Nr. 61. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pig. BostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 25 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 12. März 1905. Expedition: SW. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Der Zusammenbruch der Mandschurei lufte 19 640 Wann an Toten und Verwundeten. In der förmig vorrückenden japanischen Zentrum und dem Armee. " Friedensgerichte. Verluste der Franzosen 7850 Mann und die deutschen Ver- nach Norden zurüc und werden bon dem feil. Schlacht bei Sedan waren die Deutschen 154 000, die äußersten linken Flügel der Japaner in die Mitte genommen. Franzosen 90 000 Mann start. Die Deutschen verloren an Der Rückzug der Russen soll einer Flucht gleichen. Die Toten und Verwundeten 8220, die Franzosen 17 000 Mann. Japaner beschießen die ungeordneten Massen der Russen. London, 11. März. Ueber die Anbahnung von Diese Ziffern beweisen also, daß nicht nur die Zahl der Der Kriegsminister Teraucht hat dem Marschall Dyama, den Friedensverhandlungen macht der Daily Graphic", Truppen, die bei Mukden gegen einander kämpften min Offizieren und Mannschaften telegraphisch seinen Glückwunsch dessen Beziehungen zum Londoner Auswärtigen Amt deftens 250 000 Japaner gegen zirka 300 000 Ruffen bei zu dem Siege ausgesprochen. In seiner Antwort schreibt bekannt sind, an hervorragender Stelle folgende Mit- weitem der Zahl der in den größten europäischen Schlachten Oyama den Erfolg dem Kaiser sowie der Unerschrockenheit teilungen: Wir haben Grund zu glauben, daß das der Neuzeit kämpfenden Truppen weit überlegen waren, und Tapferkeit der Offiziere und Mannschaften zu. russische Auswärtige Amt der französischen Regierung sondern daß auch vor allen Dingen die Verluste an London, 11. März. Der Berichterstatter des Reuterschen angedeutet hat, der Zar sei bereit, in Unterhandlungen Toten und Verwundeten die Verluste in den europäischen Bureaus" bei Otus Armee meldet von gestern: wegen der sofortigen Beendigung des Krieges einzu- Schlachten das Doppelte, meist aber um das Während der vergangenen Nacht ist Dtus Armee faft bis zur treten. Zwischen der französischen und der englischen Vielfache überstiegen! Der, Friedenszar" tann also das Eisenbahn vorgerückt und hat trotz des entschlossenen Wider Regierung findet jetzt ein Austausch von Mitteilungen Verdienst für sich in Anspruch nehmen, daß er die entsetz- standes der Russen die Station Sujatun südlich von Mukden über eine Vermittelung statt. Die Anerbietungen Ruß- lich sten Menschenschlächtereien provoziert hat, die mit dem Hauptvorratslager der Russen genommen. Dabei lands werden Japan sehr bald durch England mit die Geschichte der Neuzeit, vielleicht sogar die Geschichte über- wurden gewaltige Mengen Vorräte, darunter sechs Millionon geteilt werden, falls das nicht bereits geschehen ist. haupt, tennt! Patroneu erbeutet. Die auf die Herbeiführung des Friedens gerichtete Aktion der russischen Regierung ist dem Vernehmen nach nicht nur auf die Hoffnungslosigkeit der militärischen Lage in der Mandschurei zurückzuführen, sondern auch auf die großen Schwierigkeiten, die sich bei den Unterhandlungen über eine neue Anleihe in Paris ergeben haben. Das Scherl- Blatt versichert, daß nach seinen Informationen Diefe Meldung ernsthaft zu nehmen sei. " Ein Petersburger Telegramm des W. Z. B." erKlärt dagegen, daß die russische Regierung an Friedensschluß gar nicht denke, vielmehr eine neue Armee nach Ostasien schicken wolle. Was es auch mit den Friedensinterventionen auf sich haben möge, daß Rußland dem Staat, der sich zur Friedensbermittelung hergibt, dankbar sein muß, steht außer allem Zweifel! Oyamas Bericht. Konferenz der sozialdemokratischen Organisationen Rußlands. Tokio, 11. März.( Amtliche Mitteilung.) Ein Bericht Marschall Oyamas, der in der Nacht vom 10. März hier eingegangen ist, bestätigt, daß in der Richtung auf Singkiang eine japanische Abteilung den an Zahl stärkeren Feind, der die Im Januar dieses Jahres tagte eine Konferenz der Vertreter Höhen nördlich von Fushun besett hält, angreift. Vom Schaho des Zentralkomitees der Ruffischen sozialdemokratischen Arbeiterhaben die Japaner den Feind auf das rechte Ufer des partei", des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes in Litauen, Hunho vertrieben, schließen ihn ein und Polen und Rußland"( Bund"), der„ Lettischen sozialdemokratischen greifen ihn im Osten und Norden von Arbeiterpartei" und der Revolutionären Ukrainischen Partei". Auch Mukden an. Seit dem Mittag des 10. März lösen die Sozialdemokratie Bolens und Litauens", die polnische sozia fich große Massen der Russen auf und ziehen fich in vollständiger Unordnung nach Norben in die Gegend zwischen der Landstraße von Mukden und der Eisenbahn zurück und zerstreuen sich in der Gegend von der Nachbarschaft Mukdens bis Schauwa, 7 Meilen nördlich von Mukden, wobei die japanische Infanterie und Artillerie ihr Fener auf diesen Teil des Feindes bis zum Beginn der Nacht richtete. Eine andere Abteilung der Japaner erreichte Puho, 13 Meilen nördlich von Mukden, am Abend des 10. März und fügte dem sich zurückziehenden Feinde beträchtlichen Schaden zu. Einen russischen Verlust von 200 000 Mann melden englische Berichterstatter: liftische Partei Proletariat" und die Armenische sozialdemokratische hatten indes feine Vertreter entfandt, obgleich die beiden letzteren Arbeiter Organisation" waren eingeladen; diese Organisationen ihr Einverständnis erklärt hatten, an der Konferenz, teilzunehmen.") Die Konferenz dauerte zwei Tage. Es wurden eine ganze Reihe taftischer und Organisationsfragen behandelt und ein Aufruf verfaßt, der die nächstliegenden politischen Grundforderungen aufzählt. Es wurde ein Aufruf An das Proletariat Allruß lands" beschlossen, dessen Wortlaut wir noch mitteilen werden. Ferner wurde die folgende Resolution über Bereinbarungen mit den liberalen und demokratischen Parteien beschlossen: In Erwägung: 1. Daß die weit verbreitete freiheitliche Bewegung der BürgerLondon, 11. März." Standard" meldet aus Tokio von lichen Gesellschaftsschichten zum Entstehen verschiedener Organisationen gestern: Mehrere russische Armeekorps nördlich und östlich von mit mehr oder weniger ausgeprägten demokratischen Programmen oder Mukden find von den Japanern völlig umzingelt. Die Russen ver- Bestrebungen führen wird, und daß in diesen Strömungen und Dr brennen überall thre Vorräte; ihre Verluste, einschließlich der Ge- ganisationen der Wunsch wach wird, alle der Selbstherrschaft feind lichen Kräfte zusammenzuschließen unabhängig von ihrem Bros fangenen, betragen wahrscheinlich mehr als 200 000 Mann. gramm, sofern nur die Worbedingung der Gemeinsamkeit ihrer der Vernichtung des Absolutismus ge= geben ist und im Interesse der schnelleren Verwirklichung dieser Aufgabe; 2. daß dieser Wunsch nach Zusammenschluß aller Kräfte einige bürgerliche Organisationen veranlaßt, Vereinbarungen mit proletarischen Organisationen anzustreben; London, 11. März. Daily Telegraph" gibt eine Meldung Hauptaufgabe des Tokioer Blattes Rofumin" vom gestrigen Tage wieder, wonach die Russen 100 Geschüße verloren haben sollen, ihre Verluste 150 000 Mann betragen und 50 000 Ruffen in Gefangenschaft geraten seien, Petersburger Hiobsposten. Die russische Niederlage bei Mukden ist zum furchtbarsten Zusammenbruch der russischen Mandschureiarmee geworden. Es scheint in der Tat, als ob sich nur noch Reste dieser gewaltigen Armee retten sollen. Nach englischen Meldungen, die der ,, Standard" und ,, Daily Telegraph" wieder geben, sollen die Russen bereits einen Verluft von 200 000 Mann erlitten haben, nämlich 150 000 Zote und Verwundete und 50 000 Gefangene. Diese Verlustangaben waren zur Zeit der Meldung vielleicht noch übertrieben. Sie können aber nach Lage der Dinge leicht erreicht werden. Auch eine spätere Reutermeldung aus Tofio beziffert die Zahl der russischen Gefangenen auf 20 000 bis 50 000 Mann. Weit über 100 Geschütze, darunter viele Belagerungsgeschütze, sollen den Japanern bereits in die Hände gefallen sein. Daß die russischen VerLufte ganz riesige sein müssen, ergibt schon die Meldung über die japanischen Verluste. Die Morningpost" meldet aus Washington, daß der amerikanische Gesandte in Tokio nach Washington telegraphiert habe, daß sich die japanischen Verluste nach der Angabe des japa 3. daß die Sozialdemokratie, indem sie die Vernichtung des nischen Kriegsministers bis zum 8. bereits auf Petersburg, 11. März. Kuropatkin sandte dem Klaffendharakters der gegenwärtigen Gesellschaft mittels Eroberung 50 000 Mann belaufen hätten. Trifft diese Meldung zu, und Baren zwei Telegramme, welche den of in große Be der politischen Macht durch die Arbeiterklaffe erstrebt, als ihre Hauptsie ist wahrscheinlich richtig, so müssen natürlich die russischenstürzung versetzt haben. Die Depeschen sind ohne Angabe aufgabe die Entwickelung des Klaffenbewußtseins der Arbeiter und Verluste noch ungeheuer viel größer sein, ist es doch aus- von Zeit und Ort gleichzeitig eingetroffen und lautet die ihre Vereinigung in eine besondere sozialdemokratische Partei begeschlossen, daß die Russen eher das Feld räumten, bevor sie eine: Gezwungen, Mukden aufzugeben, die andere: Muß ein- trachtet; durch entsetzliche Verluste dazu gezwungen wurden. 4. daß diese Aufgabe nur dann berwirklicht werden kann, wenn gestehen, daß ich umzingelt bin. Mache einen Durchbruchs die Sozialdemokratie am ganzen politischen Leben des Landes aktiv Nach einer Petersburger Weldung des„ Bureau Herold" versuch. Die beiden Telegramme find durch chinesische Sturiere und selbständig teilnimmt, indem sie sich den bürgerlichen Parteien sollen gestern die beiden legten Telegramme von Kuropatkin und Heliographen übermittelt worden. Es heißt, daß die gegenüberstellt und in jedem einzelnen Falle ihr Programm und eingelaufen sein. Das eine Telegramm soll die auch von uns gesamte Armee Kuropatkins umzingelt worden sei und nicht ihre revolutionäre Tattil betont; halten wir es für unmöglich, mit den bürgerlichen Parteien bereits in unserer gestrigen Ausgabe mitgeteilte Nachricht ent- mehr imftande war, Widerstand zu leisten. Andererseits heißt halten haben, daß Kuropatkin von den Japanern umzingelt es, daß nach einem gestern eingetroffenen amtlichen Telegramm Bündnisse abzuschließen, die bezwecken, die Kräfte des Proletariats fei. Ein zweites Telegramm Kuropatkins soll die russischen die Verluste der Russen an Toten und Verwundeten sich auf im Interesse der bürgerlichen Umgestaltung Rußlands auszunuzen, Berlufte auf bereits 75 000 Mann beziffert haben. Diese beiden 75 000 Mann belaufen. Der Zar erhielt vor Eingang der da eine solche Ausnutzung die Auflösung der sozialdemokratischen Telegramme feien durch Chinesen und den Heliographen über- erwähnten beiden Depeschen 52 andere Telegramme, was Bewegung in eine bemokratische Bewegung sowie die Umwandlung des Proletariats aus einer selbständigen politischen Macht in ein mittelt worden. Daß das russische Hauptquartier tatsächlich darauf hindeutet, daß Kuropatkin tatsächlich abgeschnitten ist: Werkzeug des Kampfes der demokratischen Bourgeoisie gegen die Petersburg, 11. März. Hier geht das Gerücht, daß Selbstherrschaft bedeuten würde. eingeschlossen und außerstande ist, noch Mitteilungen nach) Petersburg gelangen zu lassen, wird auch durch die Tatsache die Armee Kaulbars infolge Ermattung und Mangel an Proviant Indeffen lehnt die Sozialdemokratie indem fie nie aufhört, bestätigt, daß im Laufe des heutigen Tages teinerlei offizielle von den Japanern befiegt und gezwungen worden sei, die den Klassencharakter der bürgerlichen Parteien aufzubeden, indem sie russischen Meldungen mehr eingetroffen sind. Waffen zu strecken, da es auch an Munition fehlte. ihr Programm und ihre revolutionäre Taftit nicht preisgibt und Selbst wenn man von den bisherigen Verlustmeldungen Petersburg, 11. März. Aus Tieling und Charbin ihre organisatorische Selbständigkeit in feiner Weise opfertim einen erheblichen Prozentjak abzieht, kann man doch schon treffen furchtbare Einzelheiten über die Niederlage Kuropatkins Interesse des Befreiungstampfes der Arbeiterklaffe, nicht ab, in ein den wirklichen Verluft beider Armeen an Toten und Ver- ein, die Zenfur verweigert jedoch deren Veröffentlichung. elnen Phasen des Kampfes zu koordinierten Aktionen mit den bürgerlichen Parteien zu schreiten, unter der Bedingung, daß diese wundeten auf 150 bis 200 000 Mann beziffern. Diese Ver- Eine Folge davon ist, daß in der Stadt die unwahr. Barteien ebenso wie wir die Einberufung einer konstituierenden Berscheinlichsten Gerüchte zirkulieren. Es wird mitgeteilt, daß fammlung auf Grundlage des allgemeinen, gleichen und direkten Luste machen die Schlacht bei Mukden zu der bie Soldaten an der Eisenbahnlinie von Hunger Wahlrechts mit geheimer Stimmabgabe erstreben. und Kälte geplagt, nach Norden marschieren. Sie hätten teine Patronen mehr. Sie erzählten, wie bei Mukden Eine weitere Parteien und Organisationen Rußlands In Erwägung: 1. Daß eine wirkliche demokratische Umgestaltung Rußlands nur möglich ist durch die Ersetzung der Autokratie durch eine demokratische Republik, die auf allgemeinem, gleichem, direktem Wahlrecht mit ge Heimer Stimmabgabe ruht, nub daß solch eine Umgestaltung bie Einberufung einer fonftituierenden Versammlung auf der Grundlage desselben Wahlrechts voraussetzt; blutigften Schlacht der letzten Jahrhunderte. Ein Vergleich mit den größeren Schlachten der Neuzeit mag das beweisen. Im Oftober 1813 ftanden bei Leipzig ganze Divisionen vom Feinde umzingelt und wie es ihnen Refolution über den ,, Bloc" der revolutionären und oppofitionellen 171 000 Franzosen einer Armee von 301 500 Verbündeten unmöglich gewesen sei, bie Japaner zurückzudrängen. Ganze gegenüber. Die Verluste bei dieser Schlacht betrugen für die Wagen mit Verwundeten feien dem siegreichen Feinde preis- lautet: Verbündeten 48 000 Tote und Verwundete, für die Franzosen gegeben. Die Verwundeten zählen nach Taufenden. Die Zahl 45 000 Zote und Verwundete, insgesamt also nur 98 000 Lote ber getöteten Japaner wird auf 60 000 Mann veranschlagt. und Verwundete. In der Schlacht bei Königgrät, wo Die Verluste auf russischer Seite sind noch nicht bekannt. Viele die Preußen über 220 000, die Desterreicher und Sachsen über Soldaten sind wahnsinnig geworden. Die russische Artillerie 215 000 Mann verfügten, beliefen sich die Verluste auf hat sich der japanischen gegenüber als bedeutend unterlegen preußischer Seite auf zirka 9000, auf österreichischer Seite auf ergeben. girta 23600 Zote und Verwundete. Auch die Schlachten im Ueber die Flucht der Russen deutsch- französischen Striege können sich nicht entfernt wird ferner gemeldet: mit den enormen Verlustziffern bei Mukden vergleichen. In Tokio, 11. März, mittags.( Meldung des Reuter. ber Schlacht bei Mars la Tour, wo 63 000 Deutsche fchen Bureaus") Der Keil, den die Japaner durch das den Vertretern der Sozialdemokratie Bolens und Litauens" und gegen 113 500 Franzosen fochten, hatten die Deutschen 14 830 russische Zentrum am Hunho getrieben haben, rückt nach Norden bes Broletariats" stellte es sich heraus, daß sich die Delegierten der Zote und Verwundete, die Franzosen 11 460 Tote und Ver- vor und ist bereits bis zum Hampu Brunnen nordöstlich" S. D. P. und 2." wegen des in Warschau ausgebrochenen allwundete. In der Schlacht bei St. Privat, wo 187 600 Mutdens vorgedrungen. Die Russen ziehen sich dent gemeinen Streits verspätet hatten; die Delegierten des Proletariats" Deutsche gegen 112 900 Franzosen kämpften, betrugen die Vernehmen ordunngslos längs Eisenbahn hingegen durch zufällige Umstände die Konferenz versäumt haben. nach # der 2. daß in den Programm- Forderungen des liberal- demokratischen Blocs" die Forderung einer demokratischen Republik durch die un*) Nach Schluß der Konferenz, bei persönlicher Rücksprache mit treten. bestimmte Forderung eines demokratischen Regimes" ersetzt ist, und ließ sich mit Recht von diesen Flankenangriffen von freisinniger| präsident Veranlassung gehabt, das unglaubliche Abenteuer, daß dieser Bloc" seine Stellungnahme zur Forderung der Ein- Seite nicht abhalten, unsere Wünsche auf Ausdehnung der das dem Herrn Knappe begegnet ist, auch für den Ausfluß berufung einer konstituierenden Versammlung auf Grundlage des Versicherungsgesetze, insbesondere auf Einbeziehung der Land- von Grundverlogenheit zu erklären! Da niemand einen allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts mit geheimer Stimm- arbeiter und des Gesindes in die Krankenversicherung, und Grund hat, die Urteilsweise eines Polizeipräsidenten anders abgabe noch nicht festgelegt hat, find wir der Ansicht, daß die Konzentration aller freiheitlichen unsere Forderung auf Schutz des Koalitionsrechts zu verzu werten wie eines Landgerichtsrates der vierten Straffammer, Kräfte Rußlands unter der Führung dieses Blocs" die Sache der so wird auch niemand die Neigung haben, sich formgerecht konsequenten demokratischen Umgestaltung Rußlands ernstlich be- So schloß die sozialpolitische Generaldebatte, nachdem bei Instanzen zu beschweren, die eine gewisse Neigung drohen könnte, und daß daher der Beitritt irgendwelcher sozial- noch der freikonservative Abg. v. Dirksen für die Bekämpfung haben, Anklagen, die gegen die Behörden gerichtet werden, demokratischer Organisationen zu diesem Bloc" mit dem sozial- des internationalen Mädchenhandels und der freisinnige für Lügen zu erklären. Zum Unterschied von Polizeidemokratischen Programm und der Taktik unvereinbar wäre. Abg. Dr. Müller Sagan für einen besseren Gesundheits- präsidenten und Landgerichtsräten der vierten Straffammer schutz der Glasarbeiter eingetreten waren. Berlin steht aber die anständige Presse auf dem allein * 黃 * Eine mystische Bombe. * * Die Bauern- Unruhen. Petersburg, 11. März.( Offizielle Meldung.) Im Hinblick auf Im Hinblick auf die Wahrung der staatlichen Ordnung droht eine amtliche Kundmachung für Aufhezung der Bauern bei Versammlungen in den Dörfern gegen die für die Bauernfelbstverwaltung bestehenden Gesetze und andere Regierungsordnungen Geldstrafen bis zu 500 Rubel oder Arrest bis zu drei Monaten an. Die Maßnahme wird auf das A In der Spezialdebatte, die heute natürlich nicht mehr möglichen Standpunkt, daß man einen Menschen solange für In einem Zimmer des Bristol- Hotels in Petersburg explodierte weit gefördert werden konnte, konzentrierte sich das Haupt- ehrlich hält, bis das Gegenteil bewiesen ist. Die Presse wird am Sonnabend eine Bombe. Nach einer Meldung der Kölnischen interesse zunächst beim Kapitel„ Reichs- Schulkommission" auf niemanden ohne weiteres für grundverlogen erklären, weder Zeitung" geschah die Explosion in einem von einem Engländer und die mecklenburgischen Schulzustände, die nicht einen Besucher der„ Blanken Hölle", noch einen Beamten im einer Engländerin bewohnten Hofzimmer. Beide wurden getötet. Annur von dem freisinnigen Abgeordneten Eickhoff und dem Polizeipräsidium oder in Moabit. geblich hat der Engländer unvorsichtigerweise eine Bombe fallen lassen. nationalliberalen Abgeordneten Büsing, sondern auch von Man fann es unter diesen Umständen begreiflich finden, Der Fall scheint äußerst dunkel. dem konservativen Abg. Pauli einer überaus scharfen Kritik daß anständige Leute zur Presse und nicht zum Polizeiunterzogen wurden, gegen die sich der mecklenburgische Minister präsidium gehen, denn es ist nicht jedermanns Neigung, sich nach Dr. Langfeld vergeblich wehrte. Es ist selbstverständlich, unrechtmäßiger Verhaftung, Fesselung und Mißhandlung mun daß in einem Lande ohne Volksvertretung auch die Schul- auch sagen lassen zu müssen, daß man grundverlogen sei. Uebrigens verhältnisse an den Mittelschulen wie ganz besonders an den pflegt die Presse ja auch ohnehin vorsichtiger in solchen WertVolksschulen die denkbar schlechtesten sein müssen. Die Weiter- schäßungen zu sein. Würden wir z. B. über den Landgerichtsberatung wurde auf Montag 1 Uhr vertagt. rat Braun ein abfälliges Urteil fällen, wie es der Richter der vierten Straffammer auf Grund einer Zeugenaussage getan Wochenrückblick die Reichstags- Verhandlungen. Die sozialpolitische gerechte Zustellung aus Moabit erhalten. Die Mugdan- Dase. Die„ Nordd. Allg. 8tg." bespricht in ihrem hat, so würden wir vermutlich demnächst eine höchst formWoche hat dem Regierungsorgan mißfallen und es ist davon blut Landgerichtsrat Braun sich für formgerechte Beschwerden wenig zu berichten"." Indessen", fährt die„ Norddeutsche" fort, „ liegt es uns fern, den Debatten all und jedes Interesse abzusprechen." außerordentlich interessiert, so wäre es der WissenWarschau, 10. März.( Offizielle Meldung.) Die Lage Was erregt der„ Norddeutschen" Interesse?„ Die Reden des volkspartei- schaft halber zweckmäßig, wenn der von dem Richter grundlos hier ist höchst schwierig; Gesindel terrorisiert die Bevölkerung.(?) hat die sozialdemokratische Kampfesweise in selten scharfer und beschwert. Man könnte gespannt sein, was der Erfolg einer lichen Abg. Dr. Mugdan... boten mancherlei Lehrreiches." Mugdan beleidigte Angeklagte in diesem Falle sich formgerecht Die ohnehin unter dem Druck der Verhältnisse leidenden treffender Weise charakterisiert"; Mugdan„ wies nach";" besonders solchen Beschwerde sein würde. Hausbesitzer erhalten Drohbriefe mit der Forderung, die wirkungsvoll war der Hinweis des Dr. Mugdan"; eine Daje in Mieten herabzusetzen; selbst bedeutenderen Firmen wird es der Wüste der endlosen Rederei" so rühmt in hohen Tönen erkennen lassen, daß es die Pflicht jedes Staatsbürgers sei, Die Gerichtsverhandlung hat als herrschenden Rechtszustand bei der ungünstigen wirtschaftlichen Lage schwer, die Miete zu die Zeitung einer konservativ- reaktionären Regierung den Mann vom Opfer polizeilicher Uebergriffe zu sein, und, wenn ihm dieses " Freifinn"! Das Befinden des Polizeikommissars Rastegajew, auf den Aus der Wüste der Sozialpolitik in die Dase scharfmacherischer Geschick begegnet ist, sich noch Anklagen und Beleidigungen ein Unbekannter einen Schuß abgegeben hatte, der den Polizei Sozialistenverleumdung zu führen das ist das unbestrittene, nun seitens der Richter zuzuziehen, denn wo Holz von der Lob, Polizei gehauen wird, da fallen auch die Späne der vierten kommissar schwer verwundete, ist befriedigend; der Täter ist regierungsoffiziell beglaubigte Verdienst des Dr. Mugdan. dem Lob gebührt! Straffammer. Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland noch nicht ermittelt. von der Polizei mißhandelt und von Richtern gekränkt zu werden! ganze Generalgouvernement ausgedehnt. entrichten. * Die Lage in Russisch- Polen. Politische Ueberficht. than Berlin, den 11. März. Kuropatkin- Mugdans Siegestelegramm. Preußisches Abgeordnetenhaus. " " Da aber der Das Abgeordnetenhaus beendete am Sonnabend zunächst Aus der Gerichtsverhandlung hat man nun auch von der die zweite Beratung des Etats der Eisenbahnverwaltung. Zur wunderbaren Polizeipraris Kenntnis erhalten, daß sie bei Debatte stand nur noch das Extraordinarium, das zahlreichen Streifen aufsgeratewohl alle Personen mitnimmt und schon auf den Rednern Gelegenheit gab, lokale Wünsche vorzubringen. günstigen Prozentsatz ihrer Urteilsfähigkeit sehr stolz ist, wenn Dr. Mugdan hat sich schwer geärgert, daß der„ VorSodann erledigte das Haus in erster und zweiter Lesung unter den Davongeschleppten sich nur sehr wenige an wärts" gestern schrieb, Scheidemann hätte ihm ein Mukden die Gesetzentwürfe betr. Erweiterung der Stadtkreise Königsständige Personen befinden. Danach ist das Recht, verhaftet bereitet. So beeilte er sich denn, heute von der Reichstags- berg und Dortmund und begann die zweite Beratung des zu werden, offenbar das eigentliche Grundrecht des StaatsTribüne aus sich durch ein Siegestelegramm a la Kuropatkin Etats der preußischen 3entralgenossenschaftstasse, bürgers, und es ist das persönliche Unglück eines auf diese Weise seinen glänzenden Erfolg in dieser sozialpolitischen General die am Montag festgesetzt wird. Außerdem stehen kleinere Verhafteten, wenn er anständig ist. Das führt zu nichts: anständig Debatte zu bescheinigen. Etats und fleinere Vorlagen auf der Tagesordnung.- zu sein. Es erzeugt nur Widerspruch und Rebellion in seinent Genosse Zubeil stellte zu Beginn der heutigen Sigung Rechtsbewußtsein mit all den Konsequenzen, die von der„ Blanken die geringfügigen Irrtümer, die ihm untergelaufen waren, Hölle" zur vierten Straffammer des Landgerichts I Berlin richtig und wies nach, daß Herr Mugdan teils Behauptungen Der Versicherungsbeamte Otto Knappe leidet, wie die vor- führen. Es ist schon das einfachste, wenn man überhaupt auf bekämpft hatte, die nie ausgesprochen worden waren, teils gestrige Gerichtsverhandlung gezeigt hat, unter einem zwie- Anständigkeit verzichtet, dann kann einem überhaupt nichts selbst ganz verkehrte Darstellungen gegeben hatte. Das fachen verhängnisvollen Geschick. Erstens hat er sich eines mehr passieren und dann bekommt man vielleicht- für das Hauptgewicht legte Zubeil auf die Darstellung der höchst Leidens wegen in die Sonne gelegt und zweitens fängt sein eigene Gefühl selbst vor der vierten Straffammer des merkwürdigen Operationen des früheren Lichtenberger Kranten- Name mit dem Buchstaben Kan. Der erste Umstand ist Landgericht I Recht. tassen- Rendanten Kaufmann und den Nachweis des glänzenden Aufschwunges, den die Kasse unter der Leitung seines unfähigen" Nachfolgers Genossen Grauer genommen hat. Die Vierte! schuld daran, daß ihn die Polizei, der zweite Umstand hat es bewirkt, daß ihn die vierte Straffammer des Landgerichts I Berlin aufgriff. Es ist ebenso gefährlich für einen preußischen Staatsbürger, mit dem Buchstaben se behaftet auf die Welt zu kommen, wie in der„ Blanken Hölle" sich von der Sonne bescheinen zu lassen. ... Deutsches Reich. Zur Beurteilung der Wirkungen des fanitären Arbeitstages der Bergarbeiter bringt ein Artikel im„ Volksblatt für Bochum" Material bei, das in Danach haben der Begründung zum Regierungsentwurfe fehlt. von 222 Schachtanlagen im Ruhrrevier 143 eine Temperatur von über 22 Grad Celsius, und was hier ausschlaggebend ist, ist, daß Die Zechen im Norden, überhaupt die bedeutendsten Zechen, alle weit über 22 Grad Celsius aufweisen. Um einige Zechen anzuführen, sei bis 25 Grad Engelsburg 22222222 Ewald( alle Schächte) Friedrich d. Große Graf Moltke Karoline " 291/2" bis 27 Grad 25 27 " " " " 1 25 25 " " " " 1 26 " " 25 General Blumenthal Gladbeck 27 " 1 " 26 " " " 28 " 17 " 27 15-26 " " 7 " Von der Heid 25-27 über 22 " " über 22 " " " " " 22 " " Hugo " 11 22 " " König Ludwig 29 " " 25 " " Königsgrube " " bis 24 18-221 " Luise Tiefbau Pluto 23 " " 25 " " Konsolidation Konstantin Holland " " 122222222222222 Dem Herrn Mugdan gestatten seine polemischen Manieren, eine solche Widerlegung seiner Vorwürfe auf die leichte Achsel zu nehmen.