tr. 81. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Cricheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Arbeiterausschüsse abgelehnt. Die Kommission des Dreiflaffenhauses hat am Dienstag eine foziale Friedenstat geleistet: sie hat mit 14 gegen 14 Stimmen die obligatorischen Arbeiterausschüsse abgelehnt. Dagegen hat sie folgenden Antrag der Konservativen und Freikonservativen angenommen: Mittwoch, den 5. April 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Station Schuanmaodse etwa parallel mit dem Laufe des Lomiho. Eine Schlacht läßt sich in nächster Zeit faum erwarten, obgleich auch die Japaner Neigung zeigen, fich zu konzentrieren und unter Deckung ihrer Kavallerie eine tiefe Umgebung borzunehmen. Unser Kundschafterdienst fann nur gehoben werden, wenn sich unsere Ansicht über die Ethit der Spionage ändert und wir große Summen für sie auswerfen. Enorme Dienste haben uns hier die chinesischen Beamten und die Chunchufen geleistet. " Ethik der Spionage" ist gut. Offenbar soll das heißen, daß die russischen Offiziere, die den Spionagedienst organisieren, fünftig nicht mehr den größten Teil der Gelder in eigene Tasche stecken, fondern die Spione anständiger bezahlen. Zu dieser Ethit ivird man sich freilich schwerlich aufschwingen! freifinniger Seite wurde betont, daß das Institut sich namentlich da, wo es sich um Stein- und Kohlenstürze handelt, bewährt habe. Keinesfalls fönne ein Schaden dadurch entstehen. In England hätten sich die Arbeiterkontrolleure als sehr wirksam gezeigt. gatorische Einführung von Arbeiterausschüssen wurde gegen das Es wurde dann zur Abstimmung geschritten. Der Antrag auf o blis Bentrum und die Freifinnigen abgelehnt. Dagegen wurde der Antrag angenommen, wonach den Arbeiterausschüssen als solche eine politische Tätigkeit untersagt wird. Abgelehnt wurde der freiEs ist Aufgabe des Arbeiterausschusses, auf geordnete und sinnige Antrag auf Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Ausschüsse. friedliche Verhältnisse in der Arbeiterschaft des betreffenden Berg- Die Vorlage, soweit sie die Arbeiterausschüsse betrifft, wurde dann wverts hinzuwirken und Störungen der öffentlichen Ordnung jowie mit folgender Maßgabe angenommen: Das attive Wahlrecht ist nicht Bebrängung von Arbeitswilligen insbesondere auch gelegentlich von abhängig von der Kenntnis der deutschen Sprache; notivendig ist Arbeitseinstellungen hintanzuhalten. Eine politische Betätigung ist eine einjährige Beschäftigung. Mit 14 gegen 14 Stimmen wurde den Arbeiterausschüssen und deren Mitgliedern unbeschadet der Aus- der Antrag abgelehnt, daß die Wahlberechtigung der Ausschuß übung ihres politischen Wahlrechts untersagt. Zuwiderhandlungen mitglieder von einer Arbeitsdauer von fünf Jahren abhängen folle; ziehen den Verlust der Mitgliedschaft und die Auflösung des Aus- die Arbeitstätigkeit muß drei Jahre betragen. Die Wahldauer Ein abenteuerliches Verproviantierungsprojekt. schuffes nach sich. Die Entscheidung darüber steht der Bergbehörde beträgt drei Jahre. Angenommen wurde der Antrag, daß Petersburg, 4. April.( Herolds Depeschen Bureau.) Für st zu.