Nr. 69. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Post, Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., fülr politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Armeereform in Frankreich! Die " " Mittwoch, den 22. März 1905. Kuropatkin. Man schreibt uns: wo Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Vordringen der Japaner. Russische Desorganisation. Paris, 21. März. Der Spezialforrespondent des Petit der vor der Abstimmung von dem Häuflein Unentwegter aus- juns, der aus freien Stüden die Offensive ergriff, nicht gestoßenen patriotischen Kassandra- Rufe, ungeachtet selbst des um sich zu wehren, sondern um zu siegen. feierlich- heftigen Protestes des Melinisten Kranz, eines ehe- Weiter verstand es Kuropatkin vorzüglich, den Japanern Paris, 20. März.( Eig. Ber.) Die endlich votierte Militär- maligen Striegsministers nach dem Herzen der Hocharmee. auf den Leim zu gehen. Und im Leimausstreichen sind sie reform verwirklicht auf Grundlage der zweijährigen Dienstzeit Das heißt, die guten Patrioten haben ihren einzig echten offenbar sehr gewandt. Kurz vor der Schlacht bei Raitschou, so ziemlich die demokratische Gleichheit vor der Militärlast, Patriotismus dem höheren Interesse ihrer Wieder die in der ersten Hälfte des vorigen Jahres stattfand, telesoweit sie in der bürgerlichen Gesellschaft und unter dem wahl geopfert. Denn die Herabsetzung der Dienstzeit ist so graphierte Kuropatkin mit wichtiger Miene nach Hause, der System der stehenden Armee überhaupt sich verwirklichen läßt. populär, wie feine andere Reform, ganz besonders unter der linte japanische Flügel ziehe sich zurück, während der rechte Die bisher seit dem Gesetz von 1889 bestandene dreijährige Bauernschaft. verstärkt werde. In Wirklichkeit handelte es sich nur um ein attive Dienstzeit galt in Wirklichkeit nur für die große VoltsScheinmanöver, mit dem die Japaner die russische Hauptmacht masse, während die bourgeoise Jugend traft verschiedener nach dem linken russischen Flügel locken wollten. Nachdem Bildungsdispense und direkter Vetternwirtschaft meist nur ihnen das glücklich gelungen war, griffen sie just da, ein Jahr unter der Fahne diente. Das neue Militärgesetz beseitigt alle Dispense mit Ausnahme der physischen DienstKuropatkin eine Rückwärtsbewegung des Gegners unfähigkeit. Vor ungefähr einem Jahre zog der damalige Oberst konstatiert" hatte, die Russen mit Uebermacht an. Aehnlich Selbst die Böglinge der Spezial- Militärschule und des kommandierende Suropattin nach dem fernen Osten aus, ging es in den letzten großen Kämpfen. Hier ließ Kuropatkin Polytechnikums, wo ebenfalls militärischer Unterricht erteilt um die frechen Japaner zu vernichten, jetzt befindet sich der sich nach Osten loden, während der Hauptschlag der Japaner wird, find fortan angehalten, vor ihrem Eintritt in diese Generaladjutant" auf der Rückreise zu seinem zürnenden im Westen erfolgte. Daß diese Täuschung erfolgen konnte, Anstalten, falls sie das Alter von 18 Jahren erreicht haben, faiserlichen Herrn, seines Amtes enthoben, angefeindet und obwohl die Russen bedeutend mehr Kavallerie hatten als ihre oder nachher ein Jahr als gemeine Soldaten zu geschmäht. Welch' eine Wendung durch der Japaner Fügung! Gegner, beweist, daß die Reiterei auch als Aufklärungswaffe dienen. Die Polytechniker aber, die nicht als Offiziere in einen christlichen Schlachtengott besigen diese Leute bekannt- nicht mehr die große Rolle spielt, die ihr Herr von Einem die Armee eingereiht sind, müssen das zweite Dienstjahr als lich nicht. Damals gingen dem Günstling des Kaisers die zuerkennt. Db die Kosaken als Schlachtenreiterei etwas leisten Reserve- Unterleutnants durchmachen. Dieselben Bestimmungen verschiedensten Sympathiebeweise" zu, heute, wo er des Mit- oder nicht, ist in diesem Falle Nebensache, denn hier handelt ein Jahr gemeiner Soldatendienst und ein zweites Dienst- leids eher bedürfte, hat man feines für ihn. Damals be- es sich um Erkundigungen, mit denen man auch Patrouillen jahr als Reserve- Unterleutnants- gelten für die Zöglinge richteten die bürgerlichen Blätter: In Moskau ist General betrauen kann. Auf jeden Fall ist so viel gewiß, daß die der höheren Normalschule, der Forstschule, der Zentralen Ge- Kuropatkin der Gegenstand einer ununterbrochenen Sette von Japaner trotz ihrer nach Herrn von Einems Ansicht äußerst werbeschule, der Nationalen Bergschule, der Ingenieurschule begeisterten Dvationen gewesen. Schon als sein Zug auf dem mangelhaften Kavallerie über die Kräfteverteilung und Maßeinlief und die gesamte Generalität nahmen der Russen viel besser unterrichtet waren, als die und der Bergschule von Saint- Etienne. In allen diesen Nikolai- Bahnhof Hochschulen wird ein militärischer Unterricht vorgeschrieben den Oberkommandierenden begrüßt hatte, empfing ihn Russen über die Japaner! zwecks Vorbereitung zum Grade eines Reserve- Unterleutnants, nicht endenwollender Jubel, und dieser setzte sich in Petersburg, 21. März. Die Truppen Dtus und Nodwobei diejenigen Zöglinge, die sofort nach Absolvierung der den Straßen, wo eine vieltausendköpfige Menge harrte, Schule den bezeichneten Grad nicht erhalten haben, auch das noch in erhöhtem Maße fort. Der General begab sich zus bedrängen die Russen start. Die Truppen& a mizweite Dienstjahr als gemeine Soldaten oder als Unteroffiziere zunächst mittels Sonderzug nach dem Troizkikloster, wo ein muras, die neueste japanische Armee, rücken in der Richtung durchmachen müssen. Was die Universitäten betrifft, so werden feierlicher Gottesdienst, die Ueberreichung von Heiligenbildern nach Kirin vor, dessen Besetzung Marschall Oyama benur die Aerzte und Veterinäre des Privilegiums teilhaft, ihr und die Segnung stattfand. Nach Moskau zurückgekehrt, nahm schlossen hat, um eine weitere Stonzentration der russischen zweites Dienstjahr als Hülfsärzte bezw. Hülfsveterinäre er im Palais des Generalgouverneurs die Begrüßung der Armee unmöglich zu machen. zu erledigen, falls sie die entsprechende Prüfung nach Ablauf Offizierkorps entgegen. Den Gipfel aller Huldigungen aber des ersten gemeinen Dienstjahres bestanden haben. bildete dann die Feier im Stadthause, wo die Stadtbehörde übrigen Universitätsfakultäten genießen feinerlei Vorrechte, da und der Moskauer Adel sich versammelt hatten, und, nach fie für die militärischen Bedürfnisse nicht in Betracht kommen. einem abermaligen Gottesdienste, Deputation auf Deputation Parifien" will aus Petersburg erfahren haben, daß General Man begreift, daß das neue Militärgeset, das die um- vorüberzog, wobei sie ihm Heiligenbilder oder geweihte Linewitsch an den Baren telegraphiert hat, er sei ohne Nachfaffenden Privilegien der besitzenden Klaffen auf ein geringes Banner darbrachten. Der Adel überreichte ihm außerdem richt über zwei seiner Korps. Andererseits fügt der Korfaffenden Privilegien der besitzenden Klaffen auf ein geringes Minimum herabgesetzt und selbst die sich der Offizierslaufbahn 25 000 Rubel als Geschenk für seine persönlichen Bedürf Haufen von zirka 10 000 Soldaten hinter sich her ziehe, welche widmenden Bourgeoissöhnchen zu einem Jahre gemeinen niffe." Kasernendienstes zwingt, der Bourgeoisie adliger und Am Kriegsschauplage längst angelangt, ließ sich dieser aus Maroden bestände und zum Teil wegen der Erschöpfung geistesgestört sei. Sie plünderten alles, was sie unterwegs nichtadliger Herkunft ein Dorn im Fleische ist. Die Herab- Vorschußlorbeerheld im Herbst also bernehmen: segung der aktiven Dienstzeit für die Volksmasse auf zwei Der Feind ist nicht nur nicht niedergeworfen, sondern fährt antreffen, um nicht Hungers zu sterben. Den letzten Nachfort, in seinem Hochmut von einem bollen Siege zu richten zufolge find ganze Züge von Charbin von ihnen geJahre bedeutet für die Bourgeoisie tatsächlich eine Verträumen.... Der unbeugfame Wille unseres Kaisers, daß wir plündert worden. doppelung der Militärlast und eine Erschwerung der Dienst- den Gegner befiegen, wird unbeugiam erfüllt werden.... bedingungen. Aber natürlich wurde die Militärreform nicht Die Zeit ist für uns gekommen, die Japaner zu zwingen, daß mit offenem Visier bekämpft. In dieser Frage durften die sie unseren Willen tun." Und jetzt, wo die ersten Veilchen duften, ist der General bourgeoisen Monopolpächter des Patriotismus am wenigsten ihren Klassenegoismus offenbaren. Sie verlegten sich daher geschlagen, blamiert und abgesetzt, die Zahl jener vielen auf die altbewährten patriotischen" Argumente, um die Generäle, die als lächerliche Renommisten in der Weltgeschichte Reform zu durchkreuzen oder doch wenigstens zu verschleppen. paradieren, um eine Nummer vermehrend. Bei seinen früheren In erster Linie betonten sie den Ausfall des dritten Niederlagen entschuldigte Sturopatkin sich immer mit den Ein Jahresfontingents in Verbindung mit dem Stillstand der mischungen des Statthalters Alexejew. Nun ist letterer schon französischen Bevölkerungszahl. An diesen patriotischen Be- seit längerer Zeit zurückgepfiffen und dennoch blieb der sorgnissen ist nur so viel wahr, daß Frankreich in bezug auf Jammer auf der russischen Seite der gleiche. Es hat somit die Rekrutenzahl mit Deutschland nicht fonkurrieren kann. den Anschein, als ob auch an den früheren Prügeln nicht der Der Nachteil aber, der sich für Frankreich aus seinem Statthalter, sondern Herr Kuropatkin selbst schuld gewesen sei. Bevölkerungsstillstand ergibt, wird durch die Militärreform Die Absetzung Kuropatkins ist auch für jene Leute eine nicht erschwert. Dank der Beseitigung der Dispense, der bittere Pille, die in ihrer grenzenlosen Verehrung des KosatenHeranziehung halbtauglicher Rekruten für die Hülfsdienste tums behauptet haben, der russische Generalissimus ziehe sowie der Bestimmungen über Drei jährig- Freiwillige( nicht sich absichtlich zurück, um die Japaner, nachdem sie durch ihre über 4 Proz. des letzten Jahreskontingents) und über Kapitu- Angriffe geschwächt seien, in die unwirtlichen Gegenden der lanten( nicht mehr als 8 Proz. des Friedensstandes in den mittleren und nördlichen Mandschurei zu locken. Diese famosen Fußtruppen und nicht mehr als 15 Proz. in der Kavallerie Strategen hatten Kuropatkin sogar schon mit dem besonderen, und der Artillerie) wird der Ausfall des dritten Jahres- an Dummheit nichts zu wünschen übrig lassenden Lob aus- sofern sie nicht gar die bäuerlich- proletarische Erhebung gegen die fontingents wieder aufgewogen werden freilich unter Er- gezeichneter Rüdzugsgeneral" geehrt. Jegt werden politisch unzufriedenen Grundbefizer unterstügt, jedenfalls die Niederhöhung der Militärausgaben. fie vielleicht doch merken, daß der ausgezeichnete Rückzugs- megelung von Bauern im Stil des 22. Januar zu vermeiden sucht. Ferner wird aus Mitau telegraphiert: Uebrigens ist es von vornherein ausgeschlossen, daß die general" in Wahrheit nur ein berhauener Federbuschträger war. berantwortlichen Urheber der Militärreform die Interessen Besonders interessant war an Kuropatkin, daß er mit der Landesverteidigung der demokratischen Herabsetzung der Vorliebe große Feldbefestigungen aufwarf, sie aber im entDienstzeit nebst der Gleichheitsforderung geopfert haben sollten. scheidenden Augenblick nicht zu benußen verstand. Im Grunde Ein weiteres Argument der Reformgegner war die ist eine Befestigung nichts als ein Mittel zur Ersparnis von Opposition des Oberen Armeerates gegen die Reform. Der Mannschaften. Eine Strecke, deren Verteidigung ohne BeKriegsminister André und sein Nachfolger Berteaur haben es festigungen 10000 Mann erfordern würde, kann durch Betatsächlich unterlassen, den besagten Armeerat um seine Meinung festigungen nach Umständen derart umgestaltet werden, daß und zu befragen. Doch wissen die demokratischen Kreise in Frant nur 2000 Mann nötig sind. Die Ersparnisse an Truppen, reich die Unbefangenheit der Hocharmee nach ihrem richtigen die man auf solche Weise macht, müssen im freien Felde zur Werte zu schäßen. Sie erinnerten die reaktionären Patrioten Offensive verwendet werden. Zieht man einen Vergleich Wiborg, 21. März. Zu dem gestern auf den Gouverneur daran, daß dieselbe Hocharmee auch bom Militärgesetz zwischen Kuropatkins Fechtweise bei Liaujang und jener verübten Anschlag wird noch gemeldet, daß der Gouverneur bon 1889, von der Einführung der dreijährigen Dienstzeit Dyamas am Schaho, Hunho und bei Mukden, so ergibt sich an der Hand, der Hüfte und am Bein verwundet wurde und die„ Desorganisation der Armee" befürchteten. Der Ver- sofort der kolossale Unterschied zwischen den beiden Führern. am Kopf Quetschungen erhalten hat. Der Täter, der schon schleppungsantrag der Rechtsparteiler, vorerst den Armeerat Sturopatkin steckte seine Truppen in die Befestigungen und zog im Jahre 1903 unter dem Verdacht gestanden hatte, einen über die Reform zu befragen, wurde daher jedesmal in der einen Teil davon erst dann heraus, als er erfahren hatte, Anschlag auf den unlängst getöteten Senatsprokurator Johnsson Rammer wie im Senat abgelehnt. daß Kurofi sich der russischen Rückzugslinie nähere. Er griff beabsichtigt zu haben, entfam damals nach Stockholm, wo er Die Bauernbewegung in Rußland. Aus den Ostseeprovinzen kommen jegt Nachrichten, die mit größerer Klarheit als die bisherigen Meldungen beweisen, daß es unter der hungernden Bauernschaft gewaltig gärt. Die revolutionären Parteien widmen der Aufklärung der Bauern besondere Bemühungen. Mit der Gewinnung der Bauern ist ja das Schicksal des Barismus endgültig entschieden. Die nachfolgenden offiziellen Telegramme geben ein natürlich abgeblaßtes Bild von der Erhebung der Bauern in den Ostseeprovinzen: Dorpat, 21. März. Die Bewegung unter der landwirtschaftlichen Bevölkerung der umliegenden Güter breitet sich weiter aus; hin und wieder nimmt sie da, wo die Gutsbesiker keine Zugeständniffe machen, einen gewalttätigen Charakter an. Im allgemeinen verläuft die Bewegung aber ruhig und hört dort, wo auch nur teilweise Zugeständnisse gemacht werden, auf. Bon den Gutsbesikern wird vielfach ohne Not militärische Hülfe verlangt. Die legtere Bemerkung deutet darauf hin, daß die Regierung, Agitatoren, die von Libau kamen, haben den Ausstand der Arbeiter und Bauern in den Bezu von Grobin und Hasenpot ins Werk gesetzt. Bei 17 Besitzern verhinderten die Ausständigen die anderen Arbeiter, zu arbeiten. Truppen find dorthin abgegangen; der Gouverneur ist gleichfalls in das Ausstandsgebiet abgereist.. In diesem Gebiete fämpfen offenbar die Proletarier der Stadt des Landes zusammen. Die Revolution der Nationalitäten. In der endgültigen Gesamtabstimmung aber haben sich somit erst gezwungen zur Offensive. Anders Dyama am sich bisher aufgehalten hat. Bei seiner Flucht aus Helsingfors die Reihen der wahren Patrioten in entsetzlichem Maße ge- Schaho! Er hatte auch großartige Befestigungen zur Ver- war er unter einen Eisenbahnzug geraten, worauf ihm der lichtet. Die Reform wurde in der Rammer botiert mit 504 fügung, aber sie dienten ihm nur dazu, den Gegner in der rechte Arm amputiert werden mußte. gegen nur 34 Stimmen, unter den letzteren 8 Melinisten, Front mit relativ geringen Kräften fest- und zurückzuhalten. 6 Nationalisten und 20 Monarchisten. Enthalten haben Seine Hauptmacht nahm er aus den Befestigungen heraus sich 25 Deputierte, darunter 13 * Gegen die zaristischen Meseleien im Kaukasus. Nationalisten und und ließ sie nach einem wohlüberlegten Plane offensiv vor- Das Internationale Sozialistische Bureau veröffentlicht einen 10 Monarchisten. Der größere Teil der extremen gehen. Wir sehen also auf russischer Seite einen General, Aufruf zugunsten der Armenier im Staukasus. Dort haben beReaktion und nahezu sämtliche Melinisten haben also ber aus der Defensive nur heraustrat, weil er mußte, auf tanntlich vor einigen Wochen blutige Mezeleien zwischen Muselfür die schreckliche Militärreform votiert, ungeachtet der japanischen Seite haben wir einen Feldherrn vor männern und Armeniern stattgefunden. Der Hauptsächlichste Schau Deutsches Reich. .00. plaz der Kämpfe war die industriereiche Stadt Baku, wo Tausende swachungsbedürftiger Anlagen handelt, debattebon Arbeitern ohne Unterschied der Nasse und der Religion gemein- los verabschiedet. Ein wenig mehr regten sich die Herren bei fam streitten und gegen den Absolutismus protestierten. In den der Vorlage auf, die die Freihaltung der UeberGegen die Novelle zum Berggeset ziehen die Unternehmer alle Schreiben, welche die Redaktion„ Droschat", das Genfer Organ der schwemmungsgebiete der Wasserläufe zum Register. Jezt hat wieder die Vereinigung der Handelskammern armenischen Revolutionäre, dem Internationalen Sozialistischen Bureau Gegenstand hat. Hier traten wieder, wie stets in folchen des rheinisch- westfälischen Industriebezirks beschlossen, den Landtag Das gesamte deutsche zur Verfügung stellt, wird der Nachweis geführt, daß die russischen Fällen, die Gegensäze zwischen den verschiedenen Teilen um Ablehnung der Vorlage zu ersuchen. Behörden es selbst waren, die das Massakre hervorgerufen haben, Preußens zutage. Der preußische Partikularismus umfaßt Wirtschaftsleben, Industrie, Arbeiter, Handwerk, Landwirtschaft indem sie die Todfeinde der Armenier, die Türken, aufwiegelten und, bekanntlich eine Reihe von speziellen Provinzial-, Regierungs- sollen schweren Schaden erleiden durch das Gesetz. Wir sind gewiß bewaffnet, in die Stadt hineinließen. 7-800 Tote und gegen bezirks-, Kreis- und Gemeinde- Partifularismen. Auch dies nicht der Meinung, daß das Gesetz den Arbeitern erhebliche Vorteile 1500 Verwundete, das ist das Resultat der tagelangen Schlächtereien mal wollte man das Gesetz auf einzelne Teile beschränken. Der bringen würde, aber daß die gesamte Arbeiterschaft schwer geschädigt in Baku, denen die ruffische Polizei und die Kofaten ruhig zusahen. Landwirtschaftsminister v. Podbielski zeigte sich bei der ganzen würde durch das Gesetz, das ist doch eine zu blödsinnige Behauptung. Das Internationale Sozialistische Bureau fordert die sozialisti- Erörterung als der weitsichtigste." Und das sagt alles!" würde an die Ehrlichkeit der Einwände würde man glauben, wenn schen Parteien aller Länder auf, gegen diese völkerverhezzenden Herr v. Einem sagen. die Unternehmer sich darauf beschränkten zu behaupten, daß sie selbst Schandtaten des Zarismus] energischen Protest einzulegen. Das geschädigt werden würden durch Arbeiterschutzgesetze. Aber daß sie Bureau erinnert an die Resolution, die auf dem internationalen die Intereffen der Arbeiter gegen das Gesez ausspielen, das läßt Kongreß zu Paris im Jahre 1900 angenommen wurde. den Mangel des guten Glaubens zu offen erkennen. Möglich schon, daß die Kohlenkonsumenten durch Erhöhung der Kohlenpreise geschädigt werden; daran ist das noch ungeborene Gesetz jedoch ganz unschuldig, das ist ganz auf das Konto der Syndikatspolitik zu setzen. An eine Erhöhung der Förderkosten durch das Gesetz ist gar nicht zu denken; im Gegenteil: wenn die Bestimmungen über die Arbeitszeit überhaupt eine nennenswerte Wirkung ausüben sollten, dann werden sie zur Verringerung der Förderkosten beitragen. Politische Ueberlicht. be deber Berlin, den 21. März. Bon unserem herrlichen Kriegsheere. Die heutige Militärdebatte handelte nur von einem Teile der Schäden des Militarismus. Aber gerade dadurch, daß man die keit des Militär- Gerichtsverfahrens. Nach Erledigung der Tagesordnung gab es noch ein bezeichnendes Nachspiel. Die Herren wollen die Beerdigung des Ministers v. Hammerstein am Donnerstag zum Anlaß nehmen, die für diesen Tag in Aussicht genommene Beratung der Berggesek Novelle noch ein wenig hinauszuschieben. So soll der tote Minister ihnen noch einen Dienst erweisen, wie er zu Lebzeiten deren ihnen so manche erwiesen hat. = Deutsche Neutralität. Die deutsche Neutralität ist ein eigenartiges Ding. Sie " Resolutionen auf eine Reform des Militärstrafrechts ausgeschieden behandelt die verschiedenen Völker mit ganz verschiedenem Die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhauses will in hatte, traten die schlimmsten Schäden des Militarismus, die Soldaten- Maße. Allerdings konnte Graf Bülow unlängst im Reichstage der Kommission versuchen, die Vorlage zu verbessern". Das wird mißhandlungen und die Bluturteile der Kriegsgerichte, um so schärfer erklären, daß die deutschen Schiffahrtsgesellschaften ihre Schiffe eine schöne Verbeſſerung werden. und ausdrucksvoller hervor. Mit einer Fülle von Einzelfällen aus nicht nur an Rußland, sondern auch an Japan verkauft dem Militärleben, die in ihrer grotesken Komik oder widerlichen hätten, aber über das eigenartige Mietsverhältnis, Den Arbeitern gegenüber tun die Unternehmer alles, um diesen Brutalität selbst ihren bürgerlichen Geist aufstachelten, begründeten in dem die Schiffe der deutschen Amerikalinie zu dem Ge- die Notwendigkeit der Stärkung ihrer Organisationen einzubläuen und der freisinnige Abg. Dr. Müller Meiningen und nur ein schwader des Generals Roschdjestwensky stehen, fonnte ihnen flar zu machen, daß viel weitergehende gesetzliche Vorschriften wenig milder Herr Gröber vom Zentrum die Anträge dieser er sich nur durch das beliebte nichts zu ihrem Schuge nötig sind, als die Regierung vorschlägt. „ ihm sei Parteien auf Revision des Militär- Strafgesetzbuches, auf sofortige bekannt geworden" hinweg reden. Bechen kommen Klagen über fortgesetzte Heute möchten wir von verschiedenen Milderung seiner schlimmsten Härten und wiederherstellung der den Reichskanzler auf etwas anderes aufmerksam machen, Maßregelungen. Versammlungen beschäftigen sich mehrfach kaum erhobenen und hinterrücks schon wieder beseitigten Deffentlich- nämlich auf gewaltige Waffenlieferungen, die eine deutsche damit und verlangen Wiedereinstellung der Gemaßregelten. Firma für Rußland aufertigt. Wie uns mitgeteilt wird, liefert Auf Deutscher Kaiser" in Neumühl lagen die Arbeiter darüber, daß Genosse Grad nauer hatte seine Freude an diesem Wettsturm- nämlich die Deutsche Waffen und Munitions- ihnen jetzt für den Wagen Hausbrand 3,50 M. gegen früher 2 M. lauf der Bürgerschädel gegen die Mauer der militärischen Ein- fa richtungen, die in ihrer ganzen Volksfeindlichkeit erst durch sie im abrit in Berlin, ehemalige Firma Löwe, eine große abgefordert werden, während die Arbeitswilligen noch den alten Preis Anzahl von Maschinengewehren für Rußland. Die Maschinen- bezahlen. neuen Deutschen Reich aufgerichtet und gefestigt worden waren. Nur gewehre, deren Zahl mehrere hundert beträgt, ähneln in ihrer zlvei Sünden aus jüngster Vergangenheit hielt er den Herren, die Konstruktion außerordentlich den deutschen Maschinengewehren. In den allernächsten Tagen wird eine Schrift erscheinen, herausgestern noch die Trommel des militärischen Bewilligungseifers Diese Maschinengewehre werden unter Aussicht eines russischen gegeben vom Vorstand des deutschen Bergarbeiter- Berbandes, die fich schlugen und heute auf der Flöte der Volksfreundlichkeit spielten, Offiziers angefertigt, mit einem russischen Buchstaben abge- mit dem Verfahren der„ Untersuchungs- Kommissionen“ im Ruhrgebiet, vor: die Ablehnung all der Anträge, die feitens unserer Genossen stempelt und nach Warschau verfrachtet. Ein großer Posten ihren Protokollen und Urteilen befaßt. Diese Schrift wird, geſtügt Ausgestaltung halbwegs volkstümlichen auf „ Niederschriften" der Verhandlungen der Unterdieser Waffen ist bereits nach Rußland abgegangen, doch wird militärischen Strafgesetzbuches gestellt waren und die gestrige fieberhaft an weiteren Bestellungen gearbeitet. suchungs Kommissionen, veröffentlicht im Reichs Anzeiger", die Berufung auf und amtlichen Statistiken Ablehnung unseres Antrages auf Beseitigung des Einjährigdie Höchst wahrscheinlich wird der Reichskanzler, wenn er im Freiwilligendienst- Privilegs. Die Lauheit der bürgerlichen Parteien bei Reichstag hierüber interpelliert werden wird, abermals mit Publikationen des bekannten Zechengeschäftsführers, BergSchaffung der Militär- Strafprozeßordnung hat es zuwege gebracht, der ihm so gut stehenden Harmlosigkeit erklären, daß die meister Engel, den Nachweis führen, daß es die Dinge auf den daß jetzt durch allerhöchste Kabinettsorder vom 1. Dezember 1903 Lieferung einer privaten Fabrik an einen friegführenden Kopf stellen heißt, zu behaupten, es lägen keine schweren Mißſtände die Deftlichkeit des Militär- Gerichtsverfahrens tatsächlich wieder Staat von der Regierung nicht verhindert werden könne, bor. Der Regierung, den Parlamenten und der Preſſe wird die aufgehoben ist, und daß von einer Unabhängigkeit der Militärrichter, weil sie eben keinen Neutralitätsbruch bedeute. Broschüre nach ihrer Fertigstellung unverzüglich zugehen; sie wird zivecs einer gegen des Dem gegen unter die Die„ Post" gesteht damit zu, daß unsere Bezeichnung einer gewissen Volkstümlichkeit nicht entbehrt. Aber wir müssen uns doch dagegen verwahren, daß wir die Empfindungen der" Post" teilen, die den Bettminister auf eine Stufe mit dem Pallisadenkarl stellt. Indem die" Post" den armen Herrn von Hammerstein derart in „ Träfe das wirklich zu, so würde ich allerdings nicht wissen, eine recht gemischte Gesellschaft einführt, versucht sie zugleich diese wie die Regierung das vor ihrem Gewissen, vor dem Lande, vor Gesellschaft selbst zu adeln. Pallisadenkarl und Schlosserhermann Europa, vor der Weltgeschichte zu rechtfertigen imstande sein werden sich entschieden dagegen wehren, daß sie mit der roten Rotte dürfte. Ich hoffe, wie gesagt, daß die Angelegenheit anders liegt, in Beziehung gebracht werden. Die Herrschaften sind und sie wissen aber ich muß betonen, daß der Brief des Konsuls Dr. Hendrit wohl warum durchaus patriotisch und staatserhaltend, und nirgend Müller sich hier in meinen Händen befindet. Ich glaube, findet man so viel patriotische Bilder, wie in den Lokalen, in denen in diesem Falle muß der deutsche Reichstag ohne Unterschied der sie verkehren. Es ist z. B. nicht die Eigentümlichkeit der roten Rotte Barteirichtung der Regierung gegenüber ein deutliches Wort vor der Schloßwache herumzumarschieren. Pallisadenkarl und Schlossersprechen, auf Aufklärung dringen und verlangen, daß, wenn