Mr. 35. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 r., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrs. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( feitgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bocmittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Waffenstillstand. Die Vertrauensleute der Bergarbeiter des Ruhrbezirks haben am Donnerstag mittag beschlossen, den Streifenden die vorläufige Wiederaufnahme der Arbeit zu empfehlen. Der gegen fünf Stimmen gefaßte Beschluß lautet: In Erwägung, daß der Herrenstandpunkt des Vereins für die bergbaulichen Interessen durch diesen Kampf in nächster Zeit noch nicht gebrochen werden kann und die Werksbefizer nach wie vor Verhandlungen mit der Siebener- Kommission ablehnten; in fernerer Erwägung, daß durch die Weiterführung des Kampfes das gesamte Wirtschaftsleben einer unermeßlichen Erschütterung ausgefeßt wäre, glauben wir an die Opferwilligkeit der Bergarbeiter wie der Gesamtarbeiterschaft keine höheren Anforderungen stellen zu dürfen. Im Hinblick darauf, daß nahezu die gesamte öffentliche Meinung auf seiten der streikenden Arbeiter steht und die Regierung, gedrängt durch die imposante Kundgebung der Bergarbeiter, im Reichstage bereits Gefezentwürfe betreffend Arbeitskammern und die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine angekündigt sowie die feit mehr als einem Jahrzehnt versprochene Reform der Berggesetzgebung auf das bestimmteste zugesagt hat, in welcher 1. die Schichtzeit gefeßlich geregelt, 2. das leberschichtenwesen verboten bezw. eingeschränkt, 3. die Knappschaftskasse verbessert, 4. das Wagenmullen verboten, 5. die vielen und hohen Strafen beseitigt, 6. die Arbeiterausschüsse allgemein eingeführt werden, Beschließt die Konferenz der Delegierten der vier Verbände, die Arbeit morgen wieder aufzunehmen. Sollten die Versprechungen, die man den Bergarbeitern während des Kampfes seitens der Staatsregierung gegeben hat, nicht erfüllt, die Beschwerden unbeachtet, die Mißstände im Bergwerksbetriebe in alter Weise fortbestehen bleiben, dann behält sich die Bergarbeiter schaft vor, so einmütig, wie sie den Kampf geführt, aufs neue wieder den Kampfplatz zu betreten, um die Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen zu erzwingen. Die Bergarbeiter verpflichten sich, die Stärkung ihrer Organisation energisch zu betreiben, um jederzeit für einen neuen Kampf gerüstet zu sein. Freitag, den 10. Februar 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. eine Form des Klassenkampfes, die noch erst in wenigen Fällen Ueber die Aufnahme des Beschlusses der Revierkonferenz in den angewandt worden ist, die aber ganz besonders aussichtsvoll Versammlungen meldet uns unser E.- Korrespondent: scheint. Welche Stärke, welche Ruhe und Ueberlegung, welch In Essen fanden soeben zwei außerordentlich stark besuchte fluges Haushalten mit den vorhandenen Kräften zeigt sich Bergarbeiterversammlungen statt. In beiden Versammlungen wurde darin. Eine Arbeitermasse, die durch wahnwißige Profitsucht einstimmig beschlossen, im Kampfe zu verharren und nicht wieder eines übermütigen Unternehmersyndikats zur hellen Empörung anzufahren. In Borbed fand ebenfalls eine Versammlung statt, getrieben ist, greift zum Stampfe, um zu prüfen, was sie durch die auch beschloß, der Barole zur Aufhebung des Generalstreils nicht Verweigerung ihrer Arbeitskraft dem mächtigen Gegner, dem zu folgen, sondern nach wie vor im Kampfe zu verharren. starken Herrn abgewinnen kann. Nachdem sie ihre Kräfte ge- Wir hoffen troßdem, daß die Bergleute, so schwer es ihnen auch prüft und sich noch zu schwach befunden hat, kehrt sie, anstatt zunächst ankommen mag, nach einiger Ueberlegung im Interesse der sich der Vernichtung auszusetzen, mit überlegener Slugheit, Disziplin und der Organisation und damit in ihrem eigenen mit ungebrochener Kraft wieder zur Arbeit zurück, um einst- Interesse dem Rate der Führer geschlossen folgen werden. Eine Zermals mit vermehrter Kraft den vertagten Kampf wieder auf- splitterung würde nur den Kohlenbaronen Freude machen. zunehmen. In dieser Taktik, wenn sie erfolgreich durchgeführt werden kann, liegt eine solche Kraft, daß man von ihr geradezu Ein Vorspiel. Mit dem Bergarbeiter- Streit beschäftigte sich am Donnerstag fagen kann, ihr gehöre die Zukunft. der Deutsche Landwirtschaftsrat. Es stand eine Resolution über die Begonnen hat der vorläufige Rückzug der organisierten Stellung des Staates zum Kohlenbergbau zur Debatte. Diese Bergarbeiter unter den besten Aussichten. Die erfreuliche Resolution, die schließlich angenommen wurde, spricht sich gegen die Einigkeit der vier Arbeiterorganisationen ist ungestört; ihre Verstaatlichung des Kohlenbergbaues aus. Sie verlangt die Vergemeinsame Vertretung, die Siebenerfommission, bleibt be- staatlichung nur insoweit, daß er in Notfällen den Eisenbahnverkehr stehen und wird auch während des Waffenstillstandes die aufrechterhalten und allgemein auf die Festseßung der Preise und die Interessen der Arbeiter gegen den gemeinsamen Gegner wahr- sonstigen den Betrieb des Stohlenbergbaues betreffenden Einrichtungen nehmen. Das ist ein Erfolg für die Arbeiter, der den Unter- ausschlaggebend einwirken kann. nehmern wohl zu denken geben wird. Saugt doch der Klassen staat unter der Herrschaft des entwickelten Kapitalismus einen wesentlichen Teil seiner Macht aus der mangelhaften Aufklärung und der Uneinigkeit der Arbeiter. Einer einigen, von einem Willen beseelten; einem flar erkannten Biele zu strebenden Arbeiterklasse kann der kapitalistische Klassenstaat auf die Dauer nicht widerstehen. Mögen die Massen dem Flugen Rate und dem guten Beispiele ihrer Führer folgen. Der Lohn wird ihnen sicher sein. Unter diesen Gesichtspunkten sprach man sich in der Debatte allgemein gegen eine Henderung der Berggefeggebung im gegenwärtigen Augenblide aus. Das bedeutet aus dem Agrarischen in gewöhnliches Deutsch übersetzt, daß man der Aenderung der Gesetzgebung zugunsten der Arbeiter nicht zustimmt. Offen sprach das der konserbative preußische Landtags- Abgeordnete v. Erffa aus, indem er sagte: Wir haben die berechtigte Besorgnis, daß die preußische Staatsregierung die jetzige Bewegung im Ruhrgebiet dazu be benutzen wird, um dem Landtage eine Gefezesvorlage zu machen. Sie muß jedoch mit der Möglichkeit rechnen, daß diese Vorlage nicht durchgeht. das die Bergarbeiter in ihre Versprechungen setzt, zu rechtZunächst ist es nun an der Regierung, das Vertrauen, Sehr nett ist die Wendung, daß die Konservativen die befertigen, ihr verpfändetes Wort einzulösen und die von ihr rechtigte Besorgnis" haben, die Regierung werde eine Vorlage zuselbst als dringend bezeichneten gesetzlichen Reformen herbei- gunsten der Arbeiter machen. Das zu einer Zeit, wo sich die Nezuführen. Die Bergarbeiter haben ihr gezeigt, daß sie bei gierung bereits öffentlich in aller Form verpflichtet hat, binnen ihnen noch etwas zu verlieren hat. Sie wird hoffentlich nicht wenigen Tagen eine Novelle zum Berggesetz einzubringen. Es ist im Zweifel darüber sein, daß nun aber auch die Zeit der darin der Rat an die Regierung euthalten, ihr Versprechen lieber bloßen Versprechungen vorüber ist. Will sie eine ruhige, ge- nicht einzulösen, ba ihr eine Niederlage gewiß sei. Ueber den Verlauf der Verhandlungen der Konferenz, sunde Fortentwickelung, dann wird sie an ihrem Teile dafür die in Essen tagte, meldet uns weiter unfer E- Sorrespondent: sorgen, daß wenigstens die bescheidenen Forderungen erfüllt Die Forderungen der Bergarbeiter an die Gesetzgebung. Die Konferenz tagte drei Stunden unter Ausschluß der Deffent werden, die die Bergarbeiter jetzt an die Gesetzgebung stellen. telegraphisch angekündigte Eingabe überreicht. Ueber ihren Inhalt Die Siebener- Kommission hat dem Reichskanzler die ihm lichkeit. Der Siebener- Kommission wurde ein Vertrauensvotum Das Beispiel Rußlands zeigt jedem, der sehen kann, daß auch meldet W. T. B., die Kommission spreche darin ihr Bedauern ausgestellt. Effert, der Vertreter des christlichen Gewerkvereins, die äußerlich stärkste Staatsmacht auf tönernen Füßen ruht, darüber aus, daß die preußische Regierung einer reichsgesetzlichen trat für die Aufhebung des Streits ein. Es sei mehr errungen wenn fie sich beharrlich den Forderungen der Zeit verschließt. Regelung der Berggesetzgebung nicht zustimme, und um Aufnahme worden, als man habe erwarten können. Für Aufhebung des Streits eine Staatsmacht kann auf die Dauer gegen den organisierten folgender Bunkte in das preußische Berggesetz bittet: traten auch ein Arbeitersekretär Robert Schmidt namens der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands, und Willen des Volkes bestehen. der christliche Arbeitersekretär Giesberts. Hoffeld Dortmund und Hartmann, Vertreter des alten Verbandes, sprachen gegen die Aufhebung des Streiks. Hoffeld er Härte, 25 000 Stameraden des Dortmunder Reviers hätten ihn be auftragt, gegen die Aufhebung des Streits zu sprechen. Niemand wolle anfahren. Sachse verwies auf den Mangel an Geld. Heber eine Million Mart feien zwar für Unterstützungen gezahlt worden, doch sei das noch viel zu wenig für eine einzige Woche. Mehr sei aber nicht aufzutreiben gewesen. Auch Silberschmidt, der gleichfalls als Gewerkschaftsvertreter anwesend war, riet zur einstweiligen Einstellung des Kampfes. Es wurde beschlossen, daß die Siebener- Kommission bestehen bleibt, um die Verhandlungen mit der Regierung weiter zu führen und über die Ausführung der Versprechungen der Regierung zu wachen. Darauf wurde die Resolution angenommen, die sofort in einem Flugblatt allen Bergarbeitern mitgeteilt werden soll. Außerdem sind für den Abend eine große Zahl Bergarbeiter- Bersammlungen einberufen, denen die Beschlüsse der Rebierfonferenz unterbreitet und zur Annahme empfohlen werden sollen. Effert schloß die Verhandlungen mit einem begeistert auf genommenen Hoch auf die Einigkeit der Verbände. Unter den zahlreich vor dem Versammlungslokal versammelten Bergarbeitern machte sich, als der Beschluß bekannt wurde, zunächst eine starke Erbitterung bemerkbar. Wir verstehen die Erbitterung der Massen sehr wohl, hoffen aber nichtsdestoweniger, daß in den Versammlungen des Abends die Disziplin über den Zorn siegen wird. Aufgeschoben isi nicht aufgehoben, so sagte Silberschmidt, der Vertreter der Gewerkschaften bei den Verhandlungen, als er zur einstweiligen Einstellung des offenen Kampfes riet. Das sagt auch die Resolution. Die Vertrauensleute der Berg arbeiter sahen ein, daß sie das vereinigte Grubenkapital noch nicht unmittelbar zu Zugeständnissen zwingen fönnen; harum verlassen sie vorläufig das offene Kampffeld, um die Reihen der Kämpfer zuvor noch dichter zu schließen, ihre Waffen wirksamer zu gestalten und au's neue zum Angriff vorzugehen, wenn die Zeit gekommen ist. Es ist der Unterschied in der politischen Entwickelung beider Staaten, der den Unterschied in der Austragung der Kämpfe bedingt, wie er sich zurzeit zwischen den Kämpfen in Rußland und denen im deutschen Reiche zeigt. Aber nicht dieser Umstand allein. Die Stärke der Erschütterung, die ein solcher Stampf herbeiführt, wird auch bedingt durch die Spannung zwischen den aus der wirtschaftlichen Entwickelung geborenen Anforderungen an politische Einrichtungen und den tatsächlich bestehenden Einrichtungen. Es hängt also von der Einsicht der Regierenden ab, von ihrer Erkenntnis des zurzeit auf einer gegebenen Entwickelungsstufe politisch Notwendigen, in welchen Formen sich der Kampf zwischen dem Alten und dem Neuen abspielen wird. Der bisherige Kampf der Bergarbeiter hat die Form des geordneten gewerkschaftlichen Stampfes nicht verlassen. Trotzdem war er eine schwere Erschütterung des Wirtschaftslebens, und dies haben die herrschenden Parteien und ihre Regierung in Gemeinschaft mit dem Kohlensyndikat verschuldet. Hätten sie früher den auf die Dauer unabweisbaren Forderungen der Bergarbeiter nachgegeben, dann wäre auch dieser Kampf vermieden worden. Je länger man aber nunmehr zögert, zu tun, was längst getan werden mußte, um so stürmischer werden die Bergleute ihre Forderungen geltend machen. Und die Forderungen werden nicht geringer, wenn sie unerfüllt bleiben. Geboren aus der wirtschaftlichen Entwidelung, müssen und werden sie wachsen mit deren Fortschreiten. Allmähliches rechtzeitiges Nachgeben gegen die Forderungen, die aus der Natur der Entwickelung notwendig erwachsen, bedingt den friedlichen Fortschritt, starres Festhalten am Veralteten, unmöglich Gewordenen gebiert den Kampf. Es ist in diesen Tagen des Streitkampfes viel gejammert worden, daß am Ende der„ Radikalismus" den Vorteil davon haben werde. Wenn man„ Radikalismus" für politischen Fortschritt setzt, dann ist das unbedingt richtig. Den hält keine Macht auf die Dauer auf. Versteht man aber unter Radikalismus die Form des Kampfes um den politischen Fortschritt, dann liegt es allein in den Händen der herrschenden Klasse, dem„ Radikalismus" das Wasser abzugraben. Ein organisierter Rüdzug, wenn man die Unmöglichkeit eines sofortigen und unmittelbaren Erfolges einfieht, ist ein Aft der Klugheit. Er ist schwieriger durchzuführen, als der Die Bergarbeiter haben nunmehr der Regierung und Angriff, aber wenn er gelingt, dann ist gerade dies ein Be- den herrschenden politischen Parteien ihr Schicksal in die Hand weis der Stärke der Arbeiterorganisation, weil sich in ihm die gegeben. Das heißt das Schicksal der Regierung und der Macht der Disziplin finnenfällig ausdrückt. Gelingt er so, herrschenden Parteien; nicht das der Bergarbeiter. Die Bergwie wir es hoffen, dann wird gerade dies den Unternehmern arbeiter halten ihr Schicksal in ihrer eigenen Hand, und auch zeigen, welche Macht die Organisation besitzt, und sie werden Regierung und herrschende Parteien halten das ihre in ihrer dann nicht mehr das Argument verwenden können, daß ihiten eigenen Hand. Verstehen diese die Mahnung der letzten Ereine schwache Organisation keine Gewähr böte für die Ein- eignisse, und tun sie mit Klugheit, was die Notwendigkeit gehaltung etwaiger gemeinsamer Verabredungen über die Ge- bietet, dann handeln sie nur zu ihrem eigenen Vorteil. Wir staltung des Arbeitsvertrages, harren ihrer Taten! Das disziplinierte Abbrechen des Kampfes nach kurzer Dauer, wenn er zunächst keine günstigeren Chancen bietet, ist 1. In allen Steinkohlen- Bergwerke tritt vom 1. April 1905 ab eine Höchstdauer der Schicht von 82 Stunden, bom 1. Januar 1907 ab von 8 Stunden ein. Vor zu nassen Arbeitsorten und an solchen von mehr als 28 Grad Zelfius ist die Dauer der Schicht auf höchstens 6 Stunden festzusetzen. Die Schichtzeiten verstehen fich für alle Grubenarbeiter vom Beginn der Anfahrt des einzelnen Mannes bis zu Beginn seiner Ausfahrt ( Seilfahrt.) 2. Verbot aller Ueberschichten und Sonntagsarbeiten. find solche nur zur Rettung von Menschenleben, bei außerordent lichen Betriebsstörungen oder Schachtreparaturen zulässig. Haben im Sommer wegen Mangel an Absazz Feierschichten eingelegt werden müssen, so kann die betreffende Zeche dieselben im Winter wieder nachholen lassen. Mehr als zwei Schichten dürfen im Monat jedoch nicht nachgeholt werden und auch Doppelschichten dürfen dabei nicht gemacht werden. 3. Verbot des Wagennullens. Wo Wagenkontrolleure von der Belegschaft gewählt werden, dürfen denselben Schwierigkeiten feitens der Zechenverwaltung nicht gemacht werden. Auch müssen die Kontrolleure seitens der Zechenverwaltung genau wie Beleg schaftsmitglieder anerkannt werden, deren Nechte ihnen verbleiben. Den Lohn des Wagenkontrolleurs zahlt die Zeche verlagsweise aus und zieht ihn der Belegschaft am Lohntage ab. 4. Auf jeder Zeche mit über 20 Mann Belegschaft wird inners halb vier Wochen nach Inkrafttreten dieses Gejeges ein aus geheimer Wahl hervorgegangener Arbeiterausschuß eingesetzt. Wahlberechtigt ist jedes großjährige Belegschaftsmitglied. Wählbar ist jeder Arbeiter, der über ein Jahr auf der Beche arbeitete und über 25 Jahre alt ist. Arbeiterausschüsse sollen nicht nur alle Beschwerden und Mißstände bei der Verwaltung vorbringen, sondern haben auch die Grube mit zu kontrollieren, die Unterstützungskaffe zu verwalten, sofern zu letterer nicht besonders ein aus geheimer Wahl hervorgegangenes Arbeiterkomitee vorhanden ist. 5. Strafen dürfen erstmalig 50 Bf. nicht überschreiten. Die höchste Strafe für ein Vergehen darf nicht höher als die Hälfte des täglichen Durchschnittslohnes des betreffenden Arbeiters sein. Die Gesamtstrafe für verschiedene Vergehen darf in einem Monat höchstens 4 Mark betragen. Bei Verhängen von Strafen, die höher als eine Mark sind, ist der Arbeiterausschuß erst zu hören. 6. Die Reform des Knappschaftstassentvesens bitten wir dringend so zu gestalten, wie es in den beiden Petitionen verlangt wurde, welche der christliche Gewerkverein und der Verband deutscher Bergarbeiter im März 1901 an das fönigliche Staatsministerium für Handel und Gewerbe und an das Haus der Abgeordneten abgegeben und die bis heute noch nicht erledigt sind. Diese Punkte unserer Aenderungen haben ja in dem Regierungsentwurf zu Artikel 7 des Berggefeges, welcher im Oktober 1903 veröffentlicht, aber noch nicht erledigt wurde, Aufnahme gefunden. Wir bitten dringend, daß auch unfere übrigen Fordea rungen bei der bevorstehenden Gesetzesänderung Berücksichtigung finden. Wir verweisen dabei auf die Begründung in den genannten Petitionen. Zur Maßregelungsfrage. Was wir in unseren gestrigen Betrachtungen fagten über das dem Agenten des evangelischen Arbeitervereins angeblich negabene " Die Bersprechen Kirdorfs, teine Maßregelungen vorzunehmen, wird fast Unbemittelten des deutschen Voltes eine schamlose Plünderung be- Staatsmann Posadowsky mutet dem schaffenden Volf zu, durch seine Wort für Wort bestätigt durch die in später Nachtstunde eingegangene gehen. Arbeit eine Klasse zu erhalten, welche immer unfähiger wird, das eigene Erklärung Kirdorfs, die wir noch unter den letzten NachEin parlamentarischer Kampf, dessen Ausgang feststeht, kann Land, das sie sich angeeignet, zu bebauern, eine Klaffe, die dazu richten der gestrigen Nummer verzeichnen konnten. Danach hat der Agent des evangelischen Arbeitervereins überhaupt nicht mit nicht die Erregungen herbeiführen, die eine unentschiedene politische die brutalste Vergewaltigung alles politischen Fortschritts, aller Herrn Kirdorf gesprochen. Und der Herr, mit dem der Agent Frage von großer Bedeutung auslöst. Die Annahme der Verträge Volksrechte betreibt. Wenn es aber wahr ist, daß der Großgrundgesprochen hat, hat auch keineswegs versprochen, Maßregelungen zu ist gewiß und es kann der Opposition nur die Pflicht obliegen, befiz ohne Zollerhöhungen nicht existieren kann, so ist ihm damit unterlassen, sondern er hat ausdrücklich erklärt, eer" müßten nochmals die Unseligkeit dieser Politik zusammenfassend vorzuführen das Todesurteil gesprochen, so mag diese Junkerklasse von der aus der Belegschaft entfernt werden. Bei der bekannten Auffassung und die Plünderer dem Urteil des Volkes preiszugeben. Zwischen Schaubühne verschwinden zum Heile des ganzen deutschen Vaterder Herren Unternehmer, die jeden Vertreter von Arbeiterforderungen den Zollparteien und den Regierungen aber ist von ernstlichen landes. als Hezer ansehen, ist das die ausdrückliche Erklärung, daß Maß Gegensägen keine Rede. Die Klassen, welche durch die Zollpolitik Für die Nationalliberalen erklärte der Abgeordnete Sieg die regelungen stattfinden würden, also das gerade Gegenteil dessen, was ihre wirtschaftliche Bereicherung betreiben, haben die Regierung begeisterte Zustimmung seiner Partei zu den Verträgen, er der evangelische Arbeiterverein durch seinen Agenten Fischer völlig in ihre Hände gebracht und Graf Bülow hat für die hält nicht einmal Kommissionsberatung für erforderlich. der Deffentlichkeit mitgeteilt hat. Und da Herr Kirdorf erklärt, daß Fischer diesen Standpunkt des Unternehmers Magnaten des Großgrundbesitzes und für die Gewaltigen des lar- Vollendung des nationalliberalen Agrariertums bekundete er als durchaus berechtigt anerkannt hat, so hat Herr Fischer wider tellierten Industriekapitals alles getan, was eine Regierung tun durch das köstliche Wort: der Reichstag solle sich 111117 besseres Wissen seine Behauptung aufgestellt, somit also die Deffent- kann, die das Gemeinwohl nicht fieht. Er, der moderne Staats- wieder großen Aufgaben zuwenden, da handle es sich aber nicht lichkeit dreist angelogen. mann", der im Anbeginn seiner Kanzlerschaft schwankte, wohin er sich um materielle Interessen, sondern um die Lösung der Und zum Ueberfluß fügt Herr Kirdorf noch hinzu, daß die von wenden solle, ist völlig vom agrarischen Winde eingefangen. Da sozialen Frage. Dieser interessante Nationalliberalismus beginn feinem Vertreter abgegebenen Erklärungen natürlich nicht für andere er am Mittwoch im deutschen Landwirtschaftsrat den Erfolg die Lösung der sozialen Frage durch die künstliche Bereicherung der Unternehmer, sondern nur für die Gelsenkirchener Aktiengesellschaft seiner handelspolitischen Bemühungen pries, zeigte er, wie völlig er Steichen und die gewalttätige Verteuerung aller Lebensmittel des abgegeben wurden, so daß diese nicht im geringsten behindert sind, un an diesen Streis der„ Edelsten der Nation" afflimatisiert ist. Wohl Wolfes. Herr Kaempf von der freisinnigen Volkspartei fritisierte Maßregelungen nicht nur an sogenannten Hezern, sondern nach versuchte er dort abzuwehren, daß die Industrie„ unerträgliche die Vorlage eindringlich, wenn auch etwas allzu erportindustriell, Belieben vorzunehmen, um„ Erempel zu statuieren". Opfer" bringen müsse Opfer scheint er also felbst zuzu- und zeigte vornehmlich die zu erwartende Schädigung zahlreicher gestehen, aber als Haupterfolg feiner Bemühungen erklärte er, Industriezweige. daß die Regierung die deutsche Landwirtschaft wieder aus dem Am Freitag wird die Beratung fortgesetzt. Gröbsten herausgehauen habe". Gern hätte er noch weitere Vergünstigungen für die Landwirtschaft erzielt, und für die Zukunft verpflichtet er sich bereits zu neuen Dienstleistungen für die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft" das ist das Losungswort, unter dem die Regierung sowie die Mehrheit des Reichstages die Neber den Bergarbeiter- Unterstützungsversuch der Stadtverordneten neuen Zollerhöhungen vor dem Volte zu entschuldigen trachten. in Frankfurt a. M. wird uns berichtet: Der Antrag der„ Die Landwirtschaft" und ihre Bedürfnisse sagt man, die Interessen Demokraten lautete: Das preußische Abgeordnetenhaus beriet am Donnerstag Je größer die nationale Bedeutung des Bergarbeiterstreits im der großen und größten Grundbesiger sind gemeint und werden in zweiter Lesung den Etat der Handels- und Gewestfälischen Kohlenrevier erscheint, umso wichtiger ist es, daß die Regelung nicht durch die Notlage den Arbeiter überstürzt, sondern Der erste Beratungstag der Vorlage zeigte das Reichshaus an- werbeverwaltung und bewilligte schon nach einigen in einer die Arbeiterinteressen und diejenigen der Allgemeinheit ficher- fehnlich besetzt. Auch die Zuschauertribünen waren überfüllt. Und Stunden dem Minister Möller sein Gehalt. Die voraufgestellenden Weise erfolgt. Es ist dies nur angängig, wenn neben den auf den Bundesratsbänken waren nicht nur preußische Minister, gangene Debatte verlor sich von Anfang an in Einzelheiten. von Privaten bewilligten Zuwendungen auch die Kommunen unter Ueberwindung sonstiger Reichstagsschen, reichlich erschienen Mit dem geplanten Landesgewerbeamt, das zum ersten Mal helfend eingreifen. Ohne daß die städtischen Behörden als man sah u. a. das wohlfrisierte Schädelchen des Ministers Rhein- im Etat erscheint und dem als Ergänzung dazu gedachten solche zu der Frage selbst Stellung nehmen, ist die Gewährung einer baben neben dem weinfrohen Antlitz Podbielskis-, sondern auch ständigen Beirat erklärten sich die Redner aller Parteien einangemessenen Summe allein schon durch die traurige Lage der eine zahlreiche Schar aus den mittleren und füddeutschen Staaten, Arbeiterfamilien angezeigt. Die Unterzeichneten beantragen deshalb, den Magistrat zu ersuchen, den Betrag von 15 000 Mart für Unter- Vertreter der Regierungen, welche die Interessen ihrer Länder dem stügung der Familien der ausständigen Bergarbeiter im west- ostelbischen Junkertum und der westfälischen Industriegewalt bis zur Uneigennüßigkeit aufgeopfert haben. fälischen Kohlenrevier zu bewilligen und abzuführen." Die, Bossische Zeitung" ließ sich bekanntlich vor einigen Tagen die aus müßiger Phantasie geborene Melding machen, Effert, der Führer des christlichen Gewerkvereins, hätte erklärt, gegen die Maßregelung rabiater Elemente habe er nichts ein zulvenden. In der Bergarbeiter- Beitung" wird heut in aller Form erklärt, daß Effert niemals eine derartige Aeußerung getan hat, der Berichterstatter der„ Vossischen" habe das frei erfunden. Der Wert der staatlichen Grubenkontrolle. veröffentlichen: Aftiengesellschaft„ Nordstern". Steinkohlen- Bergwerk Zeche Holland". Herrn Steiger Keilmann. bedient. " Politische Ueberlicht. Berlin, den 9. Februar. Preußisches Abgeordnetenhaus. verstanden. Ebenso waren alle einig darin, daß das Handwerk gefördert werden müsse; nur über die Mittel und Wege gingen die Ansichten auseinander. Die einen, unter Führung der Herren Felisch( f.) und Euler( 3.) verlangten, wie Betvilligt wurde die Summe, aber abgefährt durfte sie noch nicht Es tamen am ersten Tage bereits Redner aller entscheidenden alljährlich, die Einführung des Befähigungsnachweiſes, werden. Denn namens des Magistrats erklärte der Oberbürgermeister Parteien zu Wort und es zeigte sich, wie nicht anders erwartet während man von anderer Seite durch Fachschulen, MeisterAdickes, daß er es grundsätzlich ablehne, sich in derartige politische werden konnte, daß in der Stellung der Parteien seit den Dezember- kurse u. dgl. den Untergang des Handwerks aufzuhalten Angelegenheiten zu mischen. Dementsprechend wird er auch dem tagen von 1902 feine Wenderung eingetreten ist. Zentrum, Konfer- glaubt. So unterhielt man sich stundenlang in der oberflächBeschluß nicht beitreten. Die Bergarbeiter brauchen sich also keine vative und Nationalliberale sind bereit, den Verträgen wider den lichsten Weise, ohne daß ein Redner auch nur den Versuch geHoffnung auf die 15 000 Mark zu machen. Gegen den Antrag ftimmten nur die Nationalliberalen aus den vom Oberbürgermeister Handel zuzustimmen, die Sozialdemokratie ist seit je entschloffen, macht hätte, die Ursachen des Niedergangs des Handwerks zu bargelegten Gründen. Von den Mittelständlern war beantragt worden, das voltsfeindliche Werk zurückzuweisen und die freisinnigen Gruppen erforschen. Zwischendurch pries der freifonservative Abgeord30 000 Mart zu geben, und die drei Sozialdemokraten beantragten gar scheinen nach längeren schwierigen Auseinandersetzungen gleichfalls nete Rewoldt sein allerneuestes unfehlbares Mittel zur 50 000 Mark zu geben. Diese beiden Anträge wurden von der demo- zur Ablehnung zu gelangen. völligen Ausrottung der Sozialdemokratie an; es besteht in fratisch- nationalliberalen Mehrheit abgelehnt. Dagegen wurde ein Für das Zentrum sprach der Herold des Wuchertarifs. Er der Einrichtung eines Rechtsberatungs- Bureaus für das Handanderer sozialdemokratischer Antrag angenommen, in dem der erklärte zwar, daß seine Partei in einer Kommissionsberatung über werk. Dadurch wird nach Ansicht des geistreichen Erfinders Magistrat aufgefordert wird, bei der Regierung dahin zu wirken, verschiedene dunkle Punkte" Auskunft wünsche und danach erst der sozialdemokratischen Vergiftung" entgegengetreten, denn daß durch reichsgesetzliche Maßnahmen die Macht der Grubenbarone endgültige Stellung nehmen werde. Doch seine freudige Zustimmung die Sozialdemokraten erteilen heute auch solchen Leuten, die eingeschränkt wird. Aber auch diesem Beschluß wird der Magistrat kaum entsprechen. Dazu ist Herr Adickes viel zu großkapitalistisch zu dem allgemeinen Charakter der neuen Verträge zeigt, daß die ihr nicht angehören, Rechtsschutz und gewinnen auf diese Weise regierungstreu gesinnt. Stommiffionsberatung für das Zentrum teine andere Bedeutung hat, Anhänger. Hoffentlich leistet die preußische Regierung dieser als die Regierung weiterhin, insbesondere bezüglich der Regelung Anregung Folge; wir sind überzeugt, die Zahl der sozialder Handelsbeziehungen zu den übrigen Staaten, mit denen bisher demokratischen Wähler wird dann mit einem Schlage um eine Unser Bochumer Parteiblatt ist in der Lage, folgenden Brief zu Verträge nicht bestehen, agrarisch zu befestigen. Herr Herold er- Million oder noch mehr abnehmen. fannte an, daß die Landwirtschaft" durch die neuen Verträge„ erUnterbrochen wurde die eintönige Debatte durch den heblich besser gestellt" werde, und der Industrie suchte er den Trost konservativen Malermeister Hammer aus Zehlendorf, das zu spenden, daß sie verhältnismäßig auch nicht schlecht" fahren enfant terrible seiner Partei, der sich für irgend einen seiner Morgen früh tommt in Revier 8 hoher Besuch, Herr Berg werde. Er bedauerte, daß nicht noch mehr für die Landwirt. Wähler verwandt hatte und wie es scheint, infolge seines zu assessor Hermann, Bergassessor Dülling und noch einige Herren. Da, fchaft heraus gewirtschaftet sei. Er hätte gewünscht, daß u. a. auch feinen Auftretens aus dem Ministerium herauskomplimentiert wie ich erfahre, Steiger Niemann frant ist, so müssen Sie heute Aepfel, Pflaumen und sonstige Obstarten eine erhebliche Verteuerung ist. Darüber beschwerte er sich. Die Folge war, daß die Renacht drin bleiben und in erster Linie die Fahrüberhauen in erfahren würden. Selbst diejenigen Arbeiter, die dem Zentrum gierungsvertreter ihn wie einen Schulbuben abkanzelten; seine „ Katharina" und" Elise" 4 und 5, Abbau in beste Ordnung setzen. noch immer blind gefolgt, werden an den Wirkungen seiner industrie- Freunde tamen ihm nicht zu Hülfe, sondern wandten sich Ebenfalls müssen die Querschläge 4-5, Abbau 4, Sohle tadellos sein. Ich denke, die Herren fahren am besten dort herunter. Im feindlichen Politik erfahren, welche Interessen diese Partei in Wahr- demonstrativ von ihm ab. Am Freitag wird die Beratung fortgesetzt. Dann anderen Falle den Fahrweg( Elise) herunter zum 1. Aufbruch mit im heit vertritt. Auge behalten. Arens, Fahrsteiger. Nach dem Zentrumsredner sprach für die Sozialdemokratie Ge- folgt die Beratung des Bergetats. nosse Bernstein. Er schilderte in fachlicher Darstellung die EntMißhandlungen Streikender durch Arbeitswillige. Ein vereiteltes Fest. Einen höchst seltsamen, für unsere Zustände Ein größerer Trupp Arbeitswillige, schossen in der Nähe der wickelung des deutschen Wirtschaftslebens in Berfolg der Caprivischen Zeche„ Vittor" in Raugel auf einige Ordner. Der Streifende Jansen Handelsverträge und zeigte, daß die Handelspolitik, welche jetzt ein- fehr charakteristischen Nachruf widmen Reichsanzeiger" und" Norddeutsche Allgemeine Zeitung" dem Maler Adolf Menzel. Der Tod erhielt drei Revolverschüsse und wurde in den Emstanal getrieben. geschlagen wird, den völligen Bruch mit der damaligen Regierungs- wird hier fast wie eine Privatangelegenheit des Kaisers behandelt. Der Streifende Andre, der ebenfalls in den Kanal getrieben wurde, politik bedeutet, welche vom deutschen Kaiser als rettende at Auf den wenigen leeren Zeilen findet man dreimal den Hinweis auf ist durch einen Schuß in den Unterleib schwer verletzt. gefeiert wurde. Unser Redner zeigte vor allem die schweren Schädi Wilhelm II. Und fast scheint es so, als ob der offizielle Leichengungen, welche große Teile der verarbeitenden Industrien, ins- redner weniger über den Tod des Künstlers flagt, als darüber, daß besondere der Exportindustrien durch die neuen Verträge erfahren er gerade vor seinem 90. Geburtstag gestorben ist und darum ein werden, ferner die Wirkungen, welche die Behinderung und Ein- vielleicht bereits vorbereitetes Fest tüdisch verhindert hat. Man lefe schränkung der Industrie nicht nur auf die industrielle, sondern auch dieses Meisterstück aus Byzanz die kleinbäuerliche und landarbeiterliche Bevölkerung ausüben muß, welche durch die Verminderung der Kaufkraft der industriellen Weitere Meldungen besagen, daß auch auf der„ Glückhülfs"- Arbeiterschaft im Absatz ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse betroffen und Friedenshoffnungsgrube" 141 streiken. Im ganzen sollen im wird. Unser Redner stellte dem Interesse der herrschenden Klassen Ratiborer Bezirk 3168 Mann streiken. Im Waldenburger Bezirk fehlten in der Nachtschicht zum 8. das Interesse des arbeitenden Volkes entgegen und zeigte, fowie in der darauffolgenden Früh- und Mittagsschicht auf der konf. welchen schweren Gefahren, welchen Not- und Hungerpreisen ,, Karl Georg Viktorgrube" von 2358 Mann 1647, auf der„ Komb. das deutsche Volk unter dem System der hochgesteigerten Zölle entGustavgrube" von 1118 Mann 649, auf der„ Abendrötegrube" von gegentreibt, fofern eine ungünstige wirtschaftliche Konjunktur oder 1081 Mann 24. Neu in den Ausstand trat die Belegschaft der Mißernten eintreten. Auf die Mehrheitsparteien warf er die VerSchwesterschächte des Steinkohlenbergwerks„ Ver. Glückhülfs- Friedens- antwortung für die zu erwartende Verlangsamung der deutschen Hoffnung" zu Hermsdorf, und zwar fuhren von 1913 Mann nur industriellen und kommerziellen Entwickelung und für die verbrecherische Herabsetzung der Lebenslage gerade der armen und Der allgemeine Ausstand in Belgien. ärmsten Schichten des Volkes. Der Ausstand in Oberschlesien. Kattowik, 9. Februar.( Privat- Telegramm des„ Vorwärts".) Auf den Gruben„ Emma"," Charlotte"," Leo"," Römer" des Rybniker Bezirks streifen seit gestern sämtliche, auf" Hohmgrube" ein Teil der Bergleute. 312 aut. anzurufen. Wucher- Ernte. Mit dem heute eingetretenen Tode des Altmeisters Adolf b. Menzel hat ein felten reiches und gesegnetes Künstlerleben seinen Abschluß gefunden. Mit dem ganzen Vaterlande, ja der gebildeten Welt, steht Seine Majestät der Kaiser und König an der Bahre dieses bewundernswürdigen Greises, dessen geniale Kunst mit Vorliebe der Verherrlichung des preußischen Ruhmes gewidmet war, und dessen Meisterhand es verstanden hat, den großen König und feine Helden dem Bewußtsein und der Bewunderung der Nach lebenden wieder lebendig zu machen. Einen Schatz der altpreußischen 1leberlieferungen verdankt namentlich auch die Armee dieser Wiederbelebung jener friegerischen Gestalten aus großer Zeit, deren fühne und harte Eigenart Menzels Stift mit wunderbarer Schärfe zum Ausdruck gebracht hat. Es ist ihm nicht vergönnt gewesen, den nahe bevorstehenden Abschluß des neunzigsten Lebensjahres zu begehen, zu dessen Feier sein dankbarer König ihm neue Ehrungen zugedacht hatte. Ein sanfter Tod hat dem unermüdlich Schaffenden den Stift aus der Hand genommen. Sein Ruhm wird fortleben, solange es Deutsche gibt, und die Dankbarkeit seines Königs folgt ihm über das Grab." Brüffel, 9. Februar.