Nr. 19. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,80 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Boft- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat Erkbeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Sonntag, den 22. Januar 1905. Die Streif- Revolution in Rußland. Unter dem russischen Eispalast krachen die berstenden Schollen. Und während Salutkartätschen den Tag der Blutweihe im Saale des Zaren fünden, erwacht unten die Masse, wie aus langer Verzauberung, leidenschaftlich, fremdartig, mit einem mystischen Zug, zu einer Bewegung, wie sie Rußland Ueberstunden bezw. doppelte Bezahlung für dieselben und nicht fennt, wie sie in Stulturnationen nicht möglich ist. Als ob diese Millionen erstickten Menschentums sich erst an das Licht des Tages gewöhnen müßten, ein wenig taumelnd in der neuen Luft der Freiheit, die sie nun nicht mehr missen wollen... Lieber alle zusammen sterben! gende hinaus: Einführung des achtstündigen Arbeitstages, Wahl einer ständigen Arbeiterkommission, die gemeinsam mit Vertretern der Fabrifverwaltung zu entscheiden hat über die Höhe der Löhne und die Entlassung der Arbeiter, Einführung eines Minimallohnes von 1 Rubel pro Tag für männliche und 70 Stopeken für weibliche Handlanger, Abschaffung von Besserung der sanitären Verhältnisse der Arbeiter. Gapon bertrat in zweistündiger Unterhandlung mit dem Fabrikdirektor die Forderungen der Arbeiter, doch dieser sowohl wie der Vorsitzende des Direktoriums der Aktiengesellschaft der Butilowschen Werte erklärten sich nicht für fompetent, den ArIst die Sehnsucht der unter Tage der Kultur Lebenden beitern entgegenzukommen, sie wurden auf die Versammlung wirklich zur Tat, zur entschlossenden Aftion erwacht und ge- der Aktionäre, die in einem Monat stattfinden soll, verstählt? In der Zotenstille russischer Dramen, die wie eine wiefen. Die zwölf Punkte" der Butilowschen Arbeitertrauernde Steppe sich ins Unendliche breiten, erhebt sich wohl jäh forderungen bildeten nun die Grundlage für die Forderungen ein Aufruhr des Lebens, ein Schuß fällt, eine Erlösergestalt der Arbeiter, die an den nächstfolgenden zwei Tagen- am erscheint, ein Hoffnungssturm braust aus dem lastenden Schweigen 17. und 18. Januar in Ausstand traten, mit Modifikationen, empor, die Menschen packt es mit wilder Gewalt... nun die durch spezielle Verhältnisse der betreffenden Fabrik bedingt beginnt erst das Dasein, allesjauchzt, alles schwärmt! Und wenn waren, wurden sie überall den Fabrikinspektoren vorgelegt. es eine Katastrophe der Zerstörung ist, in dieser Zerstörung In den Arbeiterversammlungen, die seit Beginn des Streiks wenigstens pochte doch etwas wie ein großes Schicksal, ein jeden Tag stattfinden, ohne von den Behörden verhindert zu Augenblid erhöhten Daseins. Aber der Sturm, der alle Fenster werden, ist nun auch das politische Moment zum Durchaufriß, tollt vorüber. Es war das Leben eines Moments, die bruch gekommen. Der Gedankenfreis, der schließlich in Täuschung einer Totgeburt. Die Fenster werden wieder geGros der Arbeiterschaft Oberhand gewonnen zu schlossen. Die Luft wird wieder dunstig. Und das graue haben scheint, bildet eine seltsame Mischung von revolastende Elend der russischen Alltagsewigkeit schleicht wieder lutionären Ideen, die durch den mächtigen Einfluß der dahin, wie zuvor, als wäre gar nichts geschehen, als hätte gewaltigen Ereignisse der legten Beit angeweht worden sind, niemals die Ahnung eines großen Erlebnisses die müden, und von altüberlieferter, patriarchalischer Denkungsweise, die stumm weinenden Seelen erschüttert.". nicht mit einem Male der Masse abhanden kommen kann, die dem Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Wir Arbeiter, Bewohner Petersburgs, tommen zu Dir. Wir find elende, beschimpfte Sflaben und erstickt von Despotismus und Willkür. As die Grenze der Geduld erreicht war, stellten wir die Arbeit ein und baten unsere Herren, uns nur das zu geben, ohne das das Leben eine Qual ist. Aber alles wurde abgelehnt. Alles ist nach Meinung der Fabrikanten ungefeglich. Wir hier, viele Tausende, sowie das ganze russische Volt haben keine Menschenrechte. Durch Deine Beamten sind wir Stlaben geworden. Jeder, welcher wagte, von dem Schuße der Interessen des Arbeiterstandes zu sprechen, wurde ins Gefängnis geworfen.. Der gesamte Arbeiter und Bauernstand wurde der Willkür überlaffen. Das Beamtentum beſteht aus Räubern und Dieben an Staatsgeldern. Das Beamtentum brachte das Land in gänzliche Berrüttung, bürdete ihm einen schimpflichen Krieg auf und führt Rußland immer mehr an den Rand des Untergangs. Das Bolt ist jeglicher Möglichkeit beraubt, seine Wünsche und Forderungen auszudrücken und an der Festsezung der BeSteuerung und der Staatsausgaben teilzunehmen. Alles dies widerspricht menschlichem und göttlichem Recht. Wir wollen lieber sterben, als unter solchen Gesezen weiterleben. Mögen unter solchen Verhältnissen die Kapitalisten und Beamten leben. Kaiser, hilf Deinem Bolte! Vernichte die Scheidetand zwischen Dir und dem Volke. Möge das Volk vereint mit Dir regieren. Aus uns spricht nicht Dreistigkeit, sondern der Wunsch, aus einer uns allen unerträglichen Lage herauszukommen. Eine Voltsvertretung ist unentbehrlich; es ist notwendig, daß das Bolt selbst mitregiert; befiehl, daß die Vertreter aller Stände und Klassen, auch der Arbeiter, berufen werden. Dies ist unsere Hauptbitte; wir haben aber auch noch andere." Die Betition zählt dann diese Wünsche auf, die fich haupt Wird diesmal der Ausbruch der Voltsempörung, nach zum großen Teile vom Lande stammt und des Schreibens fächlich auf die verzweiflungsvolle Lage der Arbeiter beziehen und dem raschen, stürmenden Anfang, mehr sein wie eine er- und Lesens gar nicht oder nur in ganz geringem Maße schließt: schütternde Episode, die in sich selbst zusammenfinft? Fast fundig ist. Die Erhaltung der von den Vätern geerbten Befieht die Erfüllung unserer Bitten, und Du machst Nußfcheint es, als ob Rußland niemals eine trogigere, niemals patriarchalischen Dentweise wurde ja auch begünstigt dadurch, land glücklich, wenn nicht, so sterben wir hier. Wir haben nur eine so zur zäheu Tat, zur hartnäckigen Arbeit entschlossene daß die im Verein organisierten Arbeiter unter die Leitung zwei Wege: Freiheit und Glück oder das Grab; wir bringen gern Bewegung gesehen hätte, wie diese elementare Streit eines Mannes wie Gapon geraten waren. unser Leben Rußland zum Opfer dar." Revolution um Brot und Freiheit.... Der Streit greift um sich. # Briefter Gapon. Jeder Kommentar würde die Wirkung dieses Dokuments abschwächen. Für diesen Sonntag ist vor dem Winterpalais eine große Wir entnehmen die Charakteristit dieses Mannes, dem es be- Arbeiterdemonstration geplant zur Ueberreichung dieser Petition fchieden worden ist, eine so merkwürdige Rolle in dieser gewaltigen an den 8aren. Freilich hat diesem die Kamorra streng berBewegung zu spielen, einer Meldung des Daily Telegraph" ohne boten, sich von jedweder Regung eines menschlichen Gefühls freilich Garantie für deren Richtigkeit zu übernehmen. sowie von jedweder Einsicht in die Gefahren, die er für sich selbst heraufbeschwört, leiten zu lassen. Militärische Vorbereitungen. Die Situation in Petersburg ist in hohem Grade kritisch. Nach amtlichen Mitteilungen haben bis vorgestern abend dort 174 Fabriken, Industrieunternehmungen und Drudereien mit etwa 96 000 Arbeitern die Arbeit eingestellt. Der Streik in Der orthodore Bope Georgis Gapon, dem die streifenden rufft den Druckereien, der vorgestern in einigen Etablissements be- fchen Arbeiter blind folgen, ist der Sohn eines Bauern aus Boltawa. gonnen hatte, hat sich in der Nacht auf sämtliche Betriebe Er hat im theologischen Seminar studiert und die Priesterweihen ge= ausgedehnt. In einige Druckereien drangen ganze Scharen bon nommen, lediglich damit er den Arbeitern, deren Sache er zu der seinen Arbeitern ein, zerschnitten die Treibriemen der Maschinen, zer- beschränkte Vertrauen der Arbeiter. Bater Gapon genießt das un gemacht hat, besser dienen könne. Er besitzt das Feuer und den 70 hervorragende Fabrikbesizer aller Nationalitäten traten vortrümmerten Türen und Fenster und erzwangen so die Einstellung Fanatismus des Demagogen, und seine glühenden Augen gestern abend zusammen, um über die Lage zu beraten. Für die der Arbeit. Sonnabend früh erschien von allen Zeitungen schleudern Forderungen der Arbeiter und die Frage, wie man sich zu derBlize, wenn er bon der Behandlung spricht, nur ein deutsches Blatt und die fleine Ausgabe des Re- die feinen Genoffen zuteil wird, denen man die politischen Rechte felben stellen solle, hatte man fein Intereffe mehr. Es wurde die Be gierungsboten" mit Telegrammen. Die meisten Handwerker vorenthält. Er ist seiner Stellung nach Gefängnisgeistlicher, widmet fürchtung ausgedrückt, die Ausständigen planten eine allgemeine Seine Haltung Zerstörung der Fabriken am Morgen, und man beschloß sind durch streikende Arbeiter, die die Stadt durchziehen, aber seine ganze Zeit den Intereffen der Arbeiter. beranlaßt worden, ihre Werkstätten zu schließen. Es wurde hat in Regierungstreifen eine solche Erbitterung erzeugt, daß der die Regierung zu befragen, welche Maßregeln sie zum Schuße des Eigentums zu treffen gedenke. Eine Abordnung von Fabrikanten Sonnabend von der Bevölkerung bereits erwartet, daß kein Juſtizminister ihn zu Donnerstag zu sich beschied, damit er sich über begab sich unter Führung Nobels, des größten Arbeitgebers in Rußfeine Biele erkläre. Brot mehr gebacken und daß das elektrische Licht abgeschnitten Bater Gapon ist der Ansicht, daß die Arbeiter jeden Widerstand Finanzministerium, wo benn auch der Finanzminister der Abordmug land, ins Ministerium des Innern. Dort wies man sie an das gegen ihre Forderungen brechen werden. 6000 Mitglieder, von denen nur wenige Hundert den Butilow- Werken Beterhof zu schicken, die am Morgen eintreffen würden. Ferner Sein Klub zählt gegen erklärte, der Zar habe beschlossen, drei Regimenter Kavallerie aus angehören. Aber diese wenigen Hundert haben ihre 13 000 Stameraden würde am Abend aus Reval eine Division Infanterie eintreffen, um überredet, gemeinsame Sache für gemeinsame Biele mit ihnen zu machen. Die Fabriken zu bewachent. Der Feldzugsplan Vater Gapons unterscheidet sich in seiner Bufammensetzung aus wirtschaftlichen und politischen Forderungen wenig von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung" getroffen. Die Und in der Tat haben bereits die Behörden die umfassendsten die Arbeiter darin aufstellen, geben weit über das Programm des Artillerie- Regimenter find tonfigniert. Die Truppen werden in den einer regelrechten Erhebung. Die politischen Forderungen, welche gesamte Garnison in Stärte von 50 000 Mann sowie weitere vier Semstwo- Kongresses hinaus und machen reinen Tisch mit dem gegen Säufern untergebracht und haben Befehl erhalten, auf diejenigen Auswärtigen bureaukratischen Regime und feinem ganzen Shstein. Natürlich werden die maßgebenden Stellen diese Forderungen nicht ständigen zu schießen, welche sich an Privateigentum oder Personen Straßen und Blägen verboten find und derartige Ansammlungen bewilligen, und dann wird die wirkliche Bedeutung des Ausstandes bergreifen sollten. Der Polizeipräfeft erließ den Befehl, daß Anfammlungen von mehr als fünf Personen auf den öffentlichen Straßen und Plägen verboten sind und derartige Ansammlungen Im Laufe des vorgestrigen durch Gewalt zu zerstreueu feien. Tages hatte der Polizeipräfett eine längere Konferenz mit dem Minister des Innern. Abends wurden die Arbeiter der elektriſchen Werkstätte von Smirnow gezwungen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Auch die Gasanstalten werden militärisch bewacht. wird. Einer Abordnung von Streifenden von den ButilowWerten gelang es gestern, alle Betriebe in einem Umkreise vou 18 Kilometer zum Stillstand zu bringen. Das ganze gewerbliche und Geschäftsleben des Petersburger Kreises einschließlich Niborg und Schlüsselburg ist unterbrochen. Die Streifenden verhalten sich ganz ruhig und sorgen selbst für Aufrechterhaltung der Ordnung. Die wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiter. Der Petersburger Presse entnehmen wir die folgenden zutage treten. Die große Bedeutung der Entwidelung des Aus Mitteilungen über den Beginn der Petersburger Arbeiter- ftandes liegt in der Umwandlung einer eigentlich wirtschaftlichen in bewegung und die Forderungen, die ursprünglich von den eine politische Bewegung. Die Arbeiter find mit Bater Gapon der Arbeitern aufgestellt wurden. Am 28. Februar 1904 ist vom Anficht, daß die Hinderniffe, die fich der Einführung des Achtstunden Minister des Innern das Statut des Vereins( Sobranje) der tages und der Bewilligung ihrer anderen Forderungen entgegen Fabritarbeiter genehmigt worden, als dessen Ziel in einem der ftellen, politischer Art find, und daß deshalb das gegenwärtige Baragraphen dieses Statuts die Selbsttätigkeit der Vereins- System verschwinden muß. Für Sonnabend wurde bereits Blutbergießen gefürchtet. Die Soweit der„ Daily Telegraph" über Pater Gapon und fein Artillerie ist angewiesen, gegebenenfalls in Attion zu treten. 17 . Das politische Programm der Arbeiter * Gärung in der Broving. Es find indeffen bereits Anzeichen vorhanden, daß jeden Augenmitglieder zum Zwecke der Besserung der Arbeits- und Lebens- Programm. T verhältnisse der Arbeiter bezeichnet wird." Gründer des Vereins war der Priester Georgif Gapon, der Geistliche des sogenannten Transportierungs Gefängnisses in Petersburg Go heißt das Gefängnis, in dem die aus Petersburg scheint in der Tat unter starkem Einfluß dieses sonderbaren blid der Ausbruch einer gewaltigen gegen die bestehenden Bu nach anderen Orten zu überweisenden Gefangenen vor ihrer Mannes zustande gekommen zu sein. In einer zahlreich be- stände gerichteten Maffenbewegung auch in der Provinz erwartet Weitertransportierung untergebracht werden). Die Sozialisten suchten Versammlung des Arbeiterverbandes wurden Beschlüsse werden kann. In Petersburg find bereits Delegierte ein hielten sich dem Verein fern, weil sie legale Arbeitervereine gefaßt, die in zwei Zeile zerfallen: der erste enthält die so- getroffen, welche von den Moskauer und Libauer Arüberhaupt als Gründungen beargwöhnen, die zu Bolzeiizwecken gleich zu erfüllenden, der zweite die später zu erfüllenden beitern entfandt worden sind. Der Ausstand wird wahrscheinlich gestattet werden, und so blieb der Verein, der bereits elf Forderungen. Der erste Puntt lautet: Gleiche Gerichtsbar- auch in diesen beiden Städten proklamiert werden. Dies würde für Libau besonders von großer Bedeutung sein, Seftionen hat, unter der Leitung Gapons, der auch formelt feit für alle, der zweite: Persönliche Freiheit, der britte: ba burch einen Streit die Instandsetzungs- Arbeiten für das vierte dessen Vorsitzender ist. Glaubensfreiheit, der vierte: Sofortige Amnestie für alle Geschwader ins Stocken geraten würden. Anlaß zu der ganzen Streitbewegung war nun, daß vier politischen Verbrecher, der fünfte: Preßfreiheit, der sechste: So- Auch kommen vom Rautajus Nachrichten, daß dort die Arbeiter der Butilowschen Fabrit gekündigt wurden, und die fortige Beendigung des Krieges. Unter anderem ist auch die Gährung unter den Arbeitern im starken Wachsen begriffen sei. In Arbeiter annahmen, daß der wahre Grund zu dieser Maßregelung Forderung aufgestellt worden, daß alle Bestellungen des den Petroleumgruben in Baku wurden 100 Bohrtirme in Brand ihre Zugehörigkeit zu dem Arbeiterverein sei. Die Arbeiter Marineminifteriums im Inlande gemacht werden. Es wurde gesteckt, mehrere Eisenbahnlinien zerstört, das Bahnpersonal ververlangten Wiedereinstellung ihrer Kollegen und Entlassung in der Versammlung darüber diskutiert, ob man die Erfüllung trieben und durchgeprügelt. Die armenischen Revolutionäre haben des Meisters, den die Schuld für die Kündigung trifft. Der der Forderungen erbitten oder direkt verlangen solle. Man auch bereits die armenischen Arbeiter zu einer revolutionären Aktion Direttor weigerte sich, dem Wunsch der Arbeiter wegen der einigte sich einstweilen auf den ersteren Modus. Entlassung des Meisters nachzukommen, am folgenden Tage Die Petition, in der die Wünsche der Arbeiterschaft zum erschienen aber bet ihm 34 Arbeiterdelegierte mit dem Priester Ausdrud gebracht werden, ist bereits von 50 000 Arbeitern Gapon an der Spike und stellten ihre Forderungen in unterzeichnet. 12 Buntten auf, und stvar liefen diese auf das Fol- Hier dieser erschütternd wirkende Notschrei der Massen: vorbereitet. Mit Entscheidende Tage sind in Rußland eingetreten. der größten Spannung verfolgt die ganze Welt die Ereignisse lin diesem Lande. Das deutsche Proletariat begleitet die " russischen Brüder mit seinen vom Tiefinnersten des Herzens| Stein, es war aber der Kehricht, den die Fran eben zusammengefegt drängenden Hoffnungen: Daß sie sich bis zum Siege mit hatte. Fünf Kinder, also fieben Personen, sind auf diese sogenannte Energie und Geschicklichkeit bewähren als die Vorkämpfer in Wohnung angewiesen. Die Fenster in diesen Dachlammern find einem der größten Stämpfe, welche jemals in der Geschichte natürlich nur Dachluken. Doppelfenster kennt man nirgends. geführt worden sind! Daß es ihnen gelinge, die große Tat In einer Familie mit sieben Personen muß der 22 jährige Sohn zu vollbringen, ihr eigenes Volk und mit ihm die ganze die ganze Familie ergalten. Hier waren die Dachkammern nur Welt zu befreien von dem gefährlichsten Feinde jedweden 1,90 Meter hoch. Ich fragte die Mutter nach den LebensmittelFortschritts, jedweden lichten Ausblickes für den politisch und preisen. Fleisch 70 und 75 Pf. Als ich nach dem Preise der Butter fozial gefnechteten Teil der Menschheit, vom Hort der inter- fragte, da bekam ich zur Antwort: Butter fönne mer nit faufe, nationalen Reaktion dem russischen Absolutismus. Margarine zu 45, wer's nit fresse mag, läßt's bleibe." Butter fostet 1,40 W. Der Kommunalsteuer- Zuschlag in Altstaden beträgt 210 Prozent. Der Verdienst der Leute beträgt etwa bis 4,50 M. per Schicht, einige mit großer Familie fand ich, die nur etwas über drei Mark per Schicht verdienten. Bergmanns- Leben. ( Von unserem Z- Mitarbeiter.) Oberhausen, 20. Januar. Jezt gehen sie Kohlen lesen. Mit allen möglichen Gefährten, Karren, Handwagen und dergleichen famen Bergleute, Knaben und Mädchen gezogen. Säcke, mit Kohlenstückchen gefüllt, auf den Karren. In der Nähe wird eine Bahn gebaut, die mit Schlafen aufgefüllt wird. Da lesen die Leute die Kohlenstückchen aus den Schladen, weil sie sonst nichts zu heizen haben. In Hamborn führte mich der Weg nach der Kolonie Dstacker, der skolonie Dftader, Zeche„ Deutscher Kaiser", am Kirchhofe vorüber. Ein schauerlicher Anblick. Der ganze weite Raum war mit einer Armee weiß angestrichener Holzfrenze bepflanzt. Lang und spindeldürr, wie aus der istenfabrik stammend, so stehen sie, wohl an 1000 Stück, dicht beisammen, die langen dürren Arme ineinandergreifend, als wollten sie sich umschlingen, sich stützen und schützen und wärmen vor dem falten Oftwinde, der ihnen das legte Lebensfünfchen auszublasen drohte. Und die Grabhügel eingesunken, Klein, faum sichtbar, alles wüst. Die Industrie hat keinen Platz übrig für die Proletarierleichen und niemand hat Zeit und Luft sich um die Reste derer zu fümmern, die der Moloch aufgefressen hat... Die Kirche, tatholische, ist groß und ansehnlich. Bisher konnte ich keine Zeit finden, zu erzählen, was ich in den Wohnungen der Bergarbeiter gesehen. Jetzt, wo die Zeit der dramatischen Ereignisse vorüber ist, wenigstens vorläufig, soll das nachgeholt werden. Mit photographischer Treue, nach Zahl und Maß alles wiederzugeben, was ich da gesehen habe, will ich nicht unternehmen. Nur einige Einzelbilder mögen dem Leser andeuten, wie es hier aussieht. Es ist drinnen schlimmer als draußen. Die Herren, die von den Bergmanns- Villen er zählen, haben wohl höchstens einmal eine Reihe eben erbauter Villen" von außen gesehen. Das ist zuzugeben: Ich sah auch in Herne, nahe bei„ Konstantin IV und V", zwei Reihen Häufer, noch nach frischer Farbe riechend, die saben wirklich schmud aus. Sogar Stil haben sie. Immerhin ist um diese„ Billen" herum nichts als Schutt. Aber das sind auch in Beziehung auf das äußere Anssehen Ausnahmen. Was ich sonst an Arbeiterhäusern gesehen habe, waren nüchterne Kasten, von gewöhnlichen Ziegeln roh erbaut, ohne Puz, ohne eine Spur von Schmuck, oft nicht einmal die Fugen ausgestrichen. Unter dem Kohlenruß leuchtet schwach das einstmalige In der Kolonie Dstacker, in der sicher einige Tausend Menschen Ziegelrot durch. Tritt man hinein, dann werden meist die wohnen, gibt es nicht eine einzige Straßenlaterne in den vielen ärgsten Befürchtungen übertroffen. Ein Privathaus in der Nähe Straßen. Aber 180 Proz. Kommunalsteuer- Zuschlag. Die Leute von Konstantin IV. und V. Vor dem Hause ein Graben mit haben jetzt dort vielfach die Lohnbücher zugeschickt bekommen. Und schmutzigem Zechenwasser, in das sich aus dem Hause etliche Rinsale da hat sich ein Wunder begeben. Die legte Abrechnung zeigt recht mit Spilwasser ergießen. Keine Spur von Pflaster. Asche und hohe Schichtlöhne. Ein Mann, der sonst 4 M. Schichtlohn hatte, Schlacken ringsum. Das Haus hat drei Stockwerke übereinander. hat für Januar 4,50 M.; ein anderer zeigte mir gleichfalls fein Obwohl es von allen Seiten freisteht, hat das Treppenhaus der Lohnbuch. Da sind für Januar 7 Schichten 28 M. Die 28 war ersten Stage kein Fenster. Der Vorzug davon ist, daß man den durchgestrichen und darunter geschrieben: 35 M. Warum? Das Schmuß auf den Treppen nicht sieht. Man fühlt ihn nur unter den weiß niemand. Warum die Leute diesen oder jenen Lohn be= Stiefekt. Eine Wohnung, bestehend aus drei Räumen, der größte fommen, wissen sie überhaupt nicht. Ich versuchte durch unzählige 4X3 Meter, die beiden anderen erheblich fleiner, drei Meter Fragen der verschiedensten Art zu erfahren, warum ein Mann hoch, ohne Tapete, keine Doppelfenster, ohne Dielenanstrich. kostet das eine Mal so viel, das andere Mal so viel bekommt. Das monatlich 15 Mark. Alle Reparaturen muß der Mieter selbst Resultat meiner Versuche- und man fagt mir nach, daß ich die machen. Dazu Wasserzins und Schornsteinfeger bezahlen. Für den Leute auszufragen verstehe war immer: Der Steiger schreibt das. Dfen muß jeder Mieter selbst sorgen.. Der wird als ein Möbelstück Es ist offenbar die reine Willfür. angehen. Jeder kleine und mittlere Mieter in hiesiger Gegend muß seinen Dfen mit sich schleppen. So ein Ofen kostet 60, 70 bis 100 M. Der Kommunalsteuerzuschlag in Herne beträgt 180 Pro3. Der Mieter der genannten Wohnung hat vier Kinder, aber da er zu den besten Arbeitern gehört, ist trotz alledem noch eine Stube vorhanden, in der es nicht allzu böse aussah. Auf einem Stuhle Tagen eine ordentliche Portion großer, frischer Weißkäse, die ich auf einen guten Wochenvorrat für die ganze Familie schägte. Die Küche, die den Eingang zur Wohnung bildet, etwa 10-12 Quadratmeter groß, ist der gewöhnliche Aufenthaltsraum der Familie. Es war die schönste Wohnung, die ich besuchte. Die genannten Schichtlöhne sind übrigens noch nicht der reine 2ohn. Davon gehen die sogenannten Gefälle ab. Von den 35 M. gingen 5,27 M. ab. Aus einem Buche lautet eine Abrechnung vom Jahre 1904: Juni 24 Schichten, 91,20 M., Gefälle 8,26 M.; Juli 20%, Schichten, 77,90 M., 8,51 M. Gefälle; August 27 Schichten, 102,60 m., Gefälle 11,77 M.; September 27 Schichten, 108 M., Gefälle 11,44 W.; Oktober 29 Schichten, 155,22 M., Gefälle 9,32 M.; November 22 Schichten, 117,86 M., Gefälle 10,20 M.; Dezember 24 Schichten 122,15 M., Gefälle 9,46 M. Das betrifft einen Zimmerling im Alter von 35 Jahren. Freilich glaubte ich, er fei nahe an 50 und war sehr erstaunt, als er mir sein Alter sagte. Das ist ganz allgemein so bei den Bergleuten, daß fie im besten Mannesalter schon wie alte verbrauchte Männer aussehen. stellen müsse. Am 8. Januar waren in dem Saale fast 3000 Zentrums Teute versammelt. Da war die Polizei noch nicht von baupolizei lichen Bedenken befallen. das Ein späteres Telegramm unseres Z- Korrespondenten, Sonnabend abend in Gelsenkirchen aufgegeben ist, meldet: In Gelsenkirchen und Schalke waren heute große Versammlungen gewesen. Die von der christlichen Organisation in Schalte einberufene, von mindestens 4000 Bergleuten besuchte Versammlung zeigte denselben Geist, wie alle anderen Versammlungen. Die Leute sind sich des Ernstes der Lage bewußt. Als die Redner sagten, daß man sich auf einen langen Kampf gefaßt machen müsse, fanden sie begeisterte Zustimmung. Es werden in der nächsten Zeit, wenn sich die Lage nicht ändert, nur noch fleinere Versammlungen einberufen werden. Der Oberbürgermeister in Gelsenkirchen weist durch Bekanntmachungen auf die schweren Strafen für Zusammenrottungen hin: Zuchthaus bis zu zehn Jahren in 15 Zentimeter hohen Buchstaben. Die Befanntmachung beruft sich auf eine Kabinettsorder bom 29. September 1846. Dabei herrscht vollkommene Ruhe. Man fieht auf den Straßen viel Polizisten, an deren Ausrüstung der neue Revolver recht auffällt. Zahlreich sind auch die von den Organisationen gestellten Ordner mit weißen Schleifen zu sehen. Aus Dortmund telegraphiert unser E- Korrespondent: " Die erste Bluttat" der Streifenden ist jetzt geschehen. Das Dortmunder nationalliberale Organ berichtet aus Werne an der Lippe; streikende Bergarbeiter wären in einen fremden Stand ein gedrungen, hätten ein Schwein herausgeholt, dasselbe geschlachtet nnd dann auf der Straße Orgien gefeiert. Fünf der Rädelsführer habe die Polizei verhaftet. In The mod Eine wirkliche Bluttat aber wird aus Court gemeldet. Einige der Bergarbeiter hätten bei einem Kollegen Starten gespielt, auf dem Heimwege begriffen, wurden sie ganz unmotiviert von einem Zechenbeamten mit Revolverschüssen attackiert. Man riet dem Zechenbeamten, von seiner Spielerei abzulassen, was aber nicht fruchtete. Einer der Bergarbeiter ist schwer verlegt. Es wird nachgerade allerhöchste Zeit, daß gegen diese Art Störung der Sicherheit ganz energisch eingetreten wird. Verschiedene industrielle Werte wie„ Bochumer Verein". ,, Union Dortmund" usw. revidieren jetzt ihre Personallisten der beschäftigten Eisenarbeiter, um zu ermitteln, ob darunter solche sind, die früher schon einmal auf einer Zeche gearbeitet haben. Diese Leute will man als Arbeitswill.ge benuten. Dasselbe ist auch im Jahre 1889 bei dem großen Streit von dem ,, Bochumer Verein" geschehen. Einige Zechenbefizer scheinen sich den Beschluß der Delegiertenkonferenz, daß dort, wo Zechenstillegungen zu befürchten sind, nicht gestreift werden soll, zu muze zu machen. Es kommen Mitteilungen in die Presse, laut welchen die betreffenden Werke stillgelegt werden, wenn die Arbeiter nicht binnen drei Tagen wieder anfahren. Diese Mitteilungen schließen mit der Aufforderung: Bergarbeiter fahrt wieder an! Es ist selbstverständlich, daß die Orgas nisation in jedem einzelnen Falle erst darüber untersuchen muß, ob wirklich Zechenlegungen zu befürchten sind, oder ob es nur Versuche sind, die Arbeiter wieder zum Anfahren zu bringen. ㄓ Berliner ordinärer Polizeisuffurs. Zur Verstärkung der Sicherheitsorgane ist heute eine Abteilung der ordinären Polizei" von Berlin in das Streifgebiet an der Ruhr abgegangen. Vier Bolizeileutnants, nenu Wachtmeister und 121 Schntmänner sammelten sich nach und nach auf dem Bahnhof Alexanderplatz und fuhren mit den verstärkten fahrplanmäßigen Zuge um 11 Uhr 55 Minuten ab. Obwohl die Sammlung augenscheinlich möglichst un In den Zechenhäusern der Zeche„ Konstantin" sind die Wohnungen ziemlich gleich in Größe und Ausstattung. Tritt man in das Treppenhaus, so ist man mit zwei Schritten auf der Treppen- Die Wohnungen in der Kolonie Dstacker fand ich besser als stufe. Die Treppen schmal und steil. Vier Zimmer, das heißt vier anderswo. Geräumiger und auch etwas sauberer. Allerdings waren Räume, auch die Küche mitgerechnet, foſten in der Regel 15 M. Die die Inhaber der Wohnungen, die ich gesehen habe, meistens Leute, Größe der Räume schwankt zwischen 2 X 3 Meter und die irgend ein Nebeneinkommen haben, so ein Knappschaftsättefter, auffällig vor sich gehen sollte, so wurde sie doch bald bemerkt 4 X 4 Meter. Die Höhe der Zechenwohnungen beträgt 2,80 Meter. ein Beitungsbote und ähnliche. Die Berliner Arbeiter dürfen sich und viel besprochen. Das Urteil ging ziemlich einstimmig Die Bemerkung, daß die die Wohnungen in der Ausstattung aber auch unter diesen besseren Wohnungen nicht solche denken, wie dahin, daß diese Beamten eigentlich in Berlin viel nötiger gleich sind, darf nicht zu der Annahme verführen, daß die besser bezahlten, ständig arbeitenden Berliner Arbeiter sie seien als an der Ruhr, und es wird hier wohl nur wenig da etwas ausgestattet" ist. Es gibt keinen Fußbodenanstrich, jeder haben. Sie sind immer noch schmuzig, unfreundlich, ohne eine Spur Leute geben, die diese Meinung als unrichtig bezeichnen Mieter muß sich die Wohnung, auch die Wände, felbst herrichten. von Schmud, wenn man nicht etwa ein paar schlechte Heiligenbilder möchten. Die Schuhmannschaft hat in Berlin wirklich mehr Alles sieht wüft und furchtbar schmußig aus. Fünf, feds, sieben, dafür taufen will, zwar gibt es keine Hofwohnungen, aber der Blid als genug zu tun. acht Kinder sind sehr häufig. Dann fehlt es an Lagerstätten. In ins Freie, den sie bieten, ist nicht besser, als der Blick in einen Im Ruhrrevier herrscht Ruhe und Ordnung, und die den Bettstellen sah ich mehr als einmal ausschließlich Lumpen statt Berliner Hof, eher schlechter. Arbeiter sind sich selber die beste Polizei. Dagegen fehlt beder Betten. Es ist begreiflich, daß auch die Menschen den Sinn In Ostacker wurden die Arbeitswilligen in die„ Menage" ge- fanntlich in Berlin der Schuhmann immer, wo man ihn für Reinlichkeit in dieser Umgebung verlieren. Kann sich selbst der führt. Das ist eine verfallene Bude mit zerbrochenen Fensterscheiben braucht. Herr v. Hammerstein hätte also besser getan, einen Befferfituierte in der rußgeschwängerten Luft des Ruhrreviers mit und herabgefallenen Dachziegeln. Darin werden die Leute beherbergt Teil der proletarischen Kräfte, die im Ruhrrevier zur Auffeinen Stohlenstraßen des Schmuges nur schwer erwehren, wie erst und verpflegt, die feinen eigenen Haushalt haben. Solche waren die rechterhaltung der Ordnung tätig sind, nach Berlin zu bitten, der Arbeiter in diesen Kolonien. Dicht unter den Schutthalden Arbeitswilligen. Wollen sie streifen, dann werden sie auf die Straße als die Schuhleute von dort, wo man sie braucht, dahin stehen die Häuser in Reihen, Pflaster ist auf den Straßen gesetzt. zuschicken, wo man sie nicht braucht. * Zur Lage. nur ausnahmsweise zu sehen, sie werden mit Asche und Schlacken Es war ein gar fläglicher Anblick, ivenn so eine Gruppe von 5 ausgebessert. In der Wohnung kein Platz, feine Gelegenheit, die oder 6 Arbeitswilligen inter dem Schuhe zweier Berittener anfam. schmutzigen Kleider beiseite zu bringen, die Kinder kommen in einem Mit schlenkernden Armen und gebogenen Knien, den Kopf gesenkt, unglaublichen Zustande von der Straße in die Stube. Ist es da ein den Blick an der Erde, in die dicken schmutzigen Kleider gehüllt, so Wunder, wenn die Frauen den aussichtslosen Kampf gegen den trotteten die Unglücklichen hinter dem schnaubenden Pferde her, auf Schmutz resigniert aufgeben? Daß allenthalben der Putz von den dem der schwer bewaffnete Gendarm mit martialischem Gesicht saẞ; Wänden fällt, daß Türen und Fenster ekelhaft aussehen, wohl sehen und dahinter her noch einer. Als ginge es zum Hochgericht es die Leute und sie zeigten es mir mit Groll. Aber was dagegen tun? Es hilft ja doch nichts. Nur so lange eine Familie noch jung ist und feine Kinder hat, da zeigt sich auch das Streben nach einer netten, freundlichen Wohnung. Ich sah eine solche. Aber Die Zechenblätter machten sich am Sonnabend das Vergnügen, laßt da erst die Kinder kommen, dann hört es von selbst auf. zu konstatieren, daß der Streit abgenommen hätte. Zu diesem Das allerschlimmste sah ich in Altstaden bei Oberhausen Behufe rechneten sie 200 und einige Mann heraus, die am Sonn( Rheinland). Es waren kleine Privathäuser, meist jedes Haus nur abend weniger ausständig gewesen sein sollen, als am Freitag. Der eine Wohnung bildend. Sie kosten monatlich 12,50 bis 18 Mart. Scherz ist wenigstens unblutiger als die Fabrikation von RäuberZu ebener Erde ist die Küche und ein Zimmer, meist naß und geschichten über angebliche Ausschreitungen. dumpfig. Größe 312 X 32 Meter. Höhe 3 Meter. Dann ist ein Der„ Reichs- Anzeiger", der die Zählungen des Ober- Bergamts ungedielter Vorraum von weniger als 1 Meter Breite und etwa wiedergibt, beziffert für Freitag mittag die Zahl der Angefahrenen 3 Meter Länge. Die Treppe, die nach dem Dachgeschoß führt, auf 46 896 Mann, die der Ausständigen auf 204 724. hat 75 Broz. Steigung, fo daß man rückwärts herunter- Aus den nachfolgenden Privattelegrammen geht hervor, gehen muß. Sie ist 80 Zentimeter breit, ebenso breit daß dies Riefenheer der Streifenden ebenso Ruhe wie Entschlossen ist der Korridor des Dachgeschosses. Die beiden Dach heit bewahrt. räume, die zum Schlafen dienen, haben eine Bodenfläche von Dagegen scheinen die Behörden leider nervös zu werden und 3 X 2% Meter, find 21% Meter hoch; mindestens ein Drittel des die Aufrechterhaltung der Ordnung durch Organe der Streikenden Raumes geht durch schräge Wand die ab, so daß ein solcher Raum selbst zu erschweren. etwa 12 bis 13 Rubikmeter hält. Zur Wohnung gehört ein fleiner Holzschuppen und ein paar Quadratmeter Land. ,, Was sollen wir auf dem Lande bauen, es langt zu nichts", so sagte mir ein franfer junger Bergarbeiter mit sieben Kindern." Blumen", wagte ich zu scherzen. Ja, Blumen," grollte er, die könne mer nit freise.". . Einzelne dieser Wohnungen sind nur 2 Meter, ja sogar nur 2 Meter hoch. Und in diesen Löchern hausen dann 6, 8, 10 und manchmal noch mehr Personen. Gewöhnlich hocken fie alle zusammen in einem Raume. Bei einem Polen waren drei erwachsene Menschen in der Küche und drei fleine tranke Seinder, jedes in irgend einem Korbe oder Kasten liegend, mit Ausschlägen, geröteten Augen, und so schmutzig, daß sie buchstäblich aussahen wie ein Kohlenarbeiter, bevor er sich den Arbeitsschmutz abgewaschen hat. Eine Dachwohnung in einem etwas höhern Hause war nur 2 Meter hoch, drei Näume in der Größe von 32X312, 3 × 3 und 8X2 Meter, in jedem Raume geht mehr als ein Viertel durch schräges Dach ab. Kein Schuppen, kein Land dazu, foftet monatlich 10 Mart. Ich stolperte über etwas und glaubte, es wäre ein großer l Für arbeitswillige Mörder blühen in Berlin jest gute Tage! Hoffentlich hat man aber wenigstens die Spikel zu Hause gelassen! Wirtschaftliche Wirkungen des Streifs. In der rheinisch- westfälischen Industrie mehren sich, da vielfach die Werke ihre Kohlenvorräte nahezu aufgebraucht haben und die neuen Zufuhren nicht ausreichen, die Betriebseinschränkungen und Stillegungen. Besonders ungünstig steht es um die Eiſenindustrie. Nach einem Situationsbericht der Frankfurter Zeitung" aus dem Düsseldorfer Bezirk hat auch die dortige Aktiengesellschaft ein, Lehmann u. Co. infolge Kohlenmangels bereits eine Redu zierung der täglichen Arbeitszeit um drei Stunden eintreten lassen. Die Aktiengesellschaft Textilwert Düsseldorf hat seit vorgestern die Arbeitszeit von elf auf acht Stunden reduziert und sich belgische Kohlen bestellt. Die Betonbau- Aktien gesellschaft Diß u. Co. hat vor Ausbruch sich mit aus reichenden Mengen von Rohstoffen wie Stahl usw. versehen, so daß sie von der Kohlennot und der damit im Gefolge stehenden Lieferungsunfähigkeit der großen Stahlwerke usw. nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Bürener Portland- Zementwerke( Siz Düsseldorf) haben bereits einige Defen ausgeblasen. Der noch für einen acht bis zehntägigen Betrieb ausreichende Die Kohlenborrat soll durch Braunkohlen ergänzt werden. Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik mußte ebenfalls Betriebseinschränkungen eintreten lassen und hat die wöchentliche Arbeitszeit um einen Tag reduziert. Custodis u. Co. haben für ihre Fabriken so wenig Kohlen auf Das Die schon mitgeteilte Verordnung des Oberpräsidenten Studt Lager, daß das Werk gänzlich ſtillgelegt werden mußte. vom 27. Mai 1891 gegen das unbefugte Verweilen auf den Zechen- Oberbilfer Blechwalzwert muß für seinen Betrieb Kohlen straßen ist auch vom Landrat des Kreises Gelsenkirchen allent zu höheren Preisen faufen, auch sind schon Betriebseinschränkungen halben angeschlagen worden. Außerdem ließ er zur Warnung durch Reduzierung der Arbeitszeit eingetreten und es liegt die Bebekannt machen: Berggefeß§ 81, Gewerbe- Ordnung§ 158, Straffürchtig nahe, daß das Wert gänzlich stillgelegt werden muß. Auch aus anderen Gegenden werden weitere Betrieb einschrän gesetzbuch§§ 110, 113, 115, 116, 125, 134, 321, 303. fungen gemeldet. Auf der Georgs Marienhütte bei In Recklinghausen hat am Freitag ein Polizeiwachtmeister Osnabrück ist zunächst ein Hochofen gedämpft, die beiden anderen denkt die durch weiße Binden gekennzeichneten Ordner der Streifenden man no heinige Wochen betreiben zu können. Die Nebenbetriebe des Werkes in der Kolonie Blumenthal weggewiesen. Bald danach ist ein bis auf die Reparaturwerkstätten liegen fast sämtlich still. Auf dem Arbeitswilliger von einem Steinwurfe getroffen worden. Am Dsnabilder Stahlwerfe feiern bis jetzt infolge der notwendig geSonnabend hat die Polizei verwaltung in Redlinghaufen wordenen Betriebseinschränkungen 455 Mann, doch wird es dabei die Aufstellung von Ordnern ganz allgemein verboten. Den nicht sein Bewenden behalten können. Weitere Betriebseinstellungen werden folgen, denn, wenn auch Streifenden war der Kaisergarten, das größte Versammlungslotal jetzt Zufuhren aus dem Auslande eintreffen, so find doch die Preise in Recklinghausen, zu Versammlungen zur Verfügung gestellt sehr hoch. Wie die Köln. Volksztg." mitteilt, foften englische Flatamworden. Die Polizei belam banpolizeiliche Bedenken und unter- förderfohlen 24 W. pro Tonne frei Duisburg, böhmische Flammfagte die Abhaltung öffentlicher Versammlungen in dem Lokale. fohlen 9,30 M. ab geche, dazu 12,80-13,10 M. Fracht bis Stassel. Diese Dem Wirte gab sie eine Leporelloliste von Mängeln, die er ab- Preise sind um 18-15 m. höher, als die bisherigen Ruhrkohlenpreise. Aus Recklinghausen telegraphiert unser Z- Mitarbeiter: 0 tommen. 