tr. 17. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. " 1 Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. " " 3 Freitag, den 20. Januar 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Markt auszuüben, dann ist keine Macht der Erde ausreichend, Kohlensyndikat die Preise zum 1. April so feststellen, daß auch die Arbeiter bei der Arbeit zu halten, weil ein roher Patron die Gewerten, die ihre Gedanken in der Kuren- Zeitung" jederzeit an Mißhandlungen mehr bieten kann, als selbst der drucken lassen, Kirdorf nicht wieder als„ Mäßigkeitsapostel" Geduldigste zu ertragen vermag. und wohldenkenden, aber unwirtschaftliche Streber" be240 000 Bergarbeiter Jm Monat Dezember gingen bei dem Unterzeichneten folgende Barteibeiträge ein: Aachen, D. B. 10,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 3. Kreis Merkwürdig klingt der Hinweis auf die Vertrag 3- zeichnen. Das Publikum muß eben an Preise, wie das Jahr 1000,- 4. Kreis( Dft) 1000,-( darunter Gastwirt Sommer 3,-, treue, die im Interesse des Geschäfts gehalten werden muß. 1890 hatte, gewöhnt werden. Jede Mark Kahlenpreis bringt Ueberschuß der Kranzspende des 190. Bezirks 3,85, b. 8.- V. der Die Arbeiter machen es ja gerade den Zechenbesitzern zum eben für die Aktionäre von„ Arenberg" 26 Proz., für„ NordMaurer( Ost I), Honorar einer Festrede der Genoffin B. 10,- Vorwurf, daß diese systematisch die Verträge brechen. Wie stern" 13,2 Proz., für Harpener" 12,06 Proz., für GelsenSegelflub Fraternitas" vom Ueberschuß des Arb.- Sportf. 15, wenig gerade Grubenbarone sich um die Innehaltung ge- firchen" 11,16 Proz., für Hibernia" 10,12 Broz. usw. Eine Albrecht Maurer-, 90, Köppen durch Riſch 5,-). 6. Streis schlossener Verträge kümmern, dafür war der erste Anschlag bis zwei Mart Erhöhung des Kohlenpreises wird die Kurse der 4300,-( darunter Buzerkolonne Gg. Küßner 10,-, Be auf der Zeche„ Bruchstraße" ein drastischer Beweis. Soll aber Bergwerksaktien so in die Höhe treiben, daß Herrn Möller die zirk Leptin, Dmnibus 5,-, A. B. Mister 1,-, Spars einmal ein Hymnus über die Tugend der Vertragstreue der Verstaatlichungsgedanken vergehen werden. Dieses Treiben und P. Brüder von Schäfer u. Rosenfeld D. K. 3,-, Bier prozente Bautischlerei Martner, Turmftr. 58 12,-, B. b. Arbeitern Grubenbarone gesungen werden, dann möchten wir folgende muß der Regierung und den Kapitalisten gegenüber entder Berliner Genossenschaftsbäderei( Nichtmitglieder) 34,50, Von Leitmotive mit empfehlen. 1901 hatte das Syndikat wie schuldigt werden und da wird Kirdorf schon so viel Zitate in Mitgl. der Berliner Genossenschaftsbäderei 250,-, 2 Stahlbuzen gewöhnlich zum 1. April die Preise für das Jahr festgesetzt. amtlichen Bekanntmachungen und Ministerreden finden, daß er aus der Genossenschaftsbäckerei 4,-). Berlin, div. Beiträge: Der Vertrag galt also für das ganze Jahr. In der Herbst- getrost sagen kann, daß nur die preußischen Minister und BeMachetes 5,-. Dr. 2. A. 100,-. Berliner Genossen bei Landpartie versammlung des Syndikats flagte Herr Kirdorf:" So fände hörden fie veranlaßt haben, so zu handeln. Der schließliche in Zittau 2,10. Bom Bau Katzbachstr. 23 b, Schröder 13,30. sich in verschiedenen Zeitungen, unter anderem in der„ Suren- Effekt des ganzen Treibens wird ja nur die Verwirklichung B. M. 5,-. Bierprozente der Firma F. P. Krüger, Beitung", vom 23. Oftober ein Artikel, der angeblich die des Bismarckschen Saves sein:„ Es müssen mehr Millionäre Yorkstraße 59 30,-. D.-, 50. Gefangverein„ Gemütlichfeit", A. S.-B. 10,- H. G., Dranienstraße 186 3, Stimmung von Gewerkentreisen des Bezirks zum Ausdruck gezüchtet werden." 2. u. H. B. 10,-. Erntefest der vereinigten Bauern Berlin O 7,90. bringe und in dem es heiße, in den Kreisen der Gewerken sei Fr. Ludwig 10,-. Kranzüberschuß v. Bezirk 566 d. Bezirksführer die Ueberzeugung durchgedrungen, daß die übertriebene Heilmann 10,85. Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,-. Bigarren- Mäßigung in den Preisen ein wirtschaftlicher Fehler war. fabrit R. Schulze, Friedrichsfelderstraße 6,-. Dr. Fl. 6,50. Frau Die Mäßigkeitsapostel wären in Wirklichkeit wohldenfende aber befinden sich nunmehr im Streit. Im schwarzen Reich herrscht ein Schm., Martthalle II 5,- Jule, Ritterstr. 85, 4. Quartal 1904 unwirtschaftliche Streber." Diese Gewerken, die das Inne- gewaltiger Kampf im Frieden. Diese Tat ist stumm, diese Tapferkeit 27,10. Buchdruderei- Hülfsarbeiter im Vorwärts"( Rotationsfaal) 5,- halten der Verträge für eine„ wohldenkende, aber unwirtschaft- ber 240 000 ringt mit der Zwingherrschaft des Kapitals, nur mit der Von Patienten in Grabowsee durch Th. 11,20. Bruhns 1liche Streberei" erflären, find es doch, mit denen die Arbeiter Straft der Organisation. Kein Heldenmut auf blutströmendem ,, Vorwärts"-Leser des Sanatoriums Beelig i. m. 6,80. Gutenberg 37,50. Bum Andenken an Dr. C. F. 200,- och 5,-. N. n. 0,50. zu rechnen haben. Und wenn einmal das Lied von der Ver- Schlachtfelde reicht heran an diese stille und Kluge Entschlossenheit. N. J. M. 1, Mitgl. b. ll.-Dr. 4,-. E.D., Guhrau 1,-. Bleistegs Biertasse tragstreue gesungen werden soll, dann wäre es auch wünschens- So tämpft die Armee der sozialen Befreiung ihre Schlachten. 5,60. Arbeiter der Fabrit von Förster u. Runge 6,-. Von Witgl. des wert, einen Vers darüber zu hören, weshalb denn das Kots- Die deutsche Arbeiterbewegung kennt feinen Streit, der fo feft Verbandes deutscher Buchdruder im Vorwärts" 200,-. Winkler, syndikat für den Koks, den es für das Jahr 1900 für 14 M. das gesamte Proletariat eines Gebietes, eines Gewerbes zusammenzurüdgegebenes Honorar 25,-. Dr. A. F. 20,-. Munition zum für die Tonne verkauft hatte, sich 17 M. bezahlen ließ! Der geschmiedet hat. So tief und so nachhaltig ist die Empörung über Stampfe für Wahrheit und Recht 5, Bernburg, vom Wahlkreis sogenannte Fusionspreis wurde doch dem Syndikat nicht von die Herrschaft des Kohlensyndikats, daß die streikender Arbeiter kaum Buxtehude, von den Alten durch Weber 3, den Abnehmern aufgedrungen, sondern das Kokssyndikat war notwendig haben, Arbeitswillige abzuhalten. In diesem Reich der Brüssel, deutscher Arbeiterverein 16,94. Vant i. D., v. soz. Wahl- es doch, welches unter Anwendung nicht ganz schöner Preffions- Unterdrückung war längst niemand zur Arbeit willig. verein 4. Quartal 04 202,-. Bern 50,- Beuthen( Oberschl.), von mittel die Abnehmer zwang, die geschlossenen Verträge als den Parteigenoffen 5,- Bremen, von den Parteigenoffen 500,-. Breslau, fozialdemokratischer Verein 150,-. Bremerhaven, nicht bestehend anzuerkennen. Sozialdemokratischer Verein von Bremerhaven und Umgegend Eine bittere Fronie des geistreichen Herrn Kirdorf ist es, 200,-. Chemnitz, 16. sächsischer Reichstags Wahlkreis 1500,- daß er über das Thema der Achtstunden schicht den Be Charlottenburg, 12 rote Brüder der Firma F. Zimmermann u. Sohn richt der Bergverwaltung vor Saarbrüden von 1890 sprechen 18,- Charlottenburg, für Wahlagitation in hof von Müller 15,- läßt. Damals war eben das Wort gefallen, daß die StaatsCharlottenburg, Ewald 2,05. Dresden, vom 4. sächsischen Reichstagsbetriebe Musteranstalten werden sollten. Aber die Leiter der Wahlkreis 1000,- Falkenberg( Oberschl.) 2,- Fürth, Wahlberein fiskalischen Werke verstehen unter Musteranstalten Muster im 20,-. Gotha, durch den Vertrauensmann 30.-. Gera( Reuß), vom sozialdemokr. Verein für Reuß j. 2. 150,-. Hamm i. 28., Stummschen Sinne: Muster in Unterdrückung und Aus b. sozialbemofr. Verein, 4. Duart. 10,-. Hirschberg- Schönau i. Scht., beutung der Arbeiter sowohl wie der Abnehmer. Das Syndikat v. sozialdemokr. Wahlverein 10,-. Hamburg, im Monat Dezember in brauchte sich nie über die Konkurrenz der fiskalischen Werke der Expedition des Echo" eingegangen 140,65. Hagen i. 23., Auch zu beklagen, denn diese forderten immer mehr als selbst das genoffe 4,-. Karlsruhe i. B., sozialdemokr. Verein 200,-. Kattowis Syndikat, und in der Arbeiterausbeutung war der Fistus ( Oberschl.), vom sozialdemokr. Berein 5,- Königshütte( Oberschl.), auch dem Syndikat überlegen. Als in den Jahren 1891 bis bon Parteigenossen 5,-. Stiel, t. 3,- Linden i. W., rote Hochzeit 1894 die Preise der Kohle in Saarbrücken um 6,3 Broz. 1,50. Ludwigshafen a. Rh., sozialdemokr. Verein 50,-. Lengen zurückgingen, fürzten die Leiter der Musteranstalten den Lohn felb i. B., durch M. G. 1, Leisnig, von einem guten Freunde der Arbeiter um 19 Proz., und als in den Jahren 1899 bis 16,-. Ludenwalde, Rufus 5,- Leipzig, 12. u. 13. sächsischer Die Regierungskommiffare haben am Donnerstag wieder mit Reichstags- Wahlkreis 3000,-. Mühlberg a. E., Wahlfr. Torgau 1901 die Kohlenpreise um 21,8 Proz. stiegen, entschloß sich dem Ausschuß der vier Bergarbeiterverbände unterhandelt. Die Liebenwerda 30,-. Minden i. W., Halbjahrsbeitrag d. Wahlkreises der Fiskus zu einer Lohnerhöhung von 2,25 Proz. Der Vertreter der Staatsregierung erklärten, daß diese Beschwerden noch Minden- Lübbecke 20,-. München, Waldläufer 5,-. München, Fiskus unterdrückt jede Organisation im Interesse der einmal schriftlich dem Oberbergamt unterbreitet werden möchten, A. K. 10,-. München, Dr. M. Alb. 10,-. Memel, E. B. 10,- Disziplin" und mußt die Organisationslosigkeit der Arbeiter worauf die Untersuchungskommission die wirklich vorhandenen" Neustadt Harz. Cob. 5,-. Niederbarnimer Wahlfreis 1000,-fo aus, daß er immer größere Ueberschüsse macht. Eine mißstände feststellen und die betreffenden Bechenverwaltungen zur Potsdam Spandau Dfthavelland, sozialdemokr. Kreis- Wahlverein Disziplin, die so den Sädel der Unternehmer füllt, haben die Abstellung derfelben ersuchen solle. Die ganze Vermittelungsdurch Schm. Velten 100,-. Rybnit( Oberschl.), von den Partei- Syndikatsherren auch gern. genossen 5,-. Rousdorf, N., Quartalsbeitrag 5,- Solingen, vom attion ist also fläglich gescheitert. Streistomitee 60,-( darunter Sperre aufgehoben, Leichlingen 10,-). Die Arbeitswilligen existieren fast nur noch in der blutigen Phantasie der zum Müßiggang verurteilten Syndikatsbeamten und Synditatsreporter; jene scheinen die freie Zeit nur noch mit der Erfindung von Streitergeffen auszufüllen; in Wirklichkeit wird dabei aber niemand totgeschlagen, wie die Zeit und die Wahrheit. Man scheint sich ein paar russische Kriegsberichterstatter zugelegt zu haben, um alles recht gruselig zu schildern. Der bergbauliche Verein ver öffentlicht, weil er sonst nichts zu tun hat, durch Schweinburg eine ungeheuer lange Liste von solchen Ausschreitungen". " Das Spiel ist gewiß findifch, aber es verrät doch auch die geHeimsten Absichten des Syndikats. Man hat den Streit provoziert, jetzt will man Blut fließen sehen. Man hat auf das leidenschaftliche Temperament der fremden Arbeiter gerechnet, aber man hat, fremd dem Leben der Arbeiter, aus dem die Herren ihr Gold schürfen, den ungeheueren erzieherischen Einfluß der Organisationen nicht in die höllische Rechnung gefegt; eine falsche Spekulation! Die Lage. Ueber das Wagennullen läßt der Herr Kirdorf Am Freitag wird nun endlich die Volksvertretung sprechen, der Stuttgart, G. I. 10,-. Sachsen- Weimar, Landesorganisation 100,- den Geheimen Oberbergrat Meißner sprechen, der ja im Reichs- eichstag! Schm., E. v. St. 5,-. Tango Jsland, Nahn 4,60. Borwärts- tag im Namen des Handelsministers Möller die Kohlenbarone Buchhandlung 25 000,-. Warnemünde 50,-. verteidigte. Als man 1889 durch das viele Nullen den großen Berlin, den 18. Januar 1905. Streit provoziert hatte, wurde im Auftrage des Kaisers eine Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstraße 69. Untersuchung eingeleitet. In der damals herausgegebenen Denkschrift heißt es: Allerdings bleibt trotz alledem der Prozentsatz der genullten Wagen, welcher auf einigen Zechen im Die preußische Regierung als Anwalt Durchschnitt bis 2,5 auf Sundert betragen hat, auffallend hoch." des Zechenkapitals. " Am Donnerstag abend telegraphiert unser Z- Bericht. erstatter aus Dberhausen: Aus dem hiesigen Revier sind keinerlei Ereignisse zu melden. Die Streifenden verhalten sich musterhaft ruhig und nüchtern. Während zwölffstündigen Herumwanderns in den Arbeiterdörfern habe ich einen einzigen Betrunkenen gesehen. Unruhen entstehen nur in der Redaktion der ,, RheinischWestfälischen Zeitung". Die massenhaft auf den Zechenstraßen ftationierte Polizei hat nichts zu tun. " Auf Deutscher Kaiser" sammelten sich gestern und heute bei der Ausfahrt der Arbeitswilligen einige hundert Frauen und Kinder und schimpften und johlten etwas. Die paar Ar beitswilligen famen in einigen Trupps zu fünf bis zehn Mann, je ein Berittener hinten und vorn, und jeder Trupp wurde mit etwas Kindergeschrei empfangen. Auf die Aufforderung der Gendarmen gingen die Leute wieder auseinander. Die Einwirkung der Organisation auf die bunt zusammengewürfelte Menge ist unverkennbar. Es werden massenhaft nene Mitglieder in die Organisationen aufgenommen. In den zahlreichen Streifbureaus wickelt sich die Arbeit in ruhigster Weise ab. Daß jetzt auf 5 Gruben mit 10 000 Mann Belegschaft mehr als drei vom Hundert genullt find, findet man ganz in OrdDie in der Dienstagnummer mitgeteilte Begrün mung. Die Erbitterung steigt aber, wenn auf einer Grube, Sung der Antwort des Bergbauvereins auf wie es im März 1903 auf Sönigsgrube" geschah, 1424 Wagen die Anträge der Bergarbeiter ist ein Meisterstück kapitalistischer genullt wurden, oder gar einer Kameradschaft auf Achenbach" Sophistik und eine für die Regierung wohlverdiente Ver- von 835 Wagen 358 mit der ominösen Null ausgezeichnet höhnung. Die Herren beklagen sich, daß die Arbeitervertreter wurden. Aber Herr Kirdorf ist klug, er macht eine Antwort, so wenig Autorität haben, da der Streit trotz Abmahnung der die es der Regierung unmöglich macht, eine andere Stellung Führer ausgebrochen und troß des Beschlusses der Delegierten als auf feiten der Unternehmer einzunehmen, wenn sie sich aller Verbände vom 12. d. m. weitere Ausdehnung gewonnen nicht selbst schlagen will. So schlagend wie in dieser Behat. Hier zeigte sich, daß die Provokationen der Unternehmer gründung der Antwort ist selten der Nachweis erbracht, daß stärker waren, als alle Vernunftgründe der Führer. Die die preußisch- deutsche Regierung mur die Vertretung der Unternehmer wollten den Streif. So sehr sonst jeder Arbeiter Sapitalisten ist. an seiner Arbeit hängt und es als ein Unglück betrachtet, sie Will ein Kapitalist die schlimmsten Ausbeutungspraktiken zu verlieren, so gibt es doch Momente, in denen die Fort rechtfertigen, bann braucht er nur hinreichende Kenntnis der setzung der Arbeit unmöglich wird. Wenn die Arbeiter die Aeußerungen der Minister und deren Vertreter zu haben, er Bestrafung und eventuell die Enlassung der Beamten fordern, fann diese zitieren und ist der Mühe überhoben, seine eigenen welche die Arbeiter mißhandeln, dann ist damit bewiesen, daß Gedanken in Sätze zu formulieren. Die Belästigung der Arbeitswilligen durch Kindergeschrei geradezu grauenhafte Bustände herrschen müssen. Können sich Die Herren vom Syndikat find fönigstreue Männer und ist eine furchtbare Erscheinung, welche beim Kohlensyndikat Die Arbeiter nicht anders der Mißhandlung entziehen als durch tun mur, was die Leiter der Musterbetriebe" und die Minister und beim preußischen Polizeiminister gewiß Verständnis für Berlaffen der Arbeit, dann sind doch diejenigen die Schuldigen, für richtig anerkannt haben. Dadurch, daß die Begründung den bethlehemitischen Kindermord auslösen wird. welche die Mißhandlungen verübt haben. Da aber Mißhand- statt mit der Feder mit der Schere zusammengestellt wurde, lungen nicht in dem Arbeitsvertrag oder in der Arbeitsordnung ist dem Herrn Möller jeder Seitensprung unmöglich gemacht. borgesehen sind, so liegt der Vertragsbruch auf seiten der Hat Möller erst mit anderen Worten wiederholt, was ſeine jenigen, die mißhandelt haben oder Mikhandlungen dulden. Vorgänger gesagt haben, dann werden die Rechenbefizer seinen Das Syndikat fann erst dann behaupten, daß es den Streit Weisungen folgen. Sie werden so lange nicht nachgeben, so nicht gewollt hat, wenn es jetzt die Kohlenpreise feftfegen und lange noch irgendwo Kohle zu haben ist. Jede Woche Streif die Preise gegen das Vorjahr nicht erhöhen würde. Will bringt einen Ausfall von 1/2 Millionen Tonnen Kohle. 1%, Gar aber ein Unternehmer einen Streit, um einen Einfluß auf den bald werden die Vorräte verbraucht sein, und dann kann das Von unserem Dortmunder E- Korrespondenten erhalten wir folgendes ergänzende Privat- Telegramm: Heute haben sich von den gestrigen Arbeitswilligen noch eine große Zahl den Streifenden angeschlossen, so daß sich die Zahl der Streifenden auf ca. 240 000 beziffert. Für die Sicherheit müßte wirklich etwas mehr getan werden. In Werl wurde eine Sammelliste samt dem vorhandenen Gelde beschlagnahmt und trok Protestes nicht wieder hsrauSyeqeben. In Aplerbeck überritten Gendnrme beinahe die Streikposten. Diese mußten sich in Gräben und hinter Hecken flüchten. Die Gendarmerie sagte dabei, nach- dem sie die Personalien der Leute festgestellt hatte:„Ihr bekommt KV M. Strafe nnd wenn Ihr ein bißchen frech seid, so drücken wir a»f den Knopf nnd dann ist Militär hier". Ans Zeche„Preußen I" sind unter polizeilichem Schutz 8V Gefangene als Streikbrecher beschäftigt worden. Was die Zahl der Streikenden anlangt, so geben auch die Unteruehmermelduugcn 200 000 Streikende zu. Der „Reichs-Anzeiger" schreibt nach Mitteilung des Oberbcrgamtcs, daß schon am Mittwoch morgen nur noch 11 Zechen mit etwa nvVvManmBelegschaft vom Ausstände unberührt waren. Ans den vom Ausstände betroffeneu Zechen fuhren zu deni gleichen Zeitpunkt 15 518 Manu über und unter Tage an, während ÄM)2VV ausständig waren. Danach kann man annehmen, daß am Donnerstag das ganze Ruhrrevier still lag. Die Unternehmerzahlen sind tendenziös falsch, was schon aus dem Vergleich mit den offiziellen Zahlenangaben des Oberbergamts hervorgeht. **' * Machtmittel der Regierung. AuS Dortmund schreibt unser E-Korrespoiidmr vom Donnerstag morgen: Die von der Negierung angebahnten Vermittelungsversuche hatten besonders in d.en Kreilen der Bürgerschaft große Hoff- nung auf Beilegung des Kampfes geweckt. Um so größer ist die Mißstimmung über die protzig ablehnende Haltung' des Kohlen- Junkertums. Man kann solche Provokation nicht begreifen und sagt sich: wenn die Negierung gegenüber solchem Uebermut, gegenüber solcher Frivolität, gegenüber solcher rücksichtsloser Gefährdung des Gemeinwohles, vollständig niachtlos ist, obwohl die Gnibcnmagnatcn gar keine Eigentumsrechte an den Kohlen haben, dann muß sich die Regierung in irgend einer Weise der Gesellschaft verpflichtet haben. Die Anmaßung der Dividendenraffer hat die Regierung tatsächlich in eine unangenehme Situation gebracht. Knickt sie vor dem Grubcngeldsack zusammen, dann hat sie in weite Kreise das Miß- trauen gegen sich selbst getragen. Man glaubt nicht mehr, daß die Regierung die Macht hat, objektiv zu urteilen und deni Rechte zum Siege zu verhelfen: man hat jeden Glauben verloren, daß die Sie- gierung das Wohl der Gesamtheit gegen die Angriffe einer kleinen übermütigen Sippe schützen kann. Man kann auch nicht sagen, die Regierung habe keine Handhabe, den Herrschaften Räson beizubringen. Hätte die Regierung die Ruhrmagnaten nicht seit Jahrzehnten nach Belieben schalten lassen mit dem Volkseigentum und den Grubenproletaricrn, dann hätte sie sich auch mcht jedes moralischen Einflusses begeben. „Ich mache mit meinem Eigentum was ich will!" sagt Herr Stinnes und die Behörde muckt nicht! Die Grubenherren wissen, daß sie nichts zu flirchtcn haben. Und doch könnte die Regierung, ohne die Eigentunissrage aufzurollen, den Kirdorf und Genossen ganz ordent- lich die Zähne zeigen. Die Organe der Regierung haben es für nötig gehalten, mit vieleni Nachdruck den ArbeitSwilligenschutz zu betonen. Und die Kapitalisten brauchen sich nicht zu beklagen, die Staatsanwälte gehen leicht über den Buchstaben des Gesetzes hinaus— gegen Streiksiindcr! Wie wäre es, wenn die Regierung nun auch einmal dieselbe Genauigkeit verlangte inbezug auf Beachtung Verberg- polizeilichen Borschriften? Bis jetzt haben die Vorschriften meist nur einen platonischen Wert, sie sind da. um üb ertreten zu werden. Gibt die Regierung Anweisung, die Beachtung der Vorschriften bis auf das Kleinste zu verlangen und durchzusetzen, die stolzen Herren vom bergbaulichen Verein würden sicher kirre gemacht. Unterläßt die Regierung es, den Herrschaften gründlich den Text zu lesen und ihnen ein: Entweder — Oder! zu stellen, dann hat sie vollständig vor dem Gruben- magnatcntum kapituliert— und alles Vertrauen bei der Bevölkerung verloren. Wer sorgt für Ruhe und Ordnung? Unser �-Berichterstatter schreibt: Tie Unternehmcrblätter geberden sich wie toll in Sorge um die öffentliche Ruhe und Sicherheit. Das sagt man wenigstens. Selbst Be- Hörden zweifeln nicht mehr daran, daß die Rufe nach Militär einen anderen Zweck haben, als die Ruhe und Sicherheit zu garantieren. Man sehnt sich nach Putschen und mit dem Einrücken von Militär wird die Gefahr, daß Krawalle hervorgerufen werden— eine Gefahr, die infolge der Bewaffnung von Zechenbeamten schon ganz bedenklich gestiegen ist— noch iveiter erhöht. Von verschiedenen Seiten wird schon lebhaft über aggressives Vorgehen seitens bewaffneter Zechenbeamten geklagt; in Cornap schoß ein Betriebsführer auf Streikende, das gab natürlich Unruhe; in Borbeck übten sich Zechenbcamte in Handhabung des Revolvers auf öffentlicher Straße. Gerade dieser Streit beiveist, daß die Arbeiterbewegung die allerbeste Erzieherin ist, am besten Ruhe und Ordnung garantiert. Welch ein Unterschied zwischen heute und dem Streik 18891 Wer die Bewegung von damals kennt und verfolgt die Ereignisse jetzt, der findet heule leicht einige Entschuldigungen für die damalige Nervosität bei verschiedenen Zivilbehörden, eine Nervosität, die' leider viel, viel Unheil im Gefolge hatte. Das beste Argument gegen die Heranziehung von Militär ist die Tatsache, daß dort, wo 1889 kein Militär war, auch die öffent- liche Ruhe und Ordnung nicht gestört worden ist. Der Oberbürger- mrister von Essen erklärte damals, er habe kein Militär notwendig— Essen blieb von Militär, von Exzessen nnd Metzeleien verschont. Heute kann man die Nervosität einiger Behörden, die weniger den Charakter der Bevölkerung kannten als der Essener Oberbürger- meister, verstehe», um so frivoler ist aber das jetzige Geschrei nach Pulver, Blei und Säbel. Damals ging es in den Versammlungen zuweilen wirklich etwas turbulent her, aus Mangel an Schulung und Disziplin. Manche Redner kehrten sich nicht an parlamentarische Ordnung und die Zuhörer noch weniger. Truppweise zog man vor die Redaktionen der ultramontanen Blätter, die damals die„Hetz- blätter" waren, andere Tausende postierten sich vor den Rats- und Amts- Häusern, man wollte Nachrichten haben. Niemand wußte, wie die Bewegung stand, Schwindelnachrichten, die der einzelne nicht kannte, vergrößerten die Verwirrung. Aber auch damals, wo die Polizei dem Treiben in aller Gemütsruhe zusah, verlies sich die Menge auch jedesmal bald wieder. Das Bild änderte sich urplötzlich, als daS Scharfmachergeschrei bei den Polizeiorgancn eine krankhafte Ordnungssucht hervorrief. Das Auseinandertreiben begann I Junge Burschen aus dem Hinter- gründe schrieen Hurra! Dann wurden die Sicherheitswächter ganz kopflos, der Säbel flog aus der Schneide, zunächst mit flacher Klinge hieb man auf die vorderen Reihen ein.... Nun gab es Tumult, eS folgten scharfe Hiebe, einige Leute widersetzten sich, Steine flogen... Der Krawall war fertig.-- Am nächsten Morgen rückte Militär ein. Das kostete ver- schiedcne Menschenleben und für manchen ganz Unbeteiligten böse Verletzungen. Ich sah, wie ein einzelner, hülflos am Boden liegender Mensch von vier oder fünf Infanteristen mit dem Gewehrkolben ver- arbeitet wurde. Mit Gewehrkolben und Säbeln schlug man in Haus« türen hinein, geschlossene Türen wurden bombardiert, angeblich, weil aus einem Hause ein Zuruf erfolgt sei.... Auf der Bahnhosstraße in Bochum standen tausende Menschen und sahen dem Vorbeimarsch einer Jnfanterietruppe zu. Ein blut- junger Leutnant, 18 Jahre alt. führte den Zug. Plötzlich kommandiert er: Feuer! nochmals: Feuer! uud abermals: Feuer! —-- Starr stand die Menge! Vom Bahnhof strömten hundert Menschen dem Standort des Militärs zu. Unter diesen Menschen plötzlich eine Panik, sie hörten die Kugeln pfeifen... ein Schrei, noch einer.... Eine Kugel hatte einen Menschen durchbohrt und war dann noch tief in den Leib des Hintermannes eingedrungen... Noch ein anderer, ahnungslos vom Bahnhof kommender Passant erlitt Verletzung durch einen Streifschuß! Unabsehbar wäre' das Unglück gewesen, hätten nicht die Elsaß- Lothringer in die Luft geknallt. Weshalb waren da hunderte Menschenleben aufs Spiel gesetzt, mit dem Tode bedroht?... Der junge Leutnant wollte von einem Steinchen getroffen worden sein---- Heute ist das Bild im Ausstandsgebiet ganz anders, und es wird so bleiben, wenn die maßgebenden Stellen nicht auf das Ge- schrei der Scharfmacher hören. Kaum merkt man, daß eine Viertel Million Menschen im Streik sich befinden. Nichts Ungewöhnliches.-- Doch, halt!— Der Oberbürgermeister von Dortmund sorgte dafür, daß jeder Straßenbummler merkt, was los ist. In Ricsenplakaten an den Litfaßsäulen garantiert er den Arbeitswilligen ausreichenden Schutz—, durch bewaffnete Zechenbeamte.„Böse" Zungen be- Haupte», Herr Schmieding habe die Plakate nicht auf städtische Kosten, sondern als Anffichtsrat der Harpener Bergbau- Gesellschaft anfertigen lassen. Das Straßenbild ist fast überall gleich. Ich war heute in Herne, Rauxel, Castrop, gerade wie in Essen, Bochum, Dortmund, leere Straßen, nicht stärker bevölkert als zu anderen Zeiten. Die Streikenden haben gar nicht mehr das Bedürfnis, auf die Straße zu gehen, höchstens daß die Zeit der Muße einmal zu einem Spaziergang benutzt wird. Durch die Lokalpresse, die in den letzten Jahren im Industrie- gebiet eine ungewöhnliche Ausbreitung gefunden hat, bleiben die Streikenden über den Stand der Bewegung auf dem laufenden. Das übrige besorgen die Organisationen, sie haben die Masse nicht nur geschult und diszipliniert, sondern auch aufgeklärt über das, was zu tun ist. Die Streikenden eilen in die Versammlungen, gehen zum Strcikbureau, holen sich hier ihre Informationen und wandern dann ruhig nach Hause. Albern ist eS zu sagen, die Führer ständen verlassen da. Daß der Streik über die Köpfe der Führer hinweg aufloderte, ist nur ein Beweis für die elementare Kraft der Bewegung. Nun aber folgen die Massen wieder der Parole, parieren Order. Ein Beweis: Die Delegiertenkonferenz beschloß, auf Zeche„Luise-Tiefbau" darf nicht gestreikt werden I Am anderen Tage fehlte kein Mann der Belegschaft! Alle anderen Anordnungen Iverden prompt befolgt, und das von einem Riesenhecr von über 209 900 Mann! lind welch verändertes Bild in den Versammlungen: Die Ruhe und Ordnung ist ftappierend. Die aktive Mitwirkung der Ver- sammlungsbeiucher beschränkt sich auf einzelne Zustimmungs- und Protestrufe und Abstimmungen. Ruhig hört man die Redner an. Selten sieht man ein Schnapsglas, in manchen Versammlungen wird iib er Haupt kein Alkohol genossen. Ist die Versammlung geschlossen, geht alles ruhig nach Hause. �Vielfach organisieren die Verbände selbst einen Sicherheitsdienst— und die Behörden machen damit die besten Erfahrlingen... *** Bewilligte Forderungen. Homberg, 19. Januar.(Eig. Ber.) Herr Haniel-Mülheim hat für seine Zeche„Rheinpreußen" — die Zeche gehört nicht zum Ober-Bergamtsbezirk Dort- mund— die Forderungen bewilligt. Eine Belegschafts- Versammlung beschloß daraufhin, die Arbeit wieder aufzu- nehmen. Was Herr Haniel kann, werden die anderen Gruben- Herren auch können. Man kann wohl, man will nur nicht. ** * Notstandstarif für Kohlentransporte. Der Regierung scheint vor der Gefahr, die der deutschen Industrie aus dem der Bergarbeiterschaft aufgezivungenen Ausstand droht, allmählich ängstlich zu werden, in ihrer Ver- wirrung aber zu allerlei sich direkt widersprechenden Maßregeln zu greifen. Das preußische Verkehrsministerium hat für sämtliche Direktionsbezirke der preußischen Staatsbahneu bis auf weiteres einen Notstandstarif für Kohlenversendungen aus dem oberschlesischen Revier(Eisenbahn- Direktionsbczirk Kattowitz) in Kraft treten lassen. Die neuen Tarifsätze sind beträchtlich billiger als die bisherigen. 100 Kilogramm Stein- kohlen kosten z. B. nach Kassel-Oberstadt ab Zeche Emanuel- fegen 1,45 M., ab Hillebrandschacht 1,44 M. Dagegen meldet das„Wolffsche Bureau" aus Saar- brücken: „Saarbrücken, 19. Januar. Hier verlautet, die in- dustriellen Werke im Kohlenausstandsgebiete an der Ruhr würden Kohlen vom Saargcbict nicht bekommen. Es heißt, das Handels- amt der königlichen Bergwerksdirektion Saarbrücken hätte auf An- frage verschiedener Kohlenhändler, die die günstige Konjunktur ausnutzen wollten, mitgeteilt, daß es Kohlen nach dem Ausstands- gebiet nicht versende." Also die Versendung von Kohlen aus dem entfernteren oberschlesischen Revier nach den rheinisch-westfälischen Industrie- bezirken wird durch Ausnahmetarife gefördert, die Versendung von Saarkohlen aber erschwert. Ein sonderbarer Widerspruch! » Wirkungen auf das deutsche Wirtschaftsleben. Der lähmende Einfluß deS Streiks auf das deutsche Wirtschasts- leben nimmt immer größere Dcmensionen an. Ein Gebiet der deutschen Volkswirtschaft nach dem anderen wird in Mitleidenschaft gezogen, kennten die Kohlemnagnaten, die so leichthin den Ausstand heraufbeschworen haben, ein anderes Gefühl als das der Herrsch- '»cht, hätten sie für etwas anderes Verständnis als für die Mehrung ihres Profits, es müßte ihnen Angst werden vor der Verantwortung, die sie frivol auf ihre Schultern geladen haben. Am stärksten be- troffen wird natürlich der rheinisch-westfälische Bezirk selbst, und in diesem die Eisenindustrie. Die vor dem Ausbruch des Generalstreiks von der Unternehmerpresse ausgestreute Nachricht, daß nicht nur die Zechen, sondern auch die Eisen- und Stahlwerke große Kohlcn-Reserve- Vorräte aufgehäuft hätte», scheint sehr übertrieben zu haben. Aus dem Düsseldorfer Bezirk meldet jetzt das offiziöse Zechenblatt, die„Rhein.- Westf. Ztg.", selbst, daß die Befürchtung besteht, daß bei weiterem Andauern des Streiks eine große Anzahl Werke zu Einschränkungen oder Stillsetzungen ihres Betriebes werden greifen müssen. Die Düsseldorfer Eisenhütten-Gesellschast hat bereits einen Teil ihres Betriebes mangels Kohlen stillegen müssen. Von dieser Anordnuug sind rund 199 Arbeiter betroffen worden. Die Düsseldorfer Röhrenindustrie Akt.