Nr. 60. Abonnements- Bedingungen: A Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. Hero R 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Versammlungs- Anzeigen 25 fg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Begründung der Berggesetz- Novelle. Jetzt ist auch die Begründung ber Novelle zum Berggefeße er schienen. Von allgemeinen sozialpolitischen Erwägungen hält sie sich ziemlich fern; fie beschränkt sich in der Hauptsache darauf, die borgeschlagenen Bestimmungen als notwendig zu bezeichnen. Wir greifen für heut den Abschnitt über die Vorschriften betreffend die Arbeiszeit heraus. In diesem Abschnitt ist überhaupt nichts von sozialpolitischen Erwägungen enthalten. Selbst dort nicht, wo die Forderung der Arbeiter nach einem allgemeinen Achtstundentage erwähnt ist. Die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit und ihre gefeßliche Begrenzung spielt seit Jahrzehnten eine so große Rolle in den öffentlichen Erörterungen und den politischen Kämpfen, sie ist durch zahlreiche Untersuchungen und Publikationen von allen Seiten beleuchtet und Klargestellt worden, sie ist von so hoher Bedeutung für die Industrie wie für das ganze Volt, fie erfordert Erwägungen in volkswirtschaftlicher, sittlicher, gesellschaftlicher und fanitärer Beziehung, daß ihre sorgfältige und umfassende Erörterung in einem Gesezentwurfe, der sich mit der Frage beschäftigt, eigentlich selbstverständlich wäre. Die preußische Regierung hält das nicht für notwendig; sie stellt sich damit das fläglichste Armutszeugnis aus. Von allen organisierten Arbeitern aller Industrieländer wird die Verkürzung der Arbeitszeit gefordert, von Sozialpolitikern, Medizinern, Gelehrten aller Art ist sie als notwendig erwiesen worden: Die preußische Regierung hat darauf in der Begründung zu ihrem Gesetzentwurfe nichts weiter zu sagen als dies: " Die Bestrebungen eines großen Teils der großbritannischen Arbeiter auf Einführung einer allgemeinen 8stündigen Schicht sind bisher gescheitert. Auch in Preußen wird schon seit einer Reihe von Jahren, insbefondere von den Steinkohlenbergleuten, die gefeßliche Beschränkung der Schicht auf 8 Stunden für die Arbeiter unter Tage einschließlich Gin- und Ausfahrt gefordert. Die Forderung einer solchen Achtstumdenschicht für den Gesamtbergbau in Breußen kann nicht als begründet angesehen werden, da biele Arbeiten auf Bergwerfen unter feinen ungünstigeren Verhältnissen erfolgen als in anderen Industriezweigen, z. B. der Hütten industrie. Solche Verhältnisse liegen weder vor bei den Arbeitern über Tage oder in Tagebauen, noch überall beim unterirdischen Betriebe. Bei den letzteren find die Verhältnisse, welche einen Einfluß auf die Gesundheit der Arbeiter ausüben können, sehr verschieben. Sie find relativ günstig, wo die Arbeiter bei kühler Temperatur und in aufrechter Stellung arbeiten können, wie es meist beim Erzbergbau und beim Abbau der mächtigen Steinkohlenflöze in OberSchlesien der Fall ist. Sie sind dagegen erheblich ungünstiger in tiefen Steinkohlengruben auf wenig mächtigen Flögen, wie solche viel fach im Ruhrbezirk und in Saarbrüden vorhanden sind, wo die Arbeiter meist bei höherer Temperatur und dazu in gebückter, knieender oder liegender Haltung ihre Arbeit verrichten müssen. Erscheint also die Einführung einer Achtstundenschicht weder für den Gesamtbergbau, noch auch für den ganzen Steinkohlenbergbau gerechtfertigt, so muß doch zugestanden werden, daß für einen großen Teil der bei letterem Bergbau unterirdisch beschäftigten Arbeiter die Arbeitsverhältnisse sich im Laufe der Jahre allmählich so verschlechtert haben, daß eine Verkürzung der bisherigen regelmäßigen täglichen Arbeitszeit geboten ist." Borher geht diesen Sägen nur eine beschreibende Darstellung der Arbeitszeiten in den verschiedenen Bergbaubezirken Preußens fowie in Desterreich, Frankreich und Großbritannien und einige Bemerkungen darüber, daß die Oberbergämter von ihrer jetzt schon bestehenden Befugnis, aus sanitären Gründen die Arbeitszeit in einzelnen Betrieben zu beschränken, keinen Gebrauch gemacht haben. Die Begründung geht dann über zu einer Erörterung über die zunehmende Tiefe der Gruben und sagt schließlich: Sonnabend, den 11. März 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. liche Störungen in der Förderung eintreten, sodann würden, da die Entscheidung noch immer nicht gefallen sei. Sie schließt das Temperatur an den einzelnen Arbeitspunkten aus den Nachrichten, daß bei Mukden und Fuſchun noch nicht immer dieselbe bleibt und auch die Arbeiter nicht immer erbittert gekämpft wird. Die kindische offiziöse Russenimmer an denselben Betriebspunkten beschäftigt werden, häufige freundschaft hindert das Blatt daran, zu fapieren, was jeder Wechsel der Arbeitszeiten bei den einzelnen Arbeitern notwendig werden, was vielfach zu Streitigkeiten zwischen der Betriebsleitung Laie einsehen muß die Russen würden sich ohne einen Schuß abzufeuern nach ihren Niederlagen auf allen Teilen des und den Arbeitern führen dürfte." Darauf folgt eine gleich nichtssagende Betrachtung über die Schlachtfeldes längst nach Tieling geflüchtet haben, wenn Ueberschichten. Dabei wird jedoch ein Punkt hervorgehoben, der uns fie daran nicht gerade die Japaner verbisher entgangen war, der aber die Vorschriften über die Verkürzung hinderten. Haben doch die Japaner den Russen diesmal der Arbeitszeit und die Beschränkung der Ueberschichten vollends den Rückzug auf der Hauptlinie von Mutden nach wertlos macht und geradezu ausschlaggebend für die Beurteilung der Tieling- abgeschnitten! Versuchen doch die Japaner diesReform" ist. Zum Verständnis seien die Vorschriften der Novelle mal, die russische Armee zu vernichten, nachdem sie sie glänzend geschlagen haben! Um sich den Rückzug zu über die Ueberschichten nochmals mitgeteilt: § 93f. Durch die Arbeitsordnung können die Arbeiter ver- erzwingen, müssen die Russen tämpfen! Aber aus diesen pflichtet werden, zum Ausgleich von Betriebs- oder Abfaz- Rückzugsgefechten, die gerade die russische Niederlage zur ftörungen lleber- und Nebenschichten zu verfahren. Auf denjenigen Katastrophe machen sollen, zu schließen, daß die Ent. Bergwerken, für welche ein ständiger Arbeiterausschuß vor- scheidung noch nicht gefallen sei, ist eine Leistung, geschrieben ist, muß dieser vor Einlegung der lleber- und Neben die nur unsere offiziöje Strategie fertig bringen kann! fchichten gehört werden. " Den Arbeitern darf indes nicht die Verpflichtung auferlegt werden: a) an Betriebspunkten, an denen die gewöhnliche Temperatur mehr als 28 Grad Celsius beträgt, Ueber- oder Nebenschichten zu verfahren, b) in den Gruben oder Grubenabteilungen, welche unter die Vorschrift des§ 93b Abs. 1 fallen, wöchentlich mehr als eine achtftündige Nebenschicht oder mehr als zwei Ueberschichten bis zur Gesamtdauer von vier Stunden zu verfahren. An der furchtbaren Niederlage der Russen mit all ihren verhängnisvollen Folgen vermag feine zarenfreundliche Deutung fämtlicher Offiziösen der Welt mehr etwas zu ändern. Anders steht es natürlich mit der Frage, ob es den Japanern gelingen wird, das Gros des russischen Heeres zur Uebergabe zu zwingen. Um den Russen ein„ Sedan" zu bereiten, müßten die Japaner den Russen an Zahl überlegen sein. In Wirklichkeit war aber bei der Schlacht bei Mukden nach allen Schätzungen der militärischen Sachverständigen das russische Heer dem japanischen um mindestens 40 000 Mann überlegen. Db es unter diesen Umständen den Japanern gelingt, die Russen zur Kapitulation zu nötigen, darüber können erst die nächsten Tage Aufschluß bringen. Allerdings sollen nach englischen Nachrichten aus Zofio 200 000 Russen umzingelt sein. Aber ob die Eingeschlossenen die dünnen Reihen der Japaner schließlich nicht doch noch durchbrechen, ist eben die Frage. Die Aufhebung der russischen Armee fönnte den Japanern nur dann ge Der§ 98b Absatz 1, ber hier unter b angezogen wird, enthält lingen, wenn es was von englischen Storrespondenten behauptet die Bestimmung über den fanitären Arbeitstag. Die Begründung wird den Russen an Proviant und Munition fagt nun hierzu: mangelt! Vor dem Beginne sowohl einer regelmäßigen Schicht als einer Rebenschicht muß für den einzelnen Arbeiter eine mindestens achtstündige Ruhezeit liegen. § 98g. Das freiwillige Verfahren von Ueber- oder Nebenschichten darf nur innerhalb der Grenzen des§ 98f Absatz 2 und 3 gestattet werden. Diese Grenzen müssen auch innegehalten werden, wenn teils freiwillige Ueber- und Nebenschichten, teils folche verfahren werden, zu denen die Arbeiter verpflichtet find(§ 93f). Die Bestimmung unter a schließt nicht aus, daß diejenigen Arbeiter, welche gewöhnlich an den dort bezeichneten Betriebspunkten schreitende Bordringen der Japaner sowohl auf den beiden Im allgemeinen liegen heute Nachrichten über das fortbeschäftigt find, an anderen Punkten Ueber- und Nebenschichten in nach Norden gelegenen Flanten als auch im Zentrum dem sonst zulässigen Maße verfahren." Die Bendung in dem sonst zulässigen Maße" ist durchaus bor. So meldet Reuters Bureau" aus Mutben( also irreführend. Die Novelle gibt überhaupt kein Maß für leber- aus dem russischen Lager) vom 8. März: schichten. Höchstens könnte ein Maß darin gefunden werden, daß vor dem Beginne einer regelmäßigen Schicht als auch einer Rebenschicht eine mindestens achtstündige Ruhezeit liegen soll. Im übrigen hängt es, wie wir gestern schon ausgeführt, gänzlich von der Willfür des Unternehmers ab, ob und wie oft und wieviel Ueber- und Nebenschichten er den Arbeitern auferlegen will. Daß die Anhörung des Arbeiterausschusses nichts bedeutet, das sagt die Regierung selber in ihrer Begründung, indem sie ausführt: Der vielfach von Werksbefizern geäußerten Befürchtung, daß die Arbeiterausschüsse politische Bestrebungen verfolgen oder in werden, tann eine Berechtigung nicht abgesprochen werden. Diesen sonstiger Weise den Werksverwaltungen Schwierigkeiten bereiten Schwierigkeiten wird aber dadurch entgegengewirkt werden können, daß einerseits bem Arbeiterausschuffe lediglich eine beratende oder beffer informierende Stellung zugewiesen, dem Werksbesitzer dagegen die ihm gebührende volle und freie Entschließung über seine Maßnahmen vorbehalten wird..." Die Regierung gibt damit selber zu, daß selbst der sogenannte fanitäre Arbeitstag nichts als ein grandioser Schwindel ist. Der Die Mehrheit der Ruhrbergleute dürfte heute in einer Teufe Unternehmer hat es in der Hand, die Arbeiter, wenn sie ihren arbeiten, die im Durchschnitt mindestens 200 Meter unter der mitt- fanitären Arbeitstag" an dem warmen Betriebspunkte abgeschraubt Teren Teufe des Jahres 1890 liegt und deshalb eine um 6-8° C. haben, an einem anderen Betriebspunkte den unsanitären Arbeitshöhere Gesteinstemperatur besitzt. Einer entsprechenden Erhöhung der Lufttemperatur hat man aber felbft die unfaßbare Logit der Regierung wird dadurch über tag beginnen und dort arbeiten zu laffen, bis sie liegen bleiben. zwar durch Verstärkung der zugeführten Luftmengen entgegenzuwirken gesucht, doch ist dies nur in beschränktem Maße gelungen. den Haufen geworfen. Sie will den sanitären Arbeitstag nicht für Jedenfalls steht das fest, daß auch die durchschnittliche Lufttemperatur, den einzelnen Betriebspunkt einführen, weil sie das für unpraktisch bei der heute im Ruhrbezirk gearbeitet wird, um einige Grad höher hält, sondern nur für ganze Gruben oder Grubenabteilungen. Wohl Tiegt als vor 15 Jahren. Wenn damals warme Gruben verhältnis- aber will sie durch Zulassung von unbegrenzten Ueberschichten mäßig selten waren, so sind sie im Laufe der folgenden Jahre immer an einzelnen Betriebspunkten zeigen, daß es ganz praktisch ist, zahlreicher geworden. Dabei ist die regelmäßige tägliche Arbeitszeit was fie vorher eben als unpraktisch bezeichnet hat. faft genau dieselbe geblieben. Warum, wenn die an warmen Betriebspunkten acht Stunden tätig geweſenen Aehnlich liegen die Verhältnisse im Saarbezirk. Es tann aber feinem Zweifel unterliegen, wenn es auch Arbeiter die Arbeit an tübleren Betriebspunkten in Form von lleber. statistisch taum nachweisbar ist, daß die Körperkräfte eines Stein schichten fortseßen dürfen, warum dürfen die von vornherein nur an fohlenbergmanns in warmen Gruben mit einer Luft von hohem fühleren Punkten beschäftigten Arbeiter nicht in Form der normalen Feuchtigkeitsgehalt sich bei gleicher Arbeitszeit schneller abnußen, als Schicht länger als acht Stunden arbeiten? Da auch freiwillige in fühlen Gruben, und daß der Arbeiter infolgedessen auch der Ge- Ueberschichten zulässig sind und diese nicht einmal an die formale fahr einer Erkrankung und vielleicht auch der Gefahr zu berunglücken Bedingung des Absages 1 des§ 93f, zum Ausgleich von Absatzleichter ausgesetzt ist. Aus den vorgenannten Gründen sieht der vorliegende Gefeb- bunden sind, so sind die Arbeiter, die zwar in den vom und Betriebsstörungen" und Anhörung des Arbeiterausschusses geentivurf im Artikel II für die in Steinkohlenbergwerken unterirdisch beschäftigten Arbeiter, soweit es sich um warme Gruben oder Gruben fanitären Arbeitstage betroffenen Gruben, aber an den fühlen abteilungen handelt, eine Regelung der regelmäßigen täglichen Ar- Bunkten arbeiten, von dem sanitären Arbeitstage in feiner Bebeitszeit unter besonderer Berücksichtigung besonders heißer Betriebs- siehung betroffen. Sie können ohne Wechsel des Arbeitsplatzes und punkte vor. ganz freiwillig" ihre Arbeit über acht Stunden hinaus fortseßen. Die an warmen Punkten arbeitenden wechseln den Arbeitsplatz und arbeiten auch weiter. Als warme Gruben oder Grubenabteilungen sind diejenigen angesehen, in denen mehr als die Hälfte der belegten Betriebspunkte eine Temperatur von mehr als 22° C. hat. Es ist diese Grenze gewählt, weil anzunehmen ist, daß darüber hinaus bei unseren flimati schen Verhältnissen eine derartig schwere Arbeit, wie es die der meisten Bergleute ist, ohne enge Zeitbegrenzung die Gesundheit der Arbeiter auf die Dauer erheblich gefährden muß. Das ist der sanitäre Arbeitstag ber preußischen Regierung. Ein Meisterwert sozialpolitischer Windmacherei! Gegenwärtig wird auf die japanischen Streitkräfte, welche in Maffen auf dem Schienenwege der Eisenbahn herankommen, von der Umgebung der nach Norden zu gelegenen alten Staifergräber aus heftiges Geschüßfeuer gerichtet. Dort haben sich nämlich neue russische Truppenmassen gesammelt, um den Japanern entgegenzutreten. Das schmale Gelände westlich des Schienenstranges ist buchstäblich von Soldaten angefüllt. Die Japaner streben mit Eile in nördlicher Richtung borwärts und umfassen den rechten Flügel der Russen. Gestern abend vor dem Rüdzug der Russen wurde das Feuer auf der ganzen füblichen Front unterhalten und dann die ganze Nacht hindurch fortgesetzt. Bei Tagesanbruch nahm das Getöse, welches in Mukden zu hören war, in dem Maße zu, als sich das Geschüßfeuer nach Westen und Norden zu hinzog. Die Räumung ihrer Stellungen am Schaho zwang die Russen, eine große Strede ber Eisenbahn, zahlreiche Feldtelegraphen, Militärstraßen in einem Umtreise von 500 Quadratmeilen, eine große Menge Berteidigungswerte sowie ausgedehnte Baradenlager des Roten Kreuzes preiszugeben und große Mengen von Brennmaterial und Futtervorräten dem Feuer zu überantworten. Die Spitäler find überfüllt, aber der Dienst ist noch ausreichend. Die Räumung der russischen Stellungen am Schaho und bei Matschuntan begann um Mitternacht. General v. Rennenkampf, der im Often befehligte und acht Tage hintereinander mit Erfolg alle Angriffe der Japaner abschlug, und ebenso einige andere Befehlshaber wollten auf ihren Posten bleiben, ihr Verlangen wurde aber abgeschlagen. Die Japaner rüden jept schnell auf den Hunho los, wo die Russen ohne Schwierigkeit standhalten zu können glauben(?). Die Telegraphenleitung, die beständig bedroht war, soll einem Gerücht von heute morgen zufolge jezt unterbrochen fein. Ein ferneres Telegramm lautet: London, 10. März. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Mukden von gestern 10 Uhr vormittags: Die Japaner drängten gestern nacht vom Süden her über die verlassene Ebene zwischen dem Schaho und Hunho vor. Gegenwärtig fpeien japanische Batte rien von einem fünf Werft südlich vom Hunho gelegenen Buntte einerseits und von einer anderen am Hunho selbst Machiapu gegenüber gelegenen Stellung andererseits unablässig Feuer in der Richtung nach Norden. Den Japanern ist es gelungen, bei Dinschantun Belagerungsgeschüße in Stellung zu bringen, von tvo fie unter gleichzeitiger Verwendung von Mörsern die Beschießung des Dorfes eröffneten. Dinsch antun war gestern der Schauplatz der blutigsten und verzweifeltsten Kämpfe dieser entsetzlichen Schlacht. Sein Vesis ist eine Frage von entscheidender Wichtigkeit. Die Japaner stürmten es wieder und wieder; die Russen wurden daraus vertrieben, eroberten es aber dann wieder zurück. Vielfach tam es zum Handgemenge, die Befagung war bem gleichzeitigen Feuer von vielen hundert Geschüßen ausgesetzt. Dinschantun ist jetzt in den Händen der Japaner, die von dort aus ihre Geschüße auf die Eisenbahnstation von Mukden richten tömten. Sie fonzentrieren ihre Angriffe auch auf eine Stelle zehn Werft nördlich von Mukden und sieben Werst westlich der Eisenbahn, um die Linie der dort stehenden russischen Truppen zu durchbrechen, diese Truppen abzuschneiden und sie zu umzingeln. Von japanischer Seite wird gemeldet: ( Meldung 10. Dem janitären Standpunte wiirde es am besten entsprechen, Die russische Katastrophe bei Mukden. Bureaus Aus dem Hauptquartier bereuterschen mandshuriwenn die Arbeitszeit an den einzelnen Betriebspunkten je nach der An der völligen Niederlage der Ruffen bei Mukden auf Sfinching find unfere Truppen mehrere Tage hindurch zum Anschen Armee wird vou_gestern gemeldet: In der Nichtung Höhe der Temperatur geregelt würde. Dies ist jedoch aus praktischen Gründen nicht wohl durchführbar. Einmal würden bei Einführung zweifelt heute kein Mensch mehr außer den Strategen der griff übergegangen. Der Feind leistete in seinen starten Stellungen verschiedener Arbeitszeiten für die Belegschaft einer Grube infolge offiziösen Norddeutschen Allgemeinen", die an in der Nähe von Tita hartnäckigen Widerstand; schließlich vertrieben der dadurch bedingten verschiedenen Ein- und Ausfahrtzeiten erheb=' der lächerlichen Einbildung festhält, daß eine definitive wir ihn am Donnerstag morgen 3 Uhr vollständig aus dieseu " it " " Han Ter Steffungen und und wir verfolgen ihn jest. Unfere Truppen bei der beborstehenden Vereinheitlichung der Versicherungs- II a ubtenstandes: 8% Milf. M. Beneral Sigt v. Armin der Umgebung bon Machuntan fezen die Verzweige die Selbstverwaltung der Versicherten möglichst einzu- behauptete, daß unter der zweijährigen Dienstzeit mehr und länger folgung der Russen energisch bis Fushun fort. Im Geschränken. als bisher geübt werden müsse, wenn die Reservisten friegsgeübt biete des Schaho, östlich und südlich von Mukden, haben wir den Das allein rechtfertigte die schwere Züchtigung, die Genosse und wenigstens 1 Landwehrübung für jeden Mann zu erreichen. Feind gänzlich nach dem Tale des Hunho gedrängt. Wir haben aufcheidemann dem Dr. Mugdan gerechterweise zuteil ueber die Dauer der Uebungen erflärte die Verwaltung, daß bleiben sollten. Man strebe an, die reglementmäßigen 2 Reservedem linken Ufer des Hunho Halt gemacht und greifen die starken Befestigungen des Feindes westlich und nördlich werden ließ. Er kennzeichnete zunächst die Beweisführung an die Uebungen zumeist 14 Tage, aber auch 20 Tage dauern sollten. von Mulden an. Unser Angriff auf den Feind, der hartnäckigen dessen Behauptungen über die Stellung der Krankenkassen- Nach Abschluß der Erörterungen über die Ausgleichsforderungen Widerstand leistete, wurde mit dem größten Nachdruck ausgeführt, beamten: die sollen nach Dr. Mugdan von den Krankenkassen wurde die Weiterberatung des Gesezes über die Friedensstärke des Nach einer„ Reuter"-Meldung aus Tokio wurde Mukden ausgebeutet werden und sie zugleich brandschazen, sollen von den Heeres aus Rücksicht auf einem vom Zentrum vorbereiteten, aber felbst am Freitag morgen von den Japanern besetzt. Dadurch Kaffenmitgliedern terrorisiert werden und diesen ihre Beschlüsse noch nicht vorliegenden Kompromißantrag abgebrochen und dafür die wird jeder ernstliche Widerstand am Hunho unmöglich gemacht suggerieren. Dann gab Genosse Scheidemann den Vorwurf beim Etattitel: Kriegsminister die Erschießung eines Passanten durch Beratung des Militäretats begonnen. Abg. Erzberger brachte worden sein! des Terrorisierens der Aerzte, den Dr. Mugdan gegen die einen Miitärposten in Meh zur Sprache und verlangte ferner, daß Es bleibt also nur noch verzweifelter Durchbruch oder Krankenkassen erhoben hatte, umgekehrt diesem zurück. Auf der Miliurfistus bei Geländeverkäufen keinen Bodenwucher treiben Kapitulation übrig! Zeugnisse aus den Aerztekreisen selbst gestützt, schilderte Genosse folle, wie z. B. jest in Wiesbaden. Der Kriegsminister Russische Blätter, wie die„ No woje remja" und Scheidemann, mit welchen Droh- und Zwangsmitteln die konnte noch keine genaue Auskunft über den Vorfall in Metz geben, Russ" bezifferten bereits am 9. März die russischen Ver- Aerzteschaft beim Solinger Streit, mit welch unsauberen, fast versprach aber noch nähere Mitteilungen. Ein Antrag des Zentrums, Infte auf 60 000 Maun! betrügerischen Mitteln der nationalliberale Reichstags- Ab- der sich auf die Verwertung von fiskalischem Boden bezieht und Ein französisches Urteil über die Lage. geordnete Dr. med. Becker in seinem Wohnort Sprendingen diefen, falls er zu Wohnungszwecken geeignet ist, vor dem Zugreifen Paris, 10. März. Wie dem Matin" aus Petersburg gegen die Krankenkassen gewirkt hat. Natürlich ließ es Genosse der Bodenspekulation ſchüßen will, wurde für später zurüdgestellt. Abg. Singer wies darauf hin, daß man den Vorfällen mit gemeldet wird, verschlimmert sich die Lage auf dem Kriegs- Scheidemann auch an der gebührenden Würdigung der allge- den Posten aus dem Wege gehen könne, indem man die Posten schauplate von Stunde zu Stunde. Die letzten Telegramme mein politischen und sozialen Ansichten des Herrn Dr. Mugdan innerhalb der Gebäude aufstelle. An den Schaksekretär richtete Kuropatkins und Sacharows bestätigen die japanische nicht fehlen. Hier diente unserem Redner überlegener Witz er die Anfrage, wer die in Preußen den Miniſtern durch die BudgetBewegung nördlich von Mukden, wo sie bedeutende als trefflich wirksame Waffe. kommission des Abgeordnetenhauses gewährte Repräsentationszulage Streitkräfte fammeln, nachdem sie die Eisenbahulinie ab- Scheidemanns Rede rief ein schulmeisterlich aufgeblasenes und Erhöhung der Pension für den Kriegsminister bezahle? Der geschnitten haben. Ein Oberst des Generalstabes erklärte Sittenzeugnis des Rektors Kopsch zugunsten seines Partei- Schatjekretär erklärte, daß er darüber noch keine Auskunft zwar, die Lage sei noch nicht hoffnungslos, und wenn auch freundes Mugdan und eine weinerlich- pathetische Ehrenrettung geben könne, da die Regierungen dazu noch keine Stellung ge nommen hätten. Die Eisenbahn abgeschnitten sei, so habe dies keine allzu große des Dr. Becker durch den Nationalliberalen Büsing hervor. Eine längere Debatte entspann sich über eine Petition der Bedeutung. Liniewitsch ziehe sich nach Mukden zurück, die in der Sache konnten beide Redner nur auf später vertrösten. Intendantursekretäre um Lebung ihres Standes. Bei dieser GeArmee Nurofis nach sich ziehend, wodurch die Schlachtenfront In der allgemeinen sozialpolitischen Debatte trat heute legenheit wies Abg. Erzberger auf den Widerspruch hin, der bedeutend verringert würde. Diese Rückzugsbewegung wird am bedeutsamsten die berechtigte Empörung des Zentrums- darin liege, daß der Kriegsminister den Intendantursekretären die jedoch den Japanern gestatten, die drei russischen Armeen voll- führers Gröber über die Untätigkeit der Regierung gegen Gründung eines Fachvereins untersagte, weil er angeblich„ politische ftändig zu umzingeln, wovon die eine, nämlich diejenige über den Schäden der Heimarbeit hervor. Herr Gröber fand Ziele" habe, während er auf der anderen Seite die Beteiligung der Kaulbars' bereits zu drei Vierteln aufgerieben ist. Der Ein- bei der Schilderung der überaus elenden Lage der haus- Offiziere an dem zweifellos politischen Flottenverein zulasse. Die Heeresverwaltung ichwieg sich zu dieser Aeußerung aus! druck in anderen Militärkreisen ist aber der, daß die Schlacht industriellen Arbeiter so kräftige Worte, wie sie in früheren Abg. Prinz b. Arenberg aber fühlte sich veranlaßt, eine Lanze mit einer fürchterlichen russischen Niederlage endigen wird. Jahren nur von unserer Seite gebraucht wurden. Auch der für die Vereinsfreiheit der aktiven Offiziere zu brechen; es müſſe Es heißt, Kuropatkin suche den Tod im Kampfe, ohne ihn Antisemit Froelich sagte über die Wohnungsnot und über ihrem Taktgefühl überlassen bleiben, daß sie sich von rein politischen zu finden. die Verstaatlichung der syndizierten Großindustrien manches Erörterungen in der Kolonialgesellschaft oder dem Flottenverein Jos ganz Verſtändige. Dazwischen famen allerdings ganz törichte zurückhielten, wo sie sonst doch manches lernen könnten. Abg. Dr. Judenfressereien und unpraktische Vorschläge zur Rettung des Südefum erwiderte ihm, daß wir gegen die Vereinszugehörigkeit Die Revolution in Rußland. Mittelſtandes, wie der Befähigungsnachweis, für den auch der von Offizieren nichts fagen würden, wenn nicht offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen würde: den Offizieren wolle man Bäterchen löst augenblicklich wieder die soziale Frage. Es wird fonservative Abgeordnete v. Böhlendorff schwärmte. aber etwas ungefeßliches gestatten, während man auf der anderen wieder ein langer Wisch telegraphiert, daß die Verhältnisse der Ihnen trat Genosse Tubauer mit guten Gründen aus der Seite die Arbeiter in der unerhörtesten Weise durch perfide AusArbeiter durch„ Maßnahmen" gebessert werden sollen. Das Minister- Geschichte des Befähigungsnachweises entgegen. Er legte das Tegungen des Begriffs politische Angelegenheiten" chifaniere. Gegen fomitee äußerte bei dieser Gelegenheit die weise Ansicht, daß infolge Hauptgewicht in der Handwerkerfrage mit Recht auf den Schutz diese empörende ungerechtigkeit würden wir immer schärfsten Proteft des Aufhörens der Entwickelung in der Gesetzgebung über die der Lehrlinge, deren gegenwärtige Ausbeutung und mangel erheben. Industrie die Bewegung der Arbeiterklasse unter dem Einfluß einer hafte Ausbildung er an zahlreichen Beispielen schilderte. Hos Die Verhandlungen wurden auf Dienstag vertagt. politischen Propaganda und der Tätigkeit der Polizei" entstanden Morgen dürfte die sozialpolitische Debatte zu Ende geführt Justiz und Studenten. wäre". Die lettere Bemerkung deutet wohl auf die Subatowschen werden sollen. Polizei- Gewerkschaften hin. Deshalb foll um die Gesetzgebung nicht mehr aufhören sich zu entwickeln und täglich mindestens zweimal Reformgefege verfassen. ID 19 1421916 * Prensisches Abgeordnetenhaus. Am Mittwoch fand vor der Straffammer in Heidelberg, wie die Frankfurter Zeitung" berichtet, die Verhandlung gegen drei Das Abgeordnetenhaus beriet am Freitag zunächst die Mitglieder des in Baden nach obenhin bestens beglaubigten Korps zum Eisenbahn- Etat gestellten Anträge, die sich auf die Ver- Die jungen Herren hatten die beiden Redakteure des Heidelberger Suebia" wegen Duellforderung und Kartelltragens statt. hältnisse der Beamten und Arbeiter beziehen. Nach unerheb- Tageblatt" gefordert, weil der Theaterreferent des Blattes das Der Streif in Petersburg. licher Debatte, in der die Redner aller großen Parteien dem unziemliche Verhalten einiger„ Schwaben" im Theater in gebührender Petersburg, 9. März.