500 * 營 Schmock in holdem Wahnsinn. Schweinburg singt lallend: Solidarität. erbärmlich mißhandelt wurden und daß die frivole wegung im Ruhrrevier, freilich nur ganz oberflächlich, gestreift. Die Der Holzarbeiterverband hat, wie man uns mitteilt, 15 000 Mart Bechenstillegung eine tiefe Erregung gegen das Syndikat Herren von der Rechten tun so, als ob der Streit vermieden worden für die Bergarbeiter bewilligt. in allen Streisen hervorgerufen habe. Gefälschte Telegramme wäre, wenn der Staat heute bereits Bergwerksbesitz im Ruhrrevier hätte, da er dann auf das Kohlensyndikat einwirken könnte. Eine Der„ Labour Leader", bas Organ der englischen unabhängigen über Streikumruhen und das Jammern über den unglück- burchaus irrige Annahme, denn nicht der Staat hat die Macht, das Arbeiterpartei, schreibt in seiner neuesten Nummer zu der Meldung, seligen Streif", der dem profitwütigen Grubenkapital doch so Kohlensyndikat zu beeinflussen, sondern umgekehrt, das Syndikat hat daß die westfälischen Bergarbeiter Vertreter nach England zu schicken gelegen kommt, konnten den Eindruck der Tatsache nicht ver- den Staat in seiner Hand. Machtmittel gegen das Syndikat stehen gedenken, um mit den Führern der dortigen Bergarbeiter wegen wischen, daß selbst Dr. Beumer die Rheinisch- Westfälische dem Staate auch heute schon zur Verfügung, die Regierung macht Maßnahmen zur Unterstützung des Kampfes zu verhandeln: " Wir können unsere deutschen Genossen eines freundschaft- Zeitung", das Organ der Zechenbesitzer, rundweg verleugnen nur keinen Gebrauch davon, da sie es mit dem Großkapital nicht verderben will. Selbst jetzt, wo die gemeingefährliche Wirkung des lichen Willkommens versichern, sowie daß wenn ihnen ein Streit mußte. aufgezwungen werden wird, ihr Appell an britische Hülfe kein ver- Vielleicht fand Herr Dr. Beumer heut nur deshalb seinen Syndifats deutlich zutage tritt, konnte der Finanzminister Freiherr geblicher sein wird. Die Internationalität ist heute das Stichwort gewöhnlichen Scharfmacher- Ton nicht, weil er eigentlich der b. Rheinbaben sich nicht enthalten, es förmlich in den Himmel der britischen Bergarbeiter und sie werden ihren deutschen Eisenindustrie näher steht als dem Grubenkapital. Vielleicht aber zu heben. Einige heitere Augenblicke bereitete Herr Diederich Hahn dem Kameraden in deren Kampf für einen auskömmlichen Lohn und beugte auch er sich vor der Wucht, mit der sich die gesamte Hause durch einen Antrag, wonach Herr Möller bei der Ausführung Die Notiz, die, wie man sieht, vor Ausbruch des General- öffentliche Meinung auf die Seite der kämpfenden Bergarbeiter des Gesetzes ausgeschaltet werden soll, da er die Interessen des streiks geschrieben wurde, rührt offenbar von Keir Hardie her, gestellt hat. Denn auch die anderen Redner, die sonst oft Staates nicht genügend gewahrt habe. Selbstredend hat jeder Abder selbst Bergarbeiter war, einen Bergarbeiter- Distrift im Parla genug den kapitalistischen Interessenten, ja den Scharfmacher- geordnete das Recht, derartige Anträge zu stellen, aber wenn man ment vertritt und speziell mit den schottischen Bergarbeitern Fühlung cliquen zu Diensten sind, wagten heute nicht, das höhere Recht einem Minister in dieser Form ein Mißtrauensvotum erteilen will, hat, die für die westfälischen Arbeiter ganz besonders in Betracht der für die Grundgüter des Lebens streifenden Bergarbeiter dann darf man sich nicht selbst lächerlich machen, wie es Herr Hahn zu leugnen. Was macht es aus, daß man sich darüber stritt, durch alsbaldige Zurücknahme feines Antrages tat. Einstimmig nahm das Haus noch den konservativen Antrag auf ob die Arbeiter kontraktbrüchig geworden sind oder nicht! schleunige Bereitstellung von Mitteln zur Bekämpfung des NotMan war sich einig darüber, daß sie sich den bestehenden st an d es an, der durch die Sturmflut am 31. Dezember 1904 an der Verträgen nur unter dem Zwange der Uebermacht kapitalisti- Ostsee küste verursacht ist. Die Regierung gab eine wohlwollende Der Maßlosigkeit und Gehässigkeit dieser Verhegung entspricht scher Gewalt unterworfen hatten und daß diese Verträge un- Erklärung ab. Hoffen wir, daß sie es nicht bei Worten bewenden das Maß von Roheit und Gewalttätigkeit, das jezt gegen die Arbeits- erträglich waren, mochte man mit uns und dem Freisinnigen läßt! willigen zur Anwendung gebracht wird. Diesem umgefeßlichen Zu- Pohl ihre Rechtsgültigkeit bestreiten, oder mit dem Am Montag steht die dritte Lesung der Hibernia- Vorlage und stande muß unter allen Umständen ein Ende gemacht werden. Die Freijinnigen Gothein und der Rechten ihre formelle die zweite Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung persönliche Sicherheit derjenigen, die arbeiten wollen, darf nicht der Rechtsfraft anerkennen. Ueber diese gleichgültige ju- auf der Tagesordnung. Zuchtlosigkeit einer Rotte preisgegeben werden, die überhaupt jedes ristische Formel faum hinaus, gestaltete sich die ganze Das nach rechts revidierte Ministerium. Gefühl für Gesetz und Recht verloren hat. Debatte zur denkbar schärfsten Verurteilung des dreisten Hochmuts der zügellosen Selbstherrlichkeit der Zechenbesizer. Aus Paris wird gemeldet: Präsident Loubet gab am Freitag den Mitgliedern des Selbst Könige mußten sich beugen, so werden sich auch die Unternehmerfönige beugen können", rief selbst Herr Stöcker Bureaus der Kammer und den übrigen Persönlichkeiten, welche aus. Gesetzliche Schranken gegenüber dem Raub am National- ihn aufsuchten, zu verstehen, daß es notwendig sei, unter den gut, den die Syndikatsherren durch die Stillegung der Zechen Republikanern Einheit und Zusammenhalten im Interesse der begingen, verlangt selbst Herr v. Kardorff, der sonst nicht Republik herzustellen. In den Wandelgängen der Kammer genug nach Ausnahmegesetzen gegen die Arbeiterschaft rufen kann, herrscht die Ansicht, daß Loubet keine weiteren Persönlichkeiten und vor allem- alle Redner waren sich einig in der Ver- empfangen wird, sondern heute eine geeignete Persönlichkeit urteilung der hohlen und heuchlerischen Phrasen, mit denen mit der Kabinettsbildung beauftragen wird. gestern der Reichskanzler sich zum Agenten des Unternehmer- Die Aeußerung des Präsidenten Loubet zum VizeDas gefälschte ,, Vorwärts"-Zitat der Mosseschen ,, Bolts- Zeitung" tums herabgewürdigt, ihm den harten Rücken noch gesteift hatte. präsidenten der Deputiertenkammer, Lockroy, gelegentlich des daß scheint bei einigen Gewerkvereinlern verwirrend gewirkt zu haben. Der Abg. Pohl von der freisinnigen Volkspartei ver- gestrigen Empfanges des Bureaus der Kammer, und Beruhigung im Interesse Nach einer Mitteilung der Berliner Volks- Zeitung" habe man in weilte ein wenig lange bei dem Lob auf die oberschlesischen gegenwärtig Eintracht einer Versammlung des Gewerkvereins der Maschinenbauer und Grubenbesitzer, bei der Verherrlichung der Hirsch- Dunckerschen der Republik und des Vaterlandes notwendig sei, wird in den Metallarbeiter unter lebhaften Pfuirufen sich gegen die Verdächtigungen Gewerkvereine. Aber er kam doch schließlich dazu, anzu- Streifen der Deputierten ziemlich lebhaft erörtert. Einzelne „ Borwärts" gewandt, daß die Hirsch- Dunckerschen erkennen, daß der Bergarbeiter heute rechtlos sei und daß die wollen darin ein Anzeichen erblicken, daß Präsident Loubet Auf den Gedanken sind wir überhaupt nicht gekommen und Gesetzgebung sofort, augenblicklich, den Widerstand der Unter die Absicht habe, den bisherigen Finanzminister Rouvier es macht uns stußig, daß andere solche Vermutung hegen nehmer gegen die erste Grundlage der Verständigung, die Ver- mit der Bildung des Kabinetts zu betrauen, dem zumi mindesten ein dissidierender Radikaler und vielleicht auch ein fönnen, als ob wir den Gewerkvereinlern nachsagen handlungen mit den Arbeitern, brechen müsse. wollten, sie würden ihre eigenen Kameraden im Stiche lassen. Uns Von der freisinnigen Vereinigung bekannte der Bergrat a. D. gemäßigter Republikaner angehören würde. Die Republikaner ist so etwas nicht im Traume eingefallen und wir halten es Gothein in richtiger Selbsteinschätzung, daß er nach seinem bemerken zu der Aeußerung des Präsidenten, daß dies seine für so selbstverständlich, daß die Gewerkvereinler die Bergarbeiter alten Beruf und seiner jetzigen sozialen Stellung den Unter- gewöhnliche Sprache sei und keinen Fingerzeig enthalte unterſtüßen, daß man darüber überhaupt nicht zu reden braucht. Was nehmern näher stände als den Arbeitern. Wenn das auch die über seine Anschauung hinsichtlich der Lösung der Ministerwir behauptet haben, worauf wir jetzt noch einmal nachdrücklich hinweisen, Immerhin verlautet gerüchtweise, daß Präsident ist, daß die freisinnigen Parteien als solche im Gegensatz Klarheit seines Urteils trübte, so hinderte es ihn doch nicht, krisis. zur Sozialdemokratie es nicht für notwendig gehalten haben, ihre scharfe Abrechnung mit der leichtfertigen Bequemlichkeit der Loubet heute vormittag den Finanzminister Rouvier zu sich Leitartikel- Sympathien für die Bergarbeiter in die Tat umzu Stonservativen und den unsinnigen Straftphrasen des Reichs berufen wolle, um ihm die Bildung des Stabinetts zu überſetzen. Es ist immer noch kein Sammlungsaufruf der Partei er- tanzlers zu halten. Schalt er auch auf den Stontraftbruch der tragen.. Von den Radikalen und Sozialisten wird schienen und wir würden wünschen, daß die Gewerkvereinler statt Arbeiter, so legte er doch die ganze Verantwortung dafür, daß noch immer ein Ministerium Sarrien- Clemenceau befürwortet. auf Zitatenfälschungen der Mosseschen„ Bolts- Zeitung" hereinzu- es so kommen mußte, der Verständnislosigkeit und der brüst Der ehemalige Marineminister Belletan äußerte gegenüber einem fallen, ihren Einfluß auf die freisinnigen Parteien dahin abweisenden Haltung der Unternehmer zur Last. Er bekannte Interviewer, er glaube, daß die nächsten Ministerien nehmen, daß dieſe endlich sich entschließen, werktätige Hülfe zu leisten. sich zu der Aufgabe, die Verantwortung vor der öffentlichen nicht sehr langlebig sein werden. Uebrigens beweist die Mossesche Volkszeitung" in der Tat, daß Das Nationalkomitee der französischen sozialistischen Aber es steht weit mehr auf dem Spiele! Wenn es dahin kommt, daß das Vertrauen in die Machtvollkommenheit des Staates erschüttert wird, da liegt die Gefahr nahe, daß der monarchisch und patriotisch gesinnte Teil des Volkes in seiner Zuverlässigkeit wankend wird. Hat es schon in weitesten Kreisen peinlich berührt, daß die Niederlegung der Arbeit uuter Kontraktbruch ungestraft hingehen darf, so müßte es jeden rechtlich Fühlenden aufs äußerste befremden, wenn dazu noch die Staatsgewalt sich dem Terrorismus der Ausständigen beugen wollte, indem sie die Mißhandlung Arbeitswilliger ruhig geschehen ließe," des * Gewerkvereinler die Bergarbeiter im Stiche lassen. sie sich ihren neuen Gristenzbedingungen vollständig angepakt hat; Meinung allein den Werksbesitzern zuzuschieben und die all- Partei berief geſtern, wie W. T. B. meldet, eine Sigung, um fie unterläßt es, von unserer gestrigen Richtigstellung Notiz zu gemeinen Sympathien den Arbeitern zuzuwenden. " nehmen. Man hat fast den Eindruck, als ob diese gegen uns vom Selbst Herr Stöder gab der Wahrheit die Ehre. Er über die Frage zu beraten, ob ein sozialistischer Zaun gebrochene Polemik abfichtlich uns Beschuldigungen in den kam aus dem Ruhr- Revier und konnte aus eigener Stenntnis Deputierter in das Kabinett eintreten dürfe Mund legt, die wir nicht geäußert haben, um im Dienste frei- bezeugen, daß nicht sozialdemokratische Verhegung, sondern und ob Vertreter der sozialistischen Depufinniger Drahtzieher die Aufmerksamkeit von dem fatalen Gin- der unerträgliche Druck des Unternehmertums zum erplosiven tiertengruppe an den Beratungen der übrigen geſtändnis abzulenken, daß die freisinnigen Parteien ihre Arbeiter- Ausbruch des Proletarierzornes geführt habe. Wie bitterer Gruppen teilnehmen sollten. Die Sigung Liebe mit feinem Pfennig betätigen. ohne daß das Auch das Zentrum lehnt es trotz der erzbischöflichen Tausend- Hohn Klang es aus, als er die Regierung an die Versprechungen dauerte nachts um 2 Uhr noch fort, mart- Spende nach wie vor ab, sich an Sammlungen für die der christlichen Sozialpolitik" erinnerte und Gleichberechtigung, Komitee zu einem endgültigen Beschlusse hätte kommen können. Doch heißt es, daß die Mehrheit des Komitees sich gegen den Bergarbeiter zu beteiligen. Die im Ruhrrevier erscheinende Tre- Mitbestimmungsrecht für die Arbeiter forderte. monia" bemerkt sogar ausdrücklich, daß die Zentrumspartei als Am tiefsten erfaßte Genosse Wolkenbuhr das Problem, Eintritt eines Sozialisten in eine bürgerliche Regierung ausfolche teine Veranlassung habe, einen Aufruf zur Sammlung zu auf wessen Seite in diesem Stampfe das Recht sei. Haar gesprochen habe. erlassen, denn sie betrachte den Streit nicht als Parteifache und die scharf bewies er an dem Vergleich mit den großen Berg- Baris, 21. Januar. Präsident Loubet ersuchte Rouvier christliche Organisation nicht als Partei- Organisation, so daß fie arbeiter Stämpfen vom Jahre 1889, daß das Unternehmer- die Kabinettsbildung zu übernehmen. Rouvier antwortete, er werde nicht verpflichtet wäre, für die Mitglieder dieser Organisation ein- tum, gemästet durch riesige Dividenden und gewaltige sich mit seinen Freunden besprechen und seine Antwort Gerade weil der Streit feine Parteifache ist, darum hätten Wertsteigerung der Aftien, nun wieder aus der größten sobald als möglich dem Präsidenten mitteilen. Paris, 21. Januar. Rouvier erklärte dem Präsidenten Loubet alle Parteien ohne Unterschied des politischen Glaubensbekennt- Arbeiternot, dem Hunger beim Streit, folossale Preiserhöhung zutreten. nisses, wenn sie es wirklich ernst nehmen mit der Unterstützung der ihrer Produkte und damit neue Millionengewinne sich zu in ihrer heutigen Unterredung, er halte, wenn er die Ministers Bergarbeiter gegen das Kohlensyndikat, die Pflicht, für die verbündeten verschaffen im Begriff sei. Wie einst von einem der präsidentschaft annehmen solle, den Eintritt bestimmter Persönlich Bergarbeiter- Organisationen Sammlungen einzuleiten. Wenn fie Syndifatsgewaltigen der 89er Streit als rettende Eat ge- feiten, vor allem Sarriens in das neue Stabinett für unerläßlich. es außer der Sozialdemokratic ablehnen, so beweisen sie in der Tat feiert wurde, so soll dieser neue Streit, den das Unternehmer- Ferner soll Rouvier verlangt haben, daß der Beschluß des Rates der Ehrenlegion auf Streichung des pensionierten Hauptmanns daß das angebliche Wohlwollen dieser bürgerlichen Parteien für die tum provoziert habe, neue Kurstreibereien ermöglichen und Bégnicourt, des Urhebers zahlreicher Auskunftszettel, von der RegieArbeiterbewegung im Ruhrrevier nur aus leeren Worten besteht. Wir zugleich den drei Zwecken des Unternehmertums dienen: rung ratifiziert werde. möchten aber doch den freisinnigen und katholischen Arbeiter Politische Ueberlicht. Syndikatsjahr ermöglichen. Deutfches Reich. organisationen den Rat geben, daß sie die Parteien, zu denen sie die Regierung durch unmäßige hohen Aktienstand vom Ankauf politisch gehören, energisch auffordern, sich ihrer Sache anzunehmen. der Gruben abzuschrecken, die Arbeiterverbände zu vernichten, Soll die Viertelmillion Arbeiter im Ruhrrevier gegen das Kohlen- und zum 1. April eine hohe Preisfestsetzung für das syndikat sich behaupten, so müssen allerdings, zumal die Regierung kommende Kurz Tragik und Burleske beim Militärgericht. vollständig versagt hat, alle, die ein Herz für die Arbeiter haben, fertigte noch Genosse Wolkenbuhr den Reichskanzler ab. Der Dessauer Aufruhr- Prozeß wird das Reichszu Hülfeleistungen herangezogen werden. Ein Hinweis auf die Einigkeit aller Bergarbeiter genügte, um Militärgericht nicht mehr beschäftigen. Wie aus Magdeburg geBülows antifozialistische Tiraden lächerlich zu machen. Zu meldet wird, haben sich die beiden Angeklagten Günther und spät hat der unmoderne Politiker, Graf Bülow, Eugen Richters Voigt bei dem Urteil, welches das Oberkriegsgericht des Zukunftsstaatsbilder gelesen, zu ungeschickt schulmeisterlich sie IV. Armeekorps über sie gefällt hat und das auf je 1% Jahre GeBerlin, den 21. Januar. Im Interesse der Allgemeinheit Gründe der Angeklagten vermögen wir zu schäben, ohne sie genau zu auszuschlachten versucht. Im Interesse der Allgemeinheit fängnis lautet, beruhigt und auf Revision Verzicht geleistet. Die müßte, so folgerte treffend Molfenbuhr aus seinen Dar- lennen. Sie beruhigen sich bei einem Urteil, das das Rechtsgefühl Ein Strafgericht über die Zechenbarone. legungen, ein machtvoller Staatsmann das wichtigste Pro- des Volkes in hohem Grade beunruhigt und noch lange beNur wenige Minuten lang beschäftigte die konservative duftionsmittel, die Kohle, privater Willfür entziehen, und jeder unruhigen wird. Anfrage nach dem Schicksal der Handelsverträge heute den überhaupt ernsthafte Politiker müßte wenigstens durch ein In eine recht seltsame Rage kam am Donnerstag das KriegsReichstag. Mit Rücksicht auf die noch immer schiebenden scharfes Reichsgesetz den Uebertreibungen kapitalistischer Aus- gericht der II. Garde- Division. Zur Aburteilung stand eine Anklage Verhandlungen mit Desterreich- Ungarn lehnte Graf Posa- beutungssucht im Interesse des Gemeinwohls entgegentreten. wegen Gehorsamsverweigerung und Behairens im Ungehorsam gegen dowsky im Namen des Reichskanzlers die Beantwortung vor- Und sie bewegt sich doch! Die Regierung mußte vor einen Befehl in Dienstsachen vor versammelter Mannschaft, welche läufig ab. diesem Anfturm des Voltswillens zurückweichen. Der Minister dem Tambour Paber von der 1. Kompagnie des Kaiserin AugustaGarde- Grenadier- Regiments zur Last gelegt wurde. Gestern vor Von der grenzenlosen Begehrlichkeit agrarischer Zoll- Möller mußte den Reichskanzler und seine früheren Reden acht Tagen übten die Spielleute auf dem Tempelhofer Felde unter wucher- Wünsche wandte sich der Reichstag wieder zu dem be- preisgeben und umzulenfen suchen. Wozu er sich trotz der der Leitung des Unteroffiziers Scholz. Paber hatte während des scheidenen, fast ängstlichen Streben der Bergarbeiter nach einem Hibernia- Blamage noch nicht hatte aufraffen fönnen, er mußte Dienstes gepriemt. Als dies der Unteroffizier bemerkte, befahl er winzigen Anteil am Lebensglück. Nur ein wenig besseren, es, wenn auch zitternd mit ängstlichem Seiten- dem Angeklagten, den Kautabat auszuspeien. Dem Soldaten, welcher fichereren Lohn, nur eine halbwegs menschenwürdige Be- blick auf auf den Grafen Posadowsky aussprechen: einen auf diesen Befehl nicht vorbereitet war, geriet die Prieme in den handlung wollten sich die Bergsflaven erbitten, wollen sich die Tadel den Unternehmertrug. Er mußte für Schlund. Kurz danach forderte ihn der Unteroffizier auf, den Mund Bergarbeiter jetzt erkämpfen. Daß der nationalliberale Ab- die Bergarbeiter gesetzlichen Schutz versprechen: färglichen zu öffnen. Hierbei gewahrte Sch. die Prieme und befahl nun dem geordnete Be u mer schon das für ein Verbrechen hält, wen zwar, Verbesserung der Stranfenfürsorge, Schutz für die Tambour zum zweitenmal, den Stautabat aus seinem Munde zu wollte es wunder nehmen? Dafür stellen ja die Unternehmer Berufsvereine und Schutz gegen die Zechenstillegung; aber entfernen; doch erst einem dritten Befehle seitens des Vorgesetzten kam der Angeklagte nach. In der gestrigen Verhandlung gab Bazzer in ihren Verbänden die„ Generalsekretäre" an und entfenden nun wird nachdrängend die gesamte deutsche Arbeiterschaft an, daß ihm die Prieme bei dem ersten Befehl versehentlich in den fie ins Parlament. Aber selbst ein so unbedingter Ver- nicht ruhen, bis sie ihm auch den gesetzlichen Achtstundentag und Schlund gerutscht und daß er dadurch an der Ausführung des Befehls treter der Unternehmerinteressen, wie Herr Beumer es menschenwürdige Behandlung für die Bergarbeiter abzwingt. gehindert worden sei. Um nun ein tatsächliches Beharren im Unist, fonnte nicht den Versuch machen, bei diesem Kampfe Montag geht die Debatte fort. gehorsam feststellen zu können, hatte das Gericht zu ermitteln, ob dem Tambour der Kautabak versehentlich in den Schlund geraten alle Schuld auf die Arbeiter abzuwälzen und alles Licht war oder ob der Angeklagte dies mit Absicht getan. Da über die letztere über die Unternehmer auszugießen. Ging auch Herr Dr. Beumer von dem Sak aus, daß nie so viel gelogen würde, Zu derselben Zeit, wo der Reichstag die sozialdemokratische Möglichkeit fein bestimmter Beweis erbracht werden konnte, war das wie vor einem Strieg, nach einer Jagd, und während Interpellation über den Bergarbeiterstreit besprach, beriet der Land- Gericht nicht in der Lage, bei der Strafabmessung den schwereren eines Streifs, verteidigte er dennoch das Wagennallen, tag in zweiter Lesung die ibernia- Vorlage. Der Entwurf,§ 94( Beharren im Ungehorsam) anzuwenden und es verurteilte den der die Regierung ermächtigt, von der Dresdner Bank Hibernia- Tambour wegen einfacher Gehorsamsverweigerung vor versammelter die unbegrenzte Ausdehnung der Arbeitszeit, die Verweigerung Aftien zu erwerben, wurde gegen die Stimmen des größten Teiles Mannschaft zu zehn Tagen trengen Arreſt. Er kann von jeden gesundheitlichen Schuzes und die Riesenprofite des der Freifinnigen und einiger Nationalliberalen, die fich als grund- Glück sagen; ohne die rätselhafte Schlundgeschichte wäre er nach Kohlensyndikats, so konnte er doch schon aus Angst vor fäßliche Gegner des Verstaatlichungsgedankens bekannten, unver-§ 94 mindestens zu einem Jahre Gefängnis verurteilt der bevorstehenden Enquete nicht bestreiten, daß die Arbeiter ändert angenommen. In der Debatte wurde nebenher auch die Be- worden wegen einer Brieme! gegen Hibernia. Den Erlaß eines gesetzlichen Verbotes gegen daS Erscheinen der sozialdemokratischen Zeitung„Vorwärts" fordert ein Herr Fritz P i s S k e aus Charlottenburg in einer dem preußischen Abgeordnetenhause überreichten Petttton. Hoffen wir, daß der Landtag und die Re- gierung den Wunsch dieses sonderbaren Heiligen erfüllen!— Aendcrung des preußischen Gewrrbrsteuer-Gcsetzrs. DaS Ab- geordnetenhaus hatte am 17. Februar vorigen JahreS einen Antrag Funk sfrs. Bp.) und Genossen, der die Regierung auffordert, als- bald einen Gesetzentwurf zur Abänderung des Gewerbesteuer- Gesetzes vorzulegen, durch welchen unter progressiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklassen erleichtert und bei Be- rechnung deS Betriebs- und Anlagekapitals die Abzugsfähigleit der Kapitalsschulden gewährleistet wird, der verstärkten Handels- und Gewerbekommission überwiesen. Die Kommission hat den Anttag abgelehnt und statt dessen einstimmig eine Resolutton angenommen, die die Regierung ersucht, im Wege der Anregung dahin zu wirken, daß die Gemeinden mehr als bisher auf eine gerechte, den kommu- nalen Bedürfnissen möglichst entsprechende Ausgestaltung der Gewerbe steuer Bedacht nehmen.— Der nichtbelcidigte Landtag. DaS sozialdemokratisch«„VollSbatt für Hessen und Waldeck" hatte seiner Entrüstung über das Verhalten deS Polizeiministers und des preußischen Abgeordnetenhauses in der Angelegenheit der Janina B e r s o n in sehr entschiedener Weise Ans- druck gegeben. Einige starke Ausdrücke, die diese EnlrüstungS- kundgebung enthielt, veranlaßten den eifrigen Polizeipräsidenten zu Kassel, die strafrechtliche Verfolgung deS verantwortlichen Redakteurs zu beantragen, und dieser Anttag beschäftigte am Sonnabend die Geschäftsordnungskommission des Abgeordnetenhauses. Der Bericht- erstatter meinte, der Artikel sei vom„physiologischen Standpunkte interessant", aber den Landtag beleidige er nicht. Bon anderer Seite wurde gewünscht, daß ein Exempel statuiert werde. Ein weiteres Mitglied war der Ansicht,„man möge gerade jetzt dem Angreifer kein besonderes Relief geben, man möge die Geschichte ignorieren und die Genehmigung zur Sttafverfolgung verweigern".— Die Kommission beschloß in diesem Sinne. Wenn das preußische Abgeordnetenhaus selbst auf die Wahnmg seiner Ehre Bedacht nimmt, so braucht eS die Verfolgung von Be- leidigem überhaupt nicht in Erwägung zu ziehen. Wären die Heiterkeitsstürme, die em ordinärer Polizeiwitz in ihm entfesielte, nicht vom psychologischen Standpunkte aus so überaus interessant gewesen, so wäre mich das Kasseler Blatt nicht in die Lage ge- kommen, Proben vom Lutherstil geben zu können. Im übrigen ist die Einsicht der Geschästsordyungskommission erfteulich; wo es sich nicht um tatsächliche Feststellungen handelt, hat das Prozessieren gegen Beleidiger überhaupt keinen Sinn.— Die Meinungsfreiheit im bürgerlichen Lager. Welch' ein Geschrei erhob sich in der gesamten bürgerlichen Presse, als unser Parteitag m Dresden die Bedingungen formulierte, unter welchen Parteigenossen an bürgerlichen Preß- organen mitarbeiten dürsten. Das galt als ein Akt angeblich brutaler Meinungsunterdrückung, die mit allen sozialdemottatischen Grund- sätzen im Widerspruch stehe. Insbesondere war es auch der Reichskanzler, der wiederholt im Reichstage auf jene Verhandlungen deS Dresdener Parteitages zu sprechen kam. um nachzuweisen, welchen Terrorismus die sozialdemokratische Partei über die Meinungsfteiheit ihrer Anhänger ausübe und welch' Schreckensregiment demnach im sozialdemokratischen Zukunftsstaat zu erwarte» sei. Nun liegen aber Fälle aus dem bürgerlichen Lager vor, die zeigen, daß man auch dort nicht geneigt ist, Partei- genossen daS Recht emzuräumen, in Blättern zu schreiben, in denen die eigene Partei wiederholt beschimpft wurde. ES ist daS „Berliner Tageblatt"— mitjder Hauptschreier gegen den in Dresden angeblich geübten MeinungsterroriSmus— das kürzlich sich zustimmend zu Aeußerungen nationalliberaler Preßorgane also ausläßt: „Auch die Nationalliberalen rücken jetzt immer unzwei- deuttger von der S ch e r I- P r e s s e ab. Dje vom Abgeordneten Patzig herausgegebenen„Deutschen Stimmen", das Wochen- blatt für die»ationalliberale Partei, wenden sich in ihrer neuesten Rummer mit sehr scharfen Ausdrücken gegen die Scherl-Presse. Die„Deutschen Stimmen" spotten über die guten patriottschen Menschensinder, die sich noch immer nicht ent- halten können, bei„A b l a a e r u n g S st ä t t e n" von der Beschaffenheit des„TageS" Publikum zu spielen. Diese Bemerkungen deS Parteiorgans glossiert und ergänzt das ebenfalls national- liberale„Leipz. Tagebl." wie folgt: Eine solche Einschätzung der Scherl-Presse durch ein aus- gesprochen nationalliberales, von einem nationalliberalen Reichs- tags-Abgeordneten— Herrn Patzig— he> ausgegebenen Organ wird nicht nur in der nationalliberalen Presse, sondern auch in der nattonalliberalen Wählerschaft mit Genugtuung aus- genommen werden. Um so bedauerlicher ist es. und um so seltsamer mutet es an. daß nationalliberale Par- lamentarier das Organ gewohnheitsmäßig benutzen, um zu Angelegenheiten des öffentlichen Leben» Stellung zu nehmen. Zu jenen Parlamentariern, die erfreulicherweise nur ganz dünn gesät sind, gehört leider der Vizepräsident des Reichstages, Geheimer RegierungSrat Professor Dr. P a a s ch e.... Je einmütiger die nationalliberale Wählerschaft in der Ueberzeugung sein dürfe, daß die literarische Mitarbeit an den Scherlschen Or- ganen allenfalls die Einkünfte der Be- troffenen, nicht aber den Ruf und die Be- deutung der nationalliberalen Partei erhöhen kann, um so leichter müßten die nationalliberalen Parlamentarier des Abgeordnetenhauses wie de» Reichstages auf die Mitarbeit an der Scherl- Presse verzichten. Eine Berzichtleistung solcher Art sollte ihnen deswegen besonder» nahe liegen, weil sie eS jederzeit in der Hand haben, sei eS durch Verinittelimg der Partei- offiziösen Nationalliberalen Korrespondenz, sei e» durch direkte Jnanspruch- nähme nattonalliberaler Zeitungen, in der breitesten Oeffentlichkeit gehört zu werden. Auch ein andere» Mtglied der nationalliberalen Reichstags- Fraktton, Dr. Hugo Böttger, schreibt für die Scherlsche.Ablagerung«- stätte". Zum Dank dafür verbreitet jetzt der Scherlsche Verlag Haus bei HauS einen Artikel BöttgerS, in dem dieser die„Ablagerungs- stätte" über den grünen Klee lobt, während er die„Partei- presse" mit Fußtritten regaliert." Eine glänzendere Rechtfertigung konnten die bezüglichen Ber- Handlungen des Dresdener Parteitages nicht finden, als in den mit- geteilten Auslassungen geschieht.— Trotz-Bülo«. Der Berliner Leitarttkler der„Frankfurter Ztg." scheint mit seinem Herrn und Meister diesmal wenig zuftieden. Wer was hat er an ihm auszusetzen?„Mahnung und Warnung an die ttotzigen Herren vom Kohlensyndikat", so schreibt er,„kamen zu trotzig heran», und die Polemik gegen die parteipolitischen Tendenzen der Sozialdemokratie nahm einen zu breiten Raum ein". Da- gegen lobt sich die Berlin-Frankfurter Diplomaten-Demokratie Herrn Möller:„Er ist wirklich die»erkirperte Objektivität, und so schlecht ihn auch die Herren vom Kohlensyndikat behandelt haben, so mischt sich doch in sein ernste» Bedauern, daß sie jetzt mit den Arbeitern nicht verhandeln wollen, keine Spur persönlicher Gereiztheit. Er hält eS für feine und der Regierung Pflicht, weiter zu ver- Mitteln." Man möchte zunächst denken, e» handle sich um ein feines Diplomatenkunststück: Graf Bülow habe sich bei seinem Lothar B u ch e r ein Zeugnis feine» hervorragenden Mutes im auffallenden Plakatstil eines Scheintadels bestellt. In Wirklichkeit erklärt sich aber die Sache viel einfacher. Die Frankfurter Kritik bezieht sich nämlich auf die Red«, die der Reichekanzler nicht gehalten hat. weil ihm Genosse Hue da» Konzept dazu verdarb. So rezensiert Herr Stein den Grafen Bülow wohlgemut al» trusilrovigen rasenden Roland; da» Stück aber ist inzwischen der bekannten„em, getretenen Umstände halber"— abgesagt worden. Dergleichen kommt vor, wo Theater gespielt wird.— Ländliche Kulturbilder. AuS Königsberg wird uns geschrieben: Auf dem Gute Katzenblick im Landkreise Fischhausen wohnt der Frciarbeiter R. zu Miete und arbeitet gegen einen Tagelohn von 1,20 M. im Winter und 1,50 M. im Sommer dort. Laut Kon- ttatt ist auch seine Frau verpflichtet, auf dem Gute zu arbeiten, wenn sie gebraucht wird. Am 15. Dezember v. I. fühlte sich die Frau R. recht krank und sagte zumKämmerer, sie werde loohl nachmittags nicht zurArbeit kommen können. Der in der Nähe stehende Verwalter des Gutes. Herr Passarge, rief da�wiscken:„Was, die alte faule Sau will nicht arbeiten?" Als die Frau nun auch etivas erwiderte und sich der- artige Schinipferei verbat, schrie der Verwalter: sie solle die Fresse halten, sonst wolle er ihr einS rein dreschen. Als die Frau darauf nach ihrem Stall ging, ging der Verwalter ihr nach und schlug nun die wehrlose Frau in unbarmherziger Weise, bis sie blutüber- strömt zusammenbrach. Dann riegelte er die Tür von draußen zu und überließ sie ihrem Schicksal. Als sie sich ein wenig erholt hatte, mußte sie das Fenster in der Türe einschlagen, um ins Freie zu gelangen. Nachdem eine Rachbarstrau ihr dann das Blut abgewaschen hatte, begab sie sich nach dem nahe gelegenen Dorfe Wargen zu dem Gendarm, um Anzeige zu erstatten und dessen Schutz gegen den Verwalter nachzusuchen. Der Gendarm erklärte aber, die Sache ginge ihn nichts an. Inzwischen war das Gesicht und der Kopf zu einer schwarzblauen Masse angeschwollen. Das linke Auge stand schwer verletzt weit aus dem Kopfe. Die Frau ging daher zu der an Stelle eines Arztes in Wargen stationierten sogenannten„barmherzigen Schwester". Zu Hause angekommen, mußte sich die Frau sofort zu Bett legen. Ihr Ehemann ersuchte nun den Verwalter Paffarge,»hm ein Fuhrwerk zu geben, um zum Arzt nach der Stadt zu fahren. DaS wurde ihm vom Verwalter verweigert. Auch andere Besitzer aus der Nähe verweigerten die Hergabe eines Fuhrwerks, einige, weil sie keine Zeit hatten, andere, weil, wie sie sagten, sie mit dem Herrn Passarge sich nicht erzürnen wollten. Dieser hatte aber am anderen Morgen die„barmherzige Schwester" zu der Frau holen lassen, die im Gespräch den Eheleuten davon abriet, gegen den Ver- walter zu klagen. Die mißhandelte Frau mußte nun 14 Tage zu Bett liegen. Dem Manne, der seine Frau bedienen muhte, wurde aber gedroht, wenn er nicht zur Arbeit komme, werde man ihn aus der Wohnung schmeißen. Der Verwalter ist sich übrigens seiner strafbaren Handlung wohl bewußt, denn er hat zu dem Ehemann der gemißhandelten Frau gesagt:„Ich weiß wohl, daß ich verspiele, wenn ich angeklagt werde, aber dann müßt Ihr sofort die Wohnung verlassen." Der Besitzer des Gutes wohnt in Königsberg. Ein anderes Bild: Der Justmann S. wohnt und arbeitet seit 23 Jahren bei verschiedenen Besitzern im Dorfe Kalkeim im Kreise Königsberg. Seit ö Jahren sieht er im Dienste bei dem Gutsbesitzer und Gemeindevorsteher Bastian daselbst. Im Oktober vorigen Jahres mußte der Jnstmann mit feiner Familie aus der bisherigen Wohnung ohne vorherige Kündigung heraus und in eine kleine, an den Viehstall augebaute, noch nicht ausgetrocknete Stube ziehen, ohne daß ihm vorher die alte Wohnung «kündigt war. Seine Wfttschastsfachen mußte der Mann, weil die öttibe zu klein war, bei Nachbarn unterbringen, zerkleinern oder auf dem Hofe stehen lassen. Jetzt im Winter läuft nun das Wasser von den Wänden, bei Frost liegt handhoch Schnee darauf. Das Stroh, da« den Leuten als Unterlage im Bette dient, ist in 14 Tagen so naß und verfault, daß es auf den Misthaufen geworfen werden muß. Die Kleider im Schrank sind mit Schimmel bedeckt und die Möbelstücke verstockt. Durch die nicht schließenden Türen und die offenen Fugen in den Brettern jagt der Schnee in den Hausflur und in die Stube. Der Kamin, der In der Stube steht, hat keinen richtigen Abzug. Wenn mit dem als Brennmaterial gelieferten nassen Strauch geheizt wird, ist die ganze Stube voll Oualm. In dieser pestarttgen Luft müssen die Leute schlafen, wenn sie schlafen können. Stundenlang sitzen sie des Nachts im Bett und husten. Am 5. dieses Monats besuchte ein Genosse au» Königsberg die Leute in dieser Wohnung. Das hatte der Besitzer gemerkt. Als nach der Mittagspause die Tochter dieser Leute, die al« Scharwerkerin bei ihren Eltern für den Besitzer gegen 30 Pfennige Tagelohn dient, zur Arbeit kam, fragte der letztere, wer der Herr sei und was er wolle. Das Mädchen sagte, sie wisse es nicht. Darauf jagte der Besitzer und Gemeindevorsteher da? Mädchen mit den Worten: „Mach Du dämliches Ding, daß Du ran» komm st I" auS der Arbeit. Am andern Tage holte er das Mädchen jedoch wieder. Nun sagte dessen Vater, wenn der Besitzer seiner erwachsenen Tochter nicht wie den anderen Frauen und Mädchen 40 bis 50 Pf. Tagelohn gebe, dann müsse sie sich andere Arbeit f ichen. Darauf entließ der Besitzer auch den Jnstmann sofort auS der Arbeit. Er gab ihin einen Zettel, in dem der Mann aufgefordert wurde, binnen vier Tagen, also bis zum 12. dieses Monats, die oben be- zeichnete Wohnung zu räumen. Bei der Verrechnung zog der Besitzer von dem rückständigen Lohn de« Jnstmann»» neben anderen Beträgen sür jeden Tag, den da» Mädchen infolge der Ent- lassung die Arbeit versänmt hatte. 1 Mark ab, trotzdem daS Mädchen nur 30 Pfennig pro Tag eihalten hatte. So sieht es in Ostpreußen mit dem Kontrattbruch der Arbeit- geber auf dem Lande aus._ Zum Hercrokrieg. Die bürgerliche Presse konstatiert, daß nach den letzten Nach- richten deS General Trotha der Hererokriegeigentlich zu Ende sei. Eine Anzahl der Führer, darunter Samuel Maharero, seien über die englische Grenz« gegangen. Wilhelm Maharero, dessen Mannschaften sich noch im besten Zustande befunden hätten, haben sich fteiwillig ergeben.„Der dicke Bägno," so lesen wir in der .Deutschen Zeitung",„tot, Mambo und der dreiste Tjetjo, der Führer bei Omikokorero, verdurstet, Pferde und Vieh auf der Herero- nte ganz eingegangen. Ter Reichtum deS Landes also nach dieser siichtung hm gewaltig zerstört."' Aber selbst der Kleinkrieg werde nicht mehr lange dauern. ES bleibe den Hereros also nichts anderes mehr übrig, als sich unseren Truppen zu e r- geben. Der„Deutsche Zeitung" fügt hinzu: „Daß alle Kapitäne, Großleute, Rädels- f ü h r e r und Mörder erschossen werde», bleibt selbstverständlich Bedingung. Und außerdem darf daS Volk der HereroS nicht wieder zusammenkommen." Also auch jetzt, nachdem der zahlreiche Stamm der Hcreros fast»ollständig ausgerottet ist, hat man der Rache noch nicht genug, auch die Ucbrrlebenden sollen noch dezimiert werden. Auf diesen Standpuntt stellt sich sogar das„Berliner Tageblatt", das erklärt, daß die Ergebung der zerstreuten Hererobanden nur unter der Bedingung angenommen werden dürfe, daß sie ihre Häuptlinge ausliefern. Dies« Bedingung bedeutet nichts anderes, als daß auch noch der Rest der HereroS verhungern soll, denn daß eS den vollständig zeustreuten Banden gar nicht möglich ist, die Häuptlinge auszuliefern, sollte auch daS„Berliner Tageblatt" kapieren. Werden solche Bedingungen trotzdem gestellt, so bedeutet das nur die vollständige Ausrottung der HereroS und dir Ber- langerung des Krieges. Die„Frankfurter Zeitung" wundert sich denn auch darüber, daß trotz der vollständigen Niederwerfung der Hereros immer neu« Truppen nach Südwestafriko geschickt wurden.'Selbst wenn man auch die Ovainbo» zu entwaffnen Wunsche, sei die Zahl von 12 000 Mann, die man künftig noch in Südwestafrika la/den will zu hoch. Sicker könne man mit einer weit geringeren Truppen- zahl auskommen. Das stimmt allerdings, freilich unter der Voraussetzung daß die Bedingungen, die das..Berlin«: Tageblatt" dar» schlägt, nicht gestellt werden. Dem fteisinnigen Blatt kommt eS aber gar nicht darauf an, ob die Hunderte von Millionen, die uns ohnehin der Krieg kostet, noch um etliche Dutzend vermehrt werden! Unterschiede werden nicht gemacht! Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" veröffentlicht Stellen auS Feldpostbriefen eines südwesiafrikanischen Offiziers. In diesen Briefen ist folgende interessante Stelle enthalten: „Unserer Kompagnie war die Aufgabe zugefallen, die in der Linie Okosondusu-Otjimbinde liegenden Wasserstellen zu besetzen und gegen die etwa zurückflutenden Hereros zu verteidigen. So kam ich nach Otupava, einer guten Wasserstelle. Wir lagen dort 2 Offiziere und 24 Mann und hatten noch zwei nördlicher gelegene Wasserstellen durch Patrouillen im Auge zu behalten. Hier geschah es, daß ich an einem Morgen beim PUrschgange statt eines BockeS einen Herero zur Strecke brachte. Noch an demselben Tage hatten wir ein kleines, aber heftiges Patrouillengefecht. Die Patrouillen nach den erwähnten Wasserstellen ritten Leutnant Kl. und ich abwechselnd je nach den von unserem Wacht-Termitenhügel ficht- baren Feuern der hier massenhaft umherschweifenden Hereros. Es waren dies jedoch weniger sogenannte Orlogleute, sondern mehr Feldherrros. die meist keine Gewehre hatten und von den eigent- lichen Hereros als Biehtreiber und Dienende benutzt wurden. Diese hatten vielfach die Gelegenheit benutzt, ihren Herren zu entlaufen. Wir können da aber keinen Nnterschied machen." Auch dieser Brief zeugt wieder von der„Humanität" unserer südwestafrikanischen Kriegsführung I Wehrlose«erden skrupel- los niedergemacht, ganz gleich, ob es sich um Orlogleute, daS heißt Krieger, oder um wehrlose Viehtreiber handelt. Man macht darin keinen Unterschied. Auch die Wehrlosen werden„zur Strecke gebracht", wie ja der gemütvolle Ausdruck in dem Briefe selbst lautet. Die Leute sind ohne Gewehre, ohne Waffen, sie haben sich von den Kriegerbandcn der Hereros hinwcggestohlen, aber sie werden gleichwohl niedergeknallt.„Wir können da aber keinen Unterschied machen." An einer anderen Stelle beweist der Offizier, der hier mit eitter Brutalität ohnegleichen von dem Niederknallen wehrloser Leute spricht, doch noch ein wenig Menschlichkeit. Er erzählt: „An einem anderen Morgen griff ich auf der Früh- Pürsche einen kleinen Herero auf. Ich nahm ihn mit mir und habe den kleinen Mann zu meinem Leibpagen ernannt. Er tut mir schon allerlei kleine Handreichungen und weiß genau mit meinen Sachen Bescheid.