Nr. 51. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn E Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Cribeint täglich außer Montags. Horwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Big, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, den 1. März 1905. jüngstem Tage revolutionieren eben auch die Offiziere. Diese sind nicht Tage; es gärt auch schon in dieser Schicht und der frühere po= über den Die Stimmung des russischen Militärs. mehr jene stumpfsinnige, gedankenloſe, homogene Masse der früheren Es ist für jedermann Klar, daß die weiteren Schidiale der Re- litische Indifferentismus ist dahin. Es lassen sich auch bereits die volution in Rußland in höchstem Maße von dem Verhalten des verschiedenen Gruppen und Richtungen wahrnehmen, in die sich die Militärs abhängen. Der Kadavergehorsam, mit dem das Militär in Offiziersmasse differenziert. Es gibt da fichtbar eine Gruppe, die ben legten Wochen, seit dem 292 Januar, den Mordbefehlen ganz bewußt der großen Volksmasse in Rußland feindselig ver zarischen Baschibozuls folgte und die ruhige Be- gegenübersteht und engen Zusammenhang der bölferung niedermachte, war immerhin einigermaßen überraschend. eigenen Staſteninteressen mit denen der herrschenden Clique Es blieb jedoch abzuwarten, ob diese schändlichen Schlächtereien, des Absolutismus fich flar ist. Diese Gruppe fämpft gegen ob der Bürgerkrieg selbst nicht auf das Militär aufrüttelnd, auf die den inneren Feind" mit voller Ueberzeugung, als gegen bestialische Disziplin demoralisierend wirkt und so für die weiteren den Feind auch der eigenen Kaste. Sie ist besonders start in unvermeidlichen Zusammenstöße des Bolles mit der bewaffneten der Garde und der Kavallerie, den beiden von der Regierung am Nacht günstigere Aussichten schafft. Zu dieser ungemein wichtigen meisten bevorzugten und gehätschelten Truppengattungen. Mit Frage erhalten wir die nachstehende interessante Korrespondenz aus dieser dunklen Macht wird man sehr rechnen Offizierstreifen. müssen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Genossen, Arbeiter Frankreichs, Deutschlands und der anderen freien Länder! Wir, Arbeiter Rußlands, haben beschlossen, gegen unsere größten Feinde loszuschlagen: gegen die Monarchie und den Kapitalismus, mit denen auch ihr viel zu kämpfen genötigt waret und genötigt seid, indem ihr zahlreiche Opfer für ein besseres Leben bringt. Den leiblichen Hunger kann man ertragen; der geistige, der moralische Hunger sind aber unerträglich, und wir haben beschlossen, den tenersten Preis zu bezahlen, um Nechte zu er langen, die Euch schon lange eigen sind, und in dieser Absicht haben wir einen allgemeinen Streit veranstaltet, in dessen Verlauf wir uns an den Zaren mit einer friedlichen Petition gewandt haben, in der wir unsere unerläßlichen Forderungen niedergelegt haben. Unser Zar hat aber nicht uns anhören wollen, und befahl, auf die friedlich gestimmte waffenlose dreihunderttausendköpfige Menge der Arbeiter, die bei ihm Schutz und Gerechtigkeit suchten, zu schießen. Die Regierung widersetzt sich dem Willen des Volkes und hat beschlossen, um jeden Preis den Krieg fortzuseßen. Darum hat sich unsere Regierung mit Bestellungen für Waffen und Munition, die infolge des Streits bei uns nicht ausgeführt werden können, an Euch gewandt. Genossen! Ist es möglich, daß Ihr uns nicht unterstützt? Ihr raubt uns die Möglichkeit weg, den Streik fortzusetzen, der in unseren Händen die einzige Waffe ist, um den Kampf gegen das Joch des Kapitals und des Absolutismus fortzusehen. " Unter den Mannschaften läßt sich dieselbe Gruppierung in ver schiedene Lager" bemerken. Die Mehrzahl der Unteroffiziere und Warschan, im Februar.( Eig. Ber.) Ein Offizier gibt uns folgenden der übrigen soldatischen„ Obrigkeit" ist der Voltsbewegung feindlich Bericht über die Tätigkeit" des hiesigen Militärs während des gefinnt, weil sie mit dem Mutterboden des Dorfes, mit der Heimat Generalstreifs. Sobald der Generalstreit in Warschau erklärt war, jede Fühlung verloren haben. Dafür empfindet die übergroße Mehr vurde im Militär Alarm geschlagen. Wie immer im Falle der heit der Soldaten den Militärdienst und insbesondere die Rolle der Unruhen" wurde die Befehlsmacht dem Kommandanten des hiesigen Mörder des wehrlosen Wolfes als eine unerträgliche Bein. Festungsrayons, Bogolubow, übergeben. Da er aber zurzeit ueber die Ursachen und den Charakter der Unruhen auf Urlaub war, so vertrat ihn der Generalleutnant Novosilzew. urteilen die Soldaten meistens so:„ Das Bolt wird rebellisch, Dieser verfügte fofort, durch Vermittlung Tschertkows, daß folgende weil es hungert". Aber die Furcht vor den Vorgesetzten Gülfstruppen nach Warschau zusammengezogen werden: Eine Brigade und die Unklarheit über den wirklichen Sinn der Ereignisse, das der zweiten Division aus Biela, die Reservebrigade aus Fehlen der lebendigen Fühlung mit der Bevölkerung( in Rußland Jablonna und Novominst, zwei Regimenter Dragoner aus werden die Soldaten möglichst weit von ihren Heimatsorten Minst und ein Regiment Kosaken. So kamen zu den 40 000 Mann garnisoniert, so daß in jeder Gegend wildfremde Landsmannschaften Genossen! Jetzt ist der große Augenblick im Leben der des Warschauer Bezirks noch zirka 6000 Mann Hülfstruppen"! Den unter den Waffen stehen. D. Red.) und viele andere Momente Völker gekommen, das Wort von Karl Marr Soldaten wurden scharfe Patronen gegeben, 120 Stück pro Mann. wirken dahin, daß schließlich der Soldat, wenn auch mit schwerem Proletarier aller Länder vereinigt Euch" zur Parole des Den Kompagniechefs wurde empfohlen, ihre Soldaten durch An- Herzen, Gehorsam leistet und gegen das Volk vorgeht. gesamten Arbeitervolts werden soll, und die Proletarier prachen besonders scharf zu machen. Am Sonnabend, den Und doch, mit welcher Gier fangen sie jedes aufflärende Wort der ganzen Welt einander helfen sollen, um ihre heiligen 18. Januar, wurde eine Sigung der Abteilungschefs unter Vorsis auf! Wit welcher Leidenschaft stürzen fie fich über jedes„ ber Rechte auf Leben zu schützen. von Novofilzew abgehalten, ein formeller Kriegsrat.... Es wurde botene" Schriftchen! In Neu Alexandrien wandte sich neulich Die streifenden Arbeiter. eschloffen, die Stadt in Reviere einzuteilen und jedes einem der Kommandeur des 71. Bielower Regiments während einer Parade Es ist außerordentlich schwer, festzustellen, wo im Ausland Regiment anzuvertrauen", unter Beigabe einer Abteilung Stavallerie. an die Soldaten mit folgender Ansprache:" Brüder! Bald fommt militärische Lieferungen für Rußland hergestellt werden, Besonders wurde auch die Frage der Einnahme von Barrikaden vielleicht an uns die Reihe, gegen die Japaner Loszuziehen. Wollen da sie naturgemäß mit dem Schleier des Geheimnisses um entiliert. Mit einem Wort, man bereitete sich zu einem Kampf auf wir dann für Mütterchen- Rußland, für Bäterchen 3aren brav geben werden. Derartige Lieferungen gelten nach den fechten! Wollen wir die Ehre des Bielower Regiments hochhalten!" vorgeschrittenen Auffassungen des Völkerrechtes auch dann Am anderen Tage begann denn auch der Massenmord. Nach Darauf das ganze Regiment wie aus einem Munde als eine Verlegung der Neutralität, wenn sie von privaten ninimalſten Berechnungen wurden 200 Menschen getötet. Das schrie: Nein, wir gehen nicht in den Krieg!" Was für Folgen Unternehmern hergestellt werden. In erster Linie hätten also Petersburger Regiment der Gardedukorps hat eine uns dieser Zwischenfall haben wird, ist noch unbekannt." auch die Regierungen Anlaß, wachsam zu sein, daß die geheure Zahl von Patronen verschossen; einige seiner Kompagnien heimische Industrie keine Waffen für Rußland liefert, und es wird die Aufgabe der Arbeiter sein, die Regierungen zu dieser Wahrung der Neutralität zu givingen. Auch die Arbeiter in den in Betracht kommenden Werfen werden den Geschäften Tod und Leben vor. noch welche von anderen dazu. Der Oberstleutnant dieses Regiments hatten ihre sämtlichen Patronen verbraucht und und nahmen In einem anderen Briefe wird über denselben Fall noch folBetrow hat eigenhändig zwei Menschen erschossen; seiner Halb- gendes berichtet: tompagnie befahl er direkt, auf Gruppen von 5-10 Personen zu Neu- Alexandrien( Bulaw y auf polnisch).( Eig. Ber.) Hier schießen. Das Wolhynier- Regiment der Gardedukorps schoß unter- steht das 71. Bielower Regiment, in dem es start gärt. Reulich der Unternehmer eine noch erhöhte Aufmerksamkeit widmen wegs, als es aus der Kaserne in die Stadt zog, einfach auf die haben die Soldaten auf eigene Faust und ohne Vorwissen müssen, damit sie verdächtige Fälle ermitteln. des lofalen Komitees der Sozialdemokratie Russisch- Polens Bassanten auf den Straßen ,,, übungshalber". Sie töteten und " ich " " 營 Gorkis Präventiv- Verbannung. Aus Petersburg meldet die Petersburger Telegraphenagentur: Maxim Gorki ist gestern gegen eine Kaution von 10 000 Rubel in Freiheit gesetzt worden. Die Kaution hat der Moskauer Fabrikant Sawwa Morosow hinterlegt. Gorki ist Riga als Aufenthaltsort angewiesen worden. Der Eisenbahner- Ausstand drei Kinder und eine Frau. Neben der Garde zeichneten beschlossen, ihre Unzufriedenheit in irgend einer Weise zu manisich die Husaren aus, unter der Führung von Fähnrichen, festieren. Als das Regimentsschießen kam, gaben sämtliche Soldaten, unter denen sich besonders zwei Polen: Dalinski und Psches: auf den Befehl, zum Ziel zu schießen, Feuer in die Luft. Man dezki, hervorgetan haben. Der erstere dieser Helden überfiel am wiederholte den Befehl und wieder zielten die Soldaten in die Höhe, Sonntag mit seinen Husaren einen Hochzeitszug bei dem„ Euro- nicht eine Stugel traf ins Ziel. Der Vorfall hatte bereits lebhafte päischen Hotel" und verwundete sechs Personen. Der andere zeichnete Erregung in der Obrigkeit hervorgerufen. Kurz darauf wurde das Die Armee glich im heiligen Regiment in Paradestellung aufgestellt und der Regimentschef wandte sich in der Nowy Swiatstraße aus. Die Freilassung ist offenbar darauf zurückzuführen, daß Gorki Eifer nicht ganz der Garde. Auf das 183. Grochower Regiment sich an die Soldaten mit einer" patriotischen" Nebe, in der er über schwer erkrankt ist und man die Verantwortung für die möglichen entfielen 16 Zote und Berwundete, auf das 184. Warschauer die Rebellion" in Rußland sprach und gegen den inneren Folgen doch scheut! Gorki ist also auf dem Wege einer Präventivauch die Japaner anfeuerte. Reserve Regiment ein Loter Die Japaner," Berbannung nach Riga als Zwangswohnort geschickt worden; er das Feind und ein Verwundeter; „ haben uns Port Arthur und viele andere darf diesen Ort nicht verlassen. Bultuster Regiment, das die ganze Nacht vom Sonnabend fagte er, aber weggenommen, und Befizungen hoffe, daß daß wir, auf Sonntag geschossen bat, hat niemand getötet und Gorki ist aber nur einer von den Tausenden, die in russischen niemand verwundet. Aus dem 184. Warschauer Regiment hat sich das Bielower Regiment, von dem Feinde alles wieder zurüderobern Kertern schmachten: Arbeiter und Studenten, Schriftsteller und noch der Unterleutnant Makasjet durch sein Schießen aufs Bolt werden." Noch war unser Cicero nicht weiter gekommen, als das Professoren, zum Teil von Weltruf und hohem Alter, befinden sich hervorgetan. Ein Kapitän hat den strengsten Verweis gekriegt, weil ganze Regiment den lauten Ruf erhob:" In den Krieg geben noch hinter Gittern. er Maßnahmen zur Niederhaltung der Unruhen" unterlassen hätte. wir nicht!" Der Regimentschef stand, wie vom Blizz getroffen, Aber dieser Fall blieb vereinzelt. Im allgemeinen ließ sich eine einige Minuten, dann erholte er sich und wollte fortfahren in der rührende Harmonie und Allianz zwischen den Offizieren und der nede, worauf jedoch die Rufe ertönten: Fort mit dem Bolizei mitsamt den Spigeln beobachten, wobei die Offiziere manch. Kriegel" Nach diesem Ereignis händigte eine Gruppe Soldaten ist noch nicht beendigt. Man hofft ihn in Russisch- Polen durch mal selbst und zwar mit großem Eifer den Pflichten der Geheim dem Kommandierenden einen Brief ein, in dem sie ihm erklärten, Entgegenkommen zum Ende zu bringen. Aus Warschau wird polizei oblagen. So sind bis jetzt fünf Fälle festgestellt worden, baß er von seinem Regiment zum Tode verurteilt fei" zur in diefer Beziehung telegraphiert: Bald gab es eine neue o Offiziere an den Passanten auf der Straße in zwei Strafe für seine Soldatenschinderei. Fällen am Hellichten Tage die Leibesvisitation vornahmen und unerhörte Aufregung: die Soldaten haben eine Demonstration mit nach revolutionären Schriften schnüffelten. In der Zlotastraße fam roter Fahne veranstaltet und die Dubinuschka" gesungen, worauf folgender Fall bor: eine Kompagnie Soldaten marschiert vorbei, fie ruhig auseinandergingen. Die Obrigkeit, die ganz bestürzt ist, an der Spize ein Offizier, ein Polizeikommissar und ein Spigel, nahm noch keine Verhaftungen vor. Nur ein Soldat ist auf direkte Letzterer späht unter dem Publikum„ die Aufwiegler" aus.„ Sehen Denunziation festgenommen worden. Aus demselben Regiment wurden zwei Kompagnien nach Kielce Sieder da der da!" flüstert er dem Offizier ins Ohr, auf Warschan, 28. Februar. Hinsichtlich der zahlreichen Anirgend jemand zeigend, und der tapfere Marssohn" stürzt sich in die geschickt zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung" an Stelle des Menge, greift den Aufwiegler" heraus und visitiert ihn eigenhändig!... dortigen Militärs, das nach der Mandschurei gezogen war. Während der griffe, die von bewaffneten Personen auf Polizei- Agenten ausDie formelle Unterstellung der Offiziere unter die Polizei war bereits jüngsten Arbeitererhebung erhielten die Soldaten Befehl, auf das geführt werden, ist angeordnet worden, daß alle, die sich gegen im Oktober laut einem Armeebefehl des Kommandierenden voll- Bolt zu schießen. Die zwei Bielower Kompagnien verweigerten den die Sondervorschriften betreffend den verstärkten Schutz verzogen. Der Offizier muß dem gemäß den weisungen Gehorsam, während die übrigen schossen. Als darauf ein Bielower gehen, durch Kriegsgerichte nach dem Kriegsrecht abgeurteilt Der Bolizeitommiffare folgen und gehorchen.... Soldat als„ Aufwiegler" verhaftet werden sollte, revoltierten die werden sollen. Man will also Personen, welche sich gegen die Angriffe Das Offiziersforps protestierte und murrte unter sich" gegen diese sämtlichen übrigen Kameraden und forderten entweder die FreiSchmach, frondierte wohl im Stillen, ging aber und geht mit der laffung der Aufwiegler" oder die Verhaftung der beiden Kompagnien. der Polizisten wehren, standrechteln! Man ließ einstweilen den Verhafteten frei, die„ Obrigkeit" weiß Bolizi und den Gendarmen Hand in Hand. offenbar nicht, was sie mit der rebellischen Mannschaft anfangen so, da bas gesamte Regiment infiziert" ift." " Allein der letzte Generalstreit der Arbeiterschaft hat innerhalb der Offizierstreife einen scharfen Riß hervorgerufen. Alle halbwegs anständigen Elemente unter den Offizieren sprechen fich jetzt in schroffster Weise gegen das herrschende politische Regime aus, gegen Aufruf der streikenden Arbeiter Rußlands an die Arbeiter die schändlichen Zumutungen, das wehrlose, verzweifelte Volf niederder freien Länder. zumegeln. Diese besseren Elemente reden jetzt freier von der Leber Die russische Arbeiterschaft verbreitet soeben, wie uns aus weg, wagen sich laut mit scharfen Urteilen hervor und sondern sich offen Petersburg gefchrieben wird, einen Aufruf An die Arvon dem Inutentreuen Böbel im„ Nod bes Baren". Die Ereignisse der beiter der freien Länder", der folgenden Wortlaut hat: # Warschau, 28. Februar. Die Delegierten der Verwaltung der Weichselbahnen beschlossen in einer bis 4 Uhr morgens dauernden Sigung, die Mehrzahl der Forderungen der Werkstätten und Depotarbeiter zu erfüllen, um den Ausstand zu beenden. Heute beginnt der Bahnverkehr. D Kriegsrecht. Politifche Ueberficht. Berlin, den 28. Februar. Reichstag. In der Fortsetzung der sozialpolitischen Debatte hatten am Dienstag die halben Freunde und ganzen Feinde einer weiteren Ausgestaltung der staatlichen Sozialpolitik das Wort. Bunächst begeisterte sich der konservative Abg. Pa u li für den allgemeinen VefahkgMgZnaVöeis F« ZanFwerker und' sorFerke im Ziauien der Koalitionsfreiheit Ablehnung unseres Antrages, der Strafen für diejenigen Unternehmer festsetzt, die ihren Arbeitern die Ausübung des Koalitionsrechts unmöglich machen. Man kennt die Arbeiterfreundlichkeit dieser Herren von der Zuchthausvorlage her. Noch weiter ging der antisemitische Abg. Bruhn; fast schlug er vor, dem Staats- sekretär das Gehalt zu verweigern, weil er es sei, der die Sozialpolitik in Deutschland vorwärtstreibe. Im übrigen schimpfte er auf die Warenhäuser, die Juden, auf die über- triebene Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums, und so fort im Tone des letzten Pücklerfreundes. Verständiger sprach der antisemitische Vertreter der anderen Richtling, Abg. Raab. Er weis; doch wenigstens, auf dem Gebiete seiner eigenen Er- fahrung, die schweren Mißstände zu erkennen, unter denen die Arbeiter leiden und trat daher für gesetzlichen Schutz der See- leute wie der Binnenschiffer und der Handlungsgehülfen ein. Die Nationalliberalen schickten, dem Beispiele des Zentrums folgend, als ersten Redner in der sozialpolitischen Debatte einen Redner dritter und vierter Garnitur vor. Ihr heutiger Wort- führer, der Abg. B ä r w i n k e l, beschränkte sich fast aus- schließlich daraus, zu einigen der 21 vorliegenden Resolutionen Ja oder Nein zu sagen und gegen eine weitere Beeinträchtigung des Hausierhandels zu polemisieren. Alles andere überließ er dein„Größeren, der nach ihm kommen soll". Auch der Abg. Eickhofs verwies auf den großen Mugdan, der nach ihm freisinnige Sozialpolitik vortragen wird. Er selbst begründete nur den vernünftigen Antrag, die Oberrealschul-Abiturienten zum medizinischen Studium zuzulassen, und fand damit bei allen Fraktionen und bei der Regierung Zustimmung. Dann unternahm es Graf Posado wsky, auf die in der Debatte berührten zahlreichen Gegenstände und die in 21 Resolutionen niedergelegten Forderungen der Parteien die Antwort der Regierung zu geben. Sie lautet natürlich bei fast allen: Er- wägung. Ganz scharf und bestimmt sprach sich Graf Posadowsky nur gegen die Einführung des Befähigungs- Nachweises aus. Er erklärte sie im Namen aller Regierungen für gänzlich undenkbar und mahnte die Handwerker, endlich ihr unvernünftiges Streben nach Rückkehr ins Mittelalter auf- zugeben. Nebenbei aber fördert die Regierung diese reak- tionären Bestrebungen, indem sie, statt einen wirklichen Bau- arbeiterschutz zu gewähren, durch die zwecklose Einführung des Befähigungsnachweises für das Baugewerbe die erschreckend hohe Zahl der Unfälle herabzumindern sucht. Schließlich verlor sich Graf Posadowsky wieder in allgemein staats- philosophische Ausführungen, zu denen er eine starke, aber nicht sehr glückliche Liebe hat. Er deutelte an seinen früheren Aeußerungen über den durch die Kapitals-Assoziationen be- wirkten Fortschritt herum, um dem Widerspruch, den sie bei der Rechten, und der Zustimmung, die sie bei anderen finden konnten, zu begegnen. Graf Posadowsky wollte damit die sozialpolitische Untätigkeit der gegenwärtigen Regierung gerade auf den wichtigsten Gebieten rechtfertigen. Herr Pach nicke von der freisinnigen Vereinigung, der nach ihm sprach, lvar so manchesterlich, daß er jede gesetzliche Fixierung der Arbeitszeit für erwachsene männliche Arbeiter für un- möglich erklärte. Trotzdem mußte sich der Staatssekretär von ihm sagen lassen, daß das Unternehmertum in Deutschland die erträgliche Grenze seiner Macht längst überschritten habe. Im übrigen trat Dr. Pachnicke für die Sicherung des Koalitions- rechts der Arbeiterschaft ein. Für die nächste Sitzung schlug der Abg. Dr. Müller- Sagau Abhaltung eines Schwerinstages vor. Der Präsident und das Zentrum wollten aber, um den Etat rechtzeitig oder wenigstens vor Ostern fertig zu stellen, ohne Aufenthalt in der Etatberatung fortfahren. Zu einer Entscheidung kam es heut noch nicht, da der freisinnige Redner seinen Antrag, der auch von den Konservativen unterstützt wurde, bis zum Freitag zurückstellte. Mittwoch wird also die Beratung des Etats für das Zkeichsamt des Innern weitergeführt werden. Preußisches Abgeordnetenhaus. Das preußische Abgeordnetenhaus setzte am Dienstag die zweite Beratung des Kultusetats bei den auf die Ostmarkenzulage bezüglichen Positionen des Kapitels „Elementar-Unterrichtsivesen" fort. Ter bereits mitgeteilte Antrag, der die Zulage für die Volksschullehrcr erhöhen will, wurde abgelehnt, nachdem die Regierung es für untunlich erklärt hatte, zugunsten einer einzelnen Kategorie von Beamten das System der Ostmarkenzulage zu durchbrechen. In der weiteren Debatte über das Elementar-Unter- richtswesen kam es wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Freunden und den Gegnern der konfessionellen Volksschule. Zwischendurch übte Abg. Hackenberg(nat.) Kritik an der mangelhaften Fürsorge des preußischen Staates für das Mädchenschul-Bildungswesen nud an der aus Konnivenz gegen das Zentrum geübten Verstümmelung von Schul-Lesebüchern. Die Antwort des Regierungsvertreters war charakteristisch: Da die Gemeinden die Pflege des Mädchenschul-Bildungswesens in die Hand genommen haben, braucht der Staat sich nicht darum zll kümmern; Geld hat er dafür nicht übrig, wohl aber Witt er alle Rechte für sich in Anspruch nehmen. Die Gemeinden haben den Mund zu halten und zu zahlen. So will es die oltpreußische Tradition. Nachdem das Haus schließlich einen frcikonservativen Antrag auf Gleichstellung der Ferien an den höheren Schulen mit denen an den Gemeindeschulen abgelehnt hatte, vertagte es die weitere Beratung des Kultusetats auf Mittwoch. Ter Strcikiinsinn. „Durch die Untersuchung ist demnach festgestellt, daß irgend tvelche Mißstände, welche das Eintreten der Belegschaft in den Ausstand rechtfertigen oder begründen könnten, nicht vor- gelegen haben." So resümiert sich wieder eine Untersuchungskommission: diesmal die für Schacht I der Zeche„Prosper" in Borbeck, die auS den Herren Oberbergrat Pommer, Bürgermeister Frick. Landrot Smethlage und Bürgermeister Heinrich bestand. So kommt eine der Untersuchungskommissionen nach der anderen zu dem Schlüsse, daß der Streik ein lächerlicher Unsinn, bestenfalls ein betrübendes Mißverständnis war. Die alte Polizeiweislieit! Ausländer, Fremde sind's zumeist, die unter uns gesät den Geist der Revolution. Der Fortschritt besteht lediglich darin, daß man heut unter dröhnenden Phrasen von sozialer Gerechtigkeit die armen Miß- leiteten glauben machen will, man habe keine größeren Sorgen, als das Wohl der Unterdrückten zu fördern. Ehemals verbot man den„Raisonneurs" einfach das Maul. Nur schade, daß diese kindische Methode, die Unzufrieden- heit durch Untersuchungen wegzubcweisen, heut noch nutzloser ist wie ehemals das Maulverbiefo» Wenn die herrschenden Parteien samt ihrer Regierung mit dm Resultaten ihrer Untersuchungskommissionen Geschäfte zu machen gedenken, dann beneiden wir sie nicht unr ihre Jllusionsfähigkeit. Klüger wäre es aber auf alle Fälle, sie nähmen den Streik und die Forderungen der Bergarbeiter als eine ebensolche ernste Tatsache, wie sie die Arbeiterbewegung überhaupt als Tatsache zu nehmen gezwungen sind. Mit Unter- suchungen, die immer wieder mit Befriedigung feststellen, daß kein Grund zur Unzufriedenheit vorliegt, betrügen sie doch lediglich sich selbst. Aus der Welt geschafft wird damit der Grund zur Unzufriedenheit so wenig wie die Arbeiterbewegung. Wir wissen nicht, ob die Regierung von der Arbeit ihrer Untersuchungskommissionen erbaut ist. Wir sollten aber meinen, sie könnten ihr nicht angenehm sein. Denn entweder kommt sie dadurch in die unangenehme Lage, daß die Kohlen- Herren ihr sagm, die versprochenm Gesetze zuni Schutze der Arbeiter seien ganz unnötig, sie wolle der„Industrie" ohne jedm ersichtlichen Grund Lasten auferlegen, sie handle kopflos und tue Dinge, zu denen kein Grnnd vorliege oder sie muß ihre den Arbeitern gegebenen Versprechungen unerfüllt lassen. Davon aber wird sie sich doch wohl auch keinen Vorteil für das sogenannte Staatswohl versprechen. Die Regierung wird sich keinen Augenblick darüber im Zweifel sein, daß wir ihr kein Tipselchen von ihren Versprechungm schenkm werden und daß wir das, was sie den Bergarbeitern gewähren wird, einer sehr gründlichen Prüfung unterwerfen werden. Die Regierung wird also sehr schlecht bedient von ihren Untersuchungskommissionen. Sicher liegt aber das mehr an der Regierung selber. Wenn es ihr darum zu tun gewesen wäre, sich über die Ursachm des Streiks zu unterrichten, dann hätte sie wohl auch die geeignete Form der Untersuchung und die geeigneten Leute gefunden, um diese Arbeit zu leisten. Was sie getan hat, ist ein schlechtes Polizei-Bureaukraten- kunststückchen. Von sozialer und politischer Einsicht zeigt es keine Spur. Am wenigsten können davon die bürgerlichen Sozial- reformer erbaut sein. Die Hoffnung, daß eine bürgerliche Regierung sogenannte berechtigte Forderungen der Arbeiter anerkennen und soziale Friedensarbeit leisten könnte, muß ihnen doch nach solchen Erfahrungen vollkommen schwinden. Eine Regierung, die über einen solchen gewaltigen Ausbruch sozialer Empörung, wie es der Ruhrstreik gewesen, eine Polizei- Untersuchung anstellt, deren Resultat die Entdeckung ist, daß der ganze Streik Unsinn war, zeigt doch eine geradezu kindliche Hülslosigkeit und Unfähigkeit den Forderungen der Zeit gegen- über. Sie wird„die Mächte des Umsturzes" nicht bannen. DeutfcKes Reich. „Journalistisches Bnschkleppertum." Der Chefredakteur der„Berliner Volks-Zeitung" schickt uns folgende Zuschrift: An die Redaktion des„Vorwärts" richte ich hierdurch das Ersuchen, in der nächsten Nummer Ihres Blattes folgende Berichtigung zu veröffentlichen: „Es ist nicht wahr, daß, wie wir in Nr. 50 des„Vorwärts" berichteten, die„Berliner Volks-Zeitung" in bezug auf die Obstruktion der italienischen Eisenbahner allerhand Geschichten über die brutale Selbsthülfe des Publikums gebracht und hinzu- gefügt habe: „Man kann es den Reisenden nicht verdenken, wenn sie für solche Schikanen prompt Lynchjustiz üben." Dieser Satz hat nie und nirgends in der„Volks-Zeitung" gestanden." Karl Vollrath, Chefredakteur der„Berliner Volks-Zeitung". Während sich Herr Vollrath, der Chefredakteur der„Volks- Zeitung", als- alter einsichtiger journalistischer Praktiker mit dieser Berichtigung begnügte, die uns sogar liebenswürdig der Mühe über- heben sollte, selbst eine Form der Revokation zu finden, poltert die Redaktion der„Volks-Zeitnng" in verblüffend täppischer Weise darauf los. Sie veröffentlicht an der' Spitze ihres heutigen Abendblattes einen Artikel, in dein sie in gerade- zu beispielloser Veheinenz über den„Vorwärts" herfällt. Der Artikel trägt die Ueberschrift:„Wie der„Vorwärts" lügt." Seine Tonart kennzeichnen folgende Stilblüten:„Perfide und gewissenlose Fälschungen",„schäm lose st e Ehr- abschneiderei",„journalistische Buschklepperei". Die„Volks-Zeitung" gibt sich damit also den Anschein zu glauben, daß der„Vorwärts" mit vollem Bewußtsein.ihr etwas„angedichtet" habe, was sie nie und nimmer geschrieben habe. Es ist auch richtig, daß der betreffende Satz sich in der„Berliner Volks-Zeitung" nicht befunden hat. Ein Versehen hat nnS diesen Satz der„Volks-Zeitung" zuschreiben lassen, während er in Wirklichkeit in dem„Berliner Tageblatt" gestanden hat. Dies an sich bedauerliche Versehen ist darauf zurückzuführen, daß die „Berliner Volks-Zeitung" infolge der gleichen Schriftarten typographisch genau dasselbe Bild bietet, wie das„Berliner Tageblatt". Auch die Farbe ihres Papieres läßt sich namentlich bei künst- lichem Licht nur schwer von dem des„Berliner Tageblattes" unterscheiden. Da wir nun a»S beiden Blättern Ausschnitte gemacht hatten und an diese Ausschnitte unsere Bemerkungen knüpften, ist die Verwechselung eingetreten, über die sich die„Berliner Volks-Zeitnng" so furchtbar entrüstet. Diese Verwechselung wurde noch dadurch begünstigt, daß die„Berliner Volks-Zeitung" einen Teil jenen Stimmungsbildes, der auch im„Berliner Tageblatt" ge- standen, in ihren Spalten abgedruckt hafte. Dies Versehen mußte ja der„Berliner Volks-Zeitnng" selbstverständlich unangenehm sein; aber die Anschuldigung, daß wir mit Absicht eine„Fälschung" begangen hätten, ist so absurd, daß sie nur im Zustande deliranter Wut erhoben werden konnte. War es doch ganz selbstverständlich, daß eine solche„Fälschung" am anderen Tage von dem angegriffenen Blatte sofort entdeckt werden mußte und daß infolgedessen der „Vorwärts" nach 24 Stunden genötigt war, seinen Irrtum vollinhaltlich zurückzunehmen. Bei ein ganz klein wenig Ver- nunft und journalistischem Anstandsgefühl hätte das auch die Redaktion der„Berliner Volks-Zeitung" einschen müssen. Aber statt sich mit einer unserthalben energischen Zurückweisimg zu begnügen, sieht sich die„Volks-Zeitung" veranlaßt, den„Vorwärts" gleich mit ganzen Kübeln von Unrat zu begießen. Ans welcher Seite infolgedessen, um einmal diesen Ausdruck der„Berliner Volks- Zeiftmg" zu gebrauchen, das«journalistische Buschkleppertum" liegt, können auch wir ruhig dem Urteil der Oeffentlichkeit überlassen. Die„Berliner Volks-Zeitung" meint in ihrer Schimpfkanonade, der„Vorwärts" habe sich in seinem„kindischen Hasie" gegen die „Volks-Zeitung" dazu verleiten lassen, die„perfide und gewissenlose Fälschung" zu begehen. Der„Vorwärts" weiß sich vollständig frei von irgend welchem Haffe gegen das Blatt. Der„Vorwärts" hat der„Volks-Zeitung" niemals etwas in den Weg gelegt; erst als die Firma M o s s e das ehedem als anständig geltende Blatt dazu mißbrauchte, um in Massen Streik- brecher-Jnserate in den Kreisen des arbeitenden Publikums zu verbreiten, hat der„Vorwärts" dies schnöde Verfahren angenagelt. Die Redaktion der JBolks-Zeitung" hat seinerzeit erklärt, daß sie sich in ihrer redaktionellen Haltung durch den Verlag der Firma Mosse nicht im geringsten beeinflussen lasse. Wir hatten das auch niemals behauptet, sondern lediglich die schmähliche Tat- fache gebrandmarkt, daß in einem„demokratischen" Blatte eine solche doppelte Buchführung geübt Iverde, daß ein kapitalistischer Verlag den arbeiterfreundlichcn Inhalt des redaktionellen Teils als Köder benutzt, um seine Strcikbrechcr-Jnscrate an den Mann zu bringen. Erst in der Abwehr gegen törichte Anrempelungen der „Volks-Zeitung" haben wir auch die Bemerkung gen, acht, daß eS nicht gerade von hoch entwickeltem journalisttschen Anstand zeugt. sich von einein kapitalistischen Verlag für unlautere geschäftliche Zwecke als Lockvogel benutzen zu lassen. Diese Bemerkung dürste dann allerdings die Redaktion der„Volks-Zeitung" mit jenem „kindischen Hasse" erfiillt zu haben, den das Blatt jetzt dem„Vorlvärts" andichtet. Wenn übrigens die„Volks-Zeitung" in ihrem Artikel behauptet, sie habe mit keiner Silbe gegen die Eisenbahner Partei genommen, sondern lediglich ein nur Tatsachen enthaltendes Telegramm über das gebracht, ivas zurzeit in Italien auf dem Eisenbahngebiete vor- geht, so spricht sie die Unwahrheit. Der Bericht des„Berliner Tageblattes", den die„Volks-Zeitung" in ihrer Nummer 98 ab- druckte, stellte keineswegs einen nackten tatsächlichen Bericht dar, sondern vielmehr ein Stimmungsbild, das ganz offensicht- lich zu U n g u n st e n der Eisenbahner gefärbt war. Und zu dieser gegen die Eisenbahnarbeiter Stimmung machenden Korrespondenz wußte die„Volks-Zeitnng" keine geistreichere Bemerkung zu machen, als die, daß dieser Kämpf„wenigstens das gute habe, daß die ent- setzlichen schmutzigen italienischen Eisenbahnwagen wenigstens einmal gründlich gereinigt würden". Diese sozialpolitisch tiefsinnige Be- merkung sollte offenbar die„wohlwollende Neutralität" der„Volks- Zeitung" gegenüber den Eisenbahnern ausdrücken!