( Laffan"-Meldung.) Die staat- Minister v. Budde ihr volles Vertrauen bezeugten und ihn Weise gerügt hatte. Da zwei der angeklagten Studenten nicht rechtlichen Waffenfabriken haben die Bewilligung des politischen beinahe als den Mann priesen, der berufen ist, die soziale Frage zeitig zu erscheinen geruhten, so war das Gericht zunächst so Programms der Arbeiter abgelehnt, heute 40000 Mann die zu lösen, wurde der Antrag Schmidt- Warburg( 3.) betr. freundlich, die Verhandlung um zwei Stunden zu vertagen, und Schlußlöhne ausgezahlt und sämtliche Leute ent- die Bau- Inspektoren der Regierung zur Erwägung überwiesen, hatte, wurde die höchst standesgemäße Duellforderung in Zeit dann, als man alle drei Duellmissetäter glücklich beisammen laffen. Die Fabriken wurden militärisch besetzt. der Antrag Trimborn u. Genossen( 3.) betr. die Betriebs- von einigen Minuten ohne jede Schwierigkeit erledigt. Während der Lohnauszahlung wurden Aufrufe mit der Ueber- sekretäre wurde abgelehnt, die Anträge Herold( 3.) betr. in Universitätsstädten pflegen ja in derlei Dingen einige Uebung zu Gerichte schrift verbreitet: Beffer einen Monat Hunger als ein Leben den Sonntagsdienst und Erholungsurlaub gingen an die haben. Ein paar Tage Feftungshaft, und dem Geses ist wieder voll Bedrückung!" In den Aufrufen werden die Arbeiter er- Budgetkommission, ebenso der Antrag Oeser( Hosp. der frei- einmal genügt, und den Verurteilten, die nebenbei selbst angehende mahnt, zufammenzuhalten und die Lage der sinnigen Volksp.) betr. höhere Entlohnung des Nachtdienstes Juristen sind, wird von den draußen ihrer harrenden Kommilitonen Dinge zu benutzen, um die Bewilligung ihrer und ausreichende Bemessung der auf den Nachtdienst folgenden eine Dvation gebracht. Die Urteils begründung liest sich Bürgerrechte durchzusetzen. Ruhezeit. Es hieße der Bedeutung des preußischen Landtages aber nahezu wie eine Verteidigungsrede. Sie meint zu viel Ehre antun, wollte man auf den Verlauf der Diskussion, fogar, die gegen das Verhalten der Studenten in der Breffe gedie ein Musterbeispiel dessen ist, wie über derartige Fragen mehr, wenn man bedente, gegen wen" fie fich richteten. brauchten Worte der Rüge seien eigentlich eine Beleidigung, umſonicht debattiert werden soll, des näheren eingehen. Ein Bauernaufstand. Kiew, 9. März.( Laffan.") Taufende von Bauern aus dem Bezirk Orlowska, ziehen in südwestlicher Richtung durch das Land Am Sonnabend soll der Etat der Eisenbahnverwaltung und plündern die Rittergüter. 18 Güter wurden von den Bauern zu Ende beraten werden. Außerdem stehen auf der Tagesbereits heimgesucht. Was sie nicht mitnehmen können, verbrennen ordnung die Gesetz- Entwürfe betr. Erweiterung der Stadtkreise Unter anderem brannten sie auch die Zuckerraffinerie von Königsberg und Dortmund, sowie der Etat der ZentralMichaelowsky nieder. genossenschaftskasse. Ersparte Penfionen. 1 Politische Uebersicht. Deutfches Reich. Würden Angehörige der unteren Voltsklassen" sich in einem Theater so ungezogen benehmen, wie die Heidelberger Studenten, würden sie diejenigen, welche sie darob zur Rede sezen, noch mit Waffen bedrohen- wie würde über Verwahrlosung der Arbeiter geschmäht werden und wie schwere Strafen würden verhängt werden! Wie konnten aber die Redakteure eines gewöhnlichen Bürgerblattes sich erdreisten, wirkliche Edelste vom feudalen Korps der " Schwaben" wegen ungezogenen Verhaltens im Theater öffentlich zu rügen! Was die Redakteure als ungezogenheiten betrachten, das sind doch nur erfreuliche Zeichen goldigen Jugendübermutes. Mögen sich die Preßfinken hüten, daß die Rechtsbeslissenen der„ Suevia" nicht einmal als Richter über sie zu befinden haben! fäßen. berufen? Aus Ratto wig meldet uns ein Privattelegramm: In Sosnowice ist auf dem Gemeindeamt den Frauen der vor In der Budgetkommission des Reichstages brachte am Monaten nach der Mandschurei geschickten Reservisten mitgeteilt Freitag das Zentrum einen Antrag ein, durch den gefordert wird, worden, daß das ganze Regiment ihrer Männer bis auf den letzten daß bei den Uebungen für die Personen des Beurlaubtenstandes deren Mann gefallen sei und daß ihnen als Witwen die bisherige amtliche durch gesetzliche Vorschrift möglichst berücksichtigt werden sollen. Unterstützung von fünf Mart monatlich nunmehr entzogen werde. General Sigt v. Armin erklärte auf die Begründung durch Abg. Behörde hat der katholische Vitar Schulz seine Die Inquifition. Auf Anordnung der firchlichen Witwen hätten nichts zu beanspruchen! Gröber, daß die Militärverwaltung gegen die gesetzliche Stellung in Müschede berlassen müssen. Vitar Festlegung einer solchen auch jetzt praktisch bereits berüd- Schulz hatte unter dem Titel Was verlangen wir vom Richtersichtigten Vorschrift nichts einzuwenden habe. stande?" in einem Dresdener Verlage ein Wertchen erscheinen lassen, Nach längerer Debatte wurde der Antrag einstimmig ange- in welchem er sich zu der Lehre Lombrosos bekennt, daß die nommen. Berlin, den 10. März. Die geforderte Vermehrung der Unteroffiziere als Ausgleich" oder förperlichen Mangel zu suchen sei. Am Sonntag Ursache eines jeden Vergehens in einem geistigen Mugdans Mukden. für die gesetzliche Festlegung der zweijährigen Dienstzeit beträgt ein- wurde von der Kanzel der katholischen Kirche zu Hüften die Tendenz Dr. Mug dan versuchte heute seine Scharfmachereien schließlich einer schon im Vorjahre bewilligten Anzahl nicht weniger des Schulzschen Buches als nicht vereinbar mit der Glaubens- und als 279.0. Dadurch wird die Zahl der aktiven Unteroffiziere um Sittenlehre der katholischen Kirche bezeichnet und den Gläubigen die gegen die Krankenkassen zu verteidigen. Als Motiv ſeiner 3,63 Proz. auf 76 796 erhöht.( Mit Ausschluß von Bayern.) Nach Pflicht auferlegt, das Buch, das im Kreise Arnsberg weitere VerAngriffe gab er die unberechtigte Verallgemeinerung an, mit einer eingehenden Begründung dieser Forderungen durch den Generalder von unserer Seite Vergehen von Bürgerlichen ausgenutzt Sigt v. Armin bemerkte Abg. Gröber, daß die Borlage der breitung gefunden habe, zu vernichten, sofern sie es be Warum hat der Aermste sich nicht auf Thomas von Aquino würden. Der Weihnachtsartikel des Vorwärts", den der Regierung natürlich nur den Sinn einer Planaufstellung habe und Dr. Mug dan zum Beweise für diese Behauptung vorlas, ihre Bewilligung durch die Kommission der Behandlung jeder einzeigte deutlicher, als irgend ein Gegenbeispiel hätte tun können, zelnen Anforderung des Etats durch den Reichstag nicht vorgreifen Vorbereitungen zur Strafrechtsreform. Eine Korrespondenz teilt daß die Sozialdemokratie stets nur die Zustände, nie Personen- dürfe. mit: Das Komitee, welches sich zur Aufgabe gestellt hat, für die in mehrheiten für die Verbrechen der einzelnen verantwortlich werden, daß in der Regel nach 5% Jahren die Unteroffiziere die gleichende kritische Uebersicht zu schaffen, trat dieser Die Besoldung der Unteroffiziere soll in der Weise verbessert den wichtigeren Kulturstaaten geltenden Strafnormen eine ver macht. Aber selbst wenn man zugibt, daß Herr Dr. Mug dan Sergeantenlöhnung, nach 9 Jahren die Bizefeldwebellöhnung be- Tage im Reichs- Juſtizamt unter dem Vorsize des Staatssekretärs diesen Artikel nicht entstellt, sondern infolge seiner minderen ziehen sollen. Dafür sind 2 Millionen Mart dauernde Mehraus- Nieberding zu seiner sechsten Sigung zusammen. Dem Komitee Intelligenz einfach nicht verstanden hat, wird doch niemand gaben nötig. gehören acht der bekanntesten Strafrechtslehrer an deutschen ihm glauben, daß dieses höhere Interesse der bürgerlichen Zur besseren Ausbildung der Truppen werden nicht nur er- Üniversitäten an; Berlin entsandte zivei Professoren( von Lißt Dr. Kah I.) Kahl.) Die Gesellschaftsordnung ihn zu seinen Angriffen auf die Sozial- hebliche Mittel für stärkere Heranziehung der Offiziere des Be- und Die Beratungen Komitees find demokratie veranlaßt habe. Allzu start spricht gegen diese urlaubtenstandes zu Uebungen gefordert, sondern es sollen auch die in dieser Tagung zu einem verläufigen Abschlusse gelangt, fo Annahme schon das zeitliche Zusammenfallen seiner Entrüstung Ausgaben für Munition zum gefechtsmäßigen Schießen um mehr als daß ein wissenschaftliches Werk vergleichender Darstellung aller in 2 Mill. M. im Jahre gesteigert werden. Bei der Erörterung dieser Betracht kommenden strafrechtlichen Materien vorbereitet werden mit den Konflikten zwischen Aerzten und Krankenkassen. Was Anforderungen brachte Abg. v. Kardorff die Mißstände zur kann. Dasselbe wird zunächst nur diejenigen Materien umfassen, Fann nun Herr Dr. Mug dan den Krankenkassen vorwerfen? Sprache, die sich durch die Verleihung der bekannten Schießaus welche in den besonderen Teil des Strafgesetzbuchs für das Er gab selbst zu, daß die Fehler in der Kassenverwaltung durch zeichnungen" herausgestellt haben: die Schießauszeichnungen hätten Deutsche Reich( d. i. Teil II, von den einzelnen Verbrechen, VerSozialdemokraten nicht zahlreicher und nicht schlimmer feien, manche Offiziere ihrer Kompagnie durch Schwindeleien zu erhalten gehen und Uebertretungen und deren Bestrafung") fallen. Die„ eins als in irgend einer bürgerlichen Verwaltung. Wenn trotzdem gesucht. Der Kriegsminister legte dar, daß vielfach Bedenken leitenden Bestimmungen"( Paragraphen 1 bis 12, Definition der Herr Mug dan mit allerlei unbewiesenen Anschuldigungen, gegen die Konkurrenztreiberei laut geworden wären; durch die Aus- Straftaten, Anwendbarkeit der Strafgesetze nach Zeit, Ort 2c.), sowie wie Protektionswirtschaft und Cliquenwesen, die Regierung zu zeichnungen solle der Armee nur die Bedeutung der Schießaus- der allgemeine Teil" des St.-G.-B.( Paragraphen 13 bis 79, bildung zu Gemüte geführt werden. Die Unzuträglichkeiten seien Strafen, Versuch, Teilnahme, Straf Ausschließungs- und Mildeveranlassen sucht, gegen die Beteiligung sozialdemokratischer aus Mangel an Aufsicht zu erklären; durch eine Stabinettsorder fei rungsgründe 2c.) sollen den späteren Arbeiten des Komitees vorArbeiter an der Kaffenverwaltung einzuschreiten, so kann das schon Abhülfe geschafft worden. Die Schießleistungen hätten sich nach behalten bleiben. Der gesamte Rechtsstoff ist nunmehr unter die acht einzig denkbare Motiv dafür nur in einem blinden Haß gegen Einführung der Auszeichnungen erheblich gesteigert.( Früher stand Mitglieder verteilt worden, die ihrerseits, unter Zuhülfenahme anderer das Aufsteigen der Arbeiterklasse gesucht werden. Denn daß Herr v. Einem bekanntlich auf dem Standpunkt, gute Gesinnung" wissenschaftlicher Kräfte, das ihnen überwiesene Pensum bearbeiten die Aerzte unter einer staatlichen Verwaltung genau so fuschen sei besser als richtiges Schießen; jetzt scheint er seine Ansicht revidiert und zwar nach den gemeinschaftlich festgestellten Gesichtspunkten. Der müßten, wie sie es jetzt überall etwa den staatlichen Eisen- zu haben! Red. d." Vorw.") Abg. Gröber beklagte, daß oft- weitere Gang der Sache wird sich nun so gestalten, daß die Verbahner- Krankenkassen gegenüber hun müssen, ist doch dem mals die Absperrungen im Gelände aus Anlaß von Schießübungen fasser der Einzelarbeiten diese nach Fertigstellung dem ReichsjustizDr. Mugdan wohl nicht zweifelhaft. Viel schlimmer als einen zu großen Umfang angenommen hätten. General Sigt amte einfenden, welches die Drudlegung veranlaßt. In drei bis all die einzelnen Unrichtigkeiten, die Dr. Mugdan bei allerlei b. Ar min bestritt nicht, daß hier und da Schwierigkeiten entständen, vier Monaten hofft man das Material beisammen zu haben, so daß aber es werde tatsächlich jede nur mögliche Rücksicht genommen und die Veröffentlichung des Werkes, mit dessen Drudlegung untergeordneten Punkten dem Genossen Zubeil vorwarf, ist jeder Uebung gehe eine Verständigung mit den Zivilbehörden voraus. der juristische Verlag von Otto Liebmann- Berlin betraut werden soll, deshalb, politisch genommen, daß ein freisinniger Abgeordneter Der größte Poften unter den Ausgleichsforderungen" ist die gegen Ende dieses Sommers zu erwarten steht. Die nächste Aufgabe auch heute wieder den Grafen Posadowsky anzustacheln suchte, I Forderung für Verstärkung der Uebungen des Beur wird dann sein, die Ergebnisse der Rechtsvergleichung kritisch au " " D des " In das gleiche Kapitel gehört das von Ludwig XVIII. ein- verloren. Ein Epikuräer und Lebemann, dem viel an seiner gesetzte Majorat zugunsten der Familie eines Teilnehmers der Ruhe liegt, wird der neue Ministerchef mehr als ein anderer Armee von Condé", der landesverräterischen Armee der der Prätorianer" bedürftig sein, die statt seiner ins Feuer adligen Emigration, die mit den Preußen und Desterreichern gegen gehen; ohne politisches Programm und ohne politische Ideale das revolutionäre Frankreich kämpfte. wird er vor allem materiellen Sold an Geld und Ehrenstellen zahlen, auf Kosten der Staatsfinanzen und der Gesundheit und Sittlichkeit des öffentlichen Lebens. würdigen, Gutachten der Praktiker einzuholen und daran endlich die beziehen bisher 128 571 Frant jährlich, desselben Masséna, von dem| Bankstandale der Romagna, seinem Geburtslande, an Reformvorschläge für die deutsche Strafgesetzgebung zu knüpfen, die Napoleon an seinen Bruder Joseph im Jahre 1806 schrieb:" Lassen den Prozeß Bettolo, bei dem der heutige Premierminister sich zu einem Gesez- Vorentwurfe verdichten lassen. Daß dieser, Sie Masséna den Rat erteilen, die von ihm genommenen() Rechtsbeistand des Klägers war. Fortis hat keine gesunde bevor er an die gesetzgebenden Körperschaften geht, vorerst noch sechs Millionen zurückzuerstatten. Wenn er das schnell tut, ist es Basis im Parlament: nur die Exponenten der hohen Spekueiner Sachverständigenkommission zur Prüfung unterbreitet werden für ihn das einzige Mittel, sich zu retten," d. h. einer militär- lation, die Unternehmer, die in Staatssubmissionen reich muß, versteht sich von selbst. Nach alledem dürften immerhin noch amtlichen Entlarbung und Bestrafung zu entgehen... Aehnlich werden, sind für Fortis. Sie wissen, daß der heute 64jährige Jahre vergehen, bis das Werk vollendet ist. steht es mit mehreren anderen erblich dotierten Marschällen. In anderer Hinsicht ist hervorzuheben das Majorat Berna Errepublikaner, Erradikale und Crispino dem freien Spiel Wegen Mißhandlung eines Untergebenen unter rechtswidrigem dottes, des verräterischen Gründers des schwedischen Königs- der Kräfte" auf Kosten der Staatskasse nicht Einhalt tun wird. Waffengebrauch hatte sich am Freitag vor dem Ober- Kriegs- ottes, gericht des Gardekorps der Unteroffizier Gottschalt der Hauses. Die Nachkommen des landesverräterischen Generals beziehen Von seiner früheren Energie mag Fortis viel eingebüßt haben; 10. Kompagnie Garde- Füsilier- Regiments zu verantworten. G. hatte bisher eine Jahresrente von 14 620 Frank, und zwar unter dem von der großen Toleranz, die er der„ patriarchalischen Wirteines Tages als er Unteroffizier vom Dienst war, seine Leute zum beschönigenden Vorwand eines fiktiven Amtstitels- als" Forst- schaft" der„ Banca Romana" gegenüber zeigte, hat er nichts Essen antreten lassen, die Mannschaften aber, als der Befehl nicht meister" Frankreichs! schnell genug ausgeführt wurde, wieder auf ihre Stuben geschickt. Er selbst war den Soldaten nachgegangen, um sich von der pünktlichen Ausführung seines Befehls zu überzeugen. Auf dem Korridor traf er den Füsilier Beck, der gerade im Begriff war, die Stubentür zu öffnen. Der Unteroffizier rief den Untergebenen an und, als Die Majorate sind aber nicht nur über den Patriotismus erTetzterer auf ihn zutrat, faßte ihn Gottschalk ant der Brust, drückte ihn gegen die Tür und versette dem Soldaten haben. Die dritte Republik zahlt ungetrübt auch die Jahresrenten " Du Hund, ich steche Dich tot!" mit dem fort, mit denen Napoleon der Kleine die Banditen des StaatsSeitengewehr einen Stich in die Brust, der in der Litetka des streichs von 1851 erblich beschenkt hat! Daß schließlich manche Majorate als Lohn für Günstlings- und Beck einen kleinen Riß und diesem selbst eine bedeutende Wunde ver- Maitressendienste eingesetzt wurden, das versteht sich am Rande. Von der Tribuna", dem„ Caffaro" und solchen ursachte. In der ersten Instanz war der Angeklagte wegen vorschriftsTroy alledem aber sollen und werden die Majorate„ rückgetauft" ewig ministeriellen Blättern abgesehen, hat der neue Kabinettwidriger Behandlung eines Untergebenen unter Mißbrauch der Dienstwerden. Das Finanzgesetz von 1905 hat als Rüdlaufsfag den chef eine schlechte Presse. Gegen ihn erklären sich in der allerwaffe zu acht Tagen mittleren Arrestes verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung hatte der Gerichtsherr Berufung eingelegt, der die rechtliche fünfzehnfachen Betrag der Jahresrente festgesetzt. Macht eine Aus- fchäriften Weise die Sozialisten und Republikaner, dann die Entſcheidung hatte der Gerichtsherr Berufung eingelegt, der die rechtliche Auffassung des Kriegsgerichts angriff. Der Angeklagte gab die Mißgabe von rund 16 Millionen. Die Rückaufsaktion wurde im Ein- Radikalen, deren Organ des, Secolo" ist, schließlich die Auffassung des Kriegsgerichts angriff. Der Angeklagte gab die Mißverständnis mit den Nutznießern der Majorate geregelt, als ob es konservative Opposition des Corriere della Sera" handlung zu, behauptete jedoch, nur in der momentanen Erregung sich um ein bürgerlich rechtmäßiges Eigentum gehandelt hätte. Sie und„ Giornale d'Italia" und die katholische Presse. gehandelt zu haben. Der Füsilier Beck, der anfänglich in Gegen wird in 12 bis 13 Jahren vollendet sein und zuguterlegt dem Staate Manche werden umschlagen, sobald das neue Kabinett eine wart des angeklagten Vorgesetzten befangen war und mit der Sprache nicht recht heraus wollte, sodaß der Angeklagte eine Ersparnis von nur 434 000 Frank einbringen. während der Vernehmung dieses Zeugen den Sigungssaal ver Für diesen skandalösen Rückauf eines hundertjährigen Raubrechts Tatsache geworden ist, andere werden dann noch rücksichtsloser Obwohl laffen mußte, bekundete außer dem obigen Sachverhalt noch des weiteren, ist aber nicht nur der Finanzmann Rouvier verantwortlich. Der angreifen. Wie wird sich die Kammermehrheit, dies verTassen mußte, bekundete außer dem obigen Sachverhalt noch des weiteren, revolutionär- sozialistische Abgeordnete Thivrier hat nämlich beantragt, schleierte Bild von Sais, gegen Fortis verhalten? daß er von Gottschalk vor seiner ersten Vernehmung gebeten worden mit den Worten: Wir kennen das alles ja noch von den Zeiten des seligen Crispi her! " 1 " fei, zu seinen, des Angeklagten Gunsten auszusagen. Der Vertreter der die Majorate furziveg abzuschaffen. Der Antrag wurde jedoch mit er erklärt hat, daß er die Antistreifparagraphen fallen lassen fei, zu feinen, des Angeklagten Gunſten auszusagen. Der Vertreter der Antlage beantragte 45 Tage Gefängnis, der Gerichtshof erkannte auf vier 278 gegen 249 Stimmen abgelehnt. Mit Rouvier haben also die wird, berechnet man seine wahrscheinliche Lebensdauer auf Anklage beantragte 45 Tage Gefängnis, der Gerichtshof erkannte auf vier Wochen mittleren Arrestes. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, rechtsstehenden Bourgeoisrepublikaner und ein großer Teil der links- höchstens sechs Monate. Sollte Giolitti hoffen, in so kurzer das Ober- Kriegsgericht sei der Ueberzeugung, daß dem Angeklagten die stehenden die große bürgerliche Revolution und das bürgerliche Frist wieder bei Kräften zu sein? Sicher ist eins: inzwischen Absicht einer Berlegung des Bed gänzlich fern gelegen habe, die Evangelium des Code Napoleon verlenguet, der amtlichen Ehrlich werden die Eisenbahngesellschaften die Bachtverträge erneuert In sechs Monaten kann die Spekulation Drgien, Verwundung lediglich durch das unbedachte Herumfuchteln mit der feit in der Verwaltung von Staatsgeldern und des Patriotisnuis Waffe entstanden sei. Straffchärfend sei in Betracht gezogen, daß gespottet, den Staatsstreich von 1851 als eine verdienstliche, in alle haben. durch das Verhalten des Unteroffiziers leicht eine erhebliche Ber- Ewigkeit zu belohnende Tat proklamiert. Alles das im Namen des feiern, für die das Land Jahrzehnte hindurch die Kosten heiligen Privateigentums, aus aufrichtiger oder fingierter Angst vor zahlen muß. Und den ersten Plaz beim Bankett werden die legung des Füfiliers hätte eintreten können. der sozialistischen Expropriation! Aftionäre der Eisenbahnen haben. Oesterreich- Ungarn. " 1 England. Die Gewerkschaftsvorlage. aber von Zu dem badischen Ministerwechsel wird uns aus Baden ge- Genosse Thibrier versuchte noch, wenigftens das Interesse der schrieben: Der Rücktritt des Ministerpräsidenten v. Brauer kommt Staatskasse zu wahren: er stellte den zweiten Antrag, alle über Die Schadenersatzklagen nach der Eisenbahnerobstruktion. nicht überraschend und ist auch nicht auf politische Gründe zurück- 6000 Frank hinausgehenden Pensionen auf diesen Betrag herabzusetzen, Rom, 8. März.( Eig. Ber.) zuführen. v. Brauer erkrankte vor einigen Jahren schiver und kehrte um sie dann nicht länger als während 20 Jahre zu zahlen. Der In Erwartung der zahlreichen Klagen, die wegen verspäteter wohl nur deshalb im Sommer vorigen Jahres auf seinen Posten Staat würde dabei im Vergleich mit der Rückkaufssumme rund Lieferung und aus ihr entspringender Entwertung der Eil- und zurüd, um, wie er selbst bekannte, die Wahlreform zu fördern, für 12 Millionen ersparen. Aber auch dieser Kompromißantrag wurde Frachtgüter erhoben werden, machen die Eisenbahngesellschaften die er sich verpflichtet glaubte. Die Reform ist erledigt, und im verworfen, und zwar mit 321 gegen 244 Stimmen. Rouviers bekannt, daß diese Klagen sowie die Entschädigungsansprüche nicht Herbst dieses Jahres tritt ein Landtag zusammen, der auf Grund Mehrheit Nr. 2, die Ordnungsmehrheit scharte fich wie bei ihnen, sondern bei der Regierung geltend zu machen sind. eines neuen Wahlrechts gewählt, wohl auch ein start verändertes ein Mann um den Ministerpräsidenten, der mit füdfranzösischer Glut Man möge sie an das Ministerium der öffentlichen Arbeiten, AbGeficht zeigen wird. Den Anstrengungen der Zusammenarbeit mit das sakrofantte Eigentumsrecht der Napoleonischen Raubritter und teilung Eisenbahnwesen, richten. diesem neuen Landtag fühlt er sich nun offenbar nicht mehr ge- Staatsstreichs- Banditen verteidigte und pathetisch vor dem ersten Juristisch berechtigt ist dieses Verhalten der Bahnen natürlich wachsen, und so ist er zurückgetreten, noch bevor der neue Schritt auf dem Wege der brutalen Expropriation" warnte. nicht. Alle Verantwortlichkeit des Bahndienstes fällt den GesellEtat aufgestellt und in die Landtagswahlbewegung eingetreten Derselbe so heißblütige Ordnungsmann spricht wie ein kühler schaften zu. Moralisch haben sie insofern recht, als die Obstruktion ist. Wenn so der Rücktritt des Ministerpräsidenten man fann sagen Nordländer, wenn er gegen die Rechtsmehrheit auftreten muß, ohne die Provokation der Regierung niemals ausgebrochen wäre. ohne jebe politiſche Bedeutung iſt, ſo entbehrt dagegen die Genennung um es nicht, mit seiner offiziellen Lints mehrheit au bere tereffen Auf die Prozeſſe kann man gespannt sein. des Justizministers v. Dusch nicht des politischen Beigeschmacks. findet aber seinen südlichen Bathos wieder, wenn er die Interessen Es ist sicher, daß das Zentrum unter dem neuen Wahlrecht sehr des Staatsfäckels zu verteidigen hat nicht gegen die überreichen gut abschneidet; wenn die Liberalen fernerhin so ungefchickt operieren Majoratsnugnießer und ihresgleichen, sondern gegen die blutarmien wie bisher, so ist ihm vor allem die relative Mehrheit sicher, viel- Schullehrer, gegen die Erhöhung ihrer fümmerlichen Pensionen. London, 8. März.