SV. I ibennements-B« tfl ngnngtn; nements. Preis prSnumerando i �elZührl. 8,30 MI,, aiona«. 1,10 MI,. chentlich 28 Pfg, frei in« Hau«. Sinzelne Nummer S Pfg. Sonntag«- »immner mit illustrierter Sonntag«- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg, Post- «bonnemeM: l.IO Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. vnter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da« übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 22. Jahrg. CrfMit täglich aaStr tilontiai. Devltnev Volksblertk. Die InFertions- Gebühr »etrSgt für die fechsgespaltene Kolonel- zeit« oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerlschastliche Verein«. und«ersammiungs-Anzeigen 26 Pfg, „Klein» Hnieigen", das erste(fett- gedruckte) Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort 6 Pfg, Worte über 15 Buchstaden zählen für zwei«ort-, Inserate für die nächsle Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 1 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormtttag« geöffnet, Telegramm- Adresse: „SoalaUemoKrat Berti«". Zentralorgan der fozialdemokrattfcben Parte» Deutfchlands. Redaktion: 8M. 68. Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Str. 1983. Dienstag, den 24. Januar 1905. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Ami IT. Nr. 1981. Die Schlacht des Zaren! Niemals wird die Weltgeschichte den Blutfleck abwaschen, mit dem an diesem Sonntag in Petersburg die Ehre der Menschheit besudelt worden ist. Was Tolstoi unlängst in stürmenden Worten der Anklage über die Furchtbarkeit der Gegenwart gesagt hat, in der die Vernunft zur Ohnmacht verdammt werde, das ward an diesem Blutsonntog zur entsetzenden Tat. Der Zarismus hat einen Sieg über sein Volk errungen. Er hat Wehrlose zu Tausenden niedermetzeln lassen. Der Schnee der gefrorenen Straßen wurde von dem Blut der Frauen und Kinder gerötet, und die Soldaten, die im fernen Osten nur Niederlagen erlitten, dursten an diesem Sonntag in wüstem Rausch ein Fest des Sieges feiern. Und nicht revolutionäre sozialdemokratisch geklär�» Massen find eS, die es mit dem Tode und der Verstümmelung büßten, daß sie den Weg zur Freiheit suchten— mystisch Gläubige waren es. Männer, die Christus und den Zaren tief im Herzen hatten, wurden von den Bluthunden des Zarismus zerrissen. Ein Bild von geheimnisvoll unheimlicher Macht, dieser Zug der vetar, die am Sonntag zum Zaren wallten, um ihm die Not de§ Volke« zu klaget:, das Kreuz voran und das Bild des geliebten Herr- scher». Der Zarenthron und das Kreuz, das sind die beiden Gewalten, die das alte Rußland schützen zu müssen vorgibt. Wenn die Schergen des Zaren, wenn der finstere Pobjedonoszew mit fanatischem Eifer gegen die westeuropäischen Gedanken kämpft, dann ist eS immer dieselbe Fehde gegen die Gottlosen und Zerstörer der heiligen Ordnung, welche den Zaren und den Christusglauben au» der Seele des Volkes austilgen wollen. Dieselben Kreaturen des Zaren aber haben an diesem Sonntag den Christu» und den Zaren durchlöchert, unter dessen Schutz sich die Fromme» stellten. Nicht den Schutz der Religion, nicht die Er- Haltung der Monarchie gitt es in Rußland, das haben die Schüsse der Kosaken gegen Kreuz und Zarenbild aller Welt nunniehr in symbolischer Tat verkündet. Eine Horde von Verbrechern will sich i« einer Macht behaupten, das ist das nissische Rätsel. Mag ein Boll von 140 Millionen in Not und Elend verkommen, mag Rußland moralisch und wirtschaftlich zusammenbrechen, was liegt daran l Die Herren, die bisher das unselige Land knechteten, wollen weiter herrschen. Als Werkzeuge ihrer Macht aber bedienen fie sich der Unseligen de« Volkes, die auf Eltern und Brüder schieße», well ihr Sklavenfin» niemals zu denken ge- lernt hat. Der ungeheure Frevel, der vom Zarismus gegen Wehrlose ver- übt worden ist, brennt so lange auf der Stirn der Menschheit als ewig quälender Fluch, so lang« der Zarismus, der Schuldige des Frevels, mit seiner eigenen Existenz das Verbrechen nicht gesühnt hat. Jeder Tropfen schuldlosen Arbeiterblutes, das am Sonntag geflosten, ist heiliger und wertvoller, als das aller Zaren und Großfürsten, die Rußland bisher auf die Men'�en losgelassen hat. ES wäre nur eine Mlderung, aber keine Sühne des furchtbaren Frevel», wenn fich mit dem Blute der Geopferten da« der Henker gemischt hätte. Der mystische Schleier von der milden Gewalt des Friedens- zaren ist nun für immer zerrissen. Auch in dem dunkelsten Hirn russischer Sklaven leuchtet der Funke der Erkennt..is auf. Die Un- glücklichen, die in der Barbarei geistiger Knechtschaft verkommen sind und die eben noch mit Begeisterung für das teure Väterchen in den Krieg zogen, weil die gelben Bestien ja den edlen Friedenszaren zu vernichten trachten—, diese Millionen des russischen Riesenreiches werden nun auch erkennen, wie sehr fie von den Herrschenden angelogen und betrogen worden find. Da» Kreuz ist zerschossen, das fie schützen sollte, zerschossen von denselben Gewaltigen, die eS predigen. Des Zaren Bild ist durchlöchert, nicht vo.» den Um- stürzlern, sondern von den Trägern der herrschenden Macht I Es gibt keine Hoffnung mehr für das russische Volk, als die Zer- störung des Zarismus von der Wurzel aus, mit allen seinen Schrecken. Die Verbrecher, welche am Sonntag das Boll hinmorden ließen, jauchzen umsonst, daß nach dieser blutigen Lehre dem Volke es vergehen würde, Freiheit und Recht zu erstreben. Der Petersburger Blutsonntag kann nicht das Ende, sondern nur der Anfang jener Revolution sein, die die Menschheit von der Schmach deS russischen Absolutismus befreit. Noch ist es unmöglich, sich auS der Fülle der hereinflutenden, zum Teil erfundenen, zum anderen Teil bösartig tendenziösen oder — so weit die amtlichen Rachrichten in Betracht kommen— zynisch verlogenen und lächerlich abgeschwächten Meldungen ein klares Bild zu entwerfen. Klar in seiner ganzen Bestialität ist nur das Verbrechen der Schreckensherren des Zaren. Die Schädelpyramide der Wehrlosen, diese? einzige wahre Siegesdenkinal des Absolutismus, ist binnen 24 Stunden in die Wolken gewachsen. Wie aber gestaltet fich die Wehr der Rächer der geschändeten Menschlichkeit? Verworren und dunkel laufen die Meldungen durch- einander. Sicher scheint, daß die Träger der russischen Kultur, in erster Linie das mißhandelte Proletariat, entschlossen ist, dem Schrecken sich nicht zu beugen. Feige ist der zitternde Zar nach Peterhof entflohen; während er diniert, läßt er sich in wollüstiger Angst den blutigen Streckenrapport von seinen Dienern erzählen: Gelobt sei Jesus Christus, noch schießen die Kosaken auf sein gelievtes Volk l Aber er denkt der Salntkartätschen und der Geschichte der Romanows, die Zaren nicht sterben, sondem ausrotten läßt, wie wilde Tiere.... Wie lange noch? Geheimnisvoll schwemmt die Sturmflut von Blut und Schrecken die Nachricht mit heran, daß Pobjedonoszew gefährlich erlrankt sei— ist diese Krankheit ein Erfolg der Freiheitsbewegung? Die Marine- depots in Sebastopol stehen in Flammen— verbrennt dort ein Teil des verwesenden Zarismus? Die Geschichte der Menschheit fiebert in schicksalsschwerer Ent- scheidung. Die gesamte Kulturwelt harrt der Tat, die endlich den schweren Bann löst. Der Menschheit Würde ist in Eure Hand ge- geben, die Ihr Rußland von der Fremdherrschast der Tierheit be> steit...._ Der Blutsonntag. Der Zug der Beter. Tausende von Toten, Taufende von Verwundete»— das ist das Ergebnis des stammen, zarentreuen Zuges der Arbeiter. Die Zahlen schwanken: 2000, 3000, 10 000— ein Meer von Blut von wehrlosen Männern. Frauen und Kindern. Die Ereignisse am Sonntage schildern Telegramme des „Berliner Tageblatt": „Bald nach Mitternacht hatte eine Arbeitermenge von an tausend Mann das städtische Wasserwerk anzugreifen gesucht, um es zu zer- stören. Sie wurde von Militär durch scharfe Schüsse zurückgetrieven, an 30 Tote un» Verwundete zurücklassend. Der blutig eingeleitete Tag sollte blutig verlaufen. Schon beim Morgengrauen wurden sämtliche aus den Vorstädten nach der Stadt führenden Straßen durch einen fünffachen Militärkordon ge- sperrt, um keine Arbeitermengen ins Zentrum gelangen zu lassen. Der Platz vor dem Winterpalais wurde vom Militär okkupiert. Im Hof des Palais war eine Artilleriebrigade postiert. Die Straßen durchzogen starke Reiterdetachenieuts. Kosaken mit blanker Klinge wurden ai den meisten Straßenecken aufgestellt. Gegen 10 Uhr morgens waren der Warschauer Bahnhof und der Baltische Bahnhof von einem Militärkordon umgeben, um das Ein- dringen von Arbeitern zu verhindern. Gegen 11 Uhr 15 Minuten marschierte die gewaltige Arbeiter- menge an. Den Demonstrierenden voran zog der Priester Gapon, der in einer Hand das Kreuz, in der anderen eine Rolle mit der Vitt- schrift fiir den Zaren und den Forderunge» der streikenden Arbeiter trug. Ihm folgten 1b 000 bis 18 000 Mann, die eine Hymne sangen. Etwa 80 Schritt vor dem Militärkordon tönte dem Haufen der Befehl, zurückzugehen, entgegen, da sonst geschossen weiden würde. Ein Moment des Zögerns kam in die Menschenmasse. Dann trat Gapon vor. um mit dem Offizier zu unterhandeln, wobei er ver- suchte, ihm die Bittschrift zu überreichen. Alles wurde aber zurück- gewiesen. Nun kehrte Gapon um und stellte sich an die Spitze teiner Schar, die jetzt vormarschierte. Ein Kommandoruf ertönte, die Hähne knackte», dann fiel um 11 Uhr 40 Minuten die erste Salve blinder Schüsse. Die Arbeiter marschierten weiter vor. Ein neuer Kommandoruf, ein Knacken, und drei scharfe Salven wurden in den di�t-n Haufen hineingeschossen. Ein furchtbarer Schrei deS Entsetzens ertönte. Schmrrzensrufe, Stöhnen der Verwundeten, welche eine wilde Flucht der Arbeiter hervorriefen, war das Resultat dieses Gewaltaktes. Als einer der ersten war der Priester Gapon verwundet umgesunken, den Schnee mit seinem Blute färbend. Um ihn lagen Tote und Verwundete zu vielen Hunderten. Furchtbar wur die Wirkung des FenerS aus so nahe Distanz gewesen. Wohl fielen vereinzelte Nevolverschüsse aus den Reihen der fliehenden Arbeiter, die von wilder Panik ergriffen, dahinjagten und die ihre Wut an vereinzelten Polizetposten ausließen, indem sie mehrere von ihnen töteten. Hier war die Tragödie zu Ende. An 300 Tote und ebenso viel Verivundete deckten die Straße. Nach zwei Stunden konnte ich unbehelligt bis zu den Putilow-Werken gelangen, wo ein großer Anschlag am Tor verkündete, daß alle Arbeiter den rückständigen Lohn erhalten können. Ueberall standen kleinere Gruppen von Arbeitern und weinenden Frauen zusammen, die heftig gescilulierten. Ich befragte einige und erhielt zur Antwort, sie begriffen nicht, warum Militär auf sie schieße, wo sie doch nur dem Zaren ihre Bittschrift übergebe» wollten. Sehr blutig verlief ein zweiter Zusammenstoß an der MoSkauschcn Pforte, auf welche 20 000 Arbeiter aus Kolpino anrückten. Hier sollen an Tausend tot und etwa 300 verwundet worden sein. In gleicher Weise wurden die Arbeiter auf anderen Straßen empfangen. Auf dem Platz vor den: WinterpalaiS war bis 6 Uhr abendS alles ruhig, denn jede kleine Ansammlung wurde sofort gesprengt und überritten. Einige zehntausend Arbeiter waren immerhin in der Stadt. Sie promenierten ruhig durch die Straßen; doch wo sich ein Auflauf zeigte, da sprengten gleich Kosaken mit blanker Waffe heran, eine Schneewolke hinter sich lassend. Man hörte Angstschreie und Hülferufe, hörte Schüsse fallen, dann war alles ruhig. Der Versuch, zu revol- tieren, schien völlig gescheitert. Die Zahl der Toten anzugeben, ist schwer, doch dürfte sie gegen 2000 betragen. Die Zahl der Wer- tvimdeten festzustellen, ist unmöglich. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Am späten Nachmittag fanden in einzelnen Hauptstraßen wie den Newski, der Morc-kaja und der Gorochoivaja regelrechte Straßen- kämpfe statt. Auf Umwegen gelaugten Arbeiterströme in das Zentrum der Stadt und versuchten sich vergeblich zu einem festen Körper zusammenzuschließen und gegen das Militär geschlossen vorzugehen. Bei der Admiralität gab das Militär im Laufe des Tages zehn scharfe Salve» ab, die viele Opfer forderten. Stellenweise ant« warteten die Arbeiter durch Werfen von Handgranaten und Bomben und durch das Absangen vereinzelt fahrender Militärpersonen, die halbtot geprügelt wurden. Sonntag abend machte die Stadt den Eindruck eines großen Heer- lagerS. Auf den Plätzen und in den Straßen brennen Wachtfeuer und lagern Truppen; man hört Rossegewieher und-Gestanipf. Die Hospitäler smd überfüllt. Die Zahl der Verivundeteu soll au 4000 bettagen. Den Oberbefehl über die Truppen ftihrte Großfürst Wladimir, in dessen Palais sich seit dem ftühen Morgen sein Stab befand. Die erteilte Parole war, keinen zu schonen und jede Zusammen- rottung zusammenzuschießen. Diese Parole wurde streng befolgt, ein entsetzlich blutiges Werk wurde verrichtet; leider haben viele Nuschuldige leiden müssen, die für ihre Neugier schwer bestraft worden sind. Die Polizei und die Gendarmerie ivaren so gut wie außer Funktion gesetzt. Es herrschte Militärgewalt. Schüffe aufs Kreuz. Aus Telegrammen des.Tag": Es ist furchtbar; das Blut erstarrt einem in den Adern bei diesem Anblick in Friedenszeiten. Die Arbeiter selbst sind vollständig unbewaffnet. Sie hatten die friedlichsten Absichten und wollten nur ihre Petitton einreichen... Sobald der Platz vor dem WinterpalaiS gesäubert war. zog die nach vielen Tausenden zählende Menge den Newstt- Prospekt entlaug. Hier wiederholten sich die Schreckensszenen. An der Polizeibrücke wurde abermals scharf geschossen. Neue Opfer fielen, auch Frauen.... Es war ein echtes Revoluttonsbild, da» sich jenseits der Newa in den Stadtteilen Wassili-Ostrotv an der Petersburger Seite fortsetzte. Hier wurde ebenfalls scharf geschossen, und der Schnee färbte sich rot von dem Blut zahlreicher Opfer, desgleichen am Narva-Tor wie am Newski-Tor, wo große Fabriken liegen. Hier wurde sogar ein Priester schwer verwundet, der mit einem Heiligenbild und dem Bildnis des Zaren in den Händen dem Zuge voranging. Frauen und Kinder. Augenzeugen der Sonntags- Metzeleien berichten in Wiener Blättern: Am furchtbarsten wütete das Militär beim Alexandergarten, wo zuletzt die Infanterie zwei Salven abgab. Die Toten, welche in Droschken und Fuhrmannswagen abgeführt wurden, stich entsetzlich zugerichtet von Säbelhieben und Pferdehufen. Wenn Schlitten mit Toten und Verwundeten, worunter Frauen und Kinder, durch die Menge fuhren, wurden alle Häupter entblößt. 4b 4» „Seid gnädig!" Aus offiziellen Telegrammen: Ein Arbeiter richtete von einem Fenster eine Ansprache an die Kameraden, in welcher er auf die Gewalttätigkeit der Truppen und auf die Hallung des Kaisers gegek das Volk hinwies. Die Menge nahm die Rede sympathisch auf. Ein Arbeiter schrie: Nieder mit der Selbstherrschaft! Als auf der Schlüsselburger Chauffee der erste blinde Schuß fiel, begann die Menge, energisch vorzudrängen. Die Kosaken hieben anfangs mit den Nagaiken und der flachen Klinge ein, was mehrere Verwundungeu zur Folge hatte. Hierauf sanken die vorn stehenden Arbeiter auf dir Knie und flehten die Kosaken an, sie zum Kaiser zu lassen. Sie riefen:„Wir gehen nicht gegen den Kaiser, wir wollen ihm selbst die volle Wahrheit sagen. Seid gnädig, laßt uns zum Kaiser!" Ihr Flehen blieb jedoch ohne Wirkung. Alsdann drängte die Menge aufs neue vor, worauf noch drei Salve» abgegeben wurden. « �» Barrikaden. Aus offiziellen Telegrammen: Die Menge beschloß, bewaffneten Widerstand z« leisten und stellte in der vierten Linie im Wassilielvskij- Ostrow-Stadtteil Drahthindernisse her. Ein Teil der Aufrührer zog fort, um sich zu bewaffnen. Vorübergehenden Offizieren werden die Degen weggenommen. Vor der Menge, welche von den Putilow- werken her kam, schritt mit deni Kreuze in der Hand der Priester Gapon, neben ihm ein Bauer mit dem durchschossenen Bilde deS Kaisers. Gapon selbst ist verwundet. Im Wasstliewskij-Ostrowo-Stadtteil zerstöre» die Aufrührer die Telegraphrnlcitungen und bauen Barrikaden. Sie bewaffnen fich mit Säbeln und Werlzeugen. Höchst erbittert ist die Menge im Zenttum der Stadt geg«n die Offiziere. Man reißt ihnen die EpaulettS ab, schlägt sie und ruft: „Mörder!" «« Beim Anbruch der Nacht. Die Telegramme der bürgerlichen Blätter sind fich einig über die ungeheure Brutalität der wahnsinnig gewordenen Soldateska, erzählen aber, um den Eindruck deS Fürchterlichen abzuschwächen, daß die zur Wut entflammten Massen sich zur Wehr setzten. Nachdem die Menge am Sonntag sich verlaufen, ritten immer noch Militär- DetachementS mit blankgezogenen Waffen über die Plätze und sprangen oft in großem Uebereifer direkt auf das Trottoir, um ruhig da- stehende Gruppen mit dem Säbel zu bedrohen. Bon der Salve, die bei der Polizeibrücke abgegeben wurde, drangen in das Palais Strongonow verschiedene Kugeln. Das Volk raste förmlich, berichtet der„Lokal-Anzeiger", beim Anblick des Militärs. Viele habe» ihre Männer, ihre Brüder verloren. Das Geschrei der Weiber erfüllte die Lust jenseits der Newa. Im Wassiliostrow- Stadtteil wurden regelrechte Barrikaden aus Wagen und Schlitten aufgebaut. Zu Fuß gehende höhere Militärs wurden unmifhörlich insulttert. „Einige Verwundungen" sind vorgekommen— in diesem Stil arbeiten die Wolffschen Depeschen über die Petersburger Metzeleien. 4» Die Darstellung des Zensors. Petersburg, 23. Januar. Amtlich wird gemeldet: Im Anfang deS Jahres 1904 wurden auf Ersuchen einiger Fabrikarbeiter PeterS- burgs die Statute» der Petersburger Gesellschaft der Fabrikarbeiter bestätigt. Die Gesellschaft bezweckte, zur Befriedigung der geistigen und religiösen Interessen beizutragen und die Arbeiter von ver- brecherischer Propaganda fernzuhalten. Zum Vorsitzenden wählten die Arbeiter den Geistlichen deS DeportatioiiSgefäugiiisseS Georgij Gapon. Nach und nach begann die Gesellschaft, die Beziehungen der Arbeiter zu den Arbeitgebern zu beraten und im Dezember 1901 veranlaßte sie die Arbeiter zur Ein- Mischung in die Frage der Entlassung von 4 Arbeitern der Putilow- werke, von denen einige, wie erwiesen ist, nicht einmal entlassen sind, sondern freiwillig die Arbeit aufgegeben haben. Trotzdem stellten die Arbeiter am 1ö. Januar die Arbeit ein, ausgereizt durch Gapon und Mitglieder der Gesellschaft. Dabei forderten sie Abänderung der Arbeitsordnuiig und Entlassung von Arbeitern. Die der bergbauliche Verein feine ftri gegenüber den Arbeiterforderungen trat zivar eine Erholung der Kurse Rosenthe Beruhigungsversuche der Fabritinspektion waren fruchtlos. Alle Ar-| politischer Art, und deshalb haben wirtschaftliche Verbesserungen| staltet habe als beiter mehrerer großer Fabriken traten dem Ausstande bei, der sich politische Reformen zur Voraussetzung. Daher haben wir unser lehnende Haltung schnell ausdehnte und fast auf alle Fabriken übergriff. Gleichzeitig Programm geändert. Aber wir brauchen die moralische Unterstützung gegeben habe, wuchsen die Forderungen der Arbeiter. Die schriftlich, meist von der gebildeten Klassen. Am Sonntag versammeln wir uns um 2 Uhr Werte ein, auf die telegraphischen Meldungen aus Paris, daß Gapon formulierten Forderungen wurden unter die Arbeiter verteilt. auf dem Platz vor dem Winterpalast. Wir haben dem Fürsten Mirski das Publikum seine russischen Papiere in Maffe abzustoßen Die Arbeitgeber hielten eine Beratung ab und kamen zu dem mitgeteilt, daß wir den Zaren zu sehen und ihm ein Gesuch um erfolgte aber alsbald aufs neue ein Abfall, speziell in Bankai Ergebnis, daß die Befriedigung einiger Ansprüche ein vollständiges eine Verfassung zu überreichen wünschen. Wir werden ohne rote so daß diese sich im Vergleich zum Sonnabendkurs meist um Sinken der Industrie zur Folge haben müsse, andere Forderungen Fahne, ohne revolutionäre Lieder oder Rufe kommen, einfach als trene bis vier Prozent niedriger stellten. müßten geprüft und teilweise auch erfüllt merden. Dabei wurde die Bürger, um den Zaren zu sprechen, der von der Bureaukratie ge- Noch bewegter gestaltete sich der Rentenmarkt, an dem bald Bereitwilligkeit ausgesprochen, mit den Arbeitern zu verhandeln, was täuscht worden ist und unsere Bedürfnisse nicht kennt, aber sie, wie nach Börsenbeginn ein ziemlich umfangreiches Angebot in russischen aber bei der Organisation der Ausständigen unmöglich war. Ver- wir hoffen, von uns erfahren wird. Wir hoffen, daß wir Werten hervortrat, doch nahm die Ruffentlique alles auf, so daß Handlungen waren nur mit Arbeitern einzelner Fabriken möglich. das Gesuch dem Kaiser überreichen und Worte der Hoff zunächst die Kursrüdgänge nur bis zu 1 Prozent betrugen. Als Damit waren die Arbeiter aber nicht einverstanden. Da der Aus- nung von seinen Lippen hören werden. Wenn er ablehnt, dann auf die Pariser Meldungen über den dort erfolgten Abfall stand ohne Störung der Ruhe verlief, wurden keinerlei Repressiv- wird es eine furchtbare Erhebung geben. Es ist möglich, daß russischer Anleihepapiere und Eisenbahnprioritäten die Arbitrage maßnahmen ergriffen und keine Verhaftungen vorgenommen. ein Präfekt oder ein Minister fommen wird, um anstatt des Kaisers große Abgaben vornahm, vermochte aber die InterventionsDoch der Agitation der Arbeitergesellschaft schloß sich bald die das Gesuch entgegenzunehmen, aber darauf werden wir nicht ein- gruppe trotz aller Stüßungsbemühungen nicht standzuhalten. Die Agitation revolutionärer Kreise an. Am 21. d. M. trat die Gefell- gehen. Wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, werden wir Kurse der russischen Anleihen gingen meist um 1 bis 2 Proz., schaft, geführt von Gapon, offen mit ihren revolutionären Be- der Welt bewiesen haben, das friedliche Mittel vergeblich sind, und die Eisenbahnprioritäten um 1 bis 1 Proz. zurück; einzelne strebungen hervor. An diesem Tage faßte Gapon eine Petition der wir werden den Versuch nicht wiederholen, sondern mit anderen Werte, wie die nachstehenden offiziellen Notierungen zeigen, sogar Arbeiter an den Kaiser ab, welche außer den Forderungen für die Mitteln unser möglichstes tun. Ich rechne darauf, daß bis zu 2,60 Proz. Arbeiter freche Forderungen politischen Charakters enthält. Unter 500 000 Einwohner bon Petersburg, darunter 130 000 21. Januar 23. Januar den Arbeitern war die schriftliche Aufforderung von der Notwendig- Arbeiter, sich in der Nachbarschaft des Balastes ber= Russische 4proz. konsolidierte Anleihe bon 1880. feit verbreitet, sich am 22. auf dem Palaisplatz zu versammeln, um sammeln werden. Wenn die Polizei oder die Kosaken uns den Weg durch Gapon dem Kaiser das Bittgesuch zu unterbreiten. Den zum Palast sperren und uns auseinandertreiben, wie es in Moskau Arbeitern wurden die Forderungen politischen Charakters und der mit der Voltsmenge geschah, können sie Gewalt anwenden und Blut Zweck der Versammlung auf dem Palaisplay verheimlicht. bergießen. Ich werde in der ersten Linie stehen, wie es dem Führer geziemt, der für den schicksalsschweren Schritt seiner ihm vertrauenden Gefährten verantwortlich ist, und wenn die Regierung uns niederschießen läßt, werde ich als der erste fallen. Vielleicht werde ich am Sonntag mein Leben lassen, aber ich bin überzeugt, daß das vergossene Blut uns die Freiheit bringen und mehr erreichen wird, als die erfolgreichste Agitation. Wenn der Zar weise ist, wird er am Sonntag nach Petersburg fonimen, um uns zu empfangen." Die fanatischen Reden, die Gapon, seine geistliche Würde vergeffend, an die Arbeiter richtete, sowie die verbrecherische Agitation erregten die Arbeiter dermaßen, daß sie am 22. in großen Massen nach dem Zentrum der Residenz zogen. An einigen Punkten fam es zwischen ihnen und den Truppen infolge der Weigerung, den polizeilichen Anordnungen Folge zu leiften oder infolge direkter Angriffe auf das Militär zu blutigen Zusammenstößen. Das Militär mußte feuern. Dies geschah auf der Schlüsselburger Chaussee, bei dem Narwaschen Triumphtor, auf dem Troiztiplaz und in der vierten Linie im Wassili- Ostrowstadtteile, Die Stimmung in Petersburg. im Alexandergarten, auf der Ecke der Newsky und Mit frechem Hohn verbreitet die russische Regierung den der Straße Gogols, bei der Polizeibrüde und bei der Kafan- folgenden Streckenbericht": fathebrale. Auf der vierten Linie errichtete die Menge aus Die Zahl der Getöten bis gestern abend 8 Uhr beträgt Draht und Brettern drei Barrikaden und hißte auf einer derselben 76, die der Verwundeten 233. Unter den ersteren befindet sich eine rote Fahne. Aus den Fenstern der benachbarten Häuser wurde ein Revieraufseher, unter den letzteren der Gehülfe eines das Militär mit Steinen beworfen und beschossen. Die Menge nahm Stadtteil- Aufsehers, ein Schuhmann und ein Gendarm. den Schuhleuten den Säbel fort und bewaffnete sich damit, plünderte Nach dem Bureau Laffan" erklärten die Regierungsdie Waffenfabrit von Schaff und nahm gegen hundert Klingen fort, behörden: die ihr aber zum größten Teil wieder von der Polizei abgenommen wurden. Die Menge zerstörte die Telephonleitung und stürzte die Tele- d graphenstangen um. Auf das Amtsgebäude des zweiten Stadtteils wurde ein Angriff gemacht, ein Lokal wurde zerstört; auf der Petersburger Seite wurden abends fünf Buden geplündert. Das Ultimatum an den Zaren. Das Schreiben des Priesters Gapon an den Zaren lautet: " Herrscher, glaube nicht, daß Dir die Minister die volle Wahrheit über die Lage gesagt haben. Das ganze Volt vertraut Wahrheit über die Lage gesagt haben. Das ganze Volk vertraut Dir und beschloß, morgen nachmittag 2 Uhr vor dem Winter palais zu erscheinen, um Dir seine Not darzulegen. Wenn Du, wankelmütig, nicht vor dem Volke erscheinst, dann zerreißt Du das moralische Band zwischen Dir und dem Volke. Das Vertrauen zu Dir wird schwinden, da unschuldiges Blut zwischen Dir und dem Volke fließen wird. Erscheine morgen vor Deinem Bolte, empfange unsere Ergebenheitsadresse mutigen Geistes! Jch, der Vertreter der Arbeiter, und meine tapferen Arbeitsgenossen garantieren die Unverleglichkeit Deiner Person." Damit der Zar dieses Schreiben nicht erhielt, schoffen die Rofalen. Der Priester Gapon. Eine amtliche Meldung behauptet, daß der Priester Gapon nicht berwundet worden sei. Der verleumderische Charakter der nachfolgenden Darstellung über die Tätigkeit des frommen Märtyrers geht aus dem Folgenden unzweideutig hervor: Die Zahl der Bugteitnehmer wurde auf 15 000 Mann geschätzt, darunter zwei Geistliche; einer im Ornat mit dem Kreuz in der Hand; im Zuge wurden außer Heiligenbildern und Kirchenfahnen das Bildnis des Kaisers getragen. Georgi Gapon schritt in Begleitung seiner Leibwächter und trug das Erreichung des Reichsratsgebäudes anlegen, von wo er ungehindert einfache Kleid der Geistlichen; das Drnat sollte er erst bei der über die Morskaja nach dem Plaz vor dem Kaiserpalast zu gelangen rechnete. Die Menge zog unter Abfingung des Chorals ,, Gott rette deine Leute, schenk Sieg unserem rechtgläubigen Herrn" dahin. Als das Kommando zum Feuern erschallte, erfolgte eine Salve gegen den Zug; die Heiligenbilder und das Bildnis des Kaisers wurden von Kugeln durchlöchert; der an der Spitze gehende Geistliche wurde verwundet; Gapon, der sich gleich anderen zu Boden geworfen hatte, troch in ein benachbartes Haus und zog sich bürgerliches Gewand an. Einer seiner Umgebung vermochte zu entkommen. ,, Wir haben ihnen eine Lehre gegeben. Jetzt werden wir eine Zeitlang Ruhe haben." 4proz. Koslow- Woronesch- Prior. von 88,25 87,00 Russische 4proz. tonsolidierte Anleihe bon 1889. 89,60 87,00 4proz. russische Anleihe von 1902 31/ proz. russische Anleihe von 1894 41/ proz. Anleihe von 1905 89,20 87,60 79,75 78,00 95,75 94,40 89,00 87,00 • 94,00 93,00 88,25 91,25 90,00 89,25 88,25 90,00 88,25 125,00 119,75 1887 4proz. Rurst- Kiew- Prioritäten 4proz. Moskau- Kiew- Woronesch. 4proz. Rjäsan- Koslow 4proz. Wladitawlas von 1895 do. von 1898 Nussische Bank für auswärt. Handel. Bedeutender waren die Kursrückgänge in Paris, besonders in russischen Industriepapieren. Anscheinend rechnet man dort damit, daß die Schlächtereien in Petersburg eine weitere Ausdehnung der russischen Ausstandsbewegung zur Folge haben werden. Dagegen scheint nach den Wolffschen Depeschen die Petersburger Börse nur schwach reagiert zu haben- infolge welcher Widerstandsaktionen, läßt sich nicht ersehen. " Nach dem Blutsonntag. ,, Bis zum letzten Blutstropfen!" th Die Frage war am Montagmorgen: Werden die Truppen ihrem militärischen Eide treu bleiben? Die Antwort ist, daß Laffan", daß der Tag verhältnismäßig ruhig zu beginnen Noch vom Vormittag des Montag meldete das Bureau Montag abend 2000 Menschen in bürgerlicher Kleidung tot scheine. In vielen Zweigvereinen des Arbeiterklubs wurden in den Straßen von Petersburg und 5000 verwundet in den Sonntagabend Versammlungen abgehalten, welche beschlossen, Hospitälern liegen. Eine große Anzahl weiterer Verwundeter die gestellten Forderungen aufrechtzuerhalten; ferner wurde befindet sich außerdem in Privathäusern in Verstecken. Die beschlossen, Plünderungen und Schädigungen des Eigentums Regierung hat de:: Verkauf von Petroleum verboten, da die vorzubeugen. Das Bildnis des Kaisers wurde gestern int Arbeiter größere Mengen Petroleum zusammenzubringen ver- Arbeiterklub vernichtet. Montag vormittag 11 Uhr wurden suchen, um die Paläste in Brand zu stecken.