Nr. 64. Abonnements- Bedingungen: G Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 r., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erichelnt täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 16. März 1905. brauchten. Auch müßte für genügende Helligkeit der Ställe, möglichste Sauberkeit in den Ställen und dafür gesorgt werden, Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Neue Kämpfe bei Tieling. Unfallursachen in der Landwirtschaft. daß alles, was beim Umgang mit den Tieren gebraucht wird, Unsere Vermutung scheint sich in der Tat zu bestätigen, Im Anschluß an den Artikel in Nr. 62 geben wir aus wie Ketten, Halfter usw. sich im guten Zustande befindet. daß die Japaner entschlossen sind, durch einen ernenten allder Unfallstatistik für Land- und Forstwirtschaft noch eine Die nächste Gruppe bilden die Unfälle infolge Zusammen- gemeinen umfassenden Angriff auf Tieling die Vernichtung Reihe Einzelheiten über die Ursachen der Unfälle. Sie lassen bruchs, Einsturzes, Herab- und Umfallens von Gegenständen. Ser Mandschureiarmee zu vollenden. Daß japanische Abwichtige Schlüsse auf den Stand der Unfallfürsorge in der Zur Vermeidung dieser Unfälle ist zu fordern, daß die bau- teilungen sich bereits östlich von Tieling befinden, wurde beLandwirtschaft zu. lichen Einrichtungen der landwirtschaftlichen Betriebe in gutem reits gestern nach amtlichen japanischen Mitteilungen mitgeteilt. Durch Feuer, heiße, äzende und giftige Stoffe wurden Zustande erhalten werden. Ferner sind durch schlechtes Sicherlich haben die Japaner auch bereits im Westen die russi438 Unfälle veranlaßt. Um solche Unfälle möglichst zu ber- Material und mangelhaften Bau der Gerüste, namentlich schen Stellungen bei Tieling umfaßt. Um ihre Einschließung meiden, ist außer der nötigen Geschicklichkeit eine große Auf- durch die Verwendung schadhafter oder zu schwach hergestellter der russischen Armee vollenden zu können und die Russen am merksamkeit und Sorgfalt notwendig. Die landwirtschaftlichen Leitern und schadhafter Seile manche Unfälle verursacht Rückzug zu hindern, scheint ein lebhafter Angriffbon Berufsgenossenschaften aber haben noch immer nicht überall worden. Süden her gegen die russische Armee erfolgt zu sein. Kurodiejenigen Bestimmungen, welche zur Vorsicht mahnen, in ihre patkin meldet wenigstens, daß die Japaner einen energischen Unfallverhütungs- Vorschriften aufgenommen. Borstoß gegen das russische Zentrum südlich von Tieling unternommen hätten. Seine Nachricht lautet: worden wären. Die übrigen Unfälle verteilen sich in folgender Weise: 11 586 Unfälle, davon 528 tödliche, durch Fall aus der Höhe und auf ebenem Boden, 10 486 Unfälle, davon 750 tödliche, bei den Arbeitern 8657 Unfälle, davon 430 tödliche, bei der Bedienung und Benutzung von Tieren, mit Fuhrwert, Petersburg, 15. März. General Kuropatkin meldet unter dem gestrigen Datum, daß er einen blutigen Angriff der Japaner gegen das Zentrum der ruffischen Stellungen am Fanho abgeschlagen hätte; mehr als 1000 Leichen lägen vor den russischen Stellungen. Von den Unfällen, die sich bei der Arbeit mit Handwerkzeug und land- und forstwirtschaftlichen Geräten ereigneten, 162 Unfälle tamen beim Eisenbahnbetrieb, 40 beim Ver- ist wenigstens ein Teil durch Mängel an dem Handwerkzeug usw. fehr zu Wasser vor. Namentlich von den ersten Unfällen verschuldet. hätten viele vermieden werden können, wenn die zur Be- Aehnlich verhält es sich mit den Unfällen beim Auf- und fämpfung der eigentümlichen Gefahren des Betriebes erforder- Abladen von Heu, Transport schwerer Lasten ohne Förderlichen Sicherheitsmaßnahmen, die von einigen landwirt geräte. Mancher dieser Unfälle wäre nicht passiert, wenn schaftlichen Berufsgenossenschaften in ihren Unfallverhütungs- Sas Material zu den Bindebäumen, Bindeseilen oder-fetten Vorschriften gefordert werden, auch von den anderen De besser gewesen und zweckmäßige Hülfsmittel beim Auf- oder haben, als ob die Russen den japanischen Angriff siegreich zurückNach der Meldung Kuropatkins könnte es den Anschein rufsgenossenschaften vorgeschrieben gewesen und dann beachtet Abladen angewendet worden wären. Zu der letzten Gruppe gehören die Unfälle durch Ein- geschlagen hätten. In Wirklichkeit dürfte aber der verlustreiche Baumteilen, Splittern, Nägeln, Steinen usw.) in Augen, Offensive im Süden Zieling nur dem Zwecke, die Rujien einſtdringen von Fremdkörpern( Strohhalmen, Nehren, Dornen, Angriff der Japaner auf eine wohlerwogene Zaktik zurückzuführen sein. Höchst wahrscheinlich diente die japanische Ohren, Hände und Füße, durch Stoß, Schlag, Wurf, Abspringen usw., durch besondere Anstrengung bei land- und weilen so lange fest zu halten, bis die nötige Zahl japaniforstwirtschaftlichen Arbeiten, durch Blikschlag, durch Sonnen- scher Truppen die Einkreisung Tielings boll. stich, Hizschlag, durch Frost, durch Erkältung, Abgleiten und 30gen hat. Der von Kuropatkin erwähnte anho ist ein Fehltreten. Hier wirken zum Teil dieselben Umstände wie füdlicher Nebenfluß des Liaoho und befindet sich knapp 20 stilo6383 Unfälle, davon 392 tödliche, durch Zusammenbruch, bei den anderen Unfällen mit, namentlich ungenügende meter südlich von Tieling und reichlich 50 Stilometer nördlich Einsturz, Herab-, Umfallen von Gegenständen, von Mukden. Sofern sich Kuropatkins Meldung auf einen 4483 Unfälle, davon 80 tödliche, beim Hantleren mit Herrichtung der Arbeitsstelle und schlechter Zustand der Arbeits- Kampf am 14. März, wie wahrscheinlich, bezieht, haben die Das Ergebnis der Unfallstatistik ist demnach, daß Japaner alle Aussicht, ihre Umzingelungsmanöver vollenden aufs flarste die Notwendigkeit und Durchführbarkeit zu können, bevor es den Russen gelingt, ihre Truppen von einer wirksamen Unfallverhütung nachgewiesen ist. Zieling aus weiter nördlich aus dem Bereiche der Japaner aus weiter nördlich aus der lich gehört hierzu nicht nur, daß die erforderlichen Schutz- zurückzuziehen. Die Schlacht am Fanho kann deshalb mit ziemvorrichtungen angebracht werden, sondern daß auch die Ar- licher Sicherheit nur als das erste größere Einleitungsgefecht Am häufigsten werden mithin Betriebsunfälle in der beiter fähig sind, sich der Schutzvorrichtungen zu bedienen. zu der Entscheidungsschlacht bei Tieling angesehen werden! Land- und Forstwirtschaft durch Fall aus der Höhe und auf Hier zeigt sich eine der verderblichsten Folgen der jezigen AusUeber die russischen Verluste cbenem Boden herbeigeführt. Daß es sich hierbei nur zu oft beutungswirtschaft auf dem Lande. Arbeiter, die die brutalite wird gemeldet: um sehr schwere Unfälle handelt, beweisen die 528 Fälle, in Behandlung erleiden müssen, die in ein menschenunwürdiges Tokio, 14. März.( Bureau Laffan".) Japanische denen die Verunglückten an den Folgen des Unfalles starben. Elend herabgedrückt werden, denen ihre geistige Weiterbildung Truppenteile find bereits bis nach Fanchiatun, sieben englische Von der außerordentlich großen Bahl von Unfällen, die so gut wie unmöglich gemacht ist, denen die wichtigsten Rechte Weilen von Tieling, und nach Suangchiawazu, fünf englische durch Fall von Scheunenböden( 1115 Fälle), durch Luken, vorenthalten sind: solche Arbeiter können eben nicht den An- Meilen von Tieling, gelangt. Tieling selbst liegt bereits im Garbenlöcher und dergleichen( 586 Fälle) veranlaßt forderungen der modernen Arbeit gewachsen sein. So lefen Bereich der schweren japanischen Geschütze. Die Gesamt. wurden, sind die meisten dadurch verschuldet worden, wir dann auch auf jedem Blatte der Statistit die Klage, daß 3iffer der russischen Gefangenen beträgt daß die Böden nicht mit dichtem, feftliegendem Belage die Arbeiter bei ihrer Arbeit die nötige Sorgfalt, Aufmert ezt 100 000.( Daily Mail".) hergestellt waren, und an ihnen sowie an den Bodenöffnungen samkeit, Vorsicht und Gewissenhaftigkeit vermissen lassen. sich keine Einrichtungen befanden, welche das Durchfallen oder und die Schuldfrage wird dahin beantwortet, daß auf die Abstürzen hinderten oder auch nur den Verunglückten die Schuld des Arbeiters 27,90 Proz. der Unfälle entfielen, Möglichkeit boten, beim Abrutschen, Ausgleiten, Stolpern, nämlich: Handwertszeug und land- und forstvirtschaftlicher Geräte, 4072 Unfälle, davon 149 tödliche, beim Auf- und Abladen von Hand, Transport schwerer Lasten ohne Förder geräte, 4793 Unfälle, dabon 209 tödliche, verschiedener Art. Frei1,02 auf Leichtsinn( Balgerei, Neckerei, Trunkenheit usw.), 0,20 auf ungeeignete Kleidung( Flattern der Halstücher, Schürzen usw.), 0,18 auf Nichtbenutzung oder Beseitigung vorhandener Schutzvorrichtungen. Hierzu kommen noch: 1,92 Proz. auf Schuld von Mitarbeitern oder anderen Personen. Auf die Schuld der Betriebsunternehmer dagegen entfallen 17,67 Broz. und zwar: 10,75 Proz. auf fehlende oder ungenügende Schutzvorrichtungen, 5,19 Proz. auf mangelhafte Betriebseinrichtungen usw., 1,73 Broz. auf fehlende oder ungenügende Anweisung usw. Von dem Rest der Unfälle entfallen: i Tokio, 14. März.( Bureau„ Laffan".) Alle Meldungen bom Kriegsschauplaze sagen übereinstimmend, daß Kuropatkins Armee fast böllig vernichtet ist. Die Russen stellten fich 25 englische Meilen nördlich von Mukden zum letzten Mal den Japanern entgegen. Die Gesamtverluste der Russen ein schließlich der Gefangenen werden auf 300 000 Mann(?) berechnet. Eine Ergänzungsliste der japanischen Verluste verzeichnet 141 Offiziere als getötet und 752 als berwundet.( Daily Telegraph".) London, 15. März.( Bureaut Laffan".) General Bilderling soll, einer Meldung des Daily Telegraph" aus Tokio zufolge, getötet worden sein. London, 15. März. Der Berichterstatter des„ Reuterschen Bureaus" bei der Armee Kurokis meldet, daß das Land gedrängtboll seivonhungrigen, entmutigten tussen, die sich den Japanern in Trupps ergeben; inzwischen wird die Verfolgung fortgeset. Fehltreten usw. einen Halt zu gewinnen. Wenn auch, be- 25,42 auf Ungeschicklichkeit und Unachtsamkeit usw., merkt hierzu der Bearbeiter der Statistit im Reichs- Ver- 1,08 auf Handeln wider bestehende Vorschriften oder erficherungsamt, in Rücksicht auf die Eigenart der Arbeiten, die haltene Anweisung, auf den Böden vorzunehmen sind, nicht immer eine bollständige Abdeckung der Luken und dergleichen sowie eine unbedingt sichere Absperrung der letzteren und der Scheunenböden angebracht werden kann, so Lassen sich doch Vorkehrungen schaffen, welche eine genügende Sicherheit ergeben und sich im übrigen der Eigenart der Scheunenbenuzung anpassen. Auch ist unter allen Umständen zu verlangen, daß der Bodenbelag der Scheunen genügend ficher hergestellt wird, und die etwa dazu verwendeten Bretter und Stangen nicht zu weit auseinander liegen und nicht aus London, 15. März.„ Daily Telegraph" meldet aus Tokio einander rutschen können. Ferner müssen die Gerüste und namentlich auch die Bühnen fahrbarer Dreschmaschinen mit bom 13. diefes Monats, daß unter den Russen, die sich westlich Viele von Mukden ergeben hätten, sich auch das ganze Absperrungen und Einfriedigungen versehen sein. weitere Unfälle wären vermieden worden, wenn die Leitern 16. Armeekorps befände. Diejenigen, die aus der Nachund Treppen nicht mangelhaft oder mit Schnee, Eis, Dünger barschaft von Mukden entkommen waren, bildeten eine große überzogen, und wenn die Treppen mit Geländern versehen 0,71 Proz. auf Schuld des Arbeiters und Unternehmers Kolonne, die aber, als sie bei Hoka angegriffen wurden, die gewesen wären. In manchen Fällen ist auch unzweckmäßige zusammen, weiße Flagge zeigten. Es halten sich noch viele Russen Aufstellung oder Form der Leitern und Treppen, die den in chinesischen Häusern verborgen; es heißt, General Bilder49,23 Proz. auf unvermeidliche Betriebsgefahr, Füßen keinen genügenden Stützpunkt gaben, die Ursache des 2,57 Proz. auf sonstige Ursachen( höhere Gewalt, Zufällig- Iing fei gefallen. Petersburg, 15. März.„ Nowoje Wremja" schätzt die russiUnfalls gewesen. Das Ausrutschen und Ausgleiten ist meistens feiten usw.). durch schmutzige, feuchte, vom Regen aufgeweichte, eis oder schneebedeckte Fußböden und Wege veranlaßt. Die Ver- feit nicht beigemessen werden. Denn auf die Beantwortung beiden Seiten auf 200 000 Mann. Die Verluste der dritten Diesen Zahlen kann freilich eine unbedingte Glaubwürdig- fchen Verluste auf 130 000 bis 150 000 Mann, darunter 4000 Offiziere. Rußkoje Slowo" veranschlagt die Verluste auf tiefungen, in welche der Absturz erfolgte, namentlich die der Fragen durch geeignete Bertreter haben die Arbeiter in beiden Seiten auf 200 000 Mann. Die Verluste der dritten Steller, waren nicht mit genügenden Abdeckungen oder Ab- der Regel feinen Einfluß. Daher fehlt jede Gewähr dafür, russischen Armee sind nach einer Erklärung des Generals sperrungen bersehen gewesen. daß nicht bei der Ausfüllung des Fragebogens ungerecht. Wasnow noch nicht bekannt. Die Verluste sind in Wirklichkeit An zweiter Stelle stehen bezüglich ihrer Häufigkeit die fertigte Vorwürfe gegen die Arbeiter erhoben und gerecht bedeutend höher. Petersburg, 15. März. Bisher sind noch immer nicht alle Unfälle bei den Arbeiten mit Fuhrwert( Ueberfahren, Ab- fertigte Vorwürfe gegen die Unternehmer vergessen oder übersturz usw.). Sie weisen auch die meiſten tödlichen Folgen fehen werden. Trotzdem ist es fraglos, daß das Verhalten kannt, es herrscht deswegen große Besorgnis über die Einzelheiten über die russischen Niederlagen bei Mukden beauf. Hier muß besonders darauf geachtet werden, daß das ber beteiligten Arbeiter manchen Unfall entweder ganz oder Armee Kaulbars, von welcher noch jede Nachricht fehlt. Geschirr sich in gutem Zustande befindet, die Bremsvorrichtung zum Teil verschuldet hat. In dieser Beziehung wird sicher wirkt, und die Arbeits-, Last- und Aderwagen durchweg aber eine Besserung nur dadurch erzielt werden, daß die Aus- Man befürchtet, daß sie umzingelt worden ist. mit Vorrichtungen zum Auf- und Absteigen versehen werden, beutungswirtschaft auf dem Lande eingeschränkt wird. damit die Arbeiter nicht an den Rädern in die Höhe zu Dieselbe Vorausseßung gilt für die Durchführung der erKlettern oder die Bracke oder andere Wagenteile, die keinen forderlichen Schutzvorschriften. Das Reichs Versicherungsamt genügenden Halt bieten, zum Auf- oder Absteigen zu benutzen bemüht sich, die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften zum Erlaß fachgemäßer Unfallverhütungsvorschriften zu beDann folgen die durch Tiere herbeigeführten Unfälle wegen. Das ist gewig anerkennenswert, genügt jedoch allein ( Stoß, Schlag, Biß usw.) einschließlich aller Unfälle beim nicht. Denn die Vorschriften werden solange toter Buchstabe Reiten. Eine große Zahl dieser Unfälle könnten vermieden bleiben, bis die beteiligten Arbeiter in der Lage find, ihre werden, wenn die Ställe so eingerichtet würden, daß die Beachtung zu erzwingen. brauchen. Arbeiter bem Füttern nicht zwischen die Tiere zu treten. Militärattachees und Korrespondenten gefangen. Der Berichterstatter des„ Reuterschen Bureaus" bei der Armee Kurokis meldet: Die meisten der fremden Militärattachees bei der russischen Armee, einschließlich eines englischen und zweier amerikanischer Offiziere, find den Japanern bei Mukden in die Händegefallen. Die amerikanischen und die englischen Militärattachees find über Liaujang heute nach Japan abgereist.. Die Megeleien in Lodz. Paris, 15. März. Das Journal" erhielt von seinem Bolen spannen sich im wesentlichen die Erörterungen an. Jauch jemand der übrigen Beamten, die in ihrer niedrigen Kriegskorrespondenten Nandeau aus Niutschwang die tele- Das Zentrum wünscht, daß Elsaß- Lothringen eine Existenz vielleicht auch eine Aufbesserung gebrauchen können. graphische Mitteilung, daß er bei Mukden in Ge- selbständige Vertretung im Bundesrat erhält. Die Sozial- Ein Regierungskommissar erklärte, daß die Minister, sowie sie fangenschaft der Japaner geraten sei. Er demokraten verlangen, daß endlich die skandalösen Aus- erst ihre Zulagen erhalten hätten und einigermaßen wieder zu werde mit großer Rücksicht behandelt und hoffe tieferungsverträge zwischen Rußland auf der Kräften gekommen seien, auch an das schwierige Werk gehen bald freigelassen zu werden. einen, Preußen und Bayern auf der anderen Seite würden, für die mittleren und Kleineren Beamten etwas zu tun. Scheitern des nenen Russen- Pumpes. durch einen modernen Auslieferungsvertrag von Reichs Ueber diese Zusage zeigten sich die Beamtenfreunde sehr beglückt. wegen ersetzt werden. London, 15. März.( Bureau„ Laffan".) Die leitenden wegen Die Polen fordern, daß die Eiliger hatte es das Haus mit der Aufbesserung eines anderen deutschen und französischen Banken lehnten es, barbarische Willir der preußischen Ausweisungspraxis Bedürftigen, nämlich des Präsidenten des Abgeordnetenhauses. wie„ Central News" erfahren, für jest ab, Rußland weitere durch eine rechtliche Regelung der Aufenthaltsbedingungen Es wurde ein Antrag angenommen, der für diesen Präsidenten Anleihen zu Kriegszwecken zu verschaffen. Das Hindernis von Fremden in Deutschland beseitigt werde. Der schließ- Repräsentationsgebühren forderte. In der Tat ist das auch für die Aufnahme der Anleihe bilden dem Vernehmen nach liche Ertrag war, daß der Reichskanzler persönlich und durch nicht mehr als recht und billig, seit in neuerer Zeit bei allen Hauptsächlich die Meinungsverschiedenheiten über die Be- seine Vertreter, Posadowsky und Richthofen, feierlichst er offiziellen Feierlichkeiten die Präsidenten der Parlamente gleich dingungen. flärte, daß man gar nicht daran dente, irgend welchen den übrigen Hofbeamten mit zugegen sein dürfen. Unpolitischen Fortschritt im Deutschen Reiche zu dulden. begreiflich war es, wenn man sich am Schluß im Hause Obloohl Herr Spahn, der Gewaltige des Zentrums, selbst wunderte über die kolossale Ueberschreitung des Etats beim die Resolution über die Selbständigkeit des Reichslandes be Titel Ordensausgaben. Im Lande des Ordens pour le Von der russisch- schlesischen Grenze erhalten wir das folgende gründete, bekam er doch keine andere Antwort, als daß Graf mérite! Ja, was soll man denn machen, wenn die Zahl der Privattelegramm: Bülow die Sache für sehr schwierig erklärte und der Regierung verdienstvollen Männer so rapide zunimmt? Die letzte Lodger Megelei, über welche bisher nur offiziell den Zeitpunkt vorbehielt, wann sie sich zu Reformen entschließen gefälschte Telegramme vorlagen, war grauenvoll. In der Fabrit wolle. Genosse Vollmar begründete unser Verlangen der Poznansti standen Frauen und Knaben auf dem Fabrithof. Kündigung der Auslieferungsverträge, die auf dem Gebiete des Der Fabrikdirektor ließ das Zugangstor vom Hof zu den Sälen modernen Völkerrechts kein zweites Beispiel finden. Vollmar wies schließen und Notsfeifen ertönen. Bereitgehaltene betrunkene Kosaten darauf hin, daß man heute wohl nicht mehr wagen werde, stürzten auf die Frauen und Kinder, traten sie zu Boden und den russisch- bayerischen Auslieferungsvertrag so zu begründen, schlugen sie mit Knuten. Die Tore wurden geschlossen. wie es einst der bayerische Minister Crailsheim getan habe, Vor den Leuten waren Kosaken, im Rücken war ein tiefer Teich. der damals ein himmelblaues Idealbild von den vollFlucht war unmöglich. 64 Personen wurden durch Pferde zertreten, kommenen Rechtszuständen Rußlands entworfen habe. An 14 davon sind gestorben. Zahlreiche Frauen und Kinder wurden der Hand eines reichen unwiderleglichen Urkundenmaterials in den Teich getrieben, sechs sind ertrunken, die übrigen wurden gab Vollmar eine Stizze der preußisch- deutschen Abhängigkeit gerettet. Unter den Verwundeten und Getöteten überwiegen die oon dem Zarismus, die selbst einem Bismarck bisweilen unFrauen. Eine Frau gebar ein Kind unter den Hufen der erträglich drückend erschienen sei. Kosakenpferde. Die Antwort war das Dynamitattentat auf das Palais von Poznansti. In Sosnowice ist festgestellt, daß 17 von den bei der Ratharinenhütte getöteten und verwundeten Arbeitern fehlen. Diese 17, darunter Schøververwundete, sind beraubt und von den Soldaten in die Fabriköfen, zum Teil noch lebend, geworfen worden. In den Oefen find versengte Körperteile gefunden worden. * Der frauke Zar. * Der Gesundheitszustand des Zaren soll durch die Nach richten vom Striegsschauplah, nicht etwa durch chemische Mittel erschüttert sein. Er soll jeden Empfang ablehnen. Der Bar ist längst vollständig apathisch. Unzuverlässige ,, Kaiserpagen". Graf Bülow ging in seiner Erwiderung auf die Kennzeichnung des Auslieferungsvertrages überhaupt nicht ein, sondern begnügte sich mit ein paar gar nicht zur Sache gehörigen inhaltlosen Bemerkungen. Auch das übliche sozialistische Pressezitat fehlte nicht. Auf eine Anfrage Vollmars gestand Graf Bülow ein, daß die Hamburg- Amerika- Linie tatsächlich eine Anzahl Schiffe an Rußland verkauft habe. Er erklärte das für keinen Neutralitätsbruch. Dann ließ er sich noch durch ein Telegramm aus Tokio die strikte und loyale Neutralität Deutschlands im ostasiatischen Kriege bestätigen. Nene Verordnung über die russischen Auwanderer! Unter dem 26. Februar 1905 hat der Minister des Innern Freiherr v. Hammerstein eine neue Verordnung über die Behandlung russischer Auswanderer erlassen, die jetzt im Ministerialblatt veröffentlicht wird. Die Verordnung lautet: Borschriften über den Verkehr außerdeutscher Auswanderer über die preußisch- russische Grenze. Zur Regelung des Verkehrs außerdeutscher Auswanderer über die preußisch- russische Grenze wird hierdurch das Nachstehende angeordnet: Der Eintritt in das preußische Staatsgebiet ist nur dann zu gestatten, wenn die Auswanderer einen ordnungsmäßigen Bak, einen mit einer in Deutschland kongeffionierten Schiffahrtsgesellschaft abgeschlossenen Passagevertrag zur Fahrt nach einem außer deutschen Ausschiffungshafen, eine Eisenbahn Fahrkarte bis zum Einschiffungshafen und ausreichende Barmittel besigen, welche ihre Aufnahme an dem Reiseziel, oder im Fall ihrer dortigen Zurüdweisung die Rückbeförderung in die Heimat gewährleisten. Hierzu ist bei gesunden und nicht gebrechlichen Personen von mehr als 10 Jahren eine Summe von je 400 m., bei jüngeren Personen eine Summe von je 100 m. für erforderlich zu halten. Alle außerdeutschen Auswanderer, welche beim Beschreiten der preußisch- russischen Grenze diese Bedingungen nicht erfüllen, haben eine Kontrollstation zu passieren, wie solche zur Zeit in Bajohren, Tilfit, Eydtluhnen, Insterburg, Prostken, Jllowo, Ottlotschin, Posen und Ostrowo bestehen.. Die Einrichtung und der Betrieb dieser Kontrollstationen richtet sich nach den hierfür ergangenen besonderen Anordnungen. Die vorstehenden Bestimmungen treten unter Aufhebung aller entgegenstehenden früheren Anordnungen für alle außerdeutschen Auswanderer, welche die preußisch- russische Grenze überschreiten, in Kraft ohne Unterschied, ob sie von inländischen oder ausländischen Schiffahrtsgesellschaften befördert werden. Herr v. Richthofen gab dann noch ergänzend die Weisheit zum besten, daß die Verträge vom Reiche nicht gefündigt werden könnten, da sie von Einzelstaaten abgeschlossen seien. Preußen denke gar nicht daran, diesen Vertrag zu kündigen, der sich äußerst segensreich bewährt habe. Den Segen fand Herr von Richthofen darin, daß er hinsichtlich der Auslieferung politischer DelinAus Petersburg wird der Vossischen Zeitung" ge- quenten noch keinmal in Anwendung gekommen sei. Niemand schrieben: sei wegen politischer Verbrechen bisher an Rußland ausDie Pragis bleibt also die alte. Es geht aber aus dieser VerAuch wenn der Dementier- Apparat meine Nachricht, der geliefert worden, obwohl der Vertrag gerade in der Zulässigkeit ordnung mit besonderer Deutlichkeit noch einmal hervor, welcher Kaiserpage sei wegen politischer Vergehen verhaftet, der Auslieferung politischer Verbrecher wurzelt. Herr v. Richt- Schwindel damit getrieben wird, daß die Kontrollstationen aus dann aber für geisteskrant erklärt worden, als unrichtig hofen verschwieg nur, daß für preußische Begriffe selbst der Aus- sanitären Gründen eingerichtet sind, während sie in Wirklichkeit bezeichnen sollte, würde ich kein Wort davon zurücknehmen. lieferungsvertrag mit Rußland noch zu viel Rechtsgarantien nur den Zweck haben, die Auswanderer für die deutschen SchiffahrtsDie Zöglinge des Pagenkorps sind ausschließlich Adelige. Sie bietet. find Söhne hochgestellter Offiziere und Beamten. Sie empfangen Man hat deswegen niemand ausgeliefert, gesellschaften einzufangen und andernfalls sie über die Grenze zurüdzubringen. Wenn die Kontrollstationen aus gesundheitlichen Rücksichten eine ähnliche Ausbildung, wie sie unsere preußischen Stadetten weil man den gleichen Zweck durch die völkerrechtswidrige eingerichtet wären, so müßten ja alle Russen und auch alle erfahren. Die beiden obersten Jahrgänge des russischen Pagen Ausweisung über die russische Grenze ohne jedes recht- Desterreicher durch diese Stationen geheit. Nun aber wird ausforps tun ebenso, wie die adeligen Selektaner und Primaner aus liche Verfahren durch einfache Verwaltungsmaßnahmen cr- drücklich angegeben, daß eine Kategorie von russischen Auswanderern Groß- Lichterfde Dienst im kaiserlichen Schloß, jedoch nicht reichen konnte! Mannes ab. * Banerunuruhen. Nowgorod- Siewerst, 15. März.( Offizielle Meldung.) Es geht das Gerücht, daß im östlichen Teil des hiesigen Bezirks Unruhen ausgebrochen seien. In mehreren Dörfern sprechen die Bauern ganz offen von der Aufteilung des Grundbesitzes. Auch fällen sie in den Waldungen eigenmächtig Holz. Nach den betreffenden Dörfern wurden Rosaken abgesandt. -* * Die Lage im Raukasus. Batum, 15. März.