Nr. 62. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 14. März 1905. Das Ergebnis der zweiten Uufallstatistik im Reichs- Versicherungsamt, in Hinsicht auf die landwirtschaftfür Land- und Forstwirtschaft. bon Wenn auch, bemerkt hierzu der Bearbeiter der Statistik lichen Verhältnisse die Beschäftigung von Kindern bei Maschinen nicht verboten werden kann, so wird doch gefordert Die Unfallstatistik für die Land- und Forstwirtschaft vom und durchgeführt werden können, daß zu den besonders Jahre 1901 liegt jezt, nachdem soeben der zweite Teil gefährlichen Arbeiten, zum Beispiel Bedienung erschienen ist, abgeschlossen vor. Der erste Teil gab bereits Transmissionen, Schmieren, Reinigen und Transport Aufschluß über die versicherten Betriebe, Personen und Ver der Maschinen, Einlegen bei Dresch, Futterschneide- und legten, die Unfallereignisse, die Zahl der Hinterbliebenen der Rübenschneidemaschinen Kinder nicht herangezogen werden. Verlegten, Alter und Geschlecht der Verlegten, Art und Folgen Diese Forderung ist aber durchaus ungenügend. Kinder sollen der Verlegungen, die Zahl der entschädigungspflichtigen Unfälle, unter feinen Umständen bei gefährlichen Arbeiten die Unfallhäufigkeit nach der Art der Bodenbewirtschaftung verwendet werden. Das muß auch für die landwirtschaftdie durch die Viehhaltung und durch Tiere lichen Verhältnisse" gelten. Deshalb ist in dieser Beziehung herbeigeführten Unfälle. Dieser Teil der Unfallstaftit entrollt jede Halbheit unverantwortlich. Unsere Forderung muß vielein Bild von den furchtbaren Folgen, welche mehr lauten: unbedingtes Verbot der Beschäftigung von Die vielen Betriebsunfälle in der Land- und Kindern an Maschinen. Forstwirtschaft haben.( Vergl. ,, Vorwärts" vom Durch Dampffessel wurden drei nichttödliche, durch Dampf und 11. und 13. November 1904.) Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. schienen, 2000 Pferde, 23 Wagen, in denen sich Karten befanden, 1000 Wagen mit Kleidungsstücken, eine Million Portionen Brot, 70 000 Tonnen Brennmaterialien, 60 Tonnen Hen, eine Anzahl Viehzelte, Werkzeuge, Draht, Telegraphenpfähle, Betten usw. Aus der Nichtung von Hsingcheng ist kein Bericht eingegangen. Tokio, 12. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Nach einer amtlichen Mitteilung beträgt die Zahl der von den Japanern gefangen genommenen Ruffen 40000; die Verluste der Russen im Schahobezirk belaufen sich auf 90000 Mann. Eine Depesche aus dem japanischen Hauptquartier Tokio, 13. März.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus.) meldet: Alle unsere Streitkräfte sind nach dem Norden vor. wobei sie ihm an verschiedenen Orten, wo er Widerstand zu gerückt und verfolgen den geschlagenen Feind in allen Richtungen, leitungen teine Unfälle veranlaßt. Durch Sprengstoffe wurden leisten versucht, schwere Verluste zufügen. Unsere Der zweite Teil der Statistik bringt jetzt die von technischen 195 Unfälle herbeigeführt, die sich teils beim Sprengen von Truppen säuberten bis Sonntag die ganze Gegend bis Gefichtspunkten ausgehende tertliche Bearbeitung der Hergänge Steinen und Hölzern, teils bei der Handhabung von Schieß- 25 Meilen nördlich von Mukden vom Feinde und setzen die der Unfälle nebst den tabellarischen Nachweisungen über die waffen ereigneten. Die meisten Unfälle beim Sprengen von Verfolgung noch fort. Die Russen ließen in dem Gebiete, Betriebseinrichtungen und Vorgänge, bei denen sich die Unfälle Steinen und Holz sind dadurch entstanden, daß bei der Be- beginnend 13 Meilen von Kaolitun entfernt bis südlich von ereigneten, ferner die Ursachen der Unfälle( Schuldfrage) und handlung der Sprengstoffe oder bei der Ausführung von Clinolifuzu und westlich der Eisenbahn bis auf eine Entdie Verletzten nach der Stellung in dem Betrieb. Bei der Dar Sprengarbeiten die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen fernung von 16 Meilen nördlich von Mukden, zahllose Wagen stellung des Hergangs und der Veranlassung der Unfälle ist namentlich die, welche in den Unfallverhütungs- Vorschriften mit Mundvorräten und Munition im Stich. Wir hatten keine hauptsächlich davon ausgegangen worden, daß aus diesen An- der Steinbruchs- Berufsgenossenschaft behandelt find nicht geit, die Mengen festzustellen. gaben diejenigen Gesichtspunkte gewonnen werden sollen, die beachtet wurden. Diese Unterlassung ist vielfach auf die Un- regiments wurde erbeutet, ebenso in Sinminting viele weitere Die Fahne des Wilnafür die weitere Ausgestaltung der Unfallverhütung in der kenntnis solcher Maßnahmen zurückzuführen. Deshalb wird Borräte, welche für die Russen bestimmt waren. Land- und Forstwirtschaft wichtig sind. verlangt, daß die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften Nun ist bisher die Forderung nach ernsthaften Unfall- in ihre Unfallverhütungsvorschriften wenigstens die wichtigsten Französische Friedenswünsche. berhütungsmaßnahmen auch in der Land- und Forstwirtschaft Sicherheitsforderungen aufnehmen. mit der Behauptung als unberechtigt hingestellt worden, daß Maschinen, an denen Schutzvorrichtungen leicht angebracht werden können, in der Land- und Forstwirtschaft nur verschwindend felten im Gebrauch sind, und daß im übrigen bei = Die Flucht Kuropatkins. Paris, 12. März.( Eig. Ber.) Die französischen Urteile über die Schlacht bei Mutben lassen sich furz und eindeutig zusammenfassen in die Worte: Rußland muß Frieden schließen. Nach Liaujang, nach Schaho, nach Port Arthur blieb die offizielle, bie zarenfrenbliche Zeitungsmeinung unentwegt friegerisch. Diesem maßgebenden Teil der französischen Deffentlichkeit war bis dahin Verbündeten schuldige Rücksicht Die zaren einen den besonderen Betriebsverhältnissen der Land- und Forstwirt- Die letzten Nachrichten bestätigen, daß Kuropatkin bei feine ruffifche Niederlage schwer genug, um die Fortsetzung des schaft wirklich praktische Maßnahmen zur Verhütung von Un- Mukden eine geradezu vernichtende Niederlage erlitten hat. Strieges als zived- und hoffnungslos erscheinen zu laffen. Diese fällen nicht möglich feien. Diese Behauptung hat sich in ihren Wenn man seine Truppen auf 300 000 Wann beziffert, so hat mehr oder minder aufrichtige Selbsttäuschung war ja eine dem er mindestens die Hälfte seiner Mannschaften in dem Kampfe schwerem russischen Gelde bezahlte Stimmungsmache, in allen Zunächst die Verlegungen durch Maschinen. Im Jahre verloren. Kuropatkin selbst meldet allerdings in Telegrammen Fällen eine" patriotische" Eingebung feitens der franko- russischen in manchen Fällen eine mit 1901 wurden nicht weniger als 5609 entschädigungspflichtige von 11. März, daß die Kämpfe der russischen Armee Quai d'Orsay.... Nach Mukden ist es nun mit alledem aus. Unfälle festgestellt, die durch Maschinen herbeigeführt waren. 50 000 Verwundete gekostet hätten. Die Zahl der Der intereffierte Optimismus des Verbündeten, des franto- russischen Demnach ist die Zahl der Maschinenunfälle in der Landwirtschaft auch schon zu einer Höhe gestiegen, die dringend auf die Toten wird nicht mitgeteilt, ebensowenig die Zahl der Patrioten und des Zeitungsverlegers mußte endlich vor der zerNotwendigkeit einer wirksamen Unfallverhütung hinweist." Und Gefangenen. Oyama dagegen meldet, daß die Russen schmetternden Niederlage Kuropatkins fapitulieren. das um so mehr, als von den durch Maschinen veranlaßten bis jetzt 27 000 Tote auf dem Striegsschauplatze zurückgelassen gläubigste Presse mit dem Temp3" an der Spige rät nun ber das um so mehr, als von den durch Maschinen veranlaßten hätten. Diese Meldung ist natürlich noch keine abschließende. Barenregierung offen und eindringlich zum Frieden. Unfällen 2169= 38,67 Proz. durch das Fehlen von Rechnet man auf jeden Toten drei Verwundete, so müssen die noch nicht in seinem ganzen Umfange bekannt war, appellierte der Noch vorgestern, am 10. März, als der russische Zusammenbruch Sicherheitseinrichtungen, ferner 296-5,28 Proz Ruffen bereits weit über 100 000 Tote und Verwundete ver- Temps" an die Loyalität“ und die„ Würde", um vor Ratschlägen durch ungenügende Schutzvorrichtungen, 204-3,64 Proz. durch mangelhafte Betriebs. Toren haben. Hinzu kommen 40 000 Gefangene. Der Gesamt- im Sinne des Friedens zu warnen. Einen Tag darauf vers einrichtungen verursacht worden sind und bei weiteren 150 000 Mann. Dadurch also ist die russische Armee um Ministerium des Auswärtigen bekannt berlust der Russen überschreitet also die Zahl von öffentlichte dieselbe Zeitung, deren intime Beziehungen zum sind, 208 3,71 Pro3. Unfällen zwar angeblich das ungeeignete beredten Leitartikel für den Frieden. Nachdem er eine zarte AnVerhalten der Verletzten einen wesentlichen Anteil an dem mindestens die Hälfte reduziert worden. Entstehen des Unfalls gehabt haben soll, hierzu aber auch Sie behaupten, daß die Russen 300 000 Mann an Toten, Ver- gemacht, weist der Artikelschreiber die Hoffnungs- und Zwecklosigkeit Englische Meldungen geben noch andere Verlustziffern an. beutung auf die Inferiorität der russischen Militärorganisation das Fehlen neuer friegerischer Anstrengungen nach. Er betont- freilich etwas eine Schuld des Betriebsunternehmers dar- wundeten und Gefangenen verloren hätten, dazu 500 Geschüße. spät, daß Rußland ja auf fremdem Boden kämpfe, daß die Diese Zahlen sind jedenfalls übertrieben. Ebenso wie die Mandschurei eine chinesische Provinz sei, deren Rückgabe an China stellende Momente Veranlassung gaben. Selbst ein großer Teil der 800 Unfälle= 14,26 Proz. der Maschinenunfälle, für Angabe, daß bei den Stämpfen sich auf beiden Seiten ins- Rußland ja stets feierlich versprochen habe. Troß der militärischen welche als Ursache„ unvermeidliche Betriebsgefahr" anzunehmen gesamt 850 000, Mann gegenübergestanden hätten. In Birk- Besetzung der Mandschurei seien die Dinge unter dem Ge war, ließe sich, so wird ausdrücklich hervorgehoben, durch Die japanischen Verluste werden von Dyama auf zirka 42 000 Dyama ist ein vorzüglicher Rechtslehrer. Borher hieß es im„ Temps" lichkeit werden es nicht über 600 000 Mann gewesen sein. fichtspuntte des Rechts umverändert geblieben".( Nebenbei; technische Mittel verhüten. Denn die Beurteilung der Ursachen Mann angegeben. Auch berichtet Dhama nur über die Er- über den Rechtspunkt etwas anders.) Also keine falschen Ehrbegriffe! gilt nur für die Zeit, in der die Unfälle eingetreten waren. Durch beutung von 60 russischen Geschützen. Aber selbst wenn man höflichkeit, degagiere( entbinde)" die Ehre Rußlands in den Augen gilt nur für die Zeit, in der die Unfälle eingetreten waren. Durch Bervollkommnung der Unfallverhütungs- Maßnahmen werden die russischen Verluftziffern so niedrig annimmt wie wir, ge- der Welt, anderseits aber würde sie ihm im Falle der Fortsetzung fich aber fünftig auch folche Unfälle, die zurzeit als unvermeidlich langt man zu den Resultat, daß die russische Armee voll- des Stampfes eine wahrhaft erschöpfende Anspannung" auferlegen. anzusehen sind, verhüten lassen. Schutzvorkehrungen sind zur zeit in den verschiedensten Bauarten bekannt und werden von ständig zertrümmert ist. Die 150 000 Mann, die übrig ge- Das Barenreich aber dürfe nicht in seinen ostasiatischen Interessen den Fabriken, welche landwirtschaftliche Maschinen als blieben sind, werden nicht in der Lage sein, einem erneuten aufgehen Die patriotifche Sorge um das Schicksal des Zweibundes spricht Spezialität herstellen, ausgeführt. Sie werden jedoch Angriff der Japaner stand zu halten. Und sicher werden die Japaner, sobald sie sich von den Strapazen der mehr als verstohlen in jeder Beile des offiziösen Artikels. So erinnert denn von den Landwirten häufig nicht mitgetauft oder nachträglich nicht angebracht. Daher ver- 12tägigen Schlacht einigermaßen erholt haben, ihren Angriff der" Temps" an die russischen Interessen in Europa, im Drient, in Zentralasien und sagt geradeaus, daß die nationale Pflicht Ruß Aller Voraussicht nach mit dem Erfolge, daß land nicht gestattet, fünftighin unbegrenzte Opfer zu bringen" im Interesse langt der Bearbeiter der Statistik im Reichs- Versicherungsamt, sich der Rest der Kuropatkinschen Armee ergeben muß. berffernen und schlecht eingeleiteten oſtaſiatiſchen Sache. Auch die Möglichbaß die land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften durch den Erlaß und die tatkräftige Durchführung von Unfall- Auch die Verstärkungen, die Sturopatkin aus Charbin feit peinlicher" Friebensbedingungen nimmt der„ Temps" in ven und den Etappenstationen noch heranzuziehen vermag, Rauf unter einer platonischen Vertröstung Rußlands auf eine„ wohlverhütungs- Vorschriften mehr als bisher auf die Verwendung werden seine Armee bei weitem nicht auf die Höhe der vorbereitete fünftige Revanche". von Sicherheitsvorrichtungen hinwirken und sie nötigenfalls japanischen Armee zu bringen vermögen. Ein ernenter Der bedeutsame Artikel schließt mit der berechtigten Berufung burch Strafen erzwingen sollen. Ferner wird eine genügende Anleitung und Unterweisung japanischer Angriff mit überlegener Zahl wird aber das Eude auf die ungeheure Mehrheit der franzöfifchen öffentlichen Meinung derjenigen Personen gefordert, welche an Maschinen beschäftigt ber Mandschurei- Armee überhaupt bedeuten, falls es Kuropatkin die eben aus ganzem Herzen den Frieben wünscht- im Interesse der Festigkeit des gweibundes, im Namen der Interessengemeinschaft" werden. Bisher haben diese Personen vielfach nur die aller- nicht vorziehen sollte, mit den Trümmern ſeines Heeres sich zwischen Frankreich und Rußland. zu bedienen und in gutem Zustande zu erhalten sind. Diese dings ist es noch fraglich, ob die Japaner Kuropatkin einen notdürftigste Kenntnis davon, wie die Maschinen zweckmäßig schleunigst weiter gegen Charbin hin zurückzuziehen. AllerUnwissenheit läßt die Leute auch die Gefährlichkeit der land- derartigen Rückzug gestatten würden. Sollen sich doch wirtschaftlichen Maschinen nicht erkennen. Daher dann eine bereits auch bei Tieling japanische Truppen befinden, denen es unter Umständen gelingen könnte, die Bahnverbindungen oft verhängnisvolle Geringschätzung dieser Gefahren. Von großer Bedeutung ist überdies, daß in der Land- zwischen Tieling und Charbin zu zerstören. wirtschaft auf die Instandhaltung der Maschinen gewöhnlich nur sehr geringe Sorgfalt verwendet wird. Die Maschinen befinden sich häufig in einem solchen Zustande der Verwahr Losung, daß dadurch auch die an den Maschinen etwa angebrachten Schutzvorrichtungen nicht selten zwedlos werden. Schließlich kommt die Beschäftigung von Kindern an den Maschinen in Betracht. Unter den Personen, welche durch Maschinen verlegt worden sind, befanden sich 65 Kinder unter 10 Jahren, 90 bon 10-12 " " 184 12-14 " " 406 14-16 " " Pusammen 745 Kinder unter 16 Jahren ernenern. Die Russen haben, daran ist kein Zweifel mehr, den Krieg endgültig verloren! Je länger sie zögern, Japan den Frieden anzubieten, desto schlimmer für sie! " Wie sehr Oyama die französische Barenpresse zur Einkehr gezwungen hat, zeigt sich aufs deutlichste am nationalistischen Hauptorgan, dem„ Echo de Paris", das die ganze Zeit ein Echo des Petersburger Generalstabes war, heute aber durch die geder feines militärischen Mitarbeiters den Friedensartikel des Temps" ziemlich getreu abschreibt, während sein Petersburger Korrespondent die triegerischen Rodomontaden der dortigen Militärkreise respektwidrig verspottet. Was die radikale und die sozialistische Presse betrifft, so hat sie nicht erst Mukden abgewartet, um den Frieden zu verlangen. Jetzt Die Verluste der Riesenschlacht. aber dringt sie darauf, daß die französische Diplomatie Tokio, 12. März.( Meldung des„ Reuterschen Bressensé in der„ Humanité" und Clemenceau in der„ Aurore". im Sinne des Friedens interveniere. So namentlich Bureaus". Marschall Oyama meldet unter dem Letterer stellt zugleich die unter seiner Feder zuerst so deutlich heutigen Tage: Die Russen ließen 26500 Gefallene auftretende Frage nach dem wirklichen Wert des 8 wei auf dem Schlachtfelde. Von uns find erobert worden: bundes für Frankreich angesichts der Verblutung des Barenreiches 2 Fahnen, etwa 60 Geschütze, 60 000 Gewehre, in Ostasien: Mukden müsse nach Clemenceau auch einen Wendepunkt in der französischen auswärtigen Politik herbeiführen, wenn auch 150 Munitionswagen, 1000 Waggons, 200 000 Artillerie- nicht gleich im Sinne der Kündigung des Zweibundes. geschoffe, 25 Millionen Gewehrpatronen, 15 000 Roku Getreide, 55 000 Koku Futter, 45 Meilen Feldeisenbahn An das Proletariat Allrußlands! Der in der Sonntagsnummer erwähnte Aufruf der vereinigten fozialdemokratischen Organisationen Rußlands An das Proletariat Alrußlands" hat den folgenden Wortlaut: Die Entwickelung der sozialen Verhältnisse in Rußland hat immer schärfer hervortreten lassen, daß die Selbstherrschaft den Interessent aller Klassen der kapitalistischen Gesellschaft widerspricht, und inumer flarer die Notwendigkeit der Vernichtung des Absolutismus bewiesen. Diese Notwendigkeit hat sich mit besonderer Schärfe in den letzten Jahren für alle fortschrittlichen Elemente des Landes herausgestellt, als eine schwere wirtschaftliche Krise den ganzen gesellschaftlichen Organismus erschütterte, als das Elend der ArbeiterKlasse ein ungeheueres Maß erreichte, als die Bedürfnisse der Dorfbevölkerung" zu einer ernsten Drohung für die Weiterentwickelung der Produktivkräfte Rußlands wurden, als es jedermann Klar wurde, daß das ungenierte Wirtschaften der autokratischen Regierung, ihre Willkür und Allmacht das Unheil, das die Krisis gewöhnlich mit sich bringt, nicht nur vergrößerten, sondern das Land dem völligen unausbleiblichen Untergange entgegenzuführen im Begriff standen. Die Arbeiterklasse war die einzige Macht, welche fühn und offen die Selbstherrschaft zum Todeskampfe herausforderte dieses ungeheuerliche Erbstück des Mittelalters, das unter dem Schuße der ters, d Bajonette unzerstörlich schien. Die Forderung der Freiheit beantwortete die Autokratie mit Blutbädern, mit Kerker und Verbannung. Die wachsende Solidarität der Arbeiterklasse versuchte sie durch nationale Verhegung, durch das Entflammen tierischer Instinkte der unwissenden Masse zu paralysieren. Die Judenmezeleien sollten der Bekämpfung der aufstrebenden und immer stärker werdenden Arbeiterbewegung dienen. Noch glaubte die russische Regierung, daß eine konsequente Politit der Repreffalien ihre Macht stützen könne. Doch lange war dieser Weg nicht gangbar. Der Krieg brach aus ein Krieg, für niemand notwendig, allen berhaßt, mit finnlosen furchtbaren Opfern. Er weckte sogar den schüchternsten Kleinbürger aus seinem politischen Schlummerzustand, er lehrte ihn Politik durch die feurige Sprache der Kanonen, durch Ströme vergossenen Blutes, durch ein ganzes Meer von Elend und Kummer. Der Glanz der Autokratie erlosch auf immer. Und als unter dem Drucke des friegerischen Unglücks die Regierung sich angesichts des drohenden Bankrotts an die Gesellschaft wandte und den Frühling" verkündete da begegnete ihr diese Gesellschaft mit dem einmütigen Ruf:„ Nieder mit der Selbstherrschaft!" " Der Frühling" offenbarte sich in der Mobilisation der oppositionellen Kräfte der russischen Bourgeoisie. Die nahende Liquidation der Selbstherrschaft, der Wunsch, einen möglichst großen Teil ihrer Erbschaft an sich zu reißen drängten die bisher alleinstehenden Revolutionäre und oppositionellen bürgerlichen Elemente zur Einigung. Es entstehen bürgerlich- demokratische Koalitionen. Die gesellschaftliche" Frühlings"-Bewegung ging unter der Fahne des Liberalismus vor sich. Die Oberfläche des politischen Lebens Rußlands zeigte die verschiedenartigsten Färbungen bürgerlichen Protestes, vom rein- demokratischen Programm bis zum alleruntertänigsten Gesuch an den Zarismus um seine freiwillige Selbstvernichtung. Wir fordern: zu ergreifen. Im Zusammenhang damit erörterte er dann die 1. Die Einberufung einer konstituierenden Versammlung von Trinkwasserfrage und den Gelsenkirchener TyphusepidemieBoltsvertretern, die von allen Bürgern ohne Unterschied des Ge- Prozeß. Er geißelte mit kräftigen Worten die unglaubliche schlechts, der Religion und der Nationalität auf Grundlage des Gewissenlosigkeit des kapitalistischen Unternehmers, der das direkten, gleichen und allgemeinen Wahlrechts mit geheimer Stimmabgabe erwählt werden. ganze Ruhrrevier mit Trinkwasser zu versorgen hätte, aber durch seine rücksichtslose Ausbeutungswut hunderte von Handelsbetrieben. 2. Die sofortige Einstellung des Kriegs mit Japan. 3. Die sofortige Befreiung aller wegen politischer und Menschen aufs schwerste in ihrer Gesundheit geschädigt hat. religiöser Angelegenheiten Verhafteten und Verbannten und Ein- Graf Poja do wsky konnte sich in diesem Punkte wenigstens stellung aller ähnlichen Prozesse. halbwegs rechtfertigen. Nach dem Prozesse hat er alles ge4. Die sofortige Einführung des achtstündigen Arbeitstags für tan, um in Zukunft eine bessere Kontrolle der Wasserversorgung alle Lohnarbeiter in allen industriellen, landwirtschaftlichen und durchzuführen. Am wirksamsten wäre freilich allen Gefahren Wir werden die Waffen nicht niederlegen, bis alle unsere bergebeugt, wenn die Gesellschaft einen so wichtigen Zweig der Forderungen erfüllt sein werden, doch werden wir auch in Volksgesundheitspflege nicht weiter dem Kapitalismus als der konstituierenden Versammlung welche Rußland freie staat- freien Spielraum ließe. Auf dem anderen Gebiet, das Gen. liche Institutionen gewähren soll nicht aufhören, für die Scheidemann betreten hatte, mußte Graf Posadowsky wieder Schaffung solcher politischen Formen zu kämpfen, die die Freiheit und einmal bekennen, daß jede Rücksicht auf Leben und Gesundheit ungehinderte Entwickelung unseres Klaſſenkampfes um die ganze Fülle der Volksgesamtheit im Deutschen Reich hinter dem Profitder nächstliegenden proletarischen Forderungen, um unser Endziel, den interesse einiger weniger Kapitalisten zurückstehen muß. Er Sozialismus, sichern sollen. erklärte, gegenüber dem materiellen Interesse, das viele In der konstituierenden Versammlung werden wir fordern: 1. Abschaffung des autokratischen Regimes und Ersetzung des Fabriken daran haben, ihre Abwässer den Flüssen zuzuführen, selben durch eine demokratische Republik auf Grundlage des all- eine Reinhaltung der Flüsse nicht durchsetzen zu können. Dabei gemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts mit geheimer Stimm- sind ihm gesundheitliche Gefahren, die durch die jetzt geduldete abgabe. Flußverpestung heraufbeschworen werden, durchaus bekannt. 2. Weiteste lokale Selbstverwaltung auf Grundlage desselben Sagte er doch selbst, daß die Kinder des deutschen Volkes drei Wahlrechts und territoriale Selbstverwaltung für diejenigen Ge- bis vier Generationen lang daran zu tun haben würden, um biete, welche sich durch besondere kulturell- geschichtliche Bedingungen die Sünden ihrer Väter auf diesem Gebiet wieder gut zu im Zustande der Bevölkerung kennzeichnen. 3. Unverleßlichkeit der Person und der Wohnung, unbeschränkte machen. Nach seiner Erklärung scheint es aber sicher, daß erst Freiheit des Gewissens, des Worts, der Presse, der Versammlungen, die Erbsünde des Kapitalismus ausgetilgt werden muß, ehe der Streiks und der Vereinigungen. das Volk sich von der Heimsuchung durch diese Volksvergiftung befreien kann. 4. Aufhebung der Standesunterschiede; Gleichberechtigung aller Bürger, ohne Rücksicht auf Geschlecht, Religion, Rasse und Nationalität. 5. Abschaffung aller Ausnahmegeseze gegen einzelne Nationalitäten; vom Gesetz garantierte Freiheit der kulturellen Entwicklung für jede Nationalität; das Recht, in der Muttersprache Bildung zu erhalten und überall, in allen örtlichen, gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen und Versammlungen in der Muttersprache reden zu dürfen. 6. Wahl der Nichter durch das Volt; das Recht jeder Person, im gewöhnlichen Verfahren jeden Beamten vor das GeschworenenGericht zu ziehen. 7. Ersetzung des stehenden Heeres durch eine allgemeine Voltsbewaffnung. 8. Scheidung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche. Von den auf der Konferenz nicht vertretenen Organisationen teilte die polnische sozialistische Partei Proletariat" mit, daß sie den Resolutionen der Konferenz vollinhaltlich zustimme. Die Sozialdemokratie Bolens und Litauens" hat sich bereit erklärt, ihre Unterschrift den Unterschriften der Konferenzteilnehmer beizugesellen, jedoch nur für die Proklamation An das Proletariat Allrußlands". verbreiteten Gerüchte Die Bauerunnruhen. " In anderen Fragen, die zum Reichs- Gesundheitsamt gehören, machte Graf Posadowsky dem Fortschritt freundlichere Aussichten. Er versprach für das nächste Jahr ein Gesetz zum Schuß der Arbeiter in den Bleihütten und eins über die Verwendung von Bleifarbe, dann eine einheitliche Regelung der Ausbildung der Krankenpfleger usw. Morgen 1 Uhr wird die Etatsberatung fortgesetzt. Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Genossenschaftswesen war der erste Gegenstannd, mit dem sich das preußische Abgeordnetenhaus heute beschäftigte. Es geschah dies beim Etat der Zentralgenossenschaftskasse. Natürlich handelte es sich nicht etwa um die Organisationen der Arbeiterklasse, die Konsumbereine,- die in den Augen des preußischen Abgeordnetenhauses noch gar nicht eristenzberechtigt sind sondern um die landwirtschaftlichen Genossenschaften. Gegen diese kann man nicht gut auftreten, wenngleich manchem Großagrarier das Erstarken der fleinen westdeutschen Landwirte durch diese Genossenschaften sehr unbequem sein mag. Das landwirtschaftliche GenossenDas Proletariat zeigte noch wenig Attivität. Es schien, als ob schaftswesen hat vor kurzem einen großen Schritt vorwärts es warte, bis all der Dunst liberalen Geschwäges verflogen sein Die Petersburger Telegraphen- Agentur erklärt die im Auslande getan: die beiden großen Organisationen, der„ Reichsverband würde. Die Kurzsichtigen aus dem Lager der Liberalen waren überüber Bauernunruhen im Gouvernement der deutschen Landwirtschaftsgenossenschaften" in Darmstadt zeugt, daß das Proletariat noch im tiefen Schlafe stecke, und ge- Saratov für übertrieben. Die Bauern in Balachow haben, gestützt und der Zentralverband der Raiffeisengenossenschaften" in dachten, blind gegenüber der Vergangenheit, die politische Befreiung auf Urkunden, deren Echtheit nicht erweislich war, in dem Walde Neuwied haben beschlossen, sich miteinander zu verbinden, wenn Rußlands selbst in die Hände zu nehmen. Aus dem liberalen Lager eines Grundbesitzers namens woff Bäume gefällt und sich ge- beide Vereine freilich auch einstweilen noch ihre selbständige erschollen Aufrufe an das gesamte Boll, wurde in verweigert, der Aufforderung der Behörden, dies zu unterlassen, Folge Verwaltung behalten sollen. Durch diese Verbindung werden stärkter Weise die Notwendigkeit gepredigt, die Kassengegensätze zu zu geben. Hierauf wurde Militär entboten. Mehrere Kosaken und ungefähr 16 000 Genossenschaften mit insgesamt 1½, Milvergessen. Die nebelhafte liberale phraseologie wurde zur ernsten Drohung Soldaten wurden durch Steinwürfe verletzt. Die Menge wurde durch lionen Mitglieder zu einer gewaltigen Organisation zusammenden Gouverneur beruhigt. Später gaben die Bauern die Namen für die Klarheit des Klassenbewußtseins des Proletariats. der Aufwiegler an. Die Aufwiegler wurden verhaftet. Die Soldaten geschlossen. Um welche bedeutenden Werte es sich hier handelt, sondert eine von der anderen. Das Hervortreten der Sozialdemo- feiner verwundet. Jetzt herrscht Ruhe. Und die Organisationen des Proletariats funktionierten gemachten nicht von der Waffe Gebrauch. Von den Bauern wurde geht allein aus der Tatsache hervor, daß der Geldverkehr dieser Vereine im lezten Jahre rund 2300 Millionen Mark und der fratie trug den Charakter der Uneinigkeit. Der gemeinschaftlichen Warenumsatz rund 125 Millionen Mark betrug. In der Debatte Konzentration der bürgerlich- liberalen Kräfte, dem Ansturme bürgerlicher Jdeologie konnte die Sozialdemokratie Rußlands nur eine im Abgeordntenhause war es interessant, daß der Abg. StuII Reihe einzelner Organisationen entgegenstellen, die selbständig ohne Bjeloftor, 13. März. Die Angestellten der Straßenbahn und bom Zentrum alle fonfeffionellen und Partei- Intereffen aus einen gemeinsamen Feldzugsplan, ohne ein einziges führendes die Droschkentutscher haben die Arbeit wieder aufgenommen. Die dem Genossenschaftswesen ausgeschieden wissen wollte. Auch Um so stärker trat daher die Notwendigkeit einer Einigung Stadt ist ruhig, Patrouillen durchqueren und durchziehen die Stadt. Fanntlich wird ja einer Konsumgenossenschaft immer gern ihr Zentrum funktionierten. * * * Zur Streikbewegung. * zwischen den Organisationen hervor, die Notwendigkeit, sei es auch Leonid Andrejew aus der Haft entlassen. eine nur zeitweilige Vereinbarung zu treffen zum gemeinsamen Ansturm auf die dem Untergange nahe Autokratie, zur Verteidigung Die Schriftsteller Andrejew und Stitaley, die zu dem Freundesder Interessen des Proletariats gegenüber den Gelüften der freise Gorkis gehörten, sind nunmehr auch aus der Haft entlassen Bourgeoisie. Und im Innern der Arbeiterklasse vollzog sich währenddessen eine große Arbeit. Es bereitete sich ein mächtiger Protest vor, ein Protest, boll von den schwerwiegendsten Folgen. Die Wellen der durch gemeinsame Not und gemeinsame Hoffnung zusammengeschweißten Proletarier überschwemmten die Vororte und Straßen Petersburgs. Leben worden. Politische Uebersicht. Reichstag. Berlin, den 13. März. die Konsumgenossenschaften. Beangeblich sozialdemokratischer Charakter angehängt und im speziellen das Zentrum hat ja auch eigene christliche Gewerkschaftskonsumvereine gegründet. Der freisinnige Abg. Blell reklamierte die Genossenschaftsidee für seine Partei. Aber seiner Partei gehörte nicht mur Schulze- Delitzsch, sondern gehört auch Herr Dr. Crüger an, der die moderne Genossenschaftsbewegung in Kreuznach zu erdrosseln versucht hat. Davon erwähnte Herr Blell vorsichtigerweise nichts. Etwas Humoristisches hatte es, als der konservative Abg. v. Brockhausen gerade dem Crügerschen Genossenschaftsblatt maßlose Agitation vorwarf- wie Crüger gegen die Konsumvereine, so Brockhausen gegen Crüger Das Haus erledigte dann auch noch die Etats der direkAchtstündiger Arbeitstag", Mehr Spielraum für die Kräfte des In der Spezialberatung des Etats für das Reichsamt des Volles"," Nieder mit den Opritschniti, mit den Beamten und Bennern erledigte heute der Reichstag die Kapitel: Bundesamt Drückern" diefer Schrei entriß sich dem Herzen des bedrückten Petersburger Proletariats, das erwacht, für das Heimatwesen, Statistisches Amt und Reichsgesundheitsfich noch nicht zu seiner ganzen Höhe aufgerichtet hatte, noch amt. Beim ersten Punkt der Debatte brachte der konservative ten und indirekten Steuern. Von Bedeutung nicht durchdrungen war von dem flaren und stolzen Selbstvertrauen Abg. Schickert die agrarischen Wünsche auf die Abänderung war die Auskunft, die Frhr. v. Rheinbaben über eine eventuelle seiner großen Macht und seiner hohen Bestimmung. des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz vor. Es ist den Reichs- Erbschaftssteuer und Reichs- Einkommenstener gab. ชิน neuem Geſetz. Mit Hunderten von Salven antwortete die russische Regierung Herren Großgrundbesitzern unangenehm, daß sie sich durch das Daß man zu einer Reichs- Erbschaftssteuer sich nicht entschließen dem Volke. Hunderte von Menschenleben mußten die Volksmassen Abschieben unterstützungsbedürftiger Leute ihrer Leistungs- will, scheint danach zwar sehr wahrscheinlich, aber noch nicht für ihren naiven Glauben, für ihre historischen Vorurteile hingeben. pflicht nicht entziehen tönnen. Graf Posadowsky fest zu sein. Graf Posa do wsky fest zu sein. Von einer Reichs- Einkommensteuer will aber Der Blizz des Gedankens und die Flamme des Zornes erhellte hatte natürlich für diese Wünsche eine wohlwollende Antwort: Preußen natürlich nach wie vor nichts wissen. Die Konservaendlich Verstand und Herzen der Proletariermassen. Mit elementarer Straft wälzten sich die Wellen proletarischer Empörung dahin. Sie er versprach schon für das nächste Jahr eine Novelle zu dem tiven warten auch den Finanzminister recht eindringlich vor drohten den Barenthron zu zerstören und die verhaßten Tyrannen der Reichs- Erbschaftssteuer; dies sei schon der erste Schritt auf vom Erdboden zu vertilgen, sie flößten der" freiheitsliebenden" Als aber beim Kapitel„ Statistisches Amt" der Zentrums- der bekannten schiefen Ebene, die schließlich zum Kollektivismus Bourgeoisie einen abergläubischen Schrecken ein. abgeordnete Erzberger den Polizeicharakter der Streik- führe. Es ist immer das alte Lied in ermüdender Einförmigstatistik rügte und die ganze Art und Weise der Erhebungen feit ohne jede Variation. treffend dahin charakterisierte, daß sie den Eindruck einer Zum Schluß gab es denn noch ein wenig Polenfrage; Materialsammlung für ein neues Buchthausgefeß machten, da der stets originelle Landwirtschaftsminister von Podbielski fand Graf Posadowsky weder ein Versprechen der Besserung, hatte wiederum neue Ideen und Eingebungen. Er entdeckte noch ein Wort der Widerrede. Die freisinnigen Abgg. Die Institution der gesunden Genossenschaften", eine Spezies, Gothein und Potthoff brachten den Erlaß des Präsi- die den Genossenschaftstheoretikern zum Studium empfohlen denten des Statistischen Amts zur Sprache, durch den die Be- sei. Die gesunden Genossenschaften" find Ansiedlergenossenamten gezwungen werden, ihre wissenschaftlichen Arbeiten vor schaften, die ihre Spike gegen das Polentum richten. Sollte der Publikation diesem vorzulegen. Graf Bosadowsky konnte den es sich hier nicht um eine Genossenschaftsart mit politischer Verdacht nicht entkräften, daß man hier aus politischen Ab- Tendenz handeln? fichten die freie wissenschaftliche Forschertätigkeit der Statistiker anzutasten versucht hat. " " Ein Sturmwind zog über unser ganzes heimatliches Land dahin, entzündete die Flamme des Aufruhrs und rief unter der Fahne der Sozialdemokratie Hunderttausende von Arbeitern auf die Straße, bereit die Freiheit zu erkämpfen oder zu sterben. Und diese großen Ereignisse fordern mit mächtiger Stimme die Vereinigung aller Kräfte der Sozialdemokratie, um die Arbeiterbewegung unter der Fahne des Sozialismus wahrhaft proletarischen Zwecken zuzuführen. Während der blutigen Morgenröte der Januartage ist endlich der erste Schritt zur Vereinigung der Sozialdemokraten Rußlands Die foeben stattgehabte Konferenz der Vertreter des Bentralfomitees der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei", des„ Bunds", der„ Lettischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei" und der Revolutionären Ukrainischen Partei" ist der erste Stein zum Die Verhandlungen über die direkten Reichssteuern nahmen den Beim Kapitel Reichsgesundheits- Amt" wurden, wie all- folgenden Verlauf: großen herrlichen Gebäude der Zukunft einer einigen, festen und starken Partei des ganzen russischen Proletariats. jährlich, zunächst die Anschaufungen der Weinbauern" über die Abg. Dr. v. Heydebrand und der Lafa( f.) erklärt namens seiner Beim hellflackernden Licht der Arbeiterrevolution reichen wir Nahrungsmittel- Kontrolle von einer ganzen Reihe pfälzischer Partei, daß sie die schwersten Bedenken gegen die Einführung einer einander die Hände. Vor uns liegt eine große Aufgabe die un- und badischer Abgeordneten vorgetragen. Bemerkenswert war, Reichs- Erbschaftssteuer und einer Reichs- Einkommensteuer hätten. geheuren Kräfte Rußlands in eine weite Bahn zu lenken, seiner daß Graf Posadowsky die Notwendigkeit einer Verbesserung Redner bittet die Regierung im Bundesrat gegen den etwaigen Plan politischen und sozialen Befreiung entgegen, zu lenken nach einem der Nahrungsmittel- Kontrolle und ihrer Regelung durch der Einführung solcher Steuern zu stimmen.( Beifall rechts.) einzigen Blan bei festem gemeinschaftlichen Zusammenarbeiten, in vollem Minister Frhr. v. Rheinbaben: Welcher Weg im Interesse der und flarem Bewußtsein unserer nächsten und entfernteren Aufgaben. Reichsgesetz anerkannte und selbst der konservative Abg. Reichs- Finanzreform eingeschlagen wird, darüber sind noch keine VerWir wenden uns mit unserem Aufruf an alle Arbeiter Ruß- Rettich dagegen keinen Widerspruch erhob. Freilich stellte handlungen eingetreten und noch keine Vorlagen an die StaatsYands. Die Zeit entscheidender Aktionen gegenüber dem auto- Genosse Scheidemann sofort den Widerspruch fest, in dem regierung herangetreten. Meines Erachtens würde, wenn eine ent fratischen Regime ist gekommen. Wir müssen uns die politische diese Haltung des konservativen Redners zu der Verschlechte- sprechende Vorlage kommen sollte, Preußen nicht für eine ReichsFreiheit erobern, damit wir auf dem Boden dieser Freiheit den rung des Fleischbeschau- Gesetzes durch die Junkermehrheit im Erbschaftsstener eintreten können, da es einen Ausfall an seiner Erbweiteren Stampf gegen die kapitalistische Exploitation im Namen des preußischen Landtage steht. Genosse Scheidemann er- fchaftssteuer erleiden würde. Ebenso wäre meines Erachtens der Weg hohen sozialistischen Jdeals führen können. örterte im übrigen zwei Fragen von höchster sanitärer Bedeutung eines Reichs- Einkommensteuergesetzes für alle Bundesstaaten so wie und werden wir durchleben. Sie werden auf lange hinaus unsere der Flüsse durch die Abwässer der Städte und der Industrie über die beabsichtigte Einführung eines Reichs- Erbschafts- und EinRolle im politischen Leben Rußlands bestimmen. Mögen alle Arbeiter Rußlands ohne Unterschied der Nationalität eine schwere Gefahr für die Volksgesundheit und einen riesen- tommensteuer- Gesezes große Beunruhigung hervorgerufen hätten. von dem Bewußtsein ihrer Klasseninteressen durchdrungen werden, haften Schaden für die Volkswirtschaft darstellen und mahnte Abg. Dr. Wiemer( frs. Vp.): Wir sind weder grundsäßlich gegen mögen unsere proletarischen Forderungen überall laut erschallen. die Regierung, endlich Maßregeln zur Reinhaltung der Flüsse leine Reichs- Erbschaftssteuer noch gegen eine direkte Reichs- EinkommenTage unermeßlicher historischer Wichtigkeit haben wir durchlebt für das gesamte Volk. Er wies nach, daß die Verunreinigung auch für Breußen vollkommen unbeschreitbar. Abg. v. Eynern( natl.) erklärt, daß die Nachrichten in der Presse fieuer, wenn der Plan der Regierung greifbare Gestalt angenommen hat. Eine Auseinandersetzung über das Verhältnis des Reiches den Einzclstaateu wird allerdings einmal erfolgen müssen. Wir halten es für richtiger, im Reiche auf die direkte Steuer zurück- zugreifen, als immer die indirekten Steuern zu vermehren, die nur aus den Schultern der unbemittelten Klassen lasten. Abg. Herold(Z.) hält es für das richtigste, eine gerechte Ver- teilung der Matrikularbeiträge nach der Leistungsfähigkeit der Einzel- staaten einzuführen. Da die Einzclstaatcn nicht geneigt sein werden, das direkte Steuersystem an das Reich abzutreten, so muß das Defizit im Reiche durch die Matrikularbeiträge gedeckt werden und den Einzelstaaten vorbehalten bleiben, weitere direkte Steuern zu erheben. Preußen ist in der Lage, ohne jede weitere direkte Steuer ganz erheblich höhere Matrikularbeiträge zu zahlen als jetzt. Den besten Beweis dafür liefert der gegenwärtige Etat. Abg. Gamp(fk.) erklärt sich gegen eine Reichs-Erbschafts- und Reichs-Einkommensteuer. Das Reich habe noch andere Steuer- quellen, z. B. die Wehrsteuer. ** » Heber den Plan der Reichssteuern äußert sich die„Deutsche Tageszeitung",„daß zwar einige maßgebende Stelleu im Reiche neuerdings dem Gedanken einer solchen Steuer sympathischer gegen- überstehen, daß aber die grundsätzlichen und schwerwiegenden Be- denken der meisten Einzelstaaten noch nicht im geringsten beseitigt sind und nach menschlicher Voraussicht auch nicht beseitigt werden können". Das ist der Patriotismus der Besitzenden. DeutTches Reich. Die Reichstags-Arbeit. Der Seniorenkonvent des Reichs- tag? setzte am Montag die Beratung über die Geschäftslage und die Möglichkeit, den Etat rechtzeitig fertigzustellen, fort. Die Ver- treter der Parteien erklärten sich einverstanden, daß der Versuch gemacht werden soll, die Fertigstellung des Etats bis zum 1. April zu ermöglichen. Es wurde folgender Arbeitsplan in Aussicht ge- uommen: Am 14. letzter Tag für den Etat des Reichsamts des Innern und Jnvalidenfonds,' aiu IS. bis 18. die Etats für den Reichskanzler, Auswärtiges Amt, Schutzgebiete, am 20. und 21. die beiden Militärgesetze, vom 22. bis 24. Militäretat, ostasiatische Expedition. Militärgericht,(am 25. katholischer Feiertag), am 27. (Montag) Rest des Etats(Zölle, Verbrauchssteuern), also Schluß der zweiten Lesung. Am 23. sollen Wahlberichte verhandelt werden, am 2S. bis 31. dritte Lesung des Etats. Vorbereitungen für einen neuen Streik. Eine etwas unklare Mitteilung läßt sich das„Berliner Tageblatt" aus Dortmund schreiben. Danach hätte der Minister des Innern eine geheime Verfügung erlassen, die sich mit Sicherheits- maßregeln für einen neuen Streik beschäftige. Der Gewährsmann des„Berliner Tageblatt" will ermittelt haben,„daß im Streikfalle die Hülfe nicht nach und nach, wie bisher, sondern mit einem Mal und in gesamter notwendiger Stärke geschickt werden soll." Das würde, vorausgesetzt, daß an der Meldung überhaupt etwas Wahres ist, unterstellen, daß die sogenannte Hülfe, soll heißen, das Polizei-Aufgebot, nicht ausreichend gewesen wäre. Das stände aber im Widerspruch mit den offiziellen Erklärungen der Minister in den Parlamenten, daß die Bergarbeiter in ihrem Streik eine musterhafte Ruhe und Ordnung bewahrt haben. Die Minister werden sich doch nicht selbst Lügen strafen wollen.— In einer Zeutrumsversainmluug in Essen erhob sich lebhafter Widerspruch, als Herr Trimborn die Zollpolitik des Zentrums verteidigen wollte. Es wurden Pfuirufe laut, und als der Vor- sitzende das Rufen mit Hinauswerfen drohte, da entstand Minuten- langer Lärm. ES ist auch eine starke Zumutung an die Bevölkerung der Bergbaubezirke, an den Segen des Brotwuchers glauben zu sollen. Der Streik hat auch den Zentrumsanhängern unter den Bergleuten den Blick für ihre wahren Interessen geschärft.— Tagung der Grubcnkapitalisten. Auf Einladung des Zentral- Verbandes deutscher Industrieller treten am 16. März Delegierte fast sämtlicher Bergbauvereine Deutschlands zusammen, um sich über die Stellung des deutschen Privatbergbaues zu den beiden Novellen zum preußischen Berggesetz zu verständigen.— Mit der Sozialdemokratie paktieren wollen die Kohlenbarone. Eine solche Bemerkung wurde jüngst in einem hiesigen Blatte ge- macht. Daraufhin hat die„Westfälische Allg. Ztg." einen der Herren interviewen lassen und dieser Herr soll folgendes gesagt haben: „Bis jetzt haben wir einen Arbeitgeberverband vermieden. Der Bergbauliche Berein ist nur eine Art Handelskammer, und das Kohlensyndikat hat mit derartigen Fragen absolut nichts zu tmr. In der Zukunft aber Iverden sich Zechen und Arbeiter in festgeschlossener Phalanx gegenüberstehen. Die Gesetzgeber und die öffentliche Meinung, namentlich die hyperweisen Sozialprofessoren, wollen uns zwingen, mit der Sozialdemokratie zu verhandeln. Die meisten von uns werden das ablehnen, wcim auch einige allerdings durch das Mißtrauen gegen die Regierung bereits so weit gekommen sind, daß sie ein Verhandeln und eventuelles Paktieren mit der Sozial- dcmokratie für unvermeidlich halten. Ich selbst bin überzeugt, daß unsere Großindustrie und insbesondere der Bergbauliche Verein auf seinem alten politischen Standpunkt fest bleiben wird, daß er nach wie vor in einem mächtigen, einigen Vaterland die gesundeste und kräftigste Basis für die EntWickelung unserer Industrie sehen und jedes Paktieren, nicht nur mit dem Ultramontanismus, sondern auch mit der Sozialdemokratie voit der Hand weiseu wird. Aber die Zu- kunft sieht sehr schwarz aus, wenn die Staatsregierung nicht endlich die Gefahr erkennt und gegen Ultramontanismus wie Sozialdemo- kratie gleich fest lvird, wie gegen die Polcngefahr." Vielleicht ist einigen der Herren vom Bergbaulichen Verein die Einsicht aufgedämmert, daß es am Ende doch vorteilhaft wäre, sich mit den Arbeiterorganisationen auf den Verhandlungsfuß zu stellen, und da? wäre wirklich nicht dumm, wenn es auch kein Paktieren mit der Sozialdemokratie wäre. Wir könnten uns wenigstens nicht vor- stellen, wie die Unternehmer einen Pakt mit uns machen sollten. Die„Post" freilich weiß das besser. Sie denkt sich, angeregt von ihrem Pakt mit den Abel und Lorenz, die Sache so. daß die Großindustriellen sich durch Beiträge an die sozialdemokratifche Partei- lasse die unbeschränkte Freiheit der Arbeiterausbeutung erkaufen. Ueber die Höhe der Summe, die die Großindustriellen für diesen Zweck anlegen müßten, hat sich die„Post" noch keine Gedanken ge- macht, aber hoffentlich holt sie das nach. Wenn man schon solches Geschäft erwägt, dann muß man auch alle Konsequenzen erwägen.— Die Kraft, die stets das Gute schafft. Die„Konserv. Korresp" bringt die folgende, recht intereffante Aeußerung über die„sozialdemokratischen Arbeitersekretariate": „Aus dem Jahresberichte des Zentral- Arbeitersekretariats für das verflossene Jahr sind folgende Bemerkungen hervor- zuheben: „Die Errichtung von Arbeitersekretariaten wird von den organisierten Arbeitern einzelner Orte als das sicherste Mittel angesehen, die gewerkschaftliche Agitation zu fördern." „Das Verhältnis des Sekretariats zum Reichs-Versichcrungs- amt ist nach wie vor durchaus zufriedenstellend." Wenn sich sogar die führenden„Genossen" mit ihrem Ver- Hältnis zu irgend einer Behörde zufrieden erklären, s o läßt das tief blicken. Im übrigen bedarf die Zusammenstellung der beiden obigen Sätze keines weiteren Kommentars. Demgegenüber sei auf die von dem konservativen Ab- geordneten Herrn von Aniim-Züsedom im p.r euß i s ch en A b- geordnetenhause erhobene Forderung, daß den Gemeinden Staatszuschiisse zur Förderung auch der Rechtsberatnng ftir die minder bemittelten BevölkcrungSschichten behufs unentgeltlicher Anskunfts- erteilung gewährt werden sollten, um so dem Anwachsen der Sozialdemokratie und deren AuSnützuug des AuskunstsbedürfnisseS entgegenzuwirken, aufmerksam gemacht. Der Herr Handelsminister hat seine Geneigtheit, auf diese Forderung einzugehen, zugesagt, und es ist zu hoffen, daß diese Anfgabc, die tatsächlich als eine ungemein wichtige anznschen ist, energisch in die Hand ge- nomine» werden wird." Es läßt„tief blicken", daß ein Organ der Arbeitcrinteressen sein Verhältnis zum Reichs-Versicherungsamt als befriedigend erklärt. Nach der konservativ-osfiziösen„Konservativen Korrespondenz" ist es ein unerhörter Skandal, lvenn eine Reichsbehörde sich die Befriedi- gung der„sozialdemokratischen Arbeitersekretariate" zuzieht. Nach konservativer Lesart erfüllt eine Behörde, auch wenn sie lediglich eine ganz unpolitische, soziale Aufgabe auszuführen hat, nur dann ihre Pflicht, wenn sie die Arbeiterschaft— in Unzufriedenheit erhält. Nicht minder hübsch ist aber das weitere Geständnis der„Kons. Korresp." Mit erheblichem Eifer wird die Einführung von kommu- nalen Rechtsberatungsstellen und Zahlung von Staatszuschüssen zu dieser Einrichtung gefordert. Urplötzlich finden die Konservativen eine Aufgabe, die als ungemein wichtig anzusehen ist" und„energisch in die Hand genommen werden" soll. Unvorsichtig gesteht man dabei ein Auskunfts b e d ü r f n i s der Arbeiterschaft zu. Aber warum haben die Konservativen dieses dringende Bedürfnis nicht längst entdeckt und zu befriedigen unternommen? Hätte die Arbeiterschaft auf die kon- servativen Arbeiterfreunde gewartet, so hätte sie freilich lange warten dürfen. Die Korrespondenz gesteht in offener Tölpelhaftigkeit:„um dem Anwachsen der Sozialdemokratie und deren Ausnützung des Auskunftsbedürfnisses entgegenzuwirken...." Erst da die Arbeiter sich selbst das schufen, was sie nötig brauchten, und da die neue Schöpfung ein blühender Sproß der Gesamtarbeiter- bewegunq wurde, geht den Konservativen der Sinn für die„un- gemein wichtige" Aufgabe auf. Die„Konservative Korrespondenz" beweist an dem Beispiel wieder einmal trefflich den Satz: Ohne Sozialdemokratie keinerlei Sozialreform!— Königsberger Strcikanklagen. Aus Königsberg schreibt man uns: Die gerichtlichen Nachwehen des vorjährigen Königsberger Maurerstreiks nehmen kein Ende und eine Anklage ist inimer wunder- licher aks die andere. Man erstaunt immer von neuem über die Kunstfertigkeit, mit der hier aus einem wahren Nichts Anklagen auf- gebaut werden. Nebenbei kostet das nicht nur der Anklagebehörde und den Gerichten einen beträchtlichen Aufwand an überflüssiger Mühe und Zeit, sondern dem Staat erwachsen noch unnütze bare Kosten. Der neueste Fall wurde am 11. März vor dem Schöffen- gericht abgeurteilt und trug sich folgendermaßen zu: Ein arbeitswilliger Maurer mit dem ominösen Namen Mirbach kam etwa am 23. Juli 1964— während des Streiks— zu dem Unternehmer B r o st o w s k i, bei dem er arbeitete, und verlangte polizeilichen Schutz, da er von den Streikenden belästigt zu werden befürchtete. Am 22.. so behauptete er, habe man ihm mit Schlägen gedroht. Natürlich wurde nicht nur die gewünschte Polizei- Aufsicht schleunigst besorgt, indem sechs Wochen lang die Arbeits- willigen morgens und abends von Schutzleuten begleitet und auch noch tags über auf dem Bau bewacht wurden— nach dem Ausspruch eines Königsberger Staatsanwalts lvar es ja Pflicht der Polizei, in dem Lohnkampf den Unternehmern zu helfen—, sondern außerdem erfolgte Anzeige wegen angeblicher Verletzung des 8 163 der Gewerbe-Ordnung. Zwar konnte Herr Mirbach nicht angeben, wer ihn bedroht habe. Aber das machte nicht». Von einem anderen Arbeitswilligen erfuhr die Behörde, daß ein gewisser S t a d i n mit mehreren Streikenden an jenem Abend nach dem Bau gekommen sei, und das genügte. Stadin und noch drei andere mußten acks die Anklagebank, darunter auch wieder Genosse G e r l a ch, der bekannte Leiter des Streiks.— Und was ergab nun die Beweisaufnahme? Es lohnt wirklich, die entscheidenden Stellen der Zeugenaussagen wörtlich kennen zu lernen: Zeuge Masurat(ein arbeitswilliger Maurer): Sie redeten den dort befindlichen Maurern zu, die Arbeit niederzulegen. G e- droht hat keiner. Zimmerer König(der auf dem Bau den abwesenden Polier vertrat): Von Drohungen war keine Rede. Maurerlehrling Sturm Höfel: Beleidigungen und Drohungen sind nicht vorgekommen. Sie tranken sogar Bier zusammen. Maurerlehrling Stordel hat keine Drohungen ge- hört. Uebrig bleibt nur der eine Herr Mirbach, der inzwischen nach Goldap abgereist ist und auch bei der kommissarischen Vernehmung behauptet hat, man habe ihnen gesagt, wenn sie weiter arbeiteten, „werde es vielleicht schlimm werden" und man habe auch mit Schlägen gedroht. Aber immer noch bleibt dunkel, wer das gesagt und wer gedroht haben soll. Selbstverständlich mußte bei diesem Ergebnis der Beweisaufnahme der Amtsanwalt selbst Freisprechung beantragen— genau wie vor 14 Tagen. Genau wie damals war aber auch diesmal wieder Gerlach mit angeklagt, obgleich er bei dem Vorfall gar nicht zugegen war! Es' bleibt in der Tat keine andere Erklärung übrig, als daß er von der Anklagebehörde in diese Sache hinein- verwickelt wird, weil er Leiter des Streiks war. Dieser Annahme gab denn auch der Verteidiger Genosse H a a s e Ausdruck und beantragte aus diesem Grunde, die Kosten der Ver- teidigung Gerlachs der Staatskasse aufzuerlegen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, weil nach Ansicht des Gerichts eine Fahr- lässigkeit bei Erhebung der Anklage nicht ersichtlich sei. Im übrigen wurden alle Angeklagten freigesprochen. Wir aberfragen: Sind denn bei den vorgängigen Ermittelungen die Zeugen nicht gehört worden? Haben sie denn da anders aus- gesagt als in der Hauptverhandlung? Das ist doch wohl kaum an- zunehmen. Dann aber muß doch schon im Vorverfahren nach- gewiestn sein, daß überhaupt keine Drohungen vor- gekommen sind. Wie konnte man denn daraufhin Anklage er- heben? Wir waren bisher der Ansicht, das Anklagerecht sei gerade deshalb der Behörde vorbehalten, damit unnütze Klagereien ver- mieden werden und damit nicht ehrenhaste Leute ohne jeden Gnmd auf die Anklagebank kommen. Die lange Reihe der Königsberger Streikprozesse drängt aber geradezu zu dem Verdacht, es werde bei streikenden Arbeitern zunächst auf alle Fälle versucht, eine Verurteilung herbeizuführen. � Thor», 13. März.