Nr. 18. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wie die Regierung in Oesterreich " vorging. Sonnabend, den 21. Januar 1905. nehmer weiteren สิน bereit Konzeffionen erklärt Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. die Die Intervention der Regierung hatte vorläufig das Ergebnis, Man hatte erwartet, daß der Reichskanzler Graf Bülow daß die Unternehmer an den Berhandlungen des Einigungsamtes Honig reden würde. Er hat ja immer ein paar schöne Worte überall teilnahmen natürlich unter den unvermeidlichen Protesten zur Verfügung und warum sollte er nicht bei dieser Gelegen Aus Wien wird uns vom 19. Januar geschrieben: gegen den Kontrattbruch" der Arbeiter. Sobald das Einigungsamt heit sein warmes Herz für die Bergarbeiter demonstrativ zur Bohl als die merkwürdigste Aeußerung, die zu dem Generalstreit in Mährisch- Ostrau, im Hauptorte für die österreichischen Steinkohlen, Schau tragen! Aber es scheint, daß das Kohlensyndikat seinen der deutschen Bergarbeiter vernommen worden ist, erscheinen dem aus- zusammentrat, wurde der aus dem Streifrevier zurückgekehrte Justiz- Ministern auch solche leeren Wohlwollensbezeugungen nicht mehr ländischen Beobachter die Worte, womit der Handelsminister Möller minister vom Kaifer empfangen und die maßgebenden Gewerke zu gestattet, und so waren die beiden Herren, welche die sozialBei den demokratische Interpellation beantworteten, zu einer nicht bloß am Dienstag im preußischen Abgeordnetenhause die Bassivität der einer Konferenz beim Ministerpräsidenten versammelt. Regierung zu rechtfertigen suchte. Die Streitpunkte zwischen den Verhandlungen des Einigungsamtes ließ die Regierung verfündigen, geistigen und politischen, sondern auch zur sittlichen Ohnmacht Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer, erklärte er, daß fie es war anfangs Januar spätestens am 1. März eine verurteilt. Wenn der Graf Bülow Mitglied des Kohlen,, tönnen ohne schwere Kraftprobe nicht ausgeglichen werden". Solche Kommission einberufen werde, die aus Vertretern der Behörde der fyndikates und der Herr Möller Großationär der KohlenDinge, fügte er bei, kann man nur durchsetzen durch einen schweren Unternehmer und der Arbeiter bestehen und die Aufgabe haben werke wären, sie hätten nicht anders reden können, als sie Ausstand wie den jetzigen, und dazu vorher Stellung zu nehmen, werde, ein Geses über die Berkürzung der Arbeitszeit im Bergbau geredet haben. wäre ein ganz vergebliches Bemühen". Der preußische Minister er- konnten die Arbeiter sich nicht zufrieden geben, obwohl unter natürlichen Schlichtheit besonders eindrucksvoll, an einzelnen vorzubereiten". Mit diesem platonischen Versprechen wollten und In einer fast dreistündigen Rede, schlicht und in der flärt also ganz trocken, daß der Staat unfähig sei, einen so, schteren dem Drude der öffentlichen Meinung fich die Ausstand" überflüssig zu machen, und scheut sich nicht, einzugestehen, Unter- Stellen die innere Empörung zu tiefer Ergriffenheit steigernd, daß der Staat des sozialen Christentums" hier keine Aufgabe ge- Sie verpflichteten sich, auch das zu hören ist vielleicht von Tatsachen dieses Riesenstreiks. hatten. entwickelte unser Genosse Hue die Ursachen und geben sieht.... Es wird also nüßlich sein, der deutschen DeffentlichEr schickte voraus, daß feit in Erinnerung zu rufen, wie eine andere Regierung im Interesse:„ der Arbeiterschaft außer den bisher zugestandenen Ron- er nicht als Sozialdemokrat rede, er wolle nur die Klagen gleichen Falle vorging, wie sich die österreichische Regierung des Herrn zeffionen eine weitere Lohnerhöhung zu gewähren( insgesamt von und Beschwerden seiner Kameraden vorbringen, er wollte v. Koerber bei dem Generalausstand der Kohlengräber in Desterreich zwölf Broz. der Löhne) und anstatt der bisherigen einmaligen teine gefeßgeberischen Vorschläge machen, teine weiter schauenden Borschußzahlung eine zweimalige an zwei passenden Sonnabenden Ziele entwickeln, sondern nur das Anklagematerial vorlegen, Die österreichischen Bergarbeiter traten im Januar 1900 in den eintreten zu lassen." Ferner ihre volle Geneigtheit aussprechend, das diesen Streit veranlaßt hat. Und Hue hielt dieses ProStreit, und von einigen lokalen Forderungen abgesehen war der die Frage der Gedingstellung einer eingehenden Erörterung zu unter- gramm inne. So wie er hätte jeder christliche und jeder frei3wved des Kampfes die Erringung der Achtstundenschicht. Die erste ziehen und ein Mittel zu finden, damit für die diesbezüglichen sinnige, tleritale Bergarbeiter sprechen können. Er ging in feinem Punkte hinaus über die Schilderung der tatsächlichen Maßregel, womit die Regierung auf den Streit einwirken wollte, Beschwerden der Arbeiterschaft Abhülfe geschafft werde." war die, daß vom Aderbauministerium( dem in Desterreich die staat- der Regierung brangen, gab der von der Regierung ernannte Vor- von den Bergarbeitern gestellt waren, und dieses ungeheuerliche Da die Arbeiter auf eine präzisere Erklärung des Vertreters Verhältnisse und über die unmittelwaren Forderungen, die lichen Gruben unterstehen) in dem dem Staate gehörigen norddeutschen Braunkohlenrevier( in den drei Julius- Schächten im Brüger fiende des Einigungsamtes( der liberale Brünner Abgeordnete Material lebte und bebte durch sich selbst. Revier), das etwa 1500 Arbeiter beschäftigt, der Achtstundentag eingeführt Dr. Elvent, dessen Rechtschaffenheit ihn auch den Arbeitern symwurde. Die Regierung gab durch dieses Zugeständnis ein Beispiel, das pathisch machte) folgende bestimmte Erklärung der Regierung ab: eingestandenermaßen als solches gemacht war. Auch die Erfüllung der zweiten Forderung der Arbeiter dieser Gruben, die wöchentliche Lohnzahlung, wurde fofort( ehestens) in Aussicht gestellt. Die Regierung begnügte sich aber nicht mit dieser Demonstration, sondern nahm auch Die Bermittelung energisch in die Hand. Nach einer Novelle zum Berggesetz vom Jahre 1896 bestehen im Bergbau Genossenschaftsausschüsse, also gewisse Vertretungen der Unternehmer und der Arbeiter. Die Regierung regte an, daß die Ausschüsse in jedem Revier zusammentreten und als Einigungsamt fungieren. Die Unternehmer lehnten die Verhandlungen natürlich hochmütig ab. Darauf richtete die Regierung im Amtsblatt folgende energische Mahnworte an die Stolzen Herren: bemüht hat. Die ganze Rede hielt alle politischen Erwägungen fern. Es war die Rede eines Mannes, der die AugenblicksDie Regierung wird mit möglichster Beschleunigung, voraus- beschwerden einer mißhandelten Arbeiterkategorie vorbrachte. fichtlich in der Herbstfession, einen Gesezentsurf über die Aber gerade in dieser Beschränkung wirkte das Bild des Neuregelung und angemessene Abkürzung der Schichtdauer beim Sklavenlebens im schwarzen Reiche mit erschütternder Gewalt. Bergbau im Reichsrate einbringen und auch vertreten. Um das Nicht nur blieben politische Fragen unerörtert, sondern man Hierfür erforderliche Material zu sammeln, tritt anfangs März die angekündigte Kommission zusammen, die den Interessenten fann sagen, auch irgendwelche gewertschaftlich extreme die Möglichkeit bieten soll, ihr Gutachten über die geplante Attion Anschauung kam in der Begründung der Interpellation nicht abzugeben. zum Ausdruck. Damit war der Streit im Wesen entschieden und er wurde nun, Man hätte annehmen sollen, daß selbst eine konservativzwar zögernd, doch überall in richtiger Form beseitigt. Koerber hielt reaktionäre Regierung ihren höchsten und zugleich selbstauch sein Wort und die Neunstundenschicht ist heute im österreichischen verständlichen Ehrgeiz darin gesucht hätte, diese vorBergbau Gefeß. Welcher bedeutsame Schritt nach vorwärts damit gebrachten Anklagen zu einer Attion der Gesetzgebung und gemacht wurde, zeigt ausreichend die Tatsache, daß die vor der des Eingreifens der Verwaltung zu verdichten. Auf die " Der Aderbauminister hat die Bergbehörden, in deren Novelle geltende gesetzliche Bestimmung die Arbeitszeit im Bergbau Huesche Rede gab es nur eine anständige Antwort einer Bezirken Kohlenarbeiter- Ausstände drohen oder bereits aus mit 12 Stunden festgesetzt hatte. Die Regierung hat fogar die Regierung, die mehr sein will, als der gehorsame Diener gebrochen find, beauftragt, mit allem Nachdruck darauf hinzu- moralische Charakterfestigkeit aufgebracht, als Schichtbauer nicht die eines Dußend von Millionären. Die Regierung hätte einfach wirken, daß sowohl die Bergbau- Unternehmer als auch die Berg- individuelle Arbeitszeit der einzelnen Arbeiter, sondern nur die für die erklären müssen: Da das Unternehmertum es abgelehnt hat, arbeiter dem Zuſainmentritt des Einigungsamtes teinerlei Hindernis ganze Mannschaft des Bergwerks geltende Gesamtschicht" zu bezeichnen gemeinsam mit uns und den Arbeitern über die Beschwerden in den Weg legen, durch ihre Vertreter in die Verhandlungen im und auf Verlangen der Arbeiter, die sie ihrer Auffassung bei der Ver- zu verhandeln, hat die Regierung feinen Anlaß, an der WahrEinigungsamte eintreten, diese Verhandlungen sachgemäß führen und so alle Mittel erschöpfend anwenden, die das Gesch zur Hint- handlung des Gesetzes im Abgeordnetenhause und im Herrenhause anhaltung oder Beilegung von Bergarbeiterausständen bietet. Jenen ausdrücklich verkündet, so daß diese Auffassung für die Rechtsprechung Barteien, die sich von vornherein weigern, in Verhandlungen vor verpflichtenden Wert erhielt was sehr wichtig war, da das Unter dem Einigungsamte einzutreten, ist in nachdrücklichster Weise die nehmertum die Auffassung nach Jahr und Tag beim Verwaltungshohe Berantwortlichkeit vorzuhalten, der sie sich angesichts der gegen Gerichtshof zu bekämpfen unternahm, damit aber natürlich abschlägig wärtigen sehr ernsten Sachlage durch die Zurückweisung der ge- befchieden wurde.... Infolgedessen siegten die österreichischen Bergbotenen Verständigungsmittel in bezug auf die Beurteilung ihres arbeiter und die Gerechtigkeit gebietet, anzuerkennen und auszu Berhaltens aussehen. Angesichts der verwvidelten Sachlage, die in den vom Streit sprechen, daß fie die Errungenschaft zum nicht geringen Teil der Angesichts der verwickelten Sachlage, die in den vom Streit ergriffenen Stohlenrevieren herricht, hat das Aderbauminifterium Regierung zu danken haben, die nicht gezögert hat," Stellung zu bor mehreren Tagen verfügt, daß sich die bei jeder Berg- nehmen" und eine Kulturforderung nicht deshalb für