„ Die Erregung des Abg. Zubeil erweist die Richtigkeit meiner Behauptungen." Hätte Zubeil ganz ruhig Ein unbescholtener Staatsbürger wird ohne jeden Anlaß gesprochen, so hätte Herr Mugdan erklärt, die sozialdemo- infolge eines groben Versehens der Polizei verhaftet, mit kratische Moral erlaube es, ruhig den Vorwurf hinzunehmen, Strolchen zusammen transportiert und an die Stette gelegt. daß man in jedem Saz eine unwahrheit gesagt habe. Noch Zur Verantwortung wird aber nicht etwa der schuldige Beleichtfertiger war die Erwiderung Mugdans auf die gestrigen amte, sondern das Opfer feines Mißgriffes gezogen und mit mitgeteilt, daß die Temperatur betrug auf: Ausführungen Scheidemanns über den Solinger Aerzteftreit. ihm noch der Redakteur, der sich seiner angenommen. Man Rhein- Elbe Herr Mugdan bezichtigte einfach den Verwalter der dortigen wird hinfort jedem preußischen Staatsbürger raten sollen, in Präsident Drtskrankenkasse Bock der Unredlichkeit und Unfähigkeit. Wenn solchen Fällen polizeilicher Mißgriffe gleich gegen sich Prosper diese gänzlich unbewiesenen Verdächtigungen der Wahrheit entfe Ib st den Strafantrag zu stellen, weil es Redlinghausen sprächen, so hätte Herr Mugdannoch kein Wort von der Behauptung unter allen Umständen für einen Polizeimann beleidigend Schlägel u. Eisen Scheidemanns widerlegt, daß beim Solinger Aerztestreik die ist, daß er zu Unrecht einen Staatsbürger miß- Shamrock Aerzte grimmigen Terrorismus geübt und die Behörden das handelt habe. Schon der Gedanke, daß jemand wider das Unser Fris Selbstverwaltungsrecht der Kasse verlegt haben. Weiter Recht polizeiliche Unbill erfahren habe, ist eine schwere Ehren- Bismarc berteidigte Herr Mugdan die ihm eigentümliche Logit und gab tränkung der Polizei. Was die Polizei tut, ist immer richtig Sannibal sofort eine neue Probe von ihr, indem er ohne jede eigene und wer glaubt, daß ihm Unrecht geschehen ist, erschüttert die Hannover Kenntnis der Tatsachen die Behauptungen Scheidemanns über Grundlagen der Staatsordnung und beleidigt die Polizei. Hasenwinkel die Praktiken des nationalliberalen Reichstags- Abgeordneten Wenn morgen etwa auf einer Polizeiwache ein unbescholtener Mont Cenis Dr. Becker als unwahr bezeichnete, weil- Dr. Becker Mann wegen eines polizeilichen Irrtums halb totgeschlagen Bollverein einen so ehrenwerten und beliebten Mann wie den wird, so soll er ja nicht unterlassen, sich sofort dem Gericht Karolinenglück Genossen Allerdings ist hieraus auch noch nicht ersichtlich, wieviel Ulrich im Wahlkampfe hätte. zu stellen und gegen sich schwerste Strafe zu beantragen, geschlagen Schließlich entrüstete sich Herr Dr. Mugdan gewaltig weil in seinem frivolen Kopfe die Auffassung besteht, er sei Betriebspunkte der genannten Gruben diese hohen Temperaturen haben. Darauf aber kommt es nach dem Wortlaute der Novelle über die Behandlung feiner gestrigen Rede durch zu Unrecht von einem Polizisten geschlagen worden. wesentlich an; sie will die Beschränkung der Arbeitszeit nur einden„ Vorwärts". Er bezeichnete die Behauptung, daß er Das ist ungefähr das Zukunftsbild, das die Verhandlung auftreten lassen für solche Gruben, in denen mehr als die Hälfte der „ den Grafen Posadowsky angestachelt hätte, bei der bevor- gerollt hat, die unter dem Vorsitz des Herrn Landgerichtsrats regelmäßig belegten Betriebspunkte eine Temperatur von mehr als stehenden Vereinheitlichung der Versicherungszweige die Selbst- Braun stattgefunden, der in der Oppermann- Kammer beim+22 Grad Celsius haben. Aus den hier mitgeteilten Zahlen geht verwaltung der Versicherten möglichst einzuschränken", als Plötzenseer Prozeß nur in der Rolle eines Beisigers fungierte. jedenfalls hervor, daß 79 Schachtanlagen des Ruhrreviers von dem eine infame Verleumdung. Herr Mugdan hatte gestern, ohne Bei Herrn Knappe war feine Umrubrizierung notwendig, er fanitären Arbeitstage überhaupt nicht betroffen werden. Von den übrigen 143 scheidet möglicherweise auch noch ein Teil aus, weil nur daß Graf Posadowsky über die Durchführung der Ver- gehörte von Geburt vor den zuständigsten aller Richter. einheitlichung schon irgend etwas gesagt hätte, die Frage auf- Herr Knappe hat sich in der Blanken Hölle" gefonnt, ein kleiner Teil ihrer Betriebspunkte über+22 Grad Celsius haben geworfen, ob jemand glaube, daß dabei etwas wie eine das rechtfertigte seine Verhaftung, Herr Knappe hat sich weiter dürfte. Wir müssen deshalb die in dem erwähnten Artikel ausSelbstverwaltung der Krankenkassen bestehen bleiben könne". erlaubt, über die ihm gewordene Behandlung sich in der Presse gesprochene Meinung, daß durch Annahme des Gesetzes in der Das heißt natürlich nicht dem Staatssekretär eine Vernichtung zu beschweren, das führte seine Verurteilung herbei. Aber egierungsfassung der Achtſtundentag für die Ruhrbergleute zur Tatsache würde, als übertriebenen Optimismus bezeichnen. der Selbstverwaltung der Kassen suggerieren! diese beiden Handlungen rechtfertigten nicht nur das kriminelle In dem Artikel wird aber auch noch darauf aufmerksam geGenosse Stadthagen charakterisierte diese Manier Verfahren, sondern sie genügten auch für den Vorsitzenden der macht, daß das Fehlen der Vorschrift geaichter Fördergefäße ein des Abg. Mugdan sofort an einigen sehr treffenden Bei- vierten Kammer, um den Angeklagten aufs schwerste zu be- großer Mangel der Vorlage ist. Es sei Praris auf den Gruben, die spielen. Herr Mugdan hatte dem Reichstage vorerzählt, daß leidigen. Ein ganz gleichgültiger Irrtum einer Zeugin ver- Förderwagen, wenn sie aus der Fabrit kommen, noch mit einem nach einer Rede des Abg. Dr. Südekum in Mühlhausen dert anlaßte den Vorsigenden Landgerichtsrat Braun zu der Be- Aufsatz, dem sogenannten Stehkragen, zu versehen, wodurch fie um ein Flugblatt erschienen sei, das den Kleinhändlern terro- merkung, der Angeklagte sei ein ganz verlogener Mensch. Was 2 bis 3 Zentner mehr Kohle faßten. Weiter wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Arbeiterristische Maßregeln ankündigte. Nachher stritt Dr. Mugdan für den Verstand der Polizei die„ Blanke Hölle" ist, ist für ausschüsse wertlos sind, wenn ihre Mitglieder nicht vor Maßab, daß er dem Genossen Südekum irgendwelche die vierte Straffammer in Moabit die Presse. Wer sich regelungen geschützt sind. Gerade jetzt sind Mitglieder sogenannter Verantwortung für dieses Flugblatt hätte zuschieben mit der blanken Hölle der Presse einläßt, ist ein grund- Untersuchungskommissionen zahlreich gemaßregelt worden. Hinsichtlich des Ueberschichtenwesens müssen wir einen Irrtum wollen. Dr. Mugdan hatte dem Reichstage geschildert, verlogener Mensch. wie die Sozialdemokraten in Lichtenberg den ehe- Der Landgerichtsrat Braun war der Meinung, daß ein richtig stellen, der uns gestern bei Besprechung der Motive zum maligen Gastwirt und Expedienten Grauer zum Ren- deutscher Staatsbürger verpflichtet sei, wenn er glaube, daß Regierungsentwurfe unterlaufen ist. Die von uns durch Fettdruck danten der Orts- Krankenkasse gewählt hätten, obwohl die ihm Unrecht geschehen, den Instanzenweg zu gehen, statt in hervorgehobene Stelle aus den Motiven, wonach das Weiterarbeiten Arbeitgeber himmelhoch gebeten hätten, einen Bewerber mit scharfen Worten den Mizgriff der Polizei, der alle persönliche Bunkten nicht verboten ist, bezieht sich nur auf diejenigen Arbeiter, größeren Vorkenntnissen anzustellen. Und danach wagt es Sicherheit aufhebt, zu rügen. Er begründete das Urteil mit der die an+28 Grad Celsius warmen Punkten beschäftigt sind, während Herr Dr. Mugdan noch, sich im Reichstag auf die Tribüne zu sinnigen Bemerkung, wo Holz gehauen werde, da fallen auch die Ueberschichten auf acht Stunden in der Woche beschränkt stellen und zu leugnen, daß er irgend etwas gegen die Be- Späne; der Angeklagte hätte sich nur beim Polizeipräsidenten bleiben sollen für alle Arbeiter der Gruben, die vom fanitären Arbeitsfähigung des Genossen Grauer gesagt hätte. Die Beispiele beschweren sollen, dann würde er vielleicht Recht bekommen tage betroffen werden. Das ändert indessen nicht unsere allgemeine ließen sich verzehnfachen. Ein Mann, der in dieser Art ver- haben. Der Landgerichtsrat Braun interpretiert den Grundsatz Beurteilung der Vorschriften über die Arbeitszeit. Nur der allgemeine dächtigt, darf sich nicht wundern, wenn man hinter seinen der deutschen Verfassung, daß jeder seine Meinung frei äußern Achtstundentag für alle Bergleute kann als eine befriedigende Lösung Wortverdrehungen den Sinn sucht, den allein feine Aus- tönne in dem Sinne, daß er sie nur formgerecht auf dem angesehen werden. führungen, die doch Vorwürfe gegen die Sozialdemokratie sein Instanzenwege äußern dürfe. Wir wissen aber nicht, warum Wir erhalten folgende Buschrift mit der Bitte um Veröffent sollen, haben können, und den Eindruck feststellt, den sie auf alle der Landgerichtsrat Braun dem Polizeipräsidenten ein minder lichung: Gegner der Arbeiterbewegung genau so wie auf uns machen. scharfes Urteil zutraut als sich selbst. Er erklärte auf Grund In einer Zusammenkunft der für die freien Gewerkschaften in Der Abg. Stadthagen wies dem Abg. Mugdan eine eines fleinen Versehens, einer Zeugin den Angeklagten für Rheinland- Westfalen tätigen Gau- und Agitations. geradezu unendliche Reihe von Univahrheiten nach; aber er grundverlogen; um wie viel mehr aber hätte der Polizei- Teiter, an der teilnahmen die Vertreter der Buchbinder, 9 = Maurer, Bau Hülfsarbeiter, Metallarbeiter, wie mir versichert worden ist, im Kreise der zweiten haben Ihre zu selbstsüchtigen Ziveden. Mit Rücksicht auf die Schwere der Be Holzarbeiter, Bergarbeiter, Zimmerer, Transport- Worte eine starke und berechtigte Opposition hervorgerufen." leidigung hat das Gericht auf eine so hohe Strafe erkannt. arbeiter, Tertilarbeiter, Maler und Anstreicher, Genosse Duncker bat also im Interesse dieser beiden Gruppen, Schmiede, Schuhmacher und Steinseger, wurde folgende Gelegenheit zu Anfragen zu geben. Dr. Biermann versprach auch in So ist der Gang der Dinge in dieser besten aller Staats. Resolution einstimmig angenommen: einer Unterredung mit unserem Genossen, den Wünschen entgegen- ordnungen: Ein höftscher Skandal fondergleichen erfüllt das Land, „ Die Gau- und Agitationsleiter von Rheinland- Westfalen er zukommen. Vorher aber wolle er erst mit dem Professor Stieda, aber nicht die Schuldigen des Standals gefährden die öffentliche flären sich mit der Haltung des Bergarbeiter Verbandes einem ehemaligen russischen Staatsrat, der Leiter der Hochschulkurse Ordnung", sondern der Kritiker des Skandals und der Redakteur bor, während und nach dem Generalstreit voll ist, Rücksprache nehmen. Der Erfolg dieser Rücksprache war über- verfällt langer Gefängnisstrafe. ständig einverstanden, da eine andere Haltung für die Ge- raschend. Herr Dr. Stieda als Vorstand der Volkshochschulkurse werkschaft unter den gegebenen Verhältnissen nicht möglich ist. untersagte überhaupt, daß fünftig Fragen gestellt und beantwortet Es sei hier die sächsisfch- ofizielle Mitteilung angefügt, daß der Zu dieser Erklärung sehen wir uns veranlaßt durch die werden. Justizrat Dr. Körner, der die letzte Florentiner MontignosoBerichte in einzelnen Arbeiter Zeitungen, wodurch uns die Damit sind die Volkshochschulkurse ihres Wertes zu erheblichem Episode durch grobes Ungeschick gründlich verfahren hat, nun aus Agitation in den hiesigen Provinzen bedeutend erschwert wird." Teil beraubt. Auch bei den Universitätsvorlesungen für die diesem Ressort entlassen werde. Ein Minister wurde damit beUnterzeichneter wurde beauftragt, obige Erklärung in dem Studenten wird mehr und mehr der Hauptwert darauf gelegt, daß traut, die privaten Rechtsangelegenheiten des Königs mit seiner Zentralorgan der Gewerkschaften und dem der sozialdemokratischen in bestimmten llebungsstunden eine freie Aussprache über die Vor- früheren Frau zu besorgen. Partei zu veröffentlichen. Lesungen stattfinden kann. Den Arbeitern aber, die doch keine Studenteu, Namens des rheinisch- westfälischen gewerkschaftlichen sondern erwachsene Menschen sind, mutet man zu, einfach zu den 175 des Reichs- Strafgesetzbuches sowie gegen den§ 114 des § 175 in der Kaserne. Wegen wiederholten Vergehens gegen Agitationskomitees: hören und zu schweigen. Wissenschaftliche Aufklärung nicht möglich durch Predigten eines Einzelnen, sondern nur durch III. Garderegiments 3. F. vor dem Kriegsgericht der I. Gardedivision. M.-St.-G.-B. stand der Sergeant Schuhr von der 2. Kompagnie des Meinungsaustausch. Diskussionen zu verbieten, heißt aus der freien Es wurden dem Angeklagten sieben Fälle widernatürlicher Handlungen Wissenschaft eine flerital- autoritäre Offenbarung machen. Die Arbeiter haben eine viel zu große Hochachtung, selbst vor im Zusammenhang mit Mißbrauch der Dienstgewalt zu Privatzweden der bürgerlichen Wissenschaft, als daß sie ihrerseits die an Untergebenen und 33 Einzelfälle des Mißbrauchs der Dienstgewalt zu Privatzwecken gegen Untergebene zur Last gelegt. Es waren Mitverantwortung und Mitschuld Mitschuld für solche Kleritalisierung nicht weniger als 29 Grenadiere als Beugen geladen, welche der des Unterrichts übernehmen wollen. Die Leipziger Parteigenossen haben deshalb das einzig mögliche getan, sie haben be- Sergeant zu seinen homosexuellen Zweden mißbraucht hat. Die genossen haben deshalb das einzig mögliche getan, sie haben beschlossen, sich in Zukunft nicht mehr an den Volkshochschulkursen 40 Fälle, deren sich Sch. schuldig gemacht hat, fallen auf den Zeitraum fchloſſen, von 4 Monaten, von Oktober 1904 bis Mitte Februar dieses Jahres. au beteiligen. Der Anfang aller Wissenschaft ist der Zweifel oder on 4 Monaten, von Oftober 1904 bis Mitte Februar dieses Jahres. besser die Kritik. Niemand kann wissenschaftlich denken und urteilen, Wegen Gefährdung der Sittlichkeit wurde die Verhandlung während ihrer ganzen Dauer unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführt. Durch ohne daß er selbstständig kritisiert. Hochschulfurfe aber verfolgt das Prinzip, das die Gegner der der Anklage in allen Punkten bekräftigt. Das Kriegsgericht gelangte Die Leitung der Leipziger eine umfassende Beweisaufnahme wurde der Tatbestand im Sinne Sozialdemokratie alberner Weise für die sozialdemokratische Agitation behaupten: J. A.: Frizz Seegert, Elberfeld. " Bei dieser Gelegenheit sei auch mitgeteilt, daß kürzlich die Breßkommission der Arbeiterzeitung" in Dortmund eine Erklärung veröffentlichte, daß sie mit der Haltung des Blattes zum Bergarbeiterstreit einverstanden sei. Wahlbureaus aufgestellt. Die Bildung des Wahlbureaus bei Gemeindewahlen. Das Dber- Verwaltungsgericht hat jüngst in einer Wahlanfechtungsflage einen wichtigen Grundsatz über die Zusammensetzung des Klage einen wichtigen Grundsatz über die Zusammensetzung des Bisher wurden in den Landgemeinden, in denen in mehreren Bezirken und Wahllokalen gewählt wurde, bei der Konstituierung des Wahlbureaus die Wähler, soweit diese nicht zu dem Bezirk oder der selben Klasse gehörig waren, nicht nur von der Teilnahme an der Bildung des Wahlbureaus ausgeschlossen, sondern auch zum Verlassen des Wahlraumes aufgefordert. Nun haben am 26. März 1903 in Lichtenberg- wie so oft- Ergänzungswahlen stattgefunden. Die erste Wählerklasse wählte in das Wahlbureau den mit„ Vollmacht" für einen Forensen erschienenen Kandidaten Tiedtke als Beisiger. Als 17. Wähler wollte T. nun seinem Auftrage gemäß auf Grund seiner Vollmacht das Wahlrecht ausüben. Es stellte sich jetzt heraus, daß die„ Vollmacht" ungültig war, T. daher gar nichts im Wahllokale zu suchen hatte, weil er selbst nicht Wähler der ersten Klasse war und keine gültige Vollmacht hatte. Letzterem Mangel wurde schnell abgeholfen. Bollmachten" sind ja immer vorrätig, und T. war bald im Befiz einer gültigen Vollmacht. 11 Die feindlichen Brüder( zeitweise), vom Gegenteil von Duldsamfeit beseelt, machten sich nun das Mandat streitig. Herr Plonz erhob Einspruch gegen die Gültigkeit der beiden Gewählten Tiedtke und Röder mit dem Einwand, T. habe zu unrecht an der Bildung des Wahlbureaus teilgenommen, auch ebenso zu unrecht als Beifizer fungiert, daher sei die ganze Wahl ungültig. Der Kreisausschuß und der Bezirksausschuß stellten sich auf seiten der Protesterheber und erklärten die Mandate für ungültig. Anders das Ober- Verwaltungsgericht. Sie wollen Führer und Lehrer sein, die Untergebenen in vollstem Bewußtsein ausgeführt hat. zu der Ueberzeugung, daß der Vorgesezte seine Handlungen gegen denen die Schüler als urteilslose Herde zu folgen habe. Damit aber wirken die Volks- Hochschulkurse gegen die wissenschaftliche Aufklärung. Ob sich wohl die Studenten, die sich so sehr entrüsten über die Gründung katholischer Verbindungen an Universitäten, über diese Klerikalisierung der Wissenschaft selbst aufregen werden? trachtungen: An den Rekruten K. und H. verging sich der Angeklagte sieben Mal in widernatürlichen Handlungen. Bei 27 weiteren Rekruten mißbrauchte Rekruten St. und H. verging sich der Angeklagte sieben Mal in er seine Dienstgewalt in 33 Fällen zu privaten Zwecken( in serueller Hinsicht) und zwar teilweise während Ausübung des Dienstes. Das Kriegsgericht erblickte in den Handlungen des Sergeanten eine ders artig schwere Gefährdung der Disziplin und der Moral der Untergebenen, daß es durchweg schwere Fälle annahm. Auf Grund der des unbescholtenen Vorlebens des vorzüglichen Führung und Angeklagten erkannte das Gericht auf 12 Jahre Gefängnis und sprach zugleich Degradation und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes gegen den Sergeanten aus. Mit Rücksicht auf den hohen Grad von Schamlosigkeit bei der Ausübung seiner Handlungen Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer eines Jahres. erkannte das Kriegsgericht außerdem gegen den Angeklagten auf Kaiserhochs mit Eisbeineffen. Schwere Sorgen lasten auf den Kriegervereinen. Die Leitungen sollen etwas tapsig geworden sein. Man will also das System der Verjüngung, das in der Armee grassiert, auch auf die Stiegervereine anwenden. Eine Korresponbenz bringt über diese inneren Vorgänge u. a. folgende lustige BeIn den Kreisen der Mitglieder von Kriegervereinen macht sich in neuerer Zeit eine bemerkenswerte Strömung geltend. Vor allem wird behauptet, daß die verknöcherten Ansichten über Bezeugung der Liebe zu Kaiser und Vaterland, dieſer vornehmsten wie die militärische Dienstgewalt sogar zu Aeußerungen einer frankAbgesehen von dem Problem, das§ 175 berührt, zeigt der Fall, Pflicht der Kriegervereine, nicht mehr in die Jeztzeit hineinpassen. Haften Naturanlage mißbraucht werden fann. Wie entsetzlich muß Schuld daran seien die alten Vereinsvorstände, die oft zehn, zwanzig ber Druck der Dienstgewalt auf den Soldaten lasten, daß 29 junge und mehr Jahre am Ruder sind und das Wohl und Wehe des Ver- Männer viele Monate hindurch die Zumutungen eines Borgesezten eines nach ihren Ansichten leiten. Es wird daher vor allen Dingen ertrugen, ohne sich zur Wehr zu setzen! eine Verjüngung der Vereinsvorstände gefordert. Die jetzt üblichen " alten Vorstände seien oft nicht zu beurteilen in der Lage, welche Das Füsilierrecht der Wachtposten. Ein früherer Offizier, der Vereinsveranstaltung einen offiziell militärischen oder einen privaten längere Zeit in Metz garnisonierte, schreibt uns: In Metz wurde, Charakter trägt. Anerkannt wird, daß bei den militärischen Feiern wie gemeldet, ein 50jähriger Rentier von einem Rekruten, der zum Es hat entschieden, daß die Wahlen der Herren Tiedtke und ein Hoch auf den Landesherren unerläßliche Vorbedingung der Be- er st en mal auf Posten stand, erschossen. Der Eingeweihte kann Röder gültig seien. Nach dieser Entscheidung brauchen Beisitzer zum zeichung von Liebe und Achtung dem obersten Kriegsherrn gegenüber sich nur wundern, daß derartiges nicht öfter passiert. Selbst die Wahlvorstande überhaupt nicht aus der Zahl der Stimmberechtigten fei. Wenn aber 3. B. bei einem Eisbeineffen oder einem Kegel- Rondeoffiziere machen in Metz häufig die Erfahrung, daß Rekruten, der wählenden Wählerklasse entnommen werden, sondern es genüge oder Skatabend des Vereins an erster Stelle ein Hoch auf den die zum erstenmal Posten stehen, das Gewehr von der Schulter Kaiser ausgebracht wird, so entspreche dies nicht dem Wesen der reißen und zum Schießen bereit richten, wenn der Rondeoffizier sich vielmehr, wenn sie in der Gemeinde überhaupt wahlberechtigt ſeien Striegervereine, denn zu einem„ Goch" müsse immer eine Veran- nähert. Hier hilft nicht einmal das sofortige Stehenbleiben auf Aus diesem Grunde wäre unerheblich, daß die Vollmacht ungültig lassung vorhanden sein. gewesen sei. Tiedtke sei Wähler der Gemeinde gewesen. Das Oberden Ruf:„ Halt! Werda!" Die Gründe für dieses Verhalten der So weit die Betrachtungen dieses Luther der Kriegerbereine. Refruten sind sehr einfach. Viele Rekruten sind nicht daran ges Verwaltungsgericht folgert, daß nach der Landgemeinde- Ordnung als Er scheint uns gegen die Alten doch ungerecht zu sein. Warum wöhnt, in dunkler Nacht allein auf freiem Feld oder in einem Regel anzusehen sei, daß die Wahlen für alle drei Abteilungen an einem sollen nicht auch die Eisbeinessen, Stats nicht auch die Eisbeinessen, Skat- und Kegelabende Wäldchen zu sein. Sie werden dadurch sehr erregt. Die Aufregung und demselben Tage in unmittelbarer Aufeinanderfolge stattfinden, monarchistisch verziert werden. Darauf verzichten, heißt doch die wird weiter durch den Umstand gesteigert, daß sie zum erstenmal auf daß die sämtlichen Wahlberechtigten Zutritt zum Wahllokale haben braven Striegervereinler zwingen, bei den Hauptereignissen ihres Posten sich befinden und keinen Augenblick vor einer Revision ficher und die Konstituierung der Wählerversammlung alle drei Abteilungen lieren sie dadurch die schönsten Gelegenheiten, Sozialdemokraten" neuen Schrecken ein. Man soll eben einen Rekruten, der zum Daseins ihres obersten Kriegsherrn zu vergessen. Außerdem ver- sind. Der Gedanke an eine Revision, jagt ihnen wieder einen umfasse. Aus dieser Wählerversammlung sind die Beifiker nach§ 60 zu stellen. Besonders merkwürdig aber ist, daß man durch Verzicht erstenmal außerhalb der Stadt einen Posten beziehen der Landgemeinde- Ordnung zu wählen, wobei es eben keinen auf die Kaiserhochs bei Eisbeinessen die jetzige Mitgliederzahl von muß, nachts nicht allein stehen lassen, sondern ihm einen Unterschied macht, welcher Abteilung die Beisitzer angehören. 2 Millionen zu verdoppeln und zu verdreifachen hofft. Wenn man Wann des zweiten Jahrganges beigeben. Er wird dann nicht un Daß aber dort, wo die einzelnen Abteilungen an verschiedenen Tagen dort wirklich so ungern Hurra ruft, dann könte man die bedenkliche ruhig werden, und wenn er den ersten Posten bei Nacht überstanden wählen, anders zu verfahren wäre, das stünde nirgends in der Rechenaufgabe stellen, welchen Zulauf die Kriegervereine erst haben hat, wird er auch bei den übrigen gefaßt sein. Man muß hier 2.-G.-D. und daher müsse angenommen werden, daß auch in diesen würden, wenn sie gänzlich auf den„ nationalen" Klimbim ver- übrigens auch die" Wize" kennen, die die sogenannten alten WeannFällen die Beisitzer anderen Abteilungen entnommen werden dürfen! schaften sich gegen postenstehende Rekruten erlauben. So war es Müsse es doch auch in den Fällen geschehen, wo beispielsweise früher beliebt, daß alte Mannschaften nachts den Helm aufsetzten, die erfte Abteilung überhaupt nur einen Wähler aufweise! Wie " Rondeoffiziere" die ängstlichen Rekruten neckten. Vielleicht steht solle da sonst ein Wahlvorstand gebildet werden! der Spaß heute noch in Blüte. Daß die Posten, die außerhalb der Stadt an einsamen Orten stehen, mit scharfgeladenem Gewehr ausgerüstet sind, ist nicht zu vermeiden, denn es ist schon öfter vorgekommen, daß solche Posten angegriffen wurden. Speziell in Mets wurde auf Poften sogar geschossen, 3. B. im Herbst 1889 auf den Posten vor Fort Manteuffel. Diese Entscheidung müssen sich unsere Parteigenoffen zunuze machen durch Besetzung der Wahlbureaus für alle Wählerklassen, um der Vollmachtswirtschaft noch schärfer als bisher zu Leibe gehen zu können. Von der Freiheit der Wissenschaft. Wir müssen nun doch zugeben, daß es eine sozialdemokratische Verleumdung ist, wenn man die sogenannte Freiheit der Wissenschaft im offiziellen Deutschland für eine Fabelei erklärt. Wie frei die Wissenschaft in Wahrheit ist, das beweisen Leipiger Vorgänge. In Sachsen hat die Wissenschaft sogar die Freiheit, über Sozialdemokratie und Sozialismus jeden denkbaren Unfinn öffentlich kund zu geben. Dazu gehört offenbar nicht nur Mut gegenüber der Staatsgewalt, sondern auch gegenüber dem Gericht der Geschichte. Eg zichten! Biel verlangt. Ein Militärverein erließ an eines seiner Mitglieder folgenden sich um den Leib ein Handtuch als„ Schärpe" banden und dann als Militär- Verein, Vogelsang- Ufer. Ufas: Vogelsang- Ufer, den 18. Februar 1905. Herrn. Ich teile Ihnen hierdurch mit, daß Sie nach§ 13 der Satzungen des Vereins aus dem Verein ausgestoßen sind. Gründe Sie sind bei der Kaisergeburtsfeier nicht in Unniform erschienen. Sie sind beim Kaiser Toast nicht aufgestanden wird also angenommen daß Sie Sozialdemokratisch gesonnen sind. Sie haben in angetrunkenen Zustand die Feier nicht verschönern helfen sondern im Gegenteil. Auch haben die Aufforderung des Vorstand nicht folge geleistet. Da solche Mitglieder mur Zwiespalt und uneinigkeit im Verein ansporren so haben wir zu obigen§ geschritten. Der Vorstand i. V.: Gustav Bracht Schriftführer." Es ist zwar etwas viel verlangt, daß jemand gerade in an getrunkenem Zustande eine Kriegervereinsfeier verschönern soll, aber wir sind in der Kriegervereins- Aesthetik nicht so erfahren; es wird wohl üblich sein, Kriegervereinsfeiern in angetrunkenem Zustande zu verschönern. " " " einem Artikel Profeffor Jastrow. Dr. Jastrow in Charlottenburg, bisher Privatdozent an der Berliner Universität, ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. Jastrow hat zweifellos Verdienste als Nationalökonom. Namentlich in der Untersuchung der Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt hat er sich verdient gemacht. Das Reichsarbeitsblatt" hat die von ihm erprobte Methode der statistischen Erfassung der Bewegung auf dem Arbeitsamte, wenn auch mit der dem amtlichen Apparat zugänglichen Erweiterung der Grundlagen, übernommen. Man sagt, er sei seiner sozialpolitischen Anschauung wegen stets zurückgesezt worden und tatsächlich ist er 20 Jahre lang Privatdozent gewesen. Herr Jastrow ist sicherlich nicht irgendwelcher Sympathie mit der Sozialdemokratie verdächtig. Er ist ein Schüler Rauhes, hat höchst national über die Erfüllung des deutschen Einheitstraumes geschrieben, und ist auch sonst ganz und gar nicht revolutionär. Er In Leipzig werden von Universitätslehrern Bolts- Hochschulkurse veranstaltet, an denen sich auch die Leipziger Arbeiterschaft offiziell beteiligt. Ein Dr. Biermann hat mum Vorträge über Anarchismus und Kommunismus gehalten, anscheinend im Stile der„ jeistigen Arbeeter", wie sie aus den letzten Wahlkämpfen bekannt sind. Die verdienstvollen Männer, die sich in Deutschland in Anlehnung an die englische ,, university extension" dafür interessierten, Der Montignoso- Prozeß. Aus Zwickau wird vom 10. d. m. daß die Universitätswissenschaft auch den von den Universitäten aus- berichtet: Der angekündigte Montignoso- Prozeß wurde heute vor ist etwa national- sozial. Aber er hat es gewagt, ernsthaft liberal geschlossenen Klassen zugängig gemacht würde, haben von Anfang an der dritten Straffammer des Landgerichts verhandelt. Angeklagt zu ſein- so blieb er zur Strafe Privatdozent. Die Wendſterne als ersten Grundsatz des Unternehmens betrachtet, daß alles zu ver- war der Redakteur Ernst Schubert vom hiesigen sozialdemo- und Kühnemänner machen schneellere Karriere. Wenn Herr Jastrow einige hundert Jahre werden sollte, wird er es schließlich meiden ſei, twas das Vertrauen der Arbeiter zu ihren fratischen Sächsischen Volksblatt" wegen Beleidigung des Königs von auch noch zum Ordinarius bringen. In Preußen herrscht ja die Lehrern erschüttern könnte. ergab sich daraus bor Sachsen. in Die Beleidigung wird erblickt allem, daß sozialistentöterische Bekehrungsversuche zu vermeiden seien. vom 28. Dezember v. J.. überschrieben: Die Königin auf Freiheit der Wissenschaft! Wenn man aber einmal auch über den Sozialismus und die Arbeiter dem Schub". Der Artikel entstammt der Wiener Arbeiterzeitung" Unsere südwestafrikanischen Verluste. betwegung Vorträge halten wollte, so durfte das nur in rein objek- und unterzieht das Verhalten des sächsischen Königs gegenüber tiver Weise geschehen. So viel Taft hatte nun der Dr. Biermann feiner früheren Gemahlin einer Kritik. In dieser Kritik sind nach Die Neue politische Korrespondenz" teilt mit, daß benicht; er wollte sich die Freiheit seiner Wissenschaft durch nichts Ansicht der Anklagebehörde die Beleidigungen enthalten. Es werden absichtigt sei, von jetzt ab alle zwei Monate einen Ergänzungsbeschränken lassen. Es galt den fächsischen Staat vor der Sozial- dem König darin schwere Vorwürfe gemacht, und weiter wird gesagt, transport nach Südwestafrika zu senden, um die erfahrungsdemokratie zu retten. Die Arbeiter, die an diesen Vorlesungen teil- daß es ein Mißbrauch der Staatsgewalt gewesen sei, eine ganze mäßigen Abgänge durch Krankheiten und Gefechte, die auf nahmen, waren nun feineswegs ungehalten, daß man ihnen eine Armee von Gendarmen, Kriminalkommissarien und Polizisten gegen folche Stoft vorſetzte, aber sie fühlten das menschenfreundliche Be- die Frau aufmarschieren zu lassen. Vor Eintritt in die Verhandlung ungefähr 200 bis 250 Mann während dieses Zeitraumes zu dürfnis, ihrerseits den jeistigen Arbeeter der Universität Leipzig regte der Vorsitzende an, wegen„ Gefährdung der öffent veranschlagen seien, wieder zu ergänzen. Der nächste derwissenschaftlich zu fördern. Die Vorlesungen in den Hochlichen Ordnung" die Deffentlichkeit auszuschließen. Ber- artige Transport werde wahrscheinlich kurz vor Ostern schulkursen werden in Leipzig und das ist eine durch teidiger R.-A. Neu widersprach diesem Antrage. Es könnte den abgehen! als об nicht als Predigten auf Anschein erwecken, in dem Prozeß Dinge zur aus zweckmäßige Einrichtung Die Verluste während des Monats Februar waren gefaßt, in denen es keine Fragen keine Fragen und Antworten gibt, Sprache kommen die das Licht der Deffentlichkeit zu scheuen die geringsten, die bisher in einem Monat gezählt worden sondern man hat dort mit Recht das Verfahren eingeschlagen, hätten. Das müsse vermieden werden, zumal in der mit der Anklage sind. Sie beliefen sich nämlich insgesamt auf 23 Tote und daß die Hörer zu Anfragen berechtigt find, die von den in Verbindung stehenden Angelegenheit so viel in Sachsen gemuntelt 7 Verwundete, also einen Totalverlust von 30 Mann. Die Lehrern beantwortet werden. Es ist begreiflich, daß die Arbeiter würde. Er denke föniglicher als der Staatsanwalt, wenn er berdagegen beziffern sich auf gerade in dem Kolleg des Herrn Dr. Viermann solche Anfragen lange, daß gerade diese Verhandlung im breiten Lichte der Deffent- Verluste im Januar Es ist alle Aussicht vorhanden, daß fiellten, wie sie dies auch in naturwissenschaftlichen und anderen lichkeit geführt werde. Das Gericht beschließt nach furzer Be- 138 Mann. im März hinter denen des Januar Vorlesungen getan hatten. Der Arbeitersekretär Dr. Dunder richtete ratung den Ausschluß der Oeffentlichkeit für die ganze Dauer der die Verluste im infolgedessen einen Brief an den Dozenten, in dem es hieß: Hauptverhandlung, weil die Erörterung des unter Anklage stehenden nicht allzu sehr zurückstehen werden, beträgt doch in „ Die anderen Herren Dozenten der Hochschulkurse haben Fragen Artikels eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung besorgen lasse. Den bereits jetzt gemeldeten Gefechten Anfang März der Veraus den Reihen ihrer Zuhörerschaft gern entgegengenommen und Auch die anwesenden Preisevertreter müssen den Saal verlassen. beantwortet; ja sie haben meist zu diesem Zweck Fragekasten auf- Nach etwa einstündiger Verhandlung verkündete der Vorsitzende lust allein an Toten bereits mehr als ein Dutend, die vor gestellt. In Ihrem Kursus war dies nicht der Fall, und doch folgendes Urteil, dessen Begründung in der wiederhergestellten dem Feinde gefallen sind. Der Ueberfall jenes Transporthandelte es sich gerade hier um einen Gegenstand, zu dem ein Teil Deffentlichkeit erfolgte: Der Angeklagte wird wegen Majestäts- zuges, den wir gestern meldeten, kostete uns allein 11 Tote der Zuhörer ohne jede Vorbegriffe, der andere dagegen schon mit beleidigung zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Artikel enthält und 3 Verwundete. Rechnet man die noch kommenden Verluste sehr eingehenden Kenntnissen und mit bestimmten Meinungen nach Ansicht des Gerichts schwere Ehrverlegungen des Königs. Es vor dem Feinde und die Krankheitsfälle hinzu, so wird die Vertommt. Dem Kreise der ersteren ist sehr vieles unklar geblieben, ist ihm der Vorwurf gemacht, daß er seine Machtfülle gebraucht hat luftziffer in diesem Monat wieder ganz gewaltig anschwelleng す Nach etwa einstündiger Verhandlung verkündete der Vorsigende Der genaue Verlust bis Ende Februar betrug 876 Tote, 373 Verwundete und Verunglückte, also insgesamt 1249 Mann. Dabei sind die während des Witboi-Aufstandes Ermordeten nicht eingerechnet. Die anitliche Zahl dieser Toten ist noch nicht festgestellt. Man schätzt sie auf 120 Mann. Danach hat uns also der unglückselige Fcldzug in der wertlosen Sandwüste bereits zirka 1370 Tote und Verwundete gekostet, dazu die Summe von 230 bis 300 Millionen Mark! * Berlin, 11. März. Ein amtliches Telegramm ans Windhnk be richtet: Gefecht bei Klein-NabaS am 4. März 05: Zahlmeister Bock ist fälschlich durch Telegramm-Verstümmelung als gefallen ge- meldet; gemeint war Zahlmei st er- Aspirant Hermann Paasch, geboren 21. 10. 77 zu Prödel. Der v e r m i h t e Reiter Bernhard Pestrup, geboren 24. 7. 81 zu Oberneuland, wurde tot aiifgcfundrn. Huelaikl. Norwegen. Das neue Ministerium ist nun zustande gekommen. Der bis- herige Chef dcS Finanzdepartements Michelsen wird StaatSminister in Kristiania und der frühere Staatsrat Lövland Staatsminister in Stockholm. Die übrigen Mitglieder des Ministeriums sind: der frühere Staatsrat Generalmajor Olsson, der Börsenkommissar Lehmkuhl, der Staatsrat B. Vogt, der Assessor am höchsten Gericht Hagerup-Bull.