Nr. 66. his Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. prundi shuts big mem22. Jahrg. Displ aloid He is and Die Infertions- Gebühr Vorwärts Berliner Dolksblatt. beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für 1 politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", bas erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Mort 5 Pfg. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Revolution! Um die verleumdeten und vergessenen Gräber der März gefallenen weht der Märzsturm. In tieferem und nachdenklicherem Ernst als jemals zuvor wallfahren die Proletarier zu der Ruhestätte derer, die den Staat eines freien Bürgertums zu ertämpfen unternahmen. In die Zeit gewaltiger Umwälzungen fällt dieses Märzfest. Die Revolution ist heute nicht ein Begriff, über den man diskutiert, sondern sie ist zur Tatsache geworden in jenem Reich, das bisher der Schutzwall europäischer Autokratie gewesen ist. Die stärkste Macht politischer Rückständigkeit ist in einem inneren und äußeren Zusammenbruch seiner Gewaltherrschaft begriffen, wie man ihn bor einem Jahr noch nicht für ferne Beiten zu erhoffen wagte. Wenn einmal ein verrottetes System der entscheidende tödliche Schlag getroffen hat, rinnt die Entwickelungskraft von Jahrhunderten gleich fam in Stunden zusammen. " Sonnabend, den 18. März 1905. Natur als die wirtschaftliche Grundlage des ganzen modernen Staatswesens vermag das Proletariat, unter den besonderen Verhältnissen der russischen Revolution, die Herrschaft des Absolutismus zu erschüttern, indem sie ihm die Arbeit weigert. Es ist die Kunst der Herrschenden Klaffen bis zum heutigen Tage gewesen, die unterdrückten Klassen gegen sich selbst zu bewaffnen Dhne die militaristische Dreffur des Proletariats wäre die herrschende Klasse, wäre der Absolutismus ohnmächtig. Es zeigt sich, daß in Rußland die Gewalt der Aufklärung selbst unter dem stärksten geistigen Druck nicht mehr aufzuhalten ist. deutschen Demokratie, genau so wie die reaktionäre militaristische Solidarität zwischen Deutschland und Rußland der Leitgedanke der herrschenden Klasse geblieben ist. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Tote und 43 000 Gefangene, so ergäbe sich bereits ein russischer Verlust von 128 000 Mann. Hinzu kämen bann noch die Verluste bei Tieling! Günstigstenfalls wird sich also ein Drittel der Mandschurei- Armee zu retten vermögen! Kuropatkin abgehalftert! Amtsenthebung Kuropatkins haben heute thre Die schon seit mehreren Tagen verbreiteten Gerüchte der pattin ist seines Postens als Oberstkommandierender in Dstamtliche Bestätigung aus Petersburg erhalten. Kuroafien enthoben worden unter Belassung in der Würde eines ist General Linewitsch ernannt worden. Generaladjutanten des Kaisers. Zum Oberstkommandierenden ist General Linewitsch ernannt worden. Politifche Ueberficht. Im Jahre 1848 schrieb Karl Mary in einem Artikel über nationale Revolutionen:" Nur der Krieg mit Rußland ist ein Krieg des revolutionären Deuschland, ein Krieg, worin es die Sünden der Vergangenheit abwaschen, worin es sich ermannen, ohne Armee! Bis die russischen Truppen in Ostasien Linewitsch ist einstweilen Oberstkommandierender worin es seine eigenen Autokraten besiegen kann, worin es, wie wieder auf einen Bestand gebracht sein werden, um sich in einem die Stetten langer träger Slaverei abschüttelnden Bolle ge- einer neuen Entscheidungsschlacht mit den Japanern zu messen, ziemt, die Propaganda der Zivilisation mit dem Opfer seiner Söhne wird mindestens ein halbes Jahr vergehen. Ob sich in RußDie deutsche Revolution hält keinen Vergleich aus mit der ele- erkauft und sich nach innen frei macht, indem es nach außen befreit." land selbst die Kriegspartei solange am Ruder erhalten wird, mentaren Straft der großen französischen Umwälzung, fie hat auch Der Krieg der Revolution gegen Rußland, den noch lehthin der deutsche land selbst die Kriegspartei solange am Ruder erhalten wird, nicht entfernt jene Summe von heldenmütiger Aufopferung gekostet, Reichskanzler mißverständlich als Gegenwartssehnsucht der deutschen ist sehr die Frage! die schon in den Anfängen der russischen Revolution die Märtyrer Sozialdemokratie bezeichnete, als ob ein revolutionäres Deutschdes Barismus auf sich genommen haben. Die deutsche Revolution land an der Herrschaft wäre- war die traditionelle Auffassung zwar der hat nichts Gigantisches, sie ist fast das Idyll unter den Revolutionen. Ohne die proletarische Unterströmung würde sie durch den Hauch des Berlin, den 17. März. Philistertums vollständig verdeckt. Es war eine halbe Revolution", wie Marg schon bald nach den Märztagen erkannt hat. Heute sehen wir nun, daß das russische Bolt selbst das Schicksal " Der Aberwitz des Polenkrieges, die letzte Russenschande." Dennoch besaß Preußen ein paar Monate lang so etwas wie politische feiner Befreiung in die Hand genommen hat. Mit dem Siege Der Reichstanzler war gestern flug genug gewesen, Freiheit. Nur diese wenigen Monate dauerte die Panit der dieses Freiheitstampfes beginnt eine neue Zeit in der Geschichte der seine Liebesdienste für das Barat zu leugnen, sich ganz auf Herrschenden Macht, die dann rasch, begünstigt durch die schlaffe Menschheit. die unbedingte Neutralität zwischen den beiden kriegführenden und furzsichtige Feigheit des Bürgertums, jene gegen- revolutionäre Revolutionen find nicht Umsturz, sind nicht Anarchie, sondern Parteien, dem bluttriefenden Massenmörder auf dem russischen Siege erfocht und jene Verfassungszustände festlegte, die bis zum sind eigentlich Rechtsschöpfung. Die russische Revolution bedeutet Thron und dem um die einfachsten Bedingungen der Menschenheutigen Tage auf Preußen- Deutschland lasten. Dennoch unter der zunächst, daß ein Staat, in dem es teine Rechte gibt, ein Rechts- würde kämpfenden russischen Volke zurückzuziehen. Man wußte, wollenen Decke des deutschen Philistertums blühte zu jener staat werden will. Freilich ein wirklicher Rechtsstaat ist erst möglich, daß vor einem Jahre unter dem Motto: Tua res agitur" eine Zeit in den Gemütern ein ahnender Frühling. Man hatte wenn nicht nur politisch sondern auch wirtschaftlich die ganz andere Tonart gegen die Schnorrer und Verschwörer" vom erfahren, wie herrlich es ſei, auts eigener Wahl für Gleichberechtigung aller Staatsbürger durchgeführt ist. Die deutschen Reichskanzler geführt wurde. Heute zog Gen. Bernstein eine große große Sache, aus eigenem Recht für ein Ideal Revolution bleibt so lange das Schicksal der Menschheit, wie dem Reichskanzler bie dünne Hülle dieser äußerlichen Neutralität zu sterben, während man vorher und nachher nur gelernt hatte, immer sich die revolutionären Formen und Mittel ändern herunter, brannte ihm den Firnis der Gleichgültigkeit ab. Noch in den Tod zu gehen, getrieben durch ein hohles Wort des mögen, so lange es unterdrückende und unterdrückte Klassen gibt. vor wenigen Monaten, noch bis zum heutigen Tage machte Herrschers". Die Beseitigung der Klassenherrschaft ist die größe Revolution der sich Graf Bülow der Beihülfe zu allen Schandtaten des Die herrschenden Klassen haben es berstanden, die sittlichen menschheitlichen Entwickelung, die größte, aber auch die letzte russischen Barismus schuldig. Genosse Bernstein ging von der Kulturwerte von Grund aus zu verwirren. Sie haben den Krieg, Revolution! Die Revolution hebt sich auf mit ihrem endgültigen merkwürdigen Tatsache aus, daß der Kurs der russischen Papiere die Bölkerschlächtereien für die niedrigen Interessen einer Dynastie Siege! trotz der zerschmetternden Niederlage im Osten, trok des sturmflutoder einer herrschenden Klasse mit der Gloriole des Patriotismus artigen Ansteigens und der hydraartigen Lebenskraft der Revolution umgeben, sie haben den ewigen Freiheitstampf gegen die Fremdnur wenig gesunken, die neue russische Anleihe ohne Schwierigherrschaft der politischen und sozialen Tyrannei, der insgesamt nicht teiten in Deutschland untergebracht sei. Gestützt auf zahlreiche so viel Opfer gekostet und Greuel berübt hat, wie eine einzige große Ueber das Schicksal der geschlagenen und flüchtenden Autoritäten auf dem Gebiete des Finanzwesens wies er nach, Schlacht gekostet hat, in einem Bust von Verleumdungen und russischen Armee lassen sich auch heute nur Vermutungen daß Rußland innerlich schon längst bankrott sei, nicht einmal Schmähungen zu ersticken gesucht. Und doch ist die Revolution in hegen. Offizielle russische Telegramme liegen überhaupt die. Zinsen der Schulden mehr ohne neue Anleihen zahlen ihrem tiefsten Gehalte der eigentliche nationale Freiheitstampf gegen nicht vor; auch ein Telegramm Dyamas enthält nur könne. Wenn gleichwohl dem Absolutismus die Mittel zur die Unterdrückung der Volkskraft. dürftige Mitteilungen. Offenbar dauert die Flucht und die Fristung seiner verbrecherischen Eristenz und zur Fortführung Verfolgung noch fort, so daß man erst in einigen Tagen flar des frebelhaften Völkermordes zur Verfügung gestellt werden, darüber sehen wird, wie große oder wie kleine Neste der und gerade von Deutschland aus zur Verfügung gestellt russischen Armee fich gerettet haben. werden, so kann nur die weitgehende Unterstützung der Ein offizielles japanisches Telegramm lautet: russischen Finanzen in Berlin durch die Reichsregierung diese Tokio, 17. März. Amtliche Meldung. Marschall merkwürdige Erscheinung erklären. Oyama berichtet, daß in Tieling sich große Eisenbahn- Die Mehrheit schäumte vor Wut über die Entlarbung anlagen, ähnlich denen in Liaujang befinden. Große ihres Vorkämpfers, dem die rasch und schlecht angelegte Mengen Proviant und Futter waren in der Nähe Neutralitätsmaste brüst vom Gesicht heruntergerissen gelagert, wobon zwei Drittel durch die Russen wurde. Der Vizepräsident Dr. Paasche schüßte das freie verbrannt sind. Die Beute ist groß, aber noch nicht gezählt. Wort der Volksvertretung, indem er unseren Redner aus Zahlreiche Gefangene sind auf dem rechten Flügel gemacht worden, nichtigen Gründen wiederholt zur Ordnung rief; aber der ließ die genaue Anzahl ist aber noch nicht gemeldet. lichsten 24 Stunden berliefen, ein Verist Der Krieg in Ostasien. An nichtamtlichen, vornehmlich englischen Meldungen zu registrieren: Tolio, 16. März.( Bureau„ Laffan".) Die dritte russische Armee, welche im Zentrum um Mulden stand, ist nach hier eingetroffenen Meldungen so gut wie vernichtet. Das erklärt auch die Meldung Kuropatkins, er habe keine Nachrichten von der dritten Armee er halten. ( Daily Telegraph".) Eine sich nicht beirren. Der Reichskanzler mußte zugeben, daß das Schicksal der russischen Anleihen auf dem deutschen Markte mur von dem Verhalten der Regierung abhängig sei, und daß diese je nach dem Bedürfnis" sie begünstige oder unmöglich mache. Es sind vor einiger Zeit Lebenserinnerungen von Rudolf bon Delbrüd erschienen, des langjährigen handelspolitischen Mitarbeiters Bismards. Man erschrickt förmlich über die Niederung einer Betrachtungsweise, wie sie dieser im Geruch des Liberalismus stehende Mann gegenüber den Ereignissen der Märztage bekundet hat. Als die ersten Unruhen sich zeigten, Hatte Herr Delbrück nichts Eiligeres zu tun, als die schlecht geschützten Papiere seines kleinen Vermögens" in Sicherheit zu bringen, und nach dem Siege der Revolutionäre in Berlin schreibt er die folgenden Betrachtungen: Für die Person des Königs fürchtete ich keine Gefahr. Die politische Wirkung der selbstgewählten Niederlagen konnte sich nicht auf einmal entwickeln, aber die Schutzlosigkeit gegen die Barrikadenhelden, in welcher die Stadt sich augenblicklich befand, machte die im Staatsschatz unter der Generalstaatstaffe liegenden Millionen zu einer leichten Beute und diese Millionen waren unerfeßlich. Glücklicherweise waren die Leiter des Aufstandes von der Sachlage nicht unterrichtet, oder noch unter dem Eindruck ihrer Niederlage( Delbrück Der hohe Kursstand der russischen Anleihen auf den wiederholt nämlich das Märchen, daß die Truppen nach ihrem volldeutschen Börsen, der Erfolg der letzten russischen Anleihe in ständigen Siege zurückgezogen worden seien), die gefährDeutschland sind untrügliche Indizien für die Mitschuld der ohne daß nur Petersburg, 16. März.( Bureau„ Laffan".) Hier hegt man nur fuch gemacht wurde." Delbrück erzählt dann noch mit großem noch wenig Hoffnung, irgend einen organisierten Rest der preußischen Regierung an all dem entsetzlichen Blutvergießen armee Ruropatlins zu retten. Gme Donnerstag nacht in den Straßen Petersburgs und auf den Feldern der Stolz, daß er durch diese furchtsame Erfahrung des Jahres 1848 veröffentlichte amtliche Depesche gesteht den Rückzug Kuropatkins von Mandschurei. veranlaßt worden sei, die Unterbringung des Kriegsschazes 1873 nach Zieling ein und berichtet gleichzeitig, daß bereits eine japanische Genosse Haase ertappte die preußische Regierung auf Spandau zu bewirken. Das also war die Auffassung eines Armee nördlich von ihm steht. ( ,, Daily Mail".) frischer Tat, wie sie bei den Verbrechen des Zarismus Schmiere „ Liberalen" über Revolutionen. Eingepfercht in den eigenen Petersburg, 17. März. Die Ereignisse überſtürzen sich. Einzel- steht. Er schilderte eindringlich die Qualen und Bedrückungen, Strämergeist, nahmen sie von den Revolutionären an, daß sie nichts beiten über die gestern erfolgte Besetzung Tielings durch die Japaner denen die russischen Auswanderer, insbesondere die Eiligeres zu tun hätten, als Kaffen zu erbrechen. Die liberale find noch nicht bekannt. Es wird nur berichtet, daß ein von den Militärflüchtlinge bei ihrer Durchwanderung durch DeutschBourgeoisie hat niemals andere Borstellungen gehabt von der tussen besetztes Dorf von den japanischen Granaten in Brand gefeßt land unterworfen sind. Die preußische Regierung will selbst wurde. Kuropatkin wurde gezwungen, bedeutende Vorräte Revolution, und so tam es, daß sie aus Furcht vor den proletarischen und Kriegsmaterial zurüdzulassen. Außerdem soll nicht dulden, daß die Opfer des Zarismus fich durch die Kassenstürmern selbst die bescheidenen Aufgaben eines verkümmerten er 80 Geschüße verloren haben. Die Zahl der Toten und Flucht ihren Peinigern entziehen. Die Liebesgabe an die Liberalismus preisgab. Verwundeten bei diesem Kampfe schäßt man auf 10 000 Mann. Schiffahrtsgesellschaften ist ihr gegenüber diesem Zarendienst Nicht nur der Krieg, sondern auch die Revolution verändert London, 17. März. Aus Petersburg wird den Times" vom nur ein zweiter Genuß. Formen und Methoden. Während der Krieg die Brutalität der Welt- heutigen Tage gemeldet: Nach den legten hier eingetroffenen vom Graf Posadowsty stellte in seiner Erwiderung mit anschauung der herrschenden Klassen spiegelt, äußert sich in der Generalstab noch unbestätigten Nachrichten erlitten die Nussen bei unerhörter Dreistigkeit die Tatsachen auf den Kopf. Man könne Revolution die Humanität ihrer Kämpfer. Während in Rußland Lieling eine schwere Niederlage und mußten den Rest ihrer dem Deutschen Reich nicht zumuten, zugunsten der SchiffahrtsVorräte und große Teile ihrer Artillerie im Stich der Absolutismus zeigt, wie der grausamste Militarismus un lassen. Es wird ferner gemeldet, die Japaner hätten die Gijen gesellschaften die Kosten für den Rücktransport zu tragen; fähig wird, gegen ein national begeistertes fleines Bolt um den Schiffahrtsgesellschaften diese Stoſten aufzuladen, feien bahn nördlich von Tschantufu abgeschnitten. sich zu behaupten, wie er andererseits um so ruchloser die Kontrollstationen notwendig. Ein Blick in den Jahresunter den wehrlosen Bürgern des eigenen Baterlandes wütet, Ueber die Verluste bei Mukden bericht der Schiffahrts Aktiengesellschaften beweist, wieviel sind die Revolutionäre bemüht, fast mehr den Feind, als wird gemeldet: tausendmal der Vorteil, der ihnen durch diese Kontrollstationen sich selber zu schonen. Die merkwürdige Erscheinung des interPetersburg, 17. März. Einem amtlichen Bericht zufolge zugeschanzt wird, die Kosten des Rücktransports überwiegt. mittierenden Streifs, den die russische Voltsbewegung zum erstenmal find vom 26. Februar bis zum 14. März von den Russen 1379 verwundete Offiziere und 433 ertranfte Offiziere fowie Graf Posadowsky bestritt auch unserem Redner die Rechtsin der Geschichte anwendet, zeigt, daß Revolutionen, in denen das 56 453 Mann verwundete und 4956 erkrankte Soldaten nach widrigkeit der preußischen Verordnungen zum Schuße" der Proletariat die Führung hat, auch ohne Bomben und Gewehre Charbin befördert worden. Ferner mußten in Mukden 800 Schwer. Auswanderer; da das Reich„ nur" ein Gesetz und noch Macht haben. Die endlose Erschütterung des Wirtschaftslebens erträgt verwundete zurückgelassen werden. teine Ausführungsbestimmungen für das Auswanderungsfein Staat auf die Dauer. Das Proletariat wirkt durch seine Danach hätten die Russen in den Kämpfen bei Mukden wesen erlassen habe, sei dazu der Einzelstaat berechtigt. Nach eigenen wirtschaftlichen Funktionen an sich revolutionär. Durch seine zirka 58 000 Verwundete verloren. Rechnet man dazu 27 000 der Posadowskyschen Logik dürfte Preußen wohl demnächst " Eisen. Ausführungsbestimmungen zur Gewerbe-Ordnung erlassen, die die Art der Ausübung des Koalitionsrechts nach preußischem Polizeigeist regeln. Die einzige Entschuldigung für den Grasen Posadowskh war, daß er bei all diesen Ausführungen so matt und verworren sprach wie sonst nie. Er ist für diese Aufgabe zu gut. Er sollte sie dem Grafen B ü l o w überlassen, der heute den größten Teil der Sitzung mit Polenfressereien, zu denen er befohlen ist, ausfüllte. Der 5tanzler mit dem kosmo- politischen Geiste zitierte heute in allem Ernste das Heinesche Wort von den Ausländern und Fremden, die unter uns den Geist der Rebellion gesät. Bülows Klio läßt die deutsche Revolution von 1848 von polnischen Emissären angeführt werden und spricht über diese Revolution, den Anfang des modernen Deutschlands, wenn nicht im Wrangel- Deutsch, so doch mit Wrangel- Geist. Die Polen ver- teidigten sich würdig. Verlachten die Angst des starken Mannes vor einem gewaltsamen polnischen Auf- stand und forderten Gleichberechtigung und Freiheit für ihre Sprache und ihr Volk. Nur die Freisinnigen und das Zentrum, an das sich Graf Bülow vergeblich anzubiedern suchte, traten außer uns für die Rechte der Polen ein. Herr von Oldenburg. Januschau gab dem Stanzler die Note I. und Herr B ü s i n g. der Liberale, stachelte ihn zu neuen Ausnahnregesetzen an. Die Natioualliberalen luden auch die Schmach auf sich, gegen die sofortige Mndigung der Auslieferungsverträge mit Rußland zu stimme». Selbst von unserer Resolution, die innerhalb DeutschlandspolitischeFreizügigkeitschaffen will, wollten diese Nationalen trotz des warmen Appells unseres Genossen Eich- Horn nichts wissen. Für diesen Büsing, für diese Nationalliberalen ist selbst Bülow noch zu schade; fiir sie Paßt nur die mecklen- burgische Verfassung. Nachdem noch der Etat des Auswärtigen Amtes erledigt war, vertagte sich das Haus auf morgen. Man will darüber beraten, wie die Nilpferdpeitsche mit der Nagaika kon- kurrieren kann.—_ Preußisches Abgeordnetenhaus. Das preußische Abgeordnetenhaus setzte Freitag die merkwürdige zweite Beratung des Etats fort. Sie unterschied sich in der Art nicht von der gestrigen. Schläfrig, schleppend. Was die Abgeordneten der Regierung zu sagen hatten, waren Fragen der Art, wie sie im Briefkasten des„Lokal- Anzeigers" sonst ihre sachgemäße Erledigung finden. Unter den vielen Etats, die in dieser Art er- ledigt wurden, befand sich auch der für Handel und Ge- werbe. Der Handelsminister soll ja wohl der eigentliche Minister für Sozialpolitik sein. Aber Sozialpolitik äst ein Fremdwort, und man ist im preußischen Abgeordnetenhause so puristisch, daß man mit dem Wort auch die Sache beseitigt. Nach der Meinung der preußischen Herren hat der preußische Handelsminister in sozialpolitischer Hinsicht nur die eine Aufgabe, die Reichslokomotive des Grafen Posadowskh zu bremsen, die sie bei der merkwürdigen Beleuchtung die im Abgeordnetenhause herrscht, als Lokomotive eines D-Zuges ansehen, während sie doch auch nichr viel mehr ist als die Lokomotive einer braven Sekundärbahn, mag ihr Führer sich immerhin bemühen. Die größte soziale Bewegung derJetztzeit.dcrEmanzipations- kämpf der Arbeiterklasse, exisfiert im preußischen Abgeordneten- hause nicht. Das ist ja auch natürlich, denn in Preußen gibt es ja nach der Formel 1 600 000--- 0 keine Sozialdemokraten. Zuweilen— so inkonsequent ist die Wirklichkeit— scheint es, als ob doch irgendwo welche vorhanden wären. Der Abg. v. Schubert, der Schwiegersohn Stumms, erzählte heute dem befriedigten Hause, daß die Arbeiterschaft im Saarrevier sich durchaus wohl befinde und der Geist Stumms, der zum Glück noch lebe, dort das Eindringen sozialdemokratischer Elemente energisch verhindere. Ja, Gott sei dank, er lebt noch, der Geist Stumms, und wo er lebt, da gibt es, wie Herr v. Schubert, der Schwiegersohn des Geistes Stumms, so schön sagte, keine „I�a Commune66. DaS dreiunddreißigste Jahr seit dem Falle der Kommune hat daS erste, nicht von Parteigängern geschriebene Buch gebracht, das den Kampf der Pariser Arbeiter behandelt, ohne dessen heldenmütige Opfer zu beschimpfen. Die Art, wie die Geschichte der Kommune bisher von bürgerlichen Schriftstellern vorgetragen worden ist, hat den sicheren Beweis dafür gegeben, wie wenig die Instinkte des Klassenkampfes von dem übrig lassen, Ivas in gemeinsamem Ein- Verständnis Wahrheit genannt werden kann. Dem Roman der Brüder Paul und Viktor Margueritte„La. Commune"(Paris, Librairie Plön) kommt das große Verdienst zu, auch der bürgerlichen Gesellschaft Frankreichs gesagt zu haben, daß die Kommunarden keine Verbrecher, Mordbrenner und Petroleure waren, sondern wirk- liche Patrioten, die fiir ihre Ideen kämpften und starben. Allerdings ist der Vorzug des Buches zugleich sein größter Fehler. Niemand wird aus ihm den Eindruck gewinnen, daß hier leidenschaftliche Anhänger revolutionärer Ideen das Wort zur Verteidigung ihrer Vorkämpfer ergriffen hätten. Die leidcnschafts- lose Objektivität, deren sich die Verfasser befleißigen— gleich als ob es sich um Kämpfe handelte, die Jahrhunderte zurücklägen und an deren Streitgegenstand unsere Zeit gar kein Interesse mehr hätte— läßt auch in dem Voreingenommenen den Verdacht nicht aufkommen, als ob hier die Anwendung verfehlter Mittel ihres großen Zweckes wegen gerechtfertigt werden sollte. So kommt es, daß der Leser, der, von den Dichtern begleitet, im Lager des revolutionären Paris lebt, kein Wort mehr glauben kann von der antirevoluttonären Legende, mit der die bürgerlich-tendenziöse Geschichtsschreibung jene Epoche der ftanzösischen Geschichte geschändet hat. Wäre es über- Haupt möglich, die Geschichte einer uns nahen Zeit von einem objektiven Standpuntte aus zu betrachten und darzustellen, die Brüder Margueritte hätten ihre Aufgabe vollkommen gelöst! Aber auch die Geschichtsdarstellung, zumal die einer uns nahen Zeit, bleibt immer auch„ein Stück Nattlr. gesehen durch das Prisma eines Temperaments". Die Brüder Margueritte sind aufrichtig genug gewesen, die Art ihrer Objektivität gleich in der Widmung des Buches und in seiner Vorrede zu deutlichem Ausdruck zu bringen. „Den Siegern und den Besiegten" haben sie das Buch gewidmet „in Haß und Grauen vor dem abscheulichsten aller Kriege", und in der Vorrdde haben sie gesagt, es handle sich ihnen darum, die„er- niedrigende Torheit" eines Krieges zu kennzeichnen, der zwischen Söhnen desselben Landes, zwischen Brüdern geführt werde. Diesem Standpunkte entspricht die Darstellung, die die Kommune in dem Roman erfährt, nun freilich vollkommen. Für die Brüder Margueritte ist die Kommune nichts anderes als die Folge einer Kette von Mißverständnissen und eine abscheuliche Torheit gewesen. Daß die Hauptschuld an diesen Greueln Thiers und den Seinen, den Monarchisten und Bourgeoisrepublikanern von Versailles zu- geschrieben wird, konnte bei der unzweifelhaften Ehrlichkeit der Ver- süsser nicht anders erwartet werden. Die trockene herzlose Eitelkeit trs kleinen Diktators, der tobende Unverstand des Versailler S ch! ä chterparlamcnts konnten nicht den Blicken von Männern ent- gehen, die wie die Rtarguerilte die Welt nicht inehr durch die Brille „absichtliche oder unabsichtliche Unzufriedenheit". Hatten wir nicht vor kurzem einen Prozeß in Saarbrücken? Man ist zufrieden in Preußen, sehr zufrieden! Nur die Badezüge müssen besser beleuchtet werden! Das sind die Schmerzen. die Herrn v. Riepenhausen plagen. Herr v. Niepenhausen ist ein eleganter, alter Herr, eine tadellose aristokrafische Erscheinung, wenn sein Vater auch immerhin Apotheker war. Er hat auch ein sehr warmes Herz und kann mit fieser Empfindung und großen Armbewegungen von dem Recht auf ein eigenes Heim sprechen. Soll dieser Mann mit den Zuständen in seinem Vatcrlände unzufrieden werden? Da wird der Minister schon schleunigst dafür sorgen müssen, daß es in den Badezügen hübsch hell wird. Dann herrscht wieder Zufriedenheit aller Orten in den preußischen Landen. Die gute Sozialdemokratie im Ausland. Wie Graf Bülow die französischen Sozialisten gegen die deutschen auszuspielen versucht, so ist jüngst wieder Bebel dem sehr unerdienten Geschick versallen, von französischen Nattonalisten als„Patriot" und„Freund der Armee" gelobt und den ftanzösischen Sozialisten als gutes Beispiel vorgeführt zu werden. Bebel hat darauf in einem Brief an JauröS das aussichtslose Spiel der internationalen Militärreaktion hübsch gekennzeichnet: Schöneberg-Berlin, 12. März. Lieber Genosse Jaures! Sie haben mir eine gute Stunde bereitet, indem Sie mir die Artikel des„Temps" und des„Gaulois" sandten, in denen man mich Ihnen als ein Muster von einem Patrioten gegenüberstellt, um Sie in den Augen Ihrer Landsleute zu brand- marken. Aber nicht nur mir haben diese Artikel Vergnügen be- reitet, sondern sicherlich auch unseren Ministern, die so gesehen haben können, welch ausgezeichnete Stütze ihres Staatssystems der „Temps" und der„Gaulois" in mir erkennen. Unsere Feinde sind wirklich komisch. In Deutschland werden Sic und Ihre Freunde uns unausgesetzt als Muster vorgehalten und in Frankreich werden wir Ihnen als Excmpel des Patriotismus empfohlen. Der „Gaulois" und der„Temps" können sich beruhigen. Seitdem die Sozialdemokratie in einem deutschen Reichstage vertrete» ist, das ist seit 38 Jahren, hat sie nie ein Militärbudget, nie ein Marine- budget bewilligt und stets das Gcsamtbudget abgelehnt, und zwar aus folgenden drei Gründen: 1. Weil wir kein Vertrauen zu den Vertretern des jetzigen Staates haben, die die Arbeiter wie Bürger zweiter Klaffe behandeln; 2. weil wir das System, das unserer Militärorganisierung zugrunde liegt, als antidemokratisch und volksfeindlich ver- daimnen; 3. weil die finanziellen Mittel, mit denen das Deutsche Reich die Ausgaben für die Armee und die Marine deckt, namentlich von den Zöllen und den indirekten Steuern auf den Konsum der arbeitenden Klaffen gedeckt werden, und deshalb ebenso ungerecht wie erdrückend sind. Ueberdies hat der deutsche Kaiser wiederholt den Soldaten gepredigt, sie müßten bereit sein, auf seinen Befehl auf ihre Mütter, auf ihre Väter zu schießen. Wir wären also Elende, wenn wir mit unserer Zustimmung ein derarttges System imterstiitzten. Ich freue mich, lieber Genosse Jaures, daß Sie durch Ihre Artikel in der„Humanitö" den Gegnern die gebührende Autwort gegeben haben. Das wird aber nichts nützen. Wenn unsere Widersacher einmal aufhörten, zu lügen und zu verleumden, so würden sie mit ihrem Latein zu Ende sein und die letzte Stunde ihrer Herrschaft hätte da geschlagen. Wenn Sie diese Zeilen veröffentlichen wollen, so habe ich nichts dagegen einzuwenden.— Die„Kreuz-Zeitung" ist trotz dieses Briefes nicht geneigt, auf das höchst nattonale Argument, daß die deutsche Sozial- demokratie die vaterlandsloseste Sozialdemokratie sei, zu verzichten. Um diesen geistvollen Beweis nach wie vor beizubehalten, bedient sie sich einer Fälschung. Sie streicht alles aus dem Brief Bebels, was auf den Anlaß hindeutet— der patriotische Bebel und der Vaterlands- lose Jaures!— sie teilt nur die Begründung der Ablehnung des Mlitarismus mit und fügt, als wäre gar nichts geschehen, hinzu: In Frankreich dürfte es wenige Leser dieses Brieses geben, die nicht zu dem letzten Satz den Kopf schütteln; denn in Frankreich gilt derjenige allgemein als der e l e n d e st e aller Volksgenossen, der dem Vaterlande den Schutz gegen seine äußeren Feinde verweigert. Nur ein deutscher Sozialdemokrat kann mit�solcher Gesinnung noch vor dem Auslände zti prahlen versuchen. Und dasselbe hatten doch gerade die ftanzösischen Kreuz- Zeitungsmänner von ihren Sozialdcmoftaten behauptet! Aber wenn man nur ein Argument im Schädel hat, so kann man es unter keinen Umständen preisgeben— lieber fälschen!— des bürgerlichen Klassenvorurteils zu sehen gewohnt sind. Das mörderische Wüten der Sieger mußte Herzen erzittern machen, die nicht vom Klassenintercsse dreimal gepanzert sind.— Eine andere Frage aber ist es. ob es angängig ist, wichtige Epochen der Ge- schichte, wie eS die beiden RomanzierS tun, einfach als ein großes Mißverständnis zu behandeln, beiden Streitteilen Unrecht zu geben und nachrückende Geschlechter an dem Bilde solches Mißverstandes zu ruhigerer Einsicht zu erziehen. Gewiß— die ganze Weltgeschichte läßt sich unter dem Gesichts- puntte eines einzigen großen Mißverständnisses betrachten. Für geistreiche Feuilletonisten ein willkommener Stoff, für den tiefer greifenden Geschichtsforscher doch ein unfruchtbarer Boden. Gewiß — die Menschen hätten einander nie gemordet, wenn sie einander verstanden hätten: aber diese einfache Lösung aller historischen Rätsel weckt nur die aus fieserer Neugier geborene Frage, wie es denn kam, daß die Menschen einander nicht verstehen konnten, wie es kommt, daß sie auch jetzt noch einander nicht verstehen. Hätten die Brüder Margueritte dieses Problem aller Probleme an dem Beispiele der Kommune zu lösen versucht, so hätten sie die Ursachen jenes furchtbaren Zusammenstoßes weniger in den Charakter- eigenschaften und Denkfehlern einzelner Hauptpersonen, sondern in fieser liegenden und allgemeineren Umständen erkannt. Die Theorie des Klassenkampfes als das einzig brauchbare Mittel der historischen Analyse anzuerkennen, hätte aber gleichzeifig auch ge- heißen, im Klassenkampfe Partei zu nehmen, was wiederum ein Aufgeben der„Unparteilichkeit" gewesen wäre. Den Standpunkt ihrer Beobachtung haben die Brüder Margue- ritte bei einer kleinen bürgerlichen Gruppe gewählt, durch deren Alljjen sie den Kampf verfolgen, durch deren Mund sie ihre eigene Meinung aussprechen. Da ist der Historiker Thedenat, der mit wissen- schaftlicher Kaltblüfigkeit und scharfer Beobachtungsgabe den Gang der Dinge verfolgt, sein Freund, der Chemiker Poncet, der als leiden- schaftlicher Philanttop bald hier rechtfertigt und dort verdammt, aber immer zu versöhnen sucht und die Gewalt durch Ueberredung besänftigen will. Sein Sohn Marita l, der als Maler die Welt mit Künstler- äugen sieht, eingeschworener Individualist ist und von der Schönheit großer Volksszenen ebenso hingerissen wie von der Häßlichkeit wüster Tumulte abgestoßen wird. Schließlich die ritterliche Wohlanständig- keit Du Breuils, eines Offiziers, den die überflüssige kalt berechnende Grausamkeit der Föderisten nicht weniger anwidert und empört, als der wilde Ausbruch der Mordlust bei den Pariser Volkshaufen, der er beinahe selbst zum Opfer gefallen wäre. Diese vier Personen, in denen sich die Persönlichkeit der beiden Dichter selbst verkörpert, sind sehr rechtschaffene und gute Leute, aber sie sind keine Tatmenschen und keine tiefgründigen Denker. Sie haben sicher sehr Unrecht, wenn sie glauben, auf den tapferen Schuster Simon und seine Familie mit bedauerndem Wohlwollen herabzusehen. Der unklare Sturm und Drang der Revolution, der den Vater Simon beseelt, ist eine politische Energie. Simon geht für seine Sache in den Tod, indes die klugen, wohlerzogenen und gebildeten Herren sich darauf beschränken, den Tod so vieler braver Leute inbriinstig zu beklagen. Wenn den Brüdern Margueritte die Gelehrten- und Künstlerfamilie Poncet turmhoch über der Arbeiter- familie Simon zu stehen scheint, so urteilen sie vom ästhcfisch- individualistischen, nicht aber vom politischen Standpunkte aus. Dcutfcbed Retef). Bülows Zitatenlakai. Der Abgeordnete Erzberger vom Zentrum ist Sekretär seiner Fraktion im Reichstage. In dieser Eigenschaft sammelt er in zahl- reichen Mappen Material für die verschiedensten Fragen, die im Parlament zur Sprache kommen können. Besonderen Eifer widmet er dem Studium sozialdenrokratischer Zeitungen, aus denen er allerlei Ausschnitte macht, die säuberlich aufgeklebt zum Gebrauch seiner Fraktionskollegen bereit stehen. Neuerdings ist aber der Herr Fraktionssekretär des Zentrums zugleich zum Zettellieferanten der Reichskanzlei aufgerückt. Als Graf Bülow in den letzten Tagen die Verteidigung gegen die sozialdemoftatische Kritik seines Ruffenkurses versuchte, erstand ihm in Herrn Erzberger ein willkommener Helfer. Hurtig lieferte Herr Erzberger dem Reichskanzler einige seiner Zettel mit sozialdemokratischen Zitaten, und der glorreiche Kanzlererfolg war gesichert. Es wird versichert, daß Graf Bülow über den bedeutsamen geistigen Zuzug, der ihm zu teil ward, überaus erfteut ist und bereits erwägt, den Herrn Erzberger zum Geheimen Ober-Zettelrat der Reichskanzlei zu erheben. Unter den Geheimräten des Reichs- kanzleramts allerdings herrscht schtveres Aergernis. Ein Geheimrat, der in der Zitatenlieferung für Bülow-Reden bisher besondere Ver- dienste erworben, soll entrüstet erklärt haben, es sei nicht die Aufgabe eines ReichstagS-Abgeordneten, ihm unlauteren Wett- bewerb zu bereiten; wenn er, der Geheimrat, dem Grafen Bülow Reden zusammenstelle, so sei das sein Amt. wenn ein Reichstags- Abgeordneter das tue, so mache er sich zum Lakai.