( Offizielle Meldung.) Das Post- und Telegraphenamt zu Samzedi ist von Plünderern angegriffen worden, die 2000 Rubel raubten. Politifche Ueberlicht. Garantien. die Kontrollstationen nicht zu passieren braucht. Die Gesundheit lediglich bei Festlichkeiten, sondern seit etwa drei Jahren auch Einen unentivegten Verteidiger fand der russische Aus der russischen Auswanderer wird durch das Wunder eines als Wache an den inneren Gemächern der kaiserlichen Familie. lieferungsvertrag in dem Führer der Konservativen, dem Grafen ordnungsmäßigen Paſſes, einer Schiffahrtskarte und genügender Der beste Schüler vom ältesten Jahrgang wird zum Feld- Limburg- Stirum. Zwei polnische Redner brachten in Barmittel so sehr über jeden Verdacht erhoben, daß webel" ernannt und erhält dadurch den persönlichen Dienst beim Kontrolle nicht mehr nötig ist. Ein ordnungs Zaren. Es ißt fich denken, daß die Auswahl dieses Feldwebels" einer großen Anzahl von Fällen die barbarischen Willkürakte eine mäßiger russischer Paß, den Deserteure naturgemäß niemals nicht allein abhängig ist von guten, wissenschaftlichen Leistungen, preußischer Ausweisungen zur Sprache. Insbesondere trug haben können, hat für die preußische Regierung geradezu die Wirkung sondern wohl weit mehr von der Familie und der Kinderstube. der Pole Chrzanowski in eindrucksvoller Rede eine An- eines russischen Heiligenbildes, das Blinde sehend und Lahme gehend Umso größenx Bedeutung hat der Vorgang, der den jungen Mann zahl unerhörter Fälle vor. Graf Posadowsky, der auch machen kann. Schaffe Dir einen ordnungsmäßigen Baß und fue als Revolutionär entlarvte. Welche Gärung muß in den Familien nachweisen mußte- hoffentlich wider seine bessere Erkenntnis-, Geld in Deinen Beutel, so bist Du für die preußische Regierung geder höchsten Aristokratie herrschen, wenn selbst der Kaiserpage sich daß das preußische Ansiedelungsgesetz mit der Reichsverfassung sund; so Du aber aus Rußland ohne formgerechte Papiere geflüchtet dazu hergeben kann, sich an einer Verschwörung gegen die Berson übereinstimme, erflärte es für unmöglich, eine rechtliche bist, so giltst Du für seuchenverdächtig und hast nur noch die Wahl des Zaren zu beteiligen und selbst die Vorbereitungen zu einem Regelung des Aufenthaltes der Fremden zu schaffen. Jeder zwischen Ballin und der Mandschurei. Anschlage zu treffen! Denn darauf zielte die Tätigkeit des jungen Staat müsse Herr in seinem Hause bleiben. Tatsächlich gibt es außer Preußen keinen Kulturstaat, der solche Willkür Deutsche und französische Neutralität. im Fremdenrecht noch wagt. In England und Belgien zum Graf Bülow erklärte heute im Reichstag, daß Deutschland Schiffsverkäufe von Beispiel haben die Fremden genau festgestellte gesetzliche stritteste Neutralität wahre. Privaten an die kriegführenden Nationen seien völlig zulässig. Zwischendurch behandelte Müller Meiningen die Natürlich könnten die Mannschaften verkaufter Schiffe Schußlosigkeit des geistigen Eigentums in den Vereinigten nicht gezwungen werden, der als Käufer auftretenden Staaten von Amerika. Vom Bundesratstische wurde ver- Macht ihre Dienste zu leihen. Sotveit sind die Erklärungen sichert, man würde sich Mühe geben, den Zustand zu des Reichskanzlers ganz zutreffend. Es kann aber auch der bessern. Eine Zirkus Busch- Rede hielt der Graf Reventlow, Zustand eintreten, daß fein Verkauf von Schiffen erfolgt. der über Marokko, über die deutschen Studenten, über Auto- sondern daß die Schiffe der friegführenden Macht formell mobile, Sportwesen, die dekorative Wirkung preußischer nur mietweise zur Verfügung gestellt werden, daß sie aber Minister bei Spalierbildungen und endlich mit besonderer in Wirklichkeit zum Bestandteil der Marine der Gründlichkeit über die Rassenfrage sprach. Herr betreffenden Macht werden. Ein solches Verhältnis scheint Reventlow will die Einführung einer schwarz- weißen zurzeit zwischen der Hamburg- Amerika Linie und Mischlingsrasse in den afrikanischen Stolonien von vornherein Rußland zu bestehen. Veröffentlicht doch die„ Neue mit Feuer und Schwert unterdrücken. Jede Vermischung Hamburger Zeitung" den Brief aus Madagaskar, in von Weißen mit Schwarzen soll unter Strafe gestellt werden. dem es heißt: Noffi- Bé, d.. Febr. 05. Ganz besonders bedenklich findet der Graf Reventlow es, daß die deutsche Herrenrasse der preußischen Leutnants durch die Am Mittwoch stand im Reichstag der Reichskanzler Kameradschaft mit kommandierten chinesischen Offizieren entauf der Tagesordnung. Es wurde im wesentlichen über den würdigt werde. Auch fand er es unerklärlich, daß ein deutscher politischen Tribut verhandelt, den das zum Deutschen Reiche Diplomat im Dienst bleiben dürfe, obwohl er das Verbrechen bebergrößerte Preußen seit jeher dem Zarismus zu zahlen hat. gangen habe, eine mongolische Dame zu heiraten. Ueber den Der Etat des Reichskanzlers, als des Verantwortlichen der einem Mongolen verliehenen Orden pour le mérite äußerte sich auswärtigen Politik, ist recht eigentlich der Etat des Graf Reventlow trotz erinnernder Zwischenrufe, nicht. Die Zaren. Freilich ist die zaristische Radaustimmung der Re- Ausführungen des Grafen fanden eine ungetrübte Heiterkeit, gierung innerhalb Jahresfrist bedeutend gemindert. In obwohl sie eigentlich als groteste Beiträge zum parlamenEngland soll es Gesellschaften geben, die die Besitzer russischer tarischen Stritinismus betrübend waren. Papiere gegen Kursverluste in der Weise versichern, daß sie Versicherungsverträge auf das Leben des Zaren abschließen. Sehr optimistisch sind diese Gesellschaften nicht, denn sie verlangen von den Versicherten 33 Proz. Prämie, gewähren also dem Selbstherrscher aller Reußen nur eine Lebensdauer von drei Jahren. Man muß zugeben, daß das Abgeordnetenhaus auch ein Auch unser Reichskanzler des Zaren fühlt sich seiner Sache Herz für die Enterbten des Volkes hat. Es hat heute nicht mehr ganz sicher. Heute hofft er nur noch, daß sich die die armen preußischen Minister mit Stellenzulagen bedacht, Großmachtstellung, nicht der Zarismus Rußlands erhalten deren sie allerdings reichlich bedurften. Es war die höchste werde und er bleibt mit dieser zaghaften Hoffnung sogar Zeit, daß die soziale Wertschäzung des Ministerstandes in unter den zuversichtlichen zuversichtlichen Erwartungen der Sozial- Preußen gehoben wurde. Aber was soll diese geringe demokraten, die überzeugt sind, daß die wahrhafte Zulage? Glaubt man wirklich, daß ein preußischer Großmachtstellung Rußlands erst in dem Augenblick beginnen Minifter damit den stets steigenden Anforderungen wird, wo eine freie russische Republik die Entfaltung der gerecht werden kann, die ihn gestellt werden? russischen Volkskraft ermöglicht. Man darf nach den Aeuße- Das reicht ja kaum für die Denkmalsenthüllungen, und rungen des Reichskanzlers erwarten, daß er sich auch schließ- dazu kommen doch noch die Automobilrennen und dergleichen! lich mit einer russischen Republik abfinden würde, wenn sie und hofft man im Ernst, daß der Geheimrat Kirdorf einen einmal da ist. Die Diplomatie, die bisher nur russisch sprach, Angestellten, der 50 000 m. bekommt, etwas achtungsvoller hat inzwischen japanisch gelernt. Einsteilen freilich hält behandelt, als so einen armen Hungerleider mit 36 000 m.? Graf Bülow noch äußerlich verstockt die zaristische Politit in Wir glauben nicht, daß den Herrn Kirdorf, Löwe und ihren Deutschland aufrecht. Gattinnen in Zukunft die jungen Leute aus ihren Bureaus", Berlin, den 15. März. Der Etat des Zaren! Am Donnerstag wird die Debatte mit einer Rede des Genossen Bebel eröffnet. Preußisches Abgeordnetenhaus. Die politische Erstarrung des Deutschen Reiches trat die preußische Minister werden, mehr imponieren als bisher. geradezu erschreckend in diesen Debatten zutage. An Nachdem das Haus so für die armen Minister gesorgt Resolutionen des Zentrums, der Sozialdemokratie und der und sie aus dem bittersten Elend emporgezogen, gedachte Nun liegen wir seit dem 8. Januar in dieser öden Bucht, also schon über drei Wochen, und hoffen noch immer auf eine irgendwie endgültige Entscheidung für uns, aber nichts vont alleden; jetzt sind wir entlöscht, bis auf 900 Tonnen Kohlen, aber definitiven Entscheid, was mit uns werden soll, haben wir noch nicht erhalten. Es wird gesagt, daß der russische Admiral fernerhin nur Schiffe der H. A. 2. als Kohlentransporter um sich haben will und wir wohl wieder die Ladung der anderen kleinen gecharterten Dampfer nehmen würden, also hätten wir die Arbeit doppelt, erst unsere Ladung gelöscht, noch mal wieder voll geladen und dann wieder gelöscht und so weiter! Es ist, um aus der Haut zu fahren. Endlos, endlos scheint mir diese Reise zu werden, noch dazu, wo man nicht mehr weiß, wohin es geht und dann dieses Abhängigkeitsgefühl vom russischen Admiral, das so nach und nach in uns großgezogen wird; es ist gerade, als ob er über Leben und Tod, über Sein und Nichtsein gebietet. Eines Abends verlangt der Admiral bestimmte Antwort innerhalb einer Stunde, ob die Paketfahrtschiffe mitgehen oder nicht, widrigenfalls er den Kontrakt als erloschen erkläre und seinen Schuh, den er uns hätte angedeihen lassen, entzöge. Wir sind Deutsche und stehen unter russischem Schuh?? Wie reinit sich das? Den anderen Morgen haben sämtliche Schiffe der Hamburg Amerika Linie Order, den Hafen von Nossi- Be zu verlassen. Wir warteten noch und erhielten wieder Order, unsere Kohlen weiter zu entlöschen und sind jezt auf 900 Tonnen enflöscht. Heute fangen sie an, uns einige 100 Tonnen wieder hineinzuschütten. Jmmer Neues, Dummes, Widerfinniges, und dabei zu stehen und alles über sich ergehen lassen, vollständig abhängig, alles ruhig ohne Murren abwartend, was der Herr Admiral über uns gnädig beschließen wird! Da hat man sich dann wohl zu fügen, zudem jest wieder Order von Hamburg gekommen ist, mit dem Geschwader weiterzugehen; wir wünschen alle nur, sobald wie möglich die Heimreise wieder anzutreten und den Russen samt seiner Flotte weit, weit außer Sicht zu haben. Wie man aus dieser Darstellung ersieht, befinden sich die Mannschaften, denen der Russendienst in der Seele zuwider , in einer eigenartigen Zwangslage. Sie stehen faktisch| meister um Besserstellung. Auch in diesem Jahre floß die der, wie die Köln. Volksztg." selbst hervorhebt, niedrigen Beiträge unter dem Befehl Roschdiest wenstis, während Verwaltung von„ Wohlwollen" über, aber geschehen ist immer besteht. sie doch durch die Fiktion, noch im Dienste der Hamburg- noch nichts, obschon die Budgetkommission im Vorjahre die Wir haben selbstverständlich nichts dagegen, wenn die„ Kölnische Amerika- Linie zu stehen, verhindert werden, ihr Dienstverhältnis Petition einstimmig zur Berücksichtigung überwiesen hatte. Arbeiter macht sich von dem geistlichen Gängelbande bald ganz Bolkszeitung" dafür wirkt, daß das anders werde. Der denkende zu lösen! Db solche Zustände fich mit einer ehrlichen Immerhin darf man nach den diesjährigen Erklärungen des frei, Neutralität vertragen, erscheint uns mehr als fraglich! Schafekretärs erwarten, daß nunmehr die Sache in Das aber geht ganz bestimmt aus dem Briefe hervor, Fluß kommt. daß Frankreich die Neutralität in unverfrorenſter Weise Eine Petition der Militärbüchsenmacher wurde durch bricht! Seit Monaten verkehren die russischen Kriegsschiffe Uebergang zur Tagesordnung erledigt; die Regimentsschneider in seinen madagassischen Häfen wie im eigenen Lande, während dagegen dem Wohlwollen der Verwaltung empfohlen. sie nach Einnahme des nötigsten Schiffsbedarfs binnen. 24 Stunden hätten die Gewässer von Madagaskar verLassen müssen! Die Verhandlungen wurden auf Donnerstag vertagt. Die Bestialität des Krieges. Eine Frau aus bürgerlichen Kreisen übersandte uns vor einigen Tagen eine Nummer des Scherl- Blattes, in der ein Kriegskorrespondent mit Begeisterung von den bevorstehenden neuen Schlächtereien sprach. Der gemütvolle Berichterstatter, ein Herr v. Binder- Krieglstein, schloß seinen Artikel mit folgendem Juchzer: Bald setzt ein neuer Aft im Kampfe um die Vorherrschaft in Ostasien ein. Prachtvoll, wenn man dabei sein darf. Die Schadloshaltung" der Glücksburger. Selbst die„ Deutsche Daß Japan sich diesen ungeheuerlichen Neutralitätsbruch Tageszeitung" findet, daß der gestern von uns besprochenen Rentenschweigend gefallen läßt, erklärt sich aus seiner Lage. die allerdings nach unserer Auffassung nicht im mindesten vorlage für das Haus Glücksburg eine Begründung beigegeben sei, Es muß während des Krieges alles vermeiden, wodurch es genügt, um die Forderungen des Gesetzes ausreichend zu beDer Brief der bürgerlichen Frau forderte uns auf, dieses sich mit den anderen Mächten überwerfen könnte. Seine gründen". Dokument unsäglicher Roheit mit der nötigen Schärfe zu Repressalien muß es auf später vertagen. Der Zeitpunkt Das Blatt hofft, daß man in der Kommission noch weitere glossieren. Sie selbst ließ sich über den Kriegsberichterstatter, gründlicher Abrechnung kann sich ja in Zukunft leicht einmal Aufklärungen erhalten würde. Kein Zweifel, das Dreiklassen- Ser die entsetzlichen Menschenschlächtereien in Ostasien als eine bieten. Deshalb fließen die Lippen der japanischen Diplomaten parlament wird sich schon überzeugen lassen! Art Gladiatorenkämpfe zu genießen scheint, und das Blatt, von Honig über, während es in ihrem Inneren tocht. Aus Der Friderizianische Gewehrgriff". Vor einigen Jahren ist den das sich nicht geniert, eine solche Roheit seinen Lesern zu bieten, diesem Grunde war es auch ein billiger Triumph des Grafen Garderegimentern zu ihrem überreichlichen Paradewesen der alte in einer Form aus, deren ehrlichen Zorn wir nur zu ſehr Bülow, sich auf das japanische Telegramm zu berufen, das Friderizianische Parade- Gewehrgriff verliehen worden. Sowohl in nachempfinden, die sich aber einer Wiedergabe durch die Presse Deutschlands Neutralität scheinbar dankbar anerkennt. Ist der militärischen Literatur als auch im Reichstag von sozialdemo Japan erst mit Rußland fertig geworden, hat es seine Welt fratischer Seite ist Kritik über diese Belastung eines Teils der Armee leider in solchem Fall muß man wirklich sagen: leidermachtstellung zur See und zu Lande befestigt, so wird es eine geübt worden. Genützt hat diese Kritik bisher nichts; eine Nachricht entzieht. Der Roheitsausbruch des Herrn v. Binder- Krieglandere Sprache führen! Dann wird vielleicht auch die Zeit aus Potsdam erinnert, daß jener famose Griff noch mit hartnäckiger stein befand sich in der Nummer vom 5. März. Zwei Tage Geduld gedrillt wird: vorher, am 3. März, hatte das Scherl- Blatt den Bericht eines fommen, wo es Deutschland seine Russenbegünstigung mit„ Der Kaiser wird noch vor seiner Abreise nach dem Mittel- anderen Kriegsberichterstatters veröffentlicht, in dem die Zins und Zinseszins heimzahlt! meer in Potsdam die zweite Stompagnie des ersten Garde- entsetzliche Verrohung und Verwilderung der Soldaten durch regiments zu Fuß, deren Chef der Kronprinz ist, im Lustgarten den Krieg geschildert wurde. Dieser Berichterstatter erzählte besichtigen. Infolgedessen übt der Kronprinz jest täglich mit allerlei über den fast freundschaftlichen Verkehr der beiden der Kompagnie den Parademarsch mit dem alten Friderizianischen Armeen am Schaho zur Zeit der Schlachtenpause. Dann fuhr Gewehrgriff ein. Im Anschluß an die Kompagniebesichtigung Deutfches Reich. Militäretat. Die im Hauptetat für 1905 geforderten 11 Millionen Mart für neue strategische Bahnen wurden von der Budgettommission des Reichstags am Mittwoch nach einer langen Debatte bewilligt, in der Abgeordnete aus Westund Süddeutschland die Gelegenheit nicht vorübergehen ließen, einige Wahlkreisschmerzen anzubringen. Abg. Dr. Südekum schlug vor, die Mahnung des Generals Gallwig, sparsame Wirtschaft beim Militäretat zu üben, dadurch zu befolgen, daß man 65 Stellen persönlicher Adjutanten bei deutschen Fürsten und Prinzen streiche und dadurch eine dauernde Ausgabe von 275 000 m. vermeide. Der Kriegsminister erklärte, daß das nicht angängig sei, da diese Adjutanten auf Grund der verschiedenen Militärkonventionen den Fürsten, den preußischen Prinzen aber auf Grund eines seit unvordenklichen Zeiten eriſtierenden Brauches" gestellt würden. Auch den Mehrheitsparteien war dieser Antrag natürlich nicht genehm; sie lehnten ihn gegen die Stimmen der Linken ab. wird sich der Kaiser einige Potsdamer Kavallerie- Regimenter im er fort: Fußererzieren vorführen lassen, die jetzt gleichfalls Vorübungen dazu vornehmen." Der Friderizianische Griff mag dem Kronprinzen und seiner Kompagnie faure Mühe und viele Zeit kosten. Das Studium des Griffs foll so schwierig sein wie etwa das von einem halben Dutzend Gewehrgriffen zusammen. = Es wäre interessant festzustellen, wieviel Zeit die Garderegimenter für Parade- Ausbildung verbrauchen und der kriegsmäßigen Ausbildung entziehen. Die zweijährige Dienstzeit würde sich allein aus solcher Berechnung als weitaus zu lang herausstellen. Wenn die Kavallerie langwierige Uebungen im Fußererzieren machen soll, so wird damit gleichfalls ein neuer Beweis für die Notwendigkeit der Verkürzung des dreijährigen Reiterdienstes erbracht.Schiller in der Waschküche! Der Landgerichtsrat Hagemann, mitglied des Reichstages, legt in der Scherlichen Waschküche unter dem Titel„ Schiller und die Sozialdemokratie" die Personalakten des Dichters nieder, wie er sie sich angelegt hat. Er hat aus dem Büchmann Zitate herausgelesen, wonach Schiller ungefähr die Weltanschauung eines nationalliberalen Abgeordneten, Landgerichtsrates und Mitarbeiters des„ Tag" aus dem Jahre 1905 gehabt habe. Der brave Parlamentarier arbeitet mit den Schiller- Worten, die in wärts", wenn auch nicht so ernsthaft wie von Herrn Landgerichtsrat der Unterhaltungebeilage der letzten Sonntagsnummer des„ VorHagemann, verwertet worden sind. Von dem Dichter, der sein erstes Wert als wider die Tyrannen schon auf dem Titelblatt bezeichnet hat und der dieser Auffassung niemals untren geworden ist, fennt der Landgerichtsrat nur den Attenvermerk eines gitates Eine geforderte Stellenvermehrung beim Großen Generalstab gab dem Abg. Bebel Veranlassung, auf Grund ihm gewordner Nachrichten Erkundigungen über die dienstliche Tätigkeit eines Grafen Heinrich v. Moltke einzuziehen, der als Abteilungschef im Generalstab geführt wird. Man habe ihm mitgeteilt, daß dieser Graf v. Moltke zum persönlichen Dienste des Kaisers fommandiert worden sei und nur zur Erhebung seines Gehaltes im Generalstab auftauche. auftauche. Der aus der Jungfrau: Kriegsminister bestritt die Richtigkeit dieser Mitteilungen; der Graf Moltke sei zwar à la suite des Kaisers gestellt worden, leiste aber auch seinen regelmäßigen Dienst im Generalstabe; zum Kaiser würden auch andere Offiziere, z. B. Divisionskommandeure, kommandiert, ohne daß man sagen könne, fie täten ihren Dienst nicht. " Man vergleiche hiermit die blinde, rasende Wut, wie sie beim Bajonettkampf zum Ausbruch kommt, dieser gräßIichen, stummen Schlächterarbeit der russischen Lieblingswaffe. In diesen Augenblicken sind die Leute wie zu Tieren verwildert, mit geschlossenen Augen stechen sie drauflos, auf alles, was ihuen in den Weg kommt, ob Freund, ob Feind, ob Leichnam oder Verwundeter, und man hört kein Wort, kein Kommando, nur das Krachen der Knochen und die entsetzlichen Aufschreie der Verwundeten. So äußern sich die Offiziere, welche derartige Bajonettattagen mitgemacht haben; sie glauben, daß der Mensch bei einem solchen Gemetel sich in einer Art Wahnsinn befindet und nicht weiß, was er tut. Beim Sturm auf den Putilow. hügel" erzählte mir ein Leutnant sehe ich, als wir die Stellung der Japaner erreicht hatten, vor mir einen vereinzelten japanischen Offizier, der Revolver und Säbel fortwirft und beide Hände in die Höhe hebt, zum Zeichen, daß er sich gefangen gibt. Ich wollte ihn durch einige Mannschaften ab führen lassen, doch plötzlich, ehe ich es verhindern konnte, stürzen sich sechs von unseren Leuten mit dem Bajonett auf ihn, und in wenigen Sekunden lag vor mir eine zuckende, blutige Masse. Als ich später die Leute zur Rede stellte, konnten sie sich nur unklar des ganzen Vorfalls erinnern und sagten, sie hätten so viel Blut rauchen sehen, daß sie ganz die Besinnung verloren hätten einer erklärte, ihm sei zumute, als ob er drei Flaschen Wodka getrunken habe." Hier wird also die Kampfeswut der Soldaten im Nahkampf und solche Nahkämpfe find in Ostasien in jeder Schlacht vorgekommen mit der Stimmung verglichen, die durch den unmäßigen, den Menschen zum Vich herabFür seinen König muß das Volk sich opfern, würdigenden Genuß von Alkohol erzeugt wird. Dieser Bericht Das ist das Schicksal und Gesetz der Welt." stand, wie gesagt, in der Nummer vom 3. März, und in der Interessant ist in dem mit der abfoluten Unkenntnis Schillers Nummer vom 5. März durfte der andere Kriegsberichterstatter langweilig geschriebenen Waschküchenartikel nur die Verteidigung des bereits sein abschenliches Vorbehagen über die in Aussicht von Schiller im Tell verherrlichten Tyrannenmordes. Die Schweizer Verschwörer hätte die glühende Baterlandsliebe zusammengeführt. stehenden neuen Massenschlächtereien zum Ausdruck bringen! Zur Verteidigung ihrer nationalen Güter hatten sich die Abgesandten Wie bestialisierend der Krieg in Wirklichkeit nicht nur auf Ein eigentümliches Schicksal hatte ein Anfrage des Abg. der drei Urtantone hochverräterisch verschworen. Der Landgerichts- die an Bajonettkämpfen beteiligten Soldaten, sondern auf die Dr. Südek um über die für Generalstabsoffiziere der Armee- rat Hagemann erkennt mithin als sittliches Recht an, daß man zur Soldaten überhaupt, ja auch auf alle unbeteiligten Teilnehmer Inspektionen geforderten Gehälter. Darunter befindet sich verteidigung nationaler Güter auch Tyrannen morden darf. Es am Kriege wirkt, das schilderte gleichfalls am 5. März ein neben dem Gehalte eines Generalmajors auch noch das eines kommt also nur noch darauf an, was man unter nationalen Gütern anderer Kriegsberichterstatter in der Frankfurter 3ei. Regimentskommandeurs. Nun weist aber die Rangliste gar versteht. Sicherlich wird der Herr Landgerichtsrat die Erhaltung tung". Dieser Kriegsberichterstatter meldete, daß er die der Muttersprache zu dieſen nationalen Gütern rechnen. Daraus keinen Obersten in der Stellung eines Chefs des Stabes bei ergeben sich für die sittlichen Rechte etta unserer preußischen Heimreise angetreten habe und motivierte die Rückkehr durch einer Armee- Inspektion auf; es eriſtiert überhaupt nur ein Polen höchst ausschweifende Möglichkeiten, die im Munde eines folgende Darlegung: cinziger solcher Chef, nämlich ein Generalleutnant v. Gayl nationalliberalen Landgerichtsrates von heute kaum vermutet werden" Ich bin nicht im Zweifel darüber, daß ein sieben Monate bei der 1. Armee- Inspektion. Bei allen übrigen Armee- Inspet- fonnten. Das tommt aber davon, wenn man für Herrn Scherl toren wird kein Stabschef geführt. Weder der Kriegs- Schiller nationalliberalisieren will. minister noch seine Kommissare, die im übrigen bestritten, Um des Kaisers Bart. Vorgestern wurde bekannt, daß der daß die Rangliste zu Vergleichen mit dem Etat herangezogen Kaiser den Sieg des Protestantismus über den Katholizismus nach werden könne, vermochten auf diese Anfrage eine befriedigende 500 Jahren in Aussicht stellt. Darob katholisches Wehtlagen und Antwort zu geben. Die Mehrheitsparteien ließen durch den evangelischer Jubel. Gestern wurde bekannt, daß der Kaiser den in Mund der Abgg. v. Sardorff, Roeren usw. ihr volles Ver- Eisenach versammelten Studenten telegraphisch empfahl, anders Gefrauen zur Militärverwaltung aussprechen und lehnten den finnten die Freiheit zu lassen. Darob katholischer Jubel und evanAntrag des Abg. Dr. Süde fum, die Beschlußfassung über gelisches Wehklagen. den Titel bis nach genauer Darlegung des Sachverhalts auszusetzen, ab. Der Titel wurde gegen die Stimmen der Linken angenommen. Katholische und Evangelische freischen laut, daß jeder von ihnen des Kaisers Meinung für sich habe. Die„ Germania" erklärt, wie wir schon zitierten, das Kaifertelegramm als eine ernste Mahnung, ja geradezu eine schallende Ohrfeige" für die Studenten, welche gegen das katholische Verbindungswesen eifern. Und der„ Reichsbote" erklärt die Erklärung der Germania" für eine geradezu freche Ausnutzung der schlichten Worte des Kaisers zugunsten der ultramontanen Bestrebungen, zumal nachdem der Kaiser erst vor wenigen Tagen zu erkennen gegeben hat, daß er von dem Ultramontanismus nichts wissen will und seine Bekämpfung billigt". " Katholische Keher. langer, moderner Krieg im fernen und fremden Lande mehr als genug ist für einen, dessen Vaterland in keiner Weise an dem Kampfe beteiligt ist. Denn unzertrennlich von einem modernen Feldzug, wie der mandschurische, sind nicht nur Entbehrungen aller Art und physische Anstrengungen, die nach und nach die Gesundheit untergraben und das Dasein zu einer Qual machen, sondern vor allem bewirken die Erlebnisse und Eindrücke des Krieges eine Erschlaffung und Verrohung des Gemüts. Der Krieg ist der Tummelplatz aller niedrigen Instinkte, der Beförderer aller unfittlichen Neigungen. Anderen eine Schmach, ein Leid anzutun, ist im Krieg mehr als ein Recht, es ist eine Pflicht, die dem Buchstaben gemäß erfüllt werden muß. Und für sich selbst zu sorgen nach dem Bedürfnisse oder der Lust des Augenblicks, ohne Rücksicht auf den Nächsten, ist das Gesetz, welches das Feldleben beherrscht und das man sich bald mit der Not als Lehrmeisterin zu eigen macht. Man macht nicht diese Erfahrungen, ohne daß man erschrickt vor dem Einflusse, den sie auf die eigene Denkungsart und das eigene Gemüt ausüben könnten. Jeder, der seine Kultur mit ihren sittlichen Forderungen lieb hat, sollte sich so bald wie möglich dem Einflusse des Krieges entziehen." # Um auch minderbemittelten Offizieren die Laufbahn im Generalstab zu ermöglichen, regte Abg. Pa as che an, den im Etat ausgeworfenen Betrag für Unterstützung solcher Offiziere och zu erhöhen. Der Kriegsminister war damit natürlich sehr einverstanden, aber der Schatzsekretär goß sofort etwas Wasser in seinen Wein, indem er den striften Nachweis für die Herr v. Binder Krieglstein, beiläufig derselbe Notwendigkeit einer solchen Positionserhöhung verlangte. Mann, der sich seinerzeit darüber beschwerte, daß seine Berichte Abg. Gröber sprach sich gleichfalls gegen Paasches An- Die Kölnische Volkszeitung" macht sich einer schweren Ketzerei von der russischen Zenjur beanstandet worden seien, trotzdem regung aus und bemerkte, man müsse doch einmal den Militär- fchuldig. Sie bespricht die Aufgaben der katholischen sogenannten er sie im ch mußigsten Russensti I e" gehalten habe, ctat auf die Möglichkeit von Ersparnissen durchforschen: zweifel- Arbeitervereine in Rheinland- Westfalen und findet, daß das geistige er sie im schmutzigsten Russenst i I e" gehalten habe, los hätten die Anträge der Sozialdemokraten und der Hinweis Leben dieser Vereine recht mangelhaft sei. Bei der Gelegenheit urteilt ganz anders über den Krieg. Weit vom Schusse ent fernt, freut er sich kannibalisch des entsetzlichen Blutvergießens. 3. B. auf die Sinekuren der verschiedenen Kommandanten sehr schreibt sie: viel Richtiges enthalten; er bedauere nur, daß diese Anträge vielfach zu weit gegangen und daher für die bürgerlichen Parteien unannehmbar gewesen wären. Im nächsten Jahre werde man die verschiedenen Etatkapitel unbedingt genauer durch nehmen müssen. Die Vereinsaufgaben sind nicht erfüllt mit der Beobachtung Je größere Berge von Leichen aufgehäuft werden, desto bründer statutengemäß vorgeschriebenen Generalfommunion und firch- stigere Daseinsfreude durchströmt seine Heldenbrust. Dabei lichen Andachten." bestätigt gerade er in unübertrefflicher Weise das Urteil des nicht verkürzen, aber- Reßerei bleibt es doch. Daneben läßt die Krieg selbst von Hause aus anständige Charaktere in überNatürlich will die Kölnische Volkszeitung" diese Einrichtungen Striegsberichterstatters der Frankfurter Zeitung", daß ein Bemerkung auch einen Schluß zu auf die geistige Verfassung der Zu einer längeren Aussprache gaben wieder die im Vor- fatholischen„ Arbeitervereine". Es muß sehr schlimm darum stehen, raschend kurzer Zeit völlig verwildern lasse! jahre bewilligten Zulagen für die Oberstleutnants der wenn sich ein führendes Zentrumsblatt dazu aufschwingt, den Husland. Infanterie, des Trains und der Ingenieurwaffe Anlaß. Es Arbeitern zu sagen, sie sollten nicht bloß beten und kommunizieren. ist damit gekommen, wie die Sozialdemokratie vorausgesagt Uebrigens finden sich in dem Artikel noch einige andere WenFrankreich. hat: auf Grund der ersten Bewilligung werden immer neue Forderungen gestellt, so für die Fregattenkapitäne der Marine, jetzt für die Generaloberärzte usw. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Südefum erklärte der Kriegsminister, daß die Zulage auch den im Adjutantendienste beschäftigten Oberstleutnants gegeben werde, obzwar doch, wie Südekum zu bedenken gab, diese beim Avancement bevorzugt werden und daher gar nicht denselben Anspruch darauf haben, wie die in der Front stehenden Offiziere. Die immer neu auftauchenden Forderungen preßten dem Abg. Gröber das Geständnis ab, inan werde wohl am besten tun, im Plenum den Fregattenfapitänen die vorgeschlagene Zulage wieder abzunehmen, denn sonst seien die Konsequenzen unabsehbar. dungen, die ahnen lassen, wie es in diesen Arbeitervereinen zugehen mag. Die Kölnische Volkszeitung" schlägt nämlich vor, die geistlichen Leiter der Vereine sollten zusammentreten, um über Mittel zur Förderung des Vereinslebens zu beraten. Dann aber sollen regelmäßige Delegiertentage stattfinden und dazu bemerkt die„ töl nische Volkszeitung"( die Hervorhebungen im Sape des Bitats find von der„ Kölnischen Volkszeitung" gemacht): „ Natürlich denken wir hier an Delegiertentage der Arbeiter. Diese sollen geschult und erzogen werden für die soziale Arbeit; die Arbeiter sollen ihre Ansichten und Meinungen kundgeben, was geschehen soll; sie sollen in erster Linie als zunächst Beteiligte auch zuerst interessiert werden." Paris, 15. März. Der Kolonialminister Elementel wird auf seiner Reise nach französisch Indochina außer von dem General Vohron noch von dem früheren Kolonial. minister Doumergue, dem jetzigen Berichterstatter in der Kammer für die Verteidigung Indochinas und dem De putierten Deloncle, dem Berichterstatter über das Kolonialbudget in der Kammer, begleitet sein. Minister Clementel hat einem Be richterstatter gegenüber erklärt, daß seine Reise eine feierliche Bes kräftigung der friedfertigen Politik Frankreichs in Ostasien bilden werde. Die Tatsache, daß General Bohron ihm als Begleiter beigegeben worden ist, beweise, daß seine Reise auch militärische Die Leithammelei der Arbeiter in diesen angeblichen Arbeiter- Bedeutung habe. Die Erfolge der Japaner hätten bisher vereinen muß einen hohen Grad erreicht haben, wenn das führende unter den Annamiten und den übrigen indochinesischen Völkerschaften Zentrumsblatt es für nötig hält, so dringlich hervorzuheben, daß keine bemerkbare Bewegung hervorgerufen. Frankreich habe einen Wie wenig eifrig die Behörden mat Gehaltserhöhungen arbeiter über die Geschäfte dieser Vereine sollen mitreden dürfen. Augenblick lang die Expansionsgelüfte der Japaner befürchten können. borgehen, wenn es sich um einflußlose Beamte handelt, lehrt die Es scheint demnach, daß die Tätigkeit der Arbeiter in den Diese Befürchtung sei gegenwärtig unbegründet. Die Beziehungen feit zehn Jahren immer wiederkehrende Petition der Zahl-' atholischen Arbeitervereinen im Beten, Kommunizieren und Zahlen Frankreichs zu Japan seien gut. In dem Flottenstützpuntie St Zaq«» defitze Fronkveich für feine FloNe für mehrere Monake ein« sichere Zuflucht und dem Mittelmeergeschwader werde eS dadurch im gegebenen Falle ermöglicht werden, zur rechten Zeit in Oftasien einzutreffen. Die Verteidigung der Camranh-Bay an der Ostküste Jndochinas nördlich von St. Jagues und Saigon werde durch vier neue Batterien verstärkt und das Arsenal von Saigon auch für die Ausbesserungen der großen Kriegsschiffe eingerichtet werden. Norwegen. Das Ministerium zur Lösung der Konsulatsftage hat schließlich doch noch eine etwas andere Zusammensetzung erhalten, als zuerst mitgeteilt wurde. Am Freitagabend legte der Staatsrat Michelsen dem Kronprinzen folgende Ministerliste vor, die dieser akzeptierte: Chr. Michelsen, StaatSminister in Thriftiania und Chef des Justizdepartements; Lövland, StaatSminister in Stockholm; Arctander, Chef des Departements für Handel, Industrie und äußere Angelegenheiten; Gunnar Knudsen, Finanzdepartement. Probst Chr. Knudsen, Kirchendeparten, ent; Vtnje, Landwirtschaftsdepartement i OlSsön, Landesverteidigungsdepartement; Lehmkuhl, Arbeits- departement' Hagerup» Bull und Bothner, Mitglieder der StaatsratSaoteilung in Stockholm.— Von den bisherigen Ministern ist also tatsächlich nur Michelsen in das neue Mmisterium über- getreten.—.Wie man aus der Ministerliste ersteht/ schreibt „Social-Demokraten�, besteht dieses Ministerium aus ganz verschiedenartigen Elementen, und wenn nicht die große Sache, für die es gebildet ist, eS zusammenbinden kann, so find widerstreitende Ansichten genug vorhanden, um ein gutes Zusammenarbeiten zu hindern. Wir wollen jedoch hoffen, daß es die Aufgabe, die es zu lösen hat, als so wichtig empfindet, daß es zusammenhält, bis die Konsulatsfrage gelöst ist/— In der heutigen Sitzung des Storthing Michelsen, die jetzige Regierung sei Kristiania, IS. März. erklärte Ministerpräsident gebildet worden, um daS verfassungsmäßige Stechs Norwegens aus ein eigenes norwegisches Konsulatswesen durchzuführen. DaS norwegische Volk habe keinen höheren Wunsch, als in Frieden und gutem Einvernehmen mit allen Völkern leben zu können, und nicht zum wenigsten mit dem schwedischen Nachbarvolke, um seine ganze Nationalkrast einsetzen zu können zur Entwickelung seiner materiellen Hülfsquellen. Die Regierung sei überzeugt, daß der einige, unbeug- same Wille des norwegischen Volkes, sein Recht in Ileberelnstimmnng mit der Verfassung zur Geltung zu bringen, zum Ziele führen werde. Der Präsident des Storthing sprach die Ueberzeugung aus, daß der Storthing der Regierung seine Kräste zur Durchführung der schweren und großen Aufgabe leihen werde.— Sozialee* Die Arbeitslosigkeit in Norwegen. In der vorigen Woche wurde auf Veranlassung der Behörden in Kristiania eine Zählung der Arbeitslosen vorgenommen. Soweit die Ergebnisse bis jetzt gesichtet sind, beläust sich die Zahl der arbeitslosen erwachsenen Männer in der norwegischen Hauptstadt auf zirka SOOv bei einer Bevölkerungszahl von 230 000. Bereits den ganzen Winter über hat man sich über Mittel zur Ein- schränkung der Arbeitslosigkeit unterhalten und es find auch einige Maßnahmen getroffen worden, die sich jedoch, wie die Zählung wiederum beweist, als ganz unzulänglich erwiesen haben. Die Gemeindeverwaltung von Kristiania beschäftigt zirka«00 Mann mehr oder minder ausreichend mit Notstandsarbeiten und ebenso der norwegische Staat ein paar hundert Mann. Die Arbeitslosen selbst haben in letzter Zeit fast täglich Versammlungen abgehalten »lnd über Mittel zur Abhülfe ihrer Not beraten. Sie haben wiederholt auf den Straßen, vor dem Storthing und vor der Gemeindeverwaltung demonstriert und sie haben sich sogar an den in Norwegen ganz und gar nicht beliebten Kronprinzen gewandt, waS ihnen, soweit man bis jetzt weiß, aber auch nichts anderes als mitleidige Worte und Ver« sprechungen eingetragen hat. Durch private und öffentliche Wohl« tätigkeit wird manches für die Notleidenden getan, vielleicht mehr als unter ähnlichen Umständen in den meisten anderen Großstädten. Doch ist da« alles selbstverständlich ganz unzureichend, und nicht daS, was die Arbeitslosen wünschen, nämlich Arbeit. Vor einiger Zeit ersuchten die Arbeitslosen das Storthing, ein Schiff aus» zu rüsten, um diejenigen, die es wünschten, unentgeltlich nach Kanada hinüberzuschaffen. DaS Sozialkomitee des StorthingS hat sich mit diesem Antrag befaßt, ihn aber abgelehnt; ebenso die Anträge des StorthingSmanneS Egeoa Nissen und unsere» Parteigenossen Buchdrucker Knudsen auf Verteilung von 50000 Kronen an die Arbeitslosen. In der Be- gründung der Ablehnung dieser Anträge bemerkt daS Soziall komitee, eine solche Geldausteilung würde geradezu wie eine Aufmunterung der Arbeiter, ihre Pflicht, durch Organisatiou und unter anderem durch Ar beitSl o sen kass en ihre Interessen wahr» zunehmen, zu versäumen, wirken. Das Sozial« komitee macht dann den Vorschlag, daß die Behörden in ge- wissen Zwischenräumen Arbeitslosenzahlungen vornehmen lassen, um in Zukunft jederzeit im stände zu fem, auf Grund zuverlässiger An- gaben für Arbeit zu sorgen. Nach dem Brande Nalesund» im vorigen Jahr hofften viele Arbeitslose, namentlich Bauarbeiter, dort Arbeit zu finden und auch mancher aus Kristiania hat die kostspielige und lange Reise nach der abgebrannten Stadt an der Westküste unternommen. Aber auch dort herrscht große Arbeitslosigkeit, so daß die Gewerkschaften sich fortdauernd genötigt sehen, vor weiterem Zuzug zu warnen. Der Wiederaufbau der Stadt geht sehr langsam vor sich und dazu waren in den letzten Wochen die WitterungSverhältniffe so ungünstig, daß die ganze Bautätigkeit daniederlag. Major von Tydow vor dem Ober- kriegsgericht. (Telephonischer Bericht.) Braunschweig, IS. März 1S0S. Bor dem ObcrkriegSgericht des 10. Armeekorps hat heute die Berufungsvcrhandlung gegen den Major v.Sydow wegen M i ß h a n d- lung seiner Tochter begonnen. Bekanntlich wurde der An« geklagte, welcher bei dem braunschweigischen Jnfanterie-Regimcnt Nr. 92 steht, am 1. Oktober v. I. durch daS Kriegsgericht der 20. Division wegen Kindesmißhandlung zu vier Monaten Ge» fängni» und Dienstentlassung verurteilt. Nach der damaligen Anklageschrist sollte Major von Sydow sein lljähriges Töchterchen mit der geflochtenen Reitpeitsche wiederholt auf dem Kops geschlagen haben. Ferner warf ihm die Anklage vor, die Klein- an den Haaren in die Höhe gerissen und in dieser Stellung mit dem Stiefel getreten zu haben. Ein anderes Mal sollte der Angeklagte seiner Tochter mit der Reitpeitsche 16 Hiebe auf die flache Hand ver« setzt haben. Außerdem enthielt die Anklage noch weitere Fälle der Kindesmißhandlung durch die Reitpeitsche. Die Mißhandlungen hatte Major von Sydow in Gemeinschaft mit seiner Frau, welche wegen dieses Deliktes von der Strafkammer de? Landgerichts zu Braunschweig gleichfalls zu vier Monaten Gefängnis verurteilt war, begangen. Den Richterspruch des DivisionSgcnchts hat nun Major von Sydow angefochten und bei dem ObcrkriegSgericht des 10. Armee« korpS Berufung eingelegt. Punkt S Uhr eröffnete heute vormittag der Vorsitzende, Oberst von Kathen, die Verhandlungen. Als BerhandlungSleiter fungiert OberkriegSgcrichtSrat Taffner; die Anklage vertritt KriegSgerichtSrat Philippi. Juristischer Beisitzer ist OberkriegSgcrichtSrat Dr. von Böppen; militärische Beisitzer sind Freiherr von Gilsa, Oberst« leutnant Prächt, Major von Hardenbeerg-LudwigShausen und Major von WischerShausen. Die Verteidigung haben, ebenso wie in der ersten Instanz Recht». anwalt Andree-Braunschwcig und Oberstleutnant von Trotha über« nommen. Der Zuhärerraum ist überfMt. Die Anklage lautet diesmal auf gejähxlichle uwd gemeinschaftliche Körperverletzung. Der Vcrhand« lungsleiter beginnt hierauf mit der Verlesung des Protokolls der Verhandnlungen vor dem Kriegsgericht der 20. Division. AuS dem- selben geht hervor, in welch unmenschlicher Weise die Tochter des Majors von Vater und auch der Mutter tyrannisiert worden. Wir behalten eS uns vor, hierüber bei der heutigen Zeugenvernehmung einzugehen. Die Vernehmung des Angeklagten. Er sagt auS:„Das Kind habe ich zuerst mit Güte behandelt. Als dies nichts mehr half, ging ich etwas mit Strenge vor. Ich habe aber die Kleine niemals über den Kopf geschlagen und auch nie ge- treten. Eine Klopfpeitsche ist überhaupt nicht in meinem Hause ge« Wesen. Was die Reitpeitsche anbelangt, so muß ich dabei bleiben, daß sie mir gestohlen ist, damit sie als Belastung gegen mich ver- wandt wird. Sie ist und bleibt verschwunden. Daß ich meine Doch- ter an den Haaren in die Höhe gehoben habe, ist unwahr. Ich habe sie nur festgehalten/ Ve r h an d lu n gs le ite-r:„Sie sollen das Kind geschlagen haben, weil es zerrissene Schuhe hatte/— A n g e k l.:„Das ist nicht der Fall gewesen I Ich habe daS Kind nur gezüchtigt, wenn es logl" Ueber den Charakter und das Leben seiner Tochter befragt, führt der Angeklagte aus, daß die Kleine sehr verlogen und ungehorsam sei.— Rechtsanwalt A n d rc e konstatiert, daß sich der Pfleger des Kindes im Zuhörer- räum befinde und beantragt dessen Entfernung. Dies geschieht. Auf die Frage, ob seine Tochter verschüchert sei, erwidert der An- geklagte, daß dies keineswegs der Fall sei.„Wir haben ihr oft Vor- Haltungen gemacht, ich habe Briefe, die sie an uns gerichtet hat, aus denen hervorgeht, daß sie nicht so behandelt wurde, wie die Dienst- boten angeben. DaS Kind hat einmal die Nagelschere mit ins Bett genommen und das Hemd entzwei geschnitten. Hierfür wurde es bestraft. Ueber den Gesundheitszustand der Ännc-Maric giht der Angeklagte an, daß die Kleine in den ersten Lebensjahren sehr kränklich gewesen sei. Später wurde sie zäher und Widerstands- fähiger, ebenso wie ihr um ein Jahr älterer Bruder. Hierauf wird in die Beweisaufnahme eingetreten. Unter allgemeiner Spannung betritt als erste Zeugin die mißhandelte Tochter de» Major», die kleine Anne-Marie, den Saal. Auf Antrag des Anklagevertreters verläßt Major v. Sydow während der Anwesenheit seine? Kindes den Saal. Di« kleine Zeugin macht einen kränklichen. Eindruck. Sie antwortet laut, deutlich und etwas dreist. Die Brille muß es auf Antrag abnehmen. Der Verteidiger legt vorläufig kein Gewicht auf die Vernehmung des Kindes. Es wird daher bis morgen vormittag wieder entlassen, worauf der Angeklagte wieder erscheint. Als zweite Zeugin tritt Frau Müller auf, welche beim Major v. S. Kindermädchen war. Sie sagt aus: Auf Befehl der Mutter hat der Knabe einmal seine Schwester schlagen müssen. Der Herr Major war stets liebevoll zu dem Kinde. Die Zeugin wird vereidigt. Hierauf wird Frau Maurermeister Steger, welche vor einem Jahre in dem v. S.'schen Hause wohnte, vernommen. Ihr ist ausgefallen� daß das Kind von der Mutter schlecht behandelt wurde, nicht aber von dem Angeklagten. Anne-Marie hat stundenlang ohne Kissen im Wagen liegen müssen. Wenn das Kind bessere Ernährung bekommen hätte, würde es auch kräftiger geworden sein.— Frau K r a h l war 12 Jahre Plätterin für die v. S.'sche Familie. Sie hat beobachtet, daß das Kind nicht richtig behandelt wurde. Sie habe an dem Hals, Rücken und Arm blaue Flecken gesehen, und auf ihre Frage, wo die her seien, erwiderte das Kind: von Mütterchen. Auch eine lieblose Behandlung seitens des Angeklagten sei ihr auf- gefallen. Die folgende Zeugin ist das ehemalige Kindermädchen Fräulein Marg. Klein. Das Kind ist von gutem Charakter; eS ist von der Mutter mißhandelt worden. Ich habe rote Striemen auf seinem Rücken gesehen. Beim Baden wurde die Anne-Marie gezwungen, unterzutauchen. Herr v. S. war gerecht zu ihr.— Das ehemalige Hausmädchen Hebbe hat eines Morgens auf dem Rücken der Anne-Marie Striemen entdeckt und einen verborgen gehaltenen Stock vorgefunden. Das Kind erzählte, daß eS von der Mutter ge- schlagen sei. Gegen den Knaben sei Herr v. S. strenge gewesen. Das Mädchen habe nur auS Furcht gelogen. Der Kassierer Alteisendecher, der frühere Bursche von dem Angeklagten, hat nicht gesehen, daß dieser sein Kind miß- handelt, dagegen sei Frau v. S. bei den Züchtigungen viel zu hart vorgegangen.— Auch an die folgende Zeugm Kröger stellte Frau Schäfer einmal die Frage, wie es dem Kinde ergehe. Ob Frau Sch. Zeugen beeinflußte, wisse sie nicht. Es folgen nun die Gutachten der Sachverständigen. Dr. Strauch hat die Kleine vom Mai bis Dezember 1901 wegen einer Verkrümmung der Wirbelsäule behandelt. Bei der Untersuchung entdeckte Dr. Strauch blaue Flecke, die ihm im Laufe der Monate oft auffielen. Zeuge Dr. Hohlfelder hat die Anne-Marie oft in Wer- nigerode gesehen. Sie hat durch ihr Benehmen oft störend gewirkt. Den Eindruck des Schwachsinns bei der Kleinen habe er jetzt durch die Verhandlung in noch größerem Maße gewonnen. Es liege erb- liche Belastung vor. Die Tante sei schwachsinnig, die Mutter sei hochgradig nervös und leide seit 12 Jahren an MuSkelrheumatiSmuS und Neuralgie. DaS Kind sei derartig schwachsinnig, daß eS für die Tragweite seiner Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden könne. Zeuge hat eine große Herzlichkett deS Majors dem Kinde gegenüber bemerkt. Nach der Mittagspause wird wiederum in die Beweisaufnahme eingetreten und als nächster Zeuge SchuldirektorProfessor Krüger vernommen. Vom Jahre 1898 bis 1900 besuchte die Tochter de? Angeklagten sein« Schule. Da? Kind war schwer zu behandeln, faul und verlogen. Nach Ansicht dcö Zeugen mußte die Kleine mit Milde behandelt werden, da sie sehr ängstlich ivar. Von Mißhandlungen hat Professor K. niemals«twaS bemerkt. Die Anne-Marie sah stets schwach und kränklich aus. Der Zeuge ist der Meinung, daß die strenge Behandlung dem Kinde sehr geschadet hat. Der Reservist Mowinkel war längere Zeit hindurch Bursche bei dem Major. Eines Tages erhielt er den Befehl, das Kind in den K el l e r z u sperren. Tort verblieb die Kleine 1 bis 1% Stunden. Hierbei bemerkte der Zeuge an der Kleinen mehrere blaue Flecke.„Muttchen hat mich an die Wand gestoßen", ant- wartete sie auf seine Frage. Herr v. Sydow habe dem Mädchen beim Essen mehrere Ohrfeigen gegeben. Bursche Alzcmitiker bekundet, daß die Annc-Mane Schläge auf die Finger und auf den Rücken mit der Reitpeitsche be- kommen habe. ES wird hierauf ein Gendarm beauftragt, bei dem Sattler, von welchem der Angeklagte seine Reitpeitsche gekauft, eittige Peitschen zur Probe herbeizuholen. Polizeiwachtmeister Bernemann hat seinerzeit die Recherchen auf die anonymen Anzeigen hin unter- nommen. Die Zeugen habe er alle verhört. Er erklärt, daß die Zeugen bezüglich des Angeklagten Beschuldigungen nicht erhoben hätten. �S erscheint nun der Gendarm mtt den Reitpeitschen. Der Angeklagte sucht ein Exemplar heraus, welches seiner alten Peitsche ähnelte. Hiernach soll die Peitsche aus ledcrgeflechtenem Rohr bestanden haben. Alzemttiker sowie Mowinkel bestätigen die An- gaben de» Majors. Es werden sodann zw« Zeugen vernommen, deren«»Sfiiqelr Major v. Sydow außerordc ntlich stark belasten. Die Köch,» Haberkost hat einst gesehen, daß v. S. seine Tochter, als diese von der Schule heimkam, heftig mit der Reitpeitsche schlug. Der Zeugin werden die Peitschen vorgelegt; sie kann jedoch keine heraus- finden, wie sie der Angeklagte benutzt hat. V er Handlungsführer: Sind die Schläge auch über den Kopf ausgeführt worden?— Zeugin: Bestimmt kann ich das nicht sagen. Die Kleine sagt, sie sei in der Hocke geschlagen worden. Hierbei konnten Hiebe wohl über den Kopf kommen. Die H. hat einmal draußen gehört, wie das Kind geschlagen wurde. MS die Kleine herauskam, hatte sie an den Händen blutunterlaufene Stellen. Nach einem Kreuzverhör der Köchin wurde eine Prügelszene vorgemacht. Die Zeugin mußte die Hockestellung einnehmen, um zu ver» anschaulichen, in welcher Stellung die Kleine mißhandelt wurde. — Frau Jansen sagt aus, daß die Anne.Marie eines Tages von Frau v. Sydow harte Schläge bekam. In diesem Augenblick trat der Angeklagte in das Zimmer, faßte sein Kind bei den Haaren, zog es mit der einen Hand in die Höhr und schlug daS bedauernswerte Geschöpf mit der anderen Hand ins Gesicht. Sodann warf er die Kleine zu Boden und trat mit dem Fuß nach ihr. Am anderen Tage zeigte die Anne.Marie der Zeugin blaue Flecke und sagte weinend:«Dieses hat mir Papa getreten!" Versammlungen. Der Verband der Handels-, Transport- und BcrkehrSarbeiter (Ortsverwaltung Berlin I) führte am Sonntag seine vor etwa 14 Tagen unerledigt gebliebene Generalversammlung zu Ende. Im letzten Quartal waren 12 Mitglieder verstorben, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Mitgeteilt wurde sodann. daß die Jungbierkutfcher Kontrollkarten eingeführt haben, wodurch den Kunden Gelegenheit geboten werden soll, sich von der Organisationszugehörigkeit der Kutscher zu überzeuge».— Die Ortsverwaltung hat ihren Jahresbericht pro 1904 in einer 72 Seiten starken Broschüre herausgegeben, aus der hervor- geht, daß die Verwaltungsstelle Berlin ein Jahr ganz besonders günstiger Fortentwickelung hinter sich hat. So ist z. B. die Mit- gliederzahl von 8120 aus 12 607, also um rund 60 Proz. gestiegen. Dementsprechend hat sich auch der ort- liche Kassenbestand von 11 336,60 M. auf 20 363,98 M. erhöht. Einnahmen und Ausgaben balanziercn in der Summe von 160 701,90 Mk. An Krankenbeihülfe wurden 14 769,65 M. und an Beerdigungsbeihülfe 4386,30 M. gezahlt. Die Streik- und Ge- maßregelten-Unterstützung betrug 43 401,76 M., darunter für den Streik der Omnibusangesrelltcn 12 946,70 M., den Müllkutscherstreik 16 438,40 M., den Streik der Vcrgolder-Packer 6 341,86 M. und für in Mitleidenschast gezogene Verbandsangehörige bei der Metall- und Holzarbeiterausspcrrung 4844,30 M. Für die Aufbesserung der Lohn- nnd Arbeitsbedingungen der verschiedenen Berufsgruppcn ist die Organisation in rührigster Weise tätig gewesen. Nicht nur mit einer Menge Einzelfirmen, sondern aucb für ganze Arbciterkatcgoricir (z. B. Millkutscher) konnten Tarife abgeschlossen werden, die den betreffenden Arbeitern teilweise recht beachtenswerte Vorteile gegen früher sichern.— Einen recht erfreulichen Aufschwung hat auch der Arbeitsnachweis deS Verbandes genommen. So wurden 2292 Stellen vermittelt bei 2901 gemeldeten Arbeitslosen. Bei der Arbeitsvcrmittelung kamen in Betracht: Hausdiener, Packer. Fahr- stuhlführer, Kutscher aller Branchen, SpeditionS- und Lagerarbeiter. Weinkeller, und Mineralwasserarbeiter. Leitergerüstbauer, Fenster. reiniger. Packcrinnen, sowie Lauf- und ArbcitSburschen. Von den Unternehmern wurde der Nachweis in steigendem Maße in Anspruch genommen.— Der Agitation dienten 69 größere Versammlungen. 116 Settionsversammlungen,«23 Betriebsbesprechungen. 60 Be- zirkSversammlungen und 99 Sitzungen der verschiedenen Kommissionen. In 61 Fällen haben Verhandlungen mit Arbeitgebern zwecks Beilegung von Differenzen unter Hinzuziehung eine» Verbandsvertreters stattgefunden. Dem Bildungsbedürfnis der Mitglieder konnte durch Erweiterung der Bibliothek prallisch Rechnung getragen werden; entliehen wurden der Bibliothek 4985 Bücher.— Mit der Tätigkeit der Ortsverwaltung erklärt« sich die Versammlung im allgemeinen einverstanden. ES wurden gewählt als 1. Bevollmäcktigter Werner. 2. Bevoll- mächtigter Me u e r, Kassierer Stern i cke, Schriftführer U t h e ß; Beisitzer: Kahlert. Mohr, Kruckow, Berner und griedrich; Revisoren: Rud. Müller, Binte und . Franke.— Ein Antrag der HauSdiener-Sektion auf Errichtung einer eigenen Ortöverwaltung wurde abgelehnt. Ein anderer An- trag betreffend die Regelung der im Bureau zu vergebenden Aus» hiilfSarbeiten usw. wurde einer Kommission zur näheren Prüfung überwiesen._ Letzte JVacbrichtcn und Dcpcfcbcn. Wien, 15. März.(Von einem besonderen Korrespondenten.) Die „Reue Freie Presse" meldet: Ein kaiserlicher Gnadenakt steht bevor, nach welchem das gerichtliche Verfahren gegen alle an den JnnSbrucker Ausschreitungen beteiligten Studenten, sowohl Italiener als Deutsche, niedergechlagen werden soll. London, 15. März.(W. T. B.) Unterhaus. Herbert Samuel(lib.) richtet die Anfrage an die Regierung, welche Kosten der englischen Stegicrung durch die Untersuchung über die Doggerbank- Angelegenheit entstanden seien. wer d,ese.Kosten bezahlen werde und ob gegenwärtig irgendwelche Unter- Handlungen mit Rußland über aus dem Zwischenfall sich ergebende Angelegenheiten im Gange seien. Unterstaatssekretär Earl of Percy erwidert: ES ist unmöglich, auch nur eiue annähernde Schätzung der England erwachsenden Kosten z» geben. Die Kosten der Darlegung des britischen Standpunktes vor der Kommission werden von der englischen Regierung ge- tragen und die der Kommission durch die Führung der Untersuchung erwachsenen Ausgaben werden von der englischen und russischen Regierung je zur Hälfte getragen; auf den letzten Teil der Antwort lautet meine Antwort: Rein. Samuel fragt hierauf: Haben wir die Sache so aufzufassen, daß die Regierung die Angelegenheit als durch die Zahlung der Entschädigung endgültig abgeschlossen ansieht? Hierauf erwidert Earl Percy: Ja. soweit mir bekannt ist. Auf eine andere Anfrage erklärte der UnterstaatSsekretär, daß die Regie- nina mit Japan in der Angelegenheit der schwimmenden Minen im Galt von Peischili in Verbindung getreten sei. In Beantwortung einer weiteren Frage betteffend schwimmende Minen im Golf von Peischili bemerkte UnterstaatSsekretär Prethman: Wir haben uns mit dem britischen«dmiral in den chinesischen Ge- wässern wegen dieser Angelegenheit in Verbindung gesetzt. ES sind so viel wie möglich von den Minen zerstört worden und eS werden noch mehr zerstört werden._ Sortis Rücktritt. Rom. 15 März.(W. T. B.) Der„Tribuna" zufolge hat Fort!» don der Bildung des Kabinetts Abstand genommen wegen der Schwierigkeiten, welche seitens der Minorität der bisherigen Minister erhoben worden sei. Die Krone würde daher die bisherigen Minister auffordern, sich von neuem der Kammer vorzustellen und eine Ab« stimmung herbeizuführen, auS welcher der König die erforderliche Richtschnur für die Lösung der Krise entnehmen könnte. Nach dem „Giornale d'Jtalia" würden die bisherigen Minister sich unter dem interimistisckien Vorsitz deS Ministers des Auswärtigen, Tittoni, der Kammer vorstellen. Berantw. Ned.: Paul Büttner, verltn. Inserate«rantw.(mit Ausnahm« der.NeueWelt-'Bellage)-Th. Glocke, BerIW. Druck u. I rlag: Vorwärts Suchdr. u. Verlagianst.Paul Singer& Co., Berlin 3 V. Hierzu 3 Beilagen».Unterhalt»» gSbl. Nr. 64. 22. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jonerstag, 16. März 1905. 164. Sigung vom Mittwoch, den 15. März 1905, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Reichskanzler Graf Bülow, Graf Posadowsky, Frhr. v. Richthofen, Nieberding. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Etats für den Reichstanzler und die Reichskanzlei. Hierzu liegen folgende Resolutionen vor: I. Bom Zentrum: 1. Die verbündeten Regierungen zu er suchen, dem Reichstage den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, durch welches Elsaß- 2othringen als Mitglied des Reich es eine selbständige Vertretung im Bundesrat er hält( Reichsverfassung Artikel 6). II. Von den Sozialdemokraten: 1. um baldige Vorlegung eines Gesezentwurfes, durch den eine wirksame politische und budgetrechtliche Verantwortung des Reichskanzlers festgelegt wird; Denn Strafgesetz ist ist nichts als ein glänzender Aufpuzz, der Monarchie seien und daß die Differenz zwischen Deutschland und die nadte Barbarei berbergen soll. Tatsächlich giebt es über- Rußland eine Kleinigkeit sei im Vergleich zu dem Unterschied haupt gar kein einheitliches Strafgesetz, sondern einen großen zwischen Rußland und der Republik der Revolution. Dieses Haufen Gelegenheitsvorschriften aller Art. Gewisse Delitte sind Argument hat ja den Abschluß des russisch- französischen Bündnisses überhaupt unter feinen bestimmten Paragraphen untergebracht, sie nicht auf die Dauer gehindert, wohl aber der russischen Regierung eine werden nach irgend einem beliebigen bestraft. So wurde z. B. im prächtige Waffe gegeben, um Deutschland zum Vorspanndienste für alle Königsberger Prozeß festgestellt, daß Straßendemonstrationen als zaristischen Bestrebungen zu zwingen. Im Jahre 1885 war DeutschMajestätsbeleidigung behandelt werden.( Hört! hört! links.) Das land wieder einmal an einer gefährlichen Klippe, wie es im Vorneben gibt es eine große Menge von Utasen; gefällte Urteile können jahre genannt wurde, weil unsere Politik nicht jede Forderung auf administrativem Wege nach Belieben geändert werden, Rußlands erfüllen wollte oder konnte. Damals raffte sich Deutschdie Richter sind ohne weiteres absehbar, dem Justizminister steht es land nicht etwa auf zur entschiedenen Zurückweisung frei, für jeden einzelnen Fall ein besonderes Prozeßverfahren vor der unerhörten russischen Anmaßung, sondern es erkaufte die Geneigt zuschreiben( hört! hört! links), auch über die Strafabmessung fann heit Rußlands durch den Tribut des preußisch- russischen Auslieferungser jedesmal besondere Vorschriften machen. Für politische Delikte vertrages.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir sind die kommen, da ganz Rußland seit einem Jahrzehnt unter dem Be- legten, die leugnen, daß die französische Republik sich tief vor 2. Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, 1. die tabellarische lagerungszustande steht, die ordentlichen Gerichte überhaupt nicht in dem garentum erniedrigt hat und halten feinen Vorwurf zu schwer Uebersicht der vom Bundesrat auf Beschlüsse des Reichstages ge- Frage. Und dazu kommt zuguterlegt noch, daß es der Regierung für dieses Vergehen. Aber den Schimpf eines derartigen faßten Entschließungen dem Reichstage jährlich spätestens mit vollkommen freisteht, ein gerichtliches Verfahren in allen Dingen Vertrags hat Frankreich nicht auf sich geladen.