unmöglich" hauptmannschaft speziell mit der Bergwerksinspektion betrauten hielt, weil größenwahnsinnige Progen ihr widersprachen. höheren Beamten in die Streitreviere begeben, um sich an Ort und Stelle über die eigentlichen Ursachen der Bewegung sowie über die Natur der von den Arbeitern oder den Arbeiterführern aufgestellten Forderungen zu informieren und so einen genauen Einblick in die Situation zu ermöglichen. Der Kanzler des Kohlensyndikats. heit der von den Arbeitern erhobenen Anklagen zu zweifeln und sie wird infolge dessen auf jede Weise dafür sorgen, daß dem Unternehmertum flar gemacht werde, wie es nicht in der Willfür eines Dugend Millionären liegt, mit der Wohlfahrt von Millionen Menschen und dem wirtschaftlichen Frieden des Deutschen Reiches frebelhaft zu spielen. UnterEine solche Antwort hätte jedes konservative Ministerium geben müssen, jeder Stanzler, der sich frei weiß von der bedingungslosen unmittelbaren würfigteit unter die Kapitals herrschaft. Was aber hörten wir? Graf Bülow hatte sich wieder einmal auf eine andere Rede vorbereitet, als sie der Sozialdemokrat wirklich hielt. Er hatte wohl eine scharf sozialistisch gefärbte Rede erwartet und sich auf diese präpariert. Da die Nede Hues anders geartet war, vermochte der geistvolle Kanzler mit feinem Worte auf Hues Rede einzugehen. Mit feiner Silbe wagte er auch nur ein blasses Versprechen, den Arbeitern entDie letzte Illusion ist zerstört! Die Hüter der Legende von dem christlichen Staat der ausgleichenden Sozialreform Es geht aus diesen Maßnahmen hervor, daß die Bergbehörde sind selbst des Spieles fatt geworden und haben ausgesprochen gegenzukommen. Dagegen proklamierte er schneidig die der Angelegenheit nach jeder Richtung hin die gebührende Beachtung schenkt und ihrerseits alle Anhaltspunkte für eine Bei- das, was ift. Der ungeheure Arbeiterkampf, der im preußische Staatsgewalt der Polizisten und Gendarmen schwarzen Reiche sich abspielt und dessen Zudungen gegenüber etwaigen Ruhestörungen. Das Tatsachenmaterial legung der schwebenden Differenzen zu gewinnen trachtet. Daß es ein vergebliches Bemühen wäre, Stellung zu nehmen, durch die Welt sich fühlbar machen, dieser größte Ausstand, Bucs tat er mit der Bemerkung ab, wenn es wahr wäre, war überhaupt nicht die Meinung des Herrn v. Koerber, der damals den man in Deutschland kennt, ist von der christlichen Re- dann würde es zu beklagen sein. Stein ernstes Wort gegen etwa eine Woche Minister gewesen war. Vielmehr verfügte er gierung der monarchischen Sozialreform behandelt worden, die unerhörte Anmaßung des Kohlensyndikats, das nicht einmal sofort, daß vom Tage des Ausstandes des Werkes unter dem Vorfig wie irgend ein fleines Unwohlfein eines Kindes, dem man unterhandeln will. Wir bringen an leitender Stelle Erinnerungen, wie die des Ministerpräsidenten( oder in deffen Verhinderung der Aderbau- gut zuredet und Rezepte verschreibt. minister) täglich eine Kommission zusammenzutreten habe, die aus Die sozialdemokratische Interpellation österreichische Regierung mit den widerspenstigen KohlenBertretern des Ministeriums des Innern, der Justiz. des Aderbau- im Reichstag über den Kohlenstreit wurde nicht vom Reichs- fürsten umsprang. Graf Bülow aber hielt es für notwendiger, und des Eisenbahnministeriums bestehen soll, die sich, wie eine amt- Ressortminister der Sozialpolitik beantwortet. Graf Posa- die schwere sozialpolitische Belastung des Unternehmer. liche Mitteilung befagte, mit den Vorgängen in den Gebieten, wo dovsky saß stumm, fast wie verlassen, an dem Bundesrats- tum 3 zu beseufzen, den edlen Wohlfahrtsschwindel der ein Kohlenarbeiterstreit ausgebrochen ist, zu befaffen haben wird. tische. Der Reichskanzler Graf Bülow, der den preußischen Millionäre zu preisen. Schließlich lenkte er wieder in seine Alle die Ausstände betreffenden tatsächlichen Mitteilungen werden Minister des Kohlensyndikats mit demonstrativem Händedrud Sozialistentöterei ein, sprach vom Zukunftsstaat, bekannte seine diefer Stommiffion fofort zur Kenntnis zu bringen sein. Sie hat begrüßte, schien den Staatssekretär des Reiches faum zu be- Sehnsucht, daß die Arbeiter der politischen Aufklärung entihrerseits die Aufgabe, die durch den Streit erforderlichen Maß- achten. Das Ergebnis der Debatte war, daß mit aller Offen zogen und im im englischen Stil auf rein gewerkschaftUnd in diesem nahmen und Verfügungen zu treffen, so daß sich hier der gesamte beit ausgesprochen wurde: Es gibt keine über den Interessen- liche Aufgaben beschränkt würden. den Streit betreffende Verwaltungsdienst lonzentriert." Und weiter gegensägen und über den Parteien stehende Regierung, sondern Zusammenhang verriet er die erstaunliche Meinung, daß es gibt nur einen Kanzler und eine Regierung des Kohlen- die Wohlerzogenheit der englischen Arbeiter Streits verhindere. verfügte die Regierung: Der Sozialdemokratie warf er den Widerspruch vor, daß sie Um volle Klarheit über die Sache zu gewinnen, wurden schon syndikats! vor einigen Tagen in die Streifgebiete höhere Beamte entsendet, Schon äußerlich prägte sich der Charakter der Debatte in ihrem Parteivorstands- Aufruf für die Bergarbeiter ihr Mißdie die in den einzelnen Revieren verschieden gearteten Verhältnisse aus. Auf der Abgeordneten Tribine beobachtete der angestellte trauen gegen die soziale Willfährigkeit der kapitalistischen Reeingehend zu untersuchen und für die von der Regierung Oberscharfmacher des Kohlensyndikats, der Landtags- Abgeordnete gierung ausgesprochen habe. Wenn die Sozialdemokratie das zu ergreifenden Maßnahmen die geeignete Grundlage Hirsch, die Reichstags- Debatte und schien im Auftrage seiner glaubte, dann solle sie sich nicht an die Regierung um Hülfe zu schaffen haben. Angesichts der ungewöhnlichen Be Herren sorgsam zu wachen, ob auch Graf Bülow und der wenden. Die Bemerkung des Grafen Bülow hätte den Wert deutung des Ausstandes für das gesamte wirtschaftliche Leben Minister Möller nicht irgend ein Wort sprächen, was die einer kleinen Bosheit, wenn er gleichzeitig mit Eaten und Ronwerden sich außerdem bereits heute, mit den entsprechen- zarten Seelen der Herren Kirdorf, Stinnes und Thyssen ver- zeffionen für die Bergarbeiter gekommen wäre. Aber seine den Bollmachten versehen, der Juftigminister Freiherr b. Spens- Booden( der als früherer Statthalter in Mähren lehen könnte. Im Saale waren die großindustriellen Scharf- ganze Rede war nur eine Bekräftigung der mißtrauischen mit dem mährisch- schlesischen Bergbau Fühlung hatte), in das macher zahlreich erschienen und in der Hofloge gestikulierte Auffassung der Sozialdemokratie. Der Reichskanzler fühlte mährisch schlesische, und Sektionschef v. Blumfeld in Herr Schlumberger im Interesse der elfäffischen Industrie- offenbar gar nicht, wie sehr er sich selbst verhöhnte, wenn er das böhmische Streitgebiet begeben. nige. es noch unterstrich, daß die Sozialdemokratie mit ihrer M Ga durch- drucken, die Herr Schweinburg am Tage zuvor im Auftrage durchdrucken, Die des Bergbauvereins veröffentlicht hatte. Dazu bemerkte fie: Hize, pessimistischen Voraussage recht behalten habe. So ward die In den sechziger Jahren trat die Juvalidität bei beabsichtigte Fopperei barer Unsinn! Im übrigen verstehen schnittlich 51 Jahren ein, ein, jett jezt bei 40 Jahren. wir die Ideenwindungen des Reichskanzler nicht. Die Sozial- wachsende Tiefe der Schächte, die zunehmende demokratie ist verpflichtet, alle verfassungsmäßigen Mittel zu das Verbauen mit giftgeschwängerten Schlacken, das leberschichtenversuchen, um den Arbeitern zu helfen. Wenn sie es offen wesen sind schuld. Deswegen ist achtstündige Schicht nötig. In ausspricht, daß sie an dem guten Willen der Regierung, Schlesien wird heute in 8 Stunden soviel gefördert wie früher in zu helfen, zweifelt und deswegen an die Selbsthülfe der 12 Stunden. Hier werden bis zu 43 Schichten im Monat Arbeiter appelliert, so ist es nicht ein Widerspruch, verfahren und dabei 110 Mark verdient. wurden Absondern eine einfache Konsequenz, daß sie inter aufs nente rechnungen vorgetragen: 39 Schichten 101 Mart, 38 Schichten der Regierung Gelegenheit gibt, diese Auffassung der Sozial- 98 Mart, 42 Schichten 109 Mart, 22 Schichten 33,40 Mart, demokratie durch Taten Lügen zu strafen. Wir wären sehr davon gehen die Gefälle ab, oft noch Strafen bis zu 17 Mark im froh, wenn der Graf Bülow hätte erklären wollen, daß jene Monat. Das Wagenmullen beträgt für die Kameraden, die es trifft, Bemerkung im Parteivorstands- Aufruf eine grundlose Ver- 8, 9 und 10 Proz. ihrer Förderung. Einer Kameradschaft in Oberdächtigung der Regierung enthielte, die er durch sofortige An- hausen wurden 30 Broz. genult. Es wurden Zettel verlesen, daß fündigungen von Maßregeln gegen das Unternehmertum hätte Grubenkontrolleure angemeldet wurden. Einer Kameradschaft auf beweisen fönnen. So aber bestätigt der Reichskanzler lediglich, Beche" Freiberg" wurden 10 Mark am Gedinge rechtswidrig daß er über alle Befürchtungen hinaus die Intereffen des gekürzt; als sie drohte, ans Berg- Gewerbegericht zu gehen, Kohlensyndikates für unendlich bedeutsamer hält, als die erhielt sie ihr Geld. Die Abkehrgebinge müssen laut Bergnationale Wohlfahrt des Reiches. gefeg bis zum 15. festgestellt sein; trotzdem wird oft noch am 20. und noch später wieder abgerissen. Das ist ebenso Kontraktbruch wie die Verweigerung der Kohlenscheine. Wenu die Regierung jetzt Beweise für die Behauptungen der Bergarbeiter verlangt, beweist dies nur, daß sie sich, wie Sachse ausführte, bisher nicht um die Vorgänge im Ruhrrevier gekümmert hat. Und dann kam Herr Möller! Irgend etwas ernsthaftes gegen das Anklagematerial Hues konnte er nicht anführen, aber es gelang ihm doch andererfeits, den verblüffenden Eindruck der Bülowschen Flucht in den Zukunftsstaat zu verschärfen. Er erzählte dem staunenden Hause, daß die Kommissare, die zur Vermittelung ins Ruhrrebier gesandt waren, underrichteter Sache wieder nach Berlin zurückkehrten. Die weiteren Beschwerden der Arbeiter würden schriftlich entgegengenommen werden, nach diesem Rezepte würde die Regierung weiter verfahren. Herr Möller behandelt den Bergarbeiterstreit offenbar nach dem Vorbild der Kurpfuscher, welche auch schriftliche Behandlung"( ohne Berufsstörung der Regierung und des Syndikats!) als heilkräftig empfehlen. Damit wollte Herr Möller die Erörterung der augenblicklichen Lage abbrechen. Und