Kr. 78. Hfconneme nt$'B<«n8nn«eB: SBotmnncntS. Preis pränumerando; WcrtdjääTl 3�0 MI., monall. 1,10 MI., wSchenMch 28 Pfg. frei inS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- «immer mit illustrierter Eoimtags» Beilage.Die Neue Well' 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Poft-ZeitungS- Preislifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 8 Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. eiMtint a»k« uBtf nntias. SÄ. Iftlpg» Die Tn!crtlons*Grt»BI)r beträgt für die sechsgefpaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Psg., sür politische und gewerkschastliche Vereins- und BersammlungS-ilnzeigen 2S Pfg. „Alein« Snrelgen", das erst«(sell- gedruckte) Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über IS Buchstaben zädlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen hjj 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormlltagS geössnet. Devlinev VolksblÄtk. Telegramm- Adresse! „Sozlaldtmeknt Berlin". Zentralorgan der lozialdcmohrati fchen parte! Deutfchlands. Redaktion t 831. 68. Lindenetrasee 69. Fernsprecher: Amt IV. Rr. 1983. I Expedition: 631. 68, Lindenetraeee 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Arbeiter und Bauer» in Rußland.*) Die russischen Arbeiter von heute wurden durch die geschichtliche EntWickelung in eine ganz«Unartige Lage gebracht. Den russischen Fabrikarbeiter umweht noch die ländliche Luft. und damit zugleich ruht noch in ihm das Gefühl der primitiven Solidarität, die Achtung vor dem»Mir"(Gemeinde). Wenn er in die Stadt kommt, sucht er vor allem nach Landsleuten, nach Kameraden, die aus demselben Dorfe sind wie er. Mit ihrer Hülfe findet er Arbeit und sucht bei ihnen zu bleiben. Auf dem Lande hat er in der Regel eine Familie zurückgelassen, ans Land fesseln ihn die Ketten der bäuerlichen Lebensweise, der Steuern, des Pahsystems. Die Beziehungen zum Lande sind in der ersten Zeit noch sehr feste. Und merkwürdig! Gerade diese Beziehungen helfen dem Arbeiter die natürliche Metamorphose durchzumachen und aus einem armen Bauern«in Stadtproletarier zu werden. Di« Lage auf dem Lande ist doch so entsetzlich: Hungersnot. Krankheiten und das Elend der Verwandten und Heimatgenossen sind so gross, das fortwährende Flehen um Hülfe und Unterstützung so dringend und hoffnungslos. daß der Fabrikarbeiter, der in der Stadt etwas besser lebt, unwill. kürlich die Fabrik mit dem Lande zu vergleichen beginnt, unwill» kürlich gegen den unsäglichen Druck, gegen die Willkür und Aus» beutung erbittert wird, die wie schwere Wolken über dem langsam dahinsiechenden Dorfe lasten; oft führt diese Krise zur völligen LoS- lösung des Arbeiters von dem Lande. Die Alten und der«Mir" machen den Versuch, den Bauer, der in die Fabrik gegangen ist, in eine Geldquelle für ihre zahlreichen, schreienden Bedürfnisse zu ver- wandeln. Der Fabrikarbeiter hält es selbstverständlich nicht auS und bricht seine Beziehungen zum Lande ab. Bald mit komischen, bald mit tragischen Mitteln sucht man auf dem Lande dem vor- zubeugen. Manchmal sucht man den Fabrikarbeiter eines„Besseren zu belehren", indem man ihn. wenn er nach Hause kommt, durch- prügelt, oder in seiner Abivesenheit die zurückgebliebene Frau und seine Kinder zu Tode quält. Man schreckt vor den grausamsten und raffiniertesten Mitteln nicht zurück, wenn eS gilt, von dem Ver- wandten in der Fabrik Geld herauszuschinden.... Auf der anderen Seite bringt der Fabrikarbeiter viele gute Ge- wohnheiten und Anschauungen vom Lande mit. die ihm helfen, sich die moderne proletarische Gedankenwelt anzueignen. So sehr die bäuerliche Gemeinde verfallen ist, lässt sie doch in der Seele d«S Bauern das Streben nach solidarischer Handlungsweise zurück. Mes durch den„Mir", alles in„Gemeinschaft mit den anderen"— lautet die Maxime; so sehr die Gemeinde durch die Willkür der Polizei und durch die Plutokratie der„Kulali"(Dorfausbeuter) zerklüftet ist, bringt doch der Bauer ernsthafte Grundsätze sozialer Disziplin in die Fabrik mit, die Fähigkeit, sich dem allgemeinen Beschlüsse zu fügen, für die Kameraden emzustehen und sich der Sache unterzuordnen. ES ist heutzutage zwar lächerlich, von der nationalen Grundlage der russischen Gemeinde(Obstschina) zu sprechen, dennoch muh man konstatieren, dass der Arbeiter, der auS derObstschina hervorgegangen war. viele kommunistischeAnschauungen in die Stadt bringt, die ihm den Uebcrgang zu den Ideen des modernen Sozialismus ungeheuer erleichtern. Man darf nicht vcr- gessen, dass in Russland durch die verschiedenen„Sekten" und«Irr- lehren" seit jeher eigenartige Formen des bäuerlichen Kommunis- mus gefördert werden, die ihrerseits bald zur völligen Verneinung der herrschenden Staatsordnung, bald zum Suchen nach einem ge, heimnisvollen sozialistischen Reiche, bald zu eigenen Versuchen einer Agrarreform geführt haben. In der Fabrik erfährt der russische Bauer zweierlei Einfluh. Vor allem belehrt ihn die Fabrik allein durch ihre technische und ökonomisch« Organisation. In praktischer Weise erfährt der Arbeiter die Geheimnisse des„Mehrwertes", die Geheimnisse deS mannig- faltigen und dennoch äusserst einleuchtenden sogenannten ProduktionS- Prozesses; hier studiert er auch alle Feinheiten der sozialen Wider- sprüche und Klassengegensätze. DaS. was auf dem Lande unter der Hülle der zurückgebliebenen Kleinwirtschaft verborgen und verschleiert bleibt, alle? was nur in den dunklen Umrissen der häuslichen Pro» duktion hervortritt, gewinnt hier die Klarheit und Deutlichkeit eines Experimente» und den systematischen Charakter eines guten Lehr- bucheS der Nationalökonomie. Der unwissende Proletarier wird auf dem Fabrikstuhl in der grossen Akademie der kapitalistischen Wirt- schaft ein ganz neuer Mensch. Auf seinen Schultern werden un- mittelbar die Gesetze des Arbeitsmarkes abgeprägt, in seine Brust schneiden die verschiedenen Krisen und die Ueberproduktion tiefe Wunden hinein. Mit schrecklicher Ueberwindung zahlt er für die Erkenntnis, die er durch„die Arbeitszeit" gewinnt, mit seinem Leben und seiner Gesundheit erkauft er die Geheimnisse der Fabrikgesetz- gebung. Fabrikinspektion und dergleichen mehr. Und als Mitglied der industriellen Armee erfasst er bald alle Schrecknisse des Gegen. satzeS zwischen Kapital und Arbeit, die Notwendigkeit eineS solidari- sehen und festen Bundes aller Poletarier, die Notwendigkeit deS Kampfe» um Leben und menschliche Zustände. Solidarität und Selbstaufopferung. Charakter und Disziplin, die Fähigkeit zur Selbst- organisation und Selbsttätigkeit— das sind die einzigen Kräfte, die samt dem Klassenbewusstsein wenigstens teilweise im grossen sozialen Kampfe Schutz bieten, das Leben, die Gesundheit nrtd die Entwick«, lung deö Geistes sichern hönnen. Wenn nun die Gedankenwelt des Sozialismus dem Fabrikarbeiter zur Hülfe kommt, so sagt sie ihm eigentlich nichts Neues, sie vollendet nur feine Weltanschauung, ver» leiht seinen Klassenbestrebungen einen bewußten Imperativ, organi- siert die Masse in eine proletarische Klasse. Der russische Arbeiter #) Wir entnehmen dies«— gekürzten— Ausführungen einem neuen Werke von Professor v. Reussner. das unter dem Titel„Die russischen Kämpfe um Freiheit und Recht" am S. April erscheinen wird..(Halle, Verlag von Gebauer-Schwetschke, Preis 2,20 MOj ist für die Klassentheorie besonders empfänglich, er ist besonders dafür geeignet, die Arena des sozialen und politischen Kampfes zu betreten. AuS den Reihen deS patriarchalen, zerrütteten und unter» drückten Bauernstandes kommt er plötzlich in eine Sphäre, wo ihn nicht nur der neue Kapitalismus in seiner vollkommenen Gestalt, sondern auch eine hochentwickelte Theorie der internationalen sozial- demokratischen Partei erwarten. Die Grundlage für seine erfolg- reiche fortschrittliche EntWickelung ist von vornherein vorhanden, während seine bäuerliche Patriarchale Vorbildung ihm viele Kräfte sichert, um der ihm geschichtlich zuteil gewordenen Rolle gerecht zu werden. Der russische Arbeiter hat krafwoll und entschieden die politische Arena betreten. In demrussischen Befreiung s- kämpfe nimmt erden Ehrenplatz ein. »• * Nach dem fürchterlichen Schlage vom 22. Januar nahm die Petersburger Bewegung besondere Formen an. Eine fieberhafte Tätigkeit begann. Man organisiert und bereitet die Massen zur endgültigen, revolutionären Schlacht. Der Generalstreik ist ein Mittel, zu welchem man vor allem greift. Der Generalstreik wurde zugleich auch zum partiellen gemacht. Während auf manchen Fabriken gearbeitet wurde, stellte man auf den anderen die Arbeit ein. Be- gannen die letzteren zu arbeiten, so traten die ersteren in den Aus- stand. Keine Fabrik, keine Industrie war des morgigen TageS sicher. Inzwischen vereinten sich die Arbeiter, hielten Versammlungen ab und führten eine starke politische und sozialistische Propaganda. Das Blutbad in Petersburg schuf einen Mittelpunkt für die kämpfenden Massen des russischen Proletariats. Im geeigneten Momente werden sie ihr entscheidendes Wort sprechen. Demonstrationen und Eingriffe der Kosaken, Streiks und Niederschiessung der Unbewaffneten— das alles hat mit, merk würdiger Regelmähigkeit ganz Russland in das Schlachtfeld eines wirklichen Bürgerkrieges verwandelt. Der Unterschied zwischen diesem Kriege und einem anderen besteht nur darin, dass hier auf der einen Seite bewaffnete Soldaten stehen, während aus der anderen—> nur die offene Brust und das ungeschützte Herz. Auf einer Seite— Mord, auf der anderen Leiden und Tod. Auf einer Seite— nur Gewalt, auf der anderen— Selbstaufopferung und Heldenmut. Aber von diesen ungleichen Parteien siegen nicht die Gewalttäter und Mörder, sondern die getöteten, verwundeten und verkrüppelten Menschen.... Nicht die Regierung, sondern der Generalstreik siegt. »» ♦ Diese Streikbewegung steht in der Geschichte einzig da. Während anderthalb Monaten dehnt« sie sich über 150 Städte au» und nahm die mannigfaltigsten Formen an. Dem Arbeiterstreike schlössen sich häufig die Streiks der Angestellten in verschiedenen Branchen und sogar der Beamten an. Die Streiks selbst waren in der Regel mit Versammlungen, Demonstrationen, politischen Reden auf den Strassen verbunden. Rote Fahnen, revolutionäre Lieder verliehen denselben ihre Weihe. Ausser den, Arbeitern streikten in vielen Städten Apotheker. Kommis, Angestellte der Banken, Beamte, Schreiber, Maschinisten und Kondukteure der Eisenbahnen. In einem Falle streikten sogar die Polizisten, in manchen Städten trat das Dienstpersonal in den Ausstand. Die Handwerker gaben den Ar« beitern und Angestellten an entschiedener Haltung nicht nach: Bäcker, Schuster. Schneider. Metzger usw. wurden von dem allgemeinen proletarischen Strome hingerissen. Besonders erwähnenswert sind die EisenbahnstreikZ. Sie nahmen derartige kolossale Dimensionen an. dass sie als die mächtigste Waffe gegen das absolutistische Regime erschienen Die grossen Eisenbahnlinien, die sich über Tausend« von Werst hinziehen und die wichtigsten Punkte deS Landes vereinen, stellten jeden Verkehr ein. Der WarcntranSport, die Beförderung der Passagiere, die Arbeiten in den Depots und Werkstätten, der Telegraphendienst und die Er- Neuerung des Schienenwegs hörten auf. Staat und Industrie ver- loren dabei Millionen. Die Regierung war nicht in der Lage, das Militär zur Herstellung der Ruhe zu befördern, der Handel stockte Alle Klassen der Gesellschaft gerieten unwillkürlich in Bewegung und ließen sich von dem allgemeinen Kampf hinreissen. Von der Ostsee bis zum Ural, von Moskau bis zum Kaukasus stockte der Verkehr. Der revolutionäre Kampf legte die gesamte Cisenbahnwirtschaft lahm und erzeugte unzählige Missstände auf diesem Gebiete. Di« Slegierung verhängte über alle ihre Verkehrsweg« den BclagerungS- zustand. In bezug auf die Solidarität, auf das harmonische Zu» sammenwirken aller Nationalitäten und aller Zweige des russischen wirtschaftlichen Lebens sucht der russische Generalstreik seinesgleichen in der Geschichte. Der Generalstreik ist hier«in Akt des revolutionären Kampfes geworden. *.' Mit kurzen Unterbrechungen dauert der Generalstreik schon anderthalb Monate; während ein neuer revolutionärer Faktor, nicht weniger drohend als der Aufstand des' Proletariats sich geltend macht. Wir sprechen hier von Banernrevolten. die in verschiedenen Gegenden ausbrechen. Die himgernden Bauernmaflen. die durch die Lage der Dinge bis zum äussersteu getrieben wurden, sind der neue Feind der bestehenden Staatsordnung. Nachrichten von Agrarrevolten treffen aus Kiew. Lrel, Kurske und aus dem Wolgagebiete ein. Die Bauern wollen den ihnen entzogenen Grund und Boden den Guts« besitzen! entreißen. Sie schlagen vor. eS in Frieden zu tun. und drohen widrigenfalls mit Gewalt. Zerstreut über da« ganze Gebiet des russischen Reiche» und fern von den Eisenbahnlinien fürchten die bewaffneten Bauern das Eingreifen de» Militär» nicht, da da» Militär nur mit äußersten Schwierigkeiten in die entlegenen Dörfer befördert werden kann. Andererseits wäre die Entfernung des Militärs aus den Städten, wo das Proletariat revolutioniert, sehr gefährlich.... Die Bavernrcvolten von Charkow und Poltawa sind noch jedem W Erinnerung. Nun ist die Regierung von zwei Fronten bedroht. Zwei mächtige und tiefgehende Volksströme drohen sie zu über« stürzen. Verliert die Negierung die Bauern, so hat sie alles ver- loren. Französisch-russische Schmiergelder! Wir sind in der Lage, einen wertvollen Originalbrief zu ver« öffentlichen, der dieser Tage von Paris nach Petersburg gegangen ist. Der Brief wirst ein grelles Licht auf die russische Korruption und auf die Art, in der das Ausland sich dieser russischen Korruption anpaßt. Der Brief stammt von einer grossen Maschinenfirma in BatignolleS(Vorstadt von Paris) imd ist gerichtet an einen Ministerialbeamten in Petersburg. Die ftanzösische Fabrik hat durch Vermittelung dieses Beamten einen Auftrag von 114 Loko- motiven erhalten, die einen Wert von über drei Millionen repräsentieren. Auf diese Lokomotiven erhält der Vermittler, der russische Beamte, nicht weniger als ö3 000 Fr. von der Fabrik. Da» mit aber nicht genug. Zu dem fixierten Preis kommen noch Er- höhungen infolge der für die russischen Eisenbahnen notwendigen Abänderungen. Der würdige Vertreter Rutzlands erhält von der französischen Fabrik die Summe angegeben, die sie für diese Ab- änderungen wirklich beansprucht, und es ist Sache des mssischen Be- amten, den Preis für diese Abänderungen so hoch wie irgend mög« lich beim Gencralstab zu schrauben. Die Differenz zwischen dem Fabrikpreis und dem von dem Beamten erzielten Preis wird dem Ministerialgewaltigen ebenfall» gut geschrieben. Dieser Brief gibt einmal aktenmässig die Geschäftspraktiken wieder, die wohl überall in der kapitalistischen Gesellschaft geübt werden, aber nirgends mit solcher Schamlosigkeit wie in Rußland. Man begreift da. warum sowohl der europäischen Industrie an der Erhaltung des russischen Absolutismus liegt, mit dessen ver- brecherischen Beamten sich so herrlich leichte Geschäfte abwickeln lassen, und warmn andererseits die russische Bureaulratie mit Händen und Füssen sich gegen jede Verfaffung wehrt, d. h. gegen jede öffent- liche Kontrolle ihrer verbrecherischen Tätigkeit. Man kann ungefähr sich denken, was die russische Bureaulratie an dem russisch-japanischen Krieg verdient, welche Summen etwa bei den deutschen Schiffsverkäufen in die Tasche der russischen Bureaulratie geflossen sind, wenn man nur diese Rlesensumme be« denkt, die als BermittelungSgebühr für einen einzigen Austrag ent- richtet wird. Wir lassen nunmehr den Brief, der im Original französisch ist, in deutscher Uebersetzung folgen:. Mein Herr! Wir bestätigen Ihnen, was zwischen Ihnen und unserem Ver« treter in St. Petersburg vereinbart ist hinsichtlich der Kommissions- gebühr, die wir Ihnen schuldig sind für Ihre Vermittelung in Sachen der 114 Lolomotiven. die wir für die mssische Regierung zu bauen haben. Diese KommissionSgebuhr ist festgesetzt ans 2 Proz. der Kauf- summe für den Bau der 114 Lokomotiven und ihrer Tender. 27 700 daS heißt— föö" X 114 X 2--- SS 156 Fr. Die Summe wird an Sie auf folgende Weise in Frank in St. Petersbmg bezahlt werden. 1. Eine Anzahlung von 13 000 Fr.(6000 Rubel), die Ihnen überwiesen sind auf unsere Rechnung durch unseren Vertreter und lvorübrr wir die Quittung besitzen. 2. 18 278 Fr. nach der Unterzeichnung des desinittven Konttaktes, der in Vorbereitung ist. S. Den Rest. d. h. 31 578 Fr., nach der ersten Zahlung von 80 Proz. der Kaufsumme der ersten 50 Lokomotiven. Sollten Ergänzungen und Abänderungen, die zur Erhöhung deS Preises der Lokomotiven führen, beschloffen werden, so werden wir Herrn N. N.(d. h. den Vertteter der Firma in Petersburg) beauftragen, unsere Lorschläge in dieser Hinsicht dem Generalstabe zu unterbreiten, jedoch wird er Ihnen vorher die Nettosumme an- geben, die wir für die erwähnten Ergänzungen und Abänderungen haben wollen, und zwar pro Maschine und Tender. Der Uebcrschuh, den Sie über diese Nettosumme hinan» erzielen können, wird Ihnen von un» als VermittelungSgebühr vergütet werden. Ebenso werden wir e» halten mit den Ersatzstücken, deren Preis auf die gleiche Weise bestimmt wird, d. h. wir lassen Sie die Nettosumme wiffen, die wir für die Ersatzstücke erhalten wollen, und was Sie darüber hinaus erzielen, wird Ihnen von uns als Kommissionsgebühr vergütet werden. Die Zahlung Ihrer Gebühren auf die Ergänzungen und Ab- änderungen, Preise der Lokomotiven und Tender und auf die Ersatzstücke wird Ihnen auf folgend« Weise entrichtet werden: 1. die Hälfte bei der endgülttgen Bestellung, 2. den Rest, nachdem die russisch« Regierung 95 Proz. deS Preises der 114 Lokomotiven und Tender bezahlt hat. Genehmigen Sie. geehrter Herr, den Ausdruck unserer vor« züglichen Hochachtung. Jule» Gouin, Präsident des AuffichtSrateS. Ei« Attentat auf Trepow? Ein Berliner Morgenblatt brachte ausführliche Einzel- betten über ein Attentat auf den Petersburger Diktator Trepow. Am Freitag nachmittag wird diese Meldung offiziell dementiert. Es handle sich lediglich um jenen in unserer vorigen Nummer unter Depeschen mitgeteilten Vorfall, daß auf einen Geheimpolizisten Revolverschüsse abgegeben worden seien, die nicht trafen. V Die Mitteilungen von dem Attentat waren so ausführlich, daß die Ableugnimg nicht recht glaubhaft erscheint. Man dementiert eben Attentate so lange, als die Betroffenen am Leben sind. ' Sensationsmeldungen über Verhaftungen von Sozialisten werden von englischen und deutschen Blättem k„B. T.") verbreitet. Die Telegramme riechen nach Polizei. Es soll sich um 12 Mitglieder der Kampforganisation handeln. »* * Ueber die„Einbernfnng von Volksvertretern" d. h. über die„grundlegenden Prinzipien", nach denen sie erfolgen könnte, hat irgend eine Kommission wieder irgend etwas beschlossen und der Zar genehmigt. Darüber wird ein Langes und Breites telegraphiert, ohne daß mit einer Silbe verraten wird, was man eigentlich plant. *** Ein Konzil. Petersburg, 31. März. Wie die„Nowoje Wremja"» er- fährt, beschloß der Synod die Genehmigung des Kaisers zur Einberufung eines Konzils der orthodoxen Kirche nachzu- suchen. Streikbewegung. Jrkntsk, 31. März. Sämtliche Läden sind heute infolge des Ausstandes der Handlungsgehülfen geschlossen. Sewastopol, 31. März. Das hiesige Depot der rtlssischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft ist von entlassenen Arbeitern in Brand gesteckt worden; es ist erheblicher Schaden entstanden. Die Lage in Ostasien. Die Friedensnachrichten halten sich. Aus Petersburg meldet, wie das„Bureau Lassan" berichtet, der„Times"-Korrespondent, daß er aus„unanfechtbarer Quelle" die Information erhalten habe, daß Ruß- l a n d und Japan auf Anregung Japans den P r ä s i- denken Roosevelt zum Vermittler gewählt hätten. Die Unterhandlungen seien bereits im Gange. Die Einstellung der Feindseligkeiten sei binnen kurzem zu er- warten. Das von der russischen Regierung erlassene Dementi, sie habe keine Friedensbedingungen formuliert, sei im buchstäblichen Sinne richtig, jedoch habe Ruß- land die Bedingungen genannt, die es nicht annehmen könne, nämlich die Zahlung einer Kriegsentschädigung und Gebietsabtretung. Frankreich gebühre das Verdienst, seinen Verbündeten zu Verhandlungen veranlaßt zu haben. Die„Times"-Meldung erfährt wiederum, wie ja zu er- warten war, ein offiziöses Dementi aus Petersburg. Dies Dementi ist allerdings in viel weniger positiver Form ge- halten als die früheren Demenfis. Die Petersburger Tele- graPhen-Agentur sagt nämlich, daß über die Dinge, welche die „Times" melden,„nichts bekannt" sei. Trotzdem kann kaum noch ein Zweifel darüber bestehen, daß tatsächlich die Friedens- verhändlungen bereits eine ernsthaftere Form angenommen haben. Die russische Regierung gibt sich allerdings den Anschein, als ob sie entschlossen sei, den Krieg mit aller Energie fort- zusetzen. Nach einer Meldung der„Central News" aus Petersburg soll sogar General Linewitsch, der neue Oberkommandierende in Ostasien, eine Rede im Kuropatkinschen Stile an seine Truppen gehalten haben. Seine Kundgebung habe folgendermaßen gelautet: „In vielen Schlachten habt Ihr die heftigen Angriffe des FemdesLanfs tapferste abgeschlagen und ihm ungeheuere Verluste zugefügt. Ein jeder erfülle mannhaft seine heilige Pflicht gegen Zar und Vaterland. Der Feind kann der russischen Tapferkeit'nicht stand halten. Unaufhörlich kommen aus Rutzland Verstärkungen. Möge Gott Euch in der kommenden Schlacht beistehen." Wenn diese Meldung richtig ist, ist zwar Kuropatkin von der Bildfläche verschwunden, aber die Knropatkinsche Taktik geblieben. Jedenfalls kann es keine lächerlichere Wendung geben als die, daß der Feind der russischen Tapferkeit nicht stand zu halten vermöge. Wahrscheinlich hat es General Linewitsch im Sinne des Berliner Scherzwortes gemeint: Die Japaner reißen jedesmal schleunigst aus und die Russen immer vor ihnen her. Eine durch die Petersburger Telegraphenagentur über- mittelte Nachricht des Generals L i n e w i t s ch besagt, daß die Lage unverändert sei. Der Feind entfalte eine Tätigkeit östlich der Eisenbahn. In der letzten Woche habe es stark geschneit, doch wehe kein Wind. Ein Stimmungsbild von der RoschdjestwenSkyflotte. Lemberg, 31. März. Der„ S l o w o P o l s k i" veröffentlicht den Brief eines russischenMarine-Offiziers von dem G e s ch w a d e r R o s ch d j e st w e n s k y s. In dem- selben werden die Zustände bei der Flotte in schwärzesten Farben geschildert. Die ungesunden klimatischen Verhältnisse, die tödliche Langeweile und Weltabgeschlossenhcit, sowie das Vorenthalten aller Nachrichten aus Rußland hätten das Offizierkorps des Geschwaders stark deprimiert; ebenso könne die Disziplin unter der Mannschaft nur durch Anwendung strengster Maßregeln aufrecht erhalten werden. Roschdjestwensky sei wegen seines beleidigenden Verhaltens und unhöflichen Austretens bei den Offizieren geradezu verhaßt. Man könne sich kaum vorstellen, mit welchen Erwartungen Offiziere und Mannschaften den weiteren Ereignissen entgegensehen. Deutsche Russenfteunde. Der„Reichsbote" fordert ziemlich unverblümt die Regierung auf, wieder einmal zuungunsten der Japaner zu intervenieren. Er schreibt: „ES liehe fich noch vieles anführen, wie die Japaner shste- matisch in China vordringen und immer mehr Boden im Reiche der Mitte fassen. Sollte nun Rutzland vollständig unterliegen und zu einem Friedensschlutz genötigt werden, der seine Machtstellung im Osten Asiens für lange lahm legt, so ist es klar, datz die Japaner alles daran setzen werden, um die Chinesen ganz unter ihre Oberhoheit zu bringen. Gelingt das aber, so lvird der Ein- flutz und das Ansehen der Grotzmächte schwer geschädigt. Es wäre ein überaus verhängnisvoller Irrtum, wollte man annehmen, datz Japan den Handel der Mächte Europas im Osten Asiens nicht stören würde. Gerade die wirtschaftliche Entwicklung des nselreiches macht es unmöglich, datz sein Handel sich mit dem uropaS im friedlichen Wettbewerb zusammenfindet. Zwischen beiden besteht ein Gegensatz, der nicht zu überbrücken ist, und die Nebenbuhlerschaft würde sich ebenso gegen Frankreich wie Nutz- land, England als Deutschland richten. Aus diesem Grunde wäre es ein schwerwiegender Fehler der Mächte, wollte man ruhig zur Seite st ehen, wenn Rutzland zum Abschluß eines demütigenden Friedens genötigt lv i r d. Die Interessen Rußlands sind in diese»! Falle die des gesamten Europa. Zufällig ist die deutsche Regierung durch das famose Marokko- Abenteuer derartig engagiert, daß es ihr schwerlich möglich sein wird, zugunsten der Russen in Ostasien etwas zu tun.