( W. T. B.) Im Becken von Charleroi Als darauf Graf Pofadowsky das Wort ergriff, durfte erstreifen heute 26 000 Mann, das sind zwei Drittel des Grubenarbeiterbestandes. Im Borinage, wo ebenfalls 26 000 Mann feiern, ist der wartet werden, daß er, der fleißigste Arbeiter des Zollwerkes, eine Ausstand allgemein. Der Ausschuß der Landesbergarbeiterverbandes gründlichere und fachliche Rechtfertigung unternehmen würde und durch hielt hente in Charleroi eine Beratung ab und beschloß ein Manifest würdigere Auffassung der Regierungsaufgabe die Gemeinpläge verzu erlaffen, in welchem mitgeteilt wird, daß sich bereits 80 000 Berg- geffen zu machen trachten würde, die der Reichskanzler in seinem Wozu beiläufig zu bemerken ist, daß die friederizianischen Neileute im Ausstand befinden. Die Kundgebung appelliert an die Einführungsmonolog zusammengetragen hatte. Doch auch Graf Solidarität der übrigen Grubenarbeiter und fordert dieselben auf, Posadowsky scheint eine geistige Bemühung um das gesicherte Wert ralismus in der Verherrlichung Friedrichs II. das Mittel fah, um gungen Menzels in einer Zeit wurzeln, da der bürgerliche Libeebenfalls in den Ausstand zu treten und ruhig zu bleiben. Der nicht mehr für nötig zu halten. Zunächst verbreitete er sich die reaktionäre, muckerische Romantik Friedrich Wilhelms IV. 31 beAusschuß beschloß ferner, eine aus fünf Mitgliedern bestehende Ab- pathetisch ordnung an den Arbeitsminister zu senden, um seine Vermittelung pathetisch über die großen technischen Schwierigkeiten, die solches tämpfen. Dieser Kultus war oppositionell, nicht byzantinisch! Das ordnung an den Arbeitsminister zu senden, um seine Vermittelung Vertragswert bringt. Dann offenbarte er dem willigen Laien follte doch schließlich selbst der„ Reichsanzeiger" wissen! Die Gesamtzahl der belgischen Bergarbeiter beträgt 134 000. verstand, daß die neuen Bestimmungen nicht einen grundstürzenden Neue Gesetzgeber. Durch königliche Erlasse vom 27. Januar d. J. Umschwung bedeuten, weil ein großer Teil der Vertragssäge sind in das Herrenhaus berufen worden unter Verleihung gleich bleibt. Zur Begrüngung der agrarischen Zollerhöhungen erblichen Rechts: 1. der Fideikommißbesiger, Rittmeister der Landaber vollbrachte er Ausführungen, die irgend ein fonfervativer wehr- Kavallerie Graf Adolf Grote auf Breese im Bruche bei Dugendmann über die Not der Landwirtschaft und ihr Recht auf Dannenburg, und 2. der Fideikommißbefizer, Nittmeister a. D. Run bringt die Reichstags mehrheit des Wuchertarifes Hülfe zu leisten befähigt ist. Gleich einem Landwirtschaftsbündler Graf Hermann von dem Bussche- ppenburg, genannt die reiche Ernte in die Scheuern. Was als Bufagentwürfe su den rief er: Entweder werde die Landwirtschaft preisgegeben oder der b. Kessel, auf Ippenburg im Kreise Wittlage und auf Neuenhof Handelsverträgen zur Beratung steht, enthält die gewaltige Beute, Zollschutz müsse erhöht werden. Und in der Maske des Nicht im Kreise Altena i. W. Diese sind befohlene Gesetzgeber, ihre Nachkommen aber sind die Junkertum und Trust- Industrien aus der deutschen Arbeit davon- wissenden entrüstete er sich: Ob man denn den Landwirt mit Verlust bereis geborene Staatsweise! tragen sollen. Wohl hat die schmachvolle Wucherpolitik zu erheblichem arbeiten lassen wolle; von keinem Geiverbe können die Konsumenten Teil den 16. Juni- Sieg der Sozialdemokratie herbeigeführt, aber fordern, daß es mit Schaden verkaufe; die Landwirtschaft habe Arzneitage und Gewichtsordnung. Der Bundesrat hat der Eins jene Sardorff- Mehrheit fonnte gleichwohl nicht beseitigt werden und das Mecht, ihr Betriebskapital normal zu verzinsen und den führung einer einheitlichen Arzneitage zugestimmt und heimst nun froh aufatmend ein, was dem Volfe geraubt wird. Die Betriebsleiter standesgemäß zu bezahlen. Als ob Graf Bojadowsky der Entwurf einer neuen Maß und Gewichtsordnung den Folgen dieser neuen handelspolitischen Aera aber werden neue nicht wüßte, daß die„ Not der Landwirtschaft", soweit sie im Groß- zuständigen Ausschüssen überwiesen. Hunderttausende belehren, was sie sich geschaffen, indem sie Männer grundbesig existiert, nicht durch das Sinken der Getreidepreise auf Zur Laurahütte" befördert ist nunmehr der aus dem Saarin den Reichstag fandten, die bereit sind zu Handelsverträgen, die dem Weltmarkt, das durch die gewaltig gestiegene Intensität der brücker Prozeß bekannte Bergrat Hilger. Er verdankt also seinem nur diesen Namen haben, aber dem Handel und der Industrie die landwirtschaftlichen Arbeit mindestens wett gemacht wird, verursacht prozessnalen Wißgeschick den finanziellen Fortschritt, daß er aus dem schwersten Wunden schlagen und an der Arbeiterklasse, an allen ist, sondern durch das rapide Steigen der Grundrente. Der Staatsdienst in eine private Goldgrube gefahren ist. on is 50 en Amerika. Die fondern nach dem Zeugnis der Aerzte um Fälle hervorragender Ansteckungsgefahr. Deshalb bitten wir um die Annahme der Ausschußresolution. dem Notstande, der ja zugegeben werden muß, abzuhelfen. Daß die Stadtv. Wallach( A. 2.): Es ist unmöglich, von Stadt wegen Stadt sich von Dr. Nagelschmidt ein Geschenk machen läßt, davon Darauf wird die Vorlage angenommen, die Resolu tion aber abgelehnt. Ueber die Errichtung einer Anzahl von Baulichkeiten fann feine Rede sein. Anleihemittel anzuweisen. Dagegen spricht sich entschieden der Wegen Soldatenmishandlung und vorschriftswidriger Behandlung Untergebener hatte sich am Dienstag vor dem Kriegsgericht der 1. Garde- Division der Unteroffizier Hahnelt von der Uebereinkommens mit dem Präsidenten Movales ist Ontel Sam als In San Domingo find die Amerikaner eingezogen. Laut eines 12. Kompagnie des 4. Garde- Regiments zu Fuß zu verantworten. Sachwalter der Angelegenheiten der kleinen Republik eingesetzt In der Mannschaftsstube 54 haften die Rekruten Griffe geübt und worden und er hat sein Amt in den ersten Tagen des Februar verließen zum Teil die Stube, während gleichzeitig andere Mann- übernommen. Von Washington aus wird versichert, daß nicht die schaften in das Zimmer hereinkamen, sodaß an der Tür ein Gedränge Absicht vorliege, San Domingo zu annettieren. herrschte. Zu diesem Zeitpunkte trat der Angeklagte in die Tür oppofitionelle Presse in den Vereinigten Staaten bemerkt dazu, das und wurde von dem Grenadier Gerst an der linken Schulter an- möge richtig sein, aber es fomme auf die Formalität dabei gerempelt. Der Unteroffizier schlug sofort den Grenadier mit nicht an, jedenfalls habe die Regierung ihre Machtsphäre ſeinen Handschuhen ins Gesicht und verfekte ihm weiter ausgedehnt. Seit 1898, gleich nach Beendigung des auf den Rieselfeldern im Jahre 1905 hat eine eingehende mit beiden Fäusten einen heftigen Stoß vor die Brust, sodaß G. spanischen Krieges, begannen die Unruhen auf der Insel Haiti, die Ausschußberatung stattgefunden, in welcher namentlich die Frage gegen die Tür zurücktaumelte. An dieser„ Abwehr" hatte der Unter- zwischen Kuba und Porto Rico liegt, und es schien, als wären die der Wiederaufnahme einer städtischen Milchwirtschaft in größerent offizier noch nicht genug; er schlug den Retruten wiederholt Amerikaner an den Unruhen nicht unbeteiligt. Bis dahin hatte Umfange gründlich erörtert worden ist. Ueber diesen Teil der Vormit den Fäusten ins Gesicht, sodaß die Wange mehrere Tage hin- Henreur als Präsident von San Domingo 14 Jahre lang( Soz.), über die übrigen Bauprojekte Stadtv. Wallach( U. 2.)= Tage referierte namens des Ausschusses Stadtb. Borgmann durch stark geschwollen war. Dann befahl Hahnelt seinem Unter- regiert. Jest folgte ein Aufruhr dem anderen, und an der ausgebenen, sich auf die Erde zu legen, und als dieser bei wärtigen Schuld, die auf 25 Millionen Dollar geschätzt wird, wurde Letterer beantragt, einen Teil der hier geforderten Ausgaben auf der zweiten Aufforderung die erste hatte der Soldat, durch den nichts mehr bezahlt. Von 1898 bis jetzt fanden fünf Revolutionen Stoß und die Schläge halb betäubt, nicht verstanden, das Er- statt und fünf Präsidenten folgten einander, bis der jetzige, Kämmerer Ma a 3 unter Berufung auf die konstante Praris der periment zu langsam ausführte, half der Unteroffizier nach, indem Movales, ein Freund der Amerikaner, sich zu behaupten verstand. er den Grenadier auf die Erde niederdrückte. Auch in diesem Falle In amerikanischen Kapitalistenkreisen ist man mit der jetzigen gab der Angeklagte zu, den Gerst mehrere Male gestoßen zu haben, Wendung der Dinge ganz zufrieden. Haiti ist eine reiche und frucht will dies aber nur getan haben, um den Grenadier abzuwehren", bare Insel. von dem er sich absichtlich gestoßen glaubte. Ins Gesicht will er nicht absichtlich geschlagen haben. Den Befehl zum Niederlegen will er nur deshalb erteilt haben, weil er fürchtete, G. werde sich tätlich an ihm bergreifen. Er habe den Soldaten nur deshalb auf die Erde gedrückt, um sich in Gegenwart der Mannschaften keine Blöße zu geben und seine" Autorität" zu wahren. Die Beweisaufnahme ergab, daß Gerst den Unteroffizier nur versehentlich in dem Herrschenden Gedränge angestoßen habe und nach den erhaltenen Schlägen keineswegs Miene zeigte, gegen den Borgesezten vor: zugehen. Der Gerichtshof gelangte zu einer Verurteilung zu 14 Tagen gelinden Arrestes, indem er dem Angeklagten seine große Erregung, in die er an dem betreffenden Tage durch verfchiedene Umstände geraten war, und seine sonstige tadellose Führung Der Kongreß, dessen Zeit am 4. März d. J. abgelaufen ist, bat noch eine Menge von Vorlagen zu erledigen, und es wird befürchtet, daß der neue, der 59. Kongreß, manche Arbeiten seines Vorgängers übernehmen und zu einer Extrasession zusammentreten müsse. Alle erfahrenen Politiker versichern aber, daß alles noch seine Erledigung finden wird; die meiste Arbeit geschieht in den Komitees, auf welche sich das Haus unbedingt verläßt. Manche Vorlage freilich, wie z. B. Regelung der Eisenbahnfrachtraten, wird trotz allem Geschrei zurüdbundesgesetzliche bleiben, weil viel geheimer Widerstand dagegen besteht. Besonders start haben sich die Eisenbahnen in der letzten Zeit bemüht, den eine Verzögerung der Annahme des Gesetzes herbeizuführen. Songreß zu beeinflussen und wenn nicht eine Ablehnung, so doch Der Senat hat sich doch endlich entschlossen, einer seit langem hartVor dem Kriegsgericht in Düsseldorf hatte sich der Unteroffizier nädig verteidigten Vorlage zuzustimmen und einige Territorien als Emil Reinsch der 1. Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 16 Staaten anzuerkennen. Zwei neue Staaten find in die Union aufin Mülheim a./Rh. wegen Mißhandlung Untergebener zu verant- genommen worden; Oklahoma und das Indianer- Territorium bilden worten. Der Menschenschinder hatte, wenn er nach Mitternacht den einen, Neu- Meriko den anderen Staat. Dagegen bleibt Arizona, nach Hause kam, die Soldaten aus den Betten ge- welches dieselben Ansprüche stellte, noch Territorium.( Somit besteht prügelt, damit dieselben die Stuben reinigen follten. Bei der der Bund, der unter der jetzigen Verfassung mit 18 Staaten am Gelegenheit schlug er die Leute ins Gesicht, prügelte sie mit 4. März 1789 begann, jetzt aus 47 Staaten.) dem Besenstiel und ließ sie über denselben springen. Er zwang sie zu längeren Kniebeugen und hezte zugute hielt. Australien. außerdem die alten Mannschaften gegen die Das Programm der australischen Arbeiter. Legten Sonntag Refruten auf. Diese Schandtaten hatte der Unhold ungestört fand in Sidney ein Kongreß der Arbeiter der fünf australischen drei Jahre betreiben können, ohne daß eine Beschwerde erfolgte. Kolonien statt. Der Kongreß erklärte: Das Ziel der australischen Nebenbei hatte er auch noch 13 M. Militärgelder unterschlagen. Das Arbeiterpartei ist hebung der materiellen und der geistigen EntGericht fällte ein mildes Urteil. Nur sieben Monate Gefängnis er- widelung des australischen Gemeinwesens, Selbstregierung, Erhielt der Soldatenpeiniger; es wurde auch die Degradation aus- haltung der Vorherrschaft der weißen Rasse! Der gesamte Ertrag gefprochen. ihrer Arbeit soll den Produzenten dadurch gesichert werden, daß die großen Monopole in den Besitz der Nation übergeführt und die wirtschaftlichen und industriellen Funktionen des Staates und der Ausland. Frankreich. Die Trennung von Staat und Kirche. In parlamentarischen Kreifen verlautet, daß der vom Unterrichtsminister ausgearbeitete Entwurf über die Trennung von Kirche und Staat sich von dem Entwurf des früheren Ministerpräsidenten Combes insbesondere dadurch unterscheidet, daß die Kultusvereinigungen Verbände bilden und sich auch über andere Departements erstrecken und anderen Beistand leisten dürfen. Diese Bestimmung wird, wie man glaubt, zweifellos nicht nur von den Katholiken, sondern auch von den Protestanten mit großer Befriedigung aufgenommen werden. Paris, 9. Februar. In der Deputiertenkammer brachte der Kultusminister Bienvenue Martin heute unter dem Beifall der Linken den Gesezentwurf betreffend Trennung von Staat und Kirche ein. Der Entwurf wurde unter dem Widerspruch der Rechten an die Kommission veriviesen. " Belgien. Ein Aufsehen erregender Prozeß Gemeinden erweitert werden. Dies Programm deckt sich zwar nicht mit dem der internationalen Sozialdemokratie, die ja nicht die Monopole, sondern alle Produktionsmittel in den Allgemeinbesitz überführen und der Klaffenherrschaft der Bourgeoisie ein Ende machen will. Aber immerhin zeigt die Annahme solcher Forderungen doch wenigstens, wie weit die australischen Arbeiter heutzutage von den Lehren der Individualisten und der Manchestermänner abgerückt sind. letzten 15 Jahre aus. Befürchtungen mehrerer Ausschußmitglieder gar nicht beabsichtigt Stadtv. Borgmann führt als Referent aus, daß entgegen den sei, die Milchwirtschaft allgemein einzuführen, daß es sich vielmehr nur darum handle, die in Buch und Sputendorf gelegenen städtischen Anstalten mit Milch zu versorgen und zu diesem Zweck die Milchviehwirtschaft, wie sie vorhanden sei, rentabler zu machen, die Kosten zu verringern und die Erträge zu erhöhen. Stadtv. Jden( A. L.) kann sich noch immer nicht darüber beruhigen, daß die Stadt event. den Milchhändlern Konkurrenz machen möchte. Die Vorlage wird nach den Ausschußanträgen angenommen. Antric nunmehr zu verhandeln. Da die Dringlichkeit bereits an= Hierauf beantragt Stadtv. Singer, den dringlichen Antrag erkannt sei, wolle doch die Versammlung den Antrag heute verhandeln. verhandelt wissen; der dringliche Antrag gehöre ans Ende. Stadtv. Kyllmann( Fr. Fr.) will in der üblichen Reihenfolge Stadtv. Singer: Nachdem die Dringlichkeit anerkannt ist, hat die Versammlung unzweifelhaft das Recht, die Tagesordnung umzustellen. Daß dringliche Anträge an die letzte Stelle gehören, ist neu. Stadt. Wallach: Ein Grund dafür, daß wir der Dringlichkeit nicht widersprachen, war der, daß wir annahmen, die Sache würde bei der großen Tagesordnung nicht mehr herankommen.( Heiterkeit.) Stadtv. Dinse( N. 2.) macht sich diese Motive nicht zu eigen, will aber ebenfalls an der Gewohnheit festhalten, dringliche Anträge am Ende der Sizung zu verhandeln. Stadtv. Singer: Man kann doch von Ueberrumpelung nicht reden, wenn man einen Antrag 24 Stunden in Besitz hat. Sic wollen den Antrag heute nicht verhandeln und Herr Wallach hat das auch offen ausgesprochen. Dann aber hätten Sie würdiger gehandelt, wenn Sie der Dringlichkeit widersprachen. gehandelt, wenn Sie der Dringlichkeit widersprachen. Stadtv. Caffel( A. L.): Es handelt sich hier um einen materiellen Antrag, über den wir uns in unseren Kreisen erst vorberaten müssen, und darum scheint es uns nicht ersprießlich, heute schon in die Beratung einzutreten. der Erledigung der Tagesordnung fort. Der Antrag Singer wird abgelehnt; die Versammlung fährt in schulen am 1. November 1904 wird auf Antrag Borgmann Die Vorlage betr. die Frequenz in den Gemeinde= abgefeßt. geführte Fleisch für 1905 wird nebst dem bisherigen Gebührentarif Der Etat der Fleischbeschau für das von auswärts eins genehmigt. Hoffentlich nimmt auch in Australien die Entwickelung ihren weiteren Verlauf in dem Sinne, daß wir in nicht allzu ferner Bataden und einer Turnhalle für die 270. Gemeindeschule, Zur Vorlage betr. die Errichtung von drei weiteren Zukunft auch die australische Gesamt- Arbeiterschaft in den Reihen Bremerstraße 38/40, erflärt Stadtv. Singer, daß er, um den der internationalen Sozialdemokratie freudig begrüßen können.dringlichen Antrag recht bald zur Verhandlung gelangen zu lassen, auf das Wort verzichte.( Heiterkeit.) 26 90 Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 5. Sigung vom Donnerstag, den 9. Februar, nachmittags 5 Uhr. Uhr mit einem Nachruf auf den heute früh im Alter von Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um Jahren verstorbenen Adolf v. Menzel. Eingegangen ist folgender dringliche Antrag Antrick Genossen( Soz.): Die Versammlung ersucht den Magistrat, gegenüber den in letzter Zeit sich mehrenden Abweisungen aufnahmebedürftiger Kranker in den städtischen Krankenhäusern schleunigst geeignete Vorkehrungen zu treffen. spielte sich letzter Tage in Brüssel ab: Genosse Coenen stand vor den Schranken unter der Anklage, in dem antimilitaristischen Organ Die Kaserne" durch ein an die Rekruten gerichtetes Manifest die militärische Disziplin öffentlich untergraben zu haben usw. Coenen ist Sekretär der belgischen sozialistischen Jugendgarden, die zurzeit etwa 13 000 Mitglieder zählend bekanntlich von Partei wegen offiziell mit der schönen Aufgabe betraut sind, die antimilitaristische und zielkräftige Propaganda in Belgien nicht zum Schweigen kommen zu lassen. Neben der permanenten Organisations- Arbeit entfalten die Jugendgarden vor allen Dingen zweimal im Jahre eine ganz besondere Agitation: Einmal, wenn die Aushebungen vor sich gehen, und dann, wenn die Rekruten zur Fahne einberufen werden. In dem inkriminierten Manifest wurden die Soldaten beschworen, falls sie in Streifzeiten gegen die Ausständigen kom Der Vorsteher teilt sodann mit, daß die Große Berliner mandiert würden, nicht zu schießen, nicht durch Befolgen eines Straßenbahn- Gesellschaft in einer Zuſchrift eine Beverabscheuungswürdigen Befehles den Fluch ihrer Väter, ihrer richtigung über das Referat des Berichterstatters Stadtv. Reimann in der Sizung vom 12. Januar zu der Vorlage über den Bau von Mütter, ihrer Schwestern, ihrer Freunde auf sich zu laden. fünf städtischen Straßenbahnen eingesandt hat. Auf Antrag Singer wird die Angelegenheit vertagt. Reinidendorferstraße, 4823 Quadratmeter groß, beabsichtigt ein Auf dem städtischen Grundstück Schulstraße 101, Gde Dr. Nagelschmidt Unter ungeheuerem Zulauf wickeln sich die Prozeßverhandlungen ab. Coenen bekennt sich schuldig", den Aufruf verfaßt zu haben und proklamiert die antimilitaristische Propaganda als eine der ruhmvollsten Missionen der internationalen Sozialdemokratie. Gegen die Beratung des Antrages in heutiger Sizung wird Widerspruch nicht erhoben. Baracken für Geschlechtskranke Die Genossen Gheude und Rohas verteidigen den jungen Idealisten mit einer selbst für belgische Verhältnisse seltenen Wärme und scheuen sich nicht, an den ostasiatischen und Petersburger zu errichten. Er will deren etwa 100 aufnehmen und zu dem Grenein der Gegenwart zu beweisen, wie hoch vom Standpunkte der Moral die antimilitaristische Propaganda zu bewerten sei. Coenen wird freigesprochen! Die sozialistische Jugend aber feiert diesen Erfolg am Abend durch einen antimilitaristischen Demonstrationszug, der sich unter enthusiastischen Kundgebungen des Publikums durch die Straßen von Brüssel bewegt. Italien. Rom, 9. Februar. In einer gestern abgehaltenen Versammlung beschlossen tausend Eisenbahnangestellte, im Falle der Militarisierung des Eisenbahnpersonals sofort in den Ausstand zu treten. Rußland. üblichen Tagesfake von 2,50 m. verpflegen. Da er zirka 80 000 M. Sapital aufzuwenden gedenkt, will er einen Mietsvertrag auf sechs Jahre abschließen, wozu die Genehmigung der Versammlung not ivendig ist. Die Vorlage war an einen Ausschuß überwiesen, der nach längeren Erörterungen sich schließlich dahin schlüssig gemacht hat, die Genehmigung zur Vermietung des Grundstücks auf ſechs Jahre gegen jährlich 1200 M. Miete zu empfehlen, gleichzeitig aber folgende Resolution vorzuschlagen: Die Versammlung ersucht jedoch den Magistrat, die errichtung von Baraden für Geschlechtskranke im Anschluß an ein bestehendes Krankenhaus sofort in die Wege zu leiten. Stadtv. Runge( A. 2.) erklärt sich gegen die Resolution und für unveränderte Annahme der Vorlage. Die Vorlage wird angenommen. Im Reglement für die Fürsorge Erziehung ist die Bestimmung, daß den zu Fürsorgern ernannten Waisenvätern für jeden Zögling monatlich 50 Pf. Entschädigung für Zeitaufwand und dergleichen gewährt werden soll, nicht genehmigt, weil es fich hier um ein Ehrenamt handle. stimmen; wir können nicht einsehen, daß die zuständigen Minister Stadtv. Tolksdorf( Soz.): Wir werden gegen die Vorlage mit Grund ihre Forderung stellen. Wir sind der Meinung, daß das Geld nicht die Hauptrolle spielt, sondern wenn der Fürsorgezögling aus der Zwangserziehung in Pflegestellen oder Dienststellen gegeben wird, dann muß eine Kontrolle stattfinden, und nicht bloß einmal, fondern unbedingt drei bis viermal im Jahre.( Beifall.) Stadtv. Bütow( Fr. Fr.): Es entspricht dem Gesetz, welches die Fürsorgekontrolle als Ehrenamt behandelt, daß eben kein Entgelt Play greifen darf. Stadtv. Tolksdorf( Soz.): Wir haben doch schon das Mizgeschick, daß das Eldorado für unsere Waisenkinder Mecklenburg und Posen ist. In Mecklenburg sind die Erbpächter und in Posen ist es auch solche Sache. Umsonst können Sie keinen Vertrauensmann für unsere dortigen Fürsorgezöglinge bekommen. Die Vorlage wird angenommen. In der Vorlage betr. die Beder spannung, Bedienung und Unterhaltung städtischen Sprengwagen wird die Verlängerung des bisherigen Vergeschlagen; die Unternehmer Brehme trages vom 1. April 1905 ab auf weitere drei Jahre vorUnternehmer Brehme und Genossen sollen tie bisher pro Wagen und Tag 8,40 M. beziehen. Die Ausschreibung hatte als Mindestangebot 9,20 m. ergeben, dieses motiviert mit der Erschwerung, daß ein Mindestalter der Kutscher von 21 Jahren vorgeschrieben war. Da die Erhöhung 50 000 m2. Mehrkosten verursacht hätte, ließ der Magistrat die Bedingung fallen. Stadtv. Pfannkuch( Soz.) bedauert dies und bemängelt ferner, daß es trotz einstimmigen Votums der Deputation nicht gelungen sei, einen Mindestlohn für die Kutscher von 3 M. durchzusetzen. Jetzt zahlten die Unternehmer 2,50 M. und noch darunter. Selbst in der Parkverwaltung seien doch die Löhne erhöht worden. Die Vorlage wird genehmigt. Damit ist die Tagesordnung bis auf den dringlichen Antrag erledigt. Stadtv. Dinse beantragt die Absetzung, damit man den Antrag zunächst prüfen könne.( Stadtv. We ŋl: Unerhört! Gelächter.) Stadtv. Dr. Bernstein( Soz.): Nur der Not gehorchend, nehmen Stadtv. Singer: Diese Begründung kann nicht gelten, weil die Der ermordete finnische Senatsprokurator Johnsson war einer wir die Vorlage an. Die Schaffung solcher Anstalten ist die eigent. Herren dann das Material nicht zur Kenntnis bekommen, welches der bei finnischen Vaterlandsfreunden am meisten verhaßten liche Domäne der Stadt, und es ist sehr wenig schön, daß die Stadt mit vieler Mühe aus den Krankenhäusern und Krankenkassen geKreaturen der russischen Gewaltherrschaft. Von Geburt Finnländer hier als Benefiziatin eines Privatmannes erscheint, denn daß der sammelt worden ist. Wenn Sie recht eingehend beraten wollen, und mit einem Amte betraut, das ihn verpflichtete, über die Un- nicht auf seine Kosten kommt, ist sicher. Die Stadt hat bisher ihre tönnen Sie nichts Besseres tun, als den Antrag begründen zu lassen. verleglichkeit der Verfassung und der Geseze Finnlands zu wachen, Pflicht in kaum nennenswertem Umfang erfüllt. Wann wird denn Stadtv. Dinse: Es gibt auch andere Wege, sich das Material gab er sich dazu her, die russischen Verfassungsbrüche und Gesezes- endlich das Virchow- Krankenhaus eröffnet werden? Nicht vor dem zu beschaffen. Auch nach acht Tagen wird es immer noch Zeit sein, berlegungen durchführen zu helfen und diejenigen zu verfolgen, die 1. Oftober 1906. Burzeit stehen bloß 400 Betten alles in allem darauf einzugehen. für die vom Zaren beschworenen Rechte Finnlands eintraten. Für zur Verfügung. Da muß interimistisch Abhülfe geschaffen werden. Stadtb. Singer: Wenn man diesen Weg geht, dann wird man den Verrat seines Vaterlandes wurde er auf Beranlaffung In der Geschlechtskranken- Station des Obdachs follen ja 400 Betten wohl zu den verlangten Vorkehrungen kommen, wenn die Not vorüber des damaligen Generalgouverneurs Bobrikoff geadelt. Der vorhanden sein; trotzdem werden Geschlechtskranke dort ebenso ab- ist.( Große Heiterfeit.) Lachen ist kein Argument. Selbstverständlich schmähliche Mißbrauch, den er mit dem Broturatoramt gewiesen, wie in der Charité! Im Moabiter Krankenhause ver- handelt es sich bloß um einen vorübergehenden Notstand, der in trieb, wurde, wie wir seinerzeit mitteilten, bereits Ende trägt sich doch die Pflegerinnenschule sehr schlecht mit einer Station den Wintermonaten auftritt und für den eventuell schnelle Abhülfe Dezember in einer Sitzung der Ritterschaft und des Adels für Geschlechtskrante. Bei der dringenden Gefahr im Verzuge geschaffen werden muß. Den Vorwurf möchte ich eben von der des finnischen Landtages gebrandmarkt. Er wurde damals von Arne appelliere ich an die städtischen Behörden, schleunigst vorzugehen. Versammlung abwälzen, daß Sie, obwohl sich dieses Notstandes Cederholm als ein Werkzeug der Gewalt und willkür Am Urban- Krankenhause wäre passendes Terrain vorhanden, das bewußt, durch Ihre Haltung die Situation noch mehr verschlechtere. bezeichnet, als ein Mann, der das Amt, das er bekleide, in ein zwar für eine Kirche reserviert sein soll, aber einstweilen könnte es( In der Versammlung herrscht große Unruhe, an deren Erregung Zerrbild dessen verwandelt habe, was es eigentlich sein sollte. für Barackenzwecke Verwendung finden. Auch sonst mangelt es an Stadtb. Sachs besonders beteiligt ist.) In jener Sigung bemerkte derselbe Redner noch mit Rücksicht auf Plah dafür nicht. Stadtv. Dr. Nathan( foz.- fortschr.) kann nicht glauben, daß den Tod Bobrifoffs: Stadtv. Dr. Weyl( Soz.): Daß der Vertreter des städtischen ein von der Versammlung zuerst als dringlich anerkannter Antrag „ Es gibt Fälle, wo ein Mensch, wenn auch ein in sich selbst Medizinalressorts für diese Anklagen kein Wort der Widerlegung nachher nicht beraten werden soll. Die Bürgerschaft habe ein Recht unbedeutender, sich so betragen kann, daß sich der Haß eines ganzen oder wenigstens der Beschönigung hat, muß doch befremden. Es darauf, zu erfahren, ob der Magistrat seine Pflicht getan habe oder Boltes gegen ihn fonzentriert, und dieser Haß kann unter gewissen handelt sich hier nicht um allgemeine Redensarten. Im Laufe der nicht( Unruhe), bezwv. ob der Antrag begründet sei oder nicht. Umständen so stark sein, daß keine Polizeimacht der Welt und keine letzten vier Wochen sind von Berliner Krankenhäusern 75 syphilitisch Stadtv. Sonnenfeld( A. 2.): Die Bürgerschaft hat aber auch Barteidisziplin diejenige Tat abwenden kann, die dann zuweilen der Erkrankte abgewiesen worden, und diese Zahl bezieht sich nur auf ein mindestens ebenso erhebliches Interesse daran, daß nicht eine Lohn feiner Handlungen wird." acht Berliner Strankenkassen. Es besteht also tatsächlich in Berlin ganze Woche lang einseitig aufgestellte Behauptungen unividersprochen Diese Worte sind auch jetzt wiederum eingetroffen. eine Syphilisnot. Es handelt sich auch nicht um leichte Fälle, bleiben. Worauf die Behauptungen der Antragsteller hinauslaufen, " Eine tausendköpfige, atemlos lauschende Menge. Stuhl Eine Ruhrort, 9. Februar.( W. T. B.) Eine Belegschaftsverfamun Alteneffen, 9. Februar.( W. T. B.) Eine hier abgehaltene Bergarbeiter- Versammlung konnte zu dem Beschluß der Delegierten. versammlung nicht Stellung nehmen, da die Polizei die Versamunhung aufhob wegen des sich erhebender Tumultes. Karnap, 9. Februar.( W. T. B.) ( W. T. B.) Eine hier abgehaltene das erfahren wir ja in den Hauptpunkten schon jetzt aus dem Anttrage felbft. Der Magistrat braucht sich nicht von einer Fraktion an Stuhl, Mann an Mann. Aus allen Winkeln, aus allen lung der Zeche Neumühl beschloß die Arbeit wieder aufzunehmen. auf seine Pflicht aufmerksam machen lassen. Wir haben deshalb ein Ecken, aus allen Nischen tauchen die Köpfe mit den berechtigtes Mißtrauen gegen das zusammengestellte Material. Stadtv.- Vorsteher- Stellvertreter Michelet schlägt als Weg der begeisterten, blanken Augen. Bebel spricht! Seine Versöhnung vor, die Antragsteller heute anzuhören, um nachher in Stimme durchklingt, durchdröhnt den Riesenraum. den Fraktionen dazu Stellung nehmen zu können.( Große Ünruhe Armbewegung unterstreicht hier ein Wort, dort beund Widerspruch.) tont ein leichtes Biegen des Oberkörpers eine be- Bergarbeiter- Versammlung stimmte dem Beschluß der DelegiertenStadtv. Singer: Herr Sonnenfeld fühlt sich in der Rolle des sonders fraftvolle Stelle. Nur seine Stimme in versammlung zu. Mannes, der da sagte: Ich kenne die Gründe der Herren nicht, diesem Raumt. Sonst kein Laut. Tausende von Augen Bochum, 9. Februar. Die„ Westfälische Volkszeitung" meldets aber ich mißbillige sie.( peiterkeit.) Es kommt gar nicht darauf hängen an diesem Kopf mit den weißlich- grauen Haaren Magistrat antworten kann. Wenn Sie sich nicht so an Formalien lichem Feuer herausgeschleuderten Worten... an, ob er antworten kann oder nicht, sondern darauf, was der und Tausende von Dhren lauschen den zündenden, mit jugendflammerten, würden Sie in der Zeit, die diese GeschäftsordnungsDebatte beansprucht, die Begründung schon vernommen haben. Stadtv. Weyl( Soz.): Mein Material ist im wesentlichen dem Magistratsdezernenten bereits persönlich übermittelt; außerdem besteht es aus amtlichen Dokumenten, was ich inbezug auf die vorweg behauptete Einseitigkeit hinzufügen möchte. Unruhe.) Antrick. Das Berliner Proletariat gegen den Zarismus. " Eine von ungefähr 8000 Bergleuten besuchte Versammlung des Bochumer Reviers erklärte sich nach einem Referat des Abgeordneten Sachse und des Vorsitzenden des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter einstimmig für die fofortige Wiederaufnahme der Arbeit. gehaltene Bergarbeiter- Versammlung erhob Protest gegen den BeMühlheim( Ruhr), 9. Februar.( W, T. B.) Eine hier abschluß der Delegiertenversammlung. Auch der Märkische Hof" in der Admiralstraße ist polizeilich abgesperrt. Auch hier eine dicht gedrängte Menge, denen ein ehrlicher, heller Zorn über die Greueltaten des Barismus aus den Augen leuchtet. Und ein Versammlungs- Oberhausen, 9. Februar.( W. T. B.) Zivei hier abgehaltene faal wie der andere; Kopf an Kopf und Arm an Arm. Und Bergarbeiter- Versammlungen sprachen sich gegen die Wiederin allen Gesichtern das ausgeprägt, was in diesen Herzen aufnahme der Arbeit aus. Lodert und nach einem flammenden Protest ruft: Was man unseren russischen Brüdern getan, wir empfinden's, als wäre es an uns geschehen. Nieder mit dem Zarismus! Hoch die Freiheit, die Gleichheit, die Brüderlichkeit!" So demonstrierten die Arbeiter Berlins. Eine Ableitung des Auswandererstroms. amerikanische Generaleinwanderungskommissar Sargent führte neuBremen, 9. Februar. ,, Bösmann- Bureau" meldet: Der lich in einer Rede aus, daß er alles aufbieten werde, um zu ver hindern, daß sich fünftig in New York und Chikago große Massen von Einwanderern niederlassen, vielmehr zu erreichen, daß die Einwanderer sich fünftig über Galveston nach dem Süden und Südwest en der Vereinigten Staaten hinziehen, und durch eine Reihe von Vergünstigungen die Einwanderer zu veranlassen, den Weg über diesen Hafen zu nehmen. Infolge dieser Ankündigung hat der Norddeutsche Lloyd" beschlossen, einen direkten Berkehr zwischen Bremen und Galveston einzurichten und den Fahrpreis auf dieser Linie von 170 M. auf 150 M. herabzusetzen. Ausstand der Elektrizitätsarbeiter. Baris, 9. Februar.( W. T. B.) Der Ansstand der ElektrizitätsStadtv. Dinje: Das ist uns sehr angenehm zu hören; denn amtliches Material fönnten wir ja heute am wenigsten auf seine Richtigkeit hin beurteilen. Was der stellvertretende Vorsitzende vor schlug, war kein Versöhnungs-, sondern ein Aufhebungsantrag. ( Großer Lärm.) Stadtv. Singer: Der Herr Vorsteher hat wohl nicht gehört, daß der Stadtv. Dinse unseren Antrag einen aufhegenden genannt hat( Zurufe: Nein, den Antrag Michelet!)... wenn dem so ist, wenn man Herrn Michelet das unterstellt, so hätte ich erwartet, Es ist unmöglich über alle der 21 Versammlungen zu bedaß der Vorsteher diese Unverschämtheit zurückweisen würde.( Großer richten. Wir greifen deswegen nur heraus, was von besonderem Lärm und Pfuirufe. Der Vorsteher rügt den Ausdruck Un- Interesse war. verschämtheit.) Einen eigenen Charakter trug die Versammlung im Moabiter Stadtv. Barth beantragt den Schluß der Geschäftsordnungs- Gesellschaftshause. Dieses Lokal besitzt einen der größten Säle debatte.( Heiterkeit. Rufe: Gibt's nicht! Fortdauernde große Berlins. Aber für den Andrang der Tausende von Demonstranten, welche gestern abend nach dem Gesellschaftshause strömten, war In dem Moment, wo der Vorsteher zur Abstimmung schreitet, selbst dieser Riesensaal zu flein. Die Tische waren sämtlich entwill der Stadtv. Hinge( Soz.) einen Antrag auf namentliche fernt, die Stühle so eng wie möglich aneinandergerückt, und überall, Abstimmung überreichen; dieser wird jedoch vom Bureau zurück- ivo noch Stehplähe freiblieben, wurden sie alsbald von einer Kopf gewiesen. an Kopf gedrängten Menge eingenommen. Selbst die mannshoch arbeiter, den man für beendigt hielt, nimmt an Ausdehnung zu. Die Die Mehrheit beschließt darauf die Absetzung des Antrags über dem Fußboden angebrachten Fensterbänke und Wandsimse Ausständigen der Edisongesellschaft, welche glauben, daß ihre Fordewurden als willkommene Siggelegenheiten in Anspruch genommen. rungen nicht in ausreichendem Maße befriedigt seien, beantragten Nur mit Mühe konnte der vorschriftsmäßige Mittelgang freigehalten bei den Arbeitern anderer Elektrizitätswerke, daß man in den allwerden. Kurz nach 8 Uhr sperrte die Polizei den Saal ab, nachdem gemeinen Ausstand trete. Die Arbeiter der Edison- Gesellschaft etwa 4000 Personen in demselben Plaz gefunden hatten. Klara stimmten dem Antrage zu. Bettin nahm, mit lebhaftem Beifall begrüßt, das Wort. In Die Revolution in Rußland! Eine vorwizige knappen Umrissen zeichnete die Rednerin ein anschauliches Bild der Lausanne, 9. Februar.