( Eig. Ber.) Am 11. d. M. kommt die leicht kommt es dicht an die absolute Mehrheit im Landtage heran. Gewerkschaftsvorlage, die die Arbeiterabgeordneten wieder eingebracht Die Ernennung des Ministers v. Dusch ist nun eine Konzession an haben, zur parlamentarischen Verhandlung. Nach dem Taff Valediese veränderten Verhältnisse. Er war derjenige im liberalen Bugunsten des allgemeinen, geheimen Wahlrechts Entscheid wurden zwei Gewerkschaftsvorlagen eingebracht: im Ministerium, der dem Zentrum am wenigsten zu nahe getreten ist; halten die Arbeiter zurzeit in ganz Ungarn Propaganda- Verfamm Jahre 1903 und 1904. Die erste wurde mit 30 Stimmen Mehrheit man sagt ihm in liberalen Streifen nach, daß er der Zulassung lungen ab. Dem Ernst des Gegenstandes und der Situation ent- abgelehnt, die die zweite dagegen dagegen mit 40 Stimmen Mehrvon Männerflöſtern nicht hinderlich im Wege stehe, und er sprechend verlaufen die Versammlungen überall durchaus würdig und heit angenommen, der Regierung zur weiteren nicht zugelassen. Der selbst gab im Landtage zu, daß er mit der Kurie in Unter- ruhig. Es werden Resolutionen angenommen, in denen es heißt, Beratung Trades UnionsTezte handlungen über diese Frage eingetreten sei. So ist er der Mann daß die ungarische Arbeiterschaft bereit ist, die Waffe des allgemeinen fongreß beschloß deshalb, die Gewerkschaftsbill nochmals ein im gegenwärtigen Ministerium, der geeignet erscheint, die Regierung Streits zu gebrauchen, falls die Wahlreform so schundig" ausfallen zubringen, was auch geschehen ist. Die Bill verlangt erstens, ohne Konflikte in die neuen Bahnen zu leiten. Es ist unseres Er sollte, wie befürchtet werden kann. daß friedliches Streitpostenstehen und Verkehr der Posten mit den wird; vollständig gestattet zweitens, daß Wie die Volksstimme", das Zentralorgan der sozialdemokrati- Streifenden vollständig achtens vorerst nicht zu befürchten, daß mit dem Ministerwechsel der fleritale Einfluß besonders stark werden wird, v. Dusch hat sich schen Partei Ungarns, mitteilt, bereitet die Arbeiterschaft Budapests man die Trades Unionisten nicht wegen bösartiger Ver wiederholt als„ liberaler Minister" bekannt, wobei er allerdings einen Massenaufmarsch vor, um für das allgemeine, geheime Wahl- schwörung antlagen fann, wenn sie sich verbinden, um gewerkschaftauch den parlamentarisch- liberalen Grundsatz verteidigte, daß ein recht zu demonstrieren. An dem( noch nicht festgesetten) Tage, an liche Zwecke auszuführen; drittens, daß die Trades- Union als Minister der Mehrheit des Parlaments Rechnung welchem sich die neue ungarische Regierung dem Parlamente vor- Körperschaft nicht auf Schadenersatz angeflagt werden kann. Die zu tragen habe, die sich in diesem Augenblicke gegen die stellt, beabsichtigen die Arbeiter Budapests in sämtlichen Fabriken und Bill wird auch von mehreren liberalen Führern unterstützt. giberalen fehrt. Im allgemeinen wird ihm als Aufgabe zu- Werkstätten die Arbeit ruhen zu lassen! In geschlossenem Zuge fallen, die liberale Vergangenheit der badischen Regierung mit der werden sie am Vormittag vor das Parlament ziehen und dem Abfleritalen Zukunft zu versöhnen, und er scheint hierzu allerdings der geordnetenhause ihre Forderungen durch eine Deputation unterbreiten geeignetste Mann zu sein.Tassen. Die Möglichkeit, daß die Regierung sich etwa den PetersDas Arbeiterrecht von Arthur Stadthagen. Komplett in burger 22. Januar um Beispiel nehmen könnte, wird überhaupt nicht in Erwägung gezogen; denn schließlich weiß die Budapester Ar- 28 Lieferungen a 32 Seiten. Preis pro Lieferung 20 f. fe Die Rechtsverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeiter er beiterschaft ihrem Willen doch schon ganz anders Ausdruck zu ver- Woche erscheint ein Heft. Hefte 22, 23, 24, 25 find foeben erschienen. leihen als die Petersburger! fahren durch die Gesetzgebung fortwährend eine erhebliche Umge staltung. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend erforderlich, da selbst der Jurist bei der Fülle recht von Arthur Stadthagen bietet eine solche, von allen Fachleuten des neuen Rechtsstoffs taum weiß, was rechtens ist. Das Arbeiteranerkannte überaus flare, für jedermann verständliche Darstellung und bildet somit einen unentbehrlichen Führer durch alle Gebiete des Arbeiterrechts. Berluftlifte vom füdwestafrikanischen Kriegsschauplate. Berlin, 10. März. Amtliche Meldung. Telegramm aus Windhut: Unteroffizier Franz Richter, geb. am 2. 4. 82 zu Breslau, am 4. 3. 05 im Lazarett Lüderitzbucht an Typhus verstorben. Im GeUebrigens veranstalten die Arbeiter von Budapest am 19. März fecht bei Klein- Nabas am 4. März 1905 gefallen: Zahlmeister Adolf Bod, geb. am 26. 11. 69 zu Gelnhausen; Unteroffizier nachmittags schon eine Art Vorübung für die WahlrechtsGustav Lipfert, geb. am 10. 4. 77 zu Wurzbach; Unteroffizier Demonstration, indem sie einen Aufmarsch zum Petöfi- Monument Ostar Stephan, geb. am 1. 8. 82 zu Mühlhausen in Thüringen; arrangieren, um daselbst eine Gedächtnisrede zu Ehren des Sängers Unteroffizier Wilhelm Burmann, geb. am 26. 9. 82 zu der Freiheit zu halten und sein Grab zu bekränzen. Auch sonst herrscht reges Leben unter der Arbeiterschaft Schwiebus; Reiter Johann Roßberger, geb. am 1. 9. 80 zu Bergham; Reiter Mathias Hahn, geb. am 30. 7. 76 zu Ungarns: Dieser Tage trat ein neugegründetes proletarisches Organ Gündingermoos; Reiter Karl Göris, geb. 20. 9. 83 zu Sonnen- ins Leben Nömunkas"( Arbeiterin"). Es wird wie die deutsche alle 14 Tage erscheinen und tapfer für die Interessen burg; Reiter Vinzent Russin, geb. am 5. 4. 83 zu Deutschder Proletarierinnen eintreten. Müümen. Verwundet: Reiter Max Scholz, geb. am 19. 6. 83 zu Auch Der ungarische Eisenbahner" hat im AnGuhrau, Brustschuß, schwer; Sergeant Julius Sledz, geb. am 4. 7. 75 zu Dirschau, Streifschuß am Kopf, leicht. Bermißt: Reiter schluß an die letzten Kämpfe einen derartigen Aufschwung genommen, Peter For, geb. am 30. 1. 83 zu Merten; Reiter Leonhard daß das Blatt vom 1. März an als Wochenblatt erscheinen kann! Küchen, geb. am 18. 10. 82 zu Aachen; Reiter Heinrich Im übrigen hat die Regierung es doch für geratener gehalten, etwas sanftere Saiten aufzuziehen. Im Anschluß an den vorjährigen Streit Brümten, geb. 23. 9. 82 zu Gnarrenberg. standen noch 249 Eisenbahnbeamte, Arbeiter und sonstige Angestellte in Disziplinaruntersuchung. Dieser Tage nun verfügte der Handelsminister Hieronymi, daß das Verfahren gegen alle einzustellen fei! Sie werden sämtlich ihrem vorherigen Dienste wieder zugeteilt und bleiben in ihrem alten Range. Husland. Majorate in Frankreich. „ Gleichheit" Mögen sich sowohl die Arbeiter wie die Regierungen gewisser anderer Länder an dem hier Geschilderten ein Beispiel nehmen! Italien. Paris, 8. März.( Eig. Ber.) Es dürfte wenig bekannt sein, es muß geradezu unglaublich erscheinen, daß die dritte Republik bis dato pietätvoll die Majorate respektiert, die Napoleon I. und sein Nachäffer, Napoleon III, eingerichtet haben. Die männlichen ErſtDer neue Premierminister. geborenen der ursprünglichen Majoratsherren bezogen noch im letzten Jahre aus der Staatstasse der guten bürgerlichen Republik 1 Million Rom, den 8. März.( Eig. Ber.) 55 584 Frant. Dies der Betrag der noch nicht erloschenen JahresMan kann wohl sagen, daß in Alessandro Fortis pensionen" oder Jahresrenten bon 38 Majoratsinhabern. In den moderigen, in den skandalösen Budgetvinkel hat zu der letzte berüchtigste Vertreter des Systems Crispi zur Wir gehen, wie der„ Avanti" fällig 1903 ein neugieriger Abgeordneter, Chabert, hineingeleuchtet. Regierung berufen ist. Wir gehen, wie der Alles aber, was er vom damaligen und gegenwärtigen Finanz- sagt, einer Aera des Crispismus ohne Crispi entgegen, d. H. minister Roubier erwirten fonnte, war die Einleitung einer Rüdeiner Zeit der Souveränität der Kliquen, des Parasitenwesens faufs attion!... Die große französische Revolution hat das ge- und des politischen Brigantentums ohne die eigenartige und famte Feudaleigentum ohne einen Heller Entschädigung ausgerottet. bei aller moralischen Farbenblindheit kraftvolle und hervorDie entarteten bürgerlichen Epigonen der revolutionären Ahnen ragende Gestalt Crispis. Grundgesez der bürgerlichen Gesellschaft, dem Code Napoléon widerPartei- Nachrichten. Drei vollständig vergriffene Auflagen des jezt in vierter Auflage vorliegenden Arbeiterrechts zeugen von der Notwendigkeit dieses Buches für die erwerbstätige Bevölkerung. Stadthagens Arbeiterrecht ist ein billiger und zuverlässiger Arbeiteranwalt im Hause. Zu der Tadelsresolution gegen die Fraktion, die in Hanau anbemerkt die genommen wurde, weil bei der Abstimmung über die Handelsverträge eine Anzahl Genossen gefehlt haben, ,, Münchener Post": Die Parteigenossen an anderen Orten, auch wenn ihre Meinung vorläufig noch nicht in Resolutionen zum Ausdruck geKrankheit und Todesfall in der Familie gibt es überhaupt keinen fommen ist, sind nicht minder entrüstet über den Fall. Außer Entschuldigungsgrund für das Fernbleiben eines sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten von dieser wichtigen Abstimmung. Als Parteisekretär für alle. Saalfreis wurde der bisherige Kreis- Vertrauensmann W. Lepik vom Vorstand des sozialdemofratischen Vereins gewählt. Die württembergischen Parteigenossen halten ihre Landesversammlung am 23. April( Oster- Sonntag) in Stuttgart ab. Außer den geschäftlichen Angelegenheiten wird über landespolitische Fragen und über die Politik im Reiche verhandelt werden. Ein Geschichtswerk über die Entwickelung der sozialistischen Bewegung in Niederland. Das von unserem holländischen Parteigenossen W. H. Vliegen wagen nicht einmal, die bürgerlich ungefeßlichen, dem Alles hätte man eher für möglich gehalten als ein verfaßte große Werk De Dageraad der Volksbevrijding"( Die sprechenden Majorats, rechte" rechtgemäß, d. i. ohne„ Entschädigung" Ministerium Fortis, ja, man ist fast versucht, in dieser Wahl Morgenröte der Voltsbefreiung") ist kürzlich mit dem Erscheinen abzuschaffen, nachdem diese Rechte" dem französischen Bolte seit des Königs den Einfluß einer posthumen Bosheit Giolittis ber 52. Lieferung vollständig geworden. Es umfaßt zwei Bände bald einem Jahrhundert weit mehr als 100 Millionen geraubt zu sehen, dem ein ungeeigneter Nachfolger die Hoffnung einer mit zusammen über 800 Drudseiten und 58 vorzüglich ausgeführten baldigen ersehnten Wiederkunft öffnete. Denn, wer ist Porträts derjenigen Personen, die in hervorragender Weise an der haben. Die Sache wird noch schöner, wenn man sich einige der ,, Beschenkten" Fortis, daß man ihn in einer so schwierigen Situation, an Bewegung teilgenommen haben. Der Verfasser sagt in seiner Boranfieht, denen der Löwenanteil am Raub zufiel. Da ist die Familie der Giolitti gescheitert ist, zur Regierung beruft? Er hat rede, er beabsichtige nicht, eine vollständige Geschichte zu des Marschalls Berthier, Fürst von Wagram. Sie bezieht bis teine politische Gefolgschaft mehr in der Kammer, der er, als geben, sondern nur, wie auch auf dem Titel vermerkt iſt," Skizzen Ich werde," sagt er weiter,„ meine Aufgabe auffassen wie ein bato bie kleinigkeit von 205 966 Frank jährlich, macht im ganzen einer der glänzendsten Advokaten Italiens durch Berufs- und Schilderungen aus der sozialistischen Bewegung in Niederland". seit der Einrichtung des Majorats nahezu siebenundzwanzig pflicht und Neigung vielfach fern gehalten Arbeiter, der seinen jüngeren Klassengenossen erzählt von sechzehn Millionen Frank. Dabei hat der Urahn als Oberintendant der Sein Name hat keinen sympathischen Klang man Jahren zuweilen stürmischen und schweren Klassentampfes mit Der Zeit nach teilt der Napoleonischen Armeen einen immenſen Reichtum zusammengestohlen, Sein Name hat feinen sympathischen Klang abgesehen von den vierzig Millionen, die ihm Napoleon selbst denkt dabei an die Skandale der Banca Romana, ihren vielen unvergeßlichen Ereignissen." direkt einhändigte. Die Nachkommen des Marschalls Massén al deren Rechtsanwalt Fortis war, man denkt an andere kleinere Verfasser seine Schilderungen in fünf Abschnitte. Der erste um wurde. faßte die Jahre 1878-1883, die Beit des Entstehens und der ersten Die blasse Furcht vor der Arbeiterorganisation hat den Inhaber Wert gesetzt worden. Diefe Elärung macht den Hoffnungen der Entwickelung einer sozialistischen Partei; der zweite die Jahre der chirurgischen Batentgummiwaren- Fabrit von Fr. M. Daubiz Ausständigen auf einen Parallels eit der vereinigten Straßen- und 1884-1887, die Zeit der Massendemonstrationen, der ersten großen in Rudow fürzlich zu einer sonderbaren Maßnahme getrieben. Eisenbahnangestellten ein Ende. Dehrere Hundert Ausständige, die Wahlrechts- Bewegung, aber auch eine Zeit heftiger Verfolgung; Der Betrieb ist eine sogenannte Giftbude. Es wird dort mit um Wiederanstellung baten, wurden dahin beschieden, daß sie zu der dritte Abschnitt umfaßt die Jahre 1888-1890, eine Zeit der giftigen Substanzen wie Bleiglätte und Schwefeltohlenstoff gearbeitet. warten haben würden, bis laut Bewerberliste, an deren Ende fie inneren Erstarfung, die auch das erste Erscheinen der Sozialdemo- Deswegen sehen die Arbeiter und besonders die Arbeiterinnen dafelbft eingetragen worden seien, die Reihe an fie fame. Die Polizei hat Tratie im Parlament mit sich brachte, sowie das Emporkommen der auch durchweg auffallend bleich und ungefund aus. Die Löhne stehen umfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen, da ihr Drohungen bekannt Gewerkschaften und die ersten großen Streifs; in den Jahren 1891 im ärgsten Mißverhältnis zu der geforderten Arbeitsleistung. Dafür geworden sind, nach denen für heute Gewaltatte beabsichtigt würden. bis 1893, die der vierte Abschnitt umfaßt, entstand eine Land- aber hat die Betriebsleitung ein geradezu rigoroses Strafsystem Die Ausständigen der Stadtbahnen nehmen die Arbeit wieder arbeiter- Bewegung, die Wahlrechts- Bewegung wurde von neuem be- eingeführt. auf. Die Führer der Trade- Union verurteilen den Ausstand. lebt, die Organisationen wuchsen überraschend empor, aber man war auch wiederum schweren Verfolgungen ausgesett; der lette Abschnitt ist hauptsächlich den Ereignissen des Jahres 1894, dem Gründungsjahr der neuen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, ge= widmet. Zum Schluß werden die letzten Jahre und der Untergang des alten Sozialdemokratischen Bundes geschildert. P. 2. Tat, der Hauptredakteur von„ Het Volk", hat eine Einleitung zu dem Werk verfaßt, in der er eine allgemeine Uebersicht über die in den verflossenen Jahren erreichte Machtstellung der niederländischen Arbeiterschaft gibt und die geistige Entwidelung des Verfassers des Buches sowie dessen Anteilnahme an der Bewegung schildert. Mit Recht sagt Tak in seiner Einleitung: Soziales. Für Droschkenkutscher. Der§ 5 der Fabrikordnung bestimmt: Die Beschädigung an Material oder Arbeitsgerätschaften aus Unvorsichtig keit(!) oder Böswilligkeit ist zu ersegen und wird der Betrag vom Lohn gekürzt. zu oder aus Verfammlungen. Wo bleibt das Kaufmannsgericht? Die unerklärliche Verzögerung des Kaufmannsgerichts für Berlin veranlaßte den Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen, am Donnerstag im Luisenstädtischen Konzerthause eine Protestversamm Iung abzuhalten, woselbst Genosse Martin Meyer über obige Frage sprach. Der Referent erinnerte daran, daß die Handlungsgehülfen viele Jahre auf die gesegliche Einführung von Kaufmannsgerichten haben warten müssen. Nun die Materie aber endlich den gesetzgebenden Körperschaften geregelt sei, nun von Kommunen, darunter natürlich auch § 10 fagt: Gin jeder Arbeiter oder Arbeiterin zahlt bei Zuspät erscheinen zur Arbeit bis zu 5 Minuten eine Strafe von 5 Pf. und bis 10 Minuten eine Strafe von 10 Pf. Jm§ 11 heißt es: Für nicht zurückgegebene oder verlorengegangene( Fabrit) Marken bringen wir 5 Pf., für Arbeitsordnungen 5 Pf. in Abzug; doch fallen diese Beträge nicht dem allgemeinen Straffonds zu „ Dies Buch hat großen Wert, vor allem für diejenigen, die in Bemerkt sei, daß die rote Fabritmarke oder die Arbeitsordnung einem späteren Zeitabschnitt der Sozialdemokratie beigetreten sind. in Wirklichkeit nur den Bruchteil eines Pfennigs an Wert repräsentiert. Wenn wir an der Hand des Verfassers uns von den gebrachten Ob nun die Beschädigung an Material oder Arbeitsgerätschaften aus laſſen eine Reihe Berlin, in bekannter bureaukratischer Langsamkeit int der Opfern Rechenschaft geben, von dem frischen Mut und der Aus- unvorsichtigkeit das heißt aus ganz entschuldbaren, im Pro Ausführung des Gesetzes ungebührlich lange auf sich warten. dauer der Pioniere der sozialistischen Bewegung in Niederland, duktionsverhältnisse begründeten Ursachen herausdann überkommt uns ein Gefühl von Stolz auf unsere Vorgänger Böswilligkeit erfolgt, das bleibt sich diesem Fabrikanten ganz egal; Für den Berliner Magistrat scheine in allen sozialpolitischen Dingen und ein von neuem verstärktes Pflichtbewußtsein." er zieht den armen Arbeitern und Arbeiterinnen rüdfichts noch immer der Grundfaß des ehemaligen Bürgermeisters Fordenbed los einen willkürlich bemessenen Betrag von dem so sauer 3u gelten:" Es gibt Dinge, die sich am besten durch Liegenlassen verdienten Lohne ab! Dabei muß man bedenken, daß der in erledigen." Bu der Saumjeligkeit des Magistrats komme nun obenAbzug gebrachte Materialstoff ohne jeden finanziellen Verlust für die drein noch die Schwerfälligkeit in der Erledigung der Sache durch Firma regelmäßig wieder verarbeitet werden kann. Abzüge von 2, den Oberpräsidenten. Bei einigermaßen gutem Willen sei es mit 3, 4, 5, ja 9 M. in einer Woche sind bei diesem lieblichen Straf Leichtigkeit möglich gewesen, für Berlin das Kaufmannsgericht bereits In Intereffe der öffentlichen Sicherheit kann durch Polizeiverord- system einfach an der Tagesordnung. Dabei werden die Arbeite- am 1. Januar, wie es im Gesetz vorgesehen ist, in Funktion treten nung Droschkentutschern usw. verboten werden, beim Halten vor einem rinnen häufig noch obendrein mit Schimpfworten traftiert, die sie zu lassen. Statt dessen müssen sich die Handlungsgehülfen und Bahnhof vom Kutscherbock zu steigen und den Fahrgästen beim Unter- aus Furcht vor Entlassung ohnmächtig gegen eine derartige Behand Gehülfinnen immer noch mit den herzlich wertlosen provisorischen bringen des Gepads behülflich zu sein. So entschied das Kammer- lung meistens schweigend hinnehmen müssen, indem sie sich Entscheidungen des Stadtrats Maaß begnügen. Gerade die Be gericht am 9. März und erklärte im Gegensab zum Landgericht begnügen, sich von Zeit zu Zeit fatt zu weinen. der Angelegenheit des Staufmannsgerichts Diesen Zuständen handlung zeige Waldenburg eine entsprechende Polizeivorschrift für den Amtsbezirk wollte der Verband der Fabrit, Land- und Hülfs- wieder besonders augenfällig, wie wenig die maßgebenden Ober- Salzbrunn für rechtsgültig. arbeiter ein wenig zu Leibe gehen, indem er eine Fabrit- Personen unserer liberalen Stadtverwaltung sich ihrer sozialbesprechung einberief. Hiervon hatte jedoch die Fabrikleitung politischen Verantwortung bewußt seien. In ihrer Saumfeligfeit wüden die Herren aber noch obendrein gestärkt durch erfahren. Da war es denn ergöglich anzusehen, wie an dem fraglichen Tage nach Beendigung der Arbeit die Herren Chefs mit ihrem das lauwarme Verhalten der in einem überlebten Größendünkel Stabe von Meistern, Schreibern 2c., sefundiert von Gendarmen und befangenen Harmonievereine. Auch hier sei es wieder dem ZentralSonstigen ortsbehördlichen Personen auf der Straße nach dem Ver- verbande überlassen geblieben, mit seinem Protest gegen die VerDas Kammergericht muß freisprechen! fammlungslokal förmlich Spalier bildeten, um zu beobachten, ter zögerung der Einführung des Kaufmannsgerichtes vor die Deffentvon den Arbeitern und Arbeiterinnen wohl so vermessen sein würde, lichkeit zu treten, während die anderen Vereine sich demütig ducken Der feltene Fall, daß das Kammergericht einmal eine an der von den Verbandshegern" einberufenen Besprechung teil- und feinen Anstoß an dem kommunalen Schlendrian nähmen. Die Freisprechung von Streikposten durch die Vorinstanz billigt, zunehmen. Da die löblichen Absichten der Herren nicht zweifelhaft Handlungsgehülfenschaft möge daraus die richtige Nuzanwendung ist jetzt zu verzeichnen. In Ruhrort war im vorigen Jahre sein konnten, so wurde an jenem Abend von der Besprechung Ab- ziehen.( Beifall.) Hierauf nahm die Versammlung einstimmig ein Maurerstreit. Drei Maurer hielten sich am 11. Juli ftand genommen und dieselbe an einem anderen Tage abgehalten.folgende Resolution an: bormittags in der Nähe des Bahnhofes auf, um von aus- Soviel möge sich die Firma nur gefagt fein laffen: Sie wird eher wärts zureisende Maurer auf den Streit aufmerksam zu einen ganzen Sack voller Flöhe hüten können, ehe fie ihre Arbeiter machen. Zu diesem Zwecke sprachen sie solche Reisenden an, hindert, der Organisation beizutreten. Auch die Rudower Patentdie sie für Maurer htelten. Polizeibeamte wiesen sie weg. müssen, ihre Arbeiter und Arbeiterinnen anständiger zu entlohnen gummiwaren- Fabrik wird sich einmal wohl oder übel bequemen Da sie ihnen nicht unbedingt Folge leisteten, so erhielten die und zu behandeln; dafür sorgt eben die aus guten Gründen geihre Gewerkschaftspflicht erfüllenden Maurer Anklagen wegen fürchtete Organisation. Uebertretung der in allen Straßenpolizei- Verordnungen enthaltenen Polizeivorschrift, wonach den zur Erhaltung der Sicherheit, Drdnung und Leichtigkeit des Verkehrs auf der öffentlichen Straße ergehenden polizeilichen Aufforderungen" unbedingt Folge zu leisten ist. Gewerkschaftliches. Die ungeschickten Schuylente oder " Die Konfektionsfirma Paul Richter u. Ko. schreibt uns folgendes: In Ihrer Nr. 57 bom 8. März 1905 in der 1. Beilage unter Berlin und Umgegend", Lohnbewegung der Schneider, schreiben Sie im driften Abfah folgendes: ,, Unter anderem sagte ein Redner, er habe am Montag durch eine Verhandlung vor dem Gewerbegericht erfahren, daß Burschenjacketts für die Firma Richter u. Ko. mit einem Arbeitslohn von 50, 60, 70 f., je nach der Größe, bezahlt würden." Da nur eine Konfettionsfirma Richter u. Ko. hier eristiert, Die Angeklagten wurden jedoch in erster Instanz freigesprochen und das Landgericht Duisburg bestätigte dies Urteil. Es führte aus: Die Ruhe und Ordnung sei in keiner Beziehung gestört worden, auch habe sich niemand beschwert über die Leute. Wenn die Beamten so können wir damit nur gemeint sein, und ersuchen Sie höflich, sie dennoch aufforderten, wegzugehen, dann sei das nicht gezur Steuer der Wahrheit folgende Erklärung in Ihrem Blatte aufschehen, weil es die Nuhe, Ordnung und Sicherheit erforderte, zunehmen: fadern weil die, Angeklagten Streitposten waren. Das Die heutige Versammlung, einberufen vom Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin, protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die Art, in der den Handlungsgehülfen Berlins durch das Fehlen des Kaufmannsgerichtes der Gebrauch ihres Rechtes beschränkt wird. Schon von den städtischen Behörden Berlins ist die Fertigs ftellung des Drtsstatuts zu den Kaufmannsgerichten aufs ungebührlichste vernachlässigt worden. Nunmehr hat es der Herr Oberpräsident der Provinz Brandenburg seit Wochen zur Genehmigung. Diese steht noch immer aus, wiewohl dem Herrn Oberpräsidenten bekannt sein müßte, wie notwendig für Handlungsgehülfen die schleunige und billige Rechtsprechung der Kaufmannsgerichte ift. Wiewohl die Bersammlung der Ueberzeugung ist, daß das Drtsstatut nicht in allem den Wünschen der Handlungsgehülfen entspricht, erwartet sie nunmehr vom Herrn Oberpräsidenten, daß er umgehend feine Genehmigung gibt; vom Magistrat der Stadt Berlin, daß er sofort nach Eingang der Genehmigung die Wahlen zum Kaufmannsgericht ausschreibt. Wir hatten weder am Montag, noch in der letzten Zeit vor Letzte Nachrichten und Depeschen. sei aber ein ungefeglicher Grund, denn das Streit dem Gewerbegericht Termin. Wir arbeiten überhaupt nicht postenstehen an sich könne nicht verboten werden. Preußischer Bergarbeitertag in Berlin. Bochum, 10. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) Die Siebener- Kommission beruft auf den 28. März nach Berlin einen preußischen Bergarbeitertag ein, um Stellung zu der Berggefez- Reform zu nehmen. Als vorläufige Tagesordnung birekt mit einzelnen Schneidern, sondern nur mit fogenannten Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und machte 3wischenmeistern, wie dies in der Branche üblich ist. Wir geben niemals einzelne Jadetts" in Arbeit, vielmehr ergeltend, daß es nach der Praxis des Kammergerichts nicht hält der 3 wischenmeister die Stoffe zu ganzen Anzügen Sarauf ankomme, ob schon Störungen der Sicherheit, Ordnung und muß uns fomplette Anzüge abliefern. Was unsere Zwischen usw. erfolgt seien, sondern daß maßgebend wäre, ob die meister für die einzelnen Teile Jadett, Weste, Hose beBeamten einer Störung vorbeugen wollten. Das wäre hier zahlen, ist uns unbekannt. Wir können indessen an Hand unserer ist festgesetzt: Berggefeßgebung im allgemeinen, Zechenstillnoch näher zu prüfen. Das Kammergericht verwarf Geschäftsbücher nachweisen, daß wir für die jeweiligen Genres die legung, Schichtzeit, Arbeiter Ausschüsse, Grubenkontrolle, jedoch die Revision des Staatsanwalts als unbegründet. in der Branche üblichen, feineswegs gedrüdten Preise zahlen." Wagennullen, Strafwesen, Frauen- und Kinderarbeit, KnappSie scheitere an der tatsächlichen Feststellung des Landgerichts, Da nun Ihre Mitteilungen geeignet sind, unsere Firma bei schaftswesen, Normal- Arbeitsordnung. Zu jedem Punkte sind daß die Aufforderung zum Weggehen nur deshalb erfolgt sei, Ihren Lesern herabzusetzen und uns dadurch erhebliche Nachteile Referenten bestimmt. Der Bergarbeitertag findet im Gewerkweil die Angeklagten Streitposten waren. Somit habe sie mit erwachsen würden, so rechtfertigt sich unser Gesuch um Aufnahme schaftshause, Engel- Ufer, statt. qu. Erklärung. Hochachtungsvoll dem Verkehr und seinem Schutz nichts zu tun gehabt und Baul Richter u. No. sei unberechtigt gewesen. Delcaffé über die Neutralität. Die Firma befürchtet, daß unsere Mitteilungen fie in den Dieses Votum bestätigt aufs neue, daß über die Ver- Augen unserer Leser herabsehen könnten; wir fürchten leider, daß Baris, 10. März. Die„ Agence Havas" meldet: Obgleich der urteilung oder Freisprechung von Streitposten der Schutz- ihre Erklärung zu der Sache die Angelegenheit für sie verschlimmern Ministerrat noch nicht darüber beraten hat, glaubt man, der Minister mann und nicht das höchste preußische Gericht zu urteilen wird. Natürlich handelt es sich bei der Klage um eine solche gegen des Aeußeren Delcassé werde in Erwiderung auf die Anfrage des hat. Im vorliegenden Falle vergaßen die Schuyleute, bei einen 3 wischenmeister der Firma. Es ist schlimm, daß Deputierten Presenssé über den Aufenthalt des russischen Ges ihrer Vernehmung als Zeugen die tatsächliche Feststellung" die Firma nur mit Zwischenmeistern arbeitet, gegen die außerdem schwaders in der Nähe von Madagaskar oder Dschibuti demnächst zu machen, daß der Anblick der Streifposten in ihrem Innern die Arbeiter oder Arbeiterinnen vielleicht noch genötigt sind, das erklären, Frankreich werde sich stets bestreben, die Neutralität unter Gewerbegericht anzurufen. Und wer garantiert ihnen schließlich denselben Bedingungen zu wahren, wie während des panisch lebhafte Beunruhigung dahingehend erweckte, ob nicht deren ihr Geld, wenn der Herr Zwischenmeister für den Gerichtsvollzieher amerikanischen Krieges. Was das russische Geschwader betreffe, so bloße Eristenz geeignet sei, die Sicherheit, Ordnung und unangreifbar ist? Noch schlimmer ist es, daß die Firma fich habe es außerhalb der Territorialgewässer geankert. Leichtigkeit des Verkehrs zu gefährden. Die mangelnde Fest gar nicht darum kümmert, was ihre Zwischenmeister den Arbeitern stellung dieser polizeilichen Empfindung, nicht irgend ein Rechts- zahlen. Die Mißstände des Zwischenmeistersystems sollte eben jene grundsatz oder eine wirkliche Tatsache, zwingt das Kammer- Mitteilung mit illustrieren helfen. Richtig ist es, daß dieses System in der Branche leider üblich ist; aber notwendig ist es gericht zur Freisprechung! gewiß nicht! nt dey Berlin und amgegend. Bom oftafiatischen Kriegsschauplah. Tokio, 10. März. Amtliche Meldung. Marschall Dyama be. richtet, daß die japanischen Truppen heute vormittag 10 Uhr Mukden besetzt haben. Er berichtet ferner, daß die Einschließungsoperationen seit einigen Tagen erfolgreich durchgeführt wurden und daß der blutigste Kampf an mehreren Punkten in der Nähe von Mukden im Gange iſt. " Herr Badeanstaltsbesitzer Wilhelm Jager vom Bad Süd- Ost" sendet uns abermals eine lange Auseinandersetzung über die Ursache zur Entlassung feines früheren Bademeisters, der wir nur entnehmen, daß der Entlassene seinen Arbeitgeber in der erregten Auseinander- Tokio, 10. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die fegung zwischen beiden Menschenstind" genannt hat. Herr Jager Japaner haben in der letzten Nacht Fushun besetzt. Der Stampf wird sich schon darein finden müssen, daß dieser Ausdruck eine nördlich von Fushun dauert fort. grobe Beleidigung" im Sinne des Gesezes nicht ist. Wenn sich wegen einer Entlassung aus solchem Anlaß der Betroffene gemaßregelt fühlt, können wir dies begreifen. " Der Verband der Schneider und Schneiderinnen verbreitet unter der organisierten Arbeiterschaft von Berlin gegenwärtig flug blätter mit dem Appell, für eine regere Beteiligung der in der Konfettion tätigen Frauen an der Organisation hinzutvirken. Es wird darauf verwiesen, daß in Berlin nicht weniger wie Tokio, 10. März.( W. T. B.) Wie Marschall Ohama be= 40 000 Arbeiterinnen in der Konfektion beschäftigt sind, von denen die allermeisten die Frauen oder Töchter politisch richtet, haben die Einschließungsmanöver der Japaner vollkommenen Erfolg gehabt. Die Japaner haben eine große Zahl Gefangener oder gewerkschaftlich organisierter Arbeiter fein dürften. Diesen Arbeitern wird nun vor Augen geführt, wie wenig Spandan. Lohnbewegungen sind in diesem Jahre bereits und gewaltige Mengen von Waffen, Munition, Vorräten und es ihrem eigenen Klassenstandpunkte entspricht, wenn sie selbst zwar bon ben organisierten Maurern, Zimmerern und Holzarbeitern ein- Striegsmaterial erbeutet. Zu genauen Feststellungen fehlt es aber durch Anschluß an ihre Berufsorganisation auf eine leiblich zeit geleitet. Die ersten beiden Kategorien erstreben den Neunstundentag an Zeit. und die Erhöhung des Stundenlohns von 60 auf 65 Pf. Die Unter- Zofio, 10. März.( W. T. B.) Amtliche Mitteilung. gemäße Entlohnung achten, dagegen ihre Frauen und nehmer haben zu diesen Forderungen noch nicht Stellung ge- wie Marschall Oyama meldet, ist die Besehung von Fushun in der Zöchter als Gelegenheitsarbeiterinnen zu wahren nommen; es scheint aber aber ziemlich sicher, daß dieselben Nacht vom 9. d. M. erfolgt. Die Japaner greifen jezt den Feind, Jammerlöhnen für die Konfettionäre arbeiten den Weg der Verständigung vorziehen werden, so daß der auf der Höhe nördlich von Fushun steht, an. laffen. Leider noch zu allgemein bestehe unter den Arbeitern die es wahrscheinlich zu ernsteren Differenzen nicht kommen dürfte. Ansicht, daß die Schneiderarbeit der Frau zu Hause nur etwas Die Forderungen der Holzarbeiter betreffen hauptsächlich die BauNebensächliches sei, nur verrichtet, um vielleicht vorübergehend den tischlereien; der umfangreiche Entwurf eines Lohntarifs ist den Berdienst des Mannes zu ergänzen. Bald aber werde aus der Unternehmern diefer Tage angestellt worden. Ob diese Herren sich einer friedlichen Verständigung mit den Arbeitern geneigt zeigen vorübergehend gedachten Arbeit infolge der allgemeinen mißlichen werden, ist zurzeit noch nicht vorauszusehen. London, 10. März. Dem Reuterschen Bureau wird aus Tokio Erwerbsverhältnisse eine dauernde Beschäftigung und das Heer der von vertrauenswürdiger, aber nicht amtlicher Seite gemeldet: Die ruffischen Streitkräfte westlich von Mukden betragen zwei ArmeeHeimarbeiterinnen ist vergrößert. Als die bedauerlichste Erscheinung Der Streit der Lederarbeiter bei der Firma Naumann in forps. Das japanische Detachement, das die Eisenbahn zerstörte, zeitige diese isolierte Frauen- Heimarbeit nun eine kolossale Lohn- Wittenberg dauert unverändert fort. Zuzug von Lohgerbern drängt die Ruffen nach Norden. Ein Teil des japanischen Zentrums brückerei der Konfektionäre, so daß heute viele Frauen trotz an ift streng fernzuhalten. Der Zentralvorstand. drängt die Ruffen ebenfalls nach Norden, und zwar längs der strengendster Tätigkeit nur Stundenverdienste von 7 bis 8 Pfennig Mukden- Straße und ist jetzt sechs Meilen nördlich des Hunho mit erzielen. Um diesen unwürdigen Zuständen einen wirksamen Damm Der Streit der New Yorker Eisenbahner ist verloren, wenn man ihnen im Kampfe. Der äußerste rechte Flügel der Japaner befindet entgegenzufezen, müsse es jeder organisierte Arbeiter auch als seine den Berichten bürgerlicher Depeschenbureaus trauen darf. So meldet sich fünf Meilen von Fushun. Alle russischen schweren und viele Ehrenpflicht betrachten, seine für ein Konfettionsgeschäft arbeitenden das Neutersche Bureau": Mahon, der Präsident des Bundes der Feldgeschüße sind von den Japanern erbeutet worden. Die Russen Frauen oder Töchter ebenfalls der Organisation, dem Verbande der bereinigten Straßen- und Eisenbahnangestellten, hat erklärt, der Aus- scheinen eine Bewegung nach Osten auf Fushun zu auszuführen, um Schneider und Schneiderinnen, zuzuführen. stand fei ein Mißgriff und sei ohne Ermächtigung des Bundes ins sich nach Norden zurückzuziehen. Hierzu 2 Beilagen. Berantw. Ned.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanft.Paul Singer& Co., Berlin SW. . Deutfches Reich. Husland. Petersburg, 10. März.( W. T. B.) General Kuropatkin meldet dem Kaifer unter dem heutigen Tage: In der Nacht zu heute hat der Rückzug aller unserer Armeen begonnen. Es wurde in der Nacht nicht gefämpft, doch hielt Geschüß- und Gewehrfeuer die ganze Nacht hindurch an. ».«»)*» 1. Jirilnjt ilfü„ " ßttliiift UcksdlR Zomlllbtnd, lt. Mm 1905. l�eicksrag. Ikv Sitzung dom Freitag, den 10. März isvä, nachmittags 1 Uhr. Am BundesratZtische: Graf Posadowskh Die zweite Lesung deS Etats desNeichsamts des Innern nebst den 21 Resolutionen wird fortgesetzt. Abg. Dr. Mugdim(fr f. Bp.): Unzweifelhaft geben die Krankenkassen der Sozialdemokratie ein Machtmittel in die Hand, weil sie die Vorstände und VerwaltungS- Posten mit ihren Parteigenossen besetzen kann. Ich will indessen nicht leugnen, daß in einigen durchaus sozialdemokratischen Kranken- kassen eine durchaus gute Verwaltung besteht. Die Görlitzer Resolution gegen mich läßt mich recht kühl, zumal nach- her verschiedene Kassenmitglieder erklärt haben, sie seien belogen worden.(Hört! hört! rechts undZ bei der Freisinnigen Volkspartci.) Abg. Molkenbuhr behauptete, ich hätte die Selbst- Verwaltung der Kassen angegriffen. Sie(zu den Sozialdemolraten) unterstützen doch den Plan des Grafen PosadowSky auf Bcreinheit- lichung des gesamten Versicherungswesens: glauben Sie, daß dabei etwas wie eine Selbstverwaltung der Krankenkassen bestehen bleiben kann?(Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Die sozialdemokratische Verwaltung der Krankenkassen ist nur das Zerrbild einer Selbst- Verwaltung.(Sehr richtig! rechts und bei der Freisinnigen Volks- Partei.) Die Sozialdemokraten werfen mir vor, daß ich einzelne Fälle zu sehr verallgemeinere. Was tun denn die Sozialdemokraten anders, als fortwährend Einzelerscheinungen zu verallgemeinern, um bei den Arbeitern den Eindruck zu erwecken, als ob die bürgerliche Gesellschaft total verfault sei?(Sehr richtig I rechts und bei der Freisinnigen Bolkspartei.) Aber alles, was die Sozialdemokraten der bürgerlichen Gesellschaft vorwerfen. Korruption. Aemter- schacher, Stellenwucher, alles das findet fich in schönster Ausbildung auch bei den Sozialdemokraten.(Sehr richtig! rechts und_ bei der Freifinnigen Volkspartei.) So lauge Sie(zu den Sozialdemokraten) nicht aufhören, ungerecht zu verallgemeinern, so lauge Sie fortfahren, politische Gegner unanständig zu bekämpfen, so lange werde auch ich nicht aufhören, immer wieder mit meinen Fällen zu kommen.(Bravo! rechts und bei der Freisinnigen Volks- vartei.) Es ist nicht zu bestreiten, daß die sozialdemokratischen .Krankenkaffen bei der Besetzung der Stellen mehr auf politi- scheSAnsehen als auf Qualifikation zumAmte sehen. Wte die Sozialdemokratie gegen ihre Gegner vorgeht. dafür ist ein Flugblatt bezeichnend, das in Mühlhausen verbreitet wurde, und in welchem die Handwerker. Kleinbürger nnd Gewerbetreibenden mit wirtschaftlichem Schaden bedroht wnrden, wenn sie bei der Swdtverordiietenwahl nicht sozialdemokratisch stimmen würden. Wie tagte doch der Reichskanzler so schön:„Und willst du nicht mein Bruder sein, so hau' ich tnr den Schädel ein."(Heiterkeit.» Run zu Herrn Z u b e i l. Jeder Setz, den Herr Zubeil ge- sprochen hat, ist eine objektive Unwahrheit.(Hört! hört! rechts und bei der Freisinnigen Bolkspartei.) In seiner bilderreichen Sprache i Heiterkeit) hat der Abg. Zubeil erklärt, die Krankenkassen-Vorstände liätten mir einen Fußtritt gegeben.(Zuruf rechts: Schöne Bildersprache I Große Heiterkeit.) Ich war in meinem Leben noch nie festangestellter Kassenarzt(Hört! hört! rechts», und aus meiner kassen- ärztlichen Praxis habe ich in 13 Jahren eine Einnahme von 1,98 M. ge» .iabt.(Heiterkeit und Hört! hört! rcckits undlinks.) Wahr ist es, daß einige Berliner Kassen imter ausdrücklicher Bezugnahme auf meine Rede den im vorigen Jahre mit dem Berein freigewähltcr Kassenärzte ab- geschlossenen Vertrag gekündigt haben.(Hört! hört! rechts.) Man hat also, um in der Sprache der Sozialdemokraten zu reden, tausend Aerzte Berlins und der Lororte gemäß- regelt und ausgesperrt.(Hört! hört! rechts und bei der Freisinnigen Volkspartei.) Im vongen Jahre wurde in einen: Berliner Bororte ein Kassenarzt angestellt. der erst sesi einem halben Jahr approbiert war, aber dafür den Vorzug hatte, der Neffe eiueS sozialdemo- kratischen Reichstags- Abgeordneten zu sein. (Hört! hört! rechts.) Niemals habe ich bestritten, daß cS in der Sozialdemokratie außerordentlich fähige Leute gäbe. Wenn aber Herr Zubeil als Beweis hierfür eine Konferenz im kaiserlichen Statistischen Amte�anführte, so war das doch»nvorsichttg. Als ich neulich eine kleine Kontroverse mit dem sächsischen Herrn Bundesbevollmächtigten hatte, hieß eS in den sozialdemokratischen Zeitungen, ich hätte ihn denunziert, und hier sehe ich. daß Herr Abg. Zubeil den.Herrn Präsidenten des Stattstischen Amtes, um m Ihrer Sprache zu reden, denunziert, daß er zu seinen Konferenzen Sozialdemokraten zuztehe. Ich kann den Herrn Präsidenten entlasten, denn es haben noch eine ganze Reihe anderer Herren an der Konferenz teilgenommen: höchstens könnte ich ihm übelnehmen, daß er nicht auch den Herausgeber der unparteiischen sozialpolittschen Zeitung.Arbeiterversorgung" hinzugezogen hat.— Zweitens hat Herr Zubeil angeführt, der Charlottenburger Aerzteverein habe einen enragierten Sozialdemokraten als Sekretär angestellt. Hier zeigt eS sich recht deutlich. wie Herr Zubeil ein Opfer seiner Informationen geworden ist. ES ist nicht wahr, daß der Verein fteigewählter Kassenärzte in Charlottenburg als Sekretär einen agitatorisch tätigen Sozial- demokraten angestellt hat. Räch einer Auskunft, die mir vorn Charlottenburger Stadtverordneten Herrn Dr. Bauer geworden ist, beschäftigt der Berein zur Erledigung des schriftlichen Verkehrs mit der Kasse neuerdings im Nebenamt mit 30 M. Monatsgehalt einen Kassenbeamten, der diese Tätigkeit seit Jahren bei der Kasse ausgeübt hat. Von einer agitatorischen Tätigkeit dieses Beamten ist nach Herrn Dr. Bauer bisher nichts bekannt gelvorden.(Hört! hört! rechts.) Von Char- lottenburg hätte der Abg. Zubeil doch schon gar nicht sprechen solle», beim für die Charlottenburger Sozialdemokratie gilt der Spruch: Vestigiu ton-ent!(Die Spuren sollten zurückschrecken.) (Heiterkeit.) Abg. Zubeil behauptet, daß wenn ein minder>vertigcr Ar-t in den Berein fteigewählter Kassenärzte eintritt, er sofort von seinen Kollegen als Leuchte hingestellt wird. Es tut mir wirklich leid, daß gerade Abg. Zubeil von der Partei als Redner hierüber vorgeschickt worden ist; denn er hat bewiesen, daß er von allen diesen Dingen nickit das geringste versteht. Der Berein sreigewählter Kassenärzte ist ein rein wirtschaftlicher Verein, der jeden Arzt aufnimmt, ohne damit ausdrücken zu wollen, daß die Kollegen ihn nun auch in kollegialem Sinne ans- zufassen haben. Ich persönlich bin eifrig dagegen, daß aus dem Verein die Gegner der freien Arztwahl ausgeschlossen werden, weil das ein Einbruch in das Prinzip wäre. Es gibt sogar zwei Aerzte in dem Berein, die schon mit Zuchthaus besttaft waren. Ich komme jetzt zu dem Clou der Zubeilschen Ausführungen. Ich habe vor acht Tagen behauptet, daß von der L i ch t e n b e r g e r Krankenkasse ein sozialdemokratischer Agitator angestellt wurde. der durchaus leine Borkenntnisse zu dieser Stelle gehabt hat. Ob er gegenwärtig ein ausgezeichneter Rendant ist, weiß ich nicht. Ich iveiß nur, daß die Beitrage der Kasse seitdem erhöht werden mußten. Abgeordneter Zubeil wies nun darauf hin. daß seine Wahl ein- stimmig erfolgt ist. Also müßten doch auch die Arbeitgeber ihG gewählt haben und ich müsse im Unrecht mit meinem Q'"- zweiseln seiner Vorkenntnisse sein. Tatsächlich die Arieitzeber himmelhoch gebeten, einen von Bemerbern, die mehr Vorkenntnisse besaßen. Als die Arbeitnehmer doch ihren Kandidaten, wollen erklärten, verlirssen bie Arbeitgeber unter Protest daS Lokal, und nun kam allerdings die Wahl.einstimmig' zu stände.(Große Heiterkeit.).. Und der Wahrheitsapostel Zubeil wagt es mir vorzuwerfen, ich sck schlecht informiert! D« Herr Zubeil den ftüheren Rendante» A» aber haben den andern zu wählen. wählen zu Kaufmann als eine.Freisinns leuchte" bezeichnet hat, so ist es ja beinahe selbstverständlich, daß er ein eifriger konservativer Parteigänger war.(Heiterkeit rechts.) Auch war er ein erbitterter Feind der freien Arztwahl!(Hört! hört! bei den Freisinnigen.) Abg. Zubeil hat ihn, nun Unredlichkeiten vorgeworfen. Tatsächlich hatte er einen Kontratt, nach dem er 6'/z Proz. der Einnahmen als Gehalt bekam. Da Lichtenberg sich fast schivindelhast entwickelte, belief sich das Gehalt allmählich auf 6— 7000 M. Die Freisinnigen agitterten dagegen, aber es war nichts zu machen, die Gerichte mußten ihm recht geben. Schließlich gab aber Herr Kaufmann verärgert seine Stellung auf. Hätte er sich in seiner Tätigkeit das geringste zuschulden kommen lassen, so hätten die Freisinnigen die erwünschte H a n d h a b e besessen, ihn herauszudrängen. Das war aber durchaus nicht der Fall. Herr Zubeil aber behauptet es von der Tribüne dieses' Hauses herunter.(Hört! hört! rechts.) Ich bin am Schluß. Ich sage noch einmal, daß der Abgeordnete Zubeil offenbar von all den Dingen, über die er hier gesprochen hat, keine eigene Kenntnis gehabt hat. Er hat sich informieren lassen, und da die»e Informationen über einen politischen Gegner höchst ungünstig lauteten, so hat er sie— und das ist die allgemeine Methode der Sozialdemokratie— ohne jede vorsichtige Prüfung für Ivahr genommen.(Sehr richtig! rechts und in der Mitte.) Herr Zubeil schloß, indem er mir zurief, ich sei bei den Arbeitern und in der Sozialdemokratie gerichtet. Nun ich hoffe, daß der Herr Abg. Zubeil jetzt bei den an ständ igen Arbeitern, seien sie sozial- demokratisch oder nicht, sein Ansehen verloren hat. Aber einen Trost will ich ihm mitgeben. Ich glaube nach meiner Kenntnis der Sozialdemokratie nicht, daß er auch bei der Sozialdemokratie jetzt gerichtet ist.(Heiterkeit und Beifall rechts und bei der Frei- sinnigen Volkspartei.) Abg. Gröber(Z.): Ich will mich nach der langen Debatte auf die kurze Erörterung zweier Fragen beschränken. Wenn wir eine Bestrafung des Gebens und der Annahme von Schmiergeldern verlangen, so ivider- sprechen wir damit nicht einer genauen Untersuchung der Mißstände und ihres Umfaiiges. Die Form unseres Antrages soll nur aus- drücken, daß wir von den Erhebungen auch ein gesetzgeberisches Resultat erwarten. Denn so viel wissen wir schon jetzt, daß es sich nicht um zufällige gelegentliche Zuwendungen. sondern uni ganz systematische Erpressung von Vorteilen handelt. Ich möchte nur noch darauf aufmerksam machen, daß schon jetzt das Handelsgesetzbuch eine Hastung des Prinzipals für Verfehlungen seiner Angestellten, zu denen auch die Annahme von Bestechungen gehört, schon jetzt kennt. Eine Verwechselung von Bestechung und Trinkgeld ist keineswegs zu befürchten. Ich babe Ihnen serner unsere Resolution auf Ausdehnung der Gewerbe-Ordnung und der Arbeiterversicherung auf die Haus- industrie zu empfehlen. Die Heimarbeiter leiden unter einer über- mäßig langen Arbeitszeit, Löhnen, die über olle Begriffe niedrig find, und einem Wohnungselend, das jeder Beschrei- bung spottet.—(Redner führt dafür Beispiele aus der Berliner Wäschekonfektton und anderen Hausindustrien an, die von allen Seiten mit lebhasten Hört! hört!- Rufen aufgenommen werden.) — Weim man sich diese Zustände vergegenwärttgt, so ist man beschämt, daß dergleichen in Deutschland heute noch möglich ist, daß man sich nicht längst von allen Seiten aufgerafft hat, um diesem Elend ein Ende zu machen.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Das ist ein physisches Elend, eine Verkümmerung nicht nur des Arbeiters, sondern seiner ganzen Familie; und wessen Gewisien dadurch nicht aufgerüttelt lvird, der wird vielleicht mehr Verständnis dafür haben, ivenn ich sage, daß es eine schwere Beeinträchttgung unserer Wehrkraft ist. Eine Abhülfe ist hier dringend geboten. Gewiß hat es nicht an Bemühungen in dieser Richtung gefehlt, aber der Erfolg ist nicht gerade großartig. Vor 20 Jahren wurden zuerst Erbebungen über die Heimarbeit in der Wäsche-Jndustrie gefordert. Erst vier Jahre später erfolgte dann auf Grund dieser Erhebungen das Verbot des Trucksystems. 1891 wurde dann dem Handelsrat die Be- fiignis gegeben, die Arbeiterschutzbestimmungen für Fabriken auch auf Werkstätten auszudehnen. Davon ist leider erst in einem einzigen Falle Gebrauch gemacht worden. Erst 1892 wurden die Schutzbestinnnungen aus die Werkstätten der Kleider- und Wäsche- konfettion ausgedehnt. Leider hat dieses Vorgehen eine Nachfolge bis heute nicht gefunden, abgesehen von dem Schutz, den daS Kindcr- schutzgesetz brachte. Die Invalidenversicherung ist nur auf die Haus- industrie der Tabak- und Textilindustrie, nicht aber auf die KonfektionS- und Spielwarenindustrie ausgedehnt worden.— Gelviß ist die gesetzliche Regelung des Arbeiterschutzes in der Hausindusttie besonders schwierig. Aber die Schwierigkeiten dürfen uns nicht abhalten, die Frage zu regeln. Vor 10 Jahren hat der Vorgänger des jetzigen Staatssekretärs uns eine dahingehende Zusicherung gemacht. Aber es ist nichts geschehen. Der Reichstag ist bereit zur Regelung dieser Frage— das Hindernis liegt nur an den verbündeten Regierungen. (Lebhafter Beifall im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Abg. Frorlich(Ant.): Ich möchte für die Abgrenzung von Handwerk und Fabrik etwa vorschlagen: handwerklicher Betrieb ist derjenige, bei dem mindestens öO Prozent der Arbeitskräfte einschließlich der Lehrlinge gelernte Handwerker find. Aber ich gebe zu, daß auch dieser Vor- schlag nicht vollkommen ist. Die Doppelbesteuerung der auf der Grenze zwischen Handiverk lind Fabrik stehenden Bcttiebe muß unter allen Ilmständen beseitigt werden.— Tie Gewerbe-Jnspektion muß auf alle Bettiebe ausgedehnt werden, auch auf die ländlichen Betriebe.(Sehr richtig! links.) Auch die konservativen Herren sollten hier mithelfen. Warum sollen z. B. Brennereien und Ziegeleien nicht inspiziert werden? Vielfach sind dort die Zustände fürchterlich. In einem Falle lebten vier Tagelöhner in einem kleinen Häuschen, in ivelcheS der Ziegen nur so hineinströmt. Ein Tagelöhner starb, der zweite lag lungenkrank im Bett.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Kreisarzt stellt fest, daß nur die Baufälligkeit der Wohnung daran schuld war.(Höxt! hört!) Ein anderer Fall: auf einem größeren Gute hausten in einem einzigen Räume drei Familien, ein jungverheiratetes Ehepaar und zwei kinderreiche Familien. Eine Frau wurde entbunden. Das sind doch meiischeniinwürdige Zustände. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In einem anderen Falle fehlte jeder Abort. Bei den Schnitterlvohnungen ist es nicht anders. Die Stadt Berlin freilich sorgt auch nicht allzu gut für ihre Angestellten.(Sehr richtig! rechts.) Die Gewerbe-Jnspektion muß unbedingt auf länd- liche Betriebe ausgedehnt werden.(Sehr richtig! links.)— Die ganz großen Betriebe sollten verstaatlicht werden. Ein gewisser Kommunismus ist ganz gesund. Wo aber dieser StaatskommunismuS nicht richtig ist, sollte der Kleinbetrieb gegen den Großbetrieb geschützt werden. Der Rothschild-Ring. dann die Bleichröders, die CohnS usw. haben die Staaten am Gängelbande. Der Pariser Rothschild stand einmal mit seinem Sohne auf seines Daches Zinne, und, als die Minister und Fürsten vorführen, sagte er: alle diese Herren werden in wenigen Jahren entweder unsere Schwiegersöhne oder unsere Hausknechte sein.(Heiterkeit.) Wir sind nicht nur gegen das jüdische, sondern gegen das gesamte Großkapital. Eine progressive Reichs-Einkommcnsteuer wird uns da am besten helfen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber die Juden sind fteilich die schlimmsten: nach der zweiten Pleite kaufen sie sich eine Villa in der Tiergartenstraße und nach der dritten werden sie Konimerzienrat. Im deutschen Volke bringt der Enkel daS Geld meist durch, wos Vater und Großvater erworben haben. Aber im jüdischen Volke zieht der Enkel eine gerade Hose an und spekuliert mit Millionen an der Börse.(Heiterkeit.) Der Befähigungsnachweis muß eingeführt werden. Lehrlinge dürfen nur seitens geprüfter Meister geführt.werden. Bei den Arbeiten, die das Reich und die Staaten zu vergebe» haben, soll daS Handwerk bevorzugt werden.— Redner spricht fich zum Schluß für das Koalitionsrecht der Handlungsgehülfen, für den Heim» arbeiterschutz und den Bauarbeiterschutz aus. Abg. Schcidcmanu(Soz.) verliest ein Schreiben der Münchener Aerzte an den Abgeordneten v. Vellmar, das einige Irrtümer in der neulichen Kranken- kassen-Debatte richtig stellt. Der Abg. v. Wollmar hat mich gebeten, das Schreiben zu verlesen, da er nicht die Zahl der Redner noch um einen vermehren wolle.(Heiterkeit.) Als ich mich heute vor acht Tagen zum Wort meldete, da hatte sich die Freisinnige Partei in zwei Teile gespalten, von denen der eine fier oben von der Tribüne auS sprach, der andere unten im Saale aß und Hört! hört! und Bravo I rief.