— Kric"rvereine als Wahlmacher. Die Wahl des konservativen Abgeordneten Winckler im Wahl- kreise Merseburg- Querfurt beschäftigte an, Dienstag die Wahl- p r ü f u n g S- K o m m i s s i o n des Reichstages sehr lebhaft, weil ein sozialdemokratischer Wahlprotest eine terroristische Wahlbeein- flussung seitens der Kriegcrvcrcilie nachwies. Bei der Hauptwahl hatten �Stimmen erhalten: Winckler 10 647, Mittag, Soz., 8168, Fischer, Freis., 6774; bei der Sttchwahl Winckler 15 141, Mittag 16 639. Auf Grnnd des Protestes wurde als er- heblich erachtet, daß in B e n d o r f gar kein Jsolierraum eingerichtet war und daß in Eilau die Wahlhandlung zu ftüh geschlossen worden war. Als Knriosum sei bemerkt, daß in einem Ort ein Klavier als Jsolierraum benutzt wurde. Eine ausgedehnte und lebhafte Debatte rief jedoch die Tatsache hervor, daß der Vorsitzende des Kreis- Kriegervereins in Merseburg ein gedrucktes Flugblatt ausgegeben hat, in dem er allen Krieger- vereinen„unter allen Umständen" verbietet, bei der Wahl für den sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen, und dieses Verbot mit der Drohung begleitet, daß„Verstöße hiergegen den rücksichtslosc» Ausschluß aus den Kricgervercinen unter Verlust aller Vermögens-, Unterstützungs- und Stcrbekasscn-Aiisprüche bedingen". Von nationalliberaler, konservattver und anttsemitischer Seite wurde bestritten, daß diese kriegervereinliche Beeinflussung als eine un- statthafte zu betrachten sei; ja, der nationalliberale Abg. W a l l a u meinte, es sei eine Pflicht der Kriegervereine, auf Grund ihres Statuts gegen die Sozialdemokratie, als einer staatsfeindlichen Partei, die' kriegervereinlichen Wähler zu haranguieren. Von sozialdemokratischer Seite wurde dagegen eingewendet, daß es keinem Kriegervereinler benommen sei, gegen die Sozialdemo- kratie zu agitieren, aber etwas anderes sei es, daß der Vorstand deS KreiS-Kiegervereins, der staatlicherseits organisiert, staatlich bevor- rechtet sei und seinem Statut nach unpolitisch sein solle, den Mitgliedern mit dem Ausschluß unter schweren Vermögensrecht- lichen Nachteilen drohe, wenn sie sozialdemokratisch wählten. Die Wallauschen Ausführungen führten zu einer Ausnahmestellung der Sozialdemokratie, die bei allen gesetzlich garantierten Vorgängen im Staate, speziell bei der Neichstagswahl, Gleichberechtigung mit anderen Parteien beanspruche. Auch das Zentrum und andere Parteien seien früher als reichsfeindliche bezeichnet und Krieger- vereine gegen sie gehetzt worden, deshalb habe der Reichstag früher mehrfach Wahlen für ungültig erklärt. Obwohl die Mehrheit der Kommission— Zentrum, Sozialdemokratie und Freisinnige— der Meinung war, daß bezüglich der vom Protest nachgewiesenen Beein- flussung der früher festgelegte Standpunkt der Kommission zu gelten habe, entschied sich die Kommission doch dahin, zunächst die Wirkung dieser Beeinflussung festzustellen und deren ziffernmäßiges Resultat zu ermitteln. Die sofort angestellten Ermittelungen und Feststellungen führten dann zu dem Beschlüsse, daß die Wirkung der kriegervereinlichen Beeinflussung keine so große sei, daß nach Abzug aller in Betracht kommenden Stimmen die Mehrheit Wincklers beseitigt werde. Die Wahl sei darum als gültig zu erklären. Ans diesem Grunde lehnte eS dann die Kommission ab, die prinzipielle Seite der Frage weiter zu diskutieren.— Woher die Nnterstützungen für die streikenden Bergarbeiter ge- kommen find» darüber machte Genosse Hue in einer Versammlung in Bochum wichtige Mitteilungen. Beim polnischen Gewerkverein gingen 8666 M. oder 86 Pf. auf den Kopf der Mitglieder ein, beim christlichen Gewerkverein 259 660 M. oder 6,56 M. auf den Kopf, beim alten Verbände 1 466 666 M. oder 23 M. auf den Kopf. Die beim alten Verbände eingegangenen Summen stammen fast aus- schließlich von der sozialdemokratischen Partei und den Gewcrk- schaften.— Adlige Strafreform. Der Vorstand der Deutschen Adels« g e n o s s e n s ch a s t hat folgenden Antrag an den Staatssekretär des Reichs-Justizamts gerichtet: „Die hohe Regierung wolle dahin wirken, daß: 1. der§ 31 des Strafgesetzbuches durch eine Vorschrift ergänzt werde, wonach die Verurteilung zur Zuchthausstrafe außer den bereits gesetzlich vorgesehenen Rechtsfolgen auch den dauernde» Verlust des Adels bewirkt; der Z 33 des Strafgesetzbuches durch eine Vorschrift ergänzt werde, wonach die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte anßcr den bereits gesetzlich vorgesehenen Rechtsfolgen auch den dauernden Verlust des Adels bewirkt. 2. Das Wort„Rdclsprndikate" im K 366 Ziffer 8 des Strafgesetzbuches durch einen Begriff ersetzt werde, welcher nicht nur die unbefugte Annahme von Adelstiteln, sondern auch von adeligen Wappen und Kronen unter Strafe stellt." Man kann es natürlich begreifen, daß die AdelSgenosscnschaft ein Interesse daran hat, die adlige Kriminalstatistik zu vermindern; aber das Mittel, das sie vorschlägt, ist doch etwas sehr unvorsichtig. Denn dieser Antrag erfordert naturgemäß eine Ergänzung dahin, daß nun alle mit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bestraften Personen nichtadliger Herkunft in den Adelsstand versetzt werden. Das erst ist ausgleichende Gerechtigkeit!— Aus dem Großhcrzogtnm Sachsen-Wcimar, 27. Februar.(Eig. Ver.) Im Landtag beantivortete heute der Departementschef v. Wurmb die Interpellation des Abg. Baudert wegen Vorlage eines Gesetz« cntwurfs betr. das Vereins- und Bersaunnlungsrecht. Die Regierung habe bisher eine derartige Vorlage deshalb noch nicht ausgearbeitet, weil in letzter Zeit sich immer deutlicher das Bestreben nach einer reichsgesetzlichen Regelung des Vereins- und Versammlungswesens bemerkbar gemacht habe. Da aber in Elsaß-Lothringen jetzt die Vorarbeiten zu einem solchen Gesetz gemacht seien und die Ver- wirklichung eines RcichsgcsetzcS nicht so bald zu erwarten sein werde, wolle die Regierung die elsaß-lothringischen Bestinmmngen in Nutz- anwendung ziehen und bei der baldigen Vorlage deS ge» wünschten Gesetzentwurfs berücksichtigen.— LandtagSwahl in Lippe-Detmold. AuS Lemgo meldet uns ein Privattelegramm: Im 6. Landtags-Wahlkreis erhielt Dr. N e u m a n n- H o f e r(nationalsozialer Biesterfelder) 1344, Meier Jobst(frs. Vp.) 776, Wilhelm Strale(Soz.) 167 Stimmen.— Trcpows Regiment in Deutschland. In München wollten zwei Russen einen WohltätigkeitSabend für die Opfer des 22. Januar veranstalten. Sie hatten, Ivie die„Miinchener Post" berichtet, alle Vorbereitungen getroffen, als die Veranstaltung verboten wurde, und zwar hieß es in der Begründung: „Hierbei war die Erwägung maßgebend, daß die Veranstaltung schon an sich des d e m o n sr r a t i v e n Charakters nicht voll- ständig entbehrt und daß dieser Charakter nach den am 17. d. M. in Moskau erfolgten Ereignissen noch in erhöhtem Maße hervortri'tt. Letztere stehen aber nicht nur mit der derzeitigen«volutkonSren Bewegung in Rußland überhaupt. sondern insbesondere auch mit den Petersburger Vorgängen vom 22. Januar b. I., aus deren Anlaß gerade die nachgesuchte Ver- anstsUung beabsichtigt ist, in unleugbarem engem Zusanrmen« hang. Aus diesen Gründen kann daher im Interesse der öffent- lichen Ordnung sowie des Anstandes und der guten Sitte die Genehmigung zu öffentlichen Lustbarleiten, Tanzmusilen usw. nicht erteilt werden." Es widerspricht also dem Anstandsgefühl und vergüten Sitte der bayerischen Polizei, daß man für die Opfer einer grauen- haften Menschenschlächterei durch künstlerische Veranstaltungen Gelder sammelt. Ob sie wohl eine Totenfeier für Sergius auch unanständig finden würde?—_ Kolonial-Bestialität. Das„Hamburger Echo" meldet: Mit dem von O st a f r i k a hier angekommenen Dampfer„Herzog" ist hier unter polizeilicher Begleitung ein gewisser Karl Freitag eingetroffen, der in der Wihe von Dar-es-Salam eine Farm besessen und sich dort scheußlicher Grausamkeiten gegen Eingeborene schuldig gemacht hat. So hat er u. a. eine» Schwarzen an einen Baum gebunden und den Mann dann verhungern lassen!— Einem anderen Neger hat er eine Dynamitpatronc in den Mund gesteckt und diese dann zur Explosion gebracht, so daß der Kopf des Schwarzen in Stücke zerrissen wurde!— Der „Kulturträger" nannte sich dort Eckert und wollte englischer Staats- bürger sein. Das Gericht in Dar-es-Salaam hat ihn wegen seiner bestialischen Grausamkeit zu zwölf Jahren Zuchthaus (wegen zweifachen Mordes!!) verurteilt. Zwecks Verbüßuug der Strafe ist er nach Deutschland überführt worden. Hier nannte er sich nun Karl Freitag und will aus Misch in Ungarn gebürtig sein. Als er photographiert werden sollte, leistete er Widerstand. Man ninmrt an, daß man es mit einem schweren Verbrecher zu tun hat, der sich unter falschem Namen in der ostafrikanischen Kolonie nieder- gelassen hat. Nun haben wir doch auch ein ebenbürtiges Gegenstück zu den französischen Kolonialbestialitäten im Kongogebiet' aufzuweisen. Sogar bis auf die Methode stimmen die Kolonialbestialitäten überein! Im kolonialen Wahnsinn liegt eben eine entsetzliche Methode!—_ Wieder ein neuer Truppentransport nach Südwestafrika. Am Dienstag nachnnttag wurde in Hamburg ein Truppen- transport für Südwestafrika, bestehend aus 45 Offizieren, 5 Portepee- Unteroffizieren und 503 Unteroffizieren und Mannschaften, durch den kommandierenden General v. Bock und Polach verabschiedet. Der Truppentransport, zu dem 196 Pferde gehören, tritt heute abend mit dem Postdampfer„Professor Woermann" die Ausreife an. Die Rechnung!— Hueland. Frankreich. Aus der Jauresistischcn Partei. Paris, 27. Februar.(Eig. Ber.) Die Seine- Föderation der P. S. F.(Faurssisten) hat soeben auf einer Konferenz zum kommenden Kongreß von Rouen Stellung genommen. Es waren anwesend ungefähr 100 Delegierte, die über 60 Gruppen mit rund 3000 Mitgliedern vertraten. Die Debatte über die Bloc-Frage füllte zwei Sitzungen aus. Die.vom linken Flügel beantragte Refolution gegen den Bloc wurde mit 107 gegen bloß 11 bloc« freundliche Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Die Resolution lautes „Angesichts der Beschlüsse deS Kongresses von Amsterdam, der Arbeiten der sozialistischen Einigungskommission und der vonderP.S.F. eingegangenen Verpflichtungen; in Erwägung, daß die Ehre, die Würde und das politische Interesse der Partei erfordern, daß sie die Teilnahme an dem Vorstand der Linksparteien aufgibt, wird den Rouen das en den Bloc) e Einigung in Frankreich zu wirken." Beachtenswert ist das Zusammenschmelzen deS rechten Flügels der Föderation auf ein winziges Häuflein. Noch bis vor kurzem bildete er eine achtunggebietende Minderheit. Es steht übrigens fest, daß in Rouen eine bedeutende Mehrheit mit Jaurös und dem linken Flügel, entgegen der Mehrheit der Kammerfraktion, die Bloc-Taklik verlverfen und den sozialistischen Einigungsentwurf votieren wird.— Belgien. Generalstreik der Bergarbeiter. Brüssel, 28. Februar. Im Borinage hat sich gestern die Ausstandsbewegung wieder derart verschärft, daß man von einem allgemeinen Streik in diesem Bezirk sprechen kann. Das gleiche läßt sich vom Becken von Charleroi sagen. Im allgemeinen verlief der gestrige Tag ruhiger, doch fanden zwei Bombenattentate in der Gegend von Charleroi statt, die aber nur geringfügigen Schaden anrichteten.(„Franks. Ztg.") Dänemark. Die Sozialdemokratie und die bevorstehende Kommunalwahl in Kopenhagen. Die Agitation unserer Kopcnhagener Parteigenossen zu den am 28. März stattfindenden Gemeinderatswahlen hat nun mit voller Kraft eingesetzt. Am Sonntag war eine Versammlung nach dem Arena-Theater in dem weltbekannten großen Etablissement Tivoli einberufen, wo vor allem der sozialdemokratische Bürgermeister Jensen über die Angelegenheiten der Kommune berichten sollte. Es strömten aber gegen 12 000 Menschen herbei, so daß das Theater sich als viel zu klein erwies. Unter freiem Himmel im Tivoligarten wurde sofort eine zweite Versammlung arrangiert, in der zunächst der Folkethings-Abgeordnete Borybjery sprach, und später, nachdem sie in der ersten Versammlung gesprochen hatten, auch Bürgermeister Jensen, Abgeordneter Lyngsie und P. Knudsen. In beiden Ver- sammlungen herrschte große Begeisterung und eine vorzügliche Wahl- kampfftimmung. Die Antisozialisten, die in letzter Zeit, wegen Mangel an sachlichen Gründen, ganz niederträchtige persönliche An- griffe gegen Jensen und Lyngsie gerichtet hatten, trauten sich nicht hervor. UebrigenS sind die Aussichten für den Sieg der Sozialdemo- kraten bei der bevorstehenden Wahl sehr günstig. Die Zahl der- jonigen Arbeiter, die ihr Steuereinkommen auf 1000 Kronen an- geben und damit das Gemeinde- Wahlrecht erhalten, ist auch in diesem Jahre wiederum bedeutend gewachsen. Im Jahre 1892 zählte man in Kopenhagen nur 22 954 Kommunalwähler. 1904 war ihre Zahl infolge der Agitation der Sozialdemokratie auf 45 693 gestiegen und jetzt sind es 49 307. Man kann mit Recht annehmen, daß der neue Zuwachs wesentlich unseren Parteigenossen zugerechnet werden muß.— Norwegen. Ministerkrife. Finanzminister M i ch e l s e n und daS Mitglied der norwegischen StaatsratSabteilung in Stockholm Schöning reichten heute ihr Entlassungsgesuch ein.— Das Verhalten der schwedischen Regierung zur Konsulatsfrage hat in Norwegen und besonders in der Hauptstadt eine so starke politifche Bewegung hervorgerufen, wie sie seit vielen Jahren nicht geherrscht hat. Am Donnerstag fand im Lokale des Studenten- bundes eine überfüllte Versammlung statt, in der als Hauptredner Professor Fridtjof Nansen auftrat. Am Freitag fand im selben Lokale wiederum eine Versammlung statt, zu der sich über 10000 Menfchen eingefunden hatten. Da der Saal nur einen kleinen Teil der Menge zu fassen vermochte, wurde zum nächsten Tage eine neue Versammlung nach dem größten Lokale der Stadt einberufen. Nach der Stimmung zu urteilen, die in diesen Versammlungen herrschte, verlangt man allgemein ganz verschiedene Matznahmen zur Durchführung der Forderung eines eigenen Konsulatswesens. Wie verlautet, sollen innerhalb der Regierung die Mei- nungen geteilt sein; eine Gruppe wünscht neue Verhand- lungen über die ganze Unionsfrage mit Schweden anzuknüpfen; eine andere will die Errichtung der eigenen Konsulate durch Storthingsbeschluß herbeiführen, aber den Schweden noch eine Be- denkzeit gewähren, und eine dritte Gruppe von Ministern will das- selbe ohne jede weitere Rücksprache mit Schweden. � Inzwischen hat der Parteitag der schwedischen Sozialdemokratie in Stockholm einstimmig eine Resolution über die Unionsfrage angenommen. in der das Recht des norwegischen Volkes, frei und ohne Einmischung über seine eigenen Angelegenheiten zu bestinmien, klar und unzweideutig anerkannt wird.—„Mit dieser Resolution", sagte der norwegische Partei- sekretär Magnus Nilssen,„werden wir Norweger stolz und froh heimreisen und den anderen Parteien zeigen, daß es in Norwegen und Schweden nur die Sozialisten sind, die sich einig sind in der Unionsfrage, und daß es in Schweden nur die Sozialisten sind, die Norwegens; volle und uneingeschränkte Selbständigkeit anerkennen."— Amerika. Verunglückte Temperenz. Seit einiger Zeit ist eine Bewegung im Gange, einen Kongreßbeschluß gegen die Kantinen in den Militärstationen rückgängig zu machen. Sogar Frauenvereine, welche früher große Opposition gegen die Kantinen machten, haben an den Kongreß Petitionen gerichtet, den Soldaten recht bald die Kantinen wiederzugeben. Im Februar 1901 wurden diese„Lasterstätten der Trunksucht" für das Bundeshecr offiziell abgeschafft. Es hieß da- mals, die Armee werde demoralisiert, die jungen Leute würden ver- giftet, man züchte ein schlinimes Laster; die Kantine mußte fort, trotzdem erfahrene ältere Offiziere Einsprache erhoben und auf die Möglichkeit schlimmer Folgen hinwiesen, die auch nicht ausblieben. In der Kantine hatte man die Soldaten unter Kontrolle und die Trunkenbolde hielten sich in gewisse» Grenzen. Jetzt trieb man die Soldaten fort aus ihrem Lager; sie zogen nach den Kneipen in der Stadt und in den umliegenden Ortschaften, fingen Raufereien an, wurden den Bürgern lästig und betranken sich mehr als jemals in der Kantine. Es kamen Prügeleien mit der Polizei und mit den Bürgern vor, bis schließlich jedermann, die strikten Temperenzler ausgenommen, den Soldaten die Kantine zurückwünschte. Die Wiedereinführung derselben erscheint als eine Notwendigkeit geboten. Ein offener Beschluß wird dem Kongreß immerhin schwer fallen.— Kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. 8.(außerordentliche) Sitzung vom Dienstag, d e n 28. F e b r u a r 1905, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung gegen b'/z Uhr und gedenkt mit ehrenden Worten deS dahingeschiedenen Berliner Branddirektors Giersberg. Die Versammlung hat sich bei dem Nachruf erhoben. Morgen abend findet bei Keller, Koppenstraße. eine Versammlung sämtlicher städtischen Arbeiter statt, zu welcher auch die Stadt- verordneten eingeladen sind. Nach Erledigung eines umfangreichen Berichts deSRechnungs- ausschusses wird der Bericht des Ausschusses zur Vorberatung des Vorentwurfes für den Neubau des Friedrich-Werder- scheu Gymnasiums und einer Gemeinde- Doppel- schule in der B o ch u m e r st r a ß e am kleinen Tiergarten in Moabit entgegengenommen. Der Ausschuß verlangt Vergrößerung der Räume für das naturhistorische Kabinett, das physikalische Apparatenzimmer und die Bibliothek, sowie Einrichtung eines Reserve- Klassenzimmers für physikalische Schülerübungen, und außerdem eine angemessene Erweiterung der Turnhallen. Die Vorlage wird nach den Ausschußanträgen angenommen. Darauf beschließt die Versammlung auf Antrag Singer, die Steuervorlage vorweg zu beraten. Der Ausschuß für die Suche nach neuen Steuer» hat seit dem 16. Januar d. I. in vier Sitzungen das vom Magistrat auf der Grundlage der Vorschläge der gemischten Deputation präsentierte Steuerbouquett durchberaten und durch den Stadt- verordneten H a b e r l a n d(A. L.) einen umfassenden Bericht er- statten lassen. Die Ergebnisse seiner Beratungen sind bereits früher ausführlich mitgeteilt worden; der erste Teil der Anträge betrifft diejenigen Steuerreformwünsche. die sich als Zukunftsmusik darstellen, weil sie nur durch Aenderung der Gesetzgebung verwirklicht werden können, während der zweite Teil die sofort ausführbaren Steuerprojekte behandelt. Die Ausschußvorschläge gehen dahin: I. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß unter Bereit- stellung des in der Finanz- und Stenerverwaltung sich ergebenden Materials auf Aenderung bezw. Ergänzung einschlägiger Gesetzesvorschriften nach folgenden Richtungen hingewirkt werde: 1. auf Aufhebung des Privilegiums der nach dem Kominunalabgaben-Gesetz hinsichtlich der kommunalen Einkommens- besteuerung bevorrechtigten Personen, 2. auf Erweiterung der gesetzlichen Pflicht,«ine Steuererklärung abzugeben, durch Einbeziehung der Per- sonen, welche ein Einkommen von 1500—3000 M. haben. 3. auf Erweiterung des Kreises der zur Gemeinde-Ein- kommensteuer heranzuziehenden Personen derart, daß im Kommunalabgaben- Gesetz für einkommenpflichtig erklärt werden auch „diejenigen Personen, welche in der Gemeinde, ohne in ihr einen Wohnsitz zu haben, eine gewinnbringende Beschäftigung betreiben, hinsichtlich des ihnen aus dieser Beschäftigung zu- fließenden Einkommens", ferner, daß im Kommunalabgaben- Gesetz entsprechend zum Ausdruck gelange: „eine die Steuerpflicht begründende Beschäftigung findet nur in denjenigen Gemeinden statt, in welchen der Steuerpflichtige zum Zwecke dieser Beschäftigung dauernd eine feste Arbeits statte besitzt", 4. auf Beseitigung bezw. Aenderung der im selben Gesetz gegebenen Kontingentierungs-Vorschriftenbei der Verteilung des Steuerbedarfs auf die Steuerarten behufs zweckmäßigeren Ausballes der Realsteuern, 5. auf Heranziehung der an regulierten Straßen, welche Fluchtlinien auf Grund des Gesetzes voin 2. Juli 1875 haben, liegenden unbebauten Grundstücke, zu einer Bauplatz st euer. II. Die Versammlung ist ferner damit einverstanden, daß 1. eine Lustbarkeitssteuer, jedenfalls eine Billett st euer eingeflihrt wird, unter überwiegender Heran- ziehung der teureren Plätze im ZirkuS, Theatern, überhaupt bei Veranstaltungen, welche von Fremden viel besucht werden, wobei kulturellen und gemeinnützigen Bestrebungen in schonender Weise Rechnung zu tragen ist; 2. zur Herbeiführung einer gleichmäßigen Be- steuerung der bebauten und unbebauten Grund- stücke eine Reform der kommunalen Grundsteuer dahin vor- genommen wird, daß sämtliche Grundstücke nach dem Maß- stabe des gemeinen Wertes besteuert werden. Hierbei ersucht die Versammlung den Magistrat, in Erwägung zu ziehen, ob nicht eine Besteuerung des unbebauten Grundbesitzes nach dem gemeinen Werte zu einem höheren Prozentsatz anhängig ist, als diejenige des bebauten Grundbesitzes. Hl. Die Versammlung lehnt eS in Uebereinstimmung mit dem Magistrat ab, den Satz der Hundesteuer von 20 auf 40 M. zu erhöhen. IV. Die Versammlung setzt die Beschlußfassung über die Ein- führung einer besonderen Betriebs st euer bis zum Eingänge der vom Magistrat vorzulegenden Steuerordnung aus. Nach längerer Geschäftsordungsdebatte, an welcher sich die Stadtvv. Singer, Wallach, Preuh und der Vorsteher beteiligen, wird beschlossen, zunächst die Ziffem 1, 1—3 zusammen zu diskutieren. Stadtv. Singer(Soz.): Auch wir unterstützen die Forderungen nach gesetzlicher Aenderung, wie sie in diesen vier Ziffern erhoben werden. Dem Oberbürgermeister muß ich hier wieder den Schmerz bereiten, ihn zu unterstützen; ich hoffe, er wird Mannes genug sein, den Schmerz zu ertragen, obwohl ihm vor unserer Unterstützung bange toird. Unter den hier gemachten Vorschlägen fehlt eigentlich derjenige, der am leichtesten alle Finanzkalamitäten beseitigte, der Vorschlag einer Wänderung des Einkommensteuer-Gesetzes. Nun sind wir von dem preußischen Landtag ausgeschlossen; unsere Kalle- gen hier aber, die auch im Abgeordnetenhaus Vertretung haben, sollten dort dahin wirken, daß auch eine Aenderung des Einkommen- sreuer-Gesetzes erfolgt, dergestalt, daß man nicht bei der lächerlichen Progression von 4 Proz. stehen bleibt. Mit einer etwas höheren Belastung nach oben wäre sehr viel zu erreichen. Die staatliche Ein- kommensteuer ist für 1905 mit 177 Millionen veranschlagt; die Ein- kommen unter 3000 M. haben davon 53 Millionen aufzubringen. Nach meinem Vorschlage, der dahin gehen würde, die Einkommen unter 3000 M. gänzlich freizulassen, die von 3000 bis 6000 M. auf dem gegenwärtigen Progressionssatze zu belassen, bei den höheren Einkommen aber bis zu 9500 M. eine Steigerung um 1 Proz., bis 30 500 M. um 2 Proz., bis 100 000 um 3 Proz. und über 100 000 Mark um 4 Proz. eintreten zu lassen(Große Unruhe. Rufe: 1001), würden 73 Millionen Mark zu gewinnen sein. Da würde sich mit der auf Berlin entfallenden Rate schon etwas anfangen lassen. Weiter würde man bei einer Vermögenssteuer von nur 1 Proz. mit einem Schlage 730 Millionen Mark in Preußen gewinnen. Ja, führe diese wenigen Zahlen nur an, um zu zeigen, wie eine richtige Steuer. reform auszusehen hätte. Die Ausschußvorschläge kann ich nur empfehlen, namentlich möchte ich auf Grund memer langjährigen Wirksamkeit in Steucrschätzungs-Kommissionen die Ausdehnung der Deklarationspflicht befürworten. Eine weitere Debatte wird nicht beliebt. Die Ziffern I» 1—3 werden mit großer Mehrheit angenommen. Die Versammlung verhandelt daraus II, 1, Theaterbillett st euer. Der Referent bemerkt, daß der Ertrag der Billettsteuer sich zwischen 1 und IV2 Millionen bewegen werde. Der Einwand der indirekten Steuer sei von der Ausschußmehrheit abgelehnt worden, ebenso der Einwand der ungerechten Belastung des Publikums oder der Direttoren. Eine Billettsteuer sei in Paris, Wien, Frankfurt am Main eingeführt. Die Vorverkaufsgebühr und der Billetthandel belasteten das Publikum weit mehr. Die billigen Plätze von 1 M. und darunter sollten frei bleiben und das gemeinnützige Schiller- Theater besondere Begünstigungen genießen. Stadtv. Singer(Soz.): Der Berichterstatter hat sich die Sache ziemlich leicht gemacht, indem er bloß von der Billettsteuer sprach. Der Ausschuß hat aber eine Lustbarkeitssteuer empfohlen. Obgleich ebenso Gegner der Billett- wie der Lustbarkeitssteuer, möchte ich den graduellen Unterschied beider hier betonen. Ich kann nicht zugeben, daß eine Großstadt den Zutritt zu diesen Anstalten erschwert und die Veranstalter zwingt, ihre Billetts sich teurer bezahlen zu lassen. Diese Steuer trägt den Charakter einer indirekten Steuer, wir haben keinen Anlaß, dazu überzugehen. Der Ausschuß hat nach der Mitteilung des Berichterstatters die Moral aus seinen Er- wägungen ausgeschlossen: damit wird aber nur die Mehrheit des Ausschusses charakterisiert. Verlassen wir den prinzipiellen Stand- punkt, dann gleiten wir immer tiefer auf der schiefen Ebene hinab. Aber diese Billettsteuer streitet auch gegen das Interesse der Stadt selbst. Die Theater leben nicht vorzugsweise von den Fremden; in der Versammlung der Theatcrdireftoren ist nachgewiesen worden, daß die meisten, namentlich die kleinen Theater, von Fremden gar nicht besucht werden, so daß sich der Fremdenbesuch auf die paar großen Theater und die Stätten für Sensationsstücke beschränkt. Trifft daS zu, dann liegt gar kein Grund vor, für die Fremden diese Steuer einzuführen. Hier führt man uns nun Paris vor. Ja, wenn das doch nur sonst geschähe, wo w i r Paris als Muster anführen(Heiter- keit) l Müssen wir denn Paris etwas nachmachen, dem wir im Prinzip widersprechen? Um augenblickliche Not, aus der neue Steuerquellen gesucht werden, handelt es sich ja gar nicht; brauchen Sie wirklich erhebliche neue Steuerquellen,, so werden und müssen Sie auf die Erhöhung der Einkommensteuer zurückkommen. Sie treiben hier also eine ganz falsche Steuerpolitik. Theoretisch wird auch durch diese Fremdensteuer der Zuzug von Fremden eingeschränkt(Ge- lächter) und der gute Ruf Berlins nicht gefördert. Bisher hat sich Berlin ängstlich bemüht, sich von indirekten Steuern frei zu halten; was bisher diesen Charakter trug, sind Gebühren. Jetzt soll eS anders werden. In dem Jahre, wo man sich anschickt, den hundert- jährigen Todestag unseres größten Dichters zu feiern, ist es ein eigentümlicher Schritt, eine Abgabe einzuführen, welche den Genuß einer Theatervorstellung weiten Kreisen erschwert. Die Berliner Verwaltung tut hier den ersten Schritt auf einem Wege, den sie bisher incht gegangen ist. Daß wir kein anderes Mittel wüßten, die Ein- nahmen zu vermehren, wie der Oberbürgermeister meinte, ist gar nicht richtig: wir haben oft genug auf die Uebernahme der Ver- kehrseinrichtungen, der Krafterzeugungsstätten auf die Stadt hin- gewiesen. Wir sehen diese Steuer grundsätzlich als unberechtigt an, während Sie aus der Jagd nach ein paar hunderttausend Mark oder ein paar Millionen sich nicht scheuen, Berlin in schlechten Ruf zu bringen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Oberbürgermeister Kirschner: Die Theaterbillettsteuer wäre auch als indirekte Steuer für mich nicht weniger schmackhaft. Die theoretischen idealen Grundsätze lassen sich nicht einfach auf die Praxis, auf das bürgerliche Berlin übertragen. Die beste Steuer ist die. die, ohne ungerecht zu sein, am wenigsten empfunden wird (Zustimmung); mit dieser Auffassung gibt man seine Ideale nicht auf.(Stadtv. Borgmann: Namentlich wenn man keine hatl)� Herr Borgmann ist nicht imstande, in meine Brust zu schauen; mein bisheriges Wirken gibt ihm kein Recht, zu behaupten, daß ich ohne Ideale handle.— Die Einnahmen aus gewerblichen Unter- nehmungen soll man mir bezeichnen, die wir übernehmen und aus denen wir große Erträge gewinnen können; ich werde der erste sein, sie zu übernehmen; aber es gibt keine. Im Punkte der Verkehrs- mittel sind wir bis 1919 gebunden, und bei den elektrischen Werken machen wir gerade als Kontrahenten das beste Geschäft.(Sehr richtig!) Ebenso wenig wird die Reform der Einkommensteuer für die kommunalen Verhältnisse eine wesentliche Besserung herbei- führen. Ich halte die Vorschläge des Herrn Singer für sehr er- wägungswert und bin für eine progressive Einkommensteuer auf staatlichem Gebiete zu haben. Aber auf kommunalem Gebiete würde das Resultat sein, daß die Flucht der Leute mit großem Ein- kommen aus den Orten mit hoher Kommunalsteuer noch wächst. (Zustimmung.) Wenn der Reiche mit dem Fortzuge aus Berlin nach Kolonie Grunewald jedes Jahr ein Villengrundstück erspart, würde er nach den Sätzen des Herrn Singer jedes Jahr zwei Grund- stücke sparen. Es handelt sich heute nur darum, im Prinzip uns über die Anstellung eines Versuches schlüssig zu werden. Alle öffent- lichen Angriffe dagegen sind verfrüht; die Herren sollen doch warten, bis konkrete Vorschläge vorliegen. Daß die Schiller-Gedenkfeier unter diesen Steuerplänen leiden wird, glaube ich nicht.(Heiter- keit und Beifall.) Stadtv. Wallach(A. L.): l�ch glaube, ein ziemlich normaler Mensch zu sein(Große Heiterkeit) und fühle mich keineswegs in meinem moralischen Gefühl beengt, als Vater dieses Antrages mich zu bekennen. Wir wollen ja auch die Konzerte, Schaustellungen, Varietes und Kabaretts usw. mitfassen; auch betrachten wir als Fremde auch die Vorortbewohner, die zu den Berliner Kommunal- steuern nichts beitragen. Der phantasievolle Vorschlag Singers be- züglich der Einkommensteuerreform würde uns dem Zukunftsstaate recht nahe bringen; da blieben nur etwa 20 000 Zensitcn, und da könnte man frisch mit dem Teilen beginnen. Stadtv. Dr. Preufj(soz.