( Als Absatz 2 des§ 80 f.) der Arbeiterausschuß, der seine Zuständigkeit überschreitet, durch das Schilkow sowie verschiedene hohe Beamte des Wer Oberbergamt aufgelöst werden kann, ebenso der Antrag über das tehrsministeriums haben, um die russische Armee zur FortBerwaltungsstreitverfahren. Mit 14 gegen 14 Stimmen fegung des Krieges mit dem genügenden Proviant zu ver wurde der Teil des Entwurfes, der das Justitut sehen, den Vorschlag eingebracht, ein mit Proviant beladenes gelehnt. Dagegen wurde die Bestimmung der Vorlage, Bu diesem Zweck ist der englische Kapitän Wiggins von der russischen Re der Arbeiterausschüsse obligatorisch macht, ab Geschwader durch das nördliche Eismeer nach Sibirien zu entsenden. daß vor dem Erlaß der Arbeitsordnung oder eines Nachtrages zu gierung ersucht worden, sich nach Paris zu begeben, wo er eine Unters derselben auf denjenigen Bergwerfen, für welche ein ständiger Arbeiter redung mit einem dort weilenden hohen Beamten des russischen ausschuß besteht, dieser über den Inhalt der Arbeitsordnung oder Verkehrsministeriums haben wird, um mit diesem die Bedingungen des Nachtrages zu hören ist, und daß auf den übrigen Bergwerken zu beraten, unter welchen er die Leitung der Expedition übernehmen den volljährigen Arbeitern Gelegenheit gegeben werden muß, fich will. Es heißt in Petersburg, daß die Regierung gleichzeitig mit über den Inhalt der Arbeitsordnung oder des Nachtrages zu äußern, dem Plane umgehe, einen Freihafen an der Mündung des angenommen. Jenissei zu eröffnen. Die europäische Handelswelt ist an der Durchführung dieses wichtigen Planes im höchsten Grade interessiert. Wenn der Mandschurei- Armee auf diese Weise ihr Proviant zugeführt werden soll, braucht Japan teine Besorgnisse zu hegen! Zur Friedensfrage All das Gesäufel vom sozialen Königtum, von der Erfüllung der berechtigten Arbeiterforderungen, vom sozialen Frieden ist ab getan. Das Geldsackparlament läßt sich auf teine Experimente, auf kein Schachern und fein Handeln ein. Wir oder Ihr! Dazwischen gibt es nichts. die von der Arbeitszeit, dem sogenannten sanitären Arbeitstage, Die Beratung wandte sich dann den Bestimmungen der Vorlage, handeln, zu. Der borgerüdten Zeit wegen wurde sie aber bald abgebrochen und ihre Fortsetzung auf Mittwoch vertagt. Die Revolution in Rußland. Fortdauer der allgemeinen Gärung. Recht so!. Wozu das Vertuschen und Versteckspielen! Die überschlaue Regierung gedachte den Arbeitern mit dem Spielzeug der von vornherein zur Ohnmacht verdammten Arbeiter ausschüsse weiß zu machen, daß sie doch noch etwas von ihr, der Unternehmerregierung zu erhoffen hätten. Die Junker und die Gruben tapitalisten aber lassen sich auf diesen sozialen Schwindel nicht ein. Was die Grubenherren außerhalb des Parlaments schon aus gesprochen und wonach fie gehandelt haben, danach handeln sie auch in dem Parlament, das ihnen durch das Klassenwahlrecht ausgeliefert ist. Der Arbeiter soll Sklave sein, so lange er sich die politische Herrschaft der Unternehmer gefallen läßt. Und er wird es sein! spricht sich Herr Ssuworin in einem schmerzlich bewegten Nichts da von Gleichberechtigung, nichts da von sozialem Frieden! fleinen Briefe" aus, der in einem geradezu verzweifelten Einer nur fann Herr sein! Und der Unternehmer ist der Herr! Der Appell an die Regierung austlingt. Herr Sf. Herr im Betriebe und der Herr im Staate, der Herr in der Gesezist überzeugt, daß Rußland das, was es abtreten sollte, nie gebung. Und er nüßt seine Herrschaft, wie mur irgend ein Petersburg, 4. April. Die Nachrichten aus dem Innern wieder erlangen würde. An eine Revanche sei nicht zu denken brutaler