Nr. 58. Abonnements- Bedingungen: $ Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. $ Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adreffe: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. Donnerstag, den 9. März 1905. beseitigt. Umsomehr, als er sich gerade um die Beseitigung der wichtigsten der Arbeiterbeschwerden herumdrüdt. Jm Monat Februar gingen bei dem Unterzeichneten Was aber wird erst der preußische Landtag aus dem Entwurfe folgende Parteibeiträge ein: machen. Die Kanalfampagne hat ja gezeigt, wie es die Herren im Aachen, D. B. 10,-. Altona( Elbe), sozialdemokratische Partei Dreiflaffenparlament verstehen, die Regierung zu zwiebeln und wie durch H. Th. 1000,- Augsburg, bom sozialdemokratischen Verein geduldig die Regierung die Fußtritte ihrer Herren erträgt. 10,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 3. Streis 1000,-. 4. Kreis, Südost 1000,-( darunter Stadbezirk 84 8,-, aufgelöster Statklub Fünfzig" 7,-) 4. Kreis Dit 1500,- Berlin, diverse Beiträge: Onkel. 3. eine Wette 2,40. Gutenberg 47,- Mitgl. der Ul.-Dr. 4,-. C. D., Guhrau 1,-. Machetes 5, Das Zentrum hat in der genannten Reichstagsfigung durch Herrn Spahn verkünden lassen, daß ihm der sogenannte fanitäre Arbeitstag nicht genüge, daß es den achtstündigen Marimalarbeitstag einschließlich der Einfahrt ohne alle Einschränkung verlange. Wir zu der Vorlage stellen wird. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. § 93 b. In Gruben oder Grubenabteilungen, in denen mehr als die Hälfte der belegten Betriebspunkte eine gewöhnliche Temperatur von mehr als 22° C. hat, darf die tägliche Arbeitszeit vom 1. Oftober 1905 ab 81/2 Stunden, vom 1. Oftober 1908 ab 8 Stunden nicht übersteigen. Die Oberbergämter sind ermächtigt, für einzelne Gruben oder Grubenabteilungen diese Anfangstermine um höchstens zwei Jahre hinauszuschieben, wenn dies zur Verhütung eines unverhältnismäßigen Schadens erforderlich erscheint. Als Arbeitszeit gilt die Zeit von Beginn der Seilfahrt bis zu ihrem Wiederbeginn. Die Bergbehörde hat durch schriftliche Verfügung zu bestimmen, Voraussetzung vorliegt. .. 5,-. Kontobucharbeiter v. Wedding 5,-. 2. u. H. B. werden abwarten, wie sich das Zentrum nun im Abgeordnetenhause ob für eine Grube oder Grubenabteilung die in Abs. 1 bezeichnete " Die Bergarbeiter sollten schleunigst zu dem Regierungsentwurfe Stellung nehmen und der Regierung keinen Zweifel darüber lassen, daß fie in dieser Vorlage durchaus nicht die Erfüllung ihrer Wünsche sehen. Wir lassen nun vorläufig die wichtigsten Bestimmungen der Novelle folgen. Berbot des Wagennullens. § 93 c. An den Betriebspunkten, an denen die gewöhnliche Temperatur mehr als+ 28° C. beträgt, dürfen Arbeiter nicht länger als sechs Stunden täglich beschäftigt werden. 10,-. Zur Wiedererwerbung verlorener Rechte 10,-. Dr. 2. A. 100,-. 3. S. 50,-. A. B. 50,-. Munition zum Kampfe für Wahrheit u. Recht 4,-. Von den Buchdruckereihilfsarb. d. Buchdruckerei„ Vorwärts", Rotationsmaschinensaal 5,-. B. d. Puberkolonne Hausherr, Halenfee 5,-. A. Du., Glogauerstr. 3, Junggesellen 10, § 93 d. Als gewöhnliche Temperatur im Sinne der§§ 93b Beuthen( Oberschl.), v. d. Parteigenossen 3,-. Bern 50,-. Bremen, Abs. 1 und 93c gilt diejenige Temperatur, welche der Betriebspunkt v. Maschinenpersonal der Bremer Bürgerztg." 27,30. Breslau, bei regelmäßiger Belegung und Bewetterung hat. v. sozialdemokr. Verein 150,-. Cassel- Melsungen, Wahlkreis 50,-. § 93 e. Wenn Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Chemnitz, 16. fächs.Reichstagswahltr. 1000,-. Faltenberg( Oberschl.) 3, Arbeiter oder für die Sicherheit der Baue besteht, so ist auf VerForst i. 2., Beitrag des sozialdemokr. Vereins Sorau- Forst 300,-. Die Nummern 1, 2, 3 behandeln das Verbot des Nullens. Es langen der Betriebsleitung die Arbeit über die regelmäßige Zeit Fürth, vom Wahlverein 20,-. Greiz, b. d. Parteigenossen d. Wahl- wird vorgeschrieben, daß die Arbeitsordnung Bestimmungen ent- hinaus fortzusetzen. freises Reuß ä. 2. 200,-. Gotha, durch den Vertrauensmann halten muß über das Verfahren zur Feststellung des bei der Lohn-§ 93 f. Durch die Arbeitsordnung können die Arbeiter ver30,-. Grabowfee, Lungenpieper v. Grabowsee 16,40. Hamover berechmung zu berücksichtigenden Teiles ungenügend oder vorschrifts- pflichtet werden, zum Ausgleich von Betriebs- oder Absahstörungen 1000,-. Hessen( Großherzogtum), Landesorganisation 500,- widrig beladener Fördergefäße und über die leberwachung dieses ueber- und Nebenschichten zu verfahren. Auf denjenigen BergKattowiz( Oberschl.), v. sozialdemokr. Verein 5, Lippe, H. S. Verfahrens durch einen Vertrauensmann der Arbeiter". Das werken, für welche ein ständiger Arbeiterausschuß vorgeschrieben ist, 5, Leipzig, 12. u. 13. fächs. Reichstags- Wahlkreis 3000,-. Lucken- Berbot des Nullens und die Zulassung eines Wagenkontrolleurs wird muß dieser vor Einlegung der Ueber- und Nebenschichten gehört walde, Rufus 5,-. München, Waldläufer 5,- Nürnberg, Dr. S. durch folgende, als Abänderung des§ 80c Abi. angeordnete Vor- werden. 5,- Niederzwönig, 19. fächs. Reichstags- Wahlfreis 50,-. Nordische schrift bestimmt: Den Arbeitern darf indes nicht die Verpflichtung auferlegt Baffertante 50 000,-. Oberlangenbielau, v. d. Arbeitern a. d. Eulen- Genügend und vorschriftsmäßig beladene Fördergefäße bei der Lohn- werden: gebirge 100,-. Pforzheim. v. Agitationskomitee f. Bf.- Land 20,- berechnung in Abzug zu bringen, ist verboten. Ungenügend oder a) an Betriebspunkten, an denen die gewöhnliche Temperatur Botschappel, 6. fächs. Reichstagswahltr., sozialdemokr. Verein 1200,- vorfchriftswidrig beladene Fördergefäße müssen insoweit angerechnet mehr als 28 Grad C beträgt, ueber- oder Nebenschichten zu Rybnid( Oberfchl.) v. Parteigenojien 5,-. Reichenbach i. V., sozial- werden, als ihr Inhalt vorschriftsmäßig ist. Der Bergwerksbesitzer verfahren, demokratischer Verein f. d. 22. jächs. Reichstagswahltr. 100, ist verpflichtet, zu gestatten, daß die Arbeiter auf ihre Kosten durch Rigdorf, Gastwirt F. M. durch Kirsche 20,- Straßburg i. E., Alt- einen aus ihrer Mitte von dem ständigen Arbeiterausschusse oder, vater 5,-. Scherpenberg, aus dem Wahlkr. Mörs Rees 15,50. wo ein solcher nicht besteht, von ihnen gewählten Vertrauensmann Stuttgart, G. U. 10,- Teltow- Beeskow- Charlottenburg, sozialdem. das Verfahren bei Feststellung der ungenügenden oder vorschriftsPartei: Beitrag f. Februar 250,-, Tellersammlungen von Protest- widrigen Beladung und des bei der Lohnberechnung anzurechnenden Vor dem Beginne sowohl einer regelmäßigen Schicht als einer versammlungen: Rigdorf 147,90, Schöneberg 77,60, Tempelhof 58,40, Teiles der Beladung überwachen lassen; durch die Ueberwachung darf Nebenschicht muß für den einzelnen Arbeiter eine mindestens achtWilmersdorf 49,20, Nowawes 17, Brig 12,80, Summa 612,90. eine Störung des Betriebes nicht herbeigeführt werden. Der Berg- stündige Ruhezeit liegen. Wiesbaden, S. 3,-. Württemberg 100, werksbesitzer ist ferner verpflichtet, den Lohn des Vertrauensmannes auf§ 93g. Das freiwillige Verfahren von Ueber- oder NebenIn der Quittung in Nr. 17 des Vorw." b. 20. 1. d. 3. muß Antrag des ständigen Arbeiterausschusses oder der Mehrzahl der schichten darf nur innerhalb der Grenzen des§ 93f Abs. 2 und 3 gees unter den Berliner div. Beitr. nicht heißen Bruhns, sondern beteiligten Arbeiter vorschußweise zu zahlen; er ist berechtigt, den stattet werden. Brutus( Chemnit) 1,-. In der Quittung in Nr. 36 des Vortv." vorschußweise gezahlten Lohn den beteiligten Arbeitern bei der Lohnv. 11. 2. d. J. muß es unter den Einzelbeiträgen des 4. Berliner zahlung in Abzug zu bringen." Kreises Südost nicht heißen Teilbetrag der Vorwärts"-Leser, sondern M. S., Teilbetrag der Vorwärts"-Zinsen 5,- Des gleichen muß es in derselben Quittung unter den Einzelbeiträgen bes 6. Berliner Kreises nicht heißen W. G. B. 14,-, sondern 8. G. B. 14 3, Desgleichen muß es in derselben Quittung unter Faltenberg( Oberschl.) nicht heißen 2,-, sondern 4, Berlin, den 8. März 1905. " = " Beschränkung der Strafen. § 80d 26. 1 erhält folgenden Zusatz: Die im Laufe eines Kalendermonats gegen einen Arbeiter verhängten Geldstrafen dürfen in ihrem Gesamtbetrage den doppelten Betrag dieses durchschnittlichen Tagesarbeitsverdienstes nicht über steigen." Ueber die Verwendung und Verwaltung der Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstraße 69. Strafgelder wird durch Abänderung des§ 80d Absatz 2 Die Berggesetz- Novelle. Die versprochene Nobelle zum Berggesetz ist dem preußischen Landtage zugegangen. Von den Forderungen der Arbeiter erfüllt fie nur zwei: das Verbot des Wagennullens und die Einrichtung obligatorischer Arbeiterausschüsse. Die Zulassung eines WagenKontrolleurs ist heute schon vorgeschrieben und es ist in dieser Beziehung nur neu vorgeschrieben, daß der Unternehmer den Lohn des Wagenkontrolleurs vorschußweise bezahlen muß. Ganz unberücksichtigt bleiben die Forderungen der Arbeiter auf Beteiligung der Arbeiter an der Grubenkontrolle und auf Reform des Knappschaftswesens. bestimmt: b) in den Gruben oder Grubenabteilungen, welche unter die Vorschrift des§ 93b Abs. 1 fallen, wöchentlich mehr als eine achtstündige Nebenschicht oder mehr als zwei leberschichten bis zur Gesamtdauer von vier Stunden zu verfahren. Diese Grenzen müssen auch innegehalten werden, wenn teils frei willige Ueber- oder Nebenschichten, teils solche verfahren werden, zu denen die Arbeiter verpflichtet sind.(§ 93 f.) $ 93h. Die Oberbergämter können bezüglich einzelner Gruben oder Grubenabteilungen für einzelne Arbeiterklassen eine Vers längerung der im§ 93b zugelassenen täglichen Arbeitszeit insoweit gestatten, als dies zur Wiederaufnahme und Durchführung des vollen werktätigen Betriebs erforderlich ist und die Art der zugelassenen Beschäftigung eine Gefährdung der Gesundheit ausgefchloffen erscheinen läßt. Die Dberbergämter sind außerdem ermächtigt, für einzelne Alle Strafgelder müssen zum Besten der Arbeiter des Berg- Gruben oder Grubenabteilungen Ausnahmen von der Vorschrift in werks verwendet werden. Wenn für das Bergwerk ein ständiger 893f Abfat 2 unter b auf bestimmte Zeit zuzulassen, wenn dies Arbeiterausschuß vorgeschrieben ist(§ 80f), müssen die Strafgelder aus überwiegenden Gründen des öffentlichen Interesses geboten erDie vorstehend in Absatz 1 und 2 und in§ 93 b Absatz 2 ers einer Unterstützungskaffe zugunsten der Arbeiter überwiesen werden, scheint. an deren Verwaltung der ſtändige Arbeiterausschuß durch mindestens wähnten Verfügungen find schriftlich zu erlaffen. Eine Abschrift ift ein aus seiner Mitte gewähltes Mitglied beteiligt sein muß. Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben und des Vermögens diefer in das Bechenbuch einzutragen und durch Aushang auf dem Werke Staffe ist alljährlich in einer vom Oberbergamte vorgeschriebenen zur Kenntnis der Arbeiter zu bringen. Eine Nachweisung der bes Form aufzustellen und diesem, nachdem sie zwei Wochen durch Aus- willigten Ausnahmen ist alljährlich dem Minister für Handel und Gewerbe einzureichen. Hang zur Kenntnis der Belegschaft gebracht ist, einzureichen." Arbeiterausschüsse. § 80f erhält folgende Fassung: foll mindestens drei betragen." § 93i. Auf jedem Bergwerke müffen Einrichtungen vorhanden sein, welche die Feststellung der Zahl und Dauer der von den einzelnen Arbeitern in den letzten zwölf Monaten verfahrenen Ueberund Nebenschichten ermöglichen. Für die Uebertretung der Vorschriften über die Arbeitszeit tverden Strafen bis zu 2000 M. festgefegt. In einer Uebergangsvorschrift wird festgesetzt, daß die durch dieses Gesetz erforderlich werdenden Abänderungen der Arbeitsordnung binnen drei Monaten, die Einrichtung der Arbeiterausschüsse binnen vier Monaten nad) Inkrafttreten des Gefeßes erfolgt sein müffen. Ein Termin für das Inkrafttreten des Gesetzes ist nicht bestimmt. Auf denjenigen Bergwerken, auf welchen in der Regel mindestens einhundert Arbeiter beschäftigt werden, muß ein ständiger Was die Novelle hinsichtlich der Arbeitszeit bringt, das entspricht Arbeiterausschuß vorhanden sein. dem bisher schon darüber bekannt gewordenen: Von einem gefe80d Der ständige Arbeiterausschuß hat die in den§§ 80c Abs. 2, lichen Marimal- Arbeitstage ist keine Rede. Was gegeben werden 80d Abs. 2 und 3, 80g Abs. 1 und 93f Abs. 1 bezeichneten Aufgaben. Durch die Arbeitsordmung können ihm noch weitere Aufsoll, das ist eine Halbheit, die nur einen Teil der Bergleute betrifft gaben zugewiesen werden. Außerdem hat er die Befugnis, Anträge, und die überdies dem Betrug Tür und Tor öffnet und zu fort- wünsche und Beschwerden der Belegschaft zur Kenntnis des Bergwährenden neuen Streitigkeiten Anlaß geben wird. Es soll der fo- werksbefizers zu bringen und sich darüber gutachtlich zu äußern." genannte sanitäre Arbeitstag eingeführt werden für Berg- Weiter bestimmt dieser Paragraph, was als Arbeiterausschuß arbeiter, die in die in Steinkohlen Bergwerken unterirdisch be- anzusehen ist in der bisherigen Weise. Als neu kommt jedoch schäftigt werden. Es sind also die Arbeiter aller anderen folgende einschränkende Bestimmung hinzu: Die Kinderschlächterei von Kursk. Bergwerke und alle Arbeiter über Tage von vornherein„ Die Bertreter müssen mindestens fünfundzwanzig Jahre alt Die„ Russtha Wjedomsti"," ein unter der russischen Zensur ausgeschlossen. Für Gruben, in denen mehr als die Hälfte der be- fein, mindestens ein Jahr auf dem Bergiverke gearbeitet haben, die Tegten Betriebspunkte eine gewöhnliche Temperatur von mehr als bürgerlichen Ehrenrechte und die deutsche Reichsangehörigkeit besigen erscheinendes Blatt beröffentlichen unter ausdrücklicher Ver+22 Grad Celsius haben, soll die Schicht vom 1. Oftober 1905 and der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig sein. Ihre bürgung der Wahrheit den folgenden Brief aus Kurst: 82 Stunden betragen. Die Einfahrt soll in die Schichtzeit ein- Während sich die übrigen, bisher bestehenden Vorschriften über Ich schreibe Ihnen unter dem frischen Eindruck der Ereignisse, gerechnet werden, die Ausfahrt nicht. Nach drei Jahren soll die Eigenschaften der Arbeiterausschüsse mit§ 134 h der Gewerbe- welche ich bei meiner Rückfehr nach Kurst antraf. Ich kam heute, Schichtzeit dann auf 8 Stunden herabgesetzt werden. Die Dber- Drdnung decken, ist die Altersbeschränkung und die Beschränkung auf| am 25. Februar, um 1½ Uhr nachmittags an. As ich mit einer bergämter können diesen Termin noch um 2 Jahre hinausschieben, Reichsdeutsche Benachteiligung der Bergleute gegen Droschte nach meiner Wohnung fuhr, geriet ich mitten in eine erregte Die Beschränkung auf Reichsdeutsche Menge hinein, welche die Straße ihrer ganzen Breite nach verso daß noch mancher Bergarbeiter, der jetzt mit gestreift hat, darüber die Gewerbe- Ordnung. wegsterben wird. Die Vorschrift soll übrigens nur gelten, soweit ist gerade bei der massenhaften Beschäftigung von Ausländern sperrte. An der Straßenede war Bolizei aufgestellt. Der Chef der im Ruhrbergbau besonders unberechtigt. Die Beschränkung der der Betriebspunkt regelmäßig belegt und bewettert ist. Ist er nicht wählbarkeit auf das Alter von 25 Jahren bedeutet eine Benach- Stadtpolizei erteilte mit lauter Stimme Befehle und schrie auf eine regelmäßig belegt und bewettert, so gilt die Vorschrift für ihn nicht. teiligung der Bergarbeiter hinsichtlich ihrer Rechte aus den Vereine Gruppe, die aus Leuten bestand, welche zu den gebildeten Dann wird eine Beschränkung des Ueberschichtenwesens vorge- ficherungseinrichtungen. Es fönnen nämlich als Arbeiterausschüsse Ständen gehörten. Etwas beiseite waren 50-70 hünenhafte Bauern schrieben, wovon die Oberbergämter jedoch wieder Ausnahmen ge- die Vertretungen der Arbeiter bei den Krankenkassen und Knapp in Reib und Glied aufgestellt, welche, wie ich später erfuhr, die flatten fönnen. fchaftsvereinen gelten. Für diese besteht aber die Altersbeschränkung Schule für Landpolizisten, die von der lokalen Polizeibehörde geDas sollen nun die Arbeiter als eine Erfüllung ihrer berechtigten auf 25 Jahre nicht. Wenn nun ein Unternehmer diese Staffenvertreter gründet war, besuchten. Einen dieser Leute frage ich:" Was geht Wünsche ansehen. In der Reichstagssigung vom 3. Februar fagte als Arbeiterausschuß bestellt, dann sind die Arbeiter gebunden, auch denn hier vor?"" Die Gymnafiaften werden geprügelt!" für diese Aemter nur solche zu wählen, die 25 Jahre alt find, wegen?" Weil sie streiken!" Graf Posadowsky: Wenn dieser Entwurf gefeßliche Santtion erhält, wird eine obwohl die Versicherungsgefeze folche Beschränkung nicht enthalten. Der sanitäre Arbeitstag. ganze Reihe von Beschwerden der Bergarbeiter tatsächlich erledigt werden." eine Durch folgende Bestimmungen wird ein sogenannter fanitärer Arbeitstag eingeführt: Da hat dem Grafen Posabowsky wohl etwas anderes vor§ 93 a. Für die Arbeitszeit der in Steinkohlen- Bergwerken geschwebt wie der Entwurf, der jetzt tatsächlich vorliegt. Von unterirdisch beschäftigten Arbeiter gelten unbeschadet der den Bergdiefem, der ganze zwei Beschtverden der Arbeiter beseitigt, kann behörden in den§§ 196 bis 199 beigelegten Befugnis zum Erlasse man doch unmöglich sagen, daß er eine ganze Reihe Beschwerden weitergehender Anordnungen die Vorschriften der§§ 93b bis 931. " " Ich fahre nach Hause, gebe meine Sachen ab und will mich erkundigen, was geschehen ist. Ueberall auf der Straße sehe ich erregte Voltsmengen. Viele Leute aus der Intelligenz, viele Reserveleutnants. Alle find empört, aufgeregt. Ich frage den ersten besten Bekannten aus, und er erzählt mir folgendes. Gestern, am 24. Februar, beschlossen alle Schüler, nachdem sie gewiffe Forderungen ausgearbeitet hatten, zu streiken. Im Priester feminar begann der Streit noch früher, es wurde geschlossen und dem Verein auszuschließen: den Gendarmerieoberst Welt, den| Störungen erleiden dürfte, wird Kuropatkin gar nicht mehr die Zöglinge aus dem Internat entfernt. Heute, am 25. Februar, Polizeichef Sarin, seinen Gehülfen Makarewitsch und die Kommissare möglich sein, auf die Daner die nötigen Verpflegungsmittel begann der Streit zuallererst im Gymnasium, und die Schüler Baikow und Busanow. Alle Refolutionen wurden von einer Menge für feine Armee zu erhalten. Die pompösen Ankündigungen der fchritten alle zusammen, aber ganz friedlich die Moskauerstraße ent- Unterschriften bedeckt. Darauf ging die Versammlung friedlich aus- russischen Offiziösen, daß weitere 400 000 Mann nach Ostasien Yang zuerst nach dem zweiten Mädchengymnasium, wo die Schüle- einander. Nach 1 Uhr nachts erschien im Verein eins feiner Mit- geschickt werden sollen, sind also ganz bedeutungslos und in rinnen aber eingeschlossen waren und auf die Straße nicht hinaus glieder- der Gendarmerieoberst Welt. Ein Bekannter begrüßte Anbetracht der Umstände geradezu lächerlich. Nach alledem gehen konnten. Darauf machte sich die Abteilung auf den Weg zur ihn mit den Worten:„ Gratuliere Ihnen, Herr Oberst!"-dürfte in der Tat die Schlacht bei Mukden die lehte und Realschule, um damit anzuzeigen, daß der Streit schon seinen An- Wozu?"" Zu Ihrer Ausschließung aus dem Verein!" Jener entscheidende Schlacht des Krieges gewesen sein. fang nahm. Hier jedoch wiederholte sich derselbe Vorgang: veränderte sich im Gesicht, drehte sich schweigend um und entfernte alle Türen waren geschlossen. Die Realschüler verlangten, daß man sich. Morgen, am 26. Februar, findet eine außerordentliche Versammfie freilassen sollte und als es ihnen verweigert wurde, demolierten lung der Stadtabgeordneten statt. Was weiter geschieht, teile ich sie die Fenster und zerbrachen Retorten, die mit Schwefelwasserstoff Ihnen mit. gefüllt waren, jedoch ließ man sie trotzdem noch einige Zeit nicht Die Ereignisse sind himmelschreiend, sinnlos. Man darf nicht heraus. schweigen. Suchen Sie die Presse zu benachrichtigen. Unterdessen gingen die Gymnasiasten am Lehrerseminar, an den Frauenkursen von v. Rußen und an der Schule für ärztliche Gehülfen " vorbei und die Schüler und Schülerinnen dieſer Anstalten schlossen Die russische Niederlage bei Mukden. Sammen = " die Der Der Korrespondent fügt hinzu, daß er bezeugen könne, daß das Telegramm eingetroffen sei, daß er aber für die Richtigkeit nicht garantieren könne. Petersburg, 8. März. Petersburtsty List of berichtet in einer Spezialausgabe, die die russische Bensur passiert hat, daß aus Charbin sehr schlimme Nachrichten eingetroffen seien. Starfe japanische Kolonnen seien bis auf fünf Werst von Mukden vorgedrungen und die Stadt habe eine heftige Beschießung auszuhalten. Während drei aufeinander folgenden Tagen sei ein wahrer Regen von Granaten niedergegangen. Es seien 25-35 Granaten in der Minute gezählt worden. Ein Teil der Stadt stehe bereits in Flammen. Die beiden Armeen Kurokis und Nogis sollen im Besich ihnen an. Schließlich näherten sie sich dem Marijinskaiagriffe sein, die Armee Kuropatkins völlig einzuschließen. Die VerMädchen Gymnasium. Hier erschien eine Abordnung der Gym- Nach den letzten englischen Nachrichten, die aus dem bindungen mit General Liniewitsch seien abgeschnitten. nasiastimen, um über die Bedingungen des Streits einig zu werden. Hauptquartier des Generals Kuroki in London eingetroffen Butilowhügel fei der Mittelpunkt des ununterbrochenen Artilleriefampfes. Ich muß bemerken, daß die Schülergruppe die ganze Zeit von sind, scheinen die Ruffen nunmehr nach mehr als achttägige Petersburg, 8. März. Aus dem russischen Hauptquartier einer großen Schar Polizisten begleitet wurde, die aber keine Zwangs- furchtbaren Ringen den Rückzug angetreten zu haben. Noch wird unter dem 7. 5. M. berichtet: Die Umgegend von Mulden sieht maßregeln traf. einmal haben die Russen versucht, unter Aufbietung aller aus, als ob dort eine lange Belagerung stattgefunden habe. Ueberall Da, als die Schüler sich vom Marijinskaia- Gymnasium auf den Kräfte den konzentrischen Angriffen der Japaner Widerstand werden Gruben gegraben, um die Toten zu beerdigen. Die russischen Weg nach der Moskauerstraße machten, ertönte plöglich ein Pfiff und zu leisten. Die Verluste sind auf beiden Seiten ganz unge- Truppen fonnten seit sieben Tagen nur in der Defensive fämpfen. der laut abgegebene Befehl des Polizeichefs: Reserven vor! Haut heure gewesen. Wie wir gestern bereits mitteilten, wurden Der Erdboden ist noch stark gefroren. Man hofft, daß der Kampf drein!" Unter Anführung der Sergeanten stürzen sich nun die selbst von russischer Seite die russischen Verluste auf in 24 Stunden beendet sein wird. Die Japaner setzen ihre Vorangegeben. Auch heute Schuhleute mit blankem Säbel auf die Schüler, die Bauernpolizisten zirka 40 000 Mann liegen wärtsbewegung fort. Eine ihrer Divisionen dehnt sich bereits bis dringen mit ihren Fäusten auf sie ein, und es geht Schreckliches vor. ähnliche Mitteilungen bor. Allerdings behauptet man Mukden aus. Paris, 8. März. Der Berliner Korrespondent des„ Echo des Der Polizeikommissar Pusanow brüllt:„ Haut nach allen Seiten!" auf russischer Seite, daß japanischen Verluste Paris" telegraphiert seinem Blatte, in Berliner japanischen Kreisen Die Schüler werden ins Gesicht rücksichtslos geschlagen, stürzen unter noch bedeutender seien. Diese Behauptungen erscheinen freilich sei ein Telegramm des Inhalts eingetroffen, daß die Russen, nachder Wucht der Schläge zu Boden, werden aber an den Haaren empor. schon deshalb unzutreffend, weil die Russen schließlich troß dem sie geschlagen, Mukden bereits aufgegeben hätten und in guter gerissen und brutal wieder auf die Erde geworfen, mit den Füßen in den alles heldenhaften Widerstandes auf der ganzen weit aus- Ordnung auf Tieling zurückgegangen seien. schweren Bauernstiefeln getreten. Einen elfjährigen Gymnasiasten, der gedehnten Schlachtlinie gezwungen worden sind, den Rückzug schon auf der Erde lag, faßte ein Landpolizist an den Haaren und anzutreten. Auch schon deshalb können die japanischen Verschlägt ihn mit dem Kopf auf das Pflaster. Man sieht entsetzliche Iuste nicht größer sein als die russischen, weil die Russen sich Szenen. Viele find halbtot geschlagen. Man kann sich nirgends feineswegs auf die Verteidigung ihrer befestigten Positionen London, 8. März. Der linke Flügel der Japaner hat nach einer retten. Es wurde versucht, sich in den Eingang der beschränkt haben, sondern weil sie in unzähligen Fällen zum Meldung aus Yingkau den Russen den Rückzug abgeschnitten. Der Semenowskaja- Bibliothek zu retten, da stand aber ein Angriff gegen die Japaner übergegangen sind. rechte Flügel der Russen und ein Teil der Mittelarmee sind eins Kommissar und schleuderte jeden Knaben, der bort Zu- Ueber den Verlauf der Schlacht und die in jedem Augen- geschlossen, die russischen Streitkräfte ziehen sich offenbar auf Tieling flucht suchte, zurüd, wobei einer von ihnen unter das Pferd eines blick eingenommenen Positionen der beiden Armeen herrschte zurüd. Die in Mukden aufgestapelten russischen Vorräte werden berittenen Schuhmanns geworfen wurde und schwere Verletzungen deshalb ziemliche Unflarheit, wie die meisten der an- nordwärts gesandt. Kuropatkin verlegte fein Hauptquartier in einen am Kopfe davontrug. Die Entfliehenden wurden mit den Nagaikas gegebenen Orte sich auf den in Europa zur Verfügung Eisenbahnzug. Die schweren Geschütze der Japaner überschütten die geschlagen. Ein Sergeant brachte mit seinem Säbel einem Gym- stehenden Karten nicht verzeichnet finden. Es handelt sich ja zurückgehende russische Armee mit einem furchtbaren Feuer. Später nafiaften eine tiefe Schnittwunde im Gesicht bei, einen anderen nur um Dörfer oder gar nur um Hügel, die von den frieg- trat auch Kuropatkins Nachhut, aus 20000 Mann ausgewählter Truppen bestehend, den Rückzug an. zerschnitt er den Ueberzieher. an den Gendarmerie- Oberst welke, Dertlichkeiten mögen sich wohl auf den Generalstabskarten der Brand geschossen. Die sich zurückziehenden Russen treffen Vorbeiden Heere verzeichnet finden, auf den sonstigen Starten bereitungen, um die Eisenbahn nördlich von Mulden zu zerstören. waren sie begreiflicherweise nicht verzeichnet. Infolgedessen waren bei der Beurteilung der Situation allerhand Irrtümer möglich. So hatten wir z. B. bereits vor mehreren Tagen angenommen, daß auch das russische Zentrum bereits aus der Schaholinie zurückgeworfen worden sei. Wir Die deutschen rotten boroughs". schlossen dies daraus, weil sich die Japaner bereits etwa 10 Stilometer Die große fozialpolitische Debatte, die seit anderthalb füdsüdwestlich von Mukden am Hunho befanden. Wir vermuteten, daß diese so weit vorgerückten japanischen Truppen Wochen im Reichstage über das Reichsamt des Innern geführt dem japanischen Zentrum angehörten. Nach den wurde, fand am Mittwoch eine Unterbrechung durch einen neuesten Nachrichten sowohl aus dem russischen wie aus dem Schwerinstag. Auf der Tagesordnung standen zwei in der japanischen Lager ergibt sich jedoch, daß das russische Sache übereinstimmende Anträge, von Freifinnigen und Polen 8entrum sich bis zuletzt am Schaho zu halten vermocht gestellt, auf Abänderung der Wahlkreis Einteilung. Drei Vierteljahrhunderte sind bald verstrichen, seitdem hat und daß die so weit von Südwesten her gegen Mukden vorgerückten japanischen Truppen nicht dem japanischen die englische Bourgeoisie durch die große ParlamentsreformSentrum, sondern dem japanischen linken Flügel Afte des Ministeriums Grey den grundlegenden Sieg über angehörten. Diese Auffassung der Situation ergibt sich die alte Bandaristokratie erfocht. Die Uebermacht des Grundadels im Unterhause beruhte auf den unzähligen verfallenen wenigstens aus folgende Telegramm: London, 8. März. Der Korrespondent des„ Reuterschen Wahlflecken, den vielberufenen rotten boroughs", von denen Bureaus im Hauptquartier des Generals Kuroti einige, wie Old- Sarum, kaum ein Dutzend Wähler zählten, meldet in einer Depesche vom heutigen Tage via Fusan: Heute und die völlig unter dem Einflusse der benachbarten Lords und Junkerfamilien standen. früh haben die Russen unter dem Schuh der Dunkelheit die ganze Linie längs des Schaho geräumt und sind jetzt in vollem Rückzuge nordwärts, von japanischer Infanterie hart bedrängt. Vor dem Rückzuge legten die Russen Feuer an große Mengen Vorräte, die dann die Nacht hindurch verbrannten. Der Fall von Mukden scheint unmittelbar bevorzustehen. Die Japaner bedrängen die Russen hart auf dem Dstflügel. Als das empörte Publikum sich alles zu beschreiben ist unmöglich. führenden Parteien selbst erst getauft worden waren. Diese wurden in der Nacht zum 2. März von der japanischen Artillerie in der unter den Zuschauern stand, mit der Bitte wandte, der niederträchtigen Mißhandlung durch seine Intervention ein Ende zu machen, erwiderte er kaltblütig:„ Meine Herren, Sie wissen, ich bin ein friedlicher Mann und fann teine Hülfe schaffen." " Politische Ueberficht. Berlin, den 8. März. Die dreieinhalb Jahrzehnte, die seit dem Erlaß des deutschen Reichstagswahl- Besetes ins Land gegangen sind, haben eine Entwidelung gezeitigt, die, wenn ihr nicht Einhalt getan wird, die altenglischen„ rotten boroughs" auf deutschem Boden wieder erstehen lassen muß. Eigentlich ist diese Entwickelung eine Nicht entwickelung: die Wahlkreise bleiben unverändert, während die Bevölkerungsziffern in stetem Flusse begriffen find. Schon steht Old- Sarum- Bückeburg mit seinen 9000 Wählern dem modernen Yorkshire- CharlottenburgTeltow mit seinen 187 000 Wählern gegenüber, und der Das alles hörte ich von Augenzeugen. Was weiter vorging, fah ich selbst. Der letzte Att dieses Dramas spielte auf dem Roten Platz, wo sich die Marithallen befinden. Hierher stürmten von allen Seiten der Polizei zu Hülfe die von ihr offenbar vorher organisierten Metzger, Budenbefizer und allerlei Marktgefinder. Dieses Gesindel mißhandelte nun nicht allein Gruppen von Schülern, sondern jeben einzelnen Schüler, der vorbeiging. Hier wurde ein Ingenieur und ein Student halbtot geschlagen. Der letztere wurde auf einer Tragbahre bewußtlos weggebracht. Er soll schon gestorben sein. Für die Mißhandelten sich zu verwenden war unmöglich. Als ein ReserveLeutnant, der früher Lehrer an der Realschule war, einen der Schüler verteidigen wollte, erhob das Gesindel drohendes Geschrei und wollte sich auf den Leutnant stürzen. Er rettete sich nur dadurch, daß er die Ledertasche, in welcher sein Revolver steckte, öffnete, worauf sich die Polizeirotte davon machte. Ein Beamter der GouvernementsSteuerverwaltung wandte sich an den Kommissar Pusanow, damit dieser den Greueln ein Ende mache. Pujanow antwortete:„ Sie sehen doch, daß nicht die Polizei mißhandelt, sondern das brave Volk kämpft, indem es den Zaren schüßt, Sie aber stehen zu Gapon!" Und von allen Seiten regneten auf den Beamten Schläge herab. Der ganze Plaz war von diesem Gesindel bedeckt. Bald hier, bald dort ertönte der Ruf, der von den nächsten immer wiederholt wurde: Haut auf sie ein! Haut drein! Hurra!" und bald hier, bald dort wurde jemand fürchterlich geschlagen. Die Polizei hinderte die ganze Zeit diese Mißhandlungen nicht im geringsten. Wenn aber ein Diese Depesche befsagt also, daß das russische Zentrum Häuflein aus den gebildeten Ständen es versuchte, gegen die Miß- erst heute, am 8. März, in aller Frühe seinen Rückzug anhandlungen zu protestieren, wurden sofort warnende Rufe der getreten hat. Die Lage ist also die, daß die Japaner vom Kommissare laut:„ Meine Herren, gehen Sie auseinander! Ich bitte, Westen her bis unmittelbar vor Mukden vorgedrungen sind, auseinanderzugehen!" und berittene Schutzleute drängten diese kleinen während das Zentrum jetzt erst von Süden und Südosten Wahlflecken Deutsch- Krone mit seinem Gamp wirft dasselbe Gruppen zuruck. Daß der Pöbel von der Polizei organisiert war, her auf Mukden vorrückt. Der östliche japanische Flügel Gewicht in die Wahlwagschale wie das volfsreiche Hannover unterliegt nicht dem geringsten Zweifel. Als die Kämpfer am Abend scheint inzwischen Fuschuntschöng, das sich etwa 15 Kilometer mit all seinen Vororten, wie der ungeheure Norden von Berlin den Schlachtplatz verließen, rühmten sie sich laut:" Wenn öst I ich von Mukden befindet, eingenommen zu haben. Der oder die rheinische Metropole Köln. Und die Folgen sind man doch auch morgen so schön arbeiten könnte und wieder mit Wodka Erfolg der Japaner scheint aber gerade dadurch ein umso genau dieselben wie in England: eine Vertretung des Junkerbewirtet und einen Rubel bezahlt erhalten würde!" Eine Anzahl größerer werden zu sollen. Ist doch alle Aussicht dazu tums im Reichstage, die mit seiner Kopfzahl nicht nur, sondern Augenzeugen hörten, wie Alexejew, ein Kommissar oder Gehülfe vorhanden, daß es den vom Westen her gegen Mukden vor- auch mit seiner wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung in eines Kommissars, dem Gesindel dankte: ,, Dank Euch, Brüderchen; dringenden japanischen Truppen gelingen wird, die vom schreiendem Widerspruch steht. das Marktvolk hat aus der Not gerettet." Die Whigs, die fich 1830-1832 um Grey, Melbourne, Shaho her sich zurückziehenden russischen Truppen des Am Abend desselben Tages fanden im Rathause und im Bürger- russischen Zentrums unumehr abzuschneiden oder zu ver- Broughan usw. Scharten, waren sehr rechtsstehende Liberale, verein( beide in einem Gebäude) außerordentliche Versammlungen nichten. Umsomehr, als auch jedenfalls von Dsten her ein Bourgeois vom reinsten Wasser, jeder sozialistischen und meist Aber sie aller empörten Bürger, Eltern und einiger Stadtabgeordneten statt. gewaltiger Angriff gegen die Russen erfolgen wird. Die auch jeder demokratischen Neigung unverdächtig. Hier wurden die Angaben aller Augenzeugen angehört und zum russische Striegsberichterstattung, die immer wieder von dem wußten, daß die Wahlkreis- Einteilung die Grundlage der Schluß einige Resolutionen angenommen. Ich werde nie die Er- Widerstand des russischen Zentrums am Schaho bei dem Junkerallmacht war, und sie handelten danach, indem sie, unzählung eines geachteten alten Mannes vergessen. Sie lautete:„ Ich Putilo whigel, bei dem utiling paß usw. erzählte, bekümmert um die Redereien von der Schönheit der englischen bint in der Direktion der Eisenbahn Moskau- Kiew- Woronefch an- vermochte dadurch den Anschein zu erwecken, als ob der Verfassung, mit einem Federzuge das Wahl, recht" von ein gestellt. Um 1 Uhr mittags verbreitete sich das Gerücht, daß die japanische Angriff keine Fortschritte zu verzeichnen hätte. paar hundert rotten boroughs" beseitigten. Die Whigs der Schüler auf der Straße mißhandelt werden. Wir, die Väter, Nachdem jedoch das russische Zentrum am Schaho seinen damaligen Zeit waren nach unserem Sprachgebrauch etwa brachen fofort infere Arbeit ab und machten uns auf den Rückzug angetreten hat, läuft es die ärgſte Gefahr, jetzt von Nationalliberale. Aber sie würden sich baß gewundert haben, Weg, Ich sah schreckliche den beiden bereits weit herumgreifenden Flügeln der Japaner wenn sie Ohrenzeugen der heutigen Rede des Nationalliberalen Szenen. Ich sah, wie den Kindern, von denen vicle 10, 11 und vollständig zermalmt zu werden! Dr. Paasche gewesen wären. Die deutschen National12 Jahre alt alt sind, das Gesicht blutig geschlagen wurde, Immerhin ist in Betracht zu ziehen, daß die Schlacht liberalen haben sich mit den rotten boroughs" und mit der wie sie zur Erde fielen, wie sie mit den Stiefeln getreten wurden, bereits zirfa 10 Tage gedauert hat, daß infolgedessen die Junkerherrschaft abgefunden. Aus blasser Furcht vor der wie ihnen die Haare ausgerissen wurden. Es war entsetzlich, japanischen Truppen ebenfalls sehr erschöpft sein müssen. Vermehrung der Arbeitermandate wollen sie das Wahlunrecht fürchterlich!... Ich fand meinen Sohn erst, als ich nach Hause Infolgedessen wird es wahrscheinlich auch in dieser Schlacht fortbestehen lassen, das die Industriezentren, das die Großzurückkehrte: er war blutüberströnt, hatte eine Quetschung am bei Mukden zu keiner völligen Vernichtung der russischen städte zugunsten der verödeten Gegenden des platten Landes Brustkasten, ist vielleicht für immer zum Krüppel gemacht.... Meine Armee fommen. Aber auch wenn die Russen mir wiederum politisch entrechtet. Herren! Einer meiner Söhne vergießt sein Blnt für das Vaterland eine neue schiere Niederlage erlitten haben, so ist dieser Eine ähnliche Stellung wie die Nationalliberalen nehmen int fernen Often, das Blut meines zweiten Sohnes wird in demselben Erfolg der Japaner groß genug. die Nationalflerifalen ein. Sie schickten den Bayern Dr. Vaterland von der Polizei vergossen."