(?) Dem„ Tag" wird aus Petersburg telegraphiert: Der Generalftreit auf telegraphische Weisung des Ministers des Innern alle der Arbeiter wächst sich immer mehr und deutlicher zur echten revolutionären Zweigniederlassungen des Arbeiterklubs geschlossen. Bewegung aus, die jetzt alle Rücksichten fallen läßt. Natürlich wird in Indessen hat auch der Montag neue Megeleien gebracht, erster Linie die Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse angestrebt, über deren Unifang noch keine näheren Nachrichten vorliegen. deren Los in Rußland beflagenswert ist... Wer Gelegenheit hatte, Auf dem Newstiprospekt kam es zu einem Zusammenstoß, bei die Reden der Arbeitervorstände in ihren verschiedenen Settionen dem das Militär mehrere Salven abgab. es gibt deren hier elf- anzuhören, staunt über den Freimut und die In Wassiljewsti- Ostrow wurde, wie„ Laffan" meldet, eine Unberblümtheit, mit der die bestehende Staatsverfassung Barrikade, die in der Nacht errichtet worden war, durch verdammt wird. Sollte man lassen," so sprach einer der Arbeiter in einer Versammlung, verloren dabei das Leben. unsere Bitte unberücksichtigt Artillerie zerstört. Dreißig Helden, die sie verteidigt hatten, so wollen wir es ruhig bis zum Aeußersten fommen lassen; möge man uns insgesamt als Kanonenfutter niederstrecken, ich stelle mich als erster zur Verfügung; dann fann die Regierung in Zukunft vielleicht ohne uns auskommen, da sie dann nur Kapitalisten als Untertanen haben wird." Die Streifenden und die mit ihnen sympathisierende Menge, darunter ein großer Teil der gebildeten Bevölkerung, find unzweifelhaft fest entschlossen, nicht eher gu raften, als bis das gewünschte Ziel erreicht, die langersehnte Verfaffung erzwungen ist. Kundgebungen der Intellektuellen. steller eine Beratung ab über die Maßnahmen, welche zur Vorbeugung Sonnabendabend hielten in Petersburg eine große Anzahl Schrift Abordnung zum Minister des Innern zu senden, um ihn zu vereines Blutvergießens ergriffen werden könnten. Es wurde beschlossen, eine anlassen, den Kaiser geneigt zu machen, daß er die Petition der Arbeiter entgegennehme. Unter den Abgeordneten befand sich auch Maxim Gorki. In der Amtswohnung des Ministers des Innern wurde der Abordnung gesagt, daß der Minister nicht zu Hause sei; die Abordnung wurde sodann an den Gehülfen des Ministers Rydszewsky gewiesen. Dieser erklärte, er fönne in der Sache nichts tun und würde die Bitte der Schriftsteller dem Minister übermitteln. Hierauf wandte sich die Abordnung an den Staatssekretär Witte, welcher äußerte, er fönne nicht an den Kaiser die Bitte richten, daß er unverzüglich irgendwelche Entscheidung treffe. Weiter bemerkte Witte, er persönlich könne sich nicht Dagegen berichtet das Bureau Laffan": in die Anordnungen des Ministers des Junern einmengen, werde Gapon hat für seine Ideale sein Leben gelassen oder liegt ihn aber über die Abordnung in Kenntnis setzen und ihn bitten, sie wenigstens durch die Brust geschossen im Hospital. Gapon galt den zu empfangen. Hierauf sprach er mit dem Minister des Innern Sozialisten eine Zeitlang als verdächtig, weil er mit Subatom, der durch Fernsprecher, welcher erwiderte, er werde die Abordnung nicht die sogenannten„ loyalen" Arbeiterorganisationen gründen wollte empfangen. und mit Plehwe in Verbindung stand und anscheinend mit ihnen Sonnabend fand eine stark besuchte Versammlung von Leuten, zusammen arbeitete. Er tat dies aber, wie er am Freitag in einer die den gebildeten Ständen angehörten, statt. In derselben wurde Unterredung mit dem Petersburger Korrespondenten des„ Daily beschlossen, Komitees zu bilden für Sammlung von Spenden für Telegraph" erklärte, nur, weil es ihm anders überhaupt nicht möglich war, die Familien der geschädigten Arbeiter. Die Verteilung der Spenden an die Arbeiter heranzutreten, ohne daß man ihn von oben herab ist dem Hülfsverein für politische Verbannte und Gefangene überfofort stumm gemacht hätte. Aber sofort nach Plehwes Tode warf tragen. # Wirkung auf die Börse. Dasselbe Bureau meldet vom Montag: Die Arbeiter der Butilow- Werke beschlossen in einer Bersammlung den Kampf bis zum letzten Blutstropfen fortzusehen. Die Aufregung unter der Bevölkerung hat den Explosionspunkt erreicht. Große Arbeitermengen füllen die Straßen. Die Reichsbank ist geschlossen worden. Die Maschinen der Nowoje Wremja" sollen zerstört worden sein. Ein Sieg der Revolutionäre. Eine weitere Laffan- Meldung besagt: 12 000 ausständige Arbeiter von den Kapilow- Werken, drei deutsche Meilen von Petersburg entfernt, marschieren auf die ihnen geschlagen. Hauptstadt. Das Militär, das gegen sie anrückte, wurde von Nach den bisherigen Erfahrungen kann nur bermutet werden, daß die Arbeiter entweder vorzüglich bewaffnet sind oder daß das Militär zu ihnen übergegangen ist. " Im Dienste des Zaren und der Religion"! Aus Paris wird dem Lokal anzeiger" telegraphiert: Nach Meldungen aus Petersburg erhielten General Wassilische tow, Kommandant der Petersburger Marschtruppen, General Sacharow und der Stadt- Präfei. Foulon eine Art Diktatur für die Zeit des Aufruhrs; sie gaben ein durch das Polizeijournal verbreitetes Communiqué aus, welches die ruhige Bürgerfa, aft dazu beglückwünschte, daß sie sich von den Unruhen ferngehalten habe. Das Militär habe im Dien des Zaren und der Religion, welche durch gottverlassene Priester beleidigt worden sei, schweren Herzens jeine Pflicht erfüllt. Die Nachricht von der Errichtung der Militärdiktatur wird von der offiziösen Petersburger Telegraphenagentur folgendermaßen dementiert: Der Unruhen wegen haben viele Behörden heute keine Sizungen abgehalten, weshalb wohl auch in Paris Gerüchte über Militärdiktatur entstanden sind. Dem entspricht auch folgende offiziöse Meldung aus Petersburg: Die vierte Zivilabteilung des Bezirksgerichts stellte ihre Sizungen ein, da zehn Rechtsanwälte beantragten, die für heute angesezten Verhandlungen wegen mangelnder Ruhe zu vertagen. Wir haben keinen Kaiser mehr! Der Priester Gapon hat folgenden Brief an die Arbeiter gerichtet:„ Nach dem heutigen Tage haben wir keinen Kaiser mehr. Das Blut der Unschuldigen trennt ihn vom Volke. Infolgedessen rufe ich: Es lebe der Beginn der Volkserhebung für die Freiheit. Ich segne Euch alle und werde heute abend mit Euch sein." Rußland hat tatsächlich keinen Kaiser mehr! Von den Furien verfolgt, flieht der Schuldige des Petersburger Massenmordes von Ort zu Ort. Von Petersburg nach Zarskoje- Sselo! Von Barskoje- Sjelo nach Peterhof. Die nächste Station soll dann Livadia sein wenn ihn sein Schicksal nicht unterwegs ereilt. er die Maske ab und strebte offen seinem Ziele zu. Ueber feine In einer in der letzten Nacht stattgehabten Versammlung von Tätigkeit während dieser Zeit erzählte er:" Ich versuchte zuerst, Redakteuren Petersburger Zeitungen wurde beschlossen, an die Zensur eine Kolonie für die Arbeitslosen einzurichten, und schrieb über der Hauptverwaltung folgende Anzeige zu richten: Die Redaktionen diesen Gegenstand eine Denkschrift, die ich der Kaiserin überreichte. der Petersburger Beitungen bringen zur Kenntnis, daß die Eristenz Sie sprach mir ihre warme Anerkennung meiner Ideen aus. Aber der periodischen Presse nur unter der Bedingung möglich ist, wenn die Sache machte teine Fortschritte, und ich erhielt keine Erlaubnis. sie alle Ergebnisse des gesellschaftlichen Lebens mitteilen kann; Dann tam Subatow. Ich wußte, daß er und seine Agenten die infolgedessen halten es die Organe für unmöglich, sich nach den ZensurArbeiter lediglich organisieren wollten, um sie zu täuschen und ihre verboten auf diesem Gebiete zu richten. Die Konferenz beschloß ferner, Führer zu ermitteln, damit diese dann eingeferfert oder in die Ver- den Segern vorzuschlagen, Deputationen zu Berhandlungen mit den bannung geschickt werden könnten. Trotzdem beschloß ich, seinem Arbeitern zu wählen, um die Wiederaufnahme der typographischen Vorbilde zu folgen und unterbreitete vor acht Monaten Herrn Arbeiten in die Wege zu leiten. b. Plehre einen Plan für die Gründung von Arbeiterorganisationen. Ich erhielt die Ermächtigung dazu und brachte absichtlich von einander verschiedene Arbeitergruppen in eine Drganisation zusammen, Die Nachricht von den russischen Mezeleien in Petersburg hatte um den politischen Interessen das Uebergewicht über die wirtschaft- heute an allen größeren Börsenplägen, an denen im stärkeren Maße lichen zu verschaffen. Ich bildete die Führer, Sekretäre und Redner russische Renten- und Eisenbahnpapiere gehandelt werden, einen nicht aus, hatte aber keine finanziellen Hülfsquellen. Jezt habe ich elf unbeträchtlichen Kursrückgang jener Werte zur Folge. Allerdings so Bentralorganisationen, die Tag und Nacht arbeiten." beträchtlich, wie man nach der blutigen Schlächterei in Petersburg Ueber seine Politik und seine Biele äußerte sich Gapon folgender- und ihrer unausbleiblichen Rückwirkung auf die ohnehin höchst pretäre Aus Paris wird gemeldet: maßen: Nur politische Zugeständnisse können den Weg für wirtschaftliche Lage des garenreichs erwarten sollte, waren die wirtschaftliche Reformen ebnen. Bevor der Streit begann, fuchte Kursstürze nicht. Ueberall hatten sich die Vertreter Mehrere Montag morgen bei hiesigen Botschaften ein. ich den Polizeipräfekten auf und teilte ihm mit, daß wir vornehmlich an den früheren und legten russischen Anleihen getroffene Telegramme verzeichnen das Gerücht, daß die die Arbeit einzustellen beabsichtigten, falls unser Los nicht beteiligten Banten eingefunden und suchten durch sogenannte Familie des Zaren nach Peterhof gesandt worden, aber der durch Erfüllung unserer ihm schriftlich überreichten Forderungen Interventionstäufe die Sturfe der angebotenen russischen Bapiere Bar felbft in Zarstoje- Sielo geblieben sei. Der Zar er. verbessert werde. Er fragte mich, mit welchem Recht ich für möglichst zu halten. Hier in Berlin hatte die bekannte Spezialfirma fundigte sich insbesondere danach, wer eine Gruppe von die Arbeiter spreche. Ich antwortete, weil ich ihr Vertrauen für ruffische Anleihen, das Haus Mendelssohn u. o., das die Revolutionären gegen Zarskoje- Sselo geführt und welche genöffe, und daß fie meinem Rate folgen würden. Er nahm die Interventionsaltion leitete, sogar ihren ganzen Stab aufgeboten. Militärabteilung ihr den Weg dorthin verlegt habe. Er Forderungen entgegen und sagte, er würde mit den zuständigen Gleich zu Beginn der Börse sezten die meisten leitenden Bank- erfuhr nicht die Zahl der Toten und Verwundeten. Persönlichkeiten sprechen. Am nächsten Tage benachrichtigte er mich, und Montan- Aktien, obgleich die Hochfinanz die Kurse zu stützen daß die Forderungen nicht bewilligt werden würden, und dann erst suchte, um mehrere Prozente niedriger ein, Bank- Aktien meist um Amtlich wird aus Petersburg nur gemeldet, daß die begann der Streit. Ich weise darauf hin, daß ich der Regierung 1 bis 21 Proz.. Bergwerks- und Hütten- Aktien um 2 bis 4 Broz. Kaiferin- Mutter sich von dort nach Zarskoje- Sfelo begeben eine billige Gelegenheit gegeben habe, etwas für uns zu tun, ohne Als dann um 1 Uhr Nachrichten aus dem Ruhrrevier einliefen, hat. Ueber ihre Haltung und diejenige des Zaren berichtet daß wir unsere Zuflucht zum Streif nahmen. Die Hindernisse waren daß die dortige Situation fich insofern günstiger ge dem Lokal- Anzeiger" weiter folgendes Privattelegramm: der Der gar ließ ftch erft nach längerem Widerstreben dazu be stimmen, feine Familie nach Peterhof zu begleiten. Ob er dort bleibt oder sich nach Livadia begibt, hängt von den Ereignissen ab. Die Kaiferin- Mutter wollte den gegen das Schloß sich bewegenden Boltsmassen entgegenfahren, der Zar wollte sie begleiten, da kam aber telephonisch die Nachricht, daß die Manifestanten zersprengt feien. Infolgedessen unterblieb die Fahrt. Großfürst Wladimir, der Henker von Petersburg, übermittelt dem Zaren nur die von den Behörden veröffentlichten falschen Zahlen über die bei den gestrigen Vorgängen Getöteten und Verwundeten. Unter der Bevölkerung herrscht tiefste Erbitterung und Verachtung über die Verlogenheit des amtlichen Berichts. " Diplomatische Intervention? geplauderten und in weiten deutschen sozialdemokratischen Kreisen gehegten Gedankens einer Massendemonstration haben kann. Zwar hat auch Bernstein zugegeben, daß es bei dieser MassenSemonstration etwas Schrammen" setzen könnte; allein das dürfe die Arbeiter nicht daran hindern. Auch die russischen Arbeiter sind von ihren revolutionären Führern und hingebend unterstützt durch die deutsche Sozialdemokratie in die unblutige" Demonstration hineingetrieben worden. An die ,, Schrammen", die sie dabei erhalten haben, werden sie lange denken, und sich dafür bei ihren Führern hoffentlich entsprechend bedanken. Die„ unblutige" Straßendemonstration sollte die Träger der Staatsgewalt einschüchtern und zur Probe für das Verhalten des Militärs dienen. War doch den Arbeitern vorgeredet worden, gewisse Truppenteile würden mit ihnen gemeinsame Sache machen! Die Revolutionäre wollten zum Blutvergießen durch ihre friedliche" Straßendemonstration anreizen, um die Massen dadurch zu fanatisieren und zu revolutionären Taten anzuspornen. einzusehen, daß die Flintenschüsse von Petersburg das Signal zu Am legten Ende scheint auch die Konservative Korrespondenz" revolutionären Taten ist. " Wird das Europa, das sich gesittet nennt, der Menschenschlächterei des Zaren ruhig zusehen? In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag soll ein besonderes Arbeiterfomitee beschlossen haben, die fremden Votschafter um Einmischung der Mächte anzugehen. Nach einer Nachricht, die der„ LokalDie Behauptung, es sei am Sonntag von seiten der Arbeiter Anzeiger" aus Paris erhielt, erklärte der General Sacharow, ein gewalttätiges Vorgehen geplant gewesen das Hauptargument daß Konflikte mit auswärtigen Mächten zu befürchten der Reaktionäre stammt aus einem freisinnigen Blatte. Wohl wären. Betit Journal" bestätigt, daß Sonntag 8% Uhr ohne schändliche Absicht, aber mit geradezu verbrecherischer Leichteine hochstehende Persönlichkeit vor einer Botschaft an- fertigkeit hatte das Berliner Tageblatt" am Sonntag morgen eine gespieen worden sei, weil sie sich weigerte, den Schlitten zu infam- sensationelle Lockspikel- Meldung gebracht, in der es hieß: verlassen und der Aufforderung, niederzuknieen und um VerSollte der Bar fie( die Bittschrift) nicht entgegennehmen, so demoliert würde das Winterpalais gestürmt und und die zeihung zu bitten, Folge zu leisten. Stadt in Brand gesteckt werden.„ Und das Militär?" warf ich ein.„ Wir haben Nachrichten," antmete mir ein Mitglied, daß vier Regimenter bereits ertinet haben, nicht auf uns schießen zu wollen. Vielleicht ist die Nachricht falsch, aber wir find entschlossen, unsere Sache mit Gewalt durchzuführen." Es wäre kindisch, in dergleichen geringen Zwischenfällen den Grund einer diplomatischen Einmischung zu suchen. Nicht um angespieene Herren oder besudelte Wappenschilder handelt es sich jetzt, sondern um die Ehre der Menschheit, die unweigerlich verlangte, daß dem Schlächter Zar ein Mächtigerer in den Arm fiele. Das offizielle Rußland fann nur mehr über wehrlose Arbeiter siegen, aber bewaffneten Mächten müßte es sich fügen, sobald sie nur den Finger an den Hahn legten. Was wird Deutschland tun? Es ist wie Cordelia, es schweigt, wo es liebt! Panit in Moskau. Brivatmeldungen über die Sonntagsvorgänge in Petersburg riefen in Moskau eine Panik hervor. Die Filiale der Petersburger Agentur wurde förmlich bestürmt, um Auskünfte über die wahre Sachlage zu geben. Die Börse war flau. Die Aufregung war um so größer, als die Stimmung ohnehin erregt ist. Für den 26. wird ein allgemeiner Ausstand erwartet. Wegen befürchteter Unruhen verfügte der Stadthauptmann, daß die Gasthäuser von 7 Uhr abends ab gesperrt und keinerlei Versammlungen abgehalten werden dürfen. Die Marinedepots von Sewastopol in Flammen. Die Marinedepots von Sewastopol stehen in Flammen. Montag nach dem zweiten Fabrisignal zum Sammeln der Arbeiter, um 7 Uhr morgens, brach in verschiedenen Werkstätten der Admiralität Feuer aus. Fast gleichzeitig stand das Dach des Gebäudes in seiner ganzen Ausdehnung in Flammen. Der Brand wuchs so rasch, daß die Arbeiter der Modellabteilung kaum durch einen Sprung durch das Fenster sich auf das Nachbardach retten konnten. Die Ursache des Brandes ist nicht bekannt. Der Schaden beträgt einige hunderttausend Rubel. In den Werkstätten sind gegen 1500 Arbeiter beschäftigt. Dank der vielen Vorkehrungen gegen eine Feuersgefahr gelang es, viele Hafengebäude zu retten. Der Brand war um 1 Uhr nachmittags lokalisiert. Pobjedonoszew- frank.! Die Petersburger Telegraphenagentur meldet: Der Oberprokurator des heiligen Synods, Pobjedonoszew, ist gefährlich ertrantt. Das Nachspiel der Wasserweihe. Der Kommandant und der älteste Offizier der Gardebatterie, welche während der Wasserweihe am 19. d. Mts. die Salutschüsse abgab, Kapitän Dawidoff und Stabstapitän Karzeff, find am Sonntag verhaftet worden. Die Internationale der Neaktion. Nicht alle Organe des reaktionären Preußen- Deutschlands haben es verstanden, das menschliche Grauen niederzufämpfen, das sie angesichts der entseglichen Schlächterei des garen, ihres glorreichen Verbündeten ergriffen hat. Die offiziöse Bresse hat in diesem Augenblick, in dem sich auch dem letzten Mann seine Meinung über die Lippen drängt, nichts zu sagen. Der Reichs- Anzeiger" leitet die Wiedergabe der Petersburger Grenelnachrichten im Stil eines bedeutungslosen Polizeiberichts ein:" In St. Petersburg ist es gestern zu Zusammenstößen zwischen dem Militär und den Arbeitern gekommen." Einen vorsichtigen Schritt tritt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aus ihrer Reserve heraus. Sie schreibt nämlich: Wie vorherzusehen war, ist es gestern in Petersburg zu Zusammenstößen zwischen den demonstrierenden Arbeitermassen und der bewaffneten Macht gekommen, wobei eine Anzahl Arbeiter tot auf dem Blaze blieben und zahlreiche Verwundete nach den Krankenhäusern und sonstigen Verbandsstellen geschafft werden mußten. würde. Das offizielle Organ hat es also vorhergesehen", daß der Bar, dem es die Freundschaft hält, wehrloſe Untertanen, die ihm eine Bittschrift überreichen wollten, zu Tausenden niederknallen lassen Die eigentlich fonservativen Seitungen verhehlen es sich nicht, daß das System, das sie vertreten, schließlich nur mehr hinter einem Wall von Leichen existieren kann. So schreibt die„ Kreuz- Zeitung": Die Revolution hat in Petersburg gestern drohend ihr Haupt erhoben, und wer auch heute noch das Vorgehen der Arbeiter als eine nur dem Frieden gewidmete Sache ansieht, der muß entweder fehr harmlos oder sehr interessiert sein. Einem solchen Ansturm muß der Staat aber seine volle Autorität entgegensegen oder er ist verloren. Die Geschichte hat erwiesen, daß jedes Nachgeben den Zusammensturz, das Ende mit Schrecken so gut wie verbürgt, und es ist eine alte Erfahrung, daß unerbittliche Energic im richtigen Augenblicke bei weitem humaner ist, als unentschlossenes Schwanken. Die Opfer, die erstere auch fordern mag, find gering jenen gegenüber, die stets eintraten und auch eintreten mußten, wenn die Zügel der Regierung am Boden schleiften. hom Der Standpunkt der Kreuz- Zeitung" entbehrt nicht einer gewiffen Logit; dabei muß es freilich zweifelhaft sein, ob eine loyale Rundgebung der richtige Augenblick ist, um den Massenmord loszulassen. Die Kreuz- Zeitung" weiß, daß wer herrschen oder zur Herrschaft gelangen will, auch das Töten verstehen muß. Die russischen Revolutionäre werden das aber am Tage nach dem Petersburger Blutsonntag auch wissen. Die Konservative Korrespondenz" schwelgt bereits in dem Gedanken, daß sich das System des Selbstherrschertums in Deutschland 3 demselben Höhepunkt„ unerbittlicher Energie" erheben tönnte. Dabei sett sie voraus, daß man in Deutschland ebensogut eine Treibjagd auf friedliche Demonstranten veranstalten könnte wie in dem vorbildlichen Barenreich. Sie meint: Der Verlauf der am Sonntag in Petersburg stattgehabten großen Arbeiterdemonstration ist ein Schulbeispiel für die verhängnisvollen Folgen, die die Ausführung des von Bernstein aus" " Aus den Gefichtern, die ich um mich sah, sprach finsicce Ents schlossenheit. Somit erscheint morgen ein blutiger Zusammenstoß muansbleiblich, denn die Regierung will nicht nachgeben und ist auf eine Katastrophe vorbereitet. Diese Nachricht, die vom„ Streiffomitee" stammen sollte, aber zweifellos erlogent ist, wurde in Berlin am Sonntag um 6 Uhr morgens öffentlich verbreitet und war naturgemäß kurz darauf in den Händen der Petersburger Polizei! wenigstens will sie sich fein Urteil darüber anmaßen, ob es mit Die scharfmacherische" Post" ist mit der Strede zufrieden; etwas weniger Blutvergießen abgegangen wäre. Sie äußert sich folgendermaßen: Die Schuld an diesen bedauernswerten Vorgängen tragen in erster Linie die Arbeiter und ihr Führer. Zwar versicherten die Arbeiter ihre vollkommene yuedfertigkeit, aber man darf doch nicht vergessen, selbst wenn man diese Versicherung ernst nimmt, daß die gefährlichste Bestie ein übermächtiger Volkshaufe ift. Selbstverständlich haben wir, selbst wenn wir die Unterdrückung solcher eigenartiger Massendemonstrationen für das Recht und die Pflicht einer jeden sich selbst achtenden Regierung halten, noch keine Veranlassung, uns mit der Art und Weise einverstanden zu erklären, in der die Aufrechterhaltung der Ordnung von seiten der Staatsgewalt durchgeführt wurde, und es scheint tatsächlich, daß es wohl möglich gewesen sein dürfte, die Ordnung mit etwas weniger Blutvergießen aufrechtzuerhalten. Doch sind das Fragen, die sich ohne genaue Kenntnis der Berhältnisse nicht entscheiden laffen. Jedenfalls muß das eine anerkannt werden, daß die militärischen Maßnahmen rechtzeitig getroffen waren. Mann, der den friedlichen Demonftranten das Kreuz vorantrug, Auch der pastorale Reichsbste" fcheint zufrieden. Gegen den zetert er also: Man hatte der Revolte den Schein einer Arbeiterdemonstration gegeben; aber tatsächlich war es die politische Revolution, zu der man die Arbeiter willig gemacht hatte, indem man ihnen vorspiegelte, es handele sich um ihre Interessen; tatsächlich aber ist in der Petition an den Baren von speziellen Arbeiterinteressen taum die Rede; vielmehr wird gleiche Gerichtsbarkeit, persönliche Freiheit, Glaubensfreiheit, Amnestie für alle politischen Verbrecher, Breßfreiheit, fofortige Beendigung des Krieges, Best ungen des Marine- Amtes im Inland verlangt. Das sind laue politische Forderungen eine speziellen Arbeiterforderungen. Dagegen fönnen die nächsten Gesinnungsgenossen der" Post", die Berliner Neueste Nachrichten" sich eines gewissen menschlichen Empfindens nicht erwehren. Denn sie schreiben: " Das allgemeine menschliche Empfinden wird zu dem Ergebnis tommen, daß trotz der großen Gefahren die Behörden gestern anders hätten handeln sollen. Die Aufrührer waren nicht bewaffnet. Es scheint, als würden sie sich begnügt haben mit der Annahme ihrer Bittschrift. Die Petersburger Arbeiter haben eine schwere Niederlage er litten. Aber daß den modernen Waffen gegenüber die Arbeiter noch erfolgreich werden könnten, darf als ausgeschlossen angesehen werden. Eine Niederlage hat dennoch auch die Regierung erlitten. Ein Bild des Schreckens und des Grauens und noch kei:: e Hoffnung, daß es besser werden könnte! " Auch die agrarische Deutsche Tageszeitung" hält das Blutbad vom Sonntag für einen schweren Fehler der russischen Regierung. Sie läßt sich folgendermaßen vernehmen: zu laden. Du siehst vor dir Menschen dieselben, aus deren Reihen du genommen bist, Männer in Schafspelzen, in Baft schuhen und Frauen, bedeckt mit Kopftüchern, in Jacken, genau solche Frau, wie deine Frau oder deine Mutter. Den ersten Schuß befiehlt man dir über die Köpfe der Menge zu richten. Aber die Menge geht nicht auseinander und schreit noch lauter; und nun befiehlt man dir zu schießen, wie es fich gehört nicht über den Kopf, sondern gerade in die Mitte der Menge. Man sucht dir einzuprägen, du trügest feine Verantwortung dafür, was durch deinen Schuß entsteht. Aber du weißt, daß jener Mann, der vom Blute überströmend, fallen wird, von dir und von niemand anderem getötet ist, und du weißt, daß es an dir gelegen hat, nicht zu schießen und dann wäre der Mann nicht tot gewesen. Was sollst du nun tun? Es genügt nicht, daß du das Geivehr herunterstellst und dich weigerst, jetzt auf deine Brüder zu schießen. Morgen kann sich ja dasselbe wiederholen, und daher, ob du es willst oder nicht, mußt du gut nachde ten und dich fragen, to a 3, das ist der Stand des Soldaten, der dich dahin ge= bracht hat, daß du auf deine wehrlosen Brüder schießen mußt?" In einem anderen Auffaze Tolstois," Die Erekution", heißt es: Der Zug, dem ich am 9. September begegnet bin, der Soldaten, Gewehre, Schießpatronen und Ruten zu hungernden Bauern führt, um einen reichen Gutsbesitzer im Besize eines fleinen Waldes zu befestigen, den er den Bauern weggenommen hat, den er nicht braucht, der aber die Bauern auf das dringendste brauchen, zeigte mit einer schlagenden Klarheit, in welchem Maße sich bei den Leuten die Fähigkeit entwickelt hat, die ihren Ueberzeugungen und ihrem Gewissen zuwiderlaufendsten Dinge zu tun, ohne es zu sehen. Alle diese Leute, die unterwegs waren, um hungernde und wehrlose Leute zu töten oder zu mißhandeln, diefelben Leute, von denen sie ernährt werden, hatten das Aussehen von Leuten, die fest davon überzeugt waren, daß sie gerade das tun, was sie tun sollen und sogar etwas stolz sind, damit sich brüsten, daß sie dieses Werk tim." Ueber die Soldaten, die im Zuge fahren, sagt Tolstoi im besonderen: ,, Sie alle, die zum größten Teil Bauernföhne sind, wissen, in welcher Angelegenheit sie fahren, sie wissen, daß die Gutsbesizer immer die Bauern bedrücken, und daß es auch in diesem Falle nicht anders war. Außerdem liest ein großer Teil dieser Leute Bücher, und zwar nicht allein solche Bücher, in denen das Kriegshandwerk gerühmt wird, sondern auch solche, in denen seine Unsittlichkeit nachgewiesen wird. Mit ihnen dienen oft zusammen freigesinnte Kameraden, Freiwillige und auch von derselben Art junge liberale Offiziere, und unter ihnen ist bereits der Samen des Zweifels über die absolute Gesetzlichkeit und über die Vornehmheit ihrer Tätigkeit ausgestreut. Allerdings find fie alle durch den schrecklichen, geschickten, während Jahrhunderten ausgearbeiteten Drill hindurchgegangen, der jede Selbtätigkeit des Menschen tötet, und sind so angewöhnt an einen mechanischen Gehorsam, daß bei den Kommandoworten: Die Front schießt! Front Schuß... usw. die Gewehre sich bei ihnen von selbst erheben und die gewohnte Bewegung gewedt werden. Aber das „ Schuß"! heißt jetzt nicht mehr wie beim Schießen nach Bielscheiben, sich zu amüsieren, sondern es heißt, seine gequälten, ausgebeuteten Väter, Brüder zu töten, die hier in Haufen mit Weibern, Kindern auf der Straße stehen und ein wenig schreien, indem sie mit den Händen gestikulieren. Da stehen sie der eine mit einem dünnen Bart in einem geflicten Bauernrock und Bastschuhen, der genau so aussieht, wie der Vater, den er zu Hause im Gouvernement Kasan oder Rjäsan zurückgelassen hatda steht einer mit einem weißen Bart, mit gebücktem Rücken, mit einem großen Stock, ganz wie der Vater ihrer Väter, der Großvater, da steht ein junger Bursche in Stiefeln und rotem Hemd, genau so einer, wie er selbst war, der Soldat, der auf ihn schießen muß. Und da steht eine Frau in Bastschuhen in einer Baneta*), die sieht genau so aus wie die Mutter, die er zu Hause gelassen hat. Und auf die soll er wirklich schießen? Gott allein weiß, was jeder Soldat in diesem letzten Augen blick tun wird. Ein einziger geringster Hinweis darauf, daß er das nicht tun darf, und, was die Hauptsache ist, daß er das nicht zu tun braucht, ein einziges solches Wort, eine Andeutung wird dann genügen, um sie zurückzuhalten." Der Generalstreik im Ruhrrevier ist auch am Sonntag völlig ruhig verlaufen. Nirgends tam es zu Ausschreitungen. Die Zahl der Ausständigen wird amtlich folgendermaßen angegeben: Essen, 23. Januar. In den 18 Bergrebieren der Oberbergamts- Bezirks Dortmund fehlten heute von der Gesamtbeleg schaft von 240 976 Mann der vom Ausstand betroffenen Zechen 195 071 gegen 193 438 vom 21. d. M., mithin ist eine Zunahme von 1633 zu verzeichnen. In Wirklichkeit ist die Zahl der Streifenden bekanntlich noch beträchtlich höher. Diener der Kirche und der Generalstreik. Unser E- Korrespondent schreibt uns: Was leicht hätte vermieden werden können, ist nun doch eingetreten. Die russische Hauptstadt ist gestern der Schauplas einer blutigen Revolte gewesen, und die Nuhe ist auch heute noch nicht eingefehrt, man erwartet im Gegenteil noch blutigere Zusammen stöße. Es ist ganz anders gekommen, als Fürst Swiatopolt. Welche Sympathie der Streit in der Bürgerschaft besitzt, wie Mirsky bei seinem Amtsantritt versprochen hatte. Statt einer sehr die Prozigkeit des Bergbau- Vereins Mißstimmung in weite russischen Volksvertretung eine Militärdiktatur in Petersburg! Kreise der Bevölkerung getragen hat, dafür legte Zeugnis ab eine Wer trägt die Schuld daran? In erster Linie die russische Volksversammlung im Hom bruch. Hier trat der bekannte Pastor Regierung. Morgenstern, vielgenannt als Leiter eines Posaunenchors, als Redner Welche von beiden Meinungen Recht behalten wird, muß die auf. In einer einstündigen Rede, in der er betvies, daß die nächste Zukunft entscheiden. Den Reaktionären, die die russische Regie- Materie ihm nicht fremd ist, über die Technik des Bergbaues rung tadeln und jenen, die sie loben, ist es gleichermaßen darum zu abər fich gut unterrichtet zeigte, ging er scharf mit tun, daß der Schutzhort der Reaktion im Osten erhalten bleibt. Die dem schädigenden Treiben des Grubentapitals ins Gericht einen hoffen, daß die Petersburger Bluthochzeit das Ende der und rechtfertigte den Streit der Streit der Bergarbeiter nach jeder russischen Revolution, die andern fürchten, daß sie erst recht ihr Richtung. Aber mit moralischer Unterstüßung sei es Anfang sein werde. Ob sich diese Furcht oder jene Hoffnung nicht getan, jeder Bürger müsse nach Kräften den bewahrheitet, davon wird zum guten Teile die nächste Bukunft ganz Streifenden finanziell zur Seite stehen. Und der Europas abhängen! tapfere Pastor appellierte nicht vergeblich. Eine vorgenommene Sammlung, an der sich höhere Beamte mit namhaften Beträgen bes teiligten, ergab ein erfreuliches Resultat. In einer Resolution wird sodann noch die Erwartung ausgesprochen, es möge der Regierung gelingen, eine Vermittelung zustande bringen. Tolstoi über die Soldateska. In seinem„ Merkblatt des Soldaten" wendet sich Tolstoi, der russische Weltpatriot der Humanität, an die Soldaten, die auf ihre eigenen Brüder schießen: Aehnlich stellte sich zum Streit ein Kaplan in Lünen, der ebenfalls in einer Versammlung den Streit rechtfertigte und die Unterstügung der Streifenden empfahl. Um so peinlicher muß das Verhalten des Pastors von Belsen in einem Ort bei Unna ein sehr reicher Mann berühren. Dieser erklärte mehrfach, der Streit fei uns berechtigt und die Bergarbeiter seien nicht mehr wert, als daß „ Du bist ein Soldat, man hat dich gelehrt, zu schießen, zu stechen, zu marschieren, Gymnastik zu machen, lesen und schreiben; man hat dich geführt zum und zur Parade; vielleicht bist auch im Krieg gewesen und hast mit den Türken und Chinesen gekämpft, wobei du alles tatest, was dir befohlen wurde; dir ist es nie eingefallen, dich selbst zu befragen, ob das, was du tust, gut fie im Rampfe unterlägen! oder schlecht ist. Wie mag sich im Kopfe dieses Dieners der Religion der Liebe die Nächstenliebe ausmalen? Kriegerverein und Streik! Auf einmal erhält deine Kompagnie oder deine Eskadron den Befehl, loszumarschieren und Schießpatronen mitzunehmen. Du reitest oder gehest, ohne zu fragen, wohin du geführt wirst. Man führt dich vor ein Dorf oder vor ein Fabriktor und Alles ist vertauscht sogar Kriegervereine sind„ berhezt": Im du siehst aus der Ferne, daß auf dem Play Bauern- oder Fabritom bruch beschloß der Kriegerverein, für dieses Jahr bolt, Männer, Frauen mit Kindern, Greise, Greifinnen haufen- eine Kaifer Geburtstagsfeier stattfinden zu weise umherstehen. Der Gouverneur, der Staatsanwalt mit lassen. Auf Antrag eines Vorstandsmitgliedes wurde weiter Bolizisten treten an den Haufen heran und reden auf ihn ein. ohne wider pruch beschlossen, den durch den Ausfall der Feier Der Haufen schweigt zuerst, dann erhebt sich ein Geschrei, immer ersparten Betrag den Streifenden zuzuwenden! Yauter und lauter, und die Obrigkeit entfernt sich von dem Wolke. Ob die Regierung nun bald merkt, welches Mißtrauen fie fäet Und du errätst, daß hier die Bauern oder die Fabritarbeiter mit ihrer Verteidigung der Grubenbarone? rebellieren und daß du hergebracht bist, um sie zur Ruhe zu bringen. Die Obrigkeit entfernt sich ein paarmal von der Menge Fortgesetzt wird die Deffentlichkeit noch mit falschen Berichten und tritt wieder zu ihr heran, aber das Geschrei wird immer iraktiert. Die Zahlen der angeblichen Arbeitswilligen sind vollständig lauter und lauter, und die Obrigkeit bespricht etwas miteinander und man gibt dir den Befehl, das Gewehr mit Schießpatronen Falsche Berichte. *) Bauernfrauenrod aus farbigem Wollenstoff. imfö$r«nb. G« werden jetzt zu den«ekegschasten gerechnet samt- liche Bauarbeiter, die an Zechen Neubauten be- s ch ä f t i g t find, Zechen b e a m t e n usw. Die Zahl der arbeits- willigen wirkliche» Bergarbeiter ist tatsächlich ganz gering und sei die Bewegung ganz belanglos. Der Polizeistreik. Unser �-Mitarbeiter telegraphiert am Montag abend Gegenüber dem Geschrei nach mehr Polizei und nach Militär stelle ich als Beispiel folgendes fest: Auf Zeche„W i e n d a h l s- bank" bei Barop ist kein einziger Polizist und kein ein- ziger Gendarm bei der Aus- und Einfahrt der Arbeitswilligen. Nrir ein oder zwei Zechenbeamte stehen an jedem Eingang, um die Arbeitswilligen zu schützen. Die paar Arbeitswilligen bedürfen aber keines Schutzes. Es ist kein einziger Streikender in der Nähe der Zeche zu sehen. Die Zechenbeamte»»er- sicherte« mir, daß wahrend der ganze« Daner des Streiks noch niemals der geringste Versuch gemacht worden ist, Arbeits- willige zu belästigen. Nur das Schauspiel der unter Polizei- schütz nach Hause gehenden Arbeitswilligen lockt anderwärts Neugierige heran. Vom Sonntag sind keinerlei Störungen gemeldet worden. Auf„Friedrich der Große" bei Herne kam ein Arbeitswilliger erst Montag früh zur Schicht nach der Kokerei, während er schon Sonnabend abend hatte kommen sollen. Er sagte dem Betriebsführer, daß ihn kurz vor der Zeche vier Streikende überfallen nnd gezwungen hatte«, wieder umzukehren. Der Betriebsführer verständigte die Polizei. Diese stellte fest, daß der Mann Sonnabend abend zur Kindtaufe war«nd die ganze Nacht am Bierfasse gesessen hatte. Die Nachricht, daß in Rauxel ein Baumstamm auf das Bahngleis gelegt worden sei, ist frei erfunden. Zugeständnisse. Unser 2-Mitarbeiter telegraphiert uns: Auf Zeche Rheinpreußen ist die neunstündige Schicht ein- schließlich der Seilfahrt vom 1. April an zugesichert worden, genügend Bauholz für die Grube nnd mehr Hausbrandkohle. Außerdem ist versprochen worden, daß bewilligt wird, was die Ruhr- zechen bewilligen werden. Die Arbeiter verlangen schriftliche Ber- pflichtung. Außerdem soll keine Kohle ins Streikgebiet geliefert werden. Zeche»Freie Bogel", die nicht im Syndikat ist, hat Zu- geständnisse gemacht. Eine Belegschasts-Bersammlung wird ent- scheiden, ob fie annehmbar find. Arbeitswilligeu-Löhne. Sin Privat-Telegramm meldet nnS: Auf Zeche „Humboldt" bekommen Arbeitswillige, die bisher über Tage ar- betteten, S M. Schichtlohn 1 Die Schichtverlängerung dnrch die Seilfahrt. Unser»Berichterstatter schreibt uns aus dem Ruhrrcvier: Es herrscht in der Ocffentlichkeit vielfach Unklarheit über den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Seilfahrt. Die Behauptung der Unternehmer, daß die Verlängerung der Seilfahrt kein« Ver- längerung der Arbeitszeit bedeute, hat viele an den Angaben der Arbeiter irre gemacht. Und doch haben die Arbeiter recht. Mit der Verlängerung der Seilfahrt geht das zunächst so. Die Seilfahrt sollte eigentlich nur eine halbe Stunde dauern, und auf einigen Zechen ist dies auch noch der Fall. Auf vielen jedoch dauert fie schon offiziell eine ganze Stunde. Das heißt, wenn um 6 Uhr Schicht- Wechsel ist, dann sollen die Leute um 5 Uhr anfangen einzufahren. Das genügt den Unternehmern jedoch noch nicht. Bielfach hat man eS so gemacht, daß von den Leuten verlangt wird, daß eine Viertel- stunde vor sechs Uhr schon alle in der Grube sind. Di« um diese Zeit noch über der Erde waren, hat man rücksichtslos nach Hause ge- schickt, so daß sie die Schicht verloren. Auf diese Weise hat man es erreicht, daß jeder der erste bei der Einfahrt sein will, um nur ja nicht als letzter fortgeschickt zu werden. So kommen denn eifrige Leute,' wie ich selbst gesehen habe, schon halb vier Uhr, obwohl die Schicht erst um S Uhr beginnt. Wie sie kommen, fahren sie auch gleich mit dem ersten Korbe ein. Sobald sie hinunter kommen in die Grube, fangen sie an zu arbeiten, weil die Gedinge, die Akkordlöhne, mehr und mehr herabgesetzt werden, die Leute immer gehetzt und angetrieben, Faulenzer, geheißen werden. In früheren Zeiten sammelten sich die Leute unten erst und hielten„DaS Bcrggericht". Das heißt, sie untersuchten dies und jenes am Bau, plauderten ein Wort, und erst wenn die ordentliche Zeit des Schichtbeginnes heran- gerückt war, gingen vor Ort. Das ist heut anders geworden. Heut heißt eS schuften um jeden Preis. Darum geht jeder zur Arbeit, sobald er in�die Grube kommt, und deshalb bedeutet jeder frühere Beginn der Seilfahrt einen früheren Beginn, das heißt eine Verlängerung der Arbeitszeit. Warten dürfen die Leute jetzt nur bei der Ausfahrt. Da muß erst noch der und der Wagen mit Kohle gefördert werden, und so vergeht erst manche Biertelstunde, ehe die Leute heraus dürfen, obwohl die Schicht zu Ende ist. Kontraktbrnch! Aus Dortmund schreibt unser R-Komspondent: Eine tollere Komödie, als die vom Kohlenjunkertum wegen des Kontraktbruches der Arbeiter aufgeführte� läßt sich schlechterdings nicht denken: als Seitenstück könnte man höchstens noch gelten lassen, das Getue über die geforderte amtliche Untersuchung der Arbeits- Verhältnisse. Diese Untersuchung stellen die Herren der schwarzen Diamanten sich vor, als Wiederholung einer Farce, die wir schon ein» mal erlebten. Die amtliche Untersuchung ist nämlich gar nichts Funkelnagelneues. Es ist alles schon dagewesen und es mutet sonderbar an, wenn jetzt von der Untersuchung großes Wesen gemacht wird. Bereits einmal sollte eine solche Untersuchung die rettende Tat sein. Das war nach dem Streik von 1889. Aber die Untersuchung wurde zu einer Ehrenrettung der— Unternehmer, durch diese selbst. Die Regierungskommission ordnete Konferenzen an. Arbeiter der Belegschaften erhielten Einladung dazu, und waren nicht wenig ver- blufft, in derKonferenz von den— Arbeitgebern vernommen zu werden. Diese traten als Ankläger auf und führten natürlich durch Exami- nicrung der angeklagten Arbeiter den Wahrheitsbeweis, daß sie un- schuldig seien, daß keine Mißstände bestehen oder bestanden haben. Aehnlich denkt man sich die Sache auch diesmal wohl, und da könnten die Unternehmer sich inS Fäustchen lachen. Um der Farce für diesmal vorzubeugen, hat eine Versammlung in Dortmund am Freitag abend beschlossen, die Regierungskommission aufzufordern, bei den Unter- sucbungen der Beschwerden der einzelnen Belegschaften, die Organi- fationsvertreter und den Siebencr-Ausschuß zuzuziehen. Wäre damals die Untersuchung nicht zu einer Posse gemacht worden, die Regierung könnte sich heute nicht hinstellen und erklären: ich weiß von nichts! Aber man würde sich auch nicht über Kontraktbruch der Arbeiter beschweren und entrüsten, denn wie 1889, so ist auch jetzt wieder fortgesetzter Kontrakt- und Wort- k> r u ch seitens der Kohkenmagnaten des Streikes Ursache. Kontraktbruch und Wortbruch, Tag für Tag, trug den Zündstoff zu der Explosion zusammen. In dem Berliner Friedensprotokoll von 1889, unterzeichnet vom Sekretär des Bergbauvereins, ist feierlich ve.r- sichert worden, Maßregelungen würden nicht stattfinden. Schmäh- lich hat man das Wort gebrochen, rücksichtslos sind einzelne Leute auf die Straße geworfen worden, mit Hohn und Spott Übergossen wurden die Gemaßregelten von Zechentor zu Zechentor gejagt, bis man sie zu Tode gehetzt hatte. In demselben Protokoll ist feierlich zugesagt worden, die Schicht- zeit solle inklusive Einfahrt und Ausfahrt nicht mehr wie 9 Stunden betragen. Wie hat man Wort gehalten? Schnöde gebrochen hat das Unternehmertum die feierliche Zusage. Nicht nur das! Weil die Arbeiter sich gegen den Wortbruch nicht wehren konnten, behauptet man nun, mit einem Zynismus sondergleichen, öaS Recht auf weitere Schichtausdehnung. Und wie sah es aus mit der Achtung vor den Bestimmungen der Arbeitsordnung, der Zechenordnung und des Berggesetzes? Unzählige Male hat man Kontraktbruch begangen, sich Gesetzes- Verletzungen zu schulden kommen lassen. Vorschrift ist, daß das Ge- dinge immer vor dem 13. eines Monats festgesetzt werden muß, damit die Arbeiter, wenn ihnen der Akkord nicht paßt, kündigen nnd vor Inkrafttreten des ungenügenden Gedinges abkehren können. An diese Bestimmung kehrt man sich gar nicht. Ost wird in einer Löhnung das Gedinge mehrmals heruntergerissen. Das ist jedesmal Kontrakbruch. Wer dagegen aufmuckt, fliegt hinaus oder er bekommt Strafarbeit bis er zahm geworden ist. Nichts hört man bei den Ver- tetcrn der Regierung und bei den Ordnungsparteien von Entrüstung über diesen tausendfältigen Kontraktbruch. Die Verweigerung der Deputatkohle ist Kontraktbruch, die mißbräuchliche Nullerei ist Kontrakrbruch, Beschimpfung und Beleidigung der Arbeiter ist Kontraktbruch. So häuft man Kontraktbruch auf Kontraktbruch l Keine Seele findet sich im Ministerium, die sich darüber entrüstet, in aller Unschuld erklärt man: wir wissen von nichts!