hermann aber finden in diesen patriotischen Betätigungen feit jeher folches einmal wirklich geschehen ist, ähnliches niemals wieder in ihr höchstens Lebensideal. In dem Gefolge des preußischen PolizeiZukunft vorkommen darf." ministers würden sich, was staatserhaltende Königstrene anbetrifft, jene Gestalten ganz gut ausnehmen. denen die allerhöchste Stelle ihre Zufriedenheit oder entschiedenste über möchten wir aber aber doch auf frühere Vor- noch rechtzeitig zur Beratung der Berggesetz- Novelle im Landtage erMißbilligung ausspricht, nur noch in Fabeln oder Kriegsminister- tommnisse ähnlicher Art hinweisen. Am 10. Januar scheinen. Am nächsten Dienstag tritt im Berliner Gewerkschaftsreden die Rede sein kann. Hätten aber die bürgerlichen Parteien 1902 brachte der Abgeordnete Liebermann v. Sonnenbause der preußische Bergarbeitertag zusammen, der dann vermutlich gestern der Abschaffung des Einjährig- Freiwilligendienstes zu berg einen Fall zur Sprache, wo die deutsche Regierung schon Gelegenheit haben wird, die erſte Lesung der Novelle im Abgestimmt, und die Söhne der besitzenden Klassen zusammen mit den Waffenlieferungen an eine kriegführende Macht als Neutralitäts- geordnetenhauſe mit in den Kreis seiner Erörterungen zu ziehen. Söhnen des Volkes, dem die Religion der Flinte und des Säbels bruch empfunden und demgemäß verhindert hatte. Nach der Der zarte Sinn der Scharfmacher! Die„ Post", die am liebsten erhalten bleiben muß, auf zwei Jahre in die Kaserne gesteckt, so Darstellung des antisemitischen Abgeordneten hatte der Oranje- die internationale Sozialdemokratie in einem staatserhaltenden Blutwäre ein großer Teil der Militärmißhandlungen mit einem Schlage freistaat vor Ausbruch des Krieges bei der Firma Krupp bade ersäufen würde, fühlt sich in ihren heiligsten Empfindungen aus der Welt geschafft. So aber bleiben fie in ihrer eine Anzahl Geschütze bestellt und die Hälfte des Preises dadurch verlegt, daß der„ Vorwärts" oder wie die Stummſchen vollen Scheußlichkeit durch schwere Bestrafung des„ Aufruhrs" und sogar bezahlt. Nach Ausbruch des Krieges verweigerte jedoch Bostesel" schreiben, die Narren des„ Vorwärts", allzu deutlich die der„ Achtungsverlegung" und durch leichte Sühne für die Peiniger die Firma Krupp die Auslieferung der Geschüße. Dem Wahrheit über den verstorbenen Minister Hammerstein geschrieben der Soldaten geschützt, unvermindert zahlreich bestehen. Beschwerde führenden Konsul des Oranjefreistaates Herrn hatten und sich nicht einmal vor der Majestät des Albezwingers Der Kriegsminister überließ es einem bourgeois gentilhomme, Dr. Hendrik Müller in Amsterdam antwortete die Firma Tod" gebeugt haben. die brutale Wirklichkeit des preußischen Landsknechtsheeres zu glori Strupp, sie dürfe dem Freistaat die gezahlten Kanonen nicht durch die Majestät des Albezwingers, in eine geistige Verwirrung Bei dieser Gelegenheit ist aber die" Post", offenbar gebannt fizieren. Der fonservative Herr i mburg fand ein bißchen Miß ausliefern, ja sie tönne nicht einmal gestatten, daß verfallen, die sie veranlaßt, den verstorbenen Polizeiminister in eine handelu gar nicht so schlimm, wenn nur die Heiligkeit der Disziplin sie einem anderen Staate geliefert würden, der sie Gesellschaft zu bringen, in der wir niemals ihn gesucht haben. umangetaste bleibe. Herr v. Einem bekannte seinen Abscheu vor den dann weiter vertause. Diese Antwort Krupps, erklärte Die" Post" zürut nämlich, daß das im Jargon der Verbrecherkreise ekelhaften Mißhandlungen der Menschenwürde und leugnete nicht, daß Herr Liebermann, sei angeblich direkt auf ein Verbot der redigierte Zentralorgan der roten Rotte gemäß der ihm aus Leserall seine Bemühungen um Beseitigung der Militärmißhandlungen, deutschen Regierung zurückzuführen. Der Reichskanzler nahm treisen nahestehenden Sitte nach berüchtigtem Muster wie Pallisadenkarl, wie Bebel es vorausgesagt, ihm Enttäuschungen gebracht hätten. Das Wort, um Herrn Liebermann zu antworten. Aber auf Lattenfrize, Schlosserhermann, Suffonne den Herrn v. Hammerstein Aber während er noch soeben anerkannt hatte, daß der ganze den von ihm vorgetragenen Fall ging er nicht mit einer Silbe früher einmal den Bettminister genannt habe. Kampf diese widerlichste Erscheinung im deutschen ein. Offenbar war er also nicht in der Lage, die Behauptung Voltsleben mur infolge des öffentlichen Gerichtsverfahrens und der des antisemitischen Abgeordneten zu leugnen. Dieses Ueber ewigen Kritik der Sozialdemokratie aufgenommen sei, proflamierte gehen einer so wichtigen Anklage war um so auffälliger, als er ganz offen seine Absicht, entgegen allen papierenen Gesetzen die Liebermann wörtlich gesagt hatte: Deffentlichkeit des Militär- Strafverfahrens möglichst einzuschränken, um das Volk zu verhindern, von den Vorgängen der Militärjustiz Kenntnis zu erhalten. So fördert Herr v. Einem die Militärmißhandlungen, deren Bekämpfung er als seine Hauptaufgabe ansicht. Die rechtswidrige Verordnung vom 1. Dezember 1903, über deren Veröffentlichung durch den Vorwärts" eine hohe Militärverwaltung sich immer noch nicht beruhigt hat, suchte er dadurch zu rechtfertigen, daß er an Stelle der Bezeichnungen„ Verordnung" oder „ Gesetzesvorschrift" das harmlose Wort„ Hinweis" unterschob. So erflärte Herr b. Einem die Verabschiedung der Richter des Leutnants Bilse as teine Strafe, sondern nur als einen Ausdruck des allerhöchsten Mißfallens. So macht er jede etwa zu erwartende Beschäftigung der Presse mit einem militärischen Vorfall zu einer Gefährdung der Daß sich tatsächlich die Sache so zugetragen hat, wie sie Disziplin, die einen Ausschluß der Deffentlichkeit rechtfertige. Aus Liebermann darstellte, daß die Regierung ein Veto gegen die den Militärmißhandlungen, die Deutschlands Volksfeele zu vergiften Auslieferung der bereits bezahlten Geschüße eingelegt hat, drohen ein Bolt, das das erfährt, ist schrecklich; es räche oder wurde schon früher durch eine andere Episode, die sich im dulde die Behandlung"- wird bei Herrn v. Einem ein harmlofer Reichstage abspielte, zur Gewißheit gemacht. Am alle ihre Sünden durch den einen Vorzug, daß sie immer noch gut Verstoß gegen ein persönliches Rechtsgut! 5. März 1901 nämlich interpellierte unser Genosse Ledebour genug sind als Polizeispizzel, um die rote Rotte zu überwachent. Die Nationalliberalen wagten nicht einmal der freisinnigen die Regierung in einem ähnlichen Sinne. Er beschwerte sich Resolution zuzustimmen, die härtere Bestrafung der Soldatenmiß- darüber, daß eine Düsseldorfer Firma, die Firma Ehrhardt, Fliegender Gerichsstand. handlungen und Herabsetzung der Minimalstrafen für die Angriffe für England Batterien nach Südwestafrika geliefert habe. Dieser Tage ist unser Parteigenosse R. Kemptens als vers Untergebener auf Vorgesezte fordert. Es war noch faft wunderbar, Daraufhin habe die Firma Krupp erklärt, daß sie nun- antwortlicher Redakteur der in Köln erscheinenden Rheinischen daß sich für beide Resolutionen eine Mehrheit fand. mehr gleichfalls nicht mehr Abstand von Waffenlieferungen 3 eitung" von der Straffammer zu Aachen in einem Breßprozesse Am Mittwoch geht die Beratung des Militäretats weiter. nehmen würde, womit sie auf den Fall der Geschüßlieferung zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden, obwohl der Gerichtsstand für den Dranjefreistaat anspielte. Auch Liebermann von des Erscheinungsortes unstreitig nur Köln sein konnte. Preußisches Abgeordnetenhaus. Sonnenberg brachte die Angelegenheit zur Sprache. Auch er Rheinische Zeitung" hatte die Zuſchrift eines Aachener Mitarbeiters veröffentlicht, worin eine ziemlich alltägliche WohnungsDas Abgeordnetenhaus erledigte heute eine Reihe von gab seiner Verwunderung Ausdruck über die verschiedenartige streitigkeit zwischen einem Wirt in Aachen und einent Lleineren Vorlagen. Kleinere Vorlagen heißen nach dem Haltung der Regierung gegenüber den Waffenlieferungen für Arbeiter besprochen war. Der Wirt hatte zufällig von dem Herrschenden Sprachgebrauch solche Gesezentwürfe, die von die Buren einerseits und für England andererseits. Auch in Arbeiter auch einen Brief erhalten, worin dieser ihm in großei Wichtigkeit für große Bevölkerungskreise und bestimmte diesem Falle berührte der redselige Graf Bülow diesen Gegen- Aussicht stellte, die Angelegenheit der Deffentlichkeit zu übergeben, Landstriche sind, mit denen aber das hohe Haus sich erfahrungs- stand mit keinem Wort! wenn der Wirt zu unrecht empfangene 11 m. nicht herausgebe. Der gemäß nicht abzugeben pflegt. Zunächst gewährte man huld- Aus diesen Fällen geht also hervor, daß es elende Phraser Arbeiter wurde wegen Erpressungsversuchs" und da er der Ver bollit Notstandsdarlehen an fleine Schiffer, find, wenn die Regierung erklärt, die Neutralität verbiete fajfer des später erschienenen Artikels fein sollte- wegen Bedie durch die abnormen Verhältnisse des Jahres 1904, ge- nicht die Anfertigung und Lieferung von Waffen für einen leidigung des Wirtes vor die Aachener Straffammer gestellt. Er wurde bon der Beleidigung freigesprochen, da schädigt worden sind, oder vielmehr, man gestattete der Re- friegführenden Staat. In dem Fall der Burenlieferung hatte er weder der Verfasser noch der Veranlasser des Artikels gierung, Erhebungen darüber anzustellen, ob ein Notstand die Regierung diese Lieferungen als Neutralitätsbruch empfunden war, dieser vielmehr von gutinformierter, an der Sache wirklich unter diesen Leuten vorhanden ist und nötigenfalls eine und sich zu einem amtlichen Eingriff veranlaßt gefühlt. Den aber unbeteiligter Seite herrührte. Trotzdem nicht die Gemeinschaftlichkeit bezüglich Kleinigkeit zuzusteuern. Denn so recht vorstellen kann sich das Engländern gegenüber allerdings stellte sie sich dann auf geringste hohe Haus nicht, daß o kleine Leute auch etwas branchen. Die einen ganz anderen Standpunkt, denselben Standpunkt der Artikels vorlag, mußte der Redakteur fich gefallen lassen, man ihn mit in die Erpressungsfache hineinzog Leute hätten es doch so gut, wenn sie bloß nicht um mit dem famosen, wohlwollenden" Neutralität, den sie ja auch daß und ihn seines eigentlichen Gerichtsstandes beraubte. Nebenbei sei Schwiegersohn Stumms zu reden von der„ absichtlichen oder jest Rußland gegenüber eingenommen hat. Die unehrliche bemerkt, daß die Angaben des Artikels Satz für Saz bewiesen umabsichtlichen Unzufriedenheit" heimgesucht werden würden. Zwiespaltigkeit ihres Vorgehens vermag also die deutsche wurden und daß der Vertreter der Staatsanwaltschaft die FreiDann wurde eine Wegeordnung für die Pro Regierung weder durch diplomatisches Schweigen noch durch sprechung des Redakteurs beantragte. Das Gericht kam dennoch vinz Westpreußen in zweiter Lesung beschlossen und der diplomatische Eiertänzerei und Schaumschlägerei wegen angeblicher Beleidigung zur Verurteilung. vom Herrenhause in abgeänderter Fassung zugegangene Gefeß- aus der Welt zu schaffen! Dieser Prozeß bestätigt genau das, was seinerzeit Abgeordneter entwurf, der von den Kosten der Prüfung über. Heine im Reichstag erklärt hat: daß tros der neuen BeTrotzdem schwieg sich, wie gesagt, der Reichskanzler über dieses Eingreifen der Regierung vollständig aus! Hoffentlich fühlen sich die„ Post"-Verkannten nicht so schwer durch den Vorwurf sozialdemokratischer Gesinnung beleidigt, daß fie das Blatt verklagen. Uebrigens sollte die" Post" wirklich nicht so verächtlich von diesen Herren und Damen der patriotischen Gesellshaft reden. Ballisadenkarl und Lattenfrize mögen viel auf dem Gewissen haben, aber wir denken im Sinne der" Post" sühnen sie Die des ftimmung der fliegende Gerichtsstand wiederhergestellt werden könne. Darum hat die sozialdemokratische Fraktion auch beantragt, für Preßfachen einen ausschließlichen Gerichtsstand des Erscheinens zu begründen. Der Reichstag hat das bekanntlich abgelehnt.Budgetkommission. Französische und deutsche Militärjustiz. Aus Induftrie und Handel. " " 1 daß der Anschluß an die Kanalisation den Hausbefizern große Kosten verursachen würde und darum die Verordnung abzulehnen sei. Gegen die kompakte bürgerliche Majorität der Hausbesitzer und ihrer Trabanten vermochten auch die guten Gründe unseres Genossen Die neue japanische Anleihe. Die„ Köln. Ztg." bestätigt in einer Stadtrat Grismann nichts auszurichten. Mit 51 gegen 45 Stimmen Buschrift aus Berlin, daß bereits seit längerer Zeit Vorverhandlungen wurde in namentlicher Abstimmung die Vorlage abgelehnt. Nur zwischen japanischen Bevollmächtigten und einer unter Führung der zwei Liberale und fünf Demokraten stimmten dafür, die übrigen 38 Deutsch- Asiatischen Bant stehenden deutschen Bankgruppe wegen In der Budgetkommission des Reichstages wird jezt mit dem find sozialdemokratische Stimmen. Unser Genosse Pfarrer Pflüger Uebernahme einer japanischen Anleihe stattgefunden haben und sich felben Gilzugtempo gearbeitet, wie im Plenum des Hauses. Das hat bei dieser Gelegenheit festgestellt, daß von den 125 Mitgliedern diese Gruppen jetzt nach Ausscheiden einiger Mitglieder für die Behinderte allerdings nicht, daß sich am Dienstag die Kommission eine des Großen Stadtrates 58 Hausbesitzer find, die im eigenen teiligung an der Anleihe entschieden hat. Als nun", schreibt das ganze Stunde lang mit Rüdesheimer Lokalschmerzen beschäftigen Hause wohnen, und 66 Mieter, von denen aber ebenfalls mußte: in dem fröhlichen Weinort ist ein heftiger Stampf um die einige Hausbesiger sind, aber nicht im eigenen Hause wohnen. Von Kölner Blatt, Anfragen wegen der Beteiligung deutscher Banken Lage eines neu zu erbauenden Postgebäudes entbrannt, die Gegner den 50 Liberalen find 33 oder 66 Proz, von den 31 Demokraten an einer japanischen Anleihe an die Deutsch- Asiatische Bank gerichtet grüßen sich nicht mehr, es herrscht„ Revolution", wie der 16 oder 51,6 Proz, von den 44 Sozialdemokraten 8 oder 18 Proz. wurden, entstand die Frage, ob das Konsortium für asiatische GeAbg. Bartling behauptete. Seine emsigen Bemühungen, die Kom- Hausbesizer, jedoch haben die Sozialdemokraten ebenfalls für die schäfte für dieses Geschäft die zuständige Stelle sei, da die zum Konmission zu einer Aenderung der Regierungsvorlage zu bewegen, Vorlage gestimmt. Da in der ganzen Stadt die Hausbesiger nur sortium gehörenden Firmen der Russengruppe naturgemäß an der blieben aber erfolglos. Die Mehrheit der Kommission beließ es bei 20, die Mieter aber 80 Proz. ausmachen, so dürfte, meinte Genosse Uebernahme einer japanischen Anleihe nicht teilnehmen konnten. Es dem Vorschlage der Postverwaltung die Revolution in Rüdes- Pflüger mit Recht, ein Appell an das Volk ein anderes Resultat bestanden Bestrebungen, das Konsortium als nicht zuständig anheim kann nun weiter gehen. haben, als der Entscheid des Großen Stadtrates iſt. zusehen und eine besondere Gruppe zur Beteiligung an einer In der schon in der letzten Sigung besprochenen Umänderung der militärischen Versuchsanstalt fiel die Entscheidung im Sinne der Frankreich. japanischen Anleihe zu gründen, wodurch indes die Einheitlichkeit der Regierungsvorlage, nachdem sich die bisher als Zivilbeamten an- Deputiertenkammer. Das Haus begann am Dienstag die Be- oftasiatischen Geschäfte gelitten hätte. Das Konsortium hat nun gestellten Angehörigen der Anstalt mit ihrer Umwandlung in Militär- ratung des Gesekentwurfs betreffend Trennung von Staat und den Beschluß gefaßt, die Frage in folgender Form zu erledigen: beamte einverstanden erklärt haben. Kirche. Ferry( Nationalist) begründet einen Antrag, nach welchem Die Mitglieder der Russengruppe, nämlich Mendelssohn u. Co., die Bei dem Etat der technischen Institute wurden einige Petitionen vor der Beratung des Gesetzes die öffentliche Meinung befragt Diskontogesellschaft, S. Bleichröder und die Handelsgesellschaft und unterer Beamten behandelt: im allgemeinen wurde anerkannt, daß werden soll. Der Redner sucht nachzuweisen, daß die Mehrheit ferner Robert Warschauer u. Co. treten für das japanische die Bezüge der untersten Kategorien unzulänglich sind und dringend der Wähler gegen die Trennung ist und sagt, die Annahme der Vor- Anleihegeschäft aus, im übrigen bleibt die Gruppe dieselbe, wird vielder Besserung bedürfen. lage werde im Lande eine Erregung hervorrufen, die mit Gewalt leicht noch durch Hinzutreten einiger Firmen vergrößert. Vor allem Der Etat für das ostasiatische Expeditionstorps, werde unterdrückt werden müssen. Ferry schließt seine Rede mit der bleibt die Führung des Geschäfts in den Händen der Deutsch-. der im Vorjahre zu sehr lebhaften und langandauernden Erörterungen Behauptung, daß das Land bald ein anderes Konkordat verlangen Asiatischen Bank, so daß grundsäßlich die alte Gemeinsamkeit oftin der Kommission Anlaß gegeben hat, wurde diesmal im werde. wurde diesmal im werde. Der Berichterstatter Briand erklärt, daß die Umstände Fluge abgewandelt. Die Regierung hat ihn im wesent- die Trennung unvermeidlich gemacht hätten. Die Republik habe asiatischer Geschäfte unter einer Führung gewahrt bleibt. Für das lichen den Anregungen der Kommission aus dem Vorjahre fich während 35 Jahre mit dem Konkordat abfinden tönnen lediglich Ansehen und die Bedeutung der deutschen Geschäftsintereffen ist das angepaßt, und der Staatssekretär des Auswärtigen erklärte feierlichst, um den Preis demütigender Zugeständnisse. Der Papst ebensogut nicht unerheblich. Wie die Abmachungen über die Anleihe selbst daß die Regierung auf eine möglichst rasche Zurückziehung des Korps wie die Republik wollten sich von den lästigen Verpflichtungen be- ausfallen werden, steht noch nicht fest. Voraussichtlich wird es eine bedacht sei; allerdings gehe das während der Dauer des russisch- freien. Der Papst würde glauben, daß die Kammer Furcht hätte, internationale Anleihe, an der die deutsche. Gruppe sich mit einem japanischen Krieges nicht an. Einer Anregung des Abg. Storz, wenn man den Antrag annähme.( Beifall auf der Linken.) Der größeren Betrage beteiligt. Die Anleihe dürfte eine fünfprozentige das Expeditionskorps in Niautschou zu konzentrieren, trat& e debour Kultusminister Bienvenu Martin erklärt, für den Gesetz- sein und, wie schon gemeldet, zu etwa 90 Proz. aufgelegt werden, mit dem Hinweise entgegen, daß man dadurch der Auflösung und entwurf der Trennung die volle Verantwortlichkeit zu übernehmen, wobei daran zu erinnern ist, daß Japan vor dem Kriege zu demZurüdziehung gerade das größte Hindernis bereiten würde. Nach er bitte die Kammer, die ihm zukommende Verantwortlichkeit nicht felben Kurse einen Zinsfuß von 6 Proz. anlegen mußte. Der Kredit unwesentlicher Debatte wurde der Etat unverändert bewilligt. auf sich zu nehmen. Der Minister bekämpft den Antrag, der sodann Fortsetzung der Beratung am Mittwoch. mit 343 gegen 40 Stimmen verworfen wird. Abbé Gahraud Japans hat also durch den Krieg erheblich gewonnen. Immerhin ( Rechte) entwickelt einen anderen Antrag, der auf eine gütliche wird es sich darum handeln, welche Sicherheiten die Anleihe erhält, Lösung des Konkordats und Durchführung der Trennung hinaus- denn es ist nicht zu übersehen, daß Japan schon zum Zweck der Erst heute hallte der Reichstag abermals wieder von geht. Die Unterdrückung des Kultusbudgets sei in Wahrheit ein Striegsrüstungen seinen Kredit seit Jahren sehr in Anspruch geKlagen der Vertreter der verschiedensten Parteien über unsere Diebstahl; das Gericht würde die Katholiken zwingen können, sich nommen hatte. Ueber die Art der Sicherstellung ist näheres noch befremdende Militärjustiz. Die Voltsvertreter, und zwar auch dem Gesez zu unterwerfen, aber die Katholiken würden es niemals nicht zu ermitteln gewesen, doch wird der endgültige Abschluß als solches betrachten. die bürgerlichen der Linken und des Zentrums, führten hierbei Beschwerde über das zweierlei Maß, mit dem unsere eine Kommission. Der Antrag wird mit 386 gegen 162 Stimmen bezweifelt." Gahraud verlangt die Ueberweisung seines Antrages an der Anleihe unter Beteiligung der deutschen Finanzwelt nicht mehr Militärgerichte messen. Während die Soldaten miß verworfen. Darauf wird die Situng geschlossen. Japan kommt durch den Krieg in recht hohe Schulden hinein. handlungen durch Vorgesezte mit unbegreiflicher Seit Beginn des Krieges hat sich seine Staatsschuld mehr als verdoppelt. Milde geahndet wurden, wurden auf der anderen Seite gegen Nachdem es im Februar und Mai vorigen Jahres zwei Anleihen Soldaten, die sich in einem Ausbruch der Verzweiten Beratung mit 56 gegen 46 Stimmen den Gefeßentwurf beKopenhagen, 21. März. Der Folkething nahm heute in der von je 100 Millionen yen( 1 Yen= 2,06 M.) an den inneren Markt zweiflung an ihren Vorgesetzten vergriffen hatten, treffend Einführung der Körperstrafe in der vom Landsthing be- gebracht hatte, hat es ebenfalls im Mai vorigen Jahres den englischen die ungeheuerlichsten Urteile gefällt. Diese Be- schlossenen Faffung an. Die Durchführung des Gefeßentwurfes ist und amerikanischen Markt mit einer weiteren Anleihe von 100 Millionen schwerden über das zweierlei Maß bilden ja eine ständige damit gesichert. Yen in Anspruch nehmen müssen. Darauf folgte im Oktober vorigen Rubrik der Reichstagsverhandlungen. Die ewige Entgegnung Das allgemeine gleiche Gemeindewahlrecht ist dem dänischen Jahres eine dritte innere 5prozentige Anleihe von 80 Millionen Yen der Regierungsvertreter auf diese Klagen lautet immer dahin, Wolfe bekanntlich bei dem Ministerivechsel von 1901 versprochen und im November desselben Jahres die zweite äußere Anleihe im daß das Strafmaß für Ausschreitungen der Soldaten im worden. Jetzt endlich, Mitte März 1905, ist es soweit gekommen, Betrage von 120 Millionen Yen. Im Februar d. J. wurde dann Interesse der Disziplin, die dem Heere so dringend notwendig daß der Ausschuß des Landsthings sein Gutachten darüber abgegeben die Aufnahme einer weiteren inneren Anleihe von 100 Millionen sei, unter keinen Umständen herabgesetzt werden könne. Ge- hat. Es läuft darauf hinaus, daß das Zweiklassen- Wahl- yen eingeleitet, der sich nunmehr die dritte äußere hinzugefellen Tegentlich behauptete auch einmal ein Regierungsvertreter, daß werden soll, aber so, daß die Höchstbesteuerten nur in ihrer Klasse ist. Schon ohne sie ergibt sich eine Steigerung der Staatsschuld um recht in den Kaufstädten und Landgemeinden beibehalten würde, über deren Höhe bisher noch nichts Näheres bekannt geworden in Frankreich tätliche Angriffe gegen einen Vorgesetzten wählen und nicht wie jest in beiden Stlassen. Um diese Einnoch viel drakonischer bestraft würden als in Deutschland, schränkung des Privilegierten- Wahlrechts wieder auszugleichen, wird 590 Millionen Yen, die aber noch nicht einmal die volle Anspannung nämlich mit dem Tode. Zurzeit liegt nur aus Frankreich die Einführung des Proportionalsystems empfohlen. Für Kopen- der japanischen Finanzkraft wiederspiegelt, denn nebenher gingen noch ein Kriegsgerichts urteil bor, das beweist, wie viel hagen, wo bekanntlich nur eine Wählerklasse besteht, sollen alle fleinere Anleihen sowie die Ausgabe von Kassenfcheinen usw. bernünftiger in Wirklichkeit in Frankreich Angriffe Steuerzahler Wahlrecht erhalten, aber man will die niedrigste Rußlands Finanznot. Um sich vorläufig aus der Geldverlegengegen Vorgesetzte beurteilt werden, sofern der Vorgesetzte den Steuerklasse mit 800 Kronen Einkommen aufheben, so daß tatsächlich heit zu helfen, in die sie durch die Weigerung der französischen Untergebenen reizte. In Vernon überraschte der Wacht den Ausfall decken soll, darüber machen sich die Herren vom Lands- worden ist, will die russische Regierung versuchen, auf dem inneren der 1000 kronen- Zensus bestehen bleiben würde. Wie die Kommune Finanz, zurzeit eine neue russische Anleihe zu übernehmen, versetzt meister Larrieu seinen Vorgesetzten, den Leutnant thing natürlich auch feine Kopfschmerzen. Im allgemeinen zeigen Markt eine Anleihe unterzubringen. Freund von der dritten Schwadron des dortigen Train- diese Vorschläge, daß das Landsthing für eine fortschrittliche Wahl- wird, sind Verhandlungen über eine fünfprozentige innere Anleihe Wie telegraphisch gemeldet regiments bei einem Stelldichein, das der Leutnant mit der rechtsreform ganz und garnicht zu haben ist. im Betrage von 200 Millionen Rubel( 1 Rubel 2,16 M.) im jungen Gattin des Wachtmeisters hatte. Der Leutnant verließ Gange, aber noch nicht abgeschlossen, und der Ausgabeturs ist noch flüchtend das Haus und der Wachtmeister sprang mit blankem Pallasch hinter ihm her. Er holte seinen VorEin neuer Wahlrechts- Entwurf ist Sonnabend von der liberalen nicht festgestellt. Von der Anleihe übernehmen 150 Millionen Rubel gesetzten auf der Straße ein und verfekte ihm Siebe Sammlungspartei im Reichstag eingebracht worden. Das Wahl- die Russische Bank für auswärtigen Handel, die Petersburger Diskontoüber den Kopf. Als der Leutnant stürzte, erhielt er 24. Lebensjahr beginnen. Nicht wahlberechtigt sollen solche Ber- nationale Handelsbank; 50 Millionen Rubel entfallen auf die Reichsrecht zur zweiten Kammer soll danach mit dem vollendeten Bank, die Wolga- Kama- Kommerzbank und die Petersburger Inter von dem ergrimmten Wachtmeister noch einen ieb fonen sein, die im Wahljahr oder im Jahre vorher ArmenunterSparkasse. über den Naden. Als der Leutnant das Krankenlager, stügung erhalten haben, ebenso solche, die in den drei letzten Jahren auf das ihn die Hiebe seines Untergebenen geworfen hatten, ihre Staats- und Gemeindesteuern nicht bezahlt haben oder im letzten verließ, wurde er schleunigst zu einer anderen Schwadron ver Jahre ihrer Wehrpflicht nicht genügt haben. Die Städte sollen im ſetzt. Ueber die Tat des Wachtmeisters aber hatte vor einigen ganzen 65 Abgeordnete erhalten, das Land 165. Die Bahl der Tagen das Militärgericht des dritten Armee- städtischen Abgeordneten soll später dem Bevölkerungszuwachs entforps abzuurteilen. Der Wachtmeister gab seine Tat in sprechend erhöht werden. Wählbar soll man nur in dem Kreise sein, vollem Umfange zu. Das Urteil gegen ihn lautete nun aber wo man wahlberechtigt ist. nicht auf Todesstrafe oder auch nur auf mehrjähriges Zucht- in beiden Kammern des Reichstags vorgeschlagen, besondere Deputierte Zur Prüfung der Unionsstreitigkeiten hat die schwedische Regierung haus, sondern auf Freisprechung. Freisprechung. Sogar der als Anzu wählen, die geheim zu haltende Beratungen mit der Regierung pflegen tläger amtierende Oberstleutnant hatte die Sache follen. Die Kammern beschlossen, diese Deputierten am Mittwoch zu in äußerst mildem Lichte aufgefaßt. wählen. -GOO Dänemark. Schweden. Partei- Nachrichten. = gefährlicher. Es ist kaum anzunehmen, daß unter den jezigen VerDie neue Anleihe ist nur ein Notbehelf, und zwar ein recht hältnissen die übernehmenden Banken die Anleihewerte sogleich im gefährlicher. Es ist kaum anzunehmen, daß unter den jetzigen Ver Bublifum absehen werden, vielmehr werden sie den größten Teil der Publikum absehen werden, vielmehr werden sie den größten Teil der Werte behalten, d. h. ihre Aktionsfähigkeit erfährt eine weitere Einschränkung. Je mehr ihrer Mittel fie in russischen Staatspapieren anzulegen genötigt sind, desto weniger Kredit können sie der ruffischen Industrie und Landwirtschaft einräumen, und diese befinden sich ohnehin unter dem Einfluß des Krieges in einer traurigen Lage. Der Norddeutsche Lloyd hat im letzten Jahr, wie bereits mitgeteilt worden ist, nur einen mäßigen Gewinn erzielt. In der gestrigen Sigung des Aufsichtsrats legte der Vorstand die Bilanz Wie in einem ähnlichen Falle in Deutschland Ein ähnlicher geheimer Ausschuß war auch bei den gefähr- und die Gewinn- und Verlust- Rechnung für das Jahr 1904 vor. das Urteil ausgefallen wäre, tann wohl nicht fraglich er- lichen Unionsstreitigkeiten von 1895 tätig, als in friegelüfternen Der Ueberschuß beträgt danach 19 826 638,20 M.