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Ein Musketier der 6. Kompagnie des 61. Jnfanterie-Regiments, der bei Fort 6 Posten stand, drohte, als die Ablösung sich ihm näherte, zu schießen, folgw aber doch der Ablösung. In der Wachtstube legte er auf den wachthabenden Gefreiten an und schoß ihm eine Kugel durch die Schulter, daß der Gefreite zusammenbrach. Es soll angeblich ein Racheakt vorliegen. Der Soldat ist verhaftet. Verluste in Südwestafrika. Berlin, 13. März. Ein amtliches Telegramm aus Windhuk meldet: 1. Gefreiter Friedrich Meyer, geboren am 23. 5. 7g zu Straßburg i. E., am 4. 3. 65 im Gefecht bei Klein-Nabas g e- fallen. 2..Gefreiter Gustav Büttner, geboren am 11. 4. 82 zu Honigfelde, am 4. 3. 65 im G e f e ch t be» Klein-Nabas leicht verwundet, Streifschuß Oberschenkel. 3, Die feit 4. 3. 03 bei Klein-Nabas als vermißt gemeldeten Reiter: Peter Fox, geboren am 36. 1. 83 zu Merten, Leonhard Küchen, geboren am 18. 16. 82 zu Aachen und Heinrich Grümken, geboren am 23. 9. 82 zu Gnarrenburg sind tot aufgefunden worden. 4. Reiter Friedrich Paul Ludwig S i g l o w, geboren am 19. 9. 84 zu Laagc, am 16. 3. 65 im Lazarett Windhuk an Typhus ver- starben. 3. Gefreiter Jakob D i e tz, geboren am 13. 8. 83 zu Leimen und 6. der Reiter Hermann August Engelhardt, geboren am 3. 6. 81 zu Sollstedt, haben sich auf der Jagd bei Hawas verirrt und werden seitdem vermißt, Datum noch nicht bekannt._ Berichtigung. Im Bericht über die Sonnabendsitzung des Reichstages muß es in der Rede Stadthagens heißen: Und doch hat das Reichsgericht sich gegen die schwarzen Listen ausgesprochen. Es geschah auf Grund eines Prozesses zwischen der Deutschen Metall- arbeiter-Gewerkschaft(nicht Metallarbeiter-Verbandes) und derEiscn- gießerei Keyling u. Thomas._ Masse und Scherl. Die Repräsentanten unserer„gelben" Presse— um den ameri- kanischen Ausdruck zu gebrauchen— die Herren Scherl und Masse sind sich wieder einmal in die Haare geraten. Masse läßt durch einen seiner jungen Leute der Scherl-Presse Sensationslüsternheit nachsagen. Ein amerikanischer Scherl würde einen solchen vom„gelben" Neide diktierten Vorwurf schmunzelnd akzeptieren, nicht so Herr August Scherl. Er rächt sich, indem er durch seine jungen Leute den Mosse- Leuten allerhand Dununheiten nachweisen läßt. So zunächst eine polizeiwidrige— Unvorsichtigkeit der Mosse-Leute. Am 9. März meldete Scherl in einem Petersburger Telegramm, daß die Japaner Mulden am Morgen dieses Tages besetzt hätten. Das Mosse-Blatt nannte diese Meldung die„Schwindelnachricht" eines„Sensations- blattes". Am 16. März aber erzählte das Mosse-Blatt, ohne natürlich seinen Angriff zu revozieren, daß am 9. März die Japaner tatsächlich bereits Mulden befetzt hätten. Ferner weist der„Tag" nach, daß Oberst a. D. G a e d k e in Rußland mit„russischen Federn" schrieb und erst nach seiner Rück- kehr nach Deutschland wieder mit deutschen. Der Spott über Gaedkes verunglückte Russenverherrlichung, über seine ausnahmslos nicht eingetroffenen Prophezeiungen wären berechtigt— wenn er nicht im Scherl-Blatte stände. So braucht Mosse nur an die nicht minder famosen Prophezeiungen des Grafen Pfeil im„Tag" zu er« inner». Graf Pfeil sagte nämlich— zu einer Zeit, wo jeder ver- nünftige Mensch den russischen Zusammenbruch kommen sah— mit tötlicher Sicherheit voraus, daß Port Arthur sich halten und Kuropatkin Oyama vernichtend schlagen werde!, Der Scherlsche Pfeil war also dem russischen Gaedke durchaus ebenbürtig.— SewerKfcKaftttcbes. Freiwillige vor! „Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert!"— Das Wort ist weit älter als die moderne Gewerkschaftsbewegung, könnte aber jeder Betrachtung über dieselbe als Motto dienen. Die Gewerkschaften sind überall bemüht, dem Arbeiter einen Lohn zu sichern, der demselben über das bloße Existenzminimum hinaus auch ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht. Diesem Zwecke dienen überall die von ihnen aufgestellten Minimalfordcrungen und jede Durchbrechnung derselben, auch unter besonderen Umständen— wie z. B. durch Gefängnis- arbeit—, ist geeignet, die Auftechterhaltung der in denselben festgelegten Lohnsätze für die Allgemeinheit zu gefährden. Weniger als die Gcfängnisarbeit wirkt ja auf die Lage des Arbeitsmarktes die Tätigkeit der sogenannten Oekonomie- Handwerker ein; es sei denn, daß diese über den Bedarf der Truppe hinaus sich auch mit der Anfertigung sogenannter „Extrasachen" befassen. Richtiger aber wäre es zweifellos auch hier, wenn man alle handwerksmäßigen Arbeiten dem freien Arbeiter überließe und sich beim Militär auf die Ausbildung der eingezogenen Mannschaften für den Kriegsdienst beschränkte. Aber sogenannte Oekonomie- Handwerker suchen die Truppen mit allen Mitteln heranzuziehen, sogar vor dem Inserieren in den ffsi Arbciterblättern schreckt man nicht zurück. Die Mehrzahl der Fachblätter weist natürlich solche Inserate zurück, da es nicht ihr Beruf ist. denl Militär„Frei- willige" zuzuführen. die dort produktive Arbeit zu Be- dingungen leisten sollen, die jeder Arbeiter im Zivilverhältnis entrüstet ablehnt. Vielleicht das stärkste, was uns auf dem Gebiete des Jnserierens nach Arbeitskräften von Militärbehörden vor- gekommen ist, mag folgendes Inserat in der„Zeitung der Köche" sein: Zweijährig freiwillige Köche zur späteren Verwendung im Offizier- k a s i n o zum Herbst 1965 gesucht. Meldung sofort. Jnfanterie-Regiment Nr. 129, Graudenz. Es scheint wirklich, daß nian das Privilegium des Einjährigendienstes am besten aus der Welt schaffte, wenn mau den Dienst allgemein auf ein Jahr beschränkte. Denn der Koch, der nach durchgemachter Rekrutenzeit fähig ist, seiner Berufstätigkeit im Offizierkasino nachzugehen, könnte ebenso gut in sein Zivilverhältnis zurückkehren. Oder heißt's nur„Freiwillige vor I", damit die Sparsamkeit der Kasino- Verwaltung sich nicht dem Gaumen der Herren Offiziere wenig schmackhaft bemerkbar macht? Hier ist der Zweck, einen voll- bezahlten Arbeiter durch einen im Militärvcrhältnis stehenden billigen Ersatzmann überflüssig zu machen, ganz offensichtlich. Der Kasinokoch ist ein schlimmeres Pendant zu dem schlimmen Thema vom Burschendienst. Lerlln und Umgegend. Achtung, Mitglieder des Metallarbeiter-Verbandes! Am 2. April ist für die zur Generalversammlung in Leipzig zu stellenden Anträge die Frist abgelaufen. Diejenigen unserer Mitglieder, welche Anträge stellen und diese den Mitgliedern der Verwaltungsstelle Berlin unterbreiten wollen, ersuchen lvir, ihre An- träge s ch l e u n i g st einzmeichen, damit die Drucklegung noch er- möglicht werden kann. Deuffcher Metallarbeiter-Verband.(Ortsverwaltung Berlin.)! Der Metallarbeiterstreik bei der Firma E. Lorenz, Telegraphen- bauanstalt. woselbst die Abteilung vom Jnduktorbau in den Ausstand getreten war, hat eine weitere Ausdehnung erfahren. Am Sonnabend versuchte der Verbandsbevollmächtigte Wiesenthal nochmals Verhandlungen mit der Firma anzubahnen. Es wurde ihm auch zum Nachmittage Nachricht darüber zugesagt, die jedoch ausblieb. Am selben Nachmittage machte die Firma dann laut Fabrikanschlag bekannt, daß sie zwar die geforderten 76 Pf. für die Jnduktorarbeiter bewilligen wolle, jedoch war über die anderen Forde- rungen und besonders über die Wiedereinstellung der Streikenden und Gemaßregelten in dem Anschlag nichts enthalten. Darauf be» schloß des Abends eine Fabrikversammlung mit 272 gegen 12 Stimmen, daß sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen des Werks, mit Ausnahme von etwa 46 Kollegen, die für die Produktton nicht in Frage kommen, mn Montag zugunsten der streikenden Abteilung ebenfalls die Arbeit niederlegen würden. Dieser Beschluß wurde am Montag morgen prompt ausgeführt. Im Streik befinden sich rund 256 Arbeiter und 166 Arbeiterinnen. Die Streikenden ver- langen eine bessere Regelung der Arbeitsbedingungen und vor allein eine Sicherung auf bestimmte Zeit gegen Abzüge. Nach- dem so der Ausstand in dem ganzen Werk perfekt geworden war, erklärte sich gestern die Firma bereit, mit einer Kommission der Streikenden unter Ausschaltung eines Verbandsvertreters zu ver- handeln. Die Verhandlungen werden am heutigen Dienstag statt- finden._ Lohnbewegung der Tapezierer. Nachdem im Laufe der vergangenen Woche zwischen der Ver» bandsleitung und der Innung über die Forderungen der Arbeit- Aus Induftrie und Handel. " Verfammlungen. nehmer verhandelt worden war, fand am Sonntag eine Berfamm- 1 geffern früh streifen ungefähr 650 Mann, darunter auch 200 Nicht- j lung der Tapezierer statt, welche über Annahme oder Ablehnung organisierte. Die Firma fträubt sich gegen die Einführung fester des Ergebnisses der Verhandlungen zu beschließen hatte. We Is, Affordsäge und will den bisherigen anarchischen Zustand aufrecht erEine öffentliche Schuhmacher- Versammlung in den Residenzfälen der über die Verhandlungen Bericht erstattete, rügte namens der halten, der die Arbeiter in die Hand der Meister gab. nahm Stellung zu dem Streit in Weißenfels und den Differenzen Verbandsleitung, daß in einigen Werkstätten bereits am Donnersin den Berliner Schuhfabriken. Zum ersten Bunft wurde einstimmig tag die Arbeit niedergelegt worden ist, was gegen den Beschluß der vorigen Versammlung verstößt. Was die Verhandlungen mit der folgende Resolution angenommen: Die heute in den Residenzjälen tagende öffentliche Schuhmacher- Versammlung spricht den in WeißenInnung betrifft, so ist eine vollkommene Verständigung nicht erreicht worden. Die Arbeitgeber wollen einen Tarifvertrag auf zwei Jahre Gewinne im Kohlenbergbau. Verschiedene der größeren Kohlen- fels fämpfenden Kollegen ihre volle Sympathie in ihrem prinzipiellen Kampfe aus, verspricht denselben moralische und finanzielle Unterabschließen, aber statt des geforderten Stundenlohnes von 70 Pf. bergbau- Gesellschaften des Ruhrreviers haben in den letzten Tagen stügung und fordert die hiesige Ortsverwaltung auf, zu diesem bieten sie nur 65 Pf. und statt der geforderten Arbeitszeit von ihre Geschäftsberichte für das Jahr 1904 veröffentlicht, aus denen Zwed Sammellisten auszugeben. Sodann wurde über den Streit wöchentlich 50 Stunden wollen sie die 51stündige, also täglich sich ergibt, daß trotz aller Klagen der Zechenbefizer sich bei Pinner Nachf. Bericht erstattet und dem Erstaunen Ausdruck 8½ftündige Arbeitszeit anerkennen. Mit der möglichsten Beseitigung auch im letzten Jahre der Kohlenbergbau recht gut rentierte. verliehen, wie der Firmeninhaber die Bedingungen, unter denen die der Affordarbeit sind die Arbeitgeber ebenfalls einverstanden, jedoch während die vom Kohlensyndikat angeordnete durchschnittliche Ein- Arbeit aufgenommen werden sollte, auszulegen beliebte. Aus diesem sind sie nicht willens, die geforderte Lohngarantie zu gewähren, dagegen geftehen fie zu, daß der Verdienst eines Affordarbeiters den schränkung der Steinkohlenförderung im Jahre 1908 17,2 Broz. Grunde tam es nochmals zur Arbeitseinstellung. In der Versamm Zeitlohn um 10 Proz. übersteigen soll. Für Ueberstunden soll statt betrug, stellte sie sich im Jahre 1904 auf 23,08 Proz. Trotzdem lung machte sich ein lebhafter Unwille bemerkbar, daß der Kampf der Hibernia im letzten des geforderten Zuschlages von 25 Bf. ein solcher von 20 Pf. bewilligt betrug die Einnahme im legten Jahre so schnell beendigt ist und wurde die Erwartung ausgesprochen, daß und die laffen möge. man sich in Zukunft auf die Humanität eines Fabrikanten nicht verwerden und für Sonntagsarbeit 100 Proz., für Nachtarbeit 50 Prog. 9 912 680 Mark gegen 9620 377 Mart in 1908 Aufschlag. Wels betonte, daß die Arbeitnehmer ebenso wie die Dividende beläuft sich wieder auf 11 Proz. Auch die BergwerksArbeitgeber den Abschluß eines Vertrages lebhaft wünschen, und Aktiengesellschaft Consolidation" zu Gelsenkirchen und der Eingegangene Druckfchriften. wenn sie dabei nicht alles erreichen, was sie forderten, so sei doch zu Essener Bergwerksverein König Wilhelm" zu Essen schneiden Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ift foeben das berücksichtigen, daß das Gebotene ja immerhin eine Verbesserung recht gut ab. Die„ Consolidation" hat im vorigen Jahre einen 23. Heft des 24. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir der gegenwärtigen Verhältnisse bedeute, daß diese Verbesserung ohne Die Lehren des Bergarbeiterstreiks. Von Kampf erlangt werden könne und auch in der Zeit ungünstigen Ge- Rohgewinn von 7202 597 m. gegen 7 566 733 M. im vorauf- hervor: März- Aphorismen. erzielt Die ungarische Revolution von 1848. Bemerkungen zu Jahre und der Aus diesen gegangenen schäftsganges den Arbeitnehmern erhalten bleibe. Reingewinn beträgt S. Kautsky. Engels' Artikel über Ungarn in der Neuen Rheinischen Zeitung". Von 4 936 997 9.), von dem die Gründen empfahl der Redner die Annahme des Vertrages unter 4 617 858 M.( in 1903 Erwin Szabó. Ein Roman über die Kommune.( P. et V. Margueritte: bon 26 Broz. La Commune.) Bon W. van Ravesteyn. Der Simplontunnel. Bon der Voraussetzung, daß auch den Tapezierern, die jetzt schon 65 Pf. immerhin noch recht ansehnliche Dividende oder einen höheren Lohn erhalten, ein Zuschlag von 5 Pf. pro Stunde( im Vorjahre 28 Proz.) verteilt werden kann. Der Betrieb des J. German. Literarische Rundschau: Arthur Stadthagen, Das Arbeiter gewährt werde, und daß vom 1. März nächsten Jahres ab eine Effener Bergiverksvereins erlitt neben der Fördereinschränkung noch deutscher Städte. Bon ad. br. Professor C. 2. Schleich- Berlin, Die fromme recht. Von Hugo Haase. Professor Dr. M. Neefe, Statistisches Jahrbuch weitere Lohnerhöhung stattfinden werde. Wenn diese Bedingungen eine Störung durch Schachtumbauten; dennoch stellt sich sein Lüge in der Medizin. Von h. h- g. Arbeitsnachweis und Arbeitslosigkeit im Vertrage aufgenommen werden, könne derselbe auf zwei Jahre Rohgewinn noch etwas höher als im Jahre 1903, nämlich in der Schweiz. Bon Dr. J. H- z. abgeschlossen werden. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchgegen 8 048 329 bleibt Der Reingewinn Mr. Hierauf erhielt Feder als Vertreter der Arbeitgeber das Wort. handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro infolge der größeren Ausgaben um zirka Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Bost nur pro Quartal Er riet zur Annahme des Vertrages und meinte, es sei selbst- allerdings verständlich, daß auch die Löhne der jetzt schon besser bezahlten Ge- 9000 M. hinter der des Vorjahres zurück. Die Dividende für abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. hülfen vertraglich, wie von Wels vorgeschlagen, aufgebessert die Vorzugsaktien beträgt wieder 17 Proz., für die Stammattien verden. Dagegen soll, dem Wunsche der Verbandsleitung 12 Proz. Schlechter sind die Ergebnisse der Concordia- Gesellschaft entsprechend, im Vertrage ausgesprochen werden, daß da, in Oberhausen, aber hauptsächlich, weil durch die vorgenommenen wvo bereits höhere Löhne und fürzere Arbeitszeiten wie die Schachtänderungen der Betrieb mehrfach gestört wurde. Der Reinvertragsmäßigen gelten, teine Verschlechterung eintreten darf. gewinn ging deshalb von 1989 039 auf 1405 383 M. zurüd, und die Dividende beträgt für 1904 nur 10 Broz, während für 1903 die Letzte Nachrichten und Depefchen. Aftionäre 18 Proz. erhalten haben. handeln. 8 109 195 " Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Mahnrufe an die führenden Kreise der deutschen Nation. Armin v. Domitrovich: Regeneration des physischen Bestandes der Nation. 2. M. Hartmann: Ueber historische Entwidelung. ( Perthes, Gotha.) Metallarbeiterstreit in Elbing. Elbing, 13. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) 34 Schwarzblech- Klempner und Drücker sowie Verzinner der Firma Billgit u. Lemke in Elbing haben soeben die Arbeit niedergelegt wegen Verweigerung einer Lohnerhöhung, Maßregelungen und anderer Differenzen. Zuzug ist fernzuhalten. Die Parteipreffe wird um Abdruck gebeten. Ausfall der Wahlen in Spanien. Petersburg, 13. März.( W. T. B.) Fast alle Arbeiter der Druckereien sind ausständig, sodaß die Zeitungen morgen nicht erscheinen werden. Die Bersammlung diskutierte lebhaft und eingehend darüber, ob der Vertrag unter den von den Arbeitgebern gemachten Vorschlägen angenommen, oder ob die ursprünglichen Forderungen durch ArbeitsVielfach findet sich in den Geschäftsberichten die Mitteilung, daß niederlegung erfämpft werden sollen. In geheimer Abstimmung wurden 273 Stimmen für den Streif und 447 Stimmen für den die Schichtlöhne eine Kleinigkeit gestiegen sind; da aber meist wurden, hat sich trotzdem Bertrag abgegeben unter der Bedingung, daß am 1. März 1906 eine mehr Feierschichten eingelegt So heißt es z. B. weitere Aufbefferung der Löhne stattfindet. Die Verbandsleitung der Jahreslohn feineswegs überall erhöht. erhielt den Auftrag, bei den Verhandlungen mit der Innung, die am im Bericht der„ Conkordia":" Da im Westen des Bezirkes eine 14. d. M. fortgesetzt werden, strikte im Sinne dieser Beschlüsse zu Reihe von neuen Bechenanlagen in Betrieb genommen und von diesen den älteren Werken Arbeiter entzogen wurden, so haben sich die Die Forderung der Berliner Steinmeßen( Sandsteinarbeiter) Löhne troß der ungünstigen Geschäftslage in aufsteigender Richtung auf allgemeine Einführung des Tagelohnes, das heißt auf Beseitigung bewegt. Bei der„ Confordia" sind sie von 4,14 M. in 1908 auf 4,22 M. Madrid, 13. März.( W. T. B.) Die Wahlen zu den General des neben dem Tagelohn noch bestehenden Affordtarifes, ist auch bei in 1904, also um 8 Pf. pro Schicht gestiegen, was auf räten haben in allen 49 Provinzen zusammen ergeben: 260 Stouferden neuen Verhandlungen des Gefellenausschusses mit den Meistern 1 588 263 Schichten gerechnet eine Verteuerung der Betriebskosten vative, 101 Liberale, 99 Demokraten, 39 Republikaner, 15 Karlisten, nicht durchgedrungen. Das Resultat der Verhandlungen wurde am von rund 127 000 m. ausgemacht hat. Wenn trotz diefer 8. Romeristen, 5 Unabhängige. Vom Minister des Innern wird Sonntag in einer Mitgliederversammlung des Steinarbeiterberbandes( Filiale Berlin 1) bekannt gegeben. Die Steinmetz- ohnerhöhung der Jahresverdienst eines Ar- dieses Ergebnis als ein Sieg der Regierung betrachtet. innung hat einstimmig beschlossen, vorzuschlagen:„ Der bisherige beiters von 1231 m. auf 1227 M. zurüdging, so Tarif bleibt für ein weiteres Jahr, also bis zum 1. März 1906, un- liegt dies an den infolge Absatzmangel eingelegten Feierschichten." verändert bestehen. Wird jedoch im Laufe des Jahres den hiesigen Trotz dieser Abnahme der Jahreslöhne bei gleichzeitigem Steigen Maurern eine Erhöhung des Stundenlohnes offiziell bewilligt, so der Lebensmittelpreise findet natürlich die Verwaltung der erfährt gleichzeitig der Stundenlohnsatz der Steinmetzgesellen die Concordia", daß die Arbeiter absolut keinen Anlaß zum Streiten gleiche Erhöhung.-In der lebhaften Diskussion wurde hervorgehabt hätten. gehoben, daß in Berlin bereits neun Zehntel der in Betracht komDas neue Jahr hat sich", meint fie, für unseren Bergbau menden Steinmetgesellen Tagelohn hätten. Die Affordarbeiter wären unter den bestehenden Tarifverhältnissen arg benachteiligt. recht unfreundlich eingeführt. Infolge jahrelanger Verhegung Die Statistik ergebe, daß bei Lohnarbeit durchschnittlich durch sozialdemokratische Agitatoren 36 M., bei Affordarbeit durchschnittlich 29 m. verdient den jungen, unreifen Berglenten würden. Die Meinungen über Annahme oder Ablehnung des fünstlich erzeugt worden. Vorschlages der Innung gingen auseinander. Von mehreren fortgesetzt von außenstehenden, von sozialdemokratischen VerRednern wurde energisch verlangt, an der Forderung der allgemeinen Einführung des Tagelohnes festzuhalten. Von anderer Seite wurden Vorschläge zum Ausgleich gemacht, so besonders, den Affordtarif zwar noch gelten zu lassen, aber nur unter der Voraussehung, daß die Affordpreist um 20 Proz. erhöht werden( Tarif von 1899) und zugleich die Garantierung eines bestimmten Lohnes für Affordarbeiter erfolgt. Schließlich wurde mit großer Majorität beschlossen, den Vorschlag der Meister abzulehnen und vorläufig tariflos zu arbeiten, aber neue Berhandlungen mit den Meistern anzu" " tvar namentlich unter eine gewisse Erregung Seit längerer Zeit wurden hier bänden besoldeten, dem Bergbau nicht oder längst nicht mehr angehörenden Wühlern Versammlungen abgehalten, worin den Leuten borgeredet wurde, daß sie Grund hätten, unzufrieden zu sein und worin stets aufs neue aufgefordert worden war, Material zu sammeln und Einzelfälle mitzuteilen, aus denen sich die von den Einberufern behaupteten Mißstände auf den Bechen begründen ließen. Wir haben die dort vorgebrachten klagen mit einzelnen im Vordergrunde der Bewegung stehenden, teilweise als Sozialdemokraten bekannten älteren Belegbahnen. schaftsmitgliedern besprochen, und diese geben zu, daß die angeblichen Achtung, Tischler! Der Streit im Berliner Holz- Mißstände zum Teil gar nicht vorhanden, zum Teil unsinnig darfontor, Filiale Oberberg, dauert unverändert fort. Zu- gestellt und aufgebauscht seien." zug von Tischlern und Maschinenarbeitern streng fernzuhalten. Die Differenzen in der Möbelfabrik bon Friedrichsberg, Rummelsburgerstraße 73, sind zugunsten der Kollegen beigelegt. Freie Vereinigung der Tischler Deutschlands. Spandan. Unsere Notiz in der Sonnabendnummer über die Lohnbewegung der Maurer bedarf einer Berichtigung dahin, daß die organisierten Maurer in diesem Jahre 70 Pf. Stundenlohn( nicht wie es irrtümlich heißt 65 Pf.") anstreben. Die Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden ist von den Unternehmern bereits geTegentlich der borjährigen Lohnbewegung für 1905 zugesichert worden und bedarf deshalb icht nur der Aufnahme in den neu abzuschließenden Lahntarif. " Alutes, Potsdam. A chtung. Sutscher! In der letzten Mit gliederversammlung, in welcher unser Gauleiter über Mißstände im Betriebe Fr. Schmeßdorf, Friedrichstr. 11", referierte, wurde beschlossen, die Sperre über diesen Betrieb zu verhängen, bis der Unternehmer für Abstellung der gerügten Mißstände gesorgt hat. Der Juhaber der Firma hat zwei seiner Stutscher wegen ihrer Verbandszugehörigkeit auf das Straßenpflaster gefeßt und die anderen sechs Kutscher gezwungen, aus dem Verbande auszuscheiden. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Kutschers, diesen Betrieb streng zu meiden. Auch die Gewerkschaften und Parteigenossen von Potsdam, welche diese Firma bisher bei Ausflügen, Kremserpartien usw. berücksichtigt haben, bitten wir, dies streng zu beachten. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Teutschlands.( Ortsverwaltung Potsdam.). Deutfches Reich. In Warschau verlangen die Arbeiter von 13 Eisentvarenfabriken Lohnerhöhung und Verminderung der Arbeitszeit; fie erwarten bis zum 31. d. M. Antwort auf ihre Forderungen. Die zollfreie Einfuhr von Kohlen aus Schlesien ist um 14 Tage berlängert worden. Bom oftafiatifchen Kriegsschauplay. Tokio, 13. März.( W. T. B.) Amtliche Meldung. Ein heute eingegangener Bericht des Marschalls Oyama meldet, daß in der Richtung von Hingting die Verluste des Feindes noch nicht festgestellt worden sind, über 800 Leichen russischer Soldaten sind bereits aufgefunden. Nach Aussagen gefangener Russen ist die 71. Division fast aufgerieben worden. Obgleich die Russen ihre Vorratsmagazine in Machuntan und an anderen Bläßen verbrannt haben, sind doch Hände gefallen. noch große Mengen Futter, Munition und Kriegsmaterial in unfeve Washington, 13. März.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) von unterrichteter Seite wird erklärt, daß die russische Regierung das zweite Pacific- Geschwader zurückberufen habe. Folgende Tatsachen werden als Beweis für diese Behauptungen angeführt: Erstens: Seit Anfang des Krieges bis Juli hatte Rußland in Halatotai und Leffertoulon und dem Khorchindistrikt, welche unter der Jurisdiktion des Fürsten Hintu stehen, etwa 200 Soldaten abfommandiert, welche dort Pferde und Rindvich requirierten. Japan und die Neutralität Chinas. Tokio, 13. März.