—_ politifcbe dcbcrHcbt. Berlin, den 31. März. Der Besuch in Tanger. Der Besuch des deutschen Kaisers in Lissabon und Tanger hat natürlich alle Orgien des Byzantinismus entfesselt. Die Zeitungen der guten Gesinnung und loyalen Interessiertheit schwelgen in pompösen Darstellungen der Vorgänge der Kaiserreise. Wo der Monarch erscheint, erschallt in lärmenden Fanfarenstößen tosende Bewunderung vor der jedes menschliche Matz weit überragenden Persänlichkeir. So will es das byzantinische Handwerk und e? niag sein, datz ein Fürst, dem also mitgespielt wird, selbst an die Wahrheit und Echtheit all der Raserei glaubt. Tanger erbebt schon vom Jubellärm der Bevölkerung. Ein Brief aus Tanger in der„Tägl. Rundschau"— unr nur ein einziges Zeugnis aus zahllosen zu erwähnen— berichtet, datz die in Marokko ansässigen Deutschen die Nachricht von der Ankunft des Kaisers„mit höchster Befriedigung und Genugtuung" begrüßt haben, aber:„Die Eingeborenen, Mohammedaner und Juden leben förmlich in einem Rausch von Bewunderung". Wie bald wird der Rausch erschlaffen! Und was wird übrig bleiben von der Kaiserreise und dem korybantischen Lärm der Sinnlosen, welche die ungeschickteste Aktion der Bül�iw- Diplomatie als ein Meisterstück verherrlichen I Die Offiziösen und die Lärmmacher verkünden, daß der Kaiser- besuch in Tanger ernste und große politischeBedeutnng hat. Es mag sein, daß der Sultan von Marokko in der Wider- Willigkeit gegen die Forderungen Frankreichs gestärkt wird. Es ist aber dem Sultan sowie allen Eingeborenen, Mohammedanern und Juden von Marokko, die„förmlich in einem Rausch von Bewunderung leben", in aller Dringlichkeit der gute Rat zu erteilen, datz sie die Aussichten, die ihnen jetzt eröffnet scheinen, nicht überschätzen. Vielleicht ist dem Sultan von Marokko das Geschick der süd- afrikanischeil Burenstaaten nicht unbekannt geblieben. Wilhelm II. sandte einst jenes Telegramm an den Präsidenten von Transvaal, das die Hoffnung auf deutsche Hülfe in der Zeit der Not erweckte. Aber im eilenden Wandel der Zeit wurden die Hoffnungen der Buren furchtbar enttäuscht. Da der Krieg um die staatliche Existenz der südaftilanischen Republiken entfacht war, kam keine Hülfe aus Berlin und der deutsche Kaiser wahrte die Freundschaft mit England. Wenn der Sultan von Marokko ein wenig von den» weiß, was in der Sprache der Diplomatie die„Notwendigkeiten der Politik" heißt, so wird er sich weislich hüten, im Lärm eines Fürstenbesuches oder in der Diplomalle des deutschen Reichskanzlers unerfübare Hoff- nungen zu suchen. » Sozialistische Huldigung vor dem Kaiserl Der byzanllnische Wahn entladet sich in der„Nordd. Allg. Ztg." in einer Leistung von erschütternder Komik. An hervorragender Stelle veröffentlicht das offiziöse Blatt diesen„politischen Tagesbericht": „Seine Majestät der Kaiser hat in Lissabon neben Deputationen der deutschen Kolonien von Lissabon und Porto auch eine D e p u- tation der deutschen Glasarbeirer aus Aurora empfangen. Diese hatten, obwohl der dentsch-sozialistischcn Partei angehörig, bei der Nachricht von dem bevorstehenden Kaiserbesnch spontan beschlossen, eine Deputation zu entsenden und Seiner Majestät dem Kaiser einen silbernen Teller als Hnldigungsgeschenk zu überreichen. Als in der diesen Beschluß fassenden Versamm- lung von ernem Anwesenden Widerspruch erhoben wurde, da Herr Bebel nrit eine in solchen Geschenk nicht ein- v e r st a n d e n sein würde, wurde dem Sprecher von allen Seiten entgegnet, Bebel und die Parteileitung in Berlin gürgen sie irichts an. Sie seien freie Männer, und wenn der deutsche Kaiser ins Ausland käme, wollten auch sie, wie alle anderen Deutschen, ihrem Kaiser huldigen. Nach einem telegraphischen Bericht hat die von denr Gesandten vernnttelte Audienz dann stattgefunden. Seine Majestät der Kaiser nahm das Geschenk der Arbeiter sehr freundlich entgegen, sprach mit den Einzelnen über ihre Arbeit und spendete der Arbeiterkolonie ein größeres Geld- geschcnk." DaS Ereignis erscheint dem Korrespondenten der„Nordd. Allg. Ztg." von so außerordentlicher Bedeutsanrkeit, datz er eS im telegraphischen Sonderbericht übermittelt und die„Norddeutsche" gibt ihm Raum als größtes Geschehnis des Tages. Anscheinend will das Organ des GrafenBülow der staunenden Welt erweisen, datz vor dem Nahen der kaiserlichen Majestät selbst die Autorität Bebels versagt und daß die Kaiserreise, außer ihren sonstigen welthistorischen Ergebnissen, nebenher die Erschütterung des Sozialismus vollbrirrgt. Die offiziöse Genialität übersieht leider, welche Rückschlüsse sich für die andanenrde Wirksamkeit der Majestät auf die Arbeiterschaft in der deutschen Heimat auZ ihrer BetrachtungSart ergeben müßten. Wenn die Offiziöseir sich vom Kaiserrausch erholt haben werden, so dürften sie mit uns die Annahme zurückweisen, als habe der Monarch die drei Millionen deutscher Sozialdeinokraten, die für monarchische Huldiguirgsgeschenke kein Verständnis haben, be- wirkt. Nebenbei verdanken wir der„Nordd. Allg. Ztg." die KenntinS der„Deutsch-sozialistischen Partei" in Portugal. Die Glasarbeiter, welche ihr Bewußtsein, freie Männer zu sein, durch Darbringung eines silbernen Tellers an den Kaiser zu betätigen glauben, sind uns bisher als Mitglieder unserer oder irgend welcher sonstigen sozialdernolratischen Parteiorganisation nicht bekannt ge- worden. Vielleicht leisten die Telegraphierenden der„Nordd. Allg. Ztg." unter der gesteigerten Sonne Marokkos die Entdeckung von An- gehörigen der deutsch-sozialistischen Partei auch in Tanger. Wir harren der Botschaft, datz die deutschen und eingeborenen Sozial- demokratcn von Marokko als erste den Kaiser zu begrüßen sich drängen und als Huldigungsgabe eine silberne Kanone überreichen. Graf B ü l o iv wird auch diese Kunde seinem Blatte zur Auf- »ahme empfehlen. Das„W. B." meldet über die Ankunft des Kaisers in Tanger: Tanger, 3t. März. Seine Majestät der deutsche Kaiser ging nach 11 Uhr mit dem Gefolge an Land. Der Kaiser trug die Uniform deS 1. Garderegimentsk Am Land empfing den Kaiser unter Salut der Gcotzoheim des Sultan?, Scheich Mulai Abd el Mulek. der von drei hohen maurischen Wiirdeirträgern begleitet war. Nach der Begrützuirg bestieg seine Majestät mit dem Gefolge bereit- gehaltene Araberpfxrde und ritt in die Stadt unter ungeheuerem Jubel der Bevölkerung, der Mauren, Kabyleir und Neger. Die Landungsstelle und die ganze Stadt war phantastisch. reich und bunt geschnrllckt. Die Kolonien, besonders die deutsche, englische und spanische hatten großartige Ehrenpforten vor den Gesandtschaften errichtet. Der Kaiser, der von eurer Kavallericeskorte geleitet wurde, begab sich unter fortgesetzten Ovationen zur deutschen Gesandtschast,' wo die deutsche Kolouie und die Damen der europäischen Welt versammelt ivaren und Er- frischungen gereicht wurden. Die berühinten schönen Gärten der Gesandtfchaft wurden besichtigt. Hiernach wurden dem Kaiser Reiterspiele von den Arabern, die sogenannte Phantasie, vorgeführt. Später begrüßte der Bürgermeister den Kaiser. An der Landungs- stelle hielt' der Kaiser eine Ansprache an die deutsche Kolonie, die mit ungeheirrem Jubel aufgenommen wurde. Um 2 Uhr kehrte der Kaiser au Bord der„Hamburg" zurück, die darauf nach Grbraltar in See ging. *»• Die Marokko-Frage vor dem französischen Senat. Paris, 31. März, abends. Sitzung des Senats. Der frühere Kolorrialinrnister Decrais stellte eine Anftage über die marokkanische Politik und verwies auf Erörterungen der deutschen Presse, welche darüber Beschwerde führt, datz Deutschland bei dem französisch-englischen Abkommen vom 8. April 1904 ignoriert wurde, da keine offizielle Mit- teiluug von demselben erfolgt und keine Bürgschaften geboten worden seien. Redner fragt, ob irgend etwas geschehen sei, was diese Haltung der deutschen Presse gerechtferfigt erscheinen lasse. Minister des Auswärtigen Delcassck erklärt: Die marokkanische Polittk Frankreichs verfolge genau den durch das französisch-englische Abkommen vorgezeichneten Weg. Die wachsende Anarchie in Marokko wäre für alle Mächte und insbesondere für Frankreich unerträglich gewesen, da zu dem wirtschaftlichen Schaden für Frankreich auch noch der politische hinzukomme. Der Minister weist auf die seiner- zeit im Parlament gemachten Erklärungen über das französisch« englische Abkommen hin, daß Frankreich seine so wichttgen Interessen in Marokko mit de» Jutcreffen der übrigen Mächte in Einknklang brirrgen werde. Eine Wirts chaftliche Ungleichheit wolle Frankreich in Marokko gewiß nicht einführen. Der Wortlaut des englisch- französischen Abkommens schließe jedcS Mißverhältnis aus. Sodann vermerkte der Minister, datz England der französischen Aktion seine Unterstützung zugesichert habe, urrd erwähnte weiter die Mission des Gesandten Saint Rens Jallandier. Die Regierung des Sultans von Marokko habe selbst die ftanzösische Regierung ersucht, ihre Refornrvorschläge bekannt zu geben. Die Sprache Frankreichs sei in Fez ebenso klar wie loyal gewesen. Maghzen fühle sowohl das Wohlwollen wie die Macht Frankreichs. Der Minister schloß mit den Worten: In dem westlichen Mittelmeer- becken findet Frankreich ein reiche? Feld für feine Tätigkeit und Ausbreitung. Frankreich wird selbst seine Aufgabe erfüllen, ohne irgend ein Recht oder Interesse zu verletzen. ** * Diese Erklärungen des Leiter? der französischen auswärtigen Politik erbringen keinerlei neues Moment. Die französische Regie- rung glaubt keinen Anlaß zur Beschwerde seitens Deutschland er» kennen zu können. Sie will offenbar zunächst in aller Zurückhaltung abwarten, was der deutsche Reichskanzler auf Grund seiner letzten Ankündigungen im Reichstag zu tun gedenkt. Herrenhaus. Ter preußische Staatshaushalts-Etat ist nun glücklich zum verfassungsmäßig vorgeschriebenen Termin unter Dach und Fach gebracht. Das Herrenhaus hat am Freitag den letzten noch ausstehenden Etat, den Kultus-Etat, erledigt. Die Debatte verlor sich in Einzelheiten. Die Agrarier, unter Führung des früheren Landivirtschaftsministcrs Frhrn. Lucius von Ballhansen und des Frhrn. v. Mantcuffel unternahmen einen Vorstoß gegen das dem Hause noch gar nicht zugegangene Ausführungsgesetz zum Reichs-Seuchengesetz, das ihnen zu weit geht und den ländlichen Gemeinden zu hohe Kosten auferlegt. Auf den entgegengesetzten Stand- Punkt stellte sich Graf Oppersdorf, der sich ins- besondere über die in Oberschlesien ausgebrochene Genick- starre verbreitete und Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderkrankheiten forderte. Als notwendig betonte er vor allem die Vermehrung der Lehrstühle für Kinderheilkunde. Minister S t u d t trat den Herren v. Lucius und Frhrn. von Man- t e u f f e l entgegen und betonte mit Recht den Zusammenhang zwischen Kindersterblichkeit und den schlechten Wohnungen des Proletariats. Leider zog er nicht die Konsequenz, namens der Regierung für eine durchgreifende Wohnungsreform ein- zutreten. Zwischendurch wurden verschiedene Fragen des höheren und niederen Schulwesens erörtert. Herr v. K l i tz i n g wandte sich dagegen, daß die Lehrer auf den Präparanden- anstaltcn zu viel lernen und dadurch dem Lande entftemdet würden, und der unvermeidliche Graf Mirbach jammerte über zu hohe Schullasten im Osten. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung, am Sonn» abend, steht die K a n a l v o r l a g e.— Kolonicilmoloch, Handwerkerfang und Sittlichkeitsheuchelei. Es war ein recht gemischtes Ragout, das der Reichstag am Freitag bewältigte oder auch nicht bewältigte. Zunächst meldeten sich unsere, ach so teueren Kolonien, teils mit Ergänznngs-, teils mit Nachtrags-Etats an. Die Debatte war weder lang noch eingehend, da erst nach einer näheren Prüfung in der Budgctkommission speziell über die Lage in Kamerun eine sachgemäße Erörterung möglich sein wird. Kolonialdirektor S t ü b e l trieb die Schönfärberei, die nun einmal zum offiziellen Handwerk gehört, Dr. Müller- Sagau mußte anerkennen, daß der Verlauf der Dinge in Südwestafrika Bebels Voraussage mehr als gerechtferfigt und das Narrcngclächter der Mehrheitsparteien zum Verstumnien gebracht habe, Genosse Ledebour enthüllte an dem Bei- spiele der Otavibahn die Planlosigkeit unserer Kolonial- Politik, die ein getreues Miniaturspiegelbild unseres inneren Zickzackkurses ist. Die Nachtrags-Etats wurden gleich im Plenum in erster und zweiter Lesung erledigt, während die Ergänzungs-Etats in die Budgetkommission wanderten. Es folgten Petifionen. Zunächst jene immer wiederkehrenden zünftlerischen Ladenhüter. Dr. Müller- Sagau traf ausnahmsweise einmal den Nagel auf den Kopf, als er das hübsche Wort prägte: Den Herren von der Rechten scheint es bei dem Befähigungsnachweis mehr um den Handwerker- fang als um den Befähigungsnachweis für die Handwerker zu tun zu sein. Zum Schluß gelangte eine �Petition zur Verhandlung, welche die Aufhebung des§ 175 verlangt. Der um die Mandarinisierung unseres Rechts so sehr verdiente Hannoveraner Leonhardt, ein Frommer vor dem Herrn, hat als Justtzminister iin Widerspruch mit zahlreichen medizinischen und juristischen Antoritäten in das Strafgesetzbuch diesen Paragraphen gebracht, der sich gegen die mann-männ- liche Geschlcchtsliebe ivendet, in seiner liederlichen Fassung aber geradezu eine Provokation widersprechender Gerichts- urteile und eine Prämie auf die Erpressungsversuche elender Gesellen darstellt. Die Genossen Thiele und v. Vollmar verlangten unter ausdrücklicher Betonung, daß es sich hier nni keine Parteisache handelt, an der Hand zahlreicher Gut- achten der Wissenschaft Aufhebung des Paragraphen, zuin mindesten aber Lerücksichttgung der Petition um seine Auf- Hebung bei einer Neugestaltung des Strafgesetzbuches. Das Zentrum hielt es für angebracht, statt einen seiner jurisfischen Führer einen gewissen Dr. Thaler vorzuschicken. Dieser parlamentarische Mmetallisnius des Zentrums drückte die Debatte auf ein unglaublich niedriges Niveau herab, da genannter Herr in einer Rede, in der Komik und Plattheit um die Palme rangen, ein wüstes Wirrwarr aller möglichen und unmöglichen sich wider- sprechender und unkontrollierbarer Ansichten, Zeug- nisse, Ausschnitte und Erklärungen vorbrachte. Von den Frei- sinnigen sprach G o t h e i n für die Aufhebung des Para- graphen. Die Nationalliberalen, deren Vertreter in der Kom- Mission mit der Linken gestimmt hatten, schwiegen sich im Plenum aus und vereinigten sich mit den berufenen Hütern . der Sittlichkeit von der Rechten und vom Zentrum zur Nieder- stimmung der Petition, über die Uebergang zur Tagesordnung beschlossen wurde. Das Haus tritt erst wieder am Dienstag 2 Uhr zu- sammen. Es stehen Wahlprüfungen, die Abstimmung über die Antizollkreditresolution des Grafen Kanitz und ein Antrag Büsing auf Abänderung der Grundbuchordnung zur Be- rawng.— Dcutlcbed Reich. Polizei und Streikposten. Gegen die Rechtsprechung des Kammer- gerichts in Sachen der Streikposten hat die vierte Strafkammer des Landgerichts Köln dieser Tage in einem sehr eingehend begründeten Urteil Stellung genommen. Von dem Kölner Schöffengericht tvaren vier Holzarbeiter frei- gesprochen worden von der Uebertretung der Strasienpolizei- Verordnung durch Streikpostenstehen gelegentlich des Aus- standes in der Waggonfabrik zu Köln-Ehrenfeld; einer wurde zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. Tie Strafkammer hob alle fünf Urteile auf und verurteilte jeden der Angeklagten zu 1 M. Geldstrafe. Die Kölner Strafkammern haben in der letzten Zeit in einer ganzen Reihe von Streikpostenfällen auf Strafen von nur 2 M. erkannt. Die Gerichte bringen damit zum Ausdruck, daß sie die Maßnahmen der Polizei gegen die Streikposten mißbilligen, und daß sie die Posten nur formell bestrafen, weil sie sich an die bekannten llrteile des preußischen Kammergerichts gebunden erachten. Die vierte Strafkammer stellte in ihrem Urteil fest: Nach den Bekundungen der Polizeibeamten hat irgend eine Belästigung des Publikums oder einzelner nicht stattgefun- den. Tie Streikpostensteher gingen einzeln auf der Ben- loerstraße, die eine erheblicheBreite besitzt, so daß das Streikpostenstehen den Verkehr nicht behindert hat.... Auf Grund dieses Sachverhalts hegt das Berufungsgericht keinen Zweifel darüber, daß die Polizeibeamten zu der Zeit, wo sie die Angeklagten zum Fortgehen aufforderten, einen begrün- beten Anlaß zu der Aufordenmg nicht hatten. Das Gericht ist sich auch bewußt, daß durch solches Vorgehen der Polizei die gesetzlichen und gewerblichen Rechte der Arbeiter ihre Be- dentnng verlieren. Denn wenn eine unterschriftlose Anzeige (Der 5tölner Polizeipräsident hat lediglich auf eine anonyme Zuschrift hin den Polizeikommissar des dortigen Bezirks zu eingehendem Bericht aufgefordert! Anmerkung des Korrespon- denten.) und die Mitteilung, daß zwei oder drei Personen von den Streikenden nach ihrem Beruf gefragt worden seien, genügt, um die Polizeibehörde zum Einschreiten gegen das Streikpostenstehen überhaupt zu veranlassen, so wird sie in der Lage sein, das Postenstehe« bei jedem Streik zu ver- bieten.... Gerade in den vorliegenden Fällen waren aber Ausschreitungen umso weniger zu erwarten, als es sich um ruhige, zu Gewalttätigkeiten nicht ge- neigte, auch bis zu einem gewissen Grade gebildeteArbeiter handelte. Wenn unter diesen Um- ständen die Polizeibehörde sich zum Verbot des Streikposten- stehens veranlaßt gesehen hat, so mag(!) sie zwar nach ihrem pflichtgemäßen Ermessen gehandelt haben, doch lag ein aus- reichender Grund zu ihrem Einschreiten nicht vor. Unbcdcnk- lich hätten diese Erwägungen zu der Freisprechung der An- geklagten führen müssen und geführt, wenn nicht der ober st e Gerichtshof der Monarchie die Nach- Prüfung der Notwendigkeit und Zweckmäßigkest polizeilicher An- ordnungen der hier fraglichen Art in ständiger Rechtsprechung unterbunden hätte(Urteile des Kammergerichts vom 23. September 1899 und vom 28. September 1993). Zwar gestattet das Kammergericht dem Richter wohl die Prüfung der Frage, ob die Anordnung der Aufsichtsbeamten objektiv eine solche zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gewesen ist, und fährt dann fort:„Kann aus be- stimmten Tatumständen in Einzelfällen entnommen werden, daß die Anordnungen der Beainten gar nicht den Ztveck ver- folgten, die Sicherheit, Ruhe und Ordnung auf der Straße zu wahren, dann ist das keine Anordnung zur Erhaltung der Sicherheit. Ruhe und Ordnung auf den Straßen?" allein solche Tatumstände werden wohl nur indenallerseltensten Fällen sich einstellen. In den vorliegenden Fällen fehlen sie, da die Aufforderung der Beamten objektiv zweifellos eine Anordnung zur Aufrechterhalwng der öffentlichen Ordnung uyd Sicherheit war und zu diesem Zwecke erfolgt ist.... Daß nach Latse der Sache aber nur das gesetzliche Mindeststrafmaß gegen die Angeklagten einzutreten hatte,... bedarf kaum weiterer Gründe. Es erschien deshalb eine Strafe von je 1 M. angemessen. Diese Entscheidung ist eine entschiedene Kund- gebung von Richtern gegen die Urteile des preußischen Kammergerichts. Tie Berggcsctznovellen in der Kommission. Die Kommission des Abgeordnetenhauses begann am Freitag die Beratung der Novelle zum Berggesetz(Arbeitcrvcrhältnisse). Es wurde hauptsächlich über das Wagennullen gesprochen. Von einet Seite wurde die Herbciziehung der ausländischen Gesetzgebung über die Frage gefordert, worauf der Minister vor Verschleppung warnte. Auf die Anregung, dem Wageulontrolleur das Recht der Beschwerde an das Oberbergamt zu geben, erwiderte der Minister, er könne sich dafür„nicht erwärmen". Ein Antrag, die Geldstrafen auf einen durchschnittlichen Tagelohn zu begrenzen, sie jedoch bei Bestrafungen tvcgcn Tätlichkeiten, Verstößen gegen die guten Sitten, gegen die Ordnung des Betriebes und dergleichen auf zwei Tage löhne tm Kaleudermonat zuzulassen, wurde als zu kompliziert bekämpft. Da- bei wurde jedoch ausgesprochen, daß der Bergbauliche Verein das Verbot des Nullens hinnehmen wolle und die Zuziehung eines Ar- bciterkontrollcurs für praktisch halte, die Arbeiter müßten jedoch die Kosten des Vorwiegens tragen. Von konservativer Seite wurde die Begrenzung der Strafen, wie sie die Novelle vorsehe, als eine Prämie auf schlechte Arbeit bezeichnet. Sie sei für seine Partei i ch t annehmbar. Es wurde als wünschenswert bezeichnet. die Bezahlung nach Gewicht einzuführen und Vorkehrungen gegen unberechtigte Entlassung des Kontrolleurs zu treffen. Auf den letzten Punkt ging der Minister nicht ein. Hinsichtlich der Bezahlung nach Gewicht erklärte er jedoch, daß solche Bestimmungen nicht ins Gesetz, sondern in die Arbeitsordnung gehörten, weil die Arbestsordnungen auf die verschiedenen Verhältnisse verschieden zugeschnitten sein müßten. Es sei auch praktisch sehr schwer, automatische Wagen in die Gleise einzuführen, und eS siege auch kein Interesse da vor, wo beide Teile darüber einig seien, daß die Wagen ordnungsmäßig be- laden seien. Schließlich wurde in einer provisorischen Ab- stimmung dasBerbotdesNullensangenommen. Nächste Sitzung Montag.— Militärpcnsioncn. Die Budgetkommission des Reichstages begann am Freitag das sckstvierige Werk der Pensionsgesetz- Beratung; das Plenum hat am 14. und 15. Dezember des vorigen Jahres über die beiden Gesetzentwürfe beraten. Ueber die geschäftliche Behand- lung in der Kommission wurde beschlossen, zwei Lesungen zu veranstalten und eine Generaldebatte vorausgehen zu lassen, die ihrerseits in verschiedene. Abschnitte zerlegt werden soll. Als solche bezeichnete der Referent Abg. Graf O r i o l a folgende fünf Fragen: 1. ob die Kricgsveteranenbeihülfen mit in dieses Gesetz einbezogen werden sollen: 2. ob die Gesetze rückwirkende Kraft erhalten sollen; 3. wie es mit der Deckung der finanziellen Aufwendungen stehe: 4. wann das Gesetz verabschiedet werden solle und 5. welchen Einfluß die Gesetze auf die Gestasiung der Pensionierung der Zivilbeamten haben würden. Die General- debalte wurde zunächst unter allseitiger Zustinunung ganz unver- bindlich geführt, um eine Klärung der prinzipiellen Anschauungen zu ermöglichen. In seinem einleitenden Referate zu der Diskussion über den ersten Punkt wies Abg. Graf Oriola darauf hin, daß die Veteranenbeihülfen einen ganz anderen Charakter tragen, als die Pensionen, sie gehörten deshalb wohl nicht mit in das Gesetz hinein. Im Gegensatz dazu plädierte der Korreferent Abg. Erzberger dafür, auch die Kriegsteilnehmer mit einzubeziehen. Der Schatzsekretär möge mitteilen, welche Bestimmungen der Bundesrat über die einheitliche Ausführung des Gesetzes von 1395 getroffen habe. Ohne gleichzeitige Regelung der Hinterbliebenenfürsorge für die Beamten usw. könne die Rcliktenflirsorge bei den Offizieren nicht reformiert werden. Der Schatzsekretär v. Stengel konnte keine Erklärung namens der verbündeten Regierungen abgeben, erkannte aber an, daß die Hinterbliebenenfürsorge reformbedürftig sei. Die Unterstützungen der Kriegsteilnehmer gehörten in der Tat nicht in diese Gesetze hinein; man könne diese Frage behandeln, wenn man demnächst an die dringend nötige Revision deS Gesetzes über den Reichs- JnvalidenfondS herangehe. Was die gjeich- mäßige Handhabung der bestehenden Gesetzgebung betreffe, so hätten sich die Ausschüsse des Bundesrats mit diesen sehr schwierigen Dingen befaßt; demnächst werde der Bundesrat selbst darüber Beschluß fassen. Abg. Wremer(freis.), meinte man müsse bei der ganzen Materie die DccknngSfrage in den Vordergrund stellen. — Daß die Bestimmungen über die Hinterbliebenen der Kriegsinvalidcn einer Revision unterzogen werden sollen, bestätigte auch General Ballet des BarreS. Abg. Gröber regte den Gedanken an, die beiden PensionSgesctze— Offiziers- und MannschaftspensionS-Gesetz— mit einander zu verbinden. Dem widerspreche, wie General deS BarreS ausführte, die verschiedene Grundlage der Gesetze: bei den Offizieren handelt eS sich um eine Abfindung nach Maßgabe der Dienstzeit, bei den Mannschaften nach Maßgabe der Erwerbsunfähigkeit. Vor einer BePackung der Materie durch die Hinterbliebcnenvcrsorgung und Veteranenunterstiitzung warnte Abg. Singer; was die Kriegsvcteranen anlange, so sei die Hauptsache, daß man mehr als 129 M. zahle. Die Frage der Rück- Wirkung der geplanten gesetzlichen Bestimmungen sei sehr schwer; man müsse vor der Entscheidung darüber einen Ueberblick über die finanziellen Konsequenzen einer solchen Maßregel haben. Die Zu- sammenarbeitung der beiden Gesetze in eines begrüßte er lebhast.— Wie die Vorredner, so sprach sich auch der Vertreter der Konserva- tivcn, Abg. v. R i ch t h o f e n, für das Ausscheiden der Fragen der Relikten- und Veteranenvcrsorgung, aber aus praktischen Gründen gegen eine Vereinheitlichung der beiden Materien aus. Ihm schloß sich mit ähnlichen Bedenken der Abg. Dr. Wiemer in diesem Punkte an. In seiner Einleitung zu der Generaldebatte über Punkt 2 stück- wirkende Kraft) legte Abg. Graf v. O r i o l a als Referent dar, daß durch dieses Gesetz den bisher Notleidenden gar keine Besierung gebracht werde; deshalb beklage er, daß die Rück- Wirkung ausgeschlossen bleiben solle. Korreferent Abgeordneter Erzberger gab zu. daß die Notlage der j e tz i g e n Pensionäre und Veteranen den Anstoß zu der Gesetzrevision gegeben habe, aber man dürfe doch die Konsequenzen der Rückwirkung nicht übersehen. Diese finanziellen Konsequenzen legte General Ballet des Barre s im einzelnen dar, um den Schluß daran zn knüpfen, daß eine Gewährung der Rückwirkung nicht angehe. Schatzsekretär v. Stengel wieS noch darauf hin, daß man doch auch die Folgen für die Beamten des Reiches, der Einzelstaaten und schließlich gar der Gemeinden in Betracht ziehen müsse. Bezüglich der Kriegs- teilnehmer habe man eine Ausnahme gemacht; aber werter könne und dürfe man nicht gehen. Zur Milderung von Härten wolle man einen Ausgleichsfonds schaffen. Singer betonte nachdrücklich, daß die Besserstellung der gegenwärtigen Pen- s i o n ä r e angestrebt werden müsse; ob dä§ mit Hülfe eines solchen Ausgleichsfonds möglich sei, stehe dahin; mindestens muffe man darüber näheres erfahren. Als dann legte Geheimrat Jahn dar, daß alle heutigen Pensionäre soviel er- halten sollen, wie wenn sie unter dieses Gesetz sielen; dafür seien ungefähr 425 090 Mark nötig; natürlich tollten nur die etwa» erhalten, die bedürftig seien, d. h. die Offizieree, wenn sie weniger als 3990 M., die„Gemeinen", wenn sie weniger als 699 M. Einkommen hätten. Diese Ausführungen stießen auf allen Seiten auf Widerspruch, so daß maii wohl annehmen kann, daß der Plan dieses Ausgjeichs- fonds noch erheblich unigestaltet werden tvird. Abg. Gröber legte dar, daß man wenigstens die BerstiiminelungSzulagen erhöhen könne: dadurch berühre man den Grundgedanken der Pension überhaupt nicht. In der weiteren Debatte begrüßte Abg. Dr. Gradnauer diese Darlegungen Gröbers, die er als eine Frucht der Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei ansprach; auf keinen Fall dürfe man den Zuwendungen aus dem Ausgleichs- fonds den Charakter einer Gnadenaabe aufprägen. Dieser selben Meinung gaben auch die Abgg. Graf Oriola, Dr. Arendt und v. R i ch t h o f e n Ausdruck. Die Generaldebatte soll am nächsten Dienstag fortgesetzt werden.— Die Bauern und die Schule. Aus Nürnberg wird uns be» richtet: In dem Orte Artelshofen in der Fränkischen Schweiz besteht- schon seit einigen Jahren die Unsitte, daß in der Zeit vom Frühling bis zum Herbst der Beginn der Volksschule auf morgens 6 Uhr angesetzt wird, und zwar auf Betreiben einiger Bauern, die ihre Kinder möglichst bald wieder zur Arbeit daheim haben wolle». Darunter müssen auch die zahlreichen Arbeiterkinder leiden. Zu de» Schulsprengel gehören Ortschaften, die über eine Stunde weit vom Sitz der Schule entfernt sind, und die betreffenden Kinder müssen um Mo Uhr und noch früher aufstehen, wenn sie rechtzeitig in der Schule erscheinen wollen. Ter Lehrer wehrt sich schon aus pädagogischen Gründen gegen diese Einrichtung, ist aber machtlos, weil die Bauern die Schul» kommission in Händen haben und der Pfarrer auf ihrer Seite ist. „Ter Schulmeister will nur nicht aufstehen", sagen die biederen Landmänner hohnlächelnd, wenn der Lehrer protestiert. Das Schönste ist, daß das Bczirlsamt diese gewijz nicht im Interesse der Schule liegende Matzregel noch nicht beanstandet hat. Rückwirkungen der Reichs-Finanznot.— Fremdenrccht. Stuttgart, den 3t. März 1995. sPriv.-Depesche d.„Vorw.'.) Nachdem in der gestrigen Eröffnungssitzung des Landtage? das Notgesctz zur weitere» Erhebung der Steuern während des etatloscu ZustandeS nach einer kurzen Debatte, in der Genosse Keil die gewohnheitsmäßige Schlamperei der verspäteten Etatsberatung scharf rügte, bewilligt worden war, trat der Landtag heute in die General» debatte über den Etat ein. Es war eine einzige große Kluge über die Reichs-Finanznot und deren zerrüttende Rückivirkung auf das Landesbudget. Sorgen» voll wies der Finanzminister darauf hin, daß der im württem- bergischen Etat eingestellte Bettag für die Matrikularbeiträge durch den gestrigen Beschluß deS Reichstages sich um weitere 2 Millionen erhöht und überdies im nächsten Jahre der Einzug der bisher ge- stundeten württembergischen Matrikularbeittäge mit weiteren 639 990 Mark drohe. Ueber einen Weg zur Abhülfe äußerte der Minister nichts. Seine ganze Weisheit beschränkte sich auf die Mahnung zur Sparsamkeit bei dem Ausbau des Eisenbahnnetzes und insbesondere bei der Erhöhung der Schullehrergehälter. Der Volksparteiler L i e s ch i n g stimmte in da? Klagelied mit ein, ohne den Mut zu haben, die Wurzel des Nebels bloßzulegen. In der Verfolgung der Politik des Erreichbaren ist die süddeutsche Demokratie nun glücklich so weit gekommen, die Reichs- Einkommen- stcucr als unerreichbar zu verleugne» und sich auf die Forderung der Reichs- Erbschaftssteuer zu beschränken. Aber selbst das war den württembergischen Zenttumsführern zu viel. Bei der Reichs« Erbschaftssteuer meinten sie, würde die Landwirtschaft dem mobilen Kapital gegenüber benachteiligt. Mit Pathos erklärte das Zentrum, daß indirekte Verbranchssteuern nicht mehr eingeführt werden dürfen, um wenige Minuten später eine Tabaksteuer mit beträchtlicher Er» höhung als Rettungsanker zu ergreifen. Erst Genosse Hildenbrand brachte mit einer großzügigen l'/estündigen Rede einen frischen Zug in die Debatte und machte dem von allen Rednern getriebenen Versteckenspiel ein Ende. Er er- nnerte den Finanzministtr daran, daß die Sozialdemokratie seit Jahr und Tag die bundesstaatlichen Finanzminister aufgefordert, gegen die maßlos anschwellenden Forderungen für Militarismus und MariniSmuS Stellung zu nehmen. Was der Finanzminister gestern im Reichstag gesagt hat, predigen die Sozialdemokraten schon seit 20 Jahren. Aber wer ein Ziel will, muß auch den Weg wollen. Dieser Weg sei außer der Anpassung der Militärlasten an die Leistungsfähigleit des Volkes die Zahlung einer Reichs-Einkoinmen- steuer. Jeder andere Weg sei verwerflich. Die württembergische Regierung, die durch ihre Zustimmung zu den unheilvollen HandelSverttägen württembergische Industrien aufs schwerste geschädigt und zum Teil zur AuSwandening geztvunge» und mitgeholfen habe, die Lebensverhältnisse des arbeitenden Volkes zu erschweren, habe nwhr als je die Verpflichtung, klar aus» zusprechen, daß nicht durch weitere indirekte Steuern die Lebens- Haltung der großen Masse noch weiter verschlechtert werde. Sodann erörterte Hildenbrand ausführlich die auch von den andern Rednern zustimmend gestreiften Fragen der württembergisch« preußischen Eisenbahn- Betriebsmittel- Geueeinschaft. Er der« ivieS darauf, daß die Vertreter der bürgerlichen Parteien, die im württembcrgischen Landtag vor vier Jahren einem sozialdemokratischen Antrag auf Schaffung von Reichs«Eisen» bahnen zugestimmt haben, insbesondere die Nationalliberalen im Reichstag mithalfen, einen solchen Anttag der Sozialdemokraten niederzustimmen. Unter keinen Umständen wird man die Einführung der kulturwidrigen 4. Klasse in den Kauf nehmen. Zum Schluß seiner eindrucksvollen Rede erörterte Hildenbrand auch das württem- bergische Fremdenrccht und brachte mehrere Fälle unmenschlicher Abschiebung landfremder deutscher Reichsangehöriger auf ein Oberamt ins andere vor, die verfügt wurde, um die Erlangung des Unter- stützungs-Wohnsitzes zu verhindern. Große Dewegungstm Hause rief die Behauptung Hildenbrands hervor, daß zwischcnPrcußen und Württemberg ein Berttag bestehe, wonach letzteres verpflichtet fei, a«S Preuße» ausgewiesene» Ausländern daS Asylrecht zu verweigern und diese ebenfalls auszuweisen. Auf Grund dieses Vertrages sei im Vor« jähre ein angeblicher Anarchist, ein durchaus harmloser Mensch, der gelegentlich des Kaiserbesuches in Halle von dort ausgewiesen tvurde und in Stuttgart ehrlich seinen Erwerb fand, urplötzlich auS Stutt- gart ausgewiesen worden. Hildenbrand forderte den Minister auf. den Berttag, sofern er bestehe, dem Hause zur Beschlußfassung vor» zulegen. Die DeLatte wurde auf morgen vertagt.