... Er bekam einen Weinkrampf und wäre vom Stuhle, auf dem er stand, heruntergefallen, wenn die in der Nähe Stehenden ihn nicht erfaßt hätten. Ein anderer Redner schilderte mit erschütternden Worten den ganzen Schrecken der Gegenwart und forderte die Gesellschaft auf, sich zum Widerstand gegen die wütenden Henkersknechte zu vereinigen. Viele himmelschreiende Einzelheiten wurden hier erzählt, allein es ist nicht möglich, alles wiederzugeben. Die Versammlung nahm den Beschluß an, beim Minister des Innern eine Beschwerde über die Haltung der Polizei telegraphisch einzureichen, dem Staatsanwalt einen Protest der Eltern zuzustellen und zugleich denselben Protest dem Justizminister und dem Minister des Innern telegraphisch zugehen zu lassen. Die Mitglieder des Bürgervereins beschlossen, bei der ordentlichen Versammlung den Antrag zu stellen, folgende Mitglieder aus Der strategische Erfolg der Japaner muß um so höher Pichler vor, der zwar für weiß- blaue, aber nicht für angeschlagen werden, als durch den Rückzug der Russen nach schwarz- weiß- rote Wahlkreis- Reform ist, und der erklärte: Tieling der russischen Armee ihre letzte Verbindung mit China Wir sind zurzeit prinzipiell" gegen jede Aenderung der Wahlabgeschnitten worden ist. Bisher vermochten nämlich die freis- Einteilung im Reiche." Prinzipiell" wegen der oberRussen durch die Bahnverbindung zwischen Mukden bayerischen Bauernschlachta, nur zurzeit" wegen der inund Sinminting, von wo aus die Bahn weiter nach dustriellen Zentrums- Wahlkreise am Rhein und an der oberen tintschau und schließlich nach Tientsin und Peting führt, Oder. ihre Proviantbedürfnisse zu befriedigen. Ihre Armee war also Daß die Konservativen gegen die Anträge sind, versteht nicht nur von der großen sibirischen Bahn abhängig, sondern sich am Rande, und von dem alten Richthofen, der die sie konnte auch von China aus verproviantiert werden. Nach Stellung der Deutsch Konservativen begründete, verlangt dem sich jedoch die Japaner jetzt dieser letzten Bahnverbindung niemand sprudelnden Geistesreichtum; aber die Plattheiten, bemächtigt haben, besitzen die Russen nur noch eine einzige die Herr Ga mp vorbradjte, überschritten selbst das bei ihm Verbindung, die mandschurische Bahn. Da nun infolge der zulässige Maß. Der Antisemit Böckler aber führte den Revolution in Rußland der Transport auf dieser Bahn bisher Prozeß der Lucie Berlin als Argument gegen eine gerechte schon gestört worden ist und in Zukunft noch weit erheblichere Wahlkreis- Einteilung an, Die Verteidiger der Anträge hatten teichtes Spiel, La die Tatsachen ja die deutlichste Sprache für sie reden. Es sprachen von der Freisinnigen Volkspartei die Abgg. K o p s ch und Dr. Ablaß, von der Freisinnigen Vereinigung die Mgg. Dr. P a ch n i ck e und G o t h e i n und von den Polen K o r f a n t y, der die oberschlesische Wahlkreis-Geometrie be- leuchtete.� Den Standpunkt unserer Fraktion, die selbst- verständlich für die Anträge ist, vertrat in präzisen und ein- drucksvollen Ausführungen Genosse Ledebour. Am Schluß der Sitzung stammelte ein obskurer Geheimrat Unerhebliches. Das reaktionäre Kartell warf die Anträge unter den Tisch. Die„rotten dorouxbs" haben gesiegt.— Tie königlich preußischen Wappcnbahncn. � Das preußische Abgeordnetenhaus setzte am Mittwoch die zweite Beratung des Etats der Eisenba Hn-Ver- w a l t u n g fort. Die Debatte über die Einnahmen drehte sich um verschiedene Anträge auf Reform der Tarife und schnelleren Ausbau des Eisenbahnnetzes. Wie von jeher, so erwies sich auch diesmal die Mehrheit einer Verbilligung der Personentarise durchaus abgeneigt, sie ist lediglich für eine Vereinfachung zu haben und richtete dementsprechend an den Minister das Ersuchen, eine Reform des Eisenbahn- PersoncntarifS mit dem Ziele der Vereinfachung ohne wesentliche finanzielle Einbuße in die Wege zu leiten. Diese Furcht vor einer etwaigen finanziellen Ein- büße ist nur vorgeschützt; denn Verbilligung der Tarife würde gesteigerte Einnahmen zur Folge haben. Ter wirkliche Grund der reaktionären Abneigung gegen die Verbilligung der Tarife ist die Furcht var dem„Verkehrsdusel", insbesondere vor der erleichterten Freizügigkeit der Landarbeiter. Tie hohen Eisenbahnpreise sollen die Freizügigkeit einschränken. Daher hat das Abgeordnetenhaus gar keine Bedenken vor Verbilligung der Gütertarife, namentlich wenn es sich um land- wirtschaftliche Produkte des Ostens handelt; hier ist es immer für eine Herabsetzung zu haben. So nahm es denn auch dies- mal einen Antrag auf Ermäßigung der Gütertarife mit großer Mehrheit an. Ebenso fanden die Anträge Annahme, die eine kräftigere Förderung des Staatsbahnnetzes bezwecken und die für den Ausbau des Staatseisenbahn-Netzes bestimmte Grundsätze aufstellen, unter anderem den Grundsatz, daß notleidenden Landstrichen eine besonders wirksame Fürsorge durch Anschluß an den Eisenbahnverkehr zuteil werden möge. In der Debatte trat das Bestreben zutage, die Steuer- Projekte des Reichs mit den Tarifreformen in Preußen in Ver- bindung zu bringen. Zwar haben diese Dinge absolut nichts mit einander gemein, aber die Gegner von Tarifermäßigungen ziehen in ihrer Verlegenheit um wirklich stichhaltige Gründe die fadenscheinigsten Gründe an den Haaren herbei. Bei dieser Gelegenheit erklärte sich ein Zentrumsredner gegen neue Bier- und Tabaksteuern. Zwischendurch wetterte der Generalsekretär der kon- servativen Partei, der Abg. S t r o s s e r, gegen den„Vor- wärts", der sich erlaubt, die Maßnahmen des Ministers ab- fällig zu kritisieren, und Herr v. Budde in höchsteigener Person gab eine seiner lustigen Antisozialistenreden zum besten, um die russische Zensur in den Bahnhofs-Buchhand- kungen zu verteidigen. Herr v. Budde führte in dieser Hin- ficht aus:« Die Verwaltung hat die Pflicht, dafür zu sorgen, daß nicht in Räume» mit dem königlichen Wappen unangemessen erscheinende Lektüre verkauft wird. Es werden unsittliche Schriften und die Zeitungen der sozialdemokratischen Partei, deren Bestrebungen den Umsturz des bestehenden Staates zum Ziele haben, aus- geschlossen. Im übrigen muß ich aber ablehnen, eine Zensur zu üben. Die Herren, die ein Interesse daran haben, daß die Zeitungen ihrer Partei da verkauft werden, wollen sich mit ihrer Bitte an die Direktionen wenden. Ein Index für bestimmte Zeitungen wird nicht gemacht. Wenn Herr v. Budde es als einen Widerspruch empfindet, daß in Räumen mit königlichem Wappen s o z i a l d e m o- k r a t i s ch e und unsittliche Schriften— unsittliche Handlungen sind in Räumen mit königlichem Wappen nicht ver- boten— verkauft werden, so läßt sich dieser Widerspruch für die Budde-Logik leicht dadurch beseitigen, daß er die für ihn anstößigen Wappen entfernt. Das die Eisenbahn be- nutzende Publikum hat ein unbedingtes Recht darauf, auch sozialdemokratische Literatur bequem erstehen zu können, und die von dem Eisenbahnminister angemaßte Zensur ist eine grobe Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte. Privatbuchhandlungen können natürlich nicht ge- zwungcn werden, bestimmte Literaturprodukte zu führen. Gerade aber, tvenn das Eisenbahn-Ministerium den Schriften- verkauf auf den Bahnhöfen als S t a a t s s a ch e betrachtet, darf es nicht eine durch die Verfassung beseitigte Zensur wieder einführen. Auch über den Begriff„unsittlicher" Literatur hat nicht der Eisenbahnminister, sondern das Gericht zu ent- scheiden; übrigens fühlen wir uns durchaus nicht durch die Gleichsetzung sozialdemokratischer und unsittlicher Schriften gekränkt: das Begriffsvermögen ist eben bei den Menschen verschieden entwickelt; wir finden z. B. die Budde-Politik im Sinne der klassischen Ethik durchaus unsittlich. Die russische Budde-Zensur ist natürlich nicht durch einen blöden Wappen- Fetischismus zu erklären— denn Herr v. Budde nimmt gern die Millionen Wappenmünzen von sozialdemokratischen Menschen, die unter dem königlichen Wappen befördert werden—, sondern durch das ebenso kleinliche wie untaugliche, und dazu eigenmächtige und verfassungswidrige Bemühen, die Sozialdemokratie geschäftlich zu schädigen und ihre Agitations- kraft zu hemmen! Am Donnerstag wird die Beratung des Etats der Eisen- bahn-Verwaltung fortgesetzt._ Gewerkschaftliche Folgen des Bergarbeiterstrciks. Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: Auf Grund einiger lokaler Vorkommnisse nach Abbruch des Generalstreiks gewannen einige Parteigenossen den Ein- druck, die Organisation der Bergleute habe schweren Schaden gelitten, der Verband sei aufs tiefste erschüttert. Nun, einige Wochen nach dem Streik, lassen sich die gewerkschaftlichen Folgen des Streiks ziemlich sicher übersehen, und es kann konstatiert werden, daß die düsteren Prophezeiungen sehr weit daneben trafen. Durch die Zentrumspresse geht die Nachricht, der christliche Gewerkverein habe stark zugenommen: in der Tat hat er sicherem Vernehmer nach etwa 35 000 Neu- aufnahmen gemacht. Vor dem Streik zählte er im Ruhr- gebiet etwa 40 000 Mitglieder, jetzt ungefähr 75 000. Der „Bergknappe" erscheint in einer Auflage von zirka 95 000, wovon über 10 000 ständig an„Ehrenmitglieder" und zur Agitation ocrteilt werden. Im ganzen wird der Gewerk- verein nun etwa 80 000 Mitglieder im Aachener, Eschweiler, Saar- und Ruhrgebiet und in Siegen-Nassau zählen. Er fttüMt kein Eintrittsgeld und hat auch keine Höchstaltersgrenze festgesetzt für_ die Neueingetretenen. Dagegen erhebt der Bergarbeiter-Verband 50 Pf. Eintrittsgeld und nimmt statutengemäß über 50 Jahre alte Berufsgenossen nicht auf. � Zirka 15 000 Ruhrbergleute sind älter wie 50 Jahre; soweit sie noch nicht organisiert sind, können sie für den„alten Verband" nicht mehr in Betracht kommen, der deshalb während des Streiks Tausende dieser älteren, zum Beitritt bereiten Bergleute zurückweisen mußte, was den anderen Organi- sationen zugute kam. Die polnische Organisation gibt ihren Gewinn auf zirka 15 000 an, so daß sie nun rund 25 000 Mitglieder zählen würde; diese Vereinigung ist nur namhaft vertreten in einigen nördlichen Ortschaften. Ob der Hirsch- Dunckersche Gewerkverein der Berg- I e u t e nennenswerte Fortschritte machte, ist nicht bekannt geworden. Ueber alle Erwartungen groß ist die Ausdehnung des„sozialdemokratischen" Bcrgarbeitrr-Verbandes. Er hat während des Generalstreiks im Ruhrgebiet seine Mitglieder- zahl verdoppelt, er hat allein mehr Mitglieder gewonnen, wie die anderen drei Organisationen zusammengenommen. Vom Streikbeginn bis jetzt sind reichlich 60 000 Ncnanmelduilgen erfolgt, auch nach dem Streik kommen noch täglich hunderte Anmeldungen. Tie Abmeldungen sind verschwindend; bei- spielsweise sind in der vorigen Woche von dem Zentralvorstand polizeilich 15 000 neue Mitglieder augemeldet, noch nicht 200 abgemeldet worden! Natürlich werden von den Neuen auch wieder welche verloren gehen, aber das geschah auch vor dem Streik. Ter Verbandsaufschwung hat auch außerhalb des Ruhrgebiets, in den linksrheinischen und s ch l e s i- scheu Revieren eingesetzt. D i e Bergarbciter-Zcitnng" e r- s ch e i n t j e tz t in einer Auflage von 155 000, eine Zu- nähme von 65 000 seit Beginn des Jahres 1905! Grandios wie der Streik selbst, sind auch seine Folgen für die Organi- sation. Dem Bergarbeiter-Verband werden nicht viel an 120 000 Mitglieder allein im Ruhrgebict fehlen; er hat sich also verdoppelt: ihm gehören jetzt etwa 40 Proz. der Gesamt- belegschaft und fast 60 Proz. der unterirdischen Belegschaft an! Ein solcher Erfolg übertrifft die kühnsten Erwartungen. Mit einem Schlage ist der Bergarbeiter-Verband an die dritte Stelle der deutschen Gewerkschaftsorganisationen gerückt. Nur noch der Metallarbeiter- und der Maurer- verband haben größere Mitgliederziffern. Ileberraschend stark ist der Mitgliederzuwachs besonders in den nördlichen „schwarzen" Bezirken, wo früher der Verband nur minimal vertreten war. Wo früher 200— 500 Mitglieder waren, sind jetzt 1000— 3000. In der Großstadt G e l s e n k i r ch e n ist die Mitgliederzahl von 3000 auf 10 000 gestiegen. Im Re- vier Ob er hau seu sind von 28 000 Bergleuten zirka 18 000(vorher 7000) im Verband organisiert; in West- Esse n stieg die Zahl von 6000 auf über 10 000. In den alten Verbandsbezirken Dortmund und Bochum-Süd gibt es jetzt Orte, wo überhaupt fast gar keine unorganisierten Bergleute mehr sind. Ter Zentralvorstand sah sich genötigt, sofort eine Anzahl neuer Gauleiter und Lokalbeamten anzustellen. Der auf Pfingsten nach Berlin(Gewerkschaftshaus) ein- berufenen Generalversammlung wird eine Re- organisation des Verwaltungsapparates vorgeschlagen werden. Bezeichnend für den Geist der„geschlagenen" Bergleute ist, daß in allen Mitgliederversammlungen für die Erhöhung derWochen beitrüge von 20 auf 40 und 50 Pf. votiert wird. Der Generalstreik hat die Bergleute den Wert einer l e i st u n g s s ä h i g e n Organisation erkennen lassen. Statt der unternehmerseits geplanten Zertrümmerung der Organi- sation ist eine großartige Festigung derselben eingetreten.— Deutlches Reich. Die Hcercsvcrmehrung. Die Debatten über die HcereSvermehrung in der Budget- k o m m i s s i o n de? Reichstages wurden am Donnerstag mit der Erörterung der P i o n i e r f o r d e r n n g(3 neue Bataillone) fort- gesetzt. Es soll mit Rücksicht auf die neuerdings wieder mehr her- vortretende Bedeutung des Festungskrieges auch eine interne Reorganisation der Pionierbataillone mit der Vermehrung verbunden werden. Die Mehrfordcrung wurde bewilligt. Ebenso die geforderte Vermehrung der V e r k e h r s t r n p p e n. Die Abstimmung über die Jilfnntcriefordcriingen gestaltete sich sehr einfach, da der Vertreter des Zentrums jedes Bedenken gegen die Vorlage inzwischen überwunden hatte und glatte Bewilligung der Regicruiigsvortage beantragte. Nur die Linke stimmte dagegen. Bei der Beratung des§ 1 des Gesetzes regte Abg. Gröber die Frage der„Abkommandierungen" der Mannschaften an: Tausende von Soldaten würden dem Frontdienst durch allerhand Hantierungen entzogen; ini Interesse der militärischen Ausbildung und auch dem des Handwerkes solle man die Ockonomiehandwerker baldigst durch Zivilhandwerker ersetzen. Auch die Frage der Offiziersburschen müsse dabei behandelt werden; vielleicht sei eS zweckentsprechend, den Offizieren an Stelle der Burschenkommandierung eine Geldunter- siützung zu geben; man habe ja auch in dem neuen Pensionsgesetz schon einen bestimmten Betrag für„Benutzung von Burschendiensten" den entlassenen Offizieren pensionsfähig zu machen vorgeschlagen. Abg. Dr. Südekum erklärte, daß die Verwendung von Militär- Personen zu privaten Diensten dem Grundgedanken der allgemeinen Wehrpflicht widerspreche. Die Bnrschengelasse in den Offiziers- Wohnungen ließen häufig die elementarsten Anforderungen der Hygiene unerfüllt. Besonders tadelnswert sei die Einkleidung der Offiziersburschen in Lakaienkleider, wie man es in Berlin häufig beobachten könne. Der Kriegsministcr meinte, daß der berittene Offizier unter allen Umständen einen Burschen haben müsse; die Burschen aller anderen Offiziere seien nicht dienstfrei, sondern würden auch weitergebildet. Die Wohnungen mancher Proletariersamilien seien noch viel schlimmer, als die Burschengelasse, und das selbst unter der Herrschaft eines so erleuchteten Stadwerordneten- Kollegiums, wie des Berliner. Ab- kommandierten Offizieren Geld zu geben für Dienstboten halte er für bedenklich: es würden dann bielleicht weibliche Dienstboten an- geschafft, was im Interesse militärischer Zucht und Ordnung nicht angehe. Die Beförderung von Burschen zu Gefreiten habe er neuer- dings ein für allemal untersagt.— Ein Bekleidungsamt mit Zivil- arbeitern werde im Laufe dieses Jahres in Haimover eingerichtet. Für dieses Ouinquennat werde man sich aus dieses Amt beschränken müssen. General Gallwitz ergänzte diese Angaben: jede UmWandelung eines Beklcidungsarntes mache etwa V« Million jährlicher Mehr- kosten. Ob diese Mehransgabe durch Verminderung der Präsenz- stärke um die Zahl der Oekonomiehandwerker eingespart werden könne, sei sehr zweifelhast. Außerdem würden erhebliche Kosten für Neubauten aufzuwenden sein. Im Laufe des Ouinquennats sei jedenfalls die Umwandlung aller Aemter unmöglich. Auf der anderen Seite sei auch die Verbesserung der Kasernements vielfach dringlicher als die Reorganisation der Bekleidungsämter. General v. Armin legte dar, welche Abkommandierten plan- mäßig durch Zivilarbeiter ersetzt werden könnten. Im Etat seien 360 000 M. einmalige und S4 000 M. fortdauernde Ausgaben Vor- gesehen, um die Abkommandierungen zu vermindern. Abg. Dr. Pausche äußerte ebenfalls Bedenken gegen das heutig« System der Burschenkommandiernngen, wenn er es auch nicht prinzipiell abgeschastt wissen wollte. Abg. Gröber beantragte, die Präsenzziffer um die Zahl der Ab- kommandierten und der Oekonomiehandwerker zu vermindern, soweit sie durch Zivilhandwerker ersetzt werden. Dagegen wandten die Vertreter der Militärbehörden ein, daß dadurch die Zahl der ausgebildeten Reserven vermindert würden. Abg. Dr. Südekum begrüßt den Kriegsministcr als Bundes- genossen in unserem Bestreben, eine sozialpolitisch fortschrittlichere Majorität ins Berliner Stadtverordnetenkollegium zu entsenden: dem siehe aber bekanntlich das Dreiklassenwahlrccht entgegen; der Minister möge seinen Einfluß dagegen geltend machen. Seine Verteidigung des Burschenwesens sei nicht beweiskräftig. Aus dem Inseratenteil bürgerlicher Blätter könne man sehen, daß die Offizierssraucn die Burschen einfach als„Mädchen für alles" betrachteten. Abg. Storz verteidigte lebhaft das jetzige Bnrschensystcm� bei der Truppe. Bei den Bezirksoffizieren müßten aber die Burschen beseitigt werden; auch bei abkommandierten Offizieren verkämen die Burschen vielfach; allerdings gäbe es auch Ausnahmen: er kenne einen demokratischen Redakteur, der in seiner Burschenzeit in Berlin sich literarisch so weitergebildet habe, daß er jetzt im Kampfe gegen den Militarismus in Württemberg ausgezeichnete Dienste leiste. Abg. Singer tadelte die Verwendung der Offiziersburschen im Haushalt verheirateter Offiziere. Was die Beurteilung� der Berliner Wohmingszustände anlange, so stimme er mit dem Kriegs- minister durchaus überein; objektiv müsse aber zugegeben werden, daß die Stadtverordneten-Versammkung keinen Einfluß� auf die Inspektion der Wohnungen habe; das sei Sache der Polizei,� die hier königlich ist. Es werde ein Verdienst des Kriegsministers sei», wenn er sich an den Minister des Innern wende und ihm die Unzulänglich- kcit des preußischen Wohnungsgesetz-EntwurfS recht klar vor die Seele stelle. Der KricgSminister versprach, sein Möglichstes in dieser Beziehung zu tun. Es habe ihm fern gelegen, die Berliner Stadtverordneten- Versammlung herabzusetzen. Was die Burschenftage anlange, so sei zu betonen, daß der einem berittenen Offizier beigegebene Bursche auch ihm persönliche Dienste leisten solle; aber es sei durchaus unzulässig, daß der Bursche geradezu als„Mädchen für alles" verwendet werde. Gegen die von Südekum erwähnten Annoncen gehe man energisch vor. Abg. Dr. Müller-Sagan wies darauf hin. daß jemand, der Bursche gewesen sei, dadurch deklassiert werden könne. Das habe der Wahlkamps inRupPin gezeigt, der eine großeRolle gespielt.(FallPosselt.) Diese Deklassterung sei von Konservativen, den Verteidigern des Bnrschcnwesens, ausgegangen I Die Bedenken des Kriegsministers gegen den Ersatz des Burjchendienstes durch die Verwendung von Aufwartefrauen seien haltlos. Es sei durchaus richtig, daß Südekum die Einkleidung von Soldaten in Lakaienkleider tadele. Abg. v. Nicht- Hofen verlangte Kontrolle der Burschengelasse. Abg. Dr. Stockmann regte an, den Namen des Gesetzes zu ändern und nicht mehr von Friedens Präsenz stärke, sondern von Friedensstärke deS Heeres zn reden. Der Kriegsminister erklärte auf die wiederholte Frage des Abg. Südekum, daß es Sache der einzelnen Kommandobehörden (Regimentskommandeure) sei, ob die Burschen in Zivilkleider ge- steckt werden dürften; er selbst habe keinerlei Bedenken dagegen. General v. Armin sprach gegen den Versuch, die Bataillone sämtlich aus den niedrigen Etat zu setzen; das sei eine erhebliche Schwächung der Armee im Ernstfalle. Der Zweck der ganzen Vor- läge sei eine Vermehrung der ausgebildeten Mannschaften. Das würde man ihr ja sonst wieder wegnehmen. Der Kriegsministcr bemerkte, die 1800 gestrichenen 7000 Mann hätten lediglich der Etatverstärkung dienen sollen; an den hohen Etats werde er nicht rütteln lasten. Abg. Gröber legte dar, es sei besser, keine fixierte Zahl von Mannschaften abzusetzen, sondern diese Minderung allmählich eintreten zn lassen. Auf Grund prinzipieller Beschlüsse des Reichstages würden die Be- kleidnngsämter umgewandelt, deshalb müssen die ersparten Mann- schaften abgesetzt werden; von der Absetzung der Abkommandierten wolle er einstweilen absehen und dementsprechend seinen Antrag ab« ändern. § 1 des Gesetzes wurde darauf gegen die Stimmen der Linken, der Antrag Gröber einstimmig angenommen. Darauf der Rest des Gesetzes. Eine zweite Lesung beginnt am Freitag.— Von Kavalleriekonflikt wird in einigen Blättern infolge der Ab- stimmungen der Vudgetkommission zu den Kavallerieforderungen der Militärvorlage gesprochen. Tatsächlich hat die Kommission über- hanpt keine Kavallerie bewilligt. Die Vorlage fordert 510 Eskadronen. d. h. 23 mehr, als bisher vorhanden sind, das Zentrum wollte nur 18 bewilligen und beantragte im ganzen 500 Eskadronen. In der Abstimmung fiel die Regierungsvorlage, für welche Konservative und Nationalliberale stimmten, aber auch der Zentrumsantrag fiel, weil mit den Sozialdemokraten, welche die Vermehrung überhaupt verwerfen, die Vertreter jener beiden Parteien stimmten, weil ihnen die Vermehrung um nur 18 Eskadronen zu gering war. So blieb überhaupt nichts übrig. Das Zentrum hat sich durch seine kleinliche Scheinoppositionspolitik eine gehörige Blamage geholt. Aber von einer Konfliktsmöglichkeit ist darum keineswegs zu sprechen. Da das Zentrum sonst ungefähr sämtliche neuen Forderungen der Heeres- Verwaltung bewilligt, werden sich die beiden um der 10 Eskadronen willen nicht ernstlich überwerfen. Man wird die Sache vielmehr gehörig bekuhhandeln, und das Zentrum wird wieder einmal be« weisen, daß es den Mannesmut der Opposition und den nötigen Militärpatriotisnms wunderbar in sich vereinigt.— Das selbständige Kolonialamt. Eine Vorlage betreffend die Errichtung eines selbständigen Kolonialamtcs, die seit längerer Zeit geplant ist. soll noch im laufenden Monat an den Reichstag ge- langen. Größere Mehrkosten soll diese Abzweigung des Kolonial« nmtes vom Auswärtigen Amt, dem die kolonialen Angelegenheit«, bisher zugehören, angeblich nicht verursachen. Jedenfalls aber wird die Verselbständigung den Kolonialwahn nicht zügeln, sondern eher zu weiteren Exzessen anstacheln.— Niedrige Verdächtigung äußert die„Deutsche Tageszeitung" gegen „gewisse Parteien" des Reichstages. Die gewissen Parteien werden bezichtigt, die Verschleppung der Verhandlungen zn betreiben,„damit der Reichstag wiederum nur vertagt und nicht geschloffen werde". Die Bezichtigung geht davon aus, daß der Reichstag am Mittwoch Schwerinsiag abhielt,„obwohl erst der vergangene Sonnabend der Beratung von Anträgen gewidmet war, und obwohl die Etats- beratung noch stark im Rückstände ist". Der Angriff der„Deutschen Tageszeitung" ist um so dreister, als es gerade die kon- servative Fraktion des Reichstages war, welche i« der vorigen Woche die Durchführung der Schwerinstage ausdrücklich gefordert bat. Uebrigens sollte die„Deutsche Tageszeitung" auch sonst in Vorwürfen über Rückständigkeit der Etatsberatung zurückhaltend sein. Sind es doch die diesem Blatte nahestehenden Parteigruppen der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Antijemiten, welche die Etats- beratung durch sehr zahlreiche Reden belasten.— Der KriegSgerichtsrat Dr. jur. Romcu, der allerdings besonderen Anlaß hat, den„Vorwärts" nichts zu lieben, bringt es fertig, in der „Waschküche" des August Scherl über den Plötzensee-Prozetz, noch bevor er überhaupt begonnen hat, sein Urteil dahin zu verkünden, daß der Wahrheitsbeweis für die von uns ausgesprochenen Behauptungen gründlich mißlungen sei. Herr Dr. Romen paßt sich mit diesem durch keinerlei Vorkenntnisse getrübten Urteil allerdings gewissen Waschküchensitten an, aber den Befähigungsnachweis für die literarische Betätigung auch nur der elementarsten Rechtsgrundsätze hat er mit dieser Wäscherei nicht erbracht. Herr Dr. Nomen weiß bereits jetzt, daß im Strafvollzug im allgemeinen und in Plötzensee alles in bester Ordnung ist. Als Menschenfreunde, die wir für die geistige Bereicherung jedes Menschen, und wäre es ein Kriegsgerichtsrat, Sorge tragen möchten, bedanern wir beinahe unseren Grundsatz, daß wir die Leute 11 Die beklagenswerte Lage." " gezogen benommen hatten. Gegeni ber der Frau E. Habe er sich nur in der Notwehr befunden, da diese unter einer Flut von Be schimpfungen auf ihn eingedrungen sei. Rechtsanwalt Dr. Schwindt bat mit Rücksicht darauf, daß die ganze Angelegenheit in denkbar mildestem Lichte erscheine( 1), von einer Freiheitsstrafe Abstand nehmen zu wollen. Der Gerichtshof entsprach dem und erkannte auf nur 20 Mark Geldstrafe. fhimpfen lassen und so auch Herrn Nomen trok zahlreicher Anlässe sich deshalb bereits mehrfach in Maßregelungen ergingen, dann aber noch nicht die Gelegenheit gegeben haben, die Schönheiten des Straf- auch ausländischen Gehülfen offen heraus mit Denunziation drohten, vollzugs am eigenen Leibe zu erproben. Herr Dr. Romen um deren Ausweisung zu veranlassen, so saben sich die Schilder liebt es nämlich, die gesetzlichen Verpflichtungen hinsichtlich des maler in die Zwangslage versetzt, schon jetzt den Streit zu beBeleidigungsstrafrechts gegenüber der Sozialdemokratie ebenso eigen- schließen. mächtig wie gröblich aufzuheben. Auch in seiner neuesten WaschKüchenplauderei wirft er dem Vorwärts", wenn auch in einer das Urteil vorwegnehmenden indirekten Form gemeine Verleumdungen Ein bedauerlicher Betriebsunfall, bei welchem ein Mensch das und boshafte Ehrabschneidungen" bor. Wir glauben die Der Zarismus firömt plöglich über von sozialem Wohlwollen. linke Auge verlor, lag einer Anklage zugrunde, die gestern vor der juristischen Kenntnisse des Herrn Dr. Romen nicht 31 Die Minister selbst erklären jetzt die soziale Lage für beklagenswert. Straflammer verhandelt wurde. Wegen fahrlässiger Körperhoch einzuschäßen, wenn wir ihm zutrauen, daß er den Not lehrt Einsicht, wenn auch die Einsicht nur zum Voltsbetrug ver- verlegung bei Bernachlässigung der ihm obliegenden Pflichten war Begriff der Verleumdung fennt. Verleumdung ist eine der 30jährige Former Hermann Schweiger angeklagt. falsche Behauptung wider besseres Wissen. Es gibt keine wandt wird. niederträchtigere Beleidigung, als gegen einen Redakteur den Vor- Ein sehr charakteristisches Dokument bildet ein offizielles Der Angeschuldigte war seit längerer Zeit in der Metallwarenfabrik wurf einer wissentlichen Unwahrheit zu erheben. Wenigstens Telegramm, das am Mittwochabend Wolffs Bureau" verbreitet und Gelbgießerei von Hiller, Richard Söhne als Vorarbeiter bes schäftigt. Am 21. März v. J. wurde in einem Graphit- Tiegel herrschen in der Sozialdemokratie so gesunde Ehrbegriffe, daß Leute, und das also aussieht: Phosphorbronze geschmolzen. Als sich das Metall im weißglühenden die verleumden, in ihr nichts zu suchen haben. Es scheint, als ob Petersburg, 8. März. Der Finanzminister, der sich mit der Zustande befand, feßte der Formerlehrling Reschke auf Anordnung Herr Romen mit dieser Berleumdungsbeschuldigung jene Hamburger beklagenswerten Lage der Handlungsgehülfen, die im Durchschnitt des Angeklagten den Tiegel auf den Erdboden und wollte mit einer Meineids- Infamie wieder aufnehmen will. Es ist aber unvorsichtig, täglich 14 Stunden arbeiten, beschäftigt hatte, hat einen Gesetz- Schöpffelle die an der Oberfläche sich absetzenden Schladen entfernen. eine solche schwerste Beleidigung gegen den zur juristischen Gegenentwurf ausgearbeitet, der die Mindestdauer der täglichen Ruhezeit Hierzu benutzte Reschke eine Schöpffelle, an welcher sich noch Spuren wehr berechtigten Vorwärts" zu erheben. Herr Dr. Nomen fann heilfroh sein, daß wir nicht zum Kadi laufen und ihm Gelegenheit nach der Arbeit, der Essenszeit, der Sonntagsruhe und der Be- bon Wasser befanden. Als R. die Kelle in das glühende Metall geben, den Strafvollzug, über den er in der Waschküche schäumt, freiung der Kinder von der Arbeit unter fünfzehn Jahren auf hineintauchte, erfolgte eine plöbliche Verdampfung des anhaftenden tennen zu lernen. die Dauer von zwei Stunden täglich, damit sie sich wissenschaftlich Wassers. Die Wasserdämpfe bildeten in dem flüffigen Metall Blasen, die mit heftigem Knall explodierten und das Metall umherspritten. beschäftigen können, festsetzt. Ein unglücklicher Zufall wollte es, daß ein glühender Metallklumpen dem Reschke in das linke Auge flog. Mit lautem Aufschrei brach der Bedauernswerte zusammen. Man schaffte den Verletzten sofort zu einem Arzt, der nur feststellen konnte, daß die Sehkraft des Auges vollständig vernichtet war. Für diesen höchst bedauerlichen Unfall soll, nach Ansicht der Anklagebehörde, der jetzige Angeklagte Schweizer verantwortlich sein. Er hätte, wie es die Unfalls berhütungs- Vorschriften vorschreiben, die Schöpffelle, bevor mit dieser das flüssige Metall berührt wird, anwärmen müssen, ferner hätte er einen jungen unerfahrenen Arbeiter nicht mit einer derartig gefähr lichen Arbeit betrauen dürfen, ohne ihn vordem genügend damit bes fannt zu machen. Der Staatsanwalt beantragte in Anbetracht, daß sich der Angeklagte einer gröblichen Fahrlässigkeit schuldig gemacht habe, die die schwersten Folgen nach fich 309, eine Gefängnis. Eine Woche nach der Inhaftierung wurde Stärde wieder aus tra fe von 2 Monaten. Rechtsanwalt Arndt bat, den Angeklagten zu einer möglichst geringen Geldstrafe zu verurteilen, da der Haft entlassen, und zwar nachdem er die Aussage gemacht hatte, man ihn doch nicht auch für die leider überaus schweren Folgen daß er das Telegramm von feinem Post- oder Telegleichfalls verantwortlich machen könne. Der Gerichtshof fam diesem graphenbeamten erhalten habe und daß auch sein Hintermann Petersburg, 8. März.