moabit sehr schnell verbreitet. Große Menschenmengen Schauspiel Das gerettete Venedig", die im Lessing- Theater am Die erste Aufführung von Hugo v. Hofmannsthals neuem tation wurde ein Gesuch des Gemeinde- Kirchenrats von Gethsemane sammelten sich fortwährend vor dem Hause der Ermordeten an. In Sonnabend stattfindet, beginnt ausnahmsweise um 7 Uhr, die Wiederum Ueberlassung des östlichen Teiles des Helmholz- Platzes zum Bau den Nebenräumen des Buchbindermeisters wurde noch festgestellt, daß einer neuen Stirche beraten und abgelehnt. Der Helmholz- Platz liegt ein Geräusch aus dem Laden der Frau Sinnig dort nicht zu hören ber Komponist von der am Zentral- Theater zur Aufführung kommenden holungen um 7 Uhr. 8entral Theater. Herr Franz Lehar, im Norden im Zuge der Raumer- und Lettestraße an der Lhcheners ist. Dann wurde Tichirner nach der Stelle geführt, wo er das und Dunckerstraße. Ferner beschäftigte sich die Deputation mit einer Bädchen mit den Schmucksachen gefunden haben will. Er zeigte Operette:" Die Jurheirat" trifft am Donnerstag zu den Proben in Berlin ein." An der Wohltätigkeits- Matinee, die Sonntag mittag Wenderung der Straßenanlage auf dem Werderschen Markt. Es dem Untersuchungsrichter eine Stelle neben einem Baume. Hiermit wurde beschlossen, den Inselperron zu vergrößern und mit Rafen- war der Termin zu Ende und der mutmaßliche Mörder wurde mit 12 Uhr im Metropol- heater abgehalten wird, wirken u. a. flächen 2c. zu versehen. Für die ständig beschäftigten Chauffee- ber Droichte nach dem Untersuchungsgefängnis zurückgebracht. Von mit: Die königl. Schauspielerin Fräulein Hansi Arnstedt, der OpernArbeiter der Stadt wurden wasserdichte Schulterumhänge be- dem Laden und einzelnen Teilen wurden noch photographische Auf- fänger Gustav Friedrich, Hans Junkermann vom Trianon- Theater, bie königl. Solotänzerin Friederike Kirschner, der königl. Sänger willigt. nahmen gemacht. Baul Knüpfer, der königl. preußische Kammersänger Ernst Krauß. Aufregung verursachte gestern nachmittag ein Selbstmord an der Mar Marr, Mitglied des Deutschen Theaters, der Klaviervirtuose Kaiser Wilhelmbrücke. Ein junger Mann, der eine Zeitlang erregt Morig Meyer- Mahr, die fönigl. Sängerin Frau Thila Blaichinger, auf- und abgegangen war, fchwang sich plöglich über das Geländer Guido Thielscher. Mitglied des Thalia Theaters, und vom Personal und stürzte sich in die Spree. Zwei Schiffer löften auf die Zurufe des Metropol Theaters selbst Fräulein Frid- Frid und die Herren der zahlreichen Augenzeugen unverzüglich ihre Boote, um den Lebens- Giampietro, Hummel und Josephi. Die Stadtverordneten- Bersammlung hat sich in ihrer heute nach mittag 5 Uhr im Rathause beginnenden Sigung u. a. mit folgenden Gegenständen der Tagesordnung zu befassen: Borlage betr. den Bau einer technischen Mittelschule, den Stand der Baufonds bei 41 städtischen Neubauten, den Vorentwurf zum Reubau einer geben. Hus den Nachbarorten. Charlottenburg. Sie Charlottenburger Stadtverordneten-Versammlung besprach am Mittwoch zunächst zwei Interpellationen, die von liberaler und von sozialdemokratischer Seite eingebracht waren und sich auf die bekannte Verfügung der Regierung beziehen, wonach die Kommunen zu jeder Benutzung der Schulräume außerhalb der Schulzeit der Genehmigung der Aufsichtsbehörde bcdürfein Die Liberalen fragen den Magistrat an, ob er von dieser ministeriellen Anweisung Kennt- nis genommen hat und welche Schritte er dagegen zu unternehmen gedenkt, die Sozialdemokraten fragen, welche Antwort der Magistrat auf dieses jeder gesetzlichen und rechtlichen Grundlage entbehrende Ansinnen gestellt Hab Stadtv. Dr. C r ü g e r, der die liberale Interpellation begründete, vertrat unter Hinweis auf die bekannten Verhandlungen im Landtage, auf dem Städtetage und in der Ber- liner Stadtverordneten-Vcrsammlung den Standpunkt, daß die Re- gierung