— Bcrlustmelduugen au» Südwestafrika. Berlin, 29. März. Telegramm aus Windhuk. Nachträgliche Verluste der Abteilung Kirchner in den Gefechten bei Kofis, Geibanes und Aub am 19. und 11. März 1905. Gefallen: Unteroffizier August Teßmann, geb. 6. 2. 81 zu Göhle, Kopfschuß; Gefteiter Kasimir Galecki, geb. 1. 9. 81 zu Kompie, Kopfschutz: Reiter Anton Reuther, geb. 39.5.81 zu Bockwa, Kopfschuß; Reiter Wilhelm Struß, ae- boren 16. 6. 83 zu Schweringen, Schutz im Unterleib; Reiter Martin Wandel, geb. 31. 8. 83 zu Küster- dingen; Reiter Heinrich Schneider, geb. 29. 8. 31 zu Niederwalgern, Schuß rechten Oberschenkel; Reiter Johann Schlenz, geb. 26. 19. 83 zu Willstädt, Kopfschuß; Reiter Hermann Schmelzer, geb. 14. 3. 33 zu BeundorS, Brust» schliß; Reiter Johann Simmeit, geb. 28. 1. 83 zu Ruß, Kopf- schütz; Gefreiter Friedrich Brü st le, geb. 24. 9. 79 zu Horn- berg; Reiter Emil W i t t i g, geb. 8. 6. 85 zu Grödel, Kopfschuß. Schwcrvcrwundet: Sergeant Oskar Weber, geb. 12. 19. 76 zu Neu-LebuS, Schuß durch Schulterblatt; Sergeant Wilhelm Stölzle, geb. 24. 3. 89 zu MeimSheim, Schuß durch Brust und linken Oberarm; Gefreiter Willy Spittel, geb. 2. 12. 89 zu Langensalza, Schuß Brust und linke Hand; Reiter Emil Naß. geb. 1. 6. 81 zu Dorf Schwetz, Schuß linke Hand; Reiter Karl Lucht, geb. 29. 11. 82 zu Alt-Gerdshagen, Schuß rechten Ober- arm; Militär- Bäcker Gottlob Wagner, geb. 11.3.85 zu Waiblingen, Schuß rechten Oberarm und Stteisschnß am HalS; Reiter Friedrich Pallas, geb. 81. 12. 82 zu SchwitterSdorf. Schuß linke Brust; Reiter Paul Helm. geb. 16. 11. 81 zu Perle- berg, Brustschuß: Reiter August Norgel, geb. 8. 6. 83 zu Schwarzstein. Schuß durch beide Füße; Reiter Franz Wucher, geb. 14. 1. 79 zu Schiltberg. Schuß rechten Oberarm und Bnist. Leichtverwundet: Leutnant d. Reserve B efe r m a n n, geb. 20. II. 74 zu Bublitz, Fleischschuß linken Iluterschenlel; Wachtmeister Bruno Klebe, geb. 25. 5. 80 zu Berlin, Fleischschuß rechten Oberschenkel; Sergeant Richard Großmann, geb. 10. 3. 78 zu EordeShageu, Streifschuß rechten Hand; Unteroffizier Her- mann Götze, geb. 13. 7. 76 zu Merseburg, Fleischschuß rechten Oberarm; Unteroffizier Arthur v. Kostka, geb. 13. 11. 82 zu Schidlitz, Streifschuß linken Oberarm; Reiter Eritz Witsch er, geb. 12. 7. 82 zu Elberfeld, Schutz rechtes hr; Reiter JohannMatern, geb. 12. 8. 82 zu Allenstein, Schuß linke Hand; Reiter Hugo Steigert, aeb. 27. 2. 84 zu Tillendors, Streifschuß rechten Oberschenkel; Reiter KlauS Hööck, geboren 7. 5. 83 zu Lüderdeich, Streifschuß linken Schulter; Reiter August a ch a r i a s, geb. 18. 1. 83 zu Rhein, Streifschuß am Kopf; Reiter rnno Hohmann. geb. 13. 4. 83 zu Riesa, Schuß rechten Fuß. Nachträglich gemeldet: Uitteroffizier Albert B e i e r, geb. 22. 12. 80 zu Liebenow, am 29. Mai 1994 im Lazarett Otjosondu an Typhus gestorben. Berlin, 31. März. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: An Typhuö sind gestorben: Sergeant Ernst Worms, geboren am 29. 5. 89 zu Selb, am 25. März d. I. im Lazarett zu Kalkfoutein; Unteroffizier Max I u n g n i ck e l, geboren am 20. 11. 79 zn Stadt- forst, am 26. März d. I. im Lazarett Gobabis. Herr Erzbcrger überschüttet unS niit Berichtigungen. Er teilt mit, das; er an dem betreffenden Tage die Estrade des Bundesrats- tisches überhaupt nicht betreten habe und daß er seit 1'/» Jahren nicht mehr in Stuttgart wohne, wenn.ich auch daselbst emcn Wohnsitz habe". Tatsachlich ist im ReichStagß-Handbuch als Wohn- ort des Herrn Erzbergcr Stuttgart angegeben. Es scheint, Herr Erzberger befleißigt sich, seine Schreibseligkeit zur Höhe seiner Redseligkeit zu entwickeln; Ivann kommt die nächste.Berichtigung"? Was bringt übrigens die Herren vom Zenttum so gewaltig in Eifer? Wenn Herr Spahn, der Führer, den Zylinder bügelt und zu Bülow geht, um Zollhandel zu'tteiben, so dürfte auch der be- scheidene Gefolgsmann Erzberger nicht unter der Schande erliegen. einen seiner zahllosen Zitatenzettel dem Grafen Bülow geliehen zu haben.—_ In unserem gestrigen Artikel zum Bergarbeitertage auf der ersten Seite des Hauptblattes muß es in der dritten Spalte vorletzte Zeile heißen: daß dieses Parlament sich selber adschafft. HuoUmd. Dänemark. Wahlsieg in Kopenhagen. Die Gemeindewahlen in der dänischen Hauptstadt, die am Dienstag stattgefunden haben, endeten mit einem großartigen Erfolg für die Sozialdemokraten und Liberalen. Für die gemeinsame Liste der vier sozialdemokratischen und 3 radikalen Kandidaten wurden 21 207 bis 22 133 Stimmen ab- gegeben. ftir die antisozialistischen Kandidaten nur 18 167 bis ''"ahl der antisozialistischen Stimmen ist gegen len im borigen Jahre um zirka 1200 ge der Sozialdemokraten und Radikalen jedoch Seitdem im Jabre 1903 die ausgesprochen antt Einfluß gewann, ist das 18378. Die über den Wl stiegen. die unr zirka 5600. sozialistische Agitation Interesse an den Gemeindcwahlen gewaltig gewachsen. In jenem Jahre gaben 69 Proz. der Wähler ihre Stimmen ab, in» vorigen Jahre 7t Proz. und diesmal waren es über 30 Proz. 1S03 siegten die Antisozialisten mit einer Mehrheit von zirka 2ö00 Stimmen, 1904 siegten sie nochmals, aber nur mit zirka 800 Stimmen Mehrheit, jetzt aber find fie mit über 3500 Stimmen in der Minder- he»t geblieben. Die antisozialistische Agitation hat also jetzt offenbar abgewirtschaftet. Die Gemeindeverttetung Kopenhagens besteht nunmehr aus 16 Sozialdemokraten, 12 Radikalen und 14 Antisozialisten. Unsere Parteigenossen bilden also die relattv stärkste Partei und mit den Radikalen genau die Zweidrittelmehrheit gegenüber den Anttsozialisten. DaS Prügclgcsetz ist im Landsthing am Mittwoch mtt 42 gegen 7 Stimmen endgülttg angenommen worden. In der kurzen Ver- Handlung, die der Abstimmung vorausging, erklärte sich unser Parteigenosse S. C. Andersen nochmals ganz entschieden gegen das Gesetz. ebenso der Konservative Goos. Da dem Gesetz die Bestätigung des Königs jedenfalls nicht versagt werden wird, erscheint die Einführung der Prügelstrafe leider als gesichert.— Rtchland. Auf einen Erfolg deS große« Protestes des finnischen Landtages deutet eine Meldung aus HelsingforS vom 29. März hin, wonach die Aushebung in diesem Jahre nicht nach der verfassungswidrigen WehrpflichtSordnung von 1901 erfolgen soll und außerdem die Un- absetzbarkeit der Richter von neuem eingeführt wird. Davon, daß daS Manifest vom IS. Febmar 1899, das der russischen Gewaltspolitik in Finnland umrunde liegt, aufgehoben werden soll, ist allerdings noch nicht die Reoe. Amerika. Gegen die Japaner. Die kriegerischen Erfolge der Japaner haben das Ansehen deS.kleinen braunen Mannes" in den Ver- einigten Staaten sehr gehoben. Im allgemeinen herrscht viel Sym- pathie für die Japaner fett dem Ausbruch des Krieges. Eine Aus- nähme bilden die Staaten an der Küste des Pacific-OzeanS, besonders Kalifornien, wo allein 10 000 Japaner leben. In den beiden anderen Staaten, in Oregon und Washington, sind die Japaner ebenfalls zahlreich vertreten, trotzdem seit einem Jahre Tausende zurück- gekehrt sind, um Militärdienst zu tun. Amerikanische Agenten ver- stehen eS, immer neue Scharen japanischer Arbeiter ins Land zu locken und das Gesetz zu umgehen, welches die kontraltliche An- Werbung fremder Arbeiter verbietet. Diese Japaner sind so bedürf- nislos und arbeiten so billig, daß fie schwer auf den amerikanischen Arbeitsmarkt drücken. Daher die feindselige Stimmung und der Widerstand der Gewerkschaften gegen die Japaner. Um dieser Stimmung Rechnung zu tragen, nahm die Staatslcgislatur von Kalifornien kürzlich eine Resolution an, worin die Bundesregierung aufgefordert wird, gegen die unbeschränkte Einwanderung der Japaner Maßregeln zu ergreifen. In den Kreisen der organisierten Arbeiter ist man der Meinung, daß man die Japaner ebenso wie die Chinesen ausschließen müßte, viele halten die Japaner noch für weit gefährlicher. AuS Hewaii, wo 61 000 Japaner leben, ist der Zuzug nach Kalifornien nicht gering. Die Eingewanderten finden leicht Arbeit und sind mit einem Lohn sehr zufrieden, der einem amerika- uischen Arbeiter nicht angeboten werden dürfte. Die Mißstimmung gegen die Japaner ist rein wirtschaftlicher Art; politisch gönnt man ichnenDhre Erfolge üoer die Russen gern. Bekanntlich wurde auch auf dem letzten Kongreß der amerikanischen Arbeitersöderation auf die drohende Gefahr einer starken japanischen Einwanderung für den ArbeitSmarlt hingewiesen und eine Beschränkung dieser Einwände» rung gefordert._ parlamentarlfcbcQ. Die Handels« und Gewerbekommission des Abgeordnetenhauses beriet gestern den von freifinniger Seite gestellten Anttag auf Ab» änderung der Verordnung über die Ruhezeiten für die Gast Wirts ge hülfen, wonach namentlich für mittlere und kleinere Betriebe die Bestimmungen für die Unter- nehmer erleichtert werden sollten. Berichterstatter war der Abg. O« s e r. Aach dem übereinstimmenden Urteil beider Teile sei die Verordnung überhaupt noch nicht durchgeführt worden. Die Arbeit- aeber wünschen an Stell« des vollen Ruhetages, der in Städten unter 20000 Einwohner für jede dritte Woche festgesetzt sei, eine 16 stündige Ruhezeit einmal in jeder Woche, die Arbeiter verlangen dagegen jede Woche eine 36stilndige Ruhezeit unter Hin- weis darauf, daß nach der Natur ihre» Gewerbes sie auf jeden freien Sonntag verzichten müssen. Bemerkenswert ist. wie gering die Zahl der Arbeitgeber sei. die sich an den Erhebungen beteiligt haben und die eine Abänderung der Verordnung wünschen. Der Vorschlag der Arbeitgeber, am Schluß der Saison die freien Tage nachzuholen, habe die schwersten Bedenken gegen sich. Die jetzige Ordnung stelle ein Minimum dessen dar, waS die Angestellten verlangen können, außerdem sei die Zeit des Erlasses der Ordnung viel zu kurz, um zu dessen Abänderung zu schreiten. Der Standpuntt de» Berichterstatters wurde von den meisten Mitgliedern der Kommission eingenommen. Mitglieder derKommission hatten damals an den arbeitsstattsttschen Erhebungen teilgenommen und bestätigten den geradezu erschreckenden Eindruck der damals festgestellten Tatsachen. Die Antragsteller gaben den ersten Teil ihreS AnttageS, bei mittleren und kleineren Betriebe» eine besondere Regelung Platz greifen zu lassen, preis, wünschen aber, daß der Ortspolizei die Befugnisse erteilt würden, Erleichterungen zu gestatten. Hierüber erhob sich in derKommission starker Widerspruch. Zu den kleinen OrtSgemeinden gehören insbesondere Kurorte, in denen da» Hotel- Wesen die erste Stelle einnehme, und bei dem engen Zusammenhang von Ortsverwaltung und Ortspolizei in diesen Orten sei eine ein- seifige Regelung im Sinne der Arbeitgeber zu befürchten. Der An- trag wurde mir 11 gegen 1 Stimme abgelehnt. GcwerkfchaftUcbea. Polizeilicher Uuteruehmerschntz. An zwei Orten Deutschlands ist die Polizei wieder in der üblichen Weise gegen streikende Arbeiter vorgegangen, indem sie sich zwischen diese und die von den Unternehmern heran- geholten Streikbrecher stellte. In Weißenfels sowohl wie in Mannheim verhinderte sie die Posten der streikenden Arbeiter unter Entfaltung ihrer ganzen Macht, den hinzu gezogenen Arbeitswilligen Auskünfte über die Lage im Ge� werbe zu geben und sie zur Teilnahme am Streik zu übev reden. An beiden Orten umgibt die Polizei die Arbeitswilligen- Transporte mit einem Kordon, dessen gewaltsame Durchbrechung zum Zwecke der Ausübung des Koalifionsrechts die Betreffenden in einen Konflikt mit dem Richter bringen muß — Scharsinacher mögen wünschen, daß er es soll l Wo bleibt da das Koalifionsrecht?— Dies Vorgehen der Polizei erweckt natürlicherweise bei der Bevölkerung die heffigste Empörung. Hat denn die Polizei aus dem Riesenstreik an der Ruhr aarnichts gelernt? Fast möchte man meinen, die ruhige Haltung der Behörden im Ruhrbecken sei nicht ein Beweis ruhiger Objektivität ge Wesen, sondern ein Ausfluß der Furcht vor den unab schbaren Folgen, die ein Vorgehen, wie in Weißenfels und Mannheim, einer Viertelmillion entschlossener Männer gegen- über unweigerlich haben mußte. In Weißenfels und Mannheim zeigt sich die„ordinäre Polizei" in ihrer ganzen Schneidigkeit. Gegen die Streikenden stellt man Schutzmannsposten auf, und wenn das dann naturgemäß Reugierige sammelt, geht man gegen diese schonungslos vor. Die von der Polizei selbst verursachte Ansammlung aber dient dann zur Ver- hängung der Belagerungszustandes. Auf roten Plakaten ist jetzt überall in W e i ß e n f e l s zu lesen: Nachdem bei den Zusammenrottlmgeii Ausständiger auf den Straßen und Plätzen mehrfach grobe Ausschreitungen und Gewalt tätigkeitcn vorgekommen, verbieten wir zur Auftechterhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit, alle Ansammlungen, die stärker sind als fünf Personen. Zuwiderhandelnde werden streng besttaft. Zur Warnung bringen wir§ 125 des ReichS-StrafgesetzbucheS in Erinnerung. Wenn sich eine Menschenmeiige öffentlich zusammenrottet und mit vereinten Kräften gegen Personen oder Sachen Gewalttäfigkeiten begeht, so wird jeder, welcher an dieser Zu- saminenrottung teilnimmt, wegen Landfriedensbruches nicht unter 3 Monaten bestrast. Die Rädelsführer sowie diejenigen, welche Gewalt gegen Personen, Sachen geplündert, vernichtet oder zerstört haben, werden mi t Z ucht h a us nicht unter zehn Jahren bestraft. Auch kann auf Zuläsfigkeit von Polizei- Aufsicht erkannt werde». Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnissttafe nicht unter 6 Monaten em. W e i ß e n f e l S, den 29. März 1905. Die Polizei-Verwaltung. Auch in Mannheim hat die Polizei, welche der Firma Benz u. Co. beim Import von Arbeitsivilligen Handlangerdienste leistet, ihrerseits alles getan, um die Situatton zu ver- schärfen. Bereits am Dienstagabend machte sie von der blanken Waffe Gebrauch, und für Mittwoch abend waren mehrere Dutzende von Schutzleuten aufgeboten, ja sogar berittene Gendarmen hatte man requiriert, und was die Menge noch mehr erregen mußte, man hatte den Aufruhr- Paragraphen(Z 116) in der ganzen Neckarstadt an- geschlagen. Nur dem entschlossenen und ruhigen Eintteten der o r g a n i- sierten Arbeiterschaft ist es zu verdanken, daß nicht ein großes Unglück passierse, daß kein Blut geflossen ist. Die an dem Streik beteiligten Organisationen sind deshalb ent- schlössen, selbst für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in der Umgebung der Benzschen Fabrik zu sorgen. Wie aber, wenn die Polizei sie auch daran hindert?— Ist es in Deutschland wirklich Aufgabe der Polizei, bei jedem Streik die Interessen des Unternehmertums wahrzunehmen, den Arbeitern aber die Schlingen des Ausnihr- Paragraphen zu legen? Die Arbeiter machen selbst wahrhaftig keinen Anspruch auf die Hülfe der Polizei. Sie denken da wie der alte Dessauer, der an den lieben Gott nur die Bitte richtete, wenigstens den„verfluchten Franzosen" nicht zu helfen. Neutralität. auch der polizeilichen Vorsehung, sollten doch aber in einem Rechts st aate wirklich alle Bürger verlangen können. Diese Neutralität hält eine Behörde nicht aufrecht, die in der Weise wie in Weitzenfels und Mannheim den Auftlärungs- dienst der Streikenden geradezu unmöglich macht. Sertln un«t Umgegenck. Der B ertrag der Zimmerer ist ebenfalls angenommen. In der'gestrigen Zahlstellen- Versammlung de» Zentral- Verbandes der Zimmerer erstattete K u b e Bericht über die nochmaligen Verhandlungen, die mit den Unternehmern im Laufe dieser Woche stattfanden. DaS Endergebnis derselben war, daß sich die Unter- nehmer zu weiteren Zugeständniffen außerstande erNSrten, ganz gleichgültig. ob dann ein neuer Vertrag abgeschlossen würde oder nicht. Der Referent sowohl wie auch die meisten Diskussionsredner empfahlen darauf, das Angebot der Unternehmer anzunehmen und damit den neuen Verttag aozufchließen. Die alsdann vorgenommene Abstimmung ergab die Annahme de« Bertrage» mit erheblicher Majorität. Damit treten die neuen Bestimmungen vom heuttgen Datum, den 1. April, in Kraft. Der Lohn für Berlin und die nächsten Bor- orte beträgt für dieses Vertragsjahr 73 Pf. und für daS nächste Jahr 75 Pf. Die Arbeitszeit ist folgendermaßen festgesetzt: Bon, I.März bis 8. Oktober 9 Stunden, vom 9. Oktober bis 30. November 8 Stunden, vom 1. Dezember bis 15. Januar 7 Stunden, vom 16. bis 31. Januar 7'/, Stunden und vom 1. bis 28. Februar 8 Stunden. Für die östlichen Vororte erhöht sich der Lohn im ersten VerttagSjahr von 62'/, auf 66 Pf. und im zweiten auf 70 Pf. Für die südöstlichen Vororte steigt der Lohn von 65 auf 70 resp. 72 Pf. Wird dieser Berttog nicht bis zumi.November vorseinem Ablaufstermiu, dem 1. April 1907, gekündigt, so tritt er nicht außer Kraft, sondern hat ein weiteres Jahr Gülttgkeit.— Mitgeteilt wurde noch, daß die diesjährige Maifeier in derselben Weise wie früher gefeiert werden wird, jedoch sollen diesmal nicht eine, sondem zwei Ver- sammlungen abgehalten werden. Lohnbewegung der Modelltischler. Im allgemeinen haben die Unternehmer den Forderungen der Arbeiter wenia Entgegenkommen gezeigt. Die Großbetriebe der Metallindustrie haben wohl Hinsicht- lich der Lohnforderung hier und da einige Zugeständnisse gemacht, jedoch wollen st« von einer Verkürzung der Arbeitszeit nichts wissen. Mehr Entgegenkommen wie die Metallindustriellen zeigten die Modellttschlermeister, doch scheint auch bei diesen ein« Wandlung zur Ablehnung eingetreten zu sein, nachdem Obermeister Rahardt die betreffenden Arveitgeber zu einer Versammlung einberufen und empfohlen hat. einstweilen nichts zu bewilligen. Eine Vertrauens- männerversammlung der Modelltischler, die am Donnerstag zu dieser Angelegenheit Stellung nahm, beschloß nach eingehender DiS« kusfion, daß am Freitag(gestern) nochmals versucht werden solle, durch Berhandlungen mit den einzelnen Unternehmern etwas zu erreichen, damit erst alle friedlichen Mittel angewandt werden, ehe man den Stteik erklärt, für den sich in den Reihen der Modell- ttschler eine lebhaste Stimmung geltend macht. Am Sonntag wird eine Versammlung aller Modcllttschler abgehalten, die nach dem Er- gebuis der erneuten Verhandlungen endgülttge Beschlüffe über die weiteren Schritte fassen soll. Ter Streik der Maschinenpacker in der Allgemeinen Elektri- zitäts-Gesellschaft ist beendet. Wie bereits erwähnt, hatte die Lohn- kommission, nachdem vorgestern die Arbeit niedergelegt war, nochmals um Verhandlungen nachgesucht. Diese fanden gestern mittag unter Mitwirkung des. ArbeiterauZschuffes statt. Vom Abteilungsdirettor wurde darauf hingewiesen, daß er die Forderungen der Arbefter in vollem Umfange gegenwärtig nicht bewilligen könne, weil dazu ein Beschluß der Gesamtdirektion erforderlich sei, der aber aller Wahr- scheinlichkeit nach auch ablehnend ausfallen werde. Dagegen sei er zu folgenden Zugeständniffen bereit: Der Anfangslohn bettage 32 Pf., nach einem Monat 34 Pf., nach zwei Monaten 36 Pf., nach drei Monaten 33 Pf., steigend für Arbeiter nach achtjähriger Be- schäftigungsdauer bis zum Höchstsatze von 52 Pf. pro Stunde. Bis- her betrug der Höchstsatz 45 Pf.; gefordert waren 55 Pf. Außerdem wurde eine bessere Regulierung beim Einrücken der Hülfsarbeiter in die Packerabteilung zugesagt. Auch Maßregelungen sollen aus Anlaß des Streiks nicht stattfinden.— In der gleich darauf ab- gehaltenen Streikversammlung erstattete die Lohnkommission Bericht über das Ergebnis der Verhandlungen und empfahl die Vorschläge des Direktors zur Annahnie. Nach kurzer Debatte erklärte sich die Versammlung damit einverstanden und beschloß, am selben Nach- mittag dieArbeit wiederaufzunehmen. Mithin hat der Streik nur einen Tag gedauert.— Bemerkt zu werden verdient hierbei, daß seit Jahr und Tag in den das Werk angrenzenden Straßen noch nie so viel Polizeibeamte gesehen worden sind, als gerade jetzt nach Ausbruch dieses eintägigen Abteilungsstreiks. Die Freie Bereinigung der Zimmerer hatte in ihrer vorigen Generalversammlung ihre Vertreter in der Achtzehnerkoimnission be- auftragt, mit den Unternehmern nochmals wegen des Vertrages zu verhandeln, um wenn möglich, den Stundenlohn von 75 Pf. sogleich zugestanden zu erhalten. Wie Th. Fischer gestern abend in der außerordentlichen Generalversammlung der Freien Vereinigung be- richtete, haben erneue Verhandlungen stattgefunden, die Bemühungen der Arbeitervertreter hatten aber keinen Erfolg. Die Unternehmer erklärten, sie könnten an ihren bekannten Beschlüffen nichts ändern und würden es, wenn die Zimmerer an ihrer Forderung festhalten, auf eine Lohnbewegung ankommen lassen. Die Vertreter ocr Ar- beiter in der Achtzehnerkommission sind in ihrer Mehrheit zu dem Standpuntt gekommen, der Versammlung die Annahme des Ver- ttcrgcS in der vorliegenden Fassung zu empfehlen, da dies in Rück- ficht auf die gegenwärtige Situation das ratsamste sei. Eine Lohn- bewegung würde den Arbeitern auch nichts wesentlich Besseres bringen. In der Hochkonjunktur würde es ja gelingen, einen höheren Lohn zu erreichen, um so größer würden aber die Abzüge in der schlechten Zeit sein, wie man daS ja von früher her wisse. Wen» jetzt der vorliegende Verttag angenommen i verde, dann trete der Stundenlohn von 73 Pf. am 1. April in Kraft. Bei Ablehnung des Vertrages bleibe es dagegen bei 70 Pf., ein höherer Lohn müsse dann erst erkämpft werden. Redner schloß mit einer nochmaligen Em- pfchlung der Annahme des Vertrages.— D!« nunmehr folgende Diskussion war eine recht lebhaft«. Ein Teil der Redner trat ent- schieden für Ablehnung des Vertrages und für den Streik um den 70 Pf.Stundenlohn ein. Andere«ahnten zur Besonnenheft und kühler Ueberlegung und meinten, wer die gegenwärtige Situation ruhig und besonnen betrachte, könne zu keinem anderen Schluß kommen als zur Annahme des Vertrages. Nicht, daß derselbe die Arbeiter zufrieden stelle, aber man könne augenblicklich nicht mehr erreichen, und die Klugheit gebiete, das Gebotene anzunehmen.— Tie Abstimmung, welche per Akklamation stattfand, ergab 203 Stimmen für, 133 gegen den Vertrag. Damit ist der Bertrag angenommen und tritt heute in Kraft. Veutkeke» Ketek». Zur Schnhmackierdewegung in Weihenfel» wird uns von dort geschrieben: Daß die Angaben der Fabrikanten vor dem jetzigen Ausstand, daß ihnen wegen Arbeitsmangel der Ausstand nichts schaden könne, auf Täuschung berechnet waren, war schon damals klar. Ihre fieberhaste Tafigkeit, die sie«ftfalten, um Arbeitswillig« zu erhalten, beweist dies. Den Agenten, die sie in» Ausland ge- schickt haben, ist es gelungen, einige 40 Personen in Wien an» zuwerben, die am Dienstag über Egcr per Bahn in Weißenfels an» kamen. Zur Ehre ihrer höheren Menschenwürde wurden sie auf dem Güterbahnhof ans dem Viehwagen ausgeladen. Um sich in die kostbare Ware zu teilen, hatten sich gegen 20 Fabrikanten eingefunden und Droschken und Wagen mitgebracht, um ganz sicher den kostbaren Wert unter Dach zu bringen. Auf Droschken geladene Arbeitswillige und der Schutzengel mit der Pickelhaube, ein Polizist. vorn auf dem Bock, gings im vollen Trabe durch die Stadt den zu Kasernen eingerichteten Fabriken zu. Zur Iveiteren Sicherheit fuhr außerdem jeder Fabrikant noch mit. Gerade zur selben Zeit kamen gegen 2000 Personen aus der Schuhmacherversammlung, die unweit des Bahnhofes stattgefunden hatte. Blindlings fuhren die Wagen fast in provozierender Weise in die Meng«, die allerdings darüber in Er« regung geriet. Nur mit Mühe gelang es. Gewalttätigkeiten zu ver» hindern. Ein Transport von 5 Mann unter scharfer� Eskorte kam nach der Schlegelschen Fabrik. Dort angekommen, sprang der Fabri» kant nach der Tür und öffnete beide Türflügel, um schnell daS teuer erworbene Gut im neuen Heim begrüßen zu können. Aber alle 5 M a n n. wie sie au» der Droschke gesfiegen waren, erklärten. betrogen worden zu sein und gingen mit den Skreikenden. ohne den in der Tür breitgespreitzten Fabrikanten zu beachten, der dann die Tür zuschlug und verschtvand. Nicht besser erging es dem Herrn Blasig, auch dorthin waren sieben Mann be- stimmt, die aber, nachdem sie in einem Restaurant gehörig gegessen und gettunken hatten, Blasigs Wcrkführer stehen ließen zum Be» zahlen und sich mit den Stteikenden zu den anderen Landsleuten be» gaben. Ueber die Hälfte der hierher gelockten Leute sind bereits abgereist, nachdem sie auf dem Gewerbe gericht Klage gegen die Fabrikanten erhoben haben. Mit dem Revolver bedroht wurden die Streikenden vom Schuhfal'ttkantcn Seiler, auch sind einige Schüsse gefallen. Eine Menge überflüssiger Verhaftungen und Straßensperrungen sind besonders geeignet, die Masse zu erregen. Der Ausstand der Stuttgarter Fuhrleute und Transportarbeiter hat mit einer völligen NiÄerlage der Arbefter der größeren Spe- ditionsfirmen geendigt, die sich zur bedingungsloses Wiederaufnahme der Ardeft entschließen mußten. HueUnS. An die Fabrikarbeiter! Arbefter, die bei der Gummifabrik Schöning u. Arvt, Kopenhagen. HeimdalSgade 45, Arbeit suchen oder denen Arbeit angeboten wird, sind ersucht, bevor sie solche annehmen, gefälligst bei der Organisation der Fabrikarbeiter. Adresse Sofus Mortensen, Kopenhagen H., St. HanSgade 12, anzufragen. Letzte INfacbncbten und Depcfcbca Bukarest, 31. März.(29. T. B.) Die Kammer hat den neuen Handelsvertrag mit Deutschland mit 66 gegen 2 Stimmm an- genommen. Petersburg. 31. Mörz.(W. T. B.) Amtlich wird mitgeteilt. die Nachricht von der Entdeckung eines Komplotts gegen den Groß» fürsten Wladimir, gegen Trepow und Bulygin ist absolut unrichtig. In Wirklichkeit sind in der letzten Zeit mehrere Personen, die unter dem Verdacht stehen, Revolutionäre und Anarchisten der Tat zu sein, verhaftet worden. BeeantW.Red.: Paul Büttner�verlln. Jnseraleverantw.(mit Ausnahme der.NeueDell'-Bettage):Th. Glocke, B-rlbt. Druck u. Verlag: Vonoätts vuchdr. u. BerlagZanstPaul Singer SiEo., Berlin 3 V. Hterj»4ve Kr. 78. 22. IahtMA. 1. SkilM Hß.Amrls" Kttlim WMM Zonvadelld, 1. April MS. l Brikets vom 1. April d. J. ab aus der Briketfabrik Grube Marie" in Senftenberg, Gebr. Reschke. edstaboin 99 190 Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ebbinfee. ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer.) Hermann Peter. Telephon: Grünau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lotal den geehrten Bereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Segelbahnen, große Kaffeeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. Größtes Putzgeschäft des Ostens! Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstraße 69 Laden Wir empfehlen den Genossen zum Abonnement: Wider die A Pfaffenherrschaft Kulturbilder aus den Religionstämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts Bon Emil Rosenow 50 Lieferungen reich illuftriert • à Lieferung 20 Pfennig Der Berfaffer entwirft bom Standpunkt des historischen Ma terialismus das Kulturbild der fmittelalterlichen Pfaffenherrschaft. Er zeigt wie inmitten der zu fammenbrechenden römischen Ge sellschaft die urchriftlich- kommns niftische Agitation beginnt, aus ber sich die Kirchenherrschaft ent widelt. Der Leser fieht wie das Bapfitum entsteht und wie es den Gipfel feiner Macht, bis zur Weltherrschaft erfteigt, bis die mach fende fapitalistische Wirtschafts. weife die Pfaffenherrschaft in Blut und Kriegsgetümmel erftidt. 