( im vorigen Jahr scheinen! Unseres Wissens ist ein derartig liegender Fall noch Kreisen von einer" Militärpromenade" nach Norwegen viel geredet 28 011 128 M.). Nach Abzug der Generalunkosten, Prioritätenzinfen und Steuern fommen hiervon 14 393 371 M. zu Abschreibungen und nicht vorgekommen. Wohl aber hat ein Dichter, Beyerlein, wurde. Reſerveſtellungen zur Verwendung. Der Aufsichtsrat beschloß unter in seinem Drama„ Zapfenstreich" einen ähnlichen Konflikt beEinrechnung des von der International Mercantile Marine Company handelt. In diesem Drama erfährt auch ein Wachtmeister, daß einzuzahlenden Betrages eine Dividende von 2 Proz. für das ver. sein Vorgesetzter seine Tochter verführt hat, aber er handelt floffene Geschäftsjahr( gegen 6 Proz. im Vorjahre) zur Verteilung ganz anders als der Franzose, der sich an dem Verführer rächt, nach dem Beschlusse einer schwäbischen Parteikonferenz, die am Parteipreffe. Die Augsburger Boltszeitung" wird zu bringen. trotzdem es sein Vorgesetzter ist. Der deutsche Wachtmeister Sonntag in Kaufbeuren tagte, vom 1. April an den Titel Geschäftsjahres zunehmende Betriebsergebnisse auf fast sämtlichen Der Vorstand berichtet, daß die ersten drei Monate des neuen greift zwar zum Revolver, aber er schießt nicht etwa den Schwäbische Boltszeitung" führen. Sie soll beffer aus- Linien des Norddeutschen Lloyd ergeben haben. Verführerseines Kindes über den Haufen, sondern gestaltet werden, um die schwäbischen Angelegenheiten besser befeine Tochter selbst! Der stlavische Subordi- handeln zu können. nationsbegriff steckte ihm viel zu tief im Blute! Die deutsche Disziplin stellt die französische Disziplin tief in den Schatten. Daß sich trotzdem die französischen Soldaten weniger gut geschlagen hätten oder schlagen würden, wird allerdings niemand zu behaupten wagen! Ausland. " Gewerkschaftliches. Deutsche vierprozentige Schahzanweisungen. Das Deutsche Reich hat bekanntlich im Jahre 1900 80 Millionen Mark vierprozentige Ein Grenzstreit liegt dem gestern mitgeteilten Beschlusse des Schazanweisungen begeben, von denen die Serie III über Wahlvereins für den Kreis Randow Greifenhagen gegen 20 000 000 M. am 1. April d. J. fällig wird. Während die beiden den Parteisekretär Horn zugrunde. Wie uns der Vorsitzende dieses vorhergegangenen, am 1. April und 1. Juli 1904 fällig gewefenen Vereins, Genosse Hanisch in Stettin, mitteilt, gehört Genosse Horn Serien I und II den Inhabern gegen 3% proz. Schazanweisungen dem Verein in Stettin an, während er im Gebiete des Kreiſes umgetauscht wurden und nur, soweit ein Umtausch nicht erfolgte, zur Randow- Greifenhagen wohnt. Der pommersche Parteitag hat seiner- baren Rückzahlung gelangten, werden die am 1. April d. J. fälligen zeit auf Antrag des Genossen Hanisch beschlossen, daß jeder Genosse 20 Millionen Mark der Serie III, wie die„ Nordd. Allg. 3tg." an dem Verein angehören müsse, in deffen Gebiet er wohnt. Horn hat fündigt, ihrem vollen Betrag nach bar eingelöst. Die Verzinsung Hausbesikerpolitik in Zürich. mun beim Wohnungswechsel diesen Uebertritt aus dem einen Verein hört mit dem 1. April d. J. auf. Zürich, 16. März.( Eig. Ber.) Im Lande des allgemeinen, in den anderen nicht vollzogen und deswegen der energische die gegen Anstellung Horns als Parteisekretär gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts besigen die Hausbesizer Protest nicht wie in deutschen Gemeinden besondere öffentliche Brivilegien, und deswegen die Rede, daß Horns Verhalten eine Schande für das aber ihre Sonderrechte als Hausagrarier verstehen fie trotzdem er- ganze Parteileben sei. Diese Angelegenheit hätte sich wohl einfacher folgreich und wirksam zu wahren innerhalb der bürgerlich- kapita- und mit weniger Aufsehen erledigen lassen. Daß Horn etwa sonst listischen Parteien. Der Züricher Große Stadtrat hat dafür einen feine Pflicht nicht getan hätte, kommt gar nicht in Frage, denn er neuen Beweis geliefert. Der Stadtrat hatte den Entwurf ist vom pommerschen Parteitage in die Agitationskommission für die zu einer Verordnung über die Wohnungspflege Probing gewählt worden. Horn selbst macht in einer Erklärung im " Voltsboten" darauf aufmerksam, daß er auf der Grenze der beiden vorgelegt, der in der Hauptsache eine Zusammenfassung der berschiedenen städtischen Verordnungen in dieser Materie war und nur Kreise wohne und deshalb seine Mitgliedschaft und sein Amt im insofern eine schätzenswerte Neuerung bringen wollte, als die Haus- Stettiner Verein nicht aufgeben wollte." befizer zum Anschluß ihrer Häuser an die Kanalisation und zur Einrichtung der Wasserspülung in den Aborten verpflichtet werden sollten. Wie der Stadtrat einmütig war in der Aufstellung M. Das Hochzeitsgeschenk für den Kronprinzen hat dem Redakteur der Vorlage, so auch die Kommission des Großen Stadt der Breslauer Bolts wacht", Genossen R. Albert, 300 W. rates. Im Plenum ging es aber anders zu. Zwei Tage lang Geldstrafe eingebracht. Der Magistrat der Stadt Breslau hatte die wurde darüber verhandelt. Die liberalen und demokratischen An- Bewilligung von 30 000 m. zu dem Hochzeitsgeschent beantragt und wälte der Hausbesigerintereffen brachten die lächerlichsten Schein durch die Kritik dieſes Antrages in der" Volkswacht" fühlte sich begründe dagegen vor, da sie mit ihren wahren Gründen nicht heraus- fonders der Oberbürgermeister Bender beleidigt. Dafür die Strafe. rüden mochten, und nur einer, ein Malermeister, sagte offen heraus, Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Internationale Streifftatistik. Die ausnahmsweise starke Streifbewegung, mit der das laufende Jahr im Januar einsetzte, hat nach der„ Arbeitsmarkt- Korrespondenz" im Februar nicht nur angehalten, sondern in manchen Ländern noch Ausschlaggebend für die eine weitere Steigerung erfahren. Intensität derinternationalen Streitbewegung waren die Ausstände in Rußland, sowie die Bergarbeiterstreits in Deutschland und Belgien. Die russischen Arbeiter streiften während des Februars hauptsächlich in den Städten Moskau, Warschau, Narwa, Libau, Windau, Tiflis, Saratow, Lodz, Samara, Stalisch, Batum und Sosnowice. Bei der politischen Natur der russischen Streits kam es zu Unruhen und zu Zusammenstößen mit russischen Streits fam es zu Unruhen und zu Zusammenstößen mit dem Militär, die in zahlreichen Fällen mit Blutvergießen endeten. Der deutsche Bergarbeiterstreit endete in der zweiten Woche des Februars, während der belgische Streit noch bis in den März herein, teichte. Jn Belgien fireitten über 50 000 Bergleute, und zwar beitswillige än die Firma vermittelt. Dieser Verein scheint dem 1 treffend die preußische Versammlungsfreiheit" illustriert, inbem feierten im Borinage- Becken 21 000, im Lütticher Beden 1200, im nach sonderbare Begriffe vom Volkswohl zu haben. Becken von Charleroi 25 000 und im Mittelbecken zirka 12 000 Mann. Deutfches Reich. Abgesehen von diesen umfangreichen Ausständen, die das Emporder Firma Fr. Kirschner, Hoflieferant, ist nach achttägiger Dauer Achtung, Vergolder! Der Streit der Breslauer Rahmenvergolder erfolgreich für die Arbeiter beendet. Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder Deutschlands. Achtung, Lederarbeiter! In Tuttlingen sind am Montag die Lohgerber zur Erringung des Zehnstundentages in den Streik eingetreten. Den Weißgerbern wurden die gestellten Forderungen Berlin und die Firma Naumann in Wittenberg sind also für Loh, gerber gesperrt. Die arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachbrud gebeten. Der Zentralvorstand. der überwachende Beamte den Frauen die staatsgefährliche Ver mischung" mit den Männern verbot und die mit ihren Gatten ers An den mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine in seinem Vortrage ein treffliches Bild der deutschen Zollpolitik. schienenen Frauen ins Segment verwies. Genosse Förster gab in furze Diskussion im Sinne des Referats. Mit einem Hinweis des Vorsitzenden Frchthaler auf einen besseren Besuch der Versammlungen wurde die Versammlung geschlossen. Februar 1905 erheblich größer als im Vorjahr. In Frankreich und bewilligt. Die Rotgerbereien in Tuttlingen, die Firma Steinlein in Letzte Nachrichten und Depefchen. Berlin und amgegend. erklärt. 120 Tapezierer haben nach einem uns zugehenden Privattelegramm gestern in Nürnberg die Arbeit niedergelegt. Die Maler in Fürth i. B. beschlossen, in eine Lohnbewegung einzutreten. Den Unternehmern soll in allernächster Zeit ein Tarif unterbreitet werden. Husland. Bugentgleisung. Bülows Marokko- Nummel. = schnellen der Streiffurbe im Februar bewirkt haben, war aber auch in sonst die Streitbewegung lebhafter als im Vormonate und dem Barallelmonat des Vorjahres. In Deutschland, Frankreich und England zusammengenommen begannen im Februar 112 Streits gegen 82 im Vormonat und 147 im Vorjahr. Der Zahl der Streitfälle nach steht der Februar 1904 zwar über dem des laufenden Jahres, aber die Zahl der Beteiligten war im England, wo die Zahl der Beteiligten schon festgestellt ist, streiften 21 730 Arbeiter gegen 17 752 im Februar 1904. Besonders zahlund umfangreich waren die Streits in Frankreich. Jm Textilgewerbe begannen 12 Streifs mit 5724 Beteiligten, im Baugewerbe Berlin, 21. März. Amtlich wird gemeldet: Auf Station Der Schuhmacherstreit in Weißenfels dauert fort. Der Herr Zehlendorf entgleisten heute mittag 1 Uhr 35 Minuten Lokomotive 7 mit 4720 Beteiligten. In Paris streikten die Eisengießer und Gewerbe- Inspektor hat den streitenden Teilen seine Vermittelung und fünf Wagen eines Wanfeezuges. Personen find nicht verletzt. Gelbmetallarbeiter, da ihnen die geforderte Lohnerhöhung_ver= angeboten. Die Arbeiter haben sich zu Verhandlungen bereit Materialschaden unbedeutend. Die Ursache der Entgleisung konnte weigert wurde. Von einem allgemeinen Streit wurde auch die Pariser Wagenbau- und Automobil- Industrie betroffen. Es benoch nicht festgestellt werden. Der Verkehr wird eingleisig durchteiligten sich an ihm gleich zu Anfang an 4000 Personen. Der Streif kam hauptsächlich deswegen zum Ausbruch, weil die Arbeit. Arbeit eingestellt, nachdem die Meister die Forderung auf Einführung feitigt sein. Die Malergehülfen in Jena haben am Montag einmütig die geführt. Die Störung wird voraussichtlich bis heute abend be geber sich in feinerlei Verhandlungen mit der Arbeitern einlassen des Minimallohnes von 36 Bf. und Herabiezung der Arbeitszeit wollten. Auch in der französischen Kolonie Martinique famt es auf 91 Stunden abgelehnt haben. Die Gehülfen sind gut organisiert; zu einem ausgedehnten Streit. Die dortigen landwirtschaftlichen etwa 100 stehen im Streif. Paris, 21. März.( W. T. B.) Anläßlich der Meldung über den Arbeiter verweigerten ziemlich plötzlich die Arbeit. Der Schnitt des Besuch des Kaisers in Tanger, veröffentlicht der Zemps" unter Zuckerrohres wurde in einer Anzahl von Gemeinden unterbrochen, fort. Bürgerliche Blätter wissen schauerliche Terrorismusgeschichten Artikel, in welchem Der Streit bei der Firma Benz u. Co. in Mannheim dauert dem Titel„ Deutschland, Frankreich und Marokko" einen längeren er zunächst darauf hintveist, daß die viele Fabriken waren daher genötigt, ihren ganzen Betrieb ein zu erzählen. Streifende sollen in die Fabrik eingedrungen sein, einen Reise in gewissen englisch- marokkanischen Kreisen, die sich zustellen. An einigen Stellen soll die Zuderrohrernte in Brand ge- Angestellten mißhandelt und Fensterscheiben eingeworfen haben. mit dem französisch englischen Abkommen vom 8. April 1904 steckt worden sein. In England blieb auch im Februar die Die Geschichte ist erlogen. Wahr ist nur, daß vorbeigehende junge noch nicht abgefunden haben, als eine wesentliche politische Aktion, Streitbewegung noch immer schwach; die meisten Streitenden zählte Leute, die von der Musterung tamen, bor der Fabrik groben als ein Anzeichen einer neuen Richtung der deutschen diplomatischen man im Bergbau und in der Industrie der Steine und Erden. Unfug verübten. Unter diesen übermütigen Vaterlandsverteidigern Beziehungen in Marokko und als Beginn einer gegen das englischGegenüber dem Vorjahr blieb in den beiden ersten Monaten 1905 in spe war aber kein einziger streifender Arbeiter der französische Abkommen und das friedliche Vordringen gerichteten die Streitbewegung in England noch immer zurüd; die Streiftage Firma Benz! beliefen sich im Januar und Februar 1905 zusammengenommen Politik anzusehen ist. Der„ Temps" meldet hierzu, es wäre naiv, auf 158 000 gegen 172 000 im Vorjahr. Stärker als vor Jahresdas alles ernst zu nehmen. Das Blatt erinnert sodann daran, daß der deutsche Botschafter Fürst Radolin im letzten Frühjahr frist war die Streifbewegung nur im Textilgewerbe. Aeußerst leb1904 den Minister Delcaffé in betreff des zwischen Frankreich haft machten die Arbeiter in Italien ihre Forderungen geltend. und England geplanten Abkommens um Auskunft ersucht hat und In Mailand traten 5000 Arbeiter und Arbeiterinnen der Lohndaß Delcaffé die Hauptzüge diefes Abkommens folgendermaßen dar wäschereien wegen unerfüllter Lohnforderungen in den Ausstand. gelegt hat: Integrität Marokkos, Souveränität des Sultans und Eine ganz neuartige Technik schlugen die italienischen EisenWiederherstellung der Ordnung unter friedlicher Leitung Frankreichs. bahn- Angestellten ein, um die Regierung zu zwingen, in der Eisenbahn- Borlage das Streifverbot zu streichen. Die immer im Streit; ihnen werden sich wahrscheinlich in Kürze andere 12. April 1904 dem Abg. Sattler antwortete, erklärt, Deutschland Die Streitbewegung in Paris. Die Former stehen noch Der Reichstanzler Graf Bülow hat in seiner Rede, mit der er am Kommission der Eisenbahner beschloß, den Bahnverkehr durch genaue Branchen aus der Metallindustrie anschließen. So wollen die hat keinen Grund zu Befürchtungen, daß seine wirtschaftlichen Befolgung der Reglements lohmzulegen. In der Tat wurde denn auch diese Obstruktion vom Personal peinlichst durchgeführt und Mechaniker demnächst den Unternehmern bestimmte Forderungen Interessen in Marotto von irgend einer Macht eine Zurüdauch diese Obstruktion vom Berjonal peinlichst durchgeführt und unterbreiten.- Die Arbeiter der Wagenbau- Industrie stehen eben- fegung oder Schädigung erfahren könnten. Der„ Temps" hatte den Effekt, daß der italienische Ministerpräsident Giolitti falls noch immer im Streit. Am Sonnabend ereignete sich vor dem erklärt zum Schlusse, so wie die marottanische Frage gegenwärtig demissionierte. Fabrikgebäude eines größeren Wagenbau- Industriellen ein Vorgang, liege, würde sie als eine mögliche Ursache irgend welcher Schwierigähnlich dem von Cluse. Einige Verwandte, die der reiche Fabrifant feiten zwischen Frankreich und Deutschland nur in den Augen der Lohnbewegung der Sattler. Ein durchaus befriedigendes Er- in seinem Unternehmen als Arbeiter beschäftigt, beteiligen sich nicht jenigen erscheinen, welche diese Schwierigkeiten herbeiwünschen. Es gebnis hat die Bewegung in der Galanterie- und Gürtel an dem Streit, wurden aber von einem Streitposten daran erinnert, feien dies diejenigen, welche vom ersten Tage an einen Mißbranche gehabt. Die 24 größten und für die Branche ausschlag- daß sie als Arbeiter doch auch die Pflicht hätten, sich ihren Arbeits- erfolg der Aktion Frankreichs vorausgesagt hatten. Man kenne gebenden Firmen haben in Berhandlungen vor dem Gewerbegericht brüdern anzuschließen. Es fielen einige scharfe Worte und im Ver- diese Leute und wisse, was sie wert seien. Die maßvollen und gewilligt und fich von vornherein bereit erklärt, daß sie sich, falls lauf der Auseinandersetzungen zog einer der Neffen des Fabrikanten unparteiischen Geister hätten es abgelehnt, sich ihnen anzuschließen feine Einigung zustande kommen sollte, einem Schiedsspruch des einen Revolver und gab fünf Schüsse auf den streifenden Arbeiter und in demselben Maße, wie fich geivisse leicht zu durchschauende Intriguen vorbereiten, welche den angekündigten Besuch des Kaisers Einigungsamtes unterwerfen wollen. Da nun die Verhandlungen ab, so daß dieser ins Krankenhaus gebracht werden mußte. gesichert sind, haben die Arbeiter, welche am Montag in berin Tanger für ihre Zwede ausbeuten wollen, dürfte wohl von schiedenen Betrieben in den Streik traten, die Arbeit wieder auf Gegen die nene Zentrale der niederländischen Gewerkschaftsbewegung beiden Seiten das nötige geschehen, um diese Hoffnung zu nichte zu machen, um in Maroffo wie auch andertvärts die Korrektheit der nahm am Sonntag in Amstrerdam eine vom Nationalen Arbeits- französisch- deutschen Beziehungen zu wahren. In der Eisenmöbelbranche haben bis jetzt drei Firmen Sekretariat( N. A. S.) einberufene Delegiertenversammlung derbewilligt. In fieben Betrieben ist am Dienstag die Arbeit niederjenigen Gewerkschaften Stellung, die auf dem Standpunkt der Paris, 21. März. Der Senat beriet die Kredite für die gelegt worden. Mit den meisten Fabrikanten wird zurzeit verhandelt tatsächlich unabhängigen Gewerkschaftsbewegung stehen, wie er durch Schaffung der Stellen der Untersekretäre der schönen Künste und der und ist Aussicht vorhanden, daß ein allgemeiner Tarif zustande das N. A. S. verteten wird." Anwesend waren Vertreter von Finanzen. Rouvier rechtfertigte die Ersetzung des Direktors der kommt. 43 Organisationen. Außerdem waren 21 Sympathieerklärungen schönen Künste durch einen einfachen Beamten; der UnterTarifbewegung der Stuffateure. Nachdem die Stuttateure für eingelaufen. Es wurde eine lange Resolution angenommen, die fefretär der Finanzen sei unentbehrlich, die Kredite wurden mit 245 die bevorstehende Tarifberatung einen Entwurf eingereicht hatten, unter anderem besagt: Das geplante neue N. A. S. sei nur dazu gegen 22 Stimmen angenommen. der eine Verbesserung des bisherigen Tarifs bedeutet, haben mun bestimmt, ein Anhängsel( Bijwagen) der Sozialdemokratischen Paris, 21. März.( W. T. B.) Der Schriftsteller Antonin Proust, auch die Unternehmer einen neuen Entwurf ausgearbeitet, der nicht Partei zu ſein; was gegen das bestehende N. A. S. angeführt werde, der in der Nacht vom 20. zum 21. einen Selbstmordverfuch gemacht nur hinter den Forderungen der Arbeiter zurückbleibt, sondern sogar beruhe auf Mutwillen, Verdächtigung und Lästerung; man wolle unter den bis jetzt geltenden Tarif hinabgeht. Am Montag be- eben ein N. A. S. haben, das aus Organisationen und Vorständen hatte, mußte einem operativen Eingriff an der Schädeldede unterschäftigte sich eine stark besuchte Versammlung des Verbandes der bestehe, die den sozialdemokratischen Grundfäßen zugetan feien und 30gen werden. Die beiden Kugeln, die in das Gehirn eingedrungen Stuttateure mit dem Entwurf der Unternehmer. Ein Vergleich, den feinen Widerspruch dagegen Culdeten. Schließlich wird erklärt, waren, fonnten jedoch nicht entfernt werden. Sein Zustand ist der Referent Krebs zwischen den beiderseitigen Tarifentwürfen an- man müsse danach trachten, alle diejenigen, die auf dem Stand- hoffnungslos. stellte, zeigte, daß der Entwurf der Unternehmer eine so erhebliche punkt der wirklich unabhängigen Fachorganisation ständen, zu verFranzösische Forderungen in Konstantinopel. Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse darstellt, daß sich überhaupt einigen und dem N. A. zuzuführen. Zu diesem Puntt beKonstantinopel, 21. März.( Telegr. d.„.- 8."). Wie hier nicht über denselben diskutieren läßt. Das war die ungeteilte merkte der Sekretär Van Ertel, daß, wenn in einer GewerkMeinung der Versammelten. Ein Vertreter des Rofalvereins der schaft auch nur 4 oder 5 freiheitliebende Mitglieder scien, so sollten verlautet, hat gleich nach seiner Ankunft aus Paris der französische Stuffateure erklärte, daß seine Organisation mit dem Tarifentwurf diese apart organisiert werden. Hinsichtlich der internationalen Botschafter Constans seine Forderungen wegen Entschädigung des Verbandes einverstanden ist und daß sie auch, wenn es zum Vertretung erklärte der Redner in seinem einleitenden Referat für die Bahn Damaskus- Mesrib, wegen der Erbauung der Bahn Hama- Aleppo und wegen der Ordnung der Quaifrage in nach Streit kommen sollte, mit dem Verbande gemeinsam tämpfen werde. - Nach reger Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig als zu den holländischen. " Ich habe mehr verir.uen an den deutschen Sozialdemokraten drücklicher Form bei der Pforte erneuert. Gleichzeitig verlangte er Aber falls wir doch hinausgeworfen einen Teil der Geschützbestellung für Frankreich, obgleich ein faiser. Die Versammlung betrachtet den Tarifvertrags- Entwurf der werden, f Ban des nur durch einen gemeinen Streich geschehen, liches Frade befohlen hatte, sämtliche Kanonen bei Krupp zu be Unternehmer als fultur- und gewerbefeindlich und deshalb un durch internationales infespiel. Und dann wird die Reinigung stellen. Alle Forderungen wurden von Constans als ein unannehmbar. Sie ist der Meinung, daß der jetzt bestehende Tarif international werden. Auch davor werden wir nicht zurückschreden. trennbares Ganzes bezeichnet und im Falle ihrer Nichtannahme Verbesserungen und Ergänzungen bedarf. Die Versammlung be- Wir fünnen richt mit 20 oder 30 tausend Mitgliedern prahlen, damit gedroht, daß die Ottomanbank geschloffen und die Notierung auftragt die Vertreter in der Schlichtungskommission, nur dann wir zählen nur 5500 Mann; aber die neue Föderation wird viel an der Pariser Börse den türkischen Werten für alle Zeit entzogen wird. Infolge dieser drohenden Haltung des franzöfifchen Bot weiter zu verhandeln, wenn die Unternehmer in der ersten Sizung, leisten müssen, um uns an Wirksamkeit zu übertreffen." die noch im Laufe dieser Woche unter dem Vorsiz des Unparteiischen Die erwähnte Resolution soll in Uebersetzungen auch im Aus- schafters sind die Minister am Sonnabend und Sonntag zu einer land verbreitet werden. Beratung zusammengetreten. stattfinden soll, erklären, daß der bestehende Tarif, und besonders die Verhältnisse der Werkstattarbeiter aufgebeffert werden. Sollte Streif norwegischer Steinhauer. Am Jdefjord im südlichen Bom oftasiatischen Kriegsschauplay. dieses nicht zugesagt werden, so hat eine am Montag, den 27. d. M. Norwegen befinden sich seit einigen Wochen über 100 Steinhauer im Tokio, 21. März.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die stattfindende außerordentliche Mitgliederversammlung über weitere Streit, um ihr Koalitionsrecht zu verteidigen. Die Unternehmer Tatsache, daß heute feine Berichte über den Rückzug der Russen und Schritte zu beschließen. Hierauf nahm die Versammlung Stellung zum Getvertschafts- gehen mit ganz besonderer Brutalität gegen die Streifenden vor. die Verfolgung der Japaner eingelaufen find, läßt darauf schließen, Brookes Granit- daß die Russen die Linie zwischen Tschangtschun und Kirin zu halten fongreß. Die Redner, welche zu diesem Punkt sprachen, betonten, daß tompagnie Die vom Streit betroffene Firma hat mehrere Arbeiter samt ihren Familien mitten beabsichtigen. Die Japaner segen die Verfolgung der Nachhut Die Maifeier in der bisherigen Form, was für die Berliner Stuffateure im Schneegestöber aus ihren Wohnungen vertreiben lassen. Sie Linewitschs eifrig fort, aber die beschädigten Brücken hindern sie am tonsequente Arbeitsruhe bedeute, beibehalten werden müsse. Hierzu hat versucht, einer Straßendemonstration wegen den Aufruhr- Bordringen und geben möglicherweise den Ruſſen Zeit, sich zu wurde ein Antrag angenommen, welcher besagt, die Bersammlung paragraphen des Strafgesetzbuches gegen Streikende in Anwendung sammeln und Verstärkungen heranzuziehen sowie wieder Bererwartet, daß sich der Gewerkschaftskongreß hinsichtlich der Maifeier zu bringen, und möchte sogar aus den Sperranzeigen der Stein- teidigungswerte zwischen Tschangtschun und Kirin herzustellen. Es auf den Boden der Amsterdamer Reſolution ſtellt. Ferner erklärte hauer- Organisation strafbare Handlungen herleiten. Das ist allerauf den Boden der Amsterdamer Resolution stellt. Ferner erklärte fich die Versammlung damit einverstanden, daß der Verband durch dings leider fehlgeschlagen. Inzwischen bietet die Firma alles auf, ein Mitglied des Hauptvorstandes und einen Kollegen aus Köln auf um Streitbrecher heranzuziehen. dem Gewerkschaftstongreß bertreten wird. genommen. angenommen: Der Vorstand des Verb. d. Friseurgehülfen. unter anderem: heißt, daß ein Teil der Garnison von Wladiwostok sich in Gilmärschen nach Charbin zurückziehe, doch liegt eine Bestätigung hierfür nicht bor. Der Widerspruch zwischen den russischen und japanischen Bes richten über die Zahl der bei Mukden genommenen Geschüße ist noch nicht aufgeflärt. Man glaubt, daß die Ruffen einige Geschüße ver graben oder in die Flüsse geworfen haben; die Japaner suchen weiter danach. Die ersten Gefangenen von Mulden sind hier eingetroffen. Die Regierung hat 40 Dampfer gechartert, welche den regelmäßigen Transportdampfern bei der Fortschaffung der Gefangenen und Verwundeten behülflich sein sollen. Man schätzt die japanischen Verluste bei Mukden auf 50 000 Mann und die der Ruffen von Beginn des Kampfes bei Mukden bis zur Beendigung Liste 192 5,75. der Schlacht bei Tieling einschließlich der Gefangenen auf 175 000 Lifte 201 14,65. Mann. Friseurgehülfen! Das Geschäft des Herrn Rausch, Bethanien- Bei der Charlottenburger Gewerkschafts- Kommission gingen für Ufer 10, ist bis auf weiteres für organisierte Gehülfen gesperrt. die streifenden Bergleute noch folgende Beiträge ein: Lifte 4, durch Reich 5,75. Liste 5, Jul. Werner, Spandauer SchiffahrtsZum Metallarbeiterstreit bei der Firma C. Lorenz. In der Kanal 19,30. Lifte 15 16,65. ifte 28 4,50. Liſte 31 4,30. 