„Fritz" hat große Intelligenz und einen gewaltigen Respekt vor mir. viel Vergnügen machen mir die täglichen Unterrichtsstunden, in denen ich ihm durch Zeigen von Gegenständen Deutsch beibringe. Er paßt sehr genau auf mid lernt vorzüglich. Natürlich haben wir dabei und auch sonst viel Spaß mit dem kleinen schwarzen Gesellen. Wenn ich ihm ein Stückchen Zucker oder dergleichen reiche, guckt er mich mit seinen blanken Kmderaugen so rührend glücklich an, daß mir ordentlich immer warm ums Herz wird. Wenn sonst nichts dazwischen kommt, soll es mir eine schöne Aufgabe sein, dieses schwarze Menschen- kind der Gesittung und dem Christentum zuzu- führen." Ob es dem Briefschreiber niemals zum Bewußtsein gekommen ist. daß Tausend« solcher kleinen„schwarzen Gesellen" ihre„blanken Kinderaugen", die so„rührend" blicken können, dadurch dem qual- vollen Tode des Berschmachtcns ausgeliefert worden sind, daß man nach der Trothakchen Strategie Monate hindurch nach der militärischen Unterwerfung der HereroS systematisch keinen Pardon gab, sondern die zu den Lagerfeuern unserer Truppen kommenden Weiber und Kinder erbarmungslos wieder in die Wüste hinauStrieb?! Schweden. Dor schwedische Reichstag, der in dieser Woche zusammengetreten ist, ist in sein neneS Heim, dem neuen prächtigen Reichsiagsae'oäude auf HelgolandSholmen, einer kleinen Insel mitten in Stockholm, ein- gezogen. Leider bleibt der Reichstag selbst, vorläufig wenigstens, auch im neuen Hause da» alte Klassenparlaiiieut, zu dessen Zweiten Kammer, der„Volkskammer", nur etwa 27,7 Proz. der erwachsenen Männer Schwedens wahlberechtigt sind. „Ein Vorschlag über erweitertes Wahlrecht zu» Zweiten Kammer wird Ihnen wieder vorgelegt worden", so wurde in der Thronrede ausgeführt und weiter: „DerVorschlag schließt sich b e i n a h e g a n z un d gar dem an. der dem vorjährigen Reichstage vorgelegt wurde und der bei den damals geführten Ver- Handlungen sich als derjenige erwiesen hat. der geeignet schien, die ineisten Stimmen zu erhalten." Der Wahlrechtsvorschlag. von dem hier die Rede ist, wird be- kanntlich von der Arbeiterschaft verworfen, weil er zu einer Stärkung der Ersten Kammer führen niuß und somit die den herrschenden Klasien unentbehrlich scheinende Garantie gegen die Demokrattsterung des Parlaments bietet.—_ Die Bewegung in Nntzland. Petersburg, 21. Januar.(Meldung der„Petersburger Telegr.» Agentur".) Auf morgen ist Militär zusammenberufen zur Bewachung der Fabriken und Werkstätten im Falle von Arbeiterunruhen. Bor- aussichtlich werden auch die Arbeiter in dem nahegelegenen Kolpino in den Ausstand tteten. Die Meldung, in der Holzladung einer Barke auf der Newa sei eine zweite Kartätsche gefunden worden, ist völlig unbegründet. Petersburg, 21. Januar.(W. T. B.) Die Staatsbank wird feit heute abend militärisch bewacht. Ter Bannfluch über Priester Gapon verfügt. Petersburg. 21. Januar.(W. T. B.) Der Priester Gapon, der Führer der Arbeiter, hat gestern an den Kaiser einen Brief gerichtet, mit der eindringlichen Bitte, morgen um 2 Uhr nachmittags im WinterpalaiS die Petition der Arbeiter entgegenzunehmen. In einem Briefe an den Minister deS Innern weist Gapon darauf hin, daß es die Pflicht deS Minister» sei, auf den Kaiser einzuwirken, daß er diese Bitte erfülle. Um sein« Sicherheit brauche er nicht besorgt zu sein, die Arbeiter würden ihn schützen. Gapon hatte mit dem Justiz- minister eine lange Unterredung. Der Minister nahm die For- dcrungen der Arbeiter zur Kenntnis und äußerte, jeder müsse die Pflicht erfüllen, nach seiner Ueberzeugung zu handeln. Der Metropolit Antonius hat über Gapon das Anathema ausgesprochen, da dieser daS Volk in schwerer Zeit aufreize. Letzte JVaebnebten und Pepefchen. Die Briefe des Generals Kretfchman. Leipzig. 21. Januar.(W. T. B.) Da» Reichsgericht verwarf heut« die Revision de» Geschäftsführers der„Mainzer Volks- z e i t u n g" Döller, der wegen Veröffentlichung von Abschnitten auS Briefen de» Generals Krctschman, durch die sich zwei Offiziere beleidigt fühlten, am 26. September v. I. vom Landgericht Mainz zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Treibei». Ruhrort. 21. Januar.(W. T. B.) Das Treibeis hat sich in den letzten Tagen so stark vermehrt, daß die Schiffe den hiesigen Hafen aufsuchen. Die„Ruhrorter Zeitung" erklärt, die Benutzung dieses Wasserweges durch englische und belgische Kohlenschiffe sei vorläufig ausgeschlossen. B«antw,RedaNu PaulBüttner, vetttn. Inserat« venmtw.(mU Ausnahm« der.ReueWell'-Beilage):TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Suchdr. u PerlagSanstPaul Singer&®o., Berlin SW. �*' �ttlngenu.ttnterhaltuugSKl. Nr. 19. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 22. Januar 1905. Reichstag. aus entsprach, hat das Oberbergamt anerkannt. Wären die das aber richtig ist, sollte Herr Beumer sich doch hüten, das Prügeln Arbeiter mit ihrem Verlangen nach Wiederverkürzung der Seilfahrten als besonders human hinzustellen. Wenn in einem Gewerbe erst durchgedrungen, so hätte die Grube stillgelegt werden einmal das Prügeln Sitte ist, dann läßt sich der Umfang des 124. Sigung vom Sonnabend, den 21. Januar 1905, wäre also vermehrt worden. müssen. Das hier so schwer beklagte lebel der Stillegung Prügelns schwer feststellen. Es ist ja in der Gewerbe- Ordnung nachmittags 1 Uhr. Noch ein Wort über das Nullen. noch keine Bestimmung, daß das Brügeln im Arbeitsbuch einAm Bundesratstische: Graf Posadowsky, Frhr. v. Stengel. handen sein, Eine Disziplinarstrafe für reine und volle Förderung muß vor getragen werden müßte.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Interpellation der Sinne sollen nicht den Konsumenten im wahrsten Aber auf welcher Grube find denn Verträge abgeschlossen worden, des Wortes Steinkohlen werden. geliefert Abgg. v. Normann und Graf v. Schwerin- Löwig( f.) über englischen Berggesetz ist das Nullen ausdrüdlich festgelegt; wenn prügelt wurde, lag Kontrattbruch auf Seiten der Unternehmer vor. Im die die Arbeiter zwingen sich prügeln zu lassen? Ueberall, wo ge den Stand der Handelsvertragsverhandlungen mit die englischen Gruben es nicht handhaben, so haben sie offenbar ein Wenn man so Satz für Saz die Beumersche Rede durchginge, Desterreich- Ungarn. anderes Disziplinarmittel gefunden. Warum wir in Deutschland so würde er sich vielleicht selbst darüber wundern, wie er trotz aller Sie lautet: Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, dem das Mullen den Geldstrafen vorziehen, hat der bergbauliche Verein Schönfärberei Schatten hineinfallen lassen mußte. So hat er alles Reichstage eine Auskunft über den gegenwärtigen Stand der Handels- in seinem Schreiben an die Zechen vom 9. August 1903 ausgeführt. bestätigt, was Hue ausgeführt hat, daß die grauenhaftesten Zustände bertragsverhandlungen mit Desterreich- Ungarn Umstände zu geben, welche ihn veranlaßten, seine am 9. Dezember Belegschaften anerkannt werden.( Abg. Hue: Das sagt der berg- überraschen konnte, der die Zustände nur aus den Schilderungen der sowie über die Er führt einleitend aus, daß die Vorzüge des Rullens auch von den im Ruhrrevier beständen und daß der Ausbruch des Streits nur den vorigen Jahres abgegebene Erklärung, die abgeschloffenen neuen bauliche Verein!) Mit Geldstrafen würden nicht die wahren Syndifatspresse kennt. Die müssen in den rosigsten Farben malen Handelsverträge dem Reichstage gleich nach seinem Wiederzufammen- Schuldigen getroffen, weil man nie wissen fönnte, welches Glieb- ebenso wie die Generalsekretäre der Unternehmer dazu find fie fritt vorzulegen, bisher nicht zu entsprechen, auch eine Kündigung der Kameradschaft eigentlich schuldig sei, deshalb müssen durch das da.( Heiterfeit.) der alten Handelsverträge bisher nicht eintreten zu lassen?" Auf die Frage des Präsidenten Grafen Ballestrem, ob und wann die Interpellation beantwortet werden würde, erwidert Staatssekretär Graf Bosadowsky: Meine Herren, wie bekannt, find die Unterhändler der österreichisch- ungarischen Regierung noch in Berlin anwesend. Die Verhandlungen find bisher zu einem endgültigen Abschluß noch nicht gelangt. Es würde daher weder dem sachlichen Interesse noch vom Standpunkt ( Hört! hört! rechts.) des Reiches dem diplomatischen Gebrauch entsprechen, wenn wir zur zeit über die internationalen, schwebenden Verhandlungen eine Mitteilung machen würden. Die Interpellation wird aber im Laufe der nächsten Woche beantwortet werden.( Unruhe rechts.) Damit ist dieser Gegenstand erledigt. Es folgt die Fortsetzung der Besprechung der sozialdemokras tischen Interpellation über den Bergarbeiterstreit im Ruhrrevier. Damals wurde in einem Teil der Wie der Ausstand v der " In der Nede Mullen alle Mitglieder der Kameradschaft getroffen werden. Herr Beumer hat wieder die Geschichte von den Arbeitern erdie des Oberbergrats Meißner, berg- zählt, die, als ihnen das„ Nullen" übertragen worden wäre, mehr banliche Verein mit Recht wird ganz zitiert, daß brei probeweise zur leberwachung der Wagen diese Fabel bereits richtiggestellt. Einige Arbeiter mußten nullen, ausgeführt, genullt hätten, als früher die Beamten. Mein Freund Sachse hat Angestellte, sämtlich Mitglieder des Bergaber nach den Befehlen des Brückenkontrolleurs.( Hört! hört! bei den arbeiter Verbandes, viel mehr genullt hätten Sozialdemokraten.) Sie waren also nichts als deren Werkzeuge. Arbeiter an der Grubeninspektion kann man schon deswegen sich nicht einem Schacht fam, wo unmöglich unreine Kohle geschlagen werden als die Grubenbeamten. Auf die Beteiligung der englischen Auf seine Anordnung ist selbst ein Wagen genullt worden, der aus berufen, weil in England erst auf 21 000 Arbeiter, in Deutschland konnte. Wenn solche Dinge paisieren, dann ist es nicht verwunderschon auf 4000 ein föniglicher Beamter tommt. Mit der Wahl lich, wenn von Zeit zu Zeit Explosionen erfolgen. der Arbeiter Kontrolleure vermehren wir doch An sich gäbe mir die Rede des Grafen Bülow keinen Anlaß, nur die Zahl der Wahlgeschäfte, die schließlich immer mich mit ihr zu beschäftigen, wenn nicht der Redner der Reichskanzler der Sozialdemokratie zugute tommen. wäre. Würde die Rede in irgend einer Voltsversammlung von Ich will noch einige Bemerkungen über die Klagen gegen das irgend einem Schulmeister gehalten worden sein, so würde ich sie Kohlensyndikat machen nach den persönlichen Erfahrungen, die nicht beachten.( Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Aehnich in der Enquete- Kommission gemacht habe. Das Syndikat ist aus liche Reden habe ich schon recht oft gehört. Zurzeit als Eugen Richters Abg. Dr. Beumer( natl.): Je unruhiger die Lage in Westfalen der unparteiischen Prüfung glänzend gerechtfertigt hervorgegangen. Bilder aus dem Zukunftsstaat" erschienen, da wußte ich, wenn ich ist, um so ruhiger muß der Reichstag darüber verhandeln. Ich will Es werden nur wenig Menschen gründlich das unkorrigierte Protokoll in eine Versammlung kam, schon immer von vornherein, daß der nur einige Tatsachen anführen, die geeignet find, richtiges Licht auf im Reichs- Anzeiger" gelesen haben, sonst fönnten nicht immer wieder gegnerische Redner auf den Zukunftsstaat tommen würde, gleich. die Ursachen dieses unglückseligen Streits zu werfen. Die Arbeitgeber diefelben, vielfach wide- legten Vorwürfe wiederholt werden. Das gültig, ob das zur Tagesordnung paste wie die Faust aufs Auge. des Westens sehen die Arbeiter durchaus nicht als Arbeitsmaschinen, Kohlensyndikat ist nicht aus Profitwut entstanden und wird nicht im( Große Heiterfeit bei den Sozialdemokraten.) Aehnlich macht es jetzt sondern als Mitarbeiter an der wirtschaftlichen Größe Deutsch- Profitinteresse geleitet, sondern es ist im Gegenteil eine unvergleich der Reichstanzler bei sozialpolitischen Debatten, immer kommt er auf lands an. Ich muß im Namen meiner politischen Freunde dagegen liche Erscheinung in der Weltgeschichte, daß eine solche Organisation den Zukunftsstaat zurück. Ich glaube, daß er, der anfangs der protestieren, daß wir eine Partei des Unternehmertums seien. Wir die Preiſe freiwillig niederhält. Das Kohlensyndikat hat auch vor- 90er Jahre ja im Auslande lebte, unglücklicherweise erst jetzt Richters wünschen vielmehr, daß die Regierung und die Arbeiter gegen teilhaft auf die Löhne gewirkt. 60 Broz. der Selbstkosten Schriften gelesen hat.( Große Heiterkeit bei den Soziald.) und nun das Syndikat vorgehen, und daß die Regierung über den entfallen heute auf den Arbeitslohn. Vor 25 Jahren e Weisheit etwas verspätet zum Markte trägt. Der Reichskanzler Parteien stehe. Der heutige Streit hat große Aehnlichkeit mit dem waren es nur 28 Proz.( Abg. Hue: Längst widerlegt!) sagte, wenn der Mensch das Recht zum Streit hätte, hätte er auch Ausstand bon 1889. en wird, ist zurzeit noch nicht abs des Recht zur Arbeit. Sehr schön, aber warum soll das Recht zum Breffe maßlos übertrieben, und namentlich die Fach- zusehen. Es ist gestern behauptet worden, daß mehrere Nachrid en Streit nicht auch gegen Terrorismus geschützt werden? Wie der angelegenheiten des Bergwerkbetriebes wurden völlig unzureichend über Ausschreitungen sich nicht bewahrheitet haben. Jedenfalls steht Meichstanzler spricht, so handeln unsere Richter. Wenn ein Arbeitsdargestellt. Auch damals war von Baschawirtschaft und schlechter fest, daß in einzelnen Fällen von Streiflustigen ein Terrorismus williger den Streifenden einen Lump nennt, so sagt der StaatsBehandlung der Arbeiter usw. die Rede gerade wie jetzt. Was hat gegen Arbeitswillige ausgeübt wird. Ob von organisierten oder anwalt: Lump ist nur eine Bezeichnung für Leute, die kein nun die staatliche Untersuchungskommission damals ergeben? Sie unorganisierten, fann ich nicht entscheiden; ich will aber annehmen, Vermögen befizen.( Seiterfeit bei den Sozialdemokraten.) ergab, daß die Vorwürfe in den meisten Fällen un- daß die organisierten nicht daran beteiligt find. Es ist Pflicht wird aber der Streitbrecher vom Streifenden ein Lump genannt, so begründet waren. Ich zweifle nicht, daß die untersuchungs- des Staates, die Arbeitswilligen unter allen ist das ein großes Verbrechen, das mit sechs Monaten Gefängnis fommission, welche zu unserer großen Freude jetzt ins Ruhrgebiet Umständen zu schüßen zu meiner Freude ist das auch gestern gefühnt wird. Der Terrorismus wird zur staatsretterischen Tat, abgesandt ist, ähnliche Ergebniffe zeitigen wird. Der vom Herrn Reichskanzler mit aller Bestimmtheit hervorgehoben worden. wenn er sich gegen Arbeiter richtet, die für ihr Necht eintreten. Der Abg. Sue hat davon gesprochen, daß die Arbeiter mit Gummi- Borgestern abend erhielt ich eine Depesche, wonach auf einer Beche Reichskanzler meinte weiter, wenn alles wahr wäre, was Hue fchläuchen geprügelt worden wären. Nun, ich habe 15 Jahre in die Schuhwehr über einem Abfuhrtanalquer über die gesagt hätte, dann würde es gewiß allgemeiner Berurteilung Westfalen gelebt und ich glaube nicht, daß ein dortiger Eisenbahnschienen gelegt worden ist.( Buruf bei den Sozial- begegnen. Mit dieser moralischen Entrüstung ist den Arbeitern sehr Arbeiter sich so behandeln läßt, namentlich nicht demokraten: Von wem?) Das steht in der Depesche nicht drin. wenig gedient. Der Reichstanzler hätte fagen müffen: Wenn alles ein Sozialdemokrat. Ein anderer Arbeiter, der an einer ver-( Aha! und Lachen bei den Sozialdemokraten.) Man hat dem Ober- das wahr ist, dann wird die Gesezgebung eingreifen müssen, um ber botenen Stellen des Bergwerks ertappt war, erbot sich dazu, lieber eine bürgermeister Schmieding von Dortmund vorgeworfen, daß er im artige Mißstände zu beseitigen.( Lebhafte Buftimmung bei den runtergehauen zu bekonumen, als 3 M. Strafe zu bezahlen.( Heiter Aufsichtsrat der Harpener Bergwerks- Gesellschaft sei. Herr Schmieding Sozialdemokraten.) Das aber hat er nicht gesagt. Der Reichsfeit.) In einem Gerichtsurteil hat das Bochumer Gericht ausdrücklich hat dies Amt unter einstimmiger 8ustimmung der kanzler hat von einer Regelung des Syndikatswesens durch Geſetz anerkannt, daß das Nnllen verschwindend sei und nur 1 Proz Stadtverordneten bon Dortmund angenommen. gesprochen und die Materie schwierig genannt. Wenn er wirklich zu der Förderung genullt würde. Bekanntlich wird nirgends( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Herr Schmieding soll nervös einer gesesgeberischen Regelung dieser schwierigen Materie schreitet, gelogen als vor einem Striege, nach einer Jagd und während eines sein. Er hat seine Kaltblütigkeit schon 1870/71 bewiesen, wo er dann wird er sehen, daß die Syndikate von der Gesetzgebung getroffen werden Streits.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Herr Hue hat das eiserne Kreuz I. Selasse bekommen hat, und er hat weiter mit niemals fönnen, sondern dem Gesetz behauptet, daß die Tarifermäßigung der Eisenbahnen für Kohle eigener Lebensgefahr den Sohn eines Sozialdemokraten in Winter- immer zu entgehen wissen. Das einzige, was helfen fofort vom Kohlensyndikat auf die Kohlenpreise geschlagen worden tälte aus der Lenne gerettet, wofür ihm die Rettungsmedaille am tann, wäre die Expropriation der Expropriateure, die Versei. Das ist falsch. Das Siegerland ist ausdrücklich von der Preis- Bande zu teil geworden ist. staatlichung der ganzen Steinkohlenfelder. Damit aber würde erhöhung ausgeschlossen worden. Ihm ist die Tarifermäßigung in Bom menschlichen Standpunkt aus kann man den Streit mur der Reichskanzler ja in den gefürchteten Zukunftsstaat hineinvollem Maße zugute gekommen. Bon vielen Zeitungsnachrichten auf das allertiefste beklagen. In so mancher Bergmannsfamilie wird geraten. Er hat von den ungeheuren Lasten der sozialpolitischen fann man jagen: gelogen tie telegraphiert."( Buruf bei den in den nächsten Wochen das nötigste fehlen, das tägliche Brot. Ich Gesetzgebung gesprochen, die den Unternehmern aufgebürdet und Sozialdemokraten: Sie meinen wohl Ihre Rheinisch- möchte deshalb den Sozialdemokraten im Effener Revier nur empfehlen, willig von ihnen übernommen werden. Nun, 1883, als das erste Westfälische". Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) fich einmal umzusehen, wie es die genoffenfaftliche Versicherungsgesetz eingeführt wurde, standen die Attien der Zeche Ich habe mit der„ Rheinisch- Westfälischen" gar nichts zu tun. 1ozialistische Bäderei Bolts wohl, eingetragene Ge- Arenberg" auf 143 und 6 Prog. Dividende wurden verteilt. ( Buruf bei den Sozialdemokraten: Es ist doch Ihre Parteizeitung.) nossenschaft m. 6.§. in Rüttenfcheid bezüglich der Brot- 1899 aber standen sie mit den Lasten der sozialpolitischen BerNein! Die„ Rh.- Westfälische" ist kein nationalliberales Barteiblatt. preife hält. Nach den amtlichen Nachweisungen betrugen im ficherungsgesetzgebung" auf 1050( ört! hört! bei den Sozialdemo ( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Redner kritisiert die An August 1904 die Preise für das Schwarzbrot pro Kilo in nicht ge- fraten). Dann wurden die Attien gewäffert und das Aktiengabe eines Bergmannes, die dieser nach einem Beitungs.noffenschaftlichen Bäckereien 16, 15 und 18 Bf., in der sozia fapital verdoppelt. Trosdem stand Arenberg 1903 auf 786 bericht über die Mißstände auf der Beche Deutscher Kaiser" in listischen Bäckerei„ Boltswohl" 19,37 Pf.( Sört! hört! bei den( hört! hört! bei den Sozialdemokraten). Hätte der Staat einer Bersammlung in Unna gemacht haben soll. Die Beche Natt., Burufe bei den Soz.: Damit haben wir gar nichts zu tun 1) die Hibernia 1883 erworben, dann hätte er sie unter Bari ist dort als Knochenmühle behandelt worden. Von 7949 Angelegten Für September waren die Preise: 17, 16 und 13 Bf., in der sozia- zu 98 bekommen, während die Attien jett 252 stehen. follen 7698 österreichischer Nationalität sein. Im Jahre 1903 sollen liftischen Bäckerei 20,1 pro Stilo.( Wiederholtes hört! hört! bei den Richts hat gerade der deutschen Industrie mehr genügt, als die töbliche Unfälle vorgekommen sein: auf Schacht 1 mit 1741 Berg- Natl.) Die Sozialdemokraten, die uns beim Bolliarif immer den Sozialgesetzgebung. Während sonst die Kosten für Krankheit, für Teuten 841 tödliche Unfälle, auf Schacht 2 mit 2283 Bergleuten 606, Vorwurf des Brotwuchers machten, sollten zunächst diesen Brot- Unfälle der Arbeiter schwankend waren, handelt es sich jetzt um einen auf Schacht 3 mit 1965 Bergleuten 618, auf Schacht 4 mit 315 Berg- wucher in ihren Betrieben beseitigen.( Bravo! bei den festen Betrag, der beim Zustandekommen der Lohnfäße von vornleuten 64 und in der Kookerei mit 488 Bergleuten 79 tödliche Un- Nationalliberalen.) herein in Anrechnung fommt. Der Herr Reichskanzler sollte sich doch fälle, zusammen also 1710 tödliche Unfälle. Jm ganzen Oberbergamt Abg. Molkenbuhr( Soz.): einmal darüber informieren, wie hoch die Haftpflicht- Versicherung Dortmund aber sind bei einer Bergarbeiterzahl von 255 992 in Wenn die Sachlage so wäre, wie fie der Abg. Beumer geschildert den Unternehmern zu stehen fäme, wenn sie ihre Leute versichern diesem Jahre im ganzen nur 562 tödliche Unfälle vorgekommen, hat, so wäre es ja geradezu ein Rätsel, daß da auf einmal Hundert müßten. Weiter weiß der Herr Reichskanzler, daß die Arbeiter( Hört 1 hört! bei den Nationalliberalen und rechts) davon auf der tausende von Arbeitern ihre Arbeit niederlegen. Nach seiner Dar- organisationen als politische Vereine entstanden sind, aber davon wie Zeche Deutscher Kaiser" 8( Hört! hört! bei den Nationalliberalen stellung scheinen ja überhaupt teine Ursachen vorhanden zu sein, ce jezt mit ihnen steht, hat er keine Ahnung. Die Hirsch- Dunderund rechts.) Diese Tatsachen sind geeignet, ein sehr trauriges Bild fondern die große Menge scheint gewissermaßen wie in einer Size schen Gewerfvereine mögen ursprünglich den Zweck gehabt haben, die Ar von der Sachlichkeit und Gründlichkeit, mit der die Bergleute auf von einer Art Wut erfaßt zu fein. Der Abg. Beumer nannte beiter vom Sozialismus fern zu halten, aber dieser Zwed, nicht Sozialtreten, zu entwerfen. Man hat gesagt, wenn man mit den Arbeitern Schichtlöhne von 8 Mart, bon 7 Mart, von 9 Mark. Er hat doch demokrat zu sein, ist kein solcher, bei dem ein Verein auf die Dauer verhandelt hätte, wäre der Streit vermieden.( Sehr richtig! bei damit sagen wollen, daß diese hohen Löhne gar nichts Ver- bestehen kann. Schließlich kann ein solcher Verein nichts anderes den Sozialdemokraten.) Für die Beche Neumühl" muß es heißen: einzeltes wären. Nach der amtlichen Statistit beträgt der Durch fein, als die Vertretung der Arbeiter gegen den Kapitalismus. sehr un richtig, denn sie hat sehr eingehend mit den schnittslohn jedoch nur 4,87 M. und im Süden nur 4.58 M. Gibt find ganz ähnliche Unternehmungen, wie auf der anderen Seite die Arbeitern verhandelt. Ueber das Resultat will ich Ihnen es also eine große Anzahl, die einen Durchschnittslohn von 8 M. erhalten, Synditate der Unternehmer. Es handelt sich um den kollektiven den amtlichen Bericht mitteilen. so muß es eine noch weit größere Anzahl geben, die nur 2 Mart Berkauf der Arbeitskraft und um nichts weiter. Durch die wirtDer Handelsminister Möller betritt den Saal. verdienen, damit jener Durchschnitt herauskomme!( Sehr richtig! fchaftliche Lage werden alle Arbeitervereine dieser Art dahin geAus diesem Bericht ging hervor, daß die Wünsche der Arbeiter bei den Sozialdemokraten.) Der Abgeordnete Beumer hat es jo brängt. Gerade im Ruhrgebiet sehen wir es, das hätte den auf Einberufen einer Belegschaftsversammlung, auf Lohnaufbesserung dargestellt, als ob auf der Beche„ Bruchstraße" die Arbeiter in Herrn Reichskanzler doch stubig machen sollen bei unnormalem Betriebe, auf Vergütung der Arbeit des Herbei vollem Uebermut die Arbeit niedergelegt hätten. Er hat aber Vereine jeder Richtung zufammenarbeiten. Das sollte ein schaffens von Holz, auf Vergütung der Wartezeit bei Waggon- gefagt, daß, wenn die Seilfahrt nicht verlängert wäre, die Beche Mann, der wenn er nicht zufällig Reichskanzler ist, sich mangel, auf Ueberlassung des nicht mehr in der Grube gebrauchten nicht mehr rentabel sei. Durch die Verlängerung der Seilfahrt ist aber fonst um das politische Leben etwas Hümmert, Holzes usw. zugestanden wurden und daß ihren dunschen auf also eine verschärfte Ausbeutung der Arbeiter beabsichtigt.( Sört! hört! gemerkt haben! Oder muß erst eine Erforschungskommiffion für den Aenderung der Seilfahrt wenigstens eine entgegen bei den Sozialdemokraten.) Es war also ein infamer Angriff gegen Herrn Reichskanzler eingesetzt werden über die Arbeiterorganisationen? tommende Antwort gegeben ist. Was hat das genligt? Nichts. die Arbeiter. Was den Kontrattbruch anbelangt, so ist auf Beche Ein Mann, der an der Spize des Reiches steht, könnte sich ja vielAm anderen Tage war der Streit bal Die Behaup Bruchstraße" durch Herrn Stinnes der Kontraftbruch inszeniert leicht auch einmal das Korrespondenzblatt", der Gewerkschaften vortung, gewisse Arbeiter hätten bei 38 Grad Celsius in Achtstunden- worden, denn es ist den Arbeitern nicht einmal Beit zur Kündigung nehmen; darin findet sich in jedem Jahre eine Uebersicht der Ausschicht arbeiten müssen, ist unwahr. Ebenso ist die Behauptung, 12 Berg- gelassen worden. gaben. Da würde der Herr Reichskanzler vielleicht zu seinem leute hatten 26 Schichten der Reparatur machen müssen, ohne bezahlt Herr Beumer hat gesagt, die Arbeiter feien in den Streit großen Leidwesen nicht eine einzige Spalte finden für Auszu bekommen, nur teilweise richtig. In dem Falle, wo ein Arbeiter hineingetrieben worden, aber er hat nicht angedeutet, wer denn die gaben im sozialdemokratischen Interesse. in 4 Wochen 40 M. Lohnausfall gehabt hat, ist die Richtigkeit der Treiber find. Die Organisationen haben sich doch bemüht, den Das schlimmste ist, daß die Regierung immer so spät unterrichtet Berechnung der Bechenverwaltung fofort geprüft worden. Die Ent- Streit zu hindern. Vielleicht sind die Treiber bei denen zu finden, wird. Das war 1893 im Saarrevier nicht anders. Die Löhne laffung des Bergmanns Schwertfeger ist auf seinen eigenen die hoffen, vom Streit den größten Borteil zu ziehen.( Sehr gut! fanten da in den Jahren 1892/98 herunter auf 1042 M., schließlich Wunsch hin( nämlich weil sein einer Sohn von der Verwaltung ent- bei den Sozialdemokraten.) Herr Beumer hat zugegeben, daß auf auf 925. Aber die Regierung merkte immer noch nicht, daß das laffen war) erfolgt, und steht in keinem Zusammenhang mit feiner den Gruben Mißhandlungen vorgekommen feien. Er erzählt von schließlich zum Streit führen müffe. So geht es ihr auch heute. Beschwerdeführung. einem Fall, in dem der Beamte einen Arbeiter gefragt hat, was er Erst jegt werden Untersuchungen gemacht und nach Jahren wird Die Arbeiter haben ohne Kündigung die Arbeit niebergelegt, lieber wolle, 3 Mark Geldstrafe zahlen oder Prügel haben. Herr die Regierung vielleicht wissen, welche Gründe zu dem heutigen find also fontraftbrüchig. Mit fontrattbrüchigen Beumer nennt den einen Menschenfreund, der dem anderen Streit geführt haben. Arbeitern zu verhandeln, lehnt die Bechen- in dieser Weise Brügel anbietet. Wie kann es einem Beamten ein- Man muß bei einem solchen Streit nicht bloß objektiv alle berwaltung ab. Die Arbeiter behaupten allerdings, die Bechen fallen, einem Arbeiter die Wahl zwischen Geldstrafe und Prügel zu Einzelheiten prüfen, sondern man muß auch fubjektive Momente verwaltung sei kontraktbrüchig; daß das bezüglich des Kohlensyndifats lassen, wenn die Prügelstrafe nicht allgemein eingeführt ist.( Sehr berücksichtigen. Das Wagenmullen z. B. prozentual duf die gesamte nicht zutrifft, hat der Handelsminister Möller schon nachgewiesen. richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn einem Arbeiter die Bevölkerung berechnet, mag vielleicht niedrige Ziffern ergeben, solche Auf der Zeche Bruchstraße wollte man streiken und nahm deshalb Wahl gestellt wird, ob er 3 Mart weniger seiner Familie Fälle aber, wie sie gestern Sue anführte, daß einer Kameradschaft die Deputattohlen in dem gewährten Umfange nicht an. Dabei war nach Hause bringen oder selbst Prügel tragen will, so fennzeichnet von 850 Wagen 350 genullt wurden, wirken aufreizend.( Sehr der erste Anschlag nach den Wünschen des Oberbergamts zurück- das die ganze Situation im Bergbau so deutlich, wie es selbst mein richtig! bei den Sozialdemokraten.) In dem Handschreiben des genommen und durch einen zweiten mit Kündigungsfrist bis in den Kollege Hue gestern nicht fonnte. Herr Beumer meint, die Mit- bergbaulichen Vereins ist schon zugegeben, daß, weil man den Februar erfekt worden. Daß all das der Gewerbeordnung durch- glieder des Bergarbeiter- Berbandes ließen sich nicht prügeln. Wenn Schuldigen nicht ermitteln fönne, irgend ein anderer bestraft Es wie bie nur um Abg. Pohl( frf. Vp.): 0 die Die Kohlenpreise stiegen auf 12,80., schneller desto besser, die Arbeit wieder aufnehmen müssen.( Beifall werde. Aber gerade dieses Bestrafen Unschuldiger den Profit davon ein. dem Satze von 1891! rechts.) Wenn einer seine aber blieben noch unter wirkt aufreizend. Pflicht nach bie Löhne Abg. Stöcker( wildk.): Das wichtigste an all diesen Fragen ist jeder Richtung getan hat und dann erfahren muß, daß Sie gingen nämlich nur um 115 M. hinauf. Wenn der Fiskus erst ihm seine Arbeit nicht bezahlt wird wundern Sie sich da, daß er das Ruhrgebiet beherrschen wird, so wird daraus ein Zuchthaus nach das Verhältnis von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Da ist mit sich aufbäumt und das Gerechtigkeitsgefühl seiner Kameraden sich dem Muster des Stummschen Saarreviers werden! Aehnliches ist den bloßen gesetzlichen Paragraphen nicht alles zu machen. Deshalb mit empört? Die ganze Geringschätzung der Arbeiter geht gerade fogar von nationalliberaler Seite zugegeben worden. Beim Ankauf scheint es mir falsch, zu sagen: wir verkehren mit tontratt Arbeitern nicht." Kreuz Zeitung" und aus diesem Verfahren hervor( Sehr richtig! bei den Sozial- von Bergwerken durch den Staat solle man nicht den Kurswert brüchigen anders auf, und mit Recht demokraten.) und sie ist eins der treibenden Elemente gewesen, die bezahlen. Denn der Kurswert ist doch nur eine Anweisung auf Reichsbote" fassen die Sache die Kreuz- Zeitung": inter arma silet lex" die Arbeiter in den Streik getrieben haben. Daß ein solcher eine Ausbeutung, die erst in der Zukunft an den Arbeitern schreibt Man sollte vielmehr die Leute( Wenn der Krieg das Gesez). ausgebrochen ist, schweigt Streit ungeheure Opfer erfordert, ist klar und schon daraus kann vorgenommen werden soll. man ermessen, daß etwas faul sein muß. Der Arbeiter verläßt nur für den realen Wert des Bergwerks entschädigen. Wenn Der Abg. Hue ist daran gescheitert, daß er Ünrecht in Recht Staat aber nicht so teit gehen will mit der umwandeln und den Kontraktbruch verteidigen wollte. Das können nicht gern seine Arbeitsstätte, wenn er sich aber entschließt, die der Arbeit dem Unternehmer vor die Füße zu werfen, dann sind Revision der Eigentumsbegriffe, dann sollte wenigstens eine wirksame wir nie; aber wir können ihn entschuldigen. Wie kommt es, daß trotz des Kontraktbruches die Arbeiter sich dem Streit einmütig ansicher zwingende Gründe dafür vorhanden, darüber sollte man Reichs- Erbschaftssteuer geschaffen werden. sich flar werden. Daß es gelungen ist alle sonst getrennten, oder Wenn der Abg. Beumer es als eine Menschenfreundlichkeit be- geschlossen haben. Gestern schrieb mir ein Bergarbeiter: Legen Sie fich fogar bekämpfenden Elemente zusammenzubringen, zeichnet hat, daß man es einem Arbeiter, der eine Familie zu er ein fräftiges Wort für uns Arme ein( Hört! hört! bei den Soz.), sollte Sie davon überzeugen, daß die Ursachen des Streiks nicht nähren hatte, freigestellt hat, ob er Geldstrafe bezahlen oder Prügel die selten mehr als 40 Jahre alt werden, ihr Augenlicht verlieren und speziell sozialdemokratische sein können. Wenn die sozialdemokratischen bekommen wolle, so danken wir für eine solche Menschenfreundlich so schwer arbeiten müssen.( Hört! hört! bei den Soz.). Diese Leiden Arbeiter sich nur als Sozialdemokraten bedrückt fühlten. würden die feit! Dann sollte wenigstens Gegenseitigkeit im Prügeln herrschen. der Bergarbeiter erklären die außerordentliche Sympathie, die sie Geben ist feliger denn nehmen finden. Nun ist der Streif da; wir müssen uns fragen, ob er nicht Christlichen und Hirsch- Dunckerschen sich vielleicht freuen, hier aber Aber beim Prügeln heißt es: handelt es sich um Dinge, die gerade die Arbeiter als Berg( Heiterfeit links). Die Zustände im Ruhrgebiete sind unhaltbar. hätte vermieden werden können. Der Reichskanzler hat den Leute betreffen. Aus dem amtlichen statistischen Material ergibt Der Reichstag muß eingreifen durch ein wirksames Reichs- Berggeset! Streit hauptsächlich der Werheizung durch Sozialdemokratie zur Last gelegt. Ich halte es für das fich, daß die Durchschnittslöhne der gesamten Belegschaften von 1900( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Verhängnis unserer ganzen wirtschaftlichen Lage, daß die Sozialdemo bis 1902 um 201 M. gesunken und die Löhne der Hauer sind um 278 M. zurückgegangen.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) tratie fich großer Gebiete der Arbeitsverhältnisse zu sehr bemächtigt hat. Aber bei diesem Streit im Ruhrrevier muß ich aus eigenster Das sind Ziffern, die der bergbauliche Verein selbst mitDie Kohlenpreise sind in der Zeit geteilt hat! Die Kohlenpreise sind Wir in Oberschlesien verfolgen natürlich den Streit mit ge- Kenntnis der Dinge sagen: Den trifft das nicht, er ist nicht ans B Proz. gesunken, die Löhne um 17% Prez. Nun fragt es spanntestem Interesse, wir haben gewissermaßen ein freudiges Gefühl der sozialdemokratischen Agitation entstanden( hört! hört! bei den fich, wer ein Jnteresse an dem Streif hatte. Man versuchte es darzu- dabei, das Gefühl desjenigen, der sich im sicheren Hafen weiß, wenn Sozialdemokraten), sondern aus den Verhältnissen. Ich habe den verschiedensten Drten mich genau bei meinen stellen, als ob Leute ihn provoziert hätten, die ein Vergnügen am andere Leute in Sturm und Wetter kämpfen. Gott sei Dant find an ben Berhebung nicht eine Spur Skandal haben und möglichst Gelegenheit suchen, dieses Bedürfnis bei uns die Verhältnisse viel besser. Tas Wagenmullen kommt bei Freunden erkundigt und Aber das Zechenlegen lastet wie ein Fels auf zu befriedigen. Aber solche Bewegungen haben doch immer eine sehr uns so gut wie gar nicht vor und das ganze Verhältnis zwischen bemerkt. materielle Unterlage, haben Folgen von nicht zu unterschätzender Be- Arbeitgebern und Arbeitern ist vielleicht kein mustergültiges, aber den Hirnen.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Man hat deutung. Durch den Streik von 1889 sind die Bergarbeiterlöhne herträgliches. Die Hauptsache ist natürlich, daß bei einem große Ortschaften verwüstet; Hunderten von Arbeitern sind ihre Er wenn die Gemüter schon ohnehin erhitzt sparnisse aufgeflogen; Unsicherheit hat sich der Gemüter bemächtigt. ein wenig in die Höhe gegangen. Das ist wahr. Aber wie steht es solchen Streik, was sonst die Gegensätze Man sagt, die Organisationen hätten die Leute nicht in der Hand. mit dem Profit der Unternehmer? Vergleichen wir die Preise von find, als ausgefchieden wird, Leider ist hier trotzdem versucht worden, Der Knappschaftsgeist von früher und der Geist der bunt zu1888 und 1890, so wurden in Essen für Flammkohle 1888 6,30 M. verschärfen kann; Solange die Verhältnisse sam mengewürfelten Menge, die jetzt in Westfalen Hundertund 1890 12,40 M. gezahlt.( Hört, härt! bei den Sozialdemokraten.) die politischen Gegenfäße auszuspielen. Zeche Arenberg steigerte ihre Dividende von 35 Proz. 1888 auf nicht gelöst sind, kann man sich weder für noch gegen die Arbeitnehmer tausende ausmacht, stellen einen tiefen, gar nicht zu überbrückenden 80 Proz. im Jahre 1890, den Kurs in denselben Jahren von 303 enti heiden; das überlassen wir dem Gang der Dinge. Ich bin Herrn Gegensaß dar. Diese Ausbreitung, diese Ausschreitung des Kapiund alle die, die die Landwirtschaft auf 532.( Lebhaftes hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Von Hue dankar, daß er gestern die ganze Angelegenheit mit mög- talismus, möchte ich sagen, Wenn Herr Mehring in der lieben, werden mir zustimmen ist denn doch übertrieben. Wo Gelsenkirchen stieg die Dividende von 6 auf 12, der Kurs von 111 lichster Eachlichkeit behandelt hat. auf 219, für Harpener die Dividende von 6 auf 20, der Kurs von Leipziger Boltszeitung" ei..en ganz anderen Ton anschlägt, so ist von 250 000 nur 100 000 Organisierte sind, da ist der Geist da wirkt die 75 auf 326, für Hibernia die Dividende von 7% auf 19, der das zu bedanern, aber ich kann dem Herrn Reichskanzler den Vor- der Knappschaft und Solidarität unmöglich, Kurs von 88 auf 244.( Rebhaftes hört! hört! links.) Da fennen wurf nicht eriparen, daß er in denselben Fehler verfallen ist.( Sehr Masse der Nichtorganisierten durch ihr erdrückendes Gewicht. wir die Leute, die ein bestimmtes Interesse daran haben, daß ein- richtig! links.) Bei ihm ist alles politische Mache. Bei seiner Die richtige Folge der Gedanken ist also nicht, die Organisation ist mal ein großer Streit ausbricht und welche dies Interesse bestimmt sonstigen Vielseitigkeit ist es ja nicht weiter verwunderlich, daß er in unnütz, sondern sie ist: Die Organisation muß erweitert werden zu realisieren verstehen. Und 1889 war der Kohlenbergbau noch der deutschen Wirtschaftsgeschichte nicht genau Bescheid weiß. Das( Sehr richtig! links und beim Zentrum.) und sie muß auf eine nicht syndiziert. Ich will mit dem Abg. Beumer nicht über das zeigte sich in seiner B.hauptung, daß die Herren Hirsch und Duncker staatliche Grundlage gestellt werden.( Sehr richtig! rechts.) Kohlensyndikat streiten. Tatsache ist, daß das Syndikat seine Preise ihre ganze Tätigkeit nur entfaltet haben, um die Arbeiter bei der Wenn der Ausstand ungesetzlich war, so war doch auch auf der mur allmählich in die Höhe getrieben hat und einzelne Mitglieder Fahne des Fortschritts zu halten. Es gibt vielleicht in seiner Nähe anderen Seite der Anschlag in der Zeche„ Bruchstraße" auf Verdarüber sehr geklagt, Herrn Kirdorff als„ Mäßigkeitsapostel", als wohl- so wenig Mühewaltung, die auf Dant nicht rechnet, daß er eine längerung der Ein- und Ausfahrt, ohne den Arbeitern Zeit zu denkenden und wirtschaftlichen Streber" angegriffen haben. Das Syndifat Arbeit gar nicht fennt, die nicht um des Lohnes willen geschieht.( Sehr lassen, Stellung dazu zu nehmen, ungefeslich.( Sehr richtig! links.) teilt das Abfaggebiet in zwei Teile, das unbestrittene Gebiet, den gut! links.) Ein Gutes hat auch der Streit getan, wenn er die Der Herr Minister hat dafür gesorgt, daß dann ein anderer Anschlag nächsten Rayon und das bestrittene Gebiet, wo schlesische und andere Arbeiter energisch auf die Selbsthilfe verweist. Die Gewerkvereine gemacht wurde. Aber auch dieser zweite Anschlag geschah ohne Zu Kohle mit der Syndikatskohle konkurriert. Im unbestrittenen mögen der politischen Ueberzeugung folgen, welcher sie wollen, fammenwirten mit den Arbeitern. So ist es, glaube Gebiet gilt von selbst der Syndifatspreis, im bestrittenen muß gehen sie Wege, die nach unserer Meinung dem Volkswohl wider ich.( Buruf bei den Sozialdemokraten: Ja, so ist es!) Also auch Es ist mir dieser zweite Anschlag war ungefeglich. Wenn dann weiter die Untersich das Syndikat nach der allgemeinen Marktlage richten. streben, so werden wir auch ihnen entgegentreten. Das Syndikat fann auch im unbestrittenen Gebiet den Preis nicht aufgefallen, daß Herr Möller sagte, die Arbeiter haben ohne nehmer erklärten, sie wollten nicht mit den Ausständigen verhandeln, damit haben sie so läßt es sich gar nicht bestreiten, daß sie auch damit die volle allzu lange Zeit über den Marktpreis hinaustreiben, weil sonst die Ab- Kündigung die Arbeit niedergelegt und nehmer auch in diesem Gebiet sich mit fremder Kohle versorgen würden. sich ins Unrecht gesezt. Ist denn das Niederlegen der Arbeit ohne Gleichberechtigung der Arbeiter im Vaterlande verlegt haben.( Sehr Nun sucht das Syndikat mit Hülfe von Produktionseinschränkungen Kündigung ohne weiteres ungeschlich vnd ein Unrecht?! Geschieht richtig! links.) Wenn ein Unternehier nur mit seinen eigenen und Ausfuhr aus dem Lande den Kohlenpreis hochzuhalten. Aber von es nicht alle Tage, daß Arbeitsriederlegungen vor Gericht gebilligt Leuten zu tun hat, verstehe ich es, daß er feine Einmischung Fremder Heute kann jeder die Arbeit niederlegen, der so behandelt wünscht. Hier aber handelt es sich um Wohl und Wehe einer ganzen Zeit zu Zeit ist doch ein Radikalmittel notwendig, und ein solches ist werden. Schon die Tatsache, Provinz, das ist etwas anderes!