( Laffan" Meldung.) Infolge der Auf- Antrage nach und beließ es bei einer Geldstrafe von 30 Mart. init einem solchen seines Wissens teine Beziehungen unterhalten hat. lösung der Schidlowski- Kommission beschlossen die Arbeiterführer, Für derartige Unfälle hätten nicht selten die Unternehmer die eigent Damit schien die Sache erledigt. Jedoch am Montag der verflossenen alle Arbeiter in städtischen und Regierungsdiensten aufzufordern, sich liche Verantwortung zu übernehmen, da sie aus SparsamkeitsWoche wurde St. in Detmold, wo er sich während der dortigen dem Streit anzuschließen. Die Führer richten jetzt nicht mehr ihre rüdfichten häufig statt erwachsener Hülfsarbeiter Lehrlinge beschäf Wahlkämpfe aufhielt, von neuem vorgeladen, um Zeugnis darüber Angriffe gegen die privaten Fabrikbesitzer und formulieren auch keine tigen, deren Tätigkeit auch der Vorarbeiter nicht zu jeder Zeit überabzulegen, von welchem Privatmanue ihm das Telegramm zugegangen sei. Als er dem Untersuchungsrichter sagte, daß er es mit Forderungen mehr bezüglich Lohn, Arbeitszeit und Betriebseinrichseiner Ehre als Journalist nicht vereinbaren fönnte, seinen tungen, sondern widmen ihre ganze Tätigkeit der Aufgabe, den Gewährsmann zu nennen, drohte er, ihn sofort von Staat durch den Generalstreit zu lähmen, um die Regierung zu neuem hinter Schloß und Riegel zu sehen. St. stellte zwingen, die politischen Forderungen zu bewilligen. Am gestrigen infolgedessen den Antrag, man möchte ihm noch zwei Tage Bedent- Dienstag waren in Petersburg 120 000 Arbeiter ausständig. zeit geben, damit er Gelegenheit habe, sich mit seinem GewährsRussisch- Polen. manne in Verbindung zu setzen. Alsbald aber kehrte er nach Berlin zurück, um hier die weitere Entwickelung abzuwarten. Zeugniszwang. Es ist in der Erinnerung, daß der Schriftsteller Der Minister ist zwar offenbar durch die beklagenswerte Lage Mag Stärde im Januar dieses Jahres in Detmold einem Zeugniszwangsverfahren unterworfen und zu einer Geldstrafe von so gerührt und ergriffen worden, daß er nicht mehr imftande war, 300 m. verurteilt wurde, außerdem noch acht Tage in der Haft zu klar zu sagen, was er eigentlich will. Immerhin, der Zarismus bringen mußte. Die Staatsanwaltschaft wollte auf diese Weise den ist tief bewegt und sieht soziale Mißstände. Sogar Zeit für die Namen desjenigen erfahren, der dem genannten Schriftsteller die wissenschaft sollen die Handelsangestellten gewinnen, diese ErKenntnis einer Depesche verschafft hat, die der schaumburgische findung des westeuropäischen Schwindels, die doch in Rußland verRammerherr Refulé v. Stradonis während der lippischen Thron- boten iſt. wirren an den Vizepräsidenten des lippischen Landtages gerichtet hatte. Dieser Depesche war es zu verdanken, daß der lippische Landtag f. 3. nicht beschloß, ähnlich wie es die Regierung getan hatte, den Bundesrat zu ersuchen, auf reichsgesetzlichem Wege ein Gericht zur Schlichtung der Streitigkeiten zu bestimmen, sondern das tat, was Herr v. Kekulé wünschte, nämlich, daß die Mitwirkung des Reichstages ausgeschaltet wurde. * Die Entlassung Wittes wurde am Mittwoch früh von einem Berliner Blatt gemeldet. Die Petersburger Telegraphen- Agentur erklärt dagegen, daß die Blättermeldung, wonach der Präsident des Ministerdurchaus falsch ist. fomitees Witte sein Abschiedsgesuch eingereicht haben sollte, Der Streit in Petersburg. wachen kann. Der Mülffutscherstreif zeitigte gegen den Müllkutscher Sch. einen der jetzt alltäglichen Streitprozesse. Er hatte sich, wie üblich, gestern wegen versuchter Nötigung und Vergehens gegen den § 153 Gew.-O. vor der 10. Straffammer zu verantworten. Der Angeflagte gehörte zu den Kutschern, die bei der Müllabfuhr- Genossenschaft Berliner Grundbesizer die Arbeit niedergelegt hatten. Am 3. November traf er in der Greifswalderstraße den Müllkutscher Albert Körner, der in seinem bestaubten Anzuge von der Arbeit gibt's Dresche!" Als Körner mit der Polizei drohte, soll der Ankam. Wie diefer behauptet, hat ihn der Angeklagte angehalten und mit den Worten bedroht: Wenn Du morgen auf Arbeit gehst, geflagte ihm gedroht haben, daß er sofort Schläge bekommen würde, falls er nicht ruhig sei. Körner wandte sich mit einer Beschwerde an den nächsten Polizeibeamten. Daraus ist dann die Anklage entstanden. Der Angeklagte bestritt, die Drohung ausgestoßen zu haben und verwies darauf, daß er vollkommen unbescholten, der Zeuge dagegen schon vorbestraft sei und sich augenblicklich wieder wegen Unterschlagung in unter. su chung shaft befinde. Der Staatsanwalt beantragte auf Grund der beschworenen Aussage des Zeugen 1 Monat Ge. Sosnowice, 8. März.( Meldung der„ Petersburger Telegraphen Die Hartnäckigkeit dieses Zeugniszivangsverfahrens läßt zivar Agentur".) In der Drtschaft Sawerze, im Kreise Sosnowice, feuerte Depesche schließen, ist aber besonders geeignet, die Unwürdigkeit auseinanderzugehen, nicht gefolgt waren; drei Arbeiter wurden geauf ein großes Intereſſe der Detmolder Staatsanwaltschaft an jener am 4. 5. M. eine Patrouille auf 30 Arbeiter, die der Aufforderung, folcher Zumutungen von neuem zu erweisen. tötet, drei verwundet. Die Beerdigung der Getöteten, die gestern Reine Majeftätsbeleidigung. Der Vorschnitter Genosse Albert stattfand, verlief ruhig. In den Kasimirgruben wurde die Drahtseil Schmidt- Sonnenburg hatte anfangs Februar in seinem Heimats- bahn durch eine Dynamiterplosion unbedeutend beschädigt; die Ausorte in einer Versammlung das Heinesche Gedicht„ Die Weber" vor- besserung erfolgte sofort. getragen. Durch diese Vorlesung sollte er sich der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben. Es wurde ein Vorverfahren Tiflis, 7. März. Aus Kutais wird amtlich gemeldet: gegen ihn eingeleitet, wobei auch eine höchſt ergözliche polizeiliche Zweihundert Realschüler zogen, nachdem die Einstellung des Haussuchung in der Wohnung des Attentäters erfolgte. Ein Gendarm und der Sonnenburger Drtspolizist beschlagnahmten näm- Unterrichts bekanntgegeben war, mit Hurrarufen auf den Schullich alles Schriftliche, was sie in der Wohnung vorfanden. Briefe hof, entfalteten rote Fahnen und feuerten Revolverschüsse ab. fängnis. Der Gerichtshof hielt eine Strafe von 50 Mart event. von Verwandten, Romane, Senfpapier; ja sogar das Heftpflaster Von dort begaben sie sich nach einem Mädcheninstitut, wo 10 Tage Gefängnis für ausreichend. hinter dem Spiegel schien verdächtig und wurde erst auf eine launige 70 Realschüler angehalten und dem Schuldirektor übergeben Husland. Belgien. Die Bewegung im Kaukasus. Einrede der Frau unseres Genossen wieder zurückgegeben. Alles wurden; die übrigen zerstreuten sich. Den ganzen übrigen Letzte Nachrichten und Depeschen. andere wanderte nach dem Polizeiamt. So harrte denn Genosse Tag veranstalteten die Schüler sodann Umzüge auf dem BouleSchmidt der Dinge, die da kommen sollten. Am 6. März erhielt er vard und der Hauptstraße und feuerten Revolverschüsse ab. Bom südwestafrikanischen Kriegsschauplah. mun von dem Ersten Staatsanwalt in Frankfurt a. D. die amtliche Später wurden sie durch Handlungsgehülfen verstärkt und v. Zrotha vom 7. März verfolgte Major v. Mühlenfels mit der Berlin, 8. März.( W. T. B.) Nach Meldung des Generals Mitteilung, wonach das Verfahren wegen Majestätsbeleidigung gegen ihn eingestellt worden ist. Es ließ sich wohl nichts feuerten mit diesen auf Patrouillen(?) und schleuderten Steine Abteilung Estorff von einer Vley 40 Stilometer südöstlich Kall. herausdestillieren. gegen sie, so daß auch die Patrouillen genötigt waren zu fontein aus, mit den Abteilungen Heyde und Hornhardt von Gobabis feuern; auch aus den Fenstern wurde auf Rosaken geschossen. aus, Wilhelm Maharero und Traugott bis in die Gegend von In Eriwan, wo am 4. d. M. der Gouvernementsarzt an- Dabis und Storitas. Er fand nur verlassene Werften und entfandte scheinend aus politischen Gründen(?) auf der Straße er- Hornhardt nochmals nach Rietfontein zur Säuberung der dortigen Der Streit in Belgien ist im Verbluten oder in der Agonie", mordet wurde, brachen an diesem Tage Unruhen aus; aus Gegend. Ob Wilhelm Maharero die Grenze überschritten hat, foll den Läden und Häusern wurde geschossen. Drei Armenier feſtgeſtellt werden. Samuel Maharero soll sich beim Häuptling ivie der„ Tempo" es ausdrückt. Leider haben sich auch für den Sekoti am Ngami- See in Britisch- Betschuanaland Protektorat be Streit der belgischen Kohlensklaven die Worte bewährt, die die und ein Muselman wurden getötet. Am 7. wurden in ber- finden. Der Abteilung Dergen in Grootfontein find sechs NeitGeneralkommission der Gewerkschaften Deutschlands in ihrem Be- schiedenen Stadtteilen Schüsse abgefeuert; Polizei und Militär tamele von Dutjo aus überwiesen und ihr erneut aufgegeben worden, richte niedergelegt hat. He umfangreicher die Organisation, desto ge- fteuerten bald dem Unfug, die Läden wurden geschlossen. An vermittelst dieser bis nach Dobe( Kalkfontein) und Reinei aufzuklären. ringer die Aussicht, durch einen Streit einen unmittelbaren diesem Tage wurden sieben Muselmanen und ein Armenier Geschlossene hererobanden haben sich nicht Erfolg für die Arbeiter zu erzielen. Hoffentlich können wir in getötet und 18 Personen verwundet. mehr zum Kampf gestellt und wird beabsichtigt, in nächster einiger Zeit wenigstens von mittelbaren Erfolgen melden. Die Beit zu Stationsbefatzungen überzugehen, worüber Einzelheiten belgischen Sozialisten im Parlament und außerhalb desselben werden und 6. Batterie, die Halbbatterie Madai und eine Maschinengewehrspäter folgen. Das Feld Regiment I ohne 2. Kompagnie, die 4. jedenfalls das ihre tun! Sektion werden in und nördlich der Linie Gobabis- Kawas- Windhul- Otjimbingue verbleiben. Norwegen. Die Antwort der Schweiz. 0 Die„ Humanité" will durch gewisse Indiskretionen bereits zur Kenntnis der Antwort gekommen sein, die die Schweiz der russischen Regierung auf deren unverschämte Note vom 20. Februar erteilt Für unmittelbare Lösung der Konsulatsfrage. Das Spezial bat. Bekanntlich hatte sich Rußland durch seinen Gesandten darüber Oberst Deimling fann die Offensive gegen Morenga erst auftomitee des Storthings hat, wie vom 6. März aus Chriftiania ge beflagt, daß in Bern bei der Sammlung zugunsten der Opfer des nehmen, sobald die immer noch sehr bedeutenden Schwierig. meldet wird, mit 16 gegen 3 Stimmen beſchloſſen, dem Storthing Zarismus die Behörde die Wahlurnen hergegeben hatte. Ferner teiten der Verpflegung überwunden sein werden. zu empfehlen, in der gegenwärtigen Session in Gesezes form einen Beschluß über die Errichtung eines war über die scharfe Schreibweise der sozialistischen Organe in bezug Bis dahin muß er sich lediglich auf Aufklärungsmaßnahmen befchränken. eigenen Konsulatswesens und die Grundzüge auf die Person des garen Klage geführt worden. für dessen Gestaltung zu fassen. Den Zeitpunkt, wann Die Antwort der schweizer Regierung nu soll dem Sinne die norwegischen Konsulate errichtet werden sollen, soll nach näherer nach dahin gelautet haben, daß die in Bern veranstaltete Stollette Ueberlegung mit der neuen Regierung, jedoch nicht später als auf zum Tabel feinerlei Anlaß gebe. Was ferner die Sprache der den Aprilmonat 1906 festgesetzt werden. Sobald jener Be schluß gefaßt ist, wird das bestehende gemeinsame Konjulats- Beitungen betreffe, so könne die schweizer Regierung in dieser Hin wesen von der norwegischen Regierung gefündigt. Bird der ficht nichts tun, da ihr feinerlei gefegliche Bestimmung die Möglich. Zeitpunkt für Errichtung eines eigenen Konsulatswesens auf den feit gebe, hier einzuschreiten. 1. April 1906 feftgefeßt, so soll die Regierung dem nächsten Storthing bei dessen Zusammentreten Vorschläge zu einem Konsulatsbudget machen. Die Regierung wird ersucht, die nötigen Vorbereitungen zur Errichtung des norwegischen Konsulatswesens zu treffen, wozu das gegenwärtige Storthing die nötigen Mittel bewilligt. Türkei. Gerichts- Zeitung. Karlsruhe, 8. März.( W. T. B.) Der Großherzog hat den Präsidenten des Staatsministeriums v. Brauer auf sein Ansuchen wegen leidender Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Der Minister der Justiz, des Kultus- und des Unterrichtswesens Freiherr von Dusch wurde unter Belaffung in feiner Stellung zum Präsidenten des Staatsministeriums, der Ministerialdirektor Freiherr v. Marschall zum Präsidenten des Ministeriums des großherzoglichen Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten ernannt. Haag, 8. März.( W. T. B.) Amtlich wird bekannt gegeben, daß der Minister des Auswärtigen Baron van Lynden seine Entlassung eingereicht hat, die Leitung der Geschäfte übernimint interimistisch Marineminister Ellis. Paris, 8. März.( W. T. B.) Deputiertenkammer. Sämtliche Artikel des Finanzgefeßes werden angenommen. Baudry d'Affon berlas eine Erklärung gegen die antiklerikale und antinationale Politik der Regierung, welche denjenigen recht gebe, dic sich weigerten, für das Budget zu stimmen. Ms Redner auf seinen Blaß unter großem Lärm und Schlagen auf die Bulte zurüdgelangt ist, erleidet er einen Ohnmachtsanfall. Die Saaldiener tragen ihn hinaus. Darauf wird das gesamte Budget mit 488 gegen 47 Stimmen angenommen. Ein prügelnder Schuldiener. Milde Richter fand der Schuldiener Wilhelm Krause, der unter der Anklage der Körperberlegung in Ausübung seines Amtes vor der dritten Straffammer Konstantinopel, 8. März.( Meldung des Wiener I. I. Tele- des Landgerichts I stand. Der nur einmal wegen Beleidigung vorgraphen- Korrespondenzbureaus.) Generalinspektor ilmi bestrafte St. ist seit dem Jahre 1897 von der Stadt Berlin als SchulPascha hat der Pforte gemeldet, daß unter den Komitatschis das diener angestellt. Bulegt war er in der 168. Gemeindeschule in der Gerücht umgehe, daß am 14. März 8000 Mann unter der Quibowstraße beschäftigt. Am 30. April v. J. nachmittags spielten Führung der Bandenchefs Sarafow, Tschata- mehrere Knaben auf dem Schulhofe. Da dies seitens des SchulYarow, Battow und Popow aus Bulgarien in Maze- follegiums verboten ist, hatte der Angeklagte schon des öfteren die donien eindringen werden. Kinder von dem Schulhofe gejagt, jedoch ohne Erfolg. Die auf dem Hofe aufgestellten Turngeräte lodten die liebe Jugend zu sehr an. Als an jenem Tage mehrere Knaben, welche an den Turngeräten herumfletterten, von dem Angeklagten bemerkt wurden, bewaffnete sich dieser mit einem Ausklopfer, verschloß erst die eine Tür des Schulhofes und wollte den Knaben nunmehr eins für allemal das Streitbeschluß der Berliner Schildermaler. Die Schildermaler Betreten des Schulhofes verleiden. Der 10jährige Schultnabe Ewert beschlossen gestern abend in einer bei Feuerstein abgehaltenen voll- erhielt mit dem verkehrten Ende des Austlopfers mehrere wuchtige zählig besuchten Versammlung einstimmig, am heutigen Schläge auf Schultern und Arm, welche blutige Striemen zurüdDonnerstag in den Streit einzutreten. Ursprüng- ließen. Nach einiger Zeit erschien die Mutter des mißhandelten in Prozession die Stadt durchzogen, um versöhnend auf die Einlich war beabsichtigt, die Beschlußfaffung über den Streit erst am Knaben und machte dem Angeklagten Vorwürfe, weshalb er ihr wohner einzuwirken. 15. März vorzunehmen, da den Arbeitgebern bis zu diesem Datum tind so geschlagen habe. Hierbei fam es zu einem sehr erregten Bom oftasiatischen Kriegsschauplate. Frist zur Erklärung auf die Forderungen der Schildermaler seitens Wortwechsel, bei welchem Krause der Frau E. mehrere Mulden, 8. März, bormittags 10 Uhr.( Meldung der Petersder Organisation gegeben war. Weil aber die Arbeitgeber darauf Schläge berfeste, so daß diese zu Boden stürzte.- burger Telegraphen- Agentur.) Nordwestlich von Mukden wird starker drängten, die laufenden Arbeiten bis zu der angegebenen Frist durch Bor Gericht gab der Angeklagte zu, die Knaben in leichter Weise Kanonendonner gehört. Die Wände der Häuser in Mukden erzittern. Anordnung von Ueberstunden möglichst schnell fertig zu stellen und geschlagen zu haben, er glaubte sich hierzu berechtigt, da sie sich un-' Die Schlacht tobt auf den Kaisergräbern. Gewerkschaftliches. ( Siehe auch 1. Beilage.) Die Revolution in Rußland. Eriwan, 7. März.( W. T. B.) Heute vormittag dauerten die Unruhen unter den Mohammedanern und Armeniern fort, mehrere Personen wurden verwundet. Nachmittags hielt die mohammedanische töteten ab, worauf Geistliche, Amtspersonen und viele Stadtnotabeln und armenische Geistlichkeit gemeinsame Seelenmessen für die GeBerantw. Ned: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Sieran 3 Beilagenu.Unterhaltungsbl. g» 58. ijeilnpe des„UllmW" Kerlimr AglksdlM.». mn m. Reichstag* 158. Sitzung von, Mittwoch, den 8. März 1905, nachmittags l Uhr. Am BundeSratstische: Kon, missare. Auf der Tagesordnung steht die Beratung zweier Initiativanträge über die Neueinteilung der ReichstagS- Wahlkreise. 1. Der Antrag des Abg. Dr. Ablaß(frf. Vp.) lerntet: Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu er- suchen, dem Reichstag alsbald einen Gesetzentwurf betr. die neue Einteilung der Reichstags-Wahlkreise unter Berücksichtigung der seit Gründung des Deutschen Reiches ersolgtcn Verschiebung der Be- völkerung vorzulegen. 2. Der Antrag des Abg. v. Chrzanowski(Pole) lautet: Der Reichstag wolle beschließen, die Verbündeten Regierungen zu er- suchen, dem Reichstage tunlichst bald das im K 6 des Reichswahlgesetzes vom 31. Mai 1869 vorgesehene Reichsgesetz über die Ab- grenzung der Wahlkreise vorzulegen und bei der Neueinteilung der Wahlkreise die seit dem Jahre 1867 veränderten BevölkerungS- Verhältnisse in angemessener Weise zu berücksichtigen. Zur Begründung deS Antrages Ablaß erhält daS Wort Abg. Kopsch sfrs. Vp.): Wir haben unseren Antrag in derselben Forn, bereits im Jahre 1903 eingebracht. Es ist der jüngere Bruder desjenigen Antrages, welcher die Sicherheit des Wahlgeheimnisses durch Wahlzelle und Wahlkuvert forderte und welcher mehr als ein dutzendmal entweder von feiten der Freisinnigen oder von feiten des Zentrums eingebracht werden mußte, ehe die Regierung die Forderung erfüllte. Die jetzige Einteilung der Wahl- kreise in Norddeutschland geht auf das Gesetz vom 31. Mai 1869 zurück. Auf durchschnittlich 100 000 Einwohner sollte ein Ab- geordneter kommen und Bevölkerungsmengen von über 50 000 Ein- wohner sollten auf 100000 abgerundet werden. Es hieß dann in dem Gesetze weiter: Eine Vermehrung der Zahl der Ab- geordneten infolge des Steigens der Bevölkerung wird durch da? Gesetz bestimmt. Durch Artikel 20 der Reichsverfassung erhielten dann die vier süddeutschen Staaten ihre 89 Abgeordneten und schließlich erhielt im Jahre 1873 Elsaß-Lothringen auch 15 Abgeordnete. Nach alledem ist es unzweifelhaft, daß eine Neueinteilung der Wahl- kreise nicht durch Verwaltungsmaßregeln, sondern nur durch ein Gesetz unter Mitwirkung des Reichstages zustande kommen kann. Und zweitens ist unzweifelhaft, daß der Vermehrung der Bevölkerimg Rechnung zu tragen ist. Von einer stetigen Vennehrung der Ab- geordneten kann bei den Raumverhältnissen dieses Hauses nicht gut die Rede sein. Es kann sich also nur um eine Neuabgrenzung der Wahlkreise handeln. 36 Jahre warten wir nunmehr darauf. Im Jahre 1870 betrug die Bevölkerung des jetzigen Deutschen Reiches 40 000 000, im Jahre 1904 59 000 000. Das ist eine Steigerung von 42 Proz. Die Zahl der Wähler betrug im Jahre 1870 Z'/z Millionen, im Jahre 1903 12V, Millionen. Das ist eine Steigerung sogar von 45 Proz. Die Durchschnittszahl der Wähler eines Abgeordneten betrug im Jahre 1870 21 000. im Jahre 1903 31 600. Nun ist diese Steigerung aber keineswegs gleichmäßig erfolgt, sondern es sind wesentlich die Großstädte und die industriellen Bezirke, welche an dieser Steigerung teilgenommen haben. Im Wahlkreise Düsseldorf betrug im Jahre 1870 die Bevölkerung 115000, im Jahre 1890 241 000, im Jahre 1903 310 000. Das ist eine Steigerung von 270 Proz.(Hört l hört l links.) Eine ähnliche enorme Steigerung fand auch in Duisburg, in Essen, Lennep-Mettmann und anderen Orten statt. In Lcipzig-Land hat sogar eine Steigennig um 340 Proz. stattgefunden. Dem entspricht, daß die Wahlkreise in ihrer Be- Völkerungsziffer heute sehr ungleich sind. Wir haben heute noch einen Wahlkreis mit einer Bevölkerung unter 10 000 Einwohner, und loeit mehr als die Hälfte aller Wahlkreise bleibt unter der Durchschnittszahl. Nur V? der Wahlkreise haben die normale Größe, aber 9 Wahlkreise haben 50-60000, 7 Wahlkreise 60-70 000, 3 Wahlkreise 70-80 000, 4 Wahlkreise 80-90 000, 2 Wahlkreise 90-100000, 2 Wahlkreise 100—125 000, 1 Wahlkreis 125-150 000 und 2 Wahlkreise 150 bis 200 000 Wähler.(Hört! hört! links.) Ueber 75 000 Wahlberechtigte, d. h. mehr als das 2'/� fache der normalen Zahl, weisen 13 Wahl- kreise auf, darunter allein Teltow-Beeskow-Charlottenburg mehr als 187 000 Wähler./» aller Wahl- berechtigten im Deutschen Reich. Bei gerechter Verteilung dieser Wahlkreise würden sie 45 oder 46 Abgeordnete zu wählen haben. Berlin hätte statt auf 6 Anspruch auf 14 Mandate. Diesen Riesenwahlkreisen stehen Zwergwahlkreise gegenüber. 12 Wahlkreise in Deutschland haben weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Wählerzahl. Ein Wähler in Schau mburg-Lippe hat das neunfache Wahlrecht eines Wählers in Teltow-BeeSkow. Das erinnert an die Zustände, wie sie das elendeste aller Wahlsysteme, daS preußische Dreiklassen-Wahlrecht geschaffen hat.(Sehr richtig l links.) Bergleicht man Fraustadt-Liffa mit seinen 13000 Wählern mit den Wahlberechtigten von Berlin VI, so findet man, daß dort gar das Zwölffache des Berliner Wahlrechts herrscht. Die drei Kulwrzentren Neu-Stettin, Deutsch-Krone und Fraustadt-Liffa(Heiter- keit) haben etwa die zehnfache Bedeuhing der drei Kulturzentren Hamburg, München, Berlin.(Hört! hört I links.) Das Urteil über diese Zustände ist für jeden Unbefangenen ganz von selbst gegeben.— Welches Schicksal hat nun unser An- trag bisher gehabt? Als Zuerst im Reichstage die An- regung gegeben wurde, die ReichStagS-Wahlkreise gesetzlich fest- zulegen, da erklärte der Reichskanzler Fürst Bismarck, er sei weit davon entfernt, prinzipiell einer solchen Regelung zu widerstreben,„ur der Zeitpunkt sei noch nicht gr- eignet. Als 1882 die Abgg. P a y e r und Sonnen, an n von der Süddeutschen VoUspartci den Antrag auf Neueinteilung der Wahl- kreise wiederum gestellt hatten, da erklärte der damalige Führer der Konservativen, Freiherr v. Minnigerode. über kurz oder lang werde eine Neugestaltung der Wahlkreise entsprechend der Ver- schiebung der Bevölkerung eintreten müssen. Auch Windthor st und v. Bennigsen schlössen sich dieser Auffassung a n. Seitdem sind 23 Jahre ins Land gegangen. Hätten diese Männer die heutigen Zahlen gehört, sie wären auS reinem Gerechtigkeitsgefühl mrt ihrer ganzen Partei für unseren Antrag eingetreten. Im Jahre 1902 wiederholten wir unseren Antrag auf gerechte Ein- teilung der Wahlkreise. Herr Bas s ermann erklärte den Zeitpunkt s o k u r z vor Schluß der S e ss i o n für nicht günstig. Ich bin einigermaßen begierig, wie die n a t i o u a l l i b e r a l e Fraktion heute ihren ablehnenden Standpunkt motivieren könnte. Der Ab- geordnete Gröber lehnte damals im Namen deS Zentrums ebenfalls unseren Antrag ab: eine mathematische Gleichheit könne unser Antrag doch nicht herbeiführen. DaS verlangen wir aber auch gar nicht, das ist auch gar nicht der Sinn des Gesetzes. Herr Gröber mochte denen nicht das Wahlrecht verschlechtern, die sich jetzt im Besitz eines bevorzugten Wahlrechts befänden. Aber auch die Vermehrung der Sitze bedeutete eine Verschlechterung, eine Herabdnickung der Bedeutung der Stimme für diejenigen, die jetzt ein bevorzugtes Wahlrecht haben, llebrigens sollte die Bevorzugung des einen Teiles nie zur Ungerechtigkeit gegen den anderen führen. Der gegenwärtige Zeitpunkt wird dem Zentrum sicherlich auch be- sonders günstig erscheinen. Denn da das Zentrun, sich im bayerischen Wahlkampfe mit unseren Nachbarn zur Linken verbündet hat. hat es wohl jetzt keine allzugrotze Furcht mehr vor dem Anwachsen dieser Partei. Die bayerische Zentrumspartei ist ja auch bemüht, das Wahlrecht dort zu ändern obwohl es bei weitem nichtzu soschlimmenUn- gerechtigkeiten geführt hat. wie das Reichstags- Wahlrecht Wie werden die bayerischen Zentrumsabgeordneten ihre abweichende Stellung hier im Reichstage rechtfertigen können? Freilich, der Kollege Dasbach hat die widerspruchsvolle Haltung seiner� Freunde ahnungsvoll schon vorher motiviert, indem er ausführte, daß die Wahlkreis-Einteilung in Bayern eine ganz ungerechtfertigte Wahlkreis- Geometrie zun, Nach- teil seiner Partei sei, und deshalb beseitigt werden müßte. So hat das Zentrum eine doppelte politische Moral, eine blau-wciß bayrische und eine schwarz-wciß-rot deutsche. Ich hoffe, daß das Zentrum heute der Meinung seines Führers Spahn folgen wird, der in seinem Wahlkreis sich dahin äußerte, daß man aus Achtung vor der Bcrfassimg sich der Neueinteilung der Wahlkreise nicht entgegensetzen dürfe. Dr. Oertel, der Sprecher der Konservativen, gab 1902 ohne weiteres zu, daß wie die Geheimhaltung der Wahl, so auch die möglichste Gleichheit der Wahlkreise eine sittliche Forderung genannt werden könne. Dagegen führte er nur Zweck- mätzigkeitsgriinde an: wir würden ans der Unruhe gar nicht heraus- kommen. Aber die Unruhe, die durch Ablehnung einer berechtigten Forderung in, ganzen Reiche hervorgerufen wird, ist sicherlich viel größer. Dr. Oertel meinte dann, die bodenständige Bevölke- rung verdiene ein g r ö tz e r e s R e ch t als die fluktuierende. Das war eine Bcrbcugimg vor der ländliche» Wählerschaft. Aber die ländliche Wählerschaft weiß, daß die gesonderte!, Gutsbezirke 2l/, Millionen kommuunlpolitisch entrechten. Sie leidet unter den Vorrechten des Patronats in Kirche und Schulwesen, sie weiß also, wie schwer bestehende Vorrechte auf ihr lasten. Sie will keine Vorrechte, sondern nur gleiches Recht. Herr Gamp befürchtete bei Annahme unsres Antrags eine Vermehrung der sozialdemokratischen Mandate um ein Dutzend(Abg. Gamp: Um 60!), also um fünf Dutzend. Das heißt einerseits: wir wollen den Ast nicht absägen, auf dem wir sitzen, zum andern aber heißt es, bei der Prüfung solcher Fragen urteilen wir nicht nach Recht und Gerechtigkeit, sondern nach unserem ganz einseitigen parteipolitischen Interesse. (Sehr richtig! links.) In anderen Ländern wie in Frankreich. Belgien, Amerika gilt eS als ganz selbstverständlich, daß entsprechend der Ver- mehrung der Bevölkerung die Wahlkreise anders abgegrenzt werden. Wenn das Wahlrecht ans dem MajorilätSprinzip beruht. so muß dieses auch richtig zur Geltung kommen können. Dafiir, daß die sozialistischen Bäume nicht in den Himmel wachsen, sorgen die Herren auf der äußersten Linken schon allein. Die Gewährung von Volksrechlen soll man nicht auf kritische Tage verschieben. Auf eins mache ich aufinerksam: in krittschen Tagen für das Reich hat ein Appell an das deutsche Volk noch nie versagt. Gewährung von Bolksrechten kann nie das Staatsleben gefährden. Ich bitte Sie, möglichst einmütig unserem Antrag, die zur Beratung stehenden An- träge der Reichsregierung zur Berücksichtigung zu überweisen, zuzu- stimmen.(Lebhafter Bestall bei den Freisinnigen.) Abg. Korfanty(Pole): Auf die Einzelheiten der ganzen Wahl- kreiseinteilung will ich nach den AnSführungen des Herrn Vorredners nicht mehr eingehen. Seit 30 Jahren ist nun dem deutschen Bürger- tum versprochen, durch Gesetz die Wahlkrciseinteilung der Vermehrung der Bevölkerung anzupassen, bis heute ist das Versprechen aber nicht erfüllt. Besonders schlimm liegen die Verhältnisse in Oberschlesien. Leider muß man wirklich daran glauben, daß Preußen in Deutsch- land voran ist, dem, überall fühlt man den Geist der Ungerechtig- keit. Ein krasses Beispiel dafür ist das Versagen der Neuabgrenzung der Wahlkreise.(Beifall bei den Polen und Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Paaschi(natl.): Es haben sich tatsächlich Zustände herausgebildet, die einer Reform bedürfen, das will ich ohne weiteres anerkeunen. Trotzdem kann ich die Anträge nur„zur Erwägung", nicht „zur Berücksichtigung" empfehlen, weil der Ausdruck.zur Be- rücksichtigung" nach dem. was mein Parteigenosse Büfing neulich ausgeführt hat, bedeuten würde, daß wir für alle Einzelheiten der Anträge uns festlegen sollen.(Zurufe bei den Freisinnigen: Es siehe» gar keine Einzelheiten darin!» Ja»vir vermissen eben die Einzelheiten.(Schallendes Gelächter links.) Die Art und Weise, wie sich Abg. Kapsch hier hingestellt hat und auch noch den Fürsten Bismarck als Kronzeugen angerufen hat, entspricht durchaus nicht der historischen Wahrheit. Esj loar seinerzeit gerade der liberale Abgeordnete LaSker(Hört! hört I rechts), welcher ausgeführt hat. daß man die Zahl der Vertreter nicht dem Zufall einer zahlenmäßigen BevölkerungS- Vermehrung überlassen dürfe. Deshalb war Abg. LaSker dagegen, daß man die Vermehrung der Abgeordneten nach der Zahl der Bevölkerungsvermchrung der Verwaltung überlassen könne, sondern das Gesetz müsse von Fall zu Fall entscheiden. Man darf die Gerechtigkeit nicht so, wie cS der Abg. Kopsch getan hat, auf ein numerisches Prinzip stützen.(Lachen links.) DaS Prinzip dcr Masse darf nicht entscheiden. Ich bin kein Partikularist, aber ich würde es bedauern, wenn Württemberg mit seiner stillstehenden Bevölkerung einige Abgeordnete verlieren würde. Auch im Bundes- rate sind die Staaten ja nicht nach der Bevölkerung vertreten.(Zuruf links: Um so nötiger im Reichstage!) Ich begreife nicht, daß der Vertreter der Freisinnigen Volkspartei. die bei jeder Wahl mehr ins Hintertreffen gerät, so gleichmütig dieser Aussicht auf einen neuen Zufluß sozialdemokratischer Ab- geordneten gegenübersteht. Wir wollen nicht und können nicht wollen, daß Großhandel, Großindustrie, städtische Intelligenz aus dem Parlamente des Reiches gedrängt werden, wir wolle» keine einseitige Verstärkung der Arbeitervertretung; die Aussicht auf neue ZubeilS erscheint uns nicht verlockend. Allenfalls stimmen wir einer mähigen Vermehrung der Wahlkreise bei und erwarten von der Regierung eine dahingehende Vorlage.(Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Abg. Frhr. v. Richthofen-Damsdorf(k.): Wir halten eS für das beste, an dem bestehenden Wahlrecht in keiner Richtung Aenderungrn vorzunehmen.(HörtI hört! auf mehreren Seiten deS HauseS.) Wir wollen feste Wahlkreise unter Anlehnung an Verwaltungseinheiten, wie Kreise usw., und nicht mechanische Bcvölkerungszusammenballungen auf Grund dcr Volkszählungen. Wir lehnen daher den Antrag Ablaß ab und können uns auch auf den Antrag Paaschs nicht einlassen, da wir ja alle wissen, daß bei den Erwägungen doch nichts herauskommen wird.(Lebhaftes Bravo! rechts.) Abg. Dr. Pachnicke(frf. Vg.): Herr v. Richthofen erklärte, feine Partei wolle möglichst wenig an den bestehenden Zuständen ändern. Aber wenn es zum Vorteil der Herren ist, so sind sie bereit, alle Grundlagen deS Bestehenden umzustoßen und mit dem Grafen v. Mirbach daS ReichStags-Wahlrrcht zu ändern.(Widerspruch rechtS.) Sie(nach rechts) werden doch die geistige Verwandtschast mit dem Grafen Mirbach nicht ableugnen wollen.(Abg. v. Richthofen: Doch I) Der Antrag Paasche mit seiner bloßen Aufforderung an den Reichs- kanzler zur Uebcrleguug ist doch nur ein Ausweichen. Aber so leichten Kaufes wollen wir Sie nicht loslassen. Schon darun, haben wir den Antrag auf Ueberlveisung zur Berücksichtigung gestellt. Wenn immer wieder mit dem Argument operiert wird, die bodenständige Bevölkerung solle ein größeres Wahlrecht haben, so ist das, abgesehen von der Zweckmäßigkeitsfrage, einfach verfassungswidrig. Denn die Verfassung vcrlaugt ein gleiches Wahlrecht, Sie aber schaffen ein Plural- Wahlrecht. Die Politik soll der ökonomischen Struktur entsprechen. Welche Veränderungen hat sie seit der Fixierung der Wahlkreise durchgemacht! In Preußen halten Sie daran fest, das Wahlrecht nach der Steuer- lcistung zu normieren. Wie viel mehr Steucrn leisten heute im Reiche die Städte, als sie Wahlrecht haben! Wie viele, wie gewaltige Umwälzungen wollen Sie noch erleben, ehe Sie diese Reform für zeit- 8emäß erklären? Aber Sie denken: l.'eg»litä nons tue(die Gleich» eit tötet uns.) Sie geben Furcht vor der WahlkreiSgeometrie bei der Neueinteilung vor. Aber WahlkreiSgeometrie wird auch unter denjetzigen Zuständen ganz ungeniert getrieben. So ist erst jüngst der Wahlkreis Greifswald-Grimmen aus ganz bestimmten Absichten gegen den be- nachbarten Wahlkreis Anklam neu abgegrenzt worden.(Hört! hört! links.) Das Schlagwort.organische Reform, nicht mechanische" ist hier vollkommen inhaltlos. Sie können gar nicht definieren, wo- nach Sie orgänisch das Wahlrecht abstufen wollen. Professor Delbrück, der Ihnen ja näher steht als uns, hat mit Recht gesagt, daß man nicht ohne schwere Verletzung des Rechtsgefühls die Forderung auf gerechte Einteilung der Wahlkreise länger über- schcu könne. Der Grundsatz jeder Repräsentativverfassuug muß auch hier durchgesetzt werden: Ter heutige Reichstag soll das heutige Deutschland vertreten, er soll eine Vertretung und lein Zerrbild des deutschen Volkes sein. Abg. Gamp(Rp.j: Ich kann den, Abg. Pachnicke keine Hoffnung machen, daß die Gedanken des Professor Delbrück von uns gebilligt werden. Wir wollen Beibehaltung des gegcnwärtigeo ZuftandeS. Alle Richtungen können doch nicht vertreten werden. Bauern, Württemberg usiv. haben doch auch ein verfassungsmäßiges Recht auf eine bestimmte Zahl von Abgeordneten. Wenn Sie sich also auf die Verfassung berufen, müssen Sie auch die ganze Verfassung bei- behalten.(Zuruf links: G e i st der Verfassung!) Wer redet da etivas vom Geist der Verfassung?(Lachen.) Wenn man auf die Zahl Rücksicht nimmt, so müßten Familienväter mehr Stimmrecht haben als Junggesellen.(Heiterkeit.) Sie müßten also auf die sämtlichen Verhältnisse der Wähler eingehen.(Heiterkeit.) Im Bundesrat ist die Vertretung doch mich nicht nach der Zahl der Stimmen; aber da schweigt Abg. Gothein... Präsident Graf Ballesirem: Sie dürfen die Abgeordneten doch auch nicht zu Zwischenrufen ermuntern.(Große Heiterkeit links.) Abg. Gamp(Rp., fortfahrend): Berlin ist so wie so schon be- günstigt, weil die Berliner hier in den Reichstag kommen und sich unnütze Reden anhören können. Vizepräsident Dr. Paaschc: Sie dürfen nicht sagen, daß hier un- nütze Reden gehalten werden.