die Unternehmer? rief Bebel laut. Herr Möller hörte nicht. Und die Unternehmer?, wiederholte Bebel noch eindringlicher. Da bequemte sich der Minister, zu verstehen. Er errötete nicht, als er flipp und flar gestand, daß die Unternehmer jede kontradiktorische Verhandlung mit den Arbeitern unter Leitung der Regierungstommissare abgelehnt hätten. Und als neue erregte Zwischenrufe an sein Ohr drangen, raffte sich der HiberniaHeld zum äußersten auf und fügte großartig hinzu:„ Was ich sehr bedauere". Es schien sogar aus den Geständnissen Möllers hervorzugehen, daß das Kohlensyndikat es auch fatt habe, selbst nur den Regierungskommissaren allein Rede zu stehen. Das war alles! Was brauchen wir eine Regierung? Genügt nicht das Kohlensyndikat?... Der Zentrums- Bergarbeiter Stöbel bestätigte vollständig die Darstellung Hues. Die Sigung schloß mit einer burlesken Erklärung des Konservativen v. Normann, der in drei Worten die berühmte konservative Feindschaft gegen das Kohlensyndikat dadurch bekräftigte, daß er beteuerte, sich erst dann über die Affäre geistig anstrengen zu wollen, wenn die Arbeiter wieder zur Arbeit zurückgekehrt wären.... Am Sonnabend soll die Debatte fortgesetzt werden, nach dem zuvor die konservative Handelsvertrags- Interpellation erledigt ist. Die allgemeine BergarbeiterVersammlung. ( Privat Telegramm unseres Z- Mitarbeiters.) Bochum, 20. Januar. Breskott von den Polen sprach gleichfalls und erklärte die Solidarität der Polen mit den übrigen Arbeitern. Alle Redner forderten zum Aushalten auf, sprachen die feste Zuversicht auf den Sieg aus und erklärten, daß die Unternehmer zur Anerkennung der Gleichberechtigung der Arbeiter gezwungen werden müßten. Der Kampf soll nicht eher abgebrochen werden, bis die Hauptforderungen erfüllt sind. Die Redner fanden jubelnden Beifall. Es wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: Die Versammlung protestiert gegen die progige Abweisung unserer Forderungen und der Kommission der vier Verbände durch den Verein für bergbauliche Juteressen. Wir erklären, daß die Kommission unsere rechtmäßige Vertretung ist, und erwarten, daß sie anerkannt und mit ihr verhandelt wird, um im allgemeinen Interesse zum Frieden zu gelangen. Die von ihr gestellten Forderungen find nur zu gerecht. Bisher wurden alle Ausschreitungen der Streifenden als vereinzelt und ziemlich harmlos hingestellt. Jm allgemeinen schienen sich die Ausständigen besonnen zu verhalten, so daß der Minister des Junern noch jüngst im Landtage der Hoffnung Ausdruck geben konnte, man werde mit der verstärkten Gendarmerie auskommen und kein Militär nötig haben, um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Heute erscheint letzteres zweifelhaft, nachdem die Zahl der Ausständigen so mächtig angeschwollen ist und die Folgen des Lohukampfes sich schärfer fühlbar zu machen begannen. Es ist unbedingt notwendig, daß die Arbeitswilligen gegen die zuchtlosen Wegelagerer, welche in ihrem wilden Fanatismus auch vor Mord und Totschlag nicht zurückscheuen, mit allem Nachdruck geschützt werden. Nur die Furcht hat ja Tausende veranlaßt, sich dent Streit anzuschließen. Die verhältnismäßig geringe Zunahme der Ausständigen nach der Proklamierung des Generalstreits bewies deutlich, daß faum mehr als die Hälfte der gesamten Belegschaft streitlustig Erst die Winke mit Zaunlatten, Gummischläuchen und Revolvern haben das weitere starte Anschwellen der Streifziffern beeinflußt. Möge die Regierung darans die Konsequenzen ziehen und energische Maßregeln ergreifen, um Recht und Gesetz nicht in frechster Weise von verheyten Wegelagerern verhöhnen zu lassen. Die„ Post" schreibt von Mord und Totschlag; aber selbst der erlogene Bericht des Bergbauvereins spricht nur von Mißhandlungen, Prügeleien, Steinwürfen und Schüssen, die nicht getroffen haben. Die Fälschung ist doppelt: erst erfindet man Exzesse und dann dichtet man sie gar zu Morden um. Echließlich will man glauben machen, daß eine Viertelmillion handfester und gefahrerprobter Bergleute alts Furcht vor Zaunlatten und Gummischläuchen den Gang zum Schachte nicht mehr wagen. Die Absicht ist offenbar: man will den Streik durch ein Blutbad des organisieren und die Arbeiter, die angeblich mit Stevolverschüssen von der Arbeit ferngehalten werden, mit Flintenschüssen in die Gruben zurüdjagen. Schweinburgs Kommentar. Die„ Berliner Politischen Nachrichten", deren sich der BergbauVerein als seines Sprachrohrs zu bedienen scheint, erklären, daß die Ablehnung der Arbeitgeber, sich auf Verhandlungen einzulassen, nur vorläufig Geltung habe. Wenn die staatliche Untersuchung abgeschlossen sei, dann erst werde damit die Grundlage für Verhandlungen gegeben sein. Von der Regierung erwarten wir Gehör, tatkräftigen Beistand Der Bergbauverein rechnet offenbar damit, daß sich die staatund Hülfe, sowie Sicherung unserer Ansprüche durch gesetzliche lichen Untersuchungen so lange hinziehen würden, bis die Wider Reformen. Die Versammelten geben das heilige Versprechen, auszustandskraft der Arbeiter erschöpft wäre. Daß man aber durch eine harren im Lohnkampfe und ihn in Ruhe, Ordnung und Disziplin durch solche Verschleppungstaftit dem gegenseitigen Kampf bis zum Weißzuführen, bis die Zechenbesitzer die Forderungen anerkennen. Von den bluten kein Ende setzt, vielmehr umgekehrt alle Möglichkeiten einer Behörden erwartet die Versammlung gerechte Behandlung bei Auf- möglichst schnellen friedlichen Beendigung aus dem Wege räumt, ist völlig rechterhaltung der Ordnung und volle Versammlungsfreiheit, weil flar. Die Ausrede der Bergherren legt nur das Verschulden nur dadurch eine ruhige, regelrechte Erledigung ermöglicht wird. Die der Regierung bloß, die sich, nachdem der Streit seit längerer Versammlung ersucht alle Kollegen des Ruhrreviers, sich als Brüder Beit auszubrechen drohte, erst informieren" muß oder sich erst indem Kampfe gegen die Zechenbarone anzuschließen und mitzufämpfen formieren zu müssen" vorgibt! bis zum Siege. Das rechtdenkende Bürgertum bitten wir um Beistand in dem schweren Kampfe. Die gleiche Resolution wurde in einer zweiten von etwa 3000 Personen besuchten Versammlung angenommen, die gleichzeitig in einem anderen Lokal tagte. Die große Versammlung bewahrte musterhafte Ruhe und nach Schluß leerte sich der Saal ohne Mühe. Die mächtige Schar zog langsam nach Hause, noch längere Zeit die Straßen Bochums füllend. Es kam nicht die geringste Störung vor. Die hiesige Polizei verhält sich taktvoll. % . Streif- Totschläger. ( Privat- Depesche unseres E- Korrespondenten.) Dortmund, 20. Januar. Die ungefeßliche Anordnung des früheren Oberpräsidenten von Westfalen Studt vom 17. April 1891 gegen das Streifpoſtenstehen wird nun überall erneut und die Gendarmen und Polizisten handeln auch danach. Die Ordnungsmannschaften der Organisationen werden vertrieben und bedroht. Jm Schüßenhofe in Bochum, dem Lokale, in dem die Bergarbeiter schon 1889 und 1893 folgenschwere Beschlüsse faßten, fand heute vormittag eine allgemeine Bergarbeiter- Versammlung statt. Als ich gegen 10 Uhr, getragen von einem dichten Menschenstrome, endlich im Versammlungslokale anlangte, fonnte ich nur noch mit Hülfe meiner Legitimationstarte bis zum Rednerpult gelangen. Kopf an Stopf gedrängt stand die Menge, nicht einmal für die Leiter der Der Bürgermeister von Witten dagegen hat sich Versammlung war ein Platz übrig geblieben; fie mußten hinter dem improvisierten Rednerpulte stehen, im Saale und auf den Galerien in einer Belegschaftsversammlung ausdrücklich dahin erklärt, waren gut 7000 Menschen versammelt und dennoch war der weite daß die bisherige Bewegung hinsichtlich der beobachteten Ruhe Borplatz des Versammlungslokals ebenfalls gedrängt voll. und Ordnung vollständiges Lob verdiene und er bitte, dafür Die Leitung der Versammlung wurde einstimmig den Vertretern zu sorgen, daß es auch so bleibe. der vier Organisationen übertragen. gedrungen worden ist. Kohlenpreiserhöhungen. Wie die Köln. Zeitung" erfährt, werden vom Kohlensyndikat, soweit es dazu in der Lage ist, jetzt Kohlen zu Tagespreisen, die höher sind als die Vertragspreise, abgegeben. In seltsamem Widerspruch dazu steht ein Rundschreiben, welches das Kohlenkontor, die vom Syndikat abhängige Verkaufsgesellschaft für die Rhein-, Ruhr- und Mainpläge an ihre Abnehmer gerichtet hat. In diesem Schreiben heißt es: zu „ Nachdem die Delegiertenversammlung der Bergleute den Generalausstand beschlossen hat, ist leider anzunehmen, daß der seither schon schwache Versand ab Zeche nunmehr ganz eingestellt wird. Obgleich dadurch unsere Lieferungs- Verpflichtungen erloschen sind, werden wir, so lange unsere Vorräte reichen, nicht nur die zur Lieferung ab oberrheinischen Lagern eingegangenen Verträge weiter tvie bisher ausführen, sondern auch für die Zeche oder in ganzen Schiffladungen zu liefernden Mengen Ersatz von unseren oberrheinischen Lagern zur Anlieferung bringen, eventuell unter Buhilfenahme anderer, den abgeschlossenen Mengen möglichst ähnlicher Sorten. Die Lieferungen erfolgen zu unseren normalen Verkaufspreisen ab oberrheinischen Umschlagplätzen, soweit nicht durch besondere Maßnahmen uns selbst in dem einen oder anderen Falle Mehrkosten entstehen, die wir zur Verrechnung bringen müssen. Eine irgendwie erhebliche Preiserhöhung wird, abgesehen von etwaigen Frachtdifferenzen, dadurch in keinem Falle eintreten. Wir bemerken noch ferner, daß wir aller Voraussicht nach in der Lage sein werden, selbst bei längerer Dauer des Streifs, die wir nicht für wahrscheinlich halten, den Bedarf unserer Kundschaft voll zu decken, so daß wir Ersagkäufe von anderer Seite nicht für erforderlich halten." Blatt Der Landrat von Bochum dagegen hat die SicherheitsNach einigen einleitenden Worten des Einberufers Ludwig bemühungen der Organisationen schlankweg verboten und dabei Schröder nahm Kühne vom chriftlichen Gewerkverein das Wort. Er schwere Drohungen ausgesprochen. Auf Zeche„ Staiserstuhl" Mit dieser Nachricht, daß vorläufig das Kohlensyndikat ging die Forderungen der Bergarbeiter nochmals durch, sie furz und sind 65 Totschläger angefertigt worden, die man den Arbeits- keinen Exicanußen aus dem„ Kohlenmangel" zu ziehen sucht, fnapp mit einigen Tatsachen begründend. An die Spitze seiner Dar- willigen als Waffe in die Hand drücken will. Die Totschläger stimmen die gestrigen Notierungen der Düsseldorfer Börse für legungen stellte er den