Nr. 44. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der handelspolitische Stand in Oesterreich. Aus Wien wird uns vom 19. Februar geschrieben: Der Zollausschuß im österreichischen Abgeordnetenhaus hat borige Woche den autonomen 8olltarif- Entwurf erledigt. Das scheint seltsam: denn wenn Desterreich in der Lage war, zwei neue Handelsverträge mit Italien und dem Deutschen Reiche abzuschließen, so muß doch auch der Tarif, die Grundlage der internationalen Vereinbarungen, längst beschloffen sein. Dem ist aber nicht so; tatsächlich sind die Verhandlungen mit den zwei Staaten nur auf der Basis des Tarifentwurfes geführt worden; der Entwurf selbst ist aber weder in Oesterreich noch in Ungarn zur Gesetzwerdung gediehen. Er ist bisher nur von den Ausschüssen des Abgeordnetenhauses erledigt worden, aber wann er sowohl in Wien als in Budapest ins Plenum gelangt, ist noch lange nicht abzufehen. Der komplizierte Sachverhalt ist der folgende: Die Vereinbarungen über den neuen Ausgleich sind zwischen den beiden Regieungen der österreichischen des Herrn von Koerber und der ungarischen des Herrn von Szell, die inzwischen beide das Zeitliche gesegnet haben an dem berühmten Silvester des Jahres 1902 geschlossen worden. Dieser Ausgleich enthielt, was die Handelspolitik betrifft, zwei miteinander untrennbar verknüpfte Dinge: das Zoll- und Handelsbündnis zwischen Oesterreich und Ungarn, wodurch die Gemeinsamkeit des Zollgebietes bis zum Jahre 1915 berbürgt wird, und den Entwurf des für dieses gemeinsame Zollgebiet geltenden autonomen Bolltarifes. Zurzeit besteht zwischen den beiden Ländern ein Zollbündnis nicht; es ist infolge der öfterreichischen Wirren nicht zustande gekommen, sondern als Surrogat ist die sogenannte selbständige Regelung die jeder Staat für fich selbst verfügt und die identische Verfügung bei dem andern zur Vorausseßung und Bedingung macht vorgenommen worden, wodurch Die Gemeinsamkeit des Zollgebietes bis zum Jahre 1907 festgefekt ist. Es sind nun in Hinsicht dieser Gemeinsamkeit jedoch Dienstag, den 21. Februar 1905. Die Revolution in Rußland. Petersburg, 17. Februar.( Eig. Ber.) Jetzt erwarten alle die Berufung des Semski Sobor, d. h. eine unter archäologischem Deckmantel durchgeführte Fälschung einer Voltsvertretung. Es wird angenommen, daß die Regierung zuerst dem Sobor die Frage über Krieg oder Frieden vorlegen und die durch künstliche Mittel gefälschte Boltsvertretung die rührendfte Harmonie mit der Regierung zeigen wird. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. und einem Leutnant, an den Beisehungsfeierlichkeiten teil zu nehmen." Die Kabinettsorder ist an das Kriegsministerium gerichtet und wird von diesem dem Auftrag gemäß zur Kenntnis der Armee gebracht. " " Internationale Rundgebungen zum Moskauer Attentat. Das Attentat, welches gegen den Großfürsten Sergius begangen wurde, wird fast von der gesamten internationalen Presse aufgefaßt als die Vollstreckung eines Todesurteils an einem Verbrecher, als Soworin- Vater, der allbekannte Leiter der infamen Nowoje eine geradezu erlösende Tat, welche tommen mußte. Die Zeitungen Wremja", betreibt jetzt, offenbar im Auftrage der Baristen, eine groß- vom Schlage der Post" und der Norddeutschen Allgemeinen artige Preßkampagne zugunsten einer„ Volts" vertretung altertüm- Beitung" finden nur einige wenige Sekundanten in Frankreich. licher Art, die auf dem Standesprinzip aufgebaut werden soll. Und zwar find es vor allem der Figaro" und der Gaulois", Reiche Großgrundbesizer, reiche Kaufleute und welche ihre Russenfreundlichkeit und ihren Schmerz über den Tod des vielfachen Verbrechers Sergius in die Worte höchster konservative Großbauern sollen diese Vertretung bilden. Entrüftung fleiden. Der Eclair" begeht die Albernheit, in Der Trumpf, den die Regierung ausspielen will, ist das konservative diesem Attentat die Hand der Rivalen Rußlands zu erbliden. und selbstsüchtige Großbauerntum, das aus den Blutſaugern des gegen erblickt die Lanterne" in dem Attentat die Antwort auf die Dorfes, aus den Wucherern und bäuerlichen Dorftyrannen besteht fürchterliche Unterdrückung und Repression, die seit einem Monat in und sich auf der Grundlage der allgemeinen Aushungerung des Rußland herrscht. Die Humanité" sagt: russischen Volkes besonders start entwickelt hat. Die Romanows wollen nach allen ihren Gewalttaten zuletzt das Volk durch die Parodie einer Vertretung betrügen. Die Petersburger Arbeiter sind jetzt in politischer Richtung start erregt. An die Stelle Gapons sind jetzt Vertreter der sozialdemofratischen Parteien getreten. Von den früher verhafteten Schriftstellern sind noch nicht freigelaffen: 1. Maxim Gorki, 2. der Stadtverordnete Rechtsanwalt Redrin, der viele Jahre der Hauptredner der jungen Partei" in der Duma war, 8. Peschechonoff, einer der besten Mitarbeiter der radikalen Zeitschrift Rußtoje Bogatstwo" und der Zeitung„ Naschi Dni". Bei Kebrin wurde ein von Gorkis Hand geschriebenes Konzept eines Aufrufs gefunden, und das war alles. Wirkliche Beweise gegen Kedrin liegen nicht vor. Gorki spricht mit den Gendarmen, welche die Untersuchung leiten, in einer höchst mutigen und schneidenden Weise. Während eines Verhörs sagte er den Gendarmen:" Es ist bekannt, daß ich öfters in der Gesellschaft von Bagabunden, Laftträgern und theoretischfolgende Fälle möglich: erstens, daß das neue Schmugglern gewesen bin, aber in einer solchen schlechten Geſellſchaft Boll- und Handelsbündnis überhaupt nicht zustande kommt, indem bin ich nie gewesen." entweder Ungarn oder Desterreich die Gemeinsamkeit über den letzten verbürgten Termin, also über 1907, nicht erftreden wollen; weitens, daß die betreffenden Vorlagen wohl nicht abgelehnt, aber auch nicht beschlossen, daß sie nämlich obstruiert werden, was in Oesterreich, troß dem glühenden Arbeitseifer, den das Parlament im Augenblick entfaltet, nicht unmöglich ist; drittens, daß die neue Mehrheit in Ungarn wohl die Zollgemeinsamkeit bis Ende 1915 atzeptiert, aber es ablehnt, ein Bündnis zu beschließen, vielmehr in der Form die Selbständigkeit Ungarns gewahrt sehen will. Was wird nun eintreten? Der erste Fall, der indirekt auf die Lösung des wirtschaftlichen Dualismus innerhalb drei Jahren hinauslaufen würde, ist nach der Sachlage am unmöglichsten; abgesehen davon, daß sich die Krone auf das Experiment nicht einlassen würde, daß die zwei schon abgeschlossenen Verträge hemmend im Wege stehen, streiten dagegen die wirtschaftlichen Interessen beider Staaten so start, daß davon überhaupt nicht zu reden ist. Vielmehr kann man ale bestimmt annehmen, daß die gollgemeinschaft. bis Ende 1915 in irgend einer Form festgesett werden wird, auch das gemeinsame Zollgebiet, das Vertragsobjekt", wie Graf Pofadowsky jüngst sagte, für die( allerdings türzeste) Dauer des Handelsvertrages mit Deutschland aufrecht bleiben wird. Allerdings ist es möglich, daß diese Gemeinsamkeit nur materiell gesichert, der Form nach aufgelöst wird was übrigens auch jetzt der Fall ist; denn jede selbständige Regelung fest formell für jeden Staat die Freiheit voraus, und so erklärt auch das betreffende ungarische Gesetz vom Jahre 1898, daß Ungarn , in den Zustand des selbständigen Zollgebietes getreten" ist. Der Schriftsteller Strojeff ist jetzt auch verhaftet worden. Er schrieb in der„ Rußtaja Gazeta". einem kleinen Blatt, das für die Arbeiter bestimmt ist und in deren Kreisen sehr beliebt ist. Die Artikel in diesem Blatte sind furz, klar, populär, aber auch sehr inhaltsvoll und tüchtig. Der literarische Teil, die Chronik der lokalen Ereignisse und die Gerichtschronik find so redigiert, daß sie die Lage der Boltsmaffe grell beleuchten. Die beste Kraft dieses Blattes war der jetzt verhaftete Strojeff. Er ist ein talentvoller Mann, der fich für die Besserung der Lage der Volksmassen lebhaft interessiert, aber der eigentlichen Revolutionsbewegung vollständig fremd ist. Die Mörderhorde. Aus Petersburg wird gemeldet: Amtliche Berichte bestätigen die Massen- Hinrichtungen in Warschau auf Anordnung des Gouverneurs Tichertkow. 150 Arbeiterführer seien Donnerstag an eine Maner gestellt worden und durch mehrere Salven einer Militärabteilung getötet worden, ohne daß vorher ein Richterspruch gegen fie ergangen wäre. Und wenn die ganze in Rußland herrschende VerbrecherKamorra vom Erdboden ausgetilgt würde, sie könnten diese Bestialitäten nicht fühnen. Sergius- Panik. Der Schrecken unter den tapferen Männern des AbsoluWürde in Defterreich die Obstruktion ausbrechen, so wäre die tismus ist so groß, daß man sogar verzichtet, die Leiche des Großfürsten mit allem Pomp zu begraben; sie bleibt vorSache am einfachsten. Das Klingt bizarr, aber es beruht auf läufig im Tschudow- Kloster. Erst im Mai soll in Petersburg folgender Erwägung: So lange die Unabhängigkeitspartei in der die Beisezung erfolgen. Allerdings gibt es eigentlich nichts Opposition war, hat sie allerdings jenem Paragraph des 1867er Ausmehr, was man beisegen könnte. Denn die revolutionären gleiches, der erklärt, daß Ungarn nur mit der konstitutionellen Ver- Bomben find gnädiger und barmherziger als die, welche durch tretung Defterreichs in Berührung treten kann, die größte Besie beseitigt werden; sie martern nicht zu Tode, sondern schaffen deutung beigelegt und einen Ausgleich, der in Desterreich mit dem im Augenblic eine schmerzlose und restlose Vernichtung; fie § 14 zustande kommt, als der verfassungsmäßigen Legitimität ent- tilgen vollkommen aus! behrend entschieden abgelehnt. Aber jetzt wird sie den Ausgleich, nämlich das Bündnis, nicht mehr beschließen, den Zustand" des selbständigen Zollgebietes nicht mehr verlassen wollen, die Selbstständigkeit wenigstens in der Form genießen wollen. Wird nun das österreichische Parlament arbeitsstart, so wird die Sache schwierig, denn es ist nicht abzusehen, wie ihm die ungarische Schrulle plausibel gemacht werden soll; ist es aber obstruiert, so ergiebt sich die Logik der selbständigen Regelung von selbst. Ueber die Stimmung in Petersburg wird dem„ Tag" telegraphiert: Eine unbeschreibliche Unruhe hat sich der ganzen Bevölkerung bemächtigt. Wer halbwegs in der Lage ist, kehrt jetzt Rußland den Rücken, um im Auslande die weitere Entwickelung der Dinge abzuwarten. Der Handel stockt vollständig. Das gesellschaftliche Leben fließt wie unter einem schweren Druck dahin. Das Derjenige, der heute stirbt, ist nicht nur ein Verbrecher, unheilvollen und verderblichen Geistes, sondern die revolutionäre Bombe hat die Hauptsächlichste Stüße des Barentums vernichtet. Die Revolution hat ein sicheres und gerechtes Ziel." Im übrigen hofft die" Humanité", daß die Ereignisse von Mostau den letzten Widerstand des Baren gegenüber der Boltsbewegung besiegen werden. Der Siècle" erklärt, daß durch das Attentat niemand überrascht sein könne. In Rußland sind die Gesetze aufgehoben, die Regierung ist ersetzt durch die Gewaltherrschaft, die Opposition fann sich nur durch Dynamit Gehör verschaffen. Die Aurore" schreibt: „ Ein Verbrecher ist gerichtet. Wenn ein Gleiches durch die Entfaltung des offiziellen Justizapparates geschieht, dann sagt man, die Gerechtigkeit hat gewaltet; wird aber das Urteil durch ein rächendes Volksgericht vollzogen, dann berlangt man die Verdammung einer solchen Tat." In ähnlicher Weise äußern sich alle links liberalen und radikalen Blätter. Humanité" die Ablehnung jeder Solidarität und der Komplizität Francis de Breffensé berlangt in einem zweiten Artikel der der Republit mit bem im Tobestampfe liegenden Barentum. Bor allem fordert er die Beseitigung des standalösen Zustandes, daß in Paris( wie in Berlin) russische Polizeifpitel ihr unsauberes Gewerbe frei und unter dem Schuße der Regierung ausüben dürfen. Die persönliche Unantastbarkeit müsse den russischen Emigranten in der französischen Republik unter allen Umständen gewährleistet werden. Die englische Presse äußert sich ebenfalls beinahe einstimmig dahin, daß das Attentat eine Antwort auf die Mezeleien vor dem interpalais in Petersburg sei. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aber fezt in ihrer Sonntagsmummer ihre infame Sergius- Politit fort. Sie schreibt: " Die ruchlose Mordtat in Moskau, der der Großfürst Sergius, Dheim des Kaisers Nikolaus, zum Opfer gefallen ist, drängt im Augenblick die übrigen russischen Vorgänge in den Hintergrund. Bis zum Beweis der Frrigkeit unserer Auffassung halten wir an der Ueberzeugung fest, daß dieses Verbrechen mit der Arbeiterbewegung in Rußland nur insofern ursächlich zusammenhängt, als anarchistische Elemente sich die all gemeine Erregung zunuze zu machen suchen, daß aber die Ziele dieser Elemente ganz andere find als jene der Arbeiter. Bezeichnend für die Leiter unserer Sozialdemokratie ist die Tatsache, daß der Vorwärts" ein Jubelgeheul erhebt über die neueste Tat anarchistischer Mordbuben, mit denen er sonst theoretisch jede Gemeinschaft zu leugnen beslissen ist. In dem Bewußtsein der eigenen Sicherheit bestreben sich die Inspiratoren des sozialdemofratischen Zentralorgans, durch brutale Aufreizung neue Bluttaten in Rußland hervorzurufen, und verraten mit ihrem Gebaren abermals, daß ihnen die Interessen des Anarchismus viel näher stehen als die Interessen der Arbeiter, deren sie sich als Deckmantel bedienen. Durch Bombenwerfer ist noch niemals der Weg zur Frei heit gebahnt worden; einer derartigen Aktion" pflegt meistens die Steaktion auf dem Fuße zu folgen. Kaiser Nikolaus II. und seine Berater haben sich durch die betrübenden Vorgänge vom 22. Januar und durch die im russischen Weichselgebiet vorgekommenen Auflehnungen gegen die Staatsgewalt nicht beirren Lassen in dem Bemühen, eine zeitgemäße Umgestaltung der reformbedürftigen Institutionen ins Werk zu sehen." " mildernde Umstände bewilligen, wenn dies Blatt so zart befaitet Man könnte der Haltung der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wäre, daß es prinzipiell vor jedem Blutvergießen zurückschaudert. as offizielle Vertreterin aber einer Politit, deren letzte und erste D Waffe die Gewalt ist, die ostasiatische Kreuzzüge wie füdwestafrikanische Greuel verteidigt und verherrlicht, ist sie natürlich nicht von so empfindsamem Gemüt. Geradezu widerwärtig aber ist die schamlose Sympathie Erklärung mit Verbrechern des russischen 8arismus, weil dasselbe preußische Regierungsblatt über ruchlose Mordtaten zetert, das die Vorgänge vom 22. Januar geradezu in Schuß genommen hat und auch jetzt nur noch sich herbeiläßt, fie betrübend" zu finden. Ja, das Regierungsblatt bringt es fogar Zur Totenfeier für Sergius wollen übrigens einige fertig, die verantwortlichen Verbrecher dieser Volksmezelei zu preisen, Rach den parlamentarischen Verhältnissen der Parlamente ist deutsche Fürstlichkeiten nach Moskau reisen; die höfische Sitte daß sie trotzdem nicht den Mut verloren haben, unermüdlich an der es ausgeschlossen, daß Tarif und Vertrag, die man in Desterreich hat doch auch ihre schweren Kalamitäten. Auch das Reformierung des russischen Volkes zu arbeiten. Das Blatt meint wie in Ungarn zusammen erledigen wird, ins Plenum etwa schon preußische Regiment, das zur Trauer aus konventionellen damit die Papiergaunereien, die man jetzt in den russischen Bureautraten- Stuben ausarbeitet. im Frühjahr gelangen fönnten. Der entscheidende Zeitpunkt für die Rücksichten genötigt ist, wird nicht gerade mit angenehmen Wenn aber die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sich sogar verdualistische Gemeinsamkeit für die Handelsverträge und in Dester- Gefühlen durch öffentliche Schaustellung aller Welt gegenüber mißt, die russischen Revolutionäre über die Zweckmäßigkeit ihrer reich auch für das weitere Leben des Abgeordnetenhauses wird also behaupten, daß es über einen Sergius trauert. Es erging Tattit zu belehren, so wird sie mit diesen Bemühungen ein verder Herbst werden. Mit der Eventualität, daß in einem der Bar- nämlich eine Stabinettsorber an das Ulanten- Regiment ständnisvolles Gelächter ernten. Es ist sehr fomisch, daß die„ Nordlamente der Vertrag mit Deutschland aus sachlichen Gründen ab- Staiser Alexander II., dessen Chef Sergius war, in der es deutsche Allg. 8tg." so sehr um die russische Reform besorgt ist, daß sie von den Bomben eine Stärkung der Realtion befürchtet! gelehnt oder abgeändert werden würde, ist leider nicht zu rechnen; heißt: die Aussichtslosigkeit einer solchen Abänderung lähmt auch die Um das Andenken des aus dem Leben geschiedenen So viel wir wissen, ist die„ Nordd. Allg. 8tg." bezahlt, eine Bolitit Agrarier der beiden Barlamente, obwohl sie von der Frucht des Großfürsten Sergius Alexandrowitsch zu ehren, beſtimme ich zu treiben und zu vertreten, welche das äußerste an Stärkung der Neaktion bedeutet. Wenn also die Moskauer Bombe geeignet deutschen Lebensmittelwuchers natürlich nicht entzückt sind. hierdurch, daß die Offiziere des Ulanen- Regiments Nr. 3 acht wäre, die Neaktion zu fördern, so sollte man meinen, daß für das Tage Trauer anlegen. Außerdem hat eine Abordnung des deutsche Regierungsorgan die Förderung dieses willkommenen Regiments, bestehend aus dem Kommandeur, einem Rittmeister und ersehnten Zieles doch einen Sergius wert ist. Dann müßte die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" allerdings in erster die schwere Schädigung wichtiger deutscher Industriezweige die immer weiter um sich greifend Vereinigung der Arbeiter". Linie die Bombe ſegnen. Es scheint aber, daß sie doch nicht so vorzutragen. Von der freisinnigen Vereinigung nagelten die Und so betrachtet, erscheint der Kampf der Bergarbeiter von sehr sicher ist, daß die Notwehrakte der russischen Revolutionäre Abgg. Gothein und Dr. Potthoff die Farce der einschneidender Bedeutung." geeignet seien, der„ Norddeutschen Allgemeinen"-Politik zu nügen. * * " Die zeitgemäße Umgestaltung der reformbedürftigen Institutionen" Die zweite Berggesetz- Novelle, die dem Schute der Bergarbeiter gewidmet sein soll, soll nach einer hiesigen Korrespondenz spätestens in zwei Wochen dem Abgeordnetenhause zugehen. * Kommissionsberatung fest, in der ohne jedes Material und ohne fachliche Begründung die Verträge im Ramsch erledigt worden waren, den Schwindel, den die Regierung durch die nennt die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" den papiernen der Handelsverträge getrieben hatte, und den sie durch die geVeröffentlichungen in der„ Nordd. Allgem. Ztg." mit dem Inhalt Zur Novelle über das Zechenstillegen ist jetzt auch die Begründung Reformschwindel, ohne zu ahnen, wie sehr sie durch wollte Unübersichtlichkeit der dem Reichstag gemachten Vor- erschienen. Sie beschränkt sich auf den Nachweis, daß die vordiese Huldigung die deutsche, ähnlich benamste, offizielle Tagen fortsette. geschlagenen neuen Bestimmungen zur Erreichung des angestrebten Reformpolitik kompromittiert. Dann überließ man der Zollwuchermehrheit und der ihr 3wedes zwangsweiser Fortbetrieb eines rentablen Bergwerks im Auch heute liegen wieder lange Telegramme derart vor. angeschlossenen freisinnigen Volkspartei das Feld. Jetzt wo öffentlichen Interesse geeignet sind. Es ist zivecklos und langweilig, sie auch nur zu erwähnen; der Erntewagen vollbepackt mit Liebesgaben für die Landwirt es werden wieder entweder neue ,, Somitees" für irgend welche schaft dicht vor den Scheunen steht, wagen es Zentrum und Herr v. Rottenburg, den man wegen seines Sammelaufrufs für Untersuchungen eingesetzt oder die alten„ Stomitees" geben Nationalliberale nicht mehr, die Komödie vom gerechten Aus- die streikenden Bergleute gern disziplinieren möchte, veröffentlicht in Lebenszeichen von sich. Aus all' diesen papiernen Täuschungs- gleich weiter zu spielen. Die Abgg. Dr. Semler, Dr. Lucas und den Streik ausführlich darlegt. Herr v. Rottenburg nimmt darin der National- Zeitung" einen Artikel, worin er seine Meinung über Versuchen geht nur hervor, daß der Zarismus an feine Ballau von den Nationalliberalen, der Abg. Osel für das ungefähr die Stellung unserer bürgerlichen Sozialreformer ein und Reformen denkt, weil er wohl weiß, daß dieses System keine Zentrum, gestanden ganz offen, daß man die Judustrie aufs wendet sich dementsprechend gegen die Unternehmer, insofern sie den ernsthaften Reformen verträgt! schwerste geschädigt, die süddeutschen Bauern und den Klein- Arbeitern die Gleichberechtigung und das Recht der Koalition bebetrieb übers Ohr gehauen habe. Aber die Konsequenz aus streiten. Wenn auch der Artikel nur der nadien Sozialreform der dieser Erkenntnis durch Ablehnung der Handelsverträge zu Berlepsch und Franke das Wort redet und sogar von unerfüllbaren Moskau, 18. Februar. Heute sind hier sämtliche Apotheker- ziehen, wie Genosse Singer ihnen vorschlug, lehnen sie natürlich Forderungen der Bergarbeiter spricht, so berührt er doch immerhin gehülfen in Ausstand getreten; sie verlangen siebenstündige ab. Sie vertrösten die Industrie auf spätere Liebesgaben; das sympathisch, indem er zeigt, daß der Verfasser vor der Drohung der Arbeitszeit und Gehaltserhöhung. In einigen Apotheken heißt, daß man den industriellen Unternehmern auf Kosten Disziplinierung nicht ins Maufeloch kriecht. wurden die Forderungen bewilligt und daher dort der Betrieb ihrer Arbeiter gelegentlich Vorteile auf anderen Gebieten Scharfmacher- Orthographie. Alle deutschen Blätter schreiben das am Abend wieder aufgenommen. zuwenden will. Wort„ ausständig" mit g. Anders die„ Kölnische Zeitung". Sie entlassen. Die Ausstandsbewegung. Bresse! Die Verwaltung der Windan- Rybinsk- Eisenbahn hat eine Die Abstimmungen waren so eingerichtet, daß die Frei- schreibt stets von ausständisch" und Ausständischen"; eine Rundgebung erlassen, in der sie den Angestellten Besserung sinnigen ihr Gewissen salvieren und doch für die Handelsver- andere Schreibweise kennt sie nicht. Das Bülow- Organ will wohl ihrer materiellen Lage zusichert, sie aber auffordert, die träge stimmen konnten. In namentlichen Abstimmungen mit dieser Schreibweise einen Anklang an Aufständische und aufArbeit wieder aufzunehmen; wer sich dessen weigere, werde lehnten sie die grundlegenden Paragraphen des deutsch- öster- ständisch erzeugen, um auf diese Art darzutun, daß der Streik etwas reichischen und deutsch- russischen Handelsvertrages ab und gaben dem Aufstand, der Revolution Verwandtes sei. Die„ Kölnische Moskan, 19. Februar. Angestellte der Verwaltung der im übrigen dem„ nationalen Werk" auch ihren„ freihänd- Zeitung" ist bekanntlich das anständigste Blatt der deutschen Moskau- Kasan- Eisenbahn haben eine Petition beschlossen, in lerischen" Segen. Für den Handelsvertrag mit Belgien der auch die Wiederaufnahme der ausständigen Telegraphisten stimmte sogar geschlossen die ganze freisinnige Vereinigung. gefordert wird. Wenn die aufgestellten Forderungen bis zum So blieb unsere Fraktion die einzige, die während der ganzen 21. Februar nicht erfüllt werden, wollen sämtliche Bahn- Zolltariffämpfe entschlossen den Zollwucherplänen Widerstand beamte Moskaus und der hier einmündenden Linien in Aus- geleistet hat. stand treten. Der Eisenbahnverkehr zwischen Windau und Die dritte Lesung der Handelsverträge soll am Moskau ist eingestellt. Mittwoch vorgenommen werden. Am Dienstag ist auf Antrag Warschau, 18. Februar. Heute traten die Angestellten unserer Fraktion Schwerinstag. Zur Verhandlung kommen einiger Banken in den Ausstand. unsere Anträge auf Errichtung von Arbeiterkammern und eines Reichs- Arbeitsamts. treten. Prensisches Abgeordnetenhaus. Die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums in der Praxis. Vom Rhein wird uns geschrieben: Die Gemeinden Spandau, Frankfurt a. M., Hanau, Offenbach, Darmstadt, Mainz, Mannheim, Ludwigshafen, Stuttgart, Straßburg, Mülhausen i. E. und andere haben, fast überall auf sozialdemokratischen Antrag, zum Teil erhebliche Summen zur Unterstügung der Ruhrbergleute be willigt. In Breslau, Bielefeld, Fürth und München ist der Antrag auf Unterstügung abgelehnt worden. Aber auch in diesen letzteren hat doch wenigstens ein Antrag vorgelegen. Man sollte meinen, daß das angeblich so arbeiterfreundliche Zentrum sich beeilt hätte, dort, wo es die Macht hat, nach dem Vorbild der anderen Städte ebenfalls die Unterstügung der Ruhrbergleute herbeizuführen. Die Städte Köln und Aachen, wo das Zentrum im Stadtrat i Warschau, 20. Februar. Die Angestellten der Apotheken haben die Arbeit wieder aufgenommen, da ihre Forderungen bewilligt worden sind; dagegen haben die Apothekergehülfen in Lodz die Arbeit eingestellt. Die Beamten sämtlicher War- Das preußische Abgeordnetenhaus beriet am Montag in schauer Bauken haben Forderungen aufgestellt; werden diese zweiter Lesung den Etat des Finanzministeriums. Mehrheit hat und die für mancherlei unnüze Sachen Geld aus nicht binnen acht Tagen erfüllt, wollen sie in den Ausstand In diesem Etat finden sich die bekannten Korruptionsfonds, geben, haben aber weder etwas für die Bergleute bewilligt, die zur angeblichen Stärkung des Deutschtums in den Dit noch hat jemand auch nur einen Antrag gestellt. Man fürchtet Baku, 19. Februar. Heute mittag erfolgte auf dem marken dienen sollen. Der Dispositionsfonds der Ober- gegen die Unterstützung stimmen würden, wie es ja in Darmstadt Der Dispositionsfonds der Ober- nämlich mit Recht, daß ein Teil der Zentrums- Stadtverordneten Schiffsanlegeplatz bei Bibi- Eibat auf einer Naphtabarte eine präsidenten zur Förderung und Befestigung des Deutschtums und Ludwigshafen geschehen ist. Explosion. Fünf benachbarte Barken gerieten in Brand, in den Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen sowie im ebenso der Anlegeplak. Gegen zwanzig Menschen sollen um Regierungsbezirk Oppeln und den nördlichen Kreisen der Nicht genug geschrien. Nach Mitteilung der„ D. T." hat im gekommen sein. Provinz Schleswig- Holstein ist von 12 auf 24 Millionen er- Leipziger nationalliberalen Vereine jüngst der sächsische LandtagsSaratow, 20. Februar. Sämtliche Mühlenarbeiter haben höht worden, und auch der Fonds zu widerruflichen, nicht Abgeordnete Langhammer eine Rede gehalten, in der er unter die Arbeit wieder niedergelegt. Sie haben wirtschaftliche pensionsfähigen Gehaltszulagen an die in der Provinz Posen anderm erzählte, Graf v. Posadowsky habe dem Geheimen Forderungen erhoben. Kommerzienrat Vogel vor kurzem bei einer Unterredung gesagt: und den gemischtsprachigen Kreisen der Provinz Westpreußen Ja, warum haben denn die Industriellen nicht genug geschrien?" angestellten mittleren Kanzlei- und Unterbeamten sowie zu widerruflichen Zulagen für die in diesen Landesteilen angestellt gewefenen und dort verbleibenden Beamten dieser Sategorien weist eine beträchtliche Erhöhung auf. Kiew, 20. Februar. Bei der Verwaltung der Südwesteisenbahn hat ein Ausstand begonnen. Charkow, 20. Februar. Die Arbeiter der Tabakfabriken find in den Ausstand getreten. Man erwartet dasselbe von den Arbeitern der Staatsbahn. Batum, 20. Februar. Der Ausstand der Seher verschärft fich. In einer Werkstätte wurden mit militärischer Hülfe VerHaftungen einiger Arbeiter vorgenommen. Wie alljährlich, so rief auch in diesent Jahre wieder die Die Leipziger Nationalliberalen nahmen den Scherz Posadowskys für Ernst. Sie wissen nicht, daß die Regierung, der Graf Boja dowsky zugehört, niemals auf Schreier und Lärmmacher hört, sondern allein das Allgemeinwohl im Auge hat, da sie den Latifundienbesitz bereichert und die Jndustrie schädigt. Beratung der genannten Positionen eine Polendebatte Gegen die Handelsverträge hat die Krefelder Handels. hervor. Es ist immer das gleiche Bild: polnische Abgeordnete tammer Stellung genommen. In einem Bericht, den sie herausbringen bestimmte Beschwerden vor, der Finanzminister, gibt, weist sie nach, daß die heimische Seidenindustrie durch die Suchum- Kale( Gouvernement Kutais), 18. Februar. Lezte fefundiert von nationalliberalen Polenfressern, hält als Er- Handelsverträge sehr geschädigt sei. Dem Auslande sei die Einfuhr Nacht bewarf eine aus etwa 500 Handlungsgehülfen und Ar- widerung, ohne auf Einzelheiten einzugehen, eine Krieger- nach Deutschland durch Herabfezung unseres Bolles auf ganz- und beitern bestehende Menge die Wohnung eines Mannes, den vereinsrede, und das begeisterte Haus bewilligt in Hurra- halbseidene Stoffe sehr erleichtert worden, während die Ausfuhr sie im Verdacht der politischen Angeberei hatte, mit Steinen. Stimmung alles, was die Regierung verlangt. Komisch ist es deutscher Fabrikate gar keine Erleichterung, sondern im