- Ges., die rund 399 Arbeiter beschäftigt, hat noch bis Ende dieser Woche Kohlen- Vorräte. Vermehrt sich bis dahin der Bestand nicht, so wird das ganze Werk stillgelegt werden müssen. Die Rheinische Metall- waren- und Maschinenba n-Aktien-Gesellschaft läßt nur noch an fünf Wochentagen statt der bisherigen sechs arbeiten. Die Aktien-Gcs. Düsseldorfer-Eisenbedars- Düsseldorf- Oberbilk teilt mit, daß sie mit Kohlen für ihre Schmiedewerk- stätte noch auf ca. 8 Tage versehen ist. Wenn bis zu diesem Zeit- punkt die Kohlenvorräte keine Vermehrung erfahren, so wird die Stillegung der Schmiedewerkstätte in Düffeldorf-Reißholz eintreten müssen. Die Mannesmann-Röhren werke haben ebenfalls nur noch für einige Tage Kohlen für ihre Werke in Rath und Remscheid. Der Bedarf soll durch belgische und englische Kohlen ergänzt lverden. Nicht viel günstiger steht es um die bergische Stahl- und Klein- eisenindustrie. Die großen Werke: BergischeStahlindustrie, Aktiengesellschaft Alexander lverk, Hessenbruch- che Walzlverke und Lindenbergs Stahlwerke. haben zwar noch Kohlen für 1 bis 3 Wochen, müssen aber demnächst zu Betriebseinschränkungen greifen, da in jenen Abteilungen, wo nur mit frischer Kohle gearbeitet werden kann, das Ausbleiben der Kohle ein Weiterarbeiten nicht mehr gestattet. Weit schlimmer als die Lage der großen Betriebe ist jedoch jene der zahl- reichen mittleren Bettiebe, die den Kern der bergischen Kleineisen- industrie darstellen. Da es ihnen meist an Lagerplätzen mangelt, um größere Vorräte auffpeichern zu können, Pflegen sie ihren Bedarf von Woche zu Woche bei den Kohlenhändlern zu decken. Bleibt die Zufuhr aus, muß diese Industrie binnen kurzem stillstehen. Auch aus Hagen in Wesffalen wird gemeldet, daß dort sich bereits Kohlenmangel bemerkbar macht. So müssen in dem Guß- ftahlwerk der Firma Eicken u. Co. 1139 Mann feiern. Im Puddel- und Walzwerk von Funcke u. E l b e r s sind vorläufig zwei Walzstraßen nnd eine Anzahl Puddelöfen still- gelegt worden. Bei eingeschränktem Betriebe kann noch 2— 3 Tage gearbeitet werde», dann müssen 359 Arbeiter feiern. Die Hagener Gußstahlwerke haben den Betrieb auf sieben Stunden täglich beschränkt, in ivenigen Tagen muß der Bettieb eingestellt werden. DaS Hasper Eisen- und Stahlwerk hat einen Teil des Betriebes stillgelegt. Ebenso hat die I o h a n n e s h ü t t e(Ruppel, Cramer u. Co.) bei Dortmund die Stillegung des Äettiebes beschlossen und ferner sollen morgen die Westfälischen Draht werke in Hamm stillgesetzt werden. «selbst in der niederrhcinischen Textilindustrie beginnt sich Kohlenmangel einzustellen. Verschiedene Spinnereien und Webereien ün München-Gladbacher Bezirk haben vorläufig die Arbeitszeit ber- kürzt; wahrscheinlich werden aber einzelne schon in nächster Zeit den Bettieb ganz einstellen müssen. Eine lveitere Folge des durch die Kohlenbarone provozierten Streiks lvird wahrscheinlich der Verlust eines bedeutenden Teils des Absatzgebietes sein, den die Ruhrkoble bisher in Holland und England hatte. In den englischen Hafenplätzen, die für den Kohlen- Versand besonders in Betracht konunen, herrscht eine fast fieberhafte Tätigkeit, mn die Gelegenheit zu benutzen, nicht nur das verlorene Absatzgebiet in Holland zurückzuerobern, sonder» in den deutschen Küstengebieten neues Terrain zu erobern. Selbst nach den am Rhein gelegenen Jndustrie-Orten schickt England Kohlen. So meldet die„Duisburger Zeitung", daß in den nächsten Tagen 175 909 Tonnen englische Kohlen in R u h r o r t für Rechnung holländischer Firmen cintteffen und diese Kohlen, welche bereits in der vorigen Woche in England verladen wurden, sind bereits sämtlich im Duisburger Jndustriebezirk verkauft worden. Aber auch Böhmen und Belgien gedenken die günstige Situation für sich auszunützen. Aus MonS(Belgien) wird telegraphisch gemeldet: „Der Ausstand im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier hat eine große Tätigkeit auf den hiesigen Kohlenzechen hervorgerufen. In den letzten Tagen ist eine große Anzahl von Spezialzügen mit Kohlen nach Deutschland abgegangen. Vergangenen Montag 42 Z ü g e aus I a in a p e; am Dienstag 11 Züge; g e st e r n 12 Züge; jeder der Spezialzügc umfaßt 35 Wagen. Der Be- ftimmungsort ist Düffeldorf, Ebersheim usw. Ein Grubenbesitzer erklärte den Trustvertretern, der Ausstand im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier würde für die belgische Kohlenindnstrie von großem Vorteil sein. Infolgedessen würden sich die Arbeitsbedingungen be« deutend bessern. Bis jetzt wurde nur' fünf Tage in der Woche gearbeitet. Die Bergarbeiter verhalten sich ruhig und denken an keinen Streik, sie haben im Gegenteil Schritte unternommen, damit die Arbeit während der ganzen Zeit fortgesetzt wird." »* # Solidaritätskundgebungen. Es geht uns folgender Aufruf zu: Partcigcnossumcn! Die Ursachen des Riesenkampfes im Ruhrkohlenrevier find Euch bekannt. Ebenso habt Ihr die Aufrufe des Parteivorstandes und der Generalkommission der Geioerkschaften gelesen. ES bedarf daher keiner nochmaligen besonderen Darlegung des Sachverhalts, um die politisch tätigen wie gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen und Arbeiterftanen aufzufordern, sich überall eifrig an den Sa mm- l u n g e n zu beteiligen. Jede Proletarierin muß ihr Scherflein beitragen, sei auch ihr Verdienst noch so gering, um die Streikenden in diesem wahren Kulturkämpfe, ihrem Kampfe um menschlicheres Leben zu unterstützen. Den Hausfrauen ganz Deutschlands wird bald klar werden, daß die maßlose Ausbeutung der Arbeiterschaft die Habgier der Kohlen- barone nicht befriedigt, sondern durch Erhöhung der Kohlenpretse die gesamte kohlcnverbrauchende Bevölkerung aufs höchste geschröpft werden wird. Genossinnen! Sorgt dafür, daß in diesem gewaltigen Ringen das weibliche Proletariat in Sckaren mit auf den Plan tritt. Ver- anstattet Volksversammlungen. Wo dies nicht zweckmäßig erscheint. ruft die Frauen zum massenhaften Besuch der von den Genossen arrangierten Versammlungen auf, damit der Protest der Arbeiter- schaft ein gewaltiger werde und die Regierung der Forderung der Volksmassen nach Verstaatlichung der Kohlengruben nachzukommen gezwungen wird. In der Ueberzeugung, daß dieser Hinweis genügt, um die Geno�'innen zur höchsten Tätigkeit anzuspornen zum Beweise ihrer Solidarität grüßt Ottilie Baader, BerttauenSperson der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands. Aus London wird telegraphiert: Der Ausschutz des englischen Bergarbeiter-Berbandes tritt nächste Woche zusammen, um zu beraten, in welcher Weise die ausständigen deutsche» Bergleute zu unterstützen sind. Ferner wird aus Brüssel gemeldet: Der sozialistische Abgeordnete Maroville, Sekretär des belgischen Grubenarbeiter- Verbandes, erklärte, wenn der Generalstreik begonnen habe, so sei der Augenblick gekommen, um unter den belgischen Ar- beitcrn Propaganda zu machen und sich mit den dciltschen Arbeitern solidarisch zu erklären. »-» - Schmock in holdem Wahnsinn. Die„Post" schreibt folgenden Polizcibericht: „Wenn übrigens Anarchisten nieder Annahme, daß sie schnitter- reife Saat genug in dem-Ruhrgebiet finden würden, die Erregung der Gemüter und die Herrenlosigkeit der Führer über die Masse» auszunützen versuchen sollten flir ihre Zwecke, so könnte man sich darüber nicht wundern. Die beiden festgenomme"?» Personen, welche als Anarchisten verdächtig waren, sind ja, wie wir im Morgenblatt berichten, zu Unrecht für solche gehalten. Ob sich aber sonst noch anarchistisches Gelichter gezeigt hat, ist immerhin nicht ganz ausgeschlossen." Tante Boß philosophiett aus dem Kaffeesatz über den Kohlen- arbeiterstteik. Am Abend wie am Morgen stellt sie juristtsche Er- wägungen über den Konttaktbruch an. Die größte Arbeiterbewegung, die Deutschland je erbeben gemacht hat. erweckt in ihrem juristtschen tantenhaften Gemüt kein anderes Bewußtsein, als die Weltanschauung des— Wechselrechtes. Die ganze sittliche Weltordnung, meint Tante, beruht darauf, daß der Mensch das Wort, das er gegeben hat. Hält, und daß der. dem das Wort gegeben worden ist, sich auf dieses Wort verlassen kann. Darum betrachtet Tante eine Arbeitseinstellung, die unter dem Vcrttagsbruch begangen wird, als ein schweres Unrecht. und sie hat eS nie gebilligt, wenn man ein solches Unrecht hat be« mänteln wollen. Wenn die ganze sittliche Weltordnung darauf beruht, daß man sein Wort hält, dann haben die Kohlenbarone seit 1839 beständig die sittliche Weltordnnng verletzt; denn keins von den Worten, die man damals gegeben hat, hat man eingelöst. Aber wenn die „Vossische Zeitung" mit dieser Kannegicßerci besagen will, daß das „Recht" unter allen Umständen verbindlich sein soll für die ihm Unterworfenen, so setzt diese Folgerung eine sittliche Weltordnung voraus. Erst wenn eine sittliche Weltordnung existiert, muß Recht unter allen Umständen gelten, muß das gegebene Wott ge- halten werden. Eine absolute Rechtsverbindlichkeit kann nur dann anerkannt werden, wenn alle Mitglieder der Gesellschaft sich dem Rechte frei- willig unterworfen haben, indem sie sich den Mehrheits« beschlüssen unterordnen. Wenn das Arbeitsverhättnis nicht wie bisher ein Ausdruck brutaler Willkür des Stärkeren ist, die sich in leere Formeln von Rechtsparagraphe» kleidet, dann, aber erst dann gelder, um den Ausstand vier Wochen aushalten zu können. Bis unfähige Gemeinden bei Durchführung dieses Gesekes eingestellt jekt sind teine Zwischenfälle zu verzeichnen gewesen, aber man werden soll. befürchtet, daß der Konflikt durch politische Verwickelungen kompliziert wird. Auch die Schiffsbauten, die von der Regierung auf der Newsti- Werft in Auftrag gegeben sind, erleiden durch den Streik wirde man den Vertragsbruch unter allen Umständen verwerfen. Der sogenannte freie Arbeitsvertrag aber, den heute der Arbeiter mit den Unternehmern schließt, ist die Karikatur eines Rechtes. Der Arbeiter geht nicht freiwillig, sondern dem Zwange des Hungers weichend das Bertragsverhältnis ein, und wenn er es hält, so kann er doch durch keine sittliche Pflicht gebunden werden, sondern durch die soziale Gewalt. Der Vertragsbruch von vollständigen Stillstand. Proletariern der kapitalistischen Gesellschaft ist das soziale Notwehrrecht, das auch die juristische Tante, welche die Vossin" über den Streik orakeln läßt, kennen müßte. Der sogenannte Arbeitsvertrag ist ein Diktat des Unternehmertums und damit eben nur solange verbindlich, als die Arbeiter diese ihnen zwangsweise auferlegten Bedingungen erdulden können und ertragen wollen. in Die Tante Voß hat wirklich trotz ihres hohen Alters immer noch nicht die elementaren Erscheinungen der kapitalistischen Gesellschaft erkannt; fie redet immer noch vom freien Arbeitsvertrag" und hält diesen sogar für die Grundlage der sittlichen Weltordnung. zu können. walten. Politische Uebersicht. Berlin, den 19. Januar. Reichstag. Der Reichstag erklärte in seiner heutigen Sigung zunächst die Wahl des Reichsparteilers Nauk, der mit einer ziemlich beträchtlichen Majorität in der Stichwahl gegen unseren Kandidaten in Mecklenburg- Strelik gewählt worden war, debattelos für gültig. Freitag findet mit Rücksicht auf die Wünsche der Budgettommission feine Sigung statt. Am Sonnabend beginnt die zweite Lesung der Hibernia Vorlage. Die weiteren Dispositionen gehen dahin, daß die nächste Woche für den landwirtschaftlichen Etat reserviert bleibt. Am übernächsten Montag soll dann mit der zweiten Lesung der Kanalvorlage begonnen werden. Schöne Zustände. Die Budgetkommission des Reichstags hat, wie aus dem Berichte hervorgeht, am Donnerstag wieder einmal gerade Reichs-, Poſt- und Telegraphenverwaltung ein, die vom Abg. Wenn die Arbeiten in dem bisherigen Tempo weitergehen, Dann trat das Haus in die zweite Lesung des Etats der 1/2 Positionen des Nachtragsetats für Südwestafrika erledigt. Die geistige Höhe, welche die gebildete Bourgeoisie, deren Trimborn mit einer beinahe zweistündigen Rede eröffnet wurde. Dann kann man eine Erledigung dieses Nachtragsetats mit Sprachrohr die Bossin sein will, erklimmt, offenbart sich übrigens In den Vorjahren ist im Reichstage von allen Parteien der Sicherheit etwa für Ostern erwarten. Woher soll da Voffin fast in jedem Satze dieser Kontraftbruchplaudereien. Da wird z. B. Linken und der Mitte, insbesondere auch von unseren Genossen, die Zeit zu einer gründlichen Durcharbeitung des Hauptetats fehr richtig bemertt:„ Einen ausgebrochenen Streik wieder beizulegen, an den Dienstverhältnissen der Postbeamten und-Unterbeamten und zu der notwendigen Fertigstellung von Beratungsmacht unter allen Umständen sehr viel größere Mühe, als den Zivist scharfe Kritik geübt worden. Sie hat den Erfolg gehabt, daß materialien für das Plenum des Neichstags kommen? Erwägt herbeizuführen", womit beiläufig die Tante leichtsinnigerweise das am 13. August des vorigen Jahres der Staatssekretär in einer man ferner, daß schon wieder ein neuer Nachtragsetat für Kohlensyndikat beschuldigt, daß es sich Mühe gegeben habe, deu Zwist allgemeinen Verfügung einige kleine Verbesserungen anordnete. Südwestafrika von den verbündeten Regierungen vorbereitet herbeizuführen. Ferner sieht Tante in dem Streit eine ernſte Warnung Die Entschädigung für den Nachtdienst wurde auf einige späte wird, dann kann man sich der Ansicht nicht verschließen, daß auch für spätere Fälle, insbesondere eine Lehre für die Sozialdemokratie, deren Häupter sich einbilden, bei dem von ihnen prophezeiten Abend- und frühe Morgenstunden ausgedehnt, die Sonntags auch in diesem Jahre der Etat nicht rechtZusammenbruch nach ihrem Belieben den Zukunftsstaat einrichten arbeit und die wöchentliche Dienstzeit auf das Maß zurüd- zeitig vor dem 1. April fertiggestellt wergeführt, das sie nach dem Regulativ von 1899 haben sollte. den kann. Tante hat wirklich eine komische Auffassung von der Gewalt und Diese an sich sehr unbeträchtlichen Fortschritte, die mehr ein Aufgabe von Führern. Die Führer in der Demokratie, so sollte Zeugnis guten Willens als wirkliche Leistungen sind, veran- und verhängnisvollen Zustande dem Reichstage zuzu Ganz falsch wäre es, die Schuld an diesem unhaltbaren Tante doch auch wissen, sind nicht die absoluten Monarchen, welche faßten den sozialpolitischen Leuchtturm des Zentrums, sein schreiben: die Verantwortung fällt vielmehr ausschließlich auf nach eigener Willkür die Völker und die Heere kommandieren, sondern die nur den Willen der Masse und der Mehrheit ver den Dantesbeteuerungen an den Staatssekretär rätte gar tabelt wurde, die Berufung des Parlaments in ungehöriger fondern die nur den Willen der Masse und der Mehrheit bericht in hellstem Glanze strahlen zu lassen. Er konnte sich in die Regierung. Sie hat nicht nur, wie wiederholt schon geMit der mossisch veredelten„ Berliner Volts- Zeitung" tönnen wir nicht genug tun, und die kleinen Wünsche, die er noch vor- Weise verzögert, sondern auch sonst ihre Pflicht vernachlässigt; uns aus Raumrücksichten erst morgen befassen. zubringen hatte, verschwanden vollkommen unter den Freudens in der Budgetkommission ist von allen Seiten die lebhafteste äußerungen darüber, daß wir es doch so herrlich weit gebracht. Klage darüber laut geworden, daß die Vorlagen im besonEin wenig weitere Einschränkung der Sonntagsarbeit durch deren der Nachtragsetat ganz ungenügend be. Einstellung des Geld-, Nachnahme-, Drucksachen- und Paket- gründet worden sind. Die Abgeordneten müssen der verkehrs, ein wenig weitere Einschränkung der Arbeitszeit und Regierung das zur Beurteilung der Verhältnisse notwendige einige spezielle Forderungen ganz untergeordneter Bedeutung Material geradezu erst ab ringen; Millionenforderungen, Eine Kanonade gegen den Zaren. hat das Zentrum in Resolutionen gefordert. Herr Trim Aus Petersburg meldet„ Wolffs Bureau" vom 19. Januar: born fügte noch andere Wünsche hinzu: Die Postämter nach worden ist, weitaus greifende Projekte, die späterhin außer bei denen das Etatrecht des Reichstags offensichtlich verletzt Während der Zeremonie der Wasserweihe wurden gleichzeitig französischem Muster besser auszustatten, den Landbriefträgern ordentlich große Mittel in Anspruch nehmen werden, sind mit dem zweiten Salutschuß Fenster des Nikolaisaales des Winter- im Sommer eine Drillichkleidung zu gestatten und ein ordentlich große Mittel in Anspruch nehmen werden, sind palais von mehreren Kartätschenkugeln zertrümmert, die, wie es figlicher Punkt- auch einmal statistische Auskunft über die geradezu leichtfertig behandelt worden. heißt, vom Börsengebäude her kamen; an der Börse waren zum Lage der 31 000 nichtständigen Arbeiter im Postbetriebe zu Forderungen selbst gar nicht flar ist: der eine ihrer Vertreter Dabei stellt sich heraus, daß die Regierung sich über ihre Zwecke des Salutschießens Geschüße aufgefahren. Der Vorfall ist geben. bisher unaufgeklärt. Ein Polizeibeamter soll getötet worden sein. ruft, Hotte", der andere„ Sü"; der eine sagt, die Vorarbeiten Genosse Singer prägte die Kehrseite der Medaille: für einen Bahnbau bedeuteten noch keine Festlegung für den Eine weitere Meldung besagt: Noch immer haben 77 Proz. der Postunterbeamten eine mehr Bau selbst, der andere aber sagt, am besten sei es, man beAmtlich wird bekanntgegeben: Während der Newa- Wasser- als 10stündige Arbeitszeit, 20 Proz. erhalten überhaupt keinen ginne sofort mit dem Bau selbst; der eine schiebt wirtschaftliche, weihe in Anwesenheit des Kaisers ereignete sich, als der übliche Erholungsurlaub, von den übrigen die Hälfte nur 5 Tage im Sinne sofort mit dem Bau ſelbſt; der eine schiebt wirtſchaftliche, der andere militärische Gründe" in den Vordergrund. KurzSalut begann, ein Unfall. Eines der bei der Börse aufgestellten Jahre. Die gehobenen Stellen" werden nach Willkür und um: es ist ein unerträgliches, peinliches Tohuwabohu, aus dem Geschütze schoß anstatt einer Pulverladung eine Kartätschenladung Liebedienerei vergeben, und die Ostmarkenzulage, die im man erkennen kann, wie sehr wir bereits russischen Zuab. Die Kugeln erreichten den Boden beim Jordan- kai. An der vorigen Jahre vom Reichstage abgelehnt worden ist, soll in man erkennen kann, wie sehr wir bereits russischen Zuständen nahe gekommen sind. Fassade des Winterpalais wurden die Scheiben von vier Fenstern den zukünftigen Etat unter der Aufschrift: Einmalige Unterzerbrochen. Ein der Petersburger Stadtpolizei angehöriger Polizist stüßungen eingeschmuggelt werden. So zeigt das ganze System wurde verwundet. Nach den bisherigen Ermittelungen sind keine der Postverwaltung deutlich das Bestreben, die Unterbeamten Der ostasiatische Krieg und die Flottenpropaganda. weiteren Unfälle vorgekommen; die Untersuchung dauert fort. gegenüber den höheren zu benachteiligen, verleitet die höheren Ueber Kriegstheorien" wird gegenwärtig unter Zugrunde. Solange man auf Nachrichten aus amtlich- russischer Quelle an- Beamten geradezu zum Mißbrauch ihrer Stellung als Vor- legung der Vorgänge im ostasiatischen Kriege sehr viel gewiesen ist, wird sich näheres über den eigenartigen Unfall nicht gesetzte. Nach alledem konnte Genosse Singer der Verordnung zusammengeschrieben. Heute stellt auch Major Keim im„ Tag" ermitteln lassen. Sicher ist nur soviel, daß sich jetzt dem Baren des Staatssekretärs, die nur die Vorschriften von 1899 endlich über diesen Gegenstand allerhand Betrachtungen an. Diese gegenüber ein ganz ähnlicher Vorgang abgespielt hat, wie jener von zur Durchführung bringen will, aber feineswegs Garantie da- Betrachtungen sind keineswegs objektiv theoretische, sondern es der Doggerbant, der einige englische Fischer das Leben foftete. Su für bietet, kein so übermäßiges Lob zollen wie Herr Trimborn. handelt sich bei allen diesen" Theorien" darum, für die wenig wie bei der Affäre von Hull ist bei der neuesten von der Er mahnte den Staatssekretär, energischer als es bisher ge- deutsche militaristische Politit Propaganda Newa zur Stunde klar, ob ein beabsichtigter Anschlag vorliegt oder schehen sei für die Besserstellung der unteren Postbeamten zu zu machen. So kommt man z. B. immer wieder darauf eine Verkettung unglücklicher Umstände, unter denen auf alle Fälle sorgen. An einem praktischen Beispiel zeigte Genosse Singer zurück, daß der ostasiatische Strieg bewiesen habe, daß bei einem die russische Unfähigkeit die Hauptrolle spielt, zu dem blutigen End- noch, wie leicht sich das ermöglichen ließe. Nur aus Schlen- modernen Kriege die Beherrschung der See eine ergebnis geführt hat. drian wird der starke Andrang an den Paketschaltern furz vor ausschlaggebende Rolle spielt. Von diesem Ergebnis Schalterschluß zugelassen. Kein Verkehrsinteresse würde durch bis zu der Folgerung, daß deshalb auch Deutschland eine Beschränkung der Paketzahl und einen früheren Schalter- seine Flotte zu einer solchen ersten Ranges machen müßte, schluß verlegt werden, während den zahlreichen Postbeamten ist dann nur ein kleiner Sprung. Daß für den ostund Handelshülfsarbeitern eine wesentliche Erleichterung in asiatisch en Krieg die Seebeherrschung allerdings von größter ihrem schweren Berufe verschafft werden könnte. Bedeutung war, haben wir selbst zahllose Male nachgewiesen; Die amtliche russische Meldung neigt sichtlich der zweiten Auffaffung zu, nicht der ersten. Sie hält es bei den in der russischen Armee herrschenden Zuständen nicht für ausgeschlossen, daß gelegentlich in Anwesenheit des allerhöchsten Kriegsherrn eine scharfe Ladung statt einer blinden losgeht. Der Schauplatz des Ereignisses liegt zu beiden Seiten der großen Newa. An ihrem rechten Ufer liegt die Börse, auf dem linken ihr etwas schräg gegenüber das Winterpalais, das faiserliche Schloß. Die Schloßbrücke verbündet beide Ufer. Die Börse selbst bildet die Spitze eines stumpfwinteligen Dreieck, an dessen Basis sich rechts das Winterpalais, links die auf einer Insel befindliche berüchtigte Peter- Paulsfeste erhebt. Die Fenster des Winterpalais gehen- ein beruhigender Anblick für seine Bewohner direkt der Festung zu. " die Vergeblich suchte der Staatssekretär der scharfen aber aus diesem konkreten Fall generaliter ableiten zu wollen, Kritik Singers pie Spize abzubrechen, daß er die von ihm daß nun für alle Kriege die Flottenfrage eine so wichtige selbst soeben vorgelegte Statistik über die Lage der Postbeamten wäre, ist ganz unsinnig. Allerdings, wenn Deutschland einmal als veraltet, von der Entwickelung bereits überholt hinzustellen in einen Strieg mit England verwickelt werden würde, so suchte. Nichts Durchgreifendes ist seit ihrer Aufstellung für würde es selbstverständlich nichts anfangen können, ohne eine die Beamten getan worden. der englischen Flotte überlegenen Kriegsmarine. Bei einem Vergeblich suchte auch Herr Krätte abzuleugnen, daß Kriege mit einer Landmacht aber, z. B. mit Frankreich die einmaligen Unterstützungen der Ersatz für die im Vorjahre oder Rußland, würde die Flotte eine ebenso untergeordnete abgelehnten Ostmarkenzulagen sein sollten. Daß die Regie- Rolle spielen, wie in den Striegen 1870/71 oder 1866. Die Hoffentlich wird, was sich zwischen der Börse und dem Winter- rung in diesem Jahre eine geringere Summe verlangt, ist bei Entscheidungen würden dann eben auf dem Lande palais entspann, nicht an jenem dritten Punkte enden! der ablehnenden Haltung des Reichstags durchaus verständlich. fallen und nicht zur See. Auch die Wegnahme unserer Wachsende Aufregung in Petersburg. Der Nationalliberale Dr. Pa zig versuchte wirksamere tostbaren" Kolonien durch die Franzosen und Inzwischen scheint der Ausstand der Petersburger Arbeiter immer Argumente gegen die Ausführungen Singers zu finden. Mit Störung des deutschen Handels würde absolut keine weiter um sich zu greifen. Den Streifenden von den Putilowfabriken langatmiaen finanziellen Berechnungen suchte er den Nachweis Rolle spielen, wenn es Deutschland gelänge, die Landhaben sich die 8000 Arbeiter der Newstispinnerei angeschlossen. Nach dafür zu führen, daß die Postverwaltung keine Plusmacherei macht Frankreichs zu zertrümmern. Es ist deshalb ein geradezu einer Meldung des„ Lokal- Anzeiger" sollen sich, veranlaßt von den triebe, überhaupt kaum nennenswerte Ueberschüsse erzielte. Zu unsinniges Verfahren, den ostasiatischen Fall, wo es sich Sozialisten", die Arbeiter der Kolpien-, Obuchow- und Baltischen seinem Schmerz mußte er es erleben, daß der Staatssekretär um ganz besondere Umstände handelte, als eine Art MusterNach einer Wolfffchen selbst ihn in allen Punkten widerlegte und da Herr Patig selbst beispiel für die Kriegsführung überhaupt hinzustellen. Werft dem Streit angeschlossen haben. Meldung haben die ausständigen Arbeiter eine Petition vorbereitet, ausgeführt hatte, daß die erzielten Ueberschüsse nur durch Auf der Höhe dieser Betrachtungen stehen auch die anderen. in der sie die Maßnahmen zur Beseitigung der Rechtlosigkeit und Ueberanstrengung und schlechte Entlohnung der Arbeiter er- So erklärt beispielsweise Major Steim, daß die Belagerung Armut der Bevölkerung des Reiches und der Bedrückung der Arbeit möglich würden, dürfte der Leweis für Singers Behauptungen Port Arthurs bewiesen habe, daß diejenigen, welche den Festungen Im übrigen beschränkte sich der überhaupt keine große Rolle mehr beimäßen, vollständig im Irrtum durch das Kapital fordern. Aus diesen Hauptforderungen leitet schlüssig erbracht sein. die Petition im einzelnen folgende Forderungen ab: Garantien nationalliberale Redner wie der ihm folgende freifinnige Ab- seien. Auch diese Folgerungsweise ist eine geradezu kindische. der persönlichen Sicherheit, Freiheit des Wortes, Versammlungs- geordnete Bell darauf, einige technische Fortschritte an- Port Arthur ist doch keine Landfeftung, sondern eine Seefeftung, in der fast die ganze ostasiatische Flotte Rußlands Zuflucht recht, Gewissensfreiheit, obligatorischen Schulbesuch auf Staats- zuregen. Morgen soll die Debatte über den Bostetat durch die end- gesucht hatte. Aus diesem Grunde und lediglich aus toften, Voltsvertretung, Gleichheit aller vor Gericht, Verant wortlichkeit der Minister, Beseitigung der Ablösungszahlungen liche Beratung unserer Interpellation über den Bergarbeiter- diesem Grunde mußte Japan alles daran setzen, Port Arthur zu erobern, um dadurch gleichzeitig die Stille- Dzeanflotte der Bauern, Verbilligung des Kredits, allmähliche Verteilung der streit unterbrochen werden. tag Rußlands zu vernichten. Wäre Port Arthur nur eine LandStaatsdomänen unter das Volt, Einführung der Einkommensteuer. festung gewesen, so würde Japan geradezu blödsinnig geFür die gewerblichen Arbeiter im besonderen wird verlangt gesetzDas Abgeordnetenhaus beendete am Donnerstag handelt haben, wenn es die ungeheuren Opfer zu dessen Erlicher Schutz der Arbeit, Freiheit der Konsumvereine und anderer Vereine, Achtstundentag. Zulassung des Kampfes der Arbeit gegen die zweite Beratung des Ausführungsgesetzes zum Reichs- oberung gebracht hätte, die es gebracht hat. Japan hätte es Seuchengeset. Von den zahlreichen Anträgen ist nur ein dann sehr einfach gehabt.. Es hätte sich einfach auf der Landdas Kapital, staatliche Arbeiterversicherung. fonservativer Antrag zu erwähnen, der auch den Gutsbezirken, enge bei Rintfchou mit etwa 40'000 Mann verschanzen können. jenen eigenartigen rückständigen Gebilden, auf denen der Guts- Die Festung wäre dann abgeschnitten und unschädlich gemacht herr unumschränkt schaltet und waltet, die Wohltaten des gewesen. Seine übrigen Truppen hätte Japan dann ruhig Gefeßes zuteil werden lassen will; wie auf dem Gebiete des dazu verwenden können, um seine Angriffe gegen die ManSchulwesens und des Armenwesens, so sollen jetzt auch auf dschurei- Armee zu konzentrieren. Alle diese Betrachtungen also beweisen nichts, als die dem des Sanitätswesens die armen Notleidenden" auf Kosten des Staates Geschenke erhalten. So wollen es die Konfer- grenzenlose Oberflächlichkeit, mit der viele vativen, und sie beharrten auf ihrem Antrag, obwohl die unserer militärischen Sachverständigen" militärische Fragen Bom 19. Januar berichtet der Pariser Petit Parisien": Alle ihre geistreichen Folgerungen sind Man stehe in Erwartung ernster Ereignisse. Morgen würden Regierung erklärte, daß er für sie unannehmbar sei. Mit zu erörtern belieben. Der ostasiatische Krieg hat durchaus wahrscheinlich 100 000 Arbeiter ausständig sein. Die Behörden Hülfe eines Teils des Zentrums sekten sie ihre Forderung vollständig hinfällig. haben alle Maßregeln getroffen, die Truppen bleiben tonfigniert. durch, unbekümmert, ob dann ein so wichtiges fulturelles nicht bewiesen, daß eine Landmacht einer starken Flotte bedarf, Die Polizei hat besondere Maßnahmen für die Sicherheit des Gesetz scheitert. Die Regierung, die die Konservativen ver- sondern im Gegenteil, daß es ungeheuer gefähr taiserlichen Balaftes getroffen( die sich inzwischen trefflich bewährt hätschelt, läßt sich von dieser Sippschaft ruhig ihre Geseze lich ist, sich auf die koloniale Eroberungspolitit haben! Die Red.), in welchem sich die kaiserliche Familie angesichts vor die Füße werfen. Die Freundschaft erleidet dadurch keine einzulassen. Die Erfahrungen, die Rußland in Ostasien der bevorstehenden firchlichen Feste aufhält. Vier große WertEinbuße. gemacht hat, könnte auch Deutschland noch einmal in stätten, in welchen Tag und Nacht Munition und Waffen hergestellt wurden, liegen infolge des Ausstandes still. Angenommen wurde auch die von der Kommission Ostasien und anderswo machen, wenn es fortfährt, in zwei Spinnereien haben geschlossen und morgen werden beantragte Resolution, wonach in den Kultusetat ein Betrag derselben skrupellosen, unbesonnenen Weise sich in weltweitere folgen. Die Arbeiter verfügen über genügende Streit von einer halben Million Mark zu Beihülfen an leistungs. I politische Abenteuer zu stürzen wie bisher! Nach einer„ Laffan" Meldung vom 18. Januar streiften an diesem Tage im ganzen 44 800 Petersburger Arbeiter. Am Abend desselben Tages wurden in einer Versammlung, der der Korrespondent des„ Daily Expreß" beiwohnte, folgende Forderungen an die Regierung formuliert: Beendigung des Krieges, Einberufung einer konftitutionellen Versammlung, Preßfreiheit, Redefreiheit, Freilassung der politischen Gefangenen. Auch Preußisches Abgeordnetenhaus. " " Deutrcbes Reich. Die Wahrheit über das Hüssener-Bild. Man schreibt uns vom Rhein: ' Als die sozialdemokratische Presse das Hüssener-Bild veröffent- lichte, da war ein Teil der bürgerlichen Presse mit dem Urteil fertig: das; hier eine Mystifikation, eine Fälschung, ein Schwindel vorliege, wie dergleichen zu den Gewohnheiten der Sozialdemokratie gehöre. Ein anderer Teil war etwas vorsichtiger; diese Blätter stellten sich, als ob solche Vorkommnisse, wie sie auf dem Bilde geschildert wurden, nicht möglich seien; sie forderten eine eingehende Untersuchung des Falles und baldige Bekanntgabe des Ergebnisses. Von der Kommandantur in Koblenz, die der Kriegsminifter zur Untersuchung angewiesen hatte, drangen dann Mitteilungen in die Oeffentlichkeit, die ihren schärfsten Ausdruck in der„Rheinisch Westfälischen Zeitung" fanden. Danach war das in der sozialdcmo kratischen Presse veröffentlichte Bild eine„F ä l s ch u n g", die an» gefertigt worden war auf Grund einer willkürlich komponierten Vorlage; namentlich war alles, was außer den drei Personen aus dem Bilde war: Bilder, Blumen, Vorhang, Weinflaschen usw. frei erfunden; die Originalaufnahme sei gar nicht im Besitze der sozial demokratischen Presse, sondern befinde sich in den Händen der Kommandantur. Es tauchten dann weitere mit dem Militär offiziösen Stempel versehene Mitteilungen auf, die aber immer zahmer klangen, immer mehr zugaben und immer weniger abstritten. Jetzt ist die Mitteilung des Ergebnisses der amtlichen Untersuchung erfolgt. Und was enthält sie? Die Bestätigung zunächst der Echtheit des in sozialdemokratischem Besitze befindlichen Originals, und weiter der Nebereinstimmung des von der sozialdemokratischen Presse ver- öffentlichten Bildes mit der Originalaufnahme. Zwar heißt es in der amtlichen Mitteilung,„daß die Dar stcllungen einer gewissen Presse über den vielbesprochenen Fall Hüsscner nicht der Wahrheit entsprechen; die Tatsachen sind e n t st e l l t und, wo es nur irgend möglich war, über- trieben und aufgebauscht worden". Und womit wird das bewiesen? Die Aufnahme ist zwischen 9 Uhr abends und nicht um Mitternacht gemacht worden; die Staffage— leere Limonade- und Weinflaschen— stammen nicht von einem Trinkgelage, sondern sind für die Aufnahme zusammen- getragen worden; die Zimmerdekoration auf dem Bilde ist voll- ständig erfunden, die Tapeten und Palmen sind eingezeichnet. So die amtliche Mitteilung. Zunächst wird hier zugegeben, was anfangs noch Herr Lenzmann bestritt, daß die Batterie Flaschen bei der Aufnahme vorhanden war und in dem Bilde richtig wieder- gegeben worden ist. Sodann wird nicht mehr bestritten, daß der Vorhang, daß Bilder und Blumen vorhanden waren— was ebenfalls noch die militäroffiziösen Mitteilungen leugneten. Als Beweis, daß die„Zimmerdekoration vollständig erfunden" ist, führt der amtliche Bericht an:„die Tapeten und Palmen sind eingezeichnet". Wir haben schon gesagt, daß der Zeichner, verführt durch die Undeutlichkeit des Bildes, einen Teil des Vorhanges als Tapete an- gesehen und diese willkürlich nach links über die Wand ausgedehnt hat. Von„Palmen" aber haben wir weder etwas geschrieben, noch befinden sich auf unserem Bilde solche. Genau in Uebereinstimmung mit dem Original sind rechts und links Topfgewächse mit Palmen- wedelartigen Blättern angebracht, und diese wird auch die mit der Untersuchung betraute Stelle nicht abstreiten können. Ganz das Gegenteil dessen, waS der amtliche Bericht sagt, trifft zu: die Darstellung der sozialdemokratischen Presse hat sich nicht der Ucbertreibung und Aufbauschung, sondern der A b s ch w ä ch u n g der Situation schuldig gemacht. Nicht um der Kommandantur einen Gefallen zu erweisen, sondern weil der Zeichner durch allzuviel Einzelheiten die Ucbersichtlichkeit nicht stören wollte. So befindet sich auf dem Blumenständer im Original eine Zigarrenkiste, die bei uns fehlt; das Original zeigt sechs Bilder an der Wand, unsere Zeichnung nur eins; das Original hat drei Blumentöpfe, während wir nur zwei wiedergegeben haben. WaS die übrigen Mitteilungen des amtlichen Berichtes betrifft, so beruhen sie auf den Aussagen des Hüssencr und seiner Mit- gefangenen. Daß diese Leute sich nicht allzusehr belasten werden, versteht sich von selber. Alles in allem ist auch in diesem Falle die Wahrheit bei der sozialdemokratischen Presse, die„Fälschung" und der„Schwindel" bei denen, die diese leichtfertigen Vorwürfe wider uns erhoben haben. Ilebrigens ist Hüssener von dem fidelen Ehrenbreitstein nun nach dem weniger gemütlichen Weichselmünde strafversctzt worden. Die amtliche Kundgebung über diese Versetzung hat Galgenhumor genug, daß sie als Grund der Maßnahme im wesentlichen die vor- schriftswidrige Einführung des Photographenapparates angibt. Die Photographie hat allerdings das ganze Unheil verschuldet. „Kommen Sie nnr zu mir!" So oft sozialdemokratische Abgeordnete im Reichstage Beschwerden über Soldatenmißhandlungen vorbrachten, äußerte der Kriegsminister v. G o ß l e r und sein Nach- folger Herr v. Einem seine Verwunderung darüber, daß man solche Dinge in die Oeffentlichkeit trage, statt sich mit ihm darüber vertraulich auszusprechen. Solche Aufforderungen zum Vertrauen mögen den Sattler- meister O e tz m a n n aus Schleswig veranlaßt haben, dem Kriegs- minister am 26. Februar 1904 brieflich mitzuteilen, daß sein Bruder, der in der 11. Kompagnie des Jnfanterie-Regiments Nr. 79 diene, von seinen Vorgesetzten wie ein Verbrecher behandelt werde; wenn keine Besserung in der Behandlung erfolge, könne der Tod eintreten. Dieser Akt der Bruderliebe und deS Vertrauens zur obersten Behörde fand seine Antwort in einer— Strafanzeige gegen den Briefschreiber wegen Beleidigung der 11. Kompagnie des 79. In- fauterieregimentS. In der Verhandlung, die am 16. Januar vor der Strafkammer in Flensburg geführt wurde, gab nach dem Bericht der „Schlesw.-Holst. Volkszeitung" der Angeklagte zu, das Schreiben an den Kriegsminister gerichtet zu haben. Er wolle aber nicht damit gesagt haben, daß sein Bruder durch die Behandlung getötet werden könne, sondern daß er zum S e l b st m o r d greifen könne. Er sei aus Anlaß seines schweren Blasenleidens beschimpft und verhöhnt worden. Der Leutnant habe einmal zu ihm gesagt: „Sie Schwein stinken wie aus der Latrine gezogen". Von Kameraden sei er„... major" geschinlpft worden. Der Arzt habe ihn, als er auf dem Lazarett einige Tage gelegen habe und sein Urin plötzlich wieder getrübt gewesen sei, gefragt, ob er hineingespuckt oder etwas hineingeschüttet habe. Eine ganze Reihe Zeugen sind kommissarisch vernommen worden, deren Aussagen verlesen werden. Der Kom« pagniechef, Hauptmann Kerkoff. hat Veranlassung genommen, die Mannschaften und Unteroffiziere zu warnen, den Soldaten Oetzmaun wegen seines Leidens nicht zu verspotten. Der Leuwant bestreitet, die Aeußerung zu Oetzmann getan zu haben. Der Arzt glaubt nicht, den Verdacht gegen den Soldat geäußett zu haben. Allenfalls könne er gefragt haben, ob jemand etwa« in den Urin geschüttet habe. Alle anderen Zeugen wissen von Mißhandlungen und Be- schimpfungen nichts, bis auf den Fall mit dem Gefreiten, den sie vom Hörensagen kennen.»tsetzlich. wie die Strategie, die Zchutausende von Menschen, darunter in der Mehrzahl Frauen und Kinder, dem Tode des Verhungerns und Berdurstens überlieferte. Die 1500 Araber starben in einigen Minute» den Erstickungstod, die Zehiitaufende der Hereros aber endeten unter den unsäglichsten Qualen in der wasscrlosen Wüste unserer herrlichen Kolonie. Trotz alledem vermag sich nicht ein einziges Blatt unserer deutschen Presse über dieses ungeheuerliche Vorkommnis aufzuregen. Diese schauerliche Thatsache beweist die sittliche Sntwickelung unserer Bourgeoisie und den humanisierenden Einfluß deS Christentums! Berlin, 19. Januar. Aintliche Meldung. Ein Telegrannn auS W i n d h u k meldet: Im Gefecht bei GochaS am 5. Jamiar 1905 gefallen: Gefreiter Gustav G r a f f o w, geboren am 22. Juni 1883 zu Löwenberg in der Mark; in de» Gefechten bei G r oß- R a b a S vom 2. bis 4. Januar 1905 leicht verwundet: Sanitätsgefreiter Richard Möbius, geboren am 8. Januar 1883 zu Borna; Reiter Robert Berger geboren an, 24. Oktober 1382 zu Berlin.