N-.6S. flb#nnenwBt$-B<4lngtn»9tD: »SoimeuientZ- Preis prämanerando: «ierkgährl. ZL0 ZA, m-n-tl. l.!S Mk, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- raunmcr mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Wonnemcnt: 1,10 Marl pro Monat. Eingetrag» in die Poft.ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzdan» für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat, TT. I»chrß. Sie Inferflons'GebQfr BchSgt für die sechZgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und BersammlungS-Anzcigen SS Pfg. „Utein« Snreigen", das erste(fett- gedruckte) Wort 10 Psg, jedes weitere Wort S Pfg. Worte über 15 Buchstaben zühlen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn, und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Crtibdnt tSalldi außer Moglag», Vevlinev Volksblakks Telegramm-Adresse: „SoilaldtmoHrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratt fehen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8 Cd. 68« Linden Strasse 69. Kernsprechrr: Amt IV. Rr. IS8Z. Expedition: 8M. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. ISS-l. Abbruch des Plötzensee-Prozesse s! Am 13. Mai 1904 wurde in der Rede des Staatssekretärs des Reichs-Justizamtes zuerst bekannt, daß die Bestrebungen auf Reform des bankrotten Strafvollzuges durch einen Beleidigungsprozeß beantwortet werden sollen. Zehn Monate später sollte der Prozeß endlich beginnen; umfassende Vorbereitungen waren getroffen, eine besondere Hiilfs-Strafkammer war gebildet, damit der Prozeß auch bei langer Dauer keine Schwierigkeiten in den Gerichts- geschästen bereite, Sachverständige und ein gewaltiger Zeugen- apparat war zur Stelle. Endlich sollte das Licht in die Dunkel- kammern von Plötzensee fallen. Kaum aber flackerte das Licht auf, da ist es bereits wieder verlöscht! Was wir gestern schon als Vermutung aussprachen, daß die sofortige Vertagung der beginnenden Gerichtsverhandlung sich als das Vorspiel einer langen Vertagung erweisen könne, ist pünktlich eingetroffen. Ms am Sonnabend der dritte Tag des Prozesses beginnen sollte, verkündete der Borsitzende des Gerichts- Hofes den folgenden Beschluß: Der Sachverständige Herr Medizinalrat Dr. Leppmann ist für den ganzen Monat an drei Tagen jeder Woche durch anderweitige Tätigkeit verhindert. Das Gericht hat sich überzeugt, daß die Anwesenheit des Herrn Sachverständigen während der ganzen Dauer der Verhandlungen unumgänglich notlvendig ist, wie ja auch die Herren Verteidiger ans das Gutachten des Herrn Sachverständigen und auf seine Anwesenheit während der Ver- Handlungen nicht verzichten zu können erklärt haben. Daraus würde sich ergeben, daß nur verhandelt werden könnte immer an drei Tagen jeder Woche, wo der Sachverständige frei ist. DaS erscheint aber durchaus uitangängig, einmal deswegen, weil dadurch die Dauer des Prozesses über Gebühr in die Länge ge- zogen werden müßte, vor allen Dingen aber aus dem Grunde, weil dadurch der Zusammenhang der Verhandlungen in un- zulässiger Weise auseinandergerissen werden würde. Jetzt noch an Stelle dieses Herrn Sachverständigen einen neuen Sachverständigen zu bestellen, erscheint unmöglich aus dem Grunde, weil der Medizinalrat Dr. Leppmann bereits mit der Sache befaßt ge- Wesen, die Materie und die Verhältnisse kennt, ein Einarbeiten aber jetzt für einen anderen ganz unmöglich sein würde. Es kommt ferner hinzu, daß auch nach Ansicht der königlichen Staatsanwaltschaft auf Grund der neuerdings gestellten Beweis- anträge der Verteidigung eine große Anzahl Iveiterer Zeugen ge- laden werden müsien, von denen ein großer Teil noch nicht fest- steht, wann es gelingen wird, sie zur Stelle zu schaffen. Aus diesem Umstände würde sich wiederum eine große Unübersichtlich- keit der Verhandlungen ergeben müssen, und eS liegt die Gefahr nahe, daß wir trotz einer Arbeit von Wochen schließlich doch auf einen toten Punkt gelangen und die Sache nicht zu Ende führen können. Das Gericht hat deswegen beschlossen: 1. Die Sache wird vertagt. 2. Zum nenen Verhandlungstermin sollen geladen werden die Angeklagten und ihre Verteidiger, die Nebenkläger und ihre Verteidiger, die zur diesmaligen Hauptverhandlung seitens des Gerichts geladenen Sachverständigen einschließ- lich des prakt. Arztes Dr. Placzek, ferner der Gefängnisarzt Dr. Rosinski und zwei weetere Sachverständige, aiißerdeni die zur diesmaligen Hauptverhandlung seitens des Gerichts geladenen Zeugen und eme Reihe weiterer Zeugen. Ferner sollen zur Stelle geschafft werden die in dem Antrage des Rechtsanwalts Heine vom 28. Februar und des Rechtsanwalts Holpert angegebenen Krankenbücher und sonstigen Bücher der Strafanstalt Plötzeiisee. Um die Anschaffung der letztgenannten Schriftstücke und Akten und um die Ermittelung der bisher hinsichtlich der Wohnung nicht be- kannten Zeugen wird die königliche Staatsanwaltschaft ersucht werden. Demnächst wird ein neuer Termin anberaumt werden. Die Gründe, welche daß Gericht für seinen Bcrtagungsbeschluß hat, erscheinen uns in keiner Weise stichhaltig. Sie sind vielmehr sehr geeignet, die Seltsamkeit, die diesen ganzen Prozeß kennzeichnet, aufs höchste zu steigern. Der wesentliche Grund, den das Gericht anführt, ist die Be- Hinderung des Medizinalrats Dr. Leppmann. Die Aerztekurse, die Herrn Leppmann behindern, sind aber nicht im letzten Augenblick als ein nicht vorherzusehendes Hindernis zustande gekommen, sondern dem Gericht schon länger be- kannt. Wenn jetzt das Gericht erklärt, ohne diesen Sach- verständigen gehe es nicht, wenn das Gericht auch keinerlei Ersatz- Möglichkeit sieht, so ist es höchst sonderbar, daß daS Gericht nicht fo viel Voraussicht besaß, den Prozeßtermin von vornherein zu verschieben und allen Beteiligten unnötigen Zeitverlust und er- hebliche Kosten zu ersparen. Es ist für die Außenstehenden nicht verständlich, daß das Gericht nicht an Stelle des Herrn Leppmann einen anderen Gutachter hätte finden können, sofern eS sich zeitig darum bemüht hätte. Wenn der Gerichtsbeschluß erklärt, daS Ein- arbeiten in die Materie würde jetzt für einen anderen ganz un- möglich fein, so ist daS eine ganz ungewöhnliche Ueberireibung der Schwierigkeiten, die einem Sachverständigen in solchem Falle erwachsen. Ein Sachverständiger, welcher dem vielleicht mehrere Wochen dauernden Prozeß beiwohnen würde, könnte sich noch genügend einarbeiten. Auch die anderen Sachverständigen, insbesondere die von der Verteidigung geladenen, sind nicht bereits in die Sache eingearbeitet, sondern sollen sich in der Verhandlung selbst das Urteil bilden. Schließlich hat auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft er- klärt:„Ich halte eS nicht für erforderlich, aus diesem Grunde etwa den ganzen Prozeß zu vertagen." Der Gerichtshof ist seltsamerweise zu einer anderen Auffassung gelangt. Auch die.große Unübersichtlichkeit welche der Gerichtshof infolge neu zu ladender Zeugen befürchtet, ist schmerlich als wirklich zureichender Grund der Vertagung anzuerkennen. Schon einige Zeit vor dem Termin gab die Verteidigung die Zeugen an. die ihr bekannt geworden waren, da aber wurde die Ladung vom Gericht abgelehnt. Dann wiederholte die Verteidigung bereits am Donnerstag ihre Beweisanträge und fügte eine Anzahl neuer hinzu. Der Erste Staatsanwalt erklärte sich für die Erhebung der beantragten Beweise, weil Plötzensee nichts zu befürchten habe, und er kam keineswegs auf den Gedanken, daß daraus erhebliche Schwierigkeiten entstehen könnten. Er forderte lediglich, daß ihm Gelegenheit gegeben werde, sich nach den Persönlichkeiten der neu vorgeschlagenen Zeugen vorher zu erkundigen. Der Gerichtshof aber sagte zunächst nichts über diese Angelegenheit, sondern be- hielt sich die Beschlußfassung vor. Auch am Freitag wurde hierüber nichts mitgeteilt, und erst am Sonnabend, nach Ver- lust kostbarer Zeit, erklärt nun der Gerichtshof, daß es.bei einem großen Teile der Zeugen noch nicht feststeht, wann es gelingen wird, sie zur Stelle zu schaffen'. In anderen Fällen haben die Gerichte unvergleichlich größere Schwierigkeiten überwunden. Im Saarbrückener und im Königsberger Prozeß beliebte man ein rasendes Eiltempo, unter dem die Angeklagten in ihrer Verteidigung sich schwer be- einträchtigt fühlte. Im Plötzensee-Prozeß wird umgekehrt, gegen den Wunsch der Angeklagten, ein Schneckentempo sondergleichen ein- geschlagen, als sei die neue Streikmethode der italienischen Eisen- bahner vorbildlich geworden l Der Prozeß ist abgebrochen. Aber so weit er bisher geführt, bleibt als Leidtragende— die Anklagebehörde! « Die Ausschaltung des gesetzliche» Richters. Von der Staatsanwaltschaft muß die Vertagung besonders widerwärtig empfunden werden. Aus der.dreitägigen Verhandlung' bleibt nichts übrig als die schweren Anschuldigungen. welche die Verteidigung erhob, daß die Staatsanwaltschaft ein politische« Ausnahmegericht für diesen Prozeß künstlich konstruiert habe. Die Staatsanwaltschaft, welche berufsmäßig auf der Lauer des Ver- dachtS liegt, kann an ihrem eigenen Fall ermessen, wie leicht ein reines Gemüt in schweren Argwohn geraten kann. Und gerade die entschuldigende Begründung, welche der Erste Staatsanwalt der ominösen Umgestaltung deS ProzeffeS aus einem Prozeß gegen S ch n e i d t und Genossen in einen Prozeß gegen K a l t S! i und Genossen gab, hat in der verdachtseifrigen Oeffentlichkeit, die gegen Staatsanwälte häufig von leichter Voreingenommenheit ist, den Glauben an die Behaupwngen der Verteidiger verstärkt. Da der Plötzensee-Prozeß bisher keinen anderen Ertrag gebracht, so erscheint uns angemessen, den Hergang deS staatsanwaltlichen Mißgeschicks aktenmäßig zu verzeichnen. Wir zitieren nach den Akten: Die Akten beginnen Blatt 1 ff. mit einer Verfügung der Staatsanwaltschaft beim königl. Landgericht I vom 22. Februar 1904 betreffend die Strafverfolgung des ArsikelS der„Zeit am Montag" vom gleichen Datum. Bis Blatt 10 befaffen sich die Alten ausschließlich mit diesem Artikel und dem Ange- klagten Schneid t. Blatt 10 überweist der Oberstaatsanwalt beim königl. Landgericht I unter dem 8. März den.Vorwärts' vom gleichen Tage„zu den Borgängen wider Schneidt". Dann treten neben Iveiteren Artikeln der.Zeit am Montag' weitere Artikel des.Vorwärts' hinzu. An erster Stelle lagen im Anlageband die Nummern der„Zeit am Montag'. Der Strafantrag des Oberstaatsanwalts beim Kammer gericht vom 3. Mai 1904 richtete sich ausdrücklich: Gegen die Verfasser oder Einsender der... Artikel „Zeit am Montag" Nr. 8 vom 22. Februar 1904 „„.. Nr- 10 ..» Nr. 13 ..... Nr. 15 „Vorwärts" Nr. 67 vom 8. März 1904 Nr. 70. 23.„ Nr. 87. 14. April und so weiter. (Zu beachten ist auch, daß Herr Staatssekretär für das Reichs- justizamt Dr. Rieberding am 13. Mai 1904 im Reichstage logisch und chronologisch korrekt ausführte: „es ist Strafantrag gestellt worden gegen die.Zeit am Montag', gegen den. Vorwärts'. gegen.. Bl. 16(ftüher 28) der Akten findet sich unter den, 28. April 1904 die Verfügung:„vl. 15—26 find auszutrennen und zu de» Hand- akten zu nehmen." Bl. 17 erhielt die Staatsanwaltschaft am kgl. Landgericht I unter dem 3. Mai von der kgl. Oberstaatsanwaltschaft am Kammer- gericht ein Heft von nicht bei den Gerichtsakten befindlichen Vorgängen dieser Behörde.zur gefälligen Kenntnis mit dem Ersuchen, von dem Inhalt der Akten in geeigneter Weise Gebrauch zu machen'. Nachdem sodann am 5. Mai die Ernennung des SpezialDezernenten erfolgt war, beantragte am 17. Mai der Ober- staatSanwalt beim kgl. Landgericht I: die Eröffnung der Voruntersuchung gegen 1. KaliSki, S. Büttner. 3. Schneidt, 4. AhrenS. Auf Grund dieses SkteninhaltS sind die Verteidiger der An- geklagten zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Angeklagten ihrem gesetzlichen Richter entzogen worden sind. Schneidt und Genossen wären vor die siebente oder achte Kammer deS Landgerichts gelangt, KaliSki und Genossen aber gelangen vor die vierte Kammer, die allgemein dafür gilt, daß sie in Prozessen mit politischem Anstrich ungeivöhnlich harte Urteile fällt. Die Verteidiger haben in wiederholten Beschwerden an die oberen Justizinstanzen die rechtliche Zulässigkeit der verhängnisvollen Umrubrizierung, durch welche ein politisches Ausnahmegericht ge- schaffen werde, auf daS lebhafteste befehdet. Sie erhielten lange Monate hindurch stets nur die Antwort, daß die Staatsanwaltschaft .nach ihrem freien pflichtmäßigen Ermessen die ihr zweckmäßig er- scheinende Reihenfolge wählen' konnte. Abgesehen von der formalen Unrichtigkeit dieser Auffassung erschien eS nun außerordentlich eigentümlich, daß die Behörde nicht daS, worauf es ankam, nämlich den sachlichen Grund des Ermessens und der Zweckmäßigkeit, mit- zuteilen für gut befund. Erst unter dem Datum des 5. Oktober kam Oberstaatsanwalt Jsenbiel mit der besonderen Bedeutung des„Vor- wäriS' hervor, welche Begründung in vermehrt ungeschickter Form der Erste Staatsanwalt Schönian in der Donnerstagsverhandlung vortrug. Die Verspätung dieser Begrülldung und ihre Seit- sainkeit verinehrte die schweren Bedenken, welche bei der Ver- teidigung gegen das Verfahren der Staatsanwaltschaft dadurch er- regt war, daß nun gerade nach denijenigen Angeklagten als ersten und anscheinend hauptsächlichsten Täter der Prozeß rubriziert war, welcher unter den zahlreich inkriminierten Fällen nur einen einzigen veröffentlicht hat und noch dazu nur im abgeschwächten Nachdruck aus der„Zeit am Montag'. Nach alledem mag die deutsche Oeffentlichkeit ermeffen, welch fatales Mißgeschick über der Auklagebehörde schwebt, daß sie, während sie, wie der Erste Staatsanwalt erklärte, nur von sachlichen und vornehmen Gründen sich leiten läßt, in den trüben Verdacht der politischen Tendenzjustiz gerät. Leider unternimmt die Staatsanwaltschaft, vielleicht allzu gebeugt unter dem Verdacht, den sie auf sich lasten fühlt, nichts, um nach Möglichkeit ihre Tadellosigkeit zu erweisen. Schon in der Donners- tagssitzung des Gerichts wurde geradezu die Frage an die Staats- anwaltschaft gestellt, ob die Annahme richtig sei, daß fich in de» ausgetrennten Aktenblätteru Aeußerungcn finden, welche die Absicht der Erzielung eines Ausnahmegerichts beleuchten. Der Staatsanwalt gab jedoch keinerlei Auskunft. In nichts betoeisender Entrüstung, daß die Staatsanwalt- schaff hoch über solche Angriffe stehe, hat er versäumt, die erhobene Anschuldigung sachlich zu begründen. Auch an den beiden folgenden Tagen verharrte die Staatsanwaltschaft in Schweigen über den In- halt der ausgetrennten Aktenblätter. Wenn die Behörde so wenig besorgt ist, die Oeffentlichkeit aufzuklären, dann darf sie nicht er- staunen, daß der Plötzensee-Prozeß schon jetzt für das Ansehe» der Justiz eine» schweren Verlust und für die Sozialdemokratie, in ihrem Streit gegen den kulturwidrigen Strafvollzug, einen großen Gewinn dedeutet! Reife Kräfte. Unmittelbar nach der in ekler Frömmelei winselnden Kundgebung des Zaren, welche die Befestigung der Selbstherrschaft ankündigte, erschien das andere bereits gestern angekündigte und inzwischen veröffentlichte Manifest, von dem ein Teil unserer mit völliger Blindheit ge- schlagenen Presse behauptet, daß es die Ankündigung eines russischen Parlaments bedeute, daß es epochemachend sei, während es in Wirklichkeit nichts anderes ist als ein Plagiat an der alten Methode des Absolutismus, zwischen Drohnoten und Reformverheitzungen abzuwechseln. Wie das Friedens- nianifest des Zaren nur der Vorhang war, hinter dem Nutz- land feine Weltkriegspolitik gemächlich zu treiben gedachte, so ist das neue Manifest nichts anderes als ein weiterer Versuch. das freilich inzwischen wunderbar gereifte Volk zu betrügen. Anscheinend stehen das Manifest gegen die Verfassung und das eine Verfassung ankündigende in Widerspruch, aber das ist nur äutzerlich. Im Grunde laufen beide Schriftstücke auf den gleichen Betrug hinaus I Es ist nicht einmal nötig anzunehmen, wie aus gewissen Telegrammen sich fchlietzen lätzt, datz die zweite Kund- gebung des Zaren ein plötzliches Angstprodukt sei, veranlatzt durch unheilschwere Nachrichten vom Kriegsschauplatze, wonach die Hauptarmee verloren sei. Auch ohne derartigen äusseren Zwang gehören solche Erlasse zu den Hauptmitteln einer Herrschaft, die vor keinem Wagnis der Täuschung jemals zurückgeschreckt ist, und die nicht nur die eigene moralische und geistige Entartung bekunden, sondern auch eine unsägliche Verachtung deS Volkes und seiner geistigen Fähigkeiten zynisch verraten, des Volkes, dem man doch ein lieber Vater sein will. Wir lassen nachstehend das Schriftstück, das der Zar an den Minister des Innern richtete, folgen: Getreu altrussischem Volksbrauche, dem Throne in Tagen der Freude und der Trauer des Vaterlandes feine Gefühle auSzu- drücken, brachten mir Adels- und Semstwoverfammlungeit. Kauf- Mannschaft und Bauerngemeinden von allen Seiten Rußlands aus Anlaß der Geburt deS Thronfolgers zahlreiche Glück- wünsche mit-dem Ausdruck der Bereitwilligkeit dar, für die erfolgreiche Beendigung deS Krieges ihr Vermögen zu opfern und mir alle ihre Kräfte zu weihen zur Vervollkommnung der Ordnung im Staate. In meinem und Ihrer Majestät Namen beauftrage ich Sie, diesen unseren herzlichen Dank zu übermitteln für den Ausdruck loyaler Gefühle, welche in der jetzigen schweren Zeit um so erfreulicher waren, als die aus- gesprochene Bereitschaft, auf meinen Ruf zu erfolgreicher Verwirk- lichuug der von mir angekündigten Reformen mitzuwirken, völlig meinem Herzenswünsche entspricht. Mein Wunsch besteht darin, in gemeinsamer Arbeit der Re- tirning und rriscr Kräfte der Gesellschaft die Verwirk- lichung meiner auf das Volkswohl gerichteten Msichten zu erreichem Die Arbeit meiner gekrönten Vorfahren fortsetzend, die russischen