-fortschr.): Im Prinzip ist jede Steuer ungerecht, ja unmoralisch, denn Du sollst nü.,. begehren Deine» Nächsten Weib(Große Heiterkeit), Knecht, Gut usw. Mit der Zustimmung zu dem Prinzip legt sich heute niemand auf eine be- Nach 10 Uhr wird die Fortsetzung der Beratung auf Stadtv. Rosenow( N. L.): Der Beschluß soll doch allgemein auf| Donnerstag verlagt. eine Luftbarkeitssteuer geben. Was ist Luftbarkeit? Der Begriff fteht keineswegs fest. Warum sollen wir uns also schon festlegen auf etwas, was noch niemand tennt? Wir können feiner Maßnahme zustimmen, die sich direkt oder indirekt gegen die Fremden richtet. Gerichts- Zeitung. timmte Form der fünftigen Vorlage feft; er behält vollkommen 1 geführt. Unsere Grundsteuer- Ordnung ist vorzüglich. Unsere Grundsteuer- Ordnung ist vorzüglich. Eine beifällig aufgenommenen Bortrag über: Gelverkschaftliche und freie Hand. Der doktrinäre Abscheu vor indirekten Steuern bei gerechte Besteuerung nach dem gemeinen Wert ift un politische Bewegung, Organisation einst, jeht und in Zukunft. An Herrn Singer und seinen Freunden ist mir unbegreiflich, namentlich möglich, die Entlastung der Häuser mit fleinen Wohnungen ein ber Diskussion beteiligten sich Stalinsky und Frauböse, im Hinblick auf das Kommunalabgaben- Gesek. Sie wollen doch Trugschluß. Das neue System fann leicht einen bösen Rüdschlag auf welche dem Referenten in vielen Ausführungen entgegentraten und Lurussteuern; eine gute Theaterbillettsteuer ist nichts als eine die Mieten ausüben. Die richtigen Taren zu ermitteln, wird ein die Idee des Generalstreits verfochten. Ihren Ausführungen trat Purussteuer( Widerspruch) ich würdige den Einwand der ful- Ding der Unmöglichkeit sein; man braucht ja nur an den Bommern 3ucht und der Referent entgegen. Ein weiterer Punkt war turellen Bedeutung vollkommen, er schlägt hier aber nicht durch. bank- Prozeß zu denken. Die weiteren sehr langatmigen Ans- Stellungnahme zur Provinzial- Konferenz für Brandenburg. Hierzu Der Hinweis auf die Fremden ist lediglich eine Krähwinkelei. Der führungen des Antragstellers finden in der Versammlung bei der ergriff Zucht das Wort. Derselbe machte bekannt, daß eine gute Ruf Berlins wird durch die Theatersteuer ebensowenig ber vorgerüdten Stunde( 10 Uhr) abfolut teine Aufmerkjamteit mehr; Resolution an die Filialen der Proving Brandenburg gesendet worden lieren, wie der von Paris; man geht gar zu gern dahin. Es wird es hat sich vielmehr alles in fleine Gruppen aufgelöst und die sei mit dem Ersuchen, auf einen Gaubeamten, welcher für Brandenfich noch sehr fragen, wie sich die königlichen Theater zu der Steuer Privatunterhaltungen werden allgemein. Unter lauten ironischen burg und Schlesien anzustellen sei, für erstere Provinz zu verzichten. stellen, wie die anderen Etablissements heranzuziehen sind. Der Bravorufen beendet Redner seinen Vortrag. Die Agitationsfommission ist der Ansicht, daß der Gaubeamte für Antrag ist zurzeit noch unverfänglich und engagiert niemand. Schlesien allein vollauf zu tun habe. Es müßte in der Provinz Brandenburg, besonders Niederlausit, in eine lebhafte Agitation eingetreten werden. Durch Nachlässigkeit in derselben sind dem Verbande leider viel Mitglieder verloren gegangen. Auch für die Belegung zur Erringung des 10stündigen Arbeitstages müsse tüchtig Wie kann man überhaupt den Berliner Fremdenverkehr mit dem geratenen Hannoverschen Hypothefenverein bestand seit 1893 eine wurden Bucht, Prillwit und Last als Delegierte gewählt. Vergehen gegen das Genossenschaftsgesetz. Bei dem in Stonfura agitiert werden. Bei der Wahl zur Konferenz für Brandenburg Bariser vergleichen? Da tönnen wir noch lange warten. Durch interbilang, welche durch den Vorstand und den Aufsichtsrat vertuscht unsere Zustimmung würden wir mindestens den Magistrat zu einer Neuenhagen( Ostbahn). Am Sonntag tagte in Nagels Lokal Vorlage beranlassen, und das wollen wir nicht. Das Landgericht Hannover hat am 9. Juli v. J. auf in Bruchmühle eine stark besuchte Bolksversammlung, welche sich mit übrigens bei den Renten beruhigt, die uns die Elektrizitätswerke, enn man sich Grund des§ 147 des Genossenschaftsgesetzes vom 1. Mai 1898 und ber Revolution in Rußland beschäftigte. Als Referent war Genosse die englischen Gaswerfe usw. zahlen, so fönnten wir schließlich unsere wegen Betruges die in Frage kommenden Berfonen zu Gefängnis 28 eber- Berlin erschienen. Es wurde eine Resolution an die englischen Gaswerte usw. zahlen, so könnten wir schließlich unsere und Geldstrafen verurteilt. Gegen das Urteil hatte lediglich das genommen, welche den russischen Freiheitskämpfern ihre vollſte Shi ganze Selbstverwaltung einpaden, alles verpachten und uns auf eine frühere Aufsichtsratsmitglied Kaufmann Paul Grobmann pathie ausspricht. Ferner wurden die Versammelten aufgefordert, Ralfulaturstube beschränken. Stadtv. Labewig( N. 2.) bezeichnet unter großem Halloh der Revision eingelegt, der wegen des Hauptdeliktes zu 2 Monaten fich der sozialdemokratischen Partei anzuschließen und nicht ruffen. Mehrheit die Theaterbillettsteuer als etwas Aehnliches wie die Be- verurteilt worden ist. Seine Einwendungen gegen das Urteil bestanden ließen sich mehrere Personen in den Wahlverein aufnehmen. Gefängnis und wegen Bilanzverschleierung zu 150 M. Geldstrafe freundliche Blätter, sondern die Arbeiterpresse zu abonnieren. steuerung der notwendigsten Lebensmittel. Stadtv. Stadthagen( Soz): Soll man auf Theater und sonstige gaben über den Stand der Genossenschaft gemacht und es falle ihm darin, daß er behauptete, er habe nicht wissentlich unwahre AnLuftbarkeiten, obwohl sie fulturellen Wert haben, Steuer legen oder teinerlei positive Tätigkeit in dieser Richtung zur Last. nicht? Herr Preuß glaubt mit dem Worte Luxussteuer darüber gericht erkannte auf Verwerfung der Revision, da die positive Das Reichs hinwegzukommen. Genau so haben früher die Konservativen Tätigkeit mit Recht darin gefunden worden sei, daß der Angeklagte Steuern auf Zeitungen 2c. gelegt, weil man sich nicht geistig zu an der Bilanzprüfung in der Aufsichtsratssitzung beteiligt und seine erheben brauche, weil das ein Lurus sei. also auch eine Ungerechtigkeit, auf den Genuß einer Genehmigung dazu gegeben habe, daß die Bilanz der GeneralVorstellung, eines Konzerts eine Steuer zu legen. versammlung vorgelegt werde. Der Ausbrud Lurussteuer ist hier ganz falsch angewandt. Der wurde. E% straße 58, bei Tolfsborj: Dritter Vortrag des Genossen Wermuth Lese- und Diskutierklub Süd- Ost. Heute abend 8%, Uhr, Görliger der Genoffen erwartet über: Das Erfurter Parteiprogramm. Zahlreiches Erscheinen Der Borstand. Berlin. Gemeinschaftliche Bersammlung am Donnerstag, den 2. März, Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein abends 9, Uhr, Rosenthalerstr. 57: Wahl einer Lohnkommission. find die Forderungen zu unterbreiten? Nur Mitglieder haben Zutritt. Wann erfte Stönig von Preußen führte auf Karoffen, auf Sammet usw. eines Heinen Ortes wollte ſeine Vereinsversammlungen in der Bob Letzte Nachrichten und Depeschen. Kündigung von Handelsverträgen. Vereinssitungen in Privatwohnungen. Der Kommunalverein Lurussteuern ein. Dann fönnen Sie ja auch eine Steuer auf weiße nung seines Mitgliedes J. abhalten. Das wurde polizeilich ber Schlipse einführen.( Große Heiterkeit.) Die Stadt, welche in boten. Das Ober- Verwaltungsgericht hat am 28. Februar das fultureller Beziehung das Möglichste tun sollte, darf der Aneignung Verbot außer Straft gefeßt und unter anderem ausgeführt: Das Bien, 28. Februar.( W. T. B.) Der deutsche Botschafter übervon Kunstgenüssen irgend eine Schranke nicht entgegenstellen.( Leb- Verbot könnte nicht darauf gestützt werden, daß die zur Wohnung reichte heute dem Grafen Goluchowsly eine Note, durch die der bishafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wenn man führende Treppe irgendwie nicht den baupolizeilichen Anordnungen herige Handelsvertrag mit Deutschland auf den 1. März 1906 für nicht weiß, wie nachher in concreto die Sache aus entsprach. Dieser Umstand hätte die Polizei nur beivegen können, den Fall gekündigt wird, daß bis dahin die Auswechselung der sehen wird, kann man doch desto weniger dafür stimmen. darauf zu dringen, daß die Treppe entsprechend hergestellt werde. Ratifilationen zum neuen Handelsvertrag nicht rechtzeitig erfolgt ist. Es tönnten ja auch Denkmalsenthüllungen, Sedanfeiern, Auf keinen Fall war das ein Grund, die Versammlung einer ge- Butarest, 28. Februar.( W. T. B.) Der deutsche Gesandte Baraben gemeint sein, alles Dinge, die nicht fulturell find; aber die schloffenen Gesellschaft in diefen Räumen zu untersagen, fündigte heute den bestehenden rumänisch- beutschen Handelsvertrag werden durch die Lustbarkeitssteuer nicht getroffen werden. Die so lange sie überhaupt zum Aufenthalt von Menschen zugelassen auf den 1. März 1906. Die Kündigung tritt nur in Kraft, wenn ganze bürgerliche liberale Partei hat sich seinerzeit gegen den würden. Das sei bei den fraglichen Räumen der Fall. der neue Zusatzvertrag nicht ratifiziert werden sollte. Beitungsstempel empört und ihn endlich zu Falle gebracht. Etwas Auch der Umstand, daß die Mitglieder des Bürgervereins Erhebliches an Ertrag wird auch bei der Billettsteuer nicht heraus- Tabat zu rauchen pflegten, jei kein Verbotsgrund gegenüber der Verkommen. Ich bitte also dringend, zu verhindern, daß die Stadt sammlung. Das Strafgesetzbuch berbiete zwar das Rauchen in hier dem Kunstgenuß irgend welche Schranken zieht. vielleicht in die neue Ordnung aufgenommen werden, daß die Steuer zurüdgezahlt wird, wenn die Sache nicht luftbar gewesen ist?( Heiterkeit.) Stadtv. Dr. Nathan( foz.- fortschr.): Wir wollen lediglich dem Prinzip zustimmen, und dies halten wir eben nicht für verwerflich. Mit dem Zeitungsstempel fann man die Billettsteuer nicht in Barallele stellen. Bis zu 1,50 oder 2 M. müssen die Billetts frei bleiben; es handelt sich also tatsächlich um eine Luxusstener. Angenehm ist ja freilich die Suche nach neuen Steuern nicht. Die Eisenbahuer- Bewegung in Italien. Rom, 28. Februar.( W. T. B.) Die Obstruktion nimmt ab. Soll Räumen, wo feuerfangende Gegenstände feien. Das tame aber hier Die Abfahrt und Ankunft der Züge, deren Zahl vermindert ist, er nicht in Betracht. Uebrigens dürfte es nicht zulässig sein, das folgt mit Verspätung. Die allgemeine Lage beffert sich. Die Handels Rauchen in Wohnungen polizeilich zu verbieten. Weiter meine die fammer, Industrielle und Handelsgesellschaften fahren fort, Einspruch Polizei, die Klosetträume und der Hof seien nicht ausreichend, was bazu führen könnte, daß die Bersammlungsteilnehmer ihre Notdurft zu erhebeit. auf der Straße berrichteten. Sollte diese Situation eintreten, so Borbesprechungen über die Höhe der Entschädigungssumme. fönnte die Polizei gegen die Täter im Interesse der öffentlichen Ordnung einschreiten; aber deswegen die Versammlung gänglich zu Bureau" erfährt, haben zwischen dem Staatssekretär des Aus London, 28. Februar.( W. T. B.) Wie das„ Reutersche verbieten, das sei unzulässig. Die polizeilichen Bestimmungen wärtigen Marquis of Lansdowne und dem russischen Botschafter für Räume, die für öffentliche Versammlungen bestimmt feien, Grafen Beudendorff Vorbesprechungen stattgefunden zur Festsetzung Stadtv. Cassel( A. 2.): Gewiß, wenn man Popularität sucht, schieben hier aus, weil es sich um eine geschlossene Gesellschaft der Höhe der Entschädigungssumane, welche die russische Regierung braucht man nur gegen jede Steuer zu stimmen. Ate Stadtverordneter handelte. hat man eine andere Aufgabe. Herr Singer macht Steuerreformwegen des Zwischenfalles in der Nordsee zahlen wird. Schwierig Die Zwillingsbrüder. Die Frau des Kaufmanns Wieje hatte feiten werden nicht befürchtet; man glaubt, daß der Gesamtbetrag Projekte, die Berlin völlig auspowern würden. Wir können Reformen schon seit längerer Zeit ihren Mann im Verdacht, daß dieser hinter sich auf 75 bis 100 000 Pfund Sterling belaufen werde. nur innerhalb unserer Stompetenz befchließen. Die Theaterbillett- ihrem Rüden gewisse Beziehungen zu jungen Damen unterhalte. Steuer bleibt in diesem Rahmen. Den Tarif werden wir prüfen, Ein eifriges Nachsuchen in den Taschen ihres Mannes hatte endlich Paris, 28. Februar.( W. T. B.) Deputiertenkammer. wenn er an uns kommt; bis dahin werden wir uns von phrasen- den Erfolg, daß sie ein kleines Billetdour fand, welches mit dem zu der Nachmittagssigung wird die Generaldebatte über den haften Reden nicht beirren laffen. Als die Mietssteuer in Wegfall Namen eines Fräulein P. unterzeichnet war. Tam und den Theatern damit ein großer Vorteil ertouchs, Bufall wollte es, daß sich die beiden Damen am nächsten Maßnahmen in den Kafernen. Augagneur konstatiert, daß der Ein unglücklicher Militäretat fortgefeßt. Mehrere Redner verlangen strenge hygienische hat man sich darüber nicht entrüftet. Führen wir die Billettsteuer Tage auf der Straße trafen. Da ein, so soll ja andererseits die Gebühr für die Feuerwachen in Fortwurden Weiber zu Gesundheitszustand im deutschen Heere besser ist, als im französischen. fall kommen. Die Ueberschreitung der 100 Broz. ist doch auch deshalb hänen. Ein paar gellende Schreie, ein paar durch die Luft faufende Um den legteren zu verbessern, müßten bei der Rekrutierung fall tommen. Die Ueberschreitung der 100 Proz. ist doch auch deshalb Schirme und die eifersüchtige Gattin des Herrn W. war mit ihrer die schwächlichen Leute ausgefchloffen, die Zubereitung und so bedenklich, weil sie sofort auf die Grund- und Gebäudefteuer Rebenbuhlerin in einem heftigen Stampfe begriffen. Hier soll nun Verteilung der Lebensmittel in den fernen streng überwacht, zurüdwirkt. Damit schließt die Debatte. ein Bekannter der Frau W. ihr zu Hülfe geeilt fein und so tat- die Regeln der Hygiene in den Kaserneat genau beobachtet und fräftig in die Brügelei eingegriffen haben, daß Fräulein B. bald lleberanstrengungen der Mannschaften vermieden werden. Der Graf In namentlicher Abstimmung wird die Ziffer II, 1 mit 58 mit blutenden Wunden am Boden lag. Die Folge war ein feines d'Alsace( Republikaner) weist auf die Erhöhung des Effektivbestandes gegen 38 Stimmen angenommen. Nachspiel vor dem Schöffengericht. Frau W. wurde zu 100 Mart des deutschen Heeres hin; er fagt, in den von Deutschland Auf Anregung des Stadtv. Dr. Preuß diskutiert die Ver- Geldstrafe verurteilt, der Mitangeflagte Wiesner indeffen frei annettierten Provinzen ständen drei Armeekorps, und zählt die fammlung nunmehr gemeinsam I, 5( Bauplassteuer) und II, 2 gesprochen. Frau W. beruhigte sich bei diesem Urteil, mit der Motivierung, Aufgaben auf, die der deutschen Infanterie, Kavallerie und ( Besteuerung der Grundstüde nach dem gemeinen Wert). fie habe es dem Fräulein P. für die 100 m. genügend„ besorgt". Gegen Artillerie nebst den Spezialtruppen gestellt seien. Auf seiten der Dazu liegt ein Antrag Wallach vor, die bebauten Grund- das freisprechende Urteil bezüglich des Wiesner legte die Staats- Franzosen seien dagegen die Effektivbestände beträchtlich geringer. stücke nach wie vor nach dem Nuzungswert zu besteuern. anwaltschaft Berufung ein, die vor der Straffammer zur Verhandlung Redner spricht mit Anerkennung von der Tüchtigkeit der französischen Das Referat des Stadtv. Haberland wird von den Zwischen- fam. Bor Gericht behauptete W. das Opfer einer Personen- Offiziere und bemerkt dann, ihn erfülle der Gedanke mit Sorge, rufen des Stadtv. Wallach wiederholt unterbrochen, obwohl die verwechselung zu sein. Als Entlastungszeuge war der eigene was im Falle einer Kriegserklärung aus den am weitesten vorDarlegung den Nachweis erbringen soll, daß eine Beeinträchtigung Bruder des Angeklagten geladen. Es bestand zum all geschobenen vier Divisionen in Nanch, Toul und Verdun werden würde. der Hausbefizer nicht eintreten, vielmehr der Hausbesig mit fleinen feitigen Erstaunen der Anwesenden eine geradezu verblüffende Die Effektivbestände feien bei den Deutschen immer vollzählig, Wohnungen entlastet wird. Aehnlichkeit zwischen den beiden Zwillingsbrüdern. Auch die Zeugen während im französischen Heere, wie die amtlichen Berichte zeigten, Stadtv. Singer: Die hier zur Entscheidung stehende Frage hat fonnten infolge dieses eigenartigen Spiels des Zufalls den richtigen die Effektivbestände herabgegangen seien. Es wäre sinnlos, einer vermöge ihrer Bedeutung schon vielfache Erörterung gefunden. Wir Attentäter nicht mehr herausfinden. Da von der Berteidigung nach Nation an Truppenzahl gleichkommen zu wollen, die 20 Millionen begreifen nicht, wie man einen anderen Modus der Besteuerung als gewiesen wurde, daß der jezige Angeklagte zur Zeit des Vorganges Einwohner mehr hat als Frankreich, aber für ausreichende Stärke den nach dem gemeinen Wert einführen kann, weil jede andere Form im Zirkus Busch beschäftigt war und obendrein der als Beuge ge- der Truppen zur Deckung der Grenze müsse gesorgt werden, denn lediglich dem wüsteſten Spekulantentum freie Bahn läßt. lleber ladene Zwillingsbruder sein Zeugnis verweigerte, so erkannte der da handele es sich um die Sicherheit des Landes. diese Frage follten jetzt endlich die Akten geschloffen Gerichtshof unter Bestätigung des ersten Urteils wiederum auf werden. Jezt soll nun aber zwischen bebauten und unbebauten tostenlose Freisprechung. Grundstücken differenziert werden. Mit dem Antrage Wallach privilegieren wir diejenigen, welche ein Haus besitzen und allein bewohnen tönnen, gegenüber denjenigen, welche zum Vermieten. genötigt sind. Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, jenen Herren nicht noch durch die Steuerpolitik besondere Vorteile zuzufvendent. Straßenhändler und Händlerinnen beschäftigte sich in den AndreasEine große öffentliche Protestversammlung der Berliner Diejenigen Grundstücke, welche von den Eigentümern selbst sälen mit der neuen Polizeiverordnung zur Regelung des Straßenbewohnt werden, erfahren tatsächlich eine diel niedrigere handels und ihren Widersprüchen. Der Referent, Rechtsanwalt meldet aus Niutschwang von heute: Die Eisenbahnbrücke zwischen London, 28. Februar.( W. T. B.) Das„ Reuterſche Bureau" Einschätzung, als ivenn der betreffende die Räume berDr. Cohn, führte aus, bei der Durchführung der neuen Verord- Tieling und Kaiyuan ist zerstört. Es heißt, daß starke, gut be Dafür, daß der einzelne fich den Lugus nung herrsche die größte Unklarheit bei den Schuhleuten. erlauben fann, einen Bart zu befizen, teine Mieter unter sich zu Bolizeireviere befänden sich in dem Glauben, die alte Verordnung Abteilungen, die fich bemühen sollten, der Einschließungsbewegung nung herrsche die größte Unklarheit bei den Schuhleuten. Viele waffnete Chunchufenbanden bereit seien, den Rückzug aller russischen haben u. dgl., kann man ihm doch nicht noch Erleichterungen in der betr. den Straßenhandel bestände noch zu Recht neben der neuen Surofis zu entgehen, zu beunruhigen. Grundsteuer gewähren. Das Beispiel von Frankfurt und Kassel Berordnung, auf diese Weise werde die Absicht der neuen Verordnung, fann für uns nicht maßgebend sein. Die uns zugestellten Gutachten gegen die Einschägung nach dem gemeinen Wert sind der Ausbund feste Bestimmungen zu schaffen, durchkreuzt, und die Duldung oder eines ganz beschränkten Bureaukratismus; man hat Angst vor der Beseitigung des Straßenhandels in das Belieben des Schumannes Warschau, 28. Februar.( W. T. B.) Das Bersonal der ZweigArbeit, welche diese Einschätzung macht. Wer unser Kommunalbeamten gestellt. Von den Diskussionsrednern wurden diese Behauptungen bahnen Groegty, Wilanowsky, Markowaty ist in den Ausstand geheer kennt, muß über die Behauptung lachen, daß die Einschätzung nach durch eigene Erlebniſſe beſtätigt. Ein Straßenhändler H. hatte sich treten. Der Chef der Polizei dementiert die Nachricht vom Ausdem gemeinen Wert nicht durchführbar sei. Unter dem Antrag Wallach eine Instruktion des Polizeipräsidenten an die Unterbeamten in stand der Polizeibeamten. sehen wir, eine tragische Erscheinung, auch Stollegen, die früher und dieser Sache verschafft und wies daraus nach, daß der Polizeipräsident Mostau, 28. Februar.( W. Z. B.) In Marjina Slobodka, noch im Ausschuß für die Heranziehung nach dem gemeinen Wert das rigorose Vorgehen der Schuhleute nicht billigt. Zur einstimmigen einer Borstadt von Moskau, ist eine Geheimniederlage von Revolvern, und gegen die Differenzierung waren.( hört! hört!) Berharren wir Annahme gelangte schließlich folgende Resolution:" Die heute ver- Bomben und Dynamit entdeckt worden. beim Ruzungswert, so würden wir eine Ausnahme gegenüber fämt sammelten Berliner Straßenhändler, Händlerinnen, Haufierer und fürsten Sergius soll seinerzeit aus Paris nach Moskau gekommen lichen Vororten Marktfahrer protestieren mit aller Entschiedenheit gegen die Polizei- und Techniker sein; sein Familienname ist unbefant. bilden. Bahlreiche andere Gemeinden mit analogen Verhältnissen wie Berlin find längst vom Nutzung ihres wichtigen Gewerbes geeignete Verordnung nicht ansehen können. beiter der Drudereien sind in den Ausstand getreten; letztere zum verordnung von 19. November 1904, die sie als eine zur Regel: ig Lodz, 28. Februar.( W. T. B.) Die Schlächter und die Arzum gemeinen Wert übergegangen. Auch die Schwierigkeit, die sich aus den unvermieteten Wohnungen ergeben würde, ließe fich Sie protestieren ferner gegen die ungleichmäßige und willfürliche brittenmal. Wohnungsvermieten ein Geschäft wie jedes andere.( Buftinumung.) 1904 durch die Organe der Berliner Polizei erfährt. Die VerLugansk, 28. Februar.( W. T. B.) Der Ausstand der 2000 leicht beseitigen, und übrigens ist doch heute im allgemeinen das Auslegung, welche die neue Polizeiverordnung vom 19. November Die Steuern müssen so eingerichtet werden, wie sie den Intereffen sammelten ſehen die Ursache dieser ungleichartigen Behandlung, die Bergarbeiter ist beendet; die Verwaltung bewilligte 22 der von den Die Steuern müssen so eingerichtet werden, wie sie den Interessen den Straßenhändler auf Gnade oder Ungnade der Polizei überant- Charatters unterbreitete die Verwaltung den Behörden zur EntArbeitern gestellten 26 Forderungen; 4 Forderungen allgemeinen der Gesamtheit am besten entsprechen.( Beifall bei den Sozial- wortet, in der mangelhaften Kenntnis der Straßenverordnung und scheidung. Batum, 28. Februar.( W. T. V.) Man erivartet den Wiedertritt einen hausagrarischen Standpunkt. Seit 1895 hat er biefe Grund- beamten; sie fordern deshalb den Herrn Polizeipräsidenten auf. für beginn bes Schulunterrichts. Es gehen sehr wenig Dampfer ab; die Stadtv. Wallach: Nicht mein Antrag, sondern Herr Singer ber der neuen Bolizeiverordnung auf Seiten der unteren Polizei. wertsteuer gewollt; stets hat sich bisher die Mehrheit und der genügende Instruktion der ihm untergeordneten Beamten Gorge su Reebereien sind nicht in Tätigkeit. Es wurde ferner beschlossen, in Fällen, wo Händler aus Magistrat ablehnend verhalten. Jetzt ist der letztere freilich tragen." gründlich umgefallen. Die Heranziehung der Blanpläge werden erlaubten Straßen fortgewiesen werden, hiergegen gerichtlich vorzu- Seminars veranstalteten aus Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen wir viel besser erreichen, wenn die Gesetzgebung geändert wird. gehen, um festzustellen, ob die neue Verordnung rechtsgültig ist. Verwaltung Unruhen, verwüsteten die Wohnung des Reftors, warfen mieten würde. demokraten.) Verfammlungen. Mesfimy( fozialistisch- radikal) erörtert die Folgen der zwei jährigen Militärdienstzeit und schlägt vor, die vierten Bataillone an der italienischen Grenze eingehen zu lassen, eine Maßregel, durch die man die Wiederaussöhnung Frankreichs mit Italien bokumentieren sollte. Die weitere Beratung wurde auf morgen vertagt. Bom oftafiatischen Kriegsschauplage. Die Bewegung in Rußland. Der Mörder des GroßMinst, 28. Februar.( W. T. V.) Die Zöglinge des Priester( Burufe: Wenn!) Nur 71 Gemeinden in ganz Breußen Deutscher Textilarbeiter- Berband. In der gemeinsamen Ber- alle Schriften und Dokumente ins Feuer. Der Unterricht hörte auf, haben die Grundsteuer nach dem gemeinen Wert einsammlung der hiesigen 5 Filialen hielt Genosse Flatom einen die Seminaristen berließen die Stadt. Berantw, Nebaft: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt- Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 3 Beilagenu.Unterhaltungsbl. Nr. 51. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. Am Bundesratstische: Graf Posadowsfh. " Mittwoch, 1. März 1905. daß eine Versammlung von Handwerkern gegen diese Feststellung führung des Programms abhängig machen von der finanziellen protestiert hat. Das habe ich nicht verstehen können. Man kann Frage, von der Frage, ob das nötige Geld vorhanden sei. Ja, doch nicht dagegen protestieren, daß zweimal zwei gleich vier ist. meine Herren, das hätte irgend ein Vertreter einer bürgerlichen Das kann unter Umständen für einen Beteiligten unangenehm sein. Partei auch sagen können.( Sehr richtig! rechts.) Der Präsident 151. Sigung vom Dienstag, den 28. Februar 1905, ber man fann dagegen nicht protestieren, ebensowenig wie man der Vereinigten Staaten von Amerika hat jüngst scharfe Worte gegen nachmittags 1 Uhr. auf den Barometer schimpfen fann, wenn er schlecht Wetter zeigt. bie Trusts geäußert. Es.fann allerdings einen Größenwahn in der Hier aber ist sogar auf den Barometer gefchimpft worden, weil er Afioziation geben, der keine Selbständigkeit neben sich mehr Die zweite Beratung des Etats für das Reichsamt des Innern gut Wetter für die Handwerksmeister angezeigt hat.( Sehr gut! links.) anerkennen will, der womöglich nicht mehr national bleiben wird fortgesetzt. Vielleicht habe ich das Unglück gehabt, einen ganz besonders gut will, sondern danach strebt, gewisse Zweige der Induſtrie in Mit zur Verhandlung stehen die gestern mitgeteilten sieben Re- gesinnten Tischlermeister zu treffen. Aber ich habe niemals behauptet, der ganzen Welt zu monopolisieren und zu kontrollieren. Wenn das folutionen der Sozialdemokraten, neun Resolutionen des Zentrums baß meine Untersuchung die Verhältnisse in allen Tischlereien er- geschieht, fann man allerdings den Gegnern recht geben; sollten sich und fünf Resolutionen der Freisinnigen Volkspartei. schöpft. Dazu wäre eine Enquete über die Reinerträge sämtlicher folche Zustände auch bei uns entwickeln, wie sie sich in Amerita Abg. Bault- Potsdam(.): Die große Zahl der Resolutionen, Tischlereien ganz Deutschlands notwendig gewesen, und die meisten zum Teil entwickelt haben, dann müßte der Staat die hier vorliegen, macht es unmöglich, fie im einzelnen zu behandeln. hätten ja einen solchen Einblic gar nicht gestattet. Man hat ein- einschreiten.( Sehr richtig! rechts.) Aber die Frage der Kar weil sich sonst die Debatte ins endlose ausdehnen würde. Die gewandt, es sei merkwürdig, daß ich einen einzelnen Tischlerei- telle ist eine sehr verwickelte. Sollten sich aus der Enquete irgendSozialpolitik ist gut, weil sie den Arbeiter hebt, aber sie darf nicht befizer gefragt hätte und nicht den preußischen Herrn Finanzminister welche Anhaltspunkte für das Einschreiten der Gesetzgebung ergeben, übertrieben werden, weil sonst die Belastung für den Mittelstand über die Ergebnisse der Einkommensteuer. Aber der hätte mir ge- so müßten Geseze geschaffen werden, nicht damit irgend etwas ges und das Handwerk zu groß und die Konkurrenz gegenüber antwortet: Ich bedauere, Ihnen feine Antwort geben zu fönnten, schieht, sondern damit der Zweck der Beseitigung dieser Auswüchse dem Auslande zu schwierig würde, zu schwierig würde, und weil der Arbeiter weil die Ergebnisse der Einkommensteuer unbedingt sekret find. der Kapitalassoziation sicher erreicht wird. in der freien Entfaltung feiner Kräfte sonst durch die Der Abg. Pauli hat die Frage nach der Abgrenzung Ueber die Frage der Sicherung der Bauforderungen Aussicht auf den Bezug einer Rente gehindert würde. zwischen Handwerk und Fabrik für sehr einfach liegt im preußischen Staatsministerium ein ausgearbeiteter GesetzDie Strafanstalten machen dem Handwerk und selbst der Groß- erklärt. Ich wäre ihm aufrichtig dankbar, wenn er mir eine brauchentwurf vor. Gegen den allgemeinen Befähigungsnachweis des Handindustrie eine Schleuderkonkurrenz. Ich gebe zu, daß die Gefangenen bare Fassung für die Novelle zur Gewerbe- Ordnung lieferte. Er er- werks hat sich die Mehrheit der Handwerker selbst ausgesprochen. beschäftigt werden müssen, aber man darf doch die Ware nicht unter sparte uns bedeutendes Kopfzerbrechen damit.( Heiterkeit.) Ich habe( Nein! nein! rechts, Sehr richtig! links, Buruf rechts: Das sind den Kosten des Materials verkaufen, wie es in Potsdam tatsächlich mit dem preußischen Handelsminister diese Frage sehr eingehend nur die Freifinnigen!) Sie erlauben, daß ich Ihnen nach einem geschehen ist. Wir Handwerfer und vir Leute aus dem erwogen. Er hat eine sehr dankenswerte Zusammenstellung gegeben, Bericht der Kölnischen Zeitung" vom 13, Februar d. J. mitteile, Mittelstande wiffen ganz genau, daß Industrie fein muß, aber gelöst kann diese Frage nur auf dem Wege der Gesezgebung daß sich jetzt bereits die Mehrheit der deutschen Handwerkerkammern, aber sie darf uns nicht ruinieren.( Sehr richtig! rechts.) bei der Novelle zur Gewerbe- Ordnung werden, die ja so wie so in insbesondere sämtliche füddeutschen Kammern, dahin ausgesprochen Abg. Erzberger hat gestern zugegeben, daß die Lehrlings- nicht allzu langer Zeit kommen wird. haben, daß der Befähigungsnachweis nicht nur aussichtslos, sondern züchterei im Handwerk nachgelassen hat. Die Handwerkskammern Der Abg. Erzberger hat eine häufigere Revision der Gast- geradezu schädlich für das Handwerk sei.( Hört! hört! links.) haben eingesehen, daß die Frage nicht generell geregelt werden könne. wirtschaften und Bäckereien durch die Gewerbe- Inspektoren gewünscht. Ich bitte Sie aber, betrachten Sie die Frage als In der Tischlerei 8. B. liefern nur die kleinen Städte den nötigen Ich glaube, daß die Ueberwachung derjenigen Betriebe, für die nach eine rein akademische. Die verbündeten RegieNachwuchs, weil die Meister in ihnen keine anderen Hülfskräfte§ 120 e der Bundesrat besondere Bestimmungen erlassen hat, doch rungen sind ausnahmslos der Ansicht, daß gar halten fönnen als Lehrlinge, während in den großen Städten viel vorwiegend der Polizei überlassen bleiben muß. nicht daran zu denken sei, einen Befähigungsnachweis zu wenig Lehrlinge gehalten werden. Ich gebe dem Kollegen Die Stellung der Reichsregierung zu den Konsumbereinen für das Handwerk im allgemeinen einzuführen. Erzberger darin nicht recht, daß die Sonntagsruhe häufig hat mein Amtsvorgänger bereits in einem Erlaffe vom 20. Oftober 1890( Bravo! links.) Da die verbündeten Regierungen genau dieselbe durchbrochen wird. wird. Wenigstens in Berlin und Umgebung festgelegt. Der Grundgedanke ist unbedingte Neutralität. Bedeutung für die Reichsgesetzgebung haben, wie dieses hohe Haus, wird nur in den dringendsten Fällen die Erlaubnis die Erlaubnis zur Ich glaube, daß die Reichsregierung an dieser Stellung fest- so wird eine Einigung über diese Frage nicht möglich sein. Man Sonntagsarbeit erteilt. Die Einnahmen aus dem Handwerk find halten wird. sollte diese Frage daher einfach zu den Akten legen.( Hört! hört! doch wohl geringer, als der Herr Staatssekretär im Dezember hier Ueber die Statistik nach der Zahl der Wandergewerbescheine hat und lebhaftes Bravo! links.) Aber der Befähigungsnachweis für im Hause vorgerechnet hat. Ein Meister hier in der Oranienstraße schon der Abg. Bärwinkel zutreffende Worte gesagt. Glauben Sie die Bauhandwerker ist eine andere Sache. Die kommende hat der Steuerbehörde gegenüber nachweisen fönnen, daß er für das mir, daß durch weitergehende Anforderungen an die Statistik eine Novelle zur Gewerbe- Ordnung wird hierüber Bestimmungen entganze Jahr nur ein Einkommen von 4 Mark gehabt hat!( hört! Gefahr für das Funktionieren unseres Beamtenappamats heraufhalten; in welcher Form, fann ich heute noch nicht mitteilen. hört! rechts.) Die Warenhäuser von Offizieren und Beamten tun beschworen wird. Die Beamten sollen doch aus ihren Stuben heraus- Schließlich noch ein paar Worte über den Automobil. dem Mittelstand schweren Schaden, besonders weil dort auch andere fommen, Menschen und Verhältnisse kennen lernen. Aber wenn sie in vertehr. Bis jetzt ist eine Regelung noch nicht erfolgt. Es ist Personen taufen, wenn auch nur durch Mittelspersonen. Hier muß dieser Weise mit Statistik belastet werden, wie das in den letzten jedoch eine Bundesrats- Verordnung beabsichtigt, welche den Verkehr unbedingt Einhalt getan werden. Ich gebe aber zu, daß das Reich Jahren geschehen ist, so müssen wir entweder ihre Zahl sehr erheblich der Automobile und auch den der Fahrräder regeln wird. Diese hier gar nicht zuständig ist. Wir verzichten auch nicht vergrößern oder die Beamten müssen eben den ganzen Tag in der Verordnung wird in nicht langer Zeit erfolgen. Eine ganz andere auf den allgemeinen Befähigungsnachweis, find aber dafür, Amtsstube mit statistischen Arbeiten verbringen und werden der Frage ist die der Haftpflicht der Automobilbefizer. Sie liegt auf daß erst einmal beim Baugewerbe der Anfang gemacht werde. wichtigsten praktischen Berwaltungsarbeit entzogen.( Sehr richtig!) privatrechtlichem Gebiete. Innerhalb der Reichsregierung werden - Eine scharfe Abgrenzung der Begriffe Fabrit" und Wir bieten schon ein enormes statistisches Material, aber ich warne Erwägungen gepflogen, ob man cine solche Haftpflicht für den Handwerk" ist, wie schon der Abg. Erzberger nachgewiesen hat, Sie, den Bogen weiter zu spannen.