Nr. 73. the Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts 931 and 0 Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Mort 5 Pfg. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 26. März 1905. den Löwenanteil zu diesen Ausgaben beigetragen hat, eine Subvention von 20 000 Mark gezahlt haben. Ist es aber Der wirtschaftliche Wert Südwestafrikas. nicht eine Ungeheuerlichkeit ohnegleichen, daß für kapitalkräftige Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Friedensgerüchte. Pastor Naumann gibt in Broschürenform einen aus- noch mehr, die auch ohnehin, wenn nicht in Deutschland, so öffentlichen eine Meldung, wonach während der legten und London, 25. März.( W. T. B.) Die Morgenblätter verführlichen Brief seines Parteifreundes Dr. Rohrbach, des doch anderwärts leicht ihr auskommen gefunden haben würden, vielleicht auch vorletzten Woche nichtoffizielle FriedensReichstommiffars für Südwestafrika, heraus, durch den der daß für solche kapitalfräftigen Elemente pro Familie noch verhandlungen im Gange gewefen fein sollen. Japan hätte nach wirtschaftliche Wert dieser Kolonie dargestellt werden soll. 20 000 Mark von der Allgemeinheit aufgebracht werden der Schlacht bei Mukden die Hauptgefichtspuntte seiner Diese Broschüre soll, wie Pastor Naumann in seinem Vorwort follen? Jeder vernünftige Volkswirtschaftler wird eine derartige Friebensbedingungen zu erkennen gegeben, und ausdrücklich hervorhebt, der öffentlichen Meinung eine wirtschaftspolitik für den Gipfel unsinniger Verschleuderung diese wären nach Petersburg übermittelt worden, wo günstigere Auffassung von dieser unserer Kolonie beibringen, der Steuergroschen ansehen müssen! Bollends ist es eine die Minister die Eröffnung der Verhandlungen mit Japan empfohlen als fie bisher verbreitet war. Sind nun die Darlegungen geradezu groteste Zumutung, der deutschen Arbeiter- hätten. Der Kaiser hätte seine Entscheidung noch nicht gefänt. Dr. Rohrbachs wirklich geeignet, das Vorurteil gegen unsere chaft eine solche Solonialpolitik empfehlen zu wollen, einer fönlichkeit, die gewöhnlich gut informiert ist, erklärte, daß die Petersburg, 25. März.( B. H.) Gine diplomatische Per Kolonialpolitik im allgemeinen und gegen unsere südwest- Arbeiterschaft, deren bescheidenste sozialpolitische Forderungen beiden friegführenden Mächte eine Intervention zur Herbeiführung afrikanische Kolonialpolitik im besonderen zu zerstören? vom Reiche immer und immer wieder unter dem Vorwand des Friedens annehmen würden, wenn eine solche von der franDr. Rohrbach setzt in seinen Ausführungen eingehend aus hinausgeschoben werden, daß für derartige Aufgaben dem zöfifchen Regierung in loyaler Weise angeboten würde. Es sei Zeit, einander, wie eine Besiedelung Südwestafrikas möglich sei. Er Reiche fein Geld zur Verfügung stehe! Eine solche Sub- baß der Krieg beendigt werde, und zwar müsse dieses noch vor Ende behauptet, daß vier Siebentel des Landes für eine Vieh- ventionierung füdwestafrikanischer Agrarier, deren freiherrliche Juni geschehen, da sonst der Krieg sich noch ein weiteres Jahr hinfarmwirtschaft nußbar gemacht werden könne. Es seien Existenz und freiherrliches Einkommen nur ermöglicht würde siehen wü zirka 50 Millionen Hektar brauchbarer Weide in Südwestafrika burch die Steuersummen des deutschen Proletariats und die Korrespondent des Daily Telegraph" ist in der Lage, nach London, 25. März.( Bureau Laffan.) Der Petersburger vorhanden. Zu einer Weidewirtschaft gehöre einstweilen ein tulimäßige Ausbeutung der schwarzen Arbeitskräfte, würde reiflicher Ueberlegung" bestimmt mitzuteilen, daß endlich doch AusAreal von 10 bis 20 000 Heftar, d. h. also von 2 bis 4 relativ alles weit in den Schatten stellen, was an Volks- ficht auf Frieden ist. Der Bar habe sich, so sehr er sich auch dagegen deutschen Quadratmeilen. Mittellose Leute hätten allerdings ausplünderung und Liebesgabenpolitit zugunsten unserer oft träubte, überzeugen müssen, daß die Fortsetzung des Krieges feine Aussicht, es in Südwestafrika zu etwas zu bringen. Bur elbischen Agrarier je gesündigt worden ist! finanziell, wirtschaftlich und politisch ein Gründung eines rationellen Weidewirtschaftsbetriebes sei ein Und eine solche kolonialagrarische Politik befürworten die in glüd wäre. Er sei deshalb bedingungsweise bereit, Anfangstapital von mindestens 20 bis 25 000 m. nötig, Angehörigen einer Partei, die sich in Deutschland selbst als ben Strieg einzustellen. Seit der Katastrophe von Mukden um die nötige Zahl Vieh, im Minimum 50 Stück bie rabiateſten Gegner einer agrarischen Liebesgabenpolitit fei eifrig gearbeitet worden, um den Einfluß der militäriKühe usw., zu kaufen. 50 Stühe kosteten 6 bis 7000 gebärden. So verwirrt die kolonialpolitische Phantasterei jedes strebungen zur Herbeiführung des Friedens bereitelten und schließlich schen Berater des Baren zu erschüttern, die bisher die Be Mart; besser sei es freilich, wenn man sofort mit gesunde volkswirtschaftliche Empfinden! fei das auch gelungen. Ein sichtbares Zeichen dafür sei, die uns einer größeren Anzahl von Zuchtvieh beginne. Rechne Uebrigens redet Dr. Rohrbach in seinen Darlegungen der mittelbar bevorstehende Entfernung des Generals Sacharow vom man die übrigen Kosten hinzu, so ergebe sich ein Mindest. Schaffung von Riefenfarmen direkt das Wort. Wie in Deutsch Boften des Kriegsministers. Der Bar fei jedoch zum Friedensschluß betrag von 16 000 bis 18 000 m. Da nun in den ersten land die Mischung von Rittergut und Bauernhof, wo sie nur unter der Voraussetzung geneigt, daß die Bedingungen der beiden Jahren die Wirtschaftskosten durch den Betrieb nicht in gesunden" Berhältnissen auftrete, dem wirtschaftlichen artige feien, daß der Friede der Fortsetzung des Krieges vorzuziehen gedeckt werden könnten, müßten auch noch einige tausend Mark Fortschritte diene, so sei auch in Südwestafrika die Schaffung sei. Es kann bestimmt mitgeteilt werden, daß Rußland nie in ein Disponibel gehalten werden. Mit einer solchen Wirtschaft sei tolonialer Rittergüter von mindestens 20 000 Heftar durchaus Arrangement willigen wird, welches eine Striegsentschädigung fordert. es dann möglich, in zehn Jahren durch den Verkauf des wünschenswert.( Obwohl doch jeder solcher Großgrundbefizer freundlichen Stimmung des Baren wäre dem Vernehmen nach, Eine weitere Bedingung für die Fruttifizierung der friedensViehes eine Brutto- Jahreseinnahme von 10-15 000 m. mindestens zehn Bauern" die Existenzmöglichkeit rauben baß Deutschland, England, Frankreich und die Vereinigten Staaten zu erzielen. Arbeite man mit größerem Kapital, so steige würde, wodurch die Rechnung des Herrn Dr. Rohrbach von zusammenwirken, um die Forderungen Japans zu mäßigen. demgemäß die Brutto- Einnahme. Allerdings sei in Betracht 25 000 Farmern abermals ein Loch erhalten würde.) Diese " n Gerüchte von Seegefechten. zu ziehen, daß von der Brutto- Einnahme ein erheblicher Teil Großgrundbesizer brauchten sich nicht, wie die Leute mit" nur" Petersburg, 25. März. Der Oberkommandierende General für die Betriebskosten der Wirtschaft abgehe, ferner daß 20-25 000 Mart Stapital, selbst mit eigener Hand die Ziegel Linewitsch telegraphiert unterm 24. März: Eine unserer Patrouillen die Lebensmittel biel teurer seien und auch zu einem Häuschen mit ein paar Fiumen zu streichen", wurde aus der Ortschaft Puljuschu, welche eine Schwadron japanischer teurer bleiben würden, als in Europa. fondern fönnten sich für 15-20 000 Wart ein halbwegs annehm- Ravallerie sowie eine fleine Abteilung Infanterie besetzt hielten, bes Wer feinen Kindern eine beffere Bildung wolle, werde sie für die letzten Schuljahre nach Europa Rinderfarmbefizer mit einem Einkommen, das man in Europa Kavallerie, welche sich der Station Schuanjauja genähert hatten, geben bares Wohnhaus herstellen lassen. Diese großen Schaf- und schossen. Bei den Armeen traten im Laufe des Tages leine Veränderungen ein. Am 23. d. M. warfen Reiterabteilungen japanische ſchicken müssen. Immerhin werde ein tapitalfräftiger und schon als Reichtum bezeichne, könnten schon alle paar Jahre ein- Ravallerie, welche fich der Station Schuanjauja genähert hatten, zurück. Am 22. 6. M. wurde eine kleine berittene Abteilung tüchtiger Farmer sich nach einem Jahrzehnt zu einem Ver- mal mit der Familie nach Europa oder sonstwohin über See auf unserer äußersten linken Flante, fechs Werft von der mögen und einer Lebenshaltung empor arbeiten können, die gehen", sofern es ihnen zu eintönig würde, sich als eine Art Station Rantschentsi, von einigen feindlichen Schwadronen er bei ähnlichem Anfangstapital in der Heimat schwerlich er von Hirten fürst inmitten der Steppen, der Busch- und bedrängt. Unsere zu Hülfe gesandte Reiterei nötigte die japanische zielen werde. Hinzu komme das erhebende Gefühl, als Felsenlandschaft, inmitten ihrer Viehmassen und der Menge Kavallerie, welche den Angriff nicht annahm, nach Nantschentsi zurückrichtiger Freiherr" auf einer Farm von hundert oder mehr des eingeborenen Dienstpersonals zu fühlen". Die Art von zugehen und hinter ihrer Infanterie Deckung zu suchen. Quadratkilometer Größe zu siten, auf der er umumschränkter Herrentum, wie es die Fazendeiros im spanischen und portuHerr sei. giesischen Amerika liebten ein üppiges und luxuriöses Leben In Petersburg geht nach einer Depesche des„ Matin" das Selbst angenommen, daß es eine entsprechende Zahl von in den Seestädten zu führen sei für Südwestafrika aller- unkontrollierbare Gericht, die Panzer„ Sfioffoi eliti" Leuten gäbe, die, trotzdem sie über ein Kapital von 20 bis dings nicht angängig, da die Küstengestaltung des und Navarin" von Roschdjestwenstys Flotte seien durch einen 25 000 Mark verfügen, geneigt wären, sich in der südwest Landes die Entwickelung größerer Hafenstädte Angriff japanischer Torpedoboote schwer beafrikanischen Dede eine Heimstätte zu gründen, so ergibt ausschließe und auch das Innere des Landes so schädigt worden. Diese Boote seien von dem Geschwader entsich nach den Berechnungen des Dr. Rohrbach, daß bei der geartet sei, daß sich nirgends große Wohnpläte fendet worden, das sich bei Singapore aufhält. Durchschnittsgröße von 10 000 Hektar pro Farm auf den an mit starten Menschenanhäufungen bilden geblich 50 Millionen Hektar füdwestafrikanischen Weidelandes tönnten. Die günstigste Möglichkeit sei die, daß eineinstweilen im ganzen nur 5000 Farmerfamilien angesiedelt mal Ackerbaukolonien von einigen hundert Familien ent- Die Revolutionsstimmung in Rußland. werden können. Dr. Rohrbach rechnet allerdings damit, daß stehen könnten. Für Dst elbier, die außer ihren Vierspäterhin, wenn einmal die Absazbedingungen für die Vieh- füßlern auch gern einmal Ballettsklavinnen und Chansonetten Ein interessantes Petersburger Telegramm der, Vossischen zucht- Produktion samt der Verkehrswirtschaft und der technischen sehen, hat also Wild- Südwest jedenfalls verteufelt wenig Beitung" bringt zur deutlichen Anschauung, wie tief bei der Entwickelung des gesamten Wirtschaftsbetriebes auf eine beAnziehendes. Intelligenz die revolutionäre Gesinnung wurzelt. Mit blassen und deutend höhere Stufe gestiegen sein werde", die Größe der Nun hat man ja auch bereits das Blaue vom Himmel trügerischen Halbheiten und Scheintonzessionen läßt man sich nicht Farmen nur noch 2-3000 Hektar, wie meist in Britisch- Süd herunter zusammengefabelt über die Mineralschäße des mehr beschwichtigen. westafrika, betragen werde. Das würde dann bedeuten, daß Landes. Hören wir, was der Reichskommissar Dr. Rohrbach Universitätsprofessor Kusmin- Karajewski Vorträge, die den Zweck Jm Saale der Juristischen Gesellschaft hält gegenwärtig der bis zu 25 000 Farmerfamilien im Lande Platz finden könnten. Darüber zu sagen hat: Wir wollen gegen diese Darlegungen Rohrbachs heute „ Städtische Verdichtungszentren größeren Maßstabes find in verfolgen, das revolutionäre Feuer in der Intelligenz zu dämpfen. feinerlei Einwendungen erheben. Wir wollen einmal aneinem so gearteten Lande nur in Anlehnung an bedeutende Gestern suchte er nachzuweisen, daß ein auf demokratischer Grundlage nehmen, daß sich wirklich kapitalfräftige deutsche Bauern oder Mineralfunde möglich. Ob es in Südwestafrika zu aufgebautes Wahlsystem in Nußland schon aus technischen und geosonstige Kapitalisten fänden, die geneigt wären, ein Leben in solchen tommen wird, vermag noch niemand zu sagen. Die graphischen Gründen eine Unmöglichkeit wäre, da die Wahl mindestens der Wildnis, und obendrein in einer sehr uninteressanten Kupferminen vom Tsumeb- Otavi langen mit ihrem ganzen bisher ein volles Jahr beanspruchen würde. Wildnis, einem solchen in zivilisierten Ländern vorzuziehen. festgestellten Reichtum noch bei weitem nicht an die Menge von Das Auditorium bestand aus ettva 800 Personen, wovon zivei Kupferers heran, die Deutschland z. B. im ara befigt, und was Dritteile Frauen und ganz junge Mädchen. Die Ausführungen des Wir wollen auch annehmen, daß die ungeheuer die bei Gibeon vermuteten Diamanten betrifft, so ist bisher optimistische Schätzung Rohrbachs, daß/ des Landes noch trotz der Menge der Blaugrundstellen kaum ein einziger Vortragenden stießen bei der überwiegenden Mehrheit auf starten als Weidefläche ausgenutzt werden könnten, den Tatsachen entzweiffellos festgestellter Fund gemacht worden.(!) Es ist möglich, Widerspruch. Es herrschte in ihr eine ausgesprochene revolutionäre spräche. Wir wollen selbst mit all den technischen und Verdaß bei Gibeon und Bersaba einmal ein giveites Kimberley Stimmung. fehrsfortschritten und den günstigen Absatzbedingungen rechnen, entsteht, aber diese Möglichkeit ist noch vollkommen unbestimmt." die Dr. Rohrbach für eine fernere Zukunft voraussetzt. Wir Die Mineralschäße des Landes eristieren bis jetzt also nur wollen also annehmen, daß tatsächlich 25 000 Farmerfamilien im Reiche des kolonialen Gründerschwindels! in Südwestafrika angesiedelt werden können. Wäre selbst dann Wir haben die Rohrbachschen Vorausseßungen, die keines In der Debatte hielt der Sozialist Nowikow eine Nebe, in der wirklich der wirtschaftliche Vorteil dieser Kolonie für wegs auf viel sicherer Grundlage ruhen als die Prophezei er erklärte, ein Teil der bürgerlichen und abeligen Intelligenz glaube Deutschland ein derartiger, daß er unsere südwestafrikanische ungen von den Diamantfunden, bedingungslos akzeptiert und zwar, daß eine Verfassung ohne blutige Revolution erreichbar sei, Kolonialpolitik zu rechtfertigen vermöchte? haben trotzdem zu dem Resultat tommen müssen, daß die das sei aber ausgeschlossen, man türbe schon bei der Frage des Bis zum Ausbruch des Krieges hatte die Kolonie Deutsch Südwestafrika Politik eine hirnverbrannte, frivole Geld Wahlsystems sich entweder die Köpfe einrennen oder würde vor der land bereits 60 Millionen Mart gekostet. Der Krieg wird verschleuderungs- Politik ist. Dabei haben wir noch ange- Buraentratie weichen müssen. Die Revolution müsse kommen, werde schwerlich weniger als 300 Millionen Mark kosten. Nehmen nommen, was bei allem Optimismus selbst Dr. Rohrbach nicht vorbereitet und stehe bereits vor der Tür. ivir an, daß die folgenden 20 Jahre nur einen Zuschuß von annehmen wird, daß Südwestafrita in 20 Jahren 25000 Farmer Ebenso wiesen alle anderen Redner, 15 an der Bahl, ohne alle 140 Millionen erheischen würden und daß bereits in zwei zählen wird. Günftigenfalls werden es statt der 25 000 Scheu auf die Berbereitungen zur Revolution unter den Arbeitern Jahrzehnten die 25 000 Farmerfamilien in Südwestafrita an- vielleicht 5000 sein. Dann würde dem Reiche jeder Farmer und Refervisten hin. Auch zwei Frauen ergriffen das Wort, un gesiedelt wären. Selbst in diesem ganz unwahrscheinlichen nicht 20 000, sondern 100 000 M. gekostet haben! unter anderm für die Gleichstellung der Frauen mit den Männern Falle würde die Ansiedelung von 25 000 Farmerfamilien Eine solche Kolonialpolitik führt allerdings nicht zur einzutreten. Deutschland das respektable Sümmchen von 600 Millionen Weltherrschaft". Und wenn sie nach innen unbegrenzt" ist, Bon den Gemäßigten unter der Intelligenz wagte, außer Mark gekostet haben! Mit anderen Worten: für die so nur deshalb, weil sie allerdings die Perspektive auf un- dem Vortragenden, niemand gegen diese Stimmung anzufämpfen. Die„ Voffische Zeitung", bie auch für Rußland russisch- freisinnig Ansiedelung einer jeden einzelnen Arbeiterfamilie würde das begrenzte Möglichkeiten der Steuerausplünderung Deutsche Reich, d. h. das deutsche Proletariat, das jalder Massen eröffnet! 9 Als der Vorsitzende die Anwesenden ersuchte, die Verbreitung von revolutionären Aufrufen zu unterlassen und die Gastfreundschaft ber Juristen zu achten, wurde er ausgepfiffen. ist, hält diese Haltung für unflug, da eine Spaltung im gegnerischen Prozeß Gorki und Königsberg. Ein offizielles Telegramm meldet: Wir haben von den Lippen des Reichskanzlers die Frage gehört, ob wir denn wegen Marokko einen Krieg beginnen sollen," schreibt Graf Pfeil.„ Wir möchten darauf antworten: Wenn gar nichts weiter übrig bleibt, dann ja, tausendmal ja. Wir sind von des Hammergottes Geschlecht und es ziemt uns, mit dem Hammer Land zu erwerben." Lager die Regierung stärke. Mit diesen Argumenten und diesen Janstaltungen greift, wenn die deutsche Diplomatie es zuläßt, Mitteln hat das deutsche Bürgertum die Sache der deutschen Revo- daß der höchste Vertreter des Deutschen Reiches selbst in das lution so gründlich verpfuscht, daß sie noch heute politisch in halb- durch den französisch- englischen Vertrag unter die moralische, russischen Verhältnissen leben! wenn auch nicht formale Oberherrschaft von Frankreich gestellte Land geht, so ist es durchaus begreiflich, daß man im Auslande aufs höchste beunruhigt ist. In jedem Falle ist das Alle Berufskreise seien, behauptet Graf Pfeil, einig in ihrer Vorgehen Deutschlands nicht zu billigen. Will man etwas Forderung. Werden doch alle gleichmäßig von den Maßnahmen jener Richtung der öden Weltherrschaft vorzugehen, die doch der als der Handel haben ein Interesse daran, daß unseren AnErnsthaftes in Marokko, so würde das bedeuten, um jeden Preis in der Regierung in dieser Richtung betroffen, sowohl die Industrie will man aber nichts als einen Besuch und ein bißchen Erwerb eines Teiles von Marokko würde für unseren Handel Kaiser in seiner Bremer Rede nachdrücklichst abgewehrt hat. sprüchen auf Marokko die Achtung nicht versagt werde. persönliche Einflußnahme, so wäre dieser Aufwand erst recht von wesentlicher Bedeutung sein: bedenklich, da er unnötigerweise das Mißtrauen in die deutsche Politik verschärft. Es ist beschlossen worden, Magim Gorki dem Gericht zu übergeben unter der Anklage der Anfertigung von Broklamationen, die den Zweck hatten, die bestehende Staats- und öffentliche Ordnung umzustoßen. Der Angeklagte hält sich augenblicklich in der Nähe von Riga auf; es geht das Gerücht, daß seine Gesundheit stark gelitten hat. Falls die Schuld des Angeklagten bewiesen wird, so tritt gegen ihn nach dem Gesetz die höchste zulässige Strafe von drei Jahren Festung in Kraft. Der Die Regierung Marokkos legt dem Handel allerhand Hindernisse in den Weg, die seine Ausbreitung nach Möglichkeit erschweren. gessen werden, daß seit der Publikation des französisch- englischen Will man die Frage richtig würdigen, so darf nicht ver- Wir erinnern nur an die Chikanen, unter denen die Ausschiffung der Waren in den verschiedenen Häfen leidet, weil die Frachtbote und deren Benugung Monopole der Regierung sind. Ferner aber Die gelinde Höchststrafe, von der das offizielle Telegramm liche Agitation inszeniert worden ist, die auf nichts Geringeres Abkommens seitens des Aldeutschen Verbandes eine leidenschaftwird die Vevölkerung durch ein rücksichtsloses Steuersystem redet, klingt seltsam. In Königsberg mußten sich Deutsche ausgebeutet, so daß ihre Kauftraft sich jährlich mindert statt wegen Hochverrats gegen Rußland verantworten, weil Schriften abzielt, als auf eine Annettion oder doch wenigstens zu steigen." bei ihnen gefunden worden waren, in denen nur theoretisch- Wir in Deutschland wissen, daß hinter dem Alldeutschen Ver- einmischung. Er läßt schon ein schlechtes Steuersystem als eine Aufteilung Marottos zugunsten Deutschlands. Man sieht, Graf Pfeil ist kein Freund der Nichtallgemein über die Notwendigkeit einer Umgestaltung der russischen Verhältnisse diskutiert wurde; das sollte bereits band nicht viel mehr steckt, als der lärmende Wahn einiger einen ausreichenden Grund gelten, sich ein Land zu annekHochverrat sein, der nach russischem Rechte mit dem Tode Universitätsprofessoren und Kolonialfanatiker. Der Alldeutsche tieren. Danach könnte allerdings auch das Deutschland der durch den Strang bestraft würde. Jegt werden wir Verband hat zwar Vertreter im Reichstag bis in die national Bucherzölle( von Rußland zu schweigen) von anderen offiziell belehrt, daß selbst für die Abfaffung von Aufrufen, die liberale Partei, aber diese Vertreter schweigen im Reichstag, Hammervölfern" erobert werden. zum Umsturz der Staatsordnung auffordern, nur eine Höchststrafe oder wenn sie reden, fo stellen sie doch niemals die Fordevon drei Jahren Festung in Frage kommt! rungen, die in den Schriften und Versammlungen des Alldeutschen Verbandes erhoben werden. Seitdem der Prof. Hasse aus dem Reichstag verschwunden ist, dessen ewiger Schmerz die Konkurrenz des alldeutsch antisemitischen Liebermann v. Sonnenberg war, und Graf Reventlow die Vertretung des Aldeutschen Verbandes übernommen zu haben scheint, ist die Stritik im plumpen Größenwahnstil, die der Alldeutsche Verband treibt, im Reichstag fast völlig verschwunden. Man kann es aber dem Ausland nicht verdenken, wennes, sei es aus Unkenntnis oder aus Bosheit, die Einflußlosigkeit unserer All- Man werde einwenden, daß man ein Land wie Marokko Marokko sei das Jdealland zur Besiedelung mit Deutschen. deutschen ignoriert und ihre Aeußerungen für die Aus- nicht ohne kriegerische Unternehmungen würde unterwerfen blanderungen der eigentlichen Herzensgeheimnisse der Regierung und der Parlamentsmehrheiten betrachtet. Die Proklamation der Scharfmacher. Petersburg, 25. März.( Offizielle Meldung.) Bertreter des Börsenkomitees und der Judustrie haben in einer Beratung über die von den Industriellen in der Arbeiterfrage zu beobachtende Haltung beschlossen, ohne die Regierungsmaßnahmen abzuwarten und un abhängig davon ein eigenes Programm selbständig durchzuführen. Angesehenste Vertreter der Industrie unterzogen die Regierungspolitik in der Arbeiterfrage als eine Politik der Zugeständnisse der Kritit. Ein von den Industriellen entworfenes Programm empfiehlt eine entschiedene Haltung gegen die Arbeiter; die Politik der Regierung sei schwach, die Forderungen der Arbeiter feien übermäßig und unbegründet. splat snl out Kein Empfang der Semstwos. Petersburg, 25. März. Der für heute angesetzte Empfang der Abordnung des Moskauer Semftwo beim Minister des Innern Bulygin hat nicht stattgefunden. Es heißt, die Abordnung sei gestern beim Minister erschienen, aber nicht empfangen worden und heute nach Moskau zurückgekehrt. Unruhen. " Marokko," so führt Graf Pfeil weiter aus, bietet vor allem die Häfen, die Deutschland dringend braucht. Was soll uns eine Marine nützen, die selbst bei größerem Umfange, als fie von allen Seiten behindert und in ihren Häfen interniert werden fann. Nicht eine einzige Kohlenstation besigen wir am Rande des Atlantischen Ozeans, wo unsere Schiffe anlaufen, wo sie Kohlen erhalten können, um ohne fremde Unterstützung die Orte zu erreichen, wo unsere politischen oder Handelsinteressen das Erscheinen unserer Seewehr erfordert." " fönnen: Der Ansicht sind wir allerdings auch, aber was schadet das! Wir haben Elsaß und Lothringen auch nur im Wege friegerischer Unternehmungen erhalten und freuen uns heute des Besitzes." Graf Pfeil behauptet weiter, daß er die Regierung über die Notwendigkeit und die Mittel der Annektion Marokkos seit Jahren unterrichte: Heute sind wir nicht in Unkenntnis über die Lage im Lande; alles ist seit langem vorbereitet und seit Jahren ist die Regierung nicht nicht nur durch den Verfasser unterrichtet, to in welcher Weise unsere Interessen in Marokko gewahrt und gefestigt werden könnten. Wir wissen, was wir bei einer Besizergreifung zu erwarten haben würden. Wir wissen aber auch, wo wir den Hebel anzusehen hätten. Wir wissen, welche Teile des Landes die für uns begehrenswertesten sind, welche Gegnerschaft wir Bit erwarten hätten, inwieweit und wie wir in den Verhältnissen im Lande selbst eine Unterstügung finden würden. Unsere Reisenden haben das Land nach allen Nichtungen durchzogen, unsere Kauflente Beziehungen angeknüpft, deren Ausbau uns mit leichter Mühe einen ungeheuren Einfluß im Lande schaffen würde." Dazu kommt, daß die alldeutschen Agitatoren und Schriftsteller in einer Hinsicht durchaus die logischen Konsequenzen ziehen, zu welcher die Politik der Reichsregierung, wenn sie denn irgend einen Sinn haben soll, führt. Das Ausland muß es als lächerlich empfinden, daß das Deutsche Reich sich eine Weltmachtflotte baut, ohne doch zu beabsichtigen, über den lächerlichen Stolonialerwerb, den sie besigt und den ihr niemand streitig macht, hinauszugehen. Man kann sich im Ausland nicht vorstellen, daß diese Flottenmilliarden nur zu Paradezwecken verausgabt werden, und die Alldeutschen werden auch nicht müde, in Reden und Schriften auseinanderPetersburg, 25. März.