Gegenteil Die Ruhestörer widersetzten sich der Polizei, die gegen sie ein- nur, daß die Minister troß der großen Aufwendungen im biele schwere Neubelastungen erfahren habe. Besonders wären die Zollsätze in der Schweiz und in Desterreich- Ungarn bedeutend erhöht schritt, mit Revolvern und anderen Waffen. Ein Polizist Kampfe gegen die Polen jedes Jahr ein weiteres Zurück worden. Die heimische Seidenindustrie wäre deshalb mit der öfterwurde getötet und zwei schwer verletzt; auch wurde ein Arbeiter dringen des Deutschtums in den Ostmarken konstatieren müssen. reichischen nicht mehr konkurrenzfähig, besonders wenn man noch in getötet und zwei verwundet. Im weiteren Verlauf der Debatte hielt der national- Betracht ziehe, daß die Löhne in Böhmen um ein Drittel niedriger liberale Großindustrielle b. Eynern programmäßig seine als am Rhein feien. Hinzu komme die starke Erhöhung der Rede, in der er vor einer stärkeren Heranziehung der großen Nahrungsmittel- Zölle, die eine Verteuerung der Lebenshaltung im Einkommen zur Steuer über 4 Proz. hinaus wie überhaupt Gefolge habe, so daß auch eine steigende Tendenz der Löhne im vor einer weiteren Belastung des Besizes warnt. Mit seiner Auge behalten werden müßte. Alles in allem würden die HandelsBehauptung, daß die befizenden Atlassen, wenn sie zu hoch verträge den Seidenfabrikanten sowie auch der betreffenden Arbeiter. besteuert werden, in Gemeinden mit niedrigen Kommunal- fchaft schwere Opfer auferlegen. Trotzdem stimmten die Vertreter des Handels, der Handelstag, zuschlägen ziehen, hat er zweifellos recht. Wir nehmen von den Verträgen zu! dieser Charakteristik der Besitzenden durch einen Mann aus ihren eigenen Reihen mit Genugtuung Kenntnis. * * * Unterdrückte Zeitungen. Petersburg, 19. Februar. Die Blätter„ Naschi Dni" und " Naschi Schisn" sind zum drittenmal verwarnt und müssen auf drei Monate ihr Erscheinen einstellen. * Der Kampf der Schüler. Am Dienstag beginnt die zweite Beratung des Kultusetats. Warschau, 20. Februar. Bei allen hiesigen Gymnasien find Polizeimannschaften aufgestellt. Bei einigen steht auch Militär. Die Polizei verhaftete Schüler der höheren Klassen, welche Schüler der unteren am Schulbesuch zu verhindern die Besitzverhältnisse des Berliner Tiergartens. versuchten. Die Forderung einer neuen Regierung in Allenstein wurde Warschau, 19. Februar. Heute vormittag wurde mit zwecks schriftlicher Berichterstattung an die Kommission zurückGenehmigung der Verwaltung eine Versammlung der verwiesen. Eltern und Vormünder der Mittelschüler abgehalten zur Klarstellung der Frage, ob polnische Schulen einzuführen seien. Die Versammlung, die von etwa 1500 Personen besucht war, nahm folgende Resolution an: Es empfiehlt sich die Schule nicht vor dem neuen Schuljahr wiederzneröffnen und eine den nationalen Wünschen entsprechende Reform der Schulen anzuftreben. Der Kurator des Warschauer Schulbezirks hat eingewilligt, das Gesuch um Hinausschiebung der Wiedereröffnung der Schulen dem Minister zu unterbreiten. Deutfches Reich. Dr. Philadelphiae. Es wird berichtet: Menschendressur mit dem Seitengewehr. Wegen Mißhandlung eines Untergebenen in Verbindung mit rechtswidrigem WaffenDie Debatte drehte sich weiter um die Belastung der gebrauch, hatte sich der Unteroffizier Gottschalt der 10. Kompagnie großen Städte, wie Berlin, durch die Polizeikosten, und um Gardefüfilter- Regiments vor dem Kriegsgericht der I. Gardedivision zu verantworten. Am Sonntag, den 5. Februar, hatte Gottschalt die Mannschaften seiner Kompagnie zum Essenempfang antreten lassen. Da ihm die Leute nicht schnell genug auf sein Kommando liefen, jagte er alle Mann mehreremal in die Stuben zurück und wiederholte das Manöver des Antretens ebenso oft. Einer der Leute blieb jedoch auf dem Korridor vor der Stubentür stehen, um bei dem neu zu erwartenden Befehl des Antretens möglichst schnell an Drt und Stelle zu sein. Gottschalk sah dies und geriet hierüber in eine derartige ut, daß er sich mit den Worten: Hund, ich steche Dich tot!" auf den vor der Tür stehenden Mann, den Füsilier Ein amerikanischer Doftortitel soll dem Kaiser Konrad Beck stürzte, diesen am Hals packend und an die Wand Wilhelm verliehen werden. Die Universität Bennsylvaniens drückend, das Seitengewehr zog, und durch einen Stich will dem Kaiser zur Wiederkehr des Geburtstages Washingtons in die Brust verlegte. Der Angeklagte bestritt jede böse Absicht, er am 22. Februar den Titel eines Ehrendoktors der Rechte verleihen hätte in Erregung gehandelt, und versuchte den Vorfall so harmlos und ebenso dem Präsidenten Roosevelt. Der Kaiser hat sich bereit wie möglich darzustellen. Das Seitengewehr hätte er nicht be erklärt, diefen Doktortitel anzunehmen und den deutschen Bot- sonders dazu gezogen, um den Mann zu stechen, sondern schon eine schafter in Washington angewiesen, das Diplom für ihn in Beitlang vorher. Dies wurde von dem gestochenen Bed vor Gericht Empfang zu nehmen. Diese Bereitwilligkeit des Kaisers wird in bestimmt bestritten. Das Gericht nahm die ganze Sache noch harmNew York aufgefaßt als ein weiterer Beweis der freundlichen Ge- lofer auf, als Gottschalt sie darzustellen versucht hatte. Der milisinnung Kaiser Wilhelms gegenüber den Vereinigten Staaten." tärische Verteidiger meinte, es handle sich nur um einen Scherz Der amerikanische Doktortitel hatte bisher in der preußischen seitens des Angeklagten, im schlimmsten Falle aber nur um ein übel Für jede Position etwa eine Zehntel Sekunde Bedenkzeit, wissenschaft den denkbar übelsten Ruf. Durchaus verfehmt galt angebrachtes Erziehungsmittel; gerade so wie man ein Pferd mit der so peitschte in toller Starrikatur ernster Gesetzgebungsarbeit die insbesondere gerade das in Philadelphia, der Universitätsstadt von Beitsche behandelt, um Erfolge zu erzielen, hätte auch der Angeklagte Bollwuchermehrheit die sieben Handelsverträge im Pennsylvanien, erworbene Doftordiplom. Wer sich bisher bei uns das Seitengewehr gezogen. Das Gericht verurteilte diesen MenschenReichstage durch die zweite Lesung. Eine Sigung hatten die als Dr. phil. bezeichnete, weil er in Philadelphia seine Eramina dressierer zu ganzen acht Tagen Mittelarrest, mit der Begründung, Anhänger der lex Kardorff und des Zollwuchers der Minder- bestanden, wurde von der preußischen Behörde gehindert, sich den daß es in der Säbelstecherei keine Mißhandlung, sondern nur vorheit gnädig zur Beratung der Verträge konzediert, die auf ein Schein des vollwertigen Titels eines Dr. phil. zuzulegen. Es er- schriftswidrige Behandlung Untergebener finde! Jahrzehnt hinaus über das Wohl und Wehe der deutschen folgte polizeiliche Strafe, und so wurde die amerikanische Minderwertigkeit ausgerottet. Volkswirtschaft entscheiden sollen. Unsere Fraktion beteiligte Nachdem jetzt der Kaiser vielleicht als eine Gegengabe für sich an dieser Entwürdigung des Reichstages nicht. In kurzen die Sendung der Alten Frigen- Statue- den Philadelphischen Worten erklärte Genosse Scheidemann, daß angesichts Doktortitel angeboten erhielt und annahm, wird ihm die Ebendieser Sachlage alles Reden für die Kay' sei. An die Klage bürtigkeit nicht länger bestritten werden dürfen. der freisinnigen Redner über den hohen russischen Zoll auf Schafscheren knüpfte er das treffende Wort, daß man Politifche Ueberlicht. Berlin, den 20. Februar. Die große Schaffchere. Ueber das Ergebnis des Bergarbeiterstreiks Thorn, 20. Februar.( Privattelegramm.) Für die in Aussicht stehende Reichstags- Nachwahl im Wahlkreise Thorn- Kulm- Briesen ist von sozialdemokratischer Seite Redakteur Morawsti aus Kattowiß, der sich heute den Wählern vorstellte, als Kandidat auf gestellt. Die Bolen halten an dem bisherigen Abgeordneten Rebatteur Brejski fest. Die deutschen Parteien wollen einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen, worüber die Verhandlungen noch schweben. Südwestafrikanische Verluste. Amtliche Telegramme aus Windhut die Schafscheren eben im Lande behalten müsse, um die sagt die Gleichheit" in einem Artikel: misera plebs gehörig zugunsten der Agrarier zu scheren und ,, Manchen mag die Frucht des schweren, opferreichen melden: Unteroffizier Hermann Hennig, geboren am 20. 9. 1881 fennzeichnete erschöpfend die ganzen Handelsverträge als eine Ringens zwischen Kapital und Arbeit eine dürftige und teuer au Potsdam, früher im Feldartillerie- Regiment Nr. 56, bei einem große Schaffchere, mit der den deutschen Industrie- Arbeitern bezahlte dünken. Die gewaltige Meuterei" der Hörigen des feindlichen Ueberfall bei Arris am 9. Februar gefallen, Schuß in den als. Reiter der Landwehr Gustav Bräuer, geboren am 25. 11. 1876 und den deutschen Kleinbauern die Wolle vom Fell herunter- Grubentapitals gehört jedoch unseres Erachtens zu jenen zu Weißenfels, früher im Feldartillerie- Regiment Nr. 4, auf dem geschoren werden sollte. Lebensäußerungen des kämpfenden P.oletariats, von denen Marsche von Swakopmund nach Okahandja am 10. 2. 05 in Aukas Auch die Freisinnigen verzichteten bald darauf, einer das Wort des Kommunistischen Manifests" gilt: hr infolge unvorsichtigkeit eines Kameraden durch Schuß in die Brust Mehrheit, die nichts mehr hören wollte, nuzlose Klagen über leigentliches Resultat ist nicht der unmittelbare Erfolg, sondern seite schwer verwundet. Reiter Michael Paul, geboren am 28. Sep schieden habe. Husland. Friedensgerüchte Glaubwürdiger als diese Nachrichten sind Mitteilungen, daß in der mandschurischen Armee infolge der innerrussischen Vorgänge revoIutionsfre Stimmungen herrschen, auch die Offiziere sollen meutern. Jeder denkende Offizier muß sich allerdings sagen, es sei sinnlos für das Vaterland gegen die Japaner zu kämpfen, während die Volksgenossen dieses Vaterlandes durch diejenigen niedergemehelt werden, in deren Namen man Krieg führt. Die russische Armee hat allerdings nichts mehr zu verteidigen- als den Sieg der tember 1882 zu Oberfeelbach, früher im Infanterie- Regiment, Verwaltung Jrlands getadelt wird; er erklärt, er habe den Unter-| Angeklagte Meinede eine wahre Flut bon Nr. 169, ist am 16. Februar 05 im Lazarett zu Windhuk an Typhus antrag eingebracht, um die ganze Frage der irischen Verwaltung Anzeigen gegen Leute, die er für Streitgestorben. aufzuwerfen und dem Gefühl des Abscheus für das gegenwärtige posten hielt, erstattet hatte, die indessen, System Ausdruck zu geben. Dieses Gefühl sei fast allgemein unter δα niemals allen Klassen Irlands. Die Haltung der Nationalisten dem Homerule irgend eine Straftat der gegenüber sei unverändert und die Nationalisten werden sich un- sistierten und denunzierten Arbeiter vorlag, tauchen wieder auf. Englische und amerikanische Blätter behaupten, abhängig von irgend einer Regierung halten, die nicht das Homerule durch weg mit der Freisprechung der Betroffenen daß ein russischer Ministerrat bereits sich in diesem Sinne enten mit feiner Bartei in ein Bündnis treten, die die Politik des schließen, was es mit der„ ungewöhnlichen Schwierigkeit der einen Kardinalpunkt in ihr Programm setzt; die Nationalisten en deten. Hieraus allein lasse sich schon zur Genüge Sympathien des Volkes getrennte Bureaukratie, eine Bureaukratie, Vorgehen des Angeklagten gegen die Streifpoften ergebe sich Homerule nicht annehme. Es gebe in Irland eine von den Position" des Herrn Meinecke auf sich habe. Aus dem ganzen die man in Rußland tadelt. Der Volksgeist empöre sich gegen das aber auch, daß gerade diese viel weniger, ihres Herrschende System und die Volksgesinnung sei, daß ein Aufstand Lebens sicher" gewesen seien als Herr Meinecke, mit den Waffen Pflicht sei, wenn nur baldige Aufsicht auf Erfolg der die Leute unter dem ausgiebigsten Schuhe vorhanden sei. William Moore, irischer Unionist, greift die Regierungs- der Polizei nach Belieben sistieren lassen politik an und beklagt sich über die unbillige Behandlung der durfte. Daher sei eine schärfere Strafe sehr wohl am Unionisten in Irland; ebenso greift er die Haltung Wyndhams dem Plaze. sogenannten Reformprojekt gegenüber an; er erklärte, die irischen Das Urteil lautete wie bekannt auf 30 M. Geldstrafe. könnten daher das Vertrauensvotum nicht unterstüßen. Staats- allerdings ins Gewicht, daß Herr Meinecke bereits mit Unionisten glauben, daß sie durch die Regierung verraten seien und Begründend führte der Vorsitzende aus: Als erschwerend falle sekretär für Irland Wyndham erklärt, er habe immer den Haupt- e ch 3 Monaten Gefängnis wegen schwerer punkt des Reformprojektes, nämlich leberweisung legislativer Be- körperverlegung vorbestraft sei; doch fämen im fugnisse an irgend einen irischen Rat, beanstandet. vorliegenden Falle eine Reihe von Milderungsgründen in Betracht. Herr Meinecke und die organisierten Arbeiter hätten London, 18. Februar.( Eig. Ber.) Die Einigkeitsbestrebungen, in einem ähnlichen Verhältnis zu einander gestanden wie zwei die sich auf dem Liverpooler Kongreß des Labour Representation Sonkurrenten im geschäftlichen Leben. Beide hätten sich um Committee bemerkbar machten, nehmen jetzt eine greifbarere Gestalt die Arbeitswilligen bemüht. Wenn nun der eine Konkurrent an. Beim Zusammentritt des Parlaments hielten die 13 Arbeiter- dem anderen die Kunden abwendig mache, wie dies doch sammengehen zu verständigen. Es wurde eine Arbeiterfraktion ge- geschehen sei, so sei das als eine offenbare Niederabgeordneten eine Konferenz ab, um sich über ein einheitliches Zu- feitens der organisierten Arbeiter Herrn Meinecke gegenüber bildet, die John Burns zum Vorsitzenden ernannt hat. Revolution. Im übrigen liegen heute nur Nachrichten von kleineren Scharmügeln auf dem Kriegsschauplak vor. Tokio, 20. Februar. Aus dem Hauptquartier in der Mandschurei wird gemeldet: Die Russen ließen gestern eine Division gegenüber dem japanischen Zentrum nach dem linken Flügel vorrüden, ebenso gingen sie von Tashan aus vor; einige Abteilungen marschierten 15 Meilen in westlicher Richtung und machten bei Hangchiataiku, 14 Meile nordwestlich von Wanchialuanku, Halt. Die Russen fuhren fort, Teile der japanischen Linien zu bombardieren. Am Sonnabend enthielten sich die Japaner häufig der Erwiderung des Bombardements, welches oft vollkommen wirkungslos war und nur eine Verschwendung von Munition darstellte. Schweiz. Einigkeit der Arbeiterklasse. Dieses Zusammengehen hat indes nur einen zeitweiligen Cha- trächtigkeit zu bezeichnen. Nun hätten sich die Streifrakter und ist deshalb nicht so wichtig wie die angebahnte posten aber teilweise noch sogar in den Hausflur des Gebäudes Die Züricher Regierung über die politische Polizei. Bereinigung der drei großen Arbeiterverbindungen, die gegenwärtig gestellt, wo sich der von Herrn Meinecke verwaltete Arbeitsin England existieren. Wir haben hier bekanntlich 1. das Parla- nachweis befand, um schon dort die Arbeitswilligen zu beZürich, 18. Februar.( Eig. Ber.) Der Züricher Regierung mentarische Komitee des Trades- Unionskongresses, das jedes Jahr einflussen, und das sei doch eine bodenlose Unvermacht die im Kantonsrat bevorstehende Grörterung der Umtriebe vom Trades- Unionskongreß gewählt wird, um für die Durchschämt heit gewesen. In Anbetracht all dieser mildernden der politischen Polizei so arge Bein, daß sie sich zu dem ganz un- führung der Kongreßbeschlüsse zu sorgen; 2. die allgemeine Föde- Umstände lasse sich die Erregung des Herrn Meinecke begreiflich gewöhnlichen Schritt entschlossen hat, zu dem Bericht der kantons- ration der Trades- Unions; 3. das Labour Representation Committee, und erklärlich finden. Mithin habe das Gericht eine Geldrätlichen Kommission eine besondere Erklärung aufzustellen und das eine große politische Arbeiterpartei bildet. Bis jetzt bestand strafe von 30 Mart als eine genügende Sühne für diese ſofort in der Preſſe zu veröffentlichen, um an den bewährten Sinn feine engere Verbindung zwischen diesen Körperschaften. In den des staatserhaltenden Spießbürgertums zu appellieren und so gutes letzten Wochen wurden indes Versuche gemacht, eine Einigung herbei- Körperverlegung erachtet. Wetter für sich zu machen. Dadurch soll die gründliche Abrechnung, zuführen, die bald perfekt sein wird. Alle drei Körperschaften werden die unsere Genossen mit der politischen Polizei, diesem Schandfleck das Recht haben, Kandidaten aufzustellen und auf gegenseitige Unterder demokratischen Republik, vornehmen wollen, vereitelt werden; stützung zu rechnen. allein die so schlau angelegte Gegenmine der Regierung wird die erwartete Wirkung nicht haben. Um das Gewerkschaftsrecht. Da die zweite Lesung der Gewerkschaftsbill im vorigen Jahre vom Unterhause beschlossen wurde, fordert diese Versammlung die Regierung auf, die weitere Durchberatung und die schließliche Annahme der Bill zu erleichtern. Die Versammlung fordert feriter die Arbeiter auf, für feinen Parlamentskandidaten zu stimmen, der, sich nicht verpflichtet, für die Bill zu stimmen." Aehnliche Meetings wurden in allen größeren Städten des Landes abgehalten. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Auch ein Märtyrer. Nach den Urteil dieses Gerichts erscheint der gute Herr Meinecke urplötzlich als eine Art Märtyrer. Die organisierten Holzarbeiter denken allerdings etwas anders über den viel genannten Mann; vielleicht auch die Holzindustriellen selber. auch die Differenz bei Joseph, Ritterstraße, erledigt ist, gilt der Streif Achtung, Metallarbeiter! Nachdem jetzt durch Verhandlungen der Kollegen der Gelbmetall- Industrie als beendet. schrift des Reverses verlangt wird, ersuchen wir, uns dies sofort zu Sollten jetzt noch Betriebe zurückbleiben, in denen die Untermelden, und bleiben diese Betriebe natürlich gesperrt. Deutscher Metallarbeiter Verband. Ortsverwaltung Berlin. Die Bautischler beschäftigten sich am Sonntag in einer Vertrauensmänner- Versammlung mit der Frage, wie die Durchführung des Tarifs zu regeln sei. Bekanntlich ist der Tarif anfangs dieses Jahres vor dem Einigungsamt vereinbart worden mit der Maßgabe, daß da, wo günstigere Bedingungen wie die des Tarifes vorhanden sind, dieselben bestehen bleiben sollen. Es handelt sich nun darum, daß in den Werkstellen, wo einzelne Positionen bisher besser bezahlt wurden, als der Tarif angibt, diese weitergezahlt, ut günstigere Preise dagegen auf die Höhe der betreffenden Tarifsätze gebracht werden. In manchen Werkstellen herrschen hierüber Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Meister und den Gesellen. Der Regierung liegen vor allem sehr schwer im Magen die London, 18. Februar.( Eig. Ber.) Gestern abend fand in Hol„ Schlüsse", zu denen die kantonsrätliche Kommission in ihrem Be- born Town Hall ein Meeting der Londoner Gewerkschaften statt, richte gekommen ist und die jede Ueberwachung von Arbeitervereinen um im Namen der organisierten Arbeiter Englands die Wiederund-Bersammlungen als unzulässig erklärt, ebenso die Auslieferung herstellung des Gewerkschaftsrechts zu verlangen. Es sprachen unter von Ausgewiesenen an die ausländische Polizet, die Verwendung anderem der Bergarbeiter- Abgeordnete Fenwick, der Sekretär der von Privatpersonen zu polizeilichen Nachforschungen( Spigeleien), Londoner Schriftsezer Mr. Bowerman und Mr. Steadman. Es wurde den Verkehr des tantonalen Polizeikommandos mit fremden Kon- folgende Resolution angenommen: sulaten; sie fordert ferner von der Polizei vollständige Rechnungsführung über alle Einnahmen und Ausgaben. Diese Beschlüsse hat die Kommission einstimmig gefaßt. Die sozialdemokratischen Mitglieder derselben fordern außerdem noch die strenge Wahrung des unverletzlichen Postgeheimnisses, die Wahrung der persönlichen Freiheit und der Freiheit der Meinungsäußerung und endlich die entschiedene Ablehnung aller Zumutungen, welche diese Freiheiten beeinträchtigen könnten, mögen sie von welcher Seite immer gestellt werden. Diese Schlüsse", sagt nun die Regierung in ihrem Ver= suche, den Kantonsrat zu bevormunden, können nur zu langen, unfruchtbaren Diskussionen führen und den Kantonsrat hindern, vorliegenden wichtigen und dringenden kantonalen Angelegenheiten die erforderliche Zeit zu widmen. Als ob die Verunmöglichung der schändlichen Umtriebe der politischen Polizei nicht geradezu die wichtigste und dringendste Angelegenheit wäre. Und dann versteckt Vor einigen Tagen brachten wir die Mitteilung, daß der Es wird deshelb den Arbeitnehmern der Bautischlerei zur Pflicht sich die Regierung unter schmählicher Preisgabe der Rechte des wegen seiner vielen Auftritte mit Streitposten bekannte starke gemacht, die Tarife den genannten Grundsäßen entsprechend ausKantons hinter den Kompetenzen des Bundes, um sodann weiter Mann aus der Alexanderstraße, der Sekretär Meinecke vom zufüllen. Zur Regelung dieser Angelegenheit sollen am 7: März alle Schlüffe" der Kommission mit leeren Phraſen zurückzuweisen. Arbeitsnachweis der Holzindustriellen, wegen schwerer Körper- in allen Bezirken Branchenversammlungen der Bautischler abSchließlich anerkennt fie, daß unrichtigkeiten" vorgekommen sind, verlegung zu der auffallend niedrigen Strafe von 30 m. ver- gehalten werden. Ferner wurde in der Versammlung darüber aber die hat sich der entlassene Polizeihauptmann Rappold zu- urteilt wurde. Die Gerichtsverhandlung selbst bot nun so viel gesprochen, daß in der Werkstatt von Schaar, des Vorsitzenden vom schulden kommen lassen. Mit diesen läppischen Phrasen will sich die Interessantes, daß wir die gravierendsten Einzelheiten eben- werden, um die während der Aussperrung zurückgebliebenen ArZentralverein der Bautischlermeister, jetzt oft Ueberstunden gemacht Regierung und insbesondere die Justiz- und Polizeidirektion ihrer falls noch zur öffentlichen Kenntnis bringen wollen. Verantwortung entziehen, und verlangt sie vom Kantonsrat, daß er beiten möglichst schnell fertig zu stellen. Ein Arbeiter ist von Herrn die„ Schlüsse" der Kommission ablehne. Angeklagt war der Herr Meinecke, weil er den Tischler Schaar sogar deshalb entlassen worden, weil er eine Arbeit nicht Nun weiß man auch, was die wichtige Sache" betraf, die kürz- H. mit einem derben Spazierstock auf offener Straße über nach Feierabend fertig gemacht hat. Man verurteilte diese Weißstände lich den Justiz- und Polizeidirektor Dr. Stößel in Bern festhielt, den Kopf gehauen hatte, daß dieser über eine Woche lang und bemerkte, daß diefelben nur deshalb einreißen konnten, weil so daß er der Kantonsratssitzung nicht beiwohnen und in dieser die Schmerzen von der Verlegung ertragen mußte. In der Ver- nur ein fleiner Teil der Arbeiter bei Schaar organisiert sind. Ebenso politische Polizei nicht behandelt werden konnte. Da haben Dr. Handlung stellte M. die Sache nun folgendermaßen dar. Er wurde es gerügt, daß auf dem Umbau des Schauspielhauses Tischler Stößel, der Bundesrat Brenner als der eidgenössische Justiz- und habe einen Kontrollposten des Holzarbeiter- Verbandes arretieren und Einseher zum Üeberstundenmachen angehalten werden. Bolizeidirektor und der Bundesanwalt Kronauer das seltsame lassen, weil der sich vor dem Arbeitsnachweis lästig gemacht habe. Schriftstück verfaßt, das nun als Erklärung der Züricher Regierung Bei dieser Gelegenheit sei er von einem" Rudel" Leute ver- Eine Zwangsinnung als Mittel gegen die freie Gewerkschaft. den Kantonsrat davon abhalten soll, die Bestbeule der politischen Polizei zu öffnen und Heilung anzustreben. Die Sozialdemokraten folgt worden. Aus dem Haufen will er von irgend jemand find fest entschlossen, diese neuen Umtriebe und Manöver der politi- einen Stoß bekommen haben, und da er annahm, daß H. der der beiden Berliner Bäckerinnungen„ Germania" und„ Konkordia" schen Bolizei und ihrer Protettoren energisch zurückzuweisen und Täter war, so habe er diesem den Stockhieb versetzt. Sämt8u einer großen 3 wangsinnung geplant. Diese Zwangsinnung sich Geltung zu verschaffen. liche Zeugen mit Einschluß des seinerzeit bei der erwähnten soll u. a. eine„ bessere Regelung des Arbeitsnachweis- Wesens" durchs Arretierung tätig gewesenen Schußmanns sagten dagegen über- führen, vermutlich also eine Art Maßregelungs- Bureau nach dem einstimmend aus, sie hätten nichts davon gesehen, daß M. Muster der Kühnemänner gründen. Darauf weist auch hin, daß die Baris, 20. Februar. Deputiertenkammer. Bei der Beratung damals überhaupt von irgend jemand gestoßen oder ge- Neugründung weiter dienen soll einem stärkeren Schuß gegen die des Marinebudgets fragt Chaumet( rad. Rep.) den Marineminister, welche Maßregeln er zur Verstärkung der französischen schlagen worden wäre. Einige der Zeugen befundeten sogar, Gesellenforderungen und einer kräftigen Abwehr von Streits und Marine zu ergreifen gedenke. Die Ausführung des Programms sie hätten, da sie sich in unmittelbarer Nähe des M. befanden, Boykotts". Die Form der 3 wangsinnung ist offenbar gewählt, bon 1900 jei zwei Jahre im Rückstande und werde erst im Jahre es unbedingt bemerken müssen, wenn dieser Schläge oder um auch diejenigen Bäckermeister, welche der jezigen Freien Vere 1908 beendet sein. Man müsse daran denken, daß wirtschaftliche Stöße bekommen hätte. Positiv festgestellt wurde aber durch einigung" angehören, und die sich mit ihren Gesellen geeinigt haben, Schwierigkeiten Japan nach Indochina zu drängen könnten und daß die Beweisaufnahme, daß der Tischler H. nicht gestoßen zwangsweise mit den Maßregeln der Innung zu befreunden. Indochina deshalb instand gesetzt werden müßte, sich verteidigen hatte, er mithin gänzlich unschuldig gemißhandelt worden war. nun aber, wenn diese mit dem Gesellen- Ausschuß gemeinsam die zu können. Deloncle( Rep.) fragt den Marineminister, welche Maßregel die Regierung zu treffen beabsichtige, um die Ver- Er hielt dieses überaus milde Strafmaß deshalb für ausDer Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von-10 M. Absichten der Scharfmacher zunichte machen? teidigung Indochinas zur See zu vervollständigen. Redner betont die Notwendigkeit, das Geschwader im äußersten Osten zu verstärken. reichend, weil seiner Ansicht nach durch die Beweisaufnahme Man sollte Seeleute aus den Annamiten entnehmen und es müßten die ungewöhnliche Schwierigkeit der PosiFlottenstützpunkte geschaffen werden, besonders in Haiphong; ferner tion des Herrn Meinecke dargetan sei. Vor müßte das Arsenal von Saigon vergrößert und die Vorräte an den Arbeitern sei Herr Meinecke ja taum noch Kohlen und Lebensmitteln müßten vermehrt werden. Er beantragt seines Lebens sicher gewesen. Er habe, indem er schließlich Einsetzung einer größeren Kommission, der unverzüglich auf Befehl seiner Vorgesezten"( der Herren Innungsmeister) die vielfachen, auf die Verteidigung Indochinas bezüglichen Fragen Arbeitswillige vor Belästigungen durch Arbeitsunlustige schütte, zu unterbreiten seien. Die Weiterberatung wird darauf auf morgen ficher einen ehrlicheren Erwerb geführt, als Leute, die bertagt. abzuhalten. Aus diesen Gründen rechtfertige sich nur eine es sich zur Aufgabe machten, Arbeitswillige von der Arbeit milde Strafe. Frankreich. Wie eine Zeitungskorrespondenz meldet, ist die Verschmelzung Wie Von der Firma Emil Binner Nachf. erhalten wir nachfolgende Berichtigung: macher ersuche ich hierdurch auf Grund des Paragraph 11 des PreßMit Bezug auf Ihren Bericht über die Lohnbewegung der Schuhgesetzes um Aufnahme folgender tatsächlichen Berichtigung unter 3hrer Rubrik„ Gewerkschaftliches". In meiner Fabrit ist seit Juli 1902, so lange bin ich Befizer derselben, noch niemals einem Arbeiter ein Lohnabzug gemacht worden. Niemals hat eine unerträgliche Lohndrückerei bei Einführung neuer Maschinen stattgefunden, und Paris, 20. Februar. Das Institutsmitglied Professor Havet die Anordnung getroffen habe, wenn mir aus den Lohnlisten bekannt nie ist ein Arbeiter gemaßregelt worden, der gegen diese Abzüge protestiert hat. Dagegen ist es wiederholt vorgekommen, daß ich hat dem Großkanzler der Ehrenlegion, General Florentin, ein Gesuch überreicht, in dem die Streichung der Generale Mercier, Billot, Béranger, Dionce und anderer gefordert wird, weil sie in der Demgegenüber wies der Vertreter des als Nebenkläger eingeführten Maschinen meiner Auffassung nach zu wenig verdient geworden war, daß einzelne Arbeiter an alten oder auch an neu Dreyfus- Affäre teils Fälschungen begangen und falsches Zeugnis zugelassenen Tischlers H., Rechtsanwalt Dr. Heinemann hatten, ihnen für diese Zeit des Minderverdienstes Nachvergütungen abgelegt, teils an der Berherrlichung des Fälschers Obersten Henry darauf hin, daß mit dem beantragten, ungewöhnlich niedrigen gemacht