( Sebr richtig!) einzelnen Automobilinhaber aussprechen solle, oder ob man für alle dringend notwendig. Heute werden eine größere Zahl von In Bezug auf die Lehrlingszüchterei laffen ja die Be- Automobilbefizer eine Zwangsgenossenschaft schaffen soll, welche Handwerksbetrieben von den Handwerkskammern als Fabriken an- stimmungen unserer Gewerbe- Ordmung nur zu, daß in den Einzel- dann alle Haftansprüche zu befriedigen hätte. In der nächsten Zeit gefeben und unterliegen demnach einer Doppelbesteuerung durch die staaten darüber Verordnungen erlassen werden. Ich kann keine Aus- wird unter Zuziehung der Automobilvereine eine Regelung dieser Handwerker und durch die Handelskammern. Einige besondere funft darüber geben, was für Verordnungen in den einzelnen Frage eintreten. Wünsche des Handwerkertages will ich noch berühren. Zunächst die Staaten nun tatsächlich erfolgt sind. Auch der Buchdruckerverband Abg. Raab( Antis.): Wir hoffen, daß die Regierung den BergBitte um Schuß des Gesellentitels, der heut unberechtigt von jedem hat eine Eingabe in dieser Richtung gemacht. Dies ist jetzt Gegen- herren im Ruhrrevier die Schärfe des Gefezes Arbeiter geführt wird. stand unserer Erwägungen. zeigen wird. Die Warenhäufer sind nicht bloße Kapitals Dann um die Zurechnung der Schuhmacherei zum Handwerk. Ich In betreff der Sonntagsruhe fann ich sagen, daß im assoziationen wie andere auch; sie verdanken ihre Erfolge Gründen, halte das durchaus für möglich, obwohl Minister Möller es jüngst Reichsamt des Innern darüber Borarbeiten gemacht werden und das die mehr auf dem Gebiete der Gewerbemoral als auf dem der im Landtage bestritten hat. Von den Resolutionen bitte ich vor Resultat derselben im Laufe der nächsten Tagung des Reichstages Nationalökonomie liegen. Redner wünscht, daß die Gärtner allem um Ablehnung der sozialdemokratischen, die Ihnen vorgelegt werden wird. möglichst bald der Gewerbe- Ordnung unterstellt werden und daß die die Unternehmer mit Strafe bedroht, wenn sie sich verabreden oder In betreff der Heimarbeit der 8igarrenarbeiter liegt Portiers und Fahrstuhlführer der Wohltaten der Sozialreform teilvereinigen, um den Arbeitern wegen Ausübung des Koalitionsrechts eine Petition dem preußischen Staatsministerium vor und wird haftig werden. Dringender Berücksichtigung bedarf die Petition der das Fortkommen zu erschweren. Das scheint mir ein schwerer Ein- Gegenstand der Erörterungen desselben sein und zur Instruktion der Binnenschiffer um Sonntagsruhe; es find Arbeitgeber, von denen die griff in die Koalitionsfreiheit des Unternehmertums. Die Unter- preußischen Stimmen im Bundesrate dienen. Betition ausgeht; sie sehen ein, daß sie fein geeignetes Personal mehr nehmer sind erst durch die Arbeiterorganisationen gezwungen worden, In betreff der Straßenbahn- Angestellten habe ich mit bekommen werden, wenn in ihrem Gewerbe nicht gesetzliche Ruhepausen gegen diefe Front zu machen. Ich bitte die Herren vom Bundesrat, dem preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten gesprochen. Er geschaffen werden. Die Handlungsgehülfen find dankbar für die bei der Ausarbeitung der künftigen Gesetze auf Handwerk und hat mir zugefagt, eine Erhebung über ihre Arbeitszeit selbst vor Errichtung der Kaufmannsgerichte, wünschen aber energischere und Mittelstand Rücksicht zu nehmen und nicht zu vergessen, daß es einen nehmen zu lassen und mir darüber seinerzeit Mitteilung zu machen. allgemeinere Durchführung des Gefeyes; eine Handwerkertag gibt.( Bravo! rechts.) Die ständige Ausstellung der Unfallverhütung in Anzahl großer Kommunen sträuben sich gegen die Errichtung dieser Abg. Eidhoff( frf. p.): Mein Freund Mugdan wird auf die Charlottenburg war so gedacht, daß jeder Unternehmer in ihr feine Gerichte und hinter diesem Sträuben verbirgt sich wohl die Aballgemeine Sozialpolitik eingehen, ich beschränke mich darauf, die Fabrikate fostenlos ausstellt und daß das Reich die elektrische Kraft neigung einflußreicher Kaufmannstreise gegen Resolution betr. Zulassung der Oberrealschul- Abiturienten zum usw. dazu liefert. Eine Anschaffung von Apparaten feitens des das ganze Gefez. Handlungsgehülfen find ent medizinischen Studium zu begründen, die ich zusammen mit Herrn Reiches würde nur dazu dienen, uns ein ungeheures Musterlager von lassen worden, weil sie auf die Durchführung Dr. Beumer eingebracht habe. Die Frage ist teine politische, und altem Eisen zu verschaffen.( Seiterkeit.) Wenn daran der fernere gefeglicher Bestimmungen brangen( hört! hört! bei die Resolution ist auch von zahlreichen Mitgliedern anderer Parteien Wunsch geknüpft wurde, in die Ausstellung auch die Modelle ganzer den Antisemiten, im Zentrum und bei den Sozialdemokraten) oder unterzeichnet worden. Das Monopol der humanistischen Gymnasien, hygienischer Musterbetriebe aufzunehmen, so würde dies allerdings weil sie sich weigerten, aus ihrer Organisation aus. das seit Jahrhunderten schwer auf dem deutschen Schulwesen lastet, nur möglich sein, wenn das Reich solche Modelle ankauft. Ich bin autreten.( Sört! hört!) Redner fordert Ausdehnung der muß in ganz Deutschland beseitigt werden. Es liegt kein Grund gern bereit, mich über diese Frage mit den verbündeten Regierungen Sonntagsruhe, Regelung der Kontorarbeit, Bersicherung der Privat vor, den Oberrealschul- Abiturienten den Zutritt zum medizinischen in Verbindung zu setzen. beamten, und geht auf die Frage der sogenannten Schmiergelder" Studium zu versperren, zumal man doch schon den Abiturienten Es ist ferner gestern auch gesprochen worden über die Unfall ein. Nicht die Bestochenen, sondern die Bestecher müssen der Realgymnafien die Zulassung gewährt hat. Wenn das huma- verhütung in landwirtschaftlichen Betrieben. Die in erster Linie getroffen werden; fommt man zu einer gefeßlichen nistische Gymnasium für das Studium der Theologie und der klaffischen Untersuchung darüber wird vom Reichs- Versicherungsamt mit größter Regelung, so fonnte vielleicht der preußische Gesezentwurf betr. den Philologie die geeignete Grundlage abgibt, so ist die Ober- Sorgfalt betrieben. Auf einer Tagung der landwirtschaftlichen Kontrattbruch ländlicher Arbeiter als Muster dienen, der die Verleiter Realschule zur Borbildung für das ärztliche Studium besonders Versicherungsanstalten in Straßburg hat man sich über bestimmte schärfer trifft als die Verleiteten. Redner befürwortet die Besserung geeignet. Gewiß find Kenntnisse des Lateins notwendig für die Punkte geeinigt. Von einer Anzahl Berufsgenossenschaften find schon der Lage der Seeleute und bemängelt die BemäntelungsMediziner, aber es ist gleichgültig, wie sich der Kandidat diese Erlasse über Unfallverhütung erfolgt, und von den übrigen wird versuche der See- Berufsgenossenschaft. Die Angriffe auf die See Kenntnisse erwirbt. Der Einwand, daß der Zudrang zum medizinischen dies wahrscheinlich noch im Laufe dieses Jahres geschehen, so daß die Berufsgenossenschaft im Reichstage haben das gute gehabt, daß sie Studium durch die Bulaffung der Realschulabiturienten bergrößert ganze Frage dann geregelt sein wird. jezt ihre Aufgaben etwas ernster auffaßt. Aber noch heute werden wird, ist hinfällig; die Zahl der Studierenden ist feineswege Abg. Eickhoff hat den Wunsch ausgesprochen, daß auch den werben noch nicht 10 Pro3. aller Schiffe jährlich dadurch gestiegen, daß die Realgymnafiasten zugelassen wurden. Wir berrealschul- Abiturienten die Befähigung für das besichtigt.( hört! hört 1) Die Labelinie scheint noch feineswegs bitten den Reichskanzler, unserer Resolution Folge zu geben. Sie ärztliche Studium zugesprochen werde. Ich persönlich bin allerdings überall vorhanden zu sein, wie die Verhandlung über den Untergang betwegt sich ganz in der Richtung des Kaiserlichen Erlasses bom der Ansicht, daß, nachdem das juristische Studium für fie freigegeben bes Schiffes Lutetia" zu beweisen scheint. Der große Dampfer 26. Rovember 1900, durch den die Abiturienten der Realgymnasien ist, es sich auf die Dauer auch nicht wird halten lassen, ihnen das Magdeburg" hat keine Ventilationsvorrichtungen; im Kesselraum zugelassen wurden. Mit jenem Erlaß hat eine neue Periode in der medizinische zu verschließen. Wie die Herren wissen, steht man in herrschen 45 Grad Celsius.( hört! hört!) Es ist somit nicht zu Entwidelung unseres Schulwesens eingesetzt zum Segen unserer Preußen dieser Forderung günstig gegenüber. Wie die Sache aber verwundern, daß so viele Heizer und Trimmer durch Selbstmord Nation.( Beifall bei den Freifinnigen.) im Bundesrate steht, kann ich zurzeit noch nicht fagen. enden. Zu tadeln ist auch das rasende Fahrtempo. Die RechtAbg. Dr. Bärwinkel( natl.): Auch meine politischen Freunde Ich habe mich hier im Reichstag einmal über die Assoziation fprechung der Seeämter erregt in weiten Kreisen Bedenken; werden für die soeben vom Abg. Eickhoff begründete Resolution des Kapitals ausgesprochen und es hat sich daran in ber namentlich die stereotype Phrase: Schiffsleitung ftimmen. Was Abg. Erzberger gegen den Haufierhandel gefagt Breffe eine lange Erörterung gefnüpft, leider nur auf Grundlage trifft eine Schuld ruft vielfach Stopfschütteln herbor. hat, mag für manche Gegenden des platten Landes zutreffen. Aber der Zeitungsberichte, nicht auf der des stenographischen Berichtes Der Staatssekretär riet ben Handwerkern, fich nicht über die wir dürfen auch nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.( Sehr meiner Rede. Darüber kann doch kein Mensch zweifelhaft fein, daß sozialpolitische Belastung zu beklagen. Die notwendigen Lasten ber richtig! links.) Biele tüchtige Eriſtenzen, manche fleine Weber zum in der heutigen Zeit, wo so gewaltige Stulturaufgaben gelöst werden Sozialreform tragen die Handwerker herzlich gern. Aber zur Kritik Beispiel tönnen ihre Fabrikate gar nicht anders abseßen. Das müssen, eine Affogtation des Rapitals bringend der unbegreiflich hohen Verwaltungskosten halten wir uns fülr beZentrum hat wieder eine Reihe von Statistiken beantragt. Ich bitte notwendig ist. Viele große Aufgaben, z. B. die Alpen- Eisenbahn- rechtigt. Von der Umlage einer Berufsgenossenschaft in meinem Sie, wirklich nur die dringend notwendigsten zu beschließen. Dazu Fahrstraßen, große Fabritbetriebe, eine Unzahl großer Handels- Wahlkreise sollte nur 14 zu Entschädigungen verwendet und alles gehört die über die Erteilung, von Wandergewerbescheinen nicht. institute wären ohne fie undenkbar. Wenn sie also die Uebrige in den Betriebsfonds getan werden. Da kann man sich Durch solche Statistiken töten Sie die Arbeitsfreudigkeit der sowieso Assoziationen absolut bekämpfen, so find nur zwei Wege dann über Beschwerden aus dem Handwerkerstande nicht wundern; schon überlasteten Berwaltungsbehörden. Die vom Abg. Bebel geforderte möglich: entweder eine ganze Maffe großer Kulturaufgaben sinnlos Geld hinauszupulvern, haben es die Handwerker nicht did rechtliche Besserstellung der Agenten halten wir gleichfalls für notwendig. tönnen nicht mehr gelöst werden, und darin würde doch jeder einen genug. Die notwendigen Lasten aber werden wir gern und freudig Ebenso werden wir wieder dem Antrage auf Regelung des gesamten Stulturrüdschritt sehen, oder man würde alle diese Leistungen dem tragen.( Beifall rechts.) Automobilverkehrs zustimmen. Wir möchten gern von der Reichs- Staate zumuten müssen, und dann käme man zu dem Kollektivismus, Abg. Dr. Pachnide( fef. Bg.): Abg. Pauli beklagte sich über die regierung Auskunft darüber, welche Schritte sie bisher schon in dieser der hier von der äußersten Linken gewünscht wird. Sie wissen, daß Offiziers- und Beamtenvereine. Ich bedauere, daß er seinen Einfluß Richtung getan hat. Auf die anderen Resolutionen werden Partei weite Kreise des Bürgertums entgegen der Absicht des preußischen nicht aufwandte, seine Fraktion zur Annahme der feinerzeit einfreunde von mir noch näher eingehen.( Bravo! bei den National Staates jetzt schon die Verstaatlichung des gesamten gebrachten Refolution gegen diese Bereine zu bestimmen. Der Abg. liberalen.) Bergbaues wünschen und daß neulich in einer fonfer- Bauli interessierte sich auch für den Schutz des Gefellentitels. Bom Titel Staatssekretär Graf Posadowsky: vativen Bersammlung die Einführung eines Schleppmonopols für ist noch niemand satt geworden. Die Lehrlingsausbeutung foll zurüdUeber das Verhältnis von fozialpolitischer Benicht genügend erachtet wurde, sondern verlangt wurde, daß die gegangen sein. Aber ich würde doch darüber eine Statistit fordern, lastung zum Reinertrag bei den Handwerksmeistern gesamte Schiffahrt verstaatlicht werbe. Manche wenn wir nicht schon gehört hätten, daß wir das nicht sollen. war die Behauptung aufgestellt worden, daß ein Unternehmer mit Streife bekämpfen sogar die Aktiengesellschaft schlechthin. Ich bin( Heiterkeit.) Ich habe den Eindruck, daß die Innungen auf diesem 18 Gesellen und drei Lehrlingen kaum 4000 Mart jährlich verdiene. durchaus nicht, wie es in der Presse geheißen hat, ein Verteidiger Gebiet viel zu schonend gegen die Mißstände vorgehen.( Sehr Ich hatte mich damals bereit erflärt, eine nähere Prüfung der Warenhäuser, aber darf man nicht gegen die Kapital- wahr! lints.) Ich habe mich gefreut, daß die Regierung mit dieser Angabe eintreten zu lassen. In dankenswerter Weise assoziation im allgemeinen vorgehen. Sonst fommen solcher Bestimmtheit den Befähigungsnachweis abgelehnt hat. hat mir nun ein Berliner Tischlereibefizer seine Bücher wir entweder zur Individualwirtschaft zurück oder wir nähern uns Es ist zu hoffen, daß die Handwerter nun alleſamt erreichbaren zur Verfügung gestellt, und der Mathematiker des Reichs- dem Kollektivismus. Als de mustralische Kollektivist Mr. Watson an 8teen zustreben werden. Von der Befugnis zur Bildung von Bersicherungsamtes hat bis auf den Pfennig das Verhältnis der die Spitze des australischen Staatenbundes berufen wurde und man wangsinnungen hat ja auch nur eine Minderheit der Handwerker Bersicherungsbeiträge zum Reingewinn berechnet. Daß der Mathe- nun er ihm berlangte, sollte sein follettivistisches Gebrauch gemacht. Aber man darf den Befähigungsnachiveis a ch erklärte wird auch der Abg. Programm durchführen, da matiter sich getäuscht haben sollte, man müsse in nicht für einzelne Gewerbe anerkennen, wenn man ihn allgemein Dr. Bauli( Heiterfeit.) nicht behaupten. Diese Ziffern und diese der ganzen Frage febr borfichtig vorgehen, fte bont ablehnt. Entweder überall Prüfungszwang oder nirgends! Auch im Berechnung ist unbedingt sicher und zuverlässig Ich habe gehört, tommerziellen Standpunkte aus behandeln und die Durch Baugewerbe wird ein wirksamer Bauarbeiterschut bor er, 27 feit erhalten will. Schon längst fehlt es nicht mehr dem ganzen zichten. biel mehr zur Vermeidung der Unfälle tun, als der Befähigungs- 1 aus der Vertrauensmänner- Beratung im Seniorentonvent bringt nicht maßgebend, da die Kosatentavallerte nicht das set, was man m nachweis.( Sehr richtig! links.) Die Abgrenzung der Begriffe es nicht an die Deffentlichkeit. Ich will alles mögliche getan Europa unter Kavallerie verstehe; übrigens habe in der Mandschurei " Handwerk" und" Fabrik" halten auch wir für notwendig.-Herr haben, um die notwendigen Arbeiten des Reichstages zu fördern. eine bodenlose Verzettelung der russischen Kavallerie stattgefunden; Erzberger hat wieder gegen den Kolportagehandel angekämpft. Jch( Bravo! in der Mitte.) die Japaner hätten offenbar zu wenig Kavallerie, daher habe ihre glaube, er dächte milder, wenn es sich dabei um den Vertrieb Abg. Gröber( 3., zur Geschäftsordnung): Die vielen Resolutionen, Aufklärung Mängel gezeigt und daraus seien die langen Ver von Traktätchen handelt.( Sehr gut! links.) Nun zum die wir jetzt beraten, find in Wahrheit nichts anderes, als zögerungen in den Operationen erklärlich. Mit starken KavallerieAbg. Wurm. Demi düsteren Untergrunde müssen doch etwas hellere Initiativanträge. Das rechtfertigt es, wenn wir bis zur Be- massen hätten die Japaner vielleicht schon die russischen Zufuhrlinien Farben aufgesetzt werden, wenn man ein richtiges Bild der Wirklich- endigung der Debatte über diesen Titel auf Schwerinstage ver- zerstören können. Ohne unsere starke Kavallerie wäre auch 1870 ein Sedan nicht Unternehmertum an sozialpolitischen Verständnis. Vor allem aber Abg. Dr. Müller- Sagan( zur Geschäftsordnung): Dadurch würden denkbar gewesen. Dabei hätte aber 1870 die deutsche Kavallerie feineshabe ich bedauert, daß Abg. Wurm durch die Behauptung, der die Parteien bestraft werden, die ihre Initiativanträge nicht in die wegs auf der Höhe gestanden. Seit 1870 feien große Aenderungen Industriearbeiter verelende, den Agrariern neue Waffen geliefert hat. Form von Resolutionen gekleidet haben. Auch nach meinem Vor- im Kriegswesen vor sich gegangen. In erster Linie ständen die UmDie Todesursachen der Statistik der letzten 25 Jahre beweisen im schlage würde morgen über soziale Fragen verhandelt werden, wenn wälzungen in der Waffentechnik; dadurch sei die ganze alte Technik Gegenteil einen Rückgang der Sterblichkeit von Jahrfünft zu auch in der Form von Initiativanträgen. Das entspricht dem Interesse über den Haufen geworfen. Aus der allgemeinen Wehrpflicht seien Jahrfünft. Den Behauptungen des Abg. Wurm muß ich der Parteien, die noch nicht etwa mit dem Toleranzantrage ihr die Massenheere mit ihren vielen Neuformationen geworden. Auch den Satz entgegenhalten, auf den ich den größten Wert lege: Schäfchen ins Trockene gebracht haben.( Widerspruch und Unruhe die Wandelungen im Verkehrswesen hätten alle Bedingungen der Die nationale Wehrkraft leidet unter der industriellen Entwickelung im Zentrum.) Für diese sozialpolitische Debatte gilt ja auch das operativen Bewegungen ganz geändert. Napoleon habe das System nicht. Zum Beweise beziehe ich mich auf die Statistik des deutschen Wort: der Magazine verlassen, jegt müsse man wieder dazu zurückkehren Landwirtschaftsrats sowie auf die zweite Auflage von ihres ParteiEs regnet, was es regnen will, wegen der Massen; daher würden die rückwärtigen Verbindungen gründers Friedrich Engels Werk„ Die Lage der arbeitenden Klassen empfindlicher. Der frontale Angriff könne keine Entscheidung mehr in England", wo es ausdrücklich heißt, diese Verelendung der bringen. Man müsse Umfassungen versuchen, die aber seien von den Industriearbeiter sei heute, Ende der 90er Jahre, vorbei. Die Jdee rückwärtigen Verbindungen abhängig. der Sozialreform umfaßt heute nicht nur die Parlamente, die unter dem Drucke des allgemeinen Wahlrechts stehen, sondern sie zwingt selbst widerstrebende Stadtverwaltungen langsam, aber doch merklich in ihren Bann. Unter den sozialen Reformen, die wir in erster Linie fordern, steht der Ausbau des Koalitionsrechts. = Und regnet seinen Lauf, Und erst wenn's ausgeregnet hat, Dann hört es wieder auf. ( Große Heiterfeit.) Abg. v. Standy( f.): Der Präsident hat uns vor einiger Zeit selbst versprochen, die Schwerinstage möglichst gleichmäßig zu verteilen. Deshalb wünschen auch wir, wenn nicht morgen, so doch noch in dieser Woche Abhaltung eines Schwerinstages. Präsident Graf Ballestrem: Der Abg. v. Staudy hat meine Aeußerung ganz richtig wiedergegeben, aber zunächst ist es meine Aufgabe, die notwendigen Arbeiten des Reichstages zu fördern. Abg. Dr. Müller- Sagan zieht seinen Antrag für morgen zurück, stellt aber für den Schluß der Freitagssigung den Antrag auf Abhaltung eines Schwerinstages für Sonnabend in Aussicht. Abg. v. Stauby( f.) behält sich für seine Partei vor, am Freitag den gleichen Antrag zu stellen. Für morgen bleibt's also bei der vom Präsidenten vorgeschlagenen Tagesordnung: Fortsegung der Debatte über das Reichsamt des Innern. Schluß 54 Uhr. Militär- Etat. Die Döberiger Prachtstraße. 3 Infanterie und Artillerie seien diesen Veränderungen schon gefolgt und feien wirkliche Voltsheere geworden; wir könnten sie immer wieder komplettieren. Die Kavallerie sei ihrem Wesen nach eine ständige Truppe und habe deshalb diese Entwickelung nicht mitmachen können; die Zahl der Eskadrons seit 1870 habe sich nur von 460 auf 482 erhöht. Jetzt sei diese Zahl nicht mehr ausreichend. Manche Reformen in der Kavallerie seien schon durchgeführt worden, sie sei besser ausgerüstet und besser formiert. Die italienische Eisenbahnerbewegung. " 1 Der jezige Rechtszustand ist jedenfalls unhaltbar. Die Paragraphen der Gesetze über die Rechtsfähigkeit von Vereinen wider sprechen sich zum Teil. Der Gipfel der Wunderlichkeit ist es, daß Es sei zuzugeben, daß eine Verwendung der Kavallerie in ein nicht- rechtsfähiger Verein wohl verklagt werden kann, aber einem fünftigen Striege sehr erschwert scheine; Attacken auf intakte nicht seinerseits die Anklage erheben kann.( Hört! Infanterie seien geradezu unmöglich bei der heutigen Bewaffnung. hört! links.) Ein Vergleich mit England ist ungemein lehrreich: Auch die Aufklärungsarbeit sei viel schwieriger geworden Dort werden die Trades- Unions auf jede Weise gefördert, bei in der Zeit des rauchlosen Pulvers; auch das Zahlenuns gilt es schon als etwas ungeheuerliches, wenn ein junger Geheimrat verhältnis sei ungünstiger für die Kavallerie geworden: aber trotzeinmal auf einem Gewerkschaftskongreß erscheint. Diese Engherzigdem sei die Bedeutung der Kavallerie gegen früher gestiegen. teit sollte man beseitigen. Der nichtsozialdemokratische ArbeiterDer russisch- japanische Krieg sei mit einem europäischen gar nicht fongreß in Frankfurt hat mit besonderer Energie die Forderung der vergleichbar: in Europa fönne es nur nach Tagen zählen, bis die Sicherheit des Koalitionsrechts erhoben. Das hätte der Regierung einen ersten Entscheidungen fielen. Dazu sei es notwendig, sofort Aufneuen Anstoß geben sollen, ebenso der Kohlenarbeiterstreit. Ich hoffe, flärung zum Beginn der Operationen zu schaffen; das könne mir daß dem Reichstage bald ein Gefeßentwurf nach dieser Richtung hin die Kavallerie. Auch die Bedeutung der Kavallerie für Ent vorgelegt werden wird. Graf Posadowsky hat von dem Größenscheidungen werde werde jetzt vielfach Gerade die jezt vielfach unterschätzt. wahn der Assoziationen gesprochen. Aber dieser Wahn ist vielfach Minderwertigkeit der heutigen Heere, die furchtbaren Wirkungen bereits Wirklichkeit geworden.( Sehr richtig! bei den Sozialam Dienstag zunächst über die Forderung für den Grundertverb zu fcheidungen völlig erschüttert würden: in solchen Momenten sei In der Budgettommission des Reichstages wurde der modernen Waffen würden dazu führen, daß die Armeen bei Entdemokraten.) Die Syndikate machen den freiesten Ge- einem Gebäude für das Reichs- Militärgericht verhandelt. Das Ge- die Kavallerie unschätzbar, sie könne einen Feldzug entscheiden. brauch von ihrem Koalitionsrecht. Das Wohl bäude soll an die„ Prachtstraße" nach Döberitz kommen der und Wehe von Tausenden liegt. in den Händen von wenigen. Es komme dabei wesentlich auch auf Zusammenfassung der Ueber die Frage der Arbeiterkammern muß noch eine weitere wurde gegen diese Forderung lebhafter Einspruch erhoben. Abg. den Manövern werde man deshalb unter allen Umständen und trotz Quadratmeter fostet nur 189 Mark! Von verschiedenen Seiten Kavallerie in größere Verbände an; an den Kavallerie- Attaden in Klärung eintreten. Diese Frucht scheint mir noch nicht völlig reif zu Dr. Südekum wies darauf hin, daß die Militärverwaltung noch aller Kritik festhalten. Neben den großen Massen müsse auch der sein. Deshalb halte ich es für richtiger, zuerst die Sicherheit des Terrains genug zur Verfügung habe; es liege keinerlei Verpflichtung Korps- und Divisionstavallerie alle Aufmerksamkeit zugewandt Koalitionsrechtes durchzuführen. Von der Zentrumsresolution betreffs Regelung der Arbeitszeit können wir dem ersten Abschnitt prachtvoller Ausgestaltung der Heerstraße nach Döberiz Rechnung zu ausgerüstet werden. vor, privaten Wünschen irgend einer Stelle nach werden. Jeder Heeresteil müsse mit der notwendigen Kavallerie nicht zustimmen, weil wir eine generelle Ordnung auch für männliche erwachsene Arbeiter nicht für möglich halten, wohl tragen. Ein Terrain an der Königgrägerstraße sei ja frei und männliche erwachsene Arbeiter nicht für möglich halten, wohl werde für angeblich 1000 Mark pro Jahr an einen Gast wurden die Verhandlungen auf Mittwoch vertagt. Nach einer Reihe von geheimen" Mitteilungen des Ministers aber stimmen wir für Absatz 2 und 3, weil wir glauben, daß sich wirt zu einer Musithalle verpachtet; man solle doch die zehnstündige Marimal Arbeitszeit für Frauen sehr erst die vorhandenen Baupläge ausnüßen. Abg. Müller- Sagan verwohl durchführen läßt, ohne daß Saison Gewerbe, die wit langte ſofortige Auskunft über die Verpachtung des Plates an der Spinnereien, darunter sehr leiden. Im übrigen muß die Regelung für Königgrägerstraße. Für das Reichs- Militärgericht müsse zwar ein neues jedes Gewerbe einzeln durch Gebäude unbedingt geschaffen werden, aber man könne dazu billigeres Rom, den 25. Februar.( Eig. Ber.) geführt werden. Betreffs der Arbeitslosenversicherung wünschen Gelände finden. Abg. Graf Oriola sprach gleichfalls Bedenken gegen Die Kommission der Eisenbahner hat heute nachmittag wir eine Beschleunigung der Erhebungen. Im ganzen wäre eine die Forderung aus. Der Kriegsminister sagte, daß der Wirt in der nach etwa 16stündiger Beratung, beschlossen, auf allen italie größere Einheitlichkeit unseres gesamten Versicherungs- Königgrägerstraße ungefähr 5000 m. pro Jahr für den Platz zahlen nischen Bahnen die Obstruktion" anwenden zu lassen wesens dringend notwendig, einschließlich der Witwen- und Waisen müsse; er wolle um Aufklärung telephonieren; außerdem habe der d. h. durch skrupelhafte und wortgetreue Befolgung des Re versorgung. Es ist ein Unfinn, daß es in Deutschland 20 000 ver- Wirt seine Halle nur auf halbjährliche Kündigung errichten dürfen. glements den Verkehr zu hemmen, um so den Bahnverkehr zu schiedene Krankenkassen gibt, darunter ganz lebensunfähige Zwerg- Abg. Dr. Paasche trat lebhaft für die Forderung ein, denn das verzögern und teilweise aufzuheben. Der Beschluß wurde sovereine von weniger als 100 Mitgliedern. Vielleicht ließe sich schon oberste Militärgericht müsse eine anständige Lage" haben und die jetzt eine Vereinheitlichung der Kranken- und Invalidenversicherung sei in Charlottenburg gegeben. Auf die Bemerkung des Abgeordneten fort allen Eisenbahnern bekannt gegeben. Das Agitationsdurchführen. Bulegt einen raschen Blick über die Reichsgrenzen hinaus Dr. Müller, daß man für den 14. Teil des geforderten Betrages fomitee erließ darauf folgenden Aufruf an das Proletariat anderswo ein geeignetes Terrain haben könne, behauptete General Italiens: auf die internationale Sozialpolitik! Ein großer Anfang ist v. Massow, es könne das Militärgericht nur nach Berlin oder nach da geschehen durch das sozialpolitische Abkommen fozialpolitische Abkommen zwischen Charlottenburg gelegt werden, die beide Residenzstädte" Frankreich und Italien. Deutschland hat in den Verträgen mit Charlottenburg gelegt werden, die beide Desterreich- Ungarn und mit Italien wenigstens das gegenseitige Ver- wären! Gegen diese Darlegungen wandte sich Abg. Dr. Südekum sprechen aufgenommen, eine gemeinsame Regelung gewisser Arbeiter mit dem Hinweise darauf, daß diese Begründung geradezu unschutz- Bestimmungen zu versuchen. Die Schweiz ladet zu einer Berlin, nicht aber die" Residenz des Kaisers", als welche Die Schiveiz ladet zu einer glaublich sei: Siz des Reichs- Militärgesetzes sei nach dem Gesetze Konferenz ein. Bon allen diesen hoffnungsreichen ersten Versuchen ja auch etwa Kassel oder Königsberg in Frage kommen fönnten. darf man sich auch durch den Mißerfolg der Arbeiterschutz- Konferenz Man solle nicht vergessen, daß der Bau an der Prachtstraße andere von 1890 nicht abschrecken lassen. Der hauptsächlichste politische Prachtbauten dort nach sich ziehen werde: dem Reiche werde eine Zweck der Sozialpolitik, die Unzufriedenheit der Arbeiter mit den bestehenden Zuständen zu beseitigen, wird aber nicht erreicht werden Bewilligung Millionen und Millionen fosten! Der Reichsschatjekretär können, so lange den Arbeitern durch eine verkehrte Zollpolitik die erkannte an, daß man auch andere Pläge in Aussicht gehabt habe, Vielleicht könne man vorerst nur Lebensmittel erhöht werden und so lange alle höheren Verwaltungs- 25 000 M. für Pläne einsehen und den Kaufpreis erst im nächsten stellen mit Leuten besetzt werden, die keinerlei Fühlung mit dem Jahre anfordern. Auch Prinz v. Arenberg äußerte ernste Bedenken Volfe haben.( Lebhafter Beifall bei den Freifinnigen.) Abg. Bruhn( Antis.): Außer den Arbeitern gibt es auch andere gegen den Plan. Abg. Bebel fragte, wo denn die anderen Pläge Stände, die des sozialpolitischen Schutzes bedürfen. Graf Bofa- gelegen seien? Die Forderung sei unter allen Umständen zu hoch. Für dowsky will in bezug auf seine Aeußerungen über Kapitalassoziationen Monumentalbauten für die Döberizer Straße haben, alles arbeite auf Projektierung dürfe man nichts bewilligen. Man wolle um jeden Preis mißverstanden sein. Er hat überhaupt immer das Pech. mißverstanden zu werden. Er soll sich doch deutlicher ausdrücken! Die Waren- Prunt, Glanz, Parade hinaus; von altpreußischer Einfachheit sei nichts häuser sind nicht in erster Linie durch die besseren Verkehrs- mehr zu spüren. Abgg. Dr. Müller- Sagan und Erzberger beantragten bedingungen bewirkt, sondern durch die Bequemlichkeit der Käufer, Streichung der ganzen Forderung; das Haus sei mit 86 DienstDie sogenannten billigen Tage erweisen sich als ein vorzügliches räumen vorgesehen, das ganze Militärgericht habe aber nicht einmal so viel Beamte! 06 man auch einen eigenen Locmittel, um die Kauflust künstlich anzustacheln. Die Warenhäuser find kein Produkt besonderer Intelligenz- diese ist vielmehr in den Sizungsfaal für den bayerischen Senat mit seinen 11 Urteilen pro großen, leistungsfähigen Spezialgeschäften zu suchen, sie sind eine Jahr bauen wolle? Abg. Freiherr v. Richthofen sprach auch im Spekulation auf die Dummheit der Massen, ein staatlich kon- Namen der Konservativen aus, daß sie gegen die Forderung zeffioniertes Raubsystem.( Gelächter.) Ich habe sogar einen stimmen würden. Nur Abg. Dr. Paasche blieb unerschütterlich in Offizier in Uniform Schokolade bei Wertheim feiner Verteidigung der Position. Die Position wurde dann einstimmig abgelehnt; auf die Antommt auf die Frage des Hausierhandels zu sprechen und verlangt regung des Reichsschatzsekretärs ging die Kommission gar nicht erst ein! Beschränkung desselben auf selbst gefertigte Gegenstände. Krankheitsziffern der Landarbeiter, die Herr Wurm gestern anführte, find falsch. trinken sehen.( heiterkeit. Rufe: Schrecklich!) für Redner Die Masse der Handwerker ist * Kavallerievermehrung. 0 " In dem Augenblick, in dem die Masse der organisierten Eisenbahner sich gezwungen sieht, den Kampf um ihr gutes Recht aufzunehmen, fühlt sie das Bedürfnis, vor den Augen der Nation die ganze Laft der Verantwortung zu enthüllen, die die jetzige Negierung auf sich geladen hat. Nachdem man in den Verhandlungen mit der Regierung der Eisenbahnern Hoffnung gemacht hatte, jenen Eisenbahnern, die während eines Beitraumes von zwanzig Jahren die Vergewaltigung der zu ihrem Vorteil festgesetzten Bestimmungen ertragen haben, hat die Regierung Giolittis, gerade als ein friedliches Uebereinkommen unsere Drganisationen in die Lage zu bringen schien, die Anwendung des äußersten Mittels abzuwenden, all unsere gerechter Erwartungen zu nichtè zu machen gesucht. Die Regierung hat sich geweigert, den wesentlichen Teil unserer im Memorandum niedergelegten Forderungen zu berücksichtigen, welche Forderungen nur auf die Einlösung der bei dem Abschluß der Eisenbahnverträge von der Regierung übernommenen Ver pflichtungen hinausliefen; mit unerhörter Kühnheit und reaktionärer Gier hat sie die Absicht ausgesprochen, unsere Ausschließung aus dem gemeinen Recht zu sanktionieren, die Kette der Sklaverei an unseren Arm zu schmieden, unsere Organisationen finnlos zu machen, indem sie ihnen das höchste Recht des Streits antaſtet, um an seine Stelle ein parteiisches Schiedsgericht zu schaffen, eine Ausnahmegesetzgebung zum Schaden unseres Standes. In dieser Stunde der Vergewaltigung, die wahrscheinlich das Vorspiel bilden soll zu einer Berstümmelung unserer ganzen Ge werkschaftsbewegung, fühlen wir das Recht und die Pflicht, im Namen der ganzen Arbeiterklasse Italiens mit allen Mitteln diesen Angriff zurückzuweisen und denunzieren der öffentlichen Meinung dieses eines Kulturstaates unwürdige Verhalten, das uns zwingt, den Interessen des ganzen Landes entgegenzuhandeln. Während wir die politischen Vertreter des Proletariats auffordern, um jeden Preis den reaktionären Gesezentwurf zurückzuweisen, wenden wir uns an alle, die die Schmach und den Schaden dieser Reaktion zu werten verstehen und die große in ihr liegende Gefährdung aller unserer politischen Freiheiten begreifen, damit sie uns beistehen in unserem Kampfe gegen die Willkür und gegen die Vernichtung unserer Menschen- und Bürgerrechte." den Befähigungsnachweis; selbst freisinnige Handwerker Die nach der vorgelegten Novelle über die Friedens sind im innersten Herzen dafür.