( Offizielle Meldung.) In der einer aufegen, wie finnlos es wäre, wenn man die Flotte baute englischen Gesellschaft gehörenden Baumwoll- Spinnerei und und nicht endlich auch an profitablen Solonialerwerb denke. Weberei Spaßki und Petrow zerbrachen Arbeiter wegen Nicht. Darum verfährt der Alldeutsche Verband vom Standpunkte bewilligung ihrer Lohnforderungen die Webstühle und zerschnitten einer Weltmacht- Flottenpolitik aus ganz folgerichtig, wenn er bald in Brasilien, bald in Kleinasien, bald in Marokko die Treibriemen. Um der Zerstörung des Fabrikeigentums Einhalt zu tun, wurden Truppen herbeigeholt und die Fabriken Solonialeroberung verlangt. Marotto verloren?" so ist ein Mahnruf in geschlossen. Auch die Alexandrowsche mechanische Fabrik wurde legter Stunde" betitelt, den der Rechtsanwalt Ela ß- Mainz, Voltes verschwenderisch und alle übrigen Nationen aufIn dieser Weise wird mit dem Blut des deutschen gestern geschlossen. Bachmut, Gouvernement Jekaterinoslaw, 25. März. der in der Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes sitzt, im reizend gespielt. Wir wissen, daß die Audeutschen weder im ( Offizielle Meldung.) Die Stadt ist infolge mehrerer gestern borigen Jahre veröffentlicht hat." Wir sehen uns übergangen," Volte, noch in den Parteien, noch auch, wie wir hoffen, Aber muß nicht abend verübter frecher Ranbmorde ist äußerster Erregung. Fast ruft der Verfasser in seiner Stritit des französisch- englischen in der Regierung irgend eine Stütze finden. Vertrages: im Auslande der Eindruck entstehen, als ob die übergleichzeitig sind nämlich ein Händler in seinem Laden und ein Auf eine Stufe mit Spanien gestellt, fehen wir uns be- raschende Schwenfung der jetzigen Politik teine andere BeBäcker und ein Bauer auf der Straße ermordet worden. Eine Stunde vorher hatte eine bewaffnete Bande die Wohnung trogen um einen Besit, auf den wir ebenso viel Anspruch hatten, deutung habe, als die in den erwähnten Broschüren gekenn wie Frankreich, dies alles, obgleich dereinst verkündet wurde, zeichneten Vorbereitungen endlich zum letzten Handstreich zu eines Kaufmanns überfallen. teine große Entscheidung darf mehr fallen in der Welt, ohne daß führen? Diese wilde und wüste Agitation tennen und nügen der deutsche Kaiser mitredet." die Engländer und Franzosen aus. Die deutsche Regierung Weiter heißt es: Maroffo fann und darf uns nicht verloren sein: die politische hat ja oft genug versichert, daß sie an solche Abenteuer Weltlage, die Notwendigkeit deutscher Festsetzung in Maroffo politik nicht denkt. Aber sie hat doch das Abenteuer von werden die Mittel an die Hand geben, im legten Augenblid für Siautschou, den Hunnenzug und andere romantisch- blutige un3 zu retten, was eine selbstsichere weitschauende Staatskunst Irrfahrten unternommen. Alle offiziösen Beschwichtigungen niemals durch Unentschlossenheit und Zaudern hätte aufs Spiel sind deshalb naturgemäß ohne Kredit im Auslande. setzen dürfen." Gapon und die Einigung der Sozialisten. Gapon hat an das Internationale sozialistische Bureau in Brüssel die folgende Erklärung gerichtet: Um verschiedene Mißverständnisse zu vermeiden, die der Sache der bewaffneten Erhebung des russischen Volles für das tägliche Brot"( aus den Forderungen in der Petition der Petersburger Arbeiter) schaden könnten, der Erhebung, welche allein die Interessen der arbeitenden Massen zu sichern und den zweckmäßigen und fruchtbaren Boden für den wirklichen Sieg der Prinzipien des Sozialismus in Rußland zu schaffen vermag; so auch aus der Befürchtung, in meinem Drang zur Wahrheit und Freiheit auf dem Wege meiner eigenen Ueberzeugung gebunden zu sein, ersuche ich das Internationale sozialistische Bureau, die ſozialistischen Organe zu benachrichtigen, daß indem ich mich zum zweitenmal an die sozialistischen Parteien Rußlands mit dem Ruf wende, möglichst mit der Einigung zwischen ihnen sich zu Beeilen, um die geeinigten planmäßigen Altionen für die Vorbereitung des bewaffneten Aufstandes in Rußland zu unter nehmen, halte ich die Frage meines offiziellen Beitritts an die eine oder andere sozialistische Partei nicht für zeitgemäß und für mich persönlich noch offen. Mit brüderlichem Gruß Es lebe der internationale Sozia Hamus!" verbleibe ich Georg Gapon. Das Attionskomitee des Internationalen sozialistischen Bureaus meint, daß es seine Vollmachten nicht überschreitet, wenn es an die russischen Genossen verschiedener Organisationen mit dem Ersuchen sich wendet, dem Vorschlage Gapons gegenüber sich günstig zu verhalten und dem ermutigenden Beispiele unserer französischen Freunde au folgen. Das Brüsseler Bureau ersucht die bevollmächtigten Delegierten anderer Parteien, bei allen russischen Gruppen darauf zu bestehen, daß in dem jezigen entscheidenden Moment mindestens die Einheit des Kampfes zu verwirklichen sei. Die Rewoluzionnaja Roffija", das Drgan der SozialistenRevolutionäre fügt dem u. a. hinzu: " Von Anfang ihrer Tätigkeit an hat unsere Partei damit begonnen, daß sie eine Einigungsnote in das Chaos der Zwiftigfeiten und Streitigkeiten, welche das sozialistische Lager zerrissen haben, zu bringen sich bemühte... Wir bleiben auch jetzt bei unserer Ueberzeugung, froß allen Vorkommnissen; wir traten stets und treten auch heute noch für alle Versuche ein, die Einigung zum fräftigen Angriff gegen den gemeinsamen Feind zu verivirt lichen; zur Verwirklichung solcher Einigkeit batte es an uns nie gefehlt, und fehlt es auch heute nicht. Politische Ueberlicht. Berlin, den 25. März. " " R Gerade weil wir der Ansicht sind, daß die Weltkriegs gelüfte der Alldeutschen feinerlei Rückhalt in den maßgebenden Stellen finden, darum bedauern wir umsomehr den schweren Fehler dieser Marokkofahrt, hinter der nun viel mehr gesucht Die deutsche Staatsleitung ist verpflichtet, von sich aus sofort wird, als hinter ihr steckt. die marokkanische Frage dadurch für uns zur Erledigung zu bringen, Friedliche Einflußnahme zur rechten Zeit, dagegen kann daß sie alles südwestlich der Wasserscheide liegende Land ein niemand Einwendungen haben. Aber nach anscheinendem schließlich ber ganzen atlantischen Küste Marokkos für das Deutsche langen Gehenlassen plötzlich und überraschend außerordentliche Reich in Besit nimmt. Herr Claß begnügt sich dann mit der Besizergreifung von Westmaroffo und er faßt seine Betrachtungen in die Forderung zusammen: Wegen der Nachbarschaft Algiers soll Frankreich der nord: Wegen der Nachbarschaft Algiers soll Frankreich der nord- attionen wie diese Maroffofahrt veranstalten, das rechtfertigt östliche Teil Maroffos mit der Mittelmeerküste gern gewährt jeden Argwohn und diskreditiert selbst die Geltendmachung berechtigter Interessen. werden, aber den Südwesten mit der atlantischen Stüfte Die internationale Verstimmung und die wachsende müssen wir verlangen, kraft des sittlichen Rechtes der Not- Isolierung Deutschlands ist aber gerade von nationalem wendigkeit, die am letzten Ende allein der richtige Maßstab im Standpunkt aus um so bedauerlicher, weil sie gänzlich unnötig Bölferleben ist und bleiben wird". und ohne jeden Ertrag ist. Springpolitik. Auf ein bißchen Strieg kommt es diesen Alldeutschen gar nicht an. Auf die Frage des Reichskanzlers" heißt es in dieser Die„ Nordd. Allg. Ztg." fährt fort, die Marokko- Affäre Schrift:„ Ob wir Marokko haben wollen, fofte es was es wolle, sezen wir die Gegenfrage entgegen, ob er den Frieden haben wolle, zu verschärfen. Sie übernimmt zunächst ein Pariser Teletofte er, was er wolle! Das ist von vornherein eine elende gramm der Köln. 8tg.", in welchem bestritten wird, daß die Staatskunst, die nur zweierlei fann: Krieg oder nichts. Aber ab- deutsche Regierung von dem Abschluß des französisch- englischen gefehen davon, wenn Lebensinteressen des Volkes auf dem Abkommens über Maroffo unterrichtet worden ist. Die entSpiele stehen, wenn die Ehre des Reiches angetastet wird, gegenstehenden Behauptungen der französischen Presse werden sollen wir dann vor einem Krieg zurückschrecken? als unrichtig bezeichnet, dann fährt das Telegramm fort: werden behandelt wie Spanien greift das nicht an unsere Ehre? Das letzte Bollssiedelungsgebiet wird uns entrissen ver stößt das nicht gegen ein Lebensinteresse? Für was geben wir un geheuere Summen Jahr aus Jahr ein für unser Heer, für unsere Flotte aus, wenn man von vornherein entschloffen ist, feinen Krieg zu führen? Dazu sind wir nicht reich genug, um beide für Baradezwecke zu unterhalten." Was tun," fragt der Verfasser weiter: Wir stellen die Forderung, daß das Deutsche Reich, um durch die Tat Berwahrung einzulegen, gegen die ihm durch Frankreich und England erwiesene Mißachtung, um einer weltpolitischen Notwendigkeit nachzukommen, den Südwesten Marokkos besetzt. Und um den Franzosen zu zeigen, daß wir auch noch da sind und daß man uns doch noch nicht ungestraft auf der Nase herumtanzen darf, stellen wir die weitere Forderung, daß durch Erklärung von deutscher Seite der Artikel 11 des Frankfurter Friedens außer Kraft gefest wird, durch den wir Frankreich die Meistbegünstigung zugestehen." In einer weiteren jüngst erschienenen Flugschrift des Die Annektion von Marokko. Alldeutschen Verbandes erörtert Dr. Joachim Graf von Pfeil Wenn Deutschland zur Zeit des Abschlusses des Marokko- die Frage: Warum brauchen wir Marokko"? Graf Pfeil vertrages zwischen England und Frankreich auch seinerseits sich hat als junger Mann mit dem Hängepeters zusammen die bemüht haben würde, wirtschaftlichen Einfluß in dem Lande zu erste deutsche afrikanische Kolonie erworben, mit deren Uebergewinnen, so wäre gegen diese friedlichen Bestrebungen nahme durch das Reich dann die glorreiche deutsche Kolonialauch vom Standpunkt der Sozialdemokratie nichts ein- politik begann. Dieser bewährte Flaggenhisser also rechnet zumenden gewesen. Wenn man aber jetzt, nachdem man bereits damit, daß mit Waffeugewalt Deutschland fich ein Jahr lang den Vertrag gleichgültig hingenommen bei der Aufteilung Marokkos seinen Platz an der Sonne hat, plötzlich zu 10 ganz außerordentlichen Versichert: „ Die französische Regierung hat niemals eine Mitteilung weder an den deutschen Botschafter noch an einen anderen Vertreter des Reichs gelangen lassen, die nach Fassung und Inhalt als eine solche amtliche Kenntnisgabe bon französischer Seite über die Verhandlungen, die zu dem englisch- französischen Abkommen führten, oder über den Abschluß und den Inhalt dieses Abkommens deutscherseits hätten angesehen werden können; der von der deutschen Regierung in der Theorie und in der Pragis ständig vertretene Standpunkt ist demgemäß auch der, daß sie von diesem Abkommen keine amtliche Kenntnis hat." Die„ Nordd. Allg. 8tg." erklärt, diese Mitteilungen als richtig bestätigen zu können, und fügt hinzu: " Nach dem damaligen Berichte unseres Botschafters in Paris über die erwähnte Unterredung vom März 1904 bewegten sich die spontanen Aeußerungen des Ministers Delcassé im Rahmen allgemeiner und unverbindlicher Betrachtungen. Wir waren daher vollkommen berechtigt, darauf hinzuweisen, daß bisher keine Garantien gegen eine den wirtschaftlichen Interessen Deutschlands nachteilige Aenderung des status quo in Maroffo vorliegen. Daß ferner unser Hinweis auf Tunis angemessen war, lägi derjenige Teil der Pariser Blätter erkennen, der, wie das" Journal des Debats", ausdrücklich aus Maroffo ein Seitenstück zu Tunis machen möchte. Auch was bisher über das Programm des französischen Unterhändlers in Fez bekannt geworden ist, stimmt nicht mit der früheren Versicherung des Ministers Delcassé, daß er vor allem die Erhaltung des status quo( bisherigen Zustands) in Marokko anstrebe." an Afien. Diese neuen offiziösen Erklärungen sind im höchsten Maße britter Angeklagter, der Sergeant Heinrich Kindermann, ist aus Die jetzt geltende Bestimmung, wonach man nur in dem Kreise ge geeignet, der Diplomatie des deutschen Reichskanzlers einen dem hiesigen Militärgefängnis flüchtig geworden und später wählt werden kann, wo man wahlberechtigt ist, soll aufgehoben sehr bedenklichen Schein zu geben. in Antwerpen verhaftet worden; eine Auslieferung dürfte voraus- werden. Plößlich wird herausgefunden, daß die Mitteilungen sichtlich nicht zu erzielen sein. Nach der Anklage haben die GeDelcassés gänzlich ungenügende gewesen sind, daß an Berliner nannten in den Monaten Mai bis August vorigen Jahres UebungsChinesische Unruhen? Amtsstelle noch nicht einmal Kenntnis vom französisch- englischen 1e bungen befreit, indem sie solche Leute als frank" in die mannschaften gegen Entgelt von der Teilnahme London, 25. März. Die„ Morning Post" meldet aus Shanghai Abkommen vorhanden ist, daß keine Garantien gegen eine Berlesungslisten einschrieben und sich dafür in den einzelnen Fällen unterm 23. März: Eine christen- und fremdenfeindliche Erhebung ist Schädigung der wirtschaftlichen Interessen Deutschlands in bis zu 30 Mark zahlen ließen. Während Scherschel im wesent in der Stadt Kiating( Provinz Szetschwan) ausgebrochen. Die AufMarokko gegeben sind. Plöglich soll Delcassé nur all- lichen geständig war, bestritt Side, dem außerdem Urkunden- ständischen schlugen die zur Unterdrückung der Bewegung ausgefandten gemeine und unverbindliche Betrachtungen" gegenüber dem fälschung und militärischer Diebstahl vorgeworfen wurde, jede chinesischen Truppen zurück. Es wird befürchtet, daß es zu blutigen deutschen Botschafter gemacht haben. Es ist aber wiederholt Schuld. Die Durchstechereien gelangten ans Tageslicht, als Ausschreitungen kommt. darauf hingewiesen worden, daß Graf Bülow sich am eines Tages in einer Effener Wirtschaft ein Gast öffentlich erklärte, Amerika. 12. April 1904 im Reichstag über das Abkommen ausge an Kindermann zu wenden, der verstehe das Handwerk und verrate sich seit einigen Jahren eine immer stärker auftretende Neigung beum von militärischen Uebungen loszukommen, brauche man sich nur Zum Negerproblem. Bei den Negern in den Südstaaten macht sprochen hat, das nunmehr amtlich in Berlin nicht bekannt das Waterland für 10 Mark. Auf Grund der Bestimmungen der merkbar, nach dem Norden der Vereinigten Staaten auszuwandern sein soll! Auch ist bisher nicht Widerspruch gegen die Be- Strafprozeßordnung wurden heute eine Reihe von Zeugen wegen und dort in den großen Städten sich niederzulassen, wo sie nicht fo hauptung der in diesen Dingen meist nicht ununterrichteten All- Berdachts der Mittäterschaft nicht vereidigt. deutschen erhoben worden, daß Frankreich schon im Spät Scherschel lautete auf fünf Monate Gefängnis und De- Der Gouverneur eines Südstaates machte diese Erscheinung fürzlich Das Urteil gegen sehr der Verachtung und Verfolgung ausgesetzt sind wie im Süden. herbst 1903 in Berlin wegen der Auseinandersetzung über gradation, dasjenige gegen Side auf 14 Monate Gefängnis zum Thema einer Rede, die er in New York hielt und womit er viel Marotto angefragt habe. und Degradation. Aufmerksamkeit erregte. Er warnte den Norden, daß auch für ihn Zur Naturgeschichte der Majestätsbeleidigungen. Aus Köln ein Negerproblem entstehen könnte, je mehr die Schwarzen die wird uns geschrieben: Der Schuhmacher Gustav Pudewig wurde Südstaaten verlassen. Im Süden sei viel Unzufriedenheit unter im Dezember von der Straffammer in Köln wegen Majestäts- den farbigen Landarbeitern, auch dort streben sie danach, in die beleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Aeußerung Städte zu gelangen, und ergreifen mit Begierde jeden ErwerbsBerurteilte reichte ein Gnadengesuch ein. Dieses wurde der Staats- befizen, reisen fie fort nach den Städten im Norden, wo sie den war in der Kneipe erfolgt und in der Trunkenheit begangen. Der zweig, der ihnen in der Stadt geboten wird. Sobald sie die Mittel anwaltschaft zugesandt. Infolge einer neuen Aussage des Polizei- weißen Arbeitern als Konkurrenten für alle Arbeiten, zu denen feine fommissars Streichert in Köln- Ehrenfeld wurde das Wiederaufnahme- besondern Kenntnisse nötig sind, sehr gefährlich werden. Verfahren eingeleitet. Der Schuhmacher erklärte, er sei ein sogenannter Neger ziehen fort, weil sie im Norden nicht so sehr als Menschen Quartalsfäufer; zuzeiten gehe er„ Maßnehmen" und dann komme zweiten Grades behandelt werden, aber der Süden zieht daraus nicht er tagelang nicht zur Besinnung. Der Polizeikommissar bekundete etwa die Lehre, daß man die schwarzen Mitbürger besser behandeln in der neuen Verhandlung: Der Angeklagte jei total betrunken ge- müsse, um sie an die Scholle zu fesseln. Im Gegenteil hält man es wesen, habe andern Tags noch entfeßlich nach Alkohol geduftet, ge- für einen Fehler und macht es dem Norden zum Vorwurf, daß er die schwankt und sei immer noch nicht nüchtern gewesen. Die Straf- Ansprüche der Neger teilweise erfüllt. Es kommt darin nicht nur der Haß und die Verachtung der Weißen gegen die Schwarzen zum fammer tam infolge dieser Aussage zur Freisprechung. Ausdrud, sondern man ist hauptsächlich in Unruhe und Sorge darüber, die billigen und willigen Neger als Arbeitstiere auf den Farmen zu verlieren oder zur Unbotmäßigkeit aufgereizt zu sehen. Wenn durch das französisch- englische Abkommen deutsche Intereffen benachteiligt werden, dann hat die Reichsregierung ihre Pflicht versäumt, indem sie nicht zu rechter Zeit die Wahrung der deutschen Interessen betrieb. In diesem Falle konnte und mußte die Regierung während der monatelang dauernden Beratungen zwischen Frankreich, England und Spanien ihre Wünsche anmelden und es ist nicht abzusehen, warum nicht eine friedliche Verständigung ohne Schwierigkeiten hätte erreicht werden sollen. So aber läßt man die anderen interessierten Staaten lange Zeit unter einander verhandeln, man erklärt n Reichstage, das Abkommen enthalte feine Spitze gegen irgend eine andere Macht, und nach Jahresfrist in sprunghafter Plöglichkeit wird die Welt mit der Behauptung überrascht, Dentschland kenne das Abkommen nicht und habe keine Garantien gegen Schädigung seiner Interessen. Diese Diplomatie der jähen Wandlungen ist wahrlich nicht geeignet, im Ausland Vertrauen zu deutscher Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit zu fördern! Ein Majestätsbeleidigungsprozeß. Vor der Nürnberger Strafkammer, so wird uns dorther geschrieben, hatte sich der Wäscheantworten. Zemm befand sich eines Tages mit anderen Gästen in einsammler 2 emm wegen Beleidigung Wilhelms II. zu vereiner Wirtschaft, wo gegen Mitternacht über die Entfernung zwischen Unter diesen Umständen aber erscheint es besonders ver- Nürnberg und Neumarkt gestritten wurde. Auf den Vorschlag eines werflich, den Besuch des Monarchen in Tanger zu Gastes wurde der Sulzbacher Kalender herbeigeholt, um die genaue inszenieren. Will die deutsche Regierung etwa den ver- Stilometerzahl festzustellen. Dem Kalender war das Bild des Kaisers späteten Versuch unternehmen, durch das französisch- englische vorgeheftet. Als Lemm dieses erblickte, foll er nach der Anklage geAbkommen angeblich bedrohte deutsche Interessen zu schützen, fagt haben:„ Der Kaiser ist..."( folgt ein oft gebrauchtes dann darf sie das monarchische Ansehen nicht in einer auf Schimpfwort). jeden Fall untergeordneten und in ihrem Fortgang ungewisse Angelegenheit aufs Spiel segen. Ueber die Lage in Kamerun schreibt die Nordd. Allg. 8tg.": " Wenn die Diplomatie durch Ungeschick und gereizte bezogen habe. Rivalität die deutsch- französischen Beziehungen zu verschärfen und zu verbittern unternimmt, so wird sich die öffentliche Meinung in Deutschland wie in Frankreich diesem schädlichen Beginnen eindringlichst widersetzen. Die französische Sozialdemokratie hat deutlich bekundet, daß sie um Maroffos willen keineswegs Unfriedlichkeit mit Deutschland dulden will. Die deutsche Sozialdemokratie erhebt ebenso Protest gegen grundlose und unnüze Bedrohungsnoten an die Pariser Adresse. Deutfches Reich. beten. war, Die Ermordung des Kaufmanns Kundenreich ist der einzige Fall von Unruhen, den der Gouverneur auf die ausdrückliche Aufforderung der Kolonialabteilung namhaft macht. Nach Privatnachrichten, die über den Kongo hierher gelangt sind, ist eine ausreichende Sühne durch die Bestrafung der beteiligten Eingeborenen bereits erfolgt. Gewerkschaftliches. Berlin una amgegend. Die in dem Kampfe, den die Berliner Schildermaler Die Friedensarbeit der Scharfmacherverbände zeigt sich auch mit einem Teil der Arbeitgeber ihres Berufes führen müssen, in Ein früherer Hausierer, nunmehr städtischer Arbeiter Neiß vollster Klarheit. Zweifellos wäre der die Unternehmer bei weitem mann, spielte den Denunzianten und beschwvor vor Gericht, daß mehr als die Arbeiter schädigende Konflikt schon lange in Güte bei gelegt, wenn es nicht einigen besonders selbstgefälligen Schilder= die Aeußerung der Anklage entsprechend gelautet habe. Von anderen malerei- Inhabern gefallen hätte, auch einmal im Scharfmachen gegen Was will denn der Reichskanzler? Die„ Nordd. Allg. 3tg." Beugen wurde bekimdet, daß Semm von Gästen darauf aufmerksam die Arbeiter sich zu versuchen. Aber allein brachten die guten Leute verrät hierüber nichts; sie droht nach Paris und sagt nicht, gemacht worden sei, wenn ein Unrechter diese Aeußerung gehört dieses Kunststück gar nicht fertig, sondern sie mußten sich dabei vorwohinaus das Drohen foll. Sie sagt auch nicht, hätte, werde er bestraft. Früher hatte der Denunziant angegeben, nehmlich auf die bereitwillige Diensteifrigkeit des Unternehmerwarum nicht, sofern Grund zu deutscher Beschwerde vorliegt, Lemm habe das Bild des Kaisers aus dem Kalender geriffen, zer- Agitators, des Generalsekretärs Nasse, stüßen. Und der Herr entsprechende diplomatische Verhandlungen mit Frankreich ein- knüllt und mit den denunzierten Worten in eine Gde geworfen. besorgte denn seiner Meinung nach die Sache auch gründlich. Inr geleitet sind. Die Springpolitik ist zugleich eine Politik Der Kalender wurde aber vor Gericht gebracht und enthielt das Bild umsehen hatte man in einer nur von einem kleineren Teile der in sinnlosen Alarms, durch die lediglich Gegensäglich noch unversehrt. feiten und Mißtrauen zwischen Frankreich und Deutschland beschworenen Zeugenaussagen nicht davon überzeugen konnte, daß fation gebildet. Die neugebackene Arbeitgeber- Vereinigung der Das Gericht sprach den Angeklagten frei, da es sich troß der Frage kommenden Unternehmer besuchten Versammlung am 5. März eine neue Gruppe in der scharfmacherischen Unternehmer- Organigeschürt werden. die fragliche Aeußerung wirklich gefallen sei oder sich auf den Kaiser Schilderfabrikanten nahm ihre Aufgabe gründlich, denn in einer put zweiten Versammlung erklärte man die Forderungen der Arbeiter in Bausch und Bogen für unannehmbar! Ferner erklärten die stark gewordenen Fabrikanten, daß sie nun überhaupt nur noch mit Nach einem hier eingegangenen Telegramm des Gouverneurs ihren" Leuten und nicht mehr mit„ dritten Personen" verhandeln von Kamerun vom 24. März ist die Lage im Schutzgebiet seit dem wollten. Herr Nasse sah seinen Weizen blühen und großmütig schuf Telegramm vom 13. d. M., nach welchem jede unmittel- er den trocken gesetzten Schilderfabrikanten, die mit den Arbeitern bare Befürchtung ausgeschlossen auch die Arbeit aufgeben mußten, einen Arbeitsnachweis. Der Herr verändert. Mit der Möglichkeit eines Buli- Angriffes wird Generalsekretär bermittelt sogar selbst. In den bürgerlichen gerechnet, und deshalb ist ribi verstärkt worden. Vor- Blättern der größeren auswärtigen Städte sucht man nach Ersatzläufig ist alles ruhig. Die Verwaltung im Südosten hat fräften. Von Hannover, Hamburg, Dresden, Leipzig und Breslau unter Hinweis auf die Gärung an verschiedenen Stellen und auf aber kommen keine Arbeitswilligen. U e berall find die Kollegen die im November vorigen Jahres erfolgte Ermordung des organisiert und pfeifen auf Herrn Nasses Arbeitsvermittelung, die Kaufmanns Kundenreich gleichfalls um Verstärkung ge- in den fleineren Provinzstädten wird man feinen Erfolg mit dieser naiberweise nur unorganisierten Leuten zugute kommen soll. Auch Adolf Wagner, unter den heutigen deutschen Professoren der Kommt aber wirklich ein fremder Kollege Werbemethode haben. Nationalökonomie unzweifelhaft einer der bedeutendsten, feierte hierher, so wird, er bald erkennen lernen, daß er eben nur als gestern seinen 70. Geburtstag, und die deutsche bürgerliche Presse Lückenbüßer zu gelten haben soll. Jedenfalls funktioniert der„ Nasse" hat diesen Anlaß benutzt, dem Jubilar lange Lobeshymnen zu Arbeitsnachweis recht schlecht. Die Kosten dafür trägt der kleine Unternehmer. Diesen fann doch durch solche Manöver nur die widmen. Wenngleich Professor Wagner früher, als noch in Deutschnadte Wirklichkeit verschleiert werden. Man wartet und verläßt land das liberale englische Manchestertum Bedeutung hatte, vielfach Was die Ermordung des Kaufmanns Kundenreich anlangt, sich ihrerseits auf den Arbeitsnachweis, bewilligt die Forderungen von seinen liberalen Gegnern " Sozialist" bezeichnet von der in dem Telegramm des Gouverneurs die Rede war, so der Arbeiter nicht und geht mit offenen Augen dem Bankrott worden ist, steht er, wie seine„ Grundlegung der hat sich dieser Fall am 21. November vorigen Jahres ereignet, entgegen. Denn auf Zuzug von tüchtigen Ersatzkräften für die ausDekonomie" politischen Genüge zur beweist, nicht nur in zwar der äußersten ständigen Arbeiter ist nicht zu rechnen. Und zu alledem drängt die Südostecke bon unserem wirtschaftstheoretischen Denken fern, sondern auch seine Kamerun, die durch Hunderte von Meilen unbewohnten Urwaldes Kundschaft, häufen sich die Aufträge bei den 25 Firmen, die schon ganze Auffassung der heutigen wirtschaftlichen Entwickelungstendenzen von dem übrigen Schutzgebiete getrennt ist. Jeder Zusammenhang bewilligt haben, an. Das sieht der fleinere Unternehmer, aber ihn dieses Falles mit einem allgemeinen Aufstande ist deshalb der bindet die Organisation der großen die Hände. So wird man den und der sich aus diesen ergebenden Interessentämpfe ist der unserem Natur der Sache nach gänzlich ausgeschlossen. Eine amtliche Leineren Schilderfabrikanten aufreiben und bald aus der entgegengesetzt. Das hat wieder deutlich bei den letzten Zollkämpfen Berichterstattung des Gouverneurs in dieser Angelegenheit hat Konkurrentenliste streichen können. Die größeren Firmen aber feine Stellungnahme zur Frage vom Agrar- und Industriestaat gebisher nicht vorgelegen und konnte nicht vorliegen, da die Ver- werden sich dann weidlich ins Fäustchen lachen. Sie können es an zeigt, in der er die Arbeiterforderungen als ziemlich bindung zwischen dem Gouvernement und der Sanga- Ngoto- fcheinend nach aushalten, während neben ihnen so und so viele nebensächlich behandelte und sie dem sogenannten berechtigten Station, eine außerordentlich schwierige ist und längere Zeit er- leine zusammenbrechen werden. In der gleichen noblen Weise Anspruch der Landwirtschaft auf eine angemessene Ren- fordert. Dagegen sind der Süd- Kamerun- Gesellschaft über den arbeitet man auch gegen die Kundschaft. Damit diese sich immer tabilität völlig unterordnete; das das hat ferner seine leiden- Kongo Nachrichten über das Vorkommnis und über die erfolgte wieder vertrösten und hinziehen läßt, schwindelt man ihr vor, daß Bestrafung der Eingeborenen vor einiger Zeit zugegangen. ein Generalstreit der Berliner Schildermaler besteht und demnach schaftliche Verfechtung der Welt- und Flottenpolitik bewiesen, die ihn vor einigen Jahren hier in Berlin zu einer öffentlichen Diskussion Troß dieser offiziösen Erklärung wird mit der Möglichkeit, ja wohl überhaupt keine Schilder angefertigt werden können. Das mit Bebel verleitete. Dennoch kann man Wagner als Mann und Wahrscheinlichkeit eines Aufstandes gerechnet werden müssen. Die ist eine grobe unwahrheit. Ein Generalstreit der Schildermaler Gelehrten seine Hochachtung nicht versagen. Seine Werke zeugen Ursachen der Erbitterung der Eingeborenen haben wir fürzlich besteht nicht! 26 Firmen haben bereits die ge fürzlichmäßigten Forderungen der Arbeiter bewilligt Diese Ursachen sind zu beseitigen, wenn man den Aus- und ihnen ist es mit Heranziehung der auss nicht nur von einer bedeutenden Arbeitskraft, sondern zugleich von angedeutet. borurteilslosem Streben nach Erkenntnis. Seine Forschung in die bruch der Verzweiflung der Eingeborenen verhindern will. Mit ständigen Kräfte ein leichtes, fämtlichen Anzünstlerisch- akademische Schablone einzuzwängen, hat Wagner stets Verstärkung der Schutztruppe, ist gar nichts getan. Sehen wir forderungen der Kundschaft gerecht zu werden. abgelehnt und sich nie gescheut, Ansichten auszusprechen, die sowohl doch, daß sich die Hottentotten in Südwestafrifa erhoben, trotzdem Dies zur Steuer der Wahrheit. Die Arbeiter haben die Mittel, der lieben liberalen Mittelmäßigkeit, als den jeweilig in sich bereits 10 000 Soldaten im Lande befanden. Möge das den Kampf noch viel länger, als er schon dauert, weiter zu führen. den Regierungsfreifen obherrschenden Anschauungen widersprechen. In Kolonialamt schleunigst dafür sorgen, daß die ihm- wie wir wieder. Den Schaden werden aber zum größten Teil die kleineren Unter= dieser Hinsicht und als tüchtiger akademischer Lehrer, der seine holen bekannten Mißstände beseitigt werden. Nicht nur in Einzel- nehmer tragen. Schüler anzuregen, zu eigenem Denken und Forschen anzuspornen fällen, sondern generell! weiß, verdient Professor Wagner alle Anerkennung; höchst sonderbar ist es aber, wenn die bürgerliche Presse ihn als den großen Theoretiker der Nationalökonomie feiert. Sie beweist damit nur, wie fremd ihr selbst die ökonomische Theoretik und deren Entwickelung geblieben ist. als und Husland. Italien. Rücktritt des Ministeriums. Die Die gesamte Arbeiterpresse aber bitten wit nochmals, die Werbungen des UnternehmerArbeitsnachweises für Schildermaler in den bürgerlichen Provinzblättern zu beachten und die Maler allerorts bor Zuzug zu warnen. Rom, 25. März. Deputiertentam mer. Minister ständigen, noch als Antwort auf den in den aus- und inländischen In der gestrigen Streifversammlung beschlossen die AusStreifbrecherannoncen enthaltenen Passus, wonach nur Unorganis fierte eingestellt werden sollen, von den Unternehmern außer der Anerkennung des Tarifs usw. auch die unbedingte Anerkennung des Stoalitionsrechtes der Arbeiter zu fordern. Zeugniszwang. An den Berliner Vertreter der Lippischen Tittoni erklärt, das Kabinett trete zurück. Landeszeitung", Redakteur Står de, will die Justiz ein besonderes Entlassungsgesuche befänden sich schon in den Händen des Beispiel der Berwerflichkeit des Zeugniszwanges statuieren. Stärde Königs, der sich seine Entscheidung vorbehalten habe. Die ist wiederum in Zeugniszwangshaft genommen worden. Man will Minister blieben bis zur Erledigung der laufenden Geschäfte aus ihm den Namen desjenigen herausbringen, welcher der„ Lippischen und im Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Landeszeitung" das famose" Diesseits"-Telegramm des Herrn Kekule Ordnung vorläufig in ihren Aemtern. Tittoni bittet die b. Stradonig an den lippischen Landtags- Vizepräsidenten Herrn Hoffmann zugänglich gemacht hat. Herr Stärde ist wegen Zeugnis- Stammer, sich zu vertagen. Die Sitzung wird hierauf aufberweigerung bereits mit Geldstrafe und Inhaftierung bestraft gehoben. worden. Die Behörde stellt seine journalistische Ehre auf hartnäckige Probe.Auf Grund des gestrigen Votums der Kammer wird das neue Ministerium die Reaktionspolitik des Ministeriums Giolitti fortzusehen suchen. Ob freilich mit besserem Erfolge?