( W. T. B.) Die Anklagekammer des Frühlingssonne hatte den Tag über grell und glänzend die wärtige revolutionäre Bewegung in Rußland erwachsen ist, eine Be- Janiligli, welcher am 10. Juni b. J. auf den russischen Gesandten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse, aus denen die gegen Bundesgerichts beschloß, heute das gerichtliche Verfahren gegen roten Riesenplakate an den Anschlagssäulen beleuchtet, auf wegung, die sich von den früheren revolutionären Stämpfen dadurch Schadowsky mit einem Revolver geschossen hatte, einzustellen und Janilizki, welcher am 10. Juni v. J. auf den russischen Gesandten denen zum Besuch der 21 Volksversammlungen eingeladen unterscheidet, daß sie getragen ist von einem von modernem Geist den Angeklagten freizulassen unter Vorbehalt von administrativen wurde. Zur Mittagsstunde waren in den Arbeitergegenden erfüllten Proletariat. Das zeige fich namentlich in Russisch- Polen, Maßnahmen zum Schutze der öffentlichen Sicherheit. diese Plakate oft so dicht belagert, daß man glauben fonnte, wo allein das Proletariat die revolutionäre Bewegung trägt. In Maßnahmen zum Schutze der öffentlichen Sicherheit. die Polizei hätte wieder einmal 1000 m. für das Auffinden Petersburg scheine dagegen die Bewegung nicht von sozialdemokratiEine bedauerliche Personenverwechselung. eines durch die Lappen gegangenen Raubmörders ausgesetzt. schen Führern, sondern von Gapon ausgegangen zu sein, der allerPetersburg, 9. Februar.( W. T. B.) AusländischeBlätter bringen ,, Wo wohl Aujust sprechen wird? Bat meenste: im Eis- dings nur ein Zufallsführer war. Die Richtung habe die die Nachricht, der deutsche Reichsangehörige Hoch sei infolge feller?" Es lag Stimmung in diesen Gruppen. Und aus Sozialdemokratie. Man dürfe die Rolle nicht überschätzen, welche der Vorgänge am 22. Januar verhaftet und am anderen Bewegung erhalten durch die jahrelange unermüdliche Arbeit der ihren Gesprächen tönte mehr als eine müssige Neugier der Liberalismus, die Intelligenz in dieser Bewegung spielt. Morgen wieder in Freiheit gesetzt worden. Von zuständiger heraus. Wer der Meinung sei, daß Gorki deshalb verhaftet wurde, weil Seite wird hierzu mitgeteilt, der deutsche Neichsangehörige Und diese Stimmung hielt an. Als die Dämmerung über er das Haupt der Bewegung sei, der kenne die russischen Verhältnisse Kaufmann Hoch wurde am 28. Januar verhaftet und auf die Dächer troch und die Bauten Feierabend machten, da nicht. Gortt sei ein glänzender Schriftsteller, der warm für das Intervention der deutschen Botschaft am folgenden Tage strömte es vom Norden, vom Osten und vom Süden her den Proletariat fühle, aber in dieser revolutionären Bewegung spiele er wieder aus der Haft entlassen, nachdem sich herausgestellt Versammlungslokalen zu. Erst nur vereinzelte Trupps, dann feine Rolle. Er sei nur ein Soldat unter den Tausenden von hatte, daß eine bedauerliche Personenverwechselung vorgelegen. Das russische Ministerium des Innern hat alsbald Hoch schriftlich sein lebhaftes Bedauern über dies grobe Versehen ausgedrückt und ihm mitgeteilt, daß der betreffende Polizeibeamte, welcher die Verhaftung veranlaßt hatte, bestraft worden ist. aber, nach Schluß der Fabriken, kamen sie in größeren, geschlossenen Gruppen. An den Haltestellen der Elettrischen und der Omnibusse, auf den schwerer zu passierenden Pläßen, an den Straßenecken merkte man: es war wieder mal etwas in Berlin los". fämpfenden Proletariern.- Verfehlt sei es auch, wenn man den russischen Sozialdemokraten rate, zum Sturz des Absolutismus mit anderen Oppositionsparteien zusammenzugehen. Dies schwächliche Bad habe sich selbst für ein vorübergehendes Zusammengehen mit der Sozialdemokratie als ungeeignet erwiesen. Zum Schluß gab Genossin Zetkin der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Befreiung des russischen Volkes, der Sturz des Absolutismus nur erreicht werden fönne durch das kämpfende russische Proletariat unter Führung der Sozialdemokratie. Rauschender Beifall folgte dem wirkungsvollen Vortrag. Es ist kurz nach Arbeitsschluß, 27 Uhr. Der große Saal der Brauerei Friedrichshain ist zu Dreivierteln gefüllt. Vom Königstor her und durch den Friedrichshain von der Weinstraße her strömt es in dichten Kolonnen: Männer und Frauen. Von einem starken Bolizei- Aufgebot ist noch nicht jo glatt verlaufen. Im Eisermannschen Saale waren In der Proletarierstadt Rigdorf sollten die Versammlungen nichts zu sehen. Ist auch gar nicht nötig. Die Demonstranten außer den uniformierten auch zwei Striminalbeamte anwesend, die sorgen selbst für Ruhe und Ordnung. vor Beginn der Versammlung von dem Vorsitzenden hinausgewiesen Innen im Saal sizen sie Tisch an Tisch. Gewöhnlich wurden. Im Thielschen Saale wurde die Versammlung bildet eine„ Bude", oder doch ein paar Fachkollegen, die aufgelöst. Da der Referent verhindert war, mußte die VerTafelrunde. Mutter hat die Stullen ausgepackt. Die Kellner sammlung wiederholt vertagt werden, bis der telephonisch herbeiwinden sich durch die schmalen Gänge. Es futtert sich hier gerufene Genosse Dr. Silberstein erschien. Als dieser gerade ganz gut", meint einer. Wie beim Zaren", antwortet ihm den Saal betrat, löste der überwachende Beamte die Versammlung ein lustig dreinblickender Grautopf. Hin und wieder ein auf, weil dieselbe vertagt war, ohne daß in die Tagesordnung einHandlungsgehülfe, eine Buchhalterin oder Verkäuferin, die getreten war. Beschwerde ist eingereicht worden. Heute früher Feierabend gemacht haben. Eine fecke, selbstbewußte Stimmung flattert durch den Raum, an dessen Wilmersdorf. Die von ungefähr 500 Personen besuchte BerEingangspforte fich die Einlaß Heischenden dichter und dichter stauen " " 1 In Weimanns, Volts garten" in der Badstraße ist furz nach 7 Uhr bereits alles bis auf den letten Platz gefüllt. Schon fängt man an, die Tische auszuräumen. Ein halbes Dutzend Bolizisten suchen vor dem Torweg" Ordnung" in die heranströmenden Massen zu bringen. Immer neue Menschenmengen wälzen sich vom Wedding her. Der Eiskeller ist bereits gesperrt. Wer dort nicht hereingelassen wurde, sucht in der Brunnengegend gegen die russischen Greueltaten zu demonstrieren. 2000 füllten nach Entfernung der Tische und Stühle den Volksgarten", sodaß leider einige Frauen infolge der Hiße und Enge in Ohnmacht fielen. " # Ein gewaltiges Menschengewoge staut sich vor dem Eisteller Etablissement. Das Trottoir und ein Stück Straßendamm ist mit Versammmlungsbesuchern, die feinen Einlaß mehr fanden, förmlich besäet. Die Droschken und Geschäftswagen müssen Schritt fahren, stauen sich. Die Elektrischen arbeiten unablässig mit der Klingel. In den anstoßenden und gegenüberliegenden Häusern sind die Fenster zu einem großen Teil geöffnet. Neugierige begaffen die sich drängende, erregte Voltsmasse. Du, Frizze, wenn det Trepow zu sehen friegte!" Der müßte jleich im Lage schmeißen!" Die Schußmannschaft verhält sich wenig aufdringlich; sie hofft auf ein Abflauen der Menge. " In den benachbarten Schankwirtschaften ist kein Stuhl mehr zu haben. Hier hat man auf den Vortrag verzichtet und diskutiert nun die Russenfrage. Derbe Worte sinds, die hier fallen, und Vergleiche zwischen Rußland und Deutschland werden gezogen, die deutlich davon Kunde geben, daß auch Einstellung des Verfahrens. Der unbengjame Absolutismus. " Petersburg, 9. Februar.( B. S.) Heute nachmittag wurde der Petersburger Korrespondent der Frff. 3tg." im WinterTrepow erklärte: Die Unruhen sind vorüber, die Bewegung palast von dem Generalgouverneur Trepow empfangen. ist jetzt nur noch eine ökonomische, alle Fabriken arbeiten, das Verlangen nach einer Konstitution ist aber unerfüllbar, der Bar ist Autokrat. Die Revolution in Rußland. Warschau 9. 2.( W. T. B.) In Losz haben die Arbeiter trotz der ihnen gemachten Konzessionen die Arbeit nicht wieder aufgenommen. Es herrscht dort vollständige Ruhe. Moskau, 9. Februar.( W. T. B.) Die Adelsgenossenschaft ents Die Versammlung in Pantow trug einen eigenen Charakter schied in einer Sizung, es sei wünschenswert, in der Frage zur dadurch, daß derselben auch zahlreiche Bürgerliche beiwohnten. Schaffung von Gesezen für die Bauern die Wünsche der Bauern felbst zu hören und zu diesem Zwecke ihre Vertreter nach Petersburg sammlung nahm nach einem äußerst wirkungsvollen Referat des zu berufen. Die Versammlung beschloß sodamn, sich zum Verteidiger Genossen a tenstein die Resolution an und überwies den Er- der Autonomie des Bauernstandes zu machen, sowie des Rechtes trag der Tellersammlung den Hinterbliebenen der Opfer des Zarismus. ihrer Meinungsäußerung über Reformen, die sie angingen. Sosnowice, 9. Februar.( W. T. B.) In der Katharinen folgende Resolution angenommen: In allen Versammlungen wurde einstimmig die nach- Hütte" fam es heute einem Zusammenstoß zwischen Truppen und Arbeitern. Die Truppen gaben mehrere Salven auf die ab, da Tegtere die Arbeiter der Elektrizitätsstation angegriffen hatten, um sie zu zwingen, die Arbeit Eskadronen Kavallerie und ein Regiment Rosalen eingetroffen. Der einzustellen. Bis heute find hier acht Bataillone Infanterie, acht Verkehr zwischen Sosnowice und Ölfusch ist wieder aufgenommen. Die Bolksversammlung gibt ihrer flammenden Entrüstung Ausdruck über die Schlächtereien und Megeleien, welche die russische Regierung am 22. Januar in Petersburg an wehrlosen Männern, Frauen und Kindern verübte, Schlächtereien und Mezeleien, die sich seitdem in zahlreichen anderen Städten des russischen Reiches, insbesondere an streikenden Arbeitern, wiederholten. Diese Schandtaten geben den russischen Zarismus und feine Henkersknechte der Verachtung der gesamten Kulturwelt preis. Die Versammlung spricht allen denen ihre aufrichtige Bewunderung und ihre Sympathie aus, die in dieser großen rebolutionären Bewegung alle ihre Sträfte daran fegen, um Rußland in die Reihe der modernen Staaten zu heben und für das von seinen Tyrannen niedergetretene und ausgefogene Bolf menschenwürdigere Zustände herbeizuführen. Insbesondere spricht die Versammlung ihre größte Genug tuung aus, daß die russische polnische Sozialdemokratie in diesen Kämpfen für die Befreiung des russischen polnischen Boltes ihre historische Mission in so glänzender Weise erfüllt und feine Opfer scheut, um ihr Ziel zu erreichen. d Endlich fordert die Versammlung, daß die unwürdige Rolle, die Deutschland Breußen gegenüber dem russischen Zarismus spielt, ein Ende nimmt, und der russisch- preußische Auslieferungsvertrag vom Jahre 1885, der eine Schmach für Preußen ist, fofort gekündigt wird. der deutsche Arbeiter weiß, weſſen er sich in seinem gefegneten Letzte Nachrichten und Depefchen. Vaterlande gewärtigen kann. tot. " 1 Bergarbeiter- Bewegung. Das Herz der Riesenstadt ist tot wenigstens politisch In der Elektrischen, im Omnibus, auf der Strecke Effen a. d. Ruhr, 9. Februar.( W. T. B.) In den heute nach zwischen Oranienburger Zor und Belleallianceplatz mittag stattgehabten Versammlungen der Bergarbeiter, welche, wie dieselben blasierten Gesichter wie sonst. Erst im Süden der gemeldet, die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen, tam es fast Metropole wird es wieder lebendig. In den Straßenzügen, überall zu tumultuarischen Szenen. Gegen die Siebener- Kommission die zum Hofjäger- Pala ft" führen, wieder dasselbe wurden heftige Vorwürfe erhoben und die Mitglieder als Verräter, Bild wie im Norden: eine kleine Völkerwanderung. Fünf die bestochen seien, bezeichnet. Aus Gelsenkirchen, Herne und Dort Schußmannsposten, hintereinander im Eingang des Etablisse- mund liegen ähnliche Meldungen vor. Auch dort haben sich die ments gruppiert, sperren den Eintritt. Schon seit einer Stunde Bergarbeiter mit großer Mehrheit für die Fortsetzung des Ausist der Versammlungsraum wegen Ueberfüllung geschlossen. standes ausgesprochen. Mit betrübten Gesichtern stehen sie draußen: Bebel arbeiter- Versammlungen statt. Die erste beschloß, die Arbeit nicht Borbed, 9. Februar.( W. T. B.) Hier fanden givei Bergspricht!" Mit neidischen Augen verfolgen sie mich, dem die aufzunehmen; die zweite war nicht rechtzeitig angemeldet und wurde Legitimation den geschlossenen Raum öffnet. deshalb vertagt. # Streifenden " Liban, 9. Februar.( W. T. B.) Von den 5500 Arbeitern der hiesigen Fabriten hat der vierte Teil die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen. Am Hafen herrscht reges Leben. 16 Schiffe find mit Ladung angegangen. Die Schiffe Cormorin" und" Prinzeß Alexandra" werden hierher kommen, da sie ihren Bestimmungsort Reval eiseswegen nicht erreichen können. Schneider und Schuhmacher find in den Ausstand getreten; die Ruhe Kertsch, 9. Februar Die Arbeiter sämtlicher Druckerien, die ist nicht gestört, Tiflis, 9. Februar.( W. T. B.) Der Ausstand dauert fort. Mit Ausnahme eines Blattes ist heute feine Zeitung erschienen. Die Schlächtergesellen und Apothekergehülfen sind ebenfalls ausständig. Die Polizei nahm eine Reihe von Verhaftungen vor. Auch das Eisenbahn- Personal ist hier und an anderen Orten in Ausstand getreten und verlangt Lohnerhöhung. In Batum und auf anderen Eisenbahn- Stationen wird militärischer Schutz verlangt. Die China- Politik Amerikas. New York, 9. Februar.( W. T. B.) Nach einer Meldung der World" aus Washington habe der Staatssekretär Hay mit Genehmigung des Präsidenten tatsächlich beschlossen, zweiundzwanzig Millionen Dollars chinesische Entschädigungsgelder, die nach Befriedigung der Ansprüche von Bürgern und Wiffionsgesellschaften übrig geblieben find, nach Beendigung des Krieges im fernen Osten zurüdzugeben. Er glaube, daß die Vereinigten Staaten nicht berechtigt seien, das Geld zu behierzu kein besonderer Beschluß des Kongresses nötig sei, da halten, weil China nicht für den Boreraufstand verantwortlich sei. Die Vereinigten Staaten haben während des Chinazuges immer in finger Weise für China gewirkt! Eisenbahn- Unglüd. Milwaukee( Jowa), 9. Februar.( W. T. B.) Acht Wagen des der Zug eine Geschwindigkeit von 70 Meilen in der Stunde hatte. Schnellzuges nach Milwaatee stürzten von einer Hängebrüde, als Sierbei wurden vier Personen getötet, 24 verwundet. Die Ursache Ides Unfalls ist Schienenbruch. Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Injerate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagenu.Unterhaltungsbl. 11, 35. 22.1�1,. t. Deillige hes„Kmiirts" Ktrliner Vslksdlstt.&***•'«* Rdcbötag. 137. Sitzung vom Donnerstag, den 9. Februar 190ö. nachmittags 1 Uhr. Am BundeZratstische: Graf PosadowSky, v. Podbielski, Frhr. V. Rhei nbaben, Frhr. v. Stengel. Frhr. v. Nicht- Hofen. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung der sieben Handelsverträge (Zusatzverträge) mit Italien. Belgien, Rußland, Rumänien, der Schweiz, Serbien und Oesterreich- Ungarn sowie das Mehseuchen-Uebereinlommnis mit Oesterreich- U n g a r n. Abg. Herold(Z.): Nach langwierigen Verhandlungen und großen Schwierigkeiten ist vor 2 Jahren der Zolltarif zustande gekommen. Sein Ziel war, einen verstärkten Schutz der heimischen Landwirtschaft zu bringen, eine unbedingte Notwendigkeit, wenn die deutsche Landwirt- schaft überhaupt am Leben erhalten bleiben soll, wie es un Interesse des Staatswohls dringend geboten ist.(Lachen links.) Äir hatten recht mit der Ansicht, daß Handelsverträge auf Grund des neuen Zolltarifs sehr wohl möglich seien. Nach mehreren Rich- tunaen sind wesentliche Verbesserungen zum Schutze der Landwirt- schaft in diesen Handelsverträgen eingetragen, aber befriedigen können uns diese keineswegs.(Sehr richtig I rechts.) Es be- fremdet zunächst außerordentlich, daß die Transitläger in Königsberg, Danzig, Altona und so weiter aufrecht erhalten lo erden, ja sogar durch Verträge fe st gelegt werden sollen. Infolge der Festlegung kann daraus ein großer Schaden für die Landwirtschaft erwachsen. Ferner hätten wir erwartet, daß in Zukunft Rußland keinen bestinnnenden Einfluß auf die deutschen Eisenbahntarife haben würde. Die Unterscheidung zwischen Malz- und Futtergerste hat in der Presse schon große Bedenken hervorgerufen. Die Gewichtsgrenze von ööKilogramm halte ich für keineswegs maßgebend; gute Braugerste kann bedeutend weniger wiegen. Nur durch Denaturierung der Futtergcrste bei genauester Kontrolle seitens der Zollbehörden'kann die Unter- scheidung von Brau- und Futtergerste durchgeführt werden. Der Mais hat einen angemessenen Zoll von 3 M. erhalten. Das bestehende Verhältnis zwischen Getreide und Mehl in den Zollsätzen kann keineswegs aufrecht erhalten werden. Der Zoll für Mehl beträgt nur 10,20 M., nach dem richtigen Verhältnis von Getreide und Niehl müßte er aber 11,32 M. betragen. In diesem niedrigen Zollschutz für Mehl liegt eine schwere Gefahr für die Mühlenindustrie, die auf die Landwirtschaft zurückwirken muß. Die kleinere» und mittleren Mühlen verschwinden immer niehr.(Hört I hört I links.) Aber im Interesse der Erhaltung des Mittelstandes muß dagegen eingeschritten werden. Auch das Verhältnis von Gerste zu Malz ist in den neuen Zolltarifen nicht richtig gewahrt worden. Auch der Hopsen ist schlecht behandelt. Unter diesen Ver- Hältnissen muß besonders Bayern leiden. Meine politischen Freunde sind ohne Ausnahme von der schlechten Behandlung von Hopfen und Malz aufs unangenehmste beriihrt worden.(Sehr richtig I) Auch der Zollschutz für Obst er- scheint uns in keiner Weise ausreichend. Ganz besonders schlecht ist das Holz gefahren.- Auch der Zoll für Holzstoff und Cellulose ist leider herabgesetzt worden. Auch der Quebrachozoll entspricht nicht unseren Erwartungen, er läßt die Hoff- nungen der Schälwaldbesitzer unerfüllt. Es bleibt den Besitzern nichts weiter übrig, als den Schälwald in Hochwald zu verwandeln. Die bestehenden Zollsätze fiir Vieh waren so überaus niedrig, daß die jetzige Erhöhung, wenn sie auch unleugbar groß ist, als aus- reichend nicht erachtet werden kann. Die Verhinderung der Vieh- seuchen wird neuen Schwiersgkeiten durch die jetzt abgeschlossenen Verträge nicht begegnen. Nur mit Oesterreich ist eine neue Vieh- seuchenkonvention abgeschlosien worden, die zwar die alten Forde- rungen der Landwirtschaft verwirklicht, daß die Sperre nicht erst nach Eintritt der Seuche verhängt werden darf, sondern schon, um ihrem Uebergreifen vorzubeugen, andererseits aber das freie Ver- fügungsrecht unserer Regierung wesentlich einschränkt. Die Jndustriezölle sind zum Teil tvesentlich er- h ö h t w o r d e n, z. B. die Zölle auf Tischler- und Lederwaren. Sehr wichtig ist, daß zwischen Italien und Deutschland Verein- barungen in bezug aus die Arbeiterversicherung getroffen sind. Das ist ein bedeutungsvoller Schritt nicht nur fiir die Industrie, sondern auch fiir die ganzen Verhältnisse des Arbeiterstandes. Im allgemeinen kann man sagen, daß eine Verbesse- rung des bestehenden Zustandes durch die Handelsverträge herbei- geführt ist, speziell die Landwirtschaft hat einen wesentlich erhöhten Zollschutz erhalten. Aber es bleiben noch viele unerfüllte Wünsche. Ganz außerordentlich viel hängt noch von der praktischen Ausführung der Verträge ab.(Sehr richtig I im Zentrum.) Mögen die Regierungen hier mit aller Energie dahin wirken, daß die Verträge wirklich einen wirtschaftlichen Vorteil für uns bedeute». Ebenso wissen wir noch nichts über die Auslegungen der Be- stimmung. Deshalb beantragen wir eine Beratung in der Kommission. Erst wenn uns dort genauer Bescheid wild über Auslegungen und AuSführungsbeftimmungen, sind wir überhaupt in der Lage, definitive Stellung zu den Handelsverträgen zu nehmen. Mit einer großen Zahl von Staaten sind noch keine Handelsverträge abgeschlossen. Auf Regulierung dieser Verhältnisse ist das größte Gewicht zu leyen. Jetzt sind wir noch ganz im dunkeln darüber; aber das kann jetzt schon gesagt werden: es darf nicht mehr möglich sein, daß in Zu- kunft ein Staat ohne besondere Zugeständnisse Vergiinsttgungen er- hält, die andere Staaten sich mit ivichtigen Zugeständnissen haben erkaufen müssen.(Sehr richtig I rechts.) Die Stärke unserer Position ist der G e n e r a l t a r i f; er ist eine vorzügliche Waffe. (Lachen links.) Ich beantrage eine Ueberweisung der Verträge an eine Kommission von 28 Mitgliedern.(Beifall im Zentrum und rechts.) Abg. Bernstein(Soz.): Die Ausführungen des Herrn Vorredners waren außerordentlich charakteristisch. Er sprach von dem.erheblich besseren" Schutze für die Landwirtschaft und von dem„verhältnismäßig guten" Schutze für die Industrie.„Erheblich besser" und„verhältnismäßig gut"— da versteht man, daß die Herren trotz aller Wenn und Aber im ganzen mit diesen Verträgen einverstanden sind. ES sind jetzt gerade 13 Jahre, daß Herr v. C a p r i v i mit der vom Fürsten Bismarck vertretenen Schutzzoll-Politik brach und zum System der gebundenen Vcrtragstarife überging, nicht aus irgend welchen theoretischen Gründen, ja nicht einmal mit der Absicht, mit dem alten System zu brechen, sondern im Gcgeyteil, um daS Schutzzoll- System, das dem Zusammenbrechen nahe war, zu stützen. Damals bewilligte unsere Partei diese Verträge; nicht in besonderer Be- geisterung allerdings, schon deshalb nicht, weil es sich eben um keinen Bruch mit dem bestehenden Systeme handelt. Und zweitens des- halb nicht, weil die L e b e n S m i t t e l z ö l l e auf einer Höhe blieben, die selbst über die Höhe des JahreS 1882 hinausgingen. Singer erklärte damals im Namen unserer Partei:„Wir haben von jeher auf dem Standpunkt gestanden, daß Handelsverträge notwendig, daß sie dem autonomen Zolltarif vorzuziehen sind. Mit diesen Handelsverträgen ist der erste Schritt getan, um Bresche zu schlagen in das unheilvolle Schutzzollsystem. Gewiß sind sie nur ein ganz schwächlicher und unzulänglicher Versuch auf neuen Bahnen. Die Jndustriezölle sind Mel zu hoch gelassen. Namentlich aber sind die Zölle auf Lebensmittel in einer Höhe beibehalten worden, wie sie für die Masse des Volkes unerschwinglich sind. Die I a n d- wirtschaftlichen Zölle werden wir nicht eher aufhören zu bekämpfen, als bis sie sämtlich be- seitigt sind.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wenn angesichts dieses Standpunktes die Sozialdemokratie für die Ver- träge stimmte und darauf verzichtete, eine Politik der leeren Demonstration dos Alles oder Nichts zu treiben, so tat sie es nicht etiva, weil die Entscheidung von ihr abgehangen hätte, denn am 18. Dezember waren 341 Stimmen für die Handelsverträge und nur 48 dagegen. Sie tat es. weil damals mit den Verträgen eine Entlastung des Volkes verbunden war. Ausdrücklich erklärte auch damals Genosse Singer, daß er den Standpunkt des Reichskanzlers völlig teile, wenn dieser die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der europäischen Nationen betont hätte. Aus diesem Grunde hat die Sozialdemokratie damals sogenannte „positive Politik" getrieben. Es ist interessant, sich heute der Worte zu erinnern, die damals von höchster Stelle über die rettende Tat der Caprivischen Handelsverträge gesprochen wurden. Trotz aller Verdächtigungen und Schwierigkeiten, die dem Reichskanzler und seinen Räten von den verschiedenen Seiten geniacht worden sind, ist eS uns gelungen, in die neuen Bahnen der Zollpolitik einzulenken. Ich bin überzeugt, daß nickt nur unser Vaterland, sondern Millionen von Untertanen aller Länder, die mit uns in den großen Zollverband eingetreten sind, dereinst diesen Tag segnen werden. Mit den neuen Handelsverträgen, auf Grund des neuen Tarifs, der nur unter Vergewaltigung der Geschäftsordnung dieses Hauses zustande kam..... Präs. Graf Ballestrem(unterbrechend): Sie dürfen nicht sagen, daß im deutschen Reichstage die Geschäftsordnung vergewaltigt worden ist! Abg. Bernstein(fortfahrend): Das ist daS Urteil der großen Mehrheit des Volkes und der be- dcutendsten außerhalb diel es Hauses stehenden Juristen. Mit diesen neuen Handelsverträgen ist man also aus den ge- segneten Bahnen herausgetreten. Man sage nicht, daS Prinzip der Handelsverträge sei festgehalten. Heute handelt es sich nicht darum, die Erschwerung des Handels herabzusetzen, sondern ihn weiter möglichst zu erschweren. Mit der Handelspolitik des Grafen Caprivi ist grundsätzlich gebrochen worden. Hatten sich etwa die Caprivischen Handelsverträge nicht bewährt?(Lebhafte Zurufe rechts: Nein, nein! — Oho! links.) Wollen wir doch lieber einfach die Tatsachen fragen: Im Jahre 1891, im letzten Jahre vor Inkrafttreten der Caprivischen Handelsverträge, betrug die deutsche Ausfuhr drei, die Einfuhr vier, der Außenhandel also sieben Milliarden. Im Jahre 1903 war die Einfuhr auf sechs, die Ausfuhr auf fünf, der Außenhandel also auf elf Milliarden gestiegen. Also um vier Milliarden hatte sich der Handelsverkehr mit dem Auslande gehoben, und dabei hat die Aus- fuhr stärker zugenommen als die Einfuhr, um 61Proz.gegenüber53Pr»z. Ich bin gewiß kein Fanatiker des Ausfuhrhandels. Eine über- wiegende Ausfuhr ist nicht immer das Zeichen vom Wohlstande eines Landes. Der Reichskanzler sagte in seiner Einführungsrede zu den Handelsverträgen, der große wirtschaftliche Aufschwung habe sich in einer Periode des Ueberganges zum Schutzzoll vollzogen. Darauf ist zu erwidern, daß der Gettcidezoll in dieser Zeit im Durchschnitt noch unter den gegenwärtig zu erhöhenden Sätzen be- stand. Er betrug durchschnittlich 31 Mark. ES läge also kein Grund vor, auf 20 Mark heraufzugehen. Zur Zeit des höchsten Getreidepreises genügten damals zwei Notstandsjahre, um die Aufreckterhaltung des Tarifs unmöglich zu machen. Augenblicklich haben wir zwar keine Notstandspreise im Getreide, aber außer- ordentlich hohe Preise für andere wichtige Nahrungsmittel; die Kartoffeln sind z. B. um 100 Proz. teurer geworden. Da noch die Getreidepreise erhöhen zu wollen, hieße, die Dinge auf die leichte Achsel nehmen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Im übrigen haben wir. solange die Zölle stiege», sehr wenig von einem Steigen des Wohlstandes gemerkt. Erst als die Zölle herabgesetzt wurden, fing die Ausfuhr an, bedeutend zu steigen. In diese Epoche erst fallen alle die Verbesserungen der Lage der Arbeiterklasse, von denen der Herr Reichskanzler sprach. So be- deutend find dieselben übrigens gar nicht. Dep Erhöhung der Geld- löhne steht andererseits große Erschwerung der Lebenshaltung ent- gegen. Die Wohnungsverhältniffe speziell haben sich sehr für die Arbeiter verschlechtert. Der Herr Reichskanzler wird sagen, es waren zwar niedrige Zölle, aber es war doch ein Zoll da, den wir bekämpfen. Das ist richtig. Ich bin aber fest überzeugt, wenn nicht durch das fortdauernde Fallen des Weltmarktpreises der Zoll von 3l/z M. neuttalifiert worden wäre, so hätten wir den Wirt- schaftlichen Ausschwung überhaupt nicht erlebt.(Sehr richtig! links.) Die höchsten Getreidepreise haben wir in den siebziger Jahren ge- habt, damals stand der Weltmarktpreis andauernd sehr hoch, llnd wenn damals nicht das amerikanische Getreide unseren europäischen Kontinent zugute gekommen wäre, so hätte die Periode des damaligen Elends für die Arveiterklasse noch ganz bedeutend länger gedauert. Diese Möglichkeit droht uns von neuem. Ein paar Mißernten würden genügen, uns neue Hunaersnotpreise zu bescheren. Amerika kommt intmer weniger fiir den Getteideimport in Betracht und Ar- gcntinien hat unsichere Ernten. Was wollen Sie dann tun? Hat die Reichsregierung, die bei der Vieheinfuhr Präventivsperren ein- führt, auch Präventivquellen gegen Hungersnot? Der Getreidepreis steht heute schon über den von Offnen(recht?) angegebenen Durch- schnitt der Produktionskosten.(Widerspruch rechts.) Jede Erhöhung der Getteidepreise aber bringt wieder eine Erhöhung der Hypo- thekenlast. (Reichskanzler Graf Bülow nimmt am Bnndesratstische Platz.) Und diese hohen Zölle, diese hohe Verteuerung erscheint dem Abg. Herold noch nicht hoch genug!(Hört I hört I bei den Sozialdemo- kraten.) Er verlangte z. B. einen höheren O b st z o l l. Nun, ich habe lange in England gelebt und fand dort die Obstpreise im Ver- hältnis zu denen in meiner Jugend sehr hoch. Als ich aber nach Deutschland zurückkehrte, waren sie noch höher!(Hört! hört! links.)— Aber das ist dem Abg. Herold noch nicht hoch genug. Dafiir ist der Kaviar allerdings zollfrei.(Heiterkeit links.) Der Kaviar wird von reichen Leuten genossen, die unter allen Umständen Kaviar genießen, auch wenn der Preis sehr hoch ist. Der Zoll auf Kaviar wäre also eine richtige Luxussteucr. Aber ich gebe zu, daß solche Luxussteuern auch nicht viel Zweck haben. Wer Volkswirt- schaftlich helfen will, muß tiefer eingreifen.— Aber alle Zölle auf Volksnahrungsmittel sind erhöht. Und mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung lebt in den Städten und wird durch diese Ver- teuerung ihres Konsums betroffen und verliert dadurch beträchtlich an ihrem Einkommen. Erst in den letzten Tagen ist es Ihnen hier im Reichs- tage vor Augen geführt worden, wie ungeheuer langsam das Ein- konimen der Arbeiterklasse zunimmt und wie diese Zunahme seist von Rückschritten unterbrochen wird. Das Einkommen der Berg- arbeitcr ist in den letzten Jahren um 1b Proz. gesunken gegenüber einer Erniedrigung der Kohlrnpreise von nur 13 Proz. Bei guten Konjunkturen aber läßt die kapitalistische Assoziation die Arbeiter diese Lage nicht oder nur schwer ausnützen. Und das finden Sie überall, wo die Industrie in Syndikaten k. vereinigt ist. Auch in Berlin sehen Sie die Metallarbeiter vergeblich um einen einfachen Lohntarif kämpfen. Ueberall besteht die Tendenz zur Stabilisierung der Löhne, während die Produktivität der Arbeit steigt. Eine wesentliche Hoffnung der Arbeiterklasse, ihre Lage zu ver- bessern, ist die Erhöhung' deS Reallohnes, bewirkt durch die ver- mehrte Kaufkraft des Geldes. Dieser Entwickclung stellen Sie, meine Herren, sich entgegen. Die Mindest-Getreidezölw, gegen die 1903 die Arbeiterschaft in ungeheueren Mafien protestierte, find samt und sonders in die Verträge aufgenommen. Bezeichnend ist, daß nur für eine Getreideart, die für den Konsum der Arbeiter wesentlich in Betracht kommt, der Mindestsatz durch- brachen wird. Die Erleichterung beim Viehzoll gilt nur für das Zuchtvieh, nicht für das Schlachtvieh; dasselbe gilt von der Veterinären Viehsperre. Daß es mit Ihrer Seuchenfiircht nicht Ernst ist, haben wir gesehen, als Sie den Städten geradezu untersagten, das Vieh auf den Schlachthöfen gründlich zu untersuchen. Herr von Podbielski hat geradezu ausgesprochen: Wir können alles und für jederzeit ansspcrrcn. Beim Schweine-Jmport an der ober- schlesischen Grenze war die Seuchengefahr mit einem Male geringer, weil die oberschlesische Industrie billige Schweine brauchte für ihre Arbeiter! Und Graf Bülow hat im Landesökonomie-Kollegimn ausgesprochen, daß durch die 130 000 russischen und die 80 000 öster- reichischen Schweine für Deutschland eine Preisverminderung nicht eintreten lvürde. Deutlicher kann man es doch nicht zum Ausdruck bringen, tvelche bedeutende Rolle bei der Seuchenbekämpfung die Hochhaltuug der Lebensmittelpreise spielt. Sie ist das A. und O. der ganzen Seuchen- bclämpfung. Der Landwirtschaftsminister schloß jüngst eine Vor« lcsung über die einzelnen landwirtschaftlichen Zölle mit einem Satze: Wer sich die neuen Zollsätze vorurteilsfrei vor Augen hielte, werde zugestehen, daß überall eine bedeutende Steigerung eingetreten sei.(Sehr wahr!) Und solche Handelsverträge mutet man uns zu, anzunehmen. Selbst den Grenzverkehr der armen Leute hat man nicht zollfrei gelassen. Die armen Weber und Jndustrie-Arbeiter, die gerade an der deutsch-österreichischen Grenze wohnen, sollen nicht mehr frei von Oesterreich Butter für sich her- über bringen dürfen. Welche Entrüstung nmß uns packen, wenn wir. sehen, daß nicht einmal davor die Sucht, die Zölle zu erhöhen Halt macht und auch hier Ausnahmegesetze über die Ar- heiter, die Konsumenten verhängt werden. So ist kein einziges wirklich wertvolles Objekt im Bereiche der Landwirtschaft ungeschützt geblieben. Hingegen ist eine Reihe sehr wichtiger Jndustrieinteressen einfach geopfert worden. Eine objektive regierungsfreundliche, schutzzöllnerische Stimme, die Zeitschrift„In- dustrie" sagt, daß in erster Linie die Metallindusttie, die Eisen-, die Maschinenindustrie die Kosten des neuen Zolltarifs werde tragen müssen. Ihre Position sei durchweg erheblich verschlechtert. Ganz ähnlich läge es bei der chemischen und Texttlindustric, und eine Reihe anderer Industrien habe schwere, wenn auch nicht so entscheidende Benachteiligung erfahren. Der Artikel schließt mit der Hoffnung, daß es der deutschen Industrie trotzdem gelingen werde, den Kampf auf dem Weltniarktc siegreich durchzuführen. DaS klingt ebenso wie in der Rede des Reichskanzlers bei der Einbringung der Handels- verttäge, als er sagte, die deutsche Industrie stände so hoch, daß sie nicht nur ihren bisherigen Stand auf dem Weltmarkte wahren, sondern noch weitere Fortschritte auch unter dem neuen Zollregime machen werde. Das werde hoffentlich die Statistik der nächsten-Jahre zeigen. Ja hoffentlich; solche Hoffnungen haben schon oft genug getäuscht. Und wenn die deutsche Industrie die Konkurrenz auf dem Weltmarkt nicht aushalten kann, wenn sie an Absatzmangcl leidet und wenn die Arbeitslosigkeit um sich greift, was dann? Unsere lieben Nachbarn im Osten und Südosten, Rußland, Oesterreich, Rumänien, Serbien haben uns die Zollerhöhungen in den Tarifen nachgemacht und gleich noch etwas daranfgefchlagen, um 5kompensationSobjekte fiir die Handels- vertrags-Verhandlungen zu haben. Und wenn Sie dann bei den Vertragsverhandlungen ctlvas von den übermäßig hohen Zollsätzen abgelassen haben, wird das von der Regierung als Zugeständnis bezeichnet. Das erinnert an den Richter, der einem Kläger, dem ein anderer die Rippen eingeschlagen hatte, zur Ant- wort gab, er solle zufrieden sein, daß der andere ihm nicht auch die Zähne eingeschlagen habe.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es liegt ein Galgenhunior in diesem Zugeständnis, aber an den Galgen wird eine ganze Reihe von Industrien und Gewerben Deutschlands hängen! Dafür nur einige Beispiele:' So ist z.B. im rumänischen Zolltarif der Zollsatz für Gewebe und B a u m iv o Ijl e von bisher 20 erhöht worden auf 72, 100 und 122, die Unterhändler sind dann zurückgegangen auf 22, 05 und 100, das heißt eS bleibt eine Erhöhung von durchschnittlich 80 Prozent. Und bei diesen Industrien kommt gerade eine besonders arme Schicht der arbeitende» Bevölkerung in Bewacht. Von Rußland wurde der Zoll auf Maschinen erhöht von 0,72 auf 3,20 und dann ist man zurückgegangen auf 1,20. Das nennt man dann Zugeständnisse. Im östcrreichischenZolltarifsind die Zölle für Schlösser erhöht vonl7und 28 auf 20 und 62 und dann ist man auf 20 und 40 zurückgegangen. So wird eine ganze Reihe von Jndustrieen mißhandelt werden und in den meisten Fällen sind es große Jndustrieen, die Verhältnis- mäßig viel Arbeiter beschäftigen. Die Eisenzölle, die Garnzölle andrerseits aber sind unverändert geblieben. Für die Arbeiter wird das Arbeitslosigkeit und Lohnreduktionen zur Folge haben. Und damit sind unsere Agrarier noch immer nicht zufrieden.