worden sind bis zu einem Mindestlohn von 24 M., sogar teilgenommen hätten. Das Gesuch ist von dem Akademiker Anatole Strafmaß doch wohl kaum die Gleichheit vor dem bis zu 40 M. pro Woche. Diese Minderverdienste waren nicht durch France, dem Maler Eugen Carrière, dem Chirurgen Réclus, dem Geseze gewahrt werde, besonders wenn man geringe Affordlöhne entstanden, sondern dadurch, daß für die be= Bildhauer Charpentier, sowie anderen Gelehrten, Künstlern und bedenke, daß ehrliche Arbeiter mitunter treffenden Maschinen zeitweise weniger Arbeit gewesen ist. Ich Deputierten unterzeichnet. wochenlang ins Gefängnis gesteckt würden, habe die betreffenden Arbeiter bei der Gelegenheit aufgefordert, Die nationalistischen Erpresser. Aus Paris wird vom venn bom wenn sie in berechtigtem Unmut einen melden, wenn jemals von mir ein derartiger llebelstand übersehen sich bei den Lohnzahlungen selbst auf meine Veranlassung" zu 20. Februar gemeldet: Der nationalistische Deputierte Guyot de Arbeitswilligen einmal Villeneuve hat in einer in Rouen abgehaltenen nationalistischen Ver,, Streitbrecher" werden sollte. Meine Fabrit zahlt die höchsten Löhne in der Branche, fammlung angekündigt, daß er die Veröffentlichung der AuskunftsIm Hinblick auf die Entscheidung des Reichs- teilweise bis zu 100 Proz. mehr, als in anderen Fabriken gezahlt zettel wieder aufnehmen werde, falls das Ministerium noch lange gerichts aber, wonach das Streifpoftenstehen und die sachliche worden ist. Es ist unwahr, daß die Arbeiter meiner Wendezögern werde, gegen die Angeber einzuschreiten. Die„ Schonung", Beeinflussung Arbeitswilliger durch Streifende lediglich als ein Abteilung Wochenlöhne von 16-19 M. mit Schafsgeduld ertragen welche die Nationalisten der Regierung bewilligt hätten, habe schon notwendiger Ausfluß des Koalitionsrechtes anzusehen ist, sei haben, denn ich habe ihnen sogar in der Zeit, in welcher fie zu lange gedauert. Er verlange, daß die Regierung sich der auch die Bemerkung des Herrn Staatsanwalts über den angelernt worden sind Wochenlöhne von 24-28 m., größtenteils Schonung würdig zeige". ehrlicheren Erwerb des Herrn Meinecke gegenüber der ohne irgend welchen Abzug für Stranken- und Invalidenversicherung, Tätigkeit von Streifpoften sehr wenig am Plaze. Auf Antrag gezahlt. Bei Affordlöhnen haben sie nach Fähigkeit bis zu 36 M. Ein Protest Jrlands. Dr. Hein manns wurden alsdann eine Reihe von Aftenstücken Woche verdient. Es ist nicht wahr, daß sich diese Leute redliche Woche verdient. Jugendliche Arbeiter haben 12-19 M. pro London, 20. Februar. Unterhaus. John Nedmond( Jre) be- zur Verlesung gebracht, und die Herbeischaffung weiterer Mühe gegeben haben, auf gütlichem Wege zu erträglichen Löhnen antragt einen Unterantrag zur Adresse an den König, worin die Akten anheimgestellt, aus denen sich überall ergab, daß der zu gelangen, sondern ich bin mit der Mitteilung überfallen worden, England. nennen. tafe in seyeiMer NbstiMNung beschlossen worden ist, die Arbeit niederzulegen, wenn ich nicht 5 Leuten die Löhne bewillige, welche sie fordern. Dabei ist willkürlich von den Arbeitern die Frist verkürzt worden, welche wir vereinbart haben zur Prüfung ihrer Forderung, und ich bin aufgefordert worden, sofort aus meiner Wohnung, in welcher ich soeben erst angelangt war, zurückzukommen und mich binnen wenigen Minuten zu entscheiden. Die Kommission der Arbeiter erklärte mir gleichzeitig, daß sonst sämtliche Arbeiter mit ihren Berhältnisscn durchaus zufrieden seien. Von diesen fünf Leuten, um die es sich gehandelt hat, war ein Mann noch nicht 14 Tage bei dieser Arbeit, auf die er sich erst einrichten sollte, bei einem Wochenlohn von 27 M. eingestellt, ein Lehrling seit wenigen Tagen an der Maschine beschäftigt mit 24 M. Wochenlohn, zwei Leute bei 27 M. Wochenlohn seit längerer Zeit, die sich aber auf ihre Arbeit durchaus nicht einrichten konnten, ein Maschinennäher, seit einigen Monaten angelernt, der bereits über 30 M. pro Woche verdient hatte, obgleich er nach Ansicht jedes Sachverständigen noch als Lehrling bezeichnet werden mutz. Dieser Mann hat mehrere Monate bei 28 M. Wochenlohn gelernt und bei Akkordlöhnen im November 28 M., 30, S0 M., 28,45 M.. 33,45 M., im Dezember 30,60 M.. 24,72 M., 28,60 M.. 28,78 M. verdient. Im Januar und Februar war er aber eigentümlicherweise wieder- holt nur noch in der Lage. 18—22 M. zu verdienen. Ich mutz ferner erwähnen, daß sämtliche Arbeiter der Wende-Abteilung von mir aus Mitgefühl für ihr Schicksal eingestellt worden sind. Ich habe darauf verzichtet, gelernte Fabrikarbeiter einzustellen und mich der ungeheuren Mühe unterzogen, meine Seimarbeiter, die sonst brotlos geworden wären, anzulernen, was selbstverständlich auch mit beträchtlichen Geldopfern verbunden gewesen ist. Die Mitteilung von der Arbeitseinstellung ist mir gemacht worden in dem Augen- blick, in welchem ich den 2 bis 3 Leuten, auf die es überhaupt nur ankam,» den Rat erteilt habe, falls sie sich durchaus auf die Fabrikarbeit nicht einzurichten verstünden, doch wieder zu ihrem alten Gewerf*! zurückzukehren.— Es ist nicht wahr, daß nach Aus- bruch des Streiks nur 22 Mann Arbeitswillige in meiner Fabrik beschäftigt sind. Ich beschäftige vielmehr nach meiner Lohnlisle vom letzten Sonnabend 120 Leute.— Es ist ferner unwahr, daß den neu eingestellten Leuten ein Wochenlohn von 24—28 M. versprochen worden ist, dagegen nur 12—14 M. gezahlt Iverden. Ich zahle viel- mehr 21— 24 M., obgleich Leute aus allen niöglichen Berufszweigen neu angelernt werden, und mehr ist ihnen niemals versprochen worden.— Es ist ferner unwahr, daß den Arbeitswilligen eine Belohnung von 300 M. versprochen worden ist und später dieses Versprechen auf diejenigen beschränkt worden ist, die sich bis zum 25. Februar eingearbeitet haben. Es ist vielmehr denjenigen Leuten, welche sich bis zum 25. Februar eingearbeitet haben, der Betrag von 300 M. garantiert worden für den Fall ihrer Entlassung zu- gunften eines früheren Arbeiters, und zwar aus dem Grunde, weil meine neuen Arbeiter in gesetzwidriger und gewalttätiger Weise von ihrer Arbeit abgehalten unb in dielen Fällen überfallen und mißhandelt worden sind. Ich bin gern bereit, Ihnen zum Beweise meiner Mitteilungen Einsicht in meine Lohnlisten und die Arbeits- bücher zu gestatten. Obgleich diese„Berichtigung" in ihren Ausfällen gegen die Streikenden keineswegs den pretzgesetzlichen Anforderungen entspricht, haben wir sie doch loyalerweise gebracht. Wir werden morgen eine Richtigstellung der Berichtigung von der anderen Seite bringen. ab. Herr Sichler hakte zum Bortrage gewählt das Thema:„AuS den Erlebnissen eines Dorflehrers". Der Vortrag war sehr inter essant. Nach Beendigung desselben wurde dem Redner reicher Beifall gespendet. Nach Erledigung verschiedener Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. Mit drm Streik der Kleber beschäftigte sich gestern abend iw „Deutschen Hof", Luckauerfiratze, ein« Generalversammlung der Tapezierer-Jnmmgsmeister. Es lagen mehrere Anträge vor und endlich wurde beschloffen, mit der Gehülfenschaft nochmals in Verhandlungen einzutreten. Dazu wurde eine neue Neuner-Kommission gewählt, die mit der Kommission der Kleber zusammentreten, um einen neuen Tarif auszuarbeiten bezw. eine Verembarung zu treffen. Der Vor» stand wird beaustragt, diesen Besch tutz der GehSlfenkommission be» kamit zu geben._ Charlottenburger GewertfchastSkommiffion. An Stelle des Genossen Otto Müller, ist der Genoffe Maurer Johann David, bis 1. April Nehringftr. 5 und von letzteren Datum Schlotzstr. 37 wohnhast, als Obmann gewählt worden. Es wird »rsuchk, alle Zuschriften an letztere Adreffe zu richten. Der Ausschutz der Gewerkschaftskommisfion. I. A.: Johann David, Obmann. Deutlcbe» Reich. Der«ißlungcne Trick. Der Waggonfabrik in Hannover ist es gelungen, 42„Arbeits- willige" aus Wien heranzulotsen. Es wurde ihnen erzählt, sie würden für eine Gefchützfabrik gebraucht und ihnen Verdienste von 2000 M. im Jahre vorgegaukelt. Bei der Ankunft in Hannover erhielt die Polizei mit allen Machtmitteln jene bekannte reinliche Scheidung von Arbeitswilligen und Streikenden anstecht, die von den Arbeitern immer mit Recht als eine Beeinträchtigung ihrer Koalitionssteiheit empfunden wird und die vielfach zu einem begreif» lichen Widerstande führte, der an den betroffenen Arbeitern hernach als„Landstiedensbvuch" geahndet wurde. Als es so gelungen war, die Arbeitswilligen in die Fabrik hineinzulotsen, sagte der Leiter derselben, seine« fetten Bauch streichelnd: „Der Trick ist uns gelungen l" Ss kam aber anders I Am anderen Morgen machten sich zwei „Arbeitswillige" heimlich davon, in denen der Transport offenbar Bedenken erregt hatte. Die anderen wollten die Fabrik ganz öffentlich Verlaffen, fanden aber das Tor verschloffen I Sechs von ihnen gelang es dann, durch eine Hintertür zu entkommen. Auch diese wurde verschlossen. Run kletterten 14 der Leute über den Zaun. Die übrigen(meist Böhmen und Ungarn) schüchterte man mit der Drohung ein, sie bekämen drei Monat Strafe, wenn sie nicht arbeiteten. Natürlich wird man Mittel und Weg« finden, auch diese Leute noch aufzuklären. Dann mag der Herr Direttor sich Ijinter den Ohren stauen und sagen: „Der Trick ist mißlungen!" Die Möbel- und Kundschaftötischler von Hamburg-Altona sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie fordern einen Minimal- Stundenlohn von 52 Pf. und auf die bisher bestehenden Akkord- löhne einen Aufschlag von 10 Proz.. sowie Errichtung eines gemeinsamen paritätischen Arbeitsnachweises. I« Schneidergcwerbe zu München drohen Differenzen aus- zubrechen. Bekanntlich ist es vor sechs Jahren nach hartnäckigem Kampfe den Gehülfen gelungen, für die Matzbranche einen drei- Uasfigeu Lohntarif durchzusetzen, der im Jahre 1S92 erst nach ziemlich langem Ausstande auf wettere drei Jahre erneuert werden konnte. Der Tarif ist mit dem 15. Februar abgelaufen, aber obgleich die Arbeiter keinerlei Lohnforderungen stellten und sich nur mit der Ausmerzung einiger Positionen, die bisher zu Mißdeutungen führten, begnügten, wollen die Scharfmachex im Schneidergewerbc von einer Erneuerung des Tansvertrags nichts wissen und die früheren anarchischen Zustände, die ft>r sie allerdings profitabler waren. wieder einführen. Die Gehülfen mehrerer Firmen befinden sich bereits im Ausstande. Falls es dem um seine Bermittelung angegangenen Gewerbegerichtsrat Dr. Prenn er nicht gelingen sollte, die Scharfmacher zur Vernunft zu bringen, steht ein allgemeiner Schneider st reik bevor. — Zuzug von Schneidern nach München ist fernzuhalten. Em der frauenbewegung» Bildungsverein für Franc« und Mädchen Trepww-Baumschulen- weg. Mittwoch, den 22. Februar, abends 81/, Uhr findet bei Christ, Marienthalersttahe. Ecke Ernststratze, eine Mitgliederversammlung statt. in welcher Herr Dr. Alsted Bernstein über„Frauenstankheiten" spricht. Um pünktliches Erscheinen bittet der Vorstand. Frauen' als Gäste sehr willkommen. Der Verein für Frauen und Mädchen zu Schöneberg hielt am th. Februar seine regelmäßige Vereinsversammlung im Klubhause Em Induftnc und Handel. lieber den Einfluß des Konsums der Arbriterbevölkerung auf die Gestaltung der Biehpreise schreibt die„Arbeitsmarkt-Korrespondenz Die ini Herbst des vorigen Jahres befürchteten Wirkungen der Futternot sind in dem anfänglich vorausgesagten Umfange lange nicht eingetreten. Die Auftriebsziffern an den Viehmärtten zeigten durchaus keine abnorme Zunahme des Verkaufsandranges. Da für Schweine trotz steigenden Austriebs, ganz im Gegensatz zur Bewegung der Preise für das übrige Schlachtvieh, eine äußerst starke Kauflust nach wie vor besteht, ja sie sich fast von Monat zu Monat noch steigert, so liegt die Vermutung nahe, daß die verschiedenartige Preisbewegung für Rinder, Kälber und Schafe einerseits und der für Schweine anderer- seits durch eine erhebliche Veränderung in der G e st a l t u n g des Konsums verursacht ist. Im Detailverkehr zeigen nämlich die Preise für Rind- und Kalbfleisch, aber auch für Hammelfleisch noch solche Abstände von dem Schweinefleischpreis, dag der Konsum des Schweinefleisches sich beträchtlich billiger stellt als der aller übrigen Sorten. Einzelne Beobachtungen sprechen nun dafür, daß nament- lidj in der Arbeiter bevölkern ug während der zweiten Hälfte des Jahres 1904 im Haushalt ziemlich gespart werden mußte, weil der Verdienst gegenüber den Monaten des ersten Halbjahres nachließ. Es ist daher wahrscheinlich, daß selbst in den besser situierten Arbeiterfamilien das Schweine- fleisch den Verbrauch der übrigen Fleischsorten in merklicher Weise verdrängte. An 11 hauptsächlichen Viehmärtten betrug an einem der ersten Markttage im Monat Februar der Auftrieb von Rindern 13 998 Stück gegen 13 831 an dem entsprechenden Markt- tage des Vorjahres, von Kälbern 9173 gegen 9184, von Schafen 13 854 gegen 11 789,' von Schweinen endlich 39 370 gegen 36 598, Am stärksten war die Zunahme des Auftriebs von Schweinen, der gegenüber dem Vorjahr fast 10 Prozent gesttegen ist. Wenn durch die Zunahme des Auftriebs allein der Preis erheblicher beeinträchtigt worden wäre, so müßten in erster Linie die Preise für Schweine gefallen sein. Es zeigt sich aber gerade bei ihnen nicht nur kein Rückgang, sondern eine beträchtliche Steigerung der Preise sowohl gegenüber den Notierungen des Januar als vor allem gegenüber den Preisen im Februar des Vorjahres. Es stellten sich nämlich an nachfolgenden Marttorten die Preise für Schweine pro ■50 Kilogramm Lebendgewicht auf Mark: Februar 1904 Berlin..... 44—49 Januar Februar 19% 49—55 52—58 Breslau.... 44—52 50-63 51-59 Chemnitz.... 47—53 62— 60 55—62 Hannover.... 42— 50 50—60 50— 60 Hamburg.... 45—48 52—54. 53—57 Dortmund... 46— 50 52— 57 55— 60 Frankfurt a. M.. 42—62 52—60 53—61 Stuttgart.... 46— 57 55— 64 57— 04 München.... 44— 53 54— 60 52— 60 Nürnberg.... 46—50 56—59 58—60 Köln a. Rh.... 45—51 50-69 50—59 Am stärksten sind die Steigerungen gegenüber dem Vorjahre in Dortmund, Frankfurt a. M., Stuttgart und Nürnberg. Im Gegen- satz zu der Preisbewegung der Schweine sind die Rinder- und Kälber- preise gegen Vormonat und Vorjahr etwas zurückgegangen. Eine neue«ürttembergische Staatsanleihe. Die StaatS-Finanz- Verwaltung hat mit der Württembergischen Vereinsbank und deren Konsorten ein Zl/z prozentiges Staatsanlehen im Betrage von zehn Millionen Mark abgeschloffen. Die Bilanz der Bank für Handrl und Industrie(Darmstädter Bank) ist unter den bisher veröffentlichten Bilanzen der Großbanken die günstigste. Die Dividende bestägt ftir das Jahr 1904 7 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahre. Der Bruttogewinn beläuft sich einschließlich dc§ Vortrags aus dem Vorjahre auf 15 497 015 R. gegen 12 789 983 M. im Vorjahre. Entsprechend dieser bedeutenden Zunahme des Rohnutzens konstattert der mit der Bilanz zugleich herausgegebene Geschäftsbericht, daß das Geschäft eine wesentliche Ausdehnung erfahren hat. Die Uebernahme des von der Bank bisher kommanditterten Bankhauses Robert Warschauer u. Co. und die im Zusammenhang dainit im Ottober v. I. erfolgte Erhöhung des Attienkapitals um 22 Millionen Mark kommt i» dem diesjährigen Abschluß in ihrer Wirkung auf die Gewinnergebnisse noch nicht zum Ausdruck, da die Fusion erst am 1. Januar erfolgte. Der Reingewinn beträgt 11 023 312 M.(im Vorjahre 9 351 144 M.). Die Gewinn- und Verlusttechnung weist an Ein- nahmen einen Gewinn aus Wertpapieren von 2 903 624 M. (1 354 545 M.), aus den Finanzgeschäften von 2 504 638 M. (3 094 184 M.), an Zinsen 4 230 176 M.(3 388 591 M.), an Pro- Visionen 3 426 737 M.(2 769 067 M.), aus den Kommanditen und dauernden Beteiligungen 1 952 364 M.(1 800 456 M.), sowie aus Valuten von 321 147 M.(270 442 M.) nach. Die Ausgaben und Geschäftsunkosten bettugen 3 609 924 M.(3 020 546 M.), die Abschreibungen 346 606 M.(329 295 M.); der Uebertrag auf die all- gemeine Rücklage ist mit 400000 M.(0) vorgesehen. Von den Vermögens st ücken sind 149 961 613 M. greifbare Mttel, nämlich Wechsel 68 670 090 M.(45 730 518), bar 19 528 150 M (15 348 740 M.). Nostri-Guthaben 14 471 693 M.(14 314 808 M.). Reports und Beleihungen 45 693 053 M.(37 909 802 M.); ferner sind an Wertpapieren 56 948 732 M.(43 249 992 M.), an Ausständen 162 846 320 M.(142 698 734 M.) vorhanden. Unter den Verbindlich- leiten aber befinden sich die Gläubiger mit 176 301 019 M. (145 528 213 Tl.), die Tratten mit 69 490 768 M.(59 l05 975 M.).— Bisher genießt die Darmstädter Bank den wenig rühmlichen Vorzug, ihren Beamten die niedrigsten Gehälter zu zahlen und die meisten und umfangreichsten Unterschlagungen aufzuweisen. Der überaus günsttge Abschluß wird die Direktton an die lange der» nachlässigte Pflicht mahnen, eine allgemeine Gehaltsaufbesserung ein- treten zu lassen. Preußische Hqpothekeil-Atttrn-Bank. Da? Geschäftsjahr 1904 stellt sich für die Bank, wie der soeben erschienene Geschäftsbericht aus- führt, als ein solches sehr ruhiger Weiterentwickelung dar. Die Bank konnte die Wiederaufnahme des Emissionsgeschäftes verwirklichen. Die infolge der Emission zufließenden bedeutenden Barmittel in Verbindung mit den durch Rückzahlung von 21 348 Millionen Mark Hypotheken ver- fügbar gewordenen Beträgen ermöglichten es.das Beleihungsgeschäft er- heblich auszudehnen. Im Jahre 1904 sind insgesamt 38 113 Millionen Mark Beleihungen abgeschloffen worden, gegen 26 533 Millionen Mark im Vorjahre. Von dem bilanzmäßigen Hypothekenbestande von 286 625 Millionen(285 720 Millionen) kommen jetzt 284 222 Millionen in Ansatz. Diesen durchweg erftstelligen Hypotheken stehen 269 683 Millionen(255 944 Millionen) umlaufende Pfandbriefe gegenüber, so daß sich eine Ueberdcckung von 14 539 Millionen (21 514 Millionen) ergibt. Die Bank ist 1904 an 45(43) Zwangs- Versteigerungen, welche sämtlich städtische Grundstücke betrafen, be- teiligt. Vereinnahmt wurden an Hypotheken-Zinsen 13 195 Millionen Mark gegen 12»t6 Millionen Mark im Borjahre. BerauSgabt wurden für Pfandbrief-Zinfen 10 142 Millionen(9897 Millionen). Der Reingewinn beträgt 3807 Millionen<3261 Millionen). Zur Ver- teilung gelangen 5 Proz.(4'/, Proz.) Dividende. Die Roheisenproduktion Deutschlands. Nach den Ermittelungen deS Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustricller betrug die Roh- eisenproduttion in Deutschland und Luxemburg während des Januar 1905 insgesamt 766 209 Tonnen gegen 871 194 Tonnen im Dezember 1904 und 831 053 Tonnen im Januar 1904. Außer dem Saarbezirk i zeigen sämtliche Bezirke infolge des Streiks eine Abnahme der Roh- l eisen- Erzeugung. In Rheinlanl- Westfalen ist sie von 964 8*T Tonnen im Dezember aus 276191 Tonnen im Januar zurück- gegangen. Die Bcrkehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen betrugen nach der im Reichs-Eisenbahnamt aufgestellten Uebersicht im Januar 1903 aus dem Personenverkehr 35 498 112 M.(mehr 1 352 003 M.) und aus den, Güterverkehr 96 638 144 M.(mehr 1 284 803 M.) Ins« gesamt stellt sich die Mehreinnahme aus rund 2,64 Millionen Mark. Für die Bahnen mit dem Rechnungsjahr April-März belief sich die Einnahme in der Zeit vom 1. April 1904 bis Ende Januar 1903 aus dem Personenverkehr auf 430 630 270 M.(mehr 21 102 362 M.) und aus dem Güterverkehr auf 980 696 214 M.(mehr 47 354 718 M.), insgesamt mehr rund 68,46 Millionen Mark. Für die Bahnen mit dem Rechnungsjahr Januar-Dezember stellte sich die Einnahme im Januar aus dem Personenverkehr auf 4 671 460 M.(mehr 87 146 M) und aus dem Güterverkehr auf 10 839 836 M.(mehr 548 867 M), insgesamt mehr 636 013 M. Die Gesamtlänge der Bahnen betrug 47 635 Kilometer(mehr 804 Kilometer), In dein erheblichen Rück- gang der Mehreinnahmen aus dem Güterverkehr im Monat Januar tritt klar die durch den Bergarbeiter-Ausstand im Ruhrrevier hervor- gerufene Schädigung unseres gesamten Wirtschaftslebens zutage. Die Bewegung in Rußland. Eine Kundgebung der Petersburger Studenten. Petersburg, 20. Februar. �(W. T. B.) Heute fand in der Petersburger Universität eine Studentenversammlung statt, welcher einige Professoren, Privatdozenten und andere Personen, die un- gehindert zugelassen wurden, beiwohnten. Zuerst sprachen einige Professoren, welche zwar meinten, die Universität solle dienen als ein Ort, wo die Studenten sich versammeln und gesellschaftliche Er- eignisse besprechen könnten, jedoch im allgemeinen für Schließung der Universität waren. Nach vielen heftigen Reden wurde folgende Resolution angenommen: „Der abgelebte russische Absolutismus geht täglich und stündlich seinem unvermeidlichen Untergang entgegen und ist machtlos, mit dein auferwachtcn Volk ferttg zu werden; er liegt im Sterben und ersinnt eine Maßnahme, die immer unsinniger ist als die andere und ein Mittel gewagter als das andere, um seinen Untergang auf- zuschieben; er hat das verbrecherische Abenteuer im fernen Osten unternommen, welches dem Volke zehntausende von Menschenleben und Millionen mühevoll erworbenen Geldes kostet. Längst führt die zielbewußte Intelligenz der Studenten einen Hartnäckigen Kampf um die elementarsten Menschenrechte, öfters ohnmächtig vor der rohen Gewalt einer zügellosen Regierung niedersinkend, bis endlich auf der historischen Arena auch das Proletariat aufgetreten ist, welches gleichzeitig mit der EntWickelung des Selbstbewußtseins dem Zarismus heftige Schläge erteilt hat. Die letzten blutigen Ereignisse haben augenscheinlich gezeigt, wessen der Absolutismus fähig ist i« der Verteidigung seiner jämmerlichen schandbaren Existenz. Das zielbewußte, brüderlich solidarische Auftreten des Proleta- riats in den Januartagen hat das Todesurteil des Absolutismus unterschrieben und die zweifellos baldigst bevorstehende politische Be- .sreiung Rußlands sichergestellt. Wir, als Teil der zielbewußten Intelligenz, begrüßen die Solidarität der Arbeitcrttasse» und stellen folgende Forderungen auf: 1. Einberufung einer gesetzgebenden Versammlung auf der Grundlage allgemeiner, gleicher und geheimer Wahl durch die Bürger und Bürgerinnen des Staates, Redesreilteit, Prcßfreiheit, Freiheit, Verbände zu gründen, Ausstände zu unternehlnen usw.; 2. Amnestie für alle Personen, welche wegen ihrer politischen und religiösen Ilcberzeugiungen in Strafe genommen sind; 3. die Zugehörigkeit zu einer beliebigen Nationalität darf die politiscfcn Rechte nicht be. einfluffen. Außerdem ist, als Garantie gegen llebergrisfe der ruf- fischen Regierung bei der steten Durchführung dieser Forderungen, zu allererst eine algemeine Volksmiliz zu schaffen, in deren Reihen alle zielbewußten Bürger die Verwirklichung unserer Forderunge« erkämpfen können. Indem wir die Bedeutung des historischen Augenblicks erkenne», indem Rußland aus der Periode der Gährung in die offene Revokutto« tritt und alte nur ein Ziel vor Augen haben, können wir die Studien nicht fortsetzen und stellen dieselben bis zum 13. September ein. Bis dabin werden die Ereignisse neues Material zur Löstmg der Frage geben." Die Reiolution wurde mit 3000 gegen 50 Sttmmen angenonnne«. Die Opposirion wollte eine Gegenven'ammkung abhalte«, die aber nicht zu stände kam. Vor dem Schluß der Versammlung wurde ein großes Bildnis des Kaisers, das in: Saal hing, heruntergeholt und zerrissen und rote Fahnen wurden entfaltet. Die Versammlung ging um 7 Uhr abends ohne weitere Zwischenfälle auseinander. l�et�re I�admcbten und Oepefcde«. Folgen des Bergarbeiterstreik«. Alteneffen. 20. Februar.(W. T. B.) Der Gewerkverem der christlichen Bergarbeiter hat, um eine bessere gewerkschaftliche Propaganda entfalten zu können, in einer Sitzung des Borstandes beschloffen, den Sitz des Verbandes nach Essen zu verlegen und sechs neue Gcwerkschaftsbeamte anzustellen. Breslau, 20. Februar.(W. T. B.) Die„Schlesische Zeitung" meldet, die Ausfuhr von Kohlen nach Rußland über und nach Sosnowice sei bis auf weiteres eingestellt worden. Braunschweig, 20. Februar.(W. T. B.) Am Schwarzen Brett der Technischen Hochschule ist heute eine von sämtlichen Professoren unterzeichnete Erklärung angeschlagen. Dieselbe betont, daß der Streit an der Hochschule auf Mißverständnisse zurückzuführen sei und erkennt an, daß die Frage der Zulassung der Ausländer einer Neuregelung bedarf. Tann wird erklärt, daß die Professoren i« vollem Umfang für die Wahrung der akademischen Freiheit ein- treten; sie erkennen der Studentenschaft das Recht zu, in ihren Versammlungen zu akademischen Tagesfragen Stellung zu nehmen. Wünsche und Beschwerden zu äußern und sie zur Kenntnis der Organe der Hochschule zu bringen, soweit dies in angemessener Form geschieht, ebenso das Recht, mit der Studentenschast anderer Hoch- schulen in Meinungsaustausch über studentische Tagesfragen z» treten. Budapest. 20. Februar.(W. T. B.) Wie verlautet, wird der stühere Ackerbauminister Daranhi zur Audienz beim König berufen werden; es heißt sogar, er werde mit der Bildung eines Uebergcmgs- Ministeriums betraut werden. Brüssel, 20. Februar.(W. T. B.) Das Appellgericht sprach mittag das Urteil in dem Prozeß wegen der Hinterlassenschaft drr König«« Henriette. Der Gerichtshof bestätigte das erste Urteil. welches dahin entschieden hatte, daß die fürstlichen Heiratskontratte zugleich politische Verträge darstellten; daher seien die Kläger, welche die Nichtigkeitserklärung des Heiratsvertrages König Leopold II. be- autragt hatten, abzuweisen Die Komödie der Hullkommission.. Pari«, 20. Februar.(W. T. B.) Die Hullkommission hat m der vergangenen Woche mehrere geheime Sitzungen abgehalten. Wie die„Agence Havas" meldet, glaubt man, die Kommission werde dahin erkennen, Admiral Roschdjestwensky habe sich«n Gefahr glauben können und sein Verhalten könne deshalb nicht als tadelnS. wert erkannt werden. Von der von Rußland übernommenen Ver- pflichtung betreffend die Zahlung von Entschädigungen werde die Kommission Akt nehmen. Freiherr von Spann werde die Schluß» folgerungen ausarbeiten und sie Ende dieser Woche der Kommission unterbreiten; die Schlußfolgerungen würden darauf der englischen und der russischen Regierung amtlich mitgeteilt»erden. In der nächsten Woche werde dann die Kommission zu einer öffentlichen Sitzung zusammentreten, in der die Verlesung der Schluß- folgerungen vorgenommen werden solle._• «««stw.Rtdatt.! PaulBiittner, Berlw. Fnf«»t»p«antiv.(mit Ausnahme der.ReueWett"-Vellage): Th. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts vuchdr.« BerlagsanstPaul SingerchCo., Berlins V. Hierzu X Beilage«-«. U»tertz«lt«««»»l. Nr. 44. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 21. februar 1905. Reichstag. 143. Sigung vom Montag, den 20. Februar 1905, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Bei Beginn der Sigung nur Kommissare; später Graf Posadowsky, Freiherr v. Richthofen. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Handelsverträge mit Italien, Belgien, Rußland, Rumänien, der Schweiz, Serbien und mit Desterreich- Ungarn, sowie des Viehseuchen- Uebereinkommens mit Defter reich Ungarn. Präfident Graf Ballestrem P erklärt zur Frage der geschäftlichen Behandlung der Vorlage, daß er die einzelnen Teile der einzelnen Verträge aufrufen würde und für den Fall, daß keine Wortmeldung vorliege, feine besondere Abstimmung verlangt und auch keine Resolution vorgeschlagen werde, fie für angenommen erklären werde. att. An diesen Vorschlag schließt sich eine Geschäftsordnungsdebatte würde Desterreich dasselbe auch nicht tun. Aber abgesehen von diefen formellen Gründen haben wir auch aus sachlichen Gründen alle Veranlassung, diese Differenzierung nicht eintreten zu lassen, weil die ostdeutsche Müllerei- Industrie ein dringendes Interesse hat, daß an dem Verhältnis nicht im geringsten geändert wird. Als Berichterstatter bemerkt Abg. Dr. Spahn( 3.), daß, um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, er betonen müsse, daß Abgg. Graf Kanit und Graf Schwerin in der Kommission durch Krankheit und ähnliche Umstände verhindert gewesen sind. der Verhandlungen zu umfangreich war. fam das nicht so zum Ausdrud, weil das Material Schriften und Kernsprüchen, die aber hauptsächlich Bilder enthalten, hat = Abg. Schlumberger( natl., auf der Tribüne total unverständlich) Ich habe mich gewundert, daß selbst solche Herren, die kürzlich scheint über die Wirkung der Zölle auf die Mülhausener Industrie erklärt haben, daß ihnen jede Verkehrsfeindschaft fernliege, solche zu sprechen. Vorschläge gemacht haben. Ich konstatiere, daß der Staatssekretär Bosadowsth durch die Aufhebung des Identitätsnachweises die Ein- daß die füddeutschen Weinbauern in einem Jahre 50 Prozent des Abg. Kaempf( frf. Vp.): Der Abg. Wolff hat auf den Vorhalt, fuhrscheine zu Ausfuhrprämien geworden sind.