( Sehr richtig! links.) Aber die der Streit. Steigt der Kohlenpreis nur um 1 Mart pro Tonne, so wird, wie es seiner Würde nicht entspricht. wächst die Dividende um mindestens 10 Proz. daß die Arbeiter Bevollmächtigte schicken und diese werden einfach Unternehmer haben auch schon bei früheren Gelegenheiten diesen Dazu kommt, daß jezt der preußische Staat mit Verstaatlichungs- zurückgeschickt, genügte, die Arbeitsniederlegung zu rechtfertigen. Standpunkt eingenommen, der in unser soziales Zeitalter durchDie Arbeiter fönnen aus nicht paẞt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) gebanten umgeht. Da hat das Syndikat das größte Interesse daran,( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Arbeiter haben Wie es mit dem Die recht, vollkommen สิน fagen, hier wir daß schon durch die Höhe der Kurse dem Staate die Luft vergeht, verlangen, anständig behandelt zu werden. Anerkennung und Gleichberechtigung. Für Attien zu kaufen. Somit haben die Besitzer vom Emporschnellen der Mullen ist, weiß fein Mensch, wenn es aber so ist, wie hier vermissen Sollten sie da geschildert, dann wäre auch das Grund genug zur sofortigen Arbeits- die Unternehmer mag es schwer sein, auf ihre Souveränität Sturse und der Preise mannigfachen Vorteil. Wir bedauern, daß das Gefeß nicht Handhaben zu verzichten und mit Arbeiterausschüssen und Vertretungen großer nicht so denken wie einer der Mitbegründer des Kohlensyndikats, niederlegung. Heute, muß an die Stelle des der 1889 ganz offen in einem Zirkular erklärte, der Streit von 1889 sei gibt, um beide Teile zu zwingen, sich gegenseitig Rede und Antwort Organisationen zu verhandeln. cine rettende Tat für den deutschen Kohlenbergbau gewesen.( Hört! zu stehen. An diesem Mangel der Gejezzgebung liegt es vor allem, Souveränitätsprinzips das fonstitutionelle Prinzip treten. Wenn sich daß die Gegensätze so scharf werden konnten.( Sehr richtig! links.) das die Könige haben gefallen gelassen, so werden die Unternehmer hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun soll gerade zu April der Preis für das kommende Jahr Der Arbeiter steht bei der jegigen Gesetzgebung einfach rechtlos da. fich das auch gefallen lassen müssen. Die Forderungen lassen sich Diese vom Syndikat festgesetzt werden. Da müssen vorher auf dem be- Dieser Zustand muß auch nach Ansicht meiner Partei das Rechts- alle zusammenfassen in das eine Wort: Gerechtigkeit! strittenen Markte die Preise noch ordentlich in die Höhe gehen, bewußtsein auf das äußerste verlegen.( Lebhafte Zustimmung bei zu schaffen ist Aufgabe der Regierung, wenn die anderen Faktoren damit die Herren ihr Schnittchen machen können. Da ist es sehr den Freijinnigen.) Es ist sehr unflug von den Zechen, sich auf den versagen. Die Stillegung der Gruben, die großen Gewinne bei verständlich, daß sie den Streit provozieren, mit dem sie auch sonst starren Rechtsstandpunkt zu stellen. Diesen Standpunkt hat unser nicht entsprechender Erhöhung der Löhne, kurz: das ganze Gebaren ihre Pläne gut fördern können. Gegenüber dem Widerstande des Kaiser schon 1889 als falsch bezeichnet. Wir haben gestern von des Syndikats und die Erfahrungen der Regierung bei der Hiberniapreußischen Staates und der Gemeinden wußten die Zechenbefizer Herrn Möller gehört, daß sich die Zechenbesizer auf eine kontra Affäre haben in jenen Streifen außerordentlich verdrossen, sie haben nicht, ob fie die Stillegung in dem gewünschten Umfange Siftorische Verhandlung mit den Arbeitern nicht einlassen wollen; den Anschein erweckt, als ob das Syndikat mächtiger sei als der würden durchführen können. Dagegen war es ihnen sehr jetzt wo das Glend von Hunderttausenden auf dem Spiele steht, Staat. Die ersten zehn Jahre hat das Syndilat ja sehr gut gewirkt. wohl möglich, sie durchzusetzen, wenn es gelang, die Arbeiter hätten die Bechen mehr Entgegenkommen zeigen müssen.( Sehr Wir bezeichnen das Verhalten der Zechenbefizer Gine Million ist noch bescheiden, zehn find es schon weniger und in den Streit zu treiben. Dann wären die Gruben durch Schuld richtig! links.) der Arbeiter stillgelegt worden. Als im vorigen Jahre die Be- nicht als ungefeßlich, aber es ist sehr fraglich, ob es flug, ob hundert Millionen sind dann leicht etwas prozig. Es ist das Wort об es patriotisch ist.( Sehr richtig! lints.) noch nicht widerrufen: Ich kann mit meinem Kapital machen, was ich twegung im Ruhrrevier war, erfolgte eine Brovokation der Leute nach es taltvoll, der andern, gerade auf den Gruben, die man stillegen wollte.( Sehr Gerade der Hochmut mußte die Arbeiter in ihrem Ghrgefühl treffen will. Jch bestreite das durchaus.( Sehr richtig! im Zentrum.) Geund sie in den Streit treiben. Er konnte die Arbeiter dazu bringen, wiß. vor Gericht, aber nicht vor dem Nichterstuhl eines gesunden wahr! bei den Sozialdemokraten.) In Amerika werden von den Trusts große Streits ohne zu sagen: Euch liegt gar nichts daran. Ihr wollt das Elend, Ihr sozialen Sinnes. Die Ursachen des Streits liegen viel tiefer als in weiteres hervorgerufen, um irgend welche Manöver auszuführen, das habt den Profit davon! Ich will gar nicht fagen, daß das richtig den äußeren Lohn- und Arbeitszeitverhältnissen. Ich würde mich haben auch deutsche Kapitalistenzeitungen wiederholt ist, aber daß die Vorwürfe überhaupt erhoben werden konnten, ist freuen, wenn beide Parteien erkennen würden, daß nicht im Streit, im versöhnlichen Zusammenwirken die Lösung der offen zugegeben. Wie steht es nun mit dem Syndikat? Die doch beschämend. Ein Vorwurf, Millionen auf dem Elend von sondern Verkaufsverträge fezen für den Abnehmer, der Sohlen von Arbeitern aufgebaut zu haben( Lachen rechts), ist so schlimm, daß Schwierigkeiten liegt. Ich glaube allerdings, daß das, was der eine Strafe von man auch den Schein vermeiden sollte. Die Besizer hätten doch Reichskanzler gestern fagte, die versöhnende Kraft seiner Worte als den Syndifatsgruben nimmt, 50 Pf. für jede Tonne fest, die er vom 1. April an bezogen hat. soviel einfachen Taft befizen sollen, um die Verhandlungen nicht im Abgeordnetenhause nicht erhöht hat.( Sehr richtig! links.) Sicherheit dafür ist in Form von Wechseln hinterlegt. Hingegen zurückzutveisen.( Sehr richtig! links.) Die öffentliche Meinung steht Andererseits war, was Herr Möller sagte, wieder versöhnlicher als hat das Kohlensyndikat feinerlei Verpflichtungen. Jeder Streit auf jetzt ganz auf feiten der Arbeiter, und das Mitleid ist eine bewegende feine Rede im Abgeordnetenhause. Die Regierung muß eine starte Hand zeigen, sie darf diesen Riefenstreif nicht sich selbst überlassen, einer Grube entbindet das Syndikat von allen Lieferungspflichten. Straft im wirtschaftlichen Leben geworden. Auch die Unternehmer leisten bedeutendes für den National- das führt zum sozialen Faustrecht zurück. Die Regierung sollte den Das Syndikat behauptet, es hätte mit der Provokation nichts zu tun, das fei interne Sache Aber wohlstand, wenn jetzt Millionen an Orten verdient werden, wo Herren vom Syndikat flar machen, daß sie durch Verschärfung des der Zechenverwaltung. Die obligatorischen wenn ihm ein Streit zum Vorwand dienen kann, dann früher mir das Elend herrschte. Die Intelligenz und Energie, die Berggefeges ein starkes Mittel gegen sie hat. wird ohne schon als Mittel benutzt, daß erst ge das bewirkt, muß anerkannt werden. Aber es ginge doch nicht, Schiedsgerichts- Verhandlungen mit Erscheinungszwang vor jedem fragt wird, durch wessen Schuld der Streit ausgebrochen fei. wenn nicht die fleißigen Hände wären, die schließlich alles leisten. Streit sollten eingeführt werden. Hätten wir ein Reichs- Arbeitsamt, gar nicht so einbürgern. Da ist es die Frage, ob nicht die Gesetzgebung hätte eingreifen( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Arbeiter riskieren so tönnten sich solche Uebelstände Die können und sollen. Wo solche Organisationen wie das Syndikat häufig nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch ihr Leben. Besonders Also die Hülfe liegt in der Organisation der Arbeiter. bestehen, da sollte man es den Unternehmern von vornherein gerade ein Bergmann leidet unter Gefahren wie sie ein Soldat vor alten Jnnungen sind gewiß überlebt. Aber sie hatten Meine Freunde haben schon 1897 auch ihr Gutes. Beim Uebergang des Handwerks zur Fabritzeit Die Be- dem Feinde nicht größer hat. möglichst schwer machen, den Streit zu provozieren. stimmungen über Arbeitszeit, Lohnzahlungen usw. sollten durch die deshalb eine besondere Resolution eingebracht für ein Reichs- hat man diese Ordnung vergessen, man hat den Menschen atomisiert; Aber bei der Regierung heißt es immer, man das ist das Unglück unserer Tage.( Lebhaftes Sehr richtig! im Gesetzgebung genau festgelegt werden, daß die einzelnen Befiger Berggesez. tun. hätte noch ganz etwas anderes zu ( Heiterkeit links.) Zentrum.) Daher müssen wir inimer wieder darauf zurückkommen: feine Seitenspringe machen können, Aber weiterhin ist zu fragen, ob nicht im öffentlichen Wenn aber die Unternehmer eine Vertretung haben, so brauchen die Aufbau des ganzen sozialen Lebens in Korporationen auf dem Interesse der Kohlenbergbau der privaten Willkür privaten Willkür entzogen Arbeiter auch eine. Daran aber fehlt es im Berggefeß wie in der Boden des christlichen Boltslebens, wie es die kaiserlichen Botschaften werden muß. Jede Industrie, jede Gemeinde, jeder Haus- Gewerbe- Ordnung. Wenn man unseren Bitten und Mahnungen nach verkündet haben. Abg. Gothein( frs. Vg.): Nach meiner persönlichen Stellung und halt, jeder Verkehr hat die Kohle zur unentbehrlichsten Regelung diefer Verhältnisse nicht folgt, wird das Vaterland davon meiner Befannschaft mit vielen Grubendirektoren könnte man an Voraussetzung. Sie den Zufälligkeiten fapitalistischer Spefulation Schaden haben.( Beifall links.) Abg. v. Kardorff( Rp.): Der Vorredner hat sich Mühe gegeben, nehmen, daß ich den Unternehmern näher stände als den Arbeitern. aussegen, ist ein großes Risiko, um so größer, wenn der ganze Bergbau in der Hand einer einzelnen Korporation vereinigt ist. Durch mit einer Menge von Säßen zu beweisen, was niemand im ganzen aber mich haben die genannten Umstände nie abgehalten, wenigstens ( Heiterkeit.) Nachdem uns meiner Meinung nach, unparteiisch zu richten. Da kann ich zunächst bloße Kurssteigerungen find Millionen aus dem Nichts geschaffen Hause bestritten oder beztveifelt hat. großer Beredsamkeit dem Abg. Hue nicht zugeben, daß fein Kontraktbruch vorliegt! Sein und verdient worden. Entscheidend ist doch eigentlich nur der Nenn- das pro et contra controversiae mit wert, für den reale Werte egiftieren. Die Millionen, die aus dem dargelegt worden ist, verzichte ich darauf, auf das große Thema und seiner Freunde Bestreben, den Streit zu verhindern, das wir Auch kann ich Steigen der Kurse gewonnen werden, liefern dann aber auch die einzugehen, weil es mir im gegenwärtigen Augenblick recht aufrichtig anerkennen, beweist das Gegenteil. Jn 11 Jahren sind durch gefährlich erscheint, Aeußerungen die Aeußerungen zu tun, wenn die Entschuldigung nicht gelten lassen, daß die Organisationen Jahreseinkommen von 50-60 000 m. zu verhindern. den. Gegensatz verschärfen könnten. Die zu schwach gewesen seien, den Kontraftbruch Kurssteigerungen 300 neue Millionen geschaffen worden. Die Unter- auch nur enistellt nehmer möchten, daß in den nächsten 11 Jahren wieder womöglich allgemeine große Erregung scheint mir so entstanden, daß durch das Die Konservativen haben sich ja die Stellung sehr leicht gemacht, ebenso viel gewonnen wird. Das kann doch nicht mehr so Legen von Bechen, welches von Ihrer( au den Sozialdemokraten) indem sie jede Verhandlung mit den Kontraktbrüchigen ablehnen. weiter gehen, da muß der Staat eingreifen. Man könnte also die Seite als Mißbrauch des Syndikats angesehen wird, die allgemeine Ihre Erklärung enthält den schwersten Vorwurf gegen die ReichsPläne des Herrn Möller auf Ankauf von Bergiverken willkommen Furcht bei den Arbeitern entstand, auch ihre eigene Beche könnte regierung, den Reichskanzler und die Stelle, die 1889 bei viel heißen, aber leider macht der Fiskus alles gegen die Arbeiter mit, tillgelegt werden. Ich glaube, daß demgegenüber durch Reichsgesetze schwererem Kontraktbruch den Unterneomern die Notwendigkeit des was die Syndikate machen, ja er übertrifft sie manchmal noch oder durch das preußische Berggesetz Sicherung gegen das mißbräuch- Verhandelns zu Gemüte führte. Aber die Konservativen machen leicht. Sie vermeiden sachliche Begründungen Er begründete dann den Rückgang der Löhne durch den Rückgang liche Rechen von Bechen geschaffen werden muß. Die Arbeiterschaft es sich solche Vorschläge erleichtern, wenn sie verlesen der Regierung solche Vorschläge erleichtern, der Kohlenpreise. Aber von 1890-1894 sind die Kohlenpreise nur wird wenn sie verlefen selbst bei schwerest wiegenden Fragen furze Ervon 10,40 m. auf 9,60 M. zurückgegangen. Berechnet man den da baldmöglichst in gefeßlich geordnete Verhältnisse gefeßlich geordnete Verhältnisse zurückkehrt. Härungen. Selig sind, die da geistig arm sind!( Heiterkeit.) durch entstandenen Ausfall für den Fiskus auf den Kopf der Beleg Es besteht bei allen Parteien die Neigung, einem solchen Man sagt, Verhandlungen hätten feinen Zived, weil die Arbeiterschaft, so ergibt das 179,20 m. Die Löhne gingen um 216 M. Gesetz zuzustimmen; ich halte es auch für abfolut gerecht. Organisationen die Durchführung der Abmachungen doch nicht gezurüd.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist der Ich glaube also, daß in dieser Hinsicht der gefeggeberische Zustand währleisten fönnten. Wir wissen von 1889, daß auch da die Arbeiter zunächst nicht Fistus! Steigt mum der Kohlenpreis, so steckt der Fiskus geändert werden muß, wiederhole aber, daß die Arbeiter, je anderen er und --zufrieden mit den Friedensbestimmungen waren, aber nach einigen| Standpunkt stellen zu können, klar macht, daß sie sich fast einer ge- 1 Tagesordnung statt: 1. Der Ausbau des Unterstügungswesen 3. in Lagen haben sie sich alle in die Sache gefunden. Und damals schlossenen öffentlichen Meinung gegenüber befinden( Sehr gut! unserem Verbande. Referent: Kollege Kiter. 2. Anträge zur handelte es sich um einen planlos ausgebrochenen Streik. Es ist links) und daß sie gut tun werden, einen schweren politischen Fehler, Generalversammlung in Hamburg. 3. Situationsberichte eine leere Ausrede der Unternehmer, wenn sie heute erklären, sie den sie begangen haben, möglichst bald rückgängig zu machen.( Lebhaftes Kollegen. 4. Verschiedenes. unterhandelten nicht mit Ausständigen. Denn in dem Augenblicke, Sehr gut! links; Bewegung.) Deutfches Reich. T TP. der wo diese Erklärung abgegeben wurde, war der bei weiten größte Herrn Molkenbuhr, der auch in seiner Weise gemäßigt Teil der Arbeiter noch nicht in den Ausstand eingetreten. Was heißt gesprochen hat, möchte ich bitten, von der Beweisführung, wie er es denn: der Arbeiter besigt das Koalitionsrecht, aber er darf fic versucht hat, die Bergwerksbesitzer hätten ihrerseits den Streit ausgebrochen und zwar auf dem Braunkohlen- Bergwerk Unser Ein Kohlen- Bergarbeiterstreit ist auch in der Mark Brandet burg nicht einmal damit drohen! Das Koalitionsrecht ist ja überhaupt das provoziert, Abstand zu nehmen. Eine solche Behauptung kann nur Frig" bei Costebrau in der Nieder- Laufiz. Die Belegschaft fuhr einzige wirtschaftliche Machtmittel, das der Arbeiter besitzt.( Sehr richtig! die Erbitterung unter den beteiligten Kreisen steigern und der Beweis Anfang dieser Woche nicht ein, weil sie mit Lohnabzügen, die ein bei den Soz.) Die Drohung mit dem Ausstande ist der einzige dafür ist nicht zu erbringen, es ist sogar im höchsten Grade un aus dem Zeizer Nevier gekommener Obersteiger vorgenommen hatte, Trumpf, den der Arbeiter ausspielen kann!( Sehr richtig! links.) wahrscheinlich, ich behaupte unrichtig. Wenn man also erklärte, man wollte nicht mit Leuten verhandeln, hat einen Vergleich gezogen zwischen Lohnverhältnissen, Kohlen- und eine Einigung nicht erreicht wurde. Herr Molkenbuhr ohne zuvor das alte Gedinge zu fündigen, nicht einverstanden war die mit dem Ausstande drohen, so ist das eine Herrenmoral preisen und Unternehmer gewinnen. Ferner soll im Februar In England ist das ein zweites märkisches Kohlen- Bergwerk stillgelegt werden und zwar schlimmster Art!( Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Die System der gleitenden Stala längst verlassen. das in der Nähe von Buckow in der märkischen Schweiz auf der Gründe des bergbaulichen Vereins sind nur fadenscheiniger Natur! Wir halten es für die Hauptsache, daß die Löhne stabil sind und Bollersdorfer Feldmark seit Jahren in Betrieb befindliche BraunDer Herr Reichskanzler hat sich also getäuscht, wenn er in seiner nicht schwanken. Wir haben daher auch in den fiskalischen fohlen- Bergwerk der Gräfin von Jhenpliz. Es versorgte die Einneulichen Rede im Abgeordnetenhanse gesagt hatte, der bergbauliche Gruben bei der finkenden Konjunktur die Löhne Verein werde auf seine Vermittelungsversuche eingehen. Aber jetzt herabgesetzt, sondern, wenn auch nicht wohnerschaft von Buckow und der umliegenden Dörfer fowie, einige Tangfam, steigen lassen. Fabrifen und Brennereien mit Kohlen, die aber minderwertig voaren hat er nicht nur sich, sondern auch andere getäuscht, die geglaubt Die Löhne sind dann langsam gestiegen. Sie betrugen im Jahre 1900; und in letzter Zeit namentlich durch Briketts verdrängt wurden. Da hatten, er würde auf die Brüskierung seines Vorschlags durch die 3,56 W. und im letzten Quartal 3,74 M. Das ist eine aller sich nun die Förderung der Braunkohlen nicht mehr lohnt, wird im Unternehmer energisch vorgehen. Aber der Herr Reichskanzlerdings nur mäßige Steigerung. hat ja auch schon bei früherer Gelegenheit die Flöte hingelegt, weil fönnen wir nicht, wenn wir nicht wieder damit zurückgehen wollen. größtenteils gekündigt worden. Aber stärker steigern Februar der Betrieb eingestellt und ist den Bergleuten deshalb, schon man auf seine Vermittelungsvorschläge nicht einging( Heiterkeit links). Das wichtigste ist, das, was man gegeben hat, nicht wieder zurückSie wollten weder Verständnis noch Entgegenkommen, sondern zunehmen. In allen sozialpolitischen Dingen habe ich stets den Jm Senftenberger Kohlenrevier( Niederlausitz) hat die BelegMacht, Vielleicht haben die Herren recht, daß die Situation für Standpunkt vertreten: Langsam vorgehen, denn ein Zurück gibt es schaft von Beche„ Unser Friz" nach einwöchigem Streit die Züdsie sehr günstig ist; aber dann muß eben die Machtfrage nicht. Es ist richtig, daß der Fiskus die Preise für Kohlen höher nahme der Gedingekürzung erzielt. Vor dem Streit war mar ein ausgekämpft werden. Hingegen hat das Arbeiterfomitee gehalten hat als das Kohlensyndikat. Das Kohlensyndikat hat eben Teil der Bergarbeiter dieser Zeche organisiert, jekt treten auch die in der höflichsten Weise Forderungen aufgestellt, ohne jede einzelne am Ende des vorigen Jahrhunderts die Preise auf eine längere bisher Indifferenten dem Verbande bei. als conditio sine qua non zu bezeichnen. Man wollte eben über Reihe von Jahren figiert und hat deshalb eine Zeitlang die " die Durchführbarkeit und Notwendigkeit unterhandeln. Dadurch, Kohlen billiger abgegeben als irgend eine fonfurrierende Industrie. Die nütlichen Elemente". Ein Forster Maurer war vom daß die Unternehmer diese Verhandlungen schroff von der Hand Herr Stößel hat es getadelt, daß ich den Kontraftbruch der Schöffengericht wegen Beleidigung des arbeitswilligen Maurers gewiesen haben, fällt die Verantwortung für den schweren Schaden Arbeiter mißbilligt habe. Ich habe ihn mißbilligt und bedauert, Lehmann aus Nieder- Jehser zu einem Monat Gefängnis in der öffentlichen Meinung auf die Unternehmer- Organisationen. bedauert, weil ich die Einhaltung der Kündigungsfrist für den berurteilt. Die Strafiammer sprach ihn jedoch frei. Es tarde Im Abgeordnetenhause ist von„ Heze" gesprochen worden und davon, Arbeiter für viel wich. iger halte, als für den Arbeitgeber, weil ich nämlich festgestellt, daß der in Frage kommende„ Arbeitswillige", der daß die christliche Organisation zu unvorsichtigen Schritten verleitet in jedem Kontraktbruch einen Nagel zum Sarge der Mündigungsfrist als einziger Zeuge in Betracht kam, in der Regel täglich für werden sollte. Herr Stöcker hat das aber sehr nachdrücklich be- fehe. Ich habe ihn auch bedauert, weil sich die Arbeiter durch den 60 Pfg. Schnaps vertilgt. Das Zeugnis dieses Menschen erstritten. Und bei dem Wort von der verbrecherischen Verhetzung Kontrattbruch eine schwächere Position in der öffentlichen Meinung schien der Strafkammer nicht als ausreichend für eine Verurteilung. Der Arbeiter" fiel mir das Wort von Ernst Moritz Arndt ein, das geschaffen haben. Es find gesetz iche Maßnahmen von er den bauernlegenden Junkern zurief: Bedenkt, daß Ihr Euch uns In einen Kampf um ihr gesetzliches Recht müssen jetzt noch die gefordert worden. Run, Giseße fd; afft man nicht Steinmeßen von Köln eintreten. Dieselben, die zu 95 Prozent dem gewöhnt habt, in allem ein Verbrechen zu sehen, was es Euch ab irato; fie.. niffent vorher genau überlegt werden. Deutschen Steinarbeiterverbande angehören, beschlossen in ihrer verwehrt, ein reichlicheres Leben zu führen."( Sehr gut! bei den Manches von dem, was hier verlangt wird, ist lange in Vor letzten Mitgliederversammlung, den Unternehmern eine Anzahl Fors Sozialdemokr.) Das Streben für bessere Arbeitsbedingungen ist fein bereitung und wird, wie ich hoffe, in nicht zu ferner Zeit derungen zu unterbreiten, von denen die wichtigsten lauten: Fortfall Verbrechen, sondern die Vorbedingung für den Kulturfortschritt.( Sehr fommen. Mein werter Nachbar hat schon im vorigen Jahr aus der Affordarbeit. Einführung der vom Bundesrat gefeßlich richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich billige durchaus nicht alle geführt, daß ein Gesetz über die Rechtsfähigkeit der Be festgelegten neunstündigen Arbeitszeit( 1) auf Artikel in sozialdemokratischen Blättern über den Bergarbeiterstreit, rufsvereine in Vorbereitung ist und ebenso ein Geses Werkstelle und Bau. Im Winter( 1. November bis 1. März) achtvor allem nicht die Stelle in dem Aufruf des sozialdemokratischen über die Arbeitskammeru. Diese Arbeiten werden in stündige Arbeitszeit; Arbeit bei Licht soll gestattet sein. Der geringste Parteivorstandes, worin die Parlamente als rein fapitalistisch be- ernsthafter Weise fortgesetzt werden, und vielleicht noch zum Schlusse Tagelohn beträgt für jeden Steinmeßen vom 1. Mai 1905 ab 5 M., zeichnet werden. Die Sympathie der weitesten bürgerlichen Kreise dieser Session dem Hause vorgelegt werden.( Bravo! in der vom 1. Mai 1906 ab 5,25 M. und vom 1. Mai 1907 ab 550 M.; ist unbedingt für die Bergarbeiter notwendig, wenn sie etwas erreichen Mitte.) Auch in Preußen haben wir nicht ſtillgehalten gegenüber bei achtstündiger Arbeitszeit im Winter 4,45 M., steigend in den wollen.( Sehr richtig! links.) Da ist es nicht gut, die bürgerlichen Barteien der Stillegung der Zechen. Wir haben versucht einen Gesetzentwurf Jahren 1906 und 1907 um je 20 Pf. Ueberstunden werden mit so vor den Kopf zu stoßen. Möge der Reichskanzler sich doch bessere durch den Ausbau des§ 65 des Berggesetzes ausarbeiten, das das weitere 70 Bf. vergütet. Kenntnis der englischen Verhältnisse verschaffen. Wir hatten dort Fortschreiten der Zechenstillegung unmöglich macht. Bravo! in der freie Fahrt dritter Klasse hin und zurück, sowie freie Station geAußerhalb Kölns arbeitenden Steinmeßen wird die Chartistenbewegung, die eine ganz ähnliche Agitationsweise wie Mitte.) Wir hoffen mit diesem Gesetz bald kommen zu können. währt. Die Prinzipale sind verpflichtet, das Werkzeug zu stellen die Sozialdemokratie hatte. Sie ist verschwunden. Weshalb? Weil Die Novelle zum Berggesez liegt in meinem Ministerium seit zwei und auf ihre Kosten schärfen zu lassen. Anerkennung der Organi die wesentlichsten Beschwerden der Arbeiter von den bürgerlichen Jahren fertig. Nach der Kritik durch das Publikum ist die neue fation. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Der Tarif hat Parteien beseitigt worden sind, die folosiale Belastung der Lebens- fchwierige Ueberarbeitung begonnen, aber noch nicht abgeschlossen Gültigkeit bis zum 1. Mai 1908. Erfolgt von keiner Seite seine mittel, die ungerechte Wahlkreiseinteilung. In England würde auch worden. Um die Arbeiter aber nicht zu schädigen, habe ich die Ve- Kündigung, so bleibt er in seinem Wortlaute weiter bestehen. Die Heute kein Konservativer eine solche Erklärung abgeben, wie sie ſtimmungen des Krankenkassengesezes, die außer Kraft gelegt waren, Kündigung hat drei Monate vor dem festgesetzten Termine stattzugestern Herr v. Normann abgegeben hat.( Sehr richtig! links.) durch faiserliche Verordnung in Kraft fegen lassen. Ich finden. Bis zum 15. April soll die Antwort der Unternehmer in Gerade jegt handelt es sich um ein gemeinsames Vorgehen aller hoffe, daß Sie die Ueberzeugung haben werden, daß wir Händen der Lohnkommission sein. Die Forderungen sollen ihnen Organisationen. Aber die Masse der nichtorganisierten Arbeiter alles tun werden, unt den entfachten Brand zu löschen. noch vor dem 1. Februar zugesandt werden, damit diese bei Ueberwar stärker als die Organisationen. Doch haben leytere den Streik Fahren Sie fort, sich an dieser Stelle mäßig zu äußern, damit Sie nahme von Arbeiten und Aufstellung von Kostenanschlägen die For jahrelang hintangehalten. Das ist doch ein großes Verdienst! den Brand nicht weiter schüren.( Lebhafter Beifall.) Die Zechen erklären, sie wollien nicht einmal mit ihrer eigenen Be Hierauf wird die Weiterberatung auf Montag, 1 Uhr, vertagt. derungen der Steinmetzen berücksichtigen können. Das Bemerkens. werteste an diesem Lohntarif ist, daß die Bundesratsbestimmungen Legschaft verhandeln, sondern nur mit den einzelnen Arbeitern.( Hört! Schluß 634 Uhr. hört! bei den Sozialdemokraten.) Ja, find denn die letzten erst durch die Organization errungen werden müssen. dreißig Jahre an diesen Leuten spurlos vorübergegangen? Das ist ein Manchesterstandpunkt, wie er schlimmer überhaupt nicht zu denken ist. Es handelt sich durchaus nicht um eine sozialdemokratische Verhehung. Ich habe die Vorgänge in der Deutschen Bergwerts- Beitung" berfolgt, die allerdings nicht abhängig ist von den Unternehmern, aber Würzburg der Buchdrucker Hans Thee. doch für Unternehmer schreibt und deren Interessen vertritt. Troßdem wird auch da anerkannt, daß die Sozialdemokraten stets gebremst haben, um den Streik zu verhindern. Sie haben natürlich nicht aus Lust am Bremsen zurückgehalten, sondern weil sie den Redakteur des Zeitpunkt noch nicht für gekommen hielten. Aber so viel geht doch daraus hervor, daß sie den Streit nicht verursacht haben. Die Unternehmer und anderen Erwerbstreise sollten es sich also nicht vorreden lassen, daß es sich nur um sozialdemokratische Verhebung handelt, Die Verhältnisse sind in den letzten Jahren für die Arbeiter nicht besser, sondern schlechter geworden. Die Schächte find tiefer geworden, dadurch ist die Hige an den Arbeitsplägen gestiegen und die Zeit für Ein- und Ausfahrt ist größer geworden. Die Seilfahrt ist aber eine Arbeit und feine Spazierfahrt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich kann das als alter Bergmann bestätigen, daß die Einfahrt zu den schwierigsten Arbeiten gehört, die es überhaupt gibt. Man tommt meist schweißtriefend an der Arbeitsstätte an.( hört! Das Leipziger Landgericht erkannte gegen den Genoffen Lange, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die volle Anrechnung auf die der die inkriminierten Artikel verantwortlich gezeichnet hatte, auf Arbeit ist also durchaus berechtigt. Ebenso ist es berechtigt, daß bei 600 M. Geldstrafe nebst den üblichen Nebenstrafen. Der Staatseiner Temperatur von über 28 Grad Celsius die Schicht nur sechs anwalt hatte eine lange Gefängnisjirafe beantragt. Mit dem Aus Stunden betrage, und zwar einschließlich der Ein- und Ausfahrt. gang des Prozesses fönnen die klagenden Aerzte umfoweniger zu Was das Nullen betrifft, fo verstehe ich nicht, warum die frieden sein, als ihre Kampfesweise vom Gericht eine vernichtende Zechen nicht auf diese so böses Blut machende Art der Disziplinar Kritik erfuhr. strafe verzichten. Anderswo herischen doch auch andere Gebräuche. Was die Frage der Löhne anlangt, so scheint es mir im Bergbau außerordentlich schwer, einen Minimallohn zu gewähren. Dazu liegen die Verhältnisse zu verschieden. Das würde nur möglich sein, wenn Arbeitervertreter bei der Festsetzung der Gedinge mitwirkten, und soweit sind wir noch nicht. Würde ein einheitlicher MinimalPartei- Nachrichten. Husland. bensi Die Aussperrung der Wiener Tischler dauert fort. Die Scharfmacher wollten auch noch eine Aussperrung der Stabzieher zustande Ausgeschlossen aus der sozialdemokratischen Partei wurde in bringen, indem sie diesen eine ungünstige Arbeitszeit aufdrängten. Die Stabzieher wichen jedoch der Provokation der Unternehmer das durch aus, daß sie dem Vorschlage derselben wider deren Grwarten zustimmten. Die Demonftrationen der Ausgesperrten dauern fort. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Des Sachjentönigs Klagen. Auch gegen den verantwortlichen Sächsischen Boltsblattes" Genossen Schubert, ist ein Strafverfahren wegen Majestätsbeleidigung ein geleitet worden. Die Majestätsbeleidigung wird in einem Artikel, betitelt„ Die Königin auf dem Schub", gefunden, in dem die polizei lichen Maßnahmen gegen die Gräfin Montignoso während ihres Weihnachtsaufenthalts in Dresden gemißbilligt wurden. " 1 Mit einer Beleidigungsklage gegen die Leipziger Volkszeitung" glaubten die Leipziger Aerzte ihren rücksichtslos geführten Kampf gegen die Ortsfrankenfaffe und die von ihr angestellten Dist.iftsärzte im letzten Spätjahr frönen zu müssen. Der Staatsanwalt tat ihnen sogar den Gefallen und übernahm die Antlage im öffentlichen Interesse. 69 Gewerkschaftliches. Wenn Du aber gar nichts hast " " Lump Schweden. In Kalmar sind über 100 Arbeiter der Dampfmühlen ausgefperct worden, des Koalitionsrechtes wegen, das sie sich nicht nehmen lassen wollen. Da der Unternehmer, Großhändler R. Jeanson in Deutschland Streitbrecher sucht, werden die deutschen Arbeiter ersucht, keine Arbeit nach Kalmar anzunehmen. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Aus der frauenbewegung. An die Frauen Berlins! Um die Agitation für die Gleichheit erfolgreicher betretben zu können und zugleich Fühlung mit den Leserinnen zu gewinnen, haben die Genossinnen im Einverständnis mit den Genossen den Vertrieb der" Gleichheit" mit Beginn dieses Jahres für Berlin in eigene Hand genommen. 24 Es wird Sorge getragen werden, daß den Abonnentinnen die Gleichheit" pünktlich ins Haus gebracht wird. Der Vereinfachung der Sache wegen erscheint es zweckmäßig, den Betrag für jede Nummer der Ueberbringerin jedesmal auszuhändigen. Zie Gleich. heit" erscheint alle 14 Tage einmal; es fostet jede Numyurer Pf. Abonnements nehmen jederzeit schriftlich wie mündlich entgegen: Frau Wulff, NW., Rostoderstr. 9, Hof parterre, Frau Panzeram, N., Kastanien- Allee 128, 1, Frau ulice, S. 42, Bringenstr. 102, III, Frl. Helene Grünberg, SO. 33, openiderstraße 8b, IV, Frau 2u. SW., Waterloo- üfer 9, im Laden. Der Deutsche Verband für Frauenstimmrecht hat bekannte In Magdeburg hatte sich ein Arbeiter wegen angeblichen John eingeführt, so würde die Stilleging in dem südlichen Ruhr- Streifvergehens zu verantworten. Er hat versucht, einen gebiet noch zunehmen. Die Löhne find zwar in den letzten Jahren Streifbrecher zur Niederlegung der Arbeit zu bewegen, ergestiegen, aber die Lebensverhältnisse sind auch entsprechend teurer hielt aber die Antwort: Gebt mir 500 Mart, Ihr geworden und im ganzen hat sich die materielle Lage der Bergarbeiter verschlechtert. Arbeiterausschüsse find schon heute Lumpen, dann arbeite ich auch nicht!" Der so An- Geistliche um ein Gutachten über folgende Fragen ersucht: nach der Gewerbe- Ordnung sehr gut möglich. Ich verstehe den geredete geriet derartig in Erregung über die Antwort, daß er 1. ob fich aus den Reden Jesu ein direttes Verbot der vollen Gleid Arbeitgeber nicht, der es ablehnt, folche Arbeiterausschüsse ein feinem Beleidiger eine Dhrfeige gab. berechtigung von Mann und Frau ableiten läßt, 2. ob in den Ver zuführen. Von den Arbeiterkontrolleuren versprechen Bei der Verhandlung gegen ihn machte sich nun der Herr fassungen der christlichen Urgemeinden eine Spur eines Unterschiedes fich die Arbeiter meiner Meinung nach zu viel, aber ich Amtsanwalt, in ähnlicher Weise wie im Falle Cohen der in den Nechten männlicher und weiblicher Gemeindemitgliefter nachgebe zu, daß für sehr viele Zweige der Grubenkontrolle intelligente Berliner Staatsanwalt, die Beleidigung des Arbeitswilligen zu weisbar ist, und ferner: 1. ob sie firchliches Frauenstimmtecht für Arbeiter durchaus geeignet sind( hört hört! bei den Sozialdemo- eigen. Er beantragte gegen den Verteidiger seiner Ehre vereinbar mit der christlichen Ethit halten, 2. ob sie es persönlich fraten), ganz abgesehen davon, daß fie größeres Vertrauen bei den Arbeitern genießen. Zur Beruhigung der Arbeiter wird diese Ein- fünf Monate Gefängnis und beleidigte ihn außer- für die Wiederbelebung des fi.chlichen Interesses für wünschenswert halten." Mit dem Ausdruck Ge sind über 70 Antworten eingegangen. Ein Teil der richtung also jedenfalls führen, wenn auch nicht viel zur Erhöhung dem noch, indem er ausführte: der Sicherheit des Betriebes. Die Klagen über schlechte Behand2umpen" hätte Gadau( der Streifbrecher. Reb.) niemanden geistlichen Herren beweist nach der Bibel, daß das Stimmerecht den Frauen unbedingt zu gewähren ist, ein Teil tommt, ebenfalls auf Tung sind zum Teil gewiß berechtigt, werden aber sicher übertrieben beleidigt, da man Besitluse gemeinhin als Lumpen bezeichne!" Grund der Bibel, zu einer Berneinung der Frage. Die göttliche vorgebracht. Merkwürdigerweise sind gerade die Unteroffiziere unter Das Gericht erkannte auf 6 Wochen Gefängnis! Offenbarung" scheint also sehr unflar zu sein.rio& den Aufsehern am leichtesten geneigt, einen barschen Ton ihren ehemaligen Kameraden gegenüber anzuschlagen. Dem Arbeiter muß das Recht gegeben werden, mitzusprechen im Arbeitsvertrage. Wir Die Gehülfenausschuß- Wahlen der Maler Berlins fanden am müssen in diesem Streif unfere moralische Unterstützung den Arbeitern 19. Januar statt bei ziemlich schwacher Beteiligung der im Malergeben, schon deshalb, weil von den Unternehmern jede Verhandlung gewerbe beschäftigten Personen. Die Vorschlagsliste der Verabgelehnt ist. Die Einführung von Arbeiterausschüssen muß durch einigung der Maler usw. turde glatt gewählt, ohne daß Gejez obligatorisch gemacht werden. Erst dann wird es möglich andere Stadidaten aufgestellt wurden. Am Schluß der Versammlung fein, ordnungsgemäß über die Arbeitsverhältnisse zu verhandeln. fand eine Tellersammlung statt, deren Ertrag für die streitenden Preußischer Handelsminister Möller: Ich kann nicht umbin, meiner Bergarbeiter bestimmt ist. Genugtung Ausdruck zu geben, daß die heutige Disfuffion so vergleichsweise ruhig verlaufen ist. Ich sehe darin den Ausdruck fernzuhalten.. des allseitigen Einverständnisses. daß wir uns einer höchst ernsten Bewegung gegenüber befinden, wobei jeder gezwungen ist sich zu mäßigen, und ich habe mit Freuden gesehen, ( Bravolinks.) Berlin una amgegend. Achtung, Metallarbeiter! Wegen Differenzen ist Zuzug nach Wien Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Metalldrücker! Die Sperre über den Betrieb von Deutscher Metallarbeiter- Verband, Ortsverwaltung Berlin. wie die Vertreter beider Seiten sich großer Mäßigung befleißigt haben, Kirchner ist aufgehoben. insbesondere Herr Dr. Beumer( Lachen bei den Sozialdemokraten) und Herr Stöcker. Ich hoffe, daß die Tonart, die heute hier vorgeherrscht hat, den Eindruck auf das Land und den unglücklichen Achtung! Lagerhalter der Provinz Brandenburg! Bezirk, der vom Streit betroffen ist, nicht verfehlen wird, daß sie Sonntag, den 22. Januar, nachmittags 3 Uhr, findet eine Kon auch denjenigen, die glauben, sich heute auf einen ablehnenden ferenz in Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, mit folgender Die Puterinnen in den Textilfabriken in Gera hafen den Fabrikanten einen Mindest- Atfordlohntarif eingereicht. s find überaus bescheidene Forderungen, die gestellt wurden. der Länge, Breite und Dichte der Ware. Schwarzfeidene unp haars Bei Beginn jeder neuen Arbeit verlangen sie Angabe des ohnes, seidene Stücke sollen nur in Stundenlohn gegeben verden, der 25 Pf. betragen soll. Für starke Faden nachziehen foll pro Meter 6 Pf., für Resterfaden, die nicht nach Metern zu berechnen, find, pro Fädchen 1 Bf. bezahlt werden. Im übrigen soll die Metre zu puzen und auszunähen pro Meter mit 10 bis 40 Pf. bezahlt werden. Bisher sind die Buterinnen nicht nur elend bezahlt morden, sondern sie flagen auch über schlechte Behandlung in den meisten Fabriken. Wasserstand am 20. Januar. Elbe bei Aussig+ 1,24 Meten bei Dresden 1,90 Meter, bei Magdeburg+0,60 Meter. 11n strut bei Straußfurt+1,35 Meter. Oder bei Ratibor+ 1,60 Meter, bei Breslau Ober Pegel+4,94 Meter, bei Breslan Unter Begel 0,86 Meter bei Frankfurt+ 1,12 Meter. eichsel bei Brahemünde+4,35 Meter. arthe bei Bofen+1,12 Weter. Ree bei Usheter. ExtraWARENHAUS Montag Dienstag Preise A.WERTHEIM Mittwoch Ballstoffe Ein grosser Posten: Französ, durchbrochener u. bestickter soweit der Vorrat reicht Wäschestoffe Reinwoll. Voile elfenbeinfarbig Meter 1.20, 1.60 Mullu. Batist 1.35.. 1.80 Hemdentuch gute Qualität Grenadine gemustert elfenbein Meter 1.35, 1.85, 2.25 Meter doppeltbreit regulär Mtr. 1.85 bis 2.75 Renforcé feinfädig Louisianatuch 1.45, 1.75 Halbfertige Roben Halbseid. Stoffe gemustert 1.35, 1.85, 2.30 Reinwoll. Satin elfenbein Panamakrepp reinwoll., elfenbein Meter 1.40, 1.75 Reinwoll. Krepp elfenbein Meter 75 PL, 1.05 u. hellfarbig Bedruckt Barchent für MaskenFarbiger Ball- Atlas kostüme Meter 50 Pf. Meter 65, 90 Pt. Bedruckt Atlas für Alpentrachten Ballgaze elegante Dessins Reinseid. Louisine Reinseid. Messaline Blusenseide elegante Streifen Meter 1.40 Mk. Meter 3.30 Mk. Meter Mk. merzeresiert Batist reinseiden Japon 30, Mtr. 33 Pt. 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Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 19. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 22. Januar 1905. Arbeiter Berlins! Befucht einmütig die Volksverfammlungen, in denen der Klaffenkampf im Rubrrevier auf der Tagesordnung ftebt! 2154% Berliner Partei- Angelegenheiten. Es ist mehr Seelenhunger in der Menge, als mancher Kunst-| Verwechselungen Vorschub geleistet wird, so hätte die Eisenbahn- Vereingleisig durchgeführt wird, die doppelte Pflicht ge= fich träumen läßt. Solche, die manches besäßen, es diesem Hunger habt, durch Aufstellung von Posten oder auf andere geeignete Weise zu bieten, find meist stille, vornehme Künstlernaturen; abhold fat- für die Sicherheit des Bahnverkehrs zu sorgen. buckelndem Strebertum und aufdringlichem Lärm, sich bei Macht wir werden abwarten, ob die Bahnverwaltung aus diesem traurigen habern einzufchmeichelin. Vorfall Veranlassung nehmen wird, das Verfäumte nachzuholen. Die 14. Realschule, die zu Ostern d. J. für den Wedding- Stadtteil zunächst mit den untersten Klassen eröffnet werden soll, wird ein verläufiges Heim in dem nahe am Weddingplatz gelegenen Hauſe Müllerstraße 7a erhalten. prob, deſſen plumpe Marmortlöke Herrengunſt mit Gold aufwiegt, waltung jest, wo der Betrieb ſtellenweiſe wegen Reparaturen nur Hungern irgendwo einmal am Wege. Warum überhaupt Stunstwerke So modern ihre Werke, vergessen, und die armen Schöpfer vernur in Galerien aufstapeln, wohin nur die kommen, die viel freie Zeit haben? Unsere Galerien sind mit Kunstwerken gefüllt" fagt ihr, aber das Volt geht nicht hinein, es hat kein Interesse für die Stunft." Die Lokal- Lifte für Berlin und Umgegend ist neu herausgegeben und der heutigen Nummer unseres Blattes beigefügt worden. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage erwächst den Parteigenossen die dringende Pflicht, die Lokal- Liste streng zu beachten. Den Saalabtreibereien und Verweigerungen gegenüber, die in Berlin teilweise noch versteckt, in den Vororten dagegen offen betrieben werden, bleibt uns fein anderes Mittel übrig als die Lokalsperre; und diese dort, wo nötig, durchzuführen, muß das Bestreben aller Parteigenossen sein. Arbeiter, Partei- Nun, so bringt ihm eure Kunstwerke dorthin, wo's im Getriebe genoffen, Gewerkschaften, Gesangvereine 2c., besucht des Alltags hineingehen muß. Fürchtet nicht, daß euer Bild, eure daher bei Ausflügen, Bergnügungen 2c. nur solche Lokalitäten, wert verbreitet seine Andacht um sich her, wo man ihm auch begegne. Statue banalisiert werde durch seine Umgebung. Ein echtes Kunstwelche auf der Liste verzeichnet stehen! Vor allen Dingen erwächst Manches, dort unbeachtet im Strom des Zuvielen, wird hier erst als aber den Vorständen von Arbeitervereinen die Pflicht, beim Ab- Einzelwesen Wirkung tun. Schmückt damit die ödkahlen Räume der schluß von Festlichkeiten und Partien auf das strengste die neue öffentlichen Anstalten! Denkt der endlosen, weißgetünchten Wände Lokal- Lifte zu beachten. Die Vorstände wollen in solchen Fällen auch in Krankenhäusern. Welch' ideales Feld für Künste! Wo darauf sehen, daß in den Verträgen mit den Wirten eine Klausel der Kranke Wochen und Monate zubringen muß, ohne Beschäftigung, Platz findet, wonach für den Fall, daß das Lokal für Arbeiter wie läßt er die Augen suchend über kahle Wände schweifen, die seinem bersammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Blick nicht den kleinsten Ruhepunkt bieten. Zehnfach empfänglich ist Gültigkeit verliert. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit der Kranke, losgelöst von den Lasten des Tages, jedem seelischen Laffen eine Bestimmung dieser Art dringend ratsam erscheinen. Seht nur in den Wartezimmern der Kliniken und KrankenEbenso ist es Pflicht der Vorstände und Komitees, dafür nach Mög- häuser, wie die Nervosität der Leidenden durch das Warten von lichkeit zu sorgen, daß bei Mehrbedarf an Bedienungspersonal der Minute zu Minute steigt. Und rings nichts, Aug' und Sinn abzuStellennachweis des Verbandes deutscher Gastwirts- Tenten vom Anblick der Leidensgefährten. gehülfen"( Ortsverwaltung Berlin), Dircksenstr. 39 I, Telephon Gar wohl find die Aerzte sich dieses Einflusses bewußt. Jene Amt 3 1813, Berücksichtigung findet. Tut ein jeder seine Pflicht, so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Lokale, die teine Säle haben, sind frei. Die Lokalfommission. Wilmersdorf. Ueber Militärjuftiz und Mißhandlungen im Heere spricht Genosse gubeil in der Mittwoch abend bei Salomon, Voltsgarten, Berlinerstr. 40, stattfindenden Voltsversammlung. Parteigenoffen, agitiert für zahlreichen Besuch dieser Versammlung. " Nieder- Schönhausen. Eine Boltsversammlung findet am Montagabend 20 Uhr in Wenzels Lindengarten", Lindenstr. 43, statt. Reichstags- Abgeordneter Artur Stadthagen spricht über den Maffenstreit der Bergarbeiter im Ruhrrevier". Genossen, sorgt Die dafür, daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Kommunal- Wählerlisten liegen bis zum 30. Jamuar im Gemeindebureau( in den Bureaustunden von 8-3 Uhr) aus. Bankow. Die biesmonatliche Versammlung des Wahlvereins fällt zugunsten der am 31. d. M. bei Herrn Ebersbach, Berlinerstraße 102, stattfindenden öffentlichen Versammlung aus. In dieser Versammlung wird Genoffin Ihrer über die Verhandlungen des preußischen Parteitages Bericht erstatten. Am 18. He bruar cr. veranstaltet der Wahlverein in dem vorgenannten Lofal einen Maskenball, zu dem Eintrittstarten schon jegt ausgegeben werden. Friedenau. Dienstag findet im Gesellschaftshause, Rheinstr. 14, eine Boltsversammlung statt. Tagesordnung: Der Klaffen Kampf im Ruhrrebier. Referent Neichstags- Abgeordneter Dr. David. Die Genossen werden ersucht, Montag abend 8 Uhr im Gesell schaftshause zu einer anbzetter Berteilung recht zahlreich zu erscheinen. 9 Eindruck. Räume, in denen Patienten warten, die 20 M. für eine Konsultation zahlen, gestalten sie zu kleinen Muser und Resekabinetten. Wie würde auf manchem verschatteten Krantengesicht ein Sonnenstrahl aufdämmern vor Kunstwerken, die ihn momentan seine Leiden vergessen lassen. Ist nicht jedes noch so kurze Schmerzbergeffen schon Hoffnung auf Genesung? Lag nicht hierin wohl zum größten Teil die wunder tätige Straft der alten Heiligenbilder? Nur im Wartefaal der Kinderklinik der königlichen Charité ist ein Versuch in dieser Richtung gemacht. Wer beobachtet, wie vor den brolligen Märchenszenen lang verlerntes Lächeln der fleinen Kranten zurüdfehrt, wie schnell Aschenputtel- und Däumlingsgeschichten den Müttern helfen, die Schreihälfe zu beruhigen: der fühlt, hier ist ein Samenkorn gestreut, das weithin Früchte treiben könnte. Bankier Kniehase und sein Prokurist. Die Untersuchungsfache des wegen Depotunterschlagung seit Monaten in Untersuchungshaft befindlichen Bankiers Kniehase in Moabit hat einen so großen geschlossen ist, sondern die Zahl der Strafanzeigen gegen Stniehaſe Umfang angenommen, daß die Voruntersuchung noch iminer nicht sich noch immer vergrößert. Andererseits hat auch der Verteidiger Rechtsanwalt Leonhard Friedmann einen weitläufigen Entlastungsbeweis angetreten. Gestern ist übrigens auch der langjährige Profurist des ungetreuen Bankiers, Kaufmann Hase, unter der Anschuldigung der Beihülfe in Haft genommen worden. Seine Berteidigung hat Rechtsanwalt ehnelt übernommen. Richard Zwei Juwelenhändler eigener Art hat die Kriminalpolizei festgenommen. Beamten fiel ein Mann auf, der stundenlang auf der Stadtbahn umherfuhr und häufig am Schlusse seiner Stundreisen einen Pfandleiher ober einen Tröbler aufsuchte. Als sie ihn fich einmal näher ansahen, ergab es sich, daß der sonderbare Stabt und Ringbahnreisende ein stellungs- und wohnungsloser Koch namens Richard war, der einen Eisenbahnwagen als Schlafftelle benugte und für 20 Pfennig jeden Tag so lange umberfuhr, bis er sich in dem warmen Raum ordentlich ausgeschlafen hatte. Das väre an sich noch nicht so schlimm gewesen. Bedentlicher aber wurden den Beamten die Steifen, als sie bei Richard nicht bloß eine Menge Pfandscheine über versezte Wertsachen, sondern auch allerhand ivertvolle Waren selbst fanden: eine silberne Zigarettendose mit dem Zeichen J. B. G., eine kleine golbene Münze, einen goldenen Kneifer, eine schwere goldene Kette usw. Ueber einen redlichen Erwerb fann er sich nicht ausweisen, denn daß er sie geschenkt bekommen habe, glaubt ihm niemand. weil ber vurde daher in Untersuchungshaft genommen, er die Sachen in ber dringende Verdacht vorliegt, daß Stadtbahn gestohlen, geflebbert oder gefunden und unterschlagen Sein Schicksal teilt ein Schlosser Bernhard Dittmani aus Stettin, der auch lieber mit Juwelen„ handelte" als arbeitete. In der Weinmeisterstraße wohnte unter dem Namen Walter Hartwig ein Mann, der sich hübsch polizeilich gemeldet hatte, feine Steuern bezahlte, kurz, allen seinen Staatsbürgerpflichten nachtam. Seine Wirtsleute wußten allerdings nicht, was sie mit ihm anfangen sollten. Er hatte immer wieder neue Gold- und Schmucksachen und ging bon einem Pfandleiher und Tröbler zum anderen. Einer der Geschäftsleute, dem der Handel doch verdächtig vorkam, machte die Bolizei barauf aufmertiam, und nun zeigte sich, daß sich hinter Hartwig" Bernhard Dittmann berbarg, dessen Maßblätter usw. der Breiserhöhung für Automobilbroschken. Der Magistrat hat Erkennungsdienst der Kriminalpolizei schon in seinen Mappen hatte. der vom Bolizeipräsidium vorgeschlagenen Erhöhung der Anfangstage Dittmann hatte in seiner Behausung außer zwanzig Pfandscheinen für elektrische Automobildroschten gestern zugestimmt. Be- noch verschiedene Gold- und Silbersachen, deren Eigentümer jezt gründet wurde die Erhöhung mit dem Bestreben, die übelriechenden von der Polizei verlangt werden. Benzin- und Spiritus- Automobildroschken durch die teureren elet- Der Goldminenbefiber aus Kolorado. Eine dunkle Persönlichkeit trischen zu ersehen, für die die Grundtage 80 Pf. betragen soll. Die ist ein Herr Albert Adams, der sich als Goldminenbesizer aus Denver übrigen Preisbestimmungen sollen denen für die Tarameter an- in Kolorado in die hiesige Gesellschaft einzuführen verstand und vorgepaßt werden, d. h. sie sollen unverändert bleiben. Die gestern wegen Heiratsschwindels festgenommen wurde. Er erzählt, elektrischen Automobildroschten können mit einer Ladung icht hon 60 Kilometer zurücklegen. Und die Geldmittel? Mit dem, was heute und es ist das Schlechteste nicht unverkäuflich in Ateliers verstaubt, ließe sich für geringes Gelb ein gut Teil Sonnenschein und Anmut auf öde Wandflächen zaubern. So manchem Künstler wäre geholfen, der heute seine Werke dem Rahmenhändler verschleudert, um nicht zu verhungern. Aber auch die Großen könnten wohl abwechselnd für furze Zeit etwas herleihen. Büßen doch Gaben der Kunst, entgegen ben materiellen, nichts an Wert ein, je mehr an ihrem Genuß teilnehmen. Th. Skorra. Aus der Magistratsfißung vom Sonnabend. Der Magistrat hat befchloffen, gegen den abweisenden Bescheid des Konsistoriums in Sachen des zum Prediger an der Petri- Kirche vom Magistrat als Patron gewählten Bredigers Hehn- Greifswald bei dem Oberkirchenrat Beschwerde zu führen. Ferner wurde der Etat für die Parkverwaltung beraten und in seinen Ginzelheiten festgesetzt. Rummelsburg- Boghagen. Sammellisten für die streifenden Berg arbeiter im Ruhrrevier sind bei dem Unterzeichneten zu haben. Um rege Beteiligung an der Sammlung wird ersucht. Gewerkschaftskartell Rummelsburg- Berlin. J. A.: Karl Brüschte, Bahnhofstr. 33, Hof II. Tempelhof Mariendorf. Dienstag, abend 8 Uhr findet im Tempelhofer Tivoli", Berlinerstr. 50, eine öffentliche Versammlung ftatt, in welcher Genosse Waldeck Manaffe einen Vortrag über Der Weg der Völker vom Wahn zur Wahrheit" halten wird. Zu dieser Kommen die Bäckermeister zur Bernunft? Eine ZeitungsBerjammlung find die Ortsgeistlichen wie Schulbehörden eingeladen. Außerdem wird der Klassenkampf im Ruhrrevier zur Sprache meldung besagt: Die erweiterte Sonntagsruhe an den hohen gebracht. Auch findet Sonntag früh eine Flugblatt- Bereiertagen wollen die Berliner Bäckermeister allgemein für ihr Gewerbe eingeführt wissen, nachdem sich in den verflossenen Weihnachtsbreitung von den bekannten Lokalen aus statt. feiertagen gezeigt hat, daß die Bäckerei- Verordnung ihren Zwed verfehlt, sobald nur den Gesellen das Arbeiten verboten, den Meistern aber gestattet wird. In ihrer Quartalsversammlung hat jetzt die Bäder- Innung Konkordia" beschlossen, bei dem Polizeipräsidenten eine einheitliche Anwendung der Feiertags- Verordnung ohne Ausnahme auf Grund des§ 41b G.-D. zu verlangen. Unter den Berliner Bädermeistern soll von der Polizei eine Abstimmung, ähnlich wie beim 8 Uhr- Ladenschluß, vorgenommen werden. Wenn zwei Drittel der Meister sich für die allgemeine Durchführung der Feiertags- Verordnung erklären, muß sie eingeführt werden. Auch die Berliner Bäcker- Jnnung„ Germania" wird, wie verlautet, in ihrer nächsten Quartalsversammlung den gleichen Beschluß fassen. Lokales. Kunft für's Bolt. Wir Berliner werden auf mancherlei Art beglückt. Nicht zum mindesten in neuerer Zeit in der Kunst. Bäume und Gesträuch holzt man ab und beschenkt uns dafür mit Marmorpuppen, baut Kirchen auf jeden freien Blab, der ein Luft speicher gewesen, und sagt dann:" Kunst für's Volt!" hat. bag er auf dem Dampfer Graf Walderfee", auf dem er nach Deutschland fuhr, die Anzeige einer Heiratsvermittlerin aus der Schönhauser Allee in Berlin gelesen habe, und nun sei ihm der Gedante gekommen, mit seiner Bergnügungsreise die Hochzeit zu berbinden. Tatsache ist, daß er von der Vermittlerin eine Frau verlangte, die englisch spreche, da er das Deutsche nur mangelhaft beherrsche. Es fanden sich auch sechs heiratslustige Damen, die dieser Bedingung genügten. Nach Einleitung des Geschäfts aber ließ sich Adams in der Schönhauser Allee nicht mehr sehen, wandte sich vielmehr ohne Wissen der Vermittlerin gleich an die Damen selbst. Unter ihnen gefiel ihm eine vermögende Witwe am besten. Auch diese fand Gefallen an dem Minenbefiber, obgleich er mit seinen groben Zügen und in einer feineswegs erstklassigen Kleidung feinen gewinnenden Eindruck machte. Biel mag au ber gegenseitigen Neigung die materielle Grundlage beigetragen haben, denn Adams behauptete, er befize nicht bloß Goldminen, die ihm jährlich 175 000 Mark bringen, sondern auch eine große Farm, auf der durchschnittlich 15 000 wilde ferde umherlaufen. Diese laffe er je nach Bedarf für die amerikanische Armee einfangen. Diese Beziehungen zur Armee hätten ihn auch mit Roosevelt bekannt gemacht usw. Die Witwe glaubte ihm das alles, nicht minder die Abenteuer, die er um so überzeugender erzählte, je mehr Whisky er getrunken hatte. Daß Adams über gar kein bares Geld verfügte, störte sie nicht. Sie fuhr vielmehr mit ihm nach der Verlobung nach Hamburg und erhob bei ihrem Vermögensverwalter 20 000 Mart in Papieren. Die Hochzeit Der zweitälteste Geistliche Berlins, der emer. Pfarrer Weid sollte zunächst in Berlin stattfinden. Als Amerikaner aber hatte sich ing bon der Petri- Kirche, ist hier gestern im 92. Lebensjahre ge- Adams wenig um feine Bapiere gekümmert; nun haperte es bamit. storben. Der älteste Pastor ist ein 93 Jahre alter Herr v. Hanstein. Deshalb beschloß man, zur Trauung London aufzusuchen. Adams brachte die 20 000 Mart auf die Dresdner Bank und gab Auftrag, die Der Eisenbahnzusammenstoß auf dem Nordring hat viel größeren Materialschaden verursacht, als ursprünglich zu übersehen war. Papiere zu verkaufen und den Grlös ihm an seine Londoner Adresse Neben der umgestürzten, fast unbrauchbar gewordenen Lokomotive zu senden. Die Verwandten der Braut waren aber stußig geworden, sind noch 14 Güterwagen arg beschädigt. Mehrere von ihnen zumal nicht zu erfahren war, wo Adams wohnte. Sie teilten ihren sind überhaupt nicht mehr betriebsfähig. Die Aufräumungsarbeiten Argwohn der Behörde mit, und so tam es, daß der Mann in Gewahrsam genommen wurde, als er mit seiner Braut nach London abfahren dauerten ununterbrochen die ganze Nacht hindurch und waren in den wollte. Adams war zwar so vorsichtig gewesen, zur Abfahrt nicht gestrigen Nachmittagsstunden noch nicht beendet. Erst gegen Abend ben Bahnhof Friedrichstraße, sondern den Botsdamer Bahnhof zu fonnte der Güterverkehr wieder aufgenommen werden. Gestern früh wählen, um rührsamen Abschiedsszenen vorzubeugen", aber auch bildete die Unfallstelle ein förmliches Chaos. Zehn Wagen waren das nugte ihm nichts. Die Polizei brachte ihn einstweilen nach dem entgleist und teilweise in einander geschoben. Verschiedene von ihnen untersuchungsgefängnis, um sich einige Aufklärung über seine Person mußten vollständig auseinander genommen werden, worauf ihre zu verschaffen, und beschlagnahmte die 20 000 Mart. Vorläufig Da soll denn heute die Kunst dem Volte ats Zwangsmittel um schweren Eisenteile mittels eines Lastkranes auf andere Wagen ge- wurde ermittelt, daß er schon längere Zeit in der Müllerstraße als den Raden geworfen werden; die freie Meinung hofft man einzuheben werden mußten. Als ein großes Glück erscheint es übrigens, Schlafbursche bei Leuten wohnte, die selbst nur Stube und Küche fangen mit der Unzahl der Kirchen und mit der Masse der Denkmäler daß der eigentliche Zusammenstoß nicht auf der eisernen Ueber- haben. die freien Sinne. führungsbrücke, sondern wenige Meter davor erfolgte, sonst wäre Der alte Geßlerhut in neuester Fasson! Das Bolt aber ber- ein Hinabstürzen der Wagen auf den Bahnkörper der Lehrter Güterweigert die Reverenz. Sein Herz schweigt vor diesen toten Puppen. Bahn unvermeidlich gewesen. Immerhin aber sprangen trozdem na gel, teilt uns berichtigend mit, daß er die Tür und Fenster der Salt geht es davon, wie von dem Friedhofe einer fremden Stadt, zwei Wagen auf der Brücke aus dem Gleise und rissen die Schwellen Korbmacher Lehmannschen Wohnung zwar herausgenommen habe, darin nichts Liebes für uns begraben liegt. auf. Einer dieser Wagen bohrte sogar ein großes Loch in den jedoch nicht um den Mieter und feine Familie„ auszulüften", sondern Neue Wege geht heute seine Sehnsucht und seine Liebe sucht Brückenboden, so daß seine Räder frei unter der Brüde hingen. um der an jenem Tage angeblich sehr aufgeregten Frau Lehmann neue Männer. Wo aber find Künstler, diesem erst halbbewußten Räder und Achse mußten später durch Winden von der Brücke in die Empfinden Gestalt zu geben? Tiefe gelassen werden. Einst, in naivgläubiger Zeit, war in den Kirchen mit ihren schlichten Heiligengruppen und Bildern die Hoffnung und der Glaube des Volkes lebendig; liebevoll drum blickte seine Sehnsucht zu ihnen auf. Lebendig auch mußten im Herzen des Volkes die Männer sein, denen es Denkmäler fezte. Ein fest umriss'nes Bild mußte ihre Persönlichkeit in Schaffen und wirken hinterlassen haben, die das dankbare Bolt dann nur durch seine Künstler in Marmor oder es umsehen lassen brauchte. tümlich. So waren einst Kirchen und Denkmäler wirklich Aufbrud einer Kunst, die nach dem Herzen des Volkes, im besten Einne boltsAus geduldigen Untertanen und flummen Kreuzesträgern aber find gefürchtete Rettenbrecher und kritische Zweiter getvorden. Nicht jene, die in„ Elendsmalerei" und„ Krüppelbildnerei" dem Bolte eine neue Kunst gefunden glaubten. Damit mögen sie denen eine heilsame Nervenerschütterung bieten, die über ihrem Oberflächenbasein ganz den trüben und bitteren Grund des Waffers bergaßen. Das Bolt sieht das Glend ja täglich in Wirklichkeit, aus dem heraus soll der Künstler gerade ihm Wege finden helfen, Auswege. Von Freiheit träumt ja der Gefangene und der Blinde vom Licht. Auf seine Stärke und Macht dem Volte sich besinnen helfen, das sollte der Künstler. Verwalter des Hauses Rübersdorferstraße 12, Herr den Aufenthalt in der Wohnung zu verleiden, weil er die Befürchtung gehegt habe, daß sie ihren Kindern ein Leid zufügen könnte. Den Der bedauernswerte Lokomotivführer, der den Zusammenstoß Lehmannschen Eheleuten habe die Hauseigentümerin die rüdständige Miete geschenkt, um sie nur loszuwerden. An dem bewußten Tage verschuldete und alsbald verschwand, hat sich inzwischen in seiner sind dann die Kinder der Familie von dem Hausverwalter in dessen Wohnung eingefunden und von dort aus frant gemeldet. Mag man ihm auch die Hauptschuld zuschreiben, so ist doch auch die Privatwohnung genommen worden, das jüngste, törperlich sehr Eisenbahnbehörde für den Borfall mit berant- aurückgebliebene Kind hat er jogar jebt noch in Pflege. Die Familie wortlich. Alle Lokomotivführer, die jene Strede befahren, wohnt auch wieder in dem Hause, nachdem sie einen Tag im Asyl flagen seit Jahren darüber, daß zu beiden Seiten der Brücke gewesen ist. Die Signale viel zu eng bei einander stehen, wodurch eine Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 5. d. M. in der Zeit von 3 Verwechselung ungemein erleichtert wird. Wenn bis 34 Uhr nachmittags wurde auf dem Alten Marien- Kirchhofe vor nun schon bei dem regulären 31eigleisigen Betriebe solchen dem Prenzlauer Tor von einer unbekannten Frauensperson an einer Kirchhofsbesucherin eine räuberische Erpressung ausgeführt. Die die von einem verbummelten Adeligen zwar nur des Geldes wegen bestätigt war. Schulze war vor Jahren bereits einmal Ge. Täterin ist von schmächtiger Gestalt, zirka 1,55 Meter groß und hat geheiratet worden ist, es aber doch fertigbringt, sich nach langen, meindevorsteher, wurde aber von dem damaligen Landrat v. Stülpgelblichweiße Gesichtsfarbe, sie war bekleidet mit zeisiggrünem qualvollen Prüfungen auch das Herz des Mannes zu erringen, den nagel seines Amtes enthoben, weil er in einem seiner Häuser der Kleiderrock, halblangem schwarzen Jackett und trug ein graues oder ihr Vater ihr für teures Geld gekauft hat. Es wurde erträglicher sozialdemokratischer Agitatorin Frau Alma Balm, die in dem Orte weißes Tuch um den Stopf gebunden. Die Hülferufe der Be- gespielt als sonst auf dieser Unglücksbühne, wenn auch die Darstellerin keine Wohnung mehr finden konnte, Wohnung gegeben und Frau troffenen find anscheinend von zwei Herren, welche an der dem der Jüdin völlig versagte. Aber bei der Verbreitung des Scherlichen Palm, obgleich er dazu aufgefordert war, nicht aus seinem Hause Kirchhofe gegenüber belegenen Straßenbahn- Haltestelle standen und Blattes wird es immerhin nicht an Frauen und Jungfrauen entfernt hatte. Im Disziplinarverfahren wurde die Amtsentlassung von welchen sich einer nach dem Kirchhofe begeben wollte, gehört fehlen, die aus Neugierde sich den ihrem Auffassungsvermögen an- endgültig bestätigt. Dies geschah im Jahre 1897, inzwischen ist worden. Zu gleicher Zeit sind auch zwei Kutscher mit einem Flaschen gemessenen Roman vorspielen lassen möchten. Daß eine Bühne sich Schulze, welcher auch einmal als freisinniger Kandidat zum Abbierwagen die Straße vor dem Eingange zum Kirchhofe entlang auf derartige Handwerksarbeit legt, zeugt für ihren Tiefstand und geordnetenhause aufgestellt war, zum Kreistagsmitglied gewählt gefahren, welche anscheinend ebenfalls die Hülferufe gehört haben. Es auch für ihre momentane Ueberflüssigkeit. Es ist ein Jammer, daß worden; Frau Palm aber ist längst aus Nahmih verzogen. Man wäre erwünscht, daß diese Personen oder auch andere Personen, die einzige Theater im weiten Osten seit langen Jahren, ja man kann hofft, daß jetzt, nach dreimaliger Wahl, die Bestätigung erfolgen wird. irgend welche Angaben zur Sache machen können, ihre Adressen zur fast sagen, seit seinem Bestehen, elend dahinvegetieren muß, daß Diese Hoffnung wird trügen, da es strenger Grundsatz der Nr. 240 IV/ 37. 05 dem nächsten Polizeirevier oder der Kriminal- es dem Bublifum fast unausgefekt eine Stoft bot, die auch der An- preußischen Regierung ist, in Kleinigkeiten Großes zu leisten. polizei, Zimmer 326, einsenden würden. spruchsloseste nicht verdauen konnte. Eine Jronie des fals wäre es, wenn das Ostend- Theater sich auf dem jetzt betretenen Wege vor dem Untergang rettete. " Der Plößenseer Strafvollzug wird nun endlich vor Gericht die feit langer Zeit angekündigte Erörterung finden. Gegen die Redakteure des Vorwärts", die Genossen Kaliski und Im Verein für volkstümliche Kurse von Berliner HochschulBüttner, sowie gegen den Redakteur der Zeit am Montag" lehrern beginnt am Montag, den 23. Januar d. J., abends 8½ Uhr, Schneidt und den Journalisten Ahrens ist bereits im Mai Herr Professor Dr. Mar Herrmann seinen Vortragskursus über borigen Jahres die Anklage wegen Beleidigung der Aerzte und Hans Sachs und seine Zeit" in der Aula des Friedrich Werderschen Beamten der Strafanstalt in Blößensee erhoben worden. Die an- Gymnasiums, Dorotheenstraße 13/14. Am selben Abend beginnt geblichen Beleidigungen werden in einer Reihe von Artikeln erblickt, im Hörsaal I der Landwirtschaftlichen Hochschule, Invalidenstr. 42, die sich mit der Behandlung der Gefangenen in Plößensee befaßten. Herr Professor Dr. Karl Müller seinen Vortrag leber die nuß Die Hauptverhandlung soll nunmehr am 2. März ihren Anfang bringende Arbeit der Pflanzen". Eintrittskarten für beide Kurse nehmen. Den Vorsiz im Gerichtshofe wird Landgerichtsdirektor zum Preise von 1 M.( für je 6 Abende) sind außer an den beDr. Oppermann führen. Da die Angeklagten einen umfang- kannten Verkaufsstellen auch am ersten Abend am Eingange des reichen Wahrheitsbeteis antreten, wird die Verhandlung eine solche Saales zu haben. Ausdehnung annehmen, daß nach Mitteilung einer Korrespondenz die Bildung einer Hülfskammer zur Erledigung der laufenden Strafsachen in Aussicht genommen ist. Noch ein Opfer des Eissports. Beim Schlittschuhlaufen ertrunken ist gestern im Lehnitsee ein etwa 25jähriger Mann. Der Betreffende lief auf dem Eise in der Nähe des Restaurants Seelöwe, geriet auf eine dünne Stelle und brach ein. Der Verunglückte flammerte sich am Rande des Eises fest und rief um Hülfe. Bevor jedoch in der Nähe befindliche Augenzeugen des Vorfalles die Unfallstelle erreichten, verschwand der Eingebrochene in den Fluten. Die Reiche konnte noch nicht geborgen werden. Eine seltsame Selbstmörderin. Im Tiergarten hat sich gestern abend die 27 Jahre alte Köchin Hermine Lucas erschossen, die aus Halberstadt stammt. Sie erschien zunächst auf einer Revierwache und gab an, daß auf sie im Tiergarten ein Raubanfall verübt worden sei. Dann ging sie nach dem Tiergarten zurück und erschoß sich mit einem Revolver. Nach einem Briefe, den man später bei ihr fand, hat sie in Halberstadt gewohnt. Sie schrieb ihrer Herrschaft, daß sie sich erschießen wolle. Weshalb, wolle sie nicht fagen, aber die Herrschaft werde es schon wissen. Bon einem Straßenbahnwagen überfahren und tödlich verletzt wurde der Arbeiter August Schwerin aus der Friedrichsfelderstr. 6, als er sich aus der Aktienbrauerei Hohenschönhausen nach seiner Wohnung begeben wollte. Er geriet unter einen Wagen der Linie Hohenschönhausen- Waßmannstraße und wurde sterbend nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. Dort ist er bald darauf infolge Schädelbruches und mehrerer Rippenbrüche gestorben. Ein anderer Straßenbahnunfall ereignete sich in der Dresdenerstraße. Dort lief der 68jährige Rentier Gustav Gärtner aus Rigdorf unmittelbar vor einem Straßenbahnwagen über das Geleise, wurde dabei niedergerissen und geriet unter den Schuhrahmen. Mit einer schweren Schädelverlegung wurde der Verunglückte nach dem Krankenhause Friedrichshain übergeführt. Verbrannt ist der 3 Jahre alte Sohn Fritz des Schlossers Schöneich aus der Zorndorferstr. 23. Der Knabe saß in der Stube allein auf dem Sofa, während seine Mutter in der Küche zu tun hatte. Als er das Sofa verließ, 30g er unwillkürlich die Tischdecke, auf der die brennende Petroleumlampe stand, herunter. Die Lampe ging in Trümmer und der brennende Inhalt ergoß sich über den Kleinen, der sich an Brust und Hals so schwere Wunden zuzog, daß er nach zweitägigen Leiden starb. Ein gefährlicher Bursche. Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß ein unbekannter Mann, der sich als Eisenbahnbeamter auszugeben pflegte, auf der Wannseebahnstrecke während der Fahrt Liebespärchen in ben Coupés zu überraschen und in wiederholten Fällen seine Wahrnehmungen zu Erpressungen gegen die Betroffenen auszunuben suchte. Der Mann machte in seiner Litewka und Dienstmüße den Eindruck eines Beamten. Hatte er ein Pärchen allein ein Coupé besteigen sehen, so schlich er sich während der Fahrt auf dem Trittbrett an die Tür heran und stand plöblich, mit Strafanzeigen drohend, vor den Ueberraschten. Die Mehrzahl ließ sich einschüchtern und gab dem„ Beamten" ein Schweigegeld. In mehreren Fällen versuchte er auch mit Erfolg später Erpressungen gegen Damen, deren Adressen er sich bei jener Gelegenheit notiert hatte. Als er sich aber etnmal an eine falsche Adresse" gewandt hatte, verschwand er schleunigst. Schließlich entdeckte ihn ein Herr, der sich durch die Drohungen des Mannes nicht hatte einschüchtern lassen, auf dem Bahnhofe in Potsdam und veranlaßte seine Festnahme. Es stellte sich heraus, daß der Erpresser ein 35jähriger Drechsler namens Paul Kant war und bereits im vorigen Jahre unter dem Verdacht der Erpreffungen verhaftet gewesen war, aber mangels an Beweismaterial wieder freigelassen werden mußte. Kant ist jetzt ins Moabiter Unterfuchungsgefängnis eingeliefert worden. Aus den Nachbarorten. Charlottenburg. H Gerichts- Zeitung. Staatsanwalt und Arbeitswilliger. a Eine ganz wunderliche Ansicht förderte ein Staatsanwalt gestern zutage, als es sich vor der vierten Straffammer am Landgericht I um die Aburteilung eines Falles wegen Verlegung des§ 153 der Gewerbe- Ordnung handelte. Angeklagt war der Schlosser Karl Kinzel, der einen Arbeitswilligen, wie er im Buche steht, nämlich den Arbeiter Boldt beleidigt und ehrverletzt haben sollte. Es handelte sich um einen bei der Firma Spinn u. Sohn ausgebrochenen Streif. Arbeitswilliger Boldt stellte gestern die Behauptung auf, daß die Sorge um seine Familie ihn veranlaßt habe, die Arbeit nicht niederzulegen. Das ist ja eine bekannte Redewendung der Arbeitswilligen, die entweder nicht wissen oder nicht wissen wollen, Der Charlottenburger Stadthaushaltsetat für 1905 schließt nach daß gerade die Sorge um die Ernährung ihrer Familie ihnen die dem Voranschlag des Magistrats im Ordinarium in Einnahme und Ehrenpflicht auferlegt, mit dem pflichtbewußten Teil der ArbeiterAusgabe mit 21 949 000 M., im ganzen also mit 39 119 000 m. ab. schaft, die sich bessere Erister.zbedingungen erkämpfen will, so= Von den Ausgaben des Ordinariums entfallen unter anderem lidarisch zu handeln. Die Qualuät des Arbeiters Boldt geht auf die allgemeine Verwaltung 2 358 942 M., auf die höheren Lehr- zur Genüge aus seiner Mitteilung hervor, daß er durch Streik. anstalten 746 314 M., auf die höheren Mädchenschulen, die Bürger- posten so bearbeitet und eingeschüchtert worden sei, daß er schließlich mädchenschule und Gemeindeschulen 2 367 574 M., auf die Fort- auch seine Papiere sich forderte und zur Niederlegung der Arbeit entbildungsschulen 171 038 M., auf das Armenwesen 954 505 M., auf schlossen war. Er ließ sich dann aber auf Zureden des Direktors die Krankenanstalten 819 525 M., auf das Armenwesen 954 505 M., bewegen, wieder weiter zu arbeiten und zu seinem Schutz gegen Nachden Straßenbau 466 620 M., auf das Feuerlösch- und Straßen- stellungen und Belästigungen seitens Ausständiger begleitete ihn ein reinigun- swesen 604 757 M., auf den Schuldendienst 4 827 796. Meister auf dem Nachhausewege. Der Angeklagte paßte ihn aber Von Einzelheiten erwähren wir die Einstellung von 40 000. für ab, als er des Morgens auf dem Wege zur Fabrik war. die 200jährige Jubelfeier der Stadt. Die Einnahmen aus den nach der Bekundung des Zeugen, deren Richtigkeit der Angeklagte beGemeindeſteu... sind veranschlagt auf 8 852 710 M., und zwar ist stritt, zu diesem gesagt haben:" Sie sind ein schöner Ehrenmann! gegen das Vorjahr mehr eingestellt an Gemeinde- Einkommensteuer Sie sollten sich vor Ihren Kindern schämen, daß Sie sich 252 160 M., an Gemeinde- Grundsteuer( bei einem Saß von 2,4 auf so unreelle Weise ernähren wollen!" Wegen dieser begreiflichen pro Mille des cuf 1 057 000 000 geschäßten gemeinen Wertes der bebaut und unbebauten Grundstüde) 230 500 M., an Gemeinde- und wohlgemeinten Ermahnung beantragte der Staatsanwalt drei Umsatzsteuer 150 000 M., an Gemeinde- Gewerbesteuer 32 500 m., an Wochen Gefängnis, indem er ausführte, daß ein Arbeiter, der in Betriebssteuer 1100 m., an Hundesteuer 5000 M. Die Umia- schwerer wirtschaftlicher Zeit für sich und die Seinen Brot berdienen wolle, vor solchen Verunglimpfungen geschüt ste ucr für unbebaute Grundstücke schlägt der Magistrat werden müsse. vor, von 1 auf 1½ Proz. zu erhöhen, während die Umsatzsteuer für bebaute Grundstücke bei 1 Proz. belassen werden soll. Der Reingewinn der Gasanstalt ist auf 1 190 000 m. veranschlagt. Schöneberg. " Er soll Wenn diese Ausführungen richtig sind, dann muß man an den Staatsanwalt doch die Frage richten, ob er als Vertreter der„ objektivsten Behörde der Welt" insoweit den Arbeitswilligen" zu dem pflichtgemäß organisierten Teil der Arbeiterschaft in Gegensatz stellen will, als er jenen als den ordentlichen Familienvater, diese aber als Leute betrachtet, die nicht den Ihren Brot verschaffen wollen. Wenn nicht die nationalökonomische Bildung, die auch einem Staatsanwalt eigen sein sollte, so müßte doch gerade in gegenwärtiger Zeit im Hinblick auf den großen Bergarbeiter- Ausstand den Beamten zum Nachdenken darüber veranlassen, ob derartige Argumentationen heutigentages angebracht sind. Wenn man überhaupt moralische Reflexionen in derartige Prozesse hineinbringen will, so sollte ein Blick auf den heroischen Stampf einer Viertelmillion braver Bergarbeiter auch einen Statsanwalt zu der Einsicht bringen, daß die intensivere Sorge um die Eristenz der Familie im alltändigen zu finden ist und daß diese daher im großen Ganzen gemeinen nicht bei den Streifbrechern, sondern bei den Ausfittlich höher bewertet zu werden verdienen als jene. Ez wäre zu wünschen, daß der Statsanwalt mit Gründen wie den gestrigen hinfort nicht weiter. operierte. Zur Sache selbst sei mitgeteilt, daß der vom Rechtsanwalt Dr. Heinemann verteidigte Angeklagte zu einer Woche Gefängnis verurteilt wurde. Die Berichte der Schöneberger Schulärzte für das Jahr 1903/04 find jetzt nach etwa 8 Monaten ihrer Erstattung an den Magistrat den Stadtverordneten zur Kenntnis gebracht worden. Ein trauriges Bild gewährt unter anderem ein Einblick in die Familienverhältnisse von schwachbegabten Kindern, denen in besonderen Hülfsklassen Unterricht erteilt werden muß. In einer von 25 Kindern besuchten Hülfsklasse wurden die Familien- und sonstigen häuslichen Verhältnisse einer Prüfung unterzogen. Dabei ergab sich, daß bei einem großen Teil dieser Familien der Hausstand eine hohe Kopfzahl aus wies; in zehn Familien waren mehr als 7, sogar bis zu 12 Personen verhältnisse miserable sind, versteht sich am Rande: 17 Familien vorhanden. Daß in diesen Fällen aber auch meistens die Wohnhatten einschließlich Küche nur zwei Räume, eine sogar nur einen einzigen Raum.( Und dabei erstreckt sich diese Statistik nur auf einen kleinen Kreis.) Erbliche Belastung wurde in 19 Fällen angenommen, darunter in 9 allein durch Trunksucht. Aus dem Gesamtergebnis der Untersuchungen sind als wichtigere pathologische Befunde hervorzuheben: schlechte geistige und körperliche Beschaffen heit 85 bezw. 215, Nervenleiden( man bedenke: 6jährige Kinder!) 27, BIutarme 404( im vorigen Bericht 445), Rhachitis( englische Glimpflich davongekommen. Unerwünschte und unzulässige Krankheit) 165, Strop hulose 419, Tuberkulose resp. tuberkuloseverdächtig 23, herabgesettes Seh- resp. Hörvermögen 185 bezw. 103, Huldigungen brachte der Bureaubeamte Paul Wendemann der Sprachstörungen 113, Lungentatarrh 92, Bronchitis( Erkrankung der Frau eines Kollegen entgegen, die er bei der Ausführung einer feineren Luftwegeäste) 28, Herzkrankheiten( einschließlich 20 dienstlichen Bestellung allein zu Hause traf. Das Ewig- Weibliche nervöser) 74, Unterleibsbrüche 59, Läufe 28, Wirbelsäulen- 30g ihn dermaßen an, daß er alle Schicklichkeitsgrenzen unberücksichtigt verkrümmung 80, defekte 3ähne 614( im vorigen Jahre 660). ließ und die geängstigte Frau in eine unangenehme Situation brachte. Die Zahl der unter ärztlicher Kontrolle stehenden Kinder betrug im Dabei drohte er ihr, einen Mord zu begehen," wenn sie schreien Die Folge dieses seltsamen Huldigungsaktes war zunächst ganzen 1927, mit 376 Neuaufgenommenen( im Bericht 1902/03 1555). würde. An einer Stelle des Berichts heißt es unter anderem: Den durch ein Ermittelungsverfahren wegen versuchten Sittlichkeitsverbrechens, die Schule den Eltern übermittelten ärztlichen Ratschlägen wurde es ergab sich aber, daß nur Bedrohung in Frage fam. im wesentlichen nachgekommen, soweit nicht durch die Befolgung der unter der Anklage dieses Vergehens vor der dritten Straffammer felben größere Ansprüche an den Geldbeutel oder die Zeit der Eltern des Landgerichts II. Weil er noch unbescholten und bemüht gegestellt wurden. Hier liegt der Hase im Pfeffer. Oft genug möchten wesen ist, sich bei der beleidigten und bedrohten Frau wegen seines wohl die Eltern ihren Kindern jene gutgemeinten Verordnungen Benehmens zu entschuldigen, sah der Gerichtshof von der Zuerkennung angedeihen lassen, nur die eigene Not, die nicht einmal den Aus- einer Freiheitsstrafe ab und verurteilte den Angeklagten zu 50 M. Feuerbericht. Sonnabend abend gegen 6 Uhr wurde die Wehr fall an Zeitverlust gestattet, tritt hindernd in den Weg. Eine Geldstrafe event. zehn Tagen Gefängnis. Das Heiligste, was der Deutsche kennt, ist nach einem sozialistennach der Kronenstraße 65 gerufen, wo es im dritten Stock in einer Gegenüberstellung der Untersuchungen in den höheren Schulen würde Wohnung brannte. Der 19. Löschzug beseitigte die Gefahr in kurzer in dieser Beziehung Resultate zutage fördern, die die erbärmliche feindlichen Ausspruch Wilhelms II. die Frau. Vergleicht man die Zeit. Ein zweiter Wohnungsbrand mußte dann in der Gen- Lage unserer Proletariereltern und-Kinder in ein grelles Licht hier gegen den Bureaubeamten verhängte milde Geldstrafe mit den harten Gefängnisstrafen, die über Ausständige wegen Streitthinerstraße 12 abgelöscht werden. Möbel, Decken, Kleidungsstüde stellen würde. usw. wurden im wesentlichen beschädigt. In der Romintener- Auch einige ständig wiederkehrende Bemängelungen einzelner br echerbeleidigung verhängt werden, so muß man zu der straße 45 war früh 8 Uhr auf einem Heuboden Feuer ausgekommen, Schulgebäude und ihrer gesundheitstechnischen Einrichtungen, Ansicht kommen, daß die Streifbrecherehre beträchtlich höher bewertet das einen größeren Umfang anzunehmen drohte. Durch schnelles z. B. in der 9. und 10. Gemeindeschule( Feurigstraße) finden im wird als in diesem Fall die Frauenehre. Eingreifen der Wehr gelang es indes, die Flammen bald zu ernuwen. Bericht Erwähnung. Durch den Straßenlärm, den starken EisenDurch Ueberkochen von Bohnermasse entstand dann in der bahnverkehr und die geräuschvolle, im Erdgeschoß stationierte FeuerLothringerstraße 26 in einer Drogenhandlung ein Brand, dessen wehr soll bei offenem Fenster oder auch nur herabgelassenen KlappAblöschung aber auch nur furze Zeit in Anspruch nahm. Außer flügeln eine mündliche Unterrichtserteilung unmöglich sein. dem liefen in den letzten 24 Stunden noch aus der Swinemünder- Ebenso sind die Luftverhältnisse durch das Geschlossenhalten der straße 57, Reichenbergerstraße 155, Eberswalderstraße 6 und noch aus Fenster meistens recht schlechte. Daß auch einmal 59 Kinder in so in vierfißigen Bänken je fünf einigen anderen Orten Alarmierungen ein, die jedoch durchweg auf einer Klasse sizen mußten ganz unbedeutende Anlässe zurüdzuführen waren, daß zum Schreiben nicht einmal genug Plaz vorhanden war, sei nur nebenher erwähnt. Aus alledem ergibt sich: Soll die Einrichtung der Schulärzte das sein, zu dem sie ihrer Natur nach bestimmt ist, so müssen den angestellten Aerzten nicht allein mehr Rechte eingeräumt werden, fondern die kommunalen Behörden sollen selbst nach Möglichkeit die Beseitigung von Uebelständen erstreben. Die Mitglieder der Freien Voltsbühne werden nochmals darauf hingewiesen, daß der Matinee wegen die heutige Vorstellung von " Madame Bonivard" im Metropol- Theater erst um 3½ Uhr beginnt. Der Berliner Zoologische Garten hat seine Singvogelsammlung um eine interessante Art bereichert, die hier bisher noch nicht lebend Das unterbrochene Opferfest. Ein Nachspiel zur 200jährigen gezeigt werden konnte. Der Gelbbrust häscher aus Guiana und Ober- Amazonas vereinigt in seiner Figur, Färbung und Be- Jubelfeier der Werderschen Schüßengilde fand jetzt vor wegungsweise gewissermaßen den im Nebenkäfig sizenden Königs- dem Schöffengericht in Werder a. H. statt. Am Jubiläumstage, den tyrannen mit unserer gelben Bachstelze in einer Berson. Der Vogel, 31. Juli v. J., hielt auf dem Marktplatz beim Kriegerdenkmal in welcher seiner systematischen Stellung nach zu den amerikanischen Werder der Landrat des Kreises Zauch- Belzig, v. Tschirschky, die Bettern unserer heimischen Würger, den Tyrannen, gehört, hat wie Festrede, wobei er auch von der Treue zu Kaiser und Reich sprach. die meisten der letzteren, als Kopfschmuck einen roten Längsstrich, Plöblich ertönte aus der Menge der Ruf:" Mensch, das glaubst Du der aber nur bei gefträubter Haube deutlich wird. Das Tier be- doch selber nicht!" Der Landrat stutzte, setzte dann aber seine Rede wohnt den rechten unteren Edtäfig auf der Papageienseite des neuen mit der Bemerkung: Der Zwischenruf soll uns nicht stören," fort. Der Rufer wurde inzwischen verhaftet und als der Konditor Otto Vogelhauses. Rodenbeck aus Berlin festgestellt. Wegen öffentlicher Beleidigung des Landrates wurde ihm der Prozeß gemacht und er in der vorigen Woche in Berlin verhaftet, weil er zu einem früheren Termin nicht erschienen war. Er wurde nunmehr zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Theater. Eine eigentümliche Blüte des Scherlismus scheint sich bilden zu wollen. Zwar ist es seit langem im Earl Weiß Theater üblich, die Romane des„ Lokal- Anzeigers" dramatisch auszuschlachten, doch geschah dies immerhin nur gelegentlich, wenn gar nichts anderes ziehen wollte. Jeht aber scheint diefe Bühne sich vollständig auf die Unterhaltungsbeilage des„ Berliner Lokal- An- Die staatlich bestrafte Christenpflicht. Die Potsdamer Korresp." zeigers" einrichten zu wollen. Kaum, daß ein Roman dieses Blattes meldet: Zum Gemeindevorsteher des Dorfes Nahmiz im Kreise vom Repertoire der Frankfurterstraße verschwunden ist, so hat auch Bauch- Belzig ist zum drittenmal aufs neue der Ziegeleibesizer Gustav schon ein neues dort Blah gegriffen. Diesmal heißt die dramatisierte Schule mit 6 gegen 2 Stimmen gewählt worden, nachdem seine Arbeit„ Geld und Name" und handelt von einer reichen Jüdin, Wahl bereits zweimal vom Landrat v. Tschirschky in Belzig nicht Verfammlungen. W. stand Der Verein der Kleber hielt am 18. Januar seine Generalversammlung ab, in welcher zunächst essem den Jahresbericht erstattete. Nach demselben wurden die Vereinsgeschäfte in 19 Versammlungen von denen die eine mit Frauen stattfand- inklusive 4 ordentlichen und 2 außerordentlichen Generalversammlungen, sowie durch 25 Vorstandssigungen erledigt. In den Versammlungen wurden 6 Vorträge und 7 Vorlesungen gehalten. Trok der im Verhältnis zu den Berufskollegen geringen Zahl war die Organisation imstande. den an sie gestellten Anforderungen sowohl in materieller als auch moralischer und ideeller Hinsicht vollständig Genüge leisten zu können. Wenn auch das vergangene Jahr kein Kampfjahr war die im Frühjahr erfolgte Aufund im allgemeinen still verlief rüttelung der Kollegen hatte nur sehr spärliche Früchte gezeitigt und so war es doch dem ist als Lohnbewegung faum aufzufassen größten Teil der dem Verein angeschlossenen Kollegen trob teilweise langer Arbeitslosigkeit durch ihr energisches Vorgehen gelungen, selbst in der schlechten Zeit Preise halten zu fönnen, welche weit über das hinausgingen, was man im letzten Jahre als Durchschnitt bezeichnen konnte. Es wurde lieber gefeiert, ehe man zu niedrigen Preisen in Arbeit trat. Hierauf erstattete der Kassierer Wehner den Kassenbericht, welcher bei einer Einnahme von 988,80 m. gegenüber einer Ausgabe von 882,73 M. mit einem Bestand von 106,07 m. bas lanziert. Den Bericht vom Arbeitsnachweis gab Hübner. Es wurden eingeschrieben 223 Arbeitslose. Von 258 angebotenen Stellen wurden 172 besetzt. Die nunmehr folgende Ersatzwahl ergab folgendes Resultat: erster Vorsitzender: essem, ziweiter Vor sizender: Winkler, Beisitzer: Kaiser, Nevisor: Haaje. Obmann des Nachweisbureaus: Rob. Schröder. Nunmehr ergriff Il essem das Wort zu dem Bericht über die am 11. d. M. stattgehabte Versammlung der Kleberfektion des Verbandes. In dieser Lotterieklub Turns Niete", surde beschlossen, zugunsten eines Affordtarifes in eine Lohn geschleudert. Ein Dampfschiff wurde 300 Meter weit mit- Arbeiter Turnerbund. Turnverein" Fichte", Geschäftsstelle Berlin 0.17, bewegung einzutreten, wobei die dem Berliner Gewerkschaftskartell gerissen und liegt jegt 40 Meter hoch über dem Wasserspiegel. Koppenstr. 