— Im Gefecht bei H a r n ch a S am 3. Jai»uar 1905 leicht v e r»o u n d e t: Gesteiter Wilhel,» Pätzold, geboren am 6. September 1383 zu Waldau, Fleischschuß Oberschenkel.— An Typhus gestorben: Reiter Franz Th»emicke. geboren am 17. November 1882 zu Kothen, Anhalt, ain 16. Januar 1905 im Lazarett W i n d h u k. fühlte sich aber Castro zu Anerbietungen bewogen. Der amerikanisthe Vertreter antwortete mit einem Vorschlage, die Streiffragen einem Schiedsgericht zu unterbreiten; er schlägt ferner vor, Venezuela solle jährlich fünf Millionen Bolivares statt drei Millionen zahlen »lud nach Ablösung der Forderungen Englands, Deuffchlands und anderer Mächte»nit den Zahlung dieser Summe an die englischen und deutschen Bondholders fortfahren. Der Präsident nahm den Vorschlag an bis auf das Schiedsgericht, das er nur für amerikanische Forderungen zugestehen will. Erst, als sehr energisch gedroht wurde, gab er auch in diesem Punkte nach. Mau glaubt, daß das vor- geschlagene Abkommen Verwickelungen verhindern wird. Zürich, 16. Januar. Stadtrat erlebte man /lusUmd. Schweiz. Ein Exodus. (Eig. Ber.) unsercin Großen zum erstenmal einen . In am Sonnabend Exodus. Als der Demokrat Kollbrunner die schon in der früheren Sitzung besprochene Affäre einer noblen Dirne, die nur in den besten Kreisen vettehrt, und deren öffentliche Bloßstellung ihren hoch- gestellten Freunden unangenehm war, wieder zur Sprache brachte, verließen die Liberalen bis auf einen kleinen Rest den Sitzungssaal, denn sio waren in ihren heiligsten Gefühlen verletzt. Unser Genosse Pfarrer Pflüger rief den Ausreißern nach:«Geht zu», Teufel!" Nach den Ausführungen Kollbrunners könnte man glauben, daß die Polizei die Schutztruppe der so sehr geschätzten Dame ist. Der Stadtrat wird nun die ganze Geschichte untersuchen und bis zu deren Erledigung ist auch die Erhöhung der Gehälter für den Polizei« Inspektor und den Adjunkten um je 200 Frank ausgesetzt worden. Die vielfach wegen verschiedener Delikte vorbestrafte„Daine" ist eine Deuffche und sie konnte trotzdem merkwürdigerweise ein gutes Leumundszeugnis von der deutschen Gesandtschaft in Bern beibringen. ES handelt sich dabei offenbar um einen Irrtum, allein der Züricher Polizeichef Stadtrat Dr. Welti, auch ein Liberaler, versteift sich gerade auf dieses Zeugnis, um die Dame vor dem Schicksal der Ausweisung, dem sonst alle Iiiederen Dirnen unrettbar versallen, zu verschonen. Die nötige Aufllärung der deutschen Ge- sandtschaft in Bern, um sie zur Zurückziehung des irttümlich aus- gestellten guten Leumundszeugnisses zu veranlassen, scheint für Herrn Dr. Welti außer dem Bereich der Möglichkeit zu liegen. Frankreich. Ministerpräsident Combes hat einem Redakteur des„M a t i n" im Laufe einer Unterredung gestern mit größter Entschiedenheit er- klärt, kein dissidenter Radikaler dürfe dein nächsten Ministerium an- gehören; das würde unmoralisch und überdies eine Prämie auf die Fahnenflucht und den Verrat sein. Die Presse bespricht das heute im„Journal officiel" veröffentlichte Demissionsschreiben des Ministerpräsidenten. Die Organe der Nationalisten, der gemäßigten Republikaner und Dissidenten beurteilen das Schreiben in schärfster Weise. So erklärt der„Figaro", dies Schriftstück sei von eminenter Gewissenlosigkeit. ES sei Sache des Präsidenten der Republik, ent- sprechend seinem verfassungsmäßigen Rechte die Miuisterkrise zu lösen. Das neue Ministerium werdc sich bezüglich seines Prograinmcs mit der Kammer und nicht»nit Coinbes auseinandersetzen. Der „Gaulois" sagt, der Brief Conrbes' sei die Verzerrung eines abso- lutistischen Erlasses.„Siecke" erklätt, das Schriftstück mute fast ivie das Werk eines Staatsstreichunternehmens an. Die radikalen und sozialistischen Blätter sprechen ihre Befriedigung über das De- vnssionsschreiben au» und sagen, es habe im ganzen Lande großen Emdruck gemacht. Amerika. Zum Konflikt zwischen Venezuela und ber Union. Die Beziehungen zwischen Amerika und Venezuela waren in den ersten Tagen des Monats sehr gespannt. Castro beabsichtigte sogar, dem amerikanischen Vertreter seine Pässe zu schicken; schließlich Eine erzbischöfliche Streikgabe! Das Zentrum kann sich immer noch nicht entschließen, für die christlichen Bergarbeiter Sammlungen zu veranlassen. Da- gegen scheinen unsere ständigen Mahnrufe auf den Erz- i s ch o f von Köln ihre Wirkung nicht ganz, verfehlt zu haben. Dr. Fischer hat, wenn auch mit diplomatisch-neutraler Begründung, eine kleine Gabe von 1000 Mark gespendet, worüber das Wolffsche Telegraphenbureau meldet: Essen a. R., 19. Januar. Der Kardinal-Erzbischof Dr. Fischer hat, wie die„Essener Volkszeitung" erfährt, dein Kassierer des GcwerkvercinS christlicher Arbeiter in Altenessen die Summe von eintmisend Mark für die notleidenden Brrgarbcitrrfamilie» über- fandt mit folgcudem Bcgleiffchreibcn:„Anbei übersende ich Ihnen eintausend Marl zur Unterstützung der notleidenden Bergleute- Fainilien. Ich utteile nicht über den Streik als solchen, über seine Aussichten und seine Berechtigung, ich rechne nur mit der Taffache, der Not, die an manche Familie heranttttt, eine Not, die mir umsomchr zu Herzen geht, als eine große Zahl dieser Familien zu der mir unterstehenden Erzdiözese gehören. Ich darf aber den Wuusch beifügen, daß es der im Ruhr- gebiet tätigen Ministcrialkommission gelingen werde, den für die weitesten Kreise verhängnisvollen, den Wohlstand, und was noch mehr ist, den für die gedeihliche Entwickelung nnsereS Vaterlandes notlvendigei» sozialen Frieden schwer schädigenden traurigen Streik in geeigneter Weise zu beseitigen. Dazu bedarf eS stellich der Besonnenheit und weiser Mäßigung beider Faktoren. Ich füge auch den anderen Wunsch bei, daß eS sich ermöglichen lasse, durch vorsorgliche Maßnahmen, namentlich auch durch Beihülfe der Gesetzgebung für die Zukunft solche folgenschweren Vorkonunnisse tunlichst zu verhüten I" Für den Anfang ist dieser kleine Beitrag aus dem unendlichen Schatz der reichen katholischen Kirche immerhin zu begrüßen, und es liegt uns fern, den Wert der Gabe an ihrer Größe oder an ihren Motiven zu messen. Wir wollen im Gegenteil hoffen, daß sich dos ganze Zeittrum und die katho- lische Kirche nunmehr dem Kirchenfürsten anschließt, daß ins- besondere die Zentrumsmillionäre, die Ballestrem, Arenberg, Thyssen(letzterer ja einer der Terroristen des Ruhrreviers) dem Beispiel folgen werden. Letzte Nachrichten und Depefchen. Aus der Hull-Kommission. Paris, 19. Januar.(W. T. B.) Die Kommission für die Hull- Angelegenheit hielt heute ihre erste öffentliche Sitzung ab, welcher mehrere Vertreter des diplomatischen Korps beiwohnten. Die Dar» stcllungen des Sachverhalts gelangten zur Verlesung. In dem englischen Protokoll heißt es: Jedes Fischerboot, welches sich in der Nacht zun» 21. Oktober an der Doggerbank befand, trug in deutlicher Aufschrift hinten seinen Namen. Alle zeigten das vorgeschriebene Licht der Fischerboote und am Schiffshinterteil ein weißes Licht. Die Signale wurden mittels roter, grüner und weißer Lichter gc- geben. Gegen Mitternacht gab der Kolninandant der Fischerflottillc durch eine grüne Rakete das Signal, die Netze auszuwerfen. Die Fischerboote hatten eine Geschwmdigkeit von 2 Vi Knoten. Trotz des Nebels war es keinen Augenblick unmöglich, die verschiedenen Lichter zu sehen. Die Kriegsschiffe gingen in nördlicher und südlicher Richtung vorbei, gaben Signale, beleuchteten die Fischerboote und gaben Feuer auf dieselben. Das Feuer dauerte fort trotz der Signale der Fischerboote. Die Russen gingen dam» weiter ohne Hülfcleistung anzubieten. Das russische Schiff„Awrora" wurde durch russische Geschosse getroffen. Auf den Fischerbooten befand sich kein Kriegsmaterial. Kein Japaner befand sich an Bord derselben und ebensowenig war ein japanisches Kriegsschiff in der Nordsee. Ein Fischerboot ging unter, fünf erlitten Havarie. Zwei Mann der Besatzung wurden getötet, sechs verwundet. Die Fischerboote ließen sich keine Herausforderung zuschulden kommen. In dem russischen Bericht heißt es: Das Admiralsschiff be- merkte in der Nacht vom 21. zum 22. Oktober gegen Mitternacht, während Nebel herrschte, zwei kleine Fahrzeuge, welche mit großer Schnelligkeit den Panzerschiffen»nit verlöschten Lichtern entgegen- kainen. Scheinwerfer ließen dieselben als Torpedoboote erkennen. Die Panzerschiffe eröffneten sofort das Feuer auf dieselben und stellten dann fest, daß auch mehrere kleine Dampfer, welche Fischer- booten glichen, zugegen waren, von denen einige sich in die Fahr- strahe der Panzerschiffe legten. Letztere mußten ihr Feuer zehn Minuten lang unterhalten, bis die Torpedoboote verschwunden waren, sie beinühten sich aber, die Fischerboote nicht zu treffen. Der Admiral setzte später seine Fahrt fort, ohne irgend ein Schiff an Ort und Stelle zurückzulassen. Der Bericht schließt: Admiral Roschdjestwensli hatte unbedtngt das Recht und die Pflicht, so zu handeln, wie er tat, trotz der Möglichlcit, neutrale und nichtoffensive Fischer zu schädigen. Die nächste öffentliche Sitzung der Kommission wird voraus- sichtlich in der nächsten Woche stattfinden. Petersburger Scharfmacher. Petersburg, 19. Januar.(W. T. B.) Die Petersburger Favtt- kanten hielten heute eine Beratung über den Arbeiterausstand ab. Es wurde beschlossen, die Forderungen auf Gewährung des Acht» stundentageS, Teilnahme der Arbeiter an der Fabrilleitung und AuS- zahlung deS Lohnes für die Zeit des AuSstandeS als Forderungen allgemeinen Charakters abzulehnen. Bezüglich der privaten Fragen wurde der Standpunkt aufgestellt, daß jede Fabnk diese erst nach Wiederaufnahme der Arbeit bem»twotten könne. Es wurde be- chlossen, daß die Fabrikanten feine Verhandlungen mit den»rbeller. organisatione» eingehen, insbesondere nicht mit dem russischen Arbeitcrbund. Paris, 19. Januar.(W. T. B.) Präsident Loubet besprach sich heute nachmittag nach einander mit Sarnen, Dubief, Et, ernte, JaursS und Bienvenu Martin, den Führern der Mchrheitsgrtlppei» der Kammer, über die Lage. Brest. 19. Januar.(W. T. B.) Von den Hafenarbeitern, die sich ai» den gestrigen Ausschreitungen beteiligten, sind luiyzehn ver- haftet worden. Der tzattdelshasen wird von 400 Mann Militär be- wacht. Patrouillen durchziehen die Stadt. 'Meraiitw.Redatt.- Paul Büttner, Berlin. Jnserate verantw.(mtt Ausnahme der.RwuWelt'-Beilage)-Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u BerlagSanlt.Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 veilagenu.Unterahltungsbl. Br. 17. 22. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 20. Januar 1905. 122. Sigung vom Mittwoch, den 19. Januar 1905, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: rätte. gewählt. 0 0 Abgg. Dr. Size, Herold( 8.) beantragen: Der Herr Reichsfanzler möge den gemeinnügigen Arbeitsnach weisen in bestimmten( Morgen-) Stunden die Benuzung der Fern sprecheinrichtungen gegen ermäßigte Vergütigung ermöglichen. Abgg. Gröber, Dr. Size( 8.) beantragen: Der Herr Reichskanzler möge in erhöhtem Maße durchführen; inachen. felben es. Es wäre Sommerkleidung eingeführt werde. Diese Wünsche haben sogar schon Die Landbriefträger wünschen, daß bei ihnen der Drillich als zu einem dichterischen Erguß geführt. Ist doch der Herr Staatssekretär auf folgende Weise angesungen worden: DSträtte, sprich ein gutes Wort Und findere unsere Bein Und führe uns zur Sommerszeit Den leichten Drillich ein! " Papierforb wandern, an Sonntagen nicht bestellt zu werden. Eine fionierung doppelt angerechnet. Was den Wohnungsgeldzuschuß fehr wichtige Forderung ist die Verkürzung der Schalterstunden für anbetrifft, so bin ich bestrebt, für die Postbeamten möglichst viel den Paketverkehr an den Vorabenden der Sonn- und Feiertage. herauszuschlagen. Jedenfalls schon im nächsten Jahre wird den Dies ist dringend geboten, um der unerhörten Bummelei des Unterbeamten ein höherer Wohnungsgeldzuschuß gewährt werden Bublifums, vor allem einiger großer Firmen es sind immer die- können. Die Bostanweisungs- Kuverts haben wir aus demselben entgegenzutreten, die gegen Schluß der Schalterstunden an Grunde nicht eingeführt, aus dem wir das Porto für Beträge bis Der Präsident erhält zunächst die Genehmigung des Hauses zur Nach der Statistik der Post haben über 120 Ruhetage im Jahre meiden, daß Briefmarken in die Briefe gelegt und so nicht ganz solchen Tagen einen wahren Sturm auf die Baketschalter eröffnen. zu fünf Mart auf zehn Pfennige festsegten. Wir wollen damit verbftattung der Glückwünsche an Seine Majestät den Kaiser zum 30 Prozent der höheren Beamten, aber nur 6 Prozent der Unter- sichere Beamte in Versuchung geführt werden. In betreff der PortoGeburtstage. Hierauf wird an Stelle des ausscheidenden Abg. Müller- beamten. Wünschenswert wäre es übrigens, wenn der Erholungs- ermäßigung für Soldaten habe ich mich mit dem Kriegsministerium Hierauf wird an Stelle des ausscheidenden Abg. Müller- urlaub bei der Statistik über die Ruhetage außer Betracht bliebe, in Verbindung gesetzt. Ueber die Personalverhältnisse ist eine DentSagan( frs. Vp.) der Abg. Bell( fri. Vp.) in die Reichsonst gibt die Statistik ein falsches Bild. Auch müßte die Statistit schrift in Bearbeitung. Sagan( frs. Vp.) der Abg. BleII( frf. 2p.) in die schulden- Kommission auf Antrag des Abg. Schädler( 8.) spezialisierter sein, heute geht spezialisierter sein, heute geht eine Kategorie von 48 bis Abg. Singer( Soz.): Runmehr wird die Wahl des Abg. Naud( bei feiner Fraktion) 84 Ruhetagen, während es doch ein großer Unterschied ist, ob jemand 48 oder ob er Ich hätte gewünscht, daß der Erlaß des Reichs- Staatssekretärs im Großherzogtum Mecklenburg- Streliß für gültig erklärt. 84 Ruhetage im Jahre hat. den Abgeordneten amtlich zugestellt worden wäre. Er ist zwar in Nun zum Erholungsurlaub. Da heißt Sodann schreitet das Haus zur zweiten Beratung des Etats bei 20 Prozent der Landbriefträger der Erholungsurlaub Stellung des Reichstages, daß, wenn eine Verwaltung seinen jahre daß der Postzeitung" veröffentlicht worden, aber es entspräche doch der der Reichs Post- und Telegraphen Verwaltung unterbleiben mußte, aus anderen Gründen". Hierzu egen folgende Resolutionen vor: sehr interessant zu erfahren, warum bei den anderen Klassen nur langen Anregungen endlich nachfolgt, die Abgeordneten nicht auf den nicht erhalten können, hier dagegen 20 Prozent. Am ungünstigsten der Regierung 1 bis 2 Prozent„ aus anderen Gründen" den Erholungsurlaub Zufall des Abonnements auf eine Beitung angewiesen wären. Wir bekommen so reichlich Dentschriften über die Forderungen stehen hinsichtlich des Erholungsurlaubs die Postboten. Nur 51,6 verwaltung, die ein ganzes Heer von Beamten und Unterder Regierung- warum wird uns nicht auch von der PostProzent von ihnen erhalten Erholungsurlaub, nach meiner eigenen beamten beschäftigt, Kenntnis gegeben, wenn die Grund Berechnung in einer durchschnittlichen Dauer von 5 Tagen. Hier fäge über die Beschäftigung der Beamten geändert werden. 1. Die Sonntagsruhe für die Beamten der Reichs- Boftverwaltung bitte ich den Staatssekretär um amtliche Auskunft, wie lang Das würde uns zweifellos die Beratung erleichtern und schließbei der Urlaub den einzelnen Beamtenklassen durch Einstellung des Geld-, Nachnahmes, Drudsachen- und Baket- biel Beamte war, wies lich dem Staatssekretär zugute kommen, weil dadurch mancherlei mehr und wieviel weniger Urlaub hatten. verkehrs an Sonn- und Festtagen sowie durch Verkürzung der Nach meinen Berechnungen scheinen mir die Verhältnisse bei den Anregungen überflüssig werden könnten. Schalterstunden für den Paketverkehr an den Vorabenden dieser Tage Postboten mit fünf Tagen und den Landbriefträgern mit sechs Tagen diesem Erlaß noch viel zu wünschen übrig bleibt. Ich Ich stimme dem Kollegen Trimborn darin bei, daß auch nach 2. für die mittleren und unteren Beamten der Reichs- Post- und durchschnittlichen Erholungsurlaubes für einen verhältnismäßig ge- hätte nur gewünscht, er hätte diese Auffassung schürfer zum Ausdruck Die ringen Prozentsaz der Aufbesserung dringend zu bedürfen. Telegraphenverwaltung die wöchentliche Maximal- Arbeitszeit weiter Statistit der Strankheitsfälle zeigt, daß 12,7 Krankentage auf den gebracht, denn das Lob wird die Postverwaltung mit offenem Ohr beschränken; 3. in der Statistit der Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung Beamten, und 14,4 Strankentage auf den Unterbeamten entfallen. Auf 1000 werden verhallen. Auch nach den neuesten Bestimmungen wird von aufnehmen, die Forderungen, die daran geknüpft worden sind, aber 3. in der Statistik der Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung Bersicherte entfallen 386 Krankheitsfälle in der allgemeinen Versicherung, den Beamten, die Körper und Geist anstrengen müssen, noch eingehende Mitteilungen über die Verhältnisse der Postbeamten in 367 bei den Bostbeamten, aber 471 bei den Unterbeamten. Dieses den Kolonien und über das außerhalb des Beamtenverhältnisses Ergebnis ist sehr ungünstig und kann nicht nur dadurch erklärt viel mehr verlangt, was vernünftigerweise von ihnen verlangt stehende Personal der Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung werden, daß die Landbriefträger in Schnee und Sturm, Sonne und die Bevorzugung der mittleren und höheren Beamten und die überwerden dürfte. Was aber besonders unangenehm auffällt, ift Regen arbeiten müssen. Die Statistik der Todesfälle zählt einmal Hierzu beantragen die Abgg. Eickhoff und Dr. Müller Gagan( fr. p.), im letzten Absatz der vorstehenden Resolution statt 803, an anderer Stelle 823 Fälle. Das ist bei einer Statistit immer- mäßige Belastung der Unterbeamten. Es ist mir fehr zweifelhaft, Sagan( fr. p.), im letzten Absatz der vorstehenden Resolution statt bin auffallend. Die Todesfälle betragen übrigens nur 6,7 Proz. Das ist zahl Arbeitszeit geben follte als den höheren Beamten. Mindestens ob man nicht den Unterbeamten eine geringere Stundenin den Kolonien" die Worte in den deutschen Schutzgebieten und wieder ein sehr günstiges Resultat. Die ungünstigen Ergebnisse der im Auslande" zu setzen. aber liegt das entgegne ich dem Kollegen Trimborn tein Abg. Trimborn( 3.): Es handelt sich bei der Reichs- Post- und Krankheitsziffern müssen auf die sanitären Verhältnisse in den Post- Grund vor, das Maß der Dienstſtunden für die unteren Beamten Zelegraphenverwaltung um einen Personalbestand von über 117 000 ämtern aufmerksam machen. Köpfen. Die Arbeitsverhältnisse dieser großen Zahl von Menschen finden wir, daß die Ansprüche an die Unterbeamten viel größere find höher zu stellen als für die oberen; bei jedem einzelnen Kapitel haben ihre Regelung gefunden durch die Personalverfügung des als an die höheren. Bei der Sonntagsruhe, den Ruhetagen, bei der Staatssekretärs vom 17. April 1899. In dieser ist ein Wochen als an die höheren. Bei der Sonntagsruhe, den Ruhetagen, bei der wöchentlichen Arbeitszeit, beim Erholungsurlaub bezeigt die Bofts bienst der Beamten bis zu 48 Stunden oder bis zu 60 Stunden, je verwaltung den höheren Beamten ein großes Maß bon nach der Schwere des Dienstes festgelegt. Meine Partei hat schon Rüdsicht. Dabei ist die Anstrengung der Unterbeamten im vorigen Jahre unter Zustimmung der Redner anderer Parteien doch mindestens ebenso groß und der Ausgleich, der bei diese Arbeitszeit für zu hoch erklärt. Ferner gilt nach den höheren Beamten durch die bessere Lebensweise herbeider Verfügung nur der Dienst von 10 Uhr abends bis geführt wird, fällt bei den Unterbeamten vollständig weg. 6 Uhr morgens als Nachtdienst, welcher 11/ fach berechnet Ferner wünschen wir auch eine genaue Statistik über die Arbeits- Man sollte doch zunächst die Arbeitsverhältnisse der großen Menge wird. Es ist jedoch erstrebenswert, den Nachtdienst bereits zeit des nicht im regelmäßigen Dienst stehenden Personals. Handelt der Unterbeamten aufbessern, bevor man an die der oberen von 8 Uhr abends an und früh 2 Stunden länger gelten zu lassen. es sich doch um nicht weniger als 31 000 Personen. In der Märkischen denkt, obgleich ich natürlich auch diesen eine Aufbesserung von Auch die Stunden, die in Nachtwachen verbracht werden, d. 5. nur Volkszeitung" las ich, daß eine Scheuerfrau von der Postverwaltung Herzen gönne. Ich stimme auch mit dem Kollegen Trimborn in Dienstbereitschaft, sollten höher berechnet werden. Ueber die nach Abrechnung ihrer Untoften einen Tagelohn von nur 1 Mart er- darin überein, daß uns eine genaue Angabe über die Arbeitsverhält Sonntagsruhe heißt es in dieser Verfügung nur ungenau, daß, wer halten hat.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Dies ist niffe für die einzelnen Beamten vorgelegt werden müsse. Es iſt tvolle, bielleicht alle 4 Sonntage dienstfrei sein solle. Dies waren ein einzelner, aber sehr bezeichnender Fall. Hier wünscht unsere eigentlich eine ganz unmögliche Angabe, zu sagen: 12-48 Ruhetage unsere Ausfegungen an der Generalverfügung von 1899. Heute eine Resolution beffernd einzugreifen. Im vorigen Jahre haben haben so und so viele, 24-120 Ruhetage haben so und so viele usw. fann ich feststellen, daß der Staatssekretär unter dem Eindruck wir die Einführung von Bostanweisungs- Kuverts nach württem- Der Unterschied, ob jemand 12 oder 48 Ruhetage hat, ist unserer Bemängelungen im vorigen Jahre dieser Materie feine be- bergischem Muster vorgeschlagen. Ich möchte doch um Auskunft doch so in die Augen springend, daß diese Angaben gar sondere Aufmerksamkeit geschenkt hat. Die neue Generalverfügung bitten, ob sich diese Kuverts nicht für das Reich einführen ließen. teinen Sinn haben. Nicht nur die Postverwaltung, sondern vom 13. Auguft 1904 war das Resultat. Nach ihr beginnt Auch an die Aufbesserung des Wohnungsgeldzuschusses für die Post- auch andere Behörden sollten damit brechen: ich wenigstens der Nachtdienst um 8 Uhr und dauert 2 Stunden länger. beamten möchte ich erinnern, sowie überhaupt an die Verbesserung fann mir eigentlich gar feinen größeren Unfug denken. Ferner sollen fleine Pausen bis zu zwei Stunden 11/ fach gerechnet, der Besoldungsverhältnisse der Unterbeamten. Die Statistit, die Wir müssen wissen, wie viel tatsächliche Ruhezeit der einzelne Beamte größere Pausen im Nachtdienst möglichst vermieden werden. Diese wir wünschen, soll als Unterlage dienen für weitere wünschenswerte bekommt. Aber eine solche Statistit ist sehr bequem, sie dient dazu, drei Menderungen in den Bestimmungen entsprechen den Wünschen, Fortschritte über den erwähnten Erlaß hinaus. Wir erwarten das sowohl die Benachteiligungen der einen, als die Bevorzugungen der die meine Fraktion im Vorjahre hier vorgebracht haben. Weiterhin Entgegenkommen des Herrn Staatssekretärs für alle berechtigten anderen zu verschleiern. berlangt der Staatssekretär in dem Erlaß eine allgemeine sorgfältige Wünsche des Perionals.( Bravo! im Zentrum.) Es ist sehr erfreulich, daß der Herr Staatssekretär in die Nachprüfung der Dienststundenpläne, die allgemein in Einklang mit Staatssekretär im Reichs- Postamt Krätte: Ich danke dem Vor- Prüfung der Dienstpläne eingetreten ist. Aber wo haben dem Regulativ von 1899 gebracht werden sollen. Auch sollen die redner für seine eingehende Beschäftigung mit der Statistik. Er wir die Garantie, daß die neue Anweisung auch wirklich durchBorschriften über die Sonntagsruhe streng durchgeführt werden. Alle wird dabei wohl bemerkt haben, welche Menge Arbeit darin steckt, geführt wird? Die Taufende von Klagen, die an die verschiedenen diefe Anordnungen können wir nur mit Freude begrüßen. Aber ein und es danach erklärlich finden, wenn die Verwaltung noch nicht Reichstags- Abgeordneten aus den verschiedensten Ortschaften hier einganz besonderes Geficht enthält dieser Erlaß durch die Hinweise auf all den vielen wichtigen Resolutionen, die der Reichstag in der laufen, zeigen doch, daß trotz aller guten Absichten des Herrn Staatsden Weg, auf dem diese Fortschritte erreicht werden sollen. Da heißt es: vorigen Seffion befchloffen hat, Folge hat geben können. Troß fekretärs ein Mangel in der Organisation liegen muß, wenn immer Die notwendige Herabjegung der Arbeitszeit und die Durchführung eingehenden Studiums hat auch der Vorredner nicht alle Verhältnisse noch über die Belastung der Beamten bei einzelnen Bostämtern, die der Sonntagsruhe foll erzielt werden 1. durch andere Einteilung des in diefem schwierigen Berwaltungszweige richtig beurteilt. Vor wir Ihnen genau namhaft gemacht haben, geklagt wird. Aber selbst Betriebes und Zusammenlegung von Dienstgeschäften, 2. wo es not- allem ist zu bemerken, daß die Statistit dem augenblidlichen wenn die Anweisung durchgeführt wird, geht die Arbeitszeit immer wendig ist, durch Vermehrung des Personals. Damit hat der 8ustand nicht mehr entspricht. Seitdem die Zahlen zu noch über das Maß dessen hinaus, was wir für richtig halten. Auch Staatssekretär das erlösende Wort gesprochen.( Sehr gut! im Zentrum.) Papier gebracht worden sind, sind wieder 14 Millionen für die Ver- das hat ja der Kollege Trimborn schon betont. Der achtstündige Schon mit diesem laufenden Rechnungsjahr sollen die angedeuteten befferung der Arbeitsverhältnisse aufgewandt worden( Bravo! rechts u. Arbeitstag, auch der Unterbeamten, wäre in der Postverwaltung gar Reformen durchgeführt werden und für die Folge soll sich die Arbeits- in der Mitte.) Was die Arbeitszeit angeht, so fann man das nichts so unmögliches. Die höheren Beamten arbeiten doch auch last der Beamten dauernd in den im Regulativ von 1899 gezogenen Maß der Anstrengung bei den Bostbeamten nicht ungebührlich finden, nicht länger. Allerdings, die ganz hohen Beamten, die vortragenden Grenzen halten. etwa im Verhältnis zu den Kaufleuten, doch wird man suchen Räte usw., auch Die Herren Staatssekretäre, die wissen, als heißt, länger Aber wir müssen über die bisher erzielten Fortschritte hinaus müssen, die Arbeitszeit überall mehr auf einen einheitlichen Durch was acht Stunden git arbeiten. weitere machen. Der erste Schritt zur sozialpolitischen Besserstellung schnitt au bringen. Die Sonntagsruhe läßt sich wegen des großen Aber dem Gros der höheren und mittleren Beamten fällt ist überall die statistische Klarstellung. In diesem Sinne hat der Bestellungsperfonals am Vormittag nicht gut durchführen. Aber der es gar nicht ein, länger als acht Stunden zu arbeiten, bielfach kommen Reichstag im Vorjahre durch eine von den Freifinnigen und uns Sonntagnachmittag ist den Beuten auch viel wertvoller. Man darf fie um 9 Uhr ins Bureau und gehen nach 3 Uhr wieder. Da verstehe gestellte Resolution einstimmig die Vorlegung einer Statistit aber aus der Beschäftigung am Sonntag vormittag nicht schließen, ich wirklch nicht, warum man nicht auch den Unterbeamten den Achtüber die Arbeitszeit, Sonntagsruhe, Ruhetage, Erholungs- daß die Leute feine Gelegenheit haben, die Messe zu besuchen. stundentag gjebt. Aber daran ist ja leider bei der Neigung, wie sie urlaub, Krankheiten und Todesursachen der Beamten der Reichspost Natürlich wollen wir allmählich den Sonntagsbesteldienst verkürzen. in der Reichs Postverwaltung besteht, im Augenblick nicht verlangt. Diesem Wunsche hat die Reichs- Postverwaltung Rechnung Aber Eingriffe in das Wirtschaftsleben lassen sich nicht furzer Hand zu denken. Ich will also darüber nicht streiten und mich zurzeit begnügen. Aber dann getragen. In der diesmaligen Poststatistik finden wir unter dem vornehmen. Den Leuten, die durch Postanweisung Geld erhalten, auch mit dem 8ehnstundentag Titel„ Verschiedenes" die gewünschten genauen Nachweise. ist es doch nicht gleichgültig, ob sie Montag oder Sonntag ihr Geld sollte wenigstens dieser mit voller Energie durchgeführt werden. Wir müssen uns mit jeder dieser statistischen Angaben im einzelnen erhalten.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen und Freisinnigen.) Aber wir hören, daß zurzeit ein großer Teil der Unterbeschäftigen.( Unruhe.) Zunächst finden sich fleine Widersprüche in der Bei all den Maßnahmen zur Besserstellung der Beamten habe ich beamten über 63, ja über 66 Stunden in der Woche arbeitet. Angabe des Personenstandes. Schwerere Bedenken macht der wöchent übrigens nie bei meinem Kollegen vom Reichsschazamt Widerspruch Es ist also dringend zu wünschen, daß die Herabsetzung der wöchentliche Dienst. Aus ihm fann man den Tagesdienst berechnen, indem oder Schwierigkeiten gefunden. lichen Dienststunden für Unterbeamte fortgesezt im Auge behalten man durch 6 dividiert, da der Sonntag grundsäglich als dienstfreier Der Herr Vorredner ist auch auf die Resolution in betreff der werde. Ebenso steht es mit der Sonntagsruhe, mit ben Tag betrachtet werden muß. Nun haben von den mittleren Be- Sonntagsruhe" für die örtlichen Feiertage zurüdgekommen. Wir Ruhetagen und dem Erholungsurlaub. 51 Proz. aller amten einen Wochendienst unter 48 Stunden, der also einem Tagesdienst haben das in Erwägung gezogen, mußten aber zunächst zahlreiche Unterbeamten haben heute nur einen Erholungsurlaub von 5 Tagen unter 8 Stunden entspricht, nur 25 Broz. Auf diesen Durchschnitt sollte Ermittelungen anstellen. Es besteht bei der Reichs- Boftverwaltung im Jahre, 20,7 Proz. der Unterbeamten haben noch immer überaber die große Mehrheit der mittleren Beamten gebracht schon jetzt außer dem Gesez die Dienstruhe für zahlreiche firchliche haupt keinen Urlaub. Hier wird also der Herr Staatssekretär noch werden. Von den unteren Beamten unter 54 Stunden Wochendienst Feiertage. Schon werden 4638 Festtage in etwas über 1000 Ort große Anstrengungen machen müssen, um überhaupt zu erträglichen nur 12 Proz., über 60 Stunden 77 Broz, über 63 Stunden schaften von der Bost anerkannt. Sollte die Resolution durchgeführt Buständen zu kommen. 60 Proz., über 66 Stunden 27 Proz. Dieser Dienst ist nach Ansicht werden, so würde es sich um 27 563 Festtage in 4215 Ortschaften Ich behalte mir vor, bei den einzelnen Titeln zu einer Reihe meiner Freunde zu lang.( Zustimmung im Zentrum.) Es sollte sich handeln! Die Frage ist also bon sehr großer Wichtigkeit. Der Wunsch, von Fragen meinen Standpunkt darzulegen und möchte bei dem bis zum Jahre 1907 durchsezen lassen, daß ein Wochendienst von die Ruhetage in der Statistik mehr zu spezialisieren, wird sich Gehalt des Herrn Staatssekretärs, dessen Belvilligung, wie ich hoffe, höchstens 68 Stunden, der jetzt nur für 40 Broz. gilt, für das Gros erfüllen lassen. Vorläufig handelt es sich ja uni durch meine Bemängelungen nicht hintertrieben wird( Heiterkeit), ber Unterbeamten eingeführt wird, und für später sollte ein Dienst von einen Versuch. Weiter ist der Wunsch ausgesprochen worden, einen nur auf einige Buntte eingehen. Ueber die sogenannten" gehöchstens 60 Stunden, der jetzt nur für 28 Broz. gilt, allgemein werden! regelmäßigen Erholungsurlaub für die Landbriefträger zu gewähren. hobenen Unterbeamten" haben wir uns ja seit Jahren Betreffs der Sonntagsruhe wäre uns eine Ergänzung der Statistik Aber diese haben viele Nachmittage frei, den die Stadtbriefträger ausführlich unterhalten. Der Herr Staatssekretär scheint es für schr erwünscht. Wir möchten ersehen, wie viele Beamte alle 4, alle nicht frei haben, so daß der Urlaub für sie nicht so wichtig ist. ein großes Entgegenkommen an den Reichstag zu halten, wenn er 3 Wochen nur einen Sonntag fret haben. Mit der Sonntagsruhe Jedoch sind die Verhältnisse hier seit dem Juni schon beffer ge- jetzt bazu übergegangen ist, diese Kategorie als eine besondere ist es heute besonders für die unteren Beamten sehr schlecht worden, was die Herren im nächsten Jahre aus der Statistik sehen Position in den Etat einzustellen. Die Ansicht meiner Freunde über bestellt, nur 42,9 Prozent genießen über das Normalmaß hinaus werden. Der Vergleich des Herrn Borredners zwischen unserer diefe gehobenen Unterbeamten ist ja bekannt. Die Einführung dieser Sonntagsruhe, von den höheren Beamten dagegen 61 Pro- Statistik und der der Strankenkassen ist nicht ganz richtig gewefen. Kategorie halte ich für durchaus überflüssig. Sie züchtet auf zent. Freie Sonntagvormittage haben von den Unterbeamten nur Denn alle Personen, die bis zu drei Tagen frank find, der einen Seite Lie bedienerei nach oben und öffnet auf der 11 Prozent. Wir haben zur Sonntagsruhe eine Reihe von Resolu- zählen dort nicht. Ferner ist zu beachten, daß jeder Unter anderen Seite der Will! ür der Vorgefeßten Tür und Tor. Die tionen eingebracht, um deren einstimmige Annahme wir bitten.beamte bei uns während der Krankheit sein Gehalt weiter bezicht. Klagen darüber, daß diese Stellen mit Rücksicht auf irgend welche Die Einstellung des Paletverkehrs am Sonntag wäre in der Dem Wunsche des Herrn Vorredners, über die Beschäftigung Gefälligkeiten betreffender Beamten gegen ihre Vorgesetzten, durch Weise möglich, daß die Pakete von den Interessenten selbst ab- der Postbeamten in den Kolonien eine Statistik zu erhalten, wird Ueberwachung der Kollgen usw. verliehen werden, mehren sich so, geholt würden. Dann brauchten nur wenige Beamten eine bes entsprochen werden. Daß wir in die stolonien keine verheirateten daß man daraus schließen muß, daß etwas Wahres daran ist. Der fchränkte geit lang zur Auslieferung zur Verfügung zu stehen. Beamten schiden, liegt daran, daß wir traurige Erfahrungen damit Beweis im einzelnen Falle ist freilich schier zu führen, weil die Ach ja, Herr Staatssekretär, bas muß doch gehen; wenn gemacht haben, wenn die Frauen der Beamten nachkommen. Es betreffenden Borgesetzten natürlich nicht zugeben werden, daß ich Bostdirektor wäre, würde ich es schon machen.