-- Wagcnnullen-Untcrstutzilngskasscn. Unser �.-Korrespondent schreibt uns aus Dortmund: Eine der Forderungen der Bergarbeiter ist die der Mitverwaltung an den Unterstützungskassen. Der Fernstehende wird dieser Forde- rung wenig Bedeutung beilegen, die Bergarbeiter aber legen dieser Forderung großes Gewicht bei. Es ist auch gar nicht eine so unter- geordnete Frage, als es den Anschein hat, das wird schon belegt durch die Hartnäckigkeit, mit welcher die Unternehmer diese Forde- rung ablehnen. Die Günstlingswirtschaft, welche in diesen Kassen vielfach getrieben wird, ist es nicht allein, welche den Standpunkt sowohl der Unternehmer als auch der Arbeiter bestimmt. Bei den Unterstützungskassen spricht noch ein anderer viel ge- nannter Faktor mit, es fit das Wagen nullen. Das Nullen wird sehr verschieden gehandhabt, es gibt Zechen mit reinen Kohlen- flötzen, die fast gar nicht Nullen, bei anderen Werken steigt die Zahl der genullten Wagen bis auf 5 Proz. der Gesamtförderung. Das Mißliche dabei ist, daß die Arbeiter gar keine Kontrolle über das Nullen haben. Nach dem Berggesetz haben die Arbeiter wohl das Recht, auf eigene Kosten die Nullerei überwachen zu lassen, aber in der Praxis läßt sich mit dieser Bestimmung nichts anfangen. Als kürzlich einem Betriebsführer erklärt wurde, die Belegschaft«erde einen Kontrolleur anstellen, gab ihnen der Herr zu verstehen, die Zeche werde schon Mittel finden, die Kontrolle illusorisch zu machen und kategorisch erklärte der Herr:„Es wird doch weiter ge- nullt! Bei einer anderen Gelegenheit meinte derselbe Beamte: „Wenn nicht mehr genullt werden soll, können wir den Betrieb ein- stellen!" Durch diese Aeußerung wird der viel verbreitete Verdacht be- stätigt, das Nullen l)abe vielfach den Zweck, den Profit zu erhöhen. Dieser Verdacht wird weiter gestärkt, durch die Weige- rung, den Arbeitern das MitverwaUungsreckt an den Unterst-�ungs- lassen emzuräumen. Bestimmungsgemäß muß nämlich der ent- sprechende Arbeitslohn für genullte Wagen den Unterstützungskassen zufließen. Durch das MitverwaltungSrecht an den Kaffer würde den Ar- beitern wenigstens eine Kontrolle über die Beachtung dieser Be- stimmung möglich sein. Zwar konnten sie nicht kontrolliere n ob Wagen zu Unrecht genullt sind, aber es unterstände dann doch ihrer Nachprüfung, ob ein, der Zahl der genullten Wagen entsprechender Betrag der Unterstützungskasse zugeflossen ist. Die Hartnäckigkeit, mit der sich die Unternehmer dem Mitverwaltungsrecht widersetzen, läßt nur zloei Möglichkeiten offen, entweder ist die Günstlingswirt- schast so toll, daß man sie dem Auge der Oeffentlichleu vorenthalten muß, oder man hat schwerwiegende Gründe, die Nullcrei nicht der Möglichkeit einer Nachprüfung nach irgend welcher Seite zu unter- stellen. Der ganze Betrieb ruht. Die„U n i o n" in Dortmund liegt seit Montag vollständig still. Wenn in Aussicht stehende englische Kohlen heute eintreffen, soll der Betrieb Dienstag teilweise wieder aufgenommen werden. Bom Kohlenmangel. Aus dem Ruhrrevier wird uns berichtet Kohlen nach dem Ruhrrevier zu holen, sind Langendreer 17 Lokomotiven nach Kattowitz scheinlich handelt es sich hierbei um Assortierung der Läger des Eisen bahnfiSkuS. Mittels Personenzug ist Sonntag früh das Zugpersonal nachgefahren. Auf den industriellen Werken wird der Kohlenmcmgel teilweise so stark fühlbar, daß sogar die mechanischen Betriebe betroffen werden. Alle nicht eiligen Kommissionen werden zurückgestellt und nur dringende Arbeiten werden ausgeführt. Infolge der Bochumer Versammlung wird für Mc-'-g noch eine Steigerung der Zahl der Streikenden erwartet. Hält dann der Strei. noch eine Woche an— voraussichtlich dauert er aber noch mindestens zwei Wochen— werden die«eisten industriell?» Anlage» still liegen. DaS hat man dem Kohlenmagnatentum zu verdanken. Rur ein ganz wenig Entgegenlo.nnien und der Generalstreik wäre noch vermieden worden— und wird er durchgefochten, bi» die Hauptforderungen bewilligt sind I so erklärte unter stürmischem Beifall der Abg. Sachse in der großen Bochumer Versammlung. Kohleunot im rheinische« Jndnstrrzebiet. Der Kohlenmangel hält im niedercheinischen Jndustrierevier noch immer an, obgleich dort in den letzten Tagen bedeutende Mengen englischer und belgischer Kohlen eingetroffen sind. Die Preise dieser Kohlen find aber, je nach der Qualität, um 10—14 M. vro Tonne höher als die Ruhrkohle. Bei den gedrückte» Preiscn für manche Arfikel der Eisenindustrie, z. B. Stabeisen. Bandeisen, Feinbleche usw. ziehen es daher die solche Artikel fabrizierenden Werke meist vor, BetriebSeinschränlungen vorzunehmen, als solche hohen Kohlenpreise zu bezahlen. Es ist also in den nächsten Tagen auf weitere BetriebSeinschränkungen zu rechnen. Einzelne kleinere Arbeitszeitverkürzungen haben noch am Sonnabend ftattgesimden. Es zeigt sich immer mehr, was schon aus dem letzten offiziellen Telegramm der Essener Kohlenbörse hervorging, daß die Borräre der Zechen bezw. des Kohlensyndikats bedeutend überschätzt worden sind. Allerdings könnte das Syndikat, wenn es wollte, auch mit seinen jetzigen Vorräten dem Kohlenmnngel in den meisten Gegenden leicht abhelfen; aber eS verfolgt die Politik, seine Borräte zurückzuhalten und nur seinen Kunden schmale Rationen zukommen zu lassen, um sich nicht völlig bloßzugeben. So wird zum Beispiel der„Kölnischen VoltSzeitung" von einem fachmännischen Mitarbeiter berichtet:„Verbraucher, welche glauben, die noch nicht abgenommenen Posten jetzt beziehen zu könne», sind im Irrtum, wenngleich einzelne nock ganz erhebliche Posten abzunehmen haben. Vorficht ist die Mutter der Weisheit, denkt das Syndikat. Keiner weiß, wie lange der Ausstand dauern wird, und da heißt es sparsam mit den Borräten umgehen, wenngleich dieselben noch recht bedeutend find. Zwar gehen die Angaben über den Umfang der Bestände weit auseinander, und da das Syndikat schon seit vielen Monaten Mitteilungen darüber nicht mehr gemacht hat, ist man auf Schätzungen angewiesen. Legt man bei dieser Schätzung die Bestände einer unserer größten BergwerkSgesellschasten zugrunde, so kann man, ohne stark daneben zu greifen, die Vorräte auf rund 1 809 900 Tonnen beziffern. Das ist keine Kleinigkeit; solche Vorräte helfen eine Zeitlang über die größte Rot hiniveg. Jedoch muß berücksichtigt»Verden, daß wir in einer Jahreszeit leben, in welcher naturgemäß der Verbrauch an Brennstoffen am größten ist und zwar sowohl in Hausbrandkohlen, als auch in Gewerbekohlen. Ein Vorrat von 1800000 Tonnen ist stcherlich an und für sich ein recht ansehnliches Quantum, aber in Anbetracht der Riesen- kundschast des Syndikat» ist es nicht viel. Bor Beginn des Streiks wurde der Vorrat vielfach auf das Dreifache, ja selbst auf das Vier- fache geschätzt._ : Um aus Schlesien am Sonnabend von abgedampft. Wahr Der Mitmensch Stinne». Bon Herrn Stinnes erhalten wir folgende Zuschrift: Hugo Stinnes. Mülheim, den 19. Januar IWk Mülhcim-Ruhr. An die Redaktion des„Vorwärts", Berlin 3W. Durch einen Verwandten wird mir Nr. 12 Ihres Blattes tza« 18. cr. zugesandt. In der Annahme, daß es Ihnen unerwünscht ist, wenn Un- Wahrheiten durch Ihr Blatt Verbreitung finden, konstatiere ich: 1. daß ich Arbeitswilligen die Seilfahrt ans irgend einem Grunde nicht verweigert habe, 2. daß ich weder einen eingeschriebenen, noch unfrankierten» noch überhaupt einen Brief an die Kommission von„Bruch- straße" mit dem Inhalte geschrieben habe, daß ich Ver- Handlungen vor dem Einigungsamte ablehne. Der mit dem Oberbergamte in dieser Angelegenheit geführt« Briefwechsel entspricht inhaltlich ebenfalls obiger Angabe nicht. Aus die törichte Redensart vom„Zechen töten" mir gegen- über, der ich seit Jahren bemüht bin, auch im südlichen Ruhr- revier gut eingerichtete, große Zechenanlagen au. schaffen, muß ich mir versagen einzugehen. Ebenso habe ich zu der Bezeichnung »Anarchist" nichts zu erwähnen. Die Ausdrucksweise ist Geschmacksache Ich darf aber wohl die Bitte aussprechen, in der Verbreitung häßlicher und unwahrer Nachrichten über Ihre Mitmenschen, auch wenn sie nicht der sogenannten Arbeiterklasse angehören, vorsichtiger zu sein, als Sie es bei mir gewesen sind. Hochachtungsvoll (gez.) Hugo Stinne». Diesem Brief gegenüber konstatieren wir: Dem Arbeiterjekretär in Dortmund ist von einem Mitglied« der Arbeiterkommission der Zeche„Bruchstratze" mitgeteilt worden, die Kommission habe von Herrn Stinnes einen eingeschriebenen unfrankierten Brief erhalten. Es ist ja möglich, daß der Brief etwas anderes enthalten hat, als die Ablehnung der Annahme, vor dem Einigungsamte zu erscheinen. In einer Belegschaftsversammlung von einer der Stinnes gehörenden Zechen ist mitgeteilt worden, daß auch auf dieser Zeche Arbeitswillige, die sich gemeldet haben, von der Verwaltung zurückgewiesen seien mit dem Bemerken, sie seien aus der Belegschaft ausgeschieden und könnten darum nicht mehr anfahren. Die Behauptung des Herrn Stinnes, daß er große Zechen angelegt habe, widerlegt nicht die Tatsache, daß er andere Zechen still gelegt hat. Er hat still gelegt„Mariasteinbank", die er von dem Bochumer Verein erworben hat; zum Teil still gelegt ist„Hasen- Winkel",„Louise Tiesbau" ist er im Begriff still zu legen. Obwohl die Bergbehörde dagegen Widerspruch erhoben hat, hat cr dennoch erklärt: ich lege doch still. In der Gewerkschaftsversammlung von„Louise Tiefbau" hat er die Opposition gegen das Stillegen als „blödes Geschrei" bezeichnet. Er hat daher mit der Stillegung von „Louise Tiefbau" die Gefahr heraufbeschworen, daß auch..Glückauf" und„Kaiser Friedrich" in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Revolution in RnHland. Petersburg, 23. Janurr.(W. T. B.) Gestern wurden zahlreiche Persammlnngen von Vertreter» der gebildeten Stände abgehalten, in denen die Sympathie für die Bewegung zum Ausdruck kam. Die größte fand in der steien ökonomischen Gesellschaft statt, die von 600 Personen besucht war. Gruppen von Leuten der intelligenten Bevölkerung nötigten die Ladenbesitzer auf dem Rewski-Prvspekt, ihre Magazine zu« Zeichen der Sympathie für die Bewegung zu schließen. Auf einem großen Teil des Newski-Prospetts herrscht, da die elektrische Beleuchtung versagte, totale Dunkelheit, dadurch entstand ein Gedränge. In dem Kaufhofe wurden Versuche ge- macht, die Läden zu demolieren. Das Versagen der elektrischen Beleuchtung erklärt sich daraus, daß die Arbeiter der Elektrizitätswerke streiken. Petersburg, 23. Januar, abends 11 Uhr. Die Strasse« find leer, nur ans dem Wosueszewsti-Prospeft und in der Sadowajasttaße, wo volle Dunkelheit herrscht, bewegen sich Volksmasseu, überall sieht man herumgehende Patrouille«, die Restaurettoneu und Läden sind geschlossen. Petersburg, 23. Januar.(Meldung der„Petersburger Telegraphen-Agentur".) In den von der Elektrizitätsfirma Helios bedienten Gebäuden erlosch heute nachmittag die elektrische Belenchtung, da nunmehr auch die Arbeit« dieser Firma sich dem Ausstand angeschlossen habe». Der Generalstreik greift nm sich. Moskau, 23. Januar, nachmittags 2Vi Uhr.(W. T. B.) Tausend Arbeiter der Fabrik Bromlcy stellten im Einver- ständnis mit den Kameraden in Petersburg, die sie darum er» suchtcu, die Arbeit ein. Die Arbeiter der oben genannte« Fabrik überredeten andere Arbeiter, gleichfalls zu streike«. Mehrere Fabriken fügten sich; dann gingen alle zur Buch- drnckerei Syteo, wo um fünf Uhr die Arbeit eingestellt wnrde. Paris, 23. Januar, 12 Uhr 20 Min. nachts.(Privat- depesche des„Vorwärts".) Die Petersburger Ereignisse rufen gewaltigen Eindruck hervor und drängen die Ministerkrise in den Hintergrund. Angst und Trauer herrscht bei den Zaren- freinwen, Hoffnung und Entrüstung bei den Sozialisten und Radikalen. Letztere Stimmung bei der Pariser Bevölkerung vorherrschend. DieSozialisten, Gewerkschaften, auch Studenten und Professoren beretten Protestmeetings vor. Nur der reaktionärste Teil der nationalistischen Presse sucht Stimmung zu machen gegen die Hetzer zur Rechtfertigung des Zaren. So- gar Rochefort nennt den Zaren: verurtetttes Sühnopfer der Verbrechen seiner Vorfahren. Jaurss' Artikel„Tod des Zarismus" betont persönliche Verantwortung Nikolaus:„Ein Blutstrom trennt Zar und Volk. Der Zar und der Zarismus stchen fortan im Banne der Nationen. Es gibt eine Stufe des Verbrechens, worauf absolute Regierungen nicht sinken dürfen, ohne jegliche Beziehungen mit freien Völkern unmöglich zu machen."„Tebats" betont den revolutionierenden Einfluß des Krieges durch Enthüllung unheilvoller Mängel und die Not- wendigkett von Reformen.„Temps" tadelt die Metzeleien. deren nächste Ursache die Blindheit der Behörden, während tiefere Ursache die konservative Verstocktheit der Regierung. die glaubte, Rußland wirtschaftlich modernisieren und polittsch unverändert lassen zu können. Letzte Nachricbtcn und Depefeben. Genf, 23. Januar.(W. T. B.) Die hier weilenden russischen revolutionären Sozialisten hielten heute abend eine sehr zahlreich besuchte Versammlung ab, in welcher den Petersburger Genossen die Sympathie ausgesprochen wurde. Die Zugänge zu dem Ver- sammlungslokal waren polizeilich bewacht, ebenso das russtsche Konsulat. Kabinettsbildung in Frankreich. Pari«, 23. Januar. Eine Note der„Agence Havas" meldet: R o u v i e r versammelte heute nachmittag eine Anzahl politischer Persönlichleiten, ausgenommen Tclcaffö, an die er die Aufsorderung zur Bildung deS Kabinetts richtete. In der politischen Lage, die seit langem ins Auge gesaßt wurde, ist über all« Punkte des Programm» ein Einvernehmen hergestellt. Eine zweite Versammlung, der auch Delcasse beiwohnen wird, wird abends stattfinden. Verantw.R«dakt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.(mit Ausnahme der, NeneBelt"-Vellage)-Th. Glocke, verli». Druck u. Verlag! BorwärtS Buchdr. u VerlazsanjtPauI Singer& Eo., Berlin 3 W. Hierzu SBettag«»n«it»t«halt»»gShl. »t.».«.z-w«» 1. Mkw Reichstag. 126. Sitzung Vom Montag, den 23. Januar 1S05, nachmittags 1 Uhr. Km BundesratSUsche: Möller, Graf Posadowsky. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Beratung über die Interpellation Auer und Genossen über den Bergarbeiter- streik im R u h r g e b i e t. Abg. Brejski sPole): Die Meldungen auS Petersburg beweisen »S, daß man die Forderungen der Arbeiter nicht mißachten darf. Aber die Rede des konservativen Herrn von Normann war eine Um- schreibung des Satzes: ITiat justitia, pereat mundus. Kann man denn das Legitimitätsprinzip hier anwenden? Das Kohlensyndikat hat eS doch mit dem Arbeiterrccht wirklich nicht genau genommen. Selbst der Vertrete? der preußischen Regierung, Handelsminister Möller, hol es zugegeben, daß ein Rcchtsbruch seitens dcS Unternehmertums vor- liegt. Etinnes ist nicht allein schuldig, das ganze Kohlensyndikat steht hinter ihm und ist für den Rechtsbruch auf Langendreer verantwortlich. Daß der Streik ausgebrochen hat, ist also auf das Konto des ganzen Syndikats zu setzen. Die Arbeit der Bergarbeiter ist verglichen mit der Arbeit m anderen Berufen so einzuschätzen wie die Tätigkeit des Soldaten im Frieden verglichen mit der Tätigkeit des Soldaten im Kriege. Herr H u e und Herr Stötzel haben nicht übertrieben. Ich könnte ihre Beispiele aus dem Schimpslexiko» noch steigern. Vor Gericht ist durch die Aussage dreier Arbeiter unter ihrem Eide fest- gestellt worden, daß die Disziplinarstrafen ganz willkürlich gegen sie verhängt waren. Das Nullen bringt die Arbeiter um ihren ganzen Lohn. Die Durch schnittsziffern des Herrn Möller widerlegen das nicht. Besonders empört die Arbeiter, daß die Günstlinge nicht bestrast und die Wagen Miß- liebiger. besonders Organisierter, mit Borliebe genullt werden. Das Nullen sollte schon deswegen unterbleiben, weil die Löhne an sich knapp genug sind und der erträgliche Durchschnitt mir infolge des Einrechnens der hohen Löhne und durch die lieber- schichten zustandekommt. Der Abg. Schmieding hat im Abgeordneten- hause gesagt, wenn es dem Bergarbeiter nicht gut ginge, wäre die Landflucht unerklärlich. Daß es den Landarbeitern nicht besonders geht, ist an sich schon keine Rechtfertigung der Grubenbarone. Zufällig weiß ich, daß auf der Zeche„Neumühl" ein Arbeiter im Oktober 88 M. 55 Pf., im November 76 M. verdient hat. W i e man damit eine Familie ernähren kann, ist mir unerfind lich. Auch das Verhalten der Kassenärzte ist vielsach lieblos und wenig sorgfälttg. Ist es etwas anderes als Hohn, wenn der Arzt einem armen Krüppel sagt, er sei noch nicht ganz erwerbs- unfähig, weil er noch Musiker werden könnte? Man hatte diesen Arbeiter also Wohl auf ein Konservatorium schicken sollen?(Heiter« keit.) DaS find Kleinigkeiten, aber Kleinigkeiten haben schon oft zu Revolutionen geführt.— Es besteht das Bestreben, eine Hörigkeit für die Bergarbeiter zu schaffen. Dahin gehört der Gebrauch, daß ein Arbeiter die Zechenhäuser sofort verlassen muß, wenn sein Arbeitsvertrag gelöst ist, ferner die Unterstützungskassen, auf die er jeden Anspruch verliert, so bald er die Arbeit niederlegt. Durch alles dies will man dem Arbeiter die Bewegungsfreiheit rauben, man will ihn politisch korrumpieren.(Hört I hört! bei den Polen.) Wenn man auf Staatshülfe rechnet, so wendet man sich an die falsche Adresse. Die Zechenbarone können dem Staate sagen: kehre vor dereigenen Tür. Versammlungen werden widerrechtlich verboten und aufgelöst, eine Beschwerde nutzt gewöhnlich nichts. Der Herr Reichskanzler sprach vom Schutz der persönlichen Freiheit. Wie sieht eS aber in den dem Grafen Bülow unterstellten Bettieben aus? Vor mir liegt ein Zeug- niS eines Magazinverwalters, das mit brutaler Oeffentlichkeit aus- spricht, daß der Betreffende zwar bescheiden, fleißig, zu- verlässig, nüchtern und ehrlich sei, aber entlaffen werde, weil er bei der letzten Landiagswahl für den polnischen Kandi- baten gestimmt habe!(Hortl HörtI bei den Polen.) Und da tritt der Herr Reichskanzler für den Schuti der Arbeits- willigen ein!— Die polnischen Bergarbeiter werden mit ihren deutschen Kameraden jederzeit zusammenstehen. Die polnische Fraktion fühlt sich mit den polnischen Bergarbeitern solidarisch, sie ist bereit, mitzuarbeiten an einem ReichS-Berggesetz. Vor allem aber wünscht sie, daß die Regierung alles tut, um den Streit möglichst bald zu schlichten. Wie mir berichtet wird, haben die nicht zum Syndikat gehörenden Gruben„Freie Vogel" und„Unverhofft" sich zu Ver- Handlungen mit den Bergarbeitern bereit erklärt und haben gestern einen Verttag mit ihnen abgeschlossen. Wenn das diese Gruben können, muß eS das Syndikat erst recht fertig bekommen. Will das Syndikat nicht, so ist es Pflicht der Regierung, es zu zwingen. (Bravo I bei den Polen.) Abg. Frhr. Heyl zu Hernsheim(natl.): Meine politischen Freunde unterscheiden sehr scharf zwischen der Lage, die durch den Streik ent- standen ist, und den Forderungen, die nach Ausbruch des StteikeS gestellt wurden. NamenS einer sehr gtoßen Zahl meiner Freunde kann ich die Geneigtheit aussprechen, diese sozialpolitischen Forderungen auf ihre Berechtigung hin zu prüfen und ihnen eventuell auf dem Wege der Gesetz- g e b u n g Folge zu geben.— Ich bedauere aufs leb- hafteste, daß daS Jahr 1605 wie das 1604 wieder mit einem kontraktbruchmäßigen Streik begonnen hat. Ich gebe zu, daß der erste Erlaß auf Zeche„Bruch st ratze" auch ein Konttaktbruch war. Wären aber die übrigen Behauptungen in der sonst maßvollen Rede Hues über diesen Punkt richtig, so hätte die Oberbergbehörde sich die größten Verfehlungen zu schulden kommen laffen. Denn ihr müssen drei Tage nach Erlaß alle Aenderungen der Arbeitsordnung vorgelegt werden. Eine Reihe von Unklarheiten im Berggesetz lassen seine Revision notwendig erscheinen. Zunächst ist das BerhälttnS zwischen der Gedingearbeit und der Kündigungsvorschrist nicht klar genug dargestellt. Dann hat bei der Gedingearbeit selbst der Arbeiter alle Pflichten und der Unternehmer volle Freiheit.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Denn svcnn eine Aenderung deS Gedinges notwendig wird und eine Verständigung zwischen Arbeitgeber und Arbeiter nicht erfolgt, muß sich dieser mit dem ortsüblichen Tageslohn, d. h. etwa 2,80 M. zufrieden geben. Meine politischen Freunde wünschen, daß daS Wagen nullen vollständig abgeschafft wird.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Es kommt gar nicht darauf an, ob eS einen Lohnausfall von drei, von vier oder von fünf Prozent verursacht, sondern die Tatsache an sich belästigt die Albeiterschaft zu sehr. Wir erheben daher den Anspruch, daß die Regierung für die Ab- schaffung des Wagennullens sorgt. Ebenso muß die Frage der Seilfahrt gesetzlich geregelt werden. Die öfter- reichische Gesetzgebung schützt hier die Arbeiter besser als die druffche-. Die ganze öffentliche Meinung hat ja mit den Aus- ständigen Sympathien, trotzdem die Tatsache des Kontraklbrnchs diese Sympathien etwas abschwächt. Die Sympathien sind deshalb so groß, weil die Arbeit unter Tage und in der großen Hitze in leiner Weise mit der Arbeit in Fabriken zu vergleichen ist. Das ganze wirtschaftliche Leben Deutschlands ist abhängig von der Gesundheit der Verhältnisse in den Kohlen-Revieren. Den» ohne Kohle kein« Industrie I Aber leider untergräbt das Zentralblatt der Gewerkschaften die Autorität der Arbeitgeber. Die Arbeiterführer können sich da nicht wundern, wenn sie selbst keine Autorität haben. In Amerika und England gliedert sich das polittsche Leben in vertikaler Richtung, indem jede der Parteien alle Klassen der Bevölkerung um- faßt. In Frankreich und Deutschland gliedert eS sich in horizontaler Richttmg. Die lÄewerkvtreins-Bewegung hat doch schließlich das Ziel, die besitzenden Klassen auf- zusaugen und die Arbeiterschaft in den Vorder- grunddeSLebenS zubringen In Frankreich sieht man, des Juitlkte" welch schlimme Konsequenzen aus einer übertriebenen Gewerkvercins- Politik entstehen. Wir sind sehr für Arbeitskammern, Wenn diese beständen, wäre der Streik vermieden worden. Ein national- liberaler Arbeiterverein hat merkwürdigerweise an mich die Eingabe gemacht, daß kein Maximal- Arbeitstag beschlossen würde. Wie meine Partei darüber denkt, weiß ich nicht. Mein Freund Basiermann und ich sind persönlich der Meinung, daß bei der A u s- nähme st elluna der Bergarbeiter für diese ein Maximal- arieitStag angebracht ist. Mit ganz besonderer Freude kann ich feststellen, daß die Berg- arbeiter sich zu keinerlei Gewalttätigkeiten, zu keinerlei Aufruhr haben hinreißen lassen, und daß die Regierung von einem Aufgebot militärischer Macht abgesehen hat. Wo die Sozialdemo- traten die Macht haben, da schreitet allerdings sofort das Militär ein. Das war nicht nur unter Millerand so, sondern auch unter den sozialdemokratischen Regieri.ngsräten in der Sckiweiz. Vor mir liegt eine Rechtfertigung des Regierungsrates Wullschläger in Basel, der wegen des militärischen Aufgebotes beim Maurerstteik von seinen Genossen scharf angegriffen wurde.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Na also l Lachen rechts.) Er schreibt in dieser Rechtfertigung im Baseler„Vorwärts", die er„Ketzereien" be- titelt, daß in den Gewerkschaften die Revolutionäre ihr Unwesen treiben, daß dort Ketzergerichte abgehalten, vom Generalstreik gefaselt, der Atheismus verkündet und über hundert Dinge philo- sophiert und geschwatzt wurde, die nicht in die Gewerkschafts- bewegung gehörten: die verständigeren Leute machen sich über die ganze Gewerkschaftsbewegung lustig. Gegenüber diesem militärischen Aufgebot der Miliz lobe ich mir doch das Verfahren der deutschen Regierung.(Sehr gut I und Heiterkeit rechts.) Ich glaube, daß diese Tatsachen den Maßstab zu einem objettiven Urteil und zur An- erkennung für sie bilden. Meiner Meinung nach hat die Mißstimmung über das Kohlensyndikat mehr Anlaß zum Streik gegeben, als die tatsächlichen Beschwerden der Arbeiter. Das ist eine vitale Angelegenheit des Reiches, nicht nur Preußens. Auch die Hiberniaerwerbung hat uns sehr interessiert, weil wir in Süddeutschland ja abhängig von der Lieferung der Ruhrkohle sind. Wir hoffen, daß dieHibernia- Erwerbung nur der erste Schritt sein wird, dem die Erwerbung weiterer Zechen folgen wird.(Hört I hört I links.) Der Chef des Kohlensyudikates hat heute auch eine viel größere politische Macht als der Handelsminister. Wir haben es vorausgesehen und deshalb schon 1900 den Antrag auf Reichsaufsicht über die Syndikate und Kartelle gestellt. Wir sind keine prinzipiellen Gegner der Kartelle, aber wir verlangen die Regelung ihrer Befugnisse etwa nach den Beschlüssen des Jnristentages von 1904. Ich habe im Namen meiner Partei die Erklärung abzugeben, daß wir beabsichtigen, beim Etat des Reichsamts des Innern eine Re- solution einzubringen, dahingehend, möglichst bald sowohl die Ver- tteter der Bergarbeiter, als auch die Verireter der Zechen vor die arbeitsstatistische Kommission zu laden, nicht etwa in der Ab- ficht, den Streik beizulegen— denn dazu würde die Kommission keine Kompetenz haben—, sondern in der Absicht, daß nicht nur Herr Möller und Herr v. Behlsen, sondern auch wir hier im Reichstage über die w i r k l i ch e n Ver- Hältnisse genau informiert werden. Wäre der Stteik in England, so würde schon jetzt eine parlamentarische Kommission zur Prüfung der Verhältnisse eingesetzt.— Aber die arbeits- statisttsche Kommission ist ja ein guter Ersatz daftir, denn alle Par- teien und auch die verbündeten Regierungen sind in ihr vertreten. Leider steht ans geschäftsordnungsmäßigen Gründen uns kein Mittel zu Gebot, einen dringenden Antrag einzubringen, sondern wir müssen uns auf eine sogenannte Resolution beschränken.— Aber eS handelt sich um keinen gewöhnlichen Streik, sondern geradezu um ein natio- naleS Unglück.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Deshalb hoffen wir, daß die Regierung tunlichst bald unseren Wünschen nach- kommt.(Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Preußischer Handelsminister Möller: Der Herr Vorredner hat eine große Anzahl von Vorschlägen gemacht, wie nach seiner Meinung die Streitigkeiten beigelegt werden können. Er möge mir verzeihen, wenn ich darauf hier nicht eingehe, es würde das nicht der Srellung entsprechen, die ich mir von Anfang an vorgezeichnet habe. Jede Aeußerung über die Zulässigkeit von solchen Vorschlägen würde eine Stellungnahme bedeuten, von der ich gegenwärtig absehen muß. Ich meine. Gesetze soll man nicht ab Irato(im Zorn) machen, aber wenn die Ruhe, wie ich hoffe, in nicht zu ferner Zeit zurück- gekehrt sein wird, wird man zweifellos Lehren aus den jetzigen Stteitigkeiten ziehen und dann wird die Zeit gekommen sein, zu erwägen, wo man Abhülfe schaffen kann.(Lachen bei den Sozial- demokraten.) Daß ich bei der Enquete über die Zechenstillegung keine Arbeitervertreter zugezogen habe, lag lediglich daran, weil ich mir in diesem Falle keinen Nutzen davon versprach. Herrn Brejski gegenüber betone ich, daß es mir nicht eingefallen ist. den Eigentümeni der Zeche.Bruchstraße" Kontrakt« brnch vorzuwerfen. Ich habe lediglich klargestellt, wie die Verhält- nisse liegen. Ich bitte ihn, im Stenogramm meine Ausführungen nachzulesen. Abg. Dr. Spahn(Z.): Es ist wohl die Ueverzeugung der großen Mehrheit des Reichstags, daß die Sympathien des deutschen Volkes auf seiten der Streikenden und nicht auf feiten der Zechenbesitzer sind. Dieser Eindruck ist noch durch die Rede des Herrn Heyl erhöht worden. Dadurch, daß der bergbauliche Verein die Vermittelung abgelehnt hat aus ganz fadenscheinigen Gründen, hat er die Zechen- besitzer ins Unrecht gesetzt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf die juristische Frage,»b Kontraktbruch vorliegt oder nicht, kommt es jetzt gar nicht an. Wenn der Krieg besteht, ist es gleichgültig, wer ihn erklärt hat. eS muß vielmehr mit allem Rachdruck auf den Frieden gewirkt werden.(Sehr richtig! im Zentrum.) In die Frage des Konttaktbruches spielen moralische Gesichtspunkte wesentlich hinein. Auch der den Krieg erklärt, kann in einer moralisch besseren Situation sein alS der, der ihn durch fein Verhalten dazu gezwungen hat. (Sehr gut I bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Nach dem Verhalten des bergbaulichen Vereins auch gegenüber dem Staats- kommisiar fand ich das Austreten des Handelsministers wenig energisch.(Sehr wahr l bei den Sozialdemokraten.) Seine Stellung als preußischer Minister legte ihm die Pflicht auf, die ganze Macht der preußischen Gesetzgebung aiizuwendrn und diesen Krieg zu Ende zu führe».(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Der berg- bauliche Verein behauptet, die Arbeiter hätten Forderungen erst nach Ausbruch de» Streiks gestellt. Aber seit 1889 sind Jahr für Jahr diese Forderungen auch hier im Parlament erhoben worden. Seit der Neugründung 1904 ist die Macht des Syndikats ganz gewaltig gestiegen. Das Syndikat griff über auf Transport und Handel; ES kam die Hibernia-Affäre, der Trotz-Trust; das Zusammenwirken der großen Banken machte den Arbeitern so recht klar, daß beim Arbeitsvertrag nicht mehr Mann gegen Mann, sondern Gewerkschaft gegen Syndikat vorgehen müßte.(Sehr richtig I bei den Sozial- demokraten und im Zentrum.) Die Zechenverwaltungen, die zum größten Syndikat organisiert sind, hatten wirklich kein Recht mehr, eine Verhandlung mit den Orgaiiisationen abzulehnen, besonders im Bergbau, wo die Arbeiterverträge für ganze Reihen von Klassen festgesetzt sind. Und nun kommt als letztes und äußerstes: die Zechenstillegung. Sie gibt dem Multimillionär Stinues, dem man nachrechnen kann, daß er im Jahre Millionen und Millionen verdient, Anlaß, die Seilfahrt zu verlängern. Was soll man da noch von Kontraktbruch rede»?! Wollen die Zechenverwaltungen uns glauben machen,_ daß 177 000 deutsche Bergleute Forderungen stellen, die sie selbst ruinieren, indem sie de» Bergbau ruinieren?! Jetzt haben die Grubenbesitzer die ganze deutsche Volkswirtschaft gefährdet.