( Graf Posadowsty Grundwertes an ihrem Wein verdient hätten, entgegnet, daß sie winft ab.) Ich glaube mich nicht zu irren, Herr Staatssekretär, dafür sechs Jahre lang gar nichts verdient hätten. Aber schon der denn ich habe es mir sogleich notiert. Ferner möchte ich an den selige Adam Riese hat gewußt, daß sie dann im Durchschnitt der Herrn Staatssekretär eine Frage richten. Die Preshefefabrikanten legten sieben Jahre noch immer eine Verzinsung von 71% Prozent richten Anfragen an mich, ob die Gerste, die sie beziehen ihres Grundwertes verdient haben.( Jronisches Sehr richtig! rechts.) und die ja durchschnittlich weit weniger als 65 Kilogramm wiegt, In dem bisher geltenden Tarife sind die Zölle mit Gulden einjetzt als Malzgerste verzollt werden muß. Allerdings wird diese gesetzt, aber zuzüglich 20 Prozent Goldagio bezahlt worden. In Gerste bermälzt, aber nicht zu Malz, sondern zu etwas ganz anderem. Sem neuen Handelsvertrage sind sie mit Kronen eingesetzt. Werden Diese Fabrikanten finden die geeignete Gerste nicht genug im Inland von jetzt an die Zollfäße nach Kronen netto berechnet? und find in außerordentlicher Sorge. Staatssekretär Graf Posadowsky: Bezüglich der Frage nach dem Ich möchte betonen, daß speziell durch den österreich Unterschiede zwischen Bilderbüchern und Druckschriften entgegne ich, ungarischen Handelsvertrag die deutsche Industrie im höchsten daß dieser nicht festgelegt ist. Ich nehme aber an, daß, wenn Bücher Abg. Dr. Spahn( 8.) schlägt vor, Bei den die Reihenfolge der Grade geschädigt wird. Kommissionsverhandlungen mit längeren Erzählungen zollfrei bleiben, solche mit kürzeren Beratung der einzelnen Verträge zu ändern und zwar mit dem Vertrage mit Desterreich- Ungarn zu beginnen, weil er Es herrschen übrigens einer Verzollung unterliegen. Dem Abg. Kaempf erwidere ich, daß gewissermaßen die Grundlage für sämtliche Verträge bilde. Jest berechtigte Klagen, daß das dem Reichstage und der Kom- der bisherige Aufschlag für das Goldagio in den neuen Zollsäzen stehe er zuleht, weil er gulegt abgeschloffen sei. Aber in Wirklichkeit mission unterbreitete Material unzulänglich ist, weil die autonomen bereits ausgedrückt ist. beruhen sämtliche übrigen Verträge auf ihm. Außerdem lassen sich Sätze des österreichisch ungarischen Generaltarifs nicht angegeben Abg. Gothein( frs. Vg.) schließt aus den Erklärungen des Staatsgerade die Fragen, die erörtert werden müssen, bei ihm am besten waren. Dieser autonome Tarif ist bisher weder in Desterreich noch sekretärs, daß nach seiner Auffassung die Einfuhrscheine Exportverhandeln. Soweit es sich um gleichartige Bofitionen handelt, oder vielmehr Nicht- Berichterstatter( Heiterkeit) Graf Kanitz bei den in Ungarn Gesetz geworden. Gerade der heutige Berichterstatter prämien enthalten. kann dann auch auf die anderen Verträge übergegangen werden. früheren Handelsvertrags- Debatten es mit den stärksten Worten ver- v. Böhlendorf( f.), der gegen den Abg. Schlumberger polemiſiert, Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Aigner( 3.) und des Abg. Anschließen Desterreich- Ungarn die Beratung des Vertrages mit Rußland, urteilt hat, daß der schweizerische Generaltarif noch nicht Gesetz schließt die Debatte über den Artikel 1 des deutsch- österreichischen der auch die Bedingung fitr die anderen Verträge ist. Daran war. Heute findet er nichts dabei. Mal so, mal so.( Heiterkeit.) Handelsvertrages. schlösse sich dann die Erörterung der übrigen fünf Handelsverträge. die Beratung außerordentlich nachteilig gewesen. Wir mußten uns die deutschen Rollsäge enthält. Die Titel 1-625 werden debattelos Die Unübersichtlichkeit des Materials ist in der Kommission für Es folgt die Beratung der Anlage A zu diesem Artikel, welche Abg. Singer( Soz.): Der Vorschlag des Abg. Spahn hat unsere darauf beschränken, einzelne Pofitionen, die uns zufällig auffielen, erledigt. Bu Titel 626/27( rohes und bearbeitetes Holz sowie MöbelBilligung. Ich möchte hier aber noch eine andere Frage an den herauszugreifen. Aber dann fagten wir uns: Welchen Zived hat es teile) führt Abg. Wallau( natt.) Klage darüber, daß der Zoll auf Bräsidenten richten, nämlich, ob er beabsichtigt, über die Verträge überhaupt noch, auf einzelne Positionen einzugehen, wenn bis rohes Holz höher sei als der für Möbel. Dadurch müsse die Möbeleinzeln eine Abstimmung herbeizuführen. Die Frage ist schon in diefem Momente wichtig, weil schon Meinungsverschiedenheiten darüber nächsten Donnerstag, doch der ganze Handelsvertrag unter industrie geradezu vernichtet werden. Er hoffe aber, daß dieser aufgetaucht sind, ob über die Verträge einzeln oder nur im ganzen Dach und Fach iſt?( Sehr gut! links.) was für einen Zwed Irrtum fich noch nachträglich werde gut machen lassen; das sei der abgeftimmt verden darf. es noch zu reden, tvo das Volk doch in so furzer legte Hoffnungsschimmer einer jungen, aufblühenden Industrie. Präsident Graf Ballestrem: Ich werde so verfahren, wie es die Beit sich über das, was ihm zugemutet wird, nicht mehr Anlage B enthält die österreichischen Zollsäge. Geschäftsordnung für die zweite Lesung vorschreibt. Ich werde über die orientieren kann! Ein Vertreter der Mehrheitsparteien gestand, daß Zu Titel 568( Silberarbeiten) bedauert Abg. Lucas( natl.), baß einzelnen Artikel und, soweit es verlangt wird, auch über die selbst für den, der 16 Stunden täglich auf das Studium der Handels- es den deutschen Unterhändlern nicht gelungen sei, die österreichischen einzelnen Pofitionen verhandeln lassen und diefe, wenn keine verträge verwendet hätte, es unmöglich sei, eine Uebersicht über das Bölle auf der Höhe zu halten, die sie im alten Handelsvertrage besondere Abstimmung berlangt wird, Maß der Verschlechterung unserer Exportindustrie zu erhalten. Daher hatten. Die Erhöhung treffe die Industrie, die im Jahre 1891 für für die zweite Lesung tam es, daß in der Kommission viel über landwirtschaftliche Produkte eine Million, im letzten Jahre aber für neun Millionen ausführte, als angenommen erklären. Eine Gesamtabstimmung fann erst in Dritter Lesung stattfinden. Wenn daher z. B. Mitglieder des Reichs- und unseren Tarif, aber wenig über die industriellen Produkte und sehr schwer, vielleicht tödlich. tages dem Ausdruck geben wollen, daß fie gegen einen einzelnen den Tarif gesprochen wurde. Selbst über die Vertragssätze, die Ein Regierungsvertreter bittet, nicht zu vergessen, welche Zu ihre gerade Branchen betreffen, Vertrag sind, so müssen sie dies durch Abstimmung bei der grundfind fich die Ver- geständnisse Desterreich gemacht habe. Die Metallindustrie, die auch und des Handels Legenden Pofition, also bei derjenigen, zu der Anlage A und B freter der Induſtrie noch nicht klar. große Verbesserungen des status quo erreicht hat, kann die bedauergehören, tun. Dann tönnen sie nachher bei der dritten Lesung doch Die Mitteilungen der Zeitungen, insbesondere die unübersichtlichen liche Erhöhung vielleicht noch am leichtesten ertragen. für die gesamten Verträge stimmen, wenn sie das große Werk nicht haben sie irregeführt. So werden wir hier über Verträge ab redners beweisen, müßten die Nationalliberalen gegen ihr eigenes Zusammenfassungen in der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" Abg. Singer( Soz.): Wie die Ausführungen des Herrn Vorgefährden wollen. Abg. Sattler( natl.): Wir erklären, daß wir dem Vorschlage stimmen, von denen die große Mehrheit des Hauses nicht weiß, was Bert stimmen, wenn sie ernstlich die Interessen ihrer Wahltreise darin steht. Die Mitglieder der Mehrheitsparteien werden der berücksichtigen wollen. Der größte Teil der deutschen Industrie ist Präsident Graf Ballestrem: Da nur zustimmende Erklärungen Parole ihrer Führer folgen und glauben, damit ihre Schuldigkeit mit wenigen Ausnahmen einseitig agrarischen Interessen geopfert zu dem Borschlage des Abg. Spahn abgegeben sind, schließe ich sicken Bände hineinzulesen? Beim Fehlen jedes Materials, beim große Freude darüber empfinden, wenn den Herren von der getan zu haben. Was hülfe ihnen auch der Versuch, fich in die worden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich werde mich demselben an. Ich werde also erst den österreich- ungarischen Fehlen jeder fachlichen Begründung wäre es ihnen doch unmöglich, nationaliberalen Bartei, die sich ja nunmehr völlig als Agrarier Vertrag mit dem Biebfeuchen- Abkommen, dann den russischen Vertrag und dann die übrigen zur Verhandlung bringen. sich ein Urteil zu bilden. fühlen, von ihren Wählern flar gemacht wird, daß sie nicht zur Vertretung einseitig agrarischer Interessen hierher geschickt worden sind. Wenn der Herr Vorredner Trost darin findet, daß von dem österreichischen autonomen Tarif etwas abgehandelt sei, so ber. gißt er, daß so wie Deutschland nach den Worten des Herrn Staats. sekretärs des Innern seinen autonomen Tarif nur als Rüstzeug für Rompensationen aufgestellt hatte, auch Desterreich einen Tarif aufgestellt hat, an dessen Inkrafttreten niemand gedacht hatte.( Sehr richtig! 6. d. Soz.) Jch begreife ja, daß die Unterhändler sich gegen den Vorwurf wehren wollen, sie hätten die Interessen der Industrie nicht wahrgenommen; wir machen ihnen auch keinen Vorwurf, denn sie sind mit gebundenen Händen an die Arbeit gegangen.( Sehr Staatssekretär Graf Posadowsky: Herr Gothein kann sich darauf richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diejenigen, die den Tarif anverlaffen, daß ich gern geneigt wäre, ihm eine Freude zu machen; nehmen, ohne ihn zu kennen, ohne ihn durchzuberaten, ohne zu wissen, Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich habe ausdrücklich zu leider aber bin ich nicht in der Lage, seine Auffassung von meiner was darin steht, haben der Regierung den Weg geebnet, dessen Vererklären, daß die österreich ungarische Regierung ihre Refattien Erklärung über die Einfuhrscheine als richtig anzuerkennen. Im folgung notwendig die Intereffen der Industrie aufs schwerste zu ( Frachtvergütigungen) für Malz fallen lassen wird unter Anfang meiner Erklärung heißt es wörtlich: Desterreich hat bei fchädigen. Wenn jene Herren, die jetzt über diese Schädigung flagen, der Voraussetzung allerdings, daß auch unsererseits feine den Vertragsverhandlungen derart gegen das Einfuhrschein- System nun ihr warmes Herz für die Industrie und die Arbeiter entAlenderung in dem bestehenden Zustande der Eisenbahntarife ein angekämpft, daß unmöglich angenommen werden fann, Desterreich decken, fo tönnen fie dies nicht besser dokumentieren, tritt. Ich habe ferner zu erklären, daß wir unsere Rechte aus der würde nun selbst zu einem solchen System übergehen. Sollte Defter als daß sie die Verträge ablehnen.( Lebhaftes Bravo! bei den Viehfeuchen- Konvention in dem Umfange ausüben werden, der zum reich wider Erwarten ein Einfuhrschein- System einführen, welches Sozialdemokraten.) Schute der deutschen Biehbestände notwendig ist. Ich habe schließlich Ausfuhrprämien in sich schlösse, so würden wir unserseits, falls der zu erklären, daß wir alle die zum niedrigen Sag eingehende Gerste Reichstag dem zustimmen sollte, zu der Einführung entsprechender Senaturieren werden, sobald der geringste Zweifel bestehen wird, ob Ausfuhrprämien übergehen. sie zum Bermälzen gebraucht werden soll.( Beifall rechts und in der Mitte.) des Kollegen Spahn beitreten. Auf der Tagesordnung steht also zunächst der österreich- ungarische Handelsvertrag and zwar Artikel 1, zu dem Anlage A und B gehören. Da der Berichterstatter Graf v. Kanit nicht anwesend ist, gibt Abg. Dr. Spahn den Bericht der Kommission. Da die Abgg. Dr. Heim( 8.) und Ofel( 3.) nicht anwesend find, 1( 3.) nid erhält das Wort Abg. Hufnagel( f.). Er führt Klage über die Frachtermäßigungen, die Desterreich- Ungarn den zu exportierenden Agrarproduften gewährt, und wünscht von der Regierung bindende Erklärungen darüber, wann sie nach der Biehsenchen- Konvention die Voraussetzung bon Grenzsperren als gegeben ansehen wird. " Der Redner legt dann im einzelnen dar, welch schwere Schädigung einzelne Industriezweige durch den Vertrag mit DesterreichUngarn erlitten, z. B. die Stickerei, die Wirkwaren, die Spigen, die Bosamenten, die Hut, die Tapetenindustrie, die Fabrikation von Binseln und Bürsten usw. Am allerschlimmsten sind die Luruspapeterien betroffen, doch ich will schließen, es hat ja teinen Zwed mehr, hier Bofition für Bofition durchzugehen und nachzuweisen, wie schwer die einzelnen Zweige unserer Industrie geschädigt sind. Die Folge dieser Handelsverträge mit ihrer zwölfjährigen Dauer fann nur die fein, daß ein Teil der Industrie gezwungen sein wird, über die Zollgrenzen auszuwandern.( Bravo! links.) Herr Abg. Gothein hat bezweifelt, daß die österreich ungarische Regierung überhaupt in der Lage wäre, ihre Erklärung Abg. Dr. Heim( 3.): Der Staatssekretär hat erklärt, daß Defter- auf Abschaffung der Refaktien durchzuführen. Ich bemerke zunächst, reich seine Refattien für Malz aufgeben wird. Wie aber steht es daß ein großer Teil der österreichischen Bahnen, soweit sie nicht mit den Refattien der anderen Produkte? Und woher wird unsere Staatsbahnen sind, unter Staatsverwaltung stehen. Außerdem hat Regierung erfahren, ob in Desterreich Refattien bestehen oder nicht? die österreichische Regierung erklärt, wie sie die Abschaffung der Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich kann nur die Erklärung Refattien erreichen werde, sei ihre Sache. Bei folchen Verhand wiederholen, die ich in der Stommiffion abgegeben habe: daß, wenn lungen muß der alte deutsche Rechtsgrundsatz gelten: Hand muß die österreich- ungarische Regierung in irgend einer Weise für Ge- and waschen. Wir müssen der österreichischen Regierung die Vertreide, Malz, Gerste usw. Exportprämien einführen sollte, wir durch- antwortung überlassen, wie sie ihre Zusage einhält. aus frei sind, entsprechende Gegenmaßregeln zu ergreifen. Wann wir Weiter bemerke ich Herrn Gothein gegenüber, daß wir zweifellos diese ergreifen würden, darüber habe ich keine Veranlassung, mich berechtigt sind, Gerste, die nach unserer Auffassung geeignet wäre, jezt zu äußern. Nach den Verträgen über den Eisenbahn- Fracht als Malzgerste verwendet zu werden, die aber zu niedrigem Zollfaz verkehr sind geheime Refaltien überhaupt verboten. Es ist ausgefchloffen, daß Oesterreich- Ungarn gegen diese Abmachung verstößt. Wenn aber Desterreich- Ungarn offen Refaktien einführt, so werden wir das tun, wozu wir berechtigt und durch den Vertrag nicht gehindert sind.( Beifall rechts und im Zentrum.) abgefertigt ist, zu denaturieren. Ob man der Preshefe- Fabrikation in irgend einer Weise entgegenkommen kann durch Zollkontrolle usw., muß Gegenstand weiterer Erwägungen des Reichsschaamtes sein. Herr Gothein hat dann unter anderem von einer schweren Schädigung der Pinselindustrie gesprochen. Demgegenüber fonstatiere Abg. Dr. Semler( natt.): Unsere Haltung zu den Verträgen ich, daß die Pinfelfabrikanten selbst es dankbar anerkannt haben, ivar von vornherein eine freundliche, denn unsere Politik ging feit daß die Regierung eine Verbesserung ihrer Position erstrebt und teil Jahren trotz aller Angriffe von rechts und von links dahin, seitdem weise auch erreicht habe.( Hört! hört! rechts.) man die Wirkung der Capribischen Handelsverträge übersehen konnte: Abg. Wolff( Wirtsch. Vgg.): Der Weinzoll, der Gerstenzoll, die einmal größeren Schutz für die Landwirtschaft eintreten zu laffen Viehzölle find vollkommen unzureichend für die Befriedigung der und zweitens die Kontinuität der Handelsvertragspolitik auf Lebensbedürfnisse der süddeutschen Landwirtschaft. Und die Viehrecht zu erhalten und zwar eines nicht ohne das andere. feuchen- Konvention stellt für sie trotz der Erklärungen des StaatsGewiß haben die Verträge auch Nachteile, jowohl für die fefretärs eine ernste Bedrohung dar. Immerhin erlauben uns die Landwirtschaft in Bayern, als auch für die Industrie. Das ist aber bestimmten Erklärungen des Staatssekretärs hier im Plenum, dem unbermeidlich, alle Wünsche können unmöglich befriedigt werden. Vertrage zuzuftimmen.( Bravo! rechts.) Sollte es sich herausstellen, daß die Industrie schwer geschädigt wird Abg. Barbeck( D. Vpt.)( Bei der im Hause herrschenden durch die Berträge, so werden wir dafür Sorge tragen, daß dieser Unruhe unverständlich) spricht über den Hopfenzoll. Schaden repariert wird.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Für Abg. Ofel( 8.): Ich muß dem Abg. Gothein darin zustimmen, den Augenblick nehmen wir diese Verträge ant. Die Er daß das uns vorgelegte Material völlig unzulänglich war. Leider Klärungen der Regierung in der Kommission haben uns hat aber Abg. Gothein in der Stommiffion etwa 40 Prozent alles befriedigt, ihr Bestreben ist mit Erfolg dahin gegangen, Gesprochenen allein gesagt. Ich erkläre, daß heute tatsächlich die Härten nach Möglichkeit auszugleichen. Im ganzen ist die Industrie ein Recht hat, fich benachteiligt zu fühlen. Aber 1892 hat Landwirtschaft, troß einzelner Klagen, bevorzugt. Aber ein Ein- die Landwirtschaft die Beche bezahlen müssen. Doch ist sie auch in fichtiger wird ihr das nicht mißgönnen. Wir geben dieser Gefeß den gegenwärtigen Verträgen, was den Schutz des Viehs anbelangt, gebung, deren Grundlage der österreichisch- ungarische Handelsvertrag noch schlecht genug weggekommen. Ich konstatiere, daß gerade die ift, unsere Zustimmung und hoffen, daß dafür gelegentlich auch die jenigen Herren, von denen man einen Schutz der Landwirtschaft erIndustrie wieder Vorteile durch die Gesetzgebung erhält. Das ist warten sollte, die Herren Grafen Kanig und Schwerin, uns hier in wahre nationale Politik.( Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) der Kommission im Stich gelaffen haben. legende Position I des Artikels 1, die die Einführung der in den Die auf Antrag Singer namentliche Abstimmung über die grundAnlagen A und B enthaltenen beiderseitigen Tarife vorsieht, ergibt 192 Stimmen dafür, 53 dagegen, bei 8 Enthaltungen. 3 Die Bofitionen II- VI des Artikel 1, ebenso die Artikel 2-8 werden ohne Debatte angenommen. Desterreich- Ungarn. Zu Artikel 1 bemerkt Zur Debatte fommt das Viehfeuchen- Uebereinkommen mit Interessen des süddeutschen Bauernstandes nicht genügend geschützt. Abg. Hilpert( Bayr. Bauernbd.): In dieser Vorlage find bie wir müssen das der Reichsregierung flar machen. Anschauungen hat die Reichsregierung ja schon bekommen, aber man Etwas andere muß mit Schiller sagen: Wie wenig ach, hat sich entfaltet, Dies wenige, wie flein und farg, Wie schön war diese Welt gestaltet, Als noch der Keim die Knospe barg. ( Große Heiterkeit.) Abg. Helb( natl.): Die Borlage bereitet manchem eine Ents täuschung, ist aber doch ein großer Fortschritt für die 20 Millionen landwirtschaftlicher Bevölkerung, die vornehmlich von der Viehzucht leben. Hierauf wird Artikel 1 und der Rest des Abkommens ohne weitere Debatte angenommen. Zur Debatte kommt der Arbeitsrussische Handelsvertrag. Abg. Eickhoff( frs. Vp.): Der Bundeskommissar erklärte, daß die Interessen der Kleineisen- und Stahlindustrie im Vertrage mit Ruizland sehr genau wahrgenommen wären, mit dem Erfolg, daß die bisherigen Säge teils aufrecht erhalten, teils mur um einen geringen Betrag erhöht feien. Hiergegen muß man den lebhaftesten Widerspruch erheben. Nur ganz wenige Positionen sind dieselben geblieben; die meisten sind erhöht und zwar zum Teil zu einer geradezu prohibitiv wirkenden Höhe. Es gilt, fräfte, welche in Generationen ausgebildet sind, zu schützen. Die deutsche Industrie wird nicht von heute auf morgen ihren Export einstellen. Aber eins wird sicher die Folge sein: Die Auswanderung der deutschen Industrie. Nicht nur die Handarbeiter, sondern auch die Kopfarbeiter müffen ins Ausland gehen. Eine Liste der russischen Industriellen beweist, daß es schon heute großenteils deutsche Namen sind. Aber nur kapitalfräftige Firmen fönnen auswärtige Filialen gründen. Die fleinen und mittleren leiden schwer. Die Remscheider Kleineisen- Industrie ist schwer getroffen. Viele Remscheider KleinAbg. Gothein( fri. g.): Ich habe nicht die Absicht, dem Herrn( Reichetangler Graf Bülow betritt den Saal.) Borrebner auf das Feld der Generaldebatte zu folgen, da ich die Die endgültige Stellungnahme meiner Freunde kann ich heute industriellen werden in das Heer der Lohnarbeiter herabgestoßen Stimmung im hohen Hause so verstanden habe, baß die General- noch nicht sagen. Wären wir in der Lage, ben österreichischen Verwerden. Diese Handelsverträge sind teine Verträge über den Handel, debatte für die dritte Lesung verschoben werden soll. Eine Diffe- trag allein abzulehnen, so würde ich es unter allen Umständen tun. sondern, wie schon Abg. Kaempf gefagt hat, gegen den Handel. renzierung der Frachten ist von agrarischer Seite veranlaßt worden. Ich muß es als eine Schlauheit des Herrn Reichskanzlers bezeichnen,( Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) Der Staatsjefretär hat erklärt, das wäre unmöglich. Wenn wir daß er diesen mit den anderen sechs zusammen eingebracht hat. amfer Frachtverhältnis nicht zugunsten Desterreichs ändern, dann( Beifall im Zentrum.) Geheimrat Lufensty erklärt, im großen und ganzen feien aber die Bölle auf Produkte der Kleineisenwaren- Industrie nicht erhöht. WBg. Dr. Müller- Saga»(frs. Vp.): Es fragt sich, ob die Re- yierungsvertretcr immer von den richtigen Vertretern der Kleineisen- industne beraten lvorden sind; das scheint mir zweifelhaft, da die Interessen dieser Industrie in vielen Beziehungen im Tarife schlecht gewahrt worden sind. sSehr richtig! links.) Geheimnat Lusensky betont, daß er im vorigen Sommer in einer größeren Versammlung der Interessenten der Kleineiseu- industrie eingehend über den Tarif verhandelt habe. Dort seien durchaus sachverständige Interessenten vertreten gewesen. Abg. Dr. Potthoss sfreis. Vereinig.): Die Landwirte hatten es berhältuismäßig leicht, die Verträge zu übersehen, aber für die Interessenten aus der Industrie hat die Regierung das Verständnis der Verträge dadurch erschwert, daß drei Tage nach ihrer Einbringung noch keine Exemplare zu kaufen waren. Die Auszüge in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" waren so euphemistisch, daß sie mehr zur Irreführung als zur Aufklärung der Interessenten dienten. Wenn Erwerbsgesellschaften in dieser Weise ihre Bilanz aufstellen würden, so würden sie Gefahr laufen, mit dem Strafrichter in Konflikt zu kommnn. Für die Eisen- industrie gewährt der russische Vertrag keinerlei Ermäßigungen, während die Stahlwaren-, die Maschinen- und Textilindustrie durch die erheblich erhöhten Zölle schwer geschädigt wird. Dazu kommt, daß Rußland die Zollsätze noch durch seine Eisenbahntarife erhöhen kann. Unsere Unterhändler haben da kein.besonderes Geschick bewiesen. Die Bindung auf 12 Jahre halte idpgerade für die erhöhten Zölle für sehr gefährlich. Wenn unsere Zollpolitik unter dem Schlagworte des Schutzes der nationalen Arbeit eiuhermarschiert, so entspricht der russische Vertrag diesem Schlagworte nicht.(Beifall links.) Präsident Graf Ballestrem teilt mit, daß vom Abg. Schmidt- Elberfeld(frs. Vp.) über Artikel 1 des russischen Vertrages nament- liche Abstimmung beantragt worden sei. Abg. Schmidt- Elberseld(frs. Vp.): Ueber den Artikel Schaf- scheren scheint überhaupt nicht verhandelt zu sein, denn hier ist der Satz des autonomen Tarifs beibehalten worden(Hört I hört l links), obgleich die �russische Regierung gar kein Interesse an dieser Zoll- Position hatte. � Das ist unerhört.(Beifall links.) Abg. Scheidemann(Soz.): An den Zöllen der Kleineisenindustrie hat besonders auch die Solinger Gegend ein lebhaftes Interesse. Die Solinger Handelskammer hat erklärt, die Industrie sei durch diese Zölle geradezu gezwungen, auszuwandern. Ich will es offen aussprechen: Unsere ganze Rederei heute ist für die Katze.(Große Heiterkeit.) Die Zöllner sind in der großen Mehrheit, und es ist ohne Zweifel, daß sie diese Mehrheit auch griindlich ausnutzen werden. Es ist hier viel von den Schafscheren die Rede gewesen. Ich muß sagen, diese ganzen Handelsverträge wirken wie eine große Schafschcre.(Unruhe rechts. Sehr richtig! links.) Sie schere» nicht nur die Industriearbeiter, sondern auch den gesamten Mittelstand, die kleinbürgerlichen Kreise, für die Sie angeblich ein- treten. Wenn die Industrie, um trotz der hohen Zölle konkurrieren zu können, schlechtere Ware und geringeres Gewicht liefern muß, so bedeutet das nichts mehr und nichts weniger, als daß das Ansehen der deutschen Industrie im Auslande zugrunde geht. Die Frei- sinnigen sollten nicht nur gegen diesen einen Artikel, sondern gegen die gesamten Verträge stimmen.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Geheimrat Lusensky: Wir haben dem großen Interesse, das unsere Ausfuhr-Industrie an der Herabsetzung des Schafscheren-Zolls hat, dadurch Rechnung getragen, daß wir in unseren Anträgen an die russische Regierung die Wiederherstellung des swtus quo gefordert haben. Wir haben diese Forderung auch in zweiter Lesung verfolgt und erst im letzten Moment, als wir sahen, daß wir ein befriedigendes Zugeständnis nicht erreichen konnten, haben wir darauf verzichtet. Abg. Dr. Müller-Sagan(frs. Vp.): Herr Lusensky mag es ja unangenehm empfinden, daß ihm mit der Schafschere aus den Leib gerückt wird(Heiterkeit), jedenfalls aber beweisen seine Ausführungen, daß die Regierung den Schafscherzoll für prohibitiv hält. Dannt schließt die Diskussion. Die Abstimmung ergibt die Annahme der Vertragstarife mit 198 gegen 10K Stimmen bei 4 Stimmenthaltungen. Der Rest des Vertrags wird debattelos bewilligt. Präsident Graf Ballestrem: Trotzdem wir einen Professor der Mathematik unter uns haben— man soll zwar die Privatstellung eines Abgeordneten nicht erwähnen, aber hier habe ich die spezielle Erlaubnis—, ist doch bei berj letzten Abstimmung ein Rechenfehler vorgekommen. Es haben gestimmt: mit„ja" 180, mit„nein" 61; 4 haben sich enthalten.(Große Heiterkeit.) Es folgt der Handelsvertrag mit Italien. Abg. Schlumbcrgcr(natl.) weist auf die Schädigung der Textil- industrie durch diesen Vertrag hin. Abg. Sartorins(frs. Vp.) bemängelt, daß eine Position im deutschen Tarif die Bezeichnung„Marsalawein", im italienischen diejenige„Typ Marsala" hat. Die Verschiedenheit der Bezeichnung müsse zu erheblichen Zollplackereien führen. Abg. Preiß(Elf.) erklärt, daß seine Freunde trotz einiger Mängel des Vertrages für denselben stimmen ivürden. Damit schließt die Diskussion. Der italienische Handelsvertrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Freisinnigen Bereinigung angenommen. Es folgt der Handelsvertrag mit Belgien. Abg. Dr. Pothoff(frs. Vg.): Wir erkennen an, daß der neue Vertrag mit Belgien ebenso gut ist wie der jetzige, vielleicht sogar besser und werden für diesen Vertrag stimmen. Der Vertrag wird hierauf genehmigt, desgleichen ohne Debatte der Vertrag mit Rumänien. Es folgt der Vertrag mit der Schweiz. Abg. Sartorins(frs. Vp.) äußert Bedenken gegen die Fassung mehrerer Positionen. Die Zollbeamten würden große Schwierig- leiten haben, sich durch alle Bestimmungen unseres Zolltarifs hin- durchzufinden. Es würde sich empfehlen, von unserem Zolltarif eine Volksausgabe in verständlichem Deutsch herauszugeben.(Heiterkeit.) Nach einigen Bemerkungen des Abg. Schlumberger(natl.) wird der schweizerische Handelsvertrag angenommen. ES folgt der Handelsvertrag mit Serbien. Er wird ohne Debatte angenommen. Sodann werde» die Petitionen zu den Handelsverträgen für erledigt erklärt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Es entspinnt sich eine längere GcschäftsordnungSdcbattc über die nächste Tagesordnung, in der Abg. Bebel(Soz.) es für passend erklärt, da die Mehrheit des Hauses ja doch wohl die dritte Lesung der Handelsverträge am Mitttvoch vornehmen wolle, morgen Schwerins- tag abzuhalten. Die Abgg. Sattler(natl.) und v. Kardorff(Rp.) sprechen dagegen, Abgg. Dr. Spahn(Z.), Müller-Sagan(Frs. Vp.) v. Norman«(k.) dafür. Hierauf wird der Geschäftsorduungs- Antrag Bebel gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Reichspartei mit großer Mehrheit angenommen. Dementsprechend wird für die n ä ch st e Sitzung: Dienstag 1 Uhr. die Abstimmung über den Tolerauzautrag und die Resolution Auer(Soz.) und Genossen über Einrichtung von Arbeitskammcrn und ein Reichs- Arbeitsamt in Verbindung mit Anträgen anderer Parteien über denselben Gegenstand aus bie Tagesordnung gesetzt. Schluß 7>/z Uhr._ Hb�cordnetenbaud. 