Sklavenhalter. Das follen die Arbeiter endlich Rußlands lauten fortgesetzt ernst. Im Rautasus dauern und die Konzessionen würden sich mehren. Japan werde von einsehen lernen. Den sozialdemokratischen, Klassenbewußten Arbeitern die Unruhen fort, in Tiflis haben neuerdings blutige der Mandschurei jährlich 200 Millionen Einnahmen beziehen ist es ja längst bekannt. Sie segen feine Hoffnungen auf den guten Exzesse stattgefunden. Auch in den baltischen Pro- und für die russische Kontribution eine 2 Millionen- Armee Willen der Kapitalistenregierung und des Kapitalistenparlaments. Dingen ist die Ruhe noch nicht wieder hergestellt. Die schaffen, auch ohne Hülfe Chinas; und wenn noch China Aber die Millionen Arbeiter, die noch am Gängelbande sozialer Behörden von Riga haben, um eventuellen Unruhen infolge rüsten sollte, so würde Rußland weit zurückgedrängt werden " Friedens"-Parteien trotten, sie müssen erst noch durch immer neue der Anwesenheit Marim Gortis vorzubeugen, letzterem und als Bufferstaat zwischen der gelben und weißen Rasse Taten der Kapitalistenbrutalität belehrt werden, daß es kein heil die Erlaubnis gegeben, nach der Krim abzureisen. In von der einen wie von der andern abhängig sein und beiden für sie gibt außer im rücksichtslosen Klassenkampfe, deffen Ziel mir Petersburg selbst ist die Ruhe nur eine schein- seinen Tribut zahlen. Rußland werde dann allem, was im sein kann die Niederwerfung der politischen Herrschaft des Unter- bare. fernen Dsten geschaffen, Lebewohl sagen müssen, aber auch im nehmertums. Keine Harmonie mit dem Unternehmertum, fein Weiteres von der offiziellen Konterrevolution. nahen Drient, den es so leichtsinnig aufgegeben habe. Europa Vertrauen zu der Regierung und dem Parlament des Unternehmer- Die der Zensur unterliegenden„ Odesstija Nowosti" freue sich schon jetzt, daß Rußland in der Todesagonie tums, kein Vertrauen zu denen, die den Arbeitern Friedensschalmeien( Odessaer Nachrichten") veröffentlichen in der Nummer 6591 liege. Im Innern werde die Revolution" populär und blasen, von Harmonie der Klassen erzählen und die Arbeiter ber- bom 16./29. März eine Korrespondenz aus Rischinew, dem unsere Staatsmänner, die doch auch russische Männer sind, die hindern möchten an der selbständigen Wahrnehmung ihrer Hauptorte der agitatorisch- hegerischen Tätigkeit des berühmten schwer unter all dem leiden müssen, hüllen sich in Schweigen. Interessen! Kruschewans, worin die Gründung einer„ Patriotischen Soll man wirklich erst die Konstitution abwarten, die Liga Bessarabiens" angekündigt wird. Der§ 1 des Statuts den Minister zum Reden verpflichtet? Genügt es wirklich an Aus den Verhandlungen der Kommission teilen wir noch einige formuliert die Zwecke:„ Die Liga stellt sich in den Dienst der diesen kühlen Regierungskundgebungen, die in Polizeiprosa Einzelheiten mit. Sie begannen am Dienstag bereits damit, daß Jutereffen der Regierung und der Administration im Kampfe verfaßt sind, in einem Augenblick, ba ganz Rußland brennt die Freikonservativen der geheimen Wahl der Arbeiterausschüsse wider für die Aufrechterhaltung der in Rußland bestehenden staat- und die Sturmglocken heulen? Wir wissen nichts, weder unsere sprachen. Dann wurden von freifonservativer Seite schon Ginwendungen lichen und gesellschaftlichen Ordnung zur Hülfe." Weiter wird Verluste, noch unsere Mittel, noch die Absichten