(Beifall in der Mitte.) Abg. Gamp(Rp., fortfahrend): Ich schließe aus der ganzen Be- setzung des Hanscs, daß die meiste» Abgeordneten die heutigen Reden für überflüssig halten. Elsaß-Lothringen würde nach dem Vorschlage deS Abg. Kopsch lveniger Vertreter bekommen als bisher. Ich wundere mich, daß die reichsländischenAbgeordneten dagegennichtprotestieren(sich umsehend), aber ich sehe hier viele, die nicht hier sind(Heiterkeit rechts). Daß ich mich mit Rücksicht auf eine mögliche Vermehrung der Sozialdemokraten im Reichstage gegen den Antrag erklärt habe, ist richtig. Die Sozialdemokraten sind die einzige Partei, die sich nicht als Vertreter des ganzen Volkes fühlt. Sie vertreten einzig und allein die Arbeiterinteressen, also einseitige Berufsinteressen.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten. Zurufe: Und Sie? Zolltarif!) Herr Pachnicke glaubte ja, daß die Sozialdemokratie im Absteigen begriffen sei. Dann wollen wir doch so lange warten, bis diese Ihre Hoff- nung eingetreten ist; vorläufig haben Sie sich doch noch nicht allzu sehr als guter Prophet erwiesen, daß deshalb die Gesetzgebung in Bewegung gesetzt werden müßte. Ich st e h e a u f dem Standpunkte: Nur die allergrößten Kälber wähle» ihre Metzger selber!(Große, andauernde Heiterkeit links.) Abg. Lcdcbour(Soz.): ES freut mich, einmal mit Herrn Gamp ü b e r e i n st i in m e n zu können, nämlich in der Selbstcinschätzung, die in seine» Worten lag.(Heiterkeit.) Am meisten hat mich bei der Debatte gewundert, daß die Gegner dieser Anträge überhaupt noch versuchen, sie als mit dem Gesetz nicht verembar darzulegen. Herr Dr. Paasche hat sich krampfhaft bemüht nachzuweisen, daß in der Verfassung nicht in Aussicht gestellt sei, die Wahlkreise nach der Vermehrung der Bevölkerung abzuändern. Ich will deshalb noch einmal die beiden Paragraphen verlesen. Im K 5 Absatz 3 des Wahlgesetzes heißt es:„Eine Vermehrung der Zahl der Abgeordneten infolge der steigenden Bevölkerung wird durch das Gesetz bestimmt" und im§ 6 Absatz 3 wird gesagt:„Ein Bundesgesetz wird die Abgrenzung der Wahlkreise bestimmen". Dies ist bis zum heutigen Tage nicht geschehen. DaS heutige Gesetz ist nur ein Provisorium in dieser Beziehung.(Sehr richtig! links.) Wenn jemand bei Schaffung dieses Gesetzes behauptet hatte, daß nach 30 Jahren, nachdem die Bevölkerung in einzelnen Wahl- kreisen un, das Siebenfache gestiegen ist, sich noch eine Ssimme int Reichstag finden würde, die die Notwendigkeit der Neu- abgrenzung der Wahlkreise bestritten hätte— ein solcher Mann wäre von allen Parteien für einen Verleumder erklärt worden. — Es handelte sich einfach darum, daß die Regierungsparteien sich gegen die Neueinteilung aus parteipolitischem Jutereffe wehren. Einige geben das auch unumwunden zu; und die sind mir noch lieber als dcr Vertreter der Nationalliberalen, der das nicht aussprach, aber trotzdem die entschiedenste Scharfmacherrede ge- halten hat, und dessen vorgebrachten Argumente sich allesamt gegen das gleiche, allgemeine und gerechte Wahlrecht richten.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Aber freilich befiirchten die Herren ganz mit Recht von einer gerechten Einteilung der Wahlkreise eine Ver- mehrung der sozialdemokratischen Vertreter. Gerade die acht größten Wahlkreise werden von der Sozialdemokratie vertrete». Teltow- Beeskow sollte 7, Berlin VI 6, Bochum 5, Berlin IV 4, München II auch 4, Hamburg III 4, Leipzig-Land und Dortmund je 3—4 Ab- geordnete haben, und unzweifelhaft würde die weitaus überwiegende Mehrzahl dieser neuen Mandate der Sozialdemolratie zufallen. Um- gekehrt müßten die Konservativen die Hauptkosten der Reform tragen. Entrüstet fragte Herr Gamp: Soll etwa mein Deutsch-Krone schlechter behandelt werden als Bückeburg? Nun ist ja Deutsch-Krone aller- dings der viertkleinste Wahlkreis(Heiterkeit) und die heutige Rede des Abg. Gamp bewies ja. daß er schon fürchtete, daß das Messer ihm an der vorher von ihm charakterisierten Kehle sitzt.(Schallende Heiterkeit.) Bückeburg hat einen Abgeordneten für sich nur deshalb, weil es einen besonderen Staat bildet. Wenn Deutsch-Krone einmal eine preußische Sekundogeniwr wird, weil.in Bücke- bürg für den preußischen Schwager leine guten Aussichten bestehen(Stürmische Heiterkeit), dann soll Deutsch- Krone seinen Abgeordneten behalten, sonst ist es ausgeschlossen. Eharlottenbnrg hat 15mal so viel Wähler wie Deutsch-Krone. DaS ist nicht nur eine Ungesetzlichkeit, sonder» auch eine schreiende Un- gcrcchtigkeit, wen» der Wähler von Deutsch-Krone 15mal so viel Einfluß auf die Reichsangelegenheiten hat, wie der Wähler von Teltow-BeeSkow. Der einzige Grund gegen die Gleichberechtigung sind agrarische Interessen. Aber ich möchte doch die Zentrumspartrl darauf aufmerksam machen, daß nächst der Sozialdemokratie sie bei der Wahlkreis- Einteilung am ungünstigsten weg- gekommen ist.(Abgeordneter Gamp: Soll das ein Argu- ment sein?) Ich»veise das Zentrun, darauf hin, daß es auch einen Teil der industriellrn Bevölkerung vertritt; ich erinnere an Essen, Düsseldorf, Köln-Land usw. Die Zentrnmspartei scheint sich ja mit ihrem Schweigen heute i» den Hinterhalt gelegt zu haben. Aber wem, das Zentrum heute wieder dieselbe ab- lchnrnbe Haltung einnimmt»vie früber, so werden die industriellen Teile seiner Wählerschaft wohl Anlaß haben, ein ernstes Wörtchen mit ihm z„ reden. Herr Gamp hat sich auch als Verteidiger dcr süddeutschen Interessen aufgespielt� und bedauert, daß sie süddeutschen Abgeordneten so selten im Reichstage erscheinen können. Da hat er eine vorzügliche Rede für die Bewilligung von Diäten gehalten. Aber wenn man daran denkt, daß er gegen deren Bewilligung ist, so ist eS klar, daß er nicht die süddeutschen Interessen, sondern nur die eigenen Interessen hier wahren will. Herr Gamp warf uns vor, wir nähmen nur Rücksicht auf die Arbeiter. Wir haben stets und ständig das Wohl des ganzen Volkes im Auge behalte» und zur Geltung z„ bringen gesucht. Aver die Arbeiter sind eben die über- wiegende Mehrzahl dcS deutschen Volkes;"/io des deutschen Volkes gehören zum Proletariat, z», den Ausbeutenden„nr Via, und deren Interessen werden wir allerdings nie vertreten.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Man hat femer eingewandt, auch der Bundesrat sei nicht völlig schematisch zusammengesetzt. Aber gleich- viel, ob die Zusammensetzung des Bundesrates richtig oder unrichtig ist. für ihn ist eben in der Verfassung diese Art dcr Zusammensetzung vorgesehen, für den Reichstag aber die„ach der Bcvvlkernugszahl, und in dieser Debatte Nach dem Parlamentsbericht verschiedenster Zeitungen hat der Herr Abgeordnete Zubeil in der 157. Sigung des Reichstages ge sagt, daß der Verein der freigewählten Kassenärzte einen agitatorisch tätigen Sozialdemokraten als Sekretär angestellt habe". Diese Be hauptung des Herrn Abgeordneten Zubeil ist durchweg unrichtig; denn der Verein der freigewählten Kassenärzte hat seit seinem Be stehen( Dezember 1891) überhaupt noch nie einen Sekretär oder einen anderen männlichen Beamten angestellt. Berlin, den 8. März 1905. Der Vorstand des Vereins der freigewählten Kassenärzte. Geh. Sanitätsrat Dr. S. Marcuse, Vorsitzender. Parlamentarifches. handelt es sich nur um die Zusammenfegung des Reichstages. Abg. Hilpert( baher. Bauernb.) erklärt sich gegen die Anträge.[ er fommt wieder.( Lachen rechts. Sure! Das wissen wir schon Abg. Paasche hat gegen den Antrag Ablaß eingewendet, daß er sich Abg. Gothein( frf. Vg.): Abgeordneter Bachnicke hat durchaus Schließlich sind unsere Anträge auf Sich rung des Wahlgeheimnisses nicht auf dessen Einzelheiten festlegen tönne. Als man ihm nicht den Grundsatz aufgestellt, daß die Steuerkraft mit berücksichtigt angenommen und durchgeführt worden. So wird es auch mit der aber zurief, es feien gar keine Einzelheiten darin, da werden sollte. Das ist eine irrtümliche Auffassung seiner Rede. Ich Wahlkreiseinteilung gehen. Denn die Gerechtigkeit muß schließlich fagte er, das vermisse er eben. Da hat er sich also in eine habe noch einmal die Reichsverfassung durchgesehen und bin zu der auch hier siegen.( Lebhafter Beifall links.) Zwickmühle hineingeritten, aus der er nicht heraus kann.( Lebhafte Ueberzeugung gekommen, daß die Anträge nichts sind als eine In der Abstimmung wird hierauf der Antrag Kopsch, die Zustimmung links.) Abg. Kopsch hält diesen Saal nicht für groß Durchführung der Verfassung. Abg. Paasche hat den Abg. Lasker beiden vorliegenden Anträge auf Neu- Einteilung der Wahlkreise der genug, um die Zahl der Abgeordneten zu vermehren.( Widerspruch falsch zitiert. Abg. Laster hat lediglich dagegen gesprochen, Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen, gegen die Stimmen des Abg. Erzberger.) Ja, Herr Abg. Erzberger, für die regelmäßigen daß eine Aenderung auf dem Verwaltungswege erfolgen solle. der Sozialdemokraten, der Freisinnigen, der Polen Besucher wird dieser Saal stets ausreichen.( Heiterkeit.) Aber nach Die beispiellose Ungerechtigkeit der jetzigen Einteilung muß aus der und der Abgg. Jessen( Däne) und Wallbrecht( natl.) ab unferem deutschen Empfinden muß die Gesetzgebung annehmen, daß Welt geschafft werden. Die Form, wie das geschieht, ist uns gleich gelehnt. Der Antrag Paasche auf Ueberweisung als Material jeder Abgeordnete soviel Pflichtbewußtsein besigt, möglichst regelmäßig gültig. Wir können nicht zugeben, daß ländliche und städtische wird gegen die Stimmen der Nationalliberalen und der Freifinnigen herzukommen. In England ist es ja allerdings anders: da gibt es im Wähler zwei verschiedene Arten von Wähler darstellen. Wie kann Volkspartei abgelehnt.( Heiterkeit.) Alsdann werden die beiden AnParlament nur für die Regierungsvertreter und für die Oppositions- das Zentrum sich heute noch auf den Standpunkt Windt träge abgelehnt. führer feste Plätze, die übrigen Abgeordneten- es find 600 und der horsts aus dem Jahre 1882 berufen? Seitdem hat doch Damit ist die Tagesordnung erledigt. Auf Vorschlag des AbSaal ist nur halb so groß wie dieser hier stürzen bei Beginn der die unerhörteste Bevölkerungsverschiebung stattgefunden! Will geordneten Dr. Stodmann( Rp.) wird auf die Tagesordnung Sigung herein und belegen mittels ihrer Zylinderhüte die Plätze, denn das Zentrum immer nur die Herbstzeitlose dar- der nächsten Sizung, Donnerstag 1 Uhr, vor die Fortsezung um sie nachher vielfach zerdrückt wieder zu finden.( Heiterkeit.) Dies stellen, für welche die Zeit nie kommt?( Heiterkeit links.) der Etatsberatung für das Reichsamt des Innern wollen wir ja hier nicht einführen, sondern man müßte entweder den Herr Pichler äußerte die Befürchtung, daß gegen das ganze geſetzt der von allen Parteien unterstützte Antrag auf Abände Saal umbauen oder auf einen Vorschlag zurückkommen, den ich schon ahlrecht bei dieser Gelegenheit ein Angriff gerichtet werden rung des§ 23 des Personenstands- Gesezes( Verbor zwei Jahren gemacht habe: man brauchte nicht die Zahl der könne. Er hat allerdings seine Partei ausgenommen, aber wenn längerung der Anmeldungsfrist für uneheliche und Totgeburten). Bevölkerung, die die auf einen Abgeordneten kommt, festlegen, diese nicht an eine Aenderung des Wahlrechts denkt, so ist die Gefahr Schluß gegen 6 Uhr. sondern umgekehrt, die Zahl der Abgeordneten etwa auf ja nicht so groß. Herr Camp hat es fertig gebracht, hier das schöne 400; dann würde nach jeder Bevölkerungszahl festgesetzt Wort von den Kälbern zu gebrauchen, die ihre Megger selber wählen. werden, auf wie viel Einwohner ein Abgeordneter fommt. Er hat damit den Wählern, die Abgeordnete dieses Hauses gewählt Nach der letzten Volkszählung bon 1900 würde diese haben, eine gerade nicht schöne Unterstellung gemacht. Ich würde Bahl 141 000 betragen. Es ist ja nicht nötig, daß die Zahl stets ihm dann doch lieber raten, das nächste Mal den lateinischen Vers fünf Nullen hat. Aber alles das würde ja in die Ausführungs- zu zitieren: electores Gampi, pecora campi.( Die Wähler von bestimmungen oder in die Beratung über einen Gesegentwurf fallen. Gamp sind Vieh vom Kamp.)( Heiterkeit links.) Bei der gegenwärtigen Sachlage sind die beiden Anträge durchaus Abg. Ledebour( Soz.): Wenn, wie Herr Gothein anführte, ein zweckmäßig abgefaßt, weil sie ein Prinzip aussprechen und dazu Wahlkreis auf dem Verwaltungswege verändert ist, so ist das eine führen wollen, festzustellen, wie viele Mitglieder dieses Hauses sich absolut ungesetzliche Handlung.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo mit der Durchführung eines solchen gerechten Prinzips einverstanden fraten.) Es müssen sofort Schritte unternommen werden, um die erklären. Die Gegner vertreten die engherzigsten Interessen. Abg. Reichsregierung dafür zur Verantwortung zu ziehen. Vielleicht Gamp hat es nicht für nötig gehalten, seinen Standpunkt näher zu nehmen dazu Vertreter des Herrn Reichskanzlers das Wort, anstatt begründen, weil ja die Grafen Bülow und Posadowsky genügend hier stundenlang nur Bundesrat zu markieren. In ähnlichen Fällen betont haben, daß die agrarischen Interessen im Deutschen Reiche ist früher sofort Remedur eingetreten. Herr Böckler bekämpfte den vorangehen. Sehr merkwürdig ist die Stellung des Grafen Posadowsky. Antrag, weil er das Wahlrecht der ländlichen Bevölkerung ber Als wir neulich über die mecklenburgischen Verfassungsverhältnisse be- fümmern wolle. Das klingt wie Hohn angesichts der Tatsache, daß Wahlprüfungs- Kommission. Im Wahlkreise Jena- Neustadt, rieten, führte mein Parteigenosse Dr. Herzfeld aus, daß Verfassungs- der Antrag gerade die jetzige Verkümmerung des Wahl- Großherzogtum Weimar, ist der nationalliberale Kandidat Rittergutsfragen Machtfragen seien. Da erklärte Graf Posadowsky mit der rechts der städtischen Bevölferung beseitigen will. Herr pächter Lehmann in der Stichwahl zum Siege gelangt, aber nur schönen Würde, die ihn auszeichnet, er hätte geglaubt, Verfassungs- Böckler hat dann die Geschmacklosigkeit besessen, hier von unter Anwendung des gouvernementalen Apparats. Bei der Hauptfragen feien Rechtsfragen. Nun ist ja auch das richtig. Aber den Zuhältern und so weiter in Berlin zu sprechen. Das wahl erhielten Stimmen: Leutert 9364, Lehmann 7349, Damaschte der rechtlichen Ausprägung von Verfassungsfragen liegen hätte ich im Reichstag nicht für möglich gehalten. Verbrecher gibt( nationalsozial) 5304, Freifinn 442; bei der Stichwahl Lehmann stets die tatsächlichen Machtverhältnisse zu grunde. es überall und gerade in den ländlichen Wahlkreisen Westpreußens 11 721, Leutert 11 371. Dafür ist die Stellung der Mehrheitsparteien ein flassischer Beweis. ist die Zahl der Verbrecher größer als in den Städten. Gleiche Be- Ein gegen die Wahl von sozialdemokratischer Seite gerichteter Die Mehrheitsparteien und die Regierung mit ihrem Gefolge merkungen mag Herr Böckler aus seiner Tätigkeit in der Ritual- Proteft rügt mehrere bei der Wahl vorgekommenen gesetzlichen Ver bengen das Recht, indem sie ein in der Verfassung vorgesehenes Recht mordbewegung in Konig gewöhnt sein, hier gehören sie nicht hin.stöße. Aber nur einzelne davon wurden von der Kommission für nicht zu Ausführung kommen lassen. Trotzdem das sonnenklar ist, Ich habe mich übrigens gewundert, daß gerade Herr Böckler so erheblich befunden, andere waren nicht genügend substantiert, für indent alle Gegner, die hier versuchen ihren Standpunkt rechtlich zu gegen die Großstädte loszieht, da er doch offenbar selbst ein echtes andere wieder waren die für später in Aussicht gestellten Beugen nachbegründen, sich hier in so lächerliche Widersprüche verwickeln Großstadtkind ist. Denn nur wer die ländlichen Verhältnisse absolut träglich gar nicht benannt worden. Das für die Wahl am meisten müssen wie der Abg. Paasche, trotzdem wird Graf Posadowsky, nicht kennt, kam behaupten, daß im Februar Landarbeitermangel bezeichnende Vorkommnis war im Protest überhaupt nicht angegeben, tvenn er es überhaupt für nötig halten wird, sich darüber zu er herrsche. Im Februar ist bekanntlich auf dem Lande am nämlich, daß ein Wahlaufruf für Lehmann von 49 Gemeinde flären, mit der gleichen schönen Würde erklären, daß die agrarischen wenigsten zu tun. Wenn mehrere Redner die Tatsache vorständen und Bürgermeistern unter Beifügung ihrer Amtstitel Interessen es verlangten, die Verfassung in diesem Bunfte nicht zur beklagt haben, daß viele Großstädte fast ausschließlich durch unterzeichnet worden ist und gedruckt verteilt wurde. Da nachträgs Durchführung zu bringen. Deshalb werden wir nicht eher diese Sozialdemokraten vertreten seien, so können Sie dem einfach dadurch lich dieser Wahlaufruf dem Referenten, Genossen Fischer- Berlin, zu durch Gesetz und Recht und durch den Geist der Verfassung vor- abhelfen, daß Sie unserer Programmforderung auf Einführung des ging, legte dieser der Kommission den Aufruf vor, die jedoch eine geschriebene neue Wahlkreiseinteilung bekommen, eher nicht das Proportional- Wahlsystems zustimmen. Dann würden in Berlin und materielle Beratung des Aufrufs ablehnte, weil er erst nach Ablauf deutsche Volk in seiner überwiegenden Mehrheit seinen Machtwillen Hamburg auch Freifinnige gewählt werden; andererseits würde der der Protestfrist zur Kenntnis des Reichstags resp. der Kommission dahin ausgesprochen hat und diesen seinen Machtwillen der Regierung Bustand beseitigt, daß ganze Provinzen nur durch Konservative ver- gekommen sei. Sicher ist, daß. wenn dieser Aufruf dem in der geeigneten Form zur Kenntnis gebracht hat. Wir werden es treten werden. Protest beigefügt worden wäre, die Wahl Lehmanns darauf nicht daran fehlen lassen, daß es dazu komme.( Lebhafter Beifall Schließlich gebe ich nochmals meiner Verwunderung darüber hin, ohne daß es erst zu Erhebungen fäme, sofort für un bei den Sozialdemokraten.) Ausdruck, daß gerade das Zentrum sich so energisch gegen den An- gültig erklärt worden wäre. Da aberd ie wenigen, von der Kommission Abg. Dr. Pichler( 3.): Alle meine politischen Freunde stehen noch trag sträubt. Das bayerische Zentrum hat eine viel richtigere für erheblich erachteten Protesipunkte im Falle der Bestätigung die auf demselben Standpunkt, wie seinerzeit unser unvergeßlicher Führer Stellung eingenonumen und gerade Herr Pichler als bayerischer Ab- Mehrheit für Lehmann nicht stürzen würden, kam die Mehrheit der Windthorst, daß es nämlich zurzeit unpassend sei, an der bisherigen geordneter hätte sich daran ein Beispiel nehmen sollen.( Sehr wahr! Kommission zu dem Beschlusse, die Wahl für gültig zu erklären. Wahlkreis- Einteilung zu rütteln. Wenn jetzt ein neues Wahlgesetz bei den Sozialdemokraten.). Im Wahlkreise Homburg Höchst Üsingen ist Genosse beschlossen werden sollte, dann müßten wir allerdings eine neue Bundesratsbevollmächtigter Geheimrat Richter: Abg. Gothein Brühne Frankfurt, der frühere Abgeordnete dieses Wahlkreises, Wahlkreis- Einteilung auf Grund der Bevölkerungsverschiebung vor- hat hier ausgeführt, daß an dem Umfange seines Wahlkreises eine dem Bentrumskandidaten, Landrichter Itschert- Frankfurt, bei der nehmen.( Hört! hört! links.) Das wäre eine selbstverständliche willkürliche Aenderung auf dem Verwaltungswege erfolgte. Den ver- Wahl im Jahre 1903 unterlegen. Bei der Hauptwahl erhielten Pflicht der Gerechtigkeit.( Hört! hört! links.) Aber jetzt handelt es bündeten Regierungen ist nichts davon bekannt und kann auch nichts Stimmen: Brühne 14 239, Itschert 9496, der Nationalliberale 7247, sich nicht um ein neues Wahlgesetz.( Zuruf links: Ausreden!) Gerade davon bekannt sein, weil dergleichen ja Sache der Einzelstaaten ist, Bund der Landwirte 1867; bei der Stichwahl Itschert 16 477, die Herren von der äußersten Linken sollten mit einer gewissen Vor- in diesem Falle also Preußens.( Lachen lints.) Darüber kann ich Brühne 16 040. Gegen die Wahl war vom sozialdemokratischen ficht an eine Aenderung von Wahlrechtsbestimmungen herangehen, natürlich keine Erklärung abgeben. Der Fall wird aber untersucht Wahlkomitee Protest eingelegt, der gefezwidrigen, zu frühen Schluß sonst könnte die Aenderung leicht nach einer anderen Richtung er- werden. Abg. Ledebour hat den verbündeten Regierungen der Wahlhandlung in Oberseelbach und Dasbach rügte, ferner folgen.( Sehr richtig! rechts.) Sie wissen, daß solche Strömungen vorgeworfen, daß sie das Recht beugten. Im ursprünglichen eine Kontrolle der der Wähler unter Zuhülfenahme der Wahlan manchen Drten vorhanden sind. Sie wissen auch, daß Wahlgesetz zum Norddeutschen Bunde ist kein Termin angegeben, urnen in Bremthal und Oberlauthen behauptete. Die sie nicht in den Reihen meiner politischen Freunde bestehen. zu dem die Aenderung erfolgen muß. Und im Artikel 20 Kommission erachtete dem erachtete dem Antrag des Referenten gemäß ( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Abg. Ledebour der Reichsverfassung ist der Hinweis auf jene Bestimmung des diese Fälle für erheblich. In bezug jedoch auf die im die süddeutschen Abgeordneten auf Diäten vertröstet hat, so muß ich Wahlgefeßes nur eine ganz nebensächliche Bemerkung. Man kann als Bayer sagen, daß mir 48 bayerische Abgeordnete ohne Diäten nur bestehende Gefeße beugen. Das tut aber die Reichsregierung lieber sind als 42 mit Diäten.( Heiterkeit.) nicht.( Beifall rechts.) In Bayern ist gesetzlich festgelegt, daß die Wahlkreis- Einteilung sich nach der Bevölkerungsziffer von 1875 richten soll. In dieser Beziehung haben meine Freunde in Bayern nie eine Aenderung verlangt.( hört! hört!) Also unsere Haltung in Bayern kann man uns hier nicht vorhalten. Abg. Dr. Spahn( 8.): Abg. Dr. Ablaß hat geglaubt, mich in Widerspruch zu meinem Parteigenossen Bichler bringen zu können. Aber ich habe seiner Zeit nur erklärt, daß, wenn die Regierung uns eine dahingehende Vorlage einreichen würde, wir nicht unhin können, ihr zuzustimmen.( Beifall im Zentrum.) Proteste angeführten Versammlungsverbote und Saal. abtreiberei hielt sie diese Angaben für nicht beachtlich, weil im Proteste nicht angegeben ist, ob gegen diese behördlichen Handlungen im Beschwerdewege Nemedur zu schaffen versucht worden ist, wozu nach den Datumsnotierungen im Proteste vor der Wahl noch Zeit übrig blieb. Da nun bei eventueller Bestätigung der für erheblich erachteten Fälle die Kassierung der betreffenden Wahlakte noch einige hundert Stimmen Mehrheit für Itschert ergeben würde, beschloß die Kommission, die Wahl für gültig zu erklären. Herr Pachnide sagte, die Verfassung gewährt das gleiche Abg. Ledebour( Soz.): Ich muß dem Bundesratsbevollmächtigten Wahlrecht. Er möge erst einmal die Reichsverfassung studieren. Vom Richter ein paar Worte sagen. Jedes Gesez besteht nur so lange, Darauf prüfte die Kommission die Wahl des Zentrums " gleichen" Wahlrecht ist in ihr nicht die Rede, nur vom allgemeinen, bis es geändert wird.( Sehr richtig! rechts.) Sie stimmen dem zu, Abgeordneten Schmid im Wahlkreise Immenstadt- Lindau, Direkten und geheimen Wahlrecht. Das gleiche Wahlrecht ergibt sich das ist mir lieb.( Buruf rechts: Das spricht für uns!) Dann haben der nur mit wenigen Stimmen Mehrheit bei der Hauptwahl siegte. nur daraus, daß jeder eine Stimme hat. Herr Bachnicke meinte Sie noch nicht verstanden, um was es sich handelt.( Heiterkeit und Es erhielten Stimmen: Schmid 11 017, Sozialdemokrat 1393, ferner, es gibt nur einen gerechten Maßstab und das ist die Be- Bustimmung links.) In der Reichsverfassung steht der Passus: bis Wagner( nationalliberal) 9593. Nach Prüfung der ungültig erklärten völkerungsziffer. Ich möchte Herrn Pachnice bitten, diesen Satz zur Aenderung der Wahlkreise". Das ist keine nebensächliche Be Stimmzettel und näherer Berechnung bleibt für Schmid nur noch feinen politischen Freunden in Bayern recht ans Herz zu legen. merkung". Nebenfächliche Bemerkungen jezt man überhaupt nicht eine Mehrheit von 10 Stimmen. Ein liberaler Wahlproteft behauptet, ( Sehr gut! im Zentrum.) Diese haben eine Wahlkreisabänderung in die Verfassung!( Sehr richtig! links.) Daß fein Termin daß in Reutin kein Isolierraum vorhanden gewesen, in Sonthofen gerade mit der Motivierung abgelehnt, daß sie nur die arithmetische festgesetzt wurde, var allerdings eine Unvorsichtigkeit des aber der Isolierraum nicht genügend und von mehreren Wählern Rücksicht auf die Bevölkerungszunahme kenne. Wir lehnen die Anträge damaligen Reichstages. Er hätte wissen sollen, daß Preußen zugleich benutzt worden sei. Die Kommission erachtete beide Fälle ab und bleiben bei dem, was sich bewährt hat.( Bravo! im Zentrum.) im Bundesrate ausschlaggebend sein werde, und, tas man für erheblich, aber da im Falle der Kassierung der Wahlakte die Abg. Dr. Ablaß( frs. Vp.): Herr Bachnide tönnte den Rat des von Versprechungen feitens Preußen zu halten hat, be- Stimmenzahl für Schmid wachsen würde- Schmid erhielt in beiden Herrn Dr. Pichler diesem zurückgeben. Herr Dr. Pichler behauptete, weist doch der Meinungswechsel Friedrich Wilhelms IV., der in der Orten nur zirka 170, Wagner dagegen zirka 700 Stimmen so fab daß die jetzige Wahlkreis- Einteilung nach der Verfassung eine Not eine Verfassung versprach und dies Versprechen dann nicht hielt. die Kommission davon ab, Erhebungen anstellen zu lassen und erdefinitive sei. In der Tat aber ist gerade nach der Verfassung Ich halte daran fest, daß die Stellungnahme der verbündeten Re- flärte die Wahl für gültig. das geltende Gesetz ein Provisorium.( Sehr richtig! links.) Artikel 20 gierungen eine Beugung des Rechtes bedeutet.( Beifall links.) der Verfassung beginnt: Bis zu der gefeßlichen Regelung, welche im § 5 des Wahlgesetzes vorbehalten ist... Wenn wir also nunmehr diese gesetzliche Regelung fordern, so bewegen tvir uns auf dem Boden der Verfassung. Herr Gamp erinnerte an unseren Ausspruch:„ Das allgemeine Wahlrecht ist das Korrelat der allgemeinen Wehrpflicht" und meinte, danach müßten diejenigen, die nicht dienen, Abg. Böckler( Antisemit): Ich glaube nicht, daß die Herren von auch nicht wählen. Die Wehrpflicht hat aber ein jeder, auch der Linken sich so eingehend mit diesem Teil meiner Rede beschäftigt wenn er nur ein Bein hat und nicht dienen kann. Dieselbe Logit hätten, wenn ich nicht den hunderttausend Berliner Juden auf die zeigte Herr Gamp, wenn er den Unverheirateten ein geringeres Hühneraugen getreten hätte. Es scheint auf der Linken wieder Wahlrecht zusprechen wollte. Gewiß ist es ein Verdienst der Ver- einmal eine Aera besonderer Judenknechtseligkeit heirateten, wenn sie dem Staate die Kinder schenken.( Heiterkeit zu bestehen.( Bravo! rechts, stürmische Heiterkeit links.) Das hat rechts.) Wenn aber der unverheiratete Wähler von diesem Recht, das die Herren geärgert und deshalb haben sie mich schlachten wollen. ihm zusteht, feinen oder einen nicht legalen Gebrauch macht, so( Andauernde große Heiterkeit links.) können wir dagegen nichts haben, das Recht der Kindererzeugung Das Schlußwort erhält haben die Unverheirateten genau wie die Verheirateten.( Große Heiterkeit.) Bundesratsbevollmächtigter Richter: Der Artikel 20 der Reichsverfassung mußte auf eine mögliche Wahlkreiseinteilung Rücksicht nehmen, da sonst die Vertreterzahl Süddeutschlands für alle Zeiten festgelegt wäre. Weiter bedeutet die Bemerkung nichts.( Beifall rechts.) die Partei- Nachrichten. Einen Tabel gegen die Reichstagsfraktion beschloß der sozialdemokratische Verein in Hanau durch Annahme folgender Re solution: Die Versammlung berurteilt es aufs schärfste, daß die sozial demokratische Frattion des Reichstages bei der entscheidenden AbStimmung über die Handelsverträge so schlecht vertreten war. Soziales. Die Polizei- Sozialreform. Ortstassen und Aufsichtsbehörde. Die hiesige Ortskrankenkasse der Töpfer erhielt im Juli 1903 Abg. Kopsch( frs. Vp.): Es war zu erwarten, daß heute weder von der einen noch von der anderen Seite neue Gründe vorgebracht Wir fämpfen für die Gerechtigkeit und alle Ihre Argumente werden würden. Die Gründe gegen unseren Antrag lassen sich einen außerordentlichen Mitgliederzuwachs infolge Auflösung der können den Eindruck nicht abschwächen, daß Sie( nach rechts) sich hahin zusammenfassen, daß nach ihrer Annahme eine Stärkung der gegen unseren Antrag nicht sowohl aus allgemeinen Interessen als äußersten Linken zu befürchten ist. Mit anderen Worten: Wer gegen Innungskaffe der Töpfer. Im Frühjahr 1904 fanden die Neuwahlen aus Sonderinteressen erklären.( Lebhafte Zustimmung links.) unseren Antrag stimmt, will parteipolitische Interessen der zur Generalversammlung und zum Vorstande statt und es ergab sich Abg. Böckler( Ant.): Mit der Sicherung des Wahlgeheimnisses Gerechtigkeit vorgehen lassen.( Sehr wahr! links.) Herr als Folge der Veränderung im Mitgliederbestande, daß nunmehr über zu optimistisch find wir durchaus einverstanden gewesen; wir wünschen sogar noch Paasche warf mir vor, Ent die Arbeiter die Verwaltung der Kasse aktiv in die Hand nohmen. einen besseren Schutz. Aber mit dem jegigen freisinnigen Antrag ist wickelung der Sozialdemokratie zu urteilen. Meine Ausführungen Es wurde ein Arbeiter als erster Vorsitzender und ebenso ein solcher es anders. Es ist völlig in der Ordnung, daß das platte Land ein finden sich fast wörtlich in einem Flugblatte des Reichsverbandes zur als erster Schriftführer gewählt. besseres Wahlrecht hat, als die Großstädte, auf deren ungesundes Bekämpfung der Sozialdemokratie, das auch der Abg. Paasche mit- Kurz darauf erhielt die Kasse eine schleunige Verfügung des Wachstum man nicht noch eine politische Prämie sezen soll. Zu der Ein- unterzeichuet hat. Ich befinde mich also mit meinem Opti- Oberpräsidenten, datiert vom 28. April 1904, daß sie die Beiträge wohnerschaft der Großstädte gehören doch auch die Zuhälter( Große mismus in sehr guter Gesellschaft.( Bielfaches Na! Na! bei den Soz. von 2½ Proz. auf 3 Proz. zu erhöhen und drei Karenztage ein Heiterkeit) und man will doch nicht behaupten, daß diese Zuhälter Heiterkeit.) Wenn der Abg. v. Richthofen versichert, die Konservativen von 2½ Proz. auf 3 Proz. zu erhöhen und drei Karenztage ein ein so wertvolles Element für Staat und Gesellschaft sind wie die wollten an dem bestehenden Wahlrecht überhaupt nichts ändern, so zuführen habe. Die Verfügung, die formell zulässig ist, stüßt sich auf§ 33 entsprechende Anzahl Bauern. Und stehen etwa die 100 000 Juden erinnert er mich lebhaft an den Fuchs vor den Weintrauben. Wenn Berlins an Wert 100 000 deutschen Landwirten gleich? Die Sache die Hinterbeine der Konservativen( Große Heiterkeit) einmal Absatz 4 des Krankenversicherungs- Gesetzes, welcher lautet: erscheint uns nicht spruchreif; wir lehnen die beiden Anträge und genügend gestärkt sein werden, werden sie sehr rasch nach den auch den Ueberweisungsantrag Paasche ab.( Beifall bei den Anti- Trauben der Wahlrechtsverschlechterung springen. Unser Antrag femiten.) wird ja heute keine Mehrheit finden.