( Sehr wahr! links.) Vorlegung des Entwurfes des Etats zugehen zu lassen; 2. diese auf dem administrativen Wege zu erledigen, wobei natürlich Es hat selbst fleine Länder gegeben, die gegenüber großen drohenden Uebersicht der Bundesratsentschließungen zu erstrecken auf sämtliche der Willfür keine Grenze gesetzt ist. So werden auffässige ihre politische Ehre weit besser zu wahren gewußt haben. Wir Initiativanträge und Resolutionen des Reichstages, soweit solche Bauern, religiöse Seftierer, unzufriedene Studenten verschickt, auf Sozialdemokraten meinen aber, daß jezt, wo die absolutistische Renicht lediglich die Ueberweisung eines Gegenstandes zur Kenntnis- unbestimmte Zeit ins Militär gesteckt oder auch totgepeitscht. gierung sich im Innern in ihrer ganzen Brutalität, nach außen in nahme oder als Material betreffen, und hierbei auch über die Er- Das ist vielfach vorgekommen und kann jeden Augenblick wieder vor ihrer ganzen Schwäche und Hülflosigkeit dokumentiert, wo selbst China ledigung derjenigen älteren Beschlüsse des Reichstages Auskunft zu kommen. Kurz und gut, es fehlen Rußland einfach alle Voraus- aufhört, Rußland zu fürchten, für Deutschland die Zeit gekommen ist, geben, über welche in früheren Uebersichten eine Entschließung des segungen eines geordneten Rechtswesens nach unseren Begriffen, um die entehrenden Fesseln dieser Verträge abzuwerfen.( Sehr gut! links.) Bundesrates noch nicht mitgeteilt worden ist. sowohl in bezug auf das materielle Strafrecht, wie in bezug auf Deutschland, das auf seine Größe und seine Zivilisation so stolz ist, den Gerichtsstand und den Strafvollzug, es fehlt weiter jede darf dem Zarentum nicht fortwährend Schergen- und Hentersdienste prinzipielle Trennung zwischen Justiz und Verwaltung, sowie über- gegen die edelsten Geister des russischen Boltes leisten, die sich im haupt jede Unterscheidung zwischen Gesetz und Verordnung. Kampfe mit dem Selbstherrschertum befinden. Dadurch erivedt man Liest man den Bismarckschen Briefwechsel an den Gesandten nur den Verdacht, daß noch etwas Weitergehendes dahinter steckt. 2. den Reichskanzler zu ersuchen, bei den Regierungen von v. Schweidniß aus dem Jahre 1860, so findet man dort eine recht Den Vorwurf, den der Herr Reichskanzler im Dezember uns gegenPreußen und Bayern dahin zu wirken, daß die Auslieferungs- bedeutende Stelle: Es heißt dort, daß so ziemlich alle Kreise in über erhob, als wollten wir das Reich durch unsere Angriffe in verträge der beiden Regierungen mit Rußland( vom 13. Ja- Rußland darüber einig seien, daß es anders werden müsse. Das einen Krieg mit Rußland verwickeln, wird er wohl heute kaum muar 1885 und 1. Oftober 1885) fofort gefündigt werden; war also jezt vor 45 Jahren! Wer jetzt aber in Rußland Be- wiederholen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) 3. um baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfes, durch den die strebungen begünstigt, die dafür eintreten, was Rußland damals nach der hocherfreulichen Entwickelung, die die Dinge durch Landesgesetze aufgehoben werden, welche polizeiliche Auf- schon für selbstverständlich erklärt hat, der macht sich politischer Delikte Japans Tüchtigkeit genommen haben, wird jetzt wohl niemand enthaltsbeschränkungen zulassen, und durch den ferner schuldig. Für politische Vertreter aber hört jede ordentliche Rechts- so leicht mehr Furcht vor Rußland haben und ebensowenig reichsgefeßliche Erleichterungen für die Aufnahme von Angehörigen pflege auf. Einer solchen Regierung gegenüber können Kulturstaaten Hoffnungen auf seine Unterstüßung begen. Am allerwenigsten eines deutschen Bundesstaates in einen anderen Bundesstaat ge- nicht vorsichtig und mißtrauisch genug sein. Das hat ja die sollte das doch aber das großmächtige Deutsche Reich tun, das sich schaffen werden; deutsche Regierung im Jahre 1885 selbst eingesehen. Denn sie allerdings leider bis jetzt von dem falschen Nimbus einer ein4. um baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfes zur fürchtete sich, über ihren Vertrag mit Rußland im Reichstag gebildeten Macht Rußlands hat fangen lassen. Es dürfte auch denen, Sicherung der Aufenthaltsverhältnisse der Aus eine Debatte zu entfesseln. Die meisten Parteien, z. B. die die Dinge ein wenig verfolgen, bekannt sein, welcher Umschwung länder im Deutschen Reiche. auch das Zentrum, erklärten damals, daß, wenn der Vertrag ihnen infolge der Vorgänge in Ostasien sowohl wie der Ereignisse int III. Bon den Polen: um Vorlegung eines Gesezentwurfes zur vorgelegt würde, sie dagegen stimmen würden. Da zog die Re- Innern Rußlands in der Stimmung Frankreichs eingetreten ist, in Regelung des Aufenthalts der Ausländer im Deutschen gierung den Vertrag zurück und brachte ihn dann in Preußen durch. demselben Lande, das bisher dem russischen Bundesgenossen, der ihm Reiche. Auch Bayern ließ sich ins Schlepptau nehmen. Andere Bundesstaaten ja so ,, teuer" geworden ist( Heiterkeit), gar nicht genug Dienste hat erweisen Abg. Dr. Spahn( 8.): Wenn die Debatte nach der Wichtigkeit follen Schwierigkeiten gemacht haben, so daß kein anderer Vertrag lönnen. Weitere Veränderungen in den europäischen Machtverhältnissen der Fragen eingeteilt werden könnte, so müßte hier zunächst über die zustande fam. Was war nun der Grund der deutschen Re- werden natürlich nicht ausbleiben. Im übrigen wollen wir ja Frage der Minister verantwortlichkeit gesprochen werden.gierung für Abschließung solcher Verträge, in denen die Aus- gar nichts anderes als daß Deutschland auch nach außen seine so Ich habe jedoch zunächst die Frage der Vertretung Elsaß- Lothringens lieferung politischer Verbrecher ganz ohne Ausnahme bestimmt gepriesene Qualität als Rechtsstaat zum Ausdruck bringt und nicht, im Bundesstaate zu behandeln. Die jetzige rechtliche Grundlage geht wurde? In der Begründung hieß es, es gelte den Kampf gegen wenn es Verträge mit einem absolutistischen Staate abschließt, sich auf das Gesetz von 1879 zurüd, welches für Elsaß- Lothringen eine anarchistische Umtriebe. Aber es fehlte jede Definition des auf das Niveau des absolutistischen Staates herabdrücken läßt. größere staatliche Selbständigkeit festsette. Denn der Umstand, daß Elsaß- Wortes Anarchismus. Bei der russischen Regierung ist es ein förm-( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Reich soll der Lothringen Reichsland ist, schließt nicht aus, daß es nicht trotzdem als liches System, nicht nur jede revolutionäre, sondern auch jede andere zarischen Regierung gegenüber endlich eine Stellung einnehmen, wie Staat anzusehen sei. Es ist in dem Geseze auch ausdrücklich von oppofitionelle Regung als anarchistisch zu bezeichnen. Schon der sie die eigene Würde und das zivilisatorische Interesse dringend dem„ Staate" Elsaß- Lothringen die Nede. Sehen wir aber Elsaß bloße Umstand, daß in jenen Verträgen auch die unbedeutendsten notwendig machen. Lothringen als Staat an, so müssen wir bekennen, daß seine Dinge, die in Deutschland selbst entweder überhaupt nicht oder nur Wir haben in unserer Resolution die strittige Frage der Stellung nicht dieselbe ist, wie die der anderen deutschen, besonders mit den mildesten Strafen bedacht werden, als Auslieferungsgrund Kompetenz zum Abschluß von Verträgen gar nicht berührt, nicht etwa der süddeutschen Staaten. Die Verhältnisse sind jetzt so, daß Elsaß angegeben werden, mußte der deutschen Regierung beweisen, daß es weil sie uns gleichgültig erscheint, sondern weil sie im VerLothringen seine Geseze teilweise durch das Reich, teilweise durch sich in Wirklichkeit nicht um den Kampf gegen den Anarchismus handelt, gleich zur Sache selbst nebensächlich ist. Wir wollen nichts eigene Gefeßgebung erhält. Aber auch die selbständigen Geseze der Hauptgrund muß vielmehr ein anderer sein. Dieser haupt anderes, als daß diese Verträge, die ich hinreichend charakterisiert Elsaß- Lothringens werden nicht im Namen Elsaß- Lothringens, sächlichste und ausschlaggebende Grund für den Abschluß des preußische habe, endlich überhaupt fallen und durch Abmachungen ersetzt werden, sondern im Namen des Kaisers erlassen. Der Unterschied russischen Auslieferungsvertrages hat mit rechtlichen und moralischen die nirgendwo dem allgemein gültigen Völkerrecht widersprechen, das zwischen beiden Arten von elsaß Lothringischen Gesezen liegt Erwägungen gar nichts zu tun, er ist rein politischer Natur. In heißt, die politische Delifte ohne weiteres ausnehmen. Nach dem also darin, daß die einen vom Bundesrat, die anderen vom Kaiser jeder Zeile des Vertrages fehrt die Wendung wieder, man müsse was wir früher aus Aeußerungen des Zentrums, Erklärungen im erlassen werden. Während aber der Bundesrat so über einen Teil gute Beziehungen, freundnachbarliche Bezie preußischen Abgeordnetenhause vom bayerischen Landtage habe der elfaß- lothringenschen Geseze beschließt, hat Elsaß- Lothringen keine hungen, freundliche Beziehungen zwischen den beiden ich schon gesprochen erfahren haben, dürfen wir wohl hoffen, selbständigen Stimmen im Bundesrat. Es ist dort nur bertreten Staaten, den beiden Dynastien erhalten. Wir haben das ja daß eine große Mehrheit dieses Hauses sich auf unsere ganz durch einen Kommissar mit beratender Stimme. Es sollte aber eine aus den Aftenstücken des Fürsten Bismarck gehört, die der Reichs- allgemein gehaltenen Resolutionen vereinigen wird, und ich bitte vollberechtigte Vertretung bekommen. Ich möchte daher an den Reichs- tanzler uns im vorigen Jahre vorgelesen hat. Die Auslieferung Sie, dieselben anzunehmen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialfangler die Bitte richten, diese Frage in dringende Erivägung zu ziehen. sei für die Pflege der Beziehungen notwendig, würde nicht ohne demokraten.) ( Beifall beim Zentrum und links.) Rückwirkung auf die Gefahren gegenüber Deutschland sein, in RußReichstanzler Graf Bülow: Es handelt sich bei dem in der Reso- land seien die persönlichen Eindrücke des Zaren maßgebend, Ein Teil der Ausführungen des Herrn Vorrebners hatte den lution gestellten Antrag um nach verschiedenen Richtungen hin über- darum müsse man die deutsche Politik seinen Wünschen anpassen. Zweck, durch einen historischen Rückblick der auswärtigen Politik des aus schwierige politische Maßnahmen, deren Durchführung verschiedene Diese Aeußerungen werden ja sehr interessant für einen fünftigen Fürsten Bismard Mängel und Fehler vorzuwerfen. Ich glaube, die Bedenten entgegenstehen. Es entsteht zunächst die Frage, durch welche Geschichtsschreiber deutscher Größe und Unabhängigkeit sein.( Sehr große Mehrheit dieses hohen Hauses wird wohl der Ansicht sein, Instanz die elfag- lothringischen Bundesbevollmächtigten ernannt werden gut! bei den Sozialdemokraten.) Jch bemerke aber nebenbei, daß daß einer der größten Meister gerade auf dem Gebiete der ausfollen. Ihre Wahl durch den Landesausschuß dürfte im Hinblick auf sie nicht vollständig sind, und daß Fürst Bismard es leicht gehabt wärtigen Bolitit über einer solchen Kritik, wie sie der Herr Abdie über die Zusammensetzung des Bundesrates im Artikel 6 der hätte, sich bei Herrn v. Buttkamer, der die Ausführung der damaligen geordnete Vollmar eben an ihm geübt hat, steht. Wer über ausReichsverfassung getroffene Regelung ausgeschlossen sein. Ihre Auslieferung unter sich hatte, nach dem Tatbestande, genauer zu erwärtige Politit mitreden will, der muß sich von persönlichen Ernennung durch den kaiserlichen Statthalter würde aber den Ein- fundigen. Ich habe es jetzt nicht notwendig, darauf einzugehen. Sympathien und Antipathien freimachen, der darf die Dinge nicht fluß Preußens im Bundesrat über das Maß, das die Reichs- Ich will jetzt nur untersuchen, wie es möglich war, daß ein Land so sehr durch die Brille der Partei betrachten, er darf verfassung ihm getvährt, hinaus verstärken und das Verhältnis von der politischen Bedeutung Deutschlands in eine so unfelbständige seinem Tun und Denken lediglich das Interesse des Landes Preußens zu den anderen Bundesstaaten im Bundesrat in einer für Stellung gelangen konnte. Einige Jahre nach dem Kriege von zugrunde legen. Das hat fürst Bismarck getan und damit hat die letzteren ungünstigen Weise verschieben. Auch abgesehen hiervon 1870 begann Frankreich, um aus seiner Isolierung herauszukommen er sich eine Stellung in der deutschen Geschichte geschaffen, gegen hat der Antrag eine so hohe politische Bedeutung, daß die Staats- und in der Hoffnung auf Wiedervergeltung, sich Rußland zu welche der Abg. Vollmar vergeblich Sturm läuft.( Bravo! rechts. regierung sich vorbehalten muß, ihrerseits den Augenblick zu be- nähern. Dieses beutete natürlich den Vorteil, der sich aus der Lachen bei den Sozialdemokraten.)- Nun hat Herr v. Vollmar stimmen, in welchem eine Aenderung der verfassungsrechtlichen Feindschaft zwischen Frankreich und Deutschland politisch und weiter davon gesprochen, daß das russische Prestige in Stellung Elsaß- Lothringens angebracht erscheint. Ich muß mir ein wirtschaftlich ziehen ließ, mit gewohnter Rücksichtslosigkeit aus. So io ho hem Grade erschüttert sei; er hat selbst mit einer näheres Eingehen auf die Ausführungen des Herrn Vorredners ver- wirkte der Wettbewerb um die Gunst Rußlands. Der viel gerühmte gewissen Bekümmernis zugeben müssen, daß die französischen Refagen, bevor nicht alle einschlägigen Fragen im Bundesrat durch- Freund Deutschlands aus dem Jahre 1870, der Zar Alexander II., publikaner, die französische Demokratie, die Allianz mit Rußland beraten worden sind. zeigte sich ja später ganz unzuverlässig; trotzdem war er für Deutsch noch immer in der sorgsamsten Weise pflegen. Er, der die ausAbg. von Bollmar( Soz.): land der einzige, auf den man noch Hoffnungen jezen konnte, und wärtigen Vorgänge mit Aufmerksamkeit verfolgt, wird auch nicht im Kürzlich ging durch die Presse die Nachricht, daß die Indienst- so wurde alles getan, um ihn bei guter Laune zu erhalten. Zweifel darüber sein, daß die englischen Liberalen lebhaft gute Bestellung deutscher Handelsschiffe für Zwecke der russischen Kriegsflotte Alle Wünsche wurden ihm von den Augen abgesehen. In den neuesten ziehungen zwischen England und Rußland wünschen. Die einfichtigen auf Anregung des Reichsfanglers unterblieben sei. Auch unserer Erinnerungen des ehemaligen württembergischen Finanzministers Leute sind überall mehr oder weniger der Ansicht, daß die GroßMeinung nach muß eine solche Dienstleistung nach den Frhr. b. Mittnacht finden sich darüber sehr interessante Mitteilungen, machtstellung von Rußland wohl auch die WechselGrundsägen der völkerrechtlichen Neutralität obwohl er ganz offenbar mit der denkbar größten Zurückhaltung fälle des gegenwärtigen Krieges und die Schwierigunterbleiben. Ich möchte den Reichskanzler fragen, welches seine ſpricht. Im Jahre 1879 grollt der Reichskanaler Fürst feiten der inneren Unruhen überbauern wird. Stellung zu dieser Angelegenheit ist. Die Auslieferungs- Bismard über die Demütigung Deutschlands durch Rußland. Der( Rufe: Na! na! bei den Sozialdemokraten.) abwarten!( Große verträge zwischen Preußen und Bayern einerseits und Bar und der deutsche Kaiser hätten persönlich zusammentreffen sollen, Heiterkeit.) Rußland andererseits fordern nach der Art ihrer Entstehung und aber die Umgebung des Zaren habe die Attentatsängste Wohl hat der Abg. v. Vollmar gemeint, ich würde wohl heute Reichskanzler Graf Bülow: " dem Inhalt ihrer Bestimmungen die schärfste Stritit heraus. Alexanders II. geschürt und ihn davon abgehalten, über die Grenze nicht wieder den Vorwurf wiederholen, die Sozialdemokratie wünsche Außerhalb der offiziellen Streife haben sie weder in der zu gehen; so fei Wilhelm I. zu der eines deutschen Kaisers beinahe den Krieg mit Rußland. Ich bedauere, sagen zu müssen, daß ich Wissenschaft noch in der Politik irgend welche Verteidigung unwürdigen Fahrt nach Alexandrowo gezwungen worden.( hört! heute mehr wie je der Ansicht bin, daß die Sozial. gefunden. Das ist auch natürlich und felbstverständlich, hört! links.) Das sind die Worte Bismards. Weiterhin de motratie einen solchen Konflitt ganz gern denn sie schlagen allen bisherigen bürgerlichen Grundsägen ins Ge- teilt Freiherr v. Mittnacht mit, daß der Zar gegen den sehen würde, um an diesem Brand ihren Parteitopf zu kochen. sicht.( Sehr wahr! links.) Im Gegensatz zu allen anderen Aus- deutschen Botschafter eine drohende Sprache führte und ihm mitteilte,( Sehr richtig! rechts, Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich habe Lieferungsverträgen stellen sie die politischen Delitte, nicht nur die daß, wenn in der orientalischen Frage Deutschland weiter mit hier einen Ausschnitt aus der sozialdemokratischen Schwäbi. Attentate auf das Leben des Herrschers, sondern bis herunter zur Desterreich zusammenginge, dies die desaströsesten( unheilvollsten) fchen Tag to a cht", in der es in bezug auf die jüngsten Unruhen wörtlichen Beleidigung grundsäglich dem gefolgen haben würde.( Hört! hört! bei den Soz.) Deutschland sollte in Petersburg heißt: Hätte die deutsche Arbeiterschaft jenen Einfluß meinen Verbrechen gleich und lassen ihretivegen die Aus- also gezwungen werden, auf die Freundschaft mit Desterreich zu ver- auf den Stant, den sie anstrebt, so würde morgen eine bewaffnete lieferung zu. Neben den Mord- und Dynamitverbrechen, die aussichten und sich gänzlich an Rußland preiszugeben. Da erft erklärte Heeressäule über die Grenzen schreiten, um den russischen Brüdern drücklich genannt sind, stellen sie die Auslieferung für alle Delifte ohne jede Fürst Bismard, daß es sich um eine Frage der Unabhängigkeit und Befreiung zu bringen."( Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Herr nähere Begründung und ohne jede Rücksicht auf ihre Schwere in Aussicht. Selbständigkeit des Reiches handle, daß er sich diesem Zwange unter v. Vollmar wird mir wohl selbst zugeben, daß das doch nur den Ich weiß nicht, ob der Herr Reichsfangler geneigt ist, heute wieder feinen Umständen unterwerfen werde; er drängte auf den Abschluß Sinn haben kann, daß, wenn Sie tönnten wie Sie wollten, wenn ein Argument anzuwenden, das 1885 im bayerischen Landtag der eines Defensivbündnisses mit Desterreich und erklärte, falls der Sie auf dieser Bank säßen, statt auf jener( Heiterkeit), Sie Rußland Minister des Aeußern Herr v. Crailsheim allen Ernstes vorführte. Kaiser darauf nicht eingehen wollte, werde er zurücktreten. Den Strieg erklären, deutsches Gut und Blut opfern würden, um in Er meinte, daß der russische Straffoder im großen und ganzen so Aber, setzte Bismarck damals hinzu, an seine Stelle könnten dann Rußland eine Verfassung, eine andere Staatsordnung herbeizuführen. ziemlich auf der Höhe der modernen Rechtswissenschaft und Straf- weder Hohenlohe noch Münster treten, die der Sympathie mit west- Nun hat Herr v. Vollmar zweimal von einer Unabhängigkeit rechtsgesetzgebung stehe( hört! hört! und Heiterkeit lints); ländischen Mächten verdächtig seien, sondern nur ein Staatsmann, Deutschlands von Rußland gesprochen. Mich wundert, daß er diesen es bestehe in Rußland überall eine mehr oder weniger der dem Zaren genehm sei.( Lebhaftes hört! hört! bei den Sozial Vorwurf wieder erhoben hat, nachdem ich so oft ausgeführt habe, vollständig geordnete Rechtspflege, alle Er- demokraten.) Durch die glorreiche Politik des Reiches war es soweit daß wir nicht von Rußland abhängig sind, daß wir Rußland zählungen über das russische Gefängniswesen feien erdichtet gekommen, daß der Wille des russischen Selbstherrschers ausschlag nicht nachlaufen, aber auch gar feinen Anlaß haben, und es sei nicht zu befürchten, daß Ausgelieferte inhuman behandelt gebend für die Ernennung des obersten deutschen Beamten war. Rußland unangenehm zu machen, wie dies manche Leute wünschen werden.( Hört! hört! links.) Es ist ja schließlich nicht ganz Bum Eintritt dieser für das deutsche Selbstgefühl so außerordentlich möchten. Im übrigen machen auf mich derartige Angriffe nicht den unmöglich, daß die Bertreter der russischen Regierung, welche den erhebenden Eventualität ist es schließlich damals nicht gekommen, geringsten Eindruck. Herr v. Vollmar hat soeben erft baran erinnert, Vertrag abgeschlossen haben, es wirklich gewagt haben, derartige weil der Kaiser fich schließlich den Absichten Bismards daß bor 20 und mehr Jahren genau dieselben Angriffe mit den gleichen Dinge unseren deutschen Unterhändlern aufzubinden, und daß fie fügte. Aber trotz dem Abschluß des Vertrages mit Desterreich wurde Argumenten und Schlagworten gegen einen Größeren gerichtet dabei auf die amtliche Gläubigkeit rechneten. Jeder Mensch aber, das alte Spiel Deutschlands und Frankreichs um die Gunst Ruß- wurden, gegen den Fürsten Bismard. Damals war gerade so die der wissen will, kann sich mit Leichtigkeit davon überzeugen, lands fortgesetzt. Die deutsche Diplomatie pflegte damals, 1883, Rede von angeblichen Schergendiensten, die jedem Deutschen die daß von alledem gerade das Gegenteil wahr ist. Das russische hauptsächlich mit dem Argument zu wirken, daß wir Stützen der Schamröte ins Gesicht treiben müßten und damals führte Bismard, wie ick, midi noch genau erinnere, einmal in einer Debatte aus, daß et..au§. iolchcn ungerechten Angriffen die Lehre entnehme, datz eS gefährlich und bedenklich fei. Über auswärtige Fragen zu sprechen, die man nicht ganz genau kenne. Ich will nicht erörtern, ob das heute noch zutrifft und auf wen. lHeiterkeit rechts.) Der Abg. v. Vollmar hat nun weiterhin zur Sprache gebracht die deutschen Schiffsverkäufe an die kriegführenden Parteien. Während des ganzen bisherigen Verlaufs des oftasiatischen Krieges haben beide kriegführende Parteien, beide, zahlreiche Handelsschiffe ans ausländischem Privatbesitz käuflich erworben. In den englischen Zeitungen finden sich ausführliche Statistiken über die zahlreichen Schiffsverkäufe an Japan. Es ist bekannt geworden, daft mehrfach deutsche Schiffe von den Japanern aufgekauft worden sind, und nach einer neuerdings hierher gelangten amtlichen Mitteilung des Hamburger Senats find eine Anzahl Schiffe der Hamburg-Amerika-Linie' durch Kauf in den Besitz russischer Privatfirmen gelangt. Derartige Transaktionen find nach feststehendem Völkerrecht neutralen privaten Personen nicht verwehrt. Es versteht sich von selbst, daß die von der russischen Firma angekauften Schiffe fortan nicht mehr die deutscheFlagge führe ndürfen und daß die deutsche Bemannung derselben nicht genötigt ist, unter russischer Flage weiter zu dienen. Sie sehen also hier ans, daß auch in der Frage der Schiffskäufe unser Verhalten ein vollständig korrektes ist, wie dies unserer korrekten Gesamthaltung gegenüber dem ostasiatischen Kriege entspricht. Wie unanfechtbar unser Verhalten gegenüber diesem Kriege ist. gehl ja am besten daraus hervor, daß uns von beiden Seiten Vorwürfe gemacht werden. Von der einen Seite heißt es, daß wir zu Rußland neigten, und diese Tonart hat Herr v. Vollmar vertreten, von der anderen Seile habe ich erst in den letzten Tagen gelesen, wir wünschten eine Schwächung Rußlands und deshalb im Stillen eine längere Fort- dauer des Krieges. Eins ist so unbegründet als das andere. Beide Regierungen wissen ganz genau, woran sie mit uns find. Die japanische Regierung weiß ganz genau, daß sie aus unsere strikte und loyalste Neutralität zählen kann, und da ich das Wort ergriffen habe, nehme ich gar keinen Anstand, hier eine Depesche vorzulesen, die ich vor ganz kurzem aus Tokio erhalten habe, in welcher der kaiserliche Gesandte meldet: die japanische Regierung habe dentsch-feindlichen Ausstreuungen niemals Glauben geschenkt, sie wisse, daß gegen uns Jntriguen spielten— wer die Leute sind, die Japan einreden möchten, daß wir , licht eine ganz unabhängige und neutrale Haltung gegenüber dem ostasiatischen Kriege und überhaupt einnehmen, das weiß ich nicht, aber vielleicht Herr v. Vollmar.(Heiterkeit rechts.)— Der Gesandte siihrt aus, die japanische Negierung habe keinen Grund über uns zu klagen, oder uns zu mißtrauen, sie lege den größten Wert auf gute Beziehungen mit uns. Der Gesandte teilt weiterhin mit, daß die japanische Regierung ihn ausdrücklich ersticht habe, mitzuteilen, daß Japan die von uns und anderen in Ostasien erworbenen Rechte respektieren wird. Die Neutralität Chinas zu respektieren, sei der feste Entschluß nicht nur der jetzigen Regierung, sondern ein leitender Grundsatz der japanischen Politik überhaupt. Auf der anderen Seite weiß die russische Regierung ganz genau, daß wir die Schwierigkeiten, in die Rußland jetzt geraten ist, nicht benutzen werden, um uns Rußland irgendwie unbequem zu machen. Wir werden unsere Beziehungen zu Rußland auch weiter in der bisherigen Weise aufs sorgsamste pflegen, ohne uns in einen Gegen- Mtz zu Rußland bringen zu lassen, für den kein reales deutsches Interesse vorhanden ist.(Bravo! rechts.) Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richthofen: In einem großen Teil seiner Ausführungen hat der Abgeordnete V. Vollmar sich mit den Auslieferungsverträgen zlvischen Preußen einerseits und Rußland ander- s e i t s beschäftigt. Er hat behauptet, sie seien nur abgeschlossen ivorden, weil ein Reichsvertrag nicht zustande kam. Das ist chrono- logisch nicht ganz richtig, denn der preußische Auslieferungsvertrag war schon abgeschlossen, als im Jahre 18S1 das Reich den Versuch machte, einen Auslieferungsvertrag mit Rußland abzuschließen. Rur wenn dies gelänge, könnte das Reich die Verträge Bayerns und Preußens kündigen. Jetzt liegt die Kündigung dieser Verträge bei diesen Bundesstaaten und beide dürften dazu keinerlei Neigung haben; denn die Verträge haben sich in gewisser Hinsicht recht gut bewährt. Wir haben für Preußen und Bayern die volle Gegenseitigkeit er- langt. Sie also, die die russische Rechtspflege so angreifen, sollten in'erster Linie erfreut sein, daß Preußen und Bayern, die etwa nach Rußland flüchten, nicht nach russischen Gesetzen abgeurteilt werden können(Lachen links), sondern an ihre Heimatsstaaten auS- geliefert werden müssen. Femer kann ich Ihnen etwas mitteilen, ivas Ihnen vielleicht neu ist, daß nämlich diese Verträge in den Lv Jahren noch nicht ein einziges Mal zur Auslieferung politischer Ver- brechet geführt haben.(Hört! hört! rechts.) Vielleicht haben die Verträge bewirkt, daß überhaupt derartige Verbrecher nicht nach Deutschland kommen. Wenn sie dies bewirkt haben, so wird zwar nicht das ganze deutsche Volk, aber doch der größte Teil der Meinung sein, daß die Verträge einen großen Segen für uns darstellen.(Beifall rechts. Stürmisches Lachen links.) Abg. Dr. Müller-Meinigen(frs. Vp.): Ich möchte zunächst eine Frage zur Sprache bringen, welche die deutsche Kunstletschaft und das deutsche Schrift- stell ertum angeht. Der deutsch-russische Handelsvertrag bestimmt, daß innerhalb drei Jahren eine Vereinbarung über den literarischen Schutz zustande kommen soll. Diese Aufgabe ist sehr dringend, sie ist aber in bezug aus Amerika noch wichsiger. Das Urheber-Abkommen vom 15. Januar 1892 bedeutet nichts mehr und nichts weniger als die völlige Auslieferung des deutschen literarischen und künstlerischen Eigentums an die Ame- rikaner(Sehr richtig! links.) und zwar ohne irgend welche Gegen- leistung. Der Deutsche, welcher seine Bücher, seine Photographien usw. in Amerika geschützt haben will, ist einfach gezwungen, sie dort herstellen zu lassen.(Hört! hört! links.) Die Amerikaner rauben ganz einfach die deutschen Schriftsteller und Künstler aus. Auf diese Weise droht nicht nur der ganze nord- amerikanische, sondern auch der mittel- und südamerikanische Markt verloren zu gehen. Wir müssen entweder das Abkommen von 1892 ohne weiteres kündigen und von den Amerikanem bei dem neuen Handelsvertrage verlangen, daß sie der Bemer Konvention beitreten, oder wir müssen eine Gegenseisigkeitsklausel aufnehmen, welche uns nicht bloß formell, sondern auch sachlich die Gleichberechtigung mit den Amerikanern gewährt..Ein Kulturstaat wie die Vereinigten Staaten muß einsehen, daß es in derartigen Dingen eine rroblesss oblige gibt. Von Amerika zu Rußland! Ich habe dem Herrn Reichskanzler mitgeteilt, daß ich heute zwei Aufsehen erregende Fälle zur Sprache dringen werde, welche aus der polnischen Presse in die deutsche über- gegangen sind, und ich erwarte aufs bestimmteste, daß diese beiden Fälle unwahr dargestellt sind. Ich behaupte, daß es völlig aus- geschlossen ist, daß sie wahr sind. Ein hiesiger deutscher Arbeiter war mit einem deutschen Dienstmädchen aus Russisch-Polen verlobt, er ging mit ihr über die Grenze, um die Papiere zu besorgen. Da wurde er von Kosaken als russischer Deserteur festgenommen, gefeffelt in einen Wagen gepackt und nach dem Kriegsschauplatz in der Mandschurei geschickt.