-lichen Angebot von 18 M. mit der Maßgabe, daß dieser Satz bei Schweden. Die Lohnbewegung der Handelsgärtnergehülfen. In der am Freitag abgehaltenen, wieder sehr stark besuchten Versammlung erstattete Albrecht Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeitgebern. In der Hauptfache: der Forderung eines Wochenlohnes von 20 M., fonnten die Arbeitgeber zu feinem Ent gegenkommen bewegt werden. Sie verharrten bei ihrem ursprüng General v. Endres, der bekannte bayrische Militärbevollmächtigte brancheunkundigen Gehülfen und solchen im ersten Jahre nach der in Berlin, der im Reichstag wiederholt eigenartig in die Debatte Lehrzeit um 10 Broz. gekürzt werden kann. Die Arbeitgeber werden eingriff, wird nunmehr, wie schon angekündigt wurde, als Kommandeur der zweiten Division nach Augsburg gehen. An seine Der Wahlrechtsvorschlag der Sozialdemokratie. Hjalmar Branting in ihrem Verhalten hinsichtlich der Lohnfrage durch den christlichen Stelle tritt Oberst Freiherr v. Gebsattel, bisheriger Chef des hat am Mittwoch in der Zweiten Stammer im Namen der sozial Verband des Herrn Behrens bestärkt, der mit der Arbeitgeber Generalstabes des dritten Armeekorps. demokratischen Gruppe einen Vorschlag zur Wahlrechtsreform ein- Organisation einen Tarifvertrag für drei Jahre mit dem Lohn gebracht, der im wesentlichen mit dem von unseren Parteigenossen fag von 18 M. abgeschlossen hat, der auch im Falle Pflichtvergeffene Sergeanten. Vor dem Düsseldorfer Kriegs- im vorigen Reichstag vorgelegten übereinstimmt. Das Wahlrecht soll eines Streits des Algemeinen deutschen Gärtnervereins Arbeits gericht hatten sich die aus einer sechsmonatigen Untersuchungshaft allgemein sein für alle über 21 Jahre alten Männer; die Wählbar- willige stellen würde. Der Forderung auf Einführung eines pari vorgeführten Sergeanten Peter Scherschel und Franz Wilhelm feit mit dem 25. Lebensjahr eintreten. Das Reich soll in 230 Wahl- tätischen Arbeitsnachweises stimmen die Arbeitgeber zu, derselbe Side vom Bezirkskommando in Essen zu verantworten. Ein treise eingeteilt werden, die je einen Abgeordneten zu wählen haben. foll dem Zentralverein für Arbeitsnachweis angegliedert werden. und bezüglich der übrigen Forderungen ist eine Verständigung zwischen -den beiderseitigen Vertretern erreicht worden. Der Referent bezeichnete die Zugeständnisse der Arbeitgeber als äußerst gering- sügige. Der bewilligte Lohn bedeute keine Verbesserung der gegen- wältigen Verhältnisse. Dagegen müsse der zugestandene paritätische Stellennachweis als eine Errungenschaft angesehen werden, auch sei die Anerkennung der Organisation gegenüber den bisherigen Zu- ständen als ein Fortschritt anzusehen. Der Redner empfahl trotz der geringfügigen Zugeständnisse die Annahme deS Tarifs für e i n Jahr. Gewiß würden die Gärtner ihre Forderungen gegenwärtig durch einen Streik durchsetzen können, aber sobald die günstige Kon- junktur nachlasse, würden Maßregelungen folgen und der christliche Verband würde Ersatz für die Gemaßrcgelten schaffen. Unter diesen Umständen und da ein Tarifvertrag immerhin ein erstrebenswertes Verhältnis sei, möge man die Vorschläge der Arbeitgeber annehmen. Es handele sich nur um ein Jahr und nach Ablauf desselben würde man jedenfalls nachholen, was jetzt nicht erreicht werden konnte, besonders wenn man die Zeit ausnutze zur Stärkung der eigenen und zur Bekämpfung der Quertreibereien der christlichen Organisation. Dem Referat folgte eine ausgedehnte Diskussion. Die meisten Redner traten ans denselben Gründen wie der Referent für die An- nähme des Vertrages ein. Vereinzelt wurde aber auch die Pro- klamierung des Streiks gefordert. Schließlich nahm die Versammlung gegen wenige Stimmen eine Resolution an. Dieselbe spricht der Kommission der Gehülfenschaft das Vertrauen der Kollegen aus, bezeichnet die Anerkennung der Organisation durch die Arbeitgeber sowie den in Aussicht stehenden paritätischen Arbeitsnachweis als Fortschritte, die den Gehülfen gemachten Zugeständnisse dagegen als sehr geringfügig, und fährt dann fort: Die Versammlung dokumentiert aber trotzdem ihr ernstes Be- streben nach Abschluß eines Tarifvertrages. Indem sie in Berück- sichtigung zieht, daß es sich vorliegend um den ersten praktischen Versuch in der Kunst- und Handelsgärtnerei handelt, indem sie Ivciter berücksichtigt, daß der Gedanke der Tarifvereinbarung heute bei der Arbeitgeberschaft nur erst wenig entwickelt ist, beauftragt sie die Vertrauenskommission der Märkischen Gauvcceinigung deS Allgemeinen Deutschen Gärtnervereins, den Tarif auf vorläufig ein Jahr mit dreimonatlicher Kündigung abzuschließen, wenn darin folgende Bedingungen erfüllt werden: 1. Der Mindestlohn von IS M. soll im allgemeinen nur als Anfangslohn gelten: darunter darf nur ausnahmsweise und solchen in, ersten Gehülfenjahr stehenden Kräften gezahlt werden, die nicht normal leistungsfähig find. 2. Der Begriff.branchemmkundig" ist dahin zu präzisieren. daß er nicht zur Lohndrückerei benutzt werden kann. S. Irgend welche Kürzung von heute schon höheren Löhnen darf nicht stattfinden. 4. Der paritätische Stellennachweis wird dem städtischen Arbeitsnachweis in Berlin angegliedert. V. Der Tarifvertrag muß bis spätestens am 1. April von beiden Parteien unterzeichnet sein. Sollten diese Bedingungen nicht erfüllt werden, dann vernichtet die Gehülfenschaft ans den ganzen Tarif. Die Vertrauenskommisston wird beauftragt, dann ohne jeden Verzug die ihr erforderlich er- scheinenden Maßnahmen zu ergreifen zur Durchfiihrung der ursprüng- lich von uns gestellten Forderungen. Der Metallarbeitrrstreik bei der Firma Lorenz dauert unverändert fort. Mehrfach hat die Firma jetzt in anderen Fabriken Streik- arbeit unterzubringen versucht, ein Zeichen dafür, daß sie ohne ihre alten streikenden Arbeiter trotz der angeworbenen Arbeitswilligen die Produktion nicht annähernd fortzusetzen vermag. Alle Arbeit aber, die als Streikarbeit erkannt wird, weisen die Mechaniker der übrigen Betriebe ohne weiteres zurück. Kürzlich sind auch noch die Revisionsarbeiter mit in den Ausstand getreten, weil sie, nachdem die alte Arbeit fertiggestellt ist, zur Revision der jetzt hergestellten Streik- arbeit keinen Anlaß mehr hatten. In der gestrigen Streikversammlung wurde u. a. auch wieder über das schroffe Vorgehen der Polizei gegen die Streikposten besonders zur Feicrabendstunde Klage geführt. Dag Verhalten der Polizei gerade zu dieser Zeit wird von den Aus- ständigen als ein nur zu bereitwilliges Eingehen der Beamten auf die diesbezüglichen Wünsche der Firma aufgefaßt. Eine scharfe 5lritik erfuhr sodann das Benehmen des Vorsitzenden Büchtemann vom.Berein Berliner Mechaniker", der zuerst auf Ehrenwort erklärt habe, nach Fertigstellung seiner damals noch unvollendeten Arbeit ebenfalls den Betrieb verlassen zu wollen, der aber trotzdem heute noch bei der Firma tätig ist. Die Lohnbewegung der EisenmSbcl-Polstrrer(Sattler) hat ein befriedigendes Ergebnis gehabt. Die Forderungen der Arbeiter sind bewilligt, nur best einer Firma, welche sechs Polsterer beschäftigt. schweben noch Verhandlungen, die aber ebenfalls zugunsten der Arbeiter enden werde«. Damit kann die Lohnbewegung als mit einem Erfolg der Arbeiter beendet angesehen werden. Der Nutzen der Organisation hat sich kürzlich in augenfälliger Weise bei den im Fabrik-, Land- und HülfSarbeiter-Verbande organisierten Arbeitern der Spritfabrik von Kahlbaum in der Münz- straße bewährt. Daselbst gelang es dem Arbeiterausschuß durch Verhandlungen"mit dem Firmenchef, für die Betriebsarbeiter eine Lohnzulage von 2 M. pro Woche und für bie Hof- und Speicher- arbeiter eine solche von 1 M. pro Woche, sowie eine Verkürzung der Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden zu erzielen. Außerdem wurde allen Arbeitern, die über ö Jahre im Betriebe tätig sind, ein acht- tägiger Sommerurlaub bei voller Lohnzahlung bewilligt. Achtung! Maler. Die Lohnbewegung in Potsdam ist bc. endet. Zwischen der Zwangsinnung und der Vereinigung der Maler usw. wurde ein Tarif, vom 20. März 1005 ab gültig, abgeschlossen. Ter Minimallohn beträgt pro Stunde bb Pf., für Junggehülfen und Anstreicher 50 Pf.— In O r a n i e n b u r g wurde durch VerHand. lung mit der Zwangsinnung zwischen dieser und der Vereinigung der Maler usw. ein Tarif vereinbart, vom 1. April ab gültig. Die Arbeitszeit wird von 10 auf 0 Stunden verkürzt. Der Lohn beträgt vom 1. April ab für Maler 02 Pf., für Anstreicher 47z& Pf. und vom 1. Ottober ab bb Pf. resp. 00 Pf. Die Bezirksleitung. Arbeitswillige zu finden. Jedoch versteht sie es ausgezeichnet, die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Nachdem die Arbeiter es abgelehnt hatten, auf das Ultimatum des Auffichtsratcs und des Scharfmacher-Verbandes einzugehen, erklärte die Firma, nun über- Haupt keine Erklärung mehr abzugeben; es sollten nun die Arbeiter der Firma mitteilen, auf welcher Grundlage sie die Arbeit auf- nehmen wollten. Natürlich fiel die Antwort dahingehend aus, daß die Arbeiter zu jeder Zeit bereit sind, die Arbeit aufzunehmen, wenn die Firma den vor dem Gewerbcgericht unter Beisein deS e r st e n Direktors der Fabrik getroffenen Vereinbarungen zustimmt. Das verstimmt« ja nun die Herren ungemein; fte erklärten durch Anschlag sämtliche Arbeiter für entlassen, Wohl hoffend, daß nun die Streikenden umfallen würden. Als dies nicht geschah, versuchte es die Firma mit einem wohl bis jetzt einzig dastehenden Trick. Sie erließ in sämtlichen bürgerlichen Blättern am Orte Riesen- ins« rate folgenden Wortlauts: Benz u. Cie. Rhein. GaSmotorenfabrik, A.- G. Durch den bei uns„ni u t w i l l i g" herbeigeführten Ausstand waren wir genötigt, durch Anschlag in unserer Fabrik bekannt zu geben, daß die streikenden Arbeiter als entlassen gelten. Wir halten jedoch allen Ar- bcitswilligen ihre Plätze noch für die nächsten Tage frei und ersuchen um schriftliche oder mündliche Meldung unter Angabe der Adresse. Die Direktion. � Diese Inserate, welche in jedem Blatte eine volle halbe Seite einnahmen, reizten nicht nur die Streikenden, sondern die Bevölkerung überhaupt zum Lachen. Jedermann sagte sich, daß, wenn von den Streikenden keiner umfällt, wohl die Plätze noch länger als ,di s nä chst e n Ta ge" frei sein werden und das„groß- mütige" Anerbieten der Firma auf die Unmöglichkeit, die Plätze überhaupt besetzen zu können, zurückzuführen ist. DicS bewiesen die nächsten Tage auch vollkommen. Als die Streikenden ihre Zeit beim Postenstehen besser verwenden zu können glaubten als mit der An. fertigung schriftlicher Meldungen zur Wiederaufnahme der Arbeit, warf die Firma ihre Maske ab und gab in den verschiedensten Orten Deutschlands, hauptsächlich in der„Generalanzeiger"-Presse große Inserate auf, worin sie sofort S00 Schlosser. Dreher, Fräser, Hobler usw. bei hohem Lohne und sofortigen Eintritt sucht. Aber wie die vielen Zuschriften an die Streikleitung aus den verschiedenen Orten beweisen, wird auch dieser Fischzug nicht zu dem gewollten Ziele führen. ES ist bis jetzt noch kein Streikbrecher von auswärts gekommen, und erwarten die Streikenden, daß auch künftig ihnen kein Kollege in den Rücken fällt. Ist dieses der Fall, dann wird die Firma wohl oder übel zu einer Verständigung sich bereit finden äffen müssen. HufltanS. Der Kampf der Wiener Tischlergehülfen dauert fort. Die Einigungsvcrhandlungcn sind gescheitert. Als aus dem Wirrwarr der Verhandlungen ein greifbares Resultat nicht herauszuschälen war, formulierte der Vertreter der Gehülftn, Genosse H u e b e r, eine Resolution, in der die Gehülfen erklären, die von der Vcr- einigung der Tischlermeister Wiens ausgearbeitete Arbeitsordnung, mit Ausnahme der Arbeitszeit, anzuerkennen, während die Meister erklären sollten, daß sie mit den Vorschlägen der Gchülfen über die Arbeitszeit einverstanden sind. Das Entgegenkommen der Gehülfen blieb aber ohne Wirkung auf die Unternehmer, die unter allerlei Ausflüchten ihrerseits sich von Konzessionen zu drücken ver suchten. Darauf brachen die Gehülfcn die Verhandlungen ab. der Verband eine Krankenzuschuh-Kaffe einführen soll. Sowohl der sehr starke Besuch der Versammlung, wie die äußerst lebhasten Debatten gaben Zeugnis dafür, daß dieser Frage in den Kreisen der Mitglieder ein reges Interesse entgegengebracht wird. Nachdem man das Für und Wider nach allen Richtungen erwogen hatte, wurde beschlossen, die Entscheidung in der Versammlung selbst noch nicht zu treffen, sondern eine Urabstimmung der Mitglieder zu ver- anstalten. Zur Abstimmung stehen drei Fragen. Die erste betrifft die Entscheidung, ob die Krankenunterftützung überhaupt eingeführt werden soll, während die anderen Fragen sich auf die beiden Vor- schlage beziehen, die in der früheren Versammlung gemacht wurden und sich auf Beitrag, Höhe der Unterstützungssätze, Karenzzeit usw. beziehen. Die Stimnizettel müssen bis Montag, den 27. d. M., ab- gegeben sein. Falls die Einführung der Krankenunterstützung be- schlössen werden sollte, wird- dieselbe bereits am 1. April eingeführt und sind die Mitglieder, welche länger als ein Jahr dem Verbände angehören, sogleich bezugsberechtigt. Nachdem diese Angelegenheit erledigt war, wurde mitgeteilt, daß die Modellttschler in eine Be- wegung zur Erringuag der neunstündigen Arbeitszeit eintreten wollen. Da die Modelltischler fast ausschließlich in Maschinenfabriken beschäftigt sind, gilt für sie die Arbeitszeit der in denselben Betrieben tätigen Metallarbeiter. Die Modelltischler halten es aber für an- gebracht, daß sie in der Arbeitszeit ihren in der Tischlerei beschäftigten Kollegen näher kommen, die jetzt bekanntlich 02 Stunden in der Woche arbeiten. Charlottcnburg. Die außerordentliche General- Versammlung des WahlvereinS ehrte vor Eintritt in die Versammlungen. veutlcdes Reich. Achtung. Lederarbeiter! Zuzug von Lohgerbern nach Tutt- lingen, Württemberg, Firma Naumann, und Berlin, Firma Steinlein, ist streng fernzuhalten. Der Zentralvorstand. Die Stettiner Schuhmacher ersuchen um Fernhaltung des Zu- zuges, da in der Arnholzschen Holzschuh, und Pantosfelfabrik wegen Lohnreduktion und Maßregelung am Sonnabend die Arbeit nieder. gelegt wurde. Die Schneider Kölns nahmen in einer äußerst zahlreich bc- suchten Versammlung, die vom freien und vom christlichen Verbände gemeinsam einberufen war, Stellung zu dem von den Arbeitgebern vorgelegten Tarif. Die Versammlung nahm einstimmig eine Re- solution an, in der die Versammelten erttärten. nach dem Lohntarif der Arbeitgeber unter keinen Umständen arbeiten zu wollen, und zwar: 1. weil der Tarif ohne Mitwirkung der Gehülfen zustande gekommen ist; 2. weil dieser Tarif wesentlich schlechtere Sätze ent- hält, als der demnächst ablaufende. Die Versammlung ermächtigt die Lohnkommission, falls die Arbeitgeber den von ihnen und von den Gehülfen ausgearbeiteten Tarif als Vorlage für einen von der Lohnkommission der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer gemeinsam neu auszuarbeitenden Lohntarif ansehen wollen, sofort in Verhand- hingen einzutreten. Das Ergebnis wird in einer in kommender Woche abzuhaltenden Versammlung mitgeteilt. Die Versammlung nahm auch Stellung gegen den geplanten Jnnungsnachweis.— Die Schneider in Leipzig sehen dem Ausgange des Kampfes sehr zuversichtlich entgegen. Zu den Firmen, die sofort bewilligten, sind noch eine Anzahl hinzugekommen; freilich sind es solche, die dem Arbeitgebervcrband nicht angehören. Ter Streik bei Benz«. Eie.. Rheinische Gasmotorcnfabrik in Mannheim, dauert unverändert fort. Bis jetzt ist es der Firma, trotz der krampfhaftesten Anstrengungen, nicht gelungen, In der letzten Versammlung des Sozialdemokratischen Wahl Vereins für den zweiten Berliner RcichstagS-Wahlkreis hielt Reichs tags-Abgeordneter F. L e s ch e einen Vortrag über die EntWickelung der Sozialreform in Deutschland. Es war ein Stückchen Kultur- geschichte, was Redner aufrollte, indem er die einzelnen Phasen preußisch-deutscher Sozialreform unter Berückjichtigung ihrer sozialen und politischen Bedingungen durchging. Er stellte, entgegen den Behauptungen mancher Gegner, fest, daß im letzten Grunde doch die Sozialdemokratie die treibende Kraft gewesen sei, ohne die die Gesetzgebung zur Schaffung von Versicherungsgesetzen nicht in Be wegung gekommen wäre. Zu einer durchgreifenden Sozialreform rechnet er nicht nur die Verbesserung der Arbeiterversicherungs- Gesetze, sondern auch einen weitergehenden Schutz der noch gesunden Arbeiter und Arbeiterinnen, die gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit, die Verbesserung der Betriebsstätten, die Hebung der Lebens- Haltung der Arbeiterklasse. Ein freies Koalitionsrecht. nicht ge- fährdet durch polizeiliche Schikane, sei hierzu die Hauptsache. Von einer solchen durchgreifenden Sozialreform sei man aber heute weit entfernt. Aufgabe der Arbeiterschaft sei es. sich zu organisieren, nach allen Richtungen hin ihre Macht mehr und mehr zu entfalten und ihren Einfluß auf die Gesetzgebung zu erhöhen.(Lebhafter Beifall.) Nach kurzer Debatte schloß der Vorsitzende Werner die Versammlung mit dem Bedauern, daß sie so verhältnismäßig schwach besucht gewesen sei, obwohl eS sich hier um den dichtbevölkerten Süden handele. Einer ausserordentlichen Generalversammlung des Verbandes der Möbelpolierer im großen Saale des Gewerkschaftshauses lag der Jahresbericht für 1004 vor. Bezüglich des Kassenberichtes vcr- weist ex auf das Protokoll vom letzten Telegiertentag«. Aus dem Jahresbericht, den Nitschke erläutert, ist zu entnehmen, daß durch die Aussperrung 410 Kollegen direkt in Mitleidenschaft gezogen wurden. Davon waren 380 zu unterstützen. Für die Ausgesperrten wurden vom 0. Oktober 1S04 bis 25. Februar 1903 an Unterstützungen 78 118 M. gezahlt. 240 kranke Kollegen erhielten 0436 M. Krankenunterftützung. An ArbeitSlosen-Unterstützung wurden 12 327,40 M. ausgezahlt. Die Benutzung der Bibliothek hat gegen 1903 erheblich zugenommen. 1903 wurden 787 Bände entliehen, 1904 aber 1616 Bände. Nitschke führt das zum Teil auf die Aussperrung zurück. Man sähe hier, entgegen den Behauptungen der Unternehmer, daß die Arbeiter es verständen, ihre freie Zeit für Bildungszwecke auszunutzen.— Die Gesamtsumme aller im Jahre 1904 gezahlten Unterstützungen beträgt 82 023 M.— Den Uebertritt zum Holzarbeiter-Berband be- traf der nächste Puntt der Tagesordnung. Nitschke gab den Bericht der Kommission. Er konnte mitteilen, daß die gestellten Be- dingungen anerkannt worden seien. Insbesondere ist auch die Fort� führung der Krankenunterftützung gewährleistet.— Ohne Debatte nahm die Versammlung mit übergroßer Majorität folgende vom Vorstand vorgeschlagene Resolution an: „In Erwägung, daß die Frage deS Uebertritts in den Deutschen Holzarbeiter-Vcrband vor dem letzten Delegiertentag in allen Bezirken eingehend durchbcraten wurde, lsie Delegierten die Ansichten der Mandatgebcr genau kannten und daraufhin den UebertrittSantrag annahmen; in fernerer Erwägung, daß der Holzarbeiter-Verband alle von der Kommission gestellten Bc- dingungcn ohne weiteres zugestanden hat, beschließt die Ver- sammlung: zum 1. April tritt der Verband der Möbelpolierer mit seinem gesammten Mit- gl i« der- wie Vermögensbestand als Sektion dem Deutschen Holzarbeiter-Verband bei. Die Mitglieder des Möbelpolierer-Verbandes verpflichten sich, mit derselben aufopferungsvollen Begeisterung für das Gedeihen der neuen Organisation einzutreten, wie sie eS bisher für ihren Ver- band getan haben." Die Maifeier soll begangen werden wie in den früheren Jahren. Die Versammlung stimmt dem zu.— Von der Neuwahl eines Kassierers ftir die Zeit bis zum Uebertritt wurde Abstand ge- nommen. Bis dahin wird Ku ß die Kassierergeschäfte weiter führen. ES wurden dann noch eine Anzahl Branchen- und Verbands- angelegenheiten erledigt. Die Vertrauensmänner deS Holzarbeiter-BcrbandeS beschäftigten Tagesordnung daS Andenken der beiden verstorbenen Mitglieder Kind und Zehe durch Erheben von den Plätzen. Tann hielt Rcichztags-Abgeordneter Förster- Hamburg einen beifällig auf- genommenen Vortrag über die Reichs-Finanzpolitik, in welchem er den Zollwuchcr und die Pumpwirtschaft, durch ivclche die finanzielle Misere des Reiches herbeigeführt ist, mit treffenden Worten geißelte.— Ter nächste Punkt der Tagesordnung lautete: Ersatzwahl des Vorstandes und der Bezirksführer. Hierzu teilte der Vorsitzende, Genosse Schmidt, mit, daß die Vorgänge im Char- lottenburger Wahlverein vor kurzem auch die kombinierte Vorstands- sihung des Kreises aufs eingehendste beschäftigt haben. Bekanntlich hatte der Vorstand zwei Genossen eine Rüge erteilt, weil sie einen Antrag auf Boytottierung des Bernstemschen„Neuen Montags- blattes" nicht beim Wahlverein eingebracht, sondern mit Ueber- gchung der Organisation an die Berliner Vertrauensleute gesandt und in der„Leipziger VolkSzeüung" veröffentlicht hatten. Die Mitgliederversammlung, an welche die Genossen sich beschwerde« führend Ivandten, hatte die Rüge für unberechttgt erklärt, weshalb der gesamte Vorstand und neun von den zehn Bezirksführern ihre Aemter niederlegten. Die Delegierten sämtlicher Vorstände des Kreises haben in dieser Angelegenheit einstimmig folgende zwei Resolutionen gefaßt: 1.„Tie kombinierte VorstandSsitzung des Kreises erklärt, daß Genossen, welche Aktionen, an welchen die Partei beteiligt ist, vornehmen wollen, zunächst ihrer Organisation davon Mitteilung zu machen haben." 2.„Die kombinierte Vorstandssitzung des Kreises mißbilligt das Zurücktreten des Vorstandes und der BezirkZführer Char- lottcnburgs von ihren Aemtern. Sie ist der Meinung, daß hierzu in keiner Weise Veranlassung gegeben war. Im Interesse der Gesamtpartei erwartet die kombinierte Sitzung, daß die be. treffenden Parteigenossen ihre Tättgkeit in der alten Weise wieder aufnehmen, soweit nicht andere Gründe vorliegen." Infolgedessen hat noch vor der Versammlung eine Sitzung des Vorstandes und der Bezirksführer stattgefunden, in welcher ein- stimmig folgende Resolution beschlossen wurde: „Die heutige Sitzung des Vorstandes und der Bezirksführer unterwirft sich den Beschlüssen der kombinierten VorstandSsitzung des Kreises, und verpflichten sich die Beteiligten, soweit eine Neu- Wahl noch nicht stattgefunden hat. ihr Amt wieder anzunehmen." Die Versammlung erklärte gegen eine ganz geringe Minderheit ihre Zustimmung zu dieser Resolution. Infolgedessen konnte von Wahlen— für den ersten Vorsitzenden hat eine Neuwahl bereits in der letzten Versammlung stattgefunden— Abstand genommen werden.— Weiter teilte der Vorsitzende mit. daß sich für den ständig ausdehnenden zweiten Bezirk eine Teilung notwendig ge- macht habe. Für den neuen Bezirk 2a haben die betreffenden Mit- glieder den Genossen W u t t k e zum Bczirksführer vorgeschlagen. Die Versammlung bestätigte denselben. Weissensee. In einer öffentlichen Protestversammlung referierte Genosse Albert Taubmann über das Thema:„Die Fünf- nndzwanzigjahrfeicr und wie stellen sich die Arbeiter hierzu?" Einleitend machte der Redner darauf aufmerksam, daß den Ge- meindevcrtretern bisher immer eine nähere Begründung der einzelnen Vorlagen gegeben wurde, dies aber bei diesem Puntt der Tages- ordnung in der Gemeindevertretung ausblieb. ES könnte mithin daraus gefolgert werden, daß die Gemeindevertretung für diese Feier eine größere Summe bewilligen soll. Daß die Arbeiter keine Veranlassung haben, irgendwie etwas für die Feier zu tun, legte Redner in ausführlicher Weise dar. So machte er auf die miserablen kommunalen Zustände aufmerksam, auf den Armen-Etat sowie auch darauf, daß di«. arbeitende Bevölkerung immer als Stiefkind der herrschenden Gesellschaft betrachtet wird, was in ganz besonderer Weise daraus ersichtlich ist, daß den Kindern der Reichen in dem kürzlich hier geschaffenen Progymnasium jährlich 131,00 M., den Kindern der Armen dagegen nur 44,00 M. Schnlzuschuß pro Jahr verrechnet werden. Auch wäre es angebracht, daß unsere Partei- enossen darauf achten, daß ihre Kinder nicht als Staffage bei dieser seier benutzt werden. An der Diskussion beteiligten sich -egiorowsky, Schmutz, Content, Haak und F r e n tz. Einstimmig nahm die Versammlung die vom Referenten verlesene Resolution an. Die Resolution lautet:„Die heute im„Prälaten" versammelten Bürger und Steuerzahler von Weihensce erheben energischen Protest dagegen, daß aus dem Säckel der Gemeinde irgend ein Betrag zur Deckung der Unkosten aus Anlaß der Fünfiind- zwanzigjahrfeier entnommen werde. Die versammelten Bürger und Steuerzahler erwarten und verlangen, daß sämtliche über» flüssigen Gelder nur zu solchen Zwecken verbraucht werden, die der Gesamtheit der Weißenseer Einwohnerschaft zugute kommen." Diese Resolution ist dem Gemeindevorsteher zugesandt worden. Letzte Naebriebten und Oepelcben. Suez, 23. März.(W. T. B.) Das ganze russische Ge- schwader ist jetzt hier angekommen. Moskau, 20. März.(W. T. B.) Die Abordnung des Moskauer SemstwoS ist heute unerwartet hierher zurückgekehrt. Die Abordnung hatte den Minister deS Innern gebeten, sie zugleich mit der Abordnung der Moskauer Stadtduma zu empfangen, da ihre Petition mit der der Duma identisch sei. Der Minister hatte dies aber abgelehnt. Die Semstwo-Abordnung beschloß darauf, dem Minister ihre Wünsche schriftlich zu unterbreiten, und kehrte zurück. um an der Schlußsitzung des GouvernementssemstwoS teilnehmen zu können. B«m ostasiatischen Kriegsschauplatz. Tokio. 23. März.(Amtliche Mitteilung.) Gegenüber einer kürzlich von der Petersburger Telegraphen-Agentur verbreiteten Meldung, in welcher behauptet Nxir, daß die japanischen Truppen die Chinesen auf dem Kriegsschauplatz schlecht behandelten, wird offiziell erklärt, daß die von den Russen aufgestellten Behauptungen vollkommen grundlos und nichts weiter als böswillige Erfindungen iind. Was den Gouverneur von Liaujang anbetrifft, so ließ er durch ihm unterstellte Beamte unsere Position auSlundschaftcn und hatte dann das Resultat der russischen Armee nach Mulden be- Daraufhin wird er jetzt in Liaujang festgehalten, und es I richtet. sind mit der chinesischen Regierung Verhandlungen darüber im sich in ihrer Versammlung am Freitag wieder mit der Frage, ob Gange, waS mit dem Gouverneur geschehen soll. Vcrantw.Rcd.: Paul Büttner, Berlin. Jnserateverantw.(mttAu»nahmeder.NeueWelt'.Beilage)!TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorivSrtSBuqdr.u VerlagSanstPaulSinger äiEo.,VeriinSV. Hier»« Svetlagenu.llnterhaltnngstzl. Ar. 73. 22. Iahrgavs. 1. KkilU ilts.Amiirls" Kerlim AldsM Zountllg. 26. Marz!M. Partei-I�ackricbten. Das Arbeitersekretariat in First i. L. wird am 1. April eröffnet werden. Die Adresse ist Promenade Nr. S. Es wird gebührenfrei für jedermann zugänglich sein. Hu9 Induftric und Handel Jnsere wirtschaftlichen Interessen in Marokko. Seit der offiziellen Ankündigung, daß Wilhelm ll. auf seiner Nittelmeerfahrt auch Tanger einen Besuch abstatten werde, wie es heißt,.zur Wahrung der erheblichen wirtschaftlichen Interessen de» Deutschen Reiches in Marokko", werden in den größeren und kleineren Artikela der Tagespresse über die Kaiserfahrt naih Marokko allerlei Andeutungen bezüglich einer Gefährdung der deutschen Handels- und Schiffahrtsinteressen in Tanger durch das am 8. April vorigen Jahres zwischen Frankreich und England abgeschlossene so- genannte Marokko- Abkommen gemacht. ohne daß diese Interessen näher erläutert werden. Allem Anschein nach sind recht viele Blätter sich selbst nicht klar über die Art dieser angeblich ge- fährdeten Interessen und greifen das offiziell ausgegebene Schlag- wort unbesehen auf. Hätte nicht aus irgend welchen, bisher noch unaufgeklärten Motiven die Bülowsche Diplomatie den Kaiserbesuch in Tanger inszeniert und sich zur offiziellen Begründung dieser Frühlingsfahrt auf die deutschen Handelsintereffen in Marokko be« rufen, so würden dieselben Blätter, die heute diese Reise als feinen Schachzug Bülowscher Staatskunst preisen, sich jetzt ebensowenig um diese Interessen kümmern, wie sie es bisher getan haben. Als im März vorigen JahreS zwischen England, Frankreich und Spanien Verhandlungen wegen der marokkanischen Fragen schwebten, die dann am 8. April zu dem schon erwähnten englisch-französischen Abkommen führten, das Frankreich in seinen Herrschastsgelüsten über Marokko fast völlig freie Hand läßt, da waren es nur einige Blätter der Hansastädte, speziell Hamburgs, bei denen sich Befürchtungen einer zukünftigen Schädigung der deutschen Handelsinteressen ein- stellten; der größte Teil der Presse nahm von den Vor- gängen kaum Notiz. Es mußte erst die Kaiserfahrt kommen, um fast ein Jahr nach jenen�Vertragsschluß plötzlich allerlei Bedenken zu wecken. Tatsächlich hat Deutschlands Handel mit Marokko, trotzdem seit langem zwischen beiden Ländern ein MeistbegllnstigungSverhältnis besteht, bisher nur eine recht mäßigen Umfang erreicht. Läßt man den jEdelmetallverkehr außer Betracht und berücksichtigt nur den eigentlichen Warenyandel, dann ergeben sich nach der deutschen Händelsstatistik für die fünf Jahre 1398/1903 folgende Wertzahlen: Einfuhr aus Marokko in Ausfuhr aus dem deutschen Zollgebiet nach Marokko 1.46 Mill. M. 1.1S 1.46... 