(Sehr gut! b.d.Sozialdemokr.) Prüft man aber die Frage, ob die Löhne in derselben Weise, wie die Einnahme der Zechenverwaltung, gestiegen sind, so findet man, daß das nicht der Fall ist.(Hört I hört'l bei den !0Ul0lU(Ul. dittistnj, 24.)«««« 1905. Sozialdemokraten.) Die Löhne sind noch heute nicht so hoch, wie im Jahre 1900. Die Gesmidheitsverhältnisse der Ruhrbergleute haben geradezu etwas Beängstigendes.— Die Auffassung des Herrn Ministers über die Bergarbeiter-Vereine und über ihren Einfluß onf den Streik beruhen auf Fehlschlüssen. Nur 40 Proz. der Bergleute sind organisiert. Diese waren zuerst gegen den Streik. Es entspricht aber durchaus den Zahlenverhältnissen, wenn diese von den 60 Proz. Nichtorganisierten fortgerissen werden. In Petersburg sind die Arbeiter nicht organisiert. Wären die deutschen Arbeiter nicht organisiert, wer weiß, welchen Gefahren wir entgegengehen würden! lSehr richtig! links.) Der Herr Minister sollte den Zechen- Verwaltungen kräfttger entgegentteten. Eine Möglichkeit der Abhülfe muß nunmehr gefunden werden. Ich würde es nach englischem Muster für richtig halten, daß, wenn die Grubenbesitzer sich auch gegenüber den Regierungsvertrctern fernerhin ablehnend Verhalten, eine Nntersuchungskommission in Verbindung mit Bundesrats- Vertretern sofort im Reichstage zusammentritt, die die Beschwerden entgegennimmt und so rasch wie möglich mit Gesetzesvorschlägen kommt, die dann sofort hier erledigt werden.(Bravo I im Zentrum.) Ich bedauere außerordentlich, daß der Herr Reichskanzler die Behauptung aufgestellt hat, die Organisationen der Arbeiter ständen im Dienste der politischen Parteien. Für die christlichen Gewerk- schaften muß ich dies ganz stritte zurückweisen, sie sind gegründet, loeil der Satz: Religion ist Privatsache, von den freien Gewerk- schaften nicht gewahrt wurde. Der Reichskanzler hätte die Zechenverwaltungen daran erinnern müssen, daß der Smat es ist, der die Riutungen vergeben hat.(Leb- haster Beifall im Centruin und links.) Abg. Zimmermann(Ant.): Vor einigen Wochen hatGraf Posadowsky den ganzen Kulturfortschritt auf die Assoziation des Kapitals zurück- geführt. Jetzt hat er den Salat.(Stürmische Heiterkeit bei den Antisemiten.) Vor dem Richterstuhl der höheren Gerechtigkeit können ttotz des Konttaktbruches die Arbeiter glänzend bestehen. Aber der wachsenden Macht des Großkapitals im Bergbau gegenüber hat die Regie- nmg sich bisher vollkommen macht- und ratlos erwiesen. Wohlmeinende Ermahnnngen werden ans Herrn StinneS keinen großen Eindruck machen. Ich habe noch immer das Mißtrauen, daß die schöne» Gescvesversprechungen des Herr» Möller nicht Wirklichkeit werden, besonders da Herr Möller uns als Vertreter deS Manchestertnnis erscheint. Naturgemäß richtet sich bei einem so großen Unglück für das deutsche Volk, wie dieser Streik es ist, der Blick stets auf die h ö ch st e S t e l l e. Es hieß, der Kaiser werde sich anläßlich eines Diners vom Kommerzienrat Lueg Bortrag über de» Stteik im Rnhrgebiet halten lassen. Wenn Zeitungsmeldungen richtig sind, so kam es ganz anders. Man unterhielt sich über drahtlose Telegraphie, vom Stteik kein Wort.(Unruhe rechts.) — Der Reichskanzler hat den Arbeitern die starke Hand gezeigt, was tut er gegen dw Ausschreitungen des syndizierten Großkapitals? Crimmitschau>var eine Kraftprobe von durchweg sozialdemokratisch organisierten Arbeitern: im Ruhrgebiet aber hat die Sozial- demolratte vor den christlichen Verbänden den Klassencharakter zunicktreten lassen. Wir würden Unruhen gewiß bedauern. Aber wozu hat das Unternehmenum die Fremden und Uiiorganisicrten, die Reservearmee der Ausländer, herbeigeholt? Ich freue mich, daß dem internattalen Großkapital gegenüber sich auch bei dem Interpellanten ein nationaler Zug ge- zeigt hat. Ich hoffe, er wird auch künftig die kleinen Hand- Werkerexistenzen nicht vom Großkapital leichthin vernichten lassen. Wenn die großkapitalistische Entwickelung so weiter geht, kann es leicht kommen, daß die Monarchie vor der herrschenden Geld- aristokratie zu einem Schatten wird und ttef drunten nur die elende Masie des steuerzahlenden Pöbels bleibt. Wie korrumpierend und demoralisierend die Herrschaft deS Großkapitals ist, beweist ein Inserat der„Berliner Zeitung". in dem ein hoher Staatsbeamter mit guten Beziehungen zu den Ministerien zu lukrattver Tätigkeit als Repräsentant einer ersten Eifendahnmaterial-Fabrik gesucht wird.(Lebhaftes Hört I hört I bei den Antisemiten.) Kann etwas Traurigeres und Schimpflicheres ge- dacht werden? Vergessen wir nie, daß die Plutolratie der schlimmste Feind des monarchischen Staatssystems ist. Wenn nicht gegen die goldene Internationale ein Damm gezogen wird, so ivird die rote Internationale triumphieren.(Stürmischer Beifall bei den Antisemiten.) Abg. Bömelburg(Soz.): Bei dem Stteik handelt eS sich um eine spontane Volks- bewegung, die nicht von einzelnen Personen hervorgerufen sein kann. Es war also kleinlich, wenn vom Regiernngstische aus den Arbeiter- führern der Vorwurf gemacht wurde, daß sie den Ausbruch des Streiks auf Zeche„Bruchstraße" nicht verhindert hätten. Daß die Ordnung nicht gestört worden ist, ist nicht der Vermehrung der Sicherheitsmannscbasten zu danken, sondern dem erzieherischen Ein- fluß der Arbeiterführer. ES war also auch kleinlich vom Abg. Beumer, zu erwähnen, daß auch einzelne Unruhen vorgekommen seien. Er hat dabei aus einer trüben Quelle geschöpft, wenn auch nicht auS der „Rheinisch- Westfälischen Zeitung", so doch auS einer dieser sehr nahen Zeitung; selbst vom RegierungSttsch ist zugegeben worden. daß dieie Alarmnachrichten übertrieben worden sind. Abg. Beumer hat auch die Höhe der Unfälle im Bergbau be- stritten; nun. nach der neuesten amtlichen Statistik betrug im Jahre 1903 die Zahl der Unfälle im allgemeinen 9,12 auf 1000, im Bergbau 19,9(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.), Zahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang im allgemeinen 0,4 auf 1000, im Bergbau 1,88.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Am Schlüsse seiner Rede hat Abg. Beumer uns zugerufen: Kehrt vor der eigenen Türe l weil in einer, seiner Aiisicht nach sozialdeinokrattschen, Konsumgenossenschaft bei Essen die Brotpreise sehr hoch sein. Ich konstatiere zunächst, daß es keine sozial- demokratische Koiisumgenossenschast weder dort, noch sonst in Deutschland gibt,(Sehr richtig! bei den Sozialdemottaten.) Außerdem sind die Angaben des Abg. Beumer unrichtig. Das Kilogramm Schwarzbrot kostet nicht 19,3 Pfennige, sondern 16,5 Pfennige.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Ferner sind die Spesen dieser Genossenschaft höher. Beträgt doch der Wochenlohn in der Krupp schen Bäckerei nur 18 M., in dieser als sozialdemokratisch angesprochenen Bäckerei aber 25 M.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Sollte sich aber dennoch ein höherer Gewinn herausgestellt haben, so würde dieser ja doch wieder an dir Mitglieder zurückgeflossen sein.(Sehr richtig I bei den Sozialdemo» traten.)— Wenn aber der Abg. Bcmner im ganzen ziemlich ruhig gesprochen hat, so hat er wohl auf seine Wählerschaft Rücksicht ge- nommen. Die Zechenverwaltungen haben die Unterhandlung mit den Arbeiterführern abgelehnt, weil sie keine Garantie für die Durch- führung der Vereinbarung böten. Das ist ein fadenscheiniger Borwand. In Wirklichkeit handelt es sich um das Prinzip: Herr im eigenen Hause zu sein. Wir erleben alljährlich in Deutschland dasselbe in Hunderten von Fällen. Beim Hamburger Hafenarbeiter« streik zum Beispiel wollte der Senat selbst vermitteln, aber die Reeder lehnten das ab. Bei dem Metallarbeiter streik in Berlin erleben wir augenblicklich ja dasselbe. Schon im ersten Gesetz für Schaffung von Gewerbegerichten wurden diese als Einiglingsämter eingesetzt. Bei der Revision des Gesetzes wurde sogar der Vorladungszwang dem Borfitzenden der Gewerbegerichte gegeben. Aber all dieses blieb tatsächlich fruchtlos.(Hört! hörtl b. d. Soz.) Wir haben Fälle, wo die Unternehmer beschlossen haben, die Gewerbe- gerichte als EinigungSamt überhaupt nicht anzuerkennen.(Hörtl hört l bei den Soztaldemokraten.) Wir konnten deshalb von vorn- herein annehmen, daß die Vermittelungen abgelehnt werden würden. Und in der Tat haben die Unternehmer der Regierung nicht nur einen Korb gegeben, sie nicht nur sanft zur Tür hinauskomplimentiert. sondern die Unternehmer haben sogar die früheren Handliingeu der Rcgiernng dazu benutzt,«m ihre Ablehnung zn begründen! Ja, sie berlangen fogar von der Regierung, daß fie ihren, der Unternehmer, ausgegeben. Von irgend welchen Anordnungen des höchsten in Erwägung, daß in Italien infolge der Rückständigkeit des ablehnenden Standpunkt noch rechtfertigen solle. Die Regierung hat Polizeichefs, daß solche Totschläger den Arbeitswilligen nicht über- Bürgertums und der politischen Institutionen diese Repressionen freilich nur geerntet, was sie gefät hat. Die Unternehmer im Ruhr- geben werden dürfen, hat man nichts gehört. Auf diese Weise kann die gewaltsamsten Formen annehmen und zum System werden; rebier kennen den preußischen Handelsminister nicht erst seit heute die Ruhe und Ordnung wahrlich nicht aufrecht erhalten werden. fordert der Kongreß die Organisationen auf, die Agitation zu ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.), fie fennen das offene( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Zahl der Gesetzes- vermehren, damit die unter die Waffen gerufenen jungen Leute Ohr der Regierung, wenn fie versuchen, in Aussicht genommene übertretungen während des Streiks ist geringer als in ruhigen Zeiten. volles Bewußtsein ihrer Aufgabe erlangen und ihr Verhalten demfozialpolitische Maßnahmen zu hintertreiben. Sie wußten, daß Aber durch solche Maßnahmen rufen die Behörden ja geradezu die gemäß regeln, ihr Verhalten den Arbeitern gegenüber noch kurz vor Weih- Unruhen hervor. Ebensowenig sind die sogenannten Zechenwehren erklärt der Kongreß ferner, daß, obwohl die Verantwortung für nachten von den Regierungsbeamten in Schutz genommen wurde, geeignet, die Ruhe zu erhalten. Sie bestehen doch nur aus Zechen- die Gewalttat auf die Regierung als auf die Vertretung der und sie wissen sehr gut, daß in den Betrieben des Staates beamten, die vor allem den Wünschen ihrer Brotgeber Rech- herrschenden Klassen zurückfällt, den Arbeitern dennoch das Recht der nicht weniger Mißstände als in den Privatbetrieben vorhanden mung zu tragen suchen. Daher möchte ich die Re- Notwehr ihren Erefutivorganen gegenüber zusteht und sie auf die find. Dazu kommt, daß die Besizerklasse in den Ministern nur gierung dringend bitten, die Bechenwehren so schnell Gewalt zu antworten haben, sei es durch materielle und moralische Männer sieht, die ihr Interesse vertreten sollen. Bedeutend schwieriger wie möglich zu beseitigen, die Ueberwachung allein Unterstüßung der Opfer, sei es durch Proklamierung des Generalist die Situation geworden durch das Auftreten des Reichskanzlers den Polizeibeamten zu überlassen und diesen die strenge streits, mit dem ausdrücklichen Zweck des Protestes, welchen Generalund des Handelsministers am ersten Tage der Interpellation. Der Weisung zu geben, daß sie nur dann eingreifen, wenn ungesetzliche streik das Gewerkschaftskomitee im Verein mit den Arbeitstammern Reichskanzler hatte wohl einige Worte des Bedauerns dafür, daß Handlungen vorkommen. Man sollte den Führern der Gewerk- leiten werden, sei es durch die Verbreitung des Bewußtseins in der die Unternehmer die Unterhandlungen abgelehnt haben, aber gleich schaften Gelegenheit geben, für die Ordnung zu sorgen. Die Be- Arbeiterschaft, von der Notwendigkeit mit allen ihr zur Verfügung hinterher hob er die Wirkung dieser Worte auf, indem er den hörden sollten sich mit ihnen verständigen. Dann kann der Streit stehenden Mitteln solche Verbrechen der herrschenden Klassen unArbeitern gegenüber mit dem Polizeisäbel raffelte.( Sehr gut! monatelang dauern, ohne daß es zu Unruhen kommt. Man muß möglich zu machen; bei den Sozialdemokraten.) Wenn er sich am Schluß über einmal von Regierungsseiten von dem alten Schema abweichen und unseren Aufruf beschwerte, so hat er ja nur durch seine Worte muß versuchen, diese für das Deutsche Reich so schwierige Frage bestätigt, was wir da geschrieben haben. Und was sagte der Handels- möglichst bald aus der Welt zu schaffen.( Lebhafter Beifall bei den minister? Er sprach von der Berechtigung der Berufsvereine, von Sozialdemokraten.) Arbeitskammern, von der Revision des§ 65 des Berggesezes. Das war alles nichts neues, das hat bereits früher Graf Posadowsky in Aussicht gestellt. Wenn er wirklich auf die Unternehmer Einfluß ausüben wollte, dann hätte er sagen sollen: wir haben die Absicht, in allernächster Zeit den achtstündigen Arbeitstag, influfive Ein- und Ausfahrt, für den Bergbau einzuführen; wir wollen das Wagenmullen gefeßlich verbieten und wollen eine bessere Beaufsichtigung, unter Heranziehung der Arbeiter, einführen.( Sehr gut! bei den SozialDemokraten.) gibt der Kongreß schließlich dem Wunsche Ausdruck, daß die arbeitenden Klassen Italiens ihre Tatkraft aufbieten mögen, um jene Institutionen niederzuwerfen, die der freien Entfaltung des Klassentampfes entgegenstehen." Die Diskussion über diese Tagesordnung gestaltete sich sehr lebhaft. Cabrini und Reina heben die Notwendigkeit hervor, den Streif zu disziplinieren, damit er nicht wie ein vom bewußten Willen unabhängiges Naturereignis hereinbricht. Abg. Dr. von Heydebrand und der Lasa( kons.): Ein näheres Eingehen auf den Streit würde mich in Widerspruch mit unserer vom Abg. v. Normann verlesenen Erklärung setzen. Aber ich will diese Erklärung etwas erläutern. Es ist von gegnerischer Seite behauptet worden, daß wir über die Rechtsfrage den sozialen Gesichtspumit in dieser Angelegenheit vergessen haben. Wir wissen wohl: Guarino macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, die Gesumum jus suma injuria.( Das höchste Recht ist das höchste Unrecht.) werkschaften als solche bei einem Generalstreit nicht entscheiden zu Aber das gilt doch nur bei den vitalsten Interessen.( Unruhe bei den lassen. Die Zentralorganisation fönnte nur schwer die Ortsgruppen Sozialdemokraten.) Diese Voraussetzung ist hier nicht gegeben. Wir benachrichtigen und leiten. Dazu seien die Arbeitskammern der einUeber so einfache Vorschriften hätten die Juristen nicht wochen haben nicht die leberzeugung gewinnen tönnen, daß auf zelnen Orte da. Der Vorschlag Guarinos, alle Gewerkschaften aufund monatelang beraten brauchen. Und wenn weiter die Unter- Seite der Grubenbesizer ein direkter Kontratt zufordern, alle entgegenstehenden Bestimmungen ihrer Statuten abnehmer sich zu lange gesträubt hätten, den berechtigten Lohnbruch vorgekommen ist. Es ist gar keine Frage, daß die zuschaffen, wird einstimmig angenommen. forderungen der Arbeiter nachzukommen, so hätte er erklären sollen, Arbeiter mit vollem Recht sich über vieles beschweren fönnen.( Hört! Die Tagesordnung der Arbeitskammer von Mailand geht darauf daß die Regierung sich gezwungen sähe, an die Verstaatlichung des hört! links.) Besonders das Stillegen der Zechen wird von meinen in namentlicher Abstimmung mit 41 Stimmen durch.( Rebhafter Bergbaues heranzugehen. Wenn die Herren mit ihrem jährlichen politischen Freunden nicht gebilligt. Wir finden darin eine Beifall.) Einkommen von 20 bis 30 Millionen gemerkt hätten, daß diese Verleugnung von nationalen Gütern, die wir dringend brauchen. Hierauf wird zu dem nächsten Punkt: Ortsstatut der großen Gewinne ihnen entgehen könnten, sie wären so rasch kleinlaut Aber das berechtigt die Arbeiter noch nicht, sich über bestehende Ver- Arbeitskammern übergegangen. Auf Antrag des Referenten geworden und Verhandlungen wären in fürzester Zeit zustande ge- hältnisse hinwegzusetzen. Es handelt sich um feine Lebensfrage, die Dell Avalle beschließt der Kongreß, daß nur eine Arbeitstommen, aber freilich konnte der Minister Möller nicht, denn dann von heute auf morgen entschieden werden mußte. Es wäre vielleicht fammer in jeder Provinz zu bestehen habe. Die anderen haben als hätte man ihm gesagt, er sei auf dem besten Wege zur Sozial- gut gewesen, wenn die Zechenverwaltungen an den Vermittelungen Filialen zu gelten. Es wird die Notwendigkeit hervorgehoben, die demokratie. Dabei will ich gleich bemerken, daß auch die parlamentarische teilgenommen hätten. Das hätte der Sache die Schärfe genommen. Arbeitskammern zu Sachwaltern aller Klasseninteressen des ProleUntersuchungskommission nicht erst über die Notwendigkeit des Acht-( hört! hört! links.) Aber die Zechen standen nicht ihren Arbeitern tariats heranzubilden. stundentages, Verbot des Wagennullens und bessere Grubeninspektion allein, sondern der ganzen organisierten Arbeiterschaft gegenüber. Untersuchungen anzustellen braucht. Aber mit einer Unter- Bis zu einem gewissen Grade kann man es doch verstehen, wenn die fuchung über die Lohnverhältnisse und die anderen Mißstände sind Bechenbesitzer jest gegenüber diesem Kontraktbruch nicht eher verwir gern einverstanden. Im Jahre 1889 wurden ja die Arbeiter mit handeln wollen, als bis durch Zurückkehr zur Arbeit er wenigstens dem Polizeiknüppel zur Arbeit zurückgetrieben. Dieses Mal wird einigermaßen wieder gutgemacht ist.( Lachen 6. d. Soz.) Diese Frage muß es nicht so weit kommen. Aber sollten trotzdem auch dieses Mal doch vorangestellt werden, weil doch das Recht etwas ist,.( Buruf die Streikenden unterliegen, so versichere ich Ihnen, es dauert nicht bei den Sozialdemokraten: to as von Ihnen gebrochen wieder 15 Jahre, bis die deutsche Industrie von neuem vor diese wird! Unruhe rechts). Ich vertrete nicht den Standpunkt der ernste Gefahr gestellt wird. Darum gilt es Vorkehrungen zu schaffen, Arbeitgeber, sondern den des Rechts! Wir haben ein volles Verständnis die die Wiederkehr eines solchen Ereignisses für absehbare Zukunft für die Forderungen des vierten Standes. Aber sie würden leichter anerausschließen. kannt werden, wenn nicht mancherlei politische Dinge hineinspielten. Der vierte Stand fann sich nicht wundern, wenn er auch politische Gegnerschaft findet, wenn auch er kein Verständnis für die Bedeutung der anderen Stände hat.( Lachen bei den Sozialdemofraten.) Man darf nicht vergessen, daß die Arbeitgeber auch eine nationale Mission haben und eine produktive Rolle im Wirtschaftsprozeß spielen, und daß die Ansprüche des vierten Standes der Güter führen zur Verteuerung der Arbeit und damit Ueber das Zentralsekretariat der Arbeitskammern und Gewerks schaften und über die Regelung der Beitragsquoten der Arbeitsfammern soll ein Kommissions- Entwurf vorgelegt werden, über den durch Referendum entschieden werden soll. Es wird noch eine Tagesordnung Branconi angenommen, daß die den Gewerkschaften angehörigen Abgeordneten als Beauf tragte der Gewerkschaften in der Vertretung der sozialen Gesetzgebung im Barlament zu gelten haben. Darauf bestätigt der Kongreß Mailand als Sik des Zentral fomitees und schließt dann seine Arbeiten unter dem Protest einiger Delegierten, die über die Nichterledigung einiger wichtiger Punkte der Tagesordnung Beschwerde führen. In der Tat kann man dem Kongreß den Vorwurf, mit seiner Zeit wenig haushälterisch umgegangen zu sein, nicht ersparen. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 28. Januar. Für das Recht der Bergarbeiter. Der Reichskanzler und der preußische Polizeiminister haben mit dem Polizeisäbel geraffelt, und wir können jeden Tag in den Zeitungen lesen, daß immer mehr. Polizeibeamte in das Streifrevier gefandt werden. Mir scheinen die bis jetzt zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung getroffenen Maßnahmen feineswegs geeignet zu sein. Mir ist heute ein Telegramm zugegangen, in dem es heißt, es herrsche geradezu musterhafte Ruhe, in Oberhausen aber seien Streifende von Zechenpolizisten aus den Betten geholt und damit die Arbeiter selbst doch auch treffen. Mit diesem Vorbehalt worden( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), ein streifender stehen wir den Arbeitern sehr wohlwollend gegenüber. Es handelt bis Arbeiter sei von Zechenpolizisten geschlagen, er blutend sich nicht darum, eine Konzession zuzugestehen, wie der Abg. Stöcker zusammenbrach.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) meinte. Wir stehen vollkommen auf dem Standpunkte eines wirklich Die heutige Fortsetzung der Debatte über den Streit im Was über Belästigungen von Arbeitswilligen gefagt wird, fonftitutionellen Staatswefens.( Abg. Be bel: Haben wir ja noch Ruhrrevier konnte den Eindruck der Sonnabendsigung nur bezeichnet das Telegramm als erlogen.( hört! hört! bei den Sozial- garnicht!) Aber heute herrscht schon auf feiten der Arbeiter vielfach verstärken. Aber heute herrscht schon auf feiten der Arbeiter vielfach verstärken. Während es da noch einen Redner gegeben hatte, demokraten.) Das Verhalten der Polizei und der Behörden den ein Absolutismus.( Stürmische Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) der im Gegensatz zu allen anderen die Berechtigung der Streifenden gegenüber ivird im allgemeinen gelobt; nur über die Das kommt Ihnen komisch vor, ist aber doch so.( Buruf bei den von Zechen eingerichteten Zechenwehren, die aus Bechenbeamten ge- Sozialdemokraten: Besonders bei den Landarbeitern! Große Arbeiterforderungen zu leugnen suchte, erklärten heute alle bildet werden, wird geklagt. Nach einer Aeußerung des Bürger- Heiterfeit.) Die Rücksicht auf diejenigen, die nicht in der Organi- Redner aus allen Parteien ohne jede Ausnahme die Fordemeisters von Witten soll diese Einrichtung auf Veranlassung von fation sind, ist ein Gebot der Menschlichkeit, der Freiheit, die Organi- rungen der Streikenden für gerechtfertigt, mochten sie zum der Arbeiter darf nicht zum Terrorismus führen. Streit selbst eine freundliche oder feindliche Stellung einoben erfolgt sein.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dieser fation Bürgermeister ist auch dafür eingetreten, daß zwischen den Behörden Das Auftreten des Reichskanzlers und auch des Minifters Möller nehmen. und den Bergarbeitern eine möglichst enge Fühlung bestehen sollte. hat uns die Ueberzeugung gegeben, daß bei ihnen Wohlwollen entZunächst proklamierte der Pole Brejski die vollEr hat seine Freude über die Haltung der Streifenden und seine schiedener Wille ift.( Lebhafte zurufe bei den Sozialdemokraten: kommene Solidarität seiner Partei mit den fämpfenden BergHoffnung ausgesprochen, daß diese ihre Haltung nicht ändern ein, nein! Keine Spur!) Dann können Sie allerdings arbeitern. Seine Feststellung, daß die nichtsyndizierten Zechen würden. Der Bürgermeister hat auch hat auch die ihm nahe ge- für die Enquete Kommission stimmen, aber wir sind legte Verstärkung der Gendarmerie und die Heranziehung von nicht dafür zu haben. Herrn Stöder, für den ich die größte Ver-" Freie Vogel" und" Unverhofft" die Arbeiterforderungen beMilitär abgelehnt und den Streifenden sein Vertrauen ausgesprochen. ehrung habe, will ich nur erwidern, daß auch die Arbeit eine Gott willigt hätten, unterstrich die Tatsache, daß es sich um einen Ich bin fest überzeugt, daß, wenn alle Bürgermeister so redeten, gewollte ist und daß es nicht nur ein Christentum der Arbeiter, Kampf zwischen dem syndizierten Kapital und der Arbeit wir überhaupt teine Polizei brauchten. Die Fühlung sondern auch ein Christentum aller gibt. Darauf müßten wir mit handelt. der Behörden mit den Ausständigen gewährleistet die Ruhe und Ord- aller Klarheit Bedacht nehmen, nur so werden wir durch Gerechtigkeit An diese Feststellung hielten sich auch alle folgenden nung. Aber so find die Herren nicht alle. Das Oberhaupt der nach beiden Seiten den Frieden fördern, den wir alle wollen.( Bravo! rechts.) Redner. Freiherr v. Heyl, der bekannte Sozialpolitiker Stadt Gelsenkirchen macht befannt, daß Zusammenrottungen mit Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. und Gewerkschaftsfeind aus der nationalliberalen Fraktion, Bersönlich bemerkt Strafen bis zu zehn Jahren Zuchthaus geahndet werden, und beruft sich dabei auf eine Kabinettsorder vom 29. September 1846. Für Abg. Dr. Beumer( natl.): Der Abg. Bömelburg hat meine An- benutzte zwar auch die Gelegenheit dieser Debatte, um wie das Geschick des Oberbürgermeisters von Dortmund gaben über die Brotpreise in der Bäckerei„ Volkswohl" bestritten Herr Dr. Beumer mit der Stellung sozialdemokratischer Minister liefert die Geschichte Dortmunds eine Fülle von Betveisen.( Sehr und behauptet, sie betrügen nicht 19, sondern nur 16 Pfennige. Ich habe in Frankreich und sozialdemokratischer Regierungsräte in der richtig!) Dort fam es bei der legten Wahl durch das rigorose die amtlichen Ziffern vom Mai 1903 bis zum April 1904 vor mir, Schweiz eine mehr als dürftige Polemit gegen die SozialAuftreten der Polizei zu großen Unruhen; die Polizisten hieben in diesen befindet sich kein einziges Mal der Preis von 16 Pfennigen, demokratie zu führen, aber im übrigen forderte er die Beüberall und sofort ein und der Oberbürgermeister, weit entfernt, sondern die Preise schwanken zwischen 17 und 19 Pfennigen. feitigung des Wagennullens, den Maximal- Arbeitstag, die sie zu tadeln, nannte ihr Auftreten forrekt! Die beste Ver- Abg. Korfanty( Pole)[ zur Geschäftsordnung]: Durch die Ver- Gleichberechtigung der Arbeiter bei Feststellung des Gedinges urteilung hat er gefunden, als bei einer diese Vorgänge tagung ist mir das Wort entzogen worden. Ich wollte über die und machte sich so die wesentlichsten Forderungen der Bergbetreffenden Gerichtsverhandlung der letzten Zeit selbst ein oberschlesischen Verhältnisse sprechen, was nicht unwichtig ist, da der arbeiter zu eigen. Polizeikommissar aussagte, Daß die Beamten ihre Be- Streik dahin hinüberschlagen kann. fugnisse überschritten hätten und gerügt worden wären. Und Präfident Graf Ballestrem: Herr Abg. Korfanth, das Wort ift doch treibt der Herr Oberbürgermeister Regierungsrat Schmieding es Ihnen durch die Vertagung nicht entzogen worden, Sie stehen noch jezt wieder so. Er stattete jetzt als Erster Feuerwehrleute usw. immer auf der Liste.( Heiterkeit.) Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr.( Interpellation Büsing über mit Polizeibefugnissen aus, verbot ungefeßlicherweise das Streitpostenstehen, und, nachdem er eine Arbeiterversammlung, die die mecklenburgischen Verfassungsverhältnisse.) Schluß 54 Uhr. auf ihrer Tagesordnung den Bergarbeiterstreit führte, verboten hatte, ließ er die Berteilung von Zetteln nicht zu, auf denen furz stand: Die Versammlung ist verboten worden! Proleten, geht ruhig nach Hause!" Als eine Versammlung der Belegschaften der Zece Staiserstuhl" angesetzt war, fchickte er 80 Bolizisten; selbst die Zechenverwaltung hielt das für zu viel und behielt davon nur 25! Und gerade bei der altangefeffenen Bergarbeiterbevölkerung Dortmunds find Unruhen nicht zu befürchten. Aber der Herr Oberbürgermeister soll als Mitglied des Aufsichtsrates. der Harpener Bergbaugesellschaft ja Der Kongreß der italienischen Gewerkschaften und Arbeitskammern. Rom, den 10. Januar 1905. ( Vierter Tag.) 20-30 000 Mart im Jahre beziehen! Verhängnisvoll wäre es, In der Gewißheit, daß der letzte Tag nicht hinreichen würde, um wenn der Herr soweit ginge, Bersammlungen zu untersagen; denn alle noch auf der Tagesordnung stehenden Fragen zu erledigen, bediese bieten Gelegenheit, die Leute zu beruhigen und zur Ordnung schließt der Kongreß in namentlicher Abstimmung gegen 10 Stimmen zu ermahnen.- Freiherr v. Hehl empfahl, bei solchen Gelegenheiten sofort in das Thema: Verhalten des Proletariats Militär heranzuziehen und berief sich darauf. daß dies in der Schweiz gegenüber der Gewaltpolitit der herrschenden unter Zustimmung der sozialdemokratischen Abgeordneten geschehen sei. Klassen einzutreten. Hierzu liegt ein Referat der Arbeitskammer von Mailand Dies ist in einem Fall nur zum Teil, im anderen gar nicht zutreffend. Man spricht immer soviel vom Schutz der Arbeitswilligen. Manch- vor, das schon nach dem Blutbad von Buggerru, also vor dem mal freilich dürfte eher ein Schuk gegen die Arbeitswilligen an Ausbruch des Generalstreiks geschrieben worden ist. Das Referat Diese bestehen zum größten Teil aus moralisch hebt hervor, daß die Verwendung bewaffneter Macht gegen Streifende gebracht sein. Defetten Leuten, die zu ruhigen Zeiten überhaupt nicht arbeiten. Diesen das Recht der Notwehr verleiht, so daß die Arbeiter voll ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Da ist es um so berechtigt sind, der Gewalt die Gewalt entgegenzustellen. Gleichbedenklicher, wenn man neuerdings sogar dazu übergegangen ist, die zeitig müsse aber das Proletariat auf Mittel sinnen, um diese VerArbeitswilligen zu bewaffnen. So hatte bei dem Streit in Lever- brechen der herrschenden Klasse unmöglich zu machen. Es sei ferner fusen die Fabrilleitung jedem Arbeitswilligen einen eisenbeschlagenen Pflicht der Organisationen, der herrschenden Klaffe die Waffe zu Stock übergeben( Hört! hört! b. d. Soz.) und auf einem Bau in Göln entwinden, die ihr durch das Heranziehen von Streifbrechern sowie wurden alle Arbeitswilligen mit Revolvern bewaffnet.( Hört! hört! durch die Verwendung von Soldaten an Stelle von Streikenden zur bei den Sozialdemokraten.) Ja der Besiger bewies jeine ganze Verfügung steht. Es sei deshalb in allen Schichten des arbeitenden Roheit, indem er sich auf dem Bau umgeben von Arbeitswilligen mit Boltes zu agitieren, um so das Klassenbewußtsein zu wecken, durch Revolvern und Schnapspulle photographieren ließ.( Hört! hört! bei das der Verrat in den eigenen Reihen unmöglich wird. den Sozialdemokraten.) Neuerdings find nun auf Zeche Kaiser- Die Mailänder Arbeitskammer legt ihre Schlußfolgerungen stuhl" 65 Totschläger angefertigt, die man den Arbeitswilligen in in folgender Tagesordnung dem Kongreß vor: die Hand geben will.( Redner legt einen solchen Totschläger, an" In Erwägung, daß die Repression und die mit den neuen Berdessen Ende sich ein eiserner Ring befindet, unter Heiterfeit der störungsmitteln bewaffnete staatliche Einmischung bei den wirtschaftRechten auf den Tisch des Hauses.) Bereits am borigen lichen Kämpfen ein charakteristisches Merkmal des bürgerlichen Donnerstag find nicht weniger als 15 solcher Mordinstrumente Regimes ist; Herr v. Heyl will der Souveränität des Unternehmertums zwar nicht den Konstitutionalismus der Gleichberechtigung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegenüberstellen, wohl aber über beide die Souveränität der Gesetzgebung erheben. Zu dem Zweck verlangt er eine parlamentarische EnqueteKommission, die möglichst bald einen Gesetzentwurf zum Ausbau des Bergrechts ausarbeiten soll. Weit schärfer begründete der Zentrums- Abgeordnete Spahn dieselbe Forderung. Er zeigte das Unsinnige des Gedankens an einen individuellen Arbeitsvertrag in einer Industrie, in der sich das Stapital, wie in feiner andern, zu gewaltigen Assoziationen zusammen getan hat, beleuchtete die Gemeingefährlichkeit des Syndikats und wies mit einer nach alledem recht deutlichen Aufforderung darauf hin, daß den Bergwerksbesitzern der Staat das Mutungsrecht verliehen habe. Wenn man den Worten des Zentrums trauen fann, ist es also bereit, zur Verstaatlichung des gesamten Bergbaus zu schreiten, wenn das Unternehmertum in seinem hartnädigen Widerstreben verharrt. Herr Spahn hatte nebenbei auch das Gerede vom Kontrattbruch zerstört; sein Vergleich mit dem Kriege bewies, wie unerheblich diese rein juristische Frage ist. Nicht, wer den Krieg erklärt, sondern wer das moralische Recht auf seiner Seite hat, hat auf die Sympathie der gesamten Welt Anspruch. Trotzdem versuchte auch heute der konservative Redner, Herr v. Heydebrand, mit diesen lächerlichen Argumenten zu arbeiten. Nachdem die Konservativen sich einmal durch die Fraktionserklärung auf diesem unhaltbaren Standpunkt festgeranfft hatten, haben sie nachträglich gehört von selbst wußten sie das wohl nicht, daß die Arbeiter in den Streik eingetreten seien, ohne die Unternehmer vor das Berg- Schiedsgericht zu laden. Das sollte ihnen ein zweites Argument für ihre Stellung geben. Zum Dritten versicherten sie, daß das Christentum nicht nur für die Armen, sondern auch für- alle da sei, und schließlich machten sie die Entdeckung, daß vielfach ein Terrorismus der Arbeiter gegenüber den armen Unter nehmern bestände, den sie wahrscheinlich bei den Landarbeitern so gut habeil beobachten können,>vie bei den Kohlenarbeitern gegenüber dem kapitalgewaltigen Syndikat. Mit diesen„Ein- schränkimgen" stehen auch die Konservativen den Arbeiter- Forderungen„verständnisvoll und wohlwollend" gegenüber. Das gerade Gegenstück zu diesen konservativen Verlegen- heitsphrasen waren die demagogischen Trivialitäten, durch die der antisemitische Abg. Zimmermann sich mit dem Streik abzufinden suchte. Da er die Herren Stinnes, Thyssen und Haniel mit dem besten Willen nicht zu Juden machen konnte, so benutzte er die Gelegenheit, um die Minister Möller und Graf Posadowsky in persönlicher Gehässigkeit anzugeifern, von der Stellung der Sozialdemokratie gegenüber den Waren- Häusern und dergleichen Dingen mehr zu schwatzen. So berg- arbeiterfreimdlich die Rede des antisemitischen Abgeordneten auch ausstaffiert war, so wirkte sie durch die brutale Manier, in der sie mit Volksversammlungs-Schlagworten, wie dem von der roten und goldenen Internationale, arbeitete, abstoßender als die des konservativen Lobredners auf das Unter- nehmertum. Umso wirksamer war die ruhige, sachliche Art, in der Genosse Bömelburg von dem folgenschweren Kanlpse der Bergarbeiter sprach. Er versicherte zunächst aus seiner eigenen Kenntnis des Bergarbeiters heraus, daß die Ruhe im Streik- gebiet nur durch den Uebereifer oder die Ungeschicklichkeit der Polizeibehörden gefährdet werden könnte, daß, um sie aufrecht zu erhalten, es des Säbelrasselns der Minister nicht bedurft hätte. Viel eher hätten sie gegenüber dem Trotz-Trust des Unternehmertums, der selbst der Autorität der Staatsregierung spottet, die Macht des Staates zur Geltung bringen sollen. Eine Drohung mit der Emführung des gesetzlichen Achtstundentages, dem gesetzlichen Verbot des Wagennullens, der gesetzlichen Hinzuziehung der Arbeiter zur Gruben- Inspektion, zuletzt die Drohung mit der Expropriation hätte die Unternehmer rasch nachgeben gelehrt. Zu all diesen Maß- nahmen bedürfte es nicht erst wochenlanger Erwägungen. Greift trotzdem die Regierung nicht dazu und unterliegen die Arbeiter im Kampfe, so wird, das stellte Genosse Bömelburg der Regierung bestimmt in Aussicht, die deutsche Industrie in unzweifelhaft kürzester Frist vor der Gefahr eines neuen Riesenkainpfes der Bergarbeiter stehen. Herr Möller wußte auch heute nichts Besseres zu er- widern, als daß die Regierung nach dem Streik sich überlegen werde, ob und welche Gesetze sie zum Schutz der Bergarbeiter vorschlagen solle; einstweilen will sie abwarten, bis die Unter- nehmer von selbst zur Einsicht kommen. Gegenüber dieser bequemen, aber gefährlichen Untätigkeit der Regierung hielt der Reichstag es für zwecklos, morgen die Streikdebatte fortzusetzen; er vertagte sie auf unbestimmte Zeit. Morgen wird er sich mit der Interpellation Büsing(natl.) über die Revision der mecklenburgischen Verfassung be- schäftigen.