— Der Militäretat. Der Militäretat konnte in der B u d g e t k o m m i s j t o n des Reichstages auch am Freitag noch nicht zu Ende gebracht werden. An eine Reihe von vertraulichen Mit- teilungen über verschiedene Angelegenheiten des Waffewvesens, schloß sich eine längere Debatte über Vorschläge zur Besser- stellung der zu militärischen Zivecken verwendeten nichtakfiven Offiziere, z. B. der Bezirkskommandeure, der mit der Vor- musterung der Pferde Beauftragten. Die Abgerordneten Graf v. O r i o l a und v. Liebermann traten dafür ein, daß den bei den Bezirkskommandos beschäffigten patenfierten Oberst- lentnants dieselben Zulagen, wie den in der Front stehenden, gewährt werden. So wird die Wirksamkeit jener Bewilligung systemetisch auf immer weitere Kategorien von Offizieren, die im Range der Oberstleutnants stehen, ausgedehnt.?lbgcordncter S ü d e k u m bemerkte deshalb, daß wenigstens erst geprüft werden müsse, ob denn die materiellen Vorbedingungen zur Gewährung jener Zulagen gegeben seien. Die Mißstände im Kantinen Wesen bilden einen regelmäßig wiederkehrenden Verhandlungsstoff der Budgetkommission. Es vergeht kein Jahr, wo nicht Beschwerden darüber laut werden, daß die Kantineninhaber ihren Geschäfts- betrieb in unzulässiger Weise ausdehnen, den Soldaten schlechte Ware liefert und was dergleichen mehr ist. Dabei sind im Kanfinenbetriebe ganze große Gesellschaften tätig, an deren Spitze einflußreiche Offiziere a. D. stehen! Die Abg. Erzberger und Müller- Sagau eröffneten in diesem Jahre die Debatte. Die Militärverwaltung erklärte, daß sie durch Verfügungen und durch königliche Kabinettsordcrs gegen die beklagten Mißstände vorgehe— merkwürdig nur, daß diese Verfiigungen so wenig fruchten! Abg. v. Böhlendorff entfesselt durch einige Bemerkungen über den Alkoholkonfimr in der Armee und durch die Aufforderung an das Ministerium, fiir alkoholfreie Getränke in den Kantinen zu sorgen, eine längere Alkoholdebatte, in der es zu einem bezeichnenden Zwischenfall kam. Herr v. Böhlendorff hatte auf eine Bc- merkung des Kriegsministers, daß der Alkoholverzchr bei Märschen usw. verboten sei, sehr richtig beinerkt, daß diese Beftimmnng nicht immer befolgt lverde. Diese Motte veranlaßten seinen Fraktionskollegen v. Ekern zu der heftigen Bemerkung, wenn der Kriegsminister betone, daß die Schnapsflasche verboten sei, so habe man das einfach zu glauben. Während einige Abgeordnete alkoholfreie Gettänkc und Obst fiir die Kantinen empfahlen, machte Abg. E i n Poncet ist sicher mehr als ein Simon. Aber hunderttausend Poncets sind eine willenlose Herde, und hunderttausend Simons sind eine Armee. Je mehr die Kommune sich ihrem Untergange nähert und die Rolle der Leidenden übernimmt, desto mehr neigt sich die Lage der Sympathie auf ihre Seite. Die Marguerittes verkennen nicht die großen Ideen, die in ihr wirksam sind: die autonome Demokratie gegenüber dem bnreaukratischcn Zentralismus, der proletarische Sozialismus gegenüber der blauen Republik. Von der Jnternatio- nale sagen sie, sie sei„in ihrer unentwickelten Form der gute Keim der Revolution gewesen, das echte Korn in einer Erde voll Unkraut." Diese Internationale freilich schwebte nicht in histo- rischer Objektivität über den Kämpfen, sie iah in der Kommune eine große Epoche im Befreiungskämpfe des Proletariats und griff in die Ereignisse, die sie jiicht herbeigeführt hatte, doch mit helfender Tatftaft ein. Die Brüder Margueritte sehen in ihr nur die An- regung für die spätere Trennung der Kirche vom Staate, die Be- kämpfuna kapitalistischer Monopole, die ersten Anfänge sozialer Gesetzgebung. Was an solchen Anregungen �der Reform im Blute der Kommune ersfickt wurde, bedauern sie und prophezeien ihm seine Wiederauferstehung. So präsentiert sich der geschichtliche Roman der Brüder Mar- guefitte als das brave grundehrliche Werk menschenfreundlicher Kultur- ethiker und Sozialreformer. Die gewaltige Verbreitung und die zustimmende Kritik, die es in weiten bürgerlichen Kreisen Frankreichs gefunden hat, mag daftir Zeugnis ablegen, daß der Fanatismus des Klassenkampfes in friedlicheren Zeiten eine leidliche Abschwächung erfahren hat. Vom alten Geschlecht der Kommunarden stehen zudem nur mehr wenige in der polittschen Aktion,� ihre systematische Verlästerung und Beschimpfung hat aufgehört, ein akfiielles Klassen- interefse der französischen Bourgeoisie zu sein. So mag man ihr es denn heute ruhig ins Gesicht sagen, daß die Beschuldigungen, mit denen sie ihre Greuel zu rechtferfigen versucht hätte,_ Lügen gewesen seien.„Wehe den Besiegten, deren Geschichte die Sieger schreiben". dieses vielleicht tiefste Wort des Buches, das dem Historiker ThSdenat in den Mund gelegt wird, hätte es wohl verdient, sein eigentliches Leitmotiv zu werden. Die Besiegten— das ist's! Nicht die Kämpfe der Menschheit, sondern der Ausgang dieser Kämpfe ist es, der den Zeiten ihr Siegel aufdrückt. Und so gestehen wir offen, daß unser Bedauern nicht dem Kampfe der Kommune, sondern ihrer Niederlage gehört, daß das Problem, das uns am meisten interessiert, nicht die unbedingte Vermeidung menschlicher Lebensopfer, sondern, sofern sie schon gebracht werden müssen, ihre beste Dienstbarmachung im Interesse einer großen Sache ist. Fast gegen den Willen der Verfasser atmet dieses neue Buch über die Kommune den heißen Hauch der revoluttonären Ueberlieferungen. Der fremdländische Leser fühlt sich durch seine lebendigen Schilderungen in das glor- reiche Land versetzt, in dem es seit hundert Jahren nie an Menschen gefehlt hat. die bereit waren, für eine große Sache zu sterben. Die Geschichte der Kommune erscheint ihm nur als ein Gesang aus dem großen Heldenepos, das mit dem Sturme auf die Bastille begann. Das Verbrechen der Kommunarden hat aber darin bestanden, daß ihnen ihre Gegner in der Kunst des Tötens über waren; darin allein liegt der Grund, daß ihre Leichen drei Jahrzehnte lang von Dr. R S l! e r« Sagan gegen die alkoholfteien Getränke eine Reihe von Einwendungen und Abg. Singer wies darauf hin, daß die Löhnung der Soldaten einfach nicht zum Ankauf alkoholfreier Getränke ausreiche; im übrigen solle man aber die Kantinen nicht an Großunternehmer verpachten, sondern in eigene Regie der Truppenkörper übernehmen. Wie wenig Beachtung die Regierung den Beschlüssen des Reichstags schenkt, zumal wenn preußische„Interessen" etwa gefährdet werden könnten, lehrt das Schicksal einer schon vor fahren gegebenen Anregung, die Gehaltsverhältuisse der Elementarlchrer an den Unter afsierschulen aufzubessern, und zwar soweit, wie man inzwischen auch die- selbe Lehrcrkategorie an den Kadettenanstalten aufgebessert hat. Noch im vorigen Jähre hat die Kommission einstimmig einen dahingehenden Beschluß gefaßt, aber wiederum mußte der Referent Abgeordneter R o e r e n feststellen, daß er voll- ständig ignoriert worden ist. Und dabei hat ein Regierungsvertreter schon im Vorjahr erklärt, nur„aus Versehen" habe man die nötigen Summen für die Auf- besserungen damals nicht angefordert. In diesem Jahre versuchte der Schatzsekretär v. S t e n g e l die Verschiedenartig- keit der Entlohnung zunächst dadurch zu rechtfertigen, daß er be- harchtete, ein K a d e t t e n l e h r e r, als Lehrer zukünftiger Offiziere, müsse natürlich besser bezahlt werden, wie ein Lehrer zukünftiger Unter offiziere; finanzielle Bedenken vom Stand- punkte des Reiches beständen gegen die geplante Aufbesserung nicht, nur vom Standpunkte des— preußischen Etats aus. Nachdem von verschiedenen Seiten, so von Dr. Beumer, Dr. Müller- Sagan und R o e r e n, der erste Teil dieser Darlegungen zurückgewiesen worden war, lenkte Abgeordneter Singer die Aufmerksamkeit der Kommission darauf, daß natürlich lediglich die Rücksicht auf die Konsequenzen in Preußen das Hindernis sei; aber es sei lediglich erfreulich und begrüßenswert, wenn die preußische Regierung durch das Vorgehen des Reiches zu einer Aufbesserung der Volksschullehrer-Geh älter gezwungen würde; es sei unerhört, daß man die Ministergehälter aufbessere und die Lehrergehälter so erbärmlich lasse. Nach einigen prinzipiell zustimmenden Bemerkungen der Abgg. Graf O r i o l a und v. NichtHofen wurde nahezu einstimmig eine Resolution Roeren angenommen, durch die der Reichskanzler- aufgefordert wird, in dem nächsten Etat das Gehalt der Elemeutarlehrer an den Unteroffizierschulen auf 1500—3200 resp. 3100 M. festzusetzen und bei der Gehalts- berechnung die frühere DienstzeitalsVolksschullehrer anzurechnen. Nachdem der Referent Abg. Roeren über allerhand Re- organisationspläne im Artillerie- und Waffenwesen, speziell beim Militär-Versuchsamt berichtet hatte, auf die wir noch zurückkommen werden, wurden die Verhandlungen ab- gebrochen und auf den nächsten Dienstag vertagt.— ß 175. Aus D r e s d e n wird uns unterm 16. März ge- schrieben: Der Prozeß Hauptmann a. D. Ratsassessor Dr. jur. Ackermann wurde heute in später Abendstunde zu �Ende geführt. Dr.?l. erhielt wegen Vergehens nach§ 175 des Strafgesetzbuchs 2 Monate Gefängnis, welche Strafe als verbüßt gilt. Seine Erpresser wurden wie folgt verurteilt: Reisender Wall mann- Berlin, zu 2 Jahren 1 Monat, Kellner D u p k e- Berlin zu Lib Jahren G e f ä n g ni s und Hausdiener Rogahn- Verlin zu 1 Jahr 2 Atonaten Gefängnis, jeder auch, mit Aus- nähme Dr. A„ zu 5 Jahren Ehrverlust. Dr. Ackermann wurde sofort aus der Haft entlassen. Jnnuilgs-Trsttelei. Die moralische und geistige Verfassung dcS JnnungSmeistertumS erfährt eine vernichtende Kritik durch die Angaben des SchulratcS Dr. K e r f ch e n st e i n e r, der als Leiter des M ü n ch e n e r Schul» Wesens in einer amtlichen Denkschrift über die gewerblichen Fort- bildnngsschnlcn folgendes sagt: „Eine Klage trat bei fast allen Beratungen(mit den Ver- tretern verschiedener Gewerbe) in bisweilen sehr betrübendem Umfange auf: Die Klage nämlich über das Versagen so vieler Meistcrlehren in bezug auf technische Ausbildung der Lehrlinge. Es ist gar nicht zu schildern, welche trostlosen Verhalt- nisse hier aufgedeckt wurden. Nicht wenige der geladenen Vertreter erklärten, daß junge Leute im zlvciten, ja im dritten der Geschichtsschreibung der herrschenden Klassen durch den Staub der Arena geschleift worden sind. Nicht den Mördern, sondern den Gemordeten, den Besiegten, nicht den Sicgeni, flicht das Proletariat seine, Kränze. Es verzeiht einem heißblütigen Geschlecht, daß es die heldenhafte Torheit be- ging, im Geiste seiner Zeit vorauszueilen. Daß es immer solche Toren gab, und nicht lauter kluge gesetzte Leute, die sich in den Gang der Dinge zn finden wußten, ist der Ruhm der menschlichen Geschichte gewesen und bleibt ihre Hoffnung. Christus hätte es nicht nötig gehabt, sich kreuzigen zu lassen, Luther hätte als Mönch sein vergnügliches Dasein gehabt. Schmer hatte in herzoglich württem- berqischen Diensten zu unahnbaren Graden avancieren können— aber die Toren haben es alle anders gewollt I Von Torheit solcher Art ist auch in jenem letzten Bürgerkriege Frankreichs, den die Brüder Margneritte den abscheulichsten aller Kriege nennen, ein Hauch zu spüren gewesen.________ � � Ans de» Tagen der Pariser Kommunekäinpfe. Im Montmartre, wo über Tag der Kampf so heiß getobt, Wo sich in schwerem Ringen hat des Volkes Kraft erprobt, Da ruhen nun auf Mauerschutt, vom Mondesglanz umflossen, Das Auge starr und fest den Mund im Todeskampf geschlossen: Zwei Kämpfer, die es nicht zu Haus in träger Ruhe litt, Als draußen auf der Straße klang der Bataillone Tritt. Und vor den beiden kniet ein Weib mit schmerzverzerrten Zügen, Die Hände weit von sich gestreckt, als könnt' sie sich nicht fügen In ihre Oual, als faßt' sie nicht des Schicksals bitt'ren Hohn, Das ihr zu gleicher Zeit entreißt den Gatten und den Sohn. Seit beide sie vor Tagesgrau'n ohn' Abschiedswort verlassen, Durchirrte sie, von Angst gepeitscht, die Straßen und die Gassen, Dem Kampflärm folgend, bis sie hier am Barrikadenstand. Im Tod vereint, mit blut'ger Brust, den Mann und Jungen fand. Wild krampst sich ihr das Herz empor. Seit ihren Kindheitstagen Bestand für sie das Leben nur im Arbeiten und Plagen; Und dennoch trüge gerne sie weit größ'res Ungemach, Rief nur auf einen Augenblick sie beide Tote wach.— Da plötzlich Lärm. Kommandorufe. Erschrocken springt das Weib empor. Es ist ein Haufen der Versailler.„Was machst Du hier, was geht hier vor?" Herrscht brüsk der Offizier sie an:„Ah, Du gehörst auch zu der Brut. Sich da. die schamlose Megäre, an ihren Händen klebt noch Blutl" Das Weib es schweigt, bestürzt, verschüchtert, sie tvciß es kaum, was man begehrt. „Auch trotzig noch; zeigt's ihr. Soldaten, wie man mit solchem Pack verfährt!" Ein Knall. Ein Schrei. Die Brust zerschmettert, das Weib in ihrem Blute liegt. „Vivo la Patrio l" Die heil'ge Ordnung hat wieder christlich ob- gesiegt. o. Lehrjahre bei ihnen dielfach schon eintraten, die nicht die einfachsten Manipulationen ihres Gewerbes verstanden. Das schlimmste aber ist, daß sich einzelne Meister nicht einmal dieser Vernachlässigung ihrer Pflichten schämen. Auf meinem Bureau erklärte ein In- n u n g s o b e r n, e i st e r und Mitglied der Handwerks- kämm er:„Die Aufgabe des praktischen Unterrichts in unsere» fachlichen Fortbildungsschulen sei, den Lehrling in seiner praktischen Ausbildung zurückzuhalten; er dürfe keine fertigen Stücke mache», sonst verlange er als Geselle zn viel Loh»." Wenn das irgend ein Dorfschuster im Aerger über sein Elend hinter dem Maßkruge hervorsprudelt, so lacht man darüber, aber wenn es der Obermeister einer Innung in der Großstadt München an amtlicher Stelle als seine Meinung vertreten kann, dann muß man es als charakteristisches Zeichen des geistigen und moralischen Nieder- ganges einer großen Gruppe ansehen. Leuten, die allen Ernstes fordern, die Lehrlinge müßten in ihrer Ausbildung zurückgehalten werden, damit sie später nicht so viel Lohn fordern könnten, sollte man schleunigst jeden Einfluß auf öffentliche Angelegenheiten entziehen. Daß dieser Jnnungs- Obermeister nicht etwa eine Ansnahmefrucht der Jnnungstrottelei ist, beweist der allgemeine Widerstand, den die Zunftspießer in ganz Bayern dem Plane der Errichtung staatlicher Lehriverkstätten ent- gegensetzen.— Htidland. Die Bewegung in Rustland. Zusammenschlus? der Liberalen. Petersburg, 17. März. Die Bereinigung der polnischen, jüdi- scheu und russischen Mittelparteien ist zur Tarsache geworden. Die Polen versprachen dabei, großpolnische Wünsche fernzuhalten. Das alleinige gemeinsame Ziel soll die Verfassung sein.(„Boss. Ztg.") Bauernunruhen. Jurgcw, 17. März. Zur Unterdrückung der Bauernunruhen auf zwei Gütern am Peipussee. an dpnen einige hundert Bauern teilnahmen und bei denen es zur Einäscherung von Gebäuden ge- kommen ist, ist von hier Militär ausgerückt. Ter Skrcit in Rnssisch-Polen. Warschau, 17. März. Der Ausstand hat wieder in mehreren Fabriken begonnen._ Oesterreich-Ungarn. Das ungarische Problem im Reichsrat. Wien, 17. März. Abgeordnetenhaus. In fortgesetzter Verhandlung des Antrages Derschatta nimmt der Ministerprä- s i d e n t das Wort und polemisiert gegen den Abgeordneten Lecher, welcher ausgeführt hatte, er fühle sich von der Ausschaltung Oester- reichs von den Verhandlungen der Krone mit den ungarischen Volks- Vertretern peinlich berührt. Freiherr von Gautsch erklärt: Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie es möglich wäre, daß in dem Augenblicke, wo der König von Ungarn nach dem Ausfall der jüngsten Wahlen dem konstitutionellen Gebrauch gemäß eine größere Zahl ungarischer Politiker behufs Lösung der Krisis zu sich berief, auch österreichische Politiker ein« solche Berufung erhalten sollten. Aller- dings wird es nach der Bildung der neuen ungarischen Regierung Aufgabe der österreichischen Regierung sein, an die erstere mit einer Reihe ganz bestimmter Fragen heranzutreten, um dann entsprechend der ihr erteilten Antwort mit Anträgen vor das Haus zu treten. Gegenüber den Bemerkungen des Abgeordneten Lecher, daß ich ein weißes Blatt sei, auf welchem der Kaiser von Oesterreich eines Tages schreiben werde, was der König von Ungarn versprochen habe, sowie, daß ich nur auf das Stichwort aus der Hofburg warte, vielleicht auch ein Grammophon sei, in welches der Herr eine neue Platte einlegen werde, bemerke ich: So einseitig bin ich nicht.(Heiterkeit.) Vielleicht wird das Haus im Laufe der Zeit Gelegenheit haben, sich zu über- zeugen, daß ich recht einseitig bin, wenn es sich um die Vertretung der Interessen meines Vaterlandes handelt. Was die Frage des Abgeordneten Lecher betrifft, ob die Regierung ein Pro- g r a m m habe und bereit sei, mit demselben zu stehen und zu fallen, erkläre ich: Ich werde von diesem Platze aus niemals etwas vertreten, was meines Vaterlandes Oesterreich nicht würdig sein und dessen Interessen widerstcitcn würde. Was unsere Wirtschaft- lichen Beziehungen zu Ungarn betrifft, so hält die Re- gierung ohne jeden Vorbehalt an den Abmachungen und Ver- cinbarungen fest, welche bereits seit längerer Zeit dem Hause zur Beschlußfassung vorliegen. Die Regierung tut dies schon deshalb, weil sie die feste Ueberzeugung hegt, daß die wirtschaftliche Gemeinsamkeit noch immer die beste Form der wiaschastlicheu Existenz beider Staatshälften bildet.(Zuruf: Oho!) Soweit die Anträge des Abgeordneten Derschatta sich auf die Armee beziehen, kann ich auf meinen am 14. Februar unzweideutig dargelegten Standpunkt verweisen. Die Regierung wird den ihr in diesen Staatsgebieten gesetzlich zustehenden, gleichberechtigten Ein- flnß auch auf gemeinsame Angelegenheiten zu wahren wissen. (Bravo.) Das ist unser Recht und unsere Pflicht. Ich glaube aber, daß kein Grund zu Besorgnissen vorhanden ist, als wäre die erprobte Grundlage unserer gemeinsamen Armee, die ein Bollwerk des europäischen Friedens ist, jemals der Gefahr einer Erschütterung ausgesetzt.(Protestrufe.) Beide Staatsgebiete haben an der un- Versehrten Erhaltung dieser Machtmittel das stärkste Interesse, und von dieser Erkenntnis erwarte ich den Sieg über alles Ungestüm, über alle Leidenschaften des Tages. Wenn ich die Gesamtsttuation überschaue, kann ich nur der Bemerkung des Abgeordneten Lecher bei- pflichten, daß unsere Lage in Oesterreich ernst, aber durchaus nicht schlecht sei. Wir bitten das Haus, Vertrauen zu haben zu dem un- erschütterlichen Willen der Regierung, alles zu tun, damit den öfter- reichischen Interessen kein Abbruch geschehe.(Zustimmung, Zwischen- rufe.) Nach der Rede des Ministerpräsidenten nimmt der Abgeordnete Ellenbogen(soz.) das Wort und führt aus: Da? bis- h e r i g e Verhältnis zu Ungarn hat uns auf allen Gebieten den größten Schaden gebracht und das österreichische Parlament zur Ohnmacht verurteilt. Es ist eine eminente Aufgabe des Par- laments, das mit Ungarn bestehende Band rechtzeitig zu l�ösen, bevor unsere Industrie, unsere Landwirtschaft und unsere Finanzen vernichtet sind. Wenn der Ausgleich einmal beseitigt ist, wird sich aus den wirtschaftlichen Interessen der beiden Reichs- Hälften heraus eine wirtschaftliche Einheit ergeben; die militärische Einheit ist überflüssig. Abgeordneter Wolf (parteilos) betont gleichfalls die Schädlichkeit des Ausgleichs mit Ungarn, welcher zu einer Reichskrise geführt uno Oesterreich politisch und wirtschaftlich das Ausleben unmöglich gemacht und seine besten Kräfte gelähmt habe. Redner verweist auf die Rückwirkung des Aus- gleichs auf Oesterreichs innere Verhältnisse und meint, das allerbeste, was die Deutschen in Oesterreich den Aspirationen der Tschechen ent- gegensetzen könnten, wäre die Auflösung der Zollunion mit Ungarn, und die Bildung einer Zollunion mit demDeutschenReiche, welche Oesterreich nicht nur die größten wirtschaftlichen Vorteile brächte, sondern auch in nationaler Be- ziehung den Deutschen eine Sicherung; er werde für den Antrag Derschatta stimmen. Im weiteren Verlaufe der Debatte über den Antrag Derschatta erklärt Fiedler(Tscheche), nur eine friedliche Vereinbarung mit Ungarn könnte die Schäden verhindern, welche durch die Trennung beiden Reichsteilen erwachsen müssen; bei einer Neuorganisation der staatsrechtlichen Verhältnisse werden die Tschechen darauf dringen, daß diese aus Grund der geschichtlichen EntWickelung im Einklang mit der Mission des Reiches erfolge. Loser und Axmann erklären sich namens der christlich-sozialen Vereinigung für sofortige Trennung in dem Fall, daß ein beide Reichshälften befriedigendes Ausgleichs- Verhältnis sich nicht herstellen lasse. Schusterschitsch(slavischer Verband) erklärt, die Personalunion würde Ungarn die größte Ver- legenheit bereiten, da sein Heeresbudget wenigstens um hundert Millionen Kronen erhöht werden müßte. Auch würden die kroatische und die bosnische Frage aufgerollt werden müssen. Dabei müsse be- tont iverden, daß das Okkupationsmandat von den Signatarmächtcn des Berliner Vertrages der österreichisch-nngarischen Monarchie er- teilt Worden jci. Bei einer Zerteilung der Monarchie höre das Rechtssubjekt, welchem das Mandat übertragen sei, zu bestehen auf. Der Standpunkt der Südslaven sei: Eheliche Gemeinschaft mit gleichen Rechten und Pflichten oder„vivor�onsl" Hierauf wurde die Verhandlung abgebrochen. Nächste Sitzung Dienstag. Italien. Die aufsässigen Christlichsozialen. Rom, 14. März.(Eig. Ber.) Seitdem der„Osservatore Cattolico" den Brief des Papstes an den Kardinal Svampa veröffentlicht hat, worin die sog. autonomen christlichen Demokraten auf das heftigste verurteilt werden, ist ein Geist des Aufruhrs unter diese Leute gefahren. Es sind dies jene Christlichsozialen, die trotz der Entmutigung durch den Vatikan an dein Gedanken einer selb- ständigen politischen und sozialen Aktion festhielten. Sie hatten für den 27. März einen Landeskongreß in Bologna einberufen, auf dem sie eine allgemeine Landesorganisation schaffen wollten. Diesen Kongreß hat nun der Papst durch den am 8. März veröffentlichten Brief einfach verboten unter Androhung von Äiechenstrafem Einige— so die Florentiner Christlichsozialen— krochen sofort zu Kreuze, andere, die Mehrheit lehnte sich ans, sehr korrekt in der Form, aber doch recht resolut. Die„Patria" von Ancona, ein Organ der Partei, beklagte sich bitter, verurteilt worden zu sein, ohne vorher gehört zu_ werden. Ihr Chefredakteur wurde sofort nach Rom berufeitz Mach bezweifelt die „Unfehlbarkeit" in der Aeußerung, indem man, wie ein Katholik es im„ G i o r n a l e d' I t a l i a" tut, den Akt des Papstes als einen„reinen Akt zeitlicher Herrschaft" hinstellt, auf welchem Gebiet der Papst bekanntlich nicht unfehlbar ist. Die Kirche solle über die Seelen, nicht aber über die politisch-sozialc Tätigkeit ihrer An- gehörigen bestimmen. Dagegen machen die Verteidiger des päpst- lichen S chreibens geltend, daß der Papst sich durch seine Worte nicht in die politische Betätigung mischt, die jedem Bürger stet- steht, wohl aber wünscht, daß sie diese Betätigung als Bürger, nicht als Katholiken ausüben möchten, weshalb er katholische politische Organisationen mit Zustimmung des heiligen Stuhls nicht geben könne, ohne daß diese aus ihre Autonomie verzichten und sich dem Papst und Bischöfen unterstellen. Der Papst sagt aber im Grunde nichts anderes als: organisieren könnt ihr euch. Wenn ihr euch aber als Katholiken politisch zusammenschließt, so untersteht ihr der kirchlichen Autorität wie in religiösen Fragen. Ein den von Bologna vorbereitender Kongreß hat nun gestern trotzdem in Jmola stattgefunden. Der Bischof von Jmola hatte anschlagen lassen, daß er alle Geistlichen, die daran teil nähmen, auf 5 Tage a divinis suspendieren würde. So waren nur Nicht- geistliche, im ganzen etlva 56, zugegen, die mit allen gegen eine Stimme nach längerer Diskussion die folgende Tagesordnung an« nahmen: „Die Christlichsozialen der Romagna erklären, nach Kenntnis- nähme des Briefes S. H. des Papstes Pius X an den Kardinal Svampa, unter VersiMrung ihrer Unterwerfung unter die geistliche Autorität r in allen Glaubens- und Moral- angelegenheiten, daß sie nicht gewillt sind ans ihre Aktions- und Koalitionsfreiheit auf politischem und bürgerlichen Gebiet zu verzichten und beschließen ihre Tätigkeit für die Gründung einer nationalen Partei fortzusetzen, mit jenen sozialen Idealen und sozialem Programm, die sie bis heute vertreten haben. Sie fordern daher die Föderation Mittelitaliens auf, ihre Propaganda auszubreiten und zu vertiefen, damit in kürzester Zeit ein neuer Kongreß für ganz Italien einberufen werde, wo über den neuen Namen der Partei und ihr Programm diskutiert werden soll und fordern ferner von der Föderation, daß sie ein Einverständnis zwischen allen mit den Christlichsozialen übereinstimmenden Katholiken vorbereite zur Wahrung des freien Gebrauches ihrer Bürgerrechte und Freiheiten". Wie es heißt, wird sich die neue Partei die„nationale Volkspartei" nennen.—_ Rom. 14. März.(Eig. Ber.) Ueber einen A n g rst f f, dem ein Begleiter des Herzogs von Sachsen auf einem Aus- finge in C u m a ausgesetzt geivcsen wäre, wird wohl die bürgerliche Presse allerhand Märchen verbreiten. Es handelt sich um eine Sache, bei der der Herzog und sein Begleiter ganz zweifellos im Unrecht waren. Mit der größten Gemütsruhe gingen sie, um einen AuSsichts- Punkt zn erreichen, auf g e s ä t e m Ä ck e r. Natürlich ist das für den Landmann die Sünde wider den heiligen Geist. Man rief den Herzog an; die italienischen Polizisten, die ihn ans dem Zweirad begleiteten, antworteten in frecher Weise, so daß es zu einer Schlägerei kam. Obwohl der Landmann die Sichel in der Hand hatte, ist der Polizist nicht verletzt. Der so dreist provozierte Land- mann wurde verhaftet. Auf gesätem Acker darf man doch auch in Deutschland nicht gehen!— Spanien. Die Sozialisten und die wirtschaftliche Krisis. Die spanische Bevölkerung seufzt seit Jahren unter einem Wirt- schastlichen Druck, verschuldet zum großen Teil durch die Sünden und Verbrechen vergangener Jahrhunderte. Die Verdummung und Verrohung des Volkes hat durch die Pfaffenherrschaft in Spanien einen Grad erreicht, wie sonst lvohl in keinem anderen europäischen Lande, sodaß das ehemals blühende Spanien von der modernen Kultur nur wenig berührt geblieben ist. Da industrielle Unter- nehmen von größerem Umfang nur wenige existieren, die Landwirt- schaft aber die zunehmende Bevölkerung nicht mehr ernähren kann, da auf der anderen Seite der Großmachtsdünkel der spanischen Dynastie ungezählte Millionen kostet, so hat man zu der seit Jahren chronisch gewordenen Arbeitslosigkeit hohe Landes- und Orts- zölle auf Lebensmittel gelegt und so dazu beigetragen, den Wirt« schaftlichen Druck zu vermehren. Diesem Treiben der herrschenden Klassen tritt fast einzig und allein die Sozialdemokratie entgegen, die aber imnierhin noch zu schwach ist, um merkliche Erfolge zu er- zielen. Immerhin erstartt die Bewegung innner mehr und trägt dazu bei. Aufklärung unter den Massen zu verbreiten. So hat. wie wir dem„Sozialista" entnehmen, das Nationalkomitee der sozio- listtschen Partei Spaniens in den letzten Jahren Tausende von Ver- sammlungen in fast allen Plätzen des Landes abgehalten, in Ivelchen gegen die Nahrungsmittelverteuerung protestiert wurde und an denen mehr als 200 000 Personen beteiligt waren. Das Nationalkomitee hat sich mit Eingaben, sowohl an die zwei vorausgegangenen Ministerpräsidenten gewandt, als auch an den jetzigen. Die früheren waren nicht lange genug im Amt, um überhaupt etwas Rechtes tun zu können, der gegenwärtige hat das feierliche Versprechen abgegeben. Mittel und Wege zur Beseitigung der Teuerung und der Arbeitslosigkeit zu finden. Die versprochenen Maßregeln sollen bis zum 26. d. Mts. getroffen werden. Sollte das Ministerium jedoch mit der Not des Volkes abermals seinen Spott treiben, so sollen in allen Städten des Landes Protestversammlungen, besonders der organisierten Arbeiter stattfinden und Demonstrationen der Volks- menge auf den Straßen werden die Regierung an ihre Pflicht er« innern. Ein Rundschreiben des sozialistischen Nattonallomitees fordert die Arbeiterschaft auf, mit Beständigkeit, Willenskraft und Energie den betretenen Weg weiter zu verfolgen. Hoffentlich ist sich die Regierung der übernommenen Verantwortlichkeit bewußt und sucht Abhülfe herbeizuführen. Es scheint in der Tat die höchste Zeit, denn schon berichtet der Telegraph von der in verschiedenen Landes- teilen emporlodernden Volksbewegung; sortdauernder Hunger und Elend muß schließlich zu Verzweiflungstaten führen.