— Diese sechs gehören der SammlungSpärtei an—; ferner der Lagthingspräsidcnt Vinje, ein Modcrater, und die früheren Staatsräte Arctander, Wexelsen und Gunnar Knudsen von der Linkenpartei.— Ruhland. Gegen die gesetzwidrige WehrpflichtSordnung in Finnland. Wie vom 8. März aus Helsingfors gemeldet wird, haben der Adels-, der Bürger- und der Bauernstand des finnischen Landtages eine Petition angenomnien, in der verlangt wird, daß die Anwendung ungesetzlicher Zwangsmittel zur Durchführung der Wehr« Pflichtsordnung seitens der Gouverneure und�anderer Beamten s o fort aufhöre.— Amerika. Der Bertrag mit San Domingo. Präsident Roosevelt hat an den Senat, der zu einer Extrasession einberufen worden ist, eine zweite Botschaft über die Angelegenheit von San Domingo gesendet. Er verlangt dringend die Ratifikation des abgeschlossenen Vertrages durch den Senat. In der Botschaft wird erklärt, dah die Ge- rechtigkcit es verlange, dah die Vereinigten Staaten als Sachwalter der Finanzangelegenheiten von San Domingo austreten, damit, die kleine Republik nicht unterdrückt werde und die europäischen Mächte nicht mehr erhalten, als recht und billig ist. Rooselvelts Ansicht gegenüber wird geltend gemacht, dah die Erledigung der Finanz- angelegenheiten 16— 20 Jahre dauern könne und die vertragsmähig erworbene Sachverwaltung einer Annexion ziemlich gleichkomme. Nach Roosevelts Auslegung der Monroe-Dottrin wäre Onkel Sam der oberste Finanzminister aller Staaten in Zentral- und Süd- amerika. Zunächst wäre gleich an der Reihe Venezuela, dann Kolumbia, Peru, Bolivia, Ecuador, Chile, Argentinien, Brasilien, Nicaragua, Costarica und Guatemala.— Im Senatskomitee füv auswärtige Angelegenheiten wurde der Vertrag beraten und dem. selben zugestimmt nach einigen Abänderungen, die sich auf die An- Wendung der Monroe-Dottrin beziehen.— 6cwcrhrchaftUcbc0. Bitte! Warum so genant? Der Hirsch-Dunckersche„Gewerkverein" will es nicht wahr haben, daß der übergroße Teil der Unterstützungen für die kämpfenden Bergarbeiter ans den Kreisen der sozialistischen und der frci-gewcrkschaftlich organisierten Arbeiter stammt. Die Feststellung dieser Tatsache sei„ein sonderbarer Dank an die Arbeiterschaft des Ruhrgebietes, die sich so einmütig und tapfer während des Kampfes gezeigt hat".— Nein— diese Feststellung war notwendig, weil versucht worden ist, der deutschen Arbeiterschaft den Vorwurf zu machen, sie habe in diesem Falle ihre Pflicht nicht getan, sich Wohl gar von bürgerlichen Kreisen übertreffen lassen! Der„Gewerkverein" fährt fort: «Jetzt versucht man es so darzustellen, als wären die Gewerk- verciulcr elend im Stich gelassen worden von ihren Freunden. Es gibt keine gröbere Unwahrheit. Wollten wir die für unsere beim Kampfe beteiligten Verbandsgenossen veranstaltete Sammlung auf den Kopf der Mitglieder berechnen, so würde der Durchschnitts- anteil hoher sein, als der, den die drei übrigen Organisationen zusammengenommen pro Mitglied haben sammeln können." Aber bitte, lieber„Gewerkverein" 1 Eine solche Aufstellung würde gewiß interessieren! Wie wir aus der Seite 87 des „Gewerkvereins"(d. h. derselben Nummer) entnehmen, quittierte der Kassierer des Verbandes der deutschen Gewerkvereine am 4. März 41 426,57 Mark. Wie groß oder vielmehr wie klein niuß nun der Hirsch-Dunckersche Bergarbeiter-Verein sein, da- mit der Durchschnittsanteil eines Mitgliedes höher sein muß, als bei den übrigen Organisationen? Wenn je, so hat sich gerade bei der Unterstützung der Bergarbeiter im Ruhrgebiet erwiesen, daß die so oft gepriesene finanzielle Leistungsfähig- keit der Hirsch-Dunckekschen Gelverkvereine für die Katz' ist I Berlin und Qmgcgcnd. Achtung, Tischler! Ein Agent aus W i e n bemüht sich in Berlin und diversen anderen Orten, gegen 100 Tischler nach dort zu engagieren. Daselbst befinden sich die Tischler noch im Ausstande.— Des weiteren teilen wir mit, daß bei der Firma R e i ch st e i n in Brandenburg 200 Korbmacher in den Streik getreten sind. Die Differenzen in der Schuhfabrik A. Schweiger, Rnngestr. 20, sind zur Zufriedenheit der Arbeiter beigelegt. Verband deutscher Schuhmacher. Achtung, Tapezierer! Die heutige Versammlung im Gewerk- schaftshause, in welcher über die Einigungsverhandlungen Bericht erstattet wird, wird pünktlich um 11 Uhr eröffnet. Die Ortsverwaltung. Rummelsburg. Diejenigen Parteigenossen, welche noch im Besitz von Sammellisten für die Bergarbeiter im Ruhrgebiet sind, werben dringend ersucht, schnellstens mit dem Unterzeichneten abzurechnen. Listen, welche bis 12. d. M. nicht abgerechnet sind, müssen als ausstehe,, d veröffentlicht werden. Das Gclverkschaftskartell. I. A.: Karl Brüschle, Neue Bahnhofstr. 321. Detitfches Reick». Ein interessanter Formerstreit ist gegenwärtig in der Eisen- gießerci von G a u l u. H o f f m a n n(Inhaber Bollinger u. Richter) zu F r a n k f u r t a. O. ausgebrochen. Die dortigen Former waren schon seit längerer Zeit mit den Arbeitsverhältnissen unzufrieden, tveil die Mehrzahl von ihnen nur Wochenverdienste von 10— 15 M. erzielten. Nur vier Former des ganzen Betriebes brachten es auf einen Lohn von 25—32 M. Während der letzten Wochen hatten die Former nun mit dem Meister bestimmte Preise vereinbart. Der Firma erschienen diese aber zu hoch; sie weigerte sich, den ver- einbartcn Preis zu zahlen. Sowohl dieser Umstand, wie auch die Tatsache, daß es fortgesetzt an Arbeitsmaterial fehlte und auch der Ausschußguß, ob vom Former verschuldet oder unverschuldet, nicht bezahlt wurde, veranlaßte die Former, bei dem Chef vorstellig zu werden; und das umsomehr, als noch weitere Abzüge befürchtet wurden Eine Ausfprache des Gauleiters Z c r n i ck e vom Metall.„„_. arbeiter-Verband mit dem Chef blieb resultatlos. Ja, der etwa? I genug hielten, haben einige ohne Vorbehalt mit Ja beantwortet, nervöse Herr empfahl den Formern sogar, ihren Verbands- Vertreter mit der Peitsche aus Frankfurt hinaus- zusagen! Wenn sie diesen Rat befolgen würden, dann sei er crbötig, ihnen eine halbe Tonne Bier zum besten zu geben l Bei einer weiteren Unterredung mit den Formern bezeichnete er einige als„Heuschrecken"; einen anderen erinnerte er an seinen dicken Bauch, der ihm beim Arbeiten wohl im Wege sei, und zu einem dritten nieinte er, der Mann sehe aus, wie ein fetter Hamster und werde infolgedessen wohl keine Lohnzulage nötig haben I Später ver- langte er dcmn von den Formern, sie sollten zu einer nochmaligen Unterredung abermals ins Kontor kommen. Da die Former aber von der Hamster- und Heuschreckenrede noch genug hatten, so ver- weigerten sie die nochmalige„Verhandlung" im Kontor mit der Be- gründung, daß sie einen derartigen Verhandlungston nicht gewohnt seien. Hierauf wurde der Chef vollends erbost und entließ sämtliche Former wegen Ungehorsams. Ob der „Ungehorsam" darin erblickt wurde, daß die Former nicht ins Kontor kommen wollten, um sich dort neue Grobheiten sagen zu lassen, oder etwa, weil sie den Rat, ihren Verbandsvertreter mit der Peitsche aus Frankfurt hinauszujagen, nicht befolgt hatten, wurde ihnen allerdings nicht mitgeteilt.— Natürlich betrachteten sich die Entlassenen als regelrecht ausgesperrt. Sie reichten deshalb ihre Forderungen nochmals schriftlich ein. Hierauf wurde ihnen die briefliche Antwort, daß die Firma jede weitere Verhandlung ablehne. Die Former seien wegen Ungehorsams entlassen und nicht ausgesperrt; ein Streik bestehe für die Firma nicht. Wörtlich heißt es sodann in der Antwort:■■■ MI „Sollten Sie irgend ein Gerücht von einem Streik in unserer Gießerci verbreiten, so werden wir die erforderlichen Schritte dagegen unternehmen." Die Ausgesperrten sind jetzt neugierig, was für Schritte die Firma unternehmen wird. Sie glauben allerdings, daß der Chef lediglich„langsamen Schritt" in seiner Gießerei machen wird, weil er trotz aller Annoncen bisher noch keinen Former bekommen hat, der Betrieb also lahmliegt. Hoffentlich meiden die ge 'amten Former diesen Betrieb solange, bis die »ortigen Differenzen zur Zufriedenheit der Ausgesperrten erledigt sind. In der Smyrna-Teppichfabrik(Abteilung Weberei) zu Hau nover-Lindeir sind, wie uns telegraphisch von dort ge meldet wird, Differenzen ausgebrochen. Es wird dringend gebeten, den Zuzug nach dort sernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Zur Schuhmacherbewegung in Weißenfels wird uns von dort geschrieben: Wenn die dem Ring angehörenden Schuhfabrikanten geglaubt haben, daß es dem ArbcitSpersonal in der Schuhindustrie mit der Forderung auf Einführung eines Lohn- und Tarifvertrages nicht Ernst sei und trotz der geschlossenen Kündigung die Arbeits- niederlegung nur eine teilweise werden würde, so haben sie sich gründlich getäuscht. Seit der imposanten Arbeitsniederlegung Mitte Februar wird der Kampf für die Forderung mit großartiger Energie von über 2000 Arbeitern und Arbeiterinnen geführt.. Gegen 25 kleinere Betriebe, die nicht dem Fabrikantenverein angehören, haben durch Unterschrift den Tarif anerkannt; in diesen wird weiter gearbeitet. Die organisierten 40 der größten Betriebe erklären die Tarifcinführung in der Schuhindustrie für unmöglich und ver- weigern ihre Unterschrift. Mit Wechseln von 600 M. werden solche Frevler in Schach gehalten und der gewöhnliche meist unentbehrliche Kredit soll ihnen auch entzogen werden. Terrorismus in krassester Form. Die wenigen winzigen Verbesserungen der Lohnsätze einzelner Artikel, die den Arbeitern von einigen Fabrikanten auf Ehrenwort zugesprochen worden sind, wurden zurückgewiesen. Denn das Ehren- wort der hiesigen Fabrikanten auf die Gewährung der Errungen- chaftcn vom letzten Streik im Jahre 1897 ist durch die ungeheueren, maßlosen und unberechtigten Abzüge und Reduzierungen der Löhne eit dieser Zeit wertlos geworden. Diesmal wollen die Arbeiter an der Unterschrift des Vertrages festhalten. Sie wollen sich nicht länger der Willkür der„Herren im Hause" unterwerfen und ich das Fell über die Ohren ziehen lassen, wie es durch Furnituren- Wucher, Einführung enormer Strafen usw. geschehen ist. Verzweifelte Anstrengungen machen die Fabrikanten, Arbeitswillig« heranzuziehen durch Inserate in auswärtigen Blättern, sowie durch Briefe, in denen hoher Lohn, dauernde Stellung und Schutz vor den Streikenden zu- gesagt wird— natürlich ohne Erfolg. Die Weißenfelser Schuh- Fabrikanten sind zu bekannt, als dah sich jemand durch ihre Ver- prechungen verleiten ließe. Natürlich sind auch durch die unentbehr- lichen schwarzen Listen über 1000 der Uebeltäter bei den übrigen deutschen Fabrikanten in Acht und Bann getan. Ein Staatsanwalt dürfte hier viel Arbeit zum Einschreiten gegen die Unternehmer bor- finden. Mit Ruhe und Besonnenheit sieht die streikende Menge zu, wenn die Polizei die wenigen Arbeitswilligen von und nach der Arbeitsstätte begleitet. Die meisten der organisierten Fabrikanten müssen ihre Betriebe ruhen lassen; sie können mit diesem meist jugendlichen Arbeitsmaterial nicht arbeiten. Der Pleitcgeier wird nach dem Streik reiche Ernte finden. Ausgestreute Gerüchte der Fabrikanten, daß durch Ebbe in der Streikkasse das Ende des Streikes gekommen sei, haben nicht vermocht, Wankelmütigkeit zu erzeugen. Beide Organisationen(Verband deutscher Schuhmacher und Hirsch- Dunckerscher Gewerkverein) verfügen über beträchtliche finanzielle Mittel, was bei den Fabrikanten zum größten Teile nicht der Fall sein dürfte. Die Straßenbahner in Köln hielten, wie uns unser dortiger Korrespondent schreibt, in der Nacht zum Freitag zwei überfüllte Versammlungen ab, um gegen die ihnen von den Aussichtsbeamtcn zuteil werdende empörende Behandlung zu protestieren. Was man aus den Reden der Schaffner und Fahrer erfuhr, ist ein- fach unglaublich. Es wurde berichtet: Wenn ein Angestellter mit 50 Pf. bestraft toerde und er beschwere sich darüber, sowerdedie Strafe auf drei Mark erhöhtl Alte Straßenbahner würden von jugendlichen Aufsehern wie dumme Jungen be- handelt und als Schafköpfe betitelt; das sei Leuten widerfahren, die seit länger als zwanzig Jahren ihre Dienste geleistet haben. Männer in höherem Alter müßten in der Unterrichts st unde, weil sie unrichtige Ant» Worten gaben, sich wie Schulkinder zur Strafe an die Wand stellen. Die größte Erbitterung herrscht gegen den Oberbetriebsaufseher Brölsch; wenn ein Redner gegen diesen Herrn sprach, durchdröhnte ungeheurer Beifall den Saal. Auch die Frau dieses Herrn hat sich an der Schikanierung der Beamten beteiligt. Das ist nur eine Auslese der Beschwerden über niiserable Behand- lung. Ebenso beklagten die Straßenbahner sich über die viel zu lange Arbeitszeit, über armselige Entlohnung und dergleichen mehr. Sie protestierten auch dagegen, daß die städtische Verwaltung, statt durch von den Angestellten gewählte Leute die Beschwerden entgegenzunehmen, sich selbst Leute zu ihrer In- formatwn herausgesucht hat. Diese Kölner Straßenbahner- Bewegung ist wieder eine schwere Blamage für das Zentrum, das immer und überall mit seiner angeblichen Arbeiterfreundlichkcit prahlt. Warum hat sich das Kölner RathauS-Zentrum nicht um die Lage dieser städtischen Beamten beizeiten gekümmert, ehe die sonst so stillen und zufriedenen Straßenbahner sich in erregten Riesenversammlungen gegen Ausbeutung und Knechtung zur Wehr setzen mußten? Husland. Eine Lohnregelnng für die KonfektionSarbritcr Amsterdams wird von der Arbeitskammcr für die Konfektionsbetriebe angestrebt, nachdem bereits vor beinahe zwei Jahren von den Schneiderorgani- sationen darum ersucht wurde. Die Arbeitskammer hat nun kürzlich eine Reihe von Fragen an die Arbeitgeber gerichtet, um festzustellen, wie sie über diese Angelegenheit denken. Auf die erste Frage: Ob man geneigt sei, bei einer Festsetzung bestimmter Arbeitslöhne mit- zuwirken, haben alle Arbeitgeber z u st i m m e n d geantwortet. Die zweite Frage: Ob sie die in ihrer Branche üblidjen Löhne für hoch andere wohl mit Ja, aber unter Ar ischluß der Geschäfte erster Klaffe. Eine kleine Minderheit(Geschäfte Erster Klasse) hielten eine Lohn- erhöhung für die eigenen Artikel nicht für nötig; eine der g r ö ß t e n Firmen erklärte, daß eine Lohnerhöhung von 20 Prozent billig sei. Auf eine weitere Frage: Ob der Arbeitgeber, wenn in seiner Branche der Bekleidungs-Jndustrie eine Lohnerhöhung allgemein für notwendig erachtet werde, bereit sei, darauf einzugehen, antworteten alle mit einer Ausnahme m i t I a. Unter den übrigen Fragen— es waren im ganzen 12— ist besonders die erwähnenswert: Ob man die Errichtung von Betriebswerk st ätten wünsche. Die meisten Arbeitgeber er- klärten dies, um eine bessere Fachausbildung der Arbeiter zu er- zielen, und mit Rücksicht auf die hygienischen Zustände für sehr wünschenswert.— Die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen der Firma S n u i f in A m st e r d a m und der Firma Van Dam in Groningen befinden sich im Streik. Die Zahl der Streikenden beträgt 130. In Amsterdam handelt es sich um eine kleine Lohnaufbesserung, in Groningen um die Abwehr von Lohn- Herabsetzungen. Die Ausständigen bei den New Dorker Stadtbahnen nehmen die Arbeit wieder auf. An dem vollen Etat von 7000 Mann fehlen nur noch 1000. Die Führer der Trade-Union verurteilten den Ausstand und wiesen die Leute an, die Arbeit wieder aufzunehmen. Versammlungen. Lichtenberg. Die Kandidatenfrage für die am Mittwoch, den 15. März, stattfindenden Gemeindewahlen behandelte die General- Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins am Donnerstag. Das Wahlkomitee war in der Zwangslage, die Generalversammlung die Frage erörtern zu lassen, ob um jeden Preis die Mandate der dritten Klaffe gehalten werden sollen oder ob bei einem Mangel von wirklich erprobten Parteigenossen, die neben den Fähigkeiten auch den leider erforderlichen„Besitz" ihr eigen nennen, lieber durch Präsentation der schon im Amte befindlichen zwei Besitzer gegen dieses Kleinod von„Wahlgesetz" protestiert werden solle. Das Wahlkomitee selbst konnte nur einen Nichtbesitzer, den Genossen Otto Seikel, in Vorschlag bringen, während für die drei weiteren Mandate, die nur an„Besitzer" zu vergeben sind, Vorschläge im Sinne des Wahlkomitees— dem sich auch erfreulicherweise die Ge- neralversammlung anschloß— noch nicht gemacht worden. Die Ge- neralversammlung gab nach kurzer Debatte einem Vorschlage ihre Zustimmung, wonach daS Wahlkomitee am Dienstag, den 14. d. M., durch den„Vorwärts" die Kandidaten veröffentlichen solle, die dann am gleichen Tage in einer öffentlichen Wählerversammlung sich den Wählern vorzustellen haben. Damit stellte sich die Generalversamm- lung auf den Standpunkt des Wahlkomitces und verwies die in der Versammlung gemachten Kandidaten-Vorschläge an das Wahlkomitee. Trotz aller Schwierigkeiten, die sich der arbeitenden Klasse auf Grund der„famosen Wahlordnung" entgegenstellen, werden die Gemeinde- Wähler Lichtenbergs nicht nur in der dritten, sondern auch in der zweiten Wählerklasse für die sozialdemokratischen Kandidaten ein- . Den„Bürgerlichen", die so warm für die Erhaltung des treten._ MI bestehenden Wahlunrechts eintreten, mit allem Nachdruck in den Weg treten zu wollen, das drückte sich als der Wille der Versammlung aus. Letzte Nacbricbtcn und Dcpcfcbcn. Streik in der Motorcnfabrik von Benz in Mannheim. Mannheim, 11. März.(Privatdepesche des„Vorwärts".) In der Motorenfabrik von Benz in Mannheim sind heute abend 6 Uhr sämtliche Arbeiter in den Streik getteten, nachdem die tagelang ge» führten Unterhandlungen von feiten des ArbciterauSschusscs wegen Regelung der Skkordpreise zu keinem Resultat führten. Ausständig sind 650 Mann. Zuzug von Metallarbeitern aller Branchen streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltung Mannheim. DaS Hospiz auf dem St. Gotthard niedergebrannt. Airol»- 11. März.(W. T. B.) Das Hospiz auf dem St. Gotthard ist in der Nacht vom 9. zum 10. d. Mts. vollständig niedergebrannt. Der Brand entstand in einem Kamin und dauerte vier Stunden. Die von Airolo herbeigeeilten HülfSmannschaften konnten nur noch einen Teil deS Mobiliars retten. Umgekommen ist niemand._ Die englische Gewerkschaftöbill. London, 11. März.(Privat- Telegramm deS„Vorwärts".) Die Gewerkschaftöbill wurde hrutc in zweiter Lesung mit 247 gegen 142 Stimme» augcnommcn und in K o>» m i s s i o n S b c r a t u» g geschickt. Sie verlangt, wie wir bereits gestern mitteilten, erstens, daß friedliches Streikposten st ehe» und Berkehr der Poftcn mit den Streitenden vollständig gestattet wird; zweitens, daß man die TradeS-Uniomste» nicht wegen bösartiger Verschwörung anklagen kann, wenn sie sich verbinden, um gewerkschaftliche Zwecke ansznführen; drittens, daß die TradcS- Union als Körperschaft nicht auf Schadenersatz angeklagt werde» kann._ Tie Explosion in Petersburg. Petersburg, 11. März.(W. T. B.) Zu der heutigen Explosion im Hotel garni Bristol werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: In dem Zimmer, in welchem die Explosion stattfand, wurden alle Gegenstände in kleine Stücke zertrümmert. Die Fensterrahmen wurden bis auf die andere Straßenseite geschleudert. Zwei Frauen, welche in dem nebenan liegenden Zimmer wohnten, wurden durch abgeschlagene und umherfliegende Holzstücke verwundet und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Ter Mann, der das Zimmer, in welchem sich die Explosion ereignete, bewohnt hatte, wurde in kleinste Stücke zerrissen. Nur ein Bein wurde noch von ihm gefunden. Die Wände und der Boden waren mit Blut und Mark bespritzt. Der Verunglückte hatte einen englischen Paß, der aus den Namen Henry Kullon lautete._ Vom ostassatischen Kriegsschauplatz. Tokio, 11. März.(Amtliche Meldung.) Marschall Oyama be- richtet: Unsere Truppen verfolgen den Feind in der Richtung auf Eching kin und kamen gestern vormittag 11 Uhr in Huiyuanpao, fünf Meilen nördlich von Fuschun an. Sie setzen die Verfolgung mit großem Nachdruck fort. Petersburg, 11. März.(W. T. B.) Kuropatkin meldet vom gestrigen Tage 6 Uhr abends: Seit nachmittag vollzieht sich der ehr gefährliche Rückzug, besonders schivierig für die von der Mandarincnstraße entfernten Korps. Die Japaner bedrohten unsere Truppen, aber dank der äußersten Anstrengungen sind unsere Armeen außer Gefahr. Der Feind beschoß )ie Rückzngslinie von Ost und West. Die Mandarinenstraße wurde vom Osten von zwei Orten bei Tavan und Pankse be« chossen. Unsere Truppen hielten sich sehr tapfer. Die Japaner drangen so leicht vom Süden vor, weil der Hnnho, der unsere Stellung bei Mulden deckte, heute gefroren ist.— General Zergitzky ist verwundet, bleibt aber in der Front. Washington, 11. März.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Meldungen, die hier eingetroffen sind, führen ans, daß cher Kriegs- mimster in Tokio erklärt habe, Oyama habe beschlossen, mit Mukden alS neuer Operationsbasis mit einem großen Teil der Armee nach Norden in der Richtung auf Charbin zu vorzudringen, um seine große Aufgabe zu erfüllen und die wahrhaft niederschmetternde Niederlage KuropatkinS auszunutzen. Der japanische Gesandte Takahira besuchte heute Hay und verweilte eine halbe Stunde bei ihm. Später empfing Takahira einen Berichterstatter, dem er er- klärte, die Einnahme von Mukden würde keinen Einfluß aus die Fortsetzung deS Krieges üben. Die Eröffnungen zu Friedens- Verhandlungen müßten von Rußland kommen. «erantw.Rcd.: Paul Büttner, Berlin. Jnferateverantw.smitAuSnahme der ,NeueWelt"-Be«age)!Th. Glocke, BerUn. Druck».Verlag: vorwärts Buchdr.u.BerlagSanst.Paul Singer ch Co., verlin SV. Hierzu S Beilagenu.Untcrhaltungsbl. U. 61 33. Jahrgang. ijfildif te LmSrls" Knlim KcksM Die Einschließung der russischen Armee. JßrUsc/ui/-/�� üJfeiküxischdb Reichstag» 1#1. Sitzung vom Sonnabend, den 11. März 1905, nachmittags 1 Uhr. Ilm BundeSratStische: Kommissare. Der Gesetzentwurf betreffend Aenderung des<5 118 des Gerichts» verfaffungs-Gefetzes und ebenso der Gesetzentwurf Stockmann iRp.) und Genossen betreffend Aenderung des§ 23 des Personenstand- Gesetzes werden in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Runmehr wird die zweite Beratung des Etats des Reichs- «mtS des Innern und der zugehörigen Resolutionen fortgeietzt. Abg. KulerSti(Pole): Ein so ehrenhafter Mann wie der Staats- sekretär Graf Posadowsky hätte nicht leugnen dürfen, dast das neue preußische Ansiedelungsgesetz einen Bruch der Verfassung darstellt. Nach Artikel 4 der preußischen Verfassung sind alle Preußen bor dem Gesetze gleich. Auch wir Polen sino der preußischen Staats- angehörigkeit nach Preußen, trotzdem sollen wir durch das neue AnsiedelungSgesetz gesetzlich schlechter gestellt werden. Damit ist auch die 5ieichSverfassung verletzt.(Beifall bei den Polen.) BundeSratS-Bevollmachtigter Geheimrat Mermuth: Der Abg. KulerSki hat nicht den leisesten Versuch gemacht, nachzuweisen, in wie fern die Reichsverfassung verletzt sei. Ich protestiere daher gegen seine Angriffe auf den Grafen Posadowsky. Abg. Zubcil(Soz.): Abg. Dr. Mngdan hat mir„objektive Unwahrheiten" vorgeworfen. Dagegen muß ich Verwahrung einlegen. Ich konnte gestern nicht anwesend sein, muß mich daher aus sein Leiborgan, die»Neue gewesen ist. Ich habe nur behauptet, daß er die Freundschaft der Kaffenvorstände gesucht und auch geftmden hat. bis die Freundschaft zu Ende ging. Was den Fall dcS Charlottenburger Vereins frei gewählter KaffenSrzte anlangt, so hat Herr Dr. Mugdan betont, daß der von dem Berein angestellte Agitator nur Sekretär i m Neben- amte gewesen ist: aber da« ändert doch nichts an der Sache. Ich habe nicht behauptet, daß Herr Dr. Mugdan selbst gewußt habe, daß dieser Mann ein Agitator war. Ich behauptete nur, daß die Kollegen des Herrn Dr. Mugdan gewußt haben, zu welcher Partei er gehörte. Ich frage Herrn Mugdan, wo in meiner Rede auch nur«in Wort davon enthalten ist, daß ich diesen Verein als politischen Berein hingestellt hätte. Ich habe nur ausgeführt. daß. wer diesem Verein beitritt. er mag noch so minderwertig sein, doch gedeckt wird. Was den Lichten- berger Fall anlangt, so stehe ich hier garnicht an. zu erklären, daß mir dabei Irrtümer uuterlaufcn sind. Herr Kaufmann ist keine ftei- sinnige, sondern eine konservative Leuchte. Aber nachdem Herr Mugdan neulich so außerordentlich nach dem Beifall der Rechten ge- geizt hat, so steht ihm in der politische» Gesinnung dieser Kaufmann niiyt sehr fern.(Sehr gut l bei den Sozialdemokraten.) Richtig ist, daß Kaufmann nicht entlassen ist und daß er die Kasse nicht bestohlen hol, was ich auch nicht behauptet habe. Würde er aber länger im Amte geblieben sein, so hätte er zwangsweise gehen müsien. Als er schon die Pensionierung in der Tasche hatte, stellte er noch einen kurzer Hand entlassenen Eisenbahnbeamten als Krankenkontrolleur auf Lebenszeit an. Auch dieser Herr muhte entfernt werden und klagte auch auf Erfüllung seines lebenslänglichen Kontraktes. Herr Mugdan sagte gestern, er wüßte nicht, ob der jetzige Rendant be- fähigt sei, er könne nur mitteilen, daß die Beiträge während seiner Dienstzeit erhöht wurden. Das hängt so zusammen: es sind nämlich statt 4 neuerdings 6 Klaffen in der Kasse geschaffen worden, die Beiträge der oberen Klassen sind erhöht, die der unteren ermäßigt worden, so daß also die bedürfttgen Mit- «lieber einen vorteil haben.«IS Herr Kaufmann aus der Kasse schied. war der Reservefond von S000 M. verbraucht. Der Barbestand betrug 224 M. Der neue Rendant nmßte sich an den Gemeinde- vorstand um 1500 M. wenden, um nur die Gehälter zahlen zu können. Ich will Ihnen an einigen Zahlen noch den Aufschwung der Kasse unter dem jetzigen„unfähigen" Rendanten nachweisen. Ich bemerke. daß Herr Dr Mugdan dem jetzige» Rendanten Oswald Grauer schon vor seinem Amtsantritt genau setannt. Er hat mit ihm in einer Kommission zusammengesessen und hat genau gewußt, daß Grauer die Hülfskasse 61 gegründet hatte, also im Krankenkassen- Wesen kein Neuling war. In der Lichtenbcrger Kasse betrug beim Ausscheiden des früheren Rendanten der Reservefonds 5700 M.. jetzt beträgt er 11 326 M. Das Vermögen betrug früher 71 201 M. und ist jetzt auf 133 769 M. angewachsen. Statt 3 Aerzten für 1760 Mitglieder find jetzt 6 Acrzle fiir 1866 Mitglieder angestellt. Die Mitglieder, die nicht in Lichtenberg wohnen, können stch bei Berliner Aerzten behandeln lassen» die nach der Leistung bezahlt werden. Die Ausgaben sind von 119 066 M. auf 256 666 M., aber die Einnahmen von 133666 auf 272666 M. gestiegen.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Als Herr Kaufmann aus dem Amte schied, übergab er die Hinterlegungsscheine deS Reservefonds der Gemeindebehörde in Lichtenberg mit der Anweisung, weder Zinsen noch Kapital herauszugeben, bevor seine An- sprüche auf Pension endgültig beftiedigt seien. Herr Kauftnann wollte also in erster Linie sich aus Kosten der Arbeiter ein sehr angenehmes Leben beschaffen. Vielleicht rührt mein Streit mit Horm Mugdan darüber daher, daß ich über solche Dinge ein anderes Urteil habe als er. Wo ich mich getäuscht habe, habe ich das offen zugegeben. Herr Mugdan hingegen hat es unter seiner Würde befunden, gegenüber den Mitgliedern meiner Partei, gegen die er so schwere Angriffe gerichtet hatte, von dieser Stelle aus ein Wort der Entschuldigung oder des Bedauern« auszusprechen! Da ist er doch am wenigsten berechtigt, mir wegen kleiner Irrtümer den Vorwurf der Unwahrheit zu machen. Ein Mann der seinen Glauben wechselt, wie ein schmutziges Hemd...(Präsident Graf Ballestrem ruft den Redner zur Ordnung.) Ich hoffe, daß Herr Mugdan jetzt der Wahrheit die Ehre gebe» und seine Unwahrhelten richtig stellen wird.(Präsident Graf Ballesttem ruft den Redner zum zweitenmal zut Ordnung.) Abg. Dr. Mugdan(fts. Bp.): Mit Schimpfen wird eine Sache nicht aus der Welt geschafft. (Präs. Ballestrem bezeichnet„schimpfen" als einen unparlamen- tarischen Ausdruck.) Der Solinger Kranren lassen- st r e i t zeigt die Ucbelstände, die die Berquickuna von Kassenwesen und Politik mit sich bringt. Der Vorsitzende Beck, der Sozial- demokrat ist oder war, st orte den tiefen Frieden, der bis dahin dort herrschte, indem er mit dein sei 12 Jahren bestehenden System der freien Arztwahl brach. Die früher nichtsozialdemokrattsche Verwaltung der Kasse hatte bedeutend billiger gearbeitet, als die des Herrn Beck.(Hört! hört I rechts und bei der Freisinnigen Volks- Partei.) Mit Arbeiterinteressen hat der.Kampf, der in Solingen gegen die fteie Arztwahl geführt wurde, nichts zu tun. Ich habe hier Briefe, in denen es heißt, Herr Beck sei nicht Arbeiter- Vertreter, sondern Arbeiterverräter. Es ist eigentlich eine hohe Ehre für sich, daß. wenn ich auch Herrn Zubcil nur halb rechnen will, jetzt bereits 4>/, Sozialdemokraten gegen mich gesprochen haben.(Heiterkeit rechts und bei der Freisinnigen BolkSpartei.) Aber keiner hat mich zu widerlegen vermocht. Am unangenehmsten ist ja den Herren meine Darstellung der Karribre deS moderneu Arbeiter- agitators gewesen. Da ist allerdings nichts zu machen, die Sache ist nun einmal so.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Herr Scheide- mann berief sich gegen mich auf Herrn v. Gerlach, auf denselben Herrn v. Gerlach, den der„Vorwärts" am 23. September 1904 als einen geckenhaft aufgeputzten eitlen Schwätzer bezeichnete. Die Sozialdemokraten sind immer bei der Hand, dem Gegner unsaubere Mottve unterzuschieben. Das zeigte sich auch gestern wieder, als Herr Scheidcmann gegen den Kollegen Dr. Becker loSzog. Herr Becker hat als junger Parlamentarier den außerordentlich beliebten Herrn Ulrich besiegt und die» zweifellos nur als untadeliger Charakter vennocht. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der heutige Bericht des „Vorwärts" über die gestrige Sitzung bringt unter dem Titel „Mugdan« Mulden" die erbärmlichsten Verleumdungen über mich. (Hört I hört I recht« und bei der Freisinnigen Volkspartei.) Ich soll den Grafen Posadowsky ermuntert haben, die Selbstverwaltung der Krankenkassen zu beschneiden. Ich habe aber nur gesagt, daß kein Zweifel bestehen könne, daß der VersicherungS-VereinhcitlschungSplan des Grafen Posadowsky, für den sich die Sozialdemokraten erkläre», eine Selbstverwaltung der Kassen, wie sie heute ist, nicht fortbestehen lassen würde. Ich halte es gerade vom liberalen Standpunkte ails für notwendig, gegen die Sozialdemokratie aufs schärfste vorzu- gehen, denn gerade die sozialdemokratische Agitation verhindert die Erfüllung der liberalen Forderungen.(Lebhafter Beifall bei der Freisinnigen Volkspartei.) Abg. v. Dirksen(Rp.): Den trefflichen Ausführungen des Vor- redner«(Sehr richtig I rechts) habe ich nur hinzuzufügen, daß lvir nicht nur immer an die Arbeiter, sondern auch an die anderen Erwerbsstände denken müssen.