—_ Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus nahm am Montag zunächst in dritter Lesung die Hibernia-Vorlage mit großer Mehrheit an. Gegen den Entwurf stimmten die Freisinnigen und eine kleine Zahl Nationalliberaler, wie Herr Schmieding, der in dem Erwerb von Aktien der Hibernia den ersten Schritt zu einer Verstaatlichung des gesamten Bergbaues erblickt, und Herr Syndikus Hirsch, der Furcht hat, daß durch diese Vor- läge Beunruhigung in den gesamten Kohlenbergbau gebracht wird. Es war erklärlich, daß die Anwälte des Grubenkapitals, die Herren Schmieding und H i r s ch, wie kürzlich bei der Etatsberatung, so auch jetzt wieder Stimmung gegen die armen Bergarbeiter zu machen suchten. Beide verteidigten das Ver- halten des bergbaulichen Vereins im Gegensatz zu ihrein früheren Fraktionsfreunde, d�m Minister Möller, der in dem Vorgehen der Kohlenbarone euren schweren politischen Fehler erblickt. Herr Hirsch suchte seinem hetzerischen Treiben von neulich die Krone auszusetzen, indem er— übrigens ohne dafür zur Ordnung gerufen zu werden— unseren Genossen Hue und die„übrigen sogenannten Arbeiterführer" als „A r b e i t e r V e r f ü h r e r" bezeichnete und die Beschwerden der Bergarbeiter samt und sonders als unbegründet erklärte. Hieraus begann das Haus die Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung. Die sogenannte General- debatte wurde mit einer konfusen, in dem ihm eigenen Deutsch gehaltenen Rede des Ministers v. Podbielski eingeleitet, in der er sich über seine bekannten Pläne zur Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes, über Maßnahmen zur Seuchen- bekämpfung und dergleichen verbreitste und sich als„Angriffs- knrnickel" der Presse präsentierte. Rund heraus erklärte der Minister, er werde nur noch dein Hanse Rede und Antwort stehen, aber mit der Presse will er nichts zu tun haben: die hat ihn zu sehr geärgert. In welchem Zusammenhang dieser Teil seiner Rede mit denc Etat steht, ist nicht zu ersehen. Herr v. Podbielski wollte offenbar nur seinem gepreßten Herzen Luft machen. Stach belangloser Debatte wurde die Weiterberatung auf Dienstag vertagt. Vorher wird die Geschäftsordnungs- kommission über das Schreiben des Polizeipräsidenten in Kassel betr die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung des„Volksblatt für Hessen und Wald'ck" wegen Beleidigung deS Abgeordnetenhauses Bericht erstatten. Tcmokratisches Zcntralorgan für Streikbrechcr-Jnserate. Eiucr Ueberschätznng der Mosseschen„Volls-Zeitung" haben wir uns, wie wir bekennen, schuldig gemacht. Wir hatten angenommen, daß der Bcrkauf der Redaktion des demokratischen Blattes an die Jnseratenfirma von den Betroffenen nicht sehr angenehm empfunden worden sei, daß man sich unfrei fühle und ein Gefühl sich bewahrt habe für die Praktiken eines grotzindustriellen ZeitungsgcschäfteS. Die„Berliner Volks-Zeitung" teilt uns nun in eigener Sache in einenr langen Leitartikel mit, daß sie sich durchaus wohl und frei fühle; der Inseratenteil übe keinerlei Einfluß auf die redaktionelle Haltung aus, und in, übrigen— Geschäft ist die Hauptsache— ginge eS der„Volks-Zeitung" so gut, daß der„Vorwärts" offenbar Konkurrenzneid empfinde. Außerdem übten wir publizistische Ehr- abschneiderei, verfolgten die erbärmliche Methode, den politischen Gegner in der Achtung der Parteigenossen herabzusetzen, vcrfiigten über eine bubenhafte Gesinnung usw. Zwischendurch wird in diesem und in einem anderen folgenden Artikel auch den Lesern der„Bolls- Zeitung" mitgeteilt, daß der„Vorwärts" tatsächlich weder die Redaktion der„Volks-Zeitung", noch die Gelverkvereinler mangcl« haster Unterstützung für die Bergarbeiter geziehen hätte, sovjsern daß es sich nur um eine Kritik der freisinnigen Partei gehandelt habe. Wenn die„Volks-Zeitung" ihre Unabhängigkeit vom Inseraten- teil der Firma Masse anpreist, so haben wir dagegen gar nichts ein- zuwenden. Wir haben vielmehr über die Ünnbhimgigkeit des Inseratenteils von der Redaktion uns aufgehalten nnd eS für unvereinbar mit der Ueberzeugung eines arbeiterfteundlichen Blattes erklärt, daß es sich zum Zentralorgan für Streikbrecher-Jnserate her- gebe. Wir haben wiederum die Moral der„Volks-Zeitungs"-Herren überschätzt, wenn wir voraussetzten, daß es den Herren ein pein- liches Gefühl sei, nicht so viel Einfluß auf den Inseratenteil zu haben— bei der sozialdemokratischen Presse ist ein solcher Einfluß s e l b st v e r st ä n d l i ch— um die Ausmerzung dieser arbeiterfeind- lichen Inserate zu erreichen. Wir erfahren nun, daß die„Volks- Zeitung" schon zufrieden ist, wenn sie nicht noch die direkte Politik ihres Inseratenteil zu vertreten braucht. Wir können der„Volks- Zeitimg" versichern, daß wir nicht wiederum voraussetzen werden, daß sie sich nicht völlig den Bedingungen der Firma Masse angepaßt habe, sondern auch den Widerspruch zwischen einer demokratischen arbeiterfreundlichen Haltung und einem brutalen Jnseratengeschäft empfindet.— Hwslatjd, Frankreich. Das neue Kabinett. Von dem neuen Ministerium gehören Rouvier, Poincarv und D u p u y der republikanischen Vereinigung des Senats an, Delcasss, Etienne und Thomson der demokratischen Verein iguug, R u a u und G n y o t- D eisseigne der radikaler Linken und Berteaux, D u b i e f und B i e n v e n u M a k r i n der s ,iali st ischradikalen Gruppe der Kammer. Rouvier hatte die Absicht, ein Portefeuille einem Mitglieds der über IVO Mitglieder zählenden demokratischen Linken des?-nats anzubieten, doch wurde davon Abstand genommen, da dem Mnisterium in der Regel nicht mehr als drei Senatoren angehören. In dem ersten Ministerräte des neuen Kabinetts soll auch die Frage der Amnestie erörtert werden. Was die Denunziations- angelegenheit anbelangt, so vird das neue Kabinett angeblich be- schließen, den Kommandeur des ö. Armeekorps Peigns und die Majore Begnicourt. P a s q u i e r und B o u q u e r o n zu maßregeln. Falls die Nationalisten ihre Treibereien trotzdem fortsetzen sollten, so werde das Ministerium die Interpellation über die Ange'-ereien einfach ablehnen. In der Presse findet das neue Kabinett im allgemeinen vorläufig keine günstige Aufnahme. Die nationalisiischeri und gemäßigt republi- kanischen Blätter tadeln insbesondere in sehr scharfer Weise, daß Berteoux und Thomson in das neue Kabinett berufen worden sind: denn Berteaux habe sich in der Angebereisache von denselben Gründen leiten lassen, wie der bisherige Ministerpräsident, und Thomson sei in der parlamentarische» Kommission zur Unter» suchillig der Zustände der französischen Marine der eigentliche Beschützer des bisherigen Marineministers Pelleta» gewesen. Ebenso wird auch Rouvier selbst scharf angegriffen, weil er bei der Kabinettsbildung die Gruppen Ribol und die dissidenten Radikalen vollständig ausgeschloffen habe. Die linksradikalen Blätter meinen, Rouvier werde zwar alle Reformen versprechen, sei aber jetzt schon entschlossen, kein einziges Ver- sprechen zu halte lemenceau sagt in der„A u r o r e", die Freunde Mälin es seien innerlich mit Rouvier sehr zufrieden, da nunmehr eine gemäßigte Politik ans Ruder gelangt sei. Jaurss sagt in der Humanits, er wolle die Erklärungen und Taten des neuen Mi- nisteriums abwarten.— Dänemark. Anerkennung der sozialdcinokratifchc» Kritik des Militarismus. Die Kritik, die unser Parteigenosse K. M. Klausen seit Jahren an der Militärpolitik des Mnisteriums Deuutzer geübt hatte, seine Enthüllungen über die militaristischen Schleichwege des Kriegs- Ministers Madsen haben nun endlich auch auf bürgerlicher Seite die verdiente Anerkennung gefunden. Der radikale Abgeordnete Zahle, der auf der Ausschlußliste der Linkeupartei steht, fungierte seltsamerweise am Donnerstag als Wortführer der Partei zum Militärbudget. Er machte das Geständnis, daß er und seine Parteigenossen über die geheimen militaristischen Unternehmungen des zurückgetretenen Kriegsmimsters getäuscht worden seien, daß aber die Sozialdculokratic Madsens Pläne nnd Taten richtig beurteilt und durchschaut hätte, und konstatierte, daß die Militärausgaben, deren Herabsetzung das Programm der Linken verlangte, unter dem ersten Linken-Ministerium um rund eine Million gestiegen sind. Als Linie, Zahle inbegriffen, im letzten Frühjahr dem Kriegs- minister zu Festungsaulagen uUf der Insel Saltholm ll 87.» Kronen bewilligte, da entarte Klaus en, der KriegSminister werde jedenfalls noch mehr gebrauchen, da doch zweifellos auch Unterkunstsräume für die Bemannung der Festungswerke geschaffen werden müßten. Aber die Linke hörte nicht auf diese Einwendungen. Nun mußte Zahle eingestehen, daß, was unser Parteigenosse vorausgesehen, ein- getroffen ist. Madsen hat außer der bewilligten Summe zirka 13 OVO Kronen für Kasernen und Magazinräume ans Saltholm verbraucht, ja, er hat sogar für die Anlagen Grund und Boden in Beschlag genommen, der Privatbesitz ist und erst nachträglich dieses Terrain leih- weise für den Staat erworben. Um sich die fehlenden Gelder für seine militaristischen Unternehmungen zu verschaffen, hat Madsen den Preis des Stoffes, der von der staatlichen Tuchfabrik in Usserod für das Militär geliefert wird, auf öl Oers p e r E ll e unter d i e H e r st e l l u n g s k o st e n herabgefetzt, Außerdem fand man in den Staatsabrechnungen folgenden sonder- baren Posten angeführt: „Für Stoff, geliefert ohne Bezahlung, zur neuen Aus- rüstung der Infanterie 23 625, 70 Kr." Hierzu haben die Staatsrevisoren bis jetzt nichts bemerkt. Durch solche Manipulationen hat Madsen Geld für sein Ressort„gespart" und den Ueberschuß der Tuchfabrik, an dem die Arbeiter partizipieren, von 100 000 Kronen aus 23 830 Kr. herabgebracht, wodurch die Arbeiter im letzten Jahr einen Verlust von 3—4000 Kr. erlitten haben. Auch die Aufdeckung dieser Heimlichkeiten des Kriegsministers ist der Sozial- demokratie zu verdanlen.>wie und die Saltholmsaffaire haben wesentlich zum Sturz MadsenS beigetragen, neben dem Neutralitätsbruch durch_ Lieferung der Rckylgcwchre für Rußland, deren Ausfuhr übrigens jetzt, wie der neue Landesverteidigungsminister Chriftensen mitteilte, verboten ist, obgleich, wie er sagte. die Gewehre, die von einem Kaufmann in Hamburg bestellt waren, nach einer vorliegenden Erklärung nicht an irgend cine_ kriegführende Macht geliefert werden sollten, DaS Ausfuhrverbot beweist jedoch, daß die sozialdemokratische Presse auch in diesem Falle recht hatte und sich damit um das Vaterland verdient gemacht hat, Um die Arbeiter der staatlichen Tuchfabrik für den Verlust zu entschädigen, den sie durch Madsens Finanzkünste erlitten, beantragte Klausen, daß ihnen 8000 Kronen überwiesen werden sollten. Ministerpräsident Ehristcnsen versprach» diese Angelegenheit unter- suchen zu lassen, woraus Klausen seinen Antrag vorläufig zurückzog. - Bei der Abstimmung zum Militärbudget wurden die vom Finanz- ausschuß vorgeschlagenen klemen Aenderungen angenommen, die der Sozialdemokraten,'welche größere Ersparnisse bezweckten, aber ab- gelehnt.— Amerika. Papiertrust und ZcitiiugSmacht. Der Papiertrust, gegen den die Regierung vor kurzem mit viel Geräusch einen Feldzug in Szene setzte, hat eine große Niederlage erlitten. Nicht etwa durch die Angriffs der Regierung, nein,— da sind die„Untersuchungen" noch im Gange— sondern durch die Macht der großen Zeitungen, die durch ihren ungeheuren Papier- kvnsum dem Trust zu hohe Tribute zahlen mußten und bockbeinig wurden. Die„American Newspaper Pnblishar Association" sBereinigung amerikanischer Zeitungsherausgeber) rückte gegen ihren Feind vor, ohne langwierige Untersuchungen nötig zu haben, und das Resultat war, daß die Trustmacht gebrochen wurde und für das Jahr 1905 mehrere Millionen Dollar an den Kosten für Zeitungspapier gespart worden.— Als„Chicago Tribüne" einen neuen Kontrakt machen wollte, diktierte der Trust, daß 100 Pfund Papier 2,25 Dollar mehr als bisher kosten sollten, was für die „Tribüne" eine Mehrausgabe von 100 000 Dollar pro Jahr be- deuten würde.„Chicago Tribüne" verband sich mit„Boston Herald" und„Philadelphia Telegraph" und diese Zeitungen eröffneten sich neue Quellen, indem sie kleinere, vom Trust unabhängige Gesell- schaften in den Stund setzten, ihre großen Kontrakte zu übernehmen. Andere große Zeitungen folgten den: Beispiel und der Trust verlor seine besten Kunden. Jetzt leitet er Unterhandlungen ein und will sich gern mit weniger hohen Profiten begnügen. Dazu kommt noch, daß die Presse die Regierung energisch zur Aktion gegen den Trust auffordert, was von diesen natürlich auch sehr unangenehm einpsunden wird.— Gen'erklckaMickes. Unuötiges Kopfzerbrechen. Eine Eingabe des Gewerkschaftskartells in W c r d a u (Sachsen) an die königliche Kreishauptmannschaft hat dieser schweres Kopfzerbrechen gemacht. Nicht insoweit, als sich die Behörde darüber im unklaren war, wie sie diese Eingabe sachlich zu behandeln hätte; das war selbstverständlich, daß sie das Ansuchen der Arbeiterschaft(es handelte sich um Errichtung eines Gewerbegerichtes) ablehnend zu be- scheiden hätte. Aber der Ablehnung hängte die Kreishaupt- Mannschaft folgende tiefsinnige Bemerkung an: Hierbei wag dahin gestellt bleiben, ob das sogenannte Gr- wrrkschaftsk-rtell als eine zn Eingaben an die Behörden befugte Vertretung der Arbeiterschaft angesehen werden kann. Die sogenannte Kreishanptmannschaft wird sich Wohl darein finden müssen, daß zu Eingaben an die Behörden (selbst in Sachsen!) jeder befugt ist. Wen sie aber mit ihrer Vertretung beauftragt, darüber entscheidet natürlich die Arbeiterschaft selbst. Auch königlich sächsische Kreis- hauptmannschaften haben ihr dabei nichts dreinzureden! BerU,»na llmgegencl. Achtting, Mitglieder des Metallarbeitcr-BerbandcS! Das Resultat der am 22. d. M. vorgenommenen Wahl ist folgendes: Zur Wahl des Bureaubeamten sind abgegeben 5305 Stimmen. Dr on haben erhalten: B l u m e n t h a l 1604, Hartmann 2217, Mahle 423, L o t h 349 und Weitzel 708. Da niemand die absolute Majorität erhalten hat, muß Stich- wähl stattfinden und zwar ztvischen Blumenthal und Hart« m a n n. Zur Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß sind ab- gegeben 5388 Stimmen. Davon haben erhalten: Cohen 4179, Hartmann 990, K ö r st e n 1897, R a nt s b r o ck 1246 und Wiesenthal 1885. Gewählt ist somit Cohen, während zwischen Körsten und Wiesen» thal Stichwahl stattfinden muß. Nähere Angaben über das Stattfinden der Stichwahl erfolgen in den nächsten Tagen. Die Ortsverwaltung. Achtting, Bauarbeiter! Unterzeichnete mächen die Bauarbeiter darauf aufmerksam, daß in der Parkettfirma Louis Heine(Breslau, Dresden), Vertreter Schneider(Berlin), Differenzen bestehen, weil der Berliner Parkettleger-Tarif nicht anerkannt wird. Es kommen folgende Bauten in Betracht, welche von organisierten Parkettlegern zu meiden sind: Warschauerstr. 70, Schtvedenstr. 4, Romintenerstr. 11, Kaiser Friedrichstr. 25; Charlottenburg, Gnbenerstr. 20, und Monbijou- Platz. Da die Firma sich bemüht von außerhalb Arbeitskräfte heran- zuziehen, ersuchen wir die Parkettleger Deutschlands, diese Firma zu meiden. Sollten auf genannten Bauten Parkettleger arbeiten, so ersuchen wir Nachricht an Paul Walter, Köpnickerstr. 157, gelangen zu lassen. Die Branchenkommission der Parkettbodenlegcr deS D. H.-B. Die Zentralorganisation der Barbier- und Friseurgchülfen führt seit dem I.April 1903 den offiziellen Titel:„Verband der Friseurgebülfeit Deutschlands"(Zweigverein Berlin). Da sich ein neuer Verein den früheren Titel der Organisation— Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perücken- macher, Zweigverein Berlin— angeeignet hat, bitten wir dies genau zu beachten. Berband der Friseurgehülfen Deutschlands, ZweigvereinBerlin. Arbeitsnachweis und Vereinslokal: Rosenthalerstratze 57 im Restaurant Pfeffer. Eine Konferenz der Lagerhalter, die in den Konsuntvereinen von Brandenburg und Pommern an- gestellt sind, wurste am Sonntag im Berliner Gewerkschaftshause abgehalten. Anwesend loaren 52 Lagerhalter aus 13 Ortschaften einschließlich Stettin. Als Hauptpunkt der Tagesordnung galt die Aussprache über den„A u s b a u des U n t e r st ü tz u n g s w e s e n s int Lagerhalter- Verbände". Das Referat hierzu hielt K ii t e r. Redner bezog sich auf Z 6 des Verbandsstatnts, der in seiner Fassung nicht bestimmt genug gehalten sei und einen zu weiten oder auch zu engen Spielraum in der Bemessung der ein« zelnen Unterstützungen lasse. Die Benutzung der vom Verbände eingerichteten Stellenvermittelung seitens der Konsumvereine lasse sehr zu wünschen übrig. ES gäbe ja auch noch eine ganze Anzahl von Genossenschaften, die die Mindestforderungen des Verbandes nicht anerkennen. Deshalb sei auf ähnliche Abkommen hinzuwirken, als wie sie von den Genossenschaften jetzt vielfach mit den Organisationen der Bäcker, Schlächter, Transportarbeiter und Handlungsgehülfen abgeschlossen werden. Betreffs der Umzugs- beihiilse müsse gefordert werden, daß der Verband zwei Drittel und der Lagerhalter ein Drittel der Umzugskosten zu tragen habe. Ebenso sei eine bessere Regelung des Kautions- und KontraktwesenS anzustreben. Komme es doch des öfteren vor, daß Genossenschaften Entscheidungen der jetzigen Schiedsgerichte, die zugunsten der Lagerhalter ausgefallen sind, umgehen oder sogar überhaupt nicht beachten. Die Einrichtung der Schiedsgerichte aber sei schon um deswillen nicht zu entbehren, weil der Lagerhalter-Verband ja keine Kampfesorganisation im Sinne der übrigen Gewerkschaften sei. da er nicht gegen ein profitwütiges Unternehmertum kämpfe, sondern lediglich die Wahrung der nach den Arbeiter- grundsätzen berechtigten Interessen seiner Mitglieder in den von Arbeitern gegründeten Genossenschaften im Auge habe. Hieraus ergebe sich auch die Festlegung einer bestimmten Matzregclnngs- Unterstützung. Wegen der Zugehörigkeit zum Verbände werde aller- dings kein Lagerhalter gemaßregelt, wohl aber wegen der leidigen Mankos, lind doch seien Mankos nur gar häufig eine Folge davon. daß dem Lagerhalter allerhand sonstige Ehren- und Vertraucnsämter in der Arbeiterbewegung aufgebürdet würden, deren Ausübung dann nicht selten eine gewisse Vernachlässigung der rein geschäftlichen Tätig- keit nach sich zieht. Im Zusammenhang hiermit müsse auch die Ein- führung einer Arbeitslosen-Uiiterstiitzung befürwortet werden, und um die Angehörigen der Lagerhalter einigermaßen zu sichern, auch eine Sterbe- sowie Witwen- und Waisen-Unterstützung.' Zwar habe der Zcntralverband deutscher Konsumvereine die letztere Angelegenheit bereits in die Hand genommen, doch lasse sich noch nicht erkennen. welches R-sultat sie zeitigen werde. Bei der Durchführung der ge- nannten N. terstützungszweige würden sich die Verbandsmitgtieoer allerdings a.ff eine Beitrag'serhöhimg gefaßt machen müssen.— In der Diskussion stimmten die Redner fast durchweg dem Referenten zn, wenn einige auch die Frage der Arbeitslosen-Unterstiitzimg alS noch nicht pruchreif Bezeichneten. Es gelangte Hierauf folgende Ne folution zur einstimmigen Annahme: " Befinde Drdnung. Nach dieser müsse, wenn ein Gefindebertrag des Innern vom 20. März 1902 auch für Adlershof zur Dur mündlich zustande kommen solle, auf jeden Fall ein Handgeld ge- führung zu bringen. Ferner protestiert die Versammlung gegen die Die heutige Lagerh lter- Konferenz erklärt sich mit dem Referenten geben werden. Ueber die Art, wie das Engagement zustande ge- Anwendung von zweierlei Recht gegen die hiesige Bevölkerung. Die einverstanden und erien it den weiteren Ausbau des Unterstügungs- kommen, sei hier noch nichts festgestellt. Auch sei Angeklagte in der Anwesenden erachten die Aufhebung der willkürlich gegen die Ar tvejens, als tie: Judiehandnahme des Arbeitsnachweises, Beihilfe fraglichen Beit noch nicht 16 Jahre alt gewesen. Es hätte deshalb beiterlokale festgesetzten frühen Polizeistunde für dringend nötig. beim Umzug, Arbeitslosen- Unterstützung und Gewährung von Sterbe- nicht unterlassen werden dürfen, nachzuprüfen, ob sie die zur Strafbar- Ferner wird von den Behörden im allgemeinen erwartet, daß sie sich geld, als notwendig an und sollen dementsprechend zu der nächsten teit erforderliche Einsicht besessen habe. Und schließlich sei der hart- feiner Verlegung des Vereins- und Versammlungsrechts mehr Generalversammlung diesbezügliche Anträge gestellt werden. nädige Ungehorsam nicht einwandsfrei festgestellt worden. Es wäre schuldig machen, sondern alle Parteien, also auch die Sozialdemo festzustellen, ob Angeklagte wirklich es erst recht nicht getan habe, fratie, die gefeßlich gerantierten Rechte gleichmäßig ausüben läßt." wenn ihr gesagt worden sei, fie folle fich beeilen. Nach allen Das Bureau der Versammlung wurde beauftragt, obige Re diesen Richtungen hin müßten sich die Nachprüfungen des Land- solution mit entsprechender Begründung an die oberen Behörden und gerichts erstrecken. den Minister des Innern zu senden. Bei Beginn der Diskussion " 3 Ferner erkennt die Konferenz an, daß es notwendig ist, daß das bom Zentralvorstand deutscher Konsumvereine ausgearbeitete Projekt bezüglich der Angestellten Fürsorge einer schleunigen Umarbeitung bedarf und nochmals vorgelegt wird. Gleichzeitig ermächtigt die Konferenz den Hauptvorstand unseres Der niederländische Gesekentwurf über den Arbeitskontrakt ist von wurden außer dem im Bureau befindlichen Schriftführer noch 4 GeVerbandes, daß, wenn aus dem Projekt nichts Ersprießliches hervor der Regierung in einzelnen Punkten verbessert worden. Die noffen aus der Versammlung zu dessen Unterstüßung gewählt, um gehen sollte, sofort selbst ein Projekt betreffend das freie Unter- wichtigsten Beschwerden, die die Arbeiterschaft gegen den Entwurf einwandsfreie Zeugen gegenüber den eventuell nicht forrekten Aufſtützungswesen auszuarbeiten und dieses im Verbandsorgan zwecks erhebt, sind dabei jedoch nicht berücksichtigt worden. Es wird daran fassungen der Beamten zu haben. Mit einem Hochruf auf die Diskussion in den Bezirken zu veröffentlichen." festgehalten, daß die Bestimmungen dem Bürgerlichen Gefeß- Sozialdemokratie wurde die imposante Versammlung geschlossen. Beschlossen wurde ferner, der kommenden Generalversammlung 5 u ch einverleibt werden, also nicht wie die deutsche Gewerbe- Die gesamte Tellersammlung wurde den strekenden Bergarbeitern des Verbandes einen Antrag zu unterbreiten, wonach Lagerhalter, ordnung ein besonderes Gesetzbuch bilden sollen. Ebenso wird überwiesen. die mindestens ein Jahr, bevor sie Lagerhalter wurden, einer nach wie vor auf die Errichtung von besonderen Gewerbegerichten In Rummelsburg tagte am Dienstag, den 17. Januar er., im anderen Gewerkschaft angehörten, ohne Zahlung von Beitrittsgeld verzichtet und die Entscheidung von Streitigkeiten aus dem Saale des„ Café Bellevue" eine öffentliche Volksversammlung, in die vollen Verbandsrechte genießen sollen, falls sie ihren Uebertritt Arbeitsverhältnis dem Kantonrichter überwiesen, doch sind hier welcher Genosse Grauer- Lichtenberg als Kreisdelegierter zum preußi in den Verband spätestens brei Monate, nachdem sie Lagerhalter ge- neue Bestimmungen eingefügt, die das Klagen erleichtern und das schen Parteitage Bericht erstattete. Einleitend mit dem Hinweise auf worden, bewerkstelligen. Prozeßverfahren beschleunigen sollen. Bestimmungen über den den in gewaltiger Ausdehnung im Ruhrrevier ausgebrochenen Berg Aus den hierauf folgenden Situationsberichten über die follektiven Arbeitsvertrag zu treffen, lehnt die Regierung eben arbeiter- Streit, führte der Referent das reichhaltige Material und Anstellungs- und Arbeitsbedingungen in den einzelnen Orten falls nach wie vor ab. Eine Verbesserung ist es, daß der Arbeit die bedeutungsvollen Beschlüsse des ersten Preußentages vor Augen. interessierte noch die Mitteilung eines Lagerhalters bom, Berliner geber den Lohnanteil, den er als Garantiefonds einzubehalten be- In der nachfolgenden Diskussion wurde die vollste Befriedigung mit Rabatt Sparbein Süd- Ost", wonach trotz erfolgter Er- rechtigt ist, nicht mehr als Betriebskapital verwenden, sondern auf den Beschliffen des Parteitages ausgesprochen. Die Massenlebigung der Vertragsdifferenzen durch den Schiedsspruch des Aus der Reichs Sparbank anzulegen verpflichtet werden soll. demonstration" gegen das preußische Dreiflaffen- Wahlsystem erweckte schusses der Berliner Gewerkschaftskommission bier Lager- Weitere Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf find nicht viel Sympathie, und führte Grauer dazu im Schlußwort halter durch kündigung gemaßregelt worden seien. unter anderem die Bestimmungen, daß Geldstrafen, die den Arbeitern aus: Unsere Aufgabe kann nicht darin bestehen, der bürgerlichen in den Betrieben auferlegt werden, nicht in die Taschen der Arbeit Gesellschaft gegenüber unseren Univillen durch Demonstrationen fundgeber fließen sollen; daß die Kündigungsfrist nicht, wie früher zugeben, sondern sie besteht darin, eine Revolution in den vorgeschlagen wurde, je nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses eine Köpfen der proletarischen Bevölterung herbei. längere sein soll, sondern im allgemeinen dem Lohnzahlungstermin auführen. Redner fand allgemeine Zustimmung. Beentsprechen und sechs Wochen nicht übersteigen soll, und daß Arbeiter, züglich des Turnhallen Streites gibt Gemeindevertreter die weniger als vier Gulden Tagelohn haben, über Streitigkeiten titter bekannt, daß eine friedliche Lösung in Ausaus dem Arbeitskontrakt fostenlos prozessieren können. sicht steht, und bittet deshalb, diesen Punkt von der Tagesordnung abzusetzen. Nachdem Nollstadt auf den Bergarbeiter streit eingehend hingewiesen, ermahnt Berger alle Genossen, die nur bis 30. Januar ausliegende Gemeindewählerliste einzusehen, da im Laufe des Jahres eine Kommunalwahl leicht zur Möglichkeit wird, ein Antrag zur Aufnahme in die Wählerliste aber später un berücksichtigt bleibt. Wer an der persönlichen Einsichtnahme verhindert ist, wende fich mit der letzten Steuerquittung an einen der nach bezeichneten Genossen: Gastwirt Lindner, Türrschmidtstraße; vertreter Gustav Tempel, Alt- Borhagen, und Otto Richter, Gemeindevertreter Günther, Konsumverkaufsstelle; GemeindeBigarrengeschäft, Alt- Borhagen Nr. 30, welche dann die beauftragte Der Ertrag Einsichtnahme in die Gemeindewählerliste vornehmen. der Tellersammlung wurde den streikenden Bergarbeitern überwiesen. Deutfches Reich. Die Bauarbeiter Krefelds beabsichtigen, einen neuen Tarif mit den Bauunternehmern abzuschließen. Der alte, der am 1. April d. I. abläuft, soll nicht verlängert werden. Während in den alten Tarif ein Stundenlohn für Männer von 45 Pf. und für Hülfsarbeiter von 35 Pf. bei 10stündiger Arbeitszeit vereinbart war, werden in dem neuen Tarif in der Hauptsache folgende Forderungen aufgestellt: Der Mindestlohn beträgt für den Maurer pro Stunde, vom 1. April 1905 bis zum 1. August 1905: 50 Pf., von da bis zum 1. Mai 1906: 52 Pf. und vom 1. Mai 1906 bis 1. Mai 1907: 55 f. Der Lohn für die Bauhülfsarbeiter beträgt in vorstehender Beit pro Stunde 10 Pf. weniger wie der der Maurer. Ueberstunden dürfen nur in dringenden Fällen gemacht werden: a) bei Verkehrsstörungen, b) in Fabrikbetrieben, wo sonst die Arbeiterschaft derselben am nächsten Tage feiern müßte. Diese Ueberstunden werden mit 10 Pf. Aufschlag bezahlt, wenn nicht ein höherer Zuschlag in den nachfolgenden Bunkten festgestellt ist. Für Feuerungs-, Nachts und Wafferarbeiten werden 50 Proz. Aufschlag bezahlt. Für Kanalund Tiefbauten werden pro Stunde 10 Pf. mehr bezahlt. Bei Arbeiten außerhalb des Stadtbezirkes sind sowohl Fahrt wie Fahrzeit vom Wohnort des Arbeitgebers aus zu vergüten. Für Sonntags- und Abortarbeiten werden 100 Proz. Aufschlag bezahlt. Affordarbeit ist gänzlich untersagt. Die Arbeitszeit beträgt im Sommer 10 Stunden. Tritt der Stundenlohn von 55 Bf. in Kraft, dann wird die Arbeitszeit auf 9% Stunden im Sommer reduziert. Wegen Zugehörigkeit zur Organisation und Agitation auf den Baustellen dürfen keine Maßregelungen stattfinden. Zur Regelung etwaiger Streitigkeiten und leberwachung des Vertrages wird eine Zwölferkommission gewählt, bestehend aus 6 Vertretern der Arbeitgeber und 6 Vertretern der Arbeitnehmer, zu denen jede der Organisationen zwei Mann stellt. Diese treten zusammen, wenn von einer Seite ein Antrag dazu gestellt wird. Sollte die Kommission fich nicht einigen, so entscheidet das Gewerbegericht, zuzüglich 2 Vertreter der Arbeitgeber und 2 Vertreter der in Frage kommenden Organisation. Wird ein Innungsmeister kontraktbrüchig, so find die Maurer verpflichtet, streng gegen ihn vorzugehen, und die anderen Innungsmeister haben kein Recht, ihm in irgend einer Weise behülflich zu sein. Dieser Vertrag gilt für sämtliche Maurer, auch für Nichtorganisierte, und hat Gültigkeit bis zum 1. Mai 1907. Der Lohn der Nichtorganisierten darf auch durch längere Arbeitszeit den Lohn der organisierten Arbeiter nicht übersteigen. Die Bauunternehmer werden sich zur Annahme des Tarifes nicht so leicht bereit finden lassen, bedurfte es doch eines viermonatlichen Kampfes der Maurer, um den alten Tarif, der einen niedrigeren Stundenlohn, überhaupt nicht solche Forderungen enthält, zur Geltung zu bringen. Es können sich die Bauarbeiter Krefelds auf einen schweren Kampf gefaßt machen. Arbeitern ab. Der niederländische Justizminister schreibt dem neuen Entwurf die Kraft zu, den Sozialismus einzudämmen. Daß ein Gefeß, das in grundlegenden und wichtigen Bestimmungen noch hinter der deutschen Gewerbe- Ordnung zurückbleibt, solche Wirkung ausüben sollte, wird keiner glauben, der die wirtschaftlichen Ursachen der sozialdemokratischen Bewegung fennt. Sterblichkeits- und Gesundheits- Berhältnisse der deutschen Großstädte. Nach den Veröffentlichungen des faiserlichen Gesundheitsamtes find in der Zeit vom 1. Januar bis 17. Januar von je 1000 Einwohnern, auf das Jahr berechnet als gestorben gemeldef: in Berlin 16,4, Charlottenburg 14, Breslau 25,1, Köln 21,4, Barmen 25,4, Elberfeld 17,4, Düsseldorf 18,6, Aachen 19,2, Dort mund 19,1, Sönigsberg 19,8, Frankfurt a. M. 18,2, Wiesbaden 22, Hannover 14, Magdeburg 22,1, Stettin 25,1, Altona 19,3, Straßburg 20,4, Mezz 27,3, München 19,7, Nürnberg 28,2, Augsburg 20,1, Dresden 22,1, Leipzig 14, Stuttgart 16,2, Karlsruhe 15,8, Mannheim 12,7, Braunschweig 21,5, Hamburg 17,6. " Verfammlungen. " Sigung haben Dienstag: 糖 12 M 1 " " Sozialdemokratischer Agitations Verein für den ReichstagsWahlkreis Züllichau- Schwiebus- Krossen- Sommerfeld. Versammlung jeden Dienstag nach dem 8. im Monat bei Grosser, Dirdsenstr. 39, vorn I. Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Putbuser Der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter hielt am Ambalema", Udel, Forsterstraße 19. straße 15, IV. Gemütlichkeit IV", Friedrich, Frankfurter Allee 198. " Eldorado", Schieffe, Grüner Sonntag, den 22. Januar, eine stark besuchte Mitglieder- Versammlung eg 120." Feste Brüder Moabit", Schök, Bremerstraße 71. ab. Frau Dr. Wegscheider- 3iegler führte in einem Re- Beilchenblau", Düffert, Winsstraße 56. Dewets Eiferne Pfeife", ferate über Jugend und Alkohol" aus, daß gerade für die arbeitende Engler, Schulstr. 5.Bufunft", Neuendorf, Neu- Weißensee, Friedrich Gesundbrunnen", Neuer Berliner", Steffan, Wienerstr. 31. Jugend die Alkoholfrage eine äußerst wichtige sei. Sie berichtete straße 5. Bolldampf", Wachs, Münchebergerstraße 8. über Erhebungen, die man bei Schulkindern angestellt habe, um fest- Bobanz, Ackerstraße 138. Bictoria", Heider, Borhagenerstr. 21. zustellen, wie der Altohol auf die Jugend wirke. Dabei hat sich nun" Domingo", Rohloff, Waldemarstr. 16. herausgestellt, daß diejenigen, die absolut keine alkoholhaltigen Ge-" Rauchlos", Stein, Rirdorf, Ziethenstr. 3.- Unverzagt", Gruber, Friedenstraße, Neuer Hain", Techtmeier, Langenbedftr. 