2ifte 32 6, Lifte 36 4,10. Lifte 40 2,-. Liste 47 3,50. Rifte 61 6,65. Lifte 74 6,10. gestrigen Streitversammlung amüsierten sich die Ausständigen über Maler, durch Flemming, Rifte 131 16,95. Liſte 132 12,35. Lijte 133 3,50. die Art, wie die Firma" ihre" Arbeiter durch allerhand Ein- Liste 139 4,20. Rifte 140 2,65. Liste 141 6,30. Lifte 142 6,20. Lifte 143 schüchterungspraktiken zur Wiederaufnahme der Arbeit am Montag 80. Lifte 144 6,90. Lifte 145 6,90. Lifte 146, gesammelt durch Gen. zu veranlassen suchte. Die Firma unterscheidet offenbar dreierlei Fertig 15,35. Lifte 169 7,80. Liften 171 u. 172 32,70. Liste 173 10,70. Gruppen von Streifenden. Den Arbeitern der einen Gruppe teilte Liſte 176, 60. Liste 177 4,95. Lifte 188-75. -, 55. Liste 194-, 50. Rifte 195 2,35. fie per Starte mit, daß der Betrieb wieder geöffnet wird und stellt gifte 193 Lifte 202 13,15. Riste 204 9,-. Liste 216 1,75. ihnen anheim", die Arbeit wieder aufzunehmen. An die Arbeiter Liste 219 9,25. Liste 220 7,75. Lifte 225 5,60. der anderen Gruppe richtet sie das Ersuchen, die Arbeit am Montag iste 237 0,30. Lifte 238 2,30. Liste 245 3,20. 7 Uhr wieder aufzunehmen, da sie sonst als entlassen betrachtet" Liste 264 1,55. Liste 265 3,15. Liste 272 5,30. Lifte 277 11,50. Lodz, 21. März.( W. T. B.) Gestern abend schossen unwürden. Der dritten Gruppe aber droht sie brieflich folgendermaßen: Riste 279 1- Liste 316, Bautischlerei Fliege u. Lehmann 21,15. bekannte Personen auf den Polizei- Offizier Mosgunow, der durch Hierdurch weise ich Sie darauf hin, daß Sie durch die Lifte 320, Bautischlerei Zierau 11,20. Liste 324, Tischlerei Seiler, 4. Rate Niederlegung der Arbeit, ohne vorher den Ihnen übertragenen 13,20. Liste 337 1,25. Lifte 379 6,40. Lifte 6 5,25. Porzellandreher und drei Kugeln schwer verwundet wurde; die Angreifer sind verAkkord zu beendigen, Ihre Vertragspflicht verletzt haben und mir Maler der Firma Haldenwanger, 5. und 6. Rate 25,-. Porzellanfabrik von schwunden. zum Ersatze des dadurch erwachsenen Schadens als Gesamt- Richter( alte) 3,15. Sa. 412, M. schuldner, das heißt, ein jeder für den Gesamtschaden, mit den Diejenigen Genossen, welche noch im Besitz von Listen find, werden ersucht, dieselben schleunigst abzurechnen. übrigen Arbeitern verpflichtet sind. Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschaftskommission. Ich gebe Ihnen nochmals Gelegenheit, am Montag früh um 7 Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen und den angefangenen Afford zu beenden. Nach Ablauf dieser Frist werde ich meinen Anspruch gegen Sie gerichtlich geltend machen. Achtungsvoll Verfammlungen. Liste 217 2.50. Liste 236 1,50. Lifte 263 9,60. Die Bewegung in Rußland. Petersburg, 21. März.( W. T. B.) Die Zeitung„ Kawkas" wird morgen folgende Nachricht veröffentlichen: In der Nacht zum 18. März wurden in dem Bezirk von Scharopan auf fünf Gütern die Gebäude angezündet. In der Nacht zum 19. März leistete auf der Besitzung der Prinzessin Murat im Bezirk Zugdid eine Menge von 300 Bauern den Polizeifommissaren und den Polizeiwachen bewaffneten Widerstand. Nach der Festnahme von fünf Aufwieglern umringte die Menge die Polizeibeamten und verlangte die Freigabe der Verhafteten. Als diese verweigert wurde, schickte sich die Menge an, auf die Wachen zu feuern. Diese eröffneten ihrerseits das In derselben Nacht C. Lorenz." Selbst diese liebenswürdige Aufforderung hat auf die Arbeiter Der Wahlverein für den sechsten Berliner Reichstagswahlkreis und Arbeiterinnen nicht den geringsten Eindruck gemacht. Sie blieben hielt am Dienstag bei Wernau in der Schwedterstraße eine Mits der Arbeit fern und gedenken weiter zu streifen, bis die Firma das gliederversammlung ab, in der Reichstags- Abgeordneter Förster Feuer und verwundeten mehrere Personen. nötige Entgegenkommen gegen die Wünsche der Arbeiter zeigt. einen Vortrag über die Reichsfinanz- Politit" hielt. Vor Eintritt wurde in dem Dorfe Dibinizlaja die Stanzlei angezündet. Mehrere Bemerkt sei, daß der Verein Volkswoht", Culmstraße 31, Ar- in die Tagesordnung wurde den Anwesenden wieder einmal recht Bauern wurden verhaftet. Berantw. Red.: Paul Büttner, Berlin. Snserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt" Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagenu. Unterhaltungest Nr. 69. 22. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. 169. Sigung vom Dienstag, den 21. März 1905, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: v. Einem. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Etats für das Reichs- Militärgericht. Der Etat wird mit einer von der Kommission beantragten Streichung( erste Rate für ein Dienstgebäude) ohne Debatte angenommen. Hierauf tommt zur Beratung der Etat für die Verwaltung des Reichsheeres, und zwar zunächst Stapitel I, Titel 1( Kriegsminister). Auf Antrag Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.) wird die Debatte in der Weise fontingentiert, daß zunächst über die Resolutionen Dr. Müller Meiningen Payer und GröberDr. Spahn debattiert wird. Die Resolution Dr. Müller Meiningen( frs. Bp.) Bayer( füdd. Vp.) wünscht: 0 9 in Mittwoch, 22. März 1905. g Ich natürlich nicht ein, die einzelnen Kontingente gegen einander aus ein Verwandter beim Militär geohrfeigt würde, ob Abspielen zu wollen. Aber die Statistik ist zu Vergleichszwecken ge- geordneter Himburg die Kühlheit seiner Anschauung noch macht. Wegen Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung aufrechterhalten würde.( Sehr richtig! links.) Darüber be= Untergebener erfolgten in Preußen 1901-1903 83, 100 und 122 steht tein Zweifel, in der Armee muß Disziplin herrschen. Bestrafungen, wegen Mißhandlung 647, 656, 643 Bestrafungen, Aber gerade vom Standpunkt der Disziplin muß in erster Linie während in Bayern 1901 die Zahl der Bestrafungen wegen Be- gegen die Soldatenmißhandlungen eingeschritten werden. Denn sie leidigung und vorschriftswidriger Behandlung 17, 1902 28 und 1903 find nicht nur Körperverlegungen, sondern zugleich auch 1901 29 Bestrafungen wegen Mißhandlungen zu verzeichnen, offizieren verboten, Mißhandlungen zu begehen. Tun sie es doch, so 43 betrug. In den drei Armeekorps drei Armeekorps in Bayern waren Bergehen gegen die Disziplin. Denn es ist den UnterSachsen mit zwei Armeekorps 104 Fälle. Bayern ist es Insubordination. Unter diesem Gesichtspunkte sollten die hatte von der Gesamtzahl der Mißhandlungen 1901 45 zu Militärgerichte einmal die Sache ansehen! Abg. Himburg aber hatte 1/45 warten konnte, es steht also fünfmal so gut da, wie der Durchschnitt gerichte! verzeichnen, während man nach seinem Kontingent er- ja geradezu Angst vor einer zu großen Milde unserer Militärder übrigen Armee. In den nächsten Jahren hat sich dies VerNun zu den anderen Rednern. Ich freue mich ja, daß Zentrum hältnis aber verschlechtert. Beim Gardekorps und beim 3. Korps, und Freifinn hier geradezu einen Wettlauf anstellen, um die Militärvon denen behauptet wird, daß sie am meisten Paradedienst hätten, gerichte zu reformieren. Aber ich will doch daran erinnern, daß, als finden sich, wie auch beim 16. Armeekorps, bei dem es als Grenz- die Militärgerichts- Vorlage hier beraten wurde und forps erklärlich ist, die größte Bahl von Verurteilungen wegen Miß alle diese Fehler darin blieben, wir die einzigen waren, die die Vorlage handlung. In Bayern und Württemberg haben die Be ablehnten. Wir haben auf das eindringlichste vor den betreffenden Be 1. Daß zugleich mit der begonnenen Reform des Bürgerlichen strafungen wegen Mißhandlung und Beleidigungen zustimmungen gewarnt und deswegen gegen diese Militär- StrafprozeßStrafgesetzbuches eine durchgreifende, den modernen Rechtsanschauungen Die Hauptsache ist, daß das System der Rechtsunsicherheit aller die Klagen über die zahlreichen Mißstände beweisen, wie recht wir genommen. Preußen ist völlig stabil geblieben. ordnung gestimmt. Man hat uns deswegen Vorwürfe gemacht, aber entsprechende Reform des Reichs- Militärstrafgefeß- untergebenen gegenüber ihren Vorgesetzten beseitigt wird und das hatten. Wären die anderen Barteien damals auch so energisch ge buches angebahnt werde. 2. Daß noch vor dieser Reform durch ein Spezialgesez die System der Nervosität, das in den Pensionierungen liegt. Wir verwesen, hätten sie erklärt, wir laffen uns nicht solche Kautschudgrößten Härten beseitigt würden, die vor allem in dem Miß- bes ehrengerichtlichen Berfahrens, vor allem gegen auf die Gerichtsbarkeit, dann hätte die Regierung damals der öffent langen Reform des ganzen Beschwerder echts, eine Reform bestimmungen hineinseßen, wie die kaiserlichen Befugnisse in bezug verhältnis der Strafbestimmungen über Verfehlungen von Unter- über allen inaktiven Offizieren, weiter eine andere Regelung lichen Meinung gegenüber nicht stand halten können, und sie gebenen gegen Vorgesetzte zu den Strafbestimmungen für Verfehlungen der Vorgesezten gegen Untergebene bestehen. des militärischen Strafvollzuges. Ich erinnere nur hätte eine Strafprozeßordnung ohne die Bestimmung, die wir jetzt 3. Daß dem Reichstag alsbald eine Statistik über die praktische Ziffer 3 meiner Resolution handelt von der Deffentlichkeit Gröber den Ausdruck brauchte, das Zentrum habe sich dünn gemacht. an den Fall Hüssener. Sarin haben, geben müssen. Es war sehr interessant, daß Herr Anwendung der Normen der Militär- Strafgerichtsordnung über den des Verfahrens. Der Reichstag hatte diese Deffentlichkeit als In der Tat ist das Ihre Bolitit, Ihre Forderungen möglichst ein Ausschluß der Deffentlichkeit vorgelegt werde. 4. Daß nicht durch Maßregeln der Militärverwaltung( Wahl ein vortreffliches Mittel zur Beseitigung der Mißhandlungen einzuschränken, weil sie glauben, dadurch etwas zu erreichen. Wenn des Verhandlungsraumes usw.) die gesetzlichen Bestimmungen über geführt. Aber bei Verhandlungen gegen Offiziere wird jetzt die Sie diese Politit etwas weniger trieben und mehr zu Ihren die Deffentlichkeit der Verhandlungen vor den Militärgerichten fich um bürgerliche Delitte, wie Betrug, Unterschlagung ze. Regierung mehr nötigen, auf Ihren Standpunkt zu treten, Deffentlichkeit fast stets ausgeschlossen, selbst dann, wenn es Grundsägen stehen würden, dann würden Sie auch die illusorisch gemacht werden. Die Resolution Gröber Dr. Spahn( 3.) will wesentlich fungen gegen Unteroffiziere die Deffentlichkeit stets ausgeschloffen. richtig! b. b. Soz.) Herr Gröber sagte, wenn die Bibil- Strafgesetzhandelt, und seit einem Jahre wird auch bei Berhand- während Sie heute sich vielmehr der Regierung nähern.( Sehr dasselbe, wie der Absaz 2 der Resolution Dr. Müller- Meiningen. Durch die kaiserliche Kabinettsorder vom 1. Dezember 1903 ist die gebungsreform erledigt sei, werde man an die Revision der MilitärAbg. Dr. Müller- Meiningen( frf. Vp.): Da das Bürgerliche Deffentlichkeit der Verhandlungen viel mehr beschränkt als früher. Strafgesetzgebung gehen. Wir fordern, daß diese so nötige Reform Strafgefeßbuch und Militär- Strafgesetzbuch wesentlich Materien mit Das wird dadurch bewiesen, daß bei gewissen Fällen, die in der sofort in die Hand genommen wird. Was die Militärmißhandlungen einander gemein haben, so erachten wir es für ganz selbstverständlich, ersten Instanz öffentlich verhandelt wurden, in der zweiten Instanz anbetrifft, so hat der Kriegsminister wiederholt ausgesprochen, daß daß bei der Reform des Bürgerlichen Strafgesegdie Deffentlichkeit ausgeschlossen wurde.( hört! hört! links.) Diese diese Mißhandlungen aus der Armee heraus müßten. Niemand buches auch daran gedacht wird, daß Militär- Strafgeie Stabinettsorder steht in schreiendem Kontrast zu den Erklärungen zweifelt an die Bemühungen der Kriegsverwaltung, aber sie sind buch zu reformieren. Ich will mich nicht über den Dessauer des Kriegsministers vom Jahre 1898. Es wurde in der leider ohne Erfolg geblieben. Hier läßt sich nur etwas erreichen Fall in aller Ausführlichkeit verbreiten, sondern nur auf Breffe betont, daß ihr die Gegenzeichnung des Kriegsministers durch reformatorische Maßnahmen in bezug auf die Organisation einen Bunkt eingehen. Der Anklagevertreter behauptet fehlt. Sie stellt tatsächlich einen Eingriff in die materielle des Heeres, durch Beseitigang des überflüssigen Drills, durch nämlich, daß daß er eine Notwehr des Untergebenen gegen- und formelle Rechtsprechung selbst dar.( Sehr richtig! links.) Sebung der Unteroffiziersklasse und des fulturellen Niveaus über dem Vorgesetzten nicht anerkennen fönnte. Nun hat ein Ich möchte hier einen Fall zur Sprache bringen, über den ich mir der Bevölkerung überhaupt. Ich will nur einige charakteristische jeber Untertan felbft gegen seinen Herrscher im bürgerlichen Leben von dem sächsischen Militärbevollmächtigten Auskunft erbitte. In Fälle von Mißhandlungen erwähnen. Herr Müller Meiningen das Recht der Notwehr. Der Herr Unteroffizier aber ist einem Militärprozeß gegen einen Leutnant, der in erster Instanz hat schon auf den Fall in Metz hingewiesen. Der be nach dieser Theorie fatrosankt.( Sehr richtig! links.) Nach freigesprochen wurde, erklärte der Kommandeur, wenn er Richter treffende Unteroffizier wurde wegen 376 Straftaten angeklagt, dieser Theorie müßte jeder Untergebene sich zunächst von seinem gewesen wäre, würde er nicht auf Freispruch erkannt haben. In davon wurden 170 als erwiesen angesehen. Die Strafe war ein Borgefesten totschlagen lassen, und wenn er tot ist, dann hat er das der Berufungsinstanz wurde der Kommandeur zufällig Richter: Jahr Gefängnis, dabei war der Unteroffizier schon wegen Mißtheoretische Recht, fich zu beschweren.( Heiterkeit links.) Diese Lehre natürlich lehnte der Leutnant ihn als befangen ab. Der Leutnant handlung und Gehorsamsverweigerung vorbestraft. Die Zeugen ver des unbedingten Kadavergehorsams, wie sie in der Presse mit Recht wurde dann zu drei Tagen Stubenarrest berurteilt und kurz darauf hielten sich auf die Frage, ob denn niemand von den Vorgesetzten genannt wurde, ift dann glüdlicherweise vom Gericht nicht akzeptiert an einen möglichst unbeliebten Ort der französischen Grenze versezt. Die Mißhandlungen gesehen habe, einer nach dem anderen stumm. worden. Aber auch die ganze Unterscheidungen zwischen Abwehr und Beim Abschied sagte ihm der Oberst, er wisse ja wohl, Das beweist wieder, wie es an der nötigen Aufsicht fehlt. Vom Gegenwehr, wie sie bei dem Gericht gemacht wurden, sind fünstlich warum er verfest fei. Wenn ein Offizier, weil er von Kriegsgericht in Düsseldorf wurde ein Unteroffizier berurteilt, der, und sind im Militär- Strafgesetzbuch nicht begründet, sondern beruhen seinem ihm gefeglich zustehenden Rechte Gebrauch wenn er nach Mitternacht nach Hause kam, die Leute aus den Betten auf einem irrtümlichen Kommentar. Mag das aber sein wie es will, macht, strafberfest wird, so widerspricht das prügelte, sie zivang, über den Besenstiel zu springen, lange Zeit Kniebeuge unter allen Umständen ist eine Klarstellung über den Begriff jedem Rechts empfinden. zu machen, die älteren Leute gegen die jüngeren aufhezte und der Notwehr gegenüber dem Vorgesezten abfolut not- Nun noch ein Wort zum vierten Absatz meiner Resolution. biese Schandtaten ungefähr drei Jahre lang treiben konnte, ohne daß wendig. Jm Bürgerlichen Gesetzbuch ist der Begriff der Notwehr In der Presse werden Fälle erörtert, die einem vorkommen, als ob Beschtverde erhoben wurde. Gerade das Beschwerderecht liegt außer wie alle anderen Begriffe definiert. Alle solche Definitionen sollten es sich um schlechte Scherze handelte. Da werden Militär- Gerichts- ordentlich im Argen. Trotz der fürchterlichsten Quälereien wagen es in das Militär- Strafgesetzbuch aufgenommen werden, soweit sie in verhandlungen in Arrest häusern abgehalten, zu denen man die Soldaten häufig nicht, den Beschwerdeweg zu betreten. Betracht kommen. Noch besser wäre es freilich, wenn alle bürger- nur Zutritt erhält, nachdem man sich Tage vorher eine Karte vom zweifle nicht, daß unsere Soldaten sonst in ihrem Leben durchaus lichen Vergehen der Soldaten auch den bürgerlichen Gerichten Kommandeur besorgt hat. Auch dieses hat große Schwierigkeiten, mutig und tapfer sind, aber eine Beschwerde beim Militär gegen Mißüberwiesen würden, und das Militärgericht nur für die spezifisch- weil die Termintage vorher nicht bekannt sind. handlungen zu erheben, scheint der Mut auch dem tapfersten Soldaten zu militärischen Bergehen zuständig bliebe. ( Hört! hört! links.) Auch werden die Vertreter der Presse vielfach fehlen. Das liegt aber allein an den Bestimmungen des Beschwerderechts. Die Unterschiede in den Strafen von Borgesezten und schlecht behandelt. Endlich wird oft die Verhandlung so leise geführt, Gerade die allerschlimmsten Fälle sind nicht durch Beschwerden an die Untergebenen sind ungeheuer ungleich. Für dasselbe Bergehen wird daß der Preßvertreter ein Wort davon berstehen tann. Deffentlichkeit gekommen, sondern jahrelang im Berborgenen geblieben. bei den Untergebenen eine Minimalstrafe von drei Monaten, bei den Die Schuld trifft natürlich zum größten Teil die kaiserliche Selbst vor dem Kriegsgericht haben die Mißhandelten nicht gewagt, Borgesetzten aber eine Marimalstrafe in derselben Höhe angefegt, Stabinettsorder vom 1. Dezember 1901. Bemerkenswert ist, in Gegenwart ihrer Beiniger etwas auszusagen. Erst als die die dann bei den Offizieren auf eine Woche Stubenarrest herab daß fie für Bayern nicht gilt, während die kaiserliche Ver- schuldigen Unteroffiziere hinausgeführt wurden, wagten die Mißgehen kann. In Wirklichkeit sollte der überlegene Vorgesezte, ordnung vom 28. September 1899 wörtlich nach Bayern über- handelten die Wahrheit zu sagen. Und erst, wenn einmal ein Mann einen hülflosen Untergebenen zum Widerstande reizt, nommen worden ist.( hört! hört! links.) Das Volt hat eben ein sich das Leben nahm, geisteskrant wurde, desertierte oder ins Lazarett strenger bestraft werden, als legterer.( Sehr richtig! links.) unüberwindliches Mißtrauen gegen alles, was hinter ver- tam, kamen die Mißhandlungen überhaupt heraus. Nur wenn die Da ist es doch an der Zeit, an das Wort eines berühmten Generals schloffenen Türen geschieht.( Sehr wahr links.) Der Zweck Mißhandelten es gar nicht aushalten fonnten, dann war die Mög gut erinnern, daß nur diejenigen Disziplinen etwas taugen, die auf unseres Antrages ist, den nötigen Kontalt zwischen der militäri- lichkeit gegeben, die Dinge an die Deffentlichkeit zu bringen. Gerechtigkeit aufgebaut sind.( Sehr gut! links.) Erklärte fchen Rechtsprechung auf der einen Seite und der öffentlichen Aber das war doch nur ein ein geringer Teil der wirklich doch in dem Aufsehen erregenden Aufruhrprozeß in Saarbrüden Rechtsprechung auf der anderen Seite wiederherzustellen und damit vorgekommenen Fälle von Mißhandlungen. Auf 100 Fälle der jüngst der Vertreter der Antlage selbst, er wolle das auch das Mißtrauen, das in weiten Streifen gegen die Militärgerichte Statistit sind immer 500 oder 1000 solcher Fälle wirklich passiert. Zeugnen der Angeflagten als strafverschärfend nicht ansehen, da die noch besteht, zu beseitigen. In diesem Sinne bitte ich Sie, unseren Die Resolutionen gehen nun von dem Gesichtspunkte aus, daß durch Strafen schon an sich so ungeheuerlich seien( hört! hört! links) und Antrag anzunehmen.( Lebhafter Beifall links.) allzu milde Bestrafung diese Mißhandlungen geradezu gefördert ben heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprächen.( Lebwerden. So hat das Kriegsgericht in Landau einen Unteroffizier, haftes Hört! hört! links.) Jm einzelnen halte ich Stubenarrest und der einen Soldaten gezwungen hatte, mehreren anderen die Kaus Auch wir verlangen, daß das Militär- Strafgefeßbuch reformiert tabakbrühe ins Geficht zu spuden, wegen Anstiftung von UnterFestungshaft als Kriminalstrafen für gänzlich ungeeignet, besonders Ivenn es fich um Delifte gegen Untergebene handelt. Einer und in Uebereinstimmung gebracht wird mit dem neuen bürgerlichen gebenen zur Mißhandlung anderer Untergebener zu vier Monaten Reform bedarf ferner der§ 6 betreffend die Vergehen in Kontroll- Strafgesetzbuch, wie der Kriegsminister Roon es schon im Nord- Gefängnis verurteilt. Ich meine, daß für eine so schamlose, Ehre versammlungen. Ein Mann, der in einer Kontrollversammlung auf deutschen Bundestage versprochen hat. Aber diese Reform kann nicht raubende Behandlung, nach der die Leute mehrere Tage lang bor die Bemerkung: Halten " Halten Sie δας Maul!" einem Feld- gleichzeitig" mit der Revision des allgemeinen Straf- Uebelfein nichts essen konnten, die Strafe keineswegs genügend ist. webel antwortete:„ Entschuldigen Sie, Herr Feldwebel, gesetzbuchs vollzogen werden, sondern erst nach deren In Hannover sind zahllose Soldatenmißhandlungen mit nur ich habe kein Maul," wurde zu fünfzehn Tagen strengen Abschluß. Deshalb haben wir schon jetzt einige Bestimmungen, wenigen Wochen Arrest bestraft worden. Ein Hauptmann Arrestes verurteilt. Die Minimalstrafen für einfache und deren Reform besonders dringlich ist, herausgegriffen. Redner wurde in Thorn wegen Mißhandlung eines Untergebenen- er hatte qualifizierte Achtungsverletzung sind viel zu hoch; be- geht näher auf die Fälle von tatsächlichem Deffentlichkeits- den Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen- und Abhaltung von sonders ist die Schikane durch Borgesetzte in teiner Weise berüd- ausschluß, die vom Abg. Dr. Müller- Meiningen angeführt wurden, der Beschwerde zu bier Wochen und zwei Tagen Stubenarrest fichtigt worden. Ein Referbe- Offizier begründete feinen Austritt ein und schließt sich im wesentlichen seiner Stritik an: Es handelt verurteilt. Das ist für einen Kompagniechef, der doch die Aufgabe aus einem rein privaten Militärverein dadurch, daß er schrieb: er sich, wenn die Fälle zutreffen, direkt um Umgebungen der gesetzlichen hat, Soldatenmißhandlungen zu verhindern und Beschwerden wolle den Verkehr mit Personen vermeiden, die einen für sein Ge- Vorschriften, aber man sollte doch noch nicht verallgemeinern, so forgfältig weiterzugeben, eine viel zu geringe Strafe!( Sehr wahr! fühl unerträglichen Standpunkt in Ehrenfachen einnähmen. In dem lange die Militärbehörden noch nicht darauf aufmerksam gemacht links.) Die Bestimmungen des Strafgesetzbuches in bezug auf die MißAusdrude Personen" " Personen" wurde eine Achtungsverlegung" gege- worden find und noch keine Gelegenheit gehabt haben, die Sache zu handlung Untergebener bedürfen also durchaus der Verschärfung und funden; der Bezirkskommandeur brauche sich die Gleichstellung ändern. Deshalb ist heute noch nicht die Zeit, eine dahingehende verschärfter Anwendung. Aber die Mittel des Strafgesetzbuchs mit jeder Persönlichkeit, mit jedem beliebigen Individuum Resolution zu beschließen.( Beifall beim Zentrum.) genügen allein nicht, um Abhülfe zu schaffen. Das muß gesagt nicht gefallen zu lassen.( Heiterkeit. Hört! hört! links.) Abg. Himburg( f.): Wegen vereinzelter Fälle Gefeßveränderungen werden, damit sich nicht etwa im Volte der Glaube verbreitet, als In einem Prozeß in Hannover kam es zur Sprache, daß in der zu beantragen, ist ja leider jetzt Mode geworden. Man gewöhnt tönnte durch den guten Willen der bürgerlichen Barteien gründliche Instruktionsstunde selbst der Unteroffizier zu den Soldaten fagte: fich, für ungewöhnliche Fälle Vorschriften zu schaffen, die dann ge- Befferung herbeigeführt werden. Gestern haben Sie( zu den bürger" Ihr könnt Euch beschweren, aber Ihr fallt dabei herein" wöhnlich für den gewöhnlichen Fall nicht passen. Wenn ein Vor- lichen Parteien) unsern Antrag auf Abschaffung des EinjährigDie Körperverlegungs- und Beleidigungsstrafen müßten verschärft gesetter im Augenblick sich hinreißen läßt und einmal eine Freiwilligen- Dienstes abgelehnt. Aber gerade die Beseitigung dieses werden. Ich schließe mich der Ansicht an, die Professor Mayer fleine Mißhandlung begeht, so ist das nicht so schlimm.( hört! hört! Privilegs wäre eines der besten Mittel gegen die Soldatenjüngst in der Deutschen Juristen- Zeitung" vertreten hat, daß für lints.) were Mißhandlungen werden ja auch jetzt schon ge- mißhandlungen. Lassen Sie die Einjährigen nicht allein zwei Jahre systematische Quälereien die Zuchthausstrafe das einzig Richtige ist nügend bestraft. Dagegen barf bei Vergehen gegen Disziplin dienen, sondern auch zwei Jahre in der Kaserne ( Lebhafte Zustimmung links), natürlich bei obligatorischer Degra- unter feinen Umständen der„ mildernde Umstand" eingeführt werden. Wohnen, wie wir wollen; lassen Sie die Söhne der dation oder Dienstentlassung. In Japan find, wie der jüngst durch Sonst wird sich die ganze Disziplin lodern. Gine milde Militär- besigenden Klaffen mit den anderen Soldaten in einem die Presse gegangene Brief eines deutschen Offiziers beweist, Offiziere gerichtsbarkeit würde bewirken, daß die Tüchtigkeit unserer Armee 3 immer schlafen, so würde den Unteroffizieren, die Temperament wegen eines einzigen Schlages während des Krieges mit Ge verloren gehen würde.