24 II. Abends von 8-10 Uhr: 7. Lehrlings- Abteilung Wassertor Da Näsdal und Bödal sind die Namen der Bauernfamilien, die samt Schlesischen Tor 1. 5. Schüler- Abt., Schönhauser Allee 101/102. straße 31. Abends 6-8 Uhr: 1. Schüler- Abt., Drachenburg, Vor dem angeschlossene Bruderorganisation einfach übergangen wurde. diese Versammlung eine Mitgliederversammlung war und die Mit ihren Dienstleuten zu einem großen Teil durch das Unglück ums verein„ Sahn" in Treptow- Baumschulenweg. In der Turnhalle Kiefholzglieder des Vereins infolgedessen nur als Gäste anwesend sein Leben gekommen sind und deren Höfe in den See hinabgerissen straße 274 von 8-10% Uhr: Damen- Abt. fonnten, mußten sie sich mit einem scharfen Protest begnügen, welcher wurden. Die ältesten Häupter der Näsdals, Jon Näsdal und seine Arbeiter- Schivimmerbund. Anfragen sind zu richten an R. Danziger, sich richtet: 1. gegen das Negieren der Oeffentlichkeit bei der even- Frau waren am Unglücstage auf einer Reise in Bergen. Ihre sechs Burgsdorfstr. 14. Uebungsstunde:„ Borwärts"( Damen- Abteilung) bon tuellen Beschlußfassung über eine Lohnbewegung, die ohne Mithülfe Kinder, ein Altsitzer und ein Dienstmädchen wurden getötet, ihr Hof 72 Uhr ab in der Städtischen Badeanstalt an der Schillingsbrücke. der außerhalb der Organisation stehenden Kollegen ein Schlag ins wurde zerstört und nur ein Pferd ist gerettet. Bergsturz und ebenso Gesellige ze. Vereine. Arbeiter- Regelflub ,, Rustige Achte", abends Wasser ist, und 2. gegen das Vorgehen der Leitung der Kleberfettion Schneesturz, Lawinen sind übrigens im norwegischen Hochlande 8 Uhr, bei Franz Nitschke, Reichenbergerstr. 86. Gubenerstr. 6. des Verbandes, ohne vorher mit dem Verein auf irgend eine Art in nichts Seltenes. Wie den norwegischen Blättern eine Depesche vom Verbindung getreten zu sein, einen Streifbeschluß zugunsten eines 19. Januar meldet, ist am selben Tage in Narvik, oben im Nordvon ihnen allein ausgearbeiteten Tarifes herbeiführen zu wollen. lande, ein Felsblock am Erzkai, wo einige Arbeiter tätig waren, in Es wurde von seiten des Vereins in dieser Versammlung ferner die die Tiefe gestürzt. Ein Arbeiter wurde getötet und zwei verletzt. Erklärung abgegeben, daß derselbe sich das Recht, da, wo es heißt zu kämpfen, auch vorher mitberaten und beschließen zu wollen, auf feinen Fall nehmen lassen werde. Nach diesem von essem gegebenen Bericht entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion, in deren Verlauf die Versammlung das bisherige Verhalten des Vorstandes für gut und den Verhältnissen angepaßt befand. Es wurde ein Antrag angenommen, der den Vorstand für sein ferneres Vorgehen, sowohl der Unterstützung eines jeden einzelnen versichert, sowie demjelben auch zu den von ihm zu ergreifenden Maßregeln vollständig freie Hand läßt. Nachdem nun noch einige interne Vereinsangelegen heiten erledigt worden waren, erfolgte Schluß der gut besuchten Versammlung. Ueber die Typhus- Epidemie beim 18. Infanterie- Regiment in Landau( Pfalz) wird amtlich mitgeteilt, daß seit dem 16. Januar vier Erkrankungen hinzugekommen sind; insgesamt sind gegenwärtig 35 Typhuskranke in Behandlung. Davon find 8 Fälle schwer, 10 mittelschwer und 17 leicht. Außerdem stehen noch 27 Mann wegen Typhusverdachtes unter Kontrolle. Der„ New York Herald" verurteilt den Vorgang mit scharfen Worten und bemerkt dazu, das Ganze sei so grotest, daß man darüber lachen könnte, wenn es sich nicht um die Freiheit und Ehre eines Menschen handelte, der vor Gericht steht und auf Gerechtigkeit hofft und den neun unter zwölf Bürgern für unschuldig hielten. Aus Treviglio, Provinz Bergamo bei Palosco, wird berichtet, daß ein Bauernhaus unter Schneemaſſen eingestürzt ist; fünf Personen kamen dabei ums Leben. Winter im Süden. Von der Würde der Gerichtsbarkeit. Wie manchmal" Recht" gesprochen wird in der Welt, darüber erzählt der„ New York Herald" von einer kürzlich stattgehabten Gerichtsverhandlung in Jersey City. Die Jury, aus zwölf Bürgern bestehend, konnte sich über die Schuld eines Angeklagten nicht einigen; neun waren für Freisprechung, Der Verband der Tapezierer( Filiale Berlin) hielt am drei für Verurteilung. Der Spruch der Geschworenen muß dem 19. Januar bei Wendt, Beuthstr. 20, eine zahlreich besuchte General- Gesetze gemäß einstimmig lauten, und so wies der Richter die versammlung ab. Der Vorsitzende Schmidt gab im Geschäfts- Jury an, von neuem die Beratungen aufzunehmen. Das gefiel bericht des Borstandes ein Bild von der Wirksamkeit der Filiale und den zwölf Bürgern durchaus nicht; ſie ſahen die Möglichkeit vor von der Vorstandstätigkeit, worauf der Kassierer Low it den Kassen- sich, die ganze Nacht eingesperrt beieinander zu ſizen, ohne doch zu bericht für das vierte Quartal 1904 erstattete. Für die Hauptkasse einem Resultat zu kommen. Nun ließen sie es auf den Zufall ankommen wurden eingenommen 5316,35 M. und ausgegeben 1971,60 M. Die und griffen zu einem bekannten Spiel ,,, head or tail". Einer warf ein verbleibenden 3344,75 M. wurden der Hauptkasse eingesandt. Fünfcentstück in die Luft; der Kopf nach oben bedeutete Schuldig", Die Filialtasse hatte am Schluß des dritten Quartals 1904 einen die Zahl nach oben„ Nichtschuldig". Das geworfene Geldstück zeigte Bestand von 6522,52 M. Die Einnahme im vierten Quartal betrug den Kopf und mit feierlicher Miene erschien der Zug der Zwölf im 2518,95 M., was 9041,47 M. ergibt. Ausgegeben wurden 1269,84 M. Gerichtszimmer und der Obmann verkündete, daß der einstimmige Demnach war der Bestand der Filialtasse beim Beginn des neuen Spruch auf Schuldig" laute. Jahres 7771,63 M. Die Mitgliederzahl wuchs im vierten Quartal Die von 1056 auf 1139, worunter sich 40 weibliche befinden. Jahresübersicht der Kassenverhältnisse ergibt einschließlich eines Bestandes vom Jahre 1903 eine Gesamteinnahme von 24 827,47 M., der eine Gesamt- Jahresausgabe von 17 055,84 2. gegenüberstand. Der Bestand von 7771,63 M. ist um 3142,86 M. höher als der BeDas Recht stand, der am Schluß des Jahres 1903 vorhanden war. auf Arbeitslosenunterstützung hatten 197 Mitglieder erreicht. Gezahlt wurden an 20 davon insgesamt 186,50 M. Aus dem dann von Brunow erstatteten Geschäftsbericht des Vorstandes der Klebersektion ist zu entnehmen, daß sich die Mitglieder der Sektion im Jahre 1904 von 72 auf 252 vermehrten. In der folgenden Debatte wurde auf den für das Frühjahr bevorstehenden Kampf der Kleber Nach dem Jahresbericht des Gouverneurs John G. Brady an hingewiesen. Ein Redner wünschte, daß auch die Polsterer an eine die Regierung in Washington beträgt die Zahl der Weißen in Dem Alaska 26 550. Ausnutzung der Frühjahrskonjunktur denken möchten. Die Eingeborenen( Indianer) sollen sich etwas Kassierer( Geschäftsführer) wurde Decharge erteilt, ebenso dem vermehrt haben seit dem Zensus von 1900, als 29 536 gezählt wurden. Bibliothekar Bachert, nachdem dieser seinen Bericht gegeben hatte. Von den tausenden Goldsuchern, die vor mehreren Jahren nach dem Dann folgten die Vorstandswahlen. Gewählt wurden zum 1. Vor- Klondike- Distrikt oder dem Jukon- Tal gingen, angelockt durch die fizenden Be I 3, zum 2. Vorsitzenden R. Bönice, zum 1. Kassierer Nachrichten von fabelhaften Goldfunden, sind große Massen enttäuscht beziehungsweise Geschäftsführer Lobiz, Kassierer heimgefehrt; andere sind dort geblieben, haben sich angesiedelt und Brunow, zum 1. Schriftführer Schön, zum 2. Schriftführer den Indianern das Leben sauer gemacht, indem sie den Wild- und Fritsch, zu Beisißern P. Schmidt und Luck. Die Ver- Fischbestand im Dienste des Kapitalismus verringerten. Der sammlung beschloß, den Vorstand um einen Beisitzer zu verstärken Gouverneur berichtet, daß besonders die Lachsfischerei und Konund dessen Wahl der Kleberfektion zu überlassen. Zu Revisoren servierung des Lachses in großem Umfange und mit großen Mitteln wurden Heckmann, denk und Wilde gewählt. Bibliothekar wurde Langheinrich. Außerdem setzte man noch für das Taufende Jahr ein Vergnügungskomitee ein. Otto Pönicke vom Verbandsausschuß gab Kenntnis davon, daß zwischen Ausschuß und Hauptvorstand Differenzen bestehen hinsichtlich der Anstellung des Kollegen Vesper als besoldeten Vorsitzenden. Die Generalversammlung des Verbandes hatte die Anstellung Vespers als befoldeten Verbandsvorsitzenden mit der Maßgabe beschlossen, daß er das Amt fofort antrete, wenn der Hauptvorstand es für notwendig halte. Der Hauptvorstand meine nun, daß dies noch nicht nötig sei, während der Ausschuß die Uebernahme des besoldeten Amtes durch Vesper schon jetzt für geboten erachte. Von einer Debatte hierüber möge man Abstand nehmen. Der Ausschuß halte aber die Bekanntgabe der Tatsachen für erforderlich, damit die Verbandsmitglieder informiert wären. Zur Frage der Unterstüßung der streikenden Bergarbeiter wurde beschlossen, dem Vorstand die Erledigung zu überlassen. zum 2. Aus Alaska. betrieben wird. Während des letzten Jahres wurden in der Konserven- Industrie 1910 000 Risten mit konserviertem Lachs verpackt. Alaska verlangt Unterstützung für das Transportwesen, das jetzt mit schlechten Mitteln und Wegen sich behelfen muß; ferner sollen einige amerikanische Kanonenboote zum Schuße der Industrie in den Alaska- Gewässern nötig sein. Um die Ansiedelung zu fördern, wird der Kongreß zu einer entsprechenden Gesetzgebung aufgefordert. Den Ansiedlern sollen allerlei Vorteile geboten werden, aber es ist nicht leicht, Ansiedler zu gewinnen; das Klima allein ist schon abschreckend; während des langen Winters wird es grimmig talt und während des kurzen Sommers furchtbar heiß. Alaska macht Anspruch auf einen Delegierten zum Kongreß geltend.( Die Territorien wählen einen solchen Delegierten, der im Kongreß nur eine beratende Stimme hat.) Briefkaften der Redaktion. ir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahn anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte bonnements quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantwortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. in Berlin 1 R. P. Roßlau. Poliklinik der Charité in Berlin, unentgeltlich für Unbemittelte, Vormittagsstunden an Wochentagen. 2. K. 1905. Gine solche Unentgeltlichkeit gibt es nicht. P. 100. Wenden Sie sich an unseren Mitarbeiter, Herrn Abgeordneten Feanz Tubauer, Waldstr. 41, hier. Er befand sich in gleicher Lage und kann Ihnen aus seiner Praxis Rat geben. 345. Nein. B. 27. Bei dem Vorsteher Ihres Postamtes. E. B. 18. Ein Irrtum. E. H. 57. Tierarzt! Bock. Generalfeldmarschall. F. D. 100. Auskunft durch Kriegsministerium, hier, Leipzigerstraße. R. 11. 11. Wir kennen die Anfer"-Bedingungen nicht. Storch. Gefährlicher Fall!- Schwalbe. Versuchen Sie es mit einem 13 B. Ja. Inserat in Schuh und Leder", hier, Rathausstraße. C. K. 100. Benutzen Sie etwa den Adressen- Verlag von A. Schustermann, - 9870. Paris 1789. Melancholie. Sorge, aber forge nicht zu viel, es geht doch alles, wie es will. 2. 163. Wir können Ihnen nicht raten, dem erwähnten Verein beizutreten. hier, Blumenſtr. 80/81. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Robert. Für die Dauer von 6 Wochen haftet die Herrschaft für die erforderliche ärztliche Pflege. Das hierfür Verwendete kann gegen den Lohn aufgerechnet werden, der auf dieselbe Zeit fällt. Wied. 1. Bestrafung nach österreichischem Gesetz durch die dortigen Gerichte. 2. Nein. H. Milbach. 1. Eine Scheibe braucht nicht versichert zu werden. Sie zit versichern, liegt im Interesse dessen, der eventuell die Scheibe zu bezahlen hat. Zum Ersatz ohne Verschulden des Mieters zerbrochener Scheiben ist der Wirt verpflichtet, falls nicht der Mietsvertrag das Gegenteil besagt. 2. Ja. 3. Wenn der Vertrag dem nicht entgegensteht, ja.- 9. K., Bochum. Sie müßten auf Zahlung gegen die Erben flagen. B. F. 4. Lehnen Sie die Zahlung ab und beantragen Sie bei der Aufsichtsbehörde der Kasse( Magistrat oder Landrat), die Staffe zu ver urteilen, Sie von der Zahlungsverpflichtung zu befreien. Anton 36. Nein. 2. Sind 200 1. und 2. Nein. 3. Eine Scheidung auf Zeit gibt es nicht. Man kann aber die geschiedene Frau, wenn diese einverstanden ist, wieder heiraten. 4. Ja. 5. Nein, solche Aufforderung ist nußlos: Sie können das Borgerecht der Frau durch Eintragung in das Heiratsregister beschränken. Ein Beispiel finden Sie in dem dem Arbeiterrecht beigefügten Führer S. 225. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. Wösch 100. Ja. P. K. Der Ehebruch ist verjährt, vielleicht nimmt das Gericht an, die übrigen Gründe zusammengenommen reichen zur Scheidung aus. W. E. 15. Das Mädchen soll sich an den Magistrat mit dem Antrag wenden, die von der Mutter grundlos verweigerte Einwilligung zur Arbeitsbuchausstellung zu Verwaltungsstreitverfahren zulässig, wenn die Ausweisung einen Inländer ergänzen. Paul P. Gegen Ausweisungsbefehl ist Beschwerde und trifft. Schriftliche Antwort muß abgelehnt werden. K. 2. 100. C. S. Wollen Sie Hebamme werden, so müssen Sie sich an das Polizeipräsidium wenden. Sie haben dann eine Vorprüfung zu bestehen. Ist diese Vorprüfung, die beim Arzt zu bestehen ist und sich auf Lesen, Schreiben, Rechnen, Sehen, Hören u. dergl. bezieht, bestanden, so erfolgt Eintragung in die Liſte zur Zulassung zum Hebammenkursus. Der Kursus dauert 6 Monate und erfordert etwa 300 M. Kosten. Nach Bestehen der Zulassung von Personen nicht stattfinden darf, die 30 Jahre überschritten Hebammenprüfung wird man dann als Hebamme zugelassen. Da solche haben, da ferner der Andrang zur Beistandsleistung bei der Vermehung der Bevölkerung ein sehr starker ist und die Zulassung zum Kursus nach der Reihe der Anmeldungen erfolgt, so hätte Ihre Meldung kaum einen Zived, wenn Sie über 26 Jahre alt sind. E. J. 1. Zusammengebrachte Stinder Marken geklebt, so wird die Rente gezahlt, wenn der Betreffende dauernd können einander ebenso wie Cousin und Cousine heiraten. invalide ist. 3. Lernen Sie ein stenographisches Systems und quälen Sie sich nicht mit Ausspintisierung eines sogenannten neuen System ab. x. B. Wieviel an Krankengeld für den Fall der Ueberweisung gezahlt wird, erfahren Sie am besten durch den Borstand Ihrer Krankenkasse. wenden Sie sich an diesen. J. G. 134. Die Sonntagsruhe ist stritte einzuhalten, das heißt mit Ablauf der fünfstündigen Frist hat das Geschäft ohne weiteres aufzuhören. So ist jetzt vom Kammergericht unter dem 23. Dezember 1897, bom Münchener Oberlandesgericht unter dem 19. Oftober 1897 entschieden. Anders steht es mit der Ruhezeit in offenen Verkaufsstellen in der Zeit von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens: die beim Sigung haben Sonntag: Ladenschluß im Laden schon anwesenden Kunden dürfen noch über 9 hinaus Der Metallarbeiter- Verband( Verwaltungsstelle Berlin) hielt am bedient werden. A. G. 190. Der Beklagte handelt bei Vorbringung Donnerstag im großen Saale der Brauerei Friedrichshain eine von Agitationsverein Stralsund- Franzburg- Rügen, Sonntag nach seiner Behauptungen in Wahrnehmung berechtigter Interessen und hat sich zirka 3000 Personen besuchte außerordentliche Generaldeshalb einer Beleidigung nicht schuldig gemacht. Lese- und Diskutierklub„ Nordkante" vormittags 92 Uhr bei Gie Erbe geworden, so erben Sie nicht nur die Aktiva, sondern auch die bersammlung ab. Zunächst wurden als Kandidaten für den Bergemann, Gerichtstr. 74. Posten eines befoldeten Bureaubeamten die Kollegen BlumenPassiva. Die Schulden gehören zu dem Nachlaß, den Sie erben. Wollen Arbeiter- Radfahrerbund" Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden Sie sich von der Haftung befreien oder diese auf die Höhe der Aktiva thal, Hartmann, Mahle, Roth und Weißel nominiert. burg). Alle Zuſchriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu beschränken, so müssen Sie entweder rechtzeitig der Erbschaft entsagen oder Diesen Bosten hatte bislang der Kollege Scheffler inne, der richten an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. die Sicherungsmittel ergreifen, die S. 86-89 des dem Arbeiterrecht beigefügten aber zum 1. Februar die Stelle eines Geschäftsführers der Ver-" Vorwärts" in Eberswalde jeden ersten Sonntag, nachmittags 3 Uhr, Führers dargelegt find. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. Blik" in Zehdenick jeden ersten Sonnwaltungsstelle Leipzig übernimmt. Sodann erfolgte die Aufstellung Restaurant Bur Kornblume". F. T., Adlershof. Soweit ersichtlich, sind Sie oder Ihre Frau nicht Frisch auf" in Groß- Besten jeden strafbar. Die Strafbestimmung geht dahin: mit Geldstrafe bis zu 30 M. der Delegierten- Kandidaten zu dem im Mai dieses Jahres in Köln tag, vormittags 9 Uhr bei Schlegel. Auf die Berliner Metall- Sonntag vor dem 1. bei Witwe Rodominsti. " Hoffnung" in Beeliz, ist zu bestrafen, wer bei dem Gewerbebetriebe im Umherziehen unbefugt stattfindenden Gewerkschaftstongreß. jeden Sonntag nach dem 1. und 15. bei Krüger. arbeiter entfallen zwei Delegierte. Vorwärts" in Biesen Personen mit sich führt, oder einen Gewerbetreibenden, zu welchem er nicht Es sollen kandidieren: thal, jeden Sonntag nach dem 15. bei Irrgang." Tempo" in Jeschkendorf, in dem Verhältnisse eines Ehegatten, Kindes oder Enkels steht, unbefugt Cohen, Störsten, Hartmann, Ramsbrock und nach dem 15. bei Strauſe. " Frei Radler" in Kirchhain, jeden zweiten begleitet. Hans 81. 1. Jeder größere Stommentar zum KrankenWiesenthal. Die Wahlen werden am kommenden Sonntag Sonntag im Monat bei Wieldes." Schwalbe" in Kl. Schönebeck jeden versicherungs- Gesek enthält das von Ihnen Gewünschte. Derartige in zwölf Lokalen der verschiedenen Bezirke in der Zeit von 10 bis legten Sonntag bei Clasen. Frisch auf" in Lehnin, vor dem 15. bei Stommentare sind in jeder öffentlichen Bibliothek einzusehen und durch jede " Stern" in Markgrafpieste jeden ersten Sonntag bei Buchhandlung zu beziehen. 1 Uhr vorgenommen. Bei dieser Gelegenheit entspann sich eine Herm. Täge. 2. Der Frau gegenüber ja, Eltern gegenüber Wwe. Schneider. Arbeiter- Radfahrerverein Teltow, jeden legten Sonntag bei nach freilich bestrittener Ansicht nein. Debatte über die auf dem Gewerkschaftskongreß voraussichtlich zu 3. Ratschläge zu nuklosen Gesuchen G. Kupsch." Freie Radler" in Betschau, nach dem 15. in Seidels Hotel an den Kaiser lehnen wir ab zu erteilen. E. M. 111. Ein Anspruch erledigenden Angelegenheiten, wie Maifeier, Generalstreik und " Edelweiß" in Wannsee, nach dem 15. fann in Shrem Falle nur auf Ersatz der etwa infolge des Berlöbnisses geRegelung der Grenzstreitigkeiten unter den einzelnen Gewerk" Arbeiter- Schwimmerbund. Gegr. 1897. Anfragen sind zu richten machten Aufwendungen erhoben werden. Mündel 21. 1. und 2. Sa. schaften usw. Da die Tagesordnung des Kongresses aber noch nicht an: R. Danziger, Burgsdorfstr. 14. Sibung: Schwimmklub Vorwärts" Der Käufer haftet eventuell in aller Höhe für die Gerichtskosten. definitiv festgesetzt ist, so soll die endgültige Stellungnahme zu der Abteilung Norden) jeden ersten Sonntag im Monat bei Lücke in Reiniden- 5. M., Nixdorf. Soviel uns bekannt, hat der Küster in Preußen Alfordselben einer späteren Versammlung vorbehalten bleiben, der auch dorf, Residenzstr. 109. gebühren für Mitwirkung bei der Trauzeremonie nicht mehr zu verlangen. Eine bestimmt formulierte Anträge vorliegen werden. N. K. 200. Ein Antrag aus Gesellige zc. Vereine. Vergnügungsverein Helgoland", abends Beschwerde an den Kirchenvorstand würde Aufklärung bringen. der Versammlung, den streitenden Bergarbeitern sofort 3000. zu abends 6½, 1hr im Königstadt- Kasino, Gr. Frankfurterstr. 76. 6 Uhr bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. Rollers Humoristische Gesellschaft", Wenden Sie sich an die Charité oder an die Anstalt in der Artillerieſtraße. überweisen, wurde in Anbetracht der aus dem gegenwärtigen und Bitherverein Accordeon", 6 Uhr, im Klubhause, Ohmstr. 2. VerGürtler- und Drückerstreit resultierenden eigenen Geldbedürftigkeit gnügungsverein ,, Alemania", abends 6 Uhr, Alexandrinenstr. 37a. fast einstimmig durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Uhr: Fortsetzung Arbeiter Samariterkolonne. Montag abend des Kursus in der Zentrale, Dresdenerste. 45. Vortrag über Ertrinken, Ersticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Nachher praktische lebungen. Gäste willkommen. Neue Teilnehmer tönnen jederzeit eintreten Einschreibegeld sowie Monatsbeitrag je 25 Pf. Bibliothek steht den Teilnehmern unentgeltlich zur Verfügung. Deutscher Arbeiter- Abstinentenbund, Drtsgruppe Berlin. Sonntag, den 22. Januar, abends 6 Uhr, im„ Englischen Garten", Alexanderstr. 27e: Unterhaltungsabend. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über: Robert Seidel. Rezitationen. Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste willkommen. Deutscher Holzarbeiter- Verband.( Bahlstelle Berlin.) Achtung, Jalousie Arbeiter! Dienstag, den 24. Januar, pünktlich 8½½ Uhr, bei Ladewig, Alte Jakobstr. 83: Bersammlung. Allgemeine Familien Sterbefasse. Heute Zahltag: Aderstraße 123 bei Dicke und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel von 3-6 Uhr. 93 Vermischtes. dem Ersten. " Sihung haben Montag: GuitarrenLese- und Diskutierklub Leopold Jacoby", Sizung jeden Montag " Lesenach dem 1. und 15. des Monats bei Tabert, Marfusstr. 14. und Diskutierverein Charlottenburg", von 8 Uhr ab Volkshaus, Rosinenstraße. Lese- und Diskutierklub" Wilhelm Liebknecht", bei Horst, Lychener straße 18. zweiten Montag bei Karl Fischer, Waldstr. 8. Verein für Gesundheitspflege des Volfes, Berlin- Moabit. Jeden Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten an Albert Riebetrau, Berlin, Butbuferstr. 15, 4 Treppen. Abguß", Rohde, Höchſteſtr. 30. Blaue Schleife", Bannier, Faldensteinstr. 7. Merikaner", Müller, Landsberger Allee 144." Aroma", Reimann, Drontheimerstraße 5b.„ Lebensblüte", Nieft, Koppenstraße 17.„ Transvaal", Radjack, Ober- Schöneweide, Edisonstraße 5." Brasil", Krebs, Boeckhstr. 21. Lustige Rehberger", Sieg, Müllerstr. 25. Freiheit II", Giese, Zehlendorf, Teltowerstraße 23( jeden Dallesbrüder", Freund, Schulstr. 104. Henkel 2. Montag im Monat).töppfen", bei Zimmer, Lorgingstr. 32. ,, Bolle Pfeife", bei Schmidt, Wollinerstr. 7. Maiblume", bei Ladenthien, Potsdam, Kaiser Friedrichstraße 38. F. A. 100. Sind Marktpreise von Berlin am 20. Januar. Nach Ermittelungen des igl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54., geringe 17,52-17,50. Roggen), gute Sorte 13,90-00,00., mittel 00,00-00,00 m., geringe 00,00-00,00. Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,80 m., mittel 14,70 bis 13,60 m., geringe 13,50-12,40 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70., mittel 15,60-14,80 9., geringe 14,70-13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00 30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 m. Kartoffeln 10,00 7,00 m. Richtstroh 5,00-4,50 m. Hen 9,00-7,10 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 5,00-3,20 W. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Witterungsübersicht vom 21. Januar 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Better 1 heiter 773 DND 2 wolkig 3 heiter 2 bedeckt 770.SD Zemp. n. C. 5° E. 4° R. Barometer. stand mm Wind richtung Windstärke Better 2 bedeckt Temp. n. E. Go 2. Do 1 Schnee 6 bedeckt 3bedeckt 2wolfen!-1 5 -7 Haparanda 776 S Arbeiter- Radfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei Franz Liehr, Swinemde. 776 SD Weinstr. 3 I. Freiheit"( Weißensee) jeden Montag nach dem 1. und 15. Hamburg 772 OND -5 Betersburg 779 NW -5 Scilly 760 SD bei Peifert, Mirbach- Platz 8. Voran II." Auskunft erteilt A. Eigel, Berlin Frankf.a. M. 769 N -2 Aberdeen 770 SSD Der Felssturz von Näsdal. Wie der Zeitung„ Verdens Gang" Grenadierstr. 1a. Sibung unbestimmt. 4 Nebel -6 Paris 766 NO Arbeiter- Radfahrerbund" Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden- München aus Nordfjordeid berichtet wird, find, soweit zurzeit festgestellt 2 bedeckt 776 S0 werden konnte, 60 Personen bei dem Felssturz ums Leben gekommen, burg). Alle Zuschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu Wien Wetter- Prognose für Sonntag, den 22. Januar 1905. 34 von den Bauernhöfen Näsdal und 26 von Bödal. An Haus- richten an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. " Frisch auf" Trocken und ziemlich heiter bei gelindem Frost und mäßigen füld " Sette" in Tegel öftlichen Binden. und 9 Pferde. Der Wertverlust, den das Unglück verursacht hat, jeden ersten und dritten Montag bei P. Krause." Frisch auf" in Rottbus, Berliner Wetterbureau. wird auf 120 000 kronen geschäßt. Der See, in den die Felsblöcke nach dem 1. und 15. Rathausgäßchen 2. Vorwärts" in Drossen nach hineinstürzten, ist 130 Meter tief. Die Wassermassen wurden 40 bis dem 1. und 15. bei St. Leidide." Solidarität" Frankfurt a. D., jeden 50 Meter hoch und 300 bis 400 Meter weit aufs Land 1. und 15. im Vorwärts, Breitestraße. fieren sind umgekommen 193 Kühe, 145 Stück Kleinvieh, 16 Schweine in Spandau, jeden Montag nach dem 15. Frobenstr. 12. Arbeiter Radfahrer Verein Nirdorf", Bergstr. 151/152. T EIN T WAARENHAUS HERMANN TIETZ Leipzigerstrasse 46-50 Krausenstrasse 44-49. Montag, Dienstag, Mittwoch. Soweit der Vorrath reicht. Vorzugspreise für Lebensmittel Fisch- Conserven: Elbinger Neunaugen 6 Stück p. Dose 83 Pf. Prima Kronen- Hummer/, D. 95 Pf./, D. 175 Anchovis Dose 40 Pf. 2 Dose 60 Pf. Aal in Gelé stark Lachs- Picknik in Gelé stark Hering in Gelé Mayonaisen- Saucen Remouladen- Sauce per Dose 85 Pf. per Dose 70 Pf. grosse Dose 45 Pf. per Glas 55 85 Pf. per Glas 55 85 Pf. Gabelbissen feinste Delicatesse Dose 65 Pf. Delicatess- Rollmöpse per Dose 8 Stück 38 Pf. per Dose 32 50 Pf. per Dose 45 Pf. per Dose 45 Pf. Gemüse- Conserven Riesen- Stangen- Spargel 15/18 Stg. Apett Sild Pa Stang.- Spargel( extra) 20/ 24St. Bismarck- Heringe Pa.Stang.- Spargel( extra) 32/ 36St. Bratheringe Pa.Stang.- Spargel( extra) 36/ 40St. Lachs- Coteletts Pa. Stangen- Spargel 40/48 Stg. Delicatess- Heringe Saucen, Dose 50% D. 78 Pf. Prima Stangen- Spargel, mittel per Dose 85 150 in verschiedenen Sardinen in Oel( Diplomat, feinste franz. Marke) 1/, Dose 90 Pf., 1/, Dose 150 1, Dose 275 Marke„, Carnot" 1/, Dose 15 Marke ,, Deffes" Dose 65 Pf., Dose 110 Caviar: feinster Malossol( in%, 1/4, Pfd.- Dosen Netto- Gewicht) Pfd. 800 1000 1300 Prima Stangen- Spargel, Consum Riesen- Brech- Spargel mit Kopf Prima Brech- Spargel extra m. Kopf Prima Brech- Spargel ohne Kopf Prima junge Schoten I Prima junge Schoten II per Dose 195 Pf. 130 70 Pf. Früchte- Conserven 58 nation Dose Melange Früchte 1/1 1/2 Dose 95 53 Pf. Birnen weiss, Frucht 65 38 Pt. 175 93 Pf. Birnen Bergamot 75 43 Pf. 145 78 Pf. Pflaumen/ Frucht süss 55 33 Pt. 140 75 Pf. Pflaumen süss u. sauer 70 40 Pt. 125 68 Pt. Stache beeren 58 4 105 58 P. Heidelbeeren Aepfel Frucht 68 39 Pt. 85 48 Pf. Walderdbeeren 115 63 Pf. Ananas- Erdbeeren 100 55 Pt. 110 60 Pf. Aprikosen Frucht 115 63 Pf. 54 32 Pf. Pfirsiche, Frucht geschält 120 65 Pf. 80 Pf. 50 Pf. Kaiserkirschen rot ohne Stein Kaiserkirschen rot mit Stein 95 65 38 Pt. Schoten mit C.rotten 58 34 Pf. Kaiserkirschen schwarz mit Stein 65 38 Pf. Pfd. 100 115 Carotten, geschnitten 36 23 Pf. Preisselbearen 62 Pf. Wirsiagkohl, 5 Pfund- Dose 60 Pf. 33 33- Pf. ca 5 Pfd. 10 Pfd. Dose ca 25 Pfd. Eimer Pfd. 75 Pf. Suppenpulver Pfd. 50 Pf. Dessert- Chocolade Haushalt- Chocolade Pfd. 6 Tafeln Haus nacher- Eiernudeln Hausmacher- Eiernudeln extra Macaroni deutsch Macarone italienisch Pfd. 34 Pf. Harricots verts, extra 115 63 Pf. Pfd. 45 Pf. Tomaten- Puré 65- Pf. Preisselbeeren 290 150 Früchte Confitüren p. Glas 710 70 Pt. 1 1/2 Dose Pfd. 30 Pf. Tomaten, ganz Pfd. 38 Pf. Getrocknete Pflaumen Getrocknete Apricosen ca. 1 Pfd. 105 Colonialwaaren: 3 Spezial- Mischungen Kaffee Deutscher Cacao lose Pfd. 100 125 in Blechdosen 155 Chocoladenpulver extra Pfd.- Dose No. 3 No. 4 No. 5 135 100 Pfd. 80 Pf. Gemischtes Backobst Pid. 17 23 28 35 45 Pf. Pfd. 55 65 75 Pf. Pfd. 30 45 extra Pfd. 60 Pf. Fix u. 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Vrauereihilfsarb. 400,—. Max Zamboli 2,—. VcrcinügungS-Komitce d. Ben. Konsumvereins, Zlbt. I 30,—. Hochhäusler, Charlottenburg 3,—, 117, Pumpbrüder 9,40. Firma Schröder, Schlesischestr. 12, 1. R. 2,—. Versamml. der Portefeuiller b. Kraumann 12,55. Dislutierllub der Bäcker, 1. R. 23,50. G-scll.Ausschub d. Bäckerinnung.Germania" 5,—. P. B. 10,—. Arbeiter-Radsahrerklub Vorwärts Marie, idorf-Tempelhos 10,—. Weinberg. il. 2074 7,—. Angestellte der Orts-Kranken-Kasse der Kausleute 80,—. Verband deutscher Gastwirtsgeh., Hauptverw. 200,—. Tellersammlung der össentlichen Gastwirtsgeh.-Vers., 17. 1. 05., 17,—. L. 2381. Thorn, 4,45. Skatklub Revolution, Grünauerstr. 3, 10,—. Skatklub Glücksstern 3—. Verband d. Wäschearbeiter, 1. Rate, lOO,—. Wäsche-Berleihgesch. Solidarität, HartseU, 4,—. Polier F. W. 3,—. Mehrere Spandauer Arbeiter 27,25. Berlmer Zlrbeitcr.Radfabrverein, Abteilung III, 15,—. Hans Wols 3 70 4 Bild, und 2 Steinhauer, Buch. 10,50. Müller. Firnia Weber, Franksurterstraße 25,—. Goltz, Firma Weber, FranksurterfNage, 11,70. L. 2383, Etuifabrik Weber, 15,10. S. Cohn 20,05. 'Anton 10,—. P. R. 12 10#—. Ges. v. Art. Röhrich, HauSburgstraße 3,—. Die Menden Nr. 18 5.-. Dr.« R 10.-. Dr. st. R. 10,-. G. Hübner. Sellcrslr. 15» 3,05. AuS Charlottenburg 3,—. Glück auf, Arbciter.Zither- klub„Edelweiß", Zorndorserstraße 20,—. B. u. S. durch Hoppe 20,—. Handt.-Berl.-Jnst. Emensia. Stralauerstraße 5.—. Dachdeckerges. d. F. E. Förster außer einem 6,—..«lrb.-Pers. von Eugen Goldberg 30.10. Demokratischer Arbcitersreund 10,—. Schankwirt Meißner, Linienstraße 10.—. Lotterieveretn„Glückstrommel� 10,05. W. Kotz, AdlcrShos 15.-,. Meyerhos, Rostizstr. 29 3,-. F. Seisert. Jagowstr. 14 1.05. Rauchklub „Virginia"(M. d. A.-R.-B.) 10.—. Gesell, der Galvanoplastik 5,30. Text». arbeiter- Verband. Filiale I 100,—. �csgi. Filiale II 50,—. Deägl. Filiale III 50,—. Desgl. Filiale lV 100,-. Desgl. Filiale V 20,—. Vers. der Maler(Gehülsenaüsschuß> Wahl) 7,80. Dosner 6,—, Verband der Schneider, a Konto 145,—. Arbeiter b. ,v«. Schapiro 7,60, O. S.. 1. Rate 1000,-. Berliner Volkschor d. Winkler 50.—. Verein Berliner Buchdrucker und Schristgießer, a Konto 5000,—, Summa 7878,35 M. 10 000 M. wurden seitens des Ausschusses den Bergarbeitern sofort überwiesen. Weitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission Engel-Ufer 15, vorm. 9—1 und nachm. 4—8 Uhr. Bei größerem Andrang der Personen erfolgt die Abnahme der Gelder und Ausgabe der Listen im Saal 3 des Gewerkschaftshauses. Für Berlin sind die Gelder, welche mittels der Post eingehe», an A. Körsten, Engel-llfer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Russische Feldherrnschast. Von militärischer Seite schreibt man uns! Der große General Kuropatkin hat sein Versprechen, den Ja panern seinen Willen aufzuzwingen, immer noch nicht erfüllt, dafür aber hat er sich— um mit dem verstorbenen General v Blumenthal zu reden— ein Fähnrichsunternehmen erster Güte ge- leistet Er schickte öetanntlich 5000 Kosaken um die link« Flanke der Japaner herum, damit sie deren rückwärtige Verbindungen bedrohten. Dies« Albernheit genügt allein, um Kuropatkin als einen Dutzend- gcneral der gewöhnlichsten Sorte zu charakterisieren� Erwägen wir die famose Operation, Und ycmn wird sich zeigen, wie blödsinnig sie war. Daß die 500si Mann nennenswerte t a k- tische Erfolge über die Armee Ohamas, die mindestens 250 000 Mann stark sein dürfte, erringen konnten, war von vornherein au-geschlosien. Sie konnten sich nur auf das /erstören von Eisen- bahnbrücken, Bahnstrecken und Magazinen, sowie aus das Abfangen von Transporten verlegen. Die wichtigsten Objekte wären große Brücken gewesen; aber eS war bei der Geschicklichkeit, mit der die Japaner den Krieg führen, hockst unwahrscheinlich, daß den Russen die Sprengung einer solchen Brücke gelang. Und selbst weim sie es fertig gebracht hätten, so bietet die moderne Technik Mittel zur r a s ch e n Ausbesserung derartiger Schäden. Was die Zerstörung von Bahnstrecken auf freiem Felde anbelangt, so übt sie überhaupt leine nachhaltige Wirkung aus, weil die Beschädigungen in wenigen Tagen repariert werden könnenr Der Angriff auf Magazine war auch ein sehr zweifelhaftes Wagnis, denn größere Vorräte liegen meistens nur in Etappenorten, die über eine Besatzung verfügen. Und das Abfangen von ein oder zwei Transporten war ebenfalls nicht imstande, die Japaner in Verlegenheit zu bringen. Endlich lp-tben derartig« Husarenritte den Nachteil, daß der Gegner sie, so» bald sie ihre e r st e n Streiche verübt haben, entdeckt. Sind sie aber entdeckt, so müssen sie. weil einer kolossalen Uebermacht gegenüber- stehend, schleunigst Kehrt machen, soll nicht die ganze Gesellschaft ver- , lichtet oder gefangen werden. Für eine Operation mit so geringen Aussichten 5000 Reiter, also eine Kavalleriedivision, einzusetzen, ist einfach eine Tölpelei, die man allenfalls einem Fähnrich, aber nicht dem Höchslkvmmandierenden einer mobilen Armee verzeihen kann. Die Russen verloren denn auch 300 Mann und erreichten mit dem Verlust nichts als eine vorübergehende Belästigung der Japaner, die letztere nur zu noch größerer Wachsamkeit anspornen wird. Uebrigenz beweist auch die Große der vorgeschickten Abteilung eine bemerkenswerte taktisch« Unfähigkeit. Riskiert man wirklich solch« zweifelhafte Operationen, so soll die Abteilung möglichst klein sein, well kleine Truppenkörper leichter unbemerkt bleiben als große und ihr Verlust auch eher zu verschmerzen ist. Mt 5000 Pferden auf derartige Abenteuer auszureite», ist zwar kühn, aber auch herzlich dumm. Doch der Ritt Mischtschenkos war nicht einmal kühn, wenn es sich bewahrheitet, daß dabei chinesisches Gebiet betreten wurde, Ist dem so, so liegt hier sogar eine gehörige Portion Feigheit und Gemeinheit vor. Die Japaner dürfen auf chinesischem Gebier selbstverständlich keine Vorposten aufstellen, well China neutral ist. Dir Ausniitzung eines solchen für de» Gegner verschlossenen Landstriches zu einem Ueberfall ist ein hinterlistiger Banditen- streich, den der angegriffene Teil am besten damit beantworten würde. daß er die Teilnehmer an dem Buschklepperzug nicht als Truppen, sondern als marodierenide Banden behandeln ließe. In den Zeittingen wird jetzt über eine neue Oftensive Kuro- patkins gemunkelt, nachdem vor einiger Zeit die bei Mulden stehende russische Truppcnmacht von kosakensreundlichen Blättern auf«ine halbe Million angegeben worden tvar. Wir haben im„Vonoärts" schon einmal nachgewiesen, daß Ruhland auf der eingleisigen Bahn, die ihm nach dem Kriegsschauplatz zur Verfügung steht, mo» natlich im allergünstigsten Falle nur 35 000 Mann »ach Mükden schaffen kann. Seit der Schlacht am Schaho sind nun- mehr drei Monate verflossen, somit kann kuropatkin über höchstens 300 000 Mann verfügen. Rückt er wirklich bald vor. so treibt ihn wohl die Angst vor dem Abgesägtwerden, das ihm bedenklich nahe- zustehen scheint. ]Dtn anderen russischen Renommisten, derGeneralStössel benanüt ist. hat das Schicksal auch ereilt.