— Dänemark. Das Prügelgcsetz und der frilhere Ministerpräsident Deuntzcr. Wie in der Folkethingssitzung am Mittwoch bekannt wurde, ist der Chef des ersten Linkenministeriums D e u n tz e r ans der Reform- Partei ausgetreten, und er bewies auch sogleich durch seine Teil- nähme an den Verhandlungen, daß er nickt gewillt ist, die jetzige reaktionäre Politik dieser Partei zn unterstützen. Bereits seit Montag hatte sich das Folkething mit dem berüchtigten Prügel- g e s e tz e n t w u r f befaßt, dessen reaktionäre Bestimmungen, die Prügel und die Sttafarbeit betreffend, vom Landsthing noch ver- schärft worden Waren, Während man dort zugleich die humane Be- Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Spiele aber fein Brot! A Der Tarifvertrag der Maurer. Herr Filzschuh- und Pantoffelfabrikant Pfarr schreibt uns: In der heutigen Nummer des Vorwärts" brachten Sie unter Gewerkschaftliches" die Nachricht, daß bei mir die Arbeiter wegen Lohnabzug die Arbeit niedergelegt haben. Diese Nachricht beruht auf unwahrheit, was Sie gefl. in der nächsten Nummer unter der felben Rubrit berichtigen wollen." Deutfches Reich. Achtung, Schneider! Haltet den Zuzug fern von Leipzig und Gießen. In Leipzig beschlossen die Schneider in einer Anzahl von zirka 700, in den Streit einzutreten; in Gießen befinden sie sich bereits in der Bewegung. ftimmung über bedingte Strafurteile verschlechtert hatte. Deunger, beiter und Arbeiterinnen des genannten Werts aus Furcht vor der aber im Auftrage des Zweigvereinsvorstandes die Annahme de stellte min in der Mittwochsizung den Antrag, den Entwurf zunächst Organisation inszeniert worden waren. Am Dienstag dieser Woche Vertrages. einem Ausschuß zu überweisen. Das wurde jedoch mit fand nun abermals eine solche Besprechung jener Arbeiter im Lokale Nun folgte eine sehr rege Debatte, die sich bei aller Zebhaftig 52 gegen 31 Stimmen, darunter die der 16 Sozialdemo- bon F. Göz, Hermannstraße 111 in Rigdorf, statt. Doch diesmal feit, mit der fie geführt wurde, durchaus ir sachlichen Grenzen hielt. fraten, abgelehnt; 11 Abgeordnete enthielten sich der Stimmte. war es nicht die Firma, die sich hier verhindernd betätigte, sondern Die Versammelten folgten den Ausführungen der Redner mit sichtDiese Abstimmung, mit der die erste Beratung schloß, läßt jedoch die Rigdorfer Polizei. Schon bei dem Hingang der Arbeiter lichem Interesse. Die meisten Redner erwogen ruhig und leidennicht auf das endliche Schicksal des Prügelgesetzes schließen.- nach dem Lokal hatte sich ein Polizeibeamter erkundigt, was denn hier schaftslos das Für und Wider. Nur vereinzelt wurde die glatte eigentlich„ los" sei. Ihm wurde der Bescheid, daß es sich um eine Ablehnung des Vertrages befürwortet. Die Forderung fand bei Werkstatt- oder Fabrikbesprechung ohne jeden öffentlichen Charakter den Zuhörern jedoch sehr starken Beifall. Andere Redner kritisierten handele. Wie erstaunten nun aber die Versammelten, als mitten einzelne Punkt des Vertrages, ohne ihn im allgemeinen abzulehnen. in der ruhigen Besprechung urplötzlich der Leutnant des be- Andererseits wurden weitere Berbesserungen gefordert. namentlich treffenden Reviers in höchsteigener Person unter Assistenz eines ein Stundenlohn von 75 Pf. und Verkürzung der Arbeitszeit. Ein Sriminalbeamten auf der Bildfläche erschien und mit Donner- erheblicher Teil der Redner traten ebenfalls unter lebhaftem Beifall Als am Mittwoch die Theatervorstellung im Balast- Theater stimme" Auskunft über den Zwed dieser geheimen Versammlung" für die Annahme des Vertrages ein. Um 12 Uhr wurde die beendet war, zog die Allgemeine Omnibusgesellschaft in die Räume verlangte. Von dem Genossen Conrad Bruns, der sich als Diskussion geschlossen. Der Vorsitzende erteilte dem Referenten cin, um eine Ertravorstellung zu geben. eine Boffe in einem Aft, bei Bevollmächtigter des Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter Silberschmidt das Schlußwort. Heftiger Widerspruch von vielen der neben drei bis vier Afteuren gegen 2000 Statiften mitwirkten. Berbandes an der Besprechung beteiligte, wurde dem Herrn Seiten wurde dagegen erhoben. Silberschmidt verzichtete deshalb Wer am Mittwoch um die Mitternachtsstunde die Heiliggeist und Polizeileutnant die nötige Auskunft. Doch diese genügte dem Be- auf das Schlußtvort, bezeichnete aber die Verhinderung desselben St. Wolfgangstraße passierte, mochte sich wundern, daß hier 25 bis amten nicht. Er„ rief", daß fast die Fenster zitterten, hier würden als eine Ungerechtigkeit. 30 Omnibuſſe in langer Reihe hielten. Diese Gefährte hatten einen nach einer regelrechten Tagesordnung sozialpolitische Dinge erörtert, Die Abstimmung über den Vertrag findet nunmehr in den fleinen Teil der Statisten herbeigeführt. Drinnen im Sale wimmelte ohne die Behörde davon in Kenntnis zu setzen, das sei strafbar. Mit Viertel- und Zahlstellenversammlungen statt. es von Omnibus- Kutschern und Schaffuern in Uniform, dazwischen noch stärker anschwellender Stimme erklärte er sodann die Versammfah man Gruppen in Arbeiterkleidung: Werkstatt- und lung für„ aufgelöst" und herrschte die Anwesenden mit den Hofarbeiter der Omnibus Gesellschaft. In den Gängen liefen eine Worten an: Machen Sie sofort, daß Sie hinaus= Anzahl Jünglinge in tadellosen Anzügen, mit hohen Stehkragen tommen!"" Als ihm die Räumung des Lokals nicht rasch genug und wohlfristerten Köpfen umher. Sie übten die Funktionen von ging, gab er dem begleitenden Kriminalbeamten den Befehl, nach Ordnern aus. Gegen wurde die Vorstellung die Ver- dem nebenliegenden Revierburau zu gehen und die„ Wache antreten" 1 anstalter gaben sie als Versammlung aus durch einen Herrn er au laffen. Die Schußleute erschienen bald darauf, und nun ließ öffinet, der, wenn er nicht ein Direktor, so doch irgend sonst eine der Leutnant den Genossen Bruns kurzerhand Spize der Omnibus- Gesellschaft ist. Ein behäbig aussehender Herr verhaften, während sich die übrigen Teilnehmer an der Be- geteilt: Von der Organisation der Schuhmacher wird uns dazu miterhielt das Wort. Er empfahl die Gründung eines Vereins, der den sprechung ruhig entfernten. Nach einer halbstündiger Vernehmung Arbeiter bisher 2,75 m. erhalten, von den Arbeiterinnen für 2 M. Ramen führen soll Hülfsverein der Angestellten der Allgemeinen auf dem Polizeibureau konnte der Verhaftete dann wieder gehen. Herr Pfarr verlangte einen Artikel, für den die männlichen Omnibus Gesellschaft". Der Verein foll Unterstützungsziveden Gegen das Vorgehen des Polizeileutnants wird selbstverständlich verfertigt. Als der Fabrikausschuß in dieser Angelegenheit vorstellig dienen, die aber, wie der Redner sagte, nicht sogleich durchgeführt Beschwerde erhoben werden, denn nach den Entscheidungen der höchsten wurde und ihm außerdem einige Menderungen in anderen Lohnfäßen werden können. Die Mitglieder haben einen Beitrag von 50 Bf. Gerichtshöfe bedürfen derartige Werkstattbesprechungen einer polizei- vorlegte, verhielt fich Herr Pfarr vollkommen ablehnend, worauf -ob wöchentlich oder monatlich wurde nicht gesagt zu zahlen. lichen Anmeldung nicht. Das Eingreifen der Polizei ist daher schon die Arbeitsniederlegung erfolgte. Privatim hat sich Herr Pfarr in Davon sollen 35 Pf. für die Aufbringung des Sterbegeldes, 10 Pf. an sich ungerechtfertigt, ganz abgesehen von der Art wie es hier ge- den letzten Tagen geäußert, daß er bei den genannten Verhandfür sonstige Unterstigungen und 5 Pf. für andere Vereins- fchehen ist. zwecke angelegt werden. „ Es bleibt alles beim Alten". lungen gesagt haben will: Zu den für 5 Pfennige erreichVon einer derartigen Aeußerung iſt sämtlichen Ausschußbaren Vereinsziveden gehört die Pflege ber Gefelligkeit und Kameradschaftlichkeit. mitgliedern nichts bekannt; im Gegenteil verhielt sich der Herr in Aitch die Bildung eines Musiks Seit Jahren hat Berlin nicht eine so start besuchte, von dem jeder Hinsicht ablehnend. Die Ortsverwaltung. forps ist in Aussicht genommen. Nachdem der behäbig aus- lebhaftesten Jntereffe erfüllte Maurer- Versammlung gesehen, wie die fehende Herr den Plan der Vereinsgründung dargelegt hatte, pries am Freitag abend in der Neuen Welt" abgehaltene General Achtung, Lederarbeiter! Bei der Firma Steinlein in Berlin, er das„ bekannte Wohlwollen der Direktion" und warnte die Omnibus versammlung des Zentralverbandes der Maurer( Zweigverein Berlin). Thaerstr. 29/30, haben am Freitag die Arbeiter der nassen Werkſtatt Angestellten vor den Agitatoren des andels- und Transport Der Riefensaal war überfüllt. Auf der Tagesordnung stand die die Arbeit niedergelegt wegen Lohndifferenzen und unqualifizierbarer arbeiter Verbandes, die den Angestellten das Geld aus Berichterstattung über die Vertragsverhand- Behandlung. Der Streit bei der Firma Naumann in Wittenberg der Tasche locken wollen". Nach dem Vereinsgründer sprach ein alter Ingen und Beschlußfassung über die Berdauert unverändert fort. Zuzug von Lohgerbern nach beiden Drten Schaffner oder Kontrolleur. Gr pries in überschwänglichen Worten längerung des Vertrages. Schon vor Eintritt in die ist fernzuhalten. Der Zentralvorstand. die Direktion und schloß mit einem Hoch auf dieselbe. Dann rief Tagesordnung fam es zu einer lebhaften Szene. Ein Mit noch ein Redner in Zivilfleidung eine Mahnung zur Einigkeit in glied beantragte, heut nur über den Vertrag zu debattieren, Achtung, Lederarbeiter! Der Streit bei der Firma Naumann den Saal und darauf erging vom Vorstandstische die Auf- und die Abstimmung später in den einzelnen in Wittenberg dauert unverändert fort. Zuzug von Lohgerbern forderung, die Versammlung möge sich erheben, um dadurch Vororten und Zahlstellen vorzunehmen. Der Antrag ist fern zu halten. Der Zentralvorstand. der Vereinsgründung zuzustimmen. Wenigstens drei Viertel wurde nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte fast einstimmig und der Anwesenden konnten wegen der bekannten schlechten Akustik des unter stürmischem Beifall angenommen. Saales weder die einleitende mit leifer Stimmie gesprochene Rede, Nummehr referierte Silberschmidt über die Tarifverhandnoch die letztere Aufforderung verstanden haben. Die dem Vorstands Lungen in der Achtzehner- Kommission. Er betonte zunächst, daß sich tische zunächst Sizenden erhoben sich, die übrigen, obwohl sie nicht in den Mitgliederversammlungen und Besprechungen, die den Verwußten, um was es sich handelte, folgten mechanisch dem Beispiel handlungen vorausgingen, feine grundsäßliche Gegnerschaft gegen ein und danach wurde die Gründung des Vereins als als ein Vertragsverhältnis geltend gemacht hat. Die Kollegen stellten für gelungen, eine bedeutende Verbesserung der bestehenden Tarif Tarifvereinbarung. Den Zimmerern Fürths ist es ohne Kampf stimmiger Beschluß der Versammlung proklamiert. Hierauf den Fall der Verlängerung des Vertrages folgende Forderungen: vereinbarung durchzusetzen. Nach dem von Arbeitern und Unterschlug der wie ein Direktor aussehende Herr den be- Erhöhung des Lohnes auf 75 Pfennige; Geltung des Berliner nehmern geschlossenen Uebereinkommen beträgt die Arbeitszeit im häbig aussehenden Herrn, der die Einleitung geredet hatte, zum Lohnes in Alt Glienicke, Adlershof, Köpenick und Friedrichshagen; Sommer 91%, Stunden bei 1/2 stündiger Mittagspause, der Minimal Vorsitzenden des neuen Vereins vor. Wieder follte durch Erheben Entlassungen wegen Eintretens für die Durchführung der Vertrags- Lohn 47 f. Weitere Errungenschaften find folgende: Arbeitsschluß die Wahl" vollzogen werden. Keiner der Angestellten schien den bestimmungen; Streichung der Leistungsklausel. Vorgeschlagenen zu kennen. Man fragte sich gegenseitig, wer denn Kommissionsfigung vertraten die Arbeitnehmer diese Forderungen, Sonnabenden um 5 Uhr ohne Lohnabzug, Vergütung der Ueber In der ersten an den Vorabenden hoher Festtage um 4 Uhr, an gewöhnlichen das sei, aber niemand konnte Auskunft geben. Einige erhoben fich, während die Unternehmer unter anderem weniger erheblichen Punkten stunden mit 10 Broz, der Nachtarbeit und der Sonntagsarbeit mit die meisten blieben sizen, man wußte ja nicht, was eigentlich vor beantragten, den Stundenlohn um 5 Pf. herabzusetzen und die ber- 30 Proz. Zuschlag, besondere Buschläge für auswärtige Arbeiten fich ging. Aus ben Reihen der Werkstattarbeiter tönten tragsmäßige Leistung eines Maurers auf 900 Steine hinaufzusetzen. und Vergütigung der Fahrt usw. schüchterne Rufe: Wir haben ja nichts gehört. Der foie ein( Große Ünruhe.) Ferner sollte nach dem Antrage der Unternehmer 30. April 1906. Der Bertrag gift bis zum Direktor aussehende Herr rief den Sigengebliebenen höflich die Kompetenz der Achtzehner Kommiffion auf gewerbeaber bestimmt zu:" Bitte, stehen Sie doch auf!" Einer solchen Schiedsgerichtliche Befugnisse ausgedehnt worden. In der zweiten Gummiarbeiter und Arbeiterinnen. Namens der Arbeiter Aufforderung konnten die an Diziplin Gewöhnten natürlich nicht Sigung zogen die Unternehmer ihren Antrag auf Lohukürzung und Arbeiterinnen der Hofgummiwarenfabrik von Mezeler u. widerstehen, und so war auch der Vorsitzende des Vereins gewählt. zurück und verlangten, daß auch die Arbeiter auf ihre Forderungen Co. in München hat die Ortsverwaltung des Verbandes der Die ganze Posse der Vereinsgründung" währte kaum 25 Minuten. verzichten. Das geschah jedoch nicht. Hart umstritten wurde die Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen der Direktion Die Omnibus- Angestellten überlegen nun, wie sie es bei ihren Leistungsflausel. In der dritten und letzten Sigung erklärten fich folgende Forderungen zunächst für die Arbeiter des Walzwerkes, der Einkommensverhältnissen fertig bringen sollen, die Beiträge für den die Unternehmer bereit, den Lohn für dies Jahr um 3 Pf., für das Mischerei, Wäscherei und des Vakuumtrockenraums, unterbreitet: neuen Verein aufzubringen und die Geselligkeit zu pflegen. Sie nächste Jahr um weitere 2 Pf. zu erhöhen, der Streichung Anfangslohn 2,80 M. steigend bis auf 3,20 M. pro Tag, für die Armeinen, daß dies ohne eine Lohnerhöhung unmöglich sei, und hoffen der Leistungstlaufel zuzustimmen, und dafür eine beiter der Rußkammer täglich 50 Pf. Buschlag und müssen die je= in dieser Beziehung auf das Eingreifen des Handels- und Transport Bestimmung aufzunehmen, welche besagt, bem weiligen Arbeiter wöchentlich abgelöst werden; für Kalanderführer arbeiter- Verbandes! Lohn entsprechende Gegenleistung gefordert werden ein Taglohn von 4 M., für Ueberstunden und Nachtarbeit 25 Broz., fann.( Murren.) Auf die Ausdehnung der Befugnis der für Sonntagsarbeit 40 Bros. Buschlag; Arbeitsschluß an nichtgeset Die Lohnbewegung der Tapezierer ist beendet. In der sehr start Achtzehner- Kommission verzichteten die Unternehmer. Die Aufnahme lichen Feiertagen um 4 Uhr bei Fortzahlung des Lohnes bis 6 Uhr. besuchten Versammlung des Verbandes, die am Donnerstag im Gewertschaftshause tagte, berichtete Wel's über die letzten Berhand- einer Bestimmung betreffend die Maßregelung wegen Eintretens für Wohl die derzeitigen miserablen Löhne selbst erkennend, hat die lungen mit der Innung. Nach dem Beschluß der Verbandsversamm Durchführung des Vertrages lehnten sie ab, ebenso die geforderte Direktion die Arbeiter des Walzwerks um 50 Bf. pro Tag auflung vom Sonntag sollten die Vertreter der Arbeitnehmer versuchen, Unternehmer eine sechsmonatliche Kündigung des Vertrages ein boch einstimmig auf den eingereichten Forderungen stehen au bleiben Anerkennung der Baudeputierten. Als neue Bestimmung wollten die gebessert. Eine vollzählig besuchte Fabrikversammlung beschloß je. bei den Verhandlungen noch günstigere Bedingungen zu erzielen, als die Unternehmer bis dahin zugestanden hatten. Besonders wünschten geführt wissen. Ueber die Einführung des Berliner Lohnes in den und forderte ebenfalls einstimmig die Entlassung des Wert. vier Vororten soll noch verhandelt werden. Die Vertreter der meisters Rothe, dem zum Vorwurf gemacht wurde, daß er die Arbeitnehmer, daß der bewilligte Stundenlohn von 65 Pf. vom Arbeiter versuchten nach Kräften, die Lohnerhöhung um 5 Pf. sofort, wiederholt Angriffe auf die jittliche Ehre von Arbeiterinnen unter 1. März 1906 ab auf 70 Pf. erhöht werden solle. Es ist bei den also schon für dieses Jahr zu erlangen. Da das nicht zu erreichen nommen habe. An der Bewegung find ca. 900-1000 Arbeiter und letzten Verhandlungen nicht gelungen, die Arbeitgeber zu diesem Bugeftändnis zu bewegen. Sie hielten an ihren Beschlüssen feft, wo- war, gaben sie sich schließlich mit dem Angebot der Unternehmer Arbeiterinnen beteiligt. Buzug von Gummiarbeitern und Arbeitenach ein Stundenlohn von 65 Pf. durch Vertrag bis zum 1. März mission dahin, daß Vertragsänderungen, welche von der einen oder zufrieden. Hinsichtlich der Kündigung einigte sich die Stom- rinnen nach München ist strenge fernzuhalten. 1907 festgelegt werden soll. We Is empfahl unter diesen Um anderen Seite gewünscht werden, bis zum 1. September beantragt ständen namens der Verbandsleitung die Annahme des Vertrages. werden müssen, und daß der Vertrag immer stillschweigend ein Wege friedlicher Verständigung zwischen Arbeitern und Unternehmern Im Spenglergewerbe in Zürich und Winterthur ist auf dem Gewiß jei nicht alles erreicht, was die Kollegen forderten, jedoch sei Jahr weiter läuft, wenn von keiner Seite Abänderungsanträge die 91stündige tägliche Arbeitszeit, am Sonnabend die 9 stündige der Abschluß eines Vertrages mit der Sicherung des Lohnes von gestellt werden. Unter diesen Umständen sind die Vertreter der und ein minimaler Stundenlohn von 45 Rappen für Ausgelernte 65 Pf. für die Kollegen vorteilhafter als der Streit. Es wurde nun lebhaft über Annahme oder Ablehnung des wenn ohne Wenn und Aber die Bestimmung aufgenommen wird: Arbeiter bereit, die Annahme des neuen Vertrages zu befürworten, eingeführt worden. Vertrages biskutiert. Die meisten Redner waren nicht zufrieden mit dem, was der Vertrag bietet. Einzelne rieter zum Gintretens für Durchführung an unealte Letzte Nachrichten und Depefchen. „ Maßregelungen bezw. Entlassungen infolge Streit, andere befürworteten erneute Verhandlungen. Tapezier ber Vertragsbestimmungen dürfen nicht statt. und Junehaltung meister Feder, der sich als Vertreter der Innung an der Debatte beteiligte, erklärte jedoch, daß die Innung unter feinen Umständen finden." Gleiwig, 17. März.( W. T. B.) Durch Umfallen einer Kohlen zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen sei. Er riet zur Annahme alle angegeben werden brauchten, Während bisher die Gründe der Entlassung in feinem wand in der Kontordiagrube wurden, wie der Oberschlesische bes Vertrages und meinte, wenn derselbe nach zwei Jahren erneuerttimmung brauchten, soll nach dieser Be- Wanderer" meldet, heute nachmittag vier Berglente ber werden sollte, werde die gewünschte Lohnerhöhung bewilligt werden. werden, und wer sich gemaßregelt fühlt, soll berechtigt sein, legungen zu Tage gebracht worden. auf Erfordern der Entlassungsgrund angegeben schüttet; zwei sind tot, die anderen beiden mit schweren BerAuch aus den Reihen der Arbeitnehmer traten einige Redner auf, die Entscheidung der Achtzehner Stommission anzurufen. die es unter den gegenwärtigen Umständen für das beste hielten, weitere Voraussetzungen für die Annahme des Vertrages fordern den Vertrag anzunehmen. Schließlich erklärte sich die Verfamm- bie Arbeiter von den Unternehmern folgende protokollarijche ErDie zweijährige Dienstzeit vor der Deputiertentammer. fung in geheimer Abstimmung mit 502 gegen 228 Stimmen für die Baris, 17. März.( W. T. B.) Das Haus nimmt die Beratung flärungen: Annahme der von der Innung gemachten Vorschläge und den des Militärgese bes betreffend die zweijährige Dienst Die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes sind periodisch auf- zeit wieder auf. Zahlreiche Artikel werden nach reger Debatte an fchleunigen Abschluß eines Vertrages auf Grund derselben. Damit ist also die Lohnbewegung beendet. Der formelle Ab- aufordern, die bestehenden Vertragsbedingungen einzuhalten; in der genommen. 2afies( Antis.) stellt einen Bujakantrag, der die EinDamit ist also die Lohnbewegung beendet. Der formelle Ab- Beit, wo weniger als 9 Stunden gearbeitet wird, sich auf ihren Bauten berufung der Reservisten auf vierzehn Tage beschränkt und die Einschluß des Vertrages dürfte in diesen Tagen erfolgen. Er tritt sofort nach der Innehaltung der Arbeitszeit zu erkundigen und den Polier berufung der Landwehr ganz aufgehoben haben will. Kriegsminister in Kraft. Uebrigens hatten sich, wie Wels mitteilte, gegen 1000 anzuweisen, die Arbeitszeit nicht überschreiten zu lassen. Die Ar- Berte aur bekämpft diesen Antrag, dessen Annahme die Erledigung Gehülfen bereits mit ihren Arbeitgebern auf die Vorschläge der beitgebervertreter sollen dahin wirken, daß die Poliere den Vertrag des Gesetzes verzögern würde und stellt die Vertrauensfrage. Jnnung geeinigt. in allen Buntten respektieren und bei der Durchführung desselben 2asies zieht hierauf seinen Antrag zurüd. Sodann werden alle mitzuwirken. Beschwerden über die Poliere sind zunächst dem Ar- Artikel des Gesetzes hintereinander ohne Aenderung angenommen. tann, der Achtzehnerfommission zu unterbreiten. Die frühere Er- Fassung mit 519 gegen 32 Stimmen angenommen. beitgeber vorzutragen und falls eine Einigung nicht erzielt werden Die Vorlage wurde sodann in der vom Senat beschlossenen flärung, wonach Agitation in den Bausen gestattet ist, ist zu wiederholen. Achtung, Tapezierer! Am Montag, den 20. März, abends 8, 11hr, findet in der Ressource, Kommandantenstr. 57, eine außer ordentliche Generalversammlung statt. Alles weitere fiehe Inserat am Sonntag. ATS Husland. Grubenunglück. Die Verbandsleitung. Die Sattler der verschiedenen Branchen beabsichtigen in eine Lohnbewegung einzutreten. Am Sonntag vormittag finden drei Versammlungen derselben statt und zwar für die Geschirr branche um 9 Uhr im Englischen Hof in der Neuen Roßstr. 3, für die Galanterie- und Gürtelbrauche um 9 Uhr in Graumanns Festfälen, Naunynstr. 27, und für die Eisenmöbel branche unt 10 Ihr im Gewerkschaftshause. Ueberall lautet die Arbeitsquantums fei unbedenklich. Es sei jetzt Sache der Kollegen, Rohlenbergwerken beschäftigten Personen unter 18 Jahren wird in Tagesordnung: Unsere Lohnbewegung. Paris, 17. März.( W.T.B.) Die Deputieretenkammer beschloß, der Kommissionsvertreter die Annahme des Vertragsentwurfs unter Kirche und Staat zu beginnen. Der Redner empfahl im Namen der Zweigvereinsleitung und Dienstag die Beratung des Gefeßentwurfs über die Trennung von der genannten Voraussetzungen. Die diesmaligen Verhandlungen hätten ein günstigeres Resultat geliefert wie die früheren Vertrags- Benevent und Neapel Erdstöße verspürt, die jedoch keinen Schaden Rom, 17. März.( W. T. B.) Heute nachmittag wurden auch in verhandlungen. Der neue Vertrag biete eine Lohnerhöhung, und die anrichteten. von jeher als unhaltbar bezeichnete Leistungsklausel sei gefallen. Die Forderung einer angemessenen Leistung, ohne Feitfeßung des Einführung des acht stündigen Arbeitstages für die in London, 17. März. Unterhaus. Das Gesetz betreffend die entweder den Vertrag anzunehmen, oder zu erklären, daß sie grund- zweiter Lejung mit 100 gegen 132 Stimmen angenommen. säbliche Gegner eines Vertrages sind. Wenn die Kolleger den VerEine Werkstattbesprechung mit Hindernissen. trag nicht wollen, dann werde man nicht Himmel und Hölle in BeOb es heimwärts fährt? Kürzlich mußten wir über sonderbare Ueberwachungspraktiken wegung seben, um sie zur Annahme zu belegen. Vielleicht würde es berichten, die von der Firma Daubik u. Co., Patentgummiwaren- gar nichts schaden, wenn wieder eine vertragslose Zeit eintrete, die ja russische Geschwader, das bisher vor Nossi- Bé lag, ist gestern nachs Tananarivo( Madagaskar), 17. März.( W. T. B.) fabrit in Ru do w zur Vereitelung einer Fabrifbesprechung der Ar- vicle Kollegen noch gar nicht kennen gelernt haben. Redner empfehle mittag von dort mit unbekannter Bestimmung in See gegangen. Berantw. Reb.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantwo.( mit Ausnahme der„ Neue Well- Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen. Das Nr. 66. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortsetzung der zweiten Beratung zum Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei. Abg. Haafe( Soz.): Ich will mich ausschließlich mit dem " " " Sonnabend, 18. März 1905. Die geseglichen Unterlagen für diese Pragis waren bis vor von Polizeignaden( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), solange furzem nur Polizeiverordnungen. Als Beispiel zitiere ich die Re- der§ 3 des Freizügigkeitsgefeßes besteht, der es gestattet, daß es gierungsverordnung für den Bezirk Königsberg vom 12. April 1897. sein Bewenden dabei haben soll, daß bestrafte Personen durch die 166. Sigung vom Freitag, den 17. März 1905, Danach soll russischen Auswanderern der Eintritt in das deutsche Gebiet nur Landespolizeibehörde auf dem Wege der Landesgesetzgebung nachmittags 1 Uhr. gestattet werden, wenn sie im Besitze eines ordnungsmäßigen Passes, Jeiner Freiheitsbeschränkungen unterworfen werden. In Preußen besteht Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, Frhr. v. Richt- tajütenfahrkarte nach einem außereuropäischen Hafen und genügender ein altes Polizeigeset aus dem Jahre 1842. fagt hofen. Barmittel für die Reise nach dem Bestimmungsort und die An- zivar, daß feinem Preußen der Aufenthalt in einem Drte, nahme daselbst sind. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, bedarf wo er sich niederläßt, verweigert werden darf, fügt aber so einer Annahmeerklärung durch den Norddeutschen Lloyd oder durch viele Ausnahmen hinzu, daß die Regel geradezu aufgehoben die Hamburg- Amerika- Patetfahrt- Aktiengesellschaft. Die beiden wird. Die Hauptausnahme ist, daß die Landespolizeibehörde befugt Kategorien sollen auch ganz verschieden behandelt werden. Die ist, den entlassenen Sträfling vom Aufenthalt auszuschließen. Dieses Auswanderungswesen erste Kategorie ist nicht weiter zu behelligen; ihr ist ungehinderte Recht der Polizeibehörde bezieht sich nicht etwa bloß auf solche beschäftigen, da sich auf diesem Gebiete Zustände entwickelt haben, Weiterfahrt zu gestatten." Die zweite Kategorie hat sich in die Personen, die zu hohen Strafen verurteilt worden sind, oder die welche allem Hohn sprechen. Russische Auswanderer wurden bei Kontrollstationen zu begeben und den dort an sie ergehenden An- Verbrechen oder Vergehen verübt haben, aus denen eine ehrlose Gelebertritt über die Grenze aufgefordert, Schiffskarten der Hamburg- weisungen zu folgen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) finnung spricht. Es gilt hier allgemein, und man darf durchaus Amerika- Linie oder des Norddeutschen Lloyd vorzuzeigen, widrigen- Wer diese Verordnungen liest, weiß, was von dem Gerede über den nicht glauben, daß die preußische Polizeibehörde unter einen entfalls sie über die Grenze zurüdtransportiert würden. Nach Aus- sanitären 3wed der Kontrollstationen zu halten ist. Ein Baß, eine laffenen Sträfling bloß einen Verbrecher versteht. Sie benutzt diese bruch des russisch- japanischen Krieges verschlimmerten sich diese Zu- Fahrkarte und 400 Mark bar sind ein Talisman gegen jede ansteckende Bestimmung vielmehr ganz besonders gegen solche Leute, die wegen stände, da man in jedem Auswanderer einen Deserteur vermutete, Krankheit. Wer das nicht hat, ist feuchenverdächtig.( Heiterkeit.) Da politischer Bergehen bestraft worden sind. Die einzige vorhandene den man auspressen könnte. Diese Zustände sprechen nicht nur dem wurden im Oktober vorigen Jahres einmal zwei Frauen trotz ihres Einschränkung lautet dahin, daß die Bestimmung von der Behörde allgemein menschlichen Empfinden Hohn, sondern verlegen auch Protestes in die Kontrollstationen gebracht. Als sie aber dort er- nur auf solche Personen angewendet werden darf, die für die öffentunsere Neutralität gegenüber dem russisch japanischen Konflikte. flärten, sie seien Amerikanerinnen, da fürchtete man ein liche Sicherheit und Moralität gefährlich sind. Ich habe nun hier Arme russische Leute, welche sich seit Jahren kleine Summen gespart Donnerwetter von seiten Amerikas, und sofort waren die einen Erlaß des Berliner Polizeipräsidenten allerdings nicht von hatten, um dem trostlosen Elend in Rußland zu entfliehen, beiden Frauen nicht mehr seuchenverdächtig, sie wurden heute, sondern etwas älteren Datums, aber das System ist dashatten fich Fahrkarten anderer billigerer Transportgesell- auch ohne Kajütenkarte aus der Kontrollstation entlassen. selbe geblieben( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) worin es schaften getauft, aber sie wurden von den Agenten unter der Aufsicht( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Kontroll heißt:„ Sie sind seit dem Jahre 1891 in Magdeburg, Zeit und Naumder Behörden gezwungen, sich die Karten von den deutschen Gesell- stationen sind im Jahre 1893 zur Abwendung der Choleragefahr burg wegen Preßvergehens und öffentlicher Beleidigung oftmals zu schaften, die um 50 Mark für die Person teurer waren, zu lösen. begründet worden. Inzwischen sind gegen solche Epidemien Schutz- Gefängnisstrafen verurteilt worden. Von dem Rechte, Sie von dem ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ja, wir haben es erlebt, vorschriften durch Reichsgesetz geschaffen worden; es bedarf zu diesem Aufenthalte in Berlin auszuschließen, will ich mit Rücksicht darauf, daß Russen, die gar nicht nach einem Auslandshafen wollten, sondern Zwecke der Kontrollstationen nicht mehr, und diese sind wegen der daß Sie hier einen reellen Broterwerb gefunden haben, vorläufig zum Beispiel nach der Schweiz, in gleicher Weise drangfaliert und Zusammenhäufung von Menschenmassen auch völlig ungeeignet dazu. feinen Gebrauch machen und Ihnen versuchsweise den Aufenthalt gein einzelnen Fällen, namentlich wenn sie feinen ordnungsgemäßen Paß Die Zusammenkunft des Reichskanzlers mit Ballin und Wiegand statten, in der Erwartung, daß Sie weder zu polizeilichem noch zu hatten, mit Erfolg geschröpft wurden.( Hört! hört! links.) Ein junger zeitigte nun eine Verfügung des preußischen Ministers des Innern gerichtlichem Einschreiten Veranlassung geben. Sollten Sie dieser Russe, welcher nach der Schweiz wollte, wurde sogar veranlaßt, eine vom 26. Februar 1905. Sie gleicht der zitierten Verordnung voll- Erwartung nicht entsprechen, so werde ich von meiner AusFahrkarte nach New- York II. Klasse zu nehmen, indem ihm bedeutet kommen, nur daß sie an Stelle der Fahrkarte nach einem außer weisungsbefugnis unnachsichtlich Gebrauch machen." Der Mann, wurde, daß er, wenn er nur eine Fahrkarte III. Klasse nehmen europäischen Hafen nur eine solche nach einem außerdeutschen der in solcher Art als ein für die öffentliche Sicherheit und Moralität würde, nach Hamburg transportiert würde. Mit einer Fahrkarte Hafen verlangt. Sonst ist sie ganz bon dem Geiste gefährlicher Mensch bezeichnet wird, ist unser jetziger Kollege, Genosse II. Klaffe aber fönne er fahren, wohin er wolle.( Hört! hört! links.) der Polizeiverordnungen durchtränkt, von dem schönen Hammerstein- Hoffmann.( Bewegung und lebhaftes: Hört! hört! bei den SozialSolches geschieht unter den Augen preußischer Beamten und unter schen Polizeigeiste. Zur Begründung dieser Vorschriften beruft man demokraten.) dem Schutz der preußischen Regierung. sich auch auf die Gefahr, daß Amerika die Auswanderer wegen In Sachsen ist es nicht anders. Auch dort hat die PolizeiAls der Vorwärts" dies Erpressungssystem zuerst scharf geißelte, mangelnder Geldmittel zurückweisen könnte und diese dann dem behörde ein ähnliches Recht wie in Preußen. Und von diesem versuchte man die ganze Angelegenheit totzuschweigen. Im Sep- Deutschen Reiche zur Last fielen. Das trifft doch aber nur zu, wenn Rechte hat fie auch gegen zwei jetzt verstorbene Mitglieder meiner tember passierte aber dann folgender Fall hier in Berlin: Ein Herr, die Auswanderer mit deutschen Schiffen herüberfahren wollen, denn Partei Gebrauch gemacht, gegen die Abgeordneten Kayser der nach Hamburg fahren wollte, wurde an der Bahnsperre auf im anderen Falle hätten ja die ausländischen Gesellschaften den Rück- und Rosenow. Kayfer ist aus einer ganzen Reihe von Orten als Veranlassung eines Beamten der Hamburgischen Paketfahrt transport zu besorgen. So ist es kein Wunder, daß die Anschauung bestrafte Person ausgewiesen worden, und Rosenow war in gesellschaft festgehalten und es wurde. ihm gesagt, er dürfe entstanden ist, daß die deutsche Regierung nur den großkapitalistischen Chemniz geradezu interniert. Aus Chemnitz war er nicht ausgewiesen, erst mit einem späteren Zuge fahren. Zwei andere, ein Pole und Unternehmern und wenn kein Baß vorhanden ist durch Rück weil in Sachsen noch die Beschränkung besteht, daß die Ausweisung ein Russe, gefelten sich zu ihm. In Ruhleben mußten alle drei transport von Deserteuren dem Zarismus einen Liebesdienst erweisen nicht erfolgen soll, wenn der Bestrafte sich zwei Jahre in einem Station machen. Sie wurden dort gebadet und ärztlich untersucht. will.