143. Sitzung vom Montag, den 20. Februar. vormittags 11 Uhr. Am Ministertische: F r h r. v. R h e i n b a b e n. Die zweite Beratung des Etats wird fortgesetzt beim Etat d»S Finanzministeriums. Abg. Dr. v. Dzicmbowski(Pole) geht auf den Rückgang der Zahl der polnischen Abgeordneten iin Landtage ein. Seit 40 Jahren sei diese Zahl auf die Hälfte heruntergegangen, obgleich in vcr- schiedenen Bezirken die Deutschen nur eine geringe Minderheit der Polen gegenüber darstellten. Präsident v. Krocher macht den Redner darauf aufmerksam, daß die Wahlstatistik doch nicht mit dem Finanzminister in Verbindung gebracht werden könne. Abg. Dziembowski(Pole, fortfahrend) bekämpft sodann die Ost- markcli-Znlagen, die nicht in den Rahmen eines konstitutionellen Staates paßten. Da sei es zu begrüßen, daß der Reichstag die Ostmarken-Zulagen abgelehnt habe. Der Dispositionsfonds der Oberpräsidenteu zur Förderung des Deutschtums in den Ostmarken steigere noch die differenzielle Behandlung der Polen den Deutschen gegenüber, die seit dem Beginn der deutschen Ansiedelungspolitik stattfinde. Die Beamten im Osten würden disziplinarisch bestraft, wenn sie nicht für den deutschen Kandidaten stimmten, sie hätten also ein niaterielles Interesse daran, gegen die Polen zu stimmen. Finanzminister Frhr. v. Rhcinbaben: Die polnische Bevölkerung geht nicht zurück, sondern sie vermehrt sich in höherem Maße als die deutsche. In Posen haben die Polen seit 1S00 um 9,5 Proz., die Deutschen nur um 1 Proz. zugenommen, im Bezirk Bromberg steht der Zunahme der Polen um 12,8 Proz. die der Deutschen um 7,9 Proz. gegenüber. Auch im Westen nimmt die polnische Be- völkerung enorm zu. Die dort arbeitenden Polen bringen ihre Ersparnisse zu den polnischen Genossenschaftsbanken, und so hat sich denn in de» letzten 25 Jahren die Zahl der Mitglieder dieser Genossenschaftsbanken verachtfacht, während die Spar- einlagen jetzt das 25 fache derjenigen vor 29 Jahren betragen. Leider ist das Deutschtum im Rückgang und das Polenwm dringt vor, dank seiner nationalen Energie und seines größeren Bcvölkerungs- Überschusses. Ich bestreite, daß die Beamten disziplinarisch ge- zlvungen werden, für einen bestimmten Kandidaten zu stimmen. Aber die Beamten sind Diener des Staates und haben im Osten große nationale Aufgaben zu lösen, und mit den Beamten, welche das nicht tot, haben wir kein Federlesen gemacht und werden es auch nicht tun.(Beifall rechts.) Bei den Ansiedelungsbestrebungen handelt es sich um ein großes nationales Werk. Wir gehen nicht so weit, den Verkauf von Grund- stücken an Polen grundsätzlich abzulehnen, aber wir müssen die un- erfreuliche Situation der Deutschen verbessern und diese im Kampfe gegen das Polentum stärken. Den Vorwurf, daß unsere Beamten ein materielles Interesse daran hätten, so zu handeln, wie sie es tun, weise ich entschieden zurück. Wir sind in Preußen von den Zuständen im polnischen Reich, wo alles bestechlich war, weit entfernt.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. v. Eynern(natl.) führt aus, daß es besonders bei der jetzigen glänzenden Finanzlage Preußens nicht gerechtfertigt sei, die Städte noch höher ftir die Polizei-Ausgaben zu belasten. Finanzminister Frhr. v. Rheinhabcn: Die Erwägungen über das Polizei-Abgabengesetz find innerhalb des Staatsministermms noch nicht abgeschlossen. Ich muß aber doch gegenüber dem Abg. v. Eynern betonen, daß die Abgabenquote der Städte, die eine königliche Polizeiverwaltung haben, unter die im Gesetz vorgesehene Grenze von 33'/„ Proz. bedeutend herabgesunken ist, sie beträgt in Berlin zum Beispiel nur noch 20 Proz. der dem Staate effektiv erwachsenden Aufwendung, und der Gedanke, auf den alten Prozentsatz zurück- zukommen, liegt recht nahe. Die Eisenbahnverwultung hat infolge des Bergarbeiterstreiks einen verhältnismäßig sehr viel geringeren Ueberschuß in den letzten Monaten als in derselben Zeit des Vorjahres. Ich nehme aber an, daß diese Differenz durch vermehrte Transporte wieder ausgeglichen und der Schaden nicht sehr bedeutend sein wird. Ueber die Reform des Einkommensteuer-Gesetzes werde ich mich zu- nächst am Donnerstag in der hierfür eingesetzten Kommission äußern. Ich habe einen entsprechenden Gesetzentwurf schon ausgearbeitet und nehme an, daß er noch in diesem Jahre, wahrscheinlich im Herbst, dem Hause zugehen wird. Abg. Dr. v. Dzicmbowski(Pole) weist den Minister darauf hin, daß vor 30 Jahren auf den Kreistagen in Posen die Polen die Mehrheit gehabt hätten, jetzt hätten sie die Deutschen, ebenso sei eS auf dem westpreußischen Provinzial-Landtage. Das sei eine Folge der preußischen Gesetzgebung. Nicht die Polen, sondern die Deutschen hätten mit der Absonderung und dem Boykott begonnen. Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): Die Polen verdanken alles, was sie an Kultur besitzen, dem preußischen Staate und dem Deutschtum. Wenn bei einer Revision des Polizeikosten-Gesetzes der Nachweis erbracht wird, daß große leistungslähige Gemeinden wie Berlin nicht der Billigkeit entsprechend herangezogen werden, so muß eine Aenderung des Gesetzes im Sinne einer stärkeren Heranziehung erfolgen. Abg. v. Czarlinski(Pole) wendet sich gegen die fortwährende Erhöhung der geheimen Dispositionsfonds der Oberpräsidenten; am besten würde es sein, gar keine festen Summen in den Etat einzu- stellen, denn für die GermanisierungSzwecke werde der Minister immer offene Taschen haben. Minister Frhr. v. Nheinbaben: Die polnischen Landesteile sind unter der Aegide der preußischen Herrschaft emporgeblüht. Wenn die Polen fortwährend Klagen erheben, so verweite ich auf die chlimme Behandlung, welche in Galizien die Polen den Ruthenen zu teil werden lassen.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Friedberg(natl.): Die Warenhaussteuer hat in sozial- politischer Hinsicht ungünstig gewirkt, denn die Warenhäuser haben die Steuer aus ihre Lieferanten abgewälzt.(Sehr richtig! links.) Der Abg. v. Czarlinski ist offenbar über die Verwendung der Dispositionsfonds der Oberpräsidenten im unklaren. Sämtliche Fonds mit Ausnahme des Dispositionsfonds Seiner Majestät und des geheimen Fonds der Polizei unterstehen der Oberrechnungskammer. Die Polen scheinen ihre eigene Geschichte nicht zu kennen. Im alten Poleureich waren die Kulturzustände völlig vernachlässigt. Ich möchte den Polen sehen, dem bei uns ein Haar gekrümmt wird I Die russische Methode der Behandlung der Polen wünschen doch unsere Polen nicht. Wir sind bei dem Bestreben, das Deutschtum zu stärken, über die zulässigen Grenzen niemals hinausgegangen.(Bei- fall bei den Nationalliberalen). Abg. Rofcnow(frs. Vp.): Wir werden eine besondere Abstimmung über die Fonds, die der Polenpolitik dienen, verlangen, und wir lverden sie ablehnen, weil wir meinen, daß die preußische Politik (ich damit auf falschem Wege befindet. Berlin ist bei Fest- setzung des Polizeikosteii- Gesetzes sehr uufreundlich behandelt worden und muß jährlich fünf Millionen Polizeikosten zahlen. Man muß doch auch berücksichtigen, daß die Polizeiverwaltung nicht allein eingerichtet ist um der Stadt Berlin willen, sondern daß eine ganze Menge polizeilicher Kräfte gebraucht wird für allgemein poli- tische Zwecke. Berlin ist die Zentralstelle der politischen Polizei. Eine große Anzahl von Polizeikräften wird in einer Stadt wie Berlin— das ist ja nun einmal nicht zu vermeiden— gebraucht bei Paraden, öffentlichen Auszügen, Truppenbewegungen, für die Bewachung von königlichen Gebäuden usw. Man sollte Genieindcn, die große Knlturaufgaben zu erfüllen haben, in dieser Hinsicht nicht zu sehr belasten. Der Staat könnte hier ruhig mehr Lasten tragen. Die Positionen werden gegen die Stimmen der Freisinnigen, der Polen und des Zentrums an- genommen. Es folgt das Kapitel„Verwaltung deS Tiergartens in Berlin". Abg. Rosenow(frs. Vp.) geht auf die Frage der Besitzvcrhältniffe des Tiergartens ein. Der Finanzminister sagte im vorigen Jahre, der Tiergarten sei ein Jagdterrain der Kurfürsten von Brandenburg gewesen. Meine Behauptung, daß der Tiergarten von der Stadt Berlin geschenkt worden ist, konnte nicht widerlegt werden. Ich gestatte mir, auf eine Schrift des Stadtrats Friedet hinzuweisen, worin ausdrücklich gesagt wird, daß sich die Stadtgemeinde dem Laudcsherrn und Fiskus gegenüber in der denkbar freigebigsten und loyalsten Weise benommen hat, ohne in diesen speziellen Fällen im geringsten bis jetzt dafür eine Vergeltung empfangen zu baben. Es sei zunächst daran er- innert, daß ein recht wichtiger Teil des eigentlichen(großen) Tier- gartens von feiten unserer Vorfahren dem Herrscherhauie bezw. dem FisluS geschenkt worden ist. Es war dies gerade der wertvollste Teil, nämlich derjenige, der zunächst vor der Stadt Berlin(damals Cölln an der Spree) nach dem Fredrichswerder zu lag. In einer Urkunde vom 13. Rai 1527 bekennt der Kurprinz, spätere Kurfürst Joachim II., dafr'hm Bürgermeister, Rat, GeWerke und ganze Gemeinde den nötigen Platz zu einem Tier- und Lust- garten vergönnt und gutwilliglich zu eigen eingeräumt und abgetreten, wofür er ihnen in Gunst und Gnaden billig dankbar sein werde. Er verspricht auch für sich und seine Erben und Nachkommen, daß, soweit das überlaffene Gelände nicht mehr zum Tier- und Lust- garten benutzt werden sollte, das Eigentum wieder an die Stadt- gemeinde zurückfallen solle. Daß letzteres bei den vielfachen Ver- anderungen, die der Tiergarten erlitten hat, auch nur teilweise ge- schehen sei, wird niemand behaupten können. Im Gegenteil hat sich der Fiskus, sobald er hier Straßen anlegte, bis zum 1. Januar 1876 immer als Eigentümer des aus altem städtischen Besitz herrührenden Straßenlandes geriert, und niemals ist seiner Bestimmung entzogenes ehemaliges Tiergartenterrain ohne Entschädigung an die Stadt- gemeinde Berlin zurückgefallen. Fast noch eigenartiger und charakteristischer liegen die Verhält- nisse des sogenannten kleinen Tiergartens auf der rechten Spree- seite. Dieser, der früher viel größer war als er heut ist, ist ein Teil der seit unvordenklicher Zeit freies Eigentum unserer Stadtgemeinde gewesenen großen berlinischen Stadtheide, welche sich einstmals etwa von Monbijou und der Friedrich- Wilhelmstadt bis nach der Jungsemheide erstreckt. Da die Landes- Herren ihr Wild, welches vom großen Tiergarten über die Spree nach der städttschen Heide auf dem rechten Ufer wechselte, sich zu erhalten wünschten, so hatten sie schon lange ein begehrliches Auge auf diese Heideparzellen geworfen. Im Jahre 1656 wurde nun, um dem Großen Kurfürsten gefällig zu sein, vom Magistrat von Berlin der kleine Tiergarten bereitwilligst an die landesherrliche Domänenkanimer abgetreten. Allerdings hat der Landesherr dafür ein Aequivalent zu geben versprochen, auch deshalb den damaligen Ingenieur Meinhard mittels Dekret vom 20. Mai 1655 anbefohlen, solches auszumessen, und dem Obersorstmeister anbefohlen, so viel Holz aus der Jungfernheide dem Magisttat von Berlin zu überweisen, als ihm im kleinen Tiergarten abgetreten wurde. Es ist aber bei diesen Versprechungen geblieben und der Berliner Stadtsyndikus Wackenroder bemerkt in einem Verzeichnis des Besitztums von Berlin im Jahre 1771 mit Bettübnis, daß, obwohl oftmals nach der bezeichneten Richtung hin alleruntertänigste Ansuchen vorgebracht seien, dennoch denselben keine Folge geleistet worden sei und er schließt mit den Worten: „Jnmittelst erhellt hieraus, daß ein großer Teil des könig- lichen Tiergartens städtischer Grund und Bodens sei." Die Dokumente darüber befinden sich im Archiv der Stadt Berlin und bei der königlichen Staatsregierung selbst. Der Finanz- minister wird mir zugeben müssen, daß es auf Wahrheit beruht, wenn ich damals gesagt habe, die Stadt Berlin sei immer sehr frei- gebig in bezug auf die städttschen Parkanlagen gegenüber dem Herricherhause und dem Fiskus gewesen, und daß wir keinen Anlaß haben, nach dieser Richtung haben, Angriffe stillschweigend zu er- dulden.(Beifall links.) Minister Frhr. v. Rheinbaien: Ich lasse es dahingestellt sein, ob die ganzen Ausführungen des Abg. Rosenow sich auf den Tier- garten im heuttgen Sinne beziehen oder ob sie sich nicht vielmehr auf ein Terrain an den Werderschen Mühlen beziehen. Das wird mir aber der Abg. Rosenow nicht bestreiten wollen, daß, wenn mit dem Tiergarten ein Geschenk seitens der Gemeinde dem Staat ge« macht sein sollte, es nur ein onaröses Geschenk ist. Ich mache dem Abg. Rosenow den Vorschlag, den Tier- garten zurückzunehmen, dann muß die Stadt für die Unterhaltung jährlich die 250 000 M. allein aufbringen, die jetzt dafür aufgewendet werden müssen.(Abg. Rosenow(frs. Vp.): Bitte! Heiterkeit.) Es ist doch ein Unikum, daß der Staat einen Park unterhält, der fast ausschließlich der Kommune zugute kommt. (Beifall rechts.) Das Kapitel wird bewilligt, ebenso debattelos der Rest des Etats. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Dienstag, 11 Uhr(KultuSetat). Schluß 23/4 Uhr._ partci- JVacbncbtcn. Parteitag der badischen Sozialdemokratie. Der diesjährige Parteitag der badischen Sozialdemokratie ttat am Sonnabend in Offenburg zusammen. Auf der Tages» Ordnung stand neben den üblichen geschäftlichen Angelegenheiten: Berichterstattung über die Parteipresse, Stellungnahme zur bevor- stehenden Landtagswahl, die Tätigkeit der Landtagsfraktion, Er- richtung eines Parteisekretariats, die Frage der Eisenbahnreform. Ueber die Presse referiert Genosse Eugen Geck, der Geschäfts- ührer des„Volksfreund" in Karlsruhe. Er schildert die Schwierig- leiten, die bei der Ueberführung des„Volksfreund" in die eigene Druckerei zu überwinden waren. Trotz der großen An- sorderungen hat das Blatt im ersten halben Jahre seiner völlig elbständigen Existenz einen kleinen Ueberschuß gebracht. Die Abonnentenziffer ist auf 11% Tausend gestiegen. Genosse Dreesbach gibt einen kurzen Bericht über den Stand der„Volksstimme". Der Abonnentenstand bewegt sich dort auch aufwärts, wie überhaupt das Geschäft sehr gut steht. In diesem Jahre ist die„Pfälzische Post", die bisher in der„Volksstimme" gedruckt wurde, in eine eigene Druckerei überftihrt worden, wodurch für die „Volkssttmme" ein Ausfall von zirka 50 000 Mark jährlich entsteht. Genosse Dreesbach hofft, daß trotzdem das Geschäft (ich weiter vorwärts entwickelt. Nach einer sehr lebhaften Debatte wird beschlossen, daß der„Volksfreund" die Parlamentsberichte aus- ührlicher bringen soll, daß die Parteiorgane mehr über die agitatorische Arbeit innerhalb der badischen Partei berichten sollen und schließlich werden die Parteiorgane verpflichtet, bei Entnahme von Leitartikeln und polittschen Korrespondenzen aus anderen Partei- blättern die Quellen zu nennen. Abgelehnt wird ein Antrag, den „Volksfreund" täglich mindestens sechsseitig erscheinen zu lassen. Die Stellungnahme zur bevorstehenden Landtagswahl, zu der Genosse Lehmann referiert, wird nach einer sehr anregenden Dis- kussion in der folgenden einstimmig beschlossenen Resolution fest- gelegt: Der am 13. und 19. Februar 1905 in Offenburg tagende ordentliche Parteitag der badischen Sozialdemokratie empfiehlt den Genossen in allen Landtags-Wahlkreisen Badens selbständig in den Wahlkampf einzutreten und alle Gegner ohne Unter» schied mit gleicher, altgewohnter Entschiedenheit zu bekämpfen. Im Falle die sozialdemokratische Partei im zweiten Wahl- gange den Ausschlag zu geben hat, wird sie ihre Entscheidung abhangig machen von der Stellung, welche die betreffenden Kan- didaten und Parteien den ihnen auf dem Gebiete der prakttschen Politik zu unterbreitenden Fordeningen gegenüber«innehmen. Es wird noch ein Zenttal-Wahlkomitee gewählt, dem insbesondere zustehen soll, Weisung über die einzuhaltende Stichwahl-Taktik zu geben. Der Geschäftsbericht des Landesvorstandes ergibt außer dem schon Mitgeteilten nichts wesentlich Neues. Dem Landesvorstande wird nach kurzer Debatte einstimmig Decharge erteilt. Der Parteitag beschließt fast einstimmig, einen Partei- ekretär anzustellen. Der Parteivorstand in Berlin soll an- gegangen werden, das Gehalt des Sekretärs zu übernehmen. Zum Sekretär wurde dem Parteivorstande Genosse Eichhorn vor- geschlagen. Das Sekretariat soll seinen Sitz in Karlsruhe haben. Genoffe Lehmann erstattet sodann den Bericht über die Tätigkeit der Landtagsfraktton. Nach einiger Diskussion, in der wesentliche Ausstellungen an der Tätigkeit der Fraktion nicht gemacht wurden, ist auch dieser Gegenstand erschöpft. Die Erörterung der Eisenbahn- leform-Frage wird wegen Mangel an Zeit von der Tagesordnung abgesetzt. Beschlossen wird noch, daß die Genossen lebhafter dafür Wirken sollen, daß das Schulgeld i» den Gemeinden aufschob« wird. Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages wird die In der Diskussion über den Vorstandsbericht wurde besonders Schulfrage gestellt. Der nächste Parteitag findet in Karlsruhe statt über das von der Partei gegründete Wigblatt Karbasen" geund ebenso siedelt der Landesvorstand nach Karlsruhe über. Der sprochen, dessen finanzielles Ergebnis unbefriedigend ist und dessen Parteitag ist von 76 Delegierten besucht, welche 54 Orte vertreten. Inhalt von mehreren Rednern kritisiert wurde. Zum Schluffe wurde einstimmig eine Resolution angenommen, welche den russischen Kämpfern um Freiheit und Volksrechte die Sympathie des Parteitags ausspricht. Einen erfreulichen Erfolg errangen unsere Parteigenossen m Straßburg bei den Stichwahlen zum Stadtverordneten- Kollegium am Sonntag. Alle sechs strittigen Mandate fielen ihnen zu, so daß sie jetzt acht Vertreter im Kollegium haben. Der Neues vom Fremdenrecht. Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion! im Interesse Rußlands zu treiben, wo die beschlagnahmten paptere nicht nur von der Polizei unter dem Siegel der Amtsverschwiegenheit zur Kenntnis genommen, sondern dritten Personen, insbesondere der russischen Regierung mitgeteilt sind, gehörte allerdings hervorragender Scharfsinn dazu, Scharfsinn dazu, die Grenze zu finden, innerhalb deren der Russe in Deutschland keiner polizeilichen Willfür unterliegt. Die Anarchistenkonventionen und der maßlose Russeneifer haben das Gefühl für die Grenzen der Administrativgewalt von Grund aus forrumpiert. Ich erbitte Ihre Gastfreundschaft für die folgende Zuschrift, die Wir wollen am Schluß noch mitteilen, daß Genosse Parvus noch ein dem„ Vorwärts" bereits bekanntes Thema durch ein persönliches am 11. d. Mts. vormittags wegen Bannbruchs zu 3 Tagen Haft Erlebnis neu illustriert. verurteilt ist, die er am Dienstag mittag bereits abgebüßt hatte, Am 11. Februar d. J. wurde ich in Berlin aus meinem Hotel und daß sich der Sünder noch am Dienstagabend den preußischen heraus wegen Bannbruches polizeilich fiſtiert. Ich war nämlich Staub von den Füßen geschüttelt hat. Anfang 1893, also vor 12 Jahren, als„ politisch lästig" aus Preußen unterworfen, bei der mir alle meine russischen Papiere abgenommen ausgewiesen. Bei der Verhaftung wurde ich einer Leibesvisitation wurden. Dagegen erhob ich in aller Form Protest. " Soziales. Ungültige Sanitäts- Polizeiverordnung. Der Jahresbericht der sozialdemokratischen Partei Hamburgs ist in Form einer 56 Seiten starken Broschüre erschienen. Die vereinigten Vorstände der drei Sozialdemokratischen Vereine legen in diesem erstmals erschienenen Bericht zunächst dar, wie sie beim Fall des Sozialistengesetzes die Funktionen des bis dahin bestehenden Zentralfomitees übernahmen und wie aus diesem Verhältnis unter Einwirkung der Entwickelung des Vereins sich allmählich eine feste Assessor, vertieft in die angenehme Lektüre meiner Briefschaften, Gar so einfach war das nicht. Der vernehmende PolizeiNorm für Art und Umfang ihrer Kompetenzen entwickelte. In Ronsdorf( Reg.- Bezirk Düsseldorf) besteht die Bergische Grundzug der neuen Organisation war Selbständigkeit des einzelnen glaubte erst, sich damit begnügen zu dürfen, daß er den ihm bei Lungenpflegestätte. Den Gastwirten und Kleinhändlern mit BranntWahlkreises in aller seinen eigenen Angelegenheiten, aber gemein- stehenden Unterbeamten zum Zeugen meines Protestes anrief. Ich wein ist nun durch Polizeiverordnung verboten worden, an die fames Handeln aller drei Kreise in allgemeinen Fragen", und so ist feste protokollarische Aufnahme meines Protestes durch, doch Pfleglinge dieser Lungenheilstätte alkoholische Getränke zu verab es bis heute geblieben. Der in Parteiregie übernommene Vertrieb weigerte sich der Beamte mit aller Entschiedenheit, die Be- folgen und ihnen den Aufenthalt in ihren Betriebsräumen zu des„ Hamburger Echo" arbeitete im Berichtsjahr 1904 mit einem gründung meines Proteſtes, also die eigentliche Beschwerde, zu gestatten. Wegen Uebertretung des Verbots wurde der Gastwirt des„ Hamburger Echo" arbeitete im Berichtsjahr 1904 mit einem protokollieren, und notierte bloß, daß ich gegen die Durchsuchung Schmidt verklagt. Das Landgericht Elberfeld sprach ihn jedoch frei Umjah von 577 702,74 M.; es wurden 230 Personen als Austräger Protest erhoben habe. Auf meine Frage, an wen ich meine Be- und erklärte die Polizeiverordnung für ungültig, weil sie in und Filialleiter beschäftigt. Die Regie vertrieb das Blatt Ende 1904 schwerde zu richten habe, wurde mir die Antwort: Wohin Sie Widerspruch stehe zu dem Sanitätsreglement von 1835. Dieses regele in einer Tagesauflage von 40 554, was einen Abonnementszuwachs wollen, das ist mir egal." Da das aber mir keineswegs egal war, erschöpfend die Materie der ansteckenden Krankheiten. In bezug bon 3053 im Berichtsjahr bedeutet. Die Gesamtauflage des Hamburger Echo"( also einschließlich der Postabonnenten) beträgt für setzte ich es schließlich durch, daß mir als Beschwerde- Instanz der auf die Schwindsucht treffe es nur Vorschriften über die Reinigung burger Echo"( also einschließlich der Postabonnenten) beträgt für Polizeipräsident von Berlin genannt wurde. Später erfuhr ich, daß der Kleider und ihre Vernichtung. Eine Polizeiverordnung könne die Wochentage 41 500, für den Sonntag 43 300. Die Mitglieder- Polizeipräsident zahl der drei Sozialdemokratischen Vereine betrug Ende 1904 ins- ber unmittelbare Vorgesezte des Herrn Assessors Polizeirat Hennig daneben keine anderen Vorschriften über Schwindsüchtige treffen. gesamt 18 186( gegen 16 441 im Vorjahre), wovon auf den ersten Hennig empfangen, der dann auch erst in forretter Weise meine Be- Berufung auf Darlegungen des Regierungspräsidenten zu Düffelsei und verlangte ihn zu sprechen. Ich wurde von Herrn Polizeirat Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und machte unter Kreis 4591, auf den zweiten Kreis 4369, auf den dritten Kreis 9226 entfallen. An den Bericht der vereinigten schwerde aufgenommen hat. Man sieht, es geht etwas zähe dorf geltend, daß man im Jahre 1835 die damals Schwindsucht ge= Vorzu mit dem Beschwerderecht bei der Polizei. Dies stände schließen sich die Einzelberichte der drei Vereine, tenen eben= zur nannte Lungentuberkulose in ihren Anfangsstadien noch Kenntnisnahme für andere, falls Mitgliederstatistiken und ferner Abrechnungen beigegeben sind. die gleichfalls in die Lage nicht gekannt habe. Diese beginnende Tuberkulose, um die es tommen follten, sich bei der Polizei Nach den letteren betrugen im Jahre 1904: über die Polizei sich aber bei den Pfleglingen der Lungenheilstätte handle, werde zu beschweren. demnach nicht vom Sanitätsreglement mit umfaßt. Sonach sei eine sich auf solche Pfleglinge beziehende Polizeiverordnung wohl gültig, zumal die Pfleglinge nicht allein durch sie geschützt werden follten, sondern es sich auch um den Schutz des allgemeinen Publikums gegen' Ansteckungsgefahr handle. Die Einnahmen Die Ausgaben im 1. Ar. im 2. Kr. 料 20 657,66 M. 16 878,99 3 778,67 " 22 849,21 M. 15 303,74 Der Kassenbestand 7 545,47 " " im 3. Ar. 43 403,83 M. 41 479,31. 1 924,52 " 21 An die Parteitaffe in Berlin abgeführt wurden vom ersten Kreis 2000 M., vom zweiten Kreis 5000 M., vom dritten Kreis 18 000 M.; für das Gewerkschaftshaus gegeben 5000 M., 2000 M. und 5000 M. Ein eigenes Heim hat am Montag unser Hallesches Parteiblatt bezogen. In einem für diesen Zwed errichteten praktischen Neubau ist die Genoffenschaftsdruckerei, Redaktion und Expedition sowie das Arbeiterfekretariat untergebracht. Ein Führer durch die Landgemeinde- Ordnung für die östlichen Probingen Preußens ist soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschienen. Der Preis beträgt 30 Pfennige. Solche billigen und durch die fachliche und leicht übersichtliche Gliederung des behandelten Stoffes empfehlenswerter Führer sind Disher in dem gleichen Verlage über folgende Geseze erschienen: Invaliditätsversicherung Gewerbe- Unfallversicherung Bau- Unfallversicherung Forst. und landwirtschaftliche Unfallversicherung für je 25 Pfennige; durch das Vereins- und Verfammlungsrecht 30 Pfennige, Strafprozeß- Ordnung 40 Pfennige und Führer für den Militärpflichtigen 30 Pfennige. Ich beschwerte mich darüber, daß meine Geschäftspapiere und meine Privatforrespondenz einer Durchsicht unterworfen worden wären, ohne daß der Verdacht einer bestimmten strafbaren Handseitens des ausführenden Beamten zugegeben worden war". Auf ung vorgelegen hatte, wie das auch auf meine direkte Anfrage diese Beschwerde bekam ich vom Polizeipräsidenten, Abteilung VII ( politische Abteilung) unter dem 18. Februar folgende Antwort: Die am 11. d. bei Ihrer Sistierung wegen Uebertretung des § 3613 Reichs- Strafgesetzbuches Ihres Einspruches ungeachtet vorgenommene Durchsuchung der in Ihrem Befiß gefundenen Papiere war nach den Bestimmungen der Strafprozeßordnung nicht gerechtfertigt. Der betreffende Beamte ist entsprechend Belehrt worden. Mannes gez. b. Borries." falls für ungültig und verwarf am 20. Februar mit folgender Das Kammergericht hielt indessen die Polizeiverordnung ebenbeachtenswerten Begründung die staatsanwaltliche Revision: Zweifels. ohne mache die Polizeiverordnung einen sympathischen Eindruck und fie ließe sich wohl auch an sich einreihen in die Gegenstände polizeilicher Regelung gemäß§ 6 des Polizei- Verwaltungsgesetzes, bes sonders unter 6i, wonach auch durch Polizeiverordnung geregelt werden könne: alles, was im besonderen Interesse der Gemeinden und ihrer Angehörigen polizeilich geordnet werden muß". Indessen Also der Herr Assessor ist jetzt unterrichtet. Daß ein Beamter mit 70 Jahre alten und höchst veralteten Regulativs dem stehe wieder einmal gegenüber die Schranke des nunmehr Seit Jahren schon ist bei den Genossen, die in den Verwaltungen besonderen Fall von seiner vorgefeßten Behörde auf die Grundregel menschlichen Geschlechts einheitlich und ausschließlich geregelt habe juristischer Vorbildung und einer gewissen Polizeiroutine erst im von 1835, das die ganze Materie der ansteckenden Krankheiten des der Bandgemeinden tätig sind oder die in ländlichen Bezirken die der Strafprozeß Ordnung aufmerksam gemacht werden muß, und habe regeln wollen. Und da die Schwindsucht in dem Regulativ Agitation leiten, der Wunsch nach einer billigen und leicht verständ- berührt gewiß feltsam. Ich will aber zugunsten des jungen behandelt werde, so sei es der Polizei nicht erlaubt, lichen Zusammenstellung der wichtigsten Bestimmungen der Lander geru fonstatieren, daß gemeinde- Ordnung zutage getreten. Dieser Wunsch ist nun erfüllt. Er sagte mir offen und diese Regel kannte. neben diesen Bestimmungen andere Bestimmungen über LungenDer von dem Genossen qal Hirsch bearbeitete Führer enthält nach der Strafprozeß- Ordnung nicht tun dürfe, daß Sanitätsregulative bon 1835 wäre freie Bahn für unumwunden, daß er es zwar tranfe festzulegen. Erst nach Beseitigung des alten in übersichtlicher Form affes Wissenswerte auf dem Gebiete der aber die Durchsuchung im Verwaltungsverfahren ge- die Polizei, Bestimmungen wie die hier für ungültig erklärten zum Bandgemeinde- Ordnung, er begnügt sich nicht mit einer bloßen schehe. Derselben Meinung war auch Herr Polizeirat Hennig, der Schuße Gesunder gegen die Infizierung mit Schwindſuchtskeimen Wiedergabe der Gefebesparagraphen, sondern gibt überall da, wo es mich auf die Aussichtslosigkeit meiner Beschwerde aufmerksam gemacht zu erlassen. Zu dieser Beseitigung sei ja jetzt die beste Gelegenheit nötig ist, Erläuterungen unter befonterer Berücksichtigung von Ent- hatte. Die Sache ist ja bekanntlich die: Wenn der Verdacht einer anläßlich der Vorbereitung des neuen Menschenseuchen- Gesetzes. scheidungen des Ober- Verwaltungsgerichts.. bestimmten strafbaren Handlung vorliegt, darf nur der Richter Der Schuß der Tuberkulosen gegen sich selber( gegen die ihnen die Durchsuchung vornehmen, vorliegt, dann darf es und tut es ohne weiteres die Polizei. Je licher Regelung nach dem Polizei- Verwaltungsgeseh. Ohne Zweifel wenn aber dieser Verdacht nicht schädliche Trinkneigung) wäre allerdings kein Gegenstand polizeigeringer die Wahrscheinlichkeit einer strafbaren Handlung, desto größer hätte aber ohne die Schrante des alten Regulative die Polizei die Sie Rechtsunsicherheit der Person. Notabene, wenn es sich um Aus- fragliche Verordnung zum Schuße der Allgemeinheit erlassen können, Länder handelt. da gesunde Gäste der Schankwirte durch Teile des Sputums der Also was nüzt es, daß der Herr Polizeipräsident feinen Beleidenden Gäste infiziert werden könnten. amten die Strafprozeßordnung in Erinnerung bringt, die sie auch ohnedies sehr gut kennen? Das hätte mir dann einen Sinn, wenn danken konsequent durchdenkt, dann müßte man dazu kommen, alle Das klingt sehr schön und ist doch Unsinn; wenn man den Gedamit endlich zugegeben werden sollte, daß auch bei Ausländern In all diesen Führern handelt es sich um Dinge, mit denen sich Durchsuchungen nur auf Grund der Strafprozeß- Ordnung vor- Tuberkulosen vom Verkehr mit Gesunden auszuschließen. Und da die Arbeiter vertraut machen müssen, wenn sie im öffentlichen Leben genommen werden dürfen. Dieses aber ergibt sich feineswegs ohne diese Konsequenz ungeheuerlich ist, so beleuchtet sie nur den Polizeiihre Interessen wahren oder sich selbst vor Nachteilen schützen wolfen. weiteres aus der Zuschrift des Polizeipräsidenten. Also bedarf es geist, der in der aufgehobenen Verordnung und der Argumentation Sozialdemokratisches Bücher- und Schriftenverzeichnis der der Aufklärung. des Kammergerichts steckt. Buchhandlung Borwärts in Berlin ist soeben wieder neu ausgegeben. Es ist nicht bloß eine Frage des Fremdenrechts, es Es enthält auch diesmal kurze Auszüge und Erläuterungen zu den auf- handelt sich auch um die elementarsten Rechtsgarantien im geführten Titeln, so daß es jedermann leicht ist, sich über den wesent- Inlande. Gerade in meinem Fall ist das klar zu ersehen. Das Kammergericht erklärte eine Polizeivorschrift für ungültig, lichen Inhalt einer Schrift zu orientieren. Für Vereine und ihre Unter meinen Geschäftspapieren, die ohne richterliche Erlaubnis welche den Abschluß von Lieferungsgeschäften auf dem Markte verBibliotheken ist dies ein wesentlicher Ratgeber bei Anschaffung oder einer polizeilichen Durchsuchung unterworfen worden waren, be- bietet, d. H. eine Vorschrift, welche nicht gestatten will, daß auf dem Ergänzung ihrer Bücherbestände. Empfehlenswert ist auch die fanden sich einige, die sich auf ein Geschäftsunternehmen Durchsicht der unter" Gelegenheitsfauf" aufgeführten Bücher, die beziehen, das seitens meiner Firma und einiger anderen Unter- geboten und gekauft werden. Eine solche Vorschrift widerspreche dem Unter- arkte ſolche Waren, die dort nicht aufgestellt sind, zum Kauf anzu teilweise recht erheblich ermäßigten Preisen manch gutes Buch, nehmer, deutscher Reichsbürger eingeleitet worden ist.