( Sehr wahr! rechts.) Aber „ Wird zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit einer Stasse eine schleunige Vermehrung ihrer Einnahmen oder Verminderung ihrer Ausgaben erforderlich, so Tarm die höhere Verwaltungsbehörde, vorbehaltlich des vorstehend vorgeschriebenen Verfahrens(Anordnung einer entsprechenden Be- schlußfassung durch die Kassenorgane) eine sofortige vorläufige Er- höhung der Beiträge oder Herabsetzung der Leistungen.,.. verfügen." TaS Statut der Kasse in feiner gegenwärtigen allgemeinen f?onn ist erst am 13. Dezember 1903 beschlossen und am 26. Januar 1904 vom Bezirksausschuß genehmigt worden. Eine Abänderung dazu ist erst am 9. Februar 1904 genehmigt worden und am 28. April 1904 hält der Oberpräsident schon eine schleunige Anord- ming auf Erhöhung der Beiträge und Herabsetzung der Leistungen für geboten. Ja der Magistrat zu Berlin als Aufsichtsbehörde hat sogar diese Notwendigkeit noch früher erkannt, denn er hat die Verfügung beantragt. Da er sie am 9. Februar aber noch nicht erkannt hatte, so ist ihm diese Erkenntnis in einer Zeit von weniger als zwei Monaten gekommen. In der Zeit zwischen dem 9. Februar und dem Auftauchen der magistratlichen Erkenntnis hat allerdings der Wechsel in den Personen der 51assenverwaltung stattgefunden. Der Erlaß vom 28. April ordnet die Aenderungen mit Wirkung Vom 23. Mai ohne Ivciteres an. Daß sie nur vorläufig sein sollen, ist darin zwar nicht ausgesprochen, aber es ist gesetzlich nichts anderes als ein- borläufige Anordnmtg zulässig. Am 3. Mai folgt darauf eine neue Verfügung des Oberpräsidentcn, worin die Kasse aufgefordert wird, diese Aenderungen nunmehr in einer General- Versammlung zu beschließen und sie damit dauernd einzuführen, und zwar innerhalb sechs Wochen. Auch das ist gesetzlich vorgeschrieben und es ist weiter vorgeschrieben, daß die Aufsichtsbehörde die er- forderlich� Abänderung des Statuts von amtswegen anzuordnen hat, wenn die Kasse es unterläßt, der Verfügung nachzukommen. Die Kasse fügte sich der gegebenen Anweisung und berief eine Generalversammlung ein. Die Generalversammlung beschloß auch die Wänderung der Beitragssätze gemäß der Verfügung, lehnte jedoch die Einführung der Karenziage ab. Das so abgeänderte Statut wurde vorschriftsmäßig zur Genehmigung eingereicht und am 20. September 1904 durch Beschlutz des Bezirksausschusses genehmigt, und am 23. September durch den Magistratskommissar dem Kassen- vorstände mit der Aufforderung zugestellt, es nunmehr vorschrifts- mätzig bekannt zu machen. Das geschah und die Kassenorgane führten das Statut aus. das heißt, sie zahlten Kranken das Kranken- geld vom ersten Tage der Erkrankung an. Laut genehmigtem Statut. Darauf bekommt der Kassenvorstand eine Zuschrift des Magistratskommissars vom 21. November. Es sei zu seiner Kenntnis gekommen, schreibt der Magistratskommissar, daß auf Beschluß des Kassenvorswndcs die Kasse für die drei Karenztage Krankengeld be- zahle. Der Erlaß des Oberpräsidenten vom 23. April bestehe aber noch zu Recht und deshalb sei der Vorstand- nicht berechtigt gewesen, willkürlich den Fortfall der drei Karenztage zu beschließen. Der Magistratskommissar habe deshalb den Kassenführer angewiesen, für die drei Karenztage kein Krankengeld niehr zu zahlen. Der Kassen- vorstand wird aufgefordert, sich über die Gründe zu seinem Beschlüsse zu äußern. Maßnahmen aus§ 42 des Gesetzes behalte sich der Kommissar vor. Jetzt beging der Kaffenvorstand allerdings einen Fehler dadurch, daß er beschloß, trotz dieser Verfügung das.Krankengeld für die ersten drei Tage weiterzahlen zu lassen. Und nun folgte: Rück- forderung des Geldes vom Vorstände durch den Magistratskon, missar, Anordnung einer außerordentlichen Generalversammlung und An- drohung kommissarischer Verwaltung, falls die Generalversammlung es ablehne, das Geld von den Vorstandsmitgliedern zurückzufordern. Eine Beschwerde beim Oberpräsidcnteu. die dagegen eingelegt wurde, war erfolglos. Ter Obcrpräsidcnt schloß sich ganz dein Magistratskommissar an. In dem Bescheide des Obcrpräsidenten vom 16. Februar 1905 heißt es: „Meine vorläufige Anordnung vom 23. April 1904 ist hin- sichtlich der Berechnung dreier Karcnztage nicht aufgehoben. Biel- mehr ist sie durch einen inzwischen ergangenen Erlaß vom 6. Januar 1905 endgültig geworden." Das Verfahren der Aufsichrsinstanzen gegenüber der Kasse dürfte selbst bei Leute» Kopfschüttcln erregen, die rein formale Ge- sichtspunkte gelten lassen. Die preußische Ausführungsanweisung vom 10. Juli 1892 zum Krankenversicherungs-Gesetze, die für die hier in Frage kommenden Bestimmungen noch gilt, da sie aus dem Jahre 1892 herrühren, bestimmt unter Nr. 37: „Bei einer nach 8 33 Abs. 1 bis 3 erforderlichen Abänderung bat der Regierungspräsident unbcsclmdct seiner aus§ 33 Absatz 4 sich ergebenden Befugnisse für die Einreichung des Abänderungs- beschlusscs eine Frist zu bestimmen. Geht innerhalb dieser Frist ein Beschluß über eine hinreichende Abänderung des Statuts ein, so ist die Beschlußfassung des Bczirksaus- s chu s sc s" gemäß Nr. 34 herbeizuführen. I», andere» Fall« verfügt der Regierungspräsident die Abänderung und Vcr- öffentlichung des Statuts." � Die Ausführungsanweisung geht also selbstverständlich auch von einer loyalen Handhabung der Befugnisse der Aufsichtsbehörde aus. Sie setzt voraus, daß der Beschluß des Bezirksausschusses über die Statutenabänderung durch die Generalversammlung nur herbei- geführt wird, wenn die Abänderung für hinreichend erachtet wird. Es wird also unterstellt, daß die Abänderung als hinreichend an- gesehen wurde, wenn sie dem Bezirksausschusse zur Beschlußfassung unterbreitet wird. Es bedeutete ja auch geradezu eine Bloßstellung des Bezirksausschusses, wenn ihm die Aufsichtsbehörde ein Kassen- s-atut zur Beschlußfassung vorlegte, das sie für ungenügend und zur ordentlichen Führung der Kassengeschäfte nicht geeignet hielte. Der Bezirksausschuß soll doch nicht bloß formell, sondern auch materiell' über das Statut entscheiden. So bestimmt auch die Aus- führungsanweisung in Nr. 22 über das Verfahren bei Genehmigung eines Statuts: Der Bezirksausschuß prüft zunächst, ob die in dem Statuten- enttourf vorgesehene Bemessung der Beiträge der Anforderung des § 22 Absatz 1 entspricht(das heißt, ob sie zur Erfüllung der Verpflichtungen der Kasse ausreichen). Entstehen Zweifel hierüber, so ist eine sachverständige Prüfung anzuordnen.... Je nach dem Ergebnis der sachverständigen Prüfung hat der Bezirksausschuß nach Maßgabe des§ 30(des Gesetzes) über die Genehmigung des Kassenstatuts zu beschließen. Und überdies ist in der Nr. 21 der Ausführungsanweisung bestimmt, daß der Regierungspräsident den Statutenentwurf(den Einreichern) zurückzugeben hat, wenn er ihn für ungenügend hält. Nur wenn er ihn für genügend hält, hat er ihn dem Bezirks- ausschusse zu unterbreiten. In diesem Sinne ist auch der Schlußsatz der zitierten Nr. 37 gemeint:„Im anderen Falle verfügt der Regierungspräsident die Abänderung und Veröffentlichung dcS Statuts."" Hier hat aber der Obcrpräsident dem Bezirksausschüsse das abge- änderte Statut zur Genehmigung vorgelegt, obwohl er die Abände- rung nicht für hinreichend hielt. Ter Bezirksausschuß hat das Statut genehmigt, offenbar ohne Kenntnis davon, daß es dem Ober- Präsidenten nicht genügte. Jedenfalls durfte der Kaffenvorstand nach den Befugnissen, die dem Bezirksausschusse durch das Gesetz zuge- wiesen sind, annehmen, die Genehmigung durch ten Bezirksausschuß bezeichne die von der Generalversammlung beschlossene Abänderung des Statuts als hinreichend, und damit muhte die vorläufige Ver- fügung des Obcrpräsidenten vom 23. April 1904 als aufgehoben angesehen werden, Das alles ist auS rein juristischen Erwägungen geltend zu machen. Wollten wir nun auch noch soziapolitische Erwägungen geltend machen, dann könnten wir sagen, die Aufsichtsbehörde hätte den Kassenvorstand zu sich bescheiden und ihm im Interesse der ordentlichen Erledigung der Kassengeschäfte und im Interesse des ge- deihlichen Zusammenwirkens von Kassenvorstand und Aufsichtsbehörde zum Wohle der Versicherten eröffnen können, daß sie nach wie vor an der Einführung der drei Karenztage festhalte, um die Kassen- Verhältnisse in Ordnung zu bringen. Indessen erscheint es uns als Vcrmesscnheit, dem Staate der Sozialpolitik sozialpolitische Er- wägungcn bei Handhabung der betreffenden Gesetze zuzumuten. Denn die Sozialpolitik kann natürlich im Polizcistaate nicht weniger polizeilich sein wie dieser selbst. Ter hier geschilderte Fall ist eine treffliche Illustration dazu und sie wird nicht iveniger kennzeichnend durch den Umstand, daß der Kommissar des„freisinnigen" Berliner Magistrats eine aktive Rolle in diesem Polizeistückchcn spielt. „Soziale Fürsorge" der preußischru Eisciibahnverwaltiing. Am 17. Februar wurden die Arbeiter der Hauptwerkstätte Tempelhof mit folgender Verfügung bekannt gemacht: Teinpelhof, den 17. Februar 1905. Es kann durchaus nicht geduldet Iverdeu, daß die Arbeiter immer wieder versuchen, sich vorher zu waschen und umzuziehen sowie das Werkzeug vor dem Glockenzeichen wegzulegen. Niemand hat das Recht, vor dem Glockenzeichen seinen Arbeitsplatz zu ver- lassen. Ich warne also jeden, zuvor sich zu waschen und um- zuziehen sowie daS Werkzeug wegzulegen. Die Herren Aufsichtsbeamten sind angewiesen, jeden Fall un- nachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Ich werde über jeden Fall Geldstrafen verhängen. Vorstand der Werkftätten-Jnspektion B. Frankel. Ilm diese fürsorgliche Anordnung recht zu verstehen mutz mau wissen, daß die Arbeiter auch verpflichtet sind, 10 Minuten nach dem Glockenzeichen ihre Marken am Portierstand abzugeben. Andernfalls iverden sie in Strafe genommen. Wenn nun Arbeiter im Maschinen- schuppen arbeiten, vielleicht gar unter einer Lokomotive liegen, dann brauchen sie fast flinf Minuten, um von dort nach ihrem ordentlichen Arbeitsplatze zu kommen, wo das Werkzeug aufzubewahren ist und die Kleider hängen. Dann sollen sie in fünf Minuten das Werkzeug säubern und zusammenlegen, sich waschen, umziehen und zum Tore gehen. Die Anordnungen, die auf dem Papiere sehr schön aussehen, laufen also darauf hinaus, den Ar- beiter sozial herabzndrücken. Es ist ihm unmöglich gemacht, sich ordentlich zu säubern und als ordentlich aussehender Mensch die Straße zu betreten. In dieser Abteilung werden seit Ende Januar l'/z Ueber- stunden gemacht, so daß im Monat 299 Arbeitsstunden heraus- kommen. Dabei belänft sich der tägliche Arbeitsverdienst der quali- fizierten Arbeiter auf 3,50 M. bis 4,50 M. Früher wurden für jede Ueberstunde 10 Pf. Zuschlag bezahlt. Das ist jetzt weggefallen— ans sozialer Fürsorge._ Ungültige Polizeivorschrift. Die Polizeiverordnung vom 3. Januar 1903, Ivelche in München-Gladbach die Anbringung der Hausnummern regelt, schreibt u. a. vor, daß die Nummern nur von Beauftragten der Polizei beschafft und angebracht werden dürfen. Diese Bestimmung hat jetzt das Ämmnergericht für rechtsungültig erklärt. Die Polizei gehe damit über ihre Befugnisse hinaus, denn das Gesetz gebe ihr kein Recht zu bestimmen, tver die Nummern ausschließlich zu beschaffen und anzubringen habe. Dagegen könne die Polizei zweifellos im öffentlichen Interesse die Anbringung von Straßcnnummern in bestimmter Form Und bestimmter Größe an einem bestimmten Platz vorschreiben. Wenn der Hausbesitzer Nummerschilder in der richtigen Form beschaffe und sie selber am richtigen Platz anbringen lasse, dann müsse sich die Polizei damit be- gnügcn.— Aus diesen Gründen wurde der wegen Uebertretung der für ungültig erklärten Bestimmung angeklagte Hausbesitzer A. in letzter Instanz freigesprochen. Konsumvereine dürfen im Notfälle auch an NichtMitglieder ver- kaufen, so hat es das Landgericht zu Elberfeld entschieden und das Oberlandcsgericht Köln hat die Entscheidung bestätigt. Der neue Geschäftsführer eines Konsumvereins in Remscheid hatte bei seinem Amtsantritte 20 Doppelwagcn Rartoffeln vorgefunden, während für den gewöhnlichen Bedarf der Mitglieder zwei Wagen ausreichten. Da die Kartoffeln schon im Keimen lvaren und bei längerem Liegen gänzliches Verderben zu befürchten war, bot der Geschäftsführer auf Grund eines Vorftandsbeschlusses die Kartoffeln zu jedem annehmbaren Preise an jedermann aus und verkaufte infolgedessen auch einen größeren Posten an NichtMitglieder. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Verletzung der§§ 8 und 152 des Genossenschaftsgesetzes und erzielte auch vor dem Schöffengericht eine Vernrteilung. Die oberen Instanzen erkannten jedoch auf Freisprechung, da ein Notvcrkauf vorliege und kein regelmäßiger Geschäftsverkehr, wie ihn das gesetzliche Verbot im Sinne habe. Ruq Induftrie und Handel. Deutsche Bank. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank wurde beschlossen, der Generalversammlung die Ver- teiluna einer Dividende von 12 Proz.(gegen 11 Proz. im Vorjahre) vorzuschlagen. Der Rohgelvinn beträgt für daS letzte Geschäftsjahr 39,6(für 1903— 38,7) Millionen Mark, der Reingewinn 24,3(eben- falls 24,3) Millionen Mark. Tie verhältnismiisiig gute Geschäftslage, deren sich zurzeit die deutsche T e x t i l i n d n st r i e erfreut, ist nicht nur durch den flotten Absatz auf" den einheimischen Markt verursacht, sondern auch durch eine Zunahme der Ausfuhr von Textilwaren. Die Ausfuhr von Bamnwolltvaren steigerte sich zum Beispiel von 44 935 Doppelzentnern im Januar 1904 auf 47 383 im Januar des laufenden Jahres. An der Steigerung der Ausfuhr sind Haupt- sächlich Garne und Strumpfwaren, sowie Spitzen beteiligt, während Baumwollgewcbe, Stickereien, Posamentier- und Knopfmacherwaren eine» Rückgang aufweise». Vor allem ist die Ausfuhr nach Groß- britannien wieder in erfreulicher Zunahme begriffen, aber auch nach den Bereinigten Staaten war der Export in zahlreichen Artikeln stärker als vor Jahresfrist. Für Wollwaren sind die Auslandsmärkte im Januar gleichfalls recht aufnahmefähig gewesen. Insgesamt stieg die Ausfuhr von 33 124 Doppelzentnern im Januar des Vorjahres auf 35 268 in diesem Jahr. Vor allem ist hier die Garnaussilhr steigend gewesen. Großbritannien und Oesterreich- Ungarn bezogen in einzelnen Ganssorten fast doppelt so viel Ware wie im Vorjahre. Tuch- und Zeuglvaren waren in der Ausfuhr gegenüber dem Vor- jähr fallend, und zwar hauptsächlich wegen der geringeren Bezüge der Vereinigten Staaten von Amerika und der Schweiz. Seiden- waren endlich zeigten eine Steigerung der Ausfuhr von 3148.43 Doppelzentnern im Januar 1904 aiss 4136.83 im laufenden Jahre. Vor allein sind halbseidene Waren vom Ausland stärker be- zogen worden. Großbritannien und die Vereinigten Staaten stehen auch hier an der Spitze der Bezugländer. Waren aus reiner Seide sind nicht so stark ins Ausland versandt worden wie im Januar 1904. Auswanderung über deutsche Häfen. Im Jahre 1904 sind nach Mitteilung des eben erschienenen VicrteljahrshefteS zur Statistik des Deutschen Reiches(Jahrgang 1905) über deussche Häfen 241 114 AuS- Wanderer befördert worden, und zwar 219096 Fremde, 22018 Deutsche. Gegen daS Jahr 1903 hat sowohl die deutsche wie die fremde Aus- Wanderung, soweit sie über deutsche Häfen erfolgte, abgenommen, nämlich um 5596 bezw. 49 131, insgesamt also um 54 727 Personen. Von den 241 114 Auswanderern gingen 133 681 über Bremen, 107 433 über Hamburg ins Ausland. Von den Deutschen wanderten, wie bemerkt, 22 013 über deutsche Häfen, weitere 6966 über fremde Häfen(darunter 4215 über Antwerpen, 1454 über Rotterdam und Amsterdam) aus. Die Gesamtzabl der deutschen Auswanderer betrug also im Jahre 1904: 27 984(1903: 36 310, 1902: 32 098). An dieser Gesamtzahl sind als Auswanderungsgebiete beteiligt: Posen(mit 3033 deutschen Auswanderern), Hannover und Bayern rechtS des Rheins(mit ie_ über 2000), Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Westfalen, Rheinland, Sachsen, Württemberg(mit je über 1000). Ihrem Beruf nach treffen von den deutschen Auswanderern 10 603 ans Landwirtschaft(1903: 13 544), 8210 auf Industrie(1903: 11 341), 4044 auf Handels- und Verkehrsgcwerbe(4042). � Von den fremden Auswanderern stellte das Hauptkontingent Rußland mit 105 554 Auswanderern, Oesterreich(57 354), Ungarn (50 695), in weitein Abstand ferner Rumänien(1318), Italien(773) stellten. Als Reiseziel wählten gleichwie in früheren Jahren sowohl die deutschen als auch die fremden Auswanderer in liberwiegender Zahl die Vereinigten Staaten von Amerika. ES gingen dorthin von den 27 984 deutschen Auswanderern nicht weniger als 26 085, voll den 219 096 fremden 185 454. Großbritanniens Kohlcnvorrätc. In England wird seit mehreren Jahre die Frage erörtert, wie lange noch die ungehobenen unter- irdischen Kohlenvorräte Großbritamssens und Irlands reichen werden. Zur Untersuchung dieser Fragen ist durch königliche Order vom 28. Dezember 1901 eine Kommission eingesetzt worden, die kürzlich, nachdem sie schon früher zwei Vorberichte erstattet hatte, eine Zu- sammenfassulig ihrer Untersuchmigsergebiiisse veröffentlicht hat. Dieses Resultat besteht in folgenden Feststellungen: An Kohlenlagern, nicht mehr als 4000 Fuß tief gelegen und von mindestens 1 Fuß Stärke, besitzt das Vereinigte Königreich unter Berücksichtigung der nötige» Abzüge einen noch unerhobenen Kohlenvorrat von schätzungsweise 100 914 668 167 Tonnen. Der Vorrat von Kohle in tiefer gelegenen Kohlenlagern wird auf 5 239 433 980 Tonnen berechnet. Die Kominission betrachtet eine Tiefe des Lagers von 4000 Fuß als Maximum uild eine Stärke des Lagers von 1 Fuß als Minimum für die Abbaufähigkeit. Die vor« stehenden Berechnungen der Kohlenvorräte stützen sich auf die bis- herigen Abbauinetboden. Die Kommission hält es indessen für möglich, durch Verbesserungen höhere Erträge als bisher zu erzielen. Die jährliche Kohlengewinnung beträgt gegenwärtig rund 230 Millionen Tonnen und die geschätzten abbaufähigen Vorräte rund 100 000 Millionen Tonnen, so daß die Vorräte den Bedarf noch auf mehr als vier Jahrhunderte decken lv ü r d e n. Die Kohlengewinnung ist in den letzten dreißig Jahren stetig gesssegen(jährlich um 2I/i Proz.). Die Kommission ist aber der Ansicht, daß die Zunahme der Kohlengewinnung nicht mehr lange anhalten, viel«, ehr nach und nach zurückgehen und allmählich eine Abnahme erfahren wird. Der Kampf gegen die Standard Ott Company. In den Ver- einigten Staaten von Amerika ist wieder mal, wie schoir kürzlich berichtet wurde, ein Kampf gegen den Petroleumtrust, die Rocke- fellersche Standard Ott Company, entbrannt. Der Abgeordnete Campbell von Kansas hat im amerikanischen Repräsentantenhaus einen Antrag gestellt, die Geschäftsmethodcn, die diese Gesellschaft befolgt, einer staatlichen Untersuchung zu unterziehen. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, und daraufhin hat Roose- velt sofort eine Aufforderung an den zur Beaufsichtigung des amerikanischen Korporationswcsens eingesetzten Kommissär Garfield gerichtet, so schnell als möglich eine gründliche Untersuchung der Geschästspolitik des Petrolcumtrusts einzuleiten. Die Beschuldigungen, die Campbell im Repräsentantenhaus gegen den Trust erhob, sind folgende: Als vor drei Jahren ver- schiedcne bedeutende Petrolenmquellcn im Staate Kansas entdeckt wurden, erschienen dort sofort mehrere Vertreter der Standard Oil Company, welche, indem sie den Eigentümern die Abnahme des ge- womicncn Petroleums zu lohnenden Preisen zusagten, die Er- schließung der Quellen im tvcitesten Maße zu fördern suchten. Die Standard Oil-Gcsellschaft richtete nicht nur selbst, lvo dies erforder- lich schien, Pumpstationen ein, sondern übernahm auch den Trans- Port des Petroleums, indem sie die Besitzer der Oelqucllen zu ver- anlassen wußte, mit ihr ein Abkommen zu treffen, nur die von ihr hergestellten Rohrleitungen zu benutzen. Nachdem der Trust auf diese Weise die größten Besitzer von sich abhängig gemacht hatte, richtete er zunächst sein Augenmerk darauf, diejenigen Konkurrenz- Unternehmungen, die sein Monopol nicht anerkennen wollten, zu Fall zu bringen. Mit Hülfe der von ihm beherrschten Bahnen ge- lang ihm dies ziemlich leicht, indem die Bahnen veranlaßt wurden, von diesen Konkurrenten ches Petroleum-Trusts Frachtgebühren zu verlangen, welche ein lohnendes Geschäft ausschloffen. Dann aber, nachdem die Produzenten derart unter die Willkür eines Monopols gestellt waren, fing die Standard Oil Co. an, die Preise des Rohöls mehr und mehr zu reduzieren, bis schließlich die Produzenten da- gegen die Hülfe des Staates anriefen. Der Gouverneur und die Legislatur liehen dem Notschrei williges Gehör und drohten mit Repressalien, Ivos die Standard Oil Co. veranlaßte, einen Boykott über das Petroleum von Kansas zu verhängen, d. h. ihre Pmnp- stationcil und Röhrenleitungen zu schließen und den Ankauf jedes dortigen Rohöls zu verweigern. Diese Herausforderung bewirkte. daß die Legislatur von Kansas im Verein mit dem Gouverneur eine wahre Flut von Gesetzen gegen die Standard Oil Co. und die Bahnen erließ, aber der Petroleum-Trnft erwies sich mächtiger als die Re- gicrung des Staates Kansas, so daß diese schleunigst zu dem Mittel griff, durch Campbell den oben erwähnten Antrag in der Bundes- lcgislatur stellen zu lassen. Es handelt sich also nicht, wie dieser Tage in einigen Blättern zu lesen war. darum, die Preise der Standard Oil Company herab- zudrücken, sondern lediglich um einen bloßen Profitstrcit ztvischen zwei Kapitalistcngruppen. Tie Besitzer der Petroleumqucllen von Kansas möchten möglichst hohe Preise für ihr Petroleum haben, der Trust aber sucht die Preise möglichst herabzudrücken. SewerKscKaftlicKes. Und wieder ein Ehrenmann ins Zuchthaus! Der Maurer B e n e d i k aus Kattowitz stand dieser Tage vor der Strafkammer dortselbst, um sich wegen angeblicher Verleitung zum Meineide zu verantworten. Im vorigen Frühjahr hatte B e n e d i k auf dem Bahnhof Myslowitz Streikposten gestanden. Als ein Agent eine An- zahl Maurer aus Wadowice brachte, die nach Forst wollten, gelang es dem Angeklagten, diese zur Umkehr zu veranlassen. Der Agent erstattete nun gegen B e n e d i k eine Anzeige, die ihm vor der Strafkammer in Bcuthen einen Monat Gefängnis einbrachte. Damit war aber die Anklagebehörde noch nicht zufrieden, sondern man machte gegen den Angeklagten noch ein Ver- fahren wegen Verleitung zum Meineide anhängig. B e n e d i k war nämlich, was erklärlich aber sehr un- geschickt von ihm war, nach Wadowice gefahren, um vor dem Termin eine Unterredung mit den in Betracht kommenden Zeugen herbeizuführen. Dabei soll ein anderer Maurer, der mit ihnen war, den Leuten zugeredet haben, ihre vor dem Unter- snchungsrichter gemachten Aussagen teilweise zu widerrufen In der ersten Verhandlung gegen B e n e d i k kam diese Be- sprcchnng mit den Zeugen zur Sprache und führte zur so- fortigen Verhaftung des Angeklagten. Die Verhandlung gegen ihn wegen der angeblichen Ver- leitung zum Meineid mußte dann wiederholt vertagt werden, da die sogenannten Belastungszeugen zum Erscheinen nicht zu bewegen waren. Herr Grenzkonnnissar Mädler(!), der in seiner amtlichen Eigenschaft und seiner ganzen bekannte»: Tätigkeit nach ja nicht so leicht in denselben Verdacht wie der Angeklagte kommen konnte, unternahm mehrere Reisen, durch die es ihm endlich gelang, zwei Zeugen aus Galizien herbeizuschaffen! Deutfches Reich. der Fürst zu Hohenlohe- Dehringen und die Firma André, Mendes An die Delegierten zum Kölner Gewerkschaftskongreß! u. Co, angehören und die nunmeh den Bau von Fabriken, Arbeiter Auch die Zeugen waren in ihren Aussagen sehr zurückwohnungen usw. in Steinförde- Wietze in Angriff nehmen will. Werte Genossen! Die Wohnungskommission hat Somit entwickelt sich die einst so stille Heidestadt Celle allmählich haltend; das Gericht kam aber dennoch zum Schuldspruch sich konstituiert und bitten wir dringend, daß die Delegierten zur Zentrale eines großen neuen Induſtriebezirks; wird doch in und verurteilte Bendik zu einem Jahre Zuchthaus und zwei zum Kongreß beim Unterzeichneten baldigst ihre Anmeldung ihrer Umgebung nach allen Richtungen hin nach Salz wie auch nach Jahren Ehrverlust! Del gebohrt. Unmittelbaren finanziellen Gewinn hat die Stadt Eine harte Strafe für eine Unvorsichtigkeit! Denn kein besorgen wollen. Wir bitten, bei der Anmeldung die Preise der gewünschten freilich von diesem Del- und Salzfegen bisher noch nicht gehabt; der Gerichtshof der Welt vermag uns davon zu überzeugen, daß Wohnungen, welche hier von 1,50 W. an bis 2,50 Mt. zu haben fließt zumeist in die Taschen des Großkapitals. Benedit bewußterweise andere hat zum Meineide verleiten sind, mit anzugeben. Verbrecherische Anschläge gegen Eisenbahnzüge. Durch einen wollen. Der Zuchthäusler, der in letzter Stunde wegen Ausbung seiner harten Arbeiterpflicht im Kampfe mit dem Die Kommission wird bestrebt sein, soweit es irgend möglich Hülfsbahnwärter wurde bei Begehung der Eisenbahnstrecke NeuKapitalismus den Schlingen der Justiz versiel, bleibt in unseren ist, allen Wünschen und Anforderungen der Delegierten Rechnung Dynamit patrone gefunden, die mit Zünder versehen war. mühl- Sterkrade unter Eisenbahnschienen versteckt eine Augen ein Ehrenmann! Auf den Eisenbahnzug Hochneukirch- Gladbach wurden mehrere J. A.: Th. Bartels, Köln, Im Weichserhof 49, II. Schüsse abgefeuert, welche die Fensterscheiben durchschlugen, ohne Die Parteipresse wird freundlichst um Abdruck obigen Auf- jemand zu treffen. Die Behörde fezte eine namhafte Belohnung rufs gebeten. auf die Entdeckung der Täter aus. Berlin und amgegend. Lohnbewegung der Tapezierer. Nachdem sich am Sonntag die Werkstattdelegierten für die Lohnbewegung entschieden und über die aufzustellenden Forderungen geeinigt hatten, beschäftigte sich mit dieser Angelegenheit am Dienstag eine sehr stark besuchte Versammlung des Tapezierer- Verbandes. Wels legte der Versammlung die formulierten Forderungen bor. Sie lauten: 1. Der Stundenlohn beträgt 70 f. 2. Möglichste Beseitigung der Affordarbeit. 3. Wo dies nicht möglich ist: Erhöhung der Affordpreise um mindestens 20 Proz. und Einführung eines Garantielohnes von 38 M. wöchentlich. 4. Die Arbeitszeit beträgt wöchentlich 50 Stunden. 5. Abschaffung der Ueberstunden, event. ein Zuschlag von 25 Pf. pro Stunde. Abschaffung der Nachtarbeit, event. ein Zuschlag von 70 Pf. pro Stunde. Abschaffung der Sonntagsarbeit, ebent. ein Zuschlag von 35 Pf. pro Stunde. 6. Die Werkstatt nuß jeden Tag ausgefegt und jede Woche einmal naß gereinigt werden. 7. Freigabe des 1. Mai als Feiertag. 8. Festlegung obiger Bestimmungen durch korporativen Arbeitsvertrag. zu tragen. Sonderbarer Arbeitsmangel. Die Maler in Schleswig haben den bisher mit ihren Meistern vereinbarten Tarif zum 1. April gekündigt und einen neuen Tarif eingereicht. Die Meister haben sich auf den eingereichten Tarif noch nicht offiziell geäußert, dagegen haben die Gehülfen der Firma Serste u. Sohn bereits eine Art Antwort erhalten. In diesem Geschäft wurden nämlich plöglich sechs Gehülfen wegen Arbeitsmangel" entlassen. Sämtliche Entlassenen hatten den eingereichten Tarif unterzeichnet. Die Modelleure der Gipsbildhauer Breslaus sind in eine Bewegung getreten. Der von ihnen eingereichte Tarif entspricht im wesentlichen dem vorjährigen; nur find neben den Mindestlohnen auch mittlere Löhne vorgesehen, da man die Erfahrung gemacht hat, daß die Unternehmer gern den Minimallohn zum Normallohn machen. Die Bestimmungen des vorgelegten Tarifentwurfes sind in der Hauptsache folgende: Achtstundentag; völliger Ausschluß der Affordarbeit; Mindestlohn für Modelleure in der Werkstatt 36 M., mittlerer Lohn 42 W., für Gipsbildhauer 27 beztv. 33 M., für Arbeit am Bau 48 bezt. 57 M. Für sog.„ Ausgelernte" und Volonteure ist ein etwas niedrigerer Tarif vorgesehen. Achtung, Rahmenvergolder! Bei der Firma F. Kirschner in Bresla u find sämtliche Nahmenvergolder sowie Tischler in den Streit eingetreten. Zuzug ist darum streng fernzuhalten. Der Hauptvorstand des Verbandes der Bergolder Deutschlands. Husland. Die Aussperrung der Wiener Tischler ist in ein neues Stadium getreten. Die der Vereinigung angehörenden Tischlermeister ließen in der Nähe ihrer Werkstätten Blafate ankleben, in denen sie erklärten, daß die Aussperrung bis zur Hälfte aufgehoben sei. Die sich meldenden Gehülfen könnten zu Bedingungen anfangen, wie sie die Vereinigung der Meister in einer von ihr ohne Zuziehung der Gehülfen getroffenen neuen Arbeitsordnung niedergelegt habe. Die Gehülfen blieben jedoch den Werkstätten fern und erklärten, die Arbeit nur dort aufnehmen zu wollen, wo ihnen der Neunstundentag mit Arbeitsschluß um 5 Uhr nachmittags zu gesichert wird. Jm Heidelberger Theatersfandal- und Duellprozeß wurden die Studenten der Rechtswissenschaft von Heeß aus Mülheim a. Rhein und Dietrich aus Berlin wegen Herausforderung von Redakteuren des Heidelberger Tageblattes" zu je fünf Tagen, Student ElsässerMannheim wegen Kartelltragens zu zwei Tagen Festungshaft verurteilt. Das„ Tageblatt" hatte das Standaltreiben der Studenten im Theater gerügt. Das hält selbst kein Löwe aus. Ueber ein ganz neues Rezept zur -in Verscheuchung von Löwen hat so erzählt die„ Köln. 8tg." diesen Tagen der anglikanische Bischof von Maschona. land vor einer Missionsversammlung berichtet. Dieser Prälat, der noch zahlreiche Löwen in seinem Sprengel zählt und daher schon cher auf plöbliche Zusammenstöße mit ihnen vorbereitet sein sollte, fand sich eines Tages ganz unerwartet dreien von ihnen gegenüber. Waffen hatte er nicht, und sie wären ihm auch, in Anbetracht des zahlenmäßigen Uebergewichts eines vollen Löwenkollegiums, im besten alle wohl faum von Ruben gewesen. So folgte auch er der Eingebung des Augenblicks, die der Gewohnheit des Daseins entsprang, öffnete fein Gebetbuch und begann mit aller Sammlung und Sal bung, deren ein Kirchenfürst in wilden Ländern in kritischen Augenblicken fähig sein mag, die 39 Artikel zu berlesen, die der anglikanischen Kirche als gußeiserne Glaubensgrundlage dienen. Die drei durch das unerwartete Erscheinen des Diözesanbischofs jedenfalls verblüfften Wüstenkönige hörten eine Weile dieser Vorlesung verlegen und andächtig zu. Als aber der Prälat im Fortgange der Rede den zehnten Artikel bereits beendet, seinen seltenen Zuhörern das nötige über die kanonischen Bücher der heiligen Schrift sowie die intereffanten Apokryphen mitgeteilt, auch den Kehern den werfenden Denkzettel erteilt hatte und nun frischweg mit Artikel 11 begann, wo von der Rechtfertigung durch den Glauben die Rede ist, ba wurde den andächtigen Zuhörern die Sache unheimlich und sie machten sich ohne Entschuldigung oder Einspruch still aus dem Staube.... Diskussion. vers Die Gehülfen, welche schon jetzt zu höheren Lohnfäßen arbeiten, dürfen durch diese Preisnotierungen feinen Lohnausfall erleiden. Zur Begründung der Forderungen führte Wels unter anderm aus: Der jetzt geltende, vor fünf Jahren errungene Lohnsah von 60 Pf. fönne nicht mehr als ausreichend angesehen werden. Es fei festgestellt, daß die Tapeziergehülfen durchschnittlich nur 210 Tage im Jahre Arbeit haben. Die Verteilung des in dieser Zeit verdienten Lohnes auf das ganze Jahr würde für die Stunde 40 Pf. ergeben. Daß bei solchem Einkommen unter den jezigen Teuerungsverhältnissen und den durch den Zolltarif in Aussicht stehenden weiteren Preissteigerungen der Lebensmittel eine Familie nicht bestehen kann, liege auf der Hand. Leider müsse festgestellt werden, Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen daß selbst ein königliches Institut, nämlich das Opernhaus, noch Deutschlands, Bezirk Berlin. Heute abend 8%, Uhr im Luisenstädtischen erheblich niedrigere Löhne zahle als die Privatunternehmer. Die Konzerthaus", Alte Jakobstr. 37: Protest- Bersammlung. Kollege Martin Meyer spricht über: Wo bleibt das Kaufmannsgericht? Zahlreichen Besuch von der Verwaltung des Opernhauses beschäftigten Tapeziergehülfen Der Bericht der österreichischen Gewerkschaftskommission vom erwartet die Ortsverwaltung. erhalten bei achtstiindiger Arbeitszeit einen Tagelohn von 3,75 M., Jahre 1904 zeigt einen weiteren Auffchwung der Gewerkschaften Friseurgehülfen! Deffentliche Versammlung heute abend 10 Uhr in also noch nicht 47 Pf. pro Stunde.- Die Affordarbeit müßte innerhalb der Berichtsperiode. Die nach der Zahl der an die den Prachtsälen Verein Berliner Musiker", Kaiser Wilhelmstr. 18m. eigentlich gänzlich beseitigt werden, leider seien aber viele Kollegen Gewerkschaftskommission geleisteten Beiträge berechnete Mitglieder- Referent D. Bennte. noch nicht dafür zu haben. Dasselbe gelte für die Ueberstunden- zahl der Gewerkschaften betrug am Ende des Jahres 129 630. Die Oeffentliche Versammlung Donnerstag, den 9. März, abends 8 Uhr, und Sonntagsarbeit, die man durch Forderung des Zuschlages Gesamteinnahmen der Gewerkschaftskommission find um 6310 Kronen Gr. Industrie- Saal, C., Beuthstr. 19/20. Bortrag der Frau Katharina wenigstens erheblich einzuschränken glaube.- Die hygienische Scheven- Dresden: Alfoholismus und Prostitution". Forderung der Werkstattreinigung sei im Interesse der Ge- gestiegen. An Streikunterstützungen wurden beinahe 36 000 kronen Einberuferin: Frau Martha Marquardt, W. 30, Maaßenstr. 23. durch die Getvertschaftskommiffion ausgegeben. Ihre Tätigkeit fundheit der Kollegen dringend geboten, denn nach Ausweis ftützte die Kommission auf drei Landes- Sekretariate und fünf Landesder Krankenkaffen- Statistik sterben 56 Proz. der Tapeziergehülfen Vertrauensmänner. Die„ Gewerkschaft", das Organ der Kommission, tgl. Polizei- Bräsidiums. an der Schwindsucht, was in erster Linie auf den in den Werkstätten hatte eine Auflage von über 53 000 Gremplaren in der deutschen herrschenden Staub und Schmutz zurückzuführen fei. Weiter teilte und 3600 Exemplaren in der tschechischen Ausgabe. Zwischen der der Redner mit, daß ihn der Arbeitgeber Feder namens des Wiener und Prager Kommission schweben Verhandlungen mit dem Innungsvorstandes bereits um Berhandlungen über die Forderungen Ziel, beide zu verschmelzen. Von den einzelnen Zentralverbänden der Tapezierer ersucht habe. Der Verband werde selbstverständlich in nahm der Verband der Bauarbeiter den größten Aufschwung. Verhandlungen eintreten, der Gang der Lohnbewegung dürfe aber Dank der glücklich abgewehrten Aussperrung in Wien und einer durch dieselben nicht aufgehalten werden. Die Frühjahrskonjunktur energischen Arbeit in der Provinz fann er auf einen Zuwachs von fei gut, die Kollegen seien einig, der Sieg sei ihnen deshalb gewiß. 13-14.000 Mitgliedern rechnen. Der Verband der Meta II-*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn." Die Diskussionsredner sprachen sich ohne Ausnahme für die auf- arbeiter berzeichnet einen Mitgliederzuwachs von 5300; ein Teil geftellten Forderungen und deren sofortige Geltendmachung aus. Wafferstand am 7. März. Elbe bei Auffig+1,40 Meter, bei dieser Steigerung ist der Verschmelzung mit dem Fachverein der Unstrut bei Die Versammlung beschloß einstimmig, daß die Kollegen jeder Metallarbeiter Böhmens zuzuschreiben. Die Einnahmen dieses Ver- Straußfurt+1,35 Meter. 0,14 Meter, bei Magdeburg+1,58 Meter. Dder bei Ratibor+1,70 Meter, bei Breslau Werkstatt die Forderungen den Arbeitgebern unverzüglich( b. h. am bandes betrugen 387 200 Kronen, seine Ausgaben 264 590 Stronen. Ober Begel+5,24 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,12 Meter, bei geftrigen Mittwoch) einzureichen und die Bewilligung derselben bis Die Bahl der Ortsgruppen beträgt 239; mit 5 anderen Fach- Frantjurt+ 1,79 meter. 23 eifel bei Brahemünde+3,82 Meter. zum Sonnabend, den 11. März, zu verlangen haben, ohne daß die vereinen steht der Verband in einem Startell- Verhältnis. Der Bar the bet Posen+ 2,26 Meter. Neze bei Usch+1,54 Meter. Berhandlungen zwischen der Verbandsleitung und der Innung das Verband der Holzarbeiter stand im Zeichen der durch beeinträchtigt werden. Wo die Forderungen nicht bewilligt Zentralisation. Der Fachverein der Solzarbeiter für Böhmen, Briefkaften der Redaktion. werden, ist am Montag, den 13. März, die Arbeit nicht wieder auf der Landesverein der Holzarbeiter in Krain, die Organisationen der zunehmen. Alles weitere bleibt der am Sonntag, den 12. März, Tapezierer, Vergolder, Korbmacher usw. wurden alle dem Holz- Sparkasse ein, die auch Einlagen von Berliner Einwohnern annimmt. Die 5. 3000. Legen Sie das überschüssige Geld bei der Schöneberger stattfindenden Verbandsversammlung überlassen. arbeiter- Verbande angeschlossen. Der im Laufe des Berichtsjahres Bedingungen erfahren Sie im Bureau der Kasse, Schöneberger Rathaus. Schließlich wurde noch den Tapezierern der Firma Gerfon, neu errichtete Verband der Handels-, Transport- und Verkehrs-. 2. 1905. Benden Sie sich an Herrn Liebetrau, Putbuserstr. 