(Hört! hört! links.) Der verzweifelten Braut wurde der höhnische Rat erteilt, sie solle nur noch mehr solcher Burschen über die Grenze bringen. Der andere Fall: Aus einer Kolonie in Deutschland, welche von früheren russisch-deutschen Kolonisten besetzt war, reisen drei Familien nach Rußland, um an der Hochzeit von Verwandten teilzunehmen. Da wurde plötzlich das HauS mit Kosaken umstellt, und es wurden sämtliche männlichen Insassen ohne weiteres als Deserteure nach der Mandschurei geschickt.(Hört! hört! links.) Ich erwarte eine Auskunst seitens des Reichskanzlers oder seiner Vertreter. Wir wollen Frieden mit dem russischen Volke, mit der russischen Gesellschaft und wenn möglich auch mit der russischen Regierung. Aber wir wollen auch vollkommene Neutralität gegenüber dem„inneren Feinde' in Rußland. Und die verletzen diese Auslieferungsverträge. Der Reichskanzler hat sich darauf berufen, daß seit 20 Jahren niemand aus politischen Gründen mehr ausgeliefert worden sei. Wenn also diese Aus- lieferung nicht nötig ist, so wird er doch gewiß gegen die Kündigung des Auslieferungs-Vertrages nichts einzuwenden haben. Ich habe aber schon im Vorjahre darauf hingewiesen, daß das Schlimmste nicht die Auslieferung, sondern die Verquickung von Auslieferung und Ausweisung ist.(Sehr richttg! beiden Sozialdemokraten.) Ich wundere mich, daß der Abg. v. Vollmar nicht den Passus zisiert hat, der die schärffte Verurteilung dieser Answeisungspolitik enthält. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes schrieb damals an den Reichskanzler, die Ausweisung dieses Mendel- söhn sei rechtlich zulässig, selbst wenn sie nur aus Gefälligkeit gegen die russische Regierung erfolgte. Ich bitte den Reichskanzler, möglichst bald diese Auslieferungsverträge zu kündigen, die das politische Asylrecht in einer für Deutschland unwürdigen Weise verletzen. (Lebhafter Beifall links.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Wir haben bekanntlich anläßlich der Weltausstellung in St. Louis mit der amerikanischen Regierung eingehende Verhandlungen über den Urheberschutz deutscher literarischer Erzeugnisse und Kunst- werke gehabt und durchgesetzt, daß ihnen ein ausnahms- weiser Schutz, abgesehen von den Bestimmungen des ameri- kanischen Urheberrechts, vorübergehend gewährt wurde. Wir haben bei diesen Verhandlungen aber auch gesehen, welche außer- ordentlichen Schwierigkeiten in dieser Frage Amerika gegenüber liegen. Wenn wir mit den Vereinigten Staaten in Verhandlungen wegen Abschluß eines Handelsvertrags treten, werden wir auch die Frage eines erhöhten Schutzes literarischer und künstlerischer Erzeug- nisse, etwa nach den Grundsätzen der Benrer Konvention zur Sprache bringen und wir hoffen, daß uns in allen Stadien dieser Verhand- lungen der Abg. Dr. Müller(Meiningen) publizistisch und hier im Hause unterstützen wird.(Große Heiterkeit.) Geheimrat Franzius(vom Auswärtigen Amt) bleibt auf der Tribüne völlig unverständlich. Abg. Graf Limburg-Sttrum(k.): Es besteht für Deutschland nicht der geringste Anlaß, sich feindlich zu Rußland zu stellen. Der „Koloß mit den tönernen Füßen" wird stark genug bleiben, um als Freund wie als Feind Respekt zu finden.(Bravo! rechts. Lachen links.) Wir verlangen Beibehaltung der Verträge, selbst wenn sich die Mehrheit des Reichstags dagegen erklären sollte.(Bravo! rechts.) Abg. Graf Reventlow(Ansis.) drückt seine Befriedigung über die Wandelung in der Wirtschaftspolitik des Reiches aus. In allen Kreisen des Volkes, die überhaupt kolonialpolitisch denken, ist der Schmerz über den Verlust Marokkos in den letzten Jahres nicht geringer geworden.(Heiterkeit links.) Der Reichs- kanzler sollte sich mehr mit der Rassenfrage beschäfttgen. Die Entstehung einer schwarz-weitzen Mischrasse muß von vornherein mit Feuer und Schwert ausgerottet werden.(Große Heiterkeit im ganzen Hause.) Jede geschlechtliche Vermischung Weißer mit Schwarzen muß einfach unter Strafe gestellt werden.(Stürmische Heiterkeit links.) Ja, für Sie mag ja die entstehende Mischrasse noch immer gut genug sein!(Heiterkeit rechts.) Das Gleiche gilt für die mongolische Rasse. Wir halten es nicht für richtig, daß deutsche Offiziere chinesische Offiziere. die bei uns dienen, als ihre Kameraden behandeln m ü s s e n.(Zuruf links:?our le me'rite!) Es ist mir peinlich, aber ich muß es auch rügen, daß ein deutscher hoher Reichsbeamter in die mongolische Rasse hineingeheiratet hat, ohne seinen Posten zu verlieren.(Zurufe bei den Sozialdemokraten: pour le werite! pour le rnerite!) Ach, seien Sie doch ruhig, Sie leben doch hier weder im Urwalde, noch aus den Bäumen.(Heiterkeit.) Daß die Staatssekretäre und Minister fast immer gleich zu mehreren jedem sozialdemokratischen Redner antworten, erhöht nur deren Selbst- gefühl, welches heute schon in einer ihren Verhältnissen jeder Art (Heiterkeit rechts) nicht entsprechenden Weise besteht. „Wenn unser August Bebel spricht. Dann zittern die Minister!" heißt es in den sozialdemokratischen Zeitungen. Der Reichs- kanzler sollte durch eine noch entschiedenere agrarische Politik(Stürmische Heiterkeit links) dafür sorgen, daß der Sozialdemokratie durch eine große neue Parteibildung die Wurzel abgegraben wird.(Beifall rechts, große Heiterkeit links.» Reichskanzler Graf Bülow(Stürmische Heiterkeit): Damit Graf Reventlow einsieht, daß ich nicht bloß auf die Rede der Herren Sozialdemokraten spreche, will ich auch auf einige seiner Aus- führungen ein paar Worte machen.(Erneute Heiterkeit links.) Auf einige! Denn z. B. auf feine Frage nach der Begründung einer großen nationalen Partei kann ich nicht gleich aus dem Stegreif mit einem ausgearbeiteten Entwurf antworten. Dagegen möchte ich doch die Mahnung, welche ich schon bei ftüherer Gelegenheit an alle Parteien gerichtet habe, noch einmal erneuern, daß sie sich nämlich nicht in die inneren Verhältnisse fremder Staaten einmischen sollen; denn nicht nur für die Herren von der äußersten Linken gilt diese Mahnung. sondern auch für den Herrn Grafen Reventlow.(Lebhaftes Bravo I bei der äußersten Linken.) und ebenso für die Studenten. Wir würden es uns auch ernstlich verbitten, wenn ausländische Studenten sick» so in unsere Verhältnisse an deutschen Universitäten einmischen würden. Jeder kehre vor seiner eigenen Tür!(Zuruf bei den Polen: Frhr. v. Richthosen I) Was die chinesischen Offiziere, die im deutschen Heere dienen, betrifft, haben wir gern deutsche Inspektoren nach China geschickt und freuen uns, daß die chinesischen Offiziere den deutscheil Dienstbetrieb kennen lernen wollen. Die Verbindung eines jüngeren deutsckien Staatsmannes mit der Tochter eines hervor- ragenden japanischen Offiziers, der lange in Berlin gelebt hat und sich noch jetzt eines guten Andenkens erfreut, bietet durchaus keine Angriffspunkte. Abg. Graf v. Miclczynski(Pole) begründet die Resolutton auf Vorlegung eines Gesetzenttvurfes zwecks Regelung des Aufenthalts der Ausländer im Deutschen Reiche. Vielfach werden Polen, gegen die nicht das geringste vorliegt, als„lästige" Ausländer ein- fach ausgewiesen. So wurde ein Kutscher, der achtzehn Jahre lang in Deutschland gedient hatte, sich nicht das geringste hatte zuschulden kommen lassen, am allerwenigsten Polittk getrieben hatte, kurzerhand ausgewiesen. Redner führt eine Reihe weiterer Fälle an, in denen ohne Grund Ausweisungen erfolgt sind, seine Ausführungen bleiben aber im einzelnen auf der Tribüne un- verständlich. Des weiteren kommt der Redner auf das preußische Ansiedelungsgesetz zu sprechen. Die? Gesetz widerspricht direkt der Reichsverfassung, das hat der Zentrums- Abgeordnete Roeren im Abgeordnetenhause klar nachgewiesen. Die Regierung stützt ihr Vorgehen einzig und allein auf die angebliche Gefährdung des allgemeinen Interesses; ich ftage das hohe Haus, ob wirklich das Allgemeininteresse dadurch geschädigt werden kann, daß jemand, der als Pole geboren ist, Land in Deutschland erwirbt. Das Anfiedelungsgesetz bedeutet für die Sozialdemokratte das beste Agitationsmittel unter den Bauern in den polnischen Provinzen. (Sehr wahr! bei den Polen.) Staatssekretär des Auswärttgen Freiherr v. Richthofeu: Der Herr Borredner hat geftagt, ob ein Abkommen zwischen Oesterreich und Deutschland besteht, wonach lästige Ausländer ohne Angabe von Gründen ausgewiesen werden können. Eines solchen Abkommens bedarf es nicht, denn dies Recht steht jedem Staate zu. Abg. Jessen(Däne) führt Beschwerde über die preußische Aus- Weisungspolitik in Schleswig, speziell über die Behandlung der dänischen Optanten. Iii einem Falle wurde ein Manil als Däne erklärt von demselben Gericht, das seinen Vater früher als preußi- schen Untertan anerkannt hatte. Abg. Dr. Spahn(Z.): Die Gründe, die der Reichskanzler gegen unsere Resolutton in bezug auf Elsaß-Lothringen angeführt hat, scheinen mir nicht stichhaltig. Es wird uns immer gesagt, die Einzelfälle von Ausweisungen sollten wir in den Landtagen vorbringen. Aber schon 1874 hat Windthorst den Staitdpunkt vertreten, daß der Reichs- tag sich das Recht nicht nehmen lassen dürfe, zu der Behandlung von Ausländern, und seien es auch Franzosen, innerhalb des Deutsche» Reiches Stellung zu nehmen. Tie Erörterung dieser Frage ge- bührt vor allem der ersten Körpers hast des Reiches!(Sehr richtig! im Zentrum.) Abg. v. Chrzanowski(Pole) fuhrt weitere Fälle an über un- gerechte Anwendung des Ausweisungsrechtes gegenüber aus Ruß- land ausgewanderte Polen. Es kommt vor, daß Ausweisungen auch dann noch geschehen, wenn die betreffenden ihre russische Staats- angehörigkeit lange aufgegeben haben.(Hört! hört: bei den Sozial- demokraten.) Selbst die russischen Behörden mißbilligen die Barbarei der preußischen Polizei-Organe, welche die Ausgewiesenen an die Grenze bringen. Bisweilen wird Tochter und Mutter durch Ausweisung des einen Teiles auseinandergerissen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir können allerdings der linken Seite des Hauses nicht darin recht geben, daß die preußische Regierung gegen Rußland„Liebesdienste" erweise. Das liegt nicht in der Tradition Preußens, Liebesdienste ohne Entgelt zu tun.' Nein, das Ziel ist die Vernichtung der polnischen Natton. In einer Urkunde einer preußischen Verwaltungsbehörde geht hervor, daß ein Einwanderer mit Paß ohne polittschen Ver- dacht einfach deshalb sofort ausgewiesen wurde, weil er Pole war. Das ist wohl in einem Kulturstaat des zwanzigsten Jahrhunderts eigenartig.(Zuruf rechts: Amerika!) Ein Kongreß polnischer Universitätslehrer betteffs der Tuberkulose wurde in Posen nicht gestattet.(Hört! hört! links.) Ein polnischer Historiker, Oskenasi aus Lemberg, wollte in Posen Vorträge hallen; aber die Hotelverwaltimg sagte ihm, er solle das nicht tun, sonst würde er sofort ausgewiesen werden. Das ist ein naiver, kindischer Kampf einer Polizei- behörde gegen das kulturelle Streben eines Volkes. Preußen geht nicht in der Welt voran. Andere, z. B. belgische Gesetze schaffen ein W o h n u n g s r e ch t für Ausländer. Dort darf ein Ausländer nicht ausgewiesen werden, der eine Bel- gierin geheiratet hat und fünf Jahre hinter einander in Belgien gewohnt hat. Das müßte bei uns auch eingeführt werden. Unsere kleine Fraktion wird stets in diesem Sinne wirken.(Lebhafter Beifall bei den Polen und Sozialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Abgeordnete Jessen hat einen schweren Vorwurf gegen den Regierungspräsidenten in Schleswig erhoben. Was die Optanten betrifft, so war die Grundlage des Optionsrechts, daß, wenn ein bisheriger Ansässiger in einem er- worbenen Landesteil die bisherige Staatszugehörigkeit behalten wollte, er sich in diesem fremden Staate niederlassen mußte. Es wurden aber viele Umgehungen dadurch herbeigeführt, daß die Optanten zwar für das bisherige Staatswesen optterten, dann ruhig in ihrem Besitz blieben und sich für die Ruhe und den Frieden des neuerworbenen Landesteiles häufig politisch ganz außerordentlich nachteilig erwiesen. Solche Leute aus den Grenzen des Staates auszuweisen, ist zweifellos die Verpflichtung des Staates. Der Abg. Graf Mielczynski hat versucht juristisch nachzuweisen, daß das preußische Ansiedelungsgesetz im Widerspruch stehe mit Artikel Hl der Reichsverfassung. Er verwechselt zweierlei. Nach diesem Artikel der Verfassung ist selbstverständlich jeder Reichs- angehörige berechtigt, Grund und Boden in jedem Bundesstaate zu erwerben. Aber etwas anderes ist die Begründung einer neuen Ansiedelung. Die sämtlichen bisher erlassenen An- siedelungsgesetze haben ganz bestimmte Bedingungen für die Be- gründung einer neuen Ansiedelung aufgestellt. Dem letzten Vor- redner erwidere ich. daß, so lange die preußischen Untertanen polnischer Zunge nur kulturell wirken wollen, die preußische Re- gierung ihnen nicht das mindeste in den Weg legt. Der Herr Ab- geordnete kann doch aber keine Anerkennung verlangen für Aeußerungen der polnischen Presse, die ich in Stößen vorlegen könnte, die eine so intensiv feindliche Haltung gegen die preußische Regierung einnimmt, wie sie heute— der Herr Abgeordnete eingenommen hat. (Heiterkeit rechts. Zuruf bei den Polen: Wurst wider Wurst! Große Heiterkeit.) Ich muß noch besonders hervorheben, daß Preußen auf den Gebieten, von denen der Lorredner gesprochen hat, unbedingt souverän in Gesetzgebung und Verwaltung geblieben ist. Ein Reichs- Ausweisungsgesetz gibt es überhaupt nicht mehr, seit der � 2 des Jesuitengesetzes aufgehoben worden ist, es gibt nur eine Landes- auSwei jung und die unterliegt nicht der Kritik dieses Hauses. Den Erlaß eines Gesetzes zur Regelung des Aufenthaltsrechts der Ausländer halte ich für vollkommen ausgeschlossen. (Unruhe links.) In Belgien liegen die Verhältnisse ganz anders als im preußischen Staates(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ein Gesetz mit ganz besttmmten Verpflichtungen über die Ausweisung könnte in Zeiten der Unruhe oder drohender Kriegsgefahr geradezu gefährlich für die Sicherheit und Selbständigkeit des Deutschen Reiches sein, und des- halb werden die verbündeten Regierungen ganz bestimmt ein solches Gesetz nie bestätigen.(Beifall rechts.) Abg. Gröber(Z.): Leider haben wir keine Hoffnung, daß uns ein gutes Gesetz über Aenderung der Ausweisebestimmungen vor- f;elegt wird. Der führende Staat in Deutschland ist zu wenig ortschrittlich auf diesem Gebiet gesinnt. Ja, wenn wir Jnittativ- gesetze beraten würden, so haben die Resolutionen nur die Be- deutung eines Protestes.— Betreffs des Ansiedelungsgesetzes will ich mich gar nicht auf die juristischen Feinheiten einlassen. Tatsächlich ist eS ein Unrecht, daß ein Teil der Reichsangehörigen außerhalb des gemeinen Rechts gestellt werden. Redner befürwortet die Resolution seiner Partei, daß der Bundesrat nicht nur am Schlüsse der Session, sondern jährlich eine Uebersicht über Reichstags- beschlüsse geben solle. Früher fiel ja beides zusammen: die Session wurde jährlich geschlossen. Jetzt aber sind die Vertagungen Üblich geworden. In der X. Legislatur- Periode, die nur aus zwei Sessionen bestand, sind uns nur zwei solche Uebersichten gegeben worden. Das richttge wäre, wenn jedesmal zugleich mit dem Etat die Uebersicht erfolgte. Es sollte uns auch Auskunst erteilt werden über solche Beschlüsse des Bundesrats, die zu Reichstagsbeschlüssen erfolge», welche bereits mehrere Sessionen zurückliegen. Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnerstag 1 Uhr. Schluß S8/* Uhr. •*• Im Bericht über die Dienstags-Sitzung des Reichstages muß eS in der Rede Körstens zu Anfang heißen: Ich will in Anbetracht der Geschäftslage des Hauses nur auf zwei Uebelstände bei der Unfallversicherung(nicht Invalidenversicherung) eingehen. Ich habe bereits im vorigen Jahre gerügt, daß nach der Krankenrente die Unfallrente(nicht Invalidenrente) nicht sofort eintritt. Parlamentarisches. Wahlprüfungökommisfion. Am Dienstag erfolgte die Prüfung der Wahl im Wahlkreise B u n z l a u- L ü b e n, wo bei der Haupt- wähl der Konservattve Kern 5971, der Sozialdemokrat Stolpe 5279, der Freisinnige Thormann 5233 Sttmmen, bei der Stichwahl Kern 19 100, Stolpe 7010 erhielt. Gegen die Wahl haben die Freisinnigen Protest erhoben. Außerdem rügt der Wahl- kommissar, daß die Wählerlisten in einigen Gutsbezirken gar nicht, in anderen Orten zu spät ausgelegt worden seien. Der Protest jedoch zählt eine Reihe von Verstößen auf, die teilweise ganz neue Praktiken in xirncto Wahlbeeinflussung enthüllen. Am schlimmsten trieb man eS in Aslau, wo, wie der Protest sagt, die Leute des Rittergutsbesitzers Kern, des konservativen Kandidaten, nach dem Wahllokal beordert und mit Sttmmzetteln für Kern versehen, im Wahllokal von dem Gutsinspektor angebalten wurden, den Stimm- zettel für Kern außerhalb des Jsolierraums in das Kuvert zu stecken, eine Kontrolle, wie sie bei dem neuen Wahlverfahren der Kommission noch nicht zur Beurteilung vorgelegen hat. Natürlich beschloß die Kommission, Erhebungen darüber anstellen zu lassen. In Niedergläsersdors hatte die Wahlzelle ein Loch, durch das der Wahlvorstand die Wähler beobachtete und dies auch gar nicht verhehlte. Ferner wurden mit den amtlichen Kuverts Stimmzettel für Kern verteilt in Schnellenfnrt, Schwarza», Zietendorf, und Amts- genommen worden. borsteher und Gendarmen verteilten oder ließen solche verteilen in Dieden- 1 Situation in dieser Branche des Schneidergewerbes und über die horrenden Verdienst von 25 M. Jedenfalls Löhne, die für die Gra burg, Wartau und Attendorf. Der Bürgermeister der Stadt Lüben leitete nächsten Aufgaben der Organisation. Er bemerkte, daß man un- haltung einer Familie nicht ausreichend sind. Bemerkenswert ist, eine öffentliche Wählerversammlung und empfahl in dieser den kon- ermüdlich danach streben müsse, für alle Maßgeschäfte Berlins einen daß die Firma in letzter Zeit eine ganz bedeutende Preissteigerung fervativen Kandidaten; in Bunzlau wurden im zweiten Wahlbezirke forporativen Arbeitsvertrag durchzuführen, um zunächst einmal ein- ihres Kaffees vorgenommen hat. So wird unausgelesener Kaffee, Auszüge aus der amtlichen Wählerliste behufs Wahlschlepperei ge- heitliche Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erhalten. Der Redner der bis vor kurzem mit 80 f. verkauft wurde, jetzt nicht unter macht. Diese und noch mehrere andere Borkommnisse erachtete die berichtete dann über die Differenzen, die in den letzten Monaten bei 85 f. das Pfund( en gros) abgegeben. Und diese PreisKommission für sehr erheblich. verschiedenen Firmen entstanden sind und teils durch Verhandlungen steigerung müssen die Leute der Firma mit ansehen ohne an eine Der Referent hatte über die ihm erheblich erscheinenden Protest- beigelegt, teils auch noch nicht erledigt sind. Unter anderen erwähnte Aufbesserung ihres eigenen Einkommens zu denken. punkte eine Berechnung der in Frage kommenden Stimmen ange- der Redner die Firmen Peek und Cloppenburg, die früher stellt, die ihn zu dem Antrage führte, die Wahl zu beanstanden, etwas darauf hielt, mit ihren organisierten Arbeitern in gutem Ein- G. A. Wernicke( Inh. Hohmuth) ist, nachdem am Dienstag Achtung, Dachdecker! Der Ausstand der Dachdecker bei der Firma weil nach dieser Berechnung nicht der sozialdemokratische, sondern verständnis zu leben, es aber jetzt ablehnt, mit dem Vertreter der auch die dort beschäftigten organisierten Hülfsarbeiter sämtlich die der freisinnige Kandidat in die Stichwahl gelangt wäre. Da indessen Organisation zu verhandeln, obgleich, dort in letzter Zeit Mißstände Arbeit einstellten, am selben Tage zugunsten der in den Ausstand noch einige Protestpunkte mehr von der Kommission erheblich be- zutage getreten sind namentlich was die Verteilung der Arbeit Getretenen beendigt und ist am Mittwoch die Arbeit wieder auffunden wurden, vertagte sie die Entscheidung, bis die Referenten anbetrifft die sehr notwendig der Regelung bedürfen. Als Gedie Berechnung demgemäß ergänzt haben. Die Sperre über die Firma ist aufgehoben. schäfte, die sich durch schlechte Behandlung der Arbeiter und niedrige Zentralverband der Dachdecker.( Ortsverwaltung Berlin.) Löhne auszeichnen, wurden die Firmen Westend Clothing in der Friedrichstraße und Goldschmidt in der Zimmerstraße ge= Achtung, Schuhmacher! Wegen Lohnabzug haben sämtliche nannt; ferner Hedenberger und Becker, die es sich trotz Arbeiter der Schuhfabrik von E. Pfarr, Ackerstraße 14 u. 15, die aller Ermahnungen nicht abgewöhnen, ihre Arbeiter 5 bis 6 Stunden Arbeit niedergelegt. Die Ortsverwaltung. Genosse Berfus, der Vorsitzende der polnisch- sozialistischen Partei warten zu lassen, und auch die Bestimmung über die Bezahlung der in Deutschland, zeigt uns seinen Austritt aus dieser Partei an. Der Nachtarbeit umgehen. Es sind nun an diese, sowie an eine große Grund dafür ist darin zu suchen, daß die polnischen Sozialisten auf Anzahl anderer Firmen Schreiben gerichtet worden, um eine Regedie Einigung nicht eingehen wollen, die der Vorstand der polnisch- lung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen, und mit aller sozialistischen Partei mit dem Vorstande der sozialdemokratischen Kraft wird dahin gewirkt werden, die Tarife zur Geltung zu Partei Deutschlands vereinbart hat. bringen. Auch für die Arbeitspreise der Sport- und Automobilkleidung wird in nächster Zeit eine tarifliche Regelung angebahnt. Der Redner erwähnte schließlich noch die Heranziehung der Heimarbeiter zu den Steuern für die Handelskammer, die bekanntlich mit der wirklichen Stellung dieser Arbeiter in Widerspruch steht, und schlug dann folgende Resolution vor, die nach kurzer Diskussion einstimmig angenommen wurde: Partei- Nachrichten. In einer Krcistonferenz für den Wahlkreis Solingen wurde mitgeteilt, daß die Organisationen dieses Kreiſes im Jahre 1904 ihre Mitgliederzahl von 972 auf 2120 steigerten. Die„ Bergische Arbeiterſtimme" hat jetzt 6500 Abonnenten und die Zahl derselben ist in fortwährender Zunahme begriffen. Es soll demnächst eine Rotationsmaschine aufgestellt werden. Die finanzielle Lage dec Genossenschaftsdruckerei ist sehr günstig. Die Konferenz beauftragte die Druckerei, dem technischen Personal acht Tage Ferien zu gewähren. Bisher wurden nur drei Tage gewährt. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " Die versammelten Herren- Maßschneider haben von der gegenwärtigen Situation in ihrer Branche Kenntnis genommen. Sie verpflichten sich, überall da, wo es zu ernstlichen Zusammenstößen zwischen den Kollegen und den Arbeitgebern kommen sollte, die kolTegen mit aller Kraft und in jeder Hinsicht zu unterstützen. Ein vornehmliches Mittel hierzu erblicken die Kollegen darin, daß ArZu 500 M. Geldstrafe wurde der Redakteur der„ Bergarbeiter beitsangebote jener Firmen, bei denen Tarifregulierungen beabsichtigt Zeitung", Genosse Leimpeters in Bochum, von der dortigen Strafe sind, in der allernächsten Zeit so lange unberücksichtigt bleiben, bis die fammer verurteilt. Er soll die Direktion der Laurahütte in Ober- Organisation öffentlich die Mitteilung macht, daß die strittigen Anschlesien beleidigt haben. Von dieser war der Bergmann Jdzinski gelegenheiten erledigt sind. Die Versammelten legen nach wie vor entlassen worden kurz nachdem er von seinen Kameraden als Wert darauf, daß nur durch fortgesette Kleinarbeit die Organisation Kandidat fürs Berggewerbegericht aufgestellt worden war. Vor der immer mehr und mehr ausgebaut wird. Die Versammelten verEntlassung soll der Steiger Filipzcht dem J. gesagt haben: Wenn pflichten sich, in diesem Sinne weiter zu wirken, damit in späterer Sie das Stänkern nicht lassen, dann werden Sie entlassen und be- 3eit dem Gedanken eines allgemeinen korporativen Arbeitsvertrages tommen auf feiner Grube wieder Arbeit. Die„ Bergarbeiter für Berlin näher getreten werden kann. Zeitung" sah sah die Entlassung als Maßregelung an, um= Schließlich protestieren die versammelten Heimarbeiter somehr, als J. schon dreizehn Jahre bei der Laurahütte aufs neue gegen die Heranziehung zu den Kosten für die Handelsgearbeitet hatte, und sie legte die Aeußerung des Steigers so aus, tammer und beauftragen die Leitung der Organisation, die Berliner daß J. durch eine schwarze Liste dauernd brotlos gemacht werden Stadtverordneten- Versammlung bezw. die Gewerbedeputation zu erfolle. Dadurch fühlte sich die Direktion der Laurahütte beleidigt suchen, in Zukunft von dem letzten Absatz des Paragraphen 103 I der und stellte Strafantrag, der natürlich im öffentlichen Interesse auf- Gewerbeordnung Gebrauch zu machen." genommen wurde. Die Zeugenvernehmung wurde kommissarisch bewirkt. Dennoch stellten sich die behaupteten Tatsachen in der Hauptfache als wahr heraus. Allerdings soll J., der schon drei Unfälle erlitten hat, nur wegen verminderter Leistungsfähigkeit entlassen worden sein. Dennoch gab der Steiger F. die behauptete Aeußerung von Stänkern zit, nur will er nicht gemeint haben, daß 3. nirgends mehr Arbeit bekommen werde, sondern nur auf den Betrieben der Laurahütte. Das Bestehen schwarzer Listen wurde jedoch entschieden in Abrede gestellt, vielmehr behauptet, daß man dem Fortkommen des J. nichts in den Weg gelegt habe. Danach erfolgte die Verurteilung. Deutfches Reich. Der Streit der Holzarbeiter in Magdeburg ist ausgebrochen wegen des geringen Entgegenkommens, das die Unternehmer auf die Forderung einer Verkürzung der Arbeitszeit und einer Erhöhung des Lohnes bewiesen. Die Vertreter der Arbeitgeber bewilligteit 40 Pf. für Gesellen unter 20 und 45 Pf. für Gesellen über 20 Jahren. Statt der sofortigen Einführung der neunstündigen Arbeitszeit: Ab 1. April d. J. pro Woche 1 Stunde und ab 1. April 1906 2 Stunden Arbeitszeitverkürzung. Außerdem soll jetzt sofort 2 Pf. Zuschlag pro Stunde und ab 1. April 1906 noch 3 Pf. bezahlt werden. Ueber eine Erhöhung der Akkordlöhne soll eine gemeinsame Kommission später beschließen. Für neue Muster einen Minimallohn zu garan tieren, haben die Meister abgelehnt. Dazu kam mun noch, daß mehrere Meister während der Verhandlungen Maßregelungen vornahmen. Daraufhin beschlossen die Gesellen den Streik, ohne das Ende der Verhandlungen abzuwarten. Bis Dienstag mittag hatten 490 Holzarbeiter in 109 Werkstätten die Arbeit niedergelegt. 25 Unternehmer mit 72 Arbeitern bewilligten sofort die Forderungen der Gehülfen. Die Teppichweber der Smyrna- Teppich- Fabrit in Linden bei Hannover haben nach dreitägigem Streit einen Erfolg erzielt. Seitens der Ausständigen war gefordert: 1. Entlassung des Revolverhelden Wertmeisters Möller. 