20. Das Wert ist ein dauern bes, wertvolles Bildungs. mittel für die deutsche Ar beiterklaffe. Dasselbe liegt nunmehr vollftändig vor und umfaßt 2 Bände. Der Preis beträgt pro Band in Leinen gebunden 7.- M. in Halbfranz 8.-M. Wald- und Landparzellen am Vorortbahnhof, herrlich gelegen unweit See, bertauft gegen geringe An- u. Abzahlung Aug. Puchert, Dabendorf bei Boffen. 25692* 2469L* WO2 Königsbergerstraße No. 10 N. HAASE Königsbergerstraße No. 10 3 Minuten vom Schlesischen Bahnhof. 1000 Englische Hüte a. mit Sammetband und Leder garniert, nur so lange der Vorrat reicht: Stück 95 Pf. moderne ca. 8000 Damenhüte, Fassons, 8 Minuten vom Schlesischen Bahnhof. u chic garniert, in allen Farben. ca. 500 Kinderhüte in Seide und Stroh entzückend garniert 2,95, 3,95, 4,95, 5,95 Mk. 95 Pf., 1,25, 1,45, 1,05 bis 10 Mk. Sieferant des Rabatt- Sparvereins ,, Osten" und Vereinigter Geschäftsleute. Trauerhüte, enorme Auswahl von 95 Pf. an. Berantto. Rebatteur; Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Bortvärts Buchbruderei u. Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW contum das Vorste Kr. 78. 22. IchrMg. 2. Mze iitü.Amiills" Kerlim WksM Sounabtlld, 1. lyxW 1905. Der Kongreß von Ronen. Rouen, 26. März.(Eig. Ber.) Einleitendes. � Der ljeutei zusammentretende Kongreß der Französischen Sozia- listischen Partei slP. S. F.— Jaurösisten) hat zu seiner Hauptaufgabe die Schlichtung des Konfliktes zwlschen der Kammer- fraktion und der Partei, durch den er überhaupt erst not- wendig wurde. Wäre dieser Konflikt nicht ausgebrochen, so hätte die P. S. F. auf ihren diesjährigen Kongreß verzichtet, um mit den anderen sozialistischen Parteien und Organisationen gleich den Einigungsparteitag abzuhalten. Der Konflikt ist bekanntlich ausgebrochen gerade im Gefolge der Einigungsdeklaration, die sich auf den Boden der Amsterdamer- Dresdener Resolution stellt. Sein Wesen besteht in der Auflehnung der Fraktionsmehrheit gegen die proletarische Grundlage der Einigung, gegen den Bruch init der bisherigen Taktik der P. S. F., die im Bloc mit den bürgerlichen Linksparteien, im Ministerialismus, in der Zulassung des Budgewotiuns und sogar des Votums der Geheimfonds gipfelte. Es ist nur eme formale Aeußerlichkeit, wenn die Fraktionsmehrheit zunächst eine.provisorische" Teilnahme am Vorstand der Linksparteien be- schloß im Gegensatz zum Nationalrat der P. S. F., der zufolge der einmütig gefaßten Beschlüsse der Einigkeitskommission die Bloc- Taktik strikt« aufgegeben hatte. Im Grunde zielte die FraktionS« inehrheit gegen den proletarischen Geist der Einigkeitsbesiimmungen überhaupt und damit folglich gegen die Einigkeit selbst. Sie wollte und will eben die Aufrechterhalwng der ganzen ministerialistischen Taktik nnt allen ihren sattsam bekannten Herrlichkeiten, darunter nicht zuletzt die tatsächliche Unabhängigkeit der Fraktion von der Partei, die tatsächliche Ober- Herrschaft der Fraktion über die Partei. Und die Schärfe des Konflikts wird dadurch nicht gemildert, daß I a u r d s, der bisherige erste Führer der Fraktion, der Theoretiker und Redner der ministerialistischen Mehrheit der P. S. F., seit Amsterdam seinen früheren Standpunkt aufgegeben hat, um zu» sammen mit dem linken Flügel der Partei für die sozialistische Einigkeit zu wirken und die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu ziehen. Man hat ja gesehen: die Konfliktsresolution der Fraktion über die.provisorische" Fortsetzung des BlocS wurde mit 19 gegen bloß 4 Stimmen votiert, gegen die Stimmen von Jaurös, Pressenfv, Cardet und Rouanet. Der Rest, ein halbes Dutzend, hat sich ent- halten. JaursS hat seinen ganzen großen Einfluß auf die Fraktion ver- loren, sobald er den ministerialisttschen Boden verließ. Seine bisherigen treuen Bewunderer aus der Mite der Fraktion kehren sich nun gegen ihn mit desto größerer Erbitterung, je schwerer sein Meinungswechsel für die Haltung der außerparlamentarischen Elemente de? rechten Flügels der P. S. F. ins Gewicht fällt. Mit Jaurös hätte die Fraktionsmehrheit in Rouen höchst wahrscheinlich, wenn nicht sicher, siegen können. Gegen Jaurös bleibt ihr m Rouen der' Sieg versagt. Ueber die Stimmung weiter Kreise der P. S. F. geben Auskunft die Beschlüsse der Konferenzen der Partei-Föde« rationen, die im Hinblick auf den Kongreß zu Rouen gefaßt wurden. Die Mehrheit der Föderasionen mit der Föderation der Seine (Paris) und der Seine-Jnförieure(Rouen) an der Spitze hat sich für !ne EinigkeitS-Deklaration ausgesprochen, also gegen die FraktionS« Mehrheit. Doch merkt man in den Resolutionen der Mehrheit einen Unterschied zwischen den ursprünglich linksstehenden Föderasionen und denen, die erst seit Amsterdam bezw. infolge der bösen Bloc« Erfahrungen der letzten Monate des Kabinetts CombeS und aus Rücksicht auf die sozialisttsche Einigkeit sich dem linken Flügel ange« schlössen haben. Einige Beispiele. Die Föderasionen der Auvergne und der Provence möchten in der Einigkeitsurkunde die Zulassung eines zeitweiligen und ausnahmSweisen Kartells mit den bürgerlichen Linksparteien aufgenommen wissen. Die Föderasion der Ridvre halt dafür, die Frage des Budgetvotums in dem Ginne offen zu lassen, daß die Framon evenwell in Uebereinstimmung mit der Parteileitung das Budget dosieren dürfen sollte. Die Aisne-Föde- ratton macht blocfreundliche Borbehalte und sucht die frühere Taktik der P. S. F. als wesentlich übereinstimmend mit der kommenden Taktik der geeinigten Partei darzustellen. Die Gard-Föderatton ver« wahrt sich dagegen, den Verzicht auf die Bloctaktik als eine»Ver» urteilung" der bisherigen Taltik der P. S. F. deuten zu lassen. Auf die Seite der Fraksionsmehrheit haben sich rückhaltlos ge« stellt die Föderationen der RHSne(Lyon) und des Eher, mit einigen Vorbehalten die Föderasion ver Loire(Saint-Esienne). Diese drei, den nunmehrigen rechten Flügel führenden Föderationen stehen unter dem Einfluß ihrer Deputierten: Augagneuri, des Hauptführers der Fraktionsmehrheit gegen JaursS, m Lyon. BretonS, des Verfasser« der KonfliktSrefolusion. in BourgeS (Eher) und BriandS, der eine Vermittlerrolle spielt, in Saint« Etlenne. Die dralttschen Sätze der RHSne-Resolnsion lauten:.Die Einig« keit darf kernen Verzicht auf die bisherige Taktik der Föderation einschsießen. Die Erwählten find individuell vor ihrer Föderation verantwortlich, die Kammerfraktion ist vor dem Parteitag ver- antwortlich." Was den Bloc betrifft, so soll eS.der Kammer« fraktion freigestellt bleiben, unter ihrer eigenen Verantwortung zu bestimmen, m welchem Falle und zu welcher Zeit die Delegatton der Linksparteien zu funktionieren hat". Die Cher-Förderation hat ein« besonders kriegerische Resolusion gefaßt. Nach einer eingehenden Rechtfertigung der Bloc« Taksik und ihrer fort- währenden Notwendigkeit erklärt die Förderasion:.1. Ihre Weigerung, eine Politil zu befolgen, die der sozialistischen Partei die allzn schwere Verantwortlichkeit aufladen würde, den Bruch des BlocS ber Linken und die Vertagung der Reformen hervorzurufen. 2. Ihre Meinung, daß eS für die sozialistische Partei unentbehrlich ist, jegliche Demagogie zu mißbilligen und ihre Hand- lungen mit ihren Worten in Einklang zu bringen(ein polemischer Pfeil gegen die Bloc-Gegner I Der Berichterstatter), g. Ihren sich daraus ergebenden Entschluß, die Deklaratton, die als Grundlage der künftigen Einigkeit der sozialistischen Partei dienen soll, nur dann annehmen zu wollen, wenn allseitig loyal anerkannt wird, daß sie weder eine Verurteilung noch einen Verzicht auf die politische Taktik ein- schließt, dieinden letzten Jahren von der P. 8. F. befolgt wurde." Mit anderen Worten, die Cher-Föderation, die den Standpunkt der unentwegten Ministerialistcn am offensten ausspricht, knüpft ihre Zustimmung zur EinigkeitSdeklarasion an Be- dingungen, welche die Einigkeit unmöglich machen müßten. Der Standpunkt der Linken wird kurz und scharf von der Föderation der Seine« Jnfsrieure(Ronen) und Eure formuliert: ,1. Jegliche sozialistisch« Teilnahme an der Linksdelegatton. eine offene wie eine versteckte, hat aufzuhören: jedenfalls ist die hierüber befragte Partei allein befugt, über die Zweckmäßigkeit einer aus- uahmsweisen und zeitweiligen Delegatton zu entscheiden. 2. Der Einigkeitsvertrag rann nicht abgeändert werden. ohne daß die Einrgkeit selbst dadurch gefährdet wird. 3. Bis zur Verwirllichung der Eiisigkeit ist der Nationalrqt einzig befugt, Beschlüsse zu fassen, die die Gesamtheit der Partei engagieren." Der Punkt 2 der obigen Resolutton trifft WS Schwarze. Wie Louis Dubreuilh in der letzten Rummer des„Socialtste". des Organs der P. 8. de F., bemerkt, habe der Kongreß von Ronen nicht etwa über die Acndernng der SinigkeitSbedingungen zu beraten, sondern die innere, die P. 8. P. allein betreffende Frag« zu lösen, die durch die protestlerische Haltung ihrer Fraksionsmehrheit auf« gerollt worden ist. Es handle sich darum, ob der Kongreß von Ronen dem Nationalrae oder der Fraktion der P. 8. F. recht geben werde:.Je nachdem die Kongreßentscheidung ausfällt, wird die P. 8. F. imstande fein, in ihrer Gesamtheit in der neuen geeinigten Partei aufzugehen oder nicht.... Die Frage kann gelöst werden nur durch ein entscheidendes„Ja" oder„Nein"." Erster Berhandluligstag. Vormittagssitzung.' Der Kongreß tagt in der geräumigen Zirlushalle, die mit rotem Fahnenschmuck geziert ist. O r r y, Sekretär des Jnterföderalen Komitees, eröffnet um 11 Uhr den siebenten(Rure: Und letzten I) Kongreß der P. 8. F. Renaudel dankt für die Wahl eines Vertreters der Seine- Jnfsrieure zum Vorsitzenden und betont zunächst die Bedeutung des Kongresses für den Tagungsort desselben: Bisher wurden die Partei- tage in Städten, wie Lyon, Bordeaux, Samt-Etienne, abgehalten, die Wahlerfolge aufzuweisen haten. Rouen kann derarttge äußere Erfolge nicht aufweisen, trotz der sozialistischen Tätigkeit, die seit 20 Jahren in der Normandie entfaltet wird. Doch tagt der Kongreß hier mitten in einem proletarischen Milien, unter einer zahlreichen Arbeiterschaft, die zu den bedrücktesten Schichten des Proletariats gehört. Die 45 bis 50 000 Textilarbeiter der Gegend leben unter einen, entsetzlichen Unternehmerdruck. Die Unternehmer verlangen von den Arbeitern den Nachweis, keiner Gewerkschaft und keiner politischen Gruppe anzugehören. In der letzten Zeit machen sich aber Anzeichen des Erwachens der Arbeiterschaft bemerkbar. So haben im Vorjahre in der Normandie 15 bis 20 000 Arbeiter am allgemeinen Textilstreik teilgenommen. Sie sind natürlich unter- legen, da ihre Gewerkschaftsorganisation nur cmbryonär war. Für den neuen Geist der Arbeiterschaft ist es aber be- dcutsam, daß sie unter ihren Hauptforderungen die An- erkemumg der Gewerkschaft durch die Unternehmer auf- gestellt hat, ein Beweis, daß sie zum Klassenbewußtsein zu er- wachen beginnt.(Beifall.) Der Kongreß wird hoffentlich das Seine beitragen, um das Klassenbewußtsein der hiesigen Arbesierschaft zu stärken. Unser Parteitag hat aber vor allem eine große nationale und internattonale Bedeusimg. Die Blicke der sozmlisttschen Welt sind auf Rouen gerichtet. Denn wir haben die Einigkeit des französischen Sozialismus zu beschließen, und nur eine geeinigte Partei wird im- stände sein, die höchstmöglichen Resultate für den Sozialismus zu erzielen. Redner schließt unter lebhaftem Beifall mir dem Rufe: .Hoch die Einigkeit I Hoch der mternationale Sozialismus I" Gaudrille- Paris erstattet den Bericht der Mandats« Prüfungskommission. Die P. 8. F. zählt zurzeit 37 Föderationen. Davon haben 35 den Kongreß beschickt. Zwei sind ihm fern« geblieben. Die Kommission hat 193 Mandate für jgülttg erklärt. Die Mandate vertreten insgesamt 10 971 zahlende Mitglieder und 344 500 Wahlstimmen. Die 193 Mandate werden gemäß dem Kommissionsantrag für gültig erklärt. Vorsitzender verliest folgende Begrüßungsdepeschen oder Begrüßungsschreiben: vom Inten, attonalen Sozialistischen Bureau, von der belgischen Arbeiterpartei, von einer in Cayenne neugegründeten Parteigruppe und vom Borstand der Internationalen Föderasion der Freidenker. Debatte über die Tagesordnung. Auf der Tagesordnung stehen folgende Fragen: 1. Die sozialistische Politik: die Haltung der Kammerfraktton gegenüber den Beschlüssen des NasionalrateS. 2. Obligatorische Schiedsgerichte bei Streiks. 3. Listenwahl und Proportionalvertretung. 4. Organi- sation der sozialissischen Propaganda. 6. Verschiedenes. Die Organifattonskommisston beantragt, sofort Kommissionen zur Vorberatung der Fragen zu ernennen, ausgenommen die Frage über den Konflikt zwischen Frattion und Partei, die zunächst einer Plenardebatte zu unterziehen ist. ES entspinnt sich eine längere und lebhaste Debatte darüber, ob der Kongreß die Schiedsgerichtsfragen überhaupt behandeln soll. Die Linke besteht darauf, weil der Abg. C o l l i a r d einen bezüglichen Entwurf nebst Bericht in der Kammer eingebracht hat, der sich im Gleise des bekannte», streikfeindlichen Entwurfes Millerands bewegt. Colliards Vorgehen hat die Linke um so mehr erbittert, als der vor« iährige Kongreß von Saint-Esienne die Frage ausdrücklich der Ent« scheidtmg des nächsten Parteitages vorbehalten hat. Colliard hat sich also über den Parteitagsbeschluß hinweggesetzt. Für die Behandlung der SchiedSgerichtSftage sprechen Uhry, Longuet, Revelin und andere. Die Rechte will die Frage von der Tagesordnung ab« gesetzt wissen. Abg. Rouanet verweist darauf, baß die Beschlüsse von Rouen ja für die bald kommende geeinigte Partei nicht maßgebend sein können. Der Kongreß habe zur Spezialaufgabe, über die Einigkeit zu be« schließen. JaurbS sticht zu vermitteln: Das Recht deS Kongresses, alle möglichen Fragen zu beraten, sei unzweifelhaft. Doch gehe es nicht an, der nahe bevorstehenden Einigkeit vorzugreisen. Wozu künstlich unsere Sonder existenz als P. 8. F. verlängern? Redner appelliert gerade an die leiden schastlichsten Anhänger der Einigkeit(an die Linkes, ans Achtung vor dieser letzteren auf die Beratung der SchiedSaerichtsfrage zu ver« richten. UcberdieS werde der Colliard-Entwurf nicht sobald auf die Tagesordnung der Kammer gesetzt werden. Die Gegner aber des Entwurfes wurden ja in der geeinigten Partei des Erfolges Viel sicherer sein als innerhalb der P. 8. F. allein. Jaurs« BeweiSsühriing wirkt auf einen großen Teil der Linken. Indes erregt der Abg. Breton-Cher von neuem den Verdacht der Linken, indem er im Gegensatz zu JauröS für die Kammerfraktion das Recht in Anspruch nimmt, nötigenfalls selbständig in der strittigen Frage vorzugehen. Einige Vertreter der Linken ver- langen daher die ausdrückliche Bindung der Fraktion in bezug auf die SchiedSgerichtsfrage, sei es an die Beschlüsse der kommenden geeinigten Partei, sei eS an die Beschlüffe des Nationalrates der P. S. F. Schließlich wird auf Jaurös Antrag beschlossen, die TageS« o r d n u n g d e S K o n g r e f s e S zu beschränken auf die Fragen. die mit der sozialistffchen Einigkeit zusammenhängen, und auf die Organisation der Propaganda, wobei die„Programmfragen" aus- drücklich der geeinigten Partei vorbehalten bleiben. Die Redezeit wird auf 25 Minuten beschränkt,, mit Ausnahme der Vertreter der.drei Tendenzen", wie JauröS die Gruppie- rung der P. S. F. in bezug auf die Einigkeitsfrage bezeichnet hat: Tendenz der Linken, der Rechten und der mittleren Lime. Schluß der Sitzung nach 12 Uhr. 8o2iales. Eine soziale Kommission wurde von den städtischen Kollegien in Fürth i. B. errichtet. Sie soll aus zehn Mitgliedern, wovon fünf vom Magistrat und fünf vom Gemeinoekollcgium bestimmt werden, bestehen und monatlich zweimal Sitzung abhalten. In den Sitzungen werden soziale Fragen besprochen, soziale Zeitschriften und sonstige Literasiir studiert und daraus Anregungen entnommen, die auf ihre Anwendbarkeit ssir die Stadt Fürth erörtert werden. Bertesserung der Arbeitsbedingungen durch staatliche Einwirkung. In welcher Weise die Behörden durch ganz einfache Maßnahmen die Arbeitsverhältnisse beeinflussen können, das zeigt sich jetzt in Bayern. Bor vier Wochen hat das Gesamtministerium verfügt, day staatliche Druckaufttäge in der Regel nur noch an tariftreue Druckereien vergeben werden sollen. Das gleiche Vorgehen Hai dn Regierung auch den Gemeinden empfohlen. Die nächste Folge war, daß sich namentlich in der Provinz zahlreiche Truckercifirmen zur Tarifgemeinschaft angemeldet haben. Damit ist der früher oft be» liebte Einwand widerlegt worden, daß tlcinete Krovinzgeschäste wegen der behördlichen Aufträge allein nicht den Tarif auerkennen könnten. Für viele Buchdruckergehülfcn bedeutet diese Wendung der Dinge eine teilweise wesentliche Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne. Dabei ist auch eine Entlastung des Arbeits- Marktes eingetreten. Zu wünschen lväre nur, daß auch die Tarif-- Vereinbarungen in anderen Gewerben von der Regierung in gleicher Weise respektiert und gefördert würden. Ueber die Arbeitslosigkeit in Württemberg im vergangenen Februar geben die letzten Mitteilungen des königlichen stattstischen LandeSamtes ein ungefähres Bild. Nach Berussgruppen geschieden kamen bei den Arbeitsämtern auf 100 offene Stellen im Bau- g c w e r b e nicht weniger wie 480 männliche Stellensuchende. Die Industrie der Nahrungs- und Genußmittel folgt mit 350 Stellensuchendeu auf je 100 offene Stellen. In der Textil- industrie beivarben sich im Durchschnitt 300 Arbeitslose um 100 Stellen. Die Industrie der Steine und Erden weist 286 Stellungsuchende auf je 100 Angebote auf. die Leder- industrie 271, Beherbergung und Erquickung 223, Handelsgewerbe 224, polygraphische Gewerbe 221, Papierindustrie 217 usw. Hirn der frauenbewegung. Für das Frauenwahlrecht zum schwedischen Reichstag. Auch in diesem Jahre wird sich der schwedische Reichstag wieder mit der Frage des Frauenwahlrechts befassen. Der Abgeordnete Lind- Hägen hat seinen Antrag vorn vorigen Jahre von neuem ein- gebracht. In der Begründung wird hervorgehoben, daß diese Frage vollständig für sich zur Verhandlung kommen soll, um einer mög- lichen Lösung der allgemeinen Wahlrechtsfrage der Männer keinerlei Hindernisse in den Weg zu legen. Rächstenhülfe. Wohltäsigkcitsfcste und Bazare. Dieses Thema erörterten Frau Sophie Sußmann und Frau M in n a C a u e r in einer zahlreich besuchten, öffentlichen Versammlung des von Frau Cauer geleiteten Berliner Vereins „Frauenwohl", die am 23. März im Architcktenhause stattfand. DaS Referat der Frau Sußmann, welche der sogenannten„organi- sierten Nächstenhülfe"(den Wohltätigleitsbestrebungen) sehr nahe steht, zeigte, daß man auch in diesen Kressen der sportmäßigen Ent- artung, die vielfach mit der Aufbringung der Mittel zur Unter» stützung Bedürftiger verbunden ist, ablehnend gegenübersteht. Manch treffendes Wort sprach sie über Bazare und Wohltäsigkeitsfeste, bei denen oft ein ungeheuerer Glmiz entfaltet und die Koketterie junger Frauen und Mädchen als Mittel, Geld in die Kasse zu bekommen, herhalten muß. Noch schlechter wären die sogenannten Einkaufs- tage, wobei man nicht danach frage, ob sich nicht die Geschäftsleute, die Prozente zu geben gezwungen würden, an ihren Arbeitern schadlos hielten. Von den sogenannten Kinderhülfstagen,>vie einer nach den Erfolgen von Kopenhagen(80 000 Kronen) und Frankfurt mn Main(90 000 M.) für Beriin am 3. Mai bevorsteht, wünscht Rednerin äußeren Pomp und jeden raffinierten Trick fernzuhalten. Auf Angriffe hin sei man ja schon davon abgekommen. 10 000 junge Mädchen in hellen Kostümen zum Sammeln in die Häuser zu schicken. Nach Besprechung einer Anzahl Spezialfragen der privaten Liebes- tätigkeit kam Rednerin zu dem Schluß, daß für die Wohltätigkeits- vereine die Notwendigkeit, durch irgendwelche Veranstaltungen Geld in die Kasse zu bekommen, erst aufhören werde, wenn ein wirkliches und warmes Interesse für die NächstenhAfe erst in weiteren Kreisen verbreitet sei. Die Bereinsleiwngen würden je eher je lieber darauf verzichten. Der gegen sie gerichtete Vorwurf treffe eigentlich die- jenigen, die immer esivas davon haben wollten, wenn sie Geld aus dem Beutel täten.(Beifall.) Einen schärferen Ton schlug Frau Cauer an-. Wohltätigkeits- feste und Bazare seien überhaupt zu verwerfen, letztere schon aus ivirtschaftlichen Gründen. Das soziale Empfinden sträube sich gegen solche Verm, staltungen. Durch sie werde auch das Feingefühl des Volkes verletzt. Wenn die kleinen Vereine nicht genug Geld auf- bringen und sich nicht zu einer großen Organisation zusammen- schließen könnten, dann mögen sie lieber zugrunde gehen. Man werde sagen, Rednerin sei hartherzig, da ja dann noch mehr Elend nicht gelindert bliebe. Sie aber meine, wenn das Elend noch mehr hervorträte, dann würden Kommune, Staat und Reich mehr auf ihre sozialen Pflichten aufmerffam werden. Nach einer scharfen Kritik an verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen, die durch ihre Art besonders abstoßend wirkten, betonte Rednerin stark die Not- wendigkeit einex durchgreifenden Sozialreform, die eines freien Koalitionsrechtes des arbeitenden- Volkes, sowie auch die Notwendig- keit, die Frauen in Kommune und Staat ein Wort mitreden zu lassen. Manche Quellen von Armut und Not würden dann ver- stopft werden. An dieses Referat, das ebenfalls lebhaften Beifall fand, schloß sich eine längere Diskussion, an der sich verschiedene Herren und Damen beteiligten. Alle verwarfen die von den Referentinnen ge» rügten Ausartungen. Die einen legten jedoch mehr Wert auf sozial- reformerisches Streben wie andere, die neben diesem der privaten Wohltätigkeit ein« größere Rolle zusprachen. Ein Redner verlangte eine Angliederung der privaten Wohltätigkeit an die kommunale Armen, und Waisenpflege. ES ist erfreulich, daß auch anständig denkende bürgerliche Kreise Ekel empfinden über das Wohltätigkeitstreiben der„guten" Ge- scllschaft._ Ober-Schönewcide. Der Bildimgsverein für Frauen und Mädchen zu Ober-Schöneweide beschloß in- seiner letzten General- Versammlung, den Verein wegen all zu schwacher Teilnahme aufzu- lösen. Das Vereinsmaterial wurde der Kreisvertrauensperson über, wiesen. Adleröhof. Die Versammlung am 23. Mjärz, über die in Nr. 76 berichtet ist. war nicht vom Frauenverrin veranstaltet, sondern es war eine öffentliche, von der Vertrauenspcrson einberufene Ver- sammlung. ßcrllncr]Sacbnchten. Vetrieisunfall in der Dampfwäscherei„Edelweiß". Gestern mittag ereignete sich in der belanntev Waschanstalt.Edelweiß" in der GreifSwalderstr. 13 ein Unfall, bei de», zwei Personen schwerverletzt wurden. Im Kesselhause war ein großer Kessel mit ungelöschtem Kalk angefüllt, der zum Klären des Wassers benutzt werden sollte. Der Kessel war mit einem Deckel fest verschlossen. Die entwickelten Dämpfe sprengten nun plötzlich den Verschluß, wobei der Deckel mit großer Wucht zur Seite geschleudert wurde. Hierbei wurde der Maschinenmeister A. gettoffen und zog er fich „eben anderen Verletzungen auch einen Bruch des Armes zu, so daß er sofort nach einem Krankenhause geschafft werden mußte. Der Geschäftsinhaber Emil S t e i n b r ü ck. der ebenfalls in der Nähe des Kessels stand, wurde durch umherspritzende Kalkteile im Gesicht und an den Händen stark verbrannt, konnte aber in Familienpflege verbleiben. Ob der Unfall auf eine Unvorsichttgteit zurückzuführen ist, konnte einstweilen nicht festgestellt werden. Mit dem T»de der verunglückten endeten wieder zwei Unfälle. Der 56 Jahre alte Straßenbahnschaffner Eduard Bahn aus der GotzkowSkystr. 15, der 27 Jahre im Dienste der Straßenbahn stand, geriet auf dem Bahnhof Plötzensee beim Ausrangieren eines schab- hasten Wagens so zwischen zwei Wagen, daß ihm da« rechte Bein zermalmt wurde. Das Bein mutzte im Krankenhanse abgenommen terben, aber er starb trobem an Blutvergiftung. bers Dem Brand Die ganze Affäre, die sehr viel Staub aufwirbelt, dürfte vielleicht| Fliegen und sogar einmal einen Nagel in der Ware gefunden. G aag die 83 Jahre alte Postschaffnerswitive Charlotte Hoehn aus für die übereifrigen Beamten noch ein unangenehmes Nachspiel haben, selbst habe einmal im Teig einen Floh entdeckt. Alle diese An ier höchftestr. 12, die an der Ecke der Höchste und Büschingstraße da mehrere der Verhafteten erflärten, ihre Beziehungen benutzen schuldigungen des Bäckergesellen, der wegen Differenzen entlassen von einem Bostwagen überfahren wurde, als sie einholen ging. Sie und an hoher Stelle Beschwerde vorbringen zu wollen. wurde, sind, wie bereits in einem ähnlichen in hatte einen Oberschenkelbruch erlitten, der brandig wurde. Leipzig stattgefundenen Prozeß festgestellt Im Elend verkommen. Auf der Landstraße ist die obdachlose worden ist, böllig unbegründet. Der Vorsteher des Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern, Freitag, vor Witwe Marie Freitag aus Berlin gestorben, welche bereits seit chemischen Untersuchungsamtes der Stadt Dresden, Dr. Beythien, mittag in der Wienerstraße, vor dem Görlizer Bahnhof. Der Jahren ihren Lebensunterhalt durch Drahtflechten erwarb. Die Neisende August Poppe, Reichenbergerstraße 100 wohnhaft, wollte Frau stammt aus einer angesehenen Berliner Kaufmannsfamilie fälscht hat schon früher behauptet, daß die Christstollen weder vernoch im Sinne des Nahrungsmittelgesezes sich nach dem Görlizer Bahnhof begeben und lief, aus der und hatte sich seiner Zeit gegen den Willen der Eltern mit einem dorben gewesen sind. Grünauerstraße tommend, um einen in die Wienerstraße einbiegenden Agenten verheiratet. Das Cheleben war jedoch wenig tröstlich, und einmal völlige Klarheit zu schaffen und so erhoben sie Es lag den Beteiligten aber daran, Straßenbahnwagen der Siemens u. Halste- Linie herum. Er ließ zwischen dem Agenten und seiner Frau kam es um jo häufiger zu gegen Hain und den Obermeister Biener von der hierbei unbeachtet, daß auf dem Nebengleise ein Straßenbahnzug Streitigkeiten, als die Schwiegereltern jegliche petuniäre Unter- Bäderinnung die Beleidigungsflage, die am Freitag vor dem der Linie 22( Rigdorf- Müllerstraße) herannahte und rannte blind- stüßung ablehnten. Nach dem Tode der Eltern erhielt zwar Frau Amtsgericht verhandelt werden sollte. Leider fand die Verhandlung lings gegen die Borderplattform des Motowagens. P. wurde zurück- F. einen größeren Betrag ausgezahlt, das Geld ging jedoch bei einem durch einen prozessualen Bufall ein vorzeitiges Ende. geschleudert und fiel mit dem Kopf auf die Schienen des Nachbar- geschäftlichen Unternehmen verloren, und die Gatten ergaben fich gleifes. Der Verunglückte wurde nach der Rettungswache am dem Trunte. Der Agent verstarb bald darauf an Lungenschwindsucht Görlizer Bahnhof gebracht. Wie der anwesende Arzt feststellte, und nunmehr verlor die Witwe jeden Halt. Schon seit Jahren obhatte der Reisende eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, die dachlos, ernährte sie sich durch Drahtflechten. Den größten Teil feine fofortige Ueberführung nach dem Krankenhause am Urban er ihres Verdienstes legte sie jedoch in Spirituosen an. Gestern wurde forderlich machte.