( Widerspruch links.) Mindestens präsenz stärke zu bewilligende Heeresvermehrung um 8 Bataillone muß mit dem Befähigungsnachweis für Bauhandwerker ein Anfang Infanterie, 9 Regimenter Kavallerie( 28 Schwadronen), 2 Bataillone gemacht werden. Graf Posadowsky hat sich in der Frage der Fußartillerie, 3 Pionierbataillone, 1 Telegraphenbataillon und Mittelstands- und Sozialpolitik immer weiter nach links drängen eine Trainkompagnie wird eine dauernde Mehrausgabe von lassen. Er ist es, der fortwährend für eine übertriebene Beschleuni 11,8 Millionen Mark pro Jahr und eine einmalige von 62 Millionen gung der Sozialreform in allen Ressorts eintritt.( Rufe links: Na! Na) Wir wünschen, daß sich der Staatssekretär wieder zu gefunderen Anschauungen befehren möge.( Beifall rechts.) Hierauf vertagt sich das Haus. Präsident Graf Ballestrem schlägt vor, am Mittwoch die heutige Das Komitee tagt weiter, um ein Ultimatum der wirtDebatte fortzuseßen. Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) beantragt zur Geschäfts- Der Kriegsminister v. Einent stellte die Frage so, ob Deutsch- schaftlichen Forderungen der Eisenbahner aufzustellen, ein ordnung, morgen oder doch wenigstens Ende der Woche einen land überhaupt zurzeit eines starten Heeres bedürfe oder nicht. Minimum, von dem die Klasse nicht abgehen will. Schwerinstag abzuhalten. Es lägen zu dieser Etatsposition so viele Könne man sie berneinen, dann sei er für Abrüstung, andernfalls Der ungeheuere Ernst der Lage ist jetzt allen zum BeRefolutionen vor, daß durch Einschiebung eines Schwerinstages folle man das bestehende Heer so ausstatten, daß die einzelnen wußtsein gekommen. Weder der Parteivorstand noch die schwerlich eine Verzögerung eintreten dürfte. Glieder gleichwertig würden. Die Ueberschüsse einzelner Korps Parlamentsfraktion haben geglaubt, auf die Beratungen der Mark bedingen. Der Referent Abg. v. Elern erbat Auskunft befonders über die Vermehrung der Kavallerie von der Regierung. Korreferent Abg. Roeren meinte, man müsse das zur Ausfüllung der Lücken Notwendige bewilligen; aber man fönne noch nicht entscheiden, ob die Komplettierung nicht durch Verschiebungen möglich sei. Bräf. Graf Ballestrem: Es ist meine Pflicht, die Arbeiten fönne man vielleicht zur Komplettierung verwenden, aber man tönne Eisenbahner einwirken zu dürfen. Bei dem furchtbaren des Reichstags zu fördern. Zu den Arbeiten des Reichstags doch nicht auch die Kasernen usw. mitnehmen. Bestimmte Kaders Ernst der Lage aber haben beide die Verpflichtung gefühlt, gehört in erster Linie die Verabschiedung des Reichshaus zur Neuformation müßten immer vorhanden sein, die deutsche Armee halts.( Sehr richtig! in der Mitte.) Wenn das Haus beschließt, jei daran am ärmsten; sie fönnten nicht improvisiert werden. Was Stellung zu nehmen gegen den Gesetzentwurf, der nicht nur morgen nicht in der Etatsberatung fortzufahren, so werde ich ja die allgemeine militärische Lage anlange, so stehe fest, daß an die Eisenbahner, sondern das ganze Proletariat Italiens beseinen Beschluß ausführen. Aber wir haben im vorigen Jahre unserer Ostgrenze die russischen Truppen nicht vermindert, wenn droht. zu den noch ausstehenden Etatsteilen in der zweiten Beratung auch verändert worden seien. Auf alle Fälle müßten wir gegenüber Gestern abend hat die Parteifraktion über die neue Vor36 Tage, in der dritten Beratung 5 Tage, in Summa 41 Tage dem Zweibund gerüstet sein. Es laffe sich eine Militärpolitit denken, Tage und die durch sie geschaffene Situation beraten. Die gebraucht. Dieses Jahr stehen uns bis zu Beginn der neuen Etats- die auf eine erhebliche Ueberflügelung Frankreichs durch die Kopf- Fraktion gab der Auffassung Ausdruck, daß die Eisenbahner periode nur noch 26 Tage zur Verfügung.( hört! hört! in der Mitte.) zahl der Truppen abziele; aber ein paar Hunderttausend Mann alle ihre wirtschaftlichen Forderungen in ziveite Linie stellen Im vorigen Jahre war die Frist zwischen Neujahr und Ostern sehr mehr oder weniger machten's nicht, es komme darauf an, die leber- sollen( was sie aber nicht zu tun gewillt sind), um sich mit furz, dieses Jahr ist sie sehr lang. Aber selbst, wenn wir bis zum legenheit auf gewissen Bunkten durch die Führung zu erreichen. 14. April sigen, an welchem Tage wir uns spätestens vertagen Was die Kavallerie vermehrung anlange, so liege ihm allen Mitteln einzig gegen die Verkürzung des Streifrechts zu müßten, so stehen uns im besten Falle nur 38 Tage zur Verfügung. diese am meisten am Herzen. Entgegen den Darlegungen Bebels in schützen. Gleichzeitig überwog die Ansicht, den Streit bis nach Wenn wir davon noch sieben Schwerinstage abziehen, wird der ersten Lesung habe man gerade in Frankreich neuerdings be- der Diskussion im Parlament zu verschieben. Die folgende auch diesmal der Etat Etat nicht einmal bis Ostern fertig. fonderen Wert auf die Durchbildung der Kavallerie gelegt. Die Tagesordnung gelangte darauf einstimmig- auch Turati Das habe ich einmal dem Plenum sagen wollen; denn geringe Bedeutung der Kavallerie im russisch- japanischen Kriege sei war zugegen- zur Annahme: Die sozialistische Fraktion, gegenüber den in den Eisenbahngefeßentwürfen enthaltenen Bestimmungen, die klar und deutlich das Recht der Organisation für die Eisenbahner bedrohen, ein Recht, das über jedem besonderen Berufsinteresse steht, weil es Gewerkschaftliches. Die ungültigkeit der Polizeiverordnungen gegen das Streifpoftenstehen das politisch- ökonomische Leben des ganzen Proletariats angeht, hat nun auch das Oberlandesgericht in Jena wieder einmal befchließt, eine energische Aktion im Parlament zu entfalten- eventuell festgestellt, ohne daß wir uns deswegen der Hoffnung hinunter Benutzung der Obstruktion- gegen diese reaktionären Be- geben, daß dadurch dem ungeseßlichen Vorgehen der Polizeistimmungen und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß die Eisenbahner, der behörden gegen ihr Koalitionsrecht ausübende Arbeiter irgendhohen Aufgabe gemäß, die ihnen in der heutigen Stunde zufällt, all ihre wie eine Einschränkung auferlegt sein wird. Kräfte allein auf die Rettung der Organisation und des Streif rechts richten, die parlamentarische Aktion unterstützend und entschlossen, zu den äußersten Mitteln zu greifen, falls die Aktion der Sozialisten im Parlament nuglos bliebe." Gleichzeitig beriet der Parteivorstand über seine Stellungnahme, die in folgendem Aufruf zum Ausdruck kam, den der Avanti" und die meisten bürgerlichen Blätter verbreiteten: An die Sozialisten Italiens! Jm Dienste der schlimmsten reaktionären Interessen versucht die italienische Regierung Hand zu legen an die elementaren Rechte einer Kategorie von Staatsbürgern, indem sie der Kammer vorschlägt, die Eisenbahner außerhalb des allgemeinen Rechtes zu stellen und bei ihnen die Ausübung des Rechtes, der Freiheit der Arbeit zu einem Verbrechen stempelt und ihre Berufsorganisationen als gesetzwidrig ansieht. Die Eisenbahner rüsten sich nun mit allen Mitteln, dem Versuch zu widerstehen, der sie aus freien Menschen zu Sklaven macht. Aber ihre Sache ist Sache des ganzen Proletariats, das sich in ihnen und mit ihnen bedroht sieht in seiner Freiheit und seinen Kampfmitteln. Der sozialistischen Partei, deren parlamentarische Vertreter alle ihre Kräfte gegen die infamen Geseze aufbieten werden, liegt es, als dem politischen Ausdruck des Proletariats, ob, im ganzen Lande eine Agitation einzuleiten, um die Durchsetzung ihrer Pläne und die Existenz selbst einer Regierung unmöglich zu machen, die ihr Leben mit lügenhaften Freiheitsversprechungen begann, es fortfeßte unter Blutvergießen, um es nun zu enden durch Einbringung eines Gefeßentwurfs zur Knechtung der italienischen Arbeiter. Die Polizei in Gera hatte eine Verordnung erlassen, welche das Stehenbleiben und das zwecklose Hin und Hergehen" auf der Straße verbot. Die Verordnung unterlag der Nachprüfung des Oberlandesgerichts, das übereinstimmend mit dem Reichsgericht erklärte: „ Das Mittel, welches die Verordnung wählt, ist nicht zulässig. Sie verbietet das Streitposten stehen über= haupt, fie unterbindet damit jedes planmäßige Vorgehen der zum Streik verbündeten Arbeiter, das darauf abzielt, auf den Straßen 2c. mit den arbeitswilligen Berufsgenossen in Verbindung zu treten, sei es, um sie von der Arbeitsniederlegung und deren Zielen in Kenntnis zu sehen, sei es, um sie positiv zu ihren Gunsten zu beeinflussen. In neuerer Zeit ist die ungültigkeit solcher Verbote durch eine Entscheidung des Reichsgerichts überzeugend ausgeführt worden. Es ist demnach diese Verordnung in bollem Umfange als ungültig anzusehen." weiter in seinem Urteil; es stellt in überzeugender Weise das Das Oberlandesgericht zu Jena geht aber noch viel natürliche Menschenrecht der Staatsbürger auf Benuhung der öffentlichen Straßen und läte fest: 1) Anerkennung des Arbeitsnachweises ber Schilder maler. 2) Achtstündige Arbeitszeit, für welche Beginn und Pausen der freien Vereinbarung der ein. zelnen Firmen mit ihren Malern überlassen bleiben, in jedem Falle aber derart festzusehen sind, daß die regelmäßige Arbeitszeit in den Monaten vom 1. März bis zum 1. November nachmittags 5 Uhr, in den übrigen Monaten abends 6 Uhr beendet sein muß. An den Tagen vor den drei großen Festen ist die Arbeitszeit um 2 Stunden früher zu beenden, der Lohn für diese ausfallenden Stunden aber zu zahlen. 3) Minimalstundenlohn von 62% Pf. Eine Herabsetzung der bisher 30 M. übersteigenden Wochenlöhne ist ausgeschlossen. 4) Lohnzuschlag für ile ber zeitarbeit über die täglich 8stündige Arbeitszeit hinaus. Für abends 50 Proz. und für spätere Stunden sowie für Sonntagsdie Zeit vor und bis 8 Uhr abends von 25 Proz., von 8-10 Uhr arbeit 100 Proz. 5) Für Außenarbeit innerhalb GroßBerlins ist ein Zuschlag von 15 Pf. pro Stunde zu zahlen. Die Entschädigung für Fahrgelder gilt dadurch nicht als abgelöst. 6) Für Giebelarbeit beträgt der Zuschlag 25 Pf. pro Stunde. Giebelarbeit beginnt mit der Höhe des zweiten Stockwerkes. 7) Beschaffung von Waschgelegenheit, Lieferung von Seife und Handtuch( pro Kopf und Woche ein Handtuch), Bereitstellung von Kleiderräumen durch die Unternehmer. 8) Aufhebung aller Vereinbarungen betreffend Kündigungsausschluß. Allgemeine Einhaltung einer 14tägigen Kündigungs. zeit. 9) Vorstehende Bestimmungen werden als vertragsmäßig bindend anerkannt für die Dauer bis zum 15. März 1906 mit der Maßgabe, daß keiner der beiden vertragschließenden Teile berechtigt ist, vor dem 1. März 1906 Abänderungsanträge zu stellen oder diesen Bedingungen entgegenstehende Sonderverträge abzuschließen. Wird dieser Vertrag nicht spätestens am 1. März 1906 von einer Seite gefündigt, so gilt er als auf die Dauer eines iveiteren Jahres verlängert. Dieser Vertrag wird perfekt durch die Unterschrift des Firmeninhabers einerseits und durch die Unterschrift des Verbandsvorsitzenden Wollmann andererseits. Es stehen die Straßen als öffentliche Wege in freiem und allgemeinem Gebrauche, und dieser erstreckt sich nicht nur auf das zielbewußte Fortbewegen, sondern auch auf Stehen bleiben, hin und hergehen und sonstiges Berweilen von Personen; jeder derartige Straßenaufenthalt zu wollen und ersuchen zugleich die den Schildermalern verivandten ist dieserhalb an und für sich ein befugter. Die aus dem Gemeingebrauche entspringende Befugnis zum Aufenthalt auf den Straßen ist auch nicht davon abhängig, ob der einzelne damit einen 3wed verbindet, oder ob die Polizei di dies als nüglich oder zwedlos beurteilt." Wir bitten die Arbeiterpresse, von Vorstehendem Notiz nehmen. Berufe, besonders die Stubenmaler, darauf zu sehen, daß in den Streisen ihrer Angehörigen von der Bewegung der Schildermaler Kenntnis genommen wird. Die Fliesenleger- Hülfsarbeiter sind bei mehreren Firmen in den Streit eingetreten, um die Anerkennung des neuen Vertrages zu er Das Verhalten der Fraktion und des Parteivorstandes zwingen, der seit dem 1. Februar in Kraft ist, den aber erst ein scheint der Regierung die Augen über die Lage geöffnet zu Man muß das Vernunftgemäße in diesen Ausführungen Teil der Firmen unterschrieben hat. In der Versammlung, welche haben. Seit gestern wird die telegraphische und telephonische ohne weiteres anerkennen. Aber an ihnen gemessen dürften die Fliesenleger- Hülfsarbeiter am Montag abhielten, wurde fest Zensur auf das allerstrengste gehandhabt. Während der fast alle Straßenpolizei- Verordnungen mehr oder weniger gestellt, daß nur wenige Arbeiter dem schon früher gefaßten Beschluß heutigen Kammerſitzung verließen die am Ministertisch an- revisionsbedürftig erscheinen, denn sie alle überlassen es ent nachgekommen sind, wonach die Arbeit bei den Firmen niederzulegen wesenden Minister die Sigung, nachdem sie erklärt hatten, weder den einzelnen Beamten, danach zu handeln, was ihnen ist, die den Tarif nicht unterzeichnet haben. Nach eingehender Bedaß die Nachrichten über die Eisenbahner derartig seien, daß nützlich oder zwecklos erscheint, oder aber sie urteilen darüber sprechung der Verhältnisse beschloß die Versammlung, daß am gestrigen fie den sofortigen Zusammentritt des Minister ganz allgemein schon selbst. So verbietet die Berliner Dienstag bei allen Firmen, die den Vertrag noch nicht unterschrieben rates erforderlich machten. Die Minister begaben sich darauf Straßenpolizei- Verordnung rundweg das Stillſtehen auf den kommen hauptsächlich die Firmen Villeroy u. Boch, solvie Rosenfeld haben, die Arbeit niederzulegen ist. Außer einigen kleinen Geschäften zu Giolitti, der wegen seiner Krankheit noch ans Zimmer Granitplatten des Bürgersteiges! Das Unsinnige einer solchen u. Co. in Frage. Die Firma Ende ist bereits seit einer Woche gegefesselt ist. Die Herren wollen die das obligatorische Schieds- Verordnung ist von vornherein klar. Aber auch das preußische sperrt. Die Organisationen der Fliesenleger haben sich mit den gericht und das Streifverbot betreffenden Paragraphen(§§ 65 Sammergericht, für das die Befürchtung eines Schuß Sülfsarbeitern solidarisch erklärt, auch andere Bauarbeiter unterbis 72) aus dem Gesetz isolieren, um sie allein als dring- mannes, nicht seine Feststellung, daß das Stehenbleiben, stützen das Vorgehen der Hülfsarbeiter nach Kräften. Die Fliesenliche Geseze am Montag dem Parlament vorzulegen. Die Hin- und Hergehen und sonstige Verweilen eines Streit leger- Hülfsarbeiter, deren Unternehmer den Vertrag unterschrieben Minister glauben, den Brand zu stillen, indem sie hinein- postens auf der Straße irgend eine Gefahr bilde, ausreichend haben, sind mit Arbeitsberechtigungskarten versehen, die als Ausblasen.zum Verbot des Streitpostenstehens erscheint, könnte aus Einstweilen bringt die Obstruktion ihre Früchte. Bereits diesem Urteil lernen, tönnte, aber wird's nicht! Nach vier Züge auf der Linie Florenz- Pistoja konnten nicht ab wie vor wird zweifellos das Urteil, nicht die tat gehen. Alle haben Stunden Verspätung. Das Personal, be- fächliche Feststellung eines biederen Schußmannes sonders das Streckenpersonal, hält sich vorzüglich. Die Lage der höchsten preußischen Justizwissenschaft als unantastbar erist sehr ernst. Parteifraktion und Vorstand tagen heute nacht scheinen. Dem Schuhmann hat nicht nur der Streikposten gemeinsam mit der Kommission der Eisenbahner. Die Kammer Folge zu leisten, ihm beugt sich auch das Kammergericht! will morgen, Sonntag, auch Sizung halten, um die Gesetze durchzubringen. Morgen dürfte, auch ohne Streit, der ganze Bahnverkehr so gut wie aufgehoben sein. Die Stimmung der Eisenbahner ist vortrefflich. Die Kammer ist in eine Art reaktionären Wuttaumel verfallen. Rom, 28. Februar.( Privattelegramm des Vorwärts".) Die Obstruktion der Eisenbahner dauert fort. Der Schnellzug Rom- Mailand erlitt 9½, Stunden Verspätung. 26 Personenzüge und 32 Güterzüge find in Rom ausgefallen. Die Eisenbahnen spedieren teine Frachtgüter mehr. Unfälle sind nicht vorgekommen. Die bürgerliche Presse fordert das Publikum zu Gewaltatten gegen die Eisenbahner auf. Nach den römischen Vororten ist ein Posttutschen- Verkehr eingerichtet worden. Rom, 27. Februar.( W. T. B.) Infolge der Obstruktion des Eisenbahnpersonals mußte die Abfahrt vieler 3üge nach Neapel, Bisa, Civitavechia, Frascati eingestellt werden. Die Gleise des hiesigen Bahnhofs sind überfüllt: die ankommenden Züge müssen an der kleinen Haltestelle Tre Archi, zwei Kilometer vor Rom, lange anhalten. Die meisten Reisenden ziehen es vor, die Strede bis Rom zu Fuß zurückzulegen. Die Wartesäle des Bahnhofs glichen gestern abend Biwats. Die Kämpfe bei Mukden. Tokio, 28. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Es heißt, die Japaner hätten die Russen bei Tsingh och en g, 25 Meilen nördlich von Simachi auf dem äußersten japanischen rechten Flügel angegriffen und geschlagen. Der Angriff begann am 23. Februar, die Russen wurden auf 17 000 Mann geschätzt; ihr Verlust soll 2000 Mann betragen, der der Japaner nur gering sein. Petersburg, 28. Februar. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom gestrigen Tage meldet: Zwei Bataillone Infanterie und Kavallerie der Japaner rückten im Westen des Dorfes Yanfintong vor. Zehn Angriffe wurden abgeschlagen; auch am gestrigen Tage wurde der Angriff erneuert und zurüdgeschlagen. Hundert japanische Leichen lagen in der Nähe unserer Stellungen. Wir verloren sechs Mann.(??) . London, 28. Februar. Wie Daily Telegraph" aus Tokio von gestern meldet, ist die Ausbesserung der Dods in Port Arthur gegenwärtig fast beendet. Der Vorrat von Kohlen in Port Arthur würde den Bedürfnissen der Japaner während des ganzen nächsten Sommers genügen, die Flottmachung der größten Striegsschiffe werde beginnen, sobald das Wetter günstig werde. Dasselbe Blatt meldet aus Schanghai von heute, die Verluste der Japaner bei den Operationen auf der äußersten Rechten, wo es ihnen gelang, die Russen zurückzuwerfen, beliefen sich auf etwa Berlin und Amgegend. Achtung, Metallarbeiter! Entsprechend dem Beschluß der Generalversammlung bom 4. Dezember sollen die doppelten Beiträge bis 4 Wochen nach Beendigung des Kampfes in der Gelbmetall- Industrie bezahlt werden. Da nun seit der 7. Woche dieses Jahres der Streit beendigt ist, muß laut Generalversammlungsbeschluß der doppelte Beitrag bis zur 11. Woche inklusive bezahlt werden. Von der 12. Woche an wird dann wieder der einfache Beitrag gezahlt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. weis dienen. Deutfches Reich. neurode dauert fort. Die Streifenden, welche die geringfügige Der Streit in den Gruben des Zentrumsgrafen Magnis zu Forderung von 2,60 m. täglich für Hauer gestellt haben, wendeten fich an das Landratsamt um Bermittelung. Obgleich sich der Herr Landrat anscheinend redlich Mühe gab, eine Vermittelung anzubahnen, scheiterte dieselbe an dem Starrfinn der Grubenverwaltung. Die Streifleitung erhielt vom Landratsamt folgendes Schriftstück: Der Königliche Landrat. Neurode, den 23. Februar 1905. Auf das Schreiben vom 18. 6. M. erwidere ich ergebenst, daß ich infolge dessen aufs neue mit der Grubenverwaltung in Ver handlung getreten bin. Die Verwaltung hat jedoch ein weiteres Entgegenkommen gegenüber den Forderungen der Streifenden wiederum abgelehnt.(!!) Ich weise bei dieser Gelegenheit ergebenst darauf hin: 1. Daß die Grubenverwaltung eine Lohnerhöhung von 5 Broz. bewilligt hat, welche selbstverständlich auch für die zur Arbeit zurückkehrenden Streifenden gilt; 2. daß laut Schreiben des Herrn Grafen v. Magnis an Herrn August Grüger in Buchau am 11. d. M. die Nichtwiederannahme von etiva 200 Mann nicht eine Maßregelung be deuten soll, vielmehr nur durch den geringeren Bedarf an Arbeitskräften begründet ist. Es ist hierbei ausgeschlossen, daß die Werksverwaltung, wie gelegentlich seitens der Arbeiter vertreter ausgesprochen worden ist, die älteren Leute zugunsten der jüngeren zurückweisen würde; 3. daß die Königliche Staatsregierung fich beeilt, durch be sondere Gesezentwürfe, welche mehrere berechtigte Wünsche der Bergleute erfüllen sollen, dieser Klasse der IndustrieArbeiter einen fühlbaren Beweis weitgehender Fürsorge zu geben. Die Kutscher bei der Firma Berliner Fuhr- und Automobilwesen Thien, welche die Geschäftswagen für die Firma Rudolf Herzog, Breitestraße, fahren, forderten für eine ihnen übertragene Mehrleiftung, die in dem Puzen des Wagengitters bestand, eine Extraentschädigung resp. Lohnzulage. Diese Forderung lehnte Herr Thien Hierauf erklärten sich die übrigen Kutscher mit ihren gemaßregelten nicht nur ab, sondern entließ daraufhin vier der ältesten Kutscher. tollegen solidarisch und nahmen am Montag früh die Arbeit nicht Zentral- Verbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter auf. Ein Einigungsversuch, welcher von einem Vertreter des unternommen wurde, blieb insofern erfolglos, als die Herzogschen ausdiener(!), welche sonst die Wagen als Schaffner begleiten, die Kutscherarbeit so lange versahen, bis Herr Thien genügend andere arbeitswillige Kutscher gefunden hatte. Dies ist das zweite Mal, daß Hausdiener von vorgenannter Firma den Kutschern bei der Vertretung ihrer berechtigten Interessen in den Rücken gefallen sind. Leider war es bis dato nicht möglich, die betreffenden der Organisation zuzuführen, weil die Firma Rudolph Herzog jede An Organisationsbestrebung der Leute im Reime zu erstiden sucht. Die ohn- und Arbeitsverhältnisse der Kutscher sind an und für sich nicht 9 Uhr abends inkl. 2 stündiger Mittagspause erhalten dieselben einen einem Gesetz gegenüber gespannt sein, das auch so hervorragenden Hier werden also die Arbeiter ebenfalls auf die neue Berggesezdie günstigsten. Bei einer Arbeitszeit von 6 Uhr morgens bis novelle vertröstet. Man darf auf das Verhalten des Zentrums Anfangslohn von 75 M. pro Monat, welcher nach 1½½ Jahren auf seiner Mitglieder, wie dem Grafen Magnis, das soziale Gewissen 90 m. als Höchstlohn steigt. Die Firma Herzog zahlt den Kutschern schärfen soll. außerdem pro Monat 6 M. und dann steigend von Jahr zu Jahr Ich meine, daß diese drei Tatsachen es der Streifleitung möglich machen, den Streifenden die Wiederaufnahme der Arbeit zu empfehlen und so den Frieden herbeizuführen, den auch die Streifleitung laut ihrem Schreiben vom 18. d. M. dringend wünscht. Graf Dohna. Herrn Franz Pokorny, 8. 8. Kunzendorf. Husland. 1 M. bis zur Höhe von 10 M. pro Monat. Die Kutscher haben Betriebsbesprechungen sind auch in Sachsen nicht anmeldepflichtig. mit glatt rafiertem Gesicht zu erscheinen. Jeder neu einzustellende Die Polizei von Radebeul ist mit ihrem Bestreben, BetriebsKutscher, falls er einen Bart befißt, muß denselben abnehmen lassen. besprechungen unmöglich zu machen, abgebligt. Der Vertrauens Diese Vergütigung wird also für das Rasieren seitens der Kutscher mann der Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter dortfelbft erhielt nach berbraucht. der„ Sächs. Arbeiterztg." dieser Tage die Nachricht, daß ein Ber Die Schildermaler Berlins stehen vor einer Lohnbewegung. Seit fahren gegen ihn wegen Abhaltens einer polizeilich nicht angemeldeten dem Anfang des vorigen Jahres gehören die bis dahin teilweise lofal- Bersammlung, es handelte sich um eine von der Polizei auforganisierten Schildermaler Berlins dem Zentralverband der Vertrauensmann außerdem Beschwerde gegen die Polizei erhoben gelöste Betriebsbesprechung eingestellt worden sei. Da der Porzellanarbeiter an. Nicht ohne sichtbaren Erfolg. Denn seit jener hat, so ist zu hoffen, daß diese in Zukunft ihren Eifer in der BeBeit hat die Organisation in den Kreisen der Berliner Schildermaler fämpfung der Arbeiterbewegung etwas zügelt. Bisher ist eine Antderart an Umfang gewonnen, daß heut nur noch ein kleiner Reſt wort auf die Beschwerde noch nicht eingegangen. der Berliner Berufskollegen dem Verbande nicht angehört. Das ist umso erfreulicher, als auch in diesem Berufe für die Arbeiter vielfache Mißstände bestehen, deren durchgreifende Beseitigung bisher noch Der Streit der Wagenarbeiter in Paris dauert fort und greift nicht gelang. Die feste Organisation der Schildermaler dürfte aber noch auf weitere Branchen über; es haben sich demselben noch anauch hierin Wandel schaffen. Jedenfalls fühlen das einzelne Unter- geschlossen: Metallarbeiter, Mechanifer, Maschinenbauer sowie die nehmer bereits heraus. Sie gingen gegen Angehörige der Organi- Arbeiter der Omnibusgesellschaften. Die Zahl der Streifenden dürfte fation in scharfmacherischer Weise vor, maßregelten sie und schwärzten zirka 23 000 betragen. Jedoch sind Unterhandlungen zwischen der fie bei den anderen Unternehmern an. Ferner wirfte der Zusammen. Unternehmer- Organisation und den Arbeitern eingeleitet und soll schluß der Schildermaler auf die Unternehmer in der Weise ein, daß über die Arbeitsverhältnisse der einzelnen Branchen verhandelt London, 28. Februar. Die Times" melden aus Tokio: Der auch diese mit der Absicht, sich zu vereinigen, umgehen. Dann aber werden. Präsident des Unterhauses schloß die Session mit einer vill man mit der Organisation der Arbeiter aufräumen. Abschiedsrebe, morin er dem Hause zu der Vereitwilligkeit, Umstände, dann die teilweiſe recht ungenügende Bezahlung der Maler, mit der es die Mittel für den Krieg bewilligt habe, gratulierte. die an verschiedenen Stellen zutage tretenden Uebelstände in einDie nationalen Hülfsquellen wie der Patriotismus hätten beide in zelnen Werkstätten nötigten die Schildermaler jetzt, mit Forderungen Vom Süddeutschen Postillon" erschien die Nummer 5 mit dem gleicher Weise dieses Vertrauen eingeflößt, und die glücklichen zu an die Unternehmer heranzutreten. Man ließ denselben die in einer Titelbild: Der besorgte Bater, eine Episode aus dem Kohlen- Streifgebiete, stände unter den tonftitutionellen Einrichtungen Japans ständen im Schildermaler- Versammlung vom 23. Februar formulierten Wünsche Das Mittelbild Moral entspricht unserer leichtlebigen Starnevalzeit, fommt Gegenſage zu der unglücklichen Lage der russischen Nation. Nichts- mit einem Begleitschreiben zugehen und ersuchte um Beantwortung aber auch sonst felbst in den besten Familien vor. Auf der letzten Seite destoweniger sei noch viel zu tun und das Ende noch in weiter desselben bis spätestens den 15. März. An diesem Tage werden finden wir die liberalen Bemühungen um die Einführung der Konstitution Den russischen Gewalthabern Ferner; aber der schließliche Erfolg sei sicher, wenn die Schildermaler sodann endgültig Stellung nehmen und über die in Mecklenburg in drei farbigen Bildern. widmet sich das Leitgedicht. Einem Bildnis Adolf Menzels ist eine Die gegenwärtige Gefimung die Oberhand behalte. eventuell weiter sich notwendig machenden Schritte beschließen. Würdigung desselben beigegeben, sowie ein Sonett von E. Kl. Von dem Die der Unternehmerschaft eingereichten Forderungen umfassen übrigen Inhalt sind die Gedichte: Die männliche Ordensschwester, besonders folgende Punkte: auch Vorbei! und„ Bergmannstroft" hervorgehoben. 70 Mann. Eingegangene Druckschriften. A. JANDORF& Co SPITTELMARKT 16/17 BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER- STR. 113 Ecke Leipziger Strasse Mittwoch, Donnerstag Freitag u. Sonnabend soweit der Vorrat reicht.. Am Blücher Olatz Ecke Andreas- Strasse 4 Sonder- Tage Porzellan weiss Speiseteller verschiedene Formen ca. 23 cm, flach oder tief, 9 Pf. Dessertteller ca. 19 cm diverse Formen 6 Pf. Saucieren verschied. Formen 42, 55 Pf. Suppenterrinen gerippt 1.20, 1.45 Bratenplatten oval ca. 25 und Grössen 28 31 34 cm. 35 45 65 80 P Glas Wasserbecher diverse Muster 5PL| Butterdosen verschied. Muster 15, 18, 23Pt. Zuckerschalen gepresst 9, 14, 18 P. Compotschalen Satz Stuck 32 Pt. Käseglocken einlaub- Muster 35 Pr. gepresst, Teller, Römer Crystal- Kelch auf grünem Fuss 18 Pf. Römer Crystal- Kelch mit eleganter 27 Pf. gepresst, Gravierung Kartoffelschüsseln Decke 65,85 Pt. Salat- und Compotschalen Salatschüsseln rund, gerippt ca. 15 18 20 22 ca. 13 15 24 18 27 cm. 21 cm mit Schliff 18 28 36 42 58 68 Pt. Kaffeetassen und Teeschalen Majolika 32 42 55 75 Pt. BRUNNEN- STR. 19/21 Ecke Veteranen- Strasse Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt Porzellan decoriert mod. Formen elegant decoriert elegant decoriert 15PL Kaffee- u.Teetassen meg. decor.13 Pt Teekannen für 2 Personen Kaffeekannen für 6 Personen 78 PL Kuchenteller gross, mit Henkel 28 Pf. Milchtöpfe decoriert. eleg. Formen 18 Pt. 25 PL. Satz Milchtöpfe dec., Satz 6 Stück 98 PT. Compotschalen fein ca 14 cm ca. 16. cm dec. 9PL 12 PL 1/2 Liter, I Liter Salatschalen hübsch ca. 21 23 27 cm decor. 22 PL.30PL. 38PL. decor. für Teeschalen 9 Pf. Bierservice Kinderm, Co: 1.65 Kaffeeservice per teil. 1.95,2.45 mit Unterlasse decoriert, m. 6 Gläs. Krug m.Beschlag, compl. Steingut- Wasch- Garnituren ca. 4000 Stck. Blumenkübel| Agate" 4 teilig, bunt bemalt in diversen Farben ,, Amanda" 4teilig, roter Fond ,, Tekla" 4 teilig, bunt bemalt 1.65 1.35„ Brunhilde" steilig, decoriert Bavaria" 5 teilig, decoriert 2.95 3.95 1.95 Edith" 5 teilig decoriert 4.95 2.25 Waschgarnitur extra gross 5.95 15, 25, 30, 35, 50, 65 PL. bis 3.95 Erica" 4 tellig, decoriert Emaille Wannen Wirtschafts- Artikel 98, 1.25, 1.50| Handtuchhalter 25, 85, 1.25| Rosshaarhandfeger Casserollen ohne Ring 28, 35, 38 Casserollen mit Ring 42, 55, 70 Schmortöpfe ohne Ring 38, 45, 60 Schmortöpfe mit Ring 55, 65, 85 Muschelkonsole mit Maass 55Pt. Schüsseln weiss 10, 15, 20, 25 Seifennäpfe für die Wand Toiletten- Eimer weiss Marktkörbe Tassensiebe 12, 25 3.25 1.95 12 Pt. Wasserkessel decoriert 2.10, 2.45 Kaffeekannen decoriert 95, 1.25 Konsole, Sand, Seife, Soda 1.95 Muschelkonsole decoriert, Waschgarnituren decor. 3 teil., 4.95 mit Mass statt 9.00 Besenhalter Quirlgarnituren 2.25 Schrubber 48 P. 4.75 1.45 65, 95 PL. 18, 20, 25 PL Waschständer 65, 85, 95 Pf. Waschtische 2.10 2.25 3.50 Waschtische geschlossen m. Pultdeckel 16.50 Vorratsbüchsen 15, 20Pt. Küchenbretter 8, 15, 22, 28Pf. Küchentische Küchenstühle Waschbretter 42, 55, 65P. Aermelplättbretter bezogen 48Pf. Plättbretter bezogen 1.95 Klammern Schock 10, 19 Pt. Putzschränke mit 3 schubladen 2.50 Kohlenkasten Holz 1.65, 2.25 Leitern Stufe Haar- Besen Handfeger 1.25 Toiletteneimer decor., mit Rohrbügel, statt 7.50 4.35 Nachtgeschirre decoriert 75, 95 PL. ca. 28 cm. EIMER mit Deckel reich decoriert, mit Messingbügel und Knopf Früchte Mirabellen Reineclauden Gem. Früchte Kirschen ohne Steine 2.95 11 Dose 1/2 Dose 62, 36 PL 80, 45 PL. 1.00, 55 95, 53PL Pflaumen blau,% Frucht 45. 28Pt. 80PL 80PL 58PL Aprikosen Frucht Pfirsiche Frucht Preisselbeeren 4 35P. 48, 70, 90 28, 38, 48Pt. Teppichhandfeger 30, 33, 38 Pt. Scheuerbürsten 8, 10, 12, 15 PL. Glanzbürsten 25, 38, 48, 65 PL. Auftragbürsten Schmutzbürsten 6, 8, 10. 