( W. T. B.) ( W. T. B.) Amtlich. Folgende ErDie Vichpreise steigen. In verhältnismäßig furzer Zeit hat sich klärungen sind hier auf die russische Anschuldigung eines Neutralitäts. auf dem Bichmartt ein Umschtung der Preisbewegung vollzogen. bruches veröffentlicht worden: Es wurde berichtet, daß die russische Noch vor zirka drei Wochen hatte es den Anschein, als ob mit Aus- Regierung bei den Mächten über angebliche Neutralitätsverlegung nahme der Schweine die Preise für Schlachtvieh wieder eine weichende Japans vorstellig geworden sei, welche darauf basierte, daß hinter Richtung einnehmen wollten. Inzwischen hat aber die Nachfrage auf der ruffischen Front westlich der Eisenbahnlinie Fengtien erschienene den Viehmärkten derart zugenommen, daß auch der gegenüber dem japanische Truppen den Marsch durch die Mongolei vollzogen hätten. Diese Behauptung ist vollständig unbegründet denn japanische der Breise nicht aufhalten fonnte. An 18 deutschen Viehmärkten Truppen haben die Mongolei nicht betreten. Dahingegen bezieht Vorjahr stark vermehrte Auftrieb von Vieh ein stärkeres Anziehen betrug an einem der ersten Markttage im Monat März der Auftrieb die russische Armee seit geraumer Zeit Verpflegung von dort und von Rindern 19 143 Stück gegen 13 483 am entsprechenden Markt- schickte nach der Mongolei verkleidete wie armierte Truppentage des Vorjahres. Trotz der stärkeren Zufuhr gingen die Preise kommandos die die Aufgabe hatten, durch Terrorisierung der einin die Höhe. Ganz besonders auffallend war die Preissteigerung geborenen Bevölkerung und der Fürsten die für die russische Armee gegenüber dem Vormonat. Sie wurde an den Viehmärkten in Berlin, notwendigen Lieferungen zu erlangen. Chemnik, Dortmund, Hannover und Hamburg, ebenso aber auch an den füddeutschen Plätzen gleichzeitig beobachtet. Nur in Breslau und Frankfurt a. M. zeigte sich eine Abnahme. Bei Schafen betrug an 15 Viehmärkten an einem der ersten Markttage im Monat März der Auftrieb 17 259 Stück gegen 16 388 im Vorjahre. Die Preise für Schafe tiefen nicht nur eine Steigerung gegenüber dem Vormonat, sondern auch eine solche gegenüber dem Borjahr auf, was im letzten Monat noch nicht der Fall gewesen war. Am stärksten und ganz allgemein war endlich in den letzten Wochen die Steigerung der Schweinepreise. Sie ist nicht etwa nur aus einer Zunahme der Nachfrage zu erklären, sondern auch auf eine unerfreuliche Gestaltung des Angebotes zurückzuführen. Denn an 18 größeren Bieh märkten stellte sich der Auftrieb von Schweinen an einem der ersten Markttage im Monat März auf 48 218 Stück. während an den nämlichen Märkten am entsprechenden Markttage des Vorjahres Ein Streifurteil, dem man einmal zustimmen fann, fällte, wie 52 417 Stück aufgetrieben waren. Es hat also gegenüber dem Voruns unser Korrespondent aus Nürnberg schreibt, das dortige jahr eine ganz beträchtliche Abnahme des Auftriebs von Schweinen Schöffengericht. Im Januar d. J. wurden in der Zelluloidwaren- stattgefunden. Die Preissteigerung für Schweine ist denn auch recht fabrit Gebr. Wolff sämtliche Drechsler ausgesperrt, weil sie einen erheblich. So stellten sich z. B. die Schweinepreise am Berliner ViehProzentzuschlag für Ueberstunden verlangten. Darauf wurde von markt pro Bentner Bebendgewicht mit 20 Proz. Tara im März Viertens: Am 20. September wurden 300 russische Kavalleristen der Organisation über den Betrieb die Sperre verhängt und Posten vorigen Jahres auf 42-47 M., im Februar 52-58 M. und in von Tieling nach Halaseokai abgeschickt, wahrscheinlich um die oben aufgestellt, um die Arbeitswilligen abzuhalten. Die Arbeitswilligen, letter Woche auf 57-62 M. die von den Besizern aufgehetzt waren, benahmen sich sehr provo Schiffsbauftahl- Vereinigung. Zu den Verhandlungen zwischen erwähnten chinesischen Lehörden und die Bevölkerung zu terrorifatorisch, wodurch es mehrfach zu Reibereien zwischen ihner und den 14 früber dem Grobblechverband angehörenden Blechwalzwerken fieren. Posten tam. Fünftens: Seit vorigem August lagen zwischen 200 und 500 Drei Ausgesperrte erhielten deshalb Strafmandate aweds Gründung eines Schiffsbaustahl- Syndikats erfährt die auf je zwei Tage Saft, weil sie die Arbeitswilligen durch Burufe Rheinisch- Westfälische Zeitung", daß die Beratungen auf einem russische Soldaten in der Hauptstadt des Diftritts Hwaitchfien; ein " Streifbrecher". Du kriegst schon noch Deine Prüge!" usiv. be- toten Buntt angekommen sind, nachdem schon den letzten Versamm. Teil derselben patrouilliert im Khorlos- Distrikt von Chinachiatun lästigt und bedroht haben sollten. Borher waren sie jedoch von lungen verschiedene Werke fern blieben. Außer Thyssen, der die bis Petun. Diese russischen Truppen fouragierten, und besonders den Arbeitswilligen verhöhnt worden. Auf erhobenen Ein- übliche schwankende und abwartende Haltung beobachtet, sollen wurden Bich und Pferde im Nordosten der Mongolei durch Requispruch hin sprach sie das Schöffengericht frei, da im vorliegenden Dillingen, Burbacher Hütte, Duisburger Eisen- und Stahlwerte und sition eingebracht. Diese wurden in Petun angesammelt und nach Falle feine Verabredung, günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen Grillo Funke neuerdings eine ablehnende Haltung einnehmen. dem Südwesten unter Bedeckung von fleinen Detachements, sowohl über Land wie zu Wasser, durch den Khorlos- Diftrift weiter transzu verlangen, bestanden habe, sondern die Arbeiter nur ihre alten Arbeitspläte wieder hätten erlangen wollen. Der§ 153 der Ge- Die Bergisch- Märkische Bank in Elberfeld, eine der größeren portiert. werbeordnung sei also hier nicht anwendbar. Die gefallenen Worte zum Concern der Deutschen Bank gehörenden Bantinstitute, veröffent seien nur der Ausdruck der Erbitterung der alten erprobten Arbeiter, licht ihre Jahresabrechnung, die eine geringe Gewinnsteigerung im die ihre Arbeitsplätze besetzt sahen. Vergleich zum vorigen Jahr nachweist. Der Reingewinn beträgt Die Differenzen in der Rheinischen Gasmotorfabrik von 6 339 149 M., gegen 6 092 509 m. im vorigen Jahr. Davon sollen Benz u. Co. zu Mannheim haben zum Ausstand geführt. Seit wieder 8 Proz. Dividende verteilt werden. wie Zweitens: Während der letzten Hälfte des Juni wurde eine russische Abteilung von 50 Ravalleriften und Artilleristen von der Umgebung von Tieling und Kaiyuan kommandiert, welche ins Junere der Mongolei und in das Gebiet des Fürsten Bei einbrangen; sie benutzten den Weg zwischen Chungchiatun und Kangping. Drittens: Jm September bewegte sich eine Abteilung russischer Truppen, verbunden mit mandschurischen und mongolischen Soldaten, welche in russischen Diensten standen, westlich von Tieling. Dieselben esfortierten 300 mit Waffen und Munition beladene Karren und durchzogen ben vom Fürsten Hintu regierten Teil der Mongolei und erreichten Bakuoshu in der Nähe von Lefferkoulon. In Paloushu trafen sie auf Widerstand seitens der chinesischen Beamten und der Bevölkerung und unterlagen demselben: die Munition wurde von chinesischen Behörden in Kalgan, beschlagnahmt. Sechstens: Der seinerzeit bekannt gewordene Fall, daß Rußland Gewehr- und Geschüßmunition von der Mongolei über Changchiatuo und Kalgan nach Nordchina zu schicken versuchte, dürfte noch in Gr innerung sein; es wird daher davon abgesehen, Einzelheiten des felben zu wiederholen. Berantw. Red.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagenu.Unterhaltungsbl. Dr. 62. 22. Jahrgang. 1. SnlM des Jotmürls" Knlim WsM ,14. Hd die preußischen Bergleute! Kameraden! Die Revier-Konferenz in Essen am S. Februar 1903 beauftragte die unterzeichnete Kommission, die nötigen Schritte zu tun. um bei der Durchführung der angekündigten Berggesctzreform die Interessen der Bergarbeiter' energisch zu vertreten. Da nun der von der Regierung angekündigte Gesetzentwurf betr. Bergarbeiter- schütz vorliegt, derselbe aber den Wünschen der Bergarbeiter in vielen Teilen nicht entspricht, so erachten wir es für unsere Pflicht, einen Bergarbeiter- Delegiertentag für Preußen einzuberufen, um allen preußischen Bergbaurevieren Gelegenheit zu geben. Stellung zu der Gesetzresorm zu nehmen. Der Delegiertentag tritt zusammen am 28. März tWa in Berlin, vormittags 10 Uhr und tagt im Gewerkschaftshaus. Engel-llfer 15. Für die Tagung sind drei Tage vorgesehen. Als vorläufige Tagesordnung setzen wir fest: 1. Konstituierung des Bureaus und der event. Kommission. 2. Berggesetzgebung im allgemeinen. Referent: Otto Hue. 3. Die Gesetzesnovelle über die Zechenstillegung. Referent: Hermann Köster. 4. Die Gesetzesnovelle über die Bergarbeiterverhältnisse. a) Dauer der Schichtzeit und Ueberschichtenwesen. Referent: Fritz Husemann. b) Arbeiterausschüsse. Referent: Johann Effert. c) Grubenkontrolle. Referent: Karl Kühme. ä) Wagennullen. Referent: Bernhard Hammacher. e) Strafwesen. Referent: Josef Regulski. 1) Frauen- und Kinderarbeit. Referent(wird noch bestimmt). 5. Reform des Kiiappschaftswesens. Referent: Hermann Sachse. 6. Normal-Arbeitsordnung. Referent: Heinrich Hansmann. 7. Sonstige Anträge. Die unterzeichnete Kommission wird an alle auf dein gcwerk- schaftlichen Boden stehenden Bergarbeiter-Organisatioiien in Preußen spezielle Einladungen ergchen lassen, da die Wahl der Delegierten den Organisationen überlassen bleibt. Wir bitten die genannten Bergarbeiter-Organisationen, ihre etwaigen Anträge zur Berggesetz- reform zu formulieren und der unterzeichneten Kommission bis spätestens 21. März einzusenden. Die Kosten der Delegation trägt sede Organisation für sich. Mit kameradschaftlichem Glückauf I Tie Tiebener-Kommission: Effert. Kühme. Sachse. HanSmanu. Regulski. Korpus. Hammacher. Reicbsrag. 162. Sitzung v o m Montag, den 13. März 1905, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf PosadowSky. Zunächst ehrt das Haus das Andenken des verstorbenen Abg. L i»d e r- Kaufbeuren(Z.) durch Erheben von den Sitzen. Die zweite Beratung des Etats des R e i ch s a m t B des Innern wird beim Bundesamt für das Heimats- wefen fortgesetzt. Abg. Schickert(k.) verlangt Verkürzung der Frist für die Er- Werbung eines neuen UnterstiitzungSlvohnsitzeS, damit eine Gemeinde nicht noch auch für ein Kind zu sorgen braucht, welches von einer Frauensperson nach ihrem Wegzuge auS der betreffenden Gemeinde in die Welt gesetzt wird.(Heiterkeit und Beifall bei den Konservativen.) Staatssekretär Graf Posadowskh kündigt für die nächste Session eine Novelle zum Reichs-Armcngesetz(Gesetz über den Unter- stützungSwohnsitz) an, welche die vom Abg. Schickert beklagten Miß- stände beseitigen werde. Beim Artikel 10(Statistisches Amt) bemängelt Abg. Erzberger(Z.) die Streikstatistik, über deren Mängel sich alle organisierten Arbeiter mit Recht beschweren. Bei uns beschaffen die Polizeibehörden da« Material, und man kann auf die Ber- inutung kommen, daß man Material für eine neue Zuchthausvorlage sammeln will. Dem müsien wir vorbeugen. Be» den Gewerbe- gerichten, bei den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationcn. bei den zu schaffenden Arbeitskammern muß das Material zur Streik- statistik beschafft werden.(Beifall im Zentrum.) Die Abgg. Potthoff und Gothein(frs. Vg.) bemängeln die über die Mitglieder und Hülfsarbeiter des Statistischen Amtes verhängte Zensur und den Versuch des Landwirtschaftsrats, die Arbeiten des statistischen Amtes im agrarischen Sinne zu beeinflussen. Staatssekretär Graf Posadowskh erNart, eS könne keine Rede davon sein, daß vom Statistischen Amte im Interesse dieser oder jener politischen Gruppe Statistik gemacht würde. Andererseits sei aber das Statistische Amt keine Akademie, kein rcinwissenschaftliches Institut, sondern eine Reichsverwaltung, die nicht ohne lveiteres jedem Mitarbeiter die beliebige Veröffentlichung amtlichen Materials gestatten könne. Beim Kapitel„ReichS-GefundheitSamt" befürworten die Abgg. Baumann(Z.), Schellhor»(natl.), SartoriuS(frs. Vp.) eine Resolutron, welche Vereinheitlichung der Beaufsichtigung des Verkehrs mit Nahrungs- und Genußmitteln fordert, und berufen sich dabei auf ihre Erfahrungen als Weinbauer. Abg. Vlnnkcnhorn(natl.) schließt sich den Ausführungen der Vorredner an. Staatssekretär Graf PosadowSky: Auch ich halte eine Vcr- bcfferung der NahrungSmittelkontrolle für notwendig und habe einen dahinzielenden Entwurf bereits ausgearbeitet. Für die Vereinheit- lichung der Weinlontrolle, die möglichst durch Gesetz erfolgen soll. hat die badische Regierung Grundsätze ausgearbeitet. Die Klagen über den ungeheuren Umfang der Weinverfälschung halte ich doch für übertrieben. Es ist wirtschaftlich nicht unbedenklich, die Zustände auf diesem Gebiet so schwarz in schwarz zu malen. Ich glaube, daß der verfälschte Wein nieist in Deutschland getrunken wird, während der exportierte Wein durchaus rein und gesund ist.(Beifall und Heiterkeit.) Abg. Rettig(kons.) hält die Kontrolle über die Ausführung deS WeingesetzeS für mangelhast, weil die Polizei nur einschreite, wo Denunziationen vorliegen. Die Kontrolle müßte umfassend organisiert werde». Abg. Dr. Müller-Mciningen begründet eine Resolution, wonach der Reichskanzler dafür Sorge tragen soll, daß baldigst der Ver- k a u s von Heilmitteln, deren Zusammensetzung geheim- gehalten wird(sogenannte Geheimmittel) und die Ankündigung derselben durch die Presse einheitlich für das Deutsche Reich auf dem Wege der Gesetzgebung geregelt werde. Es gibt jetzt auf dem Gebiete der Geheimmittel etwa 200 Ver- ordnungen, in denen sich niemand mehr zurecht sindet. Dabei werden ganz unschuldige Mittelchen verboten, dagegen schwindelhafte Geheim- niittel dadurch, daß sie nicht in der Liste sind, staatlich gewisser- maßen konzessioniert. Ich will, nachdem die Kontingentierung der Debatte beschlossen ist(Heiterkeit), ein Verzeichnis solcher Gehcimmittel, das mir vorliegt, nicht verlesen, stelle eS aber dem Herrn Staatssekretär zur Verfügung. Wenn man diese Zusammenstellung.liest, wundert man sich, daß es überhaupt noch Krankheiten gibt, so leicht wird von den Herren Geheim- mittelfabrikanten die Heilung aller denkbaren Krankheiten dar- gestellt. Andererseits verbietet man den Zeiwngen die An- tündigung von Brandts Schwcizerpillen und anderen ganz bekannten unschädlichen Mitteln. Was geht denn den Redakteur der Inhalt eines solchen Inserats an, dafür ist doch nur der Inserent verantwortlich.(Sehr richtig! links.) Eine reichsgesetzliche Regelung dieser Frage, wie sie unsere Resolution wünscht, ist dringend ge- boten.(Bravo I links.) Abg. Nacken(Z.) stagt an, wann die neue Verordnung über Herstellung und Verwendung von B l e i w a r e n, welche wiederholt zugesagt ist, kommen wird. Namentlich die Arbeiter in Bleihütten muffen besser in sanitärer Hinsicht geschützt werden. Es wird oft gesagt, wir sprechen hier zu viel im Reichstage, aber wir sind dazu gezwungen, lvenn die Regierung so säumig in ihren Versprechungen ist.(Sehr richtig! im Zentrum.) Die Zahlen reden eine deutliche Sprache über die Verbreitung der Blutvergiftung. Die Bleihütten sind viel ungesunder als die Zinkhütten. Die Arbeiter in den Zink- Hütten aber sind durch eine Verordnung besser gegen die Vergiftung geschützt. Um so dringender ist der Schutz der Bleihütten-Arbeiter. Die Bleihütten-Verordnung aber könnte manche Mängel vermeiden, die die im ganzen günstig wirkende Zinkhütten-Verordnung besitzt. Die Arbeitszeit in den Bleihütten muß herabgesetzt werden. Die Gewerkschaften müssen um Auskunst über die Verhältnisse der Blei- arbeiter gebeten werden. Ich bitte den Grafen PosadowSky ferner, dastir zu sorgen, daß bei den Ausnahmebestimmungen über Sonntagsruhe festgesetzt werde, daß die Arbeit an den Zinkredukttons« öfen an den WeihnachtS-, Ostern- und Pfingstfeiertagen völlig ruhen muß. Durch diese sechs Ruhetage im ganzen Jahre kann die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie wirklick nicht geschädigt werden. Die Erfahrung beweist, daß selbst bei längerer Arbeits- pause daS Feuer in den Schmelzöfen nicht ausgeht. Hoffentlich wird dieser billige Wunsch der Zinkarbeiter von der Regierung wohl- wollend berücksichtigt.(Beifall im Zentrum und bei den Sozial- demokraten.) Staatssekretär Graf PosadowSch: Ein Entwurf über die Regelung der Arbeitszeit in den Bleihütten ist bereits fertiggestellt und wird im Bundesrat in nächster Zeit beraten. Ein großer Teil der dankenswerten Anregungen des Herrn Vorredners ist darin bereits berücksichtigt worden.' Ebenso steht eine Regelung der Frage der Verwendung von Bleifarben bevor. Herr Müller-Meiningen brachte wieder die Geheimmittel zur Sprache. Er wird nicht bestreite», daß durch die Bundesrats- Verordnung die Verhältnisse gegen bisher, namentlich in bezug auf das Inserieren von Geheimmitteln wesentlich besser geworden sind. Daß man aber eine anS technischen Gründen so schwierige Frage nicht sofort lösen konnte, war wohl selbst- verständlich. ES entstehen fortgesetzt neue Geheimmittel und es wird der Versuch gemacht, stüherc Mittel wieder einzuführen. indem man ihnen einen anderen Namen gibt. ES ist also dringend notwendig, von Zeit zu Zeit eine Nachprüfung des Verzeichmsses vorzunehmen. Was den Erlaß eines Reichsgesetzes betrifft, so kann ich eine bindende Erklärung nicht geben. Die Frage ist aber mit Rücksicht auf die Verschiedenartigkeit der Landcsgesetze bereits in Erwägung gezogen worden. Abg. Dr. Mugdan tadelt es, daß die Bestimmungen über die Entbindungen von, praktischen Jahre für die Kandidaten der Medizin so ungleich sind. Es war überhaupt unrecht, dem Gesetz eine rückwirkende Kraft zu geben. Diejenigen, die seinerzeit schon angefangen hatten, zu studieren, sind benachteiligt, weil sie nicht wissen konnten, daß das Studium so verlängert werden würde. Wenigstens aber können sie erwarten, daß ihre Behandlung im ganzen deutschen Reich eine gleichmäßige werde. Ferner ist seinerzeit vergessen worden, für diejenigen, welche das praktische Jahr durchmachen, eine Be- zeichnung aufzustellen: heutzutage schweben sie in der Luft, Kandi- datcn der Medizin sind sie nicht mehr und Aerzte sind sie noch nicht. Ich möchte dann noch ein paar Worte über die notwendige Reform des Kranke»pflege Wesens sagen. Zweierlei Dinge sind hier unbedingt notwendig. Erstens muß da» Publikum wissen. daß das Personal sittlich und beruflich qualifiziert ist und zweitens muß. da in Deutschland Mangel an solchem Personal besteht, für den nötigen Nachwuchs gesorgt werden. Ich würde mich freuen, lvenn der Herr Staatssekretär in der Lage wäre, den hier ausgesprochenen Wünschen entgegen- zukommen.(Beifall bei de» Freisinnigen.) Abg. Schcidemann(Soz.): Wir sind mit diesen Ausführungen des Abg. Dr. Mugdan voll kommen einverstanden. Wir halten eS für selbstverständlich, daß die Medizin Studierenden ihr Studium unter den Bedingungen zu Ende führen dürfen, unter denen sie sich zu ihm entschlossen haben. Der Abg. Rettich trat vorhin besonders warm für eine Nahrungs- mittclkontrollc ein. Ich stelle fest, daß das bisherige Verhalte» feiner Partei im schärfsten Widerspruch dazu gestanden hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auf Veranlassung seiner Parteifreunde hat speziell der preußische Landtag daS Fleischbeschau-Gesetz außerordentlich verschlechtert.(Vielfaches Sehr wahr! links.) So stehen konservative Theorie und Praxis in schneidendem Widerspruch. Ich habe schon im vorigen Jahre warnend auf die fortschreitende Flüßverseuchung hingewiesen. Der Staats- fekretär hat meine Klagen als durchaus berechttgt anerkennen müssen und erklärt, daß estvaS dagegen geschehen müsse. Seitdem hat die Flußverseuchung in bedenklichem Maße um sich gegriffen und, mit den Worten des Staatssekretärs zu sprechen, Leben und Gesundheit gefährdet. Was wir fordern, hat der internationale Verein zur Rein- Haltung der Flüsse klar und überzeugend in den Satz zusammengefaßt, daß die Städte und Industrien kein Recht hätten, die deutschen Flüffe in Kloaken umzuwandeln. Das Reichs-Flußschutzgesetz muß bestimmen, daß die Fäkalien aus den Flüssen herauszubleiben haben und die Abwässer der Städte und Industrien ihnen nur gereinigt zugeführt werden dürfen. Der jetzige Zustand bedeutet, abgesehen von der unberechenbaren Gesundheitsschädigung eine außerordentlich große Benachteiligung unserer Volkswirtschaft. Fäkalien von zehn Millionen Rtenschen werden jährlich den Flüssen zugefiihrt, und an Stelle des Dunges, der dadurch verloren geht, muß die Landwirtschaft für mehr als 100 Millionen sich künstlichen Dung beschaffen. Die 47 000 deutscher Binnenschiffer sind durch den gegenwärtigen Zustand aufs schwerste in ihrem Erwerb bedroht. Ihr Jahres- einkommen von mindestens 21 Millionen Mark kapitalisiert zeigt, welche nationalen Werte durch die Duldung der Flußverpestung zerstört werden. Eine Petition der Elbfisch er teilt mir, daß die Elbe zuweilen so verunreinigt ist, daß� bei der Uclierfahrt von einem Ufer zum anderen die gefangenen Fische durch die Bank krepierten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Daß diese jetzt zulässige Flußverpestung nicht vermieden werden könne, wird niemand behaupten. Eine ganze Reihe deutscher Mittelstädte und die ausländische Großstadt Stockholm beweisen die Möglichkeit einer Reinhaltung des Flußwassers. Auch England besitzt hierfür strenge und segensreiche Gesetze. Die erwähnte Petition weist auch darauf hin, daß dieses Wasser, das die Fische sterben macht, als Trinkwasser für die Menschen unmöglich gesund sein könne. Dabei sind nicht nur die Fischer, sondern auch die Flußschiffer und Tausende von Arbeitern, die an Flußläufen beschäftigt sind, gezwungen, dieses unreine Wasser zu trinken. Aber die Gesundheit weiterer Zehntalisender Ivird durch die un- glaubliche Gewisienlosigkeit kapitalistischer Unternehmer zerstört. Das hat der grauenhafte Prozeß in Gelsenkirche» gezeigt. Die ganze Epidemie wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht eine Aktiengesellschaft in der unerhörtesten Weise mit Gesundheit und Leben von Zehntausenden von Menschen gespielt hätte. In» Herbst 1901 sind bei einer große» Typhusepidemie im rheinischwestfälischen Industriegebiet über 3200 Personen erkrankt und rund 300 gestorben. Darüber, daß die Epidemie damals durch das verseuchte Wasser der Ruhr bevorgerufen ist, bestand bei den Sachverständigen kaum eine Meinungsverschiedenheit. Die Zeugen im Prozeß haben ausgesagt, daß das Wasser so ekelhaft roch, daß man sich scheute, es zum Waschen zu benutzen. Viele Zeugen hatten große Würmer und Maden im Wasser gefunden, einmal sogar einen' Aal von 23 Zentimeter Länge. Ein Sach- verständiger fand bei der Untersuchung des Wassers 100 000 bis 1 Million Keime. Prof. Emmerich aus München, der einzige, der eine etwas abweichende Anschauung von den übrigen Sach- verständigen, insbesondere von Prof. Koch hatte, erklärte, er sei zur Zeit der Cholera beim Sultan gewesen, aber der Schmutz dort habe noch lange nicht die Höhe er- reicht wie hier im Ruhrgebiet, besonders aber in Schalke. Er wolle es mit Donnerstinime der Welt ver- künden, damit nicht die vielen Taufende, die hier um deS lieben Mammons willen aus aller Welt zusammenkämen, unterhalb der Erde von der Wurmkrankheit, oderhalb der Erde vom Typhus dezimiert würden. Ein Bonner Hygieniker teilt mit, daß solche Epidemien nicht einmal etwas Neues seien, sondern daß ganz ähnlich die Epidemien in Hamburg 1887, in London 1889 und schon 1850 in Duisburg ausgebrochen seien. An- gesichts dieser Tatsachen hätte das Reichs-GesundheitSamt wirklich etlvas früher die Initiative zur Verhinderung ähnlicher Epidemien'ergreifen können. Der Hygieniker teilte mit, daß bereits 1900 der Wasserwerksdirettor von Duisburg zu ihm gekommen sei und ihm gesagt habe, er habe aus Wassermangel ein Sttchrohr in die Ruhr benutzt, trage aber doch Bedenken, daß es vielleicht Schaden anrichten könne. Ich erklärte sofort diese direkte Wasser- entnähme für höchst gefährlich, aber es war zu spät, gleich darauf brach eine große TyphuSepidenne auf.— Nun wird man sagen, warum trinken die Leute das Wasser? Selbstverständlich hatten sie keine Ahnung, welches verseuchte Wasser sie trinken inußten, weil das ganze große Industriegebiet mit 104 Städten und Dörfern sein Trinkwässer von einer Aktiengesellschaft bezieht. Das ist schon ein unerhörter Zustand, wenn eine solche Gesellschaft, die nur darauf ausgeht, Profit zu machen, ein großes Industriegebiet mit Wasser versorgt, und jetzt ist ihr noch der Vertrag auf 50 Jahre ver- längert worden. Sie macht ihr Geschäft dabei, und wenn das Wasser nicht ausreicht, legt sie einfach ein Stichrohr in die verseuchte Ruhr. Wenn ein künftiger Kulturhistorikcr die Gelsenkirchener Epidemie studieren wird, so wird er es für unbegreiflich finden, daß man die Wasserversorgung eines so großen Gebietes einer Aktiengesellschaft anvertraut hat. Als aber die Staatsanwaltschaft nun endlich eingriff, da wurden ihr von einem Teil der bürgerlichen Presse noch Borwürfe gemacht, weil sie in den wissenschaftlichen Streit zwischen Pettenkofer und Koch eingegriffen hätte. Die Direktoren kamen also auf die Anklagebank. Eigentlich hätten aber auch die Aktionäre und das Reichsgesundheitsamt auf die Anklagebank gehört. Der kaufmännische Direktor sagte vor Gericht einfach aus, er hätte den technischen Direktor nicht desavouieren wollen. Wegen eines solchen Leichtsinnes wurden die Sachverständigen lange Zeit an der Nase herumgeführt. Die Profitgier der Direktoren war ja allerdings sehr verständlich. Bekamen sie doch ein Gehalt bis zu 13 000 WL, außerdem aber, iind das ist sehr wichtig, Tantiemen von 4—3 Proz., bezw. von 3>/z Proz. Das ist meiner Meinung nach die schlimmste Art und Weise, wie ein Direktor an der Dividendenhöhe der Gesell» schaft interessiert werden kann. Die Dividenden der Gesellschaft waren denn auch sehr hoch. Sie betrugen 1893: 15 Proz., 1899: 10 Proz., 1900: 14 Proz., 1901: 9 Proz.. 1902: 12 Proz. Zeit- weilig war aber die Dividende noch höher. Ein typisches Beispiel, wie die Direktoren an der Dividendenhöhe interessiert wurden, ist folgende Geschichte, welche im Jahre 1886 passiert ist. Damals war der Direttor der Vater des jetzigen Direktor Schmidt. Unter ihm war ein Beamter namens Rohde angestellt. Diesem Rohde fiel es auf, daß mit einem Mal der alte Direktor Schmidt sehr unruhig wurde. Er schöpfte Verdacht, suchte und fand ein Stichrohr in den: Fluß. Er schreibt das an den Direktor, bekommt aber folgende Antwort: Er solle sich nur um Dinge kümmern, die ihn etwas an- gehen und im übrigen bemüht sein, dafür zu sorge», daß die Aktien- gesellschast den versprochenen Neingewinn von 22 Proz. wenigstens annähernd erziele.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) 1886 kam es dann wirklich schon zu einer Typhusepidemie. Der Standpunkt dieser Unternehmer ist es: Wenn auf dem Schlachtfclde der deutschen Industrie hunderttausend Arbeiter verwundet werden, dann kommt es auch nicht darauf an. ob die Arbeiter in unserem Bezirk gesundes Wasser bekommen oder nicht. Der Prozeß lief au« wie daS Hornberger Schießen. Die vier Direttoren bekamen Geldstrafen zwischen 200 und 1500 M. Rechnet man da für jeden Typhus kranken 1 M als Strafe, fo kommt heraus, daß diese Direktoren für jeden Todes- fall, den sie verschuldet haben, 3,30 M. bezahlt haben.