Sak, daß der Kampf den Bergleuten auf bestehen aus abgehanenen Stücken von Förderseilen, die wieder Stohle, Koks usw. überein, die keine Veränderungen aufaus 36 einzelnen Stahldrähten zusammengeflochten sind. An weisen; andererseits aber haben sich bisher in bezug auf das Nach ihm sprach Sachse, der in längerer Rede noch auf diese den Enden sind diese Totschläger mit einem eisernen Ring um- Kohlensyndikat die Meldungen der„ Kölnischen Zeitung" Tatsachen und vor allem auf die Entwickelung des Streits einging, schlossen. Ein Exemplar dieser Idealwaffe nach dem Herzen als durchaus zuverlässig erwiesen. Bei seiner Stellung um die Grundlosigkeit der Behauptung zu erweisen, daß die Führer den der Scharfmacher ist auf Veranlassung der Redaktion der den industriellen Kartellen hat auch das Streit veranlaßt hätten. Der Streit ist gekommen, weil man die Klagen Arbeiterzeitung" hente abend per Eilpaket nach Berlin gesandt sicherlich keine Veranlassung, Nachrichten zu erfinden, welche nicht gehört hat, die seit drei, vier Jahren von den Arbeitern in zahl- worden und wird morgen auf dem Tisch des Hauses im Reichs- nur deren Geschäftspolitik zu diskreditieren geeignet sind. C bleibt also nur die Annahme, daß zwar offiziell das Kohlenreichen Belegschaftsversammlungen immer wieder erhoben worden tage niedergelegt werden. Bei der gestrigen Löhnung auf Zeche ,, Kaiserstuhl" erschienen syndikat es vorläufig noch für angebracht hält, den Anschein sind. Auch Kommissionen hat man gewählt, die bei den Unternehmern vorstellig geworden sind. Erst hat man sie nicht angehört, wie auf 80 Sicherheitsbeamte. Die Verwaltung, der diese Sicherheits- zu vermeiden, als gedente es aus der Situation besondere Zeche„ Engelsburg" bei Baare. Als Herr Baare damals dann endlich wache selbst unheimlich wurde, schickte 25 Ordnungsdiener Vorteile zu ziehen, im stillen aber dazu bereits seine Maßfür die Kommission zu sprechen war, wurden ihr geringfügige Ver- wieder weg. Es passierte kein Unglück, ebensowenig wie am regeln trifft. sprechungen gemacht, aber nicht gehalten. Die Kommission aber war ziveiten Löhnungstage, wo nur 3 Beamte zur Stelle waren. bald darauf von dem Werke verschwunden. Bereits voriges Jahr Die ,, Rheinisch- Westfälische Zeitung" sendet war die Stimmung bis zur Siedehize. Die Führer machten immer noch Sensationsnachrichten über Unruhen, Schlägereien, dann fam Arbeitswilligen- Mißhandlungen in die Welt. In fast allen alle Anstrengungen und beruhigten die Leute, der Anschlag auf Zeche„ Bruchstraße", der die Verlängerung der Fällen ist konstatiert worden, daß die Nachrichten erfunden sind. Seilfahrt anordnete, ohne die Arbeiter zu fragen. Im Dezember In einzelnen Fällen war überhaupt nicht zu ermitteln, streiften die Leute auf" Bruchstraße" zwei Tage. Eine Kommission daß an den betreffenden Stellen irgendwelche Unruhen vor ging zu Stinnes. Der war nicht zu sprechen. Dann ging sie zu gekommen sind. Heute morgen berichtet das Blatt, auf einem Bergrat Remy. Dem war sie zu jung. Dabei war fein Mitglied Bechenplage in Marten seien zwei Arbeitswillige so schwer seien. Die Redaktion der Arbeiterzeitung" fragte bei der betreffenden Polizeiverwaltung an und erhielt die Antwort, die Nachrichten feien aus den Fingern gelutscht. * Mosses Boltszeitung". Seitdem die Berliner Volkszeitung" in das Haus Mosses ge= zogen, hat sie auch die Moral des Hauses Mosse angenommen. Während sie früher nach einer gewissen Wohlanständigkeit und wahrhaftigkeit strebte, hat sie jetzt vollkommen die Grenze zwischen Berliner Tageblatt" und" Boltszeitung" verwischt. Die„ Berliner Volkszeitung" entnimmt nicht nur den Drudsay aus dem„ Lage= blatt", sondern auch die Verlogenheit. In der Nummer der Volkszeitung" vom Donnerstag abend " unter 30 Jahren und viel älter werden die Bergleute im Durchschnitt mißhandelt worden, daß sie noch auf dem Plage verstorben finden wir folgende Polemit gegen uns: überhaupt nicht. Am Oberbergamt endlich bekamen sie recht. Stinnes mußte den Anschlag zurückziehen, machte aber bald einen zweiten.. Dann wurde wieder eine Kommission gewählt. Stinnes behandelte sie wie Schulbuben. Er will mit dem Lumpenpack nicht verhandeln, das ihm seine Millionen schafft. * " Die Zahl der Ausständigen hat sich, wie uns eine Privat- Depesche unseres E- Korrespondenten Am 7. Januar traten die Arbeiter von Bruchstraße" in den meldet, noch erhöht und beziffert sich insgesamt auf 240 000 bis Streit. Daß am 9. Januar die Leute von„ Kaiserstuhl" 250 000 Mann. " entgegen den Beschlüssen der Organisation in den Streif Die industriellen Anlagen, die durch den Kohlenmangel in Mittraten, hat auch gute Gründe. Dort sind schon früher die leidenschaft gezogen werden, mehren sich jeden Tag. Einzelne legen Arbeiter erfolglos vorstellig geworden. Aehnlich wie die Kommission den Betrieb vollständig still, andere versuchen es mit Einschränkung. der Arbeiter von„ Bruchstraße" behandelt wurde, sind auch die Verschiedentlich sind schon von auswärts bezogene Kohlen als unBeauftragten der Revierkonferenz vom bergbaulichen Verein behandelt brauchbar für industrielle Zwecke zurückgewiesen worden. worden, was Sachse in großer Erregung schildert. Dieses Verhalten der Unternehmer hat es zutvege gebracht, daß die Verbände, die sich noch bei den Knappschaftswahlen scharf bekämpften, einig und ge= schlossen vorgehen, alle politischen Unterschiede vergessend. * Der Schrei nach Militär. Selbst Herr Möller hat am Freitag im Reichstage zugeben müssen, daß die Schauerberichte über die Gewalttaten der Streifenden Aus den tatsächlichen Angaben über die Zustände sei erwähnt: tendenziöse Uebertreibungen wären. Das hindert aber die" Post" Bor zehn Jahren waren 54 Strante unter 100 Bergleuten, jetzt 71.1 nicht, am Freitag abend eine Reihe solcher Blutphantasien abzuWenn ein Teil der sozialdemokratischen Presse Miene macht, den Streik für die sozialdemokratischen Parteiinteressen zu fruftifizieren, so darf man sich über die Begleiterscheinurgen, die sich daraus ergeben, nicht wundern. Zu diesen Begleiterscheinungen gehört die Taktif, den Lesern der sozialdemokratischen Parteipresse vorzureden, daß die Sozialdemokratie allein die einzige Freundin der Bergarbeiter sei, für diese gegen die Zechen Partei ergreife und was dergleichen Behauptungen mehr sind. Es spielt in diese Parteitaktik eine Verlogenheit hinein, die im Interesse der objektiven Wahrheit nach Verdienst und Unwürdigkeit gebrandmarkt werden muß. Von unserem Blatte behauptet der Vorwärts" in wahrheitswidriger Kennzeichnung unserer den Forderungen der Bergarbeiter durchaus freundlich gesinnten Haltung, die„ Bolkszeitung" ziehe sich aus der heiflen Affäre", indem sie einen Aufruf der deutschen Gewerkvereine Rheinland- Westfalens wiedergiebt. Gewiß haben wir den Aufruf wiedergegeben, wie wir auch den Aufruf des Berliner Zentralrats der Gewerkvereine wiedergegeben haben.... Die Bemerkung, die„ Volkszeitung" ziehe sich as der heiklen Affäre", wodurch der Anschein bei den Lesern des " Vorwärts" erwedt werden soll, als trügen wir Scheu, zugunsten het Bergleute Farbe zu belennen, charakterisiert sich also als der Ausfluß einer groben UnWahrhaftigkeit, mit der man lediglich operiert, um im parteipolitischen Interesse die Lüge aufzubringen, als erwachse den streikenden Bergarbeitern nur bei der Sozial- demokratie Heib" Jedes Wort dieser Ausführungen ist wissentlich unwahr. Der „Vorwärts hat m.it keinem Wort die redaktionelle Haltung der ..Volkszeitung" im Bergarbciterstreik kritisiert, sondern' er hat nur darauf hingewiesen— und diesen Zusammenhang verschweigt die Mossesche„Volkszeitung"—, wie für ihre Arbciterfrcundlichkeit die Tatsache natürlich ein sehr peinlicher Zustand sei, daß der Frei- s i n n, zu dem das Blatt sich rechnet, im Gegensatz zur Sozialdemo- kratie als Partei keinerlei Sammlungen einleitet. Auf diese Ar- beiterfreundlichkeit des Wortes, der die Tat nicht folgt, bezog sich unsere Bemerkung, daß die„Volkszeitung" sich aus der heiklen Affäre durch den Abdruck eines g e w e r r v c r e i n l i ch c n Aufrufes zieht. Die Mossesche„Volkszeitung" hat so sehr die Sitten des„Bcr- liner Tageblattes" sich angeeignet, daß sie nicht einmal mehr ihren Lesern mitteilt, was in Wirklichkeit gesagt war, sondern sie pole- misiert gegen ihre eigenen unwahren Behauptungen und Fälschungen. Es ist auch das Gegenteil der Wahrheit, wenn behauptet wird, die Sozialdemokratie versuche sich als die einzige arbeiterfreundlichc Partei aufzuspielen und parteipolitische Geschäfte aus dem Berg- arbeiterstrcik zu ziehen. Wir haben sa umgekehrt gerade hervor- gehoben, daß die von der Sozialdemokratie gesammelten Gelder allen Streikenden ohne Unterschied der Organisation zufließen werben und wir haben uns bereit erklärt, Schulter an Schulter mit dem Zentrum und dem Freisinn die Unterstiibungssammlungen für die Bergarbeiter cinzuleiten. Wir haben so wenig den Bergarbeiter- streik zur Parteisache gemacht, daß wir dem Zentrum und dem Freisinn immer wieder ins Gewissen redeten, uns in der Unter- stützung der Bergarbeiter beizustehen. Und da wagt es die Mossesche „Volkszeitung", deren Chefredakteur als die Blüte � bürgerlichen Journalistcnanstandes gilt, wie irgend eine„Post" oder„Staatsbürger- Zeitung", das Gegenteil von dem zu behaupten, uns Vorwürfe zu machen, die nur ihre Partei treffen. Wir sind doch nicht schuld daran, daß der Freisinn wie das Zentrum die Bergarbeiter mit ein paar scharfen Artikeln gegen das Kohlensyndikat abspeisen und es der Sozialdemokratie überlassen, ihrerseits werktätig für die Streikenden einzutreten. Nicht die Sozialdemokratie hat den Streik zur Parteisache gc- macht, sondern vielmehr die bürgerlichen Partcidn sorgen durch Ablehnung einer wirklichen Unterstützung der Streikenden da- für, daß ihre eigenen Parteianhänger nur von der Sozialdemokratie mit Mitteln versorgt werden. Wir sind gespannt, ob die Mossesche „Volkszeitung" auch darin den Sitten des„Berliner Tageblattes" folgt, daß sie von der tatsächlichen Richtigstellung ihrer falschen Be- hauptungen keinerlei Notiz nimmt. Im übrigen erstreckt sich allerdings die Arbeiterfreundlichkeit auch der„Volkszeitung" nur auf ein paar wohlwollende Leitartikel. Im Inseratenteil treibt sie nach wie vor die arbeitcrfeind- l i ch st e Politik, die sich denken läßt. Noch in der letzten Sonn- tagsnummer findet sich ein ganzer Haufen Streikbrecherannoncen, die