1.38„„ 1,60„„ das deutsche Zollgebiet 1899 4,99 Mill. M. 1900 5.13 1901 3.53„ 1902 3,66„„ 1903 4.44... Die deutsche Einfuhr aus Marokko besteht hauptsächlich aus ge- trockneten Mandeln(1903 für 1,16 Millionen Mark), Leinsaat, Schaf- wolle, Schaf- und Ziegenfellen sowie Wachs, die Ausfuhr Deutsch- lands nach Marokko vornehmlich aus Tuch- und Zcugwaren, Zucker, Waffen und Eisenwaren. Der Warenverkehr ist demnach recht unbedeutend und besonders ÄS Absatzgebiet für deutsche Jndustrie-Arttkcl kommt Marokko kaum in Betracht. Allerdings muß zugegeben werden, daß tatsächlich der deutsche Handel mit Marokko etwas größer ist als diese Zahlen zeigen, d. h. wenn man unter der Bezeichnung.deutschen Handel" nicht nur den eigentlichen Handelsverkehr zwischen beiden Ländern, sondern den sogenannten Warenverkehr versteht, soweft an ihm deutsche Handelsfirmen beteiligt sind, und soweit er durch deutsche Schiffe vermittelt wird. Ein nicht unbedeutender Teil der von Marokko nach Hamburg verschifften Waren geht nämlich gar nicht in das deutsche Zollgebiet ein, sondern wird vom Hamburger Frei- hafengebiet wieder nach anderen Ländern exportiert. Aber selbst, wenn man diesen das deutsche Zollgebiet nicht berührenden Handel mtt in Rechnung stellt, erreicht der deutsch-marokkanische Handel nur etwa die Hälfte de? französischen und noch nicht ein Viertel des englischen Handels mit Marokko. Etwas bedeutender ist der deutsche Schiffahrtsverkehr mit den marokkanischen Häfen, der vornehmlich durch die oldenburgisch- portugiesische Dampfschiffs-Reederei und durch die Slomansche Mittelmeer-Linie vermittelt wird. Im Jahre 1902 liefen in den sieben marokkanischen Häfen: Tanger, Rabat, Larasch, Easablanca, Masagan. Mogador und Saffi im ganzen 265 deutsche Schiffe an gegen 650 englische und 405 französische. Eine große Bedeutung haben also die deutschen Handels- interesscn in Marokko nicht, und soweit solche Interessen vor- handen sind, werden sie durch das englisch-ftanzösische Ab- kommen nur in sehr geringem Maße berührt, denn daß Frankreich. wenn sein polittscher Einfluß auf die marokkanische Regierung in den nächsten Jahren steigen sollte, diesen Einfluß dazu aufwenden wird, den deutsch-marokkanischen Handel zu schwächen, erscheint wenig glaubhaft, sind doch die Marokkaner an diesem Handel, der zumeist im Export marokkanischer Produkte besteht, weit mehr interessiert als Deutschland._ JnteressenkSmpfe in der SpirituSinduftrie. DaS Spirituskartell läuft im Jahre 1908 ab, und seine Leitung arbeitet mit aller Kraft darauf hin. eine Erneuerung zustande zu bringen und die bisher noch außerhalb deS Verbandes stehenden Unternehmungen zum Anschluß zu bewegen. In diesen, Bestreben wird sie durch ein Rundschreiben der nicht zum Kartell gehörenden Ost- deutschen Spritsabrik gestört, die durch allerlei Versprechungen die Brenner vom Verbände wegzulocken und dadurch die Erneuerung des Kartells zu hindern sucht. So zeigt z. B. die Ostdeutsche Sprit- fabrik an, daß sie bereit sei. allen Brennereien, welche ihre Spiritus- Produktion von der Kampagne 1908/09 ab unter den Be- dingungen des GesellfchastsverttageS an die Ostdeutsche Sprit- fabrik liefern. auch wenn sie sich nicht mit Kapital an dem Unternehmen beteiligen, dieselben Gewinnanteile zu be- willigen, welche den Gesellschaftern der Ostdeutschen Spritfabrik auf Grund des GesellschaftSvertrageS für gelieferten Spiritus zufallen. Ferner hebt sie dervor, daß sie ihren btsherigen Lieferanten, die auf Grund des GesellschaftSvertrageS liefern, aber nicht als Gesellschafter beteiligt find, einen ziffcrmäßig festgestellten Mehrerlös gegenüber dem endgültigen Berwertungspreis der Zentrale für Spiritus- Verwertung garanttert habe, und daß sie diese Garantie in Zukunft auch den Nichtgesellschaftern zu gewähren gedenke, sobald an Stelle des jetzt bestehenden, im Jahre 1903 ablaufenden Uebereinkommens zwischen dem Verwertungsverband und der Zentrale ein neuer Ver- trag tritt, der für die Formulierung dieser Garantte die erforderliche Unterlage biete. Darob scheint das Spirituskartell oder, wie es sich offiziell nennt, der„VecwertungSverband deutscher SpirituSfabrikauten" sich böse geärgert zu haben, denn es versendet an seine Interessenten und die Presse ein lange» Rundschreiben, in welchem es nachzuweisen sucht, daß die Ostdeutsche Spritfabrik ihre Versprechungen gar nicht zu erfüllen vermag und die Spiritusbrenner beim Kartell weit besser fahren. .Weil es also", heißt es in dieser Gegenschrift,„im hohen Grade unwahrscheinlich ist, daß die Ostdeutsche Spritfabrik nach dem Jahre 1908 bei der alsdann von Grund aus veränderten Lage der Dinge einen Gewinn erzielen wird, der dem Nichtgesellschaster zu- statten kommt, ist das Anerbieten einer Beteiligung am Gewinn der Ostdeutschen Spritsabrik für die Verkäufer wertlos. Fällt aber ein solcher Gewinn aus, so ist der nach dem Gesellschaftsvertrage der Ostdeutschen Spritsabrik zur Lieferung verpflichtete, aber nicht mit Kapital beteiligte Verkäufer einer nicht unbedenklichen Gefahr ausgesetzt. Die Ostdeutsche Spritfabrik behauptet in ihrem An- erbieten vergeblich, daß der Nichtgesellschaster von den Verlusten der Gesellschaft nicht in Mitleidenschaft gezogen iverden könne. Diese Zusage hält einer näheren Prüfung nicht stand. Denn aus den Betriebs- ergcbnissen der Ostdeutschen Spritfabrik sind satzungsgemäß vorerst die Abschreibungen zu decken und 5 Proz. Zinsen auf das Gesellschafts- Kapital zu zahlen. ES ist durchaus wahrscheinlich, daß nach 1908 die stark verringerten Einnahmen der Ostdeutschen Spritfabrik des öfteren nicht einmal den zur Amorttsation und Zinszahlung erforder- lichen Ertrag erbringen werden." Wahrscheinlich �wird darauf wieder die Ostdeutsche Spritsabrik antworten. Der Streit kann sich noch recht heiter gestalten, bis er schließlich dort enden wird, wo in letzter Zeit so viele derartiger Kartellkämpfe geendet haben: in einem Zusammenschluß beider streitender Parteien zum Zweck gemeinsamer Ausbeutung des lieben Publikums. Zur wirtschaftlichen Lage in Russisch-Polen. Zu der Finanznot der Regierung gesellt sich in Rußland eine stetig zunehmende Ver- schlechterung der Marktlage. Der Handel Warschaus, der sonst im Januar und Februar durch große Austräge an Saisonartikeln der Konfekttons- und Galanterieioarenbranchen belebt wurde, hat in diesem Jahr, wie die.Petersburger Ztg." herichtet, nur geringe Umsätze zu verzeichnen. Es fehlte nicht an Käufern aus den innern Gouvernements, wenn sie auch später als sonst eintrafen, dagegen erwiesen sich die Warenbestände der Warschauer Großhändler als zu gering, obgleich die Nachfrage gegen frühere Jahre merklich zurück- gegangen ist. Die Abschlüsse vollzogen sich mit einigen Schwierig- leiten; verkauft wurde nur gegen bar oder kurzfristige Wechsel. Der englische Arbeitsmarkt hat sich im Monat Februar wesent- lich giiiistiger gestaltet. Die Arbeitslosigkeit, die noch Anfang 1905 erheblich über den Stand des Vorjahres hinausging, ist fast bis auf den Stand von 1904 zurückgegaitgen. Bei den gelernten Arbeitern betrug Ende Februar die Zahl der Arbeitslose» 6,2 Proz. gegen 6,1 Proz. im Parallclmonat des Vorjahres. Die Lage im Kohlen- bergbau zeichnete sich durch eine Steigerung der Fördertätigkeit so- wohl gegenüber dem Vonnonat als aucki gegenüber dem Vorjahre aus. Durchschnittlich arbeiteten die Bergleute im Februar des laufenden Jahres an 5,31 Tagen in der Woche geyen 4,95 Tagen im Januar und 5,19 Tagen im Februar 1904. Die Besserung des Kohlengeschästes ist vor allem auf den loestfälischen Bergarbeiterstreik zurückzuführen, der die Kohlenausfuhr Englands gegenüber dem Vorjahre von 3,36 Millionen Tons auf 3,91 erhöhte. Eine wesentliche Besserung zeigte sich vor allem auch im englischen Eisen- gewerbe. Ziemlich voll beschäfttgt war die Baumwoll- und Woll- Industrie. Im Baumwollgcwerbe ist die Richtung der Löhne seit einiger Zeit wieder energisch steigend. Die Bautätigkeit war im Februar»och äußerst matt, aber zahlreiche Anzeichen sprechen dafür, daß das Baugewerbe in diesem Jahre bettächtlich mehr zu tun haben wird als in den beiden letzten. Trotz der entschiedenen Wendung zur Besserung ist freilich die Arbeitslosigkeit unter den ungelernten Arbeitern noch immer erheblich. Die Zahl der PauperS hat sogar im Februar noch zugenommen. In 35 städtischen Be- zirken kamen auf je 10 000 Einwohner im Februar deS laufenden Jahres 240 Paupers gegen 239 im Januar und 220 im Februar des Vorjahres._ Soziales. Gegen Klingel-Bolle klagte die Mitfahrcrin Frau T. auf Zahlung einer Entschädigung von 90 Mark, eines rückständigen Lohnes von 9 Mark und der Kaution von 3 Mark. Die Klägerin, deren Ver- tragSzeit bis zum 1. April lief, behauptet vorzeitige Entlassung. Von den Vertretern der Meierei Bolle wird dagegen geltend gemacht, daß Klägerin selber die Arbeit niedergelegt habe, also kontrakt» brüchig geworden sei. Die Verhandlung vor dem Berliner Gewerbe. gericht ergab, daß Klägerin öfter Anlaß hatte, sich über Abzüge vom Lohn zu beschweren. Darüber war es zu Streitigkeiten mit ihren Vorgesetzten gekommen. Die Absicht, sie zu entlassen, bestand. Nach der Beweiserhebung hat Klägerin jedoch, ehe es zur Entlassung kam, anläßlich einer jener Differenzen heftig ihre Bücher verlangt und beim Hinausgehen erklärt, sie danke für das Mitfahren. Der Gerichtshof entnahm hieraus, daß die Klägerin selbst die Arbeit niedergelegt habe, und sprach ihr unter Verwerfung der weiter- gehenden Ansprüche nur 7,50 Mark rückständigen Lohn zu. Wenn am Tag« nach dem fraglichen Vorfall ein Vertreter der Firma von einer Entlassung der Klägerin gesprochen habe, so beruhe das auf einem Irrtum und ändere nichts an der Tatsache, daß die Klägerin selbst ihre Entlassung gefordert beziehungsweise die Arbeit selbst niedergelegt habe. Somit habe Klägerin keinen Entschädigungs- anspruch und auch die Kaution von 3 Mark gehe ihr nach dem Ver- trage mit der Firma verloren.— Aus der Verhandlung ist noch von Interesse die Behauptung der Klägerin, daß sie bei einem Wochen- lohn von 9 Mark infolge der üblichen Abzüge mehrfach mit nur etwa 5 Mark nach Hause gegangen sei. Die Königliche Eisrniahn-Brtriebsiuspektton Stuttgart hat dem Stuttgarter Arbeitersekretariat den Entwurf des Fahrplanes 1905 mit dem Ersuchen vorgelegt, Abänderungsvorschläge der Arbeiter- schaff behufs Berücksichtigung mitzuteilen. )Zus der frauenbcwegung. Köpenick. Montag, den 27. März, findet im Lokal von Helling die Mitgliederversammlung des Frauen- und Mädchen-Bildungs- Vereins statt, in welcher Herr Emil Eichler einen Vortrag über: „Preußisches Volksschulelend" halten wird. Die Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Herren und Damen haben als Gäste Zutritt. Der Borstand. Sericdtg-�eitung. Gegen einen bösen Verdacht wehrte sich gestern der Kranken- Wärter Theodor Lannertz vor der I. Strafkammer des Land- gerichtS II. Der Angeklagte lvar Krankenwärter in der Nerven« Heilanstalt des Sanitälsrats Dr. Edel in Charlottenburg. Am 31. Oktober abends wurde in dieser Anstalt ein Kaufmann Löschen eingeliefert, der der Obhut des Angeklagten überwiesen wurde. Dieser hing die Kleider des Patienten während der Nacht in ein Spind und entnahm ihnen am nächsten Morgen ein Portefeuille, welches er dem Oberpfleger übergab. Von diesem wurde es bei der Konferenz dem Sanitätsrat Dr. Edel übergeben und dieser stellte fest, daß sich darin eine Summe von 1250 Nil befand. Die bald darauf in der Anstalt erscheinende Ehefrau des Kranken erklärte aber sofort, daß sich 2250 M. in dem Pottefeuille befinden müssen, mithin ein Tausendmarkschein fehle. Sanitätsrat Dr. Edel benachrichtigte sofort die Kriminalpolizei, deren Recherchen führten aber zu keinem Ergebnis. Nachher hat der Oberwärter im Verein mit einem anderen Angestellten nochmals auf eigene Faust Ermittelungen angestellt und entdeckte schließlich in einer Mauer- nische, die zu dem der Obhut des Angeklagten unterstellten Revier gehörte, den fehlenden Tausendmarkschein. Der Angeklagte besttitt entschieden, den Diebstahl begangen zu haben. Räch seiner unWider» legten Darstellung ist, als der Kranke entkleidet wurde, der Ober- Wärter Ewers zugegen gewesen, hat aber die Vorschrift nicht be» achtet, wonach sofort eine Revision der Kleider der Kranken statt- zufinden hat. Er habe das Zimmer des Kranken erst in der zwölften Nachtstunde wieder betteten. Inzwischen haben andere Personen Gelegenheit gehabt, in das Zimmer hineinzugehen, insbesondere auch die daneben stationierte Nachtwache. Außerdem sei das Porte- monnaie auch am nächsten Morgen doch mehrere Stunden in den Händen des Oberwärters gewesen. In der Nähe der Wandnische. wo der Tausendmarkschein gefunden wurde, habe er in der frag- lichen Zeit gar nichts zu tun gehabt. Da bei dieser Sachlage nicht bloß der Angeklagte, sondern auch andere Personen Zutritt zu dein Zimmer und dem Spinde des Kranken hatten, entsprach der Ge- richtshof ohne weiteres dem Anttage des Rechtsanwalts Jarecki und erkannte auf Freisprechung. Der Angeklagte hat aber doch den Schaden zu tragen, denn er ist infolge dieses Vorfalles aus der Edelschcn Anstalt entlassen worden. Im Zeichen des Bockbieres spielte sich eine kleine Nachtszene ab, welche eines gewissen tragikomischen Beigeschmacks nicht cnt» behrte. Der Ingenieur Wilhelm Hintze, welcher gestern vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I wegen groben Unfugs und unbefugter Amtsanmaßung angeklagt war. kam in der Nacht zum 8. Januar d. I. in feuchtfröhlicher Stimmung die Oranienstraße entlang. Die bösen Geister des Bockbieres, welches H. auf einem Bockbierfest in beträchtlichen Mengen genossen hatte, spukten in dem Kopfe des nächtlichen Spaziergängers gar gewaltig herum und erzeugten eine gewisse nervöse Stimmung, die den Menschen wegen sonst ganz gleichgültiger Dinge in Erregung bringt und zu Dingen verleitet, die er sonst nicht unternommen hätte. An der Ecke der Oranien- und Manteuffelstraße standen die Silber- arbeiter Gebrüder Kunst und der Schleifer Finger, die eben im Begriff waren, sich zu verabschieden. Die nicht übermäßig laut geführte Unterhaltung veranlaßte jedoch den Angeklagten, auf die Gruppe zuzugehen und in gebieterischem Tone Ruhe zu fordern. Als sich die drei jede Einmischung in ihre Angelegenheiten verbaten, erklärte der Angeklagte:„Folgen Sie mir zur Wache,.ich bin Kriminalbeamter!" Die drei Personen gingen auch gutwillig mit. in der festen Meinung, einen Kriminalbeamten vor sich zu haben. Der Angeklagte hatte in seiner Bockbierlaune wohl keine Ahnung mehr, wo er sich befand, und führte die ganze Gesellschaft zweck- und ziellos in den Straßen umher. Schließlich fragte einer der „Festgenommenen", welcher wohl kein besonderer Fußgänger lvar, ob es bis zur Polizeiwache noch weit fei. Als der Betreffende die sonderbare Antwort erhielt, das wisse er(der Angeklagte) selbst nicht, wurden alle drei stutzig und verlangten nunmehr erst energisch, daß sich der angebliche„Kriminalbeamte" legitimiere. Der An- geklagte kramte kurze Zeit in seinen Taschen herum, um dann Plötz. lich wie oesessen loszustürmen. Einer der„Festgenommenen" er» wischte gerade noch den Rockärmel deS Angeklagten, der sich auch richtig von seinen übrigen Bestandteilen loslöste und in seinen Händen verblieb. Mit dem Rockärmel liefen die drei hinter dem flüchtenden„ Kriminalbeamten" her, der nunmehr selbst laut „Schutzmann, Hülfe!" rief. An der Ecke der Naunynstraße wurde der Angeklagte festgenommen und durch einen Schutzmann zur Wache zitiert.— Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte damit, daß ihm das Bockbier einen argen Streich gespielt habe; er selbst könne sich nur noch dunkel an einzelne Borgänge erinnern. Der Gerichtshof unter dem Vorsitz des Landgerichts-Direktors O p p e r- m a n n I glaubte dem Angeklagten, daß ihn nur die bösen Geister des Bockbieres verleitet hatten, einen derartigen schlechten Witz zu inszenieren und erkannte auf nur 5 0 Mark Geldstrafe. Die liebe Eitelkeit hatte die Dienstmagd Agnes Ogel zu einer Handlung verleitet, welche sie mit dem Sttafgefetzbuch in Konflikt bringen sollte. Wegen Gebrauchs einer gefälschten Privat» Urkunde mutzte sie sich vor der zweiten Strafkammer des Land- gerichts II verantworten. Die Angeklagte erschien eines Tages auf dem Standesamt in Berge, um das Aufgebot zu bestellen. Sie legte unter anderem ihren Taufschein vor, in welchem als ihr Ge- burtsjahr das Jahr 1873 angegeben war. Andere Urkunden er- gaben jedoch, daß sie im Jahre 1875, also drei Jahre früher, ge» boren war. Wie die weiteren Ermittelungen ergaben, war die Zahl 1375 in 1873 umgeändert worden. Wer diese Fälschung unternommen hatte, weigerte sich die Angeklagte entschieden, an- zugeben. Ms 27jährige Braut wurde sie getraut. In die Flitter- Wochen hinein kam als überaus unliebsame Störung die jetzt bor» liegende Anklage.— Vor Gericht gab die Angeklagte zu, aus Eitel» keit, jünger sein zu wollen, und aus Furcht, daß ihr damaliger Bräutigam sie als ältere Braut sitzen lassen würde, den gefälschten Taufschein benutzt zu haben. Der Staatsanwalt beantragte drei Wochen Gefängnis, der Gerichtshof beließ es in Anbetracht des offenen Geständnisses bei einer Woche Gefängnis. Arbcitcr-2a»>nriterkolo»»e. Montag abend 9 Uhr, Brunnen» strasje 154: Letzte Ucbungsswnde deS Winterkursus. Vortrag über Kranken- pflege. Gäste willkommen. Beginn des neuen Kursus am Montag, den 15. Mai, abends 9 Uhr, in demselben Lokal. Deutscher sozialdemolratischer Verein.Vorwärts« w Kopen» Hagen. Jeden Sonnabend, 3'/, Uhr abends: Mitgliederversammlung im Berti nslokale, Knabrostrade 3. Allgemeine Familien Sterbckafle. Heute Zahltag: Ackersw. 123 bei Diele und Manannenstr. 48 bei Liebchenschel von 3—6 Uhr. Der„Verein für die Interesse» der Hausangestellten« veran» stallet am 39. März, abends 8'/, Uhr, eine VercinSversammlung in den „Arminhallen, Kommandantensw. 26. Frl. Maria Lischnewska-Spandau, die bekannte Lehrerin und Frauenrechtlerin, wird über.Schulstagen" sprechen. An den Vortrag(chuesjt sich eine Diskussion. Eintritt frei. Eingegangene Druchrchriften.* Die Nummer 7 deS„Süddeutsche« Postillou« ist soeben erschienen. Das TItewlatt zeigt baS Junkertum als nimmersatteS Reptil den Zolltarif mit Haut und Haaren fressend; das Schlutzblid Cecll RhodeS, den Entscheid der Hullkommisston lesend, den ihm der Exprctzbote SatanaS überbrachte. Weitere Bilder ,.KoIoss"aIeS, Arbeit ist des Lebens Würze, Die Pofhnarke Peters von Serbien, geben eine gute Satirc auf politische und soziale Ver» Hältnisse. Aus dem übrigen Text heben wir das Leitgedicht Diplomaten» »oeisheit, Ordensschmerzen, Die Flucht aus Mulden, Monttgnoso, Charakter. könia, Marionetten, Theotte und Praxis. Ein Tag im Reich der Mitte (illustriert), Briese aus Sachsen, Aus dem Tagebuche eines Abdettten und eine Rtenge ticiner Beiträge hervor. Die Nummer ist um 10 Pj. überall erhältlich. Sammlung Göschen: Auswärtige Handelspolitik von Professor Dr. Heinr. Eieveking.(G. I. Göschen, Leipzigs Dr. Paul Rühlmann: Parteien, Staat, Schule.(GerdeZ u. Hödel, Berlin.) Vierter Jahresbericht des Arbeiter-SekretariatS in Lübeck nebst Jahresberichten der Aussichtstommission und deS GewerkschastSkartellS.(Selbstverlag des Arbeiterselretariat» in Lübeck.) Jezek, Lebenslehre, Normales Leben ohne Blut» k r e i s l a u f.(Kampf-Verlag, Bern.) Was ist eine Verfassung? Eine Stimme au? der Demokratie. (Görlitz 1905, Rud. Dülfer.)_ Marktpreise von Berlin am 24. März. Nach Ermittelungen de» kgl. Polizei-PrästdiumS. Für 1 Doppel-Zentner: Welzen"), gute Sorte >7.30-00.00 M.. mittel 00,00-0060 M.. geringe 00,00-00,00 M. Roggen"), gute Sorte 13,70—00,00 M., mittel 00,00—00,00 M., gering« 00,00-00.00 M. Fnttcrgerste»), gute Sorte 16,00-14,80 M.. mittel 14,70 bis 13,60 M., geringe 13,50— 12,40 M. Hafer»), gute Sorte 16.20— 15,50 M.. mittel 15,40—14,70 M., geringe 14,60—13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 15.00-30,00 M. Speisebohnen. weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00— 30,00 M. Kartofleln 10,00-7,00 M. Richtstroh 5,00-4,16 M. Heu 9,00-7,10 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80—2,00 M. Eier per Schock 4,20—2,80 M. •) Frei Wagen und ab Bahn.**} Ab Bah». Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( 6st). Dienstag, den 28. März, abends 8 Uhr, in Boekers Gesellschaftshaus, Weberstraße 17: Versammlung. Tagesordnung: 1. Soldatenmißhandlungen und Militärfuſtiz. Referent: Neichstags- Abgeordneter Genosse Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 2436* Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. VI. Wahlkreis! Dienstag, 28. März, abends 8% Uhr: Volks- Versammlung in Weimanns Volksgarten, Badstraße 56. Zages Ordnung: 219/ 12* II. Wahlkreis. Dienstag, den 28. März 1905, abends 8 Uhr: Versammlung in Habels Brauerei- Ausschant, Bergmannstraße Nr. 5/7. Zages- Ordnung: Orts- Krankenkaffe der Schuhmacher zu Berlin. Montag, den 27. März 1905, im Lokale Landsbergerstr. 31: I. Abends 82 Uhr, General- Versammlung der Vertreter d. Kassenmitglieder. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Max Kiesel über: Friedrich Schiller, wahl eines Borstands. Mitgliedes ein deutscher Dichter. 2. Distuffion. Zahlreichen Besuch erwartet 238/ 10* Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. pro 1905. II. Abends 9 Uhr: General- Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder. Tages Ordnung: Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter! beber die Gehalts, and Rins 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1904. 2. Definitive Beschluß faffung An stellungsbedingungen Beamten Herrn Krause. 3. Verschiedenes. Vertreterkarte legitimiert. 271/15 J. A.: Friedr. Weber, Borsigender, Berneuchenerstr. 3. Morgen, Montag, abends 8%, br, im Gewerkschaftshanse, Engel: Ilfer 15(@aal 1): Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: Freie Kranken- u. Begräbniskasse Schuhmacher u. Berufsg. Berlins. fuffion und Neuwahl der Branchenkommiffion. 3. Abrechnung vom Beis- d. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten fräßdorf über: Die politifche Lage. eines Strankengeld- Buschusses in der Zahlstele Berlin? 5. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Bertrauensmann. J. A.: Adam Bittorf, Fehrbellinerstr. 25. 1. Jahresbericht über die Tätigkeit der Branchenkommission. 2. Disnachtsvergnügen. 4. Wie stellen sich die Klavierarbeiter zur Einführung Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist notwendig. Mitgliedsbuch Die Branchenkommission. Tegitimiert. Verband der an Holzbearbeitungs- Maschinen Branche der Korbmacher! beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 27. März 1905, abends 8%, the, in Kussins Festsälen, Andreasstraße 21: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Der vor dem Einigungsamt mit den Unternehmern abgeschlossene Vertrag und Beschlußfassung über denselben. 2. Gewerkschaftliches. 82/10 Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ist erforderlich. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedbuches. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Sonntag, 26. März 1905, vorm. 9½ Uhr, in der Neuen Welt, Sasenheide 108/114: General Versammlung. Tages Ordnung: 1. Erledigung der Tagesordnung vom 12. März. 2. Stellungnahme zur Generalversammlung in Leipzig.( Vorstandsvorlage, Anträge.) Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Versammlung wird pünktlich eröffnet! Die für hente Sonntag angefekte Eisen- und Metalldreher- Versammlung fällt aus, fie findet am 9. April statt. Die Ortsverwaltung. 113/20 Achtung! Tapezierer! Montag, den 27. d. M., abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: 4. Versammlung. Tagesordnung: ( E. H. No. 27.) Montag, 10. April, abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Mte Jakobstr. 75: General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bericht des Herrn Stumpe über die Tätigkeit der Zentralfommission. 2. Raffenbericht vom 1. Quartal 1905. 3. Innere Kaffenangelegenheiten. 385b Der Vorstand. 1. Bericht der Kommission. 2. Distuffion. 3. Neutwahl der Kommission. Orts- Krankenkasse Branchenangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Mitgliedsbuch legitimiert. Die Kommission. Modolltischler! Montag, den 27. März, abends 8, Uhr, in den Boruffia- Sälen, Ackerstraße 6-7: Versammlung der Modell- a. Fabriktischler und Drechsler. Zages Ordnung: 1. Wann stellen wir unsere Forderungen? 2. Diskussion. lim 7%, nhr ebendaselbst: Vertrauensmänner- Versammlung sämtlicher Betriebe. Das Erscheinen eines jeden Kollegen ist notwendig. Die Branchenkommission. Mittwoch, den 29. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Branchen- Versammlung der Parkettbodenleger Berlins and Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Robert Fendel über Pflichten der Solidarität des Korbmacher- Gewerbes zu Berlin. Montag, den 3. April 1905, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15( Saal VII): Ordentliche General- Versammlung Tages Drdnung: 1. Kaffenbericht. 2. Bericht der Kommission zur Prüfung der Jahres. rechnung. 3. Bericht des Borstandes. 4. Erjahwahl eines Arbeitnehmers. 5. Beschlußfaffung über die Vereinheit lichung der Krankenkontrolle durch den 6. Ver erts- Strantenverein. schiedenes. Bahlreiches und pünktliches Er scheinen erwartet 271/16 Der Vorstand. der Parkettleger Deutschlands. 2. Ergänzungswahl der Branchenkommission. S. 2.: Carl Schwedler, Borsigender. 3. Stellungnahme zur Stärkung unseres Fonds. 4. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung darf fein Kollege von dieser Berfammlung fernbleiben. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Obmann. Treppengeländer- Branche. Montag, den 27. März, abends 8 Uhr: Achtung! Versammlung der in der Werkstatt beschäftigten Tischler Montag, den 27. März 1905, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 21: Oeffentliche Versammlung aller Tapezierer Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Welche Lehren ziehen wir aus der letzten Lohnbewegung in unserem Gewerbe? Referent: Kollege Menze. 2. Diskussion. und Stellmacher. Dienstag, den 28. März, abends 8 Uhr: Achtung! Achtung! Zimmerer! Den Mitgliedern der ZentralKranken- und Sterbekasse der Zimmerer, sowie den Mitgliedern des Verbandes deutscher Zimmerer, Bahnete Berlin, zur Nachricht, daß die Zahlstelle von Bankstr. 47 nach Buttmann- Straße 13 bom 1. April ab verlegt wird. J. A.: F. Schumann. Versammlung der Polierer und Drechsler. 3135 Beide Versammlungen im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72. Achtung! Rohrer! Elegante Anzüge Elegante Paletots Montag, 27. März, abends 8 Uhr, im Lokal Batt, Dragonerftr. 15: bon 7,50, 9, 12, 15, 2c. Mitglieder- Verfammlung. Zages Drdnung: Empfehle mein großes Lager: Sommer- Paletots u. Jackett- Anzüge Rock- u. Gehrock- Anzüge b. 18 M. an, in Zuch u. Kammgarn b. 30 M. Maßanfertigung. 24742* Dey Frack- und Gesellschaftsant. 1. Bortrag des Genoffen Kater über:„ Ernste Beiten erfordern ernfte Anzüge werden verliehen. Sommerfest. 4. Vereinsangelegenheiten. 287/20 Gedanken". 2. Bahl einer Tarifüberwachungs- Kommiſſion. 3. Maifeier und Wilh. Seide, Berlin So., Der Vorstand. 3. A.: Otto Wernicke. 20 Dresdenerstr. 20, Ecke Oranienplatz. In Aubetracht der überaus wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Tapezieres Zentral- Verband der Maurer Deutschlands in dieser Versammlung zu erscheinen. 178/1 De Siehe auch Säulenanschlag am Montag! Der Einberufer. Wer Firmen- Schilder braucht wende sich in erster Linie an die Adresse: Ladewig, Alte Jakobstrasse 83. Tel. Amt I, 9611. Ein Generalstreik der Schildermaler besteht nicht! 25 der leistungsfähigsten Firmen arbeiten Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 29. März, abends 8%, Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29: General- Versammlung für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer sowie der Sektion der Puzer und der Sektion der Gips- und Zementbranche, gleichzeitig der Gruppe der Fliesenleger. Tages L Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht für das Jahr 1904. 2. Diskussion. 3. Bekanntgabe 137/11 des Resultats über die Abstimmung des Tarifvertrages. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Regen Besuch erivartet Der Zweigvereins- Vorstand. Handlungsgehülfen! Handelshülfsarbeiter! Sie bewilligten die bescheidenen Forderungen der Maler seit langem. Montag, den 27. März, abends 9 Uhr, in Buggenhagens Etablissement, Morisplak: Die Adressen dieser Betriebe werden den Interessenten sofort und gern durch die obengenannte Auskunftsstelle übermittelt. Zentral- Verband der Glaser Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Warnung! Eltern! Vormünder! Warnung! Weil uns berichtet wurde, daß in vielen Bezirken Berlins besondere Nachfrage namentlich von Inhabern der Zwergbetriebe nach Glaserlehrlingen ist, warnen wir wegen Berufsüberfüllung dringend vor dem Erlernen dieses Gewerbes und zwar sowohl des Bau, Bleis und Bilder- Glasergewerbes als wie der Glasmalerei. Bereits jezt werden am Drte über 300 Lehrlinge ausgebildet". Nach beendeter Lehrzeit werden bie meisten der jungen Leute fofort entlassen, so daß allein in Berlin laut vorgenommener Berufsstatistik von den 800 Blasern fehr oft zwei- bis dreihundert fast die Hälfte des Jahres arbeitslos sind, auch in anderen Städten liegen die Erwerbsverhältnisse nicht günstiger. Um möglichste Bekanntgabe des Vorstehenden wird gebeten! 3. A.: C. Jahn, Borsigender. 73/5 Für die Sektion der Bleiglafer und Glasmaler: H. Kündig. " Oeffentliche Versammlung. Referenten: Wo bleibt der Achtuhrschluß?"{ Julius Kaliski, Zahlreichen Besuch erwarten Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands. Bezirk Berlin.' A. Zentralverband der Handels-, Transportund Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Stukkateure. 288/1 Montag, den 27. März, abends 8 Uhr, bei Franke, Sebastianstraße 39: Außerordentl. Mitgliederversammlung der Filiale Berlin. Tagesordnung: 1. Das Ergebnis der ersten Beratung in unserer Schlichtungs3. Gipsbildhauer oder 2. Unser Fachblatt und dessen fernerer Vertrieb. fommission. Stuffateur? 4. Unsere Bibliothek und Verschiedenes. Gäfte und nicht zentralorganisierte Kollegen haben Zutritt. Bahlreichen Besuch und die Bertretung jeder Die Ortsverwaltung.[ 173/ 9* Werkstatt in dieser wichtigen Bersammlung erwartet Schöneberg. Sozialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 28. März, abends 8%, 1hr, im Obstschen Saale, Meiningerstraße 8: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste- auch Frauen- haben Zutritt. Zu recht zahlreichem Erscheinen ladet ein Der Vorstand. 15/5 Zentralverband der Schmiede. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 26. März cr., nachmittags 4 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): Arbeiter- Bildungsschule Berlin Orts- Krankenkasse rechts Sonntag, den 26. März, abends 7 Uhr, in Haberechts Festsälen, Gr. Frankfurterstr. 30: Vortrag des Genossen Göhre über: ,, Rassentheorie". 4/ 16* Eintritt inkl. Garderobe 20 Pf. Nachdem gemütliches Belsammensein und Tanz. Partei- Speditionen: RosenBerlin zweiter Wahlkreis: Hermann Berner, Mittenwalder straße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. rik, Prinzenstr. 31, Hof rechts part.- Vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Gr. Frankfurterstr. 133, Hoj part.- SO.: Paul Böhm, Lausiterplatz 14/15 ( Laden). Fünfter Wahlkreis: co 3ucht, Steibelstraße 42 ( Laden). Sechster Wahlkrels( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24, vorn part. links.- Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: Reinhold Schulz, Rudowerstr. 72.- Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- Wilmersdorf: B. Berlinerstr. 130, III. FriedrichsbergFriedrichsfelde Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Otto Seifel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Bluhme, Kurfürstenstraße 3. Rixdorf: M. Heinrich, Dr. Oskar Cohn über:" Das Bürgerliche Gesetzbuch und die arbeitenden Bring Handjerhstraße 7, im Laden. Klassen". 2. Verbandsangelegenheiten. 176/4 Guftab Saminsky, Cunostraße. 2. Nach der Versammlung: Gemütliches Belsammen- weide: Otto Münzer, Edisonstraße 31, 2 Treppen. Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laben. sein und Tanz. Freunde and Bekannte haben Zutritt. Rege Beteiligung erwarten Versammlung der Bezirke 3, 4 u. 5 ms 1, Gde Geelbeltraße, norm 1. ( mit Frauen). Die Bezirksführer. Verband der Tapezierer. Kleber! Grünan: Schmargendorf: Schöneberg: Wilhelm Ober SchöneMohr, MarienNiederSchönewelde: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismardstr. 