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Run erhebt sich die Frage, was Kit das Reichs- Gesundheitsamt gegen die Wiederholung solcher Dinge? Es handelt sich um große Kulturaufgaben, bei denen es gar nicht in Frage kommen kann, was eS kosten wird. Namentlich nicht, wo so große Ausgaben für Heer und Flotte gemacht werden. Bei diesen exemplifiziert man immer auf Frankreich und England. Dagegen will ich feststellen, daß die Fran- zosen aus der Seine, die Engländer aus der Themse, welche beide früher Kloaken waren, gesunde Flüsse gemacht haben. Auch init den Schwierigkeiten darf man uns nicht kommen. Denn wo ein Wille ist. da ist ein Weg.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Graf PosadowSky: Herrn Dr. Mugdan kann ich erwidern, daß diejenigen Mediziner, die ihr praktisches Jahr abdienen, zweifellos den Namen Prakttkanten führen. Was dann die Benachteiligung derjenigen Kandidaten der Medizin anbetrifft, welche durch die rückwirkende Kraft der Bestimmungen über das prakttsche Jahr betroffen sind, so darf man die Sache nicht zu schwarz malen. ES kommen überhaupt nur 1120 Kandidaten in Bettacht, von diesen haben 1049 ein Gesuch um Befreiung vom prakttschen Jahrein- gereicht. Von diesen 1049 Gesuchen sind nicht weniger als 1020 bewilligt worden. Was andererseits die Ausbildung des Krankenpflege- Personals bettifft, so hat daS Reichö-Gesundheitsamt einen E n't« wurf zu einer Neuordnung ausgearbeitet. Bei der Flußwaffer- Verunreinigung handelt eS sich nicht nur um die Verunreinigung durch Fäkalien, sondern auch um die durch Chemikalien. daS heißt durch Abflüsse der Fabriken. DaS Gesundheitsamt hat in dem crsteren Punkt durch Gutachten über die Entwässerung der Städte schon sehr segensreich gewirkt. Aber die Verunreinigung der Flüffe durch Fabrikabwäffer ist es. die die Sache so unendlich erschwert. Ich hoffe, daß es möglich sein wird, mit der Zeit eine Verbesserung herbeizuführen, namentlich beim Neubau von Fabriken. Ich will auch gestehen, daß in den vergangenen Jahrzehnten viel versäumt worden ist, aber die Sünden der Väter rächen sich bis ins dritte und vierte Glied, und eS w'-ck lange dauern, bis wir die Schäden der Vergangenheit beseitigen. Unsere Aufinerksam- kcit bleibtjedenfalls auf diese Frage gerichtet. Die im Borjahrebeschlossene Resolution des Reichstages liegt dem Bundesrat vor. In der Trink- wasserfrage habe ich, sobald mir der Gelsenkirchener Fall bekannt eworden ist, an sämtliche Regieningen die Aufforderung gerichtet, iberall. wo Trinkwasser durch Filtrierung von Flußwaffer gewonnen wird, sofort festzustellen, wo verdächttge Stichrohre bestehen und sofort energische Abwehnnaßregeln dagegen zu treffen. Ich habe ferner mit Rücksicht auf die Trinkwasserfrage am 4. Jaimar dieses Jahres an ,..mtliche Regiernngen ein Rundschreiben gerichtet. bt>fm ich sie aufforderte, unabhängig bon den Auskünften der Wasserwerksverwaltungen eine streng durchzuführende Nachschau vor zunehmen: es werde nicht genügen, diese Nachschau nur anzuordnen vielmehr würden die Regierungen noch eine Kontrolle darüber an- ordnen müssen, od und mit welchem Erfolge diese Nachschau stattgefunden hat. Ich habe die Regierungen weiter au' die schätzenswerten Ausführungen des Geheimen Medizinal rates Professor Dr. Koch hingewiesen und hinzugefügt, daß in Zweifelsfällen ein stets wirksames Hiilfsnrittel die häufigere Eni nähme von Wasser zu regelmäßigen bakteriologischen Untersuchungen sein würde. Diese Matznahmen decken sich mit den Wünschen des Vorredners. Ferner hat daS Reichs-Gesundheitsamt am 9. Januar Grundsätze für die Einrichtung und den Betrieb öffentlicher Wasserversorgungsanstalten, welche nicht ausschließlich technischen Zwecken dienen sollen, fertiggestellt. Die Verhältnisse der Unterelbe habe ich die preutzische Regierung veranlaßt zu unter suchen. Die Typhusstationen, die die Reichsregierung mit der Unterstützung Bayerns und Preutzens eingerichtet hat, haben tatsächlich nachgewiesen, dah der Typhus weiter verbreitet ist als man dachte, und einen chronischen Charakter in der Bevölkerung hat. Es ist in diesen Versuchsstationen festgestellt, datz Typhuskranke noch nach zehn Wochen— vielleicht noch nach einem Jahre ansteckungsfähig sind. Schlechtes Wasser und Mangel an Reinlichkeit sind die Ursachen dieses chronischen Typhus Ich habe die Typhusstationen angewiesen, zwecks Äekämpfung dieser Schäden auf die lokalen Behörden einzuwirken. Abg. Froelich(Sintis.) wendet sich gegen den Impfzwang und fragt an, wieweit die Anwendung der animalischen Impfung festgelegt ist. Es mützten den Impflingen, die durch die Anwendung der Zwangsimpfung geschädigt werden, Schadenersatz gewährt werden. Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich kann dem Herrn Vor- redner versichern, daß ausnahmslos nur mit animali- scher Lymphe geimpf wird. Im übrigen kann ich ihm nur sagen: es wird weiter geimpft. Damit schließt die Diskussion. Die Resolutionen werden an- genommen, das Kapitel bewilligt. Es folgt das Kapitel Biologische Anstalt für Land- und F o r st Iv i r t s ch a f t. Abg. Dr. Miillcr-Sagan sfrs. Vp.) hofft, daß nach der Trennung dieser Slnstalt vom Reichs-Gesundheitsamt sie endlich das werden möge, was sie von Anfang an sein sollte, eine wissenschaftliche Llnstalt zu Forschungen im Interesse des gesamten Wirtschaftslebens. Auf einzelne Ausstellungen wolle er sich mit Rücksicht auf die Geschäftslage versagen einzugeben. Das Kapitel wird bewilligt. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatuna auf Dienstag t Uhr Schluß 5»/, Uhr._ Ueber die Berggesetznovelle. Will nian den Regierungsentwurf betreffend Bergarbeiter- verhältnffse seiner Bedeutung entsprechend würdigen, so muß man die heutigen Zustände im Bergbau Preußens in Betracht ziehen. Dieselben sind so verworren und elend, daß es unmöglich ist, das seit Jahrzehnten versäumte im Rahmen eines Zeitungs- artikcls zu schildern. Es haben sich Mißverhältnisse herausgebildet, die nur durch eine einschneidende Reformgesetzgebung, wenn auch etappenmäßig, im Slllgemeininteresse ausgerottet werden können. Die Regierung weiß recht gut, welcher Rattenkönig bon Ungeheuerlichkeiten sich im Bergwesen entwickelt hat; sie scheut sich. fest Hand anzulegen zur gründlichen Reform. Denn wenn an einem Ende angefangen wird, stellt sich die unabweisbare Notwendigkeit einer allgemeinen Heilknr heraus. Seit 1899 ist uns ein Regier ungsentwurf zur Knappschaftskassenreform bekannt, der, 1903 erneut um- gearbeitet, den Kassenvorständen zur Begutachtung vorgelegt wurde. In diesem Entwurf macht die Regierung sehr anerkennenswerte Ler- suche, die allergröbsten knappschaftlichen Mißstände zu beseitigen. U m desfentwillen tobt seit 189�9 hinter denKulissen ein heftiger Kampf der Zechen Herren gegen die regierungsseitig versuchte Knapp schaftsreform! Tie Herren wollen an ihrer„Wohlfahrtscinrichinng" nicht rütteln lassen: eine Regierungsenquete hat im Knappschafts- kassenwesen unglaubliche Zustände enthüllt. Man stelle sich nur vor, daß trotz der neueren sozialpolitischen Reichsgesetz- gehung in Preußen noch Knappschaftskassen-Statuten existieren, die ans den 60er Jahren stammen I Da kann man sich denken, was es heißt, diesen Moder auszuräumen. Wird die Regierung die Kraft haben, ihren den Arbeitern günstigen Knappschastsgesetzentwurf in der uns bekannten Fassung in, Landtage durchzubringen•? Sowohl der Gesetzentwurf betr. Zechen st illlegung, wie der über die Bergarbeiter-Verhältnisse ist schlechter ausgefallen, wie die erwähnte Kassengesetz, wvelle. Es ist nur das allermindeste vorgeschlagen; allerdings. mehr versprochen hat die Regierung nicht, wie sie bietet. Lese man nur die Erklärungen der Minister Möller und Posadowsky genau nach. Die Regierungsvertreter haben sich z. B. stets gegen die Grube nkontrolleure aus Arbeiterkreisen aus- gesprochen, ohgleich diese eine Kardinalfordcrung der Arbeiter sind. Ein Verbot der Frauenarbeit auf den Bergwerken und das der unterirdischen Kinderarbeit schlägt die Regierung auch nicht vor. Wir haben von dem angekündigten Gesetzenrwurf nicht mehr erwartet als er bietet. Was er bietet, kann nicht be- friedigen, befriedigt auch die Bergleute durch- n u s n i ch t. Es ist Machweisbar, daß der Regierungsentwurf Be- ftimmungen enthält, die den bestehenden Wirrwarr»och größer inachen, geradezu eine Prämie aus Gesetzesverletzungen und Schmutzkonkurrenz bedeuten, wenn auch gegen den Willen der Gefetzesvorleger. Das Nullen soll freilich abgeschafft werden. Wohl aber ist eS dem Gesetzesbuchstaben nach immer noch möglich, sollte der Entwurf auch Gesetz werden, durch willkürliche„Vorschriften" über die Füllung der Wagen(abgesehen von Unreinlichkeiten)„Vorschrists- Widrigkeiten" zu erfinden, die leicht zur Wiederauferstehung des „Nullens" führen können. Die Arbeiter verlangen deshalb folge- richtig die Bezahlung nach Gewicht und die A i ch u n g der Wagen. Wenn nicht genau präzisiert wird, was eine„Störung des Be- triebes" bedeutet, so ist es wieder dem Unternehmer in die Hand gegeben, das Amtieren des Arbeiterkontrolleurs bei der Wagenkontrolle zu verhindern. � Wer einen Hund werfen will, findet schon einen Stein. Erleichtert ist uns die Anstellung des Kontrolleurs allerdings durch die neue Vorschrift, der Unternehmer müsse dem Kontrolleur den Lohn vorschußweise zahlen. DaS Straf wesen(Geldstrafen) ist erstmalig durch Berggesetz begrenzt, aber die Arbeiter sind her berechtigten Ansicht, die Be- fugnis, monatlich bis zur Höhe von zlvei Tagesverdiensten zu strafen, gehe viel zu weit, wenn auch„ich, mehr so grenzenlos wie früher„gestraft" werhen könne. Die Siebenerkomnnssion der Bergleute hat den monatlichen Höchstsatz von vier Mark vor- geschlagen. Bei dieser Gelegenheit ist eine alte Bergarbeiterforderung mit- erfüllt worhen hinsichtlich der Verwendung der Strafgelder. Heute können dieselben auch den Knappschaftskassen zu- geführt werden, was einer Entlastung der etatsmäßigen Beiträge auch der Werksherren gleichkam. Das will der Entwurf endlich beseitigen, aber er räumt den Arbeitern andererseits wieder Minderrechte ein. Die Strafgelder sollen zukünftig nur noch in die W e r k s- U n t e r st ü tz u n g s k a s s e n fließen, an deren Verwaltung die Belegschaft durch.�mindestens ein" Mitglied des „A r b e i t e r a u s s ch u s s e s" beteiligt sein soll. Das ist gegen den jetzigen Znstand gelviß ein Fortschritt, denn heute schaltet und waltet der Unternehmer in der großen Mehrzahl der Fälle mit den Unterstützungskassengeldern so gut wie souverän und unkontrollierbar. obwohl die Kassenfonds stark überwiegend aus Lohnabzügen (Strafgelder zc.) gebildet werden. Aber auch der Entwurf läßt es zu, daß die häufig gar nichts steuernden, stets aber minder bei- tragenden Unternehmer sich die Majorität in der Kassenverwaltung sichern können. Den„Arbeiterausschüssen" wollen die Arbeiter mehr Befugnisse gegeben wissen, wie der Entwurf vorsieht. So der- langen die Arbeiter, wenn schon nicht direkt Gruben- kontrolleure aus der Belegschaft gewählt werden dürfen. dann aber sollte man den Arbeiterausschüssen ein gewisses Kontrollrecht einräumen. Minister Möller hat ja auch „ähnliches wie im Saargebiet" in Aussicht gestellt, geregelt auf dem Berordnungswege. Aber Herr Möller selbst hat den„Aus- schössen" im Saargebiet attestiert, daß sie versagten bei der Gruben- inspektion. Warum das so sein mußte, darüber kann sich Herr Möller schnell unterrichten aus der Broschüre:„Saarabien vor Gericht". Die Saar- bergleute, bezw. die betreffenden Ausschußmitglieder konnten ihre Pflicht nicht tun. Weshalb keine gesetzlich berechtigten Slrbeiter- inspekloren? In England, Frankreich und Belgien existiert diese Institution. Sind die preußisch-deutschen Bergarbeiter etwa dümmer oder gewissenloser wie ihre ausländischen Berufs- genossen? Immerfort dieses Pendeln zwischen Feudalismus und Moderne! Die preußische Regierungskommission, deren Aufgabe es(vor sieben Jahren) war. die Institution der Arbciterinspektoren in England, Frankreich und Belgien zu studieren, hat sehr gutes Material für die Arbeiterinspektoren heimgebracht; aber es wurde nicht praktisch verwertet, dem Jndustricfeudalismus konnte wehe getan iverden. In dem Entwurf sind zwar obligatorische Arbeiterausschüsse", hervorgegangen aus„unmittelbarer und geheimer Wahl", vorgeschlagen: aber gleich dabei ist daS Wählen von— Unternehmern oder ihrer Beamten in den „Arbeiter ausschuß" ermöglicht! Wie die Ausschußmitglieder vor Maßregelung geschützt werden sollen, sagt der Entwurf nicht: allerdings wird der schönste„Arbeiterausschuß" Dekoration bleiben, wenn hinter ihm keine starke Arbeiterorganisation steht. Uebrigens werden die zahlreichen kleinen und mittleren Werke in den Braunkohlen-, Salzbergwerks-, �Salinen- und Erzbergwerks- Distrikten— auch nicht wenige Steinkohlengruben— ohne Arbeiterausschüsse gelassen, denn nur auf eine mindestens 190 Mann starke Belegschaft entfällt ein freigewählter„Ausschuß". Das bayrische Berggesetz sieht 20 Arbeiter als Mindestzahl vor. Ehe wir die am meisten erörterte Bestimmung des Entwurfes, die Begrenzung der Arbeitszeit, besprechen, müssen wir auf einen Passus hinweisen, der zweifellos prinzipiell und praktisch von größter Bedeutung im ganzen Entwurf ist. Gerade dieser Passus ist in der bisherigen Preßerörternng fast gar nicht gewürdigt worden, und doch ist er unseres Erachtcns der wickirigste. Wir meinen den§ 93b. Absatz 3, wo es heißt:„Als Arbeitszeit gilt die Zeit vorn Beginn der Seilfahrt bis zu ihrem Wiederbeginn!" In der Begründung(Seite 24) wird rund und nett gesagt, als „Arbeitszeit" gilt für den einzelnen Slrbeiter auch der(unter- irdische)„Weg zur Arbeitsstelle und zurück zum Schacht!" Diese Bestimmung bedarf notgedrungen noch folgender Er- gänzung:„Eine Verlängerung der vor dem In kraft- treten dieses Gesetzes bestehenden regelmäßige it Arbeitszeit ist unbedingt ausgeschlossen." Da die Regierung wenigstens prinzipiell mit der gesetzlich unbeschränkten „Arbeitszeit" bricht(§ 93b Abs. 1), so wird sie doch keine weitere Verlängerung der Arbeitszeit zulassen dürfen. Wäre der§ 93b Abs. 3 schon im jetzigen Gesetz enthalten, so war ein Streit darüber, ob„Seilfahrtsverlängerung" auch„Arbeitszeit- Verlängerung" bedeute, gar nicht möglich, denn unter„Arbeits- zeit" hätte laut Gesetz der ganze unterirdische Aufent- halt des Arbeiters, mit Ausnahme der ein paar Minuten dauernden Ausfahrt, verstanden werden müssen! Dieser Streit ist aber nach dem heutigen Berggesetz stets gegeben und was er für Folgen haben kann, hat der Ausstand auf eche„Bruch st raße" bewiesen: das Signal zum e n e r a l st r e i k! Machen wir uns deshalb die prinzipielle und praktische Tragweite der neuen Definition der gesetzlichen„Arbeits- zeit" im Bergbau klar. Die Seilfahrt(Ein- lind Ausfahrt) für den einzelnen Bergarbeiter dauert allerhöchstens 10 Minuten, oder es müßten Störungen vorliegen. Unterirdisch hat der Arbeiter aber noch einen Weg von 10 Minuten bis zu IVz Stunden(hin zum„Ort" und zurück zum Schacht) zurückzulegen. Heute wird als„Arbeits- zeit" die„vor Ort" verbrachte Zeit berechnet! So kann„laut Arbeitsordnung" die„regelmäßige Arbeitszeit" 8lL—iO Stunden betragen, in der Tat bleibt der Bergarbeiter aber O1/",— 11 Stunden unter Tage; die unterirdischen Wege werden ihm fälschlicherweise nicht als„Arbeitszeit" angerechnet. Hiermit will der vor- liegende Regierungsentwnrf brechen, seine (eigentlich der alten Bergbaupraxis entlehnte) Definition des Begriffes„Arbeitszeit muß. erlangt sie ge s e tz l i ch e S a n k t i o n, auf allenGruben den unter- irdischen Aufenthalt des Arbeiters mehr oder weniger erheblich verkürzen! Es gibt zahlreiche Schächte, wo diese Verkürzung eine halbe bis über eine Stunde aus macht. Deshalb nennen wir den 8 93b Abs. 3 das wertvoll st e Zugeständnis der Regierung an die Arbeiter! Freilich muß, wie schon gesagt, der etwaigen Verlängerung der Arbeitszeit gesetzlich ein Riegel vorgeschoben werden, denn eine allgemeine Maximalarbeitszeit für alle Gruben sieht der Entwurf leider nicht vor. Das ist sein schwerstes Gebrechen. Was nun gar als Surrogat des allgemeinen Maximalarbeitstages für alle Gruben vorgeschlagen wird, der„sanitäre Arbeitstag", geregelt durch die Temperatur Verhältnisse, das ist nicht nur ein Monstrum, fast eine praktische Unmöglichkeit und ein furchtbarer Zankapfel, sondern die Regierungsvorschläge würden, sollten sie praktisch werden, auch eine Prämie auf Schmutz- konkurrenz bedeuten! Wo über 22 Grad Celsius unterirdisch herrscht, da soll ab 1. Oktober 1905 die 8�-, ab 1. Juni 1903 die 8-stündige Arbeits- zeit gelten, vorbehaltlich der AusnahmebestinunUngen. Die Be- gründung der Vorlage übersteht ganz, daß die Temperatur- grade durchaus nicht allein die sanitären Gruben- zustände bestimmen. Sehen wir jetzt einmal ab von der Tatsache, daß es zu unendlichen Streitereien führen muß, wenn die„regelmäßige" Temperatur, Belegung und Bewetterung ermittelt werden soll. Schon jetzt schreibt die Bergpolizei im Ruhrgebiet eine sechs st ündige Schicht vor, wenn die Temperatur über 29 Grad Celsius geht. Wie ist die Praxis? 1903 hat die infolge der W u r m k r a n k h e i t vorgenommene Temperaturmessung auf mehreren Schächten im Ruhrgebiet bis zu 30 Grad Celfius ergeben. Die Bergbehörde selbst gibt aber an, daß 1903 im Ruhrgebiete nirgends Sechs- st u n d e n s ch i ch t existierte!(„Zeitschrist für Bergbau". 1904, I. Statistische Lieferung.) Das genügt doch, um erkennen zu lassen, wie in Wirklichkeit der'„sanitäre Arbeitstag" innegehalten würde. Der Grundirrtnm der Regierungsvorlage ist ihr scheu, astsches Begrenzen der Gesundheitsgefährlichkeit des Bergbaues nach dem Temperaturgrade. Die K n a p p s ch a s t s k a s s e n b e r i ch t e be- weisen, daß die hohen Temperaturen im Betriebe durchaus nicht allein ausschlaggebend sind für den Gesundheitszustand der Belegschaften. Im brandenbnrger(Braunkohlen!) Knappschaftsverein sind 1903 von 14 756 Mitgliedern 10 260 erkrankt (über 70 Proz.)! Der oberschlesische(Steinkohlen) K.-V. hatte unter 104 032 Mitglieden, 27 321 Kranke(27 Proz.). Der s i e g e r- länder(Erzbergbau) K.-V. hatte unter 7844 Mitgliedern 4979 Kranke(57 Proz.). Der saarbrncker(Steinkohlen) K.-V. hatte unter 43 883 Mitgliedern 28 871 Kranke(über 60 Proz.). Der alten- b u r g i s ch e(BrannIohlcn)K.-V. hatte über 80 Proz. Kranke. Das n i e d e r- schlcsische Steinkohlenrevker hat(Bezirk Waldenburg) fast regelmäßig höhere Krankenziffcrn wie das Rnhrgebiet, obgleich die Ruhr- gruben viel heißer sind wie die niederschlesifchen. Noch drastischer wird die Begründung der Vorlage wiederlegt durch die Ruhrgebietsverhältnisst auf die sie sich speziell bezieht. Wir stellen eine Anzahl heiße um.' kühlere Gruben und ihre Kranken» ziffcrn zusammen, ohne Anrechnung der durch Betriebsunfälle ver- ursachten Arbeitsunfähigkeiten: Zeche Temperatur �r Arbeiter Mathies Stinnes 23—25 Grad 45 Minister Stein 17—21„ 65 Hagenbeck 2V Friedrich Ernestine 18—22 Hibernia 23—25 Graf Moltke I/ll 20—29 Graf Bismarck 25 75 85 40 49 55 I Wir glauben, schon dies wirft den ganzen„sanitären Arbeits» tag", der sich auf Wärmegrade stützt, über den Haufen. Zum Ueber- fluß führen wir noch an, daß im Knappschaftsverein Bochum 1903 pro 100 Mitglieder erkrankten Beamten klaffen 20— 29, Arbeiterklassen 54—55! Die zweite Beamtenklasse besteht aus meistens u n t e r i r d i s ch amtierenden Leuten, auf sie wirkt also doch auch die Grubentemperatnr ein: dennoch sind nur 20 von 100 dieser Beamten erkrankt, jedoch 55 von 100 der ständigen Arbeiter! Hohe Temperaturen allein tun'S noch lange nicht! Man befrage doch auch einmal die Bergleute gutachtlich über die Einflüsse von Hitze. Kälte. Nasse, Sumpfgas und Stickluft-- und Gcdingchöhe auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Im allgemeinen arbeitet der Berg- mann am unliebsten in„nasser Arbeit", sie erzeugt die zur„Berg- fertigkeit" schnell führenden rheumatischen Leiden. Da zum Beispiel in den mitteldeutschen Braunkohlengruben die höchsten Krankheitsziffern, aber auch bedeutend geringere Temperaturen wie in den Steinkohlenzechen existieren, so ist es einfach un- zulässig, das Thermometer als einzigen Regulator der gesetz- lichen Arbeitszeitdauer einzuführen. Geschieht es doch, so wird der bestehende Wirrwarr hinsichtlich der Arbeitszeiten noch größer: denn in ein und demselben Revier, ja auf dicht nebeneinanderlicgenden Schächten wird die verschiedenartigste Arbeitszeit eingeführt werden müssen. Aber dieser„sanitäre Arbeitstag" zeitigt auch die aller- v e r w e r f l i ch st e n Produktionsverhältnisse. Wenn die Regierung nicht allgemein für alle Gruben und Reviere die Arbeitszeit gesetzlich auf 8� bezw. 8 Stunden beschränkt, so wird das Ruhrgebiet durch"den„sanitären Arbeitstag" lvcgen der hier herrschenden hohen Temperaturen eine tz'/z- bezw. 8stündige Arbeitszeit bekommen, aber die mit dem Ruhr- gebiet konkurrierenden rechtsrheinisch-saarabischen, mitteldeutschen und schlesischen Reviere können ungehindert ihre jetzige 9— 12stündige Arbeitszeit behalten! Auf den schlesischen. mittelpreußischen. linksrheinisch- saarabischen und hessen-nasfauischen Zechen bestehen mindestens so viele Mißstände wie auf den Ruhrgruben. Dank der im rheinisch-westfälischen Kohlenbecken tätigen Bergarbeiter» Organisation ist es hier gelungen, manche sanitären Ein- richtungen zu erzielen, die insbesondere in Schlesien, Brandenburg und Sachsen noch unbekannt sind. Von allen größeren Revieren Preußens besitzt das Ruhrgebiet die kürzeste Arbeitszeit; in Schlesien, im Braunkohlenbergbau, an der Saar zc. sind im all- gemeinen die Bergleute 1—3 Stunden länger zur Fronde verpflichtet wie ihre Ruhrkameraden. Der„sanitäre'Arbeitstag", wie ihn die Regierung vorschlägt, würde nicht nur die viel längeren Schichten außerhalb des Ruhrbeckens bestehen lassen, sondern— von Ausnahmen abgesehen— die Ruhrgruben würden allein den „sanitären Arbeitstag" bekon, men! 1903 fand man auf 143 von 222 Schachtanlagen im Rnhrgebiet eine Temperatur von über 22 Grad. Da hierbei die weitaus ausschlaggebenden Ruhrzcchcn in Betracht kommen, so würde der„sanitäre Arbeitstag" von 8>/� bezw. 8 Stunden— die Regierung will ihn doch wohl auch unbedingt durchführen!— die Einführung des A ch t st u n d e n- tages im Ruhrgebiet bedeuten. Natürlich haben wir nichts dagegen, aber weshalb sollen die schon jetzt unter längerer Schicht seufzenden Bergleute anderer Reviere von dem gesetzlichen Schutz aus- geschloffen werden? Die Regierung sagt, die Gesetzesreform bedinge für die von ihr betroffenen Unternehmer„Erhöhung der Lasten". Gerade von diesem Regierungsstandpunkt aus muß man energisch protestieren gegen dieBevorzugung der schlesischen, mitteldeuts chenundlinksrheinisch- saarabischen BergwerkSbezirke! Sie sollen ihre viel längere Schichtzeit beibehalten dürfen, ihnen gibt man Gelegenheit. durch ungehemmte ArbeitcrauSnutzung dem Ruhrgebiet Schmutz- konkurrenz zu machen. Mit begreiflichem SarkasmuS schreibt ein Großindustrieller in der„Rh.-Westf. Ztg." Nr. 251:„Auch kann man sich dem Gedanken nicht entziehen, daß man bei der Normierung von 22 Grad genau berücksichtigt hat, daß in der Mehrzahl der staatlichen Gruben diese Temperatur nicht erreicht wird!" Will die Regierung solchen Verdächtigungen den Boden entziehen, so muß sie allgemein die genannte Maximal» arbeitszeit für die preußischen Bergwerke vor- schlagen, wie die Siebencrkommission der Bergleute beantragt. Weder die Arbeiterverhältnisse noch die Werksrentabilität rechtfertigen die Schonung der anderen Bergwerksbezirke. Es wird auch kein Sachverständiger etwas einwenden, wenn die Regierung den allge- meinen Maxinialarbeitstag von acht Stunden etappenmäßig— aller» dings kurzfristig— vorschlägt, da man nicht gleich von der in Schlesien und im Braunkohlenbergbau noch üblichen Zwölfftunden- schicht sofort auf die Achtstundenschicht kommen kann. Will die Re» gierung aber immerfort Streitigkeiten haben, loill sie geradezu die Schmutzkonkurrenz auf Kosten eines Reviers, der Arbeiter und der Konsumenten prämiieren, dann versuche sie es mit ihrem„sanitären Arbeitstag". Erstaunlich ist. wie optimistisch sich bürgerliche Blätter über den Regierungsentwurf ausdrücken. Wenn die betr. Redaktton wüßte. wie unzufrieden die Bergarbeiter mit dem Entwurf sind, es würde das Zureden schon aufhören. Halbheiten läßt man sich noch gefallen als Abschlagszahlung, aber der„sanitäre Arbeitstag" wird Skandale über Skandale entfesseln. Das wissen die Prattikcr recht gut. Täusche sich niemand über die„Stimmung der christlich und nationalgesinnten Slrbeiter", denen die Zenttumspresse mit Gewalt ein wunderbares Vertrauen auf die Regierung andichten will. Auf den Landtag hoffen die Arbeiter sehr wenig. Das soll eine„Frucht der sozialdemokrattschen Hetze" sein. Nun, das vcrbreitetste Zentrums» o r g a n im Ruhrgebiet, die.. E s s e n e r V o l k S z e i t u n g". schrieb am 11. Februar 1905(also zwei Tage nach dem Abbruch des Generalstreiks): „Das durchaus berechtigte Mißtrauen gegen die Konservativen war es nicht zuletzt, was die Bergleute veranlaßt hat, auf die erste Slnkündigung des Gesetzentwurfes nicht sofort die Arbeit wieder aufzunehmen!" Da die Bergleute— auch die„christlich-nationalgesinnten"— recht gut wissen, daß im Landtage die Konservativen mit den mindeflens gleich so bemißtrauten Nationalliberalen die Majorität besitzen, steht hier die Hoffnung daraus, daß dieser Landtag auch nur die ims sehr unbefriedigende Regierungsvorlage annimmt, fast auf dem Nullpunkt. � Daran kann alles Schönschreiben der„loyalen" Presie keinen Deut ändern. Im übrigen ivird der Oeffentlichkeit ja auf dem auf den 28. März nach Berlin einberufenen preußischen Bergarbeitertag kundgegebeii werden, wie sich die Berg- arberter eine Arbeiter s ch u tz gesetzgebung vorstellen. Otto H u e. Partei-INlacKncKtm Totcnliste der Partei. In L ü t t r i n g h a u s e n starb der Parteigenosse Aug. Marschall, einer der Angeklagten in, Elber- selder Sozialiftenprozesse. Den älteren Parteigenossen war Marschall als ein von Idealismus durchdrungener Streiter für unsere Sache bekannt: bei jeder größere» polittschen Aktion war er am Platze. Unter dem Ausnahmegesetz gab er sich alle Mühe, einmal in Lüttring- Hausen eine Versammlung abzuhalten. Ein Lokal war dort so- Als Parteisekretär für die vereinigten Reichstags- Wahlkreise Köln- Land und Köln- Stadt wählte eine Generalversammlung am Sonntag den Genossen Bernhard Müller, zurzeit Arbeiterfekretär in Solingen, vordem in gleicher Eigenschaft in Mannheim. Wahlkreis Duisburg- Mülheim.