( Beifall rechts.) und Charakter heute zur Soldatenmißhandlung treibt, ein wirkungsfängnis und Dienstentlassung bestraft worden( hört! hört! links) vollerer Zaum angelegt worden sein als durch manche gesek' iche Beund gewöhnlich endet solch ein Fall mit Harakiri.( Heiterkeit.) ftimmung. In einem Falle wurden 76 Straftaten eines Unteroffiziers fest Die Ausführungen des konservativen Herrn sind mir geradezu In diesem Zusammenhange ist auch die Frage der Notgestellt. Das fiel felbft einem Richter- Offizier auf, so daß er fragte, unbegreiflich. Die Fälle von Soldatenmißhandlungen find wehr berührt worden, die durch den Dessauer Prozeß besonders ob dem fein Offizier oder Feldwebel von diesen Sachen etwas be- boch feineswegs vereinzelt, sondern kommen uns Tag für Tag zur aktuell geworden ist. Wie dieser Fall auch gelegen haben magmerkt habe. Darauf gaben sämtliche Zeugen teine Antwort. Renntnis. Wir verzichten nur hier im Haufe darauf, einzeln darauf auch vom Kriegsgericht in Magdeburg ist ja das Borliegen der NotCharakteristisch für die Art, wie mancher Vorgeseste über einzugehen, weil eine Wiederholung solch ekelhafter Szenen hier wehr nicht anerkannt worden, charakteristisch ist doch der Ausderartige Militärmißhandlungen denkt, ist die im Hause uns nicht behagt. Uebrigens waren es doch spruch des Kriegsgerichtsrates, der die Anflage vertrat- und das Aeußerung eines Leutnants Graf Ranig als Verteidiger vor gerade die Konservativen, die wegen eines einzigen Falles, war feine Entgleisung, sondern ein typisches Worteinem Kriegsgericht in Königsberg. Er meinte, der Angeklagte habe der ihnen unbequem war, vor einiger Zeit das bürgerliche daß es beim Militär feine Notwehr gäbe, daß nur der Weg der die Leute nur aufmuntern wollen dabei wurde unter anderem Gesetzbuch ändern wollten.( Sehr richtig! lints.) Die Bemerkungen, Beschwerde dem Soldaten freigelaffen sei und daß er sich im äußersten eine Trommelfellburchlöcherung festgestellt, er möchte die Herr Himburg über„ fleine Mißhandlungen" gemacht hat, find Falle selbst mit der rechtswidrig gebrauchten Waffe ruhig abschlachten gern den Hauptmann sehen, der behaupten könne, daß bei seinem so, daß man nicht glauben sollte, daß sie ein Abgeordneter hier im laffen müsse. Es ist ja unerklärlich, wie Militärjuristen derartige Truppenteil nicht geschlagen werde( Hört! hört! links), die Hause vorbringen könnte.( Sehr wahr! links.) Benn man einmal nicht nur unfulturelle, sondern auch gegen den klaren Sinn und schlechtesten Elemente feien es nicht, die sich zum Schlagen hinreißen Stöße und Schläge für nicht so schlimm" hält, dann werden die Wortlaut des Gesetzes verstoßende Ansichten äußern fönnen. Von eine ließen. Sehr interessante Unterschiede in bezug auf die einzelnen Unteroffiziere in ihrem Herrenbewußtsein noch weiter gehen. Ich solchen Verweigerung des Notwehrrechtes gegenüber den Soldate Truppenteile zeigt die seit 1901 herausgegebene Statistik. Es fällt mir möchte wohl wissen, wenn etwa dem Abgeordneten Simburg fann gar nicht die Rede sein. Sie können einen rechtswidrigen Angr der Abg. Gröber( 3.): Abg. Dr. Gradnauer( Soz.): nicht nur von sich, sondern auch von einem andern abwenden, und selbst Ileberschreitung der Notwehr ist nicht strafbar, wenn sie durch Bestürzung, Furcht oder Schrecken verursacht ist. Aber kennzeichnend ist diese Auffassung für die ganze militärjuristische Sinnesart und noch charakteristischer ist, dast auch die Soldaten nicht an das Not- wehrrecht denken, sondern es als selbstverständlich hinnehmen, daß sie sich vom Vorgesetzten alles bieten lassen müssen. Aber freilich, wenn die Rekruten zum Militär kommen, wird ihnen von ihren Rechten nichts gesagt, darüber werden sie in der Jnstruktionsstunde nicht in- formiert. Wenn statt dessen in diese» Jnstruktionsstunden von der Sozial- dcmokratie und von allen anderen möglichen Dingen die Rede ist, so halten wir es für unsere Pflicht vor dem ganzen Lande, und zwar so, daß man es bis in die Kasernen hinein hört, den Soldaten zuzurufen: Ihr braucht Euch nicht alles und jedes gefallen zu lassen, Ihr habt auch ein Recht der Notwehr! Die beiden Resolutionen liegen durchaus in der Richtung unserer Bestrebungen. Wenn wir auch die der Freisinnigen für weitergehend halten, so glauben wir doch auch für die Reso- lution des Zentrums stimmen zu können, weil sie eine gewisse Ver- besserung gegenüber dem gegenwärtigen Zustand anstrebt. Es sollten aber nicht für die Fälle, die die Zentrumsresolution vorsieht, mildernde Umstände eingeführt werden, sondern man sollte überhaupt mildere Strafen bestinunen. sSehr richtig! links.) Das D e f s a u e r Urteil ist ja auch nachträglich etwas ge- mildert worden, indem man das Delikt des Aufruhrs nicht mehr an- genommen hat. Aber der Fall lag ja so, daß man überhaupt nicht ent- scheiden kann, wer Angreifer oder Angegriffener war. Trotzdem wurde der Unteroffizier auch nach denr zweiten Urteil nur zu drei Monaten, die Soldaten aber zu 1'/z Jahren Gefängnis verurteilt, obgleich der Unteroffizier infolge von Verletzungen nicht einen Tag im Lazarett gelegen hat. In einem anderen Falle, der vor das Militärgericht zu Freiburg i. B. kam, hatten in einem abgelegenen Orte sich sechs Soldaten an drei Unter- offiziercn schwer vergangen. Es ist daS zweifellos eine recht bedauerliche Tat. Sie wurden nun wegen Meuterei angeklagt. In der Verhandlung, in der ihnen das beste Zeugnis aus- gestellt wurde, wurde es bekannt, daß die Unteroffiziere sich die schwersten Mißhandlungen und Quälereien hatten zu- schulden kommen lassen. Der eine Unteroffizier ließ z. B. zwanzig Minuten lang Kniebeuge machen. Einer ließ am Sonntag den ganzen Nachmittag die Dielen der Stube mit Zahnbürsten auf- scheuern usw. Der Gerichtsvorsitzende redete auch denn die Unteroffiziere mit den Worten an: Ihr seid schuld daran, daß diese Vorfälle passiert sind. Trotzdem aber mußte das Gericht nach den geltenden Strafbestimmungen einen Angeklagten zu 5 Jahren 1 Monat Zuchthaus, einen anderen sogar zu 5 Jahren 2 Monaten Zuchthaus verurteilen. Wieder ein anderer Fall kam in Deutsch-Krone zur Verhandlung. Auch da wurden drei Leute zu je sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch das Breslauer Militär- gcricht verurteilte zwei Reservisten zu je fünf Jahren Zuchthaus. Durch all das kann ich beweisen, daß der Dessauer Fall durchaus kein vereinzelter ist. sSehr richtig I links.) Dasselbe Kriegs- gcricht in Breslau kann freilich auch sehr milde urteilen. So wurde ein Unteroffizier wegen Miphandlnng eines kranken Soldaten nur zu drei Wochen gelindem Arrest verurteilt. Ein anderer Unteroffizier wurde wegen einer Mißhandlung, die das Zerplatzen eines Trommelfells zur Folge hatte, in der zweiten Instanz nur zu 23 Tagen Mittclarrcst verurteilt. Dieser Zustand ist ja nun derartig schlimm geworden, daß nicht nur die öffentliche Meinung, nicht nur die Mehrheit der Parteien hier im Hause der Meinung ist. daß die Bestimmungen geändert werden müssen, sondern die Militärrichter selbst haben die lieber- zeugung gewonnen, daß cS nicht mehr so weiter gehen könne. Die An- klagcvertreter haben oft selbst bedauert, daß sie so hohe Strafanträge be- antrogen müßten. Ein Sanitäts-Unteroffizier, der nachts zu spät kam, und aks er von dem wachhabenden Offizier angehalten wurde, sich losriß und mehrfach entfliehen wollte, tourde in Dresden in der ersten Instanz zwar nur zu sieben Tagen Gefängnis verurteilt, in der zlveiten aber zu sechs Monaten. jHört! hört l links.) Bei dieser Gelegenheit erklärte der Anklagevertreter. im Reichstage würden ständig Anträge auf Aenderung der§§ 96 und 97 gestellt, und c s sei kein Zweifel, daß diesem Verlangen einmal Rechnung getragen werden würde.(Hört I hört! links.) Nach den geltenden Bestimmungen aber sei er an eine Mindest- strafe von sechs Monaten gebunden.— Eine Strafe, die überhaupt abgeschafft werden sollte, ist die des strengen Arrestes. Eine solche Dunkelhaft bei Wasser und Brot ist keine Strafe, sondern eine Marter.(Lebhaste Zustimmung links.) Solche Strafen können nur verrohen und verbittern, nie aber bessern. Gerade in der Armee, wo man an das Ehrgefühl appelliert, sollte man derartige Strafen nicht verhängen. Die Strafen für Vergehen der Soldaten sind sehr groß. Achtungverletzung wird mit strengem Arrest nicht unter vierzehn Tagen bestraft, tätliche Angriffe gegen Vorgesetzte mit drei bis fünfzehn Jahren, wenn das Vergehen vor versannncltcr Mannschaft begangen wurde, nicht unter fünf Jahre», Aufwiegelung mit Gefängnis nicht unter fünf Jahren, Aufruhr mit Zuchthaus nicht unter fünf Jahren bestraft. Jin Gegensatze dazu sind die Bestrafungen wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt seitens der Vorgesetzten mit Gefängnis oder Festungshaft von einem Tage bis zu drei Jahren sehr gering. Und die Spruchpraxis der Gerichte sorgt dafür, daß bei Untergebenen häufig über das Mindestmaß hinausgegangen, bei Vorgesetzten dagegen möglichst milde geurteilt wird. Noch einige Bemerkungen über die Oeffcutlichkeit der Militär- gerichts- Verhandlungen. Ich bin e r st a u n t, daß Abg. Gröber die Kabinettsordcr vom 1. Dezember 1903 nicht kannte. Sie ist zwar nicht amtlich bekannt gegeben, aber doch durch die Presse gegangen. Ich habe bereits im vorigen Jahre auf die Verabschiedung der drei Militärrichter in dem Forbacher Prozeß hingewiesen, die mit der Kabinettsorder im Zusammen- hang steht. Aus ihr erfuhr man dann, daß„man mit Befremden aus der Presse ersehe, daß das Kriegsgericht unter Außerachtlassung der Kabinettsordcr vom 28. Dezember 1899 die Oeffentlichkeit nicht ausgeschlossen habe". Das Kriegsgericht hatte dies aus voller Ucberzeugung im Interesse des Heeres getan, eS konnte nicht wissen, daß der Prozeß einen derartigen Ausgang nahm. Jedenfalls zeigt dieses Beispiel, wie man die Unabhängigkeit der Militärrichter völlig illusorisch macht. Ich mache dafür den Kriegsminister nicht verant- wortlich, der ja mit der Verabschiedung dieser Offiziere nichts zu tun hat; das ist Sache des obersten Kriegsherrn. Aber das Militär- kabinctt macht sich für eine Kabinettsordcr verantwortlich, die mit dem Gesetze in Widerspruch steht.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Als seinerzeit die Militär-Strafprozeßordnung hier beraten wurde, erklärte der Kriegsminister ausdrücklich, der§ 283 Abs. 2 solle nicht etwa den Sinn haben, daß die Oeffentlichkeit in größerem Um- fange eingeschränkt werden solle. Denn es sei unwürdig, an deni Worte des Kaisers zu zweifeln, der die Oeffentlichkeit zugegeben habe und nun natürlich nicht auf Schleichwegen die Zurücknahme seines Wortes wieder zu erreichen suchen werde. Ich überlasse es Ihnen hiernach zur Beurteilung, waS diese neue Kabinetts- order bedeutet.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Tatsächlich ist von einer Oeffentlichkeit im Militärgerichtsverfahren kaum mehr die Rede. Mir ist mitgeteilt, daß der Herr Kriegsminister nach dem bekannten Dessauer Kriegsgerichtsurteil den Richtern in diesem Prozesse seine Entrüstung darüber habe ausdrücken lassen, daß sie die Oeffentlichkeit nicht ausgeschlossen hätten.(Kriegs- minister v. Einem schlägt mit dem Ausdruck des höchsten Erstaunens die Hände über dem Kopf zusammen.(Heiterkeit bei den Militär- bevollmächtigten.) Wenn das nicht der Fall ist, so ist mir das außerordentlich lieb, ich hoffe, daß dann der Herr Kriegsminister erklärt, daß er auch im übrige» kein Freund des Ausschlusses der Oeffentlichkeit im Militärgerichtsverfahrcn ist. Wir werden den vorgelegten Resolutionen zustimmen. Von der Heeresverwaltung fordern wir, daß sie uns nicht bloß neue HeereS- vorlagen bringt, sondern für endliche Beseitigung der schweren Miß- stände, die in der Armee bestehen, sorgt.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Hagemann(natl.): Wir stimmen den Punkten 1, 3 und 4 des Antrages Müller-Meiningen zu, ohne uns alle Gründe des Antragstellers zu eigen zu machen. Hingegen können wir für Punkt 2 nicht stimmen; wir glauben, daß von einem Mißverhältnis in der Bestrafung der U n t e r g e b e n e n und Vorgesetzten deshalb gar nicht die Rede sein kann, weil sie auf ganz anderen Grundlagen beruhen. Für die Resolution Gröber werden wir stimmen. Ich glaube, mich darauf beschränken zu können.(Ein lautes Bravo! bei den Nationalliberalen. Heiterkeit.) Kriegsminister v. Einem: Der Abg. Gradnauer hat mir einen Vorwurf daraus gemacht, daß ich im Vorjahr versprochen habe, die Mißhandlungen müßten aus der Welt herausgeschafft werden und würden es auch. Aber ich erinnere daran, daß m einer darauffolgenden Rede der Abg. Bebel mir gesagt hat, ich würde noch viele Enttäuschungen erleben, und daß ich ihm geantwortet habe, das müßte ich auf mich nehmen. Der Abg. Bebel hatte ganz recht, diese Enttäuschungen sind ein- getroffen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch in diesem Jahr sind noch eine ganze Anzahl grober und schwerer Mißhandlungen vorgekommen. Aber wenn ich den Abg. Singer gestern richtig verstanden habe, so hat er selbst gesagt, daß die Mißhandlungen gegen früher abgenommen haben. Ich denke, daß durch das Eingreifen der Militärverwaltung und der Kommandobehörden gegen diese Militärmißhandlungen, ferner durch das öffentliche Strafverfähren und drittens durch die immer wiederholten Hinweise, die hier in diesem Hanse ausgesprochen worden sind, dieses Resultat erreicht worden ist. Das erkenne ich vollkommen an. Die immer wiederholten Hinweise sind für das Publikum, für die Unteroffiziere und die Mannschaften ein Anreiz, gegen diese Mißhandlungen vorzugehen. Nun hatte zwar der Abg. Gradnauer versprochen, über die einzelnen Mißhandlungs- fälle nicht zu sprechen, ich glaube aber, daß er uns eine Stunde Vorlesung darüber gehalten hat. Ich kann nur sagen, daß in der letzten Hälfte des Jahres 1994 die Mißhandlmigsfälle in erheblichem Maße abgenonimen haben, sowohl die brutalen als auch die im Affekte geschehenen, und ich glaube mich mit Zuversicht dahin äußern zu können, daß, wenn alle die Mittel zur Durchführung gelangt sind, die wir für die Durchführung der zweijährigen Dienstzeit gefordert haben, wenn die aller- höchste Kabinettsorder von: 27. Januar dieses JahreS, die viele Erleichterungen des Dienstbetriebcs herbeiführt, ganz und gar durchgeführt ist, daß dann von Miß- handlungsfällcn nicht mehr die Rede sein wird. Es ist vielfach erwähnt lvorden, daß die Bestrafung der Miß- handlungsfälle zu leicht sei, daß die Unteroffiziere und Offiziere in zu leichter Weise— die Unteroffiziere auch im Falle schwerster Miß- Handlungen— bestraft würden. Mir steht es nicht zu, und ich würde mich wohl hüten, die Sprüche der Militärgerichte einer Kritik zu nnterziehen. Aber ich kann ganz offen sagen, daß ich den Eindruck habe, daß die früheren altpreußischen Kriegs- g e r i ch t e schärfer urteilten als die jetzige» Kriegs- und Ober- kricgSgcrichte. Dazu kommt die Neueinrichtung der Be- rufungsin stanz. Auch im Zivilverfahren urteilt die Be- rufungsinstanz wohl vielfach noch milder als die erkennenden Richter. Alle diese Umstände fiihren dazu, daß jetzt milder geurteilt wird als früher.— Damit kann ich die Militärmißhandlnngen verlassen. Ich wende mich nunmehr dem Ausschluß der Oeffent- l i ch k e i t zu. Der Abg. Gröber hat ganz richtig darauf hingewiesen, daß mein Herr Amtsvorgänger in der Kommission für die Militär- Strafprozeßordnung ausgeführt hat, daß Se. Majestät selbst ge- wünscht hat, im Gesetz festgelegt zu sehen, daß er auf Grund des§ 8 dieses Gesetzes das Recht habe, eine Verordnung zu erlassen, durch die die Voraussetzungen festgelegt würden, unter denen ein Ausschluß der Oeffentlichkeit erfolgen könnte. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß derselbe, der diese Bestimmung in das Gesetz haben wollte, nun seinerseits die Hand dazu bieten sollte, um auf irgend eine Weise die Oeffentlichkeit auszuschließen. Die Verordnung vom 1. Dezember 1993, die dem„Vorwärts" damals auf den Tisch flatterte, hat an der Verordnung Sr. Majestät vom 28. Dezember 1399 nicht das geringste geändert. Durch die Verordnung vom Dezember 1399 sollte die den Richtern verbürgte Unabhängigkeit angetastet werden. Der Abg. Spahn hat in der ersten Lesung des Etats gesagt, das Vertrauen zur Militär- gerichtsbarkeit werde im Volke erst dann vorhanden sein, wenn die Richter vollkommen unabhängig wie dieZivilrichter werden.(Sehr wahr! links und im Zentrum.) Meine Herren, das ist richtig, es ist durchaus zu fordern, daß die Militärrichter vollkommen unabhängig, nur nach dem Gesetz, nach dein Recht und ihrem Gewissen urteilen.(Lachen bei den Sozialdemokraten.� Zuruf: Wie in Metz!> Ich werde darauf noch kommen. Es besteht kein Zweifel, daß das Gcricht in jedem einzelnen Fall darüber zu urteilen hat, ob die Voraussetzungen für den Ausschluß der Oeffentlichkeit vor- liegen. Die Verordnung vom I.Dezember 1993 ist keine Aende- r u n g oder Erklärung der früheren Verordnungen, denn sie ist ohne Gegenzeichnung des Reichskanzlers erlassen worden, die sonst durchaus notwendig sein würde.(Große. Heiterkeit links. Zuruf: Allerdings!) Sie ist nichts weiter als ein Hin- weis(Lachen bei den Sozialdemokraten) darauf, daß die Verordnung vom Dezember 1899 nicht genügend beachtet worden ist. Die Verordnung verwendet sich nicht für den Ausschluß der Oeffent- lichkeit, sondern spricht nur das Befremden darüber ans, daß unter Außerachtlassung der Verordnung, trotzdem ihre Voraussetzung gegeben war. vom Ausschluß der Oeffentlichkeit in einem Umfange Abstand genommen worden ist, der nicht verfehlen kann, die allgemeine Auf- nierksamkeit in erhöhtem Maße aus die ohnehin bedauerlichen Bor- kommnisse zu lenken und das Ansehen der Armee und besonders des Offizierkorps in weiten Kreisen herabzusetzen. Ein großer Teil der Presse kritisiert fast täglich die kriegsgerichtlichen und oberkriegsgerichtlichen Entscheidungen. Es handelt sich doch um erkennende Richter, wie die Zivilrichter es auch find. Die Presse aber erklärt, ohne die Fälle genau zu kennen: das ist ein zu hohes, jenes ein zu niedriges Urteil. Sie sucht dadurch ganz energisch auf die erkennenden Richter einzuwirken. Sie tut da etwas, was sie selbst dem Kaiser nicht erlauben will.(Sehr richtig! rechts. Zuruf links: Die Presse erläßt keine Orders!) Ich persönlich muß sagen: ich glaube, wenn ich Richter wäre und ich hätte einen Fall, von dem es mir nicht angenehm wäre, wenn er in der Oeffent- lichkeit besprochen würde, so würde ich aus dieser Erwägung heraus, weil die Presse daran Kritiken knüpft, die meiner Meinung nach viel zu weit gehen, die Oeffentlichkeit ausschließen.(Hört! hört! links. Zwischenrufe links. Große Bewegung im Zentrum und links.) Ja, ich würde das tun, um den Preßerörtcrnngc» aus dem Wege zu gehen.(Hört! hört! links.) Abg. Gradnauer sagt mit Bestimmthett: Diese Richter find des- halb verurteilt lvorden. Er hat uns nur vorenthalten, woher er das weiß.(Stürmische Heiterkeit bei einigen Abgeordneten der Rechten.) Wenn ein Urteil weiter oben m i ß f ä l l t, ist das etwas anderes; Mißfallen ist keine Strafe.(Heiterkeit links.) Ein Offizier hat auch noch andere Pflichten als die, Richter zu sein. Sie scheinen aber anzunehmen, daß ein Militärrichter immer schon das Patent zum kommandierenden General in der Tasche hat. Denn wenn er zufällig(Zurufe links: Nette Zufälle!) nachher ver- abschiedet wird, so hat das mit seinem Richterspruch gar nichts zu tun.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Nun zu den Resolutionen! Das Militär- Strafgesetzbuch ist durchaus kein unabhängiges Gesetzbuch, sondern steht im Zusammen- hang mit dem allgemeinen Reichs-Strafgesetzbuch. Alle diejenigen Punkte, die nicht besonders bei uns unter Strafe gestellt sind, werden nach dem Reichs-Strafgesetzbuch bestraft. So besteht die„Notwehr" für den Soldaten felbstverständlich in derselben Weise, als wie für den Zivilisten, aber auf Grund des Gesetzes, der gesetzlichen Be- stimmungen. Daß Ihnen(zu den Soz.) das nicht genügt, weiß ich, Sie möchten, daß ein Untergebener in solchen Fällen gleich seinen Vorgesetzten niederstechen kann.(Widerspruch bei den Sozialdemo- kraten.) Nein, die Vorschläge des Abg. Gradnauer wollen wir dem Zukunftsstaat und der Zukunftsarmce überlaffcn.(Lebhafter Beifall rechts.) Das Nilftär-Strafgejetzbuch ist ja gar nicht von uns allein W gemacht lvorden, sondern ist vor mehr als dreißig Jahren(Zunif links: Hört! hört!) hier im Reichstag reichlich beraten worden. Es handelt sich doch dämm, daß wir unter allen Umständen und Verhältnissen die Disziplin aufrecht erhalten müssen, und zwar nicht u»r in ruhige» Zeiten, sondern auch in ernsten Zeiten und im Kriege. (Sehr richtig! rechts.) Der Laie könnte zu der Meinung kommen, als ob unsere Offiziere und Unteroffiziere bei Verfehlungen gegen die Disziplin milder bestraft würden als Soldaten; das ist voll- ständig unzutreffend. Gegen sich tatsächlich widersetzende oder meuternde Unteroffiziere wird schwerlich auf das Strafminimum erkannt werden. Allerdings ist es nach militärischer Anficht unerläßlich, daß der Untergebene, der sich gegen einen Bor- gesetzten vergeht, strafgesetzlich ernster besttaft werden muß als der Vorgesetzte, der sich gegen einen Untergebenen vergeht.(Bewegung links, lebhafte Zustimmung rechts.) Niemals aber hat es schärfere Bestrafungen für diese Fälle gegeben, als in den Heeren, die der linken Seite des Hauses als Ideal vorschweben, als in den Heeren der französischen Revolution und während des f r a n- z ö s i s ch e n Krieges in den Heeren Gambettas. Es liegt ein Gebot der Gerechtigkeit darin, den Vorgesetzten gegen schweren Ungehorsam oder tätliche Angriffe der Untergebenen zu schützen.(Sehr richttg! rechts.) Die Zahl der Todessttafen und der Verhängung schwerer Gefängnisstrafen im Heere hat sich gegen früher vermehrt; das Gefühl für Autorität und Unter» werfung ist leider im Schwinden begriffen.(Sehr richtig! rechts.) Wir tun gut daran, an den schweren Strafen festzuhalten, weil wir dadurch gewalttätige Leute im Zaume halten und. vor schweren Vergehen gegen die Disziplin bewahren.(Sehr richtig I rechts.) Ich gebe zu, daß Fälle sich ereignen können, wo ein milderes Urteil am Platze wäre als das formelle Recht vorschreibt. In solchen Fällen aber tritt das Begnadigungsrecht ein.(Lachen links.) Es ist gesagt worden, das Volk verstände solch schwere Urteile nicht. Wenn das wirklich so wäre, würde es nur zeigen, daß das Volk den Sinn und das Gefühl für Autorität er- heblich eingebüßt hat. Zweifellos sind durch ruhige Be- lehrung, durch sachliche und liebevolle Behandlung bessere Resultate zu erzielen, als durch strenge Strafen, aber es steht unzweifelhaft auch fest, daß für derartige Verfehlungen wie Meuterei die aller- schärfsten Strafen als Beispiel sofort am Platze sein müssen. Das erfordert unbedingt die Disziplin in der Armee. Wir dienen damit nicht der Armee allein, sondern nach meiner Uebcrzeugung der All- gemeinheit.(Sehr richtig! rechts.) Zum Schluß habe ich noch einen Wunsch an die Herren Sozialdemokraten. Sie haben im„Vorwärts" eine Sammelstelle errichtet für alle vorkommenden Urteile wegen Miß- Handlungen unter der Ueberschrift:„Aus unserer herrlichen Armee". Damit wollen Sie doch offenbar den Geist in der Armee kenn- zeichnen. Wenn Sie gerecht sein wollen, dann nehmen Sie noch eine Statistik auf über die in jedem Jahre für Rettung mit eigener Lebensgefahr an die Armee kommenden Retttmgsmedaillen. Das sind nämlich sehr viele, und sie zeigen, daß in der Armee ein so guter Geist von Selbstlosigkeit und Hingabe für den Nächsten ist, daß das ein ganz anderes Bttd von der Armee geben würde, als das was diese Aufnahme in Ihrem Blatte bietet. Als vor zwei Jahren die Truppen des 6. und ö. Armeekorps mit Dransetzung ihres Lebens die Provinz Schlesien vor großer Wassernot retteten. als die Bevölkerung und die Behörden einmüttg waren in dem Lobe der Truppen, ihrer Hingabe und des Verhältnisses zwischen Soldaten, Unteroffizieren und Offizieren, als das durch alle Blätter ging, da haben Sie(zu den Sozialdemokraten) geschwiegen(Hört! hört I rechts) und das sagt alles.(Bravo I rechts.) Württembergischer Bevollmächtigter Oberstleutnant v. Dorrcr: Der vom Abg. Müller-Meiningen erwähnte Fall in Ulm liegt so: Am Tage nach der unter Ausschluß der Oeffeutlichkeit stattgefundenen Verhandlung stand in einer Ulmer Zeitung ein eingehender Bericht darüber, was nur durch einen groben Vertrauensbruch möglich war. Wie sich durch die Untersuchung herausstellte, hatte der Gerichts- berichterstatter der Zeitung gehorcht. Beim Urteilsspruch war er der einzige Zuhörer. Die Gründe wurden wieder unter Ausschluß der Oeffentlichkeit bekannt gegeben. Um einen neuen Versuch, zu horchen, zu verhindern, wurde er unterdessen nicht nur aus dem Zimmer, sondern überhaupt aus dem Gebäude geleitet. Das stellte man in der Presse so dar, als ob alle anwesenden Pressevertreter aus dem Hause gewiesen worden wären, was eine objekttve Un- Wahrheit war. Abg. Dove(fts. Vg.): Meine Freunde werden beiden Resolutionen zustimmen. Es hat mich gefreut, daß der Herr Kriegsminister zugegeben bat, daß die Abnahme der Militärmißhandlungen auf die Oeffentlichkeit des Per- fahrens und auf die Verhandlungen in diesem Hause zurückzuführen ist. Die Mißhandlungen der Vorgesetzten richten sich nicht nur gegen daS Rechtsgut eines einzelnen, sondern gegen die Ehre der gesamten Armee. Für diese sind wir stets eingetreten. Eine Disziplin aber, die nur durch Strafen aufrechterhalten wird, ist nichts wert.(Sehr richttg I links.) Dieselben Einwendungen sind auch gemacht worden. als es sich um das Spießrutenlaufen handelte.(Sehr gut I links.) Ich bitte, den beiden Resolutionen zuzustimmen, Sie werden damit nicht nur im Sinne der Gerechtigkeit, sondern auch der Disziplin des Heeres handeln.