nicht befugt ist, aus ihrem Aufsichtsrecht derartige Be- schrünkungen des Privateigentums herzuleiten, wie es durch den Grlaß des Kultusministers geschieht. Der Minister habe das Rcchtsgefühl des Volkes aufs schwerste verletzt. Daher habe ihm der preußische Städtetag ein so scharfes Mißtrauen erteilt, wie es »och nie einem Minister erteilt sei, der Städtetag habe eine Rechts- kontrolle für die Entscheidungen der Schulaufsicht verlangt. Dem Magistrat bleibe nur übrig, den Beschwerdeweg zu beschreiten, aber was habe es für einen Zweck, sich beim Minister über den Minister zu beschweren? Trotzdem eine solche Beschwerde keinen Erfolg habe, sei es doch Pflicht der Kommune, Protest zu erheben gegen solche Drangsalierungen, zumal da jener Erlaß nur als Teil des von der Regierung geübten Systems aufzufassen ist, das darauf hin- läuft, aus dem Gebäude der Selbstverwaltung Stein für Stein berauszuschlagcn. Der Erlaß sei unvereinbar mit dem Staatswohl. Stadtv. Dr. Borchardt beschränkte sich darauf, an den Magistrat die Anfrage zu richten, ob er den Erlaß etwa einfach zur Kenntnis genommen habe. Der Magistrat hätte dem Minister antworten müssen, daß er sich nach dem Erlaß nicht richten wird. Sollte der Magistrat geschwiegen haben, so würde er die Vermutung erwecken, daß er den Erlaß als zu Recht bestehend anerkennt, und das wäre zu bedauern. Oberbürgermeister Schustehrus vertrat namens des Magistrats den Standpunkt, daß zwar die Schulaufsicht dem Staate zustehe, daß aber daraus noch nicht das Recht der vor- gängigen Genehmigung folge, das der Minister für sich in Anspruch nimmt, denn dies sei kein Akt, der aus der Staatsgewalt fließe, sondern ein Akt der Verwaltung. Die ministerielle Verfügung ver- stoße gegen das geltende Recht. Ein Rechtsmittel gebe es hiergegen nicht. An dem tatsächlichen Zustand sei für Charlottenburg durch die Verfügung nichts geändert, den» der Regierungspräsident habe. das Recht der Genehmigung zur Ueberlassung der Schulgebäude an die Schuldeputation übertragen. Meinungsverschiedenheiten be- stehen nur darüber, in wessen Namen die Schuldeputation ihres Amtes walte, nach Ansicht des Magistrats in dessen Namen, nach Ansicht des Regierungspräsidenten im Namen der Regierung. Der Magistrat habe folgenden Beschluß gefaßt:„Es wird nicht ver- kannt, daß die der Regierung zustehende Schulaufsicht sich auch auf die Verwendung oder Ueberlassung der für Elementarschulen her- gestellten oder bestimmten Gebäude durch die Gemeinde zu anderen Zwecken als zu denen des öffentlichen Elementarunterrichts erstreckt. Es wird aber dagegen Widerspruch erhoben, daß der Minister durch den Erlaß vom 17. November 1903 aus jener Schulaufsicht das Recht in Anspruch nimmt, die Einholung der vorgängigen Ge» nehmigung zu dieser Verwendung seitens der Gemeinden bei der Schulaufsichtsbehörde vorzuschreiben. Dieser Widerspruch ist bei dem Minister unter rechtlicher Begründung einzureichen und dabei zu betonen, daß der Magistrat die Verwendungsbefugnis unbeschadet der staatlichen Schulaufsicht für sich in A«spruch nimmt. Im übrigen kann es bei dem tasächlichen Zustand, wonach die Schul- dcputation der bisherigen Uebung gemäß über die Verwendung der Schulräume befindet, sein Bewenden fxchalten, da der Magistrat die Schuldeputation als sein Organ betrachtet. Der Kreisschul- infpektor kann in den Sitzungen der Schuldeputation seine Ansicht äußern." Nach kurzer Debatte, in der Stadtv. Dr. v. L i s z t durch die Erklärung des Magistrats voll, Stadtv. Dr. Borchardt nur einigermaßen befriedigt erklärte, während Stadtv. B u k a sein Be- dauern darüber aussprach, daß der Magistrat, wenn auch schweren Herzens, sich dazu entschlossen hat, der Negierung gegenüber die Waffen zu strecken, und Stadtv. Dr. H u b a t s ch den Rechtsstand- Punkt des Magistrats billigte, wandte sich die Versammlung zum nächsten