ausschließlich gegen den Berliner Gürtlerftreik gerichtet sind. Die Streikbrccherannoncen sind auch als solche durchaus gekenn- zeichnet, weil die Auftraggeber vorsorglich gleich hinzugefügt haben, daß Nichtorganisierte Gürtler gesucht werden. Wir ver- stehen, daß die Redaktion der„Berliner Volkszeitung", seitdem sie an Masse verkauft ist, ein schlechtes Gewissen hat, weil sie ihre Hände nicht mehr frei fühlt, aber es geht doch nicht an, daß sie ihre schlechte Laune über die Zweideutigkeit ihrer Stellung an uns ausläßt, die wir doch wahrhaftig nicht verschuldet haben, daß das Blatt unter das Joch des Mosseschcn Jnseratengeschäftes gelangt ist. *** Die erste Sammrlquittung befindet sich an der Spitze der dritten Beilage. politische(lebersidn. Berlin, den 20. Januar. Ter Riesenstreik der Petersburger Arbeiter ist eine Erscheinung, die verdient, daß die Aufmerksamkeit der ganzen Welt sich ihr zuwendet. Wären die Kräfte der deutschen Arbeiterschaft momentan nicht in ganz exklusiver Weise durch den gleichzeitigen deutschen Riescnstreik der Bergarbeiter im Ruhrrevier in Anspruch genommen, so würde sie jedenfalls nicht zögern, ihre lebhafte Sympathie für die Kämpfe ihrer Petersburger Brüder in nicht zu verkennender Weise kund- zugeben. Jedenfalls verfolgt sie die Vorgänge in Petersburg mit dem lebhaftesten Interesse. Die Bewegung nimmt in der Tat immer gewaltigere Dimensionen an und verursacht den Unternehmern und der Regierung die größten Äopfschtnerzen. Vorgestern fand in Gegenwart des Finanzministers eine Beratung der Fabrik- besitzer statt. Diese gaben an, daß am folgenden Tage viele Fabrikarbeiter in Ausstand tteten würden. Ferner machte der Besitzer einer großen Fabrik in Charkow die Mitteilung. daß dort ebenfalls ein Ausstand vorbereitet werde. Wie wir bereits berichtet haben, wurde in dieser Versammlung be- schlössen, mit den Arbeitern jeder Fabrik würde die betreffende Direktion erst nach der Wiederaufnahme der Arbeit ver- handeln, keinesfalls solle aber mit den Arbeiterorganisationen verhandelt werden. Der Finanzminister und der Minister des Innern haben auch geglaubt sich den Arbeitern gegenüber aufs hohe Roß zu setzen— sie haben es abgelehnt, eine Abordnung der Arbeiter zu empfangen. Auf gestern und heute sind weitere Beratungen des Finanzministers mit den Fabrikbesitzern anberaumt worden. Ob sie in der Lage sein werden, angesichts des mächtigen Anschwellens der Bewegung noch lange auf ihrem Herrenstand- Punkt zu beharren, erscheint jetzt ziemlich zweifelhaft. Eine Meldung des Wolffschcn Bureaus vom 19. Januar besagt, daß in Arbeiterversammlungen gegenwärtig andauernd für die Unterzeichnung einer Petition an den Kaiser settens der Arbeiter«gittert werde. Diese Petttion enthält im wesentlichen eine bittere Klage über ihre verzweiflungsvolle Lage und �darüber, daß sie die Menschenrechte entbehren müßten. Sie endigt mit dem Ausdruck der Ergebenheit an den Kaiser und schließt mit den Worten:„Begnadige uns und laß uns leben. Wenn Du uns in dieser Lage läßt, ziehen wir vor, zu sterben." Die- selbe Meldung besagt, es verlaute, die Arbeiter beabsichttgten, 400 000 Mann stark vor dem Schlosse eine Kund- gebung zu veranstalten. Der gestrige Tag hat ein weiteres gewaltiges Anwachsen der Streikbewegung in Petersburg gebracht, uud es ist nicht unwahrscheinlich, daß es bald zum General st reik kommen wird. Es haben gestern auch die Arbeiter der B a u m w o l I- spinnerei San Galli u. Kalinkin die Arbeit ein- gestellt. Es bestand gestern auch die Absicht bei der Baltischen Fabrik(5000 Arbeiter), in einer Pattonenfabrik(7000) und in einer Waggonfabrik(8000), die Arbeit einzustellen. Die Gärung griff auch nach einem neuen Stadtteile über. Räch 8 Uhr des Morgens drang eine aus Arbeitern verschiedener Fabriken bestehende Menge in die Druckerei der Akademie der Wissenschaften ein, um die dortigen Schriftsetzer und anderen Arbeiter zum Anschluß an den allgemeinen Ausstand zu zwingen. Da auf der Sttaße eine tausendköpfige Arbeiterschar des Ver- laufes der Dinge harrte, ordnete die Polizei, um Aus- schreitungen vorzubeugen, die Einstellung der Arbeit in der Druckerei an. Von der Druckerei der Akademie der Wissenschaften zog die Menge nach verschiedenen Fabriken im Stadtteil Wassili- Ostrow und veranlaßte, daß dort die Arbeit eingestellt wurde. Die Polizei enthielt sich der Einmischung. Gestern nachmittag begab sich eine aus 200 Arbeitern be- stehende Abordnung in alle Werkstätten, Fabriken und Druckereien und forderte die in denselben beschüfttgten Arbeiter auf, die Arbeit niederzulegen, widrigenfalls gegen sie Gewaltmaßregeln angewendet werden würden. Alle kleineren in- dustrielleti Betriebe in Petersburg befinden sich bereits im Ausstände, die Druckereien werden geschlossen. Am Abend sollte eine Arbeiter- Versammlung stattfinden, in welcher man sich über die zu stellenden Bedingungen schlüssig machen wollte. Welche Strömungen in dieser Massenbewegung vorwiegen, ob rein wirtschaftliche, oder ob die Massen bereits dazu reif sind, Träger einer zielbewußten, politisch-revolutionären Bewegung zu sein, läßt sich aus den bisherigen— gerade in diesem Punkte unklaren und zum Teil einander wider- sprechenden Meldungen nicht übersehen. Zweifellos ist, daß wenn nicht alle und vielleicht sogar nicht die Mehrheit, so doch ein erheblicher Teil der Teilnehmer der Bewegung unter dem Einfluß der jahrelang betriebenen sozialdemokratischen Agitation zielbewußte Sozialisten sind; zlveifellos bietet sich andererseits für die große Masse, wenn sie auch dank dem Drucke des Absoluttsmus ihr Leben lang im Elend und Unwissenheit erhalten worden ist, durch diesen Kampf— die beste Gelegenheit, ein klares Verständnis zu gewinnen dafür, daß ohne Beseitigung des Absoluttsmus für sie nicht die geringste Aussicht vorhanden ist, auch nur geringe Linderung ihres Elends zu erhoffen. Diese politische Erziehung kann unter den gegenwärttgen Umständen sich riesenschnell vollziehen. Hat aber in der Hauptstadt Rußlands die übergroße Majorität der Bevölkerung begriffen, daß es ftir sie kein Auskommen mit dem Absoluttsmus gibt, dann sind die Tage dieses letzteren alsbald gezählt l Es ist daher die erste Pflicht aller revolu- tionär und oppositionell gesinnten Elemente in ganz Rußland, der Sozialisten und des radikal- gesinnten Bürgertums, den Petersburger Arbeitern so schnell als möglich mit Geldmitteln beizuspringen'); Aufgabe der Sozialisten ist es aber, alle Kräfte einzusetzen, um— soweit das noch nicht geschehen ist— die Köpfe dieser Leute zu erhellen mit dem Verständnis für die polittsche Situation und für die hohe gewaltige Mission, die ihnen in derselben zugefallen ist. ch ch Nachdem das Obige geschrieben war, ist die folgende Depesche des Wölfischen Telegraphenbureaus eingelaufen: Petersburg, 20. Januar. Die Arbeiter haben hier auf allen Werken und Fabriken der Stadt die Arbeit niedergelegt. Morgen werden alle Unterschriften für die Petttion an den Kaiser gesammelt. Die Versammlungen dauern fort: der Priester Gapon hielt Ansprachen an die Arbeiter. Man ist überall entschlossen, am Sonntag um 2 Uhr ans den Platz vor dem kaiserlichen Palais zu marschieren selbst bei jedem unr denkbaren Widerstände, sogar wenn die Truppen die Waffen gebrauchen sollte». Man hat sich entschlossen, keine Waffen mitzunehmen und sich der Gewalt nicht zu widersetze». Die Arbeiter wünschen, daß der Kaiser selbst ihre Petition höre, sie weigern sich, sie den Beamten zu übergeben. Der Priester Gapon hat versprochen, vor den Arbeitern in seiner Soutane mit dem Kreuz zu marschieren. Die Arbeiter erklären: wir sind bereit, aus dem Platz vor dem Palais zu st e r b e n. Wir verlangen ausdrücklich, daß der Kaiser erscheint und unS anhört. Also, die Würfel sind gefallen! Das Volk will dem Zaren von Angesicht zu Angesicht entgegentreten und er wird ihm Antwort stehen müssen. Was fiir eine Antwort wird ihm die Kamorra vorschreiben? Wird er die Arbeiter mit Blei empfangen oder mit... neuen Vertröstungen auf„Reformen?" Ob so, oder so, die�Tage des russischen Absoluttsmus sind gezählt. Der Jung-Siegfried— das ruffische Volk— ist erwacht, noch sind die ersten Aeutzerungen seiner Kraft kindlich naiv, aber bald wird er vor der Weit dastehen als ein ganzer Held, der sich voll bewußt darüber ist, gegen wen und wie er seine Waffe zu richten hat!_ Preußische Kulturschmach. Sehr belastendes Material für die Minderwertigkeit der prentzi- scheu Volksschulbildnng liefert die Doktorarbeit eines Militärarztes in Breslau. Er hat aus medizinischen Gründen, auf die wir hier nicht eingehen wollen, bei 174 geistig gesunden Soldaten das geistige Inventar aufgenommen, d. h. festgestellt, wie groß die Kenntnisse der betreffenden Leute seien. Er hat im Laufe einiger Monate seinen Prüflingen 167 Fragen vorgelegt„aus allen Wissensgebieten, die man im Allgemeinbesitz deS Volkes vermuten dürfte". Von diesen 174 jungen Leuten waren 69 gelernte, 105 ungelernte Arbeiter! 80 waren katholisch, 94 evangelisch; 147 stammten vom Lande, 2 aus Klein-, 6 aus Großstädten. Der Verfasser prüfte zunächst die Schnlkenntnisse im Rechnen, Geographie und Religion und das Wissen in Lokalverhältnisseu. Das ABC kannten 82: beim Rechnen haperts sehr, einfachste Sub- traktions- oder Addittonsaufgabcn wie 50—28 oder 23-j-44 können ctiva 50 nicht herausbekommen! In den Fragen über Geographie, auch die engere heimatliche, zeigen sich unerwartet große Lücken. Nur kennen die Mündung der Oder, des Heimatflusses, 30 wissen keine preußischen Städte außerhalb Schlesiens, 70 keine deutsckieu Städte außerhalb Preußens, 26 kvi'"»ii sich bei dem Wort Erdteil nichts denken. Bei den Fragen über Religion bleibt das Resultat weit hinter den Erwartungen zurück, die man hegen durste, wobei noch besonders zu beachten ist. daß die Mehrzahl der Geprüften vom Lande stammt und somit gewohnt ist, alle Sonntage in die Kirche zu gehen. Martin Luther hält ein K a t h o l i k für den Papst, der h ö ch st e B o r g e s e tz t e der Katholiken sei der S u l t a n I Unsagbar komisch— oder eigentlich traurig— sind zum Teil die Antivorten auf die Fragen über den Unterschied zwischen Protestanten und Katholiken— z. B. die ersteren *) Wir benutzen die Gelegenheit, um einen unliebsamen Druck- fehler in unserem gestrigen Artikel über die Stellungnahme der russischen Sozialdemokratie zur bürgerlichen Opposition zu korri- gieren. ES ivar dort die Ansicht ausgesprochen, m Rußland könnten vom„gesamten Bürgertum" unterstützte politische Massen- streiks stattfinden. Selbstverständlich sollte es heißen: von, „gesamten radikal-gesinnten Bürgertum" und waren damit in der Hauptsache die Vertreter der freien Berufsarten gemeint. Daß z. B. das industrielle Großkapital, wenn es sich auch zuweilen oppositionell geberdet, doch, sobald seine eigenen Interessen von der Arbeiterschaft angetastet werden, jeden Augenblick bereit ist sich mit dem Absolutismus ein Herz und eine Seele zu fühlen, daran haben wir natürlich keinen Augenblick geziveifelt. seien lutherisch, die letzteren jüdisch--- und zwischen Juden«ck Christen. Weiterhin prüft der Verfasser über die geläufigsten historischen und aktuellen Geschehnisse. 