- Beim Abspringen von einem fahrenden Straßen- sie auf der Oranienburger Chauffee tot aufgefunden. bahnwagen tam gestern nachmittag der in der Utrechterstraße wohnende Arbeiter Baul 8iemer erheblich zu Schaden. Er befand sich auf der Vorderplattform des Straßenbahnwagens 1648 der Linie 3( Großer Ning) und wollte den Wagen vor dem Hause Ackerstraße 108, etwa 60 Meter vor der Haltestelle, verlassen. Er fprang in voller Fahrt ab und fiel so unglücklich, daß er einen komplizierten Bruch des linken Unterschenkels erlitt. Der Verunglückte fand Aufnahme im Lazarus- Krankenhause.. ( 00 Gerichts- Zeitung. einigten sich jedoch auf Grund einer Ehren Die Privatkläger und Vertreter des Konsumvereins Vorwärts erklärung des Obermeisters und zogen hierauf gegen ihn allein den Strafantrag zurück. Nunmehr sollte gegen Hain allein verhandelt werden. Sofort erhob sich aber der Rechtsanwalt des Beklagten Hain und bemerkte, daß nach§ 64 des Straf des gesetzbuches durch Zurücknahme Strafe antrages gegen Obermeister Biener auch der Strafantrag gegen den Hauptangetlagten zurüd genommen worden sei. Weder die Richter, noch der RechtsBeistand der Privatkläger, Rechtsanwalt Dr. Oppermann, hatten an diese Möglichkeit gedacht. Dem Gerichtshof blieb nach Lage der Sache nichts anderes übrig, als zu erkennen, daß das Verfahren gegen ihn einzustellen sei. Vermischtes. Der Herr Dr. Wittenberg auf der Afrikareise. Die bekannte Privat flage des Chefredakteurs der„ Hamburger Börsenhalle" Dr. Max Wittenberg gegen den Herausgeber der Wochenschrift Plutus" Selbstmord. Im Tegeler Forst wurde Freitag frith ein etwa Georg Bernhard sollte gestern in der Berufungsinstanz vor der 35jähriger Mann aufgefunden, der sich durch Revolverschüsse getötet 8. Straffammer des Landgerichts I verhandelt werden. Die Privathatte. Der Selbstmörder gehört anscheinend dem Arbeiterftande an. flage war angestrengt worden wegen einiger Artikel, die der BeEr ist 1,52 Meter groß, hat dunkelblondes Haar und aufgeworfene flagte zurzeit der Sanden- Affäre verfaßt hatte, und die auch das Lippen. Er trug Sonntagskleider und zwar einen dunkelgrauen Verhältnis des Privatklägers zu den Sanden- Banken absprechend Die Zulaffung der Feuerbestattung ist gestern von dem Ueberzieher, schwarzen Rock und eben solche Hose und Weste. In beleuchteten. Das Schöffengericht hatte seinerzeit den Beklagten anhaltinischen Landtage beschlossen worden. Die Dunkelmänner feinen Taschen fanden sich drei weiße Taschentücher ohne jedes Ab- zu 75 Mark Geldstrafe verurteilt, weil nicht in allen werden zetern. zeichen. Uhr mit Nickeltette war vorhanden. Die Leiche wurde nach Punkten der Beweis der Wahrheit erbracht werden konnte. Duellwahnsinn. Vor einigen Wochen vergifteten sich in einem Blößensee geschafft und find alle Meldungen, die ettva zur Wegen der geringen Höhe der Strafe und der Urteilsbegründung ersten Hotel in Hamburg ein Herr und eine Dame, beide blutjunge Rekognoszierung des Mannes führen könnten, an den dortigen Guts- legte Dr. W. Berufung ein. Zum gestrigen Termin waren zahlreiche Leute. Bis heute war der Doppelselbstmord noch unaufgeklärt vorsteher zu richten. Beugen, unter ihnen auch Kommerzienrat Sanden und Direktor geblieben. Jetzt konnte nach langen Recherchen festgestellt werden, Ein unverbefferlicher Langfinger ist der frühere Buchbinder Otto Die Verhandlung fand ein schnelles Ende. Der Privattläger Dr. W. Heiligenstedt und seine Frau, eine geborene Ronnewinkel aus Romeid, sowie mehrere journalistische Sachverständige geladen. daß die beiden Vergifteten der Ingenieur Fuhlerath aus Schierig, der als Spezialität den Geschirrdiebstahl betreibt. Er ist hatte angezeigt, daß er wegen einer Afrifareise nicht erscheinen tönnte. Wipperfurth find. Nach Ermittelungen hat ein amerikanisches wegen solcher Diebstähle schon zehnmal bestraft, zulegt mit 22 Jahren Da auch sein Hamburger Anwalt Dr. Dehn nicht erschienen war, Duell Veranlassung zu diesem Doppelselbstmord gegeben. Zuchthaus. Als er Ende vorigen Monats entlassen wurde, nahm er beantragte Rechtsanwalt Dr. Werthauer die Verwerfung der Ingenieur hatte wegen irgend eines lächerlichen Restaurantsfandals die gewohnte Arbeit" sofort wieder auf. Absatz fand er immer in flägerischen Berufung. Der Gerichtshof entsprach diesem Antrage. einer Kneipe am Gartenplatz, wo die zum Heumarkt kommenden Dr. Wittenberg hat auch gegen einen Redakteur des„ Vorwärts" sich mit seinem Gegner auf ein amerikanisches Duell einigte. Die einen bösen Streit bekommen, der schließlich damit endigte, daß er Bauern verkehren. Diese brauchen ja nicht zu wissen, daß die Ge- eine ähnliche Beleidigungsflage erhoben, deren Verhandlung bis zur Bedingungen waren, daß der Verlierende binnen sechs Wochen schirre gestohlen sind, und nehmen sie für einen billigen Preis gern Erledigung des Pommernbank- Prozesses vor dem Reichsgericht ver- aus dem Leben gehen mußte, und der Ingenieur zog das mit. So tommt es, daß die oft sehr schönen und wertvollen Sachen schoben worden ist. aus Berlin verschwinden und den Bestohlenen unwiderbringlich verschwarze Los. Als seine junge Frau erfuhr, was ihr Mann vors Loren gehen, wenn auch der Dieb gefaßt wird. Gestern brach Schierig Eine Anklage wegen Verrats militärischer Geheimnisse, die unter hatte, flehte fie ihn an, nicht ohne sie aus dem Leben zu scheiden, wieder in einen Stall in der Dircksenstraße ein. Gerade wollte er Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt wurde, beschäftigte gestern und bat so lange, bis die beiden törichten jungen Leute beschlossen, mit ein paar Geschirren verschwinden, als er doch noch überrascht die dritte Straflammer des Landgerichts I. Die Anklage richtete sich gemeinsam in den Tod zu gehen. Sie hatten sich mit Chankali und festgenommen wurde. Jezt ist ihm auf lange Zeit das Zucht gegen den Redakteur der Unterhaltungsbeilage der Tägl. Rund- vergiftet. haus wieder sicher. schau" Dr. Gustav Manz und den Leutnant z. See a. D. Trüßschler Weitere Diebstahlsprozesse gegen Bahnbeamte. Der Prozeß gegen von Falkenstein. Es handelte sich um einen vom letzterem ver- den Großkaufmann Friedeberg Breslau und Genossen, der, wie faßten Artikel, Seeminen und Torpedos", den Dr. Mang wir meldeten, kürzlich vor der Straffammer in Görlig zu Ende ge veröffentlicht hatte, nachdem ihm auf feine Anfrage die führt wurde, findet demnächst in Schneidemüht seine Fort Versicherung gegeben worden war, daß keinerlei Bedenken dagegen fegung. Dort wird sich in der am 5. April beginnenden Schwur vorlägen. Dieser Standpunkt wurde auch im gestrigen Termin von gerichtsperiode der Bahnmeister Belle wegen Unterschlagung dem Verfasser des Artikels entschieden verteidigt. Sein Verteidiger von Altmaterial, das der Eisenbahnverwaltung gehörte, mit einigen Justizrat Dr. Sello hatte Beweis dafür angetreten, daß es sich anderen Beamten zu verantworten haben. Die Unterschleife in Lauban um die Preisgabe von Geheimnissen in dem Artikel nicht handeln könne. tamen erst durch die Entdeckung der Schneidemühler Veruntreuungen v. Werner in seiner kommissarischen Vernehmung und der Patent- in Untersuchungshaft. Dem Vernehmen nach traten in dieser Beziehung der Admiral a. D. an das Tageslicht. Belfe befindet sich bereits seit einem Jahre anwalt Hauptmann der Reserve v. Nießen in längerem Vortrage Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 28. d. M. hat ein unbekannter Mann ein Paket Tapeten gez. Ballenstedt Harz G. H. 966, welches wahrscheinlich von einem Rollwagen entiendet ist, auf dem Gendarmenmarkt in das Gebüsch geworfen und dann die Flucht ergriffen. Der sich legitimierende Eigentümer des Pakets kann das selbe in den Vormittagsstunden von 9-12 Uhr im Zimmer 36 des Polizeipräsidiums am Alexanderplat in Empfang nehmen. " Razzia bei Dressel. Eine recht unangenehme Ueberraschung wurde gestern den Gästen des Restaurants Dressel" Unter den Linden, zu teil. Kurz vor Mitternacht erschienen dort ein Polizeihauptmann und mehrere Polizeileutnants, die nach kurzer Rücksprache mit dem Wirt sämtliche Gäste des Lokals für verhaftet erklärten und alle Anwesenden trob dem entrüsteten Protestes aufforderten, ihnen zum Polizeipräsidium zu folgen. Da man den Betroffenen, unter denen sich sogar viele hochelegant gekleidete Damen befanden, nicht zumuten konnte, den weiten Weg zu Fuß zurückzulegen, war man rüdfichtsvoll genug gewesen, den Herrschaften, soweit dies möglich, ihre eigenen Equipagen per Telephon hinzubestellen, für die übrigen eine Reihe Mietskutschen vorfahren zu lassen. Am meisten empört waren die Damen, daß nicht einmal die Zahl ihrer Brillanten, deren märchenhafter Glanz an tausend und eine Nacht" erinnerte, fie vor solchen Zwangsmaßregeln hatten schützen fönnen. Der ganze unangenehme Vorfall soll darauf zurückzuführen sein, daß der Polizei bekannt geworden war, daß bei Dreffel Bankdirektoren verkehrten, die im Verdacht ständen, einige Hunderttausende bis hinauf zu einer halben Millionen unterschlagen zu haben. Außerdem fahndete die heilige Hermandad auch noch auf einige Persönlichkeiten in höheren Stellungen, die sich des" Pokerns" schuldig gemacht haben sollten, da dieser unschuldige Zeitvertreib in Preußen leider immer noch für strafbar gilt, entgegen der freieren Auffassung im Oldenburgischen. Da es bei der herrschenden Einförmigkeit der schwarzen Gesellschaftstracht unserer Herren leider unmöglich war, die Schuldigen schnell herauszufinden, sah sich die Polizei leider zu einem so fummarischen Verfahren genötigt. Das Dresselsche Lokal scheint übrigens von den Schuldigen auch als das, was man bei gewöhnlichen Verbrechern Kaschemme" nennt, mißbraucht worden zu sein. Es fand sich nämlich in der Garderobe verschiedenes Verbrecherhandwerkzeug, wie Dokumenten1: appen, Wechselformulare, Spielfarten und Aehnliches. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 1. April. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg.( Anf. 7 Uhr.) Schauspielhaus. Prinz Friedrich bon Homburg. Deutsches. Schuffelchen. Berliner. Der G'wissenswurm. Weften. Die neugierigen Frauen. Nachmittags 3 Uhr: Die Ahnfrau. National. Don Juan. Carl Weiß. Judith. Nachmittags 4 Uhr: Mag und Moriz. Luisen. Mein Leopold. Kasino. Lolos Bater. Apollo. Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Die MeyerPalast. Der Raub der Sabinerinnen. Spezialitäten. Passage Theater. Die 5 Lorrisons. Botten Lasson. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Saharet. zialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm Theater abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Stern Invalidenstraße 57/62. Spe warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. auf die Seite des Angeklagten, während die Fregattentapitäne Der Raubmörder im Taubenschlag. Der flüchtige DoppelBa e ch und Graf v. Spee ihr Gutachten dahin abgaben, daß in Raubmörder Joseph Hörmann, dem die betagten Zottschen Che dem Artikel nicht nur ein bekanntes Prinzip, sondern auch dessen leute in Dinkelscherben in Bayern zum Opfer fielen, ist wieder er neue Anwendung auf einzelne technische Fälle bekannt gegeben griffen worden und hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Seine wurde, daß die Marineverwaltung an der Geheimhaltung dieser Festnahme erfolgte in einem dunklen Taubenschlage auf dem Boden neuen Anwendung des alten Prinzips ein wesentliches Interesse habe des von ihm bewohnten Hauses, wo er sich seit einigen Tagen ver und die Preisgabe dieses Geheimnisses geeignet fei, die Landes- steckt hielt. Bei seinem Transport nach dem Untersuchungsgefängnis verteidigung zu gefährden. Der Gerichtshof erkannte gegen wurden die größten Vorsichtsmaßregeln angewandt, was schon aus Dr. Manz auf Freisprechung und verurteilte den Angeklagten dem Grunde notwendig war, weil das Publikum sich in Scharen Trükichler v. Falkenstein zu sechs Monaten eingefunden hatte und große Lust zeigte, den Mörder zu Ihnchen. Festungshaft. Da der Mörder erst 17 Jahre alt ist, wird er nicht vom Schwur gericht, sondern von der Straffammer abgeurteilt werden. " " Wie die Mittelstandsretter gegen Konsumvereine kämpfen. In dem Haß gegen die aufstrebenden Arbeiterkonsumvereine greifen Bergaffessor Köhler aus klausthal begnadigt, der vom KriegsWer begnadigt wird. Zu einem Tage Stubenarreft wurde der die Konsumvereinsgegner zu den schmutzigsten Mitteln in ihrem ausfichtslosen Kampf gegen die Konsumvereine. In Dresden hatte, gericht der 20. Division zu Hannover wegen 3 weikampfes zu wie wir vor längerer Zeit berichteten, der Bäcker August Hain brei Monaten Festung verurteilt worden war. aus Augsburg mit dem Gelde der Dresdener Bäder- Selbstmord eines österreichischen Abgeordneten. Der österreichische linnung eine Broschüre Aus einem arbeitergenossenschaftlichen Reichsratsabgeordnete Dr. Eduard Wolff hard hat sich in letter Betriebe" herausgegeben und verbreitet, in der er verleumderische, Nacht erschossen. Er war in Wien Advokat und deutschnationaler durch nichts begründete Vorwürfe gegen die Leiter der Bäckerei des Reichsratsabgeordneter für Marburg, Mitglied des Reichsgerichts und Konsumbereins Vorwärts", die Bäckermeister Kaltofen und der Staatsschulden- Kontrollkommission. Pätzold, richtete. Hain stellte die völlig haltlose Behauptung auf, daß, als die Weihnachtszeit im Jahre 1903 herannahte, wochenlang ProbeOeffentliche Bibliothek und Lefehalle zu unentgeltlicher Be stollen gebacken seien, ohne Aussicht auf Möglichkeit, eine gute Ware nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werkttäglich von herstellen zu können. Die legteren feien minderwertig gewesen. 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Bur Bewältigung der Stollenbäckerei seien 32 Mann zur Aushülfe In den Lesesälen liegen zur Zeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art bei einem Schichtlohn von 5 M. angestellt. Diese Entlohnung sei und Nichtung aus. gegenüber der sonst bei Privatunternehmern üblichen sehr niedrig. im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Versammlung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 2. April, vorm. 8 1hr, Bei manchen Kleinmeistern betrage der Lohn in solchen Fällen bei- Freireligiöse Vorlesung."- um 10% Uhr vormittags in der Schul. nahe das Doppelte. Die Zubereitung der Stollen sowie die ber- ula, SL Frankfurterstr. 6: Vortrag des Fräulein Ida Alt. arbeiteten Zutaten hätten den gewünschten Erfolg nicht bringen mann: Mythologie und religiöse Entwickelung". Gäste, Damen und können, denn die verwendete Butter sei unrein gewesen. Man habe Herren, sehr willkommen. Urania, Taubonstr. 48/49, National- Theater Trianon- Theater. Zentral- Theater 8 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Weinbergsweg 19. Sonnabend, den 1. April 1905: 11 Don Juan. Anfang 72 Uhr. Sonntag nachm.: Der Freischütz. Abends 7 Uhr: Die lustigen Montag: Fidelio. CASTAN'S Weiber von Windsor. PANOP Heute und folgende Tage: Ibr Alibi" ( Les Duponts). Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. ANOPTICUM Metropol- Theater Bernhard Rose- Theater Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, der Welt. Neues. Ein Sommernachtstraum. Neues Theater. größte lebende Riesin Thalia. Der Stilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Herren Söhne. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Wallensteins Tod. Leffing. Elga. Kleines. Nachtashl Residenz. Hotel Pompadour. Zentral. Die Jurheirat. Metropol. Die Herren von Marim. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikantsches. großen Teich. Anfang 7, Uhr. Ein Sommernachtstraum. Sonntag: Meta Konegen. Montag: Ein Sommernacht straum. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Er mäßigte Preiſe. Familienidyll. LiebesUebern träume. Serenissimus. Velle Alliance.... noch einmal jo Abschiedssouper. lieben! Abends 8 Uhr: Der grüne Kakadu. Montag: Angele. Der Bär Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute große Extra- Borstellung. Abends 8 Uhr: Die Juxheirat. Operette in 3 Atten von Jul. Bauer. Musik von Franz Lehár. Morgen u. folg. Tage: Die Juxheirat. Sonntag nachmittag: Die Geisha. Abends: Die Juxheirat. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Mein Leopold. Sonntag nachm.: Das Leben ein Traum. Der Totschläger bends: Die Grille. ( L'Assomoir). Musik von Viktor Hollaender. Schauspiel in 5 Aften v. Emile Zola. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. X Josef Giampietro. Josef Josephi. X Anton Grünfeld. Frid Frid. X Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) gestattet. Anf. 8 Uhr. Morgen nachm. 3 Uhr: Die drei Grazien. Abends 7 Uhr: Wohltäter der Menschheit. Apollo- Theater. Deutsch- Amerikanisches Residenz- Theater, 218. Friedrichstraße 218. Täglich 81, Uhr: Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Jeden Abend! Ueber'n großen Mittwoch, Das Veilchenmädel. Borher 8 Uhr: 450. TEICH. Die März- Spezialitäten. Aufführung. Sonntag, 2. April, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft und die neuen April- Attraktionen. Anf. 8 Ubr, Ende 1080 Sonntag nachm. 3 Uhr: HALBE PREISE. ,, Ueber'n großen Teich". Dir.: Richard Heute und folgende Tage 8 Uhr: Montag: Lorbeerbaum u. Bettelftab. Kasino- Theater Lothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Lolo's Vater. Bolls ftud in Ad. L'Arronge. 4 Aften von Borher das gr. neue April- Programm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Heirat auf Probe. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Hotel Pompadour. Seute wegen Privatfestlichkeit Schwant in 3 Atten v. Anthony Mars u. Leon Kanrof. Deutsch v. M.Schönau. Sonntag nachm. 3 Uhr: Das große Geheimnis. In Vorbereitung: Herzogin Crevette geschlossen! Sonntag: Ein fideles Gefängnis. ( La Duchesse des Folies- Bergère). Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Ballner- Theater. N. Friedrich WilhelmSchiller- Theater Zirkus Schumann. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Herren Sühne. Bollsstück in 3 Aften von Ostar Walther und Leo Stein. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Großstadtluft. Montag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Thalia- Theater. städtisches Theater. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Johannisfeuer. Montag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Belle Alliance- Theater. Belle Allianceſtr. 7/8. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Täglich abends 7, Uhr: Stirmiſcher Lacherfolg! Der Kilometerfreffer Sonntag nam. Charleys Tante. 32 Uhr: Novität! Zum erstenmal! Anfang noch einmal to lieben! Ausstattungspoffe m. Ges. u. Tanz in 3 Aften v. J. Kren u. A. Schönfeld. Sonntag nach m. 3 Uhr: Don Carlos. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Großes Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8%, Uhr. 23232* Albert Moerner. Krug zum grünen Kranze am Alexanderplatz( im Keller). Täglich: ,, Fidelitas!" Carl Lüdeckes humoristisches Ensemble. Entree frei. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. 25662* Heute, Sonnabend, den 1. April, abends präz. 72 Uhr: Sensationeller Novitäten- Abend! Neuestes, Allerneuestes! Nur kurzes Gastspiel! ( Sonntag in beiden Borstellungen.) Zum erstenmal in Berlin! 12 Original- Chinesen 12, der berühmte Ching- Ling- Foo, das größte aller lebenden Wunder. Ferner: unten kleinfüßigen Frauen Die be Little Chee- Toy, in dieser Art noch dagewesen! Po- ta- to, bie mental de Schnee. Chad- ru, zweiföpfige Knabe. Außerdem: Gala- Programm! Die neuengagierten Kunstkräfte und Dir. Alb. Schumanns neue u. moderne Drejsuren. Um 9, Uhr: Der Schlager d. Saison! Eine Nordlandsreise Größtes Pracht- Manegeschaustück der Gegenwart. Morgen Sonntag: 2 Borstellungen, nachmittags 32 Uhr( ein sind frei) Marokko. Abends 7, Uhr Eine Nordlandsreise. Jn beid. Vorst. b. berühmte Ching- Long- Foo mit seinen 12 Original- Chinesen 12. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Das glänzende neue Programm Dem Berliner sein Fall! in f. egcentr. Szene Emmi Kröchert Pipp Beschwipst Die 7 Allisons, trobaten. Losoros, Koloratur- Sängerin. Man de Wirth, DamenImitator. Palast- Theater 40 Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Bis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börſe. Nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung. 8, Uhr: lodg Kleine Preise. werk om Max und Morih.g Abends 8 Uhr zum erstenmal: id Judith, die Schwester vom russ. roten Kreuz. Sensations- Schauspiel in 5 Aften von Friz Werner. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends 8 Uhr: Judith. led Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aften von Franz und Paul Schönthan. Striefe. Dir. Rich. Winkler. Borher: Spezialitäten allerersten Ranges. girdi Anfang 8 Uhr. втоб 14 neue glänzende Nummern. Etablissement Bugg enhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Streich- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Borher: Konzert. Entree 50 B. Fritz Steidl- Sänger. Verzeiger dieser Annonce zahlen Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: wochentags die halben Kassenpreise. Tanz. 月 H. Esders& Dyckhoff Leipzigerstr. 50a Ecke Jerusalemerstr. Oranienstr. 48 19and) Ecke Luckauerstr. imunaush bou 61 0192 hus usnog nettld W Spezial- Haus für Herren- Lnd Knaben- Bekleidung * 5012 Sommer- Paletots 16 von adoish sids 15- 19-23-27-33- 39 bis 75- M Damen- Konfektion Carl Stier, Berlin SO. Berlin W. Oranienstr. 166. Potsdamerstr. 113a. Potsdam. Nauenerstr. 23. Herren- und Knaben- Garderobe. Prachtvolle Qualität. Beste Verarbeitung. Vornehme Ausstattung. Tadelloser Sitz. Chice Façons. Moderne Muster. Vollständiger Ersatz für Maßarbeit. Sämtliche Frühjahrs- Neuheiten sind in größter Auswahl am Lager. Jackett- Anzüge von Buckskin, Cheviot oder Kammgarn, gestreift, kariert oder meliert, deutsche oder englische Fabrikate 17.50, 20, 22.50, 25, 30, 35, 40 bis 55 Mk. Rock- Anzüge farbig gemustert od. schwarz 27, 33, 38, 43, 48 und 53 Mk. Gehrock- Anzüge marengo, farbig gemustert oder schwarz 30, 36, 42, 48, 54, 60 und 66 Mk. Frühjahrs- Paletots von modernen Stoffen und Farben, kariert, gestreift od. meliert 18, 20, 25, 30, 35, 40, 45 u. 50 Mk. Havelocks von wetterfestem Loden, olive, bräunlich, grün, marengo od. grau 8.50, 12, 15, 20, 22.50, 25, 30 u. 35 Mk. Pelerinen von imprägniertem Loden, dunkelgrau od. olive, die Länge beträgtje nach Grösse 115-120 cm, 10.50 u. 12 Mk. Pelerine mit Kapuze kostet 1.50 mehr. BU snA s Haus-, Jagd- und Sport- Joppen ver von Cheviot od. Loden, grau, grün, bräunlich od. mode 4.50, 6, 7.50, 9, 12, 15, 20, 25 Mk. Herren- Hosen 2623L von gestreiftem Buckskin, Cheviot oder Kammgarn 3,50, 4.50, 5, 6, 7, 8, 9 bis 18 Mk. Herren- Westen von hell-, mittel- oder dunkelfarbigen Fantasiestoffen, entzückende Muster 2.50, 3.50, 4.50 bis 18 Mk. Große Weiten für extra starke Herren stets vorrätig. Knaben- u. Jünglings- Garderobe. Hierin biete ich eine Auswahl, wie sie schöner und größer nicht geboten werden kann. Knaben- Anzüge sind in 50 der kleidsamsten Fantasie- Façons vorrätig. Jackett- und JoppenAnzüge für Schüler und Jünglinge. Paletots für Schüler und Jünglinge. Loden- Joppen für Schüler und Jünglinge. Hosen für Knaben, Schüler und Jünglinge. Verlangen Sie gefl. den illustrierten Katalog. Die Preise sind billig, streng fest, und geschieht der Verkauf nur gegen bar. Nach außerhalb sende Muster und Maßanleitung. Gebrüder WINTER GARTEN Herrled- Theater CLEO DE MERODE sney napawanu is JULIUS Der größte Erfolg seit 14 Jahren ist unbestritten die Novität: Die Meyerhains. SPIELMANN Romöbie in brei atten von Anton Gustay Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. und Donat Herrnfeld mit Anton Herrnfeld als Pschechowil, Herausgeber d.„ Scheinwerfer" und Donat Herrnfeld als Kommerzienrat Meyerhain. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. Volksgarten- Theater Das vollst. neue April- Programm.( früher Weimann). Neu! Jul. Hauff, brillanter Charakter. Komiter. Neu! Mr. Adolph, Equilibrist auf dem Drahtseil. Miß Elvira, Jongleuſe auf rollender Kugel. Mizzi Rother, Wiener Liedersängerin. Stella Oest, deutsch dänische Soubrette. Serrau. Sano, ausgezeichnete Original Duettisten 2c. • Unf. Wochentags 7ühr, Sonntags 5 Uhr. Täglicher Eingang von Frühjahrs- Lustspielhaus. Neuheiten.org an.M.as. Täglich 8 Uhr: Sonnabend, den 1. April 1905: Verein. Usto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 10. aglich Borstellung Die Riesin Ilona, 485 Pfd. schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Der Familientag. Medizinische Rätsel, Allabendlich: Der Familientag. Sonntag nachmittag zum erstemmal: Der Mann im Schatten. anatomische Wunder, Riesen! Zwerge! Inn Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Dreher Karl Jung plöglich gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. April, nachmittags 24 Uhr, von der Leichenhalle des Dankes Kirchhofes in Reinickendorf, Blankestraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 114/8 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler usw. Zahlstelle Adlershof. Am Mittwoch, den 29. März, verstarb unser langjähriges treues Mitglied Heinrich Reichow. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauer hause in Wildau, Schwarzkopffstraße 63, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 184/3 Die Ortsverwaltung. am Am 29. März verschied plötzlich lieber Gehirnschlag mein Mann, der Schilderfabrikant Albert Kindleben im 37. Lebensjahre. 5786 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. April, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des alten Thomas- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Zentral- Verband der Maurer Berlin. Deutschlands. Zweigverein Sektion der Puter. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Puzer hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege Ed. Troczinsky am Donnerstag, den 16. März, an den Folgen eines erlittenen Bauunfalls verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. April, nachmittags 4 Uhr, von der LeichenHalle des Gethsemane- Kirchhofs in Nieder- Schönhausen aus statt. fucht Um recht rege Beteiligung er Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. 133/12 Köpenick. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine inniggeliebte Frau, unsere sorgsame Mutter Berta Woick geb. Pfeil 16 am Donnerstag nachmittag 2 Uhr im Alter von 32 Jahren plötzlich verschieden ist. Dies zeigen, um stilles Beileid bittend, an am Die tiefbetrübton Hinterbliebenen: Familie Fritz Woick. Familie Pfeil. Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. April, nachm. 22 Uhr, vom Trauerhaufe, Grünstraße 4, aus statt. Köpenick. Frauen- und MädchenBildungsverein. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Frau 202/13 Bertha Woick am Donnerstag plöglich verstorben ift. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. April, nachmittags 22 Uhr, vom Trauerhause Grün straße 4 aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Sanssouci. Rottbuser Tor Stat. der Hochbahn. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater- Abend. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Unsere süßen Dienstmädel. Anf. Wochent. 8 Uhr. Sonntags ahn L Cin. Berinch. Danernde Kundschaft. Stahlwarenfabrik. Anerkannt sehr leistungsfähig Versandhaus I. Ranges. ist die Firma Gebrüder Rauh GRAFRATH Nachstehende Gegenstände 30 Tage zur Probe! versenden wir Rasiermesser. 5 Jahre Garantie! Für jeden Bart passend, aus prima engl. Silberstahl geschmiedet, fein hohl geschliffenu. gebrauchsfertig abgezogen. Rasiermesser No. 200= " 202: 19 17 201 Abbildung 1/2 natürliche Größe 23 ½, hohl per Stück 1,50 M. franko 97 " 29 2,15 " " " " " 2,50 " ," Sicherheits- Rasiermesser ,, BRILLANT" mit Schutzvorrichtung für Ungeübte( Verletzung unmöglich) per Sück 2,50 M. franko. Rasierpinsel No. 710 per Stück. • 704 77 39 " 29 Rasiernapf Streichriemen 1420 " 99 BRILLANT FABRIK- MARKE 0,40 Mark 0,40 1,00" 99 Versand unter Nachnahme oder gegen Vorausbezahlung des Betrages. Garantieschein: Nicht gefallende Waren tauschen wir bereitw.um od. zahl.Betrag zurück. Umsonst u. portofrei ohne Kaufzwang, versenden wir auf Wunsch über 5000 an jedermann unseren Pracht- Katalog Gegenbei Solingen. Jedes Stück wird einzeln abgegeben und franko versandt. geschützt! Neu! Gesetzlich Neu! Vexier- Nicker- Taschenmesser „ Herold™* Noch nie dagewesen!! Bei keiner Konkurrenz, in keinem Laden, nur bei uns zu haben. No. 1904 Vexior- NickerTaschenmesser ,, Herold", mit zwei aus prima Stahl geschmiedet. Klingen und Korkzieher, echt. Hirschhornheft mit Neusilber beschlagenunter Garantie zum Preise v. nur 1,50 Mk. franko. neuesten illustrierten stände enthaltend, und zwar: alle Arten Solinger Stahlwaren, Haus- und Küchengeräte, Werkzeuge, Luxusartikel, Waffen, optische Waren, Bijouterie-, Gold- und Silberwaren, Uhren, Lederwaren, Pfeifen, Zigarren, Stöcke, Schirme, Musikinstrumente, Kinderspielwaren und viele andere Artikel in größter Auswahl. Wir bemerken noch, daß nur elegante, gediegenǝ und Für Eingravieren jed. Die gr.Klinge preiswürdige Ware zum Versand kommt. beliebigen Namens in kann nur von die Klinge eines Eingeweihten Rasiermessers, fein geschlossen berechnen wir nur Gebrauchsanw. 