„ Herr Dr. Beumer im Badekostüm", unter diesem Titel verbreiteten die Parteigenossen am vergangenen Sonntag ein achtſeitiges Flugblatt in 100 000 Eremplaren, was sich speziell mit den„ Leistungen" dieſes„ Volksvertreters" befaßt und allseitig freudig aufgenommen wurde. wohl als auch in der Umgebung nicht zu haben. Da er aber mit gliederzahl ist von 35 741 auf 44 878 gestiegen, wobei für jedes| selbständig rüsten, 65 Pf., für das Tragen von Steinen und Kalk seinem Bruder ein kleines Grundstück als Eigentum besaß, so wurde Mitglied 12 volle Wochenbeiträge im Quartal verrechnet worden 70 Pf. Bei Regelung der Arbeitsleistung soll das Gewicht von sechs auf diesem eine Volksversammlung unter freiem Himmel anberaumt, sind. Auf die einzelnen Branchen verteilt sich die Mitgliederzahl Pfund als Normalgewicht gelten; die Anzahl der Steine soll bis zur welche aber wieder in legter Stunde durch die Maßnahmen der folgendermaßen( die eingeklammerten Ziffern beziehen sich auf das ersten Etage nicht mehr als 24 betragen, in der zweiten und dritten Behörden verhindert wurde. Unter diesen Umständen war es denn Vorjahr): Schlosser und Maschinenbauer 12 108( 10 298), Fräser, nicht mehr als 22 und in der vierten nicht mehr als auch sozusagen selbstverständlich, daß unser Genosse in die lange Hobler, Bohrer usw. 6345( 5394), Dreher 5303( 4130), Mechaniker 20. Der genau ausgearbeitete Akkordtarif stimmt Reihe der im großen Elberfelder Sozialistenprozeß Angeklagten ein- 2884( 2510), Klempner 2554( 2306), Gürtler 2424( 2308), Former ebenfalls in den meisten Punkten mit dem, was vom Zentralgereiht wurde. Staatsanwalt Binoff wollte ihn auch auf ſechs Monate 2295( 2079), Rohrleger 1928( 1309), Metallschleifer 1251( 1045), verband gefordert wird, überein. Sowohl vom Referenten wie von hinter die schwedischen Gardinen bringen, doch sprach das Gericht Schmiede( Messer, Beug-) 750( 640), Bauanschläger 748(-), sämtlichen Diskussionsrednern wurde ganz entschieden verlangt, daß unseren Genoffen frei. Metalldrücker 704( 656) und Metallarbeiterinnen 3371( 1671). Die gestellten Forderungen, namentlich der 50 Pf.- Stundenlohn, In Langenöls verstarb am Sonnabendabend Genosse Der Rest verteilt sich auf die übrigen Berufsgruppen von je unter unverkürzt durchgeführt werden. Dementsprechend wurde folgende Härtel, der langjährige Vertrauensmann der Langenölfer Arbeiter 500 Mitgliedern. Ueber den Arbeitsnachweis, der ebenfalls Resolution einstimmig angenommen: schaft. Sein Verdienst um die Belebung der Agitation in den erheblich an Bedeutung gewonnen hat, geben folgende Zahlen Auf- Die heutige Generalversammlung der Freien Vereinigung der Dörfern des Laubaner Kreises wird ihm ein dauerndes Andenken schluß: Arbeitslos meldeten sich daselbst 16 029( 13 701) Personen; Bauarbeiter Berlins und Umgegend nimmt Kenntnis von dem Lohnsichern. Besonders um die Jfergebirgsdörfer hat sich Genosse Härtel Stellen wurden vermittelt 7065( 4152); im Jahre 1900 waren es tarif, welchen der Vorstand im Auftrage der Lohnfommission an den verdient gemacht. Seit einem Jahrzehnt gehörte er der Gemeinde- nur 980. Entsprechend der Größe der Organisation gestalten sich Verband der Baugeschäfte von Berlin und Umgegend gesandt hat, und vertretung an. Auf dem Dresdener Parteitag war er als Delegierter auch die Kassenverhältnisse. Für die Hauptkasse belief sich die ist mit sämtlichen darin enthaltenen Forderungen einverstanden. des Görlitz- Laubaner Wahlkreises. Jahreseinnahme auf 1080 992,64 M., der eine Ausgabe von Die Versammlung ist der Ansicht, daß diese Forderungen schon im 1 020 442,65 M. gegenübersteht; der Kassenbestand beträgt somit vorigen Jahre, wenn es zu einem Streit gekommen wäre, errungen 60 549,99 M. Die Einnahmen und Ausgaben der Lofalfasse bilan- worden wären; nur durch das Verhalten der Leitung des Zentralzieren in der Summe von 625 106,24 M. bei einem Kassenbestande verbandes, welche mit uns dieselben Forderungen aufgestellt hatte, bon 129 085,41 M. Unter den Einnahmen befindet sich ein Posten nachher aber ihre Kollegen zu überreden wußte, so daß ein Vertrag von 156 915,44 M., die zur Unterſtüßung der Streifenden und Aus- auf einer niedrigeren Basis abgeschlossen wurde, ist es nicht möglich wurden insgesamt gezahlt an: Streit- und Maßregelungsunter- bringen. Die Versammelten verpflichten sich, ihre Kollegen vom gesperrten in der Gelbmetallindustrie eingegangen waren. Es gewesen, die einmal gestellten Forderungen zur Durchführung zu ftüßung 886 001,80 M., Arbeitslosenunterstützung 116 501,40 M. an Zentralverband darauf aufmerksam zu machen, daß sie einem Ver5486 Mitglieder für 120 199 Tage, Rechtsschutz 46 978,71 M. Die trage, der nicht einen Mindestſtundenlohn von 50 Pf. vorschreibt, hohe Ausgabe für Rechtsschutz resultiert aus den ewigen Streit ihre Zustimmung versagen. Sollte jedoch wider Erwarten die postenprozessen und der Zahl der Strafmandate für angebliche Leitung des Verbandes mit dem Verband der Baugeschäfte einen Streifvergehen. Im ganzen erließ die Polizei nicht weniger wie niedrigeren Vertrag abschließen, so erklärt die Versammlung dieses als 543 solcher Strafmandate. Gegen 220 derselben wurde richterliche einen groben Verstoß gegen die Interessen der Bauarbeiter Berlins Entscheidung beantragt, und diese Prozesse endeten auch zumeist und Umgegend, der nur dazu angetan ist, auch fernerhin mit dem mit der Freisprechung der Angeklagten. Das Jahr 1904 brachte den Unternehmertum im guten Einverständnis zu leben. Berliner Metallarbeitern wieder eine Reihe von Lohnkämpfen sammelten verpflichten sich, diese Forderungen mit allen ihnen gegrößerer und kleinerer Art. Es kam in 41 Fällen zu Arbeitsnieder- feßlich zustehenden Mitteln vom 1. Mai ab zur Durchführung zu legungen, an denen 9269 Kollegen beteiligt waren. Zu verzeichnen bringen. find 13 Angriffsstreifs, 24 Abwehrstreiks und 4 Aussperrungen, Unter Vereinsangelegenheiten wurde auf Antrag des Vorworunter der Kampf in der Gelbmetallindustrie der bedeutendste standes beschlossen, den Wochenlohn des Vertrauensmannes von 36 war. Ein gutes Zeichen für das wachsende Bildungsbedürfnis auf 39 M. zu erhöhen und die Entschädigung der Zeitungsexpedienten der Mitglieder ist es, daß aus der 4141 Bände enthaltenden Bi- von 40 auf 45 Pf. pro Quartal. Ferner wurde ein Antrag an= bliothet 24 352 mal Bücher entnommen wurden.rta genommen, der die Zahlstellen verpflichtet, die Berichte von ihren Mitgliederversammlungen nicht direkt an die Redaktion der„ Einigkeit", sondern an das Bureau der Vereinigung zu senden. Außerdem wurden noch einige andere interne Vereinsangelegenheiten erledigt. Deutscher Arbeiter- Abstinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 15. März, präzise 82 Uhr, im Englischen Garten", Meranderstr. 27c: Vortrag des Gen. Kofiol über: Die Unzufriedenheit als Förderer des Kulturfortschritts. Diskussion. Gruppenangelegenheilen. Gäste, Damen und Herren willkommen. den 16. März, abends 8, Uhr, bei Thiel, Bergstr. 151/152: MitgliederDeutscher Holzarbeiter Verband, Zahlstelle Rigdorf. Donnerstag, versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Diskussion. Der Vorstand. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. - Die Erörterung der Frage nach der„, Bedeutung der Konsumvereine für die arbeitende klasse" erachtete" das Kammergericht in einer Entscheidung vom 13. März für eine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten. Da eine Versammlung in Langfuhr, wo dies Thema nach Absicht des Einberufers erörtert werden sollte, nicht polizeilich angemeldet worden war, so billigte das Kammergericht aus jenem Grunde die Verurteilung des Einberufers, des Redners und des Saalinhabers auf Grund des§ 1 des Vereinsgefezes. Soziales. Die verweigerte Fleischprobe.allgiv In der Diskussion wurde anerkannt, daß die Ortsverwaltung Ein Schlächtermeister verweigerte Polizeibeamten die von ihnen auch in dem abgelaufenen Jahre tüchtig gearbeitet habe, doch gemäß§ 2 des Nahrungsmittel- Gesetzes verlangte Fleischprobe, teil bezweifelten einzelne Redner, ob immer richtig gearbeitet worden Die Beamten ihm zwar eine Empfangsbescheinigung, nicht aber sofort sei, besonders im Hinblick auf den mißlungenen Gürtler- und die Geldentschädigung aushändigen wollten, worauf er an sich nach Drückerstreik. Bei dieser Gelegenheit kam auch die mangel dem genannten Paragraphen Anspruch hat. Der Schlächtermeister hafte Information des„ Vorwärts" durch die wurde wegen Uebertretung der Bestimmung verurteilt, wonach Streitleitung im letzten Stadium der Aussperrung zur Proben einer der im§ 2 des Nahrungsmittel- Gesezes näher be- Sprache. Die Debatte darüber wurde indessen nicht zu Ende geführt; zeichneten Waren von der Polizei gegen Empfangsbescheinigung zum vielmehr beschloß die Versammlung auf Antrag des Kollegen Zwecke der Untersuchung entnommen werden können. Das Kammer- Schulz, die weitere Aussprache abzubrechen und über 14 Tage gericht verwarf seine Revision und sprach aus, daß die Entschädigung eine außerordentliche Generalversammlung abzuhalten mit für die gemäß§ 2 entnommene Probe nicht sofort bezahlt werden der Tagesordnung: Der Gürtler- und Drüderstreit". Bis dahin braucht. Angeklagter hätte gegen bloße Empfangsbescheinigung auf wurden auch die Beamtenwahlen vertagt. jeden Fall die Probe aushändigen müssen. Aus der Frauenbewegung. Borsigwalde. Der Frauen- und Mädchen- Bildungsverein von Borsigwalde und Umgegend hielt am 8. März im Lokale von Kube in Borsigwalde feine ordentliche Mitgliederversammlung ab. An die stattgefundene Vorlesung schloß sich eine rege Diskussion. Außerdem wurden vier neue Mitglieder in den Verein aufgenommen. -O Die VerWasserstand am 11. März. Ibe bei Ausfig+1,38 Meter, bei Dresden 0,16 Meter, bei Magdeburg+ 2,16 Meter. Unstrut bei Straußfurt+2,20 Meter. Dder bei Ratibor+2,15 Meter, bei Breslau Dber Begel+5,16 Meter, bei Breslau Unter Begel-0,18 Meter, bei Frankfurt+1,99 Meter. Weichsel bei Brahemünde+4,54 Meter. Nee bei Usch+1,46 Meter. art he bei Posen+ 2,28 Meter. Witterungsübersicht vom 13. März 1905, morgens 8 1hr Stationen Better Stationen Die Freie Bereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend befaßte sich am Sonntag bormittag in einer gut besuchten Generalbersammlung im Englischen Garten" mit den für dieses Jahr gestellten Lohnforderungen. Das Referat hielt der Vertrauensmann Norgel. Er gab eine Uebersicht über die letten Lohnbewegungen der Bauarbeiter, wobei er ausführte, es sei dem Verhalten des Zentralverbandes zuzuschreiben, daß der 50 Pf.- Stundenlohn nicht schon im vorigen Jahre erreicht wurde. Ferner erklärte der Redner, der jetzt geltende Vertrag werde nur dort wirklich innegehalten, wo die Arbeiter gut organisiert seien und sich keinerlei Verschlechterung gefallen ließen; im übrigen aber werde der Vertrag sogar von solchen Firmen durchbrochen, deren Inhaber Swinemde. 753 SS der Schlichtungskommission angehörten. Schließlich verlas der Hamburg 751 Der Metallarbeiter- Verband( Ortsverwaltung Berlin) hielt am Redner den von der Freien Vereinigung eingereichten Lohntarif, Berlin 755 SW Sonntag in der„ Neuen Welt" seine von mindestens 3000 Per- auf den allerdings eine Antwort nicht eingegangen ist. Der Tarif Frantj.a.M. 756 S fonen besuchte Generalversammlung ab. Zunächst besprach stimmt in den Hauptforderungen mit dem vom Zentralverband München der erste Bevollmächtigte Cohen den in einer 68 Seiten um- eingereichten überein. Der Stundenlohn soll für gewöhnliche Baufassenden Broschüre herausgegebenen Jahresbericht der Orts- arbeiter 50 Pf. betragen; für Kalfschläger und für Wasserträger, verwaltung. Demnach hat die Organisation auch im verflossenen die das Wasser von unten herauftragen, ferner für die beim Rüften und lebhaften südwestlichen Winden. Jahre eine erfreuliche Fortentwickelung aufzuweisen. Die Mit- und an Hebevorrichtungen tätigen Arbeiter 55 Pf., für Arbeiter, die Verfammlungen. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Am Sonnabend, den 11. d. M., verstarb plötzlich unser treues Mitglied Franz Appel. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. 5. M., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Luther Kirchhofes( Lantiviz) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 238/6 Verband d.an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Beerdigung unseres Mitgliebes Friedrich Hohm heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Gethsemane Kirchhofes in NiederSchönhausen stattfindet. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Verband d. Kürschner Berlins u. Umg. Am Sonnabend, den 11. März, früh, starb im Alter von 55 Jahren unser Mitglied Franz Grasse. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 14. März, nach mittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofes, Landsberger Allee aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 102/5 Der Vorstand. Nachruf! Am Sonnabend, den 11. b. M., nachmittags 22 Uhr, verstarb infolge Unfall in seinem Beruf unser bewährter Verbandskollege Gustay Geisenhainer im Alter von 42 Jahren. Wir verlieren in ihm einen aufrichtigen Freund und steten Mitberater unserer Ziele. Ehre seinem Andenken! Die Verbandskollegen der Firma H. Mittag. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 12. März, entschlief mein lieber Mann, der Bergolder Karl Enders im 27. Lebensjahre. 275 Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Bartholo mäus- Kirchhofes aus statt. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Witwe: Ottilie Enders geb. Iaue. Für die uns anläßlich des Todes unseres lieben Gatten und Sohnes Max Reier bewiesene Teilnahme sowie für die Kranzspenden sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen des Verstorbenen von der Firma Kirchner, den Mitgliedern des Bereins der Maschinisten und Heizer sowie des Rauchklubs„ Heiter und fidel" und des Vereins Rigdorfer Laubenkolonisten unseren herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Genossen, Freunden, Ber wandten und Bekannten besonders Herrn C. Hetzschold, Herrn H. Nietzschke und dem Gesangverein Morgengrauen" sagen wir für die vielen Beweise innigster Teilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes, unseres Wien 760 S Bindstärke Wetter Temp. n. C. 26 0001 wollen!-16 3 wolfig 6 Haparanda 755 Still 5 bedeckt 7 Petersburg 757 S 3 wolfig 4'bedeckt 7 Scilly 7 Aberdeen 4 bedeckt 747 S 736 S 754 28 4 moltig 3838 1Regen 3woltig 4 Baris 3wollig 759 SW 2 bedeckt Wetter Prognose für Dienstag, den 14. März 1905. Ziemlich warm, zeitweise heiter, aber veränderlich mit etwas Regen Berliner etterbureau. aut Schmöckwitz Gasthaus zur Palme Seddinfee. ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer.) Hermann Peter. Telephon: Grünau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Kegelbahnen, große Kaffeeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. Wer selbst Stoff hat, fertige eleganten Anzug oder Paletot mit guten Zutaten für 25 Mark. Bandelow, aftr. 65, I. Schneidermeister, InventurVon der Reise zurück: Räumungs- Preise! Dr. Swarsensky, prakt. Arzt, Kinderarzt. Wrangel- Straße 49. guten Baters, hierdurch unseren herz- Hundekrankheiten Kinderwagen- Kuhlicke lichsten Dant. 226 Die trauernde Witwe: Auguste Seidel und Kinder. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung des Heizers Wilhelm Klahn sage ich den Kollegen der Allgemeinen Elektrizitätswerte, Brunnenstraße, sowie dem Zentralverband der Transport- und Verkehrsarbeiter meinen 10b Verein für Frauen u. Mädchen innigften Dant. Schönebergs und Umgegend. Nachruf. Am Freitag, den 10. März, verstarb im 62. Lebensjahre ganz unerwartet unser langjähriges und tätiges Mitglied Frau Emilie Schröder. Die Einäscherung der Leiche findet heute in Hamburg statt. Wir verlieren in derselben ein Mitglied, welches durch seine Ehrenhaftigkeit und Herzensgüte fich die Achtung und Liebe der Mitglieder und Freunde erworben hat. 287/16 Wir werden ihrer stets ehrend gedenken.. Der Vorstand. Franz- und Blumenbinderei Hygienische * von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. 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Das Ergebnis der Unterhandlungen mit den Unternehmern und welche Stellung nehmen wir hierzu ein? 2. Diskussion. 3. Die diesjährige Maifeier. Der Vorstand. J. A.: A. Juppenlatz. 257/ 8* Boxhagen- Rummelsburg. Dienstag, den 14. März, abends 8% Uhr, im Café Bellevue, Hauptstraße 2: Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins. Zages Drdnung: 8/4 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen H. Baege über:„ Bibel und Babel". 2. Diskussion. 3. Wahl von zwei Zeitungskommissions- Mitgliedern. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Genossen und Genossinnen ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Möbelfabrik 6stend für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Eingetragend Genossenschaft mit Dienstag, den 14. März 1905, abends 8 Uhr, im Mekpalast", Alexandrinenstraße 110: Versammlung. Tages- Ordnung: Vortrag des Gen. Dr. Bernstein:„ Ist Religion Privatsache?" 2. Diskussion. 240/ 9+ Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen, besonders der Genossen aus der Simeon-, Hollmann- u. Neuenburgerstraße 2c. ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Verein im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreise. Versammlung Dienstag, den 14. März, 8 Uhr abends, bei Leydecker, Sophienstr. 34. Zages Ordnung: Wir bringen zur Kenntnis, daß die diesjährige Ordentliche General- Versammlung am Sonntag, 26. März 1905, in unserem Geschäftslotal No: mintenerftr. 21, Fabrikgebäude III, stattfindet. Tages- Ordnung: 1. Vorlage des Jahresabschlusses. 2. Bericht über stattgefundene Revision. 3. Neuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. Der Vorstand. 106/4 Da mein dänischer Anker Kautabak häufig in minderwertiger Ware nachgeahmt wurde, bringe ich denselben von jetzt ab unter dem Namen Dänischer Kapitän Tabak in den Handel. ( gesetzl. geschützt 75 658) ( 5 u. 10 Pfennig- Schleifen und-Rollen.) Mein ,, Kapitän- Tabak" ist nur echt, wenn sich in jedem Stück ein Zettel mit der Aufschrift» Kapitän- Tabak" befindet, oder das Etikett der gesetzl. geschützt 10 Pf.- Rollen diese Aufschrift trägt; andernfalls ist der Tabak als unecht zurückzuweisen. Solche Fälle, in welchen Nachahmungen unter dem Namen ,, KapitänTabak" verkauft werden, bitte ich mir zur Kenntnis zu bringen, damit ich strafrechtlich dagegen einschreiten kann. Carl Röcker, Berlin, Grüner Weg 112. Amt VII, 3861. Empfehle gleichzeitig meine seit Jahren hier eingeführten Schnupf- und Rauchtabake sowie Nordhäuser und Kopenhagener Kautabake. Alle gangbaren Zigaretten zu Originalpreisen( Garbâty, Josetti, Manoli, Phänomen und viele andere Marken). Auf vielfachen Wunsch der geehrten Herren Raucher liefern wir unsere so schnell beliebt gewordene Bolero 2- Pfennig- Zigarette jetzt auch ohne Mundstück. gesetzl. gesch. Nr. 51 440 Für vorzüglichste Qualität und sauberste Handarbeit werden wir in der bisherigen Weise bemüht bleiben. Berliner 2391L* Gebr. Selowsky, Zigarettenfabrik Dresden. Genossenschafts- Bäckerei. Eingetr. Genossenschaft m. b. H. Sonnabend, den 1. April 1905, abends 82 Uhr, im Kontor, Neue Hochstraße 18: Außerordentliche Gegr. 1879. Buß Salon Inhaber: Frau Chr. Theel, Große Frankfurterstr. 85. Empfehle mein Etablissement mit großem Garten zum Frühjahr und Sommer Vereinen und Gesellschaften zu sämtlichen 2390L* Hermann Hemp, Geſchäftsführer General- Versammlung. Festlichkeiten unter den kulantesten Bedingungen. Hermann Breitbarth, Staffierer. Tages Drdnung: Wir machen darauf auf- 1. Ergänzungswahlen zum Bormerksam, daß dieBilanz für die Genossen stand und Aufsichtsrat. 2. Statutenin unserem Comtoir, Romintener änderung. 3. Verschiedenes. straße 21, zur Einsicht ausliegt. 106/5 1. Aus Englands großer Revolution. Wer- Stoff- hat, Referent: Reichstags. Abg. Genoffe Ed. Bernstein. 2. Distuffion. 3. Parteis und Vereins- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Gäste erwünscht. Bahlreiches Erscheinen erwartet 245/5 Der Vorstand. Schöneberg. Mittwoch, den 15. März 1905, abends 812 Uhr, im großen Saale von Ernst Obst, Meiningerstr. 8, Martin Lutherstr. 51: Volks- Versammlung für Frauen und Männer. Der Vorstand. 1904er Legehühner fertige Serrenanzug, 20 M., ohne Stonkurrenz, feinste Butat., 2 Anpr. Für guten Siz bekam gold. Medaille. echte Raffe, fleißige Eierleger, garant. Ludwig Engel, Prenzlauer leb. Ant., frfo. überall 13 St. m. Hahn straße 23, II.( Alexanderplat). 22 M., 6 St. m. Hahn 13 M.( Farbe Gegründet 1892. 16632* n.Wahl). Schneider, Myslowitz 8, Schl. Achtung! Dachdecker. Achtung Die Kollegen der Firma G. A. Wernicke( Inh. Hohmuth), Habsburger Ufer, legten infolge der dort entstandenen Differenzen die Arbeit nieder. Die Werkstelle ist gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Verband der Dachdecker. Ortsverwaltung Berlin. 1 Orientalisches Ballhaus Neue Königstr. 45( Grand Hotel) Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Réunion Anfang 10%, Uhr. Möbelfabrik. 54/4 Kompl.Wohnungs- Einrichtungen in jeder Breislage empfehlen solide zu billigen Preisen 23872* 1. Bortrag des Reichstags- Abg. Fritz Zubeit Deutscher Metallarbeiter- Verband. F. Baumgarten& Söhne, Aber die Soldatenmißhandlungen im deutschen Heere. 202/8 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Verwaltungsstelle Berlin. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Zahlreiches Erscheinen der Frauen und Männer Schönebergs erwartet Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Achtung! Die Vertrauensperson. Maurer! hung! Mittwoch, den 15. März 1905, abends 8% Uhr: Zwei öffentliche Versammlungen der Maurer in den Berlins und Umgegend in Andreas- Festfälen, Fiebigs Festfälen, Andreasstraße 21. Ackerstraße 6/7. Zages Ordnung: Das Verhalten der Unternehmer zu den von den Berliner Maurern aufgestellten Forderungen. 129/ 12* Der Vorstand. J. A.: Heinrich Metzke. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Parkettbodenleger. Achtung! Mittwoch, den 15. März, abends 8 Uhr: Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten 81/20 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Jede Firma muß vertreten sein. Der Obmann. Verband der Tapezierer Sektion der Kleber. Mittwoch, 15. März, abends 81%, Uhr, in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-48: 0. Große Frankfurterstraße 29. Wir empfehlen: Bezirksversammlung für Moabit.„ Die Monne" Zages Ordnung: 1. Die Aufgaben des nächsten Verbandstages. Referent: Stollege Cohen. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheit. In Anbetracht der Wichtigkeit der Versammlung ist es Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 113/4 Verband der Maschinisten und Heizer sowie ( Verwaltungsstelle Berufsgenossen Deutschlands, Berlinu. Umgegend.) Sonnabend, den 18. März 1905, " in den Gesamträumen der Brauerei Königstadt", Schönhauser Allee 10-11: 28. Stiftungs- Fest verbunden mit Konzert, Theater und Ball. Billets für Herren 50 Pf., Damen 30 Pf. sind in allen Zahlstellen, bei den Vorstandsmitgliedern und dem Bergnügungs- Komitee erhältlich. 138/7 Freunde und Gönner sind hiermit freundlichst eingeladen. Das Komitee. Marmorarbeiter. Mittwoch, den 15. März, abends 8 Uhr, bei Wendt, Beuthstr. 20: Mittwoch, den 15. März, abends 8, Uhr, im Englischen Garten, Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Streiflichter aus unserer Lohnbewegung. 2. Verschiedenes. NB. Stollegen, die noch nicht im Besitz ihrer Bücher sind, können felbige dort in Empfang nehmen. Die Verbandsleitung. Alexanderstr. 27c: Mitglieder- Versammlung. Roman von Denis Diderot. Dieses von Goethe und Schiller Hochgeschätzte Buch wurde auf Antrag der tönigl. Staatsanwaltschaft Leipzig beschlagnahmt, aber fürzlich wieder freigegeben. Der Verfaffer behandelt in dem Buche die Erlebnisse eines jungen Mädchens im Stlofter, die von ihren Eltern gezwungen wurde, Nonne werden, und gibt dilberung der im Stloſter herrschenden Das Buch kostet brosch. 2,- M. Ferner empfehlen wir: geb. 3,50 1 Hinter geweihten Mauern. dem Tagebuche eines Klostergeistlichen Aufzeichnungen aus bon Bater Veridicus. Dieses Buch behandelt ebenfalls das Leben im Kloster und ist sehr 233/ 16* intereffant geschrieben. Der Preis beträgt 3,50 m. Gegen Kaffe billigste Preife. Ein Versuch dauernde Kundschaft! Bon M. wöchtl. Teilzahlung an liefere elegante, fertige Herren- Moden. Ersak für Makarbeit. Anfertigung nach Maß. feinste Verarbeitung. Garantie tadelloser Sitz, Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. 320 Kein Waren- Kredithaus. 920 J. Kurzberg An der Jannowitzbrückel, 1. Bahnhof Jannowigbrüde. Gegen Kasse billigste Preise. Begen Husten, Heiserkeit, Buchhandlung Vorwärts, Berichleimung, Halsentzündung Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Prinzenund jedwede Erkrankung der Luftwege nehme man die bewährten Reichels Hustentropfen. Unerreicht wirkungskräftig. Der Erfolg ist überraschend! Dr. Simmel, Str. 41, 81. 50 f. Echt nur mit Marke Tages Ordnung: 87/ 9* Spezialarzt für " Lichtherz". 1. Vortrag des Genossen Paul Mitschke über: Organisation und 172/6 Hant- und Harnleiden. Otto Reichel. Berlin, Eisenbahn177/16 Arbeiterschutzgesetzgebung. 2. Gewerkschaftliches. straße 4. 22112* Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Berantty. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 62. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Dienstag, 14. März 1905. Berliner Partei- Angelegenheiten. Meibe au geben gemeint, daß man eine Militärkapelle zuzog. Schrecken, daß ihm trop feiner Vorsichtsmaßregel das Geld gestohlen Eine Kapelle aus Angehörigen des Zivilmusikergewerbes wäre war. Der Dieb hatte mit einer Schere die Hose zerschnitten und Zur Lokalliste. Am 22. April hält die Neue Freie Bolts- vielleicht sinngemäßer gewesen; aber die bunten Uniformen zwar mit solcher Borsicht, daß das Instrument die Hand des Schlafenbühne in der Philharmonie eine Schiller- Feier ab. Dies Lokal machten sich sehr hübsch. Auf Fischbeck folgte der den nicht berührte. steht der Arbeiterschaft bekanntlich nicht zu Versammlungen zur Stadtverordnete Nathan, der ein Glückwunschschreiben Die Bluttat in der Schönhauser Allee. Zu dem Einbruch und Verfügung, und daher ist es Pflicht der Parteigenossen, die ihnen des Oberbürgermeisters verlas und das werdende Haus Totschlag in der Schönhauser Allee wird mitgeteilt, daß der Kellner für diese Veranstaltung angebotenen Eintrittskarten zurückzuweisen.„ Karl Schrader- Haus" taufte, um die Verdienste des Vor- Ramm gestern abend noch nicht ergriffen war. Daß Ramm der Zweiter Wahlkreis. Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, findet sigenden zu ehren. Den Schluß machte das übliche Zeremoniell, Täter ist, erscheint durch die Zeugenaussagen, ganz abgesehen von eine Versammlung bei Goßmann, Kreuzbergstr. 48, statt, in der die Hammerschläge mit den Sprüchen und die Einmauerung Bahlreiche Kriminalbeamte suchten in der Nacht zum Sonntag alle der Bekundung des mittlerweile verstorbenen Knaben, immer sicherer. Genosse Herm. Schubert über:" Die preußische Volksschule" des die Urkunden bergenden Kastens in den Grundstein. sprechen wird. Frauen haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwarten Lokale ab, fanden Ramm jedoch nicht. Nach einer Meldung aus Unter den Urkunden befindet sich der Beschluß des Bernau hat er ohne Zweifel gleich nach der Tat Berlin vom Stettiner Die Vertrauenspersonen. Fünfter Wahlkreis. Heute, Dienstag, abends 8 1hr, spricht Magistrats über die Errichtung der König Friedrich- Stiftung" Bahnhof aus verlassen. Bevor seine Beschreibung in Bernau bekannt Fünfter Wahlkreis. Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, spricht Genosse Eduard Bernstein im Wahlverein bei Leydeder, Sophien- und der stenographische Bericht der Stadtverordneten- Sigung, war, wurde er dort am Sonnabend gesehen. Er wurde auf dem straße 34, über das Thema:" Aus Englands großer Revolution". in der diesem Beschluß zugestimmt wurde. Wenn das Haus Wege nach Biesenthal getroffen, gab sich für einen HandwerksGäste erwünscht. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. einmal ausgedient haben wird und zum Abbruch kommt, wird burschen aus und erzählte, daß er in die Provinz wandern wolle. das Stenogramm besonderes Interesse wecken. Unsere Nach- Am Tatort sammelten sich auch gestern noch fortwährend große Die Lichtenberger Gemeindewahlen. tommen werden darüber lächeln, was zu Beginn des 20. Jahr Menschenmengen an. Das Befinden des schwerverletzten Mädchens Heute, Dienstag, ist eine Versammlung für Männer und Frauen! hunderts als ein Beitrag zur Lösung der Wohnungsfrage galt. hat fich leider wieder etwas verschlimmert. Der Kassenräuber am Bahnhof Friedrichstraße. Bei einem Zur Affäre Backhaus. Ueber sein Ausscheiden aus der mündlichen Verhör mit dem Kaffenräuber Otto Pablinski, der verStellung eines Direktors der Berliner Riesel- sucht hatte, auf dem Bahnhof Friedrichstraße der Fahrkarten- Vergeäußert, den wir in der Sonntagsnummer der„ Berliner auch den Raubversuch gegen die Verkäuferin Fräulein Leffer in einem güter hat jetzt Professor Backhaus selber sich in einem Brief fäuferin Fräulein Hoge die Staffe zu entreißen, gibt dieser jetzt zu, Beitung" finden. Professor B. schreibt dem Blatt: Mit Bezug auf die in diesem Blatte über die Gründe meines Rücktrittes aus dem städtischen Dienst verbreiteten Nachrichten sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß die betreffenden Andeutungen größtenteils unzutreffend find. Ins besondere muß ich dankbar anerkennen, daß viele maßgebende Herren der städtischen Verwaltung, namentlich auch Herr Stadtrat Marggraff, meine Bestrebungen bestmöglichst unterstützten." die 3. Klasse. Genosse Gründel- Berlin wird im Schwarzen Adler", Frank furter Chauffee 120, einen Vortrag halten; das Wahlkomitee foll der Versammlung die Kandidaten vorstellen. Alle Gemeindewähler find eingeladen. Am Mittwoch von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends wählt Am Mittwoch von 12 Uhr mittags bis 8 1hr abends wählt Zum 2. Bezirk der 3. Klaffe gehören: Augusta-, Bahnhof-, Eitel-, Heinrich, Frenen-, Margareten-, Friedrichstraße, Prinzen- Allee, Sophien-, Wilhelmstraße, Parallelweg, Frankfurter Chauffee 116 bis 178, Pfarrstraße, Wiesenweg mit Gasanstalt, Berlängerte Lessings, Neue Prinz Albert-, Rummelsburger- und Friedastraße. Wahllokal: Aula der Schule in der Siegfriedstraße. Zum 3. Bezirk der 3. Klasse gehören: Wartenberg-, Kleinestraße, Sandweg, Kiegerweg, Gürtel-, Kronprinzen-, Scharnweberstraße 1-8 und 68 bis 74, Dder, Weserstraße 45a- 45c, Jungstraße, Frank- ein so rasches Ende gefunden hat, gibt auch dieser Brief_nicht Den Anlaß, aus dem Prof. B. Berliner Amtstätigkeit furter Allee 172 bis 199 und Müggelstraße. Wahllokal: Schwarzer Adler"( Gebr. Arnhold), Frankfurter an. Aber B. bestätigt wenigstens, daß er mit seinen ReformChaussee 120. " Zum 4. Bezirk der 3. Klasse gehören: Friedrich Karlstraße, Frankfurter Allee 151 bis 171a, Blumenthal, Mainzer, Kreuziger, Borhagener, Scharnweberstraße 9-67, Weserstraße 31 und Niederbarnimstraße. Wahllokal: Aula der Schule in der Kronprinzenstraße. Donnerstag, den 16. März, von 3-6 11 hr. Zum 1. Bezirk der 2. Klasse gehört der außerhalb der Ringbahn belegene Ortsteil. " Krawattengeschäft in der Bülowstraße verübt zu haben. Er habe fich, ſagt er, dort erst einen Kragen getauft, diesen gleich darauf er die Verkäuferin gewürgt habe, weiß er nicht. Unter anderen umgetauscht und hierbei versucht, die Kasse an sich zu reißen. Daß Zeichen deuten auch eine Anzahl Briefe darauf hin, daß der Mann geistestrant ist. In einem Briefe, den er bei der Behörde abgeben wollte, schreibt er, daß er den Kaiser wegen Majestätsbeleidigung und Hochberrat verklagen müsse. Ueber seine Vergangenheit stellt die Kriminalpolizei in Hamburg noch Nachforschungen an. Die Liebestragödie in der Heide bei Senftenberg, in der, wie wir meldeten, ein junger Berliner tot und feine Braut schwer iberplänen an maßgebender Stelle nicht Widerstand gefunden, leht aufgefunden wurden, hat jetzt einige Aufklärung erfahren. Es sondern nach Kräften unterstützt worden ist. Die Berliner und seine Geliebte, die unverehelichte Klara Sänger, Tochter eines wird berichtet, daß es sich um den Handlungsgehülfen Willy Harms Beitung" fügt diesem Brief merkwürderweise kein Wort der Berliner Tapezierers, handelt. Zur Ausführung der Tat hatte sich Erläuterung hinzu, obwohl in ihm das Gegenteil von dem Harms ein Taschentesching gekauft; da die Waffe eine nicht genügende gesagt wird, was Herr Prof. B. einem Mitarbeiter des Blattes Durchschlagskraft besaß, so blieb die für das Mädchen bestimmte in persönlicher Unterredung mitgeteilt haben sollte. Das Kugel im Knochen der rechten Schläfe sizen, während der Schuß, den Berliner Tageblatt" hat denselben Brief erhalten. Er wird in Harms später auf sich selbst abfeuerte, sofort tödlich wirkte. Das der Sonntagsnummer auszugsweise wiedergegeben, aber auch in unglückliche Mädchen, das zurzeit noch schwerkrank im Senftenberger diesem Blatte fehlt jeder erklärende Zusak darüber, warum Krankenhause daniederliegt, hatte über 24 Stunden in Sturm und einen Blick hinter die Kulissen getan" hatte, eine völlig ent- ehe ihm Hülfe gebracht wurde. vom„ Berliner Tageblatt", dessen Gewährsmann angeblich Regen bei der Leiche des Geliebten im Walde ausharren müssen, gegengesette Darstellung gebracht worden war. Die ,, Staats- Diebstahl von Fernsprechdraht. In unheimlicher Weise mehren bürger- Zeitung" schimpft in ihrer Sonntagsnummer auf den sich in letzter Zeit Diebstähle an Fernſprechleitungen. So wurde am ,, Vorwärts" sie lügt, wir seien über B. ,, hergefallen" Sonnabend zwischen Tempelhof und Marienhöhe auf einer Länge und meint schließlich, Professor B. werde nun wohl dent gestohlen. Die Diebe, anscheinend drei Männer, hatten wohl die von etwa einem Kilometer die Fernsprechleitung abgeschnitten und licher reden". Aber in ihrer Nummer vom Montag- bficht, einen größeren Beutezug zu machen, find jedoch durch die abend schweigt sie, obwohl B. inzwischen ,, deutlicher ge- Annäherung von Fuhrwerken gestört worden und entkamen in der Nieder Schönhausen. Der Männer- Gefangverein hält am redet" hat. Wir denken, daß die Angelegenheit hiermit wohl 18. März bei Ulig, Blankenburgerstraße, sein Winterfest ab. Dies erledigt ist. Lokal steht der Arbeiterschaft ebenfalls nicht zur Verfügung und daher sind die Eintrittskarten zurückzuweisen. Wahllokal: Ratskeller, Dorfstraße. bahn belegene Ortsteil. Zum 2. Bezirk der 2. Klasse gehört der innerhalb der RingBahllokal: Schwarzer Adler( Gebr. Arnhold), Frankfurter Die Wähler der dritten Klaffe werden dringend ersucht, am Mittwoch um 12 Uhr bei Eröffnung der Wahl zur Bildung des Bureaus anwesend zu sein. Chaussee 120. . Die Lokalfommission. Nieder Schöneweide. Die Wahlvereins- Versammlung findet Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, im Lokal Drachenfels", Berlinerstraße 17b, statt. Zahlreiches Erscheinen erbeten. Lokales. " Die drohende Theaterbillettsteuer " hat eine Anzahl Künstler, Schriftsteller und Gelehrte zu einem Aufheben aus dem Schriftstid folgende Stelle hervor: ruf veranlaßt, der jetzt der Deffentlichkeit übergeben wird. Wir " Richtung nach Berlin. Schon vor etiva 5 Tagen wurde in derselben Gegend ein gleichartiger Diebstahl ausgeführt. Zwischen Mariendorf und Marienfelde waren die sämtlichen Leitungsdrähte zwischen drei Gestängen abgeschnitten und sind etwa 50 Kilogramm den Verbrechern in die Hände gefallen. Auf dem Selbstmörderfriedhof im Grunewald hatte sich der Der steckbrieflich verfolgte Fabrikant Mag Noad, in Berliner Geschäftstreifen unter dem Namen der Schürzen- König" bekannt, " Der gegenwärtige Augenblick ist für Deutschland kritisch. Auf ist nunmehr von seinem Geschid ereilt worden. Noad unterhielt bis allen Gebieten macht sich ein Zurückdrängen geistiger Betätigung zu Anfang des Jahres 1903 in dem Hause Marienburgerstr. 9 eine geltend. Von der Beschäftigung mit reiner Wissenschaftlichkeit und Schürzenfabrik en gros und hatte auch in der Lothringenstraße in Literatur wendet sich unsere Jugend zum Betriebe körperlicher Ausbildung, Neu- Weißensee eine Wohnung von 9 Zimmern gemietet, die er anzum Sport. Diese beiden widerstreitenden Richtungen, geistige Betätigung geblich zur Einrichtung von Bureauräumen benötigte. Durch Ein Beitrag zur Lösung der Wohnungsfrage und körperliche, finden ihren künstlerischen Ausdruck in zwei Instituten, von geschicte Machinationen hatte er es feinerzeit verstanden, bei seinen denen das eine jener, das andere dieser dient: Theater und Arena. Geschäftsfreunden den Eindruck zu erwecken, als stehe seine Fabrik will die Arbeit der Baugenossenschaften sein, die in Berlin Jm Wettkampf zwischen beiden gewinnt die lettere die Oberhand; in voller Blüte und sei ein Verlust bei ihm gänglich ausgeschlossen. tätig sind und hier wie in einigen Vororten Häuser mit während die Theater fich leeren, füllen und überfüllen sich Hippo Als es mit den Warenlieferungen zu stocken begann und er einsah, Wohnungen für schwachbemittelte Leute herstellen. Die drome, Velodrome und Zirkusse. Wir halten es für überflüssig, auf daß er sich nicht mehr lange werde halten können, versuchte er es, Berliner Baugenossenschaft" von 1886 hatte das Rom der Kaiserzeit und darauf hinzuweisen, wohin ein Bolt einen Sozius zu finden, was ihm aber nicht glückte. Der Schwindler bisher nur fleine Häuser mit je zwei oder drei Wohnungen gerät, wenn die Arena über das Theater, das Birkusspiel über das zog es daher vor, in Begleitung feiner Frau und unter Mitnahme den Sieg davon trägt. errichtet, die von den Genossenschaftsmitgliedern erworben Bühnenspiel dauernd Wir wollen aller nur brauchbaren Gegenstände bei Nacht und Nebel zu ver wurden. Solche Bauten ließen sich natürlich nur in Vororten maßregeln gegen die Arena verlangten. nicht dahin mißverstanden sein, als ob wir Repressiv duften. Er wurde seitdem von der Staatsanwaltschaft wegen aufführen, weil dort der Boden billiger ist und nicht mit turm ob der gegenwärtige Augenblick geeignet erscheint, demjenigen erfolgte im Auslande. Aber wir fragen, betrügerischen Bankrotts steckbrieflich verfolgt; seine Verhaftung hohen Mietstasernen bebaut zu werden braucht. Nunmehr hat Institut, das die Wahrnehmung geistiger Intereffen vertritt, diese Baugenossenschaft, um den Bedürfnissen und Wünschen dem Theater, zu seinen ohnehin erschwerten Lebensbedingungen Dallmann in Schöneberg ersucht ums, folgendes bekannt zu geben: Vom Schinkenwettbewerb. Der Schlächtermeister Herr Albert ihrer Mitglieder entgegenzukommen, auch in Berlin einen noch andere Hindernisse aufzubürden. Wir fragen, об Wohnhausbau in Angriff genommen. Aber hier hat sie es der Stadt Berlin, der Hauptstadt von Deutschland, des Mittel- Die gegen den deutschen Schinkenwettbewerb Berlin 1905 erhobene von ihrer bisherigen Bauweise abgehen und nach dem punktes unserer Kultur, würdig und entsprechend ist, das Theater, Beschuldigung, daß der von mir eingereichte Schinken nicht numeriert Muster anderer Baugenossenschaften sich zur Auf- ftatt es zu fördern, durch steuerpolitische Maßregeln zu schädigen." war, flärt sich dahin auf, daß die Hälfte, die mit der Kennmarke führung einer Genossenschaftstaserne entschließen müssen. wilhelm Förster, Ludwig Fulda, Mag Halbe, Joseph Joachim, Prof. daher keine Ursache, gegen den deutschen Schinkenwettbewerb eine Unterzeichnet ist dieser Aufruf u. a. von Ludwig Barnay, Brof. bersehen war, den Preisrichtern zur Prüfung vorlag. Ich habe Man sieht: sobald diese Baugenossenschaften intensiver Franz v. Liszt, Richard Strauß und Wildenbruch. Beschuldigung oder Klage zu erheben. arbeiten wollen und in der Großstadt selber ,, die Wohnungsfrage zu lösen" versuchen, bekommen sie es zu Im Frad und Zylinder zu Pferde. Eine Korrespondenz meldet: 40 Jahre alte Lehrer Martin Wiedenberg erschossen, ohne daß man spüren, wie sehr durch die großstädtische Bodenspekulation 3u der feierlichen Einholung des Kronprinzenpaares am 3. Juni ist wußte, welche Motive den Mann, dem von seinen Kollegen ein ausdafür gesorgt ist, daß die Häuser in den Himmel wachsen der Berliner Fleischerinmung vom kaiserlichen Hofmarschallamt die gezeichnetes Beugnis ausgestellt wird, in den Tod getrieben haben. müssen. Erlaubnis erteilt worden, sich in herkömmlicher" Weise an der Jeßt verlautet, daß Wiedenberg durch berufliche Mighelligkeiten in Am Sonntag wnrde unter Beteiligung vieler Genossen Einholung zu beteiligen. Diese herkömmliche" Weise beruht auf einen Bustand' tiefer Depression bersekt wurde und in einer AnAm Sonntag wurde unter Beteiligung vieler Genoffen- einem uralten Privilegium der Berliner Innungen, die schon seit wandlung von Schwermut den verhängnisvollen Schuß auf sich abschaftsmitglieder der Grundstein zu diesem Wohn- ben ältesten Zeiten vor allen anderen Innungen und Gewerten das gefeuert hat. Dem„ Berliner Tageblatt" zufolge wird die Anhausbau gelegt. Das Gebäude wird in Berlin- Nord Recht voraus hatte, fürstliche Persönlichkeiten, besonders die fünftigen gelegenheit in der nächsten Sibung der Schuldeputation zur Sprache nahe der Grenze von Reinickendorf aufgeführt, an der Ecke Landesmütter zu Pferde einzuholen. Schon Willibald Aleris macht kommen. der Liebenwalder- und Malplaquetstraße. Die Feier sollte in seinen altbrandenburgischen Romanen wiederholt auf dieser Vorwohl zugleich eine Huldigung vor dem frei sich betätigenden", recht der Fleischhauer" aufmerksam, das ein alter Innungsspruch in sich selber helfenden" Bürgertum sein. Dazu eignete sie sich die Worte faßt:" Drum sollen se och an allen Ehrendagen immer den aber schon aus dem Grunde nicht gut, weil gleich in der Vorzug han". Die Fleischermeister der Innung werden diesmal au. hatte eine Gastwirtschaft in der Rummelsburgerstraße besucht Weiherede des Abgeordneten Schrader, des rührigen Vor- Pferde in Frad und Zylinder das Kronprinzenpaar einholen." Das muß sehr fomisch aussehen. fizenden der Genossenschaft, zugegeben werden mußte, daß In der Feststellungsklage der Stadt Berlin gegen die Große ohne fremde Hülfe diesmal nichts zu machen gewesen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft ist heute bas Urteil des föniglichen wäre. Auch ein Beweis, daß die Macht" der Bau- Kammergerichts vom 12. Januar d. J. den Vertretern der beklagten genossenschaften nicht weit langt! Der Magistrat hat aus Gesellschaft, Rechtsanwälten Dr. Wussow und Sander zugestellt Der famosen„ König Friedrich- Stiftung", die 1901 zum An worden. Das Erkenntnis geht auf alle Fragen des Rechtsstreites denken an die Zweihundertjahrfeier des Königreichs Preußen gründlich ein und umfaßt daher nicht weniger als 139 Seiten, von errichtet wurde und mit ihrer ganzen Million Mart zur benen allein 62 den" Tatbestand" enthalten. Aus den Gründen, Besserung der Wohnungsverhältnisse in Berlin beitragen soll, die sich im wesentlichen mit dem Standpunkt der Vorinstanz decken, eine halbe Million zu billigen Zinsen hergegeben. Der hoch fei folgender Baffus wiedergegeben: Das Gericht hat seiner Ent. Ein schwerer Betriebsunfall ereignete sich Montag früh in der herzige Spender hatte bei der Feier nicht unvertreten sein scheidung nur die Frage zugrunde gelegt, ob der Widerspruch der wollen, und da hatte sich's gefügt, daß die Vertretung dem Gesellschaft gegen die Zustimmung zu dem Projekt der Untergrund- Buguspapierfabrik Rungestraße 18. Dem bort beschäftigten verbahn Botdamer Plah- Voß-- Mohrenstraße- Spittelmarkt unter heirateten Bresser P. entglitt bei der Arbeit an der Kniehebelpresse Stadtrat Fischbeck zufiet, demjenigen Manne im Magistrats. Straßen, auf welchen ihr eine Straßenbahn nicht genehmigt ist, be- der Hebel, der ihm ins Geficht geschleudert wurde. B. erlitt eine kollegium, dessen Mangel an Verständnis für für die gründet ist oder nicht. Zu weitergehenden Entscheidungen, ins- schwere Verlegung des Untertiefers und mußte nach der Klinik am fozialen Aufgaben der Kommune in der Stadtverordneten- besondere zur Entscheidung der mit dem vorliegenden Streite nicht Mariannen- Ufer gebracht werden. Versammlung am brutalsten hervorgetreten ist. Herr zusammenfallenden Frage, ob die Klägerin( Stadt) auch in den- Ein Darlehnsfchwindler. Das Polizeipräsidium teilt mit: Fischbeck meinte, die Wohnungsfrage könne in erster jenigen Straßen, durch welche der Beklagten eine Straßenbahn ge- Berlin, 13. März 1905. In der Person des Chemiters Georg H. Linie allein nur gelöst werden durch freie Betätigung jedes nehmigt ist, während der Dauer der mit der Beklagten bestehenden ist ein Betrüger festgenomemn worden. der in jüngster Zeit eine einzelnen"( etwas unflar, aber wörtlich!), doch auch die Verträge Niveau- oder Untergrundbahnen anzulegen berechtigt ist, große Anzahl von Aerzten hier und in den Vororten auf folgende Deffentlichkeit, die Allgemeinheit habe mitzuwirken durch ihr liegt zunächst kein Anlaß vor. Diese Frage scheidet hier aus." Weise geschädigt hat: In Abwesenheit des Arztes erschien er in dessen förderndes Beispiel. Hierzu solle die König Friedrich- Die Stadtbahndiebe setzen trotz der fürzlich erfolgten Verhaftung Wohnung und wollte ihn sprechen, indem er sich, stets mit einem Stiftung" dienen, durch die die Stadt jenen ruhmreichen Tag fuhr der Bauarbeiter N. von Friedenau mit der Stadtbahn nach dem um dem Wohnungsinhaber etwas aufzuschreiben. Dabei entdeďte atveier Mitglieder der Bande ihre Tätigkeit fort. Gestern abend anderen Namen, als Kollege vorstellte. Dann bat er um Papier, der preußischen Geschichte" feiern gewollt habe. Na, schön! Alexanderplatz und versuchte, weil er sich allein in dem Coupé befand, er, daß er sein Portemonnaie in der Klinik oder sonstwo habe liegen Ohne eine fleine Verbeugung nach oben fann selbst einem zu schlafen. Um sich vor einem Diebstahl zu sichern, stedte er feine laffen und bat um ein Darlehn um brei bis sechs Mart, das ihm Fischbeck nichts gelingen. Uebrigens hatte man diesem Fest Hand in die Hosentasche, in der das Portemonnaie mit 35 M. Inhalt auch anstandelos gewährt wurde. Anscheinend ist eine große Anzahl des frei sich betätigenden Bürgertums auch dadurch die rechte befand. Als. am Alexanderplak erivadhte, bemerkte er zu seinem derartiger Betrügereien noch nicht zur behördlichen Kenntnis ge Ein Einbrecher und Messerheld ist der Schlächtergeselle Buhlmann, der am Sonnabend in Friedrichsberg festgenommen und und machte sich dortselbst am Musikautomoten zu schaffen. Nach etwa 10 Minuten verließ P. das Lokal, und nun bemerkte der Gast wirt, daß die Kasse des Automaten erbrochen und ihres Inhaltes von etwa 15 m. beraubt worden war. Mehrere Gäste, die sich zur Beit, als der Diebstahl berübt wurde, in dem Lokal befanden, trafen etwa eine Stunde später den Schlächtergesellen auf der Straße und wollten ihn festnehmen lassen. Der Einbrecher zog ein Meffer und stürzte sich auf die Männer, denen es nur mit Mühe gelang, den Burschen zu entwaffnen. Buhlmann wurde dann einem Gendarmen übergeben. kommen, weshalb alle durch H. auf diese Weise Geschädigten, die Anzeige noch nicht erstattet haben, dies schleunigst bei einem der Polizeireviere oder der Berliner Kriminalpolizei unter Angabe der Tagebuchnummer 1752 IV. 14. 05. nachholen wollen. Straßensperrung. Die Ueberfahrtsgasse am Monbijouplay fowie die am Ende derselben befindliche Schiffsausladestelle wird behufs Ausführung von Reparaturarbeiten vom 13. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Für die Zeit der Sperrung werden Liegefcheine nur solchen Fahrzeugen erteilt, welche nach dem daneben befindlichen Stätteplatz der Firma Oskar Buder ausladen wollen. fich Zum Etat der Volksbücherei referierte Stadtv. von mehr und mehr anzog, glaubte B. ich durch schleunige Flucht aus Gordon. Neben dem bisherigen ersten Verwalker Dr. Richter wird Berlin vor weiteren Geldopfern retten zu können. Zu seinem noch ein Bibliothekar angestellt, ebenso wurden für Hülfskräfte statt größten Schrecken erhielt er auch zu Hause einen„ Brandbrief", in 900 M. 2500 M. und für zwei Büchereidiener 2400 M. bewilligt. melchem der Angeklagte 800 m. verlangte, anderenfalls er die Sache Einen unangebrachten Antrag kann man wohl denjenigen des an die Oeffentlichkeit bringen werde; ihm selbst sei es egal, ob er Magistrats nennen, von einer Neuverpachtung der Trint- ins Gefängnis komme". Seitens des B. wurden Beträge an den hallen Abstand zu nehmen. Von den Bürgerlichen wandten sich Angeklagten abgesandt, die sich in einem Monat auf 700 M. beliefen. die Stadtvv. Hepner und Lohausen, von unserer Seite Ge- In einigen der Breife drohte der jugendliche Erpresser: er werde erst nosse Wollermann gegen diesen Antrag, der mit Recht in B. und dann sich selbst erschießen. Der Angeklagte forderte ab= hygienischer und ethischer Hinsicht der Bevölkerung nur Schaden wechselnd hohe und niedrige Summen und versetzte sein Opfer in eine zufügen kann. Der Magistratsantrag wurde denn auch gegen zwei Lage, die einen geschäftlichen Ruin zur Folge gehabt haben würde. Stimmen abgelehnt. Auf Anzeige des B. hin wurde der gefährliche Mensch am 17. Januar Vom Eliteball. Eine merkwürdige Geschichte, die sich auf der Zur Frage der hiesigen Mittelschule hatte der Magistrat dieses Jahres verhaftet. Er legte sich den Namen„ Kehlborn" bei Unfallstation in der Eichendorffstraße zutrug, beginnt sich zu flären. seinerzeit beantragt, vom 1. April 1905 ab die 7. O.- und M.- Klasse und ließ sich auch unter diesem Namen in das Gefangenenregister Am Freitag morgen um 4 Uhr brachten zwei Männer mit einer aufzulösen, der Ausschuß dagegen empfohlen, die Beschlußfassung des Untersuchungsgefängnisses eintragen. Wegen Erpressung, Droschte ein Mädchen, das am Kopfe verletzt war, und entfernten über diese Vorlage noch weiter zu vertagen. Seitens der Sozial- intellektueller Urkundenfälschung und Beis sich sofort wieder, bevor irgend eine Feststellung gemacht werden demokraten wurde beantragt, die drei untersten Klassen, also die 7., Tegung eines falschen Namens war T. nun gestern vor fonnte. Die Verletzte wurde nach dem Krankenhause Moabit ge- 6. und 5., je alljährlich aufzulösen. der Straffammer angeklagt. Der Staatsanwalt beantragte eine bracht und liegt an einem Schädelbruch vernehmungsunfähig und Stadtv. Prof. Dr. Mellmann konnte eine Daseinsberech- Gefängnisstrafe von 6 Monaten und 3 Wochen. Der Gerichtslebensgefährlich danieder. Wahrscheinlich ist sie nach den Ermitte- tigung für die Mittelschule am Orte, nachdem das Realschulwesen hof, unter dem Vorsiz des Landgerichtsdirektors Menz, ging jedoch lungen der Kriminalpolizei eine Bayerin mit dem Vornamen hier einen solchen Aufschwung genommen hat, nicht anerkennen, erheblich über das beantragte Strafmaß hinaus, in Anbetracht, daß " Fränzi". Sie hatte einen„ Eliteball" im„ Kristallpalast" besucht. es müßten denn noch zwei weitere Stufen aufgebaut werden. derartige gemeingefährliche und schamlose Erpressungen immer mehr Dort stieß sie ein anderes Mädchen aus Eifersucht von der Treppe, Stadtv. 