50 kennen den Sedantag nicht,„den sie alle Jahre in der Schule gefeiert haben", ein Viertel weiß gar nicht, wer 70/71 Krieg geführt hat, 100 wissen nichts von der Kaiserkrönung von 71, und„alle diese Leute", klagt der Autor,„haben die großen Volksfeste zur 25jährigen Wiederkehr' der Gründung� des Reiches mitgemacht". Den Namen des Kaiser? wissen vier(Soldaten!) nicht, den Namen des Reichs- kanzlers(armer Bülow!) weiß ein knappes Viertel. Von der Sozial- demokratie wissen fast alle etwas.„Also doch etwas Aktuelles, was erfaßt wurde", jubelt beinahe der Verfasser. Aber nur 60 können andere politische Parteien angeben. Von Goethe weiß etwa cm Dutzend etwa?. Endlich wird noch über soziale Gesetzgebung und Naturgeschichte ein wenig gepriist. Der Autor konstattert im Anfang, daß sein Resultat keines« falls als Minimalresultat aufzufassen sei; die untersten Schichten der Bevölkerung fielen für diese Prüfung auS, weil das Regiment sich größtenteils aus Freiwilligen zusammen- setzt und auch sonst guten Ersatz habe, lind welches sind die Schluß- folgerungen, die sich aus der Untersuchung ergaben? Wir zitieren aus der Arbeit: „Schon nach 6 Jahren der Entfernung von der Schule sind deren Wirkungen wie fortgewischt aus dem Gedächtnis und ganz wunderlich berühren einen die großen Lücken auf dem Gebiete der Religionslehre, eines Gebiets, das doch durch die Feiern der christlichen Feste immer im Gesichtskreise bleibt, und das bei Leuten, die aus der anerkanntermaßen religiösen Bevölkerung Schlesiens stammen.— Völliger Mangel au sozialer Orientierung, Unkenntnis der politischen Rechte selbst in der sozialen Gesetz- gebmig, die ihnen doch an Haut und Haar geht, läßt eigent- lich jeden Gedanken an eine höhere Ethik, Vater» l a n d s g e j ü h l zc. als müßig erscheinen bei Leuten, deren historischer Horizont kaum bis zu den nächsten Großtaten unseres Volkes reicht, deren geographischer Horizont schon wenige Meilen vom Heimalsdorfe aufhört. Die Lücken sind prozentualster allgemein so groß uud zwar bei Dingen, die den Gebildeten zum selbstverständlichenJnventar deS Volkes zu gehören scheinen, das geistige Inventar ist so gering, daß man überall gefaßt sein muß, auf die scheinbar unmöglichsten Lücken zu stoßen. Man steht tat- sächlich stauncild vor diesen ungeheuren Lücken und fragf sich, was wissen diese Leute denn überhaupt, die hier doch als durchaus braucyvare Soldaten funktionieren." Soweit der Autor! Und diese Leute sind durchaus brauch- bare Soldaten und noch viel brauchbarer als Arbeiter und AuSbentungS- Objekte! DaS ist ja der Daseinszweck dieser Leute im Sinne derer, die für diesen Kulturtiefstand ver- antwortlich sind. An Schulbildung solle» sie nur so viel bekommen, wie gerade eben zur Erfüllung dieses Daseinszwecks unbedingt nötig ist; sie sollen so dumm bleiben, daß sie jeden Kontrakt mit dem ländlichen Arbeitgeber unterschreiben, ohne ihn zu verstehen, daß sie der kirchlichen Obrigkeit gehorsam sind, ohne zu murren, daß sie auf Befehl auf ihre Arbeitsbrüder in den Städten schießen. So will es die preußische Kultur!—_ „Russische Lockspitzel".„Auch ist ein gar großer Unterschied zwischen einem warmen friedlichen Klosterneste und deafleiblichen Gefahren einer Propaganda der Religion der Tat und es ist ganz klar, daß die Zeit dazu bei dem deutschen Zentrum nie kommen wird, denn es ist organisiert und dressiert auf die Unterhaltung einer Armee von Faulenzern, Maulhelden und verkrachten Existenzen aller Art, welche leben wollen von der Religion, aber nicht daran denken, das eigene Fell jemals zu Marfte zu tragen für die Religion." Wenn solche Sätze meinem sozialistischen Blatt ständen, so würde die klerikale Presse nicht genug Boschimpfungen finden, um diese un- erhörte Verleumdung der christlichen Kirche und des Zentrums bloß- zustellen. Aber diese Sätze finden sich in der„Germania", dem Zeniralorgan des deutschen Zentrums, und beziehen sich aller- dings nicht auf Kirchcnfürsten, Kardinäle, Prälaten und Kapläne, nicht auf„Germania"-Redattenre, die in ihrem Blatte sorgfältig jede Spur einer geistigen Tätigkeit austilgen, jene Beschimpfungen sollen nicht den Widerspruch geißeln, der zwischen der christlichen Nächstenliebe der Entsagung und dem gemästeten Kultus der katholischen Kirche herrscht, sondern im Original ist statt Religion Revolution, anstatt Propaganda der Religion der Tat, Propaganda der Tat, statt Zentrum Sozialdemokratie zu lesen. Dieselbe„Germania", die dieser Tage in dem Verhalten des Kohlensyndikats im Rnhrrevier eine Provokation zu Gewalttätigkeiten gesehen hatte, hält sich jetzt darüber auf, daß die deutsche Sozial« demokratie nicht ans die Straße geht und mit der Bombe Revolution macht. Sie höhnt über die Scheu, sich den leiblichen Gefahren einer wirklichen Revolution auszusetzen und sie sucht die deutsche Sozialdemokratie dazu zu verlocken, die Straßen zu durchziehen, Brücken und Denkmäler zu demolieren, Fenster einzuwerfen und friedliche Geschäftsleute zu plündern, wie dies im Rußland der Revolutionäre geschehen soll, in dem der„Germania" be- freunde.„n Rußland von K i s ch i n e w allerdings tatsächlich ge- schieht. Die„Germania" begreift nicht, warum in Deutschland, wo doch dieselben barbarischen Verhältnisse nach unserer Anschauung wie in Rußland herrschen, sich die Massen nicht bewaffnen und unter dem Schutze der roten Fahnen plündern und morden und mit dem Rufe umherziehen:„Nieder mit dem Kaiserreich, nieder mit der Armee!" Die„Germania" ist so unwissend, daß ihr nicht einmal bekannt ist, wie selbst die extremsten Terroristen Nußlands diese Methode in dem Augenblick verwerfen, wo in Rußland auch nur der Anfang einer Verfassung vorhanden ist. Nachdem sich das Zentralorgan der größten Partei Deutschlands dermaßen die kranken Phantasien eines russischen Lockspitzels an« geeignet hat, fügt es hinzu:„Eine tolle aeistesbankrotte Gesell- schast". Diese Tollheit und dieser Geistesbankrott soll nämlich darin bestehen, daß die deutsche Sozialdemokratie nicht die Neigung hat, dem �Zsnt provooateur der„Germania" zu folgen. Der Artikel des Zentrumsblattes sieht wirklich so auS, als ob er von einem Agenten des russischen Absolutismus verfaßt wäre. Während die ganze zivilisierte Welt über die Brutalität und Barbarei des Zarismus sich entsetzt, r-*nt die„Germania" diese An- klagen gegen das verruchteste System, das die Weltgeschichte gesehen hat,„blödsinniges Geschre'" und findet es selbstverständlich, daß der brutal angegriffene Staat, nämlich Rußland, seine Autorität und Ordnung mit den Waffen in der Hand verteidigt. Während alle bürgerlichen Elemente Rußlands mit der russischen Sozialdemokratte einer Meinung sind, daß nur die russische Revolution die Welt von der Schande deS Absolutismus zu befreien vermag, behauptet die„Germania", daß der revolutionäre Sozialismus in Rußland den konstitutionellen Fortschritt verhindere. DaS deutsche Zentrum hat seit seiner Oppositionszeit den Schein zu wahren gesucht, als ob der Klerikalismus bei uns nicht jenes widerwärtige reaktionäre politische Gewächs sei, das in den katho« lische» Ländern die reine Luft vergiftet. Zentrumsblätter Ivie die „Kölnische Volkszeitung" versuchen auch den demokratischen Anstands- schein zu wahren. Es ist gut, solche, wie von einem russischen Lock- spitze! geschriebene, halb wahnsinnigen, halb niederträchtigen Aus- lassungen von Zentrumöblättern zu neueren, um sich nicht über daS wahre Wesen des überall gleichen Klerikalismus zu täuschen. Wenn im übrigen die„Germama" in Raub und Blut schwelgt, so erklärt sich das aus einem gewissen Atavismus sehr leicht. Die Wahnvorstelliuigeu über die Sozialdemokratte sind die dunklen Er« innerungen an die Weltpolitik der katholischen Kirche, an jene un« endliche Bartholomäusnacht der katholischen Kirche, die ihre Welt- geschichte ist.—_ Militärjustiz. Vor dem Dresdener Kriegsgericht wurden am Frei- tag voriger Woche zwei Prozesse verhandelt. Gin Unteroffizier war wegen Mißhandlung, vorschrifts- für den Ausbau der Befestigung Kopenhagens verschaffen. Das ist| Kartusche das Versehen unbemerkt geblieben sein, so würde derartiges, widriger Behandlung und Beleidigung eines Soldaten angeflagt. eine Einschränkung des Budgetrechts des Reichstages, der doch den wie die National- Beitung" mit Recht bemerkt, auf jene Are erwiesen wurde angesehen, daß der Angeklagte den Soldaten an Ministern vorschreibt, welche Summen für die einzelnen Angelegen artilleristische Elitetruppe ein geradezu schauderder Nase pacte. so daß sie blutete, daß er ihm einen Stoß mit heiten ihrer Refforts verwandt werden sollen. Dennoch stellte das haftes Licht werfen. Aus Wien wird gemeldet, auf der der Faust versezte, infolgedessen der Soldat mit dem Unter- golfething dem Ministerium mit 63 Stimmen, bei 38 Stinn dortigen Botschaft erkläre man zwar den Vorfall bei dem Winterpalais Leib gegen ein Geschüsrohr flog und er mehrere enthaltungen( bie 16 Sozialdemokraten, 11 Radikale und 11 Kon- dortigen Botschaft erkläre man zwar den Vorfall bei dem Winterpalais Tage Schmerzen verspürte; daß er den Soldaten ferner am fervative), ein Vertrauensvotum aus. Noch flarer zeigte sich die als unglücklichen Zwischenfall, führe diesen aber auf die grenzen Halse drückte, bis er blutete. Weiter regalierte der Unter- Scheidung bei der vorhergegangenen Abstimmung über eine Reso- lose Nachlässigkeit des betreffenden Batterieoffizier den Mißhandelten mit der Bemerkung, es würde ihm große lution der Radikalen, in der eine wirkliche Herabschung Kommandanten zurück. Freude machen, wenn er sein Opfer vergiften fönnte. der