„Port Arthur wird mein Grab sei»." schrieb er. und doch ist er wohlgenährt aus Port Arthur herausspaziert. Vorher beglückte er seinen„großen Kaiser" noch mit einer Depesche, die anscheinend ein herrliches Schwindelprodukt war. Sind die Angaben der Japaner richtig— und es ist nicht einzusehen, warum sie unrichtig sein sollen— so ist eine kriegsgerichtliche Untersuchung der Kapitulation dringend nötig. Eine schwere Verurteilung des Generals ist allerdings nicht mehr gut denkbar, denn er besitzt bereits für die Verteidigung Port Arthurs den preußischen Orden pour le merite. Damit sind dem russischen .Kriegsgericht die Hände gebunden, weil es un glich einen General, der vom deutschen Kaiser wegen seiner Tapferkeit und Aus-■ dauer mit einem hohen Orden dekoriert wurde, wegen Feigheit und Vernachlässigung seiner Pflichten degradieren und nach Sibirien schicken kann. Verdächtig ist auch der Umstand, daß die kosakenfromme Presse da und dort schon versucht, Stössel dmnit zu verteidigen, daß er die Festung nur deswegen übergeben habe, weil ein weiterer Widerstand nutzlos gewesen wäre. Das ist— mit gütiger Erlaubnis — Blech I Die Aufgabe Stössels bestand auch darin, die Armee Nogis vor Port Arthur festzuhalten, damit sie Ohamas Heer nicht verstärken konnte. Und darum hätte er die Festung bis zum äußersten halten sollen. Erst große Hungersnot oder ein un- mittelbar drohender, nicht mehr abwendbarer Sturm auf die Stadt Port Arthur selbst hätte ihm das Recht zur Kapitulatton gegeben. Die deutschen Kuutenverehrcr mögen sich endlich einmal in die bittere Wahrheit finden, daß die militärische Herrlichkeit Rußlands, die überhaupt nie besonders groß war, dahin ist. Auf dem jaulen Boden der russischen Korruption kann kein tüchtiges Offizierkorps wachsen. Und unter dem Sckneckensrcgiment des russischen Absolu- tismus kann kein vaterlandsliebendes Heer erstehen, sondern es ist höchstens ein großer Haufen stumpfsinniger uniformierter Bauern- knechte möglich, die dahin laufen, wohin sie gcttieben werden, und unter dem Einfluß der in ihnen erwachten, durch reichlichen Schnaps- gcnuß aufgestachelten Bestie die äußeren Merkmale der Tapferkeit zeigen. Das Rückgrat einer modernen Armee bildet der intelligente Soldat. Der russische intelligente Soldat aber kann nicht mit Begeisterung für eine Regierung fechten, die er. eben weil er ein denkendes Wesen ist, in Grund und Boden verfluchen muß. London, 20. Januar.„Dailh Telegraph" meldet aus Söul vom 13. d. M.: Tie Not im Distrikte Hamheung ist infolge der bc- ständigen Truppenbewegungen groß. Die Russen brannten viele Häuser nieder. Hamheung ist von den Koreanern vollständig ver- lassen und von den Japanern besetzt worden, die den Ort befestigt haben. Die Japaner und die Russen stehen sich sehr nahe gegenüber. lieber den Tumensluß haben die Russen eine Pontonbrücke geschlagen. Petersburg, 21. Januar.(Meldung der Petersburger T el e g r a p h e n- A g e n t u r.) Bei Huanshau fand heute ein Vorpostengefecht statt. Am 19. d. M. beschossen die Japaner den Nowgorod-Hügel. das Torf Jalungsan, den Pntilow-Hügel und die Dörfer Schahopaho und sidatong. Die russische Artillerie richtete ihr Feuer gegen die südlich von Nauganza stehenden japanischen Truppen. Die russischen Sol baten sind der Un- tätigkeit müde und wünschen den Kampf herbei. Warum läßt man sie beim nicht kämpfe»? Gelüstet es denn de» Bramarbas Kuropatkin nicht nach einer neuen Offensive? Saarabien vor dem Reichsgericht. Leipzig, 2t. Januar. Das Urteil, daß die Richter von Saarbrücken am 13. Juni v. I. über den Bergmann Krämer gefällt hotten, stand heute beim Reichsgericht zur Revision. Räch dem Urteil von Saarbrücken sollte Krämer durch Herausgabe zweier Flugblätter, in denen er die Arbeiter aufforderte. dem Bergarbeiterverband beizutreten, die fiskalische Bergverwaltung beleidigt habe». Insbesondere soll wisientlich falsche Behauptungen aufgestellt haben, indem er aus der amtlichen Lohnstattstik schloß, daß die Löhne der Arbeiter der Größe der Ueberschiisse nicht entsprächen. Außerdem hatte Krämer— gestützt aus die Ergebnisse des Lehnen- ProzesicS und die Be iundungen, die der Landgerichtsrat und Zentrumsabgeordnete Marx im preußischen Landtage ablegte— dem saarabi schen System Unterdrückung der Arbeiterfreiheit. Entrechtung und Vergewaltigung vorgeworfen- Dafür wurde Krämer in erster Instanz zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.*) Zur Begründung der Revision führte der Verteidiger Rechts anwalt Wolfgang Heine vor deni lV. Senat des Reichsgerichts auS Das Urteil der Borinftanz konnte nur durch arge Verletzungen des materiellen Rechts�sowle formeller Rechtsnonne» zu stände kommen. ES beruht zunächst schon deshalb auf einer Verletzung des Gesetzes, weil es die Verteidigung bet der Beweisaufnahme in unzulässiger Weise beschränkt hat. Meine Anträge, zahlreiche Zeugen, darunter den Bergmeister Adams zu laden. sind abgelehnt worden. Soweit ich die Zeugen noch direkt laden konnte, hat das Gericht deren Aussagen bei der Urteilsfindung einfach unter den Tisch fallen lassen. Nach der Anllage war der g e samt« Inhalt der Flugblätter für beleidigend erklärt worden. Trotzdem ist daS Recht des Wahrheitsbeweises nur für einen vom Gericht willkürlich festgesetzten Umkreis anerkannt worden. In der ersten Flugschrift heißt eS: Selbst in Kreisen der höheren Beamten ist man empört über das herrschende Bevormundungssystem. Der Prozeß H!lger«Lehnen hat das bewiesen. Der Beweis für die Wahrheit dieser Behauptung sollte durch den Zeugen Adams erbracht werden» aber das Gericht hat dessen Ladung abgelehnt. Aber noch mehr! Durch die Aussage des Berg- meisters Adams sollte bewiesen werden, daß Herr Hilger, als er noch nicht Direltor der ganzen Verwaltung, sondern nur eines einzelnen Werkes war. erklärt habe: Wer bei den Wahlen nicht(in nattonal liberalem Sinne) mittut, der fliege. Es würde sich also um eine tatsächliche Entrechtung handeln, die nicht bloß die Beamten, sondem auch noch viel schwerer die Arbeiter treffen müßte. Zum mindesten würde die Ausdehnung der Beweisaufnahme auf den Fall Adams für das Strafmaß erheblich gewesen sein. Willkürlich und unzulässig war es, daß das Gericht die Beweisaufnahme auf Fälle beschränkt hat, die nach dem 1. Januar 1900 liegen. Allerdings hat Hilger vor dem I.Januar 1900 nicht an der Spitze der Verwaltung gestanden, er ist aber seit 1893 als höherer Beamter im Saarrevier tätig gewesen. Durch die Aussagen der Zeugen Becker- Becher und Blum- Michali hat bewiesen werden sollen, daß sie von Hilger auf vier Monate abgelegt worden seien, weil sie in einer Gerichtsverhandlung gegen einen'nationalliberalen Vertrauensmann wahrheitsgemäß Zeugnis abgelegt haben. Auch dieser Beweisantrag ist rein will- kürlich abgelehnt worden. Das Urteil sucht solche Ablehnungen dadurch zu rechtfertigen, daß es behauptet, die unter Anklage gestellten Ausführungen be- zögen sich nur auf die Gegenwart. An einer anderen Stelle aber zittert daS Urteil einen PmsuS aus dem zweiten Flugblatt, wo eS heißt, dieses System bestehe seit Jahrzehnten. So widerlegt sich das Urteil selbst! Ueber meinen Anttag, die Zeugen Klein und Schürschel .u laden, ist überhaupt kein Beschluß gefaßt worden. Ich habe wohl >et Schluß der Verhandlung erklärt, daß ich keine weiteren Beweisanträae stelle, habe aber damit keineswegs darauf verzichtet, daß über meine früheren Beweisanträge Beschluß gefaßt wird. Die Vernehmung des Zeugen Busse ist gar nicht zu Ende geführt worden. Busse hatte eine bestimmte Antwort unter Berufung auf seine Dienstverschwiegenheit abgelehnt. DaS Gericht beschloß, telegraphisch die Genehmigung deS Ministers einzuholen. Busle ist aber dann gar nicht mehr vernommen worden. Auch die Anfrage beim Minister ist unterbliebe». Das Urteil bernfl sich auf angebliche Aeußeningen, die Krämer über Hilger getan haben soll: das Rad der Zeil werde ihn zer- malmen usw. Tatsächlich hat nur der Zeuge S t ö ck e r ausgesagt, er habe von einem Dritten gehört, daß Krämer solche Aeußeriuigen getan habe. Jener Dritte aber ist ungenannt ge- blieben und nicht vernommen. *) Eine ausführlicke protokollarische Darstellung des Krämer- Prozesses ist unter dem Titel„Saarabien vor Gericht" im Berlage des Vorwärts erschienen. DaS angefochtene Urteil ist nicht nur gefunden worden unter Verletzung der fornialen Rechtsnormen der Strafprozeß-Ordnung, sondern es verlegt auch materielles Recht. Nach§ 107 des Strafgesetzbuches wird mit Gefängnis besttaft, wer einen Deutschen durch Gelvalt oder durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung behindert, in Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte in bestimmter Richtung zu wählen oder zu stimmen. Ist die Verhinderung von einem Beamten versucht worden, so tritt die Strafe schon ein, wenn die Tat auch ohne Gewalt oder Drohung in einer strafbaten Handlung und unter Miß- brauch der Amtsgewalt oder Androhung eines bestimmten Mißbrauches erfolgt ist. Die Kündigung von Arbeitsverträgen ist nun in staatlichen Betrieben ein Teil der amtlichen Befugnisse, welche die Beamten besitzen. Es ist erwiesen, daß Arbeitern amtlich die Kündigung angedroht ivorden ist, wenn sie von ihren staatsbürgerlichen Rechten in einer der Verwaltung mißliebigen Weise Gebranch machten. Darin liegt ein Mißbrauch der Amtsgewalt. Indem das endrichterliche Urteil diese» Sachverhalt verkennt, verletzt es materiellrechtliche Vorschriften, eS verletzt das preußische Veretnsgcsetz und die preußische Ver- fassung. Die Auffassung der Saarbrückener Richter, man könne es der Verwaltung nicht zumuten, politische Gegner zu beschäftigen, ist wohl aus dem Geiste des im Saarrevier herrschenden Systems geschöpft, sie steht aber in schroffstem Widerspruch zu Gesetz und Sittlichkeit. Auch die Sozialdeinokraten stehen nicht mehr unter Ausnahmerecht, und überdies ist die Behauptung, der Bergarbeiter- verband sei sozialdemokratisch, völlig beweisloZ geblieben. Wenn man die Amtsgewalt dazu anwendet, eine Partei zu bekänipfen, so mißbraucht man sie, Die 88 186 und 187 St,-G. wendet das Urteil vollkommen falich an. Es gibt zu. daß die vom Angeklagten zitierte Lohnstattstik richttg ist. die daraus gezogenen Schlüsse aber wandelt es flugs in Behauptungen um, weil ja unter 8 167 niemals wissenschaftliche Folgerungen, sondern nur tatsächliche Behauptungen fallen können. So werden einfache Folgerungen zu verleumderischen Beleidigungen umgedeutet. Die Ausdrücke„.Huugerlöhne",„AnSbcutting" finden sich in den Flugblättern gar nicht; sie sind vom Gericht einfach suppcditiert. Ueberdies: wenn der Angeklagte behauptet, die Löhne seien unzulänglich, die Zahlen der Unfälle und Erkrankungen groß, so kann eine Beleidigung der Beamten darin unmöglich gefunden werden. DaS Urteil aber nimmt eine solche Beleidigung ohne weitere Begründung als gegeben an. Schließlich ist durch das Urteil der 8 123 des Strafgesetzes verletzt worden. Da? Gericht hat dem Angeklagten Wahrung berechtigter Interessen nicht zuerkannt, weil die Herausgabc der Flugschristen nicht dazu dienen konnte, die erfolgte Maßregelung des Krämer rückgängig zu machen. Aber ist der Wunsch, wieder eingestellt zu werden, das einzige„berechtigte Interesse"? Oder war eS nicht auch ein berechttgtes Interesse des Angeklagten, sein Recht zu verfechten? Es ist ganz unverständlich, wie das endrichterliche Urteil die Interessen des Bergarbeiter-VerbandeS nicht für„berechtigt" erklären will, weil der Verband zu groß sei, Haben denn der Staat und die Gemeinde, die noch größer sind, auch keine„berechtigten Inte» essen mehr? Der Angeklagte hatte besonderen Auftrag vom Berg- arbciter-Verband, ihm ist also der Schutz des 8 193 zuzubilligen, wenn er die Grenzen berechttgter Kritik nicht überschritten hat. Das aber hat er nicht getan. Schließlich stelle ich den Anttag, die Sache im Falle der Zurück« Verweisung an ein anderes Gericht zu überweisen. ES ist zu be- fürchten, daß der Einfluß des Systems auch bei Gericht fühlbar wird, und die Haltung des Saarbrückener Gerichts hat diese Befürchtung keineswegs als grundlos erscheinen lassen. Das Saar« brückener Gericht unterliegt vielmehr in starkem Maße jener geistigen Strömung, die zu kritisieren die Aufgabe der Flugblätter war, Es ist darum in hohem Grade wünschenswert, die erneute Verhandlung einein Gerichtshofe zu übertragen, der außerhalb dieses Gedanken- kreises steht. Zur Entgegnung führt hierauf der ReichSanwalt ans: Der Vorderrichter hat die Beleidigung darin gefunden, daß das System angegriffen wird, und als T r ä g e r des Systems die Beamten der staatlichen Bergverwaltung. Die Ablehnung der Beweisanträge ist mcht zu beanstanden, denn diese Beweisanträge der Verteidigung stehen außerhalb des vom Bordcrrichter umgrenzten konkreten Sach- Verhalts, der sich nur auf die Arbeiter und die Gegenwart bezieht. Im übrigen führen die diesbezüglichen Ausführungen der Verteidigung auf tatsächliches Gebiet, das nicht der Nachprüfung durch die RevisionS- instanz unterliegt. Die Beschwerde deS Verteidigers, der Gerichtshof habe die AuS- sagen der von ihm geladenen Zeugen nicht berücksichtigt, ist un- begründet. Denn es ist durchaus nicht notwendig, daß das Urteil alle Zeugenaussagen wiedergibt. Uebrigens hat der Vorderrichter in seinem Urteil auf jene Aussagen ausdrücklich Bezug genommen, indem er erklärte, sie seien für ihn unerheblich und es eriibrige sich, auf sie einzugehen. WaS den Borfall mit den Zeugen Klein und Schürschel bettifft, so hat der Vorsitzende ausdrücklich gefragt, ob auf weitere Beweis- aufiiahme verzichtet wird, und der Verteidiger habe dnS bejaht. Daher kann es aus der NichtVernehmung der beiden Zeugen keinen Revisionsgrund ableiten. Auch Busse und die übrigen Zeugen, deren vorzeitige Entlassung der Verteidiger monierte, sind im allgemeinen Einverständnis entlassen worden. Ferner ist es durchaus nicht unzulässig, eine Vernehmung über das Hörensagen vorzunehmen. Was das Gericht von der Aussage StöckerS für wahr halten will, ist seine Sache und nicht die des Reichsgerichts. Was nun den Tatbestand de? Urteils angeht, so kann ich nicht aus ihm herauslesen, daß ein Mißbrauch der Amtsgewalt vorliegt. Vielmehr hat der Vorderrichter die Natur deS Arbeitsvertrages ganz richtig erfaßt. Das Recht der Kündigung wird durch Forderungen des positiven Rechts nicht beschränkt. Wenn ein Arbeitgeber er- klärt, Leute nicht dulden zu wolle», die sozialdemokratische Agitation treiben, so ist' er dazu ohne weiteres berechtigt. Wenn nun der Staat als Arbeitgeber auftritt, so kommt ihm auch keine andere Nolle zu. Nicht Mißbrauch, sondern vielmehr richtiger Gebrauch der Staatsgewalt ist es, und es entspricht den allgemeinen Teildenzen des Staates, nieim er sich keine Umtriebe gefallen läßt, die auf seinen Umsturz abzielen. Die Arbeiter haben das Recht, zu wählen, Vereine zu bilden und Versammlungen zu besuchen, wie sie wollen; auf der anderen Seite aber steht das private Kündigungsrecht des Arbeit- gebers. Das Urteil sagt auch nicht, daß die Worte„Ausbeutung" und „Hungerlöhne" in den Flugschristen vorkämen, sondern nur, daß ihre Bebauptunaen auf eine solche Kennzeichnung hinausliefen. Der Unterschied zwischen Folgerung und Behauptung ist dem Vorder- richter nicht entgangen. Man kann aber auch selbständige Behauptungen in die Form von Schlußfolgerungen kleiden. Wenn z. B, der An- geklagte sagt, daß Tausende von Arbeitern von Brot und Kartoffeln ebten, so ist das keine Schlußfolgerung aus der Statistik mehr, andern eine Behauptung. Bedenken gegen das erstrichterliche Urteil wären vielleicht noch am ehesten beim letzten Punkte möglich, der die Auslegung des§ 193 Wahrung berechtigter Interessen) bettifft. Es ist zuzugeben, daß ein Auftrag dazu ausreicht, um die Vertretung berechtigter Interessen zu begründen. Auf der anderen Seite aber ist zu erwägen, daß die Absicht des Angellagten in erster Linie nicht dahin ging, die Interessen des Bergarbeiter-VerbandeS zu vertreten, sondern viel« mehr dahin, die Bergverwaltung in gröblichster Weise herabzusetzen. Wo der 8 137(verleumderische Beleidigung) in Frage steht, kann Wahrung berechtigter Interessen nur unter ganz besonderen Um» ständen zuerkannt werden. Davon kann aber hier nicht die Rede sein. Denn der angestrebte Erfolg, Verstärkung des Bergarbeiter- Verbandes, sollte hier erreicht werden durch das Mittel der Be-- leumdun�. Rechtsanwalt Wolfgang Heine: Die Taten, die dem Angeklagten sonstige Konsumenten in dem westlich vom Mississippi gelegenen Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag Fuhrmann Henschel. zur Last gelegt worden sind, fallen nicht alle unter den§ 187. Für Territorium fönnten mit Ausnahme einiger Zeitungsverleger in nachmittag 3 Uhr: Die Haubenlerche. Abends: einen Teil seiner Ausführungen ist er nach§ 186 verurteilt worden. St. Louis und Chicago, seitdem Papier nicht mehr direkt vom Fabri- Montag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Dienstag: Wallensteins Donnerstag: Wallensteins Lager. Also selbst wenn der Tatbestand des§ 187 vorläge, so hätte unter- fanten kaufen, sondern sie müßten sich an die General Paper Co. Tod. Mittwoch: Die Haubenlerche. Die Piccolomini. Freitag: Wallensteins Tod. Sonnabend: Fuhrmann sucht werden müssen, ob nicht für jene Fälle, die nicht als ver- wenden und, um Papier geliefert zu erhalten, deren Preisforde- Henschel. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Geizige. Herenfang. Abends: Teumderische Beleidigung aufgefaßt worden sind, Wahrung rungen und sonstigen Bedingungen unterwerfen. berechtigter Jnteressen anzuerkennen sei. Eine solche Erwägung ist unterblieben. Da nun eine Teilung zwischen beiden Gruppen uns gemeinschaft der westlichen Großschlächter, schwebt seit einiger Zeit Herkulespillen. Von Montag bis Sonnabend: Herkulespillen. Sonntag möglich ist, muß das ganze Urteil fallen. Ob gestellte Beweisanträge eine auf Anordnung des Präsidenten vom Bundes- Justizdepartement nachmittag 3 Uhr: Der Hüftenbefizer. Abends und Montag: Herkuleserheblich sind oder nicht, darüber hat das Reichsgericht zu entscheiden. eingeleitete Untersuchung. Wie es heißt, will sich nun auch das pillen. Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familienidyll. Liebes Die Vernehmung vom Hörensagen ist natürlich zulässig, dann aber muß Handelsdepartement mit einer gleichen Untersuchung befassen, welche träume. Gereniffimus- Zwischenspiele. Abends und Montag: Die Neuauch jene dritte Person vernommen werden, von der jene Bemerkungen der Vorsteher des Korporationsbureaus, Garfield, führen soll, und vermählten. Abschieds: Souper. Dienstag: Elektra. Mittwoch: Die Neustammen. Wenn schließlich gesagt wird, daß viele Arbeiter von Brot und zwar auf Grund eines Gesetzes, welches das Korporationsbureau vermählten. Abschieds- Souper. Donnerstag: Salome. Freitag und Sonn Kartoffeln leben, so ist das wohl eine Behauptung. Daneben aber ermächtigt, von allen zwischenstaatliches Geschäft betreibenden Kor- abend: Die Neuvermählten. Abschieds Souper. Sonntag nachmittag steht, daß die Höhe der Löhne nicht der Größe der Ueberschüsse ent- porationen ausführliche Auskunft über ihre Geschäftsmethoden usw. 3 Uhr: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus- 8wischenspiele. Abends: spricht. Und das ist keine Behauptung, sondern ein Urteil, das un- einzufordern. Die Neuvermählten. Abschieds- Souper. Montag: Unbestimmt. möglich unter den§ 187 fallen kann. Auch gegen den sogenannten Beef- Trust, d. h. die Interesser Fuhrmann Henschel. Montag: Wallensteins Tod. Residenz Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Abends: Nach einer kurzen Replik des Reichsanwalts wurde die Urteilsverkündigung vertagt. Sie erfolgt ani 2. Februar mittags 12 Uhr. Aus Induftrie und Dandel. Die Kohlenversorgung Berlins. Der Ansstand im Ruhrrevier hat bereits in einzelnen Gegenden zu einer Steigerung der Steinfohlen- und Brifettpreise geführt. Wie wir schon vor einigen Tagen meldeten, haben die Hamburger Kohlenhändler mit der Begründung, daß das Stilliegen der schottischen und englischen Kohlengruben sowie das Andauern der Seestürme die Zufuhr erschwere, den Kohlenpreis um 4-6 M. pro Tonne erhöht. Jezt wird auch aus Frankfurt am Main eine Preissteigerung gemeldet. Bisher waren die Frankfurter Kohlenpreise nicht erhöht worden, da die Bestände immer noch ausreichten. Nachdem aber einerseits durch den anhaltenden scharfen Frost, andererseits durch die großen Bestellungen seitens des Publikums und der Kleinhändler die dort lagernden Mengen rasch vergriffen sind, und die Lieferung für den Privatkonsum nur noch unter Zuhülfenahme der oberrheischen Lager des Kohlenfontors in Rheinau und Mannheim aufrecht erhalten werden fann, haben jetzt auch die Frankfurter Kohlen- Großhändler zu einer Preiserhöhung gegriffen. Die Preise sind für Koks- und Hausbrandtohlen um 2, für Nußkohlen um 3 M. pro Tonne erhöht worden. Ferner meldet die„ Kölnische Zeitung", daß der rheinische Braunkohlenbrikett- Verkaufsverein die Preise für Industriebriketts auf die Höhe jener für Hausbrandbriketts heraufgesetzt hat. In den meisten Gegenden des Reichs, besonders östlich der Elbe, scheinen dagegen bisher Preiserhöhungen nicht erfolgt zu sein, und sind solche vorerst auch fanm zu befürchten, da meist noch bedeutende Vorräte vorhanden sind und zudem jene Landesteile in der Hauptsache von Oberschlesien mit Kohlen versorgt werden. Was speziell Berlin anbetrifft, so brennt es zu drei Vierteln schlesische Kohlen. Es wurden z. B. im Jahre 1903( für das letzte Jahr liegen noch teine statistischen Zahlen vor) in Berlin an Steinkohlen, Koks und Briketts eingeführt nach Abzug der Wiederausfuhr: Englische 342 601 Tonnen Westfälische 179 279 Sächsische. Oberschlesische Niederschlesische. Ferner betrug die Zufuhr en den Bahnhöfen und Häfen Englische Westfälische Sächsische Oberschlesische Niederschlesische " 8 981 " 1 076 137 " 1 267 541 " ( abzüglich des Versand e 3) außerhalb des Berliner Weichbildes: 88 489 Tonnen 106 241 790 638 326 105 650 " " 1 " Es ist also der Verbrauch Berlins an westfälischen Steinkohlen, Kots und Briketts im Vergleich zu seinen Bezügen aus Schlesien ziemlich unbedeutend, Selbst englische Kohlen werden vielmehr gebraucht als westfälische. Rechnet man zu Berlin seine näheren und weiteren Vororte hinzu, dann hat es im Jahre 1903 aus RheinlandWestfalen nur 285 520 Tonnen erhalten, aus Schlesien hingegen 2 087 654 Tonnen. Der österreichische Bergarbeiterstreit im Jahre 1900. Der Wiener Korrespondent des„ Berliner Börsen- Couriers" tommt in einem Situationsbericht über den österreichischen Kohlen- und Eisenmarkt auch auf die große Ausstandsbewegung in den nördlichen Kohlenrevieren Desterreichs während des Jahres 1900 zu sprechen und erwähnt die bemerkenswerte Tatsache, daß bald nach dem Ende des Streits die Kohlenpreise trotz der Erhöhung der Arbeitslöhne zu finlen begannen. Mit Interesse", schreibt er, verfolgt man auch in Desterreich die Entfaltung des Streits der Kohlenarbeiter im Ruhrgebiete, der mit der großen Ausstandsbewegung, welche im Jahre 1900 in den nördlichen Kohlenrevieren Desterreichs herrschte, große Aehnlichkeit hat. Die große Stalamität, welche damals für die österreichische Industrie entstand, die Notwendigkeit einer namhaften Einfuhr, namentlich von Kohle zur Feuerung, die empfindliche Teuerung des Brennmaterials, ist noch unverwischt in der Erinnerung ge blieben, obwohl der Ausstand im Dstrauer Revier lange nicht den Umfang erreicht hatte als die gegenwärtige Streitbewegung im Deutschen Reiche. Es ist bemerkenswert, daß bald nach der Verteuerung der Produktionskosten durch die Erhöhung der Arbeitslöhne und durch die Einlegung von Feierschichten die Kohlenpreise tontinuierlich zurückgingen, so daß sich der Preis der Steinkohle von mehr als 1 Krone pro Doppelzentner im Jahre 1901 bis auf 84,73 eller im Jahre 1903 und derjenige der Braunkohle im gleichen Zeitraum von rund 72,21 Heller auf 45,30 Heller im Durchschnitt er mäßigte." In Deutschland war es bekanntlich nach dem Streit, der im Jahre 1889 im Ruhrrevier ausbrach, wesentlich ander.s Dort stiegen zunächst nach der Beendigung des Streits die Kohlenpreise ganz bedeutend. Was bei diesen Untersuchungen herausspringen wird, muß abgewartet werden. Viel wird nicht danach kommen. Die republikanische Partei kann die Wahlgelder der Trusts nicht entbehren, und die an der Untersuchung beteiligten Richter und Justizbeamten sind meist gute Republikaner, die der Macht dieser Partei ihre Stellung verdanken. Soziales. Die Ursachen der Unfallzunahme bei der TiefbauBerufsgenossenschaft. Die Tiefbau- Berufsgenossenschaft veröffentlicht eine Uebersicht über die bis Ende Oktober 1904 bei der Genossenschaft und deren Versicherungsanstalt zur Anmeldung gekommenen Unfälle. Die Anmeldungen lassen bereits erkennen, daß die Zahl der Unfälle des Jahres 1904 die des Vorjahres ganz bedeutend übersteigt. Bis Ende Oktober 1904 wurden 9039 Unfälle gegen 7945 für dieselbe eit des vergangenen Jahres gemeldet; das ist eine Zunahme von 1094 Unfälle gegen das Vorjahr. Als Erklärung für diese auffallende Steigerung der Unfälle wird in dem Bericht zunächst die erhöhte Betriebstätigkeit angegeben, dann aber behauptet der Berichterstatter, daß die in den Unfallanzeigen enthaltenen Angaben über den Unfallhergang und namentlich die polizeilichen Unfalluntersuchungen erkennen laffen, daß die Zunahme der Unfälle nicht unerheblich auf sorgloses, leichtsinniges und fahrlässiges Verhalten der Arbeiter" zurückgeführt werden muß. arbeiten nur 1674 revidierten. Von den revidierten Bau= Trianon Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das elfte Gebot. Abends: Die glückliche Gilberte. Von Montag bis Sonnabend: Die glückliche Gilberte. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das elfte Gebot. Abends und Montag: Die glüdliche Gilberte. Belle- Alliance- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fauft. Abends: Rumpacivagabundus. Von Montag bis Sonnabend: Zumpacivagabundus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends und Montag: Lumbacivagabundus. Luisen Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Stiftungsfest. Abends: Hopfenraths Erben. Montag: Der Prinz von Homburg. Dienstag: Die Stüßen der Gesellschaft. Mittwoch: Die, wilde Kaze. Donnerstag: Mutter Thiele. Freitag: Die wilde Stage. Sonnabend: Hasemanns Töchter. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hopfenraths Erben. Abends: Die wilde Kaze. Montag: Doktor Fausts Zauberkäppchen. Lustspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr, abends und Montag bis Sonnabend: Der Familientag. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das böse Brinzeßchen. Abends und Montag: Der Familientag. Carl Weiß- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Abends und Montag bis Freitag: Geld und Name. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Dornröschen. Abends: Geld und name. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends und Montag: Geld und Name. Zentral- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Abends: Sonnabend: Der Zigeunerbaron. Montag bis Freitag: Die Geisha. Die Jurheirat. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Abends und Montag: Die Zurheirat. Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Abends: Der große Stern. Montag bis Sonnabend: Der große Stern. Sonntag nachmittag 3, Uhr: Charleys Tante. Abends: Der große Stern. Montag: Der große Stern. Kajino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Der Blumenstrauß. Graphologie. Abends: In Vertretung. Bon Montag bis Sonnabend: In Bertretung. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Abends: in Vertretung. Apollo Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Venus auf Erden. Spezialitäten. Allabendlich: Berliner Luft. Wundersterne. Elektrische Tanzbilder. Spezialitäten. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Venus auf Erden. Spezialitäten. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: New York. Sonntag nachmittag Ueber'n großen Teich. Allabendlich: 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Das Bewußtsein der Haltlosigkeit dieser Vorwürfe gegen die Arbeiter läßt den Berichterstatter wohl erklären, daß diese drei Uebel Sorglosigkeit, Leichtsinn und Fahrlässigkeit der Arbeiter auch durch eine ausgedehnte Aufsicht nicht zu verhüten sind. es bedarf nur einer Prüfung der von der Tiefbau- Berufsgenossenschaft beliebten ausgedehnten Aufsicht", um den Wert der berufsgenossenschaftlichen Behauptungen zu erkennen. Es waren 6 technische Beamte angestellt, die im Jahre 1902 von 12 323 vorhandenen Baubetrieben wurden nur 883, also kaum mehr als die Hälfte, in einem ordnungsmäßigen Zustande befunden; außerdem wurden 10 649 Bauarbeiten überhaupt keiner Revision unterworfen. Diese Ziffern enthüllen die Ursachen der gewaltigen Zunahme der Unfälle. Zieht man ferner in Betracht, daß in den Tiefbau- Betrieben Massen von Kroaten, Slovaken und andere Ausländer beschäftigt werden, die 8 auf niedrigster Bildungsstufe stehen und als„ fügsame" Arbeiter zur Sicherung ihres Lebens und ihrer Gesundheit keine Anforderung zu stellen wagen, so kommt man zu der durch nichts zu verdunkelnden Tatsache, daß mangelnde Aufsicht, sowie Fahrlässigkeit und übertriebene Profi.sucht der Unternehmer die Schuld tragen an der erschreckenden Unfallhäufigkeit in den Betrieben der Tiefbau- Berufsgenossenschaft. Trunkenheit als Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit im Sinne des§ 123 der Gewerbe- Ordnung. Der Arbeiter S. verlangte durch Klage beim Berliner Gewerbegericht von dem Fabrifanten Fabian eine Lohnentschädigung wegen unberechtigter plößlicher Entlassung. Der Gerichtshof hielt nach einer Beweiserhebung für festgestellt, daß S. sich angetrunken und in der Trunkenheit Arbeit verpfuscht habe. Er wurde daraufhin mit seiner Klage abgewiesen. Das Gewerbegericht ging von folgenden Erwägungen aus: Nach§ 123 der Gewerbe- Ordnung sei Unfähigkeit zur Fortsehung der Arbeit ein Entlassungsgrund. Natürlich sei gemeint die ordnungsmäßige Fortseßung zur Arbeit beziehungsweise die Fortsetzung der ordnungsmäßigen Arbeit. Da nun Kläger in seiner Trunkenheit Arbeit verpfuscht habe, so sei er zur Fortsetzung der Arbeit im Sinne des§ 123 unfähig gewesen und der Entlassungsgrund sei gegeben. Trunkenheit an und für sich gehört nicht zu den im§ 123 genannten Gründen plötzlicher Entlassung. Sie berechtigt, wie das obige Urteil ergibt, erst dann zur Entlassung ohne Innehaltung der gefeßlichen Kündigungsfrist, wenn sie in Unfähigkeit zur Fortsetzung der Arbeit ausartet. Hausagrarische Anmaßung. Der Verein der Hausagrarier in Augsburg stellte bei dem Magistrat den Antrag, es möge angeordnet werden, daß sich der neu angestellte städtische Wohnungsinspektor bei seinen jeweiligen Visitationen vorher beim Hausbesizer anmelde oder vorstelle. Diesem naiven Verlangen wurde vernünftigerweise nicht stattgegeben. Der für die Hausbesitzer scheinbar sehr unangenehme Gast wird alse seine Besuche unangemeldet abstatten können. Montag: Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Der Freischüß. Der fliegende Holländer. Dienstag: Die weiße Dame. Mittwoch: Der Roland von Berlin. Donnerstag: Rienzi.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Der Barbier von Sevilla.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Mignon. Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Neues Königl. Opern Theater. Sonntag: Nathan der Weise. Montag: Der eingebildete Stranke. Die Komödie der Irrungen. Dienstag: Die Journalisten. Mittwoch, Donnerstag: Geschlossen. Freitag: 1812. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Fauft.( Anfang 7 Uhr.) Montag: König Ottokars Glud und Ende. Deutsches Theater. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Maskerade. abends und Montag: Das Nachtmahl der Kardinale. Die große Leidenschaft. Dienstag: Helden. Mittwoch: Faust I. Teil. Donnerstag: Das Nachtmahl der Skardinäle. Die große Leidenschaft Freitag: Maskerade. Sonnabend: Faust. I. Teil. Sonntag nachmittag 12 Uhr: Don Carlos. Abends: Helden. Montag: Unbestimmt. Berliner Theater. Sonntag: Modell. Montag: Im bunten Rod. Dienstag: so ich Dir. Mittwoch: Göz von Berlichingen. Donnerstag: so ich Dir. Freitag: Jm bunten Rod. Sonnabend und Sonntag: so ich Dir. Montag: Bapfenstreich. = Gegen die Trufts werden jetzt in den Vereinigten Staaten von Amerika mit großem Hallo von der Bundesverwaltung gerichtliche Untersuchungen eingeleitet. Bekanntlich hat das Bundes- Justizdepartement gegen die„ American Tabacco- Company", den TabatLeffing Theater. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Monna Vanna. trust, ein Verfahren eingeleitet, zu welchem die Klagen der Tabatpflanzer von Tennessee und Kentucky über die völlige Beseitigung Abends: Das gerettete Benedig. Montag: Traumulus. Dienstag: Das des früheren Wettbewerbes um ihr Ernteprodukt Anlaß gegeben gerettete Venedig. Mittwoch: Die Frau vom Meere. Donnerstag: Das Freitag: Florian Geher. Sonnabend: Traumulus. haben. Außerdem schwebt auf Grund des sogenannten Antitrust- gerettete Benedig. Gesezes eine Untersuchung gegen den westlichen Papiertrust. Das Sonntag nachmittag 2, Uhr: Rosenmontag. Abends: Das gerettete Justisdepartement hat nämlich beim Bundeskreisgericht von St. Paul Benedig. Montag: Der Biberpelz. Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Freischütz. den Antrag gestellt: das Gericht solle dem aus 24, in den Staaten Abends: Die neugierigen Frauen. Montag: Undine. Dienstag: Die neuMinnesota, Wisconsin und Michigan gelegenen, Papierfabriken be- gierigen Frauen. Mittwoch: Der Prophet. Donnerstag: Don Juan. stehenden Trust untersagen, weiterhin durch Vermittelung der Freitag: Die neugierigen Frauen. Sonnabend nachmittag 2, Uhr: General Paper Co. Geschäfte zu betreiben. In der Begründung Bilhelm Tell. Abends: Die neugierigen Frauen. Sonntag namita heißt es, daß die betreffenden Papierfabrikanten eine Vereinbarung 3 Uhr: Die Hugenotten. Abends und Montag: Die neugierigen Frauen. National Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Figaros Hochzeit. bahin getroffen hätten, ihre Interessen insoweit zu verschmelzen, daß sie sich verpflichteten, ihr Produkt ausschließlich durch die General Abends: Die Bauberglode. Montag: Troubadour. Dienstag: Rigoletto. Mittwoch: Donna Juanita. Donnerstag: Die Jüdin. Freitag: Gute Baper Co. in Chicago zu vertreiben. Die Aufgabe dieser Verkaufs- Nacht, Herr Pantalon. Die Hand. Galathee. Sonnabend: La Traviata. agentur sei es, die Preise zu regulieren, Verkaufs- und Versandt- Sonntag nachmittag 3 Uhr: Har und Zimmermann. Abends: Die Jüdin. bedingungen festzusehen, den Mitgliedern der Vereinigung ihr Absatz- Montag: Gute Nacht, Herr Pantalon. Die Hand. Galathee. Neues Theater. Sonntag und Montag: Der Graf von Charolais. gebiet zuzuweisen, sowie nach Abzug der Vertriebskosten den Einnahmeüberschuß zu überweisen. Zu solchem Zwecke sei die General Dienstag: Die lustigen Beiber von Windsor. Mittwoch: Der Graf von Freitag, Donnerstag: Die luftigen Weiber von Windsor. Paper Co. unter den Gesezen von Wisconsin am 26. Mai 1901 mit Cyarolais. einem Attienkapital von 100 000 Dollar gegründet worden. Das- Sonnabend und Sonntag: Der Graf von Charolais. Montag: Unbestimmt. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: felbe zerfalle in 1000 Attien, welche sich in Händen der zu der Ver- Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Abends: Das grobe Hemd. Montag einigung gehörigen Fabrikanten befinden. Infolge der Organisation und Dienstag: Fuhrmann Henschel. Mittwoch: Die Großstadtluft. Donners dieser Verkaufsagentur sei der Vertrieb des hauptsächlich aus tag: Familie Schierte. Freitag: Fuhrmann Henschel. Sonnabend: Die Beitungspapier bestehenden Produktes jener Fabriken bestimmten Streuzelschreiber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wallensteins Tod. Abends: Restriktionen unterworfen. Die Händler, Zeitungsherausgeber oder Jugend. Montag: In Behandlung. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Prinz Levy in Ahlbeck. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Bassage- Theater. Allabendlich: Bernardi. Billi Prager. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Palast Theater. Eingeschneit. Spezialitäten. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Jm Theater: Allabendlich der Jangfrau. Invalidenstraße 57-62: Uhr: Im Bannkreis Täglich( außer Dienstag), abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Allen Mitgliedern hierdurch zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Buchbinder Julius Schlüter am 18. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags um 3/ 2Uhr, von der Leichenhalle des ThomasKirchhofes, Hermannstraße, aus ſtatt. 23/5 Um recht rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Buchbinders Paul Genseke sage ich hiermit Freunden und Bekannten, dem Personal der Firma Jean Fässig, dem Personal der Firma Kirchner& Schwedthelm und dem Deutschen Buchbinder: Verband, Zahlstelle Berlin, meinen tiefftgefühlten Dant. Emma Genseke. Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger, treuer Kollege 67/3 Gustav Müller, Rigdorf, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Ge meinde Friedhofes zu Rirdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Verband der Lithographen u. Steindrucker. Filiale Berlin I. Am Sonnabend, den 14. d. M., verschied plötzlich durch tödlichen Unglücksfall an der Straßenbahn unser Kollege, der Steindruder Karl Fenselau. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 285/17 Die Beerdigung findet Sonn tag, den 22. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Beerdigungshalle des Dankes Friedhofs, Blankestraße, aus statt. Die Filialverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Nachruf! Durch einen schredlichen Unglücksfall in seinem Beruf starb am Dienstag, den 10. Januar, unser Kollege Friedrich Held Ehre seinem Andenken! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben unvergeßlichen Gattin Agnes Sommer geb. Zerbel sage ich allen Verwandten, Freunden, Gästen und Bekannten meinen herzlichsten Dank. 15286 Hermann Sommer Restaurateur. Rixdorf. Die Stelle eines zweiten Partei: spediteurs ist zum 1. März. cr. zu bejezzen. Bewerber müssen in der politischen und gewerkschaftlichen Be wegung erfahren sein sowie auch Kenntnis der Buchführung haben. Bewerber wollen selbstgeschriebene Offerten mit der Aufschrift„ Parteispediteur" bis zum 31. Januar cr. an Genossen Heinrichs, Nixdorf, Erfstraße 7 III, einsenden. Berücksichtigung können nur Rig dorfer Parteigenossen finden, welche mit den örtlichen Verhältnisseu vertraut find. Auf Teilzahlung!!! taufen Sie am besten!! Wöchentlich nur 1 Mark Herren- und Damenuhren, Standuhren, Regulateure, Freischwinger, Brochen, Ohrringe, Ringe, Ketten, echte Menzenhauer Zithern, Phonographen und Plattensprechmaschinen. Juhre& König, Warschauerstraße 72, 1. Etage. K redit. Monatlich 10 Mark liefere Anzüge Paletots nach Maß. Schneidermeister, Per Kaffe auch billigste Preise. J. Tomporowski, Brinzenstr. 55. Fritz Fröhlich Muskauerstr. 1, Ecke Zeughofstrasse. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich Muskauerstr. 1, Ecke Zenghofstraße, ein Weissund Bairisch- Bier- Lokal eröffnet habe. Zwei Vereinszimmer, 20 und 50 Personen. Speisen und Getränke in bekannter Güte. 19002* Billige Landparzellen am Bahnhof Biesdorf, günstigste Geld anlage für jedermann, Stadtbahnberkehr, Gas, Wasserleitung, erst flassiger Boden, R. 15 M. an. Auskunft vom Sonntag ab wiede im Restaurant am Bahnhof Biesdor Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879. Chormeister: Alexander Weinbaum. M. d. A.-S.-B. Sonntag, 29. Januar, mittags 12 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Hasenheide Nr. 108-114: MATINEE zum Besten der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Eintritt 30 Pf., an der Kasse 40 Pf., Garderobe 10 Pf. Billetts sind zu haben in der Musikalienhandlung von Ka un, Grüner Weg 17; in den Zigarrengeschäften von Horsch, Gewerkschaftshaus, Gottfried Schulz, Kottbuser Tor, Paul Ihm, Wrangelstr. 58, F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8, Rudolf Lorenz, Rixdorf, Hermannstr. 91/92, Nikolas Nachfolger, Skalitzerstr. 107; in d. Ta bakarbeiter- Genossenschaft, Kopenhagenerstr. 2; in den Restaurants Neue Welt, Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Augustin(, Vorwärts"), Lindenstraße 69, und Tolksdorf, Görlitzerstr. 58 und in den mit Plakaten belegten Handlungen. 