(Heiterkeit.) Die eine Hälfte, die hier oben redete, der Abg. Dr. Mugdan, bat mich, eine Darstellung der Solinger Krankenkassen verhält« nisse hier zu geben. Es tut mir leid, daß sein Ton nicht im Protokoll festgehalten lverden konnte, aber ihm und der liebenswürdigen Bitte konnte ich nicht widerstehen, zumal da die Solinger Kassen- Verhältnisse allerdings eine Erörterung im Reichstage verdienen. Wenn auch der Aerztekampf in Leipzig das größte Aufsehen erregt hat. weil es fich u», die größte, leistungsfähigste und— wie all- gemein zugegeben wird— bestverwaltete Kasse Deutschlands hau« delte, so waren doch die Eingriffe in daS Recht der Selbstverwaltung der Kassen in Solingen weit schlimmer. Dort wurde der Vorstand, der nicht sofort tat, waS die Aufsichtsbehörde verlangte, ohne weiteres abgesetzt und dadurch jede Beschwerde rechtsunmöglich gemacht. Wie kam das? Durch das tvenig entgegenkommende Verhalten der Aerzte brach zwischen ihnen und der Krankenkasse ein Streit auS, der meiner festen Ueberzeugung nach hätte vermieden werden können. Nachdem die alten Aerzte gekündigt hatten, Ivurden von der Kasse sechs Aerzte als ihre Beamteir angestellt, darunter ein Augen- und ein Ohrenarzt. Dagegen begannen die Aerzte eine überaus charakteristische Agitation. Sie liefen den Patienten in die Häuser und fragten nach, ob nicht irgend eine Beschwerde gegen die neuen Aerzte möglich sei.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf diese Art brachten sie eine Reihe von Beschwerden zustande (Pfui I- Rufe bei den Sozialdemokraten), aber das half ihnen noch nichts. Da entdeckten sie, daß der Augenarzt eigentlich kein Augen- arzt sei, keine spezialistische Ausbildung genossen habe. Und nun zeigte sich, welch außerordentlich großen Einfluß die Aerzte nicht mir beim Oberbürgermeister, sondern auch höher hinauf hatten. Der Oberbürgermeister verlangte vom Vorsitzenden Vorstellung des neuen Augenarztes. Als der Vorsitzende zum Oberbürgermeister kam, war bei ihm im Zimmer— der alte Augenarzt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun lehnte der Vorsitzende mit Recht ab, den neuen Arzt unter die Konttolle deS alten zu stellen. Der Oberbürgermeister sah das ein und verzichttte auf die Anwesen» heit deS alten Augenarztes bei der Vorstellung. Die darauf tat- sächlich stattfindende Vorstellung scheint indessen den Oberbürger- meister zufriedengestellt zu haben, denn Ivochenlang geschah nichts in der Sache. Plötzlich am 23. Februar kam von der Behörde der Bescheid, die Kasse müßte innerhalb acht Tagen zehn weitere Aerzte anstellen. Der Vorstand fuhr nach Düsseldorf und stellte der Rc- gierung vor, daß, wenn die Kasse zu ihren bisherigen sechs Aerzten noch zehn andere anstelle, sie allein mehr Aerzte habe als jemals iu Solingen gewesen seien. Darauf reduzierte die Regierung die Forderung auf v i e r Aerzte, ein BelveiS für die K o p f l o s i g» reit, mit der der Oberbürgenneister den ersten Bescheid gegeben hatte. Der Vorstand kam der Aufforderung aber nicht nach, weil die angestellten sechs Aerzte erklärten, sie könnten die Arbeit durchaus leisten. Darauf wurde der Borstand einfach abgesetzt. Das war der „Sieg" der Aerzte. Drei der sechs angestellten Aerzte legten nun ihre Tättgkeit nieder. Die alten Solinger Aerzte erklärten aber, sie würden die Kaffenmitglieder nicht behandeln, wem, nicht auch die übrigen drei Aerzte entlassen würde». Daraufhin wurden diese zunächst suspendiert nnd dann mit 3000 Mark abgefunden. Der Terrorismus der Aerzte bewirkte es also, daß von den Kranken- kassengeldenr, die zu zwei Dritteln aus Arbcitergroschen aufgebracht waren, diese Tausende weggeworfen wurden. Schon lange vorher hatten die alten Aerzte erklärt, sie würden binnen sechs Monaten die neuen„auskaufen". Aber dann hätten sie das doch wenigstens von ihrem eigenem Gelbe ttm sollen. Bei der General- Versammlung der Kassenmitglieder verbat sich dann der Ober- bürgermeister jede Kritik uns wies dem alten Kassenvorstande, der die Sachlage auftlären wollte, die Tür. Aber er scheint doch etwas nervös geworden zu sein, denn er gestattete nachher die Annahme einer Resolution, welche sein eigenes Verhalten in schärfster Weise verurteilte. In der„ F r e i e n D e u t s ch c n Presse" stand vor acht Tagen, Sie, Herr Dr. Mugdan. hätten bewiesen, daß die Sozialdemokratie die Krankenkassen sich polittsch nutzbar machten. In Wirklichkeit war Ihre ganze Beweisführung hypothetisch. Sie operieren immer mit dem Worte„wenn". Ja wenn, wenn Herr Dr. Mugdan! Wenn Sie 1898 nicht durchgefallen wären, wenn Sie dann nicht 1903 mit Unterstützung der Konservativen hier eingezogen wären, dann hätten Sie wahrscheinlich Ihre Rede nicht gehalten.(Lebhafte Zustinimung bei den Sozialdemottaten. Wider» spruch bei den Freisinnigen. Zwischenrufe deS Abg. Mugdan.) Sie bezweifelten es neulich, daß die Krankenkassen genügend Mich für die Kranken lieferten, um die Volksgesundheit wirklich zu heben. Aber bei einer einzigen Berliner Krankenkasse wurden in einem Jahre 394000 Liter Milch verabfolgt. Ihre Reden gegen uns finden ja auch bei wohlmeinenden bürgerlichen Politikern scharfe Verurteilung. Herr v. Ger lach z. B. sagte in der „Nation": Ihre Rede hätte nicht gehalten werden dürfen. Ein BreSlauer Parteiftcund von Ihnen erhob scharfen Protest, als Sie im vorigen Jahre die Verhältnisse in Plötzensee ganz falsch dar- stellten. Herr Mugdan erzählte uns, da kommt der Pattent zur Kasse, wenn er gut steht mit dem Beamten, sagt dieser, ua vielleicht kriegst du vom Arzt Milch. Der Arzt verschreibt inin Milch, aber der Kassenvorstand gewährt oft die Milch nicht und wenn sich das wiederholt, so wird dem Versicherten gesagt: Da seht ihr, die Aerzte, die der bürgerlichen Gesellschaft angehören, haben ftir eure Leiden kein Jnteresie.— Ich mutz sagen, eine solche Bewrisführnng ist mir noch nicht vorgekommen.(Sehr richtig! bei den Soz.) In inei>«er Heimat sagt man sehr drastisch: Wenn einer solch' nnglaublichc Bc- hauptungen aufftellt, das glaubt doch kein Mensch, er müßte denn die Hosen mit der Beißzange anziehen.(Heiterkeit.) Von über- wältigender Komik ist die Logik des Dr. Mugdan. Erstens sollen sozialdemokratische Kasscnbeamte horrende Gehälter erhalten, ftir die sie gar nicht qualifiziert seien. Zweitens sei cS blamabel, wenn die Kassen die Gehaltsforderungeu ihrer Angestellten als undurchführbar bezeichnen und große Mittel für andere Zwecke ausgeben. Drittens sollen die Kassen ihre Beamten terrori- sieren und viertens sollen die sozialdemokratischen Beamten die Kassenvorstände brandmarken.(Heiterkeit. Hört! hört! links.) Weiter erzählte Herr Dr. Mugdan von der„Karriere des moder il en Arbeiters". Er behauptete, die Kaffenvorstäude setzten sich selbst in freie Stellen in den Kassen. So habe er aus Leipzig eine Notiz bekommen, daß eine Vorstandswahl stattfinden müsse, weil ein Borstandsmitglied in, Bureau eine Anstellung ge- nonmien habe. So würden allmählich alle Stellen in den Orts- Krankenkassen mit Sozialdemokraten besetzt. Es ist eine geradezu unerhörte BeiveiSführung, aus dieser einen Notiz aus Leipzig derartige Folgerungen zu ziehen. Glauben Sie, wir hätten irgend einen Grund, unS dagegen zu wehren, daß unsere Parteigenossen in den Krankenkassen mehr Einfluß ge- winnnen? Wir wollen unseren Einfluß nicht nur da, wir wollen ihn sogar in den Gemeinden, im Staate vermehren.— Selbstverständlich werden wir bei Besetzung von Kaffeuposten bei gleich qualifizierten Bewerbern unsere Parteigenossen vorziehen. Ich leugne nicht, daß auch bei den Krankciikassei, Fehler vorkoulmen; das Privileg. Fehler zu machen, haben die bürgerlichen Klaften fein Urteil Abg. Büsing( natt.) protestiert gegen die Angriffe des Abg. Scheidemann auf den Abg. Dr. Becker, der durch den Tod seiner Frau verhindert sei, hier anwesend zu sein. Herr Scheidemann, der selbst in Offenbach wohnt, hätte von diesem Trauerfall in der Familie des Dr. Becker Kunde haben können.( Hört! hört! bei den Nationalliberalen.) Alle Mitglieder des Hauses, die noch menschliches Gefühl haben( Unruhe bei den Sozialdemokraten), werden es mit mir verurteilen, daß sich der Abg. Scheidemann gerade diesen Beitpunkt zu schweren Angriffen auf Dr. Becker ausgesucht hat. Dr. Becker wird die Antwort auf die heutigen Angriffe nicht schuldig bleiben. ( Lachen bei den Sozialdemokraten. Bravo! bei den Nationalliberalen.) Staatssekretär Graf Posadowsky bestreitet, daß die neulich erwähnte tassenstatistische Konferenz im Reichsversicherungsamt einen parteipolitischen Charakter getragen habe, weist die Bezeichnung des preußischen Ansiedelungsgeseges als„ Verfassungsbruch" zurück, spricht fich für eine weitere Ausbildung des Bauarbeiterschutzes aus und erklärt, daß der Begriff der Invalidität nicht allzuweit ausgedehnt werden dürfe, da dieses zum finanziellen Ruin der Versicherungsanstalten führen würde. Und auch Sozialisten und emanzipierte Sozialistinnen geben von dem natürlichen menschlichen Drange und Bedürfnis Beispiele ab: ein ungeniertes, ungestörtes Nestchen mit seinen Lieben, Gatten und Kindern, zu bewohnen, allen Wirtschaftsgenossenschaften, Dampfküchen und Kinderpflegeanstalten zum Troße ganz spießbürgerlich, philisterhaft, fleinbürgerlich zu leben: Mann und. Weib, umringt von Kindern Also, fährt Fischer fort, bleibt auch die heutige Form der Familie" erhalten. Es mögen der Frau eine Anzahl Arbeiten ab= genommen werden", es mag der Verdienst der Arbeiter erhöht werden und das wesentlichste der Frauenfrage ist für die Arbeiterfrau der unsichere und geringe Verdienst des Mannes" dann " geht feine verheiratete Frau mehr in die Fabrik oder ist sonst be= ruflich tätig, und nicht die Emanzipation der Frau vom Manne wird dann erreicht sein, sondern etwas anderes: die Frau wird der Familie wiedergegeben sein." 28 Fischer weiß es genau, was die Frauen wollen. Er erbringt zwar nicht den geringsten Beleg für seine Meinung, er hat nur hier und da gehört, daß berufstätige Frauen über die Last ihrer Arbeit und den Verlust des häuslichen Lebens flagen. Anstatt in die Untersuchung über die historische Entwickelung der weiblichen Berufsarbeit und die Wahrscheinlichkeiten ihrer fünftigen Gestaltung durch Beseitigung des auf ihr lastenden kapitalistischen Druces einzutreten, wird lediglich die dürftige Behauptung aufgestellt. Es bedarf keiner neuen Erörterungen, um zu der Weisheit zu gelangen, daß unter den heutigen Arbeitsverhält nissen die Frauen ein angenehmes Heim schwerer Fabritarbeit noch allemal vorziehen würden, wenn sie es haben könnten. Es ist ebenso bekannt, daß die Mehrzahl der unverheirateten Berufstätigen weiblichen Geschlechts die Fabritarbeit nur als Uebergangszeit auffassen und froh sind, wenn sie dieselbe mit der Heirat aufgeben können. Das bedeutet aber nicht entfernt, daß damit das Urteil über die Berufsarbeit der Frau gesprochen ist. Auch die männlichen Arbeiter würden sich, wenn es möglich wäre, sicherlich gern angenehmere Tätigkeit schaffen, als sie heute zumeist haben! Sodann ist zu bemerken, daß die Bedeutung der Frage verkannt wird, wenn nur die Fabrik arbeit der Frau berücksichtigt wird. Es ist aber bekannt, daß eine weitaus größere Zahl von verheirateten Frauen in der Landwirtschaft, im Handel- und Verkehrsgewerbe, in der industriellen Heimarbeit beschäftigt sind, in Tätigkeiten, welche heute zum Teil schwieriger und aufreibender sind als manche Fabrikarbeit. Will man die Entwickelung der Frauenerwerbsarbeit beurteilen, so kann man diese großen Gebiete natürlich nicht einfach unbeachtet lassen. Nach Fischer dürfte die Frau der Zukunft auch alle diese Arbeiten aufgeben unter der Losung: zu Haus ist's schöner. Hier zeigt sich, daß die Frage der Frauenarbeit auch ein wesentlicher Teil der Frage der Produktivität der gesellschaftlichen Gesamtarbeit ist. nicht allein, so viele Brivilegien sie auch sonst haben mögen.( Seiter- Beifall bei den Sozialdemokraten.) Wenn ich aber Theorie und betont; um ein eigenes Heim in Stand zu halten und angenehm feit). Dummheiten zu machen ist gewiß auch ein unveräußerliches Braris der Freifinnigen hier charakterisieren wollte, müßte ich zu gestalten, bedarf es mindestens so großen Arbeitsaufwandes der Menschenrecht. 14 Tage lang fprechen. Ich will aber nur ein Beispiel anführen. Frauen, wie er vom Manne im Beruf verlangt wird". Die Mutter Sie haben kein Recht, derartige Einzelfälle zu verallgemeinern. Die Nürnberger Stadtverordneten Versammlung besteht nur aus wolle ihr Kind pflegen. Auch mit der Entwickelung zu den DampfWo würden Sie hinkommen, wenn wir diese Beweisführung auf Freifinnigen.( Widerspruch bei den Freisinnigen.) Na, die paak füchen und den großen Abfütterungsanstalten" sei es nichts, eher Sie anwendeten. Soll ich Sie daran erinnern, wie einer Ihrer Nationalliberalen unterscheiden sich von den Freifinnigen gerade so umgekehrt": Parteifreunde sich an den von uns allen hochgeachteten Abgeordneten viel wie die Freisinnigen von den Nationalliberalen.( Heiterkeit.) Träger wandte, um von ihm Mitteilungen aus den Parlaments- Diese Großstadt ist durch und durch sozialdemokratisch. Aber die verhandlungen zu erhalten, die feine Grundspekulation begünstigten? freisinnige Verwaltung greift zu so reaktionären Maßnahmen, daß Was würden Sie sagen, wenn wir behaupteten, das wäre fein einziger Sozialdemokrat in die Stadtverordneten- Versammlung der Typus der Freisinnigen? Oder solle ich daran er- tommt.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ebenso gibt es in innern, daß ein nationalliberaler Abgeordneter den dieser Großstadt nur eine einzige Rasse; trotzdem die dort bestehende Bund der Landwirte um ein Reichstagsmandat gebeten hat, jämmerliche Gemeindekasse Jahr für Jahr Defizite macht, bezahlt die weil er im Reichstag für ein Gesetz wirken wolle, von dem er Stadtverwaltung sie lieber, als daß sie es zugibt, eine Ortspersönlich Borteil hätte.( Widerspruch des Grafen Oriola.) Damit Krankenkasse zu gründen. Es wird ausgeflügelt, daß nur dann eine Sie nicht zweifeln, nenne ich Ihnen den Namen: es ist der ehe- Orts- Krankenkasse gegründet werde, wenn mehr als die Hälfte aller malige nationalliberale Reichstags- Abgeordnete Friz, gewählt für Versicherungspflichtigen einschließlich der von der Schule gekommenen den Wahlkreis Höchst- Usingen. Wie wäre es, wenn wir das nach sich dafür erkläre. Das ist freifinnig- liberal! Herrn Mugdans Rezept verallgemeinern wollten? Aber eine der- Dr. Mugdan hat neulich sogar Denunziation geübt, indem er artige Polemit ist eben unter anständigen Lenten nicht möglich den sächsischen Geheimrat Fischer beinahe zum Sozialdemokraten geund wenn Dr. Mugdan behauptet, sie sei bei uns Methode, macht hat. Es wäre doch sehr merkwürdig, wenn gerade der VerSie können vielleicht treter des gemütlichen Sachsen so ungemütlich geworden sein sollte. fagen, daß der Abg. Zubeil getäuscht worden ist- ich habe darüber Aber die Wiethode erinnert an den russischen Admiral Rostwestschensky. aber zu sagen, ein Verleumden des Gegners sei Dieser schoß auf englische Fischer und machte sie zu Japanern und fozialdemokratische Methode, ist ein unerhörtes Verfahren.( Sehr Herr Dr. Mugdan schießt auf den sächsischen Fischer und macht ihn zum wahr bei den Sozialdemokraten.) Was könnten wir alles beweisen, Sozialdemokraten.( Stürmische Heiterfeit im ganzen Hause.) 43 Ortswenn wir die Geschichte des Königs Milan von Serbien oder der Krankenkassen haben erklärt, daß bei ihnen ein durchaus friedliches Kronprinzessin von Sachsen verallgemeinern wollten?( Heiterfeit und Zusammensein von Arbeitgebern und Arbeitnehmern stattfindet. Wir Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) find allerdings der Ansicht, daß Kapital und Arbeit prinzipiel nieWirklicher Terrorismus findet sich bei den Arbeitern viel mals in Harmonie stehen können. Darauf bezieht es sich, wenn weniger als in anderen Kreisen. Dafür will ich Ihnen ein klassisches v. Elm das Bild vom Tiger und Lamm gebraucht hat, aber das Beispiel erzählen, das Herrn Mugdan interessieren wird, da es sich heißt doch nicht, daß nicht zwischen Mensch und Mensch ein freundum einen feiner Kollegen handelt. In einem kleinen Orte X. bestand liches Verhältnis stattfinden könne, sonst wäre es ja überhaupt ein Sanitätsverein. Der wurde dem bei ihm angestellten Arzte 9. unmöglich, daß Mitglieder verschiedener Gesellschaftsklassen in der unbequem. Dr. 9. setzte seine Auflösung durch gegen das Ver- Eisenbahn oder auf der Straße friedlich zusammen sein könnten. sprechen, die bisherigen Mitglieder des Vereins für den bisherigen Ich bin fest überzeugt, daß sowohl die neuliche als auch die heutige, Beitrag umsonst zu behandeln. Aber der Dr. Y. wurde immer selbs wesentlich abgeschwächie Rede des Herrn Mugdan nicht dazu angetan ständiger und machte sich auch politisch unangenehm bemerkbar. So be- war, das leider bestehende Mißverhältnis zwischen Aerzten und schlossen denn die Leute, sich durch den Anschluß einer Familienversicherung Krankenkassen zu bessern.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) an die bestehende Orts- Krankenkasse unabhängig zu machen. Um zu Herr Mugdan warf uns Vera tlgemeinerungen vor, erfahren, wie groß die Beteiligung daran sein würde, trug man aber gibt es denn ein einseitiger, gehässiger redigiertes Blatt als die Stimmzettel im Orte herum, veranstaltete eine Voltsabstimmung. freisinnige ,, Deutsche Freie Presse"?( Sehr wahr! bei den SozialDr. Y. hatte nichts Eiligeres zu tun, als in die Wohnungen be- demokraten.) Uns werden die Reden des Herrn Mugdan nichts fonders derer, die Stimmzettel ausgetragen hatten, zu laufen und schaden, für die freifinnige Partei aber hat sich, wie ich glaube, Herr zu drohen: Ich werde Ihren Mann beim Tiefbau- Amt anzeigen!" Mugdan nicht als Arzt sondern als Totengräber erwiesen.( Lebhafter " Ihre Existenz hängt von mir ab, wenn ich Ihrem Brinzipal tele- Beifall bei den Sozialdemokraten.) graphiere, find Sie auf der Stelle entlassen usw.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Schließlich kam die Familienversicherung zu stande. Dr. Y. schalt zwar, sie gehe ihrem Ruin entgegen, weil Leute, die alles besser wissen wollten, fie verwalten. Sie ging auch dem Ruin entgegen, aber infolge der gütigen Mitwirkung des betreffenden Arztes. Dieser hatte im Dezember 1902 für 96 M. Rezepte verfchrieben, im Januar für 97 m., im Februar wieder für 96 M. Dann tommt der Konflikt. Er verschrieb im März für 257 M. und im nächsten Monat für 266 M. Rezepte.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf eine Beschwerde beim Streisamt gab er zu, mehr verschrieben zu haben als früher, natürlich nicht, um die Staffe auf den Hund zu bringen, sondern tveil er sich ge ärgert hätte, daß man ihn wegen seiner billigen Rezepte Kamillendoktor nenne.( Heiterkeit.) Jedenfalls verschrieb er im nächsten Monat schon 120 m. weniger und im übernächsten noch um 30 M. weniger. Weil der Dr. Y durchaus die erste Violine im Dorfe spielen wollte, gründete er eine neue DrtsKrankenkasse für sich selber, die für Beiträge von 15 und 20 Pf. 26 Wochen lang ärztliche Hülfe gewährt. Der Vorstand dieser Krankenkasse wird auf neun Jahre gewählt( Heiter- Abg. v. Böhlendorff( t.) ist für den Befähigungsnachweis.( Beifeit) und Mitglied kann jeder werden, der 14 Jahre alt, fall rechts.) gesund und mit den Zielen des Bürgervereins einverstanden ist. Abg. Kopsch( frs. Vp.) hofft, daß der Vorgang des Abg. Scheide( Heiterkeit.) Dieser Bürgerverein hat nämlich die Aufgabe, die mann, die Tribüne zu persönlichen Beleidigungen gegen Abgeordnete Sozialdemokratie umzubringen. Wenn wir nun diese zu benutzen, keine Nachfolge finden werde.( Lachen bei den SozialManöver eines Arztes verallgemeinerten, würden Sie wieder den demokraten.) Troy Herrn Scheidemann im Reichstage und Freifürzeren ziehen. Die Kassenverwaltungen nennen die vom Dr. Herrn v. Zedlitz im preußischen Abgeordnetenhause wird die Frei- Von den sozialistischen Wortführern in diesen Fragen ist natürlich begründete Kaffe die zum„ billigen Jakob"( Heiterkeit), und damit sinnige Boltspartei noch ein langes Leben haben.( Stürmische niemals verkannt worden, welche gewaltige Rolle der Aufgabe der Sie nun auch wissen, wo der Ort ist, sage ich zum Schluß, daß es Heiterfeit bei den Sozialdemokraten.) Auf die Angriffe des Abg. Frau als Gebärerin, als Pflegerin und Erzieherin der Kinder verSprendingen ist und der Arzt, der alles das gemacht hat, der Scheidemann auf die Nürnberger Stadtverwaltung gehe ich nicht bleiben wird. Ebenso kann die Bedeutung, welche dem Zusammennationalliberale Reichstags- Abgeordnete Dr. Becker.( Stürmische ein.( Aha! bei den Sozialdemokraten.) Mein Freund Mugdan wird leben von Mann, Frau und Kindern als einer besonderen GemeinHeiterkeit bei den Sozialdemokraten, Bewegung bei den National- sich selbst verteidigen.( Lachen bei den Sozialdemokraten.)-schaft zukommt, durchaus gewürdigt werden, obschon in dieser Beliberalen.) Redner polemisiert alsdann gegen die Angriffe des Abg. Erzberger ziehung die Wahrscheinlichkeit dafür spricht, daß in einer sozialistischen Für den Terrorismus der Aerzte will ich als Beweis noch die auf die Hausierer. Gesellschaft die Abschließung in engem Familienkreis durch ein Broschüre des Sanitätsrats Kreiendorf in Neuß an- Abg. Tukauer( Soz.): Wenn die Herren von der Rechten vom mannigfaltiges und erhöhtes Geselligkeitsleben der Menschen in erführen, der nach 43 jähriger Pragis infolge des Solinger Kassenstreits Handwerkerschutz sprechen, so meinen Sie immer die Meister. heblichem Umfange ersetzt werden wird. Ja, es soll gefordert werden, feine ärztliche Tätigkeit aufgab. Sehr deutlich sagt er schon im Vor- In der Beurteilung der verderblichen Wirkung der Gefängnisarbeit daß die Aufgabe der Mutterschaft weit besser besorgt werde als es wort seiner Broschüre in bezug auf das Verhalten der Aerzte, er sei auf das Handwerk stimme ich mit dem Abg. Pauli durchaus über- heute geschehen kann. Die Frauen sollen weit besser für ihre Aufzu alt, um noch viel zu hoffen, aber gottlob auch zu alt, um noch ein. Auch ich bin der Meinung, daß eine scharfe gesetzliche Definition gabe, Mutter zu sein, borbereitet werden und sie sollen diese Aufgabe viel fürchten zu müssen. In der Tat hatten ihn die Solinger Aerzte von Handwerk und Fabrik dringend notwendig ist. Die Innungs- weit gründlicher erfüllen als jetzt. Wird dadurch aber die Bein der schlimmsten Weise terrorisiert. Ein schwerkranter Solinger meister möchten allerdings möglichst viele Betriebe ihren Jnnungs- rufstätigteit der Frau ausgeschlossen? Arbeiter, der in Gefahr stand, zu erblinden, war zu diesem Sanitätsrat tassen tributpflichtig machen. Es ist nicht wahr, daß, wie Herr Pauli Fischer gelangt zur Bejahung dieser Frage durch die denkbar gekommen und von ihm behandelt worden. Nun bekam er Briefe behauptet, die Konsumbereine steuerfrei find. Der Breslauer Konsum- unzureichendste Begründung. Er sagt einfach: Um ein Heim imüber Briefe von den Solinger Aerzten, er hätte das Standesgefühl verein zahlt jährlich über 50 000 M. Die Zölle schaden dem Handwerk stande zu halten und angenehm zu gestalten, bedarf es so viel Arbeit, verletzt und an der Achtung der Standesgenossen schweren bedauer- viel mehr, als alle Konsumbereine. Der Befähigungsnachweis würde wie der Beruf vom Mane verlangt, wobei er sich jedoch im Widerlichen Schaden genommen. Als der Sanitätsrat erklärte, er halte auch im Bauhandwerk völlig nuglos sein und auf die Minderung spruch zu seiner Aeußerung an anderer Stelle fest, daß der Frau sich stets für verpflichtet einzugreifen, wenn die Existenz des der Bahl der Bauunfälle gänzlich ohne Einfluß bleiben. Ein großer eine Anzahl Arbeiten abgenommen werden können. Die ganze geAuges bedroht sei, da verlangte von ihm ein Augenarzt, Teil der Handwerker ist heute so vernünftig, sozialdemokratisch zu waltige wirtschaftliche Entwickelung, welche eine häusliche Frauener folle nur Hülfe leisten, wenn Lebensgefahr bestände. stimmen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) arbeit um die andere in selbständige industrielle Zweige verwandelt ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Kassen- Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Sonnabend hat, ist entschwunden, und die großen Möglichkeiten, die in dieser mitglieder sich nicht schämten, die Aerzte auf die Straße 1 Uhr. Beziehung im Werden sind und deren Verwirklichung angesichts der zu feßen, fo müßten die Aerzte die Kranken falt Persönlich bemerkt Abg. Scheidemann( Soz.), daß die Frau technischen Umivälzungen der Gegenwart gesichert erscheinen, werden lächelnd abweisen. Auch im Kriege sei es nicht unhuman, die Menschen des Dr. Becker schon vor mehr als 3 Wochen gestorben mit leichter Hand abgelehnt, und andererseits wird ebenso leichthin totzuschießen.( Lebhafte Pfuirufe bei den Sozialdemokraten.) Herr fei.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Appell des behauptet, daß die häuslichen Arbeiten, wie sie jetzt den Frauen obMugdan versicherte: Bei uns tommen hauptsächlich ideale Beweg- Abg. Büsing an die Sentimentalität war daher ganz und gar liegen, ihnen willkommen und angenehm sind. Das ist aber feinesgründe in Betracht.