7.Ecke Stoppenstraße.. Excelfior", tränke befamen, zu den besten Schülern, diejenigen, die hin und Giffert, Lübbenerfstr. 23. Ruhiga", Herzog, Brizerstr. 46. Weichfel wieder Alkohol bekamen, zu den mittelmäßigen und diejenigen, die duft In", Schulz, Neu- Weißensee, Sedanstraße 24.„ Gemütlichkeit I". „ Gefnidte Rippe", Bühlsdorf, Krautftr. 6. täglich alfoholhaltige Getränke erhielten, zu den minderwertigsten Gläser, Manteuffelstr. 101. „ Freie Schülern gehörten. Die Referentin führte dann noch aus, daß gerade Tabak zur Asche", Jäckel, Charlottenburg, Osnabrüderstraße 27. Kein Streit", Schmidt, Tilsiter die Jugend zum ehesten dazu bestimmt sei, den Kampf gegen den Alkohol Stunde", Grundmann, Büdlerstr. 18. Blaue Wolfe IV", Benning, Putbuserstr. 25.„ Einfach", aufzunehmen, und daß der Altohol nicht nur den Geist, sondern auch Blaue " Granium", Heine, Littauerstr. 12. Bolad, Faldenfteinstr. 19. den Körper zerrütte. Es entspann sich eine längere Diskussion, 28olfe II", Kienast, Berthauerstr. 26. Lange Pfeife- Moabit", Strößel, Huftenin der die meisten Redner für die Abstinenz sprachen. Zum Schluß straße 8. Bulgarien", Marth, Fruchtstr. 69. Often", Schade, Prostauer der Diskussion brachte Gerlach den Antrag ein, ebenso, wie die ftraße 27.- Frobfinns Heimat", Schößler, Stromstraße 28.- Columbus SO.", Wiedersehen", Weber, Neu- Weißensee, Friedrich jugendlichen Arbeiter Wiens, ein Agitationsfomitee gegen den Alkohol Gede, Oppelnerstr. 19. " Hand in Hand", Ewald, Wienerstr. 41." Graue Asche", zu wählen. Der Antrag wurde mit Freuden begrüßt, und, da eine straße 35. Alter Berliner", Bedmann, Reichenberger. Teilversammlung nicht beschlußfähig ist, der großen Versammlung, Brandt, Graudenzerstr. 2. Eintracht", Bleier, Straßmannstr. 41. Gemütlichkeit II", die am 12. Februar stattfindet, überwiesen. Nunmehr schilderte ftraße 46/47. Martin einen Vorfall, in dem Arbeiter( 1) die Lehrlinge Männer I" Friedenau, Grube, Kaiser- Allee 85. " Grüner Hain", Drömer, Ebelingstr. 4. Freie Grazig, Wrangelstr. 21. „ Kairo", Dunaisti, Aus der Frauenbewegung. und Hausdiener vergewaltigt haben, weil sie fich zur Lehrlingsstöslinerftr. 16. Freie Männer", Lassoger, Groß- Lichterfelde, Chaussee organisation bekannt hatten. Hierauf teilte Lehmann mit, straße 54. frei weg", Hoppe, Fidelitas", Luning, Hussitenstr. 34. " Korea", Kellas, Frankfurter Allee 107. An die Frauen Berlins. Heute, Dienstag abend, finden in allen daß in der Berliner Malerinnung" der Vorschlag gemacht worden Schöneberg, Merseburgerstr. 7.ist, die Lehrlinge ein halbes Jahr länger lernen zu lassen, weil Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität". Gau 9( Prov. Branden Wahlkreisen Berlins Volksversammlungen statt mit der Tages- durch den Besuch der Pflichtfortbildungsschule viel Zeit verloren burg.) Alle Zuſchriften und Anfragen, den Bund betreffend sind Berliner Arbeiter. ordnung: Der Klaffenkampf im Ruhrgebiet". Es gilt Protest ein- gehe. Nachdem verschiedene Redner ihre Entrüstung über ein der zu richten an a. D. Mitter, Christinenstraße 33. zulegen gegen die Ausbeutung und Entrechtung der dortigen Berg- artiges Vorgehen ausgesprochen hatten, sprach ein Stöder Radfahrer Verein", Abteilung 9, Sektion der Bäcker, jeden 1. und „ Borwärts", Wilmersdorf, arbeiterschaft. Schon lange gärte es unter den Bergarbeitern, doch schüler, der sich in die Mitgliederversammlung eingefchlichen Berliner 40. 3. Dienstag, nachmittags 3 Uhr, Gipsstr. 2. hat in den letzten Wochen die Empörung ihren Höhepunkt erreicht hatte, für den Vorschlag. Er meinte, so gut wie die Mitglieder schulenweg, Baumschulenstr. " Frisch auf", Dienstag nach dem 1. und 15., Baum14." Stern", Ludenwalde, bei Helau. die Bergarbeiter sind in den Streit eingetreten. Eine viertel Million Beit haben, die Bildungskurse des Vereins zu besuchen, so gut müßten" Stern", nach dem Alt- Landsberg. 1. und 15. bei Jordan, Menschen befinden sich im Ausstande. Die Unternehmer sind augen- fie auch Zeit haben, die Pflichtfortbildungsschule a bends zu be-" Germania", Woltersdorf Stolpbrüd, nach dem 1. bei Lehmann. blicklich Herren der Situation, sie lehnen jede Verhandlung mit den fuchen. Nachdem Böttcher diesem Herrn fargelegt hatte, daß Arbeiter- Radfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei F. Liehr, Norden", Löhrig, Pantstr. 32d. Boran I", jeden man die Fortbildungsschule besuchen muß, der Besuch der Bil- Beinstr. 3, I. Auch Ihr Frauen Berlins habt ein Interesse daran, wie sich dungskurse lediglich aus eigenem Antriebe geschieht, schloß die Ver- Dienstag nach dem 15. in Scheruchs Festsälen, Rüdersdorferstraße 45. dieser Riesenkampf gestaltet. Komet", Rigdorf, im Restaurant Karlsgarten", Karlsgartenstraße 6/10. Die Kohlenpreise werden steigen, sammlung mit einem Hoch auf die Organisation der jugendlichen Arbeiter- Radfahrerverein„ töpenid 1902", jeden Dienstag nach dem 1. und 15. Kohlenmangel wird eintreten und somit immer weitere Kreise der Arbeiter. bei Schmidt, Rudowerstr. 15. Fahr wohl", Schumann, Bankstr. 47. Industrie in Mitleidenschaft gezogen. Kommt daher zahlreich in Adlershof. Am Sonntag, den 22. Januar, tagte im MeißnerArbeiter- Turnerbund. Turnverein" Fichte", Berlin, Geschäftsstelle diese Versammlungen, beweist durch Euer Erscheinen, daß Ihr Euch einig fühlt mit Euren armen, bis aufs äußerste bedrückten Mit- schen Lokale eine zahlreich besuchte Volfsversammlung, welche Protest Berlin O. 17, Stoppenstr. 24 II, abends 8 bis 10 Uhr: 2. Männerabteilung: Stalizerstr. 55/56; 4. Männerabt.: Moabit, Siemensstr. 20; 5. Männermenschen. Legt Zeugnis davon ab, daß auch die Frauen des gegen die neueste Polizeiaktion in Adlershof erheben sollte. Genoffe abteilung: Wattstr. 16; 6. Männerabt.: Stallschreiberstr. 54; 7. MännerGrempe als Referent erledigte sich seiner Aufgabe in bester Weise. abteilung: Reichenbergerstr. 131; 9. Männerabt.:( Wedding) Müllerstr. 158; Er unterzog, auf die Entstehungsgeschichte des Vereins- und Ver- 10. Männerabt.: Petersburgerstraße 4; 11. Männerabt.: Fürbringerstr. 33; sammlungsrechts eingehend, die Handhabung von zweierlei Recht 12. Männerabt.: Kastanien- Allee 82/83; 13. Männerabt.: Görligerstr. 51. einer scharfen Kritik. Die Auflösung der letzten, am 19. Januar 1. Lehrlingsabt.: Friedenstraße 37; 3. Lehrlings abt.: Boedhstraße 17/20; stattgefundenen Wahlvereinsversammlung sei eine Ungefeßlichkeit, 8. Lehrlingsabteilung: Höchstestr. 36/37; 12. Lehrlingsabt.: Eberswalder 2. Damenabteilung: da alles getan war, um den Anforderungen des Erlasses des straße 10; 1. Damenabteilung: Mariannen- Ufer 1a. Die Arbeitslosen- Unterstützung in München ist am Freitag in Ministers des Innern vom 22. März 1902, die Teilnahme von Frauen Aderstraße 67. Abends 6-8 Uhr: 2. Schülerabt., Graumanns Feſtſäle, Kraft getreten. Jeder Ledige erhielt eine Anweisung auf ein Mittag: Adlershofer Arbeiterschaft auf, den schärfften Protest gegen dieses Turnerschaft Stralau- Rummelsburg", in der Turnhalle zu Borhagen, 8% in einem Segment betreffend, gerecht zu werden, und forderte die Naunynstr. 27. 3. Schülerabteilung: Moabiter Stafino, Wisnaderstr. 63. Arbeiter- Turnverein Neu- Weißenfee" im Prälaten, Lehderstr. 122. effen. Die verheirateten Arbeitslosen belamen, wenn fie fich bis bisher einzig dastehende Vorgehen zu erheben. In der Diskussion bis 10%, Uhr: Damenabt." Freie Turnerschaft", Stegliz, Birkenwäldchen, Freitag gemeldet hatten, am Sonnabend eine erste Unterstützung beleuchtete o ft an der Hand eines umfangreichen Beweismaterials, Schüßenstraße." Freie Turnerschaft Johannisthal", 8-10% Uhr bei von zwei Mark. És meldeten sich bis Sonnabend im ganzen wie in Adlershof mit zweierlei Maß gemessen werde und welchen Senfileben, Friedrichstr. 48." Freie Turnerschaft Tempelhof- Mariendorf". 2538 Arbeitslose, davon waren 1043 ledig, 1495 verheiratet. Sonnabend und Sonntag meldeten fich zahlreiche Arbeitslose, so daß die behördlichen Drangfalierungen die Arbeiterfchaft, sowie die Wirte, 8-10 Uhr: Männer- und Lehrlingsabt. im Tempelhofer Tivoli. Ziffern in den nächsten Tagen wohl bedeutend in die Höhe schnellen welche ihre Säle zu Versammlungen zur Verfügung stellen, ausgesetzt werden. Die Entgegennahme der Meldungen der Arbeitslosen und feien. Den staatserhaltenden Vereinen sei alles gestattet: Umzüge, die Ausgabe der Bons wurde durch Delegierte der Gewer- Ueberschreitungen der Polizeistunde, Aushängen von Plakaten, Teilschaften besorgt. Diese Geschäfte haben sich überall glatt ab- nahme von Gästen an den Vereinsversammlungen usw., ohne daß die gewickelt. Die bayerische Regierung weigert sich entschieden, Bar- Behörde, welche zur Wahrung von Recht und Gefez da sei, irgendwie einschreite. Sobald von seiten der Arbeiterschaft auch nur das mittel zur Linderung des Arbeitslosen- Elends zu bewilligen, und kleinste Recht im bescheidensten Sinne verlangt wird, inhibiert die awar angeblich aus Furcht vor Konfequenzen. Die Regierung Staatsgewalt die getroffenen Maßnahmen. Gegen die ungefeßliche befürchtet, wenn für München etwas bewilligt werde, auch andere Auflösung der Versammlung soll der Beschwerde- ev. Klageweg beStädte Anforderungen stellen würden! schritten werden, indem als Beweis für die irrige Auffassung des die Marktpreise von Berlin am 21. Januar. Nach Ermittelungen des Auf Grund der Gefinde- Ordnung war das Fräulein S. in zweiter Auflösung verfügenden Beamten das Segment photographiert tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte Instanz vom Kieler Landgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, wurde, und auch genaue Zeichnungen über den Saal nebst Räumlich- 17,60-17,58., geringe 17,52-17,50 weil sie fich hartnäckigen Ungehorsam gegen die Befehle der Dienst- feiten angefertigt worden sind. Folgende Resolution wurde ein- Roggen**), gute Sorte 13,95-13,94 m., mittel 13,39-13,92 m., geringe Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,80 M., mittel 14,70 herrschaft habe zufchulden kommen lassen. Begründend wurde aus- stimmig angenommen:„ Die am 22. Januar 1905 in Adlershof 13,91-13,90 m. geführt, dies Bergehen sei durch die Feststellung erwiesen, daß An- tagende, von zirka 400 Personen besuchte Volksversammlung erklärt bis 13,60 m., geringe 13,50-12,40 W. Hafer), gute Sorte 16,50-15,70 r., mittel 15,60-14,80 M., geringe 14,70-13,90 9. Erbsen, gelbe, zum Kochen getlagte öfter erst nach längerem Zögern und mehrfachen Aufforderungen sich mit den Ausführungen des Referenten, Genossen Grempe, 45,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00. Die Aufträge der Dienstherrschaft erfüllt habe. Auch hätte sie sich einverstanden und protestiert entschieden gegen die willkürliche, ein- startoffeln 10,00-7,00 M. Richtftroh 4,82-4,32 m. eu 9,20-7,20 m. unbotmäßiger Aeußerungen bedient, wie z. B., daß sie es erst recht seitige Handhabung des Vereins- und Versammlungsrechts gegenüber Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schock 5,00-3,20 M. nicht tue, wenn ihr gesagt werde, sie solle fich beeilen. der Sozialdemokratie. Die Versammlung protestiert ferner energischy*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Das Kammergericht hob auf die Revision der Angeklagten hin die gegen die ungerechtfertigte Auflösung der am 19. Januar hier anbeWafferstand am 21. Januar. Elbe bei Auffig+1,25 Meter, bet Vorentscheidung auf und verwies die Sache zu nochmaliger Ver- raumt gewesenen Wahlvereinsversammlung, obgleich jede VerUnstrut bei handlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Begründend mischung der Geschlechter durch die Unterbringung der Frauen in Dresden- 1,66 Meter, bei Magdeburg+0,62 Meter. Oder bei Natibor+1,53 Meter, bei Breslan Straußfurt+1,30 Meter. wurde ausgeführt: Aus der Vorentscheidung gehe nicht hervor, ob einem ganz abgeschlossenen Segment ausgeschlossen war. Die Ver- Ober- Begel+4,94 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,82 Meter, bei die Angeklagte überhaupt zum Gesinde" gehöre. Maßgebend fammlung erwartet von der vorgefeßten Behörde geeignete In- Grantfurt+ 1,12 Meter. eifel bei Braheminde+4,35 Meter. +1,12 sei hierfür im vorliegenden Falle die schleswig Holsteinische struktionen an die Adlershofer Polizei, um den Erlaß des Ministers 8 art be bei Bofen+1,08 Meter. Rete bei Usch--Meter. Berantwo. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Proletariats sich des Ernstes des Kampfes bewußt sind. Die weiblichen Vertrauenspersonen Berlins. Soziales. 11 Freie Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen sind zu richten an R. Danziger, Uebungsstunde:„ Borwärts" Burgsdorfstr. 14. Sigung: Köpenid", jeden Dienstag nach dem Erſten bei Fritz Weier, Köpenid, Rosenstr. 101. ( abteilung Berlin) reserviert in der städtischen Badeanstalt an der Schillings. brüde. Gesellige c. Vereine. Zitherverein„ Einigkeit", Reichenbergerstr. 19. Spar- und Lotterieverein Hertha I", im Liegnißer Garten, Liegniterstraße 30. Lotterieverein Fortuna", bei Bernhard Raabe, Kolberger ftrage 23. Lotterieklub„ Borwärts", Dornbusch, Bring Eugenſtr. 8.Musikverein„ Künstlerheim", Ihlow, Naunynſtr. 37. mittel 17,56-17,54 R., 3 it. 2o. 2uairW Z. Keilllge des LölllMg" Knüller UllUlsIlllltt. 24?wwtm Berliner partei-Hnc|elegenbelten. Z«r Lokalliste. In der letzten Lokalliste befindet sich ein Irrtum. Im 6. Wahlkreis, Moabit, ist das Lokalkommissions-Mtglied nicht A. Schütz, sondern Hans Buchweitz, Wilhelmshavenerstraste 38; für Rose n thaler Vorstadt und Gesundbrunnen nickt A. Fürstenberg, sondern Richard Henschel. Wollinerstr. öl.— Ober-Schineweide. Die Fabrik- Feuerwehr des Kabelwerkes Oberspree hält am Sonnabend, den 11. Februar 190S, in Mörners„Blumengarten" ein Vergnügen ab. Desgleichen hält der Gesangverein.Oberspree" einen Maskenball im Wirtshaus „Loreley" in Niedcr-Schvneweide ab. Da die beiden Lokale der Arbeiterschaft zu Versammlungen usw. nicht zur Verfügung stehen, so weise man angebotene Billetts zurück. Die Lokalkommifsion. Zentral-Wahlverein des Wahlkreises Teltow-Beeskow-Storkow- Charlottenburg. Die Kassierer der Wahlvereine haben jeden Montag die für die streikenden Berga cbeirer eingegangenen Gelder und Listen nur mit dem Zentralkassierer E b e r h a r d t, Char- lottenburg, Rosinensir. 3, abzurechnen. Bei allen per Post ein- gesandten Geldern mutz auf dem Abschnitt vermerkt werden, für was die betreffende Summe bestimmt ist. Der Vorstand. Charlottenbnrg. Die Parteigenossen werden auf die heute abend im Volkshause, Rosinenstr. 3, stattfindeiüde Volksversammlung aufmerksam gemacht, in welcher über den Bergarbeiter- streik referiert wird. Steglitz. Am Freitag, den 27. Januar, findet im„Birken- Wäldchen' eine Volksversammlung statt mit der Tages- ordnung:„Der Bergarbciterstteik". Am Mittwoch abend 7 Uhr Flugblatt-Verbreitung von den Bezirkslokalen aus. Zahl- reiche Beteiligung dringend erwünscht. lokales. Ein Leben wie im Sommer brachte der verflossene Sonntag, soweit die Pilgerzüge ins Freie in Betracht kommen. Dem Eissport gehörte der Tag voll prachtvollen, milden Frostwetters. Da nicht gesprengt werden konnte, waren die Straßen zwar staubig und mehr noch die Chausseen: aber das tat nichts. Sowohl nach Osten wie nach Westen pilgerten Tausende und Abertausende; vor allem ergoß sich nach dem Grunewald der Strom der Völker- Wanderung. Die Seen innerhalb der Kolonie waren aller- dings nur gegen Geld zugänglich, da sie im Privatbesitz sind. Seltsamer aber machte es sich, daß ein Mann, der sich Eis- Pächter titulierte, auch den Hundekehlensee ringsum mit Stacheldraht umzäunt hatte und nun ungerechnet das Anschnallen der Schlittschuhe von Erwachsenen 30 Pf., von Kindern 20 Pf., ja selbst für das einfache Ueberqueren des Sees von„Fußgängern" 10 Pf. forderte. Wie konnte der Fiskus einem Privatmann solche Rechte einräumen? Der Grunewaldsee hingegen, der bedeutend größer ist als der Hundekehlensee und auch besseres Eis hat, war frei. Nur diejenigen, die sich nicht weiter in den Grunewald hinein- getrauten, fielen auf den Stacheldraht hinein; wer Courage hatte, sah sich durch eine bessere Eisbahn, die nichts kostete, glänzend belohnt. Hielt sich die Ausbeutung der Eisläufer in der Nähe Berlins noch in Grenzen, so wurde aus dem W a n n s e e mit dem Publikum ein geradezu unerhörtes Spiel getrieben. Ein Freund unseres Blattes schreibt uns darüber: Den freien Sonntag wollte ich auf dem Eise ausnützen. Nach der strengen Arbett der Woche tut die harmonische An- spannung der Kräfte durch den Schlittschuhlauf dem Körper besonders gut. Also mache ich mich denn zum Wannsee auf. Drei Nickel sind am Schalter der Stadtbahn das erste Opfer, das ich darbringen muß; macht mit Rückfahrt immerhin schon 60 Pfennige. Aber härteres steht mir noch bevor: Am Ein- gang zu dem Wannsee forderte ein Mann in einer Bude, neben der sich ein Schutzmann stilvoll plaziert hat, 50 Pfennige, sage und schreibe fünfzig Pfennige, für die Einttittskarte. Da ich mir den Luxus einer Erkältung nach erhitzendem Eislauf nicht leisten kann, habe ich mich mit meinem Ueberzieher ver- sehen, für den ich mich natürlich nach einer Unterkunft um- schaue. Es existiert wirklich so etwas wie eine Garderobe am Eingang zur Eisbahn.„Was kostet's?"„Dreißig Pfennige!" Macht alles zusammen 1,40 Mark. Nun sehen wir uns die Gegenleistungen einmal an, die ich dafür eingetauscht habe. Von der Stadtbahn sind wir die Mißhandlungen gewöhnt: 16, 18. 20 Personen stürmen die Coupss; eingekeilt in drangvoll fürchterliche Enge, hegt jeder Passagier nur den einen Wunsch, möglichst bald aus der schauderhaften Situation befreit zu sein. Die„ordinäre Polizei" kümmert sich grundsätzlich nicht um diese sicherheits- gefährlichen Orgien der preußischen Fiskalität: sie muß jetzt Streikposten im Ruhrgebiet„überwachen"— das ist wichtiger! Auf dem Wannsee sind neben der als Garderobe aus- gegebenen Miniaturbude drei elende Bänke aufgestellt, von denen eine schon um 2 Uhr der Last der Läufer gewichen war. Etwa hundert Meter hinter diesem Anschnallplatze, der eine Vorspiegelung falscher Tatsachen war, zog sich ein breites Schollenband quer über den See, eine für Schlittschuhläufer äußerst heikle Passage. In ganzen Scharen stürzten hier die Läufer, manche Damen brauchten zehn und mehr Minuten, um die zwanzig Meter Schollen zu überwinden, und riskierten dabei noch Arm- und Beinbruch. Mit ein paar Einiern rechtzeittg gegossenen Wassers oder mit einem starken Eisschürfer hätte der Pächter in kürzester Fnst und ohne sonderliche Mühe eine zweckmäßige Passage schaffen können. Aber nichts, gar nichts war getan worden. Der famose Herr beschräntte sich auf das Einkassieren des Geldes. Der letzte Sonntag soll ihm, wie man mir sagte, mehr als 6000 Mark eingebracht haben. Wofür?— so fragen wir. Also noch einmal: Warum werden die Seen, die sich zum Schlittschuhlaufen eignen, überhaupt der privaten Aus- b e u t u n g überantwortet? Wir stehen nicht an, es als eine grobe Ungehörigkeit zu bezeichnen, daß man der Bevölkerung emen gesundheitlich so überaus wichtigen Sport, wie den Eis- laus auf großen Flächen, in dieser Weise verteuert, und das ohne irgend ein Aequivalent. Die über den Wannsee(und wohl auch die anderen Seen) gebietende Behörde sollte ihre Aufgabe vielmehr darin sehen, die Eisfläche der Bevölkerung k o st e n l o s zugänglich zu machen. Die Unglücksfälle auf dem Eise entstehen zum großen Teil deshalb, weil arme Teufel außerhalb der sicheren Bahn laufen, um das unerschwingliche Eintrittsgeld zu sparen.___ I Tie gemischte Deputation zur Abwehr der Gefahre», welche durch die Aenderungen des Fleischbeschau- g e s e tz e s den Einwohnern Berlins drohen, tagte am Montag ' zum ersten Male unter Vorsitz des Oberbürgermeisters. Nach langer eingehender Diskussion wurde beschlossen: erstens an den Polizeipräsidenten die Anfrage zu richten, welche Maß- regeln getroffen sind zur Kontrolle darüber, ob das in Berlin eingeführte Fleisch überhaupt untersucht ist, und ob es nicht nach der Untersuchung verdorben und für den menschlichen Genuß ungeeignet geworden ist; zweitens den Minister zu er- suchen, anzuordnen, daß für die Abstempelung von minder- w e r t i g e m Fleisch eine andere als die blaue Farbe ver- wendet werde, damit so die wiederholten Fälschungen und Irre- fiihrungen des Publikums verhütet werden. Drittens beschloß die gemischte Deputatton, je einen Vertteter der in Berlin vorhandenen Organisationen der Fleischermeister zur nächsten Sitzung einzuladen, um mit diesen über weitere Schritte zu unterhandeln. Der Stadtverordncteu-Ausschuß zur Vorberatung der Vorlage betreffend die Frage, in welcher Weise die drohenden Ausfälle im Stadt-Haushaltsetat gedeckt werden können, hielt gestern seine zweite Sitzung ab und trat zunächst in die Beratung über die Erhöhung der Hundesteuer ein. Die gemischte Deputation hatte seiner Zeit be- schlössen, den Satz der Hundesteuer von 20 auf 40 M. zu erhöhen, doch war der Magistrat diesem Veschluh nicht beigetreten. Im Aus- schütz wurde der Antrag eingebracht, den Satz von 20 auf 30 M. zu erhöhen und das finanzielle Ergebnis wurde unter Berücksichtigung aller Umstände aus 300 000 M. geschätzt. Nach längerer Beratung wurde in der Abstimmung der Antrag auf Erhöhung des Hunde- steuer-Satzes abgelehnt. Es wurde sodann über die Frage beraten, zur Herbeiführung einer gleichmäßigen Besteuerung der bebauten und unbebauten Grund- stücke eine Reform der kommunalen Grundsteuer dahin vorzunehmen, daß sämtliche Grundstücke nach dem Maßstäbe des gemeinen Wertes besteuert werden und. wenn möglich, die an regulierten Straßen, welche Fluchtlinien auf Grund des Gesetzes vom 2. Juli 1875 haben, liegenden unbebauten Grundstücke zu einer Bauplatzsteuer heran- zuziehen sind. Die Frage der Einftihrung einer Bauplatzsteuer mußte aus den Beratungen ausscheiden, weil nach den ungünstigen Entscheidungen des Ober-Verwaltungszettchts eine wirksame Bauplatzsteuer ohne Aenderung der Gesetzgebung nicht möglich ist. Die Besteuerung nach dem gemeinen Wert soll nach einem Antrag Wallach nur für un- bebaute Grundstücke eingeführt werden; für die Besteuerung der bebauten Grundstücke soll es bei dem bisherigen Modus der Steuer nach dem Nutzertrag verbleiben. In der Debatte führte der Oberbürgermeister zunächst aus, daß er mit Bezug auf die Steuer nach dem gemeinen Wert von einem Saulns zum Paulus geworden sei und nach genauem Studium des ganzen einschlägigen Materials nunmehr mit allem Nachdruck für die Einführung der neuen Steuer eintreten müsse, insbesondere weil die Grundwertsteuer eine gerechtere Verteilung der Lasten und die schärfere Heranziehung der unbebauten Grundstücke ermöglicht. Auch von unseren Genossen, die schon seit langen Jahren Anträge für Einführung der Grundwertsteuer gestellt haben, wurde die geplante Steuer für alle Grundstücke aufs wärmste befürwortet und davor gewarnt, mit dieser Reform, die in Dutzenden von großen und kleinen Kommunen schon durchgeführt ist, wieder zu warten, bis Berlin durch Gesetz zur Umwandlung seiner Steuerordnung gezwungen wird. Zu einer Abstimmung kam es nicht, da wegen der vor- gerückten Stunde die Beratung abgebrochen werden mußte. In Berlin war Sonntag Ordensfest. Während in Peters- bürg der Absolutismus seinen schrecklichen Kampf mit dem Volke auslämpste, während im Ruhrrevier eine Viertelmillion Bergarbeiter sich das Sklavenjoch zu erleichtern suchen, stihren im königlichen Schloß hunderte Droschken und Equipagen vor, die Leute ablieferten, welche ihren Dank für eine Dekoration abzustatten hatten. Unter den Beglückten befinden sich Stadtrat Dr. Weigert und der aus seinem Auftreten in Sachen des Obdachs bekannte Stadtrat Fisch- b e ck; beide erhielten den roten Adlerorden vierter Klasse. Derselbe Orden wurde den Prokuristen der Firma Rudolph Hertzog, den Herren M e i s e in a n n und Harten st ein zuteil. Den Kronenorden dritter Klasse erhielt Stadtkämmerer M a tz. Herr August Scherl wurde selbstverständlich bedeutend höher bewertet als die vorher genannten Herren, er erhielt die königliche Krone zum roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife; eS ist dies die einzige derartige Dekoration, die überhaupt verteilt wurde. Zum Zeichen, daß der Freisinn völlig un- gefährlich geworden ist, erhielt der Reichstags-Abgeordnete, Dichter und Justizrat Träger den Kronenorden dritter Klaffe. So wurde Wonne verbreitet selbst unter den unentwegtesten Stützen der monarchischen Staatsordnung. Allerdings gibt es immer noch Un- zufriedene. Dazu zählen erstens diejenigen, die diesmal vergeblich auf eine Auszeichnung gehofft haben, zweitens aber die ewig Blinden, denen erst erklärt werden muß, wieso denn ein Orden unter urteilsfähigen Männern überhaupt Lustgefühle erwecken kann. Vor dem Umgang mit dieser gefährlichen Menfchensorte soll aber jeder Patriot, auch der bis dahin noch unzufriedene, sich in acht nehmen. Diese Leute sind, wie verschiedene Ereignisse der Gegenwart zeigen, zu allem fähig. „In Freien Stunden". Illustrierte Romanbibliothek für das arbeitende Volk. Das zweite Heft des neuen Jahrganges ist soeben erschienen. Es enthält die Fortsetzung des Romans„Im Banne der Versuchung" von H. Malot und die Fortsetzung der Novelle „Die Mörderin" von Schulze-Smidt. Im Feuilleton finden wir eine Skizze über„Das Rauchen" und außerdem lesenswerte Notizen unter„Dies und Jenes".„Witz und Scherz" bilden den Schluß des Heftes. Wir empfehlen unseren Lesern, die Zeitschrift zu abonnieren, von der in jeder Woche ein Heft für 10 Pf. erscheint. Pückler und kein Ende. Die Blätter berichten: Graf Pückler hat bekanntlich den Landgerichtsdirektor Kanzow fordern wollen. Es ist aber nichts daraus geworden. Er erklärt in einer jetzt ver- öffentlichten Schilderung seines Prozesses folgendes:„Mit dem Direktor Kanzow hatte ich am Schluß der Verhandlung noch einen gewaltigen Krach. Ich habe dem Mann sofort meinen Vertreter auf die Bude geschickt, welchen der Herr Direktor jedoch nicht empfangen hat. Ich nehme daher an, daß Herr Kanzow eine Forde- rung von meiner Seite doch niemals annehmen wird. Die Sache ist somit erledigt."— Die Verhaftung und zwangsweise Vor- führung, die dem Grafen vom Glogauer Amtsgericht bekanntlich an- gedroht ist, möchte Pückler gern vermeiden. Er hat an das Glogauer Amtsgericht ein Schreiben gerichtet, m dem er bittet, doch von einer Verhaftung Wsiand zu nehmen; zum nächsten Termin würde er freiwillig erscheinen.— Gestern durchfuhren zehn große Möbelwagen die Berliner Straßen, auf denen in großen Lettern folgendes zu lesen war:„Der Retter aus der Judennot fit dal" Es wird dann angekündigt, daß Dienstag das neue Organ des Grafen Pückler, die„Wochenschrift für nationalen Sozialismus und reines Deutsch- tum. Der Retter aus der Judemwt" erscheinen wird. Russisches von der Berliner Polizeizensur. Während in Rußland das Eis kracht, wird von der Berliner Polizeizensur die folgende Harmlosigkeit berichtet: Sine neue Verschärfung der Eoiipketzeiisur ist in letzter Zeit eingeführt worden. Alle Coupletstrophen, die Bibelsprüche oder Gesangbuchverse, selbst in härm- losester Anwendung, enthielten, wurden gestrichen und dürfen nicht mehr auf der Varistsbübiie vorgetragen werden. Dabei fiel eins der ältesten Berliner Couplets, das aus einer Posse der sechziger Jahre stammt und bisher anstandslos gesungen«erden durfte, wegen des Refrains:„Herr, verzeih dem armen Sünder, denn»r weih nicht, was er tut!" der Zensur zum Opfer. Wenn die von solchen Polizeitaten betroffenen Artisten wenigstens den Blut hätten, als Antwort ihr Repertoire von dem hündischen Hurrapattiotismus zu säubern, der sich immer noch auf der Variete- bühne breit macht. Die Ausschreitung auf dem Alexanderplatz-Bahnhofe. In der bekannten Anklagesache gegen die Maurer Brüder Winzler wegen der Ausschreitung auf dem Alcxanderplatz-Bahnhofe, in deren Folge der Stationsassistent Kühn sein Leben eingebüßt hat, ist nunmehr erneuter Termin zur Hauptverhandlung auf den 4. Februar vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I anberaumt morden. Dieselbe Strafkammer hatte am 1. Oktober die beiden Angeklagten zu je vier Jahren Gefängnis verurteilt, das Reichs- gericht hat aber das Urteil teilweise aufgehoben. Die Angeklagten werden diesmal von den Rechtsanwälten Dr. Werthauer und Dr. Liebknecht verteidigt werden. Musikunterricht. Die Berliner Kriminalpolizei hat einem jener Leiter von Damenkapellen das Handwerk gelegt, die es nicht scheuen, Mädchen für Tourneen fragwürdigster Art zu benutzen. In dem neuen Fall handelt es sich um den Direktor der Bszori-Truppe, den 35 Jahre alten Pistonblüser Philipp Lintzer, der beschuldigt wird, sich gegen mehrere seiner Schülerinnen und Angestellten schwer ver- gangen zu haben. Lintzer, der ans Budapest stammt und mit einer 40 Jahre alten deutschen Pistonbläserin verheiratet ist. kam, wie wir erfahren, vor anderthalb Jahren nach Berlin und mietete in der Beußelstraße 21 im zweiten Stock eine Wohnung für 630 M. Nachdem er zwei Musiker als Lehrer angenommen hatte, suchte er durch Anzeigen junge Mädchen, die sich im Piston- blasen ausbilden wollten. Es meldeten sich über hundert. Die Lehrzeit dauerte vier Monate; die Uebungen fanden in einem Lokal in der Nachbarschaft des Direttors statt. 36 seiner ausgebildeten Schülerinnen teilte Lintzer in drei Gruppen ein, die unter dem Namen Bözori-Trnppe umherreisten und in Spezialitäten- Theatern auftraten. Die eine Gruppe begleitete der Direktor, die zweite seine Frau und die dritte einer seiner Lehrer. Lintzer wird nun von den Eltern mehrerer Zöglinge beschuldigt, sich an den Mädchen, die zum Teil noch nicht 13 Jahre alt waren, vergangen und anderen obskuren Unternehmungen im In- und Auslände zu- geführt zu haben. Die Kriminalpolizei gi'-z den Anzeigen nach, und ihre Ermittelungen hatten zur Folge, daß der Direktor ver- haftet und in Untersuchungshaft genommen wurde. Lintzer bestreitet die Richtigkeit der Beschuldigungen. Er behauptet, es liege ein Racheakt vor. Fortschrittliche Frauen fiir die Bergarbeiter. Uns wird be- richtet: Die vom Verbände Fortschrittlicher Frauenvereine ge- schaffene„Zentralstelle für Arbeiterinnen-Organisation" hat bei der stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralstelle, Frl. Else LüderS, W. 62, Kalckreuthstr. 14, eine Sammelstelle für die streikenden Bergarbeiter im Ruhrgebiet eingerichtet. Die Zentralstelle richtet namentlich an die Frauen aller Kreise den dringenden Appell, sich recht eifrig an den Sammlungen zu beteiligen. Ueber die Geldeingänge wird direkt quittiert. Das Geld wird der Hauptsammel- stelle der Arbeiterorganisationen übermittelt. Eine Zeitlingsmeldung ans dem Jahre 1905. Der Presse wird berichtet: Der Ort, wo der L i e b l i n g S h u n d des Kronprinzen kürzlich überfahren und getötet wurde, wurde dieser Tage von der K a i s e r i n besichtigt. Als sie gelegentlich dem Krön- Prinzen einen Besuch im Kabiiiettshause zu Potsdam abstattete, er- zählte ihr derselbe von dem Verlust seines Lieblings, der auch bei der Kaisenn in hoher Gunst stand. Auf der Fahrt zum Bahnhofe stieg sodann die Kaiserin im Lustgarten aus dem Wagen und ließ sich auf dem Eisenbahndamm die Stelle zeigen, wo Packan sein Ende gefunden hatte. „Ueber Hexen und Hexenverbrennungeil" bringt das 41. Heft des Rosenowschen Buches„Wider die Pfaffenherrschaft" ein reiches Material, aus dem namentlich der enge Zusammenhang zwischen der Kirche und den Hexenverfolgungen hervorgeht. So hieß es in einer vom Papst Innozenz VIII, im Jahre 1484 erlaffenen Bulle: „Neulich haben wir zu unserem großen Schmerze gehört, daß es im oberen Teutschland und in den Diözesen Mainz, Köln, Trier, Salzburg und Bremen Personen beiderlei Geschlechts gibt, die sich, uneingedenk ihrcS eigenen Seelenheils und abirrend vom katholischen Glauben, dem Teufel hingeben und durch ihre Zaubersprüche und Zauberlieder, durch ihre Beschwörungen, Verwünschungen und andere nichtswürdige Zaubermittel eS dahin brächten, daß die Geburten der Frauen und die Jungen der Tiere, die Früchte der Erde.... vernichtet würden.... Männer selbst und Frauen.... peinigen sie und hindern Männer und Frauen an der Erfüllung ihrer ehe- lichen Pflichten,„. Die deutschen Inquisitoren wurden durch diese Bulle des Papstes ausdrücklich angewiesen, gegen die wegen Hexerei verdächtigen Personen gerichtlich vorzugehen.