Punkt der Tagesordnung, der Magistratsvorlage betreffend anderweitige Zusammensetzung' der Schul- dcputation. Wir werden über die wichtige Debatte, die zu heftigen Auseinandersetzungen führte und für alle preußischen Gc- meinden von Bedeutung ist, sowie über den weiteren Verlauf der Sitzung, die sich ungewöhnlich lange hinauszog, morgen eingehend berichten. Wilmersdorf. Die Wilmersdorfer Gemeinderechnung schließt für das Etats- jähr Ivllg mit einem Bestände von nahezu 43/t Millionen Mark ab. Nach der Rechnung betragen die Einnahmen 10 005 844 M., die Ausgaben dagegen nur 5 260 021 M. Die dauernden Einnahmen stellten sich auf rund 2 881 000 M., die einmaligen auf rund 7 125 000 M. Von den Ausgaben betrugen die dauernden nicht ganz 2 496 000 M. und die einmaligen etwas mehr als 2 764 000 M. Die danernd-n Einnahmen übersteigen den Voranschlag von 2 275 000 M. um 605 932 M., während die einmaligen Einnahmen um 468 312 M. höher find als die Voranschlagssumme; die buchmäßige Gesamt« mehreinnahme beträgt somit 1074 244 M. Der als Ueberschnß»er- bleibende Bestand von beinahe 4�/« Millionen Mark ist mit nind 4 860 611 M. in die Bücher des Rechnungsjahres 1904 vorgetragen »vvrden. Von den einmaligen Ausgaben entfallen 1 924 273 M. auf die Hochbau-Verwaltung(Neubau der Viktoria Luise-Schule und der vierten Gemeindeschule), der Rest auf Kanalbauten. Pankow. Die Stadt Berlin hat die Verpflichtung, die im Zuge der Schön- bauser Allee nach Pankow führende Berliner- und Schloßstraße bis zum Schlosse Nieder-Schönhausen zu unterhalten und zu reinigen. Die Reinigung wird von der.Stadt Berlin an den Mindestfordernden vergeben. Wegen vielfacher Nnzuträglichkeiten schweben seit längerer Zeit Verhandlungen, in welchen die Gemeinde Pankow sich grund- sätzlich init der Uebernahine der genannten Straßen einverstanden erklärte. Der Ausbau soll sich in der Weise vollziehen, daß die Mittclpromenade der Schönhauser Allee bis zur Ueberführung der Stettiner Bahn weitergeführt wird: der weitere Teil der Berliner- und Schloßstraße wird mit Asphalt belegt werden. Der von der Allgemeinen OrtS-Krankcnkasse Charlottenbnrgs ver- airstaltete Zyklus hygienischer Vortragsabende erfteut sich, wie schon der Besuch des ersten Abends zeigte, eines regen Interesses der Bevölkerung. Wir unterlassen nicht darauf aufmerksam zu nrachcn, daß an diesem Freitag<20. d. M.) im Volkshause zu Charlottenburg, Rosinenstr. 3, ein weiterer Vortrag abgehalten wird. Herr Professor Dr. Grawitz spricht über das Thema:„Gesundheitspflege im Zimmer und im Freien". Der Vortrag beginnt um 8>/s Uhr abends. Der Zutritt zu demselben ist unentgeltlich und dessen Besuch sehr zu empfehlen. Massenr Köhler vor Gericht. Das unheimliche, mit Leichenzerstückelung verbundene Ver- brechen, dessen der Masseur Martin Köhler beschuldigt ist, gelangt heute vor dem Schtvurgericht des Landgerichts I zur Verhandlung. Auf der Anklagebank nahmen Platz: der Masseur Martin Köhler, die unverehelichten Anna Simons, Ida Trobe, Emma H ö p f n e r und die Arbeiter Ludwig und Rosen. Den Vorsitz führt Landgerichtsrat Wagner, die Anklage vertritt Assessor H o f f st ä d t. Der Angeklagte Köhler wird durch den Rechtsanwalt Dr. Karl L ö w e n t h a l, die übrigen Angeklagten werden durch die Rechtsanwälte Paul Horn und WilH. Hamburger verteidigt. Von der Anklagebehörde sind nur vier Zeugen geladen, dazu treten zwölf von der Verteidigung geladene Zeugen, unter ihnen die Frau des ersten Angeklagten, Frau Auguste Köhler, geb. Müller, Frau Müller, die Schwiegermutter des Köhler, der Arbeiter Hermann R a d a t u s und Kriminalkommissar Nasse. Als Sachverständige sind geladen: Mcdizinalrat Dr. Klein, Dr. Schmilinski, Dr. P l a c z e k, Gcrichtsarzt Dr. Hoffmann und Gerichts- cheniikcr Dr. I e s c r i ch. Die Anklage beschuldigt den Angeklagten Köhler in fünf Fällen des Verbrechens gegen