(Bravo I links.) Abg. Dr. Müller-Meiningen(fts. Vp.): ES ist zweifellos, daß die Unabhängigkeit der Militärrichter durch einen Erlaß wie den von 1903, aufs schwerste gefährdet ist. Es ist doch kein Zufall, daß die drei Mitglieder des Kriegsgerichts so Knall und Fall aus dem Amte geschieden sind. Die öffentliche Meinung war überzeugt, daß die Entlassung lediglich wegen des Nichtausschlusses der Oeffentlichkeit erfolgte. Gegen die Disziplin wenden wir uns nicht, im Gegenteil, wenn wir die Soldatenmißhandlungen bekämpfen, treten wir gerade für die Disziplin ein. Der Kriegsminister gebraucht die aller- schärfsten Worte gegen diese Mißhandlungen. Der oberste Kriegs- Herr verlangt seit Jahren, daß den Mißhandlungen entgegengetreten werde, uiidstvenn nun trotz aller dieser Warnungen von allerhöchster und höchster Stelle immer wieder systematische lSoldatenmißhand- lungen vorkommen, so müssen solche Soldatcnschinder gerade im Interesse der Disziplin besonders streng bestraft werden, sie gehören ins Zuchthaus. Wir zweifeln nicht an dem guten Geiste in der Armee, wir stellen auch unsere Anträge nicht nur um der Kritik willen, sondern im Interesse der Armee.(Bravo l links.) Kriegsminister v. Einem: Ich zweifle nicht, daß Herr Müller-Meiningen tatsächlich das Beste der Annee will; wenn ich sein? Anträge kritisiere, tue ich es nur. Iveil ich anderer Meinung bin wie er. Ich stimme durchans dem Abg. Müller-Meiningen darin bei, daß eine brutale Miß- Handlung, die ja nur verächtlich ist. gar nicht scharf genug besttaft werden kann. Aber ich bitte Sie doch nicht zu vergessen, daß die bestraften Unteroffiziere stets auf die Straße gesetzt werden. Denken Sie sich in die Lage eines Unteroffiziers hinein, der Weib und Kind hat und nach dem Zivilversorgungsschein dient. Die paar Monate Gefängnis und Degradation sieht sich sehr leicht an. aber in Wahrheit ist' der Mann sehr hart gettoffen, er hat sein Leben umsonst gelebt; die Strafe steht in seinen Papieren, und wer nimmt ihn an? Der Abgeordnete Dr. Müller-Meiningen meinte weiter, eS bleibe dem Offizier nad) der allerhöchsten Verordnung vom 1. Dezember 1993 nichts Übrig, als sich zu unterwerfen oder zu gehen. So meint es die Verordnung nicht. Sie weist die Offiziere nur auf die Ver- ordnung hin, die der Kaiser nach dem Gesetz erlassen hat und die durch die Gegenzeichnung des Reichskanzlers rechlSverbindlich geworden ist. Der Kaiser hat den betreffenden Offizieren auch nur sein Mißfallen ausgesprochen, sie nicht bestraft.(Lachen links.) Mit den drei Offizieren, die nach dem Bii sc- Prozeß sofort verabschiedet sein sollen, liegt es so: Der Oberstleutnant Geiser hat kein Regiment bekommen; er ist verabschiedet worden mit der Uniform des alten Regiments und unter Verleihung eines Ordens. Major Hirsch ist unter Bewilligung der gesetzlichen Pension und unter Aussicht auf Anstellung im Zivildienst pensioniert worden. Sieht das wie eine entehrende Unwahrheit aus?(Lachen links.) Abg. Gröber( 3.)' Der dritte Offizier ist gar nicht verabschiedet worden, sondern hatte möchte auch ich ein paar Worte darüber sagen. Ich weiß, daß der schloß die Kommission Erhebungen anstellen zu lassen; ebenfo in schon früher den Wunsch zu erkennen gegeben, in das Bekleidungsfach Fall damals alle gerichtlichen und ehrengerichtlichen Instanzen durch Dornswalde und Gottsdorf, wo mit Zuhülfenahme der Wahlurnen versetzt zu werden.( Lautes Lachen links.) Das mag ja auffällig laufen hat, und daß er erledigt war. Erst jetzt, wo er persönliche form Kontrolle geübt wurde, wie die Wähler stimmten. Dagegen sein, aber das kann ich nicht hindern. So sind die Tatsachen. Angriffe in seiner Broschüre erhebt, mußte Auflage gegen ihn er- lehnte die Mehrheit der Kommission den Antrag ab, hoben werden. Erhebungen darüber anstellen zu lassen, ob in den angegebenen ca. 25 Orten, wo die sozialdemokratischen Vertrauensmänner aus den Wahllokalen, zum Teil gewaltsam hinausgebracht worden feien, die Deffentlichkeit der Wahlhandlung gefezwidrig beschränkt worden sei. Mit diesem Beschlusse warf die Kommission die Beschlüsse der früheren Wahlprüfungskommissionen, wie sie speziell zu den Wahlen Meyer- Halle und Löbell Brandenburg( Legislaturperiode 1893/98) sowie Hänel- Kiel in der Session 1898/1900 gefaßt worden sind, völlig über den Haufen, obgleich sie die Wir Gesetzwidrigkeit des Ausschlusses der betreffenden Wähler in BauchBelzig zugeben mußte. Die Prüfung dieser Wahl wird noch 1-2 Sigungen erfordern. Herr v. Einem und Aus Aus der Frauenbewegung. polemisiert gegen den Kriegsminister. Wenn nach vertrautem ZuHierauf vertagt sich das Haus. sammensein der Unteroffizier plöglich auf dem Tanzboden oder in Nächste Sizung Mittwoch 1 Uhr: Fortsetzung der Beratung des der Gastwirtschaft in dienstlicher Funktion Befehle zu erteilen be- Militäretats und des Etats für die Expedition nach ginne, so sei eine Verlegung dieser Disziplin kein allzuschweres Ver- Ostasien. brechen.( Die weiteren Ausführungen bleiben unverständlich, da Schluß 6½ Uhr. Redner der Tribüne den Rücken kehrt. Sodann hört man:) Der Schutz des Untergebenen gegen unrechte Behandlung seitens des Vorgesetzten ist nicht nur ein individuelles Rechtsgut, hat im Reichstag alt die Herren Sozialdemokraten sondern ein allgemeines. Der Kriegsminister hat also durch- insbesondere an den Vorwärts" einen Wunsch gerichtet. aus nicht recht, wenn er meinte, der Untergebene verlegte hätten, meint er, eine Sammelstelle unter der Ueberschrift: die allgemeine Disziplin, der Vorgesezte nur ein individuelles Recht. unserer herrlichen Armee" errichtet für alle vorkommenden Urteile Nein, im Gegenteil, das Recht des Untergebenen ist das Recht der wegen Mißhandlungen; damit wollen Sie doch offenbar den Geist Schwachen, das muß in erster Linie geschützt werden.( Sehr richtig! in der Armee kennzeichnen." Weiter forderte der Kriegsminister auf: links und beim Zentrum.) Das Beschwerderecht des Soldaten ist wenn wir gerecht sein wollten, dann sollten wir eine Statistik über ein sehr spinöses Ding, das benuten nur die wenigsten. die in jedem Jahr an die Armee kommenden Rettungsmedaillen aufAdlershof. Eine öffentliche Versammlung für Frauen und Kollege Gradnauer, Sie machen uns Vorwürfe darüber, daß wir nehmen. Das gäbe ein ganz anderes Bild von der Armee. Der Kriegs- Männer findet Donnerstag abend, pünktlich 8 Uhr, im Lokale des seinerzeit für dieses mangelhafte Gefeß gestimmt haben. Aber wenn minister fügte schließlich hinzu, wir hätten die tüchtigen Leistungen Herrn Wölstein statt. Genoffin Louise Bieß aus Hamburg spricht wir es nicht getan hätten, wenn wir nicht für eine der Truppen, die seinerzeit bei der Wassersnot in Schlesien auf über Soldatenmißhandlungen". Der Wichtigkeit der Tagesordnung wenigstens teilweise Deffentlichkeit gesorgt hätten, so könnten geboten waren, verschwiegen. Diese Bemerkungen des Herrn v. Einem kennzeichnen lediglich Sie( zu den Sozialdemokraten) jezt überhaupt nicht solche wegen ist das Erscheinen aller dringend notwendig. Die VersammFälle zur Sprache bringen. Polizeiſtunde. ( Sehr richtig! beim Zentrum.) das völlige unverständnis der militärischen Kreise für ung wird pünktlich eröffnet wegen der auf 10 Uhr festgesetzten Wir werden daher auch für die Resolution Müller- Meiningen stimmen, die Aufgaben der sozialdemokratischen Kritik. obgleich wir Bedenken gegen einen Teil ihrer Forderungen haben. In dem politischen Kalender, den der„ Vorwärts" vierteljährlich Steglit. Freitag, den 17. März, sprach Herr Kästenberg im Unsere weniger weitgehende Resolution follte nur einen besonders veröffentlicht, finden sich neben dem Abschnitt über Soldaten- Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglig und Umwunden Bunkt berühren, dessen Aenderung wir in erster Linie mißhandlungen und andere Mißstände im Heere, beispielsweise die gegend über:" Die Tonkunst und ihre Meister". Durch musikalische wünschen.( Beifall im Zentrum und links.) Abschnitte„ Aus dem Zuchthausstaat",„ Unter dem Nussenkurs". Herr Vorträge von Beethoven, Bach und Mozart erläuterte er seinen VorHierauf schließt die Debatte über die beiden Resolutionen. Auf v. Einem wird uns demnächst ersuchen, auch die Wohltätigkeits- trag. Großen Beifall erntete derselbe von den zahlreichen AnVorschlag des Vizepräsidenten Dr. Paasche wird über die einzelnen Veranstaltungen sämtlicher Unternehiner oder die Späße unseres wesenden. Die nächste Wanderversammlung findet Dienstag, den Abfäge der Resolution Dr. Müller- Meiningen- Pa y er russischen Reichskanzlers ausführlich zu verzeichnen. Schließlich 4. April, bei Grube, Kaiser- Allee, statt. einzeln abgestimmt. Absatz 1, 3, 4 werden mit großer Mehrheit sollen wir noch täglich die Verrichtungen hochgestellter Persönlichgegen die Stimmen der Konservativen und Freikonservativen an- feiten aufzählen, wie es in den Byzantinerzeitungen geübt wird. genommen, Absatz 2 mit geringerer Mehrheit auch gegen die Stimmen Unsere Aufgabe ist allerdings eine andere. Als die Waffersnot Der schwedische Reichstag hat am Sonnabend seinerseits be der Nationalliberalen. Schlesien heimsuchte, hatten wir die Aufgabe, ihre Ursachen und die schlossen, die für Stockholm geltenden kommunalen Verordnungen schweren Versäumnisse der preußischen Regierung aufzudecken und in der Weise abzuändern, daß die Stadtverordneten sowohl Männer auf Abhülfe zu dringen. Ebenso können wir dem famosen Wunsch wie Frauen, die das Gemeindewahlrecht besigen und das 25. Lebensdes Herrn Kriegsministers nach Verzeichnis von Rettungsmedaillen jahr erreicht haben, zu Mitgliedern der Oberschulbehörde schon deshalb nicht nachkommen, weil die schweren Mißstände in der wählen können, sowie daß auch Frauen zu Mitgliedern der VerArmee so zahlreich sind, daß diejenigen, welche wahrhaft im Inter- waltung der neu gegründeten Arbeitsvermittelungsesse des Volkes und der Soldaten wirften, all ihre Kraft an diese anstalt der Stadt Stockholm gewählt werden können. Zur BerAufgabe setzen müssen. waltungsbehörde für die Armenpflege sind die Frauen bereits seit längerer Zeit wählbar. Die Resolution Gröber wird mit großer Mehrheit angenommen. Hierauf beginnt die Debatte über den Titel 1- Gehalt des Ministers- im allgemeinen und über die Resolution Erzberger Gröber( 8.). Die Resolution fordert, daß in der Uebersicht über die Ergebnisse des Heeresergänzungsgeschäftes eine Scheidung nach Herkunft und Beschäftigung auch dahin vorgenommen werde, ob die Ausgehobenen eine zweijährige oder dreijährige Dienstzeit zu leisten haben. Abg. Wallbrecht( natt.): Es ist ein Gerücht aufgetaucht, durch welches die Hannoveraner sehr beunruhigt werden. Man spricht nämlich davon, die Reitschule solle fortkommen von Hannover. Frauen in der Gemeindeverwaltung Stockholms. 0 -W Um die Sozialdemokratie der Ungerechtigkeit zu beschuldigen, bemüht sich Herr v. Einem im Verwechselungszauber zweier gänzlich verschiedener Momente. Er bezichtigt uns, den Geist in der Armee" Wafferstand am 21. März. Elbe bei Ausfig+2,50 Meter, bei Unstrut bei einseitig darzustellen, weil wir die persönliche Tüchtigkeit der Soldaten Dresden+0,95 Meter, bei Magdeburg+3,07 Meter. Straußfurt+2,10 Meter. Oder bei Ratibor+ 2,72 Meter, bei Breslau als selbstverständlich anerkennen und unsere Kritik gegen die Ober- Begel+ 5,18 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,68 Meter, bei Kriegsminister v. Einem: Ich kann den Herrn Vorredner be- unheilvollen Einrichtungen richten, unter denen die tüchtigsten Frankfurt+ 2,04 Meter. Meter. Weichsel bei Brahemünde ruhigen, ich werde nicht so grausam sein, die Reitschule fortzunehmen. Menschen bald zu Verbrechen bald zu schwer Gequälten herab- art he bei Posen+ 2,00 Meter. Nete bei Usch+ 0,50 Meter. Abg. Graf Reventlow( Wirtschaftl. Vg.): Ich möchte mir die gewürdigt werden. Anfrage an den Herrn Kriegsminister erlauben, wie es möglich war, Auch der jetzige Versuch des Kriegsministers, den Militarismus Marktpreise von Berlin am 20. März. Nach Ermittelungen des daß der Oberst a. D. Hüger, der die schwersten Be- gegen seine Kritiker zu retten, endet in völliger Erfolglosigkeit. tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte schuldigungen gegen hohe Militärs erhoben hat. Herr v. Einem friegt teine Rettungsmedaille! 17,40-17,38 M., mittel 17,36-17,34., geringe 17,32-17,30. erst auf Grund einer zweiten Broschüre in den Anklagezustand Roggen**), gute Sorte 13,70-00,00 9., mittel 00,00-00,00 m., geringe versetzt worden ist. Ich bemerke außerdem, daß er gegen ein Mit00,00-00,00 M. Futtergerste*), gute Sorte 16,30-15,00 m., mittel 14,90 bis 13,70 M., geringe 13,60-12,40 M. Hafer*), gute Sorte 16,20-15,50., glied dieses Hauses, den Abg. Lenzmann, den Vorwurf erhebt, daß mittel 15,40-14,70 M., geringe 14,60-13,90. Erbsen, gelbe, zum Kochen er aus persönlichen Rücksichten seine Petition im Hause nicht ver 45,00-30,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 2. treten hat. Startoffeln 10,00-7,00 m. Richtstroh 0,00-0,00 m. eu 0,00-0,00 M. Für ein Silogramm Butter 2,80-2,00 m. Gier per Schod 4,20-2,80 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Parlamentarisches. Wahlprüfungskommission. Die Kommission sette am Dienstag Kriegsminister v. Einem: Ich kenne die Gründe nicht, die Prüfung der Wahl im Wahlkreise Luckenwalde- Bauch- Belzig fort. warum gegen den Obersten Hüger die Anklage nicht früher In mehreren Orten, Schlabach, Kaltenhausen, Wölbisdorf waren erhoben worden ist. Als vor zwei Jahren hier im Hause eine ähn- mitunter weniger als drei Mitglieder des Wahlvorstandes im Wahlliche Anfrage erfolgte, schwieg mein Amtsborgänger. Ich lokal anwesend. In Nonnendorf war der Wahlvorstand zeitweiß nicht, welche Intentionen er dabei gehabt hat. weise insgesamt abwesend und spielte Stat, so daß ein dem WahlWürttembergischer Militärbevollmächtigter v. Dorrer: Da sich att beiwohnender Herr wahrscheinlich ein„ Kiebig" die erste Hälfte des Falles Hüger in Württemberg zugetragen hat, die Kuverts in die Urne stedte. Ueber diese Fälle beT Römer D BM Wetter- Prognose für Mittwoch, den 22. März 1905. Trocken und vielfach heiter, nachts leichter Frost, um Mittag ziemlich warm bei frischen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WARENHAUS HERMANN TIETZ Leipzigerstrasse 46-50.- Krausenstrasse 44-49. lette Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend. Soweit der Vorrat reicht. Vorzugs- Preise für Umzugs- Artikel Glas misid vi Sämtliche Gegenstände werden bis nach dem Umzuge aufbewahrt. Jodisams Porzellans1021 Wirthschafts- Artikel 25 32 35 50 Pf. Rotwein- u. Rheinweingläser crystall 5 51/2" 20 22 Pf. 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März 1905, abends 8 Uhr, finden 137/ 7* 31 außerordentl.Mitgliederversammlungen Zweigverein Berlin beschäftigten aller im im Verband organisierten Maurer statt. Zages Ordnung: 1. Diskussion und Abstimmung über den nenabzuschließenden Tarifvertrag. 2. Wahl der Verbandsleitung. Für Westen: Dennewigstr. 13 bei Zühlke( großer Saal). Schöneberg: Meiningerstr. 8 bei Obst. 11 " " " P " 11 H !! 11 11 11 Süd- West: Bergmannstr. 5/7, Habels Brauerei. Süden: Schönleinstr. 6 bei Ewald. Süd- Ost: Naunynstr. 27 bei Graumann. Osten 1: Andreasstr. 21, Andreas- Testsäle. Osten II: Landsberger- Allee 40/41, Elysium. Nord- Ost: Neue Königstr. 26, Königssäle. Norden: Schwedterstr. 23/24 bei Wernau. Oranienburger Vorstadt: Ackerstr. 6/7, Borussiasäle. Wedding: Müllerstr. 7 bei Millbrod. Moabit: Wicleffstr. 24 bei Peters. Charlottenburg: Rosinenstr. 3, Volkshaus, großer Saal. Wilmersdorf: Berlinerstr. 40 bei Salomon. Freitag, den 24. März, abends 8 Uhr, bei Buggenhagen, am Morikplak: Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Zages Ordnung: 1. Beschlußfaffung über den Antrag Erner auf Unterstütung in Krankheitsfällen. 2. Bericht über Streits und Differenzen. 3. Verbandsangelegenheiten. Bertrauensmännerkarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Zur Beachtung! Mit der Annahme des Antrages auf Unterstützung in Krankheitsfällen ist eine Beitragserhöhung verbunden. Es liegt somit im Interesse der Kollegen, daß sie in der Vertrauensmänner- Versammlung vertreten find. Jede Werkstatt entfende Delegierte. Die Ortsverwaltung. 82/6 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Bimmer 34. Amt IV, 3353. Sonntag, den 26. März 1905, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114: Gelegenheitskauf. Wir empfehlen unseren Lesern folgende Werke zu bedeutend herab: gesezten Preisen: Die Apostelgeschichte, eine Ausgleichung des Paulinismus und bes Judentums innerhalb der chriftlichen Kirche von Bruno Bauer, statt früher 2 M., jest 1. General- Verfammlung. sritie der Baulinischen Briefe Tages Drdnung: 1. Erledigung der Tagesordnung vom 12. März. 2. Stellungnahme Dhne zur Generalversammlung in Leipzig.( Vorstandsvorlage, Anträge.) Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Donnerstag, den 23. März 1905, abends 8, Uhr, in Peters Gesellschaftshaus( großer Saal), Wiclefstr. 24: Bezirks- Versammlung für Moabit. = Zages Ordnung: 1. Die Aufgaben des Verbandstages. 2. Fortsetzung der Diskussion über die Tagesordnung der vertagten Bezirksversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Kollegen und Kolleginnen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Donnerstag, den 23. März 1905, abends 8 Uhr, bei Rose, Badstraße 57-58: Bezirks- Versammlung des Nordens. Zages Drdnung: 1. Der Verbandstag in Leipzig. 2. Diskussion. pünktliches Erscheinen ist dringend notwendig. Zahlreiches und Groß- Lichterfelde: Chausseestr. 104 bei Reisen. bliss Donnerstag, den 23. März, abends 6 Uhr, bei Kaufhold, " " Rixdorf: Bergstr. 151/152 bei Thiel. " 11 Steglitz: Ahornstr. 15, Verkehrslokal. Friedenau: Raiser- Allee bei Grube. " " Zehlendorf: Jm Verkehrslokal. " Mariendorf: Chausseestraße bei Reichardt. IF Marienfelde: Berlinerstraße bei Dittmann. " Tempelhof: Jm Verkehrslokal. " Schmargendorf: Jm Verkehrslokal, Johannisthal: Jm Verkehrslokal. " Ober- Schöneweide: Doilstraße, Ecke Siemensstraße b. Neumann. Friedrichsberg: Frankfurter Chaussee 120 bei Arnold. Friedrichsfelde: Wilhelmstr. 38 bei Haberland. " 1 11 " 11 Weißensee: Rönig- Chaussee 38 bei Schmutz. " Pankow: Wollantstr. 122 bei Klemen. 11 17 Tegel: Schlieperstr. 64 bei Schmidt. Reinickendorf: Residenzstr. 1/2, Schützenhaus. -.02-04 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Verbandskollegen, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die heut abend stattfindende Mitgliederversammlung für Often I fällt umständehalber aus. Die Verbandsleitung. J. A.: Emil Thöns. Tempelhof, Mariendorf u. Umgeg. Morgen Donnerstag, abends 8 Uhr, in Tempelhof, m Lokale Tempelhofer Tivoli, Berlinerstr. 50: Volksversammlung für Frauen und Männer. Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genoffin Clara Zetkin 2193L* opusmu ateb donn Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. 2olle Reste! Mocquettes. Satteltaschen. Muster b.näher. Angabe franko. 158. aus Stuttgart:„ Der politische Massenstreik". 2. Distuffton. Emil Lefèvre, Oranienstr. Berlin, 3. Verschiedenes. Recht zahlreichen Besuch erwartet 202/10 Die Kreisvertrauensperson. Frau Thiel. Wilhelminenhofstraße Nr. 18: Bezirksversammlung für Ober- Schöneweide Tages Drdnung: 1. Der Verbandstag in Leipzig. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegen heiten. 4. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet 113/15 Katalog gratis. Metzner Die Ortsverwaltung. Metzner Korbwaren. Kinderwagen Bettstellen. Berlin O., Andreasstrasse 23, gegenüber Andreasplatz. II. Brunnenstrasse 95, gegenüber dem Humboldhain. III. Beusselstrasse 67, Moabit, Hausnummer achten. IV. Leipzigerstrasse 54-55, unter den Kolonnaden. Verkauf Hof in Fabrikgebänden Grösstes Spezial- Geschäft 1000 Mark zahle jedem, der mir in Berlin ein grösseres Spezial- Geschäft in der Belohnnng Branche als das meinige nachweist. Geschäftsgründung 1873. Billigste Bezugsquelle bon Bruno Bauer, statt früher 4 M., jetzt 1 M. Briefe von und an Georg Her: wegh aus der 1848er Revolution, statt früher 5 M., jetzt 50 Pf. Buckles Leben und Wirken von A. Huth, statt früher 3,60 M., jebt 1 M. Geschichte der Sklaverei und der Hörigkeit von Ingram, statt früher 4 M., jetzt 1 M. Glänzendes Elend von N. Krafft. 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Burgstraße 22, in einer vom Wahlverein veranstalteten Volksversammlung über das Thema„Deutschland und Rußland" einen Vor- trag. Die Parteigenossen werden aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. Zossen. In der heute abend bei Rüffer stattfindenden Ver- sammluna des Wahlvereins steht u. a. die Maifeier auf der reich- haltigen Tagesordnung. lokales. Die Markthallen-Ausstellung ist gestern nachmittag 3 Uhr eröffnet worden. Sie soll bis zum Freitag dauern. Vor anderen Ausstellungen hat diese die Annehm- lichkeit voraus, daß sie gegen freien Eintritt geöffnet ist; dem Publikum war sie nur während der beiden ersten Stunden verschlossen. Manchen Markthallen ging es in der letzten Zeit bekannt- lich gar nicht gut, und um da? Interesse der Bevölkerung für diese städtischen Einrichtungen zu wecken, hat man die Ausstellung am Alexanderplatz veranstaltet. An dieser Stätte vermutlich, weil die Zentralmarkthalle am besten prosperiert und eine Förderung am wenigsten nötig hat. Sie ist am 3. Mai 1886 eröffnet ivordeu. In den ersten 11 Betriebsmonaten wurden in die Zentralmarkthalle 4 070 375 Kilogramm Waren eingeführt! im Betriebsjahr 1004/05 stellte sich die Gesamteinfuhr auf 110 506 637 Kilogramm. Zur Feier des TageS war die Halle gestern hübsch mit Fahnen, Ginrlanden und bunter elektrischer Beleuchtung hergerichtet. Auf der Galerie saß eine Militärkapelle. Die Händler hatten ihre Verkaufs- stände sauber herausgeputzt und nach Möglichkeit auch appetitliche Waren ausgestellt: die Verkäufer und Verkäuferinnen aber waren ausnahmslos mit reinen Schürzen geschmückt. Als die Glocke drei geschlagen hatte, erhob der Dirigent seinen Taktstock und die Musiker begannen laut und vernehmlich„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" zu spielen. Dann schritt Oberbürgermeister Kirschner durch die Reihen der Gäste und Ehrengäste, welch letztere gleich dem Stadtoberhaupt im Frack und Zylinder erschienen waren. Selbstver- ständlich hielt Herr Äirschner die Eröffnungsrede. Aber der Militär- kapelle gegenüber war er im Nachteil. Obgleich wir nur wenige Schritte von dem Oberbürgermeister entfernt standen und nach Kräften die Ohren spitzten, konnten wir von seiner Rede kein Wort verstehen. Das lag zunächst an dem Hin- und Herwogen der zu Hunderten geladenen Gäste, dann wohl auch an der schlechten Akustik der nicht zum Reden ein- gerichteten Halle, zum wesentlichen aber an dem leidigen Umstand. daß ganz in der Nähe des Festaktes etliche Hähne eingesperrt waren, mit deren Wettkrähen kaum die zwanzig Musiker, geschweige denn der einzelne Oberbürgermeister konkurrieren konnte. Plötzlich zogen die Ehrengäste um den Oberbürgermeister herum die Zylinderhüte von ihren Häuptern und riefen dreimal Hurra I Erschrocken schwiegen jetzt die Hähne und in diesem Augenblick setzte die Mlitärkapelle ein. um„Heil dir im Siegerkranz" zu spielen. Sodann schritt der Oberbürgermeister mit seinen Ehrengästen im festlichen Reigen durch die Halle, und damit war die Ausstellung eröffnet. Wir haben schon eingangs konstatiert, daß sie lieblich anzuschauen ist. Obst, Südfrüchte, Gemüse, Blumen, Geflügel, Fleisch und �1�2 Fleisch, alles dies war im Festglanz so- zusagen weihevoller hergerichtet als an gewöhnlichen Tagen. Ihr eigentliches Gepräge erhält die Markthalle aber durch die Fische. Sie repräsentteren den Weltverkehr. Während unsere Großväter sich mit heimischen Karpfen und, soioeit Seefische in Betracht kamen. mit sauren und Salzhäringen begnügten, charatterisiert sich die Gegenwart dadurch, daß des Nochens gräuliche Ungestalt, der Delphin und zahlreiche andere Ergebnisse Bremerhavcner Hochseefischerei in der Markthalle zu kaufen sind. Und es scheint, daß der Fisch um so billiger>vird. je entfernter seine Heimat ist. Der geräucherte Rheinlachs kostet m der Markthalle 5 M. das Pfund: eine als Bremer Lachs bezeichnete Ware 1,80 M. Kolumbia-LachS aber ist für 1,40 M. zu haben und Alaska-LachS für 1,20 M. Wie widersinnig muten unter solchen Zeichen der Weltwirtschaft die Zoll- schranken an! Andererseits lernt der gemeine Mann bei einem Gang durch die Martthalle begreifen, warum der reiche Unternehmer sich so krampfhaft gegen Lohnerhöhungen sträubt. Welche Tragik für die oberen Zehntausend liegt in der nicht wegzuleugnenden Tatsache. daß ein Pfund Perigordtrüffeln in der Markthalle 12,50 M. kosten, ein Pfund deS besten Kaviars 22 M.. französische Aepfel aber 2 M. das Stück I Zahlen beweisen auch in der Markthalle und reden der Arbeiterschaft ernsthaft WS Gewissen, die Begehrlichkeit nicht auf die Spitze zu treiben._ Soll die Gemeindeschule achtklassig sei« oder siebenklassig? Für Berlin gilt diese Frage, wie man weiß, schon seit einigen Jahren als zugunsten des Achtklassen-Systems ent- schieden. Oder vielmehr: sie galt als so entschieden. In neuester Zeit aber ist hier eine Bewegung entstanden, die auf Wiedereinführung des Sieben klaffen- S y st e m S hindrängt, das die Stadt Berlin nur zwei Jahre hindurch gehabt hat, nachdem es im Jahre 1900 an die Stelle des alten, schlechtbewährten Sechsklassen-Systems gesetzt worden war. Die Staatsregierung war es, die im Jahre 1902 die Stadtgemeinde zur Einführung des voll ausgebauten Acht- klassen-Systems nötigte. Als aber im Jahre 1904 das Provinzial-Schulkollegium für die Berliner Gemeindeschulen eine statistische Erhebung anordnete, die unter anderem auch nach den UnterrichtSerfolgcn fragte, hieß cS mit einem Male, die Regierung wolle nachweise,., wie wenig das Achtklassen- System sich bewähre. Und nun begannen alle, die das Acht- klassen-Systcm als zu weitgehend angesehen hatten, sich von neuem zu regen und die Frage»achtklassig oder siebenklassig" wieder aufzurollen. Das Hauptquartier für den Feldzug. der da gegen das Achtklasscn- System eröffnet worden ist. liegt bei derjenigen politischen Gruppe, die sich in den Parlamenten„Frei- sinnige Volkspartei" nennt und in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung den„Kommunalfrei- sinn" repräsentiert. Im Abgeordnetenhause hat der Berliner Schulinspcttor Zwick aus pädagogischen Gründen das Achtklassen- System verwerfen zu sollen