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Aber diese deplaziert. wegs der Fall. So selbstverständlich es ist, daß die Frau sich aus Ideale haben einen start metallischen Beigeschmack. Im Nachwort Schluß 6 Uhr. einer schweren Arbeit in der dumpfigen Fabrit in ein angenehmes seiner Broschüre spricht der Sanitätsrat die Hoffnung aus, daß sie Heim sehnt, ebenso ist es richtig, daß Arbeiterfrauen, sobald sie nicht vielleicht dazu beitragen werde, den Terrorismus der Aerzte zu mehr völlig im Banne der Gedankenlosigkeit leben, die ihnen heut brechen. Wenn ich das nun wieder nach Art des Dr. Mugdan verobliegenden Hausarbeiten sehr bald als hinderlich für ihre körperallgemeinern wollte! Mit den Verallgemeinerungen und Ueberliche und geistige Entwickelung schwer empfinden. Unter den treibungen des Dr. Mugdan habe ich mich nun genügend heutigen Wirtschaftszuständen ist es für die Arbeiterfrauen beschäftigt, ich tann Wie stellt sich nun der Verfasser des Artikels die zukünftige ebenso beschwerlich, im Hause tätig zu sein wie in der Fabrik. GeDr. Mugdan schilderte die Kariere des modernen Arbeiters in der Gestaltung des Frauenlebens vor? Zuvor hatte er bei langt aber die Arbeiterklasse in die Lage, die auch Fischer in Aussicht Gewerkschaft und Kaffenverwaltung und glaubte, durch die Ver- Betrachtung der geringeren geistigen Fähigkeiten der Frau die An- stellt, zwei und dreimal mehr Lebensgüter fich anzueignen als heut, nichtung der Selbstverwaltung der Kassen die Sozialdemokratie am ſicht ausgesprochen, daß dieser Umstand der allgemeinen beruf- dann werden die Frauen den größten Teil der häuslichen Arbeiten empfindlichsten treffen zu können. Dazu sollte jeder mitwirken, der lichen Selbständigkeit nicht im Wege stehe. Er trennt sich von der nicht selbst besorgen, sondern berufsmäßig von dritten Personen die Sozialdemokratie für eine Gefährdung des Staates hielte. Herr großen Zahl derer, die eben wegen der geringeren geistigen Kräfte besorgen lassen und sie selbst gewinnen dadurch die Zeit, um ihrer Dr. Mugdan macht als liberaler Mann nicht etwa Ausnahme- den Zulaß der Frau zu aller Berufen ablehnen. Er hat eine andere feits gleichfalls in einem Beruf tätig zu sein. Die Verrichtung der gefege gegen die Sozialdemokratie, das tönnte er ja und originelle Ansicht: Die Frauen sind geeignet zum größten häuslichen Arbeiten, abgesehen von der Pflege der Kinder, ist keinesmit seinem Liberalismus nicht vereinigen. Herr Dr. Mugdan Teil der Berufe", aber die Frauen wollen feinen Beruf wegs eine unumgängliche Aufgabe der Frau in jedem Einzelhausweiß einen Ausweg: er macht teine Ausnahmegesetze gegen haben! Er ist gnädig genug, Frauen, welche berufstätig sein halt, vielmehr wird durch diese Arbeit der Frau unendlich uns mit, aber er nimmt uns die Rechte, die wir haben." Fort wollen, das zu gestatten, aber er selbst erklärt sich gegen die viel Beit und Kraft unzwed mäßig verschwendet, mit der Selbstverwaltung der Kaffen!" das ist Ihr Grundton. Berufstätigkeit verheirateter Frauen, weil die Frauen selbst die durch Verselbständigung dieser Arbeiten als Berufsarbeit erspart ( Widerspruch bei den Freisinnigen.) Und wenn Sie das in Ihrer dieses Ziel nicht wünschen, und er gibt dabei zu, daß zu werden können. Wenn dazu die industrielle Arbeit die Umgestaltungen heutigen Rede etwas abgeschwächt haben und sich auf die verschiedenen sozialpolitischen Maßnahmen von seinem Standpunkt erfährt, die der Sozialismus erstrebt, wenn die Arbeitszeit verkürzt Pläne des Grafen Posadowsky berufen, so nehme ich an, daß anders Stellung genommen werden müsse, als beim Festhalten an wird und die Fabrik die heutigen Schrecken verliert, dann wird Sie sich nur nachträglich ein wenig salvieren wollen. Wer ein der sonst in der Partei üblichen Auffassung. We I che sozial- teine Frau vorziehen, in ebenso unrationeller wie aufreibender derartiges selbstverständliches Recht, wie die Selbstverwaltung, politischen Maßnahmen es find, in denen er abweicht, sagt er vor- Hausarbeit ihr Leben zu verbringen. antasten will, gehört nicht in dieses Haus, sondern muß so schnell wie läufig nicht. seinen Scharfmachereien übergehen. 11 Bekenntnis der Philifterei. --O ( Schluß.) möglich wieder hinausgewählt werden.( Buruf bei den Sozial- Da hat das große Problem der Frauenbefreiung seit langem demokraten: Wir wollen das beste hoffen!) Sie wollen Theorie und die Geister bewegt, da hat die Sozialdemokratie feit einiger Beit Braris der Sozialdemokratie vergleichen. Die Theorie, die wollen endlich eine schon stattliche Anzahl von Proletarierinnen zu selbSie aus Lafargues„ Geschichte der Sozialdemokratic" geschöpft ständigen Menschen und politischen Kämpferinnen erzogen und man haben.( Widerspruch des Abg. Mugdan.) Ja, so steht's darf hoffen, daß die kommenden Jahre endlich eine große Entim stenographischen Bericht. Aber diese Geschichte" widelung dieser Bewegung. bringen werden aber siehe da, jekt gibt es gar nicht!( Große Heiterfeit bei den Sozialdemokraten.) tommt der rückwärts gewendete Prophei mit der überraschenden VerDie müssen Sie erst schreiben. Und was die Pragis anlangt, so fündigung: Ihr Toren, was müht Ihr Euch, es ist überhaupt kein behaupten wir ja gar nicht, daß jeder Sozialdemokrat ein Engel sei. Problem zu lösen! Die Frauen, erklärt er, wollen im Hause bleiben, Wenn Sie unsere Theorie aus einem anderen als aus einem nicht wollen nicht in Berufe, oder wie unvermerkt die Frage eingeengi existierenden Buch kennen würden, würden Sie wissen, daß wird, in Fabriken gehen. Die Frauen würden zu neun Zehntel in wir die einzelnen Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft Fabriken tätig sein müssen, wo die Arbeit weit unangenehmer sei als gar nicht anklagen, sondern diese Ordnung selber.( Lebhafter die Hausarbeit. Auch Kautsky habe den Wunsch nach eigenem Heim Vor allem aber: Man verschließt sich jeder flaren Erkenntnis, wenn man von dem Grundirrtum ausgeht, als sei die Frage gestellt: soll die Frau der Familie gehören oder der Fabrik? Die falsche Fragestellung führt zu der falschen Lösung einer Arbeitsteilung der beiden Geschlechter in der Weise, daß den Frauen das Haus und die Sorgfalt für die Familie gehören soll, dem Mann die Berufsarbeit außer dem Hause. Die richtige Fragestellung, wie sie sich aus der Berücksichtigung aller wesentlichen die Entwickelung des weiblichen Geschlechts bestimmenden Faktoren ergibt, ist vielmehr: läßt sich die dem weiblichen Geschlecht durch seine Naturanlage gegebene Stellung selbständigen Berufsübung harmonisch ver einigen? Ebenso erinnert es an eine der oberflächlichen Unterstellungen der Gegner der Sozialdemokratie, wenn die weitere Frage gestellt wird: soll die Familie zerstört oder soll sie beibehalten werden? mit Auch in der Erziehung der Kinder sind Umgestaltungen zu erwarten, die eine reisehung weiblicher Arbeitstraft bringen. Es läßt sich nicht bestimmen, in welchem Umfange und bis zu welchem Alter spätere Generationen die Erziehung der Kinder durch die Mutter der gemeinsamen Kindererziehung durch berufsmäßige männliche und weibliche Pädagogen bevorzugen werden. Sicher ist aber, daß die dauernde Unterstellung der Kinder, die über die ersten Lebensjahre hinausgelangt sind, unter die Mutter im allgemeinen keineswegs das Ideal der Erziehung darstellt. Alles das Besondere, das die Mutter dem Stinde geben kann, vermag sie besser zugeben, wenn sie nicht untergeht im Hauswesen, wenn sie selbst eine im Leben stehende, voll entwickelte und im Gefühl der Gleichberechtigung gefestigte Persönlichkeit ist. Heute ist es auch in Arbeiterkreisen vielfach so, daß die Kinder im Vater den Er nährer, das Haupt der Familie erbliden, während die Mutter das Aschenbrödel ist, das in hundertfach zerstreuter Arbeit sich aufreibt. weiter vermindert werden. Aus Induſtrie und Dandel. ein. In der gestrigen Generalversammlung ist der vom Borstand " " " " n Länge der Eisenbahnen Zunahme im Jahre in Kilometern 1. Jan. 1903 1. Jan. 1904 1903 53 700 54 426 726 52 339 53 258 919 44 654 45226 572 38 041 38 818 777 35 660 36 148 488 15 942 16 039 97 13 770 13 851 81 12 177 12 388 211 6 629 6 819 190 3 997 4145 3 177 3 177 3142 3 142 3 105 2845 2 386 3 159 2906 61 2 394 8 Die Berliner Brotfabrik, Attiengesellschaft, stellt ihren Betrieb unterstützte Antrag auf Liquidation mit 1141 gegen 226 Stimmen Es kommt noch ein wichtiges Moment hinzu: die Männer= Zur Entwickelung der Berliner Grundstücksverhältnisse. Die angenommen worden. Nach Aufarbeitung der Bestände sollen der frage. Wir erinnern an einen vortrefflichen, vor einigen Jahren Ausdehnung Berlins und seiner Vororte hat in den letzten Jahr- Mühlenbetrieb eingestellt und die baren Betriebsmittel an die Die Räume sollen zu Speichers in unserem Blatte veröffentlichten Artikels aus der Feder von Klara zehnten gar manchen ehrsamen Kleinbürger und-Bauern, der weit Aktionäre ausgeschüttet werden. Zetkin, in dem mit Recht ausgeführt wurde, daß vor allem der vor den Toren ein größeres Stück Ackerland besaß, zum reichen Mann räumen und die freien Plähe zu Lager- oder Stätteplägen vermietet Mann der Familie, wiedergegeben werden soll. gemacht. Neben seinem Grundstück, das bisher nur spärliche Er- werden. Der Mann ist durch die heutigen Zustände einseitig dem Beruf über- träge von Kartoffeln und Gemüse geliefert hatte, entstanden große Europas Eisenbahnen. Nach einer Veröffentlichung des französ liefert und nach dem fleinbürgerlichen Ideal soll er in das Haus Häuserkomplere, die Bodenpreise stiegen in raschem Tempo auf das fischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten stellte sich am kommen, um dort alles wohnlich zu finden. Es ist jedoch kein Behn-, Zwanzig-, Dreißig, Bierzigfache, und, ohne daß er selbst 1. Januar 1904 die Länge der Eisenbahnen in Europa auf vernünftiger Grund abzusehen, daß der Mann nicht gleichberechtigt. dazu das Geringste getan hätte, wurde der kleine Acerbürger zum 300 429 Kilometer gegen 296 097 am 1. Januar 1903. Auf je und gleichverpflichtet an der Ausgestaltung des häuslichen Lebens so- mehrfachen Millionär. Aeltere Berliner wissen gar manches poffier- 10 000 Einwohner entfielen durchschnittlich 7,2 kilometer Eisenbahnen. tvie an der Erziehung der Kinder teil haben sollte, sobald seine Be- liche Stückchen von den Schöneberger Millionenbauern zu erzählen; Drdnet man die Länder nach der Größe ihres Eisenbahnnezes, so rufsarbeit in der Werkstätte oder Fabrik die nötige Verkürzung er- aber auch in anderen Teilen der Berliner Umgebung finden wir der- steht Deutschland an erster Stelle. Ihm folgt unmittelbar Rußland fährt. Auch hierdurch würden für die Frau die häuslichen Aufgaben artige Millionenbauern". In einer Erörterung der Berliner Grundstücksverhältnisse, zu welcher ihn die Umwandlung des Wolland einschließlich Finnland. In einem ziemlichen Abstand folgen FrankEs ist offenbar, daß für das weibliche Geschlecht gewaltige sehen Grundbefizes in die Terraingesellschaft am Bankower Amts- die wichtigeren Länder ist nachstehend die Länge der Eisenbahnen je Amts- reich, Desterreich- Ungarn, endlich Großbritannien und Irland. Für Echwierigkeiten zu überwinden sind, wenn es die ihm gestellte gericht veranlaßt, schildert der frühere Handelsredakteur des Berl. am 1. Januar der beiden Jahre 1903 und 1904 sowie die daraus Naturaufgabe mit einer beruflichen Lebensarbeit vereinigen Tageblattes", J. Wiener, in der Wochenschrift Plutus" einige inter- resultierende Zunahme im Jahre 1903 angegeben. vill, auch läßt fich das Wie dieser Bereinigung für die verschiedenen essante Beispiele solcher Bodenwertsteigerungen. Tatsächlich find," Stufen zufünftiger Entividelung natürlich nicht im einzelnen vorher schreibt er, auch hier( im Norden Berlins) Erhöhungen eingetreten, bestimmen. Doch die allgemeine Tendenz der Entwicke- die bis an das Fabelhafte grenzen. Zunächst noch einiges von den lung des Frauenlebens ist deutlich gekennzeichnet. Der Philister, der Wollands. Es kommen hier zwei in Betracht. Der eine besaß etwa m Alten und Kleinlichen hängt, mag jie verkennen aber die fort- 400 Morgen am Weinbergsweg. As er sie ertvarb, hatten sie nur geschrittenen unter den Frauen selbst gehen schon den richtigen Weg. Adfertert. Bauland wurden die Grundstücke erst am Anfang der Deutschland Schwierigkeiten aber soll man nicht ausweichen, sondern beseitigen. siebziger Jahre. Aus einem Teile dieses Besizes entstand die Rußland und Finnland Das Problem der Frauenberufsarbeit ist zweifelsohne eine Kastanienallee, die Gegend am Gesundbrunnen, der Nordbahnhof. Frankreich ebenso außerordentlich schwierige, wie es bedeutsam ist für die ge- Ein anderer Zeil des Zertains am Weinbergsweg ist heute non in Defterreich- Ungarn famte menschliche Entividelung. Der Kapitalismus revolutioniert die den Händen der Familie. Wolland wurde ein Mann von vielen Großbritannien und Irland. überlieferte Hausarbeit und treibt hunderttausende Frauen in be- Millionen. Seine Ehe aber war wenig glücklich. Sie blieb auch Italien rufsmäßige Arbeit, so daß sie zwischen beiden Tätigkeitssphären rast- finderlos; wie viele meinten: propter hoc. Infolgedessen beerbten Spanien. Yos und leidensvoll hin und wieder geworfen sind. Die kapitalistische ihn die Kinder seines Bruders, der in Pankow ein Adergut besaß. Schweden Berufsarbeit aber, so schwer sie drückt und so sehr sie in ihrer heutigen Geld kam zu Gelde. Auch das frühere Bankower Ackerterrain ge= Belgien Schweiz Form die Mutteraufgabe der Frau hindert, trägt zugleich in sich wie langte zu hohen Preisen. Ein Teil wurde von der Eisenbahn ange= Rumänien aller Kapitalismus den Widerspruch der von ihr geschaffenen Not, kauft. Einen anderen Teil bildet der Besitz, der nunmehr auf die fie erhebt die Frau aus der Unselbständigkeit, erweckt in ihr das Terraingesellschaft am Bankower Amtsgericht übergegangen ist. Und Türkei, Bulgarien und Numelien staatsbürgerliche Interesse, offenbart an ihr die Bedeutung einer ein- daß die Wollands vor dem Schicksal bewahrt blieben, arme Leute Dänemark heitlichen Lebensaufgabe. Aber auch die nicht erwerbstätigen Frauen zu werden, auch wenn alle diese Millionen verloren gingen, dafür Niederlande der Arbeiterklasse werden ergriffen von den Umwälzungen des Zeit- wurde durch die Errichtung einer großen Familienstiftung gesorgt. Portugal alters. Wie insbesondere in den industriellen und kommerziellen Eine andere Grundstücksdynastie im Norden und Osten sind die Den stärksten Zuwachs hat Rußland zu verzeichnen, dann folgen Großstädten die männlichen Arbeiter unter den Eindrücken des Büttner- Spiekermann- Bözzow. Büttner war Meiereibesizer. Er Desterreich- Ungarn und Deutschland. In ziemlichem Abstande folgen Gegensatzes von Reichtumsansammlung und Befiglosigkeit sich zum hatte zwei Töchter. Die eine heiratete den Arzt Dr. Spiekermann, Frankreich und Großbritannien. Klassenkampf gegen die Ungerechtigkeit der kapitalistischen Wirtschaft die andere einen der Bözows. Als die jüdische Gemeinde in Berlin erheben, so werden durch die mannigfaltigen Einwirkungen des in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Kirchhof Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 12. März, vorm. 8 Uhr modernen Kulturlebens auch die Frauen aus der häuslichen Ver- Schönhauser Allee anlegte, zahlte sie an Büttner für den Morgen im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Versammlung. fümmerung ertvedt. Sie beginnen, ein Eigenleben führen zu wollen, 300 Taler. In den fünfziger Jahren wurde der Kirchhof um den Freireligiöse Borlesung." Um 10 Uhr vormittags in der Schulsie wollen nicht für alle Ewigkeit den gebietenden Mann erwarten, gegenwärtigen füdlichen Teil erweitert, der durch die Manheimerscheula, I. Frankfurterstr. 6: Versammlung. Bortrag des Herrn fie wollen ihr Lebensschicksal aus eigener Kraft gestalten, sie wollen Altersversorgungsanstalt markiert ist. Für diesen Teil wurden E. Vogtherr Stettin:" Beichte und Ablaßhandel." Gäste, Damen und Menschen werden! 400 Taler per Morgen bezahlt. Heute aber fostet dort die Quadrat- Herren, sehr willkommen. Wer, wie es im oben besprochenen Artikel geschieht, die Frauen- rute durchschnittliche 1800 m., das wäre für den Morgen, der Montag, den 13. März, abends 82 Uhr, pünktlich, im großen Saale, frage lösen will, ohne einerseits die kapitalistische Belastung der 180 Quadratruten hat, 324 000 W. oder 108 000 Taler. Solche von B. Franke, Sebaſtianstr. 32: Beschließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Weiße Quittung legitimiert. heutigen Arbeit und ohne andererseits die wirtschaftstechnischen sowie Preise hat der alte Büttner allerdings nicht mehr erlebt. Aber auf Verein ehemaliger Gütergoter zur Bekämpfung der Tuber. fulturellen Aufgaben des Sozialismus zu beachten, der muß aller- einige Millionen hatte auch er schon den Wert seiner Grundstücke tulose. Sonnabend abend 9 Uhr im Musikerhaus, Kaiser Wilhelmstr. 18m: dings unrettbar der Kleinbürgerei und Philisterei verfallen, in der es anwachsen sehen. Sein Schwiegersohn Spiekermann tourde troß- Sigung. Gäste willkommen. für die Frau nicht gleiches Recht und nicht Menschenwürde gibt. dem sehr knapp gehalten. Und da Büttner fürchtete, daß sein Besitz Wie die männlichen Arbeiter ihre Befreiung vom Kapitalismus vorzeitig versilbert werden könnte. ordnete er im Testamente an, nicht durch die Zurüdforderung fleinbürgerlicher Zustände, nicht durch daß die Grundstücke erst verkauft werden könnten, wenn seine EnkelRitfehr in eigene häusliche Werkstätten, wie sie noch vor 50 Jahren tochter majorenn geworden wäre. Nur mit großer Mühe gelang die vorherrschende Betriebsweise darstellten, erwarten, so liegt die es Spiekermann, beim Obervormundschaftsgericht durchzusehen, daß Zukunft der Frauenarbeit auch nicht in dem Vergangenen, nicht er einen Teil von diesem Terrain verkaufen durfte. Damals, im im zurückgehen hinter den Kapitalismus, sondern Jahre 1872, wurden für 400 Morgen 1 Million Taler gezahlt. in der Neberwindung des Rapitalismus! Hätte es Spiekermann freigestanden, den Bejizz schon in den 60er Jahren loszuschlagen, würde er ihn für 150 000 Taler gern hergegeben haben. Spiekermanns Sohn erwarb das Gut Rangsdorf. Da war bekanntlich am Gutstor noch vor wenigen Jahren zu lesen: " Hunden und Juden ist der Eintritt verboten." Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Brenner 250/5 Wilhelm Kind verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend nachmittag 4%, Uhr von der Halle des neuen LuisenKirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung erfucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gastwirt 250/5 Gottlieb Zehe verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 3 Uhr auf dem Zwölf Apostel- Kirchhof in Schöneberg statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Donnerstag, den 9. März, mein lieber Mann, der Heizer Max Reier Brandenburgstr. 32, im 37. Lebensjahre verstorben ist. Um stilles Beileid bittet im Namen der Hinterbliebenen Wwe. Reier. bom am Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. März, nachmittags 2 Uhr, UrbanStrantenhause aus nach dem neuen Jakobi: Friedhof, Hermannstraße, statt. 23675 Josef Fischer Kohlen- Großhandlung Berlin 0.34, Brombergerst. 19/20. Preise ab Play: Senftenb. Halbsteine p. 8tr. nur 70 Pi. Senftenb. Salon- Brik. 6 o. 71. nur 75Pf. Anna, Adier, Marie Senftenberger la Henckels Werke 6 ob. 7 Boll, nur 85 f. Ilse, Salon- Briketts billigit. Frei Keller pr. 8tr. 10 Pf. mehr. gr. Verband der Maschinisten and Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Todes Anzeige. Am 9. d. M. verstarb das Mit: glied Max Reier am im Alter von 36 Jahren. Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. d. M., nach mittags 2 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus auf dem neuen Jakobi- Kirchhof in Rigdorf, Hermannstraße, ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 138/6 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Beutschlands, Ortsverwaltung Berlin 1. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges, treues Mitglied, der Hausdiener Hermann Riegel am Mittwoch, den 8. März, an der Proletarierkrankheit verstorben ift. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. März, nach mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen Kirchhofes, Landsberger- Allee, aus statt. 67/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser trenes Mitglied, die Falzerin Hedwig Fellmann am 9. März an der Lungenschwindfucht verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, vom Strankenhause am Friedrichshain aus nach Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung bittet 23/11 Die Ortsverwaltung. Mutterspritzen Beste Systeme aus Gummi, Zink, Glas, kaufen Sie billig bei Bruck, Steinkohlen, Koks, Holz Hugo Wittenberg, billigsten Preisen. 1739* 60 Sandwagen verleihe zu Stohlen. Reinickendorferstr. 500. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Todes- Anzeigen. Bezirk Osten. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Heinrich Liepold am 9. d. M. berstorben am Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Bezirk Südost. 32/16 Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege Wilhelm Ast am am 6. d. M. an den Folgen eines Betriebsunfalles verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 11. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Briz aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Kranken- Unterstützungs- und Begräbnis- Verein der Ban- und gewerbl. Hilisarbeiter Berl.u. Umg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied 1801 Heinrich Liepold am 9. d. M. plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 37/2 Allen Freunden, Berwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Donnerstag, den 9. März, früh 24 Uhr, mein lieber Manu, unfer guter Bater, der Wolldrucker Otto Kussatz plöblich im 59. Lebensjahre am Herzschlag verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Marie Kussatz geb. Buffe nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Lagerarbeiter Wilhelm Gnilke am am Dienstag, den 7. d. M., durch Betriebsunfall plötzlich gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirch hofes in Nixdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 67/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Max Bauer jage allen Freunden und Bekannten, den Parteigenossen des 5. Berliner Reichstags Wahlkreises, dem Deutschen Metallarbeiter- Berband sowie dem Personal der Firma Dewitt u. Herz meinen innigsten Dank. 29046 Frau Ottilie Bauer. ranz- u. Blumenbinderei bon H. Eckert, 98. Kottbufer Damm 98.* Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruehbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Liefer. f. Drts- u. Hülfs- Krantentassen Berlin C., 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elastischen Belotten, angenehm und weich am Körper. 16382* Kranz- und Blumenbinderei DOH Robert Meyer, unr Mariannen- Straße 2. Vereins- Aranze, Palmen- u. 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Linsen 60,00-30,00. Startoffeln 10,00-8,00 9. Nichtstroh 0,00-0,00 M. Heu 0,00-0,00 9. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 m. Gier per Schock 4,80-3,00 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. FrühjahrsPaletots in schicker Form, mit senkrechten oder geraden Taschen, von nur guten, modernen Stoffen und Farben, teilweise auf Seide gearbeitet, elegant und tadellos sitzend, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 5055 Mark. Havelocks einreihige Form ohne Aermel, mit voller Pelerine u. Taillenriegel, von wetterfestem, imprägniertem Loden. Bräunlich, olive, grün, marengo, mitteloder dunkelgrau 8,50, 12, 15, 20, 22,50, 25, 3035 Mark. Große Weiten für extra starke Herren stets vorrätig. Die Preise sind billig, streng fest und geschieht der Verkauf nur gegen bar. Nach auswärts sende Muster u. Maßanleitung frei zu. Carl Stier Fabrik für Kerren- und Knaben- Garderobe. Berlin SO., Oraniens tr. 166. Berlin W., Potsdamerstr. 113a. Hladn Potsdam, Nauenerstr. 28. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Publikum gegenüber feinerlei Im Bannkreis der Jungfrau. Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 11. März. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Noland Berlin. bon Neues tönigl. Opern Theater. Geschlossen. Deutsches. Dedipus. Berliner. Der Kaiserjäger. Westen. neugierigen Frauen. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B.Donath: Die Kathodenstrahlen. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Das sensationelle 2 pmittage S Liber gets the great. Riesen- Mädchen!!! Nachmittags 3 Uhr: Der Geizige. Der zerbrochene Krug. National. Undine. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller O.( Wallner Theater.) ( Ballner Theater Wallensteins Lager. Piccolomini. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Leibalte. Leffing. Elga. Zentral. Die Zurheirat. Nachmittags 4 Uhr: Der geftiefelte Rater. Kleines. Der Bär. Angele. Residenz. Hotel Pompadour. Luftspielhaus. 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LerUner partei-)Znge!egenkeiten. Zur Lokallistc. Der Lotterieberein„Hoffnung" hält heute sein Stiftungsfest mit Maskenball in den„Union-Sälen", Greifswalder- strotze 118/119 ab. Da das Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Ver- fügung steht, so ist das Vergnügen zu meiden. Sechster Wahlkreis sSchönhauser Borstadt). Sonntag abend 6 Uhr findet in den„Berolina- Sälen", Schönhauser Allee 28, eine Volksversammlung für Männer und Frauen statt. Tages- ordnung: 1. Vortrag des Genossen Albrecht Fülle über: „Soziale Kämpfe". 2. Diskussion.— Nachdem: Gemütliches Bei- sammensein und Tanz. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Sechster Wahlkreis. Sonntag, den 12. März, abends 6 Uhr- findet im„Kolberger Salon", Kolbergerstr. 