der Regierung. gemacht gegen die politische Tätigkeit der Mitglieder der Arbeiter- gesagt:„ Als Mittel zur Verwirklichung dieser Ziele erkennen In diesem Schweigen der Regierung tappen wir im Finstern, ausschüsse, obwohl sonst keinem Menschen im Deutschen Reiche, er wir an: a) die Propaganda in Wort und Schrift; b) die Stritit der wollen aber Licht! Entweder rascher den Semsti Sjabor oder fei in irgend welcher Stellung, die politische Tätigkeit gefeßlich ver- Kritik der Mitglieder revolutionärer Parteien an der bestehenden flare bestimmte Aufklärungen seitens der Minifter... boten ist. Die Konservativen fündigten dann einen Antrag zum Ordnung; c) das Erwecken der Feindseligkeit in den Massen Schuße der Arbeitswilligen an. gegen die agitatorische Tätigkeit der Revolutionäre; d) die Mitteilungen an die Polizei über verbrecherische Tätigkeit." Die russische Reaktion wird mit diesen Gründungen sicherlich ebensowenig Glück haben, wie seinerzeit mit den Subatomschen Arbeiterorganisationen, mit denen sie ein so glänzendes Fiasko gemacht hat! Politische Ueberlicht. Berlin, den 4. April. Die Marokkofrage in Frankreich. Der Minister erklärte den Antrag für unzulässig, weil die Materie durch Reichsgefeßgebung geregelt fei, hält es auch für aweifelhaft, ob es überhaupt zulässig sei, die Mitglieder des Ar beiterausschusses wegen politischer Tätigkeit aus dem Amte zu entlassen. Für möglich hält er es, den Arbeiterausschuß aufzulösen, Die Maroffo- Erörterungen bieten nebenbei einen bedeutwenn er als solcher politische Tätigkeit entwidele. Er möchte samen Beitrag zur Erkenntnis des politischen Standes der aber empfehlen, einen solchen Beschluß, der dem Oberbergamte nach Ein Zarenbesuch des Prinzen Heinrich. deutschen und der französischen Zeitungen. Während in dem Vorschlag der Nationalliberalen übertragen werden solle, von dem Antrage oder mindestens von der Zustimmung des BergwerkPetersburg, 4. April. Prinz und Prinzessin Deutschland die gesamte bürgerliche Presse mit verschwindend besitzers abhängig zu machen. Von konservativer Seite wurde der Heinrich von Preußen sind heute vormittag in Bars- wenigen Ausnahmen jede kritische Besinnung über die Bülowsche Ansicht Ausdruck gegeben, daß man, wenn man dem Arbeiter foje Selo eingetroffen. Auf dem Bahnhofe waren zum Maroffopolitit verlor und die jähe Wendung des deutschen ausschusse die Vertretungsberechtigung gefeßlich einräume, dem Empfange erschienen der Kaiser und die Kaiserin Verhaltens zu Frankreich gar in Verzückung bestaunt, ist der Arbeiter das Recht der Selbständigkeit nehme. mit fleinem Gefolge. Nachdem die hohen Herrschaften sich französischen Presse, soweit sie nicht von Herrn Delcassé abEs wurde sodann zur Erörterung der Frage übergegangen, ob herzlichst begrüßt hatten, zog der Prinz den Botschafter in ein hängt oder nationalistisch verwirrt ist, die Anerkennung zu Arbeiterkontrolleure zur Beaufsichtigung der Grubensicherheit heran- längeres Gespräch. Sodann fuhren der Kaiser mit dem gollen, daß sie in voller Selbständigkeit sich ein unabhängiges gezogen werden sollten. Hervorgehoben wurde zugunsten der Ein- Prinzen und die Kaiserin mit der Prinzessin nach dem Urteil bildet und ausspricht. richtung, daß die Arbeiter eine größere Beruhigung hätten, wenn die ihrigen die Sicherheit mit überwachten, daß auch die Bergwerts- Alexanderpalais, wo die hohen Gäste