Lande ungeschmälert zu erhalten und die Ordnung aufrecht zu halten, habe ich beschlossen, von nun an mit Gottes Hülfe würdigste, daS Ber- trauen des Volkes genießende und von der Bevölkerung gcwählteMänner zur Teilnahme an der Ausarbeitung und Beratung legislativer Entwürfe heranzuziehen. In Erwägung der besonderen Verhältnisse des Vaterlandes, der Mannigfaltigkeit seiner Bölkerstämme und der in einigen seiner Teile schwachen EntWickelung des Bürgertums, haben russische Herrscher in ihrer Weisheit dem Lande Reformen je nach den ge- reiften Bedürfnissen, aber nur in folgerichtiger Ordnung geschenkt. Dabei haben sie auch die Kontinuität des festen historischen, an die Vergangenheit anknüpfenden Bandes beobachtet, welches daS Unterpfand für Dauerhaftigkeit und Festigkeit in der Zukunft bildet. Indem ich gegenwärtig diese Reform unternehme, bin ich über- zeugt, daß die Kenntnis der örtlichen Bedürfnisse die Lebens- rrfahrung und das besonnene, aufrichtige Wort der gewählten Männer die Fruchtbarkeit der gesetzgeberischen Arbeiten sichert zum wahren Nutzen dcS Volkes, und ich sehe gleichzeitig voraus die ganze Kompliziertheit und Schwierigkeit der Verwirklichung der Reform unter unbedingter Wahrung der Unerschütterlichkeit der Grundgesetze des Reiches. Ich habe es daher, da ich Ihre langjährige administrative Er- fahrung kenne und Ihre ruhige Sicherheit schätze, für gut befunden, unter Ihrem Vorsitze eine besondere Konferenz zur Beratung der Wege für die Verwirklichung dieses meines Willens einzusetzen. Gott segne mein gutes Beginnen! Möge Gott Ihnen helfen, das- selbe zum Wohle des mir von Gott anvertrauten Volkes erfolg- reich durchzuführen! Nikolaus. Es geht aus dem Wortlaut sofort hervor, daß auch dieses Dokument, weit davon entfernt auch nur den bescheidenen Anfang einer Verfassung zu verkünden, nichts bedeutet, wie eine weitere Einberufung jener unzähligen Kommissionen, die jetzt schon auf dem Papiere stehen. Die Hauptsache ist, daß auch der neue Utas erklärt, die Nnerschütterlichkeit der Grund- gesetze des Reiches d. h. den Absolutismus unbedingt zu wahren. Es gibt aber keinen Absolutismus, der mit einer Verfassung und keine Verfassung, die nnt dem Absolutismus zu vereinbaren wäre. Auch die prinzipielle Anerkennung des Wahlrechtes in dem Passus, daß der Zar„von nun an mit Gottes Hülfe würdigste, das Vertrauen des Volkes ge- nießende und von der Bevölkerung gewählte Männer zur Teilnahme an der Ausarbeitung und Beratung legislativer Entwiirfe hinzuziehen" wolle— bedeutet gar nichts. Von der Bevölkerung gewählte Männer gibt es schon jetzt unter dem russischen Absolutismus. Die Sem st w o s werden schon von den Großgrundbesitzern der städtischen Bourgeoisie nach einemZensuswahlrecht, und den Landgemeinden mittels eines indirekten Wahlrechtes gewählt! Da nun ausdrücklich noch mitgeteilt worden ist, daß der Zar nur die„reifen Kräfte" heranziehen wolle, so würde diese Ankündigung einer„Verfassung", vorausgesetzt, daß das Ver- sprechen überhaupt eingelöst wird, schon dadurch erfüllt sein, daß neben den direkt ernannten Beratern etwa Vertreter der Semstwos in die Kommission des Zaren berufen werden; denn diese Semstwos genießen ja, in der Sprache des Zaren, das Vertrauen des Volkes und sind auch von der„Be- völkerung" gewählt. Daß eine solche beratende Kommission, die selbst deutsche Blätter mit irgend einem modernen Par- lament lächerlichcrweise vergleichen, gar keine wirklichen Bc- fugnisie haben würde, ist ohne weiteres klar. Es ist daher purer Schwindel, wenn offiziell aus Petersburg von deni großen Jubel berichtet Wird, den dieses neue Manifest an- geblich in der Bevölkerung hervorgerufen hat. Die Arbeiter sind nicht mehr so unaufgeklärt, um auf solchen dreisten Schwindel hineinzufallen und von den Liberalen wollen wir bis auf weiteres zu ihrer Ehre annehmen, daß auch sie nicht geneigt sind, in diesem Verräterspiel mitzuwirken. Zudem ist dieses Vcrfassungsspicl auch nur eine ekle Wiederholung einer alten Farce. Ja, es scheint, daß Nikolaus II. noch nicht einmal so weit zu gehen versprechen will, wie jener famose Verfassungsentwurf des Loris Melikow. Die Tatsachen sind bekannt: Am 13. März 1881 schrieb der Zar Alexander II. auf einen Entwurf des Grafen Melikow zur Einberufung einer Redaktionskommission der Verfassung — auch damals kam es nur bis zur Einberufung einer Kom- Mission, welche die eigentliche Verfassungskommission redi- gieren sollte—:„Ich gebe meine Zustimmung". Un- mittelbar darauf wurde er von einer Bombe seinen„Ver- fassungs"plänen entzogen. Man hat behauptet, daß die terro- ristischc Tat den Anfang eines verfassungsmäßigen Lebens gehindert habe. Das ist Unsinn. Denn jener Verfassungsentwurf des Loris Melikow, dessen Wortlaut 1893 bekannt wurde, war nur ein Mittel, um das russische Volk um eine Verfassung zu betrügen. Alexander III. war anfangs auch geneigt, trotz der Bombe, die ihn auf den Thron brachte, diese Verfassung(die übrigens nicht von der revolutionären, sondern von der reaktionären panslawistischen Opposition gegen Mexawder H. provoziert worden war), zu verwirklichen, und es sind andere Gründe, wie der Trotz gegen die terroristische Aktion gewesen, die es verhindert haben. Dieser Entwurf des Grafen Melikow sah außer verschiedenen gcsetzausarbeitenden Vorberoitnngs- kommissionen eine Allgemeine Kommission vor. Die Allgemeine Kommission sollte aus einigen 60 Mitgliedern be- stehen, die teils vom Zaren ernannt werden, teils eine Art „Wahl" durchgemacht hatten. Wähler waren die Landschaften. die beiden Hauptstädte und einige andere Städte. Diese Abgeordneten� für die Allgemeine Kommission sollten nach dem Plan nicht etwa von den Wählern, sondern von den Semstwos der Landschaften und den Stadträten delegiert werden. Wo, wie etwa in Polen, keine Semstwos beständen, sollte die Regierung die Abgeordneten ernennen. Endlich sollte dieses famose„Parlament" auch keine gesetzgebenden Befugnisse haben, sondern nur beratende und vorschlagende. Es ist vergessen, verdient aber in die Erinnerung zurück- g'erufcn zu werden, als Beweis für die Jnteressensolidarität zwischen Deutschland und Rußland, daß Alexander III. bei seinem Regierungsantritt den EntwurfLoris Melikows dem deutschen Kaiser Wilhelm I. zur Begutachtung vorlegte. Der Zar erwies dabei seinem Onkel die Ehre, daß er außer ihm noch den französischen— Polizei-Anarchisten Andrieux mit der Begutachtung betraute. Wilhelm I.— sein Gutachten ist auszugsweise veröffent- licht worden— war natürlich mit einer„Verfassung" im Stile Mclikows einverstanden. Gleichwohl hielt er es noch für notwendig, er, der Vertreter eines angeblich konstitutiv- ncllen Staates, den Zaren vor den Klippen zu warnen, die bei der Verleihung einer Konstitution zu vermeiden notwendig seien. Der preußische König, gestand Wilhelm, habe zwar eine bessere Verfassung erzielt als der deutsche Kaiser. Aber, fügte er hinzu, trotz dieser„Umschiffung(nämlich einer wirk- lichen Verfassung) ist es für die preußische Regierung nicht leicht, mit den Schwierigkeiten des parlamentarischen Reginies zu kämpfen". Ter Zar- solle unter allen Umständen in seine „Verfassung" nicht aufnehmen: 1. allgemeines Stimmrecht, 2. jährliches Budget, 3. Zivilliste und 4. parlamentarisches System. Dagegen empfahl Wilhelm I.: Zensuswahlen, drei- jähriges Budget mit rechtsgültiger Fortdauer im Falle einer Etatsverweigerung, die Beibehaltung der Domänen als kaiser- liches Privateigentum, keine vollständige Preß- und Lehr- freiheit, und außerdem Zweikamniersysteiu. Wenn man diese Ratschläge überdenkt, die so sonderbar anmuten bei einem Monarchen, der in einem Verfassungsstaat regiert, so versteht mau, warum unsere preußische Regierung auch heute noch vor jeder echten russischen Verfassung ein Grauen hat. Wir wissen nicht, ob Nikolaus II. dem Beispiel Alexanders III. folgen und den Verfassungsentwurf auch seinem Vetter in Berlin zur Begutachtung vorlegen wird. Es ist aber zweifel- los, daß sich die Zeiten, wenn auch nicht der Zarismus, seitdem von Grund aus geändext haben. Ob der Zar sein Versprechen erfüllt oder nicht, bleibt gleichgültig. Eine Verfassung dieses Stils, die sich noch nicht einmal den Hunibug des Entwurfes des Grafen Melikow zubilligt, kann niemand in Rußland mehr verführen. Die Lage des Zarismus ist in dem zer- schmetternden Kriege mit Japan denn doch unendlich ver- zweifelte! als in der Depressionszoit nach dem auch keineswegs erfreulichen russisch- türkischen Kriege und den Miß- erfolgen Rußlands auf dem Berliner Kongreß. Seit 1881 ist außerdem die Arbeiterbewegung gewaltig ge- wachsen, und wie es scheint, sind auch die russischen Liberalen von heute, ohne daß man allzu große Erwartungen hegen sollte, nicht mehr von jener jämmerlichen Feigheit der Liberalen von 1881, die zum Teil sogar selbst den Entwurf von Loris Melikow für zu radikal erklärten. Nikolaus H. hat gelobt, mit den„reifen Kräften" der Gesellschaft seine Absichten zu erreichen. D i e Gesellschaft, ür die der Zar verantwortlich zittert, ist allerdings reif. Die Zukunft aber gehört den jugendlichen revolutionären türmischen Gewalten und nicht den reifen Kräften, die fteilich längst reif, überreif sind— zum Untergang! *•» * Der Sinn des BersassungSukaS. Unser Petersburgers-Korrespondenttelegraphiert uns: Der angebliche Berfassungsukas deS Zaren hat zwar die dnrch die vorangehende Kundgebung deS Zaren erregte Empörung ein wenig beruhigt. Ich kann aber a»S bester Quelle mitteilen, daß dieser Ukas gar nichts bedeutet, daß die wirk- liche Politik der Regierung in dem ersten Manifest cnt- halten ist. *** Preßausternngeu über das Zarenmanifest. Ueber die Aufnahme des„Verfassungs"- Manifestes in Petersburg wird der„Vossischen Zeitung" telegraphiert: Suworiu der Aeltere nennt in der„Nowoje Wremja" den gestrigen Tag den schönsten seines Lebens. Achnlich begrüßt die deutsche„Petersburger Zeitung" das kaiserliche Manifest. Liberale Blätter, wie„ R u s s" und„ S l o w o". fragen skeptisch, wann das Reskript in die Praxis übertragen wird.„ R o w o st i" drucken, als einziges Blatt, das Reskript ohne irgend welche Be- merkung ab. Ueber die u n zensorierte Stimmung wird demselben Blatte gemeldet: Das Reskript an den Minister des Jnnem hat die Unruhe bei der Intelligenz eher vennehrt als vermindert. Die gemäßigten Liberalen und selbst Anhänger der Autokratie nennen das Verhalten der Regierung unklug. Niemand hat Vertrauen, da niemand die Einflüsse kennt, denen der Hof wechselnd unterworfen ist. Die englischen Blätter urteilen durchweg abfällig.„Times" sagen, der peinliche Eindruck, den das gestrige Manifest erzeuge, ivcrde nicht im geringsten gemildert durch das heutige Reskript, dessen Fassung dunkel sei. Wenn der Zar wirklich Männer zu hören wünsche, so seien lolche in seinen Gefängnissen zu finden.„Daily Telegraph" betrachtet das gestrige Manifest als Kriegs- erklärung bis aufs Messer zwischen der Autokratie und dem Volke. Die französischen Russenblätter beobachten über die beiden Zarenerlasse ein verlegenes Schweigen. I a u r ö S schreibt in der „Humanito":„Es blieb dem Zarenttnn nur noch ein Fehler zu be- gehen, es hat ihn begangen: auf die Freiheitsforderungen, auf die wachsende Austeaung des Russenvoltes antwortet es mit der Ver- Weigerung der Verfassung und jeder Reform, mit der Verherrlichung deS Selbstherrschcrtums, mit dein Befehl zur rohen Niederwerfung jeder Auflehnung. So drängt der Zar selbst das Russenvolk zur Umwälzung."(„Voss. Ztg.") Es ist deutschen Blättern allein vorbehalten, die Welt mit Jubelhymnen über das epochemachende Ereignis zu versorgen! * ♦ Der Streik in Petersburg. Ein Privattelegramm unseres Petersburger IV-Korrespondentcn meldet uns: Der Streik verbreitet sich langsam. Im Schliisselburgcr Rahon stehen fast alle, ans der Wyborger Seite alle Fabriken still. Bon den Arbeitern der Putilow-Werke streikt vorläufig nur ein Teil. In der Stadt ist bis jetzt alles ruhig; man ist frei von Angst. v* ♦ Tie Ansstandöbcwtgnng. Warschau, 4. März.(Offizielle Meldung.) Der Tag ver- lief ruhig. Sämtliche große Fabriken babcn sich mit den Arbeitern geeinigt. Bei den Tramwaybcdiensteten ist keine Einigung erzielt worden. Lodz, 4. März. Der Ausstand begann gestern wieder in allen Zweiganftalten der Posnanskyschen Fabrikgcsellschaft. Es kam zu einem Zusammenstoß mit dem Militär, jedoch ohne daß von der Feuerwaffe Gebrauch gemacht wurde. Zarizyn, 4. März. Der Ausstand hat sich über alle Fabriken ausgebreitet; die Zeitungen erscheinen nicht. Lugansk, 4. März. Seit gestern abend ist der Ausstand allgemein; die Magazine sind geschlossen, die Arbeiter der Staats-Patronenfabrik werden am Montag entlassen. Tie überwiegende Mehrzahl der Arbeiter feiert; obgleich alles ruhig ist. ist die Stimmung beunruhigend. Morgen wird der Ausstand der Angestellten der ersten Katharincnbahn und damit die Einstellung des Verkehrs erwartet. Taschkent, 4. März. Die Eisenbahnarbeiter fordern den Achtstundentag und eine Lohnerhöhung von 10 bis 25 Proz. und drohen im Fall der Nichterfüllung am 6. März in den Ausstand zu treten. Rostow am Don, 4. März. Der gestrige und der heutige Tag sind ruhig verlaufen. Tie Zeitungen erscheinen nicht. Odessa, 4. März. In einer Sitzung der Fabrikanten wurde beschlossen, sich der Ansicht der Fabrikanten der Hauptstädte anzuschließen. Die Arbeiter einer großen Knpferfabrik traten in den Ausstand. Tie Schüler der Knnstschnle be- schloffen, bis zum 13. September dem Unterricht fernzubleiben. Die Stadt ruhig. Mitau, 4, März. Von Riga eingetroffene Agitator«, unter denen sich Studenten befinden, haben die hiesigen Arbeiter zum Ausstand veranlaßt; in den Fabriken ist die Arbeit heute überall eingestellt. Zusammenstöße mit dem Militär fanden nicht statt. Die Konservenfabrik von Likkopc, die Auftrags für das mandschurische Heer hat, setzt die Arbeit unter dein Schutze von Truppen fort. Infanterie- und Kosaken- Patrouillen durchziehen die Stadt. * Der Zar mißbilligt. Petersburg, 4. März. Der hiesigen Universität wird wegen der Stndentenversammlung vom 20. Februar die Mißbilligung des Kaisers ausgesprochen. Der Rektor erhält einen Verweis, der Kurator des Lehrbezirks eine Verwarnung; alle Studenten werden relegiert mit dem Recht, ihre Wieder- aufnähme nachzusuchen. Die„neue" Aera l Petersburger Briefe. (Von unserem �-Korrespondenten.) Petersburg, den 1. März ISOZ. Trepows Diktatur— das ist ein unverkennbares Zeichen für die Einschüchterung des herrschenden Regimes— legt sich offensichtlich Zügel an. Erivartet hatte man von ihr: Verbannung der streikenden Arbeiter, massenhafte Verhaftungen unter den gebildeten Klassen, vollständige Unterdrückung der Preßfreiheit. Zwangsmaßregeln gegen Mitglieder des Stadtrates, um von schlimmeren Befürchtungen zu schweigen. Von all diesen Befürchtungen ist aber nur ein geringerer Teil in Erfüllung gegangen. Es sind zwar Verhaftungen in der In» tclligenz vorgekommen, aber doch nicht in dem Umfange, wie man befürchtete, und man hat sie fast alle nach kurzer Zeit der Haft wieder frei gelassen; nur Gorki und Pjcschechonoff haben längere Zeit im Gefängnis schmachten müssen. Vornehmlich deswegen, weil die Polizei meinte, gegen sie wichtiges Material zur Anklage auf- bringen zu können, zum Teil vielleicht auch, weil die Regierung in der beharrlichen Peinigung eines Gorki ein gutes Mittel fand, um ihre Unabhängigkeit von der europäischen öffentlichen Meinung zu beweisen. Was die Presse betrifft, so sind schließlich die beiden radikalen Zeittmgen„Nascha Shisu" und„Naschi Dni" auf drei Monate ver- boten worden, aber man muß anerkennen, daß sie während der letzten zwei Wochen die Sache der Freiheit Nichtiger und entschlossener|er königlichen Gewerbe-Aufsichtsbeamten geht dies zum Beispiel hervor.— Redner verliest die betreffenden Stellen aus den Berichten ür Berlin und Wiesbaden, aus denen sich eine weitere Zunahme besonders von tödlichen Unfällen gerade im Baugewerbe klar ergibt. — Als ein Hauptmittel dazu bezeichne ich wiederum die Brr- Wendung von Arbeitern als Baukontrolleure, wie solche innerhalb Deutschlands im Königreich Bayern seit etwa vier Jahren im Gange ist. Dann können wir endlich darauf rechnen, daß nicht jähr- lich über die tausend Todesfälle und Fälle von dauernder Erwerbs- Unfähigkeit die Opfer deS Baugewerbes als übermäßige bekunden. (Beifall links.) Abg. Frhr. v. Zedlitz(fl.): Die Anlegung neuer Straßen sei Sache der Gemeinden. Abg. Fntsch(natl.): Daß die jetzigen Berkehrsberhältnisse über den Potsdamer Platz unhaltbar seien, erkenne wohl jeder an. Es empfehle sich, die Torgebäude zu beseitigen, ebenso den am Pots- damer Platz belegenen Kirchhof und das südliche Eckhaus des Pots- damer Platzes und der Köuiggrätzerstratze zu beseitigen. Dadurch würde eine erhebliche Vergrößerung des Potsdamer Platzes ermög- licht werden. Zur Regelung des Verkehrs im Zuge der Potsdamer- straßc würde die Anlegung eines Tunnels unter dem Platz gute Dienste leisten. Eine Parallelstraße zur Potsdamer- und Leipziger- straße könne gebildet tverden, wenn ein Straßenzug von der Viktoria- stratze in die Voßstraße mündend errichtet werde. � Abg. Rosenow lfrs- Vp.): Es handelt sich auch nach unserer Auffassung bei dem Antrage Fritsch um einen Eingriff in die Selbst- Verwaltung der Stadt Berlin. Die Vergrößerung des Potsdamer Platzes würde die Gefahren für den Fußgängerverkehr nur noch vergrößern. Die Anlage eines Tunnels würde nach den Erfahrungen, die anderswo mit Tunnels für Fußgänger gemacht sind, kaum zu einer Erleichterung des Verkehrs dienen. Tagegen möchte ich die Regierung bitten, die Straßenbahnvrojekte der Stadt zu genehmigen, die auch geeignet sind, namentlich die Leipziger Straße zu ent- lasten. Tie Stadt ist fortwährend bemüht, die Berkehrsvcrhältniffe zu verbessern, sie wird aber darin gehindert durch die staatliche Kon- zessionsverlängerung für die Strasienbahngesellschaft. Würde die Regierung diese Konzessionsverlängerung zurückziehen, so würde sie sich den Dank der Stadt erwerben.