23. eine Versammlung für Frauen und Männer statt, in welcher Frl. Anna H e d e l e r eine Rezitation von Fritz Reuter hält. In Anbetracht der interessanten Tagesordnung erwartet zahlreichen Besuch Der Vertrauensmann. Treptow-Baumschulenwrg. Montag findet eine öffentliche Ver- sammlung in„Speers Festsälen", Baumschulenstratze 73, statt. Reichstags- Abgeordneter Fritz Zub eil spricht über:„Soldaten- mitzhandlungen".— Sonntag ftüh 8Vz Uhr: Handzettelverteilung für Baumschulenweg vom Restaurant Schäfers, Baumschulenstr. 14. Treptow, Restaurant Schmidt, Kiefholzstr. 22; Restaurant Preuh, Neue Krug-Allee 59. Pflicht der Genossen ist eS, zahlreich zu erscheinen! Lichtenberg. Heute, Sonnabend, feiert der Wahlverein sein Stiftungsfest im„Schwarzen Adler". Frankfurter Chaussee 120. Das vorzügliche Programm bei einem Entree von 30 Pf. ermöglicht es den Genossen, sich einen genutzreichen Abend zu verschaffen. Zehkrndorf. Am Sonntag nachmittag 3 Uhr findet bei Bellrich, Alfenstr. 86, eine Volksversammlung für Männer und Frauen statt. Referent ist Genosse Zubeil, welcher über das Thema:„Militärjustiz und Soldatenmitzhandlungen" sprechen wird. lokales. Der Direktor der Berliner Rieselgüter. Prof. Backhaus. wird, wie wir in unserer Mittwochsnummer meldeten, zum 1. April dieses Jahres bereits wieder von seinem Amte zurück- treten. Ueber die Gründe dieses Rücktrittes sind von verschiedenen Blättern allerlei Nachrichten verbreitet worden, die nicht den Tatsachen entsprechen. Zuerst brachte die„Staats- bürger-Zeittmg" die ganz allgemein gehattene Andeutung, daß Prof. Backhaus mit seinen Vorschlägen, für die Rieselfelder eine andere Betriebsmethode einzuführen, bei der Ver- waltung auf Wider stand gestoßen sei. Dann las man im �Berliner Tageblatt" eine in demselben Sinne ge- haltene ausführlichere Darstellung, die angeblich von einer „Persönlichkeit, die einen Blick hinter die Kulissen getan hat", herrichrte. Und nun veröffentlicht die„Berliner Zeitung" das Ergebnis einer Unterredung, die einer ihrer Mitarbeiter mit Prof. B. selber hatte und in der B. jene Darstellung b e st ä t i g t haben soll. Wir kommen nicht oft in die Lage, einen Vorwurf ent- kräften zu müssen, der in der Presse gegen den Berliner Stadt- frersinn erhoben wird. Diesmal aber können wir auf Grund der Informationen, die w i r erhalten haben, nur annehmen, daß so die Sache denn doch nicht stimmt. Prof. B. hat, wie man uns versichert, sogar überraschend viel Ent- gegenkommen gefunden, natürlich innerhalb der Grenzen, die durch den Geschäftsgang einer Gemeindever- waltung gegeben sind. Seine Leistnngsfähigkett ist allgemein anerkannt worden, und ebenso allgemein wird sein rasches Scheiden aus seinem Amte bedauert, in der Kanalisattons- Deputatton wie im Magisttats-Kollegium. Warum er geht, können die, die außerhalb der Verwaltung stehen, nicht wissen, weil hierüber Amtsverschwiegenheit auferlegt worden ist. Nur Herr Prof. B. selber darf offen sprechen, aber das, was die„Verl. Ztg." ihn sagen läßt, trifft— um des Herrn Prof. B. willen tut es uns aufrichtig leid, das erklären zu müssen— n i ch t zu. Sollte der Mitarbetter der„Verl. Ztg." sich verhört haben? Dreschgraf Pücklcr scheint jetzt unter den Tierschützlern ein Asyl gefunden zu haben. Wie in einein in grotzen Mengen verbreiteten Flugblatt behauptet wird, hat sich hier ein„Bund der tatkräftigen und energischen Tierfteunde" gebildet, der den Kampf gegen oie V o g e l b ä l g e auf den Damenhüten eröffnet. Es heitzt in dem Flugblatt, datz alle Mittel, die bisher seitens der Herren angestellt ivuroen. um die Damen von dieser unzweckmätzigen uird für die Tier- Welt gefährlichen Mode abzubringen, nicht verfangen habeir; eS sei deshalb erforderlich, energische Mttel in Anwendung zu bringen. Wörtlich heitzt eS dann:.Jedes Mitglied dieses Bundes verpflichtet sich, die Vogelleichen auf den Hüten der sich öffentlich zeigenden Damen einfach nicht zu dulden, sondern dieselben im Notfalle, wenn eine energische Verwarnung fruchtlos bleibt, herunterzureitze n. Die etwa entstehenden Kosten durch gerichtliche Verurteilungen wegen Sachbeschädigung-c. trägt mit Vergnügen die zu diesem Zwecke mit reichlichen Mitteln versehene Bundeskasse." Die Bogelbälge auf den Damenhüten sind ja gewitz eine Geschmack- losigkeit. Aber die an die Pllcklerpropaganda erinnernden Satzungen der energischen Tierfteunde nicht minder. Bielleicht datz nach ihren Grundsätzen nächstens auch gegen die Rinnsteinkunst oder umgekehrt gegen die Hofkunst sich Organisationen bilden. Auf alle Fälle ist es merkwürdig, datz der Kampf gegen den Vogel auf dem Kopfe einen Bogel im Kopfe zur Voraussetzung haben soll. Kinderspielplätze. Berlin braucht mehr Kinderspielplätze! Mit dem Nahen des Frühlings kann man wieder beobachten, wie jeder Sonnen- strahl ganze Scharen von Kindern, klein und groß, auf die Sttaße lockt. Wie alles jauchzt, wenn es im Freien sich aus- laufen, springen und lärmen kann! Die Sttaße bringt Gefahren und ist sehr ungeeignet zum Spielen für die Kinder, aber im Hause ist es zu eng und zu einem Spielplatz ist es oft zu weit entfernt. Es wird auch zu wenig getan für die Kinder auf den paar Spielplätzen, die wirk- lich vorhanden sind; da wird eine Fuhre Sand hin- gebracht und das ist alles. Das Kind braucht mehr; es will sich z. B. im Grase wälzen, im Buschwerk ver- stecken, will schaukeln, klettern und dergleichen. Das geht nicht, dafür ist kein Platz in der Stadt, so heißt eS. Ja, woher kommt denn jedesmal der große Platz für eine neue Kttche, die vollständig überflüssig ist?— Die Spielplätze sind eine Notwendigkeit für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder, ganz besonders für die Kinder der armen Leute, die in engen Wohnungen hausen, wohin ein Sonnenstrahl nie oder fetten kommt. Das Kind hat ein Recht zum Spielen und sogar ein Recht zum Lärmen! Die Erwachsenen sind leicht geneigt, über lärmende Kinder zu schelten, ohne darüber nachzudenken, warum das Kind wohl eine so große Freude daran hat, wenn es recht viel Lärm machen kann. Es will dadurch seine, wenn auch nur kleine Wichtigkeit be- kannt geben, natürlich unbewußt; es will Aufmerksamkeit erregen. Viel Lärm ist nach der kindlichen Meinung der Ausdruck von Macht. Gewaltig erscheint dem Kinde eine Lokomottve und gern ahmt es mit aller Kraft seiner Lungen das Geräusch des Puffens, das schrille Pfeifen, das Läuten der Glocke nach. Der kleine Junge, der viel lärmt, fühlt, daß er etwas bedeutet, daß er seine Macht entfaltet und er wird leichter zum eigenen Handeln angeregt. Gerade die Kinder der Armen werden am meisten zur Ruhe ermahnt. weil sie in den engen Räumen bald einmal aneinander ge- raten. Darum brauchen wir große Spielplätze, wo die Kinder nach Herzenslust lärmen können, denn ihre Freude am Lärmen ttägt mit dazu bei, Persönlichkeiten auszubilden. Mel Be- wegung in frischer Luft befördert ihre Gesundheit; das Spiel macht sie fröhlich. Je größer die Stadt, desto notwendiger sind Kinderspielplätze. Die beiden größten Städte in Deutsch- land, Berlin und Hamburg, haben im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl den kleinsten Raum für Kinderspielplätze. In Berlin sollen auf tausend Einwohner nur 57 Quadratmeter kommen. Ein neue? Droschken-Polizcireglement tritt am 1. April in Kraft. Es ist ein Ungetüm von 113 Para» graphen, die schwerlich ein Jurist, geschweige denn ein einfacher Droschkenkutscher im Kopf behalten kann. DaS Reglement erregt daher bei Kutschern wie bei Fuhrherren gleichen Widerwillen, und die Stimmung, die unter den organisietten Droschkenkutschern über die neue Polizeibescherung herrscht, spiegelt sich in einer Zuschrift wieder, die uns von ihrer Organisation zugeht. Uns wird ge- geschrieben: Waren die Bestimmungen im alten Reglement schon rigoros genug und gaben der Polizei die Handhabe zu allen möglichen Be- strafuugen der Kutscher, so sind sie im neuen noch verschärft worden. Mit seinen 113 Paragraphen hat es wohl von allen uns bisher be- kannten Reglements den grötzten Rekord erreicht. Wie der Droschken- kutscher sich diese Bestimmungen zu eigen machen soll, das mag der liebe Himmel wissen; denn was Häuschen nicht lernt, holt Hans ninnner ein. Einige Erleichterungen fallen nicht ins Gewicht gegen- über den Erschwerungen, welche das Reglement mit sich bringt. ES werden sich dadurch man möchte beinahe sagen unhaltbare Zustände herausbilden. So steht eS z. B. im Belieben eines jeden Polizeibeamten, dem Kutscher den F a h r s ch e i n vorläufig abnehmen zu dürfen, wenn er annimmt, datz der Kutscher sich im angetrunkenen Zustande befindet. Ob ein Schutzmann immer die kompetente Person ist, darüber zu befinden, möchten wir bezweifeln, es wird durch eine derartige Be- stimmung der Willkür der Polizeibeamten Tür und Tor geöffnet. Im weiteren heitzt es im neuen Reglement, datz Kutscher, welche durch ungeschicktes oder schlechtes Fahren aufgefallen sind, vom Verkehrskommissariat einer erneuten Prüfung unterzogen werden können. Auch in diesem Falle werden eS doch jedenfalls die Polizei- beamten sein, welche den Matzstab ihrer Kenntnisse an der Fahr- kunst deS Kutschers probieren. Da die betreffenden Beamten aber nicht alle eine Fahr- und Fachschule besucht haben werden, so ist zu befürchten, datz Uebergriffe in dieser Beziehung die Regel bilden. Aber, nicht nur die Kutscker, sondern auch die Fuhrherren sind niit diesem Reglement nicht einverstanden. Erst die Praxis wird ergeben, wie man mit dieser Fahrordnung auskommen wird. Zum besten jedenfalls nicht und so steht man denn dieser Sache mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Die Interessenten sind zwar seinerzeit bei der Beratung mit zugezogen worden, doch hat man ihren Wünschen sehr wenig Gehör geschentt. Zu bemerken ist noch, datz dieses Reglement für Berlin, Charlottcnburg, Rixdorf und Schöneberg gleichlautend ist. Der Unterschied ist nur der, datz die dort wohnenden Fuhrherren ebenso die bei ihnen fahrenden Kutscher der jeweiligen Polizeidirektton unterstellt sind. ©ine Korrespondenz meldet: Gegen die neue Droschken- Fahrordnung werden die Berliner Droschkcnfuhrherren in den nächsten Tagen eme Protestversammlung veranstalten und eventuell im VerwaltungSstreitverfahreu die neue Verordnung anfechten, da sie sich durch verschiedene Bestimmungen der neuen Fahrordnung schwer benachteiligt glauben. Der Widerstand der Fuhrherrcn richtet sich vor allem gegen die in der Fahrordnung vorgesehene Herauf- setznng des MiudestalterS der Kutscher von 18 auf'21 Jahre. Nach Ansicht der Fuhrherren wird durch eine solche Beschränkung die jetzt schon in Berlin herrschende Droschkenlntschernot erheblich gesteigert, so datz man schlietzlich auch ungeeignete Elemente als Droschkenkutscher verwenden mützte, was die Sicherheit des Publikums erheblich ge- fährden würde. Eine schwere Schädigung des Gewerbes wird auch darin erblickt, datz nach der neuen Fahrordnimg die Droschken nicht zum Einfahren der Pferde benutzt werden dürfen. Den Fuhrhcrren ständen andere Wagen für diesen Zweck meist gar nicht zur Ver- fügung. Auch in vielen anderen Bestimmungen der neuen Ordnung erblicken die Fuhrherren eine Verletzung ihrer Interessen; ins- besondere wollen sie sich gegen die erheblich erweiterten Macht- befugnisse deS Schutzmanns gegenüber den Droschkenkutschern und Fuhrherren wenden. Die Droschkenbesitzer hoffen im VerwaltungS- streitverfahren die Ungültigkeitserklärung der neuen Fahrordnung durchzusetzen. Auch seitens der Droschkenkutscher wird eine Protest- bewegung gegen die neue Fahrordnung eingeleitet wegen ihrer dehnbaren Bestimmungen in bezug auf die polizeiliche Aufsicht. Städtische Unterstützung einer Baugenossenschast. Der Magistrat hat beschlossen, der Berliner Baugenossenschast, Vorsitzender Direktor Schräder, M. d. R.. eine Beihülfe von 500 000 M. zu gewähren und zwar aus den Mitteln der König Friedrich-Stiftung, die von den Gemeindebehörden Berlins bei Gelegenheit der 200 jährigen Feier des Bestehens des Königreichs Preutzen mit einer Million Mark ausgestattet wurde. Die Genossenschaft beabsichtigt, nunmehr auch Häuser innerhalb Berlins und in der Malplagiietstratze jWedding) ein sogen. Arbeiterheim zu errichten, für das am nächsten Sonntag der Grundstein gelegt iverden soll. Stadttat Fischbeck wird in Wer- tretung des Magistrats der Grundsteinlegung beiwohnen. Die Hausbesitzer in der Stadtverordneten-Bersammlung werden dem Magisttat für diese Sünde wider den heiligen Geist schon bei Gelegenheit den Kopf waschen. DaS Schuljahr. Nach einer soeben beim Berliner Maaisttat eingegangenen Verfügung des Provinzial-SchuUollegiumS ist der Schlutz des Schuljahres 1904 für die Gemeindeschulen auf Freitag. den 31. März d. I. und der Beginn deS neuen Schuljahres 1905 auf Montag, den 3. April d. I.. 8 Uhr, festgesetzt. Diese Berfügung gilt auch für die Privatschulen Änauer und der Frl. Richter, Klinck- Hardt und Ollmann. Für die höheren Schulen werden noch nähere Bestimmungen ergehen. Wegen der Ferien sind ebenfalls nähere Bestimmungen noch vorbehalten. Auf de« Stettiner Bahnhos i» Berlin ist seit einiger Zeit eine interessante Einrichtung gettoffen, um mit Hülfe der Elekrizität die Fahrstuhlkosten für die Post- und die Bahnverwaltung automafisch festzustellen. Zu diesem Zweck sind die für beide Verloalwngen in Benutzung befindlichen Aufzüge so eingerichtet, datz sie einen Druck- knöpf zum Einschalten für die Post- und einen für die Bahn- Verwaltung besitzen. DaS Personal jeder der beiden'Verwaltungen besitzt nun den Schlüssel, der nur ftir den in Frage kommenden Dntckknopf patzt. Wird ein Aufzug von einem Postbeamten in Tätigkeit gesetzt, so wird mit Hülfe einer vorgesehenen Fernschaltung ein Elektrizirätszähler eingeschaltet, der diejenige Energiemenge registriert, welche in diesem Falle die Post zu zahlen hat.' Soll dann'derselbe Fahrstuhl für Bahntransportzwecke benutzt werden, so wird durch den Schlüssel des Bahnbeamten ein anderer Elektrizitätszähler eingeschaltet, der wieder den Stromverbrauch ver- merkt, der jetzt der Bahn zur Last fällt. Durch diese im Prinzip recht einfache Einrichtung hat man die Möglichkeit geschaffen, auto- niatisch den Kraftverbrauch der von beiden Verwaltungen benutzten Aufzüge so festzustellen, datz jede der beiden Behörden die Unkosten zu ttagen hat, welche durch die Benutzung der gemeinsamen Aufzüge für ihre Rechnung entstehen. Da sich diese Einrichtung der elektrisch getrennten Rechnung gut bewährt hat, so sollen auch auf anderen Bahnhöfen ähnliche Einrichtungen geschaffen werden. Vom Zentralverein für Arbeitsnachweis. In der am Mittwoch stattgehabten Sitzung des Gesamtvorstandes des Zentralvereins für Arbeitsnachweis berichtete der Vorsitzende Dr. Freund über die Geschäftsergebniffe des Jahres 1904. Hiernach betrug die Zahl der Beschäftigungsgesuche der Arbeiter nahezu 100 000 igegen das Borjahr-j- 23 000), die Zähl der gemeldeten offenen Stellen rund 89 000(+ 28 000), die Zahl der besetzten Stellen 65 500(-j- 19 000). Auch die beiden Vororts-Filialen in Rummelsburg und Reinickendorf entwickelten sich zufriedenstellend; hier betrug die Zahl der Arbeits- gesuche 2249, die Zahl der offenen Stellen 1651 und die Zahl der besetzten Stellen 1135. Der Magistrat hat am Freitag beschlossen, zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit für dieses Jahr den Betrag von 80000 M.'zu bewilligen. Das rätselhafte Verschwinden eines Berliner Ingenieurs hat jetzt eine traurige Aufklärung gefunden. Es handelt sich um den Ingenieur Fritz Momberger, der sich Ende Januar dieses Jahres aus seiner hiesigen Wohnung entfernt hatte und seitdem nicht wieder zurückgekehrt war. Vor einigen Tagen wurde in der Nähe deS Schlotzparkes bei Pichelsdorf die Leiche eine? gut gekleideten un- bekannten Mannes aus der Havel gelandet, die nunmehr als die- jenige des vermihten Ingenieurs rekognosziert worden ist. Es liegt zweifellos Selbstmord vor, der nach dem Leichenbefund schon vor mehreren Wochen verübt sein dürste. Das Motiv hierzu ist nicht be- kannt. Die Angehörigen Mombergers hatten auf seine Ermittelung eine Belohnung von 200 M. ausgesetzt. Russische Trauer ist deutsche Trauer. Ueber eine Kundgebung gegen den Zarismus weitz die„Berl. Ztg." zu berichten:„Im grotzen Saale der Brauerei Königstadt rief ein nnetographisches Bild bei dein anwesenden Publikum eine Erregung hervor, die beinahe zu grötzeren Tumulten geführt hatte. Der zirka 3000 Menschen faffenoe Saal war mit einem guten Publikum dicht gestillt, das sich an den Klängen einer Militärkapelle ergötzte. Soeben wurde noch der „Preutzenmarsch" gespielt, als es plötzlich hietz, als„Einlage" sollten mehrere lebende Photographien vorgeführt werden. Die ersten Harm- losen Sujets wurden beifällig aufgenommen, als aber mit einemmal „Grotzfürst Sergius an der Spitze einer Abteilung Kosaken" als „lebendes Bild" erschien, da brach ein abgemeines Pfeifen und Zischen los, Pstnrufe und„Aufhören" hallten durch den Saal. Während einige aufs Podium kletterten, um die Leinwand herunter- zureißen. ivollten sich andere auf den den Apparat in Bewegung setzenden Gehülfen stürzen, um den Film zu vernichten. Glücklicher- weise wurde die schon hochgradige Erregung dadurch besänftigt, datz die ganze kinetographische Vorführung sofort aufgehoben wurde und die Militärnuisik zu einem flotten Marsche einsetzte." Ei« vermögender Warenhausdieb wurde gestern in einem Warenhause in der Leipzigersttatze auf ftischer Tat ertappt. Ein Verkäufer beobachtete im Malutensilienlager einen gut gekleideten Mann, als dieser einen kleinen Gegenstand in seinem Ueberzieher verschwinden ließ. Der Dieb wurde angehalten und man fand bei ihm verschiedene Gegenstände vor. die er bereits gestohlen hatte. Eine Haussuchung in der Wohnung des Festgenommenen, eines in der Steglitzerstratze wohnenden und dort bei einem kränklichen Herrn als Pfleger täfigen Mannes namens R. hatte ein überraschendes Ergebnis. Es wurde ein förmliches Warenlager von Gegenständen, die aus dem Warenhause stammten, darunter ein Fell im Werte von 300 Mark, vorgefunden, die der Dieb nach und nach zusammen- gestohlen hatte. Der Täter ist ein wohlhabender, unverheirateter Mann, der bei der Deutschen Bank über ein Guthabe» von etwa 10 000 M. verfügt und autzerdem noch Vermögen befitzt. Er hatte für seinen Pflegling sämtliche Einkäufe zu besorgen und scheint den Bedarf aus den zusammengestohlenen Vorräten gedeckt zu haben. Den so erzielten Erlös benutzte er, um sein Guthaben auf der Bank zu vergrößern. Die Fango-Kuranstalt in der Krausenstratze wurde in der Nacht zum Mittwoch von einem Einbrecher heimgesucht. Dieser arbeitete mit Nachschlüssel und Stemmeisen und erbeutete eine Kassette, die auf einem Tisch geschraubt war und außer hundert Mark baren Geldes Polizen von Feuer- und Einbruchsversicherungen, Gesell- schafts- und Privatverträge enthielt. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf einen mit der Oertlichkeit und den Verhältnissen be- kannten Mann, den früheren Pförtner des Hauses namens G. Dieser wurde festgenommen und ist auch geständig, will aber nicht wissen, wo die Kassette mit dem Inhalt geblieben sei. Er behauptet, datz ste ihm in derselben Nacht bei einem Liebesabenteuer abhanden gekommen sei, wo aber das Mädchen wohne, könne er; nicht mehr sagen. Die Papiere haben für andere Leute nicht den geringsten Wert. I» Krämpfen über Lord. In Krämpfen ist gestern nachmittag der 19 Jahre alte Bootsmann Paul Lange, der bei seinen: Vater, dem Schissseigner Lange aus Oranienburg, beschäftigt war, über Bord gefallen und erttunken. Lange ist von seiner Heimat nach Rüdersdorf unterwegs, um dort Ladung zu holen, und liegt mit seinen: Kahn vor dem Grundstück Burgsttatze 6. Gestern nach- mittags um 3 Uhr ging er nach der Schleusenmeisterei am Mühlen» dämm und ließ seinen Sohn, der seit Jahren an Krämpfen litt. aber schon sechs Wochen lang von ihnen verschont geblieben war. allein zurück. Bald nachdem er sich entfernt hatte, bekam der junge Mann, während er auf Deck stand, plötzlich wieder einen Anfall. stürzte über Bord und ging sofort unter. Emig« Schiffer und der zurückgerufene Bater suchten sofort das Wasser ab, fanden aber erst um 9 Uhr abends an der Kaiser Wilhelmbrücke die Leiche de? Wer- unglückten, die einstweilen am Ufer geborgen und später von der Revierpolizei nach den: Schauhause gebracht wurde. Selbstmord eines Berliner Studenten in Darmstadt. Der zwei- undzwanzigjährige Student Hans Ackenhausen, Sohn eines im Süd- Westen Berlms wohnhaften Kaufmanns, der seit Oktober vorigen JahreS in Darmstadt seinen Studien oblag, hat sich vorgestern in seiner dorfigen Wohnung mit einem Revolver erschossen. Die Be- weggründe zu der Tat sind bis jetzt noch nicht bekannt geworden. Die Leiche des Unglücklichen wird zur Beerdigung nach Berlin über- geführt. Verhaftet wurde wegen verübten Betruges im Warenhause von A. Jandors am Spittelmarkt am Freitag nachmittag eine Frau, welche größere Einkäufe in der Lcbensmitttlabteilung gemacht hatte. Es war den Angesttlltti: aufgefallen, datz die Frau, die am Vor- mittag die Einkäufe gemacht und um Zusendung der Waren er- sucht hatte, am Nachmittag wieder im Geschäft erschien und die Waren selbst mitnehmen wollte. Die Dame, welche die Aus- licferung der Waren zu vollziehen hatte, stellte mit Hülfe des Personalchefs fest, datz die Auslieferungsscheine gefälscht waren. Die Frau, die weinend zugab, derartige Betrugsmanövcr mit Er» folg in: selben Hause bereits mehrmals ausgeführt zu.haben, wurde nach Feststellung des.Sachverhalts von cinein Beamten abgeführt. Ei» alter Schwindel in neuer Form. Unter dem Verdachte des Wiederholten Betruges ist ein Mensch festgenommen, der Friedrich Rudolf Christof heißen und am 22. Mai 1804 zu Zechin(Kreis Lebus) geboren sein will. Er hatte in schlesischeu und rheinischen Zeitungen ein Inserat erlassen, daß er ein Kind an Kindesstatt zu vergeben habe und den Pflegeeltern bei Uebergabe des Kindes bOOO M., bei Vollendung dessen zehnten Lebensjahres nochmals SVlMI M. gezahlt werden sollten. Den zahlreichen sich darauf meldenden Personen schrieb er. sie sollten 6 M. für Einholung einer Auskunft einsenden, was auch teilweise geschehen ist. Der Fest- genommene pflegte seine Briefe mit Fr. Thomas zu unterzeichnen und als Adresse das Hotel von Rothe, Berlin, Bahnhofstr. 2, anzugeben. Geschädigte, welche Anzeige noch nicht erstattet haben, wollen dies schleunigst unter Angabe der Tagebuchnummer 1470, IV. 3. 05, bei einem Polizeirevier oder der Berliner Kriminalpolizei nachholen. Feuerbericht. Freitag nachmittag gegen 3 Ubr wurde die Wehr nach dem neuen Trarbach- Haus in der Rosmaricnstraße 9 gerufen, weil hier in der im Dachgeschoß belegenen Wäscherei Feuer ent- standeil war. Bei Ankunft des 19. Löschzuges brannte bereits der ganze Raum, weshalb sofort eine Dampfspritze in Tätigkeit trat. Mit zwei Schlauchleitungen konnten daim die Flammen innerhalb einer halben Stunde erstickt werden. Die Wäscherei brannte indes voll- ständig aus. Das angrenzende Gebäude der„Berliner Bank" war nicht gefährdet.— In der Wilhelmstraße 3 kam dann durch das Umfallen einer Petroleumlampe in einer Wohnung Feuer aus, das Decken und Möbel beschädigte.— Ein Schornsteinbrand mußte später in der Kurfürstenstraße 142 beobachtet werden.— Längere Zeit hatte die Wehr in der Wöhlertstraße 1 zu Irin. Hier brannte die Schaldccke in größerer Ausdehnung. Um das Feuer vollständig zu löschen, nmßte das Zwischcngebälk freigelegt werden.— Gardinen gingen dann in der Swinemünderstraße 25 in Flanmlen ans.— Wegen einer kleinen Gasexplosion wurde die vierte Löschkompagnie nach der Chausseestraße 81 gerufen. Der Materialschaden ist un- bedeutend, auch wurden Personen glücklicherlveise nicht verletzt.— Außerdem hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden noch in der Wilhelmstraße 48 und noch an einigen anderen Stellen zu tun.— Die städtischen Fortbildungskurse für Taubstumme beginnen das Sommersemester anr Montag, den 3. April d. I. Anmeldungen nimmt schon jetzt entgegen der Direktor Gutzmann, Markusstr. 49. In diesen Kursen wird Taubstummen beiderlei Geschlechts Gelegen- heit gegeben, die in der Schule erworbenen Kenntnisse und Fertig- leiten zu befestigen und zu erweitern und besonders die für die beruflich: Tätigkeit erforderliche Schulbildung zu verstärken. Es bestehen zurzeit vier aufsteigende Klassen für Jünglinge und zwei für junge Mädchen. Die Stunden liegen abends zwischen S und 9 Uhr. Der Unterricht ist frei. Theater. An dem Wildenbruch-Abend, den das Schiller-Theatcr Sonntag, den 12. März im Biirgersaale des Rathauses zum zweitenmal wiederholt, wird auch ein Gedicht zum Vortrag kommen, das bisher nicht veröffentlicht ist. Es hat den Titel„Der Jugend Scheidclicd". Es ist das erste Gedicht, das der Dichter in seinem sechzigsten Lebensjahre geschrieben hat, und ist von ihm dem Leiter der Dichter-Abende gewidmet.