militärischen Ausgaben verlangt wurde. Unser Besondere Bedeutung mißt man in Petersburg dem UmMs Verteidiger des Angeklagten fungierte der Hauptmann Parteigenosse lausen hatte diese Resolution im Namen der stande bei, daß die Batterie, die den Schuß abfeuerte, zu dem feiner Batterie, der seinen Klienten troß dieser bewiesenen Noheiten Sozialdemokratie unterſtüßt. Sie wurde abgelehnt mit innersten Stern der faiserlichen Leibwa che gehört, und als einen tüchtigen und einwandfreien Unteroffizier bezeichnete. Das 74 Stimmen gegen bie 27 der Sozialdemokraten daß ihre Offiziere ausschließlich aus Familien stammen, deren bezeichnendste an der Verteidigung aber war folgendes: der Herr und Radikalen. Nur 11 Linkenniänner blieben dem alten Hauptmann nahm Bezug auf eine Verordnung des Kaisers, nach der Grundsatz ihrer Partei„ Herabsetzung der Militärausgaben" treu, persönlicher Loyalität man vertraut. Der Titular- Befehlshaber der mit wegen Soldatenmißhandlung verurteilten Unteroffizieren nicht 51 intenmänner stimmten mit den Konser Batterie ist der Großherzog von Mecklenburg. weiter tapituliert werden darf. Er bat in Rücksicht bativen und Moderaten dagegen. Damit ist der Was die Verwüstungen anlangt, die die Schießerei angerichtet auf diese kaiserliche Verfügung das Gericht, nicht wegen Miß- Programmbruch der Linken offenkundig geworden. Ms vor hat, so ergab die Untersuchung durch die Polizei, daß in den Fußhandlung, sondern wenn es verurteile er plädiere in erster dreieinhalb Jahren Madsen Kriegsminister wurde, wußten oder boden im Parterregeschoß des Palastes sechs Kugeln eingeschlagen Linie für Freisprechung nur wegen vorschriftswidriger Behand- ahnten nur die Eingeweihten etwas von seiner militaristischen Ge- hatten und im ersten Stod sechs Fenster in dem Nikolai- und dem Tung eines Untergebenen" zu strafen. Er, der Herr Hauptmann, sinnung und es foftete viele Mühe, seinen Schleichwegen nachzuspüren. biplomatischen Saale, in welchem sich das diplomatische Korps ver würde es bedauern, wenn der angeflagte Unteroffizier infolge Bei dem neuen Landesverteidigungs- Minister weiß man, was man fammelt hatte, zertrümmert waren. Fünf Schüsse durchbohrten die einer Verurteilung wegen Soldatenmißhandlung seine milizu erwarten hat, und man fann sich auch nicht der Hoffnung hin- Fahne, die ein Soldat in der Nähe des faiserlichen Gefoiges hielt. Zwei tärische Laufbahn aufgeben müsse. geben, daß irgend ein anderes Mitglied des Ministeriums seine Das Gericht erkannte in diesem Sinne. Es Blänen irgend welche hindernisse bereiten wird. llebrigens war Kugeln drangen in das Innere der Kapelle ein, ohne jedoch Schaden an berurteilte den rohen Unteroffizier nicht wegen Mißhandlung, son- Christensen früher ein entschiedener Anhänger des antimilitaristischen zurichten. Außer einem Schutzmann wurde auch ein Palastbeamter dern nur wegen vorschriftswidriger Behandlung zu der unglaublich Grundsatzes der Linkenpartei und es ist ein sonderbarer Zufall, daß von einem Geschoß getroffen und leicht verletzt. niedrigen Strafe von sieben Tagen gelindem Arrest. Der er an demselben Datum, wo er feine oben erwähnte Minister- Behufs Untersuchung des unglücklichen Zwischenfalles bei dent Vertreter der Anklage hatte drei Wochen Mittelarrest beantragt. Programmrede hielt, am 17. Januar 1895 im ething als gestrigen Salutschießen ist eine Kommission gebildet worden unter Dasselbe Gericht verurteilte in der gleichen Sizung einen an- Wortführer der raditalen und sozialdemokra dem Vorsitz des Generals Chitrowo, Kommandeurs der Garde- Argeklagten Soldaten zu 43 Zagen Gefängnis, weil dieser bei tischen Minderheit, und am 17. Januar 1819 als Wortführer tillerie, und unter der Leitung des Großfürsten Sergius Michaieinem Kommando„ Augen lints" den Kopf nicht genügend der damals vorhandenen antimilitaristischen Folkething slowitsch, Inspekteurs der Artillerie. Die Petersburger Telegraphengewendet hatte. Das Gericht nahm bewußten Ungehorsam" Mehrheit für die Herabsetzung der Militärausgaben sprach, von lowitsch, Inspekteurs der Artillerie. Die Petersburger Telegraphenan, obwohl der Angeklagte glaubhaft versicherte, daß er in dem der er jetzt am 17. Januar 1905 behauptet, daß feine Aussicht fie Agentur erklärt, daß die Gerüchte unbegründet find, wonach der fritischen Moment wegen irgend eines förperlichen Uebels ein durchzuführen vorhanden sei. Hauptmann Davidow, dessen Batterie gestern den verhängnisvollent flaster am Halse hatte, und ihm jede Bewegung des Salutschuß abgab, verhaftet sein und Selbstmord verübt haben sollte. Kopfes Schmerzen verursacht hätte. Ob das Gericht im ersten Falle bei seinem Urteil den Deduttionen des Verteidigers nach jeder Richtung gefolgt ist, oder ob es aus anderen Gründen zur Freisprechung wegen Mizhandlung tam, ist nicht recht ersichtlich. Zweifellos wäre aber der Weg zur Um= gchung der kaiserlichen Verfügung geebnet, wenn bei Kriegsgerichtsprozessen wegen Soldatenmißhandlung Anschauungen Blab greifen sollten, wie sie der Herr Hauptmann zum Ausdrud brachte. Husland. Frankreich. Gallifet und das Denunziantentum. " Afien. Reaktion in Japan. " Petersburg, 20. Januar.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Behufs Untersuchung des unglücklichen Zwischenfalls" bei dem gestrigen Salutschießen ist eine Kommission gebildet worden unter Vorsiz des Generals Chitrowo, Kommandeurs der Garde Artillerie und unter der Leitung des Großfürsten Sergius Michailowitsch, Inspektors der Artillerie. Es ist gut, daß man das Ergebnis der peinlichen Unterunglücklicher Zwischenfall bereits vorweg ge -O Die polizeiliche Auflösung der sozialistischen Vereinigung von Japan, sowie die Unterdrückung des" Heimin Shimbun", des sozialistischen Wochenblattes, ist bereits durch den Telegraph bekannt geworden. Der soeben eingetroffene Socialist", offizielles Organ der japanischen Sozialisten, vom 3. Dezember 1904 bestätigt die obigen Mitteilungen. Danach wurde der„ Heimin Shimbun" in seiner Ausgabe vom 6. November verboten wegen eines Artikels, der die Unterrichtsfrage behandelte; die Nummer vom 12. November enthielt fuchung die Uebersetzung des Kommunistischen Manifestes von Marg und nommen hat. Engels; auch diese wurde verboten. Am 15. November, dem ersten Jahrestage des Heimin Shimbun", sollte in Oji, einem Vorort bon Einer der den Nationalisten und Klerikalen am berhaßtesten wurde von der Polizei auseinander getrieben. Mit der Verurteilung höheren Offiziere ist der General Peigné, der Kommandeur des bes Redakteurs Genossen Nishikawa am 19. November zu fünf Bur Ministerkrise in Frankreich. 9. Armeekorps in Tours. Er hat sich durch Unterdrückung der Monaten Gefängnis und des Truckers Genoffen otoku zu sieben Baris, 20. Januar.( W. T. B.) Präsident Loubet hat jede Ent. nationalistischen Propaganda unter den Offizieren besonders aus Monaten Gefängnis wurde zugleich auch die Unterdrüdung der Bei scheidung hinsichtlich der Lösung der Ministerkrisis auf morgen ver gezeichnet. Gerade an dem Tage der großen Debatte, an dem das tung und sogar die Konfiskation der Maschinen ausgesprochen. Am schoben. Der Vizepräsident der Kammer, Lockroy, stellte heute nachKabinett Combes den Entschluß zum Rücktritt faßte, wurde von den Tage darauf erfolgte die Auflösung der sozialistischen Bereinigung mittag Loubet das neue Bureau der Kammer vor und drückte ihm Nationalisten ein Brief des Generals Peigné veröffentlicht, der an durch den Polizeiminister. Es war dies die einzige sozialistische Ver- die achtungsvolle Anteilnahme des Landes zu dem Tode seiner Mutter den Generalsekretär der Loge, den„ Organisator des Denunzianten einigung seitdem die Organisation der sozialistischen Partei verboten aus. Loubet erwiderte sehr bewegt, daß er lebhaft von dieser wesens", Herrn Badecard, gerichtet war. In diesem Briefe erworben war. Die sozialistische Vereinigung hat in den sechs Jahren Sundgebung gerührt sei und fügte hinzu, daß er zu oft an die Ver zählte General Beigné, daß er eifrig bemüht sei, in dem klerikalen ihres Bestehens viel zur Ausbreitung des Sozialismus in Japan bei einigung der Kammer und die Eintracht aller Republikaner appelliert Offizierkorps des 9. Armeekorps etwas aufzuräumen, und er fage getragen. Selbst eine bürgerliche japanische Zeitung äußert habe, um sich nicht innig über den Schritt des Bureaus zu freuen, Badecarb Dank für feine Mitteilungen, durch die es ihm möglich fich absprechend über die Nervosität der Regierung, beffen Mitglieder allen Parteien angehörten. Die Vereinigung und gemacht werbe, die Gefinnungen gewiffer Offiziere fennen zu lernen. indem sie schreibt: Solche Maßregeln dienen in der Regel dazu, die die Eintracht seien der Traum seines Lebens gewefen, er würde am General Gallifet, der verflossene republikanische Striege Brinzipien der unterdrüdten Bereinigung nur noch mehr berbreitet Ende seiner Laufbahn nicht darauf verzichten. minister und Kommuneschlächter, hat nun infolge dieser Beröffent au machen. Das Prinzip der abfolulen Religions- und Gewissenslichung an den antirepublikanischen flerialen„ Gaulois" folgenden freiheit, welche in Japan herrscht, sollte auch auf das politische graphen- Agentur.) Seit Mittag haben die Arbeiter die Arbeit in Petersburg, 20. Januar.