(Beifall links.) Abg. Dr. Becker(Z.): Den Antrag Fritsch bitte ich abzu- lehnen, da er einen Eingriff in die Selbstverwaltung bedeute. Abg. Cassel lfrs. Vp.): Aus die Frage der Konzessions- Verlängerung der Berliner Straßenbahn bis 194S will ich hier nicht näher eingehen. Ich will nur betonen, daß H 1 Abs. 2 der Ge- nchmigungsurkundc, als diese veröffentlicht wurde, hieß, daß die Ge- sellschaft auf Anfordern der Genehmigungsbehörde gehalten sei, die Verlängerung der Konzession rechtzeitig einzuholen. Sie sehen hieraus, daß die Staatsrcgierung es für selbstverständlich erachtet, daß die Straßenbahngesellschast die Zustimmung zur Verlängerung der Konzession beizubringe» hat. Daraus ergibt sich, daß die Re- gierung auf dem Standpunkt steht, daß eine solche Zustimmung die Voraussetzung für den weiteren Betrieb ist. Auch der frühere Polizeipräsident v. Windheim hat sich 1900 cmf denselben Standpunkt gestellt. In einem Schreiben bestätigte er, daß seine Ansicht dieselbe ist wie die der Stadt Berlin. Die Straßenbahngesellschaft, so heißt es in dem Schreiben, ist nach den Bestimmungen des Klein- bahngesetzes nicht befugt, ihren Betrieb weiter fortzusetzen. Wir sind in Berlin stets bemüht, den Vcrkchrsinteressen gerecht zu werden, wenn wir nur das Entgegenkommen der Staatsregierung dabei finden. Wir verlangen, daß wir diejenigen Straßenbahnlinien betreiben dürfen, die wir für notwendig halten.(Beifall links.) Abg. Gamp(fk.): Ich bitte den Abg. Fritsch, seinen Antrag zurückzuziehen. Ich meine, daß die Verhältnisse nicht so schlimm sind, wie es dargestellt wird. Der Abg. Cassel hat heute die Vor- würfe, die er früher gegen die leitenden Personen der Straßenbahn- Gesellschaft gerichtet hat, nicht wiederholt, und ich nehme an, daß er sie damit zurückgenommen hat.(Zuruf des Abg. Cassel: Be- wahre!) In den Zeitungen hat damals gestanden, daß Herr Cassel in der Stadtverordneten-Vcrsammlung der Straßenbahn vor- geworfen habe, sie habe sich die Konzessionsverlängerung erschlichen. Im stenographischen Bericht ist dieser Ausdruck nicht vorhanden, aber seine Aeußerungen, die er da gemacht hat, haben doch immerhin den Sinn, daß er den Vorwurf der Erschleichung erhoben hat. Ich glaube, der Abg. Cassel kennt die Personen nicht genügend. Ich stehe mit ihnen in persönlichem Berkehr und bin überzeugt, daß keiner der Herren anders handeln wird, wie ein vornehmer Mensch handelt. Herr Cassel würde der Sache mehr nützen, wenn er die persönlichen Angriffe unterlassen würde. Ich hoffe, er wird den leitenden Personen der Straßenbahn-Gesellschaft hier eine volle, be- friedigende Ehrenerklärung geben. Der Abg. Cassel hat nicht er- wähnt, daß der Stadt im Jahre 1805 direkt ein Erwcrbsrccht an- geboten war, die Stadt hat sich aber geweigert, darauf einzugehen. Sie glaubte, durch das Heimfallrcht des Bahnkörpers besser weg- zukommen. Sie hat sich dabei verrechnet. Tie Konzession bis 1919 genügte nach Ansicht der Straßenbahn-Gesellschaft und des Ministers v. Thielen nicht zur Amortisation des Anlagekapitals, und deshalb war die Straßenbahn-Gesellschaft genötigt, wenn sie zum elektrischen Betriebe übergehen wollte, sich eine längere Konzcssion zu sichern. Ich kann nicht glauben, daß der jetzige Minister das, was sein Bor- gänger angeordnet hat, aus Konnivenz gegen die Stadt Berlin über den Haufe» wirft. Zu einem Entgegenkommen gegen die Stadt Berlin liegt auch kein Anlaß vor, denn diese läßt cS stets an dem nötigen Entgegenkommen gegen die Staatsregierung fehlen.(Zuruf links: Wo denn?) � Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): Auf Grund der 8Z 6 und 13 des Kleinbahngesetzes könne die Konzession nicht zurückgezogen werden. Die Stadt Berlin erhalte mit dem Ablauf der von ihr gewährten Konzession nur das Verfügungsrecht über die Schienen. Abg. Cassel(frs. Vp.): Die Entscheidung über die Streitfrage zwischen der Stadt Berlin und der Straßenbahn-Gesellschaft liegt bei den Richtern. Wir haben zu den Gerichten volles Vertrauen und sind dabei bis jetzt nicht schlecht gefahren.(Sehr richtig! links.) Wenn dann der Abg. Gamp von mir verlangt, ich solle hier eine it« der Berliner Stadtverordneten-Berfammlung getane Aeußerung zurücknehmen, so bemerke ich, daß die Straßenbahn-Gesellschaft nicht Mitglied des Abgeordnetenhauses ist.(Sehr richtig! links.) Es werden keinerlei Bemerkungen von noch so hochgestellten Leuten nnch verhindern, hier das zu sagen, was ich denke. In der Stadtverordneten-Berfammlung von Berlin spricht man nicht etwa, geschützt durch eine Bestimmung der Verfassung, sondern das, was man da sagt, hat man auch dem Richter gegenüber zu vertreten. Ich muß es als deplaciert bezeichnen, wenn Heer Erklärungen über die Aeußerungen in der Stadtverordneten-Versammlung von einem Mitgliede des Hauses verlangt werden.(Sehr richtig! links.) Der Ausdruck„erschlichen" ist nicht von mir gebraucht worden. Was ich gesagt habe, war lediglich das, daß ich kein Vertrauen zu einer Ge- fellschaft habe, die es verstanden hat, trotz des mit der Stadt ab- geschlossenen Vertrages hinter dem Rücken der Stadt eine Kon- zessionsverlängerung bis 1949 zu erlangen, und diese Behauptung werde ich aufrecht erhalten, ebenso wie alle die Männer in der Ber- liner Stadtverwaltung, die mit der Gesellschaft zu tun gehabt haben. Sie wird auch aufrecht erhalten von dem Oberbürgermeister von Berlin, der erklärt hat, daß der Sinn des Vertrages zwischen Stadt »nd Straßenbahn-Gesellschaft der gewesen ist, daß die Stadt 1919 den Betrieb übernehmen sollte. Nach dem Vertrage sollten nicht nur die Schienen, sondern auch die Patente und Lizenzen der Gesellschaft an die Stadt fallen. Die Stadt konnte in dem Vertrage ein direktes Uebergangsrecht nicht bekommen, weil das Unternehmen noch von anderen Gemeinden konzessioniert war. Der Sinn des Vertrages war aber der, daß die Stadtgemeinde 1919 den Betrieb zu über- nehmen hatte. Wäre das der Sinn nicht gewesen, was sollte dann die Bestimmung über den Hcimfall des Bahnkörpers und der Pa- tente bedeuten? Glauben Sie denn, daß die Stadt Berlin sich diesen Heimfall deswegen ausbedungen habe, um einen Handel mit altem Eisen und mit Patenten zu betreiben?(Beifall links.) Wir gehören nicht zu der hohen Finanz, die hinter der Straßenbahn steht. Wir stehen auf dem Standpunkt schlichter bürgerlicher Ehrbarkeit und haben uns gesagt, wenn die Straßenbahn mit uns einen Vertrag schließt, der den Uebergang der Bahn an die Stadt erleichtert, dann halten wir es nicht mit Treue und Glauben vereinbar, wenn sie hinter dem Rücken der Stadt eine Verlängerung der KonzessionS- dauer sich verschafft.(Lebhafte Zustimmung links.) Im übrigen habe ich nicht einen Vorwurf gegen eine einzelne Person erhoben, sondern gegen die Gesellschaft. Das Verfahren, was damals der Stadtgemeinde Berlin gegenüber angeschlagen worden ist, hat auch bei Unbefangenen vielfach Verwunderung erregt, �oo hat Herr Dr. Friedberg damals sein Erstaunen über die Konzessionsverlängerung ausgesprochen, und auch Herr v. Pappenheim hat gesagt, daß er es nicht begreifen könne, daß auf eine so große Kommune so wenig Rücksicht genommen worden sei. Wenn der Abg. Gamp von einem geringen Entgegenkommen der Stadt gegen die Regiermh, spricht, so habe ich das Vertrauen zu der Regierung, daß sie uns nicht unser Verhalten in der Schulfrage entgelten läßt durch ungerechte Be- Handlung in der Straßenbahn-Frage.(Zustimmung links.) Ein Regicrungskommissar erklärt, daß nicht nur die Konzession der Stadt Berlin in Frage kommt, sondern es hätte auch die Kon- zession der Vorortgemeinden berücksichtigt werden müssen. Die Konzession Schönebergs laufe bis 1937, Friedrichsfeldes bis 1939, Wilmersdorfs bis 1950, Tempelhofs bis 1949, ebenso die Dalldorfs bis 1949. Zwischen den verschiedenen Kouzcssionsfristen sei eine mittlere Linie gezogen worden. Wäre der Betrieb in Berlin infolge der NichtVerlängerung der Konzession ausgeschaltet worden, so wäre das mit dem Verkehrsinteresse nicht zu vereinbaren gewesen, namentlich wären dieJntcrcssc» der Bororte dadurch aufs schwerste geschädigt worden. Daß Berlin durch die Verlängerung der Konzession geschädigt sei, glaube er nicht, sie mußte im Juteresse der Aufrechtcrhaltung des Verkehrs erfolgen. Abg. Cassel(fts. Vp.): Es ist nicht richtig, daß die mittlere Linie gezogen worden ist. Man hat sich über die Festsetzung der mittleren Linie wohl mit der Straßenbahn in Verbindung gesetzt, aber nicht mit der Stadtgemeinde. Die Vorortgemeinden, um die es sich hierbei handelt, haben Verträge abgeschlossen, so Charlotten- bürg, Schöneberg und Ripdorf bis 1937, Wilmersdorf bis 1948, andere Vororte mit ähnlichen Zeitdauern, da ist doch nicht 1949 die mittlere Linie.( Sehr richtig! links.) Es sind nur zwei Orte, die Verträge über 1949 hinaus abgeschlossen haben, das sind Tegel und Dalldorf, die haben bis 1959 ihre Ver- träge abgeschlossen. Man kann doch nicht ohne weiteres Dalldorf und Berlin so vergleichen, daß man sagt: von 1959 und 1919 ist 1949 die mittlere Linie, wenn es auch viele Leute gibt, die meinen, daß viele Berliner mehr nach Dalldorf als nach Berlin gehörten. (Heiterkeit.) Der Minister hat wahrscheinlich seine Jnsormationcn nur von einer Seite erhalten. Es wäre doch nicht zu viel verlangt ge- wescn, daß man bei einem derartigen Plane die Stadt Berlin anhörte. Man braucht uns ja nicht zu folgen. Aber wenn man uns gehört hätte, fo wäre man nicht zu so irrigen Vorstellungen über die Mittellinie gekommen.(Beifall linls.) Damit schließt die Debatte. Der Titel„Minister" wird bewilligt. Abg. Fritsch(natl.) zieht seinen Antrag zurück. Minister v. Budde: Die von dem Abg. Dr. Hirsch verlangte Statistik bin ich gern bereit in Erwägung zu ziehen. Dem Abg. Dr. LotichiuS erkläre ich, daß bereits der Finanzminister sich dahin geäußert hat, daß kleine Schiffe auf den Flüssen, auf denen Abgaben erhoben werden sollen, von diesen befreit werden fallen. Dieser Erklärung schließe ich mich an. Der Antrag Fritsch ist ja erledigt. Ich möchte nur bemerken, daß ich meine» ganzen Einfluß gern geltend machen werde, um die Berkehrsverhöltnisse in den Berliner Straßen zu ver- besser«. Verschiedene Abgeordnete haben ja richtig aus- geführt, daß die Verbesserung der Berliner Berkehrsverhältnisse Sache der Gemeinde ist. Wir wollen aber gern mitwirken und die Steine au§ dem Weg räumen helfen, die der Verbesserung des Ver- kehrs entgegenstehen. Wir stehen grundsätzlich auf dem Standpunkt, daß auf die Dauer in Berlin im Niveau der Straßen nichts zu Helsen ist, sondern daß durch Untergrundbahnen, ttntertunnclung und Straßenüberaänge Abhilfe geschaffen werden muß.(Beifall.) Abg. Rosenow(frs. Vp.): Der Regierungskommissar führte aus, daß bei der KonzessionSerteilung Vorsorge getroffen werden müßte für die Vororte, welche längere Verträge geschlossen hätten. Woher denn die besondere Fürsorge für die Vororte und woher der Mangel einer solchen für Berlin? Hat denn die Regierung geglaubt, daß bei einer kürzeren Konzessionsdauer bis zum Jahre 1919 die Stadt- gemeinde Berlin den Verkehr mit den Vororten abgeschnitten hätte? Berlin hat doch das gleiche Interesse, mit den Vororten Verkehrsverbinduugen zu unterhalten, wie umgekehrt. Berlin hat von den Verhandlungen der Straßenbahn- Gesellschaft mit der Regierung nichts erfahren. Was die Amortisation betrifft, so hat die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft bei den Verhandlungen über den abzuschließenden Vertrag bis 1819 der Stadt einen Plan eingereicht, wonach der Vertrag bis 1919 dauern müsse, weil bis zu diesem Zeitpunkte die Amortisation des Kapitals möglich sei. Die Stadtgemeinde wollte nämlich den Vertrag auf eine kürzere Zeit abschließen. Was aber besonders in der Stadtverwaltung verletzt hat, ist, daß die Große Straßenbahn der Regierung eine andere Mitteilung gemacht hat, nämlich, daß sie ihr Kapital bis zum Jahre 1949 amortisieren könne, und darauf hin bis 1949 die Konzession erhalten hat.(Hört! hört!) Ich danke dem Minister, daß er der Stadt Berlin in bezug auf Verkehrs- Verbesserungen sein Augenmerk zuwenden will. Er wird bald dazu Gelegenheit haben. Wir find jetzt dabei, eine Untergrund- bahn, die den Norden mit dem Süden verbinden soll, mit einem Kostenaufwande von 52 Millionen Mark zu erbauen. Wenn der Minister als ein Förderer unserer Unternehmungen auf unserer Seite steht, dann werden die Klagen über schlechte Verkehrsverhältnisse in Berlin bald ein Ende finden.(Beifall.) Auf Anregung des Abg.». Hagen(Z.) erwidert Minister Budde, daß eine Anordnung getroffen sei für an- gemessene Sonntagsruhe der Schlcusenmeister. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr: Antrag Krause(natl.) be- treffend Bewilligung von Notstandögeldern an die durch die Sturm- flut geschädigten Kleinfischer und Eisenbahnetat. Schluß 4V3 Uhr. Mocken- Spielplan der Berliner Cbeater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Meisterfinger von Nürnberg. (Ansang 7 Uhr.) Montag: Der Roland von Berlin. Dienstag: Cosi fan tutte. Mittwoch: Bajazzi. Cavalleria rusticana. Donnerstag: Sinfonie- Konzert der lönigl. Kapelle. Freitag: Carmen. Sonnabend: Der Roland von Berlin. Sonntag: Undine. Montag: Rübezahl. Neues Königl. Opern- Theater. Sonntag: Romeo und Julia. Montag: Der eingebildete Kranke. Die Dienstboten. Dienstag: Nathan der Weise. Mitwoch und Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Wie die Alten sungen. Sonnabend: Geschlossen, sonntag: Egmont.(Ansang 7 Uhr.) Montag: König Ottolars Glück und Ende. Deutsches Theater. Sonntag nachmittag l'/a Uhr: Don Carlos. Abends: Schusselchen. Montag: Die Brüder von St. Bernhard. Dienstag: Don Carlos.(Ansang 7 Uhr.) Mitwoch: Schujfelchcn. Donnerstag: Faust. I. Teil.(Ansang 7 Uhr.) Freitag: Die Brüder von St. Bernhard. Sonn- abend: Oedipus. Sonntag nachmittag 1'/, Uhr: Don Carlos. Abends: OedipuS. Montag: Unbestimmt. Berliner Theater. Sonntag: Der Kaiserjägcr. Montag: Im bunten Rock. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Der Kaiserjäger. Freitag: .... so ich Dir. Sommbend und Sonntag: Der Kaiserjäger. Montag: Unbestimmt. Lessing- Theater. Sonntag nachmittag 2'/, Uhr: Der Biberpelz. Wends: Elaa.(Ansang 8 Uhr.) Monlag: Die Weber. Dienstag: Elga. (Ansang 8 Uhr.) Mittwoch: An VolkSseind. Donnerstag: Elga.(An- sang 8 Uhr.) Freitag: Traumulus. Sonnabend: Elga.(Ansang 8 Uhr.) Sonntag nachmittag 2'/, Uhr: Die versunkene Glocke. AbendS: Elga.(An- sang 8 Uhr.) Montag: Die Frau vom Meere. Theater des Westens. Sonntag mittags 12Uhr: Masinee. MagdcleineG. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Abends: Die neugierigen Frauen. Montag und Dienstag: Die neugierigen Frauen. Mittwoch: Wiener Blut. Donnerstag: Der Wildschütz. Freitag: Die neugierigen Frauen. Sonn- abend nachmittag 3 Uhr: Der Geizige. Der zerbrochene Krug. Abends: Die neugierigen Frauen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Prophet. Abends: Die neugierigen Frauen. Montag: Undine. National- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Postillon von Lonjumeau. Abends: Undine. Montag: Gute Nacht, Herr Panlalon! Die Hand. Die schöne Galathce. Dienstag: Der Wassenschmied. Mittwoch: Die Jüdin. Donnerstag: Die neugierigen Frauen.(Gastspiel des Theaters des Westens.) Freitag: Don Juan. Sonnabend: Undine. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Don Juan. Montag: Unbestimmt. Neues Theater. Sonnlag bis Donnerstag: Ein SommernachtS- träum. Freitag: Der Gras von Charolais. Sonnabend und Sonntag: Ein SommcrnachtSwaum. Montag: Der Gras von Charolais.' Schiller-Theater<».(Wallncr-Thcater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Jungsrau von Orleans. Abends: Im Hasen. Montag: Das Heiratsnest. Dienstag �ind Mittwoch: Im Hasen. Donnerstag: Der Leibalte. Freitag: Medea. Sonnabend: Wallcnsleiiis Lager. Die Piccolomini. Sonntag nach- mittag 3 Uhr: Der G-izlge. Hexensang. Abends: Der Leibalte. Monlag: Die Haubenlerche. Dchiller-Theater X.(Friedrich-Wilhclmstädtischcs Theater.) Sonntag Der Geizige. Hexensang. Abends: Der Leiballe. Montag und Dienstag: Der Lcibatte. Mittwoch: In Behandlung. Donnerstag: Im Hasen. Freitag und Sonnabend: Der Leibaltc. Sonmag nachmittag 3 Uhr: König Lear. Abends: Krieg im Frieden. Montag: Das Heiratsnest. Residenz-Theater. Sonntag nachmi tag 3 Uhr: Das große GehetmnÄ. Abends: Hotel Pompadour. Von Montag vis Sonnabend: Hotel Pompadour. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Zlbends: Hotel Pompadour. Montag i Hotel Pompadour. Kleines Theater. Sonntag: Abschied vom Regiment. Angele. Mon» tag: Nachtasyl. Dienstag: Der Bär. Angele. Mittwoch: Abschied vom Regi- ment. Angele. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Sanna. Sonnabend: Der Bär. Angele. Sonntag: Abschied vom Regiment. Angele. Montag: sanna...... Trianvn- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das eiste Gebot. Allabendlich: Das Zlbenteuer des Herrn Malezieux. Die Briestasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die glückliche Gilberte. Abends und Montag: Das Abenteuer des Herrn Malezieux. Die Brief- lasche. Ein peinlicher Zwischensall. Belle-Alliance- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hofgunst. Allabendlich: Der beste Tip. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Kean. Abends: Ter beste Tip. Luise»- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Götz von Berlichingen. Zlbends: Robert und Bertram. Montag: Höhere Töchter. Dienstags Unsere Frauen. Mittwoch: Götz von Berlichingen. Donnerstag: Von Stuse zu Stuse. Freitag: Das Stistungssest. Sonnabend: Der neue Sttstsarzt. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Dors und Stadt. Abends: Der Registrator aus Reisen. Montag: Götz von Berlichingen. Lustspielhans. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Zlbends: Der Familientag. Von Montag bis Sonnabend: Der Familien« tag. Sonntag mittag 12 Uhr: Masinee: Hans im Glück. Abends und Montag: Der Familicntag. Carl Weisi-Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Senta Wolfs- bürg. Zlbends: Die Kinder des Kapitän Grant. Montag bis Freilag: Die Kinder deS Kapitän Grant. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Die Kinder des Kapitän Gram. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Zlbends und Monlag: Die Kinder des Kapitän Grant. Zentral-Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Madame Sherry. Zlbends: Die Jnxheirat. Montag bis Freitag: Die Juxheirat,«onnabend nachmittag 1 Uhr: Der gesticselte Kater. Zlbends: Die Juxheirat. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Zlbends und Montag: Die Juxheirat. Thalia-Tpcater. Sonntag nachmittag 3';, Uhr; Eharleys Tante. Abends: Der Kilomelersresser. Montag bis Sonnabend: Der Kilometer- sresser. sonntag nachmittag 3'/, Uhr: Eharleys Tante. Abends und Montag: Der Kilomctcrsresser. Kasino- Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Abends: Heirat auf Probe. Montag bis Sonnabend: Heirat aus Probe. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Zlbends und Montag: Heirat aus Probe. Apollo- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Berliner Lust. Abends Das Vellchenmädchen. Montag bis Sonnabend: Das Veilchenmädchen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Berliner Lust. Abends und Montag: Das Veilchenmädchen. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 3 Ichr: Ueberstr großen Teich. Allabendlich: New Jork. Sonntag nachmittag 3 Uhr: UeberR großen Teich. Gebrüder Herrnfeld-Theater. Allabendlich: Die Mcperhains. Metropol- Theater. Allabendlich: Die Herren von Maxim. Passagc-Theater. Allabendlich: Die 5 Lorrisons. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Sahavet� Spezialitäten. Reichshallen-Theater. Allabendlich: Stelsincr Sänger.� Palast-Thcater. Allabendlich: Wie man Weiber sesselt. Spezialitäten. llrania-Theater. Taubcnslraße 48/49. Im Theater: 8 Uhr: Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag: Der Simplon und sein Gebiet. Dienstag und Donnerstag: Zwei Jahre im Eise des südpols. Sonnabend: Im Bannkreis der Jungfrau.— Jnvalidenstraße 57— K2: Sternwarte. Vcrrrnfcbtcs. Die Katastrophe ans der Huldschiner Steinkohlengrube. Grubenkatastrophen gehören jetzt zu den täglichen Erscheinungen. Kaum ein Tag vergeht, ohne daß ein Grubenunglück gemeldet wird. Für die bürgerliche Welt erschöpft sich die Teilnahme an diesen ent- schlichen Vorgängen in der Kenntnisnahme der Zahl der Toten. Nicht immer war und ist diese Vernichtung von Menschenleben ein unabwendbares Schicksal. Die Bergleute haben bei vielen dieser Katastrophen nachgewiesen, daß sie durch genügende Kontrolle zu verhindern gewesen wären. Die Grubenarbeiter verlangen einen er- höhten Schutz ihres Lebens durch Teilnahme von Arbeiter-Kontrol- leuren au den Untersuchungen, aber ungehört ist ihre Forderung bisher verhallt.— Ueber das Schicksal der in der zweiten Sohle des Oskarschachtes der konsolidierten Huldschiner Steinkohlengrube bei Petrzkowitz Freitag früh durch das Zubruche- gehen eines Pfeilers abgeschnitteneu 14 Arbeiter wird berichtet: Sonnabend früh sind nach zwanzigstündiger anstrengender Arbeit sechs Arbeiter lebend und acht tot zutage gefördert worden. Die Geretteten befinden sich den Um- ständen angemessen wohl und konnten ohne Hülfe ihre Wohnungen aufsuchen. Bei den Rettungsarbeiten fand man in einer Nische zehn Mann, von denen inzwischen fünf gestorben sind. Die übrigen Arbeiter wurden gerettet. Das schwere Unglück auf der Preußen grübe hat dem Besitzer dieses Werks, dem Grafen Tiele-Winckler folgendes Telegramm Wilhelms II. gebracht: „Ich nehme an dem schweren Unglück in dem Jelkaschacht herz- lichcn Anteil und beklage tief den Tod so zahlreicher braver Berg- leute. Sie wollen den Hinterbliebenen der Opfer ihres gefahrvollen Berufs, lvie den mit dem Leben davongekommenen Verunglückten mein wärmstes Beileid aussprechen." Vielleicht veranlassen diese Katastrophen eine Beschleunigung des Bergarbeiterschutzes. Der Aufruf zur Errichtung eines Denkmals für Ernst Abbe ist soeben erschienen. In dem Zeitalter der Errichtung von Massen- denkmälern für die gleichgültigsten und unbedeutendsten Personen wird dieser Aufruf allgemein freudige Zustimmung finden, vr lautet: In einer aus allen Teilen der Bevölkerung Jenas zahlreich be- suchten Versammlung trat mit fast elementarer Gewalt die Ueber- zeugung hervor, daß es die Pflicht der Gegenwart fei, die charakteristische Gestalt E r n st A b b e s durch ein von Künstlerhand geschaffenes Standbild späteren Geschlechtern zu überliefern. In Ernst Abbe bewundert der große Kreis der Fachgenossen den unermüdlichen Forscher auf dem Gebiete der mathematischen Natur- Wissenschaften, den scharffinnigen Urheber neuer und äußerst frucht- barer Lehren über Wesen und Wirkung der optischen Jnstru- mente.... Anderen steht er nicht minder hoch als Bahnbrecher auf dem Gebiete der sozialen Organisation der industriellen Arbeit, der mit beispielloser Selbstlosigkeit, auf der Höhe seines Schaffens stehend, den reichen Früchten seiner Tätigkeit entsagte und sogar auf die Selbständigkeit seiner Stellung verzichtete, um soweit als möglich die Zukunft seiner Unternehmungen, namentlich auch nach deren ideeller Eigenart, zu sichern. So zwang dieser schlichte, allen äußeren Ehrungen ängstlich au? dem Wege gehende, dieser große und gute Mann unwillkürlich immer weitere Kreise— wie auch ihre Stellung zu politischen, sozialen und religiösen Fragen sein mochte— zu stets wachsender Bewunderung seiner geistigen und sittlichen Hoheit.... Beiträge nimmt der Verlagsbuchhändler Dr. G. Fischer in Jena entgegen. Zwei Schiffe mit 41 Man» Besatzung gesunken. Bei den Bermuda-Jnsel» ist das Viermastschiff„Charles Wilburn" mit dem Segelschiff„Ouinebang" zusammengestoßen» beide sanken; von den Besatzungen sind 41 Mann ertrunken. Furchtbare Wirkungen hatte die Explosion eines Acethlen- Apparates, die sich am Freitag auf dem Hofe des Kaufmanns Rejehr in Neuteich(Westpreußen) ereignete. Drei im Geschäft an- gestellte junge Leute wurden dabei getötet. Eisenbahn-Unglück in Amerika. Aus der Bahnlinie Eleveland- Pittsburg fuhr gestem von zwei Sonderzügen, die das Publikum zur Feier des Amtsantritts des Präsidenten Roosevclt nach Washington bringen sollten, einer ans den andern auf, als dieser, dem er in zu kurzer Entfernung folgte, hielt. Nenn Personen kamen ums Leben, achtzehn erlitten Verletzungen. Briefkasten der Expedition. Holz 20.„Das Beizen und Färben des Holzes in modernen Fartz»«.- Preis 4,59 M. Ä! WMMM.* Sonntag, den 5. d. 9)1.,»achinittags 3 Hör, im Gewerkschaftshanfe Engel-Ufer 15(«aal I): Geffentliche Versattttnbtng der ill Srauerkien beschästigtell Handwerker, Maschmisten und Heizer. Tages-Ordnung: 1 Bericht der Kommission. 2. Welche Forderungen wollen wir stellen? 3. Nerschiedencs. UM- Kollegen! Wir erwarten vollzähliges und pünktliches Erscheinen. ?lgitierl für guten Besuch der Versammlung..Kein Handwerker darf fehlen. Wir verweisen besonders daraus, daß die Versammlung durchaus pünktlich eröffnet wird, da der Saal um 5 Uhr geräumt tverden muß. Mit Gruß Tie Kommission der Brauerei.Handwerker. 41/5«_ I. 21.: W. Siering._ ir iiriineri Dienstag, den 7. März: Sautisehler'Versammlungen. Westen und Süd- Westen: BeiHa�ÄruT�3~7' Mnahif* Brauerei, Turmstr. 35/36. lUUdUll. Abends«'/, Uhr. Wedding und Gesundbrunnen: BciR®Ä®a3,�e' Abends 51/, Uhr. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: Bei WernaIiindi>>.— Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis;„Gewerkschaftshaus", Engel• Ufer 15. II Zimmer 13—17, geöffn. wochcnt. 8—6 Uhr.— Telephon: Amt 4 Nr. 3318. Achwng'. Milieiier aller Achtung! Heute Sonntag, vorm. 16 Uhr, bei Keller, KoPPenstr.Lfl(großer Saal): Lortseliiiiizii.iirdciit.Geiittiillirrsiiiiliiiliilig Tages-Ordnung: Zur Erledigung stehen noch: Punkt 3: Neuwahl der Mitglieder zur inneren Ortsverwaltung und der Revisoren. Punkt 4: An- träge und Geschäftliches. »wu- Bei der äußerst wichtigen Tages-Ordnung ist das Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen unbedingt erforderlich. 67/7 Die Ortsverwaltung. NB. Das Mitgliedsbuch ist am Eingang der Versammlung vorzuzeigen. Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen über 10 Wochen im Rückstände sind, haben keinen Zutritt.__ Montag, den 6. März 1905, abends Punkt 8 Uhr» im Alten Schützenhause, Linienstratze 5: Seffent!. Versammlung aller selbständig. Mützenmacher Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Kotske über:„Wie verbessern die selbständigen Mützenmacher Berlins ihre wirtschastliche Lage"? 2. Diskussion. -.-8/17__ Tie beauftragte Kommission. | Anzüge 24... 30 MR. ms"" rm GehroeHnzüge 40«- iViai) Paletots 22 Mk. r" fertige ich ans prima Stofflresten unter Garantie des guten Sitzes mit guten Zutaten in sauberer Verarbeitung. Prinzonstr. 38 am Moritzplatz. Aug. Löther, Bellealliance- straBe 98 Schöne Herren Garderobe. Wir empfehlen! 1 Posten getragene HerrervPalctots 1 Posten getragene Hcrrcn-AnrDge 1 Posten getragene Hosen«, t Posten getragene Qehröcke u. Rockanzuge Herrschaften und Kavalieren. Nur kurze Zeit 1 von den feinsten---------...v.. � getragene Monatssachen spottbillig Zugleich machen wir auf unsere Abteilung neuer Garderobe aufmerksam. J. Wand, Herren u. Knaben-Garderoben Hauptgeschäft; Cbausseestr. 80a. 2. Geschäft- Prinzenstr 17, a. d. Wasserlhorstr. 3. Geschäft: Gr. Frankfurterstr. 116, a. d. Andrcasstf. Sozialdemokratischer Wahtoerein f. d. k. Berliner fteiehstagswaMkreis(6st). Dienstag, de» 7. März, abends SVa Uhr, im Elysium, Landsberger Allee 40 41: Versammlung. Tages-Ordnung: 242/6« 1. Zur Landarbeiterfrage. Referent Genosse widert Selimldt» Sonnenburg. 2, Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste habe» Zutritt.— Zlnfnahme neuer Mitglieder. Zahlreichen Besuch erwartet vor Vorsttiud. Sozialdem. Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkr. Dienstag, den 7. März, abends 8Vs Uhr, im„Stvinemünder Gesellschaftshanse", Swinemünderstr. 4Ä: Versammlung. T ages-Ordnung: 1.«ortrag des Genossen XUllLki über: gebtlbcft 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.__ 246/17* IV* Gäste— Damen und Herren— haben Zutritt. Zahlreichen Besuchcrwartct____ Der Vorstand. Arbeiter» Sängerbund Berlins und ünigegeiid. Sonntag, den 12. jMärz, vormittags 11 Uhr, in der Brauerei friednebsbain: Mk" Uebtiugs-�tiEiMle."MZ Lieder:„Gruß an den Mai",„Dem Lenz entgegen",„Fruhkingsstürme". Pünktliches, vollzähliges Erscheinen!— Bundeskarte legitimiert,-WS U®" HMsJcbuB-SItzung.-Wi Tagesordnung: 1. Ausnahme von Vereinen. 2, Wahl des Bundesdirigenten, der Revisoren und Kontrolleure, 3. Sängersest. 4, Bundesangelegenheiten. 16/4 Reflektanten zum Bundesdirigentcn wollen ihre Adresse an Julius Meyer, Urbanstr. 131 einsenden, Ber Vorstand. Taehverein der Musikinstrumenten-Miter. Montag, den 6. März, abends 8V2 Uhr, in Graumanns Festsälen, Naunynstr. 27: Aukerordentliebe General= Versammlung. Tages-Ordnung: 141/7 1. Festsetzung der Beiträge vom 1. April d, I. ab. 2. Zlntrag des Vorstandes auf Aenderung der Statuten. 3. Der Streit in der Pianofabrit.Merkur", Urbansiraste. 4. Vereinsangelegenheitcn. — Mitgliedsbuch legitimiert k vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet Hör Vorstand. Kerren-Xap' u. Herren-Konfektionssehneider und Schneiderinnen! Montag, den 6. März 1005, abends 8Vg Uhr: vre! öffentliche Versammlungen für die Schönhauser Borstadt und die angrenzenden Gebietsteile in folgenden Lokalen: a) in„Hensels Festsälen", Invalidenstraße 1(an der BrunnenstraHe), b) im„Zlvincniünder Gesellschaftshans", Swinemünderstraße 41. 0) in„Schulz' Festsäle»", Belforterstraßc 15. Tages-Ordnung in allen Versammlungen: 1. Tie bom verband der Schneider an die Berliner Tetailaeschüftc der Herrenkonfektion gestellten Forderungen. Referenten: Kollegen Gtiikmsr, Känilns und Mabath. 2. Diskussion. Kollege» und Kolleginnen! Erscheint zahlreich in den Versammlungen! Agitiere außerdem jeder in seinen Bekanntenkreisen für einen guten Besuch derselben._ 162/ 12_ Der Ginbcrufer. Verband der Tapezierer(Fil. Berlin). Tapezierer!- Dienstag, 7. März, abends 8 Uhr Versammlung �5 im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15 sgr. Snnl). Tages-Ordnung: Mp' Otiscrc Lohnbewegung* Das Erscheinen aller Kollegen ist Ehrensache. Die zierbandsltitnng. Diexor rbonoxropst «ib 26 cm großem Alurninium-Trichtar H 0.75, bisheriger Preis II. 12.50. Einmaliges Angebot! Enorm billig! P�en Hartguß- Walzen, 50 Pf. M. 1.45 CfoBe Konzert-Platten, ss cm, statt s m. nur H. 1.45 Die neuesten deutschen Aufnahmen. luslKndiselie große Konzert-Platten, 25 cm, statt 3 m. nur 78 Pf. Apparate zur Aufnahme und Wiedergabe M. 18.50(bisher 25.- M.) Dircksenstr.20, VetSfttldhftltS Alexanierplatz Saeob Katz dem Prälaten. dem Bahnhof. Sonntag hl» 3 Uhr gcBtfnct. Jütt Stoff|»f, w»,- � 35 Mark Auzng oder Paletot auf Roßhaar und guten Zutaten an. 22862 1. Stofbecli, Tucbhaiiillung und MaB-Abteilung. teppdecken S! tauft man am preis- njerte|ten nur direkt In der stabrll, 72 Wall» ftr»be?2. wo auch alt« Gtepvdechen ausgearbeitet werden. v. Etrohmandel, verlin 1*. aOustriertet yrelStalal«, grast» in einfacher sowie eleganter Aussüh- rung. Größte Aus- wähl. Billig. Preise. Langjährige Garan- tie. Zahlreiche An- crkeimungen, M. Hirscliovilz."S1UT.; Abonnenten erhalten 2 Proz. Rabatt. Ii Orts-Krankenkafse der Bildhauer, Stukkateure u. verw. Gewerbe zu Bertin. Wahl der Hassenvertretkr für 1SV5 und 1SV«. Es haben zu wählen: a) Die Herren Arbeitgeber et» 14. März, abends von 8'/.— 10 Uhr, im Restaurant„Mrstenhoft, Köpe« nickerstraste 137/38, 66 Vertreter und 7 Ersatzmänner. h) Die großjährigen Mitglieder am 13. März, abends von 8'/, bis 10 Uhr, im Restaurant Annen- straste 10, 146 Vertreter und 15 Er« satzmänner.(siehe auch Zirkular, welches noch an die Werkstätten zur Versendung gelangt.) 270/9 Der Vorstand. I, A,: Fritz Waldeyer. Vorsitzender. Gemäß tz 67 der Satzung bringen wir hierdurch die nachstehenden, in den General- Versammlungen vom 22. November......„. 29. Dezember»04 beschlossenen und von dem Bezirksausschuß zu Potsdam vom 2. Februar 1905 genehmigten Acnderungen der Kassensatzung unseren Mitgliedern und Arbeitgeber» zur ge- fälligen Kenntnis. Die Aenderungen treten am 6. März 199S in Kraft. Satzungsnachträge können im Kassenlokal hierselbft, König-Ehaussee Nr. 23, in Empfang genommen werden. Sabnngs-Acnderung. 1. Nachtrag zur Satzung der Orts-Krankenkasse für den Amtsbezirk Weißens« vom 27 Avril 18; August 1904' b°lchl°ss°n in den 22. Nov. Generalversammlungen vom M�e� 1904. Z 1. Ws. 1 erhält folgende Fassung: Die Kasse führt fortan den Namen: „Orts-Krankenkasse sür den Ge- meindebczirk Weißens«". Ms. 3: Der Sitz der Kasse ist Weißensee. § 2. Abs. 1 laufet wie folgt: Mitglieder der Kasse find alle inner- halb des Genreindebezirks Weißens« in einem Gewerbe oder Betriebe der im§ 1 bezeichneten Art gegen Gehalt oder Lohn beschästigten Personen mit Ausnahme: § 31. Abs. 1 lautet wie folgt: Einzahlung. Die Beiträge werden von den Arbeitgebern für die vcrsicherungs« Pflichtigen Mitglieder nachträglich für vier Zahlungszetträume(Wochcn) auf Grund einer vom Kassensührcr ausgestellten Hebckiste abgeholt. Als Fälligkeitszeitpuntt gilt der Ablauf einer jeden Woche. Die Mitglieds chast erlischt bei freiwilligen Mitgliedern gemäß§ 9 Abs. 2 der Kassensatzung, wenn die Beiträge für zwei Wochen nicht gezahlt find. § 43. Letzter Satz lautet wie folgt: Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. s 49. Absatz 2 erhält folgende Fassung: Die Wahl der Vertreter der Kassen- Mitglieder ist in einer Wahlvers amm- lung vorzunehmen und wird sür je 00 Kassenmitglieder ein Vertreter gewählt. Ist die Zahl nicht durch 00 teil. bar, so ist sür die überschießende Zahl, wenn dieselbe 30 oder mehr beträgt, ein weiterer Vertreter zu wählen. § 49. Absatz 4 lautet wie folgt: Die Vertreter der Arbeitgeber werden von diesen in ungeteilter Wahlversamm» lung gewählt. Für je 130 von den Arbeitgebern beschäftigte Kassenmitglieder, sür welche die crstcren Beiträge aus eigenen Mitteln zahlen, wird je ein Vertreter gewählt. Für den überschießenden Bruchteil wird ein weiterer Vertreter nur dann gewählt, wen» dadurch die Zahl der Verirtter der Arbeitgeber nicht über ein Drittel der Gesamtzahl erhöht wird. Jeder Arbeitgeber führt bei der Wahl eine Stimme. § 56. Vorletzter Absatz erhält solgendc Fassung: Im Falle der Stimmengleichheit gilt jeder Antrag als abgelehnt. § 71 lautet wie folgt: IX. Beaufsichtigung der Kasse. Die Aussicht über die Kasse wird nach Maßgabe der Vorschriften de« Krankcnoersichcrungs- Gesetzes unte» Oberaufsicht des königk. Rcgierungs. Präsidenten zu Potsdam von den» Geincinde-Vorftand in Weistense» wahrgenommen. Neu-Weißens«, 29. Dezember 1904 Büttner. Stein. H. Moheit. Bukow H. Maslissa. Karl Baschin. Wilhelm Schlie. Robert Thiele. Max Schröder. Genehmigt. Potsdam, 2. Februar 1905. (1. S.) Namens des Bezirksausfchuffes. Der Vorsitzende. B. 1106. I. V.: Reich. Weißens«, 3. März 1905. 270/20 Bee Vorstand. W. Reske, Vorsitzender. Inventur-Ausverkauf! ■ Herren-Moden Wilhelm Seide, 20. Dresdenerstr. 20, or.