Wohnung nehmen. Um Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Wenn deutsche Zeitungen so energisch und unumwunden deutschen Bürgertum unmöglich ist, so begibt sich das groteske Schauspiel, daß die deutsche Presse nun keineswegs über französische Vaterlandslosigkeit redet, sondern durch lärmende Berufung auf die französische Kritik gegen Delcaffé den BülowRuhm noch zu vergrößern glaubt. befizer großes Interesse daran nehmen müßten, ihre Verantwortlich den Charakter eines Familienbesuches zu wahren, gegen die auswärtige Politik der deutschen Regierung vorfeit badurch abzuschwächen, daß sie sich auf die Mitbeaufsichtigung wurde dem Wunsche des Prinzen entsprechend von jedem gehen würden wie in der Maroffofrage die republikanischen der Grube durch einen Arbeiter berufen könnten. Der Minister offiziellen Empfang abgesehen. Die Dauer des Blätter in Paris gegen die Politit des Herrn Delcassé, fo meinte, die Einrichtung sei zwar sicher nicht nachteilig, es habe sich Besuches ist bis Ende dieser Woche in Aussicht genommen, würde in allen Tonarten entrüsteter Wut von Vaterlandsaber gezeigt, daß ein Bedürfnis dafür nicht vorhanden sei.( Daß die worauf der Prinz nach Stiel zurückkehrt, während die losigkeit und Vaterlandsverrat getobt werden. Da aber die Arbeiter das Bedürfnis nach Kontrolle der Gruben durch ihre Prinzessin ihre Schwester Großfürstin Sergius nach Moskau franzöfifchen Zeitungen die Festigkeit beweisen, die im Vertrauensleute empfinden, das geht den Minister natürlich nichts an!) Jedenfalls dürfe man den Wert nicht überschätzen. Eine begleiten wird. zwangsweise Einführung der Arbeiterkontrolleure halte er aber auf feinen Fall für empfehlenswert. Von nationalliberaler Seite wurde geltend gemacht, daß der Arbeiter den Bergwerksbefizer nicht entTasten fönne, weil ihm die Sachkenntnis abgehe, nur gelernte Petersburg, 4. April. Den letzten aus der Mandschurei einBeamte tönnten die Gefahren des Betriebes genau erkennen. getroffenen Nachrichten zufolge hat General Linewitsch den dort an- Dabei sind die Fehler, welche in dem Verhalten Das hindere nicht, daß sie aus dem Arbeiterftande hervorgehen fäffigen Europäern den Rat erteilt, Charbin zu verlassen und ihren Delcassés zu Deutschland in der Maroftofrage gefunden fönnten und tatsächlich hervorgingen. Zu ihrer praktischen Erfahrung Wohnfiz weiter nach Sibirien hinein zu verlegen. Weiteren Nach- werden, jedenfalls weit geringfügiger als die Fehler ber müßte aber eine weitere theoretische Ausbildung von etwa zwei- richten vom Kriegsschauplage zufolge rücken bie japanischen Truppen deutschen Negierung. Wenn Delcassé vor Jahresfrist den jähriger Dauer treten. Die Arbeiterkontrolleure würden auch das, immer weiter nach Norden vor. was die Arbeiter sich in bezug auf die Betriebssicherheit zu Schulden tommen ließen, nicht melden, weil sie dann sicher sein könnten, nicht wiedergewählt zu werden. Es würde also die Wahl der Arbeiterfontrolleure zu einem erheblichen Agitationsmittel werden. Bon Der„ Nowoje Wremja" wird aus Hundschulin gemeldet: Fehler beging, sich mit Deutschland nicht über Marokko zu Gegenwärtig ist unsere Armee völlig kon verständigen, so hat die damalige deutsche Geringwertung der zentriert. Unsere Vorlinien stehen nach Süden von der Zukunft Marokkos diesen Fehler im höchsten Maße beStation Sipingai senkrecht zur Bahn, nach Norden von der günstigt. Und vor allem kann dieser Fehler entfernt nicht die weit schwereren Mißgriffe der deutschen Diplomatie recht- fertigen, welche plötzlich um Marokkos willen die Be- Ziehungen zwischen Deutschland und Frankreich aufs schwerste beeinträchtigt und die internationale Spannung außer- ordentlich verschärft.