7. Adlershof: Baul Schmidt, Bismarckstraße 32, I. Königs Wusterhausen: Körne. Köpenick: Friedrich Woid, Grünftr. 29. FriedenauSteglitz: H. Bernsee, Schloßstraße 115, Gartenhaus I, in Steglig. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: Düppelstraße 8, und Fr. Schell hase, Ahornstraße 15 a. dorf: Hermann Reichardt, Chausseestraße 16. · BaumschulenTreptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, born III I. Nen- Weißensee: B. Neste, Sedanstr. 53, part. Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Schüler, Provinzstr. 28, II. Rummelsburg: Forgbert, Kantstraße Nr. 5. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waldmannslust: Paul Kienast, Borfigwalde, Schubartstr. 43.- Pankow: 6. Freiwaldt, Floraftr. 66. Elchwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Alfons Gräß, Eichwalde, Kronprinzenstr. 82, I.- Nowawes: Wilhelm Jappe, Friedrichstr. 1. Mittwoch, den 29. März, abends 8 Uhr, in Wendts Festsälen, weg: Stod, Ernststr. 2, II. Beuth- Strasse 20: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wert der Tarifverträge. Referent: 0. Pönicke. 2. Ausgabe der Tarife. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Kollegen der Firmen: Bölligke, Scheibgen, Witt, Löber, Schmalian, Haase, Bade n. Dangers, Randow, Katschinsky, Schley, Frester, Schwarzer, Fey, Otto, Siewert, Lindemann, Gronau, Steeger, Schulz u. Sohn, Haubenreißer und Achilles für das Verein der Zimmerer Goldschmiedegewerbe Berlins u. Umgegend. zu Berlin.. Auf Grund des§ 67 des Statuts bringen wir den Mitgliedern hiermit Todes- Anzeige. Am 24. März starb unser lang jähriges Mitglied zur Stenntnis, daß die in der General Paul Sonntag. bersammlung vom 26. November 1904 und 7. Januar 1905 beschlossene XII. Abänderung des Statuts,§ 42 Entschädigungen der Vorstandsmit glieder und§ 58 Sündigungsfrist der Beamten, vom Bezirksausschuß genehmigt worden ist. 271/14 Druderemplare sind im Stassenlokal in Empfang zu nehmen. Berlin. den 24. März 1905. Der Vorstand. E. Davidshäuser, Vorsitzender. Gegen Kasse billigste Preife. H. Hertz, Schriftführer. Ein Versuch dauernde Kundschaft! Bon M. wöchtl. Teilzahlung an liefere elegante, fertige Herren- Moden. Ersatz für Maßarbeit. Anfertigung nach Maß. feinste Verarbeitung. Garantie tadelloser Sitz. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. 900 Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg An der Jannowitzbrückel, I. Bahnhof Jannowizbrüde. Außerdem ist fämtliche Parteiliteratur sowie alle wiffenſsäaftlichen Zum Umzug werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Die Seite 177/20 Berke dort zu haben. Auch werden Inserate für Sektionslet Sektionsleitung. den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Deutscher Textilarbeiter- Verband. Filiale Berlin I. Bitte ausschneiden. Mittwoch, den 29. März, abends 8 1hr, im Lokal Königsbant, Restauration zur Romintener Hütte Große Frankfurterstr. 117: Versammlung aller in der Teppichindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: 1. Die Antwort der Fabrikanten auf unsere Forderung vom 15. d. M. 2. Unsere Stellungnahme dazu. Kollegen und Kolleginnen! erscheint zahlreich. mein 197/6 Der Vorstand. 447b Lackierer! Montag, den 27. März, abends 82 Uhr: Große Versammlung der Sektion der Lackierer der Filiale Berlin, der Vereinigung der Maler, Lackierer etc. in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstraße 35. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung von der zehnten Generalversammlung in Hamburg. 2. Erhöhung der Beiträge. 3. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. 107/3 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Sektionsleitung. Vereinigung der Maler, Lackierer. Filiale Berlin. Dienstag, den 28. März, abends 812 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegierten von der Generalversammlung. 2. Die Beitragserhöhung. 3. Abänderung des Regulativs. zum 1. Mai. 107/4 Mitgliedsbuch legitimiert. Es ist Pflicht jedes Kollegen, zu erscheinen. 4. Stellungnahme Die Ortsverwaltung. Verband der Kürschner Berlins und Umgegend.( Tel. Amt 7a, 6071.) Geschäftsstelle und Arbeitsnachweis: Restaurant Marquardt, Mendelssohnstr. 9 Mittwoch, den 29. März, abends 8 1hr, im Alten Schützenhause, Linienftr. 5: 102/7 Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Jonny Hinrichsen über: Die ChalitistenBewegung in England". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftiches. Gäste willkommen. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Achtung! Herren- Maßschneider Achtung! der Luisenstadt. Montag, den 27. März, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( gr. Saal): Oeffentliche Versammlung Zages Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Maßschneider der Luisenstadt und die an die einzelnen Firmen gestellten Forderungen. 2. Diskussion. Die Kollegen, welche für die Lutsenftädtischen Geschäfte tätig sind, fowie auch die in den angrenden Zeilen der Luifenstadt werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 162/19 Großer öffentlicher Vertrag| Der Einberufer. Romintenerstraße 2. Empfehle allen Freunden, Bekannten, Kollegen und Parteigenossen Weiß- und Bayrisch- Bier- Lokal. htungsvoll Rudolf Rathsack, Shantwirt. Wilhelm Misch Bar oder Teilzahlung Möbel Niedrige Preise. Kulante Bedingungen. Spezialität: Solide bärgerliche Einrichtungen von 250 bis 3500 Mark. BERLIN NO., Gr. Frankfurter Str. 45/46, I. u. IL Viel Geld Romintenerstraße 2. zahlen wir bei 95/ 4* Beleihung und Ankauf von Brillanten Gold, Silber, Waren aller Branchen, Lombard und Lagerscheine Pfandscheine. Friedrichstraße 221 I. Ecke Puttkamerstraße. VI. 4657. Zur Beachtung! 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Rege Beteiligung erwartet 257/10 Der Vorstand. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschl Bezirk Schöneberg. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege Oskar Kurtzrock am 22. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. d. M., nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Kirchhofes in der Marstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 32/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Tischler August Erpel am Donnerstag, den 23. d. M., verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 27. März, in NeuStrelik in Medienburg statt. 82/11 Die Ortsverwaltung. -no Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Korbmacher üge Hermann Reiß Möbelstoffreste Satteltaschen Moquettebezüge Portieren Teppiche Gardinen. [ 4005 am 23. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 26. 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Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Vierter Wahlkreis(Osten). Dienstag abends 8 Uhr findet in BoekerS GesellschastShauS, Weberstr. 17, eine Versammlung des WahlvereinS statt, in welcher ReichstagS-Abgeordneter Fri' Zubeil über„Soldatenmisthandlungen und Militärjustiz" sprechen wird. Die Genossen werden ersucht, für den Besuch der Versammlung zu agi- tieren und zahlreich und pnilktlich zu erscheinen. Gäste sind will- kommen. Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Ueber die politische Lage wird Reichstags- Abgeordneter Genosse F r ä h d o r f Dienstag abends 8»/, Uhr in einer Volksversammlung in Weimanns Volksgarten, Bad- jtraße SV, einen Vortrag halten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Der Vertrauensmann. Rtxdorf. DaS gemütliche Beisammensein des IS. Bezirks findet am heutigen Sonntage beim Genossen Faustner, Ringbahnstraße, statt. Der Bezirksführer. Johannisthal. Heute nachmittags 4 Uhr findet im Lindenhof, Friedrichftr. 61. eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der Parteigenosse Karl Mermuth- Berlin einen Vortrag über die Re- volution in Rußland hält. Niederschönhausen. Alle Mitglieder haben in der Wahl- v e r e i n s- B e r s a m m l u n g am Dienstag, den 28. d. M., abends SVa Uhr, in Wengels.Lindengarten' pünktlich zu er- scheinen. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag des Genossen Paul John über.Lohnarbeit und Akkordarbeit". Diskussion. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Britz. Montag abends 8'/, Uhr findet im.Landhaus". Chaussee- straße 97. eine Volksversammlung statt. Referent ist Reichs- tags-Abgeordneter Fr. Zubeil. Pankow. Mittwoch abend ist die Mitgliederversammlung des WahlvereinS bei Mierke, Berlinerftr. 61. Genosse John- Berlin referiert über„Die Erklärung der Religion zur Privatsache'. Zu beachten sind in Zukunft die Ankündigungen der Wahlvereins- Bersammlungen an den Anschlagsäulen. Schmargendorf. Dienstag abends 8'/, Uhr findet im„Restaurant Sanssouci" die regelmäßige Mitgliederversammlung des ahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag i Genossen B o eSke- Rixdorf über das Parteiprogramm, 2. Dis- W des kusfion, 3. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist erforderlich. lokales. Die„Freiheit deS Glaubens" ist„gerettet"! Der Prediger Fischer von der Markus-Kirche in Berlin war. wie man sich noch erinnern wird, auf Grund einer Bc- schwerde des Gemeinde-Kirchenrates vom Konsistorium der Provinz Brandenburg derb abgerüffelt worden, weil er auf dem letzten Protestantentag einen Vortrag gehalten hatte, in dem er die vermeintliche Gottheit Christi nicht anerkennen wollte. Die kirchlich- und politisch-liberale Presse Berlins hatte jenes Vorkommnis zum Anlaß genommen, ein Ent- rüstungsstürmchen gegen die dem Prediger Fischer und seinen Anhängern wiederfahrene Beschränkung der Glaubensfreiheit zu inszenieren, und Prediger Fischer selber hatte gegen den Rüffel Berufung beim Ober-Kirchenrat eingelegt. Der Ober-Kirchenrat hat ihm jetzt die Antwort erteilt, daß er keinen Grund zur Klage habe, wenn das Kon- sistorium ihn auf das Anstößige seines Vortrages hingewiesen und ihn an dessen Unvereinbarkeit mit den Pflichten seines Amtes erinnert habe. Recht wird ihm nur darin gegeben, daß das Konsistoriunl nicht nötig gehabt hätte, die Vorhaltungen in eine für sein Ehrgefühl verletzende Form zu kleiden. Die liberale Presse stimmt über diesen Bescheid ein Triumphgeschrei an und deutet ihn als einen Sieg der kirchlich-liberalen Sache. Davon kann natürlich gar keine Rede sein; es müßte denn sein, daß man den bloßen Tadel des Ober-Kirchenratcs gegen die verletzende Form, über die sich allerdings die Liberalen damals in der Tat am meisten erbost hatten, als das Wesentliche an dem Bescheid ansehen will. Mit Recht machen sich die orthodoxen Blätter über diese verlegen- verlogene Auslegung lustig. Das„Berl. Tageblatt" erwidert darauf ganz naiv:„Für die Oefsentlichkeit ist es ja die Hauptsache. dntz das brandenburgische Konsistorium wegen seiner un- gehörigen Behandlung des verdienten D. Fischer vom Ober- Kirchenrat unzweideutig gerüffelt wird." Bescheidenheit ist eine Zier des Liberalismus! Wir begnügen uns mit dieser kurzen Registrierung deS für den Liberalismus keineswegs erfolgreichen Ausganges, den der Fall Fischer jetzt genommen hat. Sie erfolgt nur der Voll- ständigkeit wegen; denn im übrigen kümmern uns diese Katz- balgereien zwischen Orthodoxen und Liberalen sehr wenig. Wir gönnen jedem, zu glauben, was er will und wie viel er will. Unter„Freiheit des Glaubens" verstehen aber wir. daß auch jedem freisteht, gar nichts zu glauben. Doch das geht selbst den Liberalen wider den Strich. WaS Herr B-llr den Waifenpflegerinnen zumutet. Die Firma C. Bolle in Mt-Moabit sucht sich jetzt der städtischen Waisenpflegerinnen zu bedienen, damit diese ihr unent» geltlich jugendliche Arbeitskräfte zuführen. Eine gc- druckte Zuschrift, die an die Inhaberinnen dieser städtischen Ehren- ämter versandt wird, beginnt: „Sehr geehrte Frau! Da Sie in der gegenwärtigen Zeit der Konfirmation zum Oefteren in die Lage kommen dürften, Eltern und Vormünder bei der Berufswahl ihrer Kinder bezw. Mündel beratend zu unterstützen, erlaube ich mir Ihnen die sehr ergeben« Mitteilung zu machen, daß ich dauernd fügend- liche konfirmierte und aus der Schule entlassene Knaben und Mädchen im Alter bis zu 16 Jahren zum Austragen von Milch und Molkereierzeugnissen in meinem Betriebe anstelle." Weitläufig wird dann weiter von Herrn Bolle auseinander- gesetzt, wie gesundheitS stärkend das Milchaustragen ist. das die Knaben und Mädchen von morgens S Uhr bis weit über die Mittagsstunde hinaus in Anspruch nimmt, und daß nach seiner menschenfreundlichen Versicherung den von ihm beanspruckten Kindern nach achtstündigem Tagewerk noch Zeit läßt, in den NachmittagS- stimden noch anderweitig tätig zu sein. Ter Lohn schwankt zwischen 8 und 10 M. wöchentlich, ist als» außerordentlich niedrig. So ist es denn kein Wunder, daß Herr Bolle nicht genügend jugendliche Arbeitskräfte findet, und daß die Knaben und Mädchen, die bei ihm Beschäftigung genommen haben, dem Betriebe gar oft bald den Rücken kehre». Bezeichnend ist, wie Herr C. Bolle sich gegen derartige Unannehmlichkeiten zu sichern sucht. In einem Rundschreiben an die Eltern heißt es: „Da es zu Weihnachten und Reujahr im Berliner Publikum üblich ist, den Angestellte» der sie bedienenden, Firmen Geschenke zu verabreichen, so hat sich seit Jahren hier bei uns der Uebel- stand herausgestellt, daß die jugendlichen Arbeiter die Weihnachts- und Rcujahrsgeschcnkc mitnahmen und im Januar ihre Stellung in der M c i e r c i v e r l i e ß e n. ES war dann bis Ende März nicht leicht, genügend Arbeitskräfte zum Austragen der Milch auf- zutreiben. Wir haben uns daher genötigt gesehen, mit den Eltern bezw. Vormündern einen Vertrag abzuschließen, in dem sie sich bei einer Strafe von 10 Di. verpflichten, dafür Sorge zu tragen, daß ihre Kinder bezw. Mündel in der Zeit vom 16. De- zember bis 31. März und vom 16. August bis 14. Oktober inkl. den Dienst überhaupt nicht ohne unsere Einwilligung und in der Zwischenzeit vom I. April bis 15. August und vom 16. Oktober bis 14. Dezember nur nach voraufgegangener dreitägiger Kündigung verlassen. Ein solcher Vertrag verstößt zwar gegen die guten Sitten und kann unserer Meinung nach angefochten werden, aber das scheint Herrn Bolle vorab nicht zu kümmern. Ganz abgesehen von der Frage, ob es einer städtischen Waiscnpflegerin überhaupt würdig ist, sich zur Stellenvermittelung für Herrn Bolle herzugeben, wäre eS wenig fürsorglich gehandelt, wenn diese Frauen den ihrer Obhut anvertrauten Knaben und Mädchen zumuten würden, in daS Geschäft dieses Herrn einzutrete». Roch ein Umstand verekelt dort den jungen Leuten, und nicht allein diesen, bekanntlich die Berufstätigkeit, nämlich die geistige Bevormundung, die sie sich im Betriebe gefallen lassen müssen. Statt nach den Grund- sähen anständiger Unternehmer die Angestellten nach ihrer Fasson selig werden zu lassen, glaubt Herr Bolle, ihnen allerlei religiösen Krimskrams aufdrängen zu müssen. Alle diese Widerwärtig- leiten legen den Waisenpflegerinnen nahe. Herrn Bolle gegenüber auf der Hut zu sein und ihm unter Umständen nahe zu legen, daß er wohl auch ohne ihre Vermittelung genügend Arbeitskräfte bekäme, wenn er sie besser bezahlte und sich pflichtgemäß nicht darum scherte, ob sie in religiösen Angelegenheiten mit ihm an einem Strange ziehen._ Da« Kuratorium für daS städtische Obdach und Arbeitshaus hatte sich in seiner Sitzung ani Sonnabend mit einer Angelegenheit zu befassen, die noch ein Nachspiel haben dürste. Ein Apotheker hatte seit etwa einem Jahrzehnt minderwertigen Lebertran zum Preise der besten Qualität geliefert. DaS Kuratorium hatte vor längerer Zeit zur Untersuchung dieses Falles eine Subkommission eingesetzt, die ihren Bericht dahin erstattete, daß einstimmig bc- schlössen wurde, durch Nachprüfung die bei der Falschlicfcrung ent- standenen Preisdifferenzen festzustellen und denBettag zurückzuverlangen. Weitere Schritte behielt sich da» Kuratorium natürlich vor.— DaS Entlassungsgesuch veS Inspektors des städtischen Obdachs wurde ebenfalls einstimnng angenommen. Der Inspektor tritt am 1. Juli aus seiner Stellung. Für die Borbereitung der Neubesetzung dieses Postens wurde eine Subkommission gewählt. die aus den Stadträten F i s ch b e ck und I a k o b t) und den Stadtverordneten Eckard, Hoff mann und Wittkowski be- steht.— Eine Privatvercinignng, an deren Spitze der Pastor Bodelschwingh steht. hat von der Kanaldeputation Rieselfelder gepachtet, aus denen sie Ob st Plantagen durch Arbeitslose und llnter stützungsbedürftige an- zulegen beabsichtigt. Es ist auch in Aussicht genommen, daß die Stadt zu diesen Arbeitsstätten einen Beitrag zahlt. Der Antrag, diese Anlagen durch die Stadt selbst zu errichten, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokaten abgelehnt. Die Ablehnung geschah mit der Begründung, daß man noch nicht Wiste, ob das Experiment tlucken wird. Sollte das der Fall sein, so könne die -ladt imnier zur Uebernahnie dieser Arbeitsstätten schreiten. Ferner wurde beschlossen, einen Pfleger für die jugendlichen männlichen Obdachlosen anzustellen, da die Pfleger für die weiblichen Insassen des Obdachs mit großem Erfolge gearbeitet haben. Auch die Errichtung eine« Arbeitsnachweises im städtischen Obdach soll nunmehr in die Wege geleitet werden. Für gemeinnützige Zwecke sind vom Magistrat verschiedene Summen bewilligt worden. U. a. 120 000 M. dem Zoologischer Garten, damit die Zöglinge der hiesigen Gemeindeschulen, der Taub stummen- und Blindenschule, des Waisenhauses usw. unentgeltlichen und der höheren Lehranstalten Zutritt zu ermäßigten Preisen erhalten. 6000 M. sind dem Berein fiir das Wohl der aus der Schule ent- lassenen Jugend bewilligt. Je 3000 M. erhalten der Letteverein. der Berliner Hauptverein fiir Knabenhandarbeit, der Verein zur Beförderung der Kleinkinder- Bewahraiistalten, der Berliner Kinder- schutzverein, der freiwi lligeErziehungsbeirat für schulentlasseneWaisen, der Verein für Kinder-Volksküchen. der Verein zur Speisung armer Kinder, daS Komitee für die.Wärmehallen", die„Viktoria National- Jnvalidensttstung" usw.; 40 000 M. wird der„Zentral-Verein für Arbeitsnachweis" bekommen, 81 250 M. die Altersversorgung der Kaiser Wilhelm- und Augusta-Stiftung, 10000 M. die Elisabeth Stiftung fiir Witwen und Waisen, 16 000 M. der Berliner Berein der Kaiser Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden, 10000 M. der Asylverein für Obdachlose. 18 000 M. der Verein fiir Kinderheilstätten. 23 000 M. das Berliner Aquarium, 8000 M. die Gesellschaft Urania, 8000 M. die Treptower Sternwarte, 6000 M. der Fröbelverein, 4000 M. die Deutsche Gesellschaft für etbische Kultur. 2000 M. die tumboldt-Akademie, 5000 M. der Mädchenhort, 6000 M. daS iöchnerinnenheim, 7000 M. der Evangelisch kirchliche Hülfsverein, 6000 M. der Verein für Gesundheitspflege usw., zusammen 326 000 M. Zur Entlastung der Leipzigerstraße und des Potsdamer Platzes will der Berliner Magistrat jetzt ganz energisch beittagen: er hat dem Vernehmen nach bei den Aufsichtsbehörden den Anttag gestellt. ihm die prizivielle Genehmigung zur Anlage einer Straßenbahn durch die Boy- und Mohrenstraße nach dem Spittelmarkt zu er- teilen. Vom HauSvoigtei-Platz nach dem Spitelmarkt soll belanntlich, zugleich mit dem Bau der Unterpflasterbahn Potsdamer Platz- Aleranderplatz, eine neue Berbindungöstraße angelegt werden, durch welche diese städtischerseitS geplante Straßenbahn über den Haus» voigtei-Platz nach der Mohrenstraße und dem Wilhelmsplatze führen soll. Dieser für den Verkehr recht ungünstige Platz müßte natürlich gänzlich umgestaltet werden und zwar, indem man die Mohren- straße direkt in die Voßstraße hineinführt, oder nach dem vom Tier- gartendirektor G e i t n e r schon vor Jahren augeregten Projekt. Nach demselben soll daS Rondel in der Mitte deS Wilhelmsplatzes be> stehen bleiben und die Fahrdämme in beide» Richtungen um das selbe herumgeführt werden; die Denkmäler Uhr abends, von einem Brauereiwagen au der Elisabethkirch- und Strelitzerstraßen-Ecke zwei Kinder überfahren worden sind, werden gebeten, sich bei Johann Plößl, Usedom- strahe 27, zu melden. Eine unbekannte Frau brach um 6� Uhr am Ausgang der Markthalle 14 in der Reinickendorferstraße zusammen und starb auf dem Wege nach der Unfallstation in der Lindowerstratze, wohin ein Schutzmann sie mit einer Droschke brachte. Sie ist etwa 40 bis 45 Jahre alt und trug einen schwarzen Krimmerumhang, graue Aiütze und Boa, eine schwarzrot gestreifte Bluse, einen schwarzen Rock und eine Markttasche mit Lebensmitteln und zwei Porte- monnaies., Feuerbcricht. Sonnabend früh wurde die Wehr nach der Alceandrinenstr. 24 gernfen, weil dort in einer Schleiferei Feuer entstanden war. Die Gefahr konnte leicht beseitigt werden.— Längere Zeit gab es aber in der Leipzigerstr. 42, Ecke der Mark- grafcnstraße, zu tun. Dort war in dem Putz- und Modewarengeschäft von Moritz Busse vermutlich durch einen Ofen ein Brand ausgekommen, der Regale, Warenvorräte und die Ladeneinrichtung ergriffen hatte. Der 18. Löschzug mußte tüchtig mit einer Schlauch- leitung Wasser geben, um die Flammen zu ersticken und aus den Ladeit zu beschränken.— Ein Posten Stroh und anderes Verpackungs» Material hatte dann in der AlvenSlebenstr. 9 in einem Keller Feuer gefangen, während es in der Neuen Hochstr. 29 in einer Küche brannte.— Außerdem hatte der 15. Löschzug noch Alt-Moabit 124 zi» tu». Hier waren in einer elekttotechmschen Werkstatt Zelluloid- Akknmulatorenzellen in Brand geratet,. Die Leiter der christlichen Hospize schreiben uns zu den Mit- trilungen über die Arbeitszeit dortselbst, mit der wir unS nach der Zeitschrift„Der Hoteldiener" beschäftigten:„1. Die Hausdiener haben im Hospiz Mohrenstratze keine wöchentliche Arbeitszeit von 114 Stunden, sondern eine wesentlich kürzere Arbeitszeit; die Mädchen haben ebensowenig eine Arbeitszeit von 15 bis 16 Stunden, dieselbe ist nicht nur durch Mittagspausen, sondern auch durch Arbeitspausen unterbrochen, die im Tagesdurchschnitt 3 Stunden betragen. 2. Wenn der„Vorwärts" nach der Fachschrist„Der Hotel- diene r" behauptet, im Hospiz am Brandenburger Tor werde die Bündesrats-Verordnung nicht innegehalten, so betnerken wir dem- gegenüber: Ter Kellner hat den 24stündigen Ruhetag der Ver. ordnung vom Tage des Polizei-Erlasses an; der Küchenchef hat eben- falls diese Ruhezeit, die ihm auf seinen Wunsch(er ist bereits 4 Jahre lang im Betriebe tätig) in vier Arbeitspausen von je sechs Nachmittagsstunden umgewandelt worden sind. Die Mamsell fällt nicht unter die Bundesrats-Verordnung und hat längere Ruhe- zeit als die Bundesrats-Verordnung vorsieht."— Wir müssen dieser Berichtigung gegenübev abwarten, was„Der Hoteldiener" ant- Worten wird. Im Cafino-Theater gab es gestern einen Repertoirwechsel. Für die nächste Zeit wird das Volksstück von L'Arronge„LoloS Vater" auf dem Spielplan stehen. Die Kunst der Direktion, aus den Werken älterer Autoren das Richtige herauszufinden, bewährte sich auch in diesem Fall wieder:„Lolos Vater" ist so recht ein Stück für die Leute, die nach des Tages Last und Mühen in der Lothringer- sträße ein bißchen fürs Gemüt haben wollen. Wenn wir die beiden Töchter des pensionierten Briefträgers Klemm betrachten, von denen die eine tugendhafte sich um ihren braven Buchbindergesellen härmen muß und die andere kokett berzlose an der Seite eines alten reichen Gecken sich den Magen verdirbt— wenn wir mitfühlen, wie die Mutter das kommende Unglück voraus- ahnt, während der Vater in Dünkel und Verblendung der Untugend den Weg ebnet, dann geht auch unS das Herz auf und übcrzeuguugs- voll brechen wir in den Ruf aus, daß eS trotz Hauptmann und anderer moderner Dichter noch eine ausgleichende Gerechtigkeit in der Welt giebt. Es ist erklärlich, daß ein Verlangen nach derartiger Geisteskost besteht. Wer da täglich in der Wirkt, chkeit erlebt, wie miserabel Tugend und Gesittung belohnt werden, der will wenigstens auf der Bühne konstatiert wissen, daß es mit dem Lasterleben doch nichts Rechtes auf sich hat. Die Darstellung des Volksstückes war flott und frisch. Herr Direktor Burg gab als Titelheld ein Charalter- bild aus einem Gusse und ebenso vermochten die Damen Behla und Hinzer die Rollen der beiden Töchter lebenswahr zu gestalien.— Dem Stücke ging ein bunter Teil voran, in welchem ein von Herrn Zeunert und Frl. Lübeke vorgetragenes Duett„Auf der Hochzeits- reise" sich den besonderen Beifall des ausverkauften Hanfes zu er- ringen wußte. Die Freie Volksbühne teilt uns mit, daß sie zum Juni dieses Jahres dne neue Abteilung eröffnen wird; von dieser Abteilung können bereits die ersten Vorstellungen im Herbst besucht werden. Vorläufige Anmeldungen nehmen die Zahlstellen entgegen. Eine internationale Ausstellung künstlerischer Photographien wird vom 7. April bis 3. Mai in der alten Königlichen Akademie der Künste, Potsdamerstr. 120, veranstaltet werden. Die hervor- ragendstett Kunstphotographen Amerikas, Belgiens, Englands, Frank- reichs, Oesterreichs und Deutschlands haben ihre Werke angemeldet, sodatz die Ausstellung ein übersichtliches Bild über die heutigen hohen Leistungen auf dem Gebiete der Kunstphotographie geben wird. Eine fernere Gewähr für den künstlerischen Wert dieser Ausstellung bietet die Zusammensetzung der Aufnahme-Jury, der die Herren Land- schaftsmaler Walther Leistikow, Professor Map Liebermann, der Direktor der National-Galeric, Professor von Tschudi und Professor Dr. Wölfflin entgehören. Gedenkfeier für Hartleben. Bei der am Sonntag um 12 Uhr im Beethovensaale stattfindenden Gedenkfeier für Otto Erich Hart- leben wird Julius Lieban als Einleitung die Litanei von Schubert singen. Hierauf wird Heinrich Hart die Gedächtnisrede halten. Eduard von Winterstein wird Verse des Dichters sprechen. Von Max Marschalk komponierte Hartlebensche Lieder werden von Frau Almati-Rundberg und Julius Lieban gesungen werden. Die Ein- trittskarten sind bereits vollständig vergriffen. Ohne Karte kann der Zutritt, um Ueberfüllung des Saales zu vermeiden, unter keinen Umständen gestattet werden. Der Sportpark Treptow, nunmehr einzige Radrennbahn der Reichshauptstadt wird in verändertem Gewände am kommenden Sonntag, den 2. April, die Pforten zum ersten Male öffnen. Die steilen Kurven der Bahn sind im unteren Teile erheblich flacher ge- legt und damit ist den Fliegern wieder eine Bahn gegeben; die Ziel- seite ist kleine Kurve geworden und so der gefährliche Uebergang aus der Zielkurve heraus vermieden. Zahlreiche neue Kabinen sind gebaut— ein Kabinenführer, welcher am ersten Renntag erscheinen soll, weist über 150 Flieger, Dauerfahrer und Schrtttmacher nach— eine große Stehtribüne und Verbesserungen im Jnnenraum werden in den nächsten Wochen geschaffen.— Das Eröffnungsrennen am 2. April bringt eine Anzahl Fliegerrennen und ein 50 Kilo- mcter-Fahren mit Motorführung. Arbcitcr-BildungSschule Berlin. Heute abends 7 Uhr in Habe- rechts Festsälen, Große Frankfurtersir. 30: Borttag des Genossen G ö h r e über„Rassentheorie". Zahlreicher Besuch wird erwartet. Die Eröffnung der Humboldt-Akadcmie für die meisten der 81 Zyklen des Frühjahrsquartals findet schom am 3. bis 7. April statt, um trotz der Oster- und Pfingstferien die Vorlesungen nicht zu spät in den Sommer hinein ausdehnen zu müssen; die später be- ginnenden Zyklen, besonder? in den Museen, werden dies durch Ein- lcgung von Stunden erreichen. Alles Nähere in den ausführlichen Lehrprogrammen(26 Seiten), in bekanntet, Buchhandlungen und in den vier Bureaus der Akademie für 10 Pf. erhältlich. «us den Nachbarorten. Charlottenburg. DaS Schiller-Theater in Charlottenburg. Mehr als ein Jahr ist verflossen, seitdem die städtischen Körperschaften in Charlotten- bürg beschlossen haben, zur Errichtung eines Stadt-Theatcrs, das den Namen Schiller-Theater führen mtd der Leitung der Schiller- Theater-Attiengesellschaft in Berlin unterstellt werden soll, einen Betrag bis zu 2 150 000 M. zur Verfügung zu stellen. Auch die Platzfrage hat bereits im Juni vorigen Jahres ihre Lösung dahin gefunden, daß das Theater auf dem ehemals Tietzschen Grundstück an der Ecke der Bismarck- und Grolmanstratze erbaut werden soll, und ebenso hat sich die Deputation, die zur weiteren Behandlung der Angelegenheit eingesetzt wurde, schon vor Monaten dahin ent- schieden, daß der Bau des Theaters nach dem Muster des Prinz- Regenten-Theaters in München amphitheatralisch ausgeführt werden soll. Wenn trotzdem der Bau selbst noch immer nicht in Angriff genommen ist, so liegt es darmi, daß sich das Berliner Polizei- Präsidium bisher nicht hat entschließen können, die baupolizei- liche Genehmigung der Stadtgemeinde Charlottenburg zu erteilen. Dabei ist es außer allem Zweifel, daß der Typ eines Amphitheaters im Hinblick auf den Schutz des Publikums vor Feuersgefahr weit größere Gewähr bietet, als der eines Rang» theaters. Denn das Amphitheater hat kerne Treppen. Die Leerung des Theaters bei einem etwa ausbrechenden Brande kann mithin weit schneller erfolgen. Es wäre zu wünschen, daß das Polizei- Präsidium die Genehmigung wenigstens noch so rechtzeitig erteilt, daß am hundertjährigen Todestage des großen Dichters, dessen Namen das Charlottenburger Stadt-Theater führen soll, der Grund- stein des Hauses gelegt werden kann. Dann wäre die Möglichkeit gegeben, mit den Vorstellungen selbst am 1. September 1906 zu be- ginnen. Rixdorf. Zur Beerdigung freigegeben wurde jetzt die Leiche der Maurer- frau Krause aus der Zietenstraße 35 zu Rixdorf, die vermutlich ein Opfer von Mißhandlungen seitens ihres Diannes geworden ist. Die Leute waren seit zehn Jahren kinderlos verheiratet. Krause gilt als ein fleißiger und sparsamer Mann, die Frau soll öfter ge- trunken haben. Es gab häufig Ehezwist, bei dem Krause seine Frau wiederholt mit einem Besenstiel schwer mißhandelte. Schwestern der Frau fanden diese eines Tages mit mehreren Wunden hülflos im Bette liegen. Auf ihre Anzeige ließ die Polizei sie in ein Krankenhaus bringen, wo sie bald nach der Aufnahme starb. Ob die Wunden, namentlich am rechten Arm. durch Mißhandlungen entstanden sind oder, wie der Mann behauptet, durch einen Sturz von der Treppe in der Trunkenheit, bedarf noch der Prüfung. Krause befindet sich in Untersuchungshaft. Spandau. DaS Schweigen ist gebrochen. Der„Anz. f. d. Hvl." läßt sich endlich über den von uns gestern mitgeteilten Plan der Errichtung von Kommunalwahlbczirkeu vernehmen. Er weiß zu berichten, daß die Stadt in acht Wahlbezirke eingeteilt werden soll, von denen sechs je zwei Stadtverordnete und zwei je einen Stadtverordneten zu wählen haben sollen. Wo ztvei Stadtverordnete zu wählen sind, muß der eine Hausbesitzer sein. Die entsprechende Borlage kommt bereits am nächsten Donnerstag in der Stadtverordneten-Bersam«- lung zur Beratting. Als Väter dieser„Reform" nennt der„Anz. f. d. Hvl." u. a. auch den Grundbesitzer-Verein. Schärfer kann der Plan nicht gekennzeichnet werden— als durch den Hinweis auf seine Urheber. Tie Taminlutigen für die Bergarbeiter, welche jetzt hier abge- schlössen ist, hat ein erheblich besseres Resultat als Sammlungen bei früheren Anlässen. Durch den Wahlverein wurden allein 3496,10 M. abgeführt, dazu kommen die vom Gewerkschaftskartell und die sonst direkt abgesandten Gelder, sodaß sich der Gesamtertrag der Samm- lungen hiesiger Arbeiter auf rund 5000 M. beziffern dürfte. Von diesem Resultat mögen die bürgerlichen Stadwäter, welche es be- kanntlich zum Schluß ablehnten, armselige 1000 M. aus dem Stadt- säckel zugunsten der Frauen und Kinder der Bergarbeiter zu opfern. einmal eingehende Kenntnis nehmen. Adlershos. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich am 23. d. M. wiederum mit einem Antrage des Unternehmers Treitel, der bekanntlich jetzt Eigentümer des v. Oppenschcn Geländes ist, nach welchem die Ge- meindevertretung einen Beschlutz fassen soll, daß der auf genanntem Gelände geplante Schmuckplatz zu keinem anderen Zweck verwendet, besonders Gebäude irgend welcher Art dort nicht zur Aufstellung ge- bracht werden dürfen. Da aber der Schmuckplatz in dem genehmigten Bauplan gegenüber dem Bahnhofe schon eingezeichnet ist, die Ge- meindevertretung sich auch späteren Entschlüssen gegenüber nicht binden wollte, wurde der Antrag abgelehnt. Aus dem Bericht der Kommission zur Beschaffung eines Müllabladeplatzes ging hervor, daß ein zirka 10 000 s�Meter großes Gelände zum Werte von 50 000 M. erworben werden müßte, welches für 10 Jahre zur Aufnahme des Mülls geeignet wäre. Da nach allseitiger Aussprache sich die Gesamttosten für die Müllabfuhr zu hoch stellen würden. wurde die Kommission beauftragt, sich nach einem billigeren Grund- stück umzusehen eventuell mit einem Fuhrunternehmer in Unter- Handlung zu treten, der durch besondere Ländereien in der Lage wäre, die Abfuhr billiger zu bewerkstelligen.— Eine Besprechung des mit den Berliner Elektrizitätswerken abzu- schließenden Vertrages über Benutzung der öffentlichen Straßen und Plätze zu Leitungszwecken bewies ein weites Aus- einandergehen der Ansichten, besonders auch über eine eventuelle Gemeindebeteiligung, sodaß eine Beschlußfassung auf spätere Zeit vertagt wurde.— Die am 1. April aus der Armcnkommission ausscheidenden Herren W i e s en e r und Cohn wurden auf weitere 3 Jahre wiedergewählt. Aus dem Bericht über die Fortschritte der Kanalisaiionsarbeiten ging hervor, daß die bis jetzt entstandenen Kosten sich auf 73 500 M. belaufen. Für die Fertigstelluna der in der ersten Bauperiode liegenden Straßen wurde mit Oktober- November gerechnet, sodatz zu dieser Zeit mit der gleichzeitigen Fertigstellung der Bewässerungsanlagen die Kanaltsattonsanlagen in Benutzung genommen werden können. Seitens des Zweckverbandes ist die Errichtung der Pumpstation für August in Aussicht ge- nonunen. Gegenüber den ständigen Angriffen des Grundbejitzör- Vereins konnte der Gemeindevorsteher noch mitteilen, daß der Kreis- Baumeister die Kanalisationsarbeiten des öfteren inspiziert habe. und sich über die gute Ausführung der Arbetten sowie über die Güte des verwendeten Materials anerkennend ausgesprochen habe. — Ferner teilte der Gemeindevorsteher mit. daß seitens des Unter- richtsministeriums für 1904 und 1995 j« 1500 M. als Regiecungs- zuschuß zu den Schullasten extra bewilligt sind. Weihensee. Opfer des Eisenbahnbetriebes. Beinahe kein Tag vergeht in Buddes Reich ohne tödlichen Unfall. Am Freitag nachmittag verunglückte der 30 Jahre alte Rangierer Andreas Freitag aus der Carmen Shlvasrr. 5, der seit dem Jahre 1896 im Eifenbahndienste stand. Freitag half aus dem Bahnhof Weißcnsee beim Ausrangieren mehrerer Wagen und ist dabei, ohne daß es jemand merkte, zwischen zwei Wagen geraten. Ein Weichensteller und ein Rangierer fanden ihn schwer verletzt auf dem Gleise liegen und sorgten sofort für ärztliche Hülfe. Der Bahnarzt aus Weißensee konnte aber nur noch den Tod feststellen. Die Puffer hatten dem Verunglückten den Brust- korb eingedrückt. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit zwei unmündigen Kindern. Steglitz. Selbstmord auö Gram über die Untreue ihres Geliebten verübte gestern nacht auf dem Borustedter Feld bei Potsdam das 21 Jahr« alte Dienstmädchen Meto Kenbcr aus Steglitz. Die Lerche wurde bei einem Patrouillcngang von einem Gendarmen aufge- funden; in der einen Hand hielt das Mädchen die Photographie eines Garde-Ulanen, die andere umfaßte krampfhaft den Griff etnes Revolvers, mit dem sich die Lebensmüde durch einen Schuß in die Schläfe getötet hatte. Ihren besten Sonntagsstaat und alle Schmuck- fachen, die sie besaß, hatte Meta Kcnber zu dem letzten Gange angelegt. Marieufelde. Die Marienfelder Gemeindeverttetung genehmigte den Gemeinde- Etat für das Jahr 1905 und setzte den Ein kommen st eue.r» Zuschlag auf 140 Proz., die Zuschläge zur Grund-, Gebäude- und G.e w e r b e st e u e r ans 210 Proz. fest. An Umsatz st euer sollen von bebauten Grundstücken 1 Proz., von unbebauten l1/� Proz. des Erwerbspreises erhoben werden. Durch Einführung einer neuen Gehaltsskala tritt eine Erhöhung der Gehälter der Gemeinde- beamten ein. Tegel. Studenten als Ruhestörer. Studenten, die in Tegel an einer Festlichkeit teilnahmen, erwarteten in früher Morgenstunde auf der Straße die Abfahrt des ersten Straßenbahnwagens. Sie vertrieben sich die Zeit damit, daß sie brennende Straßenlaternen auslöschten, nichtbrennende ansteckten usw. Als endlich der Stratzenbahnivagcn kam und sie aufnahm, trieben sie es auf der Fahrt so toll, daß der Schaffner am Strasgefängnis Halt machte und die Lärmmacher aus dem Wagen wies. In ihrem angeheiterten Zustande rempelten sie einige Stratzenarbeiter an. die zu ihrer Arbeit gingen. Sie ge- rieten dabei aber an die Unrechten, sie wurden von den angegriffenen Arbeitern durchgeprügelt und schließlich noch einem Gendarmen in Reinickendorf übergeben, der ihre Personalien feststellte.— Die Studenten dürften bei ihrem Erscheinen vor dem Richter froh sein, daß sie keine Arbeiter sind. Nowawes-Neuendorf. Allgemeinen Unwillen hat e§ erregt, daß die Leiche des in der Nacht zum Donnerstag verunglückten Streckenarbeiters Ferdinand Schulz nicht schleunigst von der Unfallstelle entfernt wurde, sondern dort bis Donnerstag nachmittag liegen blieb. Es wäre wohl in Rücksicht auf die Angehörigen und die dort zahlreichen Passanten angebracht gewesen, wenn der behördliche Apparat in diesem Falle etwas schneller gearbeitet hätte. Gestorben ist der 29jährige Dachdeckermeister Hederich, der am Dienstag von dem Dache des Reimeschen HauseS an der Dork- strotze herabgestürzt ist und hierbei einen Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau mit einem unmündigen Kinde. Bon einem Zuge der Wannseeiahn erfaßt und getötet wurde gestern nacht auf der Strecke zwischen Groß-Lichterfelde(West) und Zehlendorf ein unbekannter, gut gekleideter Mann. Der Verunglückte war am Bahndamm entlang gegangen und wurde unweit� der Lichterfelde-Zehlendorfer Grenze von einem heranrollenden Zuge über- rascht und mit solcher Gewalt zur Seite geschleudert, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Die Leiche wurde erst gestern früh von dem diensthabenden Streckenbeamten aufgefunden. Er hat dtinkelblondes Haar und Schnurrbart sowie blaue Augen. Am kleinen Finger der linken Hand trug der Tote, der etwa 30 Jahre alt war, einen Siegelring. Seine Wäsche zeigt die Buchstaben P. E. Nach einigen bei dem Toten gefundent» Papieren scheint er in letzter Zeit in Leipzig gewesen zu sein SA Staatspreise. 17 СКУССТВО оть УМНИСТЕРСТВА ANCOB NATUR TELLUNGE NA AUGAU AUSSTEL VREBIN 1503Ehrenpreise. STUNG TONG FUN RUNNING. 10s AUSSTELLO EIPZIG Goldene Medaillen. ACHSEN COBURG UND ERKENNUNG Pün VORRAGENDE EISTUNGEN Carl Zobel, Berlin SO., Köpenickerstr. 121, Ecke Michaelkirchstraße. Beste Herren- und Knaben- Garderoben der Gegenwart. 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März 1905. zur Höhe von 30 M., von 2 Jahren bis zu 40 M., von 3 Jahren ,, Auf die Annonce meines Schwiegersohnes Mahkuß aus Lüder bis zu 50 M., bon 4 Jahren bis zu 60 M., von 5 Jahren bis zu in Nr. 68 der Kreiszeitung" erwidere ich, daß ich einstweilen noch 70 M., von 8 Jahren bis zu 80 m., von 10 Jahren bis zu 90 m., die Wirtschaft auf meinem Vollhof habe und mir ausdrücklich„ die Die Arbeiter Bildungsschule beschäftigte sich in drei auf- bon 12 Jahren bis zu 100 m., von 15 Jahren bis zu 120 M. Bei freie Verfügung über das zum Wirtschaftsbetriebe bestimmte Gerät einanderfolgenden Versammlungen mit dem Bildungsprojekt tinder bleiben die bisherigen Säße bestehen. und Vieh" vorbehalten habe. Ich werde deshalb auch wohl ohne Eindes Genossen Rühle. In der ersten Versammlung, am Die ersten beiden Anträge wurden mit übergroßer Majorität willigung meines Schwiegerjohnes Pferde verkaufen dürfen. 4. Februar, hielt Davidsohn einen Vortrag über das Thema: einstimmig gefaßt wurde. Nach Erledigung einiger geschäftlicher zu früher Hofesübergabe, denn wenn es uns, die wir angenommen, während der Beschluß über alle übrigen Anträge Uebrigens warne ich hiermit jedermann dringend vor Neuere Bildungsbestrebungen des Prole= tariats". Im ersten Teile des Vortrages behandelte der Re- Mitteilungen fand die Versammlung ihren Schluß. nur ein einziges Kind und Erben haben, so geht, wie mag es dann ferent die proletarischen Jugendorganisationen der verschiedenen Berband der Maschinisten und Heizer. Die hiesige Verwaltungs- wohl anderen ergehen. Länder und die ihnen zugewiesenen Aufgaben. Im zweiten Teile stelle hielt am Sonntag bei Voigt in der Mitterstraße eine VerLüder, den 22. März. 1905. legte der Vortragende das Rühle- Projekt" dar. An diese Aus- fammlung ab, in der der Vorsitzende Holz über die TarifBurmeister, Gemeindeborsteher." führungen schloß sich eine äußerst eingehende Diskussion, die sich bewegung der Brauereihandwerker berichtete. Be- Eine Demonstration gegen den Militarismus. In Königs= fo umfangreich gestaltete, daß die Versammlung an zwei Abenden tanntlich werden bei dieser Bewegung für die Maschinisten und feld bei Brünn( Mähren) fam es bei der Soldatenaushebung zu bertagt werden mußte. Die Befürworter des Rühle- Projektes", Heizer feine bestimmten Forderungen gestellt, weil für sie ein Tarif einer Demonstration, die großes Aufsehen erregte. Gegen 8 Uhr namentlich Woldt, Tarnow und Sofiol, halten eine genaue besteht, der allerdings ohne Mitwirkung ihrer Organisation zustande früh fuhren durch die Straßen von Königsfeld drei Leiterwagen mit Kenntnis der deutschen Sprache zur wirklichen Weiterbildung der gekommen ist und, wie der Redner bemerkte, schlechter ist als gar Stellungspflichtigen. Die Pferde waren mit schwarzen TrauerArbeiterschaft für notwendig. Der deutsche Unterricht sei, wie er feiner. 26-28 M. Wochenlohn für Heizer, 28-30 M. für Maschinisten schleifen geschmückt, die Wagen ringsum mit schwarzen Tüchern be= bisher betrieben, für den Arbeiter nicht passend. Entweder sei eine und zwar für sieben Tage Arbeit, 12 Stunden täglich, das sind hängt. Bon dem ersten Wagen wehte überdies eine mächtige schwarze falsche Methode angewendet worden, oder es sei, wie bei Toussaint- Tarifbestimmungen, wie sie jedenfalls in Berlin einzig dastehen. Fahne herab. Der Wagen trug auf beiden Seiten Tafeln mit der Langenscheidt, nicht der richtige Stoff gewählt worden. Eine ent- Aber es soll Brauereien geben, wo die Unternehmer damit noch weithin sichtbaren Aufschrift in tschechischer Sprache:" Wir gehen, gegenstehende Haltung nahmen namentlich M. Grunwald, nicht zufrieden, und die Maschinisten oder Heizer töricht genug sind, weil wir müssen. Der tauglich ist, wird ein Sflave werden." Der Otto Krille und Ridlinger ein. Von denselben wird be- sich noch ärger ausbeuten zu lassen. Andererseits gibt es auch zweite Wagen trug eine Tafel mit folgender Aufschrift: Unser hauptet, daß die genaue Kenntnis der Muttersprache nicht so un- Brauereien wie Bazenhofer und Schultheiß, wo die Maschinisten Leben, unsere Seele und unsere Sprache wollen sie vernichten." Auf bedingt notwendig sei, als daß sich der Aufwand an Mühe und Zeit, und Heizer nur acht Stunden täglich arbeiten und dabei dem dritten Wagen war zu lesen:" Die Armee ist das Grab unserer der darauf verwendet werden müßte, rechtfertigen ließe. Auch weniger schlecht bezahlt werden als anderswo bei zwölf Stunden Jugend, der Kerker unserer Freiheit." Auf dem Wagen saßen wurde die Durchführbarkeit des Projektes bestritten. Die 100 000 Arbeit. Stellungspflichtige mit schwarzen Binden um den Hals und mit Gewerkschaftsmitglieder, die angeblich für das Projekt gewonnen Die Meinung des Referenten sowie der Diskussionsredner ging schwarz- weißen Rosetten in den Knopflöchern. Sie sangen die feien, ständen nur auf dem Papier. Es hätten sich nur Ge- dahin, daß wenn es nun mal nicht früher möglich ist, bei Ablauf" Note Fahne". Der Zug wurde von der Gendarmerie angehalten, wertschaftsborstände bereit erklärt, das Projekt zu unter- des Tarifs im Jahre 1906 mit aller Kraft dafür gesorgt werden die die Tafeln mit den Aufschriften konfiszierte. tüßen. Die Mitgliederzahl jener Gewerkschaften mache die obige foll, daß auch für die in den Brauereien tätigen Maschinisten und Bahl aus. Damit sei aber nicht gesagt, daß alle oder auch nur ein Heizer erträgliche Lohn- und Arbeitsbedingungen durchgeführt Zu Bebels Erbschaftsprozeß ist richtig zu stellen, daß die Entwesentlicher Teil der Mitglieder die Unterrichtsbriefe benutzen oder werden, namentlich die achtstündige Arbeitszeit und ein Grundlohn scheidung des Gerichtes am 9. April verkündet werden wird. Der die von Wanderlehrern abgehaltenen Kurse besuchen werden. Nach von mindestens 30 M. Im übrigen wird der Vertreter der Vertreter der das Testament anfechtenden Verwandten hat die Schluß der Diskussion wurde eine Resolution Woldt, die sich für Maschinisten und Heizer, soweit es zweckmäßig erscheint, an den Ladung weiterer Zeugen beantragt, während Bebels Vertreter den Beitritt der Arbeiter- Bildungsschule als Korporation zur Verhandlungen der Brauereihandwerker teilnehmen. Es wurde auch Rechtsanwalt Maher die kostenpflichtige Abweisung der Klage Rühle- Schule ausspricht, abgelehnt. Desgleichen eine bermittelnde darauf hingewiesen, daß es in vielen Fällen den Maschinisten und beantragte und für den Fall, daß das Gericht die Sache nicht für Resolution Grubert. Zur Annahme gelangte eine gemeinschaft- Heizern wohl möglich wäre, mancherlei Mißstände zu beseitigen, spruchreif hält, die Ladung der Sachverständigen Medizinalrat Leppliche Resolution des Genossen M. Grunwald und des Vorstandes, wenn sie nur ernstlich, gestützt auf ihre Organisation, dagegen vor- mann und Professor E. Mendel beantragte. Nach dem Anwalt die folgenden Wortlaut hat:„ Die Mitgliederversammlung der gehen wollten. Plottter ergriff Bebel selbst das Wort, um gegenüber den Klägerischen Arbeiter- Bildungsschule zu Berlin erklärt sich mit den Arbeiter. Die Zentralfommission der Krankenkassen hatte zu Freitag nach eine Begegnung mit Kollmann hatte. Er habe sich aus Gerechtigkeits. Bildungsvorschlägen des Genoffen Rühle nicht einverstanden. Sie dem Gewerkschaftshause eine Versammlung der KrankenBehauptungen festzustellen, daß, er schon im Jahre 1874 in Leipzig unterschäßt und verkennt nicht die gute Absicht bei diesen Vorschlägen, tassen- Borstände Berlins und der Bororte ein- gefühl veranlaßt gesehen, Kollmanns Anliegen zu prüfen und ihm ſie hält aber ihre praktiſche Durchführung für unmöglich und ihre berufen, in der 91 Stassen vertreten waren. Zunächst wurden die soweit als tunlich behüflich zu sein. Bebel verwies auch auf den fachliche Notwendigkeit für unbewiesen. Die Bersammlung hält mit den Badeanstaltsbesikern vereinbarten Bedingungen einmütig feit gegenwärtig beschäftigt ist. Wenn der Bertreter der Kläger Fall des württembergischen Obersten Hüger, mit dem die Deffentlichdaran fest, daß nach wie vor die notwendigste und erste Bildung gutgeheißen. Sodann berichtete Kohn über den zweiten Kongreß meint, warum gerade ihm als berüchtigter Sozialdemokrat die Erbder Arbeiter, und im besonderen der arbeitenden Jugend, in der der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank schaft zufallen solle, so bemerke er, daß ihm bereits vor zwei Jahren Kenntnis derjenigen Disziplinen bestehen muß, die sie zum Ver- heiten, wobei er hervorhob, daß der Zentralkommission von der ebenfalls von einem wildfremden Manne ein Legat vermacht wurde ständnis der Entstehung und weiteren Entwickelung der kapitalisti Gesellschaft 100 000 Merkblätter zweds Belehrung der Kassen- und zwar infolge feines Eintretens im Reichstag für Völkerschen Wirtschaftsordnung bringen, und zwar im Sinne und mit dem mitglieder über seruelle Dinge zur Verfügung gestellt worden sind. versöhnung und Völkerfrieden. Ziele proletarisch- revolutionärer Weltanschauung.". Einwendungen gegen die Haltung der Delegierten auf dem Kongreß Die Verwaltung I des Zentralverbandes der Handels-, Transport wurden nicht erhoben. Hierauf sprach Herr Staller über die und Verkehrsarbeiter hielt am Sonntag im Gewerkschaftshause eine neue Reichs- Arzneitage und die dadurch bedingte Aenderung des außerordentliche Generalversammlung ab. Zunächst wurde die Wahl Bertragsverhältnisses mit den Apothekern. Beabsichtigt ist, den von neun Delegierten zum Verbandstag in Frankfurt a. M. vor- Vertrag zum 1. Juli zu fündigen. Es haben auch bereits Vorgenommen. Dieselbe erfolgte per Stimmzettel. Das Resultat der berhandlungen mit den Apothekern stattgefunden, die indessen noch Abstimmung war folgendes: Es erhielten Stimmen: A. Utheß 467, nicht zu einem definitiven Abschluß gekommen sind. Da jedoch die A. Werner 457, B. Streitner 435, F. Püschel 334, Apothekenbesitzer diesmal geneigt scheinen, die Vertragsangelegenheit 3. Steinete 290, Spidermann 254, d. Bled 251, auf friedlichem Wege zu erledigen, so dürften wahrscheinlich schon Kundmüller 247, Stablert 242, G. Gebauer 239, F. Berner 237, zu Anfang nächsten Jahres die neuen Vereinbarungen in Kraft Der jüdisch- deutsche Jargon in London. Die Anhänger des Waclawiat 212, R. Nürnberg 200, Chr. Meuer 143, Wiedemann 104, treten. Sierzu nahm die Versammlung einstimmig folgende Reso- Gefeßvorschlages gegen die Einwanderung machen es sich zunube, D. Beutel 83. Da insgesamt 492 gültige Stimmen abgegeben lution an: daß der Homesekretär im Unterhause erklärte, daß die Londoner wurden, beträgt die absolute Majorität 247; demnach sind die" Die Versammlung beauftragt die Zentralfommission, Ber- Polizei etwa 100 Mitglieder in Jiddisch auszubilden genötigt war erst en acht Genannten als gewählt zu betrachten. Zur Fest- handlungen über ein erneutes Abkommen mit den Apothekern anzu- und daß 50 bis 60 weitere Mitglieder der Polizeitruppe fich einige stellung des neunten Delegierten hat nunmehr noch eine bahnen, welches die Krankenkassen vor einer Mehrbelastung durch Kenntnis dieser Sprache aneignen mußten, um im Ostende Londons Stichwahl zu erfolgen. Nach Erledigung des Wahlattes beriet die die neue deutsche Arzneitage 1905 bewahren soll. Die Versammelten ihren Dienst befriedigend versehen zu können. Die englische Sprache, Versammlung in einer regen fachlichen Disfuffion über nachstehende hoffen, daß ein befriedigendes Abkommen auf friedlichem Wege zu die fich früher jeder Einwanderer möglichst bald aneignete, wird Anträge zum Statut. Dieselben sollen dem Verbandstag zur An- erzielen sein werde, erklären aber, daß eine Verschlechterung der mehr und mehr im Often durch das Jiddisch verdrängt. In nahme unterbreitet werden. Zu§ 4 Abs. 1:„ Der Beitrag für derzeit bestehenden Verträge von ihnen nicht akzeptiert werden kann. Hunderter von Läden sieht man Preisverzeichnisse und Auslagezettel männliche Mitglieder beträgt 40 Bf. und für weibliche 25 Pf. pro Die Versammlung erhebt nachdrücklich Proteft gegen die Art, in der in jiddisch. Der Homesekretär vergaß, die interessante Tatsache zu Boche". Zu§ 7 Abs. 4: Für die ersten brei Streiftage wird das Kaiserliche Gesundheitsamt die deutsche Arzneitage zustande erwähnen, daß die Polizisten, die jiddisch lernen, zuerst deutschen feine Unterſtügung gezahlt, wenn der Streik innerhalb einer Woche gebracht hat, insofern nur die Interessenvertretung der Apotheker Sprachunterricht erhalten, da die Kenntnis der deutschen Sprache beendet ist. Dauert der Streit länger wie fechs Tage gehört wurde, langjährige berechtigte Wünsche der Krankenkassen das Erlernen des Jiddisch außerordentlich erleichtert. dann wird die Unterstützung vom ersten Tage ab gezahlt". aber unberücksichtigt blieben und eine von niemand erwartete, durch Den§ 5, Abs. 1, dahin abzuändern:„ daß nach der 1. Woche Arbeits- die Berhältnisse nicht gerechtfertigte Verteuerung der Arzneien ein- Geheimer Kommerzienrat Hahn verhaftet. Aus Dresden wird Tofigkeit die Unterstützung gezahlt wird". Den§ 20, Abf. 2, am tritt. An alle Krankenkassen ergeht die Aufforderung, fofort durch gemeldet: Gestern nachmittag wurde hier der Geheime KommerzienSchluß dahin zu ändern:" Berwaltungsstellen mit über 5000 Mit- Tarproben die Mehrbelastung einwandsfrei festzustellen, damit die rat Hahn auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet, um die ihm gliedern haben bei einer Mitgliedschaft von 5000 zehn, und darüber Regierung sich veranlaßt sieht, die Revision der Targrundsäge unter vom Landgericht zuerkannte vierjährige Gefängnisstrafe anzutreten. hinaus für je 1000 Mitglieder einen weiteren Delegierten zu ent- der vom Grafen Pojadowsky zugesagten Buziehung von Vertretern Sollte die von den Honorationen Dresdens verlangte Begnadigung fenden. Ist die Zahl durch 1000 nicht teilbar, so ist für den über der Krankenkassen sobald wie möglich vorzunehmen." endgültig abgelehnt sein? schießenden Teil, wenn derselbe 500 und mehr beträgt, ebenfalls 1 Bertreter zu wählen."§ 24, Abs. 4. Hinter des Ausschusses und der Preßkommission" zu fezen:„ alljährlich einmal und zwar am Schluß des ersten Quartals" usw. Die Generalversammlung gelangt. möge beschließen, daß ein Revisor der Hauptkasse ohne besondere Wahl zwecks Bestätigung des Kassenberichts auf den Haupt- Generalversammlungen zu erscheinen hat. Die nächste Haupt- Generalversammlung im Jahre 1907 in Berlin abzuhalten.Unterstüßungsreglement: Beim Ableben eines Mitgliedes oder Eigentum und Familie. In der„ Uelzener Kreiszeitung" erdeffen Ehefrau fann an die Hinterbliebenen eine einmalige Beihülfe schien folgende Anzeige, die auch ohne Kenntnis der Vorgeschichte gezahlt werden und zwar nach einer Mitgliedschaft von 1 Jahr bis verständlich ist: Automobilfahrer! Neuer Abend Stursus beginnt am 4. April. Theorie- und praktischer Fahrunterricht. Prospeft frei. Technikum Elektra, Neanderstr. 4. Chinesische Nachtigallen, das ganze Jahr schlagend, Std. 5 M., 2 Std. 9 M., 5 Std. 20 M. 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Als er fortging, nahm er auch den Pfarrer Johann Englert mit sich, um ihn wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an Kindern, in Untersuchungshaft zu verbringen. ein Merkblatt zur Bekämpfung der Krebserkran- ben letzten Tagen im Lungau mehrere große Lawinen niedergegangen. Lawinenstürze. Infolge des eingetretenen Tautvetters find in tungen von der Zentralkommission an die Kassen zur Ausgabe von den niederstürzenden ungeheueren Schneemassen wurden insbesondere der Muswinkel und der Zederhauswinkel start in Mitleidenschaft gezogen. In diesen beiden Seitentälern liegt gegenwärtig der Schnee bis 15 Meter hoch; jeder Verkehr ist natürlich unmöglich. Die Lawinen haben große Waldbestände vernichtet und das Erdreich bis tief herab mitgeriffen. Die armen Gebirgsbauern befinden sich in großer Not. Vermischtes. Singer Nähmaschinen. Neue Javas und Sumatras. 16332* Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. 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Abteilung im Neuen Theater: Der G'wissenswurm. 2. Abteilung: im Schiller- Theater N.: Wallensteins Lager und Die Piccolomini. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Eurhanthe. Montag: Lohengrin. Anf. 7 Uhr. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Göz CASTAN'S ANOP TICUM. PA Friedrichstr. 165. Das sensationelle 0. Wallner- Theater. N. Schiller- Theater Friedrich Wilhelint Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Haubenlerche. Sonntag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Montag, abends 8 Uhr: König Lear. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Thalia- Theater. städtisches Theater. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Montag, abends 8 Uhr: Johannisfeuer. Dienstag, abends 8 Uhr: Im Hafen. Belle Alliance- Theater. Belle Alliancestr. 7/8. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. 32 Uhr: Sonntag am. Charleys Tante. Seute nachm. 3 Uhr bei II. Preisen: Die Jüdin von Toledo. Abends 8 Uhr: Halbe Preise. Täglich abends 71/2 Uhr: Stadt- Theater Moabit Mt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters: Der Widerspänstigen Zähmung. Lustspiel in 5 Aufzügen von William Shakespeare. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Nach der Borstellung: Gr. Ball. Entree 50 Pf., Balkon und Parkett 1 M. Dienstag: Der Totschläger L'Assomoir). Volksgarten-Theater ( früher Weimann). Sonntag, den 26. März 1905, nachmittags: Robinson Crusoe. Riesen- Mädchen!!! Der Kilometerfreffer Der beste Tip. bends: Gaftspiel der Gauspielerin Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Montag: Gäb von Berlichingen Berliner Aquarium Anfang 7 Uhr. Deutsches. Wilhelm Tell. Nachmittags 2, Uhr: Maskerade. Montag: Kettenglieder. Berliner. Richard II. Montag: Weh' dem, der lügt! Weften. Die Liebesfestung. Nachmittags 3 Uhr: Martha. Montag: Der Prophet. National. Figaros Hochzeit. Rachm. 3 Uhr: La Traviata. Montag: Undine. Neues. Ein Sommernachtstraum. Montag: Der Graf von Charolais. 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Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: In beiden Vorstellungen, nachmittags Meta Gleich reichhaltiges abwechselndes Programm. Sämtliche Spezialitäten, Clowns und Auguste Ein Sommernachtstraum. Freitag zum erstenmal: Konegen. neueste Monstredressuren. Kleines Theater u. Direktor Albert Schumanns Nachmittags 3%, Uhr: Charles Kleines Theater Nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise. In beiden Vorstellungen, nachmittags Familienidyll. Liebesträume. Tante. Montag: Der Kilometersreffer. Palaft. Liebe fann alles. und Morib. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Anfang 8 Uhr: May Schiller 0.( Wallner Theater.) Fuhrmann Henschel. Nachmittags 3 Uhr: Die HaubenTerche. Montag: König Lear. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Kreuzel fchreiber. Rachmittags 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Montag: Johannisfeuer. Lessing. Elga. Nachmittags 21 Uhr: montag. RosenMontag: Ein Boltsfeind. Anfang 7 Uhr. Kleines. Sanna. Montag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Residenz. Hotel Pompadour. Nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Montag: Hotel Pompadour. Luftspielhaus. Der Familientag. Mittags 12 Uhr: Matinee. Der Außenseiter. Die Bäuerin. Eine Abrechnung. Malezieur. Montag: Der Familientag. Trianon. Das Abenteuer des Herrn Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Nachmittags 3 Uhr: Die glüdliche Gilberte. Montag: Das Abenteuer des Herrn Malezieur. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Deutsch- Amerikanisches. Uebern großen Teich. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Sanna. Montag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Dienstag: Salome. Mittwoch: Nachtasyl. Donnerstag, Freitag: Sanna. National- Theater Weinbergsweg 19. Sonntag, den 26. März 1905, nachmittags 3 Uhr: La Traviata. Abends 72 Uhr: Figaros Hochzeit. Montag: Undine. und abends: Berlins größte Sensation: wunderbar Thompsons Elefanten. 1. a.: Höchft originell! Der Elefant am Telephon. Der Barbier, urkomische Szene, dargestellt von Elefanten. Elefanten als Akrobaten und musikalische Clowns. Marokko Der Saltomortale schlagende Elefant 2c. Nachm. zum Schluß: Die große Ausstattungspantomime m. sensationell. Sastadenritten, glänzend. Kavallerie- Manövern, prachtvollen Aufzügen, Ballets 2c. 1 Kind frei Rachmittags auf allen Plätzen ohne Ausnahme. Um 92 Uhr: Mit noch nie dagewesenem Erfolge! Die größte Bracht Ausstattungspantomime der Gegenwart, zirka 400 Mitwirkende, 2 Musikkorps. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Hotel Pompadour. Schwant in 3 Atten v. Anthony Mars u. Leon Kanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag, den 26. März, nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nchm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. The five sisters Lorrison die bekannten Frauenschönheiten. Bokken Lasson die erotische Straßensängerin. Die Picchiani- Truppe. Die reizenden Fiocatis. 14 glänzende Nummern. Carl Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Zum erstenmal: Zentral- Theater Eine Nordlandsreise Berlin wie es weint und lacht. Nachmittags 3 Uhr in erster Besetzung: Der Bettelstudent. Abends 7, Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Atten von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehár. Morgen u. folg. Tage: Die Juxheirat. Apollo- Theater. 218. Friedrichstraße 218. Nachmittags 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen bon Paul Lincke und die März Zeich. Montag: Ueber'n großen Teich. Belle Alliance. Der beste Tip. Nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin bon Toledo. Montag: Die Rote. Carl Weik. Berlin, wie es weint und lacht. Nachmittags 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Luifen. Khriz- Phriz. Nachmittags 3 Uhr: Lorbeerbaum und Bettehtab. Montag: Lorbeerbaum u. Bettelstab. Kasino. Lolos Bater. Nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Montag: Lolos Bater. 21pollo. Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Rachm. 3 Uhr: Spezialitäten. Berliner Luft. Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Die März Spezialitäten. 812 Uhr: Das Veilchenmädel. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. X Josef Giampietro. Josef Josephi. X Anton Grünfeld. Frid Frid. X Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 128 Uhr. Montag: Das Beilchenmädchen. Deutsch- Amerikanisches Spezialitäten. Die Meher Herrnfeld Theater. hains. Montag: Dieselbe Borstellung. Paffage Theater. Die 5 Lorrisons. Bokken Lasson. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Sabaret. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Montag: Diefelbe Vorstellung. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. N. Donath: Die radioattiven Stoffe". Stern Invalidenstraße 57/62. warte. Zäglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Luisen- Theater. Nachmittags: Sorbeerbaum und Bettelfab. Abends 8 1hr: Kyrik- Pyrik. Montag: Lorbeerbaum u. Bettelstab. Dienstag: Khriz- Phrik. Mittwoch: Das Leben ein Traum. Donnerstag: Bum erstenmal: Die Grille. Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp. Heute e zum 438. MALE UEBERN GROSSEN TEICH. = Sonntag nachmittags 3 Uhr: Halbe Preise. ,, Ueber'n großen Teich". Lustspielhaus. Sonntag mittag 12 Uhr zum erstenmal: Eine Abrechnung. Die Bäuerin. Der Außenseiter. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Mabendlich: Der Familientag.. faszinierende Effekte. Montag: Wohltätigkeits- Vorstellung zum Besten der Unterstützungskasse des Vereins Berliner Journalisten. Märchenhaft schöne Inszenierung, Bolfsstück mit Gesang in 3 Aften und 11 Bildern von Berg und Kalisch. Musik von Conradi. Anfang 8 Uhr. Rachmittags 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Morgen: Berlin, wie es weint und lacht. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Das Abenteuer d.Hrn. Malezieux Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Goldene Berge oder: Das Millionenmädel. Lebensbild mit Gesang von Wilken. Anfang 8 Uhr. Entree 30 B. Ball. Montag: Leonore oder: Die Kasino- Theater Grabesbraut. Lothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Herbert Lloyd, Amerikan. Komiker. Dianda, Dressierte Affen. Dorothy Clark, Engl. Sängerin. Stelling u. Revell, Kom. Reckturner. Dr. Angelo, Lebende Porzellanfiguren. Pas de deux, Orientalischer Tanz. The Novellos, Europa in Indien. Diane de Fontenoy, Lebende Bilder. Mistinguette, Pariser Sängerin. KaufmannTruppe, Kunstradfahrerinnen. Doherty Sisters, Amerikan. Sängerinnen und Tänzerinnen. Biograph, Serienbilder. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anf. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billetts zu den numer. Bläßen find stets 8 Tage vorher zu haben Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide 108-114. Sonntag, den 26. März: Von 4 Uhr ab: Im Garten: 1. Gr. 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Königliches Opernhaus. Sonntag: Euryanthe. Montag: Lohengrin. ( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Barbier von Bagdad. Wiener Walzer. Mitt woch: Der Roland von Berlin. Donnerstag: Die Stumme von Portici. Freitag: Margarete. Sonnabend: Meistersinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Der fliegende Holländer. Neues Königl. Opern- Theater. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Göß von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: König Johann. Mittwoch: Prinz Friedrich von Homburg. Donnerstag: Göz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: König Richard II. Sonnabend: Brinz Friedrich von Homburg. Sonntag: Götz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Gyges und sein Ring. Deutsches Theater. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Maskerade. Abends: Wilhelm Tell. Montag: Kettenglieder. Dienstag: Helden. Mitt woch: Wilhelm Tell.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Dedipus. Freitag: Wilhelm Tell.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Kettenglieder. Sonntag nachmittag 1, Uhr: Die Brüder von St. Bernhard. Abends: Wilhelm Tell.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Unbestimmt. Berliner Theater. Sonntag: König Richard II. Montag: Weh dem, der lügt. Dienstag: König Richard II. Mittwoch: Die Jüdin von Toledo. Donnerstag: König Richard II. Freitag: Alt- Heidelberg. Sonnabend und Sonntag: Der G'wissenswurm. Montag: Beh' dem, der lügt. Leffing Theater. Sonntag nachmittag 2, Uhr: Rosenmontag. Abends: Elga. Montag: Ein Boltsfeind.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag bis Donnerstag: Elga. Freitag: Die Frau vom Meere.( Anfang 7%, Uhr.) Sonnabend: Elga. Sonntag nachmittag 2%, Uhr: Rosenmontag. Abends: Elga. Montag: Die 23eber.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag, 26. März 1905. Freitag: Die lustigen Beiber von Windsor. Sonnabend: Don Juan. Dienstag: Khriz- Pyrik. Mittwoch: Das Leben ein Traum. Donnerstag: Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Freischüz. Abends: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Unbestimmt. Neues Theater. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Montag: Der Graf von Charolais. Dienstag bis Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Meta Konegen. Sonnabend: Ein Sommernachtstraum. Sonntag: Meta Konegen. Montag: Ein Sommernachtstraum. Schiller Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Haubenlerche. Abends: Fuhrmann Henschel. Montag: König Lear. Dienstag und Mittwoch: Der Leibalte. Donnerstag: Krieg im Frieden. Freitag: Der Leibalte. Sonnabend: Die Herren Söhne. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Abends: Die Großstadtluft. Montag: Der Reibalte. Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Biccolomini. Abends: Die Kreuzelschreiber. Montag: Johannisfeuer. Dienstag: Jm Hafen. Mittwoch: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Donnerstag: Die Herren Söhne. Freitag: Die Großstadtluft. Sonnabend: Wallensteins Tod. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ballensteins Lager. Die Piccolomini. Abends: Der Leibalte. Montag: Krieg im Frieden. Residenz- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Abends: Hotel Pompadour. Bon Montag bis Sonnabend: Hotel Bom padour. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das große Geheimnis. Abends und Montag: Hotel Pompadour. träume. Serenissimus- 3wischenspiele. Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familienidyll. LiebesAbends: Sanna. Montag: Die Neubermählten. Abschiedssouper. Dienstag: Salome. Mittwoch: Nachtasyl. Donnerstag: Sanna. Freitag: Salome. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familienidyll. Liebesträume. Sereniffimus- Zwischenspiele. Abends: Abschiedssouper. Der grüne Kaladu. Montag: Der Bär. Angele. Trianon Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die glückliche GilTheater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Martha. berte. Abends und Montag bis Donnerstag: Das Abenteuer des Herrn Abends: Die Liebesfeftung. Montag: Der Prophet. Dienstag: Die Malezieur. Die Brieftasche. Ein peinlicher Zwischenfall. Ab Freitag: Ihr Liebesfeftung. Mittwoch: Martha. Donnerstag: Die Afrikanerin. Freitag: Alibi. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die glückliche Gilberte. Abends und Der Bettelstudent. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Die Ahnfrau. Abends: Montag: Ihr Alibi. Die neugierigen Frauen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Undine. Abends und Montag: Die neugierigen Frauen. National Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: La Traviata. Abends: Figaros Hochzeit. Montag: Undine. Dienstag: Don Juan. Mittwoch: Die lustigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Die Fledermaus. M Belle Alliance Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Abends: Die Rote. Bon Montag bis Sonnabend: Die Rote. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends und Montag: Die Rote. Luisen Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Lorbeerbaum und Bettelstab. Abends: Khriz- Pyriz. Montag: Lorbeerbaum und Bettelstab. Die Grille. Freitag: Khriz- Pyrit. Sonnabend: Mein Leopold. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Leben ein Traum. Abends: Die Grille. Montag: Lorbeerbaum und Bettelstab. Lustspielhaus. Sonntag mittag 12 Uhr: Matinee. Eine Abrechnung. Die Bäuerin. Der Außenseiter. Allabendlich: Der Familientag. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Mann im Schatten. T Carl Weiß- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends und Montag bis Freitag: Berlin, wie es weint und lacht. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Mag und Morig. Abends: Berlin, wie es weint und lacht. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends und Montag: Berlin, wie es weint und lacht. Zentral Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. Abends( Anfang 7% Uhr) und Montag bis Sonnabend: Die Jurheirat. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Abends und Montag: Die Juxheirat. Anfang 72 Uhr) Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 3%, Uhr: Charleys Tante. Abends: Der Kilometerfresser. Montag bis Sonnabend: Der Stilometer freffer. Sonntag nachmittag 3% Uhr: Charleys Tante. Abends und Montag: Der Kilométerfresser. Kafino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Abends und Montag bis Sonnabend: Lolos Bater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Heirat auf Probe. Abends und Montag: Lolos Vater. Apollo Theater. Sonntag nachmittag 3 1hr: Berliner Luft. Abends Das Veilchenmädchen. Montag bis Sonnabend: Das Beilchenmädchen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Berliner Luft. Abends und Montag: Das Veilchenmädchen. Deutsch- Amerikanisches Theater. Ueber'n großen Teich. Abends: Ueber'n großen Teich. Von Montag bis Sonntag nachmittag 3 Uhr: Sonnabend: Ueber'n großen Teich. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Abends und Montag: Uebern großen Teich. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Allabendlich: Die Meyerhains. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Passage Theater. Allabendlich: Die 5 Lorrisons. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Sabaret. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Palast Theater. Allabendlich: Die Liebe kann alles. Spezialitäten. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Im Theater: 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. 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März, wegen Lohndifferenzen im Ausstand und ersuchen wir, jeglichen Zuzug 64/5 strengstens zu meiden. Der Gesamt- Auflage unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Firma Baer Sohn, Berlin, Chauffeeftr. 24a/ 25, Brückenftr. 11, Groke Frank furterstr. 20, bei. Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 73. 22. Iahrgaug. 5. KtilW des.Mrmrls" Mim IMW Sonntag, 26. Marz 1963. Die Organisation der Hanspflege. Die Arbeiterfrau ist der Mittelpunkt des Arbeiterhaushaltes. Von ihrer Tüchtigkeit und Leistung hängen Mann und Kinder in ihrem Wohlergehen und ihrer Arbeitsfähigkeit zum besten Teil ab. Und dabei ist die körperliche Leistungsfähigkeit der Arbeiterfrau abhängig von den verschiedensten äußeren Umständen und Zufällen. Ein geringer Unfall, eine unwesentliche Erkrankung können in ihrer Wirkung zur Erschütterung des häuslichen Gleichgewichts führen und das ganze Familienleben gefährden. Gilt das uberall, so spitzt sich dieser Uebelstand noch besonders zu für den großstädtischen und industriellen Arbeiter. Hier fehlt die häusliche Arbeit des kleinen Gewerbetreibenden, die ihm er- möglicht, in Notfällen nach dem Rechten zu sehen und kleine häusliche Arbeiten selbst auszuführen. ES fehlen die engeren nachbarlichen Beziehungen, die das Leben in kleinen Orten oft erleichtern. Unter den Lebensbedingungen des großstädtischen Arbeiters sind Erwerbstätigkeit und Hauswirtschaft zumeist weit voneinander entfernt, und die Familien pflegen in der Hauptsache ziemlich isoliert zu leben. So bedeutet die Arbeitsunfähigkeit der Frau durch Krankheit oder Wochenbett in der Regel auch den voll- ständigen Stillstand des Haushalts, der bei längerer Tauer zuni völligen Ruin der Haushaltung und zur Verwahrlosung der Kinder führen muß. Mag auch ein pflichtgctreuer Ehegatte sich bemühen, nach Feierabend noch das Allerdringlichste notdürftig zu besorgen, mag da und dort eine mitleidige Seele unter den Nachbarinnen herüberspringen, um nach dem Feuer zu sehen oder ein Kind trocken z» legen: im ganzen bedeutet andauernde Krankheit der Frau eine Unterbrechung der häuslichen Ordnung, die oft nicht mehr gut zu machen ist und manches glückliche Ehelcben zerrüttet. Diese Tatsache führt zu einem zweiten, nicht geringeren Uebcl. Um die gänzliche Zerstörung ihres Hauswesens zu verhüten, pflegt die Arbeiterfrau in Krankheitsfällen aus einem wohlbegreiflichen und oft bewundernswerten, in seiner Wirkung aber oft geradezu ver- derblichen Pflichtgefühl sich viel zu früh und viel zu schwer m>t häuslichen Arbeiten anzustrengen. Namentlich nach der Entbindung ist eS geradezu allgemein Sitte, bereits nach wenigen Tagen, lange bevor die durch den Geburtsakt verletzten Organe sich erholt.haben, die Hausarbeit wieder aufzunehmen. Schon am dritten Tage nach der Entbindung und noch früher steht die Frau, oft der Ohnmacht vor Schwäche nahe, am Waschfaß. Gewiß, sie kann das Neugeborene nicht im Schmutz verkommen lassen. Aber schweres Leiden, oft, zumal bei häufiger Wiederholung, lebenslängliches Siechtum sind die Folgen dieser heldischen Pflichterfüllung. Es ist das schlimmste Unglück des Proletariers, daß schon eine kleinere Abweichung vom regelmäßigen Verlauf der Dinge, die dem Wohlsituicrten gar nichts ausmacht, für ihn oft den Umsturz der ganzen Existenz oder doch des geregelten Familienlebens bedeutet. Und die öffentlich-rechtliche Organisation, die hier den Ausgleich schaffen und in Notfällen Ersatz bieten soll: die Arbeiter- Versicherung versagt hier bis jetzt noch völlig. Wenigstens in der Praxis. Denn nach dem Wortlaut des Gesetzes ließe sich sehr ivohl darüber streiten, ob nicht die Schonung der Kranken durch Bc- freiung von dringend nötiger Hausarbeit, d. h. also durch Be- schaffung einer Aushülfe für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit, als „Heilmittel", deren ja nach Z 21 Z. 2 K.-V.-G. von den Orts-Kranken. lassen usw. auch andere als die im§ 6 aufgezählten gewährt werden dürfen, zu betrachten sei. Jedenfalls läßt sich der Begriff der„Fürsorge", die nach Z. 3a noch für die Dauer eines Jahres von Beendigung der Krankenunterstützung ab, also doch ganz sicher auch in der normalen Zeit dieser Unterstützung gewährt werden darf, auf eine solche Hülfeleistung anwenden. Das Wort: „namentlich auch Unterbringung in einer Heilanstalt" besagt deutlich, daß auch andere Mittel der Fürsorge zulassig sind, sicherlich weit einfachere und billigere, wie das bezeichnete eines fem würde. Aber, obwohl danach diese Art Unterstützung nicht zu denen gc- hören dürfte, die durch§ 21 Abs. 2 verboten sind, haben unseres Wissens bisher Krankenkassen ihre Tätigkeit auf dies naheliegende und wichtige Gebiet noch nicht ausgedehnt, wiewohl hier mit geringem Aufwand eine Sicherung des Heilerfolgs zu erzielen wäre, die den sonstigen Leistungen der Kassen erst ihre volle Wirksamkeit verschaffen würde. Sicher würde es den Versuch lohnen, eventuell würde auch die Herbeiführung einer obergerichtlichen Entscheidung über die Zu- lässigkeit von Wert sein. Ganz gewiß aber sollte für die bevor. stehende Neuregelung der Kranken- und I n v a- lidenversicherung dieser Frage die volle Aufmerksamkeit zugewandt werden. Ist doch namentlich auch für die Invaliden- Versicherung mit Rücksicht auf die Erhaltung der dauernden Er- werbsfähigkeit und die Gesundheit der sämtlichen Familienglieder die Frage von besonderer Wichtigkeit— auch hier läßt sich übrigens schon nach dem bestehenden Gesetz die Beschaffung der Möglichkeit der Schonung, also der sonst nicht möglichen Gelegenheit zur Gesundung, als ein Teil des bereits heute nach ß 18 des Jnvalidenvcrsicherungs- Gesetzes zulässigen Heilverfahrens ansehen: eine wesentlich geringere Aus dem Marxschen Buchet n. Wie der Profit des Kapitalisten entsteht. Bereits im 1. Band des„Kapital" gibt Marx auf G. 154—5 in lebendiger, satyrischer Form die landläufigen Ausflüchte der Kapitalisten wieder, womit sie die„Berechtigung" ihrer, aus fremder unbezahlter Arbeit der Proletarier stammenden Profite nachzuweisen suchen, um die Tatsache der Ausbeutung hinwegleugnen zu können. Hier, in dem neuen Buche, finden wir dasselbe Thema viel ausführlicher behandelt. nämlich in der Form cineS köstlichen Dialogs zwischen dem Kapitalisten und seinen Arbeitern. Zunächst sucht der Kapitalist den Arbeitern einzureden, er habe deshalb ein heiliges, mwerbrüchliches Recht auf feine Riesenprofite, weil er ja den Arbeitern aus eigener Tasche in barem Gelde ihren Lohn auszahle, bevor das Produkt ihrer Arbeit fertig und verkauft sei, d. h., weil er ihnen ihren Anteil am Produkt großmütig„vor- schieße", sich also dafür auck, entsprechend entschädigen müsse. Der Arbeiter, fährt Marx fort, wird dem Kapitalisten nun sagen:„Von diesen S Pfund Garn zum Beispiel stellen drei Fünftel konstantes Kapital(d. h. Rohstoffe. Verschleiß von Maschinen usw.) vor. Die gehören dir. Zwei Fünftel, also 2 Pfund, stellen meine neu zugesetzte Arbeit vor. Du hast mir also 2 Pfund zu zahlen. Du zahlst mir also den Wert von 2 Pfund." Damit würde er nicht nur den Arbeitslohn einsacken, sondern auch den Profit, kurz eine Summe Geld gleich dem Quantum der von ihm in Form von 2 Pfund neu zu- gesetzter, materialisierter Arbeit. „Aber." sagt der Kapitalist,„habe ich nicht das konstante Kapital vorgeschossen?" „Gut." sagt der Arbeiter,„dafür ziehst du 3 Pfund ab. zahlst mir nur zwei." „Aber," fährt der Kapitalist fort,„du konntest deine Arbeit nicht materialisieren, nicht spinnen, ohne meine Baumwolle und meinen Webstuhl I Dafür mußt du extra zahlen." „Ei," sagt der Arbeiter,„die Baumwolle wäre verfault und die Spindeln verrostet, hätte ich sie nicht zum Spinnen vernutzt. Die •) Theorien über den Mehrwert. Aus dem nachgelassenen Manuskript„Zur Kritik der politischen Oekonomie von Karl Marx". herausgegeben von Karl KautSky. l. Teil: Die Anfänge der Theorie vom Mehrwert bis Adam Smith. Verlag von J. H. W. Dietz Nachf., Stuttgart. Preis 5,50 Mark, gebunden 6 Mark. Infolge Raummangels gelangt diese Forlsetzung de» in Nr. 24 de»„Vorwärts" begonnenen Artikels erst heute zum Abdruck. Leistung im Vergleich mit der Unterbringung in einer Heilanstalt, die darum gewiß als zulässig angesehen werden sollte. Indessen spielt die jetzt vorhandere Arbeiterversicherungs-Gesetzgebung hier überhaupt nur eine unwesentliche Rolle. Denn die Anwendbarkeit der bestehenden Gesetze ist auf jeden Fall schon dadurch begrenzt, daß in den meisten Fällen hier gar nicht erwerbende Ehefrauen, son- dern Hausfrauen in Betracht kommen, die der Fürsorge der Versicherung nur ausnahmsweise auf Grund besonderer statutarischer Erweiterung der Leistungen der Krankenkassen(Z 21 Ziff. 5 des Krankenversicherungs-Gesetzes) oder freiwilliger Versicherung bezw. Weiterversichcrung gemäß dem Jnvalidenversicherungs-Gesetze unter- liegen. Bei der Neuregelung dieser Versicherung sollte indessen die Gewährung solcher Hülfe zu den pflichtmäßig zu gewährenden Leistungen hinzugefügt oder lvenigstens sofort das noch nicht zu er- reichen wäre, ausdrücklich als zulässig erklärt werden. So lange das nicht der Fall ist, bleibt nichts weiter übrig als der Ausbau dieses wichtigen Mittels der Fürsorge durch private Hülfstätigkeit, wie wir sie in den Hauspflegevereinen finden. Der Gedanke der Hauspflege stammt unseres Wissens aus Frankfurt a. M., ist jedenfalls dort zuerst( 1832) in umfassen- derem Maße wirksam geworden. Seit einigen Jahren hat er rasch auch in anderen Städten Boden gewonnen. So besteht seit März 1897 der Verein„Hauspflege" in Berlin, dem neuerdings ein gleicher Verein in Charlottcnburg sich zugesellt hat, da der erstgenannte seine Tätigkeil auf das Weich- bild Berlins beschränkt. Er hat auch hier ein gewaltiges Arbeits- feld, auf dem er in ständig steigendem Umfange wirksam geworden ist. So konnte er bereits im Jahre 1300 seine Tätigkeit auf sämt- liche 357 Stadtbezirke ausdehnen svergl. den Artikel: Der Verein „Hanspflege" in Berlin, seine Bedeutung und sein Wirken, von Dr. M. Fuchs, in der„Sozialen Praxis" vom 26. Februar 1903, dem die hier angeführten Zahlen für die früheren Jahre entnommen sind). Der Verein, eine Abteilung des Berliner Frauenvereins, be zweckt, Familien, in denen die Führerin deS Hausstandes durch Krankheit oder Wochenbett an der Leitung der Wirtschaft verhindert ist, auch in plötzlichen Todesfällen, durch geeignete Fürsorge vor dem Niedergange zu bewahren. Zur Erreichung dieses Zweckes sollen in solchen Familien Pflegerinnen beschafft werden, welche die Wirtschaft besorgen und die zum Hausstand gehörigen erziehungS- bedürftigen Kinder beaufsichtigen. Die der Pflegerin zu leistende Vergütung wird aus Vcreinsmitteln bezahlt, sofern nicht die Familie selbst darauf besteht, einen Teil der Kosten zu ersetzen. In der Regel wird die Pflegerin, die ja auch das Essen für die Famili» zubereitet, ihre Kost in der gepflegten Familie erhalten; wo das untunlich ist, erhält sie hierfür vom Verein ein Kostgeld. Die bedeutsame und zunehmende Wirksamkeit des Vereins er- geben die folgenden Zahlen. Es wurde HauSpflege gewährt: im Jahre in Familien an Pflegetagen 1898 915 7 942 1893 1660 13 241 1900 2328 13 384 1301 2977 24 659 1902 3802 28 017 1903 4405 32 583 Das Jahr 1904 wird sicher wieder eine wesentliche Zunahme aufweisen. Die Pflegetage verteilten sich im Jahre 1903 folgendermaßen: 25 298 ganze Tage, 5 915 halbe Tage, 999 Waschtage. 239 Nächte, 137 Monatspflegen. ES wird also nicht schematisch, sondern je nach Bedarf, die Pflege an ganzen oder halben Tagen, auch zur Nachtzeit, zu regelmäßiger kürzerer Aushülfe oder zu bestimmten schwereren Hausarbeiten geleistet. Es wurde gepflegt wegen Krankheit........ in 1604 Familien Wochenbettes........ 2360„ „ Fehlgeburt........ 301 Abwesenheit der Hausfrau..„ 120 „ plötzlichen TodeS der Hausfrau„ 20„ zusammen in 4405 Familien. Von diesen Familien hatten Kinder unter 14 Jahren: keines.... 429 1.... 681 2.... 1131 3.... 958 4.... 612 5.... 354 6.... 149 mehr als 6.. 91 3 Pfund Garn, die du abziehst, stellen zwar nur den Wert deiner Baumwolle und der Spindeln vor, die in den 5 Pfund Garn konsumiert, also enthalten sind. Aber meine Arbeit allein, indem sie diese Produktionsmittel als Produktionsmittel verbrauchte, hat den Wert von Baumwolle und-Spindel erhalten. Für diese Wert er- hallende Kraft meiner Arbeit fordere ich von dir nichts, weil sie mir, außer dem Spinnen selbst, wofür ich die 2 Pfund habe, keine Extra- Arbeitszeit gekostet hat. ES ist dieses eine Naturgabe meiner Arbeit, die mich nichts kostet, die aber den Wert des konstanten Kapitals erhält. Sowenig ich von dir dafür fordere, sowenig hast du von mir dafür zu fordern, daß ich o h n e Spindel und Wolle nicht hätte spinnen können. Ohne Spinnen wären aber die Spindel und Baumwolle keinen Pfifferling wert." Der in die Enge getriebene Kapitalist bemerkt nun:„Die 2 Pfund Garn sind in der Tat 4 Schilling wert. Soviel Arbeitszeit von dir repräsentieren sie. Aber ich soll sie dir zahlen, ehe ich sie verkauft Habel Vielleicht verkaufe ich sie gar nickst. Das ist Rigko Nr. I. Zweitens verkaufe ich sie vielleicht unter ihrem Preis. Das ist Risiko Nr. II. lind drittens, unter allen Umständen, kostet es noch Zeit, sie zu verkaufen. Soll ich für dich umsonst beide Risikos und den Zeitverlust obendrein übernehmen? Umsonst ist der Tod." „Wart' einmal," antwortet der Arbeiter:„Welches ist unser Verhältnis? Wir stehen uns alz Warenbesitzer gegenüber, du als Käufer, ich als Verkäufer, denn du loillst mir meinen Anteil am Produkt, die 2 Pfund abkaufen, und sie enthalten in der Tat nichts als meine eigene vergegenständlichte Arbeitszeit. Nun behauptest du, ich müsse dir meine Ware unter ihrem Werte verlaufen, so daß du als Resultat mehr Wert in Ware erhältst als du jetzt in Geld besitzest." . Besinne dich doch recht! Ehe die 2 Pfund Garn da waren. die du uns jetzt abkaufen willst, hast du nicht vorher andere Käufe gemacht, ohne die die 5 Pfund Garn überhaupt nicht zustande ge- kommen wären? Hast du nicht vorher Baumwolle und Spindel ge- kauft, die jetzt in 3 Pfund Garn repräsentiert sind? Damals traten dir der Baumwolljobber in Liverpool und der Spindelfabrikant in Oldham als Verkäufer gegenüber, du ihnen als Käufer; sie repräscn- tierten Ware, du Geld— ganz dasselbe Verhältnis, worin wir äugen- blicklich die Ehre oder den Verdruß haben, einander gegenüberzustehen. Hätten dich der geriebene Baumwolljobber und dein jovialer Kollege von Oldham nicht ausgelacht, wenn du die Forderung gestellt, sie sollten dir einen Teil Baumwolle und Spindel umsonst ablassen, oder. was dasselbe, dir diese Waren unter ihrem Preise lund ihrem Werte) verkaufen, weil du ihre Ware in Geld, sie dir aber Geld in Ware verwandelten, weil sie Verkäufer, du Käufer? Sie riskierten nichts, denn sie bekämen das bare Geld, den Tauschwert in reiner, selb» ständiger Form. Dagegen du, welches Risiko l Erst aus Spindel Die Hauspflege-Statiftik für 1904 ergibt: 4727 Pflegen mit 27 239 ganzen. 5468 halben. 736 Waschtagen. 256 Nächten und 212 Monatspflegen. Wegen Wochenbettes wurde gepflegt... 2624 mal „ Krankheit„„... 1683„ „ Fehlgeburt„..... 266„ „ Abwesenheit der Frau wurde gepflegt 154„ Die Kosten für den Verein Hauspflege betrugen für diese Pflegen 35 187 M., außerdem wurde von den Verpflegten eine Zu- zahlnng geleistet in 1939 Fällen. Diese Zahlen, die eine Versorgung von mehr als 12 000 Kindern in schwerer Zeit nachweisen, geben hinlänglich Zeugnis für die Wirk- samkeit des Vereins. Der Jahresbericht für 1903 erläutert sie deS näheren durch einige praktische Beispiele. Einer Mutter von 5 Kindern im Alter von% bis 11 Jahren wurde für die Dauer ihres fünfwöchigen Aufenthalts in einer Lungenheilstätte eine Pflegerin gestellt, die Haushalt und Kinder in Ordnung hielt. Jetzt wird ihr noch von Zeit zu Zeit ein Waschtag gewährt. Eine andere Arbeiterfrau, die zu ihren 5 Kindern noch Zwilling« gebar, erhielt gleichfalls Pflege, die nicht allein dem Manne die regelmäßige Er- lebigung seiner Tagesarbeit ermöglichte, sondern auch den Inhaber eines abvermieteten Zimmers versorgte. Wir sehen hier, wie die ganze wirtschaftliche Existenz der Familie, die bei dem gering ent- lohnten Arbeiter stets nur auf des Messers Schneide steht, schon durch eine kurze Krankheitszcit oder ein Wochenbett zerstört— wie sie andererseits durch eine verhältnismäßig einfache und wenig kost- spielige Hülfeleistung aufrecht erhalten werden kann. In dem dritten angeführten Falle wird einer linksseitig ge- lähmten Witwe mit 4 Kindern, die im übrigen ihren Haushalt musterhaft versieht, aber nicht waschen kann, seit über vier Jahren regelmäßig eine Waschfrau gestellt. Die Pflegerinnen sind ältere, zuverlässige Frauen, zum Teil Almoscnempfängerinnen und nicht mehr vollwertige Arbeitskräfte, die sich so noch sehr nützlich machen und einen Neben» oder auch Hauptverdienst erzielen. Die verpflegten Familien verteilten sich nach dem Berufe de» Familienhauptes: Beruf des Mannes Arbeiter.......... 1539 Handwerker*) oder Kaufmann.. 1543 Kellner oder Diener..... 329 Beamter.......... 257 Verschiedene........ 326 Die Frau war Witwe..... 346 Eheverlassen........ 44 Ledig........... 21 Das wöchentliche Einkommen betrug nach den Angaben der Verpflegten: Verpflegten in Fälle» unter 10 M......... 462 11—15.......... 301 16-20„........ 1459 21—25........ 1818 26—30„......... 456 über 30......... 158 unbestimmt........ 