keimendes Leben, in einem Falle der fahrlässigen Tötung der Frau Martha Radatus und in einem Falle der Beiseiteschaffung eines Leichnams ohne Kenntnis der Behörde. Ter Angeklagte Köhler, der am 12. April 1877 in Berlin geboren, ist unbestraft. Ebenso sind die Mitangeklagten, die sämtlich im Alter von 19— 21 Jahren stehen und sich wegen Ver- brechens gegen keimendes Leben bezw. Beihülfe zu verantworten haben, unbestraft. Der Tatbestand dürfte noch im allgemeinen be- kannt sein. Am 3. Juni 1904 wurde im Verbindungskanal in der Nähe der chemischen Fabrik von Knippler in Charlottenburg ein grauer Sack angeschivemmt, in tvelchem sich der Rumpf einer Frauenleiche befand. Zwei Tage darauf wurden in der Jungfernheide auf einer Schuttabladestelle die zu dem Rumpf gehörigen Arme und Beine gefunden. Es stellte sich heraus, daß die Leichenteile, zu denen der Kopf fehlte, die der Putzmacherin Frau Martha Radatus waren. Frau R., die von ihrem Manne getrennt lebte, hatte ein Liebes- Verhältnis mit einem Musiker angeknüpft, das nicht ohne Folgen geblieben war. Da sie von ihrem Manne angegangen wurde, wieder mit ihm zusammen zu leben, kam es ihr darauf an, die Folgen ihres Fehltritts zu beseitigen und auf den Rat von Freundinnen hatte sie am 2. Juni die Hülfe des Angeklagten Köhler in Anspruch gcnoinmen. Dieser beschäftigte sich mit verbrecherischen Handlungen gegen keimendes Leben. Da Frau Radatus von dem Besuche bei Köhler nicht mehr zurückkehrte, wurde bei diesem Haussuchung abgehalten, die aber ergebnislos blieb. Er zog es dann vor, schleunigst die Flucht zu ergreifen. Er fuhr nach Basel, fand dort aber keine Ruhe, sondern kehrte am 14. Juni wieder nach Berlin zurück. Eine am 18. Juni dann nochmals bei ihm vorgenommene Haussuchung brachte Gegen- stände zutage, die gar keinen Zweifel darüber ließen, daß die Radatus in der Wohnung des Köhler gestorben war und dieser den Leichnain zerstückelt und die Leichenteile beseitigt hatte. Er war dann auch bald geständig. Nach feiner Darstellung ist Frau RadatuS, die sich seiner verbrecherischen Kunst anvertraut hatte, zu seinein Entsetzen plötzlich schwach und schwächer geworden und ist trotz seiner sofort angewandten Mittel gestorben. Er sei verztveiselt gewesen und habe den Beschluß gefaßt, die Leiche zu beseitigen. Ein Reisen korb, den er zunächst zum Transport in Aussicht genommen, habe sich als zu klein erwiesen und so sei er dann an die Zerstückelung der Leiche gegangen. Er habe mit einem scharfgeschliffenen Küchenmesser die Glieder und den Kopf vom Rumpf getrennt und die Leichenteile vorläufig in den Korb gepackt. Den Kopf will er, mit dem Unterrock umwickelt, in den Ofen geworfen und dort verbrannt haben, indem er mehrfach mit Spiritus begossenes Holz und Kohlen hinzulegte. Um die Verbrennung zu beschleunigen, habe er wiederholt mit dem Feuerhaken dagegen gestoßen, um ihn zu zertrümmern. Als es ?lbend geworden, habe er den Korb mit den Leichenteilen auf den Rücken genommen, sei nach dem Bahnhof Putlitzstraße gegangen und von dort nach der Jungfernheide gefahren. Ten Korb habe er zu- nächst mit Erlaubnis des Wirtes in einem dortigen Wirtshause ab- gesetzt und sei dann nach seiner Wohnung zurückgeeilt, da er dort einen Patienten in Pension hatte. Dabei habe er auch nach dem Feuer im Ofen gesehen und da von dem Kopfe der Leiche nur noch Knochenteile übrig waren, habe er letztere nach dem Küchenherde ge- tragen, mit den Aschenrestcn im Aschenloch des Herdes vermischt und alsdann die ganze Asche in den Aschenkasten im Hofe geschüttet. Dann lvill er den Korb aus dem Wirtshause bei Plötzensee abgeholt, den Rumpf nach dem Kanal geschleppt und dort hineingeworfen, den Korb aber mit dem übrigen auf der Schuttabladestelle angebrannt haben. Erst gegen 12% Uhr nachts sei er wieder zu Hause an- gekommen.— Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses beantragte der Staatsanwalt den Ausschluß der Oeffcntlichkeit. Der Gerichts- Hof beschloß, die Oeffcntlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung auszuschließen. Der Prozeß ist noch gestern in später Abendstunde zn Ende gegangen, da die Beweisaufnahme schneller als vermutet wurde, geschlossen werde» konnte. Köhler war geständig, bestritt jedoch, die Dienste, die er den Mitangeklagten Mädchen gewährt hatte, gegen Entgelt geleistet zu haben. Er behauptete, daß er aus reinem Mitleid gehandelt-habe. Die drei angeklagten Mädchen gaben ihre Schuld zu, dagegen bestritten die beiden angeklagten jungen Männer, Beihlllfe geleistet zu haben. Die Geschworenen verneinten bei K ö h l e r die Schuld an dem Tode der Radatus, erklärten ihn jedoch des Verbrechens gegen keimendes Leben und der Leichenbeseitigung schuldig. Bei den Mit- angeklagten wurden die Schuldfragen bejaht. Der Staatsanwalt beantragte gegen Köhler 6 Jahre Zuchthaus und 6 Wochen Haft, außerdem 10 Jahre Ehrverlust, gegen die Angeklagte Simons 6 Monate Gefängnis, gegen die Trobe 2 Monate, gegen die Höpfner 7 Monate und Ludwig und Rosen je 6 Wochen Gefängnis. Das Urteil. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Köhler wegen Abtreibung in 3 Fällen, Beihülfe und Leichenbescitigung zu 5 Jahre» Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und 6 Wochen Haft, die Angeklagte Simonszu6MonatenGefängniS, Trobezu3 Monaten, Höpfner zu 6 Monaten 1 Woche, Ludwig und Rosen zu je 2 Monaten Gefängnis. Köhler erklärte auf die Frage de? Vorsitzenden, ob er die Strafe annehme:„Na ja, können wir ja machen 1"_ Gerichts Leitung. Ein Fehlurteil? Zu schwerer Zuchthausstrafe wurde gestern von den Geschworenen ein Mann verurteilt, der hoch und teuer ver- sichert, daß die Tat, die ihm zur Last gelegt wird, die Folge eines unglücklichen Zufalls ist. Aus dem Untersuchungsgefängnis wurde der am 5. April 1872 geborene Hausdiener Josef U m b l a t aus Berlin den Geschworenen am Landgericht II vorgeführt. Der An- geklagte ist verheiratet, Vater zweier Kinder im Alter von vier und sieben Jahren und mehrfach vorbestraft, darunter zweimal wegen Jagdvergehens. Am 25. September vorigen Jahres, einem Sonntage, unternahm der in Diensten de? Grafen Arnim stehende Förster Strempel gegen 8 Uhr morgens seinen üblichen Revisionsgang. In seiner Begleitung befanden sich seine zwei Söhne Hans und Paul im Alter von 12 und 13 Jahren. Als er die Chaussee passierte, bemerkte er in der Forst einen ihm fremden Mann mit einem Fahrrade. Er hegte Verdacht, daß es ein Wilddieb sei, und ordnete an, daß sich seine Söhne hinter einen Baum stellten, um nicht gesehen zu werden. Er selbst schlich sich an den Mann heran. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte— dies war der verdächtige Mann— ein zusammengelegtes Gewehr bei sich führte und auch Patronen in der Fahrrad- tasche hatte. Da der Angellagte sich nicht legitimieren konnte, forderte ihn der Förster auf, ihm zum Amtsvorsteher nach Blumberg zu folgen. Nach kurzer Weigerung ging der Angeklagte zunächst ruhig mit, dann aber sträubte er sich, und der Förster mußte ihn gewaltsam vorwärts drängen. Er hatte sein Gewehr in der linken Hand, mit der rechten hatte er den Angeklagten gepackt. Dieser ließ plötzlich, wie die Anklage behauptet, sein Rad fallen und griff nach dem Gewehr des Försters. Es entstand ein Ringen um das Gewehr, dabei entlud sich ein Lauf, das Geschoß traf den Oberschenkel des Försters, und dieser fiel sofort zu Boden.. Das Blut schoß wie ein Springbrunnen aus dem Bein hervor. Die beiden Knaben, die auf den Ruf ihres Vaters herbeigeeilt waren und auf den Angeklagten auch eingeschlagen hatten, standen ratlos vor ihrem Vater. Als ein Mann zufällig am Tatorte erschien, zog sich der Angeklagte, indem er das Gewehr zum Anschlag anlegte, langsam rückwärts zurück und entkam