Ä.t«. Empfehle mein großes Lager Palcto ta u. Jackett- Ansttg« von Mk. 6,50. 9,—, 12,—, 15,— zc. Kock- u. tichrock- Anzttce von 18 Mk. an, in Tuch u. Kämmgarn von 39 Mk. an.— MaDanterligung.— _ M- Frack- u GeieMschafts-AnzQge werden verliehen."VM 1639L* Metaltwarenfabrik mit etwas Kapital zur Ausbeutung eines geschützten Massenarttlels aus Blech gesucht. Offert.„Z99"PostamtS5. soweit der Vorrat reicht Ein grosser Posten französischer durchbrochener weiss u. ecru, doppeltbreit regulär Mtr. 1,85 u. 2.75 Mk. Bedruckt, baumwollen. neue Muster Meter Kariert, baumwollen Meter Ein Posten schwarz, weiss und bunt, bis zur Hälfte der regulären Preise Damen' Damen- Herren- Farbige Ciace-Handschube AM.MMchM Farbige Handschuhe verschluss 1.25, 1.55, 1.80, �.25 Mk. Druekverschluss 1.35 Mk. Weisse Glace-Handschuhe fartis und wei»(ijj C Nappa- Handschuhe 1.25, 1.50, 1.85 M«. mi' Druckveraehlu»/ � Pf. oruttwau. 1.75 Mk. 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Losse, Lmsenstr. 20, für Karlshorst bei Äulsch. fiir Kaulsdorf bei Bobey, abends 8'/, Uhr: Dienstag abends 3� Uhr fiir den 2. Bezirk bei A. Scholz. Berlinerstr. 102, für den 8. Bezirk und 4. bei Schulz. Wilhelmstr. 11. Köpmick. Dienstag abend 8 Uhr ist Versammlung des Wahl- verems im„Kmserhof", Grünstr. 10. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Kiesel über: Das Erfurter Programm. Köaigswusterhausen. Mittwoch abend 8 Uhr hält in der bei Lange,.Slegeskranz", stattfindenden Mitgliederversammümg Genosse Katzenstern einen Vortrag über: Das Erfurter Programm. Steglitz. Die Versammlung des WahlvcreinS findet am Mitt- wach, den 8. März, abends S'/z Uhr bei Schellhase. Khornstrafie statt. Tagesordnung: Borttag des Genossen Kiesel über:„Die Be- deufamg der Märzereignisse im Jahre 1848.' Zahlreicher Besuch erbeten. lokales. Austausch von Professorr». Das Thema eines Austausches von Professoren zwischen deutschen und amerikanischen Universitäten wird seit einiger Zeit in der Presse erörtert. Amerikanische Zeitungen wissen zu berichten, daß gegenwärtig zwischen der Universität Harvard bei Boston, der ältesten höheren Lehranstalt in Nordamerika (gegründet 1638 von dem Engländer John Harvard), und der Berliner Universität bestimmte Unterhandlungen zu einem solchen Zwecke gepflogen werdm. Es gilt, hiesige Gelehrte zu veranlassen, in einer Reihe von Vorlesungen amerikanische Studenten an die deutsche Geisteswelt cinzu- führen, und andererseits sollen Professoren aus Harvard vorder Berliner studierenden Jugend über amerikanische Er- rungenschaften und Anschauungen und Eigenarten Vorträge halten. Das mag ganz gut und nützlich sein und vielleicht auch die wünschenswerte Anziehungskraft auf die Studentenschaft ausüben, denn der größte Wetteifer unter den Herren Studenten wird bis jetzt national wie international in der Bummelei entfaltet. In einem kürzlich erschienenen Bericht der Harvard Universität wird geklagt, daß die Hälfte der Studierenden nicht mehr wie sechs Stunden in der Woche ihrem Studium widme. Bei den Berlinern ist es ahnlich so; in die Kneipen laufen sie viel lieber als in den Hörsaal. Trotzdem unterscheidet sich der amerikanische Student von dem deutschen in gar vielen Dingen und manchmal zu seinem Vor- teil. Für das Kneipen nach deutscher Art hat er keine Zuneigung und auch kein„Verständnis". Es erscheint ihm ganz sonderbar und einfältig, stundenlang an einem Biertisch zu sitzen und zu trinken. Ebensowenig fällt es ihm ein, sich abzu- sondern vom„Philister" oder sich über einen Mann im rußigen Arbeitskittel erhabm zu dünken. Er betrachtet sein Studium kalt geschäftsmäßig: er lernt und studiert, um besser für den Gelderwerb ausgerüstet zu sein.— Was die deutschen Studenten für ihre Kiwipsittcn an Zeit vergeuden, das opfern die Amerikaner ihrer Liebe zum Sport. Da ist z. B. daS Fußballspiel, welchem ein Interesse entgegengebracht wird, als handle es sich um die höchsten Ideale. Der Respekt vor einem Professor ist bei einem amerika- nischen Studenten nicht größer als vor irgend einem anderen Menschen, mit dem er gewöhnlich verkehrt. Er betrachtet daS Lehramt als das Geschäft des Professors, aus welchem dieser glänzende Einnahmen erzielt. Das sind für manchen deutschen Professor fremdartige Ansck)auungen. Ob. übrigens die Geldfrage bei dem Austausch von Professoren nicht auch eine eigene Rolle spielen wird? Die deutschen Professoren erhalteil armselige Gehälter im Vergleich zu ihren amerikanischen Kollegen. Da müßte die Berliner Universität es sich einen guten Batzeit extra kosten lassen, um einen amerikanischen Professor zu haben, währeiid der deutsche Professor die Amerikaner nicht mehr kosten würde, sondern sehr zufrieden sein wird, wenn er bekommen kann, was sein amerikanischer Kollege regelmäßig erhält.— Der geplante Austausch von Professoren für gelegentliche Vortragskurse scheint in Amerika überhaupt mehr Anklang zu finden als in Deutschland. Tie Präsidenten der Univcr- sitaten Columbia, Pennsylvania>md Chicago haben in Briefen an den deutschen Gesandten in Washington ihre Zustimmung zu dem Plane und ihr bereitwilliges Entgegenkommen erklärt.—_ DaS Märkische Provinzial-Museum der Stadt Berlin, da? zurzeit in den, Sparkcisscngebäude in der Zimmerstraße untergebracht ist, muß diese Räume, die für daS KaufmannSgericht gebraucht werden, demnächst räumen. Der Neubau deS Museums gegenüber der Waisenbrücke soll nun für die aufnähme der Sammlungen eingerichtet werden. Die Kostei, für den Umzug und die Ncnaufstelluiig der oielen Sammlungen, Schränke k.. sowie fiir die Restaurierung und Ergänzung einzelner Gruppen sind seinerzeit in dem Kosten- anschlag des Gebäudes nicht aufgenommen worden. Die Kosten für die aufstellung der prähistorischen, kultur- und naturhistorischen Sammlungen, die Münzsammlung und eine besondere statistiiche Abteilung über die Entwickelung der Stadt Berlin, fiir die auf- stellung und Ergänzung der Gruppen jc., der Gorritzschen Sammlung Ww. sind mit 447 500 M. vom Magistrat genehmigt. Die Staotverordneten- Versammlung wird um ihre Zustimmung ersucht. Würdige Schiller-Feier. Die Einweihung des Domes hat einem berufenen Personen- kreiS den Anstoß gegeben, die Hundertjahrfeier von Schillers Todes- tag in würdige Bahnen zu lenken. Nach Erledigung des kirchlichen Festes traten verschiedene durch ihren Glaubenscifer bekannte Damen und Herren unter der Leitung eines bc- kannten Hofpredigers a. D. zu gemeinsamer Beratung zu- sammcn. Der evangelische Geistliche setzte den Anwesenden auseinander, daß die Absicht der katholischen Kirche, die Feier von Schillers Todestag mchtachtend zu übergehen, des deutschen Volkes unwürdig sei. Der Einfluß des Dichterfiirsten auf das Denken und Handeln der Nation sei denn doch zu stark, als daß an dem bevorstehenden Erinncrungstage die evangelischen Kreise tatenlos beiseite stehen dürften; Schillers Andenken fordere vielmehr das kirchliche Bewußtsein zu einer Betätigung geradezu heraus. Andererseits sei es auch nicht angängig, daß man der Demokratie die Ehrung des Dichters allein überlasse und dadurch zur Stärkung des von dieser Seite ge- flissentlich genährten Glaubens beitrage, als ob die in Kirchen- und Königstreue lauen Elemente oder gar die extremen Um- stürzler irgend welches Recht hättet,, den Dichterfürsten für sich zu reklamieren. Aufgabe der kirchlich und national gesinnten Elite des deutschen Volkes sei es vielmehr, den idealistischen Zug, der im Andenken an Schillers Todestag lebendig werde, den nationalen Güten, nutzbar zu machen. Diese Ausführungen von gcist- licher Seite fanden ziemlich ungeteilten Beifall, und der nur vereinzelt hervortretenden Ansicht, daß es unter gläubigen Gemütern Anstoß erregen könne, wenn Vertteter des positiven Christentums und der konservativen Gedankenrichtung den Dichter des„Fiesko" und des„Tell" feierten, wurde lebhaft widersprochen. Es komme nur darauf an, so führte ein durch seine kirchlichen Bestrebungen bekannt gewordener weltlicher Würdenträger aus, die Schiller-Feier mit dem rechten Geist, dem Gcist der Königstteue und der religiösen Standfestigkeit, zu beseelen. Da füge es sich denn glücklich, daß der ehrfurcht- gebietende Monarch, der das deutsche Vaterland weitausschauend zu einem nationalen Ganzen zusammengeschmiedet habe, daß Kaiser Wilhelm der Große gewissermaßen noch ein Zeit- genösse Schillers gewesen sei. Diese von keiner verbissenen Kritik wegzuleugnende Tatsache genüge jedem Patrioten als AnknüpfunqSpuntt. Wie das erhabene Wort des Monarchen, daß die Religion dem Volke erhalten werden müsse, schon einmal zur machtvollen Entfaltung der kirchlichen Kräfte den Anstoß gegeben habe, so müsse auch jetzt wieder der kirchliche Geist lebendig werden. Es gebe daher gar keine andere Mög- lichkeit einer wahrhaft nationalen Schiller-Feicr als die Stiftung eines großen Fonds zur Erbauung von Kaiser Wilhekm-Ge- dächwiskirchcn in deutschen Landen. Es sei ein erhabener Ge- danke, wenn in jeden Grundstein dieser Kirchen eine Urkunde eingefügt werde niit dem Vermerk, daß es Friedrich v. Schiller vergönnt gewesen sei, in den Tagen, wo der große Kaiser im ersten jugendlichen Tatendrang sich auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet habe, seine reifsten Werke zu dichten. Diese Aussührnngen fanden ungeteilten Beifall in der Versammlung und man schritt sofort zur Wahl eines engeren Ausschusses, der baldigst mit einem Sammelaufruf zur wahrhaft nattonalen Schiller-Feier an die Oeffentlichkeit treten wird. Di« FrühjahrSschiffahrt auf der Spree hat in diesem Jahre außerordentlich zeitig eingesetzt und ist jetzt wieder in vollem Gange. Von der Havel find in den letzten Tagen große Schlcppzüge von Elb- kühnen hier eingetroffen, und in den Häfen entwickelt sich wieder ein reger Verkehr. Auch die Oderzillen, die infolge verschiedener Schleusenspcrrungen bisher liegen bleiben mußten, werden von An- fang nächster Woche ab in den hiesigen Häfen ihre Ladungen löschen können. Wesentlich erleichtert wird die Frühschiffahrt dadurch, daß daS im Februar eingettetene Hochwasser sich bereits zum größten Teile verlaufen hat und die Strömung der Spree und Havel wieder eine normale ist. Tie Frauenschutz-Patrouille. DaS Polizeipräsidium teilt mit: „Die im Septembcä 1903 eingerichtete Kriminalpatrouille gum Schutze anständiger Frauen gegen Belästigungen auf der Straße hat im vergangenen Jahre lobmal Gelegenheit, zum Einschreiten er- halten. Die bei den Damen anfänglich vorhandene Scheu, den angebotenen Schutz anzunehmen, ist schnell geschwunden. In 58 Fällen wurden die Bclästiger zur Anzeige gebracht und wegen groben Unfugs zu Geldbußen und Haftsrrafen bis zu 6 Wochen, wegen Beleidigung mit Gefängnisstrafen bis zu 8 Monaten bestraft. Der Dienst der Patrouille wird ständig beibehalten Iverden. Daneben bleiben alle ans den Straßen besckstiftigien uniformierten und nichtuni- formicrten Polizeibcamten verpflichtet, den von Frauen und Mädchen ausgesprochenen Ersuchen um Schutz gegen Belästigung zu ent- sprechen. Eö steht zu hoffen, daß die ernsten Folgen, welche un- gebührliches Benehmen gegen Damen auf den Straßen nach sich zieht, eine eindringlich lvarnende Wirkung ausüben werden." Ueber den Nachlaß des Rechtsanwalts Dr. Alfred Heimann I hat nunmehr das königliche Amtsgericht Charlottenburg das Konkurs- verfahren eröffnet und zum Verwalter der Masse den Kaufmann Goedcl jun. in der Bayreutherstr. 1 ernannt. Die Frist zur An- Meldung von Konkursforderungen läuft bis 27. März er.; Prüfiings» termin ist auf den 22. Mai, mittags 12 Uhr, vor dem Charlotten- burger Amtsgericht anberaumt. Heimann, dessen Privatwohnung sich am Kurfiirstendamm 240 befand, verübte, wie wir seinerzeit meldeten, Selbstmord, indem er sich in seinem Bureau, Reinicken- dorfcrstrahe 4 Hierselbst, eine Revolverkugcl in den Kops jagt«, nach- dem er schon einige Zeit zuvor mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt hatte. ElendSstatistik. Im Männcrasyl des Berliner Asylllereins für Obdachlose nächtigten im Februar 19 578 Personen, im Frauenasyl 4419 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesen- sttaße 55/59, für Frauen: Füsilierstraße 5. LandcS- Bersicherungsmistalt Berlin. Der Marlenerlös der Landes- Lersichemngsanstalt Berlin betrug im Januar 1905: 738 378 Mark, daS find rund 45 000 Mark mehr als im Januar 1904. ES ist dies die höchste bis jetzt ans den Markenbeiträgen erzielte Einnahme. In den Heilstätten befanden sich 822 Personen, darunter 268 Frauen. In dem Sanatorium für Männer können jetzt auch lungenschwindsüchtiae, kranke Versicherte, deren Znstand aussicht auf Heilung zuläßt, aufgenommen werden. Der alte Garten Adalbert von ChamissoS hinter dem Hause Friedrichstr. 284 gewährt jetzt einen eigenartigen Anblick. In ihn münden nämlich drei Nottüren des Lustspielhauscs mit seiner finster- losen Hinterfront, daS an den Garten grenzt. Da die Türen sich etwa 3 Meter über dem Erdboden befinden, so sind verdeckte Hallen aus Holz errichtet worden, zu denen je zwei mehrstufige Treppen emporführcn. Im übrigen wird der Garten, der sich sonst noch so erhalten hat, wie er bei Lebzeiter. deS Dichters tvar, als Fahrrad» Lehrbahn benutzt. An der Außenseite deS im Hintergrunde stehenden Landhäuschens ChamissoS, das von zwei mächtigen, uralten Kastanien beschattet wird, und in dem manches Werk deS Dichters entstanden ist, kleben rote Zettel, auf denen eine bestimmte Sorte von Fahr- rädern empfohlen wird. Wegen Kreditschwindeleien wurde der frühere Theateragentur- Sekrctär Karl Kopisch verhaftet. Er hatte vor mehreren Monaten eine Schneeballkollekte nach der Art des sogenannten GellasysteniS eingeführt, deren Geschäftssübrer sein Sozius, ein Kaufmann Feuer, war. Als diesem der Boden in Deutschland zu heiß wurde, flüchtete er nach Portugal und blieb von dort aus mit Kopisch in Verbindung. Da die Schneeballkollekt« den gewünschten Erfolg nicht hatte, legte sich K. auf Krcditschwindelcien. Er bestellte für sein angebliche! Geschäftshaus in Portugal, alS deren Leiter Feuer fungfirte, bei verschiedenen ersten Firmen wertvolle Muster, die Beträge von 400 bis 2000 M. repräsentierten. Den Lieferanten legte er Austräge aus Portugal vor, die von Feuer stammten und in denen K. als Berliner Vertreter um Mustersendungen ersucht wurde. Die wert- vollen Waren wanderten aber nicht nach Portugal, sondern wurden gleich hier fiir die Hälfte des Wertes zu Geld gemacht. Dem schwinde lhaften Treiben des K. hat nunmehr die Kriminalpokijw ein Ende bereitet. Zeugen gesucht. Die Personen, welche gesehen haben, wie Mittwoch vormittag IVi Uhr an der Kottbuscr Brücke ein Mann vom Straßenbahnwagen stürzte, werden dringend gebeten, sich im Kontor der Buchdruckerei Vorwärts, Lindenstr. 69, zweiter Hof, zwei Treppen zu melden oder dorthin ihre Adressen einzusenden. Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge fand gestern, Sonn- abend vormittag, in der Potsdamcrstratzc, Ecke Lützowstraße, statt. Dortselbst stand an der Haltestelle der Motorwagen 1293 der Linie 40, um Fahrgäste aufzunehmen, als ein Straßenbahnzug der Linie 78 E(Küstriner Platz— Zoologischer Garten) herannahte und auf den Vorzug auffuhr. Infolge des Anpralls wurden dem auf- fahrenden Wagen die Tür. und Stirnscheibcn zertrümmert und die Plattform eingedrückt. Der Kaufmann Ney, Krautstr. 38, erlitt Schnittwunden im Gesicht und mußte sich auf der Unfallstation in der Lützowstraße einen Verband anlegen lassen. Zu dem rätselhaften Ueberfall, der auf die Buchhalterin Else Schönrock in der Lotterie-Einnahme von Mylius, Prinzenstr. 68, am Freitag mittag verübt sein soll, wird weiter berichtet, daß Fräulein Schönrock auch jetzt noch der Kriminalpolizei gegenüber bei der ersten Schilderung stehen bleibt. Auch das Ehepaar Mylius kann sich nicht entschließen, den Ueberfall trotz seiner inneren Unwahr- scheinlichkeiten als in der dargestellten Weise nicht geschehen an- zunehmen. Die Kriminalpolizei hat heute eine eingehende Besichtigung der Räume vorgenommen, auch die beteiligten Personen_ nochmals vernommen. Die Untersuchung ergab, daß der Knebel, der im Munde der Ueberfallenen steckte, nur sehr klein ist und aus einem mehrfach zusammengelegten neuen, weißen Barchentstreifen besteht. Der Knebel hätte nicht allzu schwer durch Ausspucken aus dem Munde entfernt werden können. Der Bindfaden, niit dem ihre Hände ge- fesselt waren, war in der Mitte an das Bein eines Tisches ge- bunden und hatte an beiden Enden Schleifen, die sich selbst zuziehen, also auch leicht wieder zu lösen sind. Fräulein Schönrock, die übrigens einer durchaus achtbaren� Beamten- Familie angehört, hat auch durch die Fesselung keine Eindrücke an den Händen erhalten, wie ärztlich sofort festgestellt werden konnte. Trotz aller dieser merkwürdigen Umstände muß aber bei dem Ver- harren bei der ursprünglichen Aussage mit der Möglichkeit eines Ueberfalles gerechnet werden. Zu einem klaren Ergebnis dürften aber die behördliche» Nachforschungen um so weniger führen, als die Beschreibung des Täters nur sehr oberflächlich gegeben wird. Der mutmaßliche Räuber wurde aber auch von niemand gesehen, ob« gleich eS Mittagszeit, also vollkommen hell war. und wohl an- zunehmen ist, daß der Verbrecher nach verübter Tat das Haus nicht im langsamen Schritt verlassen hat. Im übrigen steht vor dem Hause an der gegenüberliegenden Seite der Straße— es handelt sich um die Ecke oer Dresdener- und Prinzenstraße— ein Schutz- mannöposten. In einen Fahrstuhlschacht gestürzt ist der 38 Jahre alte Arbeiter Max Schenk aus der Füsilierstr. 