( Seiter gibt meist nur einfache Holzhäuser in den Kolonien. Dazu tomnt fie aus folchen Gründen die Erhöhung bewerkstelligt haben. Teit.) Geldsendungen können auch Sonntag wegfallen. bas tropische klima, das für die Frauen sehr ungünstig Warum wird denn bei Posträten, Inspektoren und Direktoren nicht Wer sein Geld dringend braucht, kann es sich telegraphisch kommen ist. Sie werden frant und verleiden den Beamten den Aufenthalt. auch eine Kategorie von gehobenen" Poftdirettoren usw. eingeführt? laffen, und für viele Leute wäre es ganz nüglich, wenn sie das Geld Drum fchicken wir in die Kolonien lieber junge Leute, die noch( Heiterkeit.) Daß es da nicht geschieht, ist bezeichnend für das ganze nicht am Sonntag, sondern erst am Montag belämen.( heiterfeit.) ein offenes und für alles empfängliches Auge haben. Auch System. Ferner findet sich in zivei Titeln des Etats eine größere Ebenso brauchen Nachnahmesendungen, die zum rein geschäftlichen dem steht nichts entgegen, die Gehälter der Beamten in den Forderung für einmalige Unterstüßung. Ich habe den Berlehr gehören, sowie Drucksachen, die doch zu Dreivierteln in den Kolonien anzugeben. Die dort verbrachte Zeit wird bei der Ben- Eindruck, daß man mit diesem Titel auf Umwegen die im vorigen nur es D Jahre abgelehnte Oftmarkenzulage einschmuggeln will.( Sehr richtig!| Schalter schon um 6 Uhr zu begegnen. Daß die Verfürzung der selbft offenbar teine flare Borstellung baben. bei den Polen.) Wir werden genau wie im vorigen Jahre aus Dienststunden tatsächlich das einzige Mittel dazu ist, damit hat Herr was notwendig oder nicht notwendig sei. Kolonial denselben Gründen dagegen stimmen und werden den Vorgesezten Singer recht. Ich freue mich auch fonstatieren zu können, daß ver- direktor Stübel wies noch einmal darauf hin, daß für ihn nur nicht die Mittel in die Hand geben, die zur Korruption führen müssen. Schiedene große Handelsherren, die ich angefragt hatte, den späten militärische Gründe maßgebend feien; etwa Mitte Februar werde ( Sehr richtig! bei den Polen.) Schalterschluß für Pakete nicht für notwendig gehalten haben. das Material über die Trassierung vorliegen. Die Abgg. Latt mann und v. Richthofen sprachen sich für die Genehmigung Doppelt verwerflich ist es, daß man versucht, die Ostmarken-( Bravo!) zulagen auf Umwegen in den Etat hineinzubringen. Wenn man Abg. Pasig( natl.): Die finanzielle Entwickelung der Boft- der Forderung aus. Abg. Müller Sagan wandte sich scharf gegen mit der Entscheidung des Reichstages im vorigen Jahre nicht ein- Etats ist in den letzten Jahren eine recht befriedigende gewesen. Lattmann, der gestern radikale Anträge gestellt habe und heute bewilligen verstanden war, so hätte man kühn und offen die Vorlage wieder Die Einnahmen steigen ständig. Ebenso sind auch die Leistungen wolle. Wenn die militärischen Gesichtspunkte" ungeprüft maßgebend holen müssen. Aber auf dem Umwege der Unterstügung das ab- der Post kolossal gewachsen. In den beiden letzten Etats ist ein sein sollten, dann könne Trotha ja noch 25 Eisenbahnen telegraphisch gelehnte Prinzip wieder einschmuggeln zu wollen, das heißt auf Ueberschuß von etwa 25 Millionen erzielt worden. Im ganzen bestellen. Abg. Singer nagelte den Widerspruch in den ErSchleichwegen vorgehen,( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) sind seit dem Jahre 1897 etwa 110 Millionen Ueberschuß flärungen Stengels und Stübels feft: der eine gestehe Fehler zu, Ueber die Zentrumsresolutionen will ich später noch sprechen, erzielt worden. Das ist eine Rente von 4,7 Proz. für der andere bestreite sie. Der Reichstag müsse seine Rechte selbst aber ich kann schon jetzt mein Erstaunen darüber nicht unterdrücken, das Anlagekapital von ettva 700 Millionen. Von einer wahren. Deshalb solle man auch die Aktion nicht dadurch abdaß das Zentrum eine Verkürzung des Schalterdienstes nur für die Plusmacherei im großen fann also feine Rede sein. schwächen, daß man Bewilligung an einer anderen Stelle des Etats Vorabende der Sonn- und Festtage fordert. Der Schalterdienst muß Meine Wünsche gehen nach zwei Nichtungen. Für den Betrieb verspreche. Sonst bleibe ja die berühmte, von der Kommission be in viel weiterem Umfange geregelt werden. Unter dem jetzigen möchte ich im Interesse des mittleren und kleineren Gewerbes um ftellte Indemnität eine bloße Farce; die Regierung stehe ja heute langen Schalterdienst leiden nicht nur die Postbeamten, sondern die Einrichtung des Postscheckverkehrs bitten. Ein Versuch im Jahre noch auf dem Standpunkte, daß sie die Bitte eigentlich gar nicht auch große Kategorien von Handelsangestellten, Hilfs 1898 ist ja mißglückt, aber ich zweifle nicht, daß ein Verfuch auf nötig gehabt habe. Welchen Einfluß eine geringe Verzögerung der arbeiter, Hausdiener uſtv.; im Interesse beider Berufs- anderer Grundlage besseren Erfolg hätte. Meine Freunde haben im Vorarbeiten auf den Aufstand hätte ausüben sollen, sei ganz uns arten ist die Berkürzung des Schalterdienstes notwendig. Herr preußischen Landtag entgegen dem unglücklichen Sparlotte- System verständlich. Trimborn wolte den Andrang furz vor Schalterschluß dadurch be- die Einrichtung der Postsparkassen und des Postscheckverkehrs angeregt. Es entspann fich sodann eine längere juristische Auseinanderfeitigen, daß er den Schalterschluß eine Stunde früher eintreten Ich unterſtüße diese Vorschläge mit aller Energie. Auch für die fegung über die Rechtskraft des ohne Genehmigung des Reichstages Tassen wollte. Aber dann würde der Andrang vielleicht in noch Idee des Postanweisungstuverts kann ich mich erklären. Wir würden abgeschlossenen Vertrages mit der Firma Koppel. Abg. v. Richt höherem Maße als jetzt stattfinden. Gegen ihn hilft nur ein Mittel, dadurch dem kleinen Mann die Unannehmlichkeit ersparen, private hofen behauptete die Rechtstraft unter Berufung auf den Professor daß in Berlin schon zeitweilig angewendet wurde, nämlich daß von Dinge auf den offenen Postabschnitt zu schreiben oder die Unbequem Arndt, Abg. Bachem bestritt sie unter Berufung auf Laband. einer bestimmten Stunde an eine Beschränkung der Zahl der an- lichkeit eines besonderen Briefes auf sich zu nehmen. Das 10- Pfg. Staatssekretär v. Stengel legte dar, daß der Vertrag rechtskräftig genommenen Batete stattfindet oder ein Aufgeld erhoben wird. Es Porto für Bostanweisungen sähe ich gern auf Beträge bis zu 10 M. fei; werde das Geld nicht bewilligt, dann müßten die verantwort ist zur geschäftlichen Entwicklung eines Handelshauses wahrhaftig ausgedehnt. lichen Beamten bezahlen. Abg. Paasche war eine Zeit lang nicht notwendig, daß die ganze Post fünf Minuten vor 8 Uhr auf Staatssekretär Krätte: Auf die Anfrage bezüglich des Anlage- schwankend geworden", als der Staatssekretär um Entschuldigung einmal an den Schalter gebracht wird. Das ist nichts weiter als ein fapitals der Post sage ich, daß es 652 Millionen beträgt. Davon bat; aber Stübels Erklärung Erklärung habe ihn in der Absicht An Position abzulehnen. Schlendrian und ein Unfug, mit dem aufgeräumt werden entfallen 230 Millionen auf die Post, 143 auf das Telegraphen-, bestärkt, ,, anderer Stelle man nach besserer kann, wenn die Verwaltung nur energisch will.( Sehr richtig! bei 279 auf das Fernsprechwesen. Von diesen Summen sind durch könne immer Begründung ja noch den Sozialdemokraten.) Jede Einschränkung nach dieser Richtung hin, Anleihen gedeckt 105 Millionen und zwar für die Post 62, für bewilligen. Kolonialdirektor Stübel fuchte einen Gegensaz die, ohne den Verkehr selbst zu stören, doch Ordnung im Verkehr die Telegraphie 75 und für die Fernsprecherei 23 Millionen. zwischen seinen Erklärungen denen des Schaßsekretärs schafft und die Beamten entlastet, würden wir mit Freuden begrüßen. Dann noch eine Bemerkung. Man spricht immer von einer zu bestreiten. Auch er habe nicht bestritten, daß Fehler gemacht Die Uebelstände finden sich nicht nur in den großen Städten. In Zuschußverwaltung der Post. Diese Behauptung bezieht sich auf worden seien und schließe sich der Bitte um Entschuldigung an. einer industriellen Handelsstadt wie Pforzheim ist durch eine die unentgeltlichen Leistungen der Eisenbahn in Höhe von etwa( Abg. Singer: Schivanken Sie nun wieder, Herr Kollege Enquete des Zentralverbandes deutscher 30 Millionen. Man darf andererseits aber auch die Lasten der Post Paasche?") Nachdem Abg. Spahn verlangt hatte, daß in Verträge Handlungsgehülfen festgestellt worden, daß bei Schalter- nicht unterschäßen, so allein für Portofreiheiten 15-16 Millionen; der Regierung mit Privaten eine Klausel zur Wahrung der Rechte schluß durchschnittlich 100 Personen anwesend waren, an einzelnen 4 Millionen beträgt die Beihülfe zur sozialen Gesetzgebung; das des Parlaments eingefügt werde, und nachdem sich Abg. Arendt Tagen 150 und 160, so daß die Beamten erst gegen 10 Uhr mit macht 20 Millionen. Da kann von einer Zuschußverwaltung nicht in persönlicher Bemerkung gegen die Vorwürfe des Abg. Südekumi dem Schalterdienst fertig wurden. Das beruht auf der schlechten die Rede sein. Das Postkapital verzinst sich sehr gut, die Telegraphie verteidigt hatte, wurde die Forderung der Regierung gegen die sechs Organisation der Handelsgeschäfte, auf der Bequemlichkeit oder braucht einen Zuschuß, die Telephonie ist erst im Anfang ihrer Ent- Stimmen der Konservativen, Freikonservativen und des Antisemiten dem Mangel an Perfonal. Aber deshalb darf nicht eine große widelung und bringt nur einen fleinen Ueberschuß. abgelehnt. Zahl von Leuten derartig in Mitleidenschaft gezogen werden, daß der Unterstügung der Farmer. sehr anstrengende Dienst sich ins Ungemessene verlängert. die n und Abg. Blell( fri. Vp.): Der Kollege Trimborn hat ganz allgemein gerügt, daß die Geschäfte ihre Postsachen häufig erst turz vor Schluß Zur Hülfeleistung aus Anlaß von Verlusten in. Ueber die Gehaltsfrage haben wir schon seit Jahren die der Schalterstunden bringen, und hat das als" Bummelei" bezeichnet. folge des Eingeborenen- Aufstandes werden 5 Millionen selben Ausführungen gemacht und dieselben Anträge wieder- Aber es gibt sehr viele Geschäftsleute, die erst nach Erledigung ihrer Mark gefordert. Im Vorjahre war die Reichstagsmehrheit der holt. Auch Heute bedürfen nach unserer Meinung die übrigen Geschäfte auf die Poft gehen können. Der Uebelstand des Ansicht, daß man hauptsächlich mit Darlehen vorgehen solle. Ju Gehälter der Unterbeamten dringend der Aufbesserung. zu großen Gedränges furz vor Schluß der Post muß vielmehr einer Denkschrift der Kolonialverwaltung wird dargelegt, daß die Die Poft soll teine Plusmacherei- Anstalt sein. Sie durch Vermehrung der Schalter beseitigt werden. Die württem Gewährung von Darlehen nicht zweckmäßig sei und zu großen Mißhat die Aufgabe, den Verkehr zweckmäßig zu regeln und der großen bergische Art der Verschickung von Bostanweisungen wäre im ständen führe. Daher schlug der Referent Brinz Arenberg bor, Beamtenfategorie eine ausfömmliche Stellung zu bieten. In einem Reiche nachzuahmen. Bielleicht könnte das Porto dafür um von Darlehnsgewährung abzusehen und in der Regel Beiträge Gebiet, in dem Ehrlichkeit, Ordentlichkeit, Treue und Fleiß dringend 5 Pf. erhöht werden. Dagegen wäre es zu viel, wenn man für à fonds perdu zu geben. Von Mitgliedern des Zentrums ist bes notwendig sind, sollen die Beamten nicht in Versuchung geführt zehn Postanweisungen, die zusammen in einem Kubert überbracht antragt worden, Entschädigungen nur an solche zu geben, die nach werden, sich verfehlungen zuschulden kommen zu lassen oder ihre werden, 50 Pf. Bestellgeld bezahlen müßte. Das könnte dann, da es gewiesenermaßen keine Mitschuld am Aufstande tragen; ferner foll Ehrlichkeit und Treue mit bitterer Not zu entgelten. Eine Gehalts- fich ja doch nur um eine einzige Bestellung handelt, ermäßigt der Betrag auf 3 Millionen Mark herabgesezt werden. Der Referent erhöhung für alle Unterbeamten wäre eine Ruhmestat der Post- werden. In mehreren auswärtigen Ländern ist die gute Ein- wies ebenfalls darauf hin, daß offenbar sehr aus dem Vollen geberwaltung.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) richtung getroffen, daß die Adreßseite der Postkarten zur schöpft werden solle. Es fehlt noch ein Punkt, über den ich auch noch sprechen muß, Hälfte bom Abfender für Notizen benutzt werden fann. Der Korreferent Abg. Paasche trat für die Regierungsnämlich die moralische Behandlung der unteren Beamten durch die Auf den Postagenturen kann auch noch manches besser werden. Ich forderung ein, zumal da nach neueren Meldungen auch im Bezirk Vorgesetzten. Ich kann meine Ausführungen nicht schließen, ohne möchte fragen, ob die Vorsteher genügend kontrolliert werden.( Beifall Gibeon ein Schaden von vier Millionen entstanden sei. Abg. Erzetwas darauf einzugehen. Die Beweise unter Nennung des Namens bei den Freisinnigen.) fann ich leider nicht vorlegen, da wir in früheren Jahren bei solchen Staatssekretär Krätte: Ich bin als Fachmann immer der An- berger bestritt prinzipiell die Verpflichtung des Reiches zur Ents schädigung. Da jezt von neuen Anmeldungen die Rede, so könne Gelegenheiten die Erfahrung gemacht haben, daß gegen die Be- ficht gewesen, daß die Vorderseite von Postkarten ausschließlich für man am besten wohl die Entscheidung überhaupt vertagen. Es sei troffenen Maßregeln verhängt wurden. Deshalb muß der Herr die Adresse da sein soll.( Sehr richtig! rechts.) Da nun aber die auch nicht zu übersehen, daß die Farmer selbst vielfach Schuld ge Staatssekretär sich darauf verlassen, was ich sage. Er würde sich anderen Verwaltungen darin vorgegangen sind, und ich nicht möchte, tragen haben an dem Aufstand. Abg. v. Richthofen war für ein großes Verdienst erwerben, durch wiederholte Generals daß die deutsche Reichspost in den Ruf der Rückständigkeit kommt, fünf Millionen, und zwar aus politischen Gründen, um überhaupt vom 1. April an die berfügungen gegen harte Schimpfworte und Prügeleien, toie habe ich die Verfügung getroffen, daß fie auch vorgekommen sind, vorzugehen. Kein Borgesetzter von den Postkarten die eine Hälfte der Vorderseite für Notizen frei- Dr. Stübel erflärte, nachdrücklich für volle Entschädigung eintreten sollte sich darum kümmern, was die Untergebenen außerhalb des gegeben werde.( Beifall links.) Ich bin freilich der Ueberzeugung, Dienstes tun! Ich könnte eine halbe Stunde lang Fälle vortragen, daß diese Einrichtung bald zu Beschwerden führen wird und daß der wo der Versuch gemacht wurde, das Verbot einer Ver- Gebrauch solcher Karten, deren eine Seite gänzlich vom Bilde ein sammlung durchzusehen. Ich bitte den Herrn Staats- genommen wird, nur kurze Zeit dauern wird. sekretär auch darauf besonders zu achten. Windhuk- Rehoboth abgelehnt! Hierauf bertagt sich das Haus. Nächste Sigung Freitag In einem Falle muß ich jedoch eine Ausnahme machen. Wir 1 Uhr: Sozialdemokratische Juterpellation Auer und Genossen über haben es bei früheren Étatsberatungen erlebt, daß für die die Vorgänge im Ruhrgebiet. Wohltätigkeits- Einrichtungen innerhalb der Reichspost- Verwaltung Schluß 6 Uhr. hier lebhafte BPropaganda getrieben wurde. Ich will diese WohlfahrtsEinrichtungen für die Familien der Beamten und Unterbeamten durchaus nicht kritisieren, da ich ihre Verwaltung nicht tenne. Aber es ist unzulässig. Beträge dafür durch Druck Druck auf Untergebene herauspressen. Für solche Vorkommnisse will ich ausnahmsweise ein Beispiel mit Namensnennung geben: In Memel legte nämlich der Inspektor den Unterbeamten nahe, für ein Töchterhort einen Geldbetrag zu zahlen. Den Beamten, die sich nicht will fährig zeigten, wurde in ernster Weise zugesprochen. Ja, es heißt, daß man ihnen, sogar Gehaltsabzüge gemacht hat.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Leider ist das ja nicht der erste Fall. Ich muß sagen, ich kenne nichts Schlimmeres, nichts verwerflicheres, als wenn ein Vorgesetzter seine Stellung mißbraucht. Kolonien lebensfähig zu halten. Der Kolonialdirektor zu wollen. Dafür sprächen auch politische Erwägungen, denn ohne Entschädigungen könne fich das Schutzgebiet nicht wieder hocharbeiten. Abg. Dr., Spahn legte dar, daß die ausschweifenden Forderungen der Regierung gar kein Ende abfehen ließen. Darauf fönne man nicht eingehen: man müsse akuten Rotständen abhelfen, aber die Entschädigungsfrage selbst zurückstellen. Er forderte die Vorlegung des Briefes von Samuel Maherero an den Gouver neur Leutwein: den müsse man zur Beurteilung der Schuldfrage tennen. Abg. Graf Oriola trat für die Forderungen der Ne gierung ein, obgleich eine Entschädigungspflicht natürlich nicht festzustellen sei. Die Weiterberatung wurde auf Freitag vertagt. Partei- Nachrichten. Eine Wahlkreis- Konferenz für Elbing- Marienburg fand am 15. Januar cr. in Elbing im Gewerkschaftshause statt. Anwesend waren 24 Delegierte, darunter 18 vom flachen Lande, und der Kandidat des Kreises, Genosse Crispien- Königsberg. Die Tagesordnung lautete: 1. Junter und Landarbeiter. Referent: Crispien. In der Budgetkommission des Reichstages wurde am Donnerstag die Debatte über die Vorarbeiten für den Bau einer Eisenbahn von Windhut nach Rehoboth fortgesetzt und mit einer Erklärung des Reichs- Schapsekretärs v. Stengel eingeleitet: Er beteuerte, der Regierung habe jede Absicht gefehlt, in die verfaffungsmäßigen Rechte des Reichstages einzugreifen; darum habe ja auch der hetangler nicht gezögert, die geforderte Indemnität zu erbitten; wenn die Regierung anerkannt habe, daß fie gefehlt habe, so habe sie geglaubt, dann umsomehr darauf bauen zu dürfen, daß die Budgetkommission fernerhin bei den einzelnen Positionen nur noch die Zweckmäßigkeit und Nomvendigkeit prüfen werde. Wenn sie freilich zu der Ansicht komme, daß einzelne Ausgaben nicht zweckmäßig oder notwendig gewesen seien, dann Der Herr Kollege Trimborn wird aus diesen Darlegungen würde ihr niemand das Recht streitig machen, die Genehmigung Es wurde eine Kommission gewählt, die einen Organisations ersehen haben, daß doch nicht alles bei der Postverwaltung so gut zu versagen. Andererseits aber dürfe die Genehmigung nicht ver- plan ausarbeiten wird, der einer zweiten Konferenz unterbreitet ist, als es aus seinen Darlegungen schien. Der Erlaß des Herrn fagt werden, falls die Berechtigung der von dem Militär als werden soll. Die Verhandlungen boten ein erfreuliches Bild des Staatssekretärs tann nur der Anfang der Besserung sein. Es ist absolut dringlich bezeichneten Ausgaben erwiesen sei. Die Einhaltung Wachstums der Sozialdemokratie, der auf die Dauer selbst der noch so viel zu verbessern, daß wir dem Herrn Staatssekretär ein ber etatsrechtlichen Vorschriften sei nicht immer leicht, vollends in stärkste Bauernschädel nicht widerstehen kann, auch im finsteren recht langes Leben wünschen müssen, damit er Zeit habe, alle Uebel- Zeiten eines Kolonialfrieges. Da folle man der Kolonialabteilung Ostelbien. stände zu beseitigen. Aber, so viel Jahre wir ihm auch wünschen, mildernde Umstände bewilligen. Sie habe das beste gewollt und in Große Klagen gehen auch über die Postämter in Straßburg und Metz durch die Presse. Es soll dort eine Art Pafcha Wirtschaft herrschen. Vielleicht nimmt ein Kollege aus den Reichslanden das Wort zu der Sache. demokraten.) 2. Wie erobern wir den Wahlkreis? Referent: Schröder. 3. Die Presse. Elbing. Bei einer Ergänzungswahl für das Gemeindekollegium in Fürth es würden an sich wenige Jahre genügen, wenn er nur den rechten der Tat durd, den Vertrag mit der Dtavi- Gesellschaft gegen die Vorstellten Freifinnige, Liberale und Demokraten gemeinschaftlich einen Willen hat, die Verbesserungen durchzusehen. Auf dem Papier adein schläge des Generals v. Trotha mehrere Willionen erspart. Wenn Kandidaten gegen den Sozialdemokraten auf. Trotzdem aber siegte fann man teine soziale Reform durchführen; der Staatssekretär muß Fehler gemacht seien, so feien sie doch nicht unentschuldbar. Abg. der Sozialdemokrat mit 310 Stimmen, während die Bürgerlichen vielmehr energisch eintreten, und muß diejenigen Stellen verurteilen, Miller Sagan stellte gegen diefe: Plaidoyer auf mildernde Um nur 158 Stimmen erhielten. Bei der Hauptwahl im November 1902 Die feine Erlasse übertreten. Vielleicht könnte er einmal als Harun stände fest, daß die empfohlene Rücksicht schon in weitgehendem Maße gingen Sozialdemokraten und Demokraten noch zusammen und al Raschid in diesen Streis eintreten, um sich ein unbefangenes geübt worden sei. Es habe den Anschein, als ob man die kriegebrachten es in diesem Bezirk auf 237 Stimmen. Die Liberalen erUrteil zu bilden. Je eher er das tut, desto eher wird es mit den rischen Verwickelungen in Südwestafrika benutzt habe, um allerhand hielten damals 200 Stimmen. Von 42 Mitgliedern des GemeindeUnterbeamten beffer werden.( Lebhafter Beifall bei den Sozial- Forderungen in den Etat hineinzulanzieren, die man jonft nie durch folleaiums find jezt 4 Sozialdemot ten. setzen tönne: das Kolonialamt habe den Reichstag bor bollendete Staatssekretär Krätte: Sie werden alle den Eindruck gewonnen Tatsachen stellen wollen. Es habe nicht einmal die notwendigen Unsere Genossen im Kanton St. Gallen haben in ihrem Kampfe haben, daß unsere Verwaltung nicht auf dem Standpunkt steht, als Unterlagen zu einer sachlichen Prüfung seiner Forderungen dem um die Losreißung von der„ Demokratischen und Arbeiterpartei" von der Dauer- Allianz mit den Ultramontanen einen Erfolg erfei nichts mehr zu verbessern. Ich freue mich jedesmal, wenn ich in Reichstage vorgelegt. die Lage komme, etwas für die Unterbeamten zu erreichen. Ich Abg. Dr Sidefum beflagte, daß man alle Vorwürfe gegen rungen. Die am Sonntag in Rorschach stattgefundene Delegierten muß aber energisch dagegen protestieren, wenn der Herr Vorredner die ganz hülflose Kolonialabteilung richten müsse, während sich versammlung des Kantonalverbandes der St. Gallischen Grütli- und behauptet hat, daß die Amtsvorsteher nur solchen Unterbeamten zu der allein berantwortliche Reichsiangler nach wie Arbeitervereine hat auf Antrag unserer Genossen nach erregten gehobener" Stellung berhelfen, die schlechte Mittel gebraucht habeir, vor aus der Schußlinie halte. Wenn ichon der Kolonial- Debatten beschlossen, eine fantonale sozialdemokratische Partei zu um so weit zu kommen. Ich muß im Namen der zehntausend direktor keinen Widerspruch gegen die verfassungswidrigen Positionen gründen, d. h. den jezigen Verband in eine solche umzuwandeln und der " Unterbeamten in gehobener Stellung" dagegen protestieren. dieses Nachtrags- Etats gewagt habe. so sei Soppelt beklagenswert, schweizerischen sozialdemokratischen Partei sich anzuschließen. Gleichzeitig Ferner muß ich dagegen Protest einlegen, ich hätte es versucht, bei daß es auch der Schatzsekretär daran habe fehlen lassen. wurde eine Kommission von 11 Mitgliedern zur Ausarbeitung eines Sem jetzigen Etat mehrere hunderttausend Mart einzuschmuggeln, um Man habe dem Herrn v. Stengel eine größere Energie zugetraut neuen fantonalen Parteiprogramms bestellt und der Vorort von das zu erreichen, was beim vorigen Etat nicht erreicht wurde. und geglaubt, das Schazzamt bekomme in ihm einen sorgsameren St. Gallen nach Rorschach verlegt. Nach einem weiteren Beschlusse Es ist nicht meine Art, etwas zu verheimlichen oder einzuschmuggeln. Leiter als den nonchalant wirtschaftenden früheren Staatsjefretär. soll die neue Partei auch die reformsozialistische Richtung", mit Wenn der Vorredner behauptet, die Unterbeamten würden nicht mit In dieser Hoffnung fehe man sich schier getäuscht. Der Anregung, anderen Worten die Demokraten mit umfassen und zur Demokras gleichem Maße wie die anderen Beamten gemessen, so ist das auch nur die Zweckmäßigkeit der an sich verfassungswidrigen Ausgaben tischen Partei wie bisher ein Allianzverhältnis unterhalten. Die demokratische Presse freut sich denn auch über diese Beunrichtig. In allen Lebenslagen ist es üblich, daß diejenigen zu prüfen, könne der Reichtstag nicht folgen. Bedauerlich sei, daß Personen, die geistig beschäftigt werden, größere Ruhepausen brauchen aus den Reihen der Abgeordneten, durch Dr. Arendt, der Kolonial- schlüsse, die scheinbar alles beim alten belassen und sie freut sich und geringere Arbeitszeit haben, als förperlich arbeitende Personen. verwaltung der Rat gegeben worden sei, lieber gleich mit den Ar- ferner über die„ ruhigen und besonnenen Leute", aus denen der neue Wenn der Herr Vorredner behauptet, daß 20 Proz. aller Unter- beiten selbst zu beginnen. Das sei geradezu eine Anreizung zu Vorstand und die Programm- Kommission besteht, die für eine kluge und beamten überhaupt keinen Urlaub erhalten hätten, so hat er widerrechtlichen Maßnahmen. besonnene politische Führung alle Gewähr bieten". Alle diese Vorüberhört, daß ich bereits vorher darauf aufmerfam gemacht, General Sigt von Armin erachtete den sofortigen gänge erinnern fast an die Verhandlungen auf dem Nürnberger daß die Statistit, auf die fich diese Angabe ftügt, bereits Bau einer Feldbahn auf der geplanten Linie für notwendig. Vercinstag von 1868 und sie werden auch zu den gleichen Erfolgen veraltet ist, und daß die 20 Proz. jetzt schon erheblich vermindert find. Abg. Dr. Spahn erklärte, daß die Kommission nicht darüber führen. Der Stein ist einmal ins Rollen gekommen und es wird Was den Andrang zu den Paketschaltern am Abend anlangt, so ist hinwegkommen fönne, daß eine offensichtliche Berlegung des Etats- und muß trotz aller Manöver zu einer reinen sozialdemokratischen bei einzelnen fleineren Bostämtern hier in Berlin schon seit Jahren rechts vorliege. Dabei fehle jeder Nachweis für die Notwendigkeit Arbeiterpartei fommen. Dazu wird das neue und eigene Organ ber der Versuch gemacht worden, diesem Andrang durch Schluß der der Bahn überdies noch. Der Kolonialdirektor habe Genossen in St. Gallen, der Vorbote", sein tüchtig Teil beitragen. Die Stellungnahme der russischen Sozialdemokratie zu den anderen revo- lutionären und Oppositionsparteien. _ Wir haben, als wir die Mitteilung über die Pariser Konferenz einiger revolutionärer und oppositioneller Organisationen Rußlands brachten, unserem Bedauern Ausdruck verliehen, daß der größte Teil der� sozialistischen Parteien sich geweigert hatte, teilzunehmen an dieser gemeinsamen Besprechung der politischen Situation in Rnß- land und der Aufgaben, die sich aus ihr für die politischen Parteien ergeben. In demlelben Sinne wie wir hat sich auch die Wiener „Arbeiter-Zeitung" ausgesprochen, Tie„Jskra" antwortet uns und der„Arbeiter-Zeitung" gleich- zeitig iir ihrer neuesten Nummer, wir müssen aber sagen, daß wir durch die Antwort unseres russischen Bruderorgans in unserer bis- herigen Stellungnahme zu der fraglichen Angelegenheit nur noch mehr bestärkt worden sind. Zunächst findet es die„Jskra" befremdlich, daß die west- europäischen Genossen den russischen Sozialdemokraten raten, hinter den anderen revolutionären und oppositionellen Parteien nicht zurückzubleiben, sie meint, wir würden besser tun, wenn wir den anderen Elenienten den Rat gäben, die russische Sozialdemokratie in ihrem Kampfe zu unterstützen. Der gegen uns erhobene Vorwurf, daß wir uns nicht an die „anderen Elemente" mit den erforderlichen Ratschlägen wenden. trifft nicht zu. Auf welche Weise können im gegenwärtigen Kampfe gegen den Absolutismus die radikal-bürgerlichen und die sozialifti- schen Elemente einander gegenseitig unterstützen? Dadurch, daß alle mit Aufgebot der jedweder Richtung zu Gebote stehenden Kräfte von der Regierung die sofortige Einberufung einer auf demokratischer Grundlage beruhenden Konstituante fordern, lind, soweit wir auf die gegenwärtige Situation in Rußland zu sprechen kamen, haben wir nicht aufgehört, die Mahnung, in diesem Sinne zu Handel», an alle fortschrittssreundlichen— sozialistischen wie auch bürgerlich- radikalen— Elemente in Rußland zu richten. Die Abweichung der bürgerlichen Eleniente von dieser Taktik ist von uns stets als schädliche Schwächlichkeit gebrandmarkt worden. Und gerade weil wir eine möglichst weitgehende Beeinflussung der bürgerlichen Ele- mente von sozialdemokratischer Seite wünschen, bedauern wir es, daß die meisten sozialistischen Parteien eine Gelegenheit dazu, wie sie ihnen durch die Parffcr Konserenz geboten wurde, unbenutzt gelassen haben. Die„Jskra" mißt der Konferenz keine Bedeutung bei, indem sie behauptet. diese habe eigentlich doch gar nichts geleistet, die Sozialdemo- kraten hätten, ohne nach Paris zu fahren, es bereits früher gewußt und ausgesprochen, daß der Absolutismus beseitigt und allen Nationalitäten das Selbstbestimmungsrecht gewährleistet werden müsse. Allerdings waren auch wir nicht der Ansicht, daß die Sozialdemokraten zu dem Zwecke der Konferenz beiwohnen sollten, um sich dort Belehrung zu holen über die demokratischen Kampfesziele, die von ihnen verfolgt Iverden sollen. Vielmehr hielten wir diese Znsammcntünst um des- willen für erwünscht, weil der Sozialdemokratie Gelegenheit geboten wurde, darauf hinzuwirken, daß auch das von den bürge r- lichen Elementen zu befolgende Programm möglichst scharf und klar sei. lind wenn die Konferenz sich für das all- gemeine Wahlrecht und das Selb st be stimmungsrecht der Nationalitäten ausgesprochen hat, so sehen wir darin allerdings einen Fortschritt, und zwar um deswillen, weil hier die leitenden Elemente der bürgerlichen Bewegung veranlaßt worden sind, sich für ein radikales politisches Programm, und die nationa- Ii st is che» Ele nrente— gegen den Nationnlitätenhaß und für ein gemeinsames Auftreten verschiedener Nationalitäten auszusprechen. In der Tat ist hier ein gutes Stück Erziehungswerk an den bürger- lichen Elemente« vollzogen worden. Wir glauben aber, daß es noch größer gewesen wäre, wenn sämtliche sozialistischen Parteien sich an ihm beteiligt hätten. Wir nehmen zum Beispiel an, daß in diesem Falle als nächstes Ziel für alle Parteien aus- drücklich die Agitation für Einberufung einer konstitutionellen Ver- scunmlung auf Grundlage des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts aufgestellt worden wäre; diesen praktischen Hinweis ver- missen wir jetzt zu unserem Bedauern in der Deklaration der Konferenz. Diese Agitation ist aber, wie wir schon wiederholt betont haben, daS Programm, das zurzeit sämtliche Gegner des Absolutismus zu gemeinsamem Vorgehen verbinden könnte. Der Einwand des Jüdischen Arbeiterbundes, eine Beratung seiner Delegierten mit den auf der Konferenz vertretenen Parteien sei dadurch als unangebracht erwiesen worden, daß die Konferenz sich nicht ausdrücklich für Erkämpfung einer republikanischen Regierungssorm als Minimalprogramm aus- gesprochen hat, können wir auch nicht als stichhaltig anerkennen. Die Einberufung einer Konstituante auf demolratischer Grundlage kann sehr wohl von allen Gegnern des Selbstherrschertums gemeinsam angestrebt werden— von' entschiedenen Republikanern und solchen, die bereit sind, auch mit einer konstitutionellen Monarchie vorlieb zu nehmen, falls nicht mehr erreicht iverden kann. Hat man es einmal so weit gebracht, daß die Wahlen zur konstituierenden Ver- sammlung ausgeschrieben sind, dann wird von unserer Seite selbst« verständlich für die Wahl von Sozialisten, das heißt Vertretern einer republikanischen Regierungsform agitiert werden. Die„Jskra" sucht des ferneren die Zwecklosigkeit ihrer Teil- nähme an der Konferenz nachzuweisen, indem sie sagt, es seien auf ihr keine praktischen Weisungen darüber gegeben worden, auf welche Weise die Vertreter verschiedener Gesellschaftsklassen im gegenwärtigen Kampfe zusammengehen könnten. Zunächst bemerken wir darauf, daß die Konferenz darüber doch gewisse Weisungen gegeben zu haben scheint— in der Deklaration ist wenigstens gesagt, es seien gemein- same praktische Schritte vereinbart worden, nur sei deren Bekannt- machung nicht angebracht. Aus dem letzteren Grunde sind wir nicht in der Lage, diese Beschlüsse einer näheren Prüfung zu umerziehen. Da sich einplanmäßigesZusammenwirken der verschiedenen Gesellscbastselemeute in allen Teilen Rußlands in dem bisherigen Gang der Bewegung in der Tat nicht erkennen läßt, neigen wir allerdings zu der Ansicht, daß die praktischen Beschlüsse der Konferenz wohl zu allgemein gehalten waren. um die Ereignisse in Rußland auf die Dauer wesentlich zu beeinflussen. Wenn jedoch die Konferenz eS nicht fertig gebracht hatte, ein rationelles gemeinsames Aktions- Programm aufzustellen, so ist damit erst recht bewiesen, daß die russischen Sozialdemokraten durch ihr Fernbleiben einen bedauer- lichen Fehler begangen haben. Unseres Erachtens war es gerade Aufgabe der Sozialdemokratie, bei Beginn der gegenwärtigen Krise des Absolutismus— und ist sie es auch jetzt noch— dem radikalen Bürgertum Weisungen zu geben für ein möglichst entschiedenes und energisches Vorgehen gegen den Zarismus, und zwar ein solches Vor- gehen, daß dadurch eine gleichzeitig eiiffetzende Arbeiteraktion um so wirkungsvoller wird. Wenn die„Jskra" fragt, wie es überhaupt möglich sei, daß Vertreter verschiedener Klassen sich verbinden könnten, ohne aufzuhören, das zu sein, was sie sind, so scheint sie dabei doch das von ihr selbst zitierte berühmte Marxsche Wort vergessen zu haben, daß im Kampfe gegen den Absolutismus Vertreter der Arbeiter- klaffe und des Bürgertums zusammengehen müssen. Die „Jskra" erklärt ein solches Zusammengehen der Vertreter verschiedener Gesellschaftsklassen für eine sehr schwierige Aufgabe. Die Schwierigkeiten verkennen wir nicht, die russische Sozialdemokratie wird aber nicht umhin können, zu ihrer Löiuiig beizutragen. Im übrigen sind wir der Ansicht, daß selbst aus den bisherigen Erfahrungen der Bewegung in Rußland sich mancherlei Fingerzeige fiir ein gemeinsames Vorgehen aller Gegner des Äbso- lutismus ergeben— so glauben wir z. B., daß mit Massenunter- schriften der Vertreter aller Gesellschaftsschichten einschließlich der Jndustrie-Arbeiter versehene einheitliche Resolutionen, die zu wiederholten Malen beschloffen und ein jedes Mal in schärferen Formen gefaßt werden können, zunächst ein gutes Mittel zur Sammlung und Zählung aller entschiedenen Gegner der absolutistischen Regierungssorm wären; ein zweites Mittel wäre zum Beispiel eme Stillsetzung wichtiger Funktionen un r Staats- und Volksleben durch planmäßig durchgeführte Streiks— die russische Studentenbewegung hat ja gezeigt, in welche gewaltige Erregung das ganze Land selbst durch planlos geführte Studenten- streiks versetzt wo. den ist. Ilm wieviel gewaltiger wäre gewiß die agitatorische Bedeutung von planmäßig, mit moralischer Unter- stützung des gesaniten Bürgertums eingeleiteter politischer Massen- streiks gewisser Schichten der„Intelligenten" und der„Industriearbeiter" zugleich. Wir haben bloß ein paar Beispiele von mög- lichem Zusammenwirken der verschiedenen Gesellschaftsklassen Rußlands in dem gegenwärtigen Moment herausgegriffen, es gicbi gewiß auch noch mehrere andere Möglichkeiten eines solchen Zusammenwirkens, das ja auch schon in der Tat in einzelnen Fällen stattgefunden hat. Wir glauben, daß sich beim guten Willen dazu ein solches Zusammengehen auch zu einer wahrhaft großen Aktion gestalten läßt. Um nun zur Frage der Beteiligung unserer Genossen an Kon- ferenzen mit den Vertretern bürgerlich radikaler Richtungen zurückzukommen, wollen wir noch einem Einwand begegnen, der von russischen Sozialdemokraten dagegen gemacht wird. Eine Beeinflussung der Taktik der Liberalen, sagen sie, geschieht durch unsere Presse, die unaufhörlich die Halbheit der Liberalen geißelt, auch können wir ihnen unsere praktischen Vorschläge in der Presse machen, eine persönliche Zusammenkunst mit ihnen erübrigt sich also. Daraus ist zu erwidern, daß es in so bewegten Momenten Eni- scheidungen gibt, über die eine öffentliche Besprechung unzweckmäßig ist, auch kann die Einwirkung auf die praktischen Entschlüsse der anderen durch persönliche Besprechung erheblich schneller er- folgen, als durch Einfluß vermittelst der Presse, und das ist auch ein Moment von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wir glauben daher, daß. wenn man eine entscheidende, gewaltige von allen Gegnern des Absolutismus betriebene Aktion gegen den Zarismus durchführen will, sich vertrauliche gemeinianie Be- sprechungen zwischen Vertretern der verschiedenen Richtungen nicht umgehen lasten werden. Verwirft man solche Besprechungen grund- sätzlich, so verzichtet man von vornherein auf die Einleitung und planmäßige Durchführung einer großzügigen gemeinsamen Aktion. Im letzten Teil ihrer Antwort bemerkt die„Jskra" ausdrücklich, dieBereit Willigkeit,„geni einsam mit den anderen Parteien gegen den Absolutismus zu kämpfen", sei ihr ja gar nicht fremd. Dieses Bekenntnis freut uns außerordentlich.