(Sehr richtig! rechts.) Aber auf diese Weise ist die agrarische Frage nicht zu löien. Warum man heute von NotderLand Wirtschaft spricht, das liegt einfach d a r a n, daß die Ansprüche der Bauern und Gott sei Dank auch der ländlichen Arbeiter wesentlich gestiegen sind.(Lachen rechts.) Bauern und Landarbeiter machen heute ganz andere Kulturansprüche und brauchen darum ein höheres Einkommen. Der Geist der Agrarier beseelt die Handelsverwäge und um deswillen sollen die Lebens- bedingungen der Arbeiter auf Jahre hinaus erschwert werden, wir sollen zu Notpreisen, zu Hungerpreisen kommen.(Oho! rechts.) Bon welchem Geist die Agrarier beseelt sind, lehrt deutlich ein Borgang im Landesökonomie-Kollegium. Es handelte sich um die Kornlagcr für Kornhaus- Genossenschaften. Es war der Antrag gestellt, daß die Regierung diese Kornlager kaufen solle, und zwar auf dem Wege der Auktion. Diesen letzten Zusatz beanwagte Herr Erffa zu streichen, weil sich die Händler, mit anderen Worten die Juden, dahintersetzen würden.(Lachen rechts.) Der Regierungs- Vertreter bekämpfte den Anwag des Referenten, weil die Angebote auf einen für den Staat unannehmbaren Preis herab- geschraubt würden. Einen krassen Fall haben wir ja erlebt: die Baukosten des KornhauscS bcliesen sich auf 171000 M. und jetzt bietet die Genossenschaft dem Staat 40 000 M. Das ist ein Wucher- angebot und das soll hinter verschlossenen Türen erledigt werden, nicht vor der Oeffentlichkeit, damit sich die Händler nicht einmischen. (Hört! hört! links.) Ein derartig geringes Maß von Schamgefühl zeigen die Kreise, um derentwillen die Arbeiterklasse und ein großer Teil der Bevölkerung sich die Verteuerung der Lebensmittel gefallen lassen sollen.(Unruhe.) Ich erkenne an, daß die Verträge eine Reihe von VcrkehrSverbessenmgen enthalten. Aber die Zollmauern werden darin doch wesentlich erhöht, obwohl lvir im Zeitalter deS Verkehrs leben. Dabei ist eS noch zweifelhaft, ob der österreichifch-ungarische Handelsvertrag beim Umschwung der Verhältnisse in Ungarn dort gebilligt werden wird. Zweifel- Haft ist es auch, ob die jetzige russische Regierung in der Lage sein wird, diesen Vertrag zu ratifizieren, ob sie überhaupt in der Lage sein wird, wenn dieser Krieg so fort geht, irgend einen Vertrag zu rattfizieren.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Wir erkennen an, daß in den Handelsverträgen einige Fortschritte gegenüber dem autonomen Tarif vorhanden sind. Namentlich das Prinzip der Schiedssprüche bei Zolldifferenzcn hat unsere Sympathien. Aber wir müssen sagen wie Karl Moor zu den Räubern sagte:„Teuer, zu teuer!" Wir haben den Preis zu zahlen. Wir können es nicht verantworten, Ivcil wir befürchten müssen, daß Industrie und Handel durch diese Verträge leiden.(Mit erhobener Stimme): Darum überlassen»vir Ihnen(zur Rechten und zum Zentrum) die Verantwortung.(Lachen rechts.) Wir aber sagen: Nein, nein, nein!(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posadowsch: ♦ Wer am Wege baut, der hat viele Meister, sagt ein altes Sprich- Wort; und die vielen Meister urteilen ohne volle Schätzung der ungeheuren Schwierigkeiten, die bei den Verhandlungen zu über- winden waren. Wir hatten unseren Tarif völlig umzuarbeiten, wir hatten mit fünf Staaten zu verhandeln, die ebenfalls neue Tarife aufgebaut haben; loir hatten ferner mit sieben Staaten gleichzeitig Staatssekretär Graf Posadowsky: Das zu verhandeln, da unsere Verträge mit diesen sieben Staaten ein barf jedenfalls der Revision.( Sehr richtig! rechts.) Wir| Die Arbeitskraft des deutschen Volkes ist viel größer als seine einheitliches Ganze bilden. Haben wir einigen Staaten für ihre müssen dafür sorgen, daß die große Unterbilang in unserem Waren- Konsumtionsfähigkeit. Hierin liegt der innere Grund für die NotAusfuhr Kompensationen gemacht, so haben wir von anderen Staaten austausch mit Amerifa wenigstens etwas herabgemindert wird. Eine wendigkeit, zum Industriestaat überzugehen.( hört! hört! rechts.) Je wieder Kompensationen für unsere Ausfuhr erlangt. Hat die Industrie unerhörte Konkurrenz macht uns Amerifa auf dem Gebiete der länger und je mehr man sich dieser Notwendigkeit widersetzt, desto wird die wirtschaftliche Erschütterung sein, die an einer Stelle Schaden erlitten, so hat sie an anderer Vorteile Eisen- und Textilindustrie. Auch Argentinien gegenüber haben wir größer erzielt. Will man die Verträge gerecht beurteilen, so muß man sie eine große Unterbilanz. Ich frage, ob unser neuer Vertragstarif diesen Uebergang erzwingt.( Hört! hört! rechts. Sehr gut! links.) als ein Ganzes auffassen. Um Ihnen einen Begriff von den allen diesen Staaten, z. B. auch Spanien, ohne Gegenleistung einge- Ich muß anerkennen, daß Erleichterungen erzielt worden sind. Schwierigkeiten zu geben, die zu überwinden waren, will ich nur räumt werden soll. Zunächst das Inkrafttreten am 15. Februar 1906; dann die Erbemerken, daß wir über 3700 Positionen zu verhandeln hatten, das Herr Jaurès hat in Frankreich einen Weizenpreis von 200 9. leichterung für jüdische Handlungsreisende( Buruf bei den Antisemiten: heißt, nicht nur unser Wirtschaftsleben, sondern auch das der sieben als das Minimum bezeichnet( hört! hört! rechts), während unser Natürlich) in Rußland. Was ihre Besteuerung angeht, so find fie anderen Staaten ist Gegenstand mündlicher Verhandlungen gewesen. Preis nach dem neuen Bolltarif etwa 190 M. beträgt. Es tut mir gleichgestellt mit christlichen Handlungsreisenden. Ob sie es auch in bezug Doch ist die Umgestaltung nicht so radikal, wie behauptet wird. Die Zoll- eigentlich leid, daß für die Sozialdemokraten statt Herrn Bernstein auf die übrige Behandlung werden, darüber schweigt der Handelsvertrag. fäge sind erhöht für 37 Proz. der Einfuhrwaren, ermäßigt für 1012 Broz. nicht Herr Schippel gesprochen hat.( Nedner firiert den an- Der Grunderwerb ist den Ausländern in Rußland erleichtert worden. und auf dem bisherigen Sage geblieben für 52 Broz. Unter den wesenden Abgeordneten Schippel; große Heiterkeit rechts.) Herr Es find Schiedsgerichte eingeführt für zolltarifarische Streitigkeiten erhöhten Waren befinden sich landwirtschaftliche Artikel im Werte Schippel hat vor einem Jahre gesagt:„ Es ist nicht wahr, leider nicht mit Rußland. Eine gemischte Sachverständigenkommission von 750 Millionen Mark. Von unserer Einfuhr nach den Vertrags- daß der Getreidepreis infolge der Zölle gestiegen ist. Die Agrar- unter neutralem Vorsiz soll über veterinär- polizeiliche Fragen nach listen im Werte von 1831 Millionen Mark find. 57 Proz. durch zölle haben mit Mühe und Not die alten Preise der landwirtschaft- dem Handelsvertrag mit Desterreich- Ungarn entscheiden. Vertrag festgelegt. Von diesen 57 Proz. haben 44 Proz. überhaupt lichen Erzeugnisse gehalten und die Landwirtschaft vor dem völligen System aber der hohen Eingangszölle, des Abschlusses gegen andere feine Veränderung, 7 Bros. eine Ermäßigung erfahren und nur Zusammenbruch bewahrt. Niemand ist durch die Agrarzölle bereichert Nationen fonnte durch alle Unterhandlungen nicht beseitigt werden, 6 Broz. sind im Zoll erhöht worden. Von denjenigen Waren, die worden.( Sehr richtig! rechts.) Denn wenn unsere Landwirtschaft weil die Unterhändler mit gebundener Marschroute gingen. Es autonom geblieben sind, sind 33 Proz. in den autonomen nicht wäre, wo bliebe dann die Industrie? Ich glaube, Herr Bern- mutet fast wie Jronie an, wenn es in der Einleitung zum russischen Tarifen der anderen Staaten erhöht worden, 8 Proz. ermäßigt stein, wenn Sie sich das genau überlegen, werden Sie auf denselben Vertrage heißt: Der deutsche Kaiser und der Kaiser von Rußland und 59 Proz. sind auf dem bisherigen Stande gelassen Standpunkt kommen. Die französischen Viehzölle sind noch immer sind von dem Wunsche geleitet, die Beziehungen zwischen beiden Richt einbegriffen sind eine Anzahl Halb- und Hülfs- doppelt so hoch als die deutschen. Unsere Pferdezölle betragen Ländern noch mehr zu beleben.( Lachen links.) Diese Handelsverträge fabrikate, die entweder im Zoll gar nicht oder nur minimal erhöht im Durchschnitt kaum 70 Mark. find eigentlich Verträge gegen den Handel. worden sind. Ziehen wir den Wert dieser Fabrikate ab, so ergibt Abg. Sieg( natl.): Die einstimmige Ansicht meiner ganzen Es ist eine Illusion, daß die Löhne steigen, wenn die Zölle er sich, daß von unserer Ausfuhr nach fieben Vertragsstaaten 71 Broz. Fraktion geht ebenfalls dahin, daß Deutschland kein reiner Industries höht werden. In dem Augenblick, wo der Export unterbunden wird auf dem bisherigen Stande gelassen worden sind. Von einer totalen staat ist, sondern daß die Barität aufrecht erhalten werden muß. und die notwendigsten Lebensmittel verteuert werden, kann von Umwälzung unserer handelspolitischen Beziehungen fann also ficher Abg. Bernstein hat hier lediglich als Vertreter der Industriearbeiter einer Verbesserung der Lebenshaltung der Arbeiter nicht die Nede Das Resultat der Politik ist eine nicht gesprochen werden. Man hat mir vorgeworfen, daß ich gesprochen. Ja, wir haben doch auch andere Arbeiter. Die Landarbeiter sein.( Sehr richtig! links,) Millionäre züchte. Ich habe diesen Vorwurf schon neulich zurückgewiesen. müssen doch auch gehoben werden.( Sehr richtig! bei den Sozial- Schädigung der Industrie, die auch diejenigen trifft, die als HochIn der Landwirtschaft bilden sich jedenfalls keine amerikanischen demokraten.) Sierfür muß die Landwirtschaft selbst gehoben werden. fchutzöllner für agrarische Forderungen eintreten.( Sehr richtig! links.) Riesenbermögen.( Buruf lints: Kennemann!) Kennemann ist durch( Sehr richtig! rechts.) Die Großindustriellen werden sich mit Freuden Das Resultat dieser Politik ist das gänzliche Ignorieren der Interdie Holzbestände seiner schönen Waldungen zu seinem Vermögen ge- fügen, damit das große Wert zustande komme.( Große Heiterfeit essen der Konsumenten in den Handelsverträgen.( Sehr richtig! links.) kommen. Allerdings war er auch von einer ungewöhnlichen land- bei den Sozialdemokraten.) Was meine politischen Freunde seinerzeit Einzelne Industrien wie die Gold- und Silberwaren, sowie die wirtschaftlichen Kapazität. Der Vorredner sagte, auch die landwirt beim Zolltarif erreicht haben, trägt jetzt seine Früchte.( Sehr richtig! Spielwarenindustrie sind ja zufrieden, andere Industrien wieder schaftlichen Arbeiter wollten höhere Löhne. Deshalb haben wir auch bei den Sozialdemokraten.) Herr Bernstein hat zu seinem Erstaunen find schwer bedroht. Die Kartonindustrie z. B. betont, daß die Zölle der Landwirtschaft höhere Bölle verschafft.( Sehr gut! rechts. Un über das tenere Obst hier in Deutschland geklagt. Warum ziehen Sie nach Desterreich, die schon prohibitiv waren, noch erhöht find. Aber ruhe links.) Woher sollen sonst die Landbewohner ihre Arbeiter( zum Abg. Bernstein) aber nicht besser die Konsequenzen Ihres hohen die Interessen der einzelnen Industriezweige müssen zurücktreten vor bezahlen können? Die Preise für landwirtschaftliche Produkte Wissens? Kommen Sie mal zu mir, dann werden Sie sehen, was ein zwei großen Fragen, der der Kartelle und der Auswanderung unserer zeigen eine finkende Tendenz, während die sonstigen Produkts- Obstzüchter an Ort und Stelle für einen Scheffel Obst bekommt. Industrie. Nur hinter hohen Zollmauern haben die Kartelle solchen kosten, die Leutenot und die öffentlichen Lasten gestiegen sind. Der Händler steckt den Profit ein.( Buruf bei den Sozial- Umfang in fast jedem Wirtschaftsgebiet des Deutschen Reiches erreichen Entweder gibt man die Landwirtschaft ganz preis oder man setzt sie demokraten: Verkaufs- Organisation!) Ja, wir können können. So wirken die Zölle nicht nur direkt verteuernd auf die Preise, in die Lage, höhere Löhne zu zahlen, um sich ihre Arbeiter zu doch einen Scheffel Obst nicht organisieren.( Große Heiterkeit sondern auch indirekt durch die Möglichkeit derartiger Syndizierungen. erhalten. Niemand wird es als erfreuliches Zeichen ansehen, daß rechts.) Außerhalb Ihrer Partei mit Ausnahme des Herrn Für die Auswanderung der Industrie liegt der Grund nicht allein wir Hunderttausende von Arbeitern über die Grenze tommen lassen Schippel wird niemand Ihre Beweisführung vertreten. Wir in unserer Zollpolitik. Ein Teil der Schuld liegt daran, daß die müssen, um überhaupt den einheimischen Boden bebauen lassen zu hoffen, daß die Kommission schnell arbeiten wird an dem großen auswärtigen Staaten ihre eigene Industrie bevorzugen, selbst fönnen.( Unruhe.) Daß dieses Verfahren mit Es liegt auch im Interesse des Staates, der Werte zum Segen des Vaterlandes.( Lebhafter Beifall bei den wenn diese teurere Preise stellt. dem Wortlaut Abwanderung vom Lande zu steuern. Denn es hat sich bei der Nationalliberalen, beim Zentrum und rechts.) der Handelsverträge vereinbar ist, läßt sich Ob es mit dem Geiste der Handelsverträge Rekrutierung herausgestellt, daß die Beschäftigung in den Fabriken Abg. Kämpf( frf. Bp.): Der Herr Vorredner hat von der nicht leugnen. auf die Wehrpflicht ungünstig einwirkt. Die Erhaltung der Land- Lösung einer großen Frage gesprochen; er hat aber dabei den vereinbar ist, will ich heute nicht untersuchen, weil es die deutschen wirtschaft ist also auch eine Frage der Wehrfähigkeit des Staates. wichtigsten Gesichtspunkt außer acht gelaffen, nämlich die Tatsache, Regierungen ebenso machen. Ja die einzelnen Bundesstaaten bevorJedes Gewerbe hat den Anspruch darauf, daß sich das in ihm daß die deutsche Bevölkerung jährlich um eine Million Menschen zu- zugen die Industrie ihres eigenen Staates vor der der anderen Das Ausland zwingt die deutschen Fabriken, angelegte Betriebskapital landesüblich verzinst und daß die Leistung nimmt. In Frankreich, das uns Graf Kanis vorführte, nimmt die Bundesstaaten. des Betriebsinhabers wirklich honoriert wird. Wie können also die Bevölkerung gar nicht zu, in England weniger wie bei uns. Es ist Filialen im Auslande zu etablieren. Die Herrschaft der neuen HandelsKonsumenten Anspruch darauf erheben, daß der Landwirt mit die oberste Aufgabe der deutschen Wirtschaftspolitik, dafür zu sorgen, berträge wird jedenfalls diesen Zwang zur Auswanderung noch verstärken. Verlust arbeitet, daß er sein Stapital nicht verzinst, seine Arbeit nicht daß diese eine Million Menschen fräftig im Inlande ernährt wird. Der Reichskanzler zitierte jüngst das Wort des Fürsten Bismard an vergütet bekommt?( Sehr richtig! rechts; Unruhe links.) Ueber das( Sehr richtig! links.) Mit großer Genugtuung hat der Herr Neichs- den russischen Minister Herrn v. Giers: Weinen Sie nicht; den durchaus notwendige Minimum heraus haben wir die Zölle nicht fanzler auf die Verbesserung der Lebenshaltung der weitesten Kreise deutschen Agrarzölinern werden Sie eine russische Industrie vererhöht: alle dahinzielenden Vorwürfe haben sich als unbewiesene der Bevölkerung und namentlich auch der Lohnarbeitenden Klasse danken. Das ist die denkbar schärfste Verurteilung unseres ganzen Behauptungen eriviejen. Redner polemijiert weiter gegen die Be- hingewiesen. Darin stimmen wir ihm vollständig zu; aber wenn augenblicklichen Wirtschaftssystems.( Lebhafter Beifall links.) mängelungen der Zollhöhe einzelner Positionen durch den Abg. Herold. diese Lebenshaltung sich gebessert hat, so ist es vornehmlich das Ohne Zugeständnisse beim Malzzuschlag wären wir nie zu einem Verdienst unserer Industrie und namentlich unserer Exportindustrie. Ich kann jetzt nicht ausführlich eingehen auf die Ausführungen Bertrage mit Desterreich gekommen. Bei Vertragsverhandlungen ist( Sehr richtig! links.) Wesentlich diese Exportindustrie hat es ermöglicht, es eben unmöglich, alles zu erreichen; aber das, was wir bei den unsere Bevölkerung im Lande zu beschäftigen und solche Löhne zu des Herrn Vorredners. Ich behalte mir das für morgen vor. Aber Viehzöllen erreicht haben, wird die ungeheure Differenz ausgleichen, zahlen, daß die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen sich bessern ich muß einen Punkt hier zurückweisen, nämlich die Auffassung über die zwischen den Kosten der Viehzucht bei uns und in den konnte.( Sehr richtig! links.) Die Befferung in der Lebenshaltung die schädliche Wirkung der neuen Handelsverträge auf Handel und Konkurrenzländern besteht. Ohne Biehseuchen Konvention war weiter Kreise bedeutet aber nichts anderes, als eine Vermehrung der Industrie. Diese Auffassung ist nämlich durchaus irrig.( Sehr richtig! Der Vertrag mit Desterreich unmöglich; darüber haben mich die Nachfrage nach den Produkten aller Art und besonders nach land- bei den Konservativen.) Ber die Handelsverträge studiert hat, muß österreichischen Minister nicht in Zweifel gelassen. Wir haben dabei wirtschaftlichen Produkten( Sehr richtig! links), und unter diesen nach sich überzeugen, daß eine sehr große Anzahl von Bestimmungen in zwar sowohl in den unserigen, die Wünsche unserer Landwirtschaft im weitesten Umfange berück- Getreide; noch viel mehr aber nach Fleisch, Gemüse und Eiern. Und den neuen Verträgen und fichtigt: wir haben die Repressiv- in eine Präventivsperre ver- gerade diese landwirtschaftlichen Produkte sind es doch, die auch die als in denen der Vertragsstaaten, für die Industrie einen Vorteil wandelt, die wir allerdings nun nicht mehr nach freiem Ermessen kleineren landwirtschaftlichen Betriebe verkaufen können, während der gegenüber dem früheren Zustand bedeuten. verhängen können. Der Industrie sind nicht bloß Nachteile ge- Berkauf von Getreide doch nur von den größeren landwirtschaftlichen worden, wir haben zahlreiche Verbesserungen für sie erzielt, so für Betrieben vorgenommen ( Sehr richtig! links.) die Textilindustrie, für die Reder, Stautschul- und Holzindustrie, für Selingt es nicht wie ein Hohn, wenn in den offiziellen und offiziöjen Eisenwaren und Maschinen. Rußland, Rumänien, Serbien und Auslassungen zu den neuen Handelsverträgen geradezu eine Strafe Desterreich- Ungarn sind jetzt noch überwiegend Agrarstaaten, die sich auf die Tüchtigkeit der Industrie gesetzt wird? Denn das ist doch aber bestreben, zu Industriestaaten zu werden. Es ist klar, daß wir eine Strafe, wenn man jagt, die Industrie sei so tüchtig, daß man diesen Staaten, wenn fie uns die erhöhten Getreidepreise bewilligen ihr ungestraft einige Voraussetzungen ihrer Tüchtigkeit entziehen sollten( Buruf links: das ist es ja eben!), erhöhten Schuß könne, nämlich die freie Entfaltung nach außen, die Arbeitsfreudigkeit für ihre aufblühende Industrie gewähren mußteit.( Erneute Zurufe und Leistungsfähigkeit ihrer Leiter und Arbeiter. Die Beschönigungen Tints.) Nicht wegen der landwirtschaftlichen Mindestzölle.( Sehr und Beschwichtigungen von offizieller Seite erinnern mich lebhaft an richtig! rechts.) Hätten wir die Verträge nicht abgeschlossen, so eine Satire über einen Bater mit seinen beiden Kindern, die ich einhätten wir auch viel Tadel zu hören bekommen. Es ist eben un mal vor einem halben Jahre in einer hiesigen Zeitung gelesen habe. In der Budgetkommission des Reichstages führte am möglich, es allen recht zu machen; wir können nicht gleichzeitig alle Die Mahnung an die Industrie flingt, als wenn ein Water zu seiner Produkte der Landwirtschaft schützen und alle Forderungen des Tochter sagt: Du bist ja sonst so artig und tüchtig, jei nur ruhig, Donnerstag die ostafrikanische Währungsfrage noch zu einer Erports erfüllen: Man darf die Verträge nicht nach einzelnen ich habe einen Sohn auf dem Lande, der schreit immerzu, dem längeren Debatte. Abg. Dr. Arendt bedauerte, daß in der Kolonie Pofitionen beurteilen, sondern man muß die Diagonale ziehen. Wir Schreihals muß ich den Mund stopfen.( Widerspruch und Unruhe nicht die Reichswährung eingeführt worden ist; die jetzt von der hoffen, alle berechtigten Interessen voll vertreten zu haben.( Leb- rechts.) Bleibe nur so artig, dann wirst Du schon durchs Leben Regierung erzivungene besondere, mit der indischen nicht identische hafter Beifall rechts, im Zentrum und bei den Nationalliberalen.) kommen, und etwas fräftiger fagt der Reichskanzler, in den Handels- Rupienwährung komme mur den Wechslern zu gute. Die geplante Abg. Graf Kanit( f.): Wir können dem Reichskanzler nur verträgen von 1892-1894 sei die Landwirtschaft zu furz gekommen, Bank werde von großer Bedeutung für die Entwickelung der Kolonie dankbar sein, daß er den deutschen Getreidebau wieder auf einen jetzt dürfe sich die Industrie nicht wundern, wenn sie einmal zu furz sein; er würde aber die Gründung einer staatlichen Bank vorgezogen festen Fuß gestellt und die Gefahr vom deutschen Vaterlande ab- fäme. Aber die staatsmännischen Gedanken, die den Handelsverträgen haben. Abg. Erzberger polemifierte gegen die Darlegungen des gewehrt hat, feinen Getreidebau zu ruinieren. Herr Bernstein hat des Grafen Caprivi zu Grunde gelegen haben( Lachen rechts), be- Professors Helfferich vom Tage vorher über die neue Währung über kurz oder lang müsse man doch zur England gepriesen. Warum erwähnt er nicht, daß England die Einfuhr standen nicht lediglich in dem Abwägen der Interessen der einzelnen in Ostafrika; Die Errichtung der Bank in die lebenden Biehes aus folgenden Staaten verbietet?( Stedner verliest Erwerbsgruppen gegen einander, sondern der weitschauende Gesichts- Markwährung übergehen. Deutschen Ostafrita Gesellschaft zu legen, sei eine lange Liste, die mit Argentinien beginnt und mit Zululand punkt war, daß Deutschland seine Bevölkerung nur durch die Hände der endet. Heiterfeit.) England schließt sich also gegen alle Länder der Industrie, namentlich durch die Exportindustrie, vermehren und dem außerordentlich bedenklich; erst habe man jener Gesellschaft das NotenWelt mit alleiniger Ausnahme von Jsland ab, dessen Vieheinfuhr Lande erhalten kann.( Sehr wahr! links. Widerspruch rechts.) privileg für 500 000 m. abgetauft, jezt gebe man es ihr wieder rechts) hat wahrscheinlich, um es ihr nach abermals zwei Jahren noch einmal allerhöchstens in Seehunden und Robben bestehen könnte.( Heiterfeit.) Dieser staatsmännische Gedanke( Lautes Lachen in dem Wort: Wir abzukaufen. Scharf zu tadeln sei die Ausschaltung des Reichstags Die Engländer find praktische Leute, fie legen das größte Gewicht seinen Klassischen Ausdruck gefunden darauf, ihren Viehstand zu schügen. Da sollte Herr Bernstein sich über müssen entweder Waren exportieren oder Menschen.( Sehr gut! links.) in diefer Frage; man betrachte ihn offenbar nur als Geldbewilligungsunsere Viehsperren- Maßregeln nicht gar zu sehr erzürnen.( Gr. Heiterf.) Die neuen Verträge schaffen die dringende Gefahr, daß sie wieder maschine. Kolonialdirektor Dr. Stübel sagte, die Interessenten Die neuen Verträge heißen Zusäße", sind aber tatsächlich auf einer mit dem Export von Menschen im großen Maßstabe beginnen werden. im Schutzgebiete hätten sich für eine Rupienwährung ausgesprochen. ganz neue Grundlage aufgebaut. Vor 15 Jahren verlangte Defter- Bis jetzt hat dieser Export, diese Auswanderung, erfreulicherweise Abg. Spahn hätte gewünscht, man hätte durch Reichsgesetz reich oder vielmehr Ungarn, eine Ermäßigung unserer Getreidezölle. abgenommen, nämlich von 120 000 im Jahre 1891 auf 33 000 im die Grundlage für Schaffung von Kolonialbanken nach Analogie Es erhielt sie. Aber nun erhielten auch andere Länder auf dem Jahre 1902 und 36 000 im Jahre 1903.( hört! hört! links.) Daß der preußischen Kommunalbanken gelegt. Geh.- Rat Dr. Helfferich Wege der Meistbegünstigung dieselbe Ermäßigung. Desterreich aber diese Menschen im Lande bleiben, daran hat die Landwirtschaft verteidigte das Vorgehen der Regierung. Abg. Dr. Müller- Sagan Ungarn ist aber unterdessen mehr Industriestaat geworden und hat ein vitales Interesse. Denn sonst muß die Leutenot, über die Sie tadelte entschieden, daß man jetzt wiederum nur einigen andere Interessen. Alles hat sich also verschoben. Der Herr mit Recht flagen, noch größer werden. Und wer soll die landwirt 3entrums- Abgeordneten Einblick in den Vertrag geReichskanzler hat gesagt: Langfristige Handelsverträge sind die schaftlichen Produkte verzehren, wenn die Konsumenten auswandern? stattet habe. Bei dem Etat der Eisenbahnen in Ostafrika machte Grundlagen unserer volkswirtschaftlichen Blüte. Ich bin so frei, und ist das nicht die größte Schädigung der Wehrkraft des Reiches? mich dem Herrn Reichskanzler als Häretifer vorzustellen. Die Jn( Sehr richtig! links.) der Kolonialdirektor Dr. Stübel Mitteilung davon, daß der Betrieb dustrie allein fann ja in Betracht kommen, und ich glaube, kurzfristige Am 1. März 1894 behauptete ein agrarischer Führer, daß es der Ufambara bahn demnächst verpachtet werden solle. Der Meistbegünstigungsverträge sind für sie besser( Widerspruch b. d. Freif.), mit der Landwirtschaft im Osten vorüber sei; die kommenden zehn Vertrag werde dem Reichstag zur Genehmigung vorgelegt werden. damit man jede Neuerung im Tarifwesen des Auslandes sofort mit Jahre würden Deutschland mehr kosten, als ein unglüdlicher Im Verlaufe der Debatte fragte Abg. Ledebour an, welcher gleicher Münze bezahlen kann. Wer kann heute auf acht oder zehn Krieg. Was aber zeigt die Statistik? Die Zahl der Zwangs- Abstammung die farbigen Schutztruppler und farbigen Hülfskräfte Jahre im voraus fagen, wie hoch die Herstellungskosten einer Ware versteigerungen landwirtschaftlicher Güter ist in der Zeit der der Verwaltung seien. Kolonialdirektor Dr. Stübel legte dar, im Auslande sein werden? Ich stehe mit dieser Anficht nicht allein. Caprivischen Handelspolitik in Ost- und Westpreußen ganz bedeutend daß die Farbigen zum Teil Sudanesen, zum Teil Eingeborene des Es ist damals weiter von den Agrariern Schutzgebietes feien. Die Verivaltung müsse zugeben, daß einzelne Ju England, Amerika, Frankreich ist man derselben Ansicht. Ich be- zurückgegangen. streite es, daß die Caprivischen Handelsverträge eine besonders die Behauptung aufgestellt worden, Deutschland würde mit russischem schwarze Schutztruppler sich ein hochfahrendes Wesen angewöhnten; günstige Wirkung auf unsere Industrie gehabt haben. Die Entwick Roggen überschwemmt werden. Was aber saben wir: In den Jahren aber sie würden streng beaufsichtigt und bei Uebergriffen bestraft. fung war ja günstig, aber ich behaupte, daß sie in Frankreich noch 1889-91 betrug dieser Import durchschnittlich 763 000 Tonnen jährlich, Abg. Ledebour wies auf die Notwendigkeit eines Ersages der günstiger war.( Nein! nein! bei den Sozialdemokraten.) Und für in den Jahren 1900-03 aber 777 000 Tonnen. Das sind 14 000 stammesfremden Söldner in der Verwaltung durch Eingeborene hin, Amerita fann man ja gar nicht im Zweifel sein, daß dort ohne Tonnen mehr, aber es kommt in Betracht, daß inzwischen der eine Bemerkung, deren Berechtigung Dr. Stübel nicht bestreiten Tangfristige Handelsverträge ein Wohlstand empor- Jdentitätsnachweis aufgehoben worden, und daß seitdem deutsches konnte. Getreide ins Ausland geführt worden ist, das aus Rußland erfekt Beim Etat für das Schutzgebiet Togo regte Abg. Ledebour geblüht ist. Leider haben wir nichts darüber gehört, wie sich unser Ver- werden mußte. Die Zunahme der Produktion der Landwirtschaft die Frage der Togolandgesellschaft wieder an, die schon in der letzten hältnis in Zukunft gestalten soll zu den Ländern, in denen wir in beträgt seit den Caprivi- Berträgen 16 Proz. bei Winterweizen, 40 Broz. Seffion behandelt wurde. Kolonialdirektor Dr. Stübel fagte, feinem Vertragsverhältnis stehen. Soll hier die Meistbegünstigung bei Sommerweizen, 33 Broz. bei Winterroggen, 26 Broz. bei daß im Schutzgebiete eine Kommission gebildet worden sei, um zu aufrecht erhalten werden? Diese Frage ist für mich wichtiger als Sommerroggen und 48 Proz. bei Hafer.( Hört! hört! links.) Alle untersuchen, ob nicht die Landgesellschaft zur Aufgabe eines Teiles denn Tarife( Sehr richtig! rechts), ganzen unsere diese Zahlen sprechen gegen die Annahme des Reichskanzlers, daß ihres Gebietes gezwungen werden könne und müsse. Für eine Ausfuhr nach den Vertragsstaaten beträgt nur ein Drittel die Landwirtschaft unter den Handelsverträgen Caprivis zu kurz Landschaft seien die Unterfachungen bereits abgeschlossen worden der Ausfuhr nach den anderen Staaten. Von Amerifa gekommen sei. Sie sind aber auch ein Beweis für die und es habe sich herausgestellt, daß im Interesse der Eingeborenen seinen Zollschifanen habe ich Ihnen ja schon oft Intelligenz der deutschen Landwirtschaft. Sie wird sie hoffentlich der Besitz der Gesellschaft zu beschränken sei; auf den Kopf Bortrag gehalten. Das jezige einfache, ich möchte sagen planlose weiter bewahren und vorwärts fommen ohne so große Zoll der einheimischen Bevölkerung müßten unter Berücksichtigung Meistbegünstigungsverhältnis mit Amerita be- lerhöhungen, wie sie die neuen Verträge enthalten. der Volksvermehrung wenigstens 2 Heftar zur Verfügung die und werden kann. Präsident Graf Ballestrem: Es ist ein schleuniger Antrag ein gegangen, für den erkrankten Abg. Paasche als vorläufigen Vizepräsidenten den Abg. Büsing zu wählen. Der Antrag wird debattelos angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sizung Freitag 1 Uhr.( Fortsetzung der heutigen Beratung.) Schluß 64 Uhr. Parlamentarifches. ftehen. 1500 Heftar wurden der Gesellschaft abgenommen; ob man Neuer Ausstand in Petersburg? sozialdemokratischen Massenerhebungen in Petersburg vom Jahre auch im Interesse des Fiskus noch Landabtretungen verlangen solle, sei noch nicht festgestellt. Abg. Ledebour verlangte, daß diese Laffans Bureau meldet: Die Mehrzahl der Arbeiter in 1896 und in Rostow vom Jahre 1903. leberblickt man nämlich die etwa fünfzehnjährige Geschichte der Erklärungen im Brotokoll niedergelegt würden; er bezweifelte, daß der staatlichen Patronenfabrik im Petersburger Viertel Waffili- fozialdemokratischen Braris im russischen Steich, sann erſcheint fie der jetzt den Eingeborenen zu Gebote stehende Raum( ungefähr Ostrow, in der 5000 Personen beschäftigt sind, legte die Arbeit nicht als ein schroffer Zidzadfurs, als welcher er fubjektiv den 1 Hektar für die Familie) ausreiche, zumal man doch auch Wald- nieder. Auch die Arbeiter einer Anzahl kleinerer Fabriken in dort tätigen Sozialdemokraten jeweilen erscheinen mochte, sondern und Jagdgebiete in Rechnung stellen müsse. Die Verwaltung habe Wassili- Ostrow wurden ausständig. Die Arbeiter in dem als eine ganz logische Entwicklung, in der sich jedes höhere Stadium feinen Anspruch auf besonderes Lob. Das Schutzgebiet Togo Fabrifort Kolpino und in den Putilow- Werken verließen die aus dem rückständigeren ergab und ohne dieses gar nicht denkbar erfordert keinen Reichszuschuß, erhält sich vielmehr aus seinen eigenen Fabrikräume nach achtstündiger Arbeitszeit. Der General wäre. Wie bitter die anfängliche Phase der geschlossenen ZirkelZolleinnahmen; aber dabei ist zu bemerken, daß 20 Proz. der ge- gouverneur Trepow ließ darauf Bekanntmachungen veröffent propaganda von den Sozialdemokraten ſelbſt ſpäter auch fritisiert famten Einfuhr aus- Schnaps bestehen! wurde, so hat doch zweifellos erst diese unscheinbare Sisyphusarbeit Die Etats der anderen Schutzgebiete werden ohne erhebliche lichen, alle staatlichen Fabriken würden geschlossen werden, jenen zahlreichen Stod aufgeklärter Individuen unter dem ProleDebatte genehmigt. Nächste Sigung Dienstag; Tagesordnung: falls nicht die volle Arbeitszeit eingehalten und alle anderen tariat herangebildet, die weiterhin zu Trägern und Stütz bestehenden Arbeitsbedingungen beobachtet werden würden. Kiautschou und Marine- Etat. = Wahlprüfungs- Kommission. Gegen die Wahl des Abgeordneten Mugdan, freisinnig, Wahlkreis Görlig Lauban, lag ein Protest von sozialdemokratischer Seite vor. Bei der Hauptwahl hatten Stimmen erhalten: Sozialdemokrat 16 567, Freifinn 9529, Nationalliberal 9226, Zentrum 1084; bei der Stichwahl Keller, Sozialdemokrat, 18 290, Wugdan 18 485. Eine Anzahl Behaup tungen des Protestes wurden von der Kommission als nicht genügend substantiiert erachtet, andere für erheblich erklärt und z. B. Wahlafte tassiert, wo Stimmzettel im Wahllokal ausgelegen hatten; allein, bei der Berechnung stellte sich heraus, daß unter Berücksichtigung der erheblichen Fälle dem Abg. Mugdan noch eine Mehrheit von 182 Stimmen verblieb. Deshalb beschloß die Kommission, beim Plenum die Gültigkeit der Wahl Mugdans zu beantragen. * Gapons Strafe". Wie ein boshafter Zensorspaß liest sich das Telegramm über die Bestrafung Gapons: Georgi Gapon ist des Seelsorge- Amtes im Deportationsgefängnis enthoben mit dem Verbot, dic geistlichen Pflichten zu erfüllen, folange seine Rolle in der Arbeiterbewegung nicht klar gestellt sei. Es scheint danach, daß Gapon den Häschern tatsächlich entronnen ist! i Jutellektueller Streif. punkten der Massenagitation auf dem Boden der wirtschafts lichen Interessen wurden. Desgleichen hat erst diese inten sive ökonomische Agitation die weiteren Schichten der Arbeiterschaft so weit aufgerüttelt, ihnen die Joce des Klassenkampfes so weit beigebracht, daß die ausgesprochene und scharf atzentuierie politische Agitation einen fruchtbaren Boden fand und so die Reihe der großen Straßendemonstrationen entfesseln konnte. Und alle diese Entwickelungsstufen in ihrer Gesamtheit, in ihrer sich immer steigernden Intensität und dem immer zunehmenden Umfang der Agitation haben erst jene Summe der politischen Aufklärung, jene Aktionsfähigkeit und jene revolutionäre Spannung gefchaffen, die zu den Ereignissen des 22. Januar und der folgenden Woche geführt haben. Und zweifellos ist es alleiniges und direktes Werk der Sozialdemokratie, daß fie das Gefühl der politischen Klassenzusammengehörigkeit aller Proletarier im Barenreich trog aller Dorpat, 9. Februar. Siebzehn Professoren der Universität nationalen Hegereien des Absolutismus so start entwidelt hat, daß Zu dem entgegengesezten Resultat kam die Kommission bei der gaben in der Sigung des Profefforenkollegiums die Erklärung ab, die Petersburger Erhebung zum Signal einer einmätigen allPrüfung der Wahl des Abg. Korfanty( Pole), Wahlkreis Katto- daß sie wegen der erregten Stimmung der Studenten, welche einen gemeinen Erhebung der Arbeiterschaft im ganzen Steiche wurde: im wiß- Zabrze. Bekanntlich spielten sich bei dieser Wahl die Krawalle normalen Lauf der Studien beeinträchtige und weil es unvereinbar eigentlichen Rußland wie noch mehr in Polen und Litauen, einer in Laurahütte ab, die zu schweren Eingriffen der Polizei führten, mit der Würde der Hochschule sei, die Studien fortzusetzen, wenn ihre Erhebung zu gemeinsamen Zwecken, mit gemeinsamen Forderungen. unter anderem auch zum Verbot einer Wählerversammlung in Möglichkeit durch Polizeischuk garantiert werde, ihre Tätigkeit einNicht darauf fommt es natürlich an, um den von der sozialBrzelaika. Ein von seiten der Zentrumspartei eingelegter Protest stellen. Das Kollegium beschloß mit 28 gegen 7 Stimmen bei demokratischen Bewegung in Rußland beschriebenen geschichtlichen gegen die Wahl Korfantys behauptet nun, durch die Krawalle und 4 Stimmenthaltungen, die Vorlesungen zeitweilig einzustellen, bis Weg als den besten, den einzig und wirklich guten zu rechtdas Bersammlungsverbot sei die Wahlfreiheit verletzt, darum die das Kollegium die Möglichkeit der Wiederaufnahme derselben flar fertigen. Es ließe sich vielleicht besonders jetzt, hinterdrein-Wahl für ungültig zu erklären. Die Erhebungen haben die Tat gestellt haben werde. ein viel fürzerer und besserer Weg ausfindig machen. Da aber die fache des Versammlungsverbotes bestätigt. Korfanth hatte bei der Ausstandsbewegung. Stichwahl 23 550, Letocha, Zentrum, 22 875 Stimmen erhalten, gesellschaftliche Geschichte eine ewige Première, eine Vorstellung bleibt, die nur einmal gegeben wird, so kommt es besonders für ersterer also eine Mehrheit von 675 Stimmen. Die Kommission Batu, 9. Februar. Infolge des Setzerausstandes sind die Bei die Sozialdemokratie vor allem darauf an, die tatsächlichen hielt das Versammlungsverbot für so erheblich, daß sie zur Kaffiering tungen heute nicht erschienen. Wege der Arbeiterbetvegung, wie sie nun einmal in jedem Lande der in dem betreffenden Bezirk abgegebenen Stimmen schritt. Damit stattgefunden hat und stattfindet, in ihrer inneren Logit begreifen zu fiel die Majorität Korfantys und die Kommission beschloß darauf ein lernen. stimmig, die ungültigkeit der Wahl beim Plenum zu beantragen. * t Der Generalstreik in Lodz. Lodz, 4. Februar.