(Sehr richtig! rechts.) Redner lenkt -dann die Aufmerksamkeit der Regierung und des Hauses auf die Maßnahmen zur Bekämpfung des internattonalen Mädchenhandels. Abg. Graf v. Brudzewö-Mielzynski(Pole) erklärt im Namen seiner Fraktion, daß beim Etat des Reichskanzlers das Anstedelungs- gesetz zur Sprache gebracht werden würde, damit alle Frakttonen sich über dasselbe äußern könnten. Abg. Stabthagcn(Soz., am Anfang auf der Tribüne schwer ver- ständlich.): Ich möchte an den Herrn Staatssekretär die Frage richte», wann wir erwarten können, daß die seinerzeit ver- sprochene Rundfrage über die Ausdehnung des Bersichcrungsweseus an uns gelangt. Es handelt sich namentlich um die Einbeziehung der ländlichen Arbeiter und des gesamten ländlichen und städtischen Gesindes in die Reichsversicherung. Nirgends findet sich eine Zu- sammenstellung über die einschlägigen Dinge. Diese Frage ist in der Tat wichttger für die Landarbeiter, als daß man sie mit neuen Zöllen, mit Lasten bedenkt, wie es den Konservativen angenehm ist. Ich möchte jetzt einen Fall zur Sprache bringen, welcher, wenn er zu Recht bestehen würde, das gesamte Recht der Arbeiter auf Ber- tretuug in den Krankenkassen und Grwerbrgerichte» illusorisch macht. I» der Neuen Maschinenbauerkasse ist es vorgekommen, daß ein Arbeiter namens Albrecht verhindert wurde, als Delegierter an den Vorstandssitzungen teilzunehmen. Der Arbeitgeber nämlich, bei dem er beschäftigt war, entließ ihn, und nun wurde behauptet. daß er nicht mehr imstande sei» sein Mandat auszuüben. Der Berliner Magistrat hat im Gegensatz zur bestehenden Judikatur diese Auffasfimg bestättgt. Danach also könnten die Arbeiter aus allen Ehrenamtern, die ihnen die Gesetzgebung zuweist, sofort ausgeschlossen werden, wenn sie von ihrem Arbeitgeber auch nur eine Stunde vorher entlassen würden. Das wäre aber der reine Nonsens. Man kann doch dem Gesetzgeber, der diese Ehrenämter geschaffen hat, nicht zutrauen, daß er ganz und gar blödsinnig gewesen ist. Die Sache geht aber noch weiter. In derselben Krankenkasse ist versucht worden, den Arbetter Albrecht noch weiter an der Ausübung seine« Mandats zu hindern. AI« er näinlich in einer neuen Fabrik angestellt war, da trat man an den .Fabrikleiter mit der Bitte heran, ihn wenigsten« für einen Tag zu entlassen, damit er nicht Deputierter fein könne. In dieser Weise wird die Selbstverwaltung der Krankenkassen ge- mißhandelt. Ein anderer Fall ist der der Orts krank enkasse Lichtenberg. Wie dort Herr Kaufmann zum Kommissar .gemacht wurde, das war für den Reichstag der Grund, bei der Novelle zum Krankenversicherungs-Gesetz das VerwaltungSstreit- vcrfahren für solche Fälle zuzulassen. Ich habe diese Frage hier schon früher wiederholt behandelt und bin besser darüber informiert als Herr Mugdan und seine Hintermänner. Es berührte mich also sehr eigentümlich, als Herr Mugdan in der Hoffnung, daß kein Mitglied des Hause« über diese Vorgänge orienttert wäre, wagte. eine ganz verzerrte Darstellung der Tatsachen hier vorzutragen. Ich trete dem nun etwa nicht deshalb entgegen, weil ich den Vor- wlirfen de« Herrn Dr. Mugdan die geringste Beachtung beimesse, sondern nur deshalb, weil ich vollkommen das unterschreibe, was der Abg. Kopsch gestern hier ausführte: Wenn ein Mitglied dieses Hauses gegen außerhalb Stehende unwahre Beschuldigungen erhebt, die. wenn sie wahr wären, diese Leute in ihrer Ehre herabsetzen lvürden, ist jedes Mitglied de« Reichstage« verpflichtet, gegen diese Verdächtigung vorzugehen. Auf Ersuchen von Weiße und Oswald Grauer, die Herr Mugdan hier in dieser ungerechtferttgten Weise verdächttgt hat, werde ich auf Grund der Akten die Be- Hauptungen des Herrn Mugdan richtig stellen, nicht auf Grund dessen, wa« Herr Mugdan Akten nennt, nämlich seine Be- hauptuugcn, sondern auf Grund wirklicher Akten. Ich gestehe zunächst, daß ich nicht weiß, ob der frühere Amtsvorsteher und Oberförster Kauftnann in Lichtenberg konservattv oder freisinnig ist; das ist mir aber gerade bei Herrn Mugdan gleichgülttg. Ich entsinne mich, daß im Jahre 1878 ein Freisinniger im„Berliner Tageblatt" aus- forderte, die sozialdemokratischen Arbeiter zu maßregeln. Da« war der jetzige konservative Abg. Fetisch. Was damals eine freifinnige Leuchte war. ist heute konservativer Abgeordneter. Die Verlvechscmng ist also wirklich kein Grund, sich aufzuregen.(Heiterkeit.)— Ich muß zunächst noch mit einigen Worten die Art und Weise der Angnffe Dr. Mugdan« charakterisieren. Ich werde daraus keine allgemeinen Folgerungen ziehen, sondern nur niedriger hängen, was niedriger gehängt werden muß. Herr Mugdan sagte nach dem Stenogramm, als er über den TerroriSnms der Sozialdemokraten sprach: Ich bedaure, daß der Abg. Dr. Südekum soeben hinaus- gegangen ist; er hat selbst in Mühlhausen eine Rede gehalten, nach der em Flugblatt erschien, in den» es wörtlich lautete usw. Dann hat der Abg. Mugdan geleugnet, den Inhalt des Flugblattes dem Abg. Südekum irgendwie zur Last legen zu wollen. Diese Art zu verdächtigen, nennt man außerhalb des Reichstages so, wie man sie nur außerhalb des Reichstages nennen darf. Man kann lauter ivahren Worten durch Losreißen au« ihrem Zusammenhang und durch ihre Zusammenstellung einen ganz falschen Sinn geben. Dr. Mugdan erzählte weiter von einer Anstellung bei einer Berliner Orts-Krankenkasse; die Unternehmer hätten gesagt, man solle doch endlich einmal einen Beamten anstellen, der o r t h o- graphisch schreiben könne und mit Bureauarbciten vertraut lei. Darauf hätte der Vorsitzende erwidert: Nein, mein Bruder soll e« werden; der ist zwar Tischler, ist aber gut dazu. Es bezieht sich das auf eine Anstellung bei einer allgemeinen OrtS-Krankenkasse in Berlin im Auglist 1902. Aber der Fall verhält sich ganz anders. Unter vier Bewerbern war auch der Bruder de« Vorsitzenden. Bei der Abstimmung über dessen Anstelluug enthielt sich der Vorsitzende der Stimme und deS Borfitzcs während der ganzen Sitzung. Hätte er mitaestimmt, so wäre die Anstellung seines Bruders beschlossen worden. Er hat also da« einzige getan. Ivas ein anständiger Mann in einem solchen Falle tun konnte. Die beiden von Herrn Mugdan berichteten Aeußerungen find nie gefallen.(Hört! hört! bei den" Sozialdemokraten.) Der Vorsitzende Weiße hat nie für die Anstellung seine« Bruder« gewirkt. Herr Mugdan be- haliptet, daß zwei Arbeitnehmervertreter wegen dieser Abstimmung gemaßregelt worden seien. Auch diese Behauptung ist das Gegenteil der Wahrheit. Im Falle Grauer hat Herr Mugdan gestern endlich zugegeben, daß er über die Befähigung des Mannes nichts Ungünstige« sagen könne. Herr Mugdan beschwerte sich, daß der„Vorwärts" von seinem Mulden spricht, aber er hat doch Aehnlichkeit mit Kuropatkin, da er sich auch sieghast in der Flucht erweist.(Große Heiterkeit.) Herr Mugdan fügte hinzu, jedenfalls seien die Beittäge erhöht worden. Da« ist nicht wahr, aber auf eine falsche Behauptung mehr oder weniger kommt es bei Herrn Mugdan fchon nicht an. Herr Mugdan hat meinem Parteigenossen Zubeil Vorwürfe wegen seiner Irrtümer gemacht.(Zuruf.) Die Stärke der Redewendungen de« Herrn Dr. Mugdan nehme ich ebensowenig übel wie den Grad der Wahrhaftigkeit, der ihn auszeichnet. Aber in der Mugdanschen Darstellung ist alles mr- wahr. Herr Mugdan behauptete, die Sozialdemokratie mußte einen Agitator nach Lichtenberg setzenH Unwahr. Herr Mugdan! Ich bin seit 1896 Vertreter dieses Kreises und müßte cS wissen. Lichtenberg hat niemals einen Agitator gebraucht, noch ist einer dahin geschickt worden. Wozu sagen Sie diese Unwahrheit? Wer ist Ihr Ge- währSmann? Oder ist e« nur freie Phantasie von Ihnen? Herr Mugdan erzählte weiter: Oswald bekam eine Restauratton. Unwahr. Herr Mugdan I Und Sie haben es nicht widerrufen, obwohl Zubeil Ihnen schon gestern gesagt hat, daß es unwahr ist. Grauer hat das große Verbrechen begangen, von dm Rechte» fer ©fetoerfefrciEcit Gebrauch zu»lachen und sich von seinein eigenen Gclde eine Restauration aufzumachen� Herr Mugdan behauptete weiter: Sie ging nichch Ich weiß nicht, ob Herr Mugdan dort Gast war. Aber wie komnlt er dazu, zu sagen, daß sie nicht ging? Das ist wieder eine Unwahrheit. So ist jeder Satz, jedes Satz- Partikel Dr. Mugdans eine Unwahrheit, jede Periode eine Knotcnstock von Unwahrheiten. Die Kneipe ging so gut, daß Grauer Bedenken hatte, die„Vorwärts"-Erpedition für Lichtenberg zu übernehmen.— Herr Mugdan hat den ganzen Fall so falsch dargestellt, daß ich nur annehmen kann, er ist vollkommen verkehrt orientiert. Andererseits kenne ich seine Parteifreunde in Lichtenberg und traue ihnen nicht zu, daß sie so tief stehen, um Herrn Mugdan so falsch zu infor- mieren. Die Sache ist so. Der konservative Rendant Kaufniann hatte eine große Reihe von Angriffen seitens der Arbeitnehmer, eines Teils der Freisinnigen, zu denen auch Mitglieder des Vor- standes gehörten, zu bestehen. Die Sozialdemokraten erklärten, sie ginge der Streit auch an, in der Sache nahmen wir gegen Kauf- mann Partei. Die Streitigkeiten wurden schließlich so stark, daß man dem Kaufmann in einer V o r st a n d s s i tz u n g Prügel anbot— freisinnige Prügel.(Heiterkeit.) Der Aufsichtsrat setzte daraufhin eine Kommission ein, leider ernannte er dazu Herrn Kaufmann selbst. Endlich erklärte die Aufsichtsbehörde,� wir wollen das Kommissariat auf- heben, aber wir müssen Ordnung hineinbekomnlen. Da wurde der G em e i n d e v e r o r d n e t e,' Grauer vorgeschlagen, zu- nächst nicht von den Sozialdeniokraten. Von allen Seiten wurde_ er anerkannt als ein sehr befähigter und ruhiger Mann. Daraufhin hob die Behörde im März das Konimissariat auf. Ucber die Neuwahl hat nun Herr Mugdan erzählt: Da kamen Arbeitgeber und Arbeitnehnler zusammen, die Arbeitgeber wollten die Sache ausschreiben, die Arbeiter sagten, nein, wir wählen unseren Oswald. Demgegenüber ergibt das amtliche Protokoll folgendes. Nach einer längeren Debatte über eingegangene Bewerbungsschreiben stellten einige Arbeitgeber den Antrag, die Stelle auszuschreiben; in der Debatte wurde erklärt, man würde ja gern darauf eingehen. Aber nachdem Herr Kaufmann sein Amt niedergelegt habe, sei es nötig, jemand anders ein- zustellen. Es wurde ausdrücklich seitens der Arbeitgeber zugegeben, gegen Herrn Grauer liege nichts vor. Der Antrag der Arbeitgeber, die Stelle auszuschreiben, wurde abgelehnt; darauf obstruierten die Arbeitgeber, indem sie das Lokal ver- ließen, und Grauer wurde geloählt. Bei der Generalversammlung wurde dann nicht beantragt, Herrn Kauftnanns Pensionierung nicht für gerechtfertigt zu erklären, sondern einfach Kaufmann seines Amtes nachträglich zu entheben und keinerlei Verpflichtungen der Kasse gegenüber anzuerkennen. Warum hat eigentlich Herr Mugdan diesen Fall angeführt, wenn nicht in der Absicht, den, Manne etivas an- zuhängen. Er sagte, er tue es nur, um die Kämpfe in Köln, Leipzig und Solingen verständlich erscheinen zu lassen. Glaubte er wirklich, daß eine Wahl in Lichtenberg auf diese Kämpfe Einfluß hat? Falsch informiert zu sein kann jedem passieren; aber die Tatsache, daß der ganze Lichtenberger Fall mit dem angeblichen TerroriSniuS der Krankenkassen und mit den Aerztestreiks gar nichts zu tun hat, beweist, daß es nicht sachliche Gründe sind, die den Abg. Mugdan veranlaßt haben, den Fall hier vorzutragen. Herr Abg. Mugdan kann jetzt wenigstens nicht behaupten, daß seine Darstellung des Falls unwidersprochen geblieben sei. Ihrerseits liegt ja nichts Ehrenrühriges vor, wohl aber seitens Ihrer Hintermänner, mit denen Sie sich solidarisch fühlen. Ich werde jetzt über unsere Resolution ö93 sprechen, welche es den Arbeitgebern und ihren Stellvertretern verbieten will, mit anderen Arbeitgebern oder Stellvertretern in Verbindung zu treten, um Arbeitern, die von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch gemacht, es zu erschweren, Arbeit zu finden. Wir verlangen, daß endlich vorgegangen wird gegen die schwarzen Listen. Ich freue mich, hier in Uebereinstimmung mit den „reisten Reichstagsmitgliedern zu sein. Nur Abg. Pauli hat unsere Resolution als ein Ausnahmegesetz gegen Arbeitgeber bezeichnet. Aber schwarze Listen verstoßen gegen die guten Sitten. Wir richten uns nur gegen den Diebstahl der Arbeitskraft und gegen die Organisation dieses Diebstahls. Abg. Raab, der sonst dem Abgeordneten Pauli nahe steht, bedauert, daß Handelsgehülfcn entlassen sind, weil sie aus einer bestimmten Organisation nicht austreten wollten. Er steht also hier auf unserer Seite. Mit dem Munde treten ja Konservative und Regierung überhaupt für Sicher- heit des Koalitionsrechtes ein. Wenn sie es ernst meinen, so müssen sie für unseren Antrag, welcher sich gegen die Proskription der Arbeitskrast richtet, stimmen. Unsere ganze moderne Kultur beruht auf der Arbeitskrast. Da soll es innerhalb der bürgerlichen Gesell- schaft erlaubt werden, daß jemand in der Ausübung seiner Arbeits- kraft gehindert wird, weil er einer bestimmten Organisation an- gehört? Und doch können wir zahlreiche Beweise dafür vorbringen, aus der Tischlereiindustrie, aus der Metallindustrie, aus der GlaSinduftie, aus der Textilindustrie usw. Neulich ist schon der Fall vorgetragen worden, daß eine Frau gezwungen ivurde, aus ihrer Organisation auszutreten, indem man ihr damit drohte, ihr sonst das Erziehungsrecht über ihre Kinder zu nehmen. Das ist schon nach gegenwärtigem Recht ganz offenbar eine Er- Pressung. Ich frage die Regierung, was hat sie in diesem Fall getan? Aber die Rechtsprechung schützt im wachsenden Maße nur das Koalitionsrecht der Arbeitgeber. In diesem hohen Hause gibt es meines Wissens nur einen Abgeordneten, der offen das Koalitionsrecht der Arbeiter überhaupt antasten will. Das ist der Abg. Bruhn, welcher dieser Tage erklärt hat, das Streikposten- stehen müßte verboten werden. Ohne Streikposten kein Koalitions- recht I Als Grund führte der Abg. Bruhn an, daß in einem Berliner Falle, den er erzählte, der Verkehr dadurch gestört sei. Ich konstatiere aber. daß in diesem Falle der Streik sechs Wochen dauerte, ohne daß die Polizei ein- zuschreiten brauchte. Uebrigens gehörte der betreffende Arbeit- geber einer Religionsgemeinschaft an, welche Abg.� Bruhn am liebsten vom Erdboden vertilgen möchte.(Heiterkeit bei den Sozial- demokraten.) Seit den 80 Jahre» Zuchthans, welche im Waiden- bürg er Kohlenarbeiter-Streik verhängt wurden, ist in zahlreichen Prozessen in Kolberg. Köslin, in Bromberg, in Köln, in G e e st e m ü n d e, in Duisburg usw. eine Verurteilung der Arbeiter erfolgt. Nur weil sie ihr Koalitionsrccht ausgeübt haben. Die Geschichte der deutschen Lohnkämpfe ist zugleich die Geschichte der Auflösung des deutschen Rechtszustandes gegenüber den Arbeitern. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Und doch hat das Reichs- gericht sich gegen die„schwarzen Listen" ausgesprochen. ES geschah auf Grund eines Prozesses Zwilchen dem Metallarbeiter-Verbande und der Eisengießerei Keyferlink u. Thomas. Es wurde vom Reichs- gericht grundsätzlich ausgesprochen, daß ein Arbeitgeberverband, ivelcher einen Arbeiter auf die schwarze Liste setze, wegen Zugehörig- keit zu einer Organisation sich, wenn auch noch nicht strafbar, so doch ersatzpflichtig mache, indem eS sich um einen Verstoß gegen die guten Sitten handele. Im Z 113 der Gewerbe-Ordnung wird bestimmt, daß zwar ein Zeugnis über die Arbeitszeit bei der Entlassung auf Wunsch ausgestellt werden müsse, daß aber in diesem Zeugnisse kein Urteil stehen dürfe, welches den Angestellten bei einer künftigen An- stellung schädigen könne. Das Reichsgericht hat nun erklärt, daß in dem fraglichen Vorgehen der Nachweisstelle des Arbeitgeber- Verbandes ein Verstoß gegen den Geist dieser Bestimmung der Ge- werbe-Ordnling liege, daß es sich also um eine Umgehung der gesetzlichen Vorschriften handele. Danach handeln die Nach- weisstellen all der verschiedenen Arbeitgeberverbände ungesetzlich. Alle großen Industrien haben den Versuch gemacht, von dem selbst das Reichsgericht es als zweifelhast bezeichnete, ob er nicht ein Ver- stoß gegen die guten Sitten sei, und die Reichstagsmehrheit mitsamt dem Zentrum hat sie infolge der Förderung der Kartellierung durch die neuen hohen Zölle darin unterstützt. Wir werden abwarten, ob das Zentrum bereit ist, auf dem von uns vorgeschlagenen Weg, den auch die katholischen Gewerkschaften billigen, das Koalitionsrecht zu schützen. Seit dem ersten Urteil hat das Reichsgericht in einer ganzen Reihe anderer Prozesse festgestellt, daß die Arbeitgeber die- jenigcn sind, die gegen die guten Sitten verstoßen, den schlimmsten Tcrrorismus ausüben, ein doppeltes Vergehen gegen die Grundlage» jeder Gesellschaftsordnung, die Möglichkeit der Verwertung der Arbeitskrast und der Freiheit der Vereinigung begehen. Möglich, daß das Strafgesetz doch nicht angewandt werden würde; von heute auf morgen werden ja die Staatsanwälte ihre Anschauungen nicht ändern. Aber wir müssen doch wenigstens versuchen, dem grimmigsten Terrorismus, der jede Verwertung der geistigen �und körperlichen Arbeitskraft unmöglich macht, entgegenzutreten. Sie alle, die Sie nach Ihren Worten die Arbeitskrast schützen wollen, Freunde des Koalitionsrechtes und Feinde des Terrorismus sind, bekennen Sie Farbe! Treten Sie der infamsten Bcrrufscrklärung, die durch er- Presserische Mittel geübt wird, entgegen und schützen Sie das Koalitionsrccht.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Dr. Pansche: Sie haben in einem großen Teile Ihrer Rede auf Grund des Ihnen vorliegenden Materials den Nach- weis zu führen versucht, daß der Abg. Mugdan hier unwahre Be- Häuptlingen ausgesprochen habe. Das kann ich nicht hindern. Aber Sie haben eine Bemerkung persönlicher Art gemacht, die ich im Zllljnient nicht genau verstehen konnte, die aber nach dem amt- lichen Stenogramm so lautet:„Ich nehme dem Abg. Mugdan die Stärke seiner Redewendung so wenig übel, wie die Knappheit der Wahrhaftigkeit, die ihn auszeichnet". Das ist eine schwere Beleidigung, die ich in diesem Hanse nicht dulden kann. Ich rufe Sie zur Ordnung!(Bravo I rechts. Lachen bei den Sozial- demokraten.) Abg. Dr. Müller-Sagan(frs. Vp.): Ich will nur im Interesse der gesundheitlich so schwer geschädigten Glasarbeiter noch etwas nachtragen, was von höchster Wichtigkeit ist für die Beurteilung der sanitären Verhältnisse in den Betriebs st ätten der Glasin du st rie. Der Staatssekretär Graf Posadowsky leugnete, daß bei der Benutzung eines gemeinsamen Mund- stückes zum Blasen Syphilis oder Tuberkulose übertragen werden könnten. Mir liegt von dem Nervenärzte Dr. Bode in Saar- brücken jetzt ein Bericht vor, daß aus siebe» Leute durch ein ge- «einsames Mundstück beim Blasen die Syphilis übertragen worden ist und die schwersten Folgen eintraten. Jeder Versuch, eine Rente für diese Glasarbeiter zu erlangen, war vergeblich! Verhältnisse zu konservieren, unter denen eine so grauenhafte Infektion sich von Tag zu Tag wiederholen kann, und unter denen den Verunglückten nachher auf keine Weise zu helfen ist, wäre das Unerhörteste, was geschehen kann.(Sehr richtig I links.) Damit schließt die Generaldebatte über den Etat des Reichs- amts des Inneren. Persönlich bemerkt Abg. Sch ei bemann(Soz.), er halte alles, was er gestern dem Abg. Becker gegenüber gesagt habe, auch nach dessen ableugnenden Telegramm aufrecht, da das ganze Beweismaterial in seinen Händen sei. Auf Antrag Gröber(Z.) wird die Abstimmung über die vorliegenden Resolutionen auf eine spätere, stärker besuchte Sitzung ver- tagt.— Es folgt die Spezialdebatte. Beim Kapitel„Allgemeine Fonds" Titel„Zur Förderung der Seefischerei" tritt Abg. Heid(natl.) für den Schutz der Heringsfischerei ein. Abg. v. Böhlendorff(k.) unterstützt die Anregung seines Vor- redners. Der Schellfischfang hat sich teilweise zu einer wahren Raub- fischcrei entwickelt. Die Hoheitszone muß besser als bisher gegen stemde Eingriffe geschützt werden. Abg. Gothci»(frs. Vg.) weist darauf hin, daß das Reich nur zur Hochseefischerei, nicht aber zur Küstenfischerei einen Zuschuß gibt, also ein Recht zur Einrede nur bei der Hochseefischerei hat. Sachlich stimme ich den Vorrednern durchaus zu. Es ist ein arger Mißstand, daß wir in der Ostsee keine Hochseefischerei haben, zumal die Küsten schon stark abgefischt sind. Es muß aber auch für die Ostseeküstenfischer gesorgt werden, die in ihrem Erwerb gefährdet sind und wegen der pommerschen Majorate nicht zur Landwirtschast übergehen können. Vielleicht empfiehlt sich eine Genossenfchaft mit Staatshülfe für Ostsee-Hochfischerei.(Beifall links.) Nach einer kurzen Erwiderung des Abg. v. Böhlendorff(k.) er- hält da§ Wort Staatssekretär Graf Posadowsky. Er will versuchen, im Reichs- Marine-Amt ein Kanonenboot zur Beschlltzung der Hochseefischerei zu erlangen. Ich werde tun, was in meinen Kräften steht, um den geschädigten Fischern aus Reichsmitteln eine Unterstützung zukommen zu lassen, und werde die Ostseefischer dem Wohlwollen des preußischen Ministeriums, besonders des Landwirtschaftsministers empfehlen.(Bravo I) Die folgenden Titel werden debattelos genehmigt. Beim Kapitel„Ueberwachung des Auswanderungswesens" protestiert Abg. Graf Bernstorff-Uelzen(Welfe) dagegen, daß die deutschen Schiffe das in auswärtigen Häfen gekaufte Pökelfleisch in Deutschland einführen, und verlangt, daß die aus Reichsmitteln subventionierten Dampfer ihren ganzen Proviant aus Deutschland beziehen. Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, daß die Dampfer des norddeutschen Lloyd ihren Proviant wesentlich aus Deutschland be- ziehen. Ganz ist steilich der Bezug von frischem Fleische in stemden Häfen nicht zu vermeiden. Wenigstens was die subventionierten Linien anlangt, sorgen wir dafür, daß nur deutsches Fleisch zur Verwendung komme. Wg. Graf Bernstorff(Welfe) dankt dem Staatssekretär für diese Erklärung und fährt fort: Die Fleischbeschanfrage ist für uns wesentlich eine moralische.(Schallendes Gelächter links.) Beim Kapitel Reichs-Schulkommission bespricht Abg. Eickhoff(frs. Vp.) die mecklenburgischen höheren Schulverhältnisse: Es herrschen dort Zustände, die es nahe legen, diesen Schulen die Erteilung von Berechtigung z. B. zum einjährigen Dienst zu entziehen. Die Reichs- Schulkommission brauchte gar nicht in die innere Vcrlvaltung dieser Schulen einzugreifen, sondern nur die Zustände zu untersuchen und dem Reichstage darüber Bericht zu erstatten. Die bekannte Schrift� über mecklen- burgische Schulverhältnisse von Dr. Schröder enthält nur Dinge, die jedem Schulmanne bekannt sind. Er hat sie nur geschickt zu- sammengestellt. Was etwa daran unrichtig ist, ist unwesentlich. Mecklenburgischer Bundesratsbevollmächtigter Dr. Langfeld: Herr Dr. Schröder hat ja eine lebhaste Agitation stir seine Schrift entfaltet. Tatsächlich sind viele Un richtigkeiten darin ent- halten. Die Presse hat sie ihm nachgewiesen. Darauf schrieb Dr. Schröder eine wüste Schrift, deren Ton selbst die liberalen Blätter Mecklenburgs tadelten. Im ganzen bestehen zwanzig höhere Schulen in Mecklenburg mit über 4200 Schülern. Im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer rst das doch recht viel. Die sechs gerügten Anstalten sind nach Gründung des Norddeutschen Bundes geschaffen worden, um die Erreichung des Einjährigen-Zeugnisses zu erleichtern. Sie haben auch heute nur lokale Bedeutung: die kleinste hat 75, die größte 174 Schüler. Die Besoldungsverhältnisse sind allerdings sehr hinter den preußischen zurückgeblieben. Aber was konnte die mecklcnburgisckie Regierung dagegen tun? Herr Dr. Schröder schlägt vor, sie zu schließen. Aber das wäre doch ein Mittel a la Dr. Eisenbart. Ein großer Teil der Lehrer wäre dann pensioniert. Abg. Pauli-Oberbarnim(Rpt.): Das einzige, worauf es an- kommt, ist, daß die ReichSschulkommission von einer höheren Lehranstalt, die das einjährig-steiwillige Zeugnis ausstellt, verlangen muß. daß sie denselben Ansprüchen'in bezug auf Klassenzahl und qualifizierte Lehrer genügt, wie die höheren Lehranstalten in anderen Staaten. Die ReichSschulkommission kann ihnen die Erteilung des Einjährigen-Zeugnisses untersagen. Wenn sich die Darstellungen des Herrn Dr. Schröder selbst nur zur Hälfte als richtig erweisen. ist es allerdings an der Zeit, diesen Schulen das Recht zur Erteilung des Zeugnisses zu nehmen. Abg. Dr. Pochnicke(stf. Vg.): DerHerr mecklenburgische Bundesrats- Vertreter hat eine herbe Kritik an der Schrift Schröders geübt, hat aber doch selbst große Mißstände zugeben müssen. ES kommt nicht darauf an. ob alle Einzelheiten der Schrift richtig sind, sondern eS konnnt auf die Tendenz an, und die e r n st e Absicht des Verfassers eine Besserung der Verhältnisse herbei- zuführen, muß anerkannt werden. Und was ist der Urgrund aller dieser Ucbel? Die Tatsache, daß Mecklen- bürg nicht ein Staat im moderne» Sinne des Wortes ist und deshalb auch von Staatswesen dort nicht die Mttel aus» gewendet werden für die Förderunz des Schulwesens wie in anderen Staaten. Die mecklenburgische Best rssnngsfrage ist es, die zuerst gelöst werden muß.(Sehr richtig! links.) Wann wird die mecklenburgische Regierung endlich ihre oft ge- machten Versprechnngen auf Verfassungsänderung einlösen? Will sie den Bnndesrat provozieren?(Lebhafter Beifall links.) Bundesratsbevollmächtigter Minister Dr. Langfcld: Die wohl- meinende Tendenz des Dr. Schröder habe ich nicht bestritten. Die mecklenburgische Verfassungsfrage gehört nicht hierher. Was die Volksschule anlangt, so ist die mecklenburgische Regierung bemüht, sie ständig zu heben. Der Prozeß ist noch nicht abgeschlossen. Warten Sie also ab! Ein Lehrermangel besteht auch in Preußen. Abg. Eickhoff(Fr. Vp.): Nicht erst durch Dr. Schröder find wir aufmerkiani geworden. Ich besaß das ganze Material schon stüher. — Nur von den Besoldungsverhältnissen habe ich gesprochen, als ich auch die großherzoglichen Schulen für weniger auf der Höhe stehend erklärte, als die preußischen. Die„Mecklenburgische Zeitung" in Schwerin erklärt, daß Schüler von auswärts nur kommen, weil die Berechtigung in Mecklenburg viel leichter zu erlangen ist. Das ist durchaus zutreffend. Wie viel Berliner Rangen allein, die bei uns nie fortkommen würden, gehen nach Mecklenburg und kommen ge- prüft zurück.(Heiterkeit und Beifall links.) Bundesratsbevollmächtigter Dr. Langfeld: Es ist richtig, daß auch an den großherzoglichen Schulen die Gehälter niedriger sind, als in Preußen. Aber die Berechnungsart des Dr. Schröder war nicht zutreffend. Abg. Büsing(natl.): Minister Dr. Langfeld hat hier so ein- gehend gesprochen. In einem Punkte kann ich ihm nicht zustimmen, er betrifft das Volksschulwesen. Ich halte dies in einem Teile des Landes für ganz schlecht und halte die Behauptung aufrecht, daß das mit der Verfassungsstage zusammenhängt.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Hiermit schließt die Debatte. Der Rest des Kapitels wird ohne Debatte angenommen. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr: Rest der heutigen Tagesordnung und allgemeiner Pensionsfonds. Schluß S'/j Uhr. parlamentarisches. Der Seniorenkonvcnt des Reichstages trat zu einer Besprechung zusammen, in der, wie eine Korrespondenz mitteilt, Präsident Graf B a l l e st r e m darauf hinwies, daß bis zum Schlüsse des Etats- jahres, also den» Endtermine, bis zu dem die Ferttgstellung des Reichshaushalts durch die Verfassung vorgeschrieben sei, nur noch mit 16 Sitzungstagen gerechnet werden dürfe. Wenn dieser Termin nicht eingehalten lverde, seien Schwierigkeiten nicht nur für die Aus- führung notwendiger Neu- und Ersatzbauten, sondern auch wegen der Unterbringung von Reichsanleihen u. a. m. zu gewärttgen. Der Präsident warf die Frage auf. ob sich die Frakttönen bis dahin ver« ständigen könnten, daß sich ihre Redner eine gewisse Zurückhaltung auferlegten. Die anwesenden Senioren waren der Ansicht, daß der 1. April als Endtermin eingehalten werden könnte, wenn für jeden der noch ausstehenden Etats eine Höchstzahl von Sitzungstaaen kontingentiert werde. Das Reichstagsbureau soll bis zum nächsten Montag einen entsprechenden Kontingentsplan aufzustellen suchen, und die Senioren alsdann nochmals zu einer vertraulichen Verständigung eingeladen werden. Partei- I�acbrickten. Genosse L e ß n e r schreibt uns aus London: Werte Genossen! Da mir zu meinem 30. Geburtstage überaus zahlreiche Briefe, Postkarten, Telegramme und Geschenke aus Deutschland zugegangen sind, so möchte ich auf diesem Wege meinen Dank aussprechen. Insbesondere aber sage ich auch meinen Dank für die vielen Glück- wünsche, welche in den Blättern der Partei, in der„Neuen Zeit", dem„Vorwärts", der„Sächsischen Arbeiterzeitung", der»Leipziger Volkszeitung" usw. ausgesprochen worden sind. Ich möchte auch der Oeffentlichkeit gegenüber besonders betonen, daß die Artikel in einer Reihe von Parteiblättern von meinem langjährigen Freunde Julius Vi o t t e l e r in Leipzig herstammen. Unser wackerer„roter Postmeister" wie seine Frau kennen meine Vergangenheit und mein gegenwärtiges Leben genau. Beiden schulde ich großen Dank für die fortgesetzte Teilnahme, die sie mir gezeigt haben und die sich auch jetzt wieder so treu bewährt hat. Besondere Freude hat mir die Sendung bereitet, welche Karl Kautsky mir machte. Indem er mir die von ihm herausgegebene Arbeit über Karl Marx'„Theorien über den Mehrwert" zusandte, hat er mir eine groß« Freude bereitet. Mir fehlt keins von Marx' Werken in meiner Sammlung, was mir stets eine besondere Befriedigung gibt. Die großen Fortschritte, welche die sozialistische Bewegung in allen Ländern macht, und daneben die Teilnahme, welche die Partei» genossen für mich stets bewahrt haben, bedeuten die reichste Be- lohnung für die Bemühungen, die ich in 60jShriger Parteitättgkeit etwa aufgewendet habe. Ich kenne in meinem hohen Lebensalter keinen anderen Wunsch als diesen: Es lebe die moderne sozialistische Bewegung, der allein der Sieg gehört! Mit genossenschaftlichen und brüderlichen Grüßen _ Friedrich Leßner. Wie man sozialdemokratische Preßsündcr behandelt. Genosse Düwell, schreibt die„Dortmunder Arbeiterzeitung", hatte am Mitt- woch morgen vor dem hiesigen Schöffengericht Termin in zwei Privat- klagesachcn. Da er gegenwärtig eine Gefängnisstrafe verbüßt, suchte er bei der Staatsanwaltschaft um Urlaub nach, erhielt jedoch über« Haupt keine Antwort. Darauf benachrichtigte Düwell den Rechts- anwalt Herr» May hier, daß er ihm das Mandat in einer Sache entziehe, da hierbei seine persönliche Anwesenheit nottvendig sei. Am Mittwoch morgen beschloß nun das Gericht, beide Sachen zu vertagen und zu einem späteren Termin Düwell zwangsweise vorführen zu lassen._ Versammlungen. In der letzten Mitgliederversammlung des Verbandes der Bäcker wurden nach Entgegennahme des Kassenberichtes verschiedene Anträge Hetzscholds angenommen, welche besagen: J£5er Verbandstag möge an den Gewerkschaftskongreß folgende Anträge stellen: Bessere Regelung des Boykotts sowie der gegenseitigen Unterstützung bei Streiks und Bekämpfnng des Kost- und LogiSzwangcs beim Meister. Als Delegierte für den Verbandstag wurden H e tz s ch o l d, Schneider, dtichter, Nachtigall und Hagemeister gewählt. Unter Verschiedenem wurde noch darauf aufmerksam ge« macht, daß die Anteilscheine zu dem Fonds zwecks Errichtung eigener Bäckereien bei Streiks jetzt ausgegeben werden und die Kollegen er» sucht, sich daran zu beteiligen. Zentralverband der Manrer. In der Mitgliederversammlung, welche am Donnerstag in Kellers Saal tagte, wurde über die Kandidaten diskutiert, die für di; Wahl der Leitung des Zweigvercins aufgestellt sind. Diese Angelegenheit nahm den größten Teil der Versammlung in Anspruch. Alsdann referierte Wolf über die letzten Vorgänge im Beruf der Fliesenleger. Er besprach den bekannten Verlauf der Verhandlungen wegen einer Einigung der Fliesenleger- Organisationen, sowie die Tarifverhandlungen mit den Unternehmern und die Vorgänge, welche sich an die Sperre eines Baues auf dem Monbijouplatz knüpften. Die Versammlung nahm diese Darlegungen ohne Tistujsion entgegen. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. 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Kurbelel 10.75, 12.50, 14.75 Divandecken 4.35, 6.75. 9.75 1.50 ca. 130/150 Steppdecken in vielen Farben 3.50, 4.75, 5.75 Steppdecken grossen Farbensort, 7.75, 9.75.12.75 Schlafdecken Fusskissen 2.25 3.50 4.75 Läuferstoffe Holzgalanterie Jute- Läuferstoffe Tapestry- Läuferstoffe Velour- Läuferstoffe Meter 1.75, 2.25 Meter 3.50. 4.25 Tischdecke Filztuch 1.90 Meter 25, 35, 55 5.25 6.75 Panele imitiert Nussbaum ca. 50 60 80 100 125 cm Stück 90 3 4 5 4.75, 7.75, 10.75 4.75, 8.75 12.75, 22.50 16.75, 26.75 Nussb. imitiert 90 1.25 2.25 2.90 4.50 Garderobenleisten 6 Haken 2.90 Salon- Säulen imitiert 2.20, 2.75 25 35 45 55 Bauerntische graviert Nussbaum Handtuchhalter imitiert 90, 1.25 Nussbaum Eckgarderoben imitiert 75,90,1.45 Wachstuch- Küchendecke Consolen Nussbaum 35, 45, 75 Wachstuch- Wasserleitungsschoner Cocos- Läuferstoffe Linoleum- Läuferstoffe Gobelins für Betthimmel Meter 95, 1.25 Meter 65, 75, 85 6.75 Diverses 28,33 8,28 Wachstuch- Tablettdecke Wachstuch- Tischdecke Portièrenstangen Zubehör 4,8 85 Velvet Prima Velvet Tapestry Linoleum- Teppiche Axminster- Vorleger Velvet- Vorleger 7.25, 12.75, 16.75 7.50, 12.75, 15.75 1.15, 1.75 3.00, 4.25 Imitiert- Perser- Vorleger mit Franzen ca. 50/100 90 weiss oder crême Cöper- Rouleaux wood trim 1.70, 2.25, 3.50 Cöper- Rouleaux abgepasst, 2 tellig, altgold oder rot oder crême 2.75, 3.50 Cöper- Rouleaux abgepasst, I tellig weiss oder crême 2.35, 2.75, 3.50 Cöper- Rouleauxstoffe glatt, weiss Meter 45, 75 Rouleauxstoffe gestreift, in vielen Farben Meter 65, 90, 1.05 Rouleauxstoffe hübsche Blumenmuster in vielen Farben Meter 75,95,1.15 Congresstoffe glatt oder gestreift weiss oder crême Plättdecken mit farbiger Bordüre Meter 38, 48 Stück 90 Möbelstoffe Meter 95, 1.45, 2.25 Meter 30, 45, 60 Möbelstoffe für Sophabezüge Möbelcattun hübsche Muster Möbelschnur Gardinenhalter in vielen Farben Pomponfranze 8, 15, 25 Meter 10, 12, 22 Tüll- Stores ca. 130/300 Meter 6, 8 Portieren- Garnitur Filztuch, 2 Shawls, I Lambrequin mit sämtl complet 1-85, 2.25 Nussbaum oder Gardinenstangen Mahagoni imitiert Holz- Rosetten Nussbaum oder Mahagoni imitiert Zuggardinen- Einrichtung mit Schnup u. Quaste Eisenwaren Eiserne Gardinenstangen 23, 48, 75 ca. 100 120 140 160 180 cm 9 10 12 15 18 Pt Gallerieeisen Rollenkasten für Zuggardinen Verzinnte Ringe klein Dutzend 2 Porzellan- Ringe 1 Loch Stück 1 Porzellan- Quasten Schnurhalter Bildernägel 3.95 Türpuffer mit Schraube Teppichnägel 1.75 Rosettenstifte 8,12,18 complet 38 Paar 5 Paar 12 Gross Dutzend 3 3 Loch Stück 2 Stück 4 Stück 4 Dutzend 3, 5, 7 12 20 Dutzend 15, 18 Dutzend 20 Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Dr. 61. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 12. März 1905. gestellte Prinzip, daß die Küchen sich selber erhalten sollen, auf dem Fußboden friechend den Rückweg antrat, verursachte er ein Berliner Partei- Angelegenheiten. nicht länger gewahrt bleiben konnte. Seit einer Reihe von nicht länger gewahrt bleiben konnte. Seit einer Reihe von Geräusch, das das Mädchen weckte. Als dieses den Kerl fah, schrie Jahren bestehen mur noch neun Küchen; eine Wiedereröffnung es laut auf und erhob sich, um an das Fenster zu eilen. Da sprang Barteigenoffen und Genoffinnen! Am Dienstag, den der geschlossenen Küchen hat sich nicht ermöglichen lassen. In der Einbrecher auf, ergriff ein auf dem Tische liegendes Gemüſe. 21. März, abends 8%, Uhr, findet bei Keller, Koppenstr. 29, der Jahresversammlung des Volksküchenvereins, die am Mon- stieß er dem Knaben, der sich ebenfalls im Bette erhoben hatte, messer und stieß es dem Mädchen mehrmals in den Kopf. Dann eine Volksversammlung statt, in welcher Genossin Klara tag stattfand, wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß auch das Messer in den rechten Arm und durchschnitt ihm die Schlagader, Bettin Stuttgart über den politischen Massen- mal wieder bessere Jahre kommen werden. Das wird aller so daß das Blut in einemt starten Strome fich ergoß. Die gellenden streit referieren wird. Wir bitten, schon jetzt für zahlreichen dings sehr nötig sein, sonst könnte Frau Morgenstern es noch Hülferufe der schwerverletzten Kinder weckten das Haus. Der EinBesuch dieser Versammlung zu agitieren. erleben, daß sie ihre Volksküchen völlig schließen muß. brecher versuchte erst, durch eine Tür zu entkommen. Als er jedoch Die Vertrauensperson. fah, daß die Hausbewohner und die Eltern der Kinder bereits auf dem Flur zusammenliefen, sprang er aus dem Fenster eines kleineren Bimmers auf den Hof und entkam. Das Grundstück geht durch nach der Greifenhagenerstr. 85. Wahrscheinlich fand er dort die Türen Arzt sofort nach dem Krankenhause Am Friedrichshain bringen ließ; bereits geöffnet. Der Knabe war so schwer verwundet, daß ihn der dort ist er bereits gestorben. Zweiter Wahlkreis. Dienstag abends 81%, Uhr findet eine Versammlung bei Goßmann, Kreuzbergstr. 48, statt, in der Genosse H. Schubert über: Die preußische Boltsschule" sprechen wird. Frauen haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauenspersonen. Der Vorstand. Vierter Wahlkreis, Ost. Am Dienstag, den 4. April, findet die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Anträge, welche auf die Tagesordnung gesezt werden sollen, müssen dem Vorstand mindestens 14 Tage vorher schriftlich eingereicht werden. Der Vorstand. " " " " Für die Volfsernährung" würde dieser Ausgang nicht von Belang sein. Es flingt ja sehr stattlich, wenn der Bericht angibt, daß im letzten Jahre zu Mittag 760 365 Bortionen a 3-30 Pf. und zu Abend 335 312 Portionen a 3 bis 15 Pf. verkauft wurden. Verteilt man aber diese Summen auf 366 Mittage und 229 Abende( vom 1. Mai bis 14. SepDritter Wahlkreis. Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Meß- tember blieben abends die Küchen geschlossen), so gibt das im Kurz vor seinem Tode hat der Knabe als Täter einen ihm be. palast, Alexandrinenſtr. 110 I, eine Versammlung des Wahl- Durchschnitt pro Mittag nur 2078 Portionen und pro Abend nur fannten Kellner Alfred Ramen bezeichnet, dessen Mutter in bereins statt. Genosse Dr. Bernstein spricht über: Religion als 1464 Portionen. Und das in einer Zweimillionenstadt! Man sieht, der Nähe des Tatortes wohnt. Der Knabe wehrte sich troh seiner Privatsache". Die Genossen, besonders die aus der Simeon, Holl- auf ein wie Geringes die Bedeutung der Volksküchen mit der schweren Verlegung tapfer gegen den Einbrecher, der Krawunden mann-, Neuenburgerstraße 2c. werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Beit zusammengeschrumpft ist. Der„ Klassen versöhim Gesicht erhalten haben muß. Auf dem Fensterbrett des Vereins. sprach, ist natürlich erst recht ausgeblieben. nungs" Erfolg, den man sich früher mal von ihnen veriminers und auf dem Hofe fand die Polizei Fußabdrüde und Blutstropfen. Das Mädchen kennt Ramen nicht, glaubt aber, daß es den Täter bei Gegenüberstellung wiedererkennen werde. Es liegt Zum Rücktritt des Direktors der Berliner Rieselgüter. jekt bewußtlos danieder. Namen, im Jahre 1870 in Berlin ges boren, ist schon wiederholt, auch wegen Eigentumsvergehens, bes Unsere Mitteilungen über das Scheiden des Prof. Back straft. Er hielt sich in letzter Beit mehrfach in jener Gegend auf haus aus dem Amt eines Direktors der Berliner Rieselgüter und besuchte auch die Schankwirtschaft von Grabow. Wie die Adlershof. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet haben bisher wenig Beachtung gefunden. Von den Blättern, Beugenvernehmung feststellt, ist der Täter durch das Haus GreifenDonnerstag bei Lau, Bismardstr. 10, abends pünktlich 8 Uhr statt. Die über den Anlaß diefer bedauerlichen Wendung eine durch wenn er nicht beim Uebersteigen eines Baunes gefallen wäre. Es durch- hagenerstraße 85 entkommen. Ein Hausdiener hätte ihn gefaßt, Redakteur Genosse Ströbel spricht über„ Revolutionsgedanken". 81, Berlin verlassen hat. In der Nähe der Grabowschen Wirtschaft aus falsche Darstellung gebracht hatten, hat sich einstweilen wenn er nicht beim Uebersteigen eines Baunes gefallen wäre. Ge gliederversammlung im Restaurant Weniger, Berberstr. 27, ab. das„ Berl. Lagebl."" einen Blick hinter die Kulissen getan" find in der vergangenen Nacht noch zwei Einbrüche versucht worden. Brit. Dienstag abends 8 Uhr hält der Wahlverein feine Mit- noch keines geäußert. Auch die sehr geschäzte Seite", die für ist nicht unmöglich, daß der Täter mit seiner Beute von etwa 75 M. Genoffe Wermuth spricht über: Die Eroberung der politischen haben wollte, schweigt zunächst. Macht". Gleichzeitig sei auf unsere Bibliothek hingewiesen, welche Weiter wird berichtet, daß die Verwundete wieder zu sich ge= den Genoffen lehrreiche Unterhaltung bietet. Dafür ergreift aber die Freifinnige Zeitung" das fommen ist. Sie hat drei Messerstiche erhalten, einen in den Hinter Wort und bestätigt, daß Professor B.„ das aller- fopf, den zweiten in den Hals und den britten in die Stirn. Der Lichtenberg. Für die am Mittwoch stattfindenden Ge- größte Entgegentommen gefunden" habe. Sie nabe hat außer dem Stich, der die Schlagader des rechten Armes meindewahlen muß heute, Sonntag früh, ein Flugfügt hinzu, der Magistrat habe nun die Verpflichtung, sein durchschnitt, noch einen Stich in die Brust bekommen. b- katt verbreitet werden. Ehrenpflicht aller Genossen des Schweigen in Sachen Backhaus zu brechen. Wir glauben, ob er an äußeren und inneren Verblutungen gestorben ist, kann Dries ift es, sich frühzeitig den Bezirksführern zur Verfügung daß der Magistrat das nicht tun wird. erst die Leichenöffnung feststellen. Der Täter ist ohne Zweifel der zu stellen.Dienstag abend findet eine öffentliche Ver- herauskommen lassen wollen, warum Herrn Professor bei Grabow als Hausdiener beschäftigt und hatte besonders Kaffee, Er hat nicht Sellner Ramen. Er war bis vor vierzehn Tagen drei Wochen lang fammlung statt. Genosse W. Gründel- Berlin wird in Behrend, dem Leiter der Geschlechtskranken- Station des Bier usw. nach den Bauten in der Nachbarschaft zu bringen. Nach letter Stunde zu den Wählern sprechen.- Am Mittwoch Obdachs, im vorigen Jahre der Wint gegeben wurde, feiner Entlassung fam er oft als Gast in die Grabowsche Wirtschaft. wollen sich die Genoffen zur Hülfeleistung dem Wahlkomitee feine Benfionierung nachzusuchen. Er wird jetzt auch darüber Daß ein Hausbiener ihn beinahe gefaßt hätte, teilten wir schon zur Verfügung stellen. im Schweigen verharren, warum Herrn Prof. Badhaus nahe- mit. Zwei Müllfutschern, an denen er vor dem Hause GreifenBerliner Parteigenoffen! Macht in Euren Werkstätten gelegt worden ist, seine Stellung zu fündigen. Damals hätte hagenerstraße 85 vorbeirannte, entging er nur dadurch, daß sie einen die in Lichtenberg wohnenden Arbeitskollegen auf ihre Pflichten ber Magistrat durch ein offenes Bekenntnis sich bloßgestellt, schweren Kasten, den sie eben verladen wollten, nicht schnell genug aufmerksam! Dasselbe Verlangen richten wir an die Genossen diesmal tönnte er durch ein offenes Bekenntnis sich recht- abfeßen konnten. Nachdem sie sich ihrer Last entledigt hatten, war anderer Orte. Also am Sonntag in den Bezirkslokalen, am fertigen. Aber er wird zweifellos auch diesmal im Ver Süchenfenster stehen sehen und auch ihre Hülferufe gehört, mußten Montagabend zur Kuvertverbreitung, am Dienstagabend tuschen tonsequent sein, und auch die gute alte Sitte, aber erst nicht, um was es fich handelte. Der Verfolgte hat, ein Frankfurter Chauffee 120( Schwarzer Adler") zur Versamm- unbequeme Personen fortzuwinken, wird er sich nach diesem besonderes Kennzeichen, einen Leberfleck etwa zwei Zentimeter unter lung für Männer und Frauen. Mittwoch und Donnerstag Reinfall nicht abgewöhnen. dem linken Auge. find Wahltage! Alle Hände an die Arbeit! Hiermit soll übrigens nicht gesagt sein, daß Prof. BackDas Wahlkomitee. haus mit Prof. Behrend auf eine Stufe zu stellen sei. BeDie Verhandlungen des zweiten Kongresses der Deutschen Ges Rigdorf. Dienstag, abends 81%, Uhr, findet bei Seithaus, Starts- züglich des Prof. Backhaus find wir der Ansicht, daß sich ber Woche, 17. und 18. März, in München tagen wird, beanspruchen sellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, welcher Ende gartenstraße, Bersammlung des Wahlvereins statt. Siehe wenigstens bis zum Freitag noch darüber streiten ließ, ob die in diesmal ein außergewöhnliches Interesse. Seit Jahren wird in allen heutiges Inserat. seiner Person liegenden Gründe wirklich so schwerwiegend Streisen der Bevölkerung die durch die bestehende Gesetzgebung geRummelsburg. Dienstag abends 81 Uhr spricht Genosse Baege waren, daß sie die städtische Verwaltung nötigen fonnten, auf schaffene Lage, nach der auf der einen Seite in zahlreichen deutschen im Café Bellevue, Hauptstr. 2, über: Babel und Bibel". feine schäzenswerte Straft zu verzichten. Aber nach dem, was Städten ein richtiges Bordellsystem besteht, in anderen Städten die„ Berliner Zeitung" ihn selber über den Anlaß seines Rücktrittes hat fagen laffen, muß man leider vermuten, daß ihm tatsächlich einige Eigenschaften fehlen, die jede Verwaltung von ihren Beamten, auch vom allertüchtigsten, fordern muß. Schmargendorf. Dienstag, abends 8 Uhr, findet in Sanssouci die Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bortrag über Barteiprogramm. Genosse Böste. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Pflicht jedes Genossen ist es, pünktlich zu erscheinen. Gäste willtommen. Spandau. Am Dienstag abends 84 Uhr spricht Genosse Schöpflin Leipzig in der bei Kumte, Schönwalderstr. 80, stattfindenden Boltsversammlung über: Unsere politische Lage". Weißensee. Montag abends 8 Uhr findet im„ Brälaten" eine 81% Protestversammlung statt. Tagesordnung:" Die 25. Jahresfeier und wie stellt sich die arbeitende Bevölkerung dazu"? Es ist Pflicht der Weißenseer Arbeiter, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen. " er bereits verschwunden. Die Kutscher hatten das Mädchen am Gebiet. schon das bloße Vermieten an Prostituierte ein Delikt darstellt, als unhaltbar und unerträglich empfunden. Die durch diese Rechtsunsicherheit sich ergebenden schwankenden Zustände leisten der Kuppelei und dem Zuhältertum in ungeheurem Umfange Borsehub Daß es just der Vorwärts" ist, der trotz all seiner dem und sind auch ein Hindernis für jede Besserung auf sanitärem Professor Backhaus gespendeten Anerkennung die städtische Hier beabsichtigen die Verhandlungen des Kongresses Klarheit Verwaltung gegen ihn in Schutz nimmt, das scheint die zu schaffen, und es ist dankbar zu begrüßen, daß die Deutsche GeFreifinnige Zeitung" zu wundern. Sie sagt, der„ Vorwärts" fellschaft sich nicht auf Erwägungen allgemeinen Inhalts beschränken stelle sich ausnahmsweise" auf feiten des angegriffenen will, sondern für ihre Verhandlungen genau formulierte Borschläge Magistrats. Wir stellen uns allemal auf die Seite besjenigen, von dem wir meinen, daß ihm unrecht geschieht. Es ist die Schuld des Berliner Stadtfreisinns, daß wir nur selten " " Wilhelmsruh. Dienstag ist Mitgliederversammlung bei Lieber- in diese Lage kommen. mann. Genosse Schuhmacher spricht über die Frage: Können Genoffenschaften eine Waffe des Proletariats sein"? Lokales. Die Volksküchen, von Juristen und Verwaltungsbeamten hat ausarbeiten laffen, welche auf einem sicheren Rechtsboden einer allgemeinen Reform der Wohnungs- und Gesundheitsverhältnisse der Prostitution den Weg vorzeichen. Voraussichtlich werden für die bevorstehende Be arbeitung der Strafgesegnovelle die Verhandlungen des Münchener Das Schiedsgericht für Arbeiterversicherung des Stadtkreises Kongresses von ausschlaggebender Bedeutung sein. Berlin hat für das laufende Jahr als ärztliche Sachverständige Während ein anderer Punkt der Tagesordnung, die Frage, ob die nachbenannten Aerzte gewählt: Geh. Med.- Nat Dr. Beder, der§ 300 des Strafgesetzbuches, gesetzliche Schweigepflicht der Med.- Mat Dr. Elten, San.- Räte Dr. Abler und Dr. Wagner, Aerzte, im Intereffe der öffentlichen Gesundheitspflege eine Ausjämtlich in Berlin, sowie die praktischen Aerzte Dr. Engel in dehnung oder Einschränkung erfahren soll, mehr ein fachliches InterBilmersdorf und Dr. Lennhoff in Berlin. Weit Ausnahme des effe hat, ist für die gesamte deutsche Bresse von größter Bedeutung Lestgenannten, für den der Kreisarzt Dr. Bimmer- Berlin ein- der Protest der Gesellschaft gegen die durch§ 184 8( lex Heinze) die im Jahre 1866 von Frau Lina Morgenstern gegründet tritt, fungieren die Genannten auch als Sachverständige des Schieds- geschaffenen Zustände, wonach jeder Inserent und Zeitungsverleger, Potsdam. wurden, haben sich zwar durch alle Fährnisse hindurch bis gerichts für Arbeiterversicherung im Regierungsbezirk Bots bam. welcher die für die öffentliche Gesundheit so außerordentlich heute zu behaupten vermocht, aber für die Voltsernährung" lung gegen die Kanzleirätin Anna Smigielsta gestalten, die Deutschen Gesellschaft wird es sein, einen Weg zu finden, welcher Zu einem Stanbalprozeß ersten Ranges soll sich die Verhand durch die Presse ankündigt, fich strafbar macht. wichtigen Schutzmittel zur Verhütung der Geschlechtskrankheiten Aufgabe der haben sie in Berlin längst keine nennenswerte Bedeutung sich bereits seit mehreren Monaten unter der Anklage der Kuppelei unter Wahrung des öffentlichen Anstandes die Verbreitung alles mehr, wenn sie überhaupt jemals eine solche gehabt haben. im Untersuchungsgefängnisse befindet. Wie erinnerlich, hatte Frau beffen, was im hygienischen Interesse erforderlich ist, ermöglicht. Trogdem ist es immer wieder von Interesse, die jährlichen Smigielska in der Hedemannstraße eine sehr geräumige und hoch Betriebsergebnisse dieses Unternehmens näher zu betrachten, elegante Wohnung inne, in der sie Vertretern der männlichen Lebe- teit, welche die Gesellschaft bisher entfaltet hat und für deren geNehmen wir hierzu noch die lebhafte propagandistische Tätig und zwar gerade wegen des andauernden Mißerfolges, den welt Zusammenfünfte mit gefälligen Damen vermittelte. Diese beihliche Fortführung sie neue Bahnen einzuschlagen beabsichtigt, die Boltstüchenfache hat. Die Schwierigkeiten, die den Volks- rekrutierten sich aus den verschiedensten Streisen, zum größeren Teile so werden die diesmaligen Verhandlungen nach mehr als einer küchen entstanden sind und sie in neuerer Beit sogar zu einer aber aus der Theaterwelt. Die Verhandlungen, die anfangs des Seite fruchtbringend wirken. Einschränkung ihres Betriebes genötigt haben, find nämlich Monats April vor der Straffammer des hiesigen Landgerichts I keine anderen als diejenigen, mit denen jeder Einzelhaushalt ihren Anfang nehmen, sollen einen Einblick in das Treiben der Berliner Rebewelt beiderlei Geschlechts gewähren, denn unter den Anschlußbosen für Fernsprecher. ciner Arbeiterfamilie zu fämpfen hat. Sie heißen: Steige vorgeladenen Zeugen befindet sich eine ganze Reihe im öffentlichen und Verteuerung der Leben stehender Persönlichkeiten, zum Teil mit sehr vornehmen 8tg." zufolge jebt eingeführt worden. Jedermann fennt die Ans Eine praktische Neuerung im Fernsprechwesen ist der„ Voss. rung der Mieten Nahrungsmittel. Und die Klagen, die in den alljährlichen Namen, verheiratete Frauen und einige Bühnenkünstlerinnen. Zu steckdosen zum Einschalten tragbarer elektrischer Lampen in Be Rechenschaftsberichten des Voltsküchenvereins vom Vorstand gleich mit der Stanzleirätin Smigielska wird sich auf der Anklage- leuchtungsleitungen, wie man sie in Hotels, Bureauräumen u. dgl. bald lauter, bald leiser- angestimmt werden, gehen auf die- bant als deren Helfershelferin eine Frau Dietrich zu verantworten antrifft. Man kann eine Lichtleitung durch sämtliche Räume eines selben Ursachen zurüd, wie die sorgenvolien Seufzer der haben, die ihr die Kundinnen auf eine höchst eigenartige Weise zuführte. Sauses oder einer Wohnung führen und an beliebigen Stellen an Zehntausende von Arbeiterfrauen, die mit dem Lohn des Die D. inferierte als Kartenlegerin und hatte großen Zulauf. Kamen der Wand der verschiedenen Zimmer Dosen mit Stöpsellöchern anMannes die Ausgaben für die notwendigsten Bedürfnisse der un junge und hübsche Frauen zu ihr, jo prophezeite fie ihnen aus bringen lassen, wodurch man ebenso viele Gelegenheiten zur Beden Starten, daß ihnen auf leichte Weise viel Geld zufallen fönnte, tätigung elektrischer Lampen schafft. Eine solche Lampe trägt eine und gab dann auch gleich das Mittel an, diese Prophezeihung zu Verbindungsschnur, die in einen Stedtontakt mündet; führt man Jm Jahre 1904 haben die Voltstüchen wieder mit einem verwirklichen durch einen Besuch in der Hedemannstraße. diesen in die Dose ein, so leuchtet die Lampe. Das Prinzip der AnVerlust von 11 482 m. abgeschlossen, der aus den Ersteckdosen oder Anschlußdosen", wie sie amtlich genannt werden, sparnissen besserer Jahre gedeckt werden mußte. Ausgegeben hat nun das Reichspostamt für den Fernsprechbetrieb nußbar gewurden 154 274 M., eingenommen nur 142 792 M. Der macht. Man braucht fünftig nicht mehr in allen Fällen, in denen Rechenschaftsbericht, den der Vorstand jetzt veröffentlicht, stellt ist in der Nacht zu gestern von einem Einbrecher an zwei Kindern an bestimmten Pläken Fernsprechgelegenheiten benötigt werden, fest, daß die Bilanz„ leider durch die enorme Teuerung der des Schankwirts& ris Grabow, Schönhauser Allee 63, begangen Haupt- oder Nebenanschlüsse sich herstellen zu lassen, sondern dem worden. Grabow hatte vorgestern seine Wirtschaft um 12 Uhr ge- 3wede wird oft ebensogut durch Anschlußdosen entsprochen werden. Lebensmittel eine so ungünstige ist, wie wir sie feit den schlossen. Bald darauf legten er, seine Frau und die älteste Tochter Die neuen Bestimmungen lauten im wesentlichen wie folgt: An39 Jahren des Beſtehens unserer Volksküchen noch nicht sich in dem Berliner Zimmer, bas von den Geschäftsräumen durch schlußdosen dürfen nur mit Fernsprechanschlüffen, für welche hatten". Durch den erwähnten Verlust verringerte sich im einen Flur getrennt ist, und der 12 Jahre alte Sohn Hans sowie Bauschalgebühr gezahlt wird, verbunden werden. Leitungsanlagen Laufe des Jahres das Betriebskapital von 28 291 M. auf die 16jährige Tochter Margarete in der Küche neber dem Schant mit Anschlußdosen gelten als Erweiterungen der Haupt- oder Neben16 809 M. Neben der Teuerung der Nahrungsmittel wird in laden schlafen. Etwa 10 M. Wechselgeld blieben in der Kasse unter anschlüsse. An Gebühren werden jährlich erhoben für jede Anschlußdem Bericht mehrfach auch die Höhe der Mieten als Ursache dem Ladentisch. Die Tagestasse hatte Grabowo in einem grünen dofe 6 W., für die zur Verbindung der Anschlußdosen untereinander der Verluste genannt. Die eine wie die andere Klage Drahtgeflecht in einem Fach des Küchenspindes untergebracht. Ein und mit den Haupt- und Nebenanschlüssen verwendete Leitung für ist in diesen vier Jahrzehnten von Zeit zu Zeit immer wieder Einbrecher, der diese Gepflogenheit und die Oertlichkeit gekannt haben je 100 Meter 3 W., für jeden zur Einschaltung in die Anschlußbosen gekehrt allemal dann, wenn die Wohnungswucherer bezw. muß, brach gestern nacht in die Räume ein. Er hatte Wäscheſtüde, gelieferten Spredjapparat, wenn die Anschlußdosen sich in den auf bie in einem nicht benutzten Zimmer hingen, Schinken, Würste, dem Grundstüde des Hauptanschlusses befindlichen Wohn- oder Ge. die Nahrungsmittelwucherer ertrareiche Ernte halten durften. Bein usw. in einen Kinderwagen gepadt, der im Billardzimmer schäftsräumen des Inhabers des Hauptanschlusses befinden, 20 W., Die Mietssteigerungen haben in manchen Stadtteilen zur stand, die Labentasse erbrochen und beraubt. Nun machte er sich in allen anderen Fällen 30 M. Die Zahl der zur Einschaltung in zeitweiligen oder dauernden Schließung von daran, die Tagestasse aus dem Küchenspind zu holen. Er öffnete Anschlußdosen bestimmten Sprechapparate, einschließlich etwa bocVoltstüchen geführt, weil dabei das vom Verein auf- dieses, ohne daß die Kinder erwachten. Als er aber mit der Beute handener Nebenanschlüsse, darf für einen Hauptanschluß nicht mehr Familie bestreiten sollen. Ein graufiges Berbrechen " hT$ fünf Defrcmcn; dagegen besteht hinsichtlich der Zahl der für eine Leitung zulässigen Anschlusidosen keine Beschränkung. Den Teil- nchmern ist überlassen, die Herstellung und Instandhaltung der An- lagen für Änschluhdosen auf dem Grundstücke des Hauptanschlusses auch durch PriNatunternehmer belvirken zu lassen; die Einrichtungen müssen aber den von der Reichs-Telegraphenverwaltung festgesetzten technischen Anforderungen genügen. Die Herstellung und Instand- Haltung der nicht auf dem Grundstück des Hauptanschlusses befind- lichen Anlagen für Anschluhdoscn ist der Telegraphenverwaltung vorbehalten. Bei den durch Privatunternehmer hergestellten An- lagen werden laufende Gebühren für die Anschlußdosen nicht er- hoben, sondern nur für die zur Einschaltung benutzten Sprech- apparatc. Tic Jahresgcbühr beträgt, wenn die Anschlußdosen in den auf dem Grundstücke des Hauptanschlusses befindlichen Wohn- oder Geschäftsräumen des Inhabers des Hauptanschlusses angebracht sind, für jeden Apparat 10 M., für andere Sprechapparate je 10 M. Für Schiffsmischlüsse mit an den Hafenkais angebrachten Anschluß- dosen sind besondere Bestimmungen getroffen. Ter Organist Dieuel, bekannt durch seine Konzerte in der Marienkirche, ist Freitag abend in seiner Wohnung zu Steglitz ge- storben. Diencl war früher Seminarmusiklehrer am Berliner Seminar. Er war ein Original, und mehr als hundert Anekdoten werden noch heute in Lchrerkreisen über ihn mit Behagen erzählt. Musikdirektor Dienel. der 1830 zu Tiefenfurth in Schlesien ge- boren war, hatte seine musikalische Ausbildung am königlichen In- slitut für Kirchenmusik und an der königlichen Akademie zu Berlin genossen. Tie Technische Hochschule zu Charlottcnburg wird jetzt wieder baulich crlveitert. Das Laboratorium für anorganische Chemie und Hüttenkunde an der Berliner Straße erhält nach Westen, also nach deniHauptgebäude zu, einen großenAnbau, zu welchem Zweck die dort flehenden Bäume jetzt abgeholzt werden. Der am Gartenrifer er- richtete große Neubau für technische Chemie ist soweit fertig, daß er im nächsten Sommer seiner Bestinnnung übergeben werden kann. Ter Schankwirt Franz Rufs, Königstr. 1, Ecke Burgstraße, früher Breslauerstr. 5, entfernte sich am 17. Februar ohne Kopf- bcdeckung aus seinem Lokal und wird seitdem vermißt. Er ist 30 Jahre alt, ungefähr 1,66 Meter groß, von starker Statur, hat rundes volles Gesicht, Haare blond, ebensolchen kleinen Schnurichart, im Oberkiefer fehlen vorne die Zähne. Die Kleidung bestand aus schwarzem Jackettanzug mit schmalen weißen Streifen, blauem Bor- Hemd, weißem Kragen, schwarzem Schlips und Schnürstiefeln. Wieder ein räuberischer Ueberfall an einem Bahnhofsschalter. Die Aufregung über den Ueberfall am Untergrundbahnhofe Zoologi- schec Garten hat sich noch nicht gelegt und schon wieder ist ein ähn- licher Fall zu verzeichnen. Diesmal handelt eS sich um den Fern- b a h n h o f F r i e d r i ch st r a ß e. Hier war gestern früh gegen 7 Uhr die Fahrkartenverkäuferin Fräulein Höge mit dem Ab- zählen der vereinnahmten Gelder beschäftigt, als plötzlich ein hoch- gewachsener Mann an die Schalteröffnung trat und das Zahlbrett, auf dem sich etiva 300 M. befanden, an sich riß. Die überraschte Kassiererin schrie um Hülfe, worauf der in der Nähe stehende Zeitungsverkäufer Wilhelm Paul aus der Königsbergerstr. 7 herbei- stürzte und den frechen Burschen beim Kragen nahm. Hierbei wurde das auf dem Zahlbrett liegende Geld auf den Fußboden zerstreut. konnte aber später wieder vollständig aufgefunden tverden. Ein her- bcigerufener Schutzmann brachte den raublustigen Menschen nach der nächsten Polizeiwache, wo er sich als der am 25. Dezember 1873 zu Wesselburen(Holstein) geborene, jetzt stellungslose Arbeiter Otto Oblonski entpuppte. Er wurde sofort nach dem Untersuchungs- gefängnis abgeführt. Fräulein Höge kam mit dem bloßen Schreck davon. Ueber die Liebestragödie eines jungen Berliner Paares werden aus Senftcnberg in der Nieder-Lausitz folgende Einzelheiten gemeldet: Auf der Ranoer Flur, zwischen Rano und der Grube „Berta", wurde von Passanten am Waldcsrande ein in seinem Blute schwimmendes Liebespaar aufgefunden, das dorthin gekommen war in der Absicht, gemeinsam in den Tod zu gehen. Wie die an- gestellten Ermittelungen ergaben, handelt es sich um einen neunzehn- jährigen Handelsschüler aus Berlin, der angeblich von seinen Eltern verstoßen ist, und der, nachdem er seine Geliebte durch einen Re- volverschuß am Kopfe schwer verwundet hatte, sich selbst tödlich ver- letzte. Das Mädchen, das 16 Jahre zählt, ist die Tochter eines in Berlin wohnenden Tapcziers. Die Leiche des jungen Mannes wurde behördlicherseits beschlagnahmt, während das Mädchen im dortigen städtischen Krankenhause Aufnahme fand. Nach der Aus- sage des Mädchens ist die Tat bereits am Morgen des 8. d. Mts. ausgeführt worden. Das Motiv dazu soll darin zu suchen sein, daß die Eltern das Verhältnis zwischen den Liebenden nicht billigten. Das Mädchen, dem die Kugel noch nicht aus dem Kopfe entfernt werden konnte, befindet sich zurzeit bei vollem Bewußtsein und gab weiter an, daß es nach dem Tode des Geliebten durch Er- bangen seinem Leben ein Ende habe machen wollen; die Aus- führung dieses Borsatzes wäre jedoch infolge zu großer Erschöpfung nicht möglich gewesen. Mit der Verhaftung eines geriebenen Hochstaplers hat die hiesige Kriminalpolizei einen guten Fang gemacht. Ter Verhaftete ist ein Kaufmann Louis Welz, der seit etwa zwei Jahren von der Staatsanwaltschaft in Ilmenau steckbrieflich verfolgt wurde. Welz hatte es verstanden, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zahl- reiche dortige Geschäftsleute usw. auf das empfindlichste zu schädigen. Er lebte auf großem Fuße, mietete sich eine prächtige Villa, kaufte Pferde und Wagen bis er Ende 1903 bei Nacht und Nebel der Stadt den Rücken, kehrte. Die Schwindeleien gelangen ihm um so leichter, als er vorgab, eine reiche Heirat in Aussicht zu haben und eine Ziegelei in der Nähe Ilmenaus kaufen zu wollen. Nunmehr ist der gefährliche Patron in Berlin, wo er sich un- angemeldet aufhielt, von seinem Geschick ereilt worden; er wurde dieser Tage dem Gefängnis in Ilmenau zugeführt. Feuerbericht. Irr der Nacht zum Sonnabend liefen um Mitter- nacht kurz hintereinander zwei Alarmierungen ein und fiihrten die Wehr nach dem Michaelkirchplatz und nach der Heiligegeiststraße 6/8. Wie sich herausstellte, waren in beide» Fällen die öffentlichen Feuer- mcldcr böswillig in Tätigkeit gesetzt. Leider gelang es nicht, die Täter bei ihrer Freveltat zu erwischen.