— Die Marwitz- Oper beginnt ihre 10. Spielzeit am Sonnabend, den 17. Juni im Schiller-Theater 0. mit der VolkSoper des böhmischen Kom- ponisten Carl Weiß„Der polnische Jude". flus den Nachbarorten. Schöneberg. Drei Stadtverordneten- Mandate sind in Schöneberg zurzeit unbesetzt. Es sind das zlvei Mandate der ersten Abteilung, deren bisherige Inhaber die Herren B e l l in a n n und Gries e waren, ferner der 10. Bezirk der III. Abteilung. Diese» Bezirk vertrat Ingenieur G a l l c n d i, dessen AmtZperiode nur bis Ende des Jahres 1904 lief. Der Neuzuwählende für diesen Bezirk muß Haus- besitzer sein. Ein gefährlicher Fabrikbrand kam in der Nacht zum Freitag in der Marstraße 8 zum Ausbruch und beschäftigte die Feuerwehr mehrere Stunden lang. Im zweiten Stock des Onergebäudes be- fürdet sich dort die Schuhwarcnfabrik von O.H aase. In dieser entstand das Feuer aus bisher nicht ermittelte Weise und wurde erst bemerkt, als kurz nach Mitternacht plötzlich Fensterscheiben klirrend auf den Hof fielen.?lls der erste Löichzug eintraf, stand dann schon der gesamte zweite Stock in hellen Flammen. Diese fanden an Regalen, Ledervorräten rc. überreiche Nahrung. Ueber eine mechanische Leiter und über die Treppen hinweg drangen die Löschmannschaften vor und gaben unausgesetzt mit mehreren Rohren Wasser. Trotzdem dauerte es doch über eine Stunde, bevor die Gewalt de? Feuers gebrochen war. Die Schuhwarenfabrik brannte fast vollständig aus und ist der entstandene Schaden daher recht erheblich. Die AufräumungSarbeitcn hielten die Wehr bis gegen 4 Uhr früh am Brandplatze fest. Charlotte,»b»rg. Verhaftet wurde gestern vormittag der Rechtsanwalt H e r t w i g- Eharlottenburg auf Requisition der Staatsanwaltschaft des Landgerichts II. Hertwig stand erst jüngst wegen Unterschlagung vor Gericht und wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. In- zwischen waren weitere Anzeigen wegen Unterschlagung ihm an- vertrauter Gelder eingelaufen, die heute zur Verhaftung des in seinen pekuniären Verhältnisseil in letzter Zeit stark herunter- gekomnienen Anwalts führten. • Johannisthal. In der letitcn Sitzung der Gemeindevertretung teilte der Borsteher zunächst mit. daß dem Verlangen der Gemeindevertretung— im Amtsausschuß durch drei Mitglieder vertreten zu sein, anstatt wie bisher durch zwei, stattgegeben ist. Vertreten wird die Gemeinde nunmehr durch den Vorsteher und die beiden Schöffen. Auch die Be- schlöffe der Vertretung, zwei neue Lehrstellen an der Gemeindeschule zu schaffen und die Mietsentschädigung für die Lehrer und Gemeindebeamten zu erhöhen, sind bestätigt worden. Von der Teltower Kreissparkasse lag die Aufforderung vor. daß die Gemeinde- Vertretung sich mit der Herabsetzung des Zinsfußes von 3� auf 3 Proz. für die noch nicht abgehobenen Summen der Anleihe einverstanden erklären sollte oder die Resffumme der Anleihe bis zum 1. Juli abhebe. Die Vertretung beschloß, sich mit der Herabsetzung des Zinsfußes einverstanden zu erklären. Die Sparkasse ist zu dieser Maßnahme veranlaßt loordcn, da sie für eine Anzahl Gemeinden größere Beträge zur jederzcitigen Abhebung bereithalten muß. Eine längere Debatte entspann sich noch über die Aufbriilgung der Pflasterkosten. Leider werden wohl auch hier die bekannten Lichten- berger Verhältnisse eintreten. Schmargendorf. Die Schmargendorf« Gcmeindeschule, deren Etat von dem der politischen Gemeinde getrennt behandelt wird, hat für das Jahr 1905 in Einnahme und Ausgabe 37 050 M. in Anschlag gebracht. Zu den Unterhaltungskosten leistet der Staat einen Zuschuß von 3800 M., während die politische Gemeinde 32 800 M. zahlt. Der Beitrag der Domäne Dahlem, welche bis zum Vorjahre mit Schmargendorf einen Schulverband bildete, vom 1. April 1905 ab aber eine eigene Sckmle hat, kommt in Fortfall; er betrug im Jahre 1904 2491 Mark. Die Schmargcndorfer Gemcindeschnle besitzt ein Kapitalvermögen von 23 750 Mark. An der Schule unterrichten 10 Lehrer und 4 Lehrerinnen, welche cm Gesamtgehalt von 20 871,87 M. einschließlich Mietsentschädigung beziehen. Für Erteilung des katholischen Religionsunterrichts werden 300 M., als Entschädigung an den Schularzt 200 M. gezahlt.— Am 1. April d. I. tritt die K n a b e n- V o r s ch u l e ins Leben. Dieses Angstkind der Gemeinde wird, wenn sich die Hoffnungen der Dorfväter erfüllen, im kommenden ersten Schuljahr 15 Schüler haben. Au Einnahmen sind vorgesehen: Schulgeld 1500 M., Beitrag der Gemeinde 4300 M. DaS Gehalt für einen Lehrer beträgt 3050 M.. zn welchem 75 M. Pauschale für besondere Aufwendungen kommen. Sonstige Ausgaben erfordern 2075 M. Für die am Orte vorhandene private„Höhere Rkädchen schule" gelvährt die Gemeinde Schmargendorf eine Subvention von 1500 M. gegen 1200 M. im Vorjahre. Potsdam. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich bei dem Kellerbrand in den Kommuns 1 beim Neuen Palais. Es besteht von altersher in Potsdam die Einrichtung, daß bei größeren Bränden für einzelne Gespamie der Feuerwehr die telephonisch angerufenen Kavallerie- regimenter die Pferde stellen müssen, weil die Stadtgemeiude nicht so viel Pferde, wie unter Umständen notwendig sind, zur Verfügung hat. Dies hat schon öfter zu großen Unzufräglichkeiten geführt, weil die mutigen Kavalleriepferde infolge des ungewohnten Lärms und des Fackellichts leicht scheu werden. Als nun bei dem Brand in den Kommuns I die große mechanische Schiebeleiter der Feuerwehr durch zwei vom Regiment GardedukorpS gestellte Pferde vom Depot fortgeschafft wurde, gingen die Tiere mit der Leiter durch, rasten gegen eine Straßenlaterne und rissen diese um. Als sie darauf weiter stürmten und die Leiter mit voller Wucht gegen einen Baum schleuderten, stürzte der Feuerwehrmann Herbit von dem Gefährt herab und erlitt eine schwere Verletzung am Kopf. Die mechanische Leiter aber wurde derartig demoliert, daß sie un- brauchbar wurde und nach dem Depot zurückgeschickt werden mußte. Um der Wiederholung eines derarttgen Unfalles vorzubeugen, sollte die Verwaltung zur Beschaffung eines ausreichenden eigenen Pferde- bestandes schreiten. Der Kellerbrand in den Kommuns soll übrigens durch die Unvorsichtigkeit einiger Arbeiter hervorgerufen worden sein, die jetzt in großer Zahl im Neuen Palais beschäftigt werden. Die an Rauchvergiftung erkrankten Oberfeuerwehrmänner Sens und Belack sowie einige Feuerwehrmänner, die infolge des Rauches Augenentzündungen davontrugen, befinden sich sämtlich auf dem Wege der Besserung._ Der Dieb der Tclegraphendrähte im Grunewald, die in einer Nacht im vorigen Monat zwischen Wannsee und Charlottenburg in großer Menge gestohlen wurden, ist in Potsdam von der Kriminal- Polizei dingfest gemacht worden, als er bei einem Produktenhändler die Drähte, welche einen Metallwert von zirka 35 M. hatten, ver- kaufen Ivollte. Der Dieb ist der oftmals vorbestrafte, jetzt obdach- lose Arbeiter Stepper aus Berlin, welcher in letzter Zeit noch anderwärts Diebstähle ausgeführt hat. Da er aber die Telegraphen- drähte nicht allein gestohlen haben kann, fahndet die Polizei jetzt aus seine Komplize»._ Gerichts-Zeitung. Das polnische Kreuz. Bei einer Prozession polnischer Katholiken in der Provinz Posen trug O. ein Kreuz mit einer Schleife, die aus rotem und weißem Band bestand, das heißt, eine Schleife in den polnischen Farben. Dadurch sollte er die vom Regierungspräsidenten zu Posen erlassene Polizeiverordnung vom 17. April 1891 übertreten haben, welche u. a. bestimmt: Wer Kokarden, Bänder, Abzeichen in anderen als in den Farben des Landes öffentlich trägt, in welchem er staatsangehörig ist, wird bestrast.— Der Angeklagte wurde in zweiter Instanz verurteilt und das Kammergericht verwarf am 9. März feine Revision. ES führte aus, die Verordnung sei rechtsgültig� und habe ihre rechtliche Stütze im§ 0 i des Polizeiverwaltungsgesetzes und im Z 10 II 17 des Allgemeinen Landrechts. Es komme gar nicht. darauf an, ob im Einzelfalle durch das Tragen der polnischen Farben Aergernis erregt worden sei. Es genüge die Uebertretung der Verordnung, die in Posen mit seinen nationalen Gegensätzen zweifellos rechtsgültig sei. Hier würde die Betonung dernasionalen Gegensätze, die auch durch das Tragen sogenannter Nationalfarben erfolgen könne, beim Zusammensein vieler Personen eine Gefahr für das Publikum bedeute. Dem wolle die Verordnung vorbeugen. Eine» alten Schwiudlcrtrick, auf den leider immer noch Geschäfts- lcnte hineinfallen, hatte der Kaufmann Reinhold Brahm wieder auigeftischt. L. stand vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I unter der Anklage des wiederholten' Betruges. In einer Filiale eines hiesigen Kaffcegeschästs, in welchem nur eine Dame als Verkäuferin und gleichzeitig als Kassiererin angestellt ist, erschien eines TageS ein junger Manu und fragte die Verkäuferin in liebenswürdigstem Tone, ob sie vielleicht in der Lage wäre, ihm für Kurantgeld einen Hundertmarkschein einzuwechseln. Da diese Worte von einem jener Schwerenöterblicke begleitet wurden, die auf ein weibliches Herz nicht ganz ohne Eindruck bleiben, so beeilte sich die Dame, schleunigst in der Kasse nachzusehen, ob ein Hundertmark- schein vorhanden wäre. Inzwischen erzählte ihr der junge Mann, sein Vater, ein Büdner in Waldenburg in Schlesien, habe am nächsten Tage Geburtstag. Er wolle seinem Vater eine kleine Ueber- raschung bereiten und dem Geburtstagsbrief einen Hundertmark- schein beifügen. Hierbei nahm jener junge Mann— der jetzige Angeklagte— den Hundertmarkschein, zog aus der Tasche ein mit Freimarke und Adresse versehenes Kuvert heraus, steckte den Schein hinein und beides zusammen wieder in die Tasche.„So, nun werde ich Ihnen Kurant aufzählen, mein Fräulein!" Mit diesen Worten holte der Angeklagte sein Porte- monnaie heraus und begann aufzuzählen. Zu seinem„Erstannen" machte er erst jetzt die Entdeckung, oaß ihm zwei Mark Silbergeld an der runden Summe„fehlten". Mit dem Bemerken,„er wohne gleich nebenan", die Verkäuferin möchte deshalb das Kuvert nicht erst aufreißen, da er gleich wiederkomme, strich der Angeklagte das Silbergeld wieder ein und legte das Kuvert auf den Ladentisch.„Er ging und niemals kehrt' er wieder—". Die Verkäuferin wartete und wartete auf das Wiedererscheinen des jungen Mannes, endlich als sie den Hundertmarkschein zur Abrechnung oder anderweitig brauchte, öffnete sie das Kuvert und— fand dann nur einen weißen Zettel. Der Angeklagte hatte zwei ganz gleichartige Kuverts mit derselben Adresse versehen und später beide in geschickter Weise vertauscht, als er daS Kuvert mit dem Hundertmarkschein ich die Tasche steckte.— In ganz gleichartiger Weise hatte der Angeklagte in zwei anderen Fälle» operiert und'sich je einen Hundertmarkschein erschwindelt. Vor Gericht behauptete B. nur in der unverschuldeten Not vom rechten Wege abgewichen zu sein. Der Staatsanwalt be- antragte eine Gefängnis st rase von neun Monaten. Der Gerichtshof beließ es in Anbetracht der bisherigen Unbescholten- heit de? Angeklagten bei einer Strafe von sechs Monaten Ge- f än gnis. Eine sittliche Verrohung der schändlichsten Art kam in einer Ver- Handlung hinter verschlossenen Türen zur Sprache. Vor der siebenten Strafkammer des Landgerichts I war der Arbeiter Paul Nickel wegen wiederholten Sittlichkeitsverbrechens im Sinne des § 176,3 des Strafgesetzbuches, begangen an seiner eigenen 0jährigen Nichte, angeklagt. Der Angeschuldigte wohnte bei seinem Schwager, einem Lagerverwalter E. in Schlafstelle. Da dieser fast den ganzen Tag über sich nicht in seiner Wohnung befand, war der An- geklagte gewöhnlich mit seiner kleinen 0 jährigen Nichte allein. Seit längerer Zeit verging sich N. in der schändlichsten Weise-an dem Kinde, das aus Furcht vor den Drohungen des Angeklagten seinen Eltern die Scheußlichkeiten verschlvieg. Schließlich erkrankte das unglückliche Mädchen an einer häßlichen Krankheit, mit der sie von dem Angeklagten infiziert worden war. Erst jetzt kam die schändliche Handlungsweise des Angeklagten an das Tageslicht. Er wurde ver- haftet und in das Moabiter Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von8Jahren trotz der bisherigen Unbescholtenhcit. Der Gerichtshof erkannte in- dessen nur aus 2 I a h r e Zuchthaus. Russische Revolutiouspoesie. Jede Revolutton zeitigt ihre Poesie. Nicht immer sind die Lieder und Gedichte, die der alle Gefühle aufpeitschende RevolutionS- stürm geschaffen, Meisterwerke der Dichtkunst.� Aber sie sind gerungen auS dem Herzen �deS Volkes. Ihre Verfaffer bleiben häufig un- bekannt, es erscheint fast, als hätte die Masse sie gedichtet. Plötzlich gehen fie von Mund zu Mund, alle Wünsche und Forderungen der Kämpfenden, alle Empfindungen des Volkes spiegeln sich in ihnen wieder. Von einem russischen Freuy'e wurden uns zwei solcher Gedichte übersandt, die während der Revolution schnell Verbreitung fanden. In diesen Gedichten, die wir gern veröffentlichen, finden di« Stimmungen des Volkes und des Militärs ihren getreuen Ausdruck. Erinnerung an den Ausstand zu R. „Warum, warum ist das Meer so rot?" „„Hör' zu, ich will's Dir sagen: „„Die Sonne, die alte Sonne ist tot. „„Sie ist ins tiefe Meer gesunken, „„Das Meer hat all' ihr Blut getrunken, „„Davon wurd' eS so rot."' „Das glaub' ich nicht." „Warum, warum ist der Strom so rot?' „„Hör' zu, ich will's Dir sagen: „„Es kam ein Schiff mit fränkischem Wein, „„Das führte zum Hafen wohl tausend Tonnen „„Und auf der Sandbank da barst es ein, „„Der Wein ist all in den Strom geronnen, „„Davon wurd' er so rot." „Das glaub' ich nicht." „Warum, waruin ist der Schnee so rot?" „„Hör' zu. ich will's Dir sagen: „„Von Menschenblut ist der Schnee so rot, „„Das ist das Blut von unfern Brüdern, „„Von ihren gepeitschten, zerschossenen Gliedern. .„Das ist das Blut von Kindern und Weibern, „„Von ihren armen, gequälten Leibern, „„Man trieb sie aufs Eis, es barsten die Schollen, ..Drum heut noch rot die Wellen rollen. „„Drum blutet das Meer in heiliger Scham, „„Daß keiner noch sie zu rächen kam. »„Nun glaubst Du mir." Soldatenantwort. Kein Schuß von unserem Regiment! Herr Oberst, nein, das tun wir nicht! Sucht Euch ein anderes, wenn Ihr könnt I Wir schießen nicht! Stolz tragen wir des Kaisers Rock; Wir schänden ihn auch heute nicht, Und droht uns auch der Folterblock Wir schießen nicht! Und wenn's der Kaiser selbst befiehlt— Dann Kmdespflicht vor Kaiserpflicht! Ein Schuft, wer auf die Seinen zielt! Wir schießen nicht! Wir Meutter?! Streckt uns hin zum Lohn! Auf Euch dann Gottes Strafgericht! Vor uns steht Vater, Bruder, Sohn— Wir schießen nicht, wir schießen nicht! Vermischtes. Ein lOjähriger Junge wegen Mordversuchs verurteilt. Der 10 Jahre alte Schuhmacherlehrling Johann Ostermaier von Kreuzkirchen, der wegen Diebstahls wiederholt vorbestraft und des- halb der Zwangserziehungsanstalt Andechs überwiesen wurde, flüchtete im Juli v. I. aus der Anstalt. Um nicht lvieder in die Zwangserziehungsanstalt zurückgebracht zu werden, faßte er den Entschluß, einmal— wie er in der Verhandlung meinte—„etwas Richtiges" zu unternehmen. Im Wäldchen bei Erling übersiel er ein 9jähriges Mädchen, versetzte dem Kinde drei Stiche in das Genick, einen 16 Zentimeter langen Schnitt über den Hals und einen Stich in den Unterleib und ließ sein schwerverletztes Opfer hülflos liegen. Das Landgericht München verurteilte den Jungen ivegen eines Verbrechens des Mordversuchs zu 0 Jahren und 0 Monaten Ge f ä n g n i s. Tod eines Bremsers. Gestern vormittag entgleiste auf Bahnhof Holzwickede aus noch nicht aufgeklärter Ursache bei der Einfahrt des Güterzuges 7343 die Lokomotive des Zuges. Hierdurch wurden 9 Güterwagen zur Entgleisung gebracht. Beim Auflausen der hinteren Wagen auf den entgleisten Zugteil wurde ein Bremser durch Quetschung der Brust tödlich verletzt. Der Materialschaden ist gering. Ter Betrieb ist nicht gestört. Eine Bärenjagd in der Altmark. Ein Marineoffizier hatte einen Bären ans Mexiko mitgebracht, der in einem Käfig gehalten wurde, zuletzt aber bösartig geworden lvar. Das Tier wurde in seinem Be- hälter nach 5lattwinkcl bei Osterburg befördert und im Walde in Freiheit gesetzt, wo es auf eine Eiche kletterte. Mehrere Schützen waren gefolgt, und diese setzten durch einige wohlgczielte Schüsse dem Leben des Bären ein Ende. D« Denunziant im Zuchthanse. Eine Schlägerei unter Insassen de? Brandenburger Zuchthauses beschäftigte die dortige Strastammer. Drei Strafgefangene des Brandenburger Zuchthauses waren über ihren Mitgefangenen Krischt am Abend des 11. Dezember v. I. her- gefallen, weil er bei der Direktion angezeigt hatte, daß sie im Besitz von Kautabak, gemeinhin„Sttst" genannt, wären. Mit den Worten: „Du Verräter" fielen sie deshalb über Krischt her und bearbeiteten ihn mit ihren Fäusten derartig, daß ihm das Trommelfell platzte. Einer der Angeklagten entfchuldigte sich damit, daß er betrunken gewesen sei. weil er sich vorher in der Lackicrerwerkstatt an Brenn- fpirittis gütlich getan hatte. Alle drei Gefangene wurden der gemeinschaftlichen schweren Mißhandlung fiir schuldig erachtet und zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt. ßriefkakten der Redahtfon. Spandau. Durch Herrn Gustav Win kl er, Kirchhofstraße 4«, ll; Berlin-Rixdors.— 68. C. Stationen ÜB c O-S w. n a a Saparanda.748 Petersburg 75S cilly Aberdeen Paris 754 738 753 NNO SO W WNW SW «ettn 2 Schnee 2Dunst 5rvolktg 4bedeckt 3 bedeckt »a« c e. t � 5» WPj �1« -10 » 2 4 Wetrer- Prognose für Sonnabend, den 11. Mär, 1905. Etwas kühl«. veränderlich, vorherrschend wollig mit Niederschlägen und irischen westlichen Winden. «erliner Lelterbureau. Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Sonntag, 12. März, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Jahresbericht und Sassenbericht sowie Bericht der Revisoren. 2. Reuwahl des ersten Bevollmächtigten, des zweiten Rassierers, zweier Revisoren, zweier Beisiger, der Auszahler der Arbeitslosen- Unterstützung, des Bibliothekars und des Registrators. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Achtung! Ban- Anschläger! M 113/2 Achtung! Montag, den 13. März, abends 8%, Uhr, bei Buggenhagen, Oranienstr. 147( am Morikplay): 3. März, abend Allgemeine Verfammlung sämtlicher Bau- Anschläger Berlins u. Umgegend. prikplay); A Zages Ordnung: 1. Bericht der Schlichtungskommission. 2. Stellungnahme zum Verhalten der Charlottenburger Schlosser- Innung. Kollegen! Da am 1. April der neue Zarif in Straft tritt, ist es notwendig, daß eingehend darüber geprochen wird, wie fich die Kollegen denjenigen Firmen gegenüber zu verhalten haben, wo der Tarif nicht innegehalten wird. Ebenso ist es notwendig, daß die Kollegen informiert sind, wo die Beschwerden angebracht werden. Darum ist es Pflicht eines jeden Bau- Anschlägers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auch werden in dieser Versammlung die neuen Tarife gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches ausgegeben. Former u. Gießerei- Arbeiter! Montag, den 13. März, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- lifer 15( groker Saal): Versammlung. Lages.Ordnung: 1. Der Verbandstag in Leipzig. Referent: Kollege Cohen. 2. Distuffton. 8. Verbandsangelegenheiten. 4. Wahl eines Mitgliedes zur Agitationskommission. Kollegen! Die wichtige Tagesordnung macht es Euch zur Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Belgt durch zahlreichen Besuch, daß Ihr ein Interesse an Eurer Organisation habt! Jede Gießerei muß bertreten sein! Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß noch eine Anzahl Metallarbeiter- Notiskalender zu haben find, und ersuchen wir, die Bestellungen tunlichst bald aufzugeben. Die Ortsverwaltung. 113/3 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Otrantenkaſſe Zahlstelle Berlin. Sonntag, 12. März, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 5: Branchen- Versammlung der Perlmutter, Horn- und Steinnußknopf- Arbeiter. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen K. Wermuth über: Die große französische Orts- Krankenkasse der Möbelpolierer. Das Kaffenlotal ist vom 1. April 1905 in der Pallisadenstr. 78 vorn 3 Treppen rechts. Berlin, 11. März 1905. 271/3 Der Vorstand. Kränze u. Blumen empfiehlt* und die heutige rufische Revolution. 2. Diskussion. 3. Reuwahl der F. Jacobitz, Koppenftr. 44. Kontrolltommiffion. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist dringend notwendig. Achtung! Einsetzer! Der Obmann. Achtung! Sonntag, den 12. März, vormittags 10 Uhr, in den bekannten Lokalen: Bezirks- Sitzungen.A Frankenhausen a. K." Kyffhäuser- Technikum Electro- u. Maschinen- Ingenieur- Sehule. Staatl. Abgangs- Prüfung. Modernes Laborat Wir reparieren und bügeln jeden bei uns gekauften Gegenstand gratis. .cc.2.1999 Wir danken den geehrten Lesern des Partei- Organs für den so außerordentlich großen Zuspruch zur Eröffnung unseres SpezialGeschäftes guter HerrenEl 19 und Mind 7- JUH Knaben- Bekleidung. Anfertigung feiner Herren- Moden nach Maß. Spezial- Abteilung Bekleidung für sämtliche Berufe.it Es wird auch ferner unser Bestreben sein, das denkbar Beste zu außergewöhnlich billigen, aber streng festen Preisen zum Verkauf zu bringen. Unsere Grundsätze W 276 ir verarbeiten nur gute, ausgeprobte Stoffe. ir haben in sämtlichen Abteilungen enorme Auswahl. ir achten auf tadellose Verarbeitung und guten Sitz. ir werden stets das Neueste zum Verkauf bringen. ir verkaufen zu billigen aber streng festen Preisen. ir haben auf jeden Gegenstand den festen Verkaufspreis mit Zahlen vermerkt. V Leske& Lehrer, 78 Kottbuser Damm 78 Jeder Arbeiter muß unsere Leder- Hose ,,& isen" tragen 4,50 Mark. Wir bitten genau auf unsere Firma zu achten. Köpenick! Wir reparieren und bügeln jeden bei uns gekauften Gegenstand gratis. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma W. Spindler, untung, Stopenic Spindler Sämtliche Vertrauensmänner find verpflichtet, in den Sikungen zu erscheinen, da die Legitimationsfarten durch die Bezirksleiter tontrolliert werden. Auch werden die Kollegen noch auf das am 25. März im Sonnabend, den 11. März, abends 81, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Dienstag, den 14. März, abds. 8 Uhr, im Lokal von Ringeltaube Gewerkschaftshaus stattfindende Vergnügen aufmerksam gemacht und ersucht, sich zeitig mit Billetts zu versehen. Engel- Ufer 15, Saal 3: Dienstag, den 14. März, abends 8 lg, im Gewete. Fortsetzung der Mitglieder- Versammlung. Uhr, Gewerkschaftshaus, Saal 2: Kommissions-Sitzung. Hierzu sind die Kollegen von der Firma Kaiser, Kreuzbergstraße, bie am Sonntag im Schauspielhause gearbeitet haben, sowie der Werkstatt Bertrauensmann genannter Firma verpflichtet, zu erscheinen. aufgefordert, in der Sigung anwesend zu sein. 81/17 Tages- Ordnung: ( Stadttheater): Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Kotte über: Das Verhältnis der Firma W. 1. Diskussion über den Vortrag des Genossen Davidsohn: Spindler zu ihren Arbeitern. 2. Distuffion. 3. Die Antwort der Firma Neue Bildungsbestrebungen des Proletariats". 2. Verschiedenes und B. Spindler betr. Errichtung eines Arbeiterausschusses. 4. Verschiedenes. Schul- Angelegenheiten. 4/ 13* 287/13 Der Einberufer. Georg Panzer. Mitgliedsbuch legitimiert. Desgleichen werden fämliche Einſcher der" Firma Bendix hiermit Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter Die Kommission, Branchenversammlung der Bürsten- u. Pinselmacher! Montag, den 13. März 1905, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn P. Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. Presagesordnung 1. Arbeits- oder Arbeiterkammer.( Referent: Kollege Fr. Beiner.) 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur ev. Einführung der Kranten- Untertagung. 4. Branchen- Angelegenheiten. 5. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Die Branchen- Kommission. Zweigverein Berlin, Sektion 1.( Brauer.) Geschäftsstelle: Berlin C. 54, Rückerstr. 5, I. Sonntag, den 12. März, nachmittags 2, Uhr: Vereins- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal D. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Maurenbrecher: Die italienische Proletarierdichterin Ada Negri" mit Rezitationen. 2. Antrag des Borstandes und der Vertrauensmänner. 3. Jimere Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. 41/6 Achtung! Buchbinder Achtung! Medizinal- Verein für Berlin». Umgegend. und verwandte Berufsgenossen. Montag, den 13. März 1905, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung der im Norden Berlins Sonntag, den 12. März, nachmittags 4 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 8), Engel- fer 15: General- Verfammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Jahresbericht des Kassierers und der Revisoren. 3. Etwaige Anträge. 4. Wahl des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 28945 Fehlt Ihnen etwas? für die neue Wohnung, ta so gehen Sie rechtzeitig in unser Spezial- Haus. Dort finden Sie eine überraschend große Auswahl Neuheiten: von M. 4.50 bis 8.-, 13.50, 24.-, 36.-, 45.-, 60.- usw. Teppiche Gardinen von M. 2.10 bis 3.50, 5.-, 7.50, 9.-, 12.- usw. bestickt: 2 Schals und 1 Lambrequin, Portieren Wolle M. 5.50, Tuch M. 6.75, Plüsch M. 9.75 usw. sowie Tisch-, Diwan- und Steppdecken, Läufer und Möbelstoffe etc. Zum diesmaligen Umzuge sind große Partie- Posten zum Verkauf gestellt, worauf wir besonders aufmerksam machen. zu wirklichen Ausnahme- Preisen Teppichhaus in Buchbindereien u. verwandten Betrieben Verband der Möbelpolierer. B. 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Unsere wirtschaftliche Lage und wie ist dieselbe zu verbessern? 2. Diskussion. 3. Wahl einer Sektionsleitung. 4. Verschiedenes. Kollegen! Der Biajtigkeit der Tagesordnung halber ist das Erscheinen eines jeden erforderlich 32/15 Die Ortsverwaltung. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. 145/16 Die kombinierte Kommissions- Sizung fällt aus. Sonnabend, den 25. März, abends 8 Uhr, in Felschs Festsälen, Knesebeckstr. 48-49: Grosse Soiree bestehend in Gesang und humoristischen Vorträgen. Zum Besten der Opfer des Bergarbeiter- Streiks. Unter gütiger Mitwirkung des Mundharmonikaklubs ,, Sinfonie", Nigdorf. Billetts a 30 Pf. find beim Borfizenden W. Nitschle sowie bei allen Vorstandsmitgliedern der Filiale Rixdorf zu haben. Der Vorstand. Königstr. 20/21, an der Jüdenstraße. Für Brautleute günstigste Gelegenheit! Restauration zur Romintener Hütte, Romintenerstr. 2. Allen Freunden, Bekannten, Stollegen und Barteigenoffen zur geft. 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