251 276 erhielten laufende städtische Armenunterstützung. In 1566 Fällen wurde von den Verpflegten eine Zuzahlung pi den Kosten geleistet, während der Verein in 1060 Fällen der Pflegerin auch Kostgeld zahlen mußte. Der Verein gab in 212 Fällen die Pflege an andere Kräfte ab — durch Verbindung mit dem Zentral-Krankenpflegenachweis in der Ziegelstraße ist ihm die leichte Beschaffung geschulter Kranken- Pflegerinnen und Nachtwachen ermöglicht. � Von besonderer Wichtigkeit sind die Abmachungen, die der Verein mit einer Reihe von F i r m e n für die von ihnen beschäftigten Arbeiter getroffen hat. Ende 1903 waren es 34, darunter die größten Betriebe Berlins und der Verein Berliner Wäschefabrikantcn mit 33 Firmen. Jetzt sind es bereits 44. Die Abkommen sind verschieden: teils wird von den verpflegten Familien Zuzahlung und Kostgewährung nach Möglichkeit verlangt, teils wird sie ausdrücklich ausgeschlossen. Mehrfach wird eine Höchstgrenze(10 Tage, 15 oder 20 M.) festgesetzt oder nach einer bestimmten Frist der Firma weitere Verfügung vorbehalten. Auf diese Weise werden wohl nahezu 100 000 Berliner Arbeiterfamilien im Bedarfsfalle der Vorteile der Hauspflege teilhastig, von der auf Grund mündlicher Empfehlung der Arbeitskollegen unter- einander in steigendem Maße Gebrauch gemacht wird. Im Jahre 1904 wurde in 526 Fällen von dem Abkommen Gebrauch gemacht. In 1298 Fällen arbeitete der Verein zusammen mit anderen Vereinen, mit denen er auch seine Erhebungen gemeinschaftlich vor- *) Schließt offenbar auch die gelernten Arbeiter ein. und Baumwolle Garn machen, alle Risikos des Produktionsprozesses durchlaufen und dann schließlich das Risiko, das Garn wieder zu ver» kaufen, es in Geld zurückzuverwandcln I DaS Risiko, ob es zu seinem Werte, über oder unter seinem Werte sich verkaufen wirdl DaS Risiko, es gar nicht zu verkaufen, eS gar nicht in Geld zurückzuver- wandeln. Das Garn als solches interessiert dich blutwenig. Du ißt nicht Garn, du trinkst es nicht, du hast gar keine Verwendung daffir als die, es zu verkaufen. Und, meinst du, jedenfalls müsse dir der Zeitverlust bezahlt werden, den du aufwenden mutzt, das Garn wieder in Geld zu verwandeln, also damit Spindel und Baumwolle in Geld zu verwandeln! Altes Haus, würden dir deine Kollegen antworten. mach dich nicht lächerlich und sprich keinen Unsinn. Was, zum Teufel, kümmern wir uns darum, was du mit unserer Baumwolle und unserer Spindel vorhast! Verbrenne sie, schmeiß sie weg. tu damit, was du willst, aber bezahl sie! Welche Idee! Wir sollen dir ein Geschenk von unseren Waren machen, weil du dich als Baunnvoll» spinner anfgetan hast und dich in dem Geschäftsleben nicht zurecht» zufinden scheinst, da du dir seine Risikos und Gefahren so vergrößerst! Gib dein« Baumwollspinnerei auf oder komm nicht auf den Markt mit so verkehrten Ideen!" Auf diese Apostrophe der Arbeiter erwidert der Kapitalist bor- nehm lächelnd:„Man sieht, daß ihr Leute waS habt läuten hören, aber nicht wißt, wo die Glocke hängt. Ihr sprecht von Dingen, die ihr nicht versteht. Glaubt ihr. ich habe dem Liverpooler Kerl und dem Oldenhamer Burschen bares Geld gezahlt? Nicht einen roten Hellerl In Wechseln habe ich sie gezahlt und die Baumwolle des Liverpoolcr Kerls war taffächlich versponnen und verkauft, ehe sein Wechsel fällig wurde. Mit euch ist das was ganz anderes. Ihr wollt bares Geld haben." „Ganz gut." sagen die Arbeiter,„und was taten der Liverpooler Kerl und der Oldhamer Bursche mit deinen Wechseln?" „Was sie damit taten?" erwidert der Kapitalist.„Dumme Frage! Sie deponierten sie bei ihren Bankiers und bekamen sie dort ausbezahlt." „Wieviel zahlen sie dafür dem Bankier?" «Wieviel? Geld ist jetzt sehr billig. Ich denke, sie zahlten etwa 3 Prozent Diskonto; das heißt nicht 3 Prozent der Summe, sondern soviel für die Zeit, auf die der Wechsel lautete, als einem Satze von 3 Prozent für das ganze Jahr entsprach." „Um so besser." sagen die Arbeiter.„Zahl uns 4 Schilling, den Preis unserer Ware, oder zahl uns 24 Schilling, da wir pro Woche rechnen wollen. Aber zieh davon 3 Prozent JahrcszinS für 14 Tage ab." „Aber," sagt der Kapitalist,„dieser Wechsel ist zu klein. Kein Bankier wird ihn diskontieren." erwidern die Arbeiter.„Pix sind 160 Mann. Dv nimmt. In einer Reihe von Fällen konnte er so die Gewährung, licher Nuken geschaffen werden kann. Es hat auch bei anderen Einbon Krankensuppen, Milch, Kinderwäsche ermöglichen. 2000 Mart richtungen ähnlicher Art Nachahmung gefunden. wurden ihm überwiesen von dem Kuratorium des Vereins zur Beschaffung guter und wohlfeiler Nahrungsmittel für die dürftigen Familien Berlins und entsprechend verausgabt. Im ganzen betrugen die Ausgaben 1903 für Hauspflegen, einschließlich Remuneration für Pflegefrauen, 31 541,20 m. Eingenommen wurden außer einem regelmäßigen Zuschuß der Stadt Berlin von 4500 M. aus einmaligen Beiträgen 13 337,55 M.( wobon 1500 m. bon der Landesversicherungs- Anstalt Berlin), aus jährlichen Beiträgen 8348 M., aus Beiträgen der beteiligten Fabriken 3960,50 M., Bareinnahmen von den Verpflegten 2079,50 M. Dazu tommen aus Besuchen von Ateliers und aus Sammlungen nach Abzug der Kosten rund 10 430 M., insgesamt rund 44 000 M. Ein nahmen. Es ist bedauerlich, daß eine sozialpolitisch so wichtige Einrichtung ganz überwiegend als Wohltätigkeits- oder" Wohlfahrts"-Unternehmung betrieben werden muß, daß die Stadtgemeinde sich mit jährlichen 4500 m., die Invalidenversicherung gar mit einer ein maligen Zuwendung von lumpigen 1500 M. von ihrer sozialen Verpflichtung in dieser Hinsicht freizukaufen glaubt. Bu erstreben bleibt die öffentlich- rechtliche Organisation der ganzen Einrichtung, sei es im Anschluß an die Kranken- oder Invalidenversicherung, sei es von Gemeinde wegen. Der Landtag von Sachsen- Weimar hat eine derartige öffentliche Verpflichtung bereits anerkannt und bor einigen Jahren zur Ausdehnung der Einrichtung über das ganze Land den bei einem Jahresetat von 10% Millionen sehr ansehn lichen einmaligen Betrag von 150 000 m. bewilligt. Es ist notwendig, auf diesem Gebiete, dessen Bedeutung kaum überschäzt werden kann, einerseits noch weit Größeres zu schaffen, als es bei aller dankenswerten Mühe der Verein mit seinen immerhin beschränkten Mitteln bisher gefonnt hat, andererseits aber die Leistung völlig oder doch so viel, als zurzeit möglich, von dem Beigeschmack der Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege zu befreien, der für den denkenden Arbeiter und jeden ehrliebenden Menschen nun einmal ein bitterer ist. Sicher ist es überaus traurig, daß die natürliche Solidarität aller Gesellschaftsglieder im Klassenstaate zur fleinlichen Wohltätigkeit herabgemindert ist, daß von den BesitzIbsen noch Dank geheischt wird für den Bruchteil ihres eigenen Arbeitsertrages, der ihnen auf solche Weise von den Besitzenden wieder zugeführt wird. Das subjektiv aufrichtige Wohlwollen der einzelnen gebenden und namentlich der an der Arbeit beteiligten Glieder dieser Vereinigungen soll damit nicht in Zweifel gezogen werden, und in jedem Falle gewähren sie eine wertvolle Hülfe, die unter den obwaltenden Verhältnissen gar nicht entbehrt werden kann. Aber der bittere Beigeschmack bleibt. Um ihn möglichst zu vermindern und gleichzeitig dem Verein ein größeres Arbeitsfeld und zugleich ein größeres Interesse der beteiligten Kreise und der gesamten Oeffentlichkeit zu gewährleisten, wäre es erforderlich, eine nähere und dauernde Verbindung der Bereinstätigkeit mit der Arbeiterschaft zu schaffen. Die Versammlung ist der Meinung, daß die Berträge gegen die guten Sitten(§ 138 und andere Paragraphen des Bürger lichen Gesetzbuches) verstoßen und fordert die betreffenden Kollegen auf, die zu Unrecht an den Unternehmer gezahlten Gelder auf dem Klagewege wieder zurück zu verlangen; sie erwartet vom Verbande deutscher Gastwirtsgehülfen, daß derselbe hierbei den beteiligten Kollegen jede mögliche Unterstützung leiht. Im übrigen erklärt die Versammlung, bezüglich der EntLohnungsfrage nach wie vor auf dem Boden der Kongreßbeschlüsse zu stehen, wonach das Trinkgeldsystem zu verwerfen und eine feste Bezahlung anzustreben ist. Wir glauben, daß in dieser Einrichtung ein Vorbild geschaffen ist, das auch für Berlin als Muster dienen dürfte. In erster Reihe halten wir es, wie schon oben ausgeführt, für die Sache der Krantentassen, hier einzugreifen, sei es, daß sie als Organifationen sich mit dem Verein Hauspflege" in Verbindung setzen, sei es, falls sie diesen Weg zunächst nicht beschreiten wollen, daß sie in den Kreisen ihrer Mitglieder die Bildung einer Hauspflegekasse nach Frankfurter Muster anregen und fördern. Am ehesten wäre es wohl die Sache der Zentralfommission der Krankenkassen Berlins, hier eine entsprechende Organisation großen Stils ins Leben Hierauf erstattete Beiste Bericht über die Angelegenheit zu rufen, sei es selbständig, sei es, was uns richtiger erscheint, in des Innungs- Arbeitsnachweiſes. Die Gewerbe deputation des Verbindung mit dem bereits bewährten und erfahrenen Verein Magistrats hat auf Grund eines Protestes der Angestellten den Be" Hauspflege" bezw. den gleichen Vereinigungen in Charlottenburg schluß der Innung aufgehoben, wonach jeder bei einem Innungsund etwa in anderen Vorstädten. Auf diese Weise würde die Ein- mitgliede beschäftigte Kellner, Koch usw., auch wenn er nicht vom richtung aus einer Wohltätigkeitssache zu einer echt sozialen Organi- Arbeitsnachweis der Innung in Stellung gebracht worden ist, 2 M. fation fortgebildet werden. Jedes Mitglied hätte einen kleinen in die Innungskasse zu zahlen hat. Die Jnnung muß nunmehr regelmäßigen Beitrag, im Falle der Inanspruchnahme der Pflege jedem, der gegen seinen Willen die 2 M. gezahlt hat, auf Verlangen etwa noch einen geringen Kostenzuschuß zu leisten oder die Soft zu das Geld zurückerstatten. Da die Innung also die Gebühr von 2 M. gewähren, wozu dann Zuschüsse der Strankenkassen, der Landes-( was ihr etwa 15 000 m. einbrachte) nicht mehr erheben darf, so versicherungs- Anstalt und der Stadtgemeinde hinzukommen sollten. will sie die Kosten des Arbeitsnachweises dadurch decken, daß für Die freiwilligen Beiträge wohltätiger Privatleute würden in der jede Aushülfsarbeit 10 Pf., für jede feste Stelle 1 M. entrichtet Fürsorge für zahlungsunfähige Familien noch vollauf Verwendung werden soll. Dieses System soll angeblich die Aufsichtsbehörde anfinden. Solange man ein derartiges Wert aus einem Guß nicht geraten haben. schaffen will, fönnen immerhin einzelne Krankenkassen in der be zeichneten Weise vorgehen und so für die Gesamtheit bahnbrechend wirken. Ohne weitere Umstände könnte das Frankfurter Muster, bielleicht etwas modifiziert, von den Baugenossenschaften für die Bewohner ihrer Gebäude übernommen werden. Den Mitgliedern des Bau- und Sparvereins sei dieser Vorschlag jedenfalls zum Nachdenken und zur Ausführung empfohlen. Und auch die Gewerkschaften tönnten einen Bruchteil ihrer Lokalfonds nicht besser verwerten als durch die Vereinbarung derartiger Abmachungen für ihre Mitglieder. Auf jeden Fall sollten fie die Unterstüßung eines so wichtigen Unternehmens und vornehmlich die möglichste Interessierung der weitesten Arbeiterkreise für dasselbe als ihre Aufgabe ansehen. Der Gewerkschaftskommission wie dem Arbeitervertreter- Verein sei diese Sache zur ernsten Erwägung anheimgegeben. Die Arbeiterklasse hat keine Reichtümer zu sammeln, Ihr einziger Schab ist ihre Arbeitskraft, ihr größtes und ohnehin schwer gefährdetes Befigtum ist ihr Familienleben. Hier bietet sich ein einfaches Mittel, diese beiden wertvollsten Güter der arbeitenden Bevölkerung zu erhalten und zu mehren. Möchten die berufenen Organe seine Anwendung nach Möglichkeit fördern! Simon Rabenstein. " Verfammlungen. Ausbeutung der Kellner. " Die Attien- Baugesellschaft für leine Woh= nungen in Frankfurt a. M., die den Nachweis erbringt, daß eine ausreichende Verzinsung des angelegten Kapitals( 4 Prozent) Die Arbeitsverhältnisse der Kellner in den sogenannten mit anständigen Wohnungsverhältnissen und nicht übersetzten Mieten flasfigen Geschäften der Friedrichstadt kamen in einer vom Verband wohl vereinbar ist, hat auf ihren Komplegen mit fast 1000 Woh- der Gastwirtsgehülfen einberufenen Versammlung zur Sprache. nungen und etwa 5000 Bewohnern eine Reihe anerkennenswerter Der Referent oesch führte unter anderem einige frasse Einzelgemeinnüßiger Einrichtungen und zugleich eine Art Selbstverwaltung fälle an, welche die mit dem Trinkgeldwesen verknüpften Mißihrer Mieter geschaffen. Da die Gesellschaft kinderreiche Familien, die sonst nicht leicht Wohnungen finden, als Mieter bevorzugt, so war für sie eine lebernahme der in Frankfurt ziemlich eingebürgerten Hauspflege- Einrichtung von großer Wichtigkeit. Es wurde daher eine Hauspflegefasse geschaffen, die den beteiligten Mietern die Inanspruchnahme der Hauspflege als ein moralisches, wenn auch zurzeit noch nicht flagbares Recht zugänglich macht. Zu diesem Zwed wurde ein Vertrag der Gesellschaft mit dem Hauspflege- Verein geschlossen, kraft dessen dieser den Mitgliedern der Kaffe, falls die Frau oder die den Haushalt führende Tochter zeitweise verhindert ist, eine Hauspflegerin zur Verfügung stellt. Den Haushaltungsvorständen, die seit drei Monaten einen monatlichen Beitrag von 30 Pf. entrichtet haben, steht der Anspruch auf Hauspflege gegen Zahlung von täglich 10 Bf. mit oder von 50 Pf. ohne Koft für ganze, bon 25 Pf. ohne Kost für halbe Tage zu. Den Fehlbetrag deckt die Kaffe, die von der Gesellschaft in Höhe der Gesamtsumme der Beiträge der Mitglieder bis zur Höhe von 500 M. pro Jahr unterstützt wird. Die Pflege wird nach Anordnung eines Ausschusses in Krankheitsfällen in der Regel für 10 ganze, bei Wochenbetten für 5 ganze und 4 halbe Tage, auf Anordnung des Arztes auch länger, bis zum Ende der vierten Woche gewährt. Hierzu wurde ohne Debatte eine Resolution angenommen. Dieselbe fordert die Kollegen, welche die 2 M. bezahlt haben, auf, ihr Geld zurück zu verlangen und sagt ferner, daß die Innung, wenn sie für die Arbeitsvermittelung Gebühren erhebt, fein Recht hat, den Arbeitsnachweis als eine Wohlfahrtseinrichtung zu bezeichnen. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. G. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Ubr. C. R. 35. Es ist unmöglich, ohne Kenntnis des Vertrages darzulegen, welche Rechte und Pflichten aus demselben folgen. Wiederholen Sie also entweder die Frage unter Mitteilung des Sachverhalts und des Wortlauts des Vertrages oder suchen Sie mit dem Vertrage die juristische Sprechstunde auf. Diese steht jedem Abonnenten offen. S. Cob. Veteranen, nicht Witwen von Beteranen, haben einen Anspruch auf die Veteranenbeihülfe. G. S. Leider ist nicht die Fürsorge für Kinder, sondern die schamloseste Ausbeutung von Kindern in landwirtschaftlichen Betrieben oft die Wirkung des Fürsorgegesezes. Die Eltern sollten die Aufhebung der Fürsorge durch zulegen suchen. Ueber dies Gesuch hat nicht die Anstalt, sondern das Amts. gericht zu entscheiden, welches die Fürsorge- Erziehung angeordnet hat. Der Antrag der Eltern auf Uebernahme der Fürsorge war sehr unbedacht. 21. K. 66. Wenn der Empfänger bei Empfang von Branntwein und Tabak großjährig war, so kann der Gastwirt mit Aussicht auf Erfolg die Bechschuld einflagen. Max Stein. Sind Karten an jedweden verkauft, so nimmt die Polizei mit Recht das Vorliegen einer sog. öffentlichen Luftbarkeit an. Zu dieser war polizeiliche Genehmigung erforderlich. Eine H. L. N. Nein. Berufung erscheint danach zwecklos. 3. 100. Ja. Ehemaliger Städter. Es genügt schriftliche, notariell beglaubigte oder erst- standesamtliche Erklärung des Vormundes, der Mutter und des Ehemannes Namensänderung. Ein Beispiel finden Sie S. 221 und S. 46 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. H. H. 79. Die Dars legungen über die Art der Berechnung der Lohnmarken bei der Invaliden versicherung finden Sie S. 478 bis 480, die über Unfallzuschuß S. 355 des stände grell beleuchten. Besonders handelt es sich hier darum, daß in den öffentlichen Bibliotheken ausliegendeu„ Arbeiterrechts". Es ist schon die Geschäftsinhaber von den unsicheren Trinkgeldereinnahmen der des Raumes wegen unmöglich, allgemein gehaltene Fragen ausführlich an dieser Stelle zu beantworten. R. H. 74. In dem von Ihnen ge Kellner ihren nicht geringen Anteil fordern. Diese Weißstände schilderten Fall dürfte die Klage völlig aussichtslos und zur Rüdnahme der machen sich, wie der Referent betonte, gerade in den feinsten Ge- Klage zu raten sein. K. H. 50. Wird ein Haus freihändig( also nicht schäften am schwersten bemerkbar. Im Restaurant Roland im Wege der Subhastation) verkauft, so bleiben die Mietsverträge un von Berlin" in der Potsdamerstraße erhalten die Kellner ein verändert, nur tritt an Stelle des früheren der neue Eigentümer. Kauf W. Y. 1. Leider nicht mehr. monatliches Salair" von 10 M., davon müssen sie aber den bricht in diesem Falle also nicht Miete. Gläserbruch bezahlen, sowie Strafgelder, welche die Prinzipalin G. 55. Gie fönnen einen Anwalt in der Schweiz mit der Betreibung der Gießen. Ja, aber darüber hat allein der Verein zu bestimmen. einzieht, ohne daß jemand weiß, was aus dem Gelde wird. Im Swangsvollstreďung beauftragen. Die Kosten für die Erwirkung der Boll Weinrestaurant Trabach, Behrenstraße, gibt es einen stredung richten sich nach der Höhe des Objekts. P. D. 84. Eine rechtlich Monatslohn von 15 M., jedoch muß jeder Kellner täglich 10 Pf. für wirksame Bindung der Mutter gegenüber, das Kind nicht zurückzuverlangen, den Gläserspüler, 30 Pf. für Benußung der Livree und ½ Proz. ist nicht möglich. Es läßt sich nur für den Fall der Rückforderung des Kindes æ. Ja. der Einnahme für Bruch bezahlen. Die Arbeitszeit in diesem Re- eine Zahlungspflicht vereinbaren. 8medmäßiger ist eine Adoption. staurant beginnt vormittags um 9 Uhr und endet um 2, auch 2½ Uhr O. O. 5. Da Jhre Tochter vor 1900 geheiratet hatte, steht Ihrem nachts. Den Gehülfen bleibt also nur eine Ruhezeit von 6½ bis Schwiegersohn das Recht zu, zu erklären, daß er nicht nach dem märkischen Recht, sondern nach dem Recht des Bürgerlichen Gesetzbuches erben wolle. 7 Stunden, während die Bundesrats- Verordnung eine Ruhezeit von hat er diese Erklärung nicht, oder nicht rechtzeitig( innerhalb sechs Wochen) mindestens 8 Stunden vorschreibt. Jm Kabarett inter abgegeben, so fällt die Hälfte des beiderseitigen Vermögens an den den Linden" find 12 Kellner beschäftigt. Ein bestimmter Anzug Schwiegersohn, die andere an die anderen Erben. Findet Erbfolge nach ist vorgeschrieben, den sich jeder Kellner auf seine eigenen Kosten dem Bürgerlichen Gesetzbuch statt, so ist lediglich der Nachlaß Ihrer Tochter beschaffen muß. 2ohn wird nicht ein Pfennig be- u beerben. Von diesem erhält Ihr Schwiegersohn als finderloser Witwer zahlt, wohl aber muß jeder Kellner täglich 1 M. für Bruch ent- bie eine Hälfte und über dies als voraus alle Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben, fowie die Hochzeitsgeschente. richten, was also für den Geschäftsinhaber eine Tageseinnahme von C. 5. 16. Berujung hätte feine Aussicht auf Erfolg. 12 M. ergibt, die aus den Trinkgeldereinkünften der Kellner fließt. Betriebssteuer 11. Ja. P. H. 19. Einigen Sie sich mit der Die Versicherungsbeiträge müssen die keinen Lohn erhaltenden Firma. Kommt es zu feiner Einigung, sondern zur Klage, so hängt es Kellner auch noch aus der eigenen Tasche bezahlen. Ganz be- von der Art der Klage und dem Wortlaut des nicht mitgeteilten Bertrages sonders krasse Uebelstände herrschen im in denkasino". Auch ab, ob Sie andere Einwendungen mit Aussicht auf Erfolg erheben können hier bekommen die Kellner feinen Lohn, sie müssen aber dem als die, daß Stundung gewährt ist. Die Klage tann auf Bahlung oder auf Gefchäftsinhaber täglich 1,80 m. zahlen. Bruch Bahlung und Rüdgabe lauten. Eine frühere Anfrage von Ihnen ist nicht hier eingegangen. A. R. Sie haben, wie Ihnen wiederholt wird, im muß noch außerdem durch die Kellner bezahlt werden. Als sich fürz- Laufe des Ersten zu räumen. Curt 1905. Das Eigentum Ihrer Frau lich ein größeres Manko an Gläsern herausstellte, verlangten die haftet nicht für Ihre Schulden. Das Eigentumsrecht muß Ihre Frau be Peters und Wegner einfach, daß jeder weisen. Ein vor oder während der Ehe geschlossener notarieller Vertrag Geschäftsinhaber x. M. 1. Das ist zu spät. 2. Nicht zu haben. Stellner täglich 4,80 W. für Bruch zu entrichten hat, was denn auch ist vorteilhaft. F. A. Der Ausgang des Prozesses würde von den Aussagen der geschehen ist. So haben also die Inhaber des Lindenkasino" eine tägliche Einnahme von 57,60 m., welche die 12 Kellner aufbringen Beugen, eventuell von einem Eide der Parteien über Hingabe und Rüdgabe des Darlehns abhängen, erscheint also aussichtsvoll. P. S. 101. müssen, ob sie nun eine so hohe Trinkgeldereinnahme haben oder 1. Nein, aber Sie fönnen auf Erfüllung des Kaufvertrages und Schadennicht. Damit sind aber die schreienden Mißstände im Lindentafino" erfak flagen. 2. Das Gericht des Wohnorts des Verkäufers ist zuständig. E. Jhle. Die Ansicht, daß ein Vertrag ohne Zustimmung des anderen Die Leser werden nun vielleicht sagen: dieſer Dialog sei doch Es herrscht der Brauch, daß Champagnerlieferanten für jeden mit Teiles innerhalb 24 Stunden rüdgängig gemacht werden kann, ist ebenso nur eine literarische Spielerei. Wo führen denn die Kapitalisten ihrer Firma versehenen Champagnerpfropfen, den die Kellner ab- weit verbreitet wie vollkommen irrig. Ein geschlossener Vertrag ist. mangels folche Zwiegespräche mit den Arbeitern, und welche Arbeiter ver- liefern, an diese 50 Pf. zahlen, gewissermaßen als Provision für besonderer Gründe nur mit Einwilligung des Mitkontrahenten aufzuheben. stehen so wissenschaftlich alle Kreuz- und Querzüge des profitmachen die konsumierte Flasche Champagner. Im Lindentafino" sammelten der Anspruch erloschen und lebt erst wieder auf, wenn abermals mindestens G. F. 100. Ist zwei Jahre lang auf die Invalidenkarte nicht geklebt, so ist den Kapitalisten zu parieren? Alter Abonnent 100. 1. Drei bis 36 Mart. In Wirklichkeit ist diese dramatische Darstellung der Theorie die Geschäftsinhaber selber die Champagnerpfropfen, und wenn einer 200 Marlen geflebt sind. von der Entstehung des Kapitalprofits bei Marg, wie alle ſeine fehlte, mußte der betreffende Stellner 50 Pf. zahlen. Ms aber der 2. Bas vom Einkommen bei der Steuerveranlagung abzugsfähig ist, ist Darstellungsformen, viel mehr als ein literarischer Kunstgriff und von spekulative Lindenkasino"-Wirt den Hausdiener mit einer Anzahl zuletzt im Briefkasten am 22. März ausführlich dargelegt. tiefer Bedeutung. Der hier hingeworfene lebendige Dialog zwischen von Pfropfen nach eine Champagnerfirma schickte, verweigerte die- Sind Sie großjährig, fo find Sie zur Zahlung an die Bleitelaffe verpflichtet, dem Kapital und der Arbeit findet wirklich statt. Nur muß selbe die Auszahlung des Geldes an das„ Lindenkasino". Der Haus- weil sie fich nicht abgemeldet haben. Bezahlen Sie Betrag und Kosten vor man da nicht an einen bestimmten einzelnen Kapitalisten und an diener ging also mit den nicht honorierten Pfropfen wieder heim. dem Termin mit der Abmachung, daß die Klage zurüdgenommen werde, so tommen Sie am billigsten fort.- M. 3. 99. Nein. C. C. 10. Ja bestimmte Arbeiter einer Fabrit denken. Wir leben in einer Zeit 80 Champagnerpfropfen, damit find Sie bezahlt. Wie Sie das erklärung des Urteils warten und dann vollſtreden laſſen. Da sagte ihm sein Chef:" Sie bekommen 40 M. Lohn, hier sind J. H. 10. Ihre Mutter, muß nunmehr bis zur VollstrecbarkeitsFr. S. 20. der weitgehendsten sozialen Arbeitsteilung und bergessen wir Nun noch ein Fall aus dem 3weds Erwirkung des Armenrechts ist ein Antrag an das Gericht erforder Geld bekommen, ist Ihre Sache." nicht Beit ist Geld! Sie ist es vor allem für den Kapitalisten. Das heißt nicht seine Zeit, wohl aber die Zeit seiner Arbeiter, Restaurant" Reichshof". Unter den Linden. Hier mußte bis vor lich. Dem Antrag ist ein Zeugnis der Behörde des Wohnortes darüber bei die ihm Geld einbringt. Für theoretische Auseinanderseßungen mit turzem jeder Kellner 7½ Proz. feines Umfaßes in eine vom Geschäft zufügen, daß die Bartei nicht im stande ist, die Kosten zu tragen. Das Aus dieser Kasse bezahlt nähere ersehen Sie S. 524, 592 des in den öffentlichen Bibliotheken ausfeinen" Arbeitern in der Fabrit hat der Kapitalist keinen Kopf und verwaltete gemeinschaftliche Kaffe zahlen. feine Beit: fie fommen in die Werkstatt, um für ihn den Profit das Geschäft einen Oberkellner, mehrere Lehrlinge und einen Haus- Betriebsunfall, so ist Erwirkung des Armenrechts unmöglich. Legen Sie liegenden Arbeiterrechts. Handelt es sich in Ihrem Falle etwa um einen zu machen, nicht um darüber zu schwaben. Dafür hat aber der diener fowie den Bruch. Was dann noch übrig bleibt, wird unter dann den Sie betreffenden Fall schriftlich oder in der juristischen Sprech Kapitalist seine besonderen Beauftragten, die ihm die Mühe des die Kellner gleichmäßig verteilt. Oft haben die Kellner natürlich stunde dar. Die Anfragen allgemeiner Natur( ohne Schilderung des in C. M. 1. u. 2. Ja. 3. Nein. Hinwegschwabens der Ausbeutung abnehmen, indem sie es als ein nicht eine Trinkgeldereinnahme in der Höhe von 7½ Proz. des Um- Betracht kommenden Falles) find zwedlos. Spezielles Metier mit der nötigen Gründlichkeit betreiben und für fakes, so daß sie in solchen Fällen noch Geld zuzahlen mußten. Seit Wasserstand am 24. März. Elbe bei Auffig+2,06 Meter, bei Diese Arbeit auf Anweisung des Kapitalisten vom Staate einen furzem brauchen die Kellner im„ Reichshof" nur das wirklich Dresden+0,66 Meter, bei Magdeburg+3,24 Meter. Unstrut bei regelmäßigen Lohn beziehen. Diese Sorte Leute heißen Professoren eingenommene Trinkgeld abliefern, wovon dann die genannten Straußfurt+1,85 Meter. Dber bei Ratibor+ 2,20 Meter, bei Breslau Dber Begel+ 5,20 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,08 Meter, bei der Nationalökonomie. Was Mary hier dem Kapitalisten in den Abzüge gemacht werden. Weichsel bei Brahemünde+5,18 Meter. Frankfurt+2,38 Meter. Mund gelegt hat, das reden und schreiben jahraus jahrein mit geMeter. Nete bei Usch-Meter. läufigen Zungen und glatten Federn mehrere Dußend deutscher art he bei Bosen-Professoren ins Land hinein, indem sie zur Vertuschung der Grtenntnis des Proletariats über die kapitalistische Ausbeutung eine Reihe schöner Theorien entwideln: von der Sparsamkeit, dem Entbehrungslohn, dem Risiko, den Vorschußwohltaten des Rapitaliften und dergleichen Gründen" der Profitmacherei. Am Ende des ersten Jahres( 1903) zählte die Kaffe 138 Mit glieder und eine Gesamteinnahme von 1032,30 M. Verausgabt wurden in 13 Monaten an Kosten für 72 Pflegefälle mit zusammen 398 ganzen und 206 halben Pflegetagen 736,30 M. Dieses Beispiel zeigt, wie mit verhältnismäßig kleinen Aufwendungen recht erhebhaft uns also 2400 Schilling zu zahlen. Gib uns dafür einen Wechsel. 20 Pfund Sterling, das ist keine zu kleine Summe, um diskontiert zu tverden. Ueberdies diskontierst du sie selbst, und da kann die Summe nicht zu flein für dich sein, denn sie ist die gleiche Summe, von der du angeblich deinen Profit aus uns ziehst. Der Abzug wäre nicht nennenswert. Und da wir so den größeren Teil unseres Produtts ganz erhalten, wären wir bald soweit, daß wir deiner Diskontos nicht mehr bedürften." Und auch die geschidten Repliten der geistig überlegenen Arbeiter, die hinter die hohle Plattheit aller dieser Finten, hinter das Geheimnis der kapitalistischen Ausbeutung gekommen, sind gleichfalls feine Fiftion. Sie sind der Gedankeraustausch der marristisch aufgeklärten Arbeiterschaft. Diese Repliken werden auch tatsächlich durch die Arbeiter erteilt. Nur geschieht das nicht in Geftalt von weitläufigen Gesprächen. Denn auch die aufgeflärten Arbeiter haben feine Zeit. Ihre Replik ist kurz und äußert sich nicht im Wort, sondern in der Tat, indem sie die bürgerlichen Professoren schwaben Lassen und sich mit schweigendem Hohnlächeln dem Klassenkampfe der R. L. Sozialdemokratie anschließen. Berantiv. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den = 131, Spandau. Witterungsübersicht vom 25. März 1905, morgens 8 Uhr. Der Referent kennzeichnete das Unwürdige solcher Arbeitsverhältnisse, die seiner Meinung nach gegen die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches verstoßen. Er ersuchte die aus derartigen Stellungen Ausgetretenen, die ihnen gemachten Abzüge einzuflagen. Weiter trat der Redner für gänzliche Beseitigung des Trinkgeldwesens, und Bahlung fester Löhne ein. Nachdem auch andere Redner noch mehrere Einzelfälle zur Jllustration des Arbeits- Stallonen berhältnisses im Gasttvirtsgewerbe angeführt hatten, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: eine Barometer. stand mm 764D Bind. richtung Binbitarte Belter 50.4° R. Temp. n. Stationen Barometer. stand mm Wind Windstärke richtung Better bebedt Temp. n. T. 2wollig 4 heiter 2Regen 3 bededt woltent 0 Haparanda 771 Still 1 Petersburg 767 SD 1 Scilly 6 Aberdeen 4 Paris 755 S 761 SD 762 Still 3Schnee 5 Regen 4 Regen wollent 3 4 „ Die Versammlung erblickt in den in einer Anzahl Berliner sogenannter erstklassiger" Restaurants üblichen Arbeitsverträgen, Swinemde. 765 OSD 1Schnee durch welche die Gehülfen, ohne für ihre Arbeitsleistung überhaupt Damburg 764 D Berlin oder doch eine genügende Entschädigung au er Frantf.a.M. 761 SD halten, gezwungen werden, in erheblichem Maße zu den Ge- München 762 S schäftsuntoften des Unternehmers beizutragen, eine ffandalöse Bien Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, die für die Beteiligten in wirtschaftlicher und sittlicher Beziehung große Schädigungen nach sich zieht. 763 Still Wetter- Prognose für Sonntag, den 26. März 1905. Ein wenig wärmer, ziemlich heiter bei frischen östlichen Winden; keine Berliner Wetterbureau. oder unerhebliche Niederschläge.! Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.