— Wir möchten aber hoffen, daß die russische Sozial- demokratie nunmehr auch ibrerseits kein Mittel unversucht läßt, um möglichst schnell alle revolutionären und oppositionellen Kräfte zu einem gemeinsamen planmäßigen Vorgehen gegen den Zarismus zusammenzufassen. parlameMarifckes. Die Wahlprüfungs-Kominiffion beschäftigte sich in den letzten Sitzungen mit den Ergebnissen der vom Reichstage beschlossenen Erhebungen über Protesteinwände gegen die Wahl des Abg. Brcjski im Wahlkreise Thorn-Kulm-Briesen, Regierungsbezirk Marien- Werder. Es hat sich als erwiesen herausgestellt, daß einige Rentenempfänger als Arbeitsunfähige Unterstützung in Naturalien vom Gutsbezirk Nawra erhielten, aber deshalb wahlberechtigt waren. Ferner ist erwiesen, daß im Gntsbezirke Mittenwalde die Wählerliste verspätet ausgelegt wurde, aber es waren in die Liste alle Wahlberechtigten des Ortes eingetragen, so daß keiner deS Wahlrechts verlustig ging. Dieser Fall wurde daher als unerheblich erachtet. Ein Wähler hat auf den Namen eines anderen Wählers die Stimme abgegeben und ist dafür mit 2>/z Monat Gefängnis bestraft worden. Außer- dem haben zwei Ausländer, ein noch nicht 2ö jähriger, ferner für einen Wähler ein Unermittelter gewählt, endlich kamen die Stimmen von zwei Wählern in Betracht, die in B r i e s e n ge- wählt hatten, obgleich sie nicht dort wohnten, so daß im ganzen sieben Stimmen der Majorität BrejSkis abgezogen wurden, wodurch seine Majorität, die nach dem ersten Kommissionsbericht auf 14 709 zusammengeschmolzen war, gegenüber 14 702 Stimmen seines Gegners G r a ß m a n n, völlig wegfiel. Falls dies dem Plenum für die Ungültigkeitserklärung der Wahl BrejskiS nicht genügt. erörterte die Kommission noch zwei Vorkommnisse, die durch die Erhebungen noch nicht klar genug gestellt sind. In Briefen haben sechs Maurer gewählt, die durch Anmeldung seitens des Maurermeisters Mauna in die Wählerliste aufgenommen waren, von denen aber nicht feststeht, ob sie in Briefen wohnten. Prinzipiell war sich die Kommission einig darüber, daß für Wanderarbeiter behufs Wahlberechtigung ein Wohnsitz für die Zeit ihrer Arbeitsdauer an dem Wahlorte insofern erforderlich ist. als die Arbeiter an dem Arbeitsort, wenn auch nur vorübergehend, nächtigen. DaS ist hinsichtlich jener Maurer noch nicht klargestellt. Weiter ist in Uszcz gegen§ 12, Absatz 3 deS Wahlreglements verstoßen worden, insofern, als für den mit dem Wahlvorsteher zu- gleich abwesenden Protokollführer ein Stellvertreter anscheinend nicht ernannt worden. Bestätigt sich das, müßte der ganze Wahlakt für ungültig erklärt werden. Hier erhielt Brejskl 30, Graßmann 19 Stimmen. Für beide Fälle soll eventuell eine Nacherhebung im Plenum beanttagt werden. In der folgenden Sitzung stellte die Kommission nachträglich fest, daß bei der Wahlhandlung in Uszcz sUsch) gegen Z 12 Abs. 3 des Wahlreglements verstoßen wurde, denn der Wahlvorsteher und der Protokollführer waren längere Zeit gleichzeitig abwesend. Der ganze Wahlakt wird deshalb von der Kommission für ungültig erklärt. Dadurch kommen für Brejski 30 Stimmen, für Graßmann 19 in Abzug. Ferner werden noch die sechs Stimmen jener Maurer Brejskl in Abzug gebracht, die, wie nach genauerer Information sich nunmehr unzweifelhaft herausgestellt hat, in Briefen nicht wähl- berechtigt waren. Nach diesen Ergebnissen erklärt die Kommission einstimmig die Wahl BrejskiS, Wahlkreis Thorn-Kulm, für ungültig. Ferner beschäftigte sich die Kommission mit der Wahl deS Abg. Nauck jR e i ch§ p a r t e ij, Wahlkreis Mecklenburg-Strelitz, gegen die ein Predigtamtskandidat Albrecht Protest eingereicht hatte. Der Protest wurde als unsachlich und unerheblich unberücksichtigt gelassen, die Wahl daher als gültig erklärt. Bei der Wahl des Abg. Krause(kons.), Wahlkreis Memel- eydekrug erhielten bei der Hauptwahl Stimmen: Konservative 4710, ozialdemokraten 4333, Litauer 4048, Freisinn 3103: bei der Stichs wähl: Konservative 8209, Sozialdemokraten 6028. Gegen die Wahl liegt ein Protest der Liberalen vor. in dem behauptet wird, der Landrat Cranz in Memel habe amtliche Wahlbeeinfluffung getrieben. Aus den Alten geht hervor, daß der Landrat mit dem Regierungsassessor Bachmann an einer vertraulichen Besprechung der Konservativen im Viktoriahotel zu Memel teilnahm und dort Herrn Krause als den der Regierung genehmsten Kandidaten bezeichnete. Diesen Ausspruch bestätigte der Landrat am 16. Juni, dem Wahltage in einem mit seinem vollen Amtstitel unterzeichneten Inserat im „Memeler Dampfboot". Der Referent erachtete die amtliche Beein- flussung durch diesen letzteren Mt als erwiesen und beantragte demgemäß, die Wahl Krauses seitens der Kommission für ungültig zu erklären, während der Korreferent die betreffende öffentliche Erklärung deS Landrats als eine notgedrungene Erwiderung ans Aeußerungen des liberalen Kandidaten bezeichnet und darum für Güliigkeit der Wahl eintritt. In der Sitzung vom Donnerstag wurde die Entscheidung vertagt. Zur Prüfung gelangt dann die Wahl des Abg. Lescheur Ic merke verleihen wolle, so könne man ohne Ruhmredigkeit und ohne der historischen Wahrheit zu nahe zu treten, diesen Zusatz machen. - Die Vorlage gelangt m i t diesem Zusätze zur Annahme. Ter Magistrat beantragt bei der Versammlung die Zustimmung zur Errichtung einer Reihe von Baulichkeiten auf den Rieselfelder»; auch soll mit der Anfuhr der Baumaterialien schon im Lauf« des Winters begonnen werden können, wenn dadurch vor dem 1. April 1905 keine Kosten in Rechnung gestellt werden. Nach kurzer Debatte wird die Vorlage einem Ausschuß über- wiesen. Ohne Diskussion genehmigt die Versammlung die Vorschläge dss Magistrats betreffs Einstellung neuer und erhöhter Zu- Wendungen an Vereine usw. in den Etat für 1905. Behufs Untersuchung der Verunreinigung der öffentlichen Wasserläufe durch die Notauslässe der Kanalisation soll auf Anregung des Polizeipräsidiums die Aufstellung von drei selbstregistrierendcn Doppclpegcln auf den Pumpstationen der Radialsysteme I, II und III und von acht einfachen selbstschreibcnden Pegeln auf den anderen Pumpstationen, ferner die Aufstellung eines selbstschreibenden Doppelpcgels, verbunden mit dem Einbau zweier Meßkammern im Notauslaß in der Bohenstraßc, endlich der Einbau einer Tauchplatte bei der Abzweigung des Not- auslasses in der Chausscestraßc, Ecke Liesenstratze, erfolgen und der Kostenbetrag von 31 400 M. in den nächsten Etat eingestellt werden. Auf Antrag F r i t s ch(N. L.) wird für die Vorlage ein Ausschuß eingesetzt. Es folgt die Berichterstattung über die Vorlage betr. die I n- ventaraus stattung der Heimstätte in Buch, wofür 131 160 M. gefordert wurden. Schon in der ersten Lesung war beanstandet worden, daß zahlreiche gewöhnliche Gcbrauchsgegen- stände nach besonderen Zeichnungen gefertigt werden sollten und daß der Anschlagspreis von 48 M. für eine Roßhaarmatratze zu niedrig sei. Der Referent des betreffenden Ausschusses Stadtv. Dr. Wetzl (Soz.) führt aus, daß es sich nicht um Zeichnungen, sondern um ein- fache Skizzen handele, die die Möbel nicht verteuern, daß ferner die Matratzen in den städtischen Irrenanstalten hergestellt werden sollen. Ein Ausschußmitglied habe sich außerdem gegen die großen Liege- hallen mit Entschiedenheit gewendet, weil sie die Ansteckungsgefahr in Buch, mehrere Kostenanschläge für den Neubau der III. Jrrenanstalt in Buch und die Vorlage wegen Errichtung einer Zentrals Dispensieranſtalt in Buch. Die Vorlage wegen Aenderung der Fluchtlinien für einen Teil der Senefelderstraße und wegen Festseßung von Fluchtlinien für drei neue Straßen auf dem Gelände zwischen Prenzlauer Allee, Danzigers Straße, Dunder- und Stargarderstraße wird mit einem vom Stadtv. Rast( A. 2.) beantragten Zusab angenommen. Gewerkschaftliches. Zehntausend Mark Feigerten und es nicht richtig fei, alle Schtvindfuchtskranken, gleich ferentin ging Sen Fragebogen im einzelnen durch und erfuchte Me biel ob im Anfangs- oder im vorgeschrittenen Stadium, in größeren Beteiligten nochmals zur wahrheitsgemäßen Ausfüllung derselben, Sälen zusammenzulegen; auch sei ein Bett und ein Liegestuhl für da nur zuverlässige und richtige Angaben zu einer Regelung der Ar jeden Kranken gar nicht nötig und hier Gelegenheit zu Ersparnissen beitszeit führen können, was sowohl im Interesse der Arbeiter wie der borhanden. Dem wurde entgegengehalten, daß die Bedeutung der auf einen Hieb hat gestern der Ausschuß der Berliner Arbeitgeber liege. Liegehallen für die Bekämpfung der Tuberkulose in ärztlichen Kreisen Gewerkschaftskommission den streifenden Berg- Die Diskussion bot Gelegenheit zur Besprechung verschiedener rückhaltslos anerkannt werde. Nach der Auffassung der sachverstän- arbeitern a fonto überwiesen. Damit haben die Sammlungen dälle, welche zeigen, daß in den Plättereien namentlich des Sonndigen Aerzte habe eine Lungenheilstätte ohne Freiluftbehandlung für den Niesenkampf im Ruhrrevier einen vielversprechenden abends bis tief in die Nacht hinein, ja, entgegen den bestehenden keinen Zweck. Die Ansteckungsgefahr sei auch deshalb ziemlich ausVerordnungen, sogar bis nach Mitternacht gearbeitet wird. Was geschlossen, weil die Liegestühle genügend weit von einander ab- Anfang genommen. In nächster Zeit dürften auch einzelne die Ausfüllung der Fragebogen betrifft, so wird der Verband Ausständen und auch jedem Kranten ein Speifläschchen gegeben werde; Gewerkschaften mit der Bewilligung größerer Summen folgen. funftsstellen errichten, wo den Arbeitern und Arbeiterinnen auf in das er zu spuden verpflichtet sei. Schwere Lungenkranke würden In fast allen Gewerkschaftsorganen wird nun auch, teils Wunsch Anleitung zur gewissenhaften und sachgemäßen Ausfüllung in die Anstalt nicht aufgenommen. Der Ausschuß sei hiernach über redaktionell, teils offiziell, von Vorstandswegen zur Sammlung erteilt wird. Auch auf dem Arbeitsnachweis in der Rückerstraße ist die geäußerten Bedenken und Ausstellungen hintveggegangen. aufgefordert, nachdem der Metallarbeiter- Verband damit voran- man bereit, solche Ausfünfte zu erteilen. Am 6. Februar, dem Die Vorlage gelangt darauf zur Annahme, ebenso der Vor- gegangen war. Die Zahl der Werkstätten und Fabriken, in Tage, wo die Erhebung beginnt, wird wieder eine Versammlung in entwurf und die spezialisierten Entwürfe zum Neubau der denen regelmäßige Beiträge beschlossen wurden, ist eine so dieser Angelegenheit abgehalten. Anstalt für Hospitaliten große, daß ihre Einzelaufführung unmöglich erscheint. So hat Lohnbewegung der Herren- Konfektionsarbeiterinnen in Ropenes den Anschein, als wenn der Riefenkampf an der Ruhr in hagen. Der dänische Schneiderverband hat den für die Herrennoch höherem Maße als seinerzeit die Crimmitschauer Aus- schneiderinnen in Kopenhagen geltenden Tarif auf den 1. Fesperrung die deutsche Arbeiterschaft zur Betätigung der bruar gekündigt und der Vereinigung der Herrenkleider- Fabrifanten Vorschläge zu einem neuen Tarifvertrag gemacht. Die Solidarität wachruft. Das ist ein vielleicht unerwarteter, jedenfalls ungewollter Fabrikantenvereinigung lehnte jedoch alle Verhandlungen über einen und ungern gesehener Erfolg der Grubentyrannen an der neuem Tarif mit der Begründung ab, daß eine Erhöhung der Lohnfäße ihnen die Konkurrenz mit dem Auslande unmöglich machen würde. Diese Behauptung steht jedoch mit der Tatsache im Widerspruch, daß mehrere außerhalb der Vereinigung stehende Fabrikanten bereits die geforderten höheren Lohnfähe zahlen. Die Arbeiterinnen Die Arbeitsaufnahme der Tischler, die noch von der Aussperrung wollen sich keineswegs mit der Ablehnung ihrer Forderungen zu her außer Arbeit waren, ist wieder erheblich fortgeschritten. Schon friedengeben und werden sich in ihrer in den nächsten Tagen stattunmittelbar nach der Versammlung am Mittwoch ist in verschiedenen findenden Generalversammlung mit einem Antrag des BerbandsBetrieben eine Verständigung erzielt worden, in deren Folge dann vorstandes, der die Niederlegung der Arbeit bei sämtlichen am Donnerstag früh die Arbeit aufgenommen wurde. In der am der Vereinigung angehörenden Firmen vorschlägt, befassen. Mittwoch abend abgehaltenen Sitzung der Schlichtungskommission Der gewerkschaftliche Frauen- Verein hält am Sonntag, den wurden eine erhebliche Zahl der noch übrig gebliebenen Differenzen nach den Bestimmungen des Vertrages erledigt, und die betreffenden 22. d. M., im Saale des Herrn Bergmann, Schüßenstr. 18/19, abends Arbeiter und Arbeitgeber angewiesen, das Arbeitsverhältnis den 6 Uhr, eine Vereinsversammlung ab, in welcher Herr C. Albert Binion früher neue Wuster in Lohn angefertigt wurden, hat die kommen. Entscheidungen der Schlichtungsfommission gemäß wieder zu be- Stripp einen Vortrag über" Ludwig Anzengruber", verbunden ginnen. Die Differenzen bei Blankenburg u. Schnabel, mit Rezitationen, halten wird. Gäste sind hierzu herzlich willwo schon beiter gemäß erledigt. So dürften im Laufe des gestrigen Tages Schlichtungskommission im wesentlichen den Auffassungen der Ardie Differenzen in vielen Betrieben endgültig erledigt und die Arbeit daselbst aufgenommen worden sein. Schluß 7 Uhr. Aus Induftrie und Handel. Erhöhung der Kohlenpreise in Hamburg. Die am Kohlenhandel beteiligten Firmen in Hamburg, Altona und Wandsbed erlassen eine Bekanntmachung, wonach sie wegen der Feiertage in England und Schottland, die ein Stillegen sämtlicher Zechen für eine Woche im Gefolge hatten, ferner wegen der anhaltenden schweren Stürme, des plöglich einsetzenden Frostwetters und des Generalausstandes der westfälischen Kohlengruben- Arbeiter gezwungen sind, die Preise für Heltoliter, für Brech- Stofs und Anthrazitkohlen um 0,40 Mart für Kohlen um 0,60 Mart, für Gaszünder um 0,40 Mark für den Doppel100 Kilogramm zu erhöhen. Warenhaussteuer. Der Verband deutscher Waren- und Kaufhäuser hat der Regierung und dem preußischen Landtage eine Eingabe, sowie eine Dentschrift gegen die Erhöhung der preußischen Warenhaussteuer eingereicht. Es wird darin ausgeführt, daß eine weitere Erhöhung der Warenhaussteuer den mannigfachsten und schwersten Bedenken verwaltungstechnischer, steuerlicher, rechtlicher und boltswirtschaftlicher Art unterliege. Infolge der Herabsetzung der Steuergrenze von 400 000 auf 200 000 m. würden zahlreiche mittlere Betriebe des Mittelstandes, die man doch gerade durch die Umsatzsteuer schützen wolle, unter diese fallen, und die Erhöhung der nach der Zahl der geführten Warengruppen und der Höhe des Umfakes bis auf 5 Prozent steigenden Steuer, unter Streichung des§ 5 des geltenden Warenhaussteuer- Gesezes, der bei geringeren Grträgen die Herabsehung der Steuer bis auf die Hälfte gestattet, würde eine Verfünffachung der Steuer gegenüber der jezigen Höhe bedeuten. Eine solche völlig prohibitiv wirkende Steuer hat aber die preußische Regierung seinerzeit bei der Einbringung und Be= ratung des Warenhaussteuer- Gesetzes für unzulässig erklärt, und sie hat das Zustandekommen des Gesetzes von der Beibehaltung des§ 5 abhängig gemacht. " Der rheinisch- westfälische Eisenmarkt im letzten Quartal. Nach dem von der Fachzeitschrift Stahl und Eisen" soeben veröffentlichten Vierteljahrsbericht hat die Unsicherheit, die im dritten Vierteljahr auf dem rheinisch- westfälischen Eisenmarkt herrschte, auch während der Monate Oktober, November und Dezember 1904 angehalten, wobei namentlich der Umstand eine entscheidende Rolle spielte, daß die Fortdauer mehrerer großer Verbände durchaus im ungewissen lag. Die Teichte Besserung der Marktlage zum Schluß der Berichtszeit wird auf günstige Berichte aus den Vereinigten Staaten von Amerika zurüdgeführt. Ruhr! Berlin una amgegend. An die Arbeiterschaft Charlottenburgs! Unterzeichneter richtet hierdurch das dringende Ersuchen an die organisierten Arbeiter Charlottenburgs, sich an der Geldsammlung für die streikenden Bergarbeiter im Ruhrrevier recht rege zu be teiligen. Die Listen hierfür sind bei Baul Schulze, Friedbergstr. 24, Gartenhaus III, zu haben. Ueber die abgelieferten Gelder erfolgt Quittung durch den Vorwärts". Mit Gruß " Der Ausschuß Verfammlungen. der Charlottenburger Gewerkschafts tommission. gewesen. Bom Elend der proletarischen Jugend sei das Schulgesetz, Deutfches Reich. Rigdorf. Die vierteljährliche Generalversammlung fand am 17. Januar bei Gröpler statt. Genosse 3 u beil gab in längerem Referate den Bericht vom preußischen Parteitage. Eingehend besprach er die einzelnen Punkte und illustrierte sie mit treffenden Beispielen. Scharf ging Redner mit der Regierung ins Gericht, die in der Wohnungsfrage nur den Hausagrariern Konzessionen mache, weil sie die Sozialdemokratie bekämpfe, während sie die Schule, d. h. die Volksschule, vollständig der Kirche ausliefern wolle. Lerne leiden und beten, aber nicht rechnen", müsse an jeder Volksschule stehen. Der Höhepunkt des Parteitages sei das Kontrattbruch- Gesetz aber vom Elend der Landproletarier das Kontraktbruch- Gesetz getragen. Mit dem Antrage Bernstein betr. Straßendemonstrationen Der Streit der Tischler, Drechsler und Polierer in der Aktien- ist Redner nicht einverstanden, denn dadurch gäbe man den MachtMöbelfabrik zu Barth in Pommern dauert nun bereits vier und habern Mittel in die Hand, gewalttätig gegen das Volk vorzugehen. einen halben Monat. In dieser ganzen langen Zeit ist von den am Wenn die Sozialdemokratie einmal gezwungen werden sollte, mit Streit Beteiligten noch nicht ein einziger abtrünnig geworden. Gewalt vorzugehen, dann gäbe es kein Zurück, dann kann ihr nichts Freilich sind die Verhältnisse in der Fabrit, die jetzt mit in Summa mehr genommen werden. Nachdem Redner noch die Ursachen des 15 Arbeitswilligen arbeitet, auch derart schlechte, Saß die Unterstügung Bergarbeiterstreite und die Haltung der Regierung hierzu be beziehenden Aueständigen mehr mit Mitleid als mit anderen Gesprochen, schloß er seinen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen fühlen auf die paar unglückseligen Arbeitswilligen blicken können. Vortrag. In der Diskussion sprachen sich Frante und Straube Die Fabrikleitung hatte damit gerechnet, daß die Streifenden am im Sinne des Referenten aus. Der vom Vorstand gestellte Antrag, 1. Januar nicht die fällige Miete aufbringen fönnten. Diese Hoff in der Spedition einen zweiten Beamten anzustellen, wurde gegen mung wurde jedoch zunichte. Jedem der Streitenden wurde beim wenige Flimmen angenommen.- Die vakant gewordenen VorstandsJahreswechsel ein Mietszuschuß von 31 m. verabreicht. Zuzug posten wurden durch folgende Genossen besetzt: 1 Vorsitzender von Holzarbeitern muß von Barth ferngehalten werden. Gustav Heinrichs, Schriftführer Schulte, Revisor Engel. Streifbruchs. Ausgeschlossen wurde der Genosse achter( 15. Bezirk) wegen Ausland. Die etwas verstärkten Abrufungen in Gießerei- Roheisen haben, wie das Blatt ausführt, angehalten, dagegen ist in den übrigen Roh eifenforten eine Zunahme nicht zu verzeichnen. Für das Jahr 1903 find große Mengen Gießerei- Roheisen verkauft, während Abschlüsse in Buddel- und Stahleisen vorläufig nur für das erste Vierteljahr, für Thomas- Roheisen für das erste Halbjahr getätigt worden sind. Der Konditorenstreit in Stockholm dauert bei den Firmen, die Die Preise sind nicht verändert. Am Ende des Vierteljahres tam ein Berkauf von 15 000 Tonnen Spiegeleisen nach den Vereinigten der Vereinigung der Konditoreibefizer angehören, noch immer fort. Staaten von Amerika zustande. Die geschäftliche Lage des Stahl- Eude voriger Woche ist zwischen den Wertretern beider Parteien zwar werks- Verbandes gestaltete sich wie folgt: In Halbzeug betwegte sich ein Vergleichsvorschlag zustande gekommen, dieser ist jedoch von der die Verkaufstätigkeit für das Inland im großen und ganzen in nor- Versammlung der Arbeitgeber Organisation abgelehnt worden. Fünf malen Grenzen. Die Preise blieben unverändert. Für die Ausfuhr Arbeitgeber, und zwar diejenigen, die als Delegierte ihrer Drganimachte sich in Belgien der Wettbewerb Frankreichs noch immer sehr fation mit den Bertretern der Streikenden verhandelt hatten, erfühlbar. Dagegen trat der Wettbewerb Amerikas in Großbritannien flärten darauf ihren Austritt. Sie haben jetzt den Vergleichsvorschlag nicht mehr so scharf hervor, da sich der amerikanische Markt aufnahmes schriftlich anerkannt. Außerdem ist bekanntlich mit fast allen nicht fähiger erwies. Infolgedessen war es möglich, in England die Halb der Vereinigung angehörenden Konditoreibefigern eine Einigung zeugpreise wiederholt zu erhöhen. Den Versand in Halbzeug betrug erzielt worden. vom 1. März bis 1. Dezember 1 212 317 Tonnen; davon entfallen 73,25 Bros. auf das Inland und 26,75 Prog. auf das Ausland. magnis im Neuroder Gebiet dauert fort. Eine in Kunzendorf abDer Bergarbeiterstreit in den Gruben des Zentrumsgrafen gehaltene Versammlung der Streikenden beschloß nach einem uns zu Tegel. Am 17. Januar fand bei Robert Schmidt eine sehr gut gegangenen Privattelegramm mit 911 gegen eine Stimme besuchte Generalversammlung des Wahlvereins statt, in welcher die Fortegung des Streits. Genosse Wermuth über„ Die Ursachen der Weltfrijen" sprach. Der vorzüglich gehaltene Vortrag wurde mit Beifall auf genommen. Hierauf gab Stod mar als Delegierter ben Bericht von der Kreisfonferenz, an welchen sich eine rege Diskussion an Der Bericht des Kassierers vom letzten Quartal ergab eine schloß. Einnahme von 274,31 M. und eine Ausgabe von 140,50 M., darunter ein Bosten von 100 M., welcher an den Kreis" abgeführt wurde. Der Bestand beträgt mithin 133,81 m.- Der Verein zählt gegenwärtig 176 Mitglieder. Die nun vorgenommene Wahl eines Bezirksleiters für den ersten Bezirk on Stelle des aus dem Orte verzogenen Ge noffen Belaner fiel auf Guftab Gehrke. Zu Bibliothekaren wurden gewalt Kohl als erster und Bienert als zweiter. Das in Anregung gebrachte Winterbergnügen verwarf die Versammlung und erklärte sich an Stelle dessen für eine an einem Sonntage abzuhaltende öffentliche Versammlung mit darauffolgenden gemütlichen Beisammensein. Der Vorfißende Scheidemantel machte auf die amtliche Bekanntgabe aufmerksam, nach welcher die Wählerlisten bureau, Zimmer Nr. 4, zur Einsichtnahme öffentlich ausliegen und zu den Gemeindewahlen vom 15. bis 30. Januar im hiesigen Amts. zwar nur an den Wochentagen in den Vormittagsdienststunden. Da die meisten Arbeiter nur mit für sie bedeutenden Verlusten an Arbeitslohn ihr Recht in dieser Angelegenheit wahrnehmen können, er. boten sich Rodeite, Schlieperstr. 30, und Barbier O ch 3, Brunow. straße 15, für solche Genossen die Listen einzusehen. Zum Schluß wurden noch sechs neugemeldete Mitglieder in den Wahlverein aufgenommen. Aus der Frauenbewegung. In Eisenbahnmaterial blieb der Inlandsbedarf befriedigend, und besonders die bedeutenden Staatsaufträge sicherten den Verbandswerken genügende Arbeit bis über das Ende des Jahres hinaus. der Wäsche- und Krawattenarbeiter am Mittwoch eine öffentliche Für die Alt- Plätterinnen und Wäscherinnen hatte der Verband An Eisenbahn- Oberbaumaterial wurden vom 1. März bis 1. Dezember 1 028 306 Tonnen versandt, davon tamen auf das Inland Versammlung nach den„ Arminhallen" einberufen. Es handelte sich 75,06 Proz., auf das Ausland 24,94 Proz. Die Nachfrage in Formeifen war auch während des lekten Vierteljahres hinreichend, wenn auch selbstverständlich durch die zu Ende gegangene Bauzeit der bisherige Bezug an Formeisen nachließ, wie bas stets gegen Ende des Jahres der Fall ist. Das Auslandgeschäft bevegte sich in engeren Grenzen als im Vorjahr. Der Versand an Formeisen stellte sich vom 1. März bis 1. Dezember auf 1 232 758 Tonnen, wovon 76,07 Broz. auf das Inland und 23,93 Proz. auf das Ausland entfielen. In den Monaten September, Oktober und November 1904 betrug der Versand in: September Ottober November 4 Insgesamt Halbzeug Eisenbahn material Tonnen Form eisen Tonnen 121880 Tonnen 144 953 85 490 • 141 629 121 507 99 545 131 565 181 155 82 251 418 147 338 152 303 676 zusammen Tonnen 852 323 362 681 846 971 1061 975 Der Gesamiversand vom 1. März bis 1. Dezember betrug 3483 532 Tonnen. Davon entfielen auf das Inland 2 607 175 Tonnen, auf das Ausland 876 357 Tonnen. 11 Vermischtes. darum, die Alt- Blätterinnen aufzuklären über die Bedeutung der Erhebungen, welche das Reichs- Statistische Amit zurzeit in diesem Berufszweige veranstaltet. Die Referentin, Genoffin Ihrer, begann mit einem Hinweise auf die amtlichen Erhebungen über die Lage der Wäschenäherinnen. Die Ergebnisse dieser Statistik seien im durch auf die schlechten Verhältnisse in der Wäschefabrikation hinReichstage besprochen worden, die öffentliche Aufmerksamkeit sei da gelenkt worden, und infolgedessen feien auch hier und da einige Vertiftit für den Beruf der Alt- Bläserei und Wäscherei bevor. Ms die befferungen eingetreten. Jetzt stehe nun die Aufnahme einer StaArbeiterinnen dieser Branche im Jahre 1900 eine Lohnbewegung Der Triumph der Sächfelei. Eine sehr interessante Frage über führten, seien ihre äußerst gedrückten Verhältnisse vor dem Gewerbe- den Verkehr eines Arztes mit unter seinem Stande stehenden gericht festgestellt worden. Die Lohnbewegung habe den Blätterinnen Personen" hatte der ärzliche Ehrengerichtshof zu Dresden zu prüfen. damals manche Verbesserungen gebracht, aber heute werde von alle- Der zu Frankenstein i. S. praktizierende Arzt Dr. Frank war vom dem, was damals bereinbart wurde, nichts mehr gehalten. Die an- ärztlichen Bezirksverein Freiberg zu 1000 M. Geldstrafe verurteilt worden, läßlich der Lohnbewegung gemachten Feststellungen hätten mit dazu weil er schuldig befunden worden war, einen mit einer Krantenkaffe beigetragen, daß jeht eine amtliche Statistik für die Blätterei und geschlossenen Vertrag dem ärztlichen Bezirksverein nicht unterbreitet, Wäscherei aufgenommen wird. Dieselbe erstrecke sich leider nur auf ferner einen Kranken untersucht zu haben, der bereits von einem die Feststellung der Arbeitszeit und könne vielleicht die Folge haben, anderen Arzte behandelt worden war. Das dritte und schwerste bag den Arbeiterinnen dieser Branche eine festumgrenzte Arbeitszeit Bergehen aber sollte nach Ansicht des Bezirksvereins darin bestehen, Im ganzen schließt also das Jahr 1904 für die rheinisch- west- gesichert werde. In feinem Berufe sei die Arbeitszeit fo ungeregelt, daß Dr. Frant angeblich allzu familiären Verkehr mit tief unter Im ganzen schließt also das Jahr 1904 für die rheinisch- west- wie in der Blätterei. Während in den ersten Tagen der Woche feinem Stande stehenden Personen unterhalten und dadurch das Anfälische Eiſenindustrie etwas günstiger ab, als es im Herbst den An- wenig Arbeit vorhanden sei, werde in den lezten Tagen der Abend, fehen des ä.ztlichen Standes geschädigt haben sollte.( 111) Gegen schein hatte; vornehmlich hat die Stoufumtionsfähigkeit des Inlands- ja die Nacht zu Hülfe genommen, um die vorliegenden Arbeiten zu diefes unerhörte Urteil legte der Arzt Berufung ben Dresdener Ehrenmarktes zugenommen, doch bleibt der Bedarf noch immer beträchtlich bewältigen. Ganz besonders weit ausgedehnt sei die Arbeitszeit gerichtshof ein. Dieser setzte die Tausendmarkstrafe auf die Hälfte hinter der in den letzten Jahren außerordentlich gesteigerten im Sommer, sowie vor den Festtagen. Wünschenswert wäre es, daß herab. Die Gründe dieses abgeänderten Urteilsspruches find be Leistungsfähigkeit zurück. sich die Statistik auch auf die Lohnverhältnisse erstrecken würde. Da zeichnend für sächsische Verhältnisse. Sie lauten: Was den allzu das leider nicht der Fall sei, so trage die Statistit von vornherein familiären Ilmgang Dr. Frants mit tief unter seinem Stande stehenden einen einseitigen Charakter. Die Behörde wolle jedenfalls nicht Berfonen betrifft, so ist nach Ansicht des Ehrengerichtshofes tein allzu tief in die traurigen Verhältnisse der Plätterinnen und Wäsche- Stand unseres Boltes so gering, daß ein vertraulicher Umgang mit rinnen eindringen. Es handele fich also nur um eine Feststellung ehrenhaften Mitgliedern desselben an sich dem ärztlichen Stande der Arbeitszeit. Die ausgegebenen Fragebogen erftreden sich auf zur Ünehre gereichen könnte. Sind doch schließlich aus allen die Woche vom 6. bis 11. Februat. Für jede. der genannten Tage Ständen unseres Volkes anch tüchtige und ehrenwerte Aerzte hervors sei die Arbeitszeit genau anzugeben. Die Arbeiter und Arbeiterinnen, gegangen. Allerdings kommt es auf die Art und Weise des denen Fragebogen zugehen, müßten diefelben gewissenhaft und streng Umgangs an, und daß er in anständigen Grenzen bleibt. Ob wahrheitsgemäß ausfüllen und sich dabei von keiner Seite beeinflussen Dr. Frank diese Grenzen immer innegehalten hat, will der Ehren lassen. Die Zeit der Erhebung falle in die stille Saison. Es würde gerichtshof dabingestellt sein lassen." zu bemerken ist, daß Dr. Frant fich deshalb empfehlen, wenn bei der Ausfüllung der Fragebogen ausschließlich mit redlichen und ehrlichen Berfonen des Arbeiters darauf Rücksicht genommen und durch Angaben in der Rubrik Be- standes verkehrte! fondere Bemerkungen" darauf hingewiesen werde, daß im Sommer Wenn von allen anderen Verfündigungen der sächsischen und vor den Festen eine längere Arbeitszeit üblich ist und daß sich die Bourgeoisie auch nichts bekannt wäre bas Vorgehen gegen den Arbeit am Schluß der Woche regelmäßig dadurch häuft, daß die Arzt Dr. Frank allein machte es erklärlich, daß mit zwei Ausnahmen Hausfrauen ihre Plättwäsche, die am Sonntag gebraucht werden soll, alle fächsischen Reichstagswahlkreise durch Sozialdemokraten erst gegen Schluß der Woche in die Plätterei bringen. Die Re- vertreten sind. Die Hamburg- Amerita- Linie hat, nachdem jezt die Streitig feiten zwischen ihr und der Cunard- Linie endgültig beigelegt sind, zu einer weiteren Erhöhung ihrer Zwischendeck- Fahrpreise für den Verfehr zwischen Hamburg und Nordamerika gegriffen. Es betragen fortan diese Preise von Hamburg oder Cherbourg nach New York mit dem Schnelldampfer Deutschland" 180 M., von Hamburg oder Boulogne nach New York mit den Postdampfern„ Moltke"," Blücher" und„ Hamburg" 160 M. und von Hamburg oder Boulogne nach New York mit den Postdampfern Graf Walderfee"," Patricia"," Bennsylvania"," Bretoria"," Batavia"," Belgravia" und" Bulgaria" 140 M Die Fahrt von New York ist, wie immer, etwas billiger. Bis auf weiteres gelten folgende Fahrpreise: von New York nach Hamburg mit dem Schnelldampfer Deutschland" 164 M., mit den Postdampfern„ Moltke"," Blücher" und" Hamburg", sowie mit den übrigen oben genannten Postdampfern 139 M. Die hohen Einnahmen der Gesellschaft im letzten Jahre scheinen den Appetit ihrer Verwaltung recht angeregt au haben. Berantto. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inferatenteil terantiv.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: V rwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 17. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 20. Januar 1905. Der Klassenkampf im Ruhrrevier lautet die Tagesordnung der am Dienstag, 24. Januar, abends 8 Uhr, in Berlin und den Vororten stattfindenden Volks- Verfammlungen. In Anbetracht der außerordentlich wichtigen Tagesordnung ergeht die Bitte an die Parteigenossen, alle anderen Veranstaltungen für den erwähnten Tag zu unterlassen und für zahlreichen Besuch der angekündigten Versammlungen zu agitieren. Die Vertrauenslente. Berliner Partei- Angelegenheiten. Jausstattung der neuen Seimstätte in Buch weiter vom Drte entfernt, wo noch nicht gebaut iſt. Grünau iſt in wurde ohne nochmalige Erörterung so beschlossen, wie es der feiner ganzen Uferlänge mit Restaurationen befest; im südlichen Teile, Bur Lokal- Lifte. Der Mundharmonika- Verein„ Namentos 1902" Ausschuß vorschlug. Im Ausschuß hatte, wie Genosse 2e y I wo die Baustellen noch leer stehen, ist der Zutritt zum Ufer durch Zäune hält am Sonnabend, den 21. d. M., seinen Maskenball bei Schul sin feinem Referat über die Ausschußverhandlungen mitteilte, straße laufen, ehe man an freigelegenes Ufer kommt; bort reiht fich verlegt. In Zeuthen fann man volle 30 Minuten auf schlechter DorfRaiser Friedrichstraße, Charlottenburg, ab. Da versucht wird, ein Mitglied grundsätzliche Bedenken gegen die Ziege Billa an Villa, ab und zu dazwischen eine Restauration. Selbst die neue in Arbeiterkreisen Billetts abzusetzen, das lokal aber der Arbeiter- hallen geäußert, weil da„ einer den anderen anstecken könne". Bandhausansiedelung in Zehlendorf- West, die auf größere Vornehm schaft nicht zur Verfügung steht, so weise man die Billetts zurüd. Der Ausschuß hatte diesen wunderlichen Einspruch zurück- heit zugeschnitten ist, hat die Wasserflächen in die Baublöcke eine Die Lokalkommission. gewiesen. Gestern unterließ es das betreffende Mitglied, sich geschlossen, was schon aus hygienischen Gründen verwerflich ist. Bei Rummelsburg. Sonntag früh 8 Uhr findet zweds Einsichtnahme zu melden, um sich etwa im Plenum noch einmal zu blamieren. Dieser Entwickelung tann man darauf rechnen, daß in 10 bis 20 Jahren in die Wählerlisten sowie zu der am Dienstag stattfindenden Ber die schönsten Stellen in unserem Seen- und Flußgebiete durch Privatfammlung eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen bauten dem Publikum verlegt sein werden. werden ersucht, sich pünktlich und zahlreich in folgenden Lokalen einzufinden: Wenger, Neue Prinz Albertstr. 17, P. Jage, Prinz Albert straße 16, Schulz, Goethes und Kantstr.- Ede, Ritter, Schillerstr. 26, Burgenger, Kantstr. 44, Gust. Tempel, Alt- Borhagen 56. Lokales. Freiheit des Glaubens? " Dem Mancheſterfreisinu 41 " honorar als Stammgäfte zu geberden hätten. An verarmten Adligen, berkrachten Offizieren und Personen mit zweifelhaftem Professorenoder Ratstitel mangelt es ja in Berlin nicht. Ob dieser Trick den erwünschten Erfolg haben und die Netlame- Gäste dem Restaurateur befferes Publikum zuführen wird, erscheint zweifelhaft, wenn es nicht bekannt wäre, daß auch in Berlin die Dummen nicht alle werden. mag man nachsagen, was man will, aber das eine muß man ihm Diese Rücksichtslosigkeit ist ja leider nicht die einzige, deren die lassen, daß er in seiner Feindschaft gegen alles, was mit sozial- Gemeinden sich zugunsten der Privatspekulation schuldig machen. reformatorischen Neuerungen zusammenhängt, fonsequent ist. Gestern bedauerte die Boss. 8tg.", daß der Regeljunge im AusGroßstadtbeschäftigungen. In einem hiesigen Blatte findet sich nach Reklame- Gäste" sind das neueste auf dem Gebiete der seltsamen sterben sei. Das Blatt schreibt: Die Schulleiter erstatten sofort Anzeige, wenn sie erfahren, Restaurant gegen Bergütung gesucht." Wie in Gastwirtskreisen erstehendes Inserat: Reklame- Gäste für neu zu eröffnendes besseres daß schulpflichtige Knaben zum Kegelauffeßen oder zum Austragen läuternd bemerkt wird, dürfte es sich dabei um gutgekleidete, bor der Backware benutzt werden. Aus Zehlendorf waren gestern nehm und würdig aussehende Personen, womöglich mit imponierenden 25 Gastwirte und Bäckermeister in Moabit, um sich wegen Titeln und volltönenden Namen handeln, die nicht nur Speise und Uebertretung der bestehenden Vorschriften zu verantworten. Trant unentgeltlich bekommen, sondern sich auch gegen ein ExtraIn kirchlich- liberalen Kreisen Berlins Jeder von ihnen wurde zu drei Mark Geldstrafe ber= herrscht gegenwärtig Erregung über einen derben Rüffel, den urteilt. Einer der Gastwirte hat jest an seiner Regelbahn ein das Konsistorium einem hiesigen Geistlichen erteilt hat, weil Blakat mit der Inschrift angebracht: Meine werten Gäste, die er Religion und Vernunft in Einklang gebracht wissen wollte. die Stegelbahn benußen wollen, werden gebeten, einen Jungen Es handelt sich um den Prediger Fischer von der zum Aufsetzen mitzubringen." Daß den Jungen auch Sonntags Markus Gemeinde. Fischer hatte auf dem letzten Sie gesunde Beschäftigung des Kegelauffeßens verboten wird, Protestantentag einen Vortrag gehalten, in dem er den nicht ist eine übertriebene Härte. Dadurch wird ihnen und ihren Eltern eine ansehnliche Nebeneinnahme entzogen." mehr neuen Standpunkt vertrat, daß man die biblische WeisAnstatt mit einfichtigen Fabritinspektoren zu bedauern, daß die heit nicht für unantastbare Wahrheit zu halten und in Jesus Unternehmer, wie dies fa durchweg geschieht, von den bürgerlichen Christus nicht einen anbetungswürdigen Gott zu sehen brauche. Richtern zu einer Strafe verurteilt werden, die sie überhaupt nicht Den Orthodoren fuhr ob dieser Kritik aus pastoralem als solche empfinden und die jedenfalls zu dem Nugen, den sie aus Munde ein gewaltiger Schreck in die Knochen, und sie be- den ihrer Ausbeutung überantworteten Knaben gezogen haben, Inhalt, ein gelbes wollenes Kleid mit reichem Befaz, einen schloffen, dem offenherzigen Pastor das Handwerk zu legen. in gar keinem Verhältnis feinem Verhältnis steht, anstatt zu steht, anstatt zu fonstatieren, Sommerüberzieher und verschiedene Kleinigkeiten, noch versezen Die Amtsentsegung vermochten sie durch ihr Heben und Wühlen daß derartig milde Verurteilungen den Unternehmern nur fonnte, griffen fie ein und nahmen ihn feft, weil er sich über den einen Aureiz zu noch nicht herbeizuführen, aber sie haben wenigstens das Eine das Manchesterblatt es fertig, das Verbot des Kegelauffegens als fahrten" find, will fie natürlich von„ Unbekannten" erhalten haben. neuen Gesetzesübertretungen geben, bringt Erwerb nicht ausweisen kann. Richter, deffen Spezialität Stlingelerreicht, daß das Konsistorium den Prediger Fischer in eine Art Schädigung des Nationalwohlstandes hinzustellen. eine Art Schädigung des Nationalwohlstandes hinzustellen. Weiß Die Kriminalpolizei brachte ihn nach Moabit und bewahrt die be scharfer Form zurechtgewiesen und ihm die frei denn die Boff. Zeitung" wirklich nicht, daß die Rebeneinnahme" schlagnahmten Sachen für die Eigentümer im Zimmer Nr. 37 des willige Amtsniederlegung als Ausweg angedeutet hat. Nun mit sittlicher Berwahrlofung erlauft wird, daß mit dem Polizeipräsidiums auf. Das öfter erwähnte Warenlager, das ein ist die Bestürzung groß bei allen, die die Freiheit der theo- Regelauffeßen in vielen Fällen eine Förderung des Alkoholismus in Einbrecher aus Adlershof in Berlin zusammenstahl, ist auch noch Logischen Wissenschaft" hochhalten und zur Fahne der der Kinderwelt innig verbunden ist? Wo das Manchesterblatt hier- immer nicht geräumt. Im Zimmer 36 des Polizeipräsidiums find religiösen Vernunft" schwören. Die liberalen Geistlichen von nichts weiß und auch nichts wissen will, machen wir daraus noch tupferne stessel, Metalleuchter, Betten usw. ausveröffentlichen Erklärungen gegen das Konsistorium, die Kirch ihm den Vorschlag, doch unter den Bantiers und Groß gestellt. Es ist merkwürdig, daß die Eigentümer diese guten Sachen lich- liberalen Vereinigungen veranstalten Protestverfamm- unternehmern dahin zu wirken, daß diefe ihre Stinder nicht vermissen. lungen und faffen Entrüftungsresolutionen, und die politisch liberale Bresse schreibt forsche Leitartikel, in denen über das Stegergericht gezetert wird, das die evangelische Orthodorie da zustande gebracht hat. E H haben. Der Beruf ist ja gesundheitsfördernd, erfegt gerviffermaßen Regeljunge werden lassen, sobald sie das zulässige Alter erreicht Zinnowitz und wird jawohl die Sprößlinge der oberen Zehntausend auch moralisch so kräftigen, daß diese sich in ihrem späteren Leben weder der Depotunterschlagung, noch der allzu argen Arbeiter ausbeutung, noch sonst eines gemeingefährlichen Zasters schuldig machen. " beamte einen ihnen bekannten Einbrecher Paul Nichter, der erst vor Wem gehören die Sachen? Am Dienstag sahen Kriminalvierzehn Tagen aus der Strafanstalt gekommen war, auf der Straße mit einem Patet, das er zu einem Pfandleiher trug. Bevor er den gebung wiederum mehrere Kinder. Auf der Dahme bei Schmödwiy Auf dem Eise eingebrochen find am gestrigen Tage in der Um liefen gestern mittag mehrere Kinder Schlittschuhe; plöglich brach gebung wiederum mehrere Kinder. Auf der Dahme bei Schmödwiz ein elfjähriger Schüler ein und verschwand in den Fluten. Sein in der Nähe weilender ein Jahr älterer Bruder versuchte dem Ertrinkenden Hülfe zu bringen, glitt jedoch hierbei aus und stürzte ebenfalls in das Wasser. Die Katastrophe war von mehreren aus Fabriken kommenden Arbeitern beobachtet worden, die sofort der Ach Gott, wie rasch der„ Sturm" sich wieder legen wird! Wäre der Rüffel nicht allzu deutlich ausgefallen, so hätte das Konsistorium mit seinem Vorgehen gegen Fischer schwerlich Die Benzine. Ueber den lästigen Benzinger uch, der viel Entrüstung geweckt. Wie fann man aber auch so un- von den Motorfahrzeugen ausströmt und die Straßen- Unfallstelle zueilten. Den vereinten Bemühungen der Männer gevorsichtig sein! Die liberalen Geistlichen wissen zwar ebenso passanten erfreut", hatte das Kammergericht fürzlich Gelegenheit, lang es, beibe Knaben auf das feste Eis zu ziehen, bevor sie ernſteren genau wie die orthodoren, daß jede Kirche intolerant fich zu äußern. Das Kammergericht hat ben Benzingeruch nicht Schaden genommen hatten. Ein weiterer Unfall trug fich gestern fein muß, wenn sie nicht ihren Fortbestand gefährden will. ohne weiteres für übelen und belästigenden" Geruch erklärt. Eine nachmittag auf dem Botsdamer Stadtkanal zu, wo ein zehnjähriger Aber sie mögen nicht den ihre Tätigkeit lähmenden Verdacht, die Kraftfahrzeuge betreffende Bolizeiverordnung hatte die Er- Stnabe, der auf dem Gise spielte, einbrach. Der Unfall war bon daß kein Pastor glauben darf, was er will, regung übermäßigen Geräusches sowie die Entwidelung be- einem Dffizier des 1. Garderegiments 3. F. beobachtet worden, der durch die Kirchenbehörde felber noch verstärken lassen. Es lästigenden Rauches oder Dampfes und belästigender übler Gerüche" fich mutig feines Mantels und Säbels entledigte und den Knaben ist ihnen unbequem und verdrießt fie, daß das Konsistorium berboten. Daraufhin hatte eine Straflammer den Führer eines rettete. in feinem Uebereifer die ungewollte Wirkung erreicht hat, den rotorfahrzeuges vegen Uebertretung dieser Bestimmung verurteilt, indem Pferdediebe treiben seit Kurzem in der Umgebung Berlins ihr fie feststellte, daß der Angeklagte einen besonders Unwesen. Gestern wurde bei Nieder- Schöneweide den Streichholzgeistlichen Stand" vor Gläubigen und Ungläubigen herab- starten Benzingeruch entwickelt habe". Das Kammergericht er- Fabritanten Rauch, Andreasstraße 64, ein Gespann gestohlen. Wie zusehen. flärt es nun in seinem in der Deutschen Juristenztg." mitgeteilten Augenzeugen beobachtet haben, war der Dieb in der Richtung nach Man bilde sich nur nicht ein, daß diese Maßregelung eines Urteil für rechtsirrtümlich, wenn angenommen werde, baß ein Berlin davongefahren, gwei Pferdediebe wurden gestern in Steiniden liberalen Pastors die Geister wachrütteln wird, wie besonders starker Benzingeruch stets ein beläftigender übler dorf verhaftet. Der Pferdehändler Rönnespieß bemerkte in der etliche Phrafenhelden jetzt schneidig verkünden. Zwischen Geruch sei. Die Berordnung sei nur deshalb gültig, weil Residenzstraße zwei Männer, die ein braunes Arbeitspferd am Halfter Liberal- Kirchlichen und Orthodor- Kirchlichen besteht ja nicht die Belästigung durch Gerüche so erheblich sein kann, daß dadurch führten. Der Händler erkannte das Tier als fein Eigentum und ein Wesensunterschied, sondern nur ein Unterschied des Grades. fahrzeugen mittels Benzinmotoren sei nicht untersagt, also auch nicht verkaufen. R. ging scheinbar auf den Handel ein und hielt in der öffentliche Verkehr erschwert wird. Der Betrieb von Kraft- sprach die Männer an, die sich bereit erklärten, das Pferd an ihn zu Auch die Liberal Stirchlichen fägen nicht gern den Aft ab, bas mit diesem Betriebe stets verbundene Erregen von üblen Benzin- dieser Weise die beiden Verläufer, welche später als die Arbeiter auf dem sie sitzen. Sie üben nach links hin Unduldsamkeit gerüchen im buchstäblichen Sinne. Im Sinne der Berordnung fei Barthold und Glüd erkannt wurden, solange fest, bis ein Gemeindemit demselben Eifer, mit dem sie Duldsamkeit von rechts her als belästigend nur der Geruch anzunehmen, der nicht einfach übel biener hinzufam und die Verhaftung der beiden bewirkte. heischen. Wer Freiheit des Glaubens" als Grundfaß auf- fordern der über das gewöhnliche so hinausgeht, daß er geeignet stellt, der sollte sich erst mal flar machen, daß diese Forderung ist, im allgemeinen jedermann, also das Publikum zu belästigen Todessturz von der Treppe. Ein schwerer Unglüdsfall ereignete auch die Freiheit des Nicht glaubens in fich schließt. Aber und die Leichtigkeit des Verkehrs zu gefährden. Die Auffassung eines sich in der gestrigen Nacht in der Residenzstraße in Reinickendorf. auch die Kirchlich- Liberalen mögen das nicht. einzelnen Menschen, der den Benzingeruch als„ besonders start" Die Frau des in der genannten Straße wohnenden Kutschers Dieses Ziel geht anscheinend selbst der politisch- liberalen empfindet, kann dabei regelmäßig nicht entscheiden. Denn für seine Thunig hatte Verwandte besucht und kehrte furz nach 10 Uhr abends Belästigung sind möglicherweise besondere Umstände mitwirkend nach Hause zurück. Sie hatte mit ihrem Manne verabredet, daß er Breffe zu weit, trotz all dem Geschwäß von Wissenschaft und gewesen, 3. B. sein Standort oder seine stärker entwickelte auf die Rüdlehr feiner Frau achte, um sie ins Haus hinein zu lassen, Vernunft, mit dem sie jetzt aus Anlaß des Falles Fischer wieder Empfindlichkeit. doch wurde der T. nicht geöffnet, und sie mußte bei Bekannten einmal ihre Leser unterhält. Vor einigen Jahren fielen verAls die Thunig gestern morgen nach ihrer schiedene Berliner Blätter mit blödem Spott über einen Bater großstädtische Bevölkerung macht die verdienstvolle Zeitschrift„ Der Wohnung zurückkehrte, fand sie ihren Mann am Fuße der Treppe Die versperrten Ufer. Auf eine Rücksichtslosigkeit gegen die Unterkunft suchen. her, der sich damit einverstanden erklärt hatte, daß sein noch Städtebau" aufmerksam. Diese von Erust Wasmuth in Berlin ver- tot vor. Der Kutscher war zweifellos am Abend vorher die Treppe die Schule besuchender, aber bereits religionsmündig gelegte Monatsschrift für die künstlerische Ausgestaltung der Städte hinunter gefallen, und hatte sich dabei das Genick gebrochen. hinunter gefallen, und hatte sich dabei das Genick gebrochen. wordener Sohn von seinem gefeßlichen Recht Gebrauch machte, nach ihren wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Grundsäzen fortan dem Religionsunterricht fernzubleiben. Auch die liberal- fchreibt: tuende Presse war nicht unvertreten in jenem Chor der Spötter. Heute liest man an derselben Stelle schönklingende Worte gegen die Bevormundungsgelüfte der Kirche. Der Erpresser und sein Notizbuch. Ein neuer Fall von Er pressung, der ebenfalls an die Affäre des Landgerichtsdirektors Hasse „ Aus Tegelort bei Berlin wird mitgeteilt, daß der dort am erinnert, hat zur Verhaftung des 17 Jahre alten, früheren Haus Ufer des Sees bis zur Havel sich erstreckende Treideliveg, der bisher dieners Albert se hlborn geführt. Er ist unter dem Verdacht der als Strandpromenade gedient hat, unterbrochen sei durch die An- wiederholten und versuchten Erpressung in das Moabiter Unter legung eines Holzplages, der sich bis an das Wasser erstreckt. Da- fuchungsgefängnis eingeliefert worden. Vor etwa vier Wochen war durch sind neben örtlichen Unbequemlichkeiten Verhältnisse entstanden, der Kaufmann Artur R. aus Friedenau zu dem Verhafteten in Aus der Stadtverordneten- Versammlung. die der schönen Ansiedelung schweren Abbruch tun, denn die Promenade nähere Beziehungen getreten, und Kehlborn glaubte ihn ganz in Die technische Mittelschule, die lange erwartet am Wasser entlang war das Schönste, was der Drt bieten konnte, feiner Gewalt zu haben. Durch Droh- und Erprefferbriefe entlocte wurde und längst notwendig gewesen war, soll nun endlich obwohl der Wald dort noch etwas über dem Durchschnitt der Wälder er ihm zweimal fleine Geldbeträge; auf weitere Schreiben aber reagierte N. nicht. Nun schlug der Verhaftete einen anderen zustande kommen. Die Stadtverordneten haben gestern dem in Berlins Umgegend steht. Wo soll es hin, wenn durch die private Bautätigkeit Schritt für Weg ein, um erneute Erpressungen zu versuchen. Er hatte erAntrag des Magistrats, eine Anstalt dieser Art zu errichten, Schritt das Publikum von den Ufern der Havel und Spree ab- fahren, in welchem Stammlokal St. hier einkehrte; als nun der ihre Zustimmung gegeben, ohne die Vorlage erst noch einem gedrängt und zur Benutzung staubiger Vorortstraßen gezwungen Kaufmann abends dort mit einem befreundeten Ärzte saß, kam Ausschuß zu überweisen. Die Debatte war nur ganz kurz von wird, die sich hinter den mit Billen und Restaurationen bebauten Stehlborn in Begleitung von noch zwei dieser fragwürdigen Gestalten sozialdemokratischer Seite äußerte sich in zustimmendem Sinne Baffergrundstücken befinden? Meist sind unsere Wälder recht wenig in das Lokal und setzte sich mit seinen Stumpanen an den Rebentisch, Genosse Gründe l. Die technische Mittelschule soll ein Binde üppig, den Hauptreiz bildet bei uns die Wasserlandschaft, als deren von wo aus nun R. scharf figiert wurde. Als dieser nach einer glied zwischen gewerblicher Fachschule und technischer Hochschule Umgrenzung auch weniger schöne Wälder lieblich und lockend aus Weile mit seinem Bekannten aufbrach, um sich nach dem Bahnhof fein. Sie soll ihre Schüler so weit fördern, daß sie einem mit fehen. Die Gemeinden an der Spree und an der Sabel schneiden aber, Friedrichstraße zu begeben, folgten ihnen die schamlosen Burschen Maschinen ausgestatteten Betrieb kleineren Umfanges als anstatt schöne Uferstraßen herzustellen, die Grundstücke so zurecht, auf Schritt und Tritt, indem sie sie mit höhnischen Redensarten, daß der Fremde im ganzen Orte nichts von der Wasserlandschaft die auf ein schamloses Treiben hindeuten sollten, belästigten. Leiter vorstehen können. sieht, es sei denn, er gehe in eine Kneipe, wo er stil sigen und Jetzt war die Geduld des Kaufmanns N. zu Ende; unbemerkt Das meiste von dem, was sonst noch gestern auf der Bier trinken muß, selbst wenn er feine Gelüste danach hat. Stommt schritt er zu einem Schußmann und veranlaßte ihn, den Kehlborn Tagesordnung stand, wurde ohne nennenswerte Debatte oder man nach Friedrichshagen, so kann man nur dann etwas vom festzunehmen, während die anderen flüchteten. Die gegen St. ganz debattelos angenommen. Auch über die In bentar- Müggelsee sehen, wenn man die Restaurationen aufsucht oder fich leingeleitete Untersuchung ergab nun, daß dieser sich noch in mehreren Fällen ähnlicher Erpressungen schuldig gemacht hatte. So ftellt fich u. a. heraus, daß er einen Herrn in Weimar nach und nach um mehr als 1000 M. geprellt hatte. Beschlagnahmt wurde bei dem Verhafteten ein Notizbuch, das ein für die Kriminal behörden wertvolles Material enthielt; es waren darin Namen von Gönnern" und Abschriften von Telegrammen, die diese an. gerichtet haben, enthalten. Innerhalb weniger Wochen ist dies der dritte Fall schamloser Erpressung, der in Berlin bekannt geworden ist. Der jetzt verhaftete Kehlborn gehört ebenso wie der fürzlich festgenommene Handlungsgehülfe Freiß zu jenen Gestalten, die auf der Straße ihr schamloses Gewerbe zu Erpressungen ausnutzen. Morde verkauft hat. Zu dem Mord in Moabit wird mitgeteilt, daß jetzt festgestellt ift, wo der verhaftete Arbeiter Tschirner die Beinkleider, die er nach dem Morde trug, gekauft hat. Der Verkäufer ist ein Kleiderhändler in Moabit. Er weiß aber nicht mehr, ob er sie vor oder nach dem Aufgeklärt ist der Selbstmord an der Kaiser Wilhelm- Brücke, füber den wir berichteten. Der Mann, der sich dort in die Spree stürzte und trotz der Rettungsversuche der Schiffer ertrant, ist fest gestellt als ein 28 Jahre alter Hausdiener Albert Roediger, der seit 7. Jahren verheiratet und Vater von 3 Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren war. Roediger hatte sich am Sonntag mit seiner Frau geschlagen. Diese verließ ihn darauf und ging mit den Kindern zu ihrer Mutter. Der Mann blieb nun von der Arbeit weg, lief in der Stadt umher und sprang endlich ins Wasser. Im Obdach in der Fröbelstraße gestorben ist ein Mann, der sich furz vorher bei dem Aufseher frank gemeldet und als Louis Brandt, 48 Jahre alt, bezeichnet hatte. Näheres ließ sich über die Person des Toten noch nicht ermitteln. Man weiß daher auch nicht, ob und wo er etwa Angehörige hinterlassen hat. Melms noch nicht hergestellt ist, und Herr Spies aus Braunschweig gelegenheit der Staatsanwaltschaft unterbreitet worden, kann der am dortigen Hoftheater beschäftigt ist. Montag gastiert Franceschina Irrtum" für den Geschäftsmann unter Umständen noch üble Prevosti als Leonore im„ Troubadour". Im Lustspielhaus folgen haden. wird Sonnabend nachmittag 312 Uhr„ Das böse Prinzeßchen" gegeben. Aus den Nachbarorten. Wilmersdorf. Gerichts- Zeitung. Ein alter Sünder. Eine höchst bedenkliche Kinderfreunds lichkeit hat der 70jährige Zigarrenhändler Michael Cohn bes Das Klaffenwahl- Unrecht tritt besonders grell in der jetzt im fundet, der sich gestern wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit vor Rathause zu Wilmersdorf ausliegenden Liste zu den Gemeinde- der zweiten Straffammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. wahlen hervor. Es sind darin im ganzen 8260 Wähler verzeichnet, Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme hat der alte Mann zwei 1203 mehr als im Vorjahre. Auf die erste Klasse kommen kleine Mädchen in seinen Laden gelockt und das ältere dann weg241 Wähler, auf die zweite Klasse 1375 und auf die dritte Klaffe geschickt, um eine kleine Besorgung für ihn zu machen. Als das 6644 Wähler. Die Zahl der Wähler der ersten Klasse hat sich um Mädchen zurückkehrte, trat der Angeklagte mit dem zurückgebliebenen 94, die der zweiten um 208 und die der dritten Klasse um fünfjährigen Kinde hinter einer Gardine hervor und wurde von dem richtete Steuersag beträgt 33 250 M. Die dritte Klasse beginnt mit sittlich berührt zu haben. Der aus der Untersuchungshaft vorgeführte 953 Wähler vermehrt. Der höchste von einem Ortseinwohner entfleinen Mädchen beschuldigt, es auf den Schoß genommen und undem Satz von 293,60 M. und endet, da in unserem Ort 90 Proz. Angeklagte bestritt diese Beschuldigung und behauptete, daß er mit Ginkommensteuer erhoben werden, mit 3,60 M. Versäume niemand dem Kinde nur gescherzt habe. Sein Verteidiger hatte sich auf dei die Einsicht in die Wählerliste. " Steglik. Weißensee. -" 1 Professor Dr. Koeppen darüber berufen, daß der Angeklagte nicht zurechnungsfähig sei; der Sachverständige konnte den§ 51 des Strafs gesetzbuchs aber nicht für anwendbar erachten, wenn er auch zugab, Die Verleihung des Stadtrechts dürfte für unser Dorf noch auf daß der Angeklagte ein minderwertiger Mensch ist. Der Gerichtshof lange Zeit ein frommer Wunsch bleiben. Nachdem auf entsprechende verkannte nicht, daß es nicht ohne Bedenken sei, der Aussage eines so Eingaben sowohl der Landrat wie der Regierungspräsident sich ab- fleinen Mädchens zu folgen. Das Gericht hielt aber die Aussage in lehnend verhalten haben, ist nunmehr auch vom Minister des diesem Falle für durchaus glaubhaft, um so mehr, als sie mit der Innern auf eine neuerliche Eingabe ein abschläglicher Bescheid ganzen Situation, in welcher das ältere Mädchen den Angeklagten eingegangen. Das ministerielle Schreiben hat folgenden Worts und ihre fleine Schwester getroffen und mit den Neigungen des Anlaut: Den Antrag der Gemeinde Steglit auf Vers geklagten völlig stimmten. Lekterer hatte selbst zugegeben, daß er leihung städtischer Verfassung bermag ich nicht an Aller große Zuneigung" zu kleinen Kindern habe und mit diesen gern höchster Stelle zu befürworten, weil tein tatsächlicher Anhalt scherze und spiele. Tas Gericht verurteilte den alten Mann zu neun Die Berlin besuchenden Ausländer kommen besonders aus Ruß für die Annahme vorliegt, daß die fernere günstige Entwickelung der Wdonaten Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Unterland und Desterreich, sowie aus Amerika, in zweiter Linie aus Eng- Gemeinde in naher Zukunft durch Beibehaltung der Landgemeinde- fuchungshaft. land, Frankreich und den übrigen Ländern Europas. Die Er- Verfassung nachteilig beeinflußt werden würde. Um der behaupteten weiterung der Fremdenstatistik Berlins durch Berücksichtigung der Ueberlastung des Gemeindevorstehers abzuhelfen, bietet die Land- verurteilten fünf jugendlichen Personen haben in den Geschworenen Die in dem Prozeß des Masseurs Köhler mit angeklagten und Staatsangehörigkeit wurde erst im Juni vorigen Jahres eingeführt, gemeinde- Ordnung in der Anstellung befoldeter Schöffen ein geeigürsprecher für ein Gnadengefuch gefunden. Nach Schluß der Sizung doch schon jetzt ist die Betrachtung der einzelnen Monate, von Juni netes Mittel dar. Der Wunsch der Gemeinde, durch Annahme der traten die Geschworenen noch einmal zusammen und beschlossen, ein bis Dezember 1904, lehrreich genug. Der Höhepunkt liegt, Städte- Ordnung ihr Verhältnis zum Kreise finanziell günſtiger zu wie für den Berliner Fremdenverkehr überhaupt, so im besonderen gestalten", tamm für die beantragte Maßregel nicht entscheidend ins für diese Angeklagten einzureichendes Gnadengeſuch zu unterſtüken. auch für den Zustrom von Ausländern in den Sommermonaten. Für die Russen wurde er schon im Juli, für die Desterreicher erst im Landgemeinden den Städten gleich." Gewicht fallen. In bezug auf das Recht zum Grunderiverb stehen Ein Gast- und Schankwirt ist vertragsmäßig seinen Gästen für So hat August erreicht; aus Rußland kamen im Juli 7551 Fremde, aus gefahrlose Einrichtungen seiner Wirtschaft verantwortlich Desterreich im August 4035. Auch aus Amerika brachte bereits der das Reichsgericht kürzlich nach der Deutschen Juristen- Zeitung Juli die meisten Besucher: 2918. Dagegen entfiel von den Gästen in einem Erkenntnis ausgeführt. Ein Gast einer Restauration wollte Die Einführung der von der alten Ortsgemeinde gewählten die im Innern des Gebäudes befindliche Bedürfnisanstalt aufsucher aus England erst auf den September, von denen aus Frankreich Gemeindevertreter erfolgte in der ersten diesjährigen und geriet dabei wegen fehlender Beleuchtung des Korridors an eine sogar erst auf den Oktober die höchste Zahl, 1156 und 924. Der Besuch Sitzung der Gemeindevertretung zu Weißensee. Die Uebernahme unrichtige Tür, die in den Keller führte. Er kam durch Sturz in den aus den übrigen Ländern war fast ausnahmslos im August am der Kreis Chaussee( Berlinerstraße) und der Provinzial- Chaussee Keller zu Schaden. stärksten. Zum Herbst und Winter hin trat überall eine starke Ab-( Falkenbergerstraße) wurde befchloffen. Die englische Gas gesell wandte ein, daß er für den Schaden nach§ 831 des Bürgerlichen Der auf Schadenersatz verklagte Gastwirt wärtsbewegung auf, die nur im Dezember vereinzelt unterbrochenschaft, welche hierorts das Monopol für Beleuchtung befizt, sollte Gesezbuches nicht hafte, da er einen Angestellten als geeignete Pers wurde. Aus Rußland trafen im November nur noch 2322 Besucher veranlaßt werden, für den alten Ortsteil dieselben Verhältnisse wie fönlichte zur Verwaltung der Restauration eingesetzt habe. Die ein, aber im Dezember schickte es wieder 2420 hierher. Aus Dester- in dem neuen zu schaffen, da die Preisdifferenz für Leucht- und Bivilkammer und mit ihr das Reichsgericht hat aber angenommen, reich kamen im Dezember nur noch 1512 Gäste, aus Amerita nur Kochgas im Durchschnitt 5 Pf. pro Kubikmeter ausmacht, ebenso die daß der Verklagte vertragsmäßig für sichere Einrichtung feiner 610, aus England 621, aus Frankreich 514 usw. Der Unterschied Straßenlaternen anstatt mit Schnittbrennern mit Glühftrümpfen zu Räume verantwortlich sei und daher nach§ 278 des Bürgerlichen gegen den Hochsommer war am stärksten für Amerika, von wo im versehen. Dieses will die Gasgesellschaft nur zugestehen, wenn die Gesetzbuchs für seinen Angestellten hafte. Das Reichsgericht hat es Dezember nicht viel mehr als ein Fünftel der auf den Juli ent- Gemeinde den für den alten Ortsteil bestehenden Vertrag von 1919 aber für angemessen erachtet, den Kläger selbst mit einem Drittel fallenden Besucherzahl nach Berlin fam. bis 1939 berlängert. Hiergegen sträubte sich aber die Vertretung. des Schadens zu belasten, weil mitwirkendes Verschulden darin gu Eine folgenschwere Benzinexplosion hat gestern abend gegen 6 Uhr Sie will nochmals in Verhandlungen eintreten. Eine Anzahl Berliner erblicken sei, daß der Kläger, ohne Licht zu fordern, in später Stunde, in dem Hause Großgörschenstr. 36 stattgefunden. Dort betreibt in Vororte des Nordens hatte gegen die Verlegung der fiskalischen als das elektrische Richt auf dem Korridor schon ausgedreht war, die der 4. Etage des Seitenflügels der Unternehmer Glorid eine Abdeckerei nach Blankenfelde protestiert, hier lag ein gleicher Antrag Bedürfnisanstalt aufgesucht habe. Handschuh- Wäscherei, und hat hierbei die 28 jährige Marie vor, welcher aber abgelehrt wurde. Zum 1. April ist die BrGrunach sowie die 25 jährige Minna Ratte beschäftigt. Gestern Schaffung von zwei Schulklassen für die Schule in der Faltenbergerabend waren die beiden Mädchen in der Küche beim Straße dringend notwendig. Zwar ist die Erbauung eines größeren Reinigen von Glacehandschuhen tätig und hatten zu diesem Schulhauses bereits geplant, jedoch ist dieser Plan für spätere Beiten Zweck eine Waschschüssel mit Benzin angefüllt. Neben dem verschoben und man wollte durch Anschaffung transportabler Baracken Behälter stand eine angezündete Küchenlampe, deren Docht zu hoch diesem Uebelstand abhelfen. Jedoch war die Majorität hierfür nicht geschraubt war. Die Ausdünstungen der Lampe vermischten sich zu haben und es sollen einstweilen Mietsräume beschafft werden. Adlershof. Die gestrige Versammlung des sozialdemokratischen nun, da die Fenster geschlossen waren, mit den Gafen des Benzins, Eine längere Debatte rief der Abschluß eines Vertrages mit der Wahlvereins Adlershof wurde von dem überwachenden Beamten und plöglich ertönte eine gewaltige Detonation. Die Mädchen Stadtgemeinde Berlin wegen Anschlusses eines Gebietsteiles an die aufgelöst. Der Verein hatte, von der Zusicherung des preußischen wurden zu Boden geschleudert und brannten lichterloh. Hülfe- allgemeine Kanalisation zu Berlin hervor. Der Magistrat zu schreiend eilten fie nach dem Treppenflur, wo die Flammen Berlin hat sich bereit erklärt, den Anschluß an die allgemeine Polizeiministers Gebrauch machend, Frauen in einem„ Segment" geduldet. Der überwachende Bolizeibeamte kannte jedoch das durch herbeieilende Nachbarn erstickt wurden. Die G. erlitt Sanalisation für denjenigen Teil des hiesigen Gemeindebezirks zu geschwere Brandwunden an Händen und im Geficht und mußte statten, der in das Nacialsystem XI fällt, das ist der Teil des Ortes, Vereinsgesetz besser als sein hoher Chef und forderte die Entfernung durch die Feuerwehr nach dem Elisabeth- Krankenhause überführt welcher von der Berliner Grenze der Lichtenbergerstraße, der König der Frauen. Als dies von dem Vorsitzenden verweigert wurde, löste Am Sonntagnachmittag werden. Mit welch' furchtbarer Gewalt die Explosion erfolgt ist, Chaussee bis zur Albertinenstraße, dem Neu- Weißenseer Kirchhofe, der Beamte die Versammlung auf. geht daraus hervor, daß sowohl die Kitchendecke als auch das der Gustav Adolfstraß und der Prenzlauer Chauffee umschlossen 2 Uhr soll gegen dieses Verfahren in einer großen öffentlichen Sarüberliegende Dach buchstäblich hinweggerissen wurde. Die Feuer- wird. Der Anschluß ist so geplant, daß nicht bloß die Entwässerungen Versammlung Protest eingelegt werden. wehr war längere Zeit mit dem Löschen des Brandes und den Auf- der Straßen und Bläge, sondern auch der einzelnen Grundstücke räumungsarbeiten beschäftigt, dieser Fläche den Berliner Kanalisationsleitungen zugeführt werden. Für die Anschlüsse sind die Berliner Vorschriften maßgebend. Dem Feuerbericht. In der Nacht zum Donnerstag wurde die Wehr Magistrat steht die Ausführung der Straßenleitungen und der nach der Pallisadenstr. 9 gerufen, weil hier in einem Keller Feuer alleinige Betrieb zu; das Wasser zum Spülen der Leitungen liefert ausgekommen war. Der erste Löschzug hatte furze Zeit Wasser zu die hiesige Gemeinde, die auch die Reinigung der Straßengullies geben, um die Flammen zu ersticken. Zwei weitere Sellerbrände vornimmt. Die Gemeinde soll an Berlin zahlen für jedes laufende Eine schwere Eisenbahnkatastrophe wird aus London gemeldet: mußten dann in der Weberstr. 19 und in der Triftstr. 3 abgelöscht Meter der Grundstücks- Straßenfronten, welche durch die verlegten Auf der Midlandbahn stießen bei Darfield( Yorkshire) ein werden. In beiden Fällen wurde in wesentlichen allerlei Gerümpel, Leitungen angeschlossen werden können: a) eine einmalige Summe von Expreßzug, der von Schottland tam, und ein von London kommender alter Hausrat und Verpackungsmaterial eingeäschert. Abends gegen 70 M., b) einen jährlichen Betrag von 8 M. Die Stadtgemeinde Berlin Postzug zusammen. Sechs Personen wurden getötet, 5 Uhr entstand in der Jeruſalemerstr. 