( Meldung der Petersburger TeleBrief gerichtet: Gebiet übertragen werden." Selbstverständlich wird mit der AufIch will hoffen, daß der sehr eifrige Lieferant Badecard fich lösung des Vereins diese Propaganda nicht eingestellt werden, und vielen industriellen Werkstätten, in allen größeren topographischen an der richtigen Stelle eine Pistolenkugel bei wenn die japanische Regierung glaubt, den Sozialismus in Japan Anstalten, an allen privaten und staatlichen Zeitungen, sogar an gebracht hat. Ich werde seiner Beisetzung nicht beiwohnen. zu vernichten, ehe er noch rechte Früchte hat tragen können, so täuscht Anstalten wie der Akademie der Wissenschaften eingestellt; vorausMit Gruß fie fich. sichtlich stellt morgen die Egpedition der Staatspapiere die Arbeit Amerika. cin. Der Ausstand in den Arsenalen nimmt zu. Bis jetzt ist es zu feinerlei Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, die sich äußerlich passiv zu den Ereignissen verhält. Nichtsdestoweniger herrscht die vollste Ordnung unter den Arbeitern. Versammlungen der Fabrikanten unter dem Vorsitz des Finanzministers behufs Beratung der Maßregeln gegen den Ausstand finden nicht mehr statt. Die Streifrevolution in Petersburg. Totio, eine sozialistische Versammlung abgehalten werden; dieselbe Letzte Nachrichten und Depefchen. Aus Hawaii. General Gallifet." Der saubere General und Kommuneschlächter hatte nur in dem Augenblice, als er, der Kollege des Herrn Millerand, diesen Brief an ein tleritales Blatt richtete, vergessen, daß auch er seinerzeit In dem Jahresbericht des Gouverneurs von Hawaii verlangt Gesinnungsschnüffelei und Verfolgungen poli- derfelbe die Wiedereinführung kontraktlich angeworbener Chinesen. tisch mißliebiger Offiziere genau nach demselben Die Pflanzer behaupten, fie müßten die Chinesen wieder als Rezept betrieben hatte, wie General Beigné. Die Arbeiter haben oder untergehen. Die Amerikaner hatten mit der Humanité" war nämlich in der Lage, am anderen Tage zwei Befignahme der Inseln auch die Importierung der Kulis aufBriefe Gallifets abzudrucken, die aus dem Jahre 1880 stammen, als gehoben und die Pflanzer fügten sich. Diese haben aber jest herausGallifet Korpskommandeur in Tours war. Diese an den Redakteur gefunden, daß fein Arbeiter in der Welt so billig und Petersburg, 20. Januar.( Meldung der Petersburger TeleDer„ Republique Francaise" geschriebenen Briefe zeigen eine verzweifelte geduldig ist und sich so viel aufbürden läßt, wie der graphenagentur.) Die Tabalfabrik Shapshal erbat sich eine RomAehnlichkeit mit dem Briefe des Generals Peigné, über den Herr Chinese, der direkt unter Kontrakt aus China geholt wird. Die pagnie Soldaten zum Schube, als 500 Arbeiter vor der Fabrik erGallifet sich so sittlich entrüftete. Gallifet, der 1880 gerade Ranaten auf den Inseln find den Pflanzern viel zu unabhängig und schienen und die Einstellung der Arbeit forderten. Die Fabrik wurde republikanisch fühlte und antiklerikal gerichtet war, fchrieb damals auch zu träge. Gegenwärtig gibt es 26 000 Chinesen auf den Inseln geschlossen, ihre Arbeiter aber vereinigten sich mit der Menge, ( Census 1900). Dem Verlangen des Gouverneurs zu entsprechen, welche in das Etablissement eindrang und die Arbeitseinstellung Es ist sicher, daß die Agitation der Herren Rädelsführer des wäre aber für die Regierung nicht unbedenklich, da auf den erzwang. Die Truppen machten von den Waffen feinen Gebrauch Kleritalismus wieder zunimmt. Mein Truppenteil zeichnet sich Philippinen dasselbe Verlangen gestellt werden könnte, was die und kehrten in ihre Kasernen zurüd, als die Menge sich entfernte. bei dieser Gelegenheit aus. Ich werde mein möglichstes tun, amerikanische Arbeiterschaft beunruhigen würde. um ihn zu vernünftigeren, patriotischeren Ideen zu bekehren. Ich würde gern scharfe Maßregeln vermeiden, aber es gibt unter anderem: Kundgebungen in Riga. Leute, bie fich durchaus ein martyrium berbienen An die Mitglieder und freunde der Freien Vereinigung staltete eine Anzahl jüdischer Einwohner und Studierender auf dem to ollen.. Die„ Humanité" macht zur Veröffentlichung dieser Briefe die An merkung:„ Es bleibt dem General Gallifet nur noch übrig, sich an der richtigen Stelle eine Pistolenkugel beizubringen. Wir werden feiner Beisepung nicht beiwohnen. Diese Episode beweist jedenfalls das, daß die Herren, welche sich jetzt über das Denunziantenwesen des republikanischen Ministeriums und seiner Freunde in der Armee so furchtbar entrüsten, jederzeit ganz dieselben Prattiken beobachtet haben. deutscher Gewerkschaften. Werte Genossen! Angesichts des allgemeinen Bergarbeiterstreits im Ruhrkohlen revier, an dem nun schon mehr denn 240 000 Arbeiter beteiligt sind, fordern wir Euch hierdurch auf, dem Aufruf des Parteivorstandes, Gelder zur Unterstigung der Streifenden aufzubringen, in vollem Maße nachzukommen. Wir halten es aber für verfehlt, neben dem schon jetzt so mannigfaltig herausgegebenen Sammelmaterial auch noch selbständig folches herauszugeben, und ersuchen wir deshalb unsere Genossen und Freunde allerorts, sich an den Sammlungen der Partei mit allen Kräften zu betätigen. Mit Parteigruß In den französischen Kriegshäfen hat der Rüdtritt des Marineministers Belletan eine große Erregung hervor gerufen. Die Arbeiter befürchten nämlich, daß die ihnen seinerzeit Wo seitens der Partei Eanunellisten nicht vorhanden sind, wende von dem Minister eingeräumten Borteile wieder entrissen würden. man sich wegen Zusendung derselben sofort an unsere Adresse. In den Kriegshäfen zirkuliert eine Petition, in welcher der Regierung die Wünsche der Hafenarbeiter unterbreitet werden. Besonders die Die Geschäftskommission der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften. Hafenarbeiter in Brest befinden sich in großer Aufregung. Bahlreiche Zwischenfälle im dortigen Hafen sind bereits zu verzeichnen. Die Polizei chargierte die Ausständigen mit blanker Waffe, diese antworteten mit Steinwürfen. Der auf den Duais angerichtete Schaden ist sehr bedeutend. Der Hafen wird militärisch bewacht. Die Ausständigen fordern die Freilassung ihrer verhafteten Kameraden. Dänemark. Zur politischen Lage. Desgleichen: Der Ausschuß des Berliner Gewerkschaftstartells. Die sozialdemokratische Parteipresse wird um Nachdruck gebeten. Salut- Kartätschen. Riga, 19. Januar.( W. T. B.) Heute nachmittag veran= Alexanderplate eine Kundgebung unter Entfaltung einer roten Fahne. Auch wurden Aufrufe verbreitet. Beim Erscheinen der Polizei feuerten die Teilnehmer an der Kundgebung einige Schüsse ab und gingen dann auseinander. Verwundet wurde niemand. Sieben Studenten wurden festgenommen. Hebung der russischen Kriegsschiffe. Tokio, 20. Januar.( Meldung des" Neuterschen Bureaus".) Man hat vorgeschlagen, einen Tamm quer vor der Hafeneinfahrt von Port Arthur zu errichten und das Wasser auszupumpen als Vorbereitung, um die russischen Kriegsschiffe zu retten. Bei der Disfussion über dieses Projekt erklärte ein japanischer See- Offizier, unter gewöhnlichen Umständen würde ja eine so ungeheuere Arbeit nicht lohnen, aber in Anbetracht der Anzahl der Fahrzeuge, die man daber zu gewinnen hofft, der geringen Tiefen erhältnisse und des geringen Umfanges des Hafens wäre das Entwässern des Hafens die am wenigstens kostspielige Methode, die Schiffe für die Japaner nuzvar zu machen. Die Integrität Chinas feine Intervention der Mächte im ostasiatischen Kriege. London, 20. Januar.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau erfährt, daß das Rundschreiben des Staatssekretärs Hah in bezug auf die Erhaltung der Jutegrität Chinas formell und zwar von allen nicht am ostasiatischen Striege teilnehmenden Mächten, an die es gerichtet war, Deutschland, England und Frankreich, in gleicher Weise angenommen worden sei. Die Bedingungen in dem Rundschreiben find in der Hauptsache das selbstverleugnende Geſetz, welches die Mächte sich selbst auferlegen, der ausgesprochenen Absicht, jede Gebietserweiterung am Ende des Krieges zu verhindern Die Kanonade gegen den gen hat bis jetzt noch feine end gültige Klärung gefunden. Die amtliche Erklärung besagt, daß anstatt einer Bulberladung eine Kartätschenladung abgeschossen worden Seit Jahren war das Interesse an den politischen Ereignissen fei. Es heißt, die Untersuchung habe ergeben, daß bei einer zwei Tage in Dänemark nicht so rege wie jest. In weitesten Kreisen der Be- vorher abgehaltenen Uebung der ersten reitenden Garde- Batterie völkerung empfindet man die Bedeutung der Veränderungen, die in eine Kartätsche im Geschügrohr steden geblieben sei. Von mili den letzten Tagen erfolgt find. Wenn es auch bedauerlich ist, daß tärischen Sachkennern wird dagegen darauf hingewiesen, daß man und das Prinzip der offenen Tür aufrecht zu erhalten in dem Gebiet, die ehrlich liberalen Männer der Regierung zurückgetreten und durch solche ersetzt sind, die die wichtigsten Grundsäße ihrer Partei über niemals ein Startätsche im Nohr laffe, auch würde diese zurückgleiten wie es im eigentlichen China zurzeit besteht. Daher find weder den Haufen geworfen haben, so ist es doch erfreulich, daß damit und ihre Anwesenheit im Rohr müßte fich beim Laden selbst bei der Rußland noch Japan aufgefordert worden, sich diesem Abkommen eine Klärung der politischen Lage geschaffen wurde. Was man größten Unaufmerksamkeit sofort bemerkbar machen. Andererseits sei es anzuschließen, und China als interessierter Teil natürlich ausverdem zum Teil nur nach Vermutungen abschäzen konnte, ist jetzt im hohen Grade auffallend, daß die Kugeln den Boden beim Jordan- gelaffen. offenbar geworden. Der neue Ministerpräsident, Kriegs- und Kai erreicht haben, also gerade da, wo der Bar stand. Sollte dieses Es bedeutet dies also tatsächlich, daß Rußland und Japan ihre Marineminifter Christensen, hat es in seiner Programmrede Biel beabsichtigt gewesen sein, so haben die Kanoniere, um es zu Differenzen im fernen Often auf dem Kriegstheater selbst in vor dem Folkething flar ausgesprochen, daß zurzeit feine erreichen, nach allen Regeln der artilleristischen Kunst zielen Ordnung bringen müssen, nämlich in der Mandschurei. Aussicht zu wesentlichen herabseßungen der Port Arthur ist in dem Rundschreiben fortgelaffen, es geht dies Militärausgaben vorhanden fei. Er verlangte außer- müssen. War die Kanonade ein Attentat, so mußte die ganze Ve- China an, dessen Integrität die Mächte übereingekommen find zu dem das Recht, auf einem Konto des Militärbudgets bienungsmannschaft mit im Komplott gewesen sein. Sollte es fich bewahren. Es wird in diplomatischen Kreisen allgemein anGelder zu verwenden, die er auf einem anderen dagegen in der Tat ergeben, daß ein mit einer Kartätsche geladenes genommen, da die Mächte sich selbst verpflichtet haben, den Konto des Budgets sparen fonnte. Auf diese Weise Geschütz zwei Tage lang ruhig mit dieser gefährlichen Ladung status quo au refpettieren, daß jeder mögliche Grund will Christensen, ähnlich wie sein Vorgänger Madsen, sich Gelder belaffen werden durfte, und sollte in der Tat bei Einführung der für einen fünftigen Zusammenstoß aus dem Wege geräumt ist. Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsauft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Be Hierzu 3 Beilagen. |i.l& 22. Jnjitjinj. 1. Reichstag. 128. Sitzung vom Donnerstag, den 20. Januar 1905. nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Bnlow. Möller, Graf Posadowsky. Ein gegen den Abg. Nacken(Z.) wegen Uebertrewng des preußischen Vcreinsgesetzes schwebendes Strafverfahren wird auf Antrag des Abg. S i t t a r t