§ 64 der Gewerbeordnung, welche Messen, Jahrmärkte und Wochendas sonst fast unerschwinglich ist, enthalten. Das Verzeichnis wiro ist eine neue Geschäftsidee, die leicht von anderer Seite aufgegriffen märkte einander gleichstelle und bestimme, daß dort der Kauf und auf Verlangen gratis und franko von der Buchhandlung Vorwärts werden kann, weshalb die verhandelnden Parteien fich gegen Verkauf einem jeden" mit gleichen Befugnissen freistehe. in Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, versandt. Es ist auch in allen feitig zur strengsten Geheimhaltung verpflichtet haben. Lieferungsgeschäft entspreche durchaus dem Begriff des Kaufs oder Durch die unbefugte Durchsicht dieser Papiere werden also nicht bloß Verkaufs. Der Kauf sei nicht zu verwechseln mit der Uebergabe Parteibuchhandlungen erhältlich. meine persönlichen Interessen, sondern auch die Interessen meiner der verkauften Sache, denn der Kauf werde schon perfekt mit dem Der Parteitag der schwedischen Sozialdemokratie. reichsdeutschen Geschäftsfreunde bedroht. Dasselbe gilt aber auch Bustandekommen der Willensübereinstimmung zwischen Käufer und von der Privatkorrespondenz. Das Briefgeheimnis ist von Wichtig Verkäufer. Die Anwesenheit der Ware sei nicht erforderlich. Aus Am Freitag vormittag wurde im Volkshause zu Stockholm der feit nicht bloß für den Empfänger, sondern auch für den Absender. diesen Gründen müsse der Abschluß von Lieferungsverträgen auf dem sechste Kongreß der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens Man hat bei mir Briefe von Reichsdeutschen einer polizeilichen Markte zugelassen werden. durch den Parteivorsitzenden C. E. Tholin eröffnet. Seit dem Durchficht unterworfen und dadurch diesen deutschen Bürgern gegenborigen ordentlichen Parteitag in Malmö sind fünf Jahre verflossen. über das Briefgeheimnis verlegt. Inzwischen wurden ein außerordentlicher Parteitag und eine Es handelt sich in der angeregten Frage nicht bloß um das Barteikonferenz abgehalten, die sich beide mit der Wahlrechtsfrage Recht einzelner, sondern um die Rechtsgrundlagen des Staates. befaßten. Im übrigen war die feit dem Malmöer Parteitag ver- Bedeutet nun das Antwortschreiben des Berliner Polizeipräsidiums floffene Zeit hauptsächlich der Agitations- und Organisationsarbeit auf meine Beschwerde ein Einlenken in die Formen des bürgerlichen gewidmet. Wie fruchtbar diese Tätigkeit war, geht schon daraus Rechts, oder ist das nur eine Ausnahmedeutung des einzelnen hervor, daß die Partei, die im Jahre 1897 nur ungefähr 20 000 Mit- Falls? Aufklärung darüber liegt im öffentlichen Interesse. glieder und 1900 44 000 zählte, nun auf 63 000 Mitglieder an= München, den 16. Februar 1905. gewachsen ist. Dr. Helphand( Parvus). " Die Berichte des Parteivorstandes über die Jahre dem Balladium der strafprozessualen Garantien wappneteent Ungültige Marktpolizelvorschrift. Ein Die ungültige Vorschrift sollte offenbar eines jener kleinen agrarischen Hülfsmittel sein. Demonstration Arbeitsloser. Kristiania, 20. Februar. Hiesige Arbeitslose veranstalteten heute vormittag einen Umzug, dessen Teilnehmerzahl schließlich auf 3000 anwuchs. Der Kronprinz empfing eine Abordnung der Arbeitslosen und versicherte sie des Königs und seiner wärmsten Anteilnahme an ihrer Lage. Er werde mit der Regierung erwägen, was von seiten des Staates im Interesse der Arbeitslosen geschehen könne. Dienstag abend 8%, Uhr bei Feind, Beinstr. 11: Generalversammlung. Kranken- und Sterbekaffe der Tabakarbeiter Berlins.( E. H. 88.) Tagesordnung: 1. Rechnungslegung. 2. Neuwahl des Vorstandes, des Ausschusses und der Kontrolleure. Der Vorstand. 3offen. Mittwoch, den 22. d. M., abends 8 Uhr, bei Rüffer, Barutherftraße: Bersammlung des Wahlvereins. Wichtige Tagesordnung. Vortrag über das Barteiprogramm. Der Vorstand. Vertreten waren auf dem Parteitag 63 Arbeiterkommunen Die Darlegungen des Genoffen Parvus zeigen, daß sich Fremden( Ortsabteilungen der Partei) durch 174 Delegierte; außerdem recht und Staatsbürgerrecht gar nicht trennen läßt und daß Fremdenwaven anwesend: 21 Mitglieder des Parteivorstandes, die 3 Partei- rechtlosigkeit notgedrungen eine Durchbrechung staatsbürgerlicher revisoren und 4 Vertreter der Norwegischen Arbeiterpartei. Die Rechtsgarantien im Gefolge hat. Barbarei infiziert die Kultur, wo Norweger wurden von dem Vorsitzenden und den übrigen Delegierten sie mit ihr zusammengefoppelt wird. besonders herzlich willkommen geheißen. Ihre Anwesenheit ist ein Leider müssen wir den Optimismus, als könne dem Erfolg, den Beweis dafür, daß die Unionszwiftigkeiten, die unter anderem dazu die Beschwerde beim Polizeipräsidenten gehabt hat, auch nur die geführt haben, daß die Norweger fich von den jüngst abgehaltenen Spur einer Aussicht auf Aenderung der bisherigen FremdenpolizeiNordischen Spielen fernhielten, auf das brüderliche Verhältnis der Bragis entnommen werden, zerstören. Sozialdemokratie beider Länder keinen Einfluß ausüben. Diese Barbus war bereits ausgewiesen; er war in der glücklichen Eingegangene Druckfchriften. Ueberzeugung tam auch in den freundlichen Worten zum Ausdrud, Lage, sich durch seine Anwesenheit in Berlin strafbar gemacht zu mit denen der norwegische Parteisekretär Magnus Nielsen dem haben; das Vorgehen der Polizei gegen ihn war ein kriminelles, und Gemeinde- Sozialismus. Herausgeber Dr. Albert Südefum. " Kommunale Praris", Zeitschrift für Kommunalpolitik Parteitag die Grüße der Sozialdemokratie Norwegens überbrachte. eine Strafverfolgung. Ihn schützte sein Verbrechen", das ihn mit Redaktion und Verlag Berlin W. 15. In der soeben erschienenen Nummer 4 beleuchtet B. Adelung- Mainz die hessische Gemeindereform. Ein be1900 bis 1904 Tagen gedruckt vor. Im Laufe des letzten Jahres Das hatten die untersuchenden Beamten in ihrem Russeneifer Herzigenswerter Aufruf weist im Hinblick auf die in diesem Frühjahre in haben sich der Partei 22 Arbeiterkommunen mit 49 Abteilungen an- übersehen: daher die Rektifizierung durch den Polizeipräsidenten. Breußen vorzunehmenden Wahlen ländlicher Gemeindevertreter die Parteigeschlossen. Danach zählt die Partei jest 114 Arbeiterkommunen Aber fürwahr: wir können den Herren keinen großen Vorwurf genossen in den Landgemeinden auf die Wichtigkeit der Wahlbeteiligung, und 804 Abteilungen. Die Mitgliederzahl ist im Jahre 1904 von machen. Die Grenze zwischen erlaubter" und verbotener Polizei- auslese hin. In der sächsischen Beilage beginnt Emil Nizsche- Dresden eine zugleich aber auch auf die Notwendigkeit einer sorgsamen Kandidaten54 552 auf 63 023 gestiegen. Die Partei hat zwei fest angestellte willtür ist gar zu fein. Aus dem völkerrechtswidrigen Saß, daß Diskussion über Wahlbündnisse und andere Fragen fommunalpolitischer Agitatoren, F. E. Elmgren und J. Persson; ferner war während der die verfassungsmäßigen Rechte der Preußen den Ausländern nicht Tattit; in den nächsten Nummern wird diese Erörterung, wie die Redaktion lebten sieben Monate noch ein dritter Agitator, A. Nordquist, auf zuständen, wagt die Polizei ja selbst nicht das Recht zu jeder be- bereits angekündigt, fortgesetzt werden. Einen immer breiteren Raum Rechnung der Partei tätig. Außer diesen festen Agitatoren wurden liebigen Bergewaltigung der Fremden herzuleiten; sie stügt sich nehmen erfreulicherweise in der Zeitschrift die Driginalberichte aus den ver noch mehrere andere Parteigenossen für kürzere oder längere bekanntlich auf das Ausweisungsrecht. Auch dieses aber nimmt sie schiedenen Gemeinden ein. Agitationstouren angestellt. An den Ofterdemonstrationen gegen nicht völkerrechtswidrig- unbeschränkt für sich in Anspruch, Probenummern fann man tostenlos vom Verlage der„ Kommunalen den Wahlrechtsreform- Vorschlag der Regierung nahmen 70 000 bis fondern nur gegenüber lästigen" Ausländern. Sie beansprucht aber Praris", Berlin W. 15, beziehen. 80 000 Personen teil, an den Maidemonstrationen des letzten Jahres die Machtvollkommenheit, zur Feststellung vermuteter Läftigkeit" Dokumente des Sozialismus, Hefte für Bibliographie, Geschichte und ungefähr 140 000. Die Partei hat in der Zweiten Kammer vier jede zweckmäßig erscheinende Maßregel( Verhaftung, Durch- Urkunden des Sozialismus, herausgegeben von Ed. Bernstein( Berlag von Abgeordnete; die Zahl ihrer Gemeindevertreter in den verschiedenen suchung usw.) vorzunehmen. Sintemalen aber ungezählte... Die Nachf. Stuttgart). Das Februarheft( II) 1905 ist soeben er Kommunen des Landes ist 26. Die Einnahmen der Partei be- Fälle bekannt find, 100 die Polizei, nachdem für sie schienen und enthält: 1. Bibliographie des Sozialismus und der Sozialwissenschaften.( Besprechungen von Neu- Erscheinungen, 32 Nummern; Bertrugen im Jahre 1904 88 000 Sr.; seit Juli 1900 325 000 Sr. Für die übliche Läftigkeit" bereits längst feststand, dennoch zeichnis von Neu- Erscheinungen; Verzeichnis sozialistischer 2c. Aufsätze in die mündliche Agitation wurden in den fünf Jahren 47 057 Kr. aus- Verhaftungen, Durchsuchungen usw. vorgenommen hat, wo diese Beitschriften des In- und Auslandes.) 2. Zur Theorie des Sozialismus: gegeben, davon im Jahre 1905 14 922 Str. Maßnahmen keinen anderen Zweck verfolgten, als politische Spigelei Bom jozialen Optimismus unserer Tage. Abhandlung von Dr. D. Keigen. " 8. Aus der Geschichte des Sozialismus: Auszüge aus Harringtons Oceana. 1 Nr. 207 steht etwas dabon. Sie irren sich also. Wir können daher über ( Fortsetzung.) 4. Urkunden des Sozialismus: Sozialdemokratische Manifefte die Riga" nicht Aufschluß geben. Schwefelsäure. Die näheren Umzur Erhebung in Rußland. 5. Der Sozialismus in den Zeitschriften. stände erfahren Sie von Herrn Wendtland durch die Adresse der Boltsstimme", Magdeburg, Jakobstr. 49. Juriftifcher Teil. Sechster Jahresbericht des Kartelles deutscher und österreichischer Rad- und Motorfahrer- Verbände pro 1904. Drud von G. Hafner. München. Roman Bérefine, Nieder mit dem Absolutismus. 50 Bf. Stunstdruckerei„ Union" Herzog u. Schwinge, Dresden-. Meurer, Julius, Der russisch- japanische Krieg. Halle a. S. 1905, Gebauer- Schwetschke. Navarra, Chinesische Sinnsprüche. Heidelberg 1905; Winter. 1,20 M. Ruffophob. Panit in Rußland. Berlag Otto Dreher, Berlin. Jahrbuch moderner Studenten für 1905. Osterwied a. Harz, Verlag von. W. Zickfeldt. Generalftreit! Die deutsche Arbeiterbewegung und der Klassenkampf. Berlin 1905, Freier Arbeiter- Verlag. Hirsch Wilking, Eteftro- Ingenieur- Ralender. Berlin 1905, Verlag von Oskar Coblenz. 2. G. Grant- London, Internationaler Obstbau und der Weltmarkt, Hamburg 1905, Verlag von Fr. Meher. Autou Maleszke, Wie man Geistestrante fabriziert. Kommissionsverlag H. A. Weber, Berlin. Landwirtschaftliche Verfuche auf den Rieselgütern der Stadt Berlin im Jahre 1904. Von Prof. Dr. A. Backhaus. Berlag von Paul Barey, Berlin. 122 Seiten mit 11 Abbildungen. Preis 4 M. G. Gothein. Die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues. Berlin, Leonhard Simion Nachf. 1 M. Briefkaften der Redaktion. Königs- Wusterhausen. Julius Meyer, Berlin, Urbanstr. 131. Görlitz 1840. Weder in der Beilage noch in den anderen Teilen der Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 21. Februar. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Nübezahl. T Menes fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Schuffelchen. Berliner. Der Kaiserjäger. Leffing. Die Frau vom Meere. Westen. Die neugierigen Frauen. Zentral. Die Jurheirat. National. Die Hugenotten. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: 13,86-13,85 m. Futtergerfte), gute Sorte 16,40-15,10 R., mitte! 15,00 bis 13,80 M., geringe 13,70-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,30-15,60 m., mittel 15,50-14,80 9., geringe 14,70-110 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00-30,00 9. Speisebohnen, weiße 50,6-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 9. Startoffeln 10,00-8,00 2. Nichtstroh 5, 10-4,32 M. Het 9,20-7,20 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schod 5,60-3,80 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Dresden Witterungsübersicht vom 20. Februar 1905, morgens 8 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends bon 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 br. Peters Berlin W. Nein, für den Fall einer Strankheit hätte aber Wasserstand am 18. Februar. Elbe bei Aussig+0,34 Meter, bei Ihre Frau 6 Wochen lang für Kur und Verpflegung aufzukommen. G. 2. 40. 1. Ohne Einsicht in das Testament ist es unmöglich, Ihnen Straußfurt+1,75 Meter. 0,98 Meter, bei Magdeburg+1,83 Meter. Unstrut bei Oder bei Ratibor+1,18 Meter, bei Breslau Testaments anmaßt. Bettel wie Sie fie beschrieben haben, hatten feine Frankfurt+2,44 Meter. zu sagen, ob der Stiefsohn die Rechte habe, die er sich auf Grund des Ober- Pegel+4,98 Meter, bei Breslau Unter Begel-0,80 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+3,98 Meter. Sönnen sich eingesette Erben nicht einigen, so können Sie auf Erbteilung Gültigkeit. Zur Bernichtung derselben wäre der Stiefsohn nicht berechtigt. Barthe bei Bosen-- Meter. Nete bei Usch+ 1,29 Meter. flagen. 2. Die preußische Erbschaftssteuer für Neffen oder Nichten gefallene Erbschaften beträgt 2 vom Hundert. an Geschwister oder 10. A. B. Benn Sie vor Gericht als Beuge geladen werden, so haben Sie, talls Ihnen die Frage vorgelegt wird, ob Sie bestraft sind, auch diese der Wahrheit entsprechend zu beantworten. Liegt Ihnen daran, daß diese Stallonen Frage Ihnen nicht vorgelegt wird, so schreiben Sie an das Gericht, vor das Sie geladen find, etwa: In der... Sache bin ich zum... als Zeuge geladen. Da mir davan liegt, daß meine Bestrafungen nicht zur Kenntnis der Parteien gelangt, so bitte ich die Frage, ob ich bestraft bin, mir nicht vorzulegen. Bestraft bin ich wegen Sie dann in der Sigung höchstens danach befragt werden, ob Sie wegen Voraussichtlich werden Meineids bestraft sind. zu Marktpreise von Berlin am 18. Februar. Nach Ermittelungen des Igl. Polizei- Bräsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 m., geringe 17,52-17,50 M. Roggen**), gute Sorte 13,90-13,89., mittel 13,88-13,87 M., geringe 0. Wallner- Theater. N. Barometer stand mm Wind. Bumppa Swinemde. 754 S Berlin Hamburg 754 WSW 755 S Franti.a.M. 756 S München 758 28 Sien 758 Bindstärke Belter Zemp. n. 6. 5°. 4º R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 2 Haparanda 740 1 Petersburg 749 SS 2 Scilly 3 bedeckt 2 bedeckt 2 bedeckt 2 bedeckt 3 bededt 1 wolfig -0 Paris 1 2 Aberdeen 768 NNW 764 NS 760 N Better 2heiter 2 bedeckt 7wolfig 5 wollig 2wolfig Temp. n. E 2638 Wetter- Prognofe für Dienstag, den 21. Februar 1905. Etwas fälter, vorherrschend wolkig mit geringen Niederschlägen und mäßigen nordwestlichen Winden. Berliner etterbureau. Schiller- Theater Friedrich- Bilbelm Zirkus Schumann. Volksgarten- Theater Dienstag, abends 8 Uhr: Schillings Tierleben. Die Tyrannei der Tränen. Sternwarte Invaliden- Chambers. Deutsch v. Berta Pogson. städtisches Theater. Dienstag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Lustspiel in 4 Aften von C. Haddon Lustspiel in 5 Aften von G. v. Moser und F. v. Schönthan. Mittwoch, abends 8 Uhr: Im Hafen. str. 57/ 62.02 ittwoch, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. CASTAN'S Donnerstag, abends 8 Uhr: PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Neu! Rosa Wedsted, das finnländische Riesen- Mädchen!!! 2 Meter 20 cm groß! Neu! Das Erwachen des Poseidon! die Wong a bit header: Kasino- Theater Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Thrannei der Tränen. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Strieg im Frieden Kleines. Der Bär. Angele. Residenz. Hotel Pompadour. Luftspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glüdliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches. New York. Quifen. Göz von Berlichingen. Belle Alliance. Der beste Tip. Carl Weiß. Die Kinder des Kapitän Grant. Rajino. Heirat auf Probe. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Berliner Lust. Radrennen Robl Arend. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Baffage Theater. Lucia Krall. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Wie man Weiber fesselt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Suvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 1hr, Sonnt. 7-8 Konzert. Heirat auf Probe. Vorher das vollst. neue Programm. Sonntag 4 Uhr: In Vertretung. Apollo- Theater. Täglich: Berliner Luft. Musik von Paul Lincke. Radrennen auf der Bühne! Robl- Arend und die Februar- Attraktionen. Anfang 8 Uhr. Staffeneröffnung 7 Uhr. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit GeNeues Theater. sang und Tanz in 5 Bildern von Anfang 7, Uhr. Ein Sommernachtstraum. Mittwoch: Ein Sommernachtstraum. Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Donnerstag: Der Graf von Charolais. Henry Bender. Freitag, Sonnabend, Sonntag: Ein Josef Josephi. Sommernachtstraum. Kleines Theater Anjang 8 Uhr. Angele. Borber: Der Bär. Mittwoch: Angele. Abschied vom Regiment. Donnerstag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Freitag: Nachtasyl. Josef Giampietro. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Im Hafen. Thalia- Theater. Donnerstag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Belle Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle Alliancestr. 7/8. Täglich abends 7, Uhr: Stürmischer Lacherfolg! Täglich abends 8 Uhr: Durchschlagender Lacherfolg! Einzig dastehender unübertrefflicher Erfolg. ( früher Weimann). Dienstag, den 21. Februar 1905: Die große Schumannsche mit feen- Große Extra- Vorstellung hafter Bracht inszenierte AusstattungsPantomime: Eine Nordlandsreise. Im Strahle der Mitternachtssonne. 7 bervorragend fchöne Bilder mit fich von Aft zu Aft steigernden Effekten u. die haft schöne märchen Schluß- Apotheose. Borher: Das glänzende Programm und Dir. anerkannt unDer Kilometerfreffer Der beste Tip. erreicht dastehende Orig- Dressuron. Gr. Ausst.- Poffe m. Ges. u. Tanz i.3 Aft. Sonntag nachm. 3 Uhr: Sonntag nahm. Charleys Tante. Des weeres u. der Liebe Wellen. 3 Uhr: Voranzeige: Donnerstag, den 23. Februar, abends präz. 7% Uhr: zum Besten der Notleidenden im Ruhrrevier, beranſtaltet vom Theater- Verein " Morgana". Gustav Behrens SpezialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. Extra- Gala- Fest- Vorstellung. Das großartige Februar- Programm. Zirkus Busch. Stadt- Theater Moabit Schen Voranzeige. Am Donnerstag, den 23. Februar 1905, findet eine Gala- Feft- Borstellung statt, deren Gesamt- Ertrag dem Zentral tomitee des Deutschen Roten Kreuzes für seine Tätigkeit in Südwest- Afrika und Oftasten zugeführt wird. Billetts sind schon jetzt an der Zirtustasse sowie im Invalidendant und bei A. Bertheim zu haben. Preise der Pläge: Logenplay M. 20,-, Barkett M. 10,-, Balton M. 8,-, I. Play M. 3,-, II. Platz M. 2,-. Alle Ermäßigungen sind aufgehoben. Hente, den 21. Februar, 7 Uhr: Mit noch nie dagewesenem Erfolge die große Ausstattungs- Feerie Katharina II. Außerdem: Persönliches Auftreten des Direktors Busch mit seinen 6 Bollblütern. Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter auf dem oftpreußischen Fuchswallach Titus". Eine Zebra- Komödie, sechs oftafritan. Zebras, zusammen dressiert in einer bis jetzt noch nie erreichten Bollkommenheit von Herrn Ernst Schumann, und die vorzüglichsten Programm- Nummern. Fortsetzung der Großen Internationalen Ringkampf- Konkurrenz. M. 7500.- Geldpreise in bar! Ehrenprotektorat: Herr Professor Reinhold Begas. Beginn der Ringkämpfe zirka 84 Uhr. Mt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: Das Käthchen von Feilbronn. Hören Staunen und weiter empfehlen. Schauspiel in 5 Aufz. von S. v. Sticift. Etablissement Buggenhagen Anfang 8 Uhr. Klasseneröffn. 7 Uhr. Entree 30 Pf. Numer. Platz 50 Pf. Donnerstag: Onkel Cohn. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) An der Grenze, oder: Verschlafen. Boffe mit Gesang in einem Aft. Großer Boxer- Kampf fowie 30 internat. Spezialitäten. Anfang 7, ihr. Vor der Vorstellung: Konzert. Deutsche Konzert- Hallen. WINKE An der Spandauer 3. Täglich: Großes Urbock- Jubelfest. Internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Rauchen gestattet. Ant. 8 Uhr. Deutsch- Amerikanisches Passage- Theater. Anjg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. National- Theater Lucia Krall, Beinbergsweg 19. Dienstag, den 21. Februar 1905: Die Hugenotten. Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Der Postillon bon Lonjumeau. Zentral- Theater Anfang 7, Uhr. Jubiläums- Vorstellung. Zum 25. Male: Die Juxheirat. Operette in 3 Aften von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehár. Morgen u. jolg. Lage: Die Juxheirat. die berühmte Gesangskünstlerin. Smeralda und Senitza, die unübertrefflichen AkrobatenZanzerinnen. Jacques Bronn, Humorist. 14 erstklassige Nummern. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Luisen- Theater. Der Familientag. Zum erstenmal: Sonntag nachmittag: Götz von Berlichingen. Das Lumpengefindel. Mittwoch: Mein Leopold, Donnerstag: Gök von Berlichingen. Freitag: Gök von Berlichingen. Sonnabend: Dorf und Stadt. Sonntag, nachmittags: Der neue Stiftsarzt. Abends: Gök von Bers lichingen. Montag: Der neue Stiftsarzt. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Die glückliche Gilberte Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das elfte Gebot. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Heute Dienstag: Die Tochter des Sträflings. Theater. Köpenickerstr. 67/68. Zum 92. Male. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Ad. Philipp: A Gebrüder New- York Herrnield- Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Ueber'n grossen Teich. Residenz- Theater. Dir: Richard Alexander. Heute zum verlegtenmal der bisher unübertroffene lach lustigste Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herrnfeld- Schlager Hotel Pompadour. Schwank in 3 Aften v. Anthony Mars u. Leon Xanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag, 26. Februar, nachmittags 3 Uhr: Der felige Toupinel. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterftr. 132. Täglich 8 Uhr: mit seinen stürmisch bejubelten Situationen Prinz Levy in Ahlbeck Schwant in 3 Atten mit den Autoren in den Hauptrollen. Die Kinder des Kapitän Grant, agus Brins Levy: Sonnabend nadjm. 4 Uhr: KinderDonat Herrnfeld. Borstellung. Zum erstenmal: Die Vrahidal, dessen Reisebegleiter: Wünschelrute. Sonntag nachmittag 3 11hr Geld und Name. Palast- Theater RET 85 Die 4 Niards Akrobaten. Diane de Fontenoy Lebende Bilder. Die Snowdrops Engl. Tänzerinnen. Rafayette Akrobatische Hunde Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Bockbierfest. BU KONZERT. Der dumme May u. der Huge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaat: Tanz. Urania, Wrangel- Straße 10-11. Jeden Dienstag: Nordd. Sänger. Nach der Soiree: Tanzkränzchen ohne Nachzahlung Anfang 8 Uhr. C. J. Walter, 50 M. Belohnung demjenigen, der uns einen uns noch unbekannten Motor- Käufer und 10 erstklassige( Sauggas, Gas Benzin, Betroleum) Nummern außerdem. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts zu den numer. Pläzen find stets 8 Tage vorher zu haben Otto Pritzkows Anton Herrnfeld. Abnormitäten- Ausstellung Anf. 8 Uhr. Billettvorverk. 11-2 Uhr. Münzstraße 16. Täglich Borstellung In Borbereitung: Die Meyerhains. Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Komödie in drei Alften von Antonic Riesin lona, 485 Bid. fchwer, Vis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börse. und Donat Herrnfeld. die schwerste Dame, die je gelebt. 9 Uhr! Ein stürmischer Lacherfolg! Premiere: Donnerstag, 23. Februar. Medizinische Rätsel, Novität! Wie man Weiber fesselt Militär- Gesangsposse von Reiflingen, Mutter Gräbert", Berfaffer von Bor- u. nacher: Spezialitäten „ Onkel Gohn",„ Wie einſt im Mai" W. Noacks Theater. Der tolle Wenzel. anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! zuführt. Angebote unter W. 7 an bie Expedition. 22805* Masken- Garderobe ( größt. Berleihgeschäft d. Dstens). Kostüme für Herren und Damen, einfachste bis eleganteste. Billige Preise. Kostüm Fretheit" am Lager. Frau Schultze. F. Struck. Frankfurter Allee 33. Borzeiger d. Juferats 10% Rab. Ganze Werkstatts- Einrichtung, als: gebrauchte Drehbänke, Schraubenbänke, Transmisfionen, Riemenscheiben, Treibriemen 2c. 2c. lauft und verkauft preiswert 18772+ Rengert, Admiralstraße 18 e. Arminhallen, Kommandantenfte. 20. Theaterbühne, auch an Sonnabenden Gr. u. fl. Feftfäle, mit ut. ohne und Sonntagen noch frei. An den Diterjeiertagen ist der große Saal mit Bühne zur Matinee zu vergeben. Ferner Direktion: Rab, Dill. Brummenſtr. 16. Achtung! Vereine! empfehlen wir unsere 8 Bereinsräume. Schauspiel in brei Aften. Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert. Boffe mit Gesang von Mannstadt. Neues Klub- Haus Bucht- u. Nut- Geflügel jeder Art Schaunummern allerersten Ranges. Morgen Mittwoch: Die Tochter des Sträflings. Entree 50 Pf. Freitag: Große Elite- Vorstellung: Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Mittwoch: Der Bucklige, ober: Die Macht der Arbeit. 1904er fleißig legende Hühner, 72. Kommandantenstr. 