( Eig. Ber.) Bereits seit dem 21. Januar Freilich spielen die Kriegsereignisse und der unerträgdauerte unter der Arbeiterschaft eine Gärung, die mit dem Streik in lich gewordene Druck des Absolutismus eine große, eine entder Fabrik von Steinert begonnen hatte. Am 26. stand bereits scheidende Rolle bei diesen Ereignissen. Allein, daß der Moment diese ganze Fabrik( 1000 Mann). Am gleichen Tage blieb die Fabrik konnte, daß der Druck des Absolutismus subjektiv für die des gegenwärtigen Krieges einen solchen Ausbruch herbeiführen Die Politik der russischen Regierung. von Zeonhard, Dobranici Geher( 3000 Mann) stehen, dann die von Leonhard, Dobranici u. a., große Masse des Industrieproletariats ganz unerträglich geworden In einem düsteren Artikel, der gewisse Stimmungen der russischen etwa die Hälfte, am Nachmittag sämtliche Fabriken, desgleichen ruhten eben äußert sich die von der Sozialdemokratie geleistete Vorarbeit. zusammen zirka 15 000 Arbeiter. Am Freitag morgen streifte schon objektiv ist sich dieser Druck stets gleich geblieber darin Siberalen wiederzugeben scheint, erörtert ein Moskauer Mitarbeiter die Stadtbahnen, die Theater. Sonnabend wurden auf die Aufder„ Vossischen Zeitung" die politischen Aussichten. Der Gewährs- forderung der Streifenden hin alle Monopolläden mit Branntwein Der für das offizielle Rußland nicht minder vernichtende Krimkrieg mann rechnet damit, daß die herrschende Clique systematisch darauf geschlossen, desgleichen alle Restaurants, Konditoreien, größere Läden, hat seinerzeit nur zu einer Farce" liberaler" Reformen geführt und hinarbeitet, den„ Understand der Massen", d. i. der Bauern, gegen Bureaus und die Post. Der Generalstreit wurde ein absoluter: Die diese Farce war die Liquidation und das Aequivalent derjenigen Die revolutionäre Intelligenz rebellisch zu machen. Sicher ist, daß Schulen wurden geschlossen, die Druckereien, Bädereien, Telephon- politischen Macht, die der russische Liberalismus für fich allein der Zarismus seit jeher diese Tattit verfolgt und noch neuerdings die Beleuchtung aufrecht zu erhalten, den Betrieb mit Soldaten zu und Bauernleben dem gegenwärtigen in nichts nachstand und der stationen, Gaswerke alles ruhte. Die Behörden versuchten, um aufzubringen vermocht hat. Der russisch- türkische Krieg, der an hat er sie sogar bei den Industrie- Arbeitern angewandt, die freilich befeßen, es tam jedoch fofort zu inglidsfällen. Darauf wurden seinerzeit auch eine starke Gärung in der Gesellschaft hervorgerufen, barbarischem Schalten und Walten mit Zehntausenden Proletarierund Bauernleben dem gegenwärtigen in nichts nachstand und der für solche Frreführung schon zu aufgeklärt sind. am 2. Februar in der Nacht alle Heizer und die Hauptarbeiter der Der Korrespondent der" Vossischen Zeitung" kommt zu dem Gaswerke in ihren Wohnungen verhaftet, unter militärischer Be- hat nur das Aufkommen der terroristischen„ Narodnaja Wola" beschleunigt Schluß: deckung nach den Werkstätten gebracht und hier zwangsweise fest- und in ihrer glänzenden, aber kurzen und sterilen Laufbahn gezeigt, „ In vielen Provinzen lebt und arbeitet daher das Land- gehalten! Die Droschkentutscher wurden nicht zum Streit ge- gestützt auf die demokratischen und liberalen Streise der„ Gesellschaft", was an politischer Macht die revolutionäre Intelligenz, volt unter Bedingungen, wie sie uns deutsche Chronisten aus dem zwungen. Am Sonnabend, den 28. Januar, bot die Stadt ein so eigenartiges aufzubringen inſtande ist. Das Aufkommen der Partei des systeeigener, ſeine Lage ist aber noch weit trauriger als die der Bild. Unzählige Arbeitermengen durchstreiften die Stapt. Die matischen politischen Terrors war aber seinerseits schon von vornLeibeigenen, denn er ist Werkzeug und Kanonenfutter für eine ihm Polizei und die Soldaten fahen noch ruhig zu. Demonstrationszüge herein ein Produkt der Enttäuschung über die Organisations- und Damit hatte völlig unbekannte Clique, während er sich einbildet, für den 3aren gingen ruhig in allen Straßen, hauptsächlich in der Petrikauerstraße. Aktionsunfähigkeit der russischen Bauernmasse. zu arbeiten.... Am deutlichsten aber spricht Pobjedonoszew, der sich durch An vielen Punkten blieb die Menge stehen und sozialdemokratische auch diese Gesellschaftsklasse im Barenreich ihre historische Indolenz cin Rundschreiben an das Landvolk wendet, worin die Bauern Redner hielten auf offener Straße politische Ansprachen. Um 4 Uhr nachgewiesen. aufgefordert werden, den zaren zu schützen und der Obrigkeit zu nachmittags formierte sich in der Langenstraße ein Arbeiterzug von Massenbewegung aus dem Boden zu stampfen, die sofort die ganze Und erst der jeßige Krieg vermochte eben eine revolutionäre gehorchen! Gegen wen soll der Bar geschützt werden? Doch wohl mindestens 10 000 Manu. gegen den Feind der Clique, gegen die Liberalen, gegen alle So lange die Militärkräfte hauptsächlich aus Reserven der Bingburg des Absolutismus erzittern machte. Weil eben erst der " Nichtrussen" und Intelligenten, die es fatt haben, sich und das Artillerie bestanden, hielt sich die Soldatesta noch zurück. Aber jezige Krieg im ganzen Reiche eine durch die fast jahrzehntelange Bolt auspressen zu lassen. Anders ist dieser Aufruf gar nicht zu schon im Laufe des Sonntags wurden frische Hülfstruppen aus Agitation aufgerüttelte und aufgeklärte moderne Arbeiterklasse vor verstehen. Die Clique bereitet das Bolt vor, im gegebenen Skierniewice und aus Lowicz, Kavallerie aus Wloclawek, Kosaken gefunden hat, die imstande ist, die revolutionären Konsequenzen des Augenblick für die Reaktion zu arbeiten. Im Ansiedelungsrahon aus Wielun herbeigeholt. Im Grand Hotel in der Petritauerstraße Krieges zum erstenmal in der Geschichte Rußlands zur revolutionären Tat zu prägen. wird der Jude, in Moskowien der liberale Sem st wo- Mann nahm der Petritauer Gouverneur Arcimowicz Posto, daran glauben müssen. Nach den Borgängen in Petersburg halte Soldaten und Offiziere wurden auch in Hotels und Privathäusern bewegung bekamen liberale Regungen und demokratische Strömungen lind erst auf dem Fonds dieser sozialdemokratischen Arbeiterich die Clique zu allem fähig, und kein gebildeter Russe leugnet, einquartiert, wie feindliche Eroberer. Abends am Sonntag, den 29. der Intelligenz, des fortschrittlichen Adels Blut und Leben, Bedeutung daß die Popularität wörtlich zu nehmen auf seiten der Re- begann denn auch schon das blutige Spiel. Gegen 5½ Uhr wurde und Nachdruck. Die proletarische Revolution fam gerade im richtigen gierung bleiben wird. eine Menge Publikum in der Petrikauerstraße von der Polizei umIch glaube nicht, daß ein Voltsaufstand in Rußland in allen zingelt, in den Hof des Hauses Nr. 107 derfelben Straße hinein- Moment, nämlich just als ihre momentanen Vorläufer: die liberale Gouvernements gleichzeitig ausbrechen wird; dazu hat die Clique gedrängt und hier begann eine unbeschreibliche Mezelei: mit Gewehr- Semstwo- Aktion und die demokratischen Intelligenzbankette in Rußwohl noch zu viel Gegner in den Reihen der Gouverneure. folben schlugen die Schergen auf die ruhigen und wehrlosen Leute land an ihrer eigenen Machtlosigkeit zu zerschellen drohten, als in Ebenso wenig kann ich annehmen, daß er schon jetzt beginnen ein, auf die Stöpfe, auf die Rüden; von zwei Opfern dieses Massaker, der ganzen oppositionellen Bewegung plößlich ein bedenklicher toter Es werden große Trupps von Arbeitern, die sich an den einem Buchhändler Wehner und Frau weiß man, daß sie im Sterben Punkt eingetreten war, den die Reaktion mit der sicheren Spürnase der Ausständen beteiligten, in die Heimatdörfer abgeschoben. Wozu liegen, anderen erging es ähnlich. Im 6 Uhr vor dem Grand Hotel Herrschenden sofort herausgefühlt hatte und sich eben anfchickte, mit wird denn gerade das unruhige Element in die Dörfer gefchict bat eine Gruppe Arbeiter um das Schließen des Restaurants, als festerem Fuße aufzutreten. Der muskulöse proletarische Massenarnt und nicht die Tausende von Bettlern? Es gibt dafür teine andere bald stürzte sich ein Trupp Soldaten auf die Arbeiter und das hat den Starren mit einem Rud vorwärts geschoben und ihm eine Erklärung als den Wunsch der Machthaber, das Bolf gegen die Publikum und fing an, furchtbar zu massatrieren. Der Polizei- tommen kann und wird, als bis der Absolutismus unter seinen solche Geschwindigkeit beigebracht, daß er nicht eher zur Ruhe Intelligenz dem Lande zu hezzen. meister Chrzanowafi stand selbst mit einer Nagajta dabei und beTrotz edem dürfte ein Bauernaufstand gegen die Intelligenz arbeitete eigenhändig die Passanten! Troy allen diesen Provokationen Rädern zermalmt liegt. vor dem Frühjahr nicht zu erwarten sein. Dann aber treten verhielten sich die Arbeiter mit musterhafter Ruhe. An den folgenden Auch im Zarenreich ist die Sozialdemokratie nicht diejenige, die wirtschaftliche Fattoren hinzu, die mir einen solchen Aufstand Tagen suchten die Bestien noch eifriger nach Opfern. Alleweil erntet, wo andere gesät haben, vielmehr gehört ihr die revolutionäre wenigstens für einzelne Gouvernements unvermeidlich erscheinen lajien. wurde jemand aus dem Publikum ohne jeden Anlaß herausgegriffen Aussaat mitsamt der Riesenarbeit der Urbarmachung des prole Sunächst der Mangel an Saatgetreide und der Mangel an Geld, solches und zu Tode geschlagen oder durchstochen. So am 3. Februar wurde tarischen Bodens. Die Ernte aber gehört allen fortschrittlichen zu beschaffen, und dann die Abwesenheit genügender Arbeitshände. ein gewiffer Saplansti, Handlungsgehülfe aus dem Speditions- Elementen der bürgerlichen Gesellschaft und nicht zuletzt der Die Zeit der Ackerbestellung ist in Rußland weit fürzer bemessen als haufe von Awow, ein gänzlich unbeteiligter Mensch, mit einer Pieke internationalen Sozialdemokratie. in Deutschland, und die in mehrere Stücke geschnittenen Aecker durchbohrt. Am Montag, den 30. Januar, wurden Schuljungen furchtbar liegen häufig 2-3 deutsche Meilen auseinander. Nun haben von den Kosaken geschlagen, weil sie in der Betritauerstraße truppeinzelne Streife 7 mb 8 Mobilmachungen über sich ergehen weise ruhig spazierten, und zwar geschah dies auf lauten Befehl des laffen müssen. Die Bauern vieler Gebiete werden daher vor Polizeimeisters. Am 1. februar, in Widzewo, entstand ein der Unmöglichkeit stehen, den Acker zu bestellen und später zu Gemezel in der Fabrit von Heinzel u. Kuniger. Kosaken und ernten. Der Staat wird nicht in der Lage sein, rechtzeitig Ge- Soldaten gaben einige Salben auf die Arbeiter, die sich hier behufs treide zu liefern, wenn er dazu auch finanziell in der Lage wäre. Lohnempfang versammelt hatten, neun Arbeiter fielen tot, mehr als Im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschien vor einigen Was also bleibt dem Bauer übrig, als zu rauben? Oder 20 wurden zu Krüppeln geschossen. Freitag, den 3., um 9-10 Uhr, Tagen eine Broschüre, die das Ringen der Ruhrbergleute im Kampfe glaubt jemand, daß er schon so ausgemergelt sei, daß er sich hin- gab es ein ähnliches Gemezel in der Langenstraße bei Rudolf gegen das übermütige Grubenkapital schildert. Dieser Kampf, ge= legt, um zu sterben? Keller( Posamentenfabrik), wo Streifende einen Teil der boren aus der Empörung über jahrelange brutale Mißhandlung Wenn der Zar nicht einlenkt und unverzüglich die von der Streitbrecher überreden wollten. Die Arbeiter find blutig geschlagen des Menschen im Arbeiter, geboren aus der rücksichtslosen Ausgemäßigt- liberalen Gruppe aufgestellten Hauptforderungen: Freis worden, in Ketten gelegt und ins Gefängnis abgeführt worden. beutung der Arbeiter durch ein raffgieriges Unternehmersyndifat, heit der Presse und Zusammentritt cines Parlaments von Semstwo- Seit Dienstag dauern die Verhaftungen, am meisten werden ist ein geschichtliches Ereignis von hoher Bedeutung in den Rämpfen Leuten erfüllt, dann wird Rußland der Tummelplatz eines Volks- Gymnasialschüler festgenommen. der deutschen Arbeiterklasse. Nationale, politische und religiöse aufstandes werden, der an Schrecknissen nicht geringer werden Für den Montag hat die Sozialdemokratie das Ende des poli- Differenzen, die unter diesem bunt zusammengetvürfelten riesigen wird, als der dreißigjährige Krieg es für Deutschland war. tischen Generalftreits beschlossen und die Fortsetzung einzelner Arbeiterheere zur Freude und zum Vorteil der Unternehmer eine Dieser Aufstand wird vielleicht nicht nur das Haus der Romanow Streits zu ökonomischen Zwecken. Zu diesem Behuse sind für jede schädliche Rolle spielten, waren mit einem Schlage ausgelöscht. vom Throne fegen, er wird die Kultur vernichten und wichtige Fabrit die Forderungen auf gesonderten Flugblättern Ginig und geschlossen stand eine Masse von mehr als 200 000 Proleden russischen Staat zertrümmern." formuliert worden. Hauptforderungen, die wir stellen, sind: Acht- tariern auf, dem gemeinsamen Feinde Kapitalismus entgegen, der stundentag, Minimallohn 20 Kop. pro Stunde für Männer und ja selbst keine Unterschiede macht zwischen Arbeiter und Arbeiter. Die Broschüre behandelt in einer Einleitung die Bedeutung Frauen gleich, Verbot der Kinderarbeit bis 16 Jahre, Abfchaffung der Ueberstunden und der Nachtarbeit, Selbstverwaltung der dieses Kampfes als Stlassenkampf, die besonderen Anlässe des Streits und seinen Verlauf, das Leben des Bergmannes und schließlich die parlamentarischen Aktionen, die er hervorgerufen, sowie die Stellung der Regierung und der Parteien zu dem Streik und den Forde rungen der Streifenden. Sie ist somit ein geschichtliches Dokument und für alle Arbeiter von hoher Wichtigkeit. wird.. Krankenkassen. Die Revolution in Rußland. II. R. Luremburg. Partei- Nachrichten. Der Klassenkampf im Ruhrrevier". Der Preis beträgt 20 Pf. Für Wahlvereine und Vertrauens leute Vorzugspreise. Bestellungen nehmen alle Zeitungsspediteure entgegen. In diesem liberalen Stimmungsbild spiegelt sich, wie man sieht, ein gut Stück bürgerlicher Angst vor dem Aufstande der dunklen Masse. So weit es die Bauern angeht, die allerdings teilweise sogar in den japanischen Krieg mit verblendeter Begeisterung für den Friedenszaren gegangen sind, mögen die Befürchtungen nicht ganz unbegründet sein. Dagegen liegt die ganze Rettungsmöglichkeit in dem Industrieproletariat, das zu einem Kampf gegen die Intelligenz durch die ärgsten Lockspizeleien Väterchens zu gewinnen ist. Aber die gemäßigt Liberalen" fürchten fich eben auch vor dem prole- Arbeiterbewegung im russischen Reiche einigermaßen zu fennen, um So genügt es denn, die Geschichte der sozialdemokratischen tarischen Klaffengegner, und deshalb ihre Angst, die Gespenster sieht. sich im voraus darüber flar zu sein, daß die jetzige Revolution, Der gemäßigte" Liberalismus gerade ist die Gefahr, die nur durch gleichviel welche Formen und welchen äußeren Anlaß fie zunächst Zur Errichtung einer Parteidruckerei in Elberfeld die entschiedene Demokratie überwunden werden kann. aufweist, nicht aus der Pistole geschossen fam, sondern vielmehr Barmen hat der Verlag der Freien Presse" den Kauf eines Ueber die Bewegung in Russisch- Polen liegen feine flaren historisch aus der sozialdemokratischen Bewegung im ganzen Reiche Grundstüces vollzogen. Mit den Bauarbeiten wird in den nächsten Nachrichten vor. Zu den gefürchteten blutigen Zusammenstößen ist emporgewachsen ist, daß sie ein normales Stadium, einen natürlichen Tagen bereits begonnen und am 1. Januar 1906 soll das neue Gees bisher nicht gekommen. Die Militärdiktatur unterdrückt, ohne Agitation bildet, einen Punkt, in dem die Quantität wieder einmal nehmen als ein erfreuliches Zeichen der Stärkung unserer Partei Knotenpunkt auf der Entwickelungslinie der sozialdemokratischen bäude in Benußung genommen werden. Wir begrüßen das Unterin die Qualität in eine neue Form des Kampfes- umgeschlagen in Rheinland und Westfalen und der Entwickelung der Freien ist, eine beschleunigte Reproduktion auf höherer Stufenleiter der Presse". einstweilen Blut zu vergießen. * -" 17 Gewerkschaftliches. Christliche Waffen. " Die Regierung zu Liegnitz erhob zugunsten des beklagten Polizeimannes den Konflikt und verlangte die Einstellung des Verfahrens, weil sich H. in Ausübung seines Amtes befunden und seine Amtsbefugnisse nicht überschritten habe. Wenn ein Beamter durchgreifen müsse, brauche er sich nicht auf Höflichkeiten einlassen. Er könne die Dinge beim rechten Namen nennen. Das Bestehen einer wilden Ehe habe er mit Recht annehmen können, und er habe das Zusammenleben standalmäßig nennen dürfen, da mehrere Leute erklärt hätten, sie nähmen ergernis daran. bewegung ist außer der guten Kontrolle durch die eigenen Berufs- ihr vermeintliches Zusammenleben mit B., durch welche 2. fich beleidigt genoffen der Solidarität der übrigen Bauarbeiter zu danken, welche fühlte. 2. verklagte den Polizei- Inspektor wegen Beleidigung und die Arbeit der Streiffontrolleure nach Kräften unterstützen. Auf berief sich auf die Bekundungen der Frau G., wonach der Beklagte einem Bau in der Stralauer Allee wurde dem Kontrolleur der von einem standalmäßigen Zusammenleben" und davon gesprochen Ueber den angeblichen Terrorismus" der Zentral- Kleber durch den Bauherrn der Zutritt verweigert. Als Antwort hat, daß der junge Mann sich schämen solle, den ganzen Tag daverbändler beklagen sich gern die Christlichen. Sie selber darauf legten die Bauarbeiter die Arbeit nieder und die Folge zufigen und nichts zu tun". aber sind da, wo sie in der Mehrheit sind, diesem Terrorismus davon war die, daß der Bauherr sogleich anderen Sinnes wurde. Die gegen Andersdenkende nicht abgeneigt. Ihr Hauptmittel zur Kontrolleure fonnten den Bau ungehindert betreten und es gelang Verdrängung der unliebsamen freien Gewerkschaften jedoch ist ihnen auch, die arbeitswilligen Kleber zum Anschluß an den Streit die Anschwärzung derselben bei ven Unternehmern und die zu bewegen. In den nächsten Tagen sollen Versammlungen für damit verbundene Hervorhebung der eigenen Unschädlichkeit die Tapezierer aller Branchen veranstaltet werden, um diese über für das Unternehmertum. Der Münchener Stüfer- Streita teine Klebearbeit verrichten. den Streit zu unterrichten und zu veranlassen, daß sie während des bund", eine im christlichen Fahrwasser segelnde Mißgeburt Es wurde eine Resolution angenommen, durch welche die Vereiner Auch- Arbeitervereinigung, die alljährlich für das Seelen- sammlung erklärt, daß sie von den Erfolgen der Lohnbewegung heil ihrer lebenden und verstorbenen Mitglieder einen Jahres- befriedigt ist, an den aufgestellten Forderungen festhalten und mit gottesdienst abhalten läßt, versandte an das Unter- aller Energie zur Durchführung bringen wird. Weiter wird in der nehmertum folgendes Zirkular, das als klassisches Bei- Resolution gesagt, die Drohungen der Arbeitgeber fönnten die spiel für die christliche Kampfesweise hiermit der Nachwelt Streifenden nicht schrecken. Sollte die Innung keinen Vertrag mit überliefert sei. Es lautet wörtlich: den Klebern abschließen, dann werde man auch ohne Vertrag auszukommen wissen. Die Kleber seien willens, stabile Verhältnisse im Beruf zu schaffen. 11 Münchener Küferbund! Zur Lohnbewegung der Treppenbau- Arbeiter. Die beider= Das Ober- Verwaltungsgericht erklärte den Konflikt für nicht begründet, so daß dem Verfahren Fortgang zu geben ist. Es wurde ausgeführt, daß nicht festgestellt werden könne, daß H. seine Amtsbefugnisse nicht überschritten habe. Da er den Auftrag gehabt hätte, zunächst einmal das Bestehen eines Konkubinats festzustellen und, falls dies geschehe, dagegen einzuschreiten, so habe er nicht von vornherein von dem Bestehen eines Konkubinats ausgehen dürfen. Auf jeden Fall sei er aber in den Ausdrücken, die er im Gespräch mit der Frau brauchte, über seinen Auftrag und über seine Amtsbefugnisse hinausgegangen, indem er fagte, Frau G. halte 2. aus, ihr Busammenleben mit ihm sei standalmäßig und der junge Mans Wenn auch W. stellungslos gewesen sei, so habe doch nicht festsolle sich schämen, den ganzen Tag dazujizen und nichts zu tun. gestanden, daß er vollständig untätig blieb. Unter diesen Umständen fönne der Regierung nicht darin zugestimmt werden, daß das Achtung, Schuhmacher! Wegen Lohndifferenzen haben die Privatklageverfahren gegen den Beamten unzulässig wäre. Es sei Arbeiter der Schuhfabrit von Rötschke, Neue Königstr. 31, die ihm vielmehr freier Lauf zu lassen. Arbeit niedergelegt. An die geehrten Herren Prinzipale der Rüfer Münchens! Durch das Vorgehen des Zentralvereins der deutschen Schäffler seitigen Kommiffionen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben sich sieht sich der Münchener Küferbund e. V. veranlaßt, sämtliche in in mehreren Sigungen über eine Grundlage zur Beilegung der ausdas Küfergewerbe einschlägigen Arbeitgeber mit dem zurzeit be- gebrochenen Differenzen verständigt. Die gegenseitigen Vereinstehenden Verhältnissen vertraut zu machen. Schon seit Jahren barungen über den neuen Lohntarif sollen nunmehr den Verfucht der Zentralverein mit allen erdenklichen Mitteln den feit sammlungen beider Parteien zur endgültigen Beschlußfassung vor25 Jahren bestehenden Münchener Küferbund dahin zu bestimmen, gelegt werden. fich in corpore der Organisation anzuschließen; dieselben Bestrebungen scheiterten jedoch fortwährend an der Einigkeit Der Münchener Rüfer. Erst in letzter Beit ging der Zentralverein mit Hülfe der Münch. Post" schärfer vor, um sein Ziel in Bälde zu erreichen dadurch, daß verschiedene Hezartikel und Die Vereinigten Berlin- Frankfurter Gummiwaren- Fabriken Die Vereinigten Berlin- Frankfurter Gummiwaren- Fabriken das" Statistische Jahrbuch deutscher Städte" Angaben, denen wir Neber die öffentlichen Anlagen in deutschen Großstädten macht Flugschriften erschienen, in denen das Verhältnis zwischen den senden uns folgende Zuschrift: Die in Ihrer Nr. 33 vom 8. d. Mts. Brinzipalen und den Küfern, sowie das Verhalten des Küferbundes unter der Notiz: folgendes entnehmen: Achtung, Gummi- Arbeiter!" enthaltene Darzu den Forderungen des Zentralvereins einer äußerst abfälligen stellung entspricht nicht den Tatsachen. Die Kürzung ist nur für Stritit unterworfen wurden. Gleichzeitig wurde auf Veranlaffung des einen bestimmten Artikel erfolgt und beträgt auf den Wochenlohn Schäfflergehülfen Böswald eine Sektion dieser sozialistischen für die beteiligten Arbeiter noch keine drei Prozent. Küfer gegründet, um die Gewalt über die Münchener Also so oder so eine Lohnreduzierung, die den einzelnen Küfer und deren Prinzipale in ihre Hände zu bekommen Arbeiter natürlich härter trifft als mit 3 Proz., wenn er das Unund das gute Verhältnis, das zurzeit zwischen zwischen diesen glück hat, den betreffenden Artikel zu verfertigen.. besteht, zu zerstören. Es ist ja richtig und auch Tatsache, daß die Lohnverhältnisse in manchen " Deutfches Reich. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. Konferenz städtischer Arbeiter. In Erlangen fand eine VerVerfammlungen. anlagen ist am größten in München mit 66 599 Ar. dann folgen Die Fläche der öffentlichen Park, Garten- und Schmuds Berlin mit 46 435, Dresden mit 34 816, Magdeburg mit 26 230, Leipzig mit 25 643, Köln mit 24 825, Hannover mit 22 921, Elberfeld mit 19 555, Bremen mit 18 687, Staffel mit 18 079, Breslau mit 17 310, Braunschweig mit 16.984, Dortmund mit 12 595, Düsseldorf mit 12 063 rnd Barmen mit 12013 Ir. Für alle anderen Großstädte beträgt die Fläche unter 12 000 Ar. Sehr Betrieben wie auch die allgemeine Lage der Rüfer fehr viel zu Achtung, Metallarbeiter! In den Radiatoren- Werken gering ist die Fläche der Anlagen in Altona mit 2498, Danzig mit wünschen übrig lassen und einer Besserung bedürftig wären. Der zu Eberswalde find den Arbeitern in letzter Zeit erhebliche 2287 und Krefeld mit 1440 Ar. Von den Mittelstädten haben Münchener Küferbund ist sich jedoch dessen bewußt, daß, wenn er an Abzüge an Akkordpreisen gemacht worden, vielfach in die größte Fläche an Park, Garten- und Schmuckanlagen die Arbeitgeber herantritt, um in manchen Fällen eine Besserung der Höhe von 10-20 Broz. Da sich infolgedessen eine hochgradige Potsdam mit 13 812 und Görlig mit 13 321 Ar. Einzelne Großherbeizuführen, dieſem nach Möglichkeit stattgegeben wird, ohne unzufriedenheit unter den dortigen Arbeitern bemerkbar macht, so städte haben außerhalb ihres Stadtgebietes umfangreiche städtische hierbei den ganzen Verein der Sozialdemokratie zu über- sucht der Werkmeister Schmidt aus Eberswalde in Berlin Arbeits- Barfanlagen, so Berlin 18 600, Breslau 13 652, Düsseldorf 9500 liefern. Der fortgesetzten Agitation des Zentralvereins ist es willige für den genannten Betrieb. Metallarbeiter und besonders und Krefeld 8450 Ar. Rechnet man diese zu den innerhalb der mun gelungen, mehrere dem Küferverbande nicht angehörige Küfer Schloffer werden nun von der Brandenburger Gauleitung ersucht, Stadt liegenden öffentlichen Anlagen mit dazu, so sind im Vergleich für fich zu gewinnen, welche in hiesige Weinhandlungen in Stondition sich nicht ohne ganz bestimmte Abmachungen zur Annahme von Arbeit zur Einwohnerzahl die Anlagen am größten in Stassel mit stehen. Der Münchener Küferbund erachtet es daher als in den Eberswalder Radiatoren- Werken verleiten zu lassen. 16,6 Quadratmetern auf einen Einwohner, dann folgen Braunfeine Pflicht, die Arbeitgeber vor solchen gewissens schweig mit 16,0, München mit 13,4, Elberfeld mit 12,4, Bremen mit Bei der Breslauer Wach- und lofen Elementen zu warnen. Als Grund hierfür gilt Differenzen ausgebrochen. Schließgesellschaft find 11,8 und Magdeburg mit 11,5, während in Charlottenburg nur die Aussage des bei der Firma Stahl( Nymphenburgerstr. 25) be- Orten Deutschlands gleichartige Institute unterhält, ersuchen wir und in Frankfurt a. M. 1,3 Quadratmeter Anlagen auf den EinDa die Gesellschaft noch in mehreren 4,7 und in Berlin 3,4, in Hamburg sogar nur 1,6, in Altona 1.5 schäftigten Nüfers und Agitators H. Lauer in der Zentralversamm unfere dort beschäftigten Kollegen, zurzeit auf keine Engagements wohner entfallen. Tung vom 6. Januar d. Js., woselbst dieser wörtlich anführte: wir nach Breslau einzugehen. müssen gegen unsere Prinzipäle arbeiten und der meine weiß es ganz gut, daß ich Sozi bin, aber weg tun kann er mich nicht! Warum? Daß unter folchen Umständen von einer fortschreitenden Entwickelung eines Geschäftes bei der jezigen allgemeinen sammlung der dem Verbande städtischer Arbeiter angehörigen Mitgebrückten Lage und der Konkurrenz keine Rede sein kann, wird glieder aus den Städten Nürnberg, Fürth und Erlangen statt. Die Arbeitervertreter- Verein. Auf der Tagesordnung der am jebermann zugeben müssen. Das Küfergetverbe bringt es mit sich, Besprechung der Verhältnisse an den einzelnen Orten war sehr inter- Donnerstag abgehaltenen Versammlung stand die Fortsetzung der daß der Prinzipal feinem Rüfer oft fein ganzes Vermögen an- essant. In Erlangen, das eine freisinnige Stadtvertretung hat, Diskussion über die in der vorigen Bersammlung gegebenen Be vertraut, deshalb sollte sich der Arbeitgeber die Frage aufwerfen: erhalten Arbeiter, die 20 Jahre und noch länger im Dienste der richte des Vorstandes und Ausschusses der Landesversicherungsanstalt Ist mein Arbeiter würdig und fähig, das Ber- Stadt stehen, einen Wochenlohn von 8 bis 9 M. Die Beamten Berlin. Die legte Versammlung wurde vollständig ausgefüllt mit trauen, das ich ihm schenke, zu meinen Gunsten zu wurden bereitwillig aufgebessert, für die Arbeiter hatte man nichts einer Debatte über die Verhältnisse der Hausdiener in der Heilstätte berwerten? Die Angehörigen des Zentralvereins sind übrig. Auf eine Eingabe an den Magistrat wurden lumpige 600 M. Beeliz. 11thes vom Handels- und Transportarbeiter- Verband das nicht, fie arbeiten gegen ihre Arbeitgeber, zur Verfügung gestellt, die zur Aufbesserung besonders fleißiger führte in fünsviertelstündiger Rede aus, daß die Hausdiener in deshalb ist es an der Zeit, jetzt schon dafür zu sorgen, daß An- und zuverlässiger Arbeiter" verwendet werden sollen. Bei diesem Beelitz seit Jahren verschiedene Beschwerden über ihr Arbeits gehörige bes Zentralvereins in hiesigen Betrieben System gedeihen Denunziantentum und Speichelleckerei vorzüglich. verhältnis haben, daß die Vorstellungen bei den zuständigen Stellen feine Anstellung finden, ebenso wie der Küferbund diese In dem ebenfalls freifinnig regierten Nürnberg liegen die Verhält- und den Vorgesezten der Hausdiener nicht den gewünschten Erfolg hatten, aus seinen Reihen entfernt. nisse auch nicht besonders günstig. Für gewisse Zwede hat man zwar und daß fogar die Vertrauensleute der Hausdiener gemaßregelt Wir erlauben uns daher an unseren Herrn Prinzipalen die be- sehr viel Geld übrig, aber den Arbeitern gegenüber wird gespart. worden seien. Schließlich machte der Redner den Arbeitervertretern scheidene Frage zu stellen: Sind Sie mit dem Vorgehen des In Fürth ist zwar manches erreicht, aber noch viel verbesserungs- im Vorstande und Ausschuß der Landesversicherungs- Anstalt den Münchener Küferbundes einverstanden, wollen Sie die Aufnahme bedürftig; was erreicht wurde, ist nur dem Eintreten der sozial- Borwurf, fie hätten sich der Interessen der Hausdiener nicht geeines Arbeiters nicht bewilligen, der der Organisation angehört? demokratischen Kollegiumsmitglieder zu verdanken. In einer ein- nügend angenommen. Bürger vom Verbande der städtischen Und wollen Sie sich bei Bedarf von Arbeitskräften an den Münchener Arbeiter pflichtete dem Vorredner darin bei, daß in den Heilstätten Nüferbund wenden, der Ihnen vertrauenswürdige Kräfte zuweist, so der Landesversicherungsanstalt manche Mißstände hinsichtlich der Ver bitten wir, uns davon in Kenntnis segen zu wollen. Wir hoffen daher um hältnisse des Personals herrschen, und daß das Koalitionsrecht durch so ficherer, diesen Gegner aus dem Felde zu schlagen im Intereffe manche der leitenden Personen angetastet werde. Weiter bemerkte unserer und unseres Berufes. der Redner, das Personal der Lichtenberger Anstalt habe durch befonnenes und charakterfestes Vorgehen mit Erfolg für die Abschaffung bon Mißständen gewirkt während die Hausdiener bon Beelitz, unter denen Rückgratlosigkeit und Speichelleckerei herrsche, es sich zum großen Teil selbst zuzuschreiben hätten, wenn fie nicht in angemessener Weise behandelt werden. Vom Ausschuß der Landesversicherungsanstalt sprachen 28 arnst, Ahrens und Borchard, vom Vorſtande Sima. now sti. Diese Redner führten übereinstimmend und unter Be rufung auf Tatsachen aus, daß fie für die Interessen der Beelitzer ausdiener eingetreten seien, soweit dies im Rahmen ihrer Befug niffe möglich sei. Das Beschwerdematerial, welches ihnen die Haus diener unterbreiteten, sei aber so unhaltbar gewesen, daß man es nicht vertreten konnte. In einem Falle habe der Vertrauensmann der Beelizer Hausdiener verschiedene Beschwerden an ein Ausschußmitglied gelangen lassen, und in der Ausschußsigung sei dann der Beweis erbracht worden, daß auch nicht eine dieser Beschwerden auf Wahrheit beruhte. Die Hausdiener hätten die Arbeitervertreter im Ausschuß dadurch in eine sehr unangenehme Lage gebracht.