Nr. 24. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. :.. Und aufwärts schlug aus Schnee und Eis Der Riesenbrand zum Himmelsdom, Und niederwärts rann rot und heiß Das Herzblut in den starren Strom Und ward wie Tau. Und Schuß auf Schuß Verkrachte in den Flockentanz: Das war der warme Liebesgruß Vom Väterchen des Vaterlands. Sonnabend, den 28. Januar 1905. Der 22. Januar. Sie stiegen aus des Elends Schoß Wie Nachtgetier aus düsterm Grund. ,, Ein wenig Sonne unserm Los!" Noch baten sie mit blasfem Mund. Noch trugen sie des Heilands Holz, Des Zaren Bild in erster Reih Da: von der Sehne flog der Bolz Und schlug das bleiche Bild entzwei! Das Reich zerbricht. Die 3wingburg birst. Des Volkes tiefste Kraft wird wach. Ihm hilft kein Gott, ihm hilft kein Fürst Aus seiner tausendjährigen Schmach. Sein eigner Retter soll es sein Hell klingt sein Ruf wie hallend Erz Und aufrecht steht's in blutiger Pein Und hebt die Toten sonnenwärts. Der Bülow- Ufas. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Nun war's gescheh'n. Das war der Krieg. Das erste Opfer lag im Schnee Und über Kreuz und Krone stieg Die rote Fahne in die Höh. Ein Brausen klang wie Frühlingsflut, Ein Echo dröhnte, dumpf und hohl. Wie heißer Volkszorn wuchs die Glut In Moskwa und Sewastopol. Und den dies Land einst Vater hieß, Wo weilt er heut am Tag der Not? Ein Feigling, der sein Volk verließ! Und seinem Volte ist er tot... Nun stürze, was im Innern kracht, End lodre, was da gärt und glüht, Und leuchte auf aus tiefster Nacht Der Tag, wo rot die Freiheit blüht! Clara Müller- Jabnke. rechtes anerkannt, daß die Regelung des Bergrechtes von geboten, notwendig sei. Die Regierung hat im Jahre 1892 Reichswegen geschehen muß. Die„ Norddeutsche Allgemeine ausdrücklich anerkannt, daß die Regelung der täglichen SchichtDie durch ein Jahrhundert ehelicher Gütergemeinschaft ge- Beitung" fühlt denn auch heute selbst, daß es für die Ver- dauer nach der Natur der Sache nur den Gegenstand allgemeiner züchtete Aehnlichkeit der preußischen und der russischen Regierungs- schleppung der Reform nach Preußen feine ehrliche Be- Anordnungen für ein Produktionsgebiet, nicht aber den Gegenstand einmaliger Verfügung für einzelne Bemethode, auf die wir gestern bei der Erörterung des Bülow- gründung gibt. Sie führt aus: Der Weg der Landesgesetzgebung soll gewählt werden, weil triebe bilden könne. Die Kommission des Ab. Möllerschen Versprechens einer fünftigen Regelung es sich um Fragen handelt, die fast durchweg nicht etwa allgemein geordnetenhauses aber durchkreuzte damals die Absicht des preußischen Bergrechtes hinwiesen, wird, je mehr gewerbliche, sondern spezifisch bergbauliche Verhältnisse einer allgemeinen Regelung der Schichtdauer, indem sie die man sich in den Utas der preußischen Regierung vertieft, um betreffen, und bei deren Regelung auf die Eigenart des Berg Befugnis der Bergbehörde darauf beschränkte, daß sie nur für so unheimlicher. Wie in Rußland, nachdem eine Revolution baues Rücksicht genommen werden muß. Ferner kommen auch bon bisher unübersehbarer Gewalt ausgebrochen, der Zar auf wenigstens für jetzt nur Fragen des preußischen Bergrechts in einzelne Betriebe eine Einschränkung der Arbeitszeit Damals erhielt der Artikel 5 des einmal einen allergnädigsten Utas erließ, in dem er den vor- Betracht, was um so mehr ins Gewicht fällt, als für dies Sonders vornehmen dürfte. führten Arbeitern plöglich weitgehende Verheißungen vergebiet schon jetzt die Verhältnisse im wesentlichen geklärt sind, so preußischen Berggefeßes den gegenwärtigen Wortlaut, der daß der Gesezentwurf in verhältnismäßig furzer Zeit ausgearbeitet den Oberbergämtern das Recht einräumt, für einzelne machte, so hat es auch erst in Preußen des Riesenausstandes werden kann. Endlich entspricht dieser Weg dem bisherigen Vor- Betriebe Dauer Beginn und Ende der täglichen der Bergarbeiter bedurft, um eine mindestens seit gehen, da schon anfangs der neunziger Jahre die damals not- Arbeitszeit und der zu gewährenden Pausen vorzuschreiben. dem Jahre 1889 spruchreife gesetzliche Regelung nicht wendig gewordenen, auf die besonderen Verhältnisse der Berg Die Regierung hat selbst durch die jetzige Begründung den etwa dem Landtage vorzulegen, sondern nur für„ dem- arbeiter bezüglichen Vorschriften nicht in der Novelle zur Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" dem Abgeordnetenhause nächst" in Aussicht genommen zu versprechen. Die Gewerbe- Ordnung, sondern in der Novelle zum allgemeinen Die Argumente vorweg geliefert, mit denen eine allgemeine Aehnlichkeit beruht aber nicht allein darauf, daß man schwere Berggesetz... erlassen worden sind." Erschütterungen des politisch wirtschaftlichen Lebens durch ein Das ist die Begründung der Norddeutschen Allgemeinen Regelung der Schichtzeit zu bekämpfen sei. Denn wenn der leeres Inaussichtstellen zu beschwichtigen sucht, es ist auch der Beitung". Etwas Unsinnigeres läßt sich faum vorstellen. Bergbau schon eine rein preußische Angelegenheit ist, die Charakter des absolutistischen Gnadenattes, der die neue Breußen mag ja alle Gebiete der Welt umfassen, daß aber nicht allgemein reichsgefeßlich geregelt werden könne, so ist jüngste preußische Aktion ganz russisch erscheinen läßt. Die der Bergbau eine spezifisch preußische Erfindung sei und genau Die der Bergbau eine spezifisch preußische Erfindung sei und genau denn auch nicht abzusehen, weshalb dann nicht die Konser fyftematische Zurückdrängung des Reichstags des demokratischen an den preußischen Grenzen aufzuhören habe, ist ein so bativen und Nationalliberalen im Abgeordnetenhaus es für Wahlrechts, auf die wir in der letzten Zeit mit besonderem findischer Erzeß des Partikularismus, daß man ohne jede unmöglich erklären sollten, für alle Betriebe gleich. Nachdruck wiederholt hingewiesen haben wir halten dieses weitere Erwägung schon aus diesem einen Argument schließen mäßige Vorschriften zu geben; man wird also wieder System für die bedeutsamste politische Erscheinung der inneren kann, daß der Versuch, die Bergreform nach Preußen zu ver- zurückgehen zur Befugnis, über einzelne Betriebe bePolitik im Deutschen Reiche- tritt auch bei der Verheißung einer taufen, tatsächlich aus Gründen erfolgt, die das Licht der hördliche Maßnahmen zuzulassen. Der damalige Versuch des Zentrums im Abgeordnetenhause, die Achtstundenschicht herbeiBergrechts- Reform in die Erscheinung. Kaum drohte der Reichstag Deffentlichkeit scheuen. infolge der Initiative der Sozialdemokratie sich mit der Re- Selbst wenn wir annehmen, daß der Bülow- Ukas, der zuführen, wurde als sozialistischer Zukunftsplan" verspottet gelung des Bergrechtes gesetzgeberisch zu beschäftigen, da be- eine Reform des Berggesezes für Preußen aufündigt, so- und war völlig aussichtslos. Um so seltsamer ist es, daß Lamen die fo langfamen und seit unlanger Zeit auf dem Ge- weit die Regierung in Betracht kommt, ernst gemeint sei trotz dieser Erfahrung das Zentrum feine Hand dazu geboten biete der Sozialreform eingerosteten Federn der preußischen und nicht nur ein tattisches, die Bergarbeiter verhöhnendes hat, die Angelegenheit im preußischen Abgeordnetenhause statt Geheimräte plötzlich Flügel und sofort war eine der in der und täuschendes Manöver, so ist doch nicht nur teine Wahr- im Reichstage zur Erledigung zu bringen. Aber weiter! Zu den Verheißungen des Bülow- Ufases Geschichte Preußens berüchtigten Versprechungen fertig. Das scheinlichkeit vorhanden, daß eine ernsthafte Reform selbst nur demokratische Wahlrecht wurde durch den preußischen Absolu- in dem Umfang, den das Regierungsversprechen andeutet, von gehört es auch, daß Arbeiterausschüsse in Aussicht gestellt tismus beiseite geschoben! dem Dreiklassenparlament angenommen werden fönnte, sondern werden. Man kann sich ungefähr denken, wie die ArbeiterDie Parteien des Reichstages haben sich seit geraumer es ist vielmehr absolute Gewißheit, daß ein solcher Ent- ausschüsse aussehen würden, wenn sie der preußische Landtag Zeit auf die Forderungen eines Reichs. Berggefeßes fest- wurf von der Dreiklassentammer abgelehnt werden würde, von beschließt. Im besten Falle würde es sich um Arbeiterausschüsse handeln, die aus Vertrauensmännern des Unter. gelegt. Die ersten Sachverständigen des Bergrechtes sind dem Herrenhauſe gar nicht zu reden. Wie das Abgeordnetenhaus sich einig darüber, daß endlich ein einheitliches Bergrecht von Die Geschichte des preußischen Bergrechtes nehmertums bestehen. Reichs wegen geschaffen werden müßte. So hat beispiels im Landtage beweist flipp und klar, daß das Abgeordneten- über diese Fragen der Arbeitervertretung denkt, das hat weise der Oberbergrat Arndt im August 1897 in haus entschlossen ist, teine sozialpolitisch irgendwie beträchtliche es auch bereits zur Genüge flar ausg. prochen. Die von der der Deutschen Juristenzeitung" das Folgende ausgeführt: Reform zu dulden. Das weiß die Regierung und deshalb Reichs- Gewerbe- Ordnung angeführten Gewerbegerichte gelten ,, Die in Deutschland geltenden Berggefeße sind durch die kann man ihr nicht den guten Glauben zubilligen, daß sie für den preußischen Bergbau nicht. Als die Regierung in moderne Reichs- und Landes- Gesetzgebung, die Zivilprozeß mit ihrer Ankündigung irgend eine andere Absicht verfolgt, Preußen zum erstenmal Mittel für preußische Berg- Gewerbeordnung und die Strafprozeßordnung, die Vorschriften des als die Arbeiter um den Ertrag ihres entschlossenen und gerichte forderte, erhoben 90 konservative und freitonservative Gewerberechtes über Sonntagsarbeit, Auslöhnung, Beschäftigung opfermütigen Kampfes zu bringen. Hätte die Regierung die Mitglieder des Abgeordnetenhauses den schärfsten Protest jugendlicher und weiblicher Arbeiter, die großen Versicherungs. Absicht, wirklich eine preußische Reform durchzusetzen und wäre gegen die Bewilligung der Mittel. Wenn sich im Abgeordnetengesetze, die Landesorganisationsgesetze, das Grundbuchrecht und das Manöver, die Regelung der Angelegenheit aus dem Hause eine bedeutende Minderheit finden kann für die Abandere so durchbrochen, daß sie nur noch in Bruchstücken Reichstag in die Dreiflassenkammer zu flüchten, aus sach- lehnung von Berg- Gewerbegerichten, so ist es flar, daß sich Geltung haben. Man flagt wohl sonst über die viele Gesetz- lichen Motiven erfolgt, so könnte die Regierung schon am heute außerhalb des Zentrums und der Freisinnigen teine macherei; indes ein so durchbrochener und verworrener Zu- nächsten Montag ein fertiges Berggesetz vorlegen in dem Hand für die Einrichtung wirklicher Arbeiterausschüsse stand, wie der des landesgesetzlichen Bergrechts muß endlich Rahmen, wie sie andeutet, und sofort die Probe auf die sozial- erheben wird. Sonach kann man der Regierung wiederum geklärt und geordnet werden. Die Angelegenheit kann in politische Leistungsfähigkeit des Landtages machen. Die Fragen den guten Glauben nicht zubilligen, daß sie mit dem verMonaten befriedigend verarbeitet werden." find feine Probleme mehr, nachdem einmal die Regierung heißenen preußischen Bergrecht ernsthaft den Forderungen der Es handelt sich Aehnlich sprach man sich auf dem deutschen Anwaltstag felbst die Mißstände durch ihr Versprechen anerkannt hat. Bergarbeiter entgegenzukommen gedenkt. 1899 aus. Der Reichstag erklärte bereits in der Session Aber die Regierung weiß, warum sie erst demnächst" die allerdings um ein Notgeset, aber nicht um ein Notgeset 1895/97 in einer Resolution zum Bürgerlichen Gesetzbuch seine Angelegenheit ordnen will. Wie die Bergarbeiter 1889 durch für die Arbeiter, sondern um ein Notgesetz für die Redie Unternehmer, die aus einer Erwartung, daß das Bergrecht für das Deutsche Reich Versprechungen getäuscht worden sind, die niemals erfüllt oder gierung und baldtunlichst einheitlich geregelt werde". 1899/1900 nahm der wieder rückgängig gemacht worden sind, so wird es darüber schwierigen Lage herauszukommen wünschen. Reichstag einen sozialistisch freisinnigen, vom Zentrum ift gar kein Zweifel möglich- auch diesmal gehen, wenn Auch inhaltlich sind die Andeutungen über das zukünftige amendierten, Antrag auf baldig ste Borlegung eines Reichs- man der preußischen Regierung folgt. preußische Berggeseg, wie wir schon gestern betont haben, mit Berggesetzes an; nur die beiden konservativen Parteien stimmten Das läßt sich mit mathematischer Gewißheit beweisen. Ausnahme eines Punktes durchaus un bestimmt. Man kann damals dagegen. Die Regierung hat bereits einmal gerade bei der Regelung des nicht daraus entnehmen, wie sich das definitive Gesetz gestalten Es ist also allgemein sowohl von den bürgerlichen Parteien preußischen Bergrechtes die Ansicht verfochten, daß eine gefeßliche wird. Klar tritt nur die Forderung des Verbotes des Nullens des Reichstages wie von den Sachverständigen des Berg- Regelung der Arbeitszeit, soweit dies durch sanitäre Rücksichten" auf, ein Verbot, das ja durch die Einführung von Strafen wieder unwirksam gemacht werden kann, wenn denn überhaupt im Abgeordnetenhause und im Herrenhause. auch nur für dieses Verbot eine Mehrheit sich finden sollte. " gesetzliche Regelung des Arbeitsverhältnisses im Bergbau mattgesetzt werden. An sich ist es ja nicht gerade erwünscht, daß die Gesetzgebung mehr als unbedingt notwendig in Verhältnisse eingreift, deren Regelung recht eigentlich Sache der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, beziehungsweise der Arbeitsordnungen sind, und es wäre demzufolge vorzuziehen gewesen, wenn die Ordnung des Arbeitsverhältnisses im Ruhrrevier sich ohne gesezgeberisches Vorgehen so einwandsfrei gestaltet hätte, wie dies zum Beispiel im niederschlesischen Bergrevier der Fall ist. Auch ist es nicht unbedenklich, wenn eine solche gesetzgeberische Regelung in einer Zeit vorgenommen wird, wo der wirtschaftliche Krieg im Ruhrrevier nur zu leicht zu einer einseitigen Beurteilung und Behandlung von Fragen führt, deren dauernd befriedigende Ordnung mur bei unbefangener Sachlichkeit herbeigeführt werden kann. Wenn aber schon die Klinke der Gesezgebung ergriffen werden soll, so ist es bei weitem zuziehen, wenn die Initiative dazu von der Regierung ausgeht, und wenn diese die Führung der Sache in der Hand hält. Dazu wird freilich auch gehören, daß sie nicht bloß mit gesetzgeberischen Vorschlägen hervortritt, sondern diese auch gegen die zweifellos zu gewärtigenden Bestrebungen, dabei Kapital für Wahl- und ParteiInteressen zu schlagen, mit rücksichtsloser Entschiedenheit verteidigt." bor= des Aus den weiter unten mitgeteilten Aeußerungen der reaktionären Presse ersieht man denn auch bereits, daß sie keinerlei Gefahr für die Unternehmerinteressen aus der Anfündigung der preußischen Regierung sieht. Die„ Berliner Neueste Nachrichten" sind zwar so klug, von einer Bedrohung des Unternehmertums zu erzählen, um den Anschein zu erwecken, als ob etwas Ernstliches geschehen könnte. Post" und Kreuz- Zeitung" aber geben sich gar keine Mühe, sachlich auf die Reformvorschläge einzugehen, und begnügen sich mit dem Jubel darüber, daß es gelungen sei, die Absicht des Reichstages zu durchkreuzen und die Angelegenheit in Preußen zu erledigen. Preußische Sozialpolitik aber das heißt die Sozialreform der Zuchthausvorlage, des Kontraktbruchgefehes- das ist die soziale Erleuchtung der Dreiflassenherren, die schon in dem Achtstundentag für Bergarbeiter eine sozialistische Utopie wittern. Wir glauben nicht, daß ganz unabhängig von der Frage des Streiks selbst das Bülow- Möllersche Versprechen irgend einen Eindruck auf Eindruck auf denkende und unterrichtete Die„ Post" ist, wie man sieht, guter Dinge; sie hat zwar die Arbeiter machen kann. Die Bergarbeiter haben seit 1889 schwersten prinzipiellen und taktischen Bedenken gegen das Eingreifen erfahren, was sie von Versprechungen zu halten haben, der Regierung, aber sie ist trotzdem durchaus einverstanden, in der und sie werden auch aus der genialen Kanalpolitik frohen Erwartung, daß bei der Reform eine Art Zuchthausdes preußischen Junkertums gelernt haben, daß in Vorlage herauskommt, die dann die Regierung gegenüber den der Politik die Barzahlung notwendig ist. Wechsel auf durch Stimmenfang- Rücksichten veranlaßten Forderungen unbestimmte Frist sind noch nicht das Papier wert, auf dem Zentrums zu verteidigen haben wird. Das ist der Sinn der„ Post" Bedlißiade. sie geschrieben sind; und preußische Regierungsversprechungen Etwas flüger spielt das Kanonenorgan, die Berliner Neueste insbesondere das weiß man schon seit den Freiheitskriegen Nachrichten", in der widerwärtigen Komödie mit. Ohne mit einer und seit 1848 sind genau so viel wert wie russische Ukase. Wimper zu zucken, richtet es an die Dreiklassen- Kammer die folgende Aber etwas anderes werden die Bergarbeiter und das Mahinung: Proletariat überhaupt aus diesem russischen Zwischenspiel in der preußischen Bergarbeiterbewegung wiederum lernen. Graf Bülow hat fürzlich im Reichstag genau wie der Militärdiktator von Petersburg die Arbeiter auf rein wirtschaftliche Interessen abzulenken versucht, und es bedauert, daß in Deutschland das Proletariat darüber aufgeklärt ist, wie jede Frage ihrer Eristenz eine Frage der allgemeinen Politik ist, wie feine Lösung einzeln möglich ist, wie der Kampf des Proletariats um seine Befreiung notwendig ein Kampf um die Eroberung der politischen Macht sein muß. Wenn derselbe Graf Bülow als preußischer Ministerpräsident nichts Eiligeres zu tun hat, als die notwendige und dringende Bergreform aus dem Reichstage des demokratischen Wahlrechts in das Antiparlament des des preußischen Dreiklassen- Systems hinüberzuschmuggeln, das Arbeiter als Volksvertreter nicht duldet, um wirkliche Reformen zu vereiteln, so werden allerdings die Arbeiter aller Organisationen darüber aufgeklärt, daß ihre besonderen Berufsfragen nur Teilerscheinungen der allgemeinen Politik sind und nur mit ihr gelöst werden können. = durch das Reich hinzuwirken. Der Abg. Gothein hat folgende Novelle zur Gewerbe- Ordnung ausgearbeitet: Der Reichstag wolle beschließen: 1. Der§ 115 der Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich erhält folgenden Zusah: " Im Falle der Auflösung des Arbeitsverhältnisses muß dem Arbeitnehmer auf sein Verlangen die ihm vom Arbeitgeber überlassene Wohnung bis zum Schluß des der Kündigung der Wohnung folgenden Monats gegen Erstattung der bisherigen Miete belassen werden. Entgegenstehende Verabredungen sind rechts unwirksam." 2.§ 120 e Abs. 3 enthält die Bestimmung, daß für Gewerbe, in denen durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter geschädigt wird,„ Dauer, Beginn und Ende der Arbeitszeit vom Bundesrat vorgeschrieben" werden fönnen. Hier will Gothein hinter Gewerbe" eingeschaltet wissen: ,, einschließlich des Bergbaues". " 3.§134b Absatz 2 bestimmt, daß Strafbestimmungen, die „ das Ehrgefühl oder die guten Sitten verlegen, in die Arbeitsordnung nicht aufgenommen werden" dürfen. Hier will Gothein hinter Sitten verlegen" einschalten:„ oder welche die Nichtanrechnung eines für eine ausbedungene Arbeitsleistung verdienten Lohnes( Nullen) aussprechen". 4. Der§ 134h( ständige Arbeiter- Ausschüsse) der GewerbeOrdnung soll u. a. folgende Bestimmungen erhalten: " Für Fabrifen und Bergwerke, in welchen mindestens 100 Arbeiter beschäftigt sind, muß ein ständiger Arbeiter- Ausschuß von wenigstens drei Köpfen durch geheime Wahl sämtlicher großjährigen Arbeiter bestellt werden. Der Arbeiterausschuß vertritt die Arbeitnehmer in allen das Arbeitsverhältnis betreffenden gemeinsamen Fragen; insbesondere ist er befugt, für die Gesamtheit der Arbeitnehmer Erklärungen über Kündigung oder Wiederaufnahme der Arbeit abzugeben; das Recht des einzelnen Arbeiters, eine hiervon abweichende Erklärung über die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses abzugeben, wird da durch nicht berührt. In Betrieben, welche mit einer besonderen Gefahr für Leben und Gesundheit der Arkiter verbunden sind, ist der Ausschuß berechtigt, aus der Zahl der Arbeiter des betreffenden Betriches Delegierte( Arbeiterkontrolleure) zur leberwachung des Betriebes im Interesse von Leben und Gesundheit der Arbeiter zu bestellen. Diese Delegierten sind nicht berechtigt, selbständige Anordnungen zu treffen, sondern haben lediglich vorgefundene Mängel oder Berstöße gegen gesetzliche und polizeiliche Bestimmungen oder gegen die Vorschriften der Arbeitsordnung dem Betriebsleiter und im Falle durch diesen keine Abhülfe erfolgt, dem staatlichen Aufsichtsbeamten mitzuteilen. Welche Betriebe als gefährliche c zusehen sind, entscheidet die höhere Verwaltungsbehörde. Der Bundesrat kann allgemein alle Betriebe einer Art als gefährlich erklären 2c. Hieran schließen sich noch eine Reihe von Einzelbestimmungen über die Aufgaben und Befugnisse der Arbeiterdelegierten. Die Zahl der Streifenden * * * * * Die geliebten Arbeitswilligen. Da bleibt vor allen Dingen zu wünschen, daß nichts übereilt und nichts aus augenblicklicher Tagesstimmung und aus einseitigem Gefühlsüberschwang beschlossen werde. Regierungsseitig ist ja wiederholt versichert worden, daß die Fortsetzung unserer Sozialpolitik in vorsichtigem Tempo erfolgen soll. Der Streit selbst ist jetzt eine rein zufällige, nicht aus sich selbst notwendig ge= wordene Erscheinung. Sog seine Führer waren eifrigst bemüht, ihn zu verhindern, und die weit vorwiegende Ueberzeugung geht dahin, daß er bei einige Entgegenkommen der Zechenbefizer hätte vermieden werden können. War deren Haltung so schroff, so berechtigt ein solcher Fehler noch nicht zu einer Gesetzgebung ab irato( int Zorn), die laut neuerlicher Erklärung des Handelsministers ur nach dem gesunden Menschenverstand nicht vorgenommen werden soll... Verlangen muß man ruhige, unparteiische Ergründung und Abwägung der Dinge, keine Entscheidung aus der zurzeit herrschenden Aufregung heraus. Der Zufallsstreik darf doch nicht ein wohlerwogenes Regierungsprogramm vorsichtiger sozialpolitischer Fortschritte über den Haufen soll nach Meldungen der Zechenbefizer um 492 abgenommen haben. werfen. Nun soll der vielberufene§ 120 e der Gewerbe- Ordnung Diese kleinen Schwankungen find bedeutungslos. mit einem Mal eine so viel allgemeinere Ausdehnung erhalten als bisher... Will man nun, wie halbamtlich verkündet wird, allgemeine Vorschriften für alle Gewerbe auf Die Bergarbeiter des Ruhrreviers werden sich zwar durch Grund dieses Paragraphen schaffen, so wird man zum allgemeinen den Bülow- Ukas nicht in blinde Hoffnungen einlullen lassen, Der Bergbauverein erklärt ausdrücklich, daß die von verschiedenen Marimalarbeitstag kommen, den die Reichsregierung bisher nicht Seiten verbreitete Nachricht, wonach, im Falle die Streikenden sie werden sich vielmehr darüber klar werden, welch ein Unterwollte. Weiter stehen bekanntlich sozialpolitische Maßnahmen zu die Arbeit wieder aufnehmen sollten, die jetzt Arbeitswilligen en schied zwischen dem allgemeinen Wahlrecht des Reichstages gunsten der Arbeiter durch Verleihung der Rechtsfähigkeit an ihre laffen werden würden und einige Zechen dies den Ausständigen zuund dem Dreiklassen System des preußischen Landtages iſt. Berufsvereine bevor. Selbstverständlich muß zugleich deren Ver- gestanden hätten, selbstverständlich durchaus unwahr sei. Uebrigens hat ja auch der Bergmeister Engel in seiner gestern antwortlichkeit erhöht werden, und will die Regierung sich nicht wenn die Zechenbesizer wirklich die höchst mangelhaft qualifizierten erwähnten Ulfschrift über den Bergarbeiterausstand sich das dem Vorwurf einseitiger Gesetzgebung aussehen, so wird sie aus Arbeitswilligen in ihren Betrieben belassen würden, so käme das eine Verdienst wenigstens erworben, seinerseits auf die dem jetzigen Riesenstreik neuerdings auch die Anregung schöpfen nur auf eine Vermehrung der Unfälle heraus. Indessen die Liebe politische Betätigung als unabweisliche Forderung hinzuweisen. müssen, besseren Schutz den arbeitswilligen Arbeitern gegen den zu den Arbeitswilligen pflegt nur so lange zu dauern, wie sie Er hat sich durchaus nicht auf die besonderen technisch wirtStreifzwang zum Nutzen der Arbeiter und der Unternehmer zu gebraucht werden als Kartätschen gegen die Ausständigen. schaffen." schaftlichen Fragen des Bergarbeiterwesens beschränkt, Auch die Berliner Neuesten Nachrichten" werfen, wie man sondern er hat sogar Zuchthausvorlagen, Aenderung der sieht, zum Schluß die Maske ernsthafter Besorgtheit ab und wittern Verfassung usw. Wenn verlangt. die erleuchtete fröhlich die Rechtsfähigkeit der Arbeiterorganisation, für Streifs und wohlmeinende Regierung des Grafen Bülow den finanziell zu haften, und den Arbeiterschutz, der sich auf ArbeitsArbeitern rät, sich nicht politisch aufzuklären, es aber unter- ivillige beschränkt. läßt, dem Unternehmertum flar zu machen, daß es seinerseits Uebereinstimmend geht aber aus allen mitgeteilten Breßnicht wirtschaftliche Interessen mit der Politik verquiden äußerungen hervor, daß eine den Forderungen der Bergarbeiter solle, so beweist dieser Widerspruch hinlänglich, daß auch die gerecht werdende Reform im preußischen Landtag keine Aussicht auf Annahme hat, selbst wenn sie die Regierung wagen würde. jetige Regierung nur an den Unverstand der Massen zu Die Zentrumspresse uns liegt bisher nur ein Urteil der appellieren sucht, um die Alleinherrschaft der regierenden, Germania" vor- entwickelt einen Optimismus, von dem Klassen, um die Macht des Unternehmertums und des man nur zweifeln kann, ob er verblendet ist oder verblendend Kapitals zu fichern. Aber der Understand der sein soll: Massen iſt eben trob der weisen Ratschläge der Regierung der christlich monarchischen Sozialreform nicht mehr verbreitet. Darum wird man auch mit dieser preußischen Regierungsaktion bei den Arbeitern kein Glück haben. Auf die Entschließungen der Bergarbeiter, wie immer sie ausfallen sollten, wird die Verheißung der Bülow- Möllerschen Regierung sicher keinen Einfluß haben. Dem Reichstag aber liegt es nun ob, die preußische Intrigue zu durchkreuzen und mit aller Entschiedenheit den deutschen Bundesrat vor die Frage zu stellen, sofort von Reichs wegen die von den Bergarbeitern erhobenen Forderungen gesetzlich anzuerkennen. Die Presse und der Bülow- Ukas. Die bürgerliche Presse sieht fast ausnahmslos in der Ankündigung der preußischen Bergrechtsreform eine rettende Tat; nur scheiden sich die Meinungen darüber, wer gerettet werden soll und wo gerettet wird. * 40 Polizeiliche Lynchjustiz und fixe Richter. Aus Dortmund telegraphiert unser E- Korrespondent: In einer Versammlung in Gieding wurde folgendes mitgeteilt: Zwei Zechenbeamte, denen Polizeigewalt übertragen war, erklärten in einer Wirtschaft zwei polnische Arbeiter für verhaftet. Sie führten die Verhafteten zur Zeche und wollten sie dort in einen Raum einsperren. Darauf flüchtete einer der Verhafteten. Der andere wurde dann von den Beamten mit Gummischläuchen schwer gemishandelt. Wahrscheinlich wäre der Mann zu Tode geprügelt worden, wenn nicht ein Gendarm ihn aus den Händen der neugebackenen Ordnungsbeamten errettet hätte. Der betreffende Gendarm hat diesen Vorfall in der Versammlung bestätigt. Dieser Justiz gegenüber ist auch der anderen Justiz ein Kommt ein Gesez dieses oder eines womöglich noch verbesserten Inhalts zu stande, so würde dadurch nicht nur das Verhältnis Kompliment zu machen, daß sie ganz außerordentlich fir arbeitet, zwischen Bechenbefizern und Bergarbeitern auf eine weit geeig was bei den Klagen der legten Zeit wegen Ueberhäufung der Genetere, namentlich die letzteren befriedigendere Basis gestellt, richte ganz eigenartig anmutet. So ist am 26. Januar bereits ein sondern ganz gewiß auch die Hauptursachen der seitherigen Slagen Arbeiter verurteilt worden wegen eines Deliktes, begangen am der Arbeiter und auch der Ausstände beseitigt, und es kann des- 6. Januar. Das Delikt bestand darin, daß der Mann einem halb nur dringend gewünscht werden, daß der angekündigte Gefeß- Arbeitswilligentransport zusah und glaubte, er brauche der Aufentwurf dem Landtag so bald wie möglich zugehen und hier mög- forderung eines Gendarmen, fortzugehen, nicht zu folgen. Es war dies lichst rasch verabschiedet werde, denn wenn es irgend jemals mit aber kein Streifer, sondern ein Fabrikarbeiter, der in Ehrendorf gefeggeberischen Maßnahmen gedrängt hat, dann sicher in diesem bei Bochum wohnt und bei seinem Bruder in Harnach zum Besuch Falle. Aber vielleicht wirkt schon die bloße Anfündigung des Gesetz- war. Das Urteil lautet auf einen Monat Gefängnis. entwurfs wie eine heilsame Douche auf die immer noch in ihrer ablehnenden Haltung verharrenden Leiter des Bergbauvereins, daß sie endlich der Stimme der Vernunft und Klugheit nach geben." Hoffentlich sieht das Zentrum, wenn es ihm denn ernst ist mit der Beseitigung der ärgsten Mißstände im Ruhrrevier, nunmehr ein, welchen schweren taktischen Fehler es beging, indem es die Attion in das preußische Abgeordnetenhaus verlegte, obwohl es doch auf dem Boden eines Reichs- Berggesetzes steht. * * Ueber die wirtschaftlichen Wirkungen des Streiks wird dem Konfektionär" geschrieben: Es wird Läßt sich auch hier und da eine Stimme gegen den Bergmann vernehmen, so herrscht doch erkennbar bei der weitaus überwiegenden Mehrheit volle Sympathie für die Streifenden, welche sich bis jetzt in mustergültigster Ruhe und Ordnung verhalten... überall nur die eine Frage erörtert, wie lange kann und wird der Den Vogel aber schießt wieder der sonderbare Freifinn des gesamten Handelsstand, sowohl für das Detail- als auch für das Streik noch dauern? Diese Frage ist die schwerwiegendste für den Die„ Kreuz- Zeitung" fieht das Unternehmertum und den preußischen Berliner Tageblatt" ab; es reklamiert geradezu die Waterschaft Engrosgeschäft. Bartikularismus gerettet: Als am 17. d. M. der Generalstreit verkündet „ Die Regierung verfolgt hierbei das offensichtliche Ziel, der für den Bülow Ukas und schwärmt ganz im russischen Zarenstil, wurde, verließen alle Geschäftsreifenden wie auf einen Wink das Beilegung des jezigen Ausstandes die Wege zu ebnen und fünftigen ber dem Volke zugleich väterliches Wohlwollen tündet und es warnt Kohlenrevier, denn wohin sie auch kommen mochten, kein Detailleur Ausständen vorzubeugeu. Sie macht sich zwar nicht ohne weiteres vor der Verführung durch die schlechtgesinnten Elemente: hatte den Mut, etwas zu bestellen. Diejenigen Detailgeschäfte, die aussämtliche Forderungen der jetzt ausständigen Bergarbeiter zu „ Die Ankündigung, daß die preußische Regierung entschlossen schließlich auf die Kundschaft der Berglente angewiesen find- ur5 deren gibt ist, dem Widerspruch der Zecheninhaber zum Trog die wichtigsten es sehr viele sind vollständig lahmgelegt, und es wird nichts nur nichts eigen, aber sie bietet die Hand zur Beseitigung unleugbarer Forderungen der Arbeiter zu erfüllen, wird im Streifgebiet mit Jubel verkauft, sondern es gehen auch keine Zahlungen ein, denn die Löhnung, Mißstände, die schon seit geraumer Zeit Zeit eine zum Teil aufgenommen werden und der preußischen Regierung Berzeihung für die jetzt noch zur Auszahlung gelangt ist, wird zum notwendigsten bis zur Erbitterung gesteigerte Unzufriedenheit erregt haben. Dabei vermeidet sie wohlweislich Maßregeln, durch welche die Untermanche frühere Unterlassungsfünde erwirken. Zugleich möchten wir aber Lebensunterhalt zurückbehalten, dem Detailleur bleiben daher die an die streifenden Arbeiter jetzt die dringende Mahnung richten, die Einnahmen der Löhnungstage aus, auf welche er regelmäßig rechnen nehmer ihrer Eigenschaft als Herren des Betriebes völlig entkleidet Arbeit wieder aufzunehmen, und zwar so schnell wie möglich. Sie konnte, auf Basis derer er seine Regulierungen einrichtete, feine werden würden. Vor allem aber lehnt sie den Gedanken der reichsleisten sich damit selbst den allergrößten Dienst, beseitigen den Akzepte ausstellte! Was wird mit letteren nun geschehen? Sie gefeßlichen Regelung ab und will sie diesen Gegenstand nach wie vor der landesgefeßlichen Regelung vorbehalten. Formale Bes Vorwurf, den man wegen ihres Kontraktbruches gegen fie erheben gehen schonungslos unter Protest zurück, wenn nicht der Lieferant, fonnte, und legen die Bemühungen einzelner Agitatoren lahm, die unter Berücksichtigung der eingetretenen Verhältnisse, in eine Prodenken würden der reichsgesetzlichen Regelung nicht entgegenstehen. Aber da nun einmal alle auf Bergwerke bezüglichen Ansich den Ausstand zu eigennügigen Zwecken zunuze machen longation gewilligt, oder längeren Ausstand erteilt hat. gelegenheiten bis jetzt landesgefeßlich geregelt worden sind und möchten. Die streitenden Bergarbeiter haben sich der allgemeinſten auch das Bürgerliche Gesetzbuch nach Art. 67 seines EinführungsSympathien weiter Boltskreise bei ihrem Vorgehen zu erfreuen gesezes in diese Regelung nicht hat eingreifen sollen, so ist es gehabt. Mögen sie sich dieser Sympathien würdig erweisen, indem fie solidarisch die Arbeit wieder aufnehmen!" richtig, zunächst sich auf einen Ausbau der Landesgesetzgebung zu beschränken. Die gegenwärtige Zeit, insbesondere die Verhältnisse Ist das nun bodenlose Dummheit oder berechnete kapitalistische im Reichstage verlocken wahrlich nicht zu einer Erweiterung des Wenn die Sozialdemokratie wirklich den Bergarbeiter- Streit Gebietes der Reichsgesetzgebung auf Kosten der Landesgesetzgebung." Der Sozialdemokratie wirft man immer vor, daß sie rein wirt- parteipolitisch ausnußen wollte, so würden wir raten, der preußischen foll ja die Sozialdemokratie politische Absichten verfolgen. Wenn Enttäuschung, die notwendig den gegaukelten Hoffnungen folgen man sehen will, wer alle Vorgänge politisch auszubeuten sucht, würde, hätte die Wirkung, daß es dann keinen Arbeiter im Ruhrder lese aufmerksam die Auslassungen der Kreuz- Beitung", rebier geben würde, der nicht sozialdemokratisch ist. Wir aber wollen den Bergarbeitern helfen, ihrer augenblicklichen, bom Wagenmullen und der Regelung der Schichtzeit zu dem ſtaatsstreichlerischen Kampf des preußischen unerträglichen Bedrückung ledig zu werden, darum sprechen wir aus, Juntertums gegen Reich und Reichstag übergeht. was für jeden Urteilsfähigen und Kenner preußischer Politik selbst Aehnlich verfährt die" Post", die ihr Vergnügen an dieser verständlich ist. Düpierungs- Aftion faum verhünt:" die direkt " 1 Die Ankündigung dieses gesetzgeberischen Planes ist insofern ein geschickter Schachzug, als dadurch sowohl der Zentrumsvorstoß im Landtage, als auch der jozialdemokratische Antrag auf reichs Tücke? Aktionen im Reichstag. Neben der Sozialdemokratie und den Nationalliberalen beabsichtigt auch die freisinnige Vereinigung auf die gesetzliche Regelung Das sind sehr ernste Gedanken, bange Sorgen, die nicht nur den hart betroffenen Detailleur bewegen, nein, fogar auch den Grossisten oder Fabrikanten, welcher den größten Teil seiner Kundschaft im punkt seines Wirkungsfreises auf das rheinisch- westfälische KohlenKohlenrevier befigt. Derjenige Lieferant, welcher bisher den Schivers male ein anderes Absatzgebiet beackern zu müssen, zumal heutzutage revier legte, wird es gewiß schmerzlich empfinden, nun mit einem überall mit der großen Konkurrenz zu rechnen ist. Am allerempfindlichsten werden infolge des Streits die BcKleidungsindustrien betroffen... Nach der augenblicklichen Lage darf mit Sicherheit angenommen werden, daß der Streik noch mindestens weitere 14 Tage anhalten wird. Auch dann ist dessen Beendigung noch fraglich, wenn es der Staatsregierung nicht gelingen sollte, die Zechenverwaltungen zu einigen Bugeständnissen zu bewegen. Sollte sich der Streik indes noch den Monat Februar hindurchziehen, so dürften die Beenorm geschädigt fleidungsbranchen auf längere Zeit hinaus werden. Denn selbst wenn die Bergleute den Streit beendigen und ihre Arbeit nach einem Vergleich wieder aufnehmen, so haben sie ihren ersten Verdienst wieder für die Schulden abzutragen, welche betroffen. * Solidaritäts- Kundgebungen. Dazu ein Feuilleton„ Hasendämmerung", eine Jagdgeschichte von Hermann Löns und eine landwirtschaftliche Beilage. Von dem Massenmord am Blutsonntag fein Wort! Ein echt russisches Dokument! Auf dem Jekaterinowplatz fand gestern abend eine Kundgebung der Aufständischen statt. Die Volksmenge durchzog die Straßen und griff die Polizei an, wobei ein Polizist durch einen Revolverschuß getötet wurde. Truppen mußten requiriert werden, um die Kundgeber zu zerstreuen. fe fitr ihren täglichen Lebensmittel zu fontrahieren gezwungen Einen Einblick in die Gründe dieser scheinbaren Friedwaren, dann kommt die Anschaffung der Kleider in allerlegter Reihe, fertigkeit geben nicht nur die schon angeführten Blätterund es wird noch einiger Wochen bedürfen, bis nach dieser Richtung meldungen, sondern auch tatsächliche Nachrichten des gut ein Ausgleich stattgefunden hat. Aber auch die gesamte Textilindustrie wird indirekt davon unterrichteten Londoner ,, Daily Telegraph", der meldet, daß Auch die amtlichen Meldungen über die Wiederherstellung In diesen Kreisen hat sich der Kohlenmangel schon acht große revolutionäre russische Verbindungen sich vereinigt längst fühlbar gemacht, wo nicht schon ganze Betriebe still gelegt haben, um die gegenwärtige Lage in Rußland auszumußen. der Ruhe scheinen Lügen zu sein. Wenigstens meldet ,, Laffan" find, haben ganz erhebliche Arbeitseinschränkungen stattgefunden, Sie haben einen gemeinsamen Vorstand gewählt und sind vom 27. Januar: wodurch mehreren tausend Arbeitern- die gern arbeiten möchten- entschlossen, gemeinsam gegen die russische Regierung vorzuihr Verdienst geschmälert, wenn nicht gar ganz entzogen wird. gehen. Besondere Bedeutung wird der Tatsache beigelegt, daß die polnische revolutionäre Partei sich den anderen russischen Drganisationen angeschlossen hat, bisher wollten die Polen mit den anderen russischen Umsturzparteien nichts zu tun haben. Ueber die Pläne der vereinigten Revolutionäre werden nur Vermutungen ausgesprochen, man erwartet aber allgemein, daß bedeutende Ereignisse jetzt in rascher Reihenfolge folgen werden. Das Hauptquartier der neuen Verbindung befindet sich selbstverständlich im Auslande, und die Führer sind teilweise in Wien und teilweise in Zürich; die eigentliche Führung der ganzen Bewegung geht von Zürich aus. Vorläufig ist die Tätigkeit der neuen Verbindung darauf beschränkt, Waffen sowie Munition und Explosivstoffe in großen Quantitäten über die russische Grenze zu schmuggeln. Aus Ruhrort meldet uns ein Privattelegramım, daß die Hafenarbeiter sich weigern, englische und belgische Kohlen auszuladen. Die Zimmerer von Dresden und Umgegend haben in acht stark besuchten Versammlungen, die in acht verschiedenen Orten stattfanden, am Mittwoch beschlossen, die Kohlenarbeiter des Ruhrgebiets durch Erhebung eines Extrabeitrages von 25 Pfennig pro Woche zu unterstützen. In Meißen beschloß eine stark besuchte Metallarbeiter- Versammlung 20 Pfennig Extrabeitrag während der Dauer des Streiks, mindestens aber vier Wochen lang zu erheben. Gleichzeitig wurden den Streifenden 300 Mark aus dem Lokalfonds überwiesen. Aehnliche Nachrichten gehen uns vielfach zu, ohne daß wir sie im einzelnen aufzählen können. Lens, 27. Januar. Die Ortsgruppe des Bergarbeiterbundes in den Departements du Nord und Pas de Calais hat angesichts des Ausstandes der deutschen Bergarbeiter beschlossen, einen Zusammentritt des internationalen Komitees zu veranlassen; bis dahin verpflichtete sie die Bergarbeiter der Departements du Nord und Pas de Calais teine Ueber- und Nebenschichten zu machen. Die Revolution in Rußland. Nikolaus pfeift und pokuliert. Englische Blätter wollen wissen: Der Bar ist ganz wohl, unerschüttert und in guter Stimmung; er sei selbst am Sonntag und am Montag ruhiger und unbewegter gewesen, als manche wegen ihrer ruhigen Sammlung bekannte Feldherren am Vorabend wichtiger Schlachten. Unmittelbar ehe er den Erlaß über die Ernennung Trepots unterzeichnete, habe er, eine muntere Melodic pfeifend, Ergebenheitserklärungen mit Randbemerkungen versehen. Man hätte diese Nachricht dreist für eine Ente halten Petersburg. " Eine offenbar offiziös inspirierte Privatmeldung des Berliner Tageblatts" besagt: An eine Wiederholung des Aufstandes wird in den leitenden Kreisen nicht geglaubt, nur tritt die Meinung hervor, daß man die Garden nicht länger zu einem derartigen Dienst heranzichen kann, weil er revolutionäre Gefühle wachrufe. Zu diesem Zweck find nach Ansicht der leitenden Kreise speziell die Don- Kosaken tauglich, von denen zwei Regimenter herbeordert werden sollen. Soweit ich von informierter Seite unterrichtet bin, ist die Negierung im Besitz von schwerwiegenden Beweisen, daß der ganze Arbeiteraufstand von Mitgliedern des Revolutionskomitees seit drei Monaten sorgfältig vorbereitet worden ist. Ein kleiner Teil dieser Mitglieder ist bereits verhaftet und so stark kompromittiert, daß sein Schicksal als entschieden gelten kann. Die Namen dieser Leute anzuführen, halte ich gegenwärtig für uns angebracht, doch sind Namen von Rang, Stand und Klang darunter. Die Braven werden gerettet werden oder gerächt! Moskau. Nichts als amtliche Nachrichten, sämtlich vom 27. Januar: Der Stadthauptmann erließ eine Bekanntmachung, daß die Die zuversichtliche Hoffnung des internationalen Pro- mögen. Gewöhnliche menschlich fühlende Sterbliche vermögen Ansprüche der Arbeiter geprüft und nach Wiederaufnahme der Yetariats, daß es dem russischen Volke diesmal gelingen werde, es gar nicht zu fassen, daß ein Mensch, der das Leben Arbeit in den gesetzlichen Grenzen befriedigt werden würden. die Fesseln des Zarismus abzustreifen, erfährt heute neue Tausender unschuldiger Menschen, Frauen und Kinder auf dem Gleichzeitig wurden die Arbeiter aufgefordert, solches underStärkung nicht bloß durch die neuen Nachrichten, die trot Gewissen hat, noch ehe seine Opfer erkaltet sind, muntere züglich zu tun, mit dem Hinzufügen, daß jede bemerkte AufEine amtliche Petersburger Nachricht reizung zum Ausstande die Verhaftung der Schuldigen nach aller Fälscherzensur für die bewundernswerte Zähigkeit der Melodien" pfeift. russischen Freiheitskämpfer Zeugnis ablegen, sondern auch bestätigt aber das Unglaubliche. Während nämlich die Peters- sich ziehen würde. Mit der Ausarbeitung eines Gefeßes über die Verkürzung durch die sicherlich unbefangenen Berichte zweier national- burger deutsche Kolonie taktvoll genug war, am 27. Januar liberaler Blätter, der„ Kölnischen Zeitung" und der„ National- von den sonst üblichen öffentlichen festlichen Veranstaltungen der Arbeitszeit sowie der Ausarbeitung von Maßnahmen Zeitung". mit Rücksicht auf die gegenwärtige Lage abzusehen", während sei begonnen worden, welche den Arbeitern die Möglichkeit Im Gegensatz zu den russischen Polizeimeldungen erhält sich der österreichische Botschafter frank meldete, der italienische zur Beratung und Aeußerung ihrer Bedürfnisse gewähren die Kölnische Zeitung" ein Telegramm aus Moskau, wonach aus anderen formalen Gründen in angemessener Zurück follen. Die Bekanntmachung weist darauf hin, daß keinerlei die Erbitterung gegen die Regierung unbeschreiblich sei. Die gezogenheit verharrte, hat die bankerotte Hofgesellschaft in Forderungen der Arbeiter, wie gerechtfertigt sie auch seien, Wolff meldet vom erfüllt werden könnten, so lange die Unruhen andauern und Ausstände wüchsen überall an; es herrsche die allgemeine Auf- ihrem Unterschlupf fröhlich pokuliert. 27. Januar: die Arbeiter nicht zu ihrer Arbeit zurückkehren. fassung vor, die Petersburger Maßnahmen bedeuteten den Um 1 Uhr findet in Zarskoje Sselo beim Kaiser und der Sigung der Duma ein, in welcher Maßnahmen zur Wahrung Das Stadthaupt beruft für heute eine außerordentliche Anfang des Endes der Regierung. Agitatoren bereisten die Kaiserin ein Galafrühstück statt. Provinzen und forderten zur Zerstörung der Fabriken auf, da Daß die deutsche Diplomatie ein solches Schlachtfest, durch der Sicherheit und des geregelten Betriebes der Wasserleitung, die Kapitalisten sich zur Unterdrückung der Arbeiter verbündet das der Monarch eines Verfassungsstaates unmöglich der Kanalisation und anderer für den Gesundheitszustand hätten(?). Nach dem Gewährsmann des rheinischen Blattes geehrt werden kann, nicht verhindert hat, beweist, wie wenig Mostaus wichtiger Baulichkeiten beraten werden sollen. befindet sich die Regierung auf einem völlig falschen Wege, fie sich der Wirkung bewußt ist, die diese historische Kaiser Sonst nichts?! auf dem es nie gelingen werde, die Bewegung zu hemmen. Geburtstagsfeier in der Deffentlichkeit üben muß. In einer gestern abgehaltenen Versammlung der DruckereiInfolgedessen ständen den deutschen Unternehmern in Rußland besizer und der Zeitungsverleger wurde beschlossen, solidarisch große Verluste bevor. Die Industriellen baten den FinanzDie Nachrichten sind spärlich! Im Bezirk zwischen der zu handeln und eine Erhöhung des Segerlohns nicht zu beminister telegraphisch, das Militär solle am Waffengebrauch verhindert werden, so lange keine Demolierungen vorfämen. Alexandrowschen Stahlgießerei und der Schlüsselburger Chaussee willigen. Gestern sind die Arbeiter weiterer 19 Fabriken, darunter Aehnlich äußert sich der Petersburger Korrespondent der soll die Arbeit wieder aufgenommen worden sein mit AusDie Angestellten National Zeitung" in einem Petersburger Briefe bom nahme einer chemischen Fabrif, einer Elektrizitätsfirma und sehr bedeutender, in Ausstand getreten. der Stahlgießerei Atlas. Auf der Newstiwerft wurde die der Zuckerwarenfabriken arbeiten mit Ausnahme einer Fabrit, 24. Januar. Er schreibt: In eingeweihten Kreisen laufen Gerüchte um, wonach dem Abrechnung mit den Arbeitern beendet. Die meisten erhielten doch stellten die Arbeiter folgende Forderungen: Einführung Zaren Stimmung, Absichten und Hoffnungen des Volkes ver- ihren Lohn bis zum Tage des Beginns des Ausstandes; die- des Zehnstundentages, Schluß der Fabriken an den Tagen schwiegen resp. falsch dargestellt worden seien. Auch die„ Lösung" jenigen aber, welche vorher den Wunsch geäußert hatten, die vor Feiertagen um 3 Uhr nachmittags, Lohnzuschlag von der Frage soll dem Kaiser von der Hofkamarilla verheimlicht werden. Arbeit wieder aufzunehmen, erhielten Lohn bis zum 25. Januar. 20 Proz., Auszahlung des halben Lohnes an infolge einer Dies wäre ein Verbrechen so gewissenlos und himmelschreiend, Die Gehülfen sämtlicher Apotheken der Residenz stellten Entbindung krante Frauen während zweier Monate, Wahl daß kein Galgen und kein Schandpfahl zu hoch wäre für die am 22. d. Mts. die Arbeit ein. Sie fordern den Achtstunden- von Arbeitervertretern zur Entscheidung die Arbeiter betreffender Schuldigen, und es bleibt nur zu hoffen, daß es nicht der Geschichte tag, Erhöhung des Salairs, Beschränkung des Nachtdienstes Fragen. Einige Fabriken des Samostworjetschje- Stadtteils überlassen werden wird, ſie dem Pranger zu überliefern! Die furchtbare Verantwortlichkeit wird durch nichts gemilbert, nicht und Vermehrung des Dienstpersonals. In vielen Apotheken haben die Arbeit wieder aufgenommen. Die vorige Nacht ist einmal durch den verblendeten Wunsch, dem Baren zu dienen; im wurden die Forderungen am 24. bewilligt, in den übrigen ruhig verlaufen. Die Lage ist noch nicht geklärt. In einigen Fabriken, in Gegenteil. Mit Windeseile wird es das Land durchfliegen: Das dauern die Verhandlungen fort. denen gestern die Arbeit aufgenommen worden war, ist sie heute rechtgläubige Bolt zog zum„ Stirnschlagen"- so heißt die Maxim Gorki in Trepows Händen. wieder eingestellt worden, so in der Manufakturwarenfabrik altnationale Sitte, bei der das eine Gnade erbittende Volk, vor Rußlands geächteter Kaiser hält Gelage Rußlands von Prokhoroff mit 6000 Arbeitern. Die Fabrik von Zundel dem Zaren sich niederwerfend, mit der Stirne die Erde berührt mit Heiligenbildern und Priestern zu seinem Zaren, und dieser Dichterfürst liegt im Kerker! Ein Telegramm aus Riga meldet, sowie alle Druckereien haben die Arbeit wieder aufgenommen, ließ blutig auf dasselbe schießen! Und überall wird das daß Marim Gorki als Gefangener nach Petersburg geschickt die Zeitungen werden morgen erscheinen; alle Forderungen der Band der ältesten Tradition, welche die bisher noch schwankenden wurde. In Trepows Händen! Dieser wahrhafte Proletarier- Arbeiter in den Druckereien sind erfüllt worden. Also Massen von Unzufriedenen besänftigte, zerreißen und der große Dichter, dessen Namen die ganze gebildete Menschheit huldigt, doch!! Hoffnungsanter der Geduld in all der Verzweiflung gelockert und der in den letzten Jahren mehr noch zu Ruß- Eine Gruppe von 60 Mitgliedern will eine außerordentwerden. lands Kulturruhm beigetragen hat als der alternde liche Gemeinderatssitzung zusammenberufen, um die Ansicht Der Aufzug der Arbeiter ist niederkartätscht. Aber dies ist Tolstoi, er, der unvergleichliche Erzähler, der gefeierte über den Ausstand zum Ausdruck zu bringen, da die Stadt bei kein Sieg, denn die Kugeln trafen das russische Volt ins Herz, und binnen kurzem wird statt einer demütigen Prozession der offene Dramatiker, der gewaltige Sänger ist mit Leib und Leben in vielen Unternehmungen interessiert sei. Aufruhr an die Pforte des Zarenpalais schlagen! Bielleicht erst die Hand eines ruchlosen Barbaren gegeben, der keinen nach einer fleinen Frist des fürchterlichsten Schreckensregiments, wie anderen Rhythmus liebt, als jenen der Peitschenhiebe und der es den Anschein hat. Dieser Sieg war das denkbar schlimmste, Flintensalven. was eintreten konnte. Die Regierung, die eben im Begriffe Marim Gorki im Kerker! Die Aufregung in der Stadt ist sehr groß. Wie verlantet, Es ist das Symbol des stand, den unhaltbaren Zustand der Willfür zu verlassen und russischen Schicksals. Ein hochbegabtes Volt, das berufen ist, wird am Sonntag der Generalstreit proklamiert werden. Die den Boden der Gefeßmäßigkeit zu betreten, wird durch die im Rate freier zivilisierter Völker zu siken, mit ihnen friedlich Einwohner versorgen sich bereits mit Vorräten von Mehl und eigene ungeheuerliche Gewalttat rettungslos zur Anarchie zurück- um die Palme der Kultur zu ringen, schmachtet unter dem Brot. Seit gestern wird die Wasserleitung von einer Komgedrängt. In prägnanter Weise hat der Priester Gapon in einem Auf- Snutenregiment einer unfähigen, dünfelhaften, ungebildeten pagnie Infanterie überwacht. In den meisten Fabriken ist die Arbeit eingestellt worden. ruf das gefaßt, was ich bereits als Wirkung der blutigen Missetat und brutalen Herrscherkaste! der Regierung aufs Volt schilderte. Er schmettert ins Bolt hinaus Wie lange noch!? Straßenkämpfe in Riga. Kiew. Meldung vom 27. Januar: die furchtbaren Worte:" Seit gestern haben wir keinen Baren Den Zeitungsredaktionen wurde Donnerstag abend durch Wolffsche Depeschen vom 27. Januar: mehr!" Diese Fassung ist wie keine andere geeignet zu zündender ein Rundschreiben der Ober- Preßverwaltung untersagt, Aus- In den Krankenhäusern wurde festgestellt, daß gestern agitatorischer Wirkung und die Folgen können schauerlich sein. lassungen oder Mitteilungen über den Ausstand zu veröffent- 29 Männer und 2 Frauen getötet und 36 Männer verwundet Mit diesen Berichten bürgerlicher Korrespondenten verlichen. gleiche man nun das folgende Besänftigungs- Telegramm der wurden. Desgleichen wurden 8 Soldaten durch Revolverkugeln Die alte, bankerotte Methode der unterdrückten Wahrheit! verwundet. Der Direktor der Sparkaffe Nemischinow ist heute Petersburger Telegraphenagentur: Inzwischen ist die St. Petersburger Zeitung" vom gestorben. Januar in Berlin eingetroffen. Ihr ist ein Zettel eingelegt dieser fläglichen Notiz: mit Der Mangel an Vertrauen, welcher in auswärtigen Zeitungen 23. hinsichtlich der Einsegung des Generalgouverneurs als geeigneter Maßnahme zur Besserung der Lage zum Ausdruck gelangt ist, hat in hiesigen amtlichen Kreisen und an der hiesigen Börse Erstaunen hervorgerufen. Der Eindruck der Maßregel ist hier ein ganz anderer gewesen, der in einer fräftigen Befestigung in Erscheinung getreten ist. Die Einsetzung des Generalgouverneurs wird hier als zeitweilige Maßregel mit Rücksicht auf die außergewöhnlichen Ereignisse aufgefaßt. Die letzten Ereignisse haben gezeigt, daß die Polizei nicht imstande war, der Arbeiterbewegung vorzubeugen oder sie zu leiten, da die Arbeiter auf den Weg politischer Forderungen geführt wurden und daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen lediglich eine Persönlichkeit, welche mit außerordentlichen Vollmachten ausgestattet ist, die Ruhe wieder herstellen fann, welche die erste unabweisliche Bedingung für die Einführung von Reformen ist. Man hat unrecht, in der Einsetzung des Generalgouverneurs eine Äenderung der Verwaltung in der Richtung einer Reaktion zu sehen. Der Umstand, daß der Generalgouverneur den ersten Schritt in seiner Tätigkeit damit getan hat, daß er zusammen mit dem Finanzminister eine Erklärung an die Arbeiter unterzeichnete, in welcher eine Reihe von Reformen auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung angekündigt wurde, zeigt, daß der Generalgouverneur nicht für Repressivmaßregeln ernannt ist und daß nicht die Ordnung durch dieses Mittel wieder hergestellt werden soll, sondern durch Befriedigung der gerechten Forderungen der Bevölkerung. Die russischen Beschwichtigungs- Hofräte wagen es derzeit nicht, sich auf den Standpunkt zu stellen:„ Sie mögen hassen, wenn sie nur fürchten!" Sie wollen gerechte Forderungen der Bevölkerung befriedigen", natürlich abzüglich der„ frechen politischen Wünsche". Theater geschlossen. Auf eine Forderung der Arbeiter wurde das „ Laffan" meldet: Zwischen Truppen und einer Anzahl Demonstranten fand gestern in der Nähe des Bahnhofs cin Zusammenstoß statt. Hierbei wurden 30 Personen getötet, zwei Soldaten sowie zwei Kundgeber verletzt. Die Ausständigen durchziehen die Straßen der Stadt. In den ersten Tagen des Januar kam hier eine Ausstands. bewegung zum Ausbruch, die überraschend schnell alle industriellen und gewerblichen Betriebe, ja das gesamte öffentliche Leben St. Petersburgs lahmlegte. Der von den Führern der Bewegung ausgeübte Terrorismus zwang auch Tausende und Abertausende von Arbeitswilligen( 1) zur Niederlegung der Arbeit. Auch wir mußten, um Eine andere Meldung besagt: Die Studenten fraternisieren den Besitzstand der Druckerei und das Leben der in der Druckerei Beschäf mit den hiesigen sechzigtausend ausständigen Arbeitern. Bei tigten nicht zu gefährden, am späten Abend des 8.( 21.) Januar vor Beden Straßenkämpfen am Donnerstag wurden 42 Personen geendigung der Sonntagsnummer, die halbfertig daliegt, die Arbeit einstellen und können die Arbeit, laut llebereinkunft sämtlicher tötet, 50 liegen schwerverwundet in den Lazaretten, eine unBeitungsverleger St. Petersburgs, erst wieder aufnehmen, wenn fontrollierbare Anzahl ist unter dem Dunacis ertrunken. Unter allen Blättern volle Gewähr dafür geboten ist, daß der Betrieb den Verwundeten befinden sich viele Studenten. Heute sind ohne Gefährdung des Druckerei Inventars und Perfonals wie Rosaken eingetroffen. Reue Zusammenstöße werden befürchtet. überhaupt ohne jede Störung wieder erfolgen kann. Bis zu Die Theater sind geschlossen, die Zeitungen erscheinen nicht. diesem Zeitpunkte aber bitten wir unsere geehrten Abonnenten gütigst um Geduld sowie um Unterlassung aller Beschwerden und Reklamationen, denen Folge zu geben nicht in unserer Macht steht. St. Petersburg, den 11./24. Januar 1905. St. Petersburger Zeitung". Geschäftliche Leitung. Im übrigen enthält die Nummer folgenden Inhalt: Iwan Petrowitsch Pawlow( Biographie eines bekannten russischen Physiologen). " Ob einem Weibsbild das Studieren wohl anstehe" von Joachim Weichert. Meister des Tattstodes( Silhouetten von Baul Beffer). Gedanken eines Hundes" von Anatole France. Weib, Lieb und Ehe" von Friedrich Nietzsche. Radom. Zu den jüngsten Unruhen in Radom wird der„ Kattowizer Zeitung" noch gemeldet, daß gegen 100 Arbeiter, mehrere Offiziere und viele Soldaten getötet worden seien. Später entstand ein zweiter Kampf zwischen Militär und Ausständigen, wobei 40 bis 50 Arbeiter fielen. Nachts schossen die Kosaken jeden nieder, der sich auf der Straße sehen ließ. Lodz. Hier ist der allgemeine Ausstand proklamiert worden. Die Polizei zersprengte in der Nacht auf Donnerstag eine Versammlung der sozialistischen Partei der„ Bund"; dabei sollen inchrere Personen getötet und viele verlegt worden sein. In Gorki und Genossen vom Strang bedroht! Wie uns in später Nachtstunde ans liberalen Petersburger Kreisen gemeldet wird, soll der Generalgouverneur von Petersburg, Trepow, die feste Absicht hegen, folgende Häupter der Bewegung dem Henker zu überliefern: Maxim Gorki, Kareew, Hessen, Annenski, Jwantschin Pissareff. der Stadt herrscht Anarchie. In den letzten acht Tagen find 35 Dynamitanschläge vorgekommen. So wird der Vossischen Zeitung" telegraphiert. 11 Bom 27. Januar: Warschau. In dem Stadtviertel Wola nahm heute der Ausstand feinen Aufang. Die Arbeiter verhalten sich ruhig. Der Ausstand breitet sich aus, doch herrscht überall Ruhe. Kowno. Der Gouverneur empfing Donnerstag Abgeordnete der Arbeiter, er versprach ihnen, soweit möglich, die Regelung ihrer Beziehungen zu den Arbeitgebern zu fördern. Auf Anregung des Gouverneurs hielten abends die Fabrikanten eine Beratung ab, in der eine Reihe von Maßnahmen zur Auf besserung der materiellen Lage der Arbeiter ausgearbeitet wurde. Das Ergebnis der Beratung wird in allen Fabriken bekannt gegeben. Italien. = Allianz mit Rußland zu sprechen. Er protestiert gegen die Allianz Unser römischer Berichterstatter telegraphiert uns vom 26. Januar: mit der russischen Mörderregierung".( Lärm rechts, Beifall bei Heute wurden in Mailand und in Turin große Volts- den Sozialdemokraten.) Minister des Aeußeren Delcassé erhebt bersammlungen für die russische Revolution abgehalten. fich in großer Erregung und sagt: Zum Schuße der uns anvertrauten Sympathieschreiben von Lombroso und Deamicis trafen Sprache.( Lärm und Rufe bei den Sozialdemokraten: Protestieren Interessen protestiere ich energisch gegen diese unqualifizierbare ein. Der Stadtrat von Neapel nahm einstimmg eine sozialistische Sie gegen den verbrecherischen Kaiser von Rußland!) Minister Tagesordnung gegen die Petersburger Buttat an und sprach dem Delcaffé fährt fort: Sie können die Petersburger Ereignisse Freiheitskampf des russischen Voltes seine Sympathie aus.„ Avanti" beflagen, aber Sie sind nicht Richter, Sie dürfen sich nicht in die und" Tempo" fammeln Gelder für die russischen Revolutionäre. inneren Angelegenheiten eines ausländischen Staates einmischen. Eine Studentendemonstration in Rom wurde aufgelöst. Hier Jaurès( Soz.) will das Wort ergreifen, wird aber zunächst durchy sind alle Kundgebungen verboten. Die Polizeidirektion begründet den Lärm der Rechten daran gehindert. Er wartet, bis Ruhe eindas Berbot aus Rücksichten für die schwebenden Handelsvertrags- nicht das Recht hat, sich hier zum amtlichen Advokaten des Barismus tritt, und sagt dann: Zur Ehre Frankreichs erkläre ich, daß Delcassé verhandlungen. aufzuwerfen.( Beifallssturm links.) Delcassé erwidert: Ich und die Möglichkeit gegeben, seine Stellung in der Welt zu behaupten bin der Advokat der Interessen Frankreichs, denen von Jaurès schlecht gedient wird. Die Allianz mit Rußland hat Frankreich Sicherheit und Abkommen abzuschließen, deren Bedeutung niemand ableugnen wird.( Beifall im Zentrum und rechts, Biſchen bei den SozialRein päpstlicher Protest! toerde die Nichtigkeit der Meldung, wonach der Bapst an den " Giornale d'Italia" berichtet, in vatikanischen Kreisen 3aren ein Schreiben gerichtet haben foll, bestritten; jedenfalls sei es unrichtig, daß eine vatikanische Persönlichkeit In einer Freitag unter dem Vorsitz des Gouverneurs ab- sich in den letzten Tagen nach Petersburg begeben habe. gehaltenen Versammlung der Fabrikbesizer wurde beschlossen, Mehrere hundert Studenten wollten heute vormittag vor der daß trotz der schwierigen Lage der Industrie die Löhne der russischen Botschaft eine Demonstration veranstalten, wurden aber Arbeiter nach Wiederaufnahme der Arbeit erhöht werden sollen von der Polizei zerstreut. und eine Kommission unter dem Vorsitz des Gouverneurs eingesetzt werden soll, um zusammen mit Vertretern der Fabrikanten und der Arbeiter die Fragen der Besserung der materiellen Lage der Arbeiter zu beraten. Saratow. Der Ausstand dauert fort. Die Zeitungen erschienen heute nicht und werden auch morgen nicht erscheinen. In der Stadt herrscht Ruhe. ,, Laffan" meldet: Wilna. Die Lage ist sehr ernst. Mehrere Zusammenstöße zwischen Ausständigen und Polizei haben stattgefunden, wobei über 30 Personen getötet oder verwundet wurden. Unter den Opfern befinden sich mehrere Soldaten und Polizisten. Feodofija. Die Hafenarbeiter hatten vor mehreren Tagen die Arbeit eingestellt, sie forderten die Entlassung des überwachenden Hafenvorstehers. Die Polizei ergriff entsprechende Maßnahmen. Die Arbeiten wurden heute wieder aufgenommen. Mitau. Amtliche Nachrichten vom 27. Januar: Aus Riga hier eingetroffene Agenten veranlaßten hente morgen den Ausstand der hiesigen Arbeiter. Ein ständig wachsender Arbeiterhaufe erzwang in den Fabriken und Werk stätten die Arbeitseinstellung. Militär ist herbeigerufen worden, doch fand bis zum Mittag kein Zusammenstoß statt. Die Arbeiter durchziehen singend, mit Fahnen in den Händen, die Straßen und verteilen Aufrufe. Nachdem eine tausendköpfige Menge die Arbeitseinstellung durchgesetzt hatte, ging fie ruhig auseinander. Das Militär kehrte in die Kasernen zurück. Patrouillen durchziehen die Straßen. Libau. Der Gouverneur ist in der Nacht zum Freitag hier eingetroffen. Freitag mittag wurden vor der Börse Proflamationen verteilt, die mit Hurra aufgenommen wurden. Andererseits richteten die Fabrikanten die Aufmerksamkeit des Gouverneurs auf die Bewegung, die nicht wirtschaftlichen Charakters sei. Die Arbeit ist überall eingestellt. Helsingfors. Laffan" meldet vom 27. Januar: Truppen durchziehen die Straßen der Stadt. Um 7 Uhr abends zogen mehrere tausend Ausständige durch die Straßen. Eine Broklamation, in welcher mehrere Zugeständnisse in wirtschaftlicher und politischer Beziehung gefordert werden, wurde in Form von Flugblättern unter die Menge verteilt. Die Menge versuchte vor die Wohnung des Gouverneurs zu ziehen, es kam zu einem Zusammenstoß, bei welchem mehrere Kundgeber verletzt wurden, auch ein Polizist wurde durch einen Revolverschuß verwundet. Internationale Kundgebungen. Deutschland voran mit Polizeiverboten! Ein Privattelegramm vom Freitag meldet uns aus Katto wit: Eine für heute einberufene Protestversammlung gegen das Blutbad von Petersburg, in der Genosse ha a se referieren sollte, wurde vom liberalen Kattowißer Bürgermeister auf Grund§ 20 des Landrechts untersagt. Die verfassungsmäßig gewährleistete Versammlungsfreiheit wird durch den Trepow von Kattowig aufgehoben! Und dieser Trepow von Kattowig nennt sich liberal! Vertreter werden reden. Frankreich. Rouviers erster Tag. In der Kammer. Paris, 27. Januar.( W. T. B.) Zu Beginn der heutigen Sigung tlärung der Regierung, in welcher es heißt: der Deputiertentammer verliest Ministerpräsident Rouvier eine Erdemokraten.) Brisson ersucht die Regierung, die Reihe der Reformen mit der Trennung von Staat und Kirche zu beginnen, das verde das beste Mittel sein, eine Mehrheit der Linken zu erlangen. Unterrichtsminister Bienvenu Martin erklärt sich im Namen der Regierung bereit, die Trennung von Staat und Kirche durchzu führen. Der Präsident bringt hierauf mehrere eingegangene Tagesordnungen zur Verlesung. Eine Tagesordnung Manjean verlangt, daß über die Einkommensteuer erst nach dem Gesetz be= treffend Trennung von Staat und Kirche beraten werde. Minister= präsident Rouvier nimmt nur eine Tagesordnung Sarrien an, die auf die Regierung zählt, daß die Entkirchlichungs-, die demokra. tischen und die sozialen Reformen zur Verwirklichung gelangen. 325 gegen 61 Stimmen abgelehnt und darauf die Tagesordnung Die für die Tagesordnung Manjean beantragte Priorität wird mit Sarrien mit 410 gegen 107 Stimmen angenommen. Jm Senat. Verfammlungen. Das Ministerium ftellt sich die doppelte Aufgabe, nämlich die Gemüter zu beruhigen und Eintracht unter den Republikanern zu schaffen, und zweitens so schnell wie möglich die Reformen durchzuführen, deren bringende Notwendigkeit die Kammer durch ein feierliches Votum mit Jm Senat wurde die Erklärung der Regierung vom Justiz imposanter Mehrheit proklamiert hat. Zunächst muß jede Zweiauf das energischste die von der Kammer verurteilten unregel- ziemlich kühl aufgenommen. deutigkeit beseitigt werden. Die Regierung beklagt und mißbilligt minister Chaumié verlesen; die Erklärung wurde von der Linken mäßigen Vorgänge und ist fest entschlossen, den zur Führung der Regierung benötigten Beistand nur bei den regel mäßigen, gesetzlichen Organen zu suchen unter Ausschluß möge. Das Ministerium wird sich nicht dazu hergeben, den Versammlung am Donnerstag den Jahresbericht des Vorstandes ent jeder außerhalb stehenden Organisation, welche es auch sein Die Fliesenleger- Sektion des Maurerverbandes nahm in ihrer heftigen Forderungen nachzugeben, welche die Gegner der Republik bei ihrem Feldzuge gegen diese stellen, ohne sich darum zu der Einigungsverhandlungen unter den Fliesenlegern ein und gegen. Rabe ging nochmals fummarisch auf den negativen Verlauf fümmern, ob sie möglicherweise das nationale Verteidigungswesen tonstatierte dann, daß die Mitgliederzahl der Sektion während des in Gefahr bringen und dabei Frankreich selbst treffen. Die Regierung verflossenen Jahres von 54 auf 105 gestiegen ist. Leider seien hierrichtet deshalb an das Parlament und an das ganze Land die Bitte, von noch nicht 50 Proz. politisch organisiert. Es kam darauf zu sich ihm anzuschließen, um im vaterländischen Interesse die Erinnerung einer regen Aussprache über das Verhältnis der Fliesenleger und an unsere Bwistigkeiten zu verwischen, denn die Negierung ist Maurer zueinander, wobei die Mehrheit der Redner die Notwendig entschlossen, sich nicht von der Arbeit abwendig machen zu lassen, feit betonte, trotz persönlicher Mißstimmungen nach wie vor fleißig die vollbracht werden muß, wenn man nicht an das Ende der Legis- und energisch an den gemeinsamen inneren Verbandsarbeiten teilzulaturperiode gelangen will, ohne dem Lande eine einzige der vernehmen und nicht die spezifischen Berufsintereffen gegenüber der Gesamtsprochenen Reformen gegeben zu haben. Die Regierung hofft, Organisation zu sehr in den Vordergrund zu rüden. Bedauert wurde daß dank dem Einvernehmen der beiden Häufer des auch, daß der jetzige Tarifvertrag infolge der Taktik der anderen Parlaments die Militärreform, die das Heer einheitlicher Fliesenlegergruppe nicht gekündigt werden konnte, wodurch die Geund stärker machen soll, Um die Verwirklichung der Reformen zu beschleunigen, denen wie im Maurerberuf zu regeln. Es wurden sodann gewählt: soll, demnächst genehmigt werden wird. legenheit verpaßt sei, die Arbeitszeit in den Wintermonaten ähnlich die Kammer bereits durch ihre Abstimmung bei der letzten Inter Breite als erster Vorsitzender und Sektionsvertreter, Orthpellation zugestimmt hat( nämlich Unterstützung der Greise und der mann als zweiter Vorsitzender und Waldheim als Schrift unheilbar Kranten; Aufhebung des Gesetzes Fallong; Einkommen führer. Allgemeine Verurteilung fand schließlich das Verhalten steuer; Trennung von Staat und Kirche; Altersversicherung), so wird des Maurerpoliers Pflaum auf dem Bau Monbijou- Blag 10-11. bis wohin die vorige Regierung und die parlamentarischen Kommissionen derartig unkultiviert benommen, daß die Leger am Donnerstag im die Regierung die Arbeit an diesen Reformen an dem Punkte fortseßen, Derselbe hatte sich den Hülfsarbeitern und Fliesenlegern gegenüber fie geführt hatte. Die Regierung wird alle ihre Kräfte dafür einsetzen, Einverständnis mit ihrem Arbeitgeber sämtlich vom Bau gingen. daß diese Arbeit zu einem glücklichen Ende geführt werde. In den Wie bereits mitgeteilt, beschloß die Versammlung. den Bau bis auf auswärtigen Beziehungen wird das Kabinett die Politik fortjeßen, weiteres zu sperren. Jedem Mitgliede wurde zur Pflicht gemacht, die dank der Unterstützung des Parlaments und der offenkundigen folange wie jener Polier auf dem Bau sei, keinerlei Arbeit daselbst Zustimmung der Nation durch die tätige Benugung unserer Allianz auszuführen! und die Verwirklichung nüßlicher Annäherungen unsere Stellung in der Welt befestigt und in kritischen Stunden aus Frankreich maler hielt am 18. Januar 1905 ihre regelmäßige Versammlung ab, Die Freie Vereinigung der Bleiglafer, Meffingglaser und Glaseinen erhörten Agenten internationaler Eintracht gemacht hat. Die Erklärung appelliert schließlich an die freie und loyale Mithülfe aller in der Ebel den Kassenbericht vom 4. Quartal 1904 gab. Die EinRepublikaner.( Beifall im Zentrum und rechts. Die Linke und die nahme betrug 558,08 m., darunter Bestand vom dritten Quartal äußerste Linke schweigen. Bei dem Hinweis auf die Allianz mit 240,78 W., die Ausgaben betrugen 449,48 M. Somit bleibt ein Rußland ertönen auf der äußersten Linken feindliche Rufe wie: Nieder Bestand von 108,60 M. Dem Kassierer wird nochmals der Auftrag gegeben, gegen diejenigen Kollegen, welche ihr Darlehn immer noch die Mörder! Nieder der Kaiser von Rußland!) nicht an dem Verein zurück gezahlt haben, ganz energisch vorzugehen. ratung einer Interpellation über die allgemeine Politik der Regierung Im Einverständnis mit der Regierung wird sofort in die Beeingetreten. Magniaude( Soz.) glaubt nicht, daß Rouvier das Land befriedigen werde. Leroy( radital) fragt den Unterrichtsminister Bienvenu Martin, welches seine Absichten bezüglich der Trennung von Staat und Kirche seien. Redner fragt weiter, ob die Regierung die Trennung von Staat und Stirche an die Spitze ihres Programms stellen wolle. Die Revolution in Rußland. Intervention des Moskaner Gemeinderats. Moskau, 27. Januar.( W. T. B.) Der Gemeinderat hat eine Spezialfommiffion von 15 Mitgliedern gewählt, um sich mit der Ministerpräsident Rouvier erwidert, er wünsche mit einer Mehr- Frage der Arbeiterbewegung zu beschäftigen. Diese Kommission wird heit der Linken zu regieren. Das Kabinett wolle die Trennung von während der Dauer der Bewegung eine ständige sein, um sich bei fall im Zentrum.) Rouvier ersucht dann die Kammer, zunächst die BeStaat und Kirche unter Achtung der Gewissensfreiheit durchführen.( Bei den Fabrikanten und der Bevölkerung informieren zu können. ratung des Budgets und des Militärgesetzes zu Ende zu führen. Bezüglich Die Arbeiter der Tabakfabrik Bostanjoglo sind in den Ausstand ge= der Trennung von Staat und Kirche und bezüglich der Einkommensteuer treten, die Fabrikbesitzer find entschlossen, den Forderungen der Arstehe das Kabinett zur Verfügung der Kammer. Rouvier kommt dann beiter nicht nachzugeben; auch die Arbeiter in den Zuckerfabriken auf die Angebereien zu sprechen und mißbilligt die Vorkommnisse, haben die Arbeit eingestellt. durch die das Land beunruhigt wurde. Deshalb habe er den General Beigné gemaßregelt, obgleich er bedauere, daß die Maßregelung einen Diener der Republik treffe. Die Regierung habe auch noch zwei andere Kiew, 27. Januar.( W. T. B.) Auf Befehl des Inspektors Generale gemaßregelt, wolle aber nicht noch weiter gehen. Er bitte der Fabriken ist in allen Fabriken und Werkstätten der Stadt die die Kammer, im Interesse des Landes um eine Art Amnestie, er werde dafür weder von Auskunftszetteln noch von Delegierten Gebrauch vom Finanzministe. und dem Generalgouverneur von Petersburg machen. Der Ministerpräsident schließt mit dem Wunsche der Be- erlassene Bekanntmachung angeschlagen worden. Die Stadt ist ruhig, ruhigung und der Versöhnung aller Republikaner.( Anhaltender doch befindet sich die Bevölkerung in wachsender Erregung; Noggenbrot kostet das Pfund 5 Koperen. Wachsende Erregung in Kiew. Sturm in Warschau. Aus Paris meldet uns ein Privat- Telegramm vom 27. Januar: Heute findet eine Massenversammlung der Gewerkschaften statt, die sich mit der Revolution in Rußland beschäftigen wird. Außerdem eine Versammlung der sozialistischen Organisation in Rußland aller Richtungen und Nationalitäten. Montag werden sich die französischen Beifall im Zentrum.) Sozialisten zu einer Versammlung zusammenfinden. Allemane, Géranlt Richard( Soz.) spricht seine Verwunderung darüber aus, Guesde, Jaurès, Pressensé, Vaillant sowie Gewerkschafter und ruffische daß dem General Beigné dieselbe Strafe auferlegt worden sei, wie den beiden anderen Generalen; durch diese Maßregel Warschau, 27. Januar.( 2. T. B.) Zeitungen erscheinen werde die Veröffentlichung von Auskunftszetteln nicht verhindert nicht, die Läden sind geschlossen, der Ausstand gewinnt an Auslichung von Auskunftszetteln werden. Guyot de Billeneuve( Nationalist) erklärt, die Veröffentwerde von heute ab aufhören. breitung, der Telephonbetrieb ist gestört. Kriegsminister Berteaug erklärt, er habe das Kriegsportefeuille übernommen, weil er die versprochenen Reformen durchführen lassen wolle. Der Minister rechtfertigt die gegen General Peigné getroffene Maßregel und bittet schließlich das Haus, die Beratung des Budgets zu beschleunigen, damit das Militärgesez zur Verabschiedung gelange, das dann den Ausgehobenen von 1905 fchon zugute tomme.( Beifall.) Baris, 27. Januar.( W. T. B.) Allard( Soz.) spricht Die Geldiammlungen der„ Humanité",„ Petit République" und des Universitätskomitees beweisen, wie weit die Sympathien Frank reichs für die russische Revolution verbreitet sind. Auch bürgerliche Schichten beteiligen sich an der Sammlung. Die Sympathieadresse der Pariser Rechtsanwälte zählt bereits 106 Unterschriften. Russisches auch aus der Schweiz! „ Wolff" meldet: Petersburg, 27. Januar, abends 11 Uhr.( W. T. B.) Zurzeit finden polizeiliche Haussuchungen auf den Redaktionen der liberalen Beitungen„ Nascha Schisu" und„ Naschi Dni" statt. Beide Zeitungen werden voraussichtlich morgen nicht erscheinen, Warschan, 27. Januar( W. T. B.) In der Leschno- Straße fand Nach einer Donnerstag abend abgehaltenen Versammlung, in welcher gegen die Vorgänge in Rußland Protest erhoben worden die Ansicht aus, daß das Kabinett Roubin keine einzige Reform durch ein Zusammenstoß zwischen Arbeitern und Polizei statt; die Truppen welcher gegen die Vorgänge in Rußland Protest erhoben worden führen werde, unt tabelt die Bestrafung des Generals Peigné. Das machten von der Waffe Gebrauch. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt. war, bildeten Teilnehmer an der Versammlung einen Zug, an deffen Stabinett werde feine republikanische Mehrheit haben. Minister- Um 6 Uhr abends drang ein Haufen Arbeiter in die Vorstadt Bolski Spize russische Sozialdemokraten mit einer roten Fabne marschierten. präsident Roubin unterbricht den Reduer und erklärt, wenn er um 6 Uhr abends drang ein Haufen Arbeiter in die Vorstadt Bolski Die Gendarmerie beschlagnahmte die Fahuc. Es wurden zehn Ber- feine republikanische Mehrheit bekäme, würde er sofort zurücktreten. und verwüstete die Weinhandlungen. Bei dem Zuſammenstoß mit sonen verhaftet. Allard kommt dann im weiteren Verlaufe feiner Rede auf die der Polizei warfen die Arbeiter mit Ziegelsteinen. Berantw. Nedalt: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 24. 22. Iahrgavg. l. Ktilm des LmSrls" Mim NxlksdlM. Sonnabend, 28. Janvar lM. Nene Kämpfe bei Mnkden. Dem„Tag" wird von einem Korrespondenten aus Atukden gemeldet: Mukden, 27. Januar. Seit gestern hat eine allgemeine Schlacht begonnen. Die Verluste sind schon jetzt auf beiden Seiten beträchtlich. Der Kampf ist besonders heftig im Zentrum. Ich befinde mich dortsclbst an der Front. Ein r u s s i s ch- o f f i z i ö s e s Telegramm meldet liierzu: Petersburg, 27. Januar. Die heute veröffentlichten Meldungen Kuropatkins an den Kaiser über den Beginn der Offensive lauten ausführlicher wie folgt: 1) 25. Januar. Die Offensive gegen den Feind hat auf der rechten Flanke bei 16 Grad Kälte begonnen. 2) 25. Januar. Wir haben Khailatosa sieben Werst südwestlich von Sandepas besetzt. 3) 26. Januar, lieber die Verluste beim Angriff auf Khailatosa und Kheigoutaya liegen keine genauen Mit- teilungen vor. Der erstgenannte Ort wurde genommen, ohne daß Schüsse abgegeben wurden; unsere Truppen machten nur von den Bajonetten Gebrauch. Kheigoutaya wurde tapfer verteidigt und war erst abends 10 Uhr endgültig genommen. Unsere Kavallerie verfolgte zwei Dragoner- Regimenter, die sich eilig in südöstlicher Richtung zurückzogen. Auf der linken Flanke unseres Heeres besetzte eine russische Abteilung nach Zurücktreibung des Feindes den Engpaß an der Straße Khouajensan-Exfansan; eine andere, dem Feinde in die Flanke geschickte Abteilung zwang die Japaner bei Hindhecheng zum Rückzüge und erbeutete 200 Stück Vieh. Nach diesen Meldungen sind also die Russen zur Offen- sive übergegangen. Auch eine Korrespondentenmeldung aus dem japanischen Lager berichtet über den Beginn einer Schlacht. Dieser russische Angriff kommt um so überraschender, als in den letzten Tagen allerhand Gerüchte über die traurige Lage Kuropatkins vorlagen. Danach sollte es ihm an Pro- viant und Munition fehlen. Neuerliche englische Meldungen erzählten obendrein von der Meuterei eines Teiles der Truppen aus den europäischen Provinzen. Was an diesen Meldungen Wahres, läßt sich begreiflicher- weise absolut nicht kontrollieren. Möglich wäre es ja. daß Kuropatkin zum Angriff übergegangen wäre, weil er ein Ende mit Schrecken dein Schrecken ohne Ende vorgezogen hätte. Auch kann die Absicht vorgelegen haben, den Kampf herbeizuführen, bevor durch die Nachrichten über die Vorgänge in der russischen Heimat die Soldaten völlig unzuverlässig machten. Die nächsten Tage erst werden zeigen, ob es sich um eine ernsthafte russische Offensive handelt, oder nur um einen Blaff, um die Oeffentlichkeit in Rußland zu düpieren und abzulenken. Japanische Marincrüstnnge«. London, 27. Januar.„Daily Telegraph' meldet aus Tokio vom 2S. d. M.: Die japanische Regierung beabsichtigt ein großes Flotten- Programm durchzuführen. Es wird die sofortige Kiellegung eine? Limenschiffes von 19 000 Tonnen und 18'/, Knoten Geschwindigkeit erfolgen. Ferner werden zwei gepanzerte Kreuzer gebaut werden. Der Kiel des einen ist bereits gelegt. Man erwägt auch den Bau weiterer Kreuzer von 12000 Tonnen. Die Torpedobootszerstörer und die Torpedobootsflotille sollen erheblich verstärkt werden. Für dieses Jahr sind 15 Unterseeboote vorgesehen, von denen bereits einige eingetroffen sind, sie liegen in Dokohama. Es finden Verhandlungen wegen Ankaufs eines chilenischen Kreuzers statt. Die japanische Mannschaft hat Japan zur Uebernahme bereits verlassen. Am 26. Dezember war die Ausbesserung der ganzen Flotte beendet. Bei Borneo liegen drei Kreuzer und verschiedene Zerstörer. Eine andere Keeuzerflotte geht nach dem Süden. Die Adnnrale Togo und Kami« «iura folgen mit drei Schlachtschiffen. Drei Kreuzer erster Klasse kreuzen in der Tongarustraßc, drei ungepanzerte Kreuzer und das alte chinesische Linienschiff„Tschinjen' bewachen die Tschuschimastraße. Die Erklärung der Blockade von Wladiwostok wird erwartet. Auf Formosa landete eine Division. Der Kreuzer zlveiter Klaffe „Takasago" ist offenbar verloren gegangen, da die Namen der ganzen Besatzung in der Verlustliste erschienen sind. Es wird ein fünftes japanisches Anneelorps aufgestellt. Ende des Monats wird die ganze Armee NogiS mit Oyania vereinigt sein. Die Truppen befinden sich in vorzüglicher Verfassung. Alle Leute unter vierzig Aus dem Marxschen Buche. Die große Masse der Proletarier, auch der bereits von der Sozialdemokratie zum Klassenbewußtsein erzogenen, ist leider nicht in der Lage, von Werken, wie das neue Marxsche Buch, unmittelbar zu profitieren. Dafür sorgt schon die kapitalistische Ausbeutung, die ihren Anteil an dem„gesellschaftlichen Reichtuni' tief genug herab- drückt, damit jede Aufwendung fiir daS Kulturleben und für die geistige Nahrung des Arbeiters nur aus Kosten seiner und seiner Kinder bloßen leiblichen Nahrung geschehen könne. Dafür sorgt auch der kapitalistische Staat, die bürgerliche„Bolksaufklärung". die der großen Masse der Arbeitenden den Zutritt zu den Kulwrschätzen, zur Gedankenwerkstatt des Fortschritts verwehrt und die nötige Vor- bildung zu ihrem Genuffe planmäßig vorenthält. Es liegt einer der bittersten und am meisten aufftachclndcn Widersprüche der heutigen Ordnung darin, daß auch die Früchte der geistigen Produttion der Gesellschaft in ihrer Warenform materiell nur den herrschenden Klassen zugänglich sind, für die sie, wie auf dem ganzen Gebiete der Sozialwissenschaften, gegenwärttg ein toter Schatz sind, während die von der Geschichte zum Wissen und Verstehen bestimintc» Prole- tarier, diese„Erben der klassischen Philosophie' wie der gesamten sozialen Wissenschaften nur durch das Schaufenster wissenSdursttg in die Buchhändlerläden blicken dürfen. Das neue Marxsche Buch erfordert zu seinem Verständnis aller- dingS eine bedeutende nationalökonomische Vorbildung. Freilich schreibt Marx hier wie immer sehr klar und verständlich, er hat es nicht nötig, wie die meisten deutschen Professoren der Rattonal- ökonomie, hinter großspurigem und dunklem mystifizierendem Ge- schwätz die eigene Gedankenarmut zu verstecken. Die Logik der Marxschen Beweisführungen, der Gedankengang seiner Darlegungen sind von kristallener Durchsichtigkeit und eisenier Konsequenz zugleich. Allein daS Buch, daS eine kritische Geschichte der bürgerlichen National- ökonomie gibt, setzt naturgemäß beim Leser sowohl die Kenntnis der Marxschen Theorie voraus, die in dieser Kritik ihre Anwendung findet, wie auch die Kenntnis wenigstens der wichtigsten der kritisierten bürgerlichen Oekonomen. Wir geben im folgenden zwei kleine Stichproben aus dem Buche, um auch denjenigen Genossen, die es nicht selbst lesen können, den Genuß semer Lektüre einigermaßen zu verschaffen. I. Ein bürgerlicher Rationalökonom ans dem XVM. Jahrhundert. Unter den frühesten Schriftstellern der Nationalökonomie, nament- lich unter denen, die bereits in der aufkommenden kapitalistischen Wirt- fäast ihre sozialen Zusammenhänge aufgedeckt haben, ist besonders der Franzose L i n g u e t bemerkensivert. Er schrieb seine»Theorie Jahren werden einexerziert. In Tokio liegen 30 000 Verwundete. Der Generalstabschef des Generals Nogi gibt die Verluste bei der Erstürmung des 203 Metcr-Hügels auf 25 000 Tote und Verwundete an. Die Begeisterung des Volkes ist nach wie vor groß. potttifcbe(leberlickt. Berlin, den 27. Januar. Tiszas Niederlage! Tisza hat mit seinem Gewaltversuch Unglück gehabt. Er hat eine schwerere Niederlage erlitten, als sich voraussehen ließ. Von den 453 zu vollziehenden Wahlen sind bisher 330 Wahlresultate bekannt. Davon erhielten die Regierungspartei 136, die Kossuthpartei 125, die Andrassygruppe 24, die klerikale Volkspartei 18, die Banffygruppe 9 und die Nattonaliften 3 Sitze. 7 Bezirke fielen den Wilden zu, in einigen Bezirken sind Stichwahlen notwendig. Der Verlust der Liberalen be- trägt einstweilen etwa 40 Mandate! Es ist also kein Zweifel, daß die Niederlage Tiszas eine außerordentlich schwere ist. Diese Niederlage fällt umso wichttger ins Gewicht, als bei den Wahlen in Ungarn von der Regierung durch ihren amtlichen Apparat der ungeheuer- lichste Wahlschwindel getrieben wird, der in umso größerem Umfange möglich ist, als die Wahlen öffentliche und mündliche sind. Tisza ttng sich allem Anschein nach der Hoffnung, daß die Oppositton, wenn nicht zerrieben, so doch derartig geschwächt werden könnte, daß sie im Parlament keinen ernsthaften Widerstand zu leisten imstande sei. Der Ausfall der Wahl stellt aber umgekehrt eine schwere Schlappe der Regierung und einen unzweifelhaften Sieg der Oppositton dar. Man ist deshalb auch allgemein der Auffassung nicht nur in Budapest, sondern auch in Wien, daß das Ministerium Tisza seine Entlassung einreichen werde. In Wien bezeichnet man bereits Szell oder Graf Julius Andrassy als Nachfolger Tiszas. Die Niederlage der Liberalen fällt um so schwerer ins Gewicht, als damit für absehbare Zeit die Möglichkeit geschwunden ist, daß die Loslösungstendenzen in Ungarn zurückgedrängt werden können. Der Kämpf gegen Oesterreich wird also seinen Fortgang nehmen. Sozialisttsche Erfolge waren bei den Neuwahlen aus- geschlossen, weil nicht nur die Wahl eine öffentliche, sondern weil auch die große Masse des Volkes durch das bestehende Wahlrecht von der Sttmmenabgabe ausgeschlossen ist. Bettägt doch die Zahl der Wähler in ganz Ungarn bei einer Be- völkerung von 17 Millionen nicht mehr als 700000. Deutsches Kulturdokument. In der„Kreuz-Zeiwng' dichtet ein Paul v. Rosll u. a.: Heil Dir, Preußen I Freue Dich, Volk der Deutschen. Daß Dir Gott in solchen tiefernsten Zeiten Gab zum Herrscher, gnädigen Sinnes, diesen Herrlichen Fürsten! Großen Sinnes herrscht er. Mit Adlerblicke» Sieht er jedem, der sich ihm naht, ins Gesicht— Sieh, das sind die Augen des großen Ahnherrn, Friedrichs des Zweiten! Selten findet Größe Verständnis. Wahrlich, Aus dem Staube schuf mis die Gottheit. Meffe» Will man an der eigene» Kleinheit eines Kaisers Gedanken! Großgesinnt, so nennen den Kaiser Freund und Feind, und auch als wirklicher Herr regiert er. Sinken wird zum Rang eines Schattenkönigs Nimmer ein Zollern! Im antiken Versmaß gesonnt, findet das Poem doch schwerlick in der römischen Kaiserzeit seinesgleichen. Welch furchtbarer Beruf, so zu dichten und sich so andichten lassen zu müssen. Der Verfasser bekennt, daß er aus Staub geschaffen sei; das ist entschieden Größenlvahnsinn. Ohne dichterischen Euphemismus nennt man den Staust iu der deutschen Sprache anders und kräftiger. Daß aber gerade die stamme Hammerstein-„Kreuz-Zeitung" Wert darauf legt, mit dem orthodox christlich gesinnten Wilhelm IL den wüsten Gottesleugner Friedrich ll. zu vergleichen, ist ein Miß- der sozialen Gesetz» oder der Grundprinzipien der Gesellschaft' im Jahre 1767, also zu einer Zeit, wo die bürgerliche Aufklärung noch die hcranbrechende Aera der Herrschaft des Kapitals in den strahlendsten Farben der Ideologie zeigte, wo die aufkommende bürgerliche Gesellschaftsordnung namentlich gegenüber dem noch herrschenden Feudalismus naturgemäß nur ihre fortschrittliche, revolutionäre Seite herauslehrte. Trotzdein richtete Linguet bereits damals gegen die junge kapitalistische Gesellschaft eine vernichtende Kritti, er entdeckte und zeigte bereits mit rücksichtsloser Offenheit ihre Hhpostawszüae, indem er in ihren wundesten Punkt, die soziale Frage, den Klassengegensatz, die Lage der Arbeiterklaffe feine theoretische Sonde legte. „DaS Wesen der Gesellschaft," schreibt er.„besteht darin, den Reichen von der Arbeit zu befreien. Er erhält dadurch neue Organe, unermüdliche Glieder, die alle müh- seligen Arbeiten auf sich nehmen, deren Früchte er sich aneignet. Die Sklaverei ermöglichte es ihm, ohne Schwierigkeit dies Ziel zu erreichen. Er kaufte die Menschen, die ihm dienen sollten. Als man die Sklaverei abschaffte, wollte man weder den Reichtum noch seine Vorteile aufheben..... So mußten die Dinge, bis auf den Namen, in demselben Zustand bleiben. Es war immer notwendig, daß der größte Teil der Menschen vom Lohn und in Abhängigkeit von einem viel kleinere» Teil lebte, der sich alle Güter angeeignet hatte. Die Knechtschaft ist also fortgesetzt worden, aber unter einem milderen Namen. Sie hat den schönen Namen der Dienerschaft angenommen." Unter diesen Dienern, sagt Linguet, verstehe er nicht die Lakaien usw. „Die Städte und die Dörfer werden von einer anderen Art Diener bewohnt, viel zahlreicher, nützlicher, arbeitsamer und bekannt unter dem Namen Taglöhner, Handarbeiter usw. Sic sind nicht entehrt durch die glänzenden Livreen des Luxus; sie seufzen unter ekelhaften Lumpen, die die Livree der Armut bilden. Sie haben nie Anteil an dem Ueoerfluß, dessen Quelle ihre Arbeit ist. Der Reich- tum scheint ihnen eine Gnade zu erweisen, wenn er die Geschenke entgegennimmt, die sie ihm bringen. Sic müssen für die Dienste dankbar sein, die sie ihm erweisen. Er überhäuft sie mit der be- leidigen dstcn Mißachtung, wenn sie seine Knie umfangen, um von ihm die Erlaubnis zu erhalten, ihm nützlich sein zu dürfen. Er läßt sich bitten, dies zu gestatten, und bei diesem seltsamen Austausch einer wirklichen Verschwendung gegen eine eingebildete Wohltat sind der Hochmut und die Verachtung auf der Seite des Empfangen- den und die Unterwürfigkeit, die Aengstlichkeit, der Diensteifer auf Seite der Gebeirden. Das ist die Art Diener, die in der Tat die Hörigen bei uns abgelöst haben, und es ist ohne Widerspruch ein sehr zahlreicher, ja der zahlreichste Teil jeder Nation. „Es handelt sich darum, zu untersuchen, welches der wirkliche Gewinn ist, den ihnen die Unterdrückung der Sklaverei verschafft griff, der den Byzantinismus unmittelbar zur Majestätsbeleidigung macht!—__ Herr Mosse berichtigt. Herr Rudolf Mosse sendet uns unter Berufung auf den Z 11 des Prehgesetzes folgende„Berichtigung": Berlin, 26. Januar 1906. Es ist unwahr, daß ich die Morgennummer der„Berliner Volks-Zeitung" vom 26. d. besonders in 36 000 Exemplaren zu Reklamezwecken für meine Spende zugunsten der notleidenden Bergarbeiter-Familien habe herstellen lassen. Die Verbreitung von Propagandanummern in größerer An- zahl hat seit längerer Zeit regelmäßig in den letzten Tagen des Monats und so auch im Januar in üblicher Weise stattgefunden und hat daher mit der bezeichneten Spende nicht das geringste zu tun. Es ist ferner unwahr, daß an den in der betreffenden Nummer von, 26. d. aufgenommenen Inseraten im„Arbeitsmarkt" irgend welche Aenderung zum Zwecke irgend welcher „Mastterung" vorgenommen worden ist. Alle für diese Nummer bestellten Inserate sind vielmehr unverändert zur Aufnahme gelangt. Rudolf Mosse. Verleger der„Berliner Volks-Zeitung'. Herr Mosse bestreitet also nicht, daß die Nummer vom 26. ct., in der der Bericht über die Versammlung des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins enthalten war, in dem die Moffesche Spende für die Bergarbeiter eine besondere Hervorhebung gefunden hatte, in 36 000 Exemplaren mehr als gewöhnlich verbreitet worden ist. Er erklärt nur, daß die Propagandanummer Reklame ftir die Zeitung habe niachen sollen, nicht für Herrn Mosse selbst, den Arbeitcrfreund. Es ist also nach Versicherung des Herrn Mosse lediglich einem Zufall zuzuschreiben, daß zu Propagandazwccken gerade diejenige Nummer ausgesucht worden war, in der sich die Reklame für Herrn Masse befand, jedenfalls ein sehr sonderbarer Zufall. An diesen Zufall zu glauben fällt umso schwerer, als Herr Mosse auch bei anderen Gelegenheiten verstanden hat, für seine Arbeiter- steundlichkeit die Reklametrommel zu schlagen. So versandte er seinerzeit einen Waschzettel, in dem er Mitteilung davon machte, daß in einem Streit um den Inseratenteil der„Gartenlaube" zwischen der Firma Scherl und der Firma Mosse eine Einigung erzielt sei. Die Finna Mosse erhalte von der Firma Scherl eine Entschädigung im Betrage von 600 000 M., wovon die Firma Masse 100 000 M. der Unterstiitzungskasse ihrer Angestellten zugewandt habe. Aus diesem Beispiel ersieht man also, wie sehr die Firma Mosse bemüht ist, ihre Arbeiterfreundlichkeit der Oeffentlichteit schämig vorzuenthalten. Herr Mosse erklärt des weiteren, es sei unwahr, daß in der Nummer vom 26. dieses Monats die Streikbrecherinserate im Arbeitsmartt dadurch maskiert loorden seien, daß das Wort „unorganisiert" weggeblieben sei. Alle Inserate seien vielmehr un- verändett aufgenommen worden. Auch hier hat ein überaus sonderbarer Zufall sein Spiel gettieben! Während in allen anderen Nummern Stteikbrecherinserate enthalten waren, daß„un- organisierte" Arbeiter gesucht würden, ivährend in der letzten Sonntagsnummer nicht weniger als sechs solcher Inserate vorhanden waren, während sich ferner auch in der Dienstag» nummer und in der D o n n e r S t a g n u m m e r mehrere der- artige Inserate fanden, fehlen in der fraglichen Mittwochnunmrer solche Inserate vollständig! Alle diese Umstände beweisen jedenfalls, daß die Firma Mosse vom Zufall außerordentlich be- günstigt wird.—_ Ein Zehnjähriger mit Gefängnis bestraft? Der„Täglichen Rundschau" wird von einem Leser folgender Gerichtsbericht aus Münster übermittelt: Am 13. August Li. I. sah der Grenzauffeher EnderS aus Bocholt, wie ein Mann und ein Knabe mit einer beladenen Schiebkarre der holländischen Grenze zufuhren. Als der Beamte, der Schmuggel vermutete, sie anrief, ergriffen sie schleunigst die Flucht und ließen den Karren zurück. Der eine Flüchtling, der 1 0 j ä h r i g e Jean B. aus Diephterloh, wurde jedoch ergriffen. Bei seiner Ver- nehmung gab der Junge an. fem Vater habe schon sechs Säcke Roggen zu der Mühle des Müllers H. M. gebracht; auch die auf der Karre liegenden zwei Säcke sollten dorthin gehen. Wegen dieser Tat sollten sich gestern der Schmuggler nnt seinem Sohne und der Müller vor der Sttaslammer verantwotten. Der erste Angeklagte, ein 70jähriger Arbeiter, war nicht erschienen, so daß die Verhandlung gegen ihn ausgesetzt werden mußte. Der Müller und der Junge wurden zu j c einem Monat Gefängnis und 86 M. Geldstrafe verurteilt. Bei dem Knaben wurde die Gefängnisstrafe durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt angesehen. hat. Ich sage es mit ebensoviel Schmerz wie Freimut: Ihr ganzer Gewinn besteht darin, daß sie stets von der Furcht gepeinigt werden, Hungers zu sterben, ein Unglück, vor dem wenigstens ihre Bor- gänger auf der untersten Stufe der Menschheit bewahrt blieben." „Er(der Arbeiter) ist frei, sagt ihr! Ach, gerade darin besteht sein Unglück. Er hat sich um niemand zu lümmern, aber es kümmert sich auch niemand um ihn. Wenn man ihn braucht, mietet man ihn so billig wie möglich. Der geringe Lohn, den man ihm verspricht, kommt kaum dem Preis seiner Lebensmittel gleich für den Arbeits- tag, den er im Austausch hingibt. Man setzt Aufseher über ihn, dre ihn zwingen, rasch seine Aufgabe auszuführen. Man treibt ihn an, man stachelt ihn an, aus Furcht, eine geschickte und entschuldbare Faulheit könnte ihn die Hälfte seiner Kraft verbergen lassen; man besorgt, der Wunsch, längere Zeit bei derselben Arbeit Beschäftigung zu haben, könnte die Flimhcit seiner Hände hemmen und seine Werkzeuge abstumpfen. Schmutziger Geiz verfolgt ihn mit unruhige». Augen, überhäuft ihn mit Vorwürfen bei der geringsten Erholungs- pause, die er sich gestatten könnte, und fühlt jeden Augenblick der Rast als Diebstahl. Ist er fertig, dann entläßt man ihn, wie man ihn genommen, mit der kältesten Gleichgüttigkeit und ohne sich darum zu kümmern, ob die 20 bis 30 Sous, die er für einen harten Arbeits- tag erworben hat, genügen, ihn zu erhalten, wenn er am folgenden Tage keine Arbeit findet." „Er ist ja frei! Gerade deshalb bedaure ich ihn. Man schopt ihn viel weniger bei den Arbeiten, zu denen man ihn anwendet. Man ist viel kühner» wenn es sein Leben gilt. Der Sklave war für seinen Herrn kostbar, denn er hatte ihn Geld gekostet. Aber der Handarbeiter kostet den reichen Schwelger nichts, der ihn be- schäftigt. Zur Zeit der Sklaverei hatte das Blut der Menschen einen Preis. Sie hatten mindestens den Wert der Summe, für die sie auf dem Martt verkauft wurden. Seitdem man sie nicht mehr verkauft, haben sie in Wirklichkeit keinen reellen Wert mehr. In einer Armee gilt der Schanzgräber viel weniger als das Zug- Pferd, weil das Pferd sehr teuer und der Schanzgräbcr umsonst zu haben ist. Die Unterdrückung der Sklaverei ließ diese Schätzung aus dem kriegerischen in das gewöhnliche Leben übergehen. Und es gibt seitdem leinen wohlhabenden Bourgeois, der nicht auf diesem Gebiet es mit den Kriegsheldcn aufnimmt." „Die Taglöhner werden geboren wachsen und erziehen sich heran zum Dienste des UeberflusseS, ohne ihm die geringsten Kosten ?u verursachen, wie das Wild, das er auf seinen Domänen nieder- nallt. Es scheint, daß er wirklich das Geheimnis besitzt, dessen sich ohne Grund der unglückliche Pompcjus rühmte. Er braucht bloß mit dem Fuße auf die Erde zu stampfen, uns es wachsen Legionen arbeitsamer Menschen aus ihr, die sich um die Ehre streiten, ihm dienen zu dürfen. Verschwindet einer aus der Menge diese Soldknechte, die seine Häuser bauen oder seine Gärten»ach d: Wir nehmen von dieser Mitteilung Notiz, hegen jedoch de- gründete Zweifel an ihrer Richtigkeit. Denn nach§ 55 des Strafgesetzbuchs können Personen, die bei Begehung der strafbaren Handlung das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, über- hanpt nicht strafrechtlich verfolgt werden. Es wird deshalb Sache der»Tägl. Rundschau" sein, den mysteriösen Fall aufzuklären.— Erhebungen über die Verhältnisse in der Fischindustrie. Wie schon früher berichtet, hat der„Verein der Fischindnstriellen Deutschlands" eine Petition an den Reichskanzler gesandt, in welcher gebeten wird, die Bestimmungen über Frauenarbeit in der Gewerbe- Ordnung für die Fabriken, m denen frische Fische verarbeitet werden, entweder außer Kraft zu setzen, oder wenn der Elfstundentag bei- behalten wird, die Beschäftigung nach S'/z Uhr an Wochentagen und nach bVz Uhr an Vorabenden von Sonn- und Festtagen zuzulassen. Die Sache wurde dem„Beirat für Arbeiterstatistik" zur Untersuchung überwiesen, der nun in den Tagen vom 23. bis 26. d. M. 61 Aus- kunstspersonen verhörte. Die Vernehmungen brachten eine Illustration zu dem Thema, wie werden die Schutzbestimmungen der Gewerbe-Ordnung durch- geführt? In der Fischiuduftrie sind vorwiegend Frauen beschäftigt. An männlichen Arbeitern trifft man höchstens 16 Proz. Die hauptsachlichsten Arbeiten sind Räucherei, Braterei und Marinieren. Daneben kommt noch die Fischschupperei in Betracht, die Betriebe, in denen Ukeleifische geschuppt werden, um den Glanz der Schuppen zur Herstellung von Perlessenz zu gewinnen. In der Fischindustrie sind in der letzten Zeit zahl- reiche Großbetriebe entstanden. Betriebe, in denen mehrere hundert Arbeiterinnen beschäftigt werden, gehören nicht zu den Seltenheiten. Die Großbetriebe trifft man nicht nur in den Küstenstädten, sondern auch im Binnenlande. In Altenburg ist z. B. auch ein solcher Groß- betrieb. Die Verkehrsmittel ermöglichen die Verarbeitung jedes nur denkbaren Materials. Neben den deutschen Heringsfischern liefern englische, norwegische, holländische, belgische und französische Fischer Heringe für deutsche Räuchereien. Aale kommen selbst aus Egypten und Italien und im fernen Westen Amerikas, in Columbia River, gefangene Lachse werden in' Deutschland geräuchert. Der Breitling reist oft in frischem Zustand von Danzig nach Bremerhaven, um dort in Sprott verwandelt zu werden. Der Großbetrieb ist in bezug auf sein Rohniaterial nicht an den Ort gebunden, er hat im Ausland seinen Aufkäufer. Die Betriebe sind also Fabriken im verwegensten Sinne des Wortes und gelten daher die Paragraphen 135 bis 139d der Gewerbe-Ordnung. Die in dem Gesetze aufgestellten Arbeiterschutz-Bestimimmgeit sind aber nur graue Theorie. In der Praxis sieht es anders aus. Gleich die erste Auskunftsperson, ein Fabrikant aus Danzig, teilte mit, daß in seiner Fabrik die Frauen von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr abends und auch die ganze Nacht durch arbeiten. Die Frauen ar- beiten gern, denn sie bekommen 16 bis 12 Pf. pro Stunde. Vor 7 Uhr kann er nicht beginnen lassen, da die Frauen meist ein Haus- Wesen zu besorgen haben und bevor sie nach ihrer Arbeitsstätte gehen, den Hausstand in Ordnung zu bringen haben und noch für ihre Kinder sorgen müssen. In dieser Fabrik werden auch Kinder be- schäftigt, uud zwar Knaben mit Kistennageln und Mädchen ,nit Frsche- Aufziehen. Diese arbeiten aber nur bis 8 resp. 8>/z Uhr abends. Die lange Arbeitszeit ist geboten, weil der Hausstand des Fabrikanten sehr viel kostet. Mehr Frauen kann er nicht anstellen, weil die Mädchen fast alle dienen wollen, und kann er auch in den Fabrikräumcn nicht mehr unterbringen.— In einer anderen Fabrik in Danzig ist in der Braterei kontinuierlicher Betrieb und ist hier die Achtstundenschicht eingeführt. Aber es gibt nicht drei Schichten Arbeiterinnen, sondern nur zwei Schichten. Die Arbeitswoche von 6 X 24 Stunden bringt daher für jede Arbeiterin neun Acht- stundentage. In Altenburg ist der Fabrikant früher häufiger bestraft. Mit Unterstützung des Gewerbe-Jnspektors hat er dann eine Eingabe an den Reichskanzler gemacht. Es ist ihm dann auch etwas bewilligt worden und seit der Zeit wird er nicht niehr belästigt. Was über Sonntagsruhe, Elfstnndentag, Verbot der Nachtarbeit usw. in der Gewerbe-Ordnung steht, kümmert ihn seit der Zeit nicht mehr. Aehnlichc idyllische Zu- stände sind in Lübeck. Auch hier werden die Fabrikanten nicht durch den Gewerbe-Jnspektor gestört. Es ist nicht ennittelt, ob der Lübeckische Senat diese Betriebe als Kunstateliers oder als land- wirtschaftliche Betriebe ansieht, soviel steht fest, als Fabriken be- zeichnet er sie nicht, und daher gelten für alle Großbetriebe in Lübeck und Schlutup die ZZ 135— 139 b der Gewerbe-Ordnung nicht. AuS anderen Bundesstaaten berichten die Fabrikanten, daß sie zlvar oft von Gewerbe-Jnspektorcn und Polizei belästigt werden. Sie müssen hin und wieder Geldstrafen zahlen, aber sie bezahlen die- selben, weil sie nie so hoch sind als der durch die Gesetzesverletzung erzielte Gewinn. Durchweg wird Stundenlohn bezahlt. Der Lohn von 10—12 Pfennigen ist im Osten und wird auch noch in Pommern bezahlt. Im Westen, Kiel, Bremerhaven usw., erwerben die Frauen 22— 25 Pfennige in der Stunde. Die Arbeit ist sehr unregelmäßig und oft fallen Tage, selbst ganze Wochen aus, in denen die Arbeite- rinnen gar nichts verdienen. Ist das wilde Auf und Ab die Regel, so gibt eS doch auch Unternehmer, die dieses nicht mitmachen. Schnur bepflanzen, so wird die Lücke, die er hinterläßt, gar nicht sichtbar: sie ist sofort ausgefüllt, ohne daß sich jemand darum kümmert. Man verliert ohne Bedauern einen Tropfen aus dem Wasser eines großen Flusses, weil ohne Unterlaß neue Fluten heran- strömen. So ist es auch mit den Handarbeitern. Die Leichtigkeit, sie zu ersetzen, nährt die Gefühllosigkeit der Reichen ihnen gegen- über." „Diese, sagt man, haben keinen Herrn. Aber das ist hier doch ein reiner Mißbrauch des Wortes. Was soll das heißen, sie haben keinen Herrn? Sie haben einen, und es ist der furchtbarste, despo- tischste von allen Herren: die Not. Diese treibt sie in die grau- samste Knechtschaft. Sie haben nicht einem einzelnen Menschen zu gehorchen, sondern allen insgesamt. Sie haben nicht bloß einen einzigen Tyrannen, dessen Launen sie schmeicheln und dessen Gunst sie suchen müssen— das gäbe der Knechtschaft Grenzen und machte sie erträglicher. Aber sie werden die Diener eines jeden, der Geld hat, wodurch ihre Sklaverei eine unendliche Ausdehnung und Ver- schärfung erhält. Man sagt: wenn sie sich bei einem Herrn nicht wohl fühlen, haben sie doch den Trost, es ihm sagen und sich einen anderen suchen zu können: die Sklaven können weder das eine noch das andere. Sie sind also unglücklicher. Welches Sophismal Man bedenke nur, daß die Zahl derjenigen, die arbeiten lassen, sehr gering ist, die Zahl der Arbeiter dagegen ungeheuer." „Worauf reduziert sich jene anscheinende Freiheit, die ihr ihnen verliehen habt? Sie leben bloß von der Vermietung ihrer Arme. Sie müssen jemand finden, der sie mietet, oder Hungers sterben. Heißt das frei sein?" „Am scheußlichsten ist der Umstand, daß die Geringfügigkeit ihres Lohnes noch ein Grund wird, ihn weiter herabzusetzen. Je weniger man des Taglöhners bedarf, desto billiger muß er sich ver- kaufen. Je größer seine Notlage, desto geringer die Bezahlung seiner Arbeit. Die Augenblicksdespoten, die er unter Tränen anfleht, sie möchten seine Dienste annehmen, erröten nicht, ihm gewissermaßen den Puls zu befühlen, um sich zu vergewissern, ob ihm noch Kräfte geblieben sind. Nach dem Grade seiner Schwäche bemessen sie den Lohn, den sie ihm bieten. Je näher er ihnen dem Untergang durch Entkräftung zu sein scheint, desto mehr verkürzen sie das, was ihn retten könnte. Das, was ihm die Barbaren geben, dient weniger dazu, sein Leben zu verlängern, als seinen Tod hinauszuschieben." „Die Unabhängigkeit des Taglöhners ist eine der verderblichsten Geißeln, die das Raffinement der modernen Menschen hervor- gebracht hat. Sie vermehrt den Ueberfluß des Neichen und den Mangel des Armen. Jener erspart alles, was dieser ausgibt. Dieser ist gezwungen, nicht an Ueberflüssigem. sondern am Notwendigsten zu sparen." Linguet, der in so bitteren und bewegten Worten das System der Lohnarbeit kennzeichnet und die kapitalistische Ausbeutung geißelt, war wohlgemerkt nicht etwa ein Sozialist oder Kommunist, wie es Während die meisten Unternehmer behaupten, daß so ge- arbeitet werden muß, um zu verhüten, daß die Fische verderben, gibt es auch einzelne Unternehmer, die das Gegenteil behaupten. Nach deren Darstellung ist der Einkaufsmarkt so groß, daß man immer hinreichend frische Fische erhalten kann.• Teilt man die Arbeit so ein, daß die Ware, welche zuerst verderben würde, zunächst in An- griff genommen wird, dann kann man eine regelmäßige Arbeitszeit inne halten und die Zeit noch so legen, wie die Gewerbe- Ordnung es gestattet. Der eine dieser„sonderbaeen Schwärmer" ist wohl der Nestor der Fischiudustriellen. Ans kleinen Aufäugen heraus hat er einen Großbetrieb entwickelt und beweist nun schon seit Jahr- zehnten, daß es auck, so geht. Ein anderer ist ein Hamburger Groß- industrieller, für den auch alle Bedenken und Schwierigkeiten seiner Kollegen nicht bestehen. Er richtet sich nach der Gewerbe- Ordpnng und kommt ohne Nachtarbeit und Sonntagsarbeit und auch ohne Strafen für Verletzung der Schutzvorschriften durch und hat doch einen Großbetrieb in der Fischindustrie. Die Verhandlungen sind stenographisch aufgenommen. Sie werden ein wichtiges Dokument werden zu dem Kapitel Theorie und Praxis des Arbeiterschutzes in Deutschland.— Husland. Frankreich. Paris, 27. Januar. Im heutigen Ministerrat wurde die Negiernugserklärnng festgestellt, die heute nachmittag im Parlament zur Verlesung gelaugt. Der Ministerrat beschloß sodann, den pensionierten Major Begnicourt ans den Listen der Ehrenlegion zu streichen, sowie den General Peigns von seinen Stellungen als Kommandant des IX. Armee- korps und als Mitglied des obersten Kriegsrats zu entheben und ihn in Disponibilität zu versetzen.— Die Hull-Kommission. In der heutigen Vormittagssitzung, in der Admirak Fouriücr den Vorsitz führte, erklärte Fischer White, er habe kein un- bekanntes Schiff unter der Fischerflottille gesehen, kein japanisches Schiff sei unter ihnen gewesen. Nur drei russische Schiffe hätten geschossen. Dr. C o l m e r b e st ä t i g t die von White gemachten Aussagen. G i l l a r d, der Besitzer eines der Fischerboote, erklärt, erhabe v o r dem F e u e rn d e r r u s s i s ch en Schiffe keinerlei Signal verno m-m e n: die Nacht sei klar gewesen. Der englische Vertreter O'Beirne und der russische Vertreter Nekludoff tauschten alsdann eine Reihe von Bemerkungen über die Frage aus, ob die Kommission den Zeugen Flechter über die A n- Wesenheit von zwei russischen Agenten in Hull vernehmen solle, die dorthin gekommen seien, um die Fischer zu bestimmten Aussagen zu veranlassen. Die Konmüssion beschloß, diese Frage erst nach der Vernehmung eines weiteren Fischers zu entscheiden. Nachdem dieser vernommen war. wobei er nur die Aus- sagen der anderen Fischer bestätigte, wurde die Verhandlung auf den Nachmittag vertagt.— Dänemark. Antisozialistischc Gesinnungsschnüffclei bei der Post brachte unser Parteigenosse Klausen am Mittwoch bei Beratung des Post- budgets im Folkething zur Sprache. Ein Postexpedient, Vorstands- Mitglied des A n t i s o z i a l i st i s ch e n Wählervereins im ersten Wahlkreise Kopenhagens, hatte an einen Postmeister sChef eines Poslkontors) das schriftliche Ersuchen gerichtet, eine Unter- suchuug über die politische Gesinnung der ihm untergeordneten Funktionäre vornehmen zu lassen und sie zum Eintritt in den„Anti" zu veranlassen.„Am liebsten Mitglieder zu 1 Krone", schrieb dieser übereifrige Agitator der Antisozialisten, die den im März stattfindenden Wahlkampf um die Herrschaft in der Gemeinde- verivaltung offenbar mit allen möglichen Mitteln zu sichren gedenke». Glücklicherweise findet aber jene Art politischer Agitation unter den Staatsangestcllten in Dänemark nicht die Billigung der Re- gierung. Auf die Anfrage Klausens erklärte der M i n i st e r des Innern, Berg: er billige es nicht, daß im Postwesen irgendwelche Agitation getrieben werde. Die Beamten und Funktionäre sollten Ruh und Frieden in ihrer Arbeit haben und außerhalb ihrer Arbeits st ätte das Recht, ihrer Ueberzeugung zu folgen. Ucbrigens wagte kein Folkethingsniann die Handlungsweise jenes Postexpedienten zu rechtfertigen. Die polittsche Moral ist in Dänemark so weit vorgedrungen, daß man es nicht wagen darf, öffentlich eine Gesinnungsprostitution zu verteidigen, wie sie in dem bei deutschen Reaktionären so beliebten Sprichwort ,,Weß' Brot ich esse, deß' Lied ich singe" zum Ausdruck kommt. Erlitt doch selbst unter dem letzten konservativen Ministerium der damalige Verkehrs- minister Junl Rysensteen eine derbe Abftihr, als er sich erlaubte, einen sozialdemokratischen Eisenbahnangestellten zu maßregeln I— Amerika. Von den Philippinen. Dem Kongreß ist der Jahresbericht über die Verwaltung der Philippinen vorgelegt worden. Die offizielle Darstellung der Lage deren mehrere von utopistiscuer Färbung im XVUl. und auch in früheren Jahrhunderten gab. Er stellt dem Kapitalismus nicht eine fortschrittlichere, sondern eine zurückgebliebenere gesellschaftliche Form, nicht den Sozialismus, sondern die Sklaverei entgegen. Dadurch bekommt seine Kritik der kapitalistischen Gesellschaft äußerlich einen reaktionären Schein: sie läuft auf eine Verherrlichung der längst überwundenen patriarchalischen Sklavenwirtschaft und, da die Ruck- kehr zu diesen Gesellschaftsformen offenbar ganz ausgeschlossen ist, auf einen tiefen sozialen Pessimismus hinaus. Aber gerade darin liegt der große und auch r e v o- l u t i o n ä r e Zug der Theorie Linguets. Er, wie auch die Klassiker der bürgerlichen Nationalökonomie, war vollkommen in den Schranken der bürgerlichen Gesellschaft befangen. Sie war ihm „die Gesellschaft", die einzig mögliche und denkbare Form des sozialen Lebens. In jener Epoche, bevor noch die weiterführende, revolutionäre Seite des Kapitalismus in dem Auskommen des modernen Proletariats und seines Klassenkampfes offenbart wurde, vermochte auch die Theorie keinen geschichtlichen Ausweg aus der bürgerlichen Gesellschaft herauszufinden, sie mußte sie also naturgemäß als der historischen Entwickelung letztes Ziel betrachten. Dies machte jedoch die theoretischen Vorläufer der bürgerlichen Herr- schaft nicht etwa blind für die furchtbaren sozialen Schäden, für die schreienden Widersprüche des Kapitalismus. Sie zauderten vielmehr nicht, da sie keinen Ausweg aus dieser Hölle sahen, freimütig die menschliche Gesellschaft überhaupt für ein systematisches Verbrechen ander Menschheit zu erklären. Und wenn Linguet bitter ausruft:„Die dauernde Sklaverei das ijt das unzerstörbare Fundament der Gesellschaften", so liegt darin für sein Teil eine ebenso kühne Tat, wie in dem Ausruf des jungen Engels um beinahe ein Jahrhundert später in seiner«Lage der arbeitenden Klassen in England": Ich klage die bürgerliche Gesell- schaft des Mordes an! Und deshalb kann an Linguet die ganze Tiefe des Abgrundes gemessen werden, in den die bürgerliche Wissenschaft seit der Herr- schaft des Kapitals hinabgerutscht ist. Heute, nach dem politischen Ans- schwung der Arbeiterklasse, wie nach dem wissenschaftlichen Werke von Marx und Engels, liegt der Ausweg aus der bürgerlichen Ge- sellschaft vor aller Augen klar. Allein gerade deshalb leugnet die bürgerliche Nationalökonomie krampfhaft alle Grundübel und Schäden der herrschenden Gesellschaftsordnung. An Stelle des edlen Pessimismus der bürgerlichen Klassiker ist der lobhudelnde Optimismus der vulgären Apologeten des Kapitals getreten. Und wenn ein Linguet als Menschenfreund in tiefem Schmerz die Hände vorS Gesicht schlägt, weil er an der kapitalistischen Gesell- schaft verzweifelt, so ruft heute der außerordentliche Professor Sombart, mit Glockcngetändel vor der Arbeiterklasse in optimistischen Kapriolen einherhopsend: Dennoch I— dennoch, meine Herren Arbeiter, tstng— la la— es ist doch schön auf der Welt I... ist im allgemeinen eine sehr rosige. Ueverall Fortschritte, Ruhe und Gedeihen unter amerikanischer Leitung. Eine Revision des Zolltarifs zugunsten der Philippinen wird als notwendig erachtet. Die Land- lvirtschaft hebt sich wieder, sagt der Gouverneur Woight, aber das bedeutet, daß sie noch immer sehr schlecht steht. Der Gesundheitszustand soll aller Orten weit besser geworden, die Cholera verschwunden sein. Der Sklaven- Handel, der bei den Moros an den Küstenorten in vollem Schwange war, hat endlich ganz aufgehört. Die Moros, ein sehr kriegerischer Stamm, betrachteten es als ihr gutes Recht, sich ihre Sklaven aus dem Innern der Insel nach der Küste zu holen und sie grausam zu behandeln. Die Amerikaner gingen diplomatisch zu Werke um die Moros nicht zu schwer zu reizen. Nicht gewaltsam nahmen sie ihnen die Leute, sondern erklärten den Sklaven, daß sie frei seien und beschützt würden, wenn sie ihre Herren verlassen wollen. Langsam haben sich beide Teile daran gewöhnt, wie die Amerikaner die Dinge ein- richteten, und die Sklaverei kann als aufgehoben betrachtet werden. Der Opiumgenuß ist ziemlich stark verbreitet und man hält Regierungs- maßregeln dagegen als sehr notwendig. In Manilla gibt es 200 Opiumhöhlen, deren Besitzer ihr Gewerbe frei und unbesteuert be- treiben. Es wird gesagt, daß die Amerikaner noch immer in einem sehr schlectitcn Ruf bei der Masse der Bevölkerung stehen, aber das ist erklärlich, weil sich ein hoher Prozentsatz roher und brutaler Gesellen unter den Amerikanern, die auf den Inseln leben, befindet, und die Filipinos sich nicht wie die„Nigger" im Süden der Vereinigten Staaten behandeln lassen. Viele Amerikaner sind auch Besitzer von Schnapshöhlen. Die Filipinos sind sehr be- gierig, die englische Sprache zu erlernen. Der Schulbesuch ist ein guter, und es mangelt noch etwas an Lehrkräften. Für Unterrichts- zwecke wurden auf den Inseln im vorigen Jahre insgesamt zwei Millionen Dollar ausgegeben. Partei- IXacdricdten. poUzeiUeheo, Sericbtlicbes ufw. — Ein Hngcl von Strafmandaten ist zur Zeit der Reichstags- Ersatzwahl in den Kreisen Jerichow I und II über unsere Genossen ergangen, die Sonntags Flugblätter verbreitet und dadurch öffentlich bemerkbare Arbeit verrichtet haben sollen. Es gab Straftnandate in Höhe von 5 bis 15 M Eine ganze Anzahl Genossen aus Burg, Genthin, Brandenburg und R a t h e n otv sind mit solchen Strafmandaten bedacht worden. Gegen einzelne ist Widerspruch erhoben, aber die Schöffengerichte in Genthin und Sandau verwarfen die Berufung. Das Schöffengericht in Genthin fällte das merkwürdige Urteil, daß die Flugblartverbreitung am Sonntag unter allen Umständen strafbar sei. Den Einwand unserer Genossen, daß sie nur ganz kleine Päckchen Flugblätter und diese verhüllt ge- tragen haben, sowie den HimveiS auf andere freisprechende Urteile ließ das Gericht unbeachtet. Ein Urteil des Sandauer Schöffen- gerichts über 15 M. gegen einen Rathenower Genossen hat das Landgericht in Stendal bereits aufgehoben, gestern hob auch das Landgericht Magdeburg das verurteilende Erkenntnis des Genthiner Gerichts, welches unter dem Vorsitz des Amtsrichters Gras v. d. Schulen- bürg Straftnandate in Höhe von 5 M. gegen zwei Brandenburger Genossen bestätigte, ohne jegliche Beweiserhebung auf. Der Staatsanwalt beantragte selbst die Freisprechung. Leider versäumten unsere Genossen, die wegen der Strafmandate ziveimal in Genthin und Magdeburg vor Gericht erscheinen mußten, die Rückerstattung ihrer Unkosten zu beantragen. Diese unaufhörlichen ungesetzlichen Polizeimaßnahmen werden nur dadurch wirksam eingedämmt werden können, daß ihren Ur- hebern die Gesamtkojtrn der von ihnen verschuldeten Verfahren auf- erlegt werden._ Hus Induftnc und Handel. Der Bergarbeiterftreik und der Siegcrlnnder Eiscnmarlt. Wohl am schwersten unter den rheinisch-wcstfälischen Jndustriebezirkcn trifft der Bergarbeiterstreik den Siegerläuder Bezirk, denn die dortigen Eisenwerke hatten nur geringe Kohlenvorräte angesammelt. Bekannt- lich ist den Siegerländer Eisenwerken ftir ihre Anfuhren von der Regierung eine Frachtcrmäßiguug zugestanden worden, und den Eintritt dieser Ermäßigung wollten natürlich die Werke abwarten, ehe sie sich mit größeren Kohlenvorräten versorgten. Inzwischen brach aber der Streik aus und die Versorgung mußte unterbleiben. Der größte Teil der Walzwerke liegt daher still, da die Zufuhr aus dem Saargebiete ungenügend ist und über dieBeschaffuug ausländischer Kohlen erst ein ge- mcinsamer Beschluß gefaßt werden soll. Für die Walzwerke ist der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung" zufolge dieses um so bedauerlicher, als gerade für sie in der letzten Zeit etwas mehr Arbeit in Walz- eisen hereingekommen war und die Beschäftigung sich zu bessern anfing. Bei den Hochofenwerken macht sich der Streik zunächst weniger fühlbar, ihnen kommen die Koksvorräte im Ruhrgebiet noch zu statten. Um sich den Koks zugängig zu machen, läßt man denselben auf den Kokereien durch eigens ent- sandte Arbeiter verladen. Nur ganz vereinzelt sieht man sich genötigt zu dämpfen. Bei längerer Dauer des Streiks werden allerdings auch die Roheisenwerke in Mitleidenschast gezogen werden. Da das AuS- und Anblasen eines Hochofens stets mit größeren Kosten verknüpft ist, so wird die Betriebsunterbrechung durch mangelnde Kokszufuhr die Hüttenwerke noch viel schwerer treffen wie Walzwerke. Bisher hat nur die Johannishütte in Siegen ihren Hochofen gestoppt; doch soll auch die Gaierhiitte zum Aus- blasen entschlossen sein. Stillgelegt wurden ferner von größeren Betrieben das Sieghüttcr Walzwerk, die Werke der„Siegener Eisenindustrie" in Weidenau und die Buschgotthardtshütte. Englische Kohlen in Emden. Der Versand englischer Kohlen nach Emden hat, ivie von dort gemeldet wird, in den letzten Tagen ganz bedeutende Dimensionen angenommen. Im Emdener Außen« Hafen sind bereits so viele Kohlendampfer mit englischen und schottischen Kohlen eingetroffen, daß seit Sonnabend ununterbrochen bei Tag und Nacht gelöscht wird und ganze Züge bis zn 100 Achsen ausfahren. KapitalSerhöhung der Deutschen GaSgliihlicht-Aktiengcscllschiift (Auergesellschaft). Wie das„Berliner Tageblatt" meldet, werden zurzeit Verhandlungen zwischen der Gesellschaft und einem kürzlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelten Unternehmen der Gasglüh- licht-Jndustrie wegen llebernahme. dieses Unternehmens geftihrt. Zu- gleich wird das Aktienkapital der Auergesellschaft, das zurzeit 2 401 000 M. beträgt, erhöht werden. Es verlautet, daß etwa 300 000 M. neue Aktien ausgegeben werden sollen.� Ein Teil der neuen Aktien wird zum Aufkauf des erwähnten Konkurrenz- Unternehmens benutzt werden. In einer für morgen anberaumten Sitzung des Auffichtsrats der Deutschen Gasglühlicht-Gefellschaft wird über diese Projekte entschieden werden. Vom internationalen Weizenmartt. In einem Bericht über die Lage des Weizcnmarktes, fpcziell des englischen, weist der„Standard" darauf hin, daß trotz der außerordentlich niedrigen Zufuhren aus den Bereinigten Staaten von Amerika nur um 2 bis 3 M. pro Tonne gestiegen sind.„Die bedeutenden Weizenverschiffungen aus Rußland, Indien und Argentinien," schreibt das Blatt,„haben die infolge der knappen Zufuhren aus den Vereinigten Staaten erwartete Preis- steigerung vereitelt. Es ist erstaunlich, daß die Vereinigten Staaten, die noch vor drei Jahren nicht weniger als 30 Millionen Ouarters Weizen ausführten, in der gegenwärtigen Geschäftszeit nur 5 Millionen an das Ausland abgeben können, und dadurch die europäischen Preise um nicht mehr als 2—3 Shilling gehoben wurden. In der Hauptsache ist dies darauf zurückzuführen, daß Indien, dessen Ernte im vorigen Jahre die übliche Durchschnittsmeuge um 50 Proz. übertraf, in diesem Jahre eine fast ebenso reiche Ernte einbringen wird. Auch die für den europäischen Verbrauch so wichtige argentinische Ernte fiyeint kaum hinter der großen letztjährigen zurückzubleiben; wenn auch die Ernte von Santa Fe nicht den Er- wartungen entsprochen hat, so find doch in den nächsten sechs Monaten große Zufuhren von La Plata zu erwarten. Zu bemerken bleibt, daß der europäische Verbrauch in der legten Beit außerordentlich gestiegen ist und aus diesem Grunde die Preise in diesem Jahre auf einem höheren Stande sich bewegen, als in den letzten Jahren der Fall war." " Gewerkschaftliches. Internationale Streifstatistit. Die Abnahme der Streitbewegung im Dezember 1904 war nach der Arbeitsmarkt- Korrespondenz"" sowohl gegenüber dem Vormonat als auch dem Vergleichsmonat des Jahres 1903 auffallend start. Die Zahl der begonnenen Streits ist nicht nur in den Ländern ge= ring, in denen die Lage des Arbeitsmarktes jede Aussicht auf Streiferfolge benahm, sondern ganz allgemein zeigte sich eine äußerst minimale Streitlust. Wenn auch der Dezember alljährlich den tiefsten Stand der Streikbewegung bringt, so war doch noch selten in einem Jahre die Bewegung so erlahmt wie am Schlusse des Jahres 1904. In Deutschland, Frankreich und England zusammengenommen begannen im Dezember nur 61 Streits gegen 100 im November und 77 im Dezember 1903. In England und Frankreich, wo die Ziffer der an den Streifs Beteiligten schon ermittelt ist, traten im Dezember nur 3940 Arbeiter in den Ausstand gegen 25 421 im November und 12 509 im Dezember des Jahres 1903. In England zeigte nur das Tertilgewerbe eine etwas größere Zahl von Streifenden. Die Besserung, die das Baumwollgewerbe während der letzten Zeit wieder erfahren hat, ermutigte die Arbeiter zur Abwehr von Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen, zum Teil auch schon zu Lohnforderungen. Im ganzen fanden 3 Streits im Tertilgewerbe statt, an denen sich 858 Arbeiter beteiligten. Sonst begann nur noch in drei Gewerben je 1 Streif. Im ganzen Jahre 1904 fanden in England nach den monatlichen Aufzeichnungen der„ Labour- Gazette" 319 Streits mit 82 767 Beteiligten statt gegen 349 und 112 995 Beteiligten im Jahre 1903. Auf die einzelnen Gewerbe verteilen sich diese Streitfälle und Beteiligten wie folgt: Gewerbe Bergbau, Steine und Erden Textilgewerbe Streitfälle 1903 1904 Beteiligte 1903 1904 43 119 61 682 31 544 11 267 12 754 1 391 114 99 . Metalle, Maschinen und Schiffbau 75 64 • 51 51 9 084 24 24 2470 40 34 3 560 15 9 2162 30 38 2719 3824 Selbstverständlich sind auch die Preise für Wohnungen gestiegen; Tohn ist das Bau- Arbeitgebertum fapitalfräftiger geworden. Der seit 1902 um 38,88 m., also über 10 Proz. Bauschwindel hat bedeutend nachgelassen, Bankerotte und Fälle, wo Mit den Lebensmittel- und Wohnungspreisen sind auch die der Arbeiter seinen verdienten Lohn nicht erhalten konnte, sowie Preise für alle anderen Bedürfnisse gestiegen, so daß die gewünschte Unterschlagungen der abgezogenen Ortskaffen- Beiträge kommen nur Lohnerhöhung gerade dazu ausreichen würde, den Maurern die bis- noch im geringen Maße vor. herige Lebensweise auch für die Zukunft zu gestatten. Was die Forderung betrifft, daß die Berliner Löhne auch für die östlichen Vororte gezahlt werden sollen, so ist deren Berechtigung wohl nicht abzustreiten, nachdem die Entwicklung dazu geführt hat, daß die Lebensverhältnisse in diesen Fabritsvororten sich den Berliner Verhältnissen angepaßt haben. Wenn wirklich im Preise der Wohnungen noch ein kleiner Unterschied vorhanden sein sollte, so wird derselbe reichlich dadurch aufgewogen, daß die Lebens- und Gebrauchsmittel- Preise dort mit der Zeit über die der gleichen Artikel in Berlin hinausgewachsen sind. Von großer Bedeutung für die Organisation ist die dritte Forderung: Der Absatz 1 des§ 6 soll entfernt werden; dafür ist zu feßen: Maßregelungen bezw. Entlassungen infolge Eintretens für Durch führung und Junehaltung der Vertragsbestimmungen dürfen nicht stattfinden. Ein beliebter Einwand im Publikum gegen die wachsenden Löhne der Bauarbeiter ist der, daß durch diese auch die Mieten steigen müßten. Die Herren Hausbesitzer ganz besonders pflegen bei vorgenommenen Mietssteigerungen gern auf Arbeiterforderungen als ursächlich hinzuweisen. Bei fertigen Bauten, die vielleicht schon jahrelang bezogen sind, ist das natürlich von vornherein ein Unsinn. Aber auch bei Neubauten trifft es nicht zu. Der Preis der Wohnungen richtet sich nach Angebot und Nachfrage, die in der modernen privatkapitalistischen Produktion leider oft durch die Spekulation zum Nachteil der Allgemeinheit beeinflußt werden. Kapitalkräftige Spekulanten lassen oft Terrains, auf denen die Einwohnerschaft einer mittleren Stadt Platz finden könnte, jahr zehntelang liegen, um dann im Augenblicke eines großen Bedarfs Millionen und aber Millionen aus denselben herauszuschlagen. Unter dieser Spekulation leiden die Bauarbeiter als Mieter nicht geringer als der übrige Teil der Bevölkerung. Wenn sie nun von diesem Riesengewinn Der jetzt gültige Vertrag gestattet die Auflösung des Arbeits- durch das Mittel der Organisation wenigstens einen Teil auch für verhältnisses ohne Angabe von Gründen. Diese Bestimmung hat zu sich zu erkämpfen vermögen, verdienen sie unsere volle Sympathie ähnlichen Reibungen zwischen Arbeitern und Unternehmern geführt, und im Notfalle unsere Unterstügung. Hebt sich die Lage der wie sie neuerdings auch in Berliner Buchdruckereien vorgekommen Arbeiterklasse auch nur an einer Stelle, so ist dies nicht nur ein find. Die bisherige Fassung des Paragraphen wurde von den Ansporn für die übrige Arbeiterschaft, den Voranstrebenden nachzuArbeitgebern als Mittel der Selbsthilfe gegen solche Gesellen be folgen, sondern die erhöhte Konsumfähigkeit der Vorgeschritteneren mußt, die einzeln oder im Auftrage der gesamten am Bau beschäftigten erhöht auch für die übrigen die Möglichkeit, die eigene Lage zu Kollegen für die Junehaltung und Durchführung der Vertrags- verbessern! bestimmungen wirkten. Da nicht alle Arbeitgeber mit allen Bestimmungen Die Lohnbewegung der Kleber. Infolge des Beschlusses der Verdes Vertrages einverstanden sind und sich begreiflicherweise nicht sofort an die Neu- Ordnung gewöhnen konnten, insbesondere aber sammlung vom 11. Januar ist der Tarif den einzelnen Unterdie Poliere sich in ihrer bis dahin unbeschränkten Selbstherrlichkeit nehmern zugesandt worden mit dem Ersuchen, daß sie sich bis zum den Gesellen gegenüber beschränkt sahen, so konnte man annehmen, 25. d. M. über Annahme oder Ablehnung desselben äußern möchten. daß mit der Zeit sich eine sinngemäße Auslegung dieser Vertrags- Gleichzeitig ist auch die Tapezierer- Junung um korporative FestIn der Kleberversammlung, bestimmungen herausbilden würde. Das geschah leider nicht; die legung des Tarifs ersucht worden. Bahl der offenbar gemaßregelten Maurer, denen jedoch immer von welche am Donnerstag abgehalten wurde, berichtete Wels, daß die den Unternehmern die Angabe von Gründen zur Entlassung ver- Junung in ihrer Versammlung am 25. b. M. zu der Angelegenheit weigert wurde, mehrte sich von Jahr zu Jahr. Stellung genommen, vorher aber die Arbeitgeber ersucht hatte, den Wiederholt ist in der Achtzehner- Kommission unter allseitiger Tarif noch nicht zu unterschreiben. An der Innungsversammlung am Bustimmung auch der Arbeitgeber festgelegt worden, daß es 25. d. M. haben außer dem Gehülfen- Ausschuß auf besondere Einladung fein Entlassungsgrund ist, tvenn Gesellen für die Innehaltung und des Innungsvorstandes auch Vertreter des Tapezierer- Verbandes Durchführung der Vertragsbestimmungen wirken und in den Bausen teilgenommen. In dieser Versammlung hat die Zunung beschlossen, in angemessener Weise für ihre Organisation agitieren. In Konsequenz daß eine aus je 9 Vertretern beider Parteien bestehende Tarif dessen muß die Achtzehner- Kommission Fälle, wo die Gesellen sich kommnission eingesetzt werde, welche über den Abschluß eines korpora8 623 dem Sinne des§ 6 Absatz 1 entgegen entlassen fühlen, zu erledigen tiven Tarifvertrages zu verhandeln hat. Die Verhandlungen sollteu suchen. sogleich beginnen, die erste Sigung war auf Freitag, den 27. d. Mts., Die vierte Forderung ist die der Streichung der sogenannten angefeßt. Wels bezeichnete diesen Gang der Bewegung als beAm stärksten war die Sreitbewegung in der Gruppe Bergbau, Steine Leistungsklausel. friedigend. Es sei nicht zu befürchten, daß durch die Verhandlungen, und Erden. An zweiter Stelle folgt die Gruppe Textilgewerbe, an Als im Herbst 1900 die Arbeitgeber- Vertreter in der Acht- die möglichst beschleunigt werden, eine Verschleppung eintrete. Augendritter Stelle das Metall- und Maschinengewerbe inkl. Schiffbau. zehner- Kommission anläßlich der damaligen Verhandlung über die blicklich sei die lebhafte Stonjunktur noch nicht eingetreten, es sei deshalb Noch stärker als in anderen Ländern ging in Frankreich die Verlängerung des Vertrages die Festsetzung einer Normalleistung durchaus kein Nachteil für die Arbeiter, wenn der für die LohnStreitbewegung während des Dezembers zurück. Es begannen nur beantragten, so begründeten sie die Forderung damit, daß der Ge- bewegung entscheidende Termin noch um acht Tage hinausgeschoben 22 Streits gegen 49 im November und 54 im Dezember 1903. Die währung eines bestimmten Lohnes eine Gegenleistung der Arbeit- werde. Am 1. Februar foll wieder eine Versammlung der Kleber Bahl der Beteiligten stellte sich auf 2766, während sie im November nehmer gegenüberstehen müsse. Die gedachte Leistung war ursprüng- abgehalten werden, der das Ergebnis der Verhandlungen der Nach längerer noch 20 661 betrug und 9882 im Dezember 1903. Trotz der geringen lich in eine ganz bestimmte Form gekleidet und zwar, daß bei Kommission zur Beschlußfassung unterbreitet wird. Streifluft handelte es sich in den meisten Fällen um Angriffsstreits. normalen Arbeitsverhältnissen, gewöhnliches Mauerwerk, durchschnitt- Diskussion erklärte sich die von etwa 400 Personen besuchte BerDie Dauer der einzelnen Streits war verhältnismäßig turz; lich 75 Steine in der Stunde verarbeitet werden sollten. sammlung fast einstimmig mit dem Eintritt in die Verhandlungen Wels, 17 Streits wurden beendet, ohne daß einer länger als 16 Tage Von den Arbeitnehmer- Vertretern wurde geltend gemacht, daß einverstanden. In die Kommission wurden gewählt: dauerte. Was das Resultat der Streits betrifft, so zeigte sich an sie gegen die Festsetzung von bestimmten Leistungen an sich nichts Lobiz, Bruno, ud, 2ud, Bette, Hedmann, Hirth, den vielen Niederlagen, daß die Marktlage für die Arbeiter einzuwenden hätten. Die Verschiedenartigkeit der Bausausführung Klinke und Priebe. recht ungünstig war. Von den 24 Streits, die im Dezember in architektonischer und konstruktiver Beziehung, die für jeden Bau von zu Ende gingen, waren nur 4 erfolgreich, 11 endeten durch einander abweichenden Grundverhältnisse, die technische Leitung, das Vermittelung und 9 mit einem direkten Mißerfolge. Von den sehr verschiedene Baumaterial, die Produktions- und Transportmittel Streits in Belgien ist ein Bergarbeiter Ausstand im Borinage sowie die ganz von einander abweichenden Ansprüche und Auffassungen der zu erwähnen, der sich gegen eine angesonnene Lohnverkürzung Arbeitgeber uad der Bauherren an die Qualität und Quantität der Arbeit wandte. In Italien herrschte ziemliche Ruhe; nur ein Streit und anderes mehr, gestatten jedoch keine sichere, gerechte und einwandsder Hafenarbeiter in Venedig ist zu nennen. Auch in Rußland war freie Beurteilung der Leistung. Es sei daher ausgeschlossen, daß während des Dezember die Arbeiterschaft noch ruhig. Von einem diese Bestimmung als Richtschnur einer paritätisch zusammengesezten Streit im Naphtagebiet bei Baku abgesehen, waren teine erheblicheren Kommission bei Schlichtung von Streitigkeiten dienen könne, sie Ausstände zu verzeichnen. Ein größerer Bergarbeiterstreit fand end- müffe vielmehr zu einer unerschöpflichen Quelle von Differenzen, lich noch in Australien statt. In New Castle( Neu- Südwales), Unzufriedenheit und Erbitterung werden. einem Hafenplag mit fast ebenso starkem Verkehr und reger Industrie wie Sidney, legten die Arbeiter auf den unmittelbar bei der Stadt befindlichen Kohlenbergwerken die Arbeit nieder. Insgesamt streitten zirla 5000 Arbeiter. Bekleidung Baugewerbe Verkehr Uebrige Gewerbe 1789 Berlin und amgegend. Der Vertrag der Berliner Maurer läuft in diesem Frühjahr ab. Die Arbeitnehmer Vertreter in der Achtzehner- Kommission für das Maurergewerbe haben deswegen den Antrag gestellt, für den Fall der Verlängerung des Vertrages, in denselben folgende Aenderungen aufzunehmen: 1. Der Lohn soll vom 1. April 1905 ab auf 75 Pf. pro Stunde festgesetzt werden. 2. Für die Gebiete Adlershof, Alt- Glienice, Köpenick und Friedrichshagen soll derselbe Lohn, wie er in Berlin gezahlt wird, festgesetzt werden. 3. Der Absatz 1 des§ 6 foll entfernt werden; dafür ist zu sezen: Maßregelungen bezw. Entlassungen infolge Eintretens für Durchführung und Innehaltung der Vertragsbestimmungen dürfen nicht stattfinden. = Mit der Reorganisation des Spandauer Gewerkschaftskartells beschäftigte sich am Dienstag eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung. Bu diesem Zweck hielt Genosse G. Bauer Berlin einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag, in welchem er in eingehender und instruktiver Weise die Bestimmung der Gewerkschaftskartelle behandelte. offen zutage tretenden Mängel in der Zusammensetzung des örtlichen In der lebhaften Aussprache wurden allgemein die seit Jahren offen zutage tretenden Mängel in der Zusammensetzung des örtlichen Kartells zugegeben; es fehle an befähigten Kräften. Teilweise bringen die Gewerkschaften dem Kartell auch direkte Gleichgültig das Spandauer Kartell ſeit jeher feit entgegen, so daß Das Gewerbegericht tam bann nach Anhörung der Gründe der zur Leistungsunfähigkeit und Bedeutungslosigkeit verurteilt ist. Parteien zu folgendem Schiedsspruch: Von seiten des Genossen Fink wurde der Anschluß der Spandauer " 1. Ein Berliner Maurer ist bei gewöhnlichem Mauerwerk Gewerkschaften an die Berliner Gewerkschaftskommission angeregt, und bei neunstündiger Arbeitszeit in der Lage, durchschnittlich dieser Vorschlag aber vom Referenten und den übrigen Diskussions500 bis 750 Steine zu vermauern. rednern energisch bekämpft. Stieger empfahl, das Kartell in feiner gegenwärtigen Gestalt aufzuheben und statt dessen einen dreigliederigen geschäftsführenden Gewerkschafts- Ausschuß" einzusehen, der die Geschäfte der Kartelle zu besorgen und eine regelmäßige Verbindung mit allen Gewerkschaftsvorständen unterhalten müßte. In der Endabstimmung fand dieser Vorschlag jedoch keine Annahme, degegen sprach sich die Versammlung mit allen gegen vier Stimmen, entsprechend einem zweiten Antrage Riegers gegen den Anschluß der Spandauer Gewerkschaften an die Berliner Kommission aus. 2. Bei der unter 1 genannten Durchschnittsleistung ist Zeitlohn in Betracht gezogen. Ferner handelt es sich bei dieser Durchschnittsleistung nicht um die tägliche Leistung eines einzelnen Maurers, sondern lediglich um die Leistung einer Kolonne." Der Schiedsspruch ist nun seit vier Jahren Vertragsbestimmung. Aber innerhalb dieser Zeit ist nicht ein einziger Antrag von Arbeitgebern an die Achtzehner- Kommiffion gelangt, wonach auf Grund Sieser Bestimmung festgestellt und tagiert werden sollte, ob unter den obwaltenden Umständen die Leistung der Maurer genügend sei. Auch über die Leistung der Maurer im allgemeinen sind die Klagen der Arbeitgeber nicht verstummt. Damit ist unwiderleglich der Beweis erbracht, daß diese Bestimmung die in sie gesezte Erwartungen nicht erfüllt hat. " Soziales. Dagegen ist im vollen Umfange eingetroffen, was die ArbeitAerztliches Standesbewußtsein- ein Problem für Psychiater. nehmer befürchteten. Fast täglich ereignen sich Fälle, wo Poliere 4. Die in§ 1 Absatz 1 vorgesehene Leistungsklausel ist zu und Arbeitgeber, unter einseitiger und falscher Auslegung dieser Be- Der Dresdener ärztliche Bezirksverein bat am letzten Montag streichen. stimmung, die Maurer in Aergernis erregender Weise belästigen, sei beschlossen, die von der Orts- Krankenkasse ihren festbefoldeten KassenDas letztemal wurde der Vertrag im Jahre 1902 verlängert. es, daß bei der Anstellung der Geselle darauf aufmerksam gemacht ärzten gewährte Bensionsberechtigung für standesunwürdig Die Löhne wurden gelegentlich dieser Vertragsverlängerung erhöht wird, hier müssen sie, wie im Vertrage steht, täglich 750 Steine zu erklären. Der Ehrenrat wurde zugleich mit der Strafverfolgung und zwar am 1. April 1903 und am 1. April 1904 um je 2 Pf. verarbeiten" oder wenn der einzelne bei einer bestimmten Arbeit die derjenigen Aerzte, die am 1. Januar 1905 in den Genuß der pro Stunde. Die Mehreinnahme, welche diese Lohnerhöhung den Anzahl Steine nicht verarbeitet hat, Vorwürfe schwerster Art erhoben Pensionsberechtigung gelangt find, beauftragt. Das terroristische Maurern brachte, ist jedoch reichlich aufgewogen durch die inzwischen werder, oder es wird von einer Kolonne besagte Leistung verlangt, Treiben in ehrengerichtlicher Verhüllung wird durch solche Beschlüsse eingetretene Steigerung der Lebensmittel und Wohnungspreise. wo die bei Abschlicßung des Vertrages hierfür ins Auge gefaßten am schnellsten unterbunden werden denn Lächerlichkeit tötet ficher. In der Begründung, welche die Arbeitnehmer ihrer neuen Lohn Vorbedingungen fehlen. Preußisch- fiskalische Sozialpolitik. Am Neubau des Polizeiforderung begaben, werden dafür attenmäßige Beläge gebracht. Bu Infolge dieses Umstandes sind wiederholt Entlassungen und Be- präsidiums in Danzig waren zur Fertigstellung der inneren ArGrunde gelegt find dort den Zahlen über die Lebensmittelpreise die drückungen der Gesellen vorgekommen, insbesondere der jüngeren beiten ungefähr 17 Maurer, einige Schlosser, Tischler usw. beschäftigt. amtlichen Berliner Markthallenberichte. Nach diesen stieg die Mehr- und mit dem Vertragsverhältnis weniger betrauten sowie gegenüber Eines Tages wurden die Arbeiter durch die Nachricht überrascht, daß ausgabe für den Familienbedarf an Nahrungsmitteln allein feit fremden Gesellen, so daß durch diese vertragswidrige Ausnugung der sie entlassen wären und an ihrer Stelle Strafgefangene be 1902 um 51,48 m. jährlich. Zu all den Einflüssen, welche die Er- Bestimmung viel Erbitterung gegen den Vertrag erzeugt worden ist. schäftigt werden. Das ist eine preußische Notstandsaktion zugunsten höhung dieser Lebensmittelpreise bewirkten, kommen aber nun noch Es liegt daher im Interesse einer gedeihlichen Entwickelung des der Arbeiter. Man muß erst Dieb werden um auf Staatsbauten neue hinzu, welche die steigende Tendenz derselben verschärfen Vertragsverhältnisses, daß im zukünftigen Vertrage diese Bestimmung Beschäftigung zu bekommen. werden. So wird sich u. a. bald auch zweifellos die Wirkung der keine Aufnahme findet. neuen Handelsverträge geltend machen. Eine Gebührenordnung, welche auch Mieter zu KanalisationsAber dazu kommt nun auch noch die Steigerung der Mietspreise! Zum Schluß noch einige Bemerkungen allgemeiner Natur über gebühren heranzieht, ist rechtsgültig. So hatte der Bezirksausschuß Der Maurer, der selbst mit tätig ist, die herrlichsten Paläste zu die Aussicht und die Berechtigung der Forderungen: zu Oppeln entschieden und die Klage eines Mieters in Oppeln, des erbauen, ist vielfach, selbst in Berlin, nicht in der Lage, sich Die Bauthätigkeit wird aller Voraussicht nach auch in diesem Regierungsrates Werner, welcher von der Gebühr freigestellt fein eine Wohnung zu leisten, die den allerniedrigsten Ansprüchen genügt. Baujahr für Berlin und seine Vororte eine rege sein. Der Hypotheken- wollte, abgewiesen. Das Ober- Verwaltungsgericht bestätigte die Von insgesamt 832 verheirateten Maurern leisteten sich nur 172 eine markt, der Binsfuß und das Angebot von Baugeldern, sowie der Entscheidung als zutreffend. Man ging davon aus, daß die KanaliWohnung von zwei Zimmern, d. H. getrennte Wohn- und Schlaf Grundstücksverkehr ist immer noch günstig. Deffentliche Bauwerke fation nicht bloß den Grundeigentümern die Entwässerung der Täume. 660 von ihnen, also die weitaus überwiegende Mehrzahl stehen verhältnismäßig viel in Aussicht und an Mietswohnungen ist Grundstücke erleichtern solle, sondern auch die ganze Stadt reinhalte derselben, hatte neben der Küche nur noch ein Zimmer, das dann immer noch Bedarf vorhanden. Sozialpolitiker nehmen an, daß, und der Gesundheit aller Bürger nute. Es werde zum Beispiel die als Wohn- und Schlafraum für die ganze Familie dienen mußte. wenn die Bevölkerung genügenden Spielraum für Um- und Zuzüge, Gefahr der Verbreitung ansteckender Krankheiten vermindert. VorDiese Verhältnisse erleiden noch dadurch eine Verschlimmerung, daß sowie genügende Auswahl von Wohnungen haben soll, 3 Prozent ausseßung der Heranziehung zur Gebührenleistung sei natürlich der es gerade die großen Familien sind, die in Wohnungen mit nur der gesamten Wohnungen leer stehen müßten. Nach dem Jahr Anschluß der fraglichen Räume an die Kanalisation. cinem Zimmer hineingepfercht werden, während die weniger oder buch der Stadt Berlin standen aber im Jahre 1904 schäzungsweise gar nicht mit Kindern gesegneten sich der besseren 3we i zimmer nur 1,04 Prozent Wohnungen leer. Die Rache der Sieger im niederländischen Generalstreik von 1903 Wohnungen erfreuen. Auch die etwaigen Einwände der Unternehmer, daß ihnen bei fennt noch immer keine Grenzen. Von den damals aus dem Dienst einer zu gewährenden Lohnerhöhung kein Gewinn mehr bleibt, der der Gemeinde Amsterdam entlassenen Arbeitern warten noch undie Fortführung der Geschäfte gestatten würde, ist hinfällig. Die gefähr 110 bis 120 vergeblich auf Wiedereinstellung wirtschaftliche Lage der Haus-, Grund- und Bodenbesitzer hat sich und leiden, da es gegenwärtig äußerst schwer ist, irgend welche Der Maurer kann im Durchschnitt nur auf 221 Arbeitstage im weit rascher gehoben, als die der Arbeiter. Im Jahre 1892 betrug Arbeit zu finden, zu einem großen Teil mit ihren Familien bittere Jahr rechnen. Unter Berücksichtigung der im Vertrage festgelegten die Zahl der freiwilligen Grundstücksverkäufe in Berlin 10,76 Broz, Not. Am Mittwoch stellten unsere Parteigenossen Tat und Polat Arbeitszeit und bei einem Stundenlohn von 70 Pf. dürfte die der Subhastationen 1,58 Proz. aller Grundstücke. Zehn Jahre im Gemeinderat den Antrag, den Bürgermeister und Magistrat zu der Jahresdurchschnittslohn eines Maurers 1350 M. betragen. später, 1902, wurden freiwillig nur noch 6,45 Proz. der Grundstücke ersuchen, bei Einstellung von Gemeindearbeitern in erster Weise die Mithin verwendet der Maurer 20-23 Proz. seines Jahreseinkommens verkauft; zur Subhastation kamen nur noch 0,53 Proz. Und diese Entlassenen vom April 1903 zu berücksichtigen. Der Antrag wurde auf Wohnungsmiete. Einen größeren Betrag fann er für diesen Verbesserung der Verhältnisse hatte sich in stetiger Entwickelung durch abgelehnt; außer den Antragstellern stimmten nur noch zwei Zwed nicht aufwenden, obwohl es seinem Bedürfnis durchaus ent- gefeßt, fast unbeeinflußt von den Krisen, welche die bekannten Krachs Gemeindevertreter dafür. Nach den Erklärungen, die der Bürgerspräche und im Interesse des Gemeinwohles dringend erforderlich der Hypothekenbanken hervorriefen. meister zu dem Antrag abgab, soll allerdings die Teilnahme am Auch die Bauunternehmer selbst stehen sich nicht schlechter. An- Generalstreit fein Hindernis der Wiedereinstellung mehr bilden. Es fang der neunziger Jahre betrug der Maurer- Tagelohn 5,00-5,50 m. seien, bemerkt er, türzlich sogar Mädelsführer" wieder eingestellt Trotz der Lohnerhöhung bis auf 6,30 M. dem jezigen Vertrags- I worden. Die Durchschnitts- Wohnungsmiete beträgt für die Einzimmer Wohnungen 267,84 M., für die gweizimmer- Wohnungen 350,47 M., für beide Gruppen zusammen 309,12 M. wäre. Berschlimmert werden die Wohnungsverhältnisse noch durch das Schlafftellenwesen. w As den Inhalt der Inserate bernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Gonnabend, den 28. Januar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Mignon, Neues fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Faust. I. Zeil. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Traumulus. Weften. Die neugierigen Frauen. Nachm. 2 Uhr: Wilhelm Tell. National. La Traviata. Zentral. Die Jurheirat. Meues. Der Graf von Charolais. Thalia. Der große Stern. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Kreuzelschreiber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Fuhrmann Henschel. Kleines. Die Neuvermählten. Ab. Schiedssouper. Nesidenz. Herkulespillen. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches. New York. Luisen. Hasemanns Töchter. Kafino. In Bertretung. Metropol. Die Herren von Magim. Belle Alliance. bundus. Lumpacivaga Carl Weiß. Geld und Name. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Passage Theater. Bernardi. Willi Brager. Anf. 5 Uhr. Herrnfeld Theater. Prinz Lebh in Ahlbed. Palaft. Ein Allerweltsmädel. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Hrania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Jin Hörsaal: Dr. B. Donath: Wärmestrahlen. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Ubr. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Hörsaal: Dr. B. Donath: Wärmestrahlen. Invalidenstr. 57/62. Sternwarte 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. CASTAN'S ANOPTICUM. PANAS Der Friedrichstr. 165. geheimnisvolle Hexentisch!! das Mirakel des 20. Jahrhunderts. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Bauernkomödie m. Gef. in 3 Aften von Ludwig Anzengruber. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Tod. Sonntag, abends 8 Uhr: Jugend. Montag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Schauspiel in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der Geizige. Hierauf: Der Hexenfang. Sonntag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Montag, abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Apollo- Theater. Zirkus Schumann. Zirkus Busch. 218 Friedrichstr. 218. Täglich: Die Phänomene Allen Freunden, Bekannten und Parteigenossen die traurige Nach richt, daß unser lieber, unvergeßlicher Vater und Schwiegervater, der Tischler August Wilke nach langem, schwerem Leiden im Alter von 58 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag nachm. 1 Uhr von der Leichenhalle des Schöneberger Kirchhofes, Mar straße, aus statt. 1675b Die trauernden Hinterbliebenen. Sozialdemokratischer Wahlverein für Schöneberg. Am Donnerstag, den 26. d. Mts., berftarb nach langem, schwerem Leiden unser langjähriges Mitglied, der Tischler August Wilke. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. am Heute Sonnabend, den 28. b.., Sisters Amalia- Léonora. mittags i Uhr von der Leichenabends präz. 72 Uhr: Die Löwenbraut Berliner Luft XIV. Grande Soirée High- Life. Miss Claire Heliot. von Paul Lincke und das hochinteressante JanuarSpezialitäten- Programm mit Golemanns Hundemeute. ! Unerreichter Dressur- Akt! Sonntag, 29. Jan., nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Venus auf Erden und Spezialitäten, Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Invalidenstraße 57/62. Stern Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Im Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Neues Theater. Anfang 7%, Uhr: Das Fest des Lichts. Rauchen gestattet. ( Ballett.) Anf. 8 Uhr. Der Graf von Charolais. Passage- Theater. Sonntag: Der Graf von Charolais. Montag: Die lustigen Welber von Windsor. Dienstag zum erstenmal: Sommernachtstraum. Ein Kleines Theater Abends 8 Uhr: Die Neuvermählten Hierauf: Abschiedssouper. Sonntag nachm. 3 Uhr, ermäßigte Anfg. b. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nehm.Wochentg.5, Sommt.3Uhr. Arturo Bernardi. der berühmte italienische Vers wandlungsfünstler. Littke Carlsen Breije: Familienidyll. Liebesträume. Willy Prager Serenissimus. Abds. 8 Uhr: DieNeuvermählten. Hierauf: Abschiedssouper. Montag und Dienstag: Nachtasyl. National- Theater Weinbergsweg 19. Sonnabend, den 28. Januar 1905: Abschieds- Vorstellung Franzeschina Prevosti. La Traviata. 14 erstklassige Nummern. Lustspielhaus Abends 8 Uhr: Der Familientag. Allabendlich: Der Familientag. Sonntag nachm. 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Gala- Programm. Neue Debüts u. fämil. Spezialitäten. Ferner: Katharina II. Berliner Taxameter, höchfttom. Parodie und die vorzügl. Programmnummern. Die jugendliche Schulreiterin Frl. Dora Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Januar, nachhalle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus itatt. Um rege Beteiligung ersucht 15/1 Der Vorstand. Schumann mit ihrem beliebten Reitati Bernhard Rose- Theater Verein der Zimmerer Berlins à la jardinière. Der phänomenale Jongleur zu Pferde Mr. Joe Hodgini. Miß Stidney. Soeurs Miniggio. Troupe Marno. Der urkomische seinen Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Morgen nachmittag 3 Uhr: Jägerliebchen. Abends 7 Uhr: Drigin. Jan Clermont breffiert. Steven Der Kaufmann von Venedig. Klown Dir. Alb. Schumanns neue u. moderne Dressuren. Um 9 Uhr: Bis jetzt unübertroffener Erfolg! Die große Schumannsche AusstattungsPantomime Eine Nordlandsreise. Komisch phantastische Pantomime in 7 Aften. Entworfen und mit feenhafter Pracht inszeniert vom Dir. Alb. Schumann. 2 Sonntag große Borst., nachm. Ausstattungspantomime. Abds. 7%, U.: 3, Uhr( 1 Mind frei) Marocco, große Eine Nordlandsrelse. In beid. Vorst. Jan Clermont 2c. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Hente und folgende Tage 8 Uhr: Herkulespillen. Schwank in 3 Atten von Baul Bilhaud und M. Hennequin. Deutsch von M. Schönau. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Rachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung ( fleine Preise): Dornröschen. Abends 7, Uhr: Extra- Vorstellung, veranstaltet vom Verein Kameradschaft ehem. Garde- Artilleristen. Unsere Soldaten, oder: Krieg im Frieden. Morgen nachin. 3 Uhr( Bart. 60 Bf.): Geld und Name. Schauspiel in 5 Aufz. von Shakespeare. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Entree 40, Parkett 75 Bf., Sperrfit 1 M. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. WING DARTH BARTEN 765 Neues Programm Tortajada, span. Tänzerin und Sängerin 0. K. Sato, komischer Jongleur. The Nightons, Kraft- Gladiatoren. Johnstone, Kunst- Radfahrer. Das Mädchen mit dem goldenen Haar. Pas de Fleurs, Blumentanz. Otto Reutter. De Bière, Zauberkünstler. Maria Stuart. Abends 7%, br: Johnson u. Dean, Mulatten- Giger] W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Anfang 7%, Uhr. Gonntag nach Deutsch- Amerikanisches Wegen Privatfeftlichkeit geſchloſſen. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Zar und Zimmermann. 6. 72 Uhr: Die Jüdin. Zentral- Theater Anfang 7 Uhr. Bum erftenmal mit neuer Ausstattung unter persönl. Leitung d. Komponisten: Die Juxheirat. Operette in 3 Atten von Jul. Bauer. Mufit von Franz Lehar. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Abends: Die Juxheirat. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Theater. Köpenickerstr. 67/68. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: NEW- YORK Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Ueber'n grossen Teich. Gebrüder Safemann's Coighter. Herrnfeld- Theater. Töchter. Sonntag nachm.: Hopfenraths Erben. Abends: Die wilde Kate. Der Sonntag: Mein Heidelberg. Boltsstück mit Gesang in 6 Bildern von Pohl u. Bilfen. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Bf. Ball. Alexia, Pariser Tänzerin. The Potters, Luft- Gymnastiker. Der Biograph. Otto Pritzkows Abnormitäten Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung Volksgarten- Theater Die Riesin Jlona ( früher Weimana). Sonnabend, den 28. Januar 1905: Maskenball des Rauchklubs ,, Pfeifchen glüh". Sonntag, d. 29. Januar, nachmittags Aschenbrödel. Abends: Leonore. Palast- Theater 485 Pfd. fchwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! und Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges treues Mitglied, der Kamerad Robert Schulz am 24. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen: halle der Zionsgemeinde( Nordend) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 257/2 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse ber Zimmerer. E. 5. Nr. 2, Hamburg. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß das Mitglied unserer Kaffe, der Zimmerer Robert Schulz, Bionskirchstr. 3 wohnhaft, am 24. d. Mts. nach längerem Krankenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Bions- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen( Nordend) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 259/2 Der Vorstand. Bez. II. Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgen. Deutschl. Todes- Anzeige. Am 24. Januar cr. verstarb unser Kollege, der Steindruder Richard Baack im Alter von 38 Jahren an der Lungenschwindsucht. 285/20 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. d. M., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in NiederSchönhausen aus ftatt. Die Verwaltung der Filiale I. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere Lage Herren- Moden. D fertige Bestellungen n. Maß, tadell. Ausf. in eigener Werkstatt. Etablissement Buggenhagen Spezial- Geschäft Moritzplatz. Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Montag: Dr. Janits Bauber: bisher unübertroffene lachluftigfte Das glänzende Januar- Programm. In den unteren Sälen jeden Abend: Herrnfeld- Schlager! 14 Schaunummern 1. Ranges! ! 14 Schaunummern 1. Ranges! Bockbierfest. Kasino- Theater mit seinen stürmisch täppchen. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. bejubelten Situationen 9 Uhr. Ein Riesen- Lacherfolg! Nur noch wenige Tage: Ein Rur noch bis Montag: Prinz Levy in Ahlbeck Allerwellsmädel In Vertretung. Dienstag: Premieren- Abend. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Schwant in 3 Atten mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Burleske m. Gesang u. Tanz v. Braune. RO KONZERT. Der dumme Mag u. der fluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Anfang 8 Uhr. Eröffnung 75. Fritz Steidl- Sänger. Entree 50 Pf. Tanz. Sonntag, nachm. 3 Uhr, f. Preise: Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: Maria Stuart. Trauerspiel in fünf Aften von Friedrich v. Schiller. Else Wünsch a. G. Donat Herrnfeld. Maria Stuart Vorzeiger dieser Annonce zahlen Prahibal, deffen Reisebegleiter: wochentags die halben Kassenpreise. Anton Herrnfeld. Die glückliche Gilberte Anf. 8 Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Skala- Theater. Linienstr. 132( a. d. Friedrichfte.) Sensationelles Programm! Die Dame von Maxim. Poffe mit Gesang in einem Att, ſowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7, Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Sanssouci. Rottbuser Zor- Stat. der Hochbahn. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns 1. Tanzkränzchen. Gustay Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. deutsch- franz. Der neue Januar- Spielplan. Norddeutsche Sänger Anny Raaly, onsertfängerin. Jeb. Dienstag u. Mittwoch ausgezeichnetes Lyrika- Duett. Dienstag, zum 2. Male: Fatme, Indife Gaullerin, Theater- Abend. Kean oder Genie und Leidenschaft. sowie alle übrigen erstklaff. Spezialit. Anf. wochent. 7 Uhr, Sonntags 4%, Uhr. Gegen Kaffe billigste Preise. für Men Verwandten und Be fannten die traurige Nachricht, daß mein lieber herzensguter Mann 16636 Julius Wolff nach langem, schwerem Leiden ver storben ist. am Die trauernde Witwe Selma Wolff geb. Kirmas. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. d. M., nachm. 12 Uhr, vom Trauerhause Boltastraße 7 aus statt. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann Julius Knauer am 24. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 29. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedens Kirchhofes zu Nieder1658b Schönhausen aus statt. D Die trauernden Hinterbliebenen. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Töpfer Franz Stöhr am Donnerstag, den 26. d. Mts., gestorben ist. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Die Beerdigung findet Sonntag nachm. 3 Uhr von der Halle der St. Andreas Gemeinde, Hohen 16686 Schönhausen, aus statt. 4 Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied 129/5 Friedrich Bracklow, Zahlstelle Norden, am 27. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. Januar cr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Himmelfahrts- Kirchhofes in NiederSchönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Johannes Müller am 25. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. Januar cr., der nachmittags 3 Uhr, bon Leichenhalle des Markus- Kirch hofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/5 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen lieben Kollegen, Freunden, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber, guter Mann und sorgsamer Bater, der Maurer Friedrich Bracklow genannt Fritz geboren zu Liebenthal, am 27. d. Mts., früh 5%, Uhr, nach langem, schwerem Strantenlager im 45. Lebensjahre sanft ent[ 16645 schlafen ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Witwe Ottilie Bracklow nebst Tochter. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 29. d. Mis., nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Himmelfahrts- Kirchhofes, Nieder- Schönhausen, aus statt. Herren- Bekleidung, abel- Cichler 339 Kein Waren- Kredithaus.::: J. Kurzberg An der Jannowitzbrücke 1, I. Bahnhof Jannowigbrüde. auf beste Arbeit nach Zeichnung Werkstätten für Handwerkskunst Otto Erdmann jun. 16746 23 aldemarstraße 27. ' Frankenhausen a. K." Kyffhäuser- Technikum Electro- u. 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Für die ausständigen Bergarbeiter zeitig alterte und nun siech und erwerbsunfähig ist, kein Pflege- Rollschinken, Speckseiten, Würste usw., konnten dem Bestohlenen wieder haus mehr, sondern nur noch ein Sterbehaus. zugestellt werden. gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommission folgende Beiträge ein: Solche Zustände kann man sich nur daraus erklären, daß Opfer einer Bezinerplosion. Die 26 jährige Wäscherin Marie Gesangs. Kornblume" durch Bietsch, 1. Rate 10,-. Lifte 3552 7,60. längst aufnahmebedürftig gewordene Sieche erst dann auf Grunach, die vor acht Tagen bei einer Benzinerplosion in der Lifte 4771, gef. d. Taube, Stallschreiberstraße 17,60. Liste 4262 4,-. Liste genommen wurden, als es absolut nicht länger mehr hinaus- Handschuh- Wäscherei von J. Glorid im Hause Groß- Görschen3916 9,- Roter Beamter 6,-. V. Pieris u. Wall 1, Spar- u. Lotterie- geschoben werden konnte, und daß andererseits die Kranken- straße 36 schwere Brandwunden an den Händen und im Gesicht berein Herta I" 5,- Lifte 2373 Telephontischler Dischleit 16,30. Liste 2374 Möbeltischler u. Maschinensaal v. Dischleit 24,40. Rauchklub" Sieben häuser, die bekanntlich ebenfalls seit langem an Plazmangel davontrug, ist gestern im Elisabeth- Krankenhause, wohin man die roocht", M. d. A.-N.-B. 5,-. Lifte 3893 5, Maschinensaal 29,10. Liste 93 Koll. d. F. Henschke u. Buchholz 22,25. Dr- und in Ruhe sterben lassen sollten. Wenn dann die Todes- lassen, kann dieser schreckliche Unglücksfall nur als Warnung dienen. Liste 817„ Lokal- Anz.", Abt. leiden, sich Krante abwimmelten", die sie besser dabehalten unglückliche geschafft hatte, an den Folgen gestorben. Allen denen, die beim Hantieren mit Benzin nicht die größte Vorsicht walten ganis. Kellner v. Steller, Koppenstraße 2,-. Rauchklub„ Neuer Hain" 5, kandidaten im Siechenhause anlangen, dann müssen andere, Gefango. Hoffnung III" Friedrichsb. 10,-. Roter Geburtst., Cadinerstr. 6 1,20. Die Flucht des Bureaugehülfen Abel wird jetzt auch magistratsArbeiter der Auer- Gesellschaft, Abt. A., 1. Rate 40,-. Theaterverein Brüder- die noch gehen können, Platz machen und in Außenpflege lichkeit d. Krause 10,-. Lifte 2406 8,60. Scherl, Gartenlaube 4,-. Liste 3953, Bergmann, Abt. S., verpflegt werden, das ist im Vorwärts" wiederholt aus- Seltsamerweise wird über die Höhe der Summe, die er in der Stoll. der Firma Herm. Ernst, Kiſtenfabrik 6,- hinaus. Wie mangelhaft sie aber hier untergebracht sind und offiziös bekannt gegeben. Der Magistrats- Berichterstatter meldet, daß alle Bemühungen, seiner habhaft zu werden, vergeblich waren. 25,45. Lifte 3912, Turbinenfabrik, Abt. Werkzeugm. 46,25. Liſten 818 und einandergesetzt worden. Es überrascht uns nicht, jetzt in dem städtischen Baugewerkschule in der Kurfürstenstraße unterschlagen 4792, Lokal- Anzeiger, Abt. Falzerei 32,45. Liste 2398 21,- Tapezierer Sendler u. Dreyfus 4,- Verein Berliner Hausdiener auf Listen: 4620 20,45, Arztbericht zu lesen, daß aus Außenpflege zurückkehrende Leute hat, nichts Näheres bekannt gemacht. Das Schulgeld iir 4628 20,65, 4647 10,10, 4625 1910, 4604 11,80, 4630 12,75, 4621 1310, 4632 13,10. ungefragt erklären, sie seien glücklich, sich wieder in der Anstalt Höhe von hundert Mark wird zu Anfang des ersten Semesters, Fliesenl. Firma Hörnide 5,- Maler und Schauerfrau v. Gneist mit Ausnämlich im Oktober, erhoben und soll im Januar an die Stadtnahme Bau Rigdorf 11,50. Lotterieverein" Frohe Hoffnung", Capriviſtr. 8 zu befinden. 10, Rob. Werner 1,-. B. d. Arbeitern d. städf. Gasanstalt, Müllerstr., Der Arzt glaubt, trotz all' dieser Mitteilungen seinen Be- Hauptkasse abgeführt werden. Von den 250 Schülern mag der auf Liften gesammelt: Lifte 992 11,05. Lifte 993 5,25, Lifte 994 25,60. richt mit der Versicherung schließen zu sollen, die Anstalt fünfte Teil Freistellen einnehmen, so daß etwa 20 000 Mark einRifte 995 21,65. Liſte 996 15,60. Desgleichen Danzigerstraße: Lifte 997 werde auch ferner ein vollwichtiges Glied der städtischen tassiert wären. Abel sollte allerdings alle drei Tage mit dem 8,30. Lifte 998 12,55. Lifte 999 22,50. Lifte 1000 Direktor abrechnen, doch ist dies, wie uns versichert wird, nicht 32,10. Wohlfahrtseinrichtungen bilden und ihren Anteil beanspruchen Lifte 2151 22,20. Desgleichen Schmargendorf: Liste 2159 33,05. Berliner Straßenreiniger, Lifte 2190 15,35. Angestellte der städtischen Bade- an dem Ruhmestitel Berlins, die wohltätigste Stadt der Welt regelmäßig geschehen. Nun verlautet noch nichts darüber, ob Abel gar die ganze Summe oder einen mehr oder minder beträchtlichen anstalt Dderbergerstraße, Liste 2247 10,25. Gasanstalt Gitschinerstraße, zu sein. Er will die Gemeindeverwaltung nicht verhöhnen, Teil davon unterschlagen hat. Ein anderer Vorwurf wird dem Liften 2153 9,45, 2154 13,55, 2155 15,75. Pflegepersonal, Irrenanstalt Dall- sondern meint es ernst und ehrlich. Wir meinen es ebenso. Flüchtling noch gemacht. Der Andrang zur Baugewerksschule ist so dorf, Listen 2260 22,50, 2261 3,-. Wasserwerke Tegel, Listen 2262 17,50, 2263 14,25. Gasanstalt Lichtenberg, Liste 2270 14,95. Bentral- Verband der Aber eben deshalb müssen wir mit der Feststellung schließen, start, daß viele Schüler abgewiesen werden müssen. Unter diesen Glasarb. 1000,- Listen 3904/5, C. P. Goerz, Abt. Busch 42,30. Lifte 3906, daß die Hospitalnot eine Schande für Berlin ist, eine Umständen soll Abel ein sehr einnehmendes Wesen gezeigt haben. C. P. Goerz, Abt. Keßler 46,30. Liste 2073 14,10. Verein Berl. Hausdiener Schande für den Freisinn, der sie durch seine Lässigkeit ver500,- Bentral- Berb. d. Schmiede, Zahlst. Berlin, a Konto auf Listen 200,-, Fortbildungs- und Fachschulen. Verb. der Fabrik-, Land- Hülfsarbeiter und Arbeiterinen Deutschlands, Bahl schuldet hat. Stadtschulrat Dr. Gerstenberg hat sich im Verein Berliner stelle Belten, 1. Rate 150,- Deutscher Tabalarb.- Verband, Zahlst. Berlin Das Gesamtvermögen der Berliner Sparkasse hat Anfang dieses Kaufleute über die Zukunft des Fortbildungsschulwesens in Berlin 100, A. S. F. 20,-. Tertilarbeiter Köpenick 50,-, Konsumverein zu Jahres die Höhe von 3324 Millionen Mart erreicht. Im letzten ausgesprochen. Nachdem er dargelegt hatte, daß der UnterrichtsHartha 30,- Vier stille Sozi 50,-. Dachdecker, Filiale Stegliz 30, Handels- u. Transportarb., Zahift. Stegliz, Auktion vom Maskenball 28,05. Quartal des vorigen Jahres wurden 14 307 824 M. eingezahlt und zwang sich nur auf die Fortbildungsschulen, aber nicht auf die FachSchwahn, Zinsen 10,05. Rauchflub Frohes Leben", Adlershof 10,- 12 971 193 M. abgehoben. Die Mehreinzahlungen betrugen schulen erstrecke, führte er aus: Das Verhältnis dieser beiden Schilderfabr. Otto Grund u. Co., ges." R. Buchholz 14, Humoristischer 1 336 631 M., wodurch die Forderungen der Interessenten sich auf Schulen zu einander festzulegen ist Sache des Oberpräsidenten und Verein Du ahnst es nicht 1895" 5,- Stattlub Bergnügter Ramich", 297 370 450 M. erhöhten. Diese Summe verteilt sich auf 777 352 Bücher. dieser hat zu entscheiden, ob eine Fachschule als vollwertiger Ersaz Greifswalderstr. 208 11,20... 15,05. Sozialdemokrat. Boremba Durchschnittlich würden danach 382 M. auf jedes ausgegebene Spar- für die Fortbildungsschule anzusehen ist; hierzu ist es nötig, daß Ober- Schlesien 2,-. Arbeiter der Fabrit Lubszinski u. Co., Elisabeth- faffenbuch kommen. Fast jeder dritte Berliner würde hiernach ein die Schulen nicht nur rein fachlichen, sondern auch allgemeinen straße 27, Lifte 2334 5,-. H. Lange, Restaurat., Grunewaldstr. 45 13,25. Sparkassenbuch befizen und auf jeden Berliner etwa 150 M. ent- Fortbildungs- Unterricht im Deutschen und Rechnen erteilen und Stattlub Hoffnung", Adolfftr. 22, 12,- Liste 1201 Plath 6,30. Lifte 4256 fallen. An Zinsen, zurückgezahlten Hypotheken und Wertpapieren daß sie ferner einen aufsteigend geordneten Lehrplan befizen. Bisher Firma Ende Parkettbodenleg. 21,05. Rifte 1204 Firma Schwarzlose Moabit 8,55. Lifte 1202 Gießerei Gebr. Arndt 28,15. Lifte 1205 Gießerei Grunauer vereinnahmte die Sparkasse im letzten Quartal 2570 569 M. und ver- ist nur eine einzige Schule als diesen Bestimmungen entsprechend 31,40. Handtuch- Verleih- Institut Emensia, Stralauerstr. 11 II. 5,-. Liste ausgabte für diese Zwecke 1943 560 M. Der Barbestand des vom Oberpräsidenten anerkannt worden. Die bestehenden Fach2838 13,-. Stattlub„ Ramschbrüder", Friedrichsfelde, Berlinerstr. 103, 10, nteressenten- und Reservefonds stellte sich Ende Dezember 1904 auf schulen werden daher nur dann auf Anerkennung rechnen können, Zentralverb. d. Töpfer Deutschl., Filiale Berlin, auf Listen 1601 12,90. 1602 12 016 616 M. An Wertpapieren waren 260 042 085 M. vorhanden, wenn sie Deutsch und Rechnen hinzunehmen und wenn durch die 31,35. 1607 9,40. 1613 8,15. 1614 12,-. 1615 9,-. 1620 8,80. an Hypotheken 57 172 220 M. und an Darlehnsforderungen 496 001 M. Unterstellung unter die Kontrolle der städtischen Schulbehörde Verband der Lithographen u. Steindruder, Filiale I, 1. Rate 415,30. Desgl. Die drei Grundstücke der Kasse hatten einen Wert von 2 433 163 M. für regelmäßigen Schulbesuch Sorge getroffen wird. Filiale III, 1. State 244,25. Rauchflub Pfeifendeckel", M. d. A.-R.-B. 6, Firma Otto u. Co., außer einem, Köpeniderstr. 124 18,- Liste 934, Ber band d. Mühlenarb., Bictoriamühle" 33,55. Diskutierklub d. Bäder 12, Liften 702/3 20,75. Lattenfrize 100,-. Stattlub 50 5,-, Druderei Tag" Hülfsarbeiter 3, " Summa 4255,15. Bereits quittiert 28 908,72. Jm ganzen 33 163,87. nachm. 4-8 Uhr. " Weitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftstommiffion Engel- Ufer 15, borm. 9-1 und Bei größerem Andrang der Personen erfolgt die Abnahme der Gelder und Ausgabe der Listen im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses. Für Berlin sind die Gelder, welche mittels der Poſt eingehen, an A. Körsten, Engel- Ufer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Lokales. Der Unter Ein Umhang ist den Bostunterbeamten„ berstattet" worden. Das richt im Deutschen würde sich nicht nur auf Orthographie Kleidungsstück soll nach einer Verfügung des Staatssekretärs der und Grammatit erstrecken, sondern die theoretische Grundlage indem er die Geschichte Reichspostverwaltung aus schwarzen, wasserdicht imprägniertem Tuch zum Berufe des Schülers bilden, oder tuchähnlichem Stoffe bestehen, teine Aermel oder Armlöcher seines Berufes, die hierauf bezüglichen Geseze, Materialienkunde und haben und bis über das Anie reichen. Der neue Umhang erhält dergleichen lehrt. Ebenfalls soll der Unterricht im Rechnen sich dem einen Umlegetragen mit orangefarbenem Vorstoß, innen ein 25 Benti- Berufe anpassen, desgleichen auch der Zeichenunterricht, der allerdings für manche Berufsgruppen in Fortfall tommt. Dies wird natürlich meter langes Schulterstück aus Grundstoff und längs der Brustfeite fünf polierte Stnöpfe aus gelbem Metall mit aufgeprägtem Kaiser- nur möglich sein, wenn, wie beabsichtigt wird, die Einteilung der Adler. Es geht nicht klar aus der Meldung hervor, ob das„ Ver- Schulklassen nach Berufen erfolgt. Es sollen auch die ungelernten statten" bedeutet, daß der Umhang den Unterbeamten als Uniform- Arbeiter zum Unterricht herangezogen werden, welcher weniger ftück geliefert wird, oder ob sie ihn, wie seinerzeit die Schnüre, aus berufsvorbildend sein kann, dafür aber umſomehr erzieherisch und ihrer eigenen Tasche bezahlen müssen. charakterbildend wirken soll. Bei diesem soll es mit vier Stunden sein Bewenden haben, mit der Maßgabe, daß der Unterricht in den späteren Abendstunden, möglicherweise auch Sonntags, sofern es sich um Turnspiele und dergleichen handelt, stattfinden soll. Bei den gelernten Arbeitern sind sechs Stunden vorgesehen und soll der Unterricht nicht nach 7 Uhr abends, nur ausnahmsweise bis 8 Uhr, erteilt werden. Die Geburtstagsfreude unserer Hoflieferanten ist durch die Krankheit in der Familie des Kaisers wenigstens äußerlich nicht beeinträchtigt worden; der flammende Patriotismus trat mit der felben grellen Geschmacklosigkeit hervor wie in früheren Jahren. Aus den Zufluchtsstätten des hülflosen Alters. Von der Krankheit des Prinzen Eitel Friedrich wird beDer Mangel an Hofpitälern ist in Berlin in richtet, daß die Lungenentzündung auch auch auf den rechten Mit Rücksicht auf die großen Entfernungen Berlins kann der Ferner melden die Blätter, Unterricht nicht in einer Zentral- Schule erteilt werden; es sollen den letzten Jahren immer fühlbarer geworden. Die Stadt- Oberlappen fortgeschritten fei. gemeinde hat ihre Aufgabe, die öffentlichen Versorgungs- daß dem Prinzen von seiner Mutter am Strantenbette mitgeteilt vielmehr etwa 10 Schulen eingerichtet werden, an deren Spize je worden ist, daß der Kaiser ihn zum Hauptmann befördert habe. ein Direktor im Hauptamte tätig sein soll. Es kommen insgesamt anstalten für unheilbar trante, erwerbsunfähig gewordene Bei dem Gottesdienst, der am Vormittag stattfand, hat der Ober- etwa 33 000 Schüler in Betracht, für den Anfang am 1. Mai jedoch Personen zu vermehren, so lange vernachlässigt, daß sich hofprediger Dr. Dryander auf den Bergarbeiter- Ausstand angespielt. nur etwa 5-6000, für welche vier Schulen genügen dürften. Der schließlich Zustände herausgebildet haben, die mancher in Er sagte: In einer Zeit, wo der Pietät und der Dankbarkeit Unterricht soll möglichst in der Nähe der Arbeitsstätte erteilt werden, unserem Zeitalter der sozialen Fürsorge" taum für möglich weniger werde unter den Menschen, sollen wir des Dantes nicht was, da manche Berufe in bestimmten Stadtteilen besonders verhalten wird. vergessen gegen den Höchsten. Daran dürfe uns auch nicht treten find, teilweise ohne Schwierigkeiten gehen wird. Die LokalDer Vorwärts" hat oft genug dargelegt, daß die von die Sorge der Gegenwart hindern, die Sorge um den Brand, frage wird dadurch erleichtert, daß mehrere städtische Schulgebäude der Stadt geschaffenen Zufluchtsstätten des hülflosen Alters der jäh inmitten unseres Voltes emporloderte, die Sorge um die frei werden. Zur Vereinfachung der Organisation wird an Stelle der bisherigen Deputationen eine einzige Deputation für den längst nicht mehr zureichen, daß die Aufnahme siecher Personen Wunden, aus denen Nachbarvölker bluten. fich wegen Plazmangels immer mehr verzögert, daß eine Große Freude ist den, Bediensteten" der Staatseisenbahn- städtischen Fach- und Fortbildungsschul- Unterricht" mit besonderem Es ergibt sich nun die immer größere Zahl von Siechen in die Außenpflege ab- Verwaltung wiederfahren. Der Kaiser hat ihnen für 25- und Bentralbureau eingerichtet werden. wichtige Frage, was aus den bisherigen fakultativen geschoben d. h. gegen Pflegegeld in Familien untergebracht 40jährige vorwurfsfreie Gesamtdienstzeit ein Erinnerungs- Fach und Fortbildungsschulen wird. So weit sie nicht werden muß. Wie die Aerzte der städtischen Siechenhäuser zeichen verliehen. Es besteht in einer silbernen Auszeichnung für als Ersatz für die städtischen Fortbildungsschulen angesehen über diese Dinge denken, das wird in den vom Kuratorium 25jährige und in einer vergoldeten für 40jährige Dienstzeit. Ver- werden können, müssen sie nach Herrn Dr. Gerstenberg damit rechnen, alljährlich erstatteten und durch den Magistrat ver- loren gegangene Erinnerungszeichen haben die Inhaber aus eigenen daß ihr bisheriger Schülerbestand sich innerhalb der nächsten drei öffentlichten Verwaltungsberichten gewöhnlich nur andeutungs. Mitteln wieder anzuschaffen. Die Eisenbahnangestellten haben zwar Jahre allmählich verringern wird. Sie werden in dieser Zeit sich weise mitgeteilt. Die direkten Berichte der Aerzte an das bestimmt auf etwas anderes gerechnet, nämlich darauf, daß der so einrichten können, daß an ihren Schulen höhere Kurse für FortSturatorium reden eine fräftigere Sprache. Wir halten es für Minister entschiedene Maßnahmen treffe, um die zahlreichen Be- geschrittene erteilt werden, welche von den erwachsenen Gehülfen unsere Pflicht, einmal die Ausführungen eines dieser ärztlichen triebsunfälle nach Möglichkeit einzuschränken, aber die Sorge und Meistern besucht werden sollen. Ihr Berhältnis zu den FortReferate, in das wir Einblick erhalten haben, einer weiteren hierüber wird gewiß durch die Freude über das Erinnerungszeichen bildungsschulen wird dann ein ähnliches sein, wie das der höheren Schulen zu den Gemeindeschulen. Der Unterricht an den Fort Deffentlichkeit zu übergeben. zurüdgedrängt werden. bildungsschulen wird unentgeltlich sein, während die Anschaffung der Lehrmittel den Arbeitgebern obliegen wird. Die Lehrkräfte follen tunlichst aus Fachkreisen entnommen werden. Der leitende Arzt des Siechenhauses an der Bon Schwindelagenten werden jetzt die Grundbesiger in der Prenzlauer Allee, Sanitätsrat Dr. Gräffner, stellt in Provinz sehr viel heimgesucht. Sie lassen sich von Leuten, die ihre feinem dem Kuratorium vorgelegten Bericht über das Jahr Befigung verkaufen wollen, für die Vermittelung bedeutende GeZum Besten der streifenden Bergarbeiter findet Sonntagvormittag 1904 fest, daß die dauernd stärkere Belegung die Aufnahme- bühren versprechen, nehmen zum Teil gleich nicht unerhebliche fähigkeit eingeschränkt und den Zugang vermindert hat. Die Borschüsse und versprechen dafür das Blaue vom Himmel herunter. 11 Uhr( nicht um 12 Uhr, wie in der Nr. 22 unseres Blattes Frequenz sant nie unter 1300 und erreichte einmal 1371, die nicht selten berufen sie sich auf Inſtitute und Banken mit allen mög- angegeben wurde) in Obsts Festfälen, Meiningerstr. 8 in Schöneberg, höchste Frequenz seit Bestehen der Anstalt. Hier wollen lichen Namen, die aber weder Mittel noch Einfluß haben. Die eine Matinee statt, beſtehend in Konzert, Gesang und humoristiden ganze Vermittelungstätigkeit vieler Agenten besteht, wie die Erfahrung Vorträgen. Sämtliche Mitwirkende stellen ihre Kräfte unentgeltlich wir ergänzend einschalten, daß das nicht mal mehr gezeigt hat, darin, daß sie ein Verkaufsangebot hin und wieder in zur Verfügung, so daß die Gesamteinnahme den Bergarbeitern zur neu ist. Soviel wir wissen, wurde schon im Etatsjahre 1903 ein unter Ausschluß der Deffentlichkeit erscheinendes Fachblatt" einrüden Berfügung gestellt wird. Die Parteigenoffen Schönebergs haben die eine Höchstfrequenz von 1365 und im Etatsjahre 1902 laffen. Die Kosten, die dadurch entstehen, entsprechen nicht entfernt Pflicht, für regen Umsatz der Billetts, welche im Lokale von Dbst eine Höchstfrequenz von 1358 erreicht. Der Mangel an Plazz den hohen Gebühren, die verlangt werden, und der Erfolg erst recht und in der Parteispedition zu haben sind, zu sorgen. in dieser Anstalt datiert eben nicht erst von gestern. Man ist nicht. Diese Schwindelagenten schädigen nicht nur die Besiger, Zum Besten der Familien der streitenden Bergarbeiter im Ruhrschon seit Jahren bemüht, den vorhandenen Raum immer sondern auch die reellen Bermittler, die ihre Gebühren ehrlich vergebiete veranstalten die Schriftsteller Dr. Hans Heinz Ewers und dienen. Etwas anderer Art ist ein Schwindel, den in großem Um Roda Roda am Dienstag, den 31. d. Mts., 82 Uhr abends, int noch vollständiger auszunuzen. Aber was bedeutet dieser fange ein Agent Mag Stöckermann aus Barmen besonders in Festsaal des Zoologischen Gartens einen Abend, zu dem Notbehelf gegenüber der Größe des Bedürfnisses! Das neue Sachsen und Thüringen betreibt. Er reist noch immer für die bisher schon ihre Mitwirtung zugesagt haben: die Damen Lina Hospital in Buch ist leider erst bis zur Genehmigung der Meldestelle", von der er längst entlassen ist, steckt die Anzahlungen Abarbanell, Bokken- Lassen, Marya Delivard, Marietta de Rigardo; Bauentwürfe gediehen. ein und tut dann überhaupt nichts weiter. Stödermann hat sich die Herren Feruccio Busoni, Mr. Henry, Hans Hyan, Robert Koppel, Dr. Gräffner hebt sodann hervor, daß der Prozentfatz der auch längere Zeit in Berlin aufgehalten. Jetzt wird er von der Emanuel Reicher 2c. Wegen Bläge zum Preise von 10 Mart wolle Todesfälle zugenommen hat. Er führt das auf zwei Umstände Staatsanwaltschaft in Deſſau steckbrieflich verfolgt. Er ist 1,70 bis man fich an Herrn Dr. H. H. Ewers, Uhlandstr. 187 part., wenden. zurüd. Da in immer größerem Umfang zu dem Mittel ge- 1,75 Meter groß und schlank, hat einen dunklen Schnurrbart und Treptow Sternwarte. Noch während der Dämmerung fallen griffen werden muß, die leichter kranten Personen in Außen- spricht rheinische Mundart. jetzt am Abendhimmel zwei Planeten wegen ihrer großen Helligkeit pflege zu geben, so überwiegen in der Anstalt immer mehr Berhaftet wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens der Büchsen- jedem Beobachter auf. Der tiefer mehr nach Westen zu stehende ist die schwerer franken, ganz siechen Pfleglinge. Hierzu kommt macher Starl E. aus der Huſſitenstraße 28. Der pervers veranlagte der Planet Venus, welcher im Fernrohr gerade jetzt dadurch, daß zweitens, daß viele unheilbar Kranke erst zu einem Zeitpunkt Mann, der seine Frau oft mißhandelte, verging sich an seinem die Scheibe nur halb erleuchtet ist, einen interessanten Anblick dar bietet. Der weiter nach Osten und höher stehende Planet ist der im Siechenhaus aufgenommen werden, wo sie sich bereits im eigenen 13 Jahre alten Sohn. legten Stadium ihrer Strankheit befinden oder gar schon mit dem Zwei Berliner Einbrecher find bei einem Einbruchsdiebstahl bei Jupiter. Am Sonntag, den 29. d. Mts., spricht Direttor Archenhold Tode ringen. Wer die Dinge nicht kennt, wird das nicht glauben dem Schlächtermeister Brodi in Köpenick festgenommen worden. In auf der Treptow- Sternwarte nachmittags 7 Uhr über„ Die Venus", wollen. Aber Gr. gibt selber an, daß im letzten Jahre der gestrigen Nacht bemerkten zwei Wächter in Köpenick mehrere nachmittags 5 Uhr über" Die Bewohnbarkeit der Welten". Für 47 Personen fast sterbend oder doch in äußerst hoffnungslosem Männer, welche mit schweren Stoffern nach dem Bahnhofe zu gingen. Montag, den 80., abends 9 Uhr lautet das Thema: Die Monde im Planetensystem". Mit dem großen Fernrohr wird schon von Zustande in der Anstalt anlangten. Er rechnet dazu alle, die Bei der Annäherung der Beamten ergriffen fie die Flucht, doch ger 2 Uhr nachmittags an die Venus, von 5-7 Jupiter, von 7-10 Drionlang es den Wächtern, zwei der Burschen einzuholen, während der schon in den ersten zwei Wochen starben. Unter ihnen war, fo erzählt er, eine große Reihe völlig Besinnungsloser, und dritte entram. Die Verhafteten entpuppten fich als die Schlächter- nebel beobachtet. gesellen Mumm und Schneider, die gemeinsam mit einem Dritten, In der Jerufalemskirche gibt der Jerusalems- Kirchenchor( Dirig. zwei davon bekam er überhaupt nur im Zeichenkeller zu sehen. bessen Namen sie angeblich nicht kennen, den Einbruchsdiebstahl bei 2. Efchle) am 1. Februar d. 3., abends von 8-9 Uhr, sein siebentes So sieht es in dieser Zufluchtsstätte des hülflosen Alters aus. Brodi verübt hatten. Sie hatten die Tat in der Schlächterherberge Stonzert. Es gelangen Chorgefänge von Bach, Mendelssohn, Möhring, Sie ist für manchen, der durch das Leben gehetzt wurde, früh- in Berlin, in der Markusstraße, verabredet. Die gestohlenen Waren, Klein und R. Klose zur Aufführung. Mitwirkende sind: Frl. Frida -Im National= Schroeder( Alt), Miß Tillie Stiller( Violine) und der Organist und dann auch ein Notizbuch aus der Tasche und schrieb sich den Namen Komponist N. Klose. Diese Konzerte sind unentgeltlich. des jungen Mamies auf. Dieser sah der Entwickelung der Dinge mit etwas erstauntem Gesicht entgegen, er wurde Theater. An dem Friedrich Hebbel- Abend, den das aber noch erstaunter, als ihn der Pfeudo- Kriminialbeamte bei Schiller- Theater Sonntag, den 29. Januar, im Bürgerſaale des Rat- Seite nahm und ihm zuflüsterte, daß die Sache ja noch aus der Welt Hauses veranstaltet, kommen Kompofitionen Hebbelscher Dichtungen geschafft werden könnte, wenn er sich dazu verstehen würde, zwei von Peter Cornelius, Johannes Brahms und Hugo Brückler zum Schnäpse zum besten zu geben. Nun wußte der andere Bescheid. Vortrag. Die Ausführung des gesanglichen Teils hat die Konzert- Er verlangte von dem Angeklagten die Vorweisung seiner Erkennungsfängerin Gertrud Fischer übernommen. Theater verabschiedet sich heute Sonnabend Franceschina Prevosti marke, und als dieser mit einer solchen nicht dienen konnte, mußte als" Bioletta" in" La Traviata". Sonntag gelangt als Abend- er es sich gefallen lassen, daß nunmehr sein Name von einem herbei Vorstellung„ Die Jüdin" zur Wiederholung, nachmittags wird Zar vor Gericht damit zu entschuldigen, daß er in der Angetrunkenheit geholten wirklichen Polizeibeamten aufnotiert wurde. Er suchte sich und Zimmermann" gegeben. fich nur einen kleinen Scherz habe machen wollen. Der Gerichtshof faßte die Sache aber gar nicht scherzhaft auf, sondern verurteilte den Angeklagten wegen des Scherzes zu zehn Tagen Gefängnis. U Aus den Nachbarorten. Mariendorf Marienfelde. Die Parteigenossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Gemeinde- Wählerlisten nur noch bis zum 30. Januar ausliegen, und zwar an den Wochentagen von 8-12 und 3-6 Uhr, Sonntag von 8-10 Uhr vormittags im neuen Schulhause, 1 Treppe, Zimmer 28. Wer verhindert ist, wende sich in Mariendorf an Genossen Otto Gohl, Dorfstr. 24, in Marienfelde an Genossen Friß Greulich, Berlinerstr. 81. Gleichzeitig zur Mitteilung, daß der Wahlverein am 4. Februar im Tempelhofer„ Tivoli" fein diesjähriges Stiftungsfest feiert. Der Vorstand wird sich bemühen, den Genossen einen genußreichen Abend zu verschaffen. Billetts sind bei den bekannten Parteigenossen zu haben. Schöneberg. Magistrat und Schularzt. Den Stadtverordneten ist jetzt vom Magistrat eine lange Erklärung zugegangen, in der die Gründe dargelegt werden, die ihn veranlaffen, den Beschluß betr. die Kündigung des Schularztes Dr. Goldfeld aufrecht zu erhalten. In diesem Schreiben wird auf ein Gutachten des Professors Dr. Silbergleit bezug genommen, in dem dieser Herr nachzuweisen versucht, daß die Statistit auf ganz falscher Grundlage aufgebaut sei. Zum Schluß verwahrt sich der Magistrat gegen die Ünterstellung, als habe er sich bei seinen Beschlüssen irgendwie durch antisemitische Tendenz leiten laffen. In der am Montag stattfindenden Stadtverordneten Versammlung wird es sich ja zeigen, ob sich die Stadtverordneten mit der Erklärung des Magistrats zufrieden geben, oder ob sie gemäß§ 36 der Städte- Ordnung weitere Schritte unter nehmen werden. Hoffentlich trifft das letztere zu. Die Schöneberger Lehrerschaft, die in der bekannten SchularztAffäre vom Oberbürgermeister mit Vorwürfen der Pflichtverletzung bedacht worden ist, hatte gegen diesen Herrn Stellung zu nehmen beabsichtigt. Nach einer Unterredung des Vorstandes des Lehrervereins mit dem Oberbürgermeister gab dieser folgende Erklärung ab: Er sei sich nicht mehr bewußt, den Lehrern in der erregten Debatte den Vorwurf der Pflichtverlegung gemacht zu haben. Den Lehrern einen so schweren Vorwurf zu machen, habe ihm vollständig ferngelegen, und es tue ihm leid, daß seine Worte so irrtümlich hätten aufgefaßt werden können. Der Lehrerverein hielt nunmehr in seiner letzten Versammlung ein weiteres Eingehen auf die Angelegenheit für überflüssig. Man sollte es faum für möglich halten, daß derselbe Oberbürgermeister, der solche Erklärung abzugeben imstande ist, zum Staatsanwalt läuft und Schutz gegen feineswegs beleidigende Aeußerungen von Stadtverordneten sucht. Die Schöneberger Rettungswache leistete nach ihrem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht für das verflossene Jahr 1904 in 1211 Fällen ihre Hülfe, die höchste Zahl seit ihrem Bestehen. In 901 Fällen handelte es sich um äußerliche, in 277 Fällen um innerliche Erkrankungen. Geburtshilfe wurde 18 mal geleistet, und 15 mal wurde die Rettungswache bei Selbstmorden in Anspruch genommen. Die Polizei bedurfte ihrer Hülfe in 34 Fällen. Die Vorschlagslisten für die Kaufmannsgerichtswahlen in Schöne berg find nunmehr vom Magistrat veröffentlicht. Von seiten der Handlungsgehilfen sind zwei Listen eingereicht. Liste A, om Zentralverband der Handlungsgehülfen, enthält nur zwei Ramen: Lagerhalter Reinhold Reiter und Geschäftsführer Mar Fabian. Die Wahlen finden für die Handlungsgehülfen am Sonntag, den 5. Februar, nachmittags von 1-4 Uhr, im Rathause, Zimmer 14 ( 1 Treppe) statt. Wahlberechtigt sind nur diejenigen, die seinerzeit ihre Aufnahme in die Wählerliste beantragt haben. Lichtenberg. Hygienische Vorträge werden mit Unterstüßung der Zentralfommission der Krankenkassen vom Donnerstag, 2. Februar ab an fünf auf einander folgenden Donnerstagen, abends 8 Uhr, in der Aula der Kronprinzenschule veranstaltet. Der Eintritt ist frei; die Herren Aerzte, welche die Vorträge halten, sind nach deren Beendigung bereit, etwa an sie gestellte Fragen zu beantworten. Svandau. Die Rädelsführer bei den Ausschreitungen gegen Spandauer Bolizeibeamte auf der Eisbahn der Oberhavel find ermittelt und verhaftet worden; es sind zwei Brüder Grunow aus Tegel, welche den Polizisten Wittke durch Messerstiche verwundet haben. Gerichts- Zeitung. Eingegangene Druckschriften. Die Sozialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin SW. 10 Rußland. May Schippel: Bergarbeiter- Streits und Politit. Eduard Beuthstraße 2) haben soeben das Februar- Heft ihres 11. Jahrganges er. einen laſſen. Aus seinem Inhalt heben wir hervor; Richard Galwer; Bernstein: Nach dem Preußentag.- Ernst Keller: Soldatenmizhandlungen. Dr. Friedrich Herb: Die schwarze Gefahr" in Amerika. Jakob Stern: Geschichtsmaterialismus und Philoſophie. Mar Baginsti: Gerhart Haupt Wirtschaft von May Schippel. mann unter den schlesischen Webern. Sozialpolitik von Paul Kampffmeyer. Bolitik von Richard Calwer. Sozialistische Be wegung von Hugo Boepsc. Soziale Kommunalpolitik von Dr. Hugo Lindemann. Gewerkschaftsbewegung von Ernst Deinhardt. Genossenschaftsbewegung von Gertrud David. Frauenbewegung von Henriette Fürth. Sozialwissenschaften von Paul Kampffmeyer.- Bildende Kunst von Anna Plehn.- Dichtkunst von Mar Hochdorf.- Buchbesprechungen von Dr. Eduard David. Der Preis des Heftes beträgt 50 Pf.; vierteljährlich 1,50 M. Bu beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und durch jede Postanstalt. Ferner direkt durch den Verlag der„ Sozialistischen Monatshefte", Beuthstr. 2, Berlin SW.( Busendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Kuvert). Probehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfügung. " Vermischtes. " Der Seft- Seppl. Als ein Sohn der schönen grünen Steiermark, in Graz an der Mur geboren, hatte„ Sepp't" das schöne Wort ,, warum denn in die Ferne schweifen nicht genügend beherzigt. Trotzdem er der beste Zitherschläger in der Umgegend, der beste Tänzer war und auch bei keiner Kirchweih fehlte, gefiel es ihm nicht in der Heimat. Er schnürte sein Ränzel, nahm Abschied von einen heimatlichen Bergen, seinem steiermärkischen„ Roten" und seinen Forellen und marschierte in die weite Welt hinaus. Bald Die deutsche Brille. Die Kopenhagener radikale Tageszeitung sollten sich jedoch seine geringen Lebenserfahrungen bedeutend Politiken" hat fürzlich in London einen besonderen Mitarbeiter, erweitern. Seine Ersparnisse waren sehr schnell aufgezehrt, Mr. John Hicks, angestellt, der Zutritt zu den Redaktionen der er mußte um das tägliche Brot kämpfen; er suchte einen großen Blätter in der Fleetstreet hat und die wichtigen Depeschen Dienst, der ihm in seiner Heimat sogar überall angeboten worden über Weltereignisse Politiken" so schnell übermittelt, daß sie am wäre; im fremden Lande, unter fremden Leuten fand er keine selben Tage wie in London auch in Kopenhagen veröffentlicht werden Berufstätigkeit. Schließlich tam ihm die in der Heimat erworbene fönnen. Bisher war für die dänische Presse Berlin die HauptMünchen versandstätte der ausländischen Depeschen., Das ist der Grund", Fertigkeit im 8itherspielen zu Hülfe. fand der biedere Steiermärker eine Anstellung als Zitherspieler schreibt Politiken", weshalb die ausländischen Nachrichten der und hier trant er auch zum erstenmal Seft. Seppl oder mit vollem dänischen Presse so stark von deutscher Auffassung bes Namen der Zitherspieler Joseph Müller fand dermaßen einflußt waren. Die Bureaus haben uns gelehrt, die Welt Gefallen an diesem Getränk, daß er, wo es irgendwie ging, seiner durch deutsche Brillen zu betrachten. Als Gegengewicht Leidenschaft fröhnte. Dies brachte ihm indessen verschiedene An- schaffen wir nun eine regelmäßige Verbindung mit einem politischen flagen wegen Bechprellerei ein. Längere Freiheitsstrafen konnten M. und journalistischen Zentrum, das das größte der Welt ist, und dazu von seiner Seftliebhaberei nicht abbringen. Im Herbst vorigen mit einem Gemeinwesen, das aus vielen Gründen mehr Bedeutung Gegen den Vorwurf, Jahres kam er nach Berlin und trat eine Stellung als Zither- für uns hat als das deutsche Kaiserreich." spieler in einem hiesigen Café an. Am 1. Dezember v. J. durch die deutsche Auffassung beeinflußt zu werden, suchte sich spät nachts erschien Seppl" in dem Café Mozart und Rigaus Bureau", das die dänische Presse mit Depeschen versorgt, bestellte erst eine Flasche Hendell trocken", der noch zwei mit der Behauptung zu rechtfertigen, es habe eine größere Menge weitere folgten. Mittlerweile stiegen dem Zahlkellner Zweifel an Nachrichten über London, Paris und Petersburg empfangen, als über der Zahlungsfähigkeit seines Gastes auf und als er Bezahlung der Berlin. Darauf antwortet" Politiken", daß die Londoner NachBeche verlangte, stellte es sich heraus, daß M. keinen roten Pfennig richten Rigaus von Reuters Bureau" in London stammten, besaß. Diesen Rückfall in seine Settliebhaberei mußte M. mit einer das auch dort als leitende Mitarbeiter Deutsche beschäftige. Anklage wegen Betruges im strafschärfenden Rückfalle büßen, welche Der Stant ohne Scharfrichter. Die zum Tode verurteilte Engelvor der 9. Straffammer des Landgerichts I zur Verhandlung fam. macherin Wiese, deren Begnadigung, wie wir meldeten, seitens des Der Angeklagte, der immer noch die Tracht seiner Heimat trägt, Hamburger Senats fürzlich abgelehnt worden ist, hat von dem ihr erklärte, er wäre schon vor Verübung der Zechprellerei total bevorstehenden Schicksal noch keinerlei Kenntnis; erst am Nachmittage b'soffa" gewesen. Der Staatsanwalt beantragte, da die Straftaten vor dem Hinrichtungstage wird ihr die Entscheidung des Senats des Angeklagten allmählich einen ziemlich gemeingefährlichen über ihr Gnadengesuch durch den Oberstaatsanwalt in der sogenannten Charakter angenommen hätten, eine Zuchthausstrafe von Mörderzelle mitgeteilt werden. Die Hinrichtung ist dem Vernehmen einem Jahre. Der Gerichtshof beließ es unter Zubilligung nach auf Mittwoch nächster Woche festgesetzt worden. Der Hamburger mildernder Umstände bei neun Monaten Gefängnis. Justizbehörde bereitet diese Affäre dadurch einige Verlegenheit, als zurzeit kein Scharfrichter in Hamburg ist. Es ist zwar bereits beim Scharfrichter Engelhardt in Magdeburg angefragt worden, ob er die Grefution vollziehen wolle, doch steht die Antwort hierüber noch aus, da Engelhardt die hierzu erforderliche ministerielle Erlaubnis zuvor einzuholen hat. Inzwischen ist man auf dem Hofe des Hamburger Untersuchungsgefängnisses am Holstentor bereits mit dem Aufbau der Guillotine beschäftigt. schlauch entströmte, gestern nacht der Schlossermeister Hellenbruch, Ju Kottbus sind durch Gas, das einem beschädigten Gummiseine Frau und ein Sohn getötet worden. 0 Wasserstand am 26. Januar. Elbe bei Aufsig+1,30 Meter, bei Dresden 1,74 Meter, bei Magdeburg+0,70 Meter. 11 n strut bei Dder bei Ratibor+1,33 Meter, bei Breslau Straußfurt+1,20 Meter. Ober- Pegel+4,86 Meter, bei Breslau linter Begel- 1,22 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+0,87 Meter. Frankfurt+1,27 Meter. Netze bei Usch-Meter. Barthe bei Posen+ 0,54 Meter. Briefkaften der Redaktion. Juristischer Teil. Wie es mit der Sicherheit in manchen Stadtgegenden Berlins noch immer bestellt ist, zeigte wieder einmal eine Verhandlung vor der 9. Straffammer des Landgerichts I. Aus dem Untersuchungsgefängnis wurden die Arbeiter" Richard Minkus, Frizz Steinicke, wilhelm Maske und Paul Hoffmann vorgeführt. In der Nacht zum 11. Dezember v. J. hatte der Arbeiter Witkowsky mit einem Arbeitskollegen ein Lokal in der Gartenstraße besucht. Witkowsky besitzt nur noch ein Auge, das andere ist infolge eines Unfalles ausgelaufen. als der Halbblinde mit seinem Begleiter das Lokal verließ und ein furzes Stück Weges die Gartenstraße entlang gegangen war, wurden Beide plötzlich von einer Rotte jenes lichtscheuen Gesindels, das in Allzumenschliches von einer Prinzessin. Aus Romanshorn wird dortiger Gegend immer häufiger auftritt, umringt. Witkowsky erhielt ohne jede Veranlassung mit einem Schlagring einen wuchtigen Sieb der Frankfurter Zeitung" mitgeteilt, daß die Prinzessin Alexandra dicht über das gesunde Auge, sodaß das Blut sofort heraussprigte, von ſenburg- Büsingen in Untersuchungshaft genommen worden sei. in das Auge hineinlief und Witkowsky überhaupt nichts mehr sehen Sie wird der Pfandverschleppung angeschuldigt. fonnte. Der hierdurch völlig Wehrlose wurde zu Boden geworfen un in barbarischster Weise mit Fußtritten und Schlagringen bearbeitet; zugleich fühlte er, daß eine Hand in ſeine Rocktasche faßte, aus welcher er später den Betrag von einigen Mark vermißte. Dem Begleiter des W. erging es ähnlich, doch konnte dieser, im Besize der vollen Sehkraft, fich seiner Angreifer besser erwehren. Als durch die Hülferufe der beiden Ueberfallenen sich Passanten näherten, ertönte ein Pfiff und die Rowdies waren im Dunkel der Nacht spurlos verschwunden. Wie bei allen derartigen nächtlichen Schlägereien war es auch in diesem Falle mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft, 23. G. E. 100. Ja. E. 2. 50. Leider sind Ihre Fragen zu be die Täter zu ermitteln. Schließlich gelang es der Polizei, die vier jaben; über die Zeit der Beschäftigung bestehen gefeßliche Vorschriften nicht; jegigen Angeklagten zu ergreifen. Bei einer Haussuchung wurde auch schikanöse Beschäftigung oder Zurückhaltung ist unzulässig. R. P. 7. ein Schlagring gefunden, an welchem noch Blut haftete. Fast alle An- 1. Sie leben außer Gütergemeinschaft. 2. Shre Frau haftet nicht für Ihre geklagten find bereits wegenRoheitsvergehen vorbestraft, der erst 22jährige Schulden. Pfändet der Gläubiger ihr Eigentum, so müßte sie Einstellungs. Die antrag und Interventionsklage bei Gericht einreichen. H. Effer. Der Maste hat schon längere Zeit im Zuchthause gesessen. Rekognition der Teilnehmer an dem nächtlichen leberfall durch die Wirt hat, falls nicht besondere Umstände vorliegen( z. B. Mißbrauch der Wohnung durch Ausübung gewerbsmäßiger Unzucht), nicht das Recht, das Verletzten war in dem vorliegenden Falle äußerst schwierig, zumal Ausziehen des geduldeten Untermieters zu begehren. W. 2. M. 51. die Angeklagten bestritten, überhaupt an der Schlägerei teilgenommen Die in Berlin bestehenden Altersversorgungs- Anstalten und ihre Be zu haben. Das Strafverfahren hatte anfänglich auch auf gemein- dingungen ersehen Sie aus dem in den öffentlichen Bibliotheken aus. schaftlichen schweren Raub gelautet, wurde jedoch nach dieser liegenden, sogenannten Graubuch(„ Die Wohlfahrtseinrichtungen Berlins Richtung hin wieder eingestellt, da Witkowsky den verschwundenen und seiner Bororte". Dritte Auflage. Herausgegeben von der AuskunftsGeldbetrag während des Ringens verloren haben konnte. Der Ge- stelle der Gesellschaft für ethische Kultur). Nummer 148 bis 186 und 192. H. A. Für die Behandlung müssen Sie bezahlen. S. B. 26. richtshof kam bezüglich des Angeklagten Steinide zu einer uebersteigt die für Januar bis Dktober vereinbarte Siete 300 M. und ist Freisprechung, da ein von diesem angetretener Alibibeweis vertraglich Ihnen die Zahlung des Stempels auferlegt, so ist der Wirt im 53. Woche. 1. Da Statut und Mitgliederversammlungen so bes als ausreichend angesehen wurde. Die übrigen Angeklagten wurden Recht. 2. Die Victoria- Luise- Kinder. verurteilt: Minkus und Maske zu je einem Jahre, stimmt haben, ist der Beschluß rechtsgültig. heilstätte vom Roten Kreuz( zu Hohenlychen) nimmt gegen 2 M. Veroffmann zu neun Monaten Gefängnis. pflegungssatz bis zu 60 tuberkulöse oder tuberkuloseverdächtige Kinder auf. 15 Freistellen find vorhanden. Gesuche sind an den Vereinsnorstand zu richten.. 200. Keineswegs haben Sie sich strafbar gemacht. Anspruch auf Rückgabe der übrigen Geschenke hat der Betreffende. B. 50. Wenn Sie ständig beschäftigt, also angestellt sind: ja. Sch., Nixdorf. Nein. Eine Warnung vor harmlosen Scherzen schließt folgender Vorfall in sich, der dem Neisenden Anton Gabus fe eine Anklage wegen versuchter Erpressung und unbefugter Ausübung eines öffentlichen Amtes zugezogen hat. Der Angeklagte befand sich eines Abends in einem Tanzlofale, als daselbst zwischen zwei jungen Leuten ein unbedeutender Streit ausbrach. Der Angeklagte, der ein Wetter- Prognose für Sonnabend, den 28. Januar 1905. etwas martialisches Aeußere hat, trat auf den einen der streitenden Zunächst trockenes, ziemlich heiteres Frostwetter mit mäßigen südwestjungen Männer zu und erklärte ihm, daß er Kriminalbeamter sei lichen Winden; später Erwärmung, Trübung und geringe Niederschläge. Berliner Wetterbureau. und ihn verhaften müsse, da er ihm verdächtig erscheine. Er zog Eine gesunde Kost für ein gesundes Volk bietet die neu begründete Sunlight Roman- Bibliothek mit ihren Verlagserzeugnissen. Die in diesem Unternehmen erscheinenden Romane sind Driginalwerke erster deutscher Autoren( Maximilian Böttcher, Ernst Georgy, Carola von Eynatten, Otto Höcker 2c.). Im Buchhander toften die blau- gelben Bändchen der Bibliothet 25 Pfg., komplette Romane 1,25 M. bis 1,50 M. Die Konsumenten von Sunlight Seife erhalten dieselben kostenlos und portofrei zugesandt. Bezugsbedingungen sind aus der jedem Paket Sunlight Seife beigegebenen Erklärung ersichtlich. Krug zum grünen Kranze Alexander- Platz ( Grand Hotel) i. K. Allabendlich: Großer Bockbier- Trubel Carl Südeckes humoristisches Ensemble. Entree frei. 3 Säle sind Sonntags bis 5 Uhr nachmittags für Versammlungen zu vergeben. Kleiner Saal zu 150 Personen mit anschliessendem Vereinszimmer Rauchfleisch Sonnabends u. Sonntags noch zu vergeben. Ergebenst Anton Boeker, 1769L* fett. bon jungen Schweinen 9 Pfd. nur M. 7.9 Pfd. nur M. 8.durchwachsen ganz mager 9 Bfd. nur M. 9.bersendet franko per Nachnahme RauchfleischVersand, Weberstr. 17. 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Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Kommission. 78/18 Montag, den 30. Januar, abends 8, 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- lifer 15: Branchen- Versammlung aller in der Telephon- Branche und für photographische und chirurgische Apparate beschäftigten Tischler. Zages Ordnung: 1. Branchen- Angelegenheiten. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Rabatt- Spar- und Konsum- Verein„ Süd- Ost" Kottbuser Ufer 44 a. Achtung, Mitglieder! Vorbesprechung zu den Delegiertenwahlen Montag, den 30. Januar 1905, abends 8 Uhr. Jn Berlin: 1. Wahlbezirk im Lokal von Tolfsdorf, Görlitzerstr. 58. 2. Wahlbezirk im Lofal von Thiele, Manteuffelstr. 119. 3. Wahlbezirk im Lokal von Schnieber, Admiralstr. 21. 4. u. 5. Wahlbezirk im Lokal von Ganjewig, Reichenbergerstr. 147. 6. Wahlbezirk im Lokal von Ewald, Schönleinſtr. 6. Jn Rixdorf: 7. Wahlbezirk im Lokal von Hoppe, Berlinerstr. 14. 8. Wahlbezirk im Lolal von Wischnewsky, Ziethenstr. 34. 105/5 9. Wahlbezirk im Lofal von Kutschera, Wipperstr. 13, Ede Kirchhofstr. Jn Johannisthal, Ober- Sehöneweide und Baumschulenweg: 10. Wahlbezirk: Johannisthal im Lokal von Gobin, Roonstr. 2. Ober- Schöneweide im Rokal von Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18. Baumschulenweg im Lokal von Speer, Baumschulenstr. 78. später statt, also Die Wahlen der Delegierten finden in allen Bezirken eine Woche Montag, den 6. Februar 1905, abends 8 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Arnswalde- Friedeberger Parteigenossen! Merkowski, Andreasstr. 26: Sonntag, 20. d. M., nachmittags 3 Uhr, im Saale des Genoffen Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: Gründung eines Agitationsvereins für unseren Wahlkreis. Erscheinen aller aus dem Kreise ist notwendig. Frauen haben Zutritt. Achtung! Städtische Arbeiter. Achtung! Filiale Gross- Berlin. Sonnabend, den 28. Januar, im großen Saale der„ Neuen Welt", Hasenheide 108/114: 285/19 Grosser Wiener Maskenball. Die Musik wird von zwei Kapellen ausgeführt. Um 12 Uhr Demastierung; borher große Gratisverlofung wertvoller Geschenke für Masken. Um 1 Uhr Kaffeepause, während derselben fatirisch- komische Vorträge, ausgeführt vom ,, Berliner Ulk- Trio". Anfang 8, Uhr. Billett 50 Pf. Jede Maske erhält beim Eintritt ein Los. Verlosung vor der Demastierung. Hierzu ladet ergebenst ein Das Komitee. Fellow Cigaretten 2-5 Pfg. Zu haben: Bruno Birkigt, Rixdorf, Ziethenstr. 32 Tambour KaffeeRöst- Werke Berlin SW., Friedrichstraße 49 a, Ecke Schützenstraße. Probierstube arbeiten mit neuestem, das Aroma schützendem Röster, Kühler, Filter D. Reichspatente ang. Verkaufen Gerösteten Kaffee Pfund 1.00, 1.15, 1.30, 1.50, 1.70, 1.90, 2.20 M. 1.70, 1.90, 2.20 M. Gemahlenen Kaffee Pfund 1.00, 1.15, 1.30, 1.50, Kaffee- Extrakte garantiert reiner Bohnen- Kaffee, per Liter- Flasche: 40, 45, 50, 55, 60, 65, 70 Pf. inkl. Flasche. Frisch geröstet, gut gemahlen, schnell filtriert, Kommt in den Laden und probiert! Filiale der Kaffee- Röst- Werke, Emmerich. 64/ 18* Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Sonntag, den 29. Januar, vormittags 10 Uhr anfangend: Stichwahl für den Posten eines Bureaubeamten und Stichwahl für einen Delegierten zum Gewerkschaftskongreẞ. Die Wahl wird in folgenden Lokalen vorgenommen: Bernhard Rose- Theater, Badstraße 58, Raabe, Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23, Wernaus Testsäle, Schwedterstraße 23, Graumanns Festsäle, Naunynstraße 27, Kumke, Bülowstraße 59, Anton Boekers Festsäle, Weberstraße 17, Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49, Thiel, Rixdorf, Bergstraße 152, Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenstraße 3, Böhle, Spandau, Neumeisterstraße 5, 102 Kaufhold, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstraße 18, Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Jeder Kollege kann nur einmal wählen und erhält zur Kontrolle einen Stempel ins Mitgliedsbuch. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Am Eingang zum Saal erhält jedes Mitglied zwei Stimmzettel, einen für die Wahl des Beamten und einen für die Wahl des Delegierten zum Gewerkschaftskongreß. Die Wahl dauert von 10 bis 1 hr. Später werden feine Stimmzettel mehr abgenommen. Das Wahlresultat wird im Vorwärts" beröffentlicht. Wir ersuchen alle Kollegen, an der Wahl teilzunehmen. " Selbstverständlich ist, daß niemand über acht Wochen mit seinen Beiträgen im Rückstand sein darf. Wer wählen will, muß mindestens die 50. Woche des verflossenen Jahres geklebt haben. Zur besonderen Beachtung! Zur leichteren und einfacheren Erledigung unferer jeden Wohnungswechsel unverzüglich unter schriftlich durch Postkarte sem Bureau mitzuteilen. Bureaugeschäfte ersuchen wir unsere Mitglieder, Angabe der Örts: oder Hauptnummer Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Ersahbücher für verlorene nur nach genauester Angabe der Orts- oder Hauptnummer als auch wann und wo der Verlierer seinen lekten Beitrag gezahlt hat, im Bureau gegen Zahlung von 20 Pf. ausgestellt werden können. Schriftliche Gesuche ohne Einfendung obiger Angaben und des Betrages werden nicht berücksichtigt. 111/6 Montag, den 30. Jannar, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: *** Versammlung der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher und aller in den mechanischen Betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Ueberstundenfrage. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler. E. H. III Hamburg. Mitgliederversammlungen der örtl. Verwaltungsstellen: schläger, Adalbertstraße 21. 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