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Orte aufgehalten und einen ehrbaren Erwerb gefunden hat. Alle drei waren gesund. Der Bole, der keinen Baß hatte, aber eine Das tollste ist, daß für dieses ganze Vorgehen jede gesetzliche Wunderbar ist nur, daß die sächsische Polizei das Redigieren Schiffstarte löfte, wurde nun sofort entlassen, die beiden anderen Grundlage fehlt.( Hört! hört! b. 3. Soz.) Nach Artikel 4 der einer sozialdemokratischen Zeitung noch für einen ehrbaren dagegen wurden festgehalten.( hört! hört! bei den Sozialdemo- Reichsverfassung ist das Auswanderungswesen der Aufsicht und Erwerb befunden hat.( Heiterkeit.) Aber aus allen Orten traten.) Dem ersten Herrn wurde seine Barschaft im Betrage von Gesetzgebung des Reiches unterstellt. In Ausführung dieses Ver- um Chemnitz herum tvar er ausgewiesen. Daß die Sorge 50,50 M. fortgenommen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) faffungsparagraphen ist ein Gesetz über das Auswanderungswesen am um die Sittlichkeit und Moral, die durch einen Sträfling gefährdet Am nächsten Tage wurde der Russe, der einen Paß hatte, schließlich 9. Juli 1897 beschlossen worden und seit dem 1. April 1899 in Kraft, wird, in der sächsischen Polizei durchaus nicht so groß ist, geht aus freigelassen, nachdem er allen Versuchen, ihn zu veranlassen, getreten. Dieses bestimmt im§ 21: Der Bundesrat erläßt die der Bestimmung hervor, daß ein Sträfling aus einem Orte nicht eine Karte zu lösen, widerstanden hatte. Der erste Reisende nähere Bestimmung über den Geschäftsbetrieb der Unternehmer und ausgewiesen werden darf, wo er Unterstützung aus öffentlichen dagegen erfuhr am dritten Tage, daß er an die ruffische Grenze Agenten des Auswanderungswesens. Für die einzelstaatliche Gesetz- Mitteln erhält, wenn diese Unterstügung aus öffentlichen Mitteln transportiert werden würde. Jetzt zog dieser Reisende eine Karte gebung ist also bei der Einführung von Kontrollstationen gar fein fortfallen würde, sobald er ausgewiesen worden ist. Von dieser aus der Tasche, ftellte sich vor- als Berichterstatter des„ Bor- Raum mehr gelassen; alle Polizeiverordnungen wie die Verordnung Prozentmoral( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten) macht die wärts".( Große Heiterkeit.) Er war von der Redaktion des" Vor- des Ministers v. Hammerstein sind ungültig und entbehren der gesetz- sächsische Behörde reichlich Gebrauch. wärts" beauftragt worden, die Zustände im Auswandererbahnhof lichen Kraft. Aber auch die Vorschrift über die gesundheitlichen Ver- Etwas besser sieht es in Württemberg aus. Hier muß die von Ruhleben zu untersuchen. Da wurde er barsch angelassen, was hältnisse müssen durch das Reich gegeben werden. Da bestimmt§ 34 des Freiheitsstrafe mehr als ein Jahr betragen haben, oder in den er denn da wolle. Er aber konnte nachweisen, daß man ihn ja mit Gesetzes:„ Der Bundesrat erläßt die Vorschriften über die ärztliche Unter- legten sechs Jahren eine Bestrafung wegen Diebstahls oder Betrug Gewalt dorthin geschleppt habe. Da wurde er unter einigen fuchung der Reisenden, über die Ausschließung franker Personen, über das erfolgt sein. Diese Bestimmungen zeigen, welchen hohen Wert die Entschuldigungen entlassen. Es handelt sich also bei alledem Verfahren bei der Einschiffung und den Schutz der Auswanderer in Behörde auf den Schutz des Eigentums legt.( Sehr richtig! bei den um eine Freiheitsberaubung sondergleichen. Die Kölnische Volts- gesundheitlicher und sittlicher Hinsicht.( hört! hört! bei den Sozial- Sozialdemokraten.) zeitung" nahm fich dann auch der Sache an; aber die Regierungs- demokraten.) Weiter ist in dem Gesetz ausdrücklich vorgeschrieben, In Baden besteht keine Aufenthaltsbeschränkung. In Baden presse juchte die Sache zu beschwichtigen. Nachdem der Reichskanzler daß die gedachten Bestimmungen im Reichs- Gesegblatt zu veröffent- ist die Bestimmung über den Aufenthalt von Ausländern dem Gesek eine Unterredung mit den Herren Direktoren Ballin und Wiegand lichen und dem Reichstag bei seinem nächsten Zusammentritt vor- nach sehr günstig. Die Ausweisungsbefugnis ist verhältnismäßig gehabt hatte, schrieb die" Hamburger Börsenhalle" einen Be- zulegen find.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichs- eine beschränkte. Nach§ 4 tönnen nur solche Ausländer ausgewiesent chwichtigungsartikel: Die Kontrollstation in Ruhleben sei nur aus tag hat sich also ausdrücklich die Kontrolle über diese Bestimmung vor- werden, welche die innere oder äußere Sicherheit des Staates geSanitären Gründen geschaffen worden. Und es könne sich nur um behalten und sie nicht der Willtür eines preußischen Ministers überlassen fährden. In der Praxis freilich verfährt man auch in Baden einige Mißgriffe handeln. Aber die Beschwichtigung gelang nicht. wollen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aber freilich, der Sab wesentlich anders. Man weist auch Berfonen aus, die noch gar Auch der„ Königsberger Hartungschen Zeitung" und dem Reichsrecht geht vor Landesrecht, ist nach dem Kontraktbruchgesetz und dem nicht in Baden waren, also noch gar keine Gelegenheit hatten, die Berliner Tageblatt" wurden bon ihren Lesern ähnliche Ansiedelungsgesetz geradezu zum Kinderspott geworden.( Sehr wahr! innere oder äußere Sicherheit des Staates zu gefährden. Als die Fälle mitgeteilt. Das Berliner Tageblatt" schrieb: Ein bei den Sozialdemokraten.) Mit feinen juristischen Tüfteleien kommt russischen Studenten und Studentinnen, welche aus Preußen ausjunger Russe wurde mit Gewalt in die Kontrollstation geschafft man darüber hinweg, daß diese Gesezgebung gegen die Reichs- gewiesen wurden, weil sie dagegen protestiert hatten, daß der höchste und dort mehrere Stunden festgehalten. Schließlich, als man sich verfassung verstößt. Man kann jedes Unrecht durch juristische Tüfte- Beamte fie Schnorrer und Verschwörer" genannt hatte, nach Baden überzeugte, daß er nur auf einen kurzen Besuch in Deutschland leien mit dem Scheine des Rechts bekleiden, ohne daß es dadurch kamen, um an einer der dortigen Universitäten ihre Studien weiter wäre, wurde er entlassen. Dieser junge Russe lebte nun in dem Recht wird. Wenn der Reichskanzler wirklich ein Hüter unseres Ver- fortzusetzen, da wurden sie sofort ausgewiesen. Als der Minister im naiven Glauben, daß Deutschland ein Rechtsstaat sei.( Heiterfeit fassungsrechts sein will, so ist es seine erste Pflicht, dafür zu sorgen, Landtage darüber zur Rede gestellt wurde, erklärte er, das hätte gelinks.) Er stellte einen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft. Die daß die Verordnung des Ministers des Innern aus der Welt ge- fchehen müssen, damit der preußische Ausweisungsbefehl nicht illusorisch Antwort des Staatsanwalts war sehr charakteristisch für die preußisch- schafft wird. Es ist traurig genug, daß Minister sich gar nicht um würde.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Man sieht, die russischen Zustände. Der Antrag auf Bestrafung wegen Freiheits- die Reichsverfaffung fümmern.( Sehr wahr! bei den Sozialdemo- Seuche der preußisch- russischen Liebedienerei hat auch schon das badische beraubung wurde zurückgewiesen mit der Begründung, daß aus- traten.) Musterländle angestedt. Das bayerische Gesetz gehört zu den wanderungsverdächtige" Personen von der Polizei festgenommen werden Heute wird an der Grenze die Kontrolle nicht von Beamten, schlimmsten. könnten und wenn sie dann sich nicht als Auswanderer heraus- sondern von Agenten der Schiffahrtsgesellschaften ausgeübt und Jm Artikel 39 des bayerischen Heimatsgefezes find eine ganze stellen, dann würden sie eben wieder freigelassen. Mit aller alles das unter Billigung der Regierung. Die Gendarmen an der Anzahl Kategorien von Menschen mit der Ausweisung bedroht. Stühle wird hier gesagt:" Was ist denn dabei? Wenn ein Grenze, die Bürgermeister, die Billettverkäufer folgen den An- Zunächst diejenigen, die sich eines gemeinen Verbrechens schuldig Agent glaubt, daß du answandern willst, dann beraubt man dich weisungen der Agenten der Agenten der Schiffahrtsgesellschaften. Diefen gemacht haben und dementsprechend bestraft worden sind. Außerdem eben der Freiheit; stellt sich das Gegenteil heraus, dann wirst du unwürdigen Zustand zu beseitigen, muß jeder mithelfen, der ein aber auch Personen, die nach bestimmten Paragraphen der bayerischen wieder freigelaffen. Worüber beklagst du dich denn eigentlich?" Gefühl für die Würde des Staates hat.( Lebhafte Zustimmung bei Polizeiverordnung bestraft worden sind. Und zwar zunächst Der Ausdruck der Auswanderung verdächtig" spricht ganze Bände. den Sozialdemokraten.) Die Kontrollstationen sind heute wirklich Leute, die wegen Hebertretung der Hausier- Ordnung bes ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In barbarischen Staaten, eine Menschenfalle, aus der sich die armen getretenen Menschen nur straft find. Ferner gewohnheitsmäßige Trinker, schließlich wie in Rußland, ist die Auswanderung von der Genehmigung der befreien können, wenn sie ein hohes Lösegeld zahlen. Wir wollen die aber Dienstboten, welche nach welche nach der Gesinde- Ordnung bestraft Behörde abhängig. Staaten, die aus dem Zustande der russisch- polnischen Arbeiter nicht länger auf Gnade und Ungnade den worden sind. So können in Bayern Dienstbvten ausgewiesen Barbarei hinausgekommen find, haben diese Bedingung längst ab- Ausbeutungsgelüften einer tapitalistischen Unternehmung überlassen. werden, die nach der Meinung ihrer Herrschaften ihre Kontratte nicht geschafft. Diese deutschen Behörden aber bewegen sich noch ganz im( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) eingehalten haben, oder die es an Achtung oder Gehorsam gegen russischen Gedankenfreis.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir wissen ja, seit der letzten Rede des Reichskanzlers, daß ihre Dienstherrschaft haben fehlen lassen, oder solche, welche zur Früher galt es als unverbrüchlicher Rechtsgrundfaiz, daß der Freiheit wenn das Recht in Trümmer geht, das den modernen realpolitischen Nachtzeit ohne Erlaubnis ihre Behausung verlassen haben, oder welche nur der beraubt werden dürfe, wer wegen einer strafbaren Hand- Staatsmann nichts angeht. Wenn ihm der Entrüstungsschrei der ohne Erlaubnis fremde Personen beherbergt haben. Das romantische lung verurteilt war oder, in besonderen Fällen, einer strafbaren sterbenden und unterdrückten Menschen ins Ohr flingt, verursacht es Fensterln in Bayern wäre natürlich ein Verstoß gegen diese GesindeHandlung hinreichend verdächtig erschien. Die preußische dem Reichskanzler, der die sittliche Entrüstung nicht liebt, lediglich Ordnung, da es ja doch wohl entweder ein nächtliches Verlassen Gesetzgebung aber ist zu dem barbarischen Grundsatz gelangt, jeden Unbehagen. Er möchte gern den Entrüstungsschrei der Getretenen der Behausung oder ein unerlaubtes Beherbergen fremder wenn berhaften, auch nur die Mut- unterdrücken. Aber ich zweifle nicht, daß die Mehrheit des Reichs- Personen in fich schließt.( Große Heiterkeit.) Es tönnte also mit maßung besteht, daß er einmal verdächtig werden könne. Bei uns tages der Stimme der Menschlichkeit und Gerechtigkeit ihr Dhr acht Tagen Haft bestraft werden, und nach Artikel 39 des Heimatsist dem Ausländer jedes Recht genommen, tatsächlich sind Aus- leihen wird.( Lebhafter und anhaltender Beifall bei den Sozial- gefeßes, tönnte auf Ausweisung deswegen erkannt werden. Nach wanderer bei uns vogelfrei durch die Verwaltungspraxis und die demokraten.) demfelben Artikel kann aus Bayern aber auch ausgewiesen werden, Entscheidung der Gerichte.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) wer einen Blauen Montag gemacht hat. Die kapitalistische Moral, Jezt aber ist dieser Zustand noch erweitert worden; man maßt die in diesem bayerischen Heimatsgesetz liegt, mag ja teilweise noch sich das Recht an, Ausländer, die nur vorübergehend zum Besuch aus alter Zeit herstammen. Es sind aber auch darin neue sich bei uns aufhalten, festzunehmen, wenn ein Agent der Bestimmungen aufgenommen; die nämlich, daß man mit Ausdeutschen Schiffahrtsgesellschaften ihn als der Auswanderung weisung diejenigen bedroht, welche auf Grund der Gewerbe- Ordnung verdächtig bezeichnet. Es handelt sich hier nicht bloß um wegen Streifvergehens verurteilt sind. Man wendet sich sonst in Bayern einzelne Fälle, sondern um planmäßiges, systematisches Vorgehen.( Heiterkeit und Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) gegen den Geist des Preußentums, aber wenn es sich um die kapitaDer Berichterstatter des„ Berliner Tageblattes", der seine Mitlistische Moral handelt, ahmt man in Bayern die preußische Praxis teilungen auf Grund langer Beobachtungen an der Grenze machte, Die ablehnende Haltung des Zentrums gegen die Fremdenrecht- fehr gern nach. Streifvergehen sind nicht selten in Bayern. Und erklärte, daß nicht die Mißgriffe einzelner Beamten, sondern das Resolution wird von der Bevölkerung nicht verstanden werden.( Reichs- auch derentiegen fann die Ausweisung erfolgen. System schulo trage an diesen unwürdigen Zuständen. Die Köln. tangler Graf Bülow erscheint im Saal.) Für die große Freiheits- Alle diese Bestimmungen müssen beseitigt werden. Wir gehen Boltszeitung" glaubte zwar in ihrer Nummer vom 28. August, daß bewegung in Rußland interessiert sich die ganze zivilisierte Welt aber noch weiter. Wir meinen, daß auch die Ausweisungsbefugnis das System von gewissen Agenten aus gewinnsüchtigen Absichten( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), was auch der Herr Reichs- gegen gemeine Berbrecher nur dazu führt, neue Verbrechen zu erheraus aufgebaut worden sei. Aber sie erkannte an, daß mit dem tanzler dagegen fagen möge. Jeder anständige Mensch muß mit der zeugen. Es ist ungerecht, daß Leute, die wegen eines Verbrechens Rechtfertigungsversuch des Hamburger Blattes die Sache nicht ab Freiheitsbewegung in Rußland sympathisieren.( Lebhafte Zustimmung berurteilt sind und ihre Schuld abgesessen haben, ohne neue Vergetan sei. Die Erregung, die selbst bis weit in die bürger- bei den Sozialdemokraten.) Freilich, wenn der russische Autokratismus gehen und ohne neues gerichtliches Urteil ausgewiesen werden. Das lichen Kreise übergriff, veranlaßte die Regierung nicht, ihre fällt, dann bleibt die deutsche Regierung mit ihrer Autokratie ganz burch werden die Leute brotlos und begehen leicht neue Verbrechen. Haltung zu ändern. Noch im Oktober wurde dem Berliner Tage- isoliert. Aber auch hier wird die Stunde der Freiheit schlagen. Ein Mann aus Württemberg, der in Baden lebte, wurde aus Baden blatt" aus Eydtluhnen telegraphiert, daß man russischen Aus( Lebhafte Zustimmung bei den Polen und den Sozialdemokraten.) ausgewiesen, weil er früher einmal ein allerdings rohes Verbrechen wanderern mit ordnungsgemäßen Pässen die Weiterreise nicht einmal begangen hatte. Er war ein fleißiger Arbeiter und solider Mensch bis Hamburg gestattet habe, obgleich sie über hinreichende Mitte! geworden, seine Ehefrau und sein Arbeitgeber verwandten sich für verfügten.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Sie hätten eine ihn, aber vergebens, er mußte fort aus feiner Stellung, Schiffstarte der Hamburg Amerika- Linie oder des Bremer Lloyd irrte brotlos herum und ganz vor kurzem mußte er verhaftet werden nehmen müssen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) wegen eines Einbruchdiebstahles. Da haben Sie die ht dieser Auswanderer zu Als der nächste Redner das Wort erhält, ruft Abg. Eichhorn( Soz.): Und dazu schweigt die Regierung? Ihm entgegnet Abg. Hoffmann- Berlin( Soz.): Was soll sie denn auch sagen? Abg. Graf Brudzewo- Mielzyusti( Pole): ins m Abg. Eichhorn( Soz.): Mit der Bewegungsfreiheit der Deutschen im Julande ist es nicht viel befferi bestellt ale mit dem Fremdenrecht. Seit 37 Jahren besteht die Freizügigkeit. Aber die Freizügigkeit ist eine Freizügigkeit " Staatssekretär Graf Posadowsky: Abg. Bernstein( Soz.): Ausweisungsbestimmungen! Denn nach einer Bestimmung des fog. I die Regierung feine Folge, fo trägt sie wenigstens allein die gerufen und hervorrufen müssen, daß es sich um ein Attentat nicht Freizügigkeitsgesetzes kann die Ausweisung aus jedem deutschen Verantwortung für diese unwürdigen Zustände.( Lebhafter Bei- nur auf ihre Nationalität, sondern auch auf ihr religiöses Empfinden Bundesstaat erfolgen, wenn sie einmal aus einem deutschen Bundes- fall links.) handelt.( Lebhafte Zustimmung im Zentrum und bei den Polen.) staat erfolgt ist. Wie kann aber von einer wirklichen Freizügigkeit Man kann darüber streiten, ob das Ansiedelungsgesetz verfassungsangesichts solcher Dinge die Rede sein? Mit allen diesen polizeilichen Es ist gestern hier behauptet worden, daß das preußische An- widrig ist: daß es einen Eingriff in das Privatrecht darstellt, ist Bestimmungen muß aufgeräumt werden.( Sehr richtig! bei den Soz.) ficdelungsgesetz nicht vereinbar wäre mit Artikel 3 der Reichs- unfraglich.( Lebhafter Beifall links, im Zentrum und bei den Polen.) Wir wollen aber noch weiter gehen. In allen deutschen Staaten ist verfassung.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Sie werden das Wahlrecht zum Landtage und in den meisten auch das Wahl- vielleicht nicht mehr Sehr richtig! rufen, wenn ich Sie auf die recht für die Gemeindevertretungen an die Staatsangehörigkeit ge- Bestimmung im Einführungsgesetze zum Bürgerlichen Gesetzbuche mischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands beabsichtigt, läßt sich Die Erklärung des Grafen Bülow, daß er keine gewaltsame Einbunden. Dieses ist also ein wichtiges Gut. In dem Momente aber, Hinweise, in welcher gesagt ist, daß Maßnahmen, welche die ja hören. Es gibt aber noch andere Mittel, als offene Waffenhülfe, wo man sich in einem anderen Bundesstaate niederläßt und die neue Einzelstaaten im öffentlichen Interesse" treffen, eine Ausnahme um einem Staate oder einem System Beistand zu leisten. Ich meine Staatsangehörigkeit nicht sofort erwerben kann, verliert man dieses machen.( Buruf bei den Sozialdemokraten: Das trifft nicht zu!) das finanzielle Gebiet. Paul Rohrbach, der jetzt im deutschen Staatswichtige Gut. In Baden leben 10,57 Proz. Deutsche, die nicht Badener Sie können es vielleicht bezweifeln, daß das öffentliche Interesse, dienste steht, hat nachgewiesen, daß Rußland, wenn dort etwas wie find, gegenüber nur 1,88 Proz. Reichsausländer. Diese 101 Broz. der aus dem heraus das Ansiedelungsgesetz geschaffen ist, ein berechtigtes eine Finanzfontrolle bestände, längst seinen Bankrott hätte anmelden deutschen nicht badischen Bevölkerung Badens besitzen dort kein Wahlrecht. war. Darüber könnten wir im preußischen Abgeordnetenhause ver- müssen.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bisher hat noch Durch diese Beschränkung des Wahlrechts wird am meisten der handeln. Aber daß das Interesse ein öffentliches war, können wir Arbeiter betroffen, den seine wirtschaftliche Lage zum häufigen nicht bestreiten. Der sozialdemokratische Redner ist weiter in ieder große Strieg- der deutsch- französische von 1870/71, der russischWandern zwingt. Der Hausbesitzer, der Grundbesitzer, der Industrielle, längeren Ausführungen auf die Frage der Kontrollstationen ein Staatspapiere herbeigeführt. Dagegen begegnen wir der merkwürdigen türkische Strieg von 1877/78- einen gewaltigen Kurssturz der der seine Fabrik hat, der Kaufmann mit seinem Laden verläßt nicht gegangen. Sie sind im Jahre 1893 aus rein sanitätspolizeilichem Erscheinung, daß trog der furchtbaren Schläge in Ostasien die Kurse so leicht seinen Wohnort wie der Arbeiter, der immer auf dem Sprunge Grunde entstanden. Wenn Sie sich das Material vom Auslande der Russenpapiere eine merkwürdige Festigkeit zeigen.( Hört! hört! stehen muß, dort seinen Lebensunterhalt zu suchen, wo er ihn finden ansehen, das uns zuströmt, aus Gegenden mit zum Teil sehr ge- bei den Sozialdemokraten.) Die sonderbare Erscheinung ist darauf fann. Er allein wird durch die Gesetzgebung, die eine politische ringer fanitärer Kontrolle, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, zurückzuführen, daß die Hochfinanz. besonders die Berliner, alle Freizügigkeit nicht kennt, um sein Recht betrogen.( Sehr wahr! bei fo werden Sie nicht an unserer Verpflichtung zweifeln, gegen die Mittel, selbst recht terroristische, nicht scheut, um die Inhaber den Sozialdemokraten.) Ginst mag wohl der Gedanke bestanden nachteiligen Folchen solcher Durchwanderung Deutschland zu schüßen. danten ins Gesicht schlägt, zu beseitigen. In der Verfassung des Vereinigten Staaten in viel schärferer Form. Das tut Auſtralien zu wahrscheinlich, daß hinter diesen Anstrengungen der Berliner haben, das ungeheure Unrecht, das dem nationalen deutschen Ge- Das tut für sich auch das freie Amerika und die Republik der Ver- russischer Papiere zu bewegen, dieselben nicht zu verkaufen, um auf diese Weise die russischen Kurse zu halten. Es ist aber nur Norddeutschen Bundes hieß es, daß Angehörige jeden Bundesstaates und sehr viele andere Staaten.( Burufe bei den Sozialdemo- Hochfinanz niemand anders steht, als die deutsche Reichsregierung. so berechtigt sein sollten, als ob sie eingeboren wären. Es gebe im fraten: Ballin! Ballin!) Ich komme darauf sofort zu sprechen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe das Wort erganzen Norddeutschen Bunde, vom Erlaß dieser Verfassung an nur Nun kommt es toto die vor, daß die Vereinigten Staaten Aus- griffen, um über diese Angelegenheit die Meinung des Herrn Reichsein Indigenat. Das war nur die Ausführung des Gedankens, den wanderer zurückweisen, weil sie den von ihnen gestellten Bedingungen fanzlers zu erfahren. Weiß der Reichskanzler, welche Folgen die schon das Frankfurter Revolutionsparlament in der Baulskirche in nicht entsprechen. Wenn wir die Kontrollstationen nicht hätten, so fünstliche Hochhaltung der russischen Kurse für die kleinen deutschen feinen Grundrechten des Deutschen niedergelegt hatte. Auch in der würden diese Einwanderer irgendwo an den deutschen Küsten ans Geldgeber haben kann? Schweiz ist jeder Kantonsbürger als Schweizer Bürger berechtigt, Land gesetzt werden und müßten dann von einem Bundesstaat, in Schuld nicht bezahlen, denn diese Zinsen belaufen sich auf Rußland kann einfach die Zinsen seiner in jedem anderen Kanton die staatsbürgerlichen Rechte auszuüben. dessen Gebiet der Hafen liegt, nach der Heimat zurückgebracht ungefähr Aber im Deutschen Reich hat man trotz der schönen Redensart werden. halbe Milliarde.( Hört! hört!) Redner verDiese Verpflichtung übernehmen jetzt die Gesell- liest einen Artikel des Professors v. Reusner im Blutus". vom ewigen Bunde" die Sache nicht so ernst genommen. schaften, die in Deutschland konzessioniert sind. Es ist Seitdem ist die Es entstand der Artikel 3 der deutschen Reichsverfassung, ein Wechsel ziemlich deutlich ausgesprochen worden, daß wir die ganze Ein- Die künstliche Sicherheit, in die man das deutsche Publikum Lage Rußlands noch düsterer geworden. balg, über den sich schon zahllose Juristen ihre Köpfe zerbrochen richtung nur getroffen hätten, um den konzessionierten Schiffahrts- wiegt, wird schwere Folgen für das ganze deutsche Nationalvermögen haben: Für ganz Deutschland besteht ein gemeinsames Indigenat linien einen Gewinn zuzuschanzen. Das ist durchaus irrtümlich. haben.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Außerdem bedeutet mit der Wirkung, daß ein Angehöriger jedes Bundesstaats in jedem wir haben die Einrichtung nur getroffen, weil wir den Einzelstaaten aber die Unterstützung der russischen Finanzmanipulation eine Unterandern Bundesstaat als. Inländer zu behandeln... und zur Er- nicht zumuten können, daß sie zugunsten der Auswandererstützung des jetzigen Systems in Rußland, cine Parteinahme für den langung des Staatsbürgerrechts zuzulassen ist."... Wenn er sowieso Transportgesellschaften, die den Transport über See besorgen, Autofratismus, einen Neutralitätsbruch gegenüber den russischen Freials Inländer behandelt werden muß, welchen Sinn soll es dann noch auch die Pflicht haben, die Lasten des Rücktransports heitskämpfern, eine Mitschuld an den gehäuften Verbrechen, die der Zar haben, daß er ein Recht auf Erlangung des Staatsbürgerrechts hat? zu übernehmen. Hand in Hand mit dem sanitären Interesse und seine Helfershelfer begehen. Eine ganze Anzahl hervorragender Juristen hat denn auch erklärt geht also ein armenpolizeiliches; jeder Auswanderer, der die Grenze gezogen. Der Vorredner scheint die Vorliebe seiner Freunde für die und das zum Teil schon bei der Schaffung der Verfassung überschreitet, könnte nur aus sanitären Sicherheits- oder Armen- Vizepräsident Dr. Paasche: Sie dürfen dem Oberhaupt eines daß durch das gemeinsame Indigenat die Ausländer den Inländern polizeirücksichten lästig fallen, und wir müßten ihn dann auf Kosten befreundeten Staates nicht ein Verbrechen vorwerfen. Ich rufe Sie vollkommen gleichgestellt seien. Wäre das richtig, so wären die Be- der deutschen Regierung in die Heimat zurückbringen. Ich kann deshalb zur Ordnung!( Zustimmung rechts, heftiger Widerspruch stimmungen des badischen, bayerischen, hessischen und sächsischen mich auf Einzelfälle nicht einlassen; es mögen in einzelnen Fällen bei den Sozialdemokraten, große Unruhe im ganzen Hause.) Wahlgefeßes, die einen längeren Aufenthalt in diesen einzelnen Mißgriffe vorgekommen sein, wie immer bei großen Einrichtungen. Bundesstaaten zur Voraussetzung des Wahlrechts machen, ungültig. Aber die Grundlage der Kontrollstationen ist durchaus verteidigungs- asien und Rußland geschehen, keine Verbrechen sind, dann empfiehlt es Abg. Bernstein( fortfahrend): Wenn die Megeleien, die in OstVorläufig aber bestehen sie fast unangefochten, und so hat in der fähig; sie sind absolut notwendig. Praxis das partikulare Recht über den Reichsgedanken gesiegt. Die uns vorliegende sozialdemokratische Resolution will die Auf- fich, das Wort Verbrechen überhaupt aus dem Wörterbuche zu Der Grund zu dieser Erscheinung liegt darin, daß in den Einzel- nahme eines Reichsangehörigen in einem anderen Bundesstaat er- streichen!( Stürmische Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Lachen parlamenten die Reaktion noch einen günstigeren Boden findet man denke nur an das preußische Junterparlament, diese Karikatur einsehen, auf welche Weise die Aufnahme in die Staatsangehörigkeit leichtern. Trotz der Ausführungen des Vorredners kann ich nicht und Unruhe rechts.) Vizepräsident Dr. Paasche: einer Volksvertretung, Darum sucht die Regierung möglichst viele eines anderen Bundesstaates noch erleichtert werden könnte. Schon Sie haben in feine Stritit meines Ordnungsrufes einzutreten! Materien an die Landesgesetzgbung abzuschieben, den Bergarbeiter jetzt hat jeder unbescholtene Deutsche, der sich in einem anderen Da Sie in auderer Form die Worte wiederholen, wegen deren Sie schutz und das Gefinderecht, das Eisenbahn- und das Schiffahrts Bundesstaate niederläßt, das Recht auf Erwerbung der dortigen zur Ordnung gerufen find, so rufe ich Sie zum zweitenmal zur wesen im Reichstage würden Schiffahrtsabgaben wohl nie durch Staatsangehörigkeit. Es auch denjenigen Staatsangehörigen zu gehen. Allein aus diesem politischen Grunde hat auch die tat- geben, die sich in einem Bundesstaate nicht niedergelassen haben, Ordnung!( Laute Oho!- Rufe bei den Sozialdemokraten. Zurufe fächliche Freizügigkeit die politische Freizügigkeit noch nicht nach sich liegt nicht die geringste Veranlassung vor; denn ihre wirt- von der Linken zur Rechten. Tumult im ganzen Hauſe.) schaftlichen Interessen sind durch den Artikel 3 der ReichsAbg. Bernstein( fortfahrend): In§ 11 des Freizügigkeitsgefeges wird zunächst ganz allgemein verfassung schon genügend gewahrt: ganz abgesehen von dem Erwerb Wir müssen den Eindruck zerstören, daß die Regierung hinter in Aussicht gestellt, daß jeder Angehörige eines Bundesstaates ohne der Staatsangehörigkeit besteht für alle Deutschen ein gemeinsames diesem Treiben steht.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) weiteres das Bürgerrecht in dem neuen Bundesstaate erwerben kann. Indigenat. Die Freizügigkeit kann beschränkt werden durch MaßAber es ist dann daran eine Ausnahmebestimmung geknüpft, durch nahmen der Armenpolizei und der Sicherheitspolizei. Der Armen Reichskanzler Graf Bülow: den der ganze Wust der polizeilichen Bestimmungen der Einzel- polizei steht ein Ausweisungsrecht und ein Abweisungsrecht zu, wenn staaten wieder eingeführt wird. Die Praxis beweist, daß man der betreffende nicht imstande ist, sich und seine Familie zu ernähren. Freizügigkeit nicht zu teilen. Wir leben nicht mehr in so patriarcha bon dem sich Niederlassenden nicht nutr den einfachen um das festzustellen, und um den Unterstützungswohnsitz zu ermitteln, lischen Verhältnissen, daß solche Eingriffe in die Bewegungsfreiheit Antrag verlangt, sondern eine ganze Fülle von Papieren, bis find auch die Fragen nach der Staatsangehörigkeit des Vaters oder der Börse möglich wären. Es ist richtig, daß in Berlin eine russische weilen sogar Papiere über die Vermögenshöhe.( hört! hört! bei Großvaters, die der Vorredner in einer für Laien der internen Verwaltung Anleihe aufgenommen worden ist, die von deutschen Banken in den Sozialdemokraten.) Man verwechselt einfach die Naturalisation sehr plausiblen Weise kritisiert hat, durchaus notwendig. Daß die Gemeinschaft mit holländischen und russischen übernommen wurde, eines Ausländers mit der Staatsaufnahme eines Deutschen aus Angehörigen des einen Bundesstaates vom Landtagswahlrecht in ebenso daß deutsche Kapitalisten ihr Geld in russischen Papieren einem anderen Staate. Die Papiere zu beschaffen ist für einen ein- einem anderen Bundesstaat ausgeschlossen werden können, beruht auf angelegt haben. Das war eine reine Privatsache. Für die deutsche Regiefachen Arbeiter oft zu teuer. Auch bekommt er manchmal nicht alle der Reichsverfassung, auf dem Schlußprotokoll vom 23. November rung lag die Frage so, ob sie dieser russischen Anleihe entgegenarbeiten Papiere. Nach meiner Auffassung sind alle diese Papiere überflüssig 1870. Danach hat der föniglich preußische Bevollmächtigte der sollte, ob sie eine solche russische Anleihe in Deutschland verhindern sollte. zur Staatsaufnahme. Diese meine Auffassung wurde auch von bayerischen Regierung die Erklärung abgegeben, daß sich die Gesetz- Dazu lag bei den guten politischen Beziehungen, in denen wir gegender„ Kölnischen 3tg." geteilt. Tatsächlich verlangte man aber auch von gebung des Reiches nicht auf die Frage erstrecken solle, unter welchen wärtig mit Rußland stehen, gar keine Veranlassung vor.( Hört! hört! ganz bekannten Personen, wie Bebel, Geriſch, genaue Ausweispapiere. Voraussetzungen jemand zur Ausübung politischer Rechte in einem links.) Wenn die Japaner die Absicht haben sollten, bei uns eine Die preußische Bureaukratie hat einen ellenlangen Fragebogen aus einzelnen Bundesstaate befugt sei.