15. welche für das Schauspielhaus Arbeiten auszuführen hat, zur Pflicht arbeiter tonnte am Schlusse des Jahres schon auf 24 Drtsgruppen gemacht, die Ueberstunden sofort zu verweigern. mit 3000 Mitgliedern verweisen. Auch die Union der Bergarbeiter arbeitet mit gutem Erfolge; sie hatte 83 Ortsgruppen mit 12 000 Mitgliedern. Kurz, außer bei den Eisenbahnern, die einen Rückgang an Mitgliedern zu verzeichnen hatten, machte fich in allen gewerkschaftlichen Verbänden ein Aufschwung an Mitgliedern beMetallarbeiter! Bei der Firma Lorenz, Telegraphenbau- Anstalt, Elisabeth- Ufer 5 1. 6, befinden sich die Induktorbauer wegen Preis differenzen im Streit. Da nicht ausgeschlossen ist, daß weitere Abteilungen in Mitleidenschaft gezogen werden, so ist Zuzug von Mechanikern und allen Metallarbeitern, welche auf Telegraphenapparate gearbeitet haben, streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter- Verband, Verwaltung Berlin. merkbar. Marktpreise von Berlin am 7. März. Nach Ermittelungen bes Für 1 Doppel- Rentner: Weizen**), gute Sotle 17,40-00,00 9., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00. Roggen), gute Sorte 13,75-13,74., mittel 13,73-13,72 M., geringe 13,71-13,70 M. Futtergerſte), gute Sorte 16,40-15,10 2,15000 bis 13,70 M., geringe 13,60-12,40 M. Safer), gute Sorte 16,20-15,50., 45,00-30,00 2. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 2. Linjen 60,00-30,00 mittel 15,40-14,70 M., geringe 14,60-14,00 9. Erbsen, gelbe, zum Kochen Startoffeln 10,00-8,00 R. Richtstroh 4,82-4,32 M. Heu 8,80-7,00 M. Für ein Stilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Shod 4,80-3,20 m. Dresden Juriftifcher Teil. 0 Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends F. P. 23. Das im Jahre 1878 gegen Ihren Erzeuger erlassene Urteil von 7 bis 9 hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. ist noch heute vollstrecbar. Sie müssen sich die Bollſtredbarkeitsklausel erteilen laffen oder, falls dies nicht möglich, auf Erlag eines vollſtredbaren Urteils flagen. Eine ausgeflagte Forderung verjährt erst in 30 Jahren. Der Ausstand der Hoch- und Untergrundbahn- Angestellten in New Sigma. Bor Schluß des Schulpflichtalters fann das Kind auf einen besonderen an die Schuldeputation( Rathaus) gerichteten Antrag dispenfiert York dauert fort. Der Hochbahn- Verkehr leidet darunter ungeheuer, werden. Diese Dispensation tritt nur dann ein, wenn das Kind nach dem bom Untergrundbahn- Verkehr wird behauptet, daß er etwas besser Beugnis des Hauptlehrers die Reise für die erste Klasse hat und wenn funktioniere. Um den Verkehr unmöglich zu machen, entfernten die besondere Berhältnisse die Entlassung aus der Schule unbedingt erforderlich G. F., Wilmersdorf 20. Ob Ihre Schwägerin Die Bewegung der Omnibusangestellten hat die Direktion ver- Ausständigen bei mehreren Zügen die Hebel für die Luftbremsen. erscheinen laffen. anlaßt, eine Bekanntmachung für die Angestellten zu erlassen. Der Da die Arbeitswilligen die so demolierten Züge nicht fahren konnten, als Gesinde oder ob sie als Hausangestellte tätig war, lägt Ihre In beiden Fällen ist das Amtsgericht zu Direttionserlaß sagt den Angestellten nicht etwa eine Aufbesserung famen eine Reihe derselben zum Stillstand. Außerordentlich erbittert getroffen waren, der Anspruch bis zum März berechtigt. ihrer wahrhaft elenden Löhne zu, sondern es wird den Angestellten sind die Arbeiter darüber, daß die Studenten der Columbia- tändig und, falls nicht besondere Abreden über Kündigungsfrist D. 222. Ja. mur nahegelegt, daß sie durch eine feinerzeit eingefeßte Zwölfer- Universität als Streifbrecher auftreten. Auf mehrere Hochbahn- Büge E. M. 48. Leider steht Ihrer Schwester kein Anspruch gegen die Be H. B. 10. Die Kündigung ist nach dem Geset kommission ihre Wünsche der Direktion vortragen dürfen. In der- wurden Steine geworfen. Einer der Arbeitswilligen hat bereits rufsgenossenschaft zu. W. 364. Eine Beleidigungsllage hat wenig Aussicht auf artigen Erlassen pflegt sonst wohl die Zusicherung enthalten zu sein, fchweres Unheil angerichtet. Er verursachte eine Stollision, bei der berechtigt.. 364. Eine K. S., Friedrichsfelde. Lassen Sie sich das ergangene Er daß„ berechtigte Wünsche" erfüllt werden sollen. Eine solche Zusage einer Frau der Kopf vom Rumpf getrennt und ein Mann erdrückt Erfolg. sieht recht wohlwollend aus, fie verpflichtet aber zu nichts. Die wurde. Weiter kamen bei dem Zusammenstoß noch 23 Personen tenntnis in Abschrift geben und wiederholen Sie dann Ihre Anfrage. Es ist unmöglich, ohne Kenntnis eines in einer Rechtssache ergangenen Urteils Direktion der Omnibusgesellschaft hat sich jedoch noch nicht einmal mehr oder minder schwer zu Schaden. ( im Wortlaut) zu erklären, ob und wie der Anspruch mit Aussicht auf Er zu dieser an sich bedeutungslosen Zusicherung verstanden, dagegen folg geltend zu machen ist. 5. M. 48. 1. Sind Sie in Differenzen betont fie in ihrem Utas, daß sie jede Einmischung von mit Ihrer Miterbin, so müßten Sie gegen dieselbe lagen. 2. Der Gläubiger unberufener Seite auch dieses Mal wieder energisch muß flagen. 3. Eine Frist gibt es nicht. 4. In der Regel ist 1 Proz. zu zahlen. Belcher Teil Sie trifft, haben Sie in der Auseinandersetzung festzurüdweisen werde". zulegen. Der Gläubiger fann in Höhe seiner vollen Forderung jeden Auftraggeber haftpflichtig machen. 5. Sie find als Erbe zur Zahlung der Beerdigungskosten usw. verpflichtet. Bei der Berechnung mit Ihrer Miterbin entfallen auf Sie drei Viertel. G. 1000. Leider nein. Aus der Frauenbewegung. Der Vorstand. Die energische Burückweifung jeder Einmischung von uns Berein der Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, berufener" Seite, das heißt der Organisation der Angestellten, ist 13. März, in den„ Arminhallen": Vortrag von Frl. Dr. Wygodszinsky der Direktion natürlich die Hauptsache, denn diese nach Meinung der über:" Form und Verlauf der Lungentuberkulose". Gäste willkommen. Angestellten durchaus berufene Seite ist es ja, die allein den Martin. Die Sachen des Untermieters haften dem Wirt nicht. Db in berechtigten Forderungen Nachdruck geben kann. Will die Direktion Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen von Schöne- Ihrem Falle eventuell Betrug gegen Sie und Ihre Schwiegermutter als die Einmischung von unberufener Seite" vermeiden, dann gibt es berg und Umgegend hält Montag, den 13. März, abends 8% Uhr, vorliegend angenommen werden kann, hängt davon ab, ob im Mietsein sehr gutes Mittel, welches unfehlbar zum Ziele führt: fie möge in Weimanns Klubhaus, Hauptstr. 5-6, eine Versammlung ab, vertrage oder sonst wahrheitswidrig Ihre Sachen als der Schwiegermutter die erbärmlichen Löhne aufbessern und die unmenschlich lange Arbeitszeit in welcher Frau Dr. Hofmann einen Vortrag über die Wohnungs- gehörig bezeichnet worden sind und der Wirt hierdurch zum Mietsabschluß beranlaßt ist. G. 999. Falls nicht aus Ihrem Vortrage Gegenteiliges auf ein vernünftiges Maß herabsetzen. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, frage halten wird. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird erhellt, steht Ihnen das von Ihnen in Anspruch genommene Recht nicht zu. daß wir in unserer Mitteilung am Sonntag die Lohnverhältnisse gebeten. Gäste, Herren und Damen willkommen. Vermischtes. Der Vorstand. F. M. Die von Ihnen angeführten Tatsachen können an der Rechtslage nichts ändern. Witterungsübersicht vom 8. März 1905, morgens 8 Uhr. Barometer Stand mm Wind richtung Bindstarle Better Temp. n. T. 5º.4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstarte Welter Temp. n. C. der Schaffner günstiger dargestellt haben, als sie wirklich sind. Die Schaffner werden mit einem Monatslohn von 75 M. eingestellt und fommen nicht nach fünf Jahren, wie wir irrtümlich sagten, sondern erst nach fünfzehn Jahren auf einen monatlichen Lohn von 100 M. Die Schaffner sind also schlechter entlohnt als die Stall- Industrialisierung der Lüneburger Heide. Die noch vor wenigen lente. Das hat wohl darin seinen Grund, daß die Direktion damit Jahrzehnten ihrer Dede und Unfruchtbarkeit halber so verachtete Stationen rechnet, das Publikum werde die Einkünfte der Schaffner durch Lüneburger Heide entpuppt sich immer mehr als eine wahre SchatzTrinkgelder aufbessern. Solche Zustände find wahrhaft tammer. Die Delsucher haben bahnbrechend gewirkt. Neuerdings standalös. Daß den Angestellten eine Aufbesserung des Lohnes sind in der Nähe von Celle große Kalilager aufgeschlossen und auch nottut, sollte die Direktion wissen, ohne daß es ihr erst durch eine mit der Ausbeute ist schon begonnen worden. Aber bereits vor Swinemde. 755 SD 2Schnee 1bededt Kommiffion vorgetragen wird. Oder meint die Direktion etwa, die vielen Jahren wurde in Steinförde ein Edelfalzlager aufgefunden, Hamburg 753 DSD 767 2 5 bededt Angestellten müßten mit Hungerlöhnen zufrieden sein, während die das nur wegen mangelnder Vahnverbindung nicht ausgebeutet 3 bedeckt 756 3 5 heiter Dividenden der Aktionäre und die Tantiemen des Aufsichtsrates werden Nachdem durch den Bau der Bahn München 6 Regen 767 23 3wollent steigen? Wir haben der Direktion den Weg gezeigt, auf dem sie Celle- Schwarmstedt dieser Uebelstand beseitigt ist, geht Bien 758 29 2 Regen sich vor der sogenannten unberufenen Einmischung sichern kann. man jezt an die Nutzbarmachung des Steinförder SalzWetter- Prognose für Donnerstag, den 9. März 1905. Möge sie diesen Weg beschreiten in ihrem eigenen und der An- lagers heran. Mit einem Betriebskapital von zwei Millionen Langsam aufklarend, ein wenig tälter bei mäßigen nordwestlichen gestellten Intereffe. Mark hat sich eine Attiengesellschaft gebildet, der als Hauptaktionär Winden; keine erheblichen Niederschläge. Beranim. Rebatteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW fonnte. Berlin 3Schnee- 0 Haparanda 1Regen 754 SSO 1Nebel 759 29 762 S 4 Betersburg 762 AND 3 Scilly 6 Aberdeen 2 Paris L Nr. 58. 22. eilU des Jonitte" Kcrlim AcksdlM ,s. Kerliner partei-MngeUgenbeiten. Genosse Waldeck Manasse bittet uns. im Interesse der Referenten- sucher mitzuteilen, daß eine Agitationsreise ihn verhindert, bis E n d e April Vorträge in Berlin anzunehmen. Lichtenberg. Heute Donnerstag findet eine außerordentliche Generalversammlung des Wahlvereins bei Gürsch, Frankfurter Chaussee 86, statt.— Sonnabend feiert der Wahlverein sein Stiftungsfest im„Schwarzen Adler". Frankfurter Chaussee 120. Das Komitee hat weder Mühe noch Arbeit gescheut, das Fest zu einem für die Teilnehmer genußreichen zu gestalten. Bei dem ge- ringen Entree von 30 Pf. ist es jedem Parteigenossen möglich ge macht, das Fest zu besuchen. Friedrichsfeld«. Sonntag mittag 1 Uhr findet bei Bube, Prinzen� Allee 30, eine Volksversammlung statt. Tagesordnung:„Die Land arbeiterftage". Referent: Vorschnitter Gen/Schmidt-Sonnenburg.— Freitag abend 7 Uhr Handzettel-Verbreitung. Treffpunkt bei Loste, Luisenstr. 20. Lokales. Des Stadtfreisinns Furcht vor sozialdemokratischer Kritik hat oft genug sich unverhohlen geäußert. In der Stadt verordneten-Versammlung haben Führer der freisinnigen Mehrheit und Vertreter des Magistrats bei jeder sich bietenden Gelegenheit darüber gejammert, daß die sozialdemokratischen Stadtverordneten samt dem„Vorwärts" die Großtaten des Freisinns lieblos verkleinern. Erst kürzlich wieder ist in der Debatte über die KranlenhauSnot auf jener Seite die alte Ab- neigung gegen sozialdemokratische Kritik erneut zum Ausdruck gebracht worden.. In Verwaltungsdeputationen und Ver- ivaltrmgskuratorien hat es ähnliche Auftritte gegeben, wenn ein sozialdemokratisches Mitglied zu forsch draufgehen wollte, oder wenn durch den„Vorwärts" die Oeffentlichkeit Kenntnis von den Geheimnissen solcher Verwaltungen erhalten hatte. Das bekannteste Beispiel dieser Art ist das Obdachkuratorium. Zu einem Zusammenstoß ist es jetzt auch nn Siechen- Pflegekuratorium gekommen, und wieder war der Anlaß dazu eine dem Freisinn unbequeme Kritik von sozial- demokratischer Seite. _ Wir hatten vor einigen Wochen die geradezu skandalösen Zustände geschildert, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben, weil die städtische Verwaltung zu spät an die Ver- mchrung der Sieckienhäuser herangegangen ist und nun seit langem mit Platzmangel zu kämpfen hat. Obwohl die Räume immer stärker ausgenutzt werden und gleichzeitig eine immer größere Zahl Siecher in Außenpflege abgeschoben, d. h. in Familien untergebracht werden, wird doch bei dein fortgesetzt wachsenden Bedürfnis der Platzmangel immer fühlbarer, und immer mehr verzögert sich die Aufnahme siecher Personen. Mancher Sieche kommt in diese Zufluchtsstätte des Hülflosen Alters erst hinein, wenn er sich schon im letzten Stadium be- findet. In unserer Darstellung stützten nur uns zum Teil auf einen amtlichen Bericht des ärztlichen Leiters der Siechenanstalt an der Prenzlauer Allee. In diesem den Mitgliedern des Kuratoriums eingehändigten Bericht wurde unter anderem gesagt, daß im letztm Jahr 47 Sieche fast sterbend oder doch in änherst hoffnungslose:'.! Zustand in der Anstalt anlangte» und sämtlich nicht die zweite Woche überlebten. Darunter waren viele völlig Besinnungslose, und zwei davon bekam der Arzt nur im Leichenhaus zu scheu. Die Veröffentlichung dieser Angaben durch den„Vor- w irr ts" ist im Siechenhauskuratorium sehr übel vermerkt worden, und in der letzten Kuratoriumssitzung hat man ge- waltig auf uns geschnupft. Von freisinniger �eite wurde gefragt, warum denn der Magistrat nicht eine Entgegnung in die Presse gebracht habe. Der Magistratsvertreter erwiderte, man habe keine Neigung, sich mit uns in eine Polemik ein- zulassen. Wirklich nicht? Der Magistrat ist doch sonst nicht so pomadig, wenn es gegen den„Vorwärts" geht! Aber er ist freilich mit solchen Becichtigungs- und Beschwichtigungsnotizen so oft hineingefallen, daß er nun lieber die Hände da- von lassen will. Gegen wen sollte sich übrigens diesmal die magistratliche Polemik richten? Etwa gegen den eigenen Anstaftsarzt? In der Kuratoriumssitzung wurde auch Verwunderung darüber geäußert, daß der ärztliche Bericht zur Kenntnis des „Vorwärts" gekommen sei. Darauf wurde von unserem Ge- nassen Gottfried Schulz, der im Kuratorium sitzt, ruhig er- klärt, daß e r der Urheber jener Veröffentlichung sei. Ob man solche Mitteilungen etwa verHeim liichen wolle. Nebenbei bemerkt: Amtsgeheimnis war nicht proklamiert worden. Von freifinniger Seite wurde angeregt, den Lrzt- lichen Bericht künftig nicht inehr jedem Mitglied in einem be- sonderen Exemplar nach Hause mitzugeben, sondern ein einziges Exemplar zur Einsichtnahme auszulegen. Wir sind neugierig, ob man diese Idee ausführen wird. Schon der bloße Vor- schlag kennzeichnet die klägliche Furcht vor sozialdemokratischer Kritik. Als im vorigen Jahr den sozialdemokratisefcn Mitgliedern des Obdachkuratoriums durch einen vom Magistrat und von der fveisinnigen Stadtverordnet lnr- Mehrheit ge- billigten Willkürakt des Vorsitzenden die Möglichkeit genommen wurde, jederzeit volle Kenntnis von den Zuständen im Obdach zu erlangen, gab ein führendes Organ des Berliner Stadt- freifinns es der Erwägung anHeim, ob die Mehrheit überhaupt noch Sozialdemokraten in die Verwaltungen hineinwählen solle. Das war ein Fingerzeig zu radikaler Abhülfe._ Aber es war auch ein Eingeständnis, daß der Stadtsreisinn in der Tat Grund habe, anderen den Einblick in die Geheim- nisse der Berliner Kommunalverwaltung zu verwehren. Die Ricsclwirtschaft ist ein Schmerzenskind der Berliner Kommunalverwaltimg. Für den Ankauf der erforderlichen Ländereien und ihre Her- richtung zur Berieselung ist ein Heidengeld ausgegeben worden, ohne daß es bisher gelungen wäre, gute Erträge herauszuwirtschaften. Nun hat Berlin sein Rieselland ja nicht angekauft, um Landwirtschaft zu treiben, sondern um die Abwässer der Stadt unterbringen zu können. Die Rieselfelder sind nichts anderes als ein Teil unseres Bewässerungssystems, eine unentbehrliche Ergänzung der Schwemnllanalisation. Sie sind nicht als Erwerbsunternehmen, sondern als Wohlfahrtseinrichtung ge- dacht. Dementsprechend wird man bei der Beurteilung der Frage, ob die Rieselwirtschaft„sich rentiert", nicht so sehr die finanziellen als die sanitären Gesichtspunkte beachten müssen. Trotzdem kann es einer Stadtgemeinde nur erwünscht sein, wenn ihr neben dem gesundheitlichen Nutzen der Schwemmkanalisation, der für Berlin heute keines Beweises mehr bedarf, auch ein ansehnlicher Geldertrag aus den Riesel feldern zufällt. Das zu erreichen, ist schwer, weil die dinguugen, unter denen die Rieselfelder bewirtschaftet werden müssen, wesentlich andere sind als die, mit denen der Land Wirt bisher vertraut war. Bei Schwemmkanalisation und Rieselwirtschaft kann nicht danach gefragt werden, wie viel an Dungstosfen und Wasser draußen gebraucht wird. Eigent sicher Zweck und wichtigstes Ziel ist, daß hinausgeschafft wird was drinnen in der Stadt an Abwässern„produziert" wird Anfangs sind diese der Rieselwirtschaft auferlegten Be dingungen als ungünstig empfunden worden, allmählich aber hat man durch Verbesserung der Bewirtschaftungsmethode sich ihnen mehr und mehr anzupassen gesucht, und der Erfolg ist nicht ganz ausgeblieben. Die Landwirtschaft blickt auf die Erfahrung von Jährhunderten und Jahrtausenden zurück. für das Rieselfeld, das die Abwässer der Großstadt aufnehmen muß, können erst die Lehren weniger Jahrzehnte ausgenutzt werden. Auch in der Rieselwirtschast Berlins sind Fortschritts gemacht worden. Mancherlei Versuche wurden angestellt manche Erfahrung wurde gesammelt, manche Verbesserung eingeführt. Viel versprach man sich davon, daß dem Königs berger Professor Backhaus, einem Theoretiker von Ruf, der zugleich auf seinem Versuchsgut Quadnau sich als erfolge reichen Praktiker erwiesen hat, die Leitung unserer R i e s e l g ü t e r übertragen wurde. Backhaus hat im vorigen Jahre auf den Rieselgütern eine systematische Ver suchstätigkeit entfaltet, deren Ergebnisse er in einem Druckheft(Prof. Dr. A. Backhaus, Landwirtschaftliche Ver suche auf den Rieselgütern der Stadt Berlin im Jahre 1904. Berlin, 1905, bei Paul Parey. Preis 4 M.) der Oeffentlich keit übergibt. Es handelte sich unter anderem um Prüfung neuer Pflanzen, deren Anbau lohnend sein könnte, mehr aber noch um Ermittelung der ertragreichsten Sorten derjenigen Gewächse, die bereits auf den Rieselfeldern angebaut sind. Die Ertragsunterschiede, die festgestellt wurden, gingen bis über 50 Proz. hinaus. Backhaus empfiehlt Saatgutproduktion in eigener Regie. Andere Versuche erstreckten sich auf die Be Wässerung. Sie zeigten die hohe Bedeutung einer Regelung der Wasserzufuhr für die Rieselfelder, den Nutzen einer Ver Wendung der Abwässer nicht nur zur Düngung, sondern auch zur Bewässerung bei eintretender Trockenheit. Bei Weizen und Hafer wurden hierdurch bedeutende Ertragssteigerungen erzielt. Backhaus sieht die Möglichkeit einer völligen Um- gestaltung der Landwirtschaft auf städtischen Rieselgütern. Ueber diese Versuchstätigkeit berichtete Direktor Backhaus am Dienstag auch in der„Deutschen Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege" im Rahmen eines Vortrages:„S täd t e s an ie ru n g und Landwirtschaft". Er zeigte, daß selbst bei einer hygienisch einwandfreien Entwässerung, wie das Interesse der Städte sie erfordert und die Schwemmkanalisasion sie bietet, die Landwirtschaft nicht zu kurz zu kommen braucht. Gute Auswahl der Anbaugewächse und richtige Regelung der Wasserzufuhr können die unvermeidliche Fülle der Dungstoffe und des Wassers aus einem Nachteil in einen Vorteil vev wandeln und hohe Erträge bringen. Schwierig ist vorläufig nur der Absatz der Produkte. Für den Grasbau, der überaus ertragreich ist(vier-, fünf-, sechsmaliger Schnitt), wäre es vorteilhast, wenn durch Trocknung ein Dauerprodukt heu gestellt würde. Ter Gemüse-Absatz leidet darunter, daß bei uns die ärmere Bevölkerung sich noch vorwiegend von Kar toffeln nährt. Eine Verbilligung der Gemüsepreise durch die Rieselfelder könnte hier manches ändern. Der Obstbau ist sehr aussichtsvoll, im vorigen Jahre sind 12 000 Zentner verkauft worden. Auch die Milchwirtschaft kann von den vorzüglichen Futtermitteln profisieren. Nach den ausführlichen Darlegungen der oben erwähnten Publikation wie nach den knappen Angaben des Vortrages darf man hoffen, daß die Berliner Rieselfelder noch eine große Zukunft haben. Vielleicht gelingt es, die Rieselwirtschaft so weit zu vervollkommnen, daß ihre Bedingungen nicht mehr als ungünstig, sondern sogar als hervorragend günstig empfunden werden und ihr Betrieb zu einem ganz besonders lukrativen wird.—_ Der Ausschuß für die in den Etat für 1905 aufzunehmenden Veränderungen hielt am Mittwochnachmittag S'/z Uhr seine dritte Sitzung unter Vorsitz des Stadtv. Wallach ab. Die Beratung wurde beim Spezial- Etat Nr. 38 Titel 32(Ar- beitshaus-Aufseherinnen) fortgesetzt. Der Magistrat schlägt ein An- fangsgehalt von 900 M. und ein in 21 Jahren zu erreichendes End- gehalt von 1400 M. vor. Die Oberaufseher erhalten nach den angenommenen Magistratsvorschlägen ein Anfangsgehalt von 1200 M. und nach 13 Jahren ein Endgehalt von 1800 M. Für die Oberärzte wird eine Zulage von 300 M. beantragt und an- genommen. Für die Oberaufseher der Straßenreinigung wird das AnfangSgehalt auf 2400 M., das in 13 Jahren zu erreichende Endgehalt auf 3300 M. festgesetzt. Die Aufseher erhalten 1600 M. Anfangs- und 2300 M. Endgehalt. Ein Anttag auf Erhöhung des Anfangsgehalts um 100 M. wird unter Hinweis auf eine Neben- einnahine von etwa 180 M. abgelehnt. Für die neu geschaffene Beamtenkategorie der Bureau- gehülfen wurden unter Ablehnung der Magistratsvorschläge folgende Gehälter festgesetzt: Anfangsgehalt 1400(1200) M., End- gehalt 3000(2800) M. Schuldiener sollen nach dem Vorschlage des Magistrats ein Anfangsgehalt von 1030 M. und ein in vier Jahren zu erreichendes Endgehalt von 1300 M. erhalten neben freier Wohnung und freiem Brennmaterial im pensionssähigen Werte von 300 M. Die Vorlage wird angenommen. Assistenzärzte erhalten nach der Vorlage ein Anfangs- gehalt von 1500 M.. nach 8 Jahren da« Höchstgehalt von 2400 M. ES wird ausgeführt, daß diese Stellen früher als Durchgangstation betrachtet wurden, das ist jetzt anders geworden, da die " erren schon im Interesse der Anstalten gehalten werden nnissen. >ie Assistenzärzte sind von den akademisch gebildeten Beamten, die am schlechtesten besoldeten. Es wird deshalb beantragt, eine Stufe wegzuschalten und zwar 2700 M. in 10 Jahren zu erreichen. Der Vorschlag deS Magistrats sowie der Anttag werden angenommen. Die Standesamtsdiener sollen aus dem diätarischen Verhältnis herausgenommen und in eine feste Gchaltsskala gebracht werden. Der Magisttatsantrag. denselben einen AufangSlohn von 960 M. und nach 10 Jahren einen Höchstlohn von 1200 W. zu ge- währen, fand Annahme. Den bei der Verwaltung der Gaswerke angestellten Revier-Jnspektoren und Assistenten wird eine jährliche pensionsfähige Zulage von 500 M. gewährt. Bei den Assistenten des Chemikers wird daS Anfangsaehalt auf 3000 M., das Endgehalt auf 3000 M.. zu erreichen in 20 Jahren, festgesetzt. Ebenso werden die Gehälter der übrigen Beamten der Gaswerke nach den Vorschlägen des Magistrats genehmigt. Den bei der Verwaltung der Wasserwerke beschästtgten Schoßschließern soll ein AnfangSgehalt von 1800 M. und ein End- gehalt von 3000 M.. zu erreichen in 18 Jahren, gewährt werden; hierbei wurde der Anttag gestellt, den Schotzschließern ein Höchst- gehalt von 3300 M., in 21 Jahren zu erreichen, zu gewähren. ES wurde darauf aufmerksam gemacht, daß der Unterschied zwischen Rohr« meistern und Schoßschließern in der Gehaltsaufbesserung zu groß ist. Auf Vorschlag des Magisttats wird dieser Gegenstand zur Einholung weiterer Informationen bis zur zweiten Lesung zurück- gestellt. Bei Besprechung dieses Gegenstandes kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Minderheit und der Mehrheit. Verwaltung der KanalisationSwerke. Der An» trag, das AnfangSgehalt der Bau-Jngenieure auf 3100 M., daS Höchstgehalt auf 4500 M.. in 14 Jahren zu erreichen, festzusetzen, wird angenommen? ebenso werden die übrigen Gehälter der Kanalisationsbeamten nach den Borschlägen des MagisttatS an« genommen. Den Kontrolleuren des Viehhofes wurde ein Anfangs- gehalt von 1700 M. und ein Höchstgehalt von 2100 M., nach acht Jahren zu erreichen, bewilligt. Den Pförtn ern soll nach einem andern Vorschlag daS AnfangSgehalt auf 1500 und das Höchstgehalt auf 1900 M., nach acht Jahren zu erreichen, festgesetzt werden; ent- gegen den Vorschlägen des Magistrats wird dieser Vorschlag an- genommen. Nunmehr tritt der Ausschuß in die Frage der Vermehrung der etatmäßigen Bcamtenstellen ein; gefordert werden 7 Sekretäre, 84 Assistenten, 16 Steuererheber, 11 Stadtsergeanten. Vom Magistrat wurde ausgeführt, daß man unausgesetzt bemüht ist, Sekretärstellen eingehen zu lassen, die Mitglieder nnißten Vertrauen zu dem Magistrat haben und hier keine Abstriche machen. Die Borlage wird nach kurzen Auseinandersetzungen einstimmig angenommen. Ein Antrag auf Vornahme einer zweiten Lesung wird mit 7 cgen 3 Stimmen abgelehnt. Zum Berichterstatter wurde der -tadtv. Wallach gewählt. Die Drucklegung des Protokolls wurde beschlossen. In der Sitzung der Park- und Gartenban-Dcputation am Mitt' woch fand ein Antrag von Petenten aus der Frankfurter Allee Zustiminung, wonach die Zahl der Uebergänge zwischen Blumen- straße und Jungstraße um einen vermehrt werden soll.— Die Kon, Mission, welche gebildet ist, um Gelände zur Pflanzenzucht für S ch u I z w e ck e zu beschaffen, schlägt vor, dazu ein der Stadt Berlin gehörendes Gelände von 91 292 Quadratmeter Flächeninhalt zu nehmen. Das jetzt dazu verwendete Gelände in der Nähe der Elektrizitätswerke muß geräumt werden. In der Angelegenheit wurde Vertagung beschlossen.— Die Spielplätze im Treptower Park und im Plänterwald sollen mit Namen versehen werden.— Das Denkmal für den Staatskanzler Fürsten v. Hardenberg soll auf den, Dönhoffplatz an der Ecke der Kommandanten- und Krausenfttaße Aufstellung finden; Gartenbau-Direktor Mächtig wurde beaufttagt, einen Plan hierfür auszuarbeiten.— Der Werdersche Markt wird auf Beschluß der Deputatton mit einer Schmuck- anlage versehen werden.— Abgelehnt wurde der Ankauf des Grundstücks Treptoiver Chaussee 31/32, ebenso ein Anttag der Neuen Gnmdstücksgesellschaft, wonach die Mittelpromenade der Levetzowstraße mit Blumenbosketts bepflanzt werden sollte.— Die Deputation beschloß sodann, den Gememdebehörden nahe zu legen, daß sie den C o m e n i u s p l a tz in den Besitz der Stadt bringen und ihn in einen öffentlichen Park umwandele. Ein Mitglied der Deputation regte die Frage an, ob die Stadt in der Lage sei, die auf dem städttschen Friedhof in Friedrichsfelde zur Pflege der Gräber nötigen Pflanzen selbst zu ziehen und an die Angehörigen der Verstorbenen gegen Entgelt abzugeben. Es wurde hierbei auf den Uebelstand hingewiesen, daß in der Nähe des Friedhofes Blumen, Kränze und Pflanzen nicht zu haben sind. Als Beispiel könne die Stadt Breslau dienen, wo die Friedhofsverwaltung die Ausschmückung und Pflege der Gräber besorge. Bon der Park- Verwaltung wurde hierzu angeführt, daß sie diese Aufgabe nicht übernehmen könne; es wäre Sache der Friedhofsverwaltung, sich mit der Angelegenheit zu befassen. Der Potsdamer Platz mit seinem andauernd zunehmenden Verkehr soll nach ZcituNgs- Nachrichten schon wieder umgestaltet werden. Richtig ist, daß von verschiedenen Seite» eine ganze Reihe von Plänen ausgearbeitet worden sind bczw. noch werden und für diese Projekte natürlich auch Stimmung gemacht wird. Der eine Plan— um nur einige zu skizzieren— geht dahin, Brücken für den Fußgängerverkehr über den Platz zu errichten. Hiergegen wird eingewendet, daß der Platz verunziert würde und Abhülfe, d. h. Entlastung und Erleichterung des Verkehrs, doch nicht zu erwarten sei. Ueberau, in Hannover zum Beispiel, bevor der Bahnhof höher gelegt wurde, in England, Amerika, sogar hier in Berlin, hat sich gezeigt, daß solche Brücken höchstens von alten kränklichen Personen und dann auch nur bei gutem Wetter benutzt worden sind. Bei schlechtem Wetter sind diese häßlichen Brücken stets unbenutzt. In Hannover wartete sogar daS Publikum lieber an den Eisenbahnschranken, als daß es über die Brücken kletterte. Bein, Umbau der Stcttiner Eisenbahn konnte man in Berlin dieselbe Beobachtung machen. Das Publikum will von solchen Brücken nichts wiffen.— Ein anderer Plan geht dahin, Tunnels an Stelle der Brücken zu bauen. Bon den Tunnels gilt aber dasselbe wie von den Brücken, nur daß sie bei schlechtem Wetttr von einzelnen Personen eher benutzt werden als die Brücken. Die Erfahrungen, die man besonders in London und anderen Städten mit solchen Tunnels gemacht hat, sprechen nicht dafür.— Stach ein anderer Plan geht dahin, an den Enden des Platzes Wagen auf Fahrstühlen in diese Tunnels hinabzulassen, auf tenen dann das Publikum für ei» Entgelt unter dem Platz hindurchgefahren werden kann. Di« Schwierigkeiten eines solchen Unternehmens sind aber ganz enorm, 'owohl die technischen als auch die finanziellen, weil die Untergrund. bahn Siemens u. Halske und die vielen Kanäle, Leitungen usw. unterfahren werden müßten und der Berliner wohl einmal aber nicht regelmäßig 3 Pf. zahlen würde, um über den Platz zu kommen. — Nun ist noch ein anderer Plan aufgetaucht. Nach diesem Plan oll der gesammte Straßenbahnverkehr über den Platz unten durch geführt werden. Dieser Plan würde natürlich die größten Schwierig- ketten beseitigen. Er ist aber nur auszuführen, wenn die Pots- damerstraße verbreitert werden kann. Auch sind die technischen und inanziellen Schwierigkeiten hierbei nicht zu unterschätzen. Die Große Berliner Straßenbahn-Gesellschaft wird ohne weiteres kaum bereit sein, hierfür Millionen zu opfern und dem Magistrat kann unmöglich zugemutet werden, Millionen für diese Gesellschaft, wenn auch im Interesse des Verkehrs, a londs perdu herzugeben. Außer diesen großen Plänen gibt eö natürlich noch andere, die auf eine Beseitigung der alten Torgebäudc, Ouerung des Leipziger Platzes, Verbannung des Droschken- und LastfuhrverkehrS von beiden Plätzen usw. hinzielen._ „Deutschland nach den großen Wehen." Unter diesem Titel werden in dem soeben ausgegebenen 47. Heft des Werkes W i d e r d i e Pfaffenherrschaft" die wirtschaftlichen und politischen Zustände Deutschlands nach dem 30 jährigen Kriege behandelt. Der Verfasser zeigt die Entvölkerung und totale Verarmung Deutschlands; die Sittcnverwttderung, die Verkommenheit der Fürsten, deren wahnsinnige Verschwendung Aus den Nach barorten. Charlottenburg. und Soldatenspielerei; die Schmaroßerstellung des Adels, die| Gattin einen Brief, in dem er sie um ihre notarielle Zustimmung trostlose Lage der Bauern und endlich die Ohnmacht und zur Aufhebung des fraglichen Paragraphen des ersten Testaments erdes Knechtseligkeit des städtischen Bürgertums. suchte, von einem zweiten, das er inzwischen gemacht, nichts erwähnend. Auf Grund der in Italien getroffenen testamentarischen Fener im Rathause. Gestern früh um acht ihr brach in dem Bestimmungen ist Frau Hartleben außerdem berechtigt, über ge- bereits bewohnten westlichen Teile des neuen Rathauses von Charsamten literarischen Nachlaß des Gatten zu verfügen. Frau Hartlottenburg ein gefährlicher Dachstuhlbrand aus. Es wurde sofort leben kann über die Tantiemen und Honorare aus seiner literarischen Großfeuer gemeldet. Als die Züge der Feuerwehr von mehreren Produktion verfügen und wird in den Besitz des gesamten schrift- Seiten heraneilten, war das Dach völlig verqualmt. Vom Hofe aus stellerischen Nachlasses gelangen. Aber auch der in Berlin befindliche wurde über eine mechanische Leiter ein Rohr gegen den Feuerherd Nachlaß hat bereits zu manchen interessanten Entdeckungen geführt. Das ganze Wert umfaßt 50 Lieferungen. In jeder Woche erscheint ein Heft für 20 Pf., das durch alle ParteiWoche erscheint ein Heft für 20 Pf., das durch alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure, in Berlin durch die Parteispeditionen zu beziehen ist. Die bereits erschienenen Hefte können nachbezogen werden. Ein Ansichtsheft liefert jede Buchhandlung. Lehranstalt für Brauerei schreibt uns: Außer der bereits bekannt gegebenen Auffindung einer Novellen- und gerichtet. Auch über die Treppen drang man gegen die Flammen Gedichtsammlung, die Hartleben unter dem Titel„ sm Schweiß ge- vor. Das Dach mußte eingeschlagen werden. Nach etwa einer badet erwachte ich" veröffentlichen wollte und der Komödie„ Diogenes" Stunde war der Brand ersticht. Die Aufräumungsarbeiten waren fand man in jüngsten Tagen noch ein Tagebuch Hartlebens aus dem gegen zehn Uhr beendet. Ueber die Ursache des Brandes ist noch einen Einafter" Der Schatz", den Otto Erich als Zwanzigjähriger die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters aus dem Vorderbau zurückzuJahre 1904, dann noch ein zweites aus der Zeit der„ Angèle", ferner nichts Sicheres feſtgeſtellt. Man nahm anfangs Kurzschluß an, fand aber alle Leitungen in Ordnung. Wahrscheinlich ist das Feuer auf schrieb und endlich das dürfte die intereſſanteste Entdeckung sein führen, der mit einer Lampe das Dach in Brand ſetzte. Die Beisetzung der längere Fragmente eines größeren Romans. Die Beisetzung der Eine unglückliche Verwahrung. Herr Prof. Dr. E. Strube, der Geschäftsführer des Wirtschaftlichen Ausschusses der Versuchs- und für Brauerei in Berlin hat eine gleichlautende ausführliche EinDer Wirtschaftliche Ausschuß der Versuchs- und Lehranstalt gabe an den Reichskanzler Grafen v. Bülow in seiner Eigenschaft als Präsident des preußischen Staatsministeriums und an den Finanzminister Freiherrn v. Rheinbaben gerichtet, in der gegen Asche und des Schädels Otto Erich Hartlebens findet im Kolumbarium Der letzte größere Privat- Park in Charlottenburg wird jetzt die zunehmende Begünstigung der Anti- Alkoholbewegung zu Treptow statt. Der Verein der Berliner Presse veranstaltet zur dem Erdboden gleichgemacht, um Raum zu geben für moderne burch Staats- und Kommunalbehörden und Beamte Verwahrung Erinnerung an den verstorbenen Dichter eine größere Feier. Bauten. Gegenüber der ehemaligen Flora, von der Berliner, eingelegt wird. Es wird darin auch speziell Bezug genommen 3m Dienste getötet wurde Dienstag abend um 10% Uhr der Orangen-, Scharren- und Kirchstraße umschlossen, liegt das Grundauf die Beschwerde des Brauereiverbandes für Rheinland und Westfalen gegen den Regierungsrat Quensel in Köln wegen seiner Agitation gegen das Bier und die Brauereien." Soweit uns bekannt ist, haben einzelne Verwaltungs- Direktionen, fo bei den Staatsbahnen, auf die Schäden hingewiesen, die der Altohol bei der Arbeit anrichten kann. Und das ist ganz in der Ordnung. Wir schwärmen nicht für die absolute Enthaltsamkeit und gönnen jedem, dem es schmeckt, sein Gläschen Vier. Doch meinen wir, daß die preußische Verwaltung sich ertragen ließe, wenn sie feine schlimmeren Sünden als die gegen den Alkohol begangenen auf dem Gewissen hätte. Bau der Untergrundbahn Potsdamer Play- Spittelmarkt. Die Kommission zur Vorberatung des Vertragsentwurfs zwischen der Stadt Berlin und der Hoch- und Untergrundbahn über den Bau der Untergrundbahn Potsdamer Plaz- Spittelmarkt hat vorgestern unter dem Vorsiz des Oberbürgermeisters Kirschner diesen Vertragsentwurf beraten. 