10, 12, 15 PL. Zink m. 85PL Spirituskocher 23, 30, 45PL Brodkörbe mit Einlage Likörtabletts mit Einlage 85PL Waschfässer zink 7.65, 9.50 Waschfässer muist 9.50, 11.50 Waschzober zink 8.75, 11.50 Wringmaschinen la em 10.50 Wirtschaftswagen 1.45 1.95 Messerputzmaschinen Reibemaschinen ca. 36 cm 6.25 1.25 1.35, 1.65, 1.85 Plätteisen Esslöffel Britannia Theelöffel Britannia Esslöffel Alpacca Scheuertücher 9, 12, 15 PL. Theelöffel Alpacca Rosshaarbesen 98, 1.25, 1.60 Gemüse Kaiserschoten Schoten feine, junge Schoten junge Suppenschoten Dutzend 1.20 Dutzend 60 Pt. Stück 33P Stück 15 Pr. Gemüse- Etagèren doppelt Fleischwaren 85PL Cervelatwurst in Rinddarm Pfund 1.10 Salamiwurst in Rinddarm Hall. Fleischwurst Pfund 1.10 1/1 Dose 1/2 Dose 1.00, 55P 55, 33 PL. 45, 28PL. 38, 24P. Hall. Leberwurst Pfund 90PL ff. Leberwurst Pfund 1.00 Pfund 90PL ff. Landleberwurst Pfund 90 pt. Plockwurst Sülzwurst Pfund 1.05 Pfund 70pt 60, 35PL 90, 50P. 55, 33. Portugiesische Sardinen Dose 36, 65,%, Dose 80, 1.10 Apfelkraut Apfelkraut Stangenspargel extra 1.65, 88P Stangenspargel I 1.40, 75Pt. Stangenspargel III 1.00, 55P Riesenbruchspargel 1.30, 70. Bruchspargel Prima 90, 50PL Bruchspargel Köpfen 75, 43 PL Bruchspargel Köpfe Gem. Gemüse extra 68 PL Gem. Gemüse Früchte in Gläsern Birnen, Pflaumen ne Stein ohne. 64PL Kirschen mit Stein in Zucker Kirschen ohne Stein mit ohne Dose ca. 45 PL 1 Pfund Dose oa. 2 Pfund 80PL Berantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 3!. 22. 2. Stilajc leg Jornitls" Kerlim MM Mittwoch, t. Mörz IM. lokales. Stenerdebatte in der Stadtverordnetcn-Vcrsammlung. Mit dm Beschlüssen über die neuen Steuer- quellen, aus denen man den schlapp gewordenen Stadt- säckel wieder prall machm zu könnm glaubt, ist das Plenum der Stadtverordneten-Versammlung gestern noch nicht fertig geworden. Nachdem diese Angelegenheit zwei volle Jahre hin- durch die Stadtverordneten-Versammlung, dm Magistrat, eine aus Magistratsmitgliedern und Stadtverordneten gemischte Deputation, wieder den Magistrat und wieder die Stadtverord- neten-Versammlung beschäftigt hat, che sie zu einer vorläufigen Beschlußfassung reifen konnte, war es nicht mehr als billig. daß die Stadwerordnetm auch diesen Akt nicht überstürzten und ihn nicht in einer einzigm Sitzung abtaten. Noch in zehnter Stunde hörte die Versammlung eine endlose Rede des für den bedrohten Profit des Hausagrariertums kämpfendm Herrn Wallach(Alte Linke) an. um dann— müde geworden— die Beratung abzubrechen und auf Donners- tag zu vertagen. Nur der erste Teil der Vorschläge, die der zur Prüfung der Magistratsvorlage nochmals eingesetzte Stadtverordneten- Ausschuß dem Plmum machte, wurde in flottem Tempo er- ledigt. Sie haben einstweilen nur die Bedeutung von frommen Wünschen, die darauf abzielen, eine Aenderung der Steuer- gesetzgebung herbeizuführen, damit die bestehenden Steuern, vor allem die.Einkommensteuer, ergiebiger als bisher werden können. Der Ausschußberichterstatter Stadtv. Haberland brauchte nicht viel Mühe aufzuwenden, um diese Vorschläge zur Annahme zu empfehlen. Aus der Versammlung sprach nur noch unser Genosse Singer. Auch er stimmte namens der sozialdemokratischen Fraktion zu, aber er wies zugleich noch einmal mit allem Nachdruck darauf hin, daß mit solchen Mitteln allein nichts erreicht wird. Singer forderte eine p r o g r e s- s i v e Einkommen st euer, die die hohen Einkommen scharf heranzieht und dafür in den unteren Stufen die Steuerfreiheit weiter als heute ausdehnt. Die Mehrheit begleitete seine Darlegungen mit wachsendem Lärm, und als unser Redner die Steuersätze nannte, die er für die hohen und höchsten Einkommen empfiehlt, rief man höhnisch dazwischen:„100 Prozent des Einkommens!" Die Idee ist nicket übel— aber wir vermuten, daß die Herrschaften sich nicht beim Wort nehmen lassen werden. Unter den Vorschlägen, die schon jetzt ausführbar wären, stand obenan die famose L u st b a r k e i t s st e u e r, im be- sonderen die Steuer auf Theaterbilletts. Gegen diesen Ver- legenheitsgedanken wandte sich Singer, indem er davor warnte, den bisherigen prinzipiellen Standpunkt zu verlassen und hier eine indirekte Steuer einzuführen. Daß Oberbürgermeister Kirschner die Billettsteuer„trotz aller Prinzipien" empfahl und die Redner der„Alten Linken", die Herren Wallach und Cassel, ihm beipflichteten, verstand sich von selbst. Verwunderlich war dagegen, daß auch die „Sozial-Fortfchrittler" P r e u ß und Nathan in dieselbe Kerbe hieben. Interessant waren besonders die Bekenntnisse des Herrn Preuß, der auf den„Doktrinarismus" der Sozial- demokraten schalt, die unbedingte Verwerflichkeit der indirekten Steuern als ein„Ammenmärchen" bekämpfte und den Theater- besuch zum„Luxus" rechnete. Genosse Stadt Hägen geißelte diesen Standpunkt nach Gebühr. Mit den Sozial- demokraten marschierte diesmal nur die„Neue Linke", für die die Herren R o s e n o w und L a d c w i g sprachen. In aamentlicher Abstimmung erklärte sich schließlich die Versamm- lung mit 58 Stimmen gegen 38 grundsätzlich für Einführung einer Lustbarkeitssteuer. Die Besteuerung der Grund st ücke nach dem gemeinen Wert, die weiter vorgeschlagen wird, erfreut sich begreiflicherweise nicht der Sympathien des Haus- agraricrtums. Der Ausschußbcrichterstattcr Haberland bemühte sich. sie den Hausbesitzern mundgerecht zu machen. Singer beleuchtete die fülle Agitatton, die Herr Wallach im Interesse des Hausagrarier- tums in seiner Fraktion entfaltet hatte, um wenigstens für die bebauten Grundstücke die bisherige Besteuerung nach dem Nutzertrag zu retten. Herr Wallach hatte einen entsprechenden Antrag eingebracht, den er in langer Rede begründete. Der Saal leerte sich immer mehr, auf der Tribüne hielt außer Zeitungsmenschen und Magistratsbeamten nur noch ein einziger Zuhörer aus. aber Herr Wallach erklärte auf die Zwischen- rufe der Ungeduldigen trocken:„Ich habe Zeit!" Als er ge- endet, kam ein Vertagungsantrag, der angenommen wurde. Bis Donnerstag werden die Wortführer des Haus- agraricrtums neue Kräfte sammeln, um die Debatte fort- zusetzen._ Ein starker Mann. In unserem Dortmunder Parteiblatt lesen wir:„Der bekannte Staatsanwalt BruhnS. ein besonderer „Freund" der Redakteure unserer„Arbeiter-Zeitung". ist nach büraer- lichen Blättern an die Staatsanwaltschaft Berlin 1 versetzt worden. BruhnS hat wiederholt die schwersten Strafen gegen unsere Re- dakteure beantragt, unter anderem gegen Hänisch einmal 1 Jahr Ge- sängnis und gegen Vredenbeck 13 Monate Gefängnis. Man hatte immer den Eindruck, als wollte er mit seinen exorbitanten Straf« auträgen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Anscheinend ist da« ge- glückt. Man wird den Herrn näher im Auge behalten müssen." Bisher haben solche starken Männer der Staatsanwaltschaft in Berlin nicht zum längsten regiert. Die Romen, Benedix und wie die Herren heißen, sind, und zwar nicht allein in der sozial- demokratiscken Presse, so arg zerzaust worden, daß sie ihres Eifers nicht besonders froh wurden. Vom Omnibus. Der Geschäftsbericht der A l l g e m e i n'e n Berliner OmnibuS-Aktien-Gesellschaft für das Jahr 1904, der sich in Vorbereitung befindet, wird die Einführung von Automobil-Omnibussen ankündigen. ES sollen schon in diesem Frühjahr sechs Motorwagen neuer Bauart versuchsweise auf der Linie b, Bülowstratze— Stettiner Bahnhof eingestellt werden. Im laufenden Geschäftsjahre sollen serner weitere ISO bis 200 neue Einspänner in Betrieb genommen werden. Schon für April find neue Linien im Westen und Norden vorgesehen. Der Ankauf des Vittoriaspeichcrs soll es ermöglichen, den Betrieb besonders im Osten und im Äöpenicker Viertel auszudehnen. Die Zunahme der Fahrgäste von 69 auf 35 Millionen im letzten Jahre stellt die höchste Zunahme von allen größeren Verkehrsunternehmungen in Berlin dar. Die Zahl der Beamten und Angestellten der Gesellschaft beträgt jetzt 1698 gegen 1602 im Vorjahre. Auf 26 Linien verkehren 663 Omnibufie mit 3244 Pferden gegen 3033 im Jahre vorher. Mit 94 146 Einspänner- und 68 139 Zweispänner-Tageswagen wurden 15,8 Millionen Kilometer zurückgelegt. Bon den Fahrgästen zahlten 67 Millionen 6 Pf., 18� Millionen 10 Pf. Fahrgeld. Die Zunahme beträgt bei den 6 Pfennig- Strecken allein 22'/« Millionen. Ein- genommen wurden 6 234 230 M. gegen 3 721989 M. im Vorjahre. Im Durchschnitt betrug das Fahrgeld 6,09 gegen 6,2 Pf. im Vorjahre. Der gefahrene Kilometer brachte 33,00 gegen 32,73 Pf. Die höchste Werktagseinnahme war am 1. Oktober mit 20 199 Di. Ein- schließlich der Handwerker wurden an Löhnen ungefähr 2 Millionen Mark, für Wohlfahrtseinrichtungen und Gewinnbeteiligung der An- gestellten 172 000 M. ausgegeben.— Die Löhne der OmnibuS-An- gestellten sind bekanntlich zum Teil sehr niedrig, wogegen ihre Arbeitszeit außerordentlich lang ist. Aufhebung der KrankenversichcrungSPsticht. Durch Beschluß der Gemeindebehörden ist bestimmt worden, daß den Anwärtern auf Beamtenstellen aller Art, soweit sie nicht noch Personen des Soldaten- standeS sind, sowie den ständigen Hülfsarbeiterinnen des statistifchen AinteS der Stadt Berlin, des Stiftungsbureans und der Kalkulatur der Armendirektion, den Bibliothcksgehülfinnen. Maschinen- schreiberinnen und Fernsprechgehülfinnen, ferner den Oberschwestern, Schwestern, Probeschwestern und Schülerinnen der städtischen Kranken- und Pflegeanstalten und der Erzichungsinspeltorin, der Hausmutter und der Aufseherin der städtischen Walsenverwaltung in Krankheits- fällen die ihnen zustehenden Dienstbezüge auf 26 Wochen fortgewährt werden sollen.— Hiernach sind die genannten, von der Stadt- gemeinde beschäftigten Personen der Krankenverstcherungspflicht nicht mehr unterworfen. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Bersamm- lung am Donnerstag, den 2. März d. I.. nachmittags 6 Uhr: Ein Naturalisationsgesuch.— Die in der außerordentlichen Sitzung am 28. Februar d. I. etwa unerledigt bleibenden Gegenstände, für welche eventuell die Bestimmungen im zweiten Absatz des§ 42 der Städte- Ordnung zur Anwendung kommen werden.— Borlagen betreffend die Einführung der Milleniumlicht-Beleuchtung für die beiden Schweine-Schlachthäuser B I f und g an Stelle der im Kosten- anschlage vorgesehenen gewöhnlichen Gasbeleuchtung,— ein gemeinsames Vorgehen mit den Nachbargemeinden bei der bevorstehenden Volkszählung,— die Festsetzung von Fluchtlinien für die neuen Straßen 14b, 14c. 146 und 206, 18c, 136 und 18e in Abteilung XII des Bebauungsplanes,— die für Erwerbungen von Straßenland oder Baubeschränkungen auf Gruird von Entschädiguugsbeschlüssen oder richterlichen Entscheidungen in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1903 gezahlten Beträge,— den Ankauf des Grund- stückes des ehemaligen Erziehungshauses am Urban,— den Ver- lauf einer städtischen Baumaske in der Revalerstraße,— die Wahl eines Bürgerdcputierten für die Deputation der städtischen Wasser- werke und den Ablauf der Mahlzeit eines Bürgerdeputierten bei der- selben Deputation.— Drei UnrcrstützungSsachen. Konservative Sozialpolitik. Die Partei-Organisation der Berliner Konservativen hielt gestern im Renen Klubhause, Am Königsgraben, ihre Hauptversammlung ab. In einem Vortrage, den der General- sekretär der konservativen Partei Hauptmann a. D. v. Strosser über die politiscke Lage hielt, forderte er mit Rücksicht auf den verflossenen Streik im Ruhrgebiet ein neues Gesetz zum Schutze der Arbeitswilligen.— Das ist ein Berliner Konservativer. Wie schauerlich muß es um da? sozialpolitische Verständnis der regierenden Partei nun erst in der Provinz aussehen! Nichts für die Berliner. Eine konmumale Korrespondenz schreibt: „Das Hofmarschallamt ist mit den Karten zur Domeinweihung nicht freigebig gewesen. Die Abgeordneten im Landtage sind, obgleich ihnen 60 solcher Karten zur Verfügung gestellt worden sind, von dieser Knauserigkeit wenig erbaut gewesen. Dem Berliner Magistrat und den Stadtverordneten sind sogar nur vier Karten übersandt worden, und andere Behörden in Berlin sind vollständig über- gangen worden. Auswärtige dagegen sollen ungleich reicher bedacht worden sein. Unmöglich wäre es nicht, daß bei der Zuteilung der Karten mehr als ein Zufall mitgewirkt hat." Das Hofmarschallamt wird von der ganz richtigen Ansicht ausgegangen sein, daß die Berliner sich nicht viel aus der Einweihung machen. Wenn der eine oder andere freisinnige Stadtverordnete sich doch betreten fühlt, nun so mutz er seinen Schmerz eben mit Fassung ertragen. Berlins Wasserverbrauch 1904. Berlin hat im vorigen Jahre, vermutlich infolge des anhaltenden trockenen und heißen Sommers, erheblich mehr Wasser als in den Vorjahren verbraucht. Die städtischen Wasserwerke haben rund 60 Millionen Kubikmeter Wasser abgegeben, wobei zu berücksichtigen ist. daß auch Friedrichshagen, Neu-Weißensee, Treptow, Stralau und Nieder-Schönewcide Wasser von den städtischen Wasserwerken beziehen. Es ist also eine erheb liche Zunahme zu verzeichnen, denn im Jahre 1903 wurden nur 46 Millionen Kubikmeter abgegeben. Diese 60 Millionen Kubikmeter Wasser— es handelt sich nur um das gegen Zahlung gelieferte Wasser— ergeben eine Einnahme von rund 3 Millionen Mark. Mit dem weiteren Aus- und Umbau des Wasserwerkes Friedrichshagen ist begonnen worden. Hierfür sind rund 10 Millionen Mark be- willigt, wovon erst etwa 4 Millionen Mark verbraucht, so daß noch rund 6 Millionen Mark verfügbar sind. Nach der Vollendung dieses Grundwasserwerkes wird Berlin nur noch Wasser aus Brunnen er- halten. Zurzeit wird Berlin aus Tegel mit Brunnen- und aus Friedrichshagen mit Müggekseewasser versorgt. Insgesamt hat die Stadt Berlin nach Fertigstellung der Grundwasserwerle nicht weniger als 70 Millionen Mark für diese Zwecke verausgabt. Tie höheren Mädchenschulen haben keine besonderen Vorschulen� aber sie haben drei unterste Klassen, die deren Stelle vertreten. Die Zahl der Schülerinnen, die ihre Vorbildung in den Elementarfächcrn durch eine Gemeindeschule erhalten haben, ist in den höheren Mädchenscknllen nicht groß. Eine in diesem Winterhalbjahr 1904/06 in den höheren Mädchenschulen der Stadtgcmeinde zum erstenmal aufgenommene Statistik weist nach, daß von den 4163 Schülerinnen der sechs Anstalten 669 aus Gemeindeschulen hervorgegangen waren. Das wären also nur etwa 13V- Proz. Beachtenswert sind die großen Unterschiede, die in dieser Beziehung zwischen den einzelnen Anstalten bestehen. Unter dem allgemeinen Durchs6)nitt blieben die Dorotheen- Schule mit WVi Proz.. die Luisen-Schule mit 12 Proz., über diesen Durchsthnitt gingen hinaus die Sophicn-Schule mit 14 Proz., die Viktoriaschule mit 16 Proz. Am weitesten entfernen sich vom Durchschnitt auf der einen Seite die Charlotten-Schule mit nur 6% Proz., auf der anderen Seite die Margareten- Schule mit 22 Proz. Der Berliner Asylvcrein für Obdachlose hat gestern abend in der Vittoria-Brauerei seine diesjährige Generalversammlung abgehalten. Auf der Tagesordnung stand als erster Punkt der Jahresbericht. Danach beträgt der Vermögensbestand am 31. Dezember 1994 763 653,47 M. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Jahre 31 764,14 M., die Ausgaben 146 609,38 M. Das Defizit wurde durch Verwendung der Legate und Stiftungen gedeckt. Für die im Jahre 1904 aufgenommenen 308 386 Obdachlose wurden 130 817 Bäder verabfolgt. Arbeitsnachweis erhielten 3129 Männer und 287 Frauen. Durch Errichtung des neuen Frauenasyls auf dem Gelände an der Wiesenstraße werden dem Berein erhebliche Aufwendungen entstehen. Die Reserven werden den Verein dabei unterstützen, sie reichen jedoch bei weitem nicht aus, um das gesteckte Ziel zu erreichen. Der Verein appelliert daher an die Opferwilligkeit der Berliner und hofft, daß seinen geschaffenen Werken durch hülfsbereite und wohltätige Hände reichliche Mittel zufließen. Die Beisetzung des verstorbenen Branddirektors GierSberg ist gestern mittag von der Hauptwache in der Lindenstraße aus erfolgt. Eine große Reihe von Feuerwehr-Deputattonen aus den bedeutendsten Provinzialstädten hatten sich zur Feier eingefunden. Die Brand- direktoren v. Moltke-Kiel, Westphal-Hamburg, Rcichelt-Hannover und Schenker-Dortimmd waren persönlich erschienen. Alle Venifs- und Pflichtfeucrtvehrcn aus der engereu und tveiteren Umgebung Berlins hatten Deputattonen entsandt. Bon der Berliner Feuerwehr waren alle Mamischaften. die nur irgend wie entbehrlich waren, zu dem feierlichen Me abkommandiert. Die Beisetzung erfolgte auf dem alten Jakobi-Kirchhof in Rixdorf. Ei» Stück Eisenbahn-Bureankratie weniger. Den Inhabern von Arbeiter-Wochenkarten der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen soll„nachgelassen" lverden, daß sie aus ihre Karten auch noch nach 12 Uhr nachtö nach ihren Wohnstätten zurück- fahren dürfen. Derartige Karten dürfen bekanntlich täglich nur zwei- inal, zur Hin- und zur Rückfahrt, benutzt werden, die letztere mußte bisher bis Mitternacht des betreffenden Tages beendet sein. Arbeiter, die erst später heimkehren konnten, verloren nach diesem Zeitpunkte die Berechtigung, auf ihre Wochenkarten zurückzufahren. Diesem Uebelstande soll jene Verfügung abhelfen. Ter Ueberfall am Untergrundbahnhof. Die Verhaftung des früheren Schaffners Karl Schönborn gelang Montag abend gegen 7 Uhr, als er von seiner Arbeitsstelle, einem Bau in der Schönhauser Allee, nach der Krummcstraße 34 zurückkehrte, wo er bei seinem Bruder eine neue Schlafstelle bezogen hatte. Dem Kriminalinspektor Krause stellte er ein Alibi auf, das erst nachgeprüft werden muß. Gestern morgen wurden noch sein Stiefbruder, die Braut und Arbeitsgenossen vom Bau sowie Droschkenkutscher vernommen. Schönborn bestreitet die Tat. Die Hauptzeugin, das Überfallene Fräulein Effenberg, hat noch nicht vernommen werden können, weil ihr Zustand noch zu bedenklich ist. Karl Schönborn hat bei seiner Vernehmung ausgesagt, daß er sich in der fraglichen Nacht länger als sonst in der Schönhauser Allee aufgehalten habe und mit der Stadtbahn nach dem Savignhplatz habe fahren wollen. Unterwegs sei er eingeschlafen und auf dem Lehrter Bahnhof erwacht. Er habe de» nächsten Zug zur Rückfahrt benutzt und sei um l'/z Uhr am Zoologischen Garten ausgestiegen, um nach Hause zu gehen. Diese seine Angaben werden aber von nieniand bestätigt. Dagegen glauben die Droschkenkutscher, denen um l8/- Uhr ein Mann entschlufte, ihn wieder zu erkennen. Auch der andere Kutscher tn der Kurfiirstenstraße hält ihn für denselben, den er ge- sehen hat. Dem Fräulein Effenberg, die noch sehr erregt ist. konnte Schönborn nur ganz flüchtig in ihrer Wohnung gezeigt werden. Sie glaubt ihn wieder zu erkennen, muß ihm aber nach der Genesung von neuem gegenübergestellt werden, um ein sicheres Urteil abgeben zu können.— Seine frühere Dienstmütze hat Schönborn auf dem Neubau in der Schönhauser Allee, er kann aber noch eine zweite besessen haben. Die vorliegenden Verdachtsgriinde genügten vor- läufig, um Schönborn dem Untersuchungsrichter vorzuführen. Zur Sicherheit der Straßenbahn- Fahrgäste hat das Polizei- Präsidium in letzter Zeit zahlreiche Strafbefehle gegen Wagenkutscher ergehen lassen. Nach den polizeilichen Bestimmungen haben die Kutscher an Straßenvahn-Haltestellen, besonders dann, wenn Passa- giere ein- und aussteigen, im Schritt zu fahren. Durch das Nicht- befolgen dieser Verordnung sind s6)on schwere Unglücksfälle herbei- geführt worden. Um Wiederholungen derartiger Unfälle im Straßen- verkehr vorzubeugen, sind die Schutzmannsposten angewiesen, ihr Augenmerk auf die Kutscher zu richten und alle diejenigen, welche die Haltestellen im Trab passieren, zur Anzeige zu bringen. Der„kluge HanS" hat sich gestern recht unklug benommen, er hat den 68 Jahre alten Pförtner Friedrich Schultz aus der Griebenow- straße 10/11' durch einen Hufschlag gefährlich verletzt.„HanS" wurde um 1 Uhr nachmittags auf dem Hofe von feinem Besitzer vorgeführt und sollte in seinen Stall zurückgebracht werden. Als er an dem in gebückter Stellung auf dem Hofe beschäftigten Pförtner vorbeikam, schlug er aus und traf mit dem rechten Hinterhuf den Pförtner in das Gesicht, so daß dieser besinnungslos niederstürzte. Ein Arzt der Rettungswache III aus der Kastanien-Allce verband ihn und schickte ihn in einer Droschke nach dem Lazarus-Kranken- hause. Der Ueberfall auf den Kassenboten. Der Bauunternehmer Georg John(als dieser wurde der Verhaftete identifiziert) bestreitet trotz der gegen ihn vorliegenden erdrückenden Beweise auch heute noch den räuberischen Ueberfall. Von dem Schnceberger, dem Raub, dem Entfliehen, dem Widerstand bei der Festnahme will er nichts wissen. Durch Zeugen wurde außerdem noch festgestellt, daß er seit fast 14 Tagen die Kassenboten in jener Gegend, wo der Ueberfall geschah, beobachtete. Manckie Leute, die John kennen, hielten den Vorfall anfangs für ein Märchen. John hatte eine größere Summe bei sich und beschäftigt in Fürstenwalde über 100 Arbeiter. Bei ihm wurde noch eine Radfahrerkarte auf einen fremden Namen vor- gefunden, von der er ebenso wenig wissen will, wie sie in seintz Tasche kam. wie von dem Schucebergcr. Seine Angaben sind im ganzen ziemlich klar. Die Vernehmungen sind jetzt bei der Kriminal- Polizei abgeschlossen. Ein späterer Bericht besagt noch: Bei John wurde noch eme blaue Brille und ein grüner Jaadhut gefunden, ebenso auch fest- gestellt, daß er seinen Schnurrbart gefärbt hatte. Seine Beob- achtungen sollen nach seiner Angabe einem Verwandten gegolten haben. Den Schnceberger null er in kleinen Mengen beschafft und dann in eine große Tüte geschüttet haben, um damit auf einem Alpcnball die Gäste zum Niesen zu bringen. Das Gerede. John habe sich in Zahlungsschwierigkeiten befunden, entbehrt der Begründung. Er gab noch jüngst in Charlottenburg einen größeren Auftrag auf Holz und zahlte 8000 M. Der Gerichtsassessor. Gestern wurde hier auf offener Straße eine Persönlichkeit verhaftet, deren Taten vor zwei Jahren bereits den Gesprächsstoff bildeten. Der„Gerichtsassessor" F. aus Dussel, dorf hatte damals Gelegenheit gefunden, in begüterten Kreisen Berlins eingeführt zu werden und hier Pumpvcrsuche im größten Maßstabe auszuführen. Plötzlich verschwand der Herr Assessor, und nur. wurde durch Steckbrief bekannt, daß er den Titel zu Unrecht führt, daß er vielmehr ein Gcrichtsaktuar aus Düsseldorf war, der dort wegen Fälschung und anderer schwerer Fälle gesucht wurde. Herr F. wurde dann in Berlin ermittelt und sollte nach Düsseldorf transportiert werden. Unterwegs entsprang er aus dem Eisenbahn- zuge. Er wurde dann später doch ermittelt und festgesetzt. Gestern bemerkte ihn einer seiner Bekannten, den er auch durch falsche Vor» spiegelungen zur Hergabe einer Geldsumme bewogen hatte, in der Potsdamerstraße aufs eleganteste gekleidet. Er verfolgte ihn un- auffällig und vcranlahtc in der Wilhelmstraße einen Polizei-Offizier, ihn festzunehmen. Auf der Polizeiwache bequemte sich der elegante Herr in einer Anwandlung von Schwäche dazu, die Scbuld sofort zu begleichen. Seine Hoffnung, daß er nun wieder entlassen werde, betrog ihn jedoch, da sich seine Angaben über seine Wohnung in Berlin als unrichtig erwiesen. Er wurde von der Polizei fest- gehalten, da man vermutet, daß sein Konto aufs neue belastet ist. Tödlicher Straßenunfall. Der 61jährige Händler Ernst Deckert aus der Mariannenstr. 40 wurde vorgestern abend in der Skalitzer- straße so unglücklich von der Straßenbahn überfahren, daß er mit schweren inneren Verletzungen nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. Hier ist er gestern morgen seinen Verletzungen erlegen. Ein internationaler Taschendieb war anläßlich der Einweihung de? Doms auf Beute ausgezogen, wurde aber gleich ergriffen. Ein Kriminalbeamter sah. wie er einer Frau im Gedränge aus dem Pompadour die Geldtasche herausholte. Als er ihn festnehmen wollte, warf der Dieb die Beute von sich und wollte entfliehen. Die Geldtasche wurde aufgenommen und die Eigentümerin festgestellt. Der Dieb, der etwa 300 M.— besonders in österreichischer Münze bei sich hatte, nemtt sich Kunstmaler Georg Mantler aus Budapest und bestreitet die Tat. Er will drei Wochen in der Dorotheenstraße gewohnt haben, hat sich aber nur acht Tage dort aufgehalten und blieb der Wohnung fem, als die Wirtin ihn gegen seinen Willen anmelde» wollte. Bon den Ringkämpfen. Auch die diesmalige Kampagne der starken Männer bei Busch Treptow- Baumschulenweg. Vermischtes. Rixdorf. August Thiele aus Ruhlsdorf bei Audenwalde. Er unterhielt Bei den gestern stattgefundenen Kaufmannsgerichtswahlen haben seit Jahren mit der Büdnertochter Rosina Schneider aus Ruhlsdorf ift nicht ohne die übliche Sensation verlaufen. Am Sonnabend sollte von 243 wahlberechtigten Handlungsgehilfen nur 90 ihr Wahlrecht ein Verhältnis, dem zwei Kinder entsproffen. Beide liebten sich und der mit Spannung erivartete Kampf zwischen dem Russen Aberg ausgeübt. Für die Liste des Zentralverbandes der Handlungs- wollten sich heiraten, aber der Vater der Schneider setzte es durch, neben Hackenschmidt und Zurich der renommierteste russische Ring- gehülfen und-Gehülfinnen stimmten 26, für die Liste der ver- daß sie ihrem Geliebten ohne Grund den Laufpaß gab und sich mit kämpfer und dem Bulgaren Petroff, dem Sieger im Palast einigten bürgerlichen Vereine 64. Der Zentralverband stellt einem Landwirt in Kerzendorf verheiraten mußte. Vorher hatte sie Theater, vor sich gehen. Es kam aber nicht dazu. Petroff war so 3 Beisiger, der bürgerliche Mischmasch 9. an ihren bisherigen Geliebten noch einen Brief geschrieben, er möge unvorsichtig gewesen, am Tage zuvor, statt sich zu schonen, sie totschießen und sich dann selber töten. Am 31. Dezember v. J. mit dem Franzosen Aimable de Calmette zu ringen. Dabei hatte er traf Thiele seine ehemalige Braut auf der Chaussee in Begleitung Der Entwurf des Gemeindehaushaltsplanes für 1905 ist erst am ihres Vaters, und ging nun mit seinem Messer in eifersüchtiger Erdas Malheur gehabt, von seinem Partner gegen Montag den Gemeindeverordneten zugestellt worden, obgleich er schon regung auf beide los, wobei er dem Vater einige Stiche in den die Rampe geschleudert zu werden, wodurch er fich eine Verstauchung seit dem 16. Februar für die Gemeindeangehörigen öffentlich aus Leib beibrachte, die nicht gefährlich waren. Thiele wurde dafür zu mit Bluterguß" zugezogen hatte. Petroff konnte deshalb nicht gegen den Russen antreten. Mit einem anderen liegt. Der Etat balanziert in Einnahme und Ausgabe mit sechs Monat Gefängnis verurteilt. Kämpen zu ringen, weigerte sich aber Aberg. Zum Montag war 2 160 000 m., wovon 1728 700 M. auf die Kanalisationsverwaltung nun der zweite Stampf Se o ch fontra Aberg angesezt. Aber auch entfallen. der kam nicht zum Austrag, da Aberg nicht erschienen war. Das Die einzelnen Positionen stellen sich folgendermaßen: AmtsPublikum, das schon durch den Fall Petroff mit Mißtrauen erfüllt und Gemeindeverwaltung 11 185 M. Einnahme, 116 735 M. Ausworden war, machte seinem Unwillen über die neue Programm gabe. Schulverwaltung: 5940 M. Einnahme, 57 981,20 M. Die Reservearmee des geistigen Proletariats. Auf den Juristenwidrigkeit gegenüber Koch in stürmischer Weise Luft. Einige Blätter Ausgabe. Armenverwaltung 2110 M. Einnahme, 10 840 W. Ausmachten umgekehrt Aberg zum Sündenbod. Sie warfen ihm vor, gabe. Für Wohltätigkeits- und gemeinnützige Zwecke wird die Summe überfluß weist in der Deutschen Juristenztg." Justizrat Dr. Stranz schmählich gekniffen" zu haben. Ein Blatt nannte ihn sogar voll on 5725,77 m. vorgesehen. Die Schuldenverwaltung erfordert einen an der Hand einiger von Prof. Leris in den„ Hochschul- Nachrichten" zornigen Eifers den feigen Russen". Herr Aberg, der Zuschuß von 28 953,93 M. An Steuern sollen 309 800 M. aufgebracht mitgeteilten Ziffern hin. Die Zahl der preußischen Juristen an den diese Behandlung sehr tragisch zu nehmen scheint, schüttete hinzugekommen ist die Biersteuer, welche mit 10 000 M. in Ansatz 1899/1900: 5127; 1896/97: 4147; 1889/90: 2925; 1885/86: 2411; werden, gegen das Vorjahr ein Mehr von 51 800 m. Neu- deutschen Universitäten betrug im Wintersemester 1903/04: 6345; daraufhin unserer Redaktion sein Herz aus. Daß er nicht 1880/81: 3103. Die Zahl der preußischen Referendare betrug im feige sei, gehe doch schon daraus hervor, daß er einen Ringer wie gebracht worden iſt. Petroff gegen einen Einsatz von 500 Mart herausgefordert habe, August 1903: 5718; 1898: 4062; 1889: 2981; 1880: 3590. In der einen Einsatz, den er auch deponiert habe, Petroff aber nicht. Gegen Von der Kirchengemeinde soll in der Hausotterstraße ein Aſſeſſorprüfung standen nach dem neuesten Berichte der Justizprüfungsandere Ringer zu kämpfen, sei von vornherein nicht seine Absicht Gemeindehaus, verbunden mit einem Kinderheim, errichtet werden. Kommission im Jahre 1904 1679 Prüflinge gegen 1515 im Vorjahre. gewesen, da ihm die Direktion des Zirkus Busch nur 50 Mark pro Die letzte Gemeindevertreter- Sitzung beschloß nun, von dieser An- Gegenüber diesem juristischen Nachwuchs stellt sich, nach den genauen Tag offeriert habe, während die anderen erstklassigen Ringer 150 bis ſtalt teine Abgaben für Waffer, Gas und Straßenreinigung zu er- Berechnungen von Leris, die dem Gesamtbedarf an Juristen 250 Mark pro Tag erhielten. So habe für ihn ein viel größeres heben. Um die Ausgaben der Gemeinde decken zu können, schlägt in Preußen entsprechende Normalzahl der Studierenden auf rund Risiko bestanden als für seine Gegner. Das Ringen lediglich um der Gemeindevorstand vor, eine Anleihe in Höhe von einer halben 2800. Diese Bahl ist also 1903/04 um nicht weniger als 3545 überPreise sei eine zu gewagte Sache, da auch der beste Ringer nie- Million Mark aufzunehmen. Es werden für den fertiggestellten Er- schritten worden. Justizrat Dr. Stranz bemerkt hierzu: In mals wissen fönne, об ihm der Zufall hold fein weiterungsbau des Rathauses 30 000 m., für getaufte Grundstücke Sachsen muß bereits eine Anzahl Assessoren Gerichtsschreiberdienste tun, in Bayern desgleichen. Ein Damm gegen die Hochkommen sei, sei doch nicht seine Schuld. Koch weiche er Weitere Ausgaben entstehen durch Verlegung der Wasserleitungs- die Verschärfung der Prüfungen. Daß sein Gang mit Petroff nicht zustande ge- und Plätze 115 000 M., für das Kinderheim 6000 M. gebraucht. flut' wäre auch die Vertiefung der Vorbildung und feineswegs aus, nur habe er sich jetzt nicht mit ihm messen wollen, röhren in der Holländerstraße, durch den Gemeindeschulhausbau im die Verschärfung der Prüfungen. zumal er bereits vom 1. März ab fontrattlich anderweitig ver- westlichen Ortsteil und den Ankauf eines Grundstückes für das Realpflichtet sei. Trotzdem hätte er auch am Sonnabend mit jedem gymnasium. Die Gemeindevertretung beschloß die Aufnahme einer anderen Gegner gerungen, wenn deren Angebote nicht erst erfolgt Anleihe in der vorgeschlagenen Höhe. Nachdem noch die Zustimmung wären, als er fich bereits wieder in der Garderobe befunden habe. erteilt war, den unbebauten Teil der Holländerstraße mit Wasser So weit Herr Aberg. Was uns der Herr sonst noch erzählte, leitungsröhren zu versehen, folgte eine geheime Sigung. kann uns nur in unserer Auffassung bestärken, daß man nur gut tut, den professionellen Ringsport überhaupt möglichst wenig tragisch zu nehmen. werde. Kollwig. Reinickendorf. Lichtenberg. Dadurch könnten Unfähige und Unlustige, die in Scharen gerade den juristischen Beruf als Verlegenheitsstudium ergreifen, etwas zurüdgedrängt werden. Das Studium soll verlängert, das Examen verschärft werden, nicht um erhöhten Anforderungen zu genügen, sondern um eine Erschwerung des Studiums herbeizuführen. Dieser Weg, die Zahl der Juristen einzuschränken, ist ebenso verzweifelt, wie er unwirksam bleiben würde. Die freien Berufe können sich der Ueberfüllung und der Die Standalchronit Lichtenbergs wird demnächst sich um einen Reservearmee auf die Dauer nicht erwehren. Sie befinden sich neuen Fall vervollständigen. Wegen Fälschung sowie Vernichtung hierbei mit dem industriellen Proletariat in gleicher Lage. Zentralfommission der Krankenkassen. In den Aulen der städti- Amte in 14 weiteren Fällen und Betruges wird sich der frühere Bariser Nervenärzte, Professoren Magnan und Garnier, die gemeinvon öffentlichen Urkunden in 24 Fällen, ferner Unterschlagung im Der Geisteszustand der Prinzessin Louise von Koburg. Die schen Gemeindeschulen Berlins sprechen am Donnerstag, den 2. März, Amtsdiener und Vollziehungsbeamte Gustav über„ Körperbeschaffenheit und Berufswahl": Wrangelstr. 