- Die Redner vom Vorstand und Ausschuß betonten, daß sie selbstverständlich für die Intereffen der Angestellten eintreten, soweit ihnen die Möglichkeit dazu gegeben sei. Das gekennzeichnete Vorgehen der Hausdiener und ihres Vertreters Utheß müsse aber entschieden ver Um Mitternacht wurde die Diskussion über diese urteilt werden. Angelegenheit, zu der sich noch verschiedene Siebner gemeldet hatten, durch Annahme eines Schlußantrages beendet. Darauf bewilligte die Versammlung aus der Kaffe des Vereins 500 Mark für die Streifenden Vergarbeiter, welche Summe der Gewerkschaftskommission übergeben werden soll. Im Auftrage der Vorstandschaft des Münchener Küferbundes: Heinrich Steinmez, Borsigender, Stephansplatz 10. Der in dem Zirkular genannte Küfer Lauer hat gegen den Verbreiter des Zirkulars zunächst lage eingereicht und es wird den Herrschaften hoffentlich von Gerichts wegen klar. gemacht, daß das alte Wort:" Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten," auch für fromme Christen gilt. Im übrigen paßt auf den Stil des Zirkulars das befannte Wort: Ogib den Menschenhunden ihr Recht Und laß das kommende Geschlecht Mit Schwänzen geboren werden. Berlin una amgegend. stimmig angenommenen Resolution bedauerte die Konferenz das Verhalten der verschiedenen Stadtverwaltungen und erklärte, daß die städtischen Arbeiter nur durch eine stramme Organisation ihre Lage verbessern fönnen. Ferner wurde erklärt, daß sich die städti schen Arbeiter mit den leeren Versprechgen der Stadtobersten nicht zufrieden geben können, sondern ihr billiges Recht fordern, da doch die städtischen Betriebe Musterbetriebe sein sollen. Rusland. Die Gründung einer neuen Zentrale für die niederländische Gewerkschaftsbewegung scheint jest nahe bevorzustehen. Der Vorstand des DiamantarbeiterVerbandes hat an die Vorstände von 13 anderen Verbänden ein Birkular versandt, worin zu einer auf den 26. Februar nach dem Verbandsgebäude der Diamantarbeiter in Amsterdam einberufenen Konferenz zur Erörterung dieser Frage eingeladen wird. Den letzten Anstoß zu diesem Schritt gab der Umstand, daß das Nationale Arbeiterfekretariat" die mit der Leitung und den Verhältnissen in ihren Berufsorganisationen unzufriedenen Mitglieder aufforderte, aus diesen Organisationen auszutreten und sogenannte Föbera tionen" in ihrem Beruf zu gründen, die dann fh dem Sekretariat anschließen und so zu dessen Stärkung dienen sollten. Dieses Borgehen hat bei mehreren Organisationen teilweise Erfolg gehabt, unter anderen bei den Zigarrenmachern, den Möbeltischlern, den In dem Zirkular des Zimmerern und den Textilarbeitern. Diamantarbeiter- Verbandes heißt es: Die Lohnbewegung der Kleber nimmt, wie in der Versammlung der Streifenden am Donnerstag berichtet wurde, einen äußerst günstigen Verlauf. Die Beteiligung der Arbeiter an der Bewegung ist eine über Erwarten starte. Am Streit sind beteiligt über 300 Aleber von 120 Arbeitgebern. Mehr als 200 Kleber arbeiten bei 70 Arbeitgebern zu den neuen Bedingungen. Unter denen, die den Tarif bewilligt haben, sind die drei größten„ Es muß aufhören, daß das„ Nationale Arbeitersekretariat", Firmen der Klebebranche. Dieses Resultat nach einem Streit das im wesentlichen nicht mehr ist als eine Zusammenfügung von von 3-4 Tagen ist ein so günstiges, daß es zu weiteren Er- ein paar Dußend großenteils sehr unbedeutenden Fachbereinen, als wartungen für die nächste Zeit berechtigt. Es ist anzunehmen, daß die zentrale Organisation, als der Sammelpunkt der Niederländischen ein großer Teil der Unternehmer erst abwarten wird, wie fich die Gewerkschaftsbewegung pofiert und mit diesem falschen Schein Berhältnisse im Laufe dieser Woche gestalten. Sie werden be- viele Arbeiter verblendet. Nicht länger mögen die größten und besten willigen, wenn sie sehen, daß die Streifenden an ihren Forderungen der niederländischen Gewerkschaftsorganisationen durch das Nationale Arbeitersekretariat, das auch jenseits der Landesgrenzen als der festhalten. Mittelpunkt des Gewerkschaftswesens unseres Landes angesehen wird, außerhalb der Gemeinschaft mit der ausländischen Gewerkschaftsbewegung gestellt sein." Bekanntlich haben die Unternehmer in ihrer Versammlung am Dienstag die stritte Ablehnung des Tarifs beschloffen. Sie haben aber ihren Beschluß nicht, wie vereinbart war, dem Obmann des Gehülfen- Ausschusses befannt gegeben. Gleichwohl ist der Beschluß Die Lohnstreitigkeiten der norwegischen Metallformer. Die am der Streitleitung bekannt geworden. Er lautet: 1. Der Tarif darf von keinem Kollegen unterschrieben werden. 2. Ga wird eine Montag in Kristiania gepflogenen Verhandlungen sind ergebnislos Organisation durch die Bezirksvereine und den Berein" Innen- verlaufen. Die Vertreter der Gießereibefizer weigerten fich hartdeforation" eingerichtet, welche es sich zur Aufgabe macht, den nädig, den formern bei Affordarbeit einen bestimmten Lohnsatz zu stollegen Arbeitsfräfte zu vermitteln resp. werden sich die Kollegen garantieren. Ebenso wollen fie im allgemeinen nicht darauf einselbst, soweit sie Zeit haben, durch Bereitwilligkeit zur Arbeit in den Dienst der guten Sache stellen. 3. Soll an sämtliche Baugewerksmeister seitens des Jnnungsvorstandes ein Schreiben erlassen werden, worin in Anbetracht des Streites die Baugewerksmeister um Nachsicht gebeten werden. gehen, den Arbeitern ein Mitbestimmungsrecht bei Festsetzung von Affordlöhnen zu gewähren. Man einigte sich zwar darauf, daß die Vertreter der Hauptorganisationen der Arbeiter und Arbeitgeber Norwegens über die Streitfragen weiter verhandeln sollen; wenn aber die Gießereibefizer bei ihrer bisherigen Auffassung beharren, ist wenig Aussicht auf gütliche Beilegung des Konflikts vorhanden. Soziales. Gegen den Mißbrauch der Amtsgewalt! www Nowawes- Neuendorf. Am Mittwoch fand die Mitglieder. versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für NowawesNeuendorf statt. Zum 1. Punkt der Tagesordnung teilte der zweite Vorsitzende Gr uhl mit, daß der Genosse Otto Hoffmann beim Wahlvereinsvorstand beantragt habe, ihm sein Gemeindevertreter. Mandat abzunehmen. Mit diesem Antrag beschäftigten sich der Vorstand und die Bezirksführer, welche auch der Versammlung den Antrag unterbreiteten, dem Wunsche Hoffmanns nachzukommen. Die Versammlung stimmte dem Antrage zu. Im Anschluß hieran erledigte die Versammlung die Erfahwahl zum Vorstande. Befanntlich legte Hoffmann in der letzten Versammlung seinen Posten als Vorsitzender nieder und wurde an dessen Stelle der Tischler Karl Krohnberg als Borsigender gewählt. Da Krohnberg mehrere Jahre hindurch den Schriftführerposten bekleidet hat und bie jetzt inne hatte und durch seine Wahl zum Vorsitzenden der Schriftführerposten frei wurde, so wählte die Versammlung den Buchdrucker Paul Kerntopp zum Schriftführer. Da der Genosse Boeste- Nigdorf, welcher vom preußischen Parteitag Bericht ers statten sollte, durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, so hiett an dessen Stelle Stattverordneter Dr. Borchardt- Charlotten burg einen 1½ftündigen Vortrag über das Thema:„ Elektrizität ala Kulturfaftor", welcher von der Versammlung mit Beifall aufe Eine Diskussion fand nicht statt. Zur Auf genommen wurde. nahme in den Wahlverein haben sich 10 Personen gemeldet. Die Versammlung der Streifenden nahm die Mitteilung dieses Beschlusses mit vollkommenem Gleich mut auf. Man ist eben überzeugt, daß derselbe an dem günstigen Fortgang der Bewegung nichts ändern kann, und daß insbesondere von der Arbeitswilligkeit der Meister für die Streifenden nichts zu befürchten ist. In der Meisterversammlung waren auch die Bezirksvereine der Arbeitgeber vertreten. Bezeichnend ist es, daß die Herren Ede, Der Bürgermeister von Lauban hatte den Polizei- Inspektor Borsitzender des Bezirksvereins Charlottenburg und Schauerte, Saenisch beauftragt, festzustellen, ob zwischen einer Witwe G. und Vorsitzender des Bezirksvereins Norden, den Tarif bereits unter dem bei ihr wohnenden Staufmann 23. ein anstößiges Stontubinat schrieben haben. Die zahlreiche Beteiligung an der Lohn- bestehe.. fuchte Frau G. auf und machte ihr Vorhaltungen über Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berkin SW. Hr. 35. 22. Jahrgang. 1 KcilM Ks„ÜJtmitts" Anlim lolMatt Frettag, 10. Fedrnar MS. BerUncr partei-Hncfclcgcnbcitcn. Zur Lokalliste. In den gesperrten Union- Festsälen, Greifswalderstr. 121, hält der Lotterieverein„Hoffnung" am 11. März sein Stiftungsfest aö, am 11. Februar die Fabrikfeuerwehr des Kabelwerks Oberspree im gesperrten Blumengarten von Mörner zu Ober-Schöneweide, ferner der Gesangverein „Oberspree" im Wirtshaus„Loreley" in Nieder-Schöne- meide einen Maskenball. In M a r i e n d o r f halten Sonnabend svigeude Vereine in gesperrten Lokalen Vergnügungen ab: Musik- verein„Lohengrin" bei Rau. Dorfstr. 11, Artistenverein .Jugendkraft" bei Setzefand, Feldstraße, in Lichtenrade Musikerverein„Eintracht" bei P e t s ch. Wir ersuchen die Arbeiterschaft, Karten zu allen diesen Vergnügungen zurückzuweisen. Die Lokalkommission. Herzfelde. Sonntag nachmittag 2 Uhr findet im Lokale von Hentze, Hauptstr. 57. eine Volksversammlung statt. Vortrag des Genossen Kiesel:„Der Bergarbeiter-Ausstand und die Revolution in Rußland. Johannisthal. Die nächste Versammlung des WahlvereinS findet Sonnabend abend Z'/i Uhr bei Gohin, Roonstr. 2, statt. Genosse Emil Böske hält den dritten Vortrag über das Parteiprogramm. Hohenschönhausen. Sonntag mittag 1 Uhr findet bei Schulze, Berlinerstraße, eine öffentliche Versammlung statt, in der der Genosse Albert Schmidt über die Lage der Landarbeiter sprechen wird. lokales. Die Krankenhausuot vor der Stadtverordneten-Bersammlnug. Wenn die freisinnige Mehrheit der Stadtverordnetem Versammlung am deutlichsten fühlt, daß sie die Kritik der Sozialdemokraten zu scheuen hat. dann pflegt sie am lautesten zu lärmen. Gestern stand wieder einmal die Kranken h a u s n o t auf der Tagesordnung— und wieder gab es den üblichen Lärm. Der Zufall hatte es gefügt, daß dieses heikle Thenm, über das— nach berühmtem Muster— überhaupt nicht geredet werden dürfte, wenn es nach den Wünschen der Wallach, Louis Sachs usw. ginge, in derselben Sitzung gleich zweimal erörtert werden mußte. Die Hauptdebatte hatte man von der Beratung des dringlichen Antrages erwartet, den die sozialdemokratische Fraktion eingebracht hatte, um den Magistrat zu veranlassen, daß er gegenüber den sich mehrenden Abweisungen aufnähme bedürftiger Kranker in den städtischen Krankenhäusern schleunigst Vorkehrungen treffe. Vorher wurde aber noch über eine äußerlich unscheinbare Vorlage verhandelt, die gleichfalls zu einer Erörterung der Krankenhausnot führte. Auf dem Wedding will ein Privatarzt Kranke nbaracken errichten, um Geschlechtskranke darin zu verpflegen. Er möchte dazu ein der Stadt gehörendes Grundstück mieten, und aus diesem Grunde hatte auch die Stadtverordneten-Versamm lung sich mit seinem Plan zu beschästigen. Mit der vom Magistrat beantragten Bewilligung des Grundstückes hatte ein Stadtverordneten- Ausschutz sich einverstanden erklärt. Der Ausschutz hatte aber gleichzeitig einer von sozial' demokratischer Seite beantragten Resolution zugestimmt, durch die der Magistrat an seine Pflicht, sofort auch selber Baracken für Geschlechtskranke aufzustellen, erinnert werden sollte. Doch im Plenum kam es wieder einmal anders. Die Frei sinnigen hatten es sich inzwischen überlegt und erklärten nun die Resolution für unnötig. Unser Genosse Bernstein warnte eindringlich, die Krankenhausbehandlung der Geschlechts kranken zu vernachlässigen. Seine scharfen Angriffe gegen den Magistrat, der nichts zur Vermehrung der Krankem betten für Geschlechtskranke tue, wurden am Magistrats tisch mit Schweigen aufgenommen. Genosse Wehl nagelte das fest und ging den redescheuen Herren noch schärfer zu Leibe. Er teilte unter anderem mit, daß allein in den letzten vier Wochen 75 syphilittsche Kranke keine Aufnahme hatten finden können. Am Magistratsttsch wurde weiter ge schwiegen. Man hielt es wohl für ausreichend, daß die Frei sinnigen die Ausführungen der beiden sozialdemokratischen Redner durch andauernde Unruhe abzutun versucht hatten. Schließlich sprach aber doch noch Herr Wallach. Er fragte, wo— das Geld herkommen solle, um Anstalten für so viele Geschlechtskranke zu schaffen. Darauf wurde abgestimmt, und die Resolution fiel. Gegen die Dringlichkeit des erwähnten Antrages wegen Abweisung von Kranken war vor Eintritt in die Tagesordnung von freisinniger Seite kein Widerspruch erhoben worden. Sie war damit anerkannt, man wollte aber erst zum Schluß darüber verhandeln. Als im Laufe des Abends Genosse Singer den Vorschlag machte, einige unwichttge Sachen abzusetzen, damit der Antrag noch herankommen könne, ging der Tanz los. Herr Kyll mann protestterte gegen diesen Vorschlag. Singer wies darauf hin. daß die Dringlich- keit von allen Seiten anerkannt worden sei, aber da gestand Herr Wallach, man habe nur deshalb nicht widersprochen, weil man gemeint habe, es werde ja doch nicht mehr zur Be- ratung des Antrags kommen. War dieses Bekenntnis Zynismus oder war es Dunimheit? Auf den Bänken der Sozialdemokraten rief es einen Entrüstnngssturm hervor. Die Herren D i n s e(N. L.) und Cassel(A. L.) enipfanden das Wallachsche Geständnis offenbar als Dummheit. Sie erklärten mit kluger Miene, der Antrag sei unerwartet gekommen, die Fraktionen müßten sich erst darüber schlüssig machen. Das >var nun eine zweite, noch größere Dummheit; denn anderthalb Stunden vorher hatte man nichts Derartiges gegen die Dring- lichkeit vorzubringen gehabt. Singer kennzeichnete dieses Verhalten als unwürdig. Die Freisinnigen steckten das, ohne zu mucken, ein— und man ging an die weitere Er- ledigung der Tagesordnung. Als sie endlich herunter- gehaspelt war, begann der Tanz von neuem. Herr Diuse forderte jetzt, den Antrag ganz abzusetzen; man müsse sich doch erst Material beschaffen. Herr S o n n e n f e l d(A. L.) fügte hinzu, man wolle nicht das„einseitige" Material der Sozial- demokraten widerspruchslos in die Bürgerschaft hinausgelangen lassen. Singer tat beiden Bescheid nach Gebühr. Die Frei- sinnigen lärmten und tobten, und Herr Louis Sachs schien fast handgreiflich werden zu wollen. Herr Nathan(Soz.- Fortschr.) war der einzige Nicht-Sozialdemokrat, der für so- fortige Beratung eintrat. Aber es blieb dabei, daß der Antrag abgesetzt wurde. Ein Stadtparlanient, das innerhalb zweier Stunden einen Antrag erst für dringlich und hinterher fiir nicht dringlich erklärt, sollte kaum im elendesten Krähwinkel möglich sein. Die Freisinnigen haben die Blamage dieses grotesk-komischen Beschlusses auf sich genommen, weil sie ein böses Gewissen haben. In acht Tagen werden sie sich zu verantworten haben. Die arbeitende Jugend. Uns wird geschrieben: Der Verein der Lehrlinge und fugend- lichen Arbeiter Berlins hat sich, wie aus der Februarnummer ihres Organs ersichtlich, in erfreulicher Weise entwickelt. Schon das Blatt, für das Dr. Broh als verantwortlicher Redakteur zeichnet, hat an Umfang und inneren Gehalt zugenommen. In dem vergangenen Monat hat der Verein ferner außer einer öffentlichen Versamm« lung, die von ca. 1SM Personen besucht war, eine größere Mit- gliederversammlung und zwei Abteilungsversammlungen abgehalten. In allen diesen Versammlungen haben namhafte Redner auf- klärende Vorträge gehalten, so der Redakteur S t r ö b e l über „Nationale Erziehung", der Schriftsteller G r e m p e über„Lehr- lingsausbildung in der Metallindustrie, Frau Dr. Wegscheidel» Z i e g l e r über„Jugend und Alkohol" und Rechtsanwalt Broh über„Christliche Jünglingsvereine oder freie Vereine jugendlicher Arbeiter". Fast bei allen Vorträgen hat inhalts der Versamm- lungsberichte eine eingehende Diskussion stattgefunden Auch die innere Organisation des Vereins ist weiter ausgebaut worden. Ebenso ist, wie der„Scheinwerfer", eine Rubrik krasser Mißstände, beweist, der unentgeltliche Rechtsschutz, den der Verein seinen Mit- gliedern zu teil werden läßt, in segensreicher Weise benutzt worden. ES hat sich hierbei gezeigt, daß die Lehrlinge anscheinend am«leisten den Ausschreitungen disziplinloser„arbeitswilliger" Ele» mente dort, wo gestreikt wird, ausgesetzt sind. Einzelne Prinzipale wie Innungen haben es freilich nicht an den kleinlichsten Mitteln fehlen lassen, um den jungen Leuten ihre idealen Bestrebungen aus- zutreiben. So hat die Berliner Tischler-Jnnung außer dem be- kannten Prügelerlatz auch noch eine Anordnung getroffen, wonach den in den Verein eintretenden Lehrlingen 50 Pf. wöchentlich vom Kostgeld abgezogen werden sollen, die— dem Meister verfallen! Natürlich ist diese Anordnung gesetzlich ungültig. Zum Teil ist die Anfeindung, die der jungen Organisation zu teil wird, recht er- götzlicher Art. So sind in der Blätterschau Stellen aus einem Leitartikel des„Forster Tageblatts" vermerkt, wonach die Lehrlings» organisation schuld sein wird, daß in einem Jahrzehnt die Löhne und Lebenshaltung der Arbeiter fallen lverden l" Anmutend ist auch eine Kundgebung der„Deutschen Tischlerzeitung", nach der die Organisationsidee„nur bei der wurmstichigen Jugend der Groß- städte" williges Gehör finden wird, und ihr„nur in dem Milieu der Zuhälter, Schnapstrinker und ähnlicher Ehrenmänner die meisten Perspektiven gegeben sind." Der Verein weist mit Recht darauf hin, daß Prinzipale, die mit solchen Anschauungen der ihr anvertrauten Jugend gegenüberstehen, ihre Erzieher sein wollen. Aber trotz dieser Anfeindungen geht die EntWickelung des Vereins rüstig weiter. Er hat es bereits in einem Monat von MO auf 800 Mitglieder gebracht und für Februar abermals eine allgemeine Mitglieder- und 4 Abteilungsversamlungen, und zwar u. a. mit Vorträgen von Justizrat Steinschneider über„Das Genossenschaftswesen und die arbeitende Jugend", Dr. Bern st ein über„Erste Hülfe bei Unglücksfällen", Böttcher über„Die arbeitende Jugend im Ruhrrevier" und Schriftsteller Georg Davidsohn über„Heinrich Heine, ein deutscher Dichter und Patriot". Ferner findet am 26. d. M. im großen Saale des Gcwerkschaftshauscs ein Unter- haltungsabcnd mit Theateraufführung, Konzert, musikalischen Vor- trägen und Deklamationen statt. Wie man steht, ein frisches, reiches geistiges Leben, das sich innerhalb der arbeitenden Jugend ent wickelt. Menzels Leichenbegängnis. Auf Befehl deS Kaisers findet die Beerdigung Adolf v. Menzels seitens der Akademie der Künste vom Künstlerhauie in der Bellevuesttaßc aus statt. Da die Räume nur klein find, so können nur eine beschräntte Zahl von Personen an der Feier im Kllnstlerhausc teilnehmen, v. Menzel war seit 18VS Ehrenbürger von Berlin. Auf diese Auszeichnung war er stolz, was er schon dadurch zum Ausdruck brachte, daß er an allen Festlichkeiten im Rathause gern teilnahm und sich dort stets wohl fühlte. Die Zahl der Ehrenbürger verringert sich durch den Tod v. Menzels auf 3; eS sind dies Prof. Dr. Koch seit 1890, Stadtverordneten- Vorsteher Dr. LangerhanS feit 1S00 und Stadtrat Haack feit 1904. Der älteste ist Dr. Langerhans, der im Mai d. I. sein 8S. Lebens jähr vollendet. Das Dahinscheiden seines alten Freundes hat den Stadtverordneten-Vorsteher recht schmerzlich berührt. Die Quellen der Vermehrung der Berliner Bevölkerung. Der Bevölkerungszuwachs Berlins stellte sich im Jahre 1904, nach den neuesten Berechnungen, die duych Nachmcldungen berichtigt sind, auf 43 284 Personen. Daran war diesmal der Geburtenüberschuß nur mit etwas mehr als einem Drittel, der Zuzugsüberfchuß aber mit fast zwei Dritteln beteiligt. Während Berlin im Jahre 1901 nur durch Geburtenüberschuß gewachsen war, haben in den folgenden Jahren die Zuzüge sich wieder so vermehrt, daß jetzt in 1904 schon wieder, wie in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, der größte Teil des Bevölkerungszuwachses durch den Zuzugsüberschuß ge- liefert worden ist. Der Geburtenüberschuß war diesmal IS 108, da ohne die Totgeborenen(1828) 43 523 Kinder geboren wurden und 33 41S Personen starben. Im vorletzten Jahr, das zwar etwas weniger Geburten gebracht hatte, aber erheblich günstigere Sterb- lichkeitSverhältnisse. aufwies, war der Geburtenüberschuß 15 920 gewesen. Der Zuzugsüberschuß bclief sich im letzten Jahr auf 23 176, da den 265 627 Zuzügen rechnungsmäßig 237 4SI Weg- züge(Meldungen nebst Zuschlag) gegenüberstanden. Im vor- letzten Jahr hatte der Zuzugsüberschuß erst 19 531 betragen. Borort- oder Swdtbahnkartcn? Zu dieser Streitfrage hat die königliche Eisenbahndirektion eine Verfügung erlasse», durch welche die Vorschrift, daß man nach Vororten nicht mit Stadtbahnkarten fahren darf, wesentlich abgemildert wird. Die Verfiiguna. welche sich aber nur auf die Stadtbahnstrecken bezieht, hat folgenden Wortlaut:„Im allgemeinen Verkehrsinteresse und zur Besettigung der oft wiederkehrenden Beschwerden ist bis auf weiteres auf den Strecken, welche gleichzeitig dem Stadtringverkehr und dem Vorort- verkehr dienen, die Benutzung von Vorortzügen gegen Stadtbahn- karten derselben Preislage Vorkommendenfalls nicht zu beanstanden." Es kommen hierbei die Verkehrsverbindnngen zum Preise von 15/20 Pf. und von 30/20 Pf. in Bettacht nach den Vorortstattonen ftietz-Rummelsburg, Karlshorst, Sadowa, Köpenick, Friedrichshagen, Bamnschulenweg. Nieder- Schöneweide- Johannisthal. Adlcrshof, Grünau, Fricdrichsfclde-Ost. Mahlsdorf. Spandau, Alt-Glienicke usw., die sämtlich über die Stadtbahn- Gleise geleitet sind. Nach den Stationen Grunewald und Elchkamp können nach wie vor Stadtbahn- karten benutzt werden._ Wenn ein Prinz krank ist. Durch die Krankheit des Prinzen Eitel Friedrich ist, wie die „Potsd. Korr." meldet, ein Potsdamer Geschäftsmann recht empfindlich geschädigt worden. Er ist der Inhaber eines Kellers, der in einem Hause der Schlotzstraße, unmittelbar neben dem Kabinetts- hause, belege» ist. Darin betreibt er einen Biervcrlag mit Viktualicngeschäft und Speisewirtschaft und erfreute sich zahlreicher Kundschaft. Um nun die Ruhe des erkrankten Prinzen nicht zu stören, wurde die � Schloßstraße zuerst nur für den Wagen- verkehr gesperrt. Als aber eines Tages einige Leute sich direkt unter dem Fenster des Krankenzimmers laut unterhielten, wurde auf Veranlassung der Kaiserin die Schloßstraße auch auf der Seite, wo das Kabinettshaus belegen, für den Fußgänger- verkehr gesperrt. Der Geschäftsleller deS Händlers lag nun in- mitten dieser Sperre, und die Folge davon war. daß seine Kunden nur noch mit besonderer polizeilicher Erlaubnis zu ihm kommen konnten. Sie blieben bei dieser Konttolle fast gänzlich aus, so daß der Geschäftsmann eines Tages gerade 20 Pf. Einnahme hatte. Eine Beschwerde bei der Polizei hatte den Erfolg, daß ihm gesagt wurde, er müsse sich schon aus Patriotismus die Sperre gefallen lassen. Da er aber nicht gut auf die ihm entgangene Einnahme verzichten kann, will er jetzt weitere Schritte tun, um für den Ausfall Schadenersatz zu erhalten. Es wäre an sich zu wünschen, daß es zu einer gerichtlichen Klage käme, damit festgestellt würde, auf Grund welchen Rechtes aus der erwähnten Ursache Straßensperrungen verfügt iverden können. Wir können uns kaum vorstellen, daß die Potsdamer Polizei in dem Falle, daß der Geschäftsmann schwer krank wäre, den Hofkutschen und auch anderen Fuhrwerken den Verkehr in der Schlotzstraße untersagte, geschweige denn, die Straße für den Fußgängerverkehr absperrte. Doch halten wir es für ausgeschlossen, daß es zu einer Klage kommt, da es wohl selbstverständlich ist, daß der Geschäftsmann mit fürstlicher Generosität entschädigt wird. Der Landgerichtsdirektor in Konkurs. In dem Konkurse über das Vermögen des Landgerichtsdirektors Hasse, der unter den, Ver- dacht deS Mordversuches Ende vorigen Jahres dem Moabitcr Unter- suchungsgefängnis eingeliefert wurde, hat gestern vor dem Breslauer Amtsgericht die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Wie gemeldet wird, teilte in diesem Termine der Konkursverwalter folgendes mit: die Höhe der Schuldenmasse stehe noch nicht genau fest; nach Angabe Hasses betrage sie etwa 140 000 M., 36 000 M. seien aber bis jetzt erst angemeldet. Die beiden Erpresser hätten von Hasse etwa 40 000 M. erhalten. Von dem 8000 M. betragenden Gehalt Hasses als Landgerichtsdirektor sei die Hälfte von Gläubigern gesperrt. Die Familie des Verhafteten werde noch vor dem 1. April Breslau verlassen. Die dritte städtische Irrenanstalt, welche bekanntlich in Buch, an der Berlin— Stettiner Eisenbahn erbaut wird, soll außer den beiden projektierten Anstaltshäusern noch ein besonderes Gebäude zur Unter- bringung solcher Geisteskranken erhalten, welche mehrfache, manchmal zahlreiche Gesetzesverletzungen begangen haben. Die Deputation für die städttsche Jrrenpflege ist der Ansicht, daß durch die Anwesen-» heit solcher geisteskranker Personen in der Anstalt SicherungS- matzregeln erforderlich sind, die mit den wesentlichen Grundsätzen der Behandlung der übrigen Geisteskranken im Widerspruch stehen. DaS Gebäude soll deshalb außerhalb der eigentlichen Anstalt errichtet werden und Raum für 50 Kranke bieten. Für das erforderliche Pflegepersonal soll ein besonderes Wohnhaus errichtet werden, das im Erdgeschoß Wohnräume für 16 Pfleger nebst den nötigen Auf- entHalts- und Speiseräumen und im Obergeschoß eine Wohnung für einen verheirateten Pfleger enthalten soll. Nach dein Verlvaltungs- bericht des MagisttatS sind die Kosten für das Verwahrungshaus auf 270 000 M. und für das PflegerhauS auf 76 100 M. veranschlagt worden. Die Illumination der Hoflieferanten bleibt uns erhalten. Wenigstens teilt der Ausschuß der Vereinigung der in Teutschland arbeitenden Privat-Feuerversicherungs-Gesellschaften der Presse mit: Es wurde berichtet, daß die großen Feuerversicheruiigs-Gesellschaften erklärt haben sollen, ihr Risiko werde durch die Illumination zu Kaisers Geburtstag in so hohem Maße vergrößert, daß sie die großen Waren- und Kaufhäuser für diesen Tag außerhalb der Versicherung stellen würden. Diese Nachricht ist vollständig unzutreffend. Es besteht weder eine solche Absicht, noch sind überhaupt seitens der Feuerversicherungs- Gesellschaften Erhebungen oder Erwägungen über die Feuersgefahr infolge der Illumination zu Kaisers GÄburts- tag angestellt worden. Wenn ein Fremdwörterdach fehlt. Ein Leser schreibt uns: „Ich erhielt heute morgen den Besuch eines Schutz- mannes, der mich zu sprechen wünschte. Auf ineine Frage nach seinem Begehr sagte er mir im Beisein meiner Wirtin, daß er vom Revier geschickt sei, um sich bei mir nach der Be- deutung des Wortes„Atheist" zu erkundigen; auf dem Revier wüßte niemand, ivas das Wort zu bedeuten habe. Nachdem ich die nötige Aufklärung gegeben und sein solvie des Reviers Wissen bereichert hatte, ging er von bannen. Zur näheren Aufklärung teile ich noch mit, daß ich auf meiner Anmeldung in die Rubrik Religion, da ich ans der Kirche ausgetreten bin, das Wort Atheist ge- schrieben hatte. Wir halten das Auskunstsmittel des Schutzmannes für nachahmenswert. Wenn in den zahlreichen Fällen, z. B. wo jetzt Streikposten zu Unrecht sistiert und angeklagt werden, die Polizei bei den G e w e r k s ch a f t s v o r st ä n d e n sich über die Grenzen ihrer Befugnisse Belehrung holte, so würde die Behörde mit der Zeit nicht allein ihr Wissen schätzbar bereichern, sondern auch mancher nur zu berechttgten Miß- stimmung die Wurzel abgraben. Zu der Familientragödie, die sich im Bureau des Justizrats Löwcnfeld abspielte, erfährt das„Kl. I." noch folgendes: Herr Acker war Teilhaber der alten Weingroßhandlung Karl Acker in Wies-- baden, in deren Leitung er sich mit seinem Vater und seinem Bruder Ludwig teilte. Er selbst stand in rege» geschäftlichen Beziehungen zu Berlin, besonders zu Restaurants� wie Dressel, Ewest, Witt u. a. Er wohnte hier im Hotel Royal. Dienstag hatte er noch mit dessen Besitzer, Herrn Philipp Ditt, in ftöhlicher Laune gespeist. Nichts deutete auf den furchtbaren Entschluß hin, mit dem er sich trug. Mittwoch nachmittag traf eine Depesche seines Bruders Ludwig, der offenbar durch Justizrat Löwenfeld über das tragische Ereignis unterrichtet worden war, an Herrn Ditt ein, mit der Bitte, die Leiche nach Wiesbaden überführen zu lassen. Herr Ditt hatte bis dahin von dem Ereignis noch keine Ahnung— Nach der neuesten polizeilichen Meldung hat man bei der Leiche Ackers einen Brief gefunden, aus dem hervorgeht, daß er die grausige Tat verübte, um seiner Frau einen recht tiefen Schmerz zuzufügen. Die Schwindeleien des Fuhrherrn Lindemaun, über dessen Flucht wir berichteten, sind noch viel größer, als man anfangs glaubte. Nachdem seine Flucht durch die Zeitungen bekannt ge- worden ist, haben sich noch eine Reihe Gläubiger gemeldet, die er ebenfalls geprellt hat. Ein gutes Geschäft machte der Schwindler z. B. mit seinen Pferden und Wagen. Diese kaufte er gegen Wechsel und verkaufte sie, ohne daß er auch nur einen- Pfennig bezahlt hatte. an Brauereien, die sie ihm in dem guten Glauben, daß sie sein Eigentum seien, abnahmen. Die Braucreie», für die er Gerste fuhr, beließen ihm Pferde und Fuhrzeug zum Betriebe, nur mutzte er das Kapital, das er dafür erhalten hatte, mit 5 Proz. verzinsen. Kurz vor der Flucht ver» kaufte er alles zum zweitenmal, um soviel Geld als möglich zu» sammen zu bekommen. Bisher liege» schon einige zwanzig Fälle von strafbarem Eigennutz. Betrug und Urkundenfälschung vor. In der Lichtenberger Mordsache hat die Kriminalpolizei gestern eine überraschende Entdeckung gemacht. Bei einer nochmaligen ein- gehenden Untersuchung des Webcrschen GärtncreigrundstückeS wurden mrch Beamte an der nach dein Felde zu führenden Tür blutige Fingerabdrücke vorgefunden. Diese rühren von einer schmalen, schwächlichen Hand her, und ihr Befund deutet darauf hin, daß der Träger der Hand die Gartentür aufgestoßen und dann daS Feld betreten hat. Die Kriminalpolizei hat auf diese Entdeckung hin sofort die Rodehacke, das Mordinstrumcnt, von dem Polizeipräsidium an den Tatort bringen lassen, um die an der Hacke anhaftenden Fingerspuren mit den Abdrücken an der Tür zu vergleichen. Da dies an Ort und Stelle nicht zu bewerkstelligen war, sahen sich die Veamten veranlaßt, das blutbefleckte Stück aus der Tür Heraus- zufägen, um eingehende chemische Untersuchungen auf dem Polizei- Präsidium vorzunehmen. Von Wichtigkeit für den Fortgang der Untersuchung in der geheimnisvollen Sache ist jetzt für die Kriminal- Polizei die Herbeischaffung des zweiten Sparkassenbuches der Er- mordeten. Zeugen gegenüber hat die Conradt bekundet, daß sie kurz vor Weihnachten auf zwei Sparkassenbücher je 220 M. eingezahlt habe. Nach den Angaben der Ermordeten dürfte sie im Besitze von 3— 4000 M. gewesen sein. Es wäre daher sehr erwünscht, wenn sich das betreffende Kasseninstitut, bei welchem das zweite vermißte Sparkassenbuch ausgestellt ist, und das trotz der eifrigsten Nach- forschungen bisher nicht ermittelt werden konnte, melden würde. Zu dem Selbstmord des Werkmeisters Hermann Müller ans der Liebigstr. 35 teilt uns der Sohn des Verstorbenen mit, daß von einer Neigung zum Trunk keine Rede sein konnte. Wir hatten am 1. Februar über den traurigen Vorfall berichtet. Ein seltsamer Fund wurde an dem Eisenbahndamm zwischen Belzig und Wiesenburg gemacht. Wie der Amtsvorsteher in Sand- berg der hiesigen Kriminalpolizei mitteilte, fand man dort 24 Gegenstände, die anscheinend aus einem Eisenbahnzug geworfen waren. Es gehören dazu außer Damen- und Bettwäsche eine schwarze Markttasche, eine braune Handtasche, dunkelblaue Bluse, Frauenrock und Kragen, ein schwarzes Damen-Sommerjakett und ein 7,6 Meter langes Stück Drell. Bermihte Schulkinder. Die Zahl vermißter Schulkinder mehrt sich von Tag zu Tag. Neuerdings sind spurlos verschwunden: der 9jährige Adolf Schaaf aus der Wallstraße 87 und der 14jährige Georg Fässing aus der Leibnizstraße 22 zu Charlottenburg. Weiter werden vermißt die 14jährige Marie Barnicke aus der Caprivi- ftratze 7 zu Charlottenburg, ein für ihr Alter sehr großes und kräftiges Mädchen, die 16jährige M. Schüler aus der Raabestraße 6 und die 19jährige Else Ulack aus der Oranienstraße 4. Feuerbericht. In der Nacht zum Donnerstag wurde die Wehr nach der Z i m m e r st r a ß e 3/4 gerufen, weil hier gegen 11 Uhr Gardinen und Betten in einem Schlafzimmer in Flammen standen. Der 18. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen.— Zur selben Zeit hatte die dritte Löschkompagnie in der Pallasstraße 2 zu tun, wo durch das Herunterfallen einer Hängelampe Feuer aus- gekommen war, das Decken und Möbel ergriffen hatte.— Zwei weitere Wohnungsbrände mußten dann in der Pflugstraße 11 und in der E i s e n b a h n st r a ß e 35 abgelöscht werden. Im wesentlichen wurden auch hier Möbel, Betten und Kleidungsstücke beschädigt.— Abends 9 Uhr erfolgte ein Alarm nach den E l e k- trizitätswerken von Bergemann, Aktien-Gesellschaft in der Oudenarderstraße 23/32, Ecke der Hennigsdorferstraße. Hier war in einem ArbSitssaal ein Brand entstanden, der einen Posten Papierabfälle erfaßt hatte. Der 16. Löschzug konnte die Flammen bald ersticken.— Unfug a m öffentlichen Feuermelder lag einer Alarmierung zugrunde, die dann den- selben Löschtzug nach der Ecke der Fenn- und Tegeler st raße führte. Leider gelang es nicht, den frevelhaften Burschen zu er- Mitteln.— Die übrigen Feuermeldungen, die noch in den letzten 24 Stunden einliefen, waren auf„blinden Lärm" zurückzuführen. Zum Besten der Bergarbeiter. Am Sonntag, den 12. Fe- bniar, mittags präzise 12 Uhr, veranstalten die in Arbeiterkreisen wohlbekannten Gesangvereine„Nordwacht",„Weddinger Harmonie", „Gesangverein der Schneider". Gesangverein der Zimmerer" in Ballschmieders„Kastanienwäldchen", Badstr. 16, eine Matinee zum Besten der ausständigen Bergarbeiter im Ruhrrevier, unter gütiger Mitwirfimg der Konzertsängerin Frau H. Geipelt, des Violinvirtuosen Herrn Alexcnrbcr Altmann, des Herrn Kapellmeisters Hempel, sowie des Elite-Streichorchesters des Herrn Musikdirektors Blume. In Anbetracht dez ausgewählten Programms und des billigen Preises von 30 Pf. pro Billett ist dem Unternehmen ein reger, dem guten Zweck entsprechender Besuch zu wünschen. Zum Besten der Bergarbeiter wird vom Buchbinder-Männerchor und dem Gesangverein Harmonie Sonntag vormittag ll'/z Uhr im Gewerkschaftshause eine Matinee abgehalten, in welcher der Humorist Herr Balgs mitwirkt. Der Eintrittspreis beträgt nur 30 Pf. Sport. Die allabendlich auf der Bühne des Winter- g a r t e n s stattfindenden Wettläufe auf rottereir'der Bahn zwischen Miß Minni Letta und drei englischen Damen gewinnen jetzt in- sofern an sportlichem Interesse, als Miß Minni Letta, die in Eng- land die Weltmeisterschaft im Distanzgehen errungen hat, durch die Berlinerin Fräulein Klara Sacher herausgefordert worden ist und sich mit dieser heute und an den nächsten Tagen in einem Match messen wird. Fräulein Sacher hat in dem Treptower Damen- wettlauf 1904 den zweiten Preis errungen und ist aus dem in Friedenau ausgefochtenen Match„Paris— Berlin" als Siegerin hervorgegangen; auch in Magdeburg und anderen Städten hat die junge Dame Preise errungen. Der Arbeiter-Schwimmerbund hält am 12. Februar, vormittags Ist Uhr, im Gewerkschaftshause eine außerordentliche General- Versammlung ab. Nähere Auskunft erteilt R. Danziger, Burgsdorf- straße 14. Wissenschaftliche Kurse zur Bekämpfung des Alkoholismus werden unter Leitung des Geh. Medizinalrats Rubncr in der Öfter- Woche abgehalten werden. Die Teilnahme an den Kursen ist un- entgeltlich. Rechtzeitige Meldungen sind dringend erwünscht. Programm und alles Nähere ist gegen Einsendung von 10 Pf. durch Herrn Lehrer Kochanowsky, Berlin, Samariterftratze 35, zu haben. Theater. Im Belle-Alliance-Theater findet— nach- dem Freitag das Theater geschlossen bleibt— die Erstaufführung der Ausstattungsposse„Der beste Tip" ain Sonnabend statt; die Vorstellung beginnt um'/qS Uhr ausnahmsweise, vom Sonntag an wieder um 8 Uhr.— Das Schauspiel„Im Hafen" von Georg Engel, das bisher in Berlin noch nicht gegeben wurde, gelangt am Sonnabend, den 11. Februar, im Schiller-Theater 0. lWallern-Theater) zur ersten Aufführung.— Im Metropol- Theater wird die Ausstattungsposse„Die Herren von Maxim" Sonnabend zum 100. Male gegeben.— George Hirschfelds neues Schauspiel„Nebeneinander" geht im Lessing-Theater Sonn- abend zum ersten Male in Szene. Urver Verhütung von Infektionskrankheiten hält Herr Professor Dr. Waßmann heute abend 8Vz Uhr im Volkshause, Charlottenburg, Rosinenstr. 