10 Pfennig. wird beigel. Ueber 5000 lobende Anerkennungs- Taschenmessers oder geöffnet. bezw. schreiben bestätigen Güte und Qualität vergoldet u. verziert werd. Genaue unserer Waren. Se schreibt Herr Jaffke unaufgefordert:„ Ich habe vor 6 Jahren 1 Rasiermesser und 1 Taschenmesser von Ihnen bekommen und sind beide Teile zu meiner Zufriedenheit ausgefallen. Mit dem Rasiermesser habe ich mich wöchentlich rasiert und es ist noch gerade so gut, als es am ersten Tage war."( gez.) Otto Jaffke. Bei größeren Sammel- Aufträgen Extra- Vergünstigungen. Eine Mark wöchentl. Teilzahlung liefere elegante, fertige Herren- Moden. Ersatz für Maharbeit. Anfertigung nach Maß, feinfte Berarbeitung. Garantie tadelloser Sitz. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. *** J. Kurzberg An der Jannowitzbrückel, 1. Bahnhof Jannowisbrüde. Enorm billig untibertroffen elegant liefern wir für 40 M.- nach Mass garantiert vornehm. Sitz aus foinst. engl, deutsch. Stoffen Anzüge Paletots zurdokgesetzte vornehm gefertigta, sonst Masspreis: 40-70 Mark, Jetzt 18-42 M Geh rockanstige jetzt 28-42M Herren- Hosen Jetzt 7-12 M. verkaeft täglich u. Sopatag Deatschen Vereandhaus, Jagerstr. 63, 7 Trepps. Dieses Inferat erscheint nur Sonntage. Jacob Golde WäscheSpezial- Geschäft Eröffnung der neuen Verkaufsräume 119 Große Frankfurter-Straße 119 Sonnabend, den 1. April 1905. Elegante Geschenke. Auf Wunsch liefern wir sämtliche Stahlwaren ohne Mehrberechnung magnetisch. von Tausende Herren können Geld ersparen, wenn sie ihren Bedarf an gut sitzenden Bekleidungsstücken im neu eröffneten Spezial- Haus eleganter Herren- u. Knaben- Bekleidung fertig und nach Maß 10 201 Bekleidung für sämtliche Berufe der Firma Leske& Lehrer 78 Kottbuser Damm 78 decken. Bitte beachten Sie genau unsere Firma genau unsere Firma und Hausnummer. Frühjahrs- Anzüge. Frühjahrs- Paletots. W Unsere Grundsätze: 1818 ir verarbeiten nur gute, reelle, ausgeprobte Fabrikate. ir haben in sämtlichen Abteilungen enorme Auswahl. ir achten auf fadellose Verarbeitung und guten Sitz. ir werden stets das Neueste zum Verkauf bringen. ir verkaufen nur zu billigen aber streng festen Preisen. ir haben auf jedem Gegenstand den festen Verkaufspreis mit Zahlen vermerkt. Wir danken dem geehrten Publikum für den se außerordentlich großen Zuspruch während der kurzen Zeit unseres Bestehens, es wird auch ferner unser Bestreben sein, das denkbar beste zu außergewöhnlich billigen aber streng festen Preisen zum Verkauf zu bringen. Original- Entwurf! Nachdruck verboten! Am Sonnabend und Sonntag verabfolgen wir beim Einkauf eines Anzuges oder Paletots eine hochelegante O bunte Weste gratis! bu Leske& Lehrer, 78 Kottbuser Damm 78 Wir bitten genau auf unsere Firma und Hausnummer zu achten. SUBH- 18x902 Das Aufbügeln und Reparieren der hei uns gekauften Sachen gratis. 2. 9. April Nur diese Woche 2... 9. April 175 Nur bis kommen bei uns wegen ganz kleiner Fehler, kaum erkennbar, zirka Stück Herren- Maß- und Fenster- Anziige 175 zum Verkauf mit Rabatt von Prima- Stoffel 20% bis 33%% Ecke Angust- Straße. Rosenthaler- Straße 9. E. Süßkind& Co. Arbeiterfekretär für Wiesbaden n. Ümgegend gesucht. Hermann Gaither Stück Für tadellosen Sitz übernehmen Garantie! Rosenthaler- Straße 9. Ecke August- Straße. Berliner Schweiz Eine Mark Gofener Berge Berliner Alpen Bahn Eichwalde. Post Schmöchwih. Telephon: Ertner Nr. 62. Größtes Vergnügungslokal der Oberfpree, mit eigenen Waldungen, Tälern u. Bergen am Seddinfee. Großer Saal, Hallen, Regelbahnen, Karuffell, Schaufel, Bürselbuden, Schießstände ufm. 2 Dampferbrüden Bum 1. Juli b. 3. wird für Wiesbaden und Umgegend ein Arbeiter fetretär gesucht, der die sozialpolitischen Arbeiten auf dem Gebiete der Arbeiterbewegung und des Arbeiterschutzes vorwiegend auszuführen hat und Auskunft nur an Organisierte erteilen soll. Anfangsgehalt 1800 M. Berlangt wird gewerkschaftliche und politische Erfahrung und Kenntnis in der Arbeiterschuhgesekgebung. Bewerber wollen einen Schriftfat über die Aufgaben der Arbeiterfekretariate mit einer furgen Angabe ihrer bisherigen und Bootstege. Bereinen, Fabriken, Gesellschaften, Klubs und Lehranstalten Tätigkeit innerhalb der Arbeiterbewegung bei Gen. Karl Schäfer, zu Dampfer, Kremser, Rad- und Fußpartien aufs befte empfohlen.[ 24345 Schachtstraße 9, bis zum 20. April einreichen. 26082* 24862* Hermann Gärtner, Inhaber und Begründer. MINDORE Arbeiter- Radfahrer- Verein Rixdorf". اور M. d..-.- B. ,, Solidarität". 12/2 Gefeßlich geschützt. Vereinslotal: H. Thiel, Bergstr. 151/52. Neu erschlossenes Bau- Terrain, Situng jeden Donnerstag 9 Uhr abends. 2. April nach Bichelsiverber bei Freund 1 Uhr; 9. April nach Niederlehne früh 8 Uhr; Schmöchwit, mittags 1 Uhr; 16. April nach Heinersborf( eilstätte) 1 Uhr; 21. April Frühstücstour bei Heckert; 28. April nach Märkische Schweiz früh 3 1hr, nach Fintenkrug 1 Uhr; 24. April nach Geffenwinkel 1 Uhr; 25. April nach Alt- Landsberg 1 Uhr; 30. April nach Johannisthal, Senftleben 1 Uhr. Der Vorstand. Terantio. Rebatteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, guter Boden, herrliche Lage, soll in einzelnen Parzellen von wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Frankfurter- Str. 37, H, Eingang Strausbergor Platz, 1.25 M. an pro Quadratmeter Dr. Simmel, 41, verkauft werden. Näheres im Gutshof, Bergstr. 1 in Mt- Glienice( Station Adlershof oder Grünau). 26212* PrinzenSpezialarzt für 98/10 Haut- und Harnleiden, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Auch einige baureife Baustellen an gepflasterter Straße sehr preis mert, eventuell mit Prioritäts- Einräumung, berläuflich. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 26 Nr. 78. 22. Jahrgang. 2015 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 1. April 1905. Für die ausständigen Bergarbeiter = Saal Beinel 12,35. Liste 5537 Bimmerer v. Arndt u. Co. 7,95. Lifte 9764 Glaser- Fachverein 20 Fr., in Summa 152 Frant 75 Rappen 122,20. Buchdr. Hausmann 9,50. Liste 4293 5,30. Lifte 9645 Handschuhmacher Verb. städt. Arb. auf Liften: 7664, Sektion II, Ranalarbeiter 2,20, 2268 Eid u. Strasser 5,75. Lifte 9646 Handschuhmacher Sties 4,45. Lifte 8556 Rigdorf, Gasarbeiter 5,60, 7680, Seftion XVII, Jrrenanstalt Herzberge find nachträglich bei der Berliner Gewerkschaftskommission eingegangen Liste 9763, Pianofabrit Giese u. Reinte 6,60. Lifte 7507.80. Handschuhmacher Theuerkauf 6,50. Lifte 8557 Handschuhm. Samter 4,25. 8,95, 7682 besgl. 13,40, 7610 Seftion I, Gasanstalt Müllerstraße 0,50, 7613 Liite 4831 desgl. 18,90. Rifte 8398 durch Krüger 7,55. Listen 6958, 6959, 6960 Poln. Verband der städtischen Arbeiter auf Listen: 7603, Seft. X, öffentliche 50. Lifte 3993 2,40. Rifte 9704 3,85. 2iste 2642 3,-. Verb. d. Schneider, Sozialisten Berlins 8,45. Liste 8460 durch Gomoll, Büdlerstraße 1,-. Liste Beleuchtung 6,60; 2250, Seft. XIII, Badeanst. Dennewigstr. 13,25; 7669, Filiale Berlin, a konto auf Listen 85.-. Riste 5775,90. Liste 5786 13,25. 7302 Lederfabrik Römer 8,70. Liste 8218, Lederfabrik Steinlein 6,05. Liste Seft. VIII, Kohlenpläge 6,90; 7609, Seft. I, Gasanstalt Müllerstr. 18,10; iste 3999, 96, 98, 4000, durch Schneider 11,55. Tertil- Arb.- Berb., Filiale 4702 Lederfabrik Caprano 1,25. Lifte 8213 durch Voigt 4,95. Verband der 7612, desgl. 17,75. Liste 8220, Lederfabr. Salomon, Treptow, 5. Rate 10,25. Rummelsburg, auf Listen 7577, 80, 81 15,50. Gewerkschaftskartell Rummels- Lithographen und Steindruder, Schlußtonto auf Listen: Filiale I, 6. Rate Verb. d. Wäschearb., auf Risten 7958, 8803, 06, 10, 9777 27,15. Buchdr. b. burg, darunter 5,55 Tuner der Seeküste 100,-. Lifte 9812 5,10. Liste 7225, 270,80, Filiale III, 6. Rate 68,40, Filiale V 53,80. Lifte 9816, Carl Kühn C. Rosen, 7. Rate 6,- Brauerei- Hülfsarb., Konto auf Listen 400,-. Liste Brauerei Bazenhofer Lokal 4,55. Liste 5992, Ruderverein Collegia 8,15. Berb. Söhne 26,05. Liste 4026, 4031, 4043, Kaffenbeamte 23,25. Lifte 448, Steft, 9450, Maschinenfabr. Monoline 21,15. Lijte 5472, G. M. 15,-. Liste 8653, d. Bau, Erd- und gewerblichen Hülfsarb., Bahlst. Nowawes, 3. Rate 70,40. Thuran, Charlottenburg, Santstraße 5,25. Bautischl. Kiehn, Gräfestr. u. Hasenheide 8,-. Buchbinderei Sperling 25,50. Verb. d. deutschen Buchdr., Ortsverein Boffen, legte Rate 90,-. Liste 4776 Liste 8523, Firma Jungermann, 3. Rate 7,30. Handels, Transport- Arbeiter Verband Berlin I. Liste 9818, Tischl. b. Loch- 1,50. Liste 122 durch Wide 2,-. Verb. d. Buchbinder, Bahlst. Berlin auf istensammlungen: Nr. 190 8,25. 191 5,10. 203, Otto Warmuth mann, ausschl. 4 Tischt. 5,25. Fidelitas d. Ver. Florina" d. Jensch 10,-. Listen 44,15. Lifte 8547 Tischlerei Hoffmann 2,25. Lifte 91 b. Wide 4,10. 6,95. 208 9,30. 210 2,90. 217 4,90. 220 2,40. 225 6,70. 226 0,50. 228, Ernst Pahl, Charlbg. 4,90. Liste 2767 5,25. Kegelklub A. D. B. 16,- Liste 2314 d. Ludwig 23,50. Liste 7510 d. Bernide 2,60. Liste 8992 3,85. Stollegen der Firma Gust. Knauer 8,70. 230 10,70. 234 7,00. 235 4,35. Lifte 9798 9,65. Haak 8,-. Arb. d. Firma Borsig, Tegel, 3. Nate, a. Listen: 1973 Verb. d. Handlungsgehülfen auf Liſten 2491 5,-, 2500 8,10, 2490 22,236 10,85. 238 0,60. 245 16,40. 252 4,00. 254 7,30. 261 4,75. 278 4,60. 11,60, 1981 23,80, 1985 39,70, 1986 14,40, 1989 29,60, 1996 20,65. Riste 9000 1,50. 2496 7,15, 2502 5,-, 7725( N. B. G.) 16,70, 7727 2,10. Liste 2760 D. Jacobsen, Liste 9242, Gummifabr. K. W. D. Sabel 26 11. 27 8,-, A. E. G., Brunnenstraße, Liste 6882, -, 70. 280 6,35. 3455 1,40. 3457 2,40. 3460 4,15. 3463 2,60. 3467 5,50. 3468 Abt. Schneider 11,60. Liste 5,40. 3471 2,95. 3472 1,75. 3473 8,00. 3474 4,25. 7007 9,70. 7009 12,45. Lifte 9241, desgl. 33,85. Liste 5357, d. Faber 6,50. Liste 5355, Gasanft. 6891, Abt. Lehmann 11,20. Lifte 6894, Abt. Hildebrandt II 15,10. 7011 2,15. 7023 4,70. 7024 5,60. 7025, Hans Schmidt 1,40. 7030 2,30. 7036 6,70. Schmargendorf 13,-. Lifte 9801, Spiralbohrdreherei, Köpenickerstraße 10,70. Lifte 893 6,40. Sranzüberschuß Brauerei Friedrichshain 3,20. Konzert der 7042 2,60. 7044 6,85. 7049,90. 7055 4,10. 7057 1,80. 7061 3,30. Verein d. Chemigraphen a. Listen 190,50. Liste 3902, C. B. Görz, Klubkapelle des Segelflubs Fraternitas, Schlußrate 9,- Listen 18, 22, 25, 7062 3,45. 7064, Carl Heymanns Verlag und Druderei Julius Sittenfeld Friedenau, Abt. Fischer 20,75, Lifte 5908, desgl. Abt. Busch 33,75, Lifte 9701, 5702, 5703 durch Henkel 21,25. Liste 39 Tischlerei Geride u. Siebert 21,50. 11,40. 7067 3,80. 7071 3,60. 7078 4, 7078 2,50. 3475 5,30. 3483 desgl. Abt. Klinke 10,05, Lifte 9702, desgl. Abt. Dietrich 2,25, Liste 9703, desgl. Liste 42 Tischlerei Reddemann 31,25. Liste 43 Tischleret Dohm 14,-. 2,40. 3485 2,55. 3489 8,90. 3497 5,75. 3498 3,35. 3500 1,55. 3501 3, Abt. Brimmer 35,80, Liste 9705, desgl. Abt. Timpe 11,-. Verb. d. Barbiere Liste 15 durch Höhnow 9,80. Liste 10 Frau Mailing 7,60. Liste 14 durch 3509 3,15. 3521-40. 3531 2,75. 3533 1,10. 3543 2,35. 3546 2,75. auf Listen 20,-. Liste 9706 7,35. Liste 8542, Schreibmasch.- Industrie A.-G., Sternberg 5,50. Liste 19 durch Küster 9,15. Liste 2 durch Schindler 9,90. 3550 1,75. 4339 5,25. 4344 1,45. 4347, Hausdiener und Kutscher der Butttamerstraße 15,75. Liste 7321, Stierg 2,-. Listen 903, 909, 5787, 88, ifte 23 durch Friz Dage 5,-. Liste 5731 Maurer Bau Pötsch 6,65. Buch- Firma Figner, Handtuch- Berleihgeschäft 31,50. 4348 4,40. 4349 7,85. Holzbearb.- Masch.- Arb. 39,10. Liste 5789, Holzbearbeit.- Fabr. Rose, Sohn druderei- Hülfsarbeiter: Listen 8984 u. 7292„ Der Tag" 8,- Liste 8972 4358 8,05. 4374 8,65. 4376 2,60. 4389 1,25. 4392 3,85. 4394 u. Co. 14,45. Liste 5983 8,20. Liste 5372, Paul John 10,40. Rotterieverein Personal der Firma Schirmer 17,40, Lifte 4786 Deutsche Warte" 7,10, 2,55. 4396 8,25. 7001 3,- 7002 1,- 7005 1,25. Verband der Hoffnung II, Rummelsb., 2. Rate 10,-. Lifte 8636, d. Matthes 4,25. Liste 9641, Lifte 8978 Mittler u. Sohn 11,85, Lifte 8976 Die Woche" 15,90, Schmiede auf Listen: 954 12,15, 956 6,70, 1237 0,50, 1244 3,05, 2511 12,95, 2512 Bodenleger b. Wolf u. Sohn 23,80. Lifte 9804, Tischl. b. Wegner, Belzigerstr. 9,05. Liste 8981 Unſtein u. Co., Rote Nacht 10,05, Liste 4784 Hempel u. Co. 14,50, 8,95, 2515 20,20, 2520 1,10, 2522 2,50, 2526 2,-, 4913 5,90, 4914 13,10, 2525 J. C. G. A., 5. R. Liste 9810 Gasofenfabrik Mariendorf 16,50. Lifte 9806, Liste 7291 National- Beitung 22,-. Lifte 9207 Bauflempner v. Geister 11,15. 19,25, 4916, angeblich verloren 1,-, 4922 5,80, 4923 1,50, 4924 3,95, 4927 7, 8, 9, 6. Rate dito 75,50. Listen 7570, 8917 Sektion d. Ladierer 12,55. Liste 4819 durch Goldader 13,45. Liste 3998 durch Lentmann 12,50. Lifte 1,50, 4928 4,25, 4929 1,-, 4930 1,-, 4932 1,-, 7513 1,50, 7515 1,-, 7517 Vereinigung der Maler a. Rifte 768 15,15. Lifte 774 d. Wohlfahrt 9,45. 821 Druderei Ulstein, Hülfsarbeiterinnen 6,80. Listen 8488, 8489, 8490 durch 6,45. Liste 3852, durch Schulze 2,20. Liste 8125, Möbelfabrik Liften 4106 10,35. 5453 3,10. 5454 5,35. 5455 und 62 2,40. Liste 5463 Blanschefsky 14,30. Riste 1657 Verband der Töpfer 10,-. Liste 4652 2,25. Herzig u. Bannemann, Beißensee 20,55. Liste 8124, Werkstatt Ehrlich Reisch 1,60. Liste 8255 Maler v. Bendisch 7,70. Desgl. 8256 11,90. Abt. Binner 13,20. Liste 8962 Abt. Pinner 1,80. Lifte 8957 Abt. Spar- Lotterieverein Mar- Moritz 3,40. Bereinigung Liste 8259 Maler v. Boras u. Sovalsty 12,-. Liste 8887 5. Bürne 13,70. Dabert 11,70. Lifte 2338 Abt. Lehmann 3,35. Liste 8955 Abt. Gensch d. Friebe 3,25, Liste 4113 d. Dorn 6,20, Liste 5441 5. Jaap 3,80, Rifte 5443 Lifte 9800 d. Dtto Richter 8,10. Einsetzer d. Firma Ernst Mittag, Belle- 3,55. Liste 4330 Abt. A. Meyer 7,05. Liste 8942 Abt. Jänide 4,20. 1,95, Rifte 5444 9,15, Liste 5450 1,85,[ Liste 5458 d. Wieser 11,30, Liste 5459 Alliancestr. 79 30. Liften 1851, 53 Ed. Seitelmann, Charlottenburg 27,15. Lifte 8947 Abt. Strauß 9,75, Rifte 8948 desgl. 4,40, Liste 8953 Abt. Riffe d. Becker 9,-, Rifte 5460 1,50, Lifte 5461 2,25, Liste 5469 9,15, Liste 8241 Listen 7337, 48 d. Petersdorf 6,70. Tischl. b. Riedel, Eisenbahnstraße 6,55. 7,45, Liste 8961 Abt. Quaft 7,40, Liste 8956 Abt. Modellboden 2,-, Liste 8797 d. Beil 2,45, Rifte 8260 d. Nöth 6,45, Liste 8262 3,25, Liste 6956 2,80. Lifte 7548 durch Laufs 9,50. Verein der Berliner Hausdiener Töpfer Drescher, Herzfelde 4,21. Konsumverein Friedrichshagen, Urb. A. E.-G. Lifte 8324 Abt. Wagenbau 12,-, Liste 8339 Abt. Hausverwaltung auf Listen 4635, Thiel 6,60. 5321, Buch 5,-. 4617, Gerasch 7,55. Masken 14,-. A. E. G., Brunnenstr.: Lifte 9573 Abt. Schwittau 14,35, 12,10, Rifte 1196 Firma Roller 12,30. Liste 7724 d. Greulich 2,70. 4608, Müller 3,15. 5323 Schmahl 5,35. 5322, George 6,85. 5325, Lifte 9569 26t. Weber 12,90, Liste 9571 Abt. Scholz 7,75, Liste 8293 Listen 2330 u. 2331 b. Lange 3,30. Liste 7867 d. Schulze 0,90. Rätjel 10,90. 4646, Striefat 3,30. 4603, Liebenom 14,80. Verband der Abt. Wernide 19,25. Liste 6852 Abt. Hildebrandt I 15,-, Lifte 8332 Abt. Summa 6096,02 M. Buchbinder, Bahlstelle Berlin, Konto a. 2. 150,-. Liste 7704 Ludw. Loewe, Schmarsom 1,-, Liste 8305 Abt. Nahrstädt 26,30, Lifte 8330 Abt. Zentralverein der Böttcher. Betrag bereits quittiert: Gießerei 8,40. Liste 786 4,-. Lifte 18453 Steinbildhauer 4,50. Lifte 9805 Meble 11,50, Liste 2627 Böwesien 1,50, Liste 2624 desgl. 17,-, 8582, Bürgerliches Brauhaus 5,40. 8592, Böhmisches Brauhaus 8,55. 5234, Tapez. b. Gerson 7,50. Lifte 9795 Buchb. b. Morig u. Kummer, 3. Rate 2626 desgl. 9,- 2632 desgl. 15,20. 2397 desgl. 15,35. Durch Wyde, Vereins- Brauerei 8,40. 5226, Brauerei Hohen- Schönhausen 7,25. 5225, 2,05. Lifte 8109 d. Ballin 10,15. Lifte 8101, 07, 12, Möbelpolierer 16,90. Metallarbeiter, Liften 101, 117, 118, 119, 121, 123, 113 und 5013 74,05. Stahlbaums Spritfabrik 12,50. 8601, Raabes Faßfabrik 1,60. 8603, Liste 9799 Möbelpol. Frister u. Roßmann, 5. Rate 6,65. Liste 5569-45. Liste 870 Glasarb. Stralau 9,50. Verb. d. Bauarb., Listen 3570 3,90, 3572 Blumenfelder 4,05. 5224, Bittoria- Brauerei, Abt. I 4,50. 8583, Habels Listen 5101, 7192, 7866 Reft. Schulz, Eberswalde 19,20. Arb. d. Firma C. 6,80, 3576 7,35, 3582 4,85, 3563 2,45, 3564 8,85, 3604 0,35. Liste 8735 Gebr. Brauerei 2,85. 5232, Berliner Bockbrauerei, Abt. I 11,30. 5229, ViktoriaBlaurod u. Co. 1,80. llcalegon 5,-. Lifte 5576 d. Karl Rabatzed 7,55. Rothmann 26,05. Liste 5590 d. Mattusch 8,60. Lifte 9643 Piano- Mechan. Jacob Brauerei, Abt. II 7, 8599, Struthoff, Charlottenb. 6,80. 5250, Stapels Lifte 8516 B. D. u. Co. 4,-. Seft. d. Gips- u. Bementbranche, Stonto a. 11,05. Lifte 9802 3,50. Liste 3975 15,45. Verb. deutsch. Buchdr., Drtsv. Cöslin 22,15. Werkstatt 10,-. 5239, Unions- Brauerei 6,60. 8608, Lindener, Nixdorf 4,-. 2. 90,-. Lifte 9297 d. Raugenberg 5,70. Lifte 9298 desgleichen 3,75. Listen 8454 Steinbildhauer durch Drate 8,-, 8455 6,- 8456 26,50, 8994 457, Berliner Stadtbrauerei 6,-. 8588, Brauerei Schöneberg 14,-. Lifte 8773 d. Schramm 2,70. Verb. d. Tabakarb., Schlußsumme auf Listen 2,50, 8995 9,50. Liste 2598 Tischlerei Sidert 11,50. Rifte 6941 2,75. Liste 8586, Brauerei Spandauer Berg 2,85. 5233, Brauerei Spandauer Berg 56,40. Ueberschuß v. d. Matinee 12./2. 05. b. Buchb.- Männer- Chor u. Mufit 9794 5,- Liste 9306 15,35. Liften 5682 S. u. H., Markgrafenstraße 35,50, 3,50. 5227, Brauerei Happoldt 3,-. 8580, Brauerei Happoldt 2,50. berein Harmonie Berlin unt. güt. Mitwirt. d. Humoristen Hrn. Balge251,90. Berb. 7329 21,81, 8611 0,50, 8616 22,50. Lifte 4847 5,65. Liste 2368 10,30. Liste 8579 Berliner Stadtbrauerei 2,70. 5248, Viktoria Speicher 2,25. d. Porzellanarb. Berlin II 50, Durch Eicke, dar. Mar Kliem, Hasenheide 51,- 8234 2,75. Listen 3055 Sektion der Puter 3,65, 3065 8,45, 3077 3,-, 8600, Vittoria Speicher 1,50. 5244, Bergschloß Brauerei 2,50. Liste 2193, Berb. d. städtisch. Arbeiter 4,95. Rifte 2199, Seftion V. Straßen 3094 1,-, 3095 0,50, 3102 5,55. Verband der Sattler, Drtsv. Berlin, 8295, Bergschloß- Brauerei 2,50. 5242, Schultheiß Brauerei IV 13,40. reiniger 10,25. Liste 2186, desgl. 1,65. Liste 7670, desgl. 6,65. Listen 7658, auf Listen 73,55. Lifte 2630( angebl. verloren) Berkstatt Bartel 2,40. 8578, Schultheiß IV 12,70. 456, Brauerei Pichelsdorf 11,50. 8575, besgl. 8,-. Sektion II, analarbeiter 5,10. 7660, desgl. 4,30. 7662, desgl. 2,25. 7665, Liste 2140 4,50. Listen 437, 443, 9455, 9456, Verb. d. Bildhauer 25,05. 5241, Oswald Berliner 16,50. 5223, Stäpels Werkstatt 13,50. 5221, desgl. 3,40. 7666, desgl. 2,20. Liste 2293, Revier Inspektion 5,40. Listen Liste 450, angebl. verloren 2,50. Lifte 4855-50. Lifte 7555 8,95. Lifte Böttcherei b. Mier 10,65. 5228, Brauerei Stönigstadt 8,75. 452, Kaiser8682, A. E.-G., Aderstraße 0,95. 8684, besgl. 6,45. 8688, desgl. 6,75. 4274 20. Lifte 4283 3,25. Durch Klemmt auf Listen 5009, 5015, 5017, Braueret 1,50. 5236, Bazenhofer, Abt. II 13,40. 5249, Hinges Werkstatt 4,-. 4963, desgl. 16,-. Liste 7158, Papierrohrfabrik St.-W. D. 11,80. Lifte 8063, 5019, 5021, 5052 40,15. Verb. d. Kupferschmiede auf Listen: 2807 7,50, 460, Faßfabrit Stoch 37,25. 5243, Germania- Brauerei 5,95. 5230, BürgerBleitabelfabrik R.-. D. 11,95. Liste 9227, Rohrleger K.-W. D. 10,80. Lifte 2812 5,15, 4677 6,-, 8403 2,75, 8405 15,70, 8412 4,50, 8413 11,80, 8414 4,50, liches Brauhaus 10,30. 5247, Brauerei Friedrichshain 6,50. 5237, Münchener 7737 4,50. Lifte 2619, d. Lehmann 6,60. Liste 8670, Verb. d. Sattler 14,- 8416 9,60. D. Hoburg, Lifte 7598 6,25. Lifte 7896 4,40. Riste 4675 4,95. Brauhaus 4,50. 5235, Pazenhofer, Abt. I 8,95. 451, Brauerei Hiljebein, Verb. Fabril-, Land- u. Hülfsarb. u. Arbeiterinnen Norddeutsche Liste 8395 1,-. Listen 5578, 5579 19,25. Rifte 8649 4,05. Lifte 2335 2,80. 2bt. II 8,- 454, Schultheiß II 14,10. 458, Geißlers Werkstatt 7,05. Gummiwarenfabrit 27,75. Gebr. Dobler u. Sohn 52,60. A. E.-G. Lager I Lifte 7983,50. Lifte 5612, d. Reimann als Nachtrag 6,50. Arb.- Union 459, Struthoff, Charlottenburg 9,50. 5246, Brauerei Hohen- Schönhausen. 1. Aderstr. 83,70. Hülfsarb. b. Borsig 20,30. Diverse 1,90. Arb. d. N. St. Gallen: Anschläger- Fachberein 11 Frant 20 Rappen, Arbeiterinnen 7,70. 5238, Berliner Bod, Abt. II 2,-. 8585, desgl., Abt. II 2,50. Berliner Genossenschafts- Bäderei 7,25. Listen durch Schröber: 8742 6,80, berein 31 Fr., Buchbinder- Fachberein 20 Fr., Graphische Hülfsarbeiter 6 r., 8607, Gasts Werkstatt 3,-. 5222, 2ehmann u. Beyer 11,20. 8572, Brauerei, 8743 2,80, 8744 7,40. Lifte 8915 M. u. G. 1, Lifte 8908 M. u. G., Schreiner Verband 38 Fr. 55 Nappen, Maler Fachverein 26 Fr., Hilfebein, Abt. II 3,50. Maler 6. Nonnendamm 4,65. ifte 5466 S. Ringel 13,55, 2ifte 8248 burd)... Brummenstraße,& State; Lifte 8946 Abt. Bollrod-50. Rifte 4235 5,50 ifte 8127, fchlerei Balchin, Weißenfeeber Water Rifte 766 0 nell eigene 77 Geschäfte. 1500. Beamte. || Conrad Tack& Cie. Deutschlands bedeutendste SchuhwarenFabriken BURG b. Mgdbg. dA h. Eigene Geschäfte in BERLIN und Umgegend: C., Rosenthalerstrasse 14. C., Spittelmarkt 15. W., Potsdamerstrasse 50. W., Schillstrasse 16. S., Oranienstrasse 65. SW., Friedrichstr. 240-241. NW., Beusselstrasse 29. NW., Thurmstrasse 41. NW., Wilsnackerstrasse 22. O., Andreasstrasse 50. O, Gr. Frankfurterstr.139. N., Danzigerstrasse 1. N., Müllerstrasse 3. N., Reinickendorferstr.14. Charlottenburg: Wilmersdorferstraße 122-123. Potsdam: Brandenburgerstraße 54. Rixdorf: Bergstraße 30-31. odona alls 8 2909baida19V And guest Für die Frühjahrs- Saison besonders empfehlenswert: . Damen Schnür- und Knopfstiefel, be- 00 währte Qualitäten 8.75, 7.50, 6.75 J.M. Damen Spangenschuhe, Material vorzügliches 20 3.20 5.50, 3.90 J.M. Damen Hausschuhe, moderne, bequeme 250 Façons 3.50, 2.90 Herren Schnallenstiefel, auffallend prak- 50 tisch 11.50, 9.80 • tal Herren Schnürstiefel, die neuesten Formen 570 10.50, 8.50, 7.20 Herren Zugstiefel, anerkannt preiswert 8.30, 6.70, 5.50 4.M. XX Knaben-, Mädchenund Kinder- Artikel In eminent reichhaltiger Auswahl! XXS Farbige Schuhwaren in geschmackvoller Zusammenstellung, der diesjährigen Saison entsprechend. XAXS Sport- Beschuhungen für jeden Zweck! .M. 50 Weltberühmt sind unsere Fabrikate durch vorzügliche Qualität, bequeme Paßformen und denkbar billigste Preisstellung! 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 888 $ 800 ad ** Zum Oster- Feste Goodyear Welt- Schuhe und Stiefel in unübertrefflicher Vollkommenheit! 12 m. A eitinger& Co St.40/ 41 Deutsche Compagnie Berlin SO. Als vorteilhaft und kleidsam empfehlen wir: Jackett- Anzug Favorit", mittelschwer, kariert 18, oder gestreift Cheviot, streng modern Jackett- Anzug ,, Imperial", mittelschwer, Meltonausgesprochen. Dessins, strenge Neuheiten 26, Jackett- Anzüge, Ersatz für Maß, aus den besten 36,-, 42,-, 48,-, deutschen u. englischen Stoffen, schick und 50, vornehm Preiswertes Angebot fertiger Sommer- Paletots in vornehmer Ausführung und anerkannt vorzüglichem Sitz. Frühjahrs- Paletot aus dunkelgrauem, einfarbigem 17, oder gestreiftem Cheviot, streng Frühjahrs- Paletot aus sehr haltbarem gestreiften, 20, auch karierten Meltoncheviot. Frühjahrs- Paletot aus weicher Melton- oder Kammgarn- Ware, einfach oder modern kariert 25, oder gestreift, in 25 Dessins Frühjahrs- Paletots aus Mustercoupons, Maßstoffe modernster Dessins, mit Serge und Seide gefüttert, vollständiger Maßersatz 0012 30,-, 35, 40,-, 45,- 50, Die Preise sind streng fest und auf jedem Gegenstand in Zahlen deutlich aufgedruckt. Auch starke Personen finden stets passende Kleidungsstücke am Lager. EinsegnungsAnzüge aus Kammgarn, auch Cheviot etc. hochelegant hergestellt, 24 M., 20 M., 16,50 M. und 11,75 M. 33%% Wegen Totalaufgabe unserer Knaben- Konfektions- Abteilung 2475L werden sämtliche Anzüge für das Alter 2-10 Jahre von heute ab unter Preis verkauft. E. Süßkind& Co., ( 8eke Auguststraße). Rosenthalerstraße 9( Seke Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Pfandleihhans Weidenweg neunzehn, fpottbilliger Gardinenverkauf, Bascheverlauf. 0 01 polo 13 Kleine Anzeigen. Uhr als Zugabe erhält Käufer einer Nähmaschine ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Stopeniderstraße 60/61, Große Frankfurter straße 43, Prenzlauerstraße 59/60. Berpakte Herren Baletots und Anzüge. Betriebswerkstatt Spandauer ftraße 8 II. 5615 Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse. 142/12 Spottbilliger Teppichverkauf, Tisch- Gardinen Ausverkauf wegen Haus- Teppich deden, Steppdecken. Pfandleibhaus abriß, Stores, Tüllbettdeden Boint Weidenweg neunzehn. + 45* laces enorm billig! Gardinen Versandhaus Krausenstraße 36, Dön Hoffplat. 3945 +45 Spottbilliger Ausverkauf ver fallener Pfandstücke, Resteverkauf. Weidenweg neunzehn. 45* Bekanntmachung! Empfehlens werte Einkaufsquelle ist Pfandlethhatts Weidenweg neunzehn. + 45* Spottbilliger Bettenverkauf, Bettiniette, einschläfrig, zweischläfrig. Pfand. Taihe Beidenweg neunzehn. + 45* Garderoben, Taschenuhren, ReguTatoren, Freischwinger, Schmucksachen, pottbillig Pfandleihhaus Weidenweg neunzehn. Verfaufszeit genehmigter Labenschluß. + 45* Letzte Woche! Gardinen Ausverkauf wegen Hausabriß. Reste für 1, 2, 3 Fenster spottbillig! Gardinen Bersandhaus Krausenstraße 36, Dönhoffplay. 462* B Similifeidene Steppdeden 4,35 ( Seidenersat), Bollatlas- Steppbeden 4,25. Inventur Ausnahmepreise. Teppichhaus Emil Lefèvre, Dranien straße 158. Geftickte Fries- Fenstermäntel 2,15, Wert 4,00. furze Zeit. Steppdecken, 2869* * Dame verkauft Kleiderspinde, Vertifo 35,00, Trumeau, Zafchensofa, Betten, Salongarnitur. Stopeniderstraße 126 a, I. 6126 Betten, Bettwäsche, Steppdecken, Teppiche verkauft Leibhaus, Dranienftraße 177, Ece Adalbertstraße. 493 4798* für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12Ubr, In der Haupt expedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Vermietungen. Wohnungen. Plätterin, Lohn, Soft, verlangt Dieffenbachstraße 37. + 109* Näherinnen auf Knabenschürzen, die flott liefern, sucht Schlömp, 4968 Schlesischestraße 20. Lehrdamen, Kostümröde, Blusen nachher Beschäftigung. Blumen 87/20 Lehrling Fahrräder, Teilzahlungen. In validenstraße 148( Eingang Bergftraße), Große Frankfurterstraße 56, Staligerstraße 40. Wasch- und Wringmaschinen, beste Qualität, billigste Preise. Bei Anahbmg foulante Bedingungen. Kleinwohnungen, gesunde, aller E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe billigst sofort, später, Rigdorf, Banzlidstraße 9. der Landsbergerstraße. 455* ftraße 12( Hermannplay) Stopf Möbelverkauf in meiner Möbel- ftraße 15, Lhnarstraße 11( Wedding). abrik Wallstraße 80/81, nahe Spittel- Oudenarderstraße 36, 37, 38, Zm Arbeitsmarkt durch markt. Infolge des großen Umzugs Stube und Küche, 2 Stuben und besonderen Druck hervorgehobene Billig verkauft Schröder Milch, befinden sich am Lager viele zurüdüche mit und ohne Balfon, 3 Stuben Anzeigen toften 40 Bi. pro Zeile. Konfitüren Geschäft mit Wohnung, gefekte und verliehen gewesene Möbel, und Küche per 1. April. Näheres Miete 46 Mart, Stephanstraße 61.+71 bie wie neu find, Kleiderspind, beim Wirt Dudenarderstraße 37.* Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel Bianino 120,00, freuzfaitig ein bettstelle mit Federmatrage und Stube und Stüche, Hof I, 19 Mart, mit guter Volksschulbildung für Kleine, freundliche Wohnung, Tafelklavier), Turmstraße 8, parterre. Reillissen 36, Taschensofa 50, Baneel sofort, Wiesenstraße 41/42. ftraße 38. +78 Kontor und Lager. Betten 17,00. Michel, Dresdener fofa 70, 8afchtoilette 20, Rube 6135 bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Transport frei. 98/ 11* Gastocherhaus! Bweilochgas tocher! 3,00. Dreilochgastocher! Gasbratöfen! 6,00. Gasplätteisen, Gasbügelapparat, Gasbeleuchtung! spottbillig! Wohlauer, Ballnertheaterftraße 32. 494 Bronzegastronen! dreiflammig! 6,00. Gaszuglampen! 9,00. SalonGastronen! 15,00. GasIhren! 1. Schaufensterlicht spottbillig. Zweilochgastocher! 3,00. Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32.( Gaskocherhaus!)* Gardinen, zwei elegante Steppdeden, Federbett, Plüschteppich, Gastrone, Portieren, Tischdecke, Stores, Damaftbezüge, Tüllbettdede billig. Hoffmann, Naunynstraße 52. 