72. Säle( mit Bühne) noch frei am Sonntag, den 19. März, fowie Brutputen; Bruteier hochedler Raffen Dou Cajar, oder: König, Vorzeiger dieser Annonce zahlen Donnerstag: Erica Borstellung: Sonnabende und Sonntage im April. verfaust unter Garantie für Reellität Graf u. Straßenfänger. I wochentags die halben Kassenpreise. Herrgottschnitzer. 2.u.3.Osterfeiertag noch zu vergeb. F.Wegner, Berlin, Mariannenstr. 34. In Borbereitung: Dorf und Stadt. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlip SW Nr. 44. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 21. februar 1905. 7363 5,45, 7364 1,95, 7367 12,80, 7368 22,95, 7369 19,70, 7370 7,-, " " P " 14 ver Für die ausständigen Bergarbeiter Die besten Fortschritte im Bau von Automobilen haben Süden 1.54, Sonntags auch 2.09, nach Norden 1.43, Sonnabends die Deutschen und Franzosen aufzuweisen; ihre gefürchteten auch 1.50, Sonntags 1.51. Linie 7 geht 1.21 nach Rigdorf, 1.40 gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommiffion folgende Beiträge ein: Konkurrenten sind die Amerikaner. Trotz der weit höheren zur Huttenstraße. Sonnabend und Sonntag auch 1.46 nach Osten. Lifte 7295, d. Wildner 10,30. Rifte 7714, Barkettbodent., Firma Ende, Arbeitslöhne, die in Amerika gezahlt werden, kann man die Linie 9 geht 2.00 zum Spittelmarkt, 2.27 nach Moabit. 3. Rate 12,25. Mehrere Spandauer Arbeiter 9,50. Lichtdrud, Abt. 2, Ab. Wagen dort billiger herstellen, wenn auch die Eleganz, be- geht 1.23 nach Westen, 1.08 nach Norden. Linie 51 hat Sonntags ehrt werktags 1.16, Sonntags 1.08 nach Nordwesten. Linie 40 Frisch 5,75. Klaviaturfabr. Hermann u. Batrof 1,05. Tischlerei Hart mann u. Co., Köpeniderstr. 4, Arb. d. Atomwerte, d. Anton, 5. Rate sonders der französischen Fabrikate, dabei nicht erreicht wird. einen Wagen 1.24 nach den Westen. Von Linie 54 geht ein solcher 4,50. Klub To drink to much", Ballisadenstr. 5,- Lifte 4289 3,15. Die höchste Bedeutung hat unstreitig das Automobil als Sonntags 1.34, nach Norden 2,34 und täglich nach Norden 1.34. Liste 8467, Pianomech.- Fabr. Wiesner 14,50. Lifte 9785, Tischl. b. N. Pöpke Nugwagen, und da steht es erst am Anfang einer großartigen Von 60 geht der letzte Wagen 1.19 zum Nollendorfplatz, von 67 14,10. Liſte 8214, Drahtzaunfabr. B. Heinze 9,30. Liste 9787, 3. C. Ball Entwickelungsfähigkeit. Die Vorteile, die es für den Ge- nach Westen werktags 2.59, Sonnabends 3.44 und Sonntags 3.59 Saal II, 5. Rate 14,80. Riste 7549, Reinh. Köhn 7,10. Lifte 8463, J. C. Pfaff, Saal III, 3. Rate 31,80. Liſte 2637 2,55. Lifte 2485, Seppel v. 3. 8,65. schäfts- und öffentlichen Verkehr bietet, werden jetzt noch nach Westen Werktags 2.59, Sonnabends 3.44 und Sonntags 3.59 Liſte 6957, Buchb. b. Moriz u. Kummer, 2. Rate 12,20. Lifte 8906, W. u. G., langsam und zögernd ausgenügt. Bald wird es immer bis Mühlenstraße. Nach Osten geht diese Linie 2.06, Sonnabends Gaal Stemmwedel 6,25. Liſte 1823, Kumite, Bülowſtr. 13,10. Lifte 8911, schneller damit gehen und man wird allen möglichen An- 2.51, Sonntags 3.01. Die letzten Wagen sind ferner Linie 78 nach M.. G., Saal Jahn 13,50. Lifte 1835, ders., Saal Beinl 19,80. gifte 8913, derforderungen gerecht werden. Für die großen Warenhäuser Charlottenstraße 1.15; 87 nach Südosten 1.25; 88 täglich nach Westen Westen 2.20, bis Markusstraße 2.45; 81 nach Westen 1.35, bis Saal Schäftlinger 27,05. Liste 8477, Pianomech.- Fabr. Jacob, d.Weber, 4.Rate 8,10. Lifte 197 d. Schuhmacher 7,90. Rifte 6000 1,25. Modelltischl. Niles- Werke, sind die zahlreich eingestellten Automobilwagen zugleich ein 1.47, Sonnabends und Sonntags 1.54 bis Mühlenstraße, 1.16 bis Ober- Schöneweide, 5. Rate 14,55. Listen 9453, 54, Mechan. b. Kaiser u. gutes Reflamemittel; je eleganter und moderner diese Wagen Spittelmarkt. Schmidt 33,45. R. u. P. Schulz, R. Lehmann 4,- 2ifte 7985 d. BraunVon der Westlichen Vorortbahn geht A 1.19 bis sbahn 14,50. Berson. d. Buchdr. H. S. Hermann, 5. Rate( bar. Berzicht d. eingerichtet sind, desto mehr erregen sie die allgemeine Auf- Halensee, C 1.15 bis Schmargendorf und E 1.50. Aussch. auf Diäten f. 2 Sig. 20,-, A.& f. D. 3,-, N. N. 1, B. 3. 3,-) merksamkeit. Einen starken Eindruck gewinnt man vom Wert 175,85. Lifte 9448, Goldleistenfabr. Bander d. Lehmann 23,85. Maschinen des Automobils als Lastfuhrwerk, wenn man einen großen, dem Magistrat zur Verfügung gestellte Kapital zur Errichtung einer Stiftung. Das von den Erben des Professors Rudolf Virchow meister, National Beitung" 13,50. Buchbinderei u. Vers.-Ab. Woche", 2. Scherl, 4. Rate 45,55. Baulisch. b. Chiller, 2. Rate 15,23. te fchwerbeladenen Brauerwagen, ohne die gewohnten fräftigen Staatsschen Stiftung" ist mit den Zinsen auf rund 80 000. and. Röde 7,40. Liste 481, Arb. d. Brotfabr. Berolina 26,45. Uebersch., Pferde vorgespannt, sich schnell und sicher fortbewegen sieht. gewachsen. Die Stiftung soll nach den Bestimmungen des Rentners Zellers. b. Keller, Verb. d. Bäcker 26,50. Lifte 9626, Möbelpol., Frifter u. Sehr plump sehen noch die Automobil- Droschken aus, und Karl Gg. Hartwig Staats zu Uelzen zur Bekämpfung der KinderRoßmann, 4. Rate 11,75. Die Elenden aus der Neuen Königstr. 7,50. mancher Berliner Droschfengaul soll sogar höhnisch wiehern, sterblichkeit dienen. Buchb. d. Buchdr. H. Büttner, Dranienburgerstr., 5. Rate 4,25. Piste 9449, wenn er der Konkurrenz begegnet. Er hat freilich keine Ahnung Maurer Bau Schauspielhaus, außer zweien 20,20. Lifte 5996, Koll. Die Mörderin"( L'Omicida). Eine Geschichte vom Gardasee. d. F. Guggenbichler d. Hennig 12,15. Liste 7297, Tischler bei davon, daß in dieser Konkurrenz seine endliche Erlösung naht. Das 7. Heft der vom Parteiverlage Buchhandlung Vorwärts" Fährmann, 3. Rate 11,20. A. E. G., Ackerstraße, auf Listen:( Und dennoch, man darf es billig bezweifeln, ob er ein in Berlin herausgegebenen illustrierten Romanbibliothek In Freien 1035 26,45, 1068 4,50, 1098 12,60, 4956 9,- 4975 11,10, schnelles Ende im Wurstfessel dem langsamen Abrackern im Stunden" enthält den Schluß der obigen Novelle. Es ist eine Er 4900 22,50, 7357 9,25, 7358 29,50, 7360 16,25, 7361 31,7362 18,95, Trab, Trab vorziehen würde.) In Amerika ist man der Ansicht, zählung aus dent sonnigen Italien, in der die Verfaſſerin die eigen7371 177372 11,60, 7374 22,- 7378 14,15, 7379 25, 7382 1,10, daß das Automobil in den nächsten fünf Jahren schon das artigen Bewohner in ihrer Melancholie und Leidenschaftlichkeit zeigt. 7383 21,20, 7384 14,20, 7385 16,50, 7386 30,10, 8686 21,95, 8687 17- Pferd als Arbeitsmittel aus den großen Städten im Osten Anteilnahme an dem Schicksal der Heldin der Novelle. Das Heft entDie überaus spannende Handlung zwingt den Leser zur lebhaften 8689 32,40, 8694 18,20. Zentralverband der Zimmerer, Zahlst. Dranienburg der Vereinigten Staaten vertrieben haben wird. 15, Durch Jacobsen: Liste 1445, Nohrleger S.-W. D. 7,-. Lifte 4741, hält außerdem die Fortsetzung des Romans Jm Banne der VerMesfingband- Walzwerk St.-W. D. 8,30. Liste 7140, Drahtweber K.-W. D. Eine große Zukunft ist dem Automobil jedenfalls sicher, suchung" und im kleinen Feuilleton ein„ Läuschen" von Frizz Reuter 2,95. Liste 7155, Affumul. Pflüger 32,25. Liste 7156, Installateure St.-B. D. als Nutwagen natürlich, denn als Luruswagen wird es erst zu Was ded'st du, wenn du König wirst"; daneben„ Dies und Jenes", 16,70. Lite 8041, Auto- Schloffer N. M.-G. 24,05. Lifte 8047, Auto- Dreher. A.-G. größerer Bedeutung gelangen, wenn es weiten Streisen des" Wit und Scherz". In jeder Woche erscheint ein Heft für 10 Pf.. Lifte 9644, Lokal- Anzeiger", Abt. Maschinensaal, 4. Rate 44,70. Lifte 9630, Volkes zugänglich gemacht werden kann wie das Zweirad, das in allen Parteibuchhandlungen erhältlich ist. Die bereits erBerson. b. Bobach u. Co., Chausseestr. 19 7,35. Liste 7347, Schraubenfabr. wenn der Arbeiter mit seiner Familie in sein Automobil fchienenen Hefte dieses Jahrganges können nachbezogen werden. Bukle, Brandenburgstr., d. Betersdorf 15,65. Liste 7349, A. E.-G., Tur steigen kann, um einen Sonntagsausflug zu machen. Man Von der Verlegung der königlichen Sternwarte am Endeplag war binenbau I, 4. Rate 8,30. Lifte 7339, Sudijatis, Rummelsburg, d. Peters- hat schon den Anfang gemacht mit fogenannten Volks- schon seit Jahren die Rede. Als Schinkel vor nunmehr siebzig dorf, 2. Rate 42,60. Rifte 7343, Arb. d. Schraubenfabr. Stelzner, einschließl. 3.- Geburtstag Ladewig, d. Petersdorf 48,-. Verb. d. Vergolder, a fonto automobilen, die aber noch den großen Fehler haben, daß das Jahren die Sternwarte errichtete, dachte wohl niemand daran, a. Liften, 3. Rate 200,- Lifte 8483, Gasanst. Schmargendorf, 5. Nate 40,50. Volf sie nicht bezahlen kann. daß das umfriedete Bläßchen, fernab vom Straßenverkehr, so bald Rifte 8482, Gasanstalt Schmargendorf, 5. Rate 22,55. Zellersamml. am umschlossen sein werde von dreis und vierstöckigen Gebäuden, untoſt 14. 2. 05, Seft. Schmargendorf 5,30. Liste 3991, d. Habed 4,70. Mitgl. d. vom Verkehr der Millionenstadt. Tatsächlich erschweren die Era Verb. deutsch. Buchdr. im Vorwärts", 5. Rate 21,50. Die Elenden von schütterungen der Fuhrtverke und Maschinen, die elektrischen LeitungsNr. 18, 5. Rate 6,25. Verb. deutsch. Buchdr., Ortsverw. Neubabelsberg 20,-. Barletil. v. Rosenfeld u. Co., Mohrenstraße, 4. und 5. Rate 24, Gef. im Magistratskollegium durchberaten worden und wird jetzt den Stadtlichen Beobachtungen in hohem Grade. Wie der frühere, so hat auch Der Entwurf des Stadthaushalts- Etats für das Jahr 1905 ist vom neze, der ringsum aufsteigende Rauch und Staub die wissenschaftBeit von Staffelstein a. Liste 8216 68,50. 3 Arbeiter d. Firma Räbel 3, berordneten mit dem Ersuchen um Zustimmung vorgelegt. Der der jezige Direktor der Sternwarte dringend um etwas mehr Nuhe. Arbeiter- Gesangverein Bukunft, Nieder- Schönhausen 10, Töpfer der Firma E. Schöffel, Bau Nonnendamm, 4. Rate 41,60. neue Gtat bildet den ersten Bunft der Tagesordnung für die nächste Freiheit und Licht gebeten. Der Plan der Verlegung dieses wichtigen Liste 2800, durch Backhaus 6,60. Liste 9299, durch Rauzenberg 6,15. Stadtverordneten- Sigung. Instituts soll nunmehr endlich greifbare Gestalt gewonnen haben: Gasmefferfabrik Aron, Charlottenburg, 3. Rate 15,05. Liste 5501, Die Arbeit, die der Magistrat da geleistet hat, wird vermutlich die Sternwarte wird dem Vernehmen nach in den Grunewald d. Blath 3,50. Lifte 5511, Eisengießerei Gebauer 14,55. Liste 5513, Arb. bei der freifinnigen Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung übersiedeln. Dort foll bereits ein geeignetes Terrain in Aussicht d. Schlosserei Guse, Schulstraße 6,30. Bentr.- Verb. d. Fleischer, Ortsverein freundlichen Beifall finden. Denn der Etat steht auch diesmal wieder genommen sein, für welches eine Größe von acht Settar berBerlin, Liste 947 17,60. Riste 5550 12,15. Lifte 9632, Pianofabrit unter dem Zeichen der„ 100 Broz.", und das ist dem Frei- langt sein soll, damit der Beobachtungsturm nicht wieder eingebaut Engelmann u. Guntermann 6,15. Angest. d. Orts- Kr.-. d. Kauft. 2c., fimm ja die Hauptsache. Die Aufgabe, den Entwurf des Magistrats werden kann. 5. Rate 50,-. Liste 8519, Verb. d. Mühlenarb., Vittoria- Mühle 15,50. In der Nähe foll seltsameriveise ein großer Lifte 8517, besgl., Salomon- Mühle 24, Arb. b. Moldenhauer u. Metzdorf, zu prüfen und den Etat endgültig festzuseßen, würde der Stadt- Turnplatz angelegt werden, der den verschiedenen Vereinen zur 3. Rate 22,-. Liste 2576, durch Kuhlmai 7,65. Berliner Hutmacher, 3. Nate verordneten- Bersammlung wahrscheinlich nicht allzuviel Kopf- Benugung überlassen würde. Daß der Volkspart"- Klimbim mit 100,- Zentr.- Verb. d. Dachdecker, Fil. Berlin 100, zerbrechens verursachen, wenn nicht die von den Sozialdemokarussellgeraffel den Zwecken der astronomischen Wissenschaft beSumma 2451,70 M. Bereits quittiert 136 554,53 M. Sm ganzen traten geübte Stritit auch den Freifinn zu längerem Berweilen und fonders förderlich sei, will uns auch nicht einleuchten. genauerer Betrachtung nötigte. 11,60. Lifte 8068, Messinggießerei S.-W. D. 19,60. Liste 8069, desgl. 10,85. 189 006,23 M. " Lifte 9427, Weitere Beiträge werden entgegengenommen im Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission Engel- Ufer 15 vorm. 9-1 und nachm. 4-8 1hr. Für Berlin sind die Gelder, welche mittels der Post eingehen, an A. Körsten, Engel- lfer 15, zu richten. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. reichen Besuch erwarten die Vertrauenspersonen. Bom Stadthaushalts- Etat für 1905. " Der Stadthaushalts- Etat für 1905 schließt in Einnahme und Die Existenzfrage". In der Strafsache gegen den Kaufmann Ausgabe ab mit rund 135 Mionenen Mark, er übertrifft also den Selbiger, den Inhaber der Zeitschrift„ Die Gristenzfrage", wird des Vorjahres mir um 3/4 Willionen Mart. die Voruntersuchung in Kürze abgeschlossen sein. Vor dem Untergehenden Jahren hatte er sich auf 134 Millionen, 117 Millionen, Es handelt sich in der Untersuchung um etwa 30 Fälle von Kautions In den vier vorher suchungsrichter find bereits sämtliche Zeugen vernommen worden. 112 Millionen, 109, Millionen belaufen. Schon die Bergleichung dieser Hauptzahlen läßt erkennen, wie„ vorsichtig" man diesmal bei Gläubiger, die schon alle Hoffnung auf Wiedererlangung ihres Geldes schwindeleien, die Selbiger zum größten Teil bestreitet. Die der Aufstellung verfahren ist, damit trotz 100 Broz." wieder alles hatten fallen lassen, sind neuerdings zusammengetreten, um die Forthübsch flappt. Die besonderen Etats der städtischen Werke( GasBerliner Partei- Angelegenheiten. belaufen fog, find hier nicht begriffentonen auf Antrag des Rechtsanwalts Bahn angeordnet, daß Selbiger werke, Viehhof, Kanalisation usw.) sind hier nicht einbegriffen. Sie führung des Geschäfts zu versuchen. Der Untersuchungsrichter hat sich für 1905 auf 1024 Millionen Mart, Millionen Versammlung bei Zühite, Dennewigstr. 18, staff, in der Genosse erfordern Zuschüsse, die aus dem allgemeinen Stadtsäckel entnommen nicht aufgebracht werden. Die Verhandlung gegen Selbiger dürfte Zweiter Wahlkreis. Heute Dienstag abend 8%, Uhr findet eine weniger als im Vorjahre. Einige Werke( Kanalisation, Urbanhafen) gegen Stellung einer Raution in Höhe von 10 000 2. aus der untersuchungshaft entlassen werden soll. Die Kaution konnte bisher H. werden; andere( Gaswerke, Wasserwerke, Wiehhof, Markthallen) ubert über„ Die Entstehung des Sozialismus und seine liefern Ueberschüsse, die dem allgemeinen Stadtfädel zugeführt sehr umfangreich werden, da wohl über 50 Zeugen geladen werden weitere Entwicklung" sprechen wird. Frauen haben Zutritt. Zahl- werden. Scheidet man diese Ileber- bezw. Zuschüsse der Werke sowie die müſſen. Der plöbliche Zuſammenbruch der„ Eristenzfrage", die an Einnahmen und Ausgaben des Steuerwesens aus dem Stadthaushalts- geblich mitunter 12 000. Inserateneinnahme pro Monat gehabt 4. Reichstags- Wahlkreis Südost. Heute abend 8% Uhr findet Etat aus, so beträgt die Ausgabe des allgemeinen Stadtfädels haben soll, hat allseitig überrascht. Selbiger hat, wie feſtgeſtellt, in im Lokal Südost", Waldemarstr. 75, die regelmäßige Mitglieder- 1314 Millionen Mart, wovon nur 551 Millionen durch eigene früheren Jahren große Summen verdieni und bis zuletzt Magen und versammlung des Wahlvereins statt.( Siehe Annonce.) Zahlreichen Einnahmen der in Betracht kommenden Bertvaltungszweige gebedt Pferde gehalten. Besuch erwartet Der Vorstand. werden. Es bleiben noch 76 Millionen anderweitig zu decken. Aus den Ueberschuß bringenden Werken hofft man 9 Millionen herausCharlottenburg. Heute Dienstag findet eine außerordentliche zuwirtschaften, den Zuschuß erfordernden Werken werden 21%, Millionen Generalversammlung des Wahlvereins im Voltshause, Rosinenſtr. 3, zu zahlen sein. Der Neinüberschuß der Werke beträgt mithin Strickleiter und Brechwerkzeug während der Sonntagsruhe am vorstatt. Auf der Tagesordnung steht ein Referat des Genossen 61%, Millionen, die dem Stadtsädel zu gute kommen. Dann wäre gestrigen Nachmittag ausgeführt. Der Wert der aus Goldsachen beHirsch:" Bilder aus dem Stadtparlament". Weiter wird über einen Antrag mehrerer Bezirke verhandelt werden, den Be- noch zu decken eine Ausgabe von 69 Millionen, die durch stehenden Beute beläuft sich auf nicht weniger als 35 000 Mr. In schluß der letzten Mitgliederversammlung, der zur Antsniederlegung noch 14 Millionen Mart Kosten hat, so müssen diesmal aus Juwelierladen von Grünbaum mit daranstoßender Wohnung. Um Steuern aufzubringen sind. Da die Steuerverwaltung felber deur Hause Große Frankfurterstr. 106 befindet sich im Erdgeschoß der des Vorstandes und der Bezirksführer geführt hat, aufzuheben. Steuern 703 Millionen vereinnahmt werden. Aus der Umsatzsteuer 2 Uhr verließ die Familie die Räume, die gut verschlossen wurden. ist Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Für. Gäste und Damen ist werden rund 5 Millionen, aus einigen Kleineren Steuern 2%, Millionen Ein Wächter beaufsichtigt bis 6 Uhr nachmittags die Räume von seiner die Tribüne reserviert. erwartet; bleiben also noch 68 Millionen für Einkommensteuer nahen Wohnung aus und bleibt von da ab beständig vor dem Laden, und Grund- und Gewerbesteuer. deffen Schaufenster Sonntags zugehängt sein müssen. Im Innern Adlershof. Am Sonntag nachmittag 2 Uhr findet im Lokale von Meißner eine Wolksversammlung statt, in welcher ReichstagsAbgeordneter Zubeil über„ Militär just iz, Militärmißhandlungen und Polizeiwillkür spricht. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Reinickendorf- Oft. Heute Dienstag abend 8 Uhr findet bei Sadau, Residenzstr. 124, eine Volksversammlung für Männer und Frauen statt. Genoffin Ihrer wird über das Thema:„ Der Wert der Bildung für die Proletarierin" sprechen. Eriner. In der Wolfsversammlung, die Dienstag abend 8 Uhr, bei Kurzhals, Ede Wilhelm- und Hübnerstraße statt findet, hält Genosse Busse einen Bortrag. Stralan. Mittwoch abend 8 Uhr bei Hänisch, Markgrafendam 16, findet die regelmäßige Wahlvereinsfigung statt. müssen. Reiche Diebesbeute. Ein großer Einbruch wurde mit Hülfe von Zentrumsbohrer, Um diesen Betrag hereinzubekommen, wird es auch diesmal des Ladens brennt eine Flamune, und der Wächter beobachtet durch wieder genügen, an dem alten Satz von 100 Proz. Einkommensteuer die Ladentür hindurch. Die Diebe haben den leerstehenden ersten und 150 Proz. Grund- und Gewerbesteuer festzuhalten. Daß hier Stock, der zu einem Wirtshaus hergerichtet wird, benutzt, um in das wieder alles nach Wunsch klappt, ist selbstverständlich kein Goldgeschäft zu gelangen. Sie schnitten aus dem Fußboden ein Bufallswunder, sondern ein Wert der freifinnigen Vorsehung. Man 1 Meter im Gebiert messendes Loch, durchschlugen die Decke und richtet eben die Ausgaben so ein, daß man nicht mehr Gin- stiegen auf einer Stridleiter in den Laden des Erdgeschosses hinab. nahmen nötig hat. Durch dieses Verfahren wird ja das Problem, Hier haben sie unter den vorhandenen Juwelen und Goldsachen ihre zwischen Einnahmen und Ausgaben der Stadt das Gleichgewicht Beute mit Kennerblick ausgesucht, sogar die Waren des Schaufensters In Köpenick hält der Wahlverein heute abend bei Seidel, herzustellen, beträchtlich vereinfacht. Ob aber dabei nicht manche hinter dem sonntäglichen Vorhang nicht verschont. Als die Familie Grünauerstraße, seine Versammlung ab. wichtige Aufgabe der Kommune vernachlässigt Grünbaum gegen Mitternacht heimkehrte, war die Diebesarbeit längst wird, das ist eine andere Frage. Die sozialdemokratische Fraktion vollbracht, und der ahnungslose Wächter hielt vor dem ausgeplünderten der Stadtverordneten- Versammlung wird in der Etatsberatung, die Laden Wache. Die Kriminalpolizei wurde noch in der Nacht gerufen. demnächst beginnt, diese Frage leider auch diesmal wieder bejahen Bunächst ergab sich, daß im erster. Stod ein neuer Regenschirm zurüdgelassen und daß die Tür nur eingeklinkt war. Die Feststellungen führten zu der Tatsache, daß am Nachmittag gegen 5 1hr zwei Die diesjährige Volkszählung. Am 1. Dezember d. J. findet Männer das Haus verließen, die eine gelbe und eine schivarze Tasche eine Volkszählung statt. Der Magistrat hat beschlossen, eine Volts- frugen. Die lettere öffnete sich durch Zufall, und von dem Inhalt zählungs- Stommiffion einzusehen, bestehend aus den Mitgliedern der fielen verschiedene Goldfachen heraus. Das Publikum beteiligte sich städtischen Deputation für Statistik und 7 weiteren Stadtverordneten, bei dem Auflesen und war so arglos, daß es einen Genossen der zusammen 12 Stadtverordneten, 4 Magistratsmitgliedern, dem Diebe, der eine goldene Uhr einsteckte, unter dem Schimpfnamen Direktor des Statistischen Amis und seinem Vertreter, und einem, Spizbube" zwang, die Uhr dem Verlierer und Dieb wieder herausvon dem königlichen Polizeipräsidium zu entfendenden Kommiffar. zugeben. Die beiden Einbrecher gingen dann die Frankfurter bis Die am Sonntag geschlossene Internationale zur Lebufer Straße hinab, nahmen eine Tarameterdroschke mit rotem Automobil- Ausstellung war vorwiegend für den Donnerstag ist eine so reichhaltige, daß sie faum in einer Gigung weiter. Der Kriminalpolizei konunt viel darauf an, daß sich der Die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung am Unterbau und mit einem dunkelbraunen Pferd und fuhren nach Osten Sport und den Lurus da. Wenn auch Nugwagen in vieler erledigt werden kann. Es sind deshalb, falls die Beratungen sich Droschtenkutscher meldet, der um 5 Uhr nachmittags die Fahrt geArt gezeigt wurden, so war doch dem Verlangen der Leute, die in die Länge ziehen sollten, für die nächste Woche Extrafikungen in macht hat. Für die Ermittelung der Täter und Beschaffung der in der Entfaltung eines pompösen Lurus und in der Suche Aussicht genommen worden. Wertsachen setzt der Bestohlene Georg Grünbaum eine Belohnung nach erklusiven Vergnügungen ihre Lebensaufgabe erblicken, Ununterbrochener Betrieb bei der Straßenbahn. Der Betrieb von 1000 m. aus. Das gestohlene Gut besteht aus 72 goldenen in erster Linie Rechnung getragen. Dabei handelte es sich nicht der Nachtwagen der Straßenbahn ist neuerdings soweit ausgedehnt Herrenuhren, 147 ebensolchen Damenuhren, 56 Kravattennadeln nur um das Automobil als elegant und praktisch eingerichtetes worden, daß taum noch eine Pause bis zur Wiederaufnahme des mit Brillanten, etwa 40 Broschen, ebenso vielen Ohrgehängen, etwa Fahrzeug, sondern noch um allerlei Nebendinge, welche die Werkehrs am Morgen übrig bleibt und fast ein ununterbrochener 80 Uhrtetten, aus goldenen Brillant- Colliers und Brillantbroschen. Fahrt für solche Leute erst zu einem rechten Vergnügen machen, Betrieb stattfindet, wie er bisher nur in der Neujahrsnacht eingerichtet 3. B. wie man fich schick und sportsmäßig fleidet. Die Aus- war. So kommt 8. B. in der Nacht vom Sonntag zum Montag der Ein Fledderer und Dieb, der schon mehrfach mit dem Straf steller solcher Sportskleider für Automobilfahrten sollen große letzte Wagen der Linie 74 erst 4.17 in der Mühlenstraße in Schöne gefängnis Bekanntschaft gemacht hat und feine Wohnung befizt, der berg an. Schon eine halbe Stunde später, 4.52, fährt der erste 22 Jahre alte Arbeiter May Haschke, wurde gestern wiederum auf Bestellungen erhalten haben. An Wagen sind, wie berichtet Straßenbahnwagen von Rirdorf nad, Berlin ab. Die neuerdings frischer Tat ergriffen. Ein Seciminalbeamter bemerkte, wie der ihm wird, für beinahe vier Millionen Mark bestellt worden. Besucht vielfach geänderten Abfahrtszeiten der Nachtwagen, die nach 1 1hr bekannte Haschte mit einem betrunkenen Wanne durch die Frank wurde die Ausstellung, die am 4. Februar eröffnet worden nachos verkehren, stellen wir in. Folgenden nach dem jebigen Stande furter- und Andreasstraße zog, in mehrere Wirtshäuser eintehrte war, bon 133 791 zahlenden Berjonen. wieder zusammen: Bom Potsdamer Platz geht die Ringbahn nach und schließlich den Weg nach dem Schlesischen Bahnhof zu nahm. Lokales. Automobilen. Der Schinkenwettbewerb, der vorige Woche im Hotel Kaiserhof beranstaltet wurde, wird vielleicht noch einen Zibilprozeß zur Folge Hübsche Lichtenberg. Am Andreasplay umarmte er seinen Betrunkenen Begleiter, machte nach dem landesüblichen Trauerschema veranstaltete Gedächtnisdann plöglich Kehrt und ging nach der Frankfurterstraße zurück. feierlichkeit. Herr Heinz Wolfradt, der Vorsitzende der Veranstaltungen, Der Beamte stellte sofort fest, daß dem angetrunkenen Manne, einem gedachte des Humoristen Hartleben in sinnigen Worten und vergaß der Tagesordnung nicht weniger als echs die Erteilung von Pflasters In der Gemeindevertretung betrafen von den zehn Gegenständen Arbeiter G. aus Rigdorf, die Geldtasche mit Inhalt gestohlen war, nicht zu erwähnen, daß der Verstorbene als Mitbegründer des Vereins konsensen. Die von der Gesellschaft Böhm beantragte Teilanlage verfolgte den Dieb und konnte ihm schließlich das Geld wieder ab- zur Förderung der Kunst zu dessen Aufblühen mit beigetragen hat. der Wördenstraße wurde nicht genehmigt, wogegen den Anträgen nehmen. Er leugnete die Tat hartnäckig, wurde aber am Montag Dann ehrte Herr Robert Koppel den Dichter durch Vorlesungen aller anderen Gesellschaften zugestimmt wurde. Die Eriveiterung morgen bei einer Gegenüberstellung von G. bestimmt wiedererkannt aus der Humoreste Die Geschichte bom abgerissenen des Gemeinde- Gaswerkes, die sich auf 315 000 2. stellt, wurde ges und dem Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Knopf" und der Komödie„ Die Erziehung zur Ehe". An= nehmigt. Besonders befriedigte es die bürgerlichen Vertreter, daß Eine Gefahr für den Fernsprechverkehr bildet eine Eigenart von gemeine Fröhlichkeit verbreiteten die vorgeleſenen Bruchstücke; nach Einrichtung des Maschinenbetriebes in der Koferei etwa 14 000 Eine Gefahr für den Fernsprechverkehr bildet eine Eigenart von ein jeder, der fein Philister ist, wird wünschen müssen, daß auch seine Mark an Arbeitslöhnen und 6000 M. an Koks erspart werden. VerDieben, deren Neigung sich auf die Telephondrähte erstreckt. In der Nacht zum 18. d. M. wurden auf der Landsberger Chaussee, kurz Hinterlassenschaft der Nachwelt so die Sorgen verscheuche. tagt wurde die Behandlung der Fragen betreffend der von Berlin Der übrige Teil des Abends brachte ein so vielseitiges Pro- zu fordernden Beiträge für die Unterhaltung der Volksschulen und hinter dem Wirtshause Zur weißen Taube", 41 Kilo Bronzedraht abgeschnitten und entwendet. Im ganzen wurden sieben Drähte gramm, daß eine Aufzählung aller Einzelheiten unmöglich ist. der Entscheidung über die Einsprüche gegen die Gemeindewählerliste. durchgeschnitten, so daß am nächsten Morgen in jener Gegend kein Mozart und Rothstein, Goethe und Wildenbruch, von den Modernen Die Vertreter des Besizes in der ersten und zweiten Wählerklasse Anschluß hergestellt werden konnte. In der nächsten Nacht wurden Durcheinander die Kosten. Eine Gesangskünstlerin, bei der Schulung des Forensenwahlrechts bedroht; man kann sich daher auf intereſſante Falke, Dehmel und Liliencron nicht zu reden, bestritten im bunten glauben sich durch die vom Gemeindevorstand beliebte Auslegung auf der nach Friedrichsberg führenden Chaussee acht Fernsprechauf der nach Friedrichsberg führenden Chaussee acht Fernſprech- und Stimme gleich prächtig waren, Elsbeth Markiewicz, füllte mit Erörterungen gefaßt machen. leitungen durchgeschnitten und 50 Kilo Bronzedraht gestohlen. Den Tätern ist in beiden Fällen gelungen, die Beute unbemerkt fort- Herrn Koppel den musikalischen Teil des Abends aus. zuschaffen. Und auch von den Hehlern, die vermutlich in Berlin zu seine„ Begnadigung" und die Schilderung seiner Leichenfeier ge- vom Staiser im Gnadenwege die dreimonatliche Gefängnisstrafe, welche eigene Dichtungen trug Herr Rudolf Presber vor. Namentlich Wer begnadigt wird. In Festungshaft umgewandelt wurde fuchen sind, fehlt bislang jede Spur. fielen uns. der Architekt und Maurermeister Thiemann in Potsdam von der Das Carl Weiß- Theater hat jetzt Jules Vernes bekanntes dortigen Straffammer wegen fahrlässiger Tötung erhalten hatte. Die Kinder des Kapitän Grant" auf Thiemann führte vor zwei Jahren den Neubau der höheren wwwhenhaben. Der Schlächtermeister Dallmann in Schöneberg hatte eben seine Bühne gebracht. Das ist für das Theater in der Frankfurter- schule in Potsdam aus, wobei beim Aufbringen eines Trägers das falls einen Schinken zur Ausstellung gesandt, in der Hoffnung, von wegen der Güte seiner Ware eine Prämie zu erhalten. Diese Prämie Straße keine Kleinigkeit, und um so mehr muß anerkannt werden, Gerüst zum Teil zuſammenſtürzte und zwei Arbeiter ihren Tod, blieb jedoch aus, und zwar nicht, wie Dallmann behauptet, weil sein daß die Aufgabe an dieser Stätte gar nicht übel gelöst wurde. andere schwere Verlegungen erlitten. Nachdem alle Rechtsmittel erSchinken nicht einer Auszeichnung würdig gewesen wäre, sondern Sowohl was die Aeußerlichkeiten betrifft, die an den Maschinen- schöpft waren, rief Thiemann die Gnade des Kaisers an. Die dreiaus dem äußerlichen Grunde, daß man vergessen hatte, das Gremplar meister und an den Regisseur weitgehende Anforderungen stellen, monatliche Festungshaft verbüßt er jetzt in der Citadelle zu aus dem äußerlichen Grunde, daß man vergessen hatte, das Gremplar als auch im Spiel zeigte die Bühne sich durchweg auf der Höhe, Magdeburg. dieses Schlächtermeisters mit einer Nummer zu versehen. Infolge Zu einem schweren Kampfe mit Berliner Einbrechern kam es dieses Versehens kam der Schinken überhaupt nicht zur Konkurrenz. und es freut uns, dies Lob ohne Rückhalt aussprechen zu können. Angeschnitten und verkauft wurde er aber doch. Dallmann will num, Herr Direktor Fischer gab den Matrosen Bob humorvoll und lebendig, am Sonnabend auf dem Bahnhof des Dorfes Veltem. In diesem da gütliche Vorstellungen in dieser Angelegenheit erfolglos blieben, der zerstreute Geograph Paganell wurde von Herrn Litt drastisch Orte waren in Tester Zeit eine Anzahl verwegene Einbruchsdieb durch eine Zivilflage die Kosten retten, die ihm der Schinkenwett- dargestellt und Frau Schäfer- Kruse spielte die empfindliche Arabella stähle verübt worden. So wurde auch am Donnerstag voriger Woche bewerb unnüz verursacht hat. mit guter Wirkung. Auch die Vertreter der übrigen Rollen, so die ein Diebstahl bei einem Kolonialivarenhändler ausgeführt, bei jugendlichen Darsteller der Kinder des nach Patagonien verschlagenen welchem die Verbrecher einen Posten von 2000 3igarren sowie eine Eine Schießleistung, die allen Respekt verdient, voltführte der Kapitäne spielten ganz vortrefflich. Daß die Ausstattung sich sehen große Menge Kolonialwaren erbeuteten. Der gestohlene Warenposten Inhaber einer Destillation am Engel- llfer. Ein Sperberweibchen lassen konnte, haben wir schon hervorgehoben. Obgleich das Stück war so umfangreich, daß die Fortschaffung Schwierigkeiten berurauf dem Turm der Thomaskirche erregte vielfach die Aufmerksamkeit beinahe an die dreißig Jahre alt ist, verfehlte es im Osten ebenso- sachte, und die Diebe versteckten einen Teil der Beute, um sie später des Publikums. Manche Taube fiel dem Raubtier zum Opfer. Dem wenig seine Wirkung wie früher im Victoria- Theater. Was aber abzuholen. Alle Umstände deuteten darauf hin, daß die Einbrecher Destillateur K. gelang es, durch einen wohlgezielten Schuß das Tier für die Direktion die Hauptsache: das Theater war gut besucht und jedesmal von Berlin kamen, und so wurde dort die Polizeibehörde zu töten. Es gelang dem Schüßen auch, den Balg in die Hände das Publikum nahm beifallsfreudig das Gebotene entgegen. Ob von den Vorgängen benachrichtigt. Am Sonnabend fuhr ein zu bekommen; er will das Tier, das 115 Zentimeter Flügelspannung für das Carl Weiß- Theater doch noch bessere Tage anbrechen? Gendarm nach Berlin, um hier genauere Angaben über einen Diebhat, ausstopfen lassen. stahl in einem Warenhause zu machen. Als er nach Velten zurückFreie Fortbildungskurse für Arbeiter, veranstaltet von der Wilden- fehrte, bemerkte der Beamte auf dem Bahnhofe zwei ihm verdächtig Das leidige Abspringen. Zwei Personen famen am Sonntagschaft, Techn. Hochschule, Berlin. Mittwoch abends 8 Uhr wird Herr erscheinende Männer mit großen Paketen und wollte sie anhalten. beim Abspringen von fahrenden Straßenbahnwagen schwer zu Dr. Witkop über: Detlev b. Liliencron, ein moderner Lyriker"( mit Beide ergriffen jedoch die Flucht, wurden verfolgt und auch eingeholt. Schaden. Gegen 24 Uhr stieg der Schriftseter Paul Drost, Rezitationen), in der Aula der Charlottenburger Oberrealschule, Während es dem Gendarm gelang, den einen Mann ohne Schwierig Ackerstr. 