3, einen beachtenswerten Vortrag. Hiid den Nachbarorten. Lichtenberg. Die Gemeindewahlen in Lichtenberg. Die Agitation für die im März stattfindenden Ersatzwahlen kommt nunmehr in Fluß. Die Bürgerlichen beginnen durch ihre diversen Wahlkomitees mit der Arbeit. Zunächst werden die Forensen, d. h. nicht hier am Orte wohnende Besitzer usw. und Minderjährige(sind doch sogar Schülerinnen auf Grund ihres Besitzes in die Wählerliste ein- getragen!) bearbeitet und so die„papiernen Wähler" geschaffen, die einzige Rettung unserer Bürgerlichen. Anders unsere Parteigenossen. Mit einer großen öffentlichen Wählerversammlung begann am 8. Februar das sozialdemokratische Wahlkomitee die Agitation. Die Gcmeinde-Vertrcter Welk und Grauer erstatteten Bericht über das Tun und Lassen des Orts- Parlaments. Der Beifall, den die Referenten ernteten und die Zustimmung der Diskussionsredner ließen erkennen, daß die Tätigkeit der sozialdemokratischen Gemeinde-Vertreter keine erfolg- lose war und daß es den Sozialdemokraten vorbehalten bleibt, in allen Fragen des öffentlichen Lebens als treibende Kraft zu wirken. Eine Resolution, in der die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion im Rathause gebilligt und in der versprochen wird, bei der bevorstehenden Wahl für sozialdemokratische Kandidaten nicht nur in der dritten Wählerklasse, sondern auch in der zweiten und ersten Klasse einzutreten, fand einstimmige Annahme. Nicht weniger als 4 Hausbesitzer soll die dritte Wählerklasse stellen. Trotzdem berechtigt der Anfang der Wahlagitation zu den besten Hoffnungen. Auch in Lichtenberg sind die P o I i z e i d i e n c r mit Revolvern versehen worden. Es ist nicht ersichtlich, wem zu Nutzen dies ge- schehen ist und wer die Mittel hierfür bewilligt hat.— Der L a n d- rat des Kreises Niederbarnim, Herr v. Tresckow, will sein Amt zum 1. April niederlegen und sich der Bewirtschaftung seiner Güter widmen. Ein Gegner der EntWickelung unserer Vororte geht, ein anderer wird an seine Stelle treten.— Der Gemeindcvorstand hat den Bau eines Krankenhauses abermals an sich für wünschenswert, aber nicht für dringlich erklärt. Warum braucht Lichtenberg mit seinen 52 000 Einwohnern auch ein Kranken- haus; kann der Ort nicht nach wie vor seine Kranken in Berlin von einem Krankenhause zum andern transportieren lassen? Rixdorf. Die am Richardsplatz in Nixdorf belegene Böhmische Kirche war, der„Volks-Ztg." zufolge, in der vergangenen Nacht der Schauplatz einer argen Verwüstung. Mehrere Personen sind, wie die Spuren ergeben, durch eines der hohen Bogenfenster der Kirche, dessen Scheibe sie zertrümmert hatten, in das Innere eingedrungen, wahrscheinlich in der Absicht, Geld aus Opferstöcken und dergleichen zu stehlen. Da sie aber nichts von Geldcswert fanden, haben sie ihrer Wut durch Zerstörung von allerlei Kirchenutensilien und durch Beschmutzung des Kirchenraumes Ausdruck verliehen. Besonders in der Sakristei hausten sie. Als der Küster sie im Laufe des Tages betrat, fand er in dem kleinen Räume alles verwüstet und durcheinandergeworfen. Die Spinde waren zerschlagen und umgekippt, die Bücher der Sonntagsschule lagen zerrissen am Fußboden, der gleichfalls über und über mit Abendmahlsoblaten, Kinderharfen, den Stempeln der Kirche usw. bestreut war. Ein Talar war stark beschädigt, eine Flasche mit Abendmahlswein zur Hälfte ausgetrunken, während drei Flaschen Wein fehlten. Ebenso sind drei große Altarlichte geraubt worden. Merkwürdigerweise waren die goldenen und silbernen Altargeräte unberührt geblieben, woraus man, wie erwähnt, schließen muß, daß es den Eindringlingen entweder nur um Er- langung baren Geldes oder lediglich um VerÜbung eines Roheits- aktes zu tun gewesen ist. Die Burschen verließen die Kirche wieder, indem sie das Portal von innen mit Gewalt öffneten. Man fand die Tür vormittags offen stehen. Die Rixdorfer Polizei hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Kirchenschändern auf die Spur zu kommen. Pankow. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung mit der Neuaufftellung des Bebauungsplanes auf dem Terrain der Jmmobilienbank. Wie vorauszusehen war, hatten die Deutsche Bodengesellschaft und die kleineren Spekulanten das Bedürfnis, ebenfalls von den Vergünstigungen, welche der Jmmobilienbank gewährt werden sollten, etwas zu profitieren. Ihre Proteste und Anträge, welche im letzten Augenblick eingegangen waren, blieben unberücksichtigt. Es wurde beschlossen, daß einer Neuaufftellung des Bebauungsplanes für das in Frage konunende, zwischen Prenzlauer Chaussee und Berlinerstraße liegende Gelände nichts im Wege stehen soll. Die Herstellung von Nebenstraßen mit Kleinsteinpflastcr soll nur gestattet sein, wenn darunter eine zwanzig Zentimeter starke Betonschicht hergestellt ist; aber auch dann behält sich die Gemeinde vor, die Art des Pflasters von Fall zu Fall zu bestimmen. Größe und Anzahl der vorgesehenen freien Plätze müssen auch im neuen Bebauungsplan beibehalten werden. Ein Antrag des Amtsvorstandes, die Sicherheitsbeamten mit Revolvern auszustatten, Ivurde einstimmig abgelehnt mit der Mottvierung, daß seit Menschengedenken kein Fall vor- gekommen ist, wo ein Gendarm von seiner Schußwaffe hätte Ge- brauch machen müssen. Es könne vorkommen, daß die Beamten sich in einer eingebildeten Gefahr wähnten; sei die Kugel in solchem Falle aus dem Laufe, dann käme die Ueberlegung zu"spät. Eine Beschwerde unserer Genossen darüber, daß die G e- m e i n d e w ä h I e r l i st e n in der Zeit vom 15.— 30. Januar, wie es die Landgemeinde-Ordnung in den ZZ 39, 55 und 56 vorschreibt, nicht ausgelegt sind, wurde vom Amtsvorsteher zurückgewiesen. Er begründete die Zurückweisung mit einem Schreiben der Regierung, welches in gleicher Sache auf eine Beschwerde ans Weißensee er- gangen ist und worin ausgeführt wird, daß die Wählerliste nur vor der Gemeindewahl auszuliegen brauche. Die sozialdemokratischen Gemeindevertreter erklärten, die Sache im Verwaltungsstreit-Ver- fahren zur Entscheidung bringen zu wollen. Gerickts-Leitung» Ein Lump in Folio. Schwere Vorwürfe wurden gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts II gegen die Rentiere Helene Freifrau von F r e i b e r g und deren Söhne, den K u n st s ch ü l e r Alexander Freiherr von F. und den Landwirt Theodor Frei- Herr v. F. erhoben. Den drei Angeklagten wurde vorgeworfen, wissentlich falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben, um bei einer Anzahl gepfändeter Gegenstände eine Freigabe zu erwirken. Der Sachverhalt ist folgender. Der Zweitangeklagte Alexander Freiherr von Freiberg unterhielt im Jahre 1903 mit einem gerade 16 Jahre alt gewordenen Mädchen, dem er wiederholt die Ehe versprochen hatte, ein Verhältnis, welches nicht ohne Folgen blieb. Der Bormund des Mädchens ließ, da sich v. F. weigerte, seiner Pflicht nachzukommen, durch eine einstweilige Verfügung eine Sichcrstcllung der späteren Alimentenzahlungen bewirken."Frei- Herr v. F. bekannte sich zwar zu der Vaterschaft, weigerte sich in- dessen, sein Ehepersprechcn einzulösen oder Alimente zu zahlen. Der Vormund des Mädchens ließ deshalb in der in Friedenau gelegenen Wohnung des Angeklagten durch den Gerichtsvollzieher Oertel eine Pfändung vornehmen. Außer Studentenutensilien, Ge- mälden und Kleidungsstücken wurde noch ein Automobil ge- pfändet. Gegen die Pfändung strengten die Mutter und der Bruder des Gepfändeten eine Jntervcntionsklagc an, welcher eidesstattliche Versicherungen beigefügt waren. Diese sollen, wie die Anklage behauptet, wissentlich falsch abgegeben worden sein. In den eidcs- stattlichen Versicherungen wurde angegeben, die sämtlichen gepfändeten Gegenstände wären nicht Eigentum des Exequcnten, sondern gehörten der Freifrau v. F. bezw. dem Freiherrn Theodor v. F. Auf Grund dieser Angaben wurden die gepfändeten Gegen- stände wieder freigegeben, unter anderem auch eine photographische Linse. Einige Tage später erhielt der Vormund auch noch einen in höhnischem Tone abgefaßten Brief, welchem sieben Linsen, allerdings diesmal keine pohtographischen, sondern— Hülsen- flüchte, beigelegt waren.„Wenn wir etwas für Sie übrig haben, ü sind es höchstens diese Linsen."— Der Vormund beruhigte sich indessen nicht bei der Freilassung der Gegenstände, sondern beantragte weitere Beweiserhebung. Nachdem die ganze Sache bis zum Kammcrgericht getrieben war, ergaben sich verschiedene Momente, welche Veranlassung boten, daß seitens dieses Gerichts die vor- liegende Anklage in die Wege geleitet wurde. In den eidesstattlichen Versicherungen gaben die Angeklagten an, daß sämtliche gepfändeten Kleidungsstücke des Alexander v. F. Eigentum der Mutter seien, diese ferner das Automobil für 300 M. gekauft habe, um es vor den zahl- reichen früheren Gläubigern des Gepfändeten zu retten. Diese und eine ganze Reihe anderer Angaben sollen, wie die Anklage behauptet, wissentlich falsch sein. Das Mädchen mit ihrem Kinde hat bis heute von ihrem freiherrlichen Geliebten keinen roten Pfennig an Alimenten erhalten. Staatsanwalt Mittag erachtete alle drei Angeklagten im Sinne des Eröffnungsbeschlusscs für überführt. Die ganze Sachlage, wie sie die Beweisaufnahme ergeben habe, 'ei zu durchsichtig; es handele sich um ein recht schlecht erdachtes und deshalb sehr dreistes Manöver, um ein armes, betörtes Mädchen um berechtigte Ansprüche zu bringen. Aus diesem Grunde beantragte der Staatsanwalt gegen jeden der Angeklagten einen Monat Gefängnis. Der Gerichtshof glaubte jedoch nach kurzer Be» ratung annehmen zu können, daß sich die Angeklagten bei Ab- fassung der eidesstattlichen Versicherungen, die in einigen Punkten objektiv unrichtig sind, im guten Glauben befunden zu haben. Da in subjektiver Hinsicht jeder Nachweis von der Kenntnis der Un- richtigkcit fehle, so habe der Gerichtshof ein Nichtschuldig � aussprechen müssen. Das Urteil lautete deshalb gegen alle drei An- geklagten auf Freisprechung. Wissen möchten wir, ob der Lumpazius, der derart an dem von ihm verführten Mädchen und seinem eigenen Kinde handelt, in seinen Kreisen anders als mit Verachtung behandelt wird. Hat denn die Mutter dieses Burschen nicht soviel Gewissen, um ihm zu bedeuten, daß jeder anständige Mensch vor ihm aus- spucken muß? Wegen Vergehens gegen das Postgcsctz hatten sich vor der Straf- kamme'r in Kottbus der Expeditionschef Kaufmann Paul Groß- köpf in Berlin, der Expedient Gustav Marschner in Berlin und der Expreßbote Kurl Schönberg in Kottbus zu verantworten. Den Angeklagten wird zur Last gelegt, vom 1. September 1901 bis 31. Juli 1903 die„Berliner M o r g e n p o st" sowie die „Berliner A b e n d p o st" nach den Städten Lübben, Lübbenau, Vetschau, Kottbus und Sprembcrg durch den Expreßbotcn Schönberg expediert zu haben. Als die„Berliner Morgenpost" in eine Aktien- gesellschast umgewandelt wurde, gab die Firma Ullstein u. Ko. zum 1. September 1901 die„Berliner Abendpost" heraus, welche zu drei Vierteln den Gebr. Ullstein und zu einem Viertel Herrn August Scherl gehörte. Die Firma Ullstein übergab der Aktiengesellschaft gegen eine Vergütung von 20 Pf. pro Exemplar und Monat zu Händen des Abonnenten die„Abendpost" zur Weiterbeförderung. Der Angeklagte Schönberg als Expreßbote gibt zu, die beiden Zeitungen in Königswusterhausen von einem anderen Boten in Empfang genommen zu haben, doch sei er sich keiner strafbaren Handlung bewußt. Er habe ein Monatsgehalt von 50 M. erhalten und die beiden Zeitungen an die genannten Städte verabfolgt. Der Angeklagte Großkopf ist als Expeditionschef schon im Jahre 1901 in Frankfurt a. O. mit 25 000 M. in einer ähnlichen Sache im Dienst derselben Firma vorbestraft worden, doch im Gnadenwege wurde ihm die Strafe auf 500 M. herabgesetzt. Er bestreitet, daß die Verantwortlichkeit auf ihm ruhe, seit Juli 1901 habe er diese dem Expedienten und Mitangeklagten Marschner übertragen. Großkopf bezog ein Monatsgehalt von 500 M. und Marschner ein solches von 225 M. Der Gerichtshof nahm als erwiesen an, daß durch ein und denselben Expretzboten die beiden Zeitungen als von 2 Firmen ausgehend expediert wurden und verurteilte Großkopf, da bei ihm Rückfall vorliegt, zum achffachen Betrage der Zeitungs- gebühr, nämlich zu 11 626 M., Marschner zum vierfachen Betrage, nämlich zu 3582 M. Strafe und Schönberg ebenfalls zum vierfachen Betrage, nämlich 7354 M. event. jeden Angeklagten zu einer Hast» strafe von 6 Wochen. Versammlungen. Zentralverband der Töpfer. In der Generalversammlung der Filiale Berlin, die am Freitag unter sehr starker Beteiligung der Mitglieder abgehalten wurde, erstatteten der Vorsitzende Hagen und der Kassierer K u n d i den Geschäfts- und Kassenbericht für das Jahr 1904. Aus demselben ist zu entnehmen: Es fanden 6 Gene- ralversammlungen, 5 Vertrauensmänner- und 63 Bezirksversamm» lungen statt. Der Vorstand erledigte seine Geschäfte in 26 Sitzungen und 11 Sitzungen mit den Bczirksleitern.— An 6 Bausperren waren 71 Kollegen beteiligt. Dafür wurden 250 M. ausgegeben. Der Fensterstreik erstreckte sich auf 97 Bauten, an 36 streikende Kollegen wurden 120 M. gezahlt.— Im Arbeitsnachweis wurden im Laufe des Jahres 9455 Arbeitsuchende eingetragen. Verlangt wurden 9189, besetzt wurden 9010 Stellen. Am Jahresschluß waren 266 Arbeitslose eingetragen. Am 2. d. M. betrug die Zahl der Arbeits- losen 634.— Das Jahr 1904 begann mit einem Mitgliederbestand von 1937, der am Schluß des Jahres auf 2280 gestiegen war. Die Jahresbilanz für die Hauhtkasse zeigt eine Einnahme von 52 538,27 M., eine Ausgabe von 52 511,88 M. Unter den Aus» gaben sind unter anderem folgende Posten: Reiseunterstützung 369 M., Umzugsunterstützung 220 M., Krankenunterstützung 6873 Mark, Sterbeunterstützung 460 M., Streikunterstützung 225 M., Rechtsschutz 213 M.— Die Bilanz der Lokalkasse zeigt in Einnahme 60 308,37 M.(einschließlich des alten Bestandes von 23 805,65 M.), in Ausgabe 25 436,50 M., es bleibt ein Bestand von 34 871,87 M. Nach einer regen Diskussion, in der die Geschäftsführung des Vorstandes im einzelnen besprochen wurde, erfolgte die Entlastung des Gesamtvorstandes, auch erklärte sich die Versammlung mit der Tätigkeit des Gesellenausschusses einverstanden.— Hierauf sollte die Neuwahl des Vorstandes erfolgen. Zunächst wurde der erste Kassierer K u n d i einstimmig wiedergewählt. Für das Amt des ersten Vorsitzenden lagen zwei Borschläge vor. Der bisherige Vorsitzende Hagen, der nicht wieder annehmen wollte, wurde lebhaft um die Wiederannahme ersucht, er blieb jedoch bei seiner Weigerung. Schließlich wurde die Vorstandswahl bis zur nächsten Versammlung vertagt. VerrmFcbtcö. Anzettelungen gegen die frühere Kronprinzessin von Sachsen? Aus Dresden wird hiesigen Blättern gemeldet: Nach dem vergeblichen Versuch, zu Weihnachten eine Zusammenkunft mit ihren Kindern in Dresden zu erzwingen, reiste die Gräfin Montignoso bekanntlich nach Florenz. Auf Befehl des Königs hat sich jetzt dessen Rechts- beistand Justizrat Dr. Körner nach Florenz begeben, um sich über die allgemeinen Verhältnisse der Prinzessin Anna Monika Pia, der jüngsten, nach der Flucht der Gräfin geborenen Tochter, zu unter- richten. Eine sensationelle Meldung bringt hierzu das„Leipz. Tagebl.". Es schreibt:„Wir erfahren aus Dresden, daß nach dorthin gelangten glaubwürdigen Nachrichten die Gräfin Montignoso kurze Zeit nach ihrer abenteuerlichen Reise nach Dresden in Florenz ein neues Liebesverhältnis angeknüpft hat. Dies dürste dazu führen, daß ihr die Erziehung der Prinzessin Anna Monika Pia nicht an- vertraut bleiben wird.— Aber auch noch eine andere Folge dürfte diese neueste Verirrung der unseligen Frau haben: die Aufklärung der Kreise des sächsischen Volkes, die von ihrem Wahn über den Charakter der Gräfin und ihrer Abenteuer immer noch nicht lasten wollten. Nach dieser neuesten Wendung würde eine Parteinahme ür die Frau sich mit keinerlei sittlichen Begriffen mehr vereinbaren lassen. Dies ist nun auch der äußere Abschluß der ganzen leidigen Angelegenheit." Man tut gut, diese Mitteilungen, die von anderer Seite bereits als Klatsch bezeichnet werden, mit Vorsicht aufzunehmen. Man cheint es mit Anzettelungen gutgesinnter Blätter zu tun zu haben. Ein internationaler Freidenkcr-Kongreß soll vom 4. bis 7. Scp. tember dieses Jahres in Paris abgehalten werden. Auf der Tages- ordnung stehen folgende Fragen: Plan einer neuen Enzyklopädie, Sittenlehre ohne Gott, Trennung von Staat und Kirche, Organisation der Propaganda, Frcidenkertum und Friedenspropaganda. Das Generalsekrctariat des Kongresses befindet sich in Paris, 63 Rue Claude-Bcrnart. Ans dem Junker-Elborado. Wie sehr noch der Branntwein- tcufcl in vielen Gegenden Masurens, besonders unter dem Arbeiter- stände, herrscht, zeigt die traurige Tatsache, daß jüngst in einer Torfschule der Ortelsburger Gegend festgestellt wurde, daß nicht weniger als vierzehn Schüler von ihren Eltern Branntwein als Ersrischungsniittel in den Unterrichtspausen mitbekommen hatten. Es ist ferner Tatsache, daß bereits neunjährige Schüler vor Beginn des Unterrichts nach Hause gebracht werden mußten, weil sie, wie die«Allenst. Ztg." schreibt, völlig betrunken waren. Wafferstand am 8. Februar. Elbe bei Aussig+2,32 Meter, bei Dresden 0,65 Meter, bei Magdeburg+2,24 Meter. Unstrut bei Straußfurt+2,30 Meter. Oder bei Ratibor+ 2,28 Meter, bei Breslau Dber Pegel+ 5,14 Meter, bei Breslau Unter= Begel 0,02 Meter, bei Frankfurt+2,01 Meter. Weichsel bei Brahemünde+5,02 Meter. Neze bei Usch+1,18 Meter. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Marktpreise von Berlin am 8. Februar. Nach Ermittelungen des| 2000 m. jährlich: 2, M, und so fort für jede angefangenen 500. 50 Pf. die Staffe, gleichotel ob die Arbeiterin angemeldet war oder nicht. gl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte mehr. Für Teile des Kalenderjahres( zum Beispiel bei einem vom Der Kasse, nicht der Arbeiterin gegenüber haftet der Unternehmer. 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 M., geringe 17,52-17,50 M. 1. April zum 1. April laufenden Vertrag) ist die der Höhe Roggen**), gute Sorte 13,90-13,89., mittel 13,88-13,87 m., geringe der Mietsrate entsprechende Steuer zu zahlen. A. M. 4. 1. Ja. 2. Leider nein. A. N. 13. Die gewaltsame Nemie. Nein. Deffnung ist zulässig. 13,86-13,85 M. Futtergerste*), gute Sorte 16,40-15,20 m., mittel 15,10 A. 3. 100. Nach der herrschenden Ansicht ist auch das Gewerbe an der Frist vorgenommen. Die Pfändung wird in etwa 14 Tagen nach Ablauf bis 13,90 M., geringe 13,80-12,70 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,70 M., Izumelden, das in der entgeltlichen Behandlung Kranter durch einen nicht A. S. 100. 1 bis 3 Ja. Sagen Sie doch dem Portier Bescheid. mittel 15,60-14,90., geringe 14,80-14,10 m. Erbsen, gelbe, zum Kochen approbierten Arzt besteht. Die Anmeldung hat in Preußen bei dem Ge- Ja. N. K. 18, G. N. 19, Armenrecht 500: 45,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 M. meindevorstande, für den Stadtkreis Berlin bei der Verwaltung der direkten erbt der Witwer ¼ des Nachlasses. Soweit ersichtlich, ist Ihre Frage C. M. 18. 1. Erben sind der Witwer und das Kind. Das Kind Startoffeln 10,00-8,00. Richtstroh 4,66-4,32 M. Heu 9,00-7,20 M. Steuern zu erfolgen. Weiteres ist nicht erforderlich. 2. Jedes Inserat, das eine Doktorfrage, da Nachlaß nicht vorhanden ist. Ist die Ehe vor 1900 in Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schock 5,50-3,80 M. Heilung in sichere Aussicht stellt, ist wegen Betruges strafbar, es sei denn, der Mark geschloffen, so müßte der Witwer innerhalb 6 Wochen nach dem *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. der Inserierende glaubt selbst an seine Behauptung. Ueberdies kann in Tode in einer notariell oder gerichtlich beglaubigten Erklärung dem Nachlaßderlei Anzeigen und auch in solcher, die Sie erwähnen, ein Verstoß gegen gericht mitteilen, daß er nicht nach märkischem Recht, sondern solche Inserate Angelockten kann ein Anspruch auf Rückerstattung der von müßte sich zum Vormund bestellen lassen oder das Kind adoptieren. das Gesetz über unlauteren Wettbewerb gefunden werden. Dem durch nach dem des Bürgerlichen Gesetzbuches erben will. 2. Der Witwer ihm gezahlten Beträge und auf vollen Schadenersatz auch dann zu stehen, wenn der Heilfünstler wegen mangelnder Erkenntnis der Tragweite 200 M., jo haften Sie mit diesem Anteil und nochmals mit 200 M. W. B. 1. Sind Sie Mitglied einer G. m. H. und beträgt Ihr Anteil feiner Handlung strafrechtlich freigesprochen wird.. S. 42. Unter 23. G., Köp. Nach früherer Ansicht des Kammergerichts etwa 15 Minuten, Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit versteht man solche Versicherungs- falls diese Beit zum Austrinken erforderlich ist. Nach strengerer, offenbar gesellschaften, die die Versicherung ihrer Mitglieder nach dem Grundsatze der falscher Aasicht des Kammergerichts ist eine Frist nicht zulässig. Gegenseitigkeit betreiben, bei denen alto in der Regel alle Mitglieder für Eisenacherstr. Ergibt sich aus Ihrem Vertrag, wie in und um Berlin alle Versicherungsfälle durch Umlagen herangezogen werden. Die gefeßlichen üblich, nicht das Gegenteil, so hat der Wirt von Dritten eingeschlagene Borschriften für solche Gesellschaften finden Sie in den§§ 15 bis 53 des Scheiben zu ersehen. 84. G. H. Die Geschenke, die der mit Ihnen Reichsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901. nicht verlobt gewesene Mann Ihnen gemacht hat, bleiben Ihr Eigentum. 3. N. 88. 1. Mein: der Prinzipal durfte Sie als Hausdiener während der durch die Krankheit herbeigeführten Arbeitsunfähigkeit, Bergnügungen steht Ihnen leider nicht zu. Möglicherweise hat eine Be Gustav Schlag. 1. Nein. 2. Ein Recht auf Abhaltung öffentlicher nicht aber nach gehobener Krankheit wegen der früheren Arbeitsunfähigkeit schwerde an den Landrat Erfolg. Die günstigen Aussichten sind aber gering. fündigungslos entlassen. 2. Ja, aber Sie tun gut, ausdrücklich die Ein- 2. 100. 1. Falls das Mädchen vor Ablauf des Jahres( also wenn es flagung Ihrer Rechte sich vorzubehalten. 3. Sie haben Anspruch auf Lohn am 1. April zugezogen ist, vor dem 1. April) den Dienst verläßt, ja. für 14 Tage, abzüglich dessen, was Sie während dieser Zeit verdienen. Grimmenstein 1058. 1. Das Aufgebot können Sie sobald als möglich 2. Soweit solche bei der Rüdforderung noch vorhanden sind: ja. bei dem Standesbeamten bestellen, in dessen Bezirk einer der Verlobten Wirtin sich strafbar machen, wenn Sie und nicht er die Malerarbeiten aus W. S. G. Die Behauptung des Malermeisters, daß Sie oder Ihre wohnt. 2. Vorschriften darüber, was der Bräutigam zu den Eltern der führen, ist töricht und völlig unrichtig. Braut sagen soll, gibt es nicht. Hochmeisterftr. 18. StrafrechtLungenkrank, Charlottenburg. Ohne lich verfolgbar und mit Geldstrafe bis 300 M. oder mit Gefängnisstrafe bis vorherige Untersuchung und als Kranter werden Sie wohl von keiner freien zu 3 Monaten bedroht ist eine Person, die einen verschlossenen Brief vor Kaffe aufgenommen werden. Sie gehören infolge Ihrer Beschäftigung der fäßlich und unbefugterweise eröffnet. Kaffe an, die für den Betrieb gebildet ist, in dem Sie arbeiten. Durch anwaltschaft) tritt nur auf Antrag ein. Daraus allein, daß ein Brief schlecht Strafverfolgung( durch die Staatss regelmäßige Weiterzahlung bleiben Sie vollberechtigtes freiwilliges Mitglied. zugeklebt ist, folgt keineswegs, daß er unbefugt eröffnet ist. 34 23. 1. und 2. In der Regel ja. 3. und 5. Nein. 4. Doch. 6. Die Sparkassenverwaltung Setönnen J. B. Die Innungen finden Sie im Adreßkalender, zweiten Zeil, verzeichnet. V. 47. die Bession vorzeigen oder gemeinsam mit dem Bedenten das Geld erheben Legitimation verlangen. Es gibt keine Spiele, die unter feinen Umständen als Glücksspiele zu er- oder schon jetzt von der Zession die Verwaltung in Kenntnis sehen lassen. achten find. Glücksspiele find alle solche, bei denen im wesentlichen oder gar C. 23. 120. Ja, Sie würden aber mit Erfolg verklagt werden, weil ausschließlich der Zufall entscheidet, nicht der Verstand oder die Geschicklich- Ihre zweite Frage in bejahendem Sinn zu beantworten ist. feit der Spielenden. Es sind Mauscheln, Bierblatt, Pokern, Tempeln, Gottes Die gefeßliche Frist sechs Wochen zum Quartals ersten ist einzuhalten, falls G. K. 22. Segen bei Sohn und wie die Dinger sonst heißen mögen, als Glücksspiele nichts anderes vereinbart ist. erachtet. Entscheidungen, Fridolin. Fordern Sie den Wirt auf, in denen wegen der Geringfügigkeit des die lästigen, bissigen, blutdurstigen Mitbewohner innerhalb einer von Ihnen Einsatzes dieser Charakter des Spiels als nicht vorhanden er an seßenden angemessenen Frist zu entfernen, drohen Sie dem Wirt an, achtet wurde, sind sehr seltene. Ibit zibeln Selbst ift wegen daß Sie nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist auf seine Kosten die Zierchen hoher Beträge, die dabei in Frage kommen, als Glücksspiel erachtet. entfernen lassen würden und führen Sie Ihre Drohung dann dadurch aus, J. K. Knödler. 1 bis 3 ja. Ob in dem Sie betreffenden Fall ein daß Sie die Eindringlinge durch einen Kammerjäger ermittieren lassen Anspruch auf Eintragung besteht, ist nicht zu beantwortes, weil Sie unter- und die Kosten einklagen.- T. A., Dresdenerstraße. 1. Ja. 2. Nein. lassen haben, darzulegen, welches der wörtliche Inhalt Ihres Vertrages ist. 5. R. 100. 1. Ja. 2. Solche Fälle kommen alltäglich vor. G. 34. Mit dem Widerruf von Weihnachtsgeschenken gegenüber dem. W. 23. 1. Nach Ansicht des Ober- Verwaltungsgerichts ja. 2. Es Gesinde verhält es sich im Gebiet der altprenßischen Gesinde- Ordnung wie müßte aus dem Statut hervorgehen, für welche Unkosten die einzelnen folgt: Wirklich gegebene Weihnachtsgeschenke können auf den Lohn an- haften sollen und wem gegenüber. gerechnet werden, wenn der Dienstvertrag im Laufe des Jahres( also wenn Bescheidung auf einen Rentenantrag gibt es nicht. Erkundigen sie sich im C. K. 3. Eine Frist für eine der Gefindevertrag am 1. April begann, bis zum 1. April) durch Schuld Bureau, welche Hindernisse der Beantwortung im Wege stehen. Es ver des Gefindes aufgehoben wird. Anzurechnen ist nur das beim Widerrnf noch gehen oft drei Monate bis zum ersten Bescheid; die Behörde hat eventuell Vorhandene. Nach freilich bestrittener Ansicht muß der Widerruf des Ge- zeitraubende Recherchen anzustellen. A. 3. 100. 1. Beides ist möglich. schenks durch Zustellung eines vom Gerichtsvollzieher zuzustellenden Schrift- 2. Der Armenverband. 3. Ja, jedoch nur nach Maßgabe seiner Familienstuds erfolgen. E. 2. 23. 1. Wenn Krankenversicherungspflicht vorliegt, verpflichtungen und seines Bermögens. 4. Nein. 5. Ja. 9999. Ja. ja, sonst nein. 2. War die Arbeiterin frankenversicherungspflichtig, so haftet Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends ben 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 1hr. P. E. 237. Es gibt kein Wort, das nie, und ebensowenig ein Wort, das unter allen Umständen beleidigend ist. In der Bemerkung: wenn.. fühlen sich die Weiber gleich beleidigt, wird ein Gericht schwerlich eine Beleidigung erblicken. Weib galt in früheren Jahrhunderten als der ehrendste Ausdruck für Mitglieder des weiblichen Geschlechts, heute pflegt man im Norden und Osten Deutschlands hier und da in einer solchen Bezeichnung als Anrede etwas minder Respektvolles zu erblicken. In dem von Ihnen geschilderten Zusammenhang liegt nichts Herabwürdigendes in dem Ausdruck. G. T. 59. Nein. Mühlheim. Die Entscheidung des Regierungspräsidenten, daß die mit Flickereien für ein Geschäft beschäftigte Näherin felbständige Unternehmerin sei, ist falsch aber leider endgültig. Die Entscheidung steht mit der ständigen Rechtsprechung des Reichs- Versicherungsamtes und des Ober- Verwaltungsgerichtes im Widerspruch und beruht auf bölliger Verkennung des Begriffes selbständiger Betrieb". W. B. 58. Wer über 70 Jahre alt ist oder Unfallrente oder Invalidenrente( wie Sie) im Jahresbetrage von mindestens 116 Mart bezieht, kann sich von der Versicherungspflicht befreien. Der Antrag auf Befreiung ist an die untere Verwaltungsbehörde( in Berlin an den Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung, Breitestraße Nr. 24a) zu richten. So lange Befreiung nicht erfolgt ist, ist zu fleben. M. M. 1905. Nein. Zülsdorf. Sie können sich beim Polizeipräsidium beschweren. Lotterie. Sie würden infolge der statutarischen Bestimmung jedes Anrechtes auf eventuellen Gewinn verluftig gehen. S. Friedrichshagen. Sie können mit Aussicht auf Erfolg auf rollen Schadenersatz, abzüglich des inzwischen Berdienten, flagen. W. Schmuhl. 1. Der Ausgang des Schadenersaz- Prozesses ist nicht bestimmt vorauszusagen, liegt aber für den Bater des nicht Berunglückten ungünstig. Zu seinen Gunsten käme§ 254 des Bürgerlichen Gesetzbuches in Betracht. 2. Ungebunden 5,60 Mart. 3. Wenden Sie sich an den Vertrauensmann Ihres Wohnortes oder direkt an den Parteivorstand.- G. N. 31, P. M. Löwestraße, M. Blankenfeldestraße und andere Mietsstempelfragen: Mietsstempel ist bei einem jährlichen Mietszins von mehr als 300 M. und zwar für jedes Kalenderjahr( 1. Januar bis 31. Dezember) zu zahlen. Die Stempelsteuer beträgt bei einem Mietszins von mehr als 300 bis einschließlich 500 M.: 50 Pf., bei 500 bis 1000( einschließlich): 1,-, bei 1000 bis 1500: 1,50, bei 1500 bis Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 10. februar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. 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Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der Geizige. Hierauf: Der Hexenfang. Sonntag, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. fann Gebrüder Herrnield- Theater. Der bisher unübertroffene lachluftigfte Herrnfeld- Schlager mit seinen stürmisch bejubelten Situationen WINTERGARTEN. Anfang 8 Uh Täglich: Großes Urbock- Jubelfest. Prinz Levy in Ahlbeck SAHARET Internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Zirkus Schumann. Residenz- Theater. ( Wallner Theater.) Zentral- Theater Heute Freitag, den 10. Februar, Die Großstadtluft. B Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Fuhrmann Henschel. Kleines. Nachtafyl. Residenz. Hotel Pompadour. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glückliche Gilberte. ( Heureuse.) Luisen. Dorf und Stadt. Abends 72 Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Alten von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehar. abends präzise 72 Uhr: Extra- Gala Vorstellung: Mit unübertroffenem Erfolge! Der Schlager der Saison! Morgen u. folg. Lage: Die Juxheirat. Birta 400 Mitwirkende! 2 Musikkorps! Sonnabend 4 Uhr: Däumelinchen. Die große Schumannsche AusstattungsSonntag 3 Uhr: Der Bettelstudent. Pantomime Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Schwant in 3 Atten mit den Autoren in den Hauptrollen. Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter: Anton Herrnfeld. Hotel Pompadour. Anf.& Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. Schwant in 3 Atten v. Anthony Mars u. Leon Xanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag, 12. Februar, nachmittags 3 Uhr: Der selige Toupinel. Carl Weiß- Theater. Luisen- Theater. Eine Nordlandreise. Passage- Theater. GeldName York. Lu Kafino. Heirat auf Probe. Metropol. Die Herren von Marim. Belle Alliance. bundus. Abends 8 Uhr: Rumpacivaga Dorf und Stadt. 8 aften. Entworfen und mit märchenCarl Weik. Geld und Name. Apollo. Berliner Luft. Radrennen Robl- Arend. Spezialitäten. Passage Theater. Lucia Strall. Anf. 5 Uhr. Herrnfeld Theater. 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Große Ausstattungsposse mit GeHeirat sang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. auf Probe. Neues Theater. Borher bas vollft. neue Programm. Anfang 72 Uhr. Sonntag 4 Uhr: In Vertretung Henry Bender. Josef Giampietro. Ein Sommernachtstraum. Etablissement Buggenhagen Josef Josephi. Sonnabend, Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Der Graf von Charolais. Moritzplatz. Täglich von 12-4 11hr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) An der Grenze, oder: Verschlafen. Bosse mit Gesang in einem Att. Großer Boxer- Kampf sowie 30 internat. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Kinderborstellung. Hänsel und Gretel. Sonntag, nachm. 3 Uhr( Parkett 60 Pf.) z. lettenmal: Senta Wolfsburg. W. Noacks Theater. 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Ausstellung allabendlich statt! Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags die halben Kassenpreise! Sanssouci. Bernhard Rose- Theater Skottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Gesundbrunen, Badstraße 58. National- Theater Bockbierfest. Deutsch- Amerikanisches Die Galfiſpielvorstellungen finden in Weinbergsweg 19. Freitag, den 10. Februar 1905: Fidelio. Sonnabend: Der Freischütz. Anfang 72 Uhr. zeit. Abends: Fidelio. KONZERT. Der dumme May u. der fluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Theater. Köpenickerstr. 67/68. Zum Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: 81. Fritz Steidl- Sänger. Male: New- York Sonntag, nachm. Figaros Hoch- Nach jeder Borstellung im Kaiserfaal: Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Tanz. Ueber'n grossen Teich. folgenden Etablissements statt: Bernhard Rose- Theater. Stadt- Theater Moabit. Fröbels Allerlei- Theater. Neue Welt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pi. Numer. Plaz 50 Pf. 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Seitens der Berliner Amateure Herren May Schneider, Georg Altmann, Hermann Gensch, Albert Hein, welche jetzt in Kopenhagen sämtliche Preise in der Konkurrenz mit den ersten dänischen Athletenklubs errungen haben, sind Herausforderungen an die Ringer des Zirkus Busch ergangen, welche von heute ab mit zum Austrag kommen. Außerdem mit noch nie bagelvefenem Katharina II. Erfolge die große Ausstattungs- Feerie Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter. Persönliches Auftreten des Direktors Busch.„ Chips", engl. Bollbiut, Sprung von ebener Erde über 8 Pferde mit Reiter, und die vorzüglichsten Programm- Nummern. Voranzeige. Am Donnerstag, den 23. Februar 1905, findet eine Gala- Fest- Vorstellung statt, deren Gesamt- Ertrag dem Zentral tomitee des Deutschen Noten Kreuzes für seine Tätigkeit in Südwest- Afrika und Ostafien zugeführt wird. Billetts find schon jetzt an der Zirtustasse sowie im Invalidendank und bei A. Wertheim zu haben. 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Februar, nach mittags 3 Uhr, auf dem ZentralFriedhof zu Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 69/2 Zentral- Verband d. Zimmerer Deutschlands Zahlstelle Berlinu. Umgegend. Hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Hempel am 7. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Bartholomäus- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Um rege Teilnahme biitet 254/5 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Aug. Rabe am 8. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. Februar, nach mittags 2 Uhr, vom Trauerhause Rummelsburg, Neue Bahnhofstraße 10 aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/15 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, die traurige Nachricht, daß der Maurer Heinrich Matthey nach langen schweren Leiden im Alter von 39 Jahren am 8. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr von der LeichenHalle des Lutherkirchhofs aus statt. 20542 Die Hinterbliebenen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nach richt, daß am 8. Februar 1905 unser altes Mitglied Heinrich Matthey im Alter von 39 Jahren an Lungenschwindsucht verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle der Lutherkirche in Lantwig aus statt. Rege Beteiligung wünscht 136/11 Die Verbandsleitung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau by ho Emilie Dacke geb. Golz Raucht Vineta No. 8 beste 2 Pf.- Zigarette! Fellow Cigaretten 2-5 PF. Zu haben: K. Rothe, O., Friedrichsbarg, Scharnweberstr. 43. 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Februar, nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofs, Pappel- Allee, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. 20205 Hermann Dacke. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme sowie Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter Louise Hartmann sagen wir allen Freunden und Bes fannten unseren herzlichsten Dank. Karl Hartmann, Schankwirt, nebst Sohn. 20116 Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben unverges lichen Frau Emilie Ewald fage allen Teilnehmern meinen herzlichsten Dank. 20106 F. Ewald, Bollinerstr. 66. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lichen Mannes und Vaters Adolf Fröhlich fagen wir allen Berwandten, Freunden und Be fannten unseren herzlichen Dank. 20196 Witwe Fröhlich und Sohn. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 72/ 7* Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. 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" " # 8,25. 1904 1903 Zahl Reg.- Tons Zahl Reg.- Tons 1 205 162 697 1 190 618 4 57 100 7 28 290 33 749 70 075 1 332 337 738 37 123 600 6 Zusammen 1 342 508 Unter den 749 Schiffen des Jahres 1904 befanden sich 650 Dampfschiffe mit 1 298 550 Reg.- Tons und 99 Segelschiffe mit 33 787 Reg.- Tons. An Fahrzeugen für die Handelsmarine wurden 712 Schiffe von 1 205 162 Reg.- Tons gebaut; davon 979 993 Reg.Tons für britische Rechnung. Aus der frauenbewegung. Für die ausständigen Bergarbeiter gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommiffion folgende Beiträge ein: Parrwis Nachf., 3. Rate 15, G. Seinide, 2. Nate 4,10. Behns Erben jährung beginnt mit dem Schlusse des Jahres, in welchem der AufBerb. d. Schneider, Fil. Berlin, a fonto a. 2. 400,-. Delsniger Sattler A. Jäckel, 2. Rate 7,70. Stettenbeil 6,25. Gebr. Kiesau 9,55. H. Klotom 13,15. b. Holten, 2. Rate 22,90. plowsti 4, Jacoby u. Co. 7,25. trag der Reichsbank zugegangen ist." 2,45. Lifte 2369 20,-. Sparver. Spreewald Grünauerstr. d. Gallowski 2. Rate 14,80. Stöbte, 3. State 20,- 2. Sohn 4,10. W. Kohn, 2. Rate zeigt im Jahre 1904 gegenüber seinem Vorjahr eine kleine Zunahme Schiffbau Großbritanniens. Der Schiffbau Großbritannien 10,-. Tischlerei Jäger 2,50. Bockbierfest Grüneberg 4,10. Liste 834 3,80. D. Koobs 1,50. A. Krebs 21,25. Kreuz Zeitung" Zentr.- Ber. d. Bureau- Angest. 15,65. Listen 7540, 42 Tischl. u. Masch.- Arb. C. Kühn Söhne, Seker, 7,15. D. Lange, 2. Rate, 7,25. Langenscheidt, hinsichtlich des Baues von Schiffen für die Handelsmarine, während h. Diſchleit u. Co., 3. Rate 23,45. Amat. Photogr.- Ver. Gut Licht" Rigdorf 8. Rate, 19,65. Lenz u. Co., Verbandsmitglieder und Hülsspersonal, der Bau von Kriegsschiffen einen geringen Rückgang aufweist. 22,05. Lifte 7543 Pers. d. F. Kühn u. Söhne, 3. Rate 32,90. Liste 2387 2. Rate, 18,10. Person. d. Buchdr. Friedr. Schirmer 24,75. Lotteriever. Berl. Modderkrebse, 2. Rate, 26,05. 2. u. S. Löwenthal, 3. Nate, 15,65. Luke u. Vogt, 3. Rate, F. Lenz u. Co., 6 Lehrlinge, 2,-. Liebheit u. Thiesen, Gebaut wurden nämlich: Uebersch b. Maskenball 10,-. Liste 7997 Tischl. v. Brandtner 2,45. 4,15. C. Marschner, 3. Rate, 15,90. Mier u. Glasemann, 2. Rate, 12,65. Lifte 7744 Merander- Werk Neue Jakobftr., 2. Rate 32,50. Sänger am Dit- Mier u. Glasemann, 3. Rate, 10,95. E. S. Mittler u. Sohn, 3. Rate, 67,25. Fahrzeuge der Handelsmarine. 712 bahnhof 9 2,25. Liste 4889 gef. in Güntersberg d. Noad 11,60. Stodfabr. W. Moeser, 3. Rate, 30,60. N. Mosse, Maschinenmeister, 3. Rate, Kriegsschiffe, auf Staatswerften Redlich, Ritterstr. 4,55. Gießerei Behrend 5,50. Liste 7227 Stodfabr. Schön- 17,50. R. Moffe, Zeitung, 3. State, 60,50. R. Münch 4,20. feld, 3. Rate 3,70. Groschentaffe 15. Abt. Straßenreiniger 10,- Lifte 7551 Beitung", Segersaal, 3. Rate, 45,10. National gebaut Person. d. F. Zoller, Markushof 7,25. ,, National Zeitung", MaschinenSponholz u. Wrede 21,75. faal, 17,80. 2. 7987, Schwarz, Urbanstr., 2. Rate 16,80. Lifte 5583, Klempnerei, Geister Naud u. Hartmann, 3. Rate 17,-. " National Beitung", Stereotypie und Buchbinderei, 7, Kriegsschiffe, auf Privatwerften Norddeutsche", 3. Rate 162,-. Paß gebaut 20,50. Liste 7482 15,05. Rauchflub Union". Kottbuser Damm 15,- u. Garleb, 3. Rate 60,-. Paß u. Garleb, Abteilung II, 3. Rate 13, Stammg. b. Georg Fischer, Prinzenstr. 31,55. Lifte 7550, Werkst. d. Töpfer B. Paul, 3. Rate 14,05. Bormetter 6,05." Post", 3. Rate 9,45." Post", u. Schlosser b. Schöffel d. Rohrbach 10,25. Danneberg u. Quandt d. Jordan 3. Rate 37,25. Gebr. Radekki außer einem, 3. Rate 8, 23,05. Liste 7503, d. Krüger 11,15. Berein Berliner Hausdiener auf Listen 2. Rate 12,80. M. d. N. 124,30. „ Reichsbote", C. Rosen 6,-. 5315 15,-, 4624 9,55, 4602 15,15, 5312 14,25, 4613 6,55, 4634 19,45, Rosenthal u. Co., 3. Rate 13,-. 3. Rosenbaum 4,75. 5302 11,25, 4633 10,25, 5311 15,65. Liste 883, Verband d. Graveure und Sayffaerth 4,50. Seydel u. Cie., Rate 13,25. 2. Simion Nachfolger, 3. Rate 15,10. 23. Bijeleure Berl. 22,85. Rifte 7999, Person. b. Kessner, Kreuzbergstr. 8,40. Simon 11,85. Julius Sittenfeld Gesamtpersonal, 3. Rate 171,50. Hausd. Plath u. Priemer 2,30. Geburtstagsfeier Martha Scholz 7,07. A. W. Schade, 3. Nate 27,65. Schäfer u. Rosenfeld 8,45. A. Scherl, Lifte 7252, Buchdr. Heimann u. Sohn 4,75. Lifte 8212, d. Strüger 18,- Adreßbuch, 2. Rate 2,40, desgl. Gewißgeld, 2. Rate 13,-, desgl. Seßerei Sparverein Südost", Stalizerstr. b. Biallahs 10,-. Bersteigerung Zag", 2. Rate 17,15, desgl. Seßerei„ Boche", 2. Rate 5,25, desgl. Sekerei e. Arromatik 3,-. Liste 7491, Tapezierer und Näherinen bei Woche", 3. Rate 4,75, desgl. Beitungsseter, 2. Rate 34,50, desgl. BeitungsLehmann, Wilhelmstraße, 3. Rate 15,15. Verb. d. Bauarb. Friedrichs- seger, 3. State 32,-, desgl. Korrektoren 6,50, desgl. Druder vom" Tag" felde d. Schliewe 5,-. Liste 7740, F. A. Weigert d. Limburg 5,30. u. Woche", 2. Rate 23,75, desgl. Drucker vom Tag" u." Woche", 3. Rate Ber. aller in Schriftgießereien befch. Arb. u. Arbeiterinnen. 3. Rate 190,-22,-, desgl. Rotationsmaschinenmeister, 1. Rate 6,70, desgl. Akzidenz Angeft: 3. D.-St.-S. b. Kaufleute, 4. Rate 50,- Deutsche Baffen- und Stereotypie, 2. Rate 6,75, desgl. Akzidenz- Stereotypie, 3. Rate 7,75, desgl, Munitionsfabr., 3. Rate: Lifte 1882, Abt. Hachmann, 3. Rate 35,10. Beitungs- Stereotypie, 1. Mate 17,75, desgl. Beitungs- Stereotypie, 2. Rate 9,50. Liste 5393, Abt. Resched 36,25. Liste 5394, Abt. Transp.- Solonne u. Sattler Schmidt u. Bukofzer 6,05. A. Scholem 4,45. 14,-. Liste 5395, Abt. Werkzeugbau 14,70. Lifte 5396, Abt. Werkzeugbau R. Strauß, 2. Rate 15,05. Theinhardt, Sezer, Druder, 3. Rate 8, Schumacher, 3. Rate 16,75. 50,65. Liste 7265, Abt. Hensch u. Eggers 26,40. Lifte 7267, Abt. Büttner, Trowitsch u. Sohn 4,-. unstein u. Co., Atzidenz- bteilung 21,15, desgl. Schleiferei 16,75. Liſte 7268, Abt. Göße 18,80. Liſte 7269, Abt. Stugellager Beitung, 3. Rate 18,45, desgl. Maschinenseker, 3. Rate 18,10, desgleichen bau 22, Liste 7270, desgl. 15,50. Liste 7271, desgl. 20, Lifte 7272, Korrektoren, 2. Rate 8,80, desgl. Atzidenz- Maschinenmeister, 3. Rate 10,50, desgl. 17,50. Lifte 7273, bt. Rentsch 17,25. Liste 7274, Abt. Qufenbach desgl. Rotations- Maschinenmeister, 3. Rate 4,45, desgl. Akzidenz- und 13,45. Liste 7275, Abt. Möller 28,45. Lifte 7276, Abt. Higler 14,10. Beitungs- Stereotypie 13,50, desgl. Kantine durch Reinhardt 8,50. Gebr. Unger, Liste 7277, Abt. Hübscher 16,30. Liste 7278, Abt. Werkzeugbau 24,70. 2. State 19,90. Union 8,50. 3. Unverdorben 4,50. Verbandsbureau inkl Ungenannt Liste 7279, Abt. Christenson 23,70. Verb. d. Buch- u. Steindrud.- Hülfsarb., 25,- Vereinsbureau 9,50.„ Voff. 3tg.", 3. Rate 113,05. Wangerin u. Co. 4,20. Zahlst. II: Liste 7285, Ulstein, Afz. 10,-. Lifte 4789, Ulstein, Tag. Wilhelma", 3. Rate 12,10. Rotat. 8,95. Liste 4791, Uustein, Rotat.- Arb., Nachtschicht 24,55. Liste 811, 2. Rate 11,05. Wilmersdorfer Rachrichten" 3,75. A. Winjer, Allgemeine Stereotypie Anstalt 3,- Bierow u. Meusch, die Drahtlosen, Lindenstr. 3 25,40. Lifte 4801, Deutscher Berlag 2. Rate 14,45. Brandenburg. Maschinensetzer- Verein, 2. Rate 30,- Verein 12,55. Lifte 4785, Berson. v. Haaſenſtein u. Vogler, 3. Rate 47,10. Berliner Buchdruck- Maschinenmeister 75,-. Auf Liste 3296 gesammelt 3,60. Lifte 816, Die org. Hülfsarb. Reichsdr. 51,-. Liste 4806, Mosse, Abt. Rotation Durch Winkler 2,70. 18, Riste 819, Mosse, Abt. Akzidenz 22,70. Liste 4807, Mosse, Abt. Falzerei 6,80. Lifte 4797, H. S. Hermann 9,75." Lokal- Anz.", Abt. ,, Woche", dar. Bierproz. 18,35 34,45. Liste 4803, Mittler u. Sohn 11,25. Lifte 4809, Berfon. v. Greve, 3. Rate 35,25. Liste 4799,„ Deutsche Warte" 10,25. Lifte 4811, Drud. Sonntagsblatt" 8,- Liste 4787, Drud. Elsner 12,10. 28. Burg, Lindenstr. 3 10,-. Verb. der städt. Arbeiter, Seft. IX, RevierInsp. d. städt. Gaswerte a. 2. 184,65. Seft. XIII, Badeanst. Schillingsbr., Rifte 2248 13,95. Desgl. Bärwaldstraße, Liste 2249 6,50. Desgl. Turmstraße. Lifte 2251 17,-. Seft. X, Röhrensystem d. st. Gaswerte Liste 2238 8,30, 2239 9,10. Desgl. öffentl. Beleuchtung, Liste 2236 20,05, 2237 12,40. Seft. I, städt. Gasanstalt, Müllerstraße, Liste 2283 22,60, 2284 17,80, 10,60, 2286 14,60, 2287 34,80. Seft. Ib, Gasanst., Gitschiner straße, Liste 2152 17,25 2279 13,- 2280 15,95, 2281 6,90. Minz, Reinidendorferstraße 2,-. Liste 8097 d. Schulz 5,40. Lifte 1447 durch Rochlik 17,50. Liste 1492, Drahtzug Abteilung Berkhoff S. 2. D. 23,15. Lifte 7124, Walzwerk Abt. Berkhoff S. W. D. 27,30. Liste 7141, Stanzen u. Feinzeug St. 2. D. 13,15. Liste 4724, Maschinen, Auto 9. A. G. 15,85. Lifte 7131, Revolver, Auto N. A. G. 11,-. Lifte 7132, 0 2285 Bröder 4,20. Liste 4110 durch Müller 23,25. Lifte 761 Maler B. u. S. Summa 2621,35 M. Weitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission Engel- Ufer 15, vorm. 9-1 und nachm. 4-8 Uhr. Für Berlin sind die Gelder, welche mittels der Bost eingehen, an A. Körsten. Engel- Ufer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Berichtigung. In der Berichtigung von Nr. 33 ist ein neuer Druckfehler zu berichtigen. Die Möbelfabrik heißt weder Krupp noch Strug, sondern& cu p. Hus Induftrie und Dandel. " " Protestversammlung der Frauen Hamburgs. Die gewaltige Erregung über das freisprechende Urteil des Altonaer Schwurgerichts in der Blankeneser Notzuchtsaffäre fand ihren Ausdruck in einer Riesenversammlung, die am Dienstag in Hamburg stattfand. Angehörige aller Wolfsschichten, in der übergroßen Anzahl Frauen, waren vereint, Protest einzulegen gegen das ungeheuerliche Urteil eines Volksgerichts", das vier junge Leute aus wohlhabenden Kreisen, die angeklagt, überführt und geständig waren der vollendeten Notzucht an einem 15jährigen Mädchen, fostenlos freigesprochen hatte. Die beiden Rednerinnen, Frl. Dr. Anita Augspurg und Genossin Steinbach, unterzogen den Freispruch der denkbar schärfsten Kritit. Ihre Ausführungen fanden stürmische Zustimmung. Eine Resolution, in der gegen das Urteil protestiert und erklärt turde, daß der Geschworenenspruch geeignet set, das Vertrauen des Volkes auf die deutsche Rechtsprechung wiederum aufs tiefste zu er= schüttern, fand gegen ein halbes Dußend Stimmen Annahme. einer zweiten Resolution wurde der gesamten bürgerlichen Presse Hamburg- Altonas die tiefste Entrüstung ausgesprochen, daß sie das Urteil des Altonaer Schivurgerichts so kritiklos hingenommen. Es war allein das Hamburger Echo", das den Geschworenenspruch gebührend würdigte. Die Antwort war eine Beleidigungsflage der beteiligten Geschivorenen. " In Mädchen für Britz und Umgegend gegründet. Frau Bäumler Briz. Am 30. Januar wurde ein Verein für Frauen und hielt das einleitende Referat. Die vorgeschlagenen Statuten wurden beraten und angenommen. Alsdann erfolgte die Wahl des Vorstandes. Erste Vorsitzende wurde Frau eine, zweite Frau Nierich, Kassiererin Frau Ernst, Schriftführerin Frau Beuthmann, Beisigerin Frau Prenzlow. Als Revisorinnen wurden Fräulein Vogt, Frau wille und Frau Brasch gewählt. Der Vereinsabend findet Donnerstag nach dem 15. eines jeden Monats im Lokal von Weniger, Briz, Werderstraße 27, statt. Verfammlungen. Bom oberschlesischen Eisenmarkt. Was dem einen zum Nachteil Dreher, Auto N. A. G. 12,45. 2ifte 7120, Segmentschneider St. B. D. 13,65. gereicht, bringt dem andern Vorteil. Während der Bergarbeiterstreit Lifte 7122, Dreher M. W. K. W. D. 12,30. Lifte 7457, Drahtfabrit, st. 23. D. im Ruhrrevier die rheinisch- westfälische Eisenindustrie zum großen Saal 12 11,-. Lifte 7150, desgl. Saal 10 8,65. Liste 7153, Stöpenicker Linoleum- Werte 16,70. Lifte 7154, desgl. 9,05. Liste 7160, Messingbandwert Teil in eine üble Lage gebracht hat, befindet sich die oberschlesische St. W. D. 9,20. Bon Ehrlich 1,-. Gesammelt im 3. u. 4. Bezirk d. recht wohl bei dem Streit; denn viele Aufträge aus Mitteldeutschland, Sozialdemokr. Wahlverein Friedrichsfelde 7,-. Spar- Verein Hohe die sonst nach Westfalen oder dem Rheinland gegangen wären, fallen Stante", Rigdorf 4,50. Bersammlung der Gastwirts Gehüfen 12,- jept den oberschlesischen Betrieben zu. Die Marktlage in OberVerb. d. Lederarb. Berl. II, Lohgerber u. Lederzurichter, 2. Rate 50,- schlesien ist denn auch zurzeit, wie der Frankf. 3tg." geschrieben Lifte 7303, Lederfabr. Salomon Treptow, 2. Rate 19,65. Lifte 4706, Leber wird, selbst für solche Betriebszweige besser, die infolge Ungunst der hielt am 26. Januar eine außerordentliche Generalversammlung ab. Die Zahlstelle Weißensee des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes fabrit Schlägel, 3. Rate 13,40. Lederfabr. Mahlong, 2. Rate 6,30. Konjunktur oder der Jahreszeit seither schwach beschäftigt waren, Der Kassierer Albert Kirchner gab den Kassenbericht vom vierten Mariannenpl.- Bezirk Bergnügungs- Verein 10,-. Reduktion der AnilinFabrit Rummelsburg 4,85. Berb. d. Portefeuiller, 3. Nate, auf Listen 52, 3. B. für Grobblech- und Träger- Walzwerke. In schweren Quartal. Die Verbandskasse hatte eine Einnahme mit Bestand 60, 62, 63, 65, 76, 77, 6619 110,55. Bentr.- Verb. d. Töpfer Deutschl., Fil. Blechen für Schiffs, Keffel- und Maschinenbau brachten die vom vorigen Quartal von 5209,47 M., eine Ausgabe von 8123,77 M.; Berlin auf Listen 1639 5,45, 1638( darunter eine Ohrfeige 3,-) 14,50, 1633 legten Wochen reichlichere Arbeit. Der Bestellungseingang für bleibt ein Manto von 2914,30 M., welches vorläufig die Lokaltasse 9,-, 1637 4,75, 1627 16,50, 1643 13,50, 1608 35,25, 1604 13,40, 1610 10,50. Träger nimmt bereits zu, obwohl der Beginn der Bauzeit gedeckt hat. Die Gesamt- Einnahme der Lokalfasse war 10 714,94.. 1606 0,70, 1626 23,-, 1636 9,-, 1646 4,10, Maurer und Arbeiter Bau noch weit hinaus liegt. Die Kesselschmieden, Eisengießereien usw. ihr stand eine Ausgabe von 3329,35 M. gegenüber, bleibt somit ein Bamberger Ede Barbarossastraße 11,15, Arbeiter von Epenstein u. Co. find flotter beschäftigt und mit den Preisen bereits in die Höhe ge- Sassenbestand von 7385,59 m. 10, 2iste 4859 Turbinenfabrik 9,40, 4860 desgl., Abt. Bobl 19,45, 4861, Die Aussperrung erforderte eine besgl., Abt. Schulz, 2. Rate 13,20, 4862 besgl., 17,50, 4863 besgl., Abteilung gangen. Für gewalzte Röhren ist die Nachfrage steigend: das Gesamt- Ausgabe von 6365,95 M. Der Streit der BillardqueueReitmann, 2. Hate 17,05, 4864 besgl., 12,90, 4858 Maschinenfabrit Gebauer Exportgeschäft läßt sich gut an. Auch das Stabeiſengeschäft geht tischler kostete der Hauptkasse 1811,65 M. und der Lokaltasse 34,35, 4865 Maschinenfabrit Matthies 12,80, Tellersammlung d. Schneidtschen besser. Am meisten aber tritt die feste Markthaltung im Roheisen- 736,50 M., in Summa 2548,15 M. Für sonstige Streiks wurden Bersammlung i. Friedrichshain d. Priebe 66,50, Liste 2830 Straßenbahner 29,45, und Halbmaterial- Geschäft hervor. Die Nachfrage nach Roheisen 56,50 m. verausgabt. Es wurden somit für Streits und die AusSektion der Gips- und Zementbranche, Stonto auf Listen 180,- und vorgewalztem Material ist andauernd groß. Man erwartet für fperrung 8970,60 M. ausgegeben. Hinzu kommen noch 107 M. für Sektion der Buzer auf Listen 3053 17,65, 3056 14,90, 3058 16,05, das Frühjahr deshalb höhere Preise. Abgereifte und für die Leitung des Streifs. Mitglieder hatte die 3059 10,60, 3062 11,50, 3068 10,30, 3069 10,85, 3072 9,40, 3073 22,90, 3081 1,75, 3083 16,25, 3086 10,70, 3090 14,-, 3092 7,-, 3093 12, Kohlenversand aus dem Saarrevier in das rheinisch- westfälische Zahlstelle am Ende des dritten Quartals 553. Neu aufgenommen Lotterieklub Südost, 2. Rate 12,75. Statklub Karo- As, Friedrichsberg 10,- Industriegebiet. Offiziell hat bekanntlich die tgl. Bergiverksdirektion wurden 68. Non anderen Zahlstellen übergetreten sind 56. Wegen Malerwerkst. Rich. Schmidt, Weißenburgerstraße 5,40. Lifte 5468 Maler der in Saarbrüden es abgelehnt, Steinkohlen aus ihrem Revier nach restierender Beiträge mußten 40 gestrichen werden, 17 Kollegen haben Firma Wehling 12,80. Lifte 754 durch Wieser 15,45. Liste 5456 durch dem Streitgebiet zu liefern, doch sollen, wie unser Saarbrücker fich abgemeldet und 11 wurden Soldat. Bleibt am Schlusse des von Gebrüder Bendisch 13,55. Listen 764 u. 4127 durch Wagner 20,15. Partei- Drgan, die Saarwacht" meldet, trotz einer entsprechenden 4. Quartals ein Mitgliederbestand von 597. Nach der DechargeLifte 7494, Abt. Gießerei Grauert, 2. Rate 29,10. Liften 7107, 7108, Gummi- Anordnung der Direktion doch unter der Hand bedeutende Mengen Erteilung wurde nochmals über die Folgen des Billardqueuetischlerfabrit St. 2. D., Saal 26/27 53,30. Liften 7109, 7110, 7111, 7112, Gummi- von Saarkohlen in das Ruhrrevier gelangen. Nach uns gewordenen Streiks debattiert. Nachdem der Streit zehn Wochen gedauert hatte, fabrit K. W. D., Saal 22 45,65. Lifte 7117, Dreher W.-W. K. W. D. 9,15. Mitteilungen", schreibt das Blatt, die zu bezweifeln wir keinen mußte er zu ungunsten der Kollegen beendet werden. Es hatte sich Listen 7129, 7130, Auto- Dreher N. A.-G. 13,55. Gewerkschafts- Kartell Anlaß haben, werden auf verschiedenen großen Plätzen Südwest- herausgestellt, daß der frühere Sollege Herpin, ein vollberechtigtes Rummelsburg( darunter Lifte 4898 durch Hille 6,20) 100,-... 5, Deutschlands die dort anlangenden Saarkohlen umfpediert, um un- mitteilung machte und somit Berrat an feinen MitMitglied, dem Unternehmer von jeder Besprechung 2. Wahlkr., Hochzeit May Radece 6,-. Gast- u. Schantwirte- Verein Süd- auffällig ins Ruhrrevier gelangen zu können. Daher der MehrDit 100,- Brauerei Hülfsarbeiter, a tonto auf Listen 300,-. durch Hoppe, 2. Rate 12,50. Berliner Steinbildhauer d. Drafe, Listen 4902 bersand von 60 Wagen von einer Grube allein. Wenn der Mehr- Streifenden übte, während er außer seiner Streit 3,-, 4903 3,-, 4911 5,50, 4909 9,20, 4904 25,-, 7716 4,-, 7719 10, bersand auf anderen Gruben auch so stieg, so bedeutet das etwa unterstübung noch die Mietsentschädigung ers 1000 Wagen täglich. Weiter werden Klagen laut, daß mit Saar- halten hatte. Zentralverb. d. Konditoren, 2. Rate, d. Weidler Lifte 836 6,-, 837 8, Er zögerte auch nicht lange und ging in den 2840 12,95, 2841 4,10, 2842 8,35, 2844 10,10, 2845 5,15, 2846 6,20, fohlen nach dem französischen Marktgebiet sehr gefargt wird, ver- Betrieb von Weiß als Arbeitswilliger hinein. Dann sind im Bea 2850 8,50, 7171 5,60. Drtsverw. der Allgem. Stranten- u. Sterbelaffe, mutlich, um den lieben gesinnungsverwandten Bechenbesitzern einen triebe von Heine der Drechsler Matjeu und der Queuetischler Siz Meißen, Zahlst. Charlottenburg 15,05. Stattl, Brenzlauer Allee 10,05. Dorn aus dem Fuße zu ziehen." Tiedemann beschäftigt, beide frühere Verbandskollegen und noch Baul Lint, Sophienstr. 26/27 11,-. Töpfer, Bau Kempfer, Charlottenburg, jezige Wahlvereins- Mitglieder, ersterer in Weißenfee, lekterer im Nehringstraße, 3. Rate 7,75. Freie Turnersch., S.- Wusterhausen u. Bildau Die Kartellierungsbestrebungen in der deutschen Lederindustrie fechsten Berliner Wahlkreise, wohnhaft in der Weißenburgerstraße. 10,-. Lotterieverein„ Ebbe- Flut", Reinidendorf 5,- Pr. Theater- und fommen nicht zur Ruhe. Troß des Scheiterns des Kartells für die Einstimmig nahm die Versammlung folgende Anträge an: 1. Beim Bergn.- Berein Adelphia" 3,- Sparver. Kohlennot, Riege, Naunynstraße Unters, Riemen- und Sattlerindustrie sollen die Zusammenschluß- Wahlverein Weißensee zu beantragen, den Drechsler Matjeu aus4,- Sammlung v. d. Plazsiz. d. Marmor u. Granitarbeiter Mar bestrebungen nicht eingestellt werden. Nachdem fürzlich schon die zuschließen; 2. beim sechsten Berliner Wahlkreis den Antrag zu Henkel, Bergmannstraße 2,40. Bersonal der Firma Rich. Haase, südliche und westliche Gruppe deutscher Lederfabrikanten in Frank- stellen, den Tischler Tiedemann Dranienburg 5,40. Diener der Firma A. M., R. Str. Den Bergauszuschließen. 28. Böttcher, Nowawes, Friedrichstr. 19, 1. Rate 150,-. Fabrikarb.- Verb., furt( Main) fich für die Forfezung der Unterhandlungen aus- arbeitern wurden 100 m. bewilligt. In einer vorhergegangenen Bahlst Belten, 3. Rate 74,60. Listen 498, 500, 5887, Verb. d. Formstecher gesprochen hatten, haben jetzt die Kartellausschüsse in Berlin Versammlung wurde die Neuwahl der Verwaltung vorgenommen. 67,65. Bon Berliner Altherren d. A. D. B. Burschensch. 30, Tellers. beschlossen, von dem bisherigen Vorgehen in größerem Rahmen ab- Es sind gewählt: Hermann Kittler, 1. Bevollmächtigter; Max einer öffentl. Textilarb.- Bers. in Köpenid 30,-. Verb. d. Dachdecker, Bots- zusehen und zunächst eine Einigung unter einer beschränkteren An- Meinife, 2. Bevollmächtigter; Franz Schlemminger, dam- Nowawes 20,-. Malerwerkst. Gathemann 22,-. S. G. 30, zahl von Betrieben zu versuchen, um bei greifbaren Erfolgen dann Kassierer; Richard Daeschner, Schriftführer. Zu Revisoren Lifte 5588, d. Schwieger 16,60. Ueberfch. b. Matinee, 5. 2. 05, Männerchor erst einen Zusammenschluß der verschiedenen Zweige der Industrie zu sind ernannt Albert Kirchner, Ramtke und Gerhard. Georginia 1879" 100,-. Sparfl. Goldregen" 3,-. d. Fabr., irgend einer Kartellform herbeizuführen. Während die Bestrebungen Die Werkstatt- Kontrollfommission besteht aus Gerhard, Kohle Land- u. Hülfsarb. Deutschl., Bahlst. Berlin, auf Listen ges. Anilin Fabr. v. b. Schlej. Tor 22,50...- G., Aderstr., Lager I 79,-. Norbd. Gummi- bisher in erster Linie auf die Kartellierung für den Verkauf gerichtet schmidt, kantelberg, Geldner, Wolfram, Uhlig. fabrit 47,90. Hülfsarb. Th. Hildebrand u. Sohn, Banfftr. 35,30. Scherings waren, glaubt man nunmehr, wie die„ töln. 3tg." berichtet, beffern Brodtkorb, Franz Schulz und Weber; lektere drei Chem. Fabr., Müllerstr. 28,- Gebr. Dobler u. Sohn, Hochstr. 28,75. Erfolg mit einem Zusammenschluß zu gemeinsamem Einkauf rober sind Obleute. Anilinfabr. Rummelsburg 21,90. Diverse 50,65. B. Sieben- straft 1,50. Häute und Felle erzielen zu können. Es wurde deshalb beschlossen, Lifte 6907, Anna Hoffmann, Rest. Eberswalderstr. 35,55. Verb. d. Lithogr. zunächst eine Rundfrage zu erlassen, um kennen zu lernen, wie groß ftraße 75 bei Feuerstein: Sizung. Berliner Tanzlehrer- Verband. Heute abend 9%, Uhr, Alte Jakob 11. Steindr. 1. verw. Berufe, Filiale I, 3. State 471,50. Desgl., Filiale III, die Beteiligung hierfür gegebenenfalls ist. Erst bei genügender BeLithographen 267,85. Desgl., Filiale V, Stupferbruder 79,30. Liſten 1641, teiligungsziffer soll an die Gründung eines Einkaufskartells heran1642, 8entr. Berb. b. Zöpfer 15,75. Vom Verband d. Buchdruder, aufgetreten werden. Die Geschäftsstelle für die Vorbereitung von LederSumma 7994,92 M. Bereits verrechnet 93 950,73 M. Jm ganzen fartellen in Berlin soll ebenfalls bleiben, aber nur in engerm Rahmen. Infolgedessen können die Beiträge der Fabriken, die sich auf fünf Folgende Beiträge wurden vom Personal der Buchdruckereien auf Jahre hinaus zu Beiträgen für Erhaltung der Geschäftsstelle vergebracht: W. Baensch 8,70. 3. Bahlte 7,40. G. Behrens 13,-. G. Beier, pflichtet haben, herabgesezt werden, und zwar gelangen zur Erhebung 2. Rate 2,35. J. Belling, 2. Rate 14,85. C. Berg 6,35. Berg u. Schoch, von Betrieben bis höchstens 300 Arbeiter für den Kopf 1 M. jährlich, 2. Rate 12,15. 5. Bergmann 8,10, Bloßfeld u. Müller, 2. Rate 30,- von solchen mit mehr als 300 Arbeitern für die ersten 299 Arbeiter Swinemde. 776 3 Berliner Börsenzeitung, 2. Rate 41,05. G. Bernstein, 2. Rate 17,70. Billig Nachf. mit Hülfsarbeiter, 3. Rate 18,40. R. Boll, 3. Rate 22,75. ie 1 M. und alle anderen nur je 50 f. fährlich. Listen 1547,85. 101 945,65 2. 00 10, Witterungsübersicht vom 9. Februar 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Bind richtung 777 623 Hamburg 776 SSD rant.a.M. 777 N Windstarte Better Temp. n. E. 5°.4°. Stationen Barometer ftanb mm Wind -0 Haparanda 751 S richtung Windstärke Wetter 4 Schnec -bedeckt 771 GSD 2ivoltig 3 bedeckt 2Nebel 2 moltig 2 bedeckt -1 Betersburg 767 Still 1 Scilly 1 Aberdeen 765 SS 2 Paris 774 D 4 halb bd. München 778 D 5 bedeckt 2 bedeckt 779 M 2 bedeckt 1 Wetter- Prognose für Freitag, den 10. Februar 1905. Bien N R. Boll, Sechsertasse der Schmalzftullen- Abteilung 5,-. Bürenstein, Die Reichsbank hat laut Bekanntmachung ihres Direktoriums Berlin Setzer, Verbandsmitglieder 58,15. B. Bürenstein, Sezer, Berbands beschlossen, die durch die Reichsbank im Giroverkehr bisher bewirkte mitglieder, 2. Rate 57,65. B. Bürenstein, Maschinenmeister 28,30. Ginziehung von Wechseln, Anweisungen, Rechnungen, sonstigen Deutscher Verlag, 3. Rate 62,20. Deutsche Warte", 3. State 27,50. D. Drewik, 3. Rate 13,15. D. Dreher( Berbandsmitglieder) 3,30. Dürings: Papieren und Wertpapieren vom 1. April d. J. ab einzustellen. hofen 4,10. G. Eichler 14,15. Gebrüder Ernst, 3. Nate 8,15. Eyd u. Fried- Demgemäß kommen Nr. 4 und 5 der bisher gültigen Bestimmungen- Mild und zeitweise heiter, aber veränderlich mit geringen Niederschlägen länder, 2. Rate 5,20. D. Feilchenfeld( Seber, Drucker) 6,-. C. Feister, für den Giroverkehr in Fortfall. Vom gleichen Zeitpunkte ab er- und mäßigen südtvestlichen Winden. 3. Rate 9,80. H. Fehl u. Co., 3. Rate 6,70. R. F. Junte 5,70. Germania" I halten diese Bestimmungen den nachstehenden Zusatz:„ Alle die AusBerliner Wetterbureau. VI. Wahlkreis! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonntag, 12. Februar, abds. 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Versammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen H. Heimann über:" Das Proletariat und seine Bildungsmittel". 2. Diskussion. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Achtung! Achtung! 6. Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Sonntag, den 12. Februar 1905, abends 5%, Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28: Volksversammlung für Männer u. Franen Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. But zahlreichem Besuch ladet ein 219/ 8* Der Vertrauensmann. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin und Umgegend. ( Eingeschriebene Hülfskasse No. 118.) WIRLESS „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein". Mitglied des Bundes ,, Solidarität". Sitzung der Ortsverwaltung. admittags 2 Uhr, nach Plökenſee Freitag, den 10. Februar, abends 84 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72: Versammlung der Treppengeländer- Arbeiter. Tages- Ordnung: Bericht über die Verhandlungen. Die Kommission. Achtung! Einsetzer! Achtung! nachbenannten Lokalen die bekannten ſtatt. Tour am Sonntag, den 12. Febr., ( Broffy, Schiffahrtskanah). Start: Vinetaplah. Sonntag, d. 12. d. M.: Familienkränzchen der 6. Abt. in Wernaus Festsälen, Schwedterstr. 23. Billett 30 Pf. Sonntag, d. 12. d. M., nachmittags von 4 Uhr ab: Winterfest der 9. Abt. im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee. Freitag, abends 82 Uhr, Fahr: wartsikung bei Wilke, Brunnens hierzu eingeladen. Sonntag, den 12. Februar, vormittags 10 Uhr, finden in den straße 188. Sämtliche Fahrwarte sind Bezirks- Sitzungen Bezirk 1. Blumenstr. 38. Restaurant Schulz. " 2. Schönhauser Allee 135. Ramlow. D " 3. Moabit, Bredowstr. 11. 4. Rigdorf, Rosenstr. 24. " " 5. W., Bülowstr. 59. " " 6. Stalizerstr. 59. Preil. Kumke, Klix. " " 7. Charlottenburg, Bolkshaus, Rosinenstr. 3. " 8. N., Wiesenstr. 29. Tauschel. 11/12 Arbeiter Radfahrer- Verein H „ Kette", Tegel. ( Mitgl. d. Arb.-Nadf.-B. Solidarität.) Sonnabend, den 18. Februar: Großer Wiener Maskenball in W. Trapps Festsälen, Bahnhofstr. 1, wozu die Bundesgenossen freundlichst Sämtliche Verbandskollegen, die als Einsetzer beschäftigt sind, sowie auch die außerhalb wohnenden werden dringend ersucht, bezeichnete Sizungen zu besuchen, auch werden, daselbst neue Mitglieder aufgenommen. Desgl. werden die Kollegen auf das am 25. März im Gewerkschaftshause stattfindende Winterbergnügen aufmerksam gemacht. Billetts hierzu sind bei Sonntag, den 12. Februar 1905, vormittags 10 Uhr, im Saale des Herrn Wilke, allen Kommissionsmitgliedern sowie auch am Sonntag in den Sigungen zu eingeladen werden. Brunnenstraße Nr. 88: haben. Die Kommission. Montag, den 13. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 2): Ordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Ausschusses, Abrechnung des Kassierers, sowie Bericht 79/17 der Revisoren. 2. Ersazwahl des Vorstandes: erster Stassierer, zweiter Vorsitzender, zwei Beisiger und vier Ersagmänner. 3. Wahl des Ausschusses und vier Ersaßmänner. 4. Innere Rassenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A. Heinrich Metzke. Der Ausschuß. J. A.: Otto Panzer. 38/ 1* NB. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. D. D. Herrenkragen, rein Lein. 4f. befte Qualit. D. M. 3 u. 3,50. Manschetten, prima. 4fach 1 D. M. 1,80 und 2,25. Serviteurs, größte Auswahl Stück von 30 Pf. an. Krawatten, Handschuhe, Stukkateure. Montag, den 13. Februar, abends 8 Uhr, bei Franke, Sebastianstr. 39: Hosenträger, Laſchentücher, Außerordentl. Mitglieder- Versammlung Strümpfe c. Detailverkauf zu Engros- Preisen. der Filiale Berlin. Ernst Marcuse und bie jest herrschende Arbeitslosigkeit. Referent Kollege Scheck. Zages Ordnung: 1. Die Ueberstundenarbeit im Schauspielhaus 23. Münzstrasse 23. Elegante MaskenGarderobe empfiehlt zu den solidesten Preisen Fr. Panknin Oranienstr. 178, 2 Treppen rechts. 2. Gewerkschaftliches. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 173/3 Achtung Bauarbeiter! Achtung! Die Kollegen der TreppengeländerFabriken befinden sich im Streik. Alle diejenigen, die zu den neuen Bedingungen auf den Bauten Ecke Adalbertstr. arbeiten, müssen im Besitz einer roten Berechtigungskarte sein. Wir ersuchen alle Bauarbeiter, hierauf zu achten. 79/14 Bitte genau auf die Hausnummer zu achten. 16932* Die weltbekannte Bettfedern- fabrik GuftavLuftig, Berlins., Prinzenftraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.neue Bettfedern d. Pfd. 55 Pf., hinesische Halbbannen d. Pfd. M.1,25, beffere galbdaunen d. Pib. M. 1,75, vorzügliche Daunen d. Pfd. M. 2,85. Von diesen Daunen genügen 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Breist. u. Proben gratis. Viele Anerkennungsschr. Jedes Wort: Die Kommission. Bade- Anstalten... H.Kalisch Bad Königstadt Gollnowstrasse 41 verabreichen = Kommissions- Sizung. Der Obmann. Sonntag, den 12. Februar 1905, nachm. 5%, Uhr: Branchen- Versammlung der Bürften- und Pinfelmacher im Lokale des Hrn. F. Bühler, Neue Königstr. 26( Eing. Wadzedstr.). Tages- Ordnung: 1. Vortrag:" Völker Europas, wahrt Eure heiligsten Güter!" Referentin: Genossin Frl. Ida Altmann. 2. Diskussion. Nachdem findet gemütl. Abendunterhaltung ftatt, bestehend in Tanz, humoristischen und ernsten Vorträgen. 8ur Dedung der Tageskosten werden 10 Pf. Entree erhoben. NB. Gäste find freundlichst eingeladen. A Die Branchen- Kommission. Eine fünstlerische Saaldekoration, den ,, Marktplatz chtung! von Tokio" darstellend, für große u. mittlere Säle Vereine! paffend, ist zu Stostümfesten an Vereine und Gesellschaften unter günstigen Bedingungen zu verleihen. Verein Berl. Buchdrucker u. Schriftgießer. Abr.: Fr. Siewert, Lehninerstr. 5. sollen beim Beginn der kalten Jahreszeit nicht verfäumen, eine Lebertran Kur zu machen. 17762* Skrofulöse u. Lungenkranke Echt Bergener Lebertran wasserhell und wohlschmeckend, in nur frischer Ware, ½, Fl. 1 M., Gustav Behm Fl. 1,90 M. Frankfurter Allee 120. Eberthstr. 46. Rigdorf, Hermannstr. 46. Das beste und beliebteste aller Hustenmittel Bad Landsberg find die altbewährten, vorzüglich schmeckenden Landsbergerstr. 107 Dampf- und Russische, Elektrische, Lohtannin-, *** Wannen- und alle medizinischen Bäder.*** Lieferant sämtlicher Krankenkassen. 5 Pfennig. fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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" " 1 " " 1 brosch. 1 " " " " " " " " geb. 2 Der Bagabund. brosch. 1 geb. 2 Das Ehepaar Orlow brosch. 1 geb. 2 Der rote Waska. brosch. 1 geb. 2 Blaue" Funken brosch. 1 geb. 2 Die Geschichte eines Bäckergesellen brosch. 1 Desgl. geb. 2 Das Nachtashl brosch. 2 geb. 3 Wir machen unsere Leser noch darauf aufmerksam, daß soeben der neue Katalog unserer Buchhandlung er . " " " " schienen und gratis zu haben ist. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Autoäter, Sattlereiverkauf. Ein 35 Jahre Wer Stoff hat? Fertige Herrenmit Futtersachen 15,00. altes Sattlergeschäft mit guter Stund- anzüge fchaft im Vorort Berlins ist für In- Wagner, Schneidermeister, Lichten- tüchtig, sucht Baudouin, Ritterstr. 26. venturpreis fofort zu verkaufen( Laden). bergerstraße 9.( Anzugreste spottbillig.) 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