6185 Inventur Extrapreis. TeppichhausLefèvre, Oranienstraße158. Pfandleihe, Küstrinerplatz 7, borBillig verkauft Stoffreste, Samtteilhafte Einkaufsquelle für Betten, Inventur Räumungspreise nur manchester, Plüsche, Arbeitsanzüge, Gardinen, Teppiche, Extralifte gratis und Knabenanzüge, Hosen, Jaden RefterTischdecken, Wäsche, franto. Teppichhaus Emil Lefèvre, handlung Bilhelm Bange, Moabit, Wanduhren, Taschenuhren, Ketten, Anzüge, Hosen, Dranienstraße 158. 285 Turmstraße 84. Zweites Geschäft Schmucksachen usw. 4045* Hochfeine Betten 14,00, umstände Flensburgerstraße, Ede Mopstod Achtung! Pfandleihbetten. 461 halber, Langestraße 53, IV. 5895* ftraße, Stadtbahnbogen. 134/ 6* Bettfedern von 35 Pfennig an Damenjacketto! Gelegenheit! echt chinesische Mandarinen Daunen Reisemodelle, teils auf Seide, durch 1,90 Mart pro Pfund. Fertige Betten weg 8 Mart. Posten hochelegante 11 Mart an. Mar Schöne, Lands- Steppdeden, statt 8 Mart durchweg berger Allee 149. Täglich Dampf- 3,75. Julius Neumann, Bellealliancebettfedern- Reinigung. 210* ftraße 105. Deckbett, Unterbett, Kissen mit glattrotem Inlett, zusammen 10,50, nur( Pfandleihe) Andreasstraße 38. Not- rosa gestreiftes Dedbett, Unterbett, 2 Stiffen 18,00. Andreasstraße 38. Pommersches Bauernbett, Ded4615* W Gelegenheit, neue, elegante, einBerwalter. Birkenstraße! 492* es Sie haben Verschiedenes. 3665* bett, Unterbett, 2 Stiffen 27,00, großes fache Nußbaummöbel, Sofas, Küchen- ja gar nicht weit nach der Turm- Zur Lieferung des Vorwärts", galen, Stüd 1,00. Pfandleihe, Anfachen, Bilder, vieles billigst Bantow, straße 85 zu Schlesinger. Gehen Sie Broschüren, sowie Annoncen- Annahme dreasstraße 38. Elektrische nach überall. Brehmestraße 52, Hauswirt. 5535 hin, fehen Sie sich die Herren- und für den Vorwärts" empfiehlt sich für Trift Umständehalber Senabenpaletots und Anzüge an, Sie den Bedding Karl Beige, Gardinen, Teppiche, Portieren, Bettstelle, Tisch, Stühle, wenig ge Taschendiwan, taufen dort gut und billig. Straße 46a, Beitungsspedition. 3526* halbe Preise, Andreasftraße 38. 461 braucht. Näheres Gitschinerstraße 61, Parteilokal verkäuflich, BillardPatentanwalt Dammann, Dra 5745 simmer, Vereinszimmer mit brei nienſtraße 57, Morisplak, Rat in Batentsachen. Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* Kunststopferei von Frau Kokosky, Fahrräderreparaturen sehr billig Große Frankfurterstraße 14. Fahrräderverleihung. Einfizer, Zweisiger, Dreifiker, billigst. Große Frankfurterstraße 14. + 28* Patentmatratzen ( Müllers Patent) liefert jeder TapeBereinen, Preis 2500. Luifenufer 51. Staubfrei" zierer, jeder Möbelhändler. Kinderwagen, Sportwagen billig. 381 Kießling, Gneisenaustraße 15. Teilzahlung! Teppiche, Betten, Gardinen, Steppdecken, Portieren, Tischdecken, Regulatoren, Freischwinger, Remontoiruhren, Uhrtetten, Spiegel Bilder, Möbel, Plüschgarnituren spott Klavier, neues, verkauft billig billig Leibhaus Grünerweg 113. 96/ 14* Kohl, Rirdorf, Kaiser Friedrich Spottbillig! Zeppiche, Gardinen, straße 244. Stores, Portieren, Steppdecken, Tisch5546 decken, Anzüge, Sommerpaletots, Teppiche mit Farbenfehlern FabrilRemontoiruhren, Regulatoren, Uhr niederlage Große Frankfurterstraße 9, fetten, Spiegel, Bilder, Möbel Leih- parterre. +37 haus Grünerweg 113. 96/ 19* Betten, Stand 11 Mart, zweischläfrig 16 Mart, Gubenerstraße 3, Pfandlethe. +53 Gardinenhaus Große Frankfurter straße 9, parterre. + 87* Herrenanzüge, Ueberzieher, wenig getragene Monatsgarderobe von 6 Mart an, große Auswahl für jede Figur, auch neue zurüdgesette, fauft man am billigſten direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosen thalerstraße 15, III. Ber Stoff hat, fertige Anzüge, guten Sig, billigst an. Amt III 2393. 83/ 3* 6016 Schankgeschäft, Norden, altes, Fabriken im Haufe, gute Existenz, billig. Erfragen Hanke, Buttmann ftraße 17, Quergebäude I. +78 Schankgeschäft, Vereine, Bahlstelle, Werkstätten, wegen Krankheit fofort zu verlaufen Dalldorferstraße 2, stohlenfeller. 6096 Zimmer. Möbliertes Flurzimmer, mit und ohne Bension, Stalizerstraße 116a. Schlafstellen. 6105 Schwahn, Ritterstr. 20. Nachmittags 4-6 Uhr. Steinmetz findet gute Beschäftigung. Eickner, Grabsteingeschäft, Briezen. Achtung! Achtung! Teilnehmer zur möblierten Musikinstrumenten- Arbeiter, Schlafstelle sucht Jacobeh, Stolbergerstraße 26. Teilnehmer zur möblierten Schlafftelle bei Hinz, Camphausenstraße 3. Möblierte Schlafstelle, separat. Curth, Wallstraße 21/22, Duergebäude. Möblierte Schlafstelle, Roese, Dranienstraße 65. +61 Schlafstelle für Lausigerstraße 13. +23 Schlafftelle, gute, fofort, bei Witwe Müller, Melchiorstraße 45, born. 6156 Schlafftelle, zwei Herren, Weise Herrn, Kühne, straße 4 I, Rigdorf, Lorenz. +126 Freundliche Schlafstelle, Dettmann, 6005 Dranienstraße 27, born IV. Schlafftelle, Herrn, Witt, BrandenTischler u. Polierer! In der Pianofabrit von Rösener befinden sich die Kollegen noch im Streit. Der Betrieb ist für sämtliche Arbeiter gesperrt. Die Zehnerkommiffion. Stockarbeiter! Die Arbeiter der Firma Julius and Hermann Gembicki, Friedrichstr. 16 u. Lindenstr. 102. befinden sich im Streit. 18/ 16* Zuzug ist fernzuhalten! Die Ortsverwaltung. Die Firma Gost& Co., burgstraße 28, Seitenflügel III. 6026 Kurfürstenstraße 146 und Sofort Schlafstellen, Bunn, Prin 6065 Alexandrinenftr. 105 bis 106 effinnenstraße 7, vorn. Arbeitsmarkt. + 28* Stellengesuche. Elsholz, Komiker, Gropius. 3806* Platina, alte Goldsachen, Bruch golb, Silber, Gebisse, alte Uhren, straße 7. Blattgold, Kehrgold Staubgold, Brillanten, Tressen, Pfandscheine kauft Goldschmelze Broh, Wrangelstraße 4.* Fernsprecher IV, 6958. 1911 + 23* 97/19 Kupferabfälle, Messing, Zinn, Bint, Blei, Staniolabfälle, Schokoladenpapier kauft Broh, Brangel ftraße 4. Telephon IV, 6958.[ 97/ 18* Kanarienvögel fauft, Preisangabe, Schloßplat 2 II. 98/8 481* Pfandleihe Marfusstraße 27. 6076 Anfpolsterung! Sofa 5,00, Matraze 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, Blumenstraße 35 b. Wer will jungem Manne( 27) das C. D. Poft liesenlegen anlernen. amt 93. 6165 Stellenangebote. Tüchtige Schleifer bei hohem Lohn verlangen E. u. K. Redlich, Spazierstodfabrit, Ritterstraße 75. ist für Rahmenmacher, Tischler, Po. lierer, Glaser, Bergolder und Buch binder gesperrt. Die Ortsverivaltung. Achtung! Bauarbeiter. Da verschiedene fleinere Firmen den Tarif noch nicht bewilligt haben, behält die Baukontrollkarte ihre Gültigkeit und ist auf Verlangen vor zuzeigen. Es muß also jeder Jaloufiearbeiter, der auf Bauten beschäftigt ist, eine gelbe gestempelte Karte haben. Die Kommission Congo arbeit verlangt Fechner, Neue der Jalousiearbeiter. Korbmacher auf Gestell und Bayreutherstraße 5. 6045 Barbier, Friseurlehrling verlangt Die Tischler und Maschinen6035* Seleeß, Erergierstraße 11. Malerlehrling wird verlangt bei B. Kluths Sohn, Gitschinerstraße 6. Schlofferlehrlinge perlangt Schlosserei Dresdenerstraße 98. Metalldreherlehrling für Gasund Wasser- Armaturen berlangt Sandmann, Stallschreiberstraße 6. Lehrling mit guter Schulbildung arbeiter bei Sommerlatte in Stralau befinden sich im Streit. Buzug ist fernzuhalten. 82/ 7* Die Ortsverwaltung. Fahrradhändler! Radfahrer, gelegentliche Berkäufer kaufen spottbillig Gitschinerstraße fünfzehn, Multiplex. Restauration zu verkaufen OberFahrradzubehör, allergünstigste baumstraße 3. Einkaufsquelle, Prachttatalog umsonst. Gitschinerstraße fünfzehn. 4398+ Bücherschrank, groß, billig zu verPneumatikmäntel 3,50, Schläuche laufen. Walded Manasse, Frieden 2,50. Sonntags geöffnet. Fabrit straße 13, III. +88 gebäude, Gitschinerstraße fünfzehn.* Schlafsofa, Bettstellen mit Ma Frankfurterallee 10 am Ring- traßen, Kitchenpind, Sofatisch, Steppbahnhof, Nähmaschinen sämtlicher deden verkauft Ingelmann, MarkusSysteme, ohne Anzahlung, Woche 1,00. ftraße 18, 4. Aufgang. +21 Postkarte genügt. + 142* Gut erhaltene Bettstelle mit MaNeu eröffnet! Nähmaschinen, Alt- trake verkäuflich Franzstraße 6, Bertsch. Borhagen 4, Ede Neue Bahnhofstraße. Krautstraße 50 sind die billigsten Diese Woche hohe Bergütigung. Sämt Monatsanzüge von 6,00 an, liche Systeme Spiegel, ohne Anzahlung. Breise für neue Möbel. Sommerpaletots von 5,00 an, gosen Woche 1 Mart. Postkarte genügt. * Bolfterwaren, reelle Matraßen 18,00, von 1,50 an, Gehrockanzüge von Trumeaus mit Stufe 28,00, großfür forpulente Figuren. Neue Garber vergüte noch bis 10,00, wer Teil- artige Lager, Berkauf im Fabrik Einfamilienhäuser der Baugenoffen für ein Baren- Engros Geſchäft ges gebäude und Keller, tein Laden, bes zahlung Nähmaschine kauft oder nach- fannt billig. Krautstraße 50, Gaalweift. Woche 1,00. Alle Systeme. Bost felds Möbelhalle. farte. Borchert, Borndorferstr. 50.+ 28* 4918* Weiche Herrenhüte, gute Qualität, Steppdecken billigst Febrit Große Stüd 95 Bfennige. Bessere Sachen Vereinsfäle( Bühne) zu Fest gehend, Stamm Seifert, umzugs- Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* enorm billig. Hutfabrik, Comptoir lichkeiten und Versammlungen 2c. Ein gutgehendes, in volkreicher Neue Friedrichstraße 81 I, Ede Stönig. Ofter- Feiertage sowie Sonnabende Kanarienhähne, gute Hedvögel, Gegend Berlins liegendes Bigarren- straße, und Holzmarttstraße 37a und Sonntage noch fret! Stomman Weiß, Rabenéftraße 3. +92 Geschäft ist anderer Unternehmungen parterre, früher Kaiserstraße 25 A. dantenstraße 72( Klubhaus). 484 halber zu verkaufen. Kleine Wohnung, Sonntags geöffnet. 4498* Vereinszimmer 25, 40, Saal Ranarienweibchen( Seifertsche), geschmackvolle Einrichtung, Fern- Sofas, größte Auswahl, von 150 Personen, Pianino, zwei Regel. um zu räumen, 2,00. Hähne 6,00. Sprecher und billige Miete. Offerten 21 Mart an, direkt in der Fabrit bahnen, bergibt Ladewig, Alte JakobStreher, Chorinerstraße 63.+64 unter V. 1 Expedition dieses Blattes. Blumenstraße 35 b. 4828* ftraße 83. 4568* Berantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. 12,00 an, Frads von 2,50 an, auch robe zu staunend billigen Preisen, sowie aus Pfandleihen verfallene Sachen. Naß, Muladftrage 14. 4976* Kanarienhähne, Weibchen, tiefhalber billig. Stiller, Koppenstraße 48. Nähmaschinen ohne Anzahlung, 6146 " Benukt den Sonntag, um die schaft Frete Scholle" fennen zu lernen. sucht. Meldungen unter" Lehrling" Vereinszimmer, Kegelbahnen an Bengels, Große Frankfurter noch einige Tage frei. Deutschmann, ftrage 133. +21 Ami Friedrichshain 6. Achtung! Polierer and Vergolder! Farbigmacher verlangt Jensch, In der Firma Karl Kaschig, Waldemarstraße 15. +23 Berlin, Abteilung Köpniderstraße 37, haben sämtliche Vergolder( Politur arbeiter) wegen Lohndifferenzen die Frauen zum Zeitungtragen bei bohem Berdienst gelucht, Meldungen: Schützenstraße 24/25, Mittenwalder ftraße 6, Prinzenstraße 41, Große Frankfurterstraße 33, Königstraße 56/57, Schiffbauerdamm 1, Alt- Moabit 138, Potsdamerstraße 33, Charlottenburg, Kantstraße 34. 97/ 20* Arbeit niedergelegt. Buzug iſt ſtreng fernzuhalten, auch von Bollerern und Poliererinnen anderer Branchen. Die Ortsverwaltung der Filiale Berlin des Verbandes der Vergolder Deutschlands. 225; 7 Kr. 78. 22. Jahrgang. 4. KnlU ilcs 3mMi" Serlim MMott §5Nabe«d, 1. Apnl 1905. Partei-Hngelcgenbeltcn. 6. Wahlkreis(Schönhauser Borstadt). Sonntag, den 2, April, abends ö Uhr, findet im Jägerhaus, Schönhauser Allee 103, eine Volksversammlung fiir Männer und Frauen statt. Vortrag des Genossen K o tz k e über:„Die Enttvickelung unserer Sozialgcsetz- gebung". Diskussion. Nach Schluß gemütliches Beisammensein und Tanz. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vcrtrauensnrann. öerUmr JVacbncbtcn» Umzug. Am T. April beginnt wieder die große Wanderung der viel geärgerten, ruhelosen, oft betrübten, verzagten, manchmal vom Hauspascha verstoßenen Wohnungsmieter von Berlin. Hoffnungsfreudig, froh, erwartungsvoll sind die wenigsten, fast jeder ärgert sich über den Umzug. Umzug, der Schrecken von zwei Wochen Wasch- und Reine- machetagen drängt sich für jeden braven Mann in dies eine Wort zusammen! Dreimal umziehen ist so gut oder so schlimm wie einmal abbrennen, heißt es im Volksmund. Wie mancher Familienvater ist auf diese Art schon mehrmals im Feuer ge- wesen! Wer den Siebenjährigen oder gar den Dreißigjährigen (Ehekrieg) hinter sich hat, dem kommt das Gruseln sicher schon beim bloßen Klange des Wortes„Umzug". Für die Haus- Paschas ist es ein unlösbares Rätsel, warum die Leute soviel umziehen und nirgends Ruhe haben: sie schütteln bedenklich den Bauch, wenn sie über diese Erscheinung nachdenken und würden am liebsten die Frei(um)zügigkeit beschränken, wenn es anginge. Ein Mensch mit klarem Blick sieht den Grund deutlich. Die Wohnungszustände sind erbärmlich, und bei den armen Leuten heißt es immer: Aus einem Loch heraus, ins andere Loch hinein. Daß sie mit der neuen„Wohnung" zufrieden sein können, ist natürlich ausgeschlossen, aber sie hoffen auf eine kleine Verbesserung. Man hat der Wohnungsnot mit Laubenkolonien zu begegnen versucht: man hat Garten- stadt-Gesellschaften gegründet; man hat die bekannte Losung ausgegeben: Zurück auf's Land, um die arbeitende Bevölkung weit hinaus in die Vorstädte zu ziehen, aber die alte Misere ist geblieben. Der Arbeiter ist mit seiner Familie an die Stadt gebunden; der Umzug wird immer wieder als bestes Mittel probiert, aber dies Mittel ist nur eine Täuschung. Es gibt Leute, die an eine Wohnungsnot nicht glauben wollen, weil sie ihre„herrschaftliche" Wohmmg sehr leicht mit einer anderen vertauschen können und dabei noch eine reiche Auswahl haben. Ja, da liegt eben der Hase im Pfeffer. So lange die Menschen sich noch in„Herrschaften" und„gemeines Pack" scheiden, so lange wird auch die Wohnungsfrage nicht befriedigend gelöst werden._ Bon der Verbreitung des SäuferwahnfiunS unter den Arbeitern. Gegen den Alkoholmißbrauch wendet sich der neueste ärzt- liche Jahresbericht des Krankenhauses am Friedrichs- Hain, der jetzt vom Magistrat veröffentlicht wird. Profeffor Dr. Stadelmann, der zu Beginn des Etatsjahres 1903/04 eingetretene Direktor der Abteilung für innerlich Kranke, hebt darin hervor, daß diesmal nicht weniger als 208 Fälle von Säuferwahnsinn aufgenommen worden seien. Das seien fast 7 Proz. sämtlicher Kranken. Die genauere Durchsicht der Tabellen ergibt, daß 209 Fälle von Alkoholvergiftung und ihren Folgezuständcn behandelt wurden, wovon 2 aus dem Vorjahre übernommen und 207 neu aufgenommen worden waren, 208 durch Entlassung oder Tod(203 5) in Abgang kamen und 1 im Bestände blieb. Dabei seien, sagt Professor Stadelmann, diese Zahlen eigentlich noch viel zu gering, da Säuferwahnsinn sich noch im Anschluß an zahlreiche andere Krank- heiten als Komplikation entwickelte ist. Bei den Kranken der Anstalt Friedrichshain trete in geradezu erschreckender Weise zutage. wie enorm der Alkoholmißbrauch„in der Arbciterbevölkerung dieser Gegenden von Berlin" verbreitet sei, und wie sehr diese Unsitte die Gesundheit und das Leben gefährde.„Ich gehe kaum fehl", so schließt Stadelmann,„wenn ich annehme, daß bei den Männern ein Mertel bis ein Drittel aller Krankheiten durch übermäßigen Alkoholgenuß(Schnaps) und seine Folge- erscheinungen hervorgerufen. Teils sind es Erkrankungen der Leber, teils der Nieren, teils des Herzens und der Gefäße, teils des Nerven- und Muskelapparates, die durch den Alkohol bewirkt werden und Leben, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit eines großen Teiles unserer arbeitenden Klaffe frühzeitig schädigen resp. vernichten." Das klingt allerdings sehr ernst. Wir wollen hinzu- fügen, daß zu den angeführten 208 Fällen noch 93 andere kommen, die durch die Hände des dirigierenden Arztes Prof. Dr. Krönig gegangen find. Krönig behandelte 94 Fälle von Alkoholvergiftung und ihren Folgezuständen, wovon drei aus dem Vorjahr übernommen und 91 neu aufgenommen worden waren, 93 durch Entlassung oder Tod(83-ff 5) in Abgang kamen und 1 im Bestand blieb. Stadelmann berichtet nämlich nur über die ihm vorbehaltene Hälfte der inneren Abteilung, Krönig über die andere Hälfte. Kr. erspart es sich, eine ähnliche Beftachtung über die Verbreitung des Säuferwahnsinns anzufügen. Er hat nicht mal das Ver- hältnis zur Gesamtzahl der Kranken berechnet. Hätte er das getan, so wäre er nicht auf„fast 7 Proz."(wie Stadelmann) gekommen, sondern nur auf etwa 2'/z Proz. Bei St. wurden nämlich 3431 Kranke behandelt, darunter 3253 neu auf- genommene, bei Kr. aber 3923 Kranke, darunter 3605 neu aufgenommene. Man sieht, was dabei herauskommt, wenn Statistik von Leuten getrieben wird. die nicht wissen, daß ans Teilbeobachtungen Schlüsse nur mit größter Vorsicht gezogen tverden dürfen. Da kann eben eine etwa vorhandene Ungleichheit der Verteilung das Ergebnis sofort sehr stark beeinflussen. St. bekommt sehr viel mehr Säufer unter die Finger als Kr. Beide zusammen hatten 303 Fälle von Alkoholvergiftung und Folgeerscheinungen, darunter 298 neue. Auf der inneren Abteilung wurden über- Haupt 7374 Kranke behandelt(ohne 169, die aus der äußeren AbteUung hierher verlegt wurden), darunter 6858 neue. Hier- nach kamen auf Alkoholvergiftung usw. etwas mehr als 4 Proz. Selbstverständlich ist auch das noch ein sehr hoher Prozent- satz. Unter allen Umständen verdienen die Worte des Professor St. über den Alkoholmißbrauch und seine Gefahren B e- achtung und Be herzig un g, nicht nur in der Arbeiterklasse, auf die St. sie beschränkt, sondern auch in anderen Gesellschaftsschichten, in denen bekanntermaßen auch nicht zu knapp getrunken wird. Doch über eine Unklarheit, die uns an dieser Statistik auffällt, müssen wir uns noch Belehrung erbitten. Der ärztliche Direktor be- ziehungswetse der dirigierende Arzt berichten über ihre Kranken jeder in mehreren Tabellen. In der Tabelle der Krankenbewegung buchen sie unter„Alkoholvergiftung und deren Folgezustände" mit dem Zusatz„Säuferwahnsinn" 209 bezw. 94 Behandelte. In der Tabelle der Verpflegungsdauer finden wir unter derselben Bezeichnung wieder 209 bezw. 94 Behandelte. Die Tabelle der Mortalitätsftequenz endlich enthält sämtliche 208 bezw. 93 erledigten Fälle, fügt aber nur die engere Bezeichnung„Säuferwahnsinn" hinzu. Nehmen wir nun den Bericht des vorhergehenden Jahres zur Hand, so finden wir in der ersten Tabelle unter„Alkoholvergiftung und deren Folgezuständc(Säuferwahnsinn)" beim ärztlichen Direktor 189 Behandelte und beim dirigierenden Arzt 123 Be- handelte. Die andere Tabelle gibt unter derselben Bezeich- nung nahezu dieselben Zahlen(188 und 121 Behandelte), aber in der letzten Tabelle stehen unter„Säuferwahnsinn" nur 102 bezw. 34 Fälle. Soll man aus solchen Zahlen schließen, daß die Häufigkeit des Säuferwahnsinns„in der Arbeiterbcvölkerrmg dieser Gegenden von Berlin" sich von einem Jahre zum andern verdoppelt hat? StSdtischc Straßenbahn und Hochbahn-Berlängerung. Wie kürzlich mitgeteilt, hat die städtische Verkehrsdepatation beim Polizeipräsidmm den Antrag gestellt, der Stadtgemeinde die grundsätzliche Ge- nehmigung zur Führung einer Straßenbahnlinie vom S p i t t e l- markt über den Hausvoigtei- und Wilhelmsplatz durch die V o ß st r a ß e zu erteilen, welche, durch die zwischen Spittelmarkt und Hausvoigteiplatz neu anzulegende Straße nach der Mohrenstraße gehend, in erster Linie der Entlastung der Leipzigcrstraße dienen loll. Das Polizeipräsidium hat nach einer Meldung der„Reichs- hauptstädtischen Korr." den Antrag der städtischen Verkehrsdeputation beim Minister befürwortet und dem Magistrat hiervon Kenntnis gegeben. Der neue Minister deS Jimern v. Bethmann-Hollweg erschien in der gestrigen Sitzung des Berliner Magistrats sofort nach der Er- öffming der Sitzung, um sich von den Mitgliedern des Magistrats- lollegiüms in seiner Eigenschaft als Oberpräsident von Berlin zu verabschieden. Der Minister hielt dabei eine Ansprache, in der er betonte, daß er die Selbstverwaltung der Kommunen sehr hochschätze und sie auch als Minister in den gegebenen Grenzen fördern werde. Die Pläne der Stadt Berlin würden auch in Zukunft sein wohl- wollendes Interesse finden.(Höfliche Worte, die an den Tatsachen nichts ändern.) Oberbürgermeister K i r s ch n e r dankte hieraus dem Minffter für diesen neuen Beweis des Wohlwollens und Interesses an der Weiterentwickelung von Berlin und dem Wohlergeben seiner Bürgerschaft, worauf der Minister sich von allen verabschiedete. Die berichtigte Berfrommungsverordnung. Die am IS. Juli 1898 veröffentlichte Polizeiverordnung über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage wird jetzt nachträglich von Amtswegen berichtigt. Der Schlußsatz deS§ 12 war irrtümlicherweise an die Ziffer 4 angefügt worden, so daß man ihn nur auf diese, die V o r a b e n d e der Weihnachts-, Oster-, Pfingst-, Büß- sc. Tage betreffende Vorschrift beziehen konnte, während jener Schlußsatz eme für den ganzen Paragraphen geltende Zusatz« bestimmung enthält und demnach als selbständiger Absatz ge- druckt werden mutzte. Der falsch gesetzte Schlußsatz lautet:„Das Verbot der öffentlichen Lustbarkeiten gilt auch für solche privaten Lustbarkeiten, die geeignet sind, die äußere Heilighalmng der Sonn- und Feiertage zu beeinträchtigen."—- In den sieben Jahren, während welcher die Bürgerschaft nach der inkorrekten Volizeiverordnung lebte, scheint übrigens der Irrtum keinerlei Malheur herbeigeführt zu haben. Die alberne Zeitungszensur auf den Bahnhöfen ist jetzt auch der Zeitschrift„Europa" gegenüber in Aktion getreten. Wie uns der Verlag dieser von Heinrich Michalski heraus- gegebenen Wochenschrist mitteilt, ist ihr Verkauf den Bahn- Hofsbuchhändlern verboten worden. An„Europa" arbeiten nebeit beachtenswerten bürgerlichen Politikern und National- ökonomen, wie Professor Sommer, Profeffor Staudinger, Pastor Kalthoff, Landgerichtsrat Kulemann und anderen auch einige sozialdemokratische Schriftsteller mit; die Zeitschrift bietet also Gewähr dafür, daß sie über das Niveau der Scherl- presse hinausragt. Grund genug, sie neben den sozialdemokratischen Blättern, neben der„Zukunft" und dem„Simpli- zissimus" zu maßregeln. Das Treiben der Eisenbahnzensur artet allmählich derart zum Unfug aus, daß ernsthafte bürger- liche Blätter sich schämen müssen, wenn sie noch auf den Bahn- Höfen zugelassen sind. Für das reisende Publikum bleibt gegen solche alberne Bevormundung leider keine andere Gegenwehr übrig, als daß es die Bahnhofsbuchhändler überhaupt un- behelligt läßt und seinen Bedarf an Reiselektüre anders- wo deckt. „Wider die Pfaffenherrschaft". Von diesem Werke, das vom Verlage der Buchhandlung Vorwärts herausgegeben ist, liegt nun» mehr das SO. Heft vor. Damit schließt dieser erste Band der unter dem znsammenfaffenden Titel„Knlturbildcr" im Erscheinen be. griffenen Einzelbilder ans der Kulturgeschichte der Menschheit. Der nächste Band bringt unter dem Titel„Die Hohenzollern- Legende" eine umfassende Darstellung der'Geschichte des gegen- wärtigen deutschen Kaiserhauses. Auch dieser Band erscheint in 50 Lieferungen a 20 Pf. und wird ebenso reichhaltig illustriert wie der erste Band. Das erste Heft der„Hohenzollem-Legende" wird von allen Parteibuchhandlungen und von den Kolporteuren zur Ansicht vor- gelegt. Indem wir unsere Leser jetzt ans das Werk aufmerksam machen, bitten wir sie bei allen Gelegenheiten für dieses Partei- Unternehmen zu agitieren und Abonnenten darauf zu sammeln. Sammellisten liefert jede Parteibuchhandlung in Berlin und den Vororten, die Parteispeditionen und Zcitungsspeditenre. Der neue botanische Garten in Dahlem ist vom 2. April ab bis Ende September d. I. an allen Sonntagen nachmittags von 2 bis 7 Uhr für Erwachsene und die in deren Begleitung befindlichen über 10 Jahre alten Kinder geöffnet. Der langjährige Leiter der Sittenpolizei,.Kriminalinspektor Geiger, tritt heute in den Ruhestand. Er steht im 50. Dienst- jähre. 33 Jahre gehörte er dem hiesigen Polizeipräsidium an, die letzten 19 Jahre an der Spitze der Sittenpolizei. Sein Nachfolger wird Kriminalkommissar Penzig, der schon lange bei der Sitten- Polizei beschäftigt ist. Dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß einige französische Kaufleute in Bordeaux sich in letzter Zeit von deutschen Exporteuren Waren auf Kredit erschwindelt haben, wobei sie eine angebliche Bankfirma in Bordeaux als Referenz aufgaben. Die Auskunft, welche diese zweifelhafte Vankfirma gab, lautete jedesmal vorzüglich. Wenn bei Eintritt der Fälligkeit die Zahlung ausblieb, und der Gläubiger anderweit Erkundigungen einzog, stellte es sich heraus, daß der Schuldner durchaus kreditunwürdig ist und Zahlungen nicht zu er- langen sind. Die weiter eingezogenen Erkundigungen habet: ergeben, daß diese Bankfirnm eine schwindelhafte AuSkunstsagenwr ist. Weitere, nur mündliche Auskunft wird im Bureau deS Vereins Berliner Kauflente und Industrieller während der Bureaustunden von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr gegeben. Verbrauch elektrischer Kraft. 97 Millionen Kilowattstunden werden nach einer Berechnung, die dem Etat der Stadt Berlin bei- gefügt worden ist, in diesem Jahre in Berlin voraussichtlich ver- braucht worden. Hiervon entfallen etwa 47 Millionen Kilowatt- stunden auf den Verbranch der Straßenbahnen innerhalb Berlins, 27 Millionen auf den Konsum durch Elektromotoren, 4 Millionen Kilowattstunden auf die mit Akkumulatoren versehenen großen Anschluß- stationen in Kaufhäusern, Restaurants ec. Der Konsum ftir die öffentliche elektrische Beleuchtung, einschließlich der Stromversorgung des Potsdamer Bahnhofs und der Bahnhöfe Zoologischer Garten, Friedrichstraße und Alexander-Platz ist auf rund 2 300 000 Kilowatt- stunden veranschlagt. Hierzu kommt dann noch der Verbrauch an elektrischem Strom für die Privatbeleuchtung mit etwa 19 Millionen Kilowattstunden. Die Zahl der elektrischen Glühlampen ist inner- halb Berlins auf SOZOOO gestiegen, die der Bogenlampen auf 20400 und der Anschluß der Elektromotoren von etlva 9000 Stück auf 10 000 Stück mit 33 800?s. Nominalleistung. Hinzu kommen noch 1097 verschiedene elekrische Apparate. Daß Gcschäftsinserate auS Ungarn vielfach auf gemeinem Schwindel beruhen, ist schon mehrfach von uns konstatiert worden. Bestätigt wird diese alte Erfahrung durch folgende Meldung des Polizeipräsidenten: Im«Berliner Lokal- Anzeiger" hat wiederholt ein gewisser A. K n o l l zu KöröSnezö 15(Ungarn)„Gebirgs-Tafel- butter" und„Bienen-Tafel-Honig" zum Kauf angeboten. In einem hier zur Anzeige gelangten Falle, in dem ein hiesiger Händler der- artige Waren von ihm bezogen hatte, hat die durch die hiesige staat- liche Untersnchnngsanstalt vorgenommene chemische Untersuchung er- eben, daß die Butter verfälscht und verdorben und der Honig eben- falls verdorben war. Der Polizeipräsident bringt diesen Sachverhalt warnend zur Kenntnis der Interessenten. Tie neue Droschkenorbnnng, die am r. April in Kraft tritt. hat noch Nachtragsbestimmungen erhalten. Die Schilder für die Halteplätze sind jetzt rot mit Angabe der Klaffe, für Droschken mit Fahrpreisanzeiger halb rot, halb weiß. Die älteren Schilder werden aufgebraucht. Das erste Verzeichnis der Halteplätze nach der neuen Ordnung sind für den ganzen Droschkenbezirk insgesamt 1005 Plätze. vorgesehen. Auf Berlin entfallen davon 935. Die übrigen ans Eharlottenbnrg, Schöneberg, Rixdorf, Weißensee, Wilmersdorf, Friedrichsberg und Lichtenberg. Es tverden jetzt nur noch drei Arten von Droschken unterschieden: l. Klaffe ohne Fahrpreisanzeiger. Droschken mit Fahrpreisanzeiger und II. Klasse. Weit Wer die Hälfte, SS3, der Plätze sind für Fahrpreisanzeiger besttmmt. Für die l. Klaffe gibt es 123, für die II. 339 Haltplätzc. Bemerkenswert sind folgende Einzelbestimmungen: Die Aufstellung von Droschken in der Joachimstratze ist nur von 10— 2% Uhr nachts gestattet. DaS Halten der Droschken in der Neuen Königstraße zwischen der Alexanderstraße und Alten Schützenstraße ist in der Zeit von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens auch dann untersagt, tvenn die Droschken bestellt sind. Den Droschkenkutschern, welche in der Zeit von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens mit ihren Gefährten in der Nähe de? Cafe National Aufstellung nehmen, ist es verboten, auf etwaigen Zuruf seitens der Fahrgäste vor das gedachte Lokal vor- zufahren. Offenbar ist diese Verordnung erlassen worden, da- mit die Droschkenkutscher von ihrem Bock aus nicht in das berüchtigte Cafe hineinsehen und so an ihrer Seele Schaden leiden sollen. Den Arbeiter», ihren Frauen und der heranwachsenden Jugend soll die im Verlage der Buchhandlung VorlvärtS erscheinende Wochen- schrift„In Freien Stunden" anregende Unterhaltung bieten. Die in dieser Zeitschrift veröffentlichten Romane, Novellen, Skizzen be- lehrenden und erheiternden Inhalts halten sich frei von den frömmelnden, byzantinischen Stoffen der meisten Unterhaltungsblätter, wie sie von Arbeitern gehalten werden können. Wir können daher unseren Lesern nur empfehlen, diese Zeitschrist zu abonnieren. In jeder Woche erscheint ein 24 Seiten starkes Heft für 10 Pf. Alle Parteipuchhandlungen und Kolporteure in Berlin und den Vororten. die Parteispeditionen und Zeitungsspediteure liefern die Hefte. Die Baugenossenschaft der Vereins der Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn besitzt, wie in der gestern abgehaltenen Generalversammlung der Genossenschaft mitgeteilt wurde, zur Zeit fünf Grundstücke, von denen zwei bereits bebaut, 134 Wohnungen und 7 Läden enthalten. Zwei Häuser befinden flch im Bau und tyerden 129 Mietern Unterkunst gewähren. Mit der Bebauung deS fünften Grundstücks wird noch in diesem Jahr« begonnen. Die Mit. gliederzahl ist im Jahre 1904 von 1210 auf 1588 gestiegen, di« Hast- summe hat sich von 372 000 auf 516 600 M. vermehrt. In der königlichen Bibliothek sollen bezüglich de» AuS- l e i h e n s der Bücher Verbesserungen angeordnet werden. Durch Strafgelder sollen die saumseligen Entleiher von Büchern nach- drücklich zur Ordnung angehalten werden. Die Leihfrist wird von vier Wochen auf drei Wochen herabgesetzt, und eine Verlängerung soll unter keinen Umständen eintreten. Die Benutzung der AuSleih- stelle, die bisher um drei Uhr zu Ende war, und das Nachschlagen in den Katalog-Zimmern, das die größte Erleichterung und Hülfe bedeutet, soll künftig bis sechs Uhr ausgedehnt tverden. Eine neue Omnibuslinie eröffnet die Allgemeine Berliner Onmibusgesellschaft Sonnabend, de» 1. April. Sie erhält die Nummer 27. Die neue Linie verbindet Bahnhof Schönhauser Allee mit dem Alexanderplatz. Die vierte stiidtische Fortbildungsschule, Berlin HO.. Heiners- dorferstr. 