geglaubt. In der Stadtverordneten- Versammlung hat Herr Cassel auch die finanziellen Be- denken, die gegen die achtklassige Schule geltend zu machen seien, nachdrücklich hervorgehoben, und sein Freund Herr Wallach hat ihm freudig bestättgt, daß er damit den Nagel auf den Kopf getroffen habe. So liegen augenblicklich die Dinge. Daß da auch die Lehrer-- s ch a f t, die ja unmittelbar beteiligt ist, die weitere Entivickelung dieser Angelegenheit aus lebhaftestem Interesse verfolgt, ver- steht sich von selber. Im Berliner Lehrerverein, wo man die Notwendigkeit einer erneuten Stellungnahme zu der alten Streitsrage schon vor Monaten erkannt hatte, ist zunächst einer der ältesten und eifrigsten Freunde des Acht- I klassen-Systems zu Worte gekommen, der Lehrer T e w s. der auch vor drei Jahren in der ministeriell angeordneten Berliner Lehrplan-Konferenz als Lehrervertteter für den Sieg des Achtklassen-Systems gewirkt hat. Der Lehrervcrein hat am Mittwoch, im Einverständnis mit den Darlegungen des Herrn Tews, eine Erklärung angenommen, die sich aufs neue entschieden für das Achtklassen-System ausspricht. Es muß jedoch konstatiert werden, daß gegen die Beibehaltung dieses Systems auch eine recht lebhafte Oppo- sition sich bemerkbar machte, die aber nicht durchdrang. Tews zeigte, daß die wenigklassige Schule zwar einigen Talenten ein rascheres Vorwärtskommen ermöglicht, daß aber das normalbegabte Gros der Kinder, das doch für die Or- ganisation der Schule ausschlaggebend sein muß, dort um so langsamer aufrückt, weil die einzelnen Stufen so stark mit Lehrstoff belastet werden müssen. Tatsache ist, daß in den vielklassigen Schulen, die übrigens in Preußen jetzt immer mehr zunehmen, ein erheblich höherer Pro- zentsatz der Kinder das Ziel der Schule er- reicht. In Süd- und Mitteldeutschland hat man seit langem sieben- und achtklassige Schulen, und die Erfolge sind gut. Schwächere Kinder oder solche, die durch Krankheit aufgehalten wurden, können gerade da, wo der Stoff auf acht Jahre ver- teilt ist, leichter die Lücken ergänzen, so daß auch sie in acht Jahren noch das Ziel erreichen können. Aber auch die Talente fahren besser beim Achtklassensystem. Der Ucbergang in mittlere oder höhere Schulen ist Unbemittelten meist versagt, und so müssen beim Sieben- oder gar Sechsklassensystcm gerade die besten Schüler zwei oder drei Jahre in der obersten Klasse hocken und dort versumpfen. In der jetzt achtklassigcn Schule Berlins ist der Prozentsatz der aus der Klasse abgehenden Kinder vorläufig noch nicht hoch, weil sie sich heute noch im Uebergangsstadium befindet.' In der Disttlssion wurde mit gleichem Eifer für und Wider das Achtklassen-System gesprochen. Anerkannt wurde, daß die Schule auf die Normalbegabten zu- geschnitten werden muß. Daneben müsse man aber auch die Möglichkeit schaffen, die Schwächeren zu fördern. Die Tewssche Erklärung wurde, wie schon gesagt, angenommen. Ihre Begründung weist unter anderem auch darauf hin, daß das Achtklassensystem erfahrungsgemäß viele Eltern veranlaßt, ihre Kinder womöglich noch ein neuntes Jahr zur Schule zu schicken, damit sie die volle Ausbildung, die die Schule bietet, erlangen können. Die Herren Cassel, Wallach und Gesinnungsgenossen werden sich durch diese Erklärung wenig imponieren lassen. Sie werden sich auf die für das Siebcnklassensystcm eintretende Minderheit berufen und alles daran setzen, um d i e achtklassi geSchule rückwärts zu reformieren. Der Ehrgeiz in bezug auf die Schule ist in Berlin nicht mehr 5 roß, sagte Herr Tews. und seine Zuhörer stimmten ihm zu. :t hatte nur zu recht._ Die Stadtverordneten- Bersamwlung hat sich in ihrer Sitzung am Donnerstag nachmittags 5 Uhr u. a. mit folgenden Gegenständen der Tagesordnung zu befassen: Berichterstattung über die Vorlagen betreffend: die Erhöhung der M i e t s e n t s ch ä d i g u n g der im Gemeindeschuldienste beschäftigten Lehrkräfte— und die Erhöhung des Honorars ftir außerordentliche Lehrstunden sowie für Ver- trctungSstunden an den städtischen Lehranstalten.— Fortsetzung der Berichterstattung des Etatsausschusses über die EtatS betreffend: Zivilstandsämtcr, Märkisches Provinzialmuseum, Statistisches Amt der Stadt Berlin, Gcwerbegericht zu Berlin. Stadtbibliothek, Volksbibliothek und Lesehallen, Arbeitshaus in Rummelsburg, Städtisches Obdach, Desinfektionsanstalt II, Hülfsstation für Geschlechtskranke und Nachlaßverwaltung, Gymnasien, Real- gymnasien und Ober-Realschulen, Realschulen, höhere Mädchenschulen. Turnhallen der städtischen höheren Lehranstalten, Spielplätze und Turnwesen im allgemeinen, verschiedene Einrichtungen für die städttschen höheren Lehranstalten und die höheren Mädchenschulen, Gemeindeschulen sVolksschnlen), Taubstnmmcnschulc, Blindenanstalt nebst Betrieb der Beschäftigungsanstalt, fakultatives FortbildungS- UnterrichtSwcsen, Pflicht-FortbildnngS-llnternchtSwesen, gewerbliches Unterrichtswesen, Kapital- und Schnldenverwaltung, Gehälter der Magistratsmitglieder, Personalbesoldung, Verwaltung der Bureau- Dienstgebäude und der außerhalb derselben belegenen Bureaus, Ge- schäftSbedürfinsse und Prozeßkosten, Dienstpensionen. Witwenpensionen und Waisengelder sowie außerordentliche bewilligte Pensionen, Unterstützungen und Erziehungsgelder, Straßenbeleuchtung. Sttaßenreinigung und Besprcngung, verschiedene Einnahmen und Ausgaben. Gasanstalten und Pctroleumbeleuchtung, Wasserwerke, Vichmarkt, Schlachthof, Fleischbeschau auf dem Schlachthofe, Kanalisationswerke und Rieselfelder, Markt- hallen, Hauptkasse der städtischen Werke, Hafen am Urban, Hochbahn, Gemcindegrundsteuer, Gewerbe- und Warenhaussteuer, Betriebssteuer, Gemeinde-Einkommensteuer, Hundesteuer, Braumalz- steuerzuschlag, Wanderlagersteuer und Umsatzsteuer.— Feststellung des StadthauShaltSctatS für das Etatsjahr 1005.— Vorlagen betreffend: den Erwerb der von den Grundstücken Alte Jakobstr. 20 und 21 zur Straßenverbreiterung erforderlichen Flächen und die für das Etatsjahr 1905 in den städtischen Gaswerken in dem Röhren- system notwendigen ErneuerungS- und Erweiterungsarbeiten.— Berichterstattung über die Vorlagen betreffend die Auswahl der im Rechnungsjahr 1005 neu- und umzupflasterirden Straßen und Plätze, und die Anstellung eine? vierten Vorstandsmitgliedes der Landes- Versicherungsanstalt Berlin. Eine kleine Unanständigkeit verüben etliche bürgerliche Blätter auf Grund einer Magistrats offiziösen Meldung folgenden Inhalts: „Nach Zeitungsnachrichten sollte der Stadtverordnete Antrick sein Mandat als Stadtverordneter niedergelegt haben. Bis heute ist hiervon an maßqebender Stelle nichts bekannt geworden. Herr Anttick ist nach wie vor Stadtverordneter, wenn er auch seit etwa drei Monaten das Mandat nicht mehr ausübt, das heißt den Sitzungen fernbleibt, an Beratungen nicht teilnimmt, keine Recherchen usw. erledigt und Anftagen usw. unberücksichtigt läßt." Auf wen diese Albernheit zurückzufiihren ist, soll ununtersucht bleiben. Ihr Urheber müßte aber wissen, daß Antrick laut Protokoll der Stadtverordneten-Versammlung vom 5. Januar auf unbestimmte Zeit Urlaub angemeldet hat. Um weitere Neugierde zu beftiedigen. teilen wir mit. daß unser Parteigenosse seit mehreren Wochen in einer Nervenheilanstalt ist. Damit müssen sich die Schmerzen ge- wisser Herren legen, soweit Tatsächliches in Betracht kommt. Im übrigen geben wir denen, die an der Veröffentlichung der herzlich dumm abgefaßten Notiz ein Interesse hatten, den Rat, sich geziemend in Geduld zu fassen und in dem Fall, daß sich Langeweile einstellen sollte, vor der eigenen Türe zu kehren. Ernennung von Stadtverordneten. Bei den gestrigen„Wahlen" der ersten Abteilung ist im dritten Bezirk Handelsrichter D y r h e n- fu rth mit 25 Stimmen und im vierten Bezirk Kaufmann HanS G ohli cke mit 30 Stimmen zum Stadtverordneten ernannt worden. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt. Prüfung der Fahrstuhlführer. Der Verband der Geschäfts« und JnduftriehauSbesitzer. Alexandrinenstr. 105, schreibt uns: «Der Uebelftand, daß Fahrstuhlführer für jeden Fahrstuhl sich einer besonderen Prüfimg. die wenig Sachkenntnis voraussetzt, unter- ziehen müssen, hat den Vorstand de» Verbandes der Geschäfts- und Jndustriehausbesitzer in seiner gestrigen Sitzung beschäftigt. Es wurde beschlossen, an das Polizeipräsidium eine Ein- gäbe zu machen. daß für Fahrstuhlführer eine schärfere Prüfung eingeführt werden soll, die den Befähigungsnachweis liefert, daß Leute, die ein solches Zeugnis von der BeHorde erhalten haben, für jeden von der Behörde konzessionierten Fahrstuhl Führer- dienste leisten dürfen. Der jetzige Zustand ist unhaltbar, da der Fahrstuhlbesitzer nicht in der Lage ist, einen geprüften Fahrstuhl- f ührer zu engagieren. Die Prüfung eines neu eingestellten Fahrstuhl- siihrerS muß jedesmal stattfinden und dauert Tage, ja oft Wochen. Der Fahrstuhlbesitzcr schwebt aber während dieser Zeit in der Gefahr der Selbstverantwortung für Unsälle, und das fahrende Publikum vertraut sich der Führung von Leuten an, die nur in geringem Um- fange die Technik der Fahrstühle kennen." Amtlich regulierter Stoffwechsel. Eine sonderbare Verfügung hat, nach der„Neuen deutschen Eisenbahn- Zeitung", der Lorstand der Betriebsinspektion I Berlin erlassen. Sie lautet:„Es liegt begründete Vermutung vor, daß die Bahniteiaschaffner häufiger ihren Posten verlassen(um angeblich ihre Notdurft zu verrichten), ohne sich vorher beim diensthabenden Stationsbeamten gemeldet zu haben. Auch ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß Bahnsteigschaffner ans- getreten waren, trotzdem sie kurz vorher ihre Frühstückspause hatten. ES ist selbstverständlich, daß diese Pausen dazu mitbenutzt werden müssen. Zur Konttolle des AnstretenS wird angeordnet, daß in jeder Stattonsbude ein Heft mit angebundenem Bleistift ausgelegt wird, in welches der austretende Bahnsteigschaffner, nachdem ihm der Austritt vom diensttuenden Stationsbeamten genehmigt ist, seinen Namen, Datum und Zeit des Austritts einträgt, gez. Wambsgans. Eine ähnliche Verfügung für die Telephonistnmen, die gleichfalls die Anlegung eines„GcheimbucheS" anordnete, verfiel bald, nachdem die Oeffentlichkeit von ihr Kenntnis erhalten hatte, dem Fluche der Lächerlichkeit. Nichts ist schöner als in der amtlich regulierten Frei- heit des GegenwartSstaateS über die Zuchihausknechtfchast im Zukunsts- staat zu zetern. Charakter. Den„Charakter" als Geheimer Sanitätsrat haben, wie amtlich genreldet wird, sechs Aerzte erhalten, den Charakter als nichtgeheimcr Sanitätsrat dreizehn Aerzte. Dem ärztlichen Direktor des städtischen Krankenhauses Moabit, Dr. A. Renvers, ist vom Kaiser der erbliche Adel„verliehen" worden. Da? Gebäude der Bötzowschen Brauerei in der Alte» Schön- hausersttaße wird im nächsten Monat niedergeriffen werden. Das große Grundstück, das sich von der Alten Schönhauferstraße bis zur Steinftraße hinzieht, ist für den Preis von zwei Millionen Mark an eine Charlottenburger Firma verkauft worden, die dort ein großes Fabriketablissemcnt zu errichten beabsichtigt. Ein Raubanfall auf der Köpnicker Landstraße wird aus Treptow gemeldet. Er beschäftigt jetzt auch die hiesige Kriminalpolizei. Ein Fräulein Mathilde Kopiski aus der SiemenSstraße 9 zu Ober- Schöneweide wurde am Sonntag spät abends von einen: Manne angefallen, der sie zu berauben versuchte. Als auf ihre Hülferufe Leute herbeieilten, ergriff der Wegelagerer die Flucht und entkam trotz der Verfolgung. Er ist etwa 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß und kräftig gebaut, hat dunkelblondes Haar und einen starken Schnurr- batt und trug einen schwarzen Schlapphut und einen dunklen Ueber- ziehcr. Ein hiesiger bekannter Cafstier war nach der Mitteilung eurer Lokalkorrespondenz verschiedener Vergehen bezichtigt worden. Zu dieser auch von uns wredergegebeneir Meldung berichtet uns der Vorsitzende des Vereins der Cafotiers Deutschlands, Herr Berkowicz, daß die erwähnten Nachrichten auf seine Person anspielen. Keine dieser Nachrichten sei wahr, gegen den Urheber der Verleumdungen sei die Staatsanwaltschaft in Anspruch genommen worden. Auch teilt uns Herr Berkowicz mit, daß von einer Amtsniederlegung aus der erwähnten Ursache keine Rede sein könne; Tatsache sei nur, daß er bis zur völligen Aufklärung der Angelegenheit sein Vereinsamt dem zweiten Vorsitzenden übergeben habe. Ferner teilt uns Herr Berkowicz mit, daß auch wegen der gegen seine Frau erhobenen Beschuldigungen die Staatsanwaltschaft airgerufen sei. Für eine neue Art von Körperpflege macht zurzeit ein Däne, der Ingenicurleutnant a. D. I. P. Müller, Propaganda. Dieser Herr ist jetzt Inspektor an einer jütländischerr Heilanstalt für Lungen- krairke; er stellt den Grundsatz auf, daß die Krankheiten nicht etwas sind, dem man sich bliirdlirrgS unterwerfen muß; der Mensch sei zumeist selbst schuld daran, wenn er krank werde. Bei einem täg- lichen Bade, allseittger Bewegung und einein sieben- bis achtstündigen Schlaf seien Krankheiten zu verhindern und selbst erbliche KrankhertS- anlagen zu beseitigen. In einein bei K. F. Köhler in Leipzig er- schienenen Buch„Mein System" setzt Herr Müller auseinander, wie er durch eingehendes Erproben dazu gekommen sei, in täglichen Uebungeir. die einschließlich des BadeS in einer Sitzwanne nicht lärrger als eine Viertelstunde in Anspruch nehmen, trotz ursprüng- lich schwächlicher Konstitution seinen Körper derart zu entwickeln, daß er es an ebenmäßiger Ausbildung getrost mit altgriechischerr Statuen aufnehmen kann. Es ist bei dem knappen Raum, der uns zur Verfügung steht, nicht möglich, die an sich ziemlich einfachen Uebungen zu schildern, und wir müsseir zu diesem Zweck auf das erwähnte Buch selbst verweisen, dessen Preis, wenn wir nicht irren. eine Mark beträgt. Ohne Zweifel enthält eS viele nützliche Ratschläge. Am Sonntag stellte Herr Rlüller sich im.Tiergartenhof" einem aus Männern bestehenden Publikum vor; er demonstriette seine GesundheiiSübungen und gab außerdem Proben ferner Kraft und Ausdauer. So ließ er ans einem Meter Höhe einen Stein von 50 Pfund auf seinen Leib fallen, eiir mit 300 Pfund belasteter Schubkarren ftrhr über ihn hinweg, und ein 180 Pstmd schwerer Mann sprang, mit Stiefeln angetan, aus 2 Nieter Eirtfenrung ihm auf den Leib. Diese Attentate betrachtet Herr Müller als kräfttgende Massage. Auch wer nicht die Absicht hat, ihn, in dieser Hinsicht nachzueifern, wird manches Gute an seinem System finden, für welches irebenher bemerkt noch der Umstand spricht, daß es, etwa von Waschkanne und Sitzwanne abgesehen, keinerlei Apparate er- fordert. Fcuerbericht. In der Nacht zum Dienstag wurde die Wehr nach dem Königsgraben 1/3 gerufen, weil dort bald nach Mitternacht auf einem Neubau durch Ueoerkochcu von Teer Feuer entstanden war. Der erste Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen.— Längere Zeit gab eS aber dann in der Blunrenstr. 63 zu tun. Es branirte rn einer Küche und mußte tüchtig Wasser gegeben werden, um die Flammen zu ersticken.— Allerlei Gerümpel und Verpackungsmaterial lvurde in der Wadzeckstr. 7/8 eingeäschett.— Dienstag früh gegen 6 Uhr war in der Rosenstr. 4 auf dem Boden die Schaldecke und die Balkenlage in Brand geraten, der jedoch in kurzer Zeit unter- drückt werden konnte.— Außerdem liefen noch in den letzten 24 Stunden aus der Gneisenaustr. 45, Spandauerstr. 8 und noch aus verschiedenen anderen Orten Alarmicrungen ein, doch handelte es sich in allen diesen Fällen um ganz unbedeutende Brände, die teils vor Ankunft des ersten LöschzugeS bereits von Hausbewohnern erstickt waren, teils die Wehr nur wenige Minuten beschäftigten. Eine Ausstellung von Schülerarbeiten aus den Kursen für Zeichnen, Stenographie und Maschinenschreiben findet am 25. März, nach- mittags 4—8 Uhr, und am 26. März von 12—6 Uhr in der Aula der fünften städtischen Fortbildungsschule. Hagelsbcrger- straße 34, statt. Der Einttttt ist für jedermann ftei. DaS Sommer- Halbjahr beginnt am 1. April. Im Winterhalbjahr wurden 1017 Schüler von 37 Lehrern in 72 Kursen unterrichtet. Der Unterricht ist unentgeltlich in: Deutsch. Rechnen, Buchführung (einfache und doppelte), Chemie, Mechanik, Elektrotechnik, Schönschreiben. Ornament- und Freihairdzeichnen, Geometrie, Algebra. Trigonometrie. Für Französisch, Englisch. Fachzeichnen. Aquarellieren, Malen nach der Natur, figürliches Zeichen für Att und Porträt, I gibt aber auf Vorhalt zu, daß er nur halb hingehört und funstgewerbliches Zeichnen ist pro Halbjahr ein Schulgeld von 4 M., nur irrtümlich diesen Ausdruck auf den Oberbürgermeister bezogen für Stenographie, Maschinenschreiben, Projektions- und Zirkelzeichnen habe. von 2 M. und für Modellieren von 1 M. zu zahlen. Anmeldungen nimmt täglich abends von 74-914 Uhr im Amtszimmer entgegen Berndt, Rektor, Hagelsbergerstr. 34. Hartleben- Abend der Freien Volksbühne. Der nächste Kunstabend der Freien Volksbühne im Rathaussaale am kommenden Montag ist dem früh verstorbenen Dichter Otto Erich Hartleben gewidmet. Herr Dr. Geyer wird über Hartleben sprechen und aus seinen Prosawerken und Gedichten rezitieren. Damit dem armen Hartleben, wie er es zu Lebzeiten liebte, auch diese Totenfeier zu heiterer Geselligkeit gedeihe, wird der musikalische Teil der Veranstaltung aus Vorträgen von Brettl- Liedern bestehen, die Fräulein Mirjam Horwitz singen wird. Freie Bolksbühne Charlottenburg! Es wird noch einmal auf die Donnerstag, den 23. März, abends 8 Uhr stattfindende Eröffnungsvorstellung der Freien Voltsbühne hingewiesen. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Der Donnerstags stattfindende Unterricht in sozialer Gesetzgebung fällt bis zur WiederHerstellung der Gesundheit des Genossen Kagenstein aus. Näheres wird später bekannt gemacht. Hus den Nachbarorten. Schöneberg. Steglik. Eingegangene Druckfchriften. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Berlag von Paul Singer) ist uns soeben die Nr. 6 des 15. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir Woher kommt der Wert? I. Von Julian Die weibliche Gewerbe- Aufsicht im Deutschen Reiche. III. Frauenrechtlerische Zweideutigkeit bei der Aus der Bewegung: Von der Agitation. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 M. Der„ Wahre Jakob" hat soeben die 6. Nummer seines 22. Jahr ganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt erwähnen wir die farbigen Bilder Des Zaren einziger Freund"," Die Trennung von Staat und An der Kirche in Frankreich", sowie die Illustrationen Held Mugdan", " Der Handelsmann von Hull"," Bedenklich", " Guter Rat"," Kassenabschluß“,„ Im Nachtasyl"( Ein Zukunftsbild nach Marim Gorki)," Der Pfarrer und seine Köchin“ und„ Ein Schreckschuß“. Der tertliche Teil der Nummer bringt die Gedichte Mukden"," Trog alledem!" von Anton Fendrich,„ Der Handel blüht!"" Die Schnapphähne“, An Rußlands Gräbern"," Hans Christian Andersen" von Ludwig Lefsen, Des Kanzlers Erbschaft"," Russische Sozialreform"," Die glüdlichen Postbeamten", Agrariers Rüdblid"," Rohle und Gold" von Robert Seidel, sowie außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch die größeren Feuilletons „ v. Below- Bleitenburg und v. Arnim Schnodderheim"," Ein belastendes Dokument"," Das Wettermännchen" von W. Schulte vom Brühl, Die schüßende Hand" und„ Annahme verweigert 1" Der Preis der 14 Seiten starken Nummer ist 10 Bf. Einen neuen Beutezug plant der Haus- und Grundbesitzerverein. hervor: Aus Krähwinkel. I. Nachdem den Hausbesitzern erst durch die im vorigen Jahre erfolgte Borchardt. Von Emanuel Wurm. Ermäßigung der Kanalisationsgebühren ein Geschenk von rund 30000 M. Arbeiterinnenorganisation. jährlich gemacht worden ist, scheint sich nunmehr ihr Appetit wieder Von den Drganiſationen. Jahresbericht der Vertrauensperson der Ge bergrößert zu haben. In der letzten Versammlung des genannten nofsinnen von Rigdorf. Von Anna Jäger. Politische Rundschau. Bon Notizenteil: Gewerkschaftliche Arbeiterinnenorganisation. Soziale Vereins wurde auf Antrag des Vorstandes beschlossen, der Gemeinde- G. L. Fürsorge für Mutter und Kind. Frauenbewegung. vertretung in einer Petition darzulegen, daß die Reinigung, Neu- Gesetzgebung. Menschenrechte. Bon pflasterung und Instandhaltung der Straßen Sache der Allgemeinheit, Feuilleton: Der Mensch. I. Von Marim Gorki. Die Wallfahrt. Von Ludwig Thoma. der Gemeinde sei, weil in den meisten Fällen der nach§ 9 des Friedrich Schiller. Für unsere Kinder: Er ist's. Von Eduard Mörike.( Gedicht.) Kommunalabgaben- Gesezes zur Heranziehung zu den PflasterDie ersten Frühlingsblumen. Von Anton Fendrich. Elfenlied. Bon foften notwendige besondere wirtschaftliche Vorteil“ bei den Grund- Eduard Mörike.( Gedicht.) Russen und Japaner. Von Ernst Almsloh. befizern schwer nachweisbar sei. Deshalb hält es der Haus- und Mausfallen- Sprüchlein. Von Eduard Mörike.( Gedicht.) Menagerie. Grundbefigerverein für notwendig, daß der Gemeindebeschluß vom Von Georg Davidſohn.( Gedicht.)- Das Märchen von der Arbeit. Bon 24. Mai 1899 bezüglich der Heranziehung der Anlieger zu den 3da Heijermans.( Fortschung.) Wann ist der Mensch frei? Pflasterkosten aufgehoben wird. Er ersucht deshalb die Gemeindevertretung, zu beschließen: 1. baldigst den Gemeindebeschluß vom 24. Mai 1899 auf zuheben, 2. die Reinigung der Straßen- und Bürgersteige auf Gemeindefosten zu übernehmen. Die Herren geben damit zwar selbst zu, daß ihnen durch die Straßenpflasterung besondere wirtschaftliche Vorteile" erwachsen, deutsch- russischen Grenze", aber das ist nach ihrer Ansicht schwer nachzuweisen" und deshalb wollen die edlen Seelen lieber gar nichts bezahlen. AllerMit dem geplanten Stadtpark auf dem sogenannten Fenngelände dings eine sehr bequeme Manier, die durch gut gepflasterte und an der Erfurter- und Mühlenstraße wird es wohl noch gute Weile gepflegte Straßen ohne allen Zweifel erfolgende Wertsteigerung haben. Gelegentlich der Beschlußfassung über den Fluchtlinien- und der Grundstücke oder die ebenfalls dadurch bedingten Nivellierungsplan betreffend die Verlegung der Mühlenstraße hat höheren Wohnungsmieten in die eigene Tasche zu stecken, die Stadtverordneten- Versammlung am 1. Februar 1904 beschlossen, die entstehenden Kosten aber der Algemeinheit aufzuhalsen. daß das Parkgelände an der Erfurterstraße zwischen der Straße P Da nach der Landgemeinde- Ordnung die Gemeindevertretung zu und dem Platz R und am Blaz R nicht bebaut, daß vielmehr der zwei Dritteln aus Grundbefizern besteht, diese also ohne weiteres Park bis an die Erfurterstraße und an den Platz R die Mehrheit bilden, hätte man füglich davon absehen können, die herangeführt werden solle. Die Kosten des Grunderwerbs Gemeindevertretung mit dem Antrage zu belästigen, da sie ja augenfür das eigentliche Barkgelände( einschließlich der Zinsen scheinlich an dem Beschluß des Hausbefizer- Vereins nichts ändern für die bereits gezahlten Kaufgelder bis zum 31. März 1905) fann. Wozu denn diese überflüssigen Formalitäten? belaufen sich auf rund 1 200 000 M. Hinzu treten noch die von der Verkehrsdeputation für die Herrichtung der Parkanlage veranschlagten Kosten im Betrage von 450 000 M., zusammen also 1 650 000 m. Gewerbegericht. Die Ergänzungs- und Ersazwahlen der In der neuen Anleihe sind für die Errichtung des Stadtpartes im fizer zum hiesigen Gewerbegericht finden am Dienstag, ganzen 1002 500 M. vorgesehen, wobei die Grunderwerbs- und 18. April, statt. Barkherstellungskosten für das an der Wilmersdorfer Grenze bes legene 421 Quadratruten große Gelände nicht enthalten sind. Nach einer zur Kenntnisnahme" an die Stadtverordneten- VersammMitteilung lung gerichteten des Magistrats würde mun, wenn dem Beschlusse der Versammlung gemäß auch noch der etwa 20 Meter tiefe, mit Gebäuden aller Art besetzte Baustreifen von insgesamt 279 Quadratruten zwischen Straße P und Platz R erworben werden soll, die Ankaufssumme sich um mindestens O. 350 000-400 000 Mart erhöhen; die Gesamtkosten für den Park Bon den Arbeitgebern sind 8 Beisitzer zu wählen. würden sich dann zwischen 2-2 Millionen Mart bewegen. Daß Die Arbeitnehmer haben 5 Beisitzer zu wählen. die in Betracht kommenden Eigentümer für ihre Barzellen Die Wählerlisten für die zur Wahl berechtigten Arbeitgeber Preise verlangen, die zum Teil das Doppelte und liegen in der Zeit vom 20. bis 27. März im Rathause in der Zeit Dreifache der vor einigen Jahren gezahlten von 9 bis 3 Uhr zur Einsicht aus. Einsprüche gegen die Richtigkeit Einsprüche gegen die Richtigkeit Preise übersteigen, darf bei der Uneigennüßigkeit der Wählerlisten können nur in der Zeit vom 20. bis 27. März erunserer Grundstücksbesizer à la Sedanstraße nicht hoben werden. wundernehmen. Da nun von einer Enteignung nicht die Rede sein kann, vielmehr auf ein gütliches Uebereinkommen gerechnet werden muß, ist die Frage des Stadtparkes auf undentliche Zeiten hinausgeschoben. Der Magistrat ist nun dem oben gedachten Beschlusse nicht beigetreten, so daß weitere Vorlagen zu erwarten sind. Bei der bekannten„ Ueberfülle öffentlicher Plätze und Bartanlagen in Schöneberg ist schließlich ein schnelleres Tempo bei der Anlage des Stadtparkes nicht zu erwarten. Rummelsburg. Briefkaften der Redaktion. P. S. 26. Sie fragen zu unbestimmt. Beste Auskunft werden Sie mündlich erhalten: 1. durch den Lehrer, bezw. den Hauptlehrer oder Rektor der Gemeindeschule; 2. durch den Leiter oder Direktor einer MittelBei- schule. Beantragen fönnen Sie alles mögliche, es fragt sich nur, ob den jemand genötigt werden kann, darauf einzugehen. Ob.Mörlen. 1. Le Peuple", Redaktion Brüssel( Bruxelles) Nue des Sables 35. 2. Der Fall tönnte für Sie eintreten. 3. P. P., Abkürzung für prämissis prämittendis. In Ihrem Sinne P. P. statt der Zitulatur. Kasan. Gemeinde( Stommune), Streis, Provinz. Die Arbeitgeber wählen in der Zeit von 10 bis 12 Uhr vormittags. Wahllokal: der große Saal des Rathauses, Türrschmidtsir. 