9. Er suchte auf dem Fabrikgrund« stück Schönhauser Allee 161» Arbeit und fiel, mit der Oertlichkeit unbekannt, in den Schacht eines Fahrstuhls hinab. Mit schweren äußeren und inneren Verletzungen wurde er nach dem Krankenhaus Friedttchsham gebracht, wo er den Verletzungen erlag. Straßensperrung. Die Grenzstraße von der Neuen Hochstraße bis zur Gerichtstraße wird behufs Umpflasterung vom 15. März ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Feuerbericht. In der Nacht zum Sonnabend kam in der Matternstr. 8 auf nicht ermittelte Weise auf dem Boden Feuer aus, da» erst bemerkt wurde, als plötzlich Flammen durch das Dach schlugen. Bei Ankunft des ersten Löschzuges brannte dann schon ein erheblicher Teil des Dachstuhles. ES mußte daher längere Zeit mit einem Rohre Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu beseitigen. — In der Büsch in gstr. 28 war dann im Keller die Sehaldecke in Brand geraten, während in der Altonaerstr. 21 ein Posten Holzwolle in einer Badestubc in Flammen stand. In diesen beiden Fällen konnte aber dir Ablöschung leicht erfolgen.— Bald darauf entstanden in der Weberstr. 10 und in der Danzigerstr. 85 Wohnungsbrände. Betten, Möbel und Kleidungsstücke wurden hierbei im wesentlichen beschädigt.— Allerlei Verpackungsmaterial hatte in der Prenzlauer- straße 20 in einem Keller Feuer gefangen, während es in der Birken- straße 76 in einer Küche brannte.— Die übrigen Alarmierungen, dt« noch in den fitzten 24 Stunden einlfifen, waren auf ganz gering« fügige Anlässe zurückzuführen. In der Urania ist am Sonnabend ein zeitgemäßer Bortrag zum ersten Male dem Publikum vorgeführt ivorden. Er handelt vom S i m p l o n und dessen Gebiet und zerfällt in zwei kaum mit ein- ander in Zusammenhang stehende Teile. Während in der ersten Hälft« Professor Dr. C. Koppe die Akpenbahnen und den kürzlich durchbrochenen Simplontunncl schildert, behandelt Herr Doktor P. S ch w a h n im zweiten Teile das Gebiet, durch welches der Tunnel gebohrt Ivorden ist. In der Vorführung des Tunnelbaues wird in Wort und Bild so anschaulich wie nur möglich die Schwierig- keit der Durchbohrung erläutert. Als besonders beachtenswertes Zeugnis für den Wert offizieller fachmännischer Gutachten führte Herr Professor Koppe an, daß auch in diesem Falle der erste Versuch gegen den einheitlichen Einspruch der österreickischen Ingen icurvere ine unternommen ivorden ist, die sämtlich daS Unterfangen des kühnen Ingenieurs Alfred Brandt auf Erbauung des GotthardtunncIS für undurchführbar und wahnwitzig erklärten. Wir vernahmen weiter von dem ungeheuren Aufwand an Geisteskraft, der bei den bisherigen Durchbohrungen der Alpen beansprucht wurde, und sahen die kompli- zierten Bohrmaschinen im Bilde, die eigens erst für das kühne Werk von seinem Erbauer konstruiert werden mußten. Aber auch die Schwierigkeiten, die den Tausenden erwuchsen, welche den Plan der Ingenieure zur Ausführung brachten, wurden uns in Wort und Bild dargestellt. Die furchtbare Hitze, die schlimmer als bei einem der früheren Tunnelbautcn sich diesmal bis zu 55 Grad steigerte, die heißen Quellen, welche die Arbeit behinderten, sind in dem Licht- bildervortrag veranschaulicht, der zuletzt illustriert, wie das Riesenwerk gelingt, nachdem sowohl die Leiter des Baues wie auch nicht wenige Arbeiter ihr Leben im Dienste des Kulturwerks aufs Spiel setzen mußten. Während so der erste Teil deS Vortrages mit plastischer Lebendigkeit daS Wirken der Jngenieurkunst zeigt, befaßt der zweite Teil sich mit dem landschaftlichen Charakter des Simplongebietcs, wobei es selbswerständlich nicht an historischen Streifzügcn fehlt. Die Entwickelung von der Postlutsche zum Luxuszug wird dar- gestellt; wir sehen die von Napoleon l. erbaute Simplonstraße zur Winters- und Sommerszeit, die hülfsbereitcn Mönche des Simplon- Hospizes mit ihren Bernhardiner Hunden, und erhalten einen Be- griff von der Gefährlichkeit dieses von Lawinen bedrohten Alpen- Weges. Ganz besonders malerisch ist der allmähliche liebergang von der nordischen Natur der schweizerischen Ortschaften über den Paß zur italienischen Landschaft. Mit einer Darstellung des Lago Maggiore und des Domes von Mailand schließt der Vortrag, der zu den besten des reichhaltigen Urania-Repertoirs zu zählen ist. Tie Abteilung„Verlin" des Schwimmklubs„Vorwärts", Groß-Bcrlin, Mitglied deS Arbeiter-Schwimmcrbundes, veranstaltet am heutigen Sonntag, nachmittag 31� Uhr in der städtischen Volks» Badeanstalt an der Schillingsbrücke ihr diesjähriges Schwimm- f t st. Die Leitung hat alles aufgeboten, um den Besuchern tüchtig« Leistungen vorzuführen. Billetts sind an der Kasse zu haben. Nach dem Schwimmfest findet in den AndreaS-Festsälen AndreaSstr. 21, ein Tanzkränzchen mit humoristischen Einlagen statt, bei welchen der Humorist Herin. Schneider seine neuesten Schlager zum Besten geben wird. Breptow-Vternwatte. Der große Sonnenfleck, welcher am Z. Februar cm Nordlicht hervorgerufen hat, ist wieder fichtbar ge- worden und erregt durch seine gewaltige Ausdehnung und seine bizarren Formen das größte Interesse der Besucher der T r e p t o w- Sternwarte. Am Sonntag, den 5. b. M., nachmittags 5 Uhr, führt Direktor A r ch e n h o l d die im„Weltall" veröffentlichten Zeichnungen dieses Fleckes in einem mit zahlreichen Lichtbildern ausgestatteten Vortrag:„Sonnenflecke, Erdströme und Nordlichter" vor. Das Thema für den 7 Uhr-Vortrag lautet:„Das Geheimnis des Weltenbaues", und am Montag, den 6. d. M., abends 9 Uhr: „Moderne Riesenfernrohrc". Mit dem großen Fernrohr wird von L Uhr bis Sonnenuntergang die Sonne, alsdann Venus, Jupiter und der Orionnebel gezeigt. % flu« de« Nachbarorten, Charlottenburg. Freie Volksbühne in Charlottenburg. Die Konstituierung des Vereins„Freie Volksbühne in Charlottenburg" ist in der am Mittwoch im„Volkshause" abgehaltenen ersten General- Versammlung endgültig erfolgt. Einleitend hielt Herr Dr. S ch i k o w s k i einen fesselnden Vortrag über„Otto Erich Hartleben". Der Bortragende, welcher dem früh ver- storbcnen Dichter freundschaftlich nahe stand, entwickelte ein lebendiges Bild von dem Leben und Schaffen des Poeten und sund für seine inhaltsreichen Ausführungen den allseitigen Beifall der Versammlung. Nach unveränderter Annahme der sich eng an diejenigen des Berliner Vereins anlehnenden Statuten wurden die Vereinsämter in der folgenden Weise durch Wahl besetzt: Erster Vorsitzender Dr. Lindheimer; zweiter Vorsitzender Dr. Sußmann; Kassierer Vogel; Schrift- sührer Ewald und Bernhardt: Mitglieder des Ausschusses Vaake, Hirsch, Dr. Broh, Dr. Schikowski, Frau David, Frau Zepler; Revisoren Fenske, Spöhrer, Rosenthal; Ordner Richard Schmidt, Mendt und Eike.— Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Mitglieder zu fleißiger Agitation für den neugegründetcn Verein.— Es wird nun Sache der Arbeiter- schaff Charlottenburgs sein, durch zahlreiche Beteiligung an der„Freien Volksbühne" einen wirksamen Mittelpunkt für die Pflege der edleren geistigen Genüsse und für künstlerische An- regung unter der proletarischen Bevölkerung zu schaffen und auszubauen. Weistensee. Das Urteil in dem Prozeß des AmtsvorsteherS FeldNnann gegen Mertens wurde gestern verkündet. Mertens wurde wegen Be- leidigung im Sinne der AZ 185/186 Straf-Gesetzbuches in vier Fällen zu einem Jahr acht Monaten Gefängnis ver- urteilt. Außerdem wurde dem beleidigten Amtsvorsteher Feldt- mann und fast den sämtlichen Gemeindevertretern das Recht der Publikation des Urteilstenors in zwei Weißenseer Zeitungen zu- gesprochen. Diesem Urteil schickte der Vorsitzende folgende Be- griindung voraus: Der Angeklagte hat ein überaus lebhaftes Rechts- gefühl. Er glaubte sich vor'mehreren Jahren von dem Amts- Vorsteher Feldtmann in seinem Rechtsgefühl verletzt; dies gab Veranlassung zu einem feindseligen Verhältnis, welches zwei Beleidigungsprozesse und Verurteilungen des Mertens zur Folge hatte. In den nach seiner letzten Verurteilung herausgegebenen Broschüren beschuldigt er den F. verschiedener pflichtwidriger Handlungen und indirekt des Meineides. Nach Ansicht des Gerichts hat der An- geklagte den Beweis der Wahrheit für seine schwer beleidigenden Behauptungen in keiner Weise erbracht. Er sei in dieser Beziehung außerordentlich leichtfertig vorgegangen. Insbesondere sei der Gerichts- hos im Gegensatz zu der Verteidigung der Ansicht, daß der Amtsvorsteher Feldtmann seine Eidespflicht in keiner Weise verletzt habe. Durch die Schriften des Angeklagten sei nicht bloß Feldtmann, sondern es seien auch die Gemeindevertreter beleidigt worden und haben den Strafantrag gestellt. Der Gerichtshof hat für die Beleidigungen in der Schrift„DaS System Feldtmann" 2 Monate, für die Broschüre „Streiflichter" und die Broschüre„Feldtmann kontra Mertens" je 10 Monate, für die Schrift„Neue Feinde" 1 Monat eingesetzt.— Ein vom Rechtsanwalt I ü n g st gestellter Antrag auf Haftentlassung wird wegen der Höhe der Strafe abgelehnt, der Gerichtshof beschließt aber, den Angeklagten mit der Haft zu verschonen, falls er eine Sicherheit von 20 000 M. stellt. Der Augeklagte erklärt, sich bei dem Urteil keinesfalls zu beruhigen. Lichtenberg. Wie der Geldsack das Klassenwahlrecht verbessert. In der Ge- meindeberiretung haben die Liberalen mit dem Gemeindevorstand Abrechnung gehalten. Die Herren sind aufgebracht über die Aus- legung, die der Gemeindevorstand den Z§ 41 und 45 der Landgemeinde-Ordnung tForensenwahlrecht) gegeben hat. Der Versicherung des Gemeindevorstehers, daß bei der neuen Interpretation nur in korrekter Auslegung des Gesetzes gehandelt worden sei, standen die Herren sehr zweifelnd gegenüber. Die stundenlange Unterhaltung war veranlaßt worden durch eine Reihe Einsprüche, die aus Anlaß der bevorstehenden Gemeindewahl gegen die Richtigkeit der Wähler- liste gerichtet worden waren. Das Recht der Auswärtigen, die am Ort Besitz haben, ist durch Ortsstalut derart geregelt, daß an Stelle einer Ackernahrung der Besitz eines Wohnhauses im Werte von mindestens 40 000 M. oder ein unbebautes Grundstück von mindestens vier Margen tritt. Hatte ein Grundstück mehrere Besitzer, so war nur einer von ihnen Wähler. Jetzt aber ging der Gemeindevorstand bei Aufftellung der Wählerliste von dem Grundsatz aus, daß, wenn z. B. fünf Auswärtige zusammen ein Grundstück im Werte von 200 000 M. besitzen, jeder von ihnen als Mann von 40000 M. das Forensenwahlrecht besitze. Wohnen diese fünf Leute am Orte, so hat nach Vorschrift der Landgemeinde- Ordnung nur einer von ihnen das Gemeindewahlrecht als Ansässiger. Die hier skizzierte krasse Geldsacksansicht wurde vom Gemeindevorstand und den Kon- servativen gegen die Liberalen verfochten; unsere Parteigenossen ließen die bürgerlichen Herren in diesem Kampfe ganz ungestört. Die Liberalen unterlagen denn auch und es wurde beschlossen, die Wählerliste nach den vom Gemeindevorstand aufgestellten Grundsätzen in Geltung zu lassen. Die gegen diese Bevorzugung des Geldsacks erhobenen Einsprüche wurden zurückgewiesen. Zurückgewiesen wurden auch die Proteste der Arbeiterwähler, die deshalb nicht in die Liste aufgenommen worden sind, weil sie infolge reichen Kindersegens von Kommunalabgaben befreit wurden. Wer da hat, dem wird gegeben, wer da nicht hat, dem wird genommen werden. Das nennt man in der bürgerlichen Welt Gerechtigkeit. Ober-Schöneweide. In anonymen Schmähkarten geben gewisse Katholiken ihrer Wut darüber Ausdruck, daß die Gemeindebehörden das Verlangen nach Errichtung einer katholischen Gemeindcschule wiederholt abgelehnt haben. Nachdem jüngst unser Gemeindeoertreter, Genosse Grunow, von einem feigen Buben eine anonyme Postkarte, die von schmutzigen Schmähungen strotzte, erhielt, ist auch bei dem Gemeindevorstand ein ähnliches Tudelwerk eingegangen. Es dürfte wahrscheinlich sein, daß diese anonymen Gesellen die Erziehung einer katholischen Schule genossen haben und so die Erzichungscrfolge einer konfcssionell-reli- giösen Schule an den Tag legen wollen. Adlershof.__ Während der verstorbene Amtsvorstehcr v. Oppen nur die Sozial- denwkratie durch allerhand gesetzwidrige Scherereien stärkte, sucht fein Nachfolger auch dem gut bürgerlich gesinnten Teile der Ein- wohucrschaft in die Ouere zu kommen. Dem Fabrikbesitzer H Lutze ist nämlich die Bestätigung zum Oberftihrer der Adlers- hofer Feuerwehr versagt worden. Der Posten des Oberführers der Feuerwehr ist in allen Berliner Vororten von großer Bedeutung, weil die Wehre», obgleich nach großstädtischem Muster eingerichtet. sich doch aus freiwilligen Mitgliedem zusammensetzen, welche ohne Entgelt den recht schweren Dienst übernehmen. Der Oberführer wird von der aktiven Mannschaft aeipählt, wobei großer Wert darauf gelegt wird, daß eben die freiwillig ihren Dienst tuenden Mannschaften zu dem Gewählten, der auch technisch seiner ver- antwortlichen Stellung gewachsen sein muß, volles Vertrauen be- sitzen. In Adlershof wurde Lutze einstimmig gewählt, aber trotzdem nicht bestätigt, weil er, wie es heißt, mit den Gemeindebehörden des Ortes nicht auf gutem Fuße stehen soll. Infolge der Nichtbestätigung Lutzes wurde eine zweite Wahl auberaumt. Lutze erhielt abermals die Stimmen fast sämtlicher Wahlberechtigten. Nunmehr haben sich auch die passiven Mitglieder der Wehr sHausbesitzer, Gewerbe- treibende usw.) an den Amtsvorsteher mit dem Ersuchen gewandt, die Bestätigung der Wahl herbeizuführen. Das Vorsckileuserecht für leere Fahrzeuge aufgehoben. Einen raschen Erfolg hatte ein geharnischter Protest, den in voriger Woche eine Versammlung von Schiffseignern in Wernsdorf an den Regierungspräsidenten und die Wasserbau-Verwaltung richtete. Die Kleinschiffer, die in ihrer Existenz durch die großkapitalistischen Gesellschaften schwer bedrängt werden, mußten außerdem seit langer Zeit wahrnehmen, daß den Fahrzeugen der Gesellschaften, selbst den leeren, das Vorschleuserccht gewährt wurde. Mit Recht erblickten sie hierin eine durch keinen sinnigen Grund zu erklärende Benach- teiligung. Aber vergebens hatten sie bisher die Beseitigung dieses Zustandes verlangt. Als die Kunde kam, daß in Berlin liegenden, leeren nach Fürstenberg a. O. fahrenden Gesellschaftsfahrzeugen das Vorschleuserecht erteilt sei, obwohl Kleinschiffer in verschiedenen Gegenden seit Wochen stilliegen mutzten, wandten sie sich nochmals an die beteiligten Verwaltungen und verlangten unter eingehender Begründung, daß endlich den Interessen der großen Masse der Klein- Schiffseigner Rechnung getragen werde. Auf diese in den kräftigsten Tönen gehaltene Eingabe hat die Wasserbau-Verwaltung nun ver- fügt, daß fernerhin leeren Fahrzeugen kein Vorschleuserecht mehr erteilt werden darf. Daß die Verwaltung den Kleinfchiffern erst jetzt ihre berechtigte Forderung erfüllt hat, nachdem die Schiffer den Beweis geliefert haben, daß sie nicht mehr gewillt sind, die Nichtbeachtung ihrer Wünsche schweigend hinzunehmen, wird hoffentlich auch die Schiffer an anderen Orten veranlassen, die Vertretung ihrer Interessen energischer zu betreiben als bisher. SewerKsebaMicKes. An die organisierten Arbeiter Deutschlands! Nachdem der Streik der Bergleute im Ruhrkohlenrevier durch die Beschlüsse der Revierkonferenzen vom 9. und 12. Februar und durch die darauf folgende allgemeine Arbeits aufnähme seitens der Ausständigen sein Ende erreicht hat ersucht die Generalkommission der Gewerk- schaften Deutschlands im Einverständnis mit dem Bor st and des deutschen Bergarbeiter-Ber- b a n d e s die organisierte Arbeiterschaft, von weiteren Geld sammlungen für die Bergarbeiter im Ruhrrevier a b z u sehen. Obwohl der deutsche Bergarbeiter- Verband noch mehrere Tausend gemaßregelte Mitglieder bis auf weiteres zu unterstützen hat, so glaubte er doch, von einer weiteren Inanspruchnahme der Unterstützungen der Arbeiterschaft Ab- stand nehmen zu können. Er richtet indes an alle Gewert schaften, Gewerkschaftskartelle und Sammelstellen das dringende Ersuchen, die bereits gesammelten Beiträge, sowie die auf ausstehenden Listen noch eingehenden Gelder baldmöglichst an den Kassierer des Verbandes, Paul Horn, Bochum, Wiemelhauser- strafte 38/40, einzusenden. Die Generalkommisfiou der Gewerkschafte« De«tschlandS. Berlin und Umgegend. Gegen das Koalitionsrecht der Omnibnsangestellten wird im Betriebe der Allgemeinen Omnibus-Aktien- gesell schaft in einer Weise gewütet, wie man es nur von den allerreaktionärsten Unternehmern gewohnt ist. Kürzlich verbreitete der Verband der Handels-, Transport- und Verkchrsarbeiter ein Flugblatt unter den Omnibusangestellten, um diese für den Anschluß an die Organisation zu gewinnen. Einige Hofinspcttoren der Ge- sellschaft fühlten sich nun bewogen, in ihrer Art auf das Flugblatt zu antworten. Sic riefen die ihnen unterstellten Bediensteten zu- sammen und gaben ihnen zu verstehen, daß jeder, der dem Verbände beitritt, sofort entlassen werden würde.— Vor einigen Tagen nun veranstaltete der Verband eine Versammlung für die Angestellten vom Depot VIII in der Monumentenstraße in Schönebcrg. Die Ver- sammlung war gut besucht. Die Folge derselben aber war die. daß die Drohung, welche schon bei der Verbreitung des Flugblattes gegen die Angestellten erhoben worden ist, nunmehr in die Tat umgesetzt wurde.