18, verbunden mit dem Gewerbesaal und der Berliner Tischlerschule, beginnt am 1. April 1005 das Sommer-Hawjahr. In der Erkenntnis, daß für jeden Beruf heute neben der praktischen Ausbildung eine theoretische sich als unabweisbar herausgestellt hat. ist bei der Einrichtung der Kurse besonderes Gewicht darauf gelegt worden, daß Theorie und Praxis Hand in Hand gehen. In besonderen Fachklaffen werden Maler, Lithographen, Tischler, Maschinenbauer, Mechaniker, Kunst- und Bauschloffer unter- wiesen, während die allgemein bildenden Kurse, Deutsch, Rechnen und Buchführung den Angehörigen aller Berufe dienen. Die für Handwerker so unerläßliche Zier- und Rundschrift wird in besonderen Kursen gelehrt. Die Angestellten der Notariats« und Anwaltspraxis wie auch die jungen Kaufleute finden besondere Berücksichtigung ihrer Wünsche in den Kursen für fremde Sprachen. Stenographie und Maschinenschreibe� kaufmännisches Rechnen und Korrespondenz, Wechselrecht und Handelsgeographie. Anmeldungen nimmt täglich entgegen der Leiter, Rektor Lutzenberger, Heiners- dorferstraße 18. Theater. In der neuen Ansstattungspoffe.. noch einmal so lieben", ivelche heute Sonnabend rm Belle-AIliance- Theater zum erstenmal in Szene geht, spielen Josephine Dora und Bozena Bradsky Verwandlungsrollen.— Jon LehmmmS neues Stück„Augen rechts", das Dienstag im S ch i l l e r« Theater 0. zum erstenmal zur Aufführung kommt, ist ein« politische Komödie. ES treten in ihr Repräsentanten aller deutsche« politischen Parteien der Gegenwatt auf.— Im Rational- Theater findet Sonnabend eine Aufführung von.Don Juan" statt; am Sonntagabend werden„Die lustigen Weiber von Windfor" erstmalig iviederholt, am Nachmittag geht zu ermäßigten Preise» „Der Freischütz" in Szene. Vorort- JShcbnchtem Charlottenburg. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die zweite Vorstellung der Freien Volksbühne Charlottenburg findet Freitag, den 14. April, abends 8>/z Uhr, im VolkShause statt. Zur Aufführung gelangen »Liebelei", Schauspiel in drei Akten von Artur Schnitzler, und »Die Hafenpfote", Schwank in einem Akt von Hans Brennert. — In der ersten Abteilung des Vereins sind nur noch loenige Plätze zu vergeben. Diejenigen, die sich noch anschließen wollen, werden deshalb gebeten, ihren Beitritt gefälligst baldigst bei einer der nach folgenden Zahlstellen anzumelden: Päsler, Schlüterstr. 8; Will, Kirchsir. 31; Franz Schmidt, Wilmersdorferstr. 130; Müller. Rosinen- straße 3(Volkshaus): Konsumverein, Wilmersdorferstr. 27.— Am Karfreitag 7 Uhr veranstaltet der Verein im Volkshause einen Kunst abend init musikalischen, deklamatorischen und gesanglichen Darbietungen ernsten Inhalts. Ein städtisches Untersuchnngsamt für ansteckende Krankheiten wird am 1. April eröffnet und mit dem pathologischen Institut des Krankenhauses Westend in Verbindung gebracht werden. Das Amt ist bestimmt, den Aerzten eine frühzeitige Feststellung der Jnfektions. krankheitcn zu erleichtern und deren Bekämpfung zu ermöglichen, indem die ursächlichen Erreger bekannt und der bakteriologischen Untersuchung zugänglich gemacht werden. Dadurch wird man im- stände sein, der Entstehungsursache des Einzelfalles nachzuspüren, sowie einer Verbreitung des Krmikheitsstoffes vorzubeugen, inS- besondere aber auch die Herde kennen zu lernen, von wo aus sich die Krankheitskeime entwickelt haben. Es werden zur Untersuchung gelangen in erster Linie Unterleibstyphus, Diphtherie, Influenza, Lungenentzündung, Tripper, Tuberkulose, Milzbrand, Genickstarre, Cholera, kurz alle Infektionskrankheiten mit Ausnahme von Pest, wofür das königliche Institut für Infektionskrankheiten eintritt. Das Amt stellt sich lediglich den praktischen Aerzten Charlottenburgs zur Verfügung, sie erhalten auf ihren Wunsch direkt vom Amt oder durch Vermittclung der Apotheken die nötigen Entnahmegefätze, die sie mit den Auswurfstoffen entweder direkt oder mittels der Apo- theken an das Amt senden. Die Untersuchung, von deren Ergebnis nur den Aerzten Mitteilung gemacht wird, ist unentgeltlich. Das Untersuchungsamt ist wochentäglich von 8 bis 7 Uhr, Sonntags von S bis 1 Uhr, in dringenden Fällen auch nachmittags geöffnet. In der Fürsorge für Lungenkranke zwei wesentliche Aenderungen ein: Die treten mit dem 1. April Anstellung eines V e r- traue nsarztes für Tuberkulose bei der Armenver- waltung und die Eröffnung einer städtischen Fürsorge- stelle für Lungenkranke im Krankenhause Kirchstraste. Der Ver- trauensarzt der Armenvcrwaltung und zugleich der Leiter der Für- sorgcstellc, Dr. Becker, wird alle Lungenkranken, die ganz oder teil- weise für Rechn'.mg der Armenverwaltung in Heilstätten auf-- genommen werden sollen, auf ihre Aufnahmefähigkeit untersuchen, alle aus den Heilstätten entlassenen Kranken aber in regelmäßigen Zwischenräumen nachuntersuchcn und sich über den Erfolg der Kur und die etwaige Notwendigkeit weiterer Behandlung und Ueber- Weisung äußern. Die weitere Behandlung bleibt Sache des Stadt- orztes des Bezirks. Die von der Armenverwaltung ganz unabhängige Fürsorgestelle wirv unbemittelte lungenkranke und krankheitsverdächtige Personen in regelmäßigen öffentlichen Sprechstunden unentgeltlich beraten, auch die erforder- lichen mikroskopischen und sonstigen Untersuchen vornehmen: sie wird dabei Hand in Hand mit der„Lungenkrankenfürsorge vom Roten Kreuz" arbeiten. Die hier tätigen Schwestern werden die ihnen gemeldeten Kranken und krankheitsverdächtigen Personen, ins- besondere auch die Familienangehörigen der gemeldeten Kranken, in der Fürsorgestclle im Krankcnhause dem Arzte zur Untersuchung und Begutachtung vorstellen, an den Sprechstunden als seine Ge- hüls innen teilnehmen und von ihm die Anweisung für alle Mast- nahmen erhalten, die für die einzelnen Kranken und ihre Familien zu treffen sind. Die Besuche in den Wohnungen der Kranken sollen wie bisher lediglich durch die Schwestern erfolgen. In die be- handelnde Tätigkeit der Aerzte soll dabei in keiner Weise eingegriffen werden; gerade auf ihre Mitarbeit wird vielmehr in erster Reihe ge- rechnet. Ebenso, wie es jetzt bei der Fürsorgestelle in der Charit« geschieht, werden die Aerzte ersucht, auch der Charlottenburger Für- forgestelle die ein Eingreifen erfordernden Fälle aus ihrer Praxis und die Fälle, wo Zweifel über die Diagnose hestehen, zu überweisen. Kranke, die sich in ärztlicher Behandlung befinden, werden nur dann in der Fürsorgestelle untersucht werden, wenn der behandelnde Arzt damit einverstanden ist. Um noch mehr als bisher zu erreichen, daß Lungenkranke im frühesten Stadium der Krankheit zur Unter- suchung kommen und rechtzeitig Heilstätten usw. überwiesen werden können, ist mit den K r a n k e n k a s s e n und freien Hülfskaffen amt- lich in Verbindung getreten worden, damit sie ihre Aerzte und Mitglieder veranlassen, alle zweifelhaften Fälle, bei denen der Ver» dacht auf Tuberkulöse besteht, an die Fürsorgestelle zu melden. Die S ch u l d e p u t a t i o n ist ersucht worden, der Fürsorgestelle alle Kinder anzuzeigen, bei denen die Schulärzte Verdacht auf Tuberkulose haben. Auch das städtische Krankenhaus wird der Fürsorgestelle alle ■aus ihm nicht als völlig geheilt entlassenen Lungenkranken zur Ueber- nähme der weiteren Fürsorge melden. Mit den verschiedenen Stationen der Gemeindeschwestern ist im gleichen Sinne in Verbindung getreten worden. UebeNveisungen Kranker können ent- weder an die Lungeickrankenfürsorge vom Roten Kreuz, Kirchstraste 5, oder unmittelbar an die Fürsorgestclle im Krankenhaus, Kirchstraste, erfolgen. Die Sprech st unden daselbst finden Dienstags und Donnerstags nachmittags von b Uhr ab statt. Einen Selbstmordversuch auf der Polizeiwache machte gestern nachmittag die Malerwitwe Liebscher aus der Potsdamerstraße 17a zu Charlottenburg, die sich als Köchin ernährt. Die 47 Jahre alte Frau wurde um 11 Uhr vormittags bettunken in der Kurfürston- straße angetroffen und zu ihrer eigenen Sicherheit nach der Wache des 33. Reviers gebracht. Weil sie dort lärmte, schloß man sie in eine Zelle ein. Als man sich später nach ihr umsah, hatte sie sich mit einem Tuch am Fenster erhängt. Sie wurde abgeschnitten. von einem Arzt inS Leben zurückgerufen und in ein Krankenhaus gebracht. Schöneberg. Die industriellen Unternehmungen Schönebergs, die sich seit der Stadtwerdung von Jahr zu Jahr vermehrt haben, werden in der nächsten Zeit einen bedeutenden Zuwachs erhalten. Das über 1 Morgen grohe v. Kramstasche Grundstück an dem Tempel- hofer Werkstätten- Bahnhof zwischen der Anhalter Bahn und der Gemarkungsgrenze von Tempelhof soll durch die Gesellschaft für Grundbesitz an eine grostindustrielle Firma zur An- legung von umfangreichen Fabriketablissements verkauft werden. Die Gesellschaft hat sich deshalb an den Magisttat mit der Frage ge- wandt, ob er gegen derartige Errichtnngen Einwendungen zu erheben habe. Der Magistrat scheint diesem Unternehmen wohlwollend gegen- über zu stehen und dürfte wahrscheinlich in nächster Zeit die Zu- stimmung der Stadtverordneten-Versammlung einholen. Rixdorf. Der 6. und letzte volkstümliche Kunstabend am Sonntag im Realgymnasium ist Rosseggcr gewidmet. Aus„Schriften eines WaldschulmeisterS",„Briefen eines Bauernknechtes" werden einzelne Ab- schnitte zuv Verlestuig kommen; mehrere Gedichte, komponiert von Äienzl. Schumann, Parlow:c., werden gesungen und der 2. Akt auS dem Drama„Am Tage des Gerichts" vorgeführt werden. Eintritts- karten zu 40 Pf. mit Programm und Liedertexten sind in den Buch- Handlungen von Bickhardt, Bergwald, Seidler und beim Gastwirt Hoppe, Berlinerstr. 14, zu haben. Spandau. Stürmische Auftritte brachte wieder einmal die Stadtverord neten-Sitzung am Donnerstag, und zwar bei Verhandlung des Magistratsvorschlag.-s auf Einführung von Kommunal-Wahlbezirken für die 3. W ä h l e r k l a s s ei Der Berichterstatter Stadtv. «iefert(Vorsitzender des Grundbesitzervercins und Stadtv. der 1. Abteilung) versuchte die Vorlage zu begründen. Bei dem bisherigen Modus(Wahl in verschiedenen Lokalen je nach dem Anfangsbuch staben eines Namens) müßten die Wähler oft sehr weite Wege zu rücklegen, um nach ihrem Wahllokal zu gelangen; diesem Um stände sei wohl auch Hauptsächlich� die laue Wahlbeteiligung in der 3. Abteilung zuzuschreiben.— Stadtv. R i e g e r(Soz.) erklärte, daß die 3. Abteilung schon aus Gerechtigkeitsliebe keineswegs für sich allein eine solche„uneigennützige" Rücksicht beanspruche, sie wollte sehr gerne auch für die Bequemlichkeit der 2. Abttilung sorgen. In letzterer, welche etwa 2533 Wähler zähle, seien die Zustände noch schlimmer, da hier die Wahl stets in einem Lokal vorgenommen zu werden pflege. Indem also Redner die Bezirks-Einteilung auch auf die 2. Abteilung auszudehnen beantragte, ging er zu einer Kritik der Scharfmacherpläne über, die sich hinter dem vorliegenden An- trage verstecken. Nicht der Unbequemlichkeit wegen fei bisher immer der größte Teil der Wähler von der Wahl ferngeblieben, sondern— weil sie wirtschaftlich dermaßen abhängig seien, daß sie nicht wagen dürften, ihrer Ueberzeugung, ihrer'Interessen gemäß öffent- lich zu wählen, da hckanntlich bei derartigen Wahlen von den staats- erhaltenden Kreisen mit den niederträchtigsten Mitteln des Terroris- mus operiert werde. Darum hat sich seit Jahren ein großer Teil der Staatsarbeiter daran gewöhnt, indirekt die Wahl ihrer Vertrauenspersonen zu unterstützen, indem sie absichtlich der Wahl fernblieben. Nun hoffe man durch die Einführung von Wahlbezirken fiir die 3. Abteilung diesen Terrorismus noch besser zu organisieren. Dieselben Zweckmästigkeitsgründe welche für die 3. Abteilung ins Feld geführt werden, seien auch für die 2. Abteilung maßgebend. Unsere Genossen würden also nur der Zerkleinerung beider Ab- teilungen zustimmen. In der weiteren Debatte hält es der Stadtv. und Meister der Geschützgietzerei Hannemann für angebracht, die StaatSarbeiter gegen die Behauptung Riegers, daß ie innerlich sozialdemokratisch dächten, in Schutz zu nehmen, da dies eine Beleidigung sei. Der Herr erntete mit dieser komischen, mit offensichtlichen Tatsachen gar zu schroff im Wider- spruch stehenden„Verwahrung" schallendes Gelächter bei unseren Genossen und eine derbe Antwort.— Unsererseits legten sich noch die Genossen Pieck und Schmidt für den sozialdemokratischen Er- Weiterungsantrag ins Zeug, jedoch vergeblich: die Magistratsvorlage wurde unverändert angenommen. Für unseren Antrag erhob sich nur e i n bürgerlicher Stadtverordneier, die Frei- innigen stimmten— was noch der besonderen Festnagelung be- darf— geschlossen dagegen! Steglitz. Mit der Etatsberatung begann nunmehr endlich auch unsere Gemeindeverttetung, und zwar vor sehr schwach besetztem Hause; gerade zwei Drittel der Herren waren anwesend. Um in Zukunft eine so späte Etatsberattmg zu verhindern, wurde, wie hier vorweg- genommen werden mag, ein Antrag Fischer angenommen, welcher )en Gemeindevorstand verpflichtet, künftig mit der Aufstellung so eitig zu beginnen, daß die Gemeindevertteter spätestens am 13. Februar im Besitz des Voranschlages sind und die Beratung Anfang März stattfinden kann.— Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß infolge der günstigen finanziellen EntWickelung eine abermalige Herabsetzung des Kommunalsteuer-Zuschlags möglich gewesen sei, und zwar von 115 auf 135 Prozent, einschließlich der Kreissteuer. Auf die während der vierstündigen ersten Lesung des Etats von der Minorität gestellten Anträge brauchen wir nicht näher einzugehen; es genügt zur Kennzeichnung der Mehrheit, wenn gesagt wird, daß sie sämtlich abgelehnt wurden bis auf einen, welcher die Einführung einer Wertzuwachs- Steuer bezweckt; hier war die Mehrheit so gnädig, eine Kommission zu wählen, welche die Sache vorberaten soll.— Nur noch einige Zahlen 'eien mitgeteilt. Der Etat für 1335 balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 1573333 M. Die Schulden sind von 3�/, Millionen Mark im Jahre 1933 auf öl/2 Millionen für 1935 gestiegen, gleichzeitig ist jedoch auch das Vermögen der Gemeinde im gleichen Zeit- räume von 3 352 471 M. auf 5147 623 M. angewachsen. Unsere höheren Schulen erfordern einen Zuschuß von 136 333 M., die Volks- 'chnle einen solchen von 178 333 M.; auf den Kopf des Schülers berechnet, ergibt sich, daß die Gemeinde für jeden Gymnasiasten 92 M., für jeden Realschüler 72,66 M., für jede„höhere Tochter" 57,75 M., dagegen fiir jeden Bolksschüler nur 45,53 M. aufwendet. Daß trotzdem der Antrag Häneke auf fteie Lieferung der Lern- mittel für die Volksschüler abgelehnt wurde, ist bei der Zusammen- ctzung der Gemeindeverttetung nicht zu verwundern. Für Zwecke der Feuerwehr sind 23 533 M. eingestellt und außerdem für Aufstellung von Feuermeldern 13 333 M. 233 333 M. für eine Badeanstalt beleben die Hoffnung, daß auch dieses Projekt endlich feiner Aus- rihriing näher kommt, und 13333 M. sind dazu bestimmt, die Zrunetvaldbahn in absehbarer Zeit fettig zu stellen. Die Schloß- 'traße soll durch Rasenstreifen verschönert und gleichzeitig soll damit ein besserer Schutz gegen Unglücksfälle durch die Elekttilche erreicht werden, fiir welchen Zweck die eingestellten 11 533 M. nicht zu hoch erscheinen. Die Ferienkolonien sind mit 1333 M. bedacht, die Volks- bibliothck mit 533 M. und sogar für die Schillerfeier find 333 M. vorgesehen. Als Zukunftsmusik soll noch erwähnt werden, daß sich unsere Gemeindeverwaltung mit dem Plan trägt, zur Verschönerung unseres Ortes eine Promenade rund um Steglitz zu schaffen. Zu einer Schiller-Feier rüstet man auch in unserem Ort. Die Vorbereitungen, die in der Hand eines Komitees liegen, sind schon so weit gefördert, daß der Arbeitsausschuß dieses Komitees mit einem Programm, das allerdings die Lokalfrage noch offen läßt, m die Oeffenilichkeit getreten ist. Die„Volks-Schiller- Feier" ist für die Zeit vom 6. bis 9. Mai derart geplant, daß am Sonnabend, den 6. Mai,„Wallensteins Lager" für Schüler auf- geführt wird, Sonntag dasselbe Stück für Erwachsene; beide Auf- führungen, an die sich-Rezitation usw. mrschließt, finden bei freiem Eintritt statt. Montag und Dienstag find Wiederholungen. Dem Ehrenkomitee gehört auch der zweite Vorsitzende des sozialdemokra- tischen Wahlvereins. Genosse Timat, an. Es mutz befremden, daß seine Eigenschaft als Vereinsvorsitzender nicht öffentlich zum Aus- druck gebracht ist, während dies bei anderen Mitgliedern des Komitees, soweit sie Vereinsvorsitzende sind, geschah. Ober-Schöneweide. Die neu errichtete obligatorische Fortbildungsschule in Ober- Schöncweide beginnt mit ihrem Unterricht am 13. April, nachmittags 6 Uhr, im Gebäude der 2. Gemeindeschule in der Wattstraße. Zum Besuch der Schule sind nach dem Ortsstatut verpflichtet: jeder unter 18 Jahre alt�, im Gemcindebczirk beschäftigte oder wohnhafte ge- werbliche Arbeiter, Geselle, Gehülfe, Lehrling, Handlungsgehülfe Und Lehrling. Befreit vom Schulbesuch sind solche, welche einen gleichwertigen Unterricht nachweisen können. Die Anmeldungen für die Schule werden in den Tagen vom 3. bis 6. April abends 5— 7 Uhr, seitens des Schulleiters Rektors Reh im Schulgcbäude Wattstraßc entgegengenommen. Der lebten GemeinderatSsibung lag der Beschluß des Kuratoriums für die zu errichtende obligatorische Fortbildungsschule vor, sämtliche Lernmittel für zirka 153 Schüler auf Kosten der Gemeinde zu übernehmen. Die Kosten hierfür als auch für Lehrmittel be- lausen sich auf zirka 933 M. Die Vertretung stimmte dem zu mit der Begrenzung, daß Bleistifte, Federn und andere Kleimgkeiten selbst zu beschaffen seien.— In Sachen der Errichtung von unent- geltlichen Untersnchungsstellen für L u n g e n k r a n k e soll mit hiesigen Aerzten verhanhelt werden. Für eine zu errichtende K r e i s-L u n g en- Heilstätte wurden 1333 M. bewilligt.— Zwecks Herbeiführung eines Vertrages mit der U u t c r g r u n d b a h n- G e s e l l s ch a f't wurde eine Kommission gewählt, der auch Genosse Grnnow 'angehört.— Ein Antrag des Grundbesitzervereins auf Entfernung der Baumreihe von dem Bürgersteige der Wilhelminenhofsttaße wurde abgelehnt; desgleichen die Verbreiterung der Tabbertstraße. — Die Festsetzung der Umsatzsteuer für bebaute Grundstücke auf 1 Vz Proz. wurde von der Aufsichtsbehörde als zu hoch erachtet, und demgemäß auf 1 Proz. ennäßigt.— Die Verhandlungen mit der Postbehörde auf Schaffung eines Nachttelephons sind ge- scheitert, da die verlangte Garantiesumme von 2333 Mark von den Interessenten nicht gezeichnet ist.— In Sachen der Des- i n f e k t i o n bei ansteckenden Krankheiten führte Genosse Grunow Beschwerde, daß, entgegen einem Gemeindebeschluß, den Betroffenen enorm hohe Kosten angerechnet werden. Zudem sei die Ausführung wohl nicht zweckmäßig, wenn, wie des öfteren, die Desinfektion 3 bis 4 Wochen nach erfolgtem Tode oder Gesundung erfolgt. Andererseits ist sie auch mangelhaft, da in einigen Fällen Möbelstücke dabei sehr gelitten haben. Ebenfalls ist das Melde- wesen hierfür durchaus nicht geregelt. Vom Vorsteher wurde die Berechtigung der Beschwerde anerkannt und Abhülfe zugesagt. Die weitere Beschwerde über die willkürliche Neubenennung bestehender Straßennamen seitens des Amtsvorstehers wurde ebenfalls als begründet erachtet. Friedrichsfelde. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung m der Hauptsache mit der Beratung des Jahres-Etats. Vorher wurde beschlossen, die in voriger Sitzung abgeänderte Umsatzsteuer- ordnung, nach welcher von bebauten sowie unbebauten Grundstücken IMs Prozent zu erheben wäre, dahin abzuändern, daß von bebauten Grundstücken 1 Prozent und von unbebauten Grundstücken 2 Prozent erhoben werden. Dieser Beschlutz wurde mit 12 gegen 13 Stimmen gefaßt. Gegen den Beschluß waren die Grundbesitzer, weil sie fürchteten, es würden sich schwerer Käufer für ihre Ländereien finden.— Die Etatsberatung begann in ihren einzelnen Positionen. Ter Gesamt-Etat beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 385,333 M.(im Vorjahre 333 533 M.)— An Zuschlägen sollen er- hoben werden: Zur Einkommensteuer 133 Prozent(123 Prozent), zur Grund- und Gebäudesteuer 263 Prozent gleich 2,3 vom Tausend des gemeinen Wertes(243 Prozent bezw. 2,1 vom Tausend), zur Gewerbesteuer 195 Prozent(183 Prozent). Bei der Spezial- diskussion wandten sich die Karlshorster Hausbesitzer besonders gegen die Erhöhung der Einkommen st euerzuschläge. Sie fanden die Ausgaben für Armenwcsen, für Feuerlöschwesen usw. zu hoch, holten sich aber eine gründliche Abfuhr. Genosse P i n s e l e r hemängelte u. a. die Summe für Aushülfe von Lehrkräften als viel zu niedrig und beantragte, dem Armenhausverwalter mehr fteie Zeit für seine Tätigkeit zu gewähren. Ter Mann ist' Amtsdiener und besorgt die Verwaltung des Armenhauses mit 46 Insassen während seiner freien Zeit. Durch unsere Genossen wurde beim Feuerlöschwesen eine Aenderung herbeigeführt. Bisher wurden an die beiden freiwilligen Feuerwehren Unterstützungen gezahlt, welche unter anderen auch dazu dienten, Geräte anzukaufen. Von jetzt an kauft die Gemeinde alle erforderlichen Feuerlöschgeräte und leiht diese der Feuerwehr zur Benutzung. Die Gemeinde hat nun ein Kontrollrecht und ein Eigentumsrecht an den aus Steuermitteln angeschafften Gegenständen. Eine Kommission von 5 Mitgliedern, darunter Genosse Pinseler, ist mit der Durchführung dieser Sache betraut. Köpenick. I In der letzten Stadtverordneten-Versammlung wurde Herr Stadtrat Fabarius auf6 Jahre zum unbesoldeten Beigeordneten gewählt. Gleichzeitig wurde ihm das Bürgerrecht verliehen. Wegen Errichtung der obligatorischen Fortbildungsschule mußte nochmals Beschluß gefaßt werden. Nach einem vorliegenden Schrei- ben des Regierungspräsidenten, kann der Zuschuß der Regierung für 1935/36 nur„nach Maßgabe der noch vorhandenen Mittel" gewährr Werden. Des weiteren kann die Regierung sich auch nicht verpflichten, ür alle Zeiten einen Zuschuß von zwei Dritteln der entstehenden Kosten zu übernehmen, sondern es kann dies nur immer auf drei Jahre geschehen. Es wurde deshalb beschlossen, die fakultative Fort- bildungsschule solange bestthen zu lassen, bis der Zuschuß der Regie- ruug sichergestellt ist. Dies dürfte am 1. Oktober dieses Jahres der Fall sein. Dem Antrag des Gastwirts Grothe auf pachtweise lieber- lassung des Vorgartens am neuen Rathaus, zur Ausübung der Schankkonzession im Sommer, wurde stattgegeben. Die.Pachtsumme beträgt pro Jahr 53 M. Treptow-Baumschulenweg. Wenn Hausbesitzer Steuern zahlen sollen. Die sozialdemoftati- scheu Gemeindevettreter hatten, wie wir bettchteten, bei der Etat« beratung angeregt, die G r u n d w e r t st e u e r. die jetzt'/io Proz. des gemeinen Wettcs sämtlicher bebauten und unbebauten Grund- stücke bettägt, auf 2 Proz. zu erhöhen. Dieser Vorschlag hat die freisinnigen Hausbesitzer in helle Wut versetzt. Auch unser Amts- blättchen geifett gegen diesen Steuerplan, der nochmals kurz dargestellt sei. Der Erhebung der Grundwertsteuer wird in unserer Gemeinde der 28fache Betrag des amtlich festgesetzten Nutzungswertes zugrunde gelegt. In anderen Orten wird je nach Lage der betreffenden Grund- stücke der 18— 28fache Nutzungswert als Norm festgesetzt. Doch bettägt die Grundwertsteuer z. B. in Schöneberg 2 Proz., in Rixdorf 2«/, o Proz. und in Britz sogar 3'-/,� Proz. Die von unseren Genossen beantragte Erhöhung auf 2 Proz. war also nicht hoch. Ihre Durch« führung würde eine Mehreinnahme von etwa 1 Million Mark er- geben. Die Einnahmen aus der Grundwertsteuer können dann aber auch noch erhöht werden, wenn die Grund- stücke, welche durch den Kanal, die Känalisatton und so weiter ohne Zutun der Eigentümer und durch die Auf- Wendung von Gemcindemitteln in den verkehrsreichsten Straßen bedeutend im Werte gesttegen sind, einer richtigen Einschätzung unterworfen werden. Zu diesem Zweck wäre die Selbsteinschätzung not- wendig mit der Bestimmung, daß die Grundstücke von der Gemeinde zu den» eingeschätzten Betrage jederzeit gekauft werden können. Hierbei wäre eine zu niedttge Einschätzung fast ausgeschlossen. Zu hoch würden sich die Hausbesitzer gewiß nicht einschätzen. Mit dieser Reform würden auch die Klagen über angebliche„Ueberschätzungen" seitens der Behörden verstummen. Die Wirkung der erhöhten Grundwerffteuer nach den dargelegten Grundsätzen würde in einer schärferen Besteuerung der Villen mit großen HauSgärten, der Bau- Plätze und des Spekulantentums zum Ausdruck kommen. Pankow. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung beschäftigte sich noch- mals mit der Errichtung eines Realgymnasiums, für welches bereits als erste Rate 23 333 M. in den Voranschlag für 1935 eingesetzt sind, um einen förmlichen Beschluß herbeizuführen. Nach längerer Debatte wurde die Errichtung des Gymnasiums mit 16 gegen 6 Stimmen beschlossen und der neu zu errichtenden Anstalt der Name „Helmholtz- Gymnasiu m" beigelegt.— Die jetzt als Sack- gaste bestehende Pestalozzistraße soll bis zur Schloßstraße durchgelegt werden, die Kosten fiir die Durchlegung fallen den Adjazenten zur Last.— Ein sozialdemokraiischer Antrag, die Kosten für die Um- Pflasterung des bereits bestehenden Teiles der Straße die Anlieger tragen zu lassen, welche den pekuniären Nutzen von der Durch- legung der Straße haben, wurde abgelehnt.— Der seit 14 Jahren amtierende Dezernent des Wasserwerkes, Schöffe Heyn, hat fein Amt niedergelegt.— Ans der Erörterung dieser Angelegenheit ging hervor, daß die Ursache der Niederlegung in dem autokratischen Re- giment des Amtsvorstehers zu suchen ist, welcher über die Köpfe d« Dezernenten hinweg bestimmend eingreift und schon zu wiederholten Malen Verträge abgeschlossen hat, die nicht zum Nutzen der Gemeinde dienten und nur durch entgegenstehenden Beschluß der Gemeinde- Vertretung nicht ratifiziert wurden. Der wieder vorgeschlagene Schöffe Heyn lehnte jede Wiederwahl ab; es wurde als Dezernent Gcmeiiidcbcttrcter Jackrath gewählt. Keravstv. Redakteur: Paul Büttiur, Berlin. Kür den Lnseratenteil verantw.: Xh. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag-. Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SV/.