( hört! hört! rechts.) Anleihe aufzunehmen, so würden wir ihnen auch keine Schwierigkeiten gearbeitet. 8. B. wird da nach der Religion gefragt. Was hat Sicherheitspolizeiliche Beschränkungen der Freizügigkeit sollen nach bereiten.( Bewegung und Lachen links.) Es ist schon neulich darauf denn die Religion mit der Staatsangehörigkeit zu tun?( Sehr dem Geist der Bestimmung Anwendung finden, um z. B. Schmugglern hingewiesen worden, daß vor 20 Jahren Fürst Bismark verhindert richtig! links.) Aber man fragt weiter: ob selbständiger Unter- den Aufenthalt in der Nähe der Grenze oder Zuhältern den Aufent- hätte, entgegengearbeitet hätte, eine Stampagne eröffnet hätte gegen nehmer oder Angestellter? ob und wo gedient? Was hat das alles halt in einer großen Stadt unmöglich zu machen. Wenn der eine russische Anleihe in Deutschland. Und der Grund, den Fürst tvar Bismarck dazu hatte, mit der Staatsangehörigkeit zu tun? Ferner fragt man, wo gleichen Bestimmungen außerordentlich extensiv interpretiert werden, die Annahme, daß das vont und in welcher Stelle er sich aufgehalten hat? Es käme doch nur wenn Ausschreitungen in einzelnen Fällen stattfinden, worüber ich Rußland bei uns aufgenommene Geld zu russischen Rüstungen gegen in Betracht, nachzuweisen, daß er sich nicht über 10 Jahre im fein Urteil habe, so kann dadurch das Recht der Landesbehörden, be- Deutschland verwendet werden sollte. Eine solche Besorgnis besteht Reichsausland aufgehalten hat. Weitere Fragen beziehen sich auf das stimmten Personen den Aufenthalt an bestimmten Orten zu ver- heute nicht mehr und wir haben so keinen Grund, und gegen eine Leben und den Aufenthalt der Eltern. Schließlich aber fragt man sagen, nicht berührt werden. Und wenn es so hingestellt wird, als russische Anleihe feindlich zu stellen. Derselbe Fürst Bismarck hat, auch noch genau, wo sich seine Großeltern überall aufgehalten haben! ob Deutschland rückständiger ist als andere Staaten, so weise ich wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, bei Beginn des russisch( Heiterkeit links.) Alle diese Fragen müssen wahrheitsgetreu beant- darauf hin, daß Italien und Desterreich für die Beschränkung des türkischen Krieges eine russische Anleihe in Deutschland zugelassen, er wortet werden. Tausende von Arbeitern können hierüber keine Aus- Aufenthalts bestrafter Personen viel schärfere gesetzliche Bestimmungen hat, wie ich mich bestimmt erinnere, 1884 oder 1885 noch offiziös kunft mehr geben. Sie verzichten lieber auf den Erwerb der Staats- haben, daß in der Republik Frankreich zur Aufenthaltsbeschränkung russische Anleihen in Deutschland empfehlen lassen. Wenn dann angehörigkeit. Genosse Bebel mußte vier Monate warten, ehe er die die Relegation, d. h. die Verweisung in die Kolonien oder Terri- darauf hingewiesen worden ist, daß Fürst Bismard später preußische Staatsangehörigkeit, die er früher schon besessen hatte, wieder torien treten kann. Ich glaube daher, daß die Reichsregierung nicht den russischen Anleihen so entgegengetreten ist, erhielt. Manchmal gehts aber auch schneller. In den badischen Landtag in der Lage ist, den Wünschen der Resolution Rechnung zu tragen. ich hierzu Herrn Bernstein eine charakteristische Aeußerung wurde einmal ein Nationalliberaler gewählt. Da stellte es sich Zum Schluß wende ich mich zu der Resolution, die verlangt, Bismarcks mitteilen. Als damals ein Berliner Blatt, das der linken heraus, daß er Württemberger war. Die Wahl war ungültig. daß dem Reichstage in jedem Jahre eine Uebersicht über die von Seite des Hauses näher steht als der rechten, schrieb:„ Wer weiß, Aber in acht Tagen hatte er das badische Staatsbürgerrecht er- dem Bundesrat auf die Beschlüsse des hohen Hauses gefaßten wie lange diese Haltung dauern wird; jetzt werden russische Werte worben und dieselben Wahlmänner wählten ihn zum zweiten Male! Entschließungen vorgelegt werden soll. Gegen diesen An- bekämpft, vielleicht kommt wieder die Zeit, wo russische Werte an trag sprechen ernstliche staatsrechtliche Bedenken. So lange der Berliner Börse empfohlen werden", da schrieb Fürst Bismarck Nun noch ein paar Worte über den Berlust der Staats- der Reichstag mur vertagt und nicht geschlossen wird, kann er seine an den Rand: Natürlich, je nach Bedürfnis".( Heiterkeit.) Abangehörigkeit. Man verliert sie jetzt nach zehnjährigem Aufenthalt Entschließungen jederzeit ändern. Der Reichstag will also im Falle geordneter Bernstein hat sich bemüht, die Stimmung für russische im Ausland, wenn man die teure Eintragung in die Konsulats- der Vertagung die Wohltat des Ausschlusses der Diskontinuität für Werte möglichst flau zu machen. Ich weiß nicht, wie weit Sind denn Leute, die das versäumen, nicht sich in Anspruch nehmen. Da muß er sie auch dem Bundesrat zu ſeine Aeußerungen Einfluß haben werden auf die Börse. unter Umständen ebenso gute Deutsche, wie die anderen? Unter Um- gestehen und nicht verlangen, daß dieser statt wie bisher nach Schluß Daß der Kurs der russischen Papiere ſich bis jetzt gehalten, ergibt ständen beteiligen sich solche sogar an einen patriotischen Rummel der Seffion jetzt auch während der Session dem Reichstage die ge- fich daraus, daß die große Mehrheit deutscher Inhaber von russischen das Wort hat ja jetzt hier im Reichstage Bürgerrecht erworben. forderte Uebersicht zugehen läßt. Der Bundesrat ist nicht in der Papieren ein größeres Vertrauen in die wirtschaftlichen und politischen ( Heiterkeit.) Aber das nutzt alles nichts. Die Verluste des Reiches Lage, vor Schluß der Session Stellung zu den einzelnen Ent- Verhältnisse Rußlands und in die Zukunft des russischen Reiches hat an ausländischen Reichsangehörigen sind denn auch ungeheuer, schließungen des hohen Hauses zu nehmen. namentlich in den Vereinigten Staaten. Aber auch z. B. in Bukarest haben von den 11 000 Deutschen nur 2000 die Eintragung in die Matrikel vollziehen lassen. ( Hört! hört!) matrikel versäumt. Abg. Dr. Spahn( 3.): fann den als die Herren von der Sozialdemokratie, daß sie vorziehen, die russischen Werte, die sie besigen, nicht panikartig zu verschleudern, sondern sie für bessere Zeiten aufzuheben. Abg. Spahn meinte Die staatsrechtlichen Bedenken, die der Staatssekretär gegen mit Bezug auf unsere Ostmarkenpolitik, die Offensive sei von Nun kann ja allerdings jeder, der seine deutsche Staatsangehörig- unsere Resolution betreffend eine tabellarische Uebersicht über die deutscher Seite ausgegangen.( Sehr richtig! bei feit verloren hat, diese leichter wieder erlangen, als ein Ausländer Bundesratsentschließungen zu den Reichstagsbeschlüssen vorbrachte, Polen.) Dem muß ich mit größter Entschiedenheit entgegentreten; sich in Deutschland naturalisieren kann. Aber auch diese Ne- scheinen mir wenig zwingend zu sein. Der Reichstag muß wissen, es kann nicht bestritten werden, daß dieser Kampf uns von denjenigen naturalisationen werden von der Behörde schwer genug gemacht. woran er ist und welche seiner Beschlüsse die Zustimmung des aufgezwungen worden ist, die das Deutschtum in den Ostmarken Ich will hier noch einen anderen Fall erzählen, der das Naturali- Bundesrats gefunden haben. Redner wendet sich dann bekämpfen und die östlichen Provinzen vom preußischen Staate fationsgesuch eines Ausländers betrifft. Ein ehemaliger Schivede, der Resolution betreffend die Aufenthaltsbeschränkungen zu, die trennen wollen. Den Gedanken, daß die Dstmartenpolitik fich der feit zwei Jahren seine schwedische Staatsangehörigkeit verloren er im Namen seiner Fraktion abzulehnen erklärt.( Ein großer irgendwie gegen das katholische Bekenntnis richte, weise ich mit hatte, wollte nach 22jährigem Aufenthalt in Deutschland, Teil der Ausführungen bleibt unverständlich.) Was die heftigen größter Entschiedenheit zurück. -Ivo er verheiratet war und fünf Kinder hatte und sich Angriffe auf das Auswanderungswesen und die Hamburg- Amerika- Abg. v. Tiedemann( Rp.): Ich verstehe nicht, wie Abgeordneter nicht politisch irgendwie betätigt hatte, deutscher Staats- Linie betrifft, so ist nicht zu leugnen, daß die Kontrollstationen sich Dr. Spahn es bezweifeln kann, daß die polnischen Bestrebungen angehöriger werden. Aber da er natürlich in seinen Papieren nicht bewährt haben. Der Abg. Graf Mielczynski hat das Zentrum revolutionär und auf Loskommen von Preußen gerichtet sind. Wie nachweisen konnte, daß er noch Schwede war, so erhielt er auch die heftig wegen seiner ablehnenden Haltung zu den Resolutionen über haben sich die Verhältnisse in den Ostmarken zu umgunsten der deutsche Staatsangehörigkeit nicht.( Sehr richtig! und Lachen links.) Regelung des Fremdenrechts angegriffen. Aber schon der verstorbene Deutschen geändert! Die Polen kaufen dank ihrer großartigen Aber seinen Sohn wollte man naturalisieren, allerdings mur unter Abg. Windthorst hat sich gegen eine ähnliche polnische Resolution aus- Drganisation nur von Polen. der Bedingung, daß er sich tauglich im Militärdienste erweisen gesprochen.( hört! hört! rechts und im Zentrum.)- Jch will hier nicht die Abg. Graf Brudzewo- Mielzynski( Pole): Die Ausführungen des würde.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es ist aber auch ganze Bolenfrage aufrollen. Ich amtierte lange in einem polnischen Abg. v. Tiedemann sind von uns schon hundertmal im Abgeordnetenschon vorgekommen, daß Leute in Deutschland gedient haben und Bezirke und ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß die polnische hause widerlegt. Wir halten es für überflüssig, darauf zurückhinterher ausgewiesen wurden, indem man ihnen einfach sagte, sie Bevölkerung nicht daran denkt, sich von Preußen und vom Deutschen zukommen.( Beifall bei den Polen.) wären Ausländer und ihr deutscher Militärdienst beruhe nur auf Reich loszulösen.( Hört! hört! links und im Zentrum, Widerspruch Abg. v. Oldenburg( f.): Die russischen Verhältnisse können uns einem Irrtum.( Lachen links.) rechts und bei den Nationalliberalen.) Nicht die Polen( mit erhobener nicht veranlassen, die Knochen eines einzigen Grenadiers daran zu Sie sehen aus diesen kurzen Ausführungen( Große Heiterkeit Stimme), sondern die preußische Verwaltung hat den Streit an- wagen.( Bravo! bei den Konservativen.) rechts), welche Mängel das Freizügigkeitsgefeß, das Staats- gefangen.( Lebhafte Zustimmung links und im Zentrum.) Die Abg. Büsing( natt.): Ich kann es durchaus nicht zugeben, daß angehörigkeits- Gesetz und das Reichsangehörigkeits- Gefeß haben. Ansiedelungspolitik, betrieben unter hervorragender Mitwirkung mit dem Ansiedelungsgesetz ein Eingriff in das Privatrecht geschieht. Ich bitte Sie daher, unsere Resolution anzunehmen. Gibt ihr dann evangelischer Geistlichen, hat unter den Polen die Befürchtung hervor-( Widerspruch bei den Polen. Beifall rechts.) Was seine angebliche Staatssekretär Graf Posadowsky: Es folgt der Etat des Auswärtigen Amts. Ungeseglichkeit betrifft, so weise ich nur darauf hin, daß es von der s Der Kampf gegen die Standard Oil Comgang in den Ver gesetzlichen Vertretung des preußischen Staates, nämlich dem preußi Abg. Eickhoff( fri. p.) bringt zur Sprache, daß die diplomatische einigten Staaten von Amerika nimmt eine immer größere Aus schen Landtage, gebilligt worden ist.( Lachen bei den Polen. Zuruf Vertretung Deutschlands im Auslande in einseitiger Weise die dehnung an, da sich dem Vorgehen des Staates Kansas gegen diesen bei den Sozialdemokraten: Schöne Vertretung!) Wir können den Interessen der Firma Friedrich Krupp in Essen zum Schaden anderer Trust jetzt auch verschiedene andere Delfelder enthaltende Staaten, Reichskanzler nur ersuchen, auf dem eingeschlagenen Wege fort- Firmen wahrnimmt, namentlich zum Schaden der Rheinischen wie Teras, Illinois, Missouri, Kolorado, Oklahoma, angeschlossen zufahren.( Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Metallwaren- und Maschinenfabrik" in Düsseldorf. haben. Wie bekannt ist, handelt es sich bei dem Streit nicht um Abg. Haase( Soz.): Staatssekretär Freiherr v. Richthofen: Besteht eine Konkurrenz eine Auflehnung der Petroleumkonsumenten gegen die hohen PreisMeine Ausführungen über das Auswanderungswesen haben im Auslande, so ist man gezwungen, eine Firma zu empfehlen. So festſebungen des Trusts, sondern lediglich um einen Profitkampf weder Abg. Dr. Spahn, noch Staatssekretär Graf Posadowsky war es auch im Konstantinopeler Fall und es ist natürlich, daß man zwischen der Standard Oil Company und den Delquellen- Befizern widerlegen können. Aus den Ausführungen des Grafen Posadowsky wäre es, wenn in solchen Fällen die beiden Firmen sich zur Offerte mehr zahlen will. Der Trust ist nämlich nicht selbst Quellenbesizer, die ältere im Auslande bekanntere Firma empfiehlt. Das beste in Kansas, denen der Trust die bisherigen hohen Rohölpreise nicht ging doch gerade hervor, daß nicht irgend eine Polizeibehörde, verbinden wollten. Dann wäre es leichter, mit dieser einen gemein- sondern kauft das Rohöl von den zahlreichen Erzeugern, und sein fondern lediglich der Bundesrat befugt ist,„ beſondere Beſtimmungen famen Offerte zu operieren. Der Staatssekretär polemisiert gegen Monopol zieht es aus den Röhrenleitungen, die das Del unvertvegen des überseeischen Auswanderungswesens in außer europäische Länder" zu treffen. Diese Bestimmungen müssen aber einzelne Aeußerungen des Grafen Reventlow. gleichlich billiger befördern als die Bahnen. Er hat jetzt eine Leidem Reichstage vorgelegt werden, darauf hat der Reichstag ein Recht. Budgetkommission gerade von der Firma Ehrhardt bestürmt worden bis ans Atlantische Meer in New Jersey. Außerdem hat er infolge Abg. Dr. Beumer( natl.): Ich möchte darauf hinweisen, daß die hung vom Indianerterritorium durch Kansas und über Indiana Ich frage nun, was soll mit denjenigen russischen Auswanderern geschehen, die gar nicht nach einem außereuropäischen Hafen, sondern ist. Die Firma hat dabei die Abschrift eines Gutachtens der feines Monopols die einzigen großen Raffinerien. Die Prairie nach Italien, Belgien oder Frankreich auswandern wollen.( Sehr schweizerischen Regierung vorgelegt, hat aber darin einen Teil, in Del Co. als Hülfsorgan des Trusts hat nun seit der Vollendung richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es ist an der Zeit, daß der dem auf gewisse unfertigkeiten der Geschütze hingewiesen wird, fort- der Röhrenlinie den Preis, den sie den Farmern von Kansas für Bundesrat eine Verfügung erläßt, die alle berechtigten Interessen gelassen.( Hört! hört! rechts.) Alle Konkurrenzversuche zwischen den das Faß Rohöl zahlt, von etwa 1 Dollar auf 47 Cents herabgesetzt. Bundesrat eine Verfügung erläßt, die alle berechtigten Interessen Firmen Krupp und Ehrhardt sind zuungunsten der letzteren aus- Dabei mag Uebererzeugung mitgewirkt haben, die der Truſt abes wahrt.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) gefallen. immer dadurch fördert, daß er ein Zeitlang die besten Preise zahlt. Doch sind auch die Kansasfarmer keine Tugendschwärmer, sie haben 74 000 000 Dollar fiktiven Kapitals in Rohölgesellschaften, das ihnen der Trust verzinsen sollte, wenigstens bis sie die Aftien losgeschlagen haben würden. Aber die Farmer der Präriestaaten haben immer die öffentliche Meinung für sich, und so fiel in der gefeßgebenden Verfammlung in Topeka Schlag auf Schlag. Zuerst wurde, wie die Kölnische Zeitung" berichtet, die Vorlage Gesez, es solle eine staatliche Delraffinerie gebaut und mit Sträflingsarbeit betrieben werden. Dann kam ein Gesetz, das die Röhrenleitungen zum allgemeinen Verkehrsmittel( Common Carrier) machte, so daß sie wie Eisenbahnen gegen feste Frachtgebühren den Transport des Dels im Auftrag übernehmen müssen, also auch für die konkurrierende Staatsraffinerie. Dann folgte ein Gesetz, das die Eisenbahnfrachtgebühr auf Rohöl auf die Hälfte herabsetzte, und endlich eine vierte Vorlage, die gleiche Delpreise für den ganzen Staat verlangt. Das tat fräftige, wenn auch teilweise vermutlich verfassungswidrige Vorgehen wirkte auf die Nachbarstaaten ansteckend. In Kolorado, Oklahoma und Teras wurden Gesetzesvorlagen für Staatsraffinerien eingebracht, in Missouri und Teras Vorlagen, Röhrenleitungen zu Verkehrsmitteln zu erklären, und das Unterhaus der Legislatur von Illinois nahm sogar den Beschluß an, Kansas zur Errichtung der Staatsraffinerie mit einem Darlehn von 100 000 Dollar zu Hülfe zu springen. Abg. Eickhoff( fri. Vp.): In der Budgetkommission ist früher festgestellt worden, daß die Firma Krupp Panzerplatten an die Marineverwaltung zu höheren Preisen geliefert hat, als sie sie nach Amerita lieferte. Die Angriffe des Herrn Beumer gegen die Firma Ehrhardt sind unzutreffend.( Beifall links.) Der Herr Vorredner übersieht, daß die Kontrollstationen an der Grenze sich nicht nur auf die Auswanderer, sondern vor allem auf die Rückwanderer beziehen, um zu verhüten, daß sie dem Staate zur Last fallen. Der Herr Vorredner übersieht auch, daß die reichsgesetzlichen Bestimmungen über das Auswanderungswesen sich nur Abg. Dr. Bachem( 3.) wünscht, daß man Mittel flüssig mache, auf die Untersuchung der Auswanderer vor Betreten des Schiffes um die Kenntnis der chinesischen Architektur weiteren deutschen Voltsbeziehen und dazu dienen, die Gesundheit der deutschen Aus- freisen zugänglich zu machen. wanderer zu wahren. Die Kontrollstationen an der Grenze sollen Abg. Dr. Südekum( Soz.): Auch ich möchte die Anregung des Deutschland gegen Einwanderer schützen, die gefährliche Krankheiten Dr. Bachem unterstützen. Gerade die Berliner werden es freudig mit sich schleppen können. Uebrigens, so lange ein Reichs- begrüßen, wenn ihnen, die durch die offizielle Berliner Architektur gesetz nicht erlassen ist, ist jeder Bundesstaat befugt, nicht verwöhnt sind, die Kenntnis einer so ausgezeichneten fremdBesondere Bestimmungen auf Grund seiner Polizeigewalt ländischen Architektur vermittelt wird.( Heiterkeit.) zu erlassen. Die preußische Verordnung bewegt sich durchaus Hierauf vertagt sich das Haus auf Sonnabend í Uhr.( Kolonialim Rahmen des Erlaubten. Ich gebe zu, das Gesetz etat.) Schluß 7% Uhr. über Partei- Nachrichten. " Es handelt sich also nicht um ein prinzipielles Vorgehen gegen die Trusts und ihre Preispolitik, sondern um einen ganz gemeinen Profitstreit zwischen verschiedenen gleichwertigen Kapitalistengruppen. Die Erzeugung von Bessemerstahl in den Vereinigten Staaten von Amerika hat infolge der Krise während des letzten Jahres beträchtlich abgenommen. Nach den Zusammenstellungen der American Iron and Steel Association wurden während des Jahres 1904 im Vergleich mit den Vorjahren folgende Mengen Bessemerstahl in Ingots und Gußstücken erzeugt: 1903/1904 den Erwerb und den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit bedarf einer gewissen Modernisierung, weil die überseeischen Verkehrsverhältnisse sich außerordentlich verändert haben und wir viel mehr Beziehungen mit dem Ausland unterhalten als 1870. Der Entwurf eines solchen Gesetzes liegt auf meinem Schreibtisch. Aber ganz so ist er nicht, wie der Redner der äußersten Linken Für die Gemeindewahlen, die im November stattfinden, treffen gewünscht hat, denn dann könnten wir in außerordentlich scharfe unsere Nürnberger Genossen jetzt nach und nach ihre VorbeKonflikte mit dem Ausland gelangen.( Bravo! rechts.) reitungen. Bekanntlich ist die Sozialdemokratie, die den ReichstagsAbg. Dr. Spahn( 8.): Der katholische Pole hängt an seiner und den Landtagswahlkreis Nürnberg schon längst erobert hat, im Nationalität und Eigenart vielleicht fester als der evangelische Pole. Rtahause noch ohne die geringste Vertretung, weil die liberalen" Das kann aber die Polenpolitik der preußischen Regierung nicht Mastbürger, die das Heft in der Gemeinde in Händen haben, dem rechtfertigen. Man hat besonders bei der Anstellung von Beamten größten Teile der Arbeiterschaft die Erwerbung des Bürgerrechts auf die Gefühle der polnischen Katholiken keine Rücksicht genommen. und damit des Gemeindewahlrechts durch Erhebung einer hohen Ge( Sehr richtig! bei den Polen und im Zentrum.) Tatsache ist, daß bühr unmöglich machen, um ihre Alleinherrschaft aufrecht zu erdie großpolnische Agitation erst eingesetzt hat, nachdem mit den halten. Bei der letzten Wahl wurden für die Kandidaten der SozialUngerechtigkeiten und Bedrückungen von der andern Seite begonnen demokratie zwischen 3658 und 3816, für die liberale Liste zwischen worden ist.( Lebhafte Zustimmung bei den Polen und im Zentrum.) 7212 und 7460 Stimmen abgegeben, die Sozialdemokratie müßte also Abg. Dr. v. Jazdzewski( Pole): nach der Zahl ihrer Wähler ein Drittel der Stadtverordnetensite in Händen haben. Dies wird jedoch durch die Listenwahl unmöglich Die Aspirationen der Polen, die an die geschichtliche Vergangen gemacht, an der die Herrschaften ebenfalls hartnäckig festhalten. Der heit anknüpfen, sind menschlich sehr begreiflich. Aufgabe der Staats- Sozialdemokratische Verein hat deshalb den Antrag gestellt, die Wahl funst ist es, diesen Aspirationen durch eine gerechte Behandlung nach Bezirken vorzunehmen und die Zahl der zu wählenden Ge- Ohio entgegenzuwirken. Ohne jede Verschuldung von unserer Seite kamen die meinde- Bevollmächtigten nach dem Verhältnis der im Bezirke woh- Andere Staaten Jllinois Ausnahmegeseze gegen die Polen, das Ansiedelungsgesetz von 1886, nenden Wähler zu bestimmen. Außerdem wurde beantragt, die ErWir haben für die Heeresvorlagen, die Flottenvermehrung, die werbung des Wahlrechts dadurch zu erleichtern, daß alle in Nürnberg Handelsverträge und alle möglichen Regierungsvorlagen gestimmt. heimatsberechtigten männlichen Personen, wenn sie in Nürnberg ( Buruf rechts: So merkt man Absicht!) Ob wir das aus gutem ihren Aufenthalt haben, das Bürgerrecht gebührenfrei erhalten. Da Herzen getan haben oder nicht, ist gleichgültig.( Stürmische Heiterkeit der„ geeinte" Liberalismus, von dessen höchsten Spizen einige in der rechts und am Bundesratstisch.) Aber trotzdem unterdrückt man Nürnberger Gemeindevertretung fißen, für die bayerischen Landtagsuns immer brutaler. Nur auf der Basis der Gleichberechtigung kann wahlen das Proportinalverfahren als das einzige gerechte System" ein Volk befriedigt werden. Solange sie aber durch Ansiedelungs- fordert, wird er sich auch gegen diese sozialdemokratischen Forderungen geseze auch den ruhigsten Teil der polnischen Bevölkerung treffen, nicht länger sträuben fönnen. fönnen Sie auf Frieden feinen Anspruch machen. Schaffen Sie die Ausnahmegeseze gegen die Polen ab, und Sie sollen sofort den Frieden haben.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Staaten Pennsylvanien 1901 1902 In Tonnen a 1016 Kilogramm 4 209 326 3 909 436 3 464 650 2050 115 . 4 293 439 2 154 846 - 2 528 802 2 330 134 1 324 217 940 800 1 443 614 956 621 1 366 569 1 257 190 986 690. 1 087 185 8 713 302 9 138 363 8 592 829 7 859 140 0 . Summe Tonnen oder 8,5 Proz. Seit dem Jahre 1900 ist eine so niedrige Der Rückgang gegenüber dem Vorjahre betrug demnach 783 689 Ausbeute wie 1904 nicht vorgekommen. Vermischtes. Edelmanns Recht. Aufgehobene Freisprechung. Wegen Beleidigung der Offiziere Vor der vierten Straffammer des Landgerichts Dresden fand Abg. Gröber( 3.): Die schrecklich großen staatsrechtlichen Be- der preußischen Armee hatte sich am 27. September v. J. vor dem am 15. März gegen den Rittergutsbesiker denken des Grafen Posadowsky gegen Vorlegung einer Ueber- Landgericht Erfurt der verantwortliche Redakteur der Tribüne", sicht über die Beschlüsse des Bundesrats find vollkommen Genosse Michaelis, zu verantworten. Moritz Karl Wilhelm Freiherr von Cornberg auf Die Tat soll begangen hinfällig. Sobald der Reichstag in verfassungsmäßiger Form seinen sein durch Veröffentlichung eines Leitartikels über die zweijährige Schloß Langenhennersdorf Beschluß gefaßt hat, kann der Bundesrat seine Entschließung fassen. Dienstzeit in der am 20. Februar 1904 erschienenen Nummer. Die in der Sächsischen Schweiz eir Aufsehen erregender Nöti Er ist weder an den Sessionsschluß des Reichstages gebunden, um Anklage erblickt die Beleidigung in dem vorletzten Absage des Ar- gungsprozeß statt. Am 11. Juli v. J. war der jugendliche zu warten; denn er wird den Etat, wenn wir ihn am 31. März tikels, weil darin den Offizieren niedrige Gesinnung vorgeworfen in Hessen, der auf dem Gute des Freiherrn von Cornberg als fertigstellen, noch an demselben Tage seinerseits annehmen, noch werde. Das Landgericht hat den Angeklagten freigesprochen, weil es Volontär beschäftigt war, mit dem verheirateten Pferdeknecht Otto verlieren die Beschlüsse des Reichstages bei Ablauf der Session einen strafbaren Tatbestand nicht feststellen fonnte.- Die Re- Anders in Streit geraten, weil der letztere sich weigerte, statt der ihre Kraft. Abg. Jessen( Däne) weist auf zwei Fälle, den einen in Dst- anwatt für begründet erklärt. Für jeden, so bemerkte er, der das vision des Staatsanwalts gegen dieses Urteil wurde vom Reichsschleswig, den anderen in Westschleswig hin, daß Personen 2000 m. Urteil unbefangen lese, sei es ungemein überraschend. Das Landbekommen haben, um bestimmte der Behörde genehme Auskünfte zu gericht verkenne den Begriff der Tatsachen und setze sich in Widermachen. Damit ist die Korruption der Behörden in Schleswig- spruch mit gedruckten Entscheidungen des Reichsgerichts. Er beHolstein erwiesen. Reichskanzler Graf Bülow: antrage die Aufhebung des Urteils und empfehle die Verweisung der Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht Naumburg a. G. Der Abg. Mielzynski hat zur Rechtfertigung des polnischen Aufstandes von 1848 gesagt, daß damals auch die Berliner einen Aufstand gemacht haben. Das ist richtig, aber es war sehr unrecht den und sehr töricht von Berlinern.( Heiterkeit rechts.) aber noch auf zwei Punkte hinweisen: Ich Erstens haben die Berliner niemals die Absicht gehabt, sich vom Sache an ein anderes Gericht. Aus Induftrie und Handel. Köhler tam hinzu und warf in roher Weise den faſſungslosen Knecht, Pferde die Ochsen zu bedienen. Der Gutsinspektor Emil Paul Köhler kam hinzu und warf in roher Weise den fassungslosen Knecht, der mit seiner Familie eine freie Wohnung auf dem Rittergute hatte, tindern natürlich kein anderes Obdach finden. Der Inspektor hatte hausung des Gemaßregelten und verlangte in barscher Weise die Räumung der Wohnung innerhalb 24 Stunden. In dieser furzen Frist konnte der Knecht mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern natürlich kein anderes Obdach finden. Der Insepktor hatte aber kein Erbarmen, er erschien abends gegen 10 Uhr an der Spike mehrerer Gutsknechte, ließ die Tür ausheben und warf die wenigen Habseligkeiten der Familie auf die Straße. Die Frau des Be troffenen hatte gerade das Abendessen auf dem Feuer, aber sie mußte die Stochtöpfe einfach im Stich lassen und hungernd und frierend war die Familie genötigt, die Nacht unter freiem Himmel zuzubringen. Die Folge war eine schwere Erkrankung der Ehefrau des Ermittierten. Zur Entwickelung der Reichsbank. Am 14. März waren preußischen Staat loszureißen, wie es zweifellos, wenigstens damals, 30 Jahre verflossen seit dem Erscheinen des Bankgesetzes von 1875, Die Bolen wollten. Die Berliner wollen ja hoch hinaus, aber das durch welches die Preußische Bank, die sich bereits in den voranhaben sie damals doch nicht erstrebt.( Große Heiterkeit.) Ferner gegangenen Kriegen als letter Rückhalt des Geldmarktes bewährt Der letztere hatte in seinem Hülflosigkeit zwar die Hülfe des Geweise ich darauf hin, daß damals die Berliner von polnischen Agita- hatte, in die Reichsbank umgewandelt und in dieser ein Zentral- meindevorstandes angerufen. Dieser konnte jedoch nicht eingreifen, toren aufgestachelt und angeführt worden find( Sehr richtig! rechts), institut zur Regelung des gesamten Geldumlaufs im Reichsgebiet weil die Gerichsbarkeit der Gemeinde sich nicht auf das Rittergut erangeführt im doppelten Sinne des Wortes. Große Heiterfeit rechts.) geschaffen wurde. Der Reichsbankpräsident Dr. Koch feiert dieses streckte. Der Baron von Cornberg war nun angeklagt, seine Leute Beschwichtigungs- und Versöhnungsversuche sind von der preußischen Jubiläum in einem längeren Artikel des„ Bankarchivs", in welchem angestiftet zu haben, die Wohnung des Knechtes gewaltsam zu Regierung wiederholt unternommen worden. Sie sind unternommen er zu dem Resultat kommt, daß die Verfassung der Reichsbank sich räumen. Er gab auch zu, gesagt zu haben:" Wenn er nicht freiwillig worden in den vierziger, fünfziger und neunziger Jahren. Bei während der 30 Jahre ihres Bestehens als ein wohlgeeigneter geht, müssen wir ihn' raus werfen!" Dessenungeachtet wurde der solchen Versuchen ist aber für die preußischen und deutschen Staats- Rahmen für ihre Entfaltung erwiesen hat. Mit dem Aufsteigen Freiherr freigesprochen, während der Inspekio Köhler zu 150 M., interessen nie etwas herausgekommen, es ist dabei nur heraus- des wirtschaftlichen Lebens in Deutschland," führt er aus, sind seine Stnechte zu 15 M. Geldstrafe verurteilt wurden. gekommen, daß die polnischen Aspirationen immer exorbitanter naturgemäß auch ihre Aufgaben gewachsen. Aber der zweimalige wurden. Und wenn der Abg. v. Jazdzewski auch mit einer gewissen Ablauf der Kündigungsfrist, an welche die Fortdauer der Reichs- Ein Held. Bei dem Versuch, ein Kind von dem Gleis zu entWehmut erinnert hat an die Zeit, wo auch die polnische Fraktion bank in ihrer jebigen Gestalt geknüpft worden war, hat in feinem fernen, wurde, wie aus Aschaffenburg gemeldet wird, der Bahngewisse Annäherungsversuche an die preußische Regierung unternommen Buge zu einer wesentlichen Aenderung geführt. Abgesehen von einer wärter Burg auf der Strecke Miltenberg- Aschaffenburg vom Zug erhat, so hoffe ich, ihm nicht zu nahe zu treten, wenn ich sage, daß er beträchtlichen Erweiterung des dem Reich ohne jedes vermögens- faßt und getötet. Auch das Kind wurde tödlich verlegt. diese Annäherungsversuche wohl am besten charakterisiert hat, rechtliche Risiko zustehenden Gewinnanteils, hat die neueſte Bankindem er meinte, er lasse es dahin gestellt sein, ob diese gesegnovelle von 1899 nur Sorge getragen, auf Grund der fortAnnäherungsversuche, wie er sich ausdrückte, aus bestem Herzen her- schreitenden Ausdehnung der deutschen Wirtschaft die Betriebsmittel vorgegangen wären. Die polnisch- katholische Bevölkerung hat auch der Reichsbank durch Vermehrung des freilich neben den Noten trotz des Auftedelungsgesetzes im Verhältnis zur deutsch- evangelischen und den Girogeldern hauptsächlich nur als Garantiekapital in BeBevölkerung zugenommen.( Lachen bei den Polen.) Deshalb wird tracht kommenden Grundkapitals bis auf 180 Millionen Mark und die preußische Staatsregierung und werde ich auch ferner das des durch das Aufgeld bei der letzten Emission bis über seinen Deutschtum im Osten schüßen mit allen Mitteln, die uns zu Gebote gesetzlichen Höchstbetrag von 60 Millionen Mark hinaus erhöhten stehen.