1 im dritten Stock in einer behält sich das Recht vor, jederzeit von dem Beginn eines Rechnungs- 3wanzig wurden verletzt. Das Unglück wurde dadurch noch Wohnung durch die Explosion einer Petroleumlampe Feuer, das jahres ab höhere Säge zu fordern. Ferner hat die Gemeinde zur bergrößert, daß der Expreßzug von der Londoner Station Decken und Möbel ergriff, aber vom 18. Löschzuge mit Leichtigkeit Deckung der Kosten und Auslagen, welche der örtlichen Straßenbau- St. Pancras nach Schottland in die Trümmer der erstgenannten Außerdem liefen in den letzten polizei zu Berlin durch die Prüfung der Entwässerungsprojekte usw. beiden Züge hineinfuhr, daß die Trümmerstücke Feuer fingen und 24 Stunden noch aus der Oldenburgerstr. 8, Köpenickerstr. 21 und entstehen, für jedes angeschlossene Grundstück eine jährliche Entschädi- dichter Nebel herrschte. noch aus einigen anderen Orten Alarmierungen ein, doch handelte gung von 4,50 M. an Berlin zu entrichten. Da nun der in Betracht es sich in allen diesen Fällen nur um ganz geringfügige Anlässe. kommende Ortsteil schon fast vollständig kanalisiert ist, wird beDer Kronprinz aus dem Wagen gefallen. Aus Potsdam antragt, daß die Gemeinde von der einmaligen Abgabe von 70 M. wird berichtet:„ Als der Kronprinz Donnerstag vormittag um 11 Uhr pro laufenden Meter befreit bleibt, ebenso soll die laufende Jahresmit seinem Dogcart, das er selbst lenkte, die Charlottenstraße am abgabe auf den Betrag herabgesetzt werden, der in Berlin üblich ist. Baffinplay passierte, stürzte das Pferd und fiel. Der Kronprinz und Nach längerer Debatte wurde das ganze Material einer neunder Kutscher fielen infolge des Ruces aus dem Wagen nach vorn gliederigen Kommission überwiesen, welche prüfen wird, ob der Verheraus, ohne irgend welchen Schaden zu nehmen. Der Kronprinz trag mit Berlin eingegangen werden kann. erhob sich sofort, das Geschirr wurde wieder instand gebracht und Jugend- Fürsorge, der sich zur Aufgabe gemacht hat, unheiter bestieg Se. Kaiserliche Hoheit wieder den Wagen und setzte bemittelte Kinder mit warmem Frühstück usw. zu versehen, wurden die Fahrt fort." 200 M. aus Gemeindemitteln überwiesen; 300 M. wurden abgelehnt, da es der Gemeindesädel nicht verträgt. Pankow. unterdrückt werden konnte. 1. Rixdorf. Dem Verein Verfammlungen. Vermischtes. Aus Flensburg wird gemeldet: Der der Reederei Johannes Sell gehörige Dampfer" Christine Sell", der sich auf der Fahrt von Neustadt in Holstein nach Grangemouth befand, ist seit acht Lagen überfällig. Das Schiff hat Stagen nicht passiert, und es wird an genommen, daß es im letzten Sturm mit Mann und Maus untergegangen ist. Drei Arbeiter getötet. Aus Aachen wird berichtet: In der Sodafabrik in Grevenberg wurden gestern abend durch die Explosion eines Dampfkessels drei Arbeiter getötet. Selbstmord eines Amtsgerichtsrats. Wie aus Hirschberg i. Schl. berichtet wird, hat sich der Amtsgerichtsrat Hundrich in Hermsdorf ( Kynast) erschossen. Die Motive der Tat sind unbekannt. Die Damen der New- Yorker Gesellschaft. Vor dem New- Yorker Gericht begann am Dienstag die Verhandlung in der Klage des der besten New- Yorker Gesellschaft angehörigen achzigjährigen Mr. John Platt gegen die Farbige Hanna Elias auf Rüderstattung von drei Millionen Mark, die sie von ihm erpreßt habe. Hanna Elias bes hauptet, Blatt, zu dem sie Jahre lang in Beziehungen stand, habe ihr das Geld geschenkt. Sie machte die Bekanntschaft Platts vor neun Jahren in einem Ballsaal und er unterhielt mit ihr Beziehungen, bis er entdeckte, daß fie ein sehr zweifelhafter gefährlicher Charakter war. Sie ließ ihn Urania. Die gemeinverständlichen naturwissenschaftlichen Abendvorträge über die Gebiete der Phyfit, Chemie, Biologie, Astronomie und anderes haben begonnen. Da die Einlaßtartem zur Sonnabend- Ein unverhofftes Geschenk erhielt die Gemeinde Pankow in Vortragsreihe über sichtbare und unsichtbare Strahlen" vergriffen Gestalt eines lebensgroßen Bildes Wilhelm II., welches ein junger find, hat sich Herr Dr. Donath bereit erklärt, an jedem Montag polnischer Maler mit Namen Ignaz Lepak für das Rathaus stiftete. der Woche den Vortrag des vorangegangenen Sonnabends noch ein- Da bereits im vorigen Jahre ein Terrainspekulant sich großmütig mal zu wiederholen. Karten zu diesem Zyklus und für die Einzel- erboten hat, ein gleiches Bild zu stiften, so ist die Gemeinde in vorträge desselben find an der Kasse des Instituts Taubenstr. 48/49 großer Sorge, wo die Fülle des Segens untergebracht werden soll. erhältlich. Die elektrotechnischen lebungen beginnen am 31. d. Mis. Die Vorschläge gehen dahin, daß das Bild des Terrainspekulanten Freie Hochschule Berlin. Herr Dozent H. Driesmans den Rathausfaal zieren soll, das andere soll der Realschule überwiesen werden. beginnt heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Zimmer 109 des Rathauses seinen Vortragszyklus über Urgeschichte der Kultur". Am Sonnabendabend beginnen folgende Dozenten ihre Zyklen: Wenn der Vater mit dem Sohne. Wegen Beleidigungen seines jedoch nicht so ohne weiteres los und drohte ihm mit der Dr. Steiner über„ Schiller und unser Zeitalter", früheren Dienstmädchens hatten sich der Schlächtermeister Karl Volk- Rache ihres Mannes, von dem sie getrennt lebte, den sie Außerdem drohte sic, ihn vor 2. Dr. Maurenbrecher über Soziale und politische Wand- mann in Rigdorf und dessen 18jähriger Sohn Rudolf vor dem als einen Desperado schilderte. Durch diese Drohungen gefügig lungen in Deutschland von der Reformation bis zur französischen Rigdorfer Schöffengericht zu verantworten. Beide Angeklagte müssen seiner Familie bloßzustellen. matit". Diese drei Sonnabendkurse finden im Köllnischen Gymnasium handlung fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt und führte leben fonnte. Hanna Elias ist eine auffallende Schönheit, an der Revolution", 3. Dr. Apel über„ Einführung in die höhere Mathe- die Sache wohl etwas arg getrieben haben, denn die ganze Ver- gemacht, erfüllte Platt alle ihre Geldforderungen, so daß fie in einem prächtigen Palast mit zahlreicher japanischer Dienerschaft ( Inselstr. 2/3) statt. zur Verurteilung der Angeklagten. Bollmann sen. erhielt 6 Wochen nur wenig, vor allen Dingen das Haar, an die Abstammung von Theater. Das Schiller Theater O.( Wallner- Theater) Gefängnis, fein Sohn kam mit 50 M. Geldstrafe davon. Negern erinnert. Sie erschien im Gerichtssaal in hocheleganter Toilette. bringt am Sonntag abend das Lustspiel Das grobe Hemd" von Viel Arbeit machte der Kriminalpolizei ein angeblicher Einbruch Als Platt fie erblickte, wurde er fast ohnmächtig. Der Zuschauerraum C. Karlweis in neuer Einstudierung. Die Hauptrollen werden, wie bei einem hiesigen Geschäftsmann, wobei letzterem aus einem war gedrängt voll von der besten Gesellschaft New- Yorks, folgt, besetzt sein: Schöllhofer: Mar Pategg, May: Bernhard Wäschespind 740 Mark gestohlen sein sollten. Die angestellten unter der namentlich die Damenwelt start vertreten war. Die Herrmann, Franzl: Elisabeth Gußmann, Wendelin: Leopold Recherchen ergaben, daß der Einbruch fingiert war, denn der Damen kämpften erbittert um einen Platz und rissen einander Thurner, Frau Wendelin: Agnes Werner, Rudolf: Artur Hellmer, Geschäftsmann war gegen Einbruch versichert und sein Geschäft schonungsles Kleider und Hüte in Fegen. Platt bot ein Bild des Christine Winkler: Annie Blaha, Baierl: Franz Rolau. Im ging schlecht. Der angeblich Bestohlene blieb jedoch bei seiner Be- Jammers, als er die Geschichte seiner Erlebnisse mit Hanna Elias Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtischen Theater) hauptung, daß er bestohlen worden sei und erhielt schließlich von der zum besten geben mußte. Ich bin jetzt ohne einen Pfennig, erflärte er, wird am Sonntag abend zum erstenmal Fuhrmann Henschel" von Versicherungsgesellschaft 60 M. Entschädigung. Als ihm mun von und befize nichts weiter als die Sachen, die ich auf dem Leibe trage. Gerhart Hauptmann gegeben. Jm Carl Weiß- Theater der Kriminalpolizei der zarte Wink gegeben wurde, er werde das Aber ich wollte diese Klage nicht einleiten, ich wurde dazu von den findet heute die erste Aufführung des in Offizierstreifen spielenden Geld wohl nur verlegt haben, tam der„ Bestohlene" am nächsten Nachlaßpflegern meines verstorbenen Bruders gezwungen. Er steht fünfattigen Schauspiels Geld und Name" von Nina Meyle statt. Tage freudestrahlend zur Polizei und teilte mit, daß sich das Geld offenbar immer noch unter dem Einfluß der Farbigen, die nicht nur Im National Theater fann die nächste Wiederholung der zwischen der Wäsche wieder angefunden und er daher die 60 Mark ihn, sondern, wie sich bei der Verhandlung herausstellte, auch viele Oper Die Zauberalode" at Gentag abend stattfinden, da Herr an die Versicherungsgesellschaft zurückgezahlt habe. Da die An- andere Männer völlig in ihrem Bann hatte. 糖 " Eingegangene Druckfchriften. Das Arbeiterrecht von Arthur Stadthagen. Komplett in 23 Lieferungen a 32 Seiten. Preis pro Lieferung 20 Pfennig. Alle Woche erscheint ein Heft. Heft 14, 15, 16, 17 find foeben erschienen. Quißolustr. 79. ,, Gesangberein der Enterbten" bei Ertelt, Graun- und Gleimstraßen- Ede. Bitherverein Waldesrauschen", Schleif, Huffitenstr. 31. Tanzlehrerverein" Solidarität“. Jeden Freitag nach dem 1. Versammlung im Gewerkschaftshause; die andren Freitage Uebungsstunde bei Collwig, Gr. Frankfurterstr. 102. Berliner Tanzlehrer Verband. Jeden ersten Freitag im Monat Sigung; die anderen Freitage Uebungsstunde bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Die Rechtsverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeiter erfahren durch die Gesetzgebung fortwährend eine erhebliche Umgestaltung. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend erforderlich, da selbst der Jurist bei der Fülle des neuen Rechtsstoffs kaum weiß, was rechtens ist. Das Arbeiterrecht von Arthur Stadthagen Marktpreise von Berlin am 18. Januar. Nach Ermittelungen des bietet eine solche von allen Fachleuten anerkannte überaus flare, für jeder fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte mann verständliche Darstellung und bildet somit einen unentbehr 17,60-17,58 m., mittel 17,56-17,54 M., geringe 17,52-17,50 M. lichen Führer durch alle Gebiete des Arbeiterrechts. Roggen**), gute Sorte 13,90-00,00., mittel 00,00-00,00 M., geringe Drei vollständig vergriffene Auflagen des jezt in vierter Auflage vor- 00,00-00,00 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,90-14,80 m., mittel 14,70 liegenden Arbeiterrechts zeugen von der Notwendigkeit dieses Buches für die bis 13,60 M., geringe 13,50-12,40 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70 M., erwerbstätige Bevölkerung. mittel 15,60-14,80 m., geringe 14,70-13,90. Erbsen, gelbe, zum Stochen Stadthagens Arbeiterrecht ist ein billiger und zuverlässiger Arbeiter- 45,00-30,00. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 m. Linsen 60,00-30,00 M. in billiger anwalt im Hause. Kartoffeln 10,00-7,00 m. Richtstroh 5,00-4,66 m. Seu 9,50-7,30 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schock 5,00-3,20 m. Kommunale Praris", Zeitschrift für Kommunalpolitit *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. und Gemeinde- Sozialismus. Herausgeber Dr. Albert Südekum. I be bei v Aus den Inhalt der soeben erschienenen zweiten Nummer des fünften Jahr- Wasserstand am 18. Januar. Elbe bei Aussig+1,43 Meter, bei ganges heben wir einen Artikel von Leo Berger über Desinfektion hervor. Dresden- 1,65 Weter, bei Magdeburg+0,70 Meter. Unstrut bei F. Kühnert bespricht die neuen Belastungen in den Gemeinden. Neben Straußfurt+1,40 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,66 Meter, bei Breslau einem reichen Nachrichtenteil, in welchem Armen- und Waisenpflege Ober- Begel+4,14 Meter, bei Breslau Unter: Begel 0,68 Meter, bei Wohnungswesen usw. besprochen werden, enthält die Kommunale Praxis" Frankfurt+1,21 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,33 Meter. einen juristischen Sprechsaal, in dem alle Fragen, die das Gemeindeleben nr the bei Bosen Meter. Neze bei Usch 1,36 Meter. betreffen, beantwortet werden. Die Kommunale Braris" erscheint am 1. und 15. jeden Monats und toftet vierteljährlich 2 Mart. Probenummern versendet franko und gratis der Verlag Berlin W. 15. Preussisch- deutsche Eisenbahnfragen insbesondere die Reform des Personenverkehrs. Von A. Schipfer. Berlin. Berlag von Leonhard Simion Nfl. 1905. Sigung haben Freitag: Lese- und Diskutier- Klubs. Johann Jacoby", jeden Freitag nach bem 1. und 15., bei Bugge, Kaftanien- Allee 95/96." Borwärts", jeden Freitag nach dem 1. und 15., bei Knötsch, Hirtenstr. 10. Lese- und Distutierflub ,, Emil Rosenow" tagt jeden Mittwoch, den Zahlabendtag aus: genommen, bei Schwarz, Dalldorferstr. 5. " Arbeiter " Arbeiter Turnerbund. Turnverein„ Fichte". Geschäftsstelle Verdienst. an. 1 Briefkaften der Redaktion. G. Aussicht auf Erfolg, umgekehrt stände es mit einer Klage auf Zahlung des ausgerechneten Lohnes. W. T. 41. Leider ist der Vertrag gültig und find Sie nicht berechtigt, die Ladeneinrichtung oder dergleichen mitzunehmen. Th. M. Ihre Anfrage läßt nicht ersehen, welche Einwendungen er hoben sind, wie Ihr Arbeitsverhältnis lautete, ob Sie Kassenmitglied ge worden sind usw. Sie können beim Magistrat auf Anerkennung Ihrer Mitgliedschaft und Bahlung klagen, müssen aber den Sachverhalt darlegen. E. B. 93. Leider ist die Gemeinde im Recht. Friedland. Die O. M. Nein. von der Ehefrau ausgesprochene Kündigung ist gültig. E. A. 5. Die Tatsache, daß der Erzeuger Soldat ist, befreit ihn von 21. P. 21. seiner Verpflichtung zur Alimentenzahlung keineswegs. Allein die Erben sind empfangsberechtigt. Fordern Sie zunächst schriftlich zur Zahlung auf und flagen Sie eventuell dann. Als Beweismittel dient Shnen die Antwort, Zeugnis der Frau und Eid. N. 3. 21. 1 bis 4: A. S. 54. Da Ihr Sohn Desterreicher ist, ist er hier nicht Nein. militärpflichtig. Ein Antrag auf Naturalisation ist auf dem Polizeirevier Streitende. Die Regel ist der Voreid und Einzelanzubringen. beeidigung. Die gesetzlichen Vorschriften finden Sie in der Strafprozeß ordnung und in der Zivilprozeßordnung. Beide Bücher liegen in en öffentlichen Bibliotheken aus. E. M., Riydorf. 1. u. 2.: Strafbarkeit ist möglich, aber ausgeschlossen, wenn Ihre Frau sofort der Behörde, der das Attest eingereicht ist, Kenntnis vom Sachverhalt gibt. Als Strafe ist Ge fängnis angedroht. 3. Mein.- R. Riedel. Für die Klage gegen den Spediteur wäre das Gericht in Dortmund zuständig. Der Spediteur haftet nicht, wenn er ordnungsmäßig vorgegangen ist. Zur Klageanstellung ist nur ein in Dortmund zugelassener Anwalt zuständig. M. W. Nein. 2. H. 18. Ihre Schwester hat sich keineswegs strafbar gemacht. Die Rechtslage ist aber eine völlig andere als Sie annehmen. Das von der Ehefrau während der Ehe geborene Kind gilt als eheliches. Auf Unehe. lichkeitserklärung könnte nur der frühere Ehemann klagen. Den Namen des Alter Abonnent. In der Regel nicht. Rixdorf 59. Für das zweiten Ehemannes fönnen die in erster Ghe geborenen Kinder nur auf Es könnte aber auch der B. K., Lichtenberg. Adresse finden Sie in den nächsten Antrag durch den Regierungspräsidenten( beziehentlich in Berlin den PolizeiTagen im Bereinskalender. Fragen Sie dann unter Benukung derselben zweite Ehemann die Kinder aus erster Ehe adoptieren. Dann erlangen fie präsidenten) erhalten. Kostenpunkt 50 Mart. C. 75. Darüber erlauben wir uns fein Urteil. K. 4. Zwischen die Rechte ehelicher Kinder gegen ihn. Die Adoption fann aber nur Ostern und Pfingsten in der Mitte. Tag unbestimmt. S. W. Eine Es kann erfolgen, bevor der zweite Mann eheliche Abkömmlinge hat. gerade Zahl. Emma. 18. Nur ärztlicher Rat zu empfehlen. Klorn 777. Ja. groß ist, so wird ein halb so großes Bild vielleicht im Format ehelichen Nachkommen hat, mindestens 18 Jahre älter als das Adoptivkind 23. B. 38. Zur Adoption erforderlich ist, daß der Adoptierende keine Wenn das Originalbild 30 X 60 Bentimeter, also 1800 Quadrat- Bentimeter Dispens von dem Alter von 50 Jahren erteilt werden. von 21 X 43= 903 Quadrat- 8entimeter hergestellt werden. H. R. und mindestens 50 Jahre alt ist. Von der Altersgrenze kann Dispens Betriebsbureau der städtischen Wasserwerke, Berlin, Klosterstr. 68, I. erteilt werden.- A. H. B. Eine Klage hätte wenig Aussicht auf Erfolg. E. R. 1904. Leider nichts damit zu machen. Juristischer Teil. 1 = Arbeiter- Naucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Alfred Liebetrau, Putbuserstr. 15, IV. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Germanta", Mattte, Fidicinstr. 34." Feste Männer", Viehstädt, Schul- von 7%, bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Straße 24. Bruderherz", Andrezke, Biesenthalerstr. 4. Frohe M. oder K. 11. Sie müssen sich an den Standesbeamten für Stunde", Schmidt, Alexandrinenſtr. 122." Apfelblüte", Kaktuschke, Wiesen Dühringshof wenden. Rostockerstraße. Nein. Elbing 76. Bis zum straße 29 a. Du ahnst es Ablauf des Tages. " Rote Rose", Friese, Manteuffelstraße 56. 333, zwei Streitende. 1. Das hängt vom Juhalt nicht", Grün, Borndorferstr. 47. Kernspize", Breil, Rirdorf, Rosenstr. 94. Des Statuts ab. 2. Ja. A. 2. 81. Die Höhe der Erbschaftssteuer Deutscher Michel", Griffel, Bankow, Kaiser Friedrichstr. 15. Bfeifchen hängt von der Höhe der Erbschaft und dem Berwandtschaftsgrade ab. glüh", Buttler, Stolbergerstr. 19." Frohe Stunde I", Kersten, Elbinger- Ueber diesen sagt Ihre Anfrage nichts.. B. 15. Der Wirt hat ein straße 15. Recht auf Entschädigung. G. K., Charlottenburg. Innerhalb eines Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden- Monats nach Zustellung des schiedsgerichtlichen Urteils ist Returs beim burg.) Alle Zuſchriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu Reichs- Versicherungsamt einzulegen. Beispiele finden Sie im„ Arbeiter richten an A. D. Ritter, Christinenstr. 33." Berliner Arbeiter- Radfahrer- recht". Sie sollten sich an das Reichs- Arbeitersekretariat, Engel- llfer 15, berein", Abteilung 1, jeden 1. und 3. Freitag bei Kumke, Bülowstr. 59. wenden. M. 23. 100. 1. Ob Ihr Anzug ais passend oder änderungsAbteilung 5, jeden 1. und 3. Freitag im Böhmischen Brauhaus, Lands- fähig erachtet werden wird, ist unmöglich voraus zu sagen. Entscheidend berger Allee. e.- Arbeiter- Radfahrer- Berein„ Charlottenburg", jeden Freitag is oie zweite Inſtanz, gleichviel, was die Sachverständigen aussagen. Bon nach dem 1. und 15. Osnabrüderstr. 1, Bestel. Concordia", jeden Weiterführung solcher Stlage ist abzuraten. 2. Eine Beschwerde wäre zwecklos. Freitag nach dem 1. und 15., Lichterfelde, Chausseestraße 104. 2. E. 10. Ob Geldstrafe zulässig ist, hängt von der Straftat ab. Radfahrer- Berein", jeden Freitag vor dem 1. und 15., Steglit, Schloß- Leidet der Betreffende in der von Ihnen geschilderten Art, so mag er sich ftraße 117, Warendorf." Frisch auf", Rathenow, Turnplatz 2. Glück das attestieren lassen; vielleicht hat er in zurechnungsunfähigem Zustande auf", Bornim bei Potsdam nach dem 15. bei Krüger. die Tat begangen. F. M. 26. Das Amtsgericht Berlin( Grunerstraße) Arbeiter- Radfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei Franz Liebr, ist für die durchaus berechtigte Klage zuständig. F. R. Friedenau. Weinstr. 3 I.. ,, Delphin", jeden Freitag nach dem 1. und 15. bei Schulz, 1. Nein. 2. Ja. 3. Nein. 4. Täglich kann gekündigt werden. E.. 5. Stettinerstr. 57. Das Geschenk( nicht Ersaz dafür) kann zurückverlangt werden, falls es bei der Rückforderung noch vorhanden ist. Carl Lemke. Falls nicht etwa Entgegenstehendes vereinbart ist, ist die Krankheit der Mutter fein Grund zur fündigungslosen Aufgabe der Stellung der Tochter. H. B. 1. und 2. Nein. Bahlt ein Arbeitgeber dem Schuldner des Arbeiters( 3. B. für gelieferte Waren) den Lohn aus, so kann der Arbeiter mit Erfolg gegen den Arbeitgeber auf Zahlung flagen. Peter 1905. Wegen törperlicher Fehler dienstuntauglich. W. K. 8. Sie können auf Bahlung oder Herausgabe flagen. Die Kosten trägt der unterliegende Teil. R. 2. 52. Sie sind an den Vertrag gebunden, können zum 1. April ziehen, müssen aber vor Ihrem Auszug die Miete bis zum 1. Juli zahlen oder hinterlegen. B. K. 20. 1. Zweds Ausstellung eines Basses müssen Sie sich zunächst an das Bezirkskommando, dann an das Polizeipräsidium wenden. 2. Nein. 2. R. 38. 1. Nein, Sie müssen aber für die Möglichkeit einer Wohnungsbesichtigung sorgen. 2. Bis zu Ende des März. Vorschdorf 100. Der Antrag auf Bestrafung wegen 3. Nein. 4. Nein. Beleidigung ist innerhalb drei Monaten nach Kenntnis der Beleidigung zu stellen. Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre, bei Preßbeleidigungen 6 Monate. 1, 2. Fordern Sie den Wirt zur Reparatur auf, drohen Sie ihm, daß Sie, falls er die von Ihnen zu jezende angemessene Frist fruchtlos verstreichen läßt, würden Sie auf seine Stosten die Reparatur vornehmen lassen, führen Sie die Drohung aus und llagen dann die Kosten ein. Zum Abzug von der Miete ist nicht zu raten, falls solcher Abzug im Vertrage aus geschlossen ist. M. P. 21. Eine Klage auf Ersatz hätte keine sichere Kleines Theater Berlin O. 17, Stoppenstraße 24 II. Abends von 8-10 Uhr: 2. Männer abteilung Staligerstraße 55/56. 4. Männerabteilung Siemensstraße 20. 5. Männerabt. Wattstr. 16. 6. Männerabt. Stallschreiberstr. 54. 7. Männer abteilung Reichenbergerstr. 131. 9. Männerabt. Müllerstr. 158. 10. Männer abteilung Petersburgerstr. 4. 11. Männerabt. Fürbringerstr. 33. 12. Männer abteilung Kastanien- Allee 82-83. 13. Männerabt. Görligerstr. 52. 1. Damenabteilung Mariannenufer 1a. 2. Damenabt. Aderstr. 67. 1. Lehrlings abt. Friedenstr. 37. 3. Lehrlingsabt. Boedhstr. 17-20. 8. Lehrlingsabt. Höchste Straße 36/37. Freie Turnerschaft Stegliz, im Birkenwäldchen, Schüßenstraße. Freie Turnerschaft Stralau- Rummelsburg". Turnhalle in Borhagen: 8-10 Uhr, Männerabt. Arbeiter- Turnverein" Froh und Frei", GroßLichterfelde, Reisen, Chausseestr. 104. Freie Turnerschaft Johannisthal", 8-10 Uhr bei Senftleben, Friedrichstr. 48. Freie Turnerschaft Tempelhof- Mariendorf". Abends 8-10 Uhr: Männerabt. im Tempelhofer Tivoli. Bereinsfizung jeden ersten Freitag im Monat bei Müller, Tempel hof, Berlinerstr. 41-42. Rudervereine. 6 Char Collegia", Charlottenburg, Restaurant zum Nußbaum, an der Röntgen- Brüde. Berliner Arbeiter Ruderverein Freiheit", Restaurant Felsenterrasse, Engel- Ufer 1. Bootshaus: Stralau, Tunnelstr. 29. Gesellige zc. Vereine. Zither und Mandolinenklub ,, Fidele Brüder", Brandenburgstr. 80. Musikdilettanten- Verein Berlin- Moabit" bei Daase, Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 20. Januar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. = Neues fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Helden. Berliner. , so ich Dir. Leffing. Traumulus. Westen. Zar und Zimmermann. National. Gute Nacht, Herr Bantalon. Die Hand. Galathée. Zeutral. Die Geisha. Die schöne Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 8 Uhr: Kasino. In Bertretung. Metropol. Die Herren von Marim. Schiller 0.( Wallner Theater.) Fuhrmann Henschel. Schiller N.( Friedrich WilhelmUrania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Im Hörsaal 8 Uhr: Acetylen und andere, moderne Lichtarten. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Sonnabend und Sonntag: Neuvermählten. Hierauf: fchiedssouper. Die Ab: Sonntag nachm. 3 Uhr, ermäßigte Breise: Familienidyll. Liebesträume. Tierleben in der Wildnis. Serenissimus- Zwischenspiele. 8 Uhr: Neues Theater. Uhr: PANOPTICUM. Die lustigen Weiber v. Windsor. Friedrichstr. 165. Der geheimnisvolle Sonnabend und Sonntag: Graf von Charolais. Der Luisen- Theater. Abends 8 1hr: Hexentisch!! Die zärtlichen Verwandten. das Mirakel des 20. Jahrhunderts. National- Theater Weinbergsweg 19. Feitag, 20. Januar 1905: städtisches Theater). Ballenſteins Die Zauberglocke. Zod. Kleines. Nachtasyl. Belle Alliance. bundus. Lumpacivaga Carl Weiß. Geld und Name. Residenz. Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches. New York. Luisen. Die zärtlichen Verwandten. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Hörsaal: Acetylen und andere moderne Lichtarten. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Milli Anfang 7 Uhr. Die Sonnabend, z. 1. Male: Stüken der Gesellschaft. Sonntag nachm.: Das Stiftungsfest. Abends: Hopfenraths Erben. Apollo- Theater. 218 Friedrichstr. 218. Täglich: Aug. Vook Baum holder. Dagegen, daß die beiden Aerzte ohne jeden Grund ihre Hülfe ablehnten, tönnen Sie nichts machen. Den Aerzten liegt eine Behandlungspflicht nicht ob. Wollen Sie beim Stultusminister gegen die Leichtfertigkeit der Ausübung oder Nichtausübung der Praxis 00. Im Jahre 1901. Beschwerde einlegen, so steht dem nichts entgegen. B. D. 100. Ein Anspruch auf Rückerstattung steht Ihnen leider keines. B. K. 13. 1. Nein: Sie müssen klagen, fönnten aber eine wegs zu. Ihrer Forderung entsprechende Summe einbehalten. 2. Von solcher Wette ist uns nur bekannt, daß ihre Existenz als Ente in Standalblättchen nieder Stoll 44. 1. Ja: Für die Klage ist das Amtsgericht, gelegt sein mag. bom 1. April ab das Kaufmannsgericht zuständig. 2. Wenn sie dauernd beschäftigt ist: ja. 3. Für 2 Jahre tann nachgeklebt werden. 4. Das ist J. H. falsch. Die Verjährungsfrist für Lohnforderungen beträgt 2 Jahre. Es sind in ähnlichen Fällen Freisprechungen, aber auch Berurteilungen ausSchmidt. Das geht leider nicht an. Es empfiehlt sich die gesprochen. Unterbringung in einer Trinkerheilanstalt zweds Heilung, falls der Arzt kein anderes Väittel Ihnen vorschlagen sollte. Ludwig Hartmann. Sie können Ihr Fuhrgeld einklagen; Beleidigung würde schwerlich als vorliegend erachtet werden. R. H. 3. Die Strafverfolgung würde in Ihrem Falle in zehn Jahren verjähren. Jedoch beginnt die Frist von jeder Handlung des Richters, die 2. R. 6. 1. Ja. 2. Nein. gegen den Täter gerichtet ist, von neuem. A. Spychalski. Der Linienbau tann vor Ablauf mehrerer Jahre nicht H. H. 75. Wenn beginnen, Sie können sich beim Magistrat melden. nicht gekündigt ist, muß der Lohn abzüglich des Krankengeldes gezahlt C. K. Ihre Fragen sind ohne Kenntnis des Ausfalls des werden. Termins, der vor drei Jahren stattgefunden haben soll, nicht zu beantworten. 5. 27. 6 bis 20 M. für eine Entbindung, 1 bis 3 M. für einen Besuch A. N. Wenden Sie sich der Hebamme werden für angemessen erachtet. an das Gewerbegericht in Friedrichsfelde. Witterungsübersicht vom 19. Januar 1905, morgens 8 1hr. Stationen Berlin Wetter Stationen Wetter 5°. 4° 9. U -3 Haparanda 777 SSO 21volten!-15 -6 Betersburg 782 S 1Schnee- 12 -3 Scilly 768 SSW 1 heiter 766 SS 769 N 1 Aberdeen -6 Paris 7 3 heiter 2 2 bedeckt 1 wolfig Swinemde. 770 GD -Nebel Hamburg 768 Still 769 SD 2wolfenl 1 bedeckt Frankf.a.M. 767 bedeckt 767 Still München 770 GD 1halb bd. Wetter- Prognofe für Freitag, den 20. Januar 1905. Ein wenig fälter, zeitweise nebelig, vielfach heiter und trocken bei schwachen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wien Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Schauspiel in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Das grobe Hemd. Schiller- Theater N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Zum legten Male: Freitag, abends 8 uhr: Die Räuber auf Maria Kulm Wallensteins Ted. Trauerspiel in 5 Att. von Fr. Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Haubenlerche. Sonntag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Metropol- Theater Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. oder: Die Macht des Glaubens. Schauspiel in 5 Aften von Cuno. Entree 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus Täglich 8 1hr: Der Familientag. Sonnabend nachmittag: Das böse Prinzeßchen. Sonntag nachm.: Der Familientag. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Die Gastspiel- Vorstellungen finden i folgenden Etablissements statt: Bernhard Role- Cheater. Stadt- Cheater Moabit. Fröbels Allerlei- Cheater. Prachtsäle des Westens. Neue Welt. Die Herren von Maxim. Nur noch kurze Zeit! 30 91, mome, Große Ausstattungsposse mit Ge5 Sonnabendeledermaus. Berliner Luft sang und Tanz in Bildern von Sonntag nachm. 3 Uhr: Figaros von Paul Lincke Hochzeit. Abends 7 Uhr: Die und das hochinteressante JanuarZauberglocke. Spezialitäten- Programm. Sonntag, den 22. Januar, Zentral- Theater nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Freitag, den 20. Januar, Abends 7, Uhr. Bum 1039. Male: Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Mimosa: Mia Werber. Sonnabend: Madame Sherry. Sonntag nachmittag: Die Geisha. Abends: Der Zigeunerbaron. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Zum 1. Male: Venus auf Erden. Dazu die Attraktionen des Januar- Spezialitäten- Programms. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Deutsch- Amerikanisches Baffage. Theater. Bernardi. 23 Geld und Name. Theater. Köpenickerstr. 67/68. Prager. Anf. 5 Uhr. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbed. Palast. Ein Allerweltsmädel. Spezialitäten. W. Noacks Theater. Die Räuber auf Maria Sulm. Wintergarien. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Schauspiel in 5 Aften aus dem russischen Offiziersleben v. Nina Meyle. Morgen nachmittag 4 Uhr, Kinderborstellung( fl. Preise): Mag und Mori. Abends: Geld und Name. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Sonntag abend: Geld und Name. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: NEW- YORK Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Ueber'n grossen Teich. Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonnabend, den 21. Januar: In Vertretung. Anf. 8 Uhr. Entree Pf., numer. Plaz 50 Pf. Sonntag 4 Uhr: Graphologie. Volksgarten- Theater Residenz- Theater. Di Beute und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Richard Alexander. Schwank in 3 Aften von Paul Bilhaud und M. Hennequin. Deutsch von M. Schönau. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Nora. 2. großer Metropol- Theater- Ball. Etablissement Buggenhagen Sanssouci. Nottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger 1. Tanzkränzchen. Jed. Dienstag u. Mittwoch Cheater- Abend. In Vorbereitung: Moritzplatz. Täglich von 12-4 11hr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: ( früher Weimann). Freitag, den 20.: Keine Vorstellung. Sonnabend: Maskenball des Ortsvereins der Maschinenbauer und Metallarbeiter. Sonntag nachm.: Christengels goldene Puppe. Sonntag abend: Die Mönche. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung Bockbierfest. Die Riesin Jlona D KONZERT. Der dumme Mar u. der Kluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: 485 Pfd. schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Medizinische Rätsel, Fritz Steidl- Sänger. anatomische Wunder. Kean oder Genie und Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: Leidenschaft. Tanz. Riesen! Zwerge! Zirkus Busch. Zirkus Schumann Die Löwenbrant Miss Claire Heliot Katharina II. Die beiden Phänomene Sisters Amalia- Léonora und die vorzügl. Programmnummern. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Der bisher unübertroffene lachluftigste Herrnfeld Schlager mit seinen stürmisch bejubelten Situationen Prinz Levy in Ahlbeck Schwank in 3 Aften mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter: Anton Herrnfeld. Anf. 8 Uhr. Billettververk. 11-2 Uhr. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Wochentg.5, Sonnt.3Uhr. Arturo Bernardi, der berühmte italienische Ber wandlungskünstler. Littke Carlsen. Willy Pragers neues Repertoir, 14 erstklassige Nummern. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Heute große Elite- Vorstellung. Auf allgemeines Verlangen! der groß. Schumannschen AusstattungsWirklich sensationeller Erfolg Pantomime Eine Nordlandreise. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Strahle der Mitternachtssonne. Haupt- Burean: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. E Komisch phantastische Pantomime in 7 giften. Entworfen und mit noch nie gesehener Pracht inszeniert vom Dir. Albert Schumann. Besonders hervorzuheben: ,, Christiania": Grosses Eisfest mit ,, echtem norwegischen Skilauf", von der höchsten Spitze des Zirens ausgeführt von extra dazu engagierten Norwegern. Borher: Borwiegend hums: ristisches Programm: Clown Original- Jan Clermont, tomie, mit seinem Parodie- Birkus, fämilighe Spezialitäten, Clowns und Auguste sowie die vorzüglichen ProgrammNummern, Sonntag: 2 Vorstellungen. Nachm. 3 Uhr( ein Kind frei) und abends 7%, Uhr. Nachm.: Marocco, große Auslandreise. In beid. Borst: Der urftattungspant. Abends: Eine Nordtomische Jan Clermont. WINTER BARTEN 765 Neues Programm Tortajada, span. Tänzerin und Sängerin. 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Johnstone, Kunst- Radfahrer. Das Mädchen mit dem goldenen Haar. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeltsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3358. Sonntag, den 22. Januar, vormittags 10 Uhr: 1. Erſatzwahl für den ausfcheidenden Bureaubeamten Kollegen Scheffler. 2. Wahl von zwei Delegierten zum fünften Gewerkschaftskongreẞ. Die Wahl wird in folgenden Lokalen vorgenommen: Bernhard Rose- Theater, Badstraße 58, Rabe, Kolberger Salon, Stolbergerstraße 23, Wernaus Testsäle, Schwedterstraße 23, Graumanns Testsäle, Naunynstraße 27, Kumpke, Bülowstraße 59, Anton Bökers Testsäle, Weberstraße 17, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49, Thiel, Rixdorf, Bergstraße 152, Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenstraße 3, Böhle, Spandau, Neumeisterstraße 5, Kaufhold, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstraße 18, Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Jeder Kollege kann nur einmal wählen und erhält zur Kontrolle einen Stempel ins Mitgliedsbuch. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Am Eingang zum Saal erhält Johnson u. Dean, Mulatten- Giger jedes Mitglied zwei Stimmzettel, einen für die Wahl des Beamten und einen für die Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß. Die Wahl dauert von 10 bis 1 hr. Später werden keine Stimmzettel mehr abgenommen. Das Wahlresultat wird im Vorwärts" veröffentlicht. Wir ersuchen alle Kollegen, an der Wahl teilzunehmen. Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Der Biograph. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner. Heute Die Bluthochzeit. Gr.Curt Goldmann- Konzert Drama in 5 Alten von Adami. Anfang 8 Uhr. Staffenöffnung 7 Uhr. Seleine Preise! Morgen: Das fenfationelle Jannar Spezialitäten Programm. Dazu: Ein Allerweltsmädel. Jeden Abend: Salon- Komiker Oskar Saldow als Doktor Eisenbart. Kinematograph, bunte lebende Bilder. Anfang 5 Uhr. Burleske m. Gesang u. Tang v. Braune. Krug zum grünen Kranze. Sonntag nachm. 3 Uhr, fleine Preise: Die Grille. Schauspiel in 5 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags die halben Kassenpreise. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Bum- hum oder: Nu aber raus! Boffe mit Gesang in einem Aft, jowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Kranken- und Sterbekasse aller gewerbl. Arbeiter für Schöneberg und Berlin. Eingeschr. Hülfskasse No. 115. Sonntag, den 29. Januar 1905, bormittags 10 Uhr: General- Versammlung im Lotale des Herrn Obst( Tunnel) Schöneberg, Meiningerstr. 8. Zages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Jährlicher Kaffenbericht. Jeden Abend Fidelitas. K. Lüdeckes humor. Konzerte. Meine drei Säle sind Sonntags bis 5 Uhr nachmittags für Versammlungen zu vergeben. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, G Sonntags 7 Uhr. Gustay Behrens SpezialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. " Sonntag, den 22. Januar, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 4: Allgemeine Versammlung der Rohrleger u. Helfer. Buchhandlung Vorwärts. Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Soeben erschienen: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der sozialdemokra tischen Partei Preußens. Abgehalten zu Berlin 28.- 31. Dezember 1904. Inhalt: Der Wohnungs. gefeßentwurf. Der Schulgeset entwurf. Der Gesezentwurf betreffend die Bestrafung wegen Annahme kontraktbrüchiger Are beiter. Das Landtags- Wahlrecht. Preis 30 Pf. Ferner empfehlen wir die Protokolle der deutschen Barteitage: palle. 1890. Neu- Organisation; Brogrammrede Liebknechts; Stel lung zu Streits und Boylotts; Auseinandersegung mit den Un abhängigen". 50 f. Erfurt. 1891. Festlegung des Programms; Programmentwürfe; Ausschluß der Unabhängigen" Taktik der Partei. 50 Pf. Berlin. 1892. Staatssozialismus; Genossenschaftswesen, Bontott, Kon 50 Pf. trollmarke. Köln. 1893. Gewerkschaftsbewe gung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. 40 f. Frankfurt. 1894. Budgetbewilli gungsfrage in den Landtagen; Agrarfrage; Trusts, Ringe und Kartelle. 25 f. Breslan. 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. 30 Bf., gebd. 50 Pf. Gotha. 1896. Frauenagitation; Literaturdebatte. 30 Pf. Hamburg. 1897. Preuk Landtagswahlen; Militarismus. Brosch. 35 Pf., gebd. 60 Bf. Stuttgart. 1898. Koalitionsrecht; Bergarbeiterschuk; Preuß. Landtagswahlen; Boll- und Handelspolitik. Brosch. 35 Pf gebd. 60 Pf. Hannover. 1899. Bernstein- Debatte; Zuchthausvorlage; Militär Mainz. 1900. Beltpoliti!; Berfrage. 503f. tehrs- und Handelspolitik; Taktik bei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. 50 1. Lübed. 1901. Bergriffen. München. 1902. Die bevorstehende Reichstagswahl; Arbeiterbersiche rung; Kommunalpolitik; Der internationale Kongrèß 1903. Anhang: Bericht über die 2. Frauenkonferenz. 60 f. Dresden. 1903. Taftil der Partei; Reichstagswahlen; Vizepräsidial frage; Die revisionistischen Be trebungen. 75 Bf., gebd. 1 M. Kommunalpolitif; Der internatio nale Songreß zu Amsterdam. Anhang: Bericht über die 3. Frauen fonferenz. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Neuwahl derselben. 3. Bericht der Bautenkontrolleure. 4. Verbandsangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Zur besonderen Beachtung! Sur leichteren und einfacheren Gelebigung unserer Bremen. 1904. Organisation; Bureaugefchäfte ersuchen wir unsere Mitglieder, leben Wohnungswechsel unverzüglich unter schriftlich durch Postkarte dem Bureau mitzuteilen. Angabe der Orts- oder Hauptnummer Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Erfakbücher für verlorene nur nach genauester Angabe der Orts- oder Hauptnummer als auch wann und wo der Berlierer seinen lesten Beitrag gezahlt hat, im Bureau gegen Zahlung von 20 Bf. ausgestellt werden können. Schriftliche Gesuche ohne Ginsendung obiger Angaben und des Betrages werben nicht berücksichtigt. Die Ortsverwaltung. 110/17 Brosch. 70 Pf., gebd. 1 W. Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! Montag, den 23. Januar cr., abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen", Koppenstr. 29: Oeffentliche Verfammlung. ages Drdnung: 1. Berichterstattung über die Lohnbewegung. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Es ist Blicht sämtlicher in der Musikinstrumenten- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Mas Bahlreichen Besuch erwarten 78/7 Die Branchen- Kommission des Deutschen Holzarbeiter Verbandes. Die Agitations- Kommission des Fachvereins der Musikinstrumenten- Arbeiter. Der Ortsverein der Pianoforte- Arbeiter. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Heute Freitag, abends 81% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Der neue Januar- Spielplan. Sonntag, den 22. Januar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei, Anny Raaly, borzügl. Deutſch- franz. Ronzertjängerin. Turmstr. 25-26: gentes Lyrika- Duett. Bezirks- Versammlung für Moabit. 3. Neuwahl des Gesamt- Borftandes. Ausgezeichnetes Lyrika- Duett. 4. Berschiedene Stassenangelegenheiten. Fatme, Indische Gaullerin, Mitgliedsbuch legitimiert. Zages- Drdnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten und Ver Um pünktliches Erscheinen ersucht sowie alle übrigen erstklass. Spezialit. schiedenes. 270/ 3* Der Vorstand. Anf. nachm. 7Uhr, Sonntags 4%, Uhr. Vereinigung der Zimmerer Deutschl. Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15, H. I. Aufg. I. Telephon Amt III, Nr. 5028. Sonntag, den 22. Januar 1905, vormittags 10 Uhr, in den Industriesälen, Benthstraße 20: General- Versammlung Sonntag, den 22. Januar 1905, vorm. 10 Uhr: Bezirks- Verfammlung 78/9 für Westen und Südwesten bei Habel, Bergmannstraße 5-7. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Schütte über: Alexander II. und des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. der Nihilismus“. 2. Distuſſion. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Bericht des Vorstandes, der Rechts. schutz- Kommission, des Bibliothekars, der Achtzehner- Kommission und des Startellbelegierten. 3. Wahl des Gesamtvorstandes und der Kommissionen. 4. Bereinsangelegenheiten. 254/3 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. J. A.: Albert Juppenlah. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Auch Nichtmitglieder und Frauen haben Zutritt. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Achtung! Stock- und Belluloid- Arbeiter! Achtung! Sonntag, den 22. Januar 1905, abends 5% Uhr: Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter Branchen- Versammlung mit Frauen ( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin 2. Sonntag, den 22. Januar, vormittags 10%, Uhr, bei Schulz, Admiralstr. 18c: bei Feuerstein, Alte Jafobsir. 75. Zages Ordnung: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Tages- Drdnung: Besprechung über die neu zu errichtende Frauen- Sterbekaffe. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. 110/18 Die Ortsverwaltung. J. A: E. Fahrenwald. 78/6 1. Bortrag der Genoffin Frau M. Tietz. 2. Disfuffion. 3. WerkstattNach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein u. Tanz. Kollegen! Agitiert alle für zahlreichen Besuch, namentlich der Frauen, zu diefer Berjammlung, damit wir einmal einen recht vergnügten Abend mit denselben haben. Die Branchen- Kommission. Kranken- Unterstützungs- und Begräbnis- Verein der Bau- und gewerblichen Hülfsarbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 22. Januar 1905, Laugestraße 65, bormittags 10 Uhr: General- Versammlung Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom IV. Quartal 1904. 2. Borstandswahl. 3. Vereins- Angelegenheiten und Berschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Neue Mitglieder, ohne Unterschied des Berufes, welche das 16. Lebensjahr erreicht und das 45. Lebensjahr noch nicht überschritten unter den günstigsten Bedingungen Zentral- Kranken- u. Sterbe- baben, werden in der Bersammlung kaffe der Dachdecker Dentschl. Einigkeit". aufgenommen. 37/1 Gadegast, Borfigender, Pantstr. 24a, born II. Filiale Berlin. Sonntag, den 22. Januar cr., Achtung! Portefeuiller! bormittags 10 Uhr, bet Feind, Wein- Str. 11: Schärfanstalt Annenstr. 31 IV empfiehlt Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Duartal 1904. 2. Berschiedenes in Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. fich den Kollegen. ranz- u. Blumenbinderei Kranzbon H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98. Tischler- Verein zu Berlin. E. H. 89. Sonnabend, den 21. Januar 1905, abends 8 Uhr, Melchiorftr. 15: Versammlung. Bezahlung der Beiträge. Ausgabe der Billetts zum Großen Wiener Maskenball am Sonnabend, den 28. Januar, im Konzerthaus„ Sanssouci", Kottbuserstraße 4a. [ 198/2] Der Vorstand. Lungenkranke, Skrofulöse, Blutarme und Schwache gebrauchen mit bekanntem Erfolge die Lebertran- Kur. MedizinalMedizinalKinder- Lehertran Bergener Lebertran hellgolden forgfältig gereinigt und geklärt, wird seines milden Geschmacks wegen von den Kindern leicht genommen und gut vertragen. Unerfeklich gegen Strofulose, Drüsen, englische Krankheit, Hautausschläge. bunkelgolden findet seiner kräftigen Birkhamfeit wegen besonders bei Er. wachsenen gegen Hals, Bruft. und Lungenleiden, chronischen Hautkrankheiten, Gicht usw. erfolgreiche Anwendung. Lebertran wirkt blutbildend, säfte erneuernd und hebt die Körperkräfte in kurzer Zeit. Man kaufe nur frischen Lebertran, welcher echt à Fl. 50 Pf. u. 1.-( 3 Fl. 2.75 hier frei Haus) zu haben ist bei Berlin, Eisenbahnstr. 4. Otto Reichel, Fernspr.- Anschlüsse IV. 646 u. 3190. Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 17. 22. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Der Krieg in Ostasien.entichiedenſte widerſetzt hatte. Das Heldentum General Stöffels Freitag, 20. Januar 1905. " fatholischen Geistlichen in die Schuldeputation zu entsenden, aufs verhandelt. Die Vorgänge, die zu dem Prozeß führten, haben sich während des großen Kampfes im Bremer Baugewerbe abgespielt. Die Folge des Konfliktes war, daß die Mehrzahl der der Schul- Am 26., 27. und 29. Juli b. J. waren bereits Reibungen zwischen deputation angehörenden Stadtverordneten ihr Amt niederlegten, fie Streifenden und Unternehmern am Bahnhofe. bei dem Empfang von foll, wie eine Berliner Korrespondenz wissen will, auch von dankten sich, um die Worte eines derselben zu gebrauchen, zu gut, Arbeitswilligen, vorgekommen. Am 29. Juli abends wurde der den deutschen Militärs jetzt ganz anders beurteilt am bloß Häuser faufen zu können und Bleistifte und Papier zu Bauarbeiter Pilar im Hotel St. Petersburg von den Unternehmern werden, als in den ersten Tagen nach dem Fall der Festung. bewilligen, sie wollten sich nicht zu Marionetten herabwürdigen verprügelt, wobei er eine Kopfverlegung davontrug. Der Bau Die Uebergabe Port Arthurs werde von den höheren deutschen lassen. Gleichzeitig beschloß der Magistrat, über die ihm von der unternehmer Dornedden und der Baubeamte Garstmeher wurden Militärs geradezu als eine Blamage ersten Range 3" Regierung zugegangene Dienstanweisung und mehrere andere Ver- trotz Annahme schwerer Mißhandlung, sie hatten den am Boden für Rußland angesehen. Im Kriege höre jede Menschlichkeit fügungen aus der letzten Zeit, die seiner Ansicht nach in Widerspruch liegenden Bilar noch getreten und geschlagen, unter Bubilligung milauf, da heiße es: entweder siegen oder sterben. Wäre die standen mit Artikel 24 der Verfassungsurkunde in Verbindung mit dernder Umstände zu es dann infolge der Erbitterung über den je 20 M. Geldstrafe verurteilt. 26. St- Gefehes vom 11. März 1872 ſowie mit der In- Am 30. Juli fam Festung im Sturm genommen worden, dann wären die über- struktion vom 26. Juni 1811, Beschwerde beim Minister zu erheben. vorstehend geschilderten Fall und aus Anlaß der Unterſtüßung, welche lebenden Verteidiger wahre Helden gewesen, so aber Fibe Diese Beschwerde ist nicht abgegangen, der Magistrat hat sich die Unternehmer beim Abholen von Arbeitswilligen durch die Bes General Stöffel trog Anerkennens der Rettung vieler Mens hen- vielmehr in Unterhandlungen mit dem Regierungspräsidenten ein hörden fanden, zu abermaligen Reibereien, die aber nirgends einen leben soldatisch nicht einwandfrei gehandelt, zumal die Besczung gelassen, die dahin führten, daß der Charlottenburger Magistrat gefährlichen Charakter annahmen. E3 griffen Polizeibeamte in noch über große Schießvorräte verfügt habe." feine Vergangenheit verleugnete und mit der Regierung auf Kosten Zivil ein und diesen gegenüber soll Widerstand geleistet worden sein. So sehr wir mit der angeblichen Auffassung der deutschen der Volksschule und unter Preisgabe des Selbstverwaltungsrechts Am Mittwoch nachmittag haben die Verhandlungen mit einent Militärs darin übereinstimmen, daß die Kapitulativa Bort einen unrühmlichen Frieden schloß. Er erklärte sich bereit, einen der erheblichen Mißerfolg für den öffentlichen Ankläger geendet. Hatte in Charlottenburg amtierenden evangelischen Geistlichen in die man ursprünglich das Verfahren wegen Aufruhrs" eingeleitet, im Arthurs eine BIamage ersten Ranges gewesen ist, schuldeputation aufzunehmen und tauschte dafür neben dem Laufe der Untersuchung aber die Umwandelung in Landfriedenswenig vermögen wir doch den Satz zu unterschreiber, daß im Bugeständnis, daß die Rektoren ihm und der Schuldeputation bruch" vorgenommen, so mußte sich am Mittwoch gar der StaatsKriege jede Menschlichkeit aufhöre und es da nur, entweder innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen unterstellt sind und ihre anwalt bequemen, in seinem Plaidoyer anzuerkennen, daß gegen die fiegen oder sterben heiße. Die Alternative entweder siegen Weisungen innerhalb ihrer Zuständigkeit zu befolgen haben, das Angeklagten Berg und Woida( Mitglieder der Streifkommission oder sterben" ist geradezu blödsinnig. Sie wider Recht zum Erlaß einer von der Regierung zu genehmigenden neuen der Maurer) und den Bauarbeiter Pilar die Verhandlung so wenig spricht auch vollständig allem bisherigen Geschäftsanweisung für die städtische Schuldeputation ein. Belastendes ergab, daß Freisprechung erfolgen müsse. Gegen die Kriegsgebrauch. Truppen sollen sich nur dann opfern, Das Vorgehen des Magistrats fand einen warmen Verteidiger Angeklagten Bauarbeiter Moddermann und Bremberger wenn irgend eine Aussicht auf Erfolg ist. War in in dem mit dem Referat betrauten liberalen Stadtverordneten Otto, hatten dagegen am zweiten Verhandlungstage einige Polizeis Port Arthur die Aussicht auf Erfolg geschwunden, war der sich im Prinzip auf dem Boden der Magistratsvorlage stellte und beamte ungünstig ausgesagt. Modtermann soll danach dem General Stössel schadenfrohe Aeußerungen darüber gemacht haben, daß ein Beamter von Petersburg aus die mit ihre Ueberweisung an eine Kommiffton beantragte. Während Herr Otto den Standpunkt der Mehrzahl der einen Schlag über den Kopf erhalten habe. Auch solle er gerufen teilung gemacht worden, daß weder durch Kuropatkin Siberalen vertreten hatte, bekämpfte fein Fraktionsgenosse haben:„ Das ist wohl die Nache für den 16. Juni". Ferner soll er noch durch Roschdjestwenski in absehbarer Zeit ein Entjazz Dr. v. Liszt als Vertreter der Minderheit mit flammenden an der Befreiung eines Arrestanten bei dem Tumult sich beteiligt zu erwarten sei, so handelte er durchaus torrett, daß Worten die Anträge des Magistrate, die man ohne Kommissions- haben. Ein anderer Beamter will Bremberger in der Bahnhofer die Festung übergab. Nur war dann allerdings die beratung rundweg ablehnen müsse. Man dürfe den stets ein- straße in dem Augenblick angefaßt haben, als dieser mit erhobener Voraussetzung einer solchen Handlung, daß er nicht genommenen Standpunkt, daß die Kirche kein Recht habe, in der Hand sich im Gedränge befand. Bremberger sei dann von ihm aballerhand Schauergeschichten über die ungeheuerlichen Verluste Schuldeputation zu ſizen, nicht aufgeben. Dazu komme, daß die gekommen, und erst viel später hat der Beamte mit Hülfe eines Bauder Russen, über das Zusammenschrumpfen der Besatzung auf Ronzessionen ganz geringfügiger Natur seien und daß die Regierung unternehmers, dem Bremberger bekannt war, des letzteren Persoauch in Zukunft machen tönne, was sie wolle. Von dem, was wir nalien feststellen lassen. Bremberger bestreitet, bei dem fraglichen wenige tausend Mann, über die furchtbare Hungersnot und seinerzeit, gestützt auf das Gefeß, verlangt hätten, sei nur ein Bruch Vorfall in der Bahnhofstraße gewesen zu sein. Merkwürdig ist, daß über das Ausgehen der Munition in die. Welt setzte! Nachdem teil bewilligt, und es sei auch keine Garantie vorhanden, daß der Beamte nicht gesehen haben will, wie Br Brembergerblutete, alle diese Märchen durch die japanischen Berichte widerlegt nicht ein anderer Regierungspräsident oder Minister diese zu während von einer Reihe Zeugen bestätigt wurde, daß Bremberger worden sind, erscheint General Stöffel allerdings in dem geständnisse wieder streicht. Wenn die Regierung fieht, daß tatsächlich einen Schlag erhalten hat und stark am Stopf blutete. Lichte eines dreisten Aufschneiders, und diese Auf- Charlottenburg Widerstand leistet, dann werde sie sich doch Die Geschworenen verneinten nach zirka halbschneiderei, diese lächerliche Univahrhaftigkeit läßt den Fall stündiger Beratung die Hauptfrage( Teilnahme an der Zufammenrottung) bezüglich aller vier Angeklagien Berg, Woida, Port Arthurs allerdings als ungeheuerliche Blamage Bilar und Bremberger. Nur bezüglich Modder mann erscheinen. wurde die Hauptfrage bejaht, dagegen die Nebenfragen( ob Rädelsführer, ob Teilnehmer an den Gewalttätigkeiten) verneint. Staatsanwalt beantragte gegen Moddermann acht Monate Gefängnis, das Gericht erkannte auf fechs Monate Gefängnis; dte übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Die Kosten fallen zu vier Fünftel der Staatskasse zur Last. nur Der Untervielleicht zur Aufstellung anderer Grundsätze bequemen. Ehe man nachgebe, möge man lieber die Schuldeputation auflösen. Nachdem Stadtv. Sachs als Vertreter der Unpolitischen seine Zustimmung zu einer Kommissionsberatung erklärt und wohlwollende Die Korrespondenz fügt übrigens hinzu, daß auch Prüfung der Vorlage in Aussicht gestellt hatte, ergriff Stadtv. Bufa, Wilhelm II. selbst auf dera Standpunkt seiner ein früheres Mitglied der Schuldeputation, das Wort, um scharf mit Offiziere stehe. Die Verleihung des Ordens Pour le dem Minister ins Gericht zu gehen, der der Stadt widerrechtlich Bemérite folle lediglich die heldenhafte Verteidigung der Festung fugnisse entzogen, aber nichts getan habe, sein Unrecht wieder gut bis zum Moment der Uebergabe belohnen. Die zu machen. Er warne vor Ausschußberatung, denn wenn man die Schlußhandlung Stössels, die Kapitulation, betrachte er Vorlage einem Ausschuß überweise, so paftiere man über sein gutes So hat denn der Versuch, dem gewaltigen wirtschaftlichen nicht als heldenhafte Handlung. Die Drdensverleihung an Hecht, und das habe die Stadt nicht nötig. Man möge nicht mit Stampfe der Baugewerbe im vorigen Sommer ein trauriges Nachspiel Dem, ing babae, og ber Geistlige in der Schule nichts zu su neft her inentech Giasto gemacht. Opel Merimale find aber Stöffel fei überhaupt nicht erfolgt, wenn sie nicht suchen habe. Es liege fein Grund vor, mit der Regierung einen aus dem Prozesse scharf hervorgetreten: einmal, daß die Organiſa= deshalb notwendig gewesen wäre, weil der Kaiser die Absicht Handel abzuschließen, in dem uns nichts weiter geboten wird, als tionen der Arbeiter mit allen Mitteln darauf bedacht sind, ihre Mitgehabt habe, dem General Nogi den Orden Pour le mérite das Bekenntnis unserer Ohnmacht. Kein Kompromiß! glieder vor jedem Ueberschreiten des gesetzlichen Rahmens in dem zu verleihen. Die Anschauungen der sozialdemokratischen Fraktion legte Ge- notwendigen Kampfe zu bewahren, dann aber, daß die herrschende Man muß zugeben, daß diese Deutungen der Ordens- noffe Hirsch dar. Es sei bedauerlich, daß Herr v. Liszt nur die Gesellschaft in allen Schichten es als selbstverständlich betrachtet, daß verleihung durch Wilhelm II. zum mindesten außerordentlich Minderheit feiner Freunde hinter sich habe. Hätte er im Namen die staatlichen Organe in dem wirtschaftlichen Kampfe ihre weiteste feltfam flingen. Die Verantwortung für die Richtigkeit seiner ganzen Fraktion gesprochen, dann brauchte man sich nicht Sülfe nicht etwa dem wirtschaftlich schwächeren Arbeiter, sondern diefer Mitteilungen müssen wir denn auch der Korrespondenz weiter über die Vorlage zu unterhalten, dann könnte man sie heute dem Unternehmertum angedeihen lassen müssen. Die Gültigkeit dieser sofort in den Papierkorb befördern. Daß der Magistrat die Be- sonst nicht ganz neuen Tatsache auch für das republikanische Bremen überlassen. schwerde nicht abgesandt, sondern sich in Unterhandlungen mit der jedem sichtlich offenbart zu haben, ist wenigstens eine gute Seite Paris, 19. Jamar. Der Petersburger Korrespondent des Regierung eingelassen habe, sei ein unerhörtes Borgehen, namentlich des sonst verdienstlosen Prozesses. wenn man bedenke, daß Berlin den Kampf mit dem Minister ausPetit Parisien" berichtet seinem Blatte, daß die einzige, anfechten entschlossen sei. Habe der Magistrat vielleicht Furcht, daß Die Regelung des Submissionswesens im Kanton Basel ge= aus Mulden eingetroffene Nachricht sehr ernsten Charakters fei, fich zu den aus Anlaß der Zweihundertjahr- Feier der Stadt gescheitert. Einer der wichtigsten und tausendmal wiederholten so daß er sie ohne amtliche Bestätigung nicht übermitteln könne. planten Festen fein Vertreter der Regierung einfinde?( Unruhe.) Programmpunkte der Mittelstandsleute" überall ist bekanntlich der Der Korrespondent beschränkt sich darauf, anzudeuten, daß die Dafür, daß in die Schuldeputation ein evangelischer Geistlicher betreffend die Regelung des Submissionswefens. Meldung mit den militärischen Vorgängen nicht in Zusammenhang hineinkomme, erhalte die Stadt scheinbare Konzeffionen. Diese Forderung ist auch vom Gewerbeverein in Basel seit Jahren Der Magistrat sei einfach vor der Regierung steht. zu Kreuze vertreten worden und so hat im verfloffenen Jahre die Regierig Petersburg, 19. Januar. Die Klagen Rußlands wegen der Ber- gefrochen, er gebe das Selbstverwaltungsrecht einen bezüglichen Gesezentwurf ausgearbeitet und dem Großen Wozu erst Nat vorgelegt. Der preis und schließe einen faulen Frieden. legung der Neutralität durch China find, in einem Memorandum Kommissionsberatung? Es handle sich darum, ob wir die Blamage, nehmern Entwurf bemühte sich, den etwas gu bieten, aber auch den Arbeitern zusammengefaßt, gestern den Großfürsten zugestellt worden. baneben auch den Interessen des Staates gerecht Das Memorandum enthält sieben Punkte. 1. Errichtung einer die uns der Magistrat zumutet, auf uns nehmen oder ob wir und Darüber müsse sich doch jeder zu werden. In der letzten Sigung des Großen Rates Marinebafis feitens der Japaner auf der Insel Niao, 2. Trans- Ridgrat bewahren sollen. Stadtverordnete klar sein. Wenn die Mehrheit umfallen wolle, so sollte die Vorlage materiell behandelt werden, allein ba port von Kriegsmaterial und Proviant auf der Niutschwang- Eisenbahn. 3. Lieferung von Kriegsmaterial an Japan seitens chinesischer Werke möge sie das offen tun, nicht aber hinter verschlossenen Türen den machten die Bauunternehmer und Gewerbevereinler Opposition und in Stantau, 4. Einreihung chinesischer Soldaten in die japanische Kotau vor der Regierung machen. Er beantrage, nament- es gelang ihnen schon bei der ersten Frage, den Entwurf mit 46 gegen 45 Stimmen zu Fall zu bringen. Der Hauptgrund dazu war Armee, 5. die Befehligung chinesischer Truppen an der Grenze durch ich über den Antrag auf Kommissionsberatung abzustimmen. Erst nach dem sozialdemokratischen Redner griff Oberbürger- der Abschnitt betreffend die Arbeiterfürsorge, weiter kam dazu noch bon China angestellte japanische Offiziere, 6. Organisation von Tschuntschusenbanden zur Beteiligung am Kampfe gegen die Russen, meister Schu ste hrus in die Debatte ein. Er bestreitet, daß der die Ablehnung des sogenannten Mittelpreisverfahrens, wozu die Re7. Beschlagnahme eines ruffischen Torpedoboots- Berstörers, welcher Magistrat vor der Regierung zurückgewichen sei, und sprach die gierung auf Grund der anderwärts damit gemachten Erfahrungen nach Tschifu geflüchtet war, durch die Japaner. In japanischen Hoffnung aus, daß man in Zukunft ohne Kampf mit der Regierung im Interesse des Staates gekommen war. Welche rückständigen und Streisen erklärt man, die Regierung habe auf die Note noch nicht einer Kommission zu beraten und in die dargebotene Hand ein die da auftraten, ließen verfchiedene rednerische Leistungen Mit bewegten Worten bat er, die Vorlage in bornierten Menschen diese großen und Kleinen Unternehmer find, geantwortet und überlege, ob überhaupt eine Beantwortung er zuschlagen, auch wenn nicht alles erreicht sei, was erwünscht wäre. erkennen. Der Gipsermeister Pfeiffer war empört darüber, daß unser folgen solle. An der weiteren Debatte beteiligte sich unter anderen auch Genoffe Frei das Wort„ Unternehmertum" gebraucht hatte. Es sei Genosse Dr. Borchardt. Er macht dem Magistrat zum Vorwurf, ihm zu dumm, meinte er, auf diese Beleidigung" zu antworten. daß er seinen vor einem Jahre festgelegten Standpunkt schon dadurch Gleichzeitig bebauerte er das fehlen der Streifflaufel, biefes Wort In der Charlottenburger Stadtverordneten- Bersammlung fam berlaffen habe, daß er überhaupt in Verhandlungen mit dem Re- verstand er also. Der Baumeister Ader offenbarte der Welt, daß er es am Mittwoch zu Debatten, die angesichts der angenblidlichen gierungspräsidenten sich eingelaffen habe. Dadurch habe er zu ein ebenso guter Sozialdemokrat wie der Arbeiterfekretär Dr. schulpolitischen Situation von großer Bedeutung für alle Gemeinden erkennen gegeben, daß er in dem allgemeinen Kulturkampf, den die Waffilieff oder der Redakteur Frei sei. Trotzdem befämpfte er die find. Statt den von der Regierung hingeworfenen Fehdehandschuh Regierung jetzt überall gegen die Schule tämpfe, den Platz eines Vorlage, weil sie den Abschnitt über die Arbeiterfürsorge enthalte. aufzunehmen, statt das von der Landtagsmehrheit geplante Attentat Bortämpfers verlasse, um nur für Charlottenburg einen allerdings Ein lustiger Sozialdemokrat bas! auf die Volksschule mit der Forderung der völligen Trennung der recht faulen Frieden zu erhalten. Der Verlauf der Angelegenheit Schule von der Kirche zu beantworten, ist der Charlottenburger fei also folgender: 1898 berlangt der Regierungspräsident den Magistrat, dem von Uneingeweihten besonders tiefe sozial Geistlichen für die Schuldeputation und will dafür erweiterte Rechte Segen einer Wohlfahrtseinrichtung. Die Pensionskasse des politische Einsicht und besonders ausgeprägtes Selbstgefühl für diese geben. Dies lehnt die Stadt ab. Nun streicht die Renachgesagt wird, und mit ihm die liberale Bourgeoisie drauf und gierung, nach übereinstimmender Meinung des Magistrats und der Eisenwertes Herminenhütte in Laband( Oberschlesien) dran, den ersten Schritt zur Auslieferung der Schule an die Kirche Stadtverordneten ungefeßlicherweise, die bisherigen Rechte der befindet sich nach Mitteilungen des Oberschl. Wanderer" in Verzu tun und sich dem Willen der reaktionären Regierung zu fügen. städtischen Organe. Und jetzt will sie ein Teilchen zurüdgeben, mögensschwierigkeiten. Der Oberingenieur Gradin eröffnete in einer Vor kaum mehr als Jahresfrist, als die Stadtverordneten- Ver- wenn sie den Geistlichen doch bekommt. Das ist nicht ein Weg, die Sizung der Arbeitervertretung, daß die gegenwärtig in den Pensionsfammlung zum erstenmal den damals ausgebrochenen Schulfonflift Selbstverwaltung zu wahren, oder besser gesagt denn sie besteht stand tretenden Hüttenleute, die Genehmigung der Regierung zu Oppeln besprach, herrschte von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken noch gar nicht fie zu erringen. Nur durch glatte Ablehnung vorausgesetzt, jetzt etwa ein Drittel weniger an Pension beziehen volles Einverständnis darüber, daß man auch nicht um Saaresbreite fönne der Anmaßung der Regierung gegenüber eine würdige werden. Die Beiträge zur Pensionskaffe werden gleichzeitig erhöht. Die Herabfegung der Pension trifft Hüttenleute, die ihr ganzes nachgeben dürfe. Unter lebhaftem Beifall auf allen Seiten des Stellung in dem gegenwärtigen Kampfe gewahrt werden. Hauses erhob am 28. Oftober 1903 Oberbürgermeister ch u ste hrus Auch Genosse Dr. Zepler wandte sich in scharfen Worten gegen Leben, 30-50 Jahre hindurch in schwerer Arbeit auf der HerminenBrotest gegen das Vorgehen der Regierung, einmal, weil uns nach die Vorlage. In später Nachtstunde kam es endlich zur Abstimmung. hütte" zugebracht haben und sich im Alter um die Hoffnung auf unserer Auffassung Rechte genommen sind, die uns durch das Gesetz Mit 38 gegen 22 Stimmen wurde die Vorlage einem Ausschuß über- wohlerworbene Bensionsansprüche betrogen sehen. Geradezu unerhört garantiert find, weil also ein Bruch durch die Geseke gegebener wicfen. Die verhältnismäßig große Zahl derer, die fang und flang wäre es, wenn die Regierung die Herabjegung von Pensionen langRechte durch jene Verfügung der königlichen Regierung uns gegenüber los die Vorlage verwerfen wollen, berechtigt zu der Hoffnung, daß jähriger Mitglieder genehmigen würde. Sie sollte den Unternehmern stattgehabt hat, und zweitens aus dem Gesichtspunkte, daß wir die es noch gelingen wird, die Stadt Charlottenburg davor zu be- oder Aktionären des Eisenwerkes flar machen, daß es ihre einfachste Schule frei halten wollen vom Einfluß der Kirche.... Wir erhoffen wahren, daß sie sich selbst blamiert und der Regierung zur Stüge Bflicht und Schuldigkeit wäre, den Fehlbetrag aus dem eigenen Vermögen vom Herrn Minister, daß er diese Gerechtigkeit im preußischen in ihrem reaktionären Stampf gegen die Weltlichkeit der Schule und zu decken. So sieht das Wohlfahrtsspiel in der Wirklichkeit aus. Staate nicht verläßt, und wir hoffen ferner, daß er uns gegen die Selbstverwaltung wird. Freilich ist diese Hoffnung nur Der Musterbürgermeister in Dorffulza( Großherzogtum Sachsennicht wie die Regierung in Potsdam durch Entziehung aller Mit- schwach. Sollte die Versammlung trozdem dem Magistratsbeschluß Weimar), der sich besonders durch sein schneidiges Vorgehen gegen wirkung der Selbstverwaltung an der Entwvidelung unserer Schule beitreten, so trifft die Verantwortung die fogenannten Liberalen, die Sozialdemokratie nach oben beliebt zu machen verstand, ist immer ftrafen will deshalb, weil wir in flarer Erkenntnis der dem Staats- die wie überall, wo sie zur Macht gelangen, so auch in Charlotten noch im Dienst. Wegen moralischer Verfehlungen und nicht einwandleben drohenden Gefahren nicht den Anfang machen wollen damit, burg, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die schlimmsten freier finanzieller Manipulationen hatten die Gemeinderatsmitglieder daß unsere Schule der Kirche ausgeliefert wird." Reaktionäre sind. Die Annahme der Magistratsvorlage wäre ein charakteristischer und wertvoller Beitrag zu dem Thema vom Verfall des liberalen Bürgertums. Der Charlottenburger Schulkonflikt. Um was handelte es sich? Der Gemeindeverwaltung war eine Verfügung des Ministers zugegangen, die mit einem Schlage der Schulbeputation die Rechte nahm, die sie bis dahin innegehabt hatte und sie zu einer Behörde degradierte, die in bezug auf die inneren Schulverhältnisse lediglich das Recht der„ ununterbrochenen Kenntnisnahme" haben sollte. Und aus welchem Grunde erließ der Minister jene Verfügung? Einzig und allein deshalb, weil der Magistrat auskommen würde. Soziales. Der Bremer Landfriedensbruch- Prozek. Bor den Schwurgericht in Bremen wurde seit Montag ein Land. jich dem Anfinnen der Regierung, je einen evangelischen und einen friedensbruch- Prozeß gegen eine Anzahl Maurer und Bauarbeiter " Wir nehmen an, der jetzt verworfene Entwurf wird gelegentlich wieder kommen und dann durchdringen. " den Antrag auf Amtsentsetzung gestellt. Die Oberbehörde lehnte denselben ab. Der Bürgermeister drehte nun den Spieß um und verklagte die Gemeinderatsmitglieder wegen Beleidigung. Die An geklagten erbrachten den Wahrheitsbeweis und wurden sämtlich frei gesprochen. Gegen das Urteil legte der Bürgernteifter als Rebenfläger Berufung ein. Wegen Aussichtslosigkeit hat er jedoch jest dieselbe zurückgezogen. Zu das gegenwärtige System in Sachsen- Weimar würde es mun prächtig palien, wenn trotzdem dieser Wusterordnungsmann in Amt und Würden blieb. Sozialdemokratischer Wahlverein Verband der Portefeuiller und Ledergalanterie- Arbeiter. Tambour- für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. template- free KaffeeRöst- Werke Berlin SW., Friedrichstraße 49 a, Ecke Schützenstraße. Probierstube arbeiten mit neuestem, das Aroma schützendem Röster, Kühler, Filter D. Reichspatente ang. Verkaufen 1.70, 1.90, 2.20 M. Gerösteten Kaffee Pfund 1.00, 1.15, 1.30, 1.50, Gemahlenen Kaffee Pfund 1.00, 1.15, 1.30, 1.50, Kaffee- Extrakte garantiert reiner Bohnen- Kaffee, 1.70, 1.90, 2.20 M. per 2 Liter- Flasche: 40, 45, 50, 55, 60, 65, 70 Pf. inkl. Flasche. 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