— Vor dem Versammlungslokal erschien der Inspektor des Depots mit etwa sechs Schreibern aus dem Bureau der Gesellschaff. Diese willfährigen Unternehmer des arbeiterfeindlichen Unternehmens notierten jeden Bersammlungsbesucher und am nach st en Tage wurden diese sämtlich entlassen, mit Ausnahme der Ttallleute, für die mmi nicht sogleich Ersatz finden konnte. Die Stellen der gemaßregelten Kutscher und Schaffner wurden durch solche von anderen Depots besetzt. Jedenfalls nahm man hierzu Leute, die gerade ihren dienstfreien Tag hätten haben sollen, Im ganzen sind 20 bis 30 Angestellte vom Depot Vlll gemaßregelt worden und zwar nicht nur die. welche in der Versammlung waren, sondern auch solche, die nur die Richtung nach dem Versinnmlungs- lokal eingeschlagen hatten und dabei den aufpassenden Schreibern vor Augen gekommen waren. Auch bei einer zweiten Versammlung, die einige Tage später in der Schönleinftraße stattfand, waren wieder Inspektor und Schreiber bei strömendem Regen ans dem Posten, um auszuspionieren, wer die Versammlung besuchen würde. Diesmal waren nur wenige Angestellte erschienen. Jedenfalls hatten die Maßregelungen in der Monumentenstraße einschüchternd gewirkt. Aber auch die wenigen sind am folgenden Tage entlassen worden. Daß sich die Auskundschastung der Angestellten ziveimal in derselben Weise wieder- holte, beweist, daß die Spionage und die rücksichtslose Entlassung nicht das Werk eines einzelnen übereifrigen Betriebsbeamten ist, sondern daß hier nach einem bestimmten System gegen das KoalitionS- recht der O mnibusangestcllten vorgegangen wird. Ist es die Direkion der Omnibusgescllschaft selbst, welche die Ueberwachung und Maßregelung der Angestellten verfügt hat? Gläubig die Direktion etwa, sie könne die äußerst ungünstigen Ver- Hältnisse, unter denen Kutscher, Schaffner und Stallente erbeiten müssen, dadurch für alle Zeit erhalten, daß sie jeden hinauswirft, der von seinem Koalitons- und Versanpnlungsrecht Gebrauch macht? Tarin dürfte sich die Direktton irren. Die Allgemeine Omnibus- gcsellschaft hat ihren Attionären im letzten Jahre eine Dividende von 15 Proz. gezahlt und die Tantiemen des Aussichtsrats auf das Doppelte erhöht. Unter solchen Umständen mutz es ein Leichtes sein. auch die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Angestellten aufzubessern. durch deren angestrengte Tätigkeit die fette Dividende erarbeitet wird. Die jetzigen Verhältnisse der Omnibuscmgeslellten sind eines großstädtischen Verkehrsunternehmens unwürdig. Die Kurscher fangen mit einem Monatslohn von 90 M. an, der nach 5 Jahren auf 105 M. und in weiteren Zeiträumen bis 125 M. steigt. Schaffner und Stalleute erhalten einen Anfangslohn von 75 W., nach 5 Jahren kommen die ersteren auf loO M., die letzteren auf 90 M.— Wie lang aber ist die Arbeitszeit, die für diese Löhne geleistet werden muß? Für Kutscher und Schaffner beginnt der Dienst durchschnittlich um 146 Uhr morgens und endet um i411 Uhr abends. Tie Kutscher und Schaffner der Omnibusse hoben also in Wind und Wetter, im sommerlichen Sonnenbrände, wie in der Kälte des Winters tägVch im Durchschnitt 17 Stunde» zu arbeiten l Diese entsetzlich lanf. Arbeitszeit wird durch keine anderen Pausen unterbrochen als die, welche zwischen der Ankunft und der Abfahrt des Wagens am Endziel der Tour eintreten. Das sind jedesmal 6— 8, in seltenen Fällen höchstens 12 Minuten. Das heißt, diese Pausen stehen im Fahrplan, sie werden aber meist durch Verspätungen auf der Tour noch verkürzt, reichen aber selbst im günstigsten Falle nicht zum Einnehmen einer ordentlichen Mahlzeit hin. Jeder fünfte Tag soll nach der Arbeitsordnung dienstfrei sein. Da die Gesellschaft aber bei so erbärmlichen Lohn- und Arbeits- Verhältnissen nicht Personal genug bekommen kann, so müssen die Angestellten zufrieden sein, wenn ihnen der zwölfte Tag freigegeben wird. Die Arbeitszeit der Stalleute ist ein wenig kürzer als die der Kutscher und Schaffner, sie haben auch eine Frühstücks- und eine Mittagspause, die jedoch häufig durch allerlei augenblicklich not- wendige Arbeiten verkürzt wird. Unter den hier skizzierten Umständen ist es geradezu eine Pflicbt der Omnibusangestellten, daß sie sich der gewerkschaftlichen Organisation anschließen. Jeder billig denkende Mensch mutz es mit Freuden begrüßen, wenn eine so schlecht gestellte Arbeiterschicht eine zeitgemäße Aufbesserung ihrer Lage erstrebt. Hätte die Di- rcttion der Allgemeinen Omnibus-Attiengesellschaft nur so viel Ein» ficht, wie man von einer verständigen Betriebsleitung erwarten muß, dann würde sie diesen berechtigten Bestrebungen ihrer Angestellten so viel wie möglich entgegenkommen, schon deshalb, um_ einer etwaigen Störung des Betriebes vorzubeugen. Den Angestellten liegt natürlich daran, daß ihre Wünsche auf friedlichem Wege er- füllt werden. Wenn sich dieser Weg aber als ungangbar erweist, dann trägt die Direktion die Schuld daran. Das Verbot des Ver- sammlungsbesuches. sowie die erfolgten Matzregelungen haben be- greiflicherweise lebhafte Aufregung unter den Omnibusangestelltcn hervorgerufen, und es wird der Direktion nicht gelingen, durch weitere Gcwaltmaßnahmen die Gemüter zu beruhigen. Im Gegen- teil. Wenn man mit der Unterdrückung des Koalittonsrechtes und mit Maßregelungen fortfahren sollte, dann scheint ein Streik unvermeidbar, und es ist anzunehmen, daß er diesmal g ü n st i g e r für die Angestellten verläuft wie das vorige Mal. Der Streik der Kleber ist beendet, der Abschluß eines Tarifvertrages ist gesichert und dürfte in nächster Zeit vollzogen werden. Das ist das Ergebnis der Kleberversamm- lung, welche am Freitag im Luisenstädtischen Konzerthause tagte. In der Versammlung war auch die Kommission der Arbeitgeber anwesend. W e l S erstattete Bericht über die letzten Verhandlungen mit der Innung. Er erklärte, daß die Kleber den am 2. d. M. von der Innung beschlossenen Tarif nicht annehmen könnten, weil der- selbe eine Verschlechterung dessen bedeutet, was die Jnnung�schon am 31. Januar zugestanden hatte. Von 619 Klebern, die am Streik beteiligt waren, sind nur noch 21 außer Arbeit. Alle anderen ar- betten zu den von den Arbeitnehmern aufgestellten Bedingungen. 167 Arbeitgeber haben die Forderungen bewilligt, nur 27 verhalten sich noch ablehnend. Die Kleber hätten also einen vollständigen Sieg errungen und man könne ihnen deshalb nicht zumuten, daß sie einem Vertrage zustimmen, der ihnen weniger biete, als sie äugen- blicklich haben. Sollten die gegenwärtig gezahlten Löhne später wieder herabgesetzt werden, dann würden die Kleber aufs neue streiken.— Hierauf nahm der Arbeitgeber Feder das Wort. Er bestritt, daß der Jnnungsbcschluß vom 2. d. M. eine Verschlechterung der früheren Zugeständnisse bedeute. Einzelne Positionen seien zwar herabgesetzt, andere dagegen erhöht worden, so daß der Tarif immer eine Verbesserung der gegenwärtigen Verhältnisse darstelle. Lebhaft befürwortete der Redner die Annahme des Tarifs. Er betonte, daß die Innung ebenso wie die Arbeitnehmer das lebhafteste Interesse an dem Abschluß eines Vertrages hätte, der feste Verhältnisse im Gewerbe schaffe. Im weiteren Verlauf der Debatte machte Wels den Arbeitgebern den Vorschlag, daß der am 2. d. M. von der Innung beschlossene Tarif nicht auf zwei Jahre, sondern nur auf ein Jahr gelten solle, und daß dann die höheren Sätze in Kraft treten sollten. Feder erklärte darauf im Einverständnis mit den an- wesenden Arbeitgebern�, er werde dafür eintreten und es sicher auch durchsetzen, daß dieser Vorschlag von der Innung angenommen werde, und zwar so: Es wird ein Vertrag auf zwei Jahre ab- geschlossen und demselben eine Klausel eingefügt, welche bestimmt, daß die jetzt von der Innung angenommenen Sätze bis zum 1. März 1906 Gültigkeit haben. Von da ab treten die ursprünglichen For- dcrungcn der Arbeitnehmer in Kraft.— Hierauf entfernten sich die Arbeitgeber. Tie Versammlung diskutierte eingehend über den neuen Vorschlag und nahm ihn schließlich in geheimer Abstimmung mit 215 gegen 33 Stimmen an. Maßgebend für die Annahme war die Anficht, daß ein Vertragsverhältnis dem vertragslosen Zustande, unter dem die Löhne jederzeit geändert werden können, vorzuziehen ist. Der Streik wurde als beendet erklärt, jedoch bleiben die Firmen, welche die Forderungen der Kleber nicht bewilligt haben, gesperrt. Der Vorsitzende schloß die Versammlung, indem er den Bau- arbeitern aller Branchen, welche wesentlich zum Gelingen der Kleberbewegung beigetragen haben, Anerkennung und Dank aus- sprach._ Der Streik der Arbeiter der Stockfabrik I. u. H. Gembicky, Friedrichstraße 16, welcher nun schon sechs Wochen währt, wird von beiden Seiten mit äußerster Hartnäckigkeit durchgefochten. Bon den 28 Streikenden ist noch niemand abttünnig geworden. Die Firma sucht in ihrer Verlegenheit von überall her Arbeitskräfte heran- zuziehen, so vom jüdischen Arbeitsnachweis, dem Zentral-Arbetts- Nachweis und sämtlichen Herbergen. Als Arbeitswillige fungieren außerdem die beiden Arbeiter E i k e r t und Niet sch mann, letzterer in Charlottenburg, Leonhardstratze 18, wohnhast, und ein Drechfler L e n tz aus Osfenbach, Teltowerstraßc 43 bei Werner wohnhaft. Ein Drechfler aus Prag und ein Gürtler aus Gablonz an der Neiße sollen noch eingetroffen sein. Da aber für einzelne Arbeiten qualifizierte Arbeiter fehlen, ist die Firma bisher in keiner Weise licferungsfähig. so daß die Streikenden dem Ausgang des Streiks beruhigt entgegensehen. veutsciies Rcldi. Zur Verteidigung des Koalittonsrechtes ,c»o, wie uns ein Privattelegramm aus Breslau meldet, die Arbeiter der Bereinigten Breslaucr Lelsabriken in den Ausstand getreten. Die Direttion hatte versucht, die organisierten Arbeiter zu entlassen und an deren Stelle unorganisierte einzustellen. Die Straßenbahner in Köln beabsichtigen, wie uns unser Kölner Korrespondent mitteilt, eine Abwehrbewegung gegen die außer- gewöhnlich rigorose Handhabung der Strafbestimmungen durch die tädtischc Betriebsinspektion. Es soll an die städtische Verwaltung der Antrag gestellt werden, daß die Strafen nicht mehr nach der Willkür eines einzelnen verhängt werden, sondern nach dem Urteil einer Kommission, an der auch Angehörige des Fahrpersonals be- teiligt sein müßten. Wenn die Ansprüche der Angestellten ab- gewiesen werden, würde es wohl zum Ausstand kommen. Um die Organisation der Straßenbahner bemühen sich in der letzten Zeit die sogenannten„Christlichen". Es wäre eine köstliche Ironie, wenn die klerikal organisierten Straßenbahner trotz der ultramontanen Stadtverordncten-Mehrheit in Köln die Gewährung ihrer For» derungen erst durch einen Streik erreichen könnten. Die Bäcker bereiten an verschiedenen Orten Lohnbeivegungen vor. In Köln hielten sie am Mittwoch nicht weniger wie vier Versammlungen ab. Wie sich aus den Vorträgen der einzelnen Redner ergibt, wird als Hauptforderung die Abschaffung des Wohnens und Schlafen? im Hause des Arbeitgebers aufgestellt werden. Es sollen Wochenlöhne gefordert werden, die es ermöglichen, ohne vom Meister gewährte Kost und Wohnung auszukommen. Für Bäckereien mit drei Gesellen soll verlangt Iverden: der erste Geselle 25 M. pro Woche, der zweite 22 M., der jüngste 20 M.; bei zwei Gesellen 23 und 20 M.. bei einem Gesellen 21 M.: be, größeren Bäckereien sollen die betreffenden Lohnsätze je um 2 M. höher sein. Wir gelieferte Beköstigung darf unter keinen Umständen ein Abzug vom Lohn stattfinden. Bezüglich der Arbeitszeit soll nur die strengste Jnnehaltung der jetzt durchweg überschrittenen gesetzlich zwölf- stündigen Dauer verlangt werden. An den hohen Feiertagen soll eine ununterbrochene lSstündige Ruhezeit eintreten. Weiter wird bevlangt die Schaffung eines ordnungsmäßigen Arbeitsnachweises. Der jetzige sei ein Maßregelungsbureau für unbequeme Gesellen. Die ganzen Forderungen sollen in Form eines mit den Meistern zu vereinbarenden Tarifvertrages durchgeführt werden. Die Gesellen hoffen und werden versuchen, ihre sehr bescheidenen Wünsche ohne Streik und Boykott zur Änerkennung zu bringen. Für den Fall, daß ein Kampf unvermeidlich wird, ist ein Zusammengehen der christlichen Bäckergewerlschaft mit dem Verbände zu erwarten.— Auch in Dresden werden von den Bäckern ähnliche Forderungen gestellt. Die in ihrer Ruhe gestörten Bäckermeister beginnen bereits nnt Matzregelungen der organisierten Gesellen. Damit dürften sie das Gegenteil von dem erreichen, was sie beabsichtigen. Vom Treu und Glauben der Unternehmer. Für das Zimmerergetverbe in Nürnberg kam, wie man uns von dort mitteilt, im vorigen Sommer zwischen der Unternehmer- organisation und dem Verband der Zimmerer ein Tarif- vertrag zustande, der auf mehrere Jahre Gültigkit haben soll. Versuche einzelner Unternehmer, den Tarif schon nach kurzer Zeit zu durchlöchern, wurden von den Arbeitern zurückgewiesen. Jetzt hat die Unternehmervereinigung selbst einen Arbeitsvertrag aus- gearbeitet, der von jedem einzelnen Arbeiter unterschrieben werden soll. Darin sollen die Arbeiter anerkennen, daß außerhalb der Normalarbeitszeit die tägliche Schicht und der hierfür zu bezahlende Lohn jeweils vom Unternehmer oder von seinem Stellvertreter fest- gesetzt werde unter Ausschluß jeder richterlichen Dazwischenkunft. Das wäre die Vernichtung des Tarifs, der die Arbeitszeit genau begrenzt und Mmdestlöhne vorschreibt, sowie die Streitigkeiten aus dem Tarif an die Tarifkommission verweist. Die Zimmerer pro- testierten in sechs großen Versammlungen gegen ein solches Vor- gehen und beschlossen, dies nicht zu dulden. Wenn die Unternehmer nicht nachgeben, wird ein Kampf um die Einhaltung des Tarifs ent- brennen. Zur Schuhmacherbewegung in München. München, 3.. März.(Eig. Ber.) Nachdem bisher eine Einigung mit den Schuhfabrikanten nicht erzielt werden konnte und am Sonnabend die Kündigungsfrist ablauft, haben die Arbeiter das Einigungsamt angerufen, das heute unter dem Vorsitz des Gerichtsrats Dr. P r e n n e r zusammentrat. Den Verhandlungen wohnte u. a. auch der Borfitzende des Zentralverbandcs deutscher Schuhmacher Simon- Nürnberg bei. Nach 4 fh stündiger Beratung einigte man sich auf eine Anzahl provisorischer Vereinbarungen. In diesen ist die Arbeitszeit auf neun Stunden angesetzt. Die Lohn- aufbesserung beträgt 5 Proz. Bei neuen Produktionsbedingungen darf eine Schmäkrung des bisherigen Verdienstes nicht eintreten. Der Vertrag gilt für ein Jahr, wenn er nicht vier Wochen vor Ab- lauf desselben gekündigt wird, gilt er auf ein weiteres Jahr.— Die Arbeitgeber wollten am Freitag, die Arbeiter am Sonnabend zu den Vereinbarungen Stellung nehmen. Hueland. Der dänische Schlächterei-Arbeiter-Verband hat mit der Zentral- organisation der Schlächtermeister Dänemarks einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen, der drei Jahre Gültigkeit hat. Alle Wochen- löhne sind um 1 Krone erhöht worden. Ueberzeit- sowie Sonn- und Feiertagsarbeit wird mit S0 Proz. Aufschlag bezahlt statt der bisherigen 40 Proz. Arbeiter- Samariterkolonne. Montag abend 9 Uhr Dresdener- straße 45: Vortrag über Ertrinken, Ersticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Rai".....""""'~ Teilnehmer können je 25 Ps. Bibliothek Bmfhaften der Redahtton. A. B. 14. Wer Fleischbeschauer werden will, muß über 23 Jahre und unter 56 Jahre alt sein, einen Ausbildungskursus durchmachen, eine Prüfung ablegen und dann auf Anstellung warten. Meldungen beim Kuratorium des Vieh- und Schlachthofes, Eldcnaerstraße. Alles nähere dort.— F. Z. Elisabeth-User 21 III.— R. R. AI. Bitte, lassen Sie das fachmännisch innerhalb Ihrer Berufsorganisation von geeigneten Persönlichkeiten ent- scheiden. Die Redaktion hat mit dem Jnseratenwcsen nichts zu tun; die der Buchhandlung Vorwärts und benutzen Sie es ausreichend. 3. Wenden sie sich an den Vorfitzenden der Arbeiter- Bildungsfchule. 4. BUdungs- rezepte gibt es nicht.— Ober-Schöneweide. Glücksspielsragen entscheiden wir grundsätzlich nicht, auch nicht briejlich. 15 Ps. können Sie bei uns zurückerhalten.— 8888. Nein. jfimktikcber Cell. Tic juristische«vrechstuudc findet täglich mit Ausnahme des Touuasends bon 1*1, bis O'/j Uhr abend? statt. Geöffnet: 7«Hr. Karlshorst 53. Dem Kinde stehen Ansprüche aus eine Erbschaft, die dem noch lebenden Vater zugesallen ist, nicht zu. Vielleicht ließe sich durch Eingabe an das Kuratorium der Irrenanstalten etwas zugunsten des Kindes erreichen. In solcher Eingabe müßten die Verhältnisse genauer als in Ihrer Anfrage dargelegt werden. An sich kann die Anstalt ihren Kostenanspruch in die(migesallene oder erwartete 0 Erbschaft geltend machen.— W. O. 6. 1. Das Landgericht Berlin I Zivilkammer ist zuständig. Das Magistrats- astest und Sühneattest sind mit zu überreichen, darzulegen, welche Gründe geltend gemacht und wodurch die Gründe bewiesen werden sollen. 2. Ja. — Prinzenstr. 100. Wiederholen Sie Ihre Anfragen.— Ein Straßen- abonnent. Ueber das Verhältnis der sogenannten Vertrauensärzte der Schiedsgerichte zu ihrer sonstigen Beschäftigung, insbesondere als für Einzel- sälle von der Berussgenossenschast konsulsterte Aerzte enthält das Unfall- verfichcrungsgesctz ungenügende von der sozialdemokratischen Fraktion und von uns ost kritisierte Bestimmungen. Ihre Namhaftmachung einzelner Älerzte ohne genaue Darlegung der Fälle und Beifügung von Akten ist wertlos.— N. Th. 10. Ein gesetzliches Hindernis jür die Bestellung des außerehelichen Erzeugers zum Vormund besteht nicht. Ein Richter wird ihn aber in derRegel nur dann zum Vormund bestellen, wenn Sicherstellung sür seine Alimentationsverpflichlungcn ersolgt ist, und ein Gegenvormund ernannt wird. — W. F. Wenn Ihre Schilderung zutrifft und nicht ungenau ist, würde Ihre Schwester nicht krankenversicherungspslichtig, die Forderung der Kasse unberechtigt sein. Sie müßten dagegen beim Magistrat, Stralauerstr. 1—6, klagen.— 101. M. G. Melden sie schleunigst bei der Berussgenossenschast den Unfall und Anspruch aus Rente an: Die Berussgenossenschaft, zu der der Fabrikbetrieb gehört, nicht der Unternehmer, hat zu zahlen.— 100. Ja. Wasserstand am 3. März. Elbe bei Aussig-ff 0,63 Meter, bei Dresden— 0,78 Meter, bei Magdeburg-ff 1,72 Meter.— U n st r u t bei Straußfurt-ff 1,40 Meter.— O d e r bei Ratibor-ff 1,89 Meter, bei Breslau Ober- Pegel-ff 5,22 Meter, bei Breslau Unter- Pegel— 0,42 Meter, bei Frankfurt-ff 1,78 Meter.— Weichsel bei Brnhemünde-ff 3,54 Meter.— Warthe bei Posen-ff 2,10 Meter.