3obel begründet in längeren, treffenden Ausführungen um sich greifen und erkannte auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. so daß sie mit dem Kopf auf die Steinfliesen schlug und sich den die endliche Abstandnahme von einem Experiment, das nicht allein Einen unheimlichen Fund machte am 5. Dezember v. J. ein Schädel brach. Die Leute, die sie nach der Unfallstation brachten, materiell, sondern auch praktisch unhaltbar geworden sei. Er be- Dienstmädchen auf dem Boden des Hauses Akazienstr. 12 in Schönescheuten sich daher vor der näheren Feststellung. antragte die Aufhebung der drei Vorschulklassen. berg. Sie fand zwischen den einzelnen Bodenverschlägen der Mieter Endlich ist es der Feuerwehr einmal geglückt, zwei Burschen die Erhaltung der Schule. punkte der Mittelstandsretter sprach Stadtv. Gottheiner für ein Kleiderbündel und in demselben beim Oeffnen eine Kindesbei der böswilligen Marmierung zu erwischen. Unseren Standpunkt vertrat Genosse lei che, die bereits stark in Verwesung übergegangen war. Am Montag gegenüter. Die 2 Uhr nachmittags wurde von der Burgsdorfstraße, Ecke Müllerstraße Dr. Gerhardt wurde in namentlicher Abstimmung der Ausschuß- legen. Nach einigen weiteren Erklärungen des Bürgermeisters Leiche hat, wie sich später ergab, über 2½ Jahre dort ge= Feuer gemeldet. Es lag wieder Unfug vor. Die Täter waren die Der sofort herbeigerufene Kriminalkommissar Rucks hat. Burschen Franz Kobnisti aus der Sparrstr. 8, der die Scheibe zer- antrag, der die Vertagung über die Beſchlußfaſſung der Magistrats- feſtgeſtellt, daß um den Hals des Kindes ein Taschentuch ſeſt geknotet schlagen, und Albert Bock, Sparrstr. 1, der den Feuermelder in vorlage empfiehlt, mit 21 gegen 15 Stimmen angenommen. Bewegung gesetzt hatte. Potsdam. Vom StandBeim Neubau des Regierungsgebäudes in Potsdam trug fich gestern ein ernstlicher Unfall zu. Von der Höhe eines Turmes, der gerüstet wurde, stürzte infolge eines Windſtoßes nachmittags plötzlich ein langes, schweres Brett nach der Spandauerstraße herab. Es traf die Gattin des Rentiers Freher, welche dort mit ihrem Mann vorüberging, derartig auf den Oberkörper, daß sie bewußtlos niederstürzte. Frau Freher wurde darauf nach dem Krankenhaus gebracht, wo man u. a. einen Armbruch feststellte. war. Infolge der stark vorgeschrittenen Verwesung konnte durch die Obduktion weder die Todesursache noch auch die Frage entschieden werden, ob das Kind lebend zur Welt gekommen war. Als Täterin wurde bald das Dienstmädchen Minna N. ermittelt, welche auch bald einräumte, damals in Diensten eines in jenem Hause wohnenden Offiziers stehend, ein Kind zur Welt gebracht zu haben. Sie habe mit dem bei dem Offizier dienenden Burschen ein Liebesverhältnis gehabt und sei von der Geburt so unerwartet überrascht worden, daßz fie völlig kopflos geworden sei. Sie habe bei dem Kinde keinerlei Leben wahrgenommen und es in ihrer Angst zunächst in einen Karton gepackt, dann in ein Tuch geschnürt und das Paket auf dem Trockenboden untergebracht. Was sie weiter mit dem Kinde, das kein Feuerbericht. Montag nachmittag wurde die Wehr nach dem Laufizerplaz 13 gerufen, weil dort auf bisher nicht ermittelte Weise auf dem Boden des großen Eckhauses Feuer ausgekommen war. Die Gefahr wurde erst bemerkt, als kurz nach 1 Uhr plötzlich helle Flammen durch das Dach des Vorderhauses schlugen. Bei Ankunft des ersten Löschzuges brannte dann schon der größte Teil des Dachstuhles, der nach dem Laufizerplatz hin führt, und es war zu befürchten, daß das Feuer auch auf den angrenzenden Dachstuhl, der mit der Front nach der Eisenbahnstraße liegt, überspringen würde. Bei den Wahlen der Beisitzer zum Kaufmannsgericht in Pots Die Wehr sehte sofort mehrere Schlauchleitungen in Tätigkeit dam gingen die Kandidaten der Arbeitgeber einstimmig als gewählt Lebenszeichen von sich gegeben, vorgenommen und warum sie ihm das und ging von verschiedenen Seiten aus vor. Trozdem dauerte hervor, da nur eine Vorschlagsliste bestand. Bei der Wahl der Bei- Taschentuch um den Hals gewickelt, wiſſe ſie ſelbſt nicht mehr zu es doch über eine Stunde, bevor man Herr des Feuers fizer aus dem Kreise der Handlungsgehülfen bestanden zwei Vor- sagen, da sie vollständig verwirrt gewesen sei. Minna R. stand gestern war und mit den Aufräumungsarbeiten begonnen werden konnte. schlagslisten und zwar die gemeinsame von dem Verein junger Kauf- unter der Anklage des Kindesmordes vor dem Schwurgericht Der Dachstuhl nach dem Lausitzer- Play hin wurde fast vollständig lente, dem kaufmännischen Verein und dem Ortsverein deutscher des Landgericht II. Sie wiederholte, daß das Kind nach ihrer Anmit seinen Bodenräumen vernichtet. Unfug am öffentlichen Feuer- Kaufleute aufgestellten Kandidaten, denen die Kandidaten des deutsch- sicht nicht gelebt habe und daß sie alles, was sie getan, in bewußtmelder lag einer Alarmierung zugrunde, die nachts nach der Choriner- nationalen Handlungsgehülfen- Verbandes gegenüberstanden. Letztere losem Zustande getan haben müsse. Medizinalrat Dr. Pfleger straße 16 erfolgte. Der Täter ist leider unermittelt entkommen. brachten es nur auf 28 Stimmen, während Sie ersteren 51 Stimmen bestätigte, daß sich nicht habe feststellen lassen, ob das Kind gelebt In der Müllerstr. 156 a hatten Möbel und Kleidungsstücke in einer erhielten. Es wurden deshalb sieben Kandidaten der ersteren und hat; wenn es aber gelebt habe, wäre das Umschmüren des Halfes Wohnung Feuer gefangen, das indes leicht erstickt werden konnte. drei Kandidaten der letzteren Gruppe als gewählt proklamiert. geeignet gewesen, den Tod herbeizuführen. Rechtsanwalt Doktor Nach der Bandelstr. 41 wurde die Wehr dann gerufen, weil hier Gas ausgeströmt war und eine Explosion befürchtet wurde. Die Gefahr Wahl nicht beteiligt. Die klassenbewußten Handlungsgehülfen haben sich hier an der Löwenstein beantragte bei diefer Sachlage die Freisprechung, indem er darauf hinwies, in welch furchtbarer Erregung sich die wurde beseitigt. Die übrigen Alarmierungen, die noch aus der Angeklagte befunden und daß deren Angaben glaubwürdig erscheinen, Dranienburgerstraße 64, Landsbergerstraße und noch aus einigen selbst wenn in ihren ersten Aussagen einige Wiedersprüche sich be= anderen Orten einliefen, waren auf ganz geringfügige Anlässe zurückmerkbar machten. Der Spruch der Geschworenen lautete auf Nichtzuführen. schuldig, worauf die Freisprechung der Angeklagten erfolgte. Hermsdorf. Herr Paul Nickel, Lagerhalter, Schliemannstr. 34, bittet um die Feststellung, daß er mit dem wegen wiederholten Sittlichkeitsverbrechens verurteilten Arbeiter Paul Nickel nicht identisch ist. Vermischtes. Jm Hemde, mit der Felddienstmäte und umgeschnallter Koppel, wurde der Grenadier Kuhl von der 1. Kompagnie des 4. Garde Die Arbeiter- Bildungsschule machte am Sonntag mit ihrer Regiments am Rande einer Schonung in der Nähe von Hermsdorf Schiller Feier den Anfang der Ehrungen, die in diesem Jahre am Sonntag vormittag aufgefunden. Zwei Berliner fanden den Schiller- Feier den Anfang der Ehrungen, die in diesem Jahre aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Todestages des wohl bekanntesten Soldaten, der seine Uniform als Kopfunterlage zusammengeballt und beliebtesten deutschen Dichters veranstaltet werden. Eine den hatte, auf der Erde zitternd liegen. Er erzählte auf Befragen über großen Saal des Gewerkschaftshauses bis auf den letzten Platz füllende feinen eigenartigen Zustand, daß er seinen Truppenteil am Sonnandächtige Zuhörerschaft folgte mit Interesse dem formvollendeten Bor- abend während einer Uebung auf dem Tegeler Schießplag verlassen trage des Genossen Dr. Maurenbrecher, der ein anschauliches Bild habe, weil er die Mißhandlungen älterer Mannschaften, denen er dauernd von Schillers Person und Schaffen gab. Die Schauspielerin Frl. Maria ausgesetzt sei, nicht mehr ertragen könne. Die Herren veranlaßten ihn, sich anzukleiden und mit ihnen zu dem Ortsvorsteher nach Holgers rezitierte eine Anzahl der bekannteren Dichtungen des Glienicke zu gehen. Hier wiederholte der Soldat, der völlig erschöpft Dichters, die reichen Beifall fanden. Frl. Betſy Schot erfreute durch den Gefang einiger Schumannscher Kompofitionen Schillerscher var, seine Aussagen, die protokollarisch aufgenommen wurden. An- gerade zurzeit des Schulbeginnes und wie gewöhnlich liefen neben durch den Gesang einiger Schumannscher Kompofitionen Schillerscher scheinend handelt es sich um einen franken Menschen, dessen AnGedichte und Herr Konzertfänger Eugen Brieger trug mit guter Gedichte und Herr Konzertfänger Eugen Brieger trug mit guter gaben aber umsomehr einer eingehenden Untersuchung bedürfen. Technik Teile aus dem Chorwerk„ Die Glocke"( komponiert von May Bruch) vor; beide unterstützt von der Pianistin Fräulein Die Militärbehörde hat die Pflicht, eine schleunige und gründliche Schneider. Der Dichter Schiller dürfte wohl kaum bei den Auflärung dieses sonderbaren Vorfalles zu geben. vielen noch bevorstehenden Feiern, die vielleicht in künstlerischer Form Vollendeteres bringen, eine so hingebende Zuhörerschaft finden, wie sie ihm die Veranstaltung der Arbeiterbildungsschule mit den immerhin beschränkten Mitteln brachte. Theater. Freie Volksbühne. Metropol Theater: Sappho. Schneidigkeit eines Offiziers. In Nürnberg marschierte am Freitag eine Infanterie- Abteilung durch eine Vorstadtstraße. Es war der Truppe zahlreiche Schulkinder her, indem sie den Tritt der Abteilung nachahmten. erkühnte sich sogar, mit lauter Stimme:" Tritt gefaßt!" zu tommandieren. Das erbitterte einen, neben seinem Zuge gehenden Leutnant derart, daß er mit dem blanken Säbel nach dem Jungen schlug und ihm eine breite Klaffende Wunde an der Stirne beibrachte. Als die Mutter, eine Arbeiterfrau, zu dem Leutnant ging, um ihn zur Rede zu stellen, glaubte der Herr sich dadurch aus der Affaire zu ziehen, daß er der Frau einen Thaler als Schmerzensgeld an Theater. Im Schiller Theater O.( Wallnertheaterstraße) Grillparzer hat in diesem Stüd ein Problem behandelt, das auch bot! Das Geld wurde natürlich zurückgewiesen. Anzeige ist erstattet. Die Genickstarre, die in Oberschlesien seit Ende November wütet, geht heute Dienstag das Trauerspiel Gyges und sein Ring" im modernen Leben, allerdings unter veränderten Verhältnissen, breitet sich immer weiter aus. In den letzten Tagen tamen wieder von Friedrich Hebbel zum erfienmal in Szene. Die Besetzung des feine Geltung behält. Die Frau, die selbständig Anerkennung und zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle vor. Die Krankheit herrscht Stückes ist folgende: Kandaules: Erich Ziegel, Rhodope: Anna Ruhm geerntet hat, sehnt sich nach Liebe. Šie leidet hier aber Feldhammer, Gyges: Georg Päschte, Gresbia: Anni Blaha, Hero: Schiffbruch. Der Jüngling, den sie sich erwählt hat, kann die Scheu iezt auch in anderen Gegenden Schlesiens: So wird aus Brieg geMartha Hartmann, Thoas: Mar Reimer, Karna: Hermann Blach. vor ihr dennoch nicht überwinden. Er bleibt ihrer Liebe gegenüber umfassende Maßnahmen zur Verhütung und Weiterverbreitung der meldet, daß dort mehrere Soldaten von Genickstarre befallen wurden. Die Regie führt Willy Werthmann. Luisen Theater. Bum falt. Und als er die Sllavin, ein junges Mädchen, das gänzlich unBenefiz für Herrn Georg Wald gelangt Dienstag" Lorbeerbaum und erfahren ist, das in seiner Kindheit geraubt wurde und nun im Krankheit wurden getroffen. Bettelstab" zur Aufführung. Sylva, Götter, Bottstein, Wald, Hüner, Hause Sapphos aufgewachsen ist, fieht, da wendet sich sein Herz von Niederungen aus den Ufern getreten und steigt weiter.- Der Rhein Hochwasser. Die Fulda führt Hochwasser, sie ist in den Ruff, Dehmig find in den Hauptpartien beschäftigt.- National der gefeierten Dichterin ab und der Sklavin zu. Sie wollen beide Theater. Am Freitag geht neu einstudiert" Das Glöckchen des fliehen. Die Eifersucht und der Haß lassen die Leidenschaft in sowie seine oberrheinischen Nebenflüsse sind im starken Steigen beEremiten" in Szene. Im Lustspielhaus gehen als nächste Sappho hoch auflodern. Sie will Rache nehmen. Dann aber ringt griffen. Die Kölner Pegelhöhe stieg legttägig um 3 Meter. Im Matinee am Sonntag, den 26. d. Mts., folgende Einafter in Szene: sie sich zu einem anderen Entschluß durch. Sie erkennt ihren Fehl- Ruhrgebiet sowie in den bergischen Landen verursachen die ant„ Eine Abrechnung", in einem Aft von Gustav Wied;„ Die Bäuerin", tritt. Sie selbst trägt die Schuld. So geht sie in den Tod und schwellenden Flüsse Betriebsstörungen. Im unteren Laufe So geht sie in den Tod und führt die Wupper Hochwasser, sodaß zahlreiche Schleifereien gezwungen Drama in einem Aft von Klara Biebig;„ Der Außenseiter", Luft- segnet Phaon und Melitta. spiel in einem Aft von Richard Jaffée. Grillparzer hat diesen Stoff, den er nach Griechenland verlegte, sind, den Betrieb einzustellen. Weite Strecken sind überschwemmt. Die achte Männerabteilung des Turnvereins Fichte" hat ihre mit all der Kunst des Wortes behandelt, die die damalige Be- Niedriger gelegene Häuſer ſowie kleinere Anwesen sind ernstlich gefährdet. ein regelmäßigen Turnstunden von Mittwoch und Sonnabend auf schäftigung mit der griechischen, wiederentdeckten Kunst Beruntreuungen eines Rechtsanwalts. Der Rechtsanwalt Schoeppe Dienstag und Freitag abend von 8 bis 10 Uhr verlegt. Die dieser Nachhall Goethischer Zeitnahelegte. Er hat sich dabei nicht in Eisenberg, Ratsherr und stellvertretender Bürgermeister, wurde Abteilung unterstellte achte Böglingsabteilung turnt von jetzt ab iflavisch an das antike Vorbild, die griechischen Dramen gehalten. wegen Veruntreuungen in der Höhe von mehr als 200 000 m. berdie wirkliche Sappho Mittwoch und Sonnabend abend von 8 bis 10 Uhr. Beide Abteilungen wie er den Stoff selbständig handhabte üben in der städtischen Schulturnhalle, Höchstestraße 36/37. Indem nahm sich nicht das Lebenso führte er auch die sprachliche haftet. Die Verhaftung erregt großes Aufsehen. Ein Pfarrer. Unter der Anklage des SittlichkeitsEr legte verbrechens, Veruntreuung von Kirchengeldern, es sich wohl, hinzuzufügen, daß die aufgeklärte Arbeiterschaft, soweit dabei mehr Wert auf die schöne Diktion, als auf den Charakter. Interfchlagung und Betruges hatte sich der katholische wir auf das Inserat in letzter Sonntagsnummer berweisen, erübrigt Gestaltung so aus, wie es ſeinen Intentionen entsprach. fie Interesse für diese edelste Art aller Leibesübungen hat, nur in Dies entsprach seinen Anlagen, die nicht so sehr aufs Revolutionäre, Pfarrer Philipp Küble aus Illereichen vor der Strafkammer in Ruhig diesem Berein ihre Stätte findet. Gäste sind in allen Abteilungen wie wir es in Schillers Dramen sehen, gerichtet war. Memmingen zu verantworten. Die Verhandlung, die zum Teil bei des Vereins willkommen; es finden Aufnahmen an jedem Turnabend fließen diese Verse dahin. Sie gleiten vorbei, sanft, still, harmonisch verschlossenen Türen stattfand, nahm den ganzen Tag in Anspruch. Darum verlangt ein solches Stück vom Schauspieler die höchste Das Urteil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Reife. Es wird schwer sein, heute solche Schauspieler zu finden, die Ehrverlust. in den Turnhallen statt. Aus den Nachbarortèn. Schöneberg. diese Verse ganz mit Leben erfüllen. Die Darstellung war bemüht, Ihren Gendarm zum Bürgermeister gewählt hat das Städtchen dieser schweren Anforderung nach Kräften gerecht zu werden. Kriewen im Kreise Kosten. Von insgesamt zwölf Bewerbern ist der Gertrud Arnold( Sappho) hatte namentlich zum Schluß in der Wandlung vom Zorn zum inneren Frieden ausdrucksvolle Momente. dort seit fünf Jahren stationierte Gendarm einstimmig zum Gemeindeglücklichen Rolle des Phaon fand sich C. Wilhelm, so gut es Einheitlich war die Melitta Erna Ardens. Mit der an sich nicht oberhaupt gewählt worden. ging, ab. Am besten war er in bewegteren Szenen. Gerichts- Zeitung. und ein Wohnhaus zerstört. Die verschütteten Menschen und Tiere Eine Staublawine hat bei Elm( Kanton Glarus) zivei Ställe wurden noch lebend herausgegraben. Jm Wallis wurde ein 18jähriger Jüngling, Alois Biner, von einer Lawine in einen Bergbach hinuntergefegt, wo er als Leiche aufgefunden wurde. Briefkasten der Redaktion. wieder mit einigen vom Ausschuß an das Plenum gelangten Die gestrige Stadtverordneten- Bersammlung beschäftigte sich Etats. Beim Verkehrsetat wurde die Frage der Verbreiterung der Sedanstraße( im Zuge der Kolonnenstraße am Schöneberger Bahnhof) angeregt und vom Stadtrat Erler dahin beantwortet, daß darüber die Verhandlungen mit der Eisenbahnverwaltung noch schweben. Bezüglich der Sedanstraße wird wieder einmal der Abschluß der Verhandlungen mit den störrischen Hausbesitzern„ in Einer jener gemeingefährlichen Erpresser, welsche den§ 175 des baldige Aussicht" gestellt. Zum Vergleich dafür wurde die Neu- Strafgesetzbuchs zu den schamlosesten Erpressungen benutzen, wurde 23. 80. 100 000 M. und freie Wohnung. Die Staatssekretäre( Minister) B. 17. Durch regulierung der Hauptstraße angeregt, wo man aber um die( in der gestern in der Person des 17jährigen Speditionsgehülfen Reinhold haben geringere Einnahmen. Posa 50 000 M. usw. Sedanstraße ftrittigen) Borgärten herumging, da auch hier eine wardella der siebenten Straffammer des Landgerichts I vor- größere Buchhandlungen festzustellen. Franseckistraße. Eine Art Symbol H. M. 10. Wir kennen die Einigung nicht erzielt werden konnte. Zurzeit sind noch gegen sechs geführt. Der Angeklagte ist trob seiner Jugend schon wegen Urkunden- einer Waffengattung, hier der Artillerie. Hausbesitzer vorhanden, mit denen absolut die Verhandlungen aus- fälschung, Diebstahls und Hehlerei vorbestraft. Von früh auf ver- Einrichtungen der Heilsarmee für derartige Swede und Ereignisse nicht. fichtslos feien. Genosse Masuch wies darauf hin, daß hier mit loddert und Feind jeder ehrlichen Arbeit zählte der Angeklagte bald In dem Strankenhaus„ Am Urban" hier erhalten Sie jedenfalls den besten Rat. A. W. 149. Rote Sparkassenbücher seit 1893/94. zweierlei Maß gemessen wird, wenn vom Magistrat gesagt wird, die zu jenen dunklen Existenzen, die sich zu Scharen in der Friedrichstraße Hauptstraße sei eine Verkehrsstraße, was bei der Sedanstraße nicht und in gewissen Cafés herumtreiben. Im Herbst vorigen Jahres Marktpreise von Berlin am 11. März. Nach Ermittelungen des zuträfe. Jedenfalls haben die Steuerzahler der letzteren das Recht, fam der Kaufmann B. aus einer mitteldeutschen Stadt nach Berlin. tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte nicht als Bürger zweiter Stlasse behandelt zu werden. Sämtliche Hier lernte er in der Friedrichstraße den jezigen Angeklagten Twar- 17,40-17,38., mittel 17,36-17,34., geringe 17,32-17,30 92. Redner sprachen sich für eine baldige Regulierung der Sedanstraße, della kennen. Die beiden schlossen bald Freundschaft" und trafen Roggen**), gute Sorte 13,70-00,000, mittel 00,00-00,00 m., geringe Futtergerste*), gute Sorte 16,40-15,10 m., mittel 15,00 unbeschadet der Frage der Vorgartenlandabgabe, aus. Jm Etat ge- sich von nun an ständig in einem Café am Oranienburger Tor. Bald 00,00-00,00. langten für diesen Zwed 33 000 M. zur Einstellung. Ein Gegenstück darauf begann der Angeklagte nach bekanntem Muster seine Er- bis 13,80 m., geringe 13,70-12,50 M. Hafer), gute Sorte 16,20-15,50 M., mittel 15,40-14,70 M., geringe 14,60-14,00 2. Erbsen, gelbe, zum Kochen hierzu bildet der Reitweg in der Martin Lutherstraße. Hier ist pressungsversuche und erhielt auch mehrere hundert Mart. Mit 45,00-30,00 m. Speisebohnen, weije 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00 2. dem Wunsche„ höheren Orts" nachgegeben worden, denn es könnten einer Raffiniertheit, die man ihm als 17jährigen Menschen gar nicht Startoffeln 10,00-8,00 M. Richtstroh 4,66-4,16 m. Heit 9,50-7,40 M. dadurch vielleicht Offiziere veranlaßt werden, in dieser Straße Woh- zugetraut hätte, war es dem Angeklagten gelungen, den Namen und Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schock 4,80-3,00 m. Wohnort des B. zu erfahren. Als 2. die Erpresserschraube immer, nung au nehmen. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. -" 0. Für den Inhalt der Inserate Wallner- Theater. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 14. März. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Cosi fan tutte.( So machen es alle.) Neues königl. Opern: Theater. Der eingebildete Kranke. Dienstboten. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Dedipus. Berliner. Der Kaiserjäger. Westen. Wiener Blut. National. Undine. Die Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Gyges und sein Ring. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Leibalte. Leffing. Elga. Zentral. Die Jurheirat. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Hotel Pompadour. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Kasino. Heirat auf Probe. Deutsch- Amerikanisches. New York. Schiller- Theater Dienstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Gyges und sein Ring. Eine Tragödie in 5 Aften von Friedrich Hebbel. Mittwoch, abends 8 Uhr: Im Hafen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Thalia- Theater. N. Friedrich- Wilhelms städtisches Theater. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Komödie in 3 Akten v. Lothar Schmidt. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Belle Alliance- Theater. Belle Alliancestr. 7/8. Legte Vorstellungen. Heute bis Freitag abends 8 Uhr: Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Täglich abends 7, Uhr: Stürmischer Lacherfolg! Der Kilometerfreffer Sonntag nam. Charleys Tante. 32 Uhr: Der beste Tip. Sonnabend, 18. März, zum erstenmal: Die Rote. Sonntag nadm. 3 Uhr: Deborah. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8, Uhr. Meine Säle in Berlin wie Blumengarten empfehle zu Versammlungen und Festlichkeiten jeglicher Art. 23232* Albert Moerner. Zuijen. Lorbeerbaum und Bettelstab. Urania, Taubenstr. 48/49. Belle Alliance. Der beste Tip. Carl Weiß. Die Kinder des Kapitän Grant. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Herrnfeld: Theater. hains. Die Mehers Paffage Theater. Die 5 Lorrisons. Botten Lasson. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palaft. Wie man Weiber fesselt. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7, Uhr. 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PANO Friedrichstr. 165. 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Restaurant Palast- Theater Dr. med. Liebes Heilanstalt, Wilh. Burg, Lindstr. 3 Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Vis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börse. 9 Uhr! Ein stürmischer Lacherfolg! Zirkus Schumann. Wie man Weiber fesselt. Bum 82. Male: Einzig dastehender Erfolg! Die große Schumannsche mit märchenhafter Pracht inszenierte Ausstattungspantomime in 7 Atten: Eine Nordlandsreise. Im Strahle der Mitternachtssonne. Besonders hervorzuheben: Das große Militär- Gesangsposse von Reiflingen, Verfasser von Mutter Gräbert", Onkel Cohn" ,,, Wie einst im Mai". Vor- und nachher: Die phänomenalen März: Speziali täten allerersten Nanges. Vorher: Konzert. Entree 50 Pf. Freitag, den 17. März: Gr. EliteBorstellung: Lorbeerbaum und Anfang 8 Uhr. Bettelstab. Eisfest in Christiania mit den echten phänomenale Skisprung von der Vorzeiger dieser Annonce zahlen norwegischen Stiläufern. U. a.: Der höchsten Spitze des Zirkus. Borher: Die großartigen neuen Riesen- Mädchen!!! Spezialitäten, Dir. Alb. 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Der Sonntag nachmittags 4 Uhr: In Ver- Große Boffe mit Gesang in 4 Aften tretung. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Abends 8 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. Heute und morgen Mittwoch: Zum " LETZTEN MALE von Jacobsohn und L. Ely. wochentags die halben Kassenpreise. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung Die Riesin ilona, 485 Pfd. schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! ( 500 Person.) mit Bühne Saal( 500 Berjon.) Entree 50, Barrett 75, Sperrfit 1 M. 8. April frei geworden. Anfang 8 Uhr. Borzugskarten zu halben Staffen ist zum Sonnabend, den 1. und Brunnenbreisen haben Gültigkeit. Donnerstag: Zwischen zwei Herzen. Residenz- Theater, Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: New- York". Hotel Pompadour. Zum Donnerstag, abds. 8 Uhr: 427., Ueber'n großen MALE TEICH". Sonntag nachmittags 3 Uhr: Halbe Preise. ,, Ueber'n großen Teich". Schwant in 3 Aften v. Anthony Mars u. Leon Xanrof. Deutsch v. M.Schönau. Uhr: Nora. Sonntag nachm. Passage- Theater. Die Juxheirat. Trianon- Theater. Trianon- Theater. Ant. nahm. Commt.3, Bochentg. 5Uhr. Operette in 3 Atten von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehár. Morgen und folgende Tage: Die Juxheirat. Sonnabend nachhm.: Der gestiefelte Kater. Abends: Die Juxheirat. Sonntag nachm.: Der Zigeunerbaron. Abends: Die Juxheirat. Luisen- Theater. Benefiz: Lorbeerbaum und Bettelftab. Mittwoch: Unsere Frauen. Donnerstag: Gastspiel Matkowsky: Das Leben ein Traum. Freitag: Von Stufe zu Stufe. Sonnabend: Lorbeerbaum und Bettelstab. Sonntag nachm.: Hüttenbefizer. Abends: Lorbeerbaum u. Bettelstab. Montag: Lorbeerbaum u. Bettelstab. Apollo- Theater 218. Friedrichstraße 218. Abends 82 Uhr: Heute und folgende Tage: Das Abenteuer d.Hrn. Malezieng Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Allabendlich: Der Familientag. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Letzte Woche: Die Kinder des Kapitän Grant. Sonnabend nachm. Kinder- Vorstellung, fl. Preise: Die Wünschelrute. Sonntag nachm. 3 Uhr, Parkett 60 Bf. Maria Stuart. : W. Noacks Theater. Das Veilchenmädel. Direktion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Mufit von Prof. Josef Hellmesberger. Borher 8 Uhr: Die neuen März- Spezialitäten. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Lumpazivagabundus oder: Das liederliche Kleeblatt. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf.nchm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. The five sisters Lorrison die bekannten Frauenschönheiten. Bokken Lasson die erotische Straßenfängerin. 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