25. Die Arbeitnehmer wählen in der Zeit von 5 bis 9 Uhr nachmittags. Wahllotal für die Arbeiter, deren Namen beginnen mit den Buchstaben A. bis H.: Café Bellevue, J. bis N.: Kerlinsches Lokal, bis Z.: Rostocksches Lokal. Gerichts- Zeitung. Juriftifcher Teil. -O Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. A. S. 3. Die Behörde ist im Recht. M. 333, A. S. 28 und andere Steuerfrager. Was ist bei der Steuereinschätzung in Abzug zu bringen? Als steuerpflichtiges Einkommen des einzelnen Steuerpflichtigen gelten dessen gesamte Jahreseinkünfte in Geld und Geldes. wert einschließlich des Mietswerts der Wohnung im eigenen Hause oder der ihm zustehenden freien Wohnung sowie des Wertes der im Haushalt verbrauchten Erzeugnisse der eigenen Wirtschaft und des eigenen Gewerbebetriebes. Abzugsfähig sind: 1. die zur Erwerbung, Sicherung und solche in Erhaltung des Einkommens verwendeten Ausgaben, 2. direkten Abgaben jeder Art, welche zu den Geschäftsuntosten zu rechnen sind, 3. Sie regelmäßigen jährlichen Absezungen für Abnuzung von Gebäuden, Maschinen, Betriebsgerätschaften usw., 4. die vom Steuerpflichtigen zu zahlenden Schuldenzinsen und Renten, 5. die auf be sonderen Rechtstiteln( Vertrag, Verschreibung, leztwilliger Verfügung) be ruhenden dauernden Lasten, z. B. Altenteile, 6. die von den SteuerDie Chambre separées. Hinter verschlossenen Türen fand pflichtigen für ihre Person gesetz oder vertragsmäßig zu entrichtenden zu Kranken, Unfall, Alters. und gestern die Verhandlung gegen zwei frühere Besizer und Kellner Beiträge Witwens, Waisen und der Trianon- Weinstuben vor der achten Strafkammer des Invalidenversicherungs-, Landgerichts I wegen Kuppelei statt. Die beiden Restaurateure Pensionstassen, 7. Bersicherungsprämien, welche für Versicherung waren durch Justizrat Leopold Meyer und Rechtsanwalt Mar des Steuerpflichtigen auf den Todes- oder Erlebensfall gezahlt werden, soCohn, die Kellner durch Rechtsanwalt Dr. Werthauer ver- weit dieselben den Betrag von 600 m. jährlich nicht übersteigen. Ferner: treten und hatten ebenso wie die Staatsanwaltschaft einen großen m. nicht ist für von dem steuerpflichtigen Einkommen eines Haushaltungsvorstandes, dessen Wegen schwerer Mißhandlung seiner Ehefrau wurde der 41jährige Apparat männlicher und weiblicher Zeugen aufgeboten, welche bis feuerpflichtiges Ginommen 3000 1.4 Tubersteigt i fra bes Maurer Robert Krause aus der Bietenstr. 35 in Untersuchungs- in den Nachmittag hinein den Wandelgang füllten. Aus der in 50 M. in Abzug zu bringen; find mindestens drei Familienhaft genommen. Vor einigen Tagen fanden zwei Schwestern der öffentlicher Sizung verkündeten Entscheidung des Gerichts war mitglieder unter 14 Jahren vorhanden, so findet auf jeden Fall eine ErFrau K. die letztere in ihrer Wohnung in einem entsetzlichen Zustande auf. Der Körper der Unglücklichen war über und über mit u entnehmen, daß während der Besitzeit der Hauptangeklagten in mäßigung um eine Stufe statt. Die Leistungsfähigkeit wesentlich beein deren Weinstuben die Lebewelt verkehrte und dort recht wüste Orgien trächtigende wirtschaftliche Verhältnisse( außergewöhnliche Be. eitrigen Wunden bedeckt, das Bett total verunreinigt, da die K. schon feierte. Das Gericht habe sich jedoch den Ausführungen der Ver- lastung durch unterhalt, Erziehung, Erkrankung, bes sondere Unglüdsfälle) fönnen auf Antrag berüdsichtigt feit einer Woche hülflos dalag. Ein herbeigeholter Arzt ließ die Kranke, die sich in einem unbeschreiblichen Zustande befand, sofort teidiger nicht verschließen können, daß den beiden Wirten, die sich werden. Es ist in solchen Fällen ratsam, einen besonderen Antrag zu stellen. P. D. Ja, Boraussetzung für die vorübergehende Invalidenrente ist nach der städtischen Krankenanstalt schaffen, wo Frau K. unter furcht auf ihre Kellner verlassen zu können meinten, das Treiben entbaren Dualen verstorben ist. Da der Tod vermutlich eine Folge der gangen, ihnen jedenfalls die Kenntnis von diesen nicht nachgewiesen nicht Strankheit, sondern 26 Wochen lange, ununterbrochene Griverbs. 100. K. A. 1. An die Versicherungsanstalt, Köllnischer Park. von ihrem Manne erlittenen Mißhandlungen ist, wurde der Ehemann die Schuld der Kellner, die den Pärchen die Chambres 2. Krankheit usw. ist kein Grund zur Steuerreklamation. Wohl aber können verhaftet. In der Küche des K. fand man einen zerbrochenen Besen- separées angewiesen und jedwede Aufsicht absichtlich außer acht ge- Sie unter Darlegung des Sachverhalts an die Steuerdeputation den stiel, der mit Blut besudelt ist und an welchem noch Kopfhaare der lassen hätten, erwiesen und deshalb gegen jeden auf einen Antrag richten, die Steuer herabzusetzen oder niederzuschlagen.- A. G. 100. 1. u. 2. Nein. W. 50. Ein solches Berbot ist nach den militärischen Mißhandelten kleben. K. ist geständig, seine Frau mit diesem Besen- Monat Gefängnis erfannt worden. Borschriften zulässig. R. 400. Sie können auf Rückgabe und stiel geschlagen zu haben, weil sie angeblich dem Laster der TrunkDie Besitzer der Trianon- Weinstuben müssen selten harmlose Bahlung bei dem Gericht des Wohnsizes Ihres Bruders flagen.. fucht gefrönt habe und trotz aller Ermahnungen davon nicht lassen Herren sein. Sie kannten ihren Betrieb gar nicht, fie verließen sich nur auf die Kellner, die natürlich alle Verantwortung tragen Spandau. müssen. wollte. Rixdorf. fei. E. Ja. P. 5. 19 und E. F. 29. So weit ersichtlich, ist die Firma leider im Recht. Sie könnten in Ihrem Fall nur durch Rücksprache mit der Firma etwas erzielen. R. 34. Der Staat hat über diese Fälle teine Vor Wegen unlauteren Wettbewerbes stand gestern der„ Magneto- schriften erlassen. Ihre Erledigung ist ausschließlich Sache der Kirche und des Geistlichen von Fall zu Fall. A. B. 340. Ja, Sie müssen aber das pat" Karl Pohl vor der neunten Straffammer des Landgerichts I. Pflichtteilsrecht Ihres Mannes im Testament berücksichtigen. Der Angeklagte, seines Zeichens Graveur, hat seinerzeit eine h. Ch. Sie hätten die für die Stellenvermittler gegebenen Schablonenfabrik betrieben. Er hat sich schließlich als Heilkünstler Borschriften(§ 34 der Gewerbe Ordnung) zu erfüllen. etabliert. In seinen öffentlichen Anpreisungen pflegt er den Mund P. R. 100. Die Klage wäre aussichtslos, da Sie nicht nachweisen sehr voll zu nehmen und ist auch vor einiger Zeit schon wegen un- tönnen, daß der Bruch die Folge eines Unfalls im Betriebe war. 2. H. Leider steht lauteren Wettbewerbes zu 1000 m. Geldstrafe verurteilt worden. M. Grand. Bei Veranlagung über 1500 M.: fa. Jetzt stand wieder eine solche marktschreierische Annonce unter An- Räumung hat im Laufe des Ersten zu erfolgen. 2. 3 M. Die Kinder R. R. 44. 1. Die Ihnen ein Anspruch auf Pension u. dgl. nicht zu. flage. Er machte darin" Zum neuen Jahr" alle Kranke darauf fönnen erst nach zurückgelegtem 14. Jahre ausscheiden. Der Austritt fann aufmerksam, daß es ihm gelungen sei, starkes Rückenmarksleiden für die Stinder nicht seitens des Vaters erklärt werden. 3. Nein. Ver: vollständig zu beseitigen", selbst in solchen Fällen, die fast als führer 555. Ja. A. S. K. Sie haben die Wohnung nur in der heilbar schienen. Dies geschehe durch Uebertragung des Lebens- Ihnen übergebenen Form zurückzugeben:§ 556 B. G.-B. und S. 164, magnetismus, Beförderung des Stoffwechsels, Bildung neuen Nr. 4 das dem Arbeiterrecht beigefügten Führers durch das B. G.-B. R. K. Ihre Frau Rüdenmarkes usw. Auf Grund dieses Inserates hatte Prof. Dr. M. S. Die Meldung erfolgt beim Polizeipräsidium. 16. M. 11. Ihr Freund müßte fich an Koßmann namens der Aerztekammer den Strafantrag gestellt. haftet nicht für Ihre Schulden. die Innung wenden. A. G. 8. Sie leben nicht in Gütergemeinschaft Außer dem Prof. Dr. Koßmann waren zur gestrigen Verhandlung mit Ihrer Frau. Es liegt im Interesse Ihrer Frau und Ihrer selbst, daß Sie auch der Gerichtsarzt Dr. Hoffmann und der praktische Arzt durch gerichtlichen oder notariellen Vertrag das Recht Ihrer Frau sicherstellen. Dr. Schlesinger als Sachverständige geladen. Der Angeklagte D. R. 46. Der Kaufvertrag ist ohne Rücksicht darauf, ob er gestempelt hatte eine ganze Anzahl von Zeugen geladen, um seine Behauptung zu stützen, daß er in seinen Annoncen nicht mehr versprochen habe, als er auf Grund seiner Heilkunst und seiner Erfahrungen versprechen zu dürfen glaube. Es traten auch mehrere Zeugen auf, die durch die Behandlung des Angeklagten furiert zu sein glauben. Trotzdem hielt der Gerichtshof in der Form der Annonce den Tatbestand des unlauteren Wettbewerbes für vorliegend und verurteilte den Angeklagten zu 500 M. Geldstrafe. Auch wurde auf Veröffentlichung des Urteils erkannt. In der letzten Stadtverordneten- Sihung wurde der neugewählte Stadtrat Reichardt vom Oberbürgermeister in sein Amt eingeführt. Debattelos wurden hierauf 24.000. für Umbauten am Kanalisationswerk bewilligt; ebenso nach einer kurzen Empfehlung durch unseren Genossen Scholz 5000 M. für den Ankauf einer Wiese am Grimnißsee. In jener Gegend wird, in Rücksicht auf die zu erwartende Steigerung der Schiffahrt durch den Großschiffahrtskanal Stettin- Berlin, die Anlage eines Umschlag hafens geplant. Der Antrag unserer Genossen, ihnen für ihre Fraktionssihungen ein Zimmer im Rathause zur Verfügung zu stellen, erfuhr einen ablehnenden Beschluß der gemischten Kommission und des Magistrats. Bei der Verhandlung über die wiederholte Vorlage des Magistrats auf Anstellung eines sechsten Polizeikommissars, wandte sich Genosse Rieger in einer scharfen Kritit gegen den alles überwuchernden Polizeigeist. Wiederholt hat sowohl die Kommission wie das Plenum diese Vorlage abgelehnt. Der Magistrat brachte dieselbe aber unverdrossen immer wieder ein, weil so meinte unser Genosse der Magistrat leider mit Recht darauf rechnet, daß bei solcher Taktik immer mehr von den bürgerlichen Opponenten abfallen, bis der Magistrat am Ende doch seinen Willen durchsetzt. Und so geschah dies auch heute. Bei der schließlichen Abstimmung blieben außer unseren Genossen nur noch drei Stadtverordnete sizen. Genosse Rieger führte gegenüber dem Oberbürgermeister aus, daß das seitens der Polizei heute geübte Regiment, besonders nach der politischen Seite hin, eines aufrechten Bürgertums absolut unwürdig sei, daß die Polizei heute mit allen möglichen und unmöglichen Dingen überbürdet werde. Würden ihr alle diese Aufgaben seitens des Staates abgenommen, dann würde es sich sehr bald erweisen, daß wir für den eigentlichen Sicherheits dienst bereits viel zu viel Beamte haben. Man sage zwar, die polizeilichen Recherchen der Fabrikdirektionen bei Unterstützungsgefuchen von Staatsarbeitern bezw. deren Hinterbliebenen geschähen Stürme auf dem Ozean. Ein Kabeltelegramm aus New York im Interesse der letzteren; in Wahrheit seien solche Requisitionen meldet uns: Die einlaufenden transatlantischen Dampfer berichten der Polizei auch nichts weiter als der Ausfluß des allgemein sämtlich, daß sie furchtbare Stürme durchzumachen hatten. Sechs grassierenden Polizeigeistes. Wenn man jetzt behaupte, der neue Kommissar sei für den Nonnendamm erforderlich und man jolle eingelaufene Dampfer hatten sämtlich Verspätung, unter ihnen behier alle Einrichtungen treffen, damit dieser Stadtteil nicht schließlich schwer vom Unwetter mitgenommen wurde. Eine volle Woche lang fand sich auch der„ Cedric" von der White Star Linie, der besonders doch nach Charlottenburg ausgemeindet werde, so müsse darauf hingewiesen werden, daß die bereits früher bewilligten drei Polizei- war der Dampfer in der Gewalt eines furchtbaren Sturmes. Am beamten für den Nonnendamm, mit seinen 1000 bis 1500 Gin- achten Tage traf ihn eine riesenhafte Woge von 60 Fuß Höhe, wohnern, zunächst vollkommen ausreichen. Fast scheine es, daß man welche die Luken zertrümmerte, die Schiffsplanken eindrückte und das glaube, durch fortwährende Polizeivermehrungen irgendwelchen Un- ganze Schiff derart erschütterte, daß die Fahrgäste in ihren Kajüten zu Boden geschleudert wurden. Auf dem Dampfer Main" ruhen vorbeugen zu müssen. Die Spandauer Bürgerschaft sei dabei itar ben während der Fahrt, wie der Kapitän berichtet, drei starben viel ruhiger als man billig fordern fan.. Oberbürgermeister Stöße unterstellte hierauf unserem Ge. Fahrgäste infolge Serafchlags, hervorgerufen durch noffen, daß dieser förmlich zu Unruhen und Ausschreitungen auf- Angst und Schrecken über die Szenen an Bord der„ Main" während fordere, wenigstens werde man sich nicht wundern fönnen, wenn des Sturmes, dessen Wüten geradezu unbeschreiblich war. Genosse dieser oder jener Riegers Worte so auslegen würde. Der Vesuv entwickelt seit einiger Zeit eine erhöhte Tätigkeit. Rieger ruft:„ Wer das aus meinen Worter herauslesen wollte, ist außer Asche wirft er auch Steinblöcke aus. Der Besuch ist daher ein Idiot!" Der Vorsteher ruft unseren Redner zur Ordnung, den Reisenden verboten worden. Vermischtes. ist, gültig. Das Unterlassen der Stempelsteuerentrichtung kann Bestrafung nach sich ziehen. Der selbständige Betrieb eines stehenden Gewerbes ist bei dem Gemeindevorstande, in Berlin bei der Verwaltung der direkten Steuern anzuzeigen.M. P. 100. Die einzelnen Erben haben keinen Anspruch tümer des gesamten Nachlasses. Können Sie sich nicht gütlich über die Art auf einzelne bestimmte Nachlaßgegenstände, sondern werden Miteigen der Erbauseinandersetzung einigen, so fann jeder Erbe gerichtliche Auseinanderseßung betreiben. Diese gerichtliche Auseinandersetzung ist in der Regel nur für den Fistus, der die Stoſten vom Nachlaß einzicht, von Vorteil. Tr. Abonnent 40. Nein, auch ohne Festseßung einer Probezeit kann das Lehrverhältnis während der ersten vier Wochen von jedem der beiden Teile aufgelöst werden.- K. W. Sowie das Dienstmädchen mit Kochen, Reinigen oder sonstiger Arbeit für die Gastwirtschaft beschäftigt wird, ist sie der Krankentasse anzumelden. Dient sie ausschließlich für die Privatwohnung als Dienstmädchen, so ist sie nicht versicherungspflichtig.- D. M. Die Beschlagnahme ist zulässig. B. W. 31. Nein. Sie haften nicht für diese Schulden Ihrer Frau. A. K. Zuständig ist das Gericht, in dessen Bezirk der Schuldner wohnt. Thomas. 1. Nein. 2. Vertrag nach Art des S. 225 Nr. 22 im Führer 2. M., Schöneberg. Nein. durch das B. G.-B.( Anhang zum„ Arbeiterrecht“) enthaltenen ist zu empfehlen. 3. In der Regel in zwei Jahren. Zentralverband der Steinsetzer, Pilasterer u. Berufsyen. Filiale Berlin I. Todes Anzeige. D Den Mitgliedern die fraurige Nachricht, daß unser Kollege oida Gustav Dinell am Sonntag, den 19. d. Mts., verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. März, nachmittags 3 Uhr, von der Charitee- Leichenhalle aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. 200 Mittwoch, den 22. März. Anjang 7, Uhr: Opernhaus. Sinfonie- Konzert der fgl. Stapelle. Mittags 12 Uhr: Sinfonie- Matinee. Neues fönigl. Opern Theater. Beschlossen. Deutsches. Schuffelchen. = Berliner. Weh' dem, der lügt! Westen. Die Liebesfeftung. National. Undine. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Schiller Anfang 8 Uhr: Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invaliden. str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PAN Friedrichstr. 165. Das sensationelle N. Schiller- Theater Friedrich- Wilhelm0. Wallner- Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Komödie in 3 Akten v. Lothar Schmidt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Freitag, abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. Thalia- Theater. städtisches Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Medea. Trauerspiel in 5 Auszügen von Franz Grillparzer. Medea: Maria Pospischil. Donnerstag, abends 8 11 hr: Die Herren Söhne. Freitag, abends 8 Uhr: Medea. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung Die Riesin Ilona, 485 Pfd.schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Medizinische Rätsel, Belle Alliance- Theater. anatomische Wunder. Riesen! Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle Allianceftr. 7/8. Täglich abends 72 Uhr: Stürmischer Lacherfolg! Heute und folgende Tage 8 Uhr: Zwerge! Riesen- Mädchen!!! Der Kilometerfreler Der beste Tip. Orts- Krankenkasse Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin. der Welt. 0.( Ballner Theater.) Deutsch- Amerikanisches Der Leibalte. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Medea. Leffing. Elga. Zentral. Die Jurheirat. Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Jeden Abend 8 Uhr: Kleines. Der Bär. Angele. Gastspiel Adolf Philipp. Residenz. Hotel Pompadour. Luftspielhaus. Der Familientag. Trianon. Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. zum Uebern Luisen. Der Verschwender. Belle Alliance. Der beste Tip. Carl Weik. Der schmale Weg. Hierauf: Frauenliebe und Leben. Metropol. Die Herren von Marim. Kafino. Heirat auf Probe. Apollo. Das Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Beilchenmädchen. MeyerPassage Theater. Die 5 Lorrisons. Heute 434. MALE UEBERN GROSSEN TEICH. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Halbe Preise. , Ueber'n großen Teich". Deer Metropol- Theater Die Herren von Maxim Bokken Lasson. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Liebe fann alles. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Sonntag nam. Charleys Tante. 32 11hr: Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8%, Uhr. Meine Sale in Berlin wie Blumengarten empfehle zu Bersammlungen und Festlichkeiten jeglicher Art. 23232* Albert Moerner. Wintergarten. Sonntag, den 26. März, mittags 12 Uhr: Gala- Matinee der Internationalen Artistenloge zum Besten der Witwen-, Waisen- u. Invaliden- Unterstützungskasse der J. A. L. ca. 20 erstklassige Spezialitäten. Neu! Zum ersten Mal: Neu! Außergewöhnliches Künstlerprogramm, der Stadt Schöneberg. Der V. Nachtrag zum diesseitigen Kassenstatut vom 5. Oktober 1904, welcher die Bestimmungen des Drtsstatuts des Magistrats hierselbst vom 15. Januar 1904 über die mit dem 19. April 1. Oftober 1904 eingetretene Verficherungspflicht der Hans- Judustriellen enthält, ist durch Beschluß des Bezirksausschusses zu Potsdam bom 3. Februar d. J. genehmigt worden. Durch dieses Drtsstatut bezw. den Statutennachtrag sind außer den in der Hausindustrie beschäftigten Personen ferner versicherungspflichtig geworden: die in Kommunalbetrieben und im Kommunaldienst beschäftigten Ber= jonen, auf welche die Anwendung des§ 1 des Krankenversicherungsgeleges nicht durch reichsgesetzliche Vorschriften erstreckt anderweite Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am Montag, den 20. d. Mts., verstarb unser Mitglied, der Steinfeger Gustav Dinell Kastanien- Allee 12. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 23. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Charité aus nach dem Charité Kirchhof ( Eingang Seestraße) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/2 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, der Heizer und Maschinist Wilhelm Brall am 18. März cr. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. März, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Friedhofes, in Rigdorf aus, ſtatt. Um stilles Beileid bitten Die Hinterbliebenen. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Bestattung meiner lieben Frau sagen ift. allen Beteiligten sowie für die schönen Indem wir dies zur allgemeinen Stranzspenden insbesondere der Firma Kenntnis bringen, ersuchen wir die Fischbein 11. Mendel und den Herren Arbeitgeber, welche außerhalb Hamannschen Ackerpächtern, ebenso ihrer Betriebsstätten Personen als Herrn Professor Gerke für die trost Hausindustrielle Heimarbeiter reichen Worte am Grabe der Ber beschäftigen, diese unverzüglich bei storbenen unseren herzlichsten Dank. uns zur Anmeldung zu bringen, fo- August Linke nebst Kindern. weit dies nicht schon geschehen ist. Große Ausstattungsposse mit Ge- Die Dungkahn'sche Schlaftänzer- Schule, Gäumige haben nicht nur Bestrafung sang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Neues Theater. Josef Josephi. Anfang 7 Uhr. mit der Magdalene u. a. w. g.:( Saharet), der ContraSchnarch- Schlaftänzerin: Magarina P. P.( Henry Bender) und den Eleven der Schule: Rob. Fritz u. Otto Steidl u. Jda Perry, Näheres die großen Affichen. Anton Grinfeld Zirkus Schumann. Skala- Theater. Henry Bender. Josef Giampietro. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Ein Sommernachtstraum. Das Fest des Lichts. Donnerstag, Freitag, Sonnabend, Rauchen gestattet. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Der Graf von Charolais. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. ( Ballett.) Anf. 8 Uhr. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Angele. Borger: Der Bär. Der Familientag. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Salome. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag nachmittags 3 Uhr:( Er mäßigte Preise) Liebesträume. milienidyll. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Sanna. Montag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. FaAllabendlich: Der Familientag. Sonntag mittag 12 Uhr zum erstenmal: Eine Abrechnung. Die Bänerin. Der Außenseiter. Passage- Theater. National- Theater nig. b. Abenborstellung 8 Uhr. Weinbergsweg 19. Mittwoch, den 22. März 1905: Undine. Anfang 72 Uhr. Donnerstag: La Traviata. Freitag: Das Glöckchen des Eremiten. Zentral- Theater Abends 7, Whr: Der größte Schlager der Saison: Die Juxheirat. Operette in 3 Aften von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehár. Morgen u. folg. Tage: Die Juxheirat. Sonntag nachm.: Der Bettelstudent. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Anf.nchm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. The five sisters Lorrison die bekannten Frauenschönheiten. Bokken Lasson die erotische Straßensängerin. Die Picchiani- Truppe. Die reizenden Fiocatis. 14 glänzende Nummern. Gebrüder Der Verwender. Herrnfeld- Theater. Donnerstag: Das Leben ein Traum. Freitag z. erstenmal: Kyriß- Byrik. Sonnabend: Hasemanns Töchter. Sonntag nachm.: Lorbeerbaum u. Bettelstab. Abends: Khriz- Pyriz. Montag: Lorbeerbaum u. Bettelstab. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Das Abenteuer d.Hrn. Malezieux Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. Kasino- Theater Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor.) Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Nur bis Donnerstag: Heirat auf Probe. Freitag Premieren- Abend. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Apollo- Theater. 218. Friedrichstraße 218. Täglich 8 Uhr: Der größte Erfolg seit 14 Jahren ist unbestritten die Novität: Die Meyerhains. Komödie in drei Aften von Anton und Donat Herrnfeld mit Anton Herrnfeld als Pichechowil, Herausgeber d.„ Scheinwerfer" und Donat Herrnfeld als Kommerzienrat Meyerhain. Anjang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Heute Mittwoch, den 22. März 1905, abends präzise 7, Uhr: Grande Soirée équestre. Elite Programm. Besonders hervorzuheben: Die neuesten Driginal- Schul- und Freiheitsdreffuren d. Dir. Alb. Schumann. Gr. Potpourri von Freiheitspferden Mlle. Priami. Mons. Proserpi. Talep und Ramo. Miß Emmy. Mlle. Nohde. Die großartigen Spezialitäten u. eine absolute Sehenswürdigkeit Mr.Ephraim wunderbar Thompsons dressierte Elefanten. Zum Schluß zum 90. Male: Riesen Erfolg! Eine Nordlandsreise. Größtes Brachtausstattungs- ManegeSchaustück der Gegenwart. Besonders hervorzuheben: Der weiße Akt. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Paul Steinitz d. phänomenale Stegreif- Philosoph sowie das wunderbare Spezialitäten Programm. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Bis- a- vis b. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börse. 9 Uhr: Liebe kann alles. Schwank von A. Elz. Miller, Theologe: Dir. R. Winkler. Vor- und nachher: Die hervor: ragenden März: Spezialitäten allerersten Ranges. Die Wunder Elefanten. Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Entree 50 f. Hotel Pompadour. Freitag: Große Elite- Borstellung: Schwant in 3 Atten v. Anthony Mars u. Leon Xamrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag, den 26. März, nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Der schmale Weg. Rebensbild in 5 Aften( 6 Bildern). Hierauf: Frauen- Liebe und Leben. Melodramen mit lebenden Prachtgemälden und Kunstgesang. Sonnabend 4 Uhr: Dornröschen. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bezirksverein Rosenthaler Vorstadt. Theater- Vorstellung mit anschließendem Tanzkränzchen. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Benefiz für Hans Adolfi: Goldene Berge. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Heute Mittwoch, den 22. März 1905: Die Goldgrube. Kaffeneröffnung 6 Uhr. Anf. 7 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. WING FARTEN Gustav Neues Programm. Behrens 6 Neues Programm. SAHARET. Herbert Lloyd, Amerikan. zu gewärtigen, sondern laufen auch Gefahr, im Falle eintretender Erfrankungen von Angestellten der er wähnten Art auf Grund des§ 50 Dr. Simmel, Prinzen, 87/9 K.-B.-G. für alle Aufwendungen Spezialarzt für an Krankenunterstützung ersak: Hant- und Harnleiden. pflichtig gemacht zu werden. In 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Zweifelsfällen wird die Juan: spruchnahme unserer öffentlichen Auskunftstelle, welche wochentäglich von 8 bis 1 hr geöffnet ist, dringend angeraten. Die Auskunft wird unentgeltlich erteilt. Die in der Hausindustrie beschäftigten Personen werden gleichfalls in ihrem Intereffe ersucht, uns von der stattfindenden Beschäftigung Anzeige zu machen. 271/12 Der Vorstand. Reinh. Küter, Borsitzender. E. Flamme, Schriftführer. Frühlings Einzug! Achtung! Silberpolierer! Einen Posten neuer Pariser Blutsteine in Fassung und ver schiedener Größe ist billig, auch einzeln, abzugeben. 24772 Paul Litfin, Memelerstr. 67. ff. St. Felix Brasil, per Pfd. 1,05. Berlin NO., Reibel ftraße 34. Der Himmel ist blau, das Better ber schön, Go fann jetzt Mutter balb jagen: Ach, Männe, wir könnten spazieren geh'n, Wenn Dein Rod nicht so abgetragen. Auch Deine Hose ist nicht mehr neu, Bom Paletot gar nicht zu reden! Na aber, sagt Bater, was ist denn dabei, Die Räuber.- Sonnabend: Wegen Wozu haben wir denn die Moneten? Privatfestlichkeit geschlossen. Vorzeiger dieser Annonce zahlen So laß uns ins Universum" geh'n, wochentags die halben Kassenpreise. 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