— Die Fehde eines großen Teiles der französischen Presse, insbesondere der sozialistischen, gegen den Leiter der aus- tvärtigen Politik hat aber ihren überaus berechtigten Grund, den die deutschen Ausbeuter dieser Fehde fteilich nicht sehen und nicht sehen wollen, in dem seit langem dauernden und steigenden allgemeinen Mißtrauen gegen die Politik des Herrn Delcassö. Die französischen Sozialisten, auf die sich in Zitaten zu berufen Graf Bülow heute schon beabsichtigt, verfolgen die Wege der französischen Kolonialpolitik in kritischem Mißtrauen, sie haben insbesondere gegen die Methode der Einwirkung, wie sie die französische Regierung in Marokko an- zuwenden begann, eindringlichst gewarnt. Wenn nun die Marokkopolitik der französischen Regierung jetzt den Anlaß gab, daß Deutschland den Schein eines ihm zugefügten Unrechts allsnutzen konnte und daß eine sehr bedauerliche Zuspitzung der ftanzösisch-deutschen Beziehungen eintrat, so ehrt sich die französische Sozialdemokratie im höchsten Maße durch ihre Kritik an einer Kolonialpolitik, die für das französische Volk große Fährnis bringt. Von diesen Gesichtspunkten aus ist beispielsweise auch die. scharfe Polemik Clömenceaus in der„Aurore" zu be- urteilen. Clömenccau schreibt: „Herr Delcasss ist in vier verschiedeilen Kabinetten Minister geblieben, unter Verachtung der verfassungsmäßigen Formen, dank einem höfischen Einfluß, bei dem ich heute nicht verweilen will. Herr CombeS und Herr Rouvier haben sich ihn aufnötigen lasten, ohne die Entschuldigung zu haben, daß sie seine Ver- sehlungen nicht kannten. Man komnmnizierte mit dem Zaren. Man hatte ihn gesehen. Man hatte ihn berührt. Man hatte mit ihm gesprochen. Welche Herrlichkeit!... Ah! Wenn ich die Muße dazu hätte, welche Studie ich über den eselhaften Sno- bismus der kleinen Emporkömmlinge der Demokratie vor den „Tyrannen" schreiben könnte, gegen die die Wut ihrer Ahnen ent- fesselt war!... Herr Delcasto träumte von Marokko. Die Eroberung schien ihm eine bloße Spielerei... Bei Faschoda glaubte er, seine Größe gestatte ihm, England als Luft zu behandeln. Das Ergebnis ist bekannt. Auch in betreff Marokkos hat Herr Delcassv es sich zum Programm gemacht, sich um Deutschland nicht zu künimern, daS doch nicht gerade eine zu vernachlässigende Größe ist. Die Folgen waren denn auch durchweg die nämlichen... Welche Emschuldigung kann er anführen, daß er den Marokkovertrag Deutschland nicht amtlich mitgeteilt hat, was uns die uirentwirrbaren Verlegen- heiten von heute erspart hätte?... Kaiser Wilhelm hat nicht ohne Geschicklichkeit aus den schweren Fehlern unserer sogenannten Diplomatie Nutzen gezogen. Jetzt heißt es vor allem, diese Fehler nicht noch zu verschlimmern... Durch die eigene Schuld des Herrn Delcasss ist die Stunde des Redens vorüber. Jetzt wollen wir sehen, wie er zu handeln weiß." In dies« Ausführungen zeigt sich als letzter Grund des Widerwillens die Russenpolitik Dclcasses. Die französische Demokratie knirscht wider den unnatürlichen Bund mit dem Zarismus, der neben anderen schweren Folgen firr Frankreich ein Hindernis der ersehnten französisch- deutschen Aussöhnung bedeutet.