2. Wiedereinstellung des Kollegen Simon und dessen Frau. 3. Gerechte Handhabung der Arbeitsverteilung 2c. Die Direktion hat die Erfüllung des Geforderten schriftlich zugesichert. Die Bewegung der Schneider in Köln soll offenbar dort nicht ohne Reibung abgehen. Die Zwangsinnung nahm am Montagabend Stellung zu den Lohnforderungen der vereinigten Verbände der Schneidergesellen. Die Frage, ob man mit der Lohnkommission der Gesellen in Verhandlung treten soll, wurde mit allen gegen eine Stimme verneint; der eingereichte Tarif sei nicht diskutabel". Eine weitere Anfrage, ob man auf eine Vereinbarung vor dem Gewerbegericht als Einigungsamt eingehen solle, verneinte man einstimmig. mit allen gegen vier Stimmen war man aber dafür, daß weiter nach festen Tarifen gezahlt werden soll. Es wurde eine Lohnkommission von neun Mitgliedern gewählt, die zusammentreten und neue Tarife ausarbeiten soll, um diese einer in den ersten Tagen der nächsten Woche tagenden Versammlung den Innungsmitgliedern vorzulegen. Zum Metallarbeiterstreit bei der Firma C. Lorenz. Gestern erstattete in einer vollzählig besuchten Werksversammlung die gewählte Kommission eingehend Bericht über die mit der Firma gepflogenen Verhandlungen. Demnach hat der Fabrikchef den Kommissionsmitgliedern zunächst eine Art Gardinenpredigt über den „ augenscheinlich von Außenstehenden verursachten Aufruhr" der gesamten Arbeiter gehalten. So hätten alte Leute des Betriebs tränenden Auges versichert, sie streitten ja nicht gerne, aber sie müßten, weil es von gewisser Seite verlangt werde! Dem Herrn wurde zur Antwort, daß wohl alle Arbeiter und Arbeiterinnen nicht gerne Achtung, Vergolder! In Paris befinden sich die Leistenvergolder streiken, sondern nur, weil sie durch die mißlichen 3u- im Streit, beteiligt sind 80 Kollegen. Wir ersuchen darum die Lassalle vor dem Gericht. Vom Pforzheimer Schöffengericht it ände in der Fabrik dazu gezwungen seien. Im Kollegen, 3uzug strengstens fernzuhalten. twurde der Verleger des Karlsruher Volksfreunds", Genosse Eugen übrigen verwies die Kommission auf das Resultat der geheimen Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder Deutschlands. Ged, zu 100 M. Geldstrafe verurteilt, weil er ein Flugblatt gebrudt und Abstimmung, laut welcher der Streit nahezu einstimmig- also auch Husland. berlegt hatte, das in der Hauptsache aus einer Wiedergabe der prächtigen mit vollem Einverständnis der alten Arbeiter beschlossen worden Die norwegischen Former haben jezt in allen Betrieben ihre Lassalleschen Kritik der bürgerlichen Presse bestand. Diese Charakteristit ist. Der Fabrikchef verhielt sich aber trotzdem anfangs sehr wenig der Bourgeoispresse wurde dann im Flugblatt auf die Pforzheimer entgegenkommend und stellte sogar eine größere Aussperrung durch der Gewerkschaften, nochmals in Verhandlungen einzutreten, haben Kündigung erhalten. Das Angebot der Landesorganisation Blätter bezogen, wobei verschiedene Tatsachen aufgeführt wurden, die Metallindustriellen in Aussicht, falls der Ausstand nicht bis zu die Unternehmer abgelehnt; ebenso einen privaten Vermittelungsdurch welche die Verlotterung dieser Presse gezeigt werden sollte. einem bestimmten Zeitpunkt beendet sei. Dann aber erklärte er sich Sämtliche drei bürgerlichen Blätter flagten, im Termin fehlten in doch zu einigen Zugeständnissen bereit. So z. B. soll der geforderte berjuch. In dem von der norwegischen Arbeitgeber- Bereinigung bera deffen zwei Kläger. Soweit diese in Frage kamen, wurde die Klage Preis von 70 Pf. für Postinduktoren, auch für die angefangene faßten Kündigungsformular wird solchen Formern, die nicht dem Toftenpflichtig abgewiesen. Im legten Fale gestand das Gericht den Akorde, bewilligt und Reparaturen, die ohne Verschulden der Arbeiter& ormerverband oder einer anderen diesen Verband Genossen den Schutz des§ 193 zu, in der Form sollte aber die nötig sind, extra bezahlt werden. Werkstattkommissionen und ein unterstüßenden Organisation angehören, angeboten Absicht der Beleidigung liegen, weshalb auf 100 M. Geldstrafe er- Arbeiterausschuß wurden anerkannt. Ueber verkürzte Arbeitszeit in weiterzuarbeiten und sich zu dem Zweck in eine Liste eintragen zu fannt wurde. Der Pforzheimer Verbreiter des Flugblattes, Genoffe den einzelnen Abteilungen bei Arbeitsmangel, um Entlassungen zu Weise eine irgendwie nennenswerte Zahl von Streifbrechern heranlassen. Es wird den Unternehmern wohl kaum gelingen, auf diese Faaß, erhielt 25 M. Geldstrafe. verhüten, wurde eine Verständigung in Aussicht gestellt. Ebenso darüber, daß Kommissions- oder Ausschußmitglieder nur mit Ge- zuziehen, da die Former und Metallarbeiter Norwegens sehr gut nehmigung der Fabrikleitung und nicht durch die Meister entlassen organisiert sind und wissen was sie zu tun haben. werden dürfen. Auch erklärte sich die Firma zur Wiedereinstellung Der Streit der Former und Arbeiter in der Wagenbau- Industrie sämtlicher Streifenden und Gemaßregelten bereit. Dagegen hat sie zu Paris dauert noch immer fort. Die letzteren stehen mit der es abgelehnt, sich auf eine bestimmte Zeit für Zahlung der Syndikatstammer der Unternehmer in Unterhandlung; eine Einigung alten Affordpreise für die übrigen Arbeiten zu verpflichten und ist bisher aber noch nicht erfolgt. Auch ein Ende des Formerstreits Sülfsarbeiter nicht unter 39 Pf. Stundenlohn einzustellen. Außerdem ist noch nicht abzusehen. Hinzu kommen neue Differenzen in der tion verweigert. Vorstehende Zugeständnisse wollte die Firma nur tarif unterbreitet. Dagegen ist der Streit der Schuhmacher bei einer wird jede Verhandlung mit einem Vertreter der Arbeiter- Organisa- Nationaldruckerei. In diefer haben die Sezer einen neuen Minimaldann aufrecht erhalten, wenn die Arbeit bereits am Donnerstag großen Firma, bei dem mehrere Hundert Arbeiter in Betracht kamen, wieder aufgenommen würde. zugunsten der Arbeiter beendet. Gewerkschaftliches. Gewerkschaftliche Kannegießerei. Die Arbeitsmarkt- Korrespondenz" des Herrn Professor Jastrow beschäftigt sich in ihrer neuesten Nummer mit der diesjährigen", d. h. der kommenden Streitbewegung. Sie prophezeit, daß dieselbe sehr lebhaft sein werde, eine Voraussage, die in Anbetracht der vorläufig immer noch steigenden Konjunktur nicht gerade als eine besonders tiefgründige Weisheit anzusehen ist. " 1 Der Artikel führt als Ursache der Streiflust", wie eine gute Predigt, drei Gründe an: 1. Den guten Beschäftigungsgrad; 2. die Verteuerung der Lebensmittel und 3.- den Bergarbeiterstreit! Ob sonst alles, was die Korrespondenz im einzelnen zur Bekräftigung ihrer Ansichten anführt, der Kritik standhalten fann, wollen wir ununtersucht lassen; dagegen aber müssen wir uns im Interesse der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter schaft wenden, was sie über die Wirkung des Bergarbeiter streits auf die Gewerkschaftsbewegung sagt. Da heißt es: In der Debatte hierüber gingen die Meinungen meistens dahin, in Anbetracht des gezeigten Entgegenkommens der Firma die noch nicht bewilligten Forderungen etwas zu ermäßigen und noch= malige Verhandlungen nachzusuchen; nicht aber auf Grund der gemachten Zugeständnisse schon am Donnerstag die Arbeit aufzunehmen. Dementsprechend wurde auch einmütig Beschluß gefaßt. Die ermäßigten Forderungen lauten u. a.: Schriftliche Festlegung der Vereinbarungen auf 1 Jahr; Minimallohn von 39 Pf. für Hülfsarbeiter über 18 Jahren; außerdem folgende Abänderung des§ 4 der ersten Forderung:„ Werden alte gemeinsame Afforde geteilt, jo ist für Einzelakkorde der Akkordpreis so zu sehen, daß es den in Frage kommenden Arbeitern möglich ist, ihren Durchschnittsverdienst zu erreichen." Auf dieser Grundlage gedenken die Arbeiter bei den nochmaligen Verhandlungen eine Verständigung mit der Firma zu erzielen, sodaß im Falle eines weiteren notwendigen Entgegentommens seitens des Fabrikchefs der Wiederaufnahme der Arbeit dann nichts entgegenstehen dürfte. = Briefkaften der Redaktion. Jajjy. Inauguraladressen der Internationalen Assoziation finden Sie in Wilh. Liebknechts Leipziger Hochberrats- Prozek.- Revolution. Ausgezeichnete Bücher darüber sowie nationalökonomische Werke der besten Art durch die Buchhandlung Vorwärts. Beschaffen Sie sich zunächst von dort ein Bücher- Berzeichnis. Quittung immer erforderlich. K. M. 100. vormittags zwischen 10 und 12 sowie nachmittags bis 2 Uhr bei uns vor. Dekorationsmaler: Momentan nicht zu sagen. Bitte, sprechen Sie einmal Schornsteinfeger. Vielleicht durch die„ Boltsstimme" in Magdeburg, Gr. Münzſtr. 3.- A. W. 149. Antwort erfolgte unlängst in Nr. 62 des Vorwärts". Siegburg. E. Siegburg. E. Wunsch unerfüllbar. Brief für Sie un bestellbar. Marken zu Ihrer Verfügung. Dittmann. Warum machen Dialekt. Nicht Schrenka, Sie die Post durch unfrantierte Briefe reich? F. 6. 24. H₂ O₂ sondern Schranka; Briefkasten Vorw." Nr. 63. chemische Verbindung: Platinschwarz, Braunstein, Fibrin, gasförmiger Sauerstoff, Wasser. In Bleichereien verwendet. Näheres in Lehrbüchern der Chemie. 13. 11. Nein. F. 100. Charbin. Frauenfrage 1000. Die Absicht ist gut, doch die Form noch unvollkommen. Juriftifcher Ceil. 1 „ Ein dritter Grund endlich, der geeignet ist, die Streit I u ft anzuregen, resultiert aus dem Eindruck, den der Verlauf und Ausgang des Bergarbeiterstreits auf die gesamte deutsche Arbeiterschaft gemacht hat. Der Umstand, daß fast die gesamte Die Hausdiener und Kutscher der Kaffee SpezialDeffentlichkeit auf seiten der streikenden Bergleute stand, das Ver- firma Otto Schöning, Alexanderplatz 1/6, sind heute in den sprechen der Regierung, durch eine Novelle zum Berggefeß eine Ausstand getreten. Die Gründe hierzu sind kurz folgende: Vor J. R. 6. Ihre Mutter ist leider hier nicht unterstügungsberechtigt. Reihe der Forderungen der Bergleute bewilligen zu wollen, die einiger Zeit hatten die Hausdiener und Kutscher, welche bis auf zwei Ihre Ausweisung können Sie nur dadurch abwenden, daß Sie dar Tatsache überhaupt, daß ein Streit das unmittelbare Eingreifen Mann dem Handels- und Transportarbeiter- Verband angehören, legen, daß Sie in der Lage und willens sind, für sie zu sorgen. der Gesetzgebung zur Folge gehabt hat, alles das wirkt zu der Firma den Wunsch unterbreitet, die Lohn- und Arbeitsverhält- Testament. 1. Anleitung und Beispiele zur selbständigen Anfertigung fammen, um die Stimmung der Arbeiter Lohnbewegungen ge- nisse gleich denen bei der Firma A. Gutschow, Friedrichstraße 16, eines Testaments finden Sie auf den letzten Seiten des dem Arbeiterrecht neigter zu machen. zu gestalten. Die Geschäftsleitung erklärte, hierüber erst mit dem beigefügten Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Buch liegt in Woher hat die Arbeitsmarkt- Correspondenz" diese Weis- Inhaber, Herrn Schönbeck, Rücksprache nehmen zu wollen. Dieses den öffentlichen Resehallen aus. 2. Sie leben, wenn Sie hier geheiratet haben, nicht in Gütergemeinschaft. A. B. N. 2. Sie können die Forde heit bezogen? Die Arbeiter- Organisationen werden sich hüten, geschah am 6. d. M. und war hierbei auch ein Vertreter des ge- rung abtreten. Ein Beispiel für die Abtretung einer Forderung( Bession) auf so unsicherem Grunde, wie es die„ Sympathie der genannten Verbandes zugegen. Im Laufe der Verhandlungen er- finden Sie in den dem Führer durch das Bürgerliche Gesekbuch( Anhang samten Deffentlichkeit", Regierungs- Versprechen 2c. sind, Lohn Gutschow zahle, gern zahlen wolle, ja, es käme ihm nicht darauf flärte nun Herr Schönbed, daß er das, was die Firma zum Arbeiterrecht") aufgeführten Beispielen.- O. R. 100. 1. u. 2. Rein. Sigma. Bollen Sie Ihr Kind später eingeschult wissen, so reichen Sie bewegungen aufzubauen; sie werden nach wie vor sich auf Ein an, noch 1 M. mehr zu geben. Des weiteren versprach Herr Schön- ein dahin gerichtetes Gesuch der Schuldeputation( Magistrat) ein. die eigene Stärke verlassen und die Konjunktur nach dem bed, bis Sonnabend, den 11. März, seinen Leuten eine Arbeits- ärztliches Zeugnis über die zweckmäßigkeit der Hinausschiebung des SchulBergarbeiterstreit womöglich noch peinlicher prüfen, als dies ordnung vorzulegen. Leider scheint der Herr nicht allzu viel an die jemand, der den Offenbarungseid geleistet hat, kein Geschäft errichten dürfe beginns beizufügen wäre sachgemäß. Ihre Ansicht, daß vorher schon geschah. Die ,, Arbeitsmarkt- Korrespondenz" hat Arbeiter zu denken, denn bis Sonnabend war den Leuten weder und dergleichen, ist irrig. E. P. 18. Besondere Schritte sind mit dieser Art der Beweisführung der Arbeiterschaft im all- eine Arbeitsordnung noch irgend ein Bescheid gegeben. Als am in Ihrer Angelegenheit nicht zu machen. Voraussichtlich wird gemeinen und den Bergarbeitern speziell den denkbar Montag früh die Kommission nochmals bei der Geschäftsleitung vor- die Armenverwaltung die Bewilligung aussprechen. 9. Nein. Betriebskasse. 1. Die Provision ist ein Teil Ihres Gehaltes. 2. Nein. schlechtesten Dienst geleistet. Es sollte uns sehr wundern, stellig wurde, fertigte man diese ziemlich kurz ab. In der am Abend W. O. G. Ja. H. H. R. 1. Ja. 2. Die Ehefrau fann für das wenn nicht die Scharfmacher aller Richtungen mit breitestem stattgefundenen Versammlung beschlossen die Arbeiter einstimmig, sind einen Pfleger bestellen lassen und für sich und ihr Kind auf Zahlung Behagen das Zeugnis der ,, Arbeitsmarkt- Korrespondenz" gegen erzielt werde, die Arbeit am Mittwoch niederzulegen. Dieses ist E. G. 1. Das Einkommen aus Ihrem Zigarrengeschäft ist bei der Steuer. bis Dienstag abend zu warten, und wenn dann keine Verständigung des Unterhalts flagen, auch außerdem die Scheidungsklage einreichen. die Arbeiterschaft ausspielen würden, nach welchem das Eingreifen der Gesetzgebung von den Arbeitern angeblich mit die beiden Unorganimeriche Saussiener uns Kutscher haben bis aut veranlagung mit Recht berücksichtigt. Eine Retlamation wäre swedios. Arbeit eingestellt. Außerdem versieht 2. 23. K. 8. 1. Nein. 2. Ohne Darlegung des Falles, der Sie an neuen Streits beantwortet werden wird. noch der Portier des Hauses Alexanderstraße 38a Arbeitswilligen- geht, ist Ihre Frage nicht zu beantworten. 3. Sie sind im Frrtum. 4. Ja. dienste. Die Löhne bei der Firma Schöning sind derartige, daß sie 5. Es kann strafbare fahrlässige Störperverlegung angenommen werden. dem Renommee, welches dieselbe befitt, auf keinen Fall entsprechen. Mond, Köpenickerstraße. Ja. Für eine Arbeitszeit von 14 und mehr Stunden erhalten die Kutscher J. V. Ein solcher Zwang ist nach dem Geseß nicht zulässig. einen Lohn von 24 M., die Arbeiter einen solchen von 22 M. Ein Stillen. 1. Ja. 2. Der Tag der Woche, der auf Grund eines Antrages Kutscher, welcher bereits 10 Jahre bei der Firma tätig ist, hat den des Abgeordneten Schwerin für Initiativanträge reserviert sein soll. Berlin und amgegend. Die Tarifbewegung in der Herren- Maßbranche. In einer gut besuchten Versammlung der Herren- Maßschneider, die am Dienstag in den Arnimhallen stattfand, sprach Ritter über die gegenwärtige M. 300. Sachen, die der Pfändung unterliegen. 6. Erpresser. A. B. Der Birt hat das Zurückbehaltungsrecht an den Extra- WARENHAUS Donnerstag Freitag Preise A.WERTHEIM Sonnabend Weiss Porzellan Bunt Speiseteller flach 10 Pf., tief 18 Pf. Kaffeeservicers. 2.40, 4.25 Dessertteller Kompotteller 8 PL. 7 Pf. Terrinen 90 P., 1.15, 1.35 Kartoffelschüsseln 65, 75 P. 45 Pf. Saucieren Salatschalen 18, 25, 38 PI. Kompottschalen 4 PL. Bratenschüsseln 25 bis 1.35 Bratenschüsseln rund Kaffeekannen Teekannen 42 Pf. 40 PL. 6 Stück, Kaffeeservice für 2 Personen 1.30 Kaffeetassen mit Golddekor. 21 Pf. Leuchter Satztöpfe grosse Form 1.35 Mk. Tafelservice 60 tellig 29 MK., 78 teilig 42.50 Ein Posten für 12 Pers. 30, 45 PE reich dekorierter und mit Gold 45 Pf. Pf. Milchtöpfe 10, Tassen 9, 11 P. Zuckerdosen ohne Deckel 3 PL. Feine dünne Kaffee- u. Teetassen 18 Pr Posten Pf. verzierter Kuchenteller Tassen Dekorationsteller zu besonders billigen Preisen. Ein grosser Meissener Porzellan blau Zwiebelmuster Kaffeekannen 4 Gr.1.10 bis 2.50| Terrinen 4 Grössen 3.90 bis 7.50 Chokolad.- Kannen 80 bis 1.45 Gemüseschüsseln ,, 1.40 bis 3.35 Teekannen 5 Gr. 1.05 bis 2.10 Salatièren 7 Gröss. 43 Pf. bis 2.10 Milchtöpfe 6 Grössen 43 bis 1.25 Salatnäpfe 6 Gröss. 75 Pf. bis 2.60 Zuckerdosen 3 Gr. 60 bis 95 Pf. Saucieren 1.65, 1.90 Tassen 4 Grössen 60 bis 90 Pf. Buttersaucieren 60 Pt. Eierbecher 18, 48 PL, Salz- u. Pfeffergefässe 48 PL. Cabarets 3.40 Mk. Bratenschüsseln 90 Pf, bis 5 Mk. Brotkörbe 1.50, 1.75, 1.90 Speiseteller flach 52 Pf., tief 57 Pf. Butterdosen 1.65, 2 MK., 2.25 Dessertteller Kuchenteller 60, 85 P, 1.25 Kompotteller 38 Pl. 33 PL Brotplatten rund Heringskasten soweit der Vorrat reicht: Steingut Kannenuntersetzer 22 Pf. Küchenartikel blau Delft, eckige Form 1.15 Mk. 22 Pf. Würstchendosen 1.20, 1.50 Farbige Tassen Küchengarnituren bestehend aus 22 Teilen Gemüsetonnen Gewürztönnchen 1.20. 48 Pf. Salz- u. Mehlmesten 1,75 Mk. 8 Pf. Weisse Speiseteller 10 Pf. Farbige Kompotteller 9 u. 5 PL. Waschschüsseln 45,95 Pf. Wasserkannen 60 Pf. bis 1.05 Waschgarnituren and di 2 teilig 2.10, 2.60, 3.25 Mk. 3 teilig 2.50, 2.90, 3.75 Mk. 5 teilig 4.25, 5.90 Mk. 6 Gemüsetonnen, 6 Gewürztonnen, Essig- u. Ölflasche, Salz- u. Mehlmeste, 6 Milchtöpfe in feinen Formen und Dekoren 11.50, 14.50 Mk. Ein Posten dekoriert durchbrochen. u. geflochten. 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Schmortöpfe ohne Ring 6 Grössen 35 Pf. b. 1.10 Schmortöpfe mit Ring 5 Grössen 60 PL b.1.20 Pfannen runde 6 Grössen 18 bis 50 Pf. Wasserkessel für Gas 5 Grössen 80 Pt. b. 1.50 Wasserkessel mit Absatz 1.10 bis 1.75 Maschinentöpfe 10 Grössen 6 bis 70 Pf. Kaffeekannen gebauchte Form 6 Gr.30 Pf. b. 1 Mk. Kaffeekannen gerade Form 6 Gr. 35 Pf. b. 1 Mk. 4 Grössen 4 Grössen 12 bis 20 Pf. 20 Pt. Teller Essnäpfe Schüsseln flache 10 Grössen 22 Pf. b. 1.90 Schüsseln tiefe 10 Grössen 35 Pf. b. 1.20 Schüsseln mit 2 Grössen 55 bis 85 Pf. Seifenhalter mit Haken 13 Pf. Wasserconsole mit Mass 38 bis 75 Pf. 5 Grössen 12 bis 30 Pf. Deckel Seifnapf Brotkasten Essenträger 8 Grössen 3.50 bis 4.25 8 Grössen 35 bis 42 PL Gemüseschüsseln eckig 4 Grössen 20 bis 85 Pf. Schöpflöffel Kehrschaufeln 5 Grössen 12 bis 28 Pf. 2 Grössen 35 bts 40 Pf. Toiletten Eimer mit Deckel 4 Gr. 1.40 bis 3.25 Wassereimer mit Deckel u. Dekor. 1.80 bis 2Mk. Wassereimer grau 65, hellblau80, marmor. 85 Pf. Wasserkannen gebauchte Form Teigschüsseln mit Griffen 1 Mk. 1.40 bis 2.25 Wannen runde Wannen ovale 4 3 Grössen 1.30 bis 2.25 5 Grössen 1.10 bis 2.60 grau 4 8 Sorten Wirtschafts- Artikel Borstenwaren Haarbesen Sorten 70 Pf. b. 1.50 Handfeger grau 40 P. b. 55 Pf. Rosshaarbesen sort 1.30.2.25 Handfeger Roshan 75 Pf. b. 1.10 Teppichhandfeger 40 Pf. b. 65P. Sorten Schrubber Schuhpolierbürsten 65 Pf. Kleiderbürsten Sort, 65 Pf. b. 2.85 Kopfbürsten 6 Sorten 75 Pf. b. 1.75 Fensterleder 8 Sorten 40 Pf. b. 90 Pf. 3 Sorten 20 Pf. b. 35 Pf. Teppichkehrmaschinen 7.25 Teppichkehrmaschinen 9.50 Holzwaren Küchenrahmen Sort, 3.25 b.5 Mk. Fliegenspinden sort. 5.25 b. 7.50 Putzschränke Sort, 2.50 u.5.25 1 Mk. u. 1.25 Teppich- Besen Handtuchhalter 2.25 Kaffeemühlen 3 Sort. 75 Pf. b. 1.05 Küchenbretter Sort, 20 Pf. b. 30 Pf. Kleiderbügel 12 Pf. Hosenstrecker 50 Pf. Waschbretter 3 Sort.45 Pf. b 55 Pf. Putz- u.Wichskasten 45, 75 PL 22 Pf. b. 55 Pf. Eieruhren Eisen- u. Blechwaren verzinkt 3 Gröss. 2 Gas- Plätteisen m. Erhitzer 4.90| Gaskocher 2 Sorten 3 Mk., 3.75 Wringmaschinen 10, 11 M. Püreepressen 80Pf. Reibmaschinen 2 Sort. 95 Pf.. 1.30 Messerputzmaschinen 6.25 Fleischmühlen s Sort. 2.60b. 4.60 Wirtschaftswaagen 1.60 Schaukelbadewanne Kohlenkasten 1.50b.2 Mk. Kohlenkasten lackiert 1 Mk. b. 1.40 Brotkasten lackiert Brotkasten lackiert 1.20b. 1.75 Briefkasten lackiert 35 Pf. b. 70 Pf. Blechlöffel 50 Pf. Ofenvorsetzer sort. 1.60b.3.75 Schirmständer 1.90 Mk. 29 Mk. verzinnt Dtz. Nickel- Stahlwaren u. Kaffeeservice 4 teil. 7.50u.9 Mk. Teeservice 4 teil. 6.50.8.50 Teekannen 3 Grössen 2.60b.3.25 Kaffeekannen 5 Mk. Teekessel u. Ständer mit Lampe 14Mk. Brotkörbe 4 Sorten 80P, b. 1.40 Esslöffel Brittania- Metall Teelöffel Tischmesser u. Gabeln " 1.30 Dtz. Dtz. 65 Pf. Paar 40, 60, 70Pt. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Bertagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW gt«. z. Deilllge des Jmiirts" Serlim WllislilM ,6-�iä Berliner partel-Hncielegenbeiten. Wilmersdirs. Zur Beerdigung des Genosien Geisenhainer versammeln die Parteigenossen sich heute nachmittag 4� Uhr im Volksgarten, Berlinerstr. 40. Lichtenberg. Die Gemeindewahlen in der zweiten WSHIerllasse sind heute Donnerstag von 3 bis ti Uhr; zu wählen sind drei Ver- treter. Der 1. Bezirk umsaht den Ortsteil außerhalb der Ringbahn lFrankfurter Chaussee und Nebenstraßen rechts und links) einschließlich Wilhelmsberg und Neu-Lichtenberg. Wahllokal: Ratskeller, Dorf- straße. Kandidaten sind: Gastwirt Karl Schulz; Kassenrendant Oswald Grauer. Der 2. Bezirk umfaßt den Ortsteil innerhalb der Ringbahn sBerlin-Boxhagener Teil). Wahllokal: Schwarzer Adler, Frankfurter Chausiee 120. Kandidat: Kassenrendant Oswald Grauer. Die Wähler der zweiten Abteilung werden gut tun. sich mit Legitimation zu versehen. Bei der Bildung des Wahlbureaus können auch die Wähler der 3. Klasse mitwirken. Wer es irgend ermöglichen kann, mache von diesem Rechte Gebrauch. Es gilt, die „Vollmachtswirtschafl" genauer zu besichtigen. Anfragen sind an das Wahlbureau, bei Lemke, Frankfurter Chaussee III, zu richten. Das Wahlkomitee. Adlershof. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet heute Donnerstag bei Lau, Vismarckstraße 10, statt. Re- dakteur Genosse S t r ö b e l spricht über„Revolutionsgedankcn". Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämt- licher Mitglieder dringend notwendig. FricdrichShagcn. Sonnabend abend 9 Uhr, im Saale des Herrn Petznick, Friedrichstraße 114, Versa mnilung des Arbeiter- Bildungsvereins. Vortrag deS Genossen Georg Davidsohn über:„Friedrich Schiller." Gäste, auch Frauen, haben Zu- tritt. Neue Mitglieder werden aufgenonunen. Neuenhagen sOstbahn). Sonntag nachmittag 4 Uhr findet in Bruchmühle, Merkels Lokal, die Mitgliederversammlung des Wahl« Vereins statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Freiwaldt« Pankow, Maifeier, Vereinsangelegenheiten. Schenkendorf. Der Wahlverein hält am Sonntag nachmittag 4 Uhr im Lokal Otto Paetsch seine Mitgliederversammlung ab. Vortrag des Genossen Dr. Borchardt über: Das Parteiprogramm. Lobakd* Der Stiftung der Berliner Gcwerbr-Riisstelliing im Jahre 1879 ist als Stifwngskapital der bei der genannten Ausstellung erzielte Ueberschuß von 600 000 M. überwiesen worden mit der Bestimmung, die Imsen zu folgenden gemeinnützigen Zwecken zu verwenden. 1. Die Zinsen von 100 0000 M. siir periodisch zu veranstaltende Ausstellungen der hiesigen Gewerbe; 2. die Zinsen von 300 000 M. zu geeigneten Beihülfen für die Ausbildung der der Industrie und dem Gewerbe sich widmenden Jugend; 3. die Zinsen von 50 000 M. um durch Veranstaltung von populären Vorträgen, Mitteilung von Erfindungen und Erfahrungen, durch Anregung zur Ausführung ge- werblicher oder kunstgewerblicher Arbeiten mittels auszusetzender Preise die Leistungsfähigkeit der hiesigen Handwerker und Industriellen zu fördern; 4. die Zinsen von 50 000 M. zur Unter- stützung von Fachschulen für jugendliche Handwerker oder Industrielle. In der letzten Sitzung des Kuratoriums der Stiftung wurde beschlossen, die Zinsen, welche für das Etatsjahr 1905 bis 1906 zur Verfügung stehen, wie folgt zu verteilen: 1. 3000 M. an die hiesige Töpferinnung, für eine von ihr projettierte Fachausstellung des hiesigen Töpfergewerbes, mit der Maßgabe, daß diese Summe zurückzuzahlen ist, falls bei der Ausstellung ein Ueberschuß erzielt wird. 2. 12 550 M. an 47 hiesige Handwerksgesellen als Beihülfe zu den Kosten, welche der Unterricht an den TageSklassen hiesiger gewerblicher und kunstgewerblicher Unterrichtsanstalten ver« ursacht. Diese Beiträge betragen im Minimum 100 M., im Maximum 400 M. 3. An die beiden städtischen Handwerkerschulen je 500 M. zur Beschaffung von Reißzeugen und sonstiger Lehrmittel siir un- bemittelte Schüler dieser Anstalten. 4. Dem Vorstand der Polytechnischen Gesellschaft wie im Borjahre 2000 M. zur Veranstaltung von populären Vor« trägen jc. für jugendliche Handwerker und Industrielle. Ein Beitrag zum Fall Vrann. Zu der Frage, ob ein Mann wie der Landgerichtsrat Dr. Braun befähigt ist, in polittfchen und sozialpolitischen Prozessen Recht zu sprechen. liefert ein Vorfall, der jetzt etwa anderthalb Jahre zurückliegt, einen beachtenswerten Veitrag. In einem jener landes- üblichen Streikprozesse hatte der Former Jonk sich vor der vierten Strafkammer unter dem Vorsitz von Braun zu ver- antworten. Als die Rede darauf kam, daß Jonk alS Streikposten einen Arbeiter gefragt hatte, ob er Former sei, bemerkte Braun in der ihn kennzeichnenden forschen Manier: „Wie kommen Sie dazu, den Mann nach seinem Beruf zu fragen? Wenn mich einer auf der Straße fragt, wer oder was ich bin, gebe ich ihn» einen Tritt vor den Bauch, daß er aufs Pflaster fällt!" Bei einem Richter, der solche Vorstellungen über seine privaten Befugnisse hat, muß der Neid rückhalllos die Ouali- fikatton anerkennen, einem Angeklagten zu bedeuten, daß er sich von der Polizei alles mögliche stillschweigend gefallen lassen muß. In der städtischen Heimstätte für Genesende zn Hcinersdorf, in der nur Männer aufgenommen werden, waren am 11. d. M. noch 11 Betten frei. Belegt waren 61 Betten. Aufnahmegesuche sind an das Kuratorium der städtischen Heimstätten für Genesende zu richten. Formulare zum ärztlichen Attest werden kostenlos im Aufnahme« vureau. Neue Friednchstraße 9—10, vorn 2 Treppen, verabfolgt.— Von der Aufnahme ausgeschlossen sind: Epileptische, Schwindsüchtige, Syphilitische und Alkoholiker.— In den übrigen vier Heimstätten sind zurzeit sämtliche Betten belegt. Die Berliner Stadtsyuod« wird am 27. und 28. März ihre Tagung abhalten. Den Hauptgegcnstand bildet der Haushaltsplan für 1905, der in Einnahme und Ausgabe auf 6 595 000 Vi. veran« schlagt ist. Zur Deckung der dringend gewordenen Mehrauswen« düngen wird, nach der Meinung der„Krcuz-Ztg,", die Erhöhung der Kirchensteuer auf 15>/, Proz.„unvermeidlich" sein.— Die Stadt« fynode wird es sich zweimal überlegen, ob sie bis Agitation zum Austritt aus der Landeskirche durch solche Steuererhöhung fördern soll. Bor einem Schwindler erläßt der Verband der Zimmerer folgend- Warnung: Seit einiger Zeit treibt unter den Zimmerern in Berlin und den Vororten ein Schwindler sein Unwesen, dem in den letzten Tagen abermals ein junger Kamerad zum Opfer gefallen ist. Em großer, vornehm gekleideter Mann mit aufgezwirbeltcm Schnurrbart drängt sich mit Vorliebe an arbeitslose Zimmerer auS der Provinz heran und� erzählt ihnen, daß er als Zimmerpolier selbständig die Leitung eines Baues übernommen habe. Da ihm aber. zufällig" da» Geld bis auf einige Mark ausgegangen ist, so pumpt«r den Arbeitslosen unter dem Vorgeben an. daß er sich das erforderliche Meiftcriverkzeug anschaffen müsse; das Geld soll der Zimmerer, dem selbstverständlich auf dem Neubau Arbeit zugesichert wird, am nächsten Morgen Wieoer haben. Ans diese Weise ist ein fremder Zimmerer 20 Mark, ein anderer 10 Mark los geworden. Die Betrogenen werden von dem Burschen nach einem Holzplatz bestellt mit dem Austrage, eine Anzahl Arbeitslose mitzubringen, da es Beschäftigung in Hülle und Fülle gebe. Die Polizei ist von den Schwindeleien in Kenntnis gesetzt worden, doch konnte sie des Menschen bisher nicht habhaft werden. Die städtische Taudstumiuenschulc, Markusstr. 49, nimmt anfangs April neue Schüler auf. Eltern bezlv. Voriminder taubstummer schulfähiger und noch nicht eingeschulter Kinder haben Anmeldungen bis spätestens 1. April d. I. bei dem Direktor der Schule, Horm Gutzmann, im Schulhause anzubringen. Die FriihjahrS-Kontrollversammlungen für die in Berlin, Schöne- berg mit Schöneberger Anteil bei Friedenau, Bahnhof Friedenau, Dt.