— N e tz e bei Usch-ff 1,54 Meter. Deutseber Holzarbeiter-Verband. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Kollege, der Tischler kriti Kosche am 3. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 6. März, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des En, maus. Kirchhofes in Rixdors, Hermannstraßc, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 81/7 Die Ortsverwaltung. Verband der Möbeipeberer. Todes-Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Vilbel« Drewing �erstorben ist. 145/15 Die Beerdigung findet heut«, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Rirdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Ber TorsbtMid. freie Siedertafel. Unseren Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Sangesbrudcr Villi. Burkmann am 2. März plötzlich verstorben ist. Wir verlieren in ihm ein langjähriges treues Mitglied. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonn- tag, den 5. d. M., nachm. 3'J, Uhr, Bon der Leichenhalle des Heilands- Friedhofes, Plötzensce, aus statt. Die Mitglieder der„Freien Siedertafel" treffen sich Punkt 3 Uhr am Eingange des Heilands- FriAhoses. � 65/9 _ Der Borstand. Nachruf. Am 25. Februar verschied nach langen, unsäglich schweren Leiden der Tapezierer und Dekorateur Dil. FrieM Pait aus Etting im Alter von 57 Jahren. Infolge seines echt kollegialischcn Betragens gehörte er zu jenen sympathischen Naturen, denen man vom ersten Zlugcnblicke an herzlich zugetan sein mußte. Em ehrendes Andenken werden ihm bewahren 2713b Sein, Freunde und Kollegen. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden, Bc- kannten und Kollegen sagen wir hiermit für die vielen Beweise herz- licher Teilnahme und die Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvergeß- liehen Vaters Prledr. Puhlke unseren herzlichsten Dank. 2740b »in trauernden stinisrdliebenen. Dr. Sirnrnel, K"1;;; Spezialarzi für 87/9* Hanl- nnd Harnleiden. 10_ 2, 5_ 7. Sonntags 10—12 2— 4. HhT 36~«k. an!! liefere Herrenanzug. knrr c n z, neueste reinw. Stoffe, feinste � proben. Für guten Sit. Medaille. Ludwig Engel, Brenz- lauerstraßc 23 II kAIexanderplatz). Gegründet 1892. 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Dividende(im vorigen Jahre 6 Proz.) auf 100 Millionen Mark Aktienkapital und die Hälfte dieses TatzeS auf die übrigen 26 Millionen Mark. Es haben also auch diese beiden Grohbanken nur einen wenig günstigeren Erfolg erzielt als im Jahre 1003. Die Hiberuia-Gesellschaft verteilt für 100t eine gleich hohe Dividende wie im vorigen Jahre, obgleich diesmal die im Juni 1903 ausgegebenen 10 Millionen Mark Aktien am Gewinn beteiligt sind. Ter AufsichtSrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, von dem nach Abzug aller laufenden und außergewöhnlichen Betriebsausgaben sowie der Anleihezinsen von 706 213,34 M. verbleibenden Brutto- gewinn von 0 247 001,26 M. 8 750 215,60 M. zu Abschreibungen auf das Jnventarkonto zu verwenden und von dem verbleibenden Reit die Verteilung von 11 Proz. Dividende auf das vollberechtigte Aktienkapital von 41000000 M. und von 4 Proz. auf obenerwähnte 10 Millionen Mark der zum 30. d. M. nach Düsseldorf einzuberufenden Generalversammlung vorzuschlagen. Frankreichs Kohlenindustrie ist in ihrer Entwicklung während des letzten Jahrzehnts beträchtlich hinter der anderer europäischer Staaten zurückgeblieben, doch hat sich immerhin im Jahre 1003 die Förderung bedeutend gehoben. Die französische Gesamterzeugung von mineralischen Brennstoffen erreichte 1903, dem letzten Jahre, aus welchem genaue Zahlen vorliegen, eine noch nicht dagewesene Höhe und übertraf die bis dahin erzielte größte Gewinnung des JahreS 1900 um 1500000 Tonnen. Im Vergleich zur Kohlen- gewinnung 1002, die durch den Generalstreik stark beeinträchtigt worden war, zeigte die Produktion 1903 ein Plus von 4 009 000 Tonnen. Von den produzierten Gesamtmengen 1903 entfielen 32 567 000 Tonnen(1902: 27 928000) auf Steinkohlen. 1650 000 Tonnen<1 437 000) auf Anthrazit und 689 000 Tonnen(632 000) auf Braunkohlen., Amerikanische Stahlschicnen in England. Wohl hat in den letzten Jahren die nordamerikanische Union vielfach Rohstahl nach England geliefert, aber nur in ganz vereinzelten Fällen kleine Mengen schwerer Stahlschienen. Jetzt hat, wie die„Köln. Volkszeiwng" meldet, die Carnegie Company 3000 Tonnen schwere Stahlschienen, die von der Great Northern Eisenbahn in England kürzlich bei ihr bestellt wurden, zur Verschiffung fertig. Das Gewicht der Stahl- schienen schlvankt zwischen 85 und 100 englischen Pfund die gard. Der bedeutende Umfang der Austräge und das Gewicht der Schienen, die bisher in dieser Schwere noch nicht ausgeführt wurden, hat i« anierilanischen und in englischen Fachkreisen Beachtung gefunden. Hus der frauenbcwec[ung. Friedenau. DienStag, den 7. März, abends 8'ch Uhr, hält der Frauen- und Mädchcn-BildungSverein von Steglitz und Umgegend bei Grube, Kaiscr-Allcc, eine Wanderversammlung ab, in welcher Herr Schütte einen Vortrag über Ferdinand Lassalle halten wird. Des interessanten Vortrages wegen ist es Pflicht der Mitglieder, sich recht püntlich und zahlreich einzufinden. Mitgliedsbücher sind mit- zubringen. Gäste willkommen. Ter Vorstand. Ucber„Entstehung und Bau des Weltall?" sprach am 24. Februar Herr Schriftsteller Baege im Verein für Frauen und Rädchen der Arbeiterklasse. Die klaren und interessanten Naturwissenschaft- lichen Darlegungen des Referenten fesselten die zahlreich er- schienencn Versammelten aufs lebhafteste. Eine Diskussion fand nicht statt.— In der nächsten Vereinsvcrsammlung, die am Montag, den 12. März, in den Arminhallcn, Kommandantenstr. 20, stattfindet, wird Fräulein Dr. WygodzinSki über„Formen und Verlauf der Lungentuberkulose" referieren. |[ 3Frfihjahr- patelots, f Hochschicke Frühjahr- Neuherten für unsere vornehme, wohlfeile Mass-Anfertigung SinsepinigS'Mp Reichhaltig« Au« wähl la den neuesten Moden und von schiedensten Webarten, sowie Kammgarn,«|»M Satin, Cheviot, Rlpsgam, Drap«, Metton etc. O JlS 33,-, 30.—, 27--, 24.—, 21,—, IL.-, 15,—, 12,— m, Phjüö-Westen Eiwarme Auawahl. 8,90, B.-, 6.-, ... I» Zriikjallr-Duüg« m Zur Einsegnung: Wäsche, Hüte, Handschuhe, TaacheotOcher, SSh. W sehr billig. J*dtf Kftufor eines Eleeegnunie- Anzugee erfcXB reizende Beigaben um Fflihiahr-AnzügB Frülijalif-AnziioB Gehrock-Anzüge»i: Unübertroffene Aoewthl aller* neuester StofT« und Faseon«,-.. Afl, 80. 30. 27. 24, 21. IS. n. V M. Sonde p-Jtnoebot. Relnwollooer. faingeetreifter___ und achönge m uaUrter Mefton M. 9. W. Satins und Kammgarne, Ol 50-, 40.-, 30,-, 27,-, ZIm. 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Donnerstag, den 9. März, 8'/, Uhr: Beethoven- Vortrag im GeWerk- schaftShause. Neue freie Volksbühne, nachm. 2",, Uhr: 2. Adteilimg: im Neuen Theater: Der Gewissenswurm. 6. Abteilung: im Schiller. Theater dl.: Der Geizige. Hieraus: Der Hexenfang. Anfang VI, Uhr: Opernhans. Di« Meifterfinoer von Nürnberg.(Ansang 7 Uhr.) Montag: Der Roland von Berlin. Neues königl. Opern- Theater. Romeo und Julia. Montag: Der eingebildete Kranke. Deutsches. Schusselchen. Nachmittags 1>/, Uhr: Don Carlos. Montag: Die Brüder von St. Bernhard. Berliner. Der Kaiserjäger. Montag: Im bunten Rock. Lessing. Elga. Nachm. 2'/, Uhr: Der Biberpelz. Montag: Die Weber. Westen. Die neugierigen Frauen. Nachmtttags 3 Uhr: Undme. Montag: Die neugierigen Frauen. Zentral. Die Juxheirat. Nachmittags 3 Uhr: Madame Sherry. Montag: Die Juxhcirat. National. Undine. Nachmittags 3 Uhr: Der Postillon von Lonjumeau. Montag: Gute Nacht, Herr Pan- talon!— Die Hand.— Die schöne Galathee. Neues. Ein Sommernachtstraum. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Der Kilometersrefser. Nachmittags 31/, Uhr: CharlehS Tante. Montag: Der Kilometersrefser. Anfang 8 Uhr: Schiller O.(Wallner- Theater.) Im Hasen Nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Montag: Das Heiratsnest. Schiller W.(Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Der Leibalte. Nachmittags 3 Uhr: Der Geizige. Montag: Der Lcibalte. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. Montag: Nachtasyl. Residenz. Hotel Ponipadour. Nachmittags 3 Uhr: Das große Gehctmnis. Montag: Hotel Pompadour. Lnstspielhans. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpen- gesindel. Montag: Der Familientag. Trianon. DaS Abenteuer des Herrn Malezieux.— Die Briestasche.— Ein peinlicher Zwischenfall. Nachmittags 3 Uhr: Das eiste Gebot. Montag: Das Abenteuer des Herrn Malezieux.— Die Briestasche.— Ein peinlicher Zwischenfall. lDtutsch-Ainerikanisches. NcwDork. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: New-Dork. Luisen. Robert und Bertram. Nachmittags 3 Uhr: Götz von Ber- lichingen. Montag: Höhere Töchter. Belle-Rlliance. Der beste Tip. Nachm. 3 Uhr: Hosgunjt. Montag: Der beste Tip. Carl Weift. Die Kinder desKapitän Graut Nachmittags 3 Uhr: Senta Wolfs- bürg. Montag: Die Kinder deS Kapitän Grant. Vletropol. Die Herren von Maxim. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rpollo. DaS Veilchemnädchen. Spezialitäten. Nachm. 3 Uhr: Berliner Lust. Spezialitäten. Montag: Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Kasino. Heirat aus Probe. Nachm. 4 Uhr: Mutter Gräbert. Herrnfeld-Theater Die Meyer- hainS. Passage. Theater. Die S LorrisonS. Bokken Lassan. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Wie man Weiber sesselt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Tnnbenstrafte 48/40. Im Thealer abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. In: Hörsaal 8 Uhr Dr. Donath: Die Strahlen jenseits deS Licht« spektrumS. Montag 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Juvalidenstrafte S7/K2. Stern- warte. Täglich geössnel von 7 bis l! 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Montag: Gute Nacht Herz.— Pantalon.— Die Hand.— Die schöne Galathse. Zentral-Theater NachmitttagS 3 Uhr: Halbe Preise. Madame Sherry. Operelte in 3 Allen vvn Hugo Felix. Abends VI, Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Allen von Jul. Bauer. Musik von Franz Lchär. Montag und folgende Tage: Tie Juxhcirat._ Luisen-Theater. Nachmittag?: Götz von Berlichingen. AbendS: Robert und Bertram. Montag: Höhere Töchter. Dienstag: Unsere Frauen. Mittwoch: Götz v. Berlichingen. Donnerstag: Bon Stufe zu Stufe. Trianon-Theater. Zum erstenmal: DasAbenteuerd.Hrn. Malezieux Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Ansang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Das eilte Gebot. Metropol-Theater II II Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henrv Bender. Jose! Giampietro. Jose! Josephl. Anton Grünfeld. FrldFrid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.(Ballett.) Bauchen gestattet. Anf.'/,8 Uhr. Sonnabend, den 11. 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Cletvns und Auguste, sowie Dir. Alb. Schumanns Monstre- Drcssuren. NackmüttagS zum Schluß: Die große AusftattungS. Pantomime ni. großen Aus- zügen, militärischen Evo- lutionen, Kasladen-Rittcn usw. Nachmittags auf allen\ i/iml fpD; Plätzen ohne Ausnahme I MIIU IFCI. Um 91/, Uhr: Die größte Pracht-AuS- stattungs-Pantomimc der Gegenwart. Eine Uordlandsreise. Zirka 400 Mitwirkende. 2 Musiklorps. Feenh. hier noch nie geseh. Lichteffekte Montag: Gala-Sport-Vorstellung. Thompsons Wunder-Elefanten. Eine Nordlandsreise. Sustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: DosLiiiiisitugrßiidcl. Abends 8 Uhr: Her Familientag. Mseh-Amerikanisches Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Jed. Abd.8Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Erfolg!! Zum Male: 104. NEW-YORK Sonntag nachm. 3Uhr,halbePreise Ueber'n groBcn Teich. KasinosTheater Lothringerstraße 37(Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7'/,—8 Konzert. Hoinsi auf Probe. Vorher das vollst, neue Programm. Sonntag nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert.(Kleine Preise.) Rocidouz-Ibootos. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Hotel pompaclour. Schwank in 3 Akten v. Anthony Marz u. Leon Xanros. Deutsch V.M.Schönau. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Das grolle Geheimnis. Sonntag, den 121 März, nach- mittags 3 Uhr: Xora._ Passage-Theater. Ansg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Ans. nchm.Sonnt.3, Wochentg.SUhr. Das beste Programm Berlins Tke five sisters Lorrison die bekannten Fraucnschönheiten. Bokken Lasson die exotische Straßensängerin. Die'Hil-Triippe. 14 neue Nummern. DWM- jede hervorragend.-ME Tchlus; der Saison am S. März er. MU8 Snsch. 2 grofte Gala-Borstellungen 2 Nachm. 4 Uhr und abends VI, Uhr. Nachm. 4 Uhr aus allen Sitzplätzen ein Kind frei, weitere Kinder halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Herr Ernst Schumann mit seinen neuesten Meisterdressuren. In beiden Vor- stellungen die besten CloivnS mit ihren Witzen und Spößen. In beiden Vorstellungen die vorzügl. 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Abends 8 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Morgen und folgende Tage: Die Kinder des Kapitän Grant. V. Noaeks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunn enstr. 16, Der Bajazzo und seine Familie. Schauspiel in 5 Akten von D'Cuncry. Ansang?'/, Uhr. Entree 3« Pf. Ball, Montag: Dieselbe Borstellung, Beinhanl Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute nachm. 3 Uhr: Onkel Cohn. ZlbendS 7 Uhr: Das Kathcbcn von fjcübronn. Gr. historisch. Ritter-Schauspiel in süns Auszügen von H. v. Kleist. Nach der Vorstellung: Olr. Ball. Montag: Zwischen zwei Herzen. Voranzeige. Dienstag, den 7. März(Fastnacht): Erstes dies- jährige» KostümsesL Gesiudeball in Sperlingslust. Stadt-Theater Moabit M-Moabit 47/49. Gastspiel des Bernhard Rose-Theaters; Onkel Cohn* Posse in 4 Akten von R. Schwarz und E. Ziegler. Ansang 6 Uhr. Nach der Vorstellung: 4*r. Ball. Voran zeige. Donnerstag, den 9. März: Große Extra-Benesiz-Vor- stellung sür Eisa Jocosa. Zur Ausführung gelangt: Der Goldfuchs._ Skala-Theater. «iuteustr. 132(a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Deta Waldau sowie 20 Internat. Spezialitaten, Ansang 71/i Uhr, Vor der Vorstellung: Konzert. Palast-Theater Vurgstr. 22, früher Meen-Palast. Vis-a-vis d. Börse, 2Min.v.Bhs.Börse. 9 Uhr! Ein stürmischer Lachersolg I Wie n Weiher lesseil. MUitär-Gesangsposse von Reiflingen, Verlasser von„Mutter Gräbert-, „Onkel Cohn",„Wie einst im Mar". Vor- und nachher: Die neuen glänzenden März-Spezialitäten ersten Ranges. Ansang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Cfutree 50 Pf. Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags die halben Kassenpreise Volksgarten- Theater (früher Weimann). Sonntag, den 5. März, nachmittag?: DocnrüBchcn. Ein Märchen für Kinder in 4 Akten. Slbends: Ein Rabenvater. Kassenerössnung 6 Uhr. Auf. 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Neues Neues Programm. Programm. SAHARET. Herbert Idoyd, Amerikan. Komiker. Dianda. Dressierte Affen. Dorothy Clark, Engl. Sängerin, tütellins u. 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Billetts a 60 Pf. inklusive Garderobe und Lieder-Texte sind in der Schule und an den bekannten Steilen sowie an der Kasse zn haben. 4/12 Vergebe meinen Saal mit Bühne auch Sonntags an Vereine eventuell gegen Entschädigung. Palmsonntag noch frei. Mccsc, Schulstr, 29, Gesellschaftshaus._ !.:! Auf Teilzahlung!!! !!! kaufen Sie am besten!!>! I Wöchentlich nur 1 Mark Herren- und Damenahren, Standuhren, Regulateure, Freischwinger, Brechen, Ohrringe, Ringe, Ketten, echte Menzenhauer Zithern, Phonograph. u. Plattensprechmasch. Juhre& König, 1 Warscha-nerstraste 72, 1. Etg. ' Berlin SW., Alte Jakobstr. 124.' Masehirinbau- und Bau-Schule. Werkstiätten. Gegründetl874.| Elektro- Maschinen-, Bau-, j Ingeniieur-, Techniker-, Werk- j meistar-, Monteur- Äusbild. 1 Vorkemntnis nicht erforderl.| „Mcviie Abendkurse.' Prospekt kostenlos. (Verwaltung Berlin.) Donnerstag, 9. Marz, abends präzise 8»/, Uhr, im Gcwerkschaftshause, Saal 1: �. B o r t r a g des Genossen E. 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Außerdem aber hätten in dem Berggesetz von 1865 die Bestimmungen geändert werden müssen, die heute den Staat zwingen, auf bloße Mutung hin Bergwerkseigentum zu verleihen und es völlig dem Erwerber überlassen, waS er damit anfangen will, ob er und wann er mit dem Abbau beginnen oder ob er die erworbenen Kohlenfelder müßig liegen und ihre Preise durch allerlei mehr oder minder unsaubere Machinattonen in die Höhe treiben will. Noch ungeniutete, d. h. noch nicht ,n Privatbesitz übergegangene Kohlenlager hätten für Staatseigentum er« klärt werden und zugleich gegen die Stillegung von gemuteten Feldern zum Zweck der Spekulation strenge Vorschriften in die Novelle aufgenommen toerdcn müssen. Doch em energisches Borgehen gegen die kapitalistische Ausbeutung der Bodenschätze liegt durchaus nicht in der Absicht der Regierung: für sie handelt e« sich nur darum, die aufgeregten Gemüter im Ruhrrevier zu beschwichtigen und nach außen hin den Anschein zu erwecken, als würden tatsachlich Garantien gegen willkürliche Zechenstillegungen geboten. Und mehr als bei dieser Novelle trnrd voraussichtlich auch nicht bei der noch ausstehenden herausspringen, welche die Arbeitsverhält- nisse im Kohlenbergbau regeln soll. Die Errichtung bedeutungsloser ArbeiterauSschüsse, einige kleine hygiemsche Maßregeln, vielleicht auch noch eine wirkungslose Einschränkung des Wagennullens, da« dürfte da« höchste fein, wozu die Regierung sich in ihrer viel- gepriesenen Fürsorge für die Bergarbeiterschaft herbeilassen wird. Dat. Marktprefte von Berlin am 3. März. kgl. Pollzei-Präsidtuvis. 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