alsdann. Der schwer verwundete Förster wurde nach Berlin transportiert. Im Krankenhause am Friedrichshain wurde ihm das Bein amputiert, er starb aber infolge des Blutverlustes noch an demselben Tage. Ter Täter ist erst am 29. September in der Person des Angeklagten ermittelt worden. Er behauptete in der Vcrhand- lung, daß der Förster das Gewehr auf ihn angelegt gehabt habe, und er, da er sich nicht totschießen lassen wollte, auf das Gewehr losgesprungen sei und es festgehalten habe. Bei dem Ringen um das Gewehr sei durch Zufall der Schuß losgegangen, wahrscheinlich habe ein Schlag, den einer der Söhne des Försters gegen ihn geführt, das Gewehr so getroffen, daß es losgegangen sei. Für diesen unglück- liehen Zufall sei er nicht verantwortlich. Bezüglich seines Auf- cnthalts in der Forst behauptete der Angeklagte, daß er nur die Absicht gehabt habe, Krähen oder Spatzen zu schießen. Ter Angeklagte gibt auch die Möglichkeit zu, daß der Förster bei dem Ringen um das Gewehr mit dem Daumen an den Abzug gekommen ist und so das Gewehr zur Entladung gebracht hat. Die Geschworenen bejahten die Schuldfragen im Sinne der An- klage und versagten dem Angeklagten mildernde Umstände. Der Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Zuchthaus und zwei Wochen Hast. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust, sowie auf zwei Wochen Haft, die als verbüßt erachtet wurden._ Vermischtes. Der Felssturz bei Näsdalen. Aus Christtama wird ge- meldet: Es ist jetzt festgestellt, daß in Näsdalen 5 Höfe mit 34 Menschen fortgeschwemmt und daß in Bödal 25 Menschen umgekommen sind. Die Untersuchung der Ursache der Kata- strophe, über die wir gestern unter Depeschen berichtet haben, ergab, daß ein mächtiger Felsen, der bei Näsdalen bis über das Wasser hinausragte, in den Lönwandsee stürzte. Acht Verletzte wurden unter den Trümmern hervorgezogen, einer von ihnen starb sofort. Opfer de« Eises. Wie der„Tils. Ztg." berichtet wird, fuhr ein Besitzer mit einein zwcispännigen Schlitten bei Szieße über die Mcmel, lvobei er ahnungslos auf eine leicht befroreiie Flußstelle — Plutc genannt— geriet. Beide Pferde und der Schlitten ver- sanken vor seinen Augen. Er selbst konnte sich retten, doch blieben seine Bemühungen, die Pferde von den Strängen zu befreien, er- folglos.— Bei K a u k e h m e n liefen junge Leute auf dem über- schwemmten Gelände des Rußstromcs Schlittschuhe, als drei von ihnen vor den Zlugen der übrigen in eine Blemke sauften und sofort untergingen. Die Rettungsarbeiten hatten nur den Erfolg, daß drei Leichen geborgen»vurdcn. Die drei Ertrunkenen sind Besitzersöhne aus Ußpelten im Alter von einigen 20 Jahren.— In D e m m i n brachen beim Betreten des Eises zwei Brüder ein. Der eine wurde von der Schwester gerettet, der andere zehnjährige Bruder ertrank. — Im Torfe W c i s d i n bei Neustrelitz schnitten zwei Arbetter und ein Mädchen auf dem Eise des Langen Sees Rohr, wobei alle drei einbrachen. Der eine Arbeiter ertrank; die anderen beiden Per- sonen konnten nur mit vieler Mühe gerettet werden. Untergang eines Dampfers der Hamburg-Amerika-Linie. Die Hamburg-Amerika-Linie teilt mit: Wie wir erfahren, ist der Dampfer„Bengalia" an der Küste von Madagaskar auf einen Felsen geraten und gesunken. Die Mannschaft ist gerettet. Das Schiff scheint dagegen leider verloren zu sein. Schiffsbrand. Der Dampfer„Marseille" der Hamburger Reederei Robert M. Sloman der Jüngere hat, wie gemeldet wird, auf der Fahrt von Sizilien nach Hamburg an afrikanischer Küste 21 Mann, Fahrgäste und Besatzung, vom brennenden französischen Dampfer „Loire" gerettet und in Algier gelandet. 