-Wilmersdorf, Villenkolonie Grunewald mit Bahnhof Grunewald. Hundekehle, Halensee mit Bahnhof, Tempelhof, Mariendorf mit Südende, Marienfelde mit Bahnhof und Chausseehaus, Horstenstein. Hasenheide, Steuerhaus am Tempelhofer Berge und Rixdorf wohnenden Mannschaften des Bezirkskommandos I, II, III, IV Berlin finden sämtlich auf dem Hofe der Landwehr-Dienstgebäude, Schöneberg, General Papeswaße fam Tempelhofer Felde) in den Tagen vom 3. bis 29. April statt. Näheres bringe» öffentliche Bekanntmachungen am 29. März, 6. und 14. April an den Anschlag- säulen. Zu dem Einbruch und Totschlag in der Schönhauser Allee wird mitgeteilt, daß die Leiche des verstorbenen Knaben Hans Grabow gestern nachmittag gerichtsärztlich geöffnet wurde. Die Obduktion ergab, daß der Knabe an äußerer Verblutung gestorben ist. Tödlich war also der Stich, der die Schlagader des rechten Armes durchschlug. Der Körper war bis auf einige Tropfen blutleer. Unter den Meldungen über das Auftauchen des verfolgten Kellners Alfred Ramm kam eine aus Grotz-Schönfeld in Mecklenburg. Dort fand man einen Selbstmörder, auf den die Beschreibung Ramms paßt. Die Kriminalpolizei sandte sofort einen Beamten vom Erkenmings- dienste mit dem nötigen Material hinans, es ergab sich aber, daß der Tote Ramm nicht ist. Beachtenswert ist eine Mitteilung aus Freien- Walde a. O., dort erkundigte sich am Montag früh auf dem Bahnhof ein Mann, der seinem Aussehen nach Ramm sein kann, wie er nach Dresden kommen könne, ohne Berlin zu berühren. Der Mann fuhr um 6 Uhr morgens aus Freienwalde ab. Es ist nun nicht miwahr- scheinlich, daß Ramm von Vernan-Biesenthal, wo man ihn gesehen haben will, sich nicht nach Stettin gewandt hat, wie er vorgab, sondern mit der Zweigbahn über Eberswalde nach Freienwalde und von dort nach Dresden. Die Kriminalpolizei verfolgt jetzt diese Spur. In Berlin ist festgestellt, daß Ramm, der wegen Unter« schlagung usw. gesucht wurde, vom 13. bis 16. Februar sich un- gemeidet unter dem Namen Baum in der Schönhauser Allee 141a und vom 19. Februar bis zum 1. März als ein Handelsmann Karl Brandt in der Tieckstraße 23 gemeldet aufgehalten hat. Wahrscheinlich führt er auch in der Provinz einen falschen Namen. Mitteilungen zu dieser Sache nimmt die Kriminalpolizei stets eiltgegen. Arbeits- Versäumnis vergütet sie. Gestern nachmittag hielt der Untersuchungs- richter eine Ortsbcsichtigung ab. Die verletzte Tochter Grabows koniite gestern auf eine Stunde das Bett verlassen. Ruf und davon. Die Blätter berichten: DaS Compagnon- Verhältnis zwischen den Herren Kons und PfemiingS, Inhabern des Carlton-Hotels, ist durch gerichtliche Entscheiduiig gelöst und der Name Kons auS der Firma gelöscht worden. Herr Kons, dem die Leitung des Weiiirestanrants in dem Deutschen.Hause in St. LouiS vom Reich übertragen war, ist, wie die„Boss. Ztg." zu dieser Mit« teilung hinzufügt, nach Deutschland nicht zurückgekehrt, und eine Abrechnung mit seinem Geschäststeilnehmer Pfennings ist ungeachtet verschiedener von hier aus gemachter Versuche, sie in die Wege zu leiten, nicht erfolgt, Aus diesem Grunde mußte die Trennimg voll« zogen werden. Die Leitung deS Weinrestaurants im Deutschen Hause auf der Ausstellung in St. LouiS war Herrn Kons auf Grund der Erfolge übertragen, die er schon unter ähnlichen Verhältnissen erzielt hatte. Seinen Ruf als Leiter großer AusstellungSrestaurantS begründete Kons gelegentlich der letzien Weltausstellung in Paris. Mit Geld ist er über den großen Teich gegangen. Er hatte eS sich in Paris, in Düsseldorf und in einem Berliner Hotel-Reftaurant erworben; aber was will das sagen, wenn man sich an einem Ausstellungsunternehmen beteiligt, das schlecht besucht ist. Die Verwaltung deS Carlton-Hotels wird von Herrn Pfennings fortgeführt. AuS einem Eisenbahnzug entsprungen ist vorgestern, Dienstag, auf dem Ferngeleise der Schlefifchen Vorortstrecke ein Bäckerjunge, der von einem Transporteur nach Berlin gebracht werden sollte. Er mutz ziemlich heil davongekommen sein, denn man hat die ganze Strecke abgesucht, ohne auch nur eine Spur von ihm zu finden. Ein schwerer Straßcnbahnunfall ereignete sich gestern nachmittag vor de», Hause Oranienburgerstt. 57. Der in der Weberstr. 51 wohnende Handelsmann Wilhelm Rietz fuhr mit einem Handwagen die Oranienburgerstraße entlang und hielt sich mit seinem Fuhrwerk auf dem Straßenbahngeleise. Bei der Annäherung eines Straßen- bahnzuges der Linie 29 fBritz— Seestraße) bog R. zur Seite, fuhr jedoch, um einem anderen Wagen auszuweichen, sofort wieder auf die Schienen hinauf. Inzwischen war aber der Motorwagen so nahe heraiigekoinmen, daß der Führer des Stratzenbahnzuges ihn nicht mehr zum Stehen bringen konnte, und so fuhr der Kraftwagen auf den Handwagen auf. Der Handelsmann wurde zur Seite geschleudert und erlitt eine schwere Verletzung der Wirbelsäule. Er wurde in besinnungslosem Zustande nach der königl. Klinik gebracht. Verloren wurde am Freitag voriger Woche auf dem Wege vom Brandenburger Tor bis zur Bischofftraße das Mitgliedsbuch des Wahlvemns de« vierten Berliner ReichStagö-WahlkreiseS(Osten) Nr. 4329, Inhaber Hermann Beuchcrt. In dem Buche lagen zirka 25 Bons. Es wird gebeten, den Fund beim Kassierer Franz Thielke, Pallisadenstraße 52, abzugeben. Straßensperrung. DaS Luisen-Ufer von Nr. 21 bis zur Oranien« Brücke kwasserseitiger Damm) wird behufS Umpflasterung vom 16. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt, ebenso das Elisabeth-Ufer von Nr. 38/39 bis zur Oranienbrücke stvasserseitiger Damm) vom 20. d. M. ab. Beim Spielen überfahren nnd getötet wurde gestern vormittag der sechs Jahre alte Sohn Erich des Oberpostassistentcn Stahl aus der Fidizinstr. 27. Der lebhafte Knabe tummelte sich mit Spiel- geführten vor dem Hause auf dein Büraersteig und hüpfte rückwärts an diesem auf den Fahrdamm hinab. In demselben Augenblick kam ein einspänniger Geschäftswagcn vorbeigefahren, den der Knabe nicht sehen konnte. DaS Pferd stieß den Knaben um, und zum Entsetzen der Spielkameraden und der übrigen Augenzeugen gingen das linke Vorder- und Hinterrad des Wagens über den Aermsten hinweg. Der Verunglückte erlitt so schwere äußere und innere Verletzungen, daß er nach wenigen Minuten starb. Das Polizeipräsidium teilt mit: Anfang März d. I. ist einer hiesigen Firma ein Ballen, enthaltend fünf Stück Rohstoff „Manchester" irrtümlich zugegangen. Rekognoszenten wollen sich in den Vormittagsstunden auf Zimmer 36, pari., des Polizeipräsidiums einfinden. Die 14. Realschule, die zu Beginn des Sommerhalbjahres 1905 auf dem Weddiug, vorläufig in gemieteten Räumen, eröffnet werden wird, soll von vornherein eine Sexta, eine Quinta und eine Quarta bekommen. Für das Winterhalbjahr 1905/06 ist die Errichtung einer zweiten Quarta und bei Bedarf auch schon einer Tertia be- absichtigt. Bei regelrechter EntWickelung würde dann spätestens zu Michaelis 1907 die Prima eröffnet werden müssen, so daß zu Michaelis 1903 die erste Abschlußprüfung stattfinden köniüe. Die neue Anstalt_ dürfte zur Entlastung besonders der benachbarten 5. Realschule in der Stephanstraße beitragen, die in diesem Winter- Halbjahr unter allen Realschulen Berlins die zweithöchste Besuchs« ziffec hat. Meldungen für die 14. Realschule nimmt einstweilen der Direktor der 6. Realschule, Professor Dr. Hellwig, entgegen. Die Grenzregulierung zwischen Berlin und Pankow, die nach den im vorigen Jahre gefaßten Beschlüssen der beteiligten Gemeinden an der Wriezenerstraße vorgenommen werden soll, ist kürzlich vom Oberpräsidenten genehmigt worden und tritt nun am 1. April 1905 in Krast. Pankow gibt die nordöstliche Endstrecke der Wriezener« straße, die an der Mauer des Friedhofs der Elisabethkirche als Sack- gaste endet und nur von Berlin aus einen Zugang hat, an Berlin ab. Das Berliner Stadtgebiet vergrößert sich dadurch um rund einen Hektar(genauer: 9372 Quadratmeter). Der Zuwachs aus dieser Eingemeindung bedeutet für Berlin wenig, wenn man in Be- tracht zieht, daß das gesamte Stadtgebiet über 6340 Hektar umfaßt. Feuerbericht. In der Nacht zum Mittwoch wurde die Wehr wiederum böswillig alarmiert und zwar von der Müllerstraße aus. Es gelang aber leider auch in diesem Falle nicht, den Täter bei seinem lichtscheuen Treiben abzufassen.— In der Schützenstr. 28 war Mttlwoch vormittag auf dein Boden Feuer ausgekommen, daö Mattatzen, Kleidungsstücke sc. ergriffen hatte. Der 18. Löschzug aus der nahen Hauptwache war schnell zur Stelle und konnte die Gefahr in kurzer Zeit beseitigen.— Ein zweiter Bodenbrand mußte dann am Läusitzer Platz 1 abgelöscht werden.— Außerdem hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden noch in der Kolouiestr. 115 und in der Waldemarstr. 27 zu tun. In beiden Fällen handelte es sich um un- bedeutende Brände in Fabrikräumen. Im Luisen-Thcater blieb am Dienstag abend kein Auge trocken. Des seligen Holtet Rührstück„Lorbeerbaum und Bettel- st a b", das schon unseren Großmüttern in ihren Mädchentagen Ströme von Tränen entlockte, übt feine Wirkung scheinbar»och auf eine weniger sentimentale Generation. Doch sicherlich hat die Krinolinenzeit eine bessere Anfführung dieses Holteischen Schauspiels erlebt als das gefühlvolle Publikum des Lutsen-TheaterS. Der ver- kannte Poet, dem seine Zeit die Anerkennung versagte, der zusammen- gebrochen als Bettler durch die Lande schleicht, bewaffnet mit dem Stamm eines Lorbeerbaumes, den einst eine Verehrerin ihm ge« widmet, mußte in seinen häufigen GemütSauSbrüchen selbst auf wildhingerissene Zuschauer komisch wirken. Nur im letzten Akt, in dem der sterbende Bettler von seinem Ruhm vernimmt, der die Welt erfüllt, und seinen Sohn wiederfindet, erhob sich das Gesamtspiel über das Niveau einer Liebhaberbühne. Wenn wir die anderen Mitwirkenden nicht erwähnen, so tun wir es nicht aus Anerkennung ihrer Leistungen. Das Luisen« Theater kann auf Grund seines Nepertoirs beanspruchen, als ein Kuiistinstitut, wenn auch im bescheidensten Nahmen, betrachtet zu iverden. Für die wechselreichen Absichten der Theaterleitung reichen aber die schauspielerischen Kräfte nicht aus. In den kleinen Pausen, die unS recht groß erschienen, blieb daS Theater dunkel. Diese Dunkelheit fördert eine betrübte Stimmung. Vom Kunstgewerbemuseum. Anmeldungen zu dem am 10. April beginnenden Sommerhalbjahre der Unterrichtsanstalt des königl. Kunstgewerbemuseums iverden vom 20. bis 31. März entgegen- genommen. Die Aufnahmeprüfung, deren Ergebnis über die Ver« gebung der freiwerdenden Plätze entscheidet, findet vom 3. bis 8. April statt. Die Bewerber um Zulassung zu den Fachklassen haben bei der Meldung Arbeiten vorzulegen, we ein Urteil über ihre Befähigung und Vorbildung, namentlich auch über ihr bisheriges Studium im Ornament« und Architekturzeichnen gestatten.— Im Ltchthofe des Kuiistgewerbeinuseums ist eine Ausstellung in Bor« bereitung, dieselbe wird japanische Farbendrucke vorführen auS dem Besitze deS Museums und privater Sammler. Die Ausstellung wird zu der Japansammlung deS Herrn Gustav Jacoby, die sich im Schlüterzimmer im ersten Stockwerke befindet, eine wichtige Ergänzung bilden. Die Ausstellung im Lichthofe wird von Sonntag, 19. März, an zugänglich und auch am Abend geöffnet sein. Theater. Durch die Krankheit des Herrn Erich Ziegel sind in beiden Häusern des Schiller-Theaters Veränderungen des Spielplans notwendig geworden. Danach stellt sich das Repertoire so: Im Schiller-Theater 0.: Mittwoch:„Im Hafen", Donnerstag:„Im Hafen", Freitag:„WallensteinS Tod", Sonnabend und Sonntag nachmittag:„Fuhrmann Henschel", Sonntag abend: „Krieg im Frieden". Im Schiller-Theater 17.: Mittwoch:«Der Leibalte", Donnerstag:„Die Haubenlerche". Freitag:„Tyrannei der Tränen", Sonnabend und Sonntag nachmittag:„WallensteinS Lager" und„Die Piceolomini", Sonntag abend, zum erstenmal: „Die Herren Söhne".—„Die Rote", jene ScnsationSkomödie aus dem Pariser Nachtleben, welche im Belle Alliance-Theater am 18. d. MtS.(Sonnabend) zum ersten Male in Szene geht, ist hier von Emil Sondennann in der Originalinszenierung des Ämbigue- Theaters in Paris eingerichtet. In der Novität ist daS gesamte Personal deS Theaters beschäftigt.— Ap oll o- Theater. Am Sonntag nachmittags 3 Uhr geht bei ermäßigten Preisen die Aus« stattungs-Burleske„Berliner Luft" mit der Musik von Paul Lincke nnd dem farbenprächtigen Berliner Straßcnballett in Szene. Vorher treten die März-Spezialitäten auf. Die„Neue Freie Volksbühne" veranstaltet Sonntag abend 8 Uhr in der Singakademie ein volkstümliches Kllnstlerkonzert unter Mit- Wirkung von Fräulein Therese Vehr(Gesang), Professor Xaver Scharivenka(Klavier), Florian Zajic(Violine) und Otto Hutschenreutcr (Cello)._ ßue den Nachbarorten. Charlottenburg. In der Slndtverordncten-Bcrsammlung teilte der Oberbürger- ineister vor Eintritt in die Tagesordnung mit, daß auf dem Turm des Rathauses ein von dem Stadtverordneten Korvettenkapitän a. D. Hildebrandt gestiftetes Femrohr Aufstellung finden soll. Der Festsaal wird zur Ausschmückung ein von dem Stadtverordneten Fabrikbesitzer Mann geschenktes Oelbild des Kaisers erhalten. Die Vorlagen betreffend den Bau einer maschinellen Kohlen- ttansportanlage auf der Gasanstalt II und betreffend Erbauung einer WassergaSanlage wurden nach dem Antrage des Ausschusses an- genommen. Dann wurde in die Eiatbcratung eingetreten. Debatte« los wurden die Sonder-EtatS 1—8, hierunter Elektrizitätswerk, Gas- anstalt, Grundstückerwerbs-Fonds, angenommen. Beim Kapitel I(Allgemeine Verwaltung) sind 40000 Mark als Kosten der 200-Jahrseier der Stadt am 1. April und 10 000 Mark für die Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals vorgesehen. Diese Posten beantragte Genosse Scharnberg abzusetzen, zumal die zu verausgabende Summe in Wirklichkeit 20 000 M. mehr beträgt, die bereits im vorigen Jahr für die Denkmalsenthüllung bewilligt sind und dieser Summe von 50 000 Mark zugeschlagen werden sollen. Weiter zeigt der Umstand, daß die Denkmalsenthüllung, zu der der Hof eingeladen ist. mit der 200'Jahrfeier verquickt werden soll, daß auch diese nicht als ein Fest des Boltes gedacht wird. Die bürger- liche Mehrheit zeigte für diese Ausführungen sowie für die An- regung deS Genossen Scharnberg, das 2v0jährige Bestehen der Stadt lieber durch Errichtung einer Stiftung als durch ein so- genanntes patriotisches Fest zu feiern, selbstverständlich kein Ver- ständnis. Beim Kapitel M(Volksschule) beantragte der EtatauSschuß, den Magistrat in einer Resolution zu ersuchen, dafür Sorge zn tragen, daß am 1. April 1907 eine neue Doppclschnle fertiggestellt sei; da- gegen hat er davon abgesehen, eine erste Baurate für diese Schule Die in ben Etat einzufegen, weil er teine Möglichkeit dafür sah, die 1900 M., Verzinsung und Tilgung der Gemeindeschulden 2157,75 M., Jeiniger Zeit stürzte er zufammet und erlitt nun auf der ganzen notwendige Summe in diesem Etat flüssig zu machen. Jezt erst bemerkte der Gemeindegrundstüde 3300 M., Straßen und Wege 55 300 M., Rückenseite die schwersten Verbri ungen. Er hob Genosse Dr. Borchardt wies auf die Halbheit eines solchen Feuerlöschwesen 240 M., Gemeinde-, Amts- und Standesamts- Ver- Angeklagte, welche Fahrlässigkeit er begangen hatte. Beschlusses hin, den der Magistrat gar nicht ausführen könne. waltung 4129 M., Volksschule 9301 M., höhere Schulen 27 934,05 m., den Verbrühten, bei dem die Haut insbesondere an den Füßen in Zugleich erinnerte er daran, daß die sozialdemokratischen Stadt- Gesundheitspolizei 3545 M., Armenverwaltung 517 M., indirekte Fezzen herunterhing, aus dem Wasser und holte ärztliche Hülfe verordneten schon vor zwei Monaten die Einstellung der Steuern 40 450 M., direkte Steuern 247 770 M., insgemein 451,20 herbei. Der Oberarzt Dr. Braz stellte an den Füßen und auf Aus Ausgaben betragen: dem Vor dem Rücken überaus schwere Verbrennungen fest. Am nächsten Tage Mittel für den Bau dieser Schule verlangt hätten, damals jedoch Mark. 1000 M., gewerbliche Unternehmungen 61 531 M., verstarb der Kranke an den Folgen der erlittenen Verlegungen. Vor von der Mehrheit abgewiesen seien. Auch jezt sei es noch möglich, jahre. die Mittel zu schaffen, wenn man teine Rücksicht auf die Haus- Kanalisation 41 500 M., Kurparkverwaltung und Verschönerung Gericht bestritt der Angeklagte, sich irgend einer fahrlässigen Handagrarier nehmen wollte. Der Antrag unserer Genossen, eine erste des Ortes 3612 M., Baupolizeiverwaltung 3071 M., Verzinsung lung schuldig gemacht zu haben. An den Rohren, durch welche das Baurate von 200 000 m. für eine neue Schule in den Etat ein- und Tilgung der Gemeindeschulden 19 357,68 M., Gemeindegrund- Wasser in die Badewanne fließt, befinde sich ein sogenannter Dreizustellen, wurde von der Mehrheit abgelehnt, die lieber die oben stücke 2700 M., Straßen und Wege 83 537,75 M., Feuerlöschwesen wegehahn", welcher bezwecken sollte, daß warmes und faltes Wasser 1960 M., Gemeinde-, Amts- und Standesamts- Verwaltung 63 852,03 zusammen die Wanne fließe. gekennzeichnete Resolution annahm. Dieser Hahn wäre habe nur das heiße Wasser herausMark, Volksschule 111 231,67 M., höhere Schulen 64 900 M., Ge- defekt gewesen und Der von dem Rechtsanwalt v. Palinovsky fundheitspolizei 5655 M., Armenverwaltung 20 155 M., indirekte fließen lassen. wegen dieses Punktes geladene Ingenieur Grubert als gerichtSteuern 55 M., direkte Steuern 42 000 M., insgemein 2081,87 m. Seitens der Die Spezialetats schließen ab in Einnahme und Ausgabe: licher Sachverständiger bestätigte diese Möglichkeit. Pferdebahn mit 31 905 M., Realgymnasium 61 400 M.( gegen das sonstigen Angestellten der Anstalt wurde indessen bekundet, daß der Vorjahr ein Mehr von 17 000 m.), Wasserleitung 46 700 M., Kana- Hahn immer ordnungsmäßig funktioniert hatte beztv. Heute noch funktioniere. Der Gerichtshof kam nach dem Ergebnis der Beweislisation 41 500 m. aufnahme zu der Ueberzeugung, daß sich der Angeklagte einer groben Fahrlässigkeit schuldig gemacht hatte, die um so schlimmer ist, da er die erforderliche Aufmerksamkeit, zu der er durch seinen Beruf verpflichtet ist, gegenüber einem Kranken außer acht gelassen hat. Der Gerichtshof verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung zu einem Monat Gefängnis. Genosse Dr. 3 epler wies auf den Mangel an geeigneten Spielplägen im Innern der Stadt hin und regte an, die Dächer für diesen Zweck mugbar zu machen, ein Gedanke, der, wie der Schulrut Dr. Neufert mitteilte, demnächst in der Deputation für Gesundheitspflege näher erörtert werden foll. Paukow. Ein Vergleich des diesjährigen Etats, der in Einnahme und Ausgabe mit 3 233 355 M. balanziert, mit dem Etat des Jahres 1900, der mit 701 072 M. abschloß, läßt die rapide Entwicklung unseres Ortes erkennen. Zugleich sind auch die Schulden enorm gestiegen. Sie betrugen im Jahre 1900 mur 1388 951 M., zurzeit haben sie bereits die Höhe von 4 906 274,50 M. erreicht. Das Gemeindevermögen steht mit 6 992 843,50 M. zu Buch. Die Einnahmen aus den direkten Steuern sind im Jahre 1905 auf 534 300 M., aus indirekten Steuern auf 167 600 M. veranschlagt. Insgesamt ein Mehr von 106 830 M. gegen das Vorjahr. Potsdam. Genosse Dörre beantragte, in den Etat eine Summe bon 10 000 M. zur Beschaffung freier Lernmittel für die Schüler und Schülerinnen der beiden untersten Klassen einzustellen; angesichts der Weigerung der Mehrheit, sofort 100 000 M. zur Beschaffung freier Lernmittel für alle Schüler zu bewilligen, wollte er hiermit zufrieden sein, damit in einigen Jahren wenigstens das Ziel erreicht sei. Der liberale Stadtverordnete Kaufmann beteuerte zwar feine Uebereinstimmung mit dem im Antrage liegenden Gedanken, bat aber doch um Ablehnung, um die Beratungen der vor einem Jahre zu diesem Zweck eingesetzten Deputation abzuwarten. In der Abstimmung folgten ihm, wie zu erwarten war, seine Parteigenossen mit wenigen Ausnahmen. Beim Kapitel VIII( Straßenbau) beklagten sich die Vertreter des bornehmen Dstens über den Zustand des Wittenbergplates, während Genosse Dörre auf die unhaltbaren Zustände am Nonnendamm hinwies, wo täglich nicht nur Hunderte, sondern Ein schweres Unglück wurde gestern durch ein Automobil in Tausende von Arbeitern völlig unpassierbare Wege durchwaten Potsdam herbeigeführt. Als der Kraftwagen die Babelsbergerstraße müssen. Der Stadtbaurat Bredtschneider gab für den entlang raste, scheute vor demselben das Pferd eines entgegen Wittenbergplatz eine entgegenkommende Erklärung ab und versprach kommenden Arbeitswagens, welcher von dem 70 Jahre alten in auch, daß die Zustände am Nonnendamm, die den Magistrat bereits Nowawes wohnenden Fuhrmann Hohmann geführt wurde. beschäftigten, in fürzester Frist verbessert werden sollen. H. verlor bei dem Scheuen des Tieres das Gleichgewicht, stürzte vom Bock und verwickelte sich dabei mit den Füßen in die Leine. Das Pferd jagte num den Straßenzug entlang, den Körper H.s und den Wagen nach sich schleifend, wobei Hohmann zweimal unter die Vorderräder seines eigenen Fuhrwerts geriet. Erst am Güterbahnhof gelang es, das Pferd aufzuhalten und H. aus seiner furcht baren Lage zu befreien. Der Zustand des Fuhrmanns ist ein fast Hoffnungsloser. Lichtenberg. Die übrigen in dieser Sigung behandelten Kapitel des Etats riefen eine bemerkenswerte Diskussion nicht hervor. Ueber die weiter noch in dieser Sizung verhandelten Gegenstände berichten wir morgen. Rixdorf. Ein schwerer Baunnfall ereignete sich am Dienstag vormittag 11 Uhr auf dem Neubau des Unternehmers Knoll in der Treptowerstraße 14 zu Rigdorf. Als ein Steinträger aus dem Fahrstuhl Material hinaustragen wollte, fezte der Fahrstuhl sich in Bewegung. Gemeindewahl. Bei der heute stattgehabten Erfahwahl der Der Bedauernswerte wurde von dem Fahrstuhl mit in die Höhe dritten Wählerklasse, wurden in den drei zur Wahl stehenden Bezirken gezogen und erlitt eine schwere Brustkasten- Quetschung. Leider insgesamt abgegeben 1478 Stimmen. Hiervon entfielen auf die wurde der Verunglückte erst nach langer Verzögerung in ärztliche Kandidaten der Sozialdemokratie 1469 Stimmen, und den bürgerBehandlung gebracht. Ein Lehrling, welcher erst 14 Tage in Berlin lichen Mischmasch 9 Stimmen. Gewählt sind die Genossen Seifel, Er irrte etwa eine Tiefe, Grauer. ist, wurde nach einer Droschte ausgesandt. ch Stunde umher, ohne einen Wagen herbeizuschaffen. Inzwischen Heute Donnerstag wählt die zweite Wählerklasse. hatte ein Steinträger einen Krankenwagen bestellt, der den SchwerDie Liberalen und die Konservativen haben sich gefunden! Nach verlegten nun in ein Krankenhaus überführte. Als einige Maurer dem einem Konservativen durch die Liberalen zu einem Schöffenin derben Worten ihren Unwillen über eine derartige Behandlung amte verholfen wurde, verlangen die Liberalen die Gegenleistung. eines Verunglückten ausdrückten, erklärte der Polier Zahna, daß die Maurer dieser Vorfall nichts angehe. Am Abend wurden drei Maurer entlassen. Die Beteiligten führen die Entlassung auf ihre Beschwerde zurück. Nach einem langen Irrwege erschöpft wiedergefunden wurde die 40 Jahre alte Arbeiterfrau Ernestine Troemel, die in der BerlinerStraße 21 zu Rirdorf wohnt und bis vor einem Jahre eine Blätterei betrieb. Die Frau war durch Ueberanstrengung nervenkrant geworden und hatte deshalb ihr Geschäft aufgeben müssen. Vor zwei Monaten wurde sie auf Wunsch ihrer Angehörigen aus der Edelschen Heilanstalt in Charlottenburg entlassen, weil sich ihr Zustand gebessert hatte. Als sie am Montagnachmittag um 3 Uhr mit einer 16 jährigen Tochter allein zu Hause war, bekam sie plötzlich einen Tobsuchtsanfall, zertrümmerte Fensterscheiben und Möbelstücke und schlug ihre Tochter, die sie beruhigen wollte, so heftig, daß sie von ihr ablassen mußte. Dann lief die Kranke auf die Straße hinaus, warf ihre Bantoffeln nach den Kindern, die ihr folgten, und lief auf Strümpfen davon. Gestern Mittwoch morgen um 7 Uhr fand man sie an der Landstraße in Schulzendorf wieder. Sie war völlig erschöpft und wurde zum Amtsvorsteher gebracht, von dem ihr Mann sie gestern wieder abholte. Rummelsburg. Ein schlechtes Freundschaftsstück, welches gleichzeitig von einem besonderen Raffinement Zeugnis ablegt, führte gestern den Hausdiener Michael Barsties unter der Anklage der schweren Urkundenfälschung und des Betruges vor die Hülfs- Strafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagte richtete für einen schreibunkundigen Bekannten in dessen Namen einen Brief an dessen Mutter, in welchem diese um Uebersendung von 20 M. ersucht wurde. Der Sohn bersicherte dabei, daß die Rückzahlung sehr bald erfolgen würde, da der Aufenthalts des Sohnes in Berlin sehr bald zu Ende sei. Die Bitte hatte aber, wie der Angeklagte erfuhr, keinen Erfolg. Nunmehr richtete er auf eigene Faust und hinter dem Rücken des anderen nochmals einen Brief an die Mutter, den er mit dem Namen des Sohnes unterschrieb. Er teilte darin mit, daß der Aufenthalt hier doch noch länger dauere, und bat die Mutter nochmals dringend, doch umgehend die 20 M. zu senden, und zwar solle sie den Brief an ihn nach einem Restaurationslokal adressieren, wo er( der Sohn) sich aufhalte. Die Mutter sandte dann auch das Geld ab, und als der Postbote mit dem Briefe in der Restauration erschien und nach dem Adressaten fragte, meldete sich der Angeklagte, nahm das Geld an sich und quittierte mit dem Namen des Empfangsberechtigten. Der Coup gelang nur infolge des Umstandes, daß der Restaurateur bei Erscheinen des Postboten zufällig nicht anwesend war und der letztere nicht auf Vorlegung einer Legitimation bestand. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis. -Gehülfinnen Zentralverband der Handlungsgehülfen und Deutschlands, Bezirk Berlin. Donnerstag, abends 9 Uhr: Sigung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Gäste sind willkommen. Die Ortsverwaltung. Vermischtes. " Elektrisches Licht. war bom Grand Hotel du Nord. Zentralheizung. Martin Hecht. Telephon Nr. 445. N... N.... aus X.. Kreis X 19. Januar bis 16. Februar 1905 in meinem Hause als Puzer in Stellung. Mit seinen Leistungen und seinem Betragen war ich zu frieden. In der zweiten Klasse soll der vor zwei Jahren fang- und flanglos fallengelassene Schöffe Kloster zum Vertreter der Intelligenz" er- Auch ein Entlassungsgrund. Einem in einem Hotel Bremens hoben werden. Zur Empfehlung werden dem Kandidaten 18 Jahre beschäftigten Buzer ist bei seiner jetzt erfolgten Entlassung ein erfolgreicher ehrenamtlicher Tätigkeit nachgerühmt. Die Liberalen Beugnis eingehändigt worden, das die Kieler Volkszeitung" unter und Bürgervereinler scheinen wirklich der Meinung zu sein, daß viel Fortlassung des Namens des Empfängers veröffentlicht. Das Zeugnis neue Elemente in unseren Ort gekommen sind, die die Vergangenheit sieht so aus: und geringe Leistungsfähigkeit der bürgerlichen Gemeindevertreter nicht tennen. Während der Amtsdauer des Herrn Kloster fielen die Riesenprofite den Wasserwerk- und Gasgesellschaften zu, die denn mit Millionen aus den Taschen der Steuerzahler abgefunden werden mußten. Erst nach dem Abgang des Herrn Kloster ist unser Gemeinde- Gaswerk möglich geworden. In seine Zeit fällt die Aera der„ bäterlichen" Trennung des Ortsteiles Wirtschaft in unserer Armenverwaltung. vor der Ringbahn vom Drte Lichtenberg ist die Devise, unter der F. W. Hecht Wwe. die vereinigte Grundbesizerklique in die Wahlbewegung eingetreten NB. Seine Entlassung erfolgte wegen übermäßiger Größe. ist. Zur Durchführung dieses Planes scheint K. der geeignete, weitMan sieht, es ist dringend notwendig, dem§ 123 der Gewerbes sichtige Kommunalpolitiker" zu sein. Die Wähler der zweiten Klasse, die eine gesunde Entwickelung unseres Ortes wollen, sollten nicht Ordnung eine weitere Bestimmung einzufügen, wonach übermäßige länger im Schlepptau des rücksichtslosesten Interessentlüngels einher- Größe",„ vorschriftswidrige Leibesfülle", vielleicht auch ungewöhn trotten. Gebe jeder Wähler heute den sozialdemokratischen Stimmliches Geistesvermögen usw. als Berechtigungsgründe zu sofortiger Entlassung, unter Fortfall aller Entschädigungsansprüche, zu begettel ab! trachten sind! Spandau. bestehe, den Wirkungskreis der zukünftigen staatlichen Bolizei Spandaus auf einige benachbarte Landorte auszudehnen. ist jedenfalls sicher, daß gegen den so und so oft bekundeten Willen der Stadtverordneten die Versuche fortgesetzt werden, die städtische Polizei an die Regierung auszuliefern. Es wäre dringend nötig, daß dieses Treiben rücksichtslos aufgedeckt und der öffentlichen Kritik preisgegeben werde. Bremen, 2. März 1905. Zum Tode verurteilte das Schwurgericht in Alenstein nach mehrtägiger Verhandlung den Agenten Wilhelm Na dzid, der bes schuldigt war, in der Nacht zum 14. Juli 1904 seinen eigenen alten Ein englisches Schiff mit der Besaßung gesunken. Nach einer aus Sennen( Cornwall) eingegangenen Depesche ist das englische Schiff Khyber", von Melbourne kommend, an der Küste von Cornwall gestrandet und total verloren; 23 Mann der Besazung sind ertrunken, drei gerettet. Eingegangene Druckfchriften. Die Beratung des Gemeinde- Etats nahm in der letzten GeHinter den Kulissen wird offenbar von jenen dunklen Mächten", meindevertreterjigung ihren Anfang. Zuvor wurden die Wahlen zu auf die der Oberbürgermeister kürzlich hinwies, und die ihm zweifelden Verwaltungs- Deputationen und-Kommissionen vollzogen. In los sehr gut bekannt sein müssen, unverdrossen die Verstaat sämtliche Deputationen und Stommiffionen, mit Ausnahme der Schul- lichung der hiesigen städtischen Polizei betrieben. Vater im Walde erschossen zu haben. höhung des Marktstandgeldes von 5 Bf. auf 10 Pf. pro Quadratmeter deputation, wurden Vertreter unserer Partei entsandt. Der Er. Bürgerliche Blätter wissen bereits zu berichten, daß sogar die Absicht stimmte die Vertretung zu. In der Generaldebatte erklärte Genoffe John gegenüber der Aeußerung des Herrn Vorstehers, daß im diesjährigen Etat auch alle Wohlfahrtseinrichtungen Berückfichtigung gefunden hätten, leider konstatieren zu müssen, daß dies nur in einem ganzen geringen Maße zutreffe. Wenn auch die EinNach 45 jähriger Gefangenschaft im Zuchthause zu Siegburg ist die Witwe Meder aus Ehrenbreitstein dieser Tage der Freiheit stellung der Mittel zur Anstellung von 2 Schulärzten und die Gewährung von Lehrmitteln an Bedürftige im Betrage von 1000 Mt. Die Allgemeine Ortskrankenkasse" hat in ihrer General- zurückgegeben worden. Die Frau war am 15. September 1860 bom einen Fortschritt gegen früher bedeute, so sind aber noch sehr not- versammlung am Montag einen energischen Anlauf zum Ausbau Schwurgerichte in Neuwied wegen Ermordung ihres Gatten, Es wurde be- den sie gemeinschaftlich mit dem Privatlehrer Keller zu Koblenz wendige Wohlfahrtseinrichtungen ganz unberücksichtigt geblieben. Für des örtlichen Krankenkassenwesens unternommen. den bereits beschlossenen Kindergarten sind Mittel nicht vorgesehen, schlossen, die Verschmelzung der hiesigen neun Drts- berübt hatte, zum Tode verurteilt worden; diese Strafe wurde auch zur Errichtung von Brausebädern hat man sich nicht auf- tassen zu betreiben. Sofort wurde eine sechsgliedrige Kommission aber später in lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt. schwingen können. Die von allen Einwohnern gewünschte Schmud gewählt, welche die nötigen Unterhandlungen zu führen hat. Ferner anlage ist vollständig außeracht gelassen. Mittel zur Erhöhung der wurde dieser Kommission auch die Aufgabe zugewiesen, eine NeuLöhne der Gemeindearbeiter, welche 35 Pf. pro Stunde und weniger regelung des Aerztewesens vorzubereiten. Die Generalbetragen, sind gleichfalls nicht eingestellt. Bringt hiernach der Etat versammlung sprach sich weiter für eine finanzielle Beteiligung" Kommunale Praxis", Zeitschrift für Kommunalpolitit für die ärmere Bevölkerung fast nichts, so ist andererseits die der Kasse an der Errichtung einer städtischen Wald- und Gemeinde- Sozialismus. Herausgeber Dr. Albert Südetum. wohlhabende Bevölkerung durch die Errichtung des Gymnasiums, erholungsstätte aus. Endlich wurde die beantragte In Nummer 6 beginnt eine umfassende und eingehende Studie von welches bei Fertigstellung allein an Zinsen und Tilgung für die Ge- Statutenänderung( Abschaffung des Gruppenwesens, Wahl der Dr. H. Lindemann über die hessische Berwaltungsreform zu erscheinen. bäude 25 000 mt. pro Jahr Zuschuß erfordert, bedacht. Auch dem Delegierten in einer einzigen Gruppe, und zwar pro Bon hohem Interesse ist eine Zusammenstellung aller sozialdemokratischen Mittelstand und den 200 Mietern des neuen Beamtenhauses, welche 50 Mitglieder, statt wie bisher pro 10, einen Delegierten) an- Anträge zu den Landtags- Verhandlungen über die Verfassung der großen und mittleren Städte in der württembergischen Gemeindereform. An diese als Staatsbeamte nur die Hälfte der Gemeindesteuern zahlen, will genommen. Zum Publikationsorgan wurde an Stelle des„ Spandauer Abhandlungen schließt sich ein reicher Notizenteil an, der ebenso wie die man durch die Errichtung einer Mittelschule entgegenkommen. Des- Tageblatt" der Vorwärts" gewählt. Hoffentlich läßt nun die seit Sächsische Beilage wertvolle Mitteilungen aus und für die Praris der Gegleichen zahlt die Gemeinde den Herren Hausbesikern zu den Kanali- ahren angestrebte Vereinigung der hiesigen Ortstassen nicht mehr meindevertretungen enthält. fationsgebühren einen Zuschuß von 66 000 Mt. pro Jahr. Ferner lange auf sich warten, zumal ja selbst der Bezirksausschuß jetzt die übte Genosse John eine scharfe Kritik an der Verschleppungstaktik der einzelnen Kassen zu ihrer Verschmelzung anregt. Regierung in dem Disziplinarverfahren gegen den früheren Baus meister Hatzki, das Verfahren ist seit 2 Jahren noch um feinen Schritt vorwärts gekommen, durch die Verschleppung ist der Gemeinde bereits ein Schaden von 12 000 Mt. entstanden. Der Gemeindevorste her bemerkte, daß die Verschoppung sehr zu bedauern sei, daß aber auch er nicht wisse, wie die Sache zu beschleunigen sei. Er seze Ein entsetzlicher Unglücksfall in der städtischen Anstalt für seine Hoffnung auf den neuen Landrat. Für die Errichtung eines Epileptiker zu Wuhlgarten lag einer Anklage wegen fahrläffiger Kindergartens und für die Beschaffung von Schmuckanlagen habe die Tötung zu Grunde, welche den früheren strankenpfleger, Gemeinde fein Geld übrig. Wegen Erhöhung der Löhne der Ge- jezigen Gasanstalts- Arbeiter Richard Bähs vor die 2. Strafmeindearbeiter soll später eine Vorlage erfolgen. Schöffe Lange fammer des Landgerichts II führte. Der unbestrafte Angeklagte machte die erheiternde Bemerkung, daß nach Erfüllung unserer For- war seit dem 1. August v. J. in der städtischen Anstalt für Epileptiker Marktpreise von Berlin am 14. März. Nach Ermittelungen des derungen es so schön in Rummelsburg werden würde, daß ein großer in Wuhlgarten als Krankenpfleger angestellt gewesen. Am 29. Oft. fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte mittel 00,00-00,00 2, geringe 00,00-00,00 m. Zuzug von armen Leuten eintreten würde. Nach Erörterungen der hatte ein in der Station D untergebrachter Kranter, Konrad Voigt, 17,30-00,00 W., Genoffen Ritter und John wurde die Beratung der einzelnen ein 52jähriger, höchstgradig epileptischer Mann, sein Bett berun- Roggen**), gute Sorte 13,70-00,00., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00 9. Futtergerste*), gute Sorte 16,40-15,10 M., mittel 15,00 Etats auf Mittwoch, den 15. März, nachmittags 5 Uhr vertagt. reinigt. Der Angeklagte, unter dessen Obhut der Stranke stand, bis 13,80 m., geringe 13,70-12,50 m. afer*), gute Sorte 16,20-15,50., erhielt den Auftrag ihn zu baden. Er hob den V. aus dem mittel 15,40-14,70 m., geringe 14,60-14,00 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen Bett heraus und leitete ihn nach dem Baderaum. Hier 45,00-30,00 M. Speisebohnen, meiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 2. der üblicher Weise über Wanne zwei Hähne Kartoffeln 10,00-8,00 M. Richtftroh 4,66-4,50 M. Der Gemeindehaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1905 schließt find Heu 9,10-7,20 M. ab in Einnahme und Ausgabe mit 528 000.( im Vorjahre 372 500 für faltes und warmes Wasser angebracht. Der Angeklagte ließ nun für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 4,40-3,00 m. Mark, demnach ein Mehr von 155 700 M.). Das Gemeindevermögen unachtsamerweise nur heißes Wasser in die Wanne und vergaß faltes beträgt 1969 017,49 M., die Schulden 1753 930,37 M., mithin hinzuzusetzen. Das aus der Heißwasserleitung herausströmende Wasserstand am 14. März. Elbe bei Auffig+1,70 Meter, bei ergibt sich ein Ueberschuß von 215 087,12 m. Im Vorjahre Wasser hat eine Temperatur von über 70 Grad, ist also fast tochend. Dresden 0,14 Meter, bei Magdeburg+ 2,46 Meter. Unstrut bei betrug der Ueberschuß 129 651,86 M. Die Einnahmen setzen Der Angeklagte soll nun, wie die Anflage behauptet, den Voigt in Straußfurt+2,60 Meter. Oder bei Ratibor+3,22 Meter, bei Breslau Eine vielfach bei Ober Begel+ 5,20 Meter, bei Breslau Unter Pegel+0,36 Meter, bei fich zufammen: aus dem Vorjahre 4400 M., gewerbliche Unter- das siedendheiße Waffer hineingehoben haben. bei körperlichen Frankfurt+ 2,09 Meter. nehmungen 88 105 M., Kanalisation 41 500 M., Sturparkverwaltung Epileptikern beobachtete Empfindungslosigkeit Weichsel bei Brahemünde+4,36 Meter. Neze bei Usch+1,52 Meter und Verschönerung des Drtes 2200 M., Baupolizeiverwaltung Schmerzen verhinderte, daß der Krante sofort aufschrie. Erst nach Warthe bei Bosen+ 2,30 Meter. Friedrichshagen. in Gerichts- Zeitung. Mit dieser Nummer 6 schließt das erste Quartal des 5. Jahrgangs der " Kommunalen Praxis"; für das zweite Quartal steht wieder, wie der Berlag mitteilt, eine nicht unbeträchtliche Erweiterung des Inhalts der Beitschrift in Aussicht. Die Kommunale Praris" erscheint am 1. und 15. jeden Monats und foftet vierteljährlich 2 M. Probenummern versendet gratis und franko der Verlag, Berlin W. 15. Deutschland und die Vorgänge im russischen Reich. Borträge der Herren Professor v. Neusner, D. Wiener und D. Breitscheid, gehalten im Sozialliberalen Verein zu Berlin. Buchverlag der„ Hilfe". Welchen Wert hat die preußische Berfassung für unser Boll? bon Politikus. Görlik. 1905. Rudolf Dülfers Verlagsbuchhandlung. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. M Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 16. März. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Euryanthe. Neues fönigl. Opern Theater. Beschlossen. E Deutsches. Faust. I. Teill. Anfang 7 Uhr. Berliner. Der Kaiserjäger. Westen. Die Liebesfestung. National. Fidelio. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Schiller Anfang 8 Uhr: G 0.( Wallner Theater.) Im Hafen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die HaubenLerche. Leffing. Elga. Zentral. Die Jurheirat. Kleines. Der Bär. Angele. Residenz. Hotel Pompadour. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Rafino. Heirat auf Probe. Deutsch- Amerikaniſches. Newport Luisen. Das Leben ein Traum. Belle beste Carl zeifs. Die Stimber des stapitan Weiß. Grant. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. InvalidenSternwarte str. 57/62. TAN S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Das sensationelle Schiller- Theater N. Friedrich--Wilhelmstädtisches Theater. 0. Wallner- Theater. Donnerstag, abends 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Im Hafen. Die Haubenlerche. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Letzte Woche: Drama in 3 Atten von Georg Engel. Schausp. i. 4 Att. v. E. v. Wildenbrud. Die Kinder des Kapitän Grant. Freitag, abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Sonnabend, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Thalia- Theater. Freitag, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Belle Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Täglich abends 7, Uhr: Stürmischer Lacherfolg! Belle Alliancestr. 7/8. Letzte Vorstellungen. Heute bis Freitag abends 8 Uhr: Riesen- Mädchen!!! Der Kilometerfreffer Der beste Tip. Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Metropol- Theater Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Josephi. Frid Frid. Josef Giampietro. Sonnabend, 18. März, zum erstenmal: Die Rote. Sonntag nachm. Charleys Tante. Sonntag nadm. 3 Uhr: Deborah. 32 Uhr: Neues Konzerthaus Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8, Uhr. 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Montag u. Freitag: Allabendlich: Der Familientag. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Sonnabend nachm. Kinder- Vorstellung, fl. Preise: Die Wünschelrute. Sonntag nachm. 3 Uhr, Parkett 60 f.: Maria Stuart. Neues Programm. 8 765 Neues Programm. SAHARET. Herbert Lloyd, Amerikan. Komiker. Dianda, Dressierte Affen. Dorothy Clark, Engl. Sängerin. Stelling u. Revell, Kom. Reckturner. Dr. Angelo, Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Uni. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts zu den numer. Bläßen find stets 8Tage uaqvg neлogaog Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Bockbierfest. D KONZERT. Der dumme Max u. der fluge Hans. Dienstag. Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Lebende Porzellanfiguren Tanz Fritz Steidl- Sänger. IF Tanz. de deux, Orientalischer The Novellos, Europa in Rach jeder Borstellung im Kaisersaal: Indien. Diane de Fontenoy, Lebende Bilder. 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Abteilung: 918 Sappho. 228/11 Zirkus Schumann. Heute abend präzise 72 Uhr: Elite- Abend. Gala- Programm. 1. a.: Herr Albert Carré mit seinen Freiheitsdressuren. Die be liebte jugendliche Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Mons. Joe Hodgini. Mlle. Priami. Monf. Proserpi. Aldolfo u. Alberto. Soeurs Miniggio. Ferner: Die großartigen neuen Spezialitäten und Berlins größte Sensation Mr. Ephraim Thompsons wunderbar Elefanten, dressierte worunter der einzig existierende Saltomortale schlagende Elefant. Um 9 Uhr: Einzig dasteh. Erfolg! Größte Pracht- Ausstattungspantomime der Gegenwart. 4. Abteilung: Ein Teufelskerl. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Gebrüder Herrnield- Theater. Der größte Erfolg seit 14 Jahren ist unbestritten die Novität: Die Meyerhains. Eine Nordlandsreise. werfer und Morgen Freitag, abd. präzise 72 Uhr: Gala Benefiz Hotel Pompadour. Sen Albert Carré, Sohn Schwank in 3 Aften v. Anthony Mars u. Leon Kanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nora. Palast- Theater des königl. niederländischen Zirkusdirektors Oskar Carré, Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47/49. Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: 9 Uhr: 9 Uhr: Bis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börse. Zwischen zwei Herzen. Liebe kann alles. Schausp. in 4 Aufz. von Richard Voß. Schwank von A. Elz. Anfang 8 Uhr. Miller, Theologe: Dir. R. Winkler. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Vor- und nachher: Die hervorragenden März: Speziali: täten ersten Ranges. Die Wunder- Elefanten. Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Entree 50 Pf. Boranzeige! Dienstag, den 21. März: Gr. Ertra- Benefiz- Vorstellung für E. Brid. Zur Aufführung gelangt: Der Wider: spänstigen Zähmung. Komödie in drei Akten von Anton und Donat Herrnfeld mit Anton Herrnfeld als Pschechowil, Herausgeber d.„ ScheinDonat Herrnfeld als Kommerzienrat Meyerhain. Anfang' 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Extra Elite Vorstellung. Die Blinde von Paris. 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Generalversammlung der Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreicher und Weißbinder Deutschlands. Hamburg, 14. März. " Bayern mit Rheinpfalz, Elsaß- Lothringen und die Schweiz zu decken Baumwollindustrie, die in Lodz ihren Hauptsiz hat. Die Baumwollhaben, während der Firma Paul Barlen die Lieferung für die industrie beschäftigte im Jahre 1901 etwa 51 600 Arbeiter, die Wollübrigen Abnehmer übertragen ist. Japan will die Stadard Oil Company anpumpen. In ihrem Bestrebent, neue Geldmittel zur Kriegsführung heranzuschaffen, been( zirka 20 Millionen Mark) bei der Standard Oil Company auf absichtigen die Japaner, wie verlautet, eine Anleihe von 10 Millionen Den zunehmen unter Verpfändung der Naphthalager im Norden Japans. Hierzu schreibt die„ tölnische Zeitung": Sollte sich dieses Anleihe projeft verwirklichen, so würde dies wieder einen ungemeinen Fort Schritt für die Standard Oil Company auf dem internationalen Petroleummarkt bedeuten. Denn die Delfelder Japans sind dazu berufen, einst auf dem asiatischen Markt neben den Delfeldern Nieder ländisch- Indiens ausschlaggebend zu werden. industrie 44 000 Arbeiter. Auch die Lein- und Seidenweberei nimmt eine ansehnliche Stellung ein, so daß die Gesamtzahl der in der Textilindustrie tätigen Arbeiter 121 481 betrug. Der Wert der Pro251 Millionen Rubel, also die Hälfte des Wertes der industriellen buftion hat sich in diesem Industriezweig in 27 Jahren( 1870 bis 1897) um das 16fache gesteigert und betrug im Jahre 1897 ungefähr Produktion des Barentums Polen und ein Viertel der gesamten, durch Im Kleingewerbe und Handwerk ist dagegen eher ein Rüdgang, in Industrie, Landwirtschaft und Kleingewerbe vertretenen Produktion. einigen Zweigen sogar völliges Eingehen der Produktion zu ber zeichnen, was nicht allein auf die Konkurrenz der Großtapitalisten, sondern auch auf den Mangel wirtschaftlicher Verbände und ungenügende Fachkenntnis der Unternehmer zurückzuführen ist. Die Aus der Frauenbewegung. Genossen und Genossinnen! Dienstag, den 21. März, abends 8%, Uhr, findet bei Keller, mit Emblemen der einzelnen Städte, welche in dem EntwicklungsDie festlich geschmüdte Versammlungshalle Hamers Ballhaus ist gange der Organisation von Versammlung zu Versammlung eine Etappe bilden, geschmückt, das Transparent über der Bühne verfündet in künstlerischer Ausführung:" 8wei Jahrzehnte unserer Vereinigung 1884-1905: 22 859 Mitglieder". Erschienen find 79 Delegierte. 3 Delegierte find dringender Geschäfte halber nicht in der Lage, bei Eröffnung anwesend zu sein. Das Mandat der 44. Wahlabteilung( Elberfeld) bleibt infolge Ablehnung des betreffenden Delegierten unbesetzt. Anwesend find weiter der Vorfizende Tobler und der Kassierer Wentter, Die Verschuldung des ländlichen Grundbesitzes in Preußen. Die Erfolge der Großindustrie sind dem tätigen Unternehmungsgeist und ferner die Obmänner des Ausschusses resp. der Preßkommission Stat. Korrespondenz" veröffentlicht eine interessante Zusammen der kaufmännischen Rührigkeit im Erschließen neuer Absatzgebiete Leinert Hannover und Gehlert, die Redaktion des Vereins stellung der Verschuldung der preußischen ländlichen Grundbefizer, zuzuschreiben. Auch hierin sind die Lodzer Fabrikanten den anderen Anzeigers" vertritt Mart, Tobler und Gehlert. Als Ver- indem sie das Kapitalvermögen aller derjenigen Grundeigentümer, ein Vorbild gewesen; sie zuerst haben ihr Auge auf den persischen treter ausländischer Bruderorganisationen find anwesend: Paulsen- deren Grundbesig mindestens mit 60 M. Grundsteuerreinertrag ein- Markt gerichtet, sich dann Spanien und Afrika zugewandt und suchen Kopenhagen, Staude- Zürich, Mart- Wien und Guratitschgeschägt ist, mit deren Gesamtverschuldung vergleicht. Nach den Er- nun auch auf der Balkan- Halbinsel und in Kleinasien Fuß zu fassen. Serbien, als Vertreter der Generalfommission Umbreit Berlin. mittelungen kommen auf je 100 m. Kapitalvermögen der selb= Tobler und entfer geben einige erläuternde Erklärungen ständigen preußischen Grundbesizer, welche die Landwirtschaft zu dem gebrudt vorliegenden Geschäfts- und Kassenbericht. Es wird als ihren Hauptberuf betreiben, 188,5 Mark Schulden. konstatiert, daß der Markenumfag gegen die letzte Geschäftsperiode find also die Schulden fast doppelt so hoch, als das eigene eine Steigerung von 62 Proz. erfahren habe. 10 000 Aufnahmen Vermögen dieser Landwirte. Weit günstiger stellt sich das Versind ebenfalls mehr zu berzeichnen gewesen. Die Einnahmen stiegen hältnis bei den Landwirten im Nebenberufe, also denjenigen, welche in derselben Zeit von 404 153 m. auf 755 040 M. Dieses ergibt aus der Land- oder Forstwirtschaft nur ihren Nebenerwerb, ihren Koppenstr. 29, eine Volksversammlung statt, in welcher Genossin pro Stopf eine Steigerung von 15,43 m. auf 18,05 m. Infolge der Haupterwerb dagegen aus Gewerbebetrieb, Hausbesis, Beamten- Alara Bettin- Stuttgart über den politischen Massenstreit referieren hartnäckigen Kämpfe reduzierte sich jedoch das Vereinsvermögen pro stellung u. dergl. haben; hier beträgt die Verschuldung nur Stopf von 12,62. auf 10,73 m. Dieses auszugleichen ist nun Sache 51,2 Proz. des Kapitalvermögens. Letzteres ist mithin faft noch wird. Wir bitten, für äußerst zahlreichen Besuch dieser Versammlung zu agitieren. Die Vertrauensperson für Berlin. der Generalversammlung. Der Bericht des Ausschusses verzeichnet 20 Be einmal so groß wie die Schulden. Betrachtet man die Landwirte schwerdefälle, wovon 14 abgelehnt, 4 stattgegeben, 1 Fall unentschieden im Haupt- oder Nebenberufe zusammen, so stellt sich deren VerLichtenberg. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiter und ein weiterer der hier tagenden Beschwerdekonmission überwiesen schuldung auf 120,7 Broz. ihres Kapitals, also immer noch um rund lasse hält Montag, den 20. März, abends 81, Uhr, bei Zoberbier, wurde. Der Redakteur gibt eine Höchstauflage des Vereinsorgans von ein Fünftel höher als dieses. 30 600 an, hebt ferner lobend die gute Berichterstattung der Kollegen Am höchsten ist die Kapitalverschuldung in den Provinzen West- Stronprinzenstr. 47( Ede Scharnweberstraße), eine Versammlung ab, in welcher Frl. Ottilie Baader den Vortrag:" Wohnungshervor. Auch die statistischen Veröffentlichungen haben an Bedeutung und Ostpreußen mit dem 7 bezw. 6fachen des Kapitalvermögens. verhältnisse und Familienleben" halten wird. Gäste Männer und und Ausdehnung zugenommen. Hinzuwirken wäre aber auf eine Der Regierungsbezirk Gumbinnen steht sogar mit dem achtfachen Der Vorstand. gewiffe Einheitlichkeit in diesem Punkte. Aus der Tätigkeit der obenan; ihm folgen Bromberg mit rund dem 71fachen, Danzig Frauen willkommen. Breßkommission wird hervorgehoben eine Beschwerde Altonas wegen und Marienwerder je mit dem 7. und hierauf Königsberg mit dem Witterungsübersicht vom 15. März 1905, morgens 8 Uhr. Nichtveröffentlichung eines Artikels, der abgewiesen werden mußte, 5/ 4fachen. In den Bezirken Köslin, Stettin und Posen beziffern weil die Beanstandung sich gegen Beschlüsse der neunten General- fich die Schulden auf über das 3 und in Oppeln, Liegniz, bersammlung richtete. Schleswig und Merseburg immer noch auf das 2fache des Kapitals, während sie in den Regierungsbezirken Köln, Aachen, Trier, Wies Stationen baden und am meisten( mit nur rund 15 Proz. des Kapitalvermögens) in Koblenz noch unter den verhältnismäßig niedrigen Stand von bezirlen ist das Kapitalvermögen der Landwirte durchweg bier, Berlin herabgehen, d. h. in allen diesen letztgenannten Regierungsfünf- und sechsmal größer als ihre Schuldenlast. Wirtschaftliche Entwickelung Russisch- Polens. Unter allen Frantj.a.M. 757 SD russischen Gebieten hat sich das Barentum Bolen" in den letzten Jahren industriell am stärksten entwickelt. Nach einem jüngst in Warschau erschienenen Wert, aus dem die„ St. Petersburger Zeitung" einige Auszüge veröffentlicht, hat der Gesamtwert der industriellen Produktion Polens, der im Jahre 1870 taum 64 Millionen Rubel betrug, im Jahre 1897 die Höhe von einer halben Milliarde erreicht. Die Zahl der Fabritarbeiter ist in diesen 27 Jahren von 63 900 auf Wegen eines bei Jrland erschienenen, ungewöhnlich tiefen 243 700 gestiegen. Dagegen hat die Bahl der Fabriten infolge der barometrischen Minimums, das mit stürmischen füdlichen Winden Verdrängung der Kleinen Betriebe durch die kapitalkräftigen Groß- nordostwärts fortzuschreiten scheint, ist heute mittag die deutsche betriebe sich von 6590 auf 4900 verringert. Die Steigerung der Süste von Borkum bis Reitum feitens der Seetarte Produktion betrifft hauptsächlich die Textilindustrie, zumal die gewarnt worden. Berliner Wetterbureau. Aus Induftrie und Handel. Das Kohlenkontor, die vom Kohlensyndikat gegründete Kohlen Berkaufsgesellschaft, sucht sein Monopol immer weiter auszudehnen. Bisher hatte es mur den Vertrieb der sogenannten„ Syndikatsfohlen", d. h. der Kohlen, die von solchen Zechen, welche dem Rheinisch Westfälischen Kohlensyndikat angehören, gefördert werden; dagegen stand es den Kunden des Kohlenkontors frei, ihren Bedarf an englischen Nuß- und Anthrazitkohlen dort zu laufen, wo sie wollten. Das paẞte jedoch längst dem Kohlenkontor nicht mehr, und so hat es beschlossen, den Bertrieb englischer Kohlen selbst in die Hand zu nehmen. Vom 1. April ab ist es den Abnehmern des Kohlenkontors untersagt, englische oder belgische Nüsse direkt oder indirekt anderweitig als vom Rohlenkontor zu beziehen, das seinen Bedarf durch die Mannheimer Kohlenfirma Raab, Karcher u. Co. und durch die Anthraciet Maatschappij Paul Barlen, Rotterdam, decken läßt. Die erstere wird den Bedarf des Kohlenkontors für Baden, Württemberg, Deutscher Buchbinder- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unsere Kollegin Frait Klara Stössel am 12. März verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet hente, Donnerstag, nachmitt. 33% Uhr, bon der Leichenhalle des Andreas. Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung bittet 23/13 Die Ortsverwaltung. Nachruf. Am 14. März, borm. 10 Uhr, verfchied plöglich am Herzschlage unfere treue Mitarbeiterin Frau Luise Roggan im 32. Lebensjahre. 24102 Wir werden ihr stets ein treues Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Freitag, nachm. 3 Uhr, auf dem Friedhof WilDanksagung. Allen denjenigen, die bei der Beerbigung unserer lieben Schwefter Hedwig Fellmann mitgewirkt haben, besonders den Arbeitern und Arbeiterinnen der Buchbinderei Bübben u. Co., unferen innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. 606 Dant allen für Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Baters. 24092 Frau Liepold nebft Kindern. " Swinemde. 757 G etter Stationen Better 1 Mebel Hamburg 755 D 2 molten! 6 Haparanda 763 SH 4Petersburg bebedt 758 S23 1 molfig 6 Scilly 731 2 7bebedt 2 wollent 5 lberdeen 729 GD 2 Paris 8 Regen 748 S 5 bedeckt Berlin München 761 S 1 heiter 761 8 4 bedeckt Wetter- Prognofe für Donnerstag, den 16. März 1905. Warm und zunächst meist heiter bei sehr lebhaften südlichen Winden; später zunehmende Bewöllung und etwas Regen. Gesundheit ist Reichtum! 1999 Regelmässiges Baden erhält und fördert die Gesundheit. 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Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 118/6 Die Ortsverwaltung. Extra- Unterstühungskaffe für Buchbinder 2c. Sonnten, 15. d. W., vorm. präz. 106hr, General- Versammlung Melchiorstr. 15. 2.- D.: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Bericht des Rendanten. 3. Abnahme der Jahresrechnung und DechargeErteilung. 4. Berschiedenes. 92/14 Der Vorstand. 3. 2.: H. Herzhoff, Vorsitzender. 113/7 im Lokale von Köpnick, Pichelsdorferstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über: Die Aufgaben der modernen Gewerkschaften*. Referent: Reichstags- Abg. Eduard Bernstein. 2. Diskussion. 3. Berbands- Angelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Dachdecker. Filiale Berlin. 54/ 5* Sonntag, den 19. März, vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme gegen den Arbeitsnachweis in der Gormannstraße. 2. Unsere diesjährige Maifeier. 3. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Die be in nen, ften Herren- Sommer- Paletots und Anzüge foole pealell Monats- Garderobe for sale Getragene Sachen, bon Kavalieren fpeziell Bauchanzüge find in großer Auswahl stets zu staunend billin Preisen zu haben. 23692* 129. Skalitzerstr. 129. Nathan Wand, Hochbahnſtation Kottbuſer For. Bitte auf Hausnummer zu achten. Sonntag bis 2 Uhr geöffnet. Möbel- und Sturmwarnung. * Graveur für meine Meffinglinien- Abt. gesucht. Wilhelm Woellmers Schriftgießerei, Friedrichstr. 226. Orts- Krankenkasse der Zigarren- u. Zigarettenmacher Berlins. Freitag, den 24. März cr., abends 8, Uhr, im Restaurant Hempel, Rosenthalerstraße 11/12: General- Versammlung. Tages Drbnung: 1. Borlegung der Jahresrechnung. 2. Wahl eines Staffenbeamten und Bestellung einer Hülfskraft. 3. Verschiedenes. 271/6 Der Vorstand. 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