— In der Linienstraße 112 kam dann in einem Keller Feuer ans, das allerlei Gerümpel und Verpackungsmaterial erfaßte. Der 13. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen.— Ein Küchenbrand mußte später in der Saar- briickerstraße 6 abgelöscht werden.— Die übrigen Feuermeldungen, die noch in den letzten 24 Stunden erfolgten, waren ans„blinden Lärm" zurückzuführen._ Im Arbeiterinnenheim II, Usedomstr. 7, beginnt April ein neuer Kochkursus, der zweimal wöchentlich abends stattfindet. Meldungen zur Teilnahme von jetzt an jederzeit im Heim. Das Honorar ist niedrig. Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Der heutige Unterricht in Nedeübungjür Fortgeschrittene fällt aus. Bei der heute abend statt- findenden«chiller-Feier hält an Stelle des verhinderten Ge- nosscn Katzenstein Genosse M. Maurenbrecher den Festvortrag. Wir laden nochmals zu zahlreichem Besuche ein. Nachbein das Berliner Aquarium während der letzteren Zeit die Sammlung der Land- und Süßwasser-Schildkröten mehrfach er- gänzt hat, ist ihm dieser Tage für die Meerwasserbecken eine die Tropenmeere bewohnende Seeschildkröte zugegangen. Trotzdem es ein kleineres Exemplar als die aus dem Mittelmcer eingegangene Cauana ist, springen doch die Unterschiede im Leibesbau usw. sofort in die Augen, indem der neue Gast keinen Hakenschnabel, sondern abgestumpfte Kiefer, ferner statt eines schmalen Brustschildes und zweikralliger Beine einen breiten Brustpanzer und einkrallige Füße besitzt usw. Ter neue Ankömmling ist viel schwerer zu erlangen als die Cauana und darum für ein Aquarium sehr wertvoll, für das große Publikum aber besonders deshalb interessant, weil dieser Flossenfüßer ein Vertreter der echten Suppenschildkröte ist, die bis zwei Meter lang und zehn Zentner schwer wird und ihre Wirtschaft- liche Bedeutung dadurch erweist, daß sie das Fleisch liefert zu den ge- schätzten köstlichen Suppen. Ihre Unterkunft hat sie hier in dem sogenannten Schollenbassin gefunden, wo außer den Plattfischen auch die kürzlich über Stralsund eingetroffenen Aalmuttern unter- gebracht sind, die nicht nur durch ihr aalartiges Aeußere, sondern auch durch ihre absonderliche Fortpflanzung, denn sie bringen lebendige Junge zur Welt, anziehend erscheinen. In einem benachbarten Becken mit vielgestaltiger Gesellschaft ist der reizendste Fisch, der Purpur- oder Korallenfisch, dessen aus eigenartigen Schuppen be- stehendes Kleid in einem äußerst ansprechenden goldschillernden Violett und Rotbraun prangt. Ueber den Wert des Alkohols vom volkswirtschaftlichen Stand- Punkt wird in einer öffentlichen Sitzung des hiesigen Alkoholgegner- Bundes der königliche Seehandlungsbeamte Herr Hans Ohning am Montag, den 13. März d. I., abends 8 Uhr, im Bürgersaal des Rat- Hauses einen Vortrag halten. Freie Aussprache. Zutritt für jeder- mann frei. /Zus den Nachbarorten. Charlottenburg. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die erste dramatische Dar- bictung des Vereins„Freie Volksbühne Charlotteichurg" ist auf den Abend des 23. März(Donnerstag) festgesetzt worden. Zur Auf- führung werden drei Einakter von Otto Erich Hartlebcn gelangen, nämlich„Abschied vom Regipient",„Eine sittliche Forde- rung" und„Lore". Es empfiehlt sich für alle, welche diese Vor- stellung besuchen wollen und den Bestrebungen des Vereins Fnter- esse entgegenbringen, ihre Mitgliedschaft schleunigst bei einer der folgenden Zahlstellen anzumelden: Paesler, Schlüterstr. 8; Wilk, Kirchstr. 31; Franz Schmidt, Wilmersdorferstr. 130; Müller(Volks- haus), Rosinenstr. 3; Konsum-Berein, Wilmersdorferstr. 27. Mit- gliedcr, welche ihre Karten noch nicht erhalten haben, werden ge- beten, dieselben abzuholen beim Kassierer Otto Vogel, Spreestr. 3. In seinem Berufe verunglückte gestern in Schönow bei Teltow der Tischler G. Gesenhaeuen, der als Einsetzer auf einem Bau arbeitete. Der Verunglückte war Vorstandsmitglied der �Filiale des Holz- arbeiter-Verbandes in Wilmersdorf und ein bewährtes Mitglied des dortigen Wahlvercins. Er hinterläßt Frau und ein Kind. Schöncberg. Tie Einnahmen der Stadt aus den Abgaben der Gas-, Elektrizi- tätswerke und Verkehrsanstalten sind für das Jahr 1903 mit insgesamt 373 609 M. veranschlagt. Gegen das Vorjahr ein Mehr von 62 000 Mark. Der Hauptanteil entfällt auf die Englische Gasanstalt, nämlich 181319 M.(1901: 152 614 M.). Die Gesellschaft ist außer- dem zur unentgeltlichen Lieferung von Gas für 1035 Straßen- laternen verpflichtet. Zu dem enormen Gewinn, den die Gasanstalt erzielt, stehen diese Leistungen in keinem Verhältnis.— Von dem Elektrizitätswerk Südwest sind 75 000 M.(1904: 50 000 M.), von der Großen Berliner Straßenbahn 30 00 M.(1904: 23 800 M.), von der Gesellschaft für Hoch- und Untergrundbahnen 1485 M., von der Westlichen Berliner Vorortbahn 2000 M. zu entrichten.— Auch die Einnahmen der Ma rktverwaltung sind gestiegen. Sie be- tragen an Standgeld vom Wochenmarkt Winterfeldtplatz 47 500 M. (45 000 M.), an der Ebersstraße 16 500 M.(15 000 M.), sowie an Wagcgebühren 4000 M. Aus Pachten, Mieten und Anerkennungs- gebühren laufen ein 15 898 M., darunter Pacht für die Anschlag- säulen 15 000 M.(1904: 7500 M.). Die Pacht hierfür erhöht sich um jährlich 500 M. bis zum Höchstbetrage von 17 000 M. im fünften Vertragsjahre. Rixdorf. Der Einbruch in die Böhmische Kirche. Kürzlich berichteten wir, daß Einbrecher in die am Richardplatz belegene Kirche ein- gedrungen waren und dort wie Vandalen gehaust haben. Der Abendmahlwcin war ausgetrunken, Bücher sowie andere Gegenstände waren zerrissen und wüst umhcrgeworfen, verschiedene Schränke in der Sakristei teilweise zertrümmert und schließlich Kerzen, Stempel der Sonntagschulcn usw. gestohlen worden. Der Einbruch ist nun- mehr durch die Rixdorfer Kriminalpolizei aufgeklärt worden. Das Ergebnis war allerdings im höchsten Grade überraschend. Die Vandalen sind in einer Anzahl von Schulkindern ermittelt worden, die zum weitaus größten Teil nicht einmal strafmündig sind. In letzter Zeit waren in Rixdorf zahlreiche dreiste Diebstähle ausgeführt worden, und es gelang der Kriminalpolizei, hierbei einen Schul- knaben festzunehmen. Die weiteren Recherchen ergaben bald, daß man es mit einer regelrechten jugendlichen Tiebesbande zu tun hatte, die in geradezu verblüffender Weise die verwegensten Ein- brüchc ausübte. Anführer der Bande war der 14jährige Schüler Franz Federmann. Bei den gestrigen Vernehmungen stellte sich heraus, daß der Einbruch in die Böhmische Kirche gleichfalls auf das Konto der Schulknaben entfällt. Franz Federmann wird dem Untersuchungsgefängnis überwiesen, während seine Gefährten in Zwangserziehung untergebracht werden. Tie Eingemeindung des gesamten Gutsbezirks Hasenheide, ein- schließlich des bewaldeten Teils der Hasenheide, sowie desjenigen Teils des Tempelhofer Feldes, der zwischen dem südlichen Teil der Wanzlikstraße gelegen ist und zurzeit zuin Gemeindebezirk Tempel- Hof gehört, beschloß der Rixdorfer Magistrat. Es handelt sich dabei um eine Arrondierung der bereits im Vorjahre statt- gehabten Eingemeindung von Tempelhofer Gebiet in Rixdorf. Lichtenberg. Gemeindcwnhler! Am Mittwoch, den 13. März, hat die dritte Wählerklasse 4 Gemeindevertreter zu wählen I Drei dieser Vertreter müssen„Angesessene" sein, nur einer darf „unangescssen" sein. Gewählt wird im 2., 3. und 4. Kommunal- bezirk. Das Wahllokal für den 2. Bezirk befindet sich in der Aula der Siegfried-Schule. Ter 3. Bezirk wählt im„Schwarzen Adler", der 4. Bezirk in der Kronprinzen-Schule. Die Mahlzeit ist von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. Jeder Wähler wählt in dem Bezirk, in dem er vom 1.— 15. Januar— der Zeit der Aufstellung der Wählerliste— gewohnt hat. Stimmzettel, von denen die Namen der Kandidaten abgelesen werden können, werden am Wahltage aus- gegeben. Legitimation ist bereit zu halten! Auf zur Wahl sozial- demokratischer Gemeindevertreter! Das Wahlkomitee. Friedrichsfelde. Die Entwässerungsanlage für das sogenannte Oberseld wurde durch einen Beschluß der Gemeindevertretung vom 27. Januar end- gültig genehmigt. Es wurde damals beschlossen: Tie Gemeinde zahlt für die Herstellung der Entwässerungsanlage für den innerhalb des bebauten Ortsteils belegenen Teil der Anlage bis zur Mündung in den sogenannten Kratzgrabcn die Summe von 38 000 M. Den übrigen Teil der Herstellungskosten von mindestens 90 000 M. tragen die Interessenten, d. h. die Besitzer vom Oberseld. Die Gesamtanlage geht dann in das Eigentum der Gemeinde über.— Dieser Beschluß wurde mit allen gegen die Stimmen der Vertreter aus dem Ortsteil Karlshorst gefaßt. Tie Karlshorster Grundbesitzer haben nun eine Agitation auf» genommen, um die Beanstandung dieses Beschlusses durch den Kreis- ausschuß herbeizuführen. Zu diesem Zweck wird eine vom Karls- Hörster Haus- und Grundbesitzervcrein gefaßte Resolution zur Protestunterschrift von Haus zu Haus getragen. In dem Protest wird nun behauptet, daß die Gemeinde keine Veranlassung hat, 38 000 M. zu einer Entwässerungsanlage zu bewilligen, die lediglich den Besitzern vom Oberfeld Vorteile bringt, aber der Gemeinde erst nützen kann, wenn die leider noch in weite Ferne gerückte Kanali- sation für den Ort Fricdrichsfelde- Karlshorst ausgeführt wird. Ferner wird behauptet, daß der Uebergang der Entwässerungsanlage in Gemeindeeigentum keine Gegenleistung für die bewilligten 38 000 Mark darstellt, da durch die Instandhaltung der V-�-reitungen der Gemeinde Lasten entstehen und bis zur einstmaligen Benutzung zu allgemeinen KanalisationszwcA n die Anlage unbrauchbar sein würde.— Tie protestierenden Kurls Horster Grundbesitzer haben in ihrer Resolution die Tatsachen geradezu vergewaltigt. Aus dem Munde dieser Herren wirkt das Bedauern über die„leider noch in weite Ferne gerückte Kanalisation" ungemein komisch, da sie es immer waren, die die Notwendigkeit einer Kanalisation bestritten, wenigstens für Karlshorst sie auf absehbare Zeit als überflüssig er- achteten. Sie würden sicher die geplante Kanalisation des ganzen Ortes, die nach wiederholten Kostenanschlägen zirka 870 000 M. er- fordern würde, mit allen Mitteln bekämpfen. Neben dieser Kanali- fationsanlage müßte auch eine Rcgenwasserableitung gebaut werden, die 520 000 M. kosten würde, abzüglich der 128 000 M., die für die jetzt beschlossene Anlage aufgewendet werden. Die Haltlosigkeit der weitgehendsten Behauptung, daß keine Notwendigkeit zur Herstellung der Entwässerungsanlage vorliegt, ergibt sich für jeden Kundigen von selbst. Bei stärkeren Niederschlägen strömt das Wasser von dem Oberfelde jetzt schon dermaßen in den östlichen Teil des bebauten Ortes, daß ganze Straßen geradezu überflutet sind, die Gehöfte, ja sogar Wohnungen überschwemmt sind, so daß die Feuerwehr zu Hülfe gerufen werden mutzte. Das Armenhausgrundstück ist infolge dieser Zustände völlig verjaucht. Im Verwaltungsjahrc 1903 wurden allein 386 M. für Abfuhr der Schmutzwässer im Armenhause verausgabt. Damit dürfte der Wert der Protestgründe gekennzeichnet sein. Be- dauerlich ist es, daß auch Arbeiter, getäuscht über den wirklichen Sachverhalt, die Protestresolution unterschrieben. Das Spiel der Herren Grundbesitzer ist zu durchsichtig. Einmal möchten sie vcr- hindern, daß der Ort sich nach Osten und Norden ausdehnt, dann aber wollen sie Mißtrauen gegen die Friedrichsfelder und inS- besondere gegen die sozialdemokratischen Gemeindevertreter hervor- rufen, um ihre kleinliche und eigennützige Grundbesitzerpolitik un- gestört treiben zu können. Es ist bezeichnend, daß in derselben Versammlung des Haus- und Grundbesitzervereins, in der die Protestresolution Annahme fand, lebhafte Klage über die Ueber- schwemmungen der Straßen bei starkem Regen geführt und dringende Abhülfe verlangt wurde. Groß-Lichterfelde. Die Ersatzwahl für den unter recht eigentümlichen Umständen aus der Gemeindevertretung ausgeschiedenen Ober-Postsekretär D i e t s ch fand am Freitag im hiesigen Rathause statt. Zur Wahl war nur die zweite Garnitur der Wählerschaft berufen. Die Grundbesitzervereine hatten den Geheimen Regierungsrat Dr. Jaeger, der Verein derHand werker den Klempnermeister Lehmnitzer als Kandidaten nominiert. Die beiden Parteien hatten vorher in überzeugender Weise die Disqualifikation ihres gegnerischen Kandidaten zum Gemeindevertreter in der örtlichen Zeitung klargelegt, und kein vernünftiger Mensch wird an diesen beiderseitigen Urteilen etwas auszusetzen haben. Gesiegt hat der-Geheime Regierungsrat Dr. Jaeger mit 154 Stiinmen über seinen Gegner Lehmnitzer, der 86 Stimmen erhielt. Das Ortsstatut für daS KanfmaunSgericht in Spandau hat unterm 7. Februar d. I. die Zustimmung der Regierung gefunden und wird jetzt„bereits" vom Magistrat ür der Lokalpresse veröffentlicht. Ob daS Kaufmannsgericht früher als am 1. Januar n ä ch st e n Jahres in Funktion treten wird, ist bei diesem Schneckentempo noch sehr zweifelhast. Der Magistrat hat es offenbar nicht sehr eilig. Im Wannsee ertränkt hat sich das Istjährige Dienstmädchen Anna N o a ck aus Berlin, das seit 14 Tagen vermißt wurde. Jetzt hat man die Leiche desselben in der Nähe der Villa HardyKm Wasser liegend aufgefunden. In Steglitz haben in der Nacht zum Sonnabend D i eb e die erst in neuerer Zeit errichtete Leichenhalle des Gemeinde- jriedhofs erklettert und die am Dachfirst angebrachten metallenen Abflußröhren gestohlen. Unbemerkt gelang es ihnen, mit ihrem Raube zu entkommen. Beim Bau der Papierfabrik in Teltow ist am Sonnabend nachmittag 3 Uhr abermals ein Bauarbeiter tödlich verunglückt. Er vom Gerüst ab, brach das Genick und war auf der Stelle tot. Hub Induftric und Handel. Anfsichtsrats-Tantiemen und Bcamtcngratifikationcn. Bei der Besprechung des Jahresabschlusses der Dresdener Bank haben wir schon auf daS Mißverhältnis zwischen den Tantiemen der Direktoren und der Aufsichtsratsmitglieder sowie den Gratifikationen für die Bank- bcamten hingewiesen. Nach dem Geschäftsbericht erhalten die Direktoren als Extravergütung 1,89 Mill. M., die Aufsichtsratsmitglieder 651 679 M, die Bcamten insgesamt jedoch nur 1,05 Mill. M., d. h. auf jeden Direktor kommt durchschnittlich als Tantieme daS niedliche Sümmchen von zirka 55 000 M., auf jedes Aufsichtsratsmitglied 20 000 M., während auf den einzelnen Angestellten nur etwa 560 M. entfallen. Natürlich wird dieser Betrag nicht gleichmäßig verteilt, sondern nach Würdigkeit. Auf die höheren Angestellten kommt eine Gratifikation von einigen Tausend Mark, auf die Beamten in den unteren Regionen Sümmchen von 100—200 M. Doch nicht nur die Dresdener Bank befolgt diesen Berteilungs- •Uiodus; auch die Deutsche Bank verfährt nach gleichein Prinzip. Nach ihrem Geschäftsberichte erhalten die 23 Äuffichtsratsmitalieder 843 010, also pro Mitglied über 36 000 M., die 3174 Angestellten 1250000 M., also ungefähr 390 M. pro Person. Zu den Auf- sichtsrats-Mitgliedern zählen bekanntlich auch die Reichstagsmitglieder -L. Büsing und K. Schräder, sowie der Landtagsabgeordnete v. Eynern Grosse Berliner Strassenbahn. Die Generalversammlung der Aktionäre unterhielt sich gestern größtenteils über den Prozeß der Bahn mit� der Stadt Berlin. Natürlich standen die meisten der Herren auf feiten der Direktion und lobten diese wegen ihres mann- haften Verhaltens; doch fand auch die gegenteilige Ansicht ihre Ver- tretung. Herr Geheim rat Fischer bedauerte, daß die Ver- ivaltung den Prozeß veranlaßt habe, forderte Verschmelzung der Stalnmgcsellschaft mit den Vorortbahnen und Erhöhung der Dividende aus 8 Proz. Direktor Ministerialdirektor Dr. Micke sprach sein Bedauern über das Entstehen des Prozesses aus, der jedoch nicht von der Straßenbahn, sondern von der Stadt Berlin angestrengt worden sei. Tie Anfragen bezüglich der Weiterführung des Prozesses könnten noch nicht beantwortet werden, weil die Urteilsausfertigung des Kammergerichts noch nicht vor- liege. Er weise die Unterstellung des Gehcimrats Fischer, als ob der Vorstand das treibende Element für die Prozeßführung sei, entschieden zurück. Vorstand und Aufsichtsrat befänden sich nach Prüfung der Rechtslage und wiederholter Einholung von Gutachten in völliger Uebereinstimmung darüber, daß die Interessen der Aktionäre durch die Klagebeantwortung gewahrt worden seien. Der Vorsitzende des� Aufsichtsrats, Geh. Kommcrzienrat Arn hold, erklärte, daß in allen die Verwaltung interessierenden wichtigen Fragen der Aufsichtsrat mit dem Vorstande die gleiche Verantwortung trage. Auch in der Frage der Konzessions- Verlängerung habe der Vorstand in vollem Einverständnis mit dem Auffichtsrat gehandelt. Schließlich wurde die Bilanz und Dividende genehmigt. Wie verlautet, kostet vorläufig der Prozeß die Straßenbahn- Gesellschaft über 150 000 M. Die Geschäftspolitik des K-Hlensyndikats. Als zu Anfang dieses Monats der Ausschuß deS Kohlensyndikats die Festsetzung der Be- teiliguilgsanteile der Zechen für den Monat März mit der sonder- baren Begründung verschob, daß„die endgültige Gestaltung der Förderung und des Absatzes seit Wiederaufnahme der Arbeit sich noch nicht klar übersehen lasse", äußerten wir die Vermutung, daß eine starke Förderungseinschränkung beabsichtigt sex um die Kohlen- zufuhr knapp zu halten und die Porbedingungen für spätere Preis- erhöhnngen zu schaffen. Die vorgestern in Essen ab- = gehaltene Sigung des Syndikatsausschusses bestätigt diese Auf-| Betroleumindustrie Aktiengesellschaft statt. Das Kapital der Ge-| Bär. Angele. Freitag: Sanna. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag: Sanna. faffung. Es wurde beschlossen, die Beteiligungsanteile in Kohlen sellschaft beträgt 12 000 000 m. Ihr Aufsichtsrat besteht aus den Montag: Der Bär. Angele. für den Monat März endgültig auf die vor Ausbruch des Aus- Herren Dr. Salomonsohn, Dr. Schwabach, Dr. Russell, Dr. Solmssen berte. Allabendlich: Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Brieftasche. Trianon Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die glückliche Gilstandes in Kraft gewesene Höhe von 80 Prozent festzusetzen. In Koks und Dr. List. Den Vorstand werden die Herren Dr. Ludwig Wein- Ein peinlicher Zwischenfall. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die glückliche Gil waren die Beteiligungsanteile für März bereits Ende des vorigen stein und Karl Otto in Berlin sowie Generaldirektor H. D. Schlawe berte. Abends und Montag: Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Monats auf 80 Prozent festgesetzt worden, während in Briketts in Bukarest bilden. Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. die vollen Beteiligungsziffern für März in Anspruch genommen werden. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Bremer Ratskeller. = Belle Alliance Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Kean. Abends: Der beste Tip. Bon Montag bis Freitag: Der beste Tip. Sonne abend: Die Rothe. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Deborah. Abends und Montag: Die Rothe. Abends: Der Registrator auf Reisen. Montag: Götz von Berlichingen. Luisen Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Dorf und Stadt. Dienstag: Lorbeerbaum und Bettelstab. Mittwoch: Unsere Frauen. Donners tag: Das Leben ein Traum. Freitag: Von Stufe zu Stufe. Sonnabend: Lorbeerbaum und Bettelstab. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Abends und Montag: Lorbeerbaum und Bettelstab. Die Herren Zechenbefizer wollen nachträglich noch ihren Profit aus dem Bergarbeiterstreit ziehen. Zurzeit hindern sie daran die Königliches Opernhaus. Sonntag: Undine. Montag: Tannhäuser. bestehenden Lieferungsabschlüsse sowie das von ihnen zu Beginn des Dienstag: Cosi fan tutte. Mittwoch: Rübezahl. Donnerstag: Eurhanthe. Streits feierlichst abgegebene Versprechen, sie dächten an feine Preis- Freitag: Der Roland von Berlin. Sonnabend: Das Rheingold. Sonntag: erhöhung. Inzwischen aber suchen sie die Kohlenförderung und Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Abreise. Bajazzi. Phantasien im -Zufuhr einzuschränken, um die Vorräte möglichst zu vermindern und Neues Königl. Opern Theater. Sonntag: Egmont.( Anfang dann später, wenn infolge dieses Verfahrens die Nachfrage auf dem 7 Uhr.) Montag: König Ottokars Glück und Ende. Dienstag: Der ein Markt schärfer hervortritt, unter dem üblichen Brimborium zu er- gebildete Krante. Die Dienstboten. Mittwoch: Die Schule der Frauen. Lustspielhaus. Sonntag mittag 12 Uhr: Matinee: Hans im Glück. klären, die Nachfrage steige, die Konjunktur gestalte sich günstiger, Madame Dutitre. Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Iphigenie auf Tauris. Abends: Der Familientag. Bon Montag bis Montag: Der Familientag. und das Syndikat sehe sich deshalb genötigt, die Preise etwas Sonnabend und Sonntag: Geschlossen." Montag: Unbestimmt. Carl Weiß- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Sean. Abends: hinaufzusehen. Wir werden ja sehen, wie der Hase weiter läuft. Abends: Dedipus. Montag: Helden. Dienstag: Dedipus. Mittwoch: Kapitän Grant. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Die Wünschelrute. Abends: Deutsches Theater. Sonntag nachmittag 12 Uhr: Don Carlos. Die Kinder des Kapitän Grant. Montag bis Freitag: Die Kinder des Schusselchen. Donnerstag: Fauft. I. Teil.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Dedipus. Sonnabend: Helden. Sonntag nachmittag 1%, Uhr: Don Carlos. Abends und Montag: Die Kinder des Kapitän Grant. Zentral Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Dedipus. Montag: Unbestimmt. Abends: Die Jurheirat. Montag( Anfang 7 Uhr) bis Freitag: Die Jur heirat. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Der geftiefelte Stater. Abends: Die Surheirat. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends( Anfang 72 Uhr) und Montag: Die Jurheirat. Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 31, Uhr: Charleys Tante. = Auf höheren Wunsch! Die Berichte der Unternehmerpresse vom rheinisch- westfälischen Kohlenmarkt werden immer pubiger. Den einen Tag heißt es, die Lage sei vorzüglich, die Nachfrage steige, die Vorräte seien während des Streits sehr zusammengeschmolzen; den nächsten Tag wird verkündet, infolge der Zufuhren aus England und Belgien hätten während des Bergarbeiterstreits die Vorräte nur wenig abgenommen, der Absah laſſe viel zu wünschen übrig, und am dritten Tage wird wieder versichert, die Anforderungen an die Zechen stiegen. Als lustigste der Wetterfahnen zeigt sich die ,, Rheinisch- Westfälische Zeitung". Erst vor wenigen Tagen wußte dieselbe zu melden, der Bergarbeiterstreit hätte auf dem Kohlenmarkt eine erfreuliche Belebung" hervorgerufen und der Abruf sei zurzeit als recht befriedigend" zu bezeichnen. Da aber inzwischen das Kohlensyndikat die Förderung um 20 Proz. cingeschränkt hat, läßt sich diese Meinung nicht gut mehr aufrechtcrhalten, und so sieht es denn zur Abwechselung wieder mal nach der Versicherung des ehrenwerten Blattes recht trübe auf dem Kohlenmarkt aus." Wie sich immer mehr herausstellt," schreibt das Zechenorgan, findet die vielfach vertretene Annahme, daß der Bergarbeiterausstand die Lage des Ruhrkohlenmarktes in wesentlichem Maße beeinflussen würde, durch die tatsächliche Entwickelung feine Bestätigung. Die durch den Ausstand verursachten Förderausfälle sind, soweit sie nicht aus den Lagerbeständen sowie durch Mehrförderung der übrigen deutschen Gewinnungsstätten gedeckt wurden, durch umfangreiche Ersazkäufe in ausländischen Kohlen, welche schäßungsweise sich auf über 1½ Millionen Tonnen belaufen, wohl vollständig ausgeglichen worden. Namentlich in englischen Kohlen waren in den beiden Vormonaten garz bedeutende Mehrzufuhren zu verzeichnen; dieselben halten auch im laufenden Monat an und drücken auf den Markt der Ruhrkohle, da die in der Streitzeit von Händlern und Verbrauchern eingegangenen Abnahme= verpflichtungen noch nicht zur völligen Erledigung gelangt sind. Im Kohlensyndikat hat sich daher der Ausschuß zur Festsetzung des Förderplanes genötigt gefehen, für März die Beteiligungsanteile in Kohlen nunmehr endgültig auf die vor Ausbruch des Streiks in Kraft gewesene Höhe von 80 Proz. festzusetzen." Eine neue Gründung in der Petroleumindustrie. Gestern fand in den Räumen der Direktion der Diskonto- Gesellschaft durch diese und das Haus S. Bleichröder die Gründung der Allgemeinen Am Freitag, den 10. März, entschlief unser lieber Kollege Ludwig Friedrich im 52. Lebensjahre. 29546 Die Beerdigung findet am Montag, den 13. März, um 4 Uhr nachmittags von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes statt. Die Kollegen der Pianofortefabrik v. Dobrowolski& Barsch. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarheiter Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin 1. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Beerdigung unseres Kollegen Wilhelm Gnilke heute, Sonntag nachmittags um 4 Uhr von der Leichen: halle des Nixdorfer GemeindeKirchhofes am Mariendorfer Weg aus stattfindet, also nicht, wie gestern angezeigt wurde, auf dem Jakobi- Kirchhof. Um rege Beteiligung ersucht 67/20 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Steinarbeiter Berlin I. Am Montag, den 6. März starb unfer Kollege, der Steinmez Karl Machmüller. Ehre seinem Andenken! 172/5 Die Ortsverwaltung. Nach kurzem schweren Leiden berschied heute, den 10. März, um 6 Uhr nachmittag, meine liebe Frau, Mutter und Schwester Emilie Schröder geb. Kerwien im beinahe bollendeten 62. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen Berth. Schröder. Auguste Kerwien. Franz Scröder. Paul Schröder. Die Trauerfeier vollzieht sich am Sonntagnachmittag um 4 Uhr, im Trauerhause, Bassauerstr., 3. Die Einäscherung der Leiche findet am Dienstag in Hamburg statt. Stranzspenden sind höflichst aber bestimmt verbeten. + 29255 ( ygien.Bedarfsartik. Illustr. Preisl. frei. Gustav Engel, Berlin 172, Potsdamorstraße 131. Allen Verwandten und Befannten die traurige Nachricht, daß unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Hedwig Fellmann nach längerem Leiden storben ist. ber= 23882 Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause am Friedrichshain aus nach Wilhelmsberg statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Turnverein ,, Fichte". 1. Damen- Abteilung. Am Donnerstag verschied unsere liebe Turnschwester Hedwig Fellmann. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittags 3 Uhr vom Krankenhause am Friedrichshain statt. 29316 Danksagung. vielen Beweise herzlicher Berliner Theater. Sonntag: Der Kaiserjäger. Montag: Göz von Berlichingen. Dienstag: Der Kaiserjäger. Mittwoch: Alt- Heidelberg. Donnerstag und Freitag: Der Kaiserjäger. Sonnabend: Zapfenstreich. Sonntag: Weh' dem, der lügt. Montag: Die Räuber. Glode. Abends: Glga. Montag: Die Frau vom Meere.( Anfang 7%, Uhr. Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag: Elga. Freitag: Ein Boltsseind.( Anf: 7%, Uhr) Sonnabend: Elga. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Es lebe das Leben. Abends und Montag: Elga. Lessing Theater. Sonntag nachmittag 22 Uhr: Die versunkene Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Freischütz. Abends: Die neugierigen Frauen. Montag: Undine. Dienstag: Biener Blut. Mittwoch: Der Zigeunerbaron. Donnerstag und Freitag: Die Liebesfeftung. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Der Kaufmann von Benedig. Abends: Die neugierigen Frauen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends: Die Liebesfeſtung. Montag: Die neugierigen Frauen. National Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. abends: Don Juan. Montag: Der Freischüß. Dienstag: Undine. Mittwoch: Don Juan. Donnerstag: Fidelio. Freitag: Das Glöckchen des Eremiten. Sonnabend: Figaros Hochzeit. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Undine. Montag: Unbestimmt. Neues Theater. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag nach mittag. 22 Uhr: Ein Sommernachtstraum. Abends: Der Graf von Charolais.( Anj. 8 Uhr.) Dienstag bis Freitag: Ein Sommernachtstraum. Sonnabend: Minna von Barnhelm. Sonntag und Montag: Ein Sommernachtstraum. Abends und Abends: Der Kilometerfresser. Montag bis Sonnabend: Der Stilometerfrejser. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Montag: Der Kilometerfresser. = Kasino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Abends: Heirat auf Probe. Montag bis Sonnabend: Heirat auf Probe. Sonntag nachmittag 4 Uhr: In Vertretung. Abends und Montag: Heirat auf Probe. Apollo Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Berliner Luft. Abends Das Veilchenmädchen. Montag bis Sonnabend: Das Beilchenmädchen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Berliner Luft. Abends und Montag: Das Veilchenmädchen. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Abends: New York. Von Montag bis Mittwoch: New York. Donnerstag bis Sonnabend: Ueber'n großen Teich. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Die Meyerhains. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Passage- Theater. Allabendlich: Die 5 Zorrisons. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Saharet. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Palast Theater. Allabendlich: Wie man Weiber feffelt. Spezialitäten. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Urania- Theater. Taubenstraße 48/49. Jm Theater: 8 Uhr: Sonntag, Der Geizige. Herenfang. Abends: Der Leibalte. Montag: Die Hauben- Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend: Der Simplon und sein lerche. Dienstag: Gyges und sein Ring. Mittwoch: Im Hafen. Donnerstag: Gebiet. Dienstag und Freitag: Tierleben in der Wildnis. yges und sein Ring. Freitag: Wallensteins Tod. Sonnabend: Fuhrmann straße 57-62: Sternwarte. Montag: Gyges und sein Ring. Henschel. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Abends und Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: König Lear. Abends: Krieg im Frieden. Montag: Das Heiratsneft. Dienstag und Mittwoch: Der Leibalte. Donnerstag: Die Haubenlerche. Freitag: Die Thrannei der Tränen. Sonnabend: Wallenteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Abends und Montag: Die Herren Söhne. Residenz- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Abends: Hotel Pompadour. Von Montag bis Sonnabend: Hotel Pompadour. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nora. Abends und Montag: Hotel Pompadour. Kleines Theater. Sonntag: Abschied vom Regiment. Angele. Montag: Sanna. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Sanna. Donnerstag: Der Achtung! Bauarbeiter. Da verschiedene Kleinere Firmen den Tarif noch nicht bewilligt haben, behält die Baukontrollkarte ihre Gültigkeit und ist auf Verlangen vorzuzeigen. Es muß also jeder Jalousiearbeiter, der auf Bauten beschäftigt ist, eine gelbe gestempelte Karte haben. Die Kommission der Jalousiearbeiter. !! Von 36 Mk. an!! liefere Herrenanzug, ohne Kons turrenz, neueste Muſter, nur retniv. Stoffe, feinste Zutaten. 2 Anproben. Für guten Siz bekam goldene Medaille. Ludwig Engel, Brenz lauerstraße 23 II( Alexanderplatz). Gegründet 1892. Großes Tuchlager. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empf. viel. Aerzte u. Prof. grat. u. fr. H. Unger, Gummiwarenfabrit, Berlin N., Friedrichstr. 131c. Lebensstellung. Herren, tadellose Bergangenheit und redegewandt, die sich dem Verficherungsfache, Außendienst, dauernd widmen wollen, werden von erstflasfiger Gesellschaft gegen festes Einkommen eventl. Provision eingestellt. Die Stellung ist angenehm, selbständig und bei gutem Erfolge dauernd. 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Gerichts- Zeitung. führer Ludwig Müller aus Ober- Schöneweide vor die erste Straffammer des Landgerichts II führte. Der Angeklagte iſt ſeit! mehreren Jahren bei der Dampfschiffs- Gesellschaft" Stern" angestellt. Am Sonntag, 12. März 1905. Museen, Sammlungen usw. Sonnabends) 12-2. Sonntags: Sommer 12-6, Winter 12-3. Kaiser Friedrich- Museum. Museumsinsel, am Kupfergraben. Besuchs. ten Museum. Wegen Vergehens gegen das Vereinsgeset hatte sich Genosse Im Frühjahr vorigen Jahres wurde zwischen Ober- und NiederAltes( n. Nenes) Museum. Am Lustgarten. Wochentags( außer Hezschold am Sonnabend vor der vierten Strafkammer zu ver- Schöneweide eine große eiserne Bogenbrücke gebaut, welche der Montags): Sommer 10-4, Winter 10-3. Sonntags und an den zweiten antworten. Er soll als Vorsitzender einer Bäckerversammlung sich Angeklagte mit seinem Fahrzeug passieren mußte. Der Bau Weihnachts-, Oster-, Pfingstfeiertagen: April bis September 12-6, Oktober geweigert haben, dem überwachenden Beamten seinen Namen zu war bis auf die Verbindung der beiden mittelsten Pfeiler und März 12-5, November und Februar 12-4, Dezember und Januar 12-3. nennen. Das ist gewiß keine Sache von großer Bedeutung, die gediehen. Während dieser Zeit mußten die beiden zur Durchfahrt Montags und an Festtagen( außer zweiten Feiertagen): geschlossen. Angelegenheit gewinnt aber an Interesse durch einen höchst mert fertigen Seitenbogen von den Schiffen benutzt werden. Aquarium. Unter den Linden 68 a. Sommer 9-7, Winter 9-6. würdigen Widerspruch in den Aussagen der Zeugen. Heshold 24. Mai v. J. fuhr der Angeklagte mit seinem von Berliner Aus- Eintrittsgeld 1,00 M., an Sonn- und Festtagen 0,50 M.; Kinder die Hälfte. stellt den Hergang der Sache so dar: Der überwachende Polizei- flüglern vollbesetzten Dampfer Oberbürgermeister Belle" des Mittags Am legten Sonntag des Monats 0,25 m. Architektur: Museum. Technische Hochschule, Charlottenburg, Berlinerleutnant sei ziemlich aufgeregt gewesen. Schon beim Eintritt in den nach den Müggelbergen. Wie die Anklage behauptet, soll num der straße 151. Montags und Freitags 10-3, Dienstags und Donnerstags Saal habe er den bei der Tellersammlung an der Tür stehenden Angeklagte unter Nichtbeachtung der ihm berufsmäßig obliegenden 12-3, Mittwochs 10-12. Kollegen Hezscholds in lautem und barschem Tone gefragt, wozu die Pflichten einen Unfall verursacht haben, der leider schwere Folgen nach Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt. Charlottenburg, FraunhoferTellersammlung vorgenommen werde. Dann habe der Leutnant, sich zog. Obgleich ihm das Fortschreiten des Brückenbaus genau straße 11. Wochentags( außer Montags) 10-1, außerdem Dienstags und ebenfalls im Kommandoton dem Kellner zugerufen, er solle mehr Licht bekannt war, fuhr er an jenem Abend mit voller Geschwindigkeit Donnerstags 6-9 abends. Sonntags 1-5. machen. Nachdem Hetzschold die Versammlung eröffnet und dem Ueber- durch die Brücke. Da die beiden mittleren Pfeiler inzwischen verbunden Berg- und Hüttenmuseum. Invalidenstr. 44. Wochentags( außer wachenden die verlangte Anmeldebescheinigung überreicht hatte, habe waren, hätte er den Schornstein seines Fahrzeuges umlegen müssen. Botanischer Garten. Stegliz- Dahlem. Sonntags 2-7 frei. derselbe ihn nach dem Namen gefragt. Hezschold habe seinen Namen Dies tat er fahrlässigerweise nicht. Die Folge war, daß der SchornBotanisches Museum. Grunewaldstr. 6/7. Mai bis September: genannt und auf eine nochmalige Frage des Beamten den Namen stein gegen die Verbindungsträger anstieß und mit ziemlicher Montags und Donnerstags 3-6. Im Winter geschlossen. in sehr lautem Tone wiederholt, so daß der unmittelbar neben ihm Wucht auf das Deck niedergeschleudert wurde. Die achtjährige sigende Beamte den Namen gar nicht überhören konnte. Auch seine Mathilde Leipold und der vierjährige Knabe Geel- zeit wie beim Alten Museum. Wohnung habe er, nachdem der Bolizeileutnant es verlangte, in haar wurden von dem schweren Schornstein getroffen. Das Hygienisches Museum. Klosterstr. 35. Dienstags und Freitags derselben Weise angegeben. Der als Zeuge vernommene Polizei- Mädchen erlitt eine Gehirnerschütterung, dem Knaben wurde der 10-2. Sonntags: April bis September 1-6, Oktober und März 1-5, leutnant Voigt sagte demgegenüber aus: Er habe nicht nach dem Unterkiefer zerschmettert, zugleich wurde die Zunge von den eigenen November und Februar 1-4, Dezember und Januar 1-3. Mittwochs und Sonnabends 10-1 für Vereine. Zweck der Tellersammlung gefragt, er habe auch nicht mehr Licht Zähnen des Knaben fast vollständig durchbissen. Von diesen VerKunstgewerbe- Museum. Brinz Albrechtstr. 7. Besuchszeit wie beim gefordert. Wenn er eine solche Anordnung für nötig gehalten hätte, legungen ist er bis heute nicht wieder vollständig herwürde er sie durch seinen Schußmann haben ausführen lassen. Daß gestellt. Seitens der Anklagebehörde wird eine Fahrlässigkeit Landwirtschaftliches Museum. Invalidenftr. 42. Wochentags( außer Hezschold seinen Namen genannt, bestritt der Zeuge ganz entschieden. Schon darin gefunden, daß M. mit voller Geschwindigkeit Mittwochs) 10-3. An jedem 3. Sonntag im Monat: 11-3. Anstatt seinen Namen zu nennen, habe Hetzschold ihm wiederholt die Brücke passierte, entgegen den bestehenden Verordnungen, Märkisches Provinzial- Museum. Wegen Umzug nach dem Neubau zugerufen: Stören Sie mich nicht, dazu gibt Ihnen das Vereinsgesetz welche ein Abstoppen vorschreiben. Wäre letteres geschehen, bis auf weiteres geschlossen. fein Recht. Anstatt den Namen zu nennen, habe Hezschold denselben auf so National- Galerie, Museumsinsel, an der Friedrichsbrücke. Bochentags hätte der Angeklagte den Fortschritt des Brückenbaues einen Bettel geschrieben.--Schuhmann Knabach, der dem bemerken können und noch rechtzeitig den Schornstein umgelegt. Der tagen wie beim Alten Museum. Polizeileutnant in der Versammlung beigegeben war, bestätigte Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 50 Mart. dessen Aussage soweit, als es sich um die angebliche Verweigerung Der Gerichtshof bezeichnete die Fahrlässigkeit des Angeklagten als eine des Namens handelt. Dagegen hat er bestimmt gehört, daß der nicht allzu große und erkannte auf nur 30 Mart Geldstrafe. Leutnant auch nach der Wohnung Hezscholds fragte und darauf Ein Mann mit zwei Frauen präsentierte sich gestern der vierten eine Antwort ob mündlich oder schriftlich, wisse er nicht mehr Hülfsstraftammer am Landgericht I. Der aus dem Moabiter Untererhielt. Der Verteidiger Dr. Kari Liebknecht sowie ein bei- suchungsgefängnis vorgeführte Kaufmann Hermann Morch figender Richter machten darauf aufmerksam, daß, wenn der An- stand unter der Anklage der Bigamie. Der 32 jährige Angeklagte geklagte nach seiner Wohnung gefragt wurde, er doch vorher jeden- verheiratete sich im Jahre 1893 in Posen. Der Ehe, welche anfangs falls schon die Frage nach dem Namen beantwortet haben werde, denn verhältnismäßig glücklich war, entsprossen drei Kinder. Aus irgend es sei doch unwahrscheinlich, daß ein Beamter jemand, der die einem Grunde verließ M. eines Tages Frau und Kind und tam Angabe seines Namens verweigert habe, noch nach der Wohnung fragen nach Berlin. Hier lernte er ein junges Mädchen kennen, mit dem er werde. Der Schuhmann bestätigte auch die Angabe Hetfcholds, daß der bald ein Verhältnis anknüpfte. Er verlobte sich mit dem Mädchen Bolizeileutnant nach dem Zweck der Tellersammlung gefragt und vom und bestellte auch das Aufgebot. Die Hochzeit des verheirateten Kellner mehr Licht verlangt habe. Bäcker Grieger, welcher Mannes und Familienvaters fand im November vorigen Jahres statt. der Versammlung beigewohnt hat, bestätigte in allen Punkten die Das junge Ehepaar wurde indessen sehr unsanft aus den FlitterAngaben Hezscholds. Die Aufforderung: Stören Sie die Ver- wochen geriffen, denn die verlassene Ehefrau hatte die Spur ihres treulofen sammlung nicht! Habe Hezschold erst dann an den Ueberwachenden Mannes vnrfolgt und schließlich die Entdeckung gemacht, daß dieser hier als gerichtet, als dieser die Namensnennung des Bureaus verlangte, zärtlicher Ehegatte mit seiner zweiten Frau lebte. Die Folge war welches erst gewählt worden war, nachdem Heßschold seinen Namen die Verhaftung des Angeklagten und die Erhebung der vorliegenden und Wohnung sehr laut genannt hatte. Unter diesen Umständen Anklage. Vor Gericht war der„ doppelte Ehemann" geständig. Der konnte auch die vierte Strafkammer dem Antrage des Staats- Gerichtshof erkannte, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß, auf anwalts, den Angeklagten zu 75 M. Geldstrafe zu berurteilen, nicht eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. nachkommen. Dem Antrage des Verteidigers entsprechend erkannte das Gericht auf Freisprechung, da angesichts der entgegenstehenden Zeugenaussagen nicht aufgeklärt werden könne, wie sich der Vorgang abgespielt hat. ( außer Dienstags): Sommer 12-4, Winter 12-3. An Sonn- und FestNaturkunde- Museum. Invalidenstraße 43. Montags, Mittwochs, Donnerstags, Sonnabends: Sommer 10-4, inter 10-3. An Sonnund Festtagen wie beim Alten Museum. Neues Museum. Verbunden mit dem Alten Museum. Siehe dieses. Pergamon- Museum. Museumsinsel, hinter der National- Galerie. Besuchszeit wie beim Alten Museum. Post- Museum. Leipzigerstraße 16/18. Wochentags( außer Mittwochs und Sonnabends): 10-2. Sonntags und an den zweiten Feiertagen: 12-2. An Festtagen( außer zweiten Feiertagen): geschloffen. Rauch- Museum.( Werke von Christ. Rauch.) Klosterstr. 76. Wochentags 10-4. Königl. Sternwarte. Endeplat 3a. Mittwochs und Sonnabends Sommer 9-11, Winter 10-11. Sternwarte im Treptower Park. Geöffnet von 2 Uhr ab. Eintritt 20 Pf., Beobachtungen 1 M. Urania- Sternwarte. Invalidenstr. 57/62. 5-10 Uhr. Eintritt 50 f., Borträge 1 Urania, Sammlungen n. wissenschaftl. Theater. Taubenftr. 48. Geöffnet von vormittags 10 Uhr ab. Eintritt 50 Pfennig, Abendvorstellung von 1 Mart an. Völkerkunde- Museum. Königgrägerstr. 120. Besuchszeit wie beim Alten Museum. Volkstrachten Museum. Klosterstr. 36. Wochentags( außer Mitt wochs) 11-2. Eintritt 50 Pfennig. Zeughaus. An der Schloßbrücke. Bochentags( außer Sonnabends): Sommer 10-3, Winter 10-2. Sonntags 10-3. An allen Festtagen ges schlossen. Zoologischer Garten. Wochentags 1 Mart, an Sonn- und Festtagen Pf.; Kinder Dresben 0,25 Meter, bei Magdeburg+ 2,05 Meter. Unstrut bei 50 B): Stimber bie Hälfte. 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Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Montag 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Hörsaal: Dr. B. Donath: Theater. Die Kathodenstrahlen. Sonntag, den 12. März. Freie Volksbühne, nachm. 2 Uhr: 1. Abteilung: im Metropol- Theater, Sappho. 8. Abteilung: im Berliner Theater, 2: Ein Teufelskerl. Sonnabend, 18. März: 9.BeethovenSinfonie. Nene freie Volksbühne, nachm. 2 Uhr: 3. Abteilung: 0. Wallner- Theater. N. Friedrich Wilhelm- Carl Weiß- Theater. Schiller- Theater Friedrich WilhelmSonntag, nach m. 3 11 hr: Der Geizige. Hierauf: Hexenfang. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Montag, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Dienstag, abends 8 Uhr: str. 57/62. Bum erstenmal: Gyges und sein Ring. Sternwarte InvalidenCASTAN'S ANOPTICUM PA PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Das sensationelle 8. Pistelumia; im Neuen Theater: Riesen- Mädchen!!! Der Gewissenswurm. 7. Abteilung im Schiller- Theater O.: Der Geizige. Hierauf: Der Herenfang. Anfang 742 Uhr: Opernhaus. Undine. Montag: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Neues tönigl. Opern Theater. Egmont. Anfang 7 Uhr. Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Neues Theater. Anfang 72 Uhr. Montag: König Ottokars Glüd Ein Sommernachtstraum. und Ende. Deutsches. Dedipus. Nachmittags 14, Uhr: Don Carlos. Montag: Helden. Berliner. Der Kaiserjäger. Montag: Götz von Berlichingen. Weften. Die neugierigen Frauen. Montag nachm. 22 Uhr: Wohltätigkeits- Borstellung: Ein Sommernachtstraum. Abends 8 Uhr: Der Graf von Charolais. Dienstag und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Nachmittags 3 Uhr: Der Freischüt Kleines Theater Montag: Undine. National. Don Juan. Nachm. 3 Uhr: Der Troubadour. Montag: Der Freischütz. Neues. Ein Sommernachtstraum. Anfang 8 Uhr. Angele. Montag nachm. 2%, Uhr: Wohl. Vorher: Abschied vom Regiment. tätigkeits- Borstellung: Ein Sommernachtstraum. Abends 8 Uhr: Der Graf von Charolais. Montag: Sanna. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Sanna. Donnerstag: Angele. Der Bär. artens National- Theater Thalia. Der Kilometerfreffer. Nachmittags 32 Uhr: Charleys Zante. Montag: Der Kilometerfreffer. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. ( Wallner Theater.) Der Leibalte. Nachmittags 3 Uhr: Der Geizige. Hierauf: Herenfang. Montag: Die Haubenlerche. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Frieden. Krieg im Weinbergsweg 19. Sonntag, den 12. März 1905, nachmittags 3 Uhr: Der Troubadour. Abends 7, Uhr: Don Juan. Montag: Der Freischütz. Thalia- Theater. städtisches Theater. Sonntag, nach m. 3 Uhr: König Lear. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag, abends 8 Uhr: Das Heiratsnest. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. | Belle Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle Alliancestr. 7/8. Preisen: Kean. Seute nachm. 3, Uhr b. halb. Preisen: Heute nachmittag 3 Uhr bei Kleinen Guido Thielscher Charleys Tante. in ber Titelrolle. Letzte Woche! Täglich abends 8 Uhr: Der beste Tip. Täglich abends 742 Uhr: Der Kilometerfresser Sonnabend, 18. März, zum erstenmal: Die Rote. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Den größten Erfolg seit 14 Jahren hat unbestritten die Novität: Die Meyerhains. Komödie in 3 Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Anton Herrnfeld als Revolverjournalist Pschechowil. Donat Herrnfeld als Kommerzienrat Meyerhain. Anfang 8 Uhr. Billett- Vorverkauf 11-2 Uhr. Zirkus Schumann. Deutsch- Amerikanisches Heute Sonntag, den 12. d. Mts., nachm. 3, Uhr und abends 7, Uhr: große brillante Gala- Vorstellungen. 2 Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Abends 8 Uhr! Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmitttags 3 Uhr: Parkett 60 f. Kean oder: Genie u. Leidenschaft. Abends 8 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Morgen und folgende Lage: Die Kinder des Kapitän Grant. Sanssouci. Stottbufer Tor- Stat. der Hochbahn Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Neue Welt Hasenheide Arnold Scholz 108-114.1 Sonntag, den 12. März: Großes Militär- Streich- Konzert d. Kap. d. Garde- Füsiliere, Dir. H. Dippel, und Horsts Nordd. Humoristen und Quartett- Sänger u. Mitwirk. d. Gesangvereins 66 Dirigent P. Kurz. Norddeutsche Sänger Schildhorn", u. Tanzkränzchen. Dienstag zum letztenmal: Eine Nacht in Berlin. Mittwoch zum erstenmal: Ein Weib aus dem Volke. Reichshallen. Täglich: 99 Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pf. Nachdem: Familienball. Von 12-2 Uhr: Gr. Mittagstisch ( 4 Gänge 1 M.). Von 4 Uhr ab Gr. Ball. in d. hint. Sälen: Jeden Donnerstag: Bernh. Rose- Theater. Anfang 8 Uhr. Vorzugskarten sind in d. mit Plakaten bel. Hdlg. zu haben. Stettiner Sänger Nachdem: Frei- Tanzkränzchen. Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts zu den numer. Pläßen find stets 8 Tage uaqug nƐ лagлoa Otto Pritzkows 2 Gastspiel Adolf Philipp. Abnormitäten Ausstellung In beiden Borstellungen, nachmittags, NEW- YORK". und abends: Gleich reichhaltiges abwechselndes Programm. Sämtliche Spezialitäten, Clowns und Nachm. 3 Uhr. Halbe Preise. ,, Ueber'n großen Teich". 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Nachmittags 3 Uhr: Nora. Montag: Hotel Pompadour. Luftspielhaus. Der Familientag. Mittags 12 Uhr: Matinee. Zum erstenmal: Hans im Glüd. Montag: Der Familientag. Trianon. Das Abenteuer des Herrn Die Brieftasche. Malezieur. Ein peinlicher Zwischenfall. Nachmittags 3 Uhr: Die glüdliche Gilberte. Montag: Das Abenteuer des Herrn Die Brieftasche. Malezieur Ein peinlicher Zwischenfall. Luisen- Theater. Nachmittags: Dorf und Stadt. Abends 8 Uhr: Regiftrator auf Reisen. Montag: Göz b. Berlichingen. Dienstag: Benefiz, zum erstenmal: Lorbeerbaum und Bettelstab. Mittwoch: Unsere Frauen. Das Leben ein Traum. Donnerstag: Gastspiel Matkowsky: große Ausstattungspantomime mit prächtigen Marokko Kind frei. Plätzen ohne Ausnahme. Rachmittags auf allen Auszügen, Quadrillen 2c. 1 MALE Münzstraße 16. Taglich Borstellung Der Mensch ohne Gefühl! Unverbrenne bar, unverbrühbar, von wissenschaftl. Autor it. als größt. Wunder bezeichnet. Medizinische Rätsel, Urania, Wrangel- Straße 10-11. Jeden Dienstag Nordd. 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Sonnabende noch frei. NB. Der Palmsonntag und einige 23602 Saal( 500 Perſon.) mit Bühne ist zum Sonnabend, den 1. und 8. April frei geworden. Brunnen23592* Fritz Wilke, straße 188. Brauerei Friedrichshain früher Lipps( Dekonom: E. Niemann) Am Königstor. Größter Konzertfaal Berlins. Hente Sonntag: Letztes humoristisches 16202* Bockbier- Fest berbunden mit großem Karnevals- Konzert a la Köln ausgeführt von der Hauskapelle und den. Führmann Walde Sängern Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Führmann- Walde- Sänger 7 Uhr. Kassenöffnung 4 Uhr. Entree 50 Pf. Bahrend des Konzerts im Kl. Saal) Tanzkränzchen. Nach dem Konzert im Großen } Max Kliems Festsäle 20592* Hasenheide 13-15. Jeden Sonntag in allen drei Sälen Grosser Ball. Max Kliem. 24 erstklassige Nummern. Graumanns Festsäle Nach der Borstellung: Gr. Ball. Fritz Steidl- Sänger. Neu! Molly Neu! Theaterbühne. Entree 50, Parkett 75, Sperrfit 1 M. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: Tanz. 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OTU Das Berliner Polizeipräsidium erläßt in berschiedenen Zeitungen eine Bekanntmachung, in welcher der von uns in den Handel gebrachte aus den Blättern und Blüten der Galeopsis ochr. vulc. gewonnene Johannistee angegriffen und in der die Behauptung aufgestellt wird, daß der Tee zwar früher gegen Katarrhe der Luftwege, ja auch gegen die Lungenschwindsucht ärztlich verordnet wurde, aber heute von den Aerzten wegen mangelnder Heilkraft nicht mehr verordnet werde". Demgegenüber haben wir zu erklären, daß die er haben wir Galeopsis ochroleuca vulcania viele hundert Jahre hindurch unserm Arzneischabe angehörte und fogar bis zum Jahre 1882 offizinell" war. Daß fie später aus der Pharmakopoe verschwunden ist, liegt doch gewiß nicht daran, daß die Pflanze ihre bis dahin allgemein anerkannten guten Eigenschaften plöblich eingebüßt hat, oder daß die Aerzte, die fie bis dahin verordneten, alle Ignoranten oder Schwindler waren, sondern einesteils in dem Umstande, daß in den letzten Jahren die ganze Pflanzenheilkunde zugunsten neu erfundener chemischer Präparate vernachlässigt wurde und andererseits in dem bis dahin nicht genügend bekannten Umstande, daß die Galeopsis ochroleuca zu denjenigen Heilpflanzen gehört, deren Wirksamkeit von dem Standorte( gleichwie die Digitalis, das Conium, der Rhabarber oder bei den Nuhpflanzen der Wein, der Zabat, die Zuderrübe 2c.) abhängt. Eine dahingehende Bermutung hat man bereits vor Jahren ausgesprochen. So lesen wir in Band 41 des Repertoriums der Pharmacie: so sprechen sehr viele ärztliche Beobachtungen für ihre Wirksamkeit, besonders gegen Verschleimung der Bronchien und gegen anfangende, schleichende Lungensucht. Man will aber auch beobachtet haben, daß diese Labiaten ihre Wirksamkeit nur dem bulfanderen Herd der Eifel verdanken und daß sie in anderen Gegenden gesammelt keine solche Heilkraft befizen. Neuere Beobachtungen haben diese Vermutung nach jeder Richtung hin bestätigt. Uns liegen weit über 3000 unverlangt eingelaufene Zuschriften bor, aus denen hervorgeht, daß die von uns unter Berücksichtigung des Standortes eingesammelte Galeopsis ochroleuca mitunter geradezu überraschende Resultate bei chronischen Satarrhen der Atmungsorgane( altem Husten, chron. Heiserkeit, Verschleimung 2c.) gezeitigt hat. Welche Wirkungen die Galeopsis ochr. vulc. bei vielen Erkrankungen der Atmungsorgane aus übt, ist in unserer von dem Kreisphysikus a. D. Dr. med. 2. Kühner in Koburg revidierten und mit einem Vorwort versehenen Broschüre: frohe Botschaft für Lungenleidende die wir jedem Interessenten bereitwilligst fostenlos einsenden, ausführlich zu lesen. U. a. ist darin flar und deutlich gesagt, daß die Pflanze keineswegs ein spezifisch wirkendes Mittel gegen die Lungentuberkulose sei resp. als solches zu betrachten wäre. Es find der Pflanze lediglich diejenigen Eigens schaften beigelegt, die schon lange vor unserer Ber öffentlichung in zahlreichen medizinischen Werken zu lesen waren. So steht z. B. in dem, Handbuch der medizinisch pharmazeutischen Botanik, herausgegeben von Dr. Ludwig Nees v. Esen bed und Dr. Carl Heinrich bermaier: D ... mehrseitige Erfahrungen bestätigen, daß die Abkochung der Blätter in leichten Fällen von Lungenschwindsucht nicht unwirksam sei, zumal, da sie den Magen nicht angreift, sondern vielmehr die Verdauung und das ganze Nervensystem wohltätig und gelind anregt. Wir beobachteten mehrere Fälle, wo ein solcher Tee bei Schwächen der Schleimhäute und der Lungen ausgezeichnete Wirkung tat; wirkliche Phthisiter fühlen sich er leichtert. Die Pflanze verdient daher Be rüdsichtigung und Anwendung bei dem so häufigen Leiden der Lungenschwindsucht. Was den Preis des Tees anbelangt, so haben wir denselben schon im Interesse der schnellen Eins führung so niedrig wie nur möglich bemessen. In dem Preise von Mt. 1,50 für das 100 g schwere Originalpaket find außer dem Porto die Nachnahme gebühren, die Verpadung 2c. miteingerechnet und bei größeren Bezügen liefern wir den Tee noch wesentlich billiger. Unbemittelte Kranke erhalten ihn seit Jahren schon für die Dauer der ganzen Kur völlig tostentos. Jede GrosDrogenhandlung wird gerne bestätigen, daß selbst die Galeopsis ochr., die ohne jede Rücksicht auf den Standort eingesammelt wurde, in diesem Jahre mit zirka 400,- Mark per 100 kg gehandelt wurde. Wie es dabei möglich sein soll, die 100 g mit 20 Bfg. zu verkaufen, das möge uns das Berliner Polizei Präsidium flar machen. Brockhaus& Co. Gesellschaft m. b. H. Berlin Halensee. Krug zum grünen Kranze H. Detert, Möbelfabrik. Servus Berlin 9am Alexanderplatz( im Keller). Täglich: ,, Fidelitas!" magni Carl Lüdeckes humoristiches Ensemble. W2 Entree frei. 2361.2* Fruchtstraße 32.2 21512* Komplette Wohnungs- Einrichtungen. Einzel- Verkauf. Nur Fabrikgebäude. Kein Laden. rollero ilimiz ahSERVUS Maumda2-1 Bester Schuh- Putz- Glanz macht spiegelblank und wasserdicht. Sparsamer als Wichse. Man verlange Servus in Dosen schwarz und farbig. BERLIN O., S. Weissenberg Große Frankfurter- Straße 126, Ecke Koppen- Straße. Neue Damen- Kleiderstoffe Frühjahr und Sommer 1905. Melierte Tuche und Covert- Coats, 1.45-2.00|| Neueste Blusenstoffe, große Sortimente neuer Melangen Meter Kostümstoffe mit angewebtem Futter 1.50-2.50 für Jackenkleider, fußfreie Röcke etc., Br. 130 cm.. 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Einfuhr Ausfuhr 1896... 171,7 1897... 219,3 1898... 277,5 117,8 163,1 165,8 56,2" 111,7" P " " 1899... 220,4 214,9 5,5" 1 " 1900 287,3 204,4 82,9" 1901... 255,8 1902 252,3 3,5" 271,7 258,3 13,4 " " 1903... 317,1 289,5 27,7" " 1 Land, teils weil die Verfasser sich durch die statistischen Ziffern, die Es soll durch diese Ziffern nicht die wirtschaftliche Entwidelung schnelle Zunahme des japanischen Exports, der Handelsflotte, Japans in den letzten Jahrzehnten verkleinert noch seine Energie der Produktionssteigerung bestimmter Industriezweige blenden bestritten werden; es foll nur nachgewiesen werden, daß die geTassen, teils weil bestimmte kommerzielle Kreise ein Interesse wöhnliche Auffassung, die in Japan bereits einen modernen Industries daran haben, die Konkurrenzfähigkeit Japans zu über staat erblickt, auf ganz falschen Voraussetzungen beruht. Wie mächtig treiben. Tatsächlich wird Japan nach dem finanziellen Aderlaß auch Japan fortgeschritten ist, ist es doch noch immer mehr Agrardes jetzigen Krieges aber weder im stande sein, ohne Unter- land als selbst die industriell zurückgebliebensten Länder Europas, Rußlands Notlage.- Einfluß der japanischen Machtstellung auf die wirt- stützung des internationalen Kapitals aus eigener Straft seine als z. B. Norwegen oder Rumänien. Deshalb kann aber auch schaftliche Entwidelung Ostasiens. Wie weit ist Japan Industriestaat?-Produktionskräfte zu schneller Entfaltung zu bringen, noch ist seine Japan sich nicht selbst aus eigener Kraft industrialisieren, und noch Die japanische Textilindustrie.