16 Mann trieben schon im Wasser, 5 Mann wurden noch vom Hinterdeck des in hellen Flammen stehenden Schiffes geborgen. Die„Marseille" setzte nach Landung der Schiffbrüchigen in Algier ihre Reise nach Hamburg fort. Eis und Schiffahrt. Aus Lübeck wird gemeldet, daß der Trade- kanal tvcgen starken Eises von Tonnerstag ab für die Schiffahrt gänzlich gesperrt bleibt; die Dampfschiffahrt auf der Trave und nach See zu ist bisher unbehindert, wenn auch durch Treibeis gefährdet. — lieber die Schwierigkeiten im Hamburger Hafenverkehr wird berichtet: Mit der Abnahme des Oststurmes hat sich in der ver- gangenen Nacht der niedrige Wasserstand der Unterelbe etwas ge- bessert, so daß es mit dem Hochwasser gelang, die beiden Truppen- transportdampfer„Lulu Bohlen" und„Hans Wocrmann" von Grund abzubringen. Die„Lulu Bohlen" konnte aus dem Hafen fortkommen, blieb aber bei Nienstedten auf Grund sitzen, während der„Hans Wocrmann" schon in der Einfahrt zum Baakenhafen sitzen blieb. Wahrscheinlich wird es den Dampfern gelingen, mit der Nach- mittagsflut abzukommen. «KtternngSilberftckit vom 48. Januar 1905. morgens» Mir. Stationen 76t 0 758 O Swinemde. Hamburg Berlin Franfi.a.M.i757 SO München 755 W Wien! 762 SO L S ? g 76t jo c •S C'xT s s 5 Vetter » K --%■ s II =? H& SO I 3wolkenl—6 9 halb bd.l-6 Zivoltenl—6 Stationen Havaranda Petersburg Scilly elderocen Paris V 3 le = Z 8« Vetter || 776 SSW 775 NO 761 WNW 751 WNW 2 bedeckt l bedeckt Zheiter liheiter 759 WNW I 2'halb bd. 2 bedeckt—3 4 bedeckt-6 5 bedeckt—7 «eteer-Prognole fftr Donnerstag, den Ziemlich heiteres Frostwetter mit mätzigen erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. <->Ä r: e» -> l gri H Tq —7 -8 5 1 1 10. Januar 1905. südöstlichen Winden; feine Die Sunlight Roman- Bibliothek M. 1,50 oder per Einzelbändchen 23 Pf. Den Käufern der Sunlight Seife werden dieselben kostenlos und portofrei ztlgesandt. Sunlight Seife beigegebenen Erklärungen zu ersehen. 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Verschiedenes. 78/ 3* Da in dieser Versammlung wichtige Angelegenheiten zur Erledigung gelangen, so haben die Kollegen aus allen Betrieben für eine Vertretung Die Branchen- Kommission. zu sorgen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Zahlstelle Rixdorf. Freitag, den 20. Januar, abends 8 Uhr, in S. Thiels Festsälen, Bergstraße 151/52: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl der Delegierten zum Verbandstag. 2. Abrechnung vom bierten Duartal. 3. Neuwahl des gesamten Vorstandes. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch oder Karte legitimiert. 136/5 + Der Vorstand. Reichshall en- Theater. Männer- Vortrag Stettiner Sänger. ' agit 8 Anfang: Wochentags Sonntags 7 Uhr. morgen Freitag 8%, 1hr, Arminhallen", Kommandantenstr. 20, Mittwoch, 25. Januar, 8%, Uhr, Engl. Garten", Alexanderstr. 27 c: Neurasthenie wahre Grundursache, Entstehung und Heilung, Streifzüge durch Gehirn- und Nervensystem, demonstriert an großen Lichtbildern vom bekannten Vortragenden Grundmann. 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Stellungnahme zum Gewerkschaftskongreß und eventuell Wahl der Delegierten. 2. Ersakwahl für den ausscheidenden Kollegen Scheffler. 110/ 16* Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. NB. Die für Donnerstag angesetzte Versammlung der Elektromonteure fällt aus! Wir empfehlen: Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Spar- und Produktiv- Genossenschaft Berlin- Rixdorf. Zweigverein Berlin. freitag, den 20. Januar 1905: 3 Außerordentliche Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Zahlftelle der Maurer in Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15. Abends 8 Uhr. Engel- Ufer Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Saffenbach über: Die christlichen Gewerkschaften in Deutschland. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zum Verbandstag. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Mitgliedsbuch resp. Legitimationstarte legitimiert. Sektion der Puzzer in Louiſenftädtischen Konzerthause, Alte Jakobftr. 37. Abends 7 Uhr. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Franz Kotte über: Leisten wir positive Arbeit. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zum Verbandstag. Mitgliedsbuch resp. Legitimationskarte legitimiert. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend notwendig. in den Sektion der Gips- u. Zementbranche Andreas- Feftfälen, Andreasstr. 21.- Abends 8 Uhr. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zum Verbandstag. Begen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Mitgliedsbuch resp. Legitimationstarte legitimiert. NB. Die Bersammlung der Rabikputer, welche am Mittwoch, den 18. d. M. stattfinden soll, fällt wegen dieser Versammlung ans. Der Zweigvereins- Vorstand. 13 Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Liquidation. Freitag, den 27. Januar 1905, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts: hause( großer Saal), Berlin, Engel- llfer 15: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Borlegung der Liquidationsbilanz. 2. Verschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt. Nur das Mitgliedesbuch legitimiert. 105/4 Der Aufsichtsrat: F. Schulz, Vorsitzender. Die Liquidatoren: L. Breslauer. H. Kunze. C. Gehrmann. Lagerhalter der Provinz Brandenburg. Sonntag, den 22. Januar 1905, nachmittags 3 Uhr: Konferenz in Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal VII. Zages Drdnung: 1. Der Ausbau des Unterstützungswesens in unserem Verbande. Referent: Kollege R. Küter Schöneberg. 2. Anträge zur Generalversammlung in Hamburg. 3. Situationsberichte der Kollegen. 4. Berschiedenes. Kollegen! alle erscheinen. Mindestens muß aber jeder Berein Der wichtigen Tages- Ordnung wegen ist es Pflicht, daß unserer Provinz durch einen Delegierten vertreten sein. Die Verwaltungen der Konsumvereine haben Zutritt und werden dieselben hierdurch höflichst gebeten, den Verhandlungen beizuwohnen. Gäste willkommen. 285/15 Die Ortsverwaltung Berlin. 1964 Fachverein der Tischler Berlins u. Umgegend. Arbeiter- Sekretär für Bielefeld Extra- Unterstützungskasse ein Arbeiter- Sekretariat eröffnet. gesucht. Am 1. April 1905 wird in Bielefeld von der organisierten Arbeiterschaft Der Sekretär muß mit der sozialpolitischen Gesetzgebung und auch sonst auf dem gewerkschaftlichen Gebiet vertraut sein. Anfangs gehalt 1800 Mart jährlich. Bewerber wollen fich bis zum 6. Februar d. J. bei Unterzeichnetem melden. Eine Bewerbungsschrift über die Aufgaben eines Arbeiterfekretärs sowie furze Lebensbeschreibung ist der Bewerbung beizufügen. Hermann Büscher, Bielefeld, Bürgerweg 68. Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. für Buchbinder etc. Sonntag, den 22. Januar 1905, bormittags präzise 10 Uhr: Außerordentl. General- Versammlung in Lipptes Restaurant, Melchiorstraße 15. Tagesordnung: 1. Vers Donnerstag, den 19. Januar, abends 8 Uhr: General- Versammlung in Zöls„ Fürstenhof", Köpenickerstr. 137. Pflicht eines jeden Kollegen ist, pünktlich zu erscheinen. 186/2 Der Vorstand. Graumanns Festsäle lefung der Protokolle. 2. Beratung Theaterbühne. eines revidierten Statuts. 3. Ber schiedene Kaffenangelegenheiten.[ 67/2 Der Vorstand. J. A.: H. Herzhoff, Borf. Schriften bon 233/4 Marx. Engels: Marg, Der Bürgerkrieg in Frank reich Preis 30 Pf. Enthüllungen über den Kommunistenprozeß zu Köln " n D Preis 25 Pf. Lohnarbeit und Kapital. Preis 20 Pf. Bor den " Preis 15 Pf. schworenen Kölner Ge Das Elend der Philosophie. brosch. Preis 1,50 M. geb. 2, Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte Breis 1,- M. Die Klaffenkämpfe in Frank reich 1848 bis 1850. Breis 1, M. Mary- Engels, Das kommunistische Manifest Preis 15 Pf. Engels, Die Entwickelung des Sozia lismus von der Utopie zur Wissenschaft Preis 30 Bf. Internationales aus dem " Boltsstaat" Preis 30 Pf. Der Ursprung der Familie, des Privat- Eigentums und des Staates. brosch. 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