22 Jahre alte Rangierer Albert Gewiß aus Friedrichsberg auf dem Rigdorfer Güterbahnhof an der Ringbahnstraße. Der junge Mann war früher Bahnarbeiter und seit vierzehn Tagen Rangierer. Er geriet nach den bisherigen Ermittelungen durch eigene Unvorsichtig feit zwischen zwei Buffer, die ihm die Brust eindrückten, so daß er sofort starb. Die Leiche wurde beschlagnahmt. stück der von Wartenbergschen Familie, das mit seinen uralten Bäumen und dem kleinen, mit der Front nach dem Luisenplatz gerichteten Landhause unwillkürlich die Blicke der Vorübergehenden auf sich lenkte. Dieser Park dient als Zeuge für die außerordentliche Steigerung, die in den letzten hundert Jahren die Preise für den Grund und Boden erfahren haben. Das etwa 24 Morgen große Grundstück bildete im achtzehnten Jahrhundert einen Teil des Königder Selbstmord eines bekannten Fruchtweingrossisten erregt in lichen Küchengartens, der zum Schloffe gehörte. In den Nöten der der Berliner Geschäftswelt großes Aufsehen. Der Inhaber der be- Napoleonischen Zeit verkaufte Friedrich Wilhelm III. das Gelände tannten Fruchtwein, Fruchtsaft- und Liförfabrik Eugen Neu- an den Bankier Levi in Berlin für 4000 Taler; von diesem ging es mann u. Ko., Herr Conrad Neumann, hat sich in dem Lagerraum in den Besitz der Familie von Wartenberg über. Jeht hat es, wie feiner Filiale am Belle- Alliance- Plak 6 erhängt. Das früher das„ Berl. Tagebl." hört, der Architekt Schrobsdorff für 2 Millionen glänzende Geschäft des jetzt freiwillig aus dem Leben Geschiedenen Mark erstanden, nachdem die Stadt, die das Grundstück zur Durch ging in den letzten Jahren mehr und mehr zurück. Seit einigen legung der Kaiser Friedrichstraße brauchte, bereits das EnteignungsWochen schwebt schon das Konkursverfahren gegen den Inhaber. verfahren eingeleitet hatte. In die veränderte Lage seiner Verhältnisse wußte sich Neumann nicht zu finden; er griff zum Strick und wurde im Lagerraum als Leiche gefunden. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche führten zu feinem Erfolg. = Charlottenburg. Ueber das Blut und seine Krankheiten spricht Professor Dr. Rofin Freitag abend 8½ Uhr im Voltshause, RosinenGute Romane und sonstige gediegene Unterhaltung bietet straße 3. Der Vortrag wird veranstaltet von der Allgemeinen Ortsdem arbeitenden Volfe die im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erscheinende illustrierte Wochenschrift In Freien furterstraße am 19. v. 2. verübten, wurden nicht in Köln, wie von Die Juwelendiebe, die den Einbruch in der Großen Frant- tasse. Der Eintritt ist frei. Rixdorf. Stunden". Im neunten Jahrgange stehend, hat die Zeitschrift anderer Seite mitgeteilt wird, sondern in Berlin verhaftet. Sie Eisenbahnertod. Auf dem Nixdorfer Güterbahnhof war am die Hauptaufgabe, die auch in Arbeiterkreisen noch viel ver- fißen schon länger hinter Schloß und Riegel; ihre Festnahme follte Dienstag abend 211 Uhr der 21 Jahre alte Rangierer Georg breitete Schundliteratur zu bekämpfen. Hierbei rechnet der aber nicht bekannt werden, damit ihre Helfer sicher gemacht würden Gewiß aus Friedrichsberg mit dem Rangieren leerer GüterVerlag auf die Mitwirkung aller Genossen, die unablässig und und nach Berlin zurückfämen. Jetzt werden diese sich hüten, sich bei jeder Gelegenheit für die Ausbreitung des Unternehmens hier wieder sehen zu lassen. Ueber die Verhaftung erfahren wir wagen beschäftigt. Angeblich durch eigene Unvorsichtigkeit geriet der wirken sollten. Am 1. Januar begann ein neues Abonnement. folgende Einzelheiten. Die Polizei ermittelte, daß am Tage vor dem Unglückliche zwischen die Buffer zweier Wagen, welche ihm den Einbruch zwei Männer in einem Eisenwarenladen Werkzeug, Brustkasten total zerquetschten. Der bedauernswerte Mann war Neu hinzutretende Abonnenten können die bereits erschienenen Zentrumsbohrer, Fuchsschwanz, Messer usw. getauft hatten; fie legten sofort tot. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt und nach den Hefte nachbeziehen. besonderen Wert auf eine äußerst feine Säge. Sie wollten, wie Berliner Schauhause geschafft. In jeder Woche erscheint ein Heft für 10 Pfennig, das sie sagten, in der Wohnung Modelle anfertigen, die Mutter sei aber Ein mißlungener Trid. Der in der Zietenstraße in Rigdorf durch alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure, in Berlin fehr nervös und könne tein Geräusch vertragen. Diese Bemerkung durch die Parteispeditionen und Zeitungsspediteure zu be- und die Angabe der Käufer, daß sie in der Elsasserstraße wohnten, wohnhafte Schlächtermeister Johann Przyrembel machte schlechte Aus dieser ziehen ist. lenkten den Verdacht der Polizei auf Schäfer und Zacharias. Sie Geschäfte und befand sich daher in großer Geldnot. erinnerte sich, daß die Mutter Schäfers nervös ist und dieser im fatalen Situation suchte sich P. nun dadurch zu befreien, daß er vorigen Jahre viel in der Elsasserstraße gesehen wurde. Mit ihm einen Einbruchsdiebstahl fingierte und angab, die Diebe hätten ihm Die Kölnische Unfallzusammen sah man nun Zacharias, der früher schon mit ihm ge- einen Beutel mit 740 M. entwendet. arbeitet" hatte und sich nach seinem Entweichen aus der Irren- bersicherungs- Gesellschaft, bei welcher P. gegen Einbruchsdiebstahl anstalt unter dem Namen Werner hier unangemeldet aufhielt. Beide versichert war, ließ auf die bezügliche Anzeige die Sache untersuchen, wurden eine Zeitlang beobachtet und Schäfer mit seiner Mutter wobei der Vertreter der Gesellschaft sofort zu der Ueberzeugung kam, am 28. vorigen Monats, Zacharias am 2. März verhaftet. Schäfer daß die Sache fingiert sei. Auch die Kriminalpolizei war dieser hielt sich die letzte Zeit bei seinem Schwager im Norden der Stadt Meinung. Da B. aber bei seiner Behauptung blieb, fand ihn die auf. Dort sortierte auch seine Mutter, die Schmiere gestanden hatte, Versicherungs- Gesellschaft mit 60 M. ab, womit P. auch zufrieden die Beute gleich nach dem Einbruch. In der Wohnung der Geliebten war. Dieser Umstand bestärkte natürlich den Verdacht der Kriminal. Schäfers hatten zwei Männer verkehrt, die jest verschwunden waren. polizei. Als letztere die Sache nicht ruhen ließ, teilte P. ihr eines Grmittelungen ergaben, daß die Verhafteten diese mit den gestohlenen Tages mit, daß das Geld sich im Wäschespinde wieder angefunden P. wurde nun Sachen im Werte von 8000 M. auf die Reise gesandt hatten; sie habe und fandte daher auch die 60 M. zurück. sollten versuchen, sie in der Provinz an den Mann zu bringen. Die wegen versuchten Betruges angeklagt und hatte sich jetzt vor dem Polizei benachrichtigte nun die Behörden. In Köln sahen Beamte hiesigen Schöffengericht dieserhalb zu verantworten. Auf Grund der die Männer in einer Droschke fahren und schickten sich an, sie ein Beweisaufnahme erachtete der Gerichtshof den Angeklagten für zufangen, die Verbrecher sprangen aber aus dem Wagen und entschuldig und verurteilte denselben zu 2 Monaten Gefängnis. bin coilin kamen. Wahrscheinlich haben sie sich nach Holland oder Frankreich od slaid gewandt. In der Wohnung der Mutter Schäfers fand man auch Die Heranziehung von Frauen zur fommunalen Armenpflege benoch Sachen aus anderen Diebstählen; die Frau wird sich deshalb auch wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu verantworten haben. Nach der schloß die Armenkommission in ihrer letzten Sizung. Nach dem Beganzen Art der Arbeit zu schließen, haben Zacharias, Schäfer und schlusse, welcher der Zustimmung der Gemeindevertretung bedarf, foll ihre Helfer auch die Einbrüche am Spittelmarkt und in der Leipziger- für jeden der sieben Bezirke eine Pflegerin dem zuständigen RevierArmenpfleger zur Seite gestellt werden. Eine Buchhändler- Fachschule will der Vorstand der Korporation der Berliner Buchhändler errichten. Die Fachschule soll in Verbindung mit den von der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin unterhaltenen Kaufmännischen Fortbildungsschulen gebracht werden, deren Besuch die Schüler vor dem Besuch der Städtischen Fortbildungsschulen ohne weiteres und ohne die ausdrückliche Genehmigung des Ober- Präsidenten nötig zu machen, befreien würde. Um eine Uebersicht über den Umfang der künftigen Schule zu gewinnen, hat der Vorstand der Korporation jetzt eine Umfrage bei den Berliner Buchhändlern veranstaltet. Sie werden aufgefordert, die Lehrlinge mitzuteilen, die sie in die Fachschule schicken werden. Das Rundschreiben macht ausdrücklich darauf aufmerksam, daß es sich lediglich darum handelt, ob die Lehrlinge der BuchhändlerFachschule, in der sie nur mit Berufsgenossen zuſammen unterrichtet werden, oder der allgemeinen städtischen Fortbildungsschule zugeführt werden. Die Buchhändler- Fachschule soll schon am 1. April errichtet werden. Rechtsauskunfsstelle. Das unter Leitung des Herrn Profeffors Dr. E. France stehende Bureau für Sozialpolitik teilt uns mit: Eine Rechtsauskunftsstelle, in der Arbeitern, Gehülfen, Dienstboten usw. unentgeltlich Rat und Auskunft auf allen Rechtsgebieten erteilt wird, hat das Bureau für Sozialpolitik mit freundlicher Genehmigung des Vorstandes des Zentralvereins für Arbeitsnachweis straße verübt. in den Räumen des Gebäudes für Arbeitsnachweis in der Gormannstraße eingerichtet. Dort wird ein Jurist und Verwaltungsbeamter jeden Wochentag vormittags von 8-10 Uhr, außerdem am Sonnabend nachmittags von 6-8 Uhr bereit sein, Rechtshülfe zu gewähren; auch werden kostenfrei Eingaben, Gesuche, Klagen usw. dort angefertigt. Ein roher Ehemann. Gestern früh 7 Uhr wurden die Bewohner und Nachbarn des Hauses Berlin W., Münchenerstr. 8, durch in Trümmer gehende Fensterscheiben und sonstigen Lärm unsanft aufgewedt: Der Portier dieses Hauses war mit seiner Frau in eine Schlägerei geraten, die zur Folge hatte, daß der Mann die Frau eine Treppe hoch zum Fenster hinauswarf. Das Geficht und die Schultern voller Blut, lief die nur halb bekleidete Frau über den Hof. Der rasende Mann wurde von einigen Leuten und von einem mit dem Revolver drohenden Herrn am Boden festgehalten, bis die Polizei herbeigerufen war, die ihn festnahm. Die verlebte Frau wurde von einem Krantenwagen abgeholt. Der Dämon Alkohol scheint die Hauptursache des Vorfalls gewesen zu sein. " Schmargendorf. Lichtenberg. Das Bolizeipräsidium teilt mit: Vermißt wird seit dem 2. d. M. der Kaufmannslehrling Ostar Wolffohn, 17. 6. 84 in Berlin ges boren, Pallisadenstr. 30 bei den Eltern wohnhaft. Der Vermißte iſt Mit Erjasansprüchen einer Reihe von Grundbefizern für„ ver1,68 Meter groß, dunkelblond, bartlos und hat ein länglich blasses auslagte" Bürgersteigs- Herstellungstoften mußte fich die Gemeinde Gesicht. Bekleidet war derselbe mit einem schwarzen steifen Hut, vertretung wiederum befassen. Die Grundbefizer- Majorität be dunklem Jadett und Weste, dunklen Hosen mit braunen Streifen, willigte gern zu diesem Zwecke 10 281 Mart. Weitere Ansprüche Schnürstiefeln, grauen Strümpfen, Wollhemd und mit einem blauen wurden angekündigt. Vor Jahren fällige, aber versehentlich nicht erhobene Chemisett und blauen Manschetten. Es wird Unglüd vermutet. Etwaige Mitteilungen werden in jedem Polizeirevier sowie im Kanalisationsbaukosten in der Höhe von 1130 Mart beantragte Bimmer 324 des Polizeipräsidiums zu 1669 IV/ 36. 05 entgegen- der Vorstand niederzuschlagen. Nach der Erklärung des Gemeindevorstehers soll der zuständige Beamte sein fostspieliges Versehen genommen. mit Ueberbürdung entschuldigt haben. Nach einigen scherzhaften Feuerbericht. In der Nacht zum Mittwoch hatte die Wehr längere Bemerkungen der Führer der bürgerlichen Majorität wurde auch Zeit in der Emdenerstr. 49 zu tun. Hier war aus nicht ermittelter diesem Vorschlage zugestimmt. Die Rechnungen pro 1903 Ursache in einer Remise Feuer ausgekommen, das erst bemerkt wurde, wurden ohne Erinnerung abgenommen. Der Ueberschuß des als gegen 4 Uhr früh plößlich Flammen aus derfelben heraus- Rechnungsjahres stellt sich auf 36 049,40 Mark. schlugen. In der Pallisadenstr. 77 entstand dann durch Umfallen Der Ueberschuß von 1941 Mark, den die Abrechnung der einer Petroleumlampe in einer Wohnung ein Brand, der im wesent. Pflasterung der Nummelsburgerstraße ergab, wurde dem neulichen Decken und Möbel beschädigte.- Ein zweiter Wohnungs- gebildeten Sammelfonds für Straßenbauten zugeführt. brand mußte später in der Grünthalerstr. 36 abgelöscht werden. Der zwei Jahre währende Prozeß über die Gültigkeit der Die übrigen Alarmierungen, die noch in der Zwischenzeit aus der mandate der Gemeindevertreter Röber und Ziedle( 1. Klasse) Wörtherstr. 1 und noch aus einigen anderen Orten einliefen, waren ist endlich zu deren Gunsten entschieden. auf ganz geringfügige Anlässe zurüdzuführen. ift Auch ein Kulturfortschritt. Die Müggelberge bei Friedrichshagen werden in diesem Sommer mit Orientierungstafeln Die städtische Forstkommission und Wegweisern versehen werden. von Stöpenick hat die Aufstellung derartiger Tafeln im Interesse der Berliner Ausflügler gestattet, mit der Maßgabe, daß die Tafeln Darauf hin nicht zur Anbringung von Reklamen benutzt werden. hat gestern eine Bersammlung der in der Umgegend ansässigen Gastmirte stattgefunden, in welcher die sofortige Aufstellung von Wegweisern und Orientierungstafeln beschlossen wurde. Boreheliche Kinder. Amtlich wird mitgeteilt: In neuerer Zeit ist vielfach über die Mißstände geklagt worden, welche sich für die durch nachfolgende Ehe legitimierten Kinder und deren Eltern daraus ergeben, daß die von den Standesbeamten gemäß§§ 15, 16 des Passage- Theater. Das März- Programm dieses Rauch- Theaters Personenstandsgefehes vom 6. Februar 1875 zu erteilenden Auszüge aus dem Geburtsregister die uneheliche Geburt der Kinder er- bietet alles, was man von einer Variétébühne verlangen kann. fennen lassen. Da es wünschenswert erscheint, die Härten tunlichst Athleten, die mit Zentnergewichten wie mit Gummibällen spielen, zu beseitigen, welche sich aus dem Bekanntwerden der unehelichen Akrobaten, Jongleure, Sängerinnen und Tänzerinnen find bestrebt, Abstammung ergeben können, sind die Standesbeamten ermächtigt den Beifall des Publikums zu erringen. Die 5 Lorrisons, eine verworden, für Schul- und Unterrichtszwecke einschließlich des Konfir- jüngte Auflage der Barrisons fel. Angedenkens, machten ihre Sache mationsunterrichts auf ausdrücklichen Antrag der Beteiligten statt recht nett; die Harfenvirtuosin, Pia Carozzi, erregte allgemeine Beder Auszüge aus dem Geburtsregister bloße Geburtsscheine nach wunderung, sogar ein Improvisatorenpaar, William und Therese folgendem Formular auszustellen: Geburtsschein, nur gültig für Schüff, gab erstaunliche Proben seiner Schlagfertigkeit. Auch ein Stückchen Kunst hatte sich einen Platz in dieser bunten Schul- und Unterrichtszwede einschließlich des Konfirmationsunterrichts. Vor- und Zuname, Geburtstag und Ort, Vor- und Zu- Welt gesichert. Bokken Lasson trug als internationale StraßenIm Vorort der Millionäre. Den geringsten Armenetat von allen name sowie Stand des Vaters, Vor- und Zuname der Mutter, sängerin Volkslieder vor, die sie mit der Laute begleitete. Deutsche, Vorortgemeinden befizt, laut„ Telt. Kreisbl.", die Gemeinde ( Ort),( Datum),( Siegel). Der Standesbeamte( Unterschrift). dänische, englische Lieder sind es. Die Auswahl ist mit einem feinen Grunewald. Im Rechnungsjahr 1905 ist nur ein Betrag von Wird die Ausstellung von Geburtsscheinen anstatt der Registeraus. Geschmack getroffen. Und ungekünftelt, frisch, wie der Tert den 2100 M. vorgesehen. Hiervon entfallen 1200 M. auf die fortzüge für andere Zwecke beantragt als für Schul- und Unterrichts- sie bei den fremdländischen Liedern immer erst verdeutscht laufenden Unterstüßungen für ortsangehörige und 500 M. für nicht die Vortragsweise der Stünstlerin: ein übermütiger Gaſſenbubenton, ortsangehörige Arme, sowie 400 W. auf die einmaligen Unterdem zu lauschen, man nicht müde wird. Das ist echte Brettlkunst, Im vergangenen Ueber den Nachlaß Otto Erich Hartlebens wird berichtet: In Bigeunertum, das sich an der Themse und Seine ebenso wohl fühlt, stübungen und außerordentlichen Armenfälle. Ueber den Nachlaß Otto Erich Hartlebens wird berichtet: In wie an der Spree oder Isar. Das Kostüm paßte gut zu der Jahre betrug der Armenetat sogar nur 1300 M. Im Rechnungsder Villa Hartlebens in Salo ist soeben der gesamte dort befind- prächtigen Erscheinung der Künstlerin, es erinnerte an ihre nordische jahr 1905 werden an Steuern erhoben: Gemeinde- Einkommensteuer 15 v. H. der Staats- Einkommensteuer, Gemeinde- Grundsteuer liche Nachlaß auf Veranlassung des Rechtsvertreters der Frau Hart Heimatstracht. Der volle Beifall, den ihre drei Liedchen, namentDer volle Beifall, den ihre drei Liedchen, nament 2 vom Tausend der auf 97 Will. M. geschäßten Grundstückswerte, leben, Dr. Rosenberger in Berlin, versiegelt worden. Eine Fülle lich das Niggerlied von der zählebigen Kabe, errangen, war wohl Gewerbesteuerzuschlag 100 v.. für die Klaſſen I und II und wertvoller Kunstgegenstände ist damit den Rechtsnachfolgern des ver- verdient. Immer und immer wieder rief man nach der burschikoſen 50 v. 3. für die Klassen III und IV, Umsatzsteuer 1 v. H. des storbenen Poeten vorläufig gesichert, eine Fülle von Brokaten, alten Straßenfängerin. Wertes der veräußerten Grundstücke. Die Steuerpflichtigen mit Kirchenleuchtern, kostbaren Teppichen und alten Büchern, lauter Theater. Die Note ist der Titel einer großen französischen einem Einkommen bis zu 900 M. bleiben von der Gemeindesteuer Gegenstände, die Hartleben einst nach und nach gesammelt und in die er viel Geld hineingesteckt hatte. Die Versiegelung dieses Nachlasses Novität, die demnächst im Belle Alliance Theater zur befreit. geschah hauptsächlich auf Grund eines Paragraphen des ersten Aufführung gelangt. Die Verfasser Pierre Decourcelle, Die Wilmersdorfer Gemeindevertretung genehmigte in ihrer Testamentes, der der Witte des Verstorbenen selbst nach italienischem Edmond Lepelletier und Leon Xanrof dürften dem BerRechte günstig ist. Er besagt, daß nur mit Zustimmung beider liner Bublifum nicht anbekannt sein. Im Luisen Theater gestrigen Sißung einstimmig in zweiter Lesung das Statut betreffend Gatten eine Alenderung des Testamentes vorgenommen werden könne. gelangt Donnerstag vom Opern Ensemble des National Theaters einen die Landgemeinden Deutsch- Wilmersdorf, Schmargendorf, Aber auch Hartleben felber muß von der Üngültigkeit des zweiten, Salevys große Dper„ Die Jüdin"( in den Hauptpartien: Eleasar: Zehlendorf und Stahnsdorf, sowie die Stadtgemeinde Teltow um gugunsten seiner Freundin Ellen Birr abgefaßten Testamentes über- Ernesto Lugarti a. G., Necha: Henny Dima, Lichtenfeld: Noha Nilow) fassenden Kanalisationsverband, zu welchem später noch die Gemeinde Grunewald hinzutreten dürfte. acugt gewesen sein. Denn er schrieb am 15. Januar d. 3. an feine zur Aufführung. zwede, so hat der Standesbeamte in jedem einzelnen Falle die Genehmigung des Oberpräsidenten nachzusuchen. " oth Urania, Taubenstr. 48/49 Beater. Schiller- Theater Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem 8 Uhr: Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 9. März. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Sinfoniekonzert der föniglichen Kapelle. $ Neues fönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Faust, erster Teil. Anfang 7 Uhr. Berliner. Der Kaiserjäger. Leffing. Elga. Westen. Der Wildschüb. Zentral. Die Jurheirat. National. Die neugierigen Frauen. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalta. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. Der Leibalte. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Im Hafen. Kleines. Nachtashl ( Wallner Theater.) Residenz. Hotel Pompadour. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Deutsch- Amerikanisches. New York. Luisen. Die Jüdin. Belle Alliance. Der beste Tip. Carl Weiß. Die Kinder des Kapitän Grant. Metropol. Die Herren von Magim. Apollo. Das Spezialitäten. Beilchenmädchen. Rafino. Heirat auf Probe. Heernfeld Theater. Die Meyers hains. Paffage- Theater. Die 5 Lorrisons. Bokken Lasson. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft. Wie man Weiber fesselt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Iranta. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Profeffor Dr. Nordenstjöld: Zivei Jahre im Eise des Südpols. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7% Uhr. Ein Sommernachtstraum. Freitag: Der Graf von Charolais. Sonnabend, Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Der Graf von Charolais. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Freitag zum erstenmal: Sanna. Sonnabend: Angele. Der Bär. Sonntag: Angele. Abschied vom Regiment. Montag: Sanna. National- Theater Beinbergsweg 19. Donnerstag, den 9. März 1905: Ensemble Gastspiel des Theater des Westens. Die neugierigen Frauen. Anfang 72 Uhr. Freitag zum erstenmal: Don Juan. Sonnabend: Undine. Sonntag nachm. 3 Uhr: Troubadour, Abends 7 Uhr: Don Juan. Zentral- Theater Abends 72 Uhr: Die Juxheirat. Dperette in 3 Aften von Jul. Bauer. Mufit von Franz Lehár. Morgen und folgende Tage: Die Jurheirat. Professor Dr. Nordenskjöld: Zwei Jahre im Eise des Südpols. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PANOP Friedrichstr. 165. 1) Das sensationelle 0. Wallner- Theater. N. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends 8Uhr: Im Hafen. Der Leibalte. Romödie in 3 Akten v. Lothar Schmidt. Drama in 3 Atten von Georg Engel. Freitag, abends 8 Uhr: Medea. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Thalia- Theater. Freitag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Leibalte. | Belle Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direttion: Kren& Schönfeld. Belle Alliancestr. 7/8. Täglich abends 72 Uhr: Stürmischer Lacherfolg! Heute u. folgende Tage abends 8 Uhr: Letzte Vorstellungen von Riesen- Mädchen!!! Der Kilometerfresser Der beste Tip. Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Hotel Pompadour. Schwant in 3 Atten v. Anthony Mars u. Leon Xanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nora. Mittwoch, den 15. März z. erstenmal: Die Rote. Sonntag nam. Charleys Tante. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Kean. 32 Uhr: Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Täglich: Großes Urbock- Jubelfest. Internationale Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Пeue freie Volksbühne. Die Kunst dem Volke. Sonntag, 12. März, nachm. 3 Uhr, im Neuen Theater, 3. Abt.: Der Gewissenswurm Bauernkomödie von L. Anzengruber. Sonntag, 12. März, nachm. 3 Uhr, im Schiller- Theater O., 7. Abt.: Der Geizige. Lustspiel von Molière. Der Hexenfang. Lustspiel von H. Hopfen. Sonntag, 19. März, nachm. 3 Uhr, im Schiller- Theater N., 1. Abt.: Wallensteins Lager u. Die Piccolomini. Dramatisches Gedicht von Fr. Schiller. Mitglieder können bis auf weiteres nicht mehr aufgenommen werden. Sonntag, den 19. März, abends 7%, Uhr, in der Sing- Akademie: Volkstümliches Künstler- Konzert. is Ihre Mitwirkung haben gütigst zugesagt: Frl. Julia Calp, Konzertsängerin; Professor Xaver Scharwenka, kgl. Hofpianist; Professor Florian Zajic, großh. badisch. Kammervirtuose( Violine) und Otto Hutschenreuter, Violoncellvirtuose. Eintrittskarten für Mitglieder zu 60 Pf.( einschl. Garderobe und Programm), für Nichtmitglieder zu 80 Pf.( desgleichen) sind an allen Zahlstellen zu haben. Voranzeige: Sonnabend, den 22. April, abends 8 Uhr: Schiller- Jahrhundert- feier. Mitwirkende: T Das erheblich verstärkte Philharmonische Orchester unter Leitung des kgl. Hofkapellmeisters Dr. Richard Strauß. Ernst v. Wolzogen( Festrede). Emanuel Reicher, Mitglied des Lessing- Theaters( Rezitation). Paul Knüpfer, kgl. Hofopernsänger( Liedervorträge), u. a. m. Prolog, gedichtet von Karl Henckell. NB. Zur Aufführung gelangt u. a. die sinfonische Dichtung ,, Ein Heldenleben" von Richard Strauß unter persönlicher Leitung des Komponisten. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich seit 1. März Berlin NW., Bremerstr. 59, vorn II. Fernsprecher: Amt II No. 4241. Der Vorstand. I. A.: Heinrich Neft. 150/3 Arbeiter Bildungs- Schule Berlin. Sonnabend nachm.: Der gestiefeltennisp Kater. Abends: Die Juxheirat. Sonntag nachm.: Die Fledermaus. Abends: Die Juxheirat. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Gastspiel des National- Theaters. Die Jüdin. Freitag: Das Stiftungsfest. Sonnabend: Der neue Stiftsarzt. Sonntag nachm.: Dorf und Stadt. Abends: Registrator auf Reisen. Montag: Göz v. Berlichingen. Apollo- Theater. Täglich: Sonntag, den 12. März, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer No. 15. Eröffnung 5 Uhr Mitwirke # 2 Mitwirkende: Schiller- Feier Beginn 6 Uhr Maria Holgers ( Schauspielerin). Betsy Schot( Konzertsängerin). Margarete Schneider( Pianistin). Johannes Klaudius( Schauspieler). Eugen Brieger( Konzertsänger). Fest- Vortrag Simon Katzenstein. 220090 Billetts a 60 Pf. inklusive Garderobe und Lieder Texte sind in der Schule und an den bekannten Stellen sowie an der Kasse zu haben. Das Veilchenmädel. Metropol- Theater Mufit von Prof. Josef Hellmesberger, t. t. Hoffapellmeister. Josefine Vettori a. G. Willi Baner a. G. Die Herren von Maxim Vorher 8 Uhr: Neue Spezialitäten. Große Ausstattungsposse mit GeSonntag, 12. März, nachmittags sang und Tanz in 5 Bildern von 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft und Spezialitäten. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Die Kinder des Kapitän Grant. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kindervorstellung: Aschenbrödel oder: Der silberne Pantoffel. Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. mans- IONS Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Heirat auf Probe. Borher das vollst. neue Programm. Sonntag nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert.( Kleine Preise.) A Henry Bender. Josef Giampietro. Trianon- Theater. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Fritzi Massary. Frid Frid. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Sonnabend, den 11. März: Sonntag nachm. 3 Uhr: Kean ober: Großer Metropol- Theater- Ball. Genie und Leidenschaft. Heute und folgende Tage: 4/14 Skala- Theater. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Deta Waldau fotvie 20 internat. Spezialitäten. Anfang 7%, Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Volksgarten- Theater Das Abenteuer d.Hrn. Malezieux( früher Weimann). blaw Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. Freie Volksbühne Donnerstag, 9. März, abends 8%, Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses: Beethoven- Vortrag. Dr. Leopold Hirschberg, Dozent f. Musikgeschichte an der Humboldt- Akademie über: ,, Beethoven und seine Sinfonien". Sonnabend, 18. März, 82 Uhr: IX.Beethoven- Sinfonie im Konzertsaal der Brauerei Friedrichshain. Festmarken a 80 Pf. bis zum 10. März in allen Pf. bis Zahlstellen; Gastkarten a 1 M. vom 10. März ab in beschränkter Anzahl. Montag, 27. März, im Rathaus: 6. Kunstabend: Otto Erich Hartleben“. Sonntag, den 12. März, nachmittags 2, Uhr: Metropol- Theater. Berliner Theater. e. 1. Abteilung: 3. Abteilung: Sappho. Ein Teufelskerl. 228/10 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Letzter Tag diefer Saifon. Cirkus Busch! Abschieds- Voritellung! Schluß der Großen Internationalen Ringkampf- Konkurrenz mot um die Geldpreife von 7500 Mark. Ehrenprotektor: Herr Professor Begas. Großes Gala- Programm. Beginn der Schluß- Ningkämpfe bereits gegen 9 Uhr. Dankfagung! Beim Abschiede von meiner Vaterstadt Berlin drängt es mich, dem hochgeehrten Publikum meinen aufrichtigsten Dank auszusprechen für das außerordentliche Wohlwollen, welches dasselbe mir und meinem Unternehmen auch während meiner nunmehr beendeten 10. Saison entgegengebracht hat. Es wird auch in Zukunft mein eifrigstes Bestreben sein, dem Weltstadt: Publikum in jeder Beziehung das Beste zu bieten und mir so auch fernerhin die bisherige Gunft zu erhalten! Hochachtungsvoll ergebenft Paul Busch, Königl. preuß. Kommissionsrat Zirkus Schumann. Heute Donnerstag, den 9. März, abends präz. 72 Uhr: Elite- Abend. Gala- Programm. u. a.: Herr Albert Carré, Sohn des töniglich niederländischen Birkusdirettors Dstar Carré. Die großartigen neuen Speziali täten, Dir. Alb. Schumanns neuesten Monstredressuren und: Die neueste Sensation Berlins: Mr. Ephraim Thompsons gropartis Elefanten. dressierten Neu! Elefanten als Akrobaten. Neu! Elefanten als SchlittenschellenVirtuosen. Neu! Der Elefant als Soldat. Neu! Der einzig egiftierende und Direktor. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Rovität! Täglich: Novität! Die Meyerhains. Komödie in drei Aften von Anton compound Donat Herrnfeld. Kommerzienrat Meyerhain: Donat Herrnfeld. Pichechowil, Herausgeber des „ Scheinwerfer": Anton Herrnfeld. Uhr. Saltomortale schlagende Elefant. Stnfang 8 1hr 11m 91, Uhr! Der Schlager der Saison! Die größte Prachtansstattungspantomime der Gegenwart: Eine Nordlandsreise. Borverkauf 11-2 Uhr. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Feenhafte hier noch nie gesehene Jed. Abd. 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Effekte. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Der große Erfolg!! Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: Zum Heute große Extra Benefiz Bor= stellung für Elsa Jocosa: 108.... Große Boffe mit Gefang in 4 Atten Der Goldfuchs. NEW- YORK von Jacobsohn und L. Elh. Nach der Vorstellung: Großer Benefiz- Ball. Sonntag, den 12. März: Zwischen zwei Herzen. W. Noacks Theater. Divettion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Extra- Elite- Vorstellung. Lumpazivagabundus Donnerstag, den 9. März cr.: Keine Vorstellung. Nächste Borstellung Sonntag, den 12. März, nachmittags: Däumling. Abends: Die Hoffnung auf Segen. Familie. oder: Das liederliche Kleeblatt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Freitag: Bajazzo und seine Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise Ueber'n großen Teich. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anj. Wochentags 8 Uhr. Billetts zu den Sonntags 7 Uhr. numer. Bläßen find stets 8 Tage vorher zu haben Bobina abad het Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf.nchm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Das beste Programm Berlins The five sisters Lorrison die bekannten Frauenschönheiten. Bokken Lasson die erotische Straßenfängerin. Die Picchiani- Truppe.. 14 nene Nummern, fede hervorragend. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Bis- a- vis d. Börfe, 2 Min. v. Bhf. Börje. 9 Uhr! Ein stürmischer Lacherfolg! Achtung! IV. Wahlkreis- Ost! Achtung! Sonntag, den 12. März, in 2. Kellers Festsälen: Unserer Freundin Frau Berta Hornig zum 50. Geburtstage und unserem Freunde 23322 Emil Petzoldt Geburtstage herzlichsten Frühjahrs- Vergnügende. 214/ 2* redtes arrangiert von den Parteigenossen. Konzert. Auftreten der Gesellschaft Strzelewicz. TANZ. Bon 6 Uhr im oberen Saale: Nach dem Konzert im großen Saale: Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennige nach. Anfang nachmittags 5 Uhr. Billetts im Vorverkauf 25 Pf., an der Kasse 30 f. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert oder mit Garderobe belegt werden. Achtung! I Das Komitee. Achtung! Zentralverband der Maurer Deutschlands dsta Zweigverein Berlin. failpsT Wie man Weiber fesselt. Donnerstag, den 9. März, abends 8 Uhr, in Kellers festfälen, Koppenstr. 29: Militär- Gesangspoffe von Reiflingen, Verfasser von Mutter Gräbert", ,, Onkel Cohn", ie einst im Mai". Vor und nachher: Die glänzenden März: Spezialitäten ersten Ranges. Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert. Entree 50 Pf. Freitag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonnabend: Keine Vorstellung. Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags die halben Kassenpreise. Außerordentliche General- Versammlung aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Sektionen. Tages Drdnung: 137/ 1* 1. Die letzten Vorkommniffe im Fliesenleger- Beruf. 2. Diskussion. 3. Diskussion über die vorgeschlagenen Kandidaten der neuzuwählenden Verbandsleitung. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Zweigvereins- Vorstand. J. A.: E. Thön 3. Lustspielhaus. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Abends 8 Uhr: Der Familientag.. Sonntagmittags 12 Uhr zum erstenmal: Hans im Glück. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. In Vorbereitung: Bajazzo u. seine Familie. Schausp. in 5 Abteilungen. Otto Pritzkows W. H. A. K. R. H. 12 Verband deutscher Gastwirtsgehülfen ( Ortsverwaltung Berlin). Am Dienstag, den 7. März, verschied nach furzem Krankenlager unser Kollege 928 Fritz Klugmann Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. März, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes zu Friedrichsfelde aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht. 287/12 Der Vorstand. Ordentl. General-Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Todes- Anzeige. Allen Bekannten und Freunden die traurige Nachricht, daß am Dienstag, den 7. März, nach furzem Krankenlager mein lieber Mann, der Gastwirt 23302 Fritz Klugmann verstorben ist. 13 Um stilles Beileid bittet Frau Hedwig Klugmann geb. Stoll, Jufelstr. 6. Die Beerdigung findet am Freitag, den 10. März, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Berta Düring geb. Blum, fpreche ich meinen befteit Dank aus. Julius Düring. Orts- Krankenkasse Weißensee. Orts- Krankenkasse d. Maschinenhan- mir hierdurch die nachstehenden, in Gemäß§ 67 der Sabung bringent Arbeiter u. verw. Gewerbe zu Berlin am Mittwoch, den 22. März cr., abends 8 Uhr, im Fr. Wilkeschen Lokal, Brunnenstraße 188. Tages Ordnung: 1. Bericht des Borstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr. 2. Bericht der Revisoren zur Prü sung der Jahresrechnung und Erteilung der Decharge. at 3. Antrag Köfter und Genossen auf Abänderung des 13 des Statuts. beneneral- Berſammlungen vo 22. November 29. Dezember 1904 beschlossenen und von dem Bezirksausschuß zu Potsdam vom 2. Februar 1905 genehmigten Aenderungen der Kaffensabung unseren Mitgliedern und Arbeitgebern zur gefälligen Kenntnis. Sagungsnachträge Die Aenderungen treten am 6. März 1905 in Straft. fönnen im Saffenlokal hierselbst, König- Chaussee Nr. 23, in Empfang genommen werden. Sagungs- Aenderung. 1. Nachtrag 4. Berschiedenes. Anjragen und Beschwerden, zu Fernsprecher Amt IV, 9679. welchen die Einsicht in die Staffen- zur Sagung der Drts- Krankenkasse bücher notwendig ist, müssen münd für den Amtsbezirk Beißensee vom idlich oder schriftlich behufs Beant 27. April Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Sonntag, 12. März, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114: wortung derselben in der General General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Jahresbericht und Kassenbericht sowie Bericht der Revisoren. 2. Nenwahl des ersten Bevollmächtigten, des zweiten Kaffierers, zweier Revisoren, zweier Beifizer, der Auszahler der Arbeitslosen- Unterstügung, des Bibliothekars und des Registrators. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. 113/1 WINE ARTEN Deutscher Holzarbeiter- Verband. Neues Programm. 165 Neues Programm. Abnormitäten- Ausstellung SAHARET. Münzstraße 16. Täglia Borstellung Der Mensch ohne Gefühl! Unverbrenne bar, unverbrühbar, von wissenschaftl. Autorit. als größt. Wunder bezeichnet. Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! ndan Gustay Behrens SpezialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. Bureau: SO., Engel- lifer 15. Berlin. Fernsprecher: IV, 3578. Modell- und Fabriktischler sowie Drechsler. Donnerstag, 9. März, in Schmidts Feftfälen, Gartenstr. 6: Außerordentl. Vertrauensmänner- Versammlung. Tages Ordnung: Statistische Aufnahme und Branchen- Ungelegen 81/11 Die Kommission. Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. Herbert Lloyd, Amerikan. Komiker. Dianda, Dressierte Affen. Dorothy Clark, Engl. heiten. Kom. Reckturner. Dr. Angelo, Sängerin. Stelling u. Revell, Lebende Porzellanfiguren. Pas de deux, Orientalischer Tanz. Indien. Diane de Fontenoy, The Novellos, Europa in Pariser Sängerin. Kaufmann307 Filiale Berlin. Lebende Bilder, Mistinguette, Freitag, den 10. März, abends 6½, 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): Doherty Sisters, Amerikan. Versammlung. Sängerinnen und Tänzerinnen. Biograph, Serienbilder. InventurDas großartige Warz- Programm Ausnahmepreise! 24 erstklassige Nummern. Neu! Molly Neu! oder: Die Folgen eines Hintertreppen- Romans. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Bockbierfest. KONZERT. Der dumme Mag u. der fluge Hans. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: HF Tanz. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt GoldmannKonzert unter Mitwirkung des SalonHumoristen G. Bonné. Anfang 8 Uhr. Meine Säle in Berlin wie Blumengarten empfehle zu Bersammlungen und Festlich[ 23232* teiten jeglicher Art. Albert Moerner. Reichgestickte abgepaßte ortièren 18921 Die Dekoration ganze ( best. aus 2 Flügeln u.1Querb.) in Plüsch.885( Wert 9 . 16,00) 7,50) in Filztuch. 485( Wert schwer. Wollserge 525( Wert in 9,00) 13,50) in Viktoriatuch. 825( Wert seidenart. Empire 1025( Wert in hell 18,00) Teppich- Spezialhaus A Tages- Ordnung: Stellungnahme zur General Bersammlung in München. Vollzähliges Erscheinen aller Kollegen erwartet 195/10 Der Vorstand. Charlottenburg. Heute Donnerstag, den 9. d. 1. M., nachmittags 4 Uhr, im Volkshause, Rosinenftr. 3: bersammlung bis zum 19. März cr. dem Borstande mitgeteilt werden. Nach Schluß dieser General Versammlung findet in demselben Lokal eine General- Versammlung der Bertreter der arbeitnehmenden Mitglieder behuss Bornahme der Wahlen von drei Vorstandsmitgliedern statt. ( Ausscheiden die Herren Gutheit und Schuldt, für Seidel Erfahwahl.) Das Mandat legitimiert! 18. August 1904, beschlossen in den Generalversammlungen vom 1904. 22. Nov. 29. Dez. § 1. 26. 1 erhält folgende Faffung: Die Kaffe führt fortan den Namen: Orts- Strantenfasse für den Gemeindebezirk Weißensee". Abs. 3: Der Sik der Kaffe iſt Weißenfee. § 2. 6. 1 lautet wie folgt: Mitglieder der Kasse sind alle inner halb des Gemeindebezirks Beißenjce in einem Gewerbe oder Betriebe der im§ 1 bezeichneten Art gegen Gehalt oder Lohn beschäftigten Personen init I. Die Wahlen von 159 Vertretern der versicherungspflichtigen und zehn Bertretern der freiwilligen Mitglieder für die General Bersammlungen pro 1905/6 gemäß§ 44 des Statuts Ausnahme: finden statt am: Sonntag, den 26. März 1905, von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags. Es wählen: 37 Vertreter in Märkischen Hof Abteilung I( S. und SO.): ( Möhring), Admiralstraße 18c. Abteilung II( W., SW. und C.): 20 Vertreter im Lofal von Augustin, Lindenstraße 69. Abteilung III( N. und NW.): 88 Vertreter in Raabes Festsälen. Stolbergerstraße 23. Abteilung IV( O. und NO.): 14 Bertreter im Lotal von Neumann, Fürftenwalderſtraße 17." Abteilung V( Freiwillige Mitglieder): 10 Vertreter im Lokal von Hilger ( Drei Raben), Neue Schönhauser ftraße 20. § 31. Abs. 1 lautet wie folgt: Einzahlung. Die Beiträge werden von den Arbeitgebern für die versicherungs pflichtigen Mitglieder nachträglich für auf Grund einer vom Rassenführer vier Zahlungszeiträume( Wochen) aufgeftelten Hebeliste abgeholt. Als Fälligkeitszeitpunkt gilt ber Ablauf einer jeden Woche. Die Mitgliedschaft erlischt bei freiwilligen Mitgliedern gemäß§9 Abs. 2 der Staffenfagung, wenn die Beiträge für zwei Wochen nicht gezahlt find. § 43. Lester Sab lautet wie folgt: Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt. §49. Absatz 2 erhält folgende Faffung: Die Wahl der Vertreter der Kaffenmitglieder ist in einer Wahlverfamm lung vorzunehmen und wird für je 60 Raffenmitglieder ein Bertreter gewählt. Die Wahlen find geheim! Abgabe der Stimmizettel von 10 bis 1 Uhr. Die Stimmzettel dürfen nicht mehr Ist die Zahl nicht durch 60 teilNamen enthalten, als in den einzelnen bar, so ist für die überschießende Zahl, Abteilungen Bertreter wählen sind. wenn diefelbe 30 oder mehr beträgt, halten: Oeffentliche Versammlung ner milfen bie Glimmzettel ent- ein weiterer Bertreter zu wählen. aller Gaft- und Schankwirte. Tages- Ordnung: Die neueste Verfügung der Polizei gegen die sogenannte halbe Schankfonzession. Ref. Kollege Litfin. 2. Freie Aussprache. 3. Verschiedenes. Möbel- Kredit erhalten Beamte, Kaufleute und überhaupt jedermann in fester Stellung. Kulante Zahlungsbedingungen, strengste Diskretion, erstklassige Fabrikate. Zeichnungen u. Kostenanschläge gratis. Off.:,,M. P. 4886" an d. Haupt- Exp. d. Berl. Morgenpost, Kochstr.23/ 24 Bor- und Zunamen, die genaue Wohnung und die Buchnummer der zu Wählenden. Stimmzettel, welche obige Angaben nicht oder mehr Namen enthalten, als in der betreffenden Abteilung zu wählen find, find ungültig. Um 1 Uhr nachmittags wird der Bahlatt geschlossen und beginnt darauf die Ermittelung des Bahl resultates. Wahlberechtigt und wähl bar find nur Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr erreicht haben und sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. § 49. Abja 4 lautet wie folgt: Die Bertreter der Arbeitgeber werden von diesen in ungeteilter Wahlversamm lung gewählt. Für je 120 von den Arbeitgebern beschäftigte Kassenmitglieder, für welche die ersteren Beiträge aus eigenen Mitteln zahlen, wird je cin Bertreter gewählt. Für den überschießenden Bruchteil wird ein weiterer Bertreter nur dam gewählt, wenn dadurch die Zahl der Bertreter der Arbeitgeber nicht über ein Drittel der Gesamtzahl erhöht wird. Jeder Arbeitgeber führt bei der 28635 Wahl eine Stimme. Das Legitimationsbuch oder die § 56. Borlekter Absatz erhält Legitimationskarte ist am Eingange folgende Fassung: des Wahllokals und bei Abgabe der Im Falle der Stimmengleichheit Genossenschaftstischlerei Orts- Krankenkasse Stimmzettel vorzuzeigen. Die Herren gilt jeder Antrag als abgelehnt. , Phönix" ( Eing. Genossenschaft m. b. Haftung). Sonntag, den 26. März, vorm: 9 Uhr, Frankfurter Allee 130: Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 3. Geschäftliches. 2. Neuwahlen. 106/1 Der Vorstand. Karl Bartsch. Gustav Zellmer. für das Töpfer Gewerbe zu Berlin. General- Versammlung der Delegierten am 16. März cr., abends 7 Uhr, im Rönigstadt- Stafino, Holzmarktstr. 72. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht der Revisoren über die Jahresrechnung. 3. Statutenänderung. 4. Berschiedenes. Bünktliches Erscheinen erwartet 271/2 Der Vorstand. Emil Lefèvre Victoria- Brauerei Andreasgarten. Berlin Oranienstr. 158. S. Nach auswärts per Nachnahme. Inventur- Extraliste gratis und u. Katalog mit ca. 600 franko. Illustrat. Lützowstr. 111-112. Heute 8 Uhr: Tanzkränzchen, Andreasstr. 26. Arbeitgeber beztv. § 71 lautet wie folgt: nehmer werden dringend ersucht, die IX. Beaufsichtigung der Kasse. zum Zwede der Bahlen besonders Die Aufsicht über die Kaffe wird angefertigten Legitimationskarten zu- nach Maßgabe der Vorschriften des vor im Kaffenlofal abheben oder aber Krankenversicherungs- Gesezes unter den Mitgliedern ihre Legitimations- Oberaufsicht des königl. Regierungs. bücher mit dem Tagesstempel des präsidenten zu Botsdam von deut an diesem Gemeinde- Vorstand in Weißensee Wahltages versehen wahrgenommen. Tage aushändigen zu lassen. II. Die Wahl der arbeitgebenden Mitglieder findet am Donnerstag, den 30. März cr., abends bon 8-9 Uhr, im Berliner Ratskeller( Fraktionszimmer, Jüdenstraße) statt. Bu wählen sind: 80 Vertreter zur General versammlung pro 1905/6(§ 44 bes Statuts). Die Wahlen find gleichfalls geheime und finden mittels Stimmzettel ftatt. Andreasstr. 26. Nach Schluß dieser Wahl- VerAllen Freunden und Bekannten empfehle meine Räumlichkeiten zu General- Versammlung der arbeitfammlung findet die ordentliche Versammlungen und Festlichkeiten. Anerkannt gute Speisen u. Getränke. gebenden Mitglieder Büttner. Neu- Weißensee, 29. Dezember 1904. Stein. H. Moheit. Bukow. H. Maslissa. Karl Baschin. Wilhelm Schlie. Robert Thiele. Max Schröder. Genehmigt. 270/20 Potsdam, 2. Februar 1905. ( L. S.) Namens des Bezirksausschusses. Der Vorfikende B. 1106. J. B.: Reich. Beißensee, 3. März 1905. Der Vorstand. W. Reske, Borfizender. Meinen und straße 4 ein barberton 3. Setrante, nehme der Wahlen aum Borſtance aur Nachricht, daß ich BudowerSegelbahn Fremdenlogis. Mittags. tisch von 60 Pf. an mit Bier. Montag u. Freitag: 20462* Fr. Merkowski. Nordd. Sänger. Chaffeur- Schule bildet junge Leute aus. Lehrgeld 50 M. Stöpniderstr. 98. 23292* statt.( Ausscheidet Herr A. Salinger 23332* A. Dalg. Familien- Restaurant und Erfazwahl für Herrn A. Hufung.) eröffnet habe. Mit Gruß Um recht zahlreiches und pünkt liches Erscheinen wird gebeten. Berlin, den 8. März 1905. Der Vorstand. A. Salinger. C. Gutheit. Kartoffeln! Note, Wispel 83,00 M., 8tr 3,60. Magnum 8tr. 3,20 M. Lüneburgerstr., Stadtbahnbogen 353. Berantwo. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 58. 22. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. A Donnerstag, 9. März 1905. der Meinung, daß man mit den Rentenbewilligungen herab- Charlottenburg. Eine öffentliche Droschkentutscher- Versammlung gegangen fei und sich die soziale Rechtspflege im all im Volkshause, einberufen von Droschkentutschern, welche Mitglied gemeinen verschlechtert habe. Als Krebsschaden wurde besonders des Transportarbeiter Verbandes sind, beschäftigte sich mit den un26das Bestreben, die Kosten der Rechtsprechung. herabzudrücken, wahren Behauptungen des Vereins der Charlottenburger Droschkenrempfunden. Darauf sei auch allein die Durchhezung von dreißig futscher und dessen Vorstand. Der Sachverhalt ist folgender: In der letzten Sigung des Arbeitervertreter- Vereins gab Al- Sachen in einer Schiedsgerichtssigung zurückzuführen. Hiergegen In einer Versammlung am 14. Februar, welche im Lokale von Wodrich brecht einen Ueberblick über die Tätigkeit der Beifizer am Schieds- tönnten die Beifizer durch eine überaus gründliche und liebevolle tagte, wurde von einem Vorstandsmitgliede, Vorsitzender des Vereins, gerichte für Arbeiterversicherung, indem er anknüpfte an eine Zu Behandlung jeder einzelnen Sache ankämpfen. Dieser Vorschlag behauptet, die Lage der Charlottenburger Droschfenfutscher sei eine ſammenkunft der Beisiger. Er hob als sehr wichtig die Frage her fand in der Versammlung lebhafte Zustimmung, zumal ein tollege sehr gute. Bei den meisten Firmen hätte der Droschkenfutscher ein vor, wie die Wirksamkeit der Schiedsgerichts- Vertrauensärzte sich aus Sachsen feststellte, daß diese Art der Behandlung dort schon sehr gutes Arbeitsverhältnis. Der Kutscher brauche erst um 8, 9, 10 gestaltet. Ueber verschiedene Aerzte war die Meinung der Beifizer praktiziert worden sei und gut gewirkt habe. Ferner wurde der oder wie es ihm beliebt, anzuspannen; wenn es hagelt, schneit oder eine geteilte. Die einen haben schlechte, die anderen bessere Zusammenschluß der Arbeitervertreter von ganz Deutschland an- regnet, spannt man überhaupt nicht an; friert im Winter das Wasser, Erfahrungen mit ihnen gemacht. Einig sei man fich aber geregt. welches zum Wagenwaschen benutzt werden soll, so wird sofort darin gewesen, daß fast alle Aerzte beim Schiedsgericht vom Unternehmer dem Kutscher ein Mann gestellt. Der Lohn sozialpolitisch durchaus rückständig feien. Klage führten die Beisitzer darüber, daß man jezt anfange, auf die Tagesordnung einer Holzarbeiter- Verband. In der am Donnerstag abgehaltenen belaufe sich durchschnittlich auf 45 M. die Woche, denn die Prozent Sigung bis zu 30 dreißig Sachen zu setzen. Der zugezogene außerordentlichen Generalversammlung wurden zunächst zwei Stich- rechnung ergebe immerhin 45 zu 100. Ein anderer Redner, Schriftführer des Vereins, behauptete, die Polizeistrafen, welche gegen die Arzt habe dann vielleicht 14-15 Sachen zu begutachten. Bei einer wahlen vorgenommen mit dem Resultat, daß Hertel als Beifizer und Droschkentutscher verhängt werden, seien noch viel zu niedrig, folchen überlasteten Sigung werde schließlich selbst der, der gesunde Voigt als Revisor gewählt wurden. Beisiker Felix Leopold und denn der Kutscher sei stets selbst schuld, wenn er aufgeschrieben Nerben habe, nicht mehr folgen fönnen. Und wie die Unter- Revisor Breitkopf sind bereits in der vorigen Versammlung ge- wird. Gegen diese Ausführungen nun hatte der Transportarbeitersuchungen dabei seien, könne fich jeder sich jeder vorstellen. In wählt, das Resultat ist aber erst nach derselben festgestellt worden. Verband ein Flugblatt herausgegeben, worin den Droschkeneiner derartigen Sigung gehe natürlich alles nach Schema F, Sierauf erfolgte die Wahl eines zweiten Arbeitsvermittlers für den futschern von Charlottenburg einmal recht deutlich gezeigt wurde, ganz wie es im Interesse der Berufsgenossenschaften paritätischen Arbeitsnachweis, der am 1. April in Funktion treten welche Geistestinder an der Spize ihres Vereins stehen. Gegen liege. In vereinzelten Fällen, wo Beisiger auch die von den foll, falls ein geeignetes Lokal bis dahin gefunden wird. Im Arbeits- dieses Flugblatt hatte der Droschkentutscher- Verein Stellung geInstanzen verpönten fleinen Renten für kleinere Schädigungen durch- nachweisgebäude in der Gormannstraße ist zwar ein passender Raum nommen und man ließ nun alles mögliche gegen den Verband los. gedrückt hätten, habe das Reichs- Versicherungsamt die Renten wieder zu erhalten, derselbe scheint aber um deswillen nicht recht geeignet, Gebert geißelte nun in der Versammlung der Veraufgehoben. Unter den Arbeitnehmer- Beifizern sei aber die Meinung weil er vier Treppen hoch liegt. Als Arbeitsvermittler wurde Sid= bandskutscher das Verfahren des Vereins in recht allgemein, daß nach wie vor auch bei leichteren Schädigungen fleine fe Id gewählt. Bestätigt wurden die vorgeschlagenen Beitrags- gehender Weise und bewies ant der Hand von Lohnlisten, Renten durchgesetzt werden müßten. Bei den letzten Wahlen der fammler: Grasse für den 6., Hertel für den 28., Anders daß ein Droschkenkutscher niemals einen solchen Lohn, wie angegeben, Schiedsgerichts- Vertrauensärzte ſei, abgesehen von einer für den 39., Bessel für den 42., Steinhauer für den verdienen kann. Ferner wies er nach, daß die Polizeistrafen nicht Ausnahme, die Liste derer durchgedrungen, die den Berufs- 46. Bezirk. nur hoch, sondern zuweilen ins unermeßliche gehen und der Droschkengenossenschaften wohlwollten. Aufgabe der Beisiger werde Sierauf referierte Glode über den bevorstehenden Gewerk- futscher beinahe ebenso unter der Polizeikontrolle stehe, wie eine es nun sein, dahin zu tvirken, daß wenigstens bei schaftstongreß. Er besprach die einzelnen Punkte der Tagesordnung Prostituierte. Die Ausgaben für Uniformen feien erschrecklich hoch Einholung von Obergutachten die Gutachter genommen würden, die desselben. Zur Frage des Generalstreiks meinte er, der Gewerk- und die Arbeitszeit eine sehr lange. Es kommt sogar ihnen als objektiv bekannt seien. Als durchaus notwendig und zweck- schaftskongreß werde sich wahrscheinlich auf denselben Standpunkt vor, daß sich der Kutscher 20, 24, 24, fogar 86 Stunden mäßig erachtet Redner ein öfteres Zusammenkommen der Beifizer.stellen, den der internationale Arbeiterfongreß in dieser Frage ein- auf dem Bock befinde. Knütter, Vorsitzender des Berliner DroschkenEs entspann sich eine lebhafte Diskussion. Dähne teilte mit, daß genommen. Was die Maifeier betrifft, so sei es nach den Ansichten, futschervereins, sowie mehrere andere Berufskollegen schlossen sich es den Berliner Schiedsgerichts- Vertretern gelungen sei, für das die von gewerkschaftlicher Seite auf dem internationalen Kongreß den Ausführungen des Referenten an. Am Schlusse der aufgeregten Berliner Schiedsgericht die Wahl eines von ihnen gewünschten Wer- vertreten wurden, nicht unwahrscheinlich, daß der Gewerkschafts- Versammlung wurde folgende Resolution angenommen:„ Die heute trauensarztes durchzudrüden. Das Verhalten eines Verhandlungs- fongreß beschließt, die Maifeier nicht mehr in der bisherigen Weise tagenue öffentliche Droschkentutscher- Bersammlung erklärt führers, des Assessors Schüz, wurde von verschiedenen Beisigern zu begehen. Die Berliner Holzarbeiter seien für Beibehaltung Ausführungen des Kollegen Ludwig, Vorsitzenden des Charscharf gerügt. Namentlich nimmt man es ihm jehr der Maifeier in der bisherigen Form. Schon die lottenburger Droschkentutscher- Vereins, gegen die Organisation übel, daß er oft unter die von dem ärztlichen Gutachter Agitation für die Maifeier sowie die Feier selbst habe ohne Zweifel der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter als unwahr befürworteten Säße hinuntergehe, wobei er sich der Zustimmung der die Reihen der Indifferenten aufgerüttelt, und so hätten auch solche und fonstatiert, daß die Behauptungen des Flugblattes Arbeitgeberbeifizer zu erfreuen habe. Hervorgehoben wurde im Gewerkschaften, welche den 1. Mai nicht feierten, Vorteil von der auf Wahrheit beruhen. Die Versammlung beauftragt die SektionsLaufe der Debatte, daß sich das Reichs- Versicherungsamt zu sehr in Maifeier gehabt. Die Behauptung, die Feier durch Arbeitsruhe sei leitung der Droschkentutscher des Zentralverbandes der Handels-, feiner Judikatur an die einmal aufgestellten Rentenstalen für die zurüdgegangen, treffe für Berlin nicht zu. Den Ausführungen Transport- und Verkehrsarbeiter, für den Ausbau der Organisation äußerlich gleichartigen Unfallfolgen flammere, und an seine„ Grund- des Referenten folgte eine kurze Diskussion, die in den hier an- Sorge zu tragen, um die Droschkentutscher einer besseren wirtschaftfäße" über fleine Schädigungen, über die Frage des Leisten geführten Punkten mit dem Referat übereinstimmte. Als Delegierter lichen Lage entgegenzuführen. Auch die anwesenden Vereinsmitglieder bruchs als Unfallfolge usw. Verschiedene Redner find zum Gewerkschaftskongreß wurde Glode einstimmig gewählt. waren mit dieser Resolution einverstanden. eindie Cabliau zum Kochen und Braten sehr empfehlenswert Ein Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Alle Fischarten sind infolge großer Fänge soeben in großen Mengen eingetroffen. 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Rachbrud verboten. 150 257 606 733 977 1100 17 99 247 338 43 638 64 867[ 300] 916 61[ 300] 2130 420 698 790 946 3010 239 97 430 86 500 51 648 889 4321 559 73 617 7031 207 43 806 901 8000[ 300] 160 724 853 9046 425 731 65 72 871 948 74 10196 289 771 95 831 11042 87 204 19 29 389 405 83 744 837 54 913[ 300] 12028 274 384 579 656 733 61 836 73 906 13148 361 471 918[ 400] 14159 [ 300] 209 413 558[ 500] 694 736 814 67 15039 221 649 16055 367 925 90 17062 154 222 35 348 491 14001 856 18075[ 500] 194 340 67 482 521 49 603 89 795 1500] 986 19050 211 34 400 500 751 20133 43 61 277 88 341 447 94[ 400] 96 746 991 21015 41 141 310 516 20 971 22001 84 202 64 329 72 403 562 98 99 670 23131[ 300] 371 24021 169 320 451 817 49 88 978 25218 42 348 410 30 583 801. 64 969[ 300] 84 26173[ 400] 581 88 644 80 794 13001 27045 886 28052[ 300] 190 426 63 877 84 918 29076 125 418[ 400] 539 85 709 30114 59 401 615 734 69 31074 75 503 32067 187 217 82 379 525 69 703 839 53 74 987 33073 83 178 357 69 555[ 500] 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143 728 92 862 69 962 140158 339 57 570 86 815 141027 43 89 953 142030 77 192 98 752 143271 307 565 700[ 400] 144003 12 208 358 77 678 848 949 145456[ 400] 575 647 723 146290 967 68 147050 295 567 602 25 777 937 148004 463 507 820 31 56 149142 315 421 64 614 807 99 954 150020 195 214 80 629 773 821 914 151146 270 384 404 648 72 720 57 800 89 152022 172 249 402 825 904 17 153102 215 687 737 871 98 956 75 154094 245 60 346 430 92 772 836 155175 387 441[ 400] 744 816 90[ 500] 156052 200 15 377 806 921 79 157044 215 63 74 317 31 502 158068 92 114 213 65 74 497 523 649 746 78 95 159034 111 361 589 738 812 53 74 903[ 400] redu 160069 74 99 126 358 645 161485 666[ 300] 96 884[ 3001162025 66 152 370 413 41 66163156 560 600 6 947 54 164007 69 118 54 594 625 75 77 93 997 165263 429 92 95 529 33 42 699 800 994 166197[ 300] 453 828 167003 193 98 212 168308 445 866 98 959 169179 335 44 437 848 913[ 300] 36 89 97 170035 399 515 741 81 90 865 171158 89[ 400] 489 800 172058 170 318 41 86 405 532 810 946 99 173425 555 89 729[ 300] 844 997 174173 320 574 602 175022 130[ 400] 254 458 708 53 79 176190 215 71 94 548 611 709 884 177256 412 782 865 178232 342 465 697 762 873 179149 209 432 609 48 761 876 962 180237 68 356 691 865 181113 37 227 360 471 577 730 51 182006 205 7 33 374 405 640 700 [ 300] 933 183017[ 300] 133 353 57 461 632 89 913 184017 104[ 500] 53 517 752 185031 90 139 233 46[ 300] 98 396 408 633 844 186400 26 553 664 98 976 81 187031 54 207[ 300] 20 318 26 681 744 46 886 990 188265 446 713 70 833 75 935 189009 67 262[ 400] 349 190048[ 300] 126 211 480 659 760 80 954 191129 49 524 721 915 98 192093 114 523 658 193111 87 406 658 760[ 300] 194122 205 64 387 503 90[ 300] 643 872 916 195147 322 460 513 67 733 197 279 90 372 530 603 29 747 923 45 197422 518 753 801 57 900 1 3 60 198552[ 400] 71 818 85 965 199154 553 639 960 79 196099 200071 408 569 608 13 17 51 892 908 201161 89[ 400] 391 561 650[ 400] 702 202123 237 448 682 887 963 203097 157 212 30 357 405 627 47 943 204006 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Zichung 3. Klaffe 212. Kgl. Preuß. Lotterie. Biebung vom 8. März 1905, nachmittags. Nur bie Gewinne über 144 Mt. find den betreffenden Nummern in Klammern betgefügt. 61 826 ( Ohne Gewähr.) Rachbrud verboten. 1023 511 698[ 400] 708 934 2152 59 536 730 3221 59 62 353 67 691 93 4202 301 90 582 748 990 5189[ 300] 463 623 719 941 6196 717 71 934 7055 482 611 8098 111 88 494 616[ 500] 826 919 9091 247 389 412 594 865 10020 142 309 560 657 763[ 300] 839 11129 411 623 790 824 82 907 12133 371[ 300] 631 808 47 900 [ 5001 79 13047 55 321 403 532 14111[ 400] 245 95 474 548 608 69 822 15046 168 243 477[ 300] 545 606 8 16262 89 342 646 89 704 51 853 17125 75 427 67 684 18124 370 87 574 746 59 990 19389 463 834 20010 67 148[ 400] 257 788 817 22 956 64 21564 710 75 894 22019 676 715 47 914 23024 96 98 206 339 50 455 756[ 300] 92 870 24072 130 319 590 604 96 25069 328 425 13001 57 548 686 876 26118 67 372 584 642 789 951 75 27047 161 225 326 465[ 300] 557 69 882 28379 408 81 522 52 644 29012 249 734 850 58 30198 246 369 587[ 300] 841 31235 472 533 643 754 86 848 13001 83 32203 15001 318 63 635 69 801 40 959 88 33695 794 820 34033 82 86 226 411 86 539 658 821 35098[ 300] 313 63 536 77 858 965 36280 307 647 88 98 742 957 37230[ 400] 311 27 1554 694 740 920 38029 427 513 21 842 39105 48 90[ 1000] 231 845 40008[ 300] 107 292 440 852 41016[ 1000] 24 26 30 42 205 34 470 591 694 782 976 42220 79 397 557 680 724 842 93 43052[ 300] 331[ 400] 509 87 640 951 98 44010 209 309 15 418 76[ 300] 583 629 876 925 45184 527 606 764 820 35 934 46030 149[ 10001 391 818 47523 608 43 52 948 48005 62 139 284 316 615 26 783 826 41 49135 304 690 787 839 50084 245[ 500] 328 510 810 981 51217 330 65 [ 400] 621[ 3001 52016[ 400] 55 92 121 271 563 604 722 69 840 71 903 59 53348 431 42[ 300] 65 619 66 822 991 54091 127 296 575 762 90 870 55145 80 265 360 64 706 46 63 901 56069 70 127 406 896 57094 157 67 636 862 950 58306 741 935 59164 216 51[ 400] 331 33 56 413 76[ 300] 646 902 38 60164[ 300] 447[ 300] 63 610 61809 26 51 52 62004 59[ 300] 105[ 300] 240 506[ 3000] 87 742 914 75 63553 752 868 957 64150 243 309 56 407[ 400] 36 15001 650 863 66 65078 103 94 315 566 638 913 23 66002 212 790 67015[ 3001 98 99 223 660 786 914 95 68038 89[ 300] 176 268 612[ 500] 816 23 69364 588 714 30[ 400] 70 818 70126 289 500 3[ 300] 53 838 949[ 1000] 71078 237 43 324 66 432 62 71 678 961[ 500] 72110 353 91 453 59 94 559 748 851 73035 355 401 853 74069 113 672 792 929 75093 132 40 84 222 300 62 410 70[ 400] 516 654 942 76152 295 335 453 537 816 95 957 77033 114 20 39 42 261 457 516 646 719 47 48 87 869 78023 177 346 52[ 400] 54 441 99 697 772 79021 124 85 504 652 970 80049 200 333 62 81111 203 565 66 681 778 82157 64 236 87 347 414 612 916 83031 319[ 300] 72 401[ 300] 92 14001 587 646 74 908 44 82 84347 503 [ 3001 76 85745 83 86050[ 300] 465 599 618 755 938 93 87138 343 550 76[ 300] 969 88017 169[ 400] 268 562 680[ 400] 89396 618 758 90033 62 280 506 95 605 14 87 732 849 984 91432 71[ 300] 619 852 95 92063 129 308 70 526 630 837 93167 233 49 578 96[ 300] 94030 86 128 331 462 70 511 652 725 922 48 78 95153 543 96 938 96065 95 196 264 569 646 48 56 999 97127 33 446[ 300] 561 86 645 98335 411 548 57 640 715 99070 92 121 202 404 13 592 746 68 988 100044 167 282 324 698 728 30 892 928 101053 216 471 822 952 84 102255 342 72 903 103118 28 234 71 393 649 889 92 910 104120 96 265 348 74 666 725 94 842 941 57 105209 14 310 26 38 444 542 668 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn zu 100 000 110001 82 881 106771 90 1400) 852 903 107279 60 000 W, 1 x 5000 4 3 3000 ML, 1000 R 14 500 28 400 32 12800 361 1300 667 86 97 782 839 50 108358 510 682 838 109380 765 Die von uns hier eingeführten und sehr beliebt gewordenen Brassen sind von großen Fängen eingetroffen, die wir mit 15-18 zum Kochen und Braten Pf. p. Pfd. geeignet, sehr empfehlen. 110241[ 400] 45 430 687 854 111039 104 71 72 341 764 943 99 112429 623[ 400] 779 113079 87 140[ 300] 262 486 97 549 114493[ 300] 652 887 938 95 115109 519 662 705 116171 220 362 84 527 117242 746 913 118727 40 821 119001 191 327 528[ 1000] 59 72 752 83 845 0120008 373 412 84 548 76 87[ 400] 800 985 121452 70 521 51 764 122368[ 300] 75 504 6 93 712 123073[ 300] 208 13 57 348 459 532[ 300] 71 886 124037 55 64 650 59 780 83 910 125174 80 590 701 126135 226 577 717 127316 75[ 300] 420 639 723 43 128075 164 247 507 697 792 820 920[ 50001 42 46 [ 300] 90 129365 449 70 599 746 58 63 930 44 130029 40 204 559 72 641 769 131187 727 862 984 86 132128 297 485 517 633 731[ 3001 76 821 921 71 133116 344 53 72 527 653 747 49 867 985 134137 13001 75 379 641 825 135359 60 469 91 650 734 136068 212 438 519 611 17 49[ 5001 876[ 300] 923 79 137015 245 49[ 400] 99 330 72 652 943 54 138048 91 386 438 72 522 801 59 139154[ 300] 666 840 914 28[ 300] 140062 191[ 300] 257 68 301 407 614 78 795 141002 284 443 96 506 22 25 142065 235 422 516 27 71 604 749 890 932 54 143017 202 552[ 400] 822 144127 220 334 50 437 561 84[ 300] 652 819 924 28 145083 554 67 609 146024 29 83 385 89[ 300] 424 [ 300] 588 826 92[ 300] 937 47 147024 14001 93 218 96 566 778 958 60 98 148232 308 57 458 523 53 706 871 79 149063 176 210 63 309 445 660 737 881 92 968 150026 437 47 775 90 151379 452 520 52 59 [ 500] 152110 60 363 490 510 95[ 400] 609 153013 48[ 300] 243 56 447 154011 23 85 151 518 155389 420 777 817[ 30001] 902[ 300] 15 68 156067 128 49 70 369 440 75 635[ 300] TO 823 157026 27 29 213 [ 400] 325 583 626 707 85 827 953 158031 276 98 360 472 521 91 784 159138 51 98 472 564 76[ 300] 755 861 974 160012 24 104 308 81 95 481 510 618 65 74 161226 351 88 498 638 819 49 955 83[ 300] 162231 70 340 416 30[ 5001 649 831 987 94 163038 410 561 164197 513 634 779 165037 60 101 712 166115 33 258 668 88 709[ 300] 32 85 890 913 50 167136 67 584 758 30001 966 168348 88 564 80 696[ 500] 851 [ 300] 169448 507 617 536 39 91 617-78 750 877 930 38 64 172070 106[ 5001 170301 17[ 400] 538 684 784 875 99 171478 674 992 173182 97 210 18 302 33 488 13001 696 984 93 174192 452 175160[ 300] 281 341 99 520 601 860 94 176002 133 96 487 680 91 858 65 86 912 177023 124 236 72[ 5001 756 948 178001 310 472 712 27 31 825[ 60 000] 74 179148 360 550 728 180382 83 400 992[ 300] 98 181075 661 778 823 182010 376 100 0001 752 940 183226 92 320 73 570 971 184384 662 74 848 67 185274 353 89 433 518[ 300] 852 941 186225[ 300] 372 187374 188577 707 809 979 83[ 300] 189126 261 310 431 513 190034 328 623 44 878 919 191038 558 601 86 736 853 96 192091 412 58 72 94 864 904 193035 188 322 52[ 300] 472 549 937[ 300] 194006 103 665 731 45 998 195259 336 420 536 604 40 703 5 992 196443 778 889 909[ 500] 22 197206[ 300] 450 57 520 24 198194 95 284 314 419 26 529[ 300] 632 757 839 908 199063 213 352 61 453 629 32 75 803 200107 29 75[ 300] 212 48 346 405 22 29 673[ 400] 201085 264 353 630 917 95 202019 63 266 774 880 98 907 203085 89[ 3000] 121 52 579 622 786 204069 102 595 793 98[ 300] 810 35 205002 11 188 202 466 573 627 788 818 957 206010 91 204 43 99 303 15 524 653 207004 780 931 81 83 208152 239 73 372 412 42 759 209008 372 595 680 ALLE 210420[ 400] 52 91 743[ 3001 819 23[ 300] 991 211053 58 60 90 187 288 878 959 212014 276 634 [ 400] 901 213835 214150 351 53 423 581 606 726 951 78 215125 51 265 88 385 478 595 779 871 216073 203 25 595 773 861 217131 377 86 745 99 218205 623 840 47 219081 225 486 220197 313 62 78 433[ 300] 637 712 876 78 984 221009 648 843 222193 273 581 82 616 75 712 58 814[ 300] 86 922 223239 47 307 438 718 93 909 41 97 Die Biehung ber 4. laffe ber 212, Königlich Brensischen Maffenlotterie findet tatt am 3, usb 8. April 1905. 0000000 Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108-114. Sonntag, den 12. März: Großes Militär- Streich- Konzert d. Kap. d. Garde- Füsiliere, Dir. H. Dippel, und Horsts Nordd. Humoristen und Quartett- Sänger u. Mitwirk. d. Gesangvereins 99 Schildhorn" Dirigent 9 P. Kurz. Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pf. Nachdem: Familienball. Von 12-2 Uhr: Gr. Mittagstisch ( 4 Gänge 1 M.). Von 4 Uhr ab Gr. Ball. ab. in d. hint. Sälen: Jeden Donnerstag: Bernh. Rose- Theater. Anfang 8 Uhr. Vorzugskarten sind in d. mit Plakaten bel. Hdlg. zu haben. Nachdem: Frei- Tanzkränzchen. 00000 PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 87/ 9* Haut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Jedes Wort: 5 Schwarzer Adler Zentralverein der Bildhauer Deutschlands Ein Versuch Inh. Gebr. Arnhold Friedrichsberg, Frankf. Chauffee 120. Jeden Sonntag: Großer Ball. Jeden Donnerstag: Soiree der Führmann- Walde- Sänger. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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