( Beifall rechts.) Reservefonds zu stärken, sowie mittels Erhöhung des steuerfreien Notenkontingents ihre Beweglichkeit zu erweitern. ( Sachsen) zwei Besucher des dortigen Technikums. In später NachtBei einem Zimmerbrande ums Leben gekommen sind in Riesa stunde waren die beiden Techniker Alexander Müller aus Celle und Paul Siegel aus Gleina bei Querfurt in ihre in der ersten Etage gelegenen Bimmer zurückgekehrt. Des Morgens bemerkte man das Herausdringen von Rauch aus der Wohnung. Die alsbald herbeigeholte Feuerwehr fand beim Betreten der Zimmer Müller erstickt auf dem Sofa, während Siegel, mit entsetzlichen Brandwunden bedeckt, bewußtlos am Boden lag. Jns Krankenhaus transportiert, erlag er jedoch bald seinen Verlegungen. Man nimmt als zweifellos an, daß der eine der beiden Verunglückten bei brennender Petroleumlampe auf dem Sofa eingeschlafen ist und diese während des Schlummers mit der Tischdecke heruntergerissen hat, wodurch das Feuer entstand. Briefkaften der Redaktion. Abg. v. Gerlach( frs. Vg.): Unter nationaler Politit verstehe ich eine solche, die im Interesse der Nation liegt. Jniviefern hat Die Ergebnisse der Novelle sind vollkommen befriedigende gedie jetzige Polenpolitik dem deutschen Bolte genügt?( Sehr gut! wesen. Nach Ueberwindung de kurzen kritischen Periode, besonders lints). Unter dem Drucke dieser Politik wird die polnische der Jahre 1900 bis 1902, zeigt sich seit 1903 glücklicherweise wieder Minderheit zusammengeschweißt, die deutsche Mehrheit verweichlicht. eine Auftvärtsbewegung des deutschen Wirtschaftswesens, welche allWenn Herr Büsing meinte, das Votum der überwiegenden Mehrheit mählich einen Teil nach dem anderen ergriffen hat. Im Jahre 1904 des Landtages beweise alles, so erwidere ich: sie beweist gar nichts, haben die Gesamtumsäße den höchsten bisher wahrgenommenen Beoder beweist nur, daß Preußen das denkbar elendeste Wahlrecht hat. trag von 221 Milliarden Mart( 1876: 36 Milliarden) erreicht. ( Beifall links.) Darunter befinden sich allerdings 194½ Milliarden Umsätze in dem S. R. 1. Wilhelm Liebknecht war ein„ Ritter vom Geiste", nicht des Damit schließt die Debatte. In der Abstimmung werden die von der Reichsbank zur Erfüllung ihrer gesetzlichen weiteren Be- Roten Adlerordens. 2. Er war niemals preußischer Minister, dagegen sein Resolutionen des Zentrums auf selbständige Vertretung Elsaß ſtimmung, die Zahlungsausgleichungen zu erleichtern", bereits 1876 Lebtag internationaler Revolutionär. A. O. 3. Durch die Adresse: Lothringens im Bundesrat und auf Vorlegung einer jährlichen eingerichteten Giroverkehr, der das gesamte deutsche Zahlungswesen H. Lammé, Kreuzbergstr. 36. R. 99. Benutzen Sie ein Konversations Uebersicht über die Beschlüsse des Bundesrats mit den Stimmen der vereinfacht und von Grund aus umgestaltet hat, inschließlich, der Lexikon. Heymannsche Bibliothek, Alexandrinenstr. 26. O. 2. 77. Linken, des Zentrums und der Polen angenommen, desgleichen die Einnahmen und Zahlungen für das Reich und die Bundesstaaten. Wahrscheinlich" Prudentia". Näheres vielleicht durch das Hamburger Echo", sozialdemokratische Resolution auf sofortige Kündigung der Aus- Auch die Notenausgabe erreichte am Schluß des Jahres die Reford- Fehlandstr. 11. Karikatur. Durch große Buchhandlungen vielleicht. lieferungsverträge zwischen Preußen, Bayern und Rußland. Die ziffer von 1599 Millionen Mark und ebenso die Jahresumsäße 1. Domverwaltung könnte Auskunft geben. 2. Anzahl aller vorhandenen Ausgezeichneter Spezialist Herr Fuchs, Zehlendorf. Barkstr. 7. D. D. übrigen sozialdemokratischen und polnischen Resolutionen werden gegen der von der Reichsbank an elf Plägen in den letzten 21 Jahren Bündhölzchen? Bählen Sie selbst nach! Resultat teilen Sie uns wohl mit. die Stimmen der Sozialdemokraten, Freifinnigen und Polen ab erreichten Abrechnungsstellen( Clearing- Häuser) mit 32 635 Mil- 3. R. Rex, Ronig. Prämie. Die Veröffentlichung erfolgt biertelgelehnt. jährlich; nur nach Einsendung. lionen Mark." IV. Wahlkreis( Osten). Sonntag, den 19. März, abends 5% Uhr im Lokale von Paul Litfin, Memelerstr. 67: Versammlung mit Frauen. Tages Ordnung: Bortrag des Gen. Eugen Brückner über: Friedrich Schiller. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Rege Beteiligung erwartet Der Vertrauensmann. Stukkateure! Die laut Fachblatt am Montag, den 20. März, abends pünktlich 8 Uhr, bei Franke, Sebastianstr. 39, stattfindende Mitglieder- Versammlung erhält auf einstimmigen Beschluß des Vorstandes folgenden ersten Punkt der Tagesordnung: Der Tarif- Entwurf unserer Unternehmer. Referent: Kollege Krebs. Die Wichtigkeit des Themas erfordert das Erscheinen aller Kollegen, welche sich ihre Lebenslage nicht vertragsmäßig verschlechtern lassen wollen. Gäste und Nichtmitglieder haben Zutritt. Jeder muß seinen Tarif mitbringen! 173/ 7* Sozialisten! Die Ortsverwaltung. Anarchisten! Berliner Arbeiter- Verband der Maschinisten und Heizer sowie Radfahrer- Verein Berufsgenossen Deutschlands, Berlin. Umgegend.) ( Mitgl. d. Bund. Solidarität".) Sonntag, den 19. März nach Bichelswerder( Freund). Start 2 1hr Brandenburger Tor. 11/20 NB. Die fünfte Abt. tagt jeden 1. und 3. Freitag im Monat im Elysium, Landsberger Allee 41. Enorm billig aus feinsten Massstoffen gefertigte, nur hochmoderne, aufs gediegenste gearbeitete hochvornehme HerrenAnzüge Paletots deren sonstiger Masspreis 40-70 M. ist, jetzt 18-42 M. Gebrockanzüge jetzt 23-42M. Herren- Hosen jetzt 7-12 M. verkauft täglich u. Sonntag Dentsohes Versandhaus, Jägerstr. 63, 1 Treppe. Sonntag, den 19. März 1905, vormittags 11 Uhr, im„ Böhmischen Brauhaufe", Meinen werten Gästen, Freunden Landsberger Allee( am Friedrichshain): Volks- Versammlung. THE Achtung! G und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich meine Nestauration mit Vereinszimmer nach der Braunsbergerstraße 3( Am Friedrichshain) verlegt habe. Speisen und Getränke nach wie vor in be Güte. Tages- Ordnung: Die geschichtliche Bedeutung der Märzkämpfe. fannier Site, Bitte auch ferner um Jedermann ist eingeladen. Der Einberufer: 0. Rüdiger. 107b Heinrich Hoppe, Aderftr. 21. Verband der Möbelpolierer. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, den 19. März, vormittags 9 Uhr, bei Kubat, Blumenstr. 38: Vorftands- Sitzung. Mittwoch, den 22. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( gr. Saal): Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Jahresbericht von 1904. 2. Bericht der Uebertritts- Kommission. 3. Die diesjährige Maifeier. 4. Wahl des ersten Kassierers. 5. Verschiedenes. Kollegen! Da in dieser Versammlung endgültiger Beschluß gefaßt werden soll, unter welchen Bedingungen der Uebertritt in den HolzarbeiterVerband am 1. April erfolgt, ist es Pflicht eines jeden Kollegen zu er scheinen. Auch wird der diesjährige Jahresbericht daselbst ausgegeben. Mitgliedsbuch legitimiert! Filiale Rixdorf. Sonnabend, den 25. März, abends& Uhr, in Felschs Festsälen, Knesebeckstr. 48-49: Große Soiree e bestehend in Gesang und humoristischen Vorträgen. Zum Besten der Opfer des Bergarbeiter- Streiks. Sonntag, den 19. März, vormittags 10 Uhr, bei Becker( früher Horstmann), Frankfurter Allee 127: Versammlung für den 6sten. A Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Kleinlein über:„ Die russische Revolution." 2. Diskussion. 3. Angelegenheiten des Dstens. Es ist dringend notwendig, daß sämtliche im Osten wohnende Kollegen erscheinen. 141/9 Montag, den 20. März, abends 81, Uhr, in Graumanns Festsälen, Naunyn- Strasse 27: Mitglieder- Versammlung. ラ Tages Drdnung: 1. Vortrag: Fräulein Jda Altmann über Leo Tolstoi, die russische Staatstirche und die religiösen Sekten. 2. Disfuffion. 3. Abrechnung vom Mastenball. 4. Vereinsangelegenheiten. Gäste, auch Frauen, willkommen. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Billetts a 30 Pf. find beim Bevollmächtigten Paul Fischer, Karlsgarten- Sektion der Gips- u. Zementbranche, Gruppe der Zementierer. straße 21, sowie beim Borsigenden W. Nitschke zu haben. Die Kollegen werden ersucht, die noch in ihren Händen befindlichen Sammellisten vom Bergarbeiterstreit sofort beim Stollegen Paul Fischer in Rigdorf, Karlsgartenstr. 21, abzurechnen, widrigenfalls die Namen der Restanten am tommenden Sonnabend an dieser Stelle veröffentlicht werden. Die Monatsversammlung für den Dsten fällt diesmal aus. 145/17 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Bimmer 34. Amt IV, 3353. Sonntag, den 19. März cr., vormittags 10 1hr: ( Verwaltungsstelle u. Sonntag, den 19. März, nachmittags 3 Uhr, bei Voigt, Ritterstr. 75: Versammlung. Tages Drdnung: M 1. Bericht über die Tarifbewegung der Brauereihandwerker, Maschinisten und Heizer. 2. Verschiedenes. Zu dieser Bersammlung sind die in den Brauereien beschäftigten Maschinisten und Heizer, auch diejenigen, welche sich bisher ihrer Berufs organisation noch nicht angeschlossen haben, besonders eingeladen. 138/8 Die Ortsverwaltung. & insegnungsins Anzüge ein- oder zweireihige, moderne schicke Form, hochelegant und tadellos sitzend. Beste Verarbeitung. Vollständiger Ersatz für Maßarbeit. Die Preise sind je nach Größe: Anzüge in Satin- Kammgarn oder Krepp- Cheviot von 12 M. an Anzüge in Rips- Kammgarn oder Diagonal- Cheviot von 15 M. an Anzüge in schmal geripptem Kammgarn oder KammgarnCheviot von 17 M. an Anzüge in Rips- Kammgarn, schmal geripptem Kammgarn oder Satin- Kammgarn von 20 M. an Anzüge in Coreserow- Kammgarn oder Rips- Kammgarn von 22 M. an Anzüge in sehr gutem Kammgarn- Cheviot oder Rips- Kammvon 25 M. an Anzüge in feinst. Tuch- Kammgarn oder hochelegantem Twill von 30 M. an garn Frühjahrs- Paletots in schicker Form, mit senkrechten oder geraden Taschen, von nur guten, modernen Stoffen und Farben, teilweise auf Seide gearbeitet, elegant und tadellos sitzend 20, 25, 30, 35. 40, 45, 50 und 55 M. Havelocks einreihige Form, ohne Aermel, mit voller Pelerine und Taillenriegel, von wetterfestem, imprägniertem Loden. Bräunlich, olive, grün, marengo, mittel- oder dunkelgrau 8,50, 12, 15, 20, 22,50, 25, 30 und 35 M. Große Weiten für extra starke Herren stets vorrätig. Großes Stofflager. Hochelegante Maßanfertigung. Die Preise sind billig, streng fest, und geschieht der Verkauf nur gegen bar. Mitglieder- Versammlung Carl Stier, Zages Drbnung: Zentralisierung des Arbeitsnachweises. Die Wichtigkeit der Tages- Ordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder der Gruppe. [ 137/6] Der Vorstand. Orts- Krankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin. Sonntag, den 19. März 1905, vormittags 10 Uhr, im Lokale von Die ordentliche General- Versammlung der Kasse findet am Zühlke, Dennewitzstr. 13: Bezirks- Versammlung für Westen und Schöneberg. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Kollegen Wiesenthal über den bevorstehenden Verbandstag zu Leipzig. 2. Jahresbericht und Neuwahl der Bezirksleitung. 3. Verschiedenes. Montag, den 20. März, abends 7 1hr, bei Kaufhold, Wilhelminenhofstraße 18: Sonntag, den 26. März cr., vormittags 10% Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57, statt. Tages- Ordnung: 1. Rechnungslegung pro 1904 durch den Rendanten. 2. Bericht des Rechnungs- Ausschusses bezw. Dechargeerteilung. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. J. Blenz, Vorsitzender. Otto Wonitzki, Schriftführer. Fabrik für Herren- und Knaben- Garderobe Berlin SO. Berlin W. Oranienstr. 166. Potsdamerstr. 118a. Potsdam, Nauenerstr. 23. Nach außerhalb sende Muster und Maßanleitung. Illustrierter Katalog gratis. Nur neueste Moden. 114b Dieser steife, schwarze Sut mit Futter, Zylinderhüte u. Chap. claques moderne Form, koftet M. 1.90. in großer Auswahl. Zentralverband der Handels-, Transport- Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. I. Bezirks- Versammlung Mitglieder aller Branchen! für Ober- Schöneweide. Zages Ordnung: 1. Der Verbandstag in Leipzig. 2. Diskussion. 3. BerbandsAngelegenheiten. 4. Verschiedenes. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Morgen, Sonntag, den 19. März, vorm. 9 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, großer Saal. Tages- Ordnung: Spezial- Hut- Engros- Lager, nur neuefte Moden. Abteilung für den Einzelverkauf Neue König- Strasse 48, 1 Treppe, drittes Haus vom Alexanderplatz. Größte Auswahl, außergewöhnlich billige Preise. Filzhüte für Herren, menete Form, mit Butter Mr. 1.50, mit Atlasfutter M. 2.-, hochfeine 1. Wahl von neun Delegierten zur Generalversammlung tu Qualität M. 2,50, extra feine M. 3.-, beste Qualität 4.50. Frankfurt a. M. 2. Beratung von Anträgen zur GeneralAchtung! Schlosser. Atung! versammlung in Frankfurt a. M. Montag, den 20. März, abends 8%, Uhr, im Lokale von Buggenhagen, Oranienftr. 147( am Moritplan), großer Saal: 11 NB. Der Wahlakt beginnt um 9 Uhr und endet um Uhr präzise. Die Wahl erfolgt in der Weise, daß den Kollegen am Eingang zum Wahllokal gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches die Kandidatenlifte ausgehändigt wird. Gleichzeitig erhält jeder Wähler einen Stimmzettel, auf welchem derselbe neun Namen von der Kandidatenliste auswählt und diese auf dem Stimmzettel niederschreibt. Der Stimmzettel wird dann dem Wahlkomitee übermittelt. Allgemeine Versammlung der Schlosser Berlins und Umgegend. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Kollegen Pawlowitsch über:" Leben und Leiden in deutschen Zuchthäusern und Strafgefängnisfen." 2. Dis. Stimmzettet, auf denen mehr als neun Kandidaten vermerkt tuffion. 3. Bericht über die letzten Vorkommnisse in der Branche. find, find ungültig. Ebenfalls sind Stimmen, welche auf nicht Was gedenken die Schlosser in der nächsten Zeit zu unternehmen? Borgeschlagene entfallen, ungültig. Kollegen! Da die Versammlung pünktlich eröffnet wird, erwarten wir, daß alle Kollegen zur Stelle find, um den Vortrag, welcher sehr vorzuzeigen. Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen über zehn Das Mitgliedsbuch ist am Eingang der Versammlung interessant zu werden verspricht, anzuhören. 113/10 23 och en im Rückstande sind, haben teinen gutritt. Die Ortsverwaltung. 68/2 Die Ortsverwaltung Berlin I. Zentral- Verband der Dachdecker. Achtung! Vergolder! Filiale Berlin. 51/ 5* Sonntag, den 19. März, vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Filiale Berlin. Montag, den 20. März, abends präz. 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung. Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme gegen den Arbeitsnachweis in der Gormannstraße. 2. Unfere diesjährige Maifeier. 3. Berbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, großer Saal. Tages Drdnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. 225/4 Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es in dieser Versamunlung pünktlich git erscheinen. Der Vorstand. Sonntags geöffnet. Bettfedern- Betten- Spezialhaus L. Beutler empfiehlt Bettfedern, nur neue, dreifach gereinigte, Pfd. 0.50, 1.00, 1.50. Halbdaunen Pfd. 1.50, 1.75, 2.00-2.50. Gänsefedern u. Daunen Pfd. 2.00-6.00. Unübertroffen an Füllkraft ist meine Spezialmarke: „ Mandarinen- Daunen" Fertige Betten! 2 Pfd. nur 2.50 Mk. Ein Versuch führt zur Nachbestellung. Großer Stand: Oberbett, Unterbett, 2 Kissen 12 Mk., bessere Sorten 15, 18, 22 bis 30 Mk. Hochfeine Brautbetten 40-60 Mk. Abholung und Bettfedern- Dampf- Reinigung. Zustellung franko. Grosses Lager fertiger Inlette, Bezüge, Laken. L. BEUTLER, BERLIN, Ackerstr. 28, Tel.: Amt III, 5301. Oranienstr.8, Tel.: AmtIV, 8971. Reinickendorferstr.64C. Abonnenten erhalten 10 Proz. Rabatt. E Wo? machen wir am Sonntag hin? Nach Pichels. 17402* werder zum alten Freund! Da ist man immer wie zu Hause. Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, + Ar. 66. 22. Jahrgang. 2. frilpp Uta Jomitls" Zonnabeud, 18. Mär; 1905. Lokaled. Der Philharmonie-Boykott. Das Verhalten des Vorstandes der Neuen freien Volks Kühne in der Angelegenheit des Philharmonie-Boykotts kann noch nicht als abgetan betrachtet werden; und um auch dem Teil der Arbeiterschaft, der bisher der Sache keine Beachtung schenken konnte, Gelegenheit zur Information zu geben, wollen wir in Kürze den Sachverhalt darstellen. In ihrer Sitzung vom 19. Januar d. I. beschloß die Verwaltung der Neuen fteien Volksbühne, den Vorstand zu ermächtigen, dem im Jahre 1889 über die Philharmonie ver- hängten Boykott dann t e i n e B e a ch t u u g zu schenken, wenn das Gelingen einer rein künstlerischen Veranstaltung davon ab- hängig sein sollte. Als Grund fiir diesen Beschluß wurde angeführt, daß die von der Neuen fteien Volksbühne beabsichtigte Schiller-Feier, so wie sie geplant sei, durch kontraktliche Verpflichtung Mitwirkender und durch sonstige Umstände nur in der Philharmonie stattfinden könne und daß die Verwaltung den Philharmonie-Boykott für ungerecht, in- konsequent und nur die Berliner Arbeiterschaft schädigend erachte. Ungerecht, da dann sämtliche andern Kunstinstitute gesperrt sein müßten; inkonsequent, weil, nachdem einige Parteiführer den Boykott nicht beachtet hätten, die Philharmonie zum persönlichen Verkehr freigegeben wurde, schädigend, weil er die Arbeiterschaft in ihrem Bildungsstreben hindere. Schon hier müssen wir auf einen Irrtum aufmerksam machen. ES stimmt dem Sinne nach nicht, daß die Philharmonie für den persönlichen Verkehr freigegeben wurde, nachdem einige Parteiführer den Boykott nicht beachtet hatten. In Betracht kommt hier wohl nur die in der Brauerei Friedrichshain am 20. Februar 1891 ab- gehaltene Versammlung, in welcher Liebknecht sich wegen des Besuchs der Philharmonie vor den Parteigenossen rechtfertigte. Hier wurde ohne Einschränkung der Boykott über die Philharmonie verhängt; und Einschränkungen einzig zugunsten der Philharmonie sind auch später nie getroffen worden; was beschlossen wurde, geht dahin, daß ganz allgemein K u n st i n st i t u t e, auch wenn sie der Arbeiterschaft nicht zu Versammlungen zur Verfügung stehen, für deir persönlichen Verkehr freigegeben werden, wie denn ja auch unter bestimmten Umständen bei reinen Vergnügungslokalen in dieser Hinsicht Ausnahmen gemacht worden sind. Die Lokalkommission, der es obliegt, darauf zu achten, daß die in Lokalangelegenheiten geltenden Beschlüsse von den organisierten Parteigenossen respektiert werden, billigte das eigenmächtige Vorgehen der Reuen freien Volksbühne selbstverständlich nicht und konnte selbstverständlich gar nichts anderes tun, als den erwähnten Beschlutz dieser Organisation rügen. Nun richtete Herr Heinrich Neft im Auftrage der Neuen fteien Volksbühne an verschiedene Organisationen Zuschriften mit der Aufforderung, den Antrag auf Aufhebung des Boykotts über die Philharmonie mit zu unter- zeichnen. Im zustimmenden Sinne wurden diese Zuschriften be- antwortet von der Freien Hochschule- Berlin, dem Berliner Volkschor, dem Buchdrucker-Gesangverein Typographia und der Freien Volksbühne, von diesem als dem am wesentlichsten in Betracht kommenden Verein unter der Einschränkung, daß der Boykott auch weiter zu respektieren sei, wenn die Lokalkommission den Antrag ablehne. Diesen Satz hat Herr Neft, wie gestern in unserem Blatte konstatiert wurde, in einem am 14. März herausgegebenen Flugblatt fortgelassen. Auch der Arbeiter-Sängerbund und die Freireligiöse Ge- m e i n d e Berlin stellten sich dem Anttag sympathisch gegenüber, wenn sie auch ihre Unterschrift verweigerten. Aus Grund der eingegangenen ZustimmungS-Erklärungen reichte Herr Neft am 15. Februar der Berliner Lokalkommission einen An- tragIein, der, mit den Unterschriften der fünf erwähnten Vereine versehen, die Aufhebung des Boykotts über die Philharmonie forderte. Auf diese Zuschrift hin teilte unser Parteigenosse Karl Rott Herrn Neft am 22. Februar mit, daß die Lokalkommission und die Vertrauensleute von Berlin den Antrag auf Aufhebung des Boykotts eingehend beraten und den Beschluß gefaßt hätten, nach wie vor den Boykott aufrechtzuerhalten. Bc- gründet sei dieser Beschluß darin, daß bei der Auf- Hebung des Boykotts auch andere Saalinhaber ihre Unterschriften zurückziehen könnten und so die Beschlüsse der Arbeiterschaft in Lokal- angelegenheiten illusorisch würden. Der Vorstand der Neuen freien Volksbühne hat, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der Lokalkommission erficht- lich ist, dem Beschluß der Berliner Parteivertretung zum Trotz für den 22. April in der Philharmonie ihre Schiller-Feier ver- anftaltet; und in dem erwähnten Flugblatt meint der Vorstand, daß nicht ein einziges urteilsfähiges Mitglied der Neuen freien Volksbühne sich fernerhin von dem Besuch künstlerischer Ver« anstaltungen(soll sinngemäß wohl Vereins veranstalttmgen heißen. D. R.), die in der Philharmonie stattfinden, abhalten lassen werde. Das wollen wir nun erst einmal abwarten. Soweit unsere Informationen reichen, wird der Beschluß des Vorstandes von der M i t g l i e d s ch a f t der Neuen freien Volksbühne keineswegs ein- hellig gebilligt, und die Ordner des Vereins sollen sich z. B. in dieser Angelegenheit entschieden gegen den Vorstand ausgesprochen haben. In der Sache selbst erkennen wir sehr wohl an, daß iiber die Zweckmäßigkeit des Philhannonie-BoykottS unter den Parteigenossen verschiedene Meinungen herrschen können, und die Sympathie, die beachtenswerte Organisattonen für die Aufhebung des Boykotts hegen, findet ja auch in den von der Neuen freien Volksbühne ver- öffentlichten Zuschriften deutlichen Ausdruck. Doch darauf kommt es jetzt nicht an, wo zu konstatieren ist, daß der Vorstand der Neuen fteien Volksbühne einen Disziplinbruch begangen hat, der sie zu den übrigen Organisationen in schroffen Gegen- s a tz stellt und der ganz unabhängig von der Stellung zur Boykottftage an sich, in allen Kreisen der sozialdemokratisch denkenden Arbeiterschaft entschiedene Verurteilung findet. Die Neue freie Volksbühne, welche 15 Jahre ohne die Phil- Harmonie ausgekommen ist, hätte gewiß auch die Schiller-Feier m einem boykottfreien Lokal abhalten können, ohne deren künstlerische Wirkung zu beeinftächtigen. Inzwischen aber Ware es ihr unbenommen gewesen, allein oder in Gemeinschaft mit anderen Arbeiterorganisationen die Aufhebung des Boykotts lveiter auf ordnungsmäßigem Wege zu erstreben. Das jetzige Ver« halten des Vorstandes bedeutet aber, daß er die Neue fteie Volks- bühne außerhalb der Schranken stellen will, welche die Arbeiter- schaft sich im Interesse ihrer Bestrebungen gezogen hat, und dieser Disziplinbruch, so befürchten wir, wird für den Verein keine guten Folgen haben. Zur Charakteristik des Herrn Neft aber verdient noch ein Um- stand hervorgehoben zu werden. In dem Flugblatt gibt er, angeblich uin die Intelligenz des Genossen Rott zu keimzeichnen, depen Zuschrift mit ihren orthographischen Fehlern wieder, mit der Wirkung, daß gegnerische Blätter diese Zuschrift ebenfalls ivörtlich abdrucken. Die Frage, ob die Intelligenz eures Menschen nach der orthographischen Korrektheit seiner Briefe abzuschätzen ist, kann im vorliegenden Falle füglich beiseite gelassen werden, Ivo diese Art der Veröffentlichung offerrbar keinen anderen Zweck haben sollte, alSdiesozialdemokratischenParteiorganisationen öffentlich herabzusetzen. Und ein s o l S e s Verhalten richtet sich in den Augen anständig denkender Leute von selbst. Wie wenig übrigens gerade Herr Neft Ursache hat. sich über den Splitter rn eines anderen Auge aufzuhalten, zeigt die folgende Zuschrift, die wir nach seinem Beispiel ebenfalls unkorrigiert abdrucken wollen: j Erwiederung. Auf die ErllSrung des Vorstandes der Freien Volksbühne in Nr. 65 des Vorwärts gestatte ich mir folgendes zu I erwiedern: Erstens habe ich in dem in Frage stehenden Flugblatt ausdrücklich erklärt, daß ich nur Stellen aus den erhaltenen > Antwortschreiben der verschiedenen Vereinigungen, sowohl der- jenigen die sich zustimmend, wie derjenigen die sich ablehnend zu den Anttag auf Aufhebung des Philharmonie- Boykotts äuserten, erwähne; zweitens erschien mir der Wieder« spruch der beiden Absätze des Schreibens der Freien Volks- bühne so kraß, daß eine Verbindung dieser ich für sinnlos halte— denn man kann doch wohl unmöglich die sachlichen Gründe für Aufhebung des Boykotts als berech- t i g t verfechten und den Boykott selb st gleichzeitig als zu Recht bestehend betrachten. Ob nun der Vorstand der Freien Volksbühne unser weiteres Vorgehen in Sachen des Philharmonie- Boykotts billigt oder nicht, kommt für mich natürlich gar nicht in Frage. Heinrich Neft Geschäftsführer der Neuen freien Volks- bühne. In diesem besonderen Fall glauben wir, daß auch die Herren vom Vorstand der Neuen fteien Volksbühne es uns nicht verdenken werden, wenn wir gleiches mit gleichem vergelten. Eine Liebe ist der anderen wert. Armenärzte. Magistratsoffiziös wird gemeldet: Eine Reorga- nisation des armenärztlichcn Wesens ist von den städtischen Körper- schaften in den Kreis ihrer Beratungen gezogen worden. Von einer grundlegenden Aenderung der bestehenden Organisation, insbesondere von der Einführung der freien Aerztcwahl ist nicht die Rede. Zu- nächst wird eine angemessene Einteilung der Medizinalbczirke, sorg- fältige Auswahl der Aerzte und eine angemessene Vergütung der Leistungen die Behörden beschäftigen. Die Stadtverordneten-Ver- sammlung hat inzwischen bei der Etatsberatung dem Antrage des Magistrats, das Gehalt aller Armenärzte gleichmäßig auf 1599 M. zu bemessen, zugestimmt. Bisher bezogen die jüngeren Aerzte jähr- lich 1299 M. Nachdem nun die Stadtverordneten-Verjammlung ihre Resolution in dieser Sache erneuert Hat, die dahingeht, den Magistrat um eine Vorlage betreffend die armenärztliche Tätigkeit usw. zu er- suchen, wird die Beratung über die Reorganisation fortgeführt. Das Ergebnis soll im Laufe dieses Jahres den Gemeindebehörden zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Zum Direktor der neu zu errichtenden 14. städtischen Real- schule wurde am Freitag vom Magistrat der Oberlehrer am AndreaS-Realgymnasium, Dr. Johanesson, und zum Oberlehrer an der Charlottenschule der Kandidat Dr. Düvel gewählt. Aus der Magisttatssitzung vom Freitag. Zmn ärztlichen Direktor der äußeren Abteilung des Rudolf Virchow- Krankenhauses wurde fiestern vom Kollegium der Oberarzt der chirurgischen Abteilung des tädtischen Krankenhauses in Moabit Dr. Hermes gewählt; zum ärztlichen Direttor der inneren Abteilung der dirigierende Arzt der inneren Abteilung des Moabiter Krankenhauses Geh. Sanitätsrat Dr. Goldscheider und zum Verwaltungsdirektor an demselben Krankcnhause der Geh. Reg.- Rat O h linü l ler vom kaiserl. Ge- sundheitsamt. Der Geh. Med.- Rat Prof. Dr. R e n v e r s, dessen Wahlzeit als ärztlicher Direktor im Krankenhause in Moabit jetzt abläuft, ist als Direktor der inneren Abteilung dieses Krankenhauses vom Magistrat wiedergewählt worden. Eine neue OmnibuSlinie vom Halleschen Tor zum Stetttner Bahnhof ist gestern früh eröffnet worden. Sie ist dadurch hergestellt, daß die bisherige Linie 24 Hallesches Tor— Pappelplatz durch die Jnvalidenstraße bis zu dem Bahnhof verlängert worden ist. Die Wagen gehen werktags von 6'/z morgens bis 948 abends, Sonntags von 7 bis 1988 von beiden Endpunkten in Abständen von 6 bis 8 Minuten. Neue Teilstrecken zu 5 Pf. sind vom Stettiner Bahnhof zur Weinmeisterstraße, vom Pappelplatz zum Neuen Markt, vom Rosenthaler Tor zum Molkenmarkt usw. Das größte Frachtschiff, das je auf der Spree geschwommen ist, dürfte ein sogenannter Seeleichter sein, der gestern im Tau des Schleppdampfers.Rathenow"' die Mühlendamm-Schleuse passierte. DaS Fahrzeug war geaicht auf eine Größe von 822 Tonnen. Um sich einen Begriff davon zu machen, was das bedeutet, sei bemerkt, daß einer der gewöhnlichen Spree» oder Oderkähne bei einer Länge von 49 Metern und einer Breite von 4>/» bis 5 Metern etwa 299 Tonnen faßt. Das Riesenfahrzeug ist affo viermal so groß, als ein solcher Kahn. Ein 499-Tonneiischiff ist 59 Meter lang bei acht Meter Breite und faßt doch nur halb so viel als der Riese, den gestern die Spree trug. Selbst nach Fertigstellung der geplanten Stromregulierungen wird die Elbe bei guten: Wasserstandes!) erst für K99-Tonnenschiffe von acht Metern Breite, 65 Metern Länge und 1,75 Metern Tiefgang fahrbar sein. Daß das riesige Fahrzeug. das noch um ein Drittel größer ist, als diese.größten" Binnenschiffe, nach Berlin kommen konnte, liegt nur an dem außergewöhnlich hohen Wasserstand der Elbe und unteren Havel. DaS Opfer des Einbruches in der Schönhauser Allee, der an seinen Stichwunden im Krankenhaus am Friedrichshain gestorbene 12 Jahre alte Sohn Hans deS Schankwirts Grabow wurde gestern, Freitag, vormittag 19>/z Uhr. auf dem Friedhof der Elisabeth- gemeinde beerdigt. Donnerstag abend uni 6 Uhr brachten vier Leichenträger den weißen Sarg in aller Sttlle vom Schauhaüse nach dem Friedhof, wo er in der Halle aufgebahrt wurde. Zur Trauer- seier erschienen die Eltern, eine Schwester und zwei Onkel und Tanten des erstochenen Knaben, viele Hausgenossen und Nachbarn, Berufsgenossen deS schwer heimgesuchten Vaters und Abordnungen von zwei Vereinen, die bei Grabow ihre Sitzungen abhalten. Die 249. Gemeindeschule, in der der kleine Grabow jetzt von der vierten nach der dritten Klasse versetzt werden sollte, ließ gestern vormittag den Unterricht ausfallen. Der Rektor Schwarz II. sämtliche Lehrer und Schülerabordnungen aller Klassen, die Kränze niederlegten, wohnten der Feier in der Halle bei, während die übrigen Schüler der ersten bis fünften Klasse Spalier bildeten. Pfarrer Schwartzkopff von der Versöhnungskirche hielt eine Ansprache. Der wegen des Raubansalls an dem Kassenboten S ch m o h l festgenommene Bauunternehmer Georg John aus Fürstenwalde hat dem Vernehmen nach sich jetzt zu der Tat bekannt. Er habe den Raubversuch mit Ueberlcgung unternommen, um seine schlechte Vermögenslage aufzubessern. Vermutlich wird die Sache schon in der nächsten Schwurgerichtsperiode zur Verhandlung kommen. Gefährlicher Fabrikbrand. In der Prenzlauer Allee 164. dicht neben dem Ringbahnhof, kam gestern sFreitag) mittag in dem so- genannten Hungerturme ein sehr gefährliches Feuer zum Ausbruch und beschäftigte die Feuerwehr fast zwei Stunden. In dem drei- stückigen Turme hatte die Firma W. Israel u. C o. seit etwa fünf Jahren eine pyrotechnische Fabrik eingerichtet und fabriziert daneben Kohlenanzünder und bengalische Zündhölzer. Die Fabrik ist schon wiederholt vom Feuer heimgesucht, zum letztenmal vor zwei Jahren. Während gestern mittag eine größere Zahl Arbeiterinnen im dritten Stock, und zwar in dem FabrikationSraum für Kohlen- anzünder, beschäftigt waren, machte sich plötzlich ein brenzlicher Geruch bemerkbar. Eine Arbeiterin öffnete die Tür zu einem Neben- räume und fuhr hierbei entsetzt zurück, als ihr helle Flammen ent- gegenschlugen. In aller Eile suchte man das Feuer durch herbei- geholtes Wasser selbst zu ersticken und, glaubte auch die Ge- fahr bereits beseitigt, weshalb man die Fenster öffnete, um dem dichten Qualm Abzug zu verschaffen. Jetzt aber bekam das noch glimmende Feuer erst den richtigen Zug und in wenigen Minuten stand der ganze Raum in' Flammen. Den Arbeiterinnen blieb nichts anderes übrig, als schleunigst das Freie zu suchen. Ueber die Haupttreppe war ihnen der Ausweg abgeschnitten, doch konnten sie sich noch recht- zettig durch einen Notausgang auf eine am Turm einporlaufende efferne Wendeltteppe flüchten. Die herbeigerufene Feuerwehr war bemüht, den Brand auf den einen Raum zu beschränken, was ihr auch schließlich gelang. Da in den einzelnen Etagen größere Mengen feuergefährlicher Stoffe lagerten, ebenso auch auf dem Hofe, so war die Gefahr für eine größere Ausdehnung des Feuers gegeben. Der unffeitigen Leittmg der Wehr gelang es indes, nach fast zweistündiger Arbeit die Gefahr zu beseitigen. Der Fabrikationsraum für Kohlen- anzünder und bengalische Zündhölzer brannte vollständig aus. Ueber die Enfftchnngsursache des FeuerS konnte nichts festgestellt werden. Unfall im Sttaßcnbahndieust. Durch eine Brcmskurbel wurde der Stratzenbahnfahrer Schneider erschlagen, welcher einen Ein- satz-Zug der Linie 73 �Zoologischer Garten— Königsberger Sttaße) führte. Schneider hatte nach Ankunft an der letzteren Endhaltestelle die Handbremse angezogen und das Zahnrad festgesetzt, doch ver- absäumt, die Kurbel festzulegen. Als sich der Fahrer bückte, um das Perrongitter für die Rückfahrt unizulegen, stieß er vermutlich mit dem Fuß gegen die Zahnradsicherung, wodurch die Breinse gelöst wurde und zurückschnellte. Die schwere Messingkurbel traf den Be- amtcn mit furchtbarer Gewalt gegen die Schläfe, infolge dessen er auf der Stelle besinnungslos zusaminenbrach. Die Kurbel hatte dem Manne, wie im Krankenhaus Friedrichshain festgestellt wurde, den Schädelknochen zertrümmert und Splitter in das Gehirn hinein- gedrückt. Es ist leider keine Hoffnung vorhanden, Sch. am Leben zu erhalten. Eine Brandstiftung durch Einbrecher wird aus Moabit gemeldet. Als in der Nacht zum Donnerstag ein junger Mann aus dem Hause Paulstratze Nr. 16 um 1 Uhr heimkehrte, sah er, daß es in dem Lager- keller des Delikatessenhändlcrs Otto Jahn brannte. Er schlug Lärm und Feuerwehr und Kriminalpolizei fanden alsbald, daß das Feuer von Einbrechern herrührte. Diese hatten mit einem Zentrumsbohrcr ein Stück aus der Türfüllung herausgebohrt. Einer von ihnen leuchtete dann wohl mit einem Streichholz in den Keller hinein, ließ es fallen und verursachte so wider Willen den Brand, indem das Streichholz gerade auf Holzwolle, Farbe und Kisten, die an der Tür standen, siel. Als die Spitzbuben sahen, was sie augerichtet hatten, ergriffen sie die Flucht. Die Feuerwehr löschte den Brand, bevor er nennenswerten Schaden angerichtet hatte. Auch andere Keller wurden in jener Gegend von Einbrechern heimgesucht. Bei eincni Kaufmann Delitzsch taten die Diebe sich an Eßwaren und Getränken gütlich und spielten auf einer Tonne, um die herum sie Sitze im- provisicrt hatten, einen Skat. Die Spielkarten ließen sie dort zurück. Bei Jahn ließen sie auf der Flucht einige Stemmeisen im Stich. In der städtischen höheren Webeschule beginnt der neue Unter- richtskursus der Abend- und Sonntagsschule für Weber, Wirker, Stricker, Posamentierer, Kurbelsticker und-Stickerinnen, Muster- zeichner und Musterzeichnerinnen, Konfektionszeichner und Kon- fektionszeichnerinnen, Zuschneider und Zuschneiderinnen, Färber und Kauflcute am Sonntag, den 2. April er., vormittags 9 Uhr. Die Tagesschule der An st alt beginnt den Unterricht für das Sommerhalbjahr am Donnerstag, den 6. April er., vormittags 8 Uhr.