65 wohnhaft, von der Vorderplattform des Straßenbahn Schloßstr. 27, sprechen. Eintrittskarten zu 10 Pf.( Abonnements auf feiten zu verhaften, setzte der zweite dem ihm nächsten Verfolger, wagens Nr. 2055 der Linie Charlottenburg- Stupfergraben furz fämtliche Borträge 50 Pf.) sind an der Abendkasse erhältlich. dem Bahnhofswirt, heftigen Widerstand entgegen. Er verlegte den hinter der Haltestelle am Brandenburger Tor ab, nachdem sich der Wirt durch einen Schlag mit einem stumpfen Instrument nicht uners Bug bereits wieder in Bewegung gesezt hatte. D. glitt aus und fiel so unglücklich, daß er besinnungslos liegen blieb. Ein Schußallerdings unter Zurücklaffung der Beute. Der Verhaftete ist ein heblich im Gesicht, lief dann quer über die Felder und entkam auch, mann brachte den Berunglückten nach der Charité, von wo er nach bereits vielfach vorbestrafter, in Verbrecherkreisen unter dem Namen Anlegung eines Verbandes wieder entlassen wurde, da sich die Verschwerer Karl" bekannter Einbrecher und ehemaliger Schlosser lezingen als unerheblich herausstellten. Gegen 6 Uhr nachmittags Müller, der über seine Komplizen jegliche Auskunft verweigert. In verließ der Kaufmann Reinhold 3 ander aus Selchow, der sich den beiden Bündeln wurde ein großer Teil der am Donnerstag ge= besuchsweise in Berlin aufhält, die Hinterplattform des Anhänge stohlenen Waren aufgefunden. magens eines Straßenbahnzuges der Linie 29( Müllerstraße- Briz) furz vor der Haltestelle vor der Kottbuser Brücke. Der Schaffner hatte bereits das Haltesignal gegeben und der Wagen befand sich in langsamer Anfahrt nach dem Haltepunkte. Zander glitt jedoch aus, fiel rücklings zu Boden und zwar so unglücklich, daß er eine Gehirnerschütterung erlitt. Er wurde nach dem Kreiskrankenhause Briz gebracht. " Die Freie Boltsbühne wiederholt am 26. Februar und am 5. März in zwei Extravorstellungen die Aufführung von M. Gorkis Nachtasy!". Am Montag, den 27. Februar, findet im Rathaussaale abends 8, Uhr ein Gorti Abend statt, bei welchem Dr. Herr Polonskyi einen Vortrag über Gorki hält und die russische Sängerin Vera Goldberg mitwirken wird. Billetts zu diefen Veranstaltungen sind in den neun Zahlstellen zu haben. " 1 " Gerichts- Zeitung. Die Matinee, die am 5. Februar zum Besten der streikenden Bergarbeiter im Ruhrrevier vom Gesangverein Lerche" unter gütiger Mitwirkung des Tambourasche Chors Welebit" und der Athletik- Brüder, Mitglieder des Athletenklubs„ Atlas 1883", verEin gewerbsmäßiger Denungiant. Eine unsaubere Eriverbs= anstaltet wurde, ergab einen Ueberschuß von 145,10 M. quelle soll sich der Bureaugehülfe Rosenberg nach Behauptung Theater. Im Luisen Theater findet am 24. Februar ein des Billetthändlers Josef Breitkopf geschaffen haben. Letzterer Berschwunden ist seit dem 1. Februar der am 3. Juli 1869 zu Gastspiel des Opern- Theaters des Westens statt. Zur Aufführung war gestern wegen Hebertretung einer Polizeiverordnung vor der Frehstadt, Kreis Rosenberg, geborene Fräser Albert Unzytowski, der gelangt Lucia von Lammermoor" in vollständig erster Besetzung.achten Straffammer des Landgerichts I angeklagt. Am 18. Oftober Markgrafendamm 36, 3 Tr. wohnte. Er war ant erwähnten Tage auf Heute Dienstag gelangt" Göß von Berlichingen" mit den Damen vorigen Jahres wurde Breitkopf auf Veranlassung des Bureaudem Arbeitsnachweis der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Benkendorff, Schulz, Geitner, Sylva, und den Herren Armint, Böhm, gehülfen Rosenberg vor dem Metropoltheater festgestellt, weil er in Arbeiter in der Kleinen Andreasstraße 15 und ist seit seinem Fort- Majewski, Wald, Dehmig zur Aufführung. In Henrik Ibsens unerlaubter Weise den Handel mit Theaterbilletts betrieb. Breits gange von dort nicht mehr gesehen worden. Der Verschwundene ist Schauspiel" Ein Voltsfeind", das neu einstudiert im Lessing- kopf erhielt daraufhin ein Strafmandat über 10 M., gegen welches 1 Meter 65 Centimeter groß, trägt hellblondes Haar und ebensolchen Theater" am nächsten Mittwoch zum erstenmal in Szene geht, er Widerspruch erhob, der jedoch vom Schöffengericht verworfen Schnurrbart und war bekleidet mit braunem Jackett, schwarzer Hose, sind die Rollen folgendermaßen besezt: Dr. Stockmann: Albert wurde. Vor der Straffammer behauptete B., sich keineswegs der steifent, schwarzem Hut und dunkelblauem Ueberzieher. Unzykowski Baffermann; Frau Stockmann: Else Lehmann; Betra: Marie Uebertretung schuldig gemacht zu haben; der Hauptzeuge Rosenberg neigt zur Schwermut. Nachrichten über den Verschwundenen wolle Urfus; Peter Stockmann: Oskar Sauer; Marten Kiil: Gustav man entweder der Frau des Verschwundenen oder dem Verbands- Rickelt; Hovstadt, Redakteur: Bruno Ziener; Billing, Mitarbeiter: bureau, Kleine Andreasstraße 15, zukommen lassen. Karl Meinhard; Horster, Schiffstapitän: Oskar Fuchs; Aslaksen, Buchdrucker: Karl Forest; ein Betrunkener: Paul Pauli. Um ihre ganzen Ersparnisse ist die Frau des Zimmerers Christoph Gothe aus der Brigerftr. 23 gekommen. Die Frau trug der Vorsicht halber das ersparte Geld in den Unterkleidern, um es so vor Diebstahl zu schützen. Am Sonnabend bemerkte Frau Gothe, daß die 560 M., die sie auf diese Weise in einem schwarzen Beutelchen berborgen hatte, verschwunden waren. Sie vermutet, daß es auf dem Wege von der Brizerstraße nach der Kommandantenstraße verToren gegangen ist. Vielleicht verhelfen diese Zeilen dem Ehepaar wieder zu seinem Eigentum; dem Wiederbringer sind 100 M. Belohnung zugesichert. Ein größerer Dachstuhlbrand kam Sonntag vormittag in der Ackerstr. 161 zum Ausbruch und beschäftigte die Feuerwehr fast zwei Stunden. Das Feuer entstand auf bisher nicht ermittelte Weise auf dem Boden des Quergebäudes, fand hier an dem Inhalt der zahlreichen Bodenkammern reiche Nahrung und wurde erst bemerkt, als gegen 10 Uhr plötzlich Flammen durch das Dach schlugen. Diese griffen nun rasch um sich, sodaß bei Ankunft des 13. Löschzuges schon der größte Teil des Dachstuhles brannte. Es wurden daher fofort zwei Schlauchleitungen in Tätigkeit gesetzt und von verschiedenen Seiten aus vorgegangen. Immerhin dauerte es doch faſt eine Stunde, bevor die Gefahr als beseitigt gelten und mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden konnte. Der Dachstuhl ist größtenteils vernichtet worden. Aus den Nachbarorten. Schöneberg. " In der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung am letzten Montag tamen eine Reihe einzelner Etats zur Beratung, die der Ausschuß erledigt hatte. Im wesentlichen wurde denselben gemäß dem Vorschlage des Magistrats zugestimmt. Der Bauetat( Hochbau) erfordert einen Zuſchuß von 29 700 M. Die höheren Schulen erfordern folgende Zuschüsse: Helmholz- Gymnasium 6000 M., Werner Siemens- Gymnasium 2300 M., Realschule 28 500 M., höhere Mädchenschule 16 600 M., und die Fortbildungsschule erfordert einen Zuschuß von 3090 M. Nach Mitteilung seitens der Schuldeputation soll die Fortbildungsschule voraussichtlich zum 1. Oktober d. I. obligatorisch werden. Der Verkehrsetat schließt ab mit einer Einnahme von 383 902 M. und einer Ausgabe von 33 700 M., mithin bringt derselbe einen Ueberschuß von 46 135 M. Spandau. Der habe unter Automobilisten, Radfahrern und Händlern, die sich irgend einer fleinen Uebertretung schuldig gemacht haben, eine gewisse Berühmtheit dadurch erlangt, daß er fast gewerbsmäßig Anzeige erstatte und aus den 3eugengebühren seinen Lebensunters halt friste. Vor Gericht bestritt der Zeuge dies, mußte indessen auf Fragen des Rechtsantvalts Dr. Davidjohn zugeben, daß er pro Jahr mehrere hundert Anzeigen gegen Automobilisten, Radfahrer und Händler, insbesondere Billetthändler, erstatte und auch in allen Fällen Zeugengebühren erhob. In der Sache selbst mußte der Gerichtshof der Aussage des Zeugen folger, und erkannte Ob denn die Gerichtskasse dem wiederum auf 10 M. Geldstrafe. Denunzianten Rosenberg sein schuftiges Handwerk nicht legen kann? Es wird doch sonst streng darauf gesehen, daß keiner bei seiner Zeugenaussage ein Geschäft macht! Vermischtes. Bubenhand. Eine Schändung des Weimarer Shakespeare= Denkmals ist Sonntag nacht erfolgt. Rohe Menschen übergoffen das Denkmal mit einer schwarzen äßenden Säure, die es vermutlich vollständig ruiniert hat. Auf die Ergreifung der Täter sind 200 M. Belohnung ausgeseht. Hoffentlich gelingt es schnell, der infamen Patrone habhaft zu werden.- Der„ Köln. Volfsztg." zufolge wurden am Südportale des Kölner Domes von den Unterſäben der Statuen mehrere Ornamente von frevelhafter Hand abgeschlagen. Sodann ging die Versammlung zu der Beratung des Antrages unserer Genossen über betreffs Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter und erhöhter Bezahlung der Ueberstunden und Sonntagsarbeit. Die Begründung dieses Antrages übernahm Die Eltern eines deutschen Seemannes gesucht. Die Gewerkschaft der Genosse Küter, der in ausführlicher Weise darlegte, daß die jetzt der englischen Seeleute The National Sailors and Firemens Union" Feuerbericht. Neben dem größeren Dachstuhlbrand in der Acker- bestehenden Löhne( niedrigster Lohn 3,25 M., höchster 4,25 M. pro in London ersucht uns, folgende Mitteilung zu veröffentlichen:„ Die straße 161 hatte die Wehr in den letzten 48 Stunden noch eine ganze Tag) in keiner Weise zureichen, um eine menschenwürdige Eriſtenz Eltern oder sonstigen Angehörigen des verstorbenen Heizers Start Reihe anderer Feuer abzulöschen. Montag vormittag gegen 10 Uhr zu führen. Hinzu kommt noch, daß durch den neuen Zolltarif die Bollmann aus Ober- Gruppe bei Graudenz, West- Preußen, werden in wurde sie nach An der Jeruſalemerkirche 1 gerufen, wo im vierten Lebensmittel eine erhebliche Steigerung erfahren werden. ihrem eigenen Interesse dringend ersucht, sich mit der Union schrift Stock des Vorderhauses in einer Wohnung durch einen Gaskocher Antrag wurde zunächst einem Ausschuß von 11 Mitgliedern über- lich in Verbindung zu setzen. Die Adresse, an die sie sich zu wenden ein Brand entstanden war, der Möbel, Portieren, Türen und wiesen.. haben, lautet: W. J. Havelock, Wilson, Central- Office National Die Stadtverordneten Bellmann, erste Abteilung, und Sailors and Firemens Union, Maritime Hall, West- India Dock, Kleidungsstücke erfaßt hatte. Zwei eingeschlossene Kinder im Alter von 1½ und 3 Jahren schwebten hierbei in Erstickungsgefahr, konnten Gallandi( Hausbefizer), dritte Abteilung, 10. Bezirk, haben ihr Road Posslar, London E.- Starl Zollmann ist im Alter von etwa aber vor Eintreffen der Feuerwehr bereits von Hausbewohnern ge- Mandat niedergelegt; lekterer infolge des in der vorigen Sitzung 34 Jahren auf dem Dampfer" Thistleahn" verunglückt, während das rettet werden. Das Feuer selbst wurde dann vom 18. Löschzuge mit gefaßten Beschlusses betr. Ausschließung der Stadtverordneten von Schiff im Hafen von Galveston lag. Er starb dort inr Hospital. Leichtigkeit erstickt. Ein zweiter Wohnungsbrand muste in der städtischen Submissionen.( Ob dem Herrn noch mehrere folgen Selbstmordversuch. Aus Dresden, 19. Februar, wird berichtet: Bartelstr. 12 abgelöscht werden. Allerlei Gerümpel und alter werden?) Hausrat hatte vorher in der Auguststr. 50b in einem Seller Feuer Eingegangen ist ferner ein Antrag, eine gemischte Deputation Der Fabrikant und Hauptmann der Reserve Johannes Bierling hat gefangen. Es mußte hier längere Zeit mit einem Rohre Wasser einzusehen, um gemeinsam mit dem Magistrat eine Schiller sich durch einen Schuß in den Kopf zu töten versucht. Die Revolver= fugel, die durch das Auge in das Gehirn eindrang, führte aber nicht gegeben werden, um die Flammen zu ersticken und auf den Keller feier vorzubereiten. den sofortigen Tod herbei, für die Erhaltung des Lebens soll indessen zu beschränken. Nachmittags 3 Uhr waren in der Raumerstr. 53 wenig Hoffnung vorhanden sein. Bierling ist Mitinhaber der Firma in einem Schaufenster des Puzgeschäftes von M. Schulenburg ber- Einen bösen Streich hat der Spandauer Magistrat sich selbst August Rice, Glasfabrikant zu Deuben bei Dresden, die vor kurzer schiedene Maskengarderoben in Brand geraten, dessen Ablöschung aber sowohl als der„ patriotischen" Sache gespielt, indem er den von den Beit in Konkurs geraten ist. Früher betrieb er in Leipzig ein Roh= nur kurze Zeft in Anspruch nahm. In der Dorotheenstr. 22 brannte Stadtverordneten zuerst gefaßten Beschluß, den notleidenden Berg- produktengeschäft en gros, wobei er über eine halbe Million Mark dann ein Posten Fett und in der Reichenbergerstr. 141 Lumpen in arbeiterfamilien eine Beihilfe von 1000 M. zu gewähren, zu Fall zugesetzt haben soll. Johannes Bierling lebte in Dresden als Garçon. einer Küche. Abends gegen 9 Uhr wurde der 18. Löschzug nach der brachte. Von nun an muß es auch dem Allerblindesten flar Neuen Grünstr. 14 gerufen, weil dort auf dem zweiten Hofe im sein, daß unsere Kommunalverwaltungen einzig Instrumente des Wien- Nizza fuhr infolge eines falschen Signals auf einen am Eisenbahnunglück. Aus Vicenza wird gemeldet: Der Luruszug dritten Stock des linken Seitenflügels in der Tapisseriefabrit bon se I affen staates, zur Vertretung der nackten Interessen der herr- Bahnhofe haltenden Güterzug auf. Einige Wagen entgleisten, der Gebr. Lar Feuer ausgekommen war, das Regale, Pappen usw. er- fchen den Klasse und zur Bekämpfung der Bestrebungen des er- Maschinist und der Heizer wurden verlegt, letzterer schwer. Die griffen hatte. Die Gefahr konnte mit einer Schlauchleitung beseitigt wachten Proletariats sind. So sehr die Vereitelung der Unter- Maschinist und der Heizer wurden verletzt, letzterer schwer. Außerdem hatte die Wehr noch in der Rückertstr. 2 und stügung der notleidenden Bergarbeiterfamilien aus den Mitteln Reisenden blieben alle unversehrt. am Zionskirchplatz 4 zu tun. der Stadt zu bedauern ist, so kann doch mit Genugtuung fonstatiert Der Ringkämpfer Paul Pons ist, wie aus Paris gemeldet wird, werden, daß es unseren Parteigenossen in der Stadtverordneten gestern abend in Orange plöglich im Alter von 41 Jahren gestorben. Dem Gedächtnis Otto Erich Hartlebens war der Abend ge- Versammlung vorzüglich gelungen ist, den bürgerlichen Herren die Er war der bekannteste Ringer, der während der letzten Jahre in widmet, den der Verein zur Förderung der Kunst Sonntag im Maste der Arbeiterfreundlichkeit und Unparteilichkeit vom Gesicht zu Europa und Amerika zahlreiche Siege errang. Ueber seinen Tod verlauten noch keine Einzelheiten. Er sollte nach Paris kommen, Gymnasium am Savignyplatz veranstaltet hatte. Oberflächlich be- reißen. trachtet paßte eine Trauerfeier schlecht zu dem erwählten Programm, Für das dem Kronprinzen darzubringende Hochzeitsgeschent um ein Automobil in Empfang zu nehmen. das in dieser Faschingszeit der fröhlichen Stunst, dem Scherz, der wurden hinter verschlossenen Türen tausend Mark bewilligt, für die Satire und der Jronic gewidmet fein sollte. aber der gute Otto Not der Bergarbeiter, die durch die Zechenbarone in den Ausstand Erich war in seinem ganzen Leben keiner von denen, die auf getrieben sind, ist kein Pfennig übrig. Und wenn schon, so genügt gemachte Kopfhängerei etwas geben, und so wird ihm auch diese ein Magistratsbeschluß, um die Mehrheit in eine Minderheit zu ver Würdigung seines Andenkens im Tode lieber gewesen sein, als eine wandeln. Alle Achtung vor solcher Arbeiterfreundlichkeit! werden. Fünf Wagen eines Lokalzuges der Eriebahn entgleisten gestern in der Nähe von Fairlawn( New- Jersey). Einige Wagen stürzten den Damm hinunter; 40 Personen wurden verlegt. In Indianopolis hat eine Feuersbrunft in dem Stadtteile, we fich die Engrosgeschäfte befinden, großen Schaden angerichtet. Inventur 2106L* Sozialdemokratischer Wahlverein ie empfehlen nachstehende Schriftenf. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( 6st). Wir Leo Tolstoi's, die zum Teil im Preise bedeutend herabgesetzt sind: Auferstehung. Geb. Preis 2 M. Anna Karenina. Geb. Preis 2,50 M. Räumungs- Preise! Sieg ut. Frieden. Geb. G ardinen abgepasste Fenster, weis und crême Du sollst nicht töten. Der Sinn des Lebens. Der Tod. Preis 2,50 M. Unsere Armen und Elenden. Geld. Preis Erzählungen eines Markörs. Bolifuschka. je Soldatengeschichten aus dem 1 M. Kaukasus. Die Dekabristen. Sewastopol. Die Kosaken. Jamelpan. Vernunft, Glaube, Gebet. Das Nichtstun. Preis je Bur Arbeiterfrage. 30 Pf. Pr. M. 335 Erinnerungen. Preis M. 585 Gott und Unsterblichkeit. Christentum u. Baterlandsliebe je 50 Pf. An das arbeitende Bolt. 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Februar, abends 8½ Uhr: Versammlung bei Zühlke, Dennewigstr. 13. Tages Ordnung: 1. Die Entstehung des Sozialismus und seine weitere Entwickelung. Referent: Genosse H. Schubert. 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. 28./11. 04 eventuell weitere Beschluß- 210/2 fassung über dieselbe. 2. Berschiedene Staffenangelegenheiten. 270/12 Um recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: F. Josewski. Reichel's Breis Hustentropfen je unübertroffen wirksam gegen Huften, 15 Frauen haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauenspersonen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis Süd- Ost. 60 Bf. Heiserkeit, Verschleimung, Hals- Dienstag, den 21. Februar, abends 8 Uhr, im Lokale Südost, schmerzen sowie alle Beschwerden 6V Waldemarstraße 75: Ueber Gott und Christentum." Was sollen wir also tun? Preis 90 Pf. Die christliche Lehre. Preis 1,20 m. Ueber das Leben. Preis 1,20 M. Mein Glaube. Preis 1,50 M. 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Amt IV, 3353. Achtung! Schlosser! Achtung! Mittwoch, den 22. Februar, abends 8, Uhr, bei Buggenhagen, Dranienstr. 147( am Morigplay): Am 18. Februar, nachmittag 12, Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser Bruder, Schwager und Dntel, der Restaurateur Emil Stabbert im Alter von 51 Jahren und 6 Monaten. 23246 Dies zeigt namens der Hinterbliebenen tiefbetrübt an am Berta Stabbert geb. Koplack. Grünau, den 20. Februar 1905. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. 6. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Köpeniderstr. 88, aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Von Grünau. Am Sonnabend, d. 18. Februar, berstarb nach langem Leiden an Tuberkulose unser Parteigenoffe, der Gastwirt Emil Stabbert. Derselbe war bis zu seinem Hinscheiden ein gutes und treues Mitglied unseres Wahlvereins. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittags 4 Uhr vom Trauerhause( Köpenickerstr. 88) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 202/6 Der Vorstand. Köpenick. Arbeiter- Radfahrer- Verein Vorwärts" Mitgl. d. Arb.-R.-B., Solidarität“. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges treues Mitglied Emil Stabbert nach langem, schwerem Leiden am 18. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. d. Mis., nachmittags 4 Uhr, bom Trauerhause zu Grünau, Stöpenickerstr. 88, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Ortsverwaltung Grünau. Sonnabend, den 18. Gänsefedern 60 Pf. Allgemeine Schlosser- Versammlung. Derftarb nach 19wöchigem skrantenpr. Pfund( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, beffere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. beste schneeweiße M. 3.50, ruffische Daunen m. 3.50, weiße böhm. Daunen m. 5.00, ge riffene Federn m. 1.50, 2.00, 2.50. Prima geriffene ft. 3.00, 3,50, Dersand gegen Nachnahme. Berlin S.. 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Referent: Schriftsteller Genosse Davidsohn. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. NB. Sonnabend, den 25. d. Mts., im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Winter- Vergnügen( Kostüm- Feft) der Gold- und Silberarbeiter usw., bestehend in„ Ein Sommerfest im Grunewald". Anfang 9 Uhr abends. Billetts find zu haben bei den Kollegen Loose, Stalizerstr. 10; Hollkamp, Fürstenstr. 20; Becker, Prinzenstr. 81. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß noch eine Anzahl Metall: arbeiter Notizkalender zu haben sind, und ersuchen wir, die Bestellungen tunlichst bald aufzugeben. 112/5 Die Ortsverwaltung. Fachverein d. Tifchler Berlins und Umgegend. Heute abend 8 Uhr, im Fürstenhof", Köpeniderstr. 137: " lager unser Verkehrswirt, der Genoffe Emil Stabbert. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Wohnung Köpenickerstr. 88( 8ur grünen Ede) aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 67/14 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Begräbniskassed. Sattler u.Berufsg.Deutschl. „ Hoffnung"( E. H. 64). Nachruf. Unser Mitglied 23306 Alfons Wegwitz ist am 17. Februar verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung Berlin. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahma und die schönen Kranz spenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter Elisabeth sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Gefellen der Firmen Dietrich, Trochmann u. Schweißer und Grün un seren innigsten Dank. 23345 Familie Willi Hans. Danksagung. Für die rege Beteiligung und liebe. volle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage Kollegen, Mitglieder Versammlung. Breunden und Bekannten herzlichſten Zages Drdnung: 186/3 1. Bortrag des Genossen Stripp über: Heine, satirische Werte". 2. Wie verhalten wir uns zur Ignorierung unseres legten Generalversammlungs- Berichtes seitens des„ Vorwärts". 3. Besprechung über die Ausfüllung der von der Geschäftskommission übersandten Fragebogen. Gäste und Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen Mittwoch, den 22. Februar, abends 8%, Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Vertrauensmänner- Verfammlung sämtlicher Bezirke und Branchen. Zages Ordnung: 1. Antrag des Stollegen Exner auf Einführung einer Unterſtügung in Krankheitsfällen. 2. Beschlußfassung über die Höhe der weiter zu erhebenden Beiträge. 3. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch nebst Vertrauensmännerkarte légitimiert. Jede Werkstatt entfende Delegierte. Donnerstag, den 23. Februar, abends 8%, Uhr: Dant. Frau Henriette Knöchel. Danksagung. Dem sozialdemokratischen Wahlberein für den zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreis sowie allen Parteigenoffen danken für die Herrlichen Kranzspenden und die herzliche Teilnahme bei der Bestattung unseres unvergeßlichen Mannes und Vaters Wilhelm Friedländer innigst 23235 Berlin, 21. Februar 1905 Malwina Friedländer geb. 2ur Gertrud Friedländer. Danksagung. " Für die zahlreiche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters sagen wir den Freunden und Genossen vom sozialdemokratischen Wahlberein, demMetallarbeiter- Verband sowie den Kollegen und der Firma Mix u. Geneft und auch dem Gesangverein Melodia" unseren herzlichsten Dank. Rigdorf, den 20. Februar 1905. Wwe. Reischock nebst Kindern. Romane im Manuskript für Beitungen gegen mäßiges Entgelt zu laufen gesucht. Offerten unter C. 8 an die Er pedition dieser Zeitung. Lages. Drönung: 1. Die Arbeitseinstellung der Kollegen bei der Branchen- Versammlung der Stellmacher noch nicht gebrudte Original32/8 Firma Ende. 2. Welche Schritte gedenken wir bei denjenigen Firmen zu ift eine gute Brotstelle durch Ueber- unternehmen, welche den Vertrag noch nicht unte schrieben haben? 3. Verim„ Rosenthaler Hof", Nosenthalerstr. 11/12. nahme eines alten Gastwirt- schiedenes. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Davidsohn über: Grundstückes in Schwedt zu er Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kollegen Russisches Kulturleben". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. toerben. A. Hitze, Zäderid. unbedingt erforderlich. Die Ortsverwaltung. 80/ 10* Die Ortsverwaltung. 23465* sd livinston D. R. G. M. etc. Für 5 Pfennig gegen Bartflechte geschützt Nar 77/11 ein Mal. Patent in allen Kulturstaaten angemeldet. ist man nur dann, wenn man bei seinem Barbier die Anwendung des antiseptischen Rasierpinsels für den einmaligen Gebrauch verlangt. Preis 5 Pfennig. Die unverletzte Verpackung ist in Gegenwart des Kunden zu öffnen und der Pinsel nach dem Gebrauch zu entwerten. Fabrik antiseptischer Rasierpinsel G. m. b. H. Engros- Vertrieb für Deutschland: J. Prochownik, Berlin SW., Ritterstr. 51. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Grosshandlung u. Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. 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