— Von den zahlreichen Illustrationen erwähnen wir das große Flugblatt auf eine Hexenverbrennung, die im Jahre 1555 in Derneberg im Harz stattgefunden hat. In jeder Woche erscheint ein Hest des Werkes, das für 20 Pf. von jeder Parteibuchhandlung und jedem Kolporteur bezogen werden kann. Das Werk kann noch jetzt von Heft 1 an nachbezogen werden. Unterschlagungen in der städtischen Baugewcrkschulc. Ter Sekretär dieser Schule, ein 28 Jahre alter Herr Abel, hat Unterschlagungen begangen, deren Höhe noch nicht feststeht, die sich aber auf etwa 5000 M. belaufen dürfen. Es ist eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden, doch hat man seiner bis jetzt nicht habhaft werden können, Uns wird in dieser Sache geschrieben;„Die Zustände der Baugewerkschule nv der Kurfürstenstraße hätten schon längst die Aufmerksamkeit der Behörden erregen sollen. Jetzt kommt hinzu, daß der Sekretär Abel mit den zu Beginn �des Quartals einkassierten Schulgeldern von 50 M. für jeden Schüler durch- gebrannt ist. Schon über acht Tage fehlt der Mann, ohne daß es bisher für nötig gehalten wurde, die Oeffentlichkeit von dieser unangenehmen Tatsache zu unterrichten. Unter Abel, der ein Muster von Anmaßung ist. hat die ganze Schule zu leiden gehabt. Der alte Herr Direktor vermochte diesen Jüngling leider nicht in den geziemenden Schranken zu halten und die Lehrer konnten gegen ihn auch nichts ausrichten. Es kam vor, daß er tagelang fehlte; und in der Ferienzeit, wo er zwei Stunden täglich zur Erledigung der laufenden Geschäfte' in der Schule anwesend sein sollte, glänzte er ebenfalls zumeist durch Abwesenheit. Hoffentlich wird in die Zustände der Schule jetzt bessere Ordnung gebracht." Die Aigebromilcn nuS Kalisch. Gewarnt wird vor einem Schwindlerpaar, bestehend aus einem alten und einem jungen Manne, die sich als Czynicki und Grabiner„arme Abgebrannte aus Kalisch" ausweisen und auf Grund von Empfehlungen und amtlichen Zeug- nissen mildherzige Leute brandschatzen. Die Zeugnisse sind auch wirklich echt, doch haben ihre rechtmäßigen Inhaber ihre Sammel- tätigkeit längst abgeschlossen und sie Schwindler, die auf irgend eine Weise in den Besitz der Papiere gelangt flnd, beweiben unter deren Namen das anscheinend recht lohnende Bettelgeschäft weiter. Nene Waldverwüstiinge»? Eine Lokalkorrcspondenz schreibt von bevorstehenden weiteren Waldabholzungen an der Oberspret. Trotz der zahlreichen Einsprüche gegen Waldverwüstungen in der Umgebung Berlins soll doch wieder ein großes forstsislalisches Ge- laden worden, was sonst nicht beobachtet worden ist und sich auch Wienge Kohlen nach Hannover und anderen Orten im Westen vernicht lohnen würde. lände in der Nähe der Reichshauptstadt abgeholzt und der Bebauung| infolge eines Wasserrohrbruches ein Keller überschwemmt. Der Ehescheidungsprozeß, in welchem die Angeklagte Berg als Beugin erschlossen werden. Es handelt sich um den Wald zwischen den Bahn- 19. Löschzug hatte längere Zeit mit dem Auspumpen der Wasser- vernommen wurde und zu seinen Gunsten aussagte. Trok dieser höfen Friedrichshagen und Hirschgarten, dessen Abholzung und Auf- mengen zu tun. Nachmittags war in der Warschauerstr. 24 in günstigen Aussage verlor D. den Prozeß und es fonnte festgestellt teilung zum Frühjahr beschlossenen Sache sein soll. Der Waldbestand einer Waschküche Feuer entstanden, dessen Ablöschung aber leicht er- werden, daß die Aussage der Frau B., die sie unter ihrem Gide ist zwar für den Forstfiskus wenig rentabel, doch bildet er eine be- folgen konnte. Die übrigen Alarmierungen, die dann noch aus gemacht hatte, eine unwahre und zweifellos auf die Beeinflussungen liebte Erholungsstätte für die Bewohner der Gegend und zahlreiche der Görligerstr. 38, vom Königsgraben 13, aus der Brunnenstr. 24 des D. zurückzuführen war. Letterer wurde vom Schwurgericht zu Berliner Ausflügler. und noch aus verschiedenen anderen Stellen einliefen, waren durch- 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus, Frau Berg zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Um ein gleiches Milieu handelte es sich in Ueber Berlin und die Kohlennot weiß der Magistratsbericht weg auf ganz geringfügige Anlässe zurückzuführen. erstatter zu melden: Der Ausstand im Ruhrgebiet in Verbindung dem zweiten Falle. Hier hatte sich die Dienstmagd Amanda Herr Stadtschulrat Dr. Zwick ſendet Korzoska wegen Meineides vor dem Schwurgericht des Stellungen für Lehrlinge. Herr Stadtschulrat Dr. Zwick sendet dem zweiten Falle. mit der Stälte hat sich auch in Berlin schon fühlbar gemacht. Die uns folgende Mitteilung zur Veröffentlichung zu: Die LehrlingsHändler haben die Preise für die Kohlen um 2-10 Pf. pro Bentner unterbringung des Vereins für das Wohl der aus der Schule ent- Landgerichts I zu verantworten. Sie hatte bei einem in Charlottenerhöht. Die Gaswerke werden ihre großen Kofsvorräte jetzt im lassenen Jugend beginnt am 6. Februar 1905. Handwerker, Gewerbe- burg wohnenden Ehepaar gedient, und als der Ehemann gegen seine Umsehen los. In der Gitschinerstraße sind jetzt schon nur noch ge- treibende und Kaufleute, welche am 1. April 1905 Lehrlinge ein- Frau die Ehescheidung wegen Ehebruchs betrieb, wurde das Dienst ringe Mengen zu haben und auch auf den Lagerpläten der übrigen zustellen wünschen, wollen ihre Anträge an die ihnen zunächst mädchen als zeugin vernommen. Sie machte schwer belastende AusGasanstalten nehmen die Vorräte ganz enorm ab. Sollte die Kälte gelegene der folgenden Unterbringungsstellen richten: 1. Lehrer Battré, sagen gegen die verklagte Ehefrau, die sie des sträflichen Umganges und der Ausstand noch einige Wochen dauern, dann können viele NO. 55, Ryteftr. 15. 2. Rektor rehmann, C. 2, Hinter der Garni- mit anderen Männern beschuldigte. Von seiten der Frau wurden Fabriken und Familien in Berlegenheit kommen. Die Vorräte an fontirche 2. 3. Reftor Lugenberger, NO. 55, Heinersdorferstr. 18. erhebliche Ginwendungen gegen die Glaubwürdigkeit dieser Zeugin Kohlen, Koks usw. sind nämlich in Berlin zurzeit bedeutend 4. Reftor Schünemann, SO. 36, Reichenbergerstr. 131. 5. Forterhoben und bezüglich deren Moralität Tatsachen aus ihrem Vorkleiner als sonst. Dieser Mangel ist auf die Wassersnot im Sommer bildungsschul- Dirigent Gillert, N. 39, Ravenéstr. 12. 6. Fortbildungs: Kammerge_icht bestritt. Die Ehe ist daraufhin geschieden worden, leben behauptet, deren Richtigkeit sie in einem Termin vor dem zurückzuführen. Die Zeit im Herbst, wo Kohlen verschifft werden schul- Dirigent Sangfohl, N. 20, Prinzen- Allee 8. 7. Fortbildungsfonnten, war zu kurz, um die Lücken, die im Sommer in den Lagern schul- Dirigent Sadowsky, NW. 21, Turmstraße 86. 8. Lehrer Hehn, die K., da nunmehr Beweise für die Richtigkeit der von ihr bees folgte aber bald die Anklage wegen wissentlichen Meineides gegen entstanden waren, wieder zu füllen. Es kann also unter Umständen SW. 29, Fidicinstr. 16. eine ebensolche Kohlennot in Berlin entstehen, wie zurzeit des Ausstrittenen Tatsachen erbracht wurden. Die Geschworenen entsprachen standes in Böhmen. In den letzten Tagen sind von hier aus eine Eine Matinee zugunsten der streifenden Bergarbeiter des einem Antrage des Verteidigers Rechtsanwalt Galland, indem 12 Uhr, im großen Saale der Neuen Welt", Hasenheide, burch die Untersuchungshaft für verbüft erachtet. Im dritten Ruhrreviers veranstaltet am Sonn.ag, den 29. Januar, mittags sie die Angeklagte nur des fahrlässigen Falscheides schuldig sprachen. Sie wurde zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt und die Strafe der in Arbeiterkreisen rühmlichst bekannte Gesangverein alle hatte die Bukmacherin Anna Gutschte wegen Abgabe einer Festgenommen wurde gestern eine Schwindlerin, die unter der Typographia" unter Leitung seines Chormeisters Herrn falschen eidesstattlichen Versicherung vor der dritten Maste einer Wohltäterin viele arme Frauen um ihre letzten Groschen Alexander Weinbaum. In Anbetracht des guten Straffammer des Landgerichts I zu erscheinen. Hier war der Sachprellte und oft auch noch bestahl. Eine obdachlose Hermine Schulz Zweckes ist der Besuch dieser Matinee den Genossen und verhalt ein eigenartiger. Am 4. März saß die Angeklagte mit dem fammelte sich Zeitungsanzeigen, durch die Aufwärterinnen Stellung Genofsinnen nur zu empfehlen. Billetts a 30 Pf.( an der Bauunternehmer Mag Müller und dessen Ehefrau, die ihre intimste fuchten, und ging, ein schwarzes Täschchen mit den Ausschnitten in Stasse 40 Pf.) sind in den im heutigen Inserat angegebenen Freundin ist, bei Steinert und Hansen beim Abendbrot. In anider Hand, von einer Bewerberin zur anderen. Sie erzählte den Verkaufsstellen zu haben. mierter Stimmung tauschten die beiden Frauen ihre goldenen Uhren Frauen, die sich mühsam ihr fümmerliches Brot verdienen müssen, aus, da die eine gern einmal die Uhr der anderen tragen wollte. daß sie die Reinigung auf diesem oder jenem Bahnhof oder im Der Verein zur Förderung der Kunst hat am Sonntag sich in Der tüdische Zufall wollte es, daß am nächsten Tage, 5. März, Expreßzug zu besorgen habe. Eine Gehülfin, die ihr bis jetzt zur einer vortrefflichen Aufgabe bewährt. Er übernahm es, im Kaiser der Gerichtsvollzieher bei Herrn Müller eine Pfändung vorzunehmen Seite gestanden, sei gestorben. Daher habe sie von Vorsteher des Friedrich- Gymnasium seinen zahlreichen Freunden von sozialer hatte und außer anderen Sachen auch die im Besik der Frau Bahnhofs oder vom Direktor der Luruszugverwaltung den Auftrag, un st in Dichtung und Mujit ein Bild zu geben. Leider mußte befindliche goldene Uhr mit Beschlag belegte. Frau Müller reklamierte sich nach einer anderen Frau umzusehen, und komme nun auf die die Musik ausfallen, da die Sängerin, auf die man gerechnet hatte, die Uhr als ihr mit in die Ehe gebrachtes Eigentum und die jeķige Anzeige der Bewerberin. Da den Frauen für eine Arbeitszeit den Verein, im Stich ließ. Aber bei alledem blieb soviel Tüchtiges, Angeklagte unterschrieb ihr auf ihr Ersuchen sofort eine eidesstatt von 8 bis 2 Uhr drei Mark versprochen wurden, so nahmen daß der Sonntagabend wohl zu den wertvollsten im Repertoir der liche Versicherung, in welcher sie bestätigte, daß Frau M. jene Uhr fie das Angebot hocherfreut an und gaben der Vermittlerin gern erwähnten Vereinigung zu zählen ist. In einem einleitenden Vor- mit in die Ehe gebracht habe. Der Gläubiger gab die Uhr aber ihren legten Groschen, wenn sie ihnen erzählte, daß sie durch Frre- trage wies Herr Engelbert Graf darauf hin, wie der Industrialismus nicht frei, es tam vielmehr zum Interventionsprozeß und in diesem fahren oder Einkäufe mehr ausgegeben habe, als sie wollte. Wo den vierten Stand" aus der Tiefe herausgehoben, ihn auf einen stellte es sich heraus, daß die in Frage stehende ihr der Frau Müller sich die Gelegenheit bot, stahl die Schwindlerin auch noch alles, was Plak gestellt habe, von welchem aus der Proletarier in seinem opfer- überhaupt nicht gehörte, sondern Eigentum des Fräulein Gutschke sie unbemerkt mitnehmen konnte. Wenn dann die Frauen am nächsten reichen Kämpfen sich nicht allein die Beachtung der Politiker, und von dieser nur zeitweilig gegen die Uhr der Frau Müller umTage sich zur Arbeit meldeten, erfuhren sie zu ihrer größten Ent- sondern auch die der Dichter und Künstler erstritt. Indem Herr getauscht war. Daraus entstand dann die Anklage. Die Antäuschung, daß sie betrogen waren. Vor längerer Zeit wurde schon Graf hervorhob, daß der heutige Abend keiner politischen Tendenz geklagte behauptete im gestrigen Termin unter Tränen, daß ihr bei einmal öffentlich vor der Schwindlerin gewarnt. Trotzdem hatte sie dienen solle, führte er ferner die Tatsache an, daß die vor einem bem Unterschreiben der eidesstattlichen Versicherung der in weinauch noch weiter Erfolg, bis sie gestern zum zweitenmal eine guten Jahrzehnt beliebt gewesene Armeleut- Malerei und Elends- feliger Stimmung Tage vorher erfolgte Austausch der Uhren ganz Frau aufsuchte, die sie schon einmal beschwindelt hatte, die aber Dichtung der Bourgeoisie zwar eine Abwechselung bereitet, den Ar- en fallen gewesen sei.- Der Staatsanwalt hielt diesen Umtausch seitdem in eine andere Wohnung gezogen war und von dieser aus beiter aber, der nicht nur seine Leiden geschildert sehen, sondern der Uhren am Vorabende einer drohenden Zwangsvollstreckung doch eine neue Anzeige aufgegeben hatte. Die Betrogene ließ sie jetzt auch zur Höhe emporgehoben werden wolle, keineswegs befriedigt für sehr verdächtig und die Fahrlässigkeit der Angeklagten für so grob, festnehmen. Nur der kleinste Teil der Betrogenen hat Anzeige ge- habe. Mit dem Hinweis auf einige Dichter, die aus dem Schoße daß er 14 Tage Gefängnis beantragte. Rechtsanwalt macht. Ihre Zahl ist sehr groß, denn jeden Tag kommen fünf oder des Proletariats selber hervorgegangen sind, schloß Herr Graf seinen Dr. Davidsohn beantragte dagegen die Freisprechung, indem er sechs Bewerberinnen nach diesem oder jenem Bahnhof. kurzen, aber inhaltsreichen Vortrag. Dann teilten sich Maria darauf hinwies, daß die Leute aus dem Volke, die in solchen InterDenken und Dichten des Proletariats dem zahlreich versammelten Glaubens feien, diese würden nur dem Gläubiger vorgelegt. Holgers und Dr. Gustav Manz in die nicht leichte Aufgabe, das ventionssachen eidesstattliche Versicherungen abgeben, gewöhnlich des Publikum vorzuführen. Freiligraths Rübezahl", Heines trußiges Nach§ 156 Str.-G.-B. sei eine falsche Versicherung an Eidesstatt Weberlied und Thomas Hoods Lied vom Hemde waren die älteren aber nur strafbar, wenn sie vor einer zuständigen Behörde abDichtungen, die an diesem Abend zu Gehör kamen. Von Dichtern gegeben wird. Der Gerichtshof schloß sich diesen Erwägungen an. und Dichterinnen der Gegenwart wurden Ada Negri, Arno Holz, Obgleich er das Vorgehen der Angeklagten als äußerst leichtfertig Gustav Schüler, E. Preczang, Hendell, Jacobowski, Dehme! imo bezeichnete, erkannte er doch auf Freisprechung, da er es für möglich Seidel rezitiert, desgleichen wurden Bruchstücke aus Germinal", aus R. Fischers„ Erinnerungen eines Arbeiters" sowie eidesstattliche Versicherung dem Amtsgericht vorgelegt werden würde. Bolas hielt, daß die Angeklagte tatsächlich nicht gewußt habe, daß die aus Björnsons Ueber unsere Kraft" vorgelesen. Vor allem ge bührt hier Maria Holgers Anerkennung; mit sympathischer Stimme heiten der ja mannigfach variierenden Dichtungen hervorzukehren. wußte diese ja auch in der Arbeiterwelt bekannte Dame die SchönDaß Hauptmanns" Weber" auch an diesem Abend am eindruckser wurde aber überwältigt. Als nun der Beamte nach dem Tatort fünfte Akt dieses Dramas vorgelesen wurde, der bekanntlich die Ver- Zeit während ihrer Strafhaft im Zuchthause zu Krone an der zurückkehrte, war der Beraubte schon weggegangen. Die beiden treibung des Militärs durch die Weber darstellt, wurden draußen Brahe geisteskrank geworden. Es sind dies der Einlieger Ignaz Verbrecher, die wegen Straßenraubes schon vorbestraft sind, besaßen die ersten Nachrichten über das Blutbad in Petersburg bekannt, das Osmiak aus Zilynola Parzynowska( Kreis Kempen), der im Jahre auch noch eine filberne Damenkette, die sie wohl ebenfalls geraubt dem russischen Volfe hoffentlich die Freiheit bringen und damit 1880 wegen Mordes zum Tode verurteilt, später aber zu lebens Josef Hahn aus Hohensalza, bestraft wegen Straßenraubes mit zehn länglichem Zuchthaus begnadigt worden war; ferner der Tischler Jahren Zuchthaus, und der Schlächtermeister Josef Woday, der wegen büßen hat. borsäglicher Brandstiftung eine mehrjährige Zuchthausstrafe zu ver Die Unglücklichen wurden zunächst dem städtischen Krankenhause in Krone zugeführt, von wo aus später ihre Einlieferung in die Landesirrenanstalt erfolgen wird. Wegen Straßenraubes wurden in der Nacht zu vorgestern der 29 Jahre alte Schmied Gustav Langfeld und der 24jährige Arbeiter Bruno Kiekbusch festgenommen. Ein Beamter sah, daß die beiden an der Ecke der Koppen- und Großen Frankfurterstraße einen betrunkenen Mann in der Nähe eines dunklen Haustors so heftig zu Boden warfen, daß er liegen blieb, ihm etwas entrissen und dann durch die Koppenstraße entflohen. Er verfolgte die Räuber, nahm fie mit Hülfe eines Amtsgenossen fest und brachte sie nach der Revierwache. Hier fand man bei dem einen die Uhr und Kette, die sie dem Betrunkenen geraubt hatten. Einer der Räuber machte einen Fluchtversuch. Als er sich auf der Wache einen Augenblick nur einem einzigen Beamten gegenübersah, schlug er ihn mit der Faust ins Gesicht und ergriff die Flucht. Ein anderer Beamter kam aber rechtzeitig dazu und hielt ihn fest. Ihn wollte der Verbrecher würgen, haben. verboten worden. -" vollsten wirkten wen will das wundernehmen? Während der auch in unserem Vaterlande den reaktionären Gewalten einen heilsamen Schrecken durch die Glieder jagen wird. Vermischtes. Wie das Zuchthaus wirkt. Drei schwere Verbrecher sind in letter Erdbeben in Thessalien. Mehrere Dörfer in der Umgegend von Eingegangene Druckschriften. Ein schweres Bauunglüc ereignete fich Montag früh in der neunten Stunde auf dem Bau des Hauses Glogauerstraße 6. Die verheirateten Maurer Frig 3 e che I, der Warschauerstraße 62 wohnt, der Gesellschaft", also mit einem Drama, das ganz aus dem Das Luisen- Theater kam am Sonnabend mit Jbsens Stügen und Karl Martin aus der Fürstenbergerstraße 4 waren dort als Repertoire dieser Bühne herausfällt. Allerdings gehört das Theater Rüstungsgesellen beschäftigt. Infolge eines Fehltritts stürzten sie in der Reichenbergerstraße zu den vielseitigsten und geschäftigsten aus einer Höhe von etwa sechs Metern herab und erlitten schwere Berlins; faum eine Woche vergeht, daß nicht irgend eine NeuVerlegungen. Auf der Rettungsstation am Görlitzer Bahnhofe er- aufführung angezeigt wird. Boffen aus den achtziger Jahren wechseln hielten sie die erste Hülfe, dann wurden sie nach dem Krankenhause ab mit Klassischen Dramen, und selbst an Gerhart Hauptmann hat ghia in Theſſalien sind, nach einem Telegramm aus Athen, infolge am Urban gebracht. man sich hier ja schon herangewagt. Nach unserer Meinung wäre der Erdbeben, die noch andauern, vollkommen zerstört; andererseits Ueber Unfälle auf dem Eise wird berichtet: Im Lehniksee brach auch in diesem Fall weniger mehr. Bei einer derartigen An- bedroht das Anschwellen des Peneus den niedrig gelegenen Stadtteil ein Dienstmädchen namens Meta Liebich ein, das zu Fuß über das strengung der Künstler kann es wenigstens bei ernsthaften Stücken von Larissa. Der strenge Winter macht die Lage ganz besonders Eis ging, sich in der Dunkelheit verirrte und auf dünnes Eis geriet. nicht immer flappen, und die Jbsen- Aufführung schien besonders schwierig. Fast zur selben Zeit ertrant der 24jährige Schüler der Oranien- unter einer gewissen Mattigkeit der Darstellung zu leiden. Wir burger Gärtnerlehranstalt Willy Rode aus Berlin im Lehnitsee. wollen keineswegs sagen, daß die Künstler des Luisen- Theaters Jetzt, nachdem sich die unzulängliche Absperrung der unsicheren einem Jbsen nicht gewachsen seien, wie denn ja unter tüchtiger Zeitung Strecken herausgestellt hat, ist das Betreten des Sees von der Polizei ein ernstes Wollen auch auf einer nicht erstklassigen" Bühne 17. Heft des 23." Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Baul Singer) ist soeben das Auf dem Straussee geriet am Sonntag gegen wohl zum Ausdruck kommen fann. Also nicht fünstlerische hervor: Der Bergarbeiter- Streif. Die Arbeiterklasse und die Schutzölle. 2 Uhr mittags ein etwa 13jähriger Schüler aus Strausberg auf Unfähigkeit war es, die dem Ensemble anzumerken war, sondern Von Otto Bauer. Der Bergarbeiter- Streit und das Kohlenwucher eine durch das Offenhalten des Waffers für die Fähre entstandene eine gewisse Haftigkeit, die vielleicht in ungenügender Durch- Syndikat. Von Hermann Molkenbuhr. Theorien über den Mehrwert. dünne Eisschicht und brach ein Obgleich ihm Hülfe gebracht und arbeitung, in allzureger Ueberanstrengung ihre Ursache haben kann. I. Die Anfänge der Theorie vom Mehrwert bis Adam Smith. Aus dem ein junger Mann in das Wasser sprang, um den schon halb Er- Gerade die Stüßen der Gesellschaft", diese Apotheose des Wahr- nachgelassenen Manuskript" Bur Kritik der politischen Dekonomie" von Starl starrten an eine Stange zu binden, konnte der Knabe nur als Leiche heits- Fanatismus, verlangt eine ungezwungene, natürliche Sprech- Mary, herausgegeben von Karl Kautsky. Von Heinrich Cunow.( Fortfegung.) Beiträge zur fleritalen Arbeiterpolitik. Von Jean Meerfeld herausgebracht werden. Alle Wiederbelebungsversuche eines an- weise, ein nüchternes Abwägen der Worte, die sich alle logisch anBergmannslieder. Bon H. S. ( Köln). I. Literarische Rundschau: ivesenden Arztes blieben erfolglos. Im Beeskow- Storfower Kanal einander gliedern und von denen keines überflüssig ist. Diese ja nicht Eine Zeitschrift für die Interessen der jugendlichen Arbeiter und ertrank bei Wendisch- Rietz der 11jährige Schulfnabe Paul Schuster, leichte Kunst, die gründlicher Durcharbeitung erfordert, wurde vielfach Arbeiterinnen. Von ew. Eine neue sozialistische Zeitschrift. Von oo. Starl der auf Schlittschuhen von der Schule nach Hause laufen wollte, durch den so sehr beliebten hohlen Ton ersetzt, der bequem, aber Henckell, Mein Liederbuch. Neuland. Ausgewählte Gedichte. Von r. h. wobei er auf einer dünnen Stelle einbrach. Seine Mitschüler liefen vor allem bei Jbsen gräßlich unnatürlich ist. Einigermaßen genügend Notizen: Arbeiterflucht. Von E. G. davon und taten nichts zu seiner Rettung. Auf der Havel bei wurden die Rollen des Hjalmar und der Dina Dorf von Herrn Werder ertrant ferner der 17jährige Karl Winter, der sich mit zwei Majewski und Fräulein Nakowska gespielt. Freunden beim Schlittenfahren auf dem Eise vergnügte. Mitte des Flusses brachen sie mit dem Schlitten ein und Winter ging unter. Auf der Rückfahrt von Kaputh nach Potsdam, die abends beim hellen Mondschein erfolgte, find ferner zwei Männer aus Potsdam, ein älterer und ein jüngerer, mitten auf dem Temp: linersee eingebrochen. Sie waren aber mit Bambusstangen und Dolchen ausgerüstet, so daß sie sich, wenn auch mit vieler Mühe, selbst wieder auf das feste Eis bringen konnten. Rechtsanwalt Dr. Alfred Salomon fiel gestern beim Schlittschuhlaufen auf der Volkstümliche Vorträge gegen den Alkoholismus in der Westeisbahn hin und trug einen Knöchelbruch am rechten Bein ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt, Charlottenburg, davon. Frauenhoferstr. 11-12. Mittwoch, Nächster Vortrag Wildenschaft, Techn. Hochschule, Berlin. Mittwoch, 25. Januar, Frei Fortbildungskurse für Arbeiter", veranstaltet von der abends 8 Uhr, spricht Herr Referendar Ruben über:" Ein Nundgang durch die Berliner Sondergerichte", in der Aula der Charlotten burger Oberrealschule, Schloßstr. 27. ( Abonnement auf sämtliche Vorträge 50 Pf.) sind an der Abendkasse Eintrittskarten zu 10 Pf. erhältlich. = den Feuerbericht. Die Brandchronik der letzten 48 Stunden ist eine 25. Januar, abends 8½ Uhr:" Alkohol und Verbrechen" von Frau sehr reichhaltige, denn sie weist gegen 20 Alarmierungen auf. Dr. Hoppe Moser Berlin. Eintritt für jedermann frei. Arbeiter Bildungsschule Berlin. Heute abend beginnt der Montag vormittag wurde der 19. Löschzug nach der Leipzigerstraße 120 gerufen, weil hier Stroh und anderes Badmaterial in Unterricht in der Geschichte unter Leitung des Genossen Dr. Mauren einem Keller in Flammen stand. Ein zweiter Kellerbrand mußte brecher. Mittwoch beginnt Genosse Baege mit dem Unterricht in dann in der Oranienstr. 57 abgelöscht werden. In der Schwedter- Naturerkenntnis. Donnerstag fällt der Unterricht in der Sozialstraße 15 war Sonntag abend 8 Uhr im ersten Stock in einer gesetzgebung nicht aus, da Genosse Kazenstein die mit den TeilWohnung Feuer ausgekommen, das Betten, Möbel, Kleidungsstüde, nehmern besprochene Reise nicht unternimmt. Freitag Rede- Uebung Decken usw. ergriffen hatte. Der dritte Löschzug hatte längere Zeit unter Leitung des Genossen Maurenbrecher. Gerichts- Zeitung. Unvorsichtige Eide. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Wurm. 1 ( Stuttgart, Berlag von Paul Singer) ist uns foeben die Nr. 2 des Die weibliche Gewerbe- Aufsicht im Deutschen Reich. I. Bon Emanuel 15. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Aufruf der Vertrauensperson. Der Kampf im Ruhrgebiet. Mahnung. Von Prof. Dr. A. Dodel. Die Proletarierin im Aus der Reiche der rheinisch- westfälischen Großindustrie. Von W. D. Bewegung: Aufruf an die Genossinnen. Von der Agitation. Die Be teiligung der Genossinnen am Barteitag der Sozialdemokratie in Preußen. Die Haltung der Frauen beim Bergarbeiter- Streit im Ruhrgebiet. Bon Agnes Blum- Effen. Eintreten der Berliner Genossinnen für den tommunalen Schutz von Mutter und Säugling. Agitationsberichte aus Bayern. Von W. Kähler. schaftliche Rundschau. Bon Simon Rabenstein. Louise Michel+. Notizenteil: Genoffen Kommunale Fürsorge für Wutter und Kind. Frauenbewegung. Feuilleton: Begräbnis während des Ausstandes. Von Ada Negri.( Gedicht.) Unbesieeglich. Bon Ludwig Pfau.( Gedicht.) Im Armenhause. Von Ada Christen. Für unsere Kinder: Hoffnung. Von Fr. Schiller.( Gedicht.) Schillers Werten. Ein Binterausflug. Bon A. Fendrich. Stäkchen. eine Bekanntschaft mit Schiller. Von Ernst Almsloh. Sinnsprüche aus ( Gedicht.) Das Märchen von der Arbeit. Von Jda Heijermans.- Ihr braucht es nicht zu glauben.( Gedicht.) Gio popeio.( Gedicht.) Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 m. zu tun, um die Gefahr zu beseitigen. An der Ede der Köpenickerund Neanderstraße war vorher durch Kurzschluß ein elektrischer Straßenbahnivagen in Brand geraten, der indes vor Eintreffen der alarmierten Wehr bereits durch die Angestellten gelöscht war. Nach der Alexanderstr. 53 wurde der erste Löschzug gerufen, weil dort vor dem Hause Terpentin Feuer gefangen hatte. In der Wie leichtfertig manche Leute mit ihrer Eide spflicht umMüllerstr. 148 hatte dann die vierte Kompagnie einen Brand zu gehen, zeigten drei Anklagefälle, die gestern vor den hiesigen Strafbeseitigen, der den Fußboden und die Balkenlage erfaßt hatte. gerichten verhandelt wurden. In dem ersten Falle standen die Witwe Bur selben Zeit brannte es in der Yorkstr. 44 und in der Dresdener- Magdalene Berg und der Arbeiter Dittberner aus Charlotten- Bielleicht benutzen Sie nachstehende Adresse: Redaktion der Bergarbeiter. Bergarbeiter. In Berlin ist uns keine Annahmestelle bekannt. straße 66 in Wohnungen. Möbel, Gardinen und Wäschestüde burg wegen Meineides bezt. Anstiftung vor dem Schwur- Beitung" Dortmund, Kielstraße 5. wurden hier im wesentlichen beschädigt. In der Boßstr. 30 war gericht des Landgerichts II. Dittberner lag mit seiner Frau in einem gebiet. Briefkaften der Redaktion. A. 3. Essen. B. P. Saar Dienstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr finden in Berlin und den Vororten 28 Volks- Versammlungen statt und zwar in folgenden Lokalen: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Englischer Garten, Alexanderstraße 27 c. II. Kreis: Kliems Festsäle, Hasenheide 13/15. Zühlke, Dennewigstraße 13. Ill. Kreis: Frankes Apollo- Saal, Sebastianstraße 39] Voigts Ritter- Säle, Ritterstraße 75. IV. Kreis: 3ur Drachenburg, Vor dem Schlesischen Tor 1/2. ( Süd- Ost) Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. IV. Kreis: Lipps( Brauerei Friedrichshain). ( Osten) Elysium, Landsberger Allee 40. Andreas- Festfäle, Andreasstraße 21. V. Kreis: Musiker- Säle, Kaiser Wilhelmstraße 18m. VI. Kreis: Berliner Prater, Kastanien- Allee 79. Weimanns Volksgarten, Badstraße 56. Hensel, Invalidenstraße 1a. Kösliner Hof, Köslinerstraße 8. Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Patzenhofer Brauerei, Turmstraße 2526. Peters, Wiclefstraße 24 und Emdenerstraße 34/35. Lichtenberg: Gebr. Arnold( Schwarzer Adler), Frankfurter Allee 120. Weißensee: Vereinshans, Charlottenburgerstraße 150. Rummelsburg: Weigels Restaurant, Türrschmidtstraße. Reinickendorf- West: Restaurant J. Franke, Eichbornstraße 18. Rixdorf: Thiel, Bergstraße 152. Heickaus, Karlsgartenstraße 9. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenstraße 3. Schöneberg: Obsts Festsäle, Meiningerstraße 8. Friedenau: Gesellschaftshaus, Rheinstraße 14. Tages- Ordnung: Der Klaffenkampf im Rubrrevier. Referenten: Genoffen Bebel, Brückner, Bruns, Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Mittwoch, 25. d. M., abends 29 Uhr, im Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Versammlung der Gold- u. Silberarbeiter u. verwandter Berufsgenossen. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Ritter über:„ Die kulturelle Bedeutung der Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Recht zahlreiches Erscheinen der Kollegen und Kolleginnen wird erwartet. Mittwoch, 25. d. M., abends 8, Uhr, im Kolberger Salon", Kolbergerstr. 23: Versammlung Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Goeben erschienen: Protofoll über die Verhandlungen des Parteitages der sozialdemokra tischen Partei Preußens. Abgehalten zu Berlin 28.- 31. Dezember 1904. Inhalt: Der Wohnungsgesetzentwurf. Der Schulgeset entwurf. Der Gesetzentwurf betreffend die Bestrafung wegen Annahme kontraktbrüchiger Ar beiter. Das Landtags- Wahlrecht. Breis 30 Pf. Ferner empfehlen wir die Protokolle der deutschen Parteitage: Salle. 1890. Neu- Organisation; Brogrammrede Liebknechts; Stel lung zu Streiks und Boykotts; Auseinandersetzung mit den Unabhängigen". 50 f. 1891. Festsetzung des Programms; Programmentwürfe; Ausschluß der" Unabhängigen"; Taktik der Partei. 50 f Berlin. 1892. Staatssozialismus: Genossenschaftswesen, Boykott, Kons trollmarke. 50 Pf. Köln. 1893. Gewerkschaftsbewe gung; Antisemitismus; Wahlrecht und Beteiligung an preußischen Landtagswahlen. 40 Pf. Frankfurt. 1894. Budgetbewilli gungsfrage in den Landtagen; Agrarfrage; Tausts, Ringe und Startelle. 25 Pf. Breslau. 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. 30 Pf., gebd. 50 Pf. Gotha. 1896. Frauenagitation Literaturdebatte. 30 Pi. Samburg. 1897. Preuß. Landtagswahlen; Militarismus. der Former und Berufsgenossen. Gefürt. Zages Ordnung: 1. Unsere Vereinbarungen. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, 25. d. M., abends 8 Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11/12: Versammlung der chirurgischen Branche. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Maurenbrecher. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, 25. d. M., abends 8 Uhr, bei Reisen, Lichterfelde, Chauffeeftr. 104: = Bezirks Versammlung für Lichterfelde und Umgegend. Tages Ordnung: 111/2 1. Vortrag des Kollegen Auschick. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branche der Modell- und Fabrikfischler. Mittwoch, den 25. d. M., abends 8%, Uhr, bei Schmidt, Gartenstr. 6: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wahl eines Obmannes und der Werkstattfontrollkommission. 3. Verschiedenes. Die Kommission. 78/13 Achtung! Gast- und Schankwirte Rixdoris. Brosch. 35 Pf., gebd. 60 Pf. Stuttgart. 1898. Soalitionsrecht; Bergarbeiterschuh; Preuß. Landtags. wahlen; Zoll- und Handelspolitik. Brosch. 35 Pf., gebd. 60 Pf. Hannover. 1899. Bernstein- Debatte; Zuchthausvorlage; Militär frage. 50 f. Mainz. 1900. Weltpolitik; Vertehrs- und Handelspolitik; Tattit bei den Landtagswahlen; Anhang; Bericht über die Frauenkonferenz. 50 f. Rübeck. 1901. Bergriffen. München. 1902. Die bevorstehende Reichstagswal; Arbeiterversiche rung; Kommunalpolitik; Der internationale Kongreß 1903. Anhang: Bericht über die 2. Frauenkonferenz. 60 Bj. Dresden. 1903. Taftit der Partei; Reichstagswahlen; Bizepräsidialfrage; Die revisionistischen Bes strebungen. 75 f., gebd. 1 M. Mittwoch, 25. d. M., beim Kollegen Münzer, Rnejebeckitr. 113: Bremen. 1904. Organisation; Oeffentliche Versammlung der Gaft- und Schankwirte von Rixdorf und Umgegend. Tages- Ordnung: 1470b 1. Bortrag des Kollegen Ewald- Berlin. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung Erscheinen dringend erwünscht. J. A. Die Agitationskommission der Ortsverwaltung Rixdorf. Achtung! Kommunalpolitik; Der internatio nale Kongreß zu Amsterdam. Anhang: Bericht über die 3. Frauen fonferenz. Brosch. 70 Pf., gebd. 1 M. Ziehung 15, 16., 17., 18. Februar in Co.in. Achtung! Wohlfahrts Lose 3.30 ( Porto u. Liste 30 Pf.) zu Zwecken d. deutschen Schutzgebiete. 12977 Geldgew. ohne Abzug Mk. Fliesenleger. 490000 Donnerstag, den 26. Januar, abends 8 Uhr: Hauptgewinne: Mark Außerordentliche Mitglieder- Versammlung 75,000 der Sektion der Fliesenleger des Zentral- Verbandes der Maurer Bömelburg, David, Dietz, Ewald, R. Fischer, Förster, Grenz, Goldstein, Hirsch, Heimann, Kaliski, Ledebour, Lipinski, Molkenbuhr, Ritter, 4. Stadthagen, Sassenbach, Scheidemann, Singer, Wermuth, Wiesenthal, Wurm, Zubeil. In Anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung bitten wir um zahlreichen Besuch. Die Vertrauenslente. Gesundheit ist Reichtum! 0000 Regelmässiges Baden erhält und fördert die Gesundheit. Bade Berlin- Ost im: Bad Frankfurt Ritter- Bad SOOLKLEIE SCHWEFEL, FICHTENNADELBADER Gr. Frankfurterstrasse 136. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7). Zages Ordnung: Berschiedenes. 0 1. Jahresbericht. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vorstandes. Pflicht eines jeden im Fliesenlegerberuf beschäftigten Kollegen ist Mitgliedsbuch resp. Legitimationskarte legitimiert. Der Sektionsvorstand. J. A.: F. Rabe. es, in dieser Bersammlung zu erscheinen. 136/ 6* Spar- und Produktiv- Genossenschaft Berlin- Rixdorf. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Liquidation. Freitag, den 27. Januar 1905, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts. hause( großer Saal), Berlin, Engel- Ufer 15: General- Verfammlung. Zages Ordnung: 1. Borlegung der Liquidationsbilanz. 2. Verschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt. Nur das Mitgliedesbuch legitimiert. Der Aufsichtsrat: F. Schulz, Borsitzender. Ritterstr. 18, Ecke Prinzenstrasse. Medizinische Bäder aller Art in werktäglich ununterbrochen geöffneten Sonder Abteilungen für Damen und Herren. mit je 2 2 Wannen Bäder Handtüchern 0,75 Mk.( 40 Minuten Badezeit.) Begen Hygienisch einwandfrei bleiben nur Einzelbäder, niemals gemeinschaftlich benutzte Bassinbäder! Die Liquidatoren: 105/ 4* L. Breslauer. H. Kunze. C. Gehrmann. 50,000 25,000 15,000 3 5000-15000 10 2000-20000 20-1000-20000 40 500-20000 100 200-20000 200-100-20000 600 50-30 000 3000-30-90 000 9000-10-90 000 Loose empfiehlt der General- Debit: Deutscher Buchbinder- Verband Lud. Müller& Co. Zahlstelle Berlin. Morgen Mittwoch, den 25. Jannar, abends 8½ Uhr Ordentliche 6000000000000000000000000000005 General- Versammlung Würzburger Hühneraugenmittel Pf. Berlin SO. 16, von Dr. H. Unger- Bürzburg.-20 81. H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. In Berlin: Salomon- Apotheke, Charlottenstraße. 1637L* Greif- Apotheke, Barnimstr. 33. In Breslau: Victoria- Apotheke, Friedr.Wihelmstr.34. Kranz- und Blumerderei von Robert Meyer, * nur Mariannen- Straße 2. Tabak- Grosshandlung u. Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu Originalpreisen. kannten Marken Zigaretten( Garbáty, Josetti usw.) Amt 4, 3014. Leihhaus im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Efer 15. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Neuwahl der Ortsverwaltung. 3. Wahl von 5 Mitgliedern und 5 Stellvertretern zum ArbeitsnachweisKuratorium. 4. Regelung der Anstellungsbedingungen unserer Angestellten. 5. Bericht vom Gautag. 6. Abrechnung vom Projektions- Vortrag. 7. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Berlin, Breitestr. 5 Telegr.- Adr.. Glücksmüller Gänsefedern 60 Pf. pr Pfund( gróbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, beffere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. bele schneeweiße m. 3.50, russische Tannen m. 3,50, weiße böhm. Taunen m. 5.00, ge. riffene Federn m. 1.50, 2.00, 2.50. Prima gerissene m. 3.00, 3.50. Versand gegen Nachnahme. Berlin S.. Gustav Lustig, prinzentraße 46a. Erste Bettfedernfabrik m. electr. Betriebe. Diele Unerkennungsschreib. Wer- Stoff- hat, fertige Herrenanzug, 20 M., ohne Bir richten an alle Mitglieder das dringende Ersuchen, recht zahlreich stonkurrenz, feinste Butat., 2 Anpr. und pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen- Berlin, Anflamerstr. 2. Charlottenburg, Friedrich Karlpl. 12. Arrangements, Bouquets, Guirlanden Beleihung von Brillanten, Gold- und Silbersachen, Uhren, Bücher, Wäsche, usw. werden sein u. preiswert geliefert. Kleidungsstücke etc. 17782* 23/6 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Für guten Siz bekam gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauer straße 23, II.( Alexanderplat). Gegründet 1892. 1668 Inventur1891L* Rudolf Fink Räumungspreise! Beusselstr. 36, soweit Vorrat: Eine Reichgestickter Stores golar.Erbstüll 4.35 Wert) in in crem u. 7.60 weiss echt Spachtel 5.65 ( Wert 9.00) Englische Sezessions- Tüll- Stores 1.65. Eine Partie buntgewebte Madras Stores, Breite 135 cm, Länge 3,30 Meter, Stück 2.35, Wert 5.00 M. Tüllbettdecken 2.35 M. 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Bl. 18522* u. kompletter Zur Silberhochzeit dem 1593b Jubelpaar Freyer ein donnerndes Hoch!!!, daß der kleene Ochsenkopp wackelt! Schaaler& Comp. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau Marie Scholz geb. Bielefeldt am 19. Januar, nachmittags 3 Uhr, nach langem, schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. d. M., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Bauls- Kirchhofes ( Plößensee) aus statt. Im Namen 1909L der trauernden Hinterbliebenen Paul Scholz, Gatte. Vereinigung der Maler. Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß Möbel- Fabrik Wohnungs- Einrichtungen Franz Schulz zu Fabrikpreisen Eigne Werkstätten Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, empfiehlt am Kottbuser Tor. Berlangen Sie ausdrüdlich den so vorzüglich schmedenden Dänischen Anker- Kautabak. Echt nur, wenn in jedem Stüd Schleifen oder Rollen der Firmenzettel mit Anker liegt. Nachgeahmten Tabal ohne Zettel weise man zurüd. Bu beziehen für Wiederverkäufer nur durch 16472* Carl Röcker, Berlin, Grüner Weg 112, Amt VII, 3861. Sämtl. Schnupf: u. Rauchtabake, Nordh. Kautabak en gros. Josetti-, Garbáty- u. a. Zigaretten zu Original- Preisen. Viele Säuglinge schreien Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Räumungsverkauf berfallener Pfänder, Ausnahmetage. Pfandleihhaus Weidenweg 19. + 38* Bekanntmachung. Heute und folgende Ausnahmetage werden im Pfandleibhaus Weidenweg 19 Betten, Winterpaletots, Gardinen, Aussteuer wäsche, Möbelstüde, Taschenuhren, Regulatoren, Freischwinger, Steppdecken zu Spottpreisen verkauft. Brautleuten wird hiermit günstigste Gelegenheit gegeben. + 38* Winterpaletots, Anzüge, Hosen, Betten, Bettwäsche, Teppiche c. pott billig Pfandleibe Stüftrinerplatz 7. 7 am 20. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. Januar cr., der nachmittags 3 Uhr, Leichenhalle des Rummelsburger Friedhofes, Neue Prinz Albertstraße, aus statt. bon 124/4 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Bekannten und Freunden die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, Sohn, Bruder und Schwager, der Drechsler Franz Krause nach längeren, schweren Leiden verstorben ist. 19132 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet heute nachmittag 3, Uhr von der Leichenhalle des Nigdorfer GemeindeFriedhofs( Mariendorfer Weg) aus statt. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Elise Manker geb. Happe am 20. Januar bei der Entbindung verstorben ist. Die Beerdigung findet heute nachmittag 2, Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofs aus ftatt. 19122 Die trauernden Hinterbliebenen. Dantjagung. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Süd- Ost). Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Maurer Karl Pau wohnhaft Manteuffelstraße 36, ( Stadtbezirk 95) nach längerem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 242/5 Der Borstand. Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Beriins u. Umg. Am 21. Januar verstarb unser langjähriges Mitglied 129/4 Karl Pau. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 24. Januar, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Brik, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Danksagung. 15925 Max Brandt Allen Freunden und Verwandten, Für die herzliche und innige Teilinsbesondere dem Gesangbereinnahme bei der Beerdigung meines Senefelder", fowie dem Verband der lieben, unvergeßlichen Mannes Steindruder u. Lithographen Berlins und den Kollegen der FirmaLoewenstein für die innige Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich hiermit E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* meinen hetzlichen Dant Witwe Fenselau nebit Kindern. spreche ich allen beteiligten Verwandten, Bekannten, Kollegen und Metall arbeiter- Verband meinen herzlichsten Dant aus. Die trauernde Witwe M. Brandt. oft Tage und Nächte, weil sie an Blähungen leiden, welche durch die in groben Klumpen gerinnende Kuhmilch im Darme der Kinder verursacht werden. Durch Zusah von Kufekes Kindermehl wird die Gerinnung feinflockiger und die Gärungen hören auf, welche die Kinder belästigen. Kleine Anzeigen. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell+83 Sofas, Chaiselongues, neue, spottnäher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, billig Graudenzerstraße 2, Tapezierer. gebrauchte 12,00. Boftfarte genügt. Röpniderftraße 60/61. Große Frant- Rathenowerstraße 45. Küchenspind verkauft billig Lemfe, furterstraße 43. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 2475* Die Zehnerkommiffion. 80 Mr. 20. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 24. Januar 1905. " Polizeiliches, Gerichtliches ufw. -Eine Agitationskommission als Berein. Genosse Tielsch in Magdeburg hatte als Vorsitzender des Landes- Agitationskomitees ein Strafmandat über 20 M. erhalten, weil er der polizeilichen Auf forderung, eine Liste der Kommissionsmitglieder einzureichen, nicht nachgekommen war. Er beantragte darüber gerichtliche Entscheidung. Das Schöffengericht bestätigte den Strafbefehl. Aus Induftrie und Dandel. Die Zufuhren fremder Kohlen in das niederrheinische Industries gebiet waren bereits in den letzten Tagen sehr bedeutend, vornehmlich englischer Kohlen, doch sind auch aus Belgien beträchtliche Mengen eingetroffen und selbst aus Frankreich langten große Züge an. Hunderte von fremden Agenten sind für fremde Kohlengesellschaften im Rebier tätig und suchen Aufträge zu erhaschen, aber obgleich ein großer Teil der industriellen Werke nur noch geringe Vorräte hat und bereits zu Betriebseinschränkungen greifen mußte, scheuen sich doch die meisten vor dem Ankauf englischer und belgischer Kohlen, denn die Preise der guten Sorten stehen sehr hoch, so daß es manchen Werten vernünftiger erscheint, ihren Betrieb ganz oder teilweise stillzulegen, als die teuren Preise zu bezahlen; so tosten 3. B. gute englische Flammförderkohlen ab Duisburg 22 bis 24 M. pro Tonne. ( 3,84) M. tirols find in verschiedene Nichtungen gespalten. Jede einzelne hat fördern lönnen. Nun find aber die Belegschaften dieser Zechen im Für die ausständigen Bergarbeiter ihr Parteiorgan und die gegenseitige Erbitterung ist eine sehr tief- Ausstand. Dadurch kommen die Werke in eine gefährliche Lage. gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommission folgende Beiträge ein: gehende geworden. Diese Berwürfnisse haben auch übergegriffen auf Vorräte an Kohlen und Kots haben sie meistens nur in geringem die Gewerkschaften, so daß die ganze Arbeiterbewegung darunter zu Umfange, da sie ja die überschießenden Mengen dem Kohlensyndikat Stuffateure und Hülfsarb. Neubau Museum 13,25. Innungs- Stranten leiden hatte. Es gelang schließlich dem Eingreifen der Parteis zum Verschleiß überlassen. Infolgedessen sind sie jetzt auf das laffe der Tischler 20,- Telephon- Werkstatt von Schaub, 2375 10,-. Bleitung, 200,-. Druderei Selma Bayer, L. 2380 34,20. S. u. H., Lindenhof, L. 2425 leitung, einen Beschluß herbeizuführen, wonach die Polemiken Sohlensyndikat angewiesen, oder auf den Bezug von Kohlen aus 29,05. S. u. H., Saal 32, 3913 36,50. Verb. d. deutsch. Buchdrucker, Gau zwischen den einzelnen Richtungen eingestellt und zur Beseitigung dem Auslande. Nordwest u. Bezirksverein Bremen 150,-. Stoll. Golz u. Breitmann 9,55. der den Frieden entgegenstehenden Schwierigkeiten von beiden Seiten Buchdr. Möller u. Borell 9,25. Maurer u. Bauarb. Frobenstr. 5/6, 2. 3856 ein Komitee zu wählen ist. 15,05. A. E. G., Saal B. 13,- Kollegen bon Schach meyer, 2. 2394 6,-. Buchdruckerei 2. M. Barschall, 2. 2418 16,60. Pers. d. F. Abrahamsohn, Charlottenburg, 2395 15,50. Buchb. Ludwig 4,95. Stodfabrik Schönfeld' u. Co., 1. Rate 7.50. Buchdr. F. A. Günter u. Sohn, 2321 22,85. Bers. Graphische Geſellſchaft, 3877 22,65. Bobach u. Co., 2458 10,-. Sektion der Ladierer 30,- Buchdrud. E. Nagel, 2391 7, Buchbinderei Sperling, 2435/6 54,-. Maler, Klosterneubau, Marienfelde 17,65. Tapezierer Flatom u. Priemer 20,- Durch Voigt Firma Biestädt, 3947 5,50. Firma Georg Drechsler 7,20. Maler, Bau Schlüterstr. 53 11,20. Stupp, 3923 10,-. Gasofenfabrik Marienfelde, 2415 26,45. 3. C. G. Marien dorf, 2413, 14, 16, 17 100.65 Tischl. Lüdtke, Luisenufer, 2420 6,35. Verband der Kupferschmiede, Borschuß auf Listen 100,-. Arbeiter der Glas. Louis Jeffel 18,-. Arb. der Firma Brüdner Nachfolger, Alexandrinenſtr. 9 5,50. Berband der Buchbinder, a Konto auf Listen 300,- Familie Lausch 5, Auto N. A.-G. Werkzeug 1409 13,15. K. W. D., Mech. W. Dreher Der Einfluß des Bergarbeiterstreite auf den holländischen KohlenDie Preise der wichtigsten Lebensmittel sind auch im vergangenen 1411 11,70. Segmentsch. 1413 16,65. Werkzeug.. 1414 29,10. markt macht sich bereits in Holland recht empfindlich geltend. Bebt. Berkenhoff 1427 33,10, bo. 1429 30,25, bo. 1430 30,25. Nieles, Maschinen tanntlich hat in den letzten Jahren das Kohlensyndikat in den Nieder- Jahre wieder nicht unerheblich gestiegen. Nach der von der" Stat. bau 1435 15,20. 1436 15,50. 1437 17,-. 1438 22,80. 2Liste 1456 12,55. Korr." veröffentlichten Uebersicht über die Durchschnittspreise der R. B. D.: Papierrohr, 1475 31,-. Zelephonfabel, 1476 22,65. Bleikabel- landen sein Absatzgebiet wesentlich erweitert, und da die dortigen wichtigsten Lebensmittel in den 24 bedeutendsten preußischen Marktfaal, 1477 16,95. 1478' 11,25. Drahtfabrit, Saal 12, 1479 19,75. Caal 12, Verkaufslager des Syndikats größtenteils nur mäßige Vorräte ent- orten stellten sich für 1904 die Durchschnittspreise pro Conne( 1000 1480 11,45. S. Sp., 1481 7,35. G. 6-8, 1482 15,25. S. 9, 1483 17,55. halten, so macht sich vielerorts bereits ein„ Kohlenmangel" be- Silogramm), verglichen mit den Preisen für 1903, folgendermaßen: Meffinggießerei, 1485 20,65. 1486 15,25, Bau Aderstraße, A. E.-G. 7, mertbar. Von den Vertretern englischer Kohlengruben wird Weizen 168( im Jahre 1903 154) M., Roggen 138( 132) M., Schulze nebst Freunden, Rird. 4,50. Lotterieverein Gute Hoffnung" 5, Buch u. Steindruckerei Winkelmann, 3899 27,90. Familie N., diese Situation nach Kräften ausgenutzt. Sie haben in der Gerste 138( 137) M., Hafer 134 M.( wie im Jahre 1903), gelbe Stanonierstraße 4,-. Hausdiener von Beef u. Cloppenburg 14,50. bergangenen Woche große Mengen englischer Kohlen von Newcastle Erbfen zum Kochen 233( 289) M., weiße Speisebohnen 296( 283)., Bei einer bopp. Geburtstagsfeier 6,65. Korbmacher b. Stamiger, Lichtenberg und Cardiff nach den holländischen Häfen kommen lassen, und ver- infen 372( 352) M., Eßkartoffeln 60,8( 63,2) M., Richtstroh 40,8 2,80. Bautisch. b. H. Kühn, Luisen- Ufer 20,- Gesango. Vorwärts 2. 2096, Firma Bertram Bunde 24,65. 2301 17,20. Tischlereien Eisenbahn offupierte Absatzgebiet streitig zu machen. Es ist kaum zweifelhaft, gramm für Rindfleisch von der Keule 1,43( 1,42)., vom Bauche ( dar, ein Gast 1,-) 16,-. Bon Mitgl. d. Beug- und Raschmacher 9, suchen nun mit Erfolg, der deutschen Konkurrenz das von dieſer( 40,5) M., Heu 63,7( 53,9) M. Auch die Fleischpreise sind etwas gestiegen. Im Kleinhandel betrug der Durchschnittspreis pro 1 Kilostraße 35b 10,- 2 elende Schuhmacher aus SO. 2,50. 3967, Arb. D. F. daß das Kohlensyndikat, wenn der Streit einige Wochen andauert, 1,21( wie im Jahre 1903), Schweinefleisch 1,32( 1,39) M., KalbRobbe 16,60. Rigaerſtr. 126 2- Maler 5. 3. Schmidt, Bau der Landes feine heutige Position auf dem holländischen Kohlenmarkt einbüßen fleisch 1,44( 1,48) W., Hammelfleisch 1,41( 1,40) M., inländischer geVerf. 4,- Tapezierer v. H. Brandt d. Göbel 3,50. Tischlerei Ladewig 3, Arb. d. Atomwerfe d. Anton, 1. Rate 4,50. Buchb. b. Schreiber u. Co., und später große Mühe haben wird, sie zurück zu gewinnen. Und räucherter Eped 1,51( 1,65) M., Bbutter foftet pro 1 Stilogramm 1. Rate 10,10. Firma Müller d. B. 2, 2. 2378 d. Drehmel 20,45. 2310, dieser Verlust, der sich voraussichtlich auch auf einen Teil Belgiens 2,36( 2,30) W., inländisches Schweineschmalz 1,55( 1,67) M., WeizenArb. b. Trabefius 16,60. 3926 Werkſt. Pfaff, 2 r., 1. Nate 15,15. Tischler erstrecken wird, ist keineswegs gering anzuschlagen; denn nächst mehl zur Speisebereitung 30 Pf.( wie 1903), Roggenmehl 25 Bf. bei Neumann, Eisenbahnstraße 5,-. Tischler b. Franz u. Meher 6, Rollutscher der Firma Bark u. Co., Kaiserstraße und Klosterstraße 25,- Desterreich- Ungarn find die Niederlande und Belgien die besten Ab-( ie 1903). Die Durchschnittspreise für 1 Schock Eier betrugen 3,91 Stammt. b. Birtholz, Friedrichsfelderstr. 4,10. Tapez. Merkit. Grosch: 13, 1. Rate nehmer der deutschen Kohlenindustrie. Von den 16 233 062 Tonnen 30,15. 2. 2421,22,23 Dr. National- 8tg.", Masch.- Saal, Stereotypeure u. Falzerei Steinkohlen, die in den ersten elf Monaten des vorigen Jahres Die preußischen Sparkassen. Nach vorläufigen Ermittelungen 55,65. Ein Spree- Athener 3,-. Männerchor d. Berl. Handels- u. Transp. Arbeiter 10,- Maler, Tapez. u. Bodent., Bude Batte 3,55. Arbeiter der( für den die Angabe) von stiegen im Rechnungsjahre 1903/04 die Einlagen bei den preußischen Stodfabr. Ludwig u. Co. 3,60. 2. 2787, 2789 Mechaniker b. Statser u. Schmidt Deutschland nach dem Auslande versandt worden sind, gingen zum Sparkassen durch Buschreibung von Binfen um 200,46 Millionen 26,35. 2. 812 Hüpersonal b. Möser Buchdr. 9,85. Arb. v. Globed, Köpenicker Beispiel nach: Mark, durch Neueinlagen um 1891,25 Millionen Mark. Die Rüdstraße 15,-. 2. 2097 11,20. D. Elenden a. d. Neuen Königstr. 9,-. Tischlerei zahlungen betrugen 1591,41 Millionen Mart, so daß sich ein leberF. Fehrmann 4,50. 2. 2388, 89 Buchdr. b. Boll d. Boigt 28,05. Tischler und schuß an Neueinlagen von 299,84 Millionen Mark ergab, wodurch Pol. Masch. Urb. b. Frister u. Roßmann 29,25. Bildh. b. Prof. Zaubert 9,50. der Einlagebestand auf 7229,06 Millionen Mark stieg. Vor zehn Modelltischt Miles Berfe Db.- Schönew. 32,-. 2. 4254 Bodenl. d. J. Roch 23, Jahren bezifferten sich die Einlagen bei den preußischen Sparkassen 2443 S... Typograph 55,50. Mont. Siemens u.Halste, Neub. Wertheim 12, nur auf 3750,25 Millionen Mark. Verhältnismäßig am meisten Bautischler b. Koch, Eldenaerstraße 13,50. 2. 357, Buchb. b. Kämmerer 36,65. Metallwarenfabrik Rapirokki 7. 2. 2404 7,70. 3951 Bildh. b. Böttcher 8,80. haben sich die größeren Konten von mehr als 3000 Mart vermehrt, Alle anderen fremden Staaten erhielten mit Ausnahme Ruß die in der Regel nicht im Befihe von Personen aus den mittleren 2426, 2427, 2428 Bautischlerei Mittag 50,80. Buchdr. P. Stankiewitsch 10,40. 3879 Möbelfabrit, Stopeniderstraße 17,70. Buchbinder- Verband, Bahlstelle lands, das 551 796 Tonnen bezogen hat, weniger als 100 000 Tonnen. und Unterklassen stehen, doch haben auch die feinen Konten recht Berlin 200,- Arbeiter d. Firma Bernh. Roth( Inh. Pastor) 10,50. 2. 2437 Fensterputzer b. Fiek u. Nest. Winkelmann 6, 2795 11,50.. B., Rir den lebten Tagen wesentlich verändert. Als der Ausstand ausbrach, Die Lage des rheinisch- westfälischen Kohlenmarktes hat sich in bedeutend zugenommen. dorf 5,- Mitglieder des Verbandes Deutscher Buchdrucker i.„ Borwärts", 1. Rate 100,- Buchb.Männerchor Berlin 30,-. 2. 4278 Bersonal bei wurden die Bechen und großen Kohlenläger von Kleinhändlern und A. Leschlau, Blumenstraße, außer Macherinnen 9,-. 2312 Buchdr. und Kleinverbrauchern geradezu bestürmt. Unzählige Fuhrwerke beBuchb. b. Streisand 8,65. Zweigv. d. Maurer Bruchmühle 6, 8e tralo. lagerten die Zechenpläße. Gruben, welche über große Vorräte berder Maurer, Bahlft. Stegliß 30,-. Babift. der Maurer Marienfelde 30,-fügen, fonnten tagelang erhebliche Mengen im Landdebit absetzen. werke Charlottenburg, 1. Rate 10,-. Bersonal bei A. Schröder, Schöne überall eingestellt; die Kohlenvorräte werden für den Selbstbedarf Solidarität Münster, Wests. 12,40. Schleifer der D. Ton- u. Steinzeug Jekt ist dieser Verkauf aber, wie die„ Köln. Wolfsztg." meldet, fast berg 3,30. Batienten der Lungenheilstätte Beelitz 22,-. Maler ber Firma Pfaff 4,50. Gewerkschafts- Kartell in Bernau 50,- und für das Kohlensyndikat zurücbehalten. Die Kohlenkleinhändler Tischt. d. Turbinenfabr. Huttenftr. 48,05. Bahlstelle Schmargendorf, Maurer aber haben nur geringe Boften auf Lager und diese schwinden im 15, Konrad Schachuc 12,-. M. 3. 28. 5,-. Stammt. Reft. Giersch, Handumdrehen. Sollte der Ausstand lange dauern, und der Winter Tegel, 7 Beamte u. Birt 8,70. Genoffenschaftstischler Rummelsburg 5, feine Strenge längere Zeit behalten, so wird gerade bei den KleinStaucht. Guter Bug 5,-. Töpfer b. Schöffel, Bau Nonnendamm 23,50. verbrauchern und bei den kleinen Leuten empfindlicher Kohlenmangel Gustav Ebert 2, Bautischl. b. Walter, 1. R. 3,05. Böttcherei Hinze 2,05. sich einstellen. Vorsichtige Hausväter nersorgen sich bereits mit E. D., Holzarbeiter 3,- Lotterie- Ber. d. Westens d. Najort 6,05.. 9. 5,-. Bon 4 Bildh. d. Atel. Breitkopf u. Stofel 4,- Reumann, Bilmersdorf 2, Rots für Hausbrandzwecke, obgleich derselbe in Zimmeröfen nicht gut Berb. d. Gemeinde- Arb., Drtsb. Berlin 149,77. verwendbar ist. Die kleinen Gewerbetreibenden sind meist ganz von den Syndikatskohlen bertreibenden Händlern abhängig. Bei früheren Gelegenheiten machten sich die letzteren meist die Lage zu Nutzen und forderten oft wahre Wucherpreise für Kohlen und Kots. Dem hat das Syndikat aber einen Riegel vorgeschoben. In den Verträgen mit den Händlern heißt es:„ Sie( der Händler) verpflichten sich, beim Weiterverkauf die Verkaufspreise so zu bemessen, daß die Höhe des Gewinnes zu Ihrer Tätigkeit und zu Ihrem Risiko den Umständen nach in feinem Mißverhältnis steht. Diese Bedingung haben Sie auch etwaigen Wiederverkäufern aufzuerlegen." In wenig beneidenswerter Lage befinden sich die Eisenwerke, Swinemde. 775 SSD vornehmlich die großen gemischten Werke, die selbst Kohlengruben Hamburg 774 DSD Berlin besitzen. In der Regel fönnen diese ihren Bedarf an Brennstoffen Franff.a.M. 774 SD 1 Summa 2488,27. Bereits quittiert 7878,85. 3m ganzen 10 367,12. Weitere Beiträge werben entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftstonsmission Engel- Ufer 15, vorm. 9-1 und nachm. 4-8 Uhr. Bei größerem Andrang der Personen erfolgt die Abnahme der Gelder und Ausgabe der Listen im Saal 3 des Gewerkschaftshauses. Für Berlin find die Gelder, welche mittels der Post eingehen, an A. Körsten, Engel- Ufer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Partei- Nachrichten. Monat Dezember fehlt noch Desterreich- Ungarn. Niederlande Belgien Frankreich. Schweiz 5 246 236 Tonnen 4 642 490 2361 874 1 087 907 1034 481 " Kann auch aus dieser Zunahme der Spareinlagen eine gewisse Bunahme des Wohlstandes der Bevölkerung gefolgert werden, so doch nicht, daß der Wohlstand entsprechend diesen Zahlen gestiegen ist, denn das Wachstum der Einlagen ist nicht nur, wie die„ Statist. Storr." selbst betont, durch neue Ersparnisse, sondern auch zum besparnisse hervorgerufen. So hat a. D. in den lehten Jahren Sie deutenden Teil burch einen Wechsel der Anlagepläße früherer ErVorschrift des Bürgerlichen Gesetzbuches(§ 1807), wonach die Anlegung von Mündelgeldern allgemein bei inländischen öffentlichen Sparkassen erfolgen kann, die dafür als geeignet erklärt worden sind, den Sparkassen zahlreiche Einlagen zugeführt, die ihnen früher fern bleiben mußten. Häufig bedienen sich auch die Hülfskaffen aller Art der Sparkassen zur Anlegung verfügbarer Bestände in oft bedeutender Höhe. Endlich kommt es vor, daß eine Sparkasse überflüssige Gelder bei einer anderen anlegt, sodaß sie dann in der Statistik zweimal erscheinen. Witterungsübersicht vom 23. Januar 1905, morgens 8 Ulbr. Stationen Barometer stand mm 775D Wind Burupp Windstarle Better heiter 1wolfen! 2 woltenl Temp. n. 6. 5° E.4° R. Stationen Barometer Bind richtung Windstärke Better 8 Haparanda 760 GB 2halb bb. -5 Betersburg 772 WNW 2 bedeckt -5 Scilly 768 DSD 1 bebedt -521berdeen 764 62 -10 Baris 772 NO Temp. n. T. 1 moltent 3bededt aus ihren eigenen Zechen und Kokereien decken. Beim Syndikat München 778 GD 2 heiter 1 wollig Eine Einigung der Trienter Sozialdemokraten. Vor einigen haben dieselben nur insoweit Abschlüsse getätigt, als es um Kohlen- Bien 781 SD 1 moltent- 10 Tagen fand in Trient die fünfte Konferenz der Südtiroler Sozial sorten sich handelt, die sie selbst nicht fördern können, oder um dieWetter- Prognofe für Dienstag, den 24. Januar 1905. demokratie statt. Aus Italien war der Genoffe Todeschini und jenigen Mengen, deren sie mehr bedürfen, als ihre Förderung beträgt. Etwas warmer, borwiegend heiter und troden bei ziemlich lebhaften von der Gesamtleitung der österreichischen Partei der Genoffe Im allgemeinen aber haben die großen Stahlwerte so ausreichend füdlichen Binden; später zunehmende Bewölkung. Die italienischen Genossen Süd- I mit Zechen sich versorgt, daß sie ihren Bedarf an Brennstoff selbst Dr. Ellenbogen erschienen. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anjang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Munsi rape 16. Täglich Borstellung Die Riesin Jiena 485 Bfd. schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Etablissement Buggenhagen Riesen! Zwerge! Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Bockbierfest. KONZERT. Der dumme Mag u. der fluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Gustav Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Rach jeder Vorstellung im Staisersaal: Der neue Januar- Spielplan. Tanz. Anny Raaly, borzugt. beutsch- franz. Konzertfängerin. Masken- Garderobe geeignetes Lyrika- Duett. bon 16712 Fatme, Indische Gaullerin, fowie alle übrigen erstaff. Spesialit. Carl Ernst, inf. wochent. 7 ihr, Sonntags 4, Uhr. Röpniderftr. 126, 1 Jr. Größte Auswahl! Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879.- Chormeister: Alexander Weinbaum. M. d. A.-S.-B. Sonntag, 29. Januar, mittags 12 Uhr, in der Neuen Welt", Hasenheide Nr. 108-114: MATINEE zum Besten der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Eintritt 30 Pf., an der Kasse 40 Pf., Garderobe 10 Pf. Billetts sind zu haben in der Musikalienhandlung von Kaun, Grüner Weg 17; in den Zigarrengeschäften von Horsch, Gewerkschaftshaus, Gottfried Schulz, Kottbuser Tor. Paul Ihm, Wrangelstr. 58, Emil Schulz, Mittenwalderstr. 2; F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8, Nikolas Nachfolger, Skalitzerstr. 107; in d. 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Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 24. Januar. Anfang 74, Uhr: Opernhaus. Die weiße Dame. Neues fönigl. Opern Theater. Die Journalisten. Deutsches. Helden. Berliner. " 3 so ich Dir! Leffing. Das gerettete Venedig. Weften. Die neugierigen Frauen. National. Rigoletto. Zentral. Die Geisha. Die lustigen Weiber von Neues. Windsor. Anfang 8 Uhr: • Schiller 0.( Wallner Theater.) Fuhrmann Henschel. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Wallensteins Tod. Kleines. Elektra. Residenz. Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches. New York. Luisen. Die Stüßen der Gesell schaft. Kasino. In Vertretung. Metropol. Die Herren von Marim. Belle Alliance. Lumpacivaga bundus. Carl Weiß. Geld und Name. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Passage Theater. Bernardi. Willi Prager. Anf. 5 Uhr. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. 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Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: Donnerstag: Die luftigen Weiber Jägerliebchen. von Windsor. Freitag, Sonnabend, Sonntag: Der Posse mit Gesang in 4 Aften von 2. Treptow. Musik von G. Steffens. Graf von Charolais. Anfang 8 Uhr. National- Theater Nach der Borstellung: Gr. Ball. Weinbergsweg 19. Dienstag, den 24. Januar: Rigoletto. Anfang 7, Uhr. Mittwoch, 25.: Donna Juanita. Donnerstag, 26., 8. 1. 2.: Die Jüdin. Freitag, 27., 3. 1. M.: Gute Nacht, Herr Pantalon. Zentral- Theater Anfang 7%, Uhr, zum 1043. Date: Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. ( Mimosa: Mia Berber.) Mittwoch u. folgende Lage: Die Geisha. Sonnabend: Die Jurheirat. Entree3 0 Bf., nummer. Platz 50 Pf. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die Grille. Schauspiel in 5 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mittwoch: Mein Heidelberg. Donnerstag: II. Klassiker- Abend. Emilia Galotti. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köp enickerstr. 67/68. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: Luisen- Theater. NEW- YORK Abends 8 Uhr: Die Stüken der Gesellschaft. Morgen Benefiz: Die wilde Kage. Donnerstag Gastspiel: Mutter Thiele. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Ueber'n grossen Teich. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Kasino- Theater nfnchm.Wochentg.5, Sonnt.3Uhr. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 72-8 Konzert. In Vertretung. Sonntag nachmittag 4 Uhr( fleine Breise): Mutter Gräbert. Arturo Bernardi, der berühmte italienische Ber wandlungskünstler. Littke Carlsen Trianon- Theater. Willy Prager Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Lustspielhaus Der Abends 8 Uhr: 14 erstklassige Nummern. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner. Hente Familientag. Gr.Curt Goldmann- Konzert Allabendlich: Der Familientag. Sonntag nachm. 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. 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Quartal 1905. Unterrichtsfach Behandelter Lehrstoff Theoretische Nationalökonomie, II. Teil. National-( Wiederholung d. Grundbegriffe ökonomie Kapital, Mehrwert, Arbeitslohn die Tendenz der kapitalistischen Entwickelung.) Geschichte Natur- Erkenntnis Gesetzeskunde Lehrer Unterrichtstag Schriftst. Max Grunwald Die Geschichte der Neuzeit bis zur französischen Revolution. ( Der Umschwung im Völkerleben durch die großen Entdeckungen und Erfindungen: Buchdrucker- Schriftkunst, Entdeckung Amerikas und steller des ostindischen Seeweges; die Dr. Die Maurenneue Naturwissenschaft. Folgen der Kirchenspaltung und brecher Reformation.- Die europäischen Wirren während des 30jährigen Krieges. Die Zeit der Aufklärung und die Vorbereitung der französischen Revolution.) Entwickelungsgeschichte der Lebewesen. Entwickelung Montag Dienstag ( Das organische Leben. Der Ursprung des Lebens auf der Erde. Die Grundtatsachen der der organischen Welt. Die ältesten Spuren or- Schriftst. ganischen Lebens auf der Erde. M. H. Mittwoch Baege Das erste Auftreten der Wirbeltiere auf der Erde.- Im Farnwald der Steinkohlenzeit. Das erste Auftreten der Säugetiere auf der Erde. Das Zeitalter der Fischeidechsen. Die Kreidezeit. Die Tertiärzeit.- Die Eiszeit. Die ersten Menschen.) Die Verfassung des Deutschen Reiches. ( Wesen und Entwickelung des Staates. Die Staatsformen, Staat und Recht, das Staatsrecht.- Die Entwickelung von Recht und Staat in Deutschland. Das alte Reich und seine Auflösung. Einheits- und Verfassungskämpfe. Die Reichsverfassung von 1849. Die Entstehung des Deutschen Reiches. Grundlagen der Reichsverfassung. Das Wesen des Bundesstaates. Der Souverän des Reichs. Bundesrat und Kaiser. Die Staatsbürgerrechte. Staats- Angehörigkeit, Freizügigkeit, Wahlrecht. Der Reichstag. Die Reichsgesetzgebung. Die innere Verwaltung des Reichs. Reichskanzler und Reichsämter.- Heer und Flotte. Die Militärgesetzgebung. Die Reichsfinanzen. Steuer- und Zollgesetze. Die Reichsbetriebe ( Reichspost usw.). Das Reichsland Elsaß Lothringen. Die völkerrechtliche Stellung des Reichs, die Schutzgebiete. Die Entwickelung der Reichsgesetzgebung. Das Reich und die nationalen Ideen. Reich und die Sozialpolitik. Sozialdemokratie und das Reich.) Schriftsteller Simon Katzenstein Donnerstag Das Die RedeUebung Uebungen in mündlicher Rede und im schriftlichen Aufsatz. Schriftst. Dr. Maurenbrecher Freitag Fortschr. Staatswissenschaftliche praktische Schriftst. Kursus in Nationalökonomie Uebungen. Max Sonntag Grunwald ( Die neuen Handelsverträge.) Der Unterricht beginnt in Nationalökonomie Montag, den 16. Januar; Geschichte Dienstag, den 24. Januar; NaturErkenntnis Mittwoch, den 18. Januar; Gesetzeskunde Donnerstag, den 19. Januar; Rede- Uebung Freitag, den 27. Januar; Fortschrittskursus Sonntag, den 22. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Die Sonntagskurse beginnen pünktlich vormittags um 10 Uhr. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuche frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel Ufer 15, Hot links 2 Tr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstraße 40a; Reul, Barnimstraße 42; Vogel, Demminerstraße 32; Krause, Müllerstraße 7a; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin SW. 47, Hornstr. 20, Querg. II, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. 4/2 Fellow Cigaretten 2-5 Ffg. Zirkus Schumann. Zirkus Busch. Um 9, Uhr: Sensationeller Erfolg: Sisters Amalia- Léonora. 8um 33. Male: Die große, mit feenhafter Bracht Pantomime Die beiden Phänomene inszenierte Schumanniche Ausstattungs Katharina II. Eine Nordlandreise. Miss Claire Heliot Im Strahl der Mitternachtssonne. Komisch phantastische Pantomime in 7 Akten. # Besonders hervorzuheben: Im ewigen Eise. Die Bewohner des Nordpols. Die Löwenbraut und die vorzügl. Programmnummern. Palast- Theater Die nordische Boe( Schnee- Drfan) u. Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Die märchenhaft- schöne SchlußApotheose. Vorher: Die vorzüglichen ProgrammNummern: Das epochemachende JanuarProgramm. Direktor Albert Schumanns anerkannt! 14 Schaunummern 1. Ranges! unerreicht dastehenden Original- Dressuren und Der urkom. OriginalKlown Jan Clermont mit sein. auf Kommando krähenden Hähnen, klavierspielendem Pudel usw. usw. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Der bisher unübertroffene lachluftigste Herrnfeld- Schlager mit seinen stürmisch bejubelten Situationen Prinz Levy in Ahlbeck Schwank in 3 Aften mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. 9 Uhr. Ein Riefen- Lacherfolg! Ein Allerweltsmädel. Burleste m. Gesang u. Tanz v. Braune. Freitag, d. 27., Elite- Vorstellung: Leonore. Baterländisches Schauspiel in 4 Atten von Karl v. Holtei. Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags die halben Kassenpreise. Anfang 8 Uhr. Eröffnung 72 Uhr. Entree 50 Pf. Sanssouci. Kottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Heute Dienstag z. Iekt. M.: X Muttersegen. X Mittwoch z. 1. Male: Kean oder Genie und Leidenschaft. Schauspiel in 5 Aften. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. WINGDARTEN 8 765 Brahidal, dessen Reisebegleiter: Neues Programm Anton Herrnfeld. Anf. 8 Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. Skala- Theater. Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Die Dame von Maxim. Posse mit Gesang in einem Aft, jowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Tortajada, span. Tänzerin und Sängerin. 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Johnstone, Kunst- Radfahrer. Das Mädchen mit dem goldenen Haar. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Johnson u. Dean, Mulatten- Gigerl, Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Der Biograph. Ganze Werkstatts- Einrichtung, als: ge brauchte Drehbänke, Schraubenbänke, Transmissionen, Riemenscheiben, Treibriemen 2c. 2c. tauft und verkauft preiswert 18772* Rengert, Admiralstraße 18 e. Ein praktisches, billiges und hervorragendes Gelegenheitsgeschenk ist unstreitig meine weltberühmte Rasiergarnitur No. 2712 Fein polierter Holzkasten, verschließbar, mit verstellbarem Rasierspiegel, enthält sämtl. Rasierutensilien: 1. 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Verlagsanstalt Baul Sinaer& Co., Berlin SW.