65/2 Für die aktiven Mitglieder der Typographia: Montagabend 9 Uhr: Uebungsstunde. Der Vorstand. Der soz. Verband der Kupferschmiede Deutschlands. Ab- Interfüßungsverein Filiale Berlin. Sonnabend, den 28. Januar, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Großer Wiener Maskenball Zur Aufführung gelangt: Der Einzug des Sultans von Marokko in das Land des Prinzen Karneval. Billett 50 Pf. Anfang 9 Uhr. Billetts find zu haben bei den Kollegen Hecht, Greifenhagenerstr. 77; Paet, Tilsiterstr. 30; Koch, Proskauerstr. 38; Bauer, Usedomstr. 5, sowie bei den Werkstatt- Bertrauensleuten. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! Vereine. Das Komitee. Klein- Auheim hält bis 17. Juli dieses Jahres seine Fahnenweih c. Wir sehen alle Fahnenfabriken hiervon in Kenntnis und bitten sie, uns baldigst Katalog und Preisliste einzusenden. Alle Sendungen sind zu richten an Valentin Jos. Heinzinger, Rathausstraße 239. 14976 Zentral- Festsäle 15125 180. Oranienstrasse 180. Sonnabende: 11., 18. und Sonntage: 22. Jan., 5., 12., 19. und bis 300 Perfonen frei. 17246 Achtung! 25. März Saal für 100 Berf. frei. 26. Febr. Säle für 100, wie für 200 ,, Märkischer Hof", Admiralstr. 18c. Alle Vereine und Gesellschaften, welche Festlichkeiten hier bestellt haben, wollen sich sofort bei mir melden, da ich von heute ab das Lokal wieder selbst übernommen habe und selber weiter führe, da der bisherige Wirt Schulz nicht mehr im Lokal ist. Die Säle stehen zu allen Festlichkeiten und Bersammlungen zur Verfügung. Jeden Sonntag: Großer Ball. Die Restaurationsräume stehen den geehrten Familien an Wochenund Sonntagen zur Verfügung. Um zahlreichen Besuch bittet achtungsvoll 16202* W. Möhring. Brauerei Friedrichshain ( früher Lipps) Am Königstor. Größter Konzertfaal Berlins. Heute sowie jeden Sonntag 19086 Führmann- Walde- Sänger und Konzert. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Führmann- Walde- Sänger 7 Uhr. Waffenöffnung 4 Uhr. Entree 50 Pf. Bahrend des Konzerts im sel. Gaal Familien- Kränzchen, Nach der Soiree im Großen Saal } Märkischer Hof, Admiral- Str. 18c. * F. Schulz. Empfehle meine Säle, 100 bis 500 Personen fassend, zu Bersammlungen und Festlichkeiten; desgleichen Vereinsräume von 10 bis 300 Personen. Jeden Sonntag großer Ball. Fiebigs Ball- Salon, Robert Ulrich, 28. Grosse Frankfurterstrasse 28. Empfiehlt den geehrten Vorständen von Gewerkschaften und Bereinen seine Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. 18042* Ergebenst Robert Ulrich, 28. Große Frankfurter- Straße 28. Brandenburgische Straße 100. Wilmersdorf. Restaurant Selke. Angenehmer Familien- Aufenthalt. Musikalische Unterhaltung. Vereinszimmer( 80 Personen). Billardzimmer. Warme Küche zu soliden Preisen. 16212* Eisbahn Karpfenteich Treptower Park 18982 40 000 Quadratmeter grosse, spiegelglatte Eisfläche. GROSSES KONZERT. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Ernft Bauer. Berlin W. 30, Speyererstr, 27. Soeben erschien: 3tes Tausend Verlag Max Richter, Die Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper. Preis 1 Mark. Roh- Tabak Templinerstr. 3, E. Nauen, a. b. Schwedterstraße. Heinrich Franck Berlin N., Brunnenstr. 185. Besichtigen Sie bitte sofort: Decke, reinLänge, farbig, Vollblatt, 1te dunkel bis schwarz. Tadellos weißer Brand!* ! Seltenes Angebot! Rob- Tabak Max Jacoby, Strelitzerstr. 52 Sumatra, bon 1.30 an, mit 2 Pfd. deckend, sowie alle Tabake billigst.[ 16232* Roh- Tabak. Decke Nr.5230 rötlich, hell, reinfarbig, Boulblatt, unter 1, Pfd. deckend, Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Sonntag, den 22. Januar, vormittags 10 Uhr anfangend: 1. Erfatzwahl für den ausfcheidenden Bureaubeamten Kollegen Scheffler. 2. Wahl von zwei Delegierten zum fünften Gewerkschaftskongreẞ. Die Wahl wird in folgenden Lokalen vorgenommen: Bernhard Rose- Theater, Badstraße 58, Raabe, Kolberger Salon, Solbergerstraße 23, Wernaus Festsäle, Schwedterstraße 23, Graumanns Festsäle, Naunynstraße 27, Kumpke, Bülowstraße 59, Anton Bökers Festsäle, Weberstraße 17, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49, Thiel, Rixdorf, Bergstraße 152, ( 21: 0) Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenstraße 3, loz Böhle, Spandau, Neumeisterstraße 5, Kaufhold, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstraße 18, Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Jeder Kollege kann nur einmal wählen und erhält zur Kontrolle einen Stempel ins Mitgliedsbuch. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Am Eingang zum Saal erhält jedes Mitglied zwei Stimmzettel, einen für die Wahl des Beamten und einen für die Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß. Die Wahl dauert von 10 bis 1 Uhr. Später werden keine Stimmzettel mehr abgenommen. Das Wahlresultat wird im Vorwärts" beröffentlicht. Wir ersuchen alle Kollegen, an der Wahl teilzunehmen. Selbstverständlich ist, daß niemand über acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstand sein darf. Wer wählen will, muß mindestens die 49. Woche des verflossenen Jahres geklebt haben. 111/1 Die Ortsverwaltung. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Wir empfehlen folgende Schriften: Karl Kautsky: Die soziale Revolution. I. Sozialreform and soziale Revolution. II. Am Tage nach der sozialen Revolution. 1,50 M. Verein für Frauen u. Mädchen Border Arbeiterklasse. Montag, den 23. Januar, abends 8, 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: 55/2 Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Scheidemann:" Wohnungsfrage und proletarisches Familienleben." Gäste willkommen. Der Vorstand. Kleber! I Die katholische Kirche und die Sozial- Donnerstag, den 26. Jannar, abends 7, Uhr, bei Wendt, demokratie. 75 Pf. Karl Marr ökonomische Lehren. Geb. 2 M. Die Agrarfrage. Eine Uebersicht der Tendenzen der modernen Landwirtschaft und die Agrarpolitik der Sozialdemokratie. Brosch. 5 M., geb. 6,50 M. Das Erfurter Programm in seinem grundsäßlichen Teil. Geb. 2 M. Konsumbereine und Arbeiter bewegung. 15 Pf. Die Klaffengegenfäße von 1789. 50 Pf. Bernstein und das sozialdemokratische Brogramm. Eine Antikritik. 2 M., Volksausgabe 1 M. 233/ 6* à 2 M. verzollt. Kautsky- Schoenlant: W. Hermann Müller, Berlin O., Magazinstrasse 14. Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm. 10 Bf. Süd- Eisbahn grösste Eisbahn Berlins 68/14 Urbanstr.166/ 167, vis- à- vis der Kaiser Franz- Kaserne ift eröffnet. Verband der Sattler. Ortsverwaltung Berlín. Mittwoch, den 25. Januar, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20( großer Saal). Zages- Ordnung: 1. Bericht und Abrechnung vom 4. Quartal 1904. 2. Vortrag des A Restaur. Neuer Krug A Patriotismus“.& the long her tombWilhelmshagen( Mark) asdis Herrlich an der Oberspree gelegen, 2000 Meter Wasserfront, für Dampfer- und Landpartien, großartig für Fabriken, Vereine geeignet, große Säle und Spielpläße 2c. Direkter herrlicher Weg nach den. Müggelbergen. Gut ge pflegte Biere, billiger Mittagstisch. 14675* Wilhelm Müller. Graumanns Festsäle Theaterbühne. Genoffen Ströbel: ,, Wahrer und falscher 3. Diskussion. 4. Aufstellung Kandidaten zum Innungswesen: a) Gesellenausschuß, b) Innungs- Schiedsgericht, c) Herbergskontrolle. 5. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Werkstatt- Vertrauensmänner werden hierdurch an gewiesen, den Kollegen und Kolleginnen die Mitgliedsbücher auszuhändigen. 156/3 Die Kollegen und Kolleginnen werden dringend ersucht, diese Verfammlung zu besuchen. Des weiteren bitten wir, die Sammlungen für die streikenden Bergleute tatkräftig zu unterstützen. Sammellisten find im Bureau, Gewerkschaftshaus, Engel- fer 15, Zimmer 22, zu haben. Die Ortsverwaltung. Beuthſtrake 20: Versammlung. Zages Ordnung: Unsere Lohnbewegung. Referent: Sollege 0. Wels. Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen. Berliner Arbeiter( Mitgl. des Arb.- Radf.177/3 Die Verbandsleitung. Radfahrer- Verein Bundes, Solidarität“). Mittwoch, den 25. Januar, abends 812 Uhr, bei Wilke, Brunnenstr. 188: Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichte( des Vorstandes, des Kassierers, der Fahrwarte). 2. Neuwahlen des Vorstandes und zweier Revisoren. 3. Abrechnung vom Herbstfeit. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. Mitglieder werden daselbst aufgenommen. Gäste find willkommen. Vollzähligen und pünktlichen Besuch seitens der Mitglieder erwartet Der Vorstand. 11/6 Der Berliner Arbeiter- Radfahrer- Verein, zurzeit 850 Mitglieder zählend, alleiniger Bundesverein innerhalb Berlins des zirka 25 000 Mit glieder zählenden A.-R.-B. Solidarität“, erhebt ein Eintrittsgeld von 75 Pf. inkl. Abzeichen, monatlichen Beitrag für männliche Mitglieder von 35 Pf., weibliche Mitglieder 25 Pf- inkl. Bundesbeitrag. Hierfür bietet der Verein resp. der Bund folgendes: das alle 14 Tage erscheinende Bundesorganer Arbeiter- Radfahrer", freien Grenzübergang mit dem Rade, Rechtsschutz, Arbeitslosen Unterstützung bei fonntäglichen Ausfahrten, ferner Unfall- Unterstützung von 6 M., 7,50 M., 9 M. pro Woche, je nach Dauer der Mitgliedschaft( jeit Juli 1904 hat der Verein( innerhalb Berlins) 10 Unfälle zu verzeichnen, größtenteils durch Anfahren, Ueberfahren, Ausrutschen auf dem Asphalt, geschehen bei der Fahrt von und zur Arbeitsstelle mit einer Unterstützungssumme von zirka 450 M.) Ferner bietet der Verein seinen Mitgliedern sehr vorteilhaften und koulanten Einkauf von Rädern und Ersatzteilen durch die dem Verein angeschlossene Einkaufs- und Produktivgenossenschaft Boran II. Außerdem erstrebt der Bund möglichste Verkehrserleichterungen für den Radfahr berfehr. Jeder Arbeiter Radfahrer sollte nun obigem Verein resp. Bunde beitreten, um durch eine noch höhere Mitgliederzahl die Ziele und Bestrebungen des Vereins resp. Bundes zu unterstüßen und die Vorteile zu vergrößern und auszubauen. Auskunft erteilt bereitwilligst schriftlich und mündlich A. O. Ritter, Christinen- Strasse 33 I. NB. Sämtliche Motorradfahrer des Vereins werden ersucht, ihre Adresse baldigst an Obigen einzusenden, zweds Gründung einer diesbezüglichen Sektion. Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. Geschäftsstelle und Arbeitsnachweis: Mendelssohnstr. 9. Tel. Amt 7a, 6071. Geöffnet vorm. von 9-1, nachm. von 3-7 Uhr, Sonnabends bis 9 Uhr abends. Mittwoch, den 25. Januar, abends S Uhr: General- Versammlung * im Alten Schützenhaus, Linienstrasse 5. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Davidsohn über: Sonnabend, den 18. Februar 1905, in den Gesamträumen des Die Grenel des Krieges". 2. Vericht und Abrechnung des Gesamts „ Ein Sommertag vorstandes und Neuwahl desselben. 3. Die Abänderung des Ver 102/2 Engel- Ufer 15: Eröffnung 8%, Uhr. Eintritt 60 Pf. Um rege Beteiligung ersucht Das Vergnügungs- Komitée. Naunynstr. 27. 3 Kegelbahnen. Gewertichaftshauses, Großes Kostüm- Fest:" Grunewald", trages in der Pelzbranche. 4. Verschiedenes Sonnabend, den 18. März 1905 frei geworden. Sonnabende und Sonntage im April, Mai und Juni noch frei. Gustav Graumann. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. WWW Dienstag, den 24. Jannar, abends 8 Uhr finden in Berlin und den Vororten 27 Volks- Versammlungen statt und zwar in folgenden Lokalen: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Englischer Garten, Alexanderstraße 27 c. II. Kreis: Kliems Festfäle, Hasenheide 13| 15. Zühlke, Dennewißstraße 13. III. Kreis: Frankes Apollo- Saal, Sebastianstraße 39. Voigts Ritter- Säle, Ritterstraße 75. Moabit! 6. Wahlkreis. Moabit! Sonntag, den 22. Januar, abends 6 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24, Emdenerstraße 34: Volks- Versammlung. Zages Drdnung: 25 Vortrag des Gen. Waldeck Manasse über: Der Kampf ums Dasein. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Rege Beteiligung erwartet 219/ 4* Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 23. Januar, abends 8, Uhr, im Lokal Königsbank, Große Frankfurterstr. 117: General- Verfammlung. Tagesordnung: Der Vertrauensmann. ranken- und Sterbekaffe Söneberg Berlin. aller gewerbl. Arbeiter für und Eingeschr. Hülfskasse No. 115. Sonntag, den 29. Januar 1905, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung 1. Borstandsbericht. 2. Staffenbericht. 3. Kommissionsberichte. 4. Wahlen. im Lotale des Herrn Obst( Tunnel) 5. Gewerkschaftliches( Ausschluß mehrerer Mitglieder). Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. NB. Mitgliedsbuch legitimiert. Schöneberg, Meiningerstr. 8. Tages- Ordnung: 75/3 1. Bericht des Borstandes. 2. Jährlicher Kassenbericht. IV. Kreis: Bur Drachenburg, Vor dem Schlesischen Tor 12. Zentralverband der Handels-, Transport- Verkehrsarbeiter ( Süd- Ost) Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. IV. Kreis: Lipps( Brauerei Friedrichshain). ( Osten) Elysium, Landsberger Allee 40. Andreas- Festfäle, Andreasstraße 21. V. Kreis: Musiker- Säle, Kaiser Wilhelmstraße 18m. VI. Kreis: Berliner Prater, Kastanien- Allee 79. Weimanns Volksgarten, Badstraße 56. Hensel, Invalidenstraße 1a. Rösliner Hof, Röslinerstraße 8. Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Pazenhofer Brauerei, Turmstraße 25| 26. Peters, Wiclefstraße 24 und Emdenerstraße Frankfurter Allee 120. Lichtenberg: Gebr. Arnold( Schwarzer Adler), 34/35. Weißensee: Vereinshaus, Charlottenburgerstraße 150. Rummelsburg: Weigels Restaurant, Türrschmidtstraße. Reinickendorf- West: Restaurant J. Franke, Eichbornstraße 18. Rixdorf: Thiel, Bergstraße 152. Heickaus, Karlsgartenstraße 9. Charlottenburg: Volfshaus, Rosinenstraße 3. Schöneberg: Obsts Festfäle, Meiningerstraße 8. Tages- Ordnung: Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15, II. Zimmer 13-17, geöffn. wochent. 8-6 Uhr. Telephon: Amt 4 Nr. 3348. Achtung! Achtung! Kollegen und Kolleginnen aus allen Betrieben der Schönhauser Vorstadt! Heute, Sonntag, den 22. Januar, abends 5%, Uhr: 3. Neuwahl des Gesamt- Vorstandes. 4. Verschiedene Sassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 270/ 3* General- Versammlung der Sterbekasse ehem. Große Verfammlung mit frauen Pflugscher Arbeiter im Jägerhaus, Schönhauser Allee 104. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Die Nüßlichkeit der Arbeit." Referent: Genosse John. 2. Diskussion, 3. Geschäftliches. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein und Tanz. Einen recht guten Besuch erwartet Die Bezirksleitung. 3. A.: Jul. Schramm. 67/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlín. ( Hetzelsche Kasse) am Sonntag, den 29. Januar, vormittags 10 Uhr, in Wilkes Saal, Brunnenstraße 188. Zages Drdnung: 1. Berlesung des Protokolls der Generalversammlung vom 24. Juli 1904, 2. Staffenbericht des Rendanten pro 1904 und Bericht der Revisoren. 3. Berschiedene Sassenangelegenheiten ( Bericht des Vorstandes betr. Antwort schreiben des tgl. P.-Pr. auf die gestellten Anträge im Januar und Juli 1904.) 4. Wahl des 1. Vorsitzenden, des Rendanten und des 2. SchriftSchriftführers. 6. Wahl der Reblforen. NB. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 1369b J. A.: Otto Winkler. Achtung! Stock- und Zelluloid- Arbeiter! Achtung! führers. 5. Erfaswahl des erſten Sonntag, den 22. Januar 1905, abends 5%, Uhr: Branchen- Versammlung mit Frauen bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: 1. Bortrag der Genossin Frau M. Tietz. 2. Diskussion. 3. Werkstatt Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein u. Tanz. Stollegen! Agitiert alle für zahlreichen Besuch, namentlich der Frauen, zu bieser Versammlung, damit wir einmal einen recht vergnügten Abend mit denselben haben. Die Branchen- Kommission. Branche der Korbmacher. Montag, den 23. b. M., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal VII): Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Beratung von Anträgen zur Konferenz. 2. Branchenangelegenheiten. pünktliches Erscheinen Der Klaffenkampf im Rubrrevier.cies and prises exiſtimen ermertet Koppenstr. 41: Die Kommission. 78/11 Achtung! Kommissionssitzung mit Vertrauensmännern. Referenten: Genoffen Bebel, Bernstein, Bruns, Achtung! Kammacher. Bömelburg, Ewald, R. Fischer, Förster, Grenz, Mittwoch, den 25. b. W., abends 8%, Uhr, bei Krause, Goldstein, Hirsch, Heimann, Kaliski, Ledebour, Lipinski, Molkenbuhr, Ritter, Sindermann, Stadthagen, Sassenbach, Schippel, Schöpflin, Wermuth, Wiesenthal, Wurm, Zubeil. Kollegen, jede Werkstätte muß vertreten sein. Die Kommission. Achtung! Fliesenleger- Hilfsarbeiter. In Anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung. bitten wir um Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. zahlreichen Besuch. Die Vertrauenslente. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. = Voranzeige. Sonntag, 19. februar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei friedrichshain: F General- Versammlung. Anträge zu derselben sind bis zum 5. Februar schriftlich beim ersten Vorsitzenden Jul. Meyer, Urbanftraße 131, einzusenden. Der Vorstand. 16/2 Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 25. Januar 1905, abends 8 Uhr, in der Musikerbörse, Kaiser Wilhelmstraße 18e: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Was für eine Stellung gedenken mir im nächsten Frühjahre einzunehmen in bezug auf die Gestaltung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in unserem Gewerbe. 2. Berichterstattung von der 14. Konferenz der Bertrauensmänner- Zentralisation der Maurer Deutschlands. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. Montag, 23. Januar, abends 7, Uhr, im Rosenthaler Bereinshaus, Rosenthalerstr. 57: Außerordentliche Sektions- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Das Ergebnis der Berhandlungen mit den Arbeitgebern. 2. Beschlußfaffung über die Verlängerung des Bertrages. 32/2 H. Gliesings Ball- Salon Wassertorstr. 68 Empfehle meine Säle für Festlichteiten und Bersammlungen. 17422* H. Gliesing. Morgen, Montag Beginn des SonderVerkaufs der bei meiner diesjährigen Inventur zurückgesetzten Waren u. besonderer Gelegenheitspartien Teppiche, Portièren, Gardinen etc. Kollegen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen zu beispiellos billigen unbedingt notwendig. Die Ortsverwaltung. J. A.: Karl Heidemann. Zentral- Verband der Schuhmacher Deutsch Bureau: Waßmannstr. 32A, Hof part. Montag, den 23. Januar 1905, abends 81 Uhr: Branchen- Versammlungen. Tagesordnung in allen Bersammlungen: 1. Bericht und Neuwahl der Branchenvertretung. 3. Verschiedenes. 1. Schoharbeiter und Schäftearbeiter in den Jndustriesälen, Beuthstraße 19-20. 2. Bunkt: Aufstellung der Kandidaten zum Schiedsgericht. II. Ball- und Reiseschuharbeiter bei Habrecht( weißer Saal), Gr. Frankfurterstraße 30. 2. Punt!: Das Ergebnis der Statistik über die Lohn und Ar. beitsverhältnisse in der Ballschuh- Industrie. III. Mechanische Schuhindustrie in den Residenzfälen, Landsbergerstraße 31. 2. Punkt: Bortrag: Der Wert der Organisation. IV. Filzschuh- Industrie bei Wernau, Schwedterstraße 24. 2. Punkt: Bortrag: Der Wert der Organisation. Mitgliedsbuch legitimiert. 169/3 Die Ortsverwaltung. Räumungs- Preisen! Teppich- Spezial- ans Emil Lefèvre Berlin Oranienstraße 158. S. Dieser Inventur- Verkauf findet nur einmal jährlich bei mir statt. Selten gunstige Kaufgelegenheit für Hotels, Pensionate etc. Die Inventur- Extraliste auf Wunsch gratis und franko. Kollegen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes Einzelnen, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. 129/3 Der Vorstand. Beranto. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW galun Mr. 19. 22. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. Den Svandau. hrg. Sonntag, 22. Januar 196 Abänderungen angenommen. Die Geschäftszeit des Arbeitsnach- Redner die Schulverhältnisse in ihrer jezigen Beschaffenheit scharf weises wurde für das Winterhalbjahr( vom 1. Oktober bis zum fritisierten. Unter anderem erklärte Soldner, es würde nicht 1. April) auf 8-10 Uhr morgens und 6-6% Uhr abends, und für möglich sein, unsere Kinder mit religiösem Stoff derart vollDer Verband der Portefeniller und Lebergalanterie- Arbeiter und das Sommerhalbjahr( bom 1. April bis zum 1. Oktober) auf zupfropfen, wenn jeder Genoffe von dem Recht mehr Gebrauch Dann gab machen würde, seine Kinder vom Konfirmandenunterricht fernArbeiterinnen( Bahlstelle Berlin) hielt am 18. Januar eine General- 7-9 Uhr morgens und 6-6% Uhr abends festgesetzt. bersanımlung in Graumanns Festsälen ab. Nachdem man das An- der Vertrauensmann Jane II Bericht vom Streiffonds, dessen zuhalten. Auch wurde von mehreren Rednern der Austritt aus benten des verstorbenen Kollegen Kornthal in der üblichen Weise Kassenbestand im letzten Halbjahr von 12 876,43 22. auf 14 451,75 2. der Landeskirche zur Eindämmung des religiösen Eifers empfohlen. geehrt hatte, gab der Vorsitzende Hauptmann den Geschäfts- angewachsen ist. Die Generalversammlung beschloß, daß bom Des weiteren gab Weniger einige Aufklärungen über die örtbericht der Ortsverwaltung. Er konnte erfreuliche, wenn auch lang- 1. März ab ein obligatorischer Streitfondsbeitrag lichen Schulverhältnisse. Hierauf folgte der Bericht des Vorstandes. fame Fortschritte des Verbandes feststellen. Beklagenswert sei, daß bon 15 Pf. pro Woche und eine Einheitsmarke von 65 Pf. zur Es haben hiernach stattgefunden 4 Vorstandssitungen, 3 Wahlder Vorstand mehr als nötig fich mit den persönlichen Angelegenheiten Quittung des Verbands- und des Streitfondsbeitrages eingeführt bereins-, 1 Volts- und 2 Frauenversammlungen. Aus dem von Mitgliedern beschäftigen müsse. Ein Antrag der Ortsverwaltung, werden soll. Der vierte Punkt, die Anstellung eines Beamben be- Bericht des Kassierers ergab sich eine Einnahme von 189,50 M. und eine Ausgabe von 79,07 m. Abgeliefert an den Hauptkassierer wurden 110,73 M. Weniger berichtete über die Bibliothet. Diese das Mitglied Haffte wegen unsolidarischen Verhaltens auf ein Jahr aus- treffend, wurde von der Tagesordnung abgesetzt. zuschließen, wurde von der Versammlung angenommen. Der Zentralverband der Schuhmacher( Filiale Berlin) hielt am hatte bei einer Einnahme von 3,60 m. und einer Ausgabe von 1,10 Kassenbericht erstattete Hennig. Die Zentralfasse rechnete im letzten Mittwoch in den Residenzsälen seine Generalversammlung Mark einen Bestand von 2,50 2. Gelesen wurden in 3 Monaten Quartal 1904 mit einer Einnahme von 1525,70 M. und mit einer ab. Zunächst wurde beschlossen, den ganzen Bestand des bisherigen nur 18 Bücher. Unter Vereinsangelegenheiten wurde von mehreren Ausgabe von 1062,14 M., worunter fich eine Afontozahlung von Lokalfonds an die jetzige lokale guschußkaffe zu überweisen. Sodann Rednern das Verhalten des Zentralvorstandes betreffs des Brizer 300 M. befindet. Es verblieben 468,56. Die Einnahme der gab Weber den halbjährlichen Geschäftsbericht und den Kassen Antrages, den Posten eines Gefretärs öffentlich auszuschreiben, Lokaltasse einschließlich eines alten Bestandes bon 48,33 9. betrug bericht vom lebten Quartal. Demnach hatte die Filiale am Jahres- sehr scharf fritisiert und gegen eine derartige Bevormundung resp. 1268,97 M., die Ausgabe 937,31 M., so daß am Schluß des Viertel- fchluß 1760 Mitglieder, das find 108 weniger wie im vorigen Quartal. Mundtotmachung ganz energisch protestiert. jahrs ein Bestand von 331,66 M. vorhanden war. Es folgten An Differenzen und Werkstattsstreits wurden 11 erledigt und zwar die Berichte der Rechtsschußkommission, der Arbeitsnachweisstelle und des größtenteils zugunsten der Arbeiter. Einer dieser Streits hatte zur Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Kaffierers der Agitationstommiffion Braun. Die Agitations Folge, daß die Fabrikantenorganisation ihren früheren Beschluß, mit Wahlvereins, am Dienstag, war ziemlich gut besucht. Nachdem die fommission nahm im verflossenen Vierteljahr einschließlich eines ben Vertretern des Schuhmacherverbandes nicht zu verhandeln, auf Berfammlung das Andenken des verstorbenen Genossen Degner in alten Bestandes 92,08 m. ein und gab 56,74 m. aus, was einen hob und die Arbeiterorganisation nunmehr anerkannte. Die Ab- üblicher Weise geehrt, erstattete Rieger den Geschäftsbericht des VorBestand von 35,34 M. ergab. eftuig ermahnte die Mitglieder, rechnung der Zentraltaffe balanzierte in Einnahme und Ausgabe standes. Die im verflossenen Vierteljahr in Angriff genommene Hausmehr beizusteuern, damit die Agitationstommiffion Geld in die mit 6897,55 W.; bie ber Lofallasse mit 9620,88 W.; der Bestand agitation zugunsten der politischen Organisation und unserer Presse Kasse bekomme. Wenn jedes Mitglied monatlich auch nur 10 Pf. beträgt 8102,82. Für Streits und Maßregelungen wurden ins- habe bisher befriedigende Erfolge erzielt. Die Genoffen in Staaten und für die Kommission leiste, dann würde diese mit einet netten Summe gesamt 284 m. berausgabt. Nach erfolgter Entlastung des Kassierers Faltenhagen feien jegt dabei, fich unter allen Umständen ein Berrechnen können. Aus dem Bericht der Rechtsschußkommission ist her- wurden die Vorstandswahlen mit nachstehendem Ergebnis vor- fammlungslokal zu erkämpfen. Zu diesem Zweck haben die Gevorzuheben, daß sie sich in dankenswerter Weise auch der Sache genommen: 1. Vorsitzender Grunow; 2. Worfizender Casper; noffen zunächst eine Sperre sämtlicher Lokale von Falkenhagen und eines Lehrlings angenommen und sie einer befriedigenden Erledigung Kassierer und Ortsbeamter Weber; Schriftführer Schmolte; Geegefeld verhängt, welche streng durchgeführt werden soll. Pflicht vor der Handwerkskammer zugeführt hat. Revisoren Bendig, Ollrich und Fleischer; Gaukommission der Spandauer Genoffen sei es, diese Maßnahme wirksam zu unterstützen. Die Neuwahl des Vorstandes hatte folgendes Resultat: Haupt- Koch, Hohaus, Hildebrand und Grunow. Der von Böhle erstattete Kaffenbericht weist einschließlich mann 1. Vorfigender, Gerlich 2. Vorsigender, Hennig erster Kassierer, Krebs 2. Rassierer, Wolf, 1. Schriftführer, Roni- Die Zahlstelle Charlottenburg des Deutschen Holzarbeiter Ber- 561,06 m. altem Bestand eine Einnahme von 897 M. und eine arsti 2. Schriftführer, Hoffmann, Kobiersti und Herrbandes hielt am 16. Januar im Voltshause ihre Generalversamm- Ausgabe von 617,74 W. auf. 300 M. find an die Kreiskaffe abwelche durch das mann Teut Beifizer. Bu Rebiforen wurden Gambert und lung ab, in der zunächst der Kaffierer asse die Abrechnung vom geführt. Als Bestand verbleiben somit am Orte 279,26 W. Die Neuwahl der gesamten Parteileitung, fozialdemokratischen Arbeiterbereins in den Lust gewählt. Die in einer früheren Generalversammlung bierten Quartal des vergangenen Jahres verlas. Danach betrug die Aufgehen bes gewählte Agitationstommiffion wurde durch Amelung er Einnahme der Verbandstaffe 1631,70 m. gegenüber einer Ausgabere i swahlverein" nötig wurbe, zeitigte folgendes Resultat: und Der Vorfizende Hauptmann gänzt. der Kassierer bon 1542,52 M. Es bleibt mithin ein Bestand von 89,18 M. Die" Hennig forderten in begeisternden Worten zur Unterstügung Lokaltasse ergab eine Einnahme von 2611,27 M. und eine Ausgabe Borfiz: Rieger und Piefer; Staffierer: Böhle und Göße; Schriftführer: Rupprecht und Staar; Revisoren: Gründer vom herzlosen Unternehmertum so brutal in den Streit ge von 1778,11 m.; bleibt daher ein Bestand von triebenen Bergleute auf. Wer wiffe, meinte Hennig, ob nicht allzubald Außerdem machte er das Gesamtvermögen der Zahlstelle bekannt, alb, ornig und Linz; Geschäftskommission( für das örtliche Ling, Bieper und Scholz; Stadtbezirtsführer: Schwarzer, Fint, auch die Ledergalanterie- Arbeiter die Hülfe der allgemeinen Arbeiter- worauf er auf Antrag des Nevisors Groß von der Versammlung Barteigeschäft): Rieger, Piau und Kumke; Lokalkomunission: schaft in Anspruch nehmen müßten; sei doch in der Galanteriebranche entlastet wurde. Nachdem sodann der Bevollmächtigte Pohl den Linz, Pieper und Scholz; Stadtbezirksführer: Schwarzer, Fint, Reinede, Jannosfe, Zmyslowsti, Seehas, Fr. Wolff jun., ein Arbeiter- Trugverband in Gründung begriffen, dessen Zweck es Geschäftsbericht des Vorstandes über das verflossene Jahr gegeben Tannschat und Krönert; Landbezirksführer: See has für besonders sein solle, fich in bezug auf die Lohnbestimmung bon batte, erfolgte die Neuwahl der Verwaltung, welche folgendes Er Gatow- Cladow; Rich. Bod für Falfenhagen- Seegefeld; Rupprecht der Thramnei der Fachvereine" freizumachen. Bei Weirich in Offen- gebnis hatte: Erster Bevollmächtigter: Boh, ziweiter: Tater, für Dalgow- Rohrbed; Göze für Wustermart- Dyroz; Grünwald bach wird geftreift. Jeder Zuzug ist fernzuhalten. Kassierer: Hasse und Schriftführer: Graudenz. Zu Revisoren Zentralverband der Dachdecker. Die Filiale Berlin hielt am wurden Stahlberg, Küster und Pfeffertorn gewählt. für Sternfelde- Haselhorst und Herm. Reinert für TiefwerderMittwoch bei Feind in der Weinstraße ihre Generalversammlung ab. Nachdem mun noch die Wahl der Werkstattkontroll Kommiffion, bes Bichelsdorf. Hierauf erstattete te per ben Bericht von der Kreisdie Haltung der Delegierten nichts einzuwenden. Bum Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete der Kaffenbericht vom Gesellenausschusses, der Delegierten zur Gewerkschaftskommiffion fonferenz und vom Preußentag. Die Versammlung hatte gegen Schluß wurde nach einem warmen Appell des Genossen 4. Quartal 1904. Die Einnahmen, samt dem alten Bestand von und zum Volkshaus- Ausschuß erfolgt war, berichtete Bohl über die 828,80 M., betrugen 8961,70 M.; Die Ausgaben, barunter 2261 W. Ginigungsverhandlungen und den Abschluß des Vertrages mit ben Rieger an das Solidaritätsgefühl der Spandauer Barteigenossen an bie Bentraltasse, 2617,26 M.; es berblieb alio ein Staffenbestand Unternehmern in der Berliner Holzindustrie, worauf sich eine rege zugunsten der Klassenlämpfer des Ruhrgebietes einhellig beschlossen, jofort 100 m. aus der Vereinskaffe abzuschicken und im übrigen von 1844,44 M. Darauf folgte der Bericht der Arbeitsnachweis- Diskuffion für und wider den Abschluß des Vertrages entspann. Kommission und die Beratung des Reglements für den wieder von unverzüglich Sammellisten herauszugeben und tatkräftig die Geldneuem gegründeten Arbeitsnachweis bei Feind, Wein fammlung zu betreiben. Mit einem Hoch auf den neuen Kreisstraße 11. Der dazu vorliegende Entwurf wurde nach einigen Wahlverein löste sich die Versammlung auf! J.B Masken- Garderobe bon 16712* Carl Ernst, Ropniderstr. 126, 1 Tr. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erhält 10% Breisermäßig. J. Baer ORIGINAL SINGER 833,16 M. Brit. In der Generalversammlung des Wahlvereins hielt Genoffe Bagels einen lehrreichen Vortrag über: Die Boltsschule. Es entspann sich eine recht rege Diskussion, in deren Verlauf mehrere Singer Nähmaschinen. 16832* Einfache Handhabung! Groke Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleiftung! Weltausstellung Grand Prix St. Louis 1904. Weltausstellung Paris 1900: Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Het. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen. PrinzenBadstr.26, Prinz Allee!! Von 36 Mk. an!! Dr. Simmel, zen Herren- und Knaben- liefere Herrenanzug oder Winter: Moden. 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Der Freischüß. Montag: Der fliegende Holländer. Neues fönigl. Opern Theater. Nathan der Weise. Montag: Der eingebildete Stranke. Das Nachtmahl der. Deutsches. Die große LeidenNachmittags 2, Uhr: Masterade. Kardinale. schaft. Montag: schaft. Kardinale. Das Berliner. Modell. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Montag 8 Uhr: Dr. B. Donath: Wellen und Strahlen elektrischer Kraft. Sternwarte Invaliden8 Uhr: str. 57/62. Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S PANO Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. In 1 Aft von Friedrich Schiller. Die Piccolomini. n 5 Aften von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Das grobe Hemd. Volksstück in 4 Aften v. C. Karlweis. Montag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Fuhrmann Henschel. ANOPTICUM. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Friedrichstr. 165. geheimnisvolle Hexentisch!! das Mirakel des 20. Jahrhunderts. Rachmahl der Neues Theater. Die große LeidenMontag: Jm bunten Rod. Leffing. Das gerettete Venedig. Nachmittags 22 Uhr: Banna. Montag: Tramulus. Monna Weften. Die neugierigen Frauen. Montag: Undine. National. Die Zauberglode. Anfang 72 Uhr: Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Haubenlerche. Schausp. i. 4 Att. v. E. v. Wildenbruch. Sonntag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Schauspiel in 5 Akten bon Gerhart Hauptmann. Montag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Dienstag, abends 8 Uhr Wallensteins Tod. Deutsch- Amerikanisches Berliner Aquarium Theater. Köpenickerstr. 67/68. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: NEW- YORK Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Ueber'n grossen Teich. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Sonntag nachm. 3 Uhr, fleine Preise: Die Grille. Deutsche Konzert- Hallen. auſpiel in 5 Atten von Charlotte An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Der Graf von Charolais. Zirkus Schumann, Zirkus Busch. von Montag: Der Graf Charolais. Dienstag: Die Inftigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Der Graf von Charolais. Nachmittags 3 Uhr: brigaros National- Theater Hochzeit. Montag: Der Troubadour. Zentral. Der Zigeunerbaron. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Die Geisha. Weinbergsweg 19. Sommtag, 22. Januar, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Neues. Der Graf von Charolais. Figaros Hochzeit. Montag: Der Graf von Charolais. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Das grabe Hemd. Nachmittags 3 Uhr: Ballenfteins Lager. Die Piccolomini. Montag: Fuhrmann Henschel. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Fuhrmann Henschel. Nachmittags 3 Uhr: Die HaubenTerche. Montag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Anfang 72 Uhr. Die Zauberglocke. Montag, 23., Gastspiel Franceschina Prevosti: Der Troubadour. Zentral- Theater Nachmittags 3 Uhr, in erster Besetzung, zum 1040. Male: Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. ( Mimosa: Mia Werber.) Abends 7, Uhr: Kleines. Die Neubermählten. Ab- Der Zigeunerbaron schiedssouper. Nachmittags 3 Uhr: Familienidha, Liebesträume 2c. Montag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Residenz. Herkulespillen. Nachmittags 3 Uhr: Nora. Montag: Herkulespillen. Luftspielhaus. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Dieselbe Borstellung. Montag: Diefelbe Borstellung. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Nachmittags 3 Uhr: Das elfte Gebot. Montag: Die glüdliche Gilberte. Deutsch- Amerikanisches. New York. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: Net- Yort. Luisen. Hopfenrats Erben. Nachmittags 3 Uhr: Das Stiftungsfest. Montag: Der Prinz von Som burg. Kasino. In Vertretung. 72 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: Der Blumenstrauß. Graphologie. Montag: In Vertretung. Metropol. Die Herren von Marim. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle Alliance. Lumpacivagabundus. Rachmittags 3 Uhr: Faust. Montag: Lumpacivagabundus. Carl Weiß. Geld und Name. Nachmittags 3 Uhr: Die Reise um die Erde in 80 Tagen. Montag: Geld und Name. Operette in 3 Aften von Joh. Strauß. Gusti Förster, Oskar Braun. Montag u. folgende Tage: Die Geisha. Luisen- Theater. Nachmittags: Heute Sonntag, den 22. d. Mts., nachm. 3, Uhr u. abends 72 Uhr: 2 große außerordentliche GalaVorstellungen 2. in beid. Vorstellungen, nachm. u. abds. Gleich reichhaltiges, ab: wechselndes Programm. Der urkomische Original- Clown Jan Clermont mit seinem Parodie- Zirkus a la Barnum u. Beileid. Spezialitäten, 2 gr. Gala- Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr( auf Sitzplägen 1 Kind frei) und abends 72 Uhr. Nachmittags Süd- West- Afrika. 4 Uhr: In beiden Vorstellungen: Die Löwenbraut Miss Claire Heliot. Abends 7, Uhr: Die beiden Phänomene in beid. Borst.: Sämtl. Spezial: Sisters Amalia- Léonora. Clowns u. Auguste, ſowie Dir. Alb. Schumanns neueste Monstredressuren. Katharina II. Nachmittags, zum Schluß: stattungspantomime Die große aus Marokko. und die borzügl. Programmnummern. 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Dienstag, den 24.: Jägerliebchen. Das Stiftungsfest. Metropol- Theater Bernhard Rose- Theater Abends 8 Uhr: Hopfenraths Erben Die Herren von Maxim. Morgen: Der Prinz von Homburg. Dienstag: Stützen der Gesellschaft. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Trianon- Theater. Julius Freund. Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anjang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 72-8 Konzert. In Vertretung. Sonntag nachmittag 4 Uhr( fleine Preise): Der Blumenstrauss. - Graphologie. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Gebrüder Residenz- Theater. Herrnfeld- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Der bisher unübertroffene lachluftigste Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute nachmittag 3 Uhr: Am Altar. Abends 7 Uhr: Jägerliebchen. Bosse mit Gesang in 4 Atten von 2. Treptow. Mufit von G. Steffens. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Entree 50, Parkett 75 Pf., Sperrfit 1 M. Morgen Montag: Jägerliebchen. ittwoch, 15. Januar: Gr. ExtraBenefiz- Borstellung f. d. Oberregisseur Seinrich Richter. Zur Aufführung gelangt: Der Kaufmann von Venedig. Skala- Theater. Linicuftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Die Dame von Maxim. Posse mit Gesang in einem Aft, sowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Schwant in 3 Atten von Baul Bilhaud Herrnfeld- Schlager Volksgarten- Theater Nachmittags 3 Uhr: Venus auf Erden. Montag: Berliner Luft. Spezialitäten. Urania. Tauberstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Montag abends 8 Uhr: Dr. B. Donath: Wellen und Strahlen elektrischer Straft. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von bis 11 Uhr. 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Brauerei Germania Aftien- Gesellschaft zu Berlin. 12. Brauerei Karl Gregory Aktien- Gesellschaft zu Berlin. 13. C. Habel's Brauerei zu Berlin. 14. F. Happoldt zu Berlin. 15. Berliner Bierbrauerei Aktien- Gesellschaft vormals F. W. Hiljebein zu Berlin. 16. Klosterbrauerei, Attien- Gesellschaft zu Charlottenburg. 17. Brauerei Königstadt, Attien- Gesellschaft zu Berlin. 18. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft zu Berlin. 19. Löwenbrauerei, Aktien- Gesellschaft zu Hohen- Schönhausen. 20. Münchener Brauhaus, Aftien- Gesellschaft zu Berlin. 21. Brauerei Pfefferberg vormals Schneider& Hillig, Attien- Gesellschaft zu Berlin. 22. Attien- Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg zu Schöneberg. 23. Schultheiß' Brauerei Aktien- Gesellschaft zu Berlin. 24. Brauerei Schweizergarten C. Schneider zu Berlin. 25. Spandauerberg- Brauerei vorm. C. Bechmann, Attien- Gesellschaft zu Berlin. 26. Berliner Unions- Brauerei zu Berlin. 27. Vereinsbrauerei zu Rirdorf. 28. Versuchs- und Lehrbrauerei zu Berlin. 29. Victoria Brauerei Attien- Gesellschaft zu Berlin. 30. Brauerei A. Werm Aktien- Gesellschaft zu Berlin. Jedes Wort: 5. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Kleine Anzeigen. Kanarienhähne, Selbstzucht, Zucht Kanarienhähne, Zuchtweibchen + 11* allee 115 III. +61 für die nächste Anzeigen Nummer werden Kanarienhähne, in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Gute Zuchtweibchen!! Scharfe Kanarienauswahl Lebuserstr. 3, Flottfingende 68/8 Seifertstamm, billig. Danziger Heckhähne!! Bornholz, Scharnhorst- weibchen, billigst. Mahnke, Görliger( Stamm Seifert). 8aulid, Pappel- Restauration. straße 34. +62 236* ftraße 32, 2. Haustür. Kanarienhähne, fleißig fingend, straße 92, Prigl. Kanarienhähne, Stamm Seifert, Kanarienroller, Seifertstamm, Kanarienvögel( echter Seifert billig( Seifertstamm). 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