— Reichstag. In den südivestafrikanischen Schlund warf der Reichstag in der Dienstagsitzung wiederum 27 Millionen. Dann wurde ein Antrag, der im Grundbuchwesen eine nicht sehr wesent- liche aber praktische Verbesserung einführt, unter Zustimmung aller Parteien in erster und zweiter Lesung angenommen. Auch bei den Wahlprüfungen ging es zunächst glatt. Die Wahlen der Abgg. Gamp(Rp.) und Merten sfrs. Vp.) wurden debattelos für gültig erklärt. Zu einem lebhaften Redekampf kam es dagegen bei der Entscheidung über die Wahl des freisinnigen Abgeordneten für Fürth-Erlangen. Die früher beanstandete Wahl sollte jetzt nach dem Kommissions- Vorschlag für gültig erklärt werden. Die Genossen Fischer und Geyer wiesen eingehend nach, daß hier wieder eine der in dieser Session so zahlreichen Rechtsbeugungen zuungunsten unserer Partei vorliege. Der Beanstandungsbeschluß war ge- faßt worden, um festzustellen, ob die Zahl der vorschrifts- widrigen Stimmzettel groß genug sei, um für den Fall ihrer Kassierung ein anderes Wahlresultat herbeizuführen. Die Erhebungen hatten bestätigt, daß bei einem Abzug der un- gültigen konservativen Stimmen unser Parteigenosse Segitz Konstantin Meunier. Brüssel, 4. April. Der Bildhauer Konstantin Meunier ist heute morgen k'/z Uhr im Alter von 74 Jahren an einer Herzkrankheit gestorben. Ein Künstler und ein Held hat in Brüssel sein Dasein beschlossen. Zwei Welten stehen trauernd an seinem Grabe. Die kleine Schar, in deren weiche Hände heute noch das Urteil über Ruhm und Größe des künstlerischen Schaffens gelegt ist, hatte er durch die Gewalt seines Könnens bezwungen. Als er vor vier Jahren, am 12. April 1901, seinen siebzigsten Geburtstag feierte, wußte die Welt, was sie an ihm besaß, ehrte sie in ihm den Künstler, der die klassischen Formen der Antike in modernem Geiste neu er- schaffen hatte, und allen ästhetifierenden Theorien entgegen, die die Kunst stir sich selber fordern, befestigte sich sein Ruhm: kein Wider- spruch ward laut gegen das allgemeine Urteil, das diesen Tendenz- künstler in die Reihen der Großen aller Zeiten erhob. Das dankt er seiner Kraft, seinem großen Künstlertrotze l Er verlangte. daß man ihn nahm, wie er war: er hat Jahrzehnte im Dunklen ge- hungert, ehe er zu Licht und Anerkennung emporstieg und die Wider- strebenden bezwang. Fernab aber naht eine andere Schar seinem Grabe, eine un- geheuere, im Dunkel lebende, darbende, namenlose Menschenflut, unendlich wie der Ozean. Und das sind die, denen sein Leben galt, denen er sein großes, unsterbliches, ehernes Lied von der Arbeit Ehre sang, deren Dasein er mit all seiner Künstlerliebe umfaßte. Konstansin Meunier war der Bildhauer des Proletariats. Meunier ist fünfzig Jahre alt geworden, ehe er seinen Weg fand. Als Jüngling, als er bei seinem Bruder, dem Kupfer- siecher I- B. Meunier seinen ersten Unterricht nahm, begeisterte er sich an den Werken der klassischen, antiken Kunst. Aber noch fand er nicht die Kraft, zu jel>en reinen Quellen zurückzukehren: irre- geleitet durch das Vorbild einer seichten akademischen Kunst, vom Zwange der Mode tyrannisiert, wird er scheinbar einer unter vielen, bis ihm, dem reifen, fast alternden Manne durch alle Hüllen einer verzärtelten Unkunst der wahre und große Geist seiner Zeit erschien und ihn seinen Beruