Nr. 32. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Kampf geht weiter. Dienstag, den 7. Februar 1905. 96 M. für Schießmaterial. Da sehe man, wie es mit den hohen Löhnen bestellt sei. Bei den Berichtigungen befolge man die Taktik, die bezüglichen Bedie genannt sei. So wird geschwindelt, die öffentliche Meinung hauptungen immer auf eine andere Beche zu beziehen als diejenige, betrogen. Die streifenden Bergarbeiter haben die Hand zum Frieden geboten die Unternehmer aber wollen keinen Frieden, sie verlangen nur die bedingungslose Unterwerfung der Stlaven. Der Kampf geht also weiter und die Unternehmer haben die Nachdem noch Hansmann in einigen Punkten die Ausführungen Verantwortung für die Folgen zu tragen. Und der Reichs- ergänzt hatte, gelangte eine Resolution zur Annahme, durch fanzler hat diese Verantwortung mitzutragen- auch er, an welche sich die Ausständigen verpflichten, stritte den sich die Vertreter der Streifenden gewandt haben, die Anordnungen der Siebener kommission zu hat teine feine andere Antwort für sie, wie die Auf befolgen. forderung zur bedingungslosen Unterwerfung. werden die Arbeiter nicht tun. Und daß sie es nicht An den Bergmeister Engel sandte die Siebener- Kommission in nötig haben werden, dafür wird nicht nur die deutsche Verfolg ihrer Beschlüsse noch am Sonntag folgendes Telegramm: Arbeiterklasse alle Kräfte einsehen, dafür wird auch die Herrn Bergmeister Engel, Essen a. d. Ruhr! Solidarität der Bergarbeiter aller Länder sorgen, die sich in Wir fragen hiermit ganz ergebenst an, ob der Verein für bergwahrhaft erhebender und wirksamſter Weise betätigt. Wir bauliche Interessen vielleicht geneigt sei, die Siebener- Kommission Tassen nachstehend die Berichte über die neue Wendung des morgen, den 6. d. M., zu empfangen, um über fünf Punkte, welche Rampfes folgen. Das aber In Bochum fand am Sonntag die bereits in unserer Sonntagnummer angekündigte wichtige Versammlung statt, in der Sachse namens der Siebener- Kommission über deren letzte Beschlüsse Mitteilung machte. Ueber diese Versammlung berichtet unser E- Korrespondent: Bochum, 5. Februar 1905. Die Anfrage beim Bergban- Verein. zur Aufnahme der Arbeit führen würden, zu unterhandeln. Die Siebener- Kommission. J. A.: Johann Effert, Alt- Essen. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Antwort des Reichskanzlers. Der Reichskanzler hat am 6. Februar der Siebenerkommission folgende höhnende Absage erteilt: Mitteilung. Im allgemeinen Interesse halte ich es für dringend Ihr Telegramm habe ich erhalten und dauke Ihnen für Ihre geboten, daß die Arbeit jetzt, wie Sie am Schluß in Aussicht stellen, fogleich wieder aufgenommen wird. Für diesen Fall bin ich auch gern bereit, Vertreter der Arbeiter und der Unternehmer zur weiteren Verhandlung zu empfangen. Reichskanzler Graf Bülow. Also: beugt Euch, unterwerft Euch! Garantien gibt es nicht, unterhandeln werde ich nicht mit Euch! Der Reichstanzler sagt zwar, nach Wiederaufnahme der Arbeit werde er Vertreter der Arbeiter empfangen, um mit ihnen zu berhandeln. Der Reichskanzler ist sich aber natürlich keinen Augenblick im Zweifel darüber, daß dann, wenn sich die Arbeiter bedingungslos unterworfen haben, die Verhandlungen nur eine Posse wären, den Sklaven zur Aufheiterung vorgespielt, um sie glaubensfroh und arbeitslustig zu erhalten. Was will er denn mit besiegten Arbeitern verhandeln? Versic din handlungen könnten doch nur den Zweck haben, die Autorität Der Bergbau- Verein fordert Unterwerfung! Gn der Regierung zu einer Vereinbarung zwischen den streitenden Auf das Friedensangebot antworteten die Unternehmer: Parteien, zur Erzielung eines ehrenhaften Friedens einHerrn Johann Effert, Alt- Essen, Karlstraße. zujeßen. 24 Daran glaubt doch der Reichskanzler nicht, daß die UnterDie Siebenerkommission hatte heute nach hier eine allgemeine Kommission" an den Bergmeister Engel gerichteten Telegramms leugnen, dann zu irgend welchen Konzessionen bereit fein In ergebenster Erwiderung Ihres im Namen der Siebenernehmer, die ja beharrlich das Bestehen allgemeiner Mißstände Revierversammlung einberufen. Wegen Ueberfüllung des Schützenhofes", welcher zirka 7000 Personen aufnahm, fanden noch zwei von heute abend vermögen wir nach wie vor in dieser werden, wenn die Arbeiter ihre jezige günstige Kampfstellung weitere Versammlungen statt. Der Abg. Sachfe referierte über Kommiffion eine Vertretung der Gesamtbelegschaften nicht zu den Stand der Bewegung. Sachse schilderte kurz den Verlauf der erblicken. Die Belegschaften haben sowohl bei Beginn des aufgegeben und sich unterworfen haben! Betvegung und rechtfertigte dann das Verhalten der Siebener Ausstandes wie auch während desselben sich an die An Der Jnhalt der Berggefez- Novelle. fommission gegenüber der Aufforderung, für Ankündigung der Novelle weisungen dieser Kommission zu wiederholten Malen nicht zum Berggesez mit der Parole zur Einstellung des Kampfes zu gefehrt. Somit würde auch jetzt Abmachungen mit der sammlung in Effen machte der Arbeiterfekretär Giesberts„ nach quittieren. Schon einmal, im Jahre 1902, habe man anstatt der" Siebener- Kommission" jede Garantie der Durchführbarkeit seinen aus parlamentarischen Streifen stammenden Informationen" fehlen. Mitteilungen über den Inhalt der preußischen Berggefez- Novelle. Danach nehme der Entwurf in Aussicht, daß Wir können uns deshalb von der von Ihnen im Namen 1. die Arbeitszeit in Gruben von etwa 22 bis dieser Kommission gewünschten Erörterung über fünf 23 Grad Celsius Wärme zunächst auf neun Stunden einübrigens nicht näher bezeichnete Punkte irgendwelch praktisches schließlich Seilfahrt festgesezt wird, die sechsstündige ArbeitsErgebnis nicht versprechen. Nochmals weisen wir auf zeit bei Gruben mit 29 Grad Mindesttemperatur bleibt beunseren Antrag bei der föniglichen Staatsregierung hin, eine stehen. In 2-8 Jahren solle die neunstündige auf achteingehende Untersuchung auf allen Gruben des Bezirks zu einhalbstündige herabgemindert werden. 90 Proz. der Bergveranstalten, um festzustellen, inwieweit die behaupteten Miß- leute würden wohl von diesen Bestimmungen betroffen. Eine stände tatsächlich vorliegen. Die inzwischen angestellten Unter- Verschlechterung gegenüber den bestehenden Zuständen folle suchungen haben ergeben, daß die erhobenen Anklagen über verhindert werden; angeblich bestehende allgemeine Mißstände unberechtigt sind und der Ausstand grundlos begonnen wurde. vorher angepriesenen Reform mehr Arbeitertrug bekommen und der bisherige Verlauf der parlamentarischen Verhandlungen rechtfertige das größte Mißtrauen; man wisse noch gar nicht, was tommen werde. Machten sich doch sogar Bestrebungen bemerkbar, mit der Reform oder an Stelle derfelben ein Buchthausgefeß ein zuschmuggeln. Die Siebenerkommission, das wolle er gegenüber den Schwindelnachrichten über Uneinigkeit in dieser Storporation aus drücklich feststellen, sei sich einig darin, daß ohne bestimmte Garantien an ein Einstellen des Kampfes nicht gedacht werden könne.( Rufe: Bravo!) Aber man sei geneigt, die Hand zum Frieden 6 zu bieten. Die Siebenerkommission habe nach dieser Richtung folgendes beschlossen: Der Reichstanzler wird aufgefordert, bezüglich der sechs Bunfte, welche durch die Novelle geregelt werden sollen, zufriedenstellende Garantien zu geben. Bezüglich der übrigen acht Ausstand getriebenen Belegschaften des von ihnen begangenen Wir vertrauen, daß die durch maßlose Agitation in den Bunkte werde man mit reduzierten Forderungen nochmals an den bergbaulichen Verein herantreten. Db man nicht hinausgeworfen Rechtsbruches sich bewußt werden und alsbald zur Arbeit werde, wisse man noch nicht; verlasse der bergbauliche Verein seinen zurückkehren. grundsätzlich ablehnenden Standpunkt, sei er geneigt, die reduzierten Nach Wiederaufnahme der Arbeit sind unsere ZechenForderungen anzuerkennen, dann könne man zum Frieden kommen. verwaltungen gern bereit, berechtigten Wünschen ihrer Arbeiter Aber bedingungslos kapitulieren werde man nicht!( Bustimmung. entgegenzukommen. Bravo!) Am Donnerstag werde wiederum eine Streiffonferenz stattfinden. Eine Zurückweisung der Siebenerkommission durch den bergbaulichen Verein werde die Konferenz sicher mit der Parole: Es wird weiter gekämpft! beantworten.( Lebhafte Zustimmung.) Weiter beschäftigte Sachse sich mit den Untersuchungen Bergbauverein. In einer vom christlichen Gewerkschaftskartell veranstalteten Ber= 2. das Wagennullen werde beseitigt; die Strafen sollen im Monat 4-6 M. nicht übersteigen; ein Höchstmaß festgesetzt werden; 3. auch für die Ueberschichten Einlegung foll 4. Die Arbeiterausschüsse sollen eine obligatorische Einrichtung werden. tann man annehmen, daß die Angaben über den Inhalt der bisher Da diefe Meldung vom Wolfffchen Bureau" berbreitet wird, so treu geheim gehaltenen Novelle ungefähr stimmen. Ganz ficher ist, daß sie nicht mehr bieten wird, als Giesberts angegeben hat. E. Strabbler. Sirdorf. Kleine. Engel. Das wäre dann hinsichtlich der Arbeitszeit ein teder Versuch, die Arbeiter zu betrügen. Daß die Anerkennung der Organisation nach wie vor abgelehnt biefer Festlegung Wenn es richtig wird, entspricht ja durchaus dem ganzen Verhalten der Unternehmer. richtig wäre, daß vor der Arbeitszeit 90 Broz. der Arbeiter betroffen Wer im Arbeiter nur den Knecht sieht, der sich bedingungslos den werden, welchen Zweck hätte es denn wohl, die Befehlen des allmächtigen Herrn zu fügen hat, der kann natürlich 90 Broz. der Arbeitspläge eine Verkürzung der Arbeitszeit möglich anderen 10 Proz. davon auszuschließen? Wenn auch nicht anerkennen, daß diefer steht eine Macht sei, mit der ist, aus welchem Grunde sollte sie wohl an den übrigen 10 Prog. man durch gewählte Vertreter verhandelt. Es ist daher an den Arbeitern, den hochmütigen Herren zu zeigen, daß sie doch eine Macht nicht möglich sein? Das läuft also offenbar auf einen Betrugsfind. Freiwillig gibt man den Arbeitern ihr Recht nicht, wohlan! so müssen sie es sich erzwingen! an der Beschwerden durch die Regierungskommission. Wenn es damit so weiter gehen solle, wie bisher, dann möge man die Erhebungen nur einstellen. Bergrat Bolz, der als Mitglied der Kommission auf Zeche„ Herkules" die Meinung äußerte, die Arbeiter wollten die Verhandlungen verschleppen, habe wiederholt in seinen Von einer geradezu grandiosen Unverschämtheit zeugt die immer Berichten bemerkt, die Arbeiter sagten bei Nachforschungen von Miß wiederholte Behauptung der Unternehmer, es existierten keine allgemeinen ständen die Unwahrheit. Jetzt, wo die Leute die Wahrheit sagen Mißstände, und die Berufung auf die Ergebnisse der Untersuchung Jahren soll also die neunstündige Schicht auf den Gruben, auf denen sie sei auch auf" Friedlicher Nachbar" die Untersuchung geführt worden. Die Arbeitervertretung habe dort das Protokoll nicht unterschrieben. Nicht nur seien die Beschwerden der Arbeitervertreter nicht an genommen, eine der geche ungünstige Aussage der Einfahrer habe man ebenfalls nicht aufgenommen. Weiter empfahl Redner dringend, dafür zu sorgen, daß den gegeben. hl. Arbeitswilligen haben bereits gezeigt, daß die sichtlich von den Unternehmern stammen, breiste Fälschungen sind fuchungsprotokolle in der Rheinisch- Westfälischen Zeitung", die offen und Sachse hat ja in der Bochumer Versammlung weitere Beläge dafür geliefert. Das Telegramm an den Reichskanzler. Die reduzierten Forderungen. An den Reichskanzler hat die Siebenerkommissson folgendes fein Haar gekrümmt würde. Es müsse dafür gesorgt werden, daß Telegramm gerichtet: nicht wirkliche Belästigungen den Schwindelnachrichten ein Relief Die von den streifenden Bergleuten des Nuhrreviers gewählte geben. Wie Arbeitswillige schwindeln, das belegte Sachfe durch Siebenerkommission wird sich erlauben, Eurer Exzellenz umgehend einige bezeichnende Fälle. Es sei festgestellt, daß Arbeitswillige eine Eingabe einzureichen bezüglich der Stellung der BergKrantenscheine entnehmen unter dem Vorgeben, sie seien mißhandelt leute zu der im preußischen Landtag angekündigten Novelle worden. Ein Arbeitswilliger habe die Schläge, die er von seiner betreffend das preußische Berggesetz und den im Reichstag anFrau bekommen hat, als Mißhandlung durch Arbeitswillige ausEin anderer dieser sauberen Leute erlitt durch Fall von gekündigten Gesezentwurf betreffend Rechtsfähigkeit der Arbeiter. Der Straßenbahn Verlegungen. Er rannte in ein Wirtshaus berufsvereine. Ew. Exzellenz teilen wir dann ergebenft mit, daß die und janmerte über Mißhandlung durch Ausständige. Augenzeugen genannte Siebenerkommission bei dem Verein für die bergbaulichen entlarbten den Schwindler, der dann für Stillschweigen fiber feine Intereffen telegraphisch um eine Unterredung nachgesucht hat zur Hallunterei eine Runde Bier anbot! So sehen die berühmten Besprechung folgender ermäßigten Forderungen: Mißhandlungen der Arbeitswilligen aus, wenn man ihnen auf den Grund geht. Die Leute wissen ja, an gewissen Stellen hat man es gern, wenn fie Räubergeschichten erfinden. Daß das angebliche Protokoll über die Verhandlungen auf Beche Bruchstraße" in der " Rheinisch- Westfälischen Zeitung" aus 1. Eine 15 prozentige Lohnerhöhnng( an Stelle des zuerst geforderten Minimallohns); 2. kommt ein Gedinge nicht zustande, so soll der DurchschnittsJohn gleichartiger Arbeiter gezahlt werden und nicht, wie bisher, der ortsübliche Tagelohn; Verdrehungen und Lügens besteht, hat Sachse dem Reichskanzler telegraphisch mitgeteilt. Die Beweise dafür werden vorgelegt. Unter anderem hat das Blatt auch eine Berichtigung gebracht, nach der es nicht wahr fein foll, daß einem Hauer im Monat 84 M. in Abzug gebracht sind. Sachse stellt an Hand des vorliegenden Lohnbuches fest, daß seine Be hauptung stimmt, ja noch mehr! Im Monat August vorigen Jahres hat der betreffende Hauer z. B. 202 m. verdient. Es wurden eventuell sofort aufaenommen werden. aber Abzüge von 106 M. gemacht, darunter 3. nach Aufnahme der Arbeit soll feine Maßregelung der Streifenden vorgenommen werden; 4. gute Deputattohlen auch für bedürftige Invaliden und Bergmannswitwen; 5. humane Behandlung. Auf Grund der beabsichtigten Verhandlungen soll die Arbeit Die Siebenerkommission, Johann Effert. Aber schließlich wird ja überhaupt gar keine Verkürzung der Arbeitszeit angekündigt. Die neunstündige Arbeitszeit, die die Novelle ben übrigen aber besteht die Schicht von 8 Stunden. Nach einigen borschreiben soll, besteht auf einem großen Teile der Gruben. Auf auch für diese Gruben der Zustand wieder hergestellt werden, der schor zuungunsten der Arbeiter geändert worden ist. Von einer Achtbestanden hat, der nur durch Unternehmerwiültür seit einigen Jahrer stundenschicht ist überhaupt keine Rede, obwohl erst diese einen zwar fleinen aber wirklichen Fortschritt für die Arbeiter bedeuten würde Ein solches Gesetz kann selbst der preußische Landtag annehmen. Danach versteht man erst, warum die Regierung so hartnäckig darauf besteht, mit ihrer Reform" in Preußen zu bleiben; fie till ja gar nicht reformieren, deshalb will fie fein Reichsgefes. Es ist demgegenüber komisch, wenn die Rheinisch- Westfälische Beitung" über die Regierungsaktion fagt: " Als politische Nebenfolgen verzeichnen wir nur noch eine, nämlich daß sich in weitesten Kreisen der Jndustriellen ein Mißtrauen gegen eine Regierung festsetzt, die offenbar ebenfalls von der Stimmung des allgemeinen gleichen Wahlrechts ergriffen worden ist und die arbeitswilligen Arbeiter, sowie die Arbeitgeber vernachläffigt zugunsten der Streifenden; unter den besitzenden Klaffen gewinnt die Anschauung Raum, daß das allgemeine gleiche Wahlrecht sie entrechtet hat. Das scheint allerdings augenblicklich dem Handelsminister gleichgültig zu sein, allein es werden vielleicht noch Wahlen kommen, bei denen die Regierung es empfindet, sich auf beiden Seiten Mißtrauen zugezogen zu haben; denn die offenbare Rechnung, die sich Herr Möller gemacht hat, daß er ein etwaiges Mißtrauen der Arbeitgeber balanziert durch das neu erworbene Vertrauen der Arbeiter, diese Hoffnung ist, wie oben ausgeführt, zufammengebrochen." Die Unternehmer stellen sich so, als ob die Regierung ihnen etwas täte. Sie könnten nichts anderes sagen, wenn sie gemeinsam mit der Regierung ein verabredetes Schaustück mit berteilten Rollen spielten, um die Arbeiter glauben zu machen, daß etwas geschähe", während man sich heimlich ins Fäustchen lacht über die Dummen, die auf den Theaterspektakel hineinfallen sollen. Man verrechnet sich aber: Darauf fallen die Arbeiter nicht hinein' Wenn heute die Meldung verbreitet und von verschiedenen| 259 446, also 1570 weniger als am Sonnabend. Hat er am Sonn- lichst ganz verhindern. Das sprach der katholische Agrarter Blättern aufgenommen wird, daß die Regierung unter allen abend so viel ungelernte Streitbrecher angelegt, find die am Montag fel heute unumwunden aus. Geht es nach ihm und seinen Umständen auf ihrer Reform" bestehe und an den Reichstag wieder davon gelaufen, oder wie geht das sonst zu? gehen würde, wenn der Landtag versage, so gehört auch das der Angefahrenen auf den Ruhrzechen nur auf 53944 an und für artig hochgeschraubt werden, daß jede Getreide- Einfuhr auf Der Reichs- Anzeiger" gibt übrigens für Sonnabend die Zahl ostelbischen Freunden, so werden die Schiffahrtsabgaben dernotwendig zu dem für politische Kinder erhebenden Schauspiel. Rheinpreußen auf 2658. Allerdings redet der Reichs- Anzeiger" dem Wasserwege unmöglich gemacht wird. Genau wie die ganze bisherige Sozialpolitik ein geschäftiger nur von der Frühschicht; indessen sind bekanntlich während des Speftafel, wobei einer den andern vor Eifer über den Haufen Streits auf allen Zechen die Schichten zusammengelegt zu einer von rennt und bei dem sich am Ende der ruhige Beobachter fragt: 8 bis 4 Uhr arbeitenden Schicht. Durch diese Angaben wird also Wozu der Lärm? die Situation nicht klarer. Die Einigkeit der Bergarbeiter. Die Siebener- Kommission versendet folgende Erklärung: In den verschiedenen Tageszeitungen werden Telegramme und Artikel veröffentlicht, durch die augenscheinlich der Eindruck erweckt werden soll, es bestehe im Lager der Streifenden Zwiespalt. Unsere am Donnerstag, den 2. Februar, vereinbarte Resolution wird so aus gelegt, als ob sie sich gegen eine bestimmte politische Partei richte. In auswärtigen Zeitungen wird sogar gemeldet, der christliche Gewerkverein beabsichtige, sich unter gewissen Bedingungen von dem Streit zurückzuziehen. ige, fið unter gewifen Bedingu Demgegenüber erklärt die unterzeichnete Kommission: es besteht innerhalb der Kommission und im Lager der Streifenden überhaupt vollkommene Einigkeit. Alle Nachrichten über Zerwürfnisse zwischen den Verbänden sind aus der Luft gegriffen. Die Meldung, unsere Resolution richte sich gegen eine bestimmte politische Partei, ist durchaus unzutreffend, unzutreffend, die Resolution soll nur innerhalb der Streifenden völlige Einheit der Aktion festlegen. Auch ist es nicht richtig, daß Kamerad Breskott aus der SiebenerKommission ausgeschlossen" wurde, sondern er ist von der Leitung des polnischen Gewerkvereins aus rein persönlichen Gründen zurückgetreten; damit schied er auch aus der Siebener- Kommission aus. Wir konstatieren deshalb ausdrücklich, daß die großartige, kameradschaftliche Einigkeit der Organisationen durch nichts erschüttert ist. Alle gegenteiligen Meldungen sind unrichtig. Wir bitten die arbeiterfreundliche Presse um Verbreitung dieser Erklärung. Vorläufig steht diesen Wünschen freilich der Artikel 54 der deutschen Reichsverfassung entgegen, der ausdrücklich die Erhebung von Abgaben auf den natürlichen Wasserstraßen verbietet, es sei denn, daß besondere Anstalten zur Erleichterung der SchiffDie Feinde der Arbeiter verraten sich! fahrt errichtet worden seien. Indessen hat heute der Landtag, Daß die Konservativen nur eriſtieren können, weil die führung von Abgaben auf sämtlichen deutschen Strömen beDaß die Konservativen nur existieren können, weil die ohne sich um die Verfassung weiter zu kümmern, die EinArbeiter sich selber immer wieder zerfleischen und für ihre eigenen Feinde die Kastanien aus dem Feuer holen, haben schlossen, und die Regierung hat als getreuer Knecht auf der wir stets ausgesprochen. Selten haben sich die Herrschaften die nötigen rechtlichen Grundlagen mit Hülfe juristischer Landtag genannten Domäne des Junkertums versprochen, aber so demaskiert wie in nachstehender Notiz der„ Konservativen Interpretationskünfte zu liefern. Dabei hat sie sich selbst durch Korrespondenz", die hoffentlich recht vielen Blinden die Augen feierliche Erklärung des Reichskanzlers und des Staatssekretärs öffnet. Diese parteioffizielle Storrespondenz schreibt heute: " „ Die Einigkeit der Bergarbeiter preist in allen Tönen der Graf Posadowsky darauf festgelegt, daß nur durch eine Ver. Vorwärts". Der Sozialdemokratie kann man es auch nicht verfassungsänderung im Reiche nach Zustimmung des denken, daß sie in dieser Einigkeit einen großen Erfolg ihrer Politit Reichstages und Bundesrats die Einführung dieser Schiffahrtssieht; denn sie war nur dadurch zu ermöglichen, daß die nicht- Abgaben erfolgen dürfe. fozialdemokratischen Organisationen sich an die Gewerkschaften fest Als der freisinnige Interpellant, der Abgeordnete Kämpf, anschlossen, so daß sie jetzt kaum noch voneinander zu unterscheiden sie heute an diese Erklärungen erinnerte und fragte, wie sie Berhältnis auch für spätere Zeiten nachwirkt, daß der sozial- stelle, da nahm Graf Posadowsky einen großen Aftenbogen find. Die Sozialdemokraten wissen ganz genau, daß ein so inniges sich nun zum Beschluß des preußischen Abgeordnetenhauses demokratische Klassenkampfgedanke schließlich auf alle abfärbt, vor das Gesicht und sprach etwas in ihn hinein, was bedeuten die eine Zeit lang in feinem Banne gestanden haben. Wenn die Sozialdemokratie nicht den übrigen Arbeiterführern sollte, daß die Reichsregierung auf die Wahrung der verunterstüßt würde, so würde die Sympathie der Bürgerschaft mit den fassungsmäßigen Bestimmungen achten würde. Streifenden sehr bald ein Ende haben. Das wissen die„ Genossen", Genosse Dr. David zeigte sofort, wie wenig Vertrauen und darum bemühen sie sich, die Partei- Interessen möglichst wenig eine solche höchst unverbindliche Meinungsäußerung beanspruchen in den Vordergrund zu stellen. Wer aber der Meinung sein sollte, dürfe. Er erinnerte daran, daß in jüngster Zeit noch der die Sozialdemokraten würden jemals die Gleichberechtigung der Reichskanzler die Frage der Schiffahrts- Abgaben für eine nationalen Arbeiterorganisationen anerkennen, würde sich sehr rein theoretische Streitfrage täuschen. Die jetzt vom Vorwärts" bejubelte Einigkeit der Berg- von Posadowsky sich gerühmt habe, daß er als Mitglied erklärt habe, daß Graf arbeiter soll im Gegenteil dazu führen, die nichtsozialdemokratischen des preußischen Ministeriums doch auch darum wissen würde, Gewerkvereine mattzusetzen. Und dieses Vorhaben wird um so ficherer gelingen, je länger der Streit und die gepriesene„ Einigkeit" wenn die Einführung von Schiffahrtsabgaben von irgend einem seiner Mitglieder in Aussicht genommen sei. Heute Die Arbeitswilligen. stellte sich der Staatssekretär so, als ob er von den VorE. In einer Effener Versammlung zeigte ein Christlicher einen gängen in Preußen gar nichts wüßte und an das Reich noch odmed Totschläger vor, den man einem Arbeitsivilligen abgenommen hatte, feinerlei Anregung auf Aufhebung des Artikels 54 ergangen Am 4. Februar fand in Dover eine Konferenz des gerade als er damit einen Passanten, der ruhig vorbeiging, zu sei. Genosse David legte aber auch den sachlichen Kern der Internationalen Bergarbeiter- Komitees statt, die vornehmlich Boden schlug. In Dortmund hat eine Rotte Arbeitswilliger einen Streitfrage klar. Nicht nur die Getreideeinfuhr soll durch die dem Riesenstreit im Ruhrgebiet galt. Sie war von den ruhig vorbeigehenden Bureaugehülfen zu Boden geworfen, dort Schiffahrtsabgaben unmöglich gemacht werden, sondern auch Engländern einberufen, die am 13. Februar eine große Die Beamten, die an dieser Stelle passieren, fontrollieren fast alle usw. verteuert und damit der Preis für alle Bedarfsgegen herumgezerrt und ihm die Kleider vollständig vom Leibe gerissen. der Transport der Kohle, der Kolonialwaren, der Baumwolle Delegiertenkonferenz des Bergarbeiter- Verbandes abhalten, an vorübergehenden Bassanten. Es wäre höchst notwendig, daß endlich der auch die dem Verband nicht angehörenden Organisa- gegen diese Art Arbeitswilligenschutz das Publikum und die Austionen von Durham und Northumberland vertreten sein ständigen geschützt würden. werden. Für diese Konferenz, die die schon von der Exekutive des großen Verbandes beschlossene Unterstützung der deutschen Bergarbeiter gut zu heißen oder eventuell abzuändern hat, wünschte der Vorstand des Verbandes möglichst genau über den Stand der Dinge unterrichtet zu sein. Die Siebener- Kommission. Effert, Rühme, Sachse, Hausmann, Regalski, Korpus, B. Hammacher. Internationale Solidarität. An der Konferenz nehmen teil: Enoch Edwards, Präsident, und T. Ashton, Generalsekretär des Britischen Bergarbeiter- Verbandes, J. Caeluwaert und A. Cavrot für die belgischen Bergarbeiter, A. 2 amendin und A. Berant für die französischen Bergarbeiter. Die öfterreichischen Bergarbeiter ließen telegraphisch mitteilen, daß sie in der Kürze der Zeit eine Vertretung nicht senden könnten. Der deutsche Bergarbeiter Verband war durch sein Vorstandsmitglied L. Schröder sowie Eduard Bernstein vertreten. dauert." Aufgelöste Frauenversammlung. versammlung aufgelöst. In Lindenhorts wurde am Samstag nachmittag eine Frauenruhig angehört. Darauf ergriff einer das Wort und wandte sich Die Versammlung hatte zwei Referate gegen den Bergarbeiterverband, den er in ganz unzulässiger Weise angriff. Es entstand infolgedessen ein Tumult, der die Auflösung der Versammlung zur Folge hatte. Wert. stände der breiten Massen im Interesse der 25 000 ostelbischen Großgrundbesizer verteuert werden. Er verlangte mit aller Entschiedenheit, daß die verfassungsmäßigen Wege, die für eine derartige Maßregel vorgeschrieben wären, strikte innegehalten würden. Die Konservativen legten begreiflicherweise darauf wenig Graf Limburg- Stirum erklärte rund heraus, daß man über Verfassungsfragen am besten einfach ab. ſt imme. Der Abg. Osel fügte den liebenswürdigen Rat an die Industrie hinzu, wenn es ihr nicht passe, nach Afrika Auch die Kohlenarbeiter von Rheinau in Baden haben die oder Asien auszuwandern. Das sind die Grundsäge nationaler Arbeit niedergelegt, weil sie keine Kohlen ins Ruhrgebiet verladen Wirtschaftspolitik! Die Bewegung in Oberschlesien. wollen. Die Redner der Linken, die Abg. Gothein( frs. Vg.), Haußmann( füdd. Vp.) und Genosse Drees bach wiesen die agrarischen Aeußerungen gebührend zurück und stellten die Tatsache fest, daß die preußische Gesezespraris ein fortwährender Verstoß gegen das Reichsrecht sei, das überhaupt nur noch für die deutschen Kleinſtaaten Geltung habe. Sie Breslau, 6. Februar. Die Schlesische Zeitung" meldet aus Rybnik: Gestern hat in Stawiska- Niedobschüß eine Bergarbeiter Versammlung stattgefunden, wozu etwa 250 Personen erschienen waren. Den Hauptinhalt der Verhandlungen, die zwei Stunden in Nachdem deutscherseits eine Darstellung der Lage des Anspruch nahmen und ruhig verliefen, bildete ein Aufruf des AusStreits gegeben worden war, wobei u. a. die entschlossene standskomitees betreffend den Ausstand in Westfalen, Neurode und provozierten mit den schärfsten Mitteln die Regierung, eine Haltung der Ausständigen betont und darauf hingewiesen Oberschlesien, mit den schon im Ruhrgebiet aufgestellten und hierorts flare Auskunft darüber zu geben, ob sie das Recht des Reiches wurde, daß diese die Arbeit nicht eher aufnehmen würden, noch verstärkten Forderungen. Es wurde ausdrücklich betont, daß auf Entscheidung über die Schiffahrts Abgaben wahren oder bis ihnen nicht mindestens Bürgschaften für Durchführung der ein Ausstand zurzeit nicht vorteilhaft sei; es müßten vielmehr das tollste Stück agrarischer Logik mitmachen will, die den vom preußischen Staat angekündigten Reformen im Berggesek alle Bergarbeiter zu einer festen Organisation zusammentreten Rhein und die Elbe als künstliche Wasserstraßen ansieht. Aber gegeben und die Unternehmer den Organisationen mit ernsthaften und erst dann, wenn alles im Ruhrgebiet, dem Waldenburger und die Regierung schwieg sich aus. Wenn auch bei der schmachZugeständnissen entgegengekommen sein würden, richtete der Prä- in Ausstand getreten werden, um dann zu erzwingen, wenn keine heit für Schiffahrts- Abgaben ist, so darf man doch gespannt dem oberschlesischen Kohlenrevier fest organisiert sei, dürfe und müsse vollen Haltung der Nationalliberalen im Reichstage eine Mehrfident die Frage an die Deutschen, ob ein Generalstreit der Eng- Kohlen mehr geliefert werden könnten, daß die Forderungen der barauf sein, ob Preußen es wagen wird, diese Frage vor den länder von ihnen gewünscht würde. Dies wurde mit der Be- Bergarbeiter in weitestem Maße angenommen werden. merkung verneint, daß Verhinderung der Mehrproduktion und Beuthen, 6. Februar. Die„ Oberschlesische Zeitung" meldet aus Bundesrat zu bringen. Wenn es auch die Kleinstaaten maßlos jeder Mehrausfuhr nach Deutschland sowie möglichste finanzielle Morgenrot: Auf der Paulusgrube sind heute früh von 440 Mann terrorisiert, so könnten sich doch bei den drei süddeutschen Hülfe den Interessen der Kämpfenden mehr entsprechen würde. unter Tage 164 Mann ausständig, die Ruhe ist nicht gestört, auf der Staaten und Hessen leicht die vierzehn Stimmen finden, die Der Präsident Edwards erklärte hierauf, er werde auf der Hohenzollerngrube bei Beuthen sind von 600 Schleppern 89 aus genügen, um die Verfassungsänderung zu verhindern. englischen Delegiertenkonferenz eine wesentliche Erhöhung des ſtändig. di Morgen steht die Interpellation Trimborn auf gesetzliche wöchentlichen Unterstützungsbeitrages beantragen, und außerdem Festlegung des Zehnstundentages zur Beratung. dafür eintreten, daß die Bezirksorganisationen größere Mittel hergeben. Diese hätten, fügte er hinzu, meist sehr ansehnliche Fonds liegen, die sich bis auf 5 Pfd. Sterl.( 100 Mark) pro Mitglied grube" ist bei der heutigen Frühschicht die ganze Belegschaft wieder beliefen. Welche Beträge da eventuell aufgebracht werden angefahren. können, wo wir Hunderttausende von Mitgliedern haben, brauche ich nicht erst zu sagen." Er teilte noch ferner mit, daß Teplis, 6. Februar. Die Direktion der Brürer Kohlenwerke die Bergarbeiter von Durham beschlossen hätten, sogleich hat die Forderungen der Arbeiter abgelehnt, so daß der Ausbruch 1000 Pfd. Sterl. und von da ab wöchentlich denselben Betrag eines Streits bevorsteht. wie die Northumberland- Arbeiter für Deutschland zu zahlen. Nachdem noch die Belgier und Franzosen die den Lesern des„ Vorwärts" schon bekannten Verhältnissen ihrer Länder dargelegt und die früheren Zusicherungen wiederholt hatten bezüglich der Konferenz in Charleroi siehe an anderer Stelle wurde die Konferenz mit Annahme einer von Cavrot( Belgien) beantragten Sympathie- Erklärung an die Kämpfer im Ruhrgebiet geschlossen. Der Vorstand der schweizerischen Arbeiterunion hat befchloffen, fofort im ganzen Lande Sammlungen für die Streifenden vorzunehmen. red thous@ Der Rechtsanwaltsverein in Met hat aus Vereinsmitteln 200 M. für die Streifenden gespendet. Wie der Bergbauverein die Zahl der Streikenden vermindert. Er läßt unterm 6. Februar durch das" Wolffsche Bureau" folgende Meldung verbreiten: " find auf den Schächten der Schlesischen Kohlen- und Kotswerke in Breslau, 6. Februar. Wie die Wie die Schlesische Zeitung" meldet, Gottesberg heute vormittag von 1358 Mann 809 nicht eingefahren. Beuthen, 6. Februar. Laut Mitteilung von der Königin LuifeStreit in Böhmen. Allgemeiner Streik in Belgien. Belgien.ticton Am Sonntag tagte der Kongreß der belgischen Bergarbeiter in Charleroi. Es wurde mit großer Mehrheit beschlossen, Montag den allgemeinen Streit zu beginnen. " Infolge dieses Beschlusses haben, wie Wolffs TelegraphenBureau" meldet, sämtliche Arbeiter der Kohlengruben von Gouffre, Centre de jumet, Bierreau- le- grand, Conty, Courcelles- Nord, St. Augustin und Gilly die Arbeit niedergelegt. Teilweise in Aussind vom Ausstand nicht berührt. stand getreten sind die Arbeiter von 13 Kohlenwerken; 12 Werke Mons, 6. Februar.( W. T. B.) Die Zahl der Ausständigen hat zugenommen und beträgt mindestens 16 000 Mann. Die Forderungen der belgischen Grubenarbeiter Die Durchpeitschung der Handelsverträge. Die Verabredung des Seniorentonvents, mit der ersten beginnen, hat die Regierung in Harnisch gebracht. Seit zwei Tagen bohrt Graf v. Posadowsky an den Zentrumsgewaltigen, um, wie schon im Leitartikel der Sonntagsnummer erwähnt, einen Verzicht auf Sommissionsberatung und möglichst schleunigen Abschluß der Beratung zu erreichen. Zum Teil scheint der Versuch von Erfolg begleitet gewesen zu sein, denn auf Anregung des Grafen b. Hompesch, Vorsitzenden der Zentrumsfraktion, hat der Präs fident den Seniorentonvent noch einmal zusammenberufen, die Angelegenheit endgültig zu regeln. Beratung der Handelsverträge am Donnerstag, den 9. d. M., zu um zicht auf die Beratung der Zentrums- Interpellation( MaximalGraf Hompesch schlug namens seiner Fraktion vor, unter VerArbeitstag von 10 Stunden) und den nächsten Schwerinstag die erste Beratung der Handelsverträge schon am Dienstag, den 7. d. M., zu beginnen, dagegen das Verlangen nach Kommissionsberatung aufrecht zu erhalten. Das Verlangen der Regierung war vorher durch den Präsi denten damit begründet worden, daß die Ratifikation des Vertrages mit Rußland spätestens am 12. d. M. erfolgen müsse, und daß der sind in zehn Punkten wie folgt festgesetzt: 1. Lohnerhöhung. bestehende Vertrag mit Desterreich- Ungarn am 15. d. M. zu fündigen 2. Bildung von Schiedsräten zur Schlichtung von Streitigkeiten sei, wenn der neue Vertrag am 15. Februar 1906 in Kraft zwischen den Direktionen und den Arbeitern. 3. Festsetzung einer treten solle. Lohnstala, ähnlich derjenigen, wie sie in den englischen Gruben angewandt wird. 4. Verabreichung von Zahlfarten an die Arbeiter. Der Präsident erklärte, daß er sich zu einem Vorschlage, den In den 18 Revieren des Oberbergamtsbezirks Dortmund und 5. Abschaffung der Einzelarbeit. 6. Verminderung der Arbeitszeit. Beschluß des Seniorenkonvents abzuändern, nicht veranlaßt sähe, auf der Zeche Rheinpreußen" sind heute 63 838 Arbeiter bei einer 7. Genügende Pension für alte Grubenarbeiter. 8. Abschaffung der sondern daß er es dem Hause überlassen müsse, ob es die VerGesamtbelegschaft von 260 126 angefahren. Mithin fehlten Maßregeln, welche von den Grubendirektoren gegen Arbeiter, die abredung des Seniorenkonvents beschließen wolle. 196 288 Arbeiter gegen 197 079 am Sonnabend. 50 Jahre alt sind, verfügt worden sind. 9. Festsetzung des MinimalAm Sonnabend( siehe„ Vorwärts" vom Sonnabend) sah die lohnes und 10. Abschaffung der verfügten Maßregeln seitens der mit der Beratung zu beginnen, zu belassen, da keine Rede davon Abg. Singer beantragte, es bei dem Beschluß, am Donnerstag Meldung so aus: Grubendirektoren des Beckens von Mons. Diese Tagesordnung sein könne, die Vorlage so durchzupeitschen, daß der von der wurde vom Kongreß gestern einstimmig angenommen. " In den 18 Revieren des Ober- Bergamtsbezirks Dortmund und auf Zeche Rheinpreußen" sind heute von insgesamt 261 016 Mann 63 937 Mann angefahren, gegen 62 361 Mann von 259 446 am gestrigen Tage. Auf„ Rheinpreußen" fuhren heute 4001 von 5574 Mann an( gestern 2992 von 4506). dald si Politische Uebersicht. ( endaliomila stido bilo dol Regierung ins Auge gefaßte Termin innegehalten wird. Man müſſe der Regierung zum Bewußtsein bringen, daß der Reichstag auch noch eriſtiere und sich nicht gefallen lasse, daß die Regierung selbstherrlich über ihn disponiere. sid Am Sonnabend fuhren 63 937 an, am Montag 63 838, also 99 veniger, das heißt um soviel hat sich die Zahl der Streifenden seit Berlin, den 6. Februar. Die Regierung hätte die Ratifikationsfristen in Rücksicht auf die Sonnabend vermehrt. Am Sonnabend fehlen 197 097, am Ein Vorspiel zu den Zollkämpfen. erforderliche Zustimmung des Reichstages hinausschieben sollen und Montag 196 288, also fehlen am Montag 781 weniger, so daß sich müsse, da dies versäumt sei, jest solche Vereinbarungen hers ie Zahl der Streifenden um so viel vermindert haben müßte. Die Agrarier sind mit der Brotverteuerung durch den beiführen. Dem Wunsche des Zentrums auf Kommissionsberatung find mit der durch den Dem des auf Der bergbauliche Verein läßt auf diese Weise einfach 880 Mami 3olltarif und die neuen Handelsverträge noch nicht zufrieden- würde die sozialdemokratische Fraktion nicht widersprechen. serschwinden. Allerdings gibt er für Montag auch nur eine Gesamt gestellt; sie wollen durch die Tarifpolitik der Eisenbahn, über Die Abgg. Schrader, Müller Sagan, Liebermann elegschaft von 260 126, während er sie für Sonnabend auf 261 016 die sie durch das preußische Dreiklassen- Parlament un- von Sonnenberg und außmann( Württemberg) schlossen mgab, also auf 890 höher. Aber wo find denn diese 890 geblieben? umschränkt gebieten, und jetzt durch die Einführung von sich den Ausführungen des sozialdemokratischen Nedners an, während Im Freitag hatte er aber gar nur eine Gesamtbelegschaft von Schiffahrtsabgaben die Einfuhr ausländischen Getreides mög- die Abgg. Dr. Sattler, v. Normann und Tiedemann zwar für KommissionSveratung eintraten, aber mit der ersten Be- ratung, dem Wunsche der Regierung entsprechend, schon am Diens- tag, den 7. d. M„ beginnen wollten. Trotz längerer Erörterungen ließ sich zunächst keine lieber- einstimmung erzielen? wiederholt wurde darauf hingewiesen, daß es auf die zwei Tage früherer Beratung nicht ankomme, weil bei Fest- Haltung an der Kommissionsberatung unter keinen Umständen der Abschluß der Beratung bis zum 12. d M. erfolgen könne, selbst wenn man— wozu jedoch nicht die geringste Lust vorhanden sei— auf alle geschäftsordnnngSmäßigen Fristen-c. zu verzichten geneigt sei. Die Rücksicht auf die von den Fraktionen bestimmten Redner verlange außerdem die Festhaltung an dem ge- faßten Beschluß. Es stellte sich immer mehr heraus, daß sich für einen abändernden Beschluß keine Majorität finden werde, und aus diesem Grunde zog Graf v. Hompesch den Antrag, am DienStag mit der Beratung zu beginnen, zurück, womit die Angelegenheit er- ledigt war. Die Attacke auf die von äußeren Einflüssen unabhängige fach- gemäße und ausgiebige Beratung der Handelsverträge ist für dieses Mal abgeschlagen. Warten wir ab, wie lange Zeit die beutegierige Brot- und Fleischwuchermajorität dem Reichstage geben wird, ihr Volks- und arbeiterfeindliches Treiben zu brandmarken.— Die Annahme der Schiffahrtsabgaben. Die ersten Abstinimungen in der Kanalfrage sind am Montag im preußischen Abgeordneten hause er- folgt; die beiden von der Kommission beantragten agrari- schen„Denaturierungen" des Kanals sind mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Linken und der Polen angenommen worden, das Schleppmonopol in der Kommissionsfassung und die Erhebung von Schiffahrtsab- gaben in der Fassung des Antrages v. Pappenheim(kons.), wonach die Abgaben so zu bemessen sind, daß ihr Ertrag eine angemessene Verzinsung und Tilgung derjenigen Auf- Wendungen ermöglicht, die der Staat zur Verbesserung oder Vertiefung jedes der im Interesse der Schiffahrt regulierten Flusses über das natürliche Maß hinaus gemacht hat. Die Erhebung dieser Abgaben soll spätestens mit Inbetriebsetzung des Rhein- Weser- Kanals oder eines Teiles desselben beginnen. Dieser Antrag bedeutet eine weitere Verschlechterung der Kommissionsbcschlüsse. Auf das endgültige Schicksal der Kanalvorlage läßt sich aus der Abstimmung ein bestimmter Schluß noch nicht ziehen; die Konservativen, die für die ge- nannten Anträge gestimmt haben, werden bei der definitiven Wstimmung zum größten Teil gegen die Vorlage stimmen, während andererseits es fraglich ist, wieviel der Gegner der „Denaturierung" soviel politische Einsicht haben werden, um dem durch die Schiffahrtsabgaben agrarisch verstümmelten Kanal die Zustimmung zu versagen und ihn damit zu Falle zu bringen! Interessant war aus der voraufgegangenen Debatte— die Scherze des Dr. Hahn waren nur läppisch— nur die Mit- teilung des Finanzministers Frhrn. v. Rheinbaben, daß die am Sonnabend verlesene Erklärung des Ministers Budde über die Schiffahrtsabgaben vom Staatsministerium festgestellt ist. An der Spitze des preußischen Staatsministeriums steht Graf B ü l o w, derselbe Mann, der in seiner Eigenschaft als Reichskanzler vor einem Jahre im Reichstage ausdrücklich die Erhebung von Schiffahrtsabgaben als zur Kompetenz des Reiches gehörig erklärt hat. Vermutlich, um nicht zu einer Antwort darüber gezwungen zu werden, wie sich dieser Wider- spruch löst, blieb Bülow den Verhandlungen des Landtages fern. Vorsicht ist ja von jeher der bessere Teil der Tapferkeit gewesen. Die Beratung der Einzelheiten der Kanalvorlage wird am Dienstag fortgesetzt. * m* Deutfcbcs Reich. Das Automobilkorps. Vor einiger Zeit wußten bürgerliche Blätter zu melden, daß sich ein freiwilliges Automobilkorps gebildet habe und daß der Kaiser dieser privaten Sportsvereinigung das Recht eingeräumt habe, daß Reserve-Offiziere in ihm ihre Uebungen absolvieren. Wir haben damals auf die Unmöglichkeit dieser Reporternachricht hin- gewiesen, weil der Kaiser selbstverständlich nicht das Recht hat, auf eigene Faust eine mit militärischen Vollmachten ausgerüstete Armee- abteilung zu begründen. Merkwürdigerweise regte sich in der offiziösen Presse kein Lüftchen und niemand dachte daran, diese„Kaiserinsel-Phantasie" zu dementieren. Nun lesen ivir, daß in Berlin aus Anlaß der Er- Öffnung einer Antomobilausstellung bereits das Automobilkorps in Erscheinung getreteir ist. Die Herren tragen eine graue Uniform mit Karmoisinaufschlägen, ähnlich unserer Schutztruppe. Welche nrilitärische Qualifikation diese uniformierten Sportsleute haben, ist bisher nicht klar. Immerhin treten diese Töff-Töff-Afrikaner so offiziell auf, daß man sich nun wirklich danach erkundigen muß, was sie eigentlich bedeuten. Wir halten es nach wie vor für ausgeschlossen, daß sie in irgend einer Beziehung zur Armee stehen, andernfalls wäre der Gedanke zu erwägen, ob man nicht überhaupt die für das Reich höchst kostspielige Armee beseitigen und nach dem Muster des freiwilligen Automobilkorps den ganzen Militarismus in eine Privat- instiwtion uniwandelt. Es ist ebenso wenig möglich, daß ohne Genehnngung des Bundesrates und des Reichstages Truppenteile geschaffen werden wie es etwa denkbar wäre, daß militärpflichtige Leute ihre zwei Jahre in irgend einem Tanzklub abdienen. Uebrigens hielt bei der Eröfftrung der Automobil-Ausstellung der Bruder des Kaisers wieder eine seiner Evangeliumsreden. Prinz Heinrich hat, wie man weiß, kein Glück in rednerischen Ansprachen und so hat er auch bei dieser Gelegenheit Sätze geredet, nach denen man fast auf die Vermutung kommen könnte, als ob er dem Kaiser auch die Erfindung des Automobils zuschreiben wollte.„Dieses wunderbare Erzeugnis menschlichen Genies", rief er,„steht jetzt ganz anders da als früher. Aber wem haben wir das zu danken"? Des Prinzen Heinrich Antwort lautete:„unserem Kaiser". Ohne ihn hätte das Gordon-Bennet-Rennen,„diese einzigartige klassische Konkurrenz nicht das glänzende Relief erhalten, wäre das freiwillige Automobil- korps, wäre die Automobilausstellung nicht in dem Maßstäbe ent- standen." Auch der Prinz Heinrich erwähnt das freiwillige Automobil- korps als eine Schöpfung seines Bruders. Man muß also vermuten, daß er ihm eine größere Bedeutung beimißt, als irgend einem sonstigen Aacht- oder Sportverein. Zu der Veranstaltung waren auch eine Anzahl preußischer Minister erschienen, denen offenbar die in Aussicht gestellte schleunige Erledigung der Bcrggesetz-Novelle Zeit genug läßt, derartige Ver- anstaltungen persönlich und rethorisch zu verzieren. Wenn ernsthafte Kongresse, wie etwa der Kongreß der Heimarbeiter,' stattfinden, pflegen die Herren keine Zeit zu haben.— Ter Moor hat seine Schuldigkeit getan! In demselben Augen- blick, da es dem Grafen Posadowskh gelungen ist. seinen agrarischen Freunden die Handelsverträge zu überreichen, beginnen die Agrarier abermals eine Hetze gegen den eigentlichen Urheber der neuen Handelsverträge, und sie werden in diesem Beginne unterstützt durch die industriellen Scharfmacher. Graf Posadowskh hat das menschen- möglichste getan, um auf Kosten der Gesamtheit den Agrariern alles zu verschaffen, was irgendwie nach der internationalen Struktur der heutigen Wirtschaft erreichbar ist. Zum Dank erhält er jetzt den Eselsfußtritt. Sozialistische Blätter hatten darauf hingewiesen, daß Graf Posadoiosky sich in seiner Stellungnahme zu dem Kohlenarbeiter- streik fern gehalten habe von den elenden Provokationen seines Vor- gesetzten. Daß die Sozialdemokratie keinen Anlaß hat, den Grafen Posadowskh wegen seiner positiven Haltung zu rühmen, ist schon deshalb selbstverständlich, weil der Herr Staatssekretär nicht einmal so viel Mut besessen hat, um dem preußischen Partikularis- mus entgegenzutreten und die gesetzliche Regelung des Bergrechts dem Reiche zu sichern. Aber die eine Tatsache, daß Graf Posadowskh nicht im Geiste des Reichskanzlers, der„Post" und der„Hamburger Nachrichten" geredet hat, genügt schon für die Gesellschaft, um uneingedcnk der agrarischen Verdienste den Mann zu beseitigen, ihm zu bedeuten, daß:r jetzt überflüssig sei. Die„Hamburger Nachrichten" leisten sich bereits den blöden Ulk, den Grafen Posadowskh zum— Sozialisten zu stempeln. Sie rechnen damit,„das hehre Ziel, sozial- demokratische Minister zu besitzen, demnächst erreicht" zu haben. Aber auch die„Deutsche Tageszeitung" belehrt den um die Wahr- nchmung ihrer eigenen Interessen doch so verdienten Minister mit strenger Miene, daß er die volle Unparteilichkeit zuungunsten des Kohlensyndikats verletzt habe. Die„Konservative Korrespondenz" schreibt:„Sein Auftreten in der Debatte über die Streikresolutionen war in der Tat ein einziger und starker Sympathiebeweis für die Streikenden, die bekanntlich kontraktbrüchig gehandelt, die die von der preußischen Staatsregierung in das Kohlenrevier entsandten Kommissare verhöhnt haben, und die jetzt der Ankündigung einer Berggesctznovelle gegenüber sich aufs hohe Pferd setzen und Garantien verlangen. Der Staatssekretär des Innern nahm auf dieses doch mindestens nicht lobenswerte Verhalten der Bergarbeiter keine Rück- ficht. Seine Auslassungen trugen vielmehr den Charakter einer Ent- schuldigung, einer Art Abbitte." Graf Posadowskh hätte allerdings allen Anlaß zur Ent- schuldigung gehabt, daß er dem Zwange des preußischen Partikularis- mus folgend, sich dazu verstanden hat, offenbar gegen seine innere Ueberzeugung die notwendigen Reformen des Bergrechtes an das preußische Abgeordnetenhaus zu überlassen. Wir haben aber von solcher Entschuldigung nichts gemerkt, sondern sein Verbrechen im Sinne der Scharfmacher bestand lediglich darin, daß er nicht eben wie ein bezahlter Agent des Kohlensyndikats geredet hat, sondern sich erlaubte, einiges menschliches Empfinden für die Bergarbeiter durchblicken zu lassen. Wenn dieser Frevel für die konservativen und industriellen Scharfmacher schon ausreichend ist, um das Ver- langen nach dem Sturz des Grafen Posadowskh zu begründen, so kann man sich ungefähr denken, wie die Bergrechtsnovelle aussehen wird, die vor den Augen derselben Herren, die im preußischen Ab- geordnctcnhaus die Mehrheit bilden, Gnade finden könnte. Der Haß der Agrarier gegen das Proletariat ist eben noch unendlich größer, als ihre Abneigung gegen das Kohlensyndikat, die sie so oft feierlich bekundet haben._ Südwestafrika. Nach Meldung Generals v. Trotha vom 5. Februar wurde am 27. Januar bei Urikuribis, 15 Kilometer nördlich Gochas, ein unter Bedeckung einiger Reiter von Zwartfontein kommender Verpfleg rings wagen von 20 Hottentotten überfallen. Am gleichen Tage griffen etwa 100 Hotten- t o t t e n, darunter 25 Berittene, die im Marsch von Windhuk nach Kalkfontein mit einem Viehtransport befindliche zweite Kompagnie deS Feld- Regiments Nr. 2 und die halbe 7. Batterie etwa 60 Kilometer nördlich Hoachanas an. Der Feind wurde unter Verlust von 13 Toten zurückgeworfen und zersprengt. Eine Anzahl Gewehre wurden erbeutet. Major v. Lengerke ist im Begriff, alle verfügbaren Kräfte zu vereinigen, um Nunub anzugreifen, das nach einer Patrouillen- Meldung am 31, Januar noch stark vom Feinde besetzt war. Der Umkreis von Warmbad ist vom Feinde gesäubert. Morenga soll sich mit Morris in den Karras- bergen vereinigt haben.— Hueland. Eine mildere Lesart. Der Zivillord der Admiralität Lee erklärt in einer Zuschrift an den„Standard", seine am 2. Februar in East-Leigh gehaltene Rede sei von den Zeitungen unrichtig wiedergegeben worden. Er habe tatsächlich folgendes gesagt: Die englische Flotte ist jetzt strategisch für jeden denkbaren Fall vorbereitet: denn wir müssen annehmen, daß alle fremden Seemächte„mögliche" Feinde sind. Infolge des Wachstums der neuen Seemächte haben wir leider mehr „mögliche" Feinde als früher und müssen unsere Augen sorg- sam nicht nur auf das Mittelländische Meer und den Atlantt- schen Ozean, sondern ebensowohl auf die Nord- s e e gerichtet halten. Der„Standard" bemerkt hierzu, es sei ganz klar, daß Lee an keine bestimmte Macht gedacht habe; die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Rußland würden sämtlich mit Deutschland unter den„möglichen" Feinden ein- begriffen. Oesterreich-Ungarn. Zur migarischen Ministcrkrisc. Graf A n d r a s s y setzt die Verhandlungen mit verschiedenen Parteiführern und anderen hervorragenden Persönlichkeiten wie Weierle und B a n f s h fort. Andrassy dürfte Mittwoch dem Kaiser in Wien Bericht erstatten. Die koalierte Opposition hat in der heutigen Sitzung beschlossen, die Koalition weiter auftecht zu er- halten, da, wie Kossuth erklärte, die Zwecke, behufs deren Erreichung die Koalition sämtlicher opposittoneller Frattionen geschlossen wurde, noch immer Angriffen ausgesetzt seien.— Frankreich. Aus dem Militärbudget, das den Abgeordneten in den nächsten Tagen vorgelegt werden wird, zitiert die„Humanite" ein paar höchst interessante Zahlen über die Kosten, die durch das Ein- greifen der Truppen in Streiks verursacht sind! Im Jahre 1900 wurden zu dem eben genannten löblichen Zwecke 528 038 Fr. verausgabt. 1001 bereits 860 972 Fr.. 1902 gar 1 542 635 Fr. Im Jahre 1003 endlich eine kleine Abnahme: 948 788 Fr., die allerdings 1904 wieder auf 1235 319 Fr. an- stiegen I Man sieht: die französische Bourgeoisie knausert nicht, wenn es sich darum handelt, armen streikenden Arbeitern blaue Bohnen und sonstigen Zubehör zu liefern.— Italien. Der Minister des Aeußern soll nach einer Mitteilung aus Rom seine Fonds derart erschöpft haben, daß es seinem Ressort nicht nwglich ist, gewissen pekuniären Verpflichtungen nachzukommen! So heißt es z, B., daß das italienische Konsulat zu New Dort seit mehr als dreiviertel Jahre unbesetzt sei, weil es an dem zur Bc- zahlung nötigen Geldern mangele. Es sind also sozusagen.ürkische Zustände; denn daß die Türkei ihre Gesandtschafts- und Konsulatsbeamten oft viele Monate auf Gehalt und Rückzahlung dei Auslagen warten läßt, ist eine nur zu bekannte Tatsache. Nun scheint Italien auch bald ins türkische Fahrwasser zu segeln. Aber von einer Verminderung der Millionen-Zivilliste des Königs wollten die ausschlaggebenden bürgerlichen Parteien Italiens kürzlich nichts wissen.— Rufsland. Die Obstruktion des finnischen Landtags wird fortgesetzt. Der Verfassungsausschuß, der Gesetzes- und Wirtschaftsausschuß sowie der Staatsausschuß des Landtags haben in der vorigen Woche be» schloffen, wohl Vorbereitungen zur Beratung ihrer Vorlagen zu treffen, die Beratungen jedoch nicht zu Ende zu führen und den Ständen keine Vorlagen zu überweisen, bevor nicht auf die Petition des Landtags Antwort eingegangen ist. Dieser Beschluß wurde vom Adel- und vom Bürgerstand gutgeheißen. Im Priester- und im Bauernstand weigerten sich die Vorsitzenden, darüber abstimmen zu lassen. Der Landtag hat ferner in der vorigen Woche eine Petition zur Aufhebung des Dekretes von 1903 angenommen, durch das die Gendarmerie in Finnland mit russischen Macht- befugnissen ausgestattet wurde. In der Begründung dieser Forde- rung heißt es, daß jenes Dekret gesetzwidrig sei und sehr schlimme Folgen gehabt habe.— Die Cholera. In Nachitschewan kamen in der Zeit vom 24. bis 30.Januar mehrere Cholcrafälle vor. In Wjatka wurden vom 25. bis 31. Januar abermals 11 Fälle von sibirischer Pest beobachtet. Ein Runderlaß des Ministers des Innern an die Gouverneure weist darauf hin, daß die Cholera-Epidemie, wie die Erfahrung lehre, bestimmt im Frühjahr und Sommer wieder auftreten werde und daß bei dem sprunghaften Charakter derselben nicht voraus- zusehen sei, wo sie auftreten werde. Der Minister schreibt die recht- zeitige Ergreifung von Vorbeugungsmaßregeln vor, welche das Zirkular dann im einzelnen aufführt. Die Revolution in Rutzland. In Russisch- Polen ist die Gärung keineswegs erloschen. Auch sonst ist die Ausstandsbewegung nicht beendigt. Mit welcher Wut die Schutzgarde des Zarismus haust, wird durch die eine Tatsache schauerlich bekundet, daß in Lodz ein Schutzmann einen Knaben tot- geschlagen hat, weil er ein Plakat abgerissen. Während in dieser Weise Väterchen seine wirklichen Pläne für seine lieben Kinder verrät, hat er sich andererseits ganz west- europäischen Sitten angepaßt, indem er die„Sozialreform" als Schlafmittel für daS erwachende Proletariat anwendet. Es soll jetzt in Rußland eine staatliche Arbeiterversicherung aus- gearbeitet werden. Wenn daraus etwas wird, so kann sich die russische Bureaukratie freuen; sie erhält neue Kassen, die sie be« stehlen kann; denn auf nichts anderes läuft es hinaus, wenn unter dem Schutz des Absolutismus derartige Pläne in Angriff genommen werden. In Finnland lehnt sich das national unterdrückte Volk gegen die russischen Schergen nach wie vor mit der Waffe auf. Der Senats- prokurator Johnsson in HelsingforS wurde durch ein erfolgreiches Attentat beseitigt. Inzwischen läßt man in Deutschland nach wie vor das Leben für den Zaren. Die„Norddeutsche Allgemeine Zei- t u n g", das Regierungsorgan, beneidet die Kosaken um das Glück, daß es nicht auch ihr vergönnt sei, Rebellen niederzuschießen. Das weiter verbreitete Regierungsorgan, der„Lokal-Anzeiger", hat ja— worauf ein Montagsblatt aufmerksam macht— keine höhere Ehrung Wilhelm II. gewußt, als daß er zu seinem Geburtstag ihn in russischer Uniform präsentierte.... *» * Die Unruhen in Russisch-Polen. Die Warschauer Greuelszenen. Warschau, 1. Februar.(Eig. Ber.) Der Verkehr der Fuß- gänger in der Stadt nimmt zu. Man bekommt jetzt immer mehr Berichte von Augenzeugen über einzelne Greuclszenen zu hören, die sich in den Straßen in den letzten Tagen abspielten. Erst diese Einzelheiten geben einen Begriff, wie die Schergen hier hausten. Nach allem zu urteilen war den Soldaten ein Generalbesehl erteilt worden, alles und jedes niederzuknallen bei dein geringsten An- zeichen einer„Zusammenrottung" oder einer„Widerspenstigkeit". Ein solches Recht wurde einzelnen Soldaten anheimgestcllt und seine Ausführung dem Gutdünken jedes dieser betrunkenen Bestien über- lassen. Von einem Kommando irgend welcher Vorgesetzten war nicht mehr die Rede! Und da erlebten wir z. B. den folgenden Vorfall: Sonntag, den 29., am Bahnhof der Bromberger Eisenbahnlinie war um 11 Uhr vormittags nur eine Handvoll Passagiere angekommen. Einer von ihnen wollte einen Wagen haben und rief laut: Droschke l Ein in der Nähe stehender Soldat nahm den Rufenden ohne weiteres aufs Korn und der Unglückliche brach auf der Stelle tot zusammen! Der Soldat hatte offenbar Befehl, auf alle jene zu schießen, die„laute Rufe"(im Sinne revolutionärer Rufe)? ausstoßen... Es lag augenscheinlich auch darin System, d i e Getöteten nicht von den Angehörigen oder Freunden oder sonst vom Publikum wegschaffen zu lassen; die Leichen sollten wohl„als abschreckendes Exempel" im Straßenkot liegen bleiben. So lagen in der Dzikastraße während 24 Stunden 3 Leichen, und die Soldaten schössen auf jeden, der sich den Leichen nähern wollte. Die Bestialität der Soldateska hat sich in dieser unumschränkten Herrschaft bis zur Bewußtlosigkeit ausgewachsen. In der Zelaznastratze hat inqn folgende Szene mit ansehen müssen: Ein Soldat hielt einen Passanten an und forderte Zündhölzer für seine Zigarette. Als er sie erhalten und der be- treffende Herr sich einige Schritte entfernt hatte, nahm ihn der Soldat von hinten aufs Korn und schoß ihn tot! Die plündernden Ordnnngsstütze». Es unterliegt jetzt für niemand einem Zweifel, daß die Plünderungen der letzten Tage von Dieben und allerlei Gesindel, und zwar unter ausdrücklicher Duldung, wo nicht direkt auf Geheiß der Polizei, ins Werk gesetzt wurden. Die feigen Spießer und Krämer haben ihre Methode aus den früheren Judenhetzen wieder versucht, indem sie in den Zimmerfcnstern und Schaufenstern Heiligenbilder und abends sogar brennende Kerzen aus- stellten, um so den„christlichen" Mob von sich abzuwenden und aus die jüdische„Konkurrenz" zu lenken. Es half aber nichts, den» das Gesindel raubte und plünderte bei Jud und Christ ganz unparteiisch und stellte sogar nach vollzogenem Raub, wie das in vielen Straßen, z. B. in der Lesznostraße, beobachtet wurde, die Heiligenbilder wieder hübsch an ihre Stelle im Fenster; auch befanden sich in den plün- beenden Banden selbst ebensogut Juden wie Christen. Die Polizisten und Soldatenposten standen bei den Plünderungen und schaute» ruhig zu. In der Marschalkowskastraße haben Augenzeugen festgestellt, daß die Führer der Bande verkleidete Schutzleute waren. Ja, in manchen Fällen nahmen Polizisten und Soldaten sogar offen an den Plünderungen teil. So in der Nowy Swiatstraße, als das Schuh- Warenlager der„Petersburger Gesellschaft" ausgeraubt wurde, ver. kauften die Soldaten nachher offen in der Straße das Schuhwerk— 12 und 15 Kopeken das Paar. Uebrigens benutzten diese braven„Vaterlandsrctter" auch die Leibesvisitationen, die abends auf den Straßen vorgenommen wurden, wobei nach Flug- blättern und Waffen gesucht wurde, um sich gegen das angeblich von ihnen beschützte Privateigentum zu vergreifen: in der Ccglaiia- straße hat der Soldatenpostcn einem Herrn bei der Durchsuchung das Portemonnaie und das Portecigare gestohlen. Die Arbeiter uud die Plünderungen. Die streikenden Arbeiter wehrten die Plünderer nach Kräften ab. So war es z. B. bei dem russischen Magazin von Krukow und Woronin, wo die Arbeiter bei dem Ucberfall der Bande vor dem Laden Wache hielten, bis der Inhaber die Waren in Sicher- heit gebracht hatte. Dasselbe wiederholte sich in der Krolewskastraßc, Ecke Graniczna- und Krolcwskastraße vor dem Scifenladcn usw. Die Arbeiter selbst haben sich nur zweier Waffenläden bemächtigt, um sich einigermaßen zu den Zwecken der Abwehr zu bewaffnen. Doch waren alle größeren Waffenmagazinc von Soldaten stark bewacht. Die Opfer. Eine annähernd wahrheitsgetreue Angabe über die Zahl der Toten und Verwundeten ist jetzt unmöglich, sie müssest aber jedenfalls nach Hunderten gezählt werden., Zeichen liegen massenhaft auf allen Polizeiwachen, im Rathaus, im Untersuchungsdepartement". Unter den Getöteten sind nach übereinstimmenden Angaben die Mehrzahl Frauen, auch viele Kinder. In dem Christkindlein- Spital liegen 18 Tote und 86 Verivundete. Doch wurden in die Krankenhäuser im allgemeinen nur Verwundete, nicht aber Tote, gebracht. Verhaftungen. Berliner Magistratsadressen in Moskau. Die Mehrheit der Moskauer Adelsversammlung hat, wie schon gemeldet, zugunsten des Absolutismus eine Adresse an Berliner Magistrats gehalten ist. den Zaren gerichtet, die im Stile der Kaiseradressen des 3. Ihr müßt das Land als Gemeineigentum betrachten. 4. Das wichtigste ist: in Eurem Bemühen, zum Ziel zu gelangen, fämpft nicht gegen die herrschenden Klassen durch das Mittel des Aufruhrs, der Revolution und der sozialistischen Aktion, sondern lebt ein besseres Leben. Es ist höchst Dagegen haben 80 Mitglieder der Adelsgenossenschaft schädlich zu glauben, daß die Ursachen des Elends in den unter Bezugnahme auf diese Mehrheitsadresse an den Kaiser äußeren Umständen und nicht in uns selbst liegen. Wenn eine Minoritätsadresse eingereicht, in welcher das Votum der Euer Bemühen nur darauf gerichtet ist, die Außenwelt zu Es sind in den letzten Tagen massenhaft Verhaftungen vor- Mehrheit bedauert und betont wird, daß das einzige Mittel, verbessern, so wird das Uebel noch größer werden. Suchet genommen worden. Alle Polizeirebiere und Gefängnisse sind über- aus den gegenwärtigen Wirren zu kommen, darin bestehe, vor allem das Reich Gottes und alles andere wird Euch gefüllt. Heute abend ist schon eine Partie Verhafteter aus dem Bawiat- daß eine Stundgebung erfolge, aus welcher man ersehe, daß geben werden". Dies ist das Grundgesetz des menschlichen Gefängnis, wo sie keine„ Aufnahme" mehr fanden, in das städtische Thron und Volt innig verbunden seien. Dies könne aber Lebens. 3eughaus, andere in das Etappengefängnis in der Vorstadt Mit diesem religiösen Fatalismus und Mystizismus stellt sträubender Weise mishandelt. In dem Pawiak bekamen fie 3 Tage schehen. Um den äußeren Strieg glücklich zu Ende zu führen, sich Tolstoi, wie übrigens nach seinen bisherigen Anschauungen Braga ſpediert worden. Die Festgenommenen werden in haar nur durch Anhörung freigewählter Vertreter des Volkes ge= lang keinen Biffen Nahrung, erst eben jetzt wurde eine Disposition müsse man vor allem die Ruhe im Innern wieder herstellen. zu erwarten, außerhalb der revolutionären Bewegung. Bei telephonisch abgegeben, um Nahrung zu beschaffen. In einem der läufig welch ein grotesker Widersinn und Widerspruch! Tolstoi Bolizeireviere spielte sich die folgende Szene ab. Die Mutter eines rät, statt zu aktiver Auflehnung gegen das Verbrechen, dem der Verhafteten tam, um ihren Sohn zu suchen; als sie eintrat, erblickte sie auf dem Boden einen von Blut überströmten Menschen, lebel nicht zu widerstreben und das Verbrechen des dreieinigen Absolutismus, Militarismus und Kapitalismus durch den zwei Kosaken fleißig mit Füßen traten. Als die Dame eine Frage wagte, wurde sie von den Schergen mit unflätigsten Be= " Da es im Interesse der akademischen Sitte und Ordnung passive Enthaltung der Teilnahme unmöglich zu machen; im schimpfungen und mit dem Wunsch empfangen, nicht bloß ihr Sohn, gelegen ist, daß die Herren Studierenden sich der Teilnahme gleichen Atemzug bekämpft er den Streit, also gerade den sondern die ganze Brut" möchte getötet werden. Schließlich wurde an der praktischen Politik enthalten und besonders jede Versuch, durch passive Enthaltung dem Verbrechen der menschfie mit dem Revolver bedroht und hinausgejagt.. agitatorische Tätigkeit unterlassen, werden auf Wunsch des lichen Ausbeutung zu steuern. Herrn Prorektors die Listen mit den Unterschriften hiesiger Studierenden nicht an die für Gorki tätige Zentralstelle abgesandt werden." Der Generalstreif. Die Arbeiter streifen nach wie vor. Größere Bäckereien machen schon Konzessionen; so wollen sie z. B. eine achtstündige Schicht gewähren. Die wenigen Straßenbahnen fahren unter militärischer Bedeckung und drin sizzen auch nur Militärs. Warschau, 5. Februnr.( W. T. B.) Der Ausstand erstreckt sich gegenwärtig auf die Gouvernements Warschau, Petrikau, Kalisch, Radom, Lublin und Suwalki; im letzteren Gouvernement geht er seinem Ende entgegen. Kalisch, Radom und Siedlce wurden in den Zustand des verftärkten Schußes erklärt. Lodz, 4. Februar.( W. T. B.) Gestern find hier neun und heute sechs bei den jüngsten Unruhen umgekommene Personen beerdigt worden. Auf dem Kirchhofe kam es abermals zu einem Zusammenstoß der Menge mit dem Militär, wobei zwei Personen getötet und 15 verwundet wurden. Ein Judenknabe, der eine Bekanntmachung auf der Straße abriß, sowie ein Arbeiter wurden von einem Schutzmann erschlagen. Die Straßenbahn und die Güterabfertigung der Eisenbahn arbeiten nicht. Sämtliche Fabrikanten haben beschlossen, den Zehnstundentag oder statt dessen mit Zustimmung der Regierung einen Arbeitstag mit 1stündiger Mittagspause einzu führen. Am Bahnhofe wird das Gepäck ankommender und abfahrender Reisender einer Durchsicht unterzogen. Sosnowice, 5. Februar.( W. T. B.) In Dombroto veran= stalteten heute über 15.000 lusständige eine Rundgebung. Sie zogen unter Voraustragung von Fahnen nach Sosnowice und versuchten hier nach dem Warschauer Bahnhof zu marschieren, wurden aber von Rosaten daran gehindert und zogen nach Dombrowo zurück. Die Rosaten hatten von ihren Waffen keinen Gebrauch gemacht. Sosnowice, 6. Februar.( W. T. B.) Seit Sonnabend ist der Betrieb der Weichselbahn auf der Linie Sosnowice- Olfusch infolge des Ausstandes der Eisenbahnarbeiter auf der Station Strshemenschizy und Beschädigung des Weges eingestellt. Auf eine Forderung der Ausständigen hin wurde in der Realschule seit Mittwoch und in der Handelsschule seit Freitag der Unterricht eingestellt. Daß die Warschauer Plünderungen Polizeimache waren, wird jekt nach dem„ Lokal- Anzeiger" bestätigt. Es wird ihm mitgeteilt, daß sie unmittelbar von der Polizei angestiftet worden sind, und daß die Polizei den strikten Befehl hatte, sich am Sonnabend vor acht, Tagen, dem Hauptplünderungstage, zwischer 6 Uhr abends und 2 Uhr nachts nicht auf der Straße sehen zu lassen. Die geschlossene deutsche Grenze. Der„ Lokal- Anzeiger" läßt sich über eine Unterredung berichten, zwischen dem preußischen Gendarmerieoberst von Buttkamer und Offizieren der russischen Grenzwache. Darin wird ausdrücklich das gute Ginvernehmen zwischen den russischen und preußischen Grengbehörden betont und gesagt:„ Es herrscht lebereinstimmung darüber, daß die längs der Landesgrenze stehende, sehr starte Grenzwache das unbefugte Ueberschreiten der Grenze nach Deutschland mit aller Energie verhindern wird. * Das Leben für den Zaren! beten worden, folgende Mitteilung zu veröffentlichen: Aus Göttingen wird berichtet: Die hiesigen Blätter sind geVielleicht versucht man es einmal mit einer Adresse für den Baren und Trepow! Desterreich opfert gleichfalls dem Zaren. Aus Wien wird telegraphiert: Die Adresse der Petersburger Abelsversammlung. Petersburg, 6. Februar. In der Adresse der hiesigen Adelsversammlung heißt es: " Aller unser Hoffnung beruht auf Eurer Majestät, die wir alle Die Münchener Allgemeine Zeitung", Bülows Organ, schreibt Rußlands sind. Der 25. Dezember hat die Hoffnungen derjenigen Zeugen der Sorgen Guerer Majestät für die Entwickelung des Wohles über die Münchener Protestversammlung: Ihrer Untertanen erneuert, welche infolge des günstigen Eindrucks Bei aller Sympathie für die Voltsbewegung in Rußland und jenes Erlasses das wahre Heil des Vaterlandes in der Ruhe des ihre Opfer, mit welchem Recht will man sich in öffentlichen Ver- Landes und der ununterbrochenen Befriedigung der dringenden Bes sammlungen von hier aus in russische Verhältnisse einmischen! Und dürfnisse des Volkes erblicken. Die Zahl der so denkenden Russen dann vor allem, welche Kurzsichtigkeit, zum mindesten gesagt, gehört ist gewaltig, sie sind stark durch die Grundsäße, aber sie sind nicht dazu, dabei mit sozialdemokratischen Jesuiten zusammenzuarbeiten, geeint, um gegen die geheime Organisation zu kämpfen, die sich von denen von vornherein zu erwarten war, daß sie an dem bemüht, die Grundfesten der Regierung und der Gesellschaft zu er russischen Feuer nur ihre deutsche Parteibrühe über Rußland hängen, welches Feinde im Kreml und auch innere schüttern. Sire! Es ist nicht das erste Mal, daß dunkle Wolken sieden wollen, wie sie auch die Ruhrkohlendifferenzen entsprechend Unruhen gesehen hat, welche den Boden der Regierung erschütterten. hier ausgenügt haben." Aber unser Vaterland wurde immer stärker und machte stolz und gewaltig Fortschritte in seiner Entwickelung. Aus der Verbindung der monarchischen Autokratie mit der ergebenen russischen Nation In Beantwortung einer Interpellation des Abg. Daszynski schöpfte Rußland stets die Kräfte, denen weder ein auswärtiger Feind und Genossen betreffend die Untersagung mehrerer zur Besprechung noch innere Unruhen Widerstand zu leisten vermochten. Der Adel der Vorgänge in Rußland einberufenen Bersammlungen in bon Petersburg ist überzeugt, daß diese Verbindung unerschüttert Galizien führte der Minister des Innern aus, daß bei dem waderen Truppen, ihr Leben für Kaiser und Vaterland einsetzend, ist und den Sieg davontragen muß. Mit Gottes Hülfe werden unsere Verbot verschiedener derartiger Versammlungen lediglich nach dem die russischen Waffen mit neuem Ruhm frönen. Mit Gottes Hülfe Gesetz vorgegangen wurde, und daß mit Rücksicht auf die werden auch die inneren Unruhen ein Ende nehmen. Sire! Thre gewaltige Erregung, welche die jüngsten Ereignisse in Rußland Absichten sind flar. Das ganze Volf erwartet sehnsüchtig die Erauch in Desterreich hervorgerufen hätten, eine Störung füllung des kaiserlichen Willens, aber die Beamten und Staatsder öffentlichen Ruhe und Ordnung zu befürchten war. Der männer- welches auch immer ihre Eigenschaften und ihr Eifer sein Minister trat der Behauptung entgegen, daß es sich bei dem Vor- mögen werden nicht alle Fragen des nationalen Lebens lösen gehen der Behörden etwa um fremde Einflüsse gehandelt hatte und russische Polizei und Gendarmen in den Hauptplägen Galiziens eine polizeiliche Tätigkeit entwickelten. können. Sire! Ihre Vorfahren hörten auf die Stimme der von der Autokratie, sondern stärkte sie im Gegenteil und trug bazu bei, die Nation erwählten Russen. Diese Gewohnheit schwächte nicht die gegenwärtige Größe zu erreichen. Sire, befehlen Sie jetzt, daß erIn Beantwortung einer Interpellation Schuhmeier erklärte wählte Vertreter des Voltes frei ihre Stimmen zur Höhe des Thrones ferner der Minister, daß die jüngst im Wiener Gemeindebezirk ab- erheben und nach den Angaben des Souveräns an der Gesekgebung gehaltene Arbeiterversammlung, nachdem die Verhältnisse in und Beratung der Regierungsmaßnahmen teilnehmen. Sire, der Rußland bereits erörtert waren, erst aufgelöst wurde, Adel Petersburgs glaubt aufrichtig, daß, falls der Kaiser das Verals die Versammlung in stürmische, die Nevolution vertrauen hat und es lundgibt, daß Thron und Nation innig verbunden Herrlichende und sonstige aufreizende Rufe ausbrach und sind, die Unruhen im Innern aufhören werden und daß das gesamte die Ruhe vom Vorsitzenden nicht mehr hergestellt werden Rußland sich erheben werde, um in getreuer und nukbringender fonnte. Der Minister versicherte schließlich, daß die Regierung Landes wie zum Schrecken seiner Feinde." Weise seinem Gouverän zu dienen zum Wohle und Ruhm des keinerlei Einschränkung der bürgerlichen Rechte beabsichtige, daß Die Adresse wurde mit 158 gegen 20 Stimmen genehmigt. aber die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung berufenen Behörden nicht zulassen könnten, daß sich vor ihren Augen Vorgänge abspielen, die mit dem Gesek in Widerspruch stehen. Das heißt, die russischen Untertanen, die der Knute und den Kugeln der russischen Schergen entfliehen wollen, werden im Ein- graphiert: verständnis mit den Behörden Kultur- Preußens daran verhindert. Sie müssen unter allen Umständen den russischen Kugeln standhalten! Die Gesamtzahl der Ausständigen in ganz Russisch- Polen wird auf 400 000 geschätzt. * * * Ein Attentat in Finnland. Dem Aftonbladet wird aus Stockholm, 6. Februar. Helsingfors telegraphiert: Ein Mann in Offiziersuniform verübte heute auf den Senatsprokurator Johnsson in dessen Wohnung ein Revolverattentat. Johnsson war augenblicklich tot, auch sein Sohn ist verwundet. Der Attentäter gibt Alerander Gadd als seinen Namen an. Helsingfors( Meldung der Petersburger Tel.- Agentur). Auf den Prokurator des finnländischen Senats Johnsson wurde in seiner Wohnung ein Revolveranschlag verübt. Heute vormittag ist der Prokurator gestorben; der Attentäter wurde berwundet. Die papierne Sozialreform. Das Ministerkollegium hat dem Finanzministerium die Ausarbeitung einer staatlichen Invalidenversicherung für industrielle Arbeiter überantwortet. In diesem Ministerium wird eine Kommission zur Ausarbeitung der Gefegvorlage betreffend die staatliche Versicherung errichtet. Zur Teilnahme an dieser Kommission werden berufen Ver= treter von mehreren Anstalten, ferner Vertreter für Bergs wertsangelegenheiten, Vertreter aus vielen Handelsmanufaktur- und Börsenkomitees, Konferenzräte, Vertreter des Bergbaues, Metallfabrikanten, Buderfabrikanten, Müller, Vertreter der kaiserlich technischen Gesellschaft und von Gesellschaften zur gegenseitigen Ver ficherung von Arbeitern gegen Unglücksfälle und andere. * Die Ausstandsbewegung. Moskau. Der Ausstand der Kanalarbeiter ist beendet. Der Magistrat hat sämtliche Forderungen der Arbeiter bewilligt. in das Das Attentat auf den Senatsprokureur. Helsingfors, 6. Februar.( W. T. B.) Ueber den Revolveranschlag auf den Senatsprokureur wird ausführlich gemeldet: Unterm Minifterium Rouvier! Die Internationale des Zaren Heute erschien in der Wohnung des Prokureurs Johnsson arbeitet überall auf gleiche Weise. Aus Bordeaux wird tele- Visitenkarte, lautend Leutnant Alexandre Gadd vorzeigte und eine militärisch gekleidete Person, welche eine französische um einen geschäftlichen Empfang bat. Als Gadd Die revolutionären Gruppen der hiesigen sozialistischen Partei Kabinett des Prokureurs eingetreten war, gab er mehrere hatten ein Protestmeeting gegen die blutigen Ereignisse in Rußland Revolverschüsse auf Johnsson ab. Drei Kugeln trafen die Brust, den organisiert. In letzter Stunde wurde jedoch das Meeting untersagt Magen und die Schulter des Angegriffenen, fofort stürzte ein und der Saal, in welchem die Versammlung stattfinden sollte, von Geheimpolizist herbei und schoß mehrmals auf Gadd und durchschoß einem bedeutenden Polizei- Aufgebot besetzt. Es kam zu verschiedenen ihm den rechten Fußknochen. Gadd versuchte zu flüchten, wurde er ins Krawallen, wobei sowohl auf seiten der Revolutionäre sowie auch stolperte und fiel im Vorzimmer, sodann wo festgestellt wurde, Hospital gebracht, wo daß er außer auf seiten der Polizisten mehrere Personen verlegt wurden. der Fuß noch an rechten Hand berivundet war. Am Abend lag er in besinnungslosem Zustand. Sechs herbeigeeilte Aerzte stellten den Tod des Prokureurs fest. Sein Sohn, der beim ersten Schuß herzugekommen war und auf den Angreifer schoß, trug eine leichte Wunde am linken Fuß davon. * * * England und der Zarismus. Aus London wird uns geschrieben: am Mit feltener Einmütigkeit stellt sich die ganze öffentliche Meinung Englands auf Seite der russischen tonftitutionellen Bewegung. Sogar der Kriegsminister Mr. Arnold Forster brüdte in einer Die Gasfabrit und die elektrischen Anlagen werden durch Militär Kafan, 6. Februar.( W. T. B.) In der Stadt herrscht Ruhe. öffentlichen Versammlung seine Sympathie mit den Opfern der bewacht. Die Universität ist bis auf weiteres geschlossen worden. russischen Revolution aus. Am 1. Februar abends fand ein Protestmeeting in Queens Hall, London, statt, das von der Sozialdemo- Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Antwort der Siebener- Kommission auf das Telegramm des Reichskanzlers. tratischen Föderation, der Fabier- Gesellschaft, der Unabhängigen Arbeiterpartei und dem Londoner Gewerkschaftskartell einberufen war. Es sprachen u. a. Hyndman, r- rnard Shaw, Cunninghame Graham und Miß Ford. Es wurde folgende Resolution angenommen: Bochum, 6. Februar.( W. T. B.) Die Siebener- Kommission " Diese Versammlung Londoner Bürger drückt ihren tiefsten hielt heute abend nach Einlauf des Telegramms des Reichskanzlers Abscheu aus vor den Mezeleien in Petersburg und anderen eine Sigung ab. Nach eingehender Besprechung der Lage des Streiks Städten Rußlands, und ihre Verachtung vor dem Zarismus und wurde beschlossen, den Bergleuten die Arbeitsaufnahme nicht zu der Bureaukratie, die auf die Wünsche des Volkes keine andere empfehlen und die definitive Stellungnahme zu dem Telegramm der auf Donnerstag vormittag in Essen anberaumten Rebierkonferenz Antwort Hatten als Flinte und Peitsche. Diese Versammlung. der Delegierten aller Bergarbeiterverbände zu überlassen. An den eingedent des Freiheitskampfes unserer Vorfahren, begrüßt die bergbaulichen Verein wurden die reduzierten Forderungen der revolutionäre Bewegung Rußlands, die die Aufgabe hat, durch die Siebener- Kommission schriftlich abgesandt. In dem Telegramm an Hinwegräumung des Zarismus die Bahn des Fortschritts zu das Ober- Bergamt in Dortmund wurde über die Führung der fichern." Untersuchung auf den einzelnen Zechen Beschwerde erhoben und das Ober- Bergamt ersucht, zu den Verhandlungen der Untersuchungstommissionen bereidigte Stenographen hinzuziehen. Ferner verlangt das Telegramm, daß den Belegschaftsdelegierten, entsprechend der früheren Zusage, gestattet sein soll, in den Sihungen weiteres Material beibringen zu dürfen. Auch im Ostende von London fanden zwei start besuchte Protestmeetings statt. Tolstoi und die russische Revolution. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Der russische Korrespondent des" Standard" hatte eine Der Ausstand in Oberschlesien. Odessa. Die Universität ist geschlossen worden. Unterredung mit Tolstoi über die revolutionären Vorgänge in Breslau, 6. Februar.( W. T. B.) Wie die Schlesische Kasan. Der stellvertretende Gouverneur erließ eine den verschiedenen russischen Städten. Tolstoi antwortete, er Beitung" meldet, sind bei den schlesischen Kohlen- und Kotswerten Bekanntmachung, welche besagt, daß die Arbeiter in Kasan babe zahlreiche Aufforderungen erhalten, sich über diese Erin Gottesberg bei der heutigen Nachtschicht auf der Viktorgrube von 552 Mann nur 21 angefahren, auf der Gustavgrube von 293 nur und Umgegend unter dem Einfluß von Agitatoren und deren eignisse zu äußern, und er werde in wenigen Tagen öffentlich 552 Mann nur 21 angefahren, auf der Gustavgrube von 293 nur 3 Mann. Drohungen die Arbeit eingestellt haben". Zum Schutz der antworten. Der" Standard" vom 3. Februar veröffentlicht Arbeiter gegen Gewalttätigkeiten von Ruhestörern seien energische den Inhalt der Tolstoischen Antwort: Maßnahmen getroffen. 1. Ihr Arbeiter braucht freien Grund und Boden. Batum. Der Ausstand breitet sich mit neuer Kraft aus. 2. hr Arbeiter könnt dieses Ziel nicht erreichen durch Die Fabriken feiern mit Ausnahme einer einzigen; viele Aufruhr, nicht durch Streits und Demonstrationen, nicht durch Magazine und Läden sind geschlossen, die Verluste sind sozialistische Aktion im Parlament, sondern durch die Nicht groß, die Lebensmittelpreise gestiegen. Infolge der Be- Teilnahme an dem, was Ihr als ein lebel betrachtet. Unterschädigung der Eisenbahn auf eine Strede von mehreren Kilo- ftüßt nicht das Verbrechen des Privateigentums an Grund und metern durch Uebelgesinnte find Patrouillen ausgeschickt. Auf Boden, sei es durch Entfaltung von Zaten, die die Truppen der Station Samtredi ist der Passagier- und Frachtverkehr zu Gewalttaten provoziert, sei es durch Verweigerung der eingestellt. Arbeit oder der Pachtung. Die zweijährige Dienstzeit in Frankreich. Paris, 6. Februar.( W. T. B.) Der Senat nahm mehrere Artikel des Militärgefeßes an. General Billot verlangte die Trennung der Artikel, in welchen die Dauer der Dienstzeit festgefekt wird und behauptete, die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit sei unausführbar in einer Zeit, wo der Krieg in der Mandschurei den Trennung, welche sodann mit 214 gegen 50 Stimmen verworfen Weltfrieden schwer bedrohe. Der Berichterstatter bekämpfte die wurde. Der Artikel, in welchem die Dauer der aktiven Militärdienstzeit auf zwei Jahre festgesetzt wird, wurde schließlich mit 220 gegen 25 Stimmen angenommen. Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagenu.Unterhaltungsbl. 4 Nr. 32. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 7. februar 1905. rige für die streikenden streifenden Bergarbeiter! Arbeiter! Gedenkt der Sammlungen Arbeiter! Demonstriert am Donnerstag machtvoll gegen die Frevel des russischen Absolutismus! Reichstag. 134. Sigung vom Montag, den 6. Februar 1905, nachmittags 1 Uhr. holen, soweit sie erforderlich ist. Erst wenn die königlich preußische beseitigt werden soll, auf deutschen Strömen lediglich für die Bes Regierung an die Reichsregierung herantreten wird mit der An- fahrung derselben irgend welche Abgaben regung, den bestehenden Rechtszustand zu ändern was bisher Nun könnte man ja baran immer noch herumtüfteln, zu erheben. und nicht geschehen ist wird für die Organe des Reiches die Ver- der Herr Staatssekretär Graf Posadowsky hat ja auch den anlaffung gegeben sein, zu dieser Anregung und zu dieser Frage Versuch gemacht, diese Erklärung in Uebereinstimmung zu selbst fachlich Stellung zu nehmen. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung des zweiten Nachtrags- Etats für den Reichshauser halt und des zweiten Nachtrags- Etats für die Schuhgebiete. Beide Nachtrags- Etats werden in dritter Lesung und in der Gesamtabstimmung debattelos angenommen. Nachdem der Staatssekretär diese Erklärung verlesen hat, verläßt den Sigungssaal. bringen mit den Aeußerungen des preußischen Staatsministeriums; aber die Erklärung des Herrn Reichskanzlers enthält noch etwas anderes, das jede Möglichkeit ausschaltet, seine Rede irgendwie Auf Antrag des Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) wird zu interpretieren; nämlich seine Erklärung bezieht sich auf den Besprechung der Interpellation beschlossen. Präzedenzfall des Unterwesergesetzes, und diese Beziehung ist so klar, Abg. Dr. David( Soz.): Die Reichsregierung darf sich nicht daß jede Interpretation zu schanden werden muß. Nun hat zwar auch wundern, wenn wir ihren Erklärungen nicht mehr das Herr v. Pappenheim im Abgeordnetenhause sich auf das UnterweserZweiter Punkt der Tagesordnung ist die Interpellation gleiche Vertrauen entgegenbringen, wie wir es der Erklärung des gesetz bezogen, aber er scheint das ganze Gesetz und sein Zustande Dr. Ablaß( frs. Bp.) und Genoffen, den Reichskanzler zu fragen, Reichskanzlers vom 10. Dezember 1903 entgegenzubringen geneigt fommen nicht zu kennen, sonst wäre es mir unbegreiflich, wie er es welche Stellung er zu der im preußischen Abgeordnetenhause be- waren. Die Ohren für Regierungserklärungen sind uns seitdem ge- als Präzedenzfall für seine Auffassung heranziehen will. antragten und von dem Vertreter der königlich preußischen Staats- schärft worden. Da wird von soweit“ und„ von den durch Art. 54 Damals wurde aus einem natürlichen Flußlauf regierung gebilligten Einführung von Gebühren auf den gezogenen" Grenzen" gesprochen. Das ist ja gerade der ftrittige geradezu eine einzige fünstliche Reede gemacht, fo natürlichen Binnenschiffahrts- Straßen nehme. Bunft, was in Artikel 54 stipuliert ist. Darüber finden sich in verschiedenen fiefgreifend waren die Veränderungen, und trotzdem wurde Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt sich bereit, die Inter- Erklärungen der preußischen Regierung im Abgeordnetenhause Vor- damals daran festgehalten, daß die Einführung von Abgaben pellation sofort zu beantworten. stellungen, die sich keineswegs vertragen mit den bisher herrschenden auf diesem so veränderten Flußlauf gegen Art. 54 der VerZu ihrer Begründung erhält das Wort Anschauungen, feineswegs mit der historischen Entstehung des Art. 54, fassung verstoße und nur beschlossen werden könne unter Abg. Kämpf( fri. Vp.): In weiten Kreisen der Bevölkerung hat feineswegs mit der bisherigen Pragis und feineswegs mit der Er- Wahrung der Vorschriften des Art. 78 der Reichsverfassung, das beunruhigende Gefühl Platz gegriffen, es fönnten entgegen flärung des Reichskanzlers vom 10. Dezember 1903.( Sehr gut! wonach eine Verfassungsänderung nicht akzeptiert werden kann, der Reichsverfassung Schiffahrtsabgaben auf links.) Als zuerst die Aeußerung getan wurde, die Schiffahrts- wenn vierzehn Bundesratsmitglieder dagegen natürliche Wasserstraßen eingeführt werden. Als anläßlich einer abgaben lägen im Interesse der Schiffahrt selbst, da glaubte ich, it immen. Es ist unbegreiflich, wie angesichts dieser Tatsache Schrift des Eisenbahndirektions- Präsidenten Ullrich vor Jahr und dieser Versuch, der Deffentlichkeit Sand in die Augen zu Herr v. Budde fein Standpunkt sei bereits Tag die gleiche Befürchtung in Deutschland auffam, gab der Reich 3- streuen, würde doch wenigstens nicht von Männern wiederholt vom Bundesrat beim Unterwefer- Gefeß eingenommen worden, tanzler am 10. Dezember 1903 die Erklärung ab, daß gemäß werden, die eine verantwortliche Stellung einnehmen. Dieser Glaube man habe damals nur formelle Bedenken hinsichtlich des des§ 55 zweifellos die Einzelstaaten fein Recht hätten, ist getäuscht worden. Die ganze Aeußerung aber ist der Gipfel§ 54 der Verfassung gehabt. Die Kommission erklärte damals unter Schiffahrtsabgaben zu erheben. Jede Schiffahrtsabgabe müsse durch der Naivetät. Wo hat die Idee der Schiffahrtsabgaben denn ihren einmütiger Zustimmung des Hauses, fie erblicke in der Annahme des ein besonderes Reichsgesetz und zwar nach den Vorschriften über eine Anfang genommen? Bei den preußischen, feudalen Großagrariern! Gefeßes ein Abweichen von den Bestimmungen des Art. 54 der Reichs- Verfassungsänderung beschlossen werden. Dieser Standpunkt Schon im Dezember 1908 erschien der erste alarmierende Artikel, der Verfassung. In diesem Sinne äußerte fich damals auch der Verist auch vom Bundesrat im Jahre 1886 bei der Vertiefung feinen Zweifel ließ, worauf die Sache eigentlich hinauslief. Es hieß treter des Zentrums Herr Windthorst.( hört! hört! links.) Herr der Unterweser eingenommen worden. Infolgedessen liegt dem da, freie Schiffahrt bedeutet tatsächlich eine Herabsehung der Ein- v. Bötticher erklärte dann, im Bundesrat habe eine Majorität, wie Bundesrat kein dahingehender Antrag vor. Schließlich fämen hier auch fahrtszölle und damit ein Durchkreuzen des nationalen Schutzzolles. fie für Verfassungsänderungen notwendig sei, die Vorlage an die Verträge mit den auswärtigen Mächten in Betracht. Im preußischen und der Bericht der preußischen Kanaltommission läßt keinen Zweifel, genommen, also formelle Bedenken lägen nicht mehr vor. Abgeordnetenhause kam die Einführung von Schiffahrtsabgaben am daß der eigentliche Zweck der ganzen Aktion ist, die Einfuhr von Ge- waren die formellen Bedenken" des Herrn v. Pappenheim. So war 28. Februar 1904 zur Sprache. Damals stellte sich die Staatsregierung auf treide zu erschweren. Daher werden auch Elbe und Rhein be- damals der Standpunkt der Regierung. Heute ist das etwa" der den Standpunkt, daß zwar eine Abweichung vom§ 54 nicht beab- sonders ins Auge gefaßt, weil sich auf diesen der Import in erster preußischen Regierung auch von der Reichsregierung bereits übernommen. sichtigt sei, daß aber für die Benutzung einer erst fürzlich ge- Linie vollzieht. Es handelt sich also um ein Glied der Perlen- Die Reaktion reitet schnell. Der Herr Reichstanzler ist in der Tat schaffenen Bertiefung auch auf natürlichen Wasserstraßen fette der Brotverteuerung! 1903 erklärte der Reichskanzler fein Konsequenzenmacher. Er legt keinen großen Wert darauf, daß Kostenabgabeu erhoben werden dürften im Verhältnis die Angelegenheit als eine theoretische Streitfrage". Aber seine Worte, die er heute ausspricht, binnen Jahresfrist auch noch der aufgewendeten Kosten, Das sei schon 1886 bei der bei den Agrariern gilt die Theorie nicht viel; die haben stets sehr Gültigkeit haben. Da darf er sich nicht wundern, wenn man seine Erhebung von Abgaben für die Vertiefung der Unterweser von allen praktische Absichten. Bei dem Maß von realpolitischer Einsicht, Worte ganz besonders unter die Lupe nimmt und wenn man Rednern als ein gesundes, volkswirtschaftliches Prinzip anerkannt welches der Herr Reichskanzler für sich in Anspruch nimmt, muß er ihm das Vertrauen versagt, wie es mit seiner Stellung uneinsehen, daß seine damalige Stellung falsch war. Der Vorstoß der bedingt verbunden sein müßte.( Sehr richtig! bei den Sozialdemoworden. Das Es ist zweifellos, daß Schiffahrtsabgaben auf den natür- Agrarier geht in erster Linie gegen den Rhein. Das geht ja traten.) Auch die heutige Erklärung des Grafen Posadowsky lichen Wasserstraßen ungesetzlich sind. Aber nicht über jeden auch aus dem Antrag im preußischen Abgeordneten befindet sich ganz im Einklang mit dieser Stellung der preußischen Zweifel erhaben ist, welche Wasserstraßen noch als hause, der den Namen v. Heydebrand führt, hervor, der ja Regierung. Diese Regierung denkt nicht daran, Abgaben auf dem natürliche anzusehen sind. Im preußischen Staats- fordert, daß die Schiffahrtsabgaben auf dem Rhein eingeführt Rhein zu erheben, die gegen die Verfassung verstoßen, weil eben nach ministerium hege niemand den leisesten Gedanken an Schiffahrts- werden müssen, bevor überhaupt der Kanal nach Dortmund gebaut ihrer Meinung die Abgaben, die sie erheben will, nicht gegen die abgaben auf der Elbe und dem Rhein. Aber am 9. November und werden könnte. Es wird da von der Gefährlichkeit des Rheins ge- Verfassung verstoßen. 1. Dezember erklärte der Minister für öffentliche Arbeiten im sprochen. Auch das Zentrum teilt die Anficht. Der Abgeordnete Das Unterweser- Gesez besteht nur aus einem einzigen Parapreußischen Abgeordnetenhause, der beste Freund der Schiffahrt sei Herold hat bereits am Anfang des vorigen Jahres er- graphen. Der Staat Bremen soll danach das Recht haben, falls er der, der für Schiffahrtsabgaben eintrete. Dieser flärt, daß der Rhein wesentlich vertieft sei, so daß er unter die Unterweser von Bremen bis Bremerhafen so korrigiert, daß Schiffe Ueberzeugung werde man sobald als möglich Ausdruck geben. den Begriff der künstlichen Wasserstraßen fällt. Die bis fünf Meter Tiefgang bis Bremen hinaufkommen können, für Welch ein weiter Weg im Wandel der Ansichten ist da seit dem Höhe der für ihn einzurichtenden Abgaben sei aber streng be- Ladungen diefer Schiffe eine Abgabe nach Maßgabe der für 10. Dezember 1908, also in fo unglaublich furzer Zeit, eingetreten! schränkt durch die Bestimmung der Reichsverfassung, daß auch für fünstliche Wasserstraßen getroffenen Bestimmungen zu erheben. ( Sehr richtig! links.) Nach Gründung des Deutschen Reiches fünstliche Wasserstraßen die Abgabe nicht höher sein dürfe als Bins Das heißt, daß die Fahrzeuge, die schon vor der Vertiefung die wurde der Grundjag aufgestellt, daß nur für besondere und Amortisation der für sie ausgegebenen Summen es erfordern. Strecke befahren konnten, abgabenfrei bleiben, daß sie in BremerAnlagen Abgaben erhoben werden könnten, und daß diese Ab- Die Abgaben könnten also feine Quelle fiskalischer Einnahmen haven leichtern und dann abgabenfrei nach Bremen hinauffahren gaben die eigenen Kosten nicht überschreiten dürften. Jezt bilden, so daß es sich nur um Kleinigkeiten handle. Aber auch dürfen und vor allem, daß sie abgabenfrei bleiben, wenn sie nicht aber ist es soweit gekommen, daß sogar der Rhein als dieser Einwand ist von den Herren selbst durchkreuzt worden. Man in Bremen oder Vegesack auslanden, sondern nach einem preußischen eine fünftliche Künstliche Wasserstraße erklärt wurde. Und doch sind fagt jetzt: Die Tarife sollten nicht nach dem Gewinn der oder oldenburgischen Hafen hinauffahren. Bei dem Gesez handelte die Flüsse ein töstliches Gut der Natur. Die Sachverständigen Ware festgelegt werden, sondern nach den Gesichtspunkten einer es sich also ausschließlich um ein Spezialinteresse der Stadt haben erklärt, ein tanalisierter Fluß sei teine künstliche" nationalen Wirtschaftspolitit, aber, heißt es im Munde dieser Leute, Bremen, jezt aber sind die Interessen aller Anliegerstaaten Wasserstraße.( Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Selbst der Pro- eine Politik zugunsten der Minderheit von Großgrundbesitzern zum oder Oberliegerstaaten in Mitleidenschaft gezogen. Die fessor Schuhmacher, der im übrigen für Einführung der Schiffahrts- Schaden der Nation. Man solle also die Schiffahrtsabgaben preußische Regierung suchte gewisse Handelskreise vom Rheine abgaben ist, hat erklärt, ein Uebergang einer natürlichen" für Frachten von landwirtschaftlichen Produkten erhöhen, für die Schiffahrtsabgaben mit der Aussicht zu födern, daß die Wasserstraße in eine künstliche" sei unmöglich.( hört! hört! um die für andere Produkte herabfeßen zu können.( hört! Seeschiffe nach der beabsichtigten Rheinregulierung bei Köln sollten lints.) Somit steht der preußische Gesezentwurf in Widerspruch mit hört! bei den Soz.) Auch der Abg. v. Pappenheim hat dieselbe hinauffahren fönnen. Der Gedanke wäre sehr gut, wenn bei seiner der Reichsverfassung; kein Bundesstaat kann einseitig dagegen vor- Meinung geäußert. Man sagt ferner, die Höhe der Tarife sei ein Ausführung ebenso verfahren würde, wie bei dem Geseze von 1886, gehen. Auch eine einseitige Interpretation kann nicht genügen. Kronrecht, also unabhängig von den Volksvertretungen. Ist also d. h., wenn alle Schiffe, die schon jetzt bis Köln fahren konnten und ( Sehr richtig! links.) Auch die internationalen Verträge be- überhaupt einmal die Schiffahrts- Abgabe im Parlament bewilligt, alle Schiffe, die über Köln hinausfahren d. h. der ganze jezige stätigen diese Auffassung. Der Vertrag von 1844 bestimmt so liegt die Höhe der Tarife ganz in den Händen der preußischen Durchgangsverkehr von Rotterdam bis Mannheim abgabenfrei bliebe. Freiheit der Elbschiffahrt, trotzdem die Elbe schon damals Regierung. Die„ preußische Regierung" find aber nicht die preußi- So hatte Preußen 1886 fein Interesse als Oberlieger gereguliert war. Dann kamen die Rheinschiffahrtsatte von 1868. schen Minister, sondern es ist die agrarisch- feudale Mehrheit im wahrt. Aber unter diesen Bedingungen wollen Diese Verträge können ohne Zustimmung Hollands und Abgeordnetenhaus und Herrenhaus. Die Minister sind nur ihre diese Herren( nach rechts) die Regulierung des Desterreichs und ohne Aenderung der Reichsver- Mandatare. Dieser Ausdruck hat ja jezt parlamentarisches Rheines gar nicht. Sollte nämlich die Abgabe wirklich nur fassung nicht modifiziert werden. Geltungsrecht erlangt.- Es handelt sich um Tarifabsolutismus des so hoch gestellt werden, daß fie die Aufwendungen ver Welches find nun die wahren Gründe für die Einführung preußischen Junkertums. Daß dabei noch die eisenbahnfistalischen 3insten, so würde ja durch die Rheinregulierung ein neues von Schiffahrtsabgaben? Etwa fistalische Interessen? Ich Interessen mitwirken, kommt erst an zweiter Stelle. An erster steht Einfallstor" für die landwirtschaftlichen Produkte des Auslandes glaube nicht, daß wegen ein paar Millionen Einnahmen so große die verkehrsfeindliche Absicht der preußischen Junkerpartei. Dem geschaffen. Nein, wenn die preußischen Junker Geschenke machen Interessen aufs Spiel gesezt werden können, wie es hier der Fall Reichstag wird eine unglaubliche Naivität zugemutet oder vielmehr, wollen, so ist eine Tücke dabei. sein würde. In Wahrheit soll durch die Aufhebung der Abgaben er wird direkt verhöhnt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Vor allem muß bei der Einführung dieser Abgaben der Artikel 78 freiheit verhindert werden, daß zu Wasser billiger transportiert Der ganze Vorstoß geht dahin, den verfassungsmäßigen Schutz des gewahrt werden. Er ist nicht, wie Herr v. Budde meinte, ein Hindernis wird, als auf der Eisenbahn, damit der Einfuhr von Getreide noch Artikels 54 zu beseitigen. Dieser Artikel ist identisch mit den Bestim- für nüßliche Flußregulierung. Im Bundesrat und im Reichstag über die Zölle hinaus ein Hindernis in den Weg gelegt wird. Uns mungen der Rheinischen Schiffahrtsatte von 1868. Ein Widerspruch wird sich immer eine Mehrheit für die Erhebung von Schiffahrtsscheint diese Frage wie genügend, um den Herrn Reichsfangler anzu- fann zwischen beiden nicht bestehen, sonst würden nach Zustandekommen abgaben finden, wenn die Flußregulierung wirklich im Interesse der fragen, wie denn nun eigentlich die verbündeten Regierungen zur der Verfassung die Schiffahrtsatte selbstverständlich abgeändert sein. Gesamtheit liegt, genau wie es bei der Unterweser der Fall war. Erhebung von Abgaben auf natürlichen Wasserstraßen stehen. Nun hat der Herr Minister v. Budde im Dezember 1904 in der Aber das ganze Treiben der preußischen Regierung geht darauf hin( Bravo! links.) Kanalfommission erklärt, das gesamte Staatsministerium erkenne an, aus, ohne diese Garantie Schiffahrtsabgaben einzuführen. Das ist Zur Beantwortung der Interpellation erhält das Wort daß die Abgabenfreiheit der großen Ströme eine ungerech- gegen das Interesse aller an der Schiffahrt Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich habe im Namen der tigkeit sei und daß man alle Schritte tun wolle, interessierten Industrieunternehmungen, die Reichsregierung unter Bezugnahme auf die Erklärung, welche um die etwa der Erhebung von Abgaben entgegen auf billige Wasserwege angewiesen sind und gegen das Interesse der der Reichskanzler in der Sigung vom 10. Dezember 1903 abgegeben stehenden Bestimmungen der Reichsverfassung auf verfassungs- ganzen Konsumentenschaft, insbesondere der breiten Volksklaffen. hat, und meine denselben Gegenstand betreffende Erklärung vom mäßigem Wege zu beseitigen. Es ist also hier die Auffassung ver-( Sehr richtig! links.) Man will über die Zölle hinaus durch hohe 12. April 1904 zu erklären: Es kann kein Zweifel darüber bestehen, treten, daß möglicherweise die Reichsverfassung der Erhebung von Tarife das ausländische Getreide so teuer machen, daß das Getreide daß kein Bundesstaat über die im Art. 54, Abs. 4 R.-V. gezogenen Abgaben gar nicht entgegensteht und Herr v. Budde habe aus dem Osten Deutschlands im Westen konkurrenzfähig werde, d. H. Grenzen hinaus Abgaben auf natürlichen Wasserstraßen erheben auch bei anderen Gelegenheiten die Auffassung vertreten, daß ein eine weitere Erhöhung der Preise des wichtigsten Lebensmittels erdarf. Dazu bedürfte es der besonderen Genehmigung Fluß, dessen Fahrrinne durch Baggerung, Deiche usw. vertieft zwingen. Dabei haben 90 Proz. der Landwirtschaft Treibenden am durch Reichsgefes gemäß Art. 78 der Reichs- Ver- fei, nicht mehr unter den Schuß des§ 54 der Reichs Rhein an hohen Getreidepreisen kein Interesse. fassung. Desgleichen fann fein Zweifel darüber bestehen, daß, verfassung falle. Diese Auffassung der preußischen Regierung Wir halten fest an der bisherigen Auffassung des Artikels 54 foweit internationale Verträge der Abgabenerhebung entgegen- steht im unverföhnlichen Widerspruch einmal mit dem Wortlaut und lehnen die Schiffahrtsabgaben ab, die das ganze stehend, die Zustimmung der vertragschließenden Teile Voraus dieses Artikels, dann mit seiner ganzen Entstehung, mit der ganzen wirtschaftliche Leben zu schädigen drohen. Wenn die preußische fegung für die Einführung von Abgaben ist. Wenn die königlich seitherigen Bragis und endlich der Erklärung des Herrn Regierung trotzdem auf dem Wege fortgeht, so vergewaltigt sie die preußische Staatsregierung die Ungleichheit in der Abgaben Reichstanzlers selbst. der Abgaben Reichstanzlers selbst. Ich bin fest überzeugt, daß der Herr Kleinen Bundesstaaten und begeht einen flagranten Verfassungsbruch. erhebung zwischen den Kanälen und kanalisierten Flüssen einerseits Reichstanzler jene Erklärung nicht mehr abgeben( Lebh. Zustimmung bei den Goz.) In der Düsseldorfer und natürlichen Wasserstraßen andererseits herbeizuführen beabsichtigt, wird, er hätte es auch damals nicht getan, wenn er andelskammer wurde gesagt, man werde sich zusammenso liegt fein Grund zu der Annahme vor, daß sie es unter die Situation richtig erkannt hätte. In dieser Erklärung des Herrn schließen müffen zum Kampf gegen den inneren Feind, der die Tassen wird, zur Erhebung von Abgaben auf natürlichen Wasser- Reichskanzlers heißt es: Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß Jntereffen der Rheinschiffahrt bedrohe. Der innere Feind war nicht straßen die reichsgefeßliche Genehmigung einzu durch die Bestimmung der Verfassung das Recht der Einzelstaaten die Sozialdemokratie( Seiterkeit), sondern das preußische Sttitfcthtm. Tic Einführung der Schiffahrtsabgabcn wird ganZ erheblich dazu beitragen, daß die am Fortschritt interessierte Be- oölkerung. erkennt, wo der innere Feind sitzt. Nach dieser Seite erwarten wir eine gute Wirkung.(Sehr wahr! bei den Soz.) Sic(nach rechts) säen Wind und werden einen Sturm der Ent rüstung ernten, den sie vielleicht nicht erwarten. Wir werden alles tun, um die Gefahr, die der gesamten wirtschaftlichen EntWickelung jetzt von Ihnen droht, ins Bcwuhtsein des ganzen Volkes zu rufen und können es von diesem Gesichtspunkt aus nicht einmal bedauern. daß Sie mit so offenen Karten gespielt haben.(Lebh. Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Osel(Z.): Nicht nur der§ 54, sondern auch§ 48 der Reichsverfassung kommt in Betracht.— Sie kämpfen eigentlich gegen Windmühlen. Es sollen ja gar keine Abgaben für Verschiffung er- hoben werden. Als die Rheinschiffahrtsakte abgeschlossen wurden, fuhr man auf dem Rhein nur mit Kähnen von 300 Tonnen, jetzt ober mit solchen von 2000. Die Verbesserung der Fahrstraße muß also eine so großartige gewesen sein, daß man sich aus die alten Abmachungen nicht mehr berufen sollte. Wenn die Franzosen die freie Kanalfahrt haben, so liegt das daran, daß drüben die Staatskanäle den Zweck haben, der Profitmacherei von feiten der privaten Eisenbahnen ein Gegengewicht zu halten Von der freien Rheinschiffahrt haben nicht deutsche, sondern nieder- l ä n d i s ch e Schiffe den allergrößten Vorteil. Der deutsche Export mag ja durch die Rheinschiffahrtsabgaben geschädigt werden,"aber wenn die Rheinschiffahrts-Gesellschaften sich selbst zur Erhöhung der Tarife zusammenschließen, so klagen Sie nicht darüber, daß das eine Vcrkchrsschädigung sei. Die Rhcin-Frachtcn sind ja allerdings un geheuer gering. Ich erkläre also: Die große Menge meiner politischen Freunde s i n d für die Schiffahrtsabgaben auf solchen Flüssen, die durch einschneidende Verbesserungen die Natur von Kanälen angenomnien haben. Der Herr Vorredner hat gesagt, die Schiffahrtsabgaben würden nur zum Besten der preußischen Algrarier eingerichtet. Ja, halten Sie uns Bayern für so dumm, daß wir für die schönen Augen der preußischen Junker unsere Politik so einrichten? Ich persönlich gehe noch weiter und wünsche, daß der 8 54 der Reichsverfassung überhaupt möglichst bald beseitigt wird.(HörtI hörtl bei den Soz.) Wir sollten dazu kommen, daß solche Abgaben eingerichtet werde», wie Sie von der Linken jetzt gefürchtet werden. Abg. Gothein(Freis. Vgg.): Ich habe beim Herrn Vorredner den Eindruck bekommen, daß er fürchtet, bei den Handelsvertrags- Verhandlungen nicht zu Worte zu kommen.(Große Heiterkeit.) Wie inkonsequent ist das Zentrum! Als es sich um die Kanalisation der Weser handelte, war das ganze Zentrum ei n st im m ig mit seinem Führer Windthor st der Meinung, daß >-chiffahrtsabgabcn auf der Weser ein Eingriff in die Reichsverfassung wären. Jetzt schlägt das Zentrum seinem früheren Standpunkt selbst ins Geficht. Herr Osel meinte, der Hauptvorteil der Abgabenfreiheit auf dem Rhein käme den holländischen Schiffen zugute. Er hat dabei über- sehen, daß die holländischen Schiffe viel kleiner sind als die deutschen, sodaß ihre Zahl allein nicht ausschlaggebend ist und daß ein sehr großer Teil der h o l l ä n d i s ch e n Schiffe im deutscheu Besitz ist.(Sehr richtig! links.)— Die Erklärung des Grafen Posadowsky heute war sehr wenig eindeutig. Herr v. Thielen erklärte seinerzeit ausdrücklich, man kann es bedauern, aber die Reichs- Verfassung gestattet die Erhebung solcher Ab- zaben nicht, und Herr Professor Schumacher ist unter Benutzung des amtlichen Materials zu derselben Auffassung gekommen.— Freilich Preußen, das den Reichskanzler stellt und vor allem berufen sein sollte, die Reichsverfassung zu wahren, umgeht diese in konstanter Praxis. Auch die heutigen Regulierungs- Methoden waren schon vor Erlaß der Reichsverfassung bekannt. Auch das Schlcppmonopol verstößt gegen Artikel 54 der Reichsverfassung, denn dieser betrachtet sämtliche Staatswasserstraßen als öffentliche Straßen, auf denen lediglich Abgaben für besondere Anstalten er- hoben werden, aber der private Schleppbetrieb nicht untersagt ioerden 'ann. Sicht man dann das Schleppen als Gewerbe an, so würde ün staatliches Monopol auch dem§ 1 der Reichsgewerbeordnung widersprechen. Preußen will dem Reiche vorschreiben, wie dieses seine Verfassung ändern solle. Beim Erlaß der Reichsverfassung ging man von dem Grundsatz aus, daß die Hebung des Verkehrs wichtiger für den Nationalwohlstand ist, als üe Schaffung einer fiskalischen Einnahme. Ich bin in diesem Falle überzeugt, daß wenigstens der Bundesrat, daß wenigstens die not- oendigen 14 Stimmen in ihm den Artikel 54 der Reichsverfassung ichützen werden. Baden, Hessen, Württemberg sind sicher dagegen, -benso wie Anhalt und die Hansastädte, hoffentlich auch Bayern legen die Abschaffung fem werden. Preußen darf nicht außerhalb des Reichsrechts stehen. Der Herr Reichskanzler hat die Pflicht, die Verfassung zu schützen.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Wallbrccht(natl.): Es wäre sehr schön, wenn wir schon ein ausgebautes Kanaknetz hätten, dann könnte der Verkehr auf ihm frei sein wie in Frankreich. Aber wir müssen erst die große n Ausgaben machen; die müssen wieder eingebracht werden. Abgaben auf den Kanälen müssen also sein. Es ist dann iber eine Ungerechtigkeit, wenn auf den auch nnt großen Kosten aus- gebauten Flüssen keine Abgaben sein würden. Schiffahrts-Abgaben dienen also dem, den Ausbau des Verkehrsnetzes zu ermöglichen.(Beifall rechts.) Abg. Graf Limburg-Stirum(kons.): Ein notwendiger Zu- sammenhang mit dem Kanalbau besteht nicht. Wir haben die Schiffahrts-Abgaben vielmehr schon früher im Auge gehabt. Aus die Berfaffungsfrage will ich nicht eingehen. (Lachen und Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Man wird sich darüber nicht einigen, sondern wird einfach darüber abstimmen muffen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Lattmann(Ant.): Wir halten die Einführung einer Echiffahrts-Abgabe, die auf die Verhältnisse der kleinen Schiffer Rück- ficht nimmt, für sozial gerecht und national gesund. Das Prinzip von Leistung und Gegenleistung muß auch für die Wasser- straßen Geltung erhalten. Abg. Haußmann(südd. Vp.): Der Herr Vorredner hat sich be- müht, die Aufhebung der Abgabenfreiheit als nationale und soziale Tat zu begründen. Bei Schaffung der Reichsverfassung und des Art. 54 wurde gerade die Abgabenfreiheit als nationale Tat angesehen. Der ganze Versuch ist eine Verbindung agrarischer und fiskalischer Interessen, Herr v. Miquel würde seine segnende Hand darüber halten. Zu seiner Durchführung wäre eine künstliche Interpretation der Reichsverfassung nötig, die richtig interpretiert ist durch die bis- herige Abgabenfreiheit, Die Einführung von Schiffahrts-Abgaben würde die Uebertragung der alten Pflaster- und Chausseegelder, die einer vergangenen Wirtschaftspolitik angehören, auf die Wasserstraßen bedeuten.— Vor allem fordern wir Klarheit über die Absichten der Regierung, wir vermissen die Selbständigkeit des Reichskanzlers gegenüber Preußen, die wir brauchen, wo es sich um den Schutz bestehender Rechte und Freiheiten handelt.(Bravo I links.) Ein Vertagungsantrag, dem Abg. Müller- Sagan (frs. Vp.) widerspricht, wird gegen die Stimmen der Sozialdemo- kraten und Konservativen abgelehnt. Abg. Dreesbach(Soz.): Wenn die Schiffahrts-Abgaben so gering wären, wie der Abg. Graf Limburg-Stirum ausgeführt hat, so würden Sie ja kein Interesse daran haben. Aber Sie wollen eine Verschärfung des Schutzzolles. Was für die V i e h- E i n f u h r die „Beterinärmaßregeln" sind, sollen für die Getreide- Einfuhr die Schiffahrts-Abgaben werden.(Lachen rechts.) Daß die kleinen Bauern einen Vorteil davon haben, glauben Sie ja selbst nicht. Herr Osel kann nicht im Namen des Zentrums gesprochen haben, denn im badischen Landtage haben alle Parteien, auch das Zentrum, sich gegen die Schiffahrts- Abgaben ausgesprochen.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Es wurden 15 Millionen veranschlagt für eine Regulierung des Oberrheins; Baden ist dabei mit 14 Proz. beteiligt. Ich war gegen die Beteiligung in dieser Höhe. Die eigentlichen Befürworter dieses Projektes waren die kleinen Bauern am Ober- rhcin, die billigere Frachten haben wallten.(Hört! hörtl links.) Da sehen Sie, wie es mit der Behauptung steht, die kleinen Bauern wären für Belastung der Rheinschiffahrt. Leistung soll(fegen Gegenleistung stehen. Aber große Strecken der Landwirtschaft sind doch auch durch die Strombauten begünstigt. Dann müßten auch sie Abgaben zahlen.(Sehr richtig! links.) Der Staat hat große Einnahmen durch die Stromregulierungen, z. B. aus denmitihnen zusammenhängenden Hafen- bauten. Man sagt, wir ständen im Zeitalter des Verkehrs. Aber man bemüht sich, der großen Masse des Volkes alle die Vorteile wieder zu nehme», die ihr durch die wissenschaftlich- technische Ent- Wickelung zufallen würden. Die heutige Erklärung des Vertreters der Reichsregierung lautete ja nicht so klar und durchsichtig wie früher. Wir müssen den Herrn Reichskanzler bitten, den preußischen Ministerpräsidenten zur Rede zu stellen wegen seiner Verletzung der Reichsverfassung.(Heiter- kcit links.) Der Rhein kann durch die Strombauten keine künstliche Wasserstraße geworden sein. Wir könnten das Fünffache oder Zehn- fache für ihn aufwenden, so bleibt er eine natürliche Straße. So lange der§ 54 steht, kann keine Dialektik der preußifchen Regierung es fertig bringen, daß Abgaben auf dem Rheine reichsgesetzlich zulässig seien. Es gilt, Widerstand zu leisten gegen die Clique, die hentc darauf ausgeht, das Volk auszubeuten.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Beumcr(natl.): Ich gehöre zu denjenigen, die der Meinung sind. Artikel 54 v e r b i e t e die Schiffahrts-Abgaben in der geplanten Höhe. Zum mindesten kann man für Ausgaben, die in der Vergangenheit gemacht sind, jetzt nicht Abgaben erheben. Auch müßte man sonst die Landwirtschaft für die großen Vorteile, die aus der Kanalisation der Flüsse entstanden sind, kostenpflichtig machen. Abg. Osel ist ja leider über die technischen Verhältniffe nicht orientiert. Der Wert des Grund und Bodens an den Flüssen ist jetzt im Schutze der Strom bauten ungeheuer gestiegen. Ohne Korrektion würden die Rheinufer Jahr für Jahr durch den Eisgang verwüstet. Die Opfer des preußischen Staates für den Rhem sind ohne Borbehalt gemacht worden. Die Mehrheit meiner Freunde hält die Erhebung von Schiffahrts-Abgaben ohne Abänderung der Reichsverfassung für ausgeschlossen, auf jeden Fall könnten nicht für in der Vergangenheit liegende Meliorationen Ab- gaben erhoben werden.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. Osel(Z.): Die Prophezeiungen des Herrn Gothein haben Ar mich wenig Wert. Sie haben auch prophezeit, daß wir keine Handelsverträge mit dem Zolltarif bekommen würden, und wir haben ie doch gekriegt.(Lebhafte Zurufe links: Aber was für welche!) Nun, schön sind sie gerade nicht.(Aha! und große Heiterkeit links.) Gothein(frs. Va.): Ich konstatiere, daß ich ausdrücklich zw i gegeben habe, daß man selbst mit diesem Zolltarif zu Handelsverträgen ommen könnte. Herr Sattler hat diese meine Aeußerung seinerzeit noch besonders unterstrichen. Damit ist die Besprechung der Interpellation erledigt. Präsident Graf B a l l e st r e m: Wir kommen zum nächsten Punkt der Tagesordnung...(Lebhaste Rufe: Vertagen!) Es liegt mir kein Antrag vor!(Große Heiterkeit, Abg. Sattler natl.): Ich beantrage die Vertagung.) Der Vertagungsantrag wird hierauf einstimmig angenommen. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr.(Jnrerpellatiou Trim born (Z.) betreffend den 10 stündigen Maximalarbeitstag. Schluß 6 Uhr._ Hbgcordnetenbaiid. 133. Sitzung vom Montag, den 6. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertische: v. B u d d e. In der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über die Herstellung und den Ausbau von Wasserstraßen wird die allgemeine Besprechung fortgesetzt. Abg. Gyßling(frs. Vp.); Die Vorlage hat durch die Kommissions- beschlüsie einen schutzzöllnerischen, agrarischen Geist erhalten. Das liegt aber au der ganzen Kanalsituation.(Sehr richtig! links.) lieber die Verkoppclung der Frage des Kanal- baues mit der der Handelsverträge ist doch kein Zweifel mehr. Der Antrag v. Pappenheim, welcher die Erhebung von Abgaben auf regulierten Flüssen spätestens bei der Inbetriebsetzung des Kanals verlangt, steht im Widerspruch mit der Reichsverfassung. Die Aus- 'ührungen des Herrn v. Budde über die Rechtsfrage widersprechen der früheren Erklärung des Reichskanzlers. Windthorst erklärte 1886 anläßlich der Weserregulierung, er sei nicht einen Augenblick im Zweifel, daß die Einführung der Schiffahrtsabgaben auf derj Außenweser eine Verfassungsänderung sei.(Hört! hört! links.) Den von mir gestellten Antrag auf baldigsten Bau des masurischen Kanals, nachen wir nicht zur Bedingung für die Zustimmung zum Kanal.(Sehr gut! links.) Leider aber hat der Minister seine Schweigsamkeit gegenüber dem masurischen Kanal fortgesetzt. Minister v. Budde: Der masurische Kanal ist nicht in diese Vorlage aufgenommen worden, einmal aus dem allgemeinen Grunde, daß wir dem Kanal- stjiff nicht Lasten aufbürden wollten, die nicht zu tragen wären für die Staatsfinanzen, dann aus dem besonderen Grunde, daß sich gerade aus landwirtschaftlichen Kreisen Bedenken gegen unser Projekt erhoben haben und der Landwirffchaftsminister es daher vom Meliorationsstandpunkte noch einmal überarbeiten läßt. Gleichwohl tehen wir dem masurischen Kanal genau so durchaus wohlwollend gegenüber, wie wir allen anderen Wünschen Ostpreußens bisher gegenüber gestanden haben. Abg. Dr. Röchling(natl.): Wir sind der Meinung, daß die Auf- nähme der Mosel-, Saar- und Lahnkanalisierung in die Vorlage wohl möglich gewesen wäre, wenn die Regierung eine kräftigere Initiative ergriffen hätte. Ich halte aber doch die Ansicht des Abg. Roeren für falsch, daß man wegen des Fehlens dieser Flußkanali- Gerungen sich der Vorlage gegenüber ablehnend verhalten solle. Der Resolution auf den Bau des masurischen Kanals stimmen wir zu. (Beifall.) Abg. v. Bockelberg(kons.) spricht sich gegen die Vorlage aus. Abg. Dr. Hahn(B. d. L.): Man wirft unserer Agitation vor, daß sie die Bevölkerung errege. Tatsächlich war aber die Agitation des Bundes der Landwirte bemüht, die große Erbitterung der land- wirtschaftlichen Bevölkerung über den ungenügenden Schutz zu be- einstigen, sie hat Oel aus die erregten Wogen gegossen.(Heiterkeit links.) Wir haben immer gesagt: Habt Vertrauen zur Regierung. (Lachen links.) Wir sind im Bund der Landwirte niemals Gegner von Kanälen gewesen.(Heiterkeit.) Wir vertreten keine ein- fettigen Interessen(Heiterkeit), wir wollen Landwirtschaft und Industrie gleichmäßig berücksichtigen. Wenn die Vorlage abgelehnt würde, so würde ich es nicht bedauern, denn dann würde die Regierung bei einer neuen Vorlage den Meliorationen einen größeren Platz einräumen müssen. Das Kohlensyndikat beherrscht nicht nur die Kohlcnproduktion, sondern auch den Verkehr aus dem Rhein, es erfreut sich aber einer Milde der Beurteilung seitens der Regierung und einer Anerkennung seiner maßvollen Hältung, daß ich froh sein würde, wenn der Bund der Landwirte sich nur halb so günstig stände.(Heiterkeit.) Die Industrie wird bevorzugt. Der überwiegende Teil der Provinz Hannover verspricht sich vom Kanal keinen Vorteil.(Widerspruch links.) Ja, gewiß, einige Herren sind dafür, weil die Kohle billiger wird.(Zuruf links: Ach Unsinn! Gr. Heiterkeit.) Wenn der Kanal gebaut wird, so werden diejenigen Zechen für ihre Konkurrenzfähigkeit einen Vorteil erhalten, die am Kanal oder in der Nähe des Kanals liegen, und die Folge wird die Stilllegung von vielen Zechen sein, die keinen Anschluß an den Kanal haben. Die Regierung vertritt einen großkapitalistischen Standpunkt. Als nüchterner Niedersachse bitte ich, die Borlage in allen Teilen ab- zulehnen.(Beifall rechts. Zischen links.) Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben: Nach den Heiterkeits- auSbrüchen des Hauses kann ich sagen, daß dem Drama das Satyr- spiel gefolgt ist. Wenn Herr Hahn gemeint hat, die agrarische Agi- tation und Presse habe Oel in die Wogen gegossen, so wollte er wohl sagen, sie habe Oel ins Feuer gegossen.(Sehr richtig I links.) Aber in der Presse, die dem Abg. Hahn nahe steht, ist der Kampf gegen den Kanal als ein solcher gegen MammoniSmuS md Materialismus bezeichnet und verglichen mit dem Freiheitskampf gegen den Korsen Napoleon. In einem Organe wurde den Land- Wirten empfohlen, für die Agitation gegen den Kanal sich die Agitation der Sozialdemokratie zum Muster zu nehmen. Tiefe Agitation hat der Landwirtschaft nur geschadet.(Sehr richtig!) Die Großindustrie war stets willens, der Landwirtschaft zu geben, was ihr not tat.(Sehr richtig I bei den Nationalliberalen. Widerspruch rechts.) Wenn Abg. Hahn sagt, der Kanal werde die Macht des Kohlen- syndikats steigeni, gleichzeitig aber die Kohlen in Hannover verbilligen, so liegt darin ein Widerspruch. Wir müssen auf den Weltmarkt Rücksicht nehmen, auf dem nur die Nationen den Wettkampf bestehen werden, die ein starkes Werkzeug haben, und dazu dient auch der Kanal.(Beifall.) Die Erklärung des Ministers v. Budde über die Erhebung von Abgabe» ans Flüssen, die durch künstliche Maßnahmen erst leistungsfähig geworden sind. ist auf Beschluß des Staatsministcriums erfolgt. Wenn wir die kleinen Schiffe abgabenfrei lassen, so ivird damit der Kleinschiffahrt ein Vorteil gegenüber der Großschiffahrt gewährt. Den Antrag v. Heydebrand, welcher verlangt, daß mit dem Kanalbau erst begonnen werden soll, nachdem Schiffahrts-Abgaben auf regulierten Flüssen eingeführt sind, mutz die Regierung ablehne«. Gegenüber den Ausführungen des Abg. v. Bockelberg aber bitte ich Sie, den Kanal bis Hannover zu bewilligen und die Kanal-Streitaxt zu begraben, damit wir zum wirtschaftlichen Frieden kommen. Wenn der Kanal nicht bis Hannover bewilligt würde, so müßte die Regierung binnen kurzem eine weitere Borlage bringen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Graf Praschma(Ztr.) spricht sich für die Vorlage aus. Ein Schlußantrag wird abgelehnt. Abg. Wallbrccht(natl.): Wenn die Vertreter des Bundes der Landlvirte immer ihre Königstreue betonten, so müsse darauf hin- gewiesen werden, daß der Bund der Landwirte schon für die Wahl von Welsen und Sozialdemokraten eingetreten sei, um die National- liberalen zu bekämpfen. Redner empfiehlt sodann kurz die Annahme der Vorlage. Nunmehr wird die Debatte geschwsse». Zur Geschäftsordnung spricht Abg. Dr. Hahn(Bund der Landwirte, persönlich): Wenn der Minister aus einem Versammlnngsbericht etwas vorliest, so kann er daraus keinen Vorwurf gegen meine Freunde herleiten. Meine Freunde— Präsident v. Kröcher: Sie dürfen im Rahmen einer persön- lichen Bemerkung nicht die Meinung Ihrer Freunde zum Ausdruck bringen. Abg. Dr. Hahn(fortfahrend): Mein Freund und ich(Lachen links)— Präsident v. Kröcher: Ihre Freunde sind nicht Sie und Sie nicht Ihre Freunde.(Große Heiterkeit.) Abg. Dr. Hahn(fortfahrend): Ich muß dem Abg. Wallbrecht gegenüber bemerken, daß meine Freunde und ich niemals für die Wahl eines Welsen eingetreten sind.— Präsident v. Kröchcr(unwillig): Ich bitte Sie, Dr. Hahn, mir mit Ihren Freunden endlich vom (Stürmische Heiterkeit.) Abg. Dr. Hahn(fortfahrend): Ich wiederhole, einen Welsen oder Sozialdemokraten bei der Wahl (Zurufe bei den Nationalliberalen: Empfohlen!) Polen.(Heiterkeit. Zurufe: Empfohlen!) Auch 'ch habe nur darauf aufmerksam gemacht, daß die sozialdemokratische iefahr größer sei, als die welfische, und ich habe weiter gesagt, daß ich einein Welsen gegenüber denjenigen Linksnationalliberalen, die sich mit der Sozialdemokratie verbündeten, für das kleinere Uebel halte.(Große Unruhe bei den Nationalliberalen. Zurufe: Unwahr!) Abg. Dr. Hahn(fortfahrend): Sie haben die Stadt Hannover den Sozialdemokraten verschafft I Ich habe mich also nur gegen die- jcnigen Narionalliberalen gewendet, die sich mit her Sozialdemokratie gegen den Bund der Landwirte verbündet haben, und da habe ich die Weifen als das kleinere Uebel bezeichnet.(Große Unruhe bei den Nationalliberalen. Rufe: Lüge!) Abg. Wallbrccht(natl.): Der Abg. Hahn hat durch seine AuS- führungen bestätigt, daß er für die Wahl eines Weifen und gegen die Wahl eines Nationalliberalen gewirkt hat. Bei der nun folgenden Abstimmung werden, unter Ablehnung aller anderen Anträge. Schleppmonopol- und Schiffahrts-Abgaben mit dem Amendement v. Pappenheim, wonach gleichzeitig mit der In- betricbsetzung des Kanals auch die Einführung von Schiffahrts- Abgaben erfolgen muß, mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt die gemeinschaftliche Besprechung über K 1 Nummer 1 (Rhein-Hannover-Kanal) und§ 2(Beiträge der Interessenten). Nach unerheblicher Debatte wird die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr vertagt. Schluß 4 Uhr._ Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Tokio, 6. Februar. Amtlich wird gemeldet: In der Um- von C h a n g t u n ist es ruhig, ausgenommen, daß die nssen sich e i f r i g st verschanzen. Die Russen griffen C h i t a i tz u am 4. Februar an und zogen sich am nächsten Tage in nordöstlicher Richtung zurück. Am 4, und 5. Februar beschossen die Russen Nachuantshan mit Artillerie; kleine Abteilungen russischer Infanterie griffen hier die Japaner an, wurden aber zurückgeworfen. Petersburg, 6. Februar. General Kuropatkin meldet vom 5. d. Mts: Eines unserer Detachements ist gegen Santaitse, zwölf Werst südöstlich von Syfontay, vorgegangen und hat die japanische Infanterie aus Santaitse und L a o d a- meng herausgeworfen. Unsere Verluste waren unbedeutend. Ferner meldet Kuropatkin unter dem gleichen Datum: Die Japaner gingen zum Angriff vonUanchuantse und T a t a y vor und brachten mehrere Batterien in Front; unsere Artillerie eröffnete das Feuer und trieb die Japaner zurück. London, 6. Februar.„Daily Telegraph" meldet aus Tokio von gestern: In der Schlacht von H e i 1 o n t a i find 24 japanische Offiziere gefallen, 10 schwer verwundet, darunter Generalmajor Tanabe, und 17 leicht verwundet.— Admiral Togo hatte am Sonn- abend eine Audienz beim Kaiser; er begibt sich nunmehr zur Flotte zurück.— General Matsumara. der die Japaner bei dem Kampf um den 203-Meter-Hügel bei Port Arthur befehligte, ist an "ehirnkongestion ge starben. Herr Abgeordneter Leibe zu bleiben. daß ich niemals unterstützt habe. Auch nicht einen nicht empfohlen. Partei- IV aebr lebten. Polizeiliches, Gerichtliches ulw. — Bon der Halleschen Justiz. Ueber den Preßprozeß gegen das „Volksblatt" in Halle, der mit einer Verurteilung des Genossen Fette zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten endete, wird uns geschrieben: Zur Anklage stand ein im„Volksblatt" erschienener Artikel, in dem berichtet wird, daß gelegentlich eines am 4. September vorigen Jahres stattgehabten Kriegervereins- Festes in Könnern der über 60 Jahre alte Krieger- vereinler Straube sich an eine schwachsinnige Frauens- Person namens Rolle herangemacht, dieser Zuckerzeug gekauft und dann das Mädchen in einer finsteren Gartenlaube vergewaltigt habe. Auch die Polizei habe von der Sache Kenntnis bekommen, aber der Polizist Hoffmann habe der Mutter des Mädchens empfohlen, sie möge sich„mit Straube einigen". Bürgermeister Schmidt habe nach der Anzeige durch die Mutter des Mädchens erklärt:„Das kann ich nicht annehmen. Das Mädchen ist 21 Jahre alt und hat nicht einmal geschrien." Die Mutter des Mädchens habe dann gefragt:„Wenn nun ein wohlhabendes Mädchen vergewaltigt worden wäre?" Der Bürgermeister habe darauf geantwortet, dann sei das auch etwas anderes. Als Frau Rolle dann angekündigt habe, sie wolle sich nach Halle wende», habe der Bürgermeister ent- gegnet, so behauptete Frau Rolle, in Halle lverde die Klage auck- nicht angenommen. Dadurch sei Frau Rolle schwankend geword und sie habe nicht gewußt, was sie tun sollte. Aus Industrie und Handel. Eine Lektion für Aufsichtsräte. Dresden, 4. Februar. Vor der dritten Strafkammer des hiesigen Landgerichts ging Heute in später Abendstunde ein interessanter Prozeß zu Ende, in Mit dieser Verurteilung hat das Gericht den Grundsaz aufdem eine bemerkenswerte Entscheidung über die Pflichten des Aktiengesellschafts- Aufsichtsrats gefällt wurde. Vier ehemalige Auf- gestellt, daß der Aufsichtsrat auch nicht zum vermeintlich guten Zwed, fichtsratsmitglieder waren angeklagt, absichtlich zum Nachteil der um die Gesellschaft vor Erschütterung zu bewahren, die Aktionäre Gesellschaft, bei der sie den Aufsichtsratsposten bekleideten, gehandelt täuschen darf. Eine Entscheidung, die sicherlich im Interesse der zu haben, indem sie den der Untreue überführten Direktor der Ge- Aktionäre liegt. sellschaft weiter im Amte beließen, und zweitens eine BilanzHüttig jun. erhielt vier Jahre Gefängnis, auf die das eine Jahr verschleierung begangen zu haben, indem sie der Generalversammlung Untersuchungshaft angerechnet wurde. Knauthe, der ein willenloses der Gesellschaft von der Schädigung, die das Unternehmen durch den Werkzeug in seiner Hand gewesen ist und anscheinend seinen persön ungetreuen Direktor erlitten hatte, keine Mitteilung machten. Die lichen Vorteil von den Gaunereien gehabt hat, tam mit 2000 M. beschließende Strafkammer hatte die Erhebung der Anklage abgelehnt, Geldstrafe davon. Hüttig sen. wurde freigesprochen. Dieser Freiweil die vier nicht aus unlauteren Gründen, sondern um den spruch ist vom menschlichen Standpunkt aus zu billigen, denn der Konkurs der Aktiengesellschaft zu vermeiden, Alte, der durch seinen Sohn um sein ganzes Vermögen gebracht gehandelt hatten und ihnen das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit nicht wurde und jetzt eine Freistelle in einem städtischen Versorgungshause nachzuweisen war". Erst auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft hat hat, ist zu bemitleiden. dann das Oberlandesgericht die Erhebung der Anklage verfügt. Gewerkschaftliches. Verleumdungen. W in Nach der Veröffentlichung dieses Artikels wurde gegen Straube vielmehr um die Frage, ob er absichtlich zum Nachteil der Gesellschaft auch im russisch- polnischen Industriebezirk die Brette derartig yer ein Ermittelungsverfahren eingeleitet, aber bald wieder eingestellt. gehandelt habe, als er, da er im März des Jahres 1903 die Un- untergedrückt, daß dadurch die Unternehmungslust der Werte außer. Nach Meinung des Staatsanwalts fonnte gegen Straube nicht freue Hüttigs entdeckte, ihm als„ reuigen Sünder" aufs neue ver- ordentlich geschwunden ist. Dazu kommt noch, daß die seitherigen auf Grund des§ 176 des Strafgesetzbuches vorgegangen werden, traute und ihm aus Furcht vor Krediterschütterung und weil für an und für sich schon ungünstigen Kreditverhältnisse sich noch weiter da in objektiver Beziehung nicht festgestellt worden ist, daß die Spezialfabrikation, die die Hüttig- Gesellschaft betreibt, angeblich verschlechtert haben. Zahlungseinstellungen und Verluste aller Art Straube Gewalt angewendet hat. Auch auf Grund des§ 176 die technische Befähigung Hüttigs unentbehrlich war, in seiner infolge der stetig zurückgehenden Preise gehören zur Tagesordnung Abs. 2 konnte nicht vorgegangen werden, da nicht erwiesen sei, Stellung beließ. Hüttig gab für die veruntreuten Summen, die der und im letzten Augenblick ist noch hinzugetreten, daß auf den russischdaß Straube gewußt habe, daß er es mit einer geisteskranken Aufsichtsrat festgestellt hatte er hatte noch lange nicht alles ent polnischen Werken die Arbeiter die Arbeit niedergelegt haben, indem Person zu tun hatte. deckt Deckung in Form von Grundstücken, die der Aufsichtsrat hoch sie in Betrieb befindliche Maschinen einstellten, das Feuer unter Nun wurde gegen den verantwortlichen Redakteur des„ Volks- über den reellen Wert angenommen haben soll, Papiere seiner faulen Dampfteffeln beseitigten und so jeden Betrieb verhinderten; Zer blattes" die Anklage wegen Beleidigung des Bürgermeisters Gründungen und Hypotheken, die später ausgefallen sind. Dann störungen sind indes nicht erfolgt. Die Preise in Russisch- Polen sind Schmidt erhoben. In der Verhandlung bestätigten eine Reihe hat er seine Gaunerei lustig weiter getrieben und der Aufsichtsrat schon auf 1,18 Rubel für Bandeisen und 1,08 Rubel für Stabeisen von Zeugen, daß die Mutter der geisteskranken Rolle ihnen die merkte ein ganzes Jahr wieder nichts, obgleich er so schlau gewesen war, Grundpreis ab Werk zurückgegangen, ein Preis, der etwa dem RohUnterredung mit dem Bürgermeister so dargestellt habe, wie sie in dem Tischlermeister Fichtner für die tägliche Ueberwachung des ge- schienenpreis entspricht. dem Bericht des" Volksblattes" geschildert worden ist. Als riebenen Gauners eine besondere Gratifikation auszusetzen, bis Zeuge bekundete Bürgermeister Schmidt, zunächst habe ihm dann im Februar des Jahres 1904 die Bombe abermals platte. die Minna Rolle erzählt, Straube habe sie gelegentlich Nun wurde Hüttig endlich entlassen und der Staatsanwaltschaft an= des Kriegerfestes hingeworfen und gebraucht. Das Mädchen gezeigt, und nun, da die Verhältnisse noch ungünstiger als im Jahre habe auch gesagt, Straube habe es" hauen" wollen, wenn es davon 1903 geworden waren, überstand die Hüttig- Gesellschaft, allerdings etwas erzähle. Nach den angestellten Ermittelungen hat der Bürger- mit Ach und Krach und unter Opfern es wurden schließlich zwei meister aber angenommen, Straube habe mit dem Ein- Aktien zu einer zusammengelegt Zu den beliebtesten Kampfmitteln" des Unternehmertums verständnis des Mädchens gehandelt. Der Frau Rolle Beweis, daß die Vertuschung des Aufsichtsrates unnötig und schädlich Gerüchten über die Kassenverhältnisse der Kämpfenden. Bei die Katastrophe, und lieferte den während größerer Lohnkämpfe gehört die Aussprengung von habe Zeuge nur gesagt, wenn das Mädchen 21 Jahre alt sei und gewesen. Der Staatsanwalt forderte denn auch Verurteilung der nicht geschrien habe, also im Einverständnis mit Straube handelte, Aufsichtsratsmitglieder auf Grund des§ 312 des Handelsgefeh- lange dauernden Streifs oder Aussperrungen ist es ganz dann lasse sich nicht einschreiten. Alles Uebrige, was im Artikel buches. Das Gericht fah aber die Absicht, zum Schaden der Ge- allgemein üblich, daß von Zeit zu Zeit die Nachricht vergesagt worden ist, sei unrichtig. Er könne sich auch nicht erinnern, fellschaft zu handeln, als nicht vorhanden an und sprach in diesem breitet wird, mit den Geldmitteln der betroffenen Drdaß Frau Rolle gesagt habe, sie wolle sich nach Halle wenden. Bunfte frei. Dagegen wurden Pekrun und Salomon zu je 2000 m., ganisation stände es sehr schlecht"; die nächste Streit- UnterDas Gericht erkannte wegen Beleidigung des Bürgermeisters Fichtner zu 500 M. Geldstrafe verurteilt auf Grund des§ 314 des stüßung werde bestimmt" entweder ganz ausfallen oder nur Schmidt auf die angegebene Gefängnisstrafe. In der Urteils- Handelsgesetzbuches, der die unrichtige Darstellung der Vermögens zu einem geringen Teile ausgezahlt werden. Man hofft begründung heißt es, daß der Angeklagte sich bewußt gewesen ist, daß verhältnisse einer Aktiengesellschaft durch Vorstand oder Aufsichtsrat feitens des Unternehmertums, durch Verbreitung solcher Geer dem Bürgermeister den Vorwurf der Parteilichkeit machte, und mit Strafe belegt. Die Straftat wurde gefunden in dem Geschäftsdaß er die Beleidigung des Bürgermeisters gewollt hat. Der Schutz bericht für das Jahr 1902, in dem die Unterschlagungen Hüttigs rüchte wenigstens einen Teil der Kämpfenden wankelmütig zu des§ 193 sei dem Angeklagten versagt worden. Der Frevel von verschwiegen und von einem erfreulichen Ergebnis" gesprochen machen. Könnern ist gerächt! wurde. Die Bilanz wurde insofern verschleiert, als darin die von So unschön diese Manöver find, gemeiner noch ist es, Hüttig veruntreuten Summen abzüglich des Wertes seiner zweifel- wenn die im Dunkeln schleichenden Verleumder die Streifhaften Deckungen unter den Debitoren aufgeführt wurden, obgleich leitung oder gar bestimmte Persönlichkeiten beschuldigen, sich Hüttig so ziemlich zahlungsunfähig war, er hatte nur noch seinen an den der Allgemeinheit gehörenden Geldern zum eignen Gehalt. Sämtliche vier kaufmännische Sachverständige bezeichneten Besten zu bereichern. das freilich als kaufmännisch forreft, und vom formalen Standpunkte Während der großen Bauarbeiter Aussperrung an den aus haben sie sicher recht. Daß die Bilang trotzdem eine Täuschung Unterweserorten geschah dies in krassester Form. Der der Aktionäre bewirkte, steht aber ebenso fest. Vorsitzende der Maurerorganisation Geestemünde, wurde August Groß, Genosse schlankweg bemit er sei der schuldigt, Gesamtsumme der zur Mietsunterstügung aufgebrachten Mittel im Betrage von 15 000 Mark durch gebrannt. Er war aber nicht durchgebrannt, sondern noch da und eifrig bemüht, den Urheber der gemeinen Beschuldigung ausfindig zu machen. Ob ihm dies gelungen ist, steht dahin. Jedenfalls war es ihm möglich zu ermitteln, daß einer der ersten Ver breiter des Gerüchtes der Schmiedemeister Clemens Mattheis aus Geestemünde war. Groß gab dem Beleidiger Gelegenheit, vor Gericht die Wahrheit des von ihm Behaupteten nachzuweisen. Nun kniff der Herr Schmiedemeister schmählich. Er und Stahlmarkt dehnt sich immer weiter aus. Meist ist es aller= Der Einfluß des Bergarbeiterstreits auf den rheinischen Gifen- erklärte, daß er seine unwahre Behauptung unter dem Der Einfluß des Bergarbeiterstreits auf den rheinischen Eisen- Ausdruck des Bedauerns zurücknehme, berdings den Werken vorerst noch gelungen, belgische und englische pflichtete sich, alle kosten zu tragen und einen Geld. Kohlen anzuschaffen, und damit den Betrieb wenigstens teilweise betrag an die Geestemünder Armentasse zu. aufrecht zu erhalten; aber bald wird hier, bald dort ein weiteres zahlen. Werk stillgelegt, und wenn der Streit noch einige Wochen anhält, werden in den meisten Revieren der rheinisch- westfälischen Eisen- öffentlich als solche anzunageln. Für die Zukunft helfen wird Hier ist es in einem Falle gelungen, eine Verleumdung industrie tatsächlich alle Räder stillstehen, zumal infolge des in es nicht. Das Verleumdergesindel wird vorsichtiger sein; Belgien ausgebrochenen Streits die Zufuhren von dort jetzt ganz aber nicht in seinen Behauptungen, sondern nur bei der Veraufhören werden. berichtet, tief einschneidende Verschiebungen bis jetzt weniger fühlbar. Beispielen, was sie von solchen Gerüchten zu halten hat und Auf dem Roheisenmarkte sind, wie die Fachzeitung Industrie" breitung derselben. Die Arbeiterschaft sieht aber an derartigen Hier und da wurde ein Ofen kaltgestellt, die geringere Erzeugung aus welcher Quelle sie stammen. in Roheisen wird indessen durch den geringeren Berbrauch ausgeglichen. Zunahme oder Koksmangel aber muß auch hier schwere Zur Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie." Folgen nach sich ziehen. Das Geschäft in Halbzeug wird dagegen durch den Ausstand schwer beeinflußt. Es kann ja nicht fehlen, daß ihrer regelmäßigen, wie immer start besuchten Wochenversammlungen Die Streifenden und Ausgesperrten hielten gestern wieder eine die Erzeugung in Halbzeug eine große Einbuße erleidet. Ueberall ab. Noch immer hat sich die Situation in diesem hartnäckigen häuft sich die Arbeit an; die Bestellungen können nicht ausgeführt Kampfe nicht wesentlich verändert. Cohen wandte sich diesmal in werden und die Lieferungen stoden; später wird sich alles zusammen- feinem Referat besonders gegen die bürgerliche Bresse, die auf vollständig lähmend. Die meisten Werke, die nicht völlig stilliegen, Maßnahmen der Arbeiter zu ergattern suche und dann die Deffentlich. drängen. Auf den Walzeisenmarkt wirkt der Streit der Bergarbeiter Schleich wegen Nachrichten über den Stand des Streits und die haben wenigstens einige Walzenstraßen außer Betrieb, und so entsteht teit falsch unterrichte. So jei es beispielsweise nicht wahr, daß die in der Erzeugung ein großer Ausfall, der später kaum ausgeglichen Streifenden in mehreren Betrieben die Arbeit zu den alten Beund gedeckt werden dürfte. Auffallend ruhig ist auch der Handel. bingungen wieder aufgenommen hätten, dies treffe nur für die Firma Man sollte erwarten, daß jetzt die Lager und Magazine stark in Schwinger u. Gräff zu, woselbst die Kollegen umgefallen seien. Anspruch genommen würden, und die Händler ein flottes und gutes Ebenso unwahr sei die Meldung, daß nur noch die Hälfte der Streik. Geschäft machten. Das ist aber nicht der Fall. unterstützung resp. des Mietszuschusses gezahlt werde. Hier möge wohl der Wunsch der Vater des Gedankens gewesen sein. Richtig sei nur, daß die für die Unterstützung aufzuwendende Summe sich vermindere, weil mehrere Hundert unverheirateter Streitendei Berlin verlassen hätten, um sich anderweitig Beschäftigung zu suchen. Im übrigen sei der Stand der Dinge für die Arbeiter um nichts ungünstiger wie bisher. Daß den Fabrikanten immer stärker das Feuer auf den Nägeln brenne, beweise unter anderem auch der Umstand, daß sie schon jetzt prahlerisch verkündeten, nach Beendigung des Streiks- organisierte und nicht erst, wie sie Arbeiter einzustellen suchen, wo sie solche nur immer bekommer fönnen. Die Herren hätten jezt schon ohne weiteres darauf ver zichtet, von den eingestellten Arbeitern die unterschriftliche Erklärung, daß sie nicht organisiert seien, noch weiter zu verlangen. Ebenfalls gäben sie sich nach wie vor die erdenklichste Mühe, Arbeitswillige aus allen möglichen Gegenden heranzuziehen. Wie nun aber die Leistungsfähigkeit der Arbeitswilligen von den Unternehmern selbst eingeschäßt werde, das beweise zur Genüge die Tatsache, daß dies jenigen Fabrikanten, mit denen jüngst eine Verständigung erfolgt ist, auch sämtliche Streifbrecher wieder entlassen haben, und zwar mit dem Bemerken, sie dankten ihrem Herrgott, jene Elemente nur erst glücklich wieder los zu sein. Wäre es doch vorgekommen, daß die Fabrikanten von ihren anfangs so außerordentlich gehätschelten Arbeitswilligen in recht erheblicher Weise bestohlen worden seien. Hieraus ergäbe sich auch, daß die Polizei, anstatt ihre ganze Schneidigkeit gegen Streifposten zu entfalten, jedenfalls beffer täte, die Papiere der lieben Arbeitswilligen ein wenig zu revidieren. Allgemeinen Beifall fanden die Worte eines Diskussionsredners, der da jagte: Wenn sich die Fabrikanten zu feiner Verständigung bereit erklären, so streifen wir schließlich bis in den Sommer hinein. Das ganze Verhalten der Streitenden und Ausgesperrten zeugt trotz der langen Dauer des Kampfes immer noch von einem unverminderten zuversichtlichen Kampfesmut. Der Direktor der Fabrik photographischer Apparate auf Aftien bormals R. Hüttig u. Sohn in Dresden, Karl Richard Hüttig, hat das ihm anvertraute Unternehmen um rund eine viertel Million vermittelst der verschiedenartigsten Manipulationen geschädigt und hatte sich deshalb in diesem Prozeß wegen Untreue, Unterschlagung und so weiter zu verantworten. Der ehemalige Prokurist und Kassierer der Gesellschaft na uthe war der Beihülfe angeklagt. Beide waren geständig, und so verlief die freilich sehr umfangreiche Beweisaufnahme in dieser Beziehung verhältnismäßig glatt. Um die Freisprechung kämpften nur die vier angeklagten ehemaligen Auffichtsratsmitglieder der Hüttig- Gesellschaft, die Rentner Petrun und Salomon, beide ehemalige Bankiers und jetzt Träger von 10 bezw. 3 Aufsichtsratsposten, der ehemalige Modelltischlermeister Fichtner und der fast 80jährige Rich. Hüttig sen., der Vater des Hauptangeklagten. Die beiden letzten Angeklagten haben im Aufsichtsrat nicht viel mehr als dekorative Rollen gehabt. Beide behaupteten, von der Buchführung nichts zu verstehen, und man konnte ihnen glauben. Sie haben nach den Diktaten der beiden Kaufleute im Aufsichtsrat gehandelt. Der Umstand zeigt, mit welcher Sorgfalt Aufsichtsräte zusammengesetzt werden. = • Hüttig jun. ist eines jener Geschäftsgenies, wie sie unser tapitalistisches Zeitalter in reicher Fülle schafft. Ein Mann voll Tatfraft und Fähigkeit, der auf große Erfolge zurückblicken kann, der den Kleinbetrieb seines Vaters bis zur großen Aktiengesellschaft mit Millionenumsak hinaufbrachte, der die Arbeitskraft von 550 Arbeitern ausbeutete, der seinem Unternehmen den Ruf der ersten CameraFabrik Deutschlands verschaffte. Aber mit dem Erfolg kam der heiße, unbezähmbare Hunger nach mehr. Die 10 000 Mt. Jahresgehalt und einige tausend Mark Tantieme, die der Direktor der Zur Entwidelung der deutschen Baumwollspinnerei. Die Bremer Hüttig Gesellschaft erhielt, genügten dem rasch Emporgekommenen Baumwollbörse hat ein Verzeichnis der Baumwollspinnereien, der nicht mehr, der um eine geringe Lohnaufbesserung die Arbeiter der Spindelzahl und des Baumwollverbrauchs der verschiedenen Fabrik in den Streik trieb und nach seinem Siege die Rädelsführer europäischen Länder, mit welchen der Bremer Baumwollhandel in unbarmherzig aufs Pflaster warf. Süttig jun. begann zu spekulieren, engerer Geschäftsverbindung steht, herausgegeben. Danach betrug hatte seine Hand bald in allerlei zweifelhaften Unternehmungen, die die Zahl der Spindeln in Deutschland 1887 insgesamt 5 054 794, er dann schließlich, um sein Geld nicht zu verlieren, mit Darlehen 1892 6 036 498, 1898 7 883 714 und 1905 8 832 016. Die Zahl der und Wechseldistontierungen alimentierte. Und als seine Mittel fich Baumwollspindeln hat also in den letzten achtzehn Jahren um als unzureichend erwiesen, da griff er die Gelder der Hüttig- rund 75 Broz. zugenommen. Was speziell die Provinzen Rheinland Gesellschaft an und ließ das Manko durch den Kassierer Knauthe ver- und Westfalen angeht, so hatte die Rheinproving 1887 435 802 und mittelst falscher Buchungen berdecken. Mit den verschiedensten 1905 1 051 362 Baumwollspindeln. Ganz kolossal ist die Zunahme Geschäftsfreunden der Hüttig- Gesellschaft entrierte er große Wechsel- der Baumwollspindeln in Westfalen, die seit 1887 von 285 828 auf reitereien und setzte auf diese Gefälligkeitswechsel" das Giro der 1 172 222 stieg. Die beiden Provinzen haben also zusammen Hüttig- Gesellschaft. 2 223 584 Baumwollspindeln und stehen damit an der Spike aller Die Unternehmungen, die er über Wasser zu halten suchte, waren Textilbezirke Deutschlands. Das gleiche gilt auch von ihrem Verdie Firma Engelmann und Schneider, Fabrik photographischer Möbel brauch an Rohbaumwolle. Von deutschen Tertilbezirken folgt zuund die Firma Heinik, die schließlich dadurch aus dem chronischen nächst das Königreich Sachsen, dessen Spindelzahl seit 1887 von Mangel an Betriebskapital gerettet werden sollte, daß man sie in 1 001 569 auf 1 949 313 stieg, wovon 628 025 Vigogne- Spindeln waren. die Aktiengesellschaft für Monopoltassen- Fabrikation umwandelte. Weiter folgt Bayern mit jetzt 1 578 084 Spindeln, Elsaß mit 1 511 586 Aber das Manöver miglang und die Unterschlagungsindustrie, die der Spindeln, Württemberg mit 706 585 Spindeln, Baden mit 468 784 Hauptaktionär Hüttig jun. zugunsten der Monopolkassen- Gesellschaft Spindeln. Dann kommen wieder preußische Provinzen, und zwar bei der Hüttig- Gesellschaft etabliert hatte, erwies sich für die Dauer Hannover mit 211 740 Spindeln und Schlesien mit 109 320 Spindeln. nicht lukrativ genug, um das Unternehmen lebensfähig zu machen. Alle übrigen deutschen Textilgebiete haben unter 50 000 Spindeln. Es geriet, wie die Firma Engelmann und Schneider, in Konkurs, und Heinitz, der Erfinder der Monopolkasse, auf die er Patente erhielt, wie auch auf Rechen- und Additionsmaschinen, muß heute froh sein, Angestellter der Firma Schubert u. Salzer in Chemniß zu sein, die die Konkursmasse für ein Butterbrot gekauft hat und nun aus seinen Erfindungen goldenen Gewinn zieht, weil sie das nötige Betriebskapital hat, ohne das in der Gesellschaft des Privateigentums und der Produktionsmittel die Intelligenz verhungern kann. " Großbritanniens Ausfuhr von Textilmaschinen. Wie bedeutend sich auch die Maschinenindustrie der Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschlands und Frankreichs entwidelt hat, so versorgt doch noch immer Großbritannien fast alle Staaten, in welchen die Textilindustrie größere Bedeutung erlangt hat, mit den zu solchem Betriebe nötigen Maschinen. Wie bedeutend der Export englischer Noch ehe der Konkurs dieser beiden Unternehmungen aus 5 004 572 Pfund Sterling betrug( gegen 4 729 894 Pfund Sterling Textilmaschinen ist, ergibt sich daraus, daß er im letzten Jahr gebrochen war, war der Aufsichtsrat der Hüttig- Gesellschaft endlich im Vorjahre), also über 100 Millionen Mart. Der Hauptabnehmer Die Polizei scheint ihr Vorgehen gegen die Ausgesperrten noch hinter die verschwiegenen Finanzkunststücke des Direttors gekommen. war wieder, wie in den letzten Jahren, Britisch- Ostindien, nach gegen bisher fast ist es unmöglich verschärfen zu wollen! Jahrelang hatte er nichts gesehen, obgleich nach der Behauptung der welchem für 1 012 527 Pfund Sterling Textilmaschinen, besonders Neben den öffentlichen Versammlungen derselben, welche der ErHerren Befrun und Salomon bei keiner Aktiengesellschaft soviel re- Maschinen für Spinnereibetriebe, ausgeführt wurden ein Beweis örterung der Lage, der Besprechung der Taktik etc. dienen, finden vidiert worden ist, wie bei der Hüttig- Gesellschaft. Die Beweis- dafür, wie sehr sich dort die mechanische Garnspinnerei und teilweise noch sogenannte Vertrauensmänner- Konferenzen statt, in welchen rufnahme ergab, daß zwei- bis dreimal jährlich revidiert wurde auch die Weberei entwickelt. Dann folgt Deutschland mit einem mehr Dinge verwaltungstechnischer Art erledigt werden. Bisher hat in den ersten Jahren aber gar nicht, wie Hüttig jun. behauptete. Export englischer Textilmaschinen im Betrage von 962 722 Pfund die Polizei Zutritt zu diesen Konferenzen noch nicht verlangt, obWie revidiert wurde, darüber ist keine volle Klarheit geschaffen; Sterling, also fast 20 Millionen Mart, darauf Frankreich mit gleich die Vertrauensleute zu denselben immer in den öffentlichen siel mehr als die Prüfung, ob Staffe und Wechselportefeuille mit 540 410 Pfund Sterling, Rußland mit 296 668 und die Vereinigten Bersammlungen eingeladen worden waren, das Stattfinden derselben Kassabuch und Wechselbuch übereinstimmen, scheint man nicht vor: Staaten von Amerika mit 360 084 Pfund Sterling. In der nord- also kein Geheimnis war. Gestern nachmittag jedoch erschien plötzlich genommen zu haben. Herr Pekrun ſuchte denn auch dem Gerichtshof amerikanischen Union hat zwar die Baumwollindustrie im letzten im Gewerkschaftshaus die Polizei, um eine dieser Konferenzen ifrig begreiflich zu machen, daß ein Aufsichtsrat bei Revisionen nur Jahr wiederum bedeutende Fortschritte gemacht, aber ihre Ver- zu überwachen. Da öffentliche Angelegenheiten in diesen Stichproben machen könne, daß das Verhältnis zwischen Aufsichtsrat sorgung mit maschinellen Einrichtungen findet, da der Zoll auf die Sitzungen nicht zur Sprache lommen, die Polizei aber md Vorstand eben ein Vertrauensverhältnis und daß man gegen englischen Maschinen ein sehr beträchtlicher ist, in steigendem Maße nur zur Ueberwachung von Versammlungen berechtigt ist, die inen Mißbrauch des Vertrauens total machtlos sei. Der Zeuge Buch- durch amerikanische Maschinenfabriken statt. jalter Schübel aber teilte mit, daß die Revisionen einige Tage vorher angekündigt wurden, und Hüttig jun. meinte, daß bei genauer Die russische Eisenindustrie befindet sich schon seit mehreren rüfung feines Kontos seine Schwindeleien viel früher hätten ent- Jahren in einem Krisenzustand. Der ostasiatische Krieg und der edt werden müssen. Ausbruch der Revolution in Rußland haben jedoch die Lage noch Ob indes der Aufsichtsrat in dieser Hinsicht seine Pflicht erfüllt verschlimmert. Wie der„ Brest. Morgenztg." aus Rußland geschrieben he, das stand nicht zur Beurteilung des Gerichts. Es handelte sich wird, haben die Ereignisse der letzten Zeit sowohl in Petersburg als solche erörtern, da die Metallarbeiter andererseits die Polizei nicht gut gewaltsam fernhalten konnten, blieb ihnen zur Wahrung ihrer Rechte nichts übrig, als auf die Besprechung zu verzichten. Das Vorgehen der Polizei gegen die Arbeiter, denen sie bisher die Nichtmeldung von Versammlungen zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten nicht nachzuweisen vermag, ist um so wunderbarer, als die Unternehmer sich in ihren Versammlungen wiederholt, unbehelligt bon der Ponzer, mit der Frage der Aussperrung beschäftigten und| Fabrit vorzubringen. An der Ede der Embelgasse kam es wieder stattfand. Angeklagt waren 18 Storbhändler aus Lichtenfels und die weitgehendsten Beschlüsse von eminentem öffentlichen Interesse zu stürmischen Szenen. Wieder arretierten die Wachleute und be- imgebung wegen vorgesetzten Vergehens gegen die§§ 115, 119 bis faßten. handelten ihre Opfer mit ausgesuchter Brutalität. Die Polizei zog 119b und 146, Abs. 1, der Gewerbe- Ordnung. Sie sind beschuldigt, Die Lohnbewegung der Kleber. Der Streit, der nach dem geringen vom Leder und nun wurden Steine geworfen auf die wütend um sich seit mindestens sechs Jahren den Korbmachern ihrer Gegend, die ihre Entgegenkommen der Arbeitgeber unvermeidlich war, ist nun im vollen Schlagenden. Dabei wurden auch einige Fenster in der Müllerschen Storbwaren regelmäßig an sie liefern, den Arbeitslohn nicht in Gange. Wie Wels in der am Montag vormittag abgehaltenen Versamm Fabrik eingeschlagen. Der Gehülfenobmann Genosse Trumbl versuchte die Reichswährung bezahlt, sondern die zur Herstellung der Korbwaren lung der Streifenden mitteilte, ist die Beteiligung an der Bewegung eine erregte Menge zu beschwichtigen. Er erkletterte eine Ausgangspforte erforderlichen Rohmaterialien auf Kredit zu Preisen abgegeben zu allgemeine. Etwa 400 Kleber haben am Sonnabend ihre Forderungen Polizei jedoch daran gehindert. des Parkes, um eine Ansprache zu halten; er wurde von der haben, die stets den Betrag der durchschnittlichen Selbstkosten übereingereicht, die auch von einer Anzahl von Arbeitgebern bewilligt 2 Uhr ließ die Demonstration nach, man hörte noch vereinzelte den Korbwaren- Materialienhändlern sonst geforderten Preise hinausUngefähr um halb ragten und insbesondere über die ortsüblichen Tarif- und die von worden sind. 120 Kleber arbeiten bereits zu den neuen Bedingungen, Rufe, wie:„ Wir sind doch in Rußland! Russische Zustände!" 2c. gingen; die Beträge wurden dann bei den wöchentlichen Lohnwährend etwa 250 die Arbeit niedergelegt haben. Es ist anzunehmen, Doch standen die Massen noch immer dichtgedrängt beisammen. Nach zahlungen in Abzug gebracht. Gegen zehn Beschuldigte richtet sich die daß die Arbeitgeber, welche den Tarif nicht unterzeichnet haben, ein- und nach erst trat Ruhe ein. Siebzehn Personen sollen Anflage noch dahin, daß sie ihren Korbmachern außer Materialien mütiger zusammenhalten werden, wie es bei früheren Bewegungen noch Spezereiwaren, ferner Lebensmittel, wie Zuder und Staffee, der Fall war, denn die Arbeiten sind augenblicklich noch nicht so drängend. in aft behalten worden sein. Wenn also auch in den nächsten Tagen keine oder nur wenige Der Streit der Bel Telephon Compagnie in Antwerpen dauert zu einem den Betrag der Anschaffungskosten übersteigenden Preise Bewilligungen erfolgen sollten, so ist das noch kein ungünstiges unverändert fort. Unter den Streifbrechern, die die Firma heran- auf Kredit verkauften und den Betrag hierfür ebenfalls bei den Zeichen. Wenn die Ausständigen einmütig im Streit verharren, so gezogen hat, scheinen ziemlich gefährliche Leute zu sein. Zwei sind endlich noch besonders beschuldigt, anstatt des vollen Barlohnes teilwöchentlichen Lohnzahlungen anrechneten. Sieben Angeklagte find wird ihnen der Sieg gewiß sein. In der Diskussion wurde unter bereits wegen Tragens verbotener Waffen Lerhaftet worden. Ein anderem ein Fall besprochen, wo ein Unternehmer von jetzt an nur Streifbrecher verwundete einen Streifenden durch Messerstiche; ein weise waren, wie Kaffee und Zucker, verabreicht zu haben. Es war in Lohn zu dem geforderten Satz von 70 Pf. pro Stunde, aber nicht anderer Streitbrecher gebrauchte einen Revolver. Die Streifenden ein gewaltiger Beweisapparat aufgeboten, 52 Storbmacher und in Afford arbeiten läßt. Die Meinung der Versammlung war über verhalten sich dagegen ruhig. 8 Sachverständige, darunter der oberfränkische Fabrikinspektor, wurden vernommen. dieses Verhalten geteilt, schließlich fand jedoch die Ansicht AnDie Angeklagten bestritten, daß die Korb erkennung, daß es nicht als eine Umgehung des Tarifs betrachtet forenede Dampskibselskab in Kopenhagen ist am Freitag ausgebrochen. Gewerbe- Ordnung fallen, da sie zu Hause arbeiten, öfters den AbEin Streit der Schmiede und Maschinenarbeiter von Det macher unter den Begriff der oben angeführten Bestimmungen der werden könne, wenn ein Unternehmer den ganzen Tarif unter- Veranlassung gab der Umstand, daß der als ein rüdsichtsloser Despot nehmer wechseln, Gesellen beschäftigen usw., somit selbständige schrieben hat, nunmehr aber nur noch in Lohn zu dem tarifmäßigen bekannte Direktor Brandt eine Anzahl Arbeiter zu Monatslöhnen Unternehmer seien; auf jeden Fall aber seien sie Affordarbeiter. Der Sag arbeiten läßt. fest anstellen, ihnen damit zugleich das Recht, an Lohnbewegungen Fabrikinspektor Hertel erklärte, daß die Heimarbeiter zweifellos als teilzunehmen, entreißen und so einen Keil in die Organisation Arbeiter im Sinne der genannten Paragraphen zu gelten hätten. der Arbeiter treiben wollte. Die Schmiede und Maschinenarbeiter Die als Sachverständige vernommenen Korbhändler wollten dies in den Werkstätten der genannten Gesellschaft haben in diesem nicht gelten lassen; die Arbeiter seien nicht gebunden, auch sei der Sommer mit Hülfe ihres Verbandes eine geringe Lohnerhöhung durch- abgeforderte Preis für Rohmaterialien fein zu hoher. Aus dem gefeßt, ohne daß dadurch die Löhne höher geworden sind als in ver- Beugenverhör ergab sich, daß allerdings der einzelne besser fituierte fchiedenen anderen derartigen Betrieben in Kopenhagen. Dieser Korbmacher nicht nötig hat, sich das Material zu den von Händlern fleine Erfolg der Arbeiter scheint den Direktor Brandt, der bekanntlich geforderten Preisen anrechnen zu lassen, auch an dem einzelnen Untervor einigen Jahren den Seeleuten und Hafenarbeitern seiner Ge- nehmer nicht gebunden ist; aber anders ist es, wenn, wie in den meisten sellschaft das Koalitionsrecht raubte, zu seinem jeßigen Vorgehen Fällen, der Korbmacher bei seinem Unternehmer hoch in der Kreide steht; gereizt zu haben. Da große Anstrengungen gemacht werden, hier ist das Abhängigkeitsverhältnis im vollen Umfange vorhanden. Streifbrecher heranzuholen, scheint es notwendig, daß auch Außerdem wurde festgestellt, daß die Korbhändler die von den Korbin Deutschland auf die neueste Gewaltmaßregel des im Volksmunde machern zur Verbesserung ihrer Lage gegründeten Einkaufsgenossen= schaften durch strupellose Mittel zu bekämpfen suchen, indem sie am " Russen- Brandt" genannten Direktors hingewiesen wird. Zur Lohnbewegung der Treppenbau- Arbeiter. Entsprechend den in der letzten Branchenversammlung gefaßten Beschlüssen haben die Arbeiter am Sonnabend sämtlichen Arbeitgebern ihre Forderungen borgelegt. Gleich bewilligt haben 4 Firmen mit ca. 50 Mann. Bei 4 weiteren Firmen, die eine Bewilligung resp. Verhandlung stritte ablehnten, find am Montag etwa 80 Mann in den Streit eingetreten. Die übrigen Arbeitgeber erklärten zwar, bis auf einzelne Buntte ihre Zustimmung zu den Forderungen aussprechen zu können. Eine endgültige Antwort haben sie sich indessen bis nach erfolgter Beschlußfassung der zu gestern abend einberufenen Meisterversammlung vorbehalten. Eine Lohnbewegung der Holz- und Bretterträger ist in Aussicht genommen. Die Mitgliedschaft des Hafenarbeiter- Verbandes hat in ihrer lezten Generalversammlung eine Kommission mit der Ausarbeitung eines erhöhten Lohntarifs beauftragt. Am Sonntag fand eine gut befuchte öffentliche Versammlung statt, in der man fest stellen wollte, ob auch die nichtorganisierten Arbeiter bereit sind, sich der Lohnbewegung anzuschließen. Die Versammlung erklärte fich einstimmig für die Lohnbewegung, welche die Aufbesserung des bisher geltenden Tarifs zum Biele hat. Die Beratung des von der Kommission ausgearbeiteten Tarifs soll demnächst in einer General bersammlung der Mitgliedschaft II des Hafenarbeiter- Verbandes stattfinden. Wie mitgeteilt wurde, wird in dem neuen Tarif ein Stundenlohn von 65 Pf. gefordert. das ebenso profitable wie verwerfliche Trudsystem zu verleiden. Dieses Urteil ist wahrlich nicht dazu angetan, den Unternehmern Aus der frauenbewegung. Die Lohnstreitigkeiten der norwegischen Metallformer. In ihren Türen ein Plakat anschlagen des Inhalts, daß kein KorbBergen hatten die Former beschlossen, die Arbeit am Donnerstag macher bei der betreffenden Firma Arbeit erhalte, der Mitglied bei voriger Woche niederzulegen, weil die Unternehmer das angekündigte gesprochen, von den übrigen wurden drei zu je 200 M. eventuell einer Genossenschaft sei. Zehn von den Angeklagten wurden freiZwangsaffordsystem bereits einführen wollten. Nach dem Streifbeschluß erklärten sich die Unternehmer jedoch zu Verhandlungen zehn Tagen, zwei zu je 30 M. eventuell drei Tagen, zwei zu je bereit und es kam dann auch zu einer den Wünschen der Arbeiter 20 M. eventuell zwei Tagen, einer zu 10 M. eventuell einem Tage Ge entsprechenden Einigung, wodurch der Streik vermieden wurde. fängnis verurteilt. Nun ist nachträglich 9 Formern gefündigt worden, angeblich wegen Arbeitsmangels. Die Arbeiter sehen darin einen Verstoß gegen die getroffenen Abmachungen und haben von neuem beschlossen, die Arbeit niederzulegen, falls die Kündigungen nicht zurüc Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrik von Hinze Nach- gezogen werden. folger, Blumenstraße 65, haben sämtliche Arbeiter die Arbeit nieder- um Berhandlung über die Einführung des Affordsystems bei der Die Gießereibefizer von Kristiania und Umgegend haben gelegt, da über die Lohnfähe verschiedener neuer Artikel keine Arbeiterorganisation nachgesucht. Auf Montag war bereits eine der Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglig und Friedenau. Dienstag, den 7. Februar, abends 81%, Uhr, hält Einigung erzielt wurde. Zuzug ist ferzuhalten. gemeinsame Sibung der Vertreter beider Parteien und der Ver- Umgegend bei Grube, Kaiser- Allee, eine Wanderversamm treter der Bandesorganisation der Gewerkschaften sowie der Arbeit- lung ab, in welcher Frau Dr. David einen Vortrag halten wird. Gäste willkommen. Pünktlicher und zahlreicher Besuch erbeten. geber- Vereinigung einberufen worden. Rigdorf. Am Mittwoch, den 1. Februar, fand eine Versammlung des Vereins gewerblich tätiger Frauen und Mädchen statt. Genossin G. David hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über:„ Die Organisation der modernen Gesellschaft". Eine Dis Es wurde nochmals auf das am fussion wurde nicht beliebt. Die Ortsverwaltung. Achtung! Fensterputer! Im Betriebe der Firma Series 11. Neh Is, Steinftr. 143, find Differenzen ausgebrochen; sämtliche Arbeiter bis auf einen haben die Arbeit eingestellt. Ueber den Betrieb ist die Sperre verhängt. Niemand darf dort in Arbeit treten, bis an dieser Stelle die Angelegenheit als geregelt bekannt gegeben ist. Die Drtsverwaltung des Transportarbeiter- Verbandes. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Die Generalbersammlung der Ortsverwaltung Berlin hat am Sonntag, den 5. Februar, folgendes beschlossen: Da die Direktion des Elektrizitätswertes Süd- West, Schöneberg, auf die ihr unterbreiteten Forde rungen um Lohnerhöhung, Abschaffung der Betriebsmißstände sowie Forderung einer menschlichen Behandlung keine Antwort erteilt hat, so haben von Montag, den 6. Februar, ab die Mitglieder des Zentralverbandes den Betrieb als Maschinist, Schmierer oder Heizer zu meiden. Die Nichtbefolgung dieses Beschlusses zieht die im§ 5 Absatz b des Verbandsstatuts vorgesehenen Folgen nach sich. Un organisierte Stollegen, welche sich diesem Beschluß anschließen, erhalten die statutarische Unterstüßung, tvenn diefelben erklären, dem Verbande beizutreten. Die Ortsverwaltung Berlin. Ausland. Soziales. 1 Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. nennen. furzer Zeit mußten Schulz, Herzfelde. 1. Ja. Kindermörderin berichten. 2. u. 3. Berlin ohne Kaufmannsgericht. Während in den meisten Großstädten Deutschlands die Kaufmannsgerichte bereits in boller Tätig- 26. Februar im Lokale von Thiel, Bergstraße, stattfindende gemüt feit stehen, hat Berlin glüdlich erst das Ortsstatut dem Oberpräsi- liche Beisammensein hingewiesen. Die Mitglieder werden ersucht, denten zur Genehmigung eingereicht. Die Abneigung des Kom- für regen Besuch desselben zu agitieren und selbst daran tellmunalfreisinns gegen jeden sozialpolitischen Fortschritt bewährt sich zunehmen. auch gegenüber einer gefehlichen Zwangspflicht. Schon im Oktober bergangenen Jahres hat die sozialdemokratische Fraktion im Stadtparlament die Errichtung des Kaufmannsgerichts zu beschleunigen versucht. Jezt noch bleibt es zweifelhaft, ob dieses seit Jahrzehnten Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends angestrebte Gericht für die Reichshauptstadt schon am 1. April in von 7 bis 9% hr abends statt. Geöffnet: 7 Abr. Straft treten wird. Bis zur definitiven Errichtung des KaufmannsE. R. 15. 1. Den Antrag können Sie sofort nach der Heirat ftellen. gerichtes ist für Berlin ein Schiedsgerichts- Provisorium Bis zur Bewilligung pflegen einige Bochen zu vergehen. 2. Ja. 3. Ge geschaffen worden. burtsurkunde und die Militärpapiere Ihres Verlobten sind erforderlich. Sie Das Gesetz über die Kaufmannsgerichte bestimmt in seinem müssen ferner den Auseinandersetzungsschein, sowie die Todesurkunde des § 19: st ein zuständiges Kaufmannsgericht nicht vorhanden, so Mannes auf Erfordern aufweisen. 4. Das ist nur durch behördliche Bon angeblichen Exzessen der ausgesperrten Wiener Tischler Art jede Partei die vorläufige Entscheidung durch den andersehung vor der zweiten Ehe ist nur dann erforderlich, wenn die fann bei Streitigkeiten der im§ 5 Abs. 1 Nr. 1 und 5 bezeichneten Namenserteilung oder durch Adoption möglich. Kostenpunkt 50 M. 5. Nein. D. R. B. 45. Der Wirt ist im Recht. M. 2. 18. Eine Ausein wußte dieser Tage der offiziöse Telegraph zu melden. Um Erzesse Borsteher der Gemeinte( Bürgermeister, Schultheiß, Ortsvorsteher Rinder minorenn find. Ob Ihre Frau außer den 600 Mart noch etwas zu der Polizei handelte es sich in Wirklichkeit. Man muß wissen, daß usw.) nachsuchen." Der§ 5 führt nun im Absatz 1 Nr. 1 und 5 an: verlangen hat, ist ohne Einsicht in das Testament nicht zu sagen. es in Desterreich zur Veranstaltung von Umzügen nicht der polizei- Den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Dienst- oder R. 43. Innerhalb sechs Wochen nach Kenntnis von dem Anfall der lichen Genehmigung bedarf, wie etwa in Preußen. Die Ver- Lehrverhältnisses sowie die Aushändigung oder den Inhalt des Erbschaft müßten Sie dem Nachlaßgericht eine gerichtlich oder notariell be anstaltung von Straßendemonstrationen natürlich ohne Begehung irgend welcher aus anderen Gründen strafbarer Handlungen Beugnisses, ferner die Berechnung und Anrechnung der von den glaubigte Erklärung einreichen, durch welche Sie der Erbschaft entsagen. S. Nose. Die Beleidigungsflage ist das gute Recht der Desterreicher. Am Freitag besuchten die Handlungsgehülfen oder Handlungslehrlingen zu leistenden Kranken- 5. W. 1. 12., Köpenid. Nein. ausgesperrten Tischler in corpore das österreichische Museum. Es hatten versicherungsbeiträge und Eintrittsgelder(§§ 53a, 65 des Kranken- Beispiele finden Sie im„ Arbeiterrecht") müssen Sie beim Amtsgericht er heben. Wohnt der Beleidiger in derselben Gemeinde wie Sie, so muß 23. M. 1000. Nein. fich mehr als 1600 Personen eingefunden. Während die Ausgesperrten versicherungs- Gesetzes). Der Ober- Bürgermeister hat nun mit Genehmigung des Ober- zunächst ein Sühneversuch gemacht werden. E. B. 0. B. 25. Leider ist die Herrschaft im Recht. E. S. G. 2. die ausgestellten Gegenstände mit großem Interesse besichtigten, hatte die Sicherheitswache am Ring eine Menge von überflüffigen Anordnungen präsidenten den Herrn Stadtrat Maaß mit dem Verfahren gemäß 1. Die Entfernung fönnen Sie von einem Sachverständigen abmessen lassen. § 2. Ja. 3. Falls der Vertrag nichts Gegenteiliges enthält: nein. getroffen, die großes Aufsehen hervorriefen. Die Wollzeile wurde 19 des Gesetzes betraut. Am 1. Februar war in den Räumen des Berliner Gewerbe- D. S. N. Nein, Sie dürfen sich aber nicht Meister mit dem Zusatz eines mit einer losen Bostenkette von Sicherheitswachmännern geschützt. M. J. 11. Sie sind im Irrtum. Bor Vor dem Hause des arbeitsstatistischen Amtes in der Bäckerstraße sammelte gerichts zum ersten Male eine derartige Verhandlung. Fräulein N. flagte Handwerks wir über die Hinrichtung der Hamburger sich eine Reservemannschaft an und am Ring selbst wurden noch einige gegen ihren bisherigen Chef, Herrn Joseph, auf Fortsetzung des Dienstverhältnisses bis Ende Februar.( Eventuell Entschädigung.) Der Betreffende kann darlegen, daß er nicht hinreichend unterstützt berittene Wachleute aufgestellt. Etwa um 1/12 Uhr verließen die Aus- Sie erklärte ihre am 21. beziehungsweise 23. Januar erfolgte Ent- werde und Abhülfe beantragen. Der Antrag geht an den Landrat gesperrten das Museum. Inzwischen wurden alle zur Stadt führenden laffung für unberechtigt, während Herr Joseph geltend machte, er Nixdorf Tour 5. Nach der von Ihnen geschilderten Sachlage steht gesperrten formierten sich zu einem lofen Buge und marschierten den sei zur Entlassung berechtigt gewesen, namentlich auf Grund seiner feinem der beiden Söhne ein Anspruch auf den Nachlaß ihrer Mutter noch Ring entlang bis zur Babenbergerſtraße, immer gefolgt von der gestellten vom Vertrauensarzt des Geschäfts untersuchen zu lassen, Stiefvaters ein Anspruch nicht zu, dem anderen Kind steht das Pflichtteils. Ring entlang bis zur Babenbergerstraße, immer gefolgt von der Geschäftsordnung. Danach hätten sich in Krankheitsfällen die An- zu. Dem in die Ehe eingebrachten Kind steht auch an dem Nachlaß seines Polizei. Trotz dem starken Verkehr kam es an den Straßenkreuzungen und sie könnten entlassen werden, wenn sie trok Feststellung ihrer recht an dem Nachlaß seines Vaters zu. 5. S. 100. 1. Leider ja. zu feinen Stockungen. Ordner in der musterhaftesten Weise. Als die Ausgesperrten bei der Arbeitsfähigkeit nicht ins Geschäft tämen. Das treffe hier aber 2. Machen Sie den Versuch, durch eine Eingabe an den Magistrat etwas zu erreichen. Soldatenluft. Wohnt der Invalide in Berlin, so ist das PolizeiBabenbergerstraße anlangten, trat ihnen der Wachtommandant ent- u. Alägerin sei am Sonnabend, den 21. Januar, nach mehrtägiger präsidium, wohnt er in der Broving, so ist der Landrat die zuständige Inſtanz. Abwesenheit, die sie mit Krankheit rechtfertigte, nicht erschienen, ob- C. D. Ch. Ja. A. 2. M. 1. Ein Anlaß, das Geld, das Ihnen gegen und bedeutete ihnen, daß sie nun den Weg über die Mariahilfer- wohl der Vertrauensarzt des Geschäfts, Prof. Sommerfeld, sie bei gebührt, zurüdzuweisen, lag nicht vor: durch Annahme der Sendung hätten traße nehmen müßten. Ein starker Wachkordon war über die ganze seiner Untersuchung für völlig gefund erklärt habe. Sie Ihre weitergehenden Ansprüche feineswegs verlegt. 2. Es besteht keine Breite der Ringstraße gezogen, um event. einen Durchbruch zu verhindern. Die Klägerin hielt dem entgegen, Herr Dr. Fuchs, der Kassen- Frist für Erhebung einer Anklage oder Bescheiderteilung. Die Staatsanwalt Die Ausgesperrten widersetzten sich jedoch nicht den Anordnungen arzt, habe ihr bescheinigt, daß sie wegen Influenza mehrere Tage shaft muß vor ihrer Entschließung Ermittlungen veranlassen, die längere Zeit der Wache, sondern marschierten über die Babenbergerstraße gegen arbeitsunfähig sei. Er habe ihr allerdings gesagt, Sonnabend könne in Anspruch nehmen können. Bollen Sie über den Stand der Sache in Mariahilf. Der Zug der dahinziehenden Arbeiter hatte sich mittlerAdresse der Beschwerdeinstanz ist: Oberstaatsanwaltschaft beim Kammerweile vergrößert. Bahlreiche aus den Fabriken kommende Arbeiter ie wieder ins Geschäft gehen; sie habe aber noch stark gehuſtet und formiert sein, so wenden Sie sich direkt an die Staatsanwaltschaft. Die O. G., Ackerstraße 6. Der betreffende Hausdiener schloffen sich ihm an. Als die Arbeiter in die Kasernengaffe ein- sich zu schwach dazu gefühlt. Selbst am folgenden Montag habe gericht, Berlin. Inzwischen war hat von der Krankenkasse die Krankengelder, von der Firma bogen, mochten es etwa zweitausend gewesen sein. Der Menschen- Dr. Fuchs sie noch sehr angegriffen gefunden. der Kündigungsbrief angelangt. sein Gehalt nach Abzug der Krankengelder zu beanspruchen. strom ergoß sich in die Hofmühlgasse. Das Wachdetachement, Der Verhandlungsführer, Stadtrat Maaß, riet zu einem Ver- 2. B. 100. 1. Nein: Mittelschulen für Mädchen gibt es mur Privat welches ihm entgegentrat, konnte ihn nicht aufhalten. Die gleich, weil die Sache sehr zweifelhaft sei. Wenn Dr. Fuchs schulen. Das Verzeichnis aller Berliner Schulen, auch der Privatschulen, Münzwardeingasse war durch einen dreifachen Kordon von Sicherheits- attestieren könnte, Klägerin sei Sonnabend, den 21. Januar, arbeits- finden Sie im zweiten Teil des Abrekkalenders. 2. Dagegen gibt es leider wachmännern abgeschlossen, damit ja niemand in die Gasse zur unfähig gewesen, dann würde das für die Klägerin allerdings eine Brandenburg befindet sich in Berlin, Matthäitirchstr. 19.- H. J. 1. Die feinen Weg. R. A. 27. Die Versicherungsanstalt für die. Provinz Ludwigschen Fabrit vordringe. Stürmische Pfui- Rufe, gellende Pfiffe günstige Entscheidung nach sich ziehen. Aber Klägerin selber er- Anmeldung zur Heirat tönnen Sie bei dem Standesbeamten Ihres Bezirks ertönten, als die Menge bei der Münzwardeingaffe angelangt war. fläre ja, Dr. Fuchs habe ihr gesagt, er tönnte ihr für Sonnabend oder dem des Bezirks vornehmen, in dem Ihre Braut wohnt. Die Bekannt Die Empörnng über das Vorgehen Ludwigs brach sich mit elemen- fein Attest geben, weil er sie an dem Tage nicht gesehen habe. Die machung des Aufgebots( der sogenannte Aushang) erfolgt in der Gemeinde tarer Gewalt Bahn. Schließlich zog die vieltausendföpfige Menge Parteien vergleichen sich schließlich dahin, daß Klägerin auf die oder in den Gemeinden, wo die Verlobten ihren Wohnsiz haben oder ab, und die Losung:" Zum Knochen- Müller!" wurde laut. An der Ecke der Gießaufgaffe" tam zu den ersten Zusammenstößen mit der Fortsetzung des Dienstverhältnisses verzichtet und Beklagter ihr in den letzten sechs Monaten gehabt haben. Wohnen Sie beide in Berlin, so werden Sie nur einmal( im Rathause) ausgehängt. 3. Nein. 50 Mt. binnen 24 Stunden zahlt. Polizei. Die Zuströmenden waren, als sie sahen, daß der Zugang R. Sch. 1880. Die Räumung einer Wohnung muß in Berlin bei zur Fabrik von einem großen Wache- Aufgebot abgesperrt war, äußerst Das Trucksystem bei den Hausgewerbetreibenden der Lichten aus höchstens zwei Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen erregt und riefen: Abzug Polizei! Pfui Miller!" usw. und felfer Korbwaren- Industrie. Vor etwa 17 Jahren beröffentlichte am Ersten( im Laufe des Ersten), bei aus drei bis vier Wohnzimmern und drängten vorwärts. Auf Auftrag eines Revierinspektors wurden hier der Nationalökonom Say eine Arbeit über die Lage der Korbwaren- Zubehör bestehenden Wohnungen am Zweiten des Quartalsmonats um 12 Uhr mittags und bei größeren Wohnungen am 3. Oktober um 12 Uhr an der Ecke der Unteren Amtshausgaffe die ersten Verhaftungen Hausindustrie im Bezirk Lichtenfels in Oberfranken. Der Verfasser beendet sein. Unter Zubehör find Alkoven, Küchen, Kammern, Bodenräume, vorgenommen. Wie dabei die Wachleute vorgingen, trug neuen zog zum erstenmal das Elend der Korbmacher und die unerhörte Verschläge und Vorratskeller zu verstehen. Bei Wohnungen, die aus drei Unmut in die Reihen. Wahllos wurden einige Personen aus der Ausbeutung, die sie von den Händlern zu erleiden haben, an das Zimmern bestehen, muß jedoch am 1. Oktober ein Zimmer, bei größeren Menge herausgerissen, fortgezerrt, gewürgt, Licht der Oeffentlichkeit. Seine Schilderungen riefen allgemein zwei Bimmer bereits vollständig geleert und dem einziehenden Mieter zur gepufft. Die empörte Menge schrie: Auslassen!" Nieder großes Aufsehen hervor. Einen breiten Raum in diesem Buche Verfügung gestellt werden. Läden rechnen nicht als Wohnräume, ebenso mit der Polizei!" uft. Da fiel es einer Anzahl Bivilwachmänner nahmen die Ausführungen über das raffiniert ausgebildete Truck- wenig Schanfräume. Die rechtzeitige Räumung kann die Polizei( ohne ein, mit Stöden auf die ihnen zunächst stehenden Personen system ein, wie es die Korbhändler gegen die Arbeiter üben. Diese Höhe Trinkgeld zum Lohn zu rechnen ist, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. vorhergehenden richterlichen Entscheid) durchsetzen. H. B. 1. In welcher einzuhauen. Es kam nun zu einer regelrechten Seilerlei, in verdienstvollen Veröffentlichungen haben dazu beigetragen, daß ge- Soweit Ihre Darstellung ersehen läßt, steht bei Ihnen die Lohnhöhe rechtsDie fetgeberische Maßnahmen gegen das Trucksystem getroffen wurden. träftig fest. Wenden müßten Sie sich gegen die Höhe der Herabsehung. Menge war inzwischen in die Amtshausgasse abgedrängt, lief jedoch 3m geheimen blühte es aber trotzdem noch bis heute fort, wie aus ein Beispiel und Formular für ſolche Berufung finden Sie G. 577, Nr. 36 über den Einsiedlerplay, um von der Embelgasse zur Müllerschen einer Verhandlung hervorging, die vor dem Landgericht in Bamberg des„ Arbeiterrechts". 2. Nein. M. W. In diesem Falle aussichtslos. Berantiv. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " 1 " lt. 32. 22. Z-hiMg. Z. KMgt des„VöMUtS" Dtlülltl MliMM SitM«. 7. ltkm IM. Parteigenossen! Mitwoch ist �ahlabenö in Veriin und den Vororten! ßerllncr partei-Hngelcgenbcitcn» Fuufster Wahlkreis. Heute Dienstag, 8Vz Uhr abends, indet im Alten Schützenhanse, Linienstr. ö, die 'Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tages- ndnung steht die Neuwahl des gesamten Vorstandes.'Das Erscheinen aller Mitglieder ist notwendig. Mitgliedsbuch egitimiert. Der Vorstand. Charlottenburg. Im V olksha'use, Rosinenstraße 3, wird ,eute Dienstag abends, der Reichstags-Abgeordnete Genosse v. Bollmar n einer öffentlichen Volksversammlung über«die Revo- ution in Rußland" sprechen. Steglitz. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die für Mittwoch, en 8. d. M., angesetzte Wahlvereins-Versammlung ausfällt. Statt ieser findet an demselben Tage eine öffentliche Versammlung im wkale„Birkenwäldchen" statt, in welcher Reichstags-Abgeordneter llolkenbuhr referiert über:„Die Greueltaten des Zarismus". Der Vorstand des Wahlvereins. Groß-Lichterfelde. Mittwoch abend 8 Uhr Versammlung des Lahlvereins bei Reisen. Chausseestr. 104: Dritter Vortrag des �r. B o r ch a r d über das Parteiprogramni. Spandau. In der heute abend 8'/. Uhr bei Kumke, Schön- oalderstraße 80, stattfindenden Volksversammlung spricht Genosse � r. Z n b e i l über das Thema:„Militarismus und Soldaten- Mißhandlungen". Lichtenberg. Mittwoch findet eine öffentliche Versammlung im Saale der G e b r. A r n o l d, Frankfurter Chaussee 120, statt. Donnerstag wird eine Prote st Versammlung bei Gürsch, Frankfurter Chaussee 86, stattfinden. Treptow-Baumschulenweg. Gegen die russische Barbarei findet heute abend S1/» Uhr in Speers Festsälcn, Baumschulensttaße 78, eine öffentliche Protest- und Volksversammlung statt. Mittwoch spricht Genosse Jäkh bei Schmidt, Kiefholzstratze 22, über„Sozial- dcmokratie und Gewerkschaften". Wilmersdorf. Zu der Volksversammlung, die Donnerstag in Salomons Volksgarten, Berlinerstraße 40, stattfindet, erfolgt Dienstag abend 7 Uhr von den bekannten Bezirkslokalen aus Handzettelverbreitung. Die Bcrgarbeiter-Liste 12 665(Teltow-Charlottenburg) ist vom Ladentisch unseres Parteigenossen Ludwig Hoffmann, Äiefholzsttaße412, Treptow, gestohlen worden. Es wird gebeten, nichts darauf zu zeichnen und sie anzuhalten, damit sie Hoffmann wieder zugestellt werde. lokales. Das Rabenaas in Prosa. Vor einigen Jahren ergötzten wir unsere Leser mit Unter- suchungen über die Rabenaas-Strophe, dieser freiwilligen oder unfreiwilligen Persiflage aftcrchristlicher Hundedemut. Manches Stück Länimleins-, Hämmleins- und Sündenkot-Poesie wurde hierbei ans Licht gefördert; immerhin kam den Verfassern solcher widerwärttgen Verse zugute erstens, daß sie einer dem Denken und Empfinden der Gegenwart weit entrückten Zeit angehörten, und zweitens, daß es kein Mensch, sondern das höchste Wesen war, welches sie zu ehren vermeinten, indem sie sich unters Tier erniedrigten. Irgendjemand um den Magistrat herum scheint sich der Rabenaas-Strophe kürzlich erinnert zu haben. Obgleich die Körperschaft, die hiesiger königl. Haupt- und Residenzstadt vorsteht, ohne sich außerhalb ihres Zirkels zu bemühen, auch in gebundener Rede hätte etwas leisten können, hat sie doch die Prosa vorgezogen, als sie Kaiser Wilhelm den Zweiten als ihren Allerhöchsten Herrn dieses Jahr zum Geburtstage gratulierte. Man lese die hier abgedruckte Glückwunsch-Adresse und vergleiche dann: Allerdur cklauchtig st er, groß mächtig st er Kaiser u n d K ö n i g I Ä l l e r g n ä d i g st e r Kaiser, König und Herr! Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät sprechen wir an dem heutigen Festtage, der unsere Herzen mit Dank, Freude und Hoffnung erfüllt, unseren ehrfurchtsvollen Glückwunsch aus. Euere Majestät vollenden ein glücklich verlaufenes Lebensjahr, in dem das deutsche Volk wie in allen früheren Jahren sichtbar erfahren hat, daß es Euerer Majestät gegeben ist, nnt fester Einsicht und bewunde- rungSwürdiger Schaffenskraft die Aufgaben unserer Zeit zu erfassen, sie mit schöpferischen Ideen zn durchdringen und ihre Lösung in die r e ch t e n B a h n e n zn weisen. Wir danken aufs neue dafür, daß Eure Majestät mit nicht rastender Sorge und mit starkem Willen auch im verflossenen Lebensjahre dem Baterlande den Frieden in den Weltstünnen erhalten, dem Wohle des ganzen Reiches unermüdliche Arbeit gewidmet, durch väterliche Fürsorge alles Gute tatkräftig unterstützt und vor allem auch der Hauptstadt gnädige» Schutz und reiche Huld zu fortschreitender Entwickelung zugewendet haben. Wir freuen uns des Gelingens aller edlen Bestrebungen unseres geliebten Herrschers und der Mehrung des Glücks, die das hohe kaiserliche Haus im verflossenen Jahre erlebt hat. Wir hoffen, daß Eure Majestät, vor deren Thron wir i» unwaudelbarer Treue beharren, unserer Stadt das allerhöchste Wohlwolle» und die fördernde Huld auch fernerhin gnädigst er- halten iverde, und wir bitten Gott, daß er im neuen Lebensjahre Euerer Majestät Glück und Heil schenken und dem Hohenzollern- Hause neuen Erfolg und Ruhm verleihen möge. In wenigen Wochen vollendet sich ein Wert langjähriger mühe- voller Arbeit. Der neue zur E h r e G o t t e s in der Höhe und zum Segen hie n jeden erbaute Dom, der ein dauerndes Zeugnis der Fürsorge Euerer kaiserlichen und königlichen Majestät für das religiöse und sittliche Wohl unseres Volkes sein wird, soll seine Weihe empfangen. Der erste Klang seiner Glocken wird in demselben Jahre ertönen, in welchem das deutsche Volt und die Hauptstadt den unvergeßlichen Dichter feiert, der am wärmsten von den Idealen des deutschen Geistes durchdrungen war und sie am feurigste» verkündete. Rtöge der Klang der Glocken dem kaiserlichen Bauherrn und seinem Hause Freude be- reiten. Friede ihr erst Geläute sein. Möge in dem Jahre, in dem das Land zum erstenmal diesem sriedenreichen Klang lauscht, das junge kronprinzliche Paar von ihm freudig begrüßt werden, wenn eS seines Lebens schönste Feier festlich begeht. Euerr kaiserlichen und königlichen Majestät nllcruntertönigster trcn gehorsamster Magistrat hiesiger königlichen Hanpt- und Residenzstadt. gez. Kirschncr. Linksfreisinnige Blätter machen sich die Mühe, den Inhalt dtescr Adresse zu zergliedern und den grellen Widerspruch her- vorzukehren, der hier zwischen Tatsachen und alleruntcrtänigst aufgestellten Behauptungen klafft. Uns erscheint solche Mühe überflüssig. Wir nehmen an, daß ein Schalk sich einen losen Streich geleistet und den seligen Bertram mit vielem Glück überbertramt hat; dem Verfasser muß aber auch, wie gesagt, der Gedankenkreis der Rabenaas-Strophe vorgeschwebt haben. Wie sinnesverwandt ist die Gratulationsprosa des Magistrats, der in unwandelbarster Treue das allerhöchste Wohlwollen ev fleht, doch den bekannten Versen: ... nimm mich Hund beim Ohr, Wirf mir den Gnndenknochen vor, Und wirf mich Sündenlümmel In deinen Gnadenhimmel! Schön ist solcher Schalksstreich ja nicht, aber daß er ge lungen ist, muß auch der Neid anerkennen. Nur eines ist, selbst von diesem Gesichtspunkte aus, geschmacklos an der Glückwunsch-Adresse. Der Hinweis auf Schiller hätte füglich herausbleiben sollen. Wenn dieser Dichter auch die Figur des Hofmarschalls v. Kalb geschaffen hat, so steht er doch zu hoch im Ansehen des deutschen Volkes, als daß er in dem Kulturdokument, das der Magistrat von sich gegeben, einen Platz verdient hätte._ Gibt eS noch eine Schnlnot in Berlin? Gegenüber der oft und immer von neuem vorgebrachten Klage, daß die Berliner Gemeindcschulen viel zu hohe Klasse nfrequenzen haben, ist von frei sinniger Seite vielfach darauf hingewiesen worden, wie sehr der Durchschnitt der Frequenz in neuerer Zeit gesunken sei. Das ist an sich richtig. Wir haben aber wiederholt gezeigt, daß solche Durchschnitte und ihr Rückgang wenig beweisen. Im einzelnen besteht eben nach wie vor der skandalöse Zu stand, daß bis zu 69 Kinder in die Klasse hineingesteckt werden. Die Zahl der Klassen mit solchen und ähnlichen Frequenzen ist geringer geworden, aber groß genug ist sie leider auch heute noch. Ueber die Frequenzverhältnisse dieses Winterhalbjahres hat der Magistrat jetzt die übliche Halbjahres- Uebersicht(aufgenommen am 1. November) den Stadtverordneten zugehen lassen. Aus ihr ergibt sich, daß gegenwärtig nicht einmal mehr von einem Rückgang dos Durchschnitts die Rede sein kann. Im Somnicr bestanden 271 Gemeindeschulen mit 4720 Klassen und 219 673 Kindern. In diesem Winter bestehen 273 Ge meindeschulen mit 4763 Klassen und 221 963 Kindern. Die Durchschnittsbesetzung der Klassen war im Sommer 46,54 Kinder, in diesem Winter aber stellt sie sich auf 46,58 Kinder. Werden die Nebcnklassen, die ja nur ganz schwach besetzt »verden dürfen, ausgeschaltet, so ergibt sich für die übrigen Klassen ein noch etwas höherer Durchschnitt, im Sommer 47,23 Kinder, in diesem Winter 47,29 Kinder. Seit langem ist es jetzt das erstemal, daß wieder eine Zunahme des Durchschnittes zu konstatteren ist. Noch eine andere Erscheinung gibt zu denken. Die be rüchttgten fliegenden Klassen haben sich bekanntlich in den letzten Jahren stark vermindert; die neueste Frequenzübersicht führt nur noch 13 auf. Zwar sind außerdem noch 10 Klassen in Aulen untergebracht, so daß eigenllich 23 Klassen als fliegende zu bezeichnen wären; doch selbst 23 ist wenig gegenüber den Verhältnissen früherer Jahre, in denen manchmal über 100 fliegende Klassen vorhanden waren. Dafür ist aber seit Jahren, wie wir wiederholt gezeigt haben, die Zahl der Miets-Schulhäuser stark im Zunehmen. In diesem Winter sind 4752 Klassenzimmer einschl. Aulen in Benutzung (die 13 fliegenden Klassen sind ohne eigenen Raum), und davon sind 552 in gemieteten Häusern untergebracht. Seit dem Sommer 1902 ist dieZahl dieserÄlassen um rund 200 gestiegen. Gibt's noch eine Schulnot in Berlin?_ Die Brotpreise waren in Berlin im Jahre 1004 im ganzen etwa ebenso hoch wie in 1903. Das Roggenbrot war etwas billiger, aber dafür war das Weizenbrot(Schrippen) etwas teurer. Nach den Brotpreis-Ermittelungen des Berliner Statistischen Antts, die zwei- mal im Monat vorgenommen werden und sich auf 34 Bäckereien er- strecken, war im Durchschnitt des ganzen Jahres und aller berücksich- tigten Bäckereien der Preis für das Kilogramm Roggenbrot im vor- letzten Jahre 23,83 Pfennig, im letzten Jahre 23,50 Pfennig, für das Kilogramm Weizenbrot im vorletzten Jahre 41,56 Pfennig, im letzten Jahre 41,78 Pfennig. Die Preisschwankungen im Laufe des Jahres waren nicht groß. Der Monatsdurchschnitt bewegte sich diesmal für Roggenbrot zwischen 23,10 Pfennig(April) und 23,75 Pfennig(Juli), für Weizenbrot zwischen 41.25 Pfennig (Januar) und 42,55 Pfennig(August). Aber der Abstand zwischen dem überhaupt höchsten und dem überhaupt nie- d r i g st e n Preis war wieder sehr bedeutend. Diesmal war für Roggenbrot der niedrigste Preis in einer Bäckerei 17,06 Pfennig (Mitte April), der höchste in einer anderen Bäckerei 31,45 Pfennig (Mitte Juli), für Weizenbrot der niedrigste Preis in einer Bäckerei 30,67 Pfennig(Mitte Juli), der höchste in einer anderen 52,36 Pfennig(Mitte Juni). Der Höchstpreis des Roggenbrotes ging über den Mindestpreis dcS Weizenbrotes hinaus, d. h. zeitweise war in Berlin Weizenbrot billiger als Roggenbrot zu kaufen, aber natürlich nicht in ein und derselben Bäckerei. Die höhere» Lehranstalten der Stadtgcmcindc haben, nachdem sie längere Zeit hindurch an Schülern verloren hatten, in den letzten Jahren— nach 1901/02— wieder eine Erhöhung der Gesamtzahl ihrer Schüler gehabt. Die Zunahme ist allerdings noch gering, und sie ist auch, wie eine genauere Betrachtung zeigt, fast nur durch Steigerung des Besuches der Vorschulen herbeigeführt worden. Im Vierteljahr Oktober-Dezember 1904 saßen in den 20 höheren Anstalten 12 364 Schüler, 9535 in den Klassen Prima bis Sexta, 2829 in den Vorschulklassen, die nur bei 18 Anstalten bestehen. Da- gegen hatten im Schuljahr 1901/02 dieselben Anstalten 12 189 Schüler gehabt, 9580 in Prima bis Sexta, aber in ihren Vorschulen damals nur 2609. Im einzelnen hatten im letzten Vierteljahr 1904(bezw. im Schuljahr 1901/02) die elf Gynmasien in Prima bis Sexta 4997 (5060) Schüler, in ihren zehn Vorschulen 1503(1463); die sieben Realgymnasien in Prima bis Sexta 3503( 3529), in ihren sieben Vorschulen 1176(1000); die beiden Obcrrealschulen in Prima bis Sexta 1030(991), in der dazu gehörigen Vorschule 150(146). Am stärksten war die Zunahme der Schülcrzahl in den Vorschulklasscn der Realgymnasien. Ein neues Krankenhaus für geschlechtskranke Prostituierte und Fürsorgczöglinge soll in Rurnmelsburg von der Stadt Berlin errichtet werden. Mit dem Bauprogramm dieses Krankenhauses beschäftigte sich am Montag das Kuratorium des Obdachs und Arbeitshauses, welchem jetzt diese Abteilung unterstellt ist. Man stimmte dem Bauprogramm zu mit dem Vorschlage, 200 Betten für Prostituierte und 100 für Fürsorge- zöglinge aufzustellen. Uns scheint der Vorschlag, der über die Hälfte mehr verlangt, das richtigere, da man ein Krankenhaus beim Neubau nicht so einrichten soll, daß es womöglich noch vor seiner Fertigstellung sich schon als zu klein erweist. Grobe Ausschreitungen von Schutzleuten. ! Augenzeugen, die einen durchaus glaubwürdigen Eindruck machen, teilen uns einen Vorgang mit, der fast vermuten läßt, daß das Beispiel der nagaikaschwingenden Kosaken am Newastrande an. steckend und anfeuernd gewirkt hat auf einige Schutzleute, die qm Ufer der Panke ihres Amtes zu walten haben. Man berichtet uns: Am 1. Februar abends, wenige Minuten nach 12 Uhr betrat der Polizei-Vizewachtmeister Rosenau das Lokal des Gastwirtes Koperski, Müllerstratze 173z. Der Beamte erinnerte den Wirt daran, daß er nur bis 12 Uhr Konzession habe. Es gab ein Hin- und Hcrreden zwischen dem Beamten, dem Wirt und einzelnen Gästen, und dabei rief der Vizewachtmeister dem Wirt zu:«Wir haben Sie schon lange auf der Rübe, Sie ftecher Patron. Das werden wir Ihnen anstreichen!" Dann entfernte sich der Be« amte und kehrte nach kurzer Zeit in Begleitung von zwei Schutz« leuten zurück, die draußen gewartet hatten.„Jetzt wollen wir ein- mal ausräumen," sagte der Vizclvachtmeister. Und nun nahmen die Beamten eine Ausräumung vor, wie sie in Rußland kaum rücksichts- loser geübt werden kann. Die anwesenden Gäste wurden durch die Polizeibeamten ohne weiteres buchstäblich hinausgeworfen. Das geschah mit solcher Schnelligkeit, daß sie kaum Zeit hatten, Hut und Ueberzieher vom Haken zu reißen. Einer der Gäste konnte nickst einmal mehr seine Mütze vom Riegel nehmen, er wurde barhäuptig auf die Straße befördert. Wer von den hinausgeworfenen Gästen nicht über einige körperliche Gewandtheit verfügte, der stieß bei dem unsanften Hinausbefördern mit dem Kopf mehr oder minder heftig an die Eisenkante der teilweise herabgelassenen Jalousie. Begreiflicherweise protestierte der Wirt gegen das unberechtigte Verfahren der Polizeibeamten. Aber da kam er schön an. Der Vizewachtmeister stieß ihn vor die Brust, daß der 69 Jahre alte Mann gegen das Klavier fiel. Nun legte sich auch die Wirtin, eine 70jährige Frau, zugunsten ihres Mannes ins Mittel.„Schämen Sie sich doch," sagte der Vizewachtmeister und dabei spie er der alten Frau ins Gesicht. Der Wirt erhielt von dem Beamten nochmals einen Stoß, daß er mit dem Kopf an die eiserne Kante der Jalousie fiel und sich blutende Verletzungen zuzog, die er sich später auf der Unfallstation verbinden ließ. Die Schutzleute bemühten sich, Herrn Koperski auf die Straße hinauszuzerren. Da er aber laut um Hülfe rief, ließen seine Peiniger von ihm ab.— Damit war nun die„Ausräumung" des Lokals beendet. Etwa 2% bis 3©hinten nach diesem Vorgang, als tcrr Koperski, aufs äußerste erschöpft, mit verbundenem opf im Bette lag, klopfte es an das Fenster seines Schlafzimmers. Draußen stand der Vizewachtmeister Rosenau und bat Herrn Koperski, er möge doch öffnen und als vernünftiger Mann mit sich reden lassen. Herr Koperski ging aber nicht auf die ein« dringlichen Vorstellungen deS Beamten ein, sondern wies ihn mit der Bemerkung ab, er werde an einer anderen Stelle über die vorhergegangenen Eveigniffe mit dem Beamten reden. Am folgenden Vormittag kam ein an den geschilderten Vor- gängen nicht beteiligter Polizeibeamter zu Herrn Koperski und er» zählte unter anderem, einer der an den Ausschreitungen beteiligten Schutzleute sei geisteskrank und bereits nach einer Heilanstalt be« fördert worden. Angenommen, es läge hier eine plötzliche, vorher nicht bemerk- bare geistige Erkrankung vor, so würde das doch nur die Hand- lungsweise des einen Beamten erklären, und dieser Beamte war nicht in hervorragendem Matze an den geschilderten Vorgängen be- teiligt. Wie erklären sich nun die groben Ausschreitungen der beiden anderen Beamten? Wenn auch deren Handlungsweise nicht die eines vernünftigen Menschen ist, so kann doch bei ihnen nicht Geisteskrank« heit festgestellt werden. Ja, die Augenzeugen haben nicht einmal be- merkt, daß die Sinne der Schutzleute durch Alkohol benebelt waren. Hoffentlich sorgt man an zuständiger Stelle für eine gründliche Untersuchung des Falles. Das Publikum kann verlangen, daß eS vor solchen„Hütern der Ordnung" wie Rosenau und Genossen geschützt wird._ Professor Dr. Karl Möbius, der Direktor des zoologischen Museums, vollendet heute, am 7. Februar, seinen 80. Geburtstag. Im April 1887 wurde ihm die Leitung der zoologischen Abteilung des MuseinnS für Naturkunde in Berlin übertragen, und am 31. März 1888 erfolgte seine Ernennung zum Direktor, am nächsten Tage auch die zum Ordinarius an der Berliner Universität. Der Kranke im städtischen Brotwagen ist der Leiche in diesem Wagen gefolgt. In der letzten Kuratoriumssitzung des städttschen Obdachs und Arbeitshauses kam ein Bencht unserer Genoffen Hoffmann und A u g u st i n zur Sprache, der sich mit einer Revision befaßte, die beide in dem städttschen Filial-Hospital in Reinickendorf abgehalten haben. In diesem Bericht wurde u. a. über den erwähnten Transport Beschwerde geführt, die Beschwerde ivurde zur Untersuchung an einen Magiftrats-Assessor überwiesen. Es wurde festgestellt, daß der Transport des Hospitaliten im Brot- wagen tatsächlich stattgefunden hat, nur erklärt der Arzt, daß der Mann an keiner ansteckenden oder ekelhasten Krankheit litt, was auch in dem Bericht nicht behauptet war, fondern. daß. er nur wegen Verdauungsstörung Krankenkost erhalten sollte und solche in Reinickendorf nicht geliefert werden konnte. Nachdem auch gegen diesen Transport Genosse Hoffmann energisch protestier! hatte, wurde vom Kuratorium beschlossen, daß jeder Transport lebender oder toter Menschen im Brotwagen künftig zu unterbleiben hat, höchstens dürften gesunde Hospitaliten in Ausnahmefällen auf dem Bock neben dem Kutscher mitfahren. Außerdem ivurde auf Antrag Hoffmann beschlossen, für Hospitaliten, welche vorübergehend Krankenkost in Reinickendorf bedürfen, solche dort einzuführen und auf ärztliche Verordnung zu verabreichen. Der Kunstgeschmack Wilhelms II. Der Bürgermeister von München, Herr Borsch!, und der Vorsitzende des dortigen Gemeinde- kollegmms, Herr Seybeth, sind kürzlich vom Kaiser empfangen worden, als sie für den Kreuzer„München" als„Patengeschcnk" einen silbernen Tafelaufsatz überreichten. Ueber die Unterredung, die die beiden Herren ans diesem Anlaß mit dem Kaiser pflogen, berichten die„Münch. N. Nachr.": Das Geschenk gab dem Kaiser Veranlassung, sich ungemein günstig über den Stand der Münchener Kunst und des Münchener Kunstgewerbes auszulassen. Er bemerkte, eS habe ihn sehr an- genehm berühtt, daß das Kunstwerk in feiner Auffassung und Sttlnchtung von der neueren Künstrichtung unbeeinflußt sei. Anknüpfend daran unterhielt sich der Kaiser mit den Gästen über Kunst und Künstgewerbe im allgemeinen, wöbe- er den Wunsch zum Ausdruck brachte, daß das Münchener Kunst- gelverbe sich nicht zu stark in den Bann der neuen Richtung schlagen lassen möge. Nach seiner Meinung würde das auch für die Künstler keinen wirtschaftliche» Erfolg bedeuten, namentlich sei die Ansicht falsch, daß die Moderne sich in Amerika ein großes Absatzgebiet schaffen könne. Er habe wiederholt Ge- legenheit gehabt, mit hochgebildeten und einflußreichen Amerikanern darüber zu sprechen, und habe dabei diesen Eindruck gewonnen. Im Laufe der Iveiteren Unterhaltung zeigte sich der Kaiser auch recht wenig erbaut von den neuesten Berliner Bauten, insbesondere brachte er zum Ausdruck, daß ber Bertheimsche Bau den modernen" Bauten noch über sei. Soweit wir unterrichtet sind, steht Wilhelm II. mit der Verurteilung des neuen Wertheimschen Baues einzig da. Fach Teute wie Laien waren einig in der Bewunderung der Messelschen Leistung. " Aus den Nachbarorten. Schöneberg. " I auf der Straße der so Verprügelten an und schaffte ihnen Obdach im Bahnhofshotel. Am anderen Morgen hatten die biederen Tischlers meister einen Moralischen". Sie erfuhren nämlich, daß die Opfer Die Beifikerwahlen zum Kaufmannsgericht in Schöneberg ihrer Mißhandlungen gar keine Sozialdemokraten waren, sondern wurden am Sonntag daselbst vollzogen. Von 75 Handein Arzt, ein Pfarrvikar und ein Lehrer, sämtlich aus der Iungsgehülfen, die ihre Eintragung in die Wählerliste be- diotenanstalt in Kraschniz! Diesmal waren die Prügelmeister an Adolf Menzel ist, wie die Tägliche Rundschau" meldet, seit acht antragt hatten, waren nur 43 erschienen, die ihr Wahlrecht ausübten. die falsche Adresse gekommen, denn die reisenden Sozis" hatten Tagen bedenklich ertrantt. Montag nachmittag voriger Woche zu wählen waren 9 Beisitzer. Jeder Wähler war somit imstande, sich nicht erwischen lassen. Das Ganze ist aber ein hübscher Belag hat ihn eine große Schwäche befallen, die Schlimmes befürchten 9 Stimmen abzugeben. Von 387 abgegebenen Stimmen erhielten dafür, mit welchen geistigen Waffen die Arbeiterbewegung auf dem ließ. Zwar können die Aerzte nichts Besonderes finden, aber eine die beiden von dem Zentralverband der Handlungsgehülfen auf- platten Lande bekämpft" wird. Und solchen Leuten wird die beängstigende Schlafsucht macht sich bedenklich bemerkbar. Ihn aus gestellten Kandidaten Lagerhalter Küter 35 und Geschäftsführer Mitgliederliste der Bahlstelle ausgeliefert! dem Bette zu bekommen, das einzige Mittel, das unausgesetzte a bian 28. Auf die 9 Kandidaten der Liste des deutschnationalen Schlummern zu unterbrechen, und ihm auch nur ein wenig flüssige Nahrung zu geben, bedarf der größten Ueberredung und Mühe. Der Landtagsabgeordnete Kownacki- Tauersee ist an den Folgen des kürzlich erlittenen Unfalls auf der Straßenbahn im städtischen Krankenhause am Urban am Sonntag gestorben. Kownacki hatte u. a. einen Schädelbruch erlitten. Im Lazarus- Krankenhause in der Bernauerstraße ist die Frau Auguste Busse aus der Fransecistraße 6, die bei dem Brande dort am Freitag abend am ganzen Körper Verletzungen erlitten hatte, am Sonntag früh von ihren entsetzlichen Leiden erlöst worden. Der bei demselben Brande verletzten Luise Werner und den übrigen Personen geht es besser. Auch das Befinden des im städtischen Krankenhause in Moabit befindlichen Mädchens Minna Kroll, die bei der Explosion im Hansaviertel schwer berletzt wurde, hat sich gebessert. 1904. Handlungsgehülfen- Verbandes fielen insgesamt 324 Stimmen. Oeffentliche Versammlung aller Gewerkschaften am Dienstag, Gewählt sind demnach die beiden vom Zentralverband und 7 von den 7. Februar, abends Punkt 8 Uhr, im Lokal des Herrn Lau in Adlersden Deutschnationalen aufgestellten Kandidaten. hof, Bismarckstr. 10. Tagesordnung: Der Klaffenkampf im Ruhrrevier und Die Ausstellung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft im die revolutionäre Bewegung in Rußland. Referent: Reichstags- Abgeordneter Jahre 1906 wird aller Voraussicht nach in Schöneberg statt- Georg Schöpflin. 2. Diskussion. 3. Lätigkeitsbericht des Kartells vom finden. Als Plak hierzu ist in Aussicht genommen ein ziemlich Der Ausschuß. der Peter Vischerstraße. Die Besißer der in der Nähe befindlichen großes Terrain an der Nathanaelfirche in der Rubensstraße, nördlich Laubenkolonien hatten sich petitionierend an die StadtverordnetenVersammlung gewandt, damit von der Benußung ihrer Grundstücke Abstand genommen werden möge. Die Stadtverordneten hatten insoweit der Petition zugestimmt, den Magistrat zu ersuchen, bei Auswahl des Terrains möglichst schonend gegen die Laubenbesitzer vorzugehen. Pankow. Eingegangene Druckfchriften. Notizen: Die Expropriation des handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle BuchQuartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft foſtet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen 19. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das hervor: Handelsverträge und Hülfsaktionen. Philosophie. Von A. Pannekoek( Leiden, Holland). Klaffenwissenschaft und Nach dem ersten Att. Bon Rosa Luxemburg. Die zivilisierte Welt und der Zar. Von K. Kautsky. Theorien über den Mehrwert. I. Die Anfänge der Theorie bom Mehrwert bis Adam Smith. Aus dem nachgelassenen Manuskript Zur Kritik der politischen Dekonomie" von Karl Marr, herausgegeben von Die Stiefel sollen verteuert werden. In einer vom Verband Bur Lage der Bäckereider Schuh- und Schäftefabrikanten Deutschlands nach dem Architekten- Bommernbant, beabsichtigt das in Pankow zwischen der Berliner- arbeiter. Von Konrad Fint. Die Immobilien- Verkehrsbank, als Nachfolgerin der feligen Starl Kautsky. Von Heinrich Cunow.( Schluß). Literarische Rundschau: Friedrich Herz, hause einberufenen, zahlreich besuchten Versammlung wurde am straße und der Prenzlauer Chaussee gelegene Baugelände in der Moderne Raffentheorien. Von O. B. Dr. phil. Moriz Lindeman, Urbegriffe Sonntag einstimmig folgender Beschluß gefaßt:„ Die am 5. Februar Größe von 31 200 Quadratruten, an eine Terraingesellschaft zu ver- fleinen Grubenkapitals. Von h. m- r. der Wirtschaftswissenschaft. Bon r. h. zu Berlin versammelten deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten kaufen. Da diese Gesellschaft die Absicht hat, das Bauland auszuerklären, einen Preisaufschlag für ihre Fabrikate zufolge der ge- schlachten, so soll der bereits bestehende Bebauungsplan vollständig stiegenen Lederpreise für absolut notwendig und beschließen, daß an umgeworfen werden und die Gemeinde bis zum 9. Februar mittags die Schuhwaren- und Schäftehandlungen ein Zirkular mit den sämt- eine rechtsverbindliche Erklärung abgeben über lichen Unterschriften der Fabrikanter: alsbald zu richten sei, in welchem folgende Bedingungen: Es sollen teine schwereren Bedingungen ge= die Notwendigkeit des Preisaufschlages dargelegt wird. Die Unter- stellt werden, als sie für die bereits regulierten Teile des Geländes( Stuttgart, Berlag von Paul Singer) ist uns soeben die Nr. 3 des zeichner verpflichten sich, ab 15. Februar 1905 einen angemessenen bestehen; auf Antrag der Unternehmerin ist für Nebenstraßen 15. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir Aufschlag auf sämtliche Lederartikel durchzuführen und in keinem eine Befestigung mit Kleinsteinpflaster auf Schotter- Unterbettung hervor: Die Revolution in Rußland. Von Rosa Luxemburg. Bom Falle zu den seitherigen Preisen weiterzuverkaufen. zuzulassen; der von der Unternehmerin ausgearbeitete Bebauungs- Wert. II. Von Julian Borchardt. Louise Michel. Bon W. Holzamer plan ist von der Gemeinde zu genehmigen, ohne daß die Gemeinde Paris. Der Kampf der Bergarbeiter im Ruhrrevier. Aus der Bea die Anweisung eines öffentlichen Blazes zu beanspruchen hat. wegung: Von der Agitation. Zeitschrift für die Interessen der jugendDa gegen 100 000 M. Umsatzsteuer erzielt wird, so ist die Ge- lichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Haltung der Frauen beim Bergmeindevertretung bereit, auf alle Bedingungen einzugehen, auch die arbeiterstreik. Politische Rundschau. Vor G. Gewerkschaftliche RundStraßen mit Chauffeepflaster belegen zu lassen. In bezug auf den schau. Notizenteil: Bom italienischen Gewerkschaftsfongreß. Soziale Bebauungsplan wird hoffentlich die Regierung, welche den Plan zu und Berkehrswesens. Gesetzgebung. Frauenarbeit auf dem Gebiete der Industrie, des Handels genehmigen hat, dafür sorgen, daß öffentliche Plätze geschaffen stimmrecht. Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Frauens Quittung. werden. Feuilleton: Die Schmerzensreichen. Von Ada Negri.( Gedicht.) Im Armenhause. Von Ada Christen.( Schluß.) Der Erlaß eines Ortsstatuts gegen das Streit pofte n= Frauen- Beilage: Noch ist Kampfeszeit. Von Casar Flaischlen.( Gedicht.) Unsere Gesundheit. 2. Ueber Ernährung. Von Dr. Adams Lehmann. stehen genügt nicht allein. Es muß auch den Gemeindebeamten Kopf hoch!( Gedicht.) Unser Schlafzimmer. Bon e. th. Einem Die nötige Bewaffnung gewährt werden, um rücksichtslos den Strei- Freunde.( Gedicht.)- Hygiene. Bon Dr. Ch.- Für die Mutter.- Für tenden die Macht der Polizei fühlen zu lassen. Der Amtsvorsteher die Hausfrau. von Bankow hat deshalb die Gemeindevertretung aufgefordert, Mittel Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer zur Beschaffung von Schußwaffen für die Sicherheitsbeamten zu 10 Pf., durch die Poft bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich bewilligen. Dieser Polizeiforderung nachkommen. Die bürgerlichen Vertreter werden selbstverständlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement Alfred H. Fried. Handbuch der Friedensbewegung. Verlag der österreichischen Friedensgesellschaft Bien u. Leipzig. Ferner: Reichenbachsche Buchhandlung, Westermann u. Stäglich, in Leipzig. Straßensperrung. Die verlängerte Lüßowstraße von der Lützowstraße nach der Herkulesbrücke wird behufs Fortnahme der während des Kanalbaues erforderlich gewesenen Notbrücke vom 6. d. Mts. ab bis zum 8. d. Mts. für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Friedenau. 2,60 M. Eine dreißigjährige Großmutter führt jetzt beim Landgericht zu Potsdam einen Prozeß. Es ist eine unverehelichte Arbeiterin aus Nowawes, welche mit 15 Jahren einem Mädchen das Leben gab. Dieses wurde anderwärts in Erziehung gegeben und machte es nun der Mutter nach, indem es gleichfalls im 15. Lebensjahre Mutter wurde. Die jugendliche Großmutter hat jetzt bei Gericht eine Klage auf Herausgabe ihrer Tochter zweds eigener Erziehung angestrengt. Wegen Einbruchs in die ,, Brockensammlung", die sich im Hause des Vereins" Dienst an Arbeitslose" in der Ackerstr. 52 befindet, wurden die 20, 21 und 23 Jahre alten Hausdiener und Bäcker Josef Grünberg, Paul Frenzel und Richard Weißbart festgenommen. Nachdem sie sich in dem Keller, in dem die für die Aermsten der Armen gesammelten Sachen aufgestapelt lagen, aus dem Vorrat neu eingekleidet hatten, machten sie sich zudem auch noch ein großes Ungültige Polizeiverordnung. Der Amtsvorsteher zu Friedenau Bündel zurecht, um es in Kaschemmen zu verkaufen. Die schwer hatte dem Restaurateur Fette die Genehmigung zum Aufstellen und beladenen Männer fielen einem Schußmann auf, der sie anhielt. zum Betriebe eines Karussells auf dem Grundstück Kaiser Allee 61 Marktpreise von Berlin am 4. Februar. Nach Ermittelungen des Einer warf sein Bündel weg und ergriff die Flucht, wurde aber auf im Restaurationsgarten versagt. Als F. das Karussell doch aufstellte, 17,60-17,58 M., fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte mittel 17,56-17,54 M., das Notzeichen des Schuhmanns von Kriminalbeamten, die zufällig wurde der Betrieb inhibiert. F. beschwerte sich vergeblich beim Roggen**), gute Sorte 13,90-13,89 m., mittel 13,88-13,87 m., geringe geringe 17,52-17,50 M. am Gartenplag standen, festgenommen. Die Einbrecher, die alle drei Landrat und beim Regierungspräsidenten zu Potsdam. Der Re- 13,86-13,85 m. Futtergerste*), gute Sorte 16,40-15,20 m., mittel 15,10 schon mehrfach bestraft sind, behaupteten jetzt, die Sachen, darunter gierungspräsident berief sich auf neuere Entscheidungen des Kammer- bis 13,90 M., geringe 13,80-12,70 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70 wt., auch ein paar große Offiziers- Backstiefel, von einem Unbekannten er- gerichts, wonach auch ein eingefriedigtes Privatgrundstück ein öffent- mittel 15,60-14,90 m., geringe 14,80-14,10 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen halten zu haben; es stellte sich aber bald heraus, daß sie sie aus der licher Platz im Sinne des§ 33 b der Gewerbe Ordnung Startoffeln 10,00-8,00 m. 45,00-30,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00 Brockensammlung gestohlen hatten. Sie wurden nach Moabit in sei, wenn jedermann wenn jedermann Zutritt habe, wie hier. Richtstroh 5,20-4,66 M. Heu 8,70-7,00 M. F. hätte Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 5,50-3,60 m. Untersuchungshaft gebracht. darum unbedingt gemäß§ 33 b zum Betriebe des*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Im Verfolgungswahnsinn hat Sonntag die Ehefrau des Kutschers Rarussells einer polizeilichen Genehmigung bedurft. Außerdem Schleuder, Alt- Moabit 44, eine furchtbare Tat begangen, deren sei für Friedenau unter dem 1. März 1904 eine Polizeifchreckliche Folgen glücklicherweise verhindert werden fonnten. Die berordnung erlassen, die ausdrücklich vorschreibe: Die Aufstellung Frau, die feit 16 Jahren in glüdlicher Ehe lebt, zeigte seit einigen und der Betrieb von Karussells, Schießbuden, Schnell- Photographien, Tagen Spuren von Verfolgungswahnsinn und bildete sich ein, daß Lungenprüfern, Rutschbahnen, Schaufeln u. dgl. bedürfen der ortsman ihr nachstelle, um sie zu ermorden. Während vormittags ihr polizeilichen Genehmigung. Er, der Regierungspräsident, wisse zwar, Mann und ihr ältester Sohn auf ihren Arbeitsstellen waren, ging fie daß das Ober- Verwaltungsgericht einen anderen Standpunkt einum 9 Uhr mit ihren beiden kleinen Knaben zur Gemeindeschwester nehme wie das Kammergericht, er halte ihn aber für falsch. bon St. Johannes und bat sie um Schutz gegen die Verfolger. Die Das Ober- Verwaltungsgericht, bei dem Fette durch Justizrat Swinemde. 770 S 3bededt Schwester suchte sie zu beruhigen und empfahl ihr, mit den Leopold Meyer Klage erhob, setzte den Bescheid des Regierungs- Hamburg 772 und die Verbotsverfügung Kindern wieder nach Hause zu gehen. Sie ging dann alsbald präsidenten des Amtsvorstehers Berlin 773 WSW 2 bedeckt nach, um mit dem Hauswirt zu sprechen. Als sie aber nach der zu Friedenau außer Kraft und führte aus: Das Gericht bleibe auch Frankj.a.M. 776 SW 1 bedeckt Wohnung fam, erfuhr fie, daß die Unglüdliche nicht zurückgekehrt gegenüber der abweichenden Auffassung des Kammergerichts dabei, München 778 D war. Während nun Schleuder seine Frau suchte, irrte diese mit den daß unter öffentlichen Blägen gemäß§ 33b der Gewerbeordnung Kindern umher, bis sie um 1234 Uhr nach dem Holsteiner Ufer tam. nur solche zu verstehen seien, die im Sinne der Wegegeset In der Nähe der dortigen Badeanstalt ging sie mit den Knaben die gebung als öffentliche Plätze aufgefaßt werden könnten, und Badetreppe hinunter, warf von der untersten Stufe die Knaben nicht auch Privatgrundstücke, zu denen jedermann Zutritt habe. haften südwestlichen Winden. ins Wasser und sprang ihnen dann nach. Zum Glück sahen zwei Kläger hätte also einer Genehmigung zum Betriebe des Karussells schwimmfundige Herren den Vorgang, sprangen in die Fluten, auf dem fraglichen Gartengrundstück berhaupt nicht bedurft. retteten mit großer Mühe erst die Kinder und dann die Mutter. Daran könne auch durch eine Polizeiverordnung nichts geändert Die Schreckenstat am hellen Tage rief einen großen Menschen- werden, denn eine solche dürfe in das Reichsrecht nicht eingreifen. auflauf hervor. Soweit sie dies tue, sei die angezogene Polizeiverordnung für Friedenau ungültig. Vermischtes. In der Lichtenberger Mordaffäre verfolgt die Kriminalpolizei feit gestern eine neue Spur. Es hat sich jetzt ein Lichtenberger Fabritarbeiter gemeldet, welcher in der Mordnacht Beobachtungen gemacht hat, die zur Entdeckung des Täters führen können. Zwischen 22 und 2 Uhr passierte der Arbeiter mit seiner Frau die DorfEin schweres Bauunglück hat sich in Breslau am Montag straße, als unmittelbar am Weberschen Hause plötzlich eine männliche ereignet. Auf einem Neubau am Freiburger Bahnhof brach vorGestalt vor ihm auftauchte. Der Fremde fiel dem Arbeiter durch mittags ein Stangengerüst zusammen und begrub neun Arbeiter, die sein sonderbares Benehmen auf. Der Zeuge will auch bemerkt alle, zum Teil schiver, verletzt wurden. haben, daß der Mann an seiner Kleidung, besonders an den Hofenbeinen, herumwischte. Als der lettere bemerkte, daß er beobachtet wurde, sprang er plöglich auf, eilte den Weißenseer Weg hinunter und war bald verschwunden. Der Arbeiter glaubt, den Betreffenden bei einer Gegenüberstellung bestimmt wiederzuerkennen. In Bielostock sind sechs Gefangene aus dem Untersuchungsgefängnis entivichen; einer wurde wieder ergriffen. " wenig angenehmes, für den außenstehenden Zuschauer aber spaßEin Kampf mit geistigen Waffen. Ein für die Beteiligten sehr haftes Erlebnis hatten fürzlich, wie die Breslauer Volkswacht" Fenerbericht. Montag nachmittag gegen 3 Uhr wurde die Wehr meldet, drei Herren aus Krajchnis, als sie in Festenberg zu nach der Alten Jakobstr. 139/43( Auerlicht- Gesellschaft) gerufen, weil Besuch weilten. In dem genannten Orte hat der Holzarbeiter- Werfich hier auf dem Dache dichte Rauchwolken zeigten und daher ein band eine sehr stattliche Zahl von Mitgliedern gewonnen. Die größerer Brand befürchtet wurde. Wie sich aber herausstellte, lag fleinen Tischlermeister von Festenberg sehen naturgemäß diese feinerlei Feuersgefahr vor, weshalb die Löschzüge sofort wieder Organisation nicht gern und haben die Aussperrung der Mitglieder Kehrt machen konnten. Der Rauch rührte lediglich von einem auf des Verbandes ir Aussicht gestellt. Um dem rechtzeitig entgegendem Dache aufgestellten Ofen her, der zum Kochen von Teer zutreten wurde von Verbands wegen ein Flugblatt verteilt, das diente. Früh 7 Uhr muße in der Hübnerstr. 2 ein Brand ab- gegen das Auftreten der Innungsmeister Front machte, die übrigens gelöscht werden, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen aus ungenannter aber wohlbekannter Quelle eine vollständige MitBetten, Kleidungsstüde und Möbel gingen dann in der gliederliste in Händen haben. Die Verteiler der Flugblätter waren Waldemarstr. 14 während außerhalb nach Arbeit Festenberg hatte. Witterungsübersicht vom 6. Februar 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Wien Barometer Better Stationen 2 bebedt 4 Haparanda 735 23 1 heiter Better Temp. n. 6. 4 heiter-3 -5 7 5 Petersburg 758 SGD 3bedeďt 7 Scilly 772 SSW 4 bedeckt 6 Aberdeen 758 SSW 5wollig O Paris 776 Still Nebel 777 Still-bedeckt Wetter- Prognose für Dienstag, den 7. Februar 1905. Ziemlich warm, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und leba Berliner Wetterbureau. Hasenheide Neue Welt. Arnold Scholz. 108-114. Heute sowie täglich: 19832* Großes bayrisches Bockbierfest nach echt bayrischen Sitten und Gebräuchen. Georg Ehrngruber, Festwirt.. D'Oberlandler( 30 Mann in Nationalkostüm). Nürnberger Bratwurst- Glöck'le 30 bayrische Mad'In. Anfang: Wochentags 7 Uhr. Entree: Wochentags 30 Pf. Sonntags 4 Sonntags 50 " Neue Welt. Mittwoch, den 8. Februar: des Prämierung Regenschirms 100 Der Stulmjfr. 2 allerlei Gerlimpel und Verpackungsmaterial in einem fort, I'm ſo größer war der Merger der Tiſchlermeiſter, daß fie Masken- Garderobe| Hustentropfen Köpniderstr. 126, 1 Tr. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erhält 10% Preisermäßig. bon 16712* unübertroffen wirksam gegen Husten, Carl Ernst, Heiserkeit, Verschleimung, Halsschmerzen sowie alle Beschwerden der Atmungsorgane. Fl. 50 Pf. Echt nur mit Marke„ Lichtherz", erhältlich in den durch Plakate tenntlichen Geschäften. Otto Reichel, Berlin, Eisenbahnstr. 4. Best.: Arnica 10, Japancamph. 0,7, Anis 7, Pimpinell 15, dest. m. feinst. Spritrectificat 70. Seller brannte. Ein zweiter Wohnungsbrand beschäftigte später folchen Bösewicht nicht erwischt hatten. Beim Glase Bier und einer den ersten Löschzug in der Knrzestr. 14 furze Zeit. Nach dem Pfeife Tabak waren einige von ihnen abends im Sommerkornschen Engel- Ufer 19 wurde die Wehr gerufen, weil hier Körbe, Wäsche- Lofale versammelt und wetterten mörderisch auf die vermaledeiten ftüde 2c. Feuer gefangen hatten. Unfug am öffentlichen Feuer- Sozialdemokraten, die die Leute aufheßten usw. usw. Da tat sich melder lag einer Alarmierung zu Grunde, die bald nach Mitternacht die Tür auf und herein traten drei unbekannte jüngere Personen, die vierte Kompagnie nach der Boyen-, Ecke der Scharnhorstraße, die sich ein Glas Bier bestellten, ohne sich um die scheltenden Staatsführte. Leider gelang es nicht, den Frevler bei seinem lichtscheuen stützen sonderlich zu kümmern. Diese aber fingen nun erst recht an, Treiben abzufassen. Außerdem liefen noch in den letzten auf die Sozis zu schimpfen und den Fremdlingen böse Blide zuzu24 Stunden aus der Kastanien- Allee 47, Waldemarstr. 88, Friedrich- werfen. Aber ihr Bemühen war umsonst, die Fremden reagierten straße 44 und noch aus verschiedenen anderen Orten Feuer- nicht darauf. Zwischen 11 und 12 Uhr abends traten sie an den meldungen ein, doch handelte es sich in allen diesen Fällen um ganz wirt heran mit der Bitte, ihnen. Nachtlager zuzuweisen. Da famen geringfügige Anlässe. sie aber schön an:" Anständige Menschen suchen so spät kein Nachtquartier," erklärte der Wirt, und Bier schenke ich auch nicht mehr in größerer Stadt, zirka 400 Sektor fraten" zugerufen. Da drehte sich einer von ihnen um und sagte: wegen zunehmender Strankheit der Frau Wieder wurde ihnen das liebliche verfluchte Sozialdemo- Bierumfaz, Saal, Fremdenverkehr, ist " Sie sind wohl ein größerer Sozialdemokrat als wir!" Jm Nu mit zirka 12000 m. Anzahlung billig waren der Sprecher und die beiden anderen gepackt, hatten ein paar einnahme zirka 1100M. Näheres gegen zu verkaufen. Gebäude neu, MietsSchläge ins Gesicht weg und waren aus der Tür befördert. Draußen Marte durch W. Voigt, Wismar i. M. gab es auch noch Schläge. Dem einen der Herren wurde die Brille in fleine Stüde geschlagen. Ein Tischlergeselle nahm sich schließlich = Arbeiter Bildungsschule Berlin. Der Protestversammlungen wegen fällt der Unterricht in sozialer Gesetzgebung am Donners tag aus und findet am Freitag, den 10. 5. M., im Saal 8 statt. Der Buchbinder- Männerchor hält Sonntag 11 Uhr zum Besten ber Bergarbeiter eine Matinee ab, an der der Musikverein " Harmonie" sowie der Humorist Balzé mitwirken. Der Eintrittspreis beträgt nur 30 Pf. d ein. Gewerkschaftshaus Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Wublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 7. februar. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Fra Diavolo. Neues fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Die Brüder von Sankt Bernhard. Berliner. Der Zwift der Verliebten. George Dandin. Leffing. Das gerettete Venedig. Westen. Der Zigeunerbaron. Zentral. Die Jurheirat. National. Alessandro Stradella. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Stilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Medea. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Fuhrmann Henschel. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. Residenz. Hotel Pompadour. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Hörsaal: Dr. F. Ristenpart: Der Aufschwung der Astronomie im 19. Jahrhundert. CASTAN'S PANAS ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Neu! Rosa Wedsted, das finnländische Riesen- Mädchen!!! 2 Meter 20 cm groß! Neu! Das Erwachen des Poseidon! Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Deutsch- Amerikanisches. New York. Henry Bender. Josef Josephi. Luisen. Höhere Töchter. Kasino. Heirat auf Probe. Metropol. Die Herren von Marim. Belle Alliance. Lumpacivagabundus. Carl Weiß. Geld und Name. Apollo. Berliner Luft. Radrennen Robl- Arend. Spezialitäten. Paffage Theater. Lucia Krall. Anf. 5 Uhr. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Palast. Wie man Weiber fesselt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstrasse 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Bannkreis der Jungfrau. Invalidenstraße 57/62. Stern Im warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. 0. Wallner- Theater. Schiller- Theater Dienstag, abends 8 Uhr: Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Mittwoch, abends 8 Uhr: Pension Schöller. Donnerstag, abends 8Uhr: Fuhrmann Henschel. N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Dienstag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Schauspiel in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Mittwoch, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Donnerstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Zirkus Busch. Fortsetzung der Großen Internationalen Ringkampf- Konkurrenz. M. 7500.- Geldpreise in bar! Ehrenprotektorat: Herr Professor Reinhold Begas. Aimable de la Calmette, Frankr., gegen Karl Betkowsky, Polen Emil Vervet, Frankreich Georg Strenge, Berlin' M. Sandorfy, Ungarn " " " Hans Lang, Bayern Wenzel Konba, Mähren Emil Nitschke, Berlin. ( Beginn der Kämpfe gegen 834 Uhr.) Außerdem mit noch nie dagewesenem Erfolge die große Ausstattungs- Feerie Katharina II. 6 oftafrikanische Zebras, in noch nicht erreichter Vollkommenheit dressiert von Herrn E. Schumann. Persönliches Auftreten des Herrn Kommissionsrat Busch. Klown Armando mit seinen dressierten Affen und die vorzüglichsten Programm- Nummern. Voranzeige. Am Donnerstag, den 23. Februar 1905, findet eine Gala- Fest- Vorstellung statt, deren Gesamt- Ertrag dem Zentral Deutschen Roten Kreuzes für seine Tätigkeit Josef Giampietro.west- Afrika und Vitajien zugeführt wird. Anton Grünfeld. taffe fowie im Invalidendant und bei 2. Wertheim zu haben. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Heirat auf Probe. Vorher das vollst. neue Programm. Sonntag 4 Uhr: In Vertretung. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Hörsaal: Dr. F. Ristenpart: Der Die glückliche Gilberte Aufschwung der Astronomie im 19. Jahrhundert. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Angele. Borher: Abschied vom Regiment. Mittwoch: Angele. Abschied vom Regiment. Donnerstag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Freitag: Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Gebrüder Herrnield- Theater. Der Neues Theater. bisher unübertroffene lachluftigste Anfang 7, Uhr. Ein Sommernachtstraum. Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. Donnerstag: Der Graf von Charolais. Freitag, Sonnabend, Sonntag: Ein Sommernachtstraum. National- Theater Weinbergsweg 19. Dienstag, den 7. Februar 1905: Alessandro Stradella. Anfang 72 Uhr. Mittwoch: Die Hugenotten. Herrnfeld- Schlager mit seinen stürmisch bejubelten Situationen Prinz Levy in Ahlbeck Schwank in 3 Aften mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Billetts sind vom Mittwoch, dem 8. Februar, ab an der ZirkusPreise der Plätze: Logenplatz M. 20,-, Parkett M. 10,-, Balkon M. 8,-, I. Platz M. 3,-, II. Platz M. 2,-. Alle Ermäßigungen sind aufgehoben. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Großes Urbock- Jubelfest. Internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Zirkus Schumann. Skala- Theater. Bum 47. Male: Mit bis jetzt unübertroffenem Erfolge: Die große Schumannsche mit feenhafter Pracht inszenierte AusstattungsPantomime Eine Nordlandreise. Im Strahle der Mitternachtssonne. 7 Akte und die märchenhaft schöne Schluß- Apotheose. Zirka 400 Mitwirkende. 2 Musikkorps. Vorher: Neu! Das neue, glänzende Februar Programm. 1. a.: Neu! Der Bernhardiner Hund als Kunstreiter! Neu! Clown Steffi mit seinen dressierten Tieren. Ferner: Die großartigen Spezialitäten und Direktor Albert Schumanns neue und moderne Dressuren. Donat Herrnfeld. Lustspielhaus Prahidal, deffen Reisebegleiter: Täglich 8 Uhr: Anton Herrnfeld. Der Familientag Zentral- Theater Anf. 8 Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. Abends 72 Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Atten von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehar. Morgen u. folg. Tage: Die Juxheirat. Sonnabend 4 Uhr: Däumelinchen. Sonntag 3 Uhr: Der Bettelstudent. Luisen- Theater. Höhere Töchter. Morgen zum 1. Male: Dorf u. Stadt. Donnerstag: Hamlet. Freitag: Dorf und Stadt. Sonnabend: Don Carlos. Sonntag, nachmittags: Hamlet. Abends: Dorf und Stadt. Montag: Hopfenraths Erben. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Wochentg.5, Sonnt.3Uhr. Kurzes Gastspiel der berühmten Gesangskünstlerin Lucia Krall. Ferner die akrobat. Tänzerinnen Smeralda un Senitza, übertreffen alles, was bisher gesehen wurde. Jacques Bronn, Humorist, Bernardi prolongiert. 14 neue glänzende Nummern. Apollo- Theater. Carl Weiß- Theater. Heute Dienstag 102 Großes Rekordfahren über 10 Kilometer um den Extrapreis von 1000 m. Borher: Robl- Arend- Hansen. Berliner Luft bon Paul Lincke und die Februar- Attraktionen. Anfang 8 Uhr. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Sonntag nachmittags: Das Lumpengesindel. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Bis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börse. 8 Uhr: Die Attraktionen des großen Februar- Programms. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) An der Grenze, oder: Verschlafen. Posse mit Gesang in einem Aft. Großer Boxer- Kampf fowie 30 internat. Spezialitäten. Anfang 7%, Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts zu den numer. Bläßen find stets 8 Tage vorher zu haben Sanssouci. Rottbuser Tor Stat. der Hochbahn Heute Dienstag: Der Leiermann und fein Pflegekind. Boltsstück mit Gesang in fünf Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Morgen Mittwoch: Der Leiermann und sein Pflegekind. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Schuhmachermeister Albert Seeger nach kurzem, schwerem Leiden am Sonnabend, den 4. d. Mts., verstorben ist. 1958b Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Friedens- Gemeinde, Nieder- Schönhausen( Nordend) aus statt. Die trauernde Witwe Emilie Seeger nebst Kindern, Lorgingstr. 6. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, 4. Februar, der Genosse, Schuhmacher Albert Seeger Rorkingstr. 6 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 8. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofes der Friedens gemeinde in Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/9 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für Weißensee und Umgegend. Todes- Anzeige. Am 3. d. Mts. starb unser Mitglied Heinrich Hüteher. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Diens tag, den 7. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Pistoriusstraße 91 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 18/2 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Puzer zur Kenntnis, daß unser Mitglied Heinrich Hutcher am Freitag, den 3. Februar, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. Februar, nachm. 3 Uhr vom Trauerhause Pistoriusstraße 91 nach dem Weißenseer Friedhof in der Rölkestraße statt. Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. 133/7 3. A.: H. Neumann. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes Ludwig Maaß sage allen Beteiligten meinen herz lichsten Dank. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß am Freitag, den 3. Februar, meine liebe Frau, unsere gute Mutter Luise Stahlberg gcb. Wunderlich nach kurzem, aber schwerem Leiden 20332 verstorben ist. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Febr., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen LuisenKirchhofes( Westend), Fürstenbrunner Weg, aus statt. Der tranernde Gatte Albert Stahlberg nebst Kindern. Charlottenburg, 3. Febr. 1905. Am 4. d. Mts. verstarb nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Tischler Adolf Fröhlich im Alter von 39 Jahren. Um stille Teilnahme bitten am Die trauernden Hinterbliebenen. Grünan, Jägerstr. 7. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichen19596 halle Grünau statt. Allen Freunden und Genossen die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Auguste Leonhardt nach kurzen Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Diens tag, den 7. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle in Wilhelmsberg aus statt. Franz Leonhardt, Memelerstr. 12. Statt besonderer Anzeige! Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und gute Mutter Luise geb. Dohrmann am Sonnabend, den 4. d. Mts., nach schwerem Leiden verstorben ist. Karl Hartmann, Schankwirt, nebst Sohn, Rigdorf, Pannierstr. 13. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittags 3½ Uhr, von der Reichenhalle des neuen Rigdorfer Friedhofes am Mariendorfer Weg aus statt. 19575 Allen Verwandten und Betannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau Elise Sikorski geb. Stieg am 5. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes aus statt. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Allen Bekannten, Freunden und Verwandten zur Nachricht, daß meine liebe Frau 2027 Martha Müller Ww. Martha Maaß. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. öglich Borfiellung Die Riesin Ilona, 485 Bfd. schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. 9% Uhr: Novität! Der größte Schlager: WINTERGARTEN. Medizinische Rätsel, Wie man Weiber fesselt. Berfaffer bon Militär- Gesangsposse von Neiflingen, Mutter Gräbert", ,, Dntel Cohn", ,, Wie einst im Mai". Anfang 8 Uhr. Vorher Konzert von der großen Haustapelle. Entree 50 Pf. Die Vorstellungen finden trotz der Ausstellung allabendlich ununterbrochen statt! Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags die halben Kassenpreise! Freitag: Elite- Abend: Der Hüttenbesitzer. Anfang 8 Uhr. anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! 19W Urania, Geld und Name. Volksgarten- Theater SAHARET Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Kinderborstellung. Hänsel und Gretel. Sonntag, nachm. 3 Uhr( Barkett 60 Bf.) 3. legtenmal: Senta Wolfsburg. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Deutsch- Amerikanisches Der Hüttenbesitzer. Theater. Köpenickerstr. 67/68. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: Zum 78. Male: New- York Schauspiel in 5 Att. nach Ohnet v. Ried. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Mittwoch zum letztenmal: Emilia Galotti. Donnerstag: Benefiz für C. Reich. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Stadt- Theater Moabit. Ueber'n grossen Teich. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Hotel Pompadour. Schwank in 3 Atten v. Anthony Mars u. Leon Xanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag, 12. Februar, nachmittags 8 Uhr: Der selige Toupinel. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: Onkel Bräßig. Rebensbild in 5 Aften von C. Werel und R. Wegener. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Numer. Platz 75 Pf. Donnerstag: Das Geheimnis der alten Mamsell. ( früher Weimann). Mittwoch, den 8. Februar 1905, auf allgemeinen Wunsch zum 3. Male: Lenore. Schauspiel mit Gesang in 3 Abteilungen( 5 Bildern) von K. v. Holtei. Regie: Felir Burmeister. Gustav Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. und die ausgezeichnet. Kräfte d. neuen Februar- Programms. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. äglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Bockbierfest. In den unteren Sälen jeden Abend: I KONZERT. Der dumme Mar u. der fluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Wrangel- Straße 10-11. Jeden Dienstag: Anfang 8 Uhr. Ein Versuch überzeugt! Nordd. Sänger. geb. Albrecht nach längerem Leiden am 5. Februar früh plöglich am Herzschlag, im Alter von 25 Jahren verstorben ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Max Müller. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8., nachm. 3 Uhr, auf dem Lichtenberger Gemeinde- Friedhof, Strugstege, Duerstraße der Dorfſtraße, statt. Allen Verwandten und Genossent die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Emilie Ewald geb. Riebe, am 4. Februar sanft entschlafen ist. 19416 Der tiefbetrübte Gatte n. Kindern. Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zions- Kirchhofes aus statt. PrinzenNach der Soiree: Dr. Simmel, 41, Tanzkränzchen 72/ 7* Spezialarzt für ohne Nachzahlung Hant- und Harnleiden. C. J. Walter.| 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. 2029L Sehr richtig ist es, wenn Sie sich Kognak, Rum, Liköre etc. selbst bereiten, aber nur mit den berühmten Original ReichelEssenzen, Marke ,, Lichtherz", den Beliebtesten, Bewährtesten und im Gebrauch Billigsten. Mehr können Sie nicht sparen. 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Man verlange ausdrücklich Reichel- Essenzen mit dem ,, Lichtherz", denn diese sind alt bewährt und allein echt. Sozialdemokratischer Wahlverein Donnerstag, 9. Februar, abends 8 Uhr, 1. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( 6st). finden in Berlin und den Vororten 21 Volks- Versammlungen in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis: Frankes Festfäle, Sebastianstraße 38/39. II. Kreis: Hofjäger- Palast, Hasenheide 52/53. III. Kreis: Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. IV. Kreis( Ost): Elysium, Landsberger Allee 40. Scheruch, Rüdersdorferstr. 45. IV. Kreis( Süd- Ost): Urania, Wrangelstr. 10/11. V. Kreis: Lipps( Brauerei Friedrichshain), am Friedrichshain VI. Kreis: Berliner Prater, Kastanien- Allee 79. Nr. 22/29. Weimanns Volksgarten, Badstraße 56. Eiskeller, Chausseestr. 88. Peters Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. Boxhagen- Rummelsburg: Weigels Salon, Türrschmidt-, Ecke Goethestraße. Dienstag, den 7. Februar, abends 8, Uhr im Elysium, Landsberger Allee 40/41: Versammlung. Zages Drdnung: 99 1. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Nobert Schmidt über: 9, Unsere Plätze an der Sonne." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäfte haben Zutritt. Zahreichen Besuch erwartet 242/ 8* Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. VI. Wahlkreis. Dienstag den 7. Februar, abends 8%, Uhr, im„ Eiskeller", Chauffeestraße 88: Volks- Versammlung. Zages Drdnung: 219/ 6* Vortrag des Genossen Albert Schmidt- Sonnenburg i. d. Mark über: " Zur Landarbeiterfrage". Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Diskussion. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. General- Verfammlung. am Dienstag, den 7. Februar, 81/2 Uhr abends Tages Drdnung: 245/2 1) Vorstands und Revisionsbericht, 2) Neuwahl des gesamten Vorstandes, 3) Partei- und Vereins- Angelegenheiten. Lichtenberg: Kronprinzen- Garten, Frankfurter Chaussee 86. im Alten Schühenhause, Linienstraße 5. Pankow: Gefellschaftshaus Roczicki, Kreuzstr. 3/4. Weißensee: Vereinshaus, Charlottenburgerstraße 150. Reinickendorf- Ost: Kirsch( Seepark), Marktstr. 1/2. Rixdorf: Viktoria- Säle, Hermannstr. 49. Thiels Festfäle, Bergstraße 152. Schöneberg: Obsts Festfäle, Meiningerstraße 8. Nowawes: Godglück, Priesterstr. 8. Tempelhof: Tivoli, Berlinerstr. 50. Tages- Ordnung: -18X2 Die Revolution in Rußland. Witgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Es ist Pflicht aller Genossen, den Vorwärts" von der Der Vertrauensmann. Inventur1891L* Räumungspreise! soweit Vorrat: Partie Reichgestickter Stores in 7.60 Partei- Spedition, Keibelftraße 42, goldr.Erbstüll 4.35( Wert zu beziehen. Die Spedition ist geöffnet von 24-8 Uhr morgens, von 12-2 Uhr mittags und von 5-8 Uhr abends. Verlangen Sie ausdrüdlich den so vorzüglich schmeckenden Dänischen Anker- Kautabak. Echt nur, wenn in jedem Stüd Schleifen oder Rollen der Firmenzettel mit Anker liegt. Nachgeahmten Tabak ohne Zettel weise man zurück. 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Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre Berlin Oranienstraße 158. S. Nach auswärts per Nachnahme. Inventur- Extraliste gratis und Große Matinee. Katalog ittranko zum Besten Da diese Versammlungen als Protest der Berliner Arbeiterschaft gegen die Greuel des Zarismus und als Sympathie- Erklärung für der ausständigen Bergarbeiter im Ruhr- Revier, die russischen Freiheitskämpfer gelten sollen, erwarten wir, daß Mann für Mann erscheint. 209/3 Die sozialdemokratischen Vertrauensleute E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Maxim Gorki. der Dichter des Nachtasyl", wurde während der legten Unruhen in Bẞetersburg verhaftet. Das Schicksal des Dichters erregt das lebhafteste Interesse aller Streise der Bevölkerung. Bir bringen daher unseren Lesern dic Werke Gorfis in Erinnerung und empfehlen dieselben einer freundlichen Beachtung. Maxim Gorki: Kain und Artem 60 Pf. 60 Warenika Olessowa. brosch. 1 Mit. Jm Asyl für Obdachlose ( Ein wildes Mädchen) geb. 2 " Das Opfer der Langeweile 1 " Ein Jubividualist 1 " Ein sonderbarer Leser 1 " Tschelkasch Bolesy ( Lied vom Falken) 1 " Gefunkene Leute. brosch. 1 " Der Bagabund. geb. 2 " brosch. 1 " geb. 2 " b Der rote Waska. Brosch. 1 geb. 2 Blaue" Funken brosch. 1 geb. 2 brosch. 1 geb. 2 brosch. 2 " geb. 2 " " " " " " W " geb. 3 " Das Ehepaar Orlow brosch. I • Die Geschichte eines Bäckergesellen Desgl. Das Nachtasyl " Wir machen unsere Leser noch darauf aufmerksam, daß soeben der nene Katalog unserer Buchhandlung er schienen und gratis zu haben ist. Berlins und der Umgegend. TRAORETHIN Lambour KaffeeRöst- Werke Berlin SW., Friedrichstraße 49 a, Ecke Schützenstraße. Probierstube arbeiten mit neuestem, das Aroma schützenden Röster, Kühler, Filter D. Reichspatente ang. Verkaufen Gerösteten Kaffee Pfund 1.00, 1.15, 1.30, 1.50, 1.70, 1.90, 2.20 M. Gemahlenen Kaffee Pfund 1.00, 1.15, 1.30, 1.50, 1.70, 1.90, 2.20 M. 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Geipelt, des Violinvirtuosen Herrn Alexander Altmann, des Herrn Kapellmeisters Hempel, sowie des Elite- Streichorchesters des Herrn Musikdirektors F. Blume. 65/5 Rauchen während des Konzerts verboten! Billett 30 Pf. Anfang präzise 12 Uhr. Straßenbahn- Fahrverbindung mit den Linien 34, 35, 36, 38, 39, 41, 42 und Mittelstraße- Pankow. Drei Minuten vom Nordring- Bahnhof Gesundbrunnen. MECH R.HECHT BERL ca. 600 Illustrat. = Stempel Fabrik bon[ 17072* Robert Hecht, Berlin S.. Oranienftr. 142, liefert schnell und Sillig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Kautschuk Typen„ Perfett" 3 zum Zusammensetzen einzelner Wörter Nächste Ziehung 15., 16., 17. und 18. Februar. fowie ganzer Säße von 1,50 M. an Wohlfahrts- Lose zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete Nur Geldgewinne ohne Abzug a Mark 3,50, Porto und Liste 30 Pf. extra, empfiehlt gegen Postanweisung oder Nachnahme Nachahmungen zurückweisen! Kraft- Rothwein für Blutarme u. 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Der Vorstand. Berantiv. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 32. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 7. februar 1905. Für die ausständigen Bergarbeiter gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommission folgende Beiträge ein: Bom Verband der städtischen Arbeiter: Liste 2240, Arbeiter der Gasanstalt Schmargendorf 37,85, Liste 2241, Arb. d. Gasanst. Schmargendorf 12,10, Lifte 2243, Arb. d. Gasanst. Schmargendorf 13,20, Liste 2244, Arbeiter d. Gasanst. Schmargendorf 16,05, Lifte 2202, Straßenreiniger, Abt. 23 16,50, Lifte 2204, Straßenreiniger, Abt. 27 12,70, Lifte 2274, Arbeiter der Gasanft. Danzigerstraße 8,10, Liste 2275, Arbeiter der Gasanit. Danzigeritraße 23,75, Lifte 2265, Arbeiter der Gasanstalt Rigdorf 15,70, Liste 2266, Arbeiter der Gasanstalt Rigdorf 7,85, Lifte 2264, Arbeiter des Wasserwerks Tegel 15,50, Liste 2288, Arbeiter des Wasserwerks Tegel 10,30, Liſte 2258, Personal der Srrenanit. Herzberge 76,45, Lifte 2271, Arb. d. Gasanft. Lichtenberg 11,-. Lifte 2272, Straßenreinig. Lichtenb. 6,30. 2. 5571, gef. i. Friseurg. Gomoll 9,-. Lifte 8098, Kollegen der Telegr. Bau- Anstalt R. Krüger, parterre u. Keller, 3. R. 10,40. P. F. 3, Tischler bei Hartmann u. Co. 10,-. Liſte 1703, Goldleiftenf. Bander 20,20. Lifte 6947, Siemens u. Halste, S. 32, 3. Rt. 25,20. Ein beschäd. Markstüd 1,-Lifte 4290, Golzu. Breitmann 9,65. 2. 6949 Berl. Lichtdrucanft. 3,55. Rich. Grünberg 9,-. Personal d. F. Guttsmann, 2. Rate 8,35. Lifte 882, Verband der Graveure, Fil. Berlin 28,25. Lifte 6950, Pfaff, Saal I, 2. Rate 15,85. Lifte 3185, Pfaff, Saal III, 2. Rate 31,85. Liste 6979, Pfaff, Saal IV 22,30. Rudolf Nickel 1,50. Liste 8100, Müßenfabrit S. Gärtner, 3. Rate 20,80. Piano- Mech.- Fabrik Wiesner 10,-. Liste 6953, Schuh- Fabr. Jakobowsky, 2. State 7,90. Buchdr. b. Maurer u. Dimmid 9,65. Liste 7316, Stodfabr. E. Noa 9,75. Lifte 6951 6,20. Riste 8223, Pfaff, 3eughofstraße, Saal II, 3. Rate 20,15. Großes Eisbein, Strantenh. Lichterfelde 9 ,. Liste 6964, 2. M. Barschall, Kontobuchfabr. 16,30. Personal bei J. Rosen2. Rate 22,-. thal, Buchdr., 3. Rate 9,60. Lifte 5490, Tapez.- u. Dekor.- Werkst. H. Gerson, Str.- Unterſtük.- S. 5. Tapez. u. Dekor., H. Gerson 80, Tapez. v. Brandt d. Göbel, 3. Rate 3,50. Nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen 8,-. Lifte 4292 2,75. Möbeltischl. M. Barth, Urbanstraße 20, Fliesenleger d. F. Zander, Dombau 5,50. Lifte 6968, Lederw.- Fabr. Marfiewicz, 2. Rate 6,40. Liste 5968, Koll. v. Zander u. Opiz, Werkz.- Fabril, 4972 7,75, 1057 25,50, 1066 7,45, 1074 14,75, 1080 25,20, 1085 33,40, 1092 1093 10,35, 4951 3,50. Zuschuß zu verband d. Schuhm. Zahlst. Berlin 1000,-, derselbe, Konto auf Listen, verblieben. Der Dispositionsfonds wies eine Einnahme von 3. Rate 300,-. Summa 6091,53 M. Bereits quittiert 74 850,15 M. Im ganzen 80 941,68 * . * 50 3865,08 M., eine Ausgabe von 125 M. und einen Bestand von 3740,08 m. auf. Dem Kassierer wurde einstimmig Decharge erteilt. Gin Antrag, daß die Mitglieder des Vorstandes und die Vertrauensleute des vierten Agitationsbezirks politisch organisiert sein sollen, fand einstimmige Annahme. Der Vorstand wurde beauftragt, geeignete Schritte zu unternehmen, um in den Werkstätten, in welchen Afford gearbeitet wird, Preisverzeichnisse aufzustellen, die jedem Kollegen zugänglich find, und anzustreben, daß bei Affordarbeit, sofern Ueberstunden-, Sonntag oder Nachtarbeit verlangt wird, auch vermittlern im paritätischen Arbeitsnachweis wurden Kunert und die im Tarif vereinbarten Zuschläge gezahlt werden. Zu ArbeitsDing gewählt. Ferner wurde auf die Statistik des Zentralvorstandes und die Neuwahl des Gesellenausschusses hingewiesen. Weitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission Engel- Ufer 15, vorm. 9-1 und nachm. 4-8 Uhr. Für Berlin sind die Gelder, welche mittels der Post eingehen, an A. Kör sten, Engel- Ufer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Beim Rigdorfer Gewerkschaftskartell gingen für die ausständigen Bergarbeiter im Ruhrgebiet folgende Beträge ein: Buberkolonne Chemnitz 13,35, Risten 904 17,50, 906 5,10, 907 10,05, 908 7,40, 931 17,10, vorstehende Listen gesammelt auf Bau Vereinsbrauerei Rigdorf. Listen 886, Tischlerei Marquard 6,30, 887, Tischlerei Schüß 19,15, 888, Tischlerei Staseloff 5,15, 890, Tischlerei Emmelut 11,25, 891, Tischlerei In der letzten regelmäßigen Mitgliederversammlung des Ber Richter 20,55, 943, Tischlerei Ulrich 8,-, 940, Firma Dube it. Co. 9,25, 833 bandes der Sattler erhoben sich vor Eintritt in die Tagesordnung 6,50, 890 11,25, 893 4,20, 909 6,-, 910 4,25, 911 3,40, 912 4,25, 920 17,95, die Anwesenden zu Ehren der im Kampfe für die Freiheit in Ruß921 5,30, 931 17,10, 935 8,-, 943 8, land gefallenen Revolutionäre. Dann wurde von Weyher die Den Gebern besten Dank. Weitere Beiträge nimmt entgegen, Abrechnung gegeben. Die Lokaltaffe hatte inklusive des Kaffenfowie Sammellisten werden ausgegeben durch den Obmann bestandes vom vorigen Quartal eine Einnahme von 8742,45 Mart. Hendrischke, Kirchhofstr. 2. Verfammlungen. Am Dieser gegenüber steht eine Ausgabe von 1882,50 M., so daß ein Bestand von 7359,95 m. verbleibt. Die örtliche Verwaltung ers forderte von den ihr zustehenden 2196,36 M. 1407,48 M. und schließt mit einem Kaffenbestand von 788,88 m. ab. Die Ortsverwaltung Berlin hatte am Schlusse des dritten Quartals 1653 Mitglieder. Ein Dritter Wahlfreis. Die Generalversammlung des Wahlvereins, Antrag des Vorstandes, die sich zur Aufnahme meldenden Kollegen in der welche am Dienstag im Getvertschaftshause abgehalten wurde, ehrte Mitgliederversammlung zu verlesen, gelangt zur Annahme. Der zunächst das Andenken von drei im letzten Vierteljahre verstorbenen zeitgemäße Bortrag des Genossen Ströbel fand den Beifall der gut Mitgliedern. Auch der Opfer der Vorgänge in Rußland wurde in besuchten Versammlung. Diskussion fand nicht statt. Als Kandidaten zum Gesellenausschuß wurden Schreiber, Brenzel, Hausner ehrender Weise gedacht. Auf der Tagesordnung stand als erster Punkt der Geschäfts- und Pinkowsty, als Erfagleiter Strehlow und hilpert außer zweien 8,80. Lifte 5967, Tiek u. Co., Masch.- Werkz.- Fabrit 11,70. bericht des Vorstandes, den der Vorsitzende Frit erstattete. Am leiter a do wit und worra, für das Herbergswesen P. Titsch aufgestellt. Zum Schiedsgericht Schreiber und Jenner, als ErsatzLifte 2035 9,40. Liste 8233, Tischlerei von Heidmann 8,90. Anfang des abgelaufenen Jahres hatte der Verein 1841 Mitglieder, Lifte 7226 Piano- Mech. Fabr. Jacob III N. b. Weber 10,20. Lifte 4846 am Jahresschluß waren es 2464, ber Mitgliederbestand hat sich also und Bethke aufgestellt. Als Kandidaten zum GewerkschaftsBerson. v. Hopp u. Kurzweg b. Runert 23,10. Lifte 4211 3,95. Staffen- um 623 vermehrt. beamten a. 4013, 4017, 4019, 4021, 4025, 4038, 4042 84,95. Berl. Doppel- 214 Arbeiter, 1 Artist, 3 Aerzte, 16 Bäder, 14 Barbiere, 2 Bierschiedenem unterzog Riedel das Verhalten der Kollegen bei Von den 2464 Mitgliedern sind: 2 Agenten, tongreß wurden Blum und Weyher nominiert. Unter BerQuartett Harmonie 6,-. Liste 3780 Firma Ridmann 7,75. Lifte 3874 dar. I. u. II. St. Tapez. b. 2. Gerlach 9, 18,55. Lifte 7504 Galanteriearb. berleger, 24 Bildhauer, 2 Böttcher, 87 Buchbinder, 40 Buchdrucker, Tippelskirch einer herben Kritik. Daselbst werden entgegen einem G. Dietrich, Ritterstr., 2. R. 8,75. Töpfer Bau Thiele Charlottbg., Wilmers- 5 Buchdruckerei- Hilfsarbeiter, 1 Buchhändler, 2 Büchsenmacher, Beschluß Ueberstunden gemacht, obgleich noch nicht sämtliche Pläße dorferstr. 10,-. Liste 7815 D. Telephon- Werke Köpenickerstr., Abt. Werkzeug- 3 Bureaubeamte, 4 Bureau- Hülfsarbeiter, 1 Bürstenmacher, 1 3e- besetzt sind. Die Ortsverwaltung soll sich mit dieser Angelegenheit bau 14,65. Verb. d. Gastwirtsgehülsen Hauptverw. 2. Rate 200,-. Desgl. mentierer, 1 Chemigraph, 6 Zigarrenarbeiter, 11 Zigarrenhändler, befaffen. Ortsverw. Berlin 200,-. D. Bunger ges. am Biertisch 3,-. Tischl. p. 2 Zigarrenfabrikanten, 6 Dachdecker, 1 Dienstmann, 48 Drechsler, Bannemann u. Hoffmann 7,50. Tischl. v. Hebel, Warschauerstr. 5,- Etui 1 Expedient, 6 Fabrikanten, 6 Fensterpuzer, 19 Former, 1 Fuhrherr, Generalversammlung erstattete der Vorsitzende Nitsche den GeVerband der Möbelpolierer. In der am Montag abgehaltenen fabrik Kann, Rifterstr., 2. Rate 15,45. Berson. d. G. Gebr. Möwes 1157 Gast- und Schankwirte, 2 Gelbgießer, 6 Glafer, 11 Glasarbeiter, schäftsbericht für das vierte Quartal 1904. Er bemerkte unter Person. d. Buchdr. H. S. Hermann 3. Rate 194,75. Liste 5970 Henniger 11. Co., Alte Jakobstr. 37,25. Liste 2616 d. 2. Alber 7,85. Lifte 5005 17,75. Golbarbeiter, 28 Graveure und Ziseleure, 52 Gürtler, 5 Handels- anderem, daß von den Streifenden und Ausgesperrten noch 187 Liste 2590 d. Otto Maaß 15,- Liste 8391 Müßenfabr. G. A. Hoffmann hülfsarbeiter, 22 Händler, 101 Hausdiener und Packer, 3 Kamm- Kollegen außer Arbeit sind. Außerdem zählt der Verband gegen 20,60. Lifte 2589 Bautischlerei Kiehn, Hasenhaide u. Gräfeftr. 14,95. macher, 16 Rassenbeamte, 40 Kaufleute, 9 Kellner, 12 A. E.-G. Aderstraße, Listen 1026 18,75, 1063 30,-, 1069 23,05, 1076 12,15, Ristenmacher, wärtig 207 Arbeitslose. Die Arbeitsvermittelung im vierten Quartal 10 Klavierarbeiter, 83 Klempner, 3 Rorbgestaltete sich folgendermaßen: Eingeschrieben waren 1257, berlangt 1082 12,40, 1089 6,80, 1094 39,20, 4970 23,10, 1039 25,75, 1064 24,75, macher, 2 Kupferschmiede, 32 Kutscher, 5 1071 22,30, 1077 26,-, 1083 15,55, 1090 27,40, 1095 24,50, 4971 3,60, 1054 3 Ladierer, 1 Lagerhalter, 44 Lederarbeiter, 5 Lithographen, ungünstiger wie das des dritten Quartals. Es ist das eine selbstverständKürschner, wurden 711, befeßt wurden 587 Stellen. Das Resultat ist erheblich 13,55, 1065 6,15, 1073 12,10, 1079 14,40, 1084 16,30, 1091 15,10, 1096 12,50, 45 Maler, i Marmorschleifer, 2 Maschinenarbeiter, 10 Maschinisten liche Folge der verflossenen Aussperrung in der Holzindustrie. 23,60, 1099 17,30, 1059 10,65, 1067 18,50, 1075 11,50, 1081 20,95, 1087 9,55, und Heizer, 45 Maurer, 24 Mechaniker, 50 Metallarbeiter, 38 Metall- Schluffe feines Berichts gedachte der Stedner des Bergarbeiterstreits Verb. d. Schneider, Filiale Berlin, a Konto auf Liften 220,-. Lifte 1422, 1 Möbelhändler, 20 Möbelpolierer, 4 Monteure, 1 Mühlenbauer, fungen für die streitenden Bergarbeiter zu beteiligen. Ferner geLife 1017 burd Balaiste 0450, 1 20 4 Mouleure, Werschmiede, und ersuchte die Stollegen, sich nach besten Kräften an den SammInstallateure K. W. D. 16,60. Lifte 1446, Affumulatoren- Wert Pflüger 2 Mühlenarbeiter, 2 Musifer, 3 Perlmutterarbeiter, 4 Portiers, dachte der Nedner der Vorgänge in Rußland. Die Versammelten 34,90. Liste 1500, Papierrohrfabrik St. B. D. 32,75. Lifte 4730, Stabelfasten 5 Porzellanarbeiter, 1 Rechtsanwalt, 1 Redakteur, 6 Rohrleger, bezeugten den von den Schergen des Baren Hingemordeten ihre St. 23. D. 11,60. Lifte 4761, Former Niles 28,20. Liste 4762, Maschinen- 45 Sattler, 10 Silberarbeiter, 1 Schirmmacher, 1 Schlächter, Sympathie, indem sie sich von ihren Sißen erhoben. bau Niles 10,20. Liste 7101, desgl. 17,25. Lifte 7102, desgl. 14,20. 106 Schloffer, 13 Schmiede, 160 Schneider, 2 Schriftgießer, Hierauf wurde der Kassenbericht gegeben. Die Einnahme im Liste 7103, desgl. 13,10. Liste 7114, Reparatur- Abt. K. 2. D. 17,90. Zifte 7118, Zieheiſenbau&. 23. D. 20,50. Lifte 7125, Messinggießerei N. 2. D. 57 Schriftfezer, 2 Schriftsteller, 65 Schuhmacher, 18 Steindrucker, vierten Quartal beträgt 33 798,25 W., dazu kommt ein Bestand 18,30. Lifte 7126, besgl. 14,20. Liste 7133, Auto- Motor N..G. 28,-. Liste 6 Stellmacher, 3 Stuffateure, 3 Tanzlehrer, 33 Tapezierer, 1 Tech- von 38 186,45 M. Ausgegeben wurden 65 580,25 m., bleibt ein 71,34, Auto- Werkzeug N. A. G. 6,90. Lifte 7142, Drahtz.Berkenhoff K. W. D. 18,65. nifer, 17 Tertilarbeiter, 282 Tischler, 8 Töpfer, 5 Uhrmacher, Bestand von 1404,45 M. Unter den Ausgaben befinden sich folgende 7146 Drahtfabrit St. 3. D. Gaal 12 17,55. 7149 besgl. Saal 9 9,55. 7151 14 Vergolder, 4 Waschanstaltsbefizer, 2 Wertmeister, 5 Beichner, Bosten: Streitunterstützung 54 559 M., Arbeitslosenunterstüßung desgl. Saal 6 4,90. 7152 desgl. Saal 9 11,35. Lifte 936 durch Blam- 1 Zeitungsspediteur, 14 Bimmerer, 4 Zinkgießer; 114 Mitglieder 6030 M., Krankenunterstüßung 1351 M., Ertraunterstützung 116 M. schewsti 12,85. 937 desgl. 6,80. 938 desgl. 12,60. Liste 3975 durch Lindner haben ihren Beruf nicht angegeben. 11,77. Tischlerei Sommerforn, Friedrichsberg 4,90. Liste 2566 Fabrik Der Kassenbericht für das 4. Quartal 1904 weist eine des Vorstandes angenommen: Die Begrenzung der ArbeitslosenNachdem der Kaffenbericht erledigt war, wurden folgende Anträge R. Seelich, Rigaerstr. 12,85. Lifte 2562 9,75. Bußer Bau Rhinowerstr. 11, Ginnahme auf von 2971,40 M.( einschließlich des Bestandes vom unterstützung auf eine Dauer von 8 Wochen, welche während der durch Helm 10 Gäste Restaurant Leber, Markusstr. 3,50. Alpenfranz, Nixdorf 5,- Zentral- Berb. deutscher Brauereiarbeiter, Zweigverein Berlin 3. Quartal im Betrage von 1512,15 M.) Ausgegeben wurden Aussperrung aufgehoben war, tritt vom 1. Februar an wieder Settion I Brauer( 3. Rate), Uebersch. d. Tellers. vom 11. 12. 04 1,59. Lifte 2134,20 m., darunter 1200 m. flir Agitation. Es bleibt ein Bestand in Kraft. Die den Arbeitslosen während der Aussperrung 1349 Bichelsdorf 42,05. 6503 Löwenbrauerei 14,05. 1326 Schultheiß I 16,50. bon 837,20 M. 6519 Flesinghaus 8,85. 6515 Böhm. Brauhaus 18,45. 1332 Gebr. Die Versammlung nahm die Ergänzungswahl für die statuten bem 8. Februar auf. Ausgeschlossen wurde das Mitglied Baul gewährte Ertraunterstützung von wöchentlich 3 M. hört mil Wanninger 9,55. 6512 Vereinsbrauerei 14,95. 6504 Pfefferberg 8, mäßig ausscheidende Hälfte des Vorstandes vor. Wiedergewählt Lindner wegen unsolidarischen Verhaltens. Hierauf erfolgte die 6520 Genossenschaftsbrauerei Friedrichshagen 4,30. 1347 Spandauer Berg wurden Fris als erster Vorsigender, oge als erster Kassierer Wahl des Ausschusses. Dieselbe fiel auf: Werner, Malchow, Schmoll, ( darunter 1, gefunden) 16,10. 6501 Gregory 14,40. 1342 Babenhofer 9,75. 1343 Pagenhofer I 25,60. 1317 Dswald Berliner 13,15. 1320 Nord- und Hahn als erster Schriftführer. Ferner wurden gewählt: Wagner, Jensen. Der von der Delegierten- Konferenz gewählte deutsches Brauhaus, Grünau 9,20. 1333 Bod I 7,50. 6513 appoldt 2 artenberg und König als Beifizer, Engelich als Revisor. Hauptvorstand wurde als Drtsverwaltung für Berlin bestätigt.15,40. 6502 Gabriel u. Richter 13,-. 6514 Schultheiß, Pantow Nachdem der geschäftliche Teil der Tagesordnung erledigt war, als Vertreter beim Holzarbeiter- Verband wurde Schwabedal bestimmt. 30,50. 1350 Malzfabrik Spandau, Münchener Brauhaus 7,70. hielt Reichstagsabgeordneter David einen mit vielem Beifall auf1313 Schultheiß IV. Nieder- Schöneweide 11,85. 1301 Arb. b. F. Ramer genommenen Vortrag über die politische Lage. Der Generalversammlung des Zentralverbandes der Konditoren u. Simon 11,20. 1348 Stadtbrauerei 3,75. 1328 Enders- Weißensee 6,80. lag der Jahresbericht von 1904 gebrudt vor und wurde außerdem 1315 Bergschloß 34,15. 1327 Germania- Brauerei 7,- 1324 Baßenhofer II. Bierter Wahlkreis( Südost). Der sozialdemokratische Wahlverein von Weidler in allen seinen Einzelheiten erläutert. Es ergab der11,70. 1318 Stralau Vittoria II. 14,05. 1311 Stronenbrauerei 10,30. hielt am Dienstag eine gut besuchte Versammlung bei Graumann selbe eine Einnahme von 6284,52 M., eine Ausgabe von 6270,93 M., 1322 Genossenschaftsbr. Friedrichshagen 4,80. 1310 Münchener Brauhaus in der Naunynstraße ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung feierte fomit Kassenbestand pro 1. Januar 1905 13,59 M. Unterſtüßung Dranienb. 10,20. 1312 Böhmisches Brauhaus 16,- 1334 Flesinghaus, der Vorsitzende, Genosse Hoffmann, in einer beredten Ansprache wurde an 73 Mitglieder insgesamt 1461 M. gezahlt. Die Bibliothet darunter 6 Mann Gesangskomiter Wellsen vom Eisbeineffen 13,85. Spandauerberg 12,20. 1299 Schultheiß, Mälzerei Bantom 32,50. 1316 die Opfer der zarischen Thrannei, die am Petersburger Blutsonntag umfaßt 65 Bände, ihre Kasse wies einen Bestand von 11,35 M. auf Happoldt 13,05. 1306 Vereinsbrauerei 23,30. 1302 Münchener Brauhaus und jüngst in Warschau unter den Kugeln der russischen Soldateska( im Vorjahre 9,50 M.) und war der Gebrauch im vergangenen Berlin 13, 1274 Bittoria I. 12,50. 1297 Hilfebein, Tempelh. Berg 9,50. ihr Leben für die freiheitlichen Bestrebungen des unterdrückten Jahre ein sehr mäßiger. Der Arbeitsnachweis hatte folgende 1298 Schloßbrauerei Schöneberg, darunter 6 M. von den Böttchern Volkes aushauchen mußten. Zu Ehren der gefallenen Freiheits- Frequenz: Arbeitsgesuche 924, darunter von außerhalb 28( 942), und Handwerkern 29,75. 1321 abel 11,- 1825 Schultheiß II. 29,85. fämpfer erhoben sich die Anwesenden entblößten Hauptes von ihren Arbeitsangebote 708, darunter von außerhalb 45( 699). Besetzt 1267 Schweizergarten 5,25. 1304 Friedrichshain 28,35. 1323 Pfefferberg 6, Sigen. Hierauf sprach Genoffe Dr. Queffel- Stettin in zirka wurden insgesamt 485( 501) Stellen. Der Mitgliederbestand war Lifte 2636, Bautischl. Röder u. Ko., Boedhstraße 7,- Liste 7323, Druckerei Günther it. Gohn, 3. State 16,40. Bronzewaren- Fabr. S. 2. 2. 16,50. anderthalbstündigem Vortrage über Politit und Wirtschaft am 1. Januar 313 Mitglieder, darunter 61 weibliche und 2 Lehrlinge. Lifte 8459, Stoll. b. Metallw.- Fabr. Bemlin 12,50. Drahtſchusterei D. M. 5, im Barenreiche". Anknüpfend an die Ausführungen Hoffmanns gab Versammlungen haben stattgefunden: 13 Mitglieder-, 20 Bezirks-, Glende a. d. Neuen Königstraße, 3 Rate 9,50. Lifte 7988, Holzarbeiter bei Redner einen großzügigen Ueberblick über die geschichtliche und wirt 10 öffentliche, 6 Betriebsversammlungen und 20 Borstandssitungen. Frister u. Roßmann 19,35. Liste 3952 2,65. Möbelfabr. Milis u. Neumann, schaftliche Entwickelung Rußlands bis zur Gegenwart, und legte fo Betreffs des Mitgliederbestandes wurde besonders darauf hin3. Rate 12,55. Tischl. Lange u. Steingräber, Brunnenstraße 6,30. Modell- dent Boden bloß, auf dem die jetzige Voltsbewegung entstanden ist. gewiesen, daß im verflossenen Jahre eine Anzahl Kollegen der Mittischler Niles Werte, 3. Hate 28,50. Maler Bau Kurfürstendamm und Gachſiſcheſtr. 75, 2. Rate 14,20. Lifte 4129, d.§. Linkte 2,45. Straftfurnverein Bum Schlusse seines mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrages gliedschaft verlustig gegangen sind bezw. gestrichen werden mußten Brüderschaft I" 10,- Lifte 5695, Mar Bürger 19,80. Riften 7388-7391, gab er der Ueberzeugung Ausdruck, daß, wenn der Zarismus auch Bautischl. E. Mittag, Bellealliancestraße, 3. Nate 55,60. Lifte 3909, Tischl diesmal noch der Voltsbewegung Herr werden sollte, so doch die wegen Nichtzahlung der Streifbeiträge. Zweds Deckung der Unkosten b. Stavenow, 2. Rate 12, Lifte 5500, Gürtler u. Schleifer v. Bernh. stetig au Ausdehnung zunehmende internationale Sozialdemokratie des Herforder Streiks wurde eine Sammelliste in Zirkulation gefeßt, desgleichen mehrere für die streikenden Bergarbeiter im Ruhrrevier. Noa, 2. Rate 11,-. Liste 3476, Pader von Neumann, Hennig auch endlich dem geknechteten russischen Volke die ersehnte Freiheit In die Lokalverwaltung wurden gewählt: Weidler, erster Voru. No. 7,90. Silberwaren- Fabrik D. Schneider, 3. Rate 23,30. Fabril bringen werde. Ganz unter dem Eindruck des ebenso fachlichen wie figender, erster Kassierer und Bureaubeamter; Schmidt, zweiter gebäude Greifswalderstr. 30 10,-. Buchdruckerei von P. Stankiewicz, intereffanten Referats fand die Versammlung ohne Diskussion gegen Vorsitzender; Rauch, zweiter Kassierer; Pohl, erster Schrift3. Rate 13, Liste 5174, Bildhauer bei Prof. Zaubert 7,- Lifte 7967, 11 Uhr ihr Ende. führer; Niesit, zweiter Schriftführer; als Beisiger: Herm. Stüppekohl 7,25. Lifte 2796 d. Heinze 4,50. Lifte 2797, d. Friefide 11,50. Lifte 5930, Alb. Schröter, Maurer, Köpeniderstaße 8,70. Liste 5929, desgl. In der letzten Vertrauensmänner- Versammlung des Verbandes Altmann, Postalins und Herting; zu Bezirksführern: 17,15. Rifte 5931, desgl. 9,25. Möbeltischl. Heinz, Beier u. Ko, 13,55. der Zimmerer wurde u. a. die Tagesordnung der 16. Verbands- eufel, Prüfert, Spunholz und Pipke; zu Revisoren: Möbelpol. v. Artus, Ramlerftraße 6, Metallarb. d. Firma Fr. Spengler Generalversammlung besprochen, die vom 10.- 15. April d. J. in Betters und Krausewit, als deren Vertreter Saunus 9,30. Gemütl. Frige aus der Lindenstraße 4,25. Liste 2759, Gasanst. Schmargendorf, b. Obft 86,15. Bautischl. Altendorf Nachf. Sommer, Char- Dresden stattfindet. Einer der Hauptverhandlungsgegenstände da- und Löhninger. As Gewerkschaftsdelegierter wurde Pigufch. Tottenburg 50,-. Dr. Karl Henle, Strefeld 10,05. Toto durch R. Sch. 21,25. felbft dürfte die Einführung der Arbeitslosen- Unterstügung sein. als dessen Vertreter Thieme gewählt, in die Beschwerdekommission Lifte 4252, Parkett. v. Rosenfeld u. Sto., 3. Rate 16,80. Tischl. u. Bildh. d. Wie überall, so haben auch die Berliner Verbandsmitglieder diese des Arbeitsnachweises Mädel, Greifenhagenerstr. 18, Arthur F. Bendir, Elbingerstraße, 2. State 8,75. Heimat, Frage eingehend erörtert. In der Bezirksversammlung ist auch eine Schwarz und 3ipf; in das Vegnügungskomitee Syron sti, M. d. A.-R.-B. 3, Geb.. b. Stephan, Rathenowerstraße 2,17. Ortsb. Abstimmung darüber vorgenommen worden, wer sich für oder gegen Achtenhagen, Wuttte, Splettstößer und Fräulein d. Zoffener Buchdr. i. Verb. d. d. Buchdr., 2. Nate 40,-. Verb. d. Dach die Arbeitslosen- Unterstüßung erklärt. Da sich nun die Zahl der Schmidt. Ein Antrag Thieme, die Vorstandsmitglieder zu deder, Fil. Potsdam- Nowawes 10,- Lotteriev. Fünfte Hoffnung d. Gegner und Befürworter ungefähr die Wage hält, so wurde be- entschädigen, sowie ein Antrag Herting, den Posten eines ersten Hanschte 10,- Pers. u. Inh d. Kunstschl. Gebr. Hoffmann, Nirdorf 8,50. schlossen, den Delegierten auf dem Verbandstage in ihrer Stellung Vorfißenden und den eines ersten Kassierers und Bureaubeamten Bau- Stuftat. b. F. Bagner 10,-. Männerchor Sangeslust 6, Puerto. nahme zu dieser Angelegenheit teine gebundene Direttive zu geben, auseinander zu halten, wurden dem Vorstand zur Berücksichtigung B. Trampe, Köpenid, Bau Selchow, Hohenzollernpl. 5,-. Pers. d. Buchdr. Nofter 6,25. Tischl. b. Gustav Seyffert, Wilmersdorf, 2. Rate sondern ihnen in der Entschließung freie Hand zu laffen. Nach überwiesen. Die vom Vorstand ernannte Gaufommission setzt sich 7,- Einige Näherinnen der Firma Em. Grünbaum 5,50 Annahme verschiedener Anträge, die eine Aenderung des Statuts aus Pigusch, Thieme und Winkelmann zusammen. Louise Tiefbau, Jagowftr. 1,05. Tischl. b. Röside, Charlbg. 4,75. V. d. F. bezwecken, wurden als Delegierte zum Verbandstage gewählt: Witt, 1346 Bau Nonnendamm, 3. Rate 33,80. Lokalverb. d. Elektromonteure, d. Hoff" Bendler u. Seltmann 3,30. Ortsverein d. Handschuhmacher, Berl. 30,- knüpfer, KarlSchulz, Bergemann, Licht, Reimann Halensee- Wilmersdorf. Am Mittwoch tagte im„ Kurfürstenpart" Stuffat. b. Snape, 2. Rate 5,50. Bette Spring u. Stariel 10, D. Herm. und Schröder. Einmütig wurden den streitenden Bergarbeitern eine gut besuchte Boltsversammlung, in der Genosse Krille in Webel, Nied.- Schönhausen 4,35. Gesell. d. Tischl. Bumbe, Weißenfee 17,05. im Ruhrgebiet sodann 3000 Mart aus Lotalmitteln überwiesen und ausführlichster Weise über den Bergarbeiterstreit im Ruhrrevie Arb. d. Ton- u. Steinzeugw. Charlbg., 3. Rate 10, Töpfer b. F. Schöffel, aufgefordert, unter den Mitgliedern recht rege für den Kauf der referierte. Großer Beifall lohnte dem Referenten. Giebles mann 10,05. Roll. d. Bautischl. Knoll u. Bittner 12,40. Einige Innenpuz. Extramarken zu wirken, deren Erlös den Bergarbeitern ebenfalls zu wies in der Diskussion darauf hin, daß die letzten Reichstagswahlen gezeigt hätten, daß im Drtsteil Halensee eine große Anzahl Stimmer m. Träger u. Bud., Bau Ursum, Pankow 14,70. Person. b. F. Herm. Hoff gute kommen soll. für uns abgegeben wurden, jedoch läge es mit der politischen mann u. Co. 4,55. Raucht. Grüner Hain", M. d. A.-R.-B. 2,85. Person. Die Generalversammlung des Verbandes der Kupferschmiede Organisation sehr im argen. Es sei die Pflicht eines jeden, der d. Wäscherei v. J. Gröger 10,55. Mitgl. d. Lotteriever. Berlorene Sieben" 8,55. Bautischl. u. Einf. v. Walter, Reinidendorf 2,50. Mangelsaal d. Dampf- Deutschlands, Filiale Berlin, tagte im Gewerkschaftshaus. Nach dem politischen Organisation anzugehören. Die Versammlung nahm wäscherei Hohenstaufen, Schöneberg 2,15. Gesell. d. Tischl. v. Often, Bericht des Staffierers hatte die Bentraltasse im 4. Quartal eine eine Resolution an, in der sie den Ruhr- Bergleuten ihre Sympathi Brunnenstr. 6,-. Koll. d. Klempn. Friese, Liebenwalderstr. 5,- Einnahme von 3000,50. und eine Ausgabe von 786,50 M. Der ausdrückte und ehrte das Andenken der russischen Opfer in übliche Lifte 6965, Person. v. W. Vobach 1. Co., Chauffeestr. 8,60. Klub Fidele Ueberschuß betrug 2214,00 m., von welchen 2014,00 m. nach Ham- Weise. Der Ertrag der Tellersammlung wurde den Bergarbeitern Geifter", C. B. 5,-. Sängerchor III d. Berl. Bau- u. Sparver. 25,-. Listen 5573, 74, Berson. F. B. D. u. Co. 17,25. Gastwirt Grupe, Annen burg an die Hauptkasse gesandt wurden. Die Filiale zählte bei überwiesen. Mit einem Hoch wurde die erste in Halensee tagende ftraße 16 6,- Bugerfol. Großmann, Surfürstendamm 10,-. 2. 6942, d. Beginn des vierten Quartals 454, am Schlusse 483 Mitglieder. fozialdemokratische Versammlung geschlossen. B. Schröder 20,60. Tert.- Arb.- Verb. Stralau- Rummelsburg, Listen 7575, Die Filialtasse hatte eine Einnahme von 1049,53 M., der eine Aus76, 3885, 86, 89 63,45. Jubiläumsfeier d. Koll. Jordan 10,-. 8entral- I gabe von 582,81 M. gegenübersteht, so daß 517,22 M. in derselben " 2017 Lachmann& Scholz Otto- Straße 1. Warenhaus. Turm- Straße 76. In dieser Woche: Extra- Preise für Lebensmittel. Dienstag, den 7., Mittwoch, den 8., Donnerstag, den 9. Februar, wir doppelte Rabattmarken. Möbel- und Polsterwaren- Fabrik bon 19372* A. Schulz Reichenbergerstraße 5 empfiehlt Einrichtungen von 240 bis 5000 m. von nur anerkannt gediegener Qualität zu äußerst billigen Preisen. Streng reelle und gewissenhafte Bedienung. Kulanteste Bedingungen. Telephon: Amt IV 6877. 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