— An der Tagesschule sind folgende sieben Kurse eingerichtet: 1. Kaufmännischer Kursus; 2. Musterzeichenkursus, und zwar eine Klasse für Weberei und Druckerei und eine Klasse für Stickerei und Posamentiercrei; 3. Konfektionskursus, umfassend eine Klasse zur Herstellung von Frauenbckleidung und eine Klasse zur Herstellung von Wäsche; 4. Posamentier- und Besatzkonfettions- kursus; 5. Hand- und Maschinenstickereikursus, eine Klasse zur Ausbildung von Geschäftspersonal und eine Klasse zur Ausbildung von Arbeitspersonal; 6. Wirkerei- und Stickereikursus; 7. Färberei- kursus. Nähere Auskunft, die Aufnahme von Schülern betreffend, erteilt der Direktor der Schule. Herr Weber im Schulhause, Markus- straße 49. Verehrlichung der Berufsringerei. Ein Verband deutscher Berufsringer ist gegenwärtig in der Bildung begriffen. Wie in einem Aufruf festgestellt wird, ist der Stand der Bcrufsringer jetzt zu einem lohnenden Gewerbe geworden, nachdem die Zirkus- und Variete-Etablissements dem Ringsport in letzter Zeit eine ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt haben. Das hat einen großen Andrang zu dem neuen Beruf zur Folge gehabt, und es sollen sich schon jetzt viele zweifelhafte Elemente unter den Ringern befinden. Der neu zu gründende Verband soll nun die Aufgabe haben, alle„Schieber" aus den Kreisen der Ringer fernzuhalten und so die Gewähr dafür zu bieten, daß seine Mit- glieder„reell" ihren Sport betreiben. In dem Aufruf wird ferner klargestellt, was unter„ehrlichem" und„unehrlichem" Ringen zu verstehen ist. Als ehrlich und zulässig soll es gelten, wenn ein stärkerer Ringer seinen Sieg über den schwächeren etwas in die Länge zieht, um so dem Publikum die Freude am Kampf nicht zu verderben, unehrlich und unzulässig ist aber jede Verabredung der Ringer über den Ausgang des Kampfes und die Nichtauszahlung der Preise in der vorher angekündigten Weise. Das Ansehen der deutschen Ringer, das durch die letzten Erörterungen in der Oeffcnt- lichkeit über die Vorgänge bei den jüngsten deutschen Ringkampf- konkurrenzen schwer gelitten hat, will der neue Verband durch die Ausmerzung aller zweifelhaften Elemente wieder heben. Der Ver- band soll schon eine große Zahl von Mitgliedern zählen.— Hoffentlich ist diese Gründung kein neuer Bluff, um dem Publikum, dein all- mählich die Augen aufzugehen beginnen, erst recht Sand in die Augen zu streuen! Bcrgarbeiter-Konzert. Die vom Gesangverein„Norddeutsche Schleife" in Verbindung mit dem Orchesterverein„Allegro" veranstaltete Matinee zum Besten der Bergarbeiter(am 6. Februar) ergab einen Ueberschuß von 292,39 M.— Dieser Ertrag ist am 6. März an Paul Horn-Bochum eingesandt worden. Den mitwirkenden Kräften, Frau Klara Urbau, Herrn Otto Kowalski und Herrn Paul Pestner, welche sich zu diesem Zweck unentgeltlich zur Verfügung gestellt haben, besten Dank. I. A.: Otto Rasche. Direttor Archenhold wird am Montag, abends 9 Uhr, in der Treptower Sternwarte den Vortrag„Wie finden unsere Schiffe ihren Weg über den Ozean?" halten. Das Thema für den Vortrag am Sonntag, nachmittags 5 Uhr, lautet:„Die Sonne", abends 7 Uhr:„Die Bewohnbarkeit der Welten". Mit dem großen Fern- röhre wird abwechselnd die Sonne, Venus, Jupiter, der nur noch kurze Zeit zu beobachten ist, und der Mond gezeigt. Bei klarem Wetter bleibt die Sternwarte schon in der letzten Hälfte des Monats bis 11 Uhr geöffnet, vom 1. April bis 39. September bis 12 Uhr nachts. Der Berliner Zoologische Garten erwarb dieser Tage einen wolligen Baumstachler aus Brasilicu, ein baumbewohnendcS Stachelschwein, mit an der Spitze nacktem Greifschwanz, das zu den interessantesten Nagern gehört. Bei oberflächlicher Bc- trachtung erscheint das Tier nur mit einem zarten, langen, weiß- lichcn Wollslaum bedeckt, aber wehe, wenn man sich durch dieses sanfte Aussehen verführen läßt, den scheinbar Harmlosen mit der bloßen Hand anzufassen. Tie zittonengelben Stacheln, welche die ganze Oberfläche des Tieres bedecken, sind nicht nur unglaublich spitzig, sondern tragen noch feine Widerhaken und sitzen so lose, daß sie sofort in der berührendem Hand stecken bleiben und schwer wieder zu entfernen sind. Der in den Dämmerstunden muntere Bursche ist in dem sogenannten alten Vogelhause am Haupt- restaurant untergebracht. Die Kunst der Rokoko-Zeit, welche das Thema des nächsten Volkskunstabends der Stadt Charlottenburg am 19. d. M. bildet, ist gewissermaßen die Fortsetzung des letzten Menzelabends. Ein Kammrrmusiktrio aus Kräften wie Anna von Pilgrim, Kapellmeister Fris Otto und Meinhard Böhnte, sowie Eva Pilchowska und Eugen den Bau eines Realgymnasiums und auch die Bewilligung von Unterschrift eines Reverses gewesen, worin die Arbeiter Brieger haben sich für den Abend zur Verfügung gestellt. Dr. 20 000 m. als erste Rate hierzu. Zu heftigen Auseinandersetzungen oder Arbeiterinnen erklären mußten, daß sie keinem ArbeiterG. Manz hat die Rezitation übernommen. Dr. G. Fritz der Vor- führte der sozialdemokratische Antrag, der eine Erhöhung der verbande angehören resp. aus der Organisation ausgetreten seien. trag. Karten à 0,50 M., einige nummerierte Reihen à 1 M. find in jetzt 500 M. betragenden Jahresgehälter der Nacht- Die beleidigte Arbeiterin H. habe er zuerst auch mit ausgesperrt allen Charlottenburger Buchhandlungen, sowie im Verein zur För- iv ä chter verlangte. Zur Begründung dieses Antrages wiesen gehabt. Später sei ihm jedoch mitgeteilt worden, daß sie aus dem derung der Kunst Albrechtstraße 11 und Dürerhaus, Kronenstraße 18, unsere Parteigenossen darauf hin, daß für Futterkosten eines Verbande ausgetreten wäre, weshalb er sie wieder eingestellt habe. erhältlich. Spürhundes der Kriminalpolizei der Betrag von 120 M. Rechtsanwalt Dr. Heinemann als Verteidiger der Theater. Maria Pospischil gastiert, wie die Direktion des gezahlt werde, für die Unterhaltungskosten eines Hundes also im Ver- Angeklagten wies nun in seinem Plaidoyer darauf hin, daß der Schiller Theaters auf vielfach ergangene Anfragen mitteilt, hältnis höhere Aufwendungen gemacht werden, als für das Gehalt§ 153 der Gewerbe- Ordnung hier nicht in Anwendung fommen Schiller Theaters auf vielfach ergangene Anfragen mitteilt, eines Nachtwächters, der eine Familie zu ernähren habe. Der fönne, weil es sich nach den eigenen Aussagen des Fabrikanten gar zum erstenmal am 21. März in der Rolle der Medea in Grillparzers Antrag auf Gehaltserhöhung wurde abgelehnt, nicht um einen Streit, sondern um eine Aussperrung gehandelt habe. gleichnamiger Tragödie. Das Gastspiel findet im SchillerTheater N.( Friedrich Wilhelmstädtischen Theater) statt. Die ebenso der Antrag, für den Hund des Nachtwächters nun auch 120 M. Er wolle das Gericht aber auf einen anderen Umstand aufmerksam Preise der Plätze bleiben selbstverständlich unverändert, auch wird Futterkosten zu bewilligen. machen. Es werde ja so vielfach von dem Terrorismus orga= von der Direktion des Schiller- Theaters ausdrücklich darauf hin- Beim Etat der Gemeindeschulen beantragten unsere nisierter Arbeiter gesprochen. Was sei es nun anders, gewiesen, da gerade in letzter Zeit, anläßlich der Billettsteuer viel- Parteigenossen die Anstellung eines zweiten Schularztes, da unter wenn ein organisierter Fabrikant als der wirtschaftlich Stärkere fach der Billett- Vorkaufsgebühren tadelnd gedacht wurde, daß in den obwaltenden Umständen der Schularzt die ihm gestellte Aufgabe auf Beschluß seiner Organisation Arbeiter, die keinerlei Forderungen beiden Schiller- Theatern eine Vorkaufsgebühr niemals erhoben nicht erfüllen könne. Derselbe übt seine Privatpraxis aus, ist noch bei ihm gestellt haben, einfach aussperrt und unter rücksichtsloser wurde und auch bei dem bevorstehenden Gastspiel von Maria Es ist also unmöglich, daß er als Schularzt 3000 Kinder beaufsich von dem Austritt aus ihrer Organisation abhängig macht. Dies Armenarzt, Vertrauensarzt der königl. Eisenbahn und Kaffenarzt. Ausnußung seiner wirtschaftlichen Uebermacht ihre Wiedereinstellung Pospischil nicht erhoben wird. Die Rote", die Pariser Sensationstomödie in sechs Bildern, geht" heute Sonnabend im Belle- tigen kann. Die Anstellung eines zweiten Schularztes wurde ab- Verhalten bedeute nicht nur eine direkte Vernichtung Alliance Theater zum erstenmale in Szene. Diese Vor- gelehnt, dagegen beschlossen, dem Schularzt gelehnt, dagegen beschlossen, dem Schularzt gewissermaßen als des gefeßlich gewährleisteten Koalitionsrechtes stellung beginnt ausnahmsweise um 7% Uhr, während die nächsten das Gehalt zu erhöhen. Nach stundenlanger Debatte wurde der dem, was bei Arbeitern gewöhnlich als Erpressung angesehen wird. Vertrauensvotum gegen die Angriffe der bösen Sozialdemokraten der Arbeiter, sondern es unterscheide sich auch in nichts von Vorstellungen wieder wie bisher um 8 Uhr beginnen. Etat gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Wenn zum Beispiel ein Arbeiter zu einem Unternehmer sagt, er Nieder- Schöneweide. wolle mit dem oder jenem Arbeiter, der nicht organisiert ist oder einer anderen Organisation angehört, nicht länger zusammenEin gefährlicher Einbrecher ist gestern durch die Aufmerksamkeit arbeiten, so erfolge regelmäßig seine Verurteilung wegen eines Wächters in Nieder- Schöneweide festgenommen worden. Der Erpressung. Hier aber sage der Fabrikant zu den Arbeitern Ortswächter bemerkte gegen 5 Uhr morgens einen Mann, welcher rund heraus, er dulde sie nicht länger in seinem Betriebe, wenn ste mit einem großen Paket am Arm nach dem Bahnhof sich begeben organisiert seien oder nicht aus ihrer Organisation austreten wollte. Da ihm der Fremde verdächtig vorkam, hielt er ihn fest würden; ja er verlange sogar eine diesbezügliche schriftliche Erund brachte den Mann, der seine Last fortwarf und einen vergeb- flärung von den wegen ihrer Organisationszugehörigkeit gemaßlichen Fluchtversuch unternahm, nach dem Amtsbureau. Wie sich hier regelten Arbeitern. Das sei doch offenbar, wenn man die Spruchherausstellte, ist der Verhaftete ein wegen Eigentumsvergehen viel- praris der Gerichte gegenüber den Arbeitern zum Maßstabe nähme, fach vorbestrafter ehemaliger Schlächtergeselle Giese, der einen Ein- eine mindestens ebenso große Erpressung, als das, was man bei den bruch in dem Dorfe Rudow verübt hatte und seine Beute, 21 Kisten Arbeitern als solche ansieht. Bigarren, nach Berlin bringen wollte. " Aus den Nachbarorten. Niederschönhausen. Der Wahlverein veranstaltet am Sonntag eine Herrenpartie über Mühlenbeck, Sumt nach Birkenwerder. Treff punkt 7 Uhr morgens bei Dücker, Eichenstr. 70. Schöneberg. Schreckenstat einer Mutter. Im Hause Prinz Handjerhstraße 60 hat in der verflossenen Nacht die 41 Jahre alte Schuhmacherfrau Anna Jupke ihr zweijähriges Söhnchen mit einer Zuckerschnur erdrosselt und sich dann im Bett auf gleiche Weise ums Leben gebracht. leber den traurigen Fall stellten wir durch unsere Ermittelungen folgendes fest: Frau Jupke ist schon seit längerer Zeit nervenleidend und wurde häufig von den furchtbarsten Kopfschmerzen geplagt. In letzter Zeit häuften sich diese Anfälle, sodaß die unglückliche Frau ganz verzweifelt war. Dieser Grund mag in der Aermsten den Gedanken hervorgerufen haben, freiwillig in den Tod gehen und dabei ihr jüngstes Kind mitzunehmen. Allerdings hatte bisher selbst der Ehemann von einer solchen Absicht nichts gemerkt. In der Nacht zum Freitag erwachte Jupke infolge schweren Röchelns seiner Frau. Er machte Licht und bemerkte, daß das Gesicht derfelben angeschwollen war und vor dem Munde Schaum stand. Sofort lief er zu einem Arzt, als er mit demselben ankam, hauchte die Frau aber bereits den letzten Atemzug aus. Erst jetzt wurde bemerkt, daß Frau J. eine Zuckerschnur um den Hals frug mit welcher Fedling, bag Böhr des schen Chepa des, her in at deckung, daß der 2jährige Sohn des I.ſchen Chepaares, der in einem Kinderwagen schlief, ebenfalls tot war; seine Mutter hatte ihn unbemerkt erdrosselt. Die beiden Leichen wurden von der benach richtigten Polizei beschlagnahmt und nach dem Berliner Schauhauſe geschafft. Spandau. Weißensee. Theater. Eine Stadtverordneten- Ersatzwahl findet am Dienstag, den 21. März, im 10. Bezirk der dritten Abteilung( Friedenauer Ortsteil) statt. Der bisherige Inhaber dieses Mandates, Jugenieur Gallandi, hatte seinerzeit dasselbe niedergelegt, weil er es vorzog, lieber mit der Stadt Geschäfte zu machen, als Die Beweiskraft dieser Ausführungen mochte wohl auch das sich dem Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung betr. NichtGericht anerkannt haben. In der Urteilsbegründung sagte nämlich beteiligung der Stadtverordneten an städtischen Submissionen, zu Eine Entrechtung der Vertreter der dritten Abteilung wurde in der Vorsitzende, daß der§ 153 hier allerdings keine Anwendung fügen. Der zu wählende muß ausbesitzer sein. Da unseren der letzten Gemeindevertreter- Sitzung vorgenommen. Die dritte Ab- finden könne, sondern nur einfache Beleidigung vorliege, wegen der Genossen ein geeigneter Kandidat, der ein Haus sein eigen nennen teilung wird mit Ausnahme des aus Alt- Weißensee hinzu auf eine Geldstrafe von 20 M. erkannt worden sei. Dieses Strafkann, nun nicht zur Verfügung steht, so hat der Vorstand des Wahl- gekommenen Vertreters durch Sozialdemokraten vertreten. Auf maß sei als ausreichend erachtet worden in Rücksicht auf die Unvereins im Einverständnis mit sämtlichen Bezirksführern beschlossen, der Tagesordnung stand nun die Neuwahl der wichtigsten Kom- bescholtenheit der Angeklagten sowie der ganzen übrigen den Parteigenossen die Nichtbeteiligung an der Wahl zu miffionen. Von unseren Parteigenossen wurde eine ihrem Stärke- Sa ch I age. Anderenfalls wäre eine Verurteilung zu Gefängnisempfehlen. Die Wahlperiode dieses Mandates läuft übrigens mit verhältnis angemessene Vertretung in den Kommissionen verlangt. ftrafe erfolgt. dem Ende dieses Jahres ab. Der Schöneberger Haus- und Die Herren Hausbesizer mißbrauchten jedoch ihre Macht und ließen Ob der Herr Staatsanwalt jetzt gegen den Fabrikanten Grundbesizerverein hat als Kandidaten den Geheimen Kanzleirat die Mehrzahl unserer Vorschläge unter den Tisch fallen. Im Bewegen Erpressung vorgehen wird? Es würde sich dann Schella d aufgestellt, dem jedoch noch ein anderer bürgerlicher wußtsein ihrer privilegierten Stellung erklärten die Herren rund diversen Kühnemännern eine nette Perspektive eröffnen. Kandidat entgegengestellt werden soll, der nicht dem obigen Verein heraus, daß sie, so lange sie noch die Majorität haben, nie anders angehört. handeln werden. Die Jubiläumsfeier zum 25jährigen Der Betrieb einer Kaschemme in einem Mietshause und der Rixdorf. Bestehen unseres Ortes soll fein Pruntfest werden, da man doch Aufenthalt von Prostituierten daselbst geben dem unmittelbar über eingesehen hat, daß der Kassenbestand der Gemeinde die Kosten der Kaschemme wohnenden Mieter ein Kündigungsrecht. So hat einer größeren Feier nicht ertragen tann. Herr Rechtsanwalt das Kammergericht in einer interessanten Streitfache entschieden. Appelrath betonte ganz besonders, daß man von einer Prunk- In dem in den" Bl. f. Rechtspfl." mitgeteilten Erkenntnis führt feier abgesehen hat, nicht etwa weil die Sozialdemokraten da- das Kammergericht u. a. aus: Die in Frage stehende Kellerwirtschaft gegen protestiert haben, sondern nur wegen Mittellosigkeit der Ge-( in der Sebastianstraße) war eine Kaschemme, in der Prostituierte, meinde. Die Feier wird am 26. März vor sich gehen. Vor Zuhälter und deren Anhang verkehrten, auch wurde im Hause an mittags ist Kirchgang, um 12 Uhr Gemeindevertreter- Sigung und Ver- Prostituierte vermietet. Solche gingen also auch sonst im Hause teilung von Dekorationen. Abends Kommers. Die Kosten zur aus und ein. Diese Tatsachen reichen aus, um das Haus zum Herausgabe einer Chronik wurden von der Gemeindevertretung be- Wohnen für eine anständige Familie in erheblichem Maße ungeeignet zu machen. Insbesondere ist der Betrieb einer Kaschemme der hier willigt. zu in Betracht kommenden Art unmittelbar unter der Wohnung des Klägers für sich allein schon geeignet, dieselbe unbewohnbar zu machen. Keinesfalls durfte deshalb, weil die Sebastianstraße nicht in den sogenannten„ vornehmen" Stadtvierteln liegt, angenommen Theater des Westens. Von Bogumil 3epler, der bereits werden, ihre Mieter müßten sich einen Zustand der Wohnung und durch heitere Opern, durch eine oder die andere Operette und durch des Hauses gefallen lassen, der gegen Anstand und Sitte verstößt. lustige Chansons" für Ueberbrettl usw. bekannt geworden ist, haben In den„ vornehmen" Stadtteilen mögen gesteigerte Ansprüche an wir nun im" Theater des Westens" vorgestern( Donnerstag) eine Ruhe, Bequemlichkeit, Fehlen lästiger Immissionen usw. bei den neue Operette zu hören bekommen:" Die Liebesfeftung". Mietswohnungen gestellt werden. Dagegen muß grundsäklich für Der Text, von H. Brennert und G. Urban, nimmt uralte jede Mietswohnung, mag es sich um teuere oder billige, um solche Operettenmotive wieder auf, indem er uns in eine französische in großen oder kleinen Städten, in diesem oder in jenem Viertel Festung führt, deren Kommandant sich von seiner Frau wegen„ un- handeln( von ganz bestimmten Ausnahmen abgesehen), geforder. überwindlicher Zuneigung" hat scheiden lassen und nun die kleine werden, daß der Zustand des Hauses nicht gegen Anstand und Sitte Hotelierstochter heiratet. Doch seine unüberwindlich Zugeneigte verstößt, daß das Wohnen darin anständigen Menschen zugemutet fommt ihm als internationale Konfektionsreisende dazwischen. Um werden kann. fie fernzuhalten, läßt er die Festung schließen; aus Mißverständnis Ein gelindes Alpdrücken bereitet unseren hiesigen Konservativen verschafft er ihr aber selber Zutritt, Allmählich lenkt ein französischer die bevorstehende Bevölkerung des neuen Stadtteils" Nonnendamm“. Prinz, den eben ein koreanischer Admiral heimholen will, die ZuKürzlich hat ein bekannter Konservativer öffentlich zugestanden, daß geneigte ab; und da ihn der Oberst verhaftet, um eine Ausrede für das konservative Reichstagsmandat gerade durch den Nonnendammi, feinen Streich zu haben, kommt es noch dazu, daß der Kommandant der eine ausgesprochene, in wenigen Jahren von 8 bis 10 000 Per- als Vaterlandsretter Karriere macht. sonen bewohnte Arbeiterkolonie sein wird, auf das ernsthafteste be- Dieser Inhalt ist mit einem Aufgebote von all dem durchgeführt, droht werde. Damit ist auch die außerordentlich lebendige Agitation was man zur Animierung des Publikums für geeignet halten mag, der Konservativen unter den Staatsarbeitern zu erklären. In- einschließlich eines Kinder- Chores und eines Storches, der sich in zwischen nehmen die Bauten auf dem Nonnendamm ihren plan- seinem Neste zu den entsprechenden Textstellen bewegt.' Trotzdem ist mäßigen Verlauf; das neue Fabriketablissement wird am 1. April in hier nicht einmal das Possen- Amusement erreicht, das schon manchIn der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula Betrieb genommen, weiter soll demnächst der Bau von 50 Wohnhäusern in mal über einen dichterisch und musikalisch verlorenen Abend hinweg- der Friedrichwerderschen Oberrealschule, hält am Sonntag vormittags 10% Uhr Angriff genommen werden. Gegenwärtig ist man bei den Erdarbeiten trösten konnte. Zu welchen Belanglosigkeiten die Künstler und zu Herr Dr. Rudolf Benzig einen Bortrag über: Urväterweisheit und Urfür den neuen Bahnhof" Fürstenbrunn", an der Strecke Lehrter welcher Langeweile die Zuschauer herhalten müssen, bis einen nach väterglaube: 5. Das böse Prinzip in der germanischen Götterſäge. Damen Bahnhof- Spandau. Auch die Befestigung der Verbindungsstraße 3% Stunden der Schluß in Apathie findet, läßt sich natürlich nicht und Herren haben freien Zutritt. Spandau- Sternfelde- Nonnendamm wird, nachdem kürzlich die schildern. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter Stadtverordneten- Versammlung die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt hat, vermutlich in kürzester Frist begonnen werden!- Wegen man an die Absicht einer Provozierung des Operettenwesens glauben straße 157. Die Musik ändert daran wenig. Erst läßt sie sich so an, daß( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 18. d. Mts., abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Bergener, Reichenberger Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 18. d. M., abends der Schaffung einer Straßenbahnverbindung mit dem möchte. Dann erhebt sie sich im ersten Aufzuge zu drei Erinnerungs- 9 Uhr: Mitglieder- Bersammlung bei Merkowski, Andreasstr. 26. TagesNonnendamm tagte vor einigen Tagen die städtische Verkehrs- duetten, gesungen von je einem Liebespaar, die sowohl als Stücke Ordnung: Vortrag. Filiale Berlin 6. Mitglieder- Versammlung deputation. Diese entschied sich für das von unseren Genossen für sich wie auch durch ihre charakteristischen Verschiedenheiten einer bei Diede, Aderstr. 123, abends 9 Uhr. Filiale Berlin 9. Sonnbereits früher empfohlene Projekt einer Straßenbahnlinie Spandau besseren Einbettung würdig sind als der in ein Gewebe musikalischer abend, den 18. d. M., abends 9 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei GundHaselhorst- Nonnendamm, und zwar sowohl für Personen- als für Nichtigkeiten. Aehnlich geht es mit einer hübschen Mondschein- den 18. d. M., abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Voltshause, lach, Waldemarstr. 24. Filiale Charlottenburg. Sonnabend, Güterbeförderung! Nur schlägt der Magistrat erstaunlicher- romantik am Ende des zweiten Aufzuges. weise vor die Ausführung und den Betrieb der Bahn der Firma Rosinenstr. 3. Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den 18. 6. M., Unser Beileid den Künstlern, die dafür ihr Bestes gaben! Die abends 8, Uhr: Mitglieder- Bersammlung bei Tempel, Borhagen, Ecke der Siemens u. Halste gegen entsprechende Abgaben zu überlassen. Diese Tenore W. Harthausen und E. Brückner, die Barytone Neuen Bahnhofstraße. Firma erklärt sich auch hierzu bereit, aber sie will nichts an die A. Below und R. Wellhoff dieser in seiner wohlbewährten Stadt abgeben, solange sich nicht mindestens eine Verzinsung ihres Komik, dann besonders die Altistin 2. G a ston und die Soprane Anlagefapitals mit fünf Prozent ergibt. Die Verkehrsdeputation M. Hagen und 2. Doninger verdienten, daß der große äußere entschied sich schließlich für den Vorschlag des Magistrats also Erfolg des Stückes vor allem ihnen zugeschrieben wird. Will Direktor auch gegen den Betrieb der Bahn in städtischer Regie! Hiernach Prasch mit einer solchen Zentraltheaterei Geld machen, um ge= scheint es, als wenn die Herren die Erfahrungen, welche die Stadt nügend Mittel für spätere künstlerische Versuche zu haben, so sei ihm bisher bereits mit der Spandauer Straßenbahn- Gesellschaft gemacht diese Episode zugute gehalten. hat, vergessen haben. Unsere Genossen werden jedenfalls von dieser Noch eines verdient eine Aufmerksamkeit: die Einrichtung des Forderung des städtischen Betriebes unter keinen Umständen abgehen. Textbuches( Verlag" Harmonie", Berlin). Die Gesangstexte, die Der beste Beweis für die Notwendigkeit dieser Forderung ist das sonst dem Publikum ohne weiteren Zusatz in die Hand gegeben werVerhalten der jetzigen Straßenbahn- Gesellschaft( A. E.-G.), welche den, während der vollständige, die Sprechpartien und Szenerien eindie berechtigten Wünsche des Publikums unbeachtet läßt und nicht schließende Text( das sogenannte Regiebuch) nur als Manuskript ge einmal den vertraglichen Verpflichtungen nachkommt. So ist immer druckt und so dem literarischen Verkehr entzogen wird, sind diesmal noch nichts von der bevorstehenden Eröffnung der Straßenbahn nach durch kurze Inhaltsangaben verbunden. Als eine Ueberleitung zur dem Spandauer Bock zu hören, obwohl der Gesellschaft die vertrag fünftigen unbeschränkten Hergabe der vollen Terte kann diese Form liche Pflicht hierzu obliegt und obwohl die Stadt bereits dankbar akzeptiert werden. Verpflichtung zu diesem Zweck ganz bedeutende Baraufwendungen gemacht hat. Pankow. = ohne Gerichts- Zeitung. SZ. nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werktäglich von Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bes 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Lesesälen liegen zur Zeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 19. März, vorm. 8% Uhr im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Bersammlung. a, L. Frankfurter str. 6: Versammlung. Vortrag des Herrn Freireligiöse Borlejung." Um 10%, Uhr vormittags in der SchulProf. Dr. Albert Gehrke:„ Nathan der Weise". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. von 7 bis 9 hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Nixdorf 59. Die Ehefrau, die Kinder und im Falle finderloser Ehe die Eltern sind pflichtteilsberechtigt. N. W. Sie leben auch ohne Vertrag außer Gütergemeinschaft. Im Interesse Ihrer selbst und Ihrer Frau liegt der Abschluß eines Vertrages nach Art des S. 225 Nr. 22 des Führers zum Bürgerlichen Geſetzbuch( Anhang zu dem in den öffentlichen Bibliotheken zum Erlaß eines Urteils oder eines Gerichtsbeschlusses befugt, über die ausliegenden Arbeiterrecht") enthaltenen. Fr. L. Die Mieterin ist bis Wohnung auch dem Wirt gegenüber zu verfügen. Der Wirt, der ihr den Eintritt wehrt usw. ist strafbar. Sie darf flagen, auch Gewalt ihm gegenüber anwenden. Wolf. 1. Das ist möglich. 2. Anfragen an das Einwohner- Meldeamt, beziehentlich an die Polizeiverwaltungen, sind zur Er forschung des Aufenthalts einer Person zweddienlich. M. M. 40. Ja. St. St. 100. 1. Die Rechtsprechung erblickt in der Benutzung eines Fahrbilletts( Retourbillett) durch einen Dritten Betrug. 2. In Straf prozessen ist der Ehemann berechtigt, für seine Ehefrau als Beistand aufMit der Beratung des Etats für 1905 beschäftigte sich die letzte zutreten. Rigdorf W. 1., 2. 5. 38. Nein. M. 100. Der Sigung der Gemeindevertretung. Da schon tags zuvor eine außer Vater. St. V. Ein gefehlich verfolgbarer Anspruch steht Ihnen leider ordentliche Sigung mit derselben Tagesordnung stattgefunden hatte, nicht zu. Sie fönnen einen Antrag an das Justizministerium richten. so beabsichtigte die bürgerliche Mehrheit in der öffentlichen Sizung Ein interessantes Thema wurde am Mittwoch vor dem Moabiter D. K. 80. Auskunft darüber, ob bestimmte Länder wegen bestimmter Berden Etat nur zur Abstimmung zu bringen. Auf Antrag unserer Schöffengericht anläßlich eines der unzähligen Streitprozesse ein gehen ausliefern, darf aus strafrechtlichen Gründen nicht erteilt werden. Genossen wurde aber sowohl in die General wie auch in die wenig erörtert. Swinemünder 83. Die Klage gegen den Eigentümer eines GrundSpezialberatung des Etats eingetreten. Genosse Eichler be- Angeklagt war die Metallarbeiterin B. wegen Ver- infolge von Glatteis vor dem Hause zu Fall gekommen ist, ist nicht stücks auf Ersatz des Schadens, der dadurch herbeigeführt ist, daß jemand mängelte die furze Frist, welche zwischen der Zustellung und Be- gebens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung und Beleidigung, weil aussichtslos, wenn das Glatteis durch Nichtbeachtung einer auf Schadenratung des Etats gelegen. Er beantragte die Streichung der in sie durch Drohung und Ehrverletzung sie hatte das Wort„ Streif- verhütung gerichteten Polizeiverordnung gefährlich geblieben ist. Indessen den Etat eingestellten Summe von 20 000 Mark, die als erste Rate brecher" gebraucht- die Arbeiterin Heberle zur Teilnahme am lassen Richter dem Eigentümer oft die Lüde offen, daß nicht ihm, sondern zum Bau eines Realgymnasiums verlangt wird; da Ausstande bei der Firma Holy zu bewegen versucht haben sollte. seinem durch Vertrag zur Beobachtung der Polizeiverordnung berpflichteten dieser Bau noch gar nicht von der Gemeindevertretung ge- Der als Zeuge vernommene Fabritant Holy sagte nun aus, daß Hausverwalter das zum Schadenersatz verpflichtende Verschulden zur Last billigt ist, außerdem aber die bereits enormen Aus- die Arbeiter seiner Fabrik feine Lohnforderung gestellt falle. Deshalb suchen Sie das Armenrecht zur Durchführung des Prozesses zu erwirken. Karl Kegel. Sie können nicht mehr eingezogen werden. gaben für das Realgymnasium, dessen höhere Klassen hätten, auch in keinen Streit eingetreten wären; vielmehr. 2. 100. Sie fönnten die wirtin auffordern, den Schaden zu bevon fünf bis sechs Schülern besezt sind, eine weitere habe er sie auf Beschluß seiner Fabritantenvereini- feitigen, ihr eine Frist zur Beseitigung setzen und für den Fall fruchtlosen Steigerung nicht erfahren dürfen. Die bürgerliche Majorität beschloß gung ausgesperrt. Bedingung der Wiedereinstellung sei die Ablaufs dieser Frist Klage androhen und ausführen. – E. B. 96. Rein. nur Der Staatsanwalt hat das Wort! Eingegangene Druckfchriften. " nachweis- Verbänden: Verband baherischer Arbeitsnachweise. Konferenz der Kreiszentralen. Verband der badischen Arbeitsnachweise. Landeszentrale. Beilage: Mitgliederliste des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise nebst zahlenmäßigen Angaben über Februar 1905. Prof. Paul Natorp: Ein Wort zum Schulantrag. ( Klindhardt, Leipzig.) Erich König: Wahrheit über Monte Carlo.( Grethlein u. Co., Leipzig.) John Mitchell, Organisierte Arbeit.( Verlag D. V. Böhmert, Dresden- N.) Ecoles Chrétiennes de Macédoine.