128 Herr Herzberg vor dem Schwurgericht des Landgerichts II ver- jam von den Anwälten der Prinzessin und den Anwälten des Brivatdozent Dr. Brandenburg, Memelerstr. 24/25 Herr Dr. Lubowsky, antworten müssen. Der bisher unbescholtene Angeklagte, welcher Prinzen von Koburg ausgewählt worden waren, um die Prinzessin Quizowstr. 115 Herr Professor Sommerfeld, Schönhauser Allee 166a fich zurzeit in dem Moabiter Untersuchungsgefängnis befindet, steht Der" Temps" meldet darüber folgendes: Nach Ansicht der beiden auf ihren Geisteszustand zu untersuchen, haben ihr Urteil abgegeben. Herr Dr. Ebeling; am Freitag, den 3. März, werden über:„ Die feit dem Jahre 1894 im Dienst der Polizeibehörde. Seit drei Herr Dr. Kayserling, Tilsiterstr. 4/5 Herr Dr. Paul Bernstein, Bant meinde Lichtenberg und hat als solcher die Vollstreckungsfachen zu Gerechtigkeit widersprechen, sogar verbrecherisch sein. Die Prinzessin Ürfache und Verhütung der Schwindsucht" sprechen: Gneisenaustr. 7 Jahren bekleidet H. das Amt eines Bollziehungsbeamten der Ge- berühmten Professoren ist die Prinzessin feineswegs geistestrant, und ihre Einschließung in einer Anstalt würde allen Prinzipien der straße 8 Herr Dr. Schulz und in der Keibelſtr. 31/32 Herr Dr. erledigen. In mehreren Fällen hatte H. den Auftrag erhalten, kleine Gerechtigkeit widersprechen, sogar verbrecherisch sein. Die Brinzessin Geldstrafen in Höhe von 3 und 5 M. beizutreiben. Herzberg soll ist im allgemeinen unüberlegt, bisweilen verschwenderisch, und Gorki- Abend der Freien Voltsbühne! Die Kunstabende der diese Geldbeträge in seine eigene Tasche gesteckt haben, anstatt sie gewisse Eigentümlichkeiten ihres Charakters sind auf Vererbung zurückzuführen. Keine dieser Neigungen aber rechtfertigt ernste MaßFreien Volksbühne verfolgen den Zweck, im kleineren Streise und an die Gemeindekasse abzuführen, und diese Veruntreuungen in zurückzuführen. Keine dieſer Neigungen aber rechtfertigt ernste Maßunter Beschränkung auf möglichst einheitliche Darbietungen den folgender Weise verdeckt haben. Er stellte fälschlicherweise ein Protokoll regeln, und die geistige Selbständigkeit ist bei der Prinzessin absolut vorhanden. Mitgliedern die hervorragendsten Erscheinungen auf dem Gebiete über eine angeblich vorgenommene fruchtlose Pfändung aus. Zuder redenden, tönenden und bildenden Künste zugänglich zu machen. gleich fälschte H. auch noch den Behändigungsschein über die ZuEin Lustmord. Die Kölnische Volkszeitung" meldet aus Wie der wachsend zahlreiche Besuch erkennen läßt, beginnen sich auch stellung der von dem Amtsvorsteher erlassenen Aufforderung BI antenhein( Eifel): Auf einer Wiese bei Nonnenbach fand diese Veranstaltungen als fester Bestandteil des künstlerischen Arbeits- zum Strafantritt, während er die Aufforderung selbst vernichtete. ein Arbeiter den Rumpf einer Frauensperson ohne Kopf und abplanes der Freien Volfsbühne einzubürgern. Der gestrige Kunst- In einem Falle soll Herzberg sogar das Gefangenenregister des gehauenen Gliedern; wahrscheinlich liegt ein Lustmord vor. Der abend war dem russischen Dichter Gorki gewidmet, der das Opfer Amtsgefängnisses zu Lichtenberg in der Weise gefälscht haben, daß Staatsanwalt sette auf die Entdeckung des Täters eine Belohnung des russischen Absolutismus geworden ist. Herr Dr. Polonsky, er eine Eintragung machte, nach welcher ein Arbeiter eine Strafe von 1000 M. aus. der russische Uebersetzer und Literaturhistoriker, entwarf einleitend verbüßt hatte. Noch schlimmer soll ein anderer Fall liegen. Ein Zusammenstöße und Entgleisungen von Expreßzügen. Der Expreßmit fein anschmiegendem und nachfühlendem Verständnis ein Cha- Arbeiter Schulz in Lichtenberg hatte bereits eine Polizeistrafe von zug Cannes- Wien stieß Montag nacht mit einem Güterzug auf rafter- und Stimmungsbild der Werke Gortis. Herr Hofmeister 3 m. bezahlt. Trotzdem erschien der Angeklagte bei S. und ver- dem Bahnhof Rogoreto zusammen. Die Lokomotive des Expreßvom Deutschen Theater trug aus den Werken des Dichters einzelne langte nochmals Zahlung des Betrages. Als Schulz sich weigerte zuges wurde umgeworfen und drei Waggons des Güterzuges wurden hervorragende Stücke mit seiner großen Sprachkunst vor. Fr. Vera zu zahlen, zeigte ihm. einen roten Schein vor und erklärte, dies zertrümmert. Die Reisenden setzten alle unbeschädigt die Fahrt in Goldberg erfreute das Publikum durch eine Anzahl russischer wäre ein aftbefehl, zugleich foll H. gedroht haben, den S. einem anderem Expreßzuge fort. Sämtliche Wagen des ExpreßLieder, die temperamentvoll mit ihrer eigenartigen weichen Straft gleich mitzunehmen. Schulz ließ sich hierdurch einschüchtern und zuges Berlin- Neapel find Dienstag zwischen Atzwang und Blumau und beseelter Stimme zwei in russischer Sprache vorgetragen, zahlte nochmals den Betrag von 3 M. In der Voruntersuchung( Tirol) infolge Steinsturzes entgleist. Reisende und Zugpersonal die Hörer tief und innig in das Reich der russischen Kunst ein- beantragten die Verteidiger des H., ihn auf seinen Geisteszustand blieben unverlegt. führten. Der Abend hinterließ in seiner einfachen und einheitlichen zu untersuchen. Diese Untersuchung scheint jedoch nach dem GutStimmung reiche und feine Eindrücke. achten des Gefängnisarztes Dr. Hoffmann derart ausgefallen zu sein, daß jede Annahme von Zweifeln an der vollständigen Auf Veranlassung des Deutschen Vereins für Volkshygiene, Burechnungsfähigkeit des H. fehlt. Die Verhandlung vor den GeOrtsgruppe Berlin e. V. und des Zweigvereins Berlin des Bater- schworenen wird schon in der im nächsten Monat beginnenden ländischen Frauenvereins spricht Freitag, den 3. März, abends Schwurgerichtsperiode stattfinden. 8 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses zu Berlin Herr Geheimrat Profeffor Dr. Rubner über:" Die Wohnung in ihrer Beziehung zur persönlichen Gesundheitspflege". Der Zutritt steht jedermann unentgeltlich frei. Im Berein für volkstümliche Kurse von Berliner HochschulTehrern beginnt am Donnerstag, den 2. März d. J., abends 8% Uhr, Herr Privatdozent Dr. R. Delbrück seinen Vortragskursus über das Thema:" Bilder aus der Geschichte der antiken Kunst". Die Vorträge finden Donnerstags und Sonnabends im Hörsaal des Kunstgewerbe- Museums, Prinz Albrechtstraße 7, statt und werden durch Lichtbilder unterstützt. Karten zum Preise von 1 M.( für alle sechs Abende) find, soweit noch vorhanden, am ersten Abend am Eingange des Vortragssaales zu haben. Köpenick. = Im Berliner Zoologischen Garten wurde vor einigen Tagen von der Bergzebra Stute wieder ein reizendes Fohlen zur Welt gebracht, dessen Vater der den Besuchern als Reittier be kannte hetland Ponyhengst ist. Im allgemeinen dunkelbraun, trägt 3 auf dem Rücken und am Kopfe die schwarze Zeichnung der Mutter, und wenn das jugendliche Wollhaar dem glatten Fell Plaz gemacht haben wird, dann pflegt auch die Zebrastreifung deutlicher hervorzutreten. Das muntere Zebroid- Füllen befindet sich bei seiner sehr besorgten Mutter im Einhufer- Haus, wo auch sein jetzt stattlich herangewachsener 1% Jahre älterer Bruder untergebracht ist. Briefkaften der Redaktion. 1 - 133 A. Ja. In der letzten Stadtverordneten- Sitzung wurde eine Eingabe der Lehrerschaft, in der die Erhöhung der Alterszulage von 200 M. auf 225 M. verlangt wird, dem Magistrat überwiesen. Der Vers pachtung der an den Müggelbergen gelegenen früheren„ Sandschurre" an die Köpenicker Schüßengesellschaft wurde die Zustimmung erteilt. Die Pachtdauer beträgt 50 Jahre, die Pachtsumme beträgt für die ersten 5 Jahre jährlich 500 M. und wird weiter alle 5 Jahre durch eine Kommission von 5 Mitgliedern, welcher die Wirtschaftsbücher Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends der Gesellschaft zur Einsichtnahme vorgelegt werden müssen, fest- bon 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Prinzenstr. 100. 1. Realschule am Werderschen Markt, und zwar gesetzt. Die Ueberlassung eines Zugangsweges zu der vom Grund- abends. 2. Rein, in der Regel ist damit aber nichts zu erreichen. 3. J. befizer- Verein zu errichtenden Badeanstalt am Langen See bei Grünau Nein. J. B. Bitte anzufragen: Freie Presse", Elberfeld, Friedrichwurde genehmigt. E. G. 73. Wilhelmstr. 73. straße 37. Wanderlust. War leider Theater. Tell", Roffinis große Oper, gelangt Donnerstag vom Der Antrag unserer Genossen auf Anstellung von Schul- nicht festzustellen. Wenden Sie sich an den Arbeiter- Turnverein Fichte": Gesamtensemble des Opern- Theaters des Westens im Luisenärzten wurde dem Magistrat überwiesen, der eine entsprechende Reinhold Schröder, Stoppenſtr. 24. H. H. 222. Den Theater zur Aufführung. Hausen, Leonhardt, Geißler, Stöller, Vorlage der Versammlung zugehen lassen soll. Dem im Dezember Namen„ Grerzierplatz zur einsamen Pappel" trägt der Ererzierplak zwischen Recke, Grünwald fingen die Hauptpartien. Zum Benefiz für Frau vorigen Jahres von den Stadtverordneten gefaßten Beschluß, die Schönhauser Allee, Eberswalderstraße und Schwedterstraße. M. N. Schulz gelangt unsere Frauen" durch die Damen: Schulz, Bencken- Realschule zu einer Ober- Realschule auszubauen, ist der Magistrat Nein. R. H. Constanta. Das M. ist eingegangen. W. W. Nein dorff, Müller, die Herren Wald, Boehm, Ochmig, Hüna am Mitt- nicht beigetreten. Er empfiehlt vielmehr, die Realschule bestehen zu nichts empfehlenswert. Geflügel. 1. Die Auswahl gering. Von den vorhandenen Werken woch zur Aufführung. In Gerhart Hauptmanns Traumdichtung lassen und die drei gymnasialen Nebenklaffen zu einem Proreal Stettiner Bahnhof in der Invalidenstraße. 2. Bureau für Auswanderer 2c. vis- a- vis dem F. A. Kr. Wir haben die Elga", die im Lessing Theater am Sonnabend, den gymnasium auszubauen. Der Ausbau des höheren Schulwesens Berlustlisten vom Barat leider noch nicht erhalten. Kowledge is power. 4. März zum erstenmal in Szene geht, wirken die Damen Margarete wird in einer Kommission beraten werden, der auch die Genoffen Im ersten Falle ist der Akkusativ, in den beiden andern Fällen der Dativ Albrecht, Leonie Peppler, Elfe Schiff, Irene Triesch und die Herren Herbst und Niete angehören. Ueber die Revision der Stadtkasse richtig. E. S. 30." Produkten"-Geschäft. 200, Charlotten Dstar Fuchs, Leopold wald, Hans Marr, Alwin Neuß, Emanuel seit dem Jahre 1897 und über die Abwickelung der Anleihe von burg. Wenden Ste fich vertrauensvoll an die Buchhandlung Neicher, Rudolf Bittner, Kurt Stieler mit. A. B. C. Ja. Die Traumtänzerin 1510 600 M. Tag der Versammlung ein Bericht des vereideten Borwärts oder an ein anderes großes Geschäft. Madelaine B. wird fich am Mittwoch einem geladenen Revisors Hennings vor. Nach dem Bericht verfügt die Stadt über Berschiedenartig in den mancherlei Konfeffionen. B. 414. Nein. Schunke. Gleichlautend in den verschiedenen Ländern. Publikum vorstellen und am Donnerstag im Nationaleinen Ueberschuß von 105 000 M. Gleichzeitig lag auch das Gesuch Schiff. 2. Nein, nicht gleichspurig. Tunnel. 1. Nur per Theater zum erstenmal vor das Berliner Publikum treten. Constanta. R. H. 1. Für PapierIm Schiller- Theater O.( Wallner- Theater) geht nach längerer um seine Pensionierung nachsucht. des Stadtkassenrendanten Huth vor, welcher zum 1. Oftober 1905 forb bestimmt: das Los nicht verlangter, wertloser Einsendungen. 2. Nichts weiter davon schicken! 3. Nicht uns, sondern der Buchhandlung des„ Vw." Bause am Freitag Wallensteins Lager" und„ Die Piccolomini" mit Domkuppel. Mar Bategg als Wallenstein wieder in Szene. Das Schiller Köpenick eine Zufahrtsstraße zu erlangen, wurden 70 000 M. zur 1. Ab.- Duittung? 2. Hochstr. 46. Um zu dem neuen Klärwerk und Eletrizitätswerk der Stadt sind vorher 55 Pf. einzusenden für den N. W. K. 1. Ab.- Duittung? 2. Anfrage wiederholen. Langenbielan. R. 100. Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädt. Theater) bringt an demselben Pflasterung des Müggelschlößchen- Weges und des Amtsfeldes bis zur führten leider zu keinem Resultat. Tierarzt?!?- F. N. Wie unmittelbar 100. Huhn. Unsere Erkundigungen Tage die Erstaufführung der Komödie" Der Leibalte" von Lothar Totenecke bewilligt. Schmidt mit May Kirschner in der Hauptrolle. Diese Vorstellung borher unter 100. wird Sonntag abend ebenfalls im N.- Hause wiederholt. Jm Rummel u. A. B. Mter Genosse. 1. Verein gegen Berarmung, Zur Pflasterung und Beleuchtung einer Reihe von Straßen Deutscher Dom, Gendarmenmarkt. 2. Frauenverein, Frau Ida SalomonBürgersaale des Rathauses veranstaltet das Schiller- Theater am war, wie wir vor einiger Zeit berichteten, die Terraingesellschaft sohn, Vorsitzende, Charlottenburg, Hardenbergstr. 18. 3. bis 5. Bürgers Sonntag einen Alfred de Musset- Abend. Apollo Theater. von dem Amtsvorsteher aufgefordert worden. Besonders die Be- Rettungsinstitut, Friedrich Wilhelms- Anstalt für Arbeitsame und BiederseeIn der Donnerstag stattfindenden Erstaufführung der Operette„ Das wohner des südlichen Teiles der Ringstraße hatten wiederholt beim Stiftung, Berlin, Rathaus. Letztere drei auch Darlehn usw. Ferner: Begen Beilchenmädel" von Professor Josef Hellmesberger find die Haupt- Landrat bitere Beschwerden über den verwahrlosten Zustand dieses werkschaftskommission, Engel- Ufer 15 parterre. der Krankenangelegenheit anfragen bei dem Sekretariat der Berliner Ge partien mit den Damen Josefine Vettori a. G., Anni Tharau, Ida Stadtteiles geführt, infolge deren die obige Verfügung des Amts- Schwindtke. Bentral- Auskunftsstelle für Auswanderer, hier, Schellingſtr. 4. A. O. U. Nein. Perry, und den Herren Willi Bauer a. G., Robert Steidl, Martin vorstehers erging. Nun hat die Terraingesellschaft gegen den AmtsKettner und Arnold Rieck besetzt. 13. V. Ja. vorsteher Klage beim Kreisausschuß erhoben und auch gefiegt. Der Juriftifcher Teil. Kreisausschuß erklärte die von der Verfügung bezeichneten Straßen A. N. 62. Leider steht der Betreffenden ein Recht auf Aufnahme als öffentliche, zu deren ordnungsmäßiger Regulierung die nicht zu. Vielleicht hat eine Eingabe an den Magistrat, Stiftungsdeputation, Gemeinde verpflichtet sei. Dieser Ausgang war bei den ver- Erfolg. M. S. 100. Es ist nicht ersichtlich, welches Ortsstatut Sie worrenen Rechtsverhältnissen zwischen Gemeinde und Terraingesell- meinen. J. E. W. 99. Es steht der Betreffenden nur das Recht zu, fchaft, an denen die frühere Gemeindeverwaltung ein großer Teil auf Alimentation zu flagen.- Agitationsverein. Wenn Billetts für der Schuld trifft, zwar überraschend, aber doch nicht so unwahrschein- ein Bergnügen öffentlich an jedermann verkauft werden oder wenn Billetts lich, wie dies seitens der juristischen Berater der Gemeinde dar nicht lediglich an einen bestimmt umgrenzten Teil abgegeben werden, so gestellt wurde. Bis nun der Prozeß endgültig entschieden ist, werden kann das Bergnügen als öffentliches, also genehmigungspflichtiges, erachtet Otto Neuendorf. Die Rechtslage ist die Anwohner der in Frage kommenden Straßen noch manches folgende: Die Gebühren eines Anwalts betragen, falls nichts anderes die Anwohner der in Frage kommenden Straßen noch manches Schlammbad nehmen müssen. vereinbart ist, für das Vorverfahren in einer Beleidigungsklage 6, für die Bertretung im Termin 12( und wenn Beweisaufnahme stattfindet 18) Mart, Potsdam. ohne Rüdsicht auf die Zahl der Termine. In der Regel sind nicht von der Bartei( anders liegt es mit der Erstattungspflicht der Gegenpartei) diese, sondern andere, schriftlich vereinbarte Gebühren zu zahlen. Die " Groß- Lichterfelde. Aus den Nachbarorten. Wilmersdorf. Von den bekannten Lokalen aus ist heute abend 7 Uhr Flugblattberbreitung. Freitag findet in Salomons Boltsgarten, Berlinerstr. 40, eine öffentliche ersammlung statt, in der Reichstags- Abgeordneter Adolf Hoffmann einen Vortrag hält. Charlottenburg. Im Gymnasium am Savignyplay wird Sonntag abend ein Lichtbilder Vortrag über Menzel und seine Darstellungen der Friederizianischen Epoche gehalten. Karten sind zum Preise von 1 m. in allen Charlottenburger Buchhandlungen Ein ländliches Liebesdrama beschäftigte die Potsdamer Strafund im Verein zur Förderung der Kunst, Albrechtstr. 11, zu haben. tammer in einer Verhandlung gegen den 25 jährigen Maurergesellen werden. A. V. Nein. 1 Bereinbarung ist nur gültig, wenn fie schriftlich abgeschloffen ist.| find: 1. die zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung des Einkommens| Große Frankfurterstraße und Gneisenaustraße), noch in einigen der Großen A. M. 10. Sterben Sie ohne eheliche Kinder zu hinterlassen, so verwendeten Ausgaben, 2. 1olche indirekten Abgaben jeder Art, welche zu den Frankfurterstraße angrenzenden Straßen statt. Der Handel mit Weihnachts. fönnen Ihre Eltern ihr Pflichtteil verlangen, in Ihrem Falle also auf die Geschäftsunkosten zu rechnen sind, 3. die regelmäßigen jährlichen Absehungen bäumen wird nach wie vor in den verschiedensten Teilen der Stadt abs Hälfte des Nachlasses Anspruch erheben. Den Geschwistern steht solches Recht für Abnutzung von Gebäuden, Maschinen, Betriebsgerätschaften usw., 4. die gehalten. Im großen und ganzen ist der Weihnachtsmarkt, sowie der nicht zu. In dem von Ihnen errichteten Testament ist der Zusak nüßlich, vom Steuerpflichtigen zu zahlenden Schuldenzinsen und Renten, 5. die auf Effektenmarkt in die Börse, der Nahrungsmittelmarkt von der Straße wenn Ihren Wünschen entsprechend: die Erbeinsetzung soll auch für den besonderen Rechtstiteln( Vertrag, Verschreibung, legtwilliger Verfügung) in die Markthallen, in die Warenhallen oder Warenhäuser geflüchtet. Fall Gültigkeit haben, daß das Berlöbnis zurückgeht.-100 3eidler. Sie beruhenden dauernden Lasten, z. B. Altenteile, 6. die von den Steuer- A. B. C. Die Leistung des Offenbarungseides hat auf die Ausübung müßten schleunigst der Firma mitteilen, daß die Unterschrift nicht von pflichtigen für ihre Person geseh- oder vertragsmäßig zu entrichtenden politischer Rechte und auf die anderen von Ihnen erwähnten Verhältnisse M. E. 181. Sie müssen einen beim Rammergericht Ihrem Manne, sondern von Ihnen herrührt. Der Gebrauch des Beiträge zu Kranten, Unfall, Alters- und Invaliden- teinerlei Einfluß. Namens Ihres Mannes ist Urkundenfälschung, die versicherungs-, Witwen, Waisen- und Pensionskassen, zugelassenen Anwalt bestellen. Revision an das Reichsgericht ist bei Objeften durch den Reisenden erfolgte Anftiftung hierzu ist 7. Versicherungsprämien, welche für Versicherung des Steuerpflichtigen auf unter 1500 Mark nicht zulässig. Welche Erbquote dem Kinde zufällt, ist aus intellektuelle Urkundenfälschung. Können Sie den Tatbestand den Todes- oder Erlebensfall gezahlt werden, soweit dieselben den Betrag Ihren Darlegungen nicht zu ersehen: aus den Prozeßakten müßte sich er nachweisen, so ist eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft am Blaze, um dem von 600 m. jährlich nicht übersteigen. Ferner: von dem steuerpflichtigen Ein- geben, nach welchem Recht die Erbschaft reguliert ist sowie ob und inwieweit zungengewandten Reisenden sein gemeingefährliches Handwerk zu legen. Un tommen eines Haushaltungsvorstandes, dessen steuerpflichtiges Einkommen ein Vergleich gültig ist. Die von Ihnen beschriebene Handlung dürfte als strafG. G. 12. Der Wirt könnte unter Einhaltung endlich häufig haben wir davor gewarnt, Reisenden auf 3000 m. nicht übersteigt, ist für jedesFamilienmitglied unter bare nicht zu erachten sein.. Abzahlungsgegenstände Unterschriften zu leisten 14 Jahren der Betrag von 50 M. in Abzug zu bringen; der Kündigungsfrist auch zu einer früheren Zeit als zum 1. Oktober kündigen. oder gar statt der eigenen Unterschrift die des sind mindestens drei Familienmitglieder unter 14 Jahren vorhanden, so findet Mannes zu geben. Alle Beteuerungen, Bersicherungen, Ver- auf jeden Fall eine Ermäßigung um eine Stufe statt. Die Leistungsfähigkeit Marktpreise von Berlin am 27. Februar. Nach Ermittelungen des sprechungen des Reisenden sind wertlos, falls Sie dieselben nicht beweisen wesentlich beeinträchtigende wirtschaftliche Verhältnisse( außergewöhn fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte fönnen. Der Gebrauch des Namens des Mannes ohne Zusatz ist Urkunden- liche Belastung durch unterhalt, Erziehung, Erkrankung, 17,60-17,56 M., mittel 17,52-17,48., geringe 17,44-17,40 9. fälschung, der Firma gegenüber begangen, die ja davon Kenntnis nicht besondere Unglüdsfälle) können auf Antrag berücksichtigt Roggen**), gute Sorte 13,85-13,84., mittel 13,83-13,82 M., geringe erhielt, daß Sie( und nicht Ihr Mann) unterschrieben haben. werden. Es ist in solchen Fällen ratsam, einen besonderen Antrag zu stellen, 13,81-13,80 M. Futtergerste*), gute Sorte 16,40-15,10 M., mittel 15,00 Richard G., Stargard. Die Bank ist völlig im Recht, Erbschein Richter. Wenn Ihr Vertrag nicht das Gegenteil besagt( in Berlin sind bis 13,70 M., geringe 13,60-12,40 m. pafer*), gute Sorte 16,20-15,50., und Einwilligung aller Erben zu verlangen. Ihr gegenüber ist derartige Abmachungen üblich), so hat der Wirt die durch Zufall zerschlagenen mittel 15,40-14,70 m., geringe 14,60-14,00 m. Erbsen, gelbe, zum Kochen nur der eingetragene Deponent abholungsberechtigt. M. W. Nein. Scheiben zu erfegen. Klara. Der wegen Ehebruchs des anderen geRichtstroh 0,00-0,00. eu 0,00-0,00 M. Kartoffeln 10,00-8,00 m. M. B. 18. Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes schiedene Ehegatte hat das Recht, innerhalb drei Monaten nach der 45,00-30,00 M. Speiſebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 Wr. ( ob mit oder ohne Gehülfen ist gleich) anfängt, muß der für den Ort des Scheidung Bestrafung wegen Ehebruchs zu beantragen. Warten Sie also Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schock 5,00-3,60 M. Betriebes zuständigen Behörde Anzeige davon machen. Zuständig in erst diese Zeit ab. A. S. 22. 1. und 3. Zur Zahlung sind Sie ver *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Preußen ist der Gemeindevorstand des Drtes, an dem das Gewerbe pflichtet und können, falls Sie nicht zahlen, verklagt werden. 2. Die Anbetrieben werden soll, für N. also der dortige Magiftrat. Für erkennung seitens Ihrer Bekannten mag auf dem VormundschaftsWitterungsübersicht vom 28. Februar 1905, morgens 8 1hr. Bolle. Der Nachbar ist zu der Berlin ist die zuständige Behörde die Verwaltung der direkten Steuern. gericht erfolgt sein. Julius 28. Die von Ihnen dargelegten Umstände würden einen Ihnen gewünschten Verlängerung Ihres Schornsteins nicht verpflichtet. Grund zum strafrechtlichen oder disziplinaren Einschreiten gegen den Be- Memelerstr. 43. Jm Jahre 1873 erfolgte die teilweise Verlegung des treffenden leider nicht enthalten. C. R. 28. Sie fönnen Klage mit Weihnachtsmarktes unter Freistellung der Breitestraße nach der nördlichen Stationen Aussicht auf Erfolg erheben. Ch. Ght. 76. Ein Anrecht auf Rück- Schloßseite( Lustgarten). 1890 wurden auch der Hausvoigteiplak und erstattung steht Ihnen nicht zu, weil Ihre Versicherungspolice solchen An- Alexanderplab, die in diesem Jahre mit Gartenanlagen versehen wurden, spruch nicht gibt. Sehen Sie sich mit der Gesellschaft darüber ins Benehmen, für den Weihnachtsmarkt unbenutzbar. Als Ersaz wurden der Arkonaplat ob und wie die Versicherung aufrecht erhalten werden fann. und Umgegend herangezogen. Im Jahre 1891 wurde infolge der AufM. G. 22. In Ihrem Falle könnte das Weihnachtsgeschent selbst, stellung des Brunnens mit den Weibern, die den Rand halten, der bis soweit es noch bei der Rückforderung vorhanden, zurückgefordert, dahin noch auf dem Schloßplat abgehaltene Teil des Weihnachtsmarktes M. A. nicht aber auf den Lohn angerechnet werden. Nein. nach der Oranienburger- und Krausnickstraße verlegt. Im Jahre 1892 2. D. 25. 1-3. Nein. N. 34 und andere. Was ist bei wurden auch die Frankfurter Linden und die Promenade in der Friedender Steuereinschäzung in Abzug zu bringen? Als straße zum Weihnachtsmarkt benutzt. Im Jahre 1893 verdrängte der Domsteuerpflichtiges Einkommen des einzelnen Steuerpflichtigen gelten dessen ge- bau den Weihnachtsmarkt auch vom Lustgarten. Im Jahre 1894 beantragte famte Jahreseinkünfte in Geld und Geldeswert einschließlich des Miets- der Magistrat den so aus dem Zentrum der Stadt an die Peripherie gewerts der Wohnung im eigenen Hause oder der ihm zustehenden freien drängten und atomisierten Weihnachtsmarkt gänzlich aufzuheben. Die Wohnung sowie des Wertes der im Haushalt verbrauchten Erzeugnisse der Stadtverordneten- Versammlung lehnte den Antrag ab. eigenen Wirtschaft und des eigenen Gewerbebetriebes. Abzugsfähig markt in Berlin findet auf den Jahrmarktspläßen( Arkona-, Vineta- Blak, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Publikum gegenüber feinerlei Tierleben in der Wildnis. Verantwortung. Theater. Mittwoch, 1. Māra Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. Nenes königl. Opern Theater. Fauft. Anfang 7 Uhr. Dentiches. Die Brüder von St. Bernhard. Berliner. Der Kaiserjäger. Leffing. Die Weber. Weften. Die neugierigen Frauen. Neues. Ein Sommernachtstraum. Zentral. Die Jurheirat. National. Undine. Anfang 8 Uhr: Thalia. Der Kilometerfreffer. Schiller 0. bon Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. T. 5° E. 4° R. Stationen Barometer. stand mm Wind. Bunzpla 4 halb bd. 1 bedeckt 1 Haparanda 760 S 1 Petersburg 764 DGD 2 Scilly 750 NW 3 bedeckt 2 Aberdeen 735 23 754 S 754 Still 3 bedeckt Paris 750 S Nebel Swinemde. 750 SSD 2halb bd. Hamburg 747 GD Berlin 750 SS Frankf.a.M. 751 S München Wien Windstärke Better 2bedeckt 3Schnee 5 balb bd. 1wolfig 2beite 2 heiter Temp. n. E. 5º. 4° R. Wetter- Prognose für Mittwoch, den 1. März 1905. Vorherrschend wolkig mit geringen Niederschlägen und ziemlich lebDer Weihnachts- haften südwestlichen Winden; Temperatur wenig verändert. Berliner Wetterbureau. N. Schiller- Theater Friedrich Wilhelm Schluß der Saison Apollo- Theater. 0. Wallner- Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Schausp. i. 4 Att. v. E. v. Wildenbruch. ftädtisches Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Im Hafen. Drama in 3 Aften von Georg Engel. Im Hafen. Freitag, abends 8 Uhr: Sternwarte Invaliden. Donnerstag, abends 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: str. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wested, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin Dder Welt. Familie Schierke. Freitag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Zum erstenmal: Der Leibalte. am 7. März er. Zirkus Busch. Fortsetzung der Gr. Internationalen Ringkampf Konkurrenz. Mk. 7500.- Geld preise in bar. Belle Alliance- Theater. preise in bar. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle Alliancestr. 7/8. Täglich abends 71, Uhr: Stürmischer Lacherfolg! Der Kilometerfreffer Sonntag nagm. Charleys Tante. 3 Uhr: Täglich abends 8 Uhr: Durchschlagender Lacherfolg! Ehren- Protektorat: Herr Profeffor Reinhold Begas. Beginn der Ringtämpfe ca. 84 Uhr. ( Es beginnen hiermit die Endkämpfe Der beste Tip. zwischen den nunmehr als 8 beften Gr. Ausst.- Posse m. Ges. u. Tanz i. 3 Att. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Hofgunst. Zirkus Schumann. Ringern ermittelten Teilnehmern.) Alle Kämpfe werden bis zur Entscheidung ausgerungen. Mit noch nie dagewesenem Erfolge die große Ausstattungs- Feerie: Heute: Debut der neuen März Spezialitäten. Dazu zum letztenmal: bon Berliner Luft Paul Lincke Morgen Donnerstag zum erstenmal: Das Veilchenmädel unter persönlicher Leitung des Kompo Soffapellmeister. Täglich: Anf. 8 Uhr. nisten Prof. Josef Hellmesberger, t./?. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Katharina II. ovität! Täglich: Novität! ( Ballner Theater.) Zentral- Theater Heute Mittwoch, den 1. März, Novitäten= Abend. Madile. de Holstein, Schulreiterin Die Haubenlerche. Schiller N.( Friedrich Wilhelmftädtisches Theater). Im Hafen. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. Residenz. Hotel Pompadour. Luftspielhaus. Der Familientag. Trianon. Die glüdliche Gilberte. ( Heureuse.) Deutsch- Amerikanisches. New York. Luisen. Unsere Frauen. Alliance. Abends 7 Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Atten von Zul. Bauer. Musik von Franz Lehár. Morgen u. folgende Tage: Juxheirat. Gomabenh nachm. 4 Uhr Sender: vorstellung, halbe Preise: Der ge: ftiefelte Kater. Abends: Die Jurheirat. Sarl Welf. Die Kinder bes kapitan Luisen- Theater. Grant. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Berliner Luft. Radrennen Arend Robl. Spezialitäten. Kaftuo. Heirat auf Probe. Herrnfeld Theater. Die Meyerhains. Passage Theater. Die 5 Lorrisons. Botten Lasson. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft. Der Denunziant. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Juvalidenstraße 57/62. Stern Bum erstenmal: Unsere Frauen. Donnerstag: Gastspiel des Theaters des Westens: Tell. Freitag: Unsere Frauen. Sonnabend: Hopfenraths Erben. Sonntag nachmittags: Göz v. Berlichingen. Abends: Robert u. Bertram. Montag: Höhere Töchter. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: warte. Täglich geöffnet von 7 Hotel Pompadour. bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Donnerstag: Der Graf v. Charolais. Schwant in 3 Aften v. Anthony Mars u. eon anrof. Deutſch v. M.Schönau. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Das große Geheimnis. Deutsch- Amerikanisches Theater. Freitag, Sonnabend, Sonntag, Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Montag: Ein Sommernachtstraum. Heute abends Uhr: GastDer große Erfolg!! Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Angele. Vorher: Abschied vom Regiment. Donnerstag: Die Neuvermählten. Zum Abschiedssouper. Freitag: Nachtasyl. Sonnabend: Angele. Der Bär. Sonntag: Angele. Abschied vom Regiment. Montag: Nachtasyl. National- Theater Weinbergsweg 19. Mittwoch, den 1. März 1905, abends 72 Uhr: Undine. Ab Donnerstag: Dreimaliges Gaft: spiel Ad. Philipp. Male: 100.. NEW- YORK Elegante Souveniere. abends präz. 712 Uhr: Unter vielem anderen zum erstenmal: Der fenfationellste Dreffur- Akt der Gegenwart Wunder- Elefanten. Mr. Eph. Thompson mit seinen 1. 4 Elefanten als Akrobaten. 2. 5 Elefanten als SchlittenschellenVirtuosen. 3. Der Elefant als Soldat. 4. Der Barbier, urtomische Szene auf„ Gentleman". Hierauf das irländ. Springpferd" Milton". Herr Ernst Schumann mit seinen neuesten Meisterdressuren und die vorzüglichsten Programm- Nummern. Die Meyerhains. von 2 Elefanten. 5. Der Wunder- Elefant Mary". die Schulreiterin Srl. Martha Mohnke. Donat Kernfeld. Anton " Der einzige Elefant Saltomortale slagt. der Welt, welcher einen Vorher das glänzende Programm u. Dir. Alb. Schumanns neue und moderne Dreffuren. Schumannidhe, Erfolge die große human niche, mit märchenhafter Bracht ingenierte Ausstattungspantomime: Eine Nordlandreise. Jm Strahle der Mitternachtssonne. Sieben hervorragend schöne Bilder Effekten und die mit sich von Aft zu Att steigernben feenhafte Schluß- Apotheose. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Großes Urbock- Jubelfest. Internationale Künstlerkonzerte. X Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Der Roland von Berlin. Wochenfchrift für das Berliner Leben. Herausgeber: Dr. L. Leipziger. Die morgen erscheinende Nummer enthält u. a. Die beiden Thyssen. IV. Mendel's Schuld. 87/3 Preis der Einzelnummer: 20 Pf. Abonnements 2 Mark pro Quartal nehmen entgegen: Die Post, alle Buchhandlungen des In- und Auslandes und der Verlag, Tauenzien- Straße 20, 1. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Kasino- Theater Ueber'n großen Teich. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. spiel der berühmten Schlaftänzerin Große Ausstattungsposse mit GeDriginal Madalaine B. aus München, affistiert von d. weltbekannten Nerven sang und Tanz in 5 Bildern von Spezialisten Schmidt- Esto. Gewöhnliche Preife. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Die glückliche Gilberte Freitag: Das Abenteuer des Herrn Malezieux. Die Brieftasche.- Ein Beinlicher Zwischenfall. Julius Freund.. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Heirat auf Borher das vollst. neue Programm. Sonntag nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Probe. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: W: Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Auf vielseitigen Wunsch: Pension Schöller. Gant in 3 Atten von C. Laufs. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag: Benefiz für Udo Hurst. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Mittwoch, den 1. März: Gr. ExtraVorstellung zum Benefiz für den Die Kinder des Kapitän Grant. vorstellung, fl. Breije: Die Wünschel- und 28. Jatobi. Stafſeneröffn. 6%, Uhr. Stomifer Max Wiedermann. Zur Aufführung gelangt: Der große Komet. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinder- Schwant in 3 Aften von E. Laufs rute. Sonntag nachm. 3 Uhr, Parkett 60 Bf.: Senta Wolfsburg. Anfang präzise 8 Uhr. Nach der Vorst.: Gr. Benefiz- Ball. Morgen Donnerstag: Benefiz für Avis! Sonntag nachm. 4 Uhr: Katharina II. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf.nhm. Sonnt.3, Bochentg.5Uhr. 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November 1904 erfolgte Wahl der Delegierten aus dem Streife der Arbeitgeber ist vom Magistrats. tommiffar für ungültig erklärt worden, da nicht Arbeitgeber, sondern beauf tragte Arbeitgeber- Bertreter gewählt haben. Es findet deshalb eine Neuwahl am Donnerstag, den 9. d. M., abends 7-8 Uhr, im Kassen: lokal, Stralauerstr. 56, vorn I r., statt, zu welcher die Herren Arbeit. geber hiermit eingeladen werden. Es sind 136 Vertreter zu wählen. Berlin, den 1. März 1905. Der Vorstand. 270/18 J. A.: Bauer. teppdecken tauft man am preiswertesten une direkt in der Fabrit, 72 Wall ftraße 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. B. Strohmandel, Berlin 14. Jllustrierter Preiskatalog gratis. Zucht- u. Nut- Geflügel jeder Art. 1904 er fleißig Hühner, legende Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Donnerstag, 2. März, abends 8 Uhr, im Lokale Beuthstr. 20/21( Jndustrie- Festsäle): General- Versammlung. Tages- Ordnung: Wahl des Sektionsvorstandes, der Revisoren und der Bezirkskassierer. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe fein Zutritt. Die wichtige Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. 136/17 NB. Die regelmäßige Monats Versammlung der Gruppe der Rabißpußer( am 1. März) fällt twegen der General- Versammlung aus. Der Vorstand. 2193L* Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. 23olle Reste! Satteltaschen. Mocquettes. Plüsch Musterb.näher. Angabe franko. Hocherb. Rassen verf. u. Garantie Tauben, Enten, Brutputen, Bruteier Emil Lefèvre, Berlin, 158. F. Wegner, Berlin, Mariannenstr. 34. Graf u. Straßensängerin. Frühjahrs- Saison! KF U Hoffmanns Gundermanns Spezialgeschäft fertiger Herren- u. Knaben- Garderoben Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags Billetts zu den find stets 8 Tage numer. Bläßen naqvg nagog 7 Uhr. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung Miß Arabella, die einzigste Dame, welche auf dem ganzen Körper tätowiert ist. Medizinische Rätsel, Berlin N., Brunnenstraße 63. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Donnerstag, den 2. März, abends 8, Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Außerordentliche 8/ 2* Verband d. an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Skollege Max Sommerau am am Montag, den 27. Februar, nach langem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. März, nach mittags 32 Uhr, vom Krankenhause Friedrichshain aus nach dem Domkirchhof in der Müllerstraße statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Nach schweren Leiden verschied am 27. Februar unser geliebter Bruder, Schwager und Ontel, Inhaber der Gravier- Anstalt Ernst Zenkert im 54. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an die Hinterbliebenen Schrön. { Familie Dahms. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. März, von der Leichenhalle der St. Simonund Lukas- Gemeinde am Tempelhof- Brizer Weg aus statt. 22232 Zurückkehrend Parteigenossen bom Grabe des 26046 Heinrich Kieckback Generalversammlung, redje is hiermit dem Genoſſen für zu Herzen Tagesordnung: Stichwahl eines Beisihers und Revisors. Wahl eines Borte, fotvie den Mitgliedern des zweiten Arbeitsvermittlers. Stellungnahme zum Gewerkschaftskongreß und B. d. Maurer Berlins, des WahlWahl eines Delegierten zu demselben. Berbandsangelegenheiten. eines Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung Bauarbeiter! Seit gestern stehen die Fliesenleger- Hülfsarbeiter bei den Firmen Emil Ende, N. Rosenfeld und Villeroy& Boch im Streit, um die Anerkennung ihres Tarifvertrages und um die Anerkennung ihrer Drganisation zu erzielen. Diese drei Firmen haben bisher stets auf dem Standpunkte gestanden, nicht mit der Organisation, sondern mit den Arbeitern selbst zu ber handeln. Hierdurch haben sie es ftets fertig bekommen, die Löhne der bei ihnen beschäftigten Arbeiter bedeutend zu drücken und somit den TarifNur bessere Konfektion zu billigen Preisen. Zum Beispiel: vertrag der letteren zu umgehen. serren- Anzüge von 7 M. bis 48 M. Herren- Hosen von 1, M. bis 16 M. Herren Sommer- Paletots von 8 M. bis 50 M. Arbeiter- Kleider, toloffal billig. Da diese Firmen versuchen werden, Arbeitswillige heranzuziehen, so hat die Organisation rote Arbeitsberechtigungs Starten für alle BerufsKonfirmanden- Anzüge gehörigen ausgegeben. bon 6%, M. bis 36 M. Bu jedem Sonfirmanden- Anzug gebe einen Einsegnungs- Hut umsonst. Lieferant des Rabatt- Sparvereins ,, Norden". V Bauberufe, uns in diesem Rampfe zu unterstützen, indem sie die auf den Wir richten deshalb das Ersuchen an die organisierten Arbeiter der Bauten beschäftigten Fliesenleger- Hülfsarbeiter nach der ArbeitsberechtigungsKarte befragen. Die Ortsverwaltung 32/13 des Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Hülfsarbeiter. Achtung! Dr. Simmel, Kovai Kate Comptech Produktenhändler! PrinzenStr. 41, Spezialarzt für 87/9 Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Ausschneiden Wert 4 MK. Künstl. Zähne.Naturgetreu, tadell. Ausführ. äusserst billigst.Schmerzl. Allen Genofen, Freunden und Bekannten zur Mitteilung, daß ich das Schanklokal von August Dierke, [ 26005* täuflich übernommen habe. Hochmeisterstr. 18, Um gütigen Sufpruch ersucht Max Behnfeld. Mittwoch, den 1. März, abends 9½ Uhr: vereins Rigdorf, der Bahlstelle der Maurer Rigdorfs, den Kollegen des Baues Glasenapp, allen Bekannten und Freunden für rege Beteiligung und zahlreiche Kranzspenden meinen verbindlichsten Dant aus. Martha Jeetze u. Sohn. Dankfagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines Mannes sage ich allen Berwandten und Freunden, insbesondere dem Zentralverband der Zimmerer meinen besten Dank. 2601b Witwe Steinborn. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten unsern herzlichen Dank für die vielen Kranzspenden für unser Trudchen flub Hoffnung". Engler, insbesondere dem Stat 26035 A. Engler nebst Frau. Wir empfehlen: 233/ 13* Achtung Fritz Renters Werke. Fritz Oeffentliche Verfammlung aller Produktenhändler und Händlerinnen Berlins u. Umgegend im Königstadt- Kafino", Holzmarktstr. 72. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Herrn Waldeck Manasse über: " Die brei Ringe" aus Nathan der Weise". 2. Diskussion. 3. VerDa dieser Vortrag ein lehrreicher ist, ersuchen wir Euch, Mann für Der Einberufer. Zwei Vereinszimmer, fchiedenes. 35-50 Berfonen, mit und ohne Zahnz. Nervtö- ten Zähne reini anatomische Wunder. gen, bei Bestellung umsonstkel Biano, noch einige Tage zu vergeben. Mann zu erscheinen.- Zur Dedung der Untoften findet Tellerſammlung ſtatt. ne extra Berechn Event. RatenRiesen! Zwerge! zahl.gestattet. Um Milstrauen zu vermeiden, bitte ich dringend, erst Gustav bei Abholung Annonce vorzuzeigen. Behrens Max Guckel, Lausitzer Platz 2. * Spezialitäten- Ziehung am 8. u. 9. März Theater, Frankfurter Allee 85. Das großartige März- Programm. 24 erstklassige Nummern. Neu! Molly Neu! oder: Die Folgen eines Hintertreppen- Romans. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Bockbierfest. D KONZERT. Der dumme Mag u. der Kluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Wetzlarer Dombauotterieil OO 8496 Geld Gewinne ohne Abzug. Hauptgewinne: 70000 50000 30000 1. 8. W. Lose à 3.00, Porto u. Liste 30 Pfg. extra, empfiehlt Fritz Steidl- Sänger. Carl Heintze, Nach jeder Borstellung im Staiferfaal: Berlin W., Unt. d. Linden 3. De Tanz. 192 287/ 2* Spezial- Geschäft L. KATZ& Co. 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Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schuße der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden vielfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonnund Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens 51 Uhr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je stündiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigungen und Entlassungen. Gründe für fofortiges VerLaffen der Arbeit sind z. B. Unſittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Tätlichkeiten, grobe Beleidigungen, unregelmäßige Lohnzahlung, bei Akkordarbeit nicht ausreichende Beschäftigung usw. Die Kündigungsfrist beträgt 14 Tage; sie kann durch gegenseitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. Ausstellung von Zeugniffen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein Beugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; befondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, find ungesetzlich und zurückzuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. und dieser Einbruch in ihren Interessenrayon paßt der Familie Mittwoch, 1. März 1905. Der Geschäftsführer von Elm erstattete zunächst den GeschäftsHaniel nicht. bericht. Der Absatz der Genossenschaft im Jahre 1904 hat sich Auch die National- Zeitung" führt in einer wahrscheinlich aus gegenüber dem Vorjahre um 22 Proz. von 10 585 Mille auf 12 895 dem Kreise der Berliner Bankfinanz stammenden Notiz das Aus- Mille gesteigert. Vom Gesamtabsatz betrug der Absatz an die Konsum scheiden Haniels aus dem Syndikat auf diesen Rivalitätsstreit zurück. vereine 1903 53 Prog., 1904 56.4 roz. ,, Man erinnert sich," schreibt sie, daß vor einiger Zeit hinter den Das Gesamtergebnis für 1904 ist ein außerordentlich günstiges. Kulissen ein Kampf zwischen den Haniels und einer anderen rheinisch- Von dem Bruttogewinn bon 39 245 m. hat die Verwaltung bewestfälischen Großmacht ausgefochten wurde, wobei es sich um die schlossen, an Warenrüdvergütung und Lohnzuschlag 4 Proz. zu zahlen. Vormachtstellung in einer bis dahin unter Hanielschem Einflusse Auf den Bezug der Konsumbereine kommt demnach eine Warenstehenden Bergwerksgesellschaft handelte. Schließlich schien Geheimrat rückvergütung von 12 121 M. zur Auszahlung; an die übrige KundHaniel das Feld zu behaupten. Außerdem hat sich innerhalb des schaft zusammen 6461 M. Auf die Gesamtlohnsumme von 181 731 Syndikats erst vor wenigen Tagen eine Verschiedenheit der Mark wird ein Lohnzuschlag von 7269 M. bezahlt. Meinungen ergeben, als die Frage zur Diskussion stand, ob man Die Genossenschaft beschäftigte im Jahre 1904 233 Personen, die Berggeseknovelle zum Anlaß nehmen solle, um den Kohlen- davon in Hamburg 82, in Frankenberg 151 Personen. Die Warenkonsumenten höhere Preise aufzuerlegen. Wäre dies der Grund des schulden betrugen nach der Bilanz 68 384 M.; die ausstehenden Riftritts des Geheimrale Ganiel, Dann müßte man aus dem Um- Forberungen 61 657 W.; sie Warenvorräte an zabat und Bigarren stande, daß Herr Geheimrat Kirdorf bleibt, den Schluß ziehen, daß 221 947 M. Herr Geheimrat Haniel sich auf die Seite derer geschlagen hat, die von einer Mäßigung nichts wissen wollen. Vielleicht wird nun der Kampf zwischen den Dynastien Thyssen und Haniel erst recht entbrennen. Den Bergarbeitern fann es einerlei sein, ob die beiden Großmächte" sich zanken oder gemeinsam ihre Profitpolitik betreiben. " Die Geschäftsanteile der Mitglieder hatten Ende 1904 eine Höhe von 28 193 m. erreicht, außerdem verfügt die Genossenschaft über 105 726 M. eigenes Betriebskapital. Von dem Reingewinn von 13 394 M. wird beschlossen, 6 Proz. gleich 1846 M. auf das Anteilkonto der Mitglieder zu zahlen und den Restbetrag dem Betriebsund Dispositionsfonds zuzuweisen. Dem Vorstand wurde Decharge erteilt. Geschäftsjahr 1904 mit einem recht ansehnlichen Gewinnertrag ab. mitglieder, sondern nur noch Konsumvereine, Genossenschaften und Die allgemeine Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft schließt das Ueber den Antrag der Verwaltung, für die Folge feine EinzelAn Fahrgeldern wurden im Jahre 1904 5 234 230 M. gegen mitglieder, sondern nur noch Konsumvereine, Genossenschaften und 3721 988 M. im Vorjahre eingenommen. Die Gesamt- Betriebs- Einkaufsgesellschaften als Mitglieder aufzunehmen, entspann sich eine einnahmen betrugen 5 333 545 M ,, die Betriebsausgaben 3 985 929 M. längere Debatte. Zur Begründung des Antrages hob v. Elm hervor, und der Betriebsüberschuß 1 347 615 M. Hierzu tritt der Kursgewinn daß der tatsächliche Inhaber des Geschäfts schon jetzt die GroßeinHygienische und Schutzmaßregeln. Arbeitsräume, Betriebs- und Effektenzinsen mit 14 297 M., andere Binseneinnahmen mit faufsgesellschaft deutscher Konsumbereine sei. Mit den diesjährigen vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften find so einzurichten und 28 723. und der Vortrag aus 1903 mit 612 653 M. Davon Zuschreibungen werde dieselbe für ca. 24 000 M. Anteile befizen. zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben kommen in Abzug die Gesamtabschreibungen mit 616 037 M., so daß Demgegenüber kämen die Anteile der Einzelmitglieder nicht mehr erund Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute ein Reingewinn von 1887 258 m. verbleibt. Die Dividende beträgt heblich in Betracht; im Jahre 1904 hätten sich nur 4 Mitglieder der Genossenschaft angeschlossen. Wirkliches Intereffe für die GenoffenLuft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso find 14 Proz. schaft hätten nur die älteren Mitglieder bekundet, die sich derselben Schuhvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Die Mitteldeutsche Kreditbank hat, wie die meisten anderen angeschlossen hätten während der Zeit, in welcher die Genossenschaft Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umtleiden und Großbanten, ihr Geschäftsgebiet im letzten Jahre etwas ausgedehnt, für die eingezahlten Anteile keine Zinsen bezahlte. Die Umwandlung nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter doch nur in bescheidenem Maße. Nach dem Geschäftsbericht beträgt der Genossenschaft zu einer Produktiv- Abteilung der Großeinkaufsgetrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- der im Jahre 1904 erzielte Bruttogewinn einschließlich des Vor- gesellschaft sei nur eine Frage der Zeit; feit Einführung der Warenanstalten müssen in genügender Bahl vorhanden und so eingerichtet trages von 650 496 M. aus dem Jahre 1903= 5 882 787 2.( i. V. rücvergütung an die Konsumenten hätte die Tabatarbeiter- Genoffensein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. 5 372 548 M.). Dagegen sind erforderlich für Unkosten 1 638 710. fchaft aufgehört, eine reine Produktiv- Genossenschaft zu sein, das Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schuge er-( i. 2. 1331 339 m.), für Abschreibungen 97 379 M.( i. V. 180 788 M., Rückgrat derselben bildeten heute die Konsumvereine. Bei Produktivlaffenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten darunter auf Debitoren 34 655 M.). Als Reingewinn bleiben Genossenschaften, welche ihre Stüße nicht in dem organisierten Ab4 146 697 M.( i. V. 3 643 730 M.), von dem 6 Proz.( für 1903 faz der Konsumvereine fänden, sei die Entwickelungsmöglichkeit eine Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende 5½ Proz.) Dividende verteilt werden. sehr schwache. Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Der Eisenbahnbau in den Vereinigten Staaten von Amerika Nachteile für ihre Eristenz auf Beseitigung der Mißstände in den ist im letzten Jahre nicht so beträchtlich gewesen als im Jahre 1903. Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegen- Gebaut wurden im Jahre 1904 in den Vereinigten Staaten von zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. Amerika neue Eisenbahnstrecken in einer Gesamtlänge von 4168 englischen Meilen( 1 Meile gleich 1524 Meter); hinter dem Vorjahre, das 5786 Meilen neuer Bahnen aufzuweisen hatte, blieb also die Bautätigkeit um ungefähr 25 Proz. zurück. werden. Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim gehalten! Beschwerden nehmen entgegen: Fräulein Baader, Blücher straße 49, Hof II. Frau Bauschke, Rostockerstr. 43, Quergeb. I. Frau Dr. Beyl, Lothringerstr. 67, I. Frau Luk, Waterloo- Ufer 9, im Laden. Frau Panzeram, Pappel- Allee 128, born I. Frau Tiet, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Heidemann, Alte Jakobftr. 108, IV. Frl. Grünberg, Köpniderstr. 8b, IV. Frau Jeeze, Nirdorf, Steinmetzstraße 120, born I. Frau Schmidt, Charlottenburg, WilmersdorferStraße 130. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. Gewerkschafts- Bureau, im Gewertfchaftshause, Engel Ufer 15, im Laden. Vorm. 9-1 und nach m. 6-8 ühr. Zur Auskunftserteilung über alle die Getverbe- Aufsicht betreffenden Angelegenheiten sind die Gewerbe- Aufsichtsbeamten zu sprechen: A. Für Arbeiter und Arbeitgeber: Dienstags und Freitags von 1 bis 2 Uhr mittags. B. Für Arbeiter allein: " Am stärksten war die Bautätigkeit im Staate Missouri, in dem 372 englische Meilen Bahnlinie fertiggestellt wurden, dann folgen der Reihe nach Teras, Minnesota, Westvirginien, Pennsylvanien, Mississippi, Nevada und Kalifornien. Das Eisenbahnnetz der Vereinigten Staaten soll nach Poors Manual" Ende 1903 207 784 Meilen betragen haben und würde somit Ende 1904 auf rund 212 000 Meilen gleich 341 108 Kilometer ausgebaut sein. Partei- Nachrichten. Im Jahre 1901 sei der Absatz an die Konsumvereine 43 Proz. gewesen, heute betrage derselbe schon 56,4 Proz., nach dieser Richtung werde sich die Entwickelung weiter vollziehen. Diesen Verhältnissen werde am besten dadurch Ausdruck gegeben, daß nur noch Genossenschaften zur Mitgliedschaft zugelassen würden. Der Antrag der Berwaltung wurde schließlich mit allen gegen 2 Stimmen angenommen. Aus der Frauenbewegung. Ellen Key. Wir erhalten folgende Zuschrift: Jm„ Vorwärts" vom 24. Februar( Unterhaltungsblatt) Inüpft es. an einen Vortrag von Ellen Keh kritische Bemerkungen über die Persönlichkeit der berühmten Schwedin. Es ist wohl einigen Parteigenofsinnen gestattet, gegenüber der äußerst scharfen, beinahe höhnenden Kritik des Verfassers auch ihre in vieler Hinsicht start abweichenden Ansichten über Ellen Key hier zu vertreten. Die Parteigenossen des westlichen Westfalen( Ruhrgebiet) werden Dabei wollen wir völlig absehen von dem Inhalt dieses speziellen eine umfangreiche Agitation entwickeln, um die Arbeiter über die Vortrages, den wir persönlich nicht hörten; indes konnte die Schrifts Bedeutung des Bergarbeiterstreits aufzuklären. Zunächst soll im ftellerin in ihren Ausführungen ja immer nur in fnapper Form ganzen Bezirk ein Flugblatt verbreitet werden und vom 5. März an die Grundzüge der Weltanschauung entwickeln, die sie seit Jahren follen allenthalben Versammlungen veranstaltet werden zur Be- bereits in ihren vielgelesenen Essays vertritt. Und es will uns doch sprechung des Streits und seiner Lehren. Es sind bereits eine große scheinen, als ob„ es." diese Essays nicht allzu eifrig studiert hätte, sonst würde er schwerlich ein so verächtlich- absprechendes Urteil Außerdem werden am 18. März in dem Bezirk Versammlungen einer Frau gegenüber fällen, die fraglos eine der vornehmsten, arrangiert, um für die russischen Freiheitskämpfer zu demonstrieren. geistig durchbildetsten und selbständigsten weiblichen Bersönlichkeiten ist, die wir gegenwärtig besigen. Mag man im übrigen ihre AnJm Schüßenhofe in Bochum, dem Riesensaale, der an schauungen an vielen Punkten äußerst angreifbar oder mindestens 7000 Personen faßt, fand am Sonntag eine öffentliche Versammlung oft inkonsequent finden;- dieses Urteil unterschreiben auch wir statt, in der Hue und Sachse über den Bergarbeiter- Streit sprachen. trok allevem bleibt Gülen Reh ein Mensch, der stets mit ernstem Der Saal war überfüllt. Es wurde schließlich folgende Resolution Denken und reinem Blick an alle Erscheinungen des Lebens heraneinstimmig angenommen. trat, eine wirklich eigene Individualität, von der, wie vielleicht von wenigen anderen, Anregungen zu freierer und edlerer Lebensführung in weite Kreise getragen worden sind. * Donnerstags von 7 bis 8 Uhr abends und am 1. Sonntag des Monats von 9 bis 10 Uhr vormittags. C. Für Arbeiterinnen allein halten die Gewerbe- Inspektions- Anzahl tüchtiger Redner für diesen Zwed gewonnen. Aftſtentinnen Fräulein Reichert, Fräulein Kummert und Fräulein Conradt zu den unter B angegebenen Zeiten Sprech stunden in den Räumen der Gewerbe- Inspektion Berlin O beam. C und N ab. Außerdem sind zur Auskunftserteilung über alle die GewerbeAufficht betreffenden Angelegenheiten täglich von 1 bis 3 Uhr Gewerbe- Aufsichtsbeamte in den Dienstlokalen der Gewerbe- Inspektionen anwesend. und 93. Die Bezirke der Gewerbe- Inspektionen für Berlin, Charlotten burg, Schöneberg und Rigdorf find wie folgt abgegrenzt: 1. Gewerbe- Inspektion Berlin C., umfassend die Bezirke der Bolizeirebiere 1, 2, 6, 12 bis 16, 19 bis 22, 27, 29, 38, 40, 55 2. Gewerbe- Inspektion Berlin O., umfassend die Bezirke der Bolizeirebiere 23 bis 26, 43 bis 45, 48, 49, 52 bis 54, 65, 66, 70, 79, 86, 87, 94 bis 96, 102 und 103, sowie den Stadtkreis Rigdorf. 3. Gewerbe- Inspektion Berlin S., umfassend die Bezirke der Bolizeireviere 28, 30, 31, 34 bis 36, 39, 41, 42, 47, 56, 63, 67, 71 bis 73, 78 und 85, sowie den Stadtkreis Schöneberg. 4. Gewerbe- Inspektion Berlin W., umfassend die Bezirke der 84, Polizeibeviere 3 bis 5, 8, 32, 33, 37, 57, 58, 64, 74 bis 77, 83, 5. Gewerbe- Inspektion Berlin N., umfassend die Bezirke der Bolizeireviere 7, 9, 10, 11, 17, 18, 46, 50, 51, 59 bis 62, 68, 69, 80 bis 82, 88 bis 90, 92, 97 bis 99, 101 und 105. Uebersicht der Gewerbe- Inspektionen und der Gewerbe- Aufsichtsbeamten von Berlin, Charlottenburg, Schöneberg und Rigdorf. Bezeichnung Gewerbe der GewerbeInspektion Inspektoren Kgl. GewerbeInsp. Berlin C. Sgl. GewerbeInsp. Berlin N. Dr. Sungfer. Dr. Rasch. Kgl. GewerbeInfp. Berlin O. Dr. Fischer. Donath, Kgl. GewerbeInjp. Berlin S. Gewerberat. Kgl. GewerbeInsp. Berlin W. b. Gizhdi. Beamte der Gewerbe- Inspektionen Diensträume Der der GewerbeInspektionen Dr. v. Jindh, Referendare. Georgen- KirchGewerbes Wehlmann, Frl. Kummert, Assistentin. Menz, Gewerbe Steinhoff, Wolf, Referendare. NO. 43, plat 21. N. 20, Bringen Allee 88. Frl. Conradt, Assistentin. Schmidt, Gewerbe- Assessor. SO. 26, Zöllner, Gewerbe- Referendar. ElisabethFrl. Reichert, Affistentin. Ufer 45. Schöneberg, Lampe, Gewerbe- Referendar. Geisbergftr. 38. Lohmann, GewerbeNW. 52, Frik, Referendare. Calvinstr. 13. Aus Induftrie und Handel. Die heute im Schüßenhof tagende Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, Reichstags- Abgeordneten Hue, einverstanden, insbesondere einverstanden mit den Ausführungen betr. die am vorigen Sonntag im selben Saale gehaltenen Rede des Abg. Brust, der sich während des ganzen Streits weit vom Schuß gehalten, nach dem Streit aber nichts eiligeres zu tun hat, als die Einigkeit der Arbeiter zu zerstören. Wer die tiefste Sehnsucht des Jahrhunderts so fein zum Ausbrud bringen konnte, wie Ellen Key in ihren Stizzen:" Die Wenigen und die Bielen", wer die Ideale der höchsten Persönlichkeitsentwidelung mit so startem, sozialem Empfinden zu durchdringen sich nicht von einer Schwedin allerlei über„ Seelenvollheit" vorDie Versammlung erklärt sich ferner mit den Ausführungen des geschickte Aneignerin", die in buntem Durcheinander Goethe und Referenten einverstanden, wonach die soziale Frage für die Berg- Nieksche und Maeterlinc und weiß der Himmel, wen sonst noch, zu leute wie für das gesamte Bolt nur gelöst werden kann durch die einem trüben Brei verrührt. Und wenn der Verfasser meint, eine Enteignung des Grubenbefizes, die Durchführung der Produktion auf Nation, die einen Goethe, einen Schiller, einen Heine befibt, brauche der sozialistischen Grundlage überhaupt. Die Versammlung erklärt überzeugt von der Unhaltbarkeit fich nicht von einer Schwedin allerlei über Seelenvollheit vorund Ungerechtigkeit der privatkapitalistischen Produktionsweise, erzählen zu lassen", so möchten wir dazu bemerken, daß gewisse, deren unheilvolle, gemeinschädliche Wirkung im Bergbau Klassisch seine noch gar nicht vorhanden sein konnten, wie denn Ellen zum Ausdruck kommt mit aller Energie dahin zu wirken, daß die privatkapitalistische von der sozialistischen Produktionsweise recht bald teh tatsächlich weit mehr von Ibsen, Nietzsche und anderen Modernen abgelöst wird. Um dies zu erreichen, verpflichten sich die Versammelten, neben der gewerkschaftlichen Organisation auch die politische Organisation zu stärken. " beeinflußt ist. Es bleibt gerade Ellen Keys hohes, geistiges Verdienst, die Glemente modernen Dentens, die uns Kunst, Philosophie und Die Versammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die Wissenschaft liefern, zu einem festgefügten Gedankenbau verschmolzen, haben. Ellen Key- das geben wir gern dem Verfasser zu- mag bergarbeiter- und vollsfeindlichen Bestrebungen des Bergmeisters sie zu einer modernen Philosophie des Lebens umgeschmiedet zu Engel, die zu russischen Zuständen führen würden. dabei oft mit überflüssigen Worten operieren, hinter denen fein Die Versammlung entbietet den im Kampfe um ihre Menschen- greifbar flarer Inhalt steht ist das aber wirklich eine Besonder rechte stehenden russischen Freiheitskämpfern ihre vollste Sympathie. heit gerade der schwedischen Denkerin? Sollte sich der gleiche VorDie Landesversammlung der sozialdemokratischen Partei Sachsens wurf nicht hundertfach verstärkt z. B. Nietzsche gegenüber begründen beginnt am Dienstag, den 25. April, im Voltshaus Tivoli" zu lassen, den sie, wie„ es." meint, neben so vielen anderen verwässert? Leipzig. Zur Erledigung der Geschäfte sind zwei Tage in Aus- Es gibt eben Dinge, über die man nicht endlos redet, sondern ficht genommen: man tut fie", meint„ es.". Es ist schwer zu begreifen, wohin er damit zielt. Ellen Keh hat unseres Wissens ihr Leben stets in vollem Einklang mit ihrem Denken und Fühlen gelebt; sie hat ihr Wirken nicht auf bürgerliche Kreise beschränkt, sondern ist jederzeit energisch für die weitgehendsten, proletarischen Forderungen eingetreten. Sie hat unter den Arbeiterinnen ihres Landes durch persönliche Agitation Aufklärung und Bildung zu verbreiten gestrebt: heißt das nicht tun, was sie redete? Dem eigentlich politischen Rampf sich zu widmen, besißt einmal nicht jeder Neigung und Fähigkeiten, und wie hoch der Sozialdemokrat sehr berechtigter Weise auch immer diesen ernsten, politischen Kampf werten möge: so bleibt es doch unhistorisch und ungerecht, den Kämpfer auf rein geistig- sittlichem Gebiete ohne weiteres zu den schwächlichen Träumern zu werfen. Darum achten und verehren auch wir sozialdemokratischen Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht des Zentralfomitees: a) Organisation. b) Agitation. Referenten: Sindermann und Vraune. 2. Die Steuergesetzgebung in Sachsen. Ref.: Hermann Goldstein. 3. Die Landtagswahlen. Ref.: Frig Geyer. 4. Die Armen- Gefeßgebung in Sachsen. Ref.: H. 2ange. 5. Anträge der Parteigenossen. 6. Wahl des Ortes für das Zentralfomitee. 7. Wahl bes Drtes für die nächste Landesversammlung. Anträge sind bis zum 10. April an das Zentralfomitee( Star Sindermann, Dresden, Zwingerstr. 22, einzusenden. Dolizeiliches, Gerichtliches ufw. Herr Haniel geht! Wie der Vorstand des Rheinisch- westAus§ 153 der Gewerbe- Ordnung wurde der Redakteur der fälischen Kohlensynditats anzeigt, ist der Geheime Kommerzienrat Bergarbeiter- Beitung", Genoffe Janshed in Bochum, von der Franz Haniel zu Düsseldorf, der mit den bekannten Kohlenmagnaten dortigen Straffammer zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Er Thhffen und Stinnes zu den bedeutendsten Bergwerksbefizern Rhein- hatte in einem Aufruf an die Streifenden denjenigen als Feigling Frauen trok aller Meinungsdifferenzen im einzelnen- Gülen land- Westfalens gehört, aus dem Aufsichtsrat des Syndikats aus- und lächerlichen Maulhelden bezeichnet, der den aufgenommenen Key als Kämpferin für eine freiere und eigenere Lebensgestaltung geschieden. Es liegt nahe, diesen Austritt aus der Leitung des Kohlen- Kampf abbreche, bevor die Siebener- Kommission dies anordne. Von und als große und wahrhafte Frauenpersönlichkeit. synditats mit dem jüngst beendeten Bergarbeiterstreit in Verbindung bestimmten Personen war nicht die Rede. Durch dieses Urteil find au bringen; so weit sich aber beurteilen läßt, hat er mit dem Streit die Arbeitswilligen als Gesamtheit zum Range einer Art öffentlicher nichts zu tun; es handelt sich vielmehr um Rivalitätsstreitigkeiten Sorporation aufgerückt. zwischen den Herren Thyssen und Haniel. Herr Thyssen sucht seinen Einfluß und Besiz um jeden Preis auszudehnen und hat sich in diesem Streben dazu verleiten lassen, teils direkt, teils unter der Hand durch mit ihm liierte Bantinstitute Aftien und Sture solcher Bechen aufzulaufen, die bisher unter Haniels Herrschaft standen; Generalversammlung ab. Bankow. Die regelmäßige Mitgliederversammlung des Vereins für Frauen und Mädchen findet Donnerstag, den 2. März, abends 8% Uhr, im Mierheschen Lokal, Berlinerstraße 52, statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag von Frau Dr. Wegscheider. 3iegler: Die Frau und der Alkohol". 2. Diskussion. Die Tabalarbeiter- Genossenschaft hielt am 21. Februar ihre 8. Neuwahlen. Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig zu er Soziales. scheinen. Gäste willkommen. Th. Forck, Kretzschmar& Co. No. 1259. LES GESCHUTZT Kleiderschrank, echt Nussb. m. Hutboden u. Messingstange u. reich., mod. Schnitzerei, M. 85.-, 120cm b, 230 cm h., 60 cm t. vereinigte Tischler- und Tapezierer- Meister. An der Jannowitzbrücke BERLIN Dicht neben dem Stadtbahnhof Jannowitzbrücke Eingang während des Neubaues rechts um die Ecke von der Holzmarktstrasse. Deutschlands grösstes Möbel- Kaufhaus für Wohnungseinrichtungen in allen Preislagen. 2189L+ Besichtigung der grossen Ausstellungsräume ohne Kaufverpflichtung gern gestattet. Gekaufte Möbel können bis zur Ablieferung frei lagern. Unser grosses Musterbuch nebst Nachtrag für Neuheiten versenden wir auf Wunsch frei und umsonst. Hat jemand Rheumatismus, H. 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