- Fortschritte Japans in der chemischen-, der Industrie bereits so weit vorgeschritten, daß sie selbst dazu die weniger vermag es die Vereinigten Staaten von Amerita, England, Kohlen- und Eiſenindustrie. Japan fast reines Agrarland. Die Ent- technischen Mittel zu liefern vermag. Geht Japan 3. B. nach Be- Deutschland oder Frankreich aus ihrer Handelsposition in Dstwidelung des japanischen Außenhandels. endigung des Krieges daran, neben der Söul- Fusan- Bahn( von der, asien herauszudrängen. Im Gegenteil wird, wenn wenn Japan obgleich bereits 1901 mit dem Bau begonnen wurde, erst ungefähr nach Beendigung des Krieges an die Ausgestaltung seiner Die letzten Meldungen vom ostasiatischen Kriegsschauplage laffen, der achte Teil im Betrieb ist) noch andere Eisenbahnen in Korea zu Industrie und seiner Handelsflotte geht, wenn es in feinen wenn auch die beiderseitigen Verluste an Mannschaften und Kriegs- bauen, so bedarf es dazu nicht nur fremder Eisenbahnbaumaterialien, neuen Gebieten zu Eisenbahn- und Hafenbauten schreitet, der Hauptmaterialien noch nicht zu übersehen sind, keinen Zweifel daran, daß sondern würde sich auch voraussichtlich bald auf die Inanspruch vorteil zunächst den fremden Staaten, vornehmlich der norddie bei Mukden zusammengezogene russische Armee eine völlige nahme fremden Kapitals angewiesen sehen. Von dem amerikanischen Union und England, zufallen, zumal es Japan an Niederlage erlitten hat: einen Schlag, der einen noch weit größeren Aktienkapital von 25 Millionen gen( 1 gen 2,06 Mart) der Ge- dem nötigen Anlagekapital fehlt. Schon bisher blieb die Ausfuhr und in seiner Wirkung entscheidenderen Erfolg der japanischen Kriegs- sellschaft zum Bau der Söul Fusanbahn waren z. B. Mitte vorigen Japans beträchtlich hinter seiner Einfuhr zurück, obgleich meist Agrarführung bedeutet, als die Siege von Liaujang und der Fall von Jahres nur erst 4,3 Millionen eingezahlt, für die obendrein die staaten eine attive Handelsbilanz haben und Japan keine nennens Port Arthur. Erschien es nach den ersten Siegen der japanischen japanische Regierung eine 6 prozentige Binsgarantie hatte über- iverten Einfünfte aus dem Ausland bezieht, um den Ausfall ausWaffen und selbst nach dem Rückzug der Russen von Liaujang noch nehmen müssen. zugleichen; denn zieht man von dem Ertrag seiner Schiffahrt immer als nicht ganz unmöglich, daß trotz der Tapferfeit und Es wird immer übersehen, daß, wie mächtig sich auch Japan die hohen Unterstützungen der Regierung ab, die sich auf über der überlegenen Technik der japanischen Truppen schließlich industriell entwickelt hat, es dennoch noch fast reines Agrarland ist, 16 Millionen Mart jährlich belaufen, so ergibt sich ein beträchtlicher doch der russische Bär infolge seiner größeren Massen- noch mehr Agrarstaat als Rumänien und selbst das Verlust. proportionen die Oberhand behalten könnte, so darf diese Möglichkeit europäische Rußland, denn unter seinen 45 Millionen Nach der japanischen Statistik betrug in den Jahren 1896/1903 jezt nach dem Fall der alten mandschurischen Haupt- und Kaiserstadt Einwohnern find nur etwas über 500 000 Arbeiter und die Ein- und Ausfuhr des Inselreiches: als nahezu ausgeschlossen gelten. Schnitt die Vernichtung der Arbeiterinnen industriell beschäftigt, und zwar größtenteils nicht Ueberschuß russischen Flotte schon bisher das Kriegsgebiet völlig von jeder Zu- im Fabrik, sondern im kleinen handwerksmäßigen Betriebe. der Einfuhr fuhr neuer Lebensmittel zur See ab, so verlieren nun die in Ost- Die große Masse der Bevölkerung treibt Landbau. Nach der vom 53,9 Mill. Yen aften stehenden russischen Truppen auch die Verbindung mit China Departement für Agrikultur und Handel im vorigen Jahre für die und sehen sich in ihrer Versorgung mit den nötigsten Unterhalts- Weltausstellung in St. Louis herausgegebenen Schrift Japan at mitteln lediglich auf die eingleisige transsibirische Bahn an the beginning of the 20th Century"( Japan am Anfang des gewiesen, die ohnehin an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit 20. Jahrhunderts) betrug z. B. in den letzten Jahren der Wert der angelangt ist. Ihr Betrieb kann nur noch unter fortwährenden landwirtschaftlichen Jahresproduktion Japans zirka 1000 Mill. Yen, Reparaturen mit größter Mühe aufrecht erhalten werden. Unter also etwas über 2000 Mill. Mart, der Wert der gesamten diesen Umständen könnte vielleicht ein großes in sich gefestigtes industriellen Produktion( Handwerk, Fabrik- und Reich mit enormen inneren Hülfsmitteln, das ohne Rücksicht auf Bergverksbetrieb, Schiffsbau 2c.), einschließlich jegliche Roften in furzer Zeit eine neue überlegene Flotte zu schaffen des Wertes ber berarbeiteten Rohstoffe, nur un vermöchte, den Krieg mit Aussicht auf schließlichen Erfolg fortjeßen, gefähr 644 Millionen gen. Es erreicht also der Gesamtnicht aber das innerlich völlig desorganisierte, durch die beispiellose wert der industriellen Jahresproduktion Japans noch nicht den der Korruption seiner Bureaukratie und das selbstsüchtige Intriguenspiel deutschen Steinkohlen, Braunkohlen und Roheisenproduktion, der sich seiner Regierungsdiplomatie an den Rand des Abgrundes gedrängte auf etwa 1600 Millionen Mart pro Jahr stellt( allerdings sind die Rußland, das überall in seinem Gebiet die Flammen der Revolution Summen nicht ohne weiteres vergleichbar, da ein großer Teil der auflodern fieht und das außerdem sich in der schwersten finanziellen notwendigen Nahrungsmittel in Japan billiger ist). Obgleich denn Bedrängnis befindet. Die leßte Anleihe in Deutschland und Holland auch fast alle größeren Handels-, Industrie- und landwirtschaftlichen hat wenig geholfen; sie war nur ein Tropfen auf heißem Stein. Unternehmungen Japans von Aftien oder Kommanditgesellschaften Der innere Martt Rußlands ist mit Papiergeld überlastet; die Auf- betrieben werden, finden wir doch, daß die 10 341 folcher Gesell- fich in Siemianowik( Westpreußen). Eine dort wohnende Frau Das eigene Kind gekocht. Ein entsetzliches Unglück ereignete nahme einer neuen größeren Anleihe im Ausland zurzeit kaum durch- schaften, die im Jahre 1902 existierten, nur mit einem nominellen sich in Siemianowik( Westpreußen). Eine dort wohnende Frau führbar und der Versuch, durch erneutes starkes Anziehen der Steuer- Kapital von 710 und einem eingezahlten Kapital von 334 Millionen babete ihr zweijähriges Kind. Da sie etwas vom Kaufmann holen schraube neue Hunderte von Millionen Rubel aus der Bevölkerung Yen arbeiteten, es fam also auf die einzelne Gesellschaft nur wollte, stellte sie, um das Wasser warm zu halten, die Badewanne herauszuprefsen, ein recht gefährliches Experiment, das der inneren Un ein eingezahltes Kapital bon zirka 33 000 yen oder etwa bem anscheinend ein schwaches Feuer brannte, auf das sie aber fura mit dem darin fißenden Kinde auf die Mitte des Küchenofens, in zufriedenheit neuen Nahrungsstoff böte und leicht die Bauern der 69 000 Mart. Revolution in die Arme treiben fönnte. Es sind nur erst einzelne wenige Betriebszweige: die Tertil- zubor frische Kohlen gelegt hatte. Unterwegs wurde die Frau von Mag deshalb auch Rußland vorerst noch jeden Friedensschluß ab industrie, die chemische Industrie, die Eiſenindustrie, der Freundinnen in ein interessantes Gespräch verwickelt, so daß sie lehnen, der schließliche Ausgang des Krieges erscheint heute kaum mehr Schiffsbau, die in Japan nach modernen europäischen Kind und Badewasser vergaß. Als die junge Mutter nach etwa zweifelhaft. Die Frage ist schon heute eigentlich nicht mehr: Wer Anschauungen großindustriell betrieben werden, und auch diese einer halben Stunde in die Wohnung zurüdfehrte, erwartete sie ein wird das Feld behaupten?" fondern: Was wird Japan als nur teilweise. Nehmen wir die zum Beispiel Tertil- schrecklicher Anblick: Das Wasser in der Badewanne siedete, und als Leiche. Siegespreis fordern, und welchen Einfluß wird industrie, die gewöhnlich als Beispiel der schnellen industriellen in ihm lag das Kind- buchstäblich gekocht boraussichtlich die bergrößerte Machtstellung Entwidelung Japans angeführt wird, so sehen wir, daß Japans auf die wirtschaftliche Entwidelung Dft eigentlich nur in die Spinnerei die maschinelle Großproduktion Eina Sandelsmann Schröder in Gark a. D. das Leben genommen. Er Selbstmord durch Berbrennen. Auf qualvolle Art hat sich der afiens ausüben?" zug gehalten hat, in der Weberei herrscht noch fast absolut die primi- begoß sein Bett vollständig mit Betroleum, legte sich hinein und Bon den kaufmännischen Geschäftspolitikern in den japanischen tivste Hausindustrie. Von den 710 395 Webstühlen, die 1902 in Japan zündete es an. Als die Hausbewohner, durch den Qualm auf und chinesischen Hafenstädten, die schon heute oft ihre geschäftlichen gezählt wurden, waren nicht weniger als 97 Brozent merksam geworden, die Zimmertür erbrachen, gelang es, den Brand Zirkel durch die japanische Konkurrenz bedroht finden, wird dieser Ein- a u dwebstühle, die sich über 300 000 Betriebe ber fluß naturgemäß als äußerst gefährlich für den Handel Europas teilten, deren Gesamtproduktion auf 151 Millionen Yen geschäßt du löschen, aber Schröder hatte bereits einen qualvollen Tod erund der nordamerikanischen Union nach den oftastatischen Ländern wurde, und zwar entfallen von diesem Wert 46 Prozent auf feibene, litten; man fand nur noch seine halbverkohlte Reiche. bezeichnet. Ein Japan günstiger Ausfall des Krieges, heißt es in 12 Prozent auf halbseidene, 37 Prozent auf baumwollene, der Argumentation diefer Leute, wird den ohnehin übergroßen 21/2 Prozent Folgenschwerer Gerüfteinsturz. Am Freitag nachmittag stürzte auf wollene Gewebe. Die durchschnittliche in Wiesbaden infolge des Sturmes das zum Neubau des LandesNationaldünkel des japanischen Volkes noch mehr aufstacheln und Produktionsleistung pro Betrieb ſtellte fich also mit hauses aufgestellte Gerüst zusammen und erschlug zwei vorüberdeffen Regierung nicht nur dazu zwingen, die bescheidenen Rechte Einschluß des Wertes der verarbeiteten Rohstoffe nur auf etwas über gehende Herren, den Rentner Feß und den Fabrikanten Wagner. der Fremden in China noch mehr einzuengen, sondern auch in den 1000 M. Schon dieses Berhältnis zeigt, wie weit die fleine, oft nur neuen Gebieten, die Japan unter seine Herrschaft oder Aufsicht nebenbei betriebene hausindustrielle Produktion das Uebergewicht hat. bringen wird, alle wirtschaftlichen Privilegien und Vorteile den Selbst in der chemischen Industrie, die in den letzten Jahren sich Japanern vorzubehalten. Alle Lieferungen für staatliche und ganz nach europäischem Muster entwickelt hat, überwiegt noch immer fommunale Zwede in Korea, alle Konzeffionen zur An- der Klein- und Mittelbetrieb. Von den 840 Betrieben mit 38 591 lage neuer Eisenbahnlinien und industrieller Werke würden Arbeitern, die 1903 gezählt wurden, beschäftigten nur zivei mehr als ausschließlich an Japaner fallen. 500, 86 mehr als 100, 207 mehr als 50 Arbeiter. " " Britisch- Indien mit ungefähr 70, Großbritannien mit 49, die Ver Am meisten an der Wareneinfuhr in Japan beteiligt waren 1903 einigten Staaten mit 46, China mit 45 und Deutschland mit 27 Millionen Yen. HEIT Vermischtes. Tat. Durch Unvorsichtigkeit seine Schwester erschossen hat der etiva 14 Jahre alte Sohn des in der Flachsspinnerei in Hirschfelde be= schäftigten und in Nohnau wohnhaften Oberfärbers Ernst Besenbruch. Der Knabe soll mit einem Tesching aus dem Fenster der Wohnung auf die Straße geschoffen haben, er traf dabei seine zwölf jährige Schwester Anna, die er nicht bemerkt hatte, so unglücklich, daß das Mädchen sofort tot war. Der Knabe, der vor Schreck schwer ertranft ist, fonnte anfangs nur mit Mühe von einem Selbstmordversuch zurückgehalten werden. Daran ist sicherlich manches Wahre. Zweifellos wird durch Ein Maßstab für die großindustrielle Entwickelung eines Landes elnen Sieg über Rußland der Nationaldünkel die Japaner ist seine Kohlenproduktion und sein Kohlenberbrauch. Der japanische dürften statt deffen Nationalgefühl fagen des energischen Insel Kohlenbergbau förderte, obgleich es im Lande nicht an guten abbauwerten boltes noch gesteigert werden; wahrscheinlich wird es sich auch Kohlenfeldern fehlt, 1901 nur 9,03, 1902 9,7 Mill. Tonnen Steinkohlen, möglichst allein die wirtschaftlichen Vorteile seiner neuen Erwerbungen von denen aber noch ungefähr ein Drittel zur Ausfuhr gelangte. Ju Schneesturm im Oberharz. Nachdem am Freitag, wie uns aus zu sichern fuchen; aber dieses Bestreben vermag weder Deutschland stellte sich die Gesamterzeugung von Kohlen( Stein Torfhaus gemeldet wird, den ganzen Tag Schneeschauer bei bie wirtschaftliche Entwidelung Ostafiens auf und Braunkohlen) im Jahre 1902 auf 150,6 und der Verbrauch auf einer Temperatur von 0 Grad niedergegangen waren, herrscht seit zuhalten, noch die Teilnahme des internatio- 148,8 Millionen Tonnen. Die Gesamtförderung zweier der großen gestern früh ein starker orfanartiger Schneesturm. Die Straßen nalen Rapitals und Handels an dieser Ent- deutschen Bergbaugesellschaften, wie z. B. der Gelsenkirchener, find vielfach verweht. Einzelne Schneeschanzen haben eine Höhe widelung zu hindern. Gerade je mehr die Japaner Harpener, Hibernia usw. beträgt weit mehr, als die des ganzen bis zu drei Metern erreicht. Die Temperatur beträgt jest minus daran gehen werden, die ökonomischen Kräfte ihres eigenen Landes japanischen Kohlenbergbaues. Und noch unbedeutender ist die 4 Grad. zu entwideln, je mehr sie danach trachten werden, die ihrer direkten japanische Eiſenindustrie. Ihre Gesamterzeugung an Roheisen, zu oder indiretten Herrschaft unterworfenen neuen Gebiete wirtschaftlich der übrigens das Eisenerz größtenteils von auswärts bezogen Grubenunglüd in Wales. Aus London meldet der Telegraph: auszumuzen, desto mehr werden sie sich genötigt sehen, die werden mußte, betrug 1902 mur 8 568 000 Swan, d. h. etwas über In der Cambriangrube bei Llwynpia brach in der Nacht zum Freitag Industriestaaten Europas und Uncle Sams zur Unterstügung heran- 31 200 Tonnen. Dagegen produzierten im gleichen Jahre die deutschen euer aus; bei der darauf erfolgenden Explosion wurden sieben zuziehen. Hochofenbetriebe rund 8 529 000 Tonnen. Es betrug also die Bergleute getötet, 31 berwundet. In vielen Schilderungen des japanischen Wirtschaftslebens wird japanische Eisenproduktion noch nicht 1 Prozent es so hingestellt, als sei Japan bereits ein industriell entwickeltes der deutschen. nicht abgeholt sind. Darunter sind Maßanzüge und Paletots, welche für zurückgesetzte Garderoben. dann machen Sie Gebrauch von unserer Abteilung Wollen Sie Geld sparen, Die größte Leistungsfähigkeit zu erreichen, ist man nur imstande, wenn man wie wir, Reellität mit Billigkeit vereint. Die Vorzüge unserer Waren bestehen nächst der Billigkeit in Eleganz, Haltbarkeit und vor allem darin, daß sie ihre Fassons bis zum letzten Augenblick behalten. Jeder Versuch führt zu dauernder Kundschaft. Wir offerieren für diese Saison in reichhaltigster Auswahl: Einsegnungs- Anzüge. 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Berliner Reichstags- Wahlkreise. Versammlung Dienstag, den 14. März, 8 Uhr abends, bei Leydecker, Sophienstr. 34. Zages Drdnung: 1. Aus Englands großer Revolution. Referent: Reichstags Abg. Genoffe Ed. Bernstein. 2. Distusfion. 3. Parteis und Vereins- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Gäste erwünscht. Zahlreiches Erscheinen erwartet 245/ 5* Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Montag, den 13. März, abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlungen in sämtlichen Bezirken. Zages Drdnung: 1. Die Einführung der Krankenunterstützung. 2. Diskussion, Verbandsangelegenheiten u. Verschiedenes. In folgenden Lokalen: Osten und Nordosten: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. Süden und Südosten: im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Südwesten: Habels Branerei, Bergmannstr. 5-7. Wie Sonntag, 12. März, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Versammlung für Frauen und Männer. Frauen und Männer. 219/ 10* Zages Ordnung: Rezitation des Frl. Anna Hedeler über Fritz Reuter. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Nach der Versammlung: Gemütliches Beiſammenſein mit Tanz. Achtung! 6. Wahlkreis. Adhtung! Schönhauser Vorstadt. Sonntag, den 12. März 1905, abends 6 Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28: Volks- Versammlung für Männer und Frauen. 246/ 18* Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Albrecht Fülle:" Soziale Kämpfe". 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 14. März 1905, abends 8½ Uhr: KS Versammlung bei Wernau, Schwedterstraße Nr. 23/24. Tages- Ordnung: Innungs- Krankenkaffe der Tischler- Innung. General- Versammlung Bertreter der Kassemmigliosor und der Innungsmitglieder am Montag, den 20. März, ab. 72 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1904. 2. Bericht der Revisoren. 3. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern ( Arbeitnehmer). 4. Beschlußfaſſung über die gemeinschaftliche Krankenfontrolle. 5. Antrag der bei der Kasse Angestellten auf Gehaltserhöhung. 6. Wahl der Beamten auf die Dauer von zwei Jahren. um pünktliches Erscheinen ersucht 271/1 Der Vorstand. Berliner Genossenschafts- Bäckerei Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Berlin, Neue Hochstraße 18. Bilanz per 30. September 1904. Debet. Aktiva. 1 Kassa- Konto 2 Inventar- Konto 3 Gespann- Konto 4 Waren- Konto 5 Betriebs- Konto. 6 Gespann- Unkosten- Konto 7 Konto pro Diverse Credit. Passiva. 1 Konto d. Genossenschafter 246/ 19* 2 Reservefonds- Konto 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Förster über: 3 Gewinn- u.Berlust- Konto ,, Deutsche Reichs- Finanzpolitik". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste- Damen nud Herren haben Zutritt. Der Vorstand. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Achtung! IV. Wahlkreis- Ost! Achtung! Sonntag, den 12. März, in 2. Kellers Festsälen: Frühjahrs- Vergnügen 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Edmund Fischer über: die Religionen entstanden sind". 2. Die Einführung der Krankenunterſtügung. - Die Kollegen von Kayser, Kreuzbergstr. 30, find zu dieser Versammlung 214/ 2* besonders eingeladen. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28. Wedding und Gesundbrunnen: bei Bernh. Raabe, eingeladen. Kolbergerstr. 23. Die Kollegen von Traxel sind zu dieser Versammlung besonders arrangiert von den Parteigenossen. Konzert. Auftreten der Gesellschaft Strzelewicz. TANZ. Bon 6 Uhr im oberen Saale: Nach dem Konzert im großen Saale: Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennige nach. Anfang nachmittags 5 Uhr. Billetts im Vorverkauf 25 Pf., an der Kaffe 30 Pf. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert oder mit Garderobe belegt werden. Das Komitee. RIXDORF. Sozialdemokratischer Wahlverein. Moabit: im Saale der Brauerei Friedrichshöhe, Turmstr. 25/26. Dienstag, den 14. März, abends 8½ Uhr, im Lokal von Heikhaus, Karlsgartenstr. 6-10: Friedrichsberg: bei Wildner, Friedrich Karlstr. 11. Rummelsburg: bei Schmidt, Rant: u. Goethestraße- Ecke. Rahmenmacher. Versammlung. Tages Ordnung: 292/9 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des Genossen Dittmer über: Soziale Streiflichter". Montag, den 13. März 1905, abends 7%, Uhr, bei Ladewig, 3. Diskussion. 4. Unsere Krankenhausfrage". Referent Genosse Dr. Silberstein. 5. Diskussion. 6. Verschiedenes. Alte Jakobstraße 83: Sitzung der Kommission und Vertrauensleute. Achtung! Maurer! Achtung! Bahlreichen Besuch erwartet Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Rummelsburg. Mittwoch, den 15. März 1905, abends 8 Uhr: Dienstag, den 14. März, abends 8% Uhr, im Café Bellevue, Hauptstr. 2: Zwei öffentliche Versammlungen der Maurer in den Berlins und Umgegend in Andreas- Festsälen, Fiebigs Festfälen, 8/3 Andreasstraße 21. 10 Ackerstraße 6/7. Zages Ordnung: Das Berhalten der Unternehmer zu den von den Berliner Maurern aufgestellten Forderungen. 129/ 12* Der Vorstand. J. A.: Heinrich Metzke. Achtung! Achtung! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Bezirk Süd- West. Mittwoch, 15. März, abends 8 Uhr, bei Habel, Bergmannstr. 5/7: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Küter über„ Sapital und Arbeit". 2. DisTussion. 3. Bericht aus der Vertreter- und Dbleute- Sigung. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Jeder erhält einen VersammlungsStempel. Zur besonderen Beachtung! Am Sonntag, den 19. März, abends 6 Uhr, findet Blücherstr. 61( früher Heinrich) unser Frühjahrs- Vergnügen statt. Billett 25 Pf. Hierzu sind Freunde und Bekannte freundlichst eingeladen. 137/ 4* Der Obmann. Versammlung des Sozialdemokrat. Wahlvereins. ages Drdnung: 1. Vortrag des Schriftfellers H. Baege über: ,, Bibel und Babel". Genossen 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Genossen und Genossinnen ersucht Der Vorstand. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15 Hof I. Telephon: Amt III No. 5028. Mittwoch den 15. März 1905, abends 8 Uhr, in der Musikerbörse, Kaiser Wilhelmstr. 18m, zwischen Münz- und Hirtenstraße, 3 Minuten vom Alexanderplatz: Außerordentliche General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Das Ergebnis der Unterhandlungen mit den Unternehmern und welche Stellung nehmen wir hierzu ein? 2. Diskussion. 3. Die diesjährige Maifeier. 257/ 8* Der Vorstand. J. 2.: A. Juppenlatz. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Freitag, den 17. März, abends 8 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108-114: Orts- Krankenkaſſe Tapezierergewerbe Außerordentl. General- Verfammlung für das zu Berlin. Donnerstag, den 16. März, abends 8 Uhr: Delegiertenwahl. Für die versicherungspflichtigen Für die Herren Arbeitgeber: aller im Zweigverein Berlin beschäftigten, im Verband organisierten Maurer. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über die Verhandlungen in der Achtzehner- Kommission bezüglich des alte Rechnung neue Rechnung. 1 588 58 380 00 10 200 00 3 324 81 794 00 330 90 12 535 65 . 29 153 94 1600 00 530 00 6 748 58 20 275 36 29 153 94 Im Laufe des Geschäftsjahres 1903/4 ist ein Genosse beigetreten, ausges schieden keiner. Es gehörten am Schlusse des Be schäftsjahres 1903/4 der Genossenschaft 16 Genossen an mit einer Gesamthajtsumme von 1600 Mark. Es hat sich das Geschäftsguthaben der Genossen um 1375 Mart ver mehrt, die Haftsumme um 1375 Mart vermehrt. Berlin, den 11. März 1905. Der Vorstand. Franz Schersath Geschäftsführer. 106/13 Paul Lenz Kassierer. atent- Bureau. Anmeldung. von Patenten in allen Staaten. Aeußerst billige Preise. Bequeme Zahlungsw. Gleichz. Verwertung u. Finanzierung der durch uns. Bur. angem. Pat. Prüf. v. Jdeen s. 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Beschlußfaffung über die Verlängerung des Vertrages. gratis und 29126 Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Verbandskollegen, in dieser Versammlung zu Im Auftrage des Vorstandes: H. Lobitz, 1. Vorsitzender, Langenbedste. 16. erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Verbandsleitung. 3. A.: E. Thöns. 1375 u. . Katalog mit zirka franko. 600 Illustr. Mitglieder der Kasse: Verein für frauen u. Mädchen Ein Versuch der Arbeiterklasse. Montag, den 13. März, abends 8, Uhr, in den Mrminhallen, Kommandantenstraße 20: Vortrag von Fräulein Dr. Wygodzinsky: 55/5 Formen und Verlauf der Lungentuberkulofe". Der Vorstand. Gäste willkommen. Achtung! Achtung! Herrenmaßschneider on Moabit Montag, 13. März, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung in Ahrens Brauerei, Turmftr. 25( mittlerer Saal). Tagesordnung: 162/16 1. Die vom Verband der Schneider in diesem Frühjahr gestellten Forderungen, unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Moabit. 2. Diskussion. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Kollegen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Einberufer. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 13. März 1905, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. ( 57 Tages- Ordnung: Gegen Kasse billigste Preise. dauernde Kundschaft! Bon M. wöchtl. Teilzahlung an liefere elegante, fertige Herren- Moden. Ersatz für Maßarbeit. Anfertigung nach Maß. feinste Berarbeitung. Garantie tadelloser Sitz. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. 000 :: Kein Waren- Kredithaus.::: J. Kurzberg An der Jannowitzbrücke 1, I. Bahnhof Jannowigbrüde. Gegen Kaffe billigste Prcise. KonkursmassenAusverkauf! Die aus der Konkursmasse Robert Hermann& Co. er 1. Bortrag des Genossen Kotzke über:" Die Jden des März". standenen Waren, bestehend aus: 2. Diskussion. 3. Mitteilungen und Gewerkschaftliches. Pünktliches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. Achtung! Kistenmacher! Teppichen, Portieren, Gardinen, Diwan-, Tisch-, Bett- und Steppdecken, Möbelstoffen, Montag, 13. März, abends 8 Uhr, in den Andreas- Festsälen", fommen zu fabelhaft billigen, Andreasstraße 21: Versammlung Zages Ordnung: 0 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Holzarbeiter Verbande. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 103/4 Der Vorstand. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß in dieser Versammlung der Jahresbericht des Holzarbeiter- Verbandes( Bahlstelle Berlin) ausgegeben wird. Gleichzeitig sei nochmals darauf hingewiesen, daß der Vereinsbeitrag laut Beschluß der legten Generalversammlung von der 7. Woche an 60 Pf. beträgt. Diejenigen Kollegen, welche noch vom Maskenball nicht abgerechnet haben, werden hierdurch aufgefordert, umgehend abzurechnen. D. D. J. A.: Karl Juckel, Rummelsburg, Kantstr. 39. Textilarbeiter-- Verband. Filiale Berlin I. Mittwoch, den 15. März abends 8 Uhr, im Lokal„ Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. 1. Die Lohn- und Referent: Kollege Karl gedenken wir zu stellen? Zages Ordnung: Arbeitsverhältnisse in der Teppichbranche Berlins. Hübsch. 2. Diskussion. 3. Welche Forderungen Alle in Teppichfabriten beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, erscheint pünktlich und macht es Euch zur Ehrensache, diese Versammlung zu besuchen. Der Vorstand. Achtung! 197/4 Achtung! Uniformlieferungs- Schneider. Montag, 13. März, abends 81%, Uhr, im Lokale des Herrn Wernau, Schwedter- Straße Nr. 24: Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 162/14 1. Die Mikstände in der Uniformlieferungs- Branche, und wie ift die Abstellung derselben möglich? 2. Diskussion. Jeder Kollege aus der Uniformlieferungs- Branche, dem es ernst ist mit der Berbesserung seiner Lage im Gewerbe, ist verpflichtet, in dieser Vers sammlung zu erscheinen. Frauen haben ebenfalls Zutritt. Achtung! Der Einberufer. Achtung! Herren- Maß- Schneider. Dienstag, den 14. März, abends 812 Uhr, in den Arminhallen, Kommandanten- Straße Nr. 20: Oeffentl. Versammlung. 162/15 Tages- Ordnung: 1. Die gegenwärtige Situation in der Herrenmaßbranche und unsere nächsten Aufgaben. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da über Vorgänge in einzelnen Geschäften Bericht erstattet werden soll, so ist jeder Stollege aus der Herrenmaßbranche verpflichtet, zu erscheinen. Preise Der Einberufer. Zahn- Klinik, bettebige teil. Dr. Simmel, Str. 41, zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. 87/ 9* Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 fest tagierten Preisen zum Ausverkauf: 91/ 9* Spandauerstr. 65-67, 1. Etage. Mädchen* Verkaufszeit 9-1, 3-8 Uhr. Neu!! Neu!! 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Um die Sache zu vereinfachen wird höflichst ersucht, den Betrag für die fällige Nummer jedesmal sogleich an die Ueberbringerin zu entrichten. Die Unterzeichneten sind jederzeit bereit, schriftlich wie mündlich Bestellungen entgegenzunehmen. Frau Wulff, Rostockerstr. 9 Hof parterre, für Moabit. Frau Kühnemann, Willdenowstr. 12 IV, für den Wedding. Frau Schmidt, Brunnenſtr. 91 Seitenflügel IV, für Gesundbrunnen. Frau Banzéram, Pappel- Allee 128 I, für Schönhauser Vorstadt. Frau Matschke, Wolgasterstr. 8 III, für Rosenthaler Vorstadt. Frau Zeipert, Marienburgerstr. 22, Querg. I., für den fünften Kreis. Frau Sprung, Markusstr. 18, 2. Aufg. 1. Hof, für den vierten Kreis( Dften). Fräulein Hel. Grünberg, Köpenickerstr. 8b, IV., für den vierten Kreis( Südosten). Frau Kulice, Prinzenstr. 102, III., für den dritten Kreis. Frau Luz, Waterloo- Ufer 9 im Laden, Genoffen und Genoffinnen von Schöneberg! Sonntag, 12. März 1905. gefeßten auszusagen. Fassungslos, voller Entsegen blickten die Richter ist Pflicht der Mitglieder, zahlreich und pünktlich zu Erscheinen auf diese nur natürlichen Folgen des Systems, diese Blüte der Gäste willkommen. Der Vorstand. Disziplin. Das Zuchthaus erscheint eben barmherziger als die Rache des Unteroffiziers; Gottes Erbarmen über den Sünder größer als Die weiblichen Mitglieder der Amsterdamer Föderation der Sozial Ein sozialdemokratischer Frauenpropagandaklub in Amsterdam. das seines irdischen Stellvertreters. Mit zitternder Sorge denkt die arme Mutter des Sohnes beim demokratischen Arbeiterpartei der Niederlande haben sich am Donnerstag Militär; er tönnte ja in irgend einer Weise seines Gebieters Born zu einem Frauenpropagandaklub zusammengeschlossen, der vor allem erregen und zu jenen Opfern brutaler Duälerei sich gesellen, von die Aufgabe hat, das Verständnis für die sozialdemokratischen denen man mit schauderndem Mitleid erfährt, zumeist jedoch Grundsäge unter den Frauen zu verbreiten und zu fördern. nur dann erfährt, wenn der Gepeinigte in seiner Verzweiflung ein Ende macht durch Flucht- aus dem Regiment oder aus dem Leben. Nur nach solchen Katastrophen erfährt man, welch eine Un- Allgemeine Familien Sterbekaffe. Heute Zahltag: Aderstraße 123 summe von körperlichen und seelischen Leiden sich hinter den Mauern bei Diefe von 3-6 Uhr. der Kaserne verbirgt. Lefe und Diskutier- Klub Wilhelm Liebknecht". Sihung jeden Ueber diese Nachtseite unserer Kultur wird der Reichstags- Montag abend 9 Uhr bei Horft, Lychenerstr. 18. Gäste willkommen. Abgeordnete Genosse Frig Zubeil am 15. März bei Obst, Meiningerstr. 8, Sozialdemokratischer Agitations Verein für den Reichstags. in öffentlicher Versammlung sprechen. Versäume es niemand, sich Wahlkreis Züllichan Schwiebus Kroffen Sommerfeld. Dienstag, Aufklärung zu verschaffen über das Wesen dieser unerbittlichen Macht, 14. März, abends 8 Uhr: Versammlung bei Batt, Dragonerstr. 15. die in das Leben des Proletariers so tief eingreift. Bekundet durch Tagesordnung: 1. Bortrag der Gen. Anna Mesch über: Was erfordert ber zahlreiches Erscheinen Euer Verständnis für die hohe Wichtigkeit der neuer Mitglieder. Es wird ersucht, daß jeder Genosse aus dem Kreise in politische Kampf. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme Frage, Euer Verlangen nach einer Neuordnung im Geiste höherer dieser Bersammlung erscheint. Der Vorstand. Menschlichkeit. Die weibliche Vertrauensperson von Schöneberg. = B Arbeiter Samariterkolonne. Die nächste Uebungsstunde findet erst Dienstag abend 9 Uhr Brunnenstr. 154 statt. Vortrag des Zahntechnikers Herrn Gedicke über Zahn- und Mundkrankheiten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Einschreibegeld sowie Monatsbeitrag ie 25 Pf. Bibliothek steht den Mitgliedern zur Verfügung. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bes nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werttäglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zur Belt 515 Beitungen und Beitschriften jeder Art und Richtung aus. Witterungsübersicht vom 11. März 1905, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Wind richtung 28indstärke Better Weißensee. Montag, den 6. März, fand in Weißenfee im Brälaten" eine gut besuchte Frauenversammlung statt, in der Frau Thiede über" Die Frau als Lohnstlavin" referierte. Rednerin schilderte die Entwickelung und stete Zunahme der Frauenarbeit auf Fräulein D. Baader, Blücherstr. 49, Hof II., für den zweiten Kreis. allen Gebieten und führte Zahlen an, die beweisen, daß mehr für die Gewinnung der Arbeiterin für die freien Gewerkschaften geschehen muß, damit diese nicht Lohndrückerin, sondern Mitarbeiterin der Von allen Laften, allen harten Pflichten, welche die Schultern Bestrebungen und Unterstüßungseinrichtungen schilderte die ReMänner werde. Auch die Entwickelung der Gewerkschaften, ihre der Proletarier wund reiben, brüdt am schwersten der Militarismus, ferentin und forderte dann alle Anwesenden auf, soweit sie gewerblich weil er in seiner heutigen Form der Menschennatur in allen tätig sind, sich ihrer Gewerkschaft anzuschließen, einbegriffen die Punkten widerspricht. Der geisttötende mechanische Gehorsam, Seimarbeiterinnen. Die Frauen aber, welche nicht gewerblich tätig Stationen auch bei den unfinnigsten Befehlen, der den Menschen zum find, sollten sich den Frauen- Bildungsvereinen anschließen, die durch Tier entwürdigt, stellt die höchsten Anforderungen an die fehrreiche Vorträge den Bildungskreis der Arbeiterinnen erweitern. Selbstbeherrschung des jungen Mannes; das Bewußtsein, daß der In der Diskussion sprach Frau Hammermann, ebenso die Genossen fleinste Berstoß berhängnisvoll werden kann, erfüllt die schwächeren Schillert und Taubmann im Sinne der Referentin für die Gemert- Swinembe. 751 SS 4wolfig Charaktere mit bebender Angst, welche nur zu leicht die so gefchaften, Genosse Nerlich für das Konsumwesen und forderte letterer Hamburg 749 SSD fürchteten Fehler erst recht hervorruft. Noch furchtbarer aber als die die Anwesenden auf, sich auch der Konsumgenossenschaft anzuschließen. 3Regen unnatürlich harten gesetzlichen Strafen wirken die rohen Mißhandlungen, Es meldeten sich 18 Frauen zur Aufnahme in den Frauen- Bildungs- München 761 S denen der mindergewandte Rekrut ausgesezt ist, wenn ihm sein Unstern einen Leuteschinder zum Drillmeister gibt. Das Beschwerderecht muß diesem Unglücklichen als der bitterste Hohn erscheinen; wie Schöneberg. Montag, den 13. d. M., abends 81 Uhr, hält der follte er es wagen, gegen den Tyrannen aufzutreten! In einer dent- Verein für Frauen und Mädchen von Schöneberg und Umgegend würdigen Gerichtsverhandlung waren alle als Zeugen aufgerufenen feine Versammlung in Weimanns Klubhaus, Hauptstr. 5/6, ab. Soldaten bereit, Meineide zu schwören, um nicht gegen ihren Vor- Frau Dr. Hofmann wird über die Wohnungsfrage referieren. 6000 GoldSpazierstöcke mit echt silb. 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