( Dietrich Reimer, Berlin.) Wafferstand am 16. März. Elbe bei Aussig+1,95 meter, bei Dresden+0,50 Meter, bei Magdeburg+2,75 Meter. Unstrut bei Straußfurt+2,30 Meter.- Dder bei Ratibor+3,45 Meter, bei Breslau Ober Pegel+ 5,26 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,86 Meter, bei Frankfurt+1,99 Meter. Weichsel bei Brahemünde+4,68 Meter. Warthe bei Posen-,- Meter. Nete bei Usch+0,57 Meter. Witterungsübersicht vom 17. März 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm Wind richtung Windstärke " Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Arbeitsmarkt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Berlag von G. Reimer). Die als Drgan des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Zeitschrift enthält in Nr. 12 des 8. Jahrganges unter anderm: Rundschau über die Lage des Arbeitsmarktes. Bergbau: Beschäftigungsgrad im Ruhrkohlengebiet nach dem Streik. Geschäftslage in den übrigen KohlenEisendistrikten. Üngünstige Lage im Siegerländer Eisenerzbergbau. gewerbe: Eisenverbrauch im Jahre 1904. Einfuhr und Ausfuhr von RohTertilgewerbe: Steigerung des Absages im Ausland. Rohstoffeisen. versorgung im Januar. Bewegung der Baumwollpreise. Nahrungsmittel: Rentabilität im Brauerei-, Brennerei- und Mälzereigewerbe, in der Marktpreise von Berlin am 16. März. Nach Ermittelungen des Zuderindustrie und in der Müllerei. Ledergewerbe: Snappheit an Roh- fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte Ein- und Ausfuhr von Leder und 17,35-17,34., häuten. Gerberei und Lederpreise. mittel 17,33-17,32 M., geringe 17,31-17,30 M. Swinemde. 756 SD Lederwaren im Jahre 1904. Statistisches Monatsmaterial: Wetterbericht. Noggen**), gute Sorte 13,70-13,68 m., mittel 13,66-13,64 M., geringe Hamburg 755 DSD Futtergerste*), gute Sorte 16,40-15,10 m., mittel 15,00 Berlin Streitverzeichnis für Deutschland, Desterreich 13,62-13,60 M. Arbeitsnachweise. Ungarn, Schweiz. Verwaltung der Arbeitsnachweise: Streiftlausel in bis 13,80 M., geringe 13,70-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,20-15,50 m., Frantj.a.M. 757 SW Lehrlings mittel 15,40-14,70., geringe 14,60-13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Stochen München 758 Arbeitsnachweisen. Urteil des Höchstgerichts in Illinois. Arbeitsnachweis für entlassene Straf- 45,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00 M. Wien bermittelung in Straßburg. gefangene. Heu 0,00-0,00 M. Kartoffeln 10,00-7,00 M. Richtstroh 0,00 0,00 M. Arbeitslosen- Fürsorge: Berliner Asylverein für Obdachlose. Arbeitslosenbeschäftigung und Gartenstadt- Bewegung in London. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schock 4,40-2,80 m. Mitteilungen aus deutschen Arbeits-*) Frei Wagen und ab Babu.**) Ab Bahn. Literarische Neu- Erscheinungen. Zentral- Verband der Stukkateure Deutschlands ( Filiale Berlin). Am Mittwoch, den 15. März 1905, vormittags 11 Uhr, starb unser Kollege Anton Zobl imt 33. Lebensjahre nach langer schwerer Proletarierkrankheit. Seit neun Jahren ein opferwilliges und tätiges Mitglied, hat er stets die Interessen seiner Berufsorganisation gewahrt und ist bis zuletzt für sie tätig gewesen. Die Kollegen Berlins werden ihm ein bleibendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 19. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. HedwigsKirchhofes, Reinickendorf W., Berlinerstraße 8, aus statt. Fahrberbindung von Briz und Schlefischer Bahnhof mit Linien 27, 28 und 31. $ Bahlreiche Beteiligung erwartet 173/8 Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 16. d. M. verstarb nach mehrwöchentlichem Krankenlager unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Maler Eugen Seeger im vollendeten 34. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die Hinterbliebenen: Paul Seeger und Familie. Franz Seeger. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. d. M., nachmi. 13 Uhr, auf dem Friedhof der Heiligkreuz- Gemeinde von der Leichenhalle aus statt. Todes- Anzeige. 1325 Nach kurzem schweren Leiden entschlief meine liebevolle Frau, unsere gute Mutter 24352 Ottilie Linke geb. Gutsch im 37. Lebensjahre. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. d. Mts., nachmittags 1 1hr von der LeichenHalle des Friedhofes der Freireligen Gemeinde in der PappelAllee aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an die trauernden Hinterbliebenen August Linke nebst Kindern und Verwandten. Hüte. Verkauf zu mäßigen, streng festen Preisen Schirme. Gegr. 1875 Gegr. 1875 Max Kaplan 1 Friedrichstraße 1. Maß- Anfertigung in allen Preislagen und bekannter Güte. Nur moderne Stoffe Wäsche. neueste Muster Sommer- Paletots, M. 15, 16, 18, 20, 24 usw. Sommer- Paletot, elegante Ausführung Seidenfutter, hervorragend M. 42 Jackett- Anzüge in allen Farben, M. 20,21, 22.50,24,25,26 neueste Façons Entzückende Neuheiten in Knaben- Garderobe. 2334L* W. Zapel Hut- Fabrik, Skalitzerstr. 131. Größtes Spezial- Geschäft für Seiden- und Filz- Hüte. Lager in Schirmen und Mützen. 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Rate 25,20; 9748' 9,05; 9749 6,45; 9776 3,45; 15 601 2,10; 15 602 7,05; Dieser Ausschuß soll auch im allgemeinen die Lohnverhältnisse der 15 604 7,05; 15605 4,30; 15608 Pfefferberg 5,50; 15613 6,05; 15615 1,45; jenigen Funktionäre und Beamten prüfen, die von der Lohn15618 6,45; 15 616 6,20; 15633 Bautischlerei Budig 3. Rate 7,70. Sa. 1964,49. reform nicht berührt, oder dabei nicht genügend berücksichtigt wurden. Berlin, Sammelliste 10799( 2. Berl. Wahlkr.) durch F. W., Müllerstraße Daß diese allgemeinen Lohnaufbesserungen der Gemeinde7,05. Offenburg i. B., Gewerkschaftskartell u. fozialdemokr. Partei 112,05. find bei dem Unterzeichneten noch folgende Beiträge eingegangen: Bernburg, von den Parteigenossen durch W. V. 300,-. Reichenbach i. Schl., Arbeiter und Unterangestellten im Laufe von 14 Tagen und ohne Oberlangenbielau, durch die Expedition des" Proletarier" 120,09. Hannover, durch H. Sch. 55,-. Hemelingen, von der Einwohnerschaft Hemelingens, jede Ausschußberatung durchgeführt werden konnten, ist ein Beweis Expedition des Volkswille", Rest der Sammlung durch Rohrberg 875,59. 4. u. legte Rate 48,- Sorau N.- L., durch G. R. 4. Rate 231,05. dafür, daß die ganze Vorlage vortrefflich ausgearbeitet war, was Bwidan i. S., durch die Erpedition des" Sächs. Volksbl." 1400,-( darunter( Sießen, durch A. B. 100,- Landsberg a. W., durch R. K. 62,56. vor allem dem sozialdemokratischen Finanzbürgermeister J. Jensen bom Verlag des Sächs. Boltsbl." 500,-). Forst i. L., durch die Geschäfts: Beuthen( Oberschl.) gesammelt von Barteigenossen 17,75. Spandau, telle der Märk. Voltsstimme" 7. u. lege Rate 47,50. Leipzig, Leipziger auf Listen gesammtelt 287,30, bei einer Geburtstagsj. b. Röthte geBoltszeitung" legte Rate 148,64. Gera( Reuß), durch die Expedition der sammelt 8,25, Sa. 295,55. Altenburg S.-A., durch den Vertrauensmann Vermehrung der Freizeit. Die Bankhäuser in der Stadt Reuß. Tribüne" 31,52. Mannheim, Verlag der„ Bolksstimme" durch Pfeiffle 180,- Ronsdorf, Wahlkreis Lennep- Remscheid- Mettmann, durch den Streis: St. Gallen haben beschlossen, vom 13. Mai bis 16. September 111,63. Halberstadt, Verlag u. Redaktion des Arb.- Radfahrer", 9. Rate Bertrauensmann 7. Rate 400,-. Desgl. 8. Rate 372,36. Bayreuth, von 35,50. Rostock, durch die" Meckl. Bolkszeitung" 6. und Schlußrate 210,70. der Bayreuther Arbeiterschaft 60,10. Wurzen, v. d. Parteigenossen des 11. fächs. jeweilen an den Sonnabenden die Kassen um 4, die Bureaus um Jm Kanton Neuenburg Brandenburg a. H., durch die Brandenburger Beitung" legte Rate 197,45. Reichstags- ahltr. 88,10. Göthen, 2. anh. Reichstags- Wahlkr., Bezirk Göthen 5 Uhr nachmittags zu schließen. Augsburg, durch die Expedition der Augsburger Volkszeitung" 5. Hate 34,18. 5. Rate 90,-. Botschappel, vom Gewerkschaftskartell Plauenscher Grund und verlangten die Bankhäuser in einer Eingabe an die Regierung dte Berlin: 2. Kreis 6. Rate: Abt. 4 230,30( dar. Lifte 810 3,50; 812 Umg., 4. Rate 400,- 3widau, vom Gewerkschaftskartell 800,- Trebbin, Schaffung neuer Feiertage, und zivar sollten als solche erklärt 5,50; 813 63,-; 787 durch Böttcher 8,10; 823 d. Streich hahn 10,10; 1608 v. Gewerkschaftskartell, 4. Nate, Nest d. Sammlung 72,06. Lechhausen, vom werden: der 2. Januar, die Montage nach Ostern und Pfingsten und Firma Heims u. Sohn, Reichenbergerstr. 133a 12,35). Lifte 904 Antrid 23, fozialdemokr. Berein, legte State 21,30. Wilhelmsburg a. E., v. d. Schmieden der Bettag, lauter Tage, die sonst überall als Feiertage gelten. 11 Hein, Lehmann u. Go., Reinickendorf 10,70; 1140 Rotophot, Abt. B. Bahlſtelle W. 27,90, v. 5. St. 3,-, Arbeiter- Turnverein„ Borwärts", Reiher: Die kantonale landwirtschaftliche Gesellschaft sprach sich aber in 12,35; 1162 d.. Simon, Bertrauensmann 10,30; 1178 d. G. Guade 8,55; stieg 20,-, Sa. 50,90. Zeiz- Weißenfels- Naumburg, Wahlkreis 100 einem von ihr verlangten Gutachten dagegen aus, weil die Ver1197 Handels- und Transportarbeiter d. Schnapp 12,70; 1462 Gutschmidt Zürich, Sammlung d. Arbeitervereins 800,-. Belten i. M., d. A. P., 11,20; 1465 Metallwarenfabrik, Heimschuk, Wassertorstraße 15,-; 1467 Hafen- b. Samml. 33,30. Forchheim, Rest d. Samml. 5,85. Sa. 12421,07.( Dem mehrung der Feiertage für die Landwirtschaft von Nachteil wäre. Die Herrenbauern, die diese ablehnende Antivort gaben, haben wohl arbeiter d. Päper 9,35; 1468 Tischlerei Müller, Blücherstraße, d. Zingler Unterstügungsfonds d. sozialdemokr. Partei überiviesen). 11,-; 1469 Starl Stod 11,90; 1474 Pianoforte- Fabrit Blafendorf, ThaerWeiter eingegangen: Berlin: Verband deutscher Schirm- für ihre Personen jetzt schon viele Feiertage im Jahre. traße 8,15; 1706 Möbelfabrik Einigkeit d. Werner 15,-; 1901 Geistener macher, Rahlstelle B. 20, N., Zentral- Viehhof 10,-. Von Salewski am 4,55; 1136 Stathen 5,90; 1144.. 13,45; 1142 Erdmann 6,60; 1501, 1502, Stammtisch ges. 2,50. Bauanschläger v. Berlin u. Umg., 2. Rate 100,-. 1503 u. 1504 Reiß u. Martin, 2. Rate 34,80; 1505 Penningh 10,45; 1181 Buchdruckerei Germania" 3,10. Stattlub b. Usche 3,-. Aron Segall 3,-. bänzich 2,50; 1708 Tischlerei Dlm d. Mens 10,80; 1149 Donath 4,75; 1158 Ueberschuß v. Maskenball d. Beerdigungsvereins Berl. Zimmerleute 128,80. Sahn 5,05; 1166 Math 13,20; 1161 Selau 9,25; 1170 durch Löbel 3 ,; 1171 Steglik, Musikver.„ Harmonie" 10,-. Zehdenid, Wahlver. 9,60. Sa. 290, Fromme Leute d. H. 10,--; 1173 S. Lehmann 11,30; 1174 im Lokal v. P.( Dem Verband deutscher Berg- ut. Hüttenarbeiter überwiesen). Horn 7,05; 1168 1,60; 1175 d. Butlat 5,10; 1187 d. Räthner Die bereits früher vom 6. Berliner Wahlkreis( Rosenthaler Vorstadt) 80; 1188 durch Stola 5,05; 1189 durch Stahl, Firma Hoffmann, quittierte Lifte 11708 muß heißen 11706 9,05; desgl. Liste 11706 muß heißen Blücherstr. 35 8,20; 1190 slabisch 7,90; 1211 2obje 2,45; 1212 Bringmann 11 799 8,50. 1213 Böder 4,30; 1214 Seiler 5,50; 1226 Gutschmidt 12,50; 1471 zur Unterstützung der Opfer der russischen Mezeleien Bendt 10,10; 1711 Tägener 8,45; 1713 Wendt II 10,75; 1720 Bintfaffe d. sind mir weiter folgende Beträge zugestellt worden: 51. Bezirks 6,-; 1722 u. 1723 152. Bezirk 17,85; 1475 7,40; 1480 Offenbach a. M., sozialdemokr. Verein 50,-. Augsburg, von einer Verbentschel 2,85; 1757 Fräserei Mig u. Geneit, 2. Nate 29,25; 1602 Bau- sammlung durch A. 38,80. Berlin, Geburtstagsf. b. Gottl. Giese 4, fchlerei Satvakti 7,40; 1763. 1764 Militär Effekten Fabrit Wunderlich Magdeburg, Gewerkschaftskartell 500,- Wiesbaden, Teilbetrag( Total tachf. Blankenburg 26,30; 1015 Maler von Albrecht u. Bötcher 13,50; einnahme 300,50 M.) einer vom Verein für Ethische Kultur veranstalteten 012 durch B. Hoffmann Joh. Georgenstr. 5 18,20; 1565( dar. Ueberschuß Vorlesung 100,50. Berlin, von den Webergesellen der Firma Zander 2,75. on einer Geburtstagsfeier 6,45) 9,-; 1566 Bautischlerei Wegner, Wilmers- Bremen, gesammelt in einer Bolfsversammlung 61,15. Spandau, Zentralorf 33,25; 1277 Sohlenarbeiter d. Firma Adermann 10,50; 1258 Berliner verband der Maurer, Zweigverein Sp. 16,45. Magdeburg, sozialdemokr. bolgblas- Instrumentenmacher 5,-; 1233 d. Böhmert 6,-; 1289 Daimler, Verein 600,-. Sa. 1373,65 M. Marienfelde, Abt. 8, Dzugo 25,75; 1360 Personal d. Firma C. Müller u. Co. Blücherstraße u. Restaurateur Thomsen 21,85; 1374 Siebert u. Aschenbach, Rate 16,80; 1112 ges. bei Golz u. Brautmann 8,75; 644 Bau Kaiſerallee 1,75; 676 Tischlerei Wilhelmstr. 30 5,-; 613 Schloffer u. Monteure d. Firma 1. Termer, 3. Rate 18,05; 591 Hülfsarbeiter W. Bürenstein, 2. Rate 10,40; 65 Buhlmann 10,70; 962 Maschinenarb. d. Firma Blumenthal, Bahnstr. 22 T WW 20: 1054 Taufe b. Sidtanz 5, 1098- 1494 Baut Reve, 452 D. B. 5,80; 1410 Abt. Kühne 21,-; Paul Brandenburgstraße, 4. Rate 5,05; 1676 B. B. 2., Leipzigerstraße 5,-; 1523 burch Jahn 5,-; Tellersammlung d. 6. Abt. in der Brauerei Habel 14. 2. 05 17; 529 Paß u. Garleb d. P. Dochow 7,35. Summa 1040,80. Bereits ingegangen 5403,52; im ganzen 6444,32. % In der Quittung in Nr. 49 des Vorwärts" vom 26. Februar d. J. muß es unter den für die russischen Opfer gespendeten Beträgen nicht heißen: Spandau, von Parteigenossen, sondern von Parteigenossinnen 20,-. Berlin, den 16. März 1905. A. Gerisch, Lindenstraße 69. X. Generalversammlung der Vereinigung der Maler, Lackierer, Deutschlands. Lackierer, Auftreicher und Weißbinder Deutschlands. Hamburg, 16. März. Nunmehr steht zur Beratung: Agitation. Die Vorschläge, die Tobler gibt, verlangen die Neueinteilung des Reiches in zwölf Agitationsbezirke mit dem Siz Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Dresden, Stuttgart, Erfurt, Nürnberg, München, Hannover, Breslau und Beuthen. Diesen soll eventuell je ein befoldeter Leiter vorstehen, was eine Neuanstellung von fünf Personen erforderlich macht. Weiter ist vorgeschlagen, denjenigen Filialen, welche einen Mitgliederstand von 500, 1800 resp. 3500 aufweisen, die Berechtigung zur Anstellung von einem resp. 2, eventuell drei Beamten zu geben. Hierfür sind jedoch seitens der betreffenden Filialen 3 Pf. pro Sommermitgliedsmarke an die Hauptkasse abzuführen. Nach furzer Debatte gehen diese Vorschläge an die StatutenberatungsKommission. Soziales. Urlaub für städtische Arbeiter in der Schweiz. Auf eine Eingabe der Gewerkschaft der Arbeiter der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke in Winterthur hat der Stadtrat, der unter seinen 7 Mitgliedern 2 Arbeitervertreter zählt, beschlossen, jedem Arbeiter nach 2jähriger Dienstzeit einen jährlichen Urlaub von 6 Tagen bei Fortzahlung des vollen Arbeitslohnes zu gewähren. Eine überflüssige Einschränkung erfährt die Neuerung dadurch, daß jene Arbeiter, welche Militärdienst zu leisten haben, für ben ebenfalls der volle Lohn fortbezahlt wird, in demselben Jahre den Urlaub nicht erhalten. Da wird also die Kaserne in aller Form als Ferienkolonie" anerkannt und der Militärdienst dem Ferienurlaub gleichgestellt. Diese Auffassung gilt aber nicht zugleich auch für die Stadträte selber, sie erhalten zu ihrem Militärdienst hinzu noch den Ferienurlaub. Aus der Frauenbewegung. Schöneberg. Der Frauen und Mädchenverein zu Schöneberg um Umgegend hielt am 13. März seine regelmäßige Vereinsversammlung in Weimanns Klubhaus, Hauptstr. 5-6 ab. Frau Dr. Hoffmann erörterte das Thema: Die Wohnungsfrage. Der Vortrag war ein ſehr intereſſanter. Nach Beendigung desselben erntete die Rednerin reichen Beifall. Es entspann fich eine sehr rege Discussion, worauf Schluß der Versammlung erfolgte. " Verfammlungen. ,, den Rechtsanwaltsstand degradieren hieße, wenn man mit den weit unter ihm stehenden Angestellten wie gleich und gleich verhandeln wolle, mit diesen Leuten, mit deren Dent- und Fühlweise die Anwälte nichts gemein hätten." Um aber zu zeigen, daß sich die Anwälte hierbei nicht etwa bon niederen materiellen", sondern von„ hohen idealen" Gesichtspunkten leiten ließen, arbeiteten sie selbst ein„ Normalstatut" aus, das zwar den Forderungen der Angestellten bei weitem nicht entsprach, immerhin jedoch einen Anfang zum Besseren in sich trug. Doch selbst dies wenige an Aufbesserung der Lage ihres Personals erschien der Mehrheit der Anwälte späterhin noch zu viel. Sie stimmten näm lich ihr selbst geschaffenes Normalstatut einfach unter die Füße mit der Motivierung, daß es den Angestellten ohnehin schon gut genug ginge. Nun hat die Krankenkassenstatistik aber ergeben, daß die größte Hälfte der ca. 2800 Bureauangestellten nur ein Gehalt bis zu 70 M. pro Monat hat; ein volles Viertel dieser Masse bezieht sogar nur bis 35 M. pro Monat, und das sind nicht etwa nur Lehrlinge, sondern auch Leute in reifem Alter. Nur ein Bruchteil der Angestellten bringt es zu 150 M. im Monat. Der Referent empfahl den Anwesenden, sich in Zukunft nicht mehr als etwas Besonderes zu fühlen, weil gerade der Berufsdünkel die jämmerliche soziale Lage der Angestellten mit verschuldet habe, sondern sich als das zu betrachten, was sie seien, als rücksichtslos Ausgebeutete eines egoistischen verbildeten Arbeitgebertums, dem nur durch eine einheitliche Organisation Zugeständnisse abgetrost werden Mit Rücksicht auf den heute abend abreisenden Schweizer Gast 4. Kreis( Süd Dit) 6. Rate 1000,-( dar. Liste 7810 Abt. F. R. Auerbach außer einem 20,05; 6879 durch Berbel 10,50; 7766 4,10; Arb. d. Firma wird in die Beratung über Punkt 5( Abhaltung eines InternatioGraber u. Jbsen, Euvryftraße 20,-; 6636 Tischlerei Hülsenbed 22,90; 6513 nalen Kongresses) eingetreten. Das Referat gibt Tobler. Auf Die Berliner Rechtsanwälte als Arbeitgeber. burch Seemann 8,- 7807 gef. von den Arbeitern bei Müller, Görliger Einladung der französischen Kollegen sollte sich die Organisation an Zu einer imposanten Demonstration gegen den überhebenden fer 24 6,50; 6278 Cinfeger von Siemens u. Schuckert- Werke, Nonnendamm dem im August vorigen Jahres in Grenoble( Frankreich) stattfindenden 50; 7257 gef. von Malheta 9,-; 7857 Maurer Bau Buddin und internationalen Kongreß beteiligen. Auf dem Kongreß, der ohne Herrenstandpunkt der Herren Rechtsanwälte ihren Bureauangestellten Mainzer Ede 9,70; 7768 durch Bergmann 10,45; 7070 Tischlerei der Firma deutsche Delegation stattfand, wurden Tendenzen entwickelt, die gegenüber gestaltete sich am Donnerstag eine in den Industrie- Fests Berds, Charlottenstr. 18 9,70; 7890 Schraubendreher Frifter u. Roßmann feineswegs mit denen einer modernen Arbeiterbewegung in Einklang jälen abgehaltene, bis auf den letzten Platz besetzte öffentliche Ver5. Rate 6,30; 7891, Arb. d. Anilinfabrik M. 2. 11,95; 7832, ges. durch 6. Schulz 8,50; Apfelfinenauttion b. Karl Hanne 9, 6571,. W. D., zu bringen sind. In der Debatte nahmen die Vertreter des Auslandes sammlung des erwähnten Bureaupersonals, Sie von fünf Berufs= bereinen einberufen war. Auch eine Anzahl Rechtsanwälte waren Bummifabrit 13,25; 7861/70, Arbeiter der Firma C. Bechstein, Grünauer Veranlassung, die Verhältnisse in ihrer Heimat darzulegen. Schließlich wird folgende Resolution angenommen:" Die erschienen. In seinem Referat wies Bauer darauf hin, daß dem traße, 5. Rate 115,90; Bigarrenfabrit Kregner 4,-; Bau Memelerstr. 13/14 5,45; 7295, von den Drehern der Turbinenfabrit Bau C., 5. State 18,50; X. Generalversammlung der Maler 2c. Deutschlands bringt den Berliner Anwaltsverein im Anfang des vorigen Jahres ein Re7614, Henniger u. Go. 14,40; 6677, Bed u. Wolf, Rahmenfabrit 8,10; 7697, österreichischen und schweizerischen Bruderorganisationen, angesichts gulativ von den Angestellten überreicht worden sei, worin u. a. Neubau Unter den Linden 64, Bauhandwerker 8.15; 6921, Metallarbeiter der ihnen bevorstehenden Kämpfe zur Verbesserung der noch über- eine Regelung des Lehrlingswesens durch Abschluß schriftlicher Ver6. Firma Krüger, Mustauerstr. 43 9,35; 7653 Tischlerei Schreyer 8,50; aus rückständigen Lohn- und Arbeitsbedingungen in ihren Ländern träge, Besuch von Fachschulen usw. und ferner die Zahlung 7820, gesammelt durch Alike 12,05; 7809 Mechanische Werkstatt von luerbach 10,75; Extra Sparverein Goldoniel", Görligerstraße 52 weitgehendste Sympathie entgegen, mit der Versicherung, ihren besserer Gehälter, sowie die Festsetzung einer Arbeitszeit 9,-; 6666 14,85; 7046( darunter von Hahn 1,05) 6,70; 7704 u. 7705, Kämpfen auch finanzielle Unterſtügung zu leisten. Der Antrag des von täglich 8 Stunden, strikte Sonntagsruhe, Bezahlung von Uebergef. v. den Arbeitern u. Arbeiterinnen der Firma Fries 9,15; Statflub Grenobler Kongresses, im Jahre 1907 einen internationalen Kongreß stunden, Festsetzung einer monatlichen Kündigungsfrist und Ge= Einigkeit", Graßmann, Stalizerftr. 69 10,-; 6325, gef. b. Arb. d. Firma in Stutgart abzuhalten, geht an eine fünfgliederige Kommission, be- währung eines zweiwöchentlichen Urlaubs jährlich gefordert wurde. Krura u. Co. 5,85; 7898 Bautischlerei Kaiser, Kreuzbergstr. 30 13,25; 7660 stehend aus Lind und Dertel- Berlin, Flemming Charlotten- Die Herren Anwälte lehnten es jedoch ab, mit ihren AnBersonal Mardensen, 2. Rate 19,65; 6619, gef. bei der Feier Meßler u. burg, Kaune Bremen und Leinert Hannover. gestellten als gleichberechtigte Kontrahenten zu verhandeln, weil es tefchle 10,-; 7077 Gießerei von Krone 11,50; 6951 Tischlerei Thomas, nach dem mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Ausspruch des Oldalbertstr. 59, 4. Rate 15,-; 6638 Tischlerei Wusterbarth 13,70; 6790 Justizrats Salinger in der betreffenden Sihung des AnivaltRadiererei S. u.§., 6. Rate 7,80; 6800 desgl., 5. Rate 12,20; 6542 ert vereins statt Wegner, Wienerstr. 57a 8,10). Bereits eingegangen 7000,-, Sa. 8000, 4. Kreis, Dit: 500,-( darunter Möbelpolierer v. Klug, Warschauer straße, 5. Rate 14,50; Daimler- Motorenwerke, Marienfelde, Abt. III 18,95; Bau Waisenhaus, Charlottenburg 9,65; Einsetzer der Bautischlerei N. Bartsch, Borhagenerstr. 26 8,-; Möbelfabrik" Hoffnung", 3. Rate 17,45; desgl. Rözler u. Schmidt, 5. Rate 19,65; Tischlerei Sänger, 4. Rate 9,20; desgl. Schuster u. Böhm 9,55; Charlottenburg, Elektrizitätszähler- Fabrit H. A 2. Rate 25,35; Lifte 5233 17,80; Buffet- Saal Lennig u. Jazky, 2. Rate 6, besgl. 3. Rate 7,40; Blankenburg und Schnabel 16,50; Drobrowolsti u. Barsch 10,25; Tischlerei H. Rohde 6,10; Rummelsburg, Arbeiter v. Frike 10,20. 6. Kreis, 6. Rate, Moabit: 10808 7,75; 10809 Ludwig Löwe, Bießerei 33,80; 10810 desgl. 29,70; 10811 3,- 10814 25,65; 10817 4,65; 10824 Eisengießerei Freund d. Gulow 13,10; 10852 Arbeiter der Firma Gebr. Homann 13,-; 10853 3,60; 10861 3,-; 10865 7,50; 10917 7,35; 10982 Turbinenfabrit Abt. Rakow 12,25; 11026 5,70; 11028 4,65 11029 7,-; 11067 8,25; 11112 5,75; 11122 4,75; 11086 5,85; 11087 5,60; 11088 4,80; 11136 2,70; 11138 12,70; 11151 1,30; 11152 15,25; 11155 Die Errichtung einer Arbeitslosenkasse wird vom Gewerkschafts13,40; 11189 4,05; 11192 Turbinenfabrit Abt. Reußner 14,05; 11200 8,75; fartell in Bayreuth angebahnt. Der Vertreter der Buchdrucker ent11218 14,-; 11219 Billmer, Lehrterftr. 52 6,95; 11229 26,55; 11230 26,30; widelte in einem Vortrage einen Plan an der Hand eines vor11303 15,70; 10834 2; 10962 2,75; 11022 3,55; 11241 Bau Warschauer- gelegten Musterstatuts. Die Kasse soll fakultativ sein. Die Mittel straße 70 16,90; 11292 5,-. Webbing: 10266 6,35; 10269 3,60 jollen aufgebracht werden durch Beiträge der aktiven und paffiven 10270 4,65; 10326 5,75; 10329 2,20; 10370 13,65; 10891 5,20; 10400 8,80; 10419 1; 10528 2,75 Mitglieder und durch eine jährliche Subvention der Stadtgemeinde. 10533 3,80; 10582 5,40; 10583 9,50; 10603 6,75; 10605 27,-; 10610 Die meisten Redner sprachen sich sympatisch gegenüber dieser Frage 2-; 10612 19,40; 10617 3,55; 10618 10,25; 10619 14,50; 10638 6,15; aus. Die Sache soll nun in den Gewerkschaftsversammlungen dis 10668 4,85; 10673' 2,15; 10709 6,10; 10710, Tischlerei Stein 7,55; 10711, futiert werden, nach dem Resultat dieser Versammlungen wird das Desgl. 6,25; 10724 0,60; 10740 5,05; 10741 12,55; 10750 5,30; 10756 10,10; Sartell weiter verfahren. Solche Unternehmungen haben bisher 10757 11,25; 10759 5,85; 10764 1,10; 10781 7,25; 10784 1,25; 10794, schlechte Erfahrungen gemacht. Stullateure der Firma Jädel 12, 10796 14,-; 16025 10,20; 16031 4, 16069 13,75; 16070 2,10; 16074, Firma Dr. P. Meier, Saal A u. B 18,60; 16081, A.-G., Abt. Lager 1-12,10; 16085 6,15; 16091, Firma Haſſe, Fräulein 2. war vom Hotelier B. als Zimmermädchen engagiert Rindowerstraße 16,85; 16207, 12,30; 16257 3,80; Bom Verein Immunitas 6. Bergemann, Gerichtstr. 72 5,- Oranienburger Borstadt: 10148, gef. worden, erhielt aber vor dem„ Anziehtage" einen Brief, worin ihr durch Stiebig 10,-; 10191, ges. durch Drabnit 5,40; 15804, Berl. Genossen- mitgeteilt wurde, B. könne sie nach den über sie eingeholten Ausschaftsbäckerei 14,50; 15805, Maschinensaal der Buchdruderei Schade 7,50; fünften nicht in seinem Hause beschäftigen. Sie flagte darauf beim 15834, Diverse 10,30; 15931, gesammelt bei Haffe, Fennstraße 22,-; Berliner Gewerbegericht auf Gewährung einer Lohnentschädigung 15939 9,20. Gesundbrunnen: 8083 5,55; 8087 10,80; 8109 10,35; für 14 Tage, indem sie geltend machte, B. hätte sie mindestens 14 8167 3,30; 8288 5,40; 8281 19,35; 8284 2,70; 8285 3,80 Tage lang- die Zeit der gefeßlichen Kündigungsfrist beschäftigen 8292 4,50; 8340 10,45; 8362 4,45; 8396 15,90 müssen. In der Verhandlung stellte sich heraus, daß die Auskunft" 8439 5;-; 8448 3,25; 8501 57,95; 8571 10,45; 8584 3,50; 8589 3,' 8591 7,60; 11421 12,50; 11444 4,50; 11466 12,50; 11481 gel. dahin gegangen war, Klägerin habe mal in einer früheren Stellung durch Strieg 32,35; 11557 2,50; 11558 3,15; 11559 1,25; 11560 23,10; 11568 Männerbesuch" erhalten. Demgegenüber erklärte Fräulein 2., es 4,75; 11575 21,40; 11589 gej. v. d. Bauarbeitern der Deutschen Bant' 12,10; sei nur einmal der Schuhmacher mit den Stiefeln zu ihr gekommen. 11594 ges. bei den Arb. der Firma Steffens u. Nölle 31,05; 11604 14,80; Die Kammer 6 des Gewerbegerichts erachtete das, was an Tatsäch11611 11,80; 11626 19,15; 11629, 3. Rate, Küchenmöbelfabrit von Manste, lichem vorgebracht ist, für zu dürftig, um irgendwelche Schlüsse nach Greifswalderstr. 140 21,55; 11630 19,65; 11656 8,65; 11659 13,75; 16701 der Richtung eines der gefeßlichen Entlassungsgründe zu ziehen. Be11,35; 16702 9,30. Rosenthaler Vorstadt: 8614 1,-; 8626 7,25; 8634 1,25; flagter wurde deshalb zur Zahlung einer Lohnentschädigung von 8685 Vereinigung der Kunstfreunde, durch Friedrich 6,05; 8850 7,60; 8856 3,60; 8857 15,90; 8858 5,20; 8944 gej. durch Alfr. Rüder 7,50; 8956 2,25; 41 m. berurteilt, wobei ausgesprochen wurde, daß es an sich noch 11729 1,60; 11730 5,45; 11731 2,30; 11732 4,60; 11781 gef. durch Otto kein Entlassungsgrund sei, wenn einmal ein Mann zu einer HotelBeber 8,30; 11782 gef. durch Robert Loofe 4,95; 16110 14,40; 16167 angestellten komme. Um dies zu einem Entlassungsgrunde zu gestalten, 5,10; 16177 gef. durch Lutterbach 4,90; 16178 gef. durch Portier müßten noch andere Umstände hinzukommen. Daraus ergebe sich Wolf, Markgrafenstr. 38 5,75. Schönhauser Vorstadt: 9115 5,25; 9352 hier, daß Beklagter von seinem Vertrage mit der Klägerin unter den 6,30; 9429 7,35; 9458 Glogowski u. Co., Chauffeeftr. 80a, 5. Rate 4, hier obwaltenden Umständen nicht einseitig hätte zurücktreten dürfen. 9516' Maurer Charlottenburg gef. durch Simoleit 13,50; 9523 2,50; 9542 Mindestens hätte er die Klägerin 14 Tage beschäftigen müssen, da die gef. d. Engelmann 3,70; 9546 3,60; 9564 4,35; 9574 6,20; 9575 8,50; 9599 6,65; 11 817 23,60; 11819 1,25; 15511 3,05; 15534 6,80; 15 545 Kündigungsfrist nicht ausgeschlossen war. Die Nichteinstellung komme Tischlerei Schmidt, Fruchtstr. 6,40; 15 594 Maurer, Schulbau, Stoppenstr. einer plöblichen Entlassung gleich. Mangels eines gesetzlichen Grun22,70; 15701 2,-; 15 704 3,- 15706 gef. d. Otto Lubide 18,70; 15 709 des hierzu sei er entschädigungspflichtig. 5,90; 15 723 Arbeiter von Frati u. Co. 9,65; 15760 3,85; 15 761 10,30; 9046 5,25; 9164 4,10; 9232 Bau Dönhoffsplay, Boßwald u. Knauer 19,25; Die Lohnreform für die Gemeinde- Arbeiter Kopenhagens ist nun 9269 2,50; 9290 6,50; 9295 1,50; 9299 4,-; 11913 durch Leul 2,65; 11 931 durch Ferd. Nichter 8,60; 11932 Maurer Klosterstr. Gebr. Tiek 11, 11933-50; 11 935,75; 11 963 durch Bampo 12,62; 11 977 6,50; 11987 6,20; 11 998 4,40; 15771 2,-; 15778 1,85; 15779 2,85; 15784 3,20; 16501 2-16507- 16524 11,70; 16 526 7,85; 16543 6,80; 16 545 4,80; 9639 6,50; 9642 2,55; 9643 Pfefferberg 3,-; 9676 Chemigraphen von Labisch 21,75; 9677 5,30; 9688 2,75; 9746 echanische Werkstatt Werber u. Hampel 10330 3,90; 8364 6,50; 10333 5,47 " Grundlose Entlassungen. fönnen. In der Diskussion sprach zunächst Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht. Redner stellte sich rückhaltlos auf den Boden der von den Angestellten ausgearbeiteter Forderungen und verurteilte in scharfen Worten das Verhalten der Anwaltsmehrheit. Seiner Anficht nach entspräche es nicht der Würde des Anwaltstandes, vom Krämerstandpunkte aus die Tätigkeit der Angestellten zu würdigen, vielmehr legen Bildung und Besiß auch den Anwälten soziale Ber pflichtungen auf, deren sie eingedenk sein müßten. Nicht degradierend sei es für den Anwaltstand, mit dem Bureaupersonal als Gleichberechtigte über Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu verhandeln, wohl aber degradiere es ihn, wenn er freiwillig keine Zugeständnisse mache und sich erst von der Gesetzgebung dazu zwingen lassen müsse. Die Ausführungen Liebknechts wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Rieger empfahl hierauf, die Angestellten möchten nunmehr jedem einzelnen Rechtsanwalt ihre Forderungen zur Anerkennung unterbreiten und im Falle der Ablehnung in den partiellen Streit eintreten. Die aus allen Berufsvereinen zusammengesetzte Regulativkommission wurde beauftragt: 1. In Erledigung des Bes schlusses der öffentlichen Versammlung Mittel und Wege zu suchen, um eine Vereinigung aller Berufsvereine zu einer einheitlichen Organisation baldigst herbeizuführen. 2. Jedem einzelnen Arbeitgeber die im Regulativ aufgestellten Forderungen zu unterbreiten und deren Anerkenntnis und Durchführung zu verlangen. 3. Die Deffentlichkeit über die in dem größten Teil der Anwaltsbureaur herrschenden, menschenuntürdigen Arbeits- und Entlohnungsverhältnisse, insbesondere die übermäßige Verwendung und Ausbeutung jugendlicher Arbeitskräfte aufzuklären und dahin zu wirken, daß die Eltern ihre von der Gemeindevertretung endgültig angenommen worden. Die Kinder vor dem Schicksal bewahren, Ausbeutungsobjekt eines eigen= Lohnerhöhungen werden bereits am 1. April in Kraft treten. Die nüßigen Anwalts zu werden. Ferner richten die Versammelten an die gefeßgebenden Körpergeringfügigen Abänderungsanträge, die von socialdemokratischer und bon antisozialistischer Seite zu der Vorlage gestellt worden waren, schaften das dringende Ersuchen, dem berechtigten Verlangen der wurden zurückgezogen und danach einem gemeinsamen Ausschuß des Bureau- Angestellten nach gesetzlicher Regelung der Berufsverhältnisse Magistrats und der Gemeindevertretung zur Erwägung überwiesen. I baldigst stattgeben zu wollen. LeipzigerStr. 50a am Dönhoffplatz. H. Esders& Dyckhoff Spezialhaus für Herren- u. Knaben- Garderoben OranienStr. 48. Einsegnungs- und Prüfungs- Anzüge moderne Verarbeitung vorzügliche Stoffe. Anzüge in schwarz Cheviot, Kammgarn, Tuch, Tuchkammgarn Mk. 9,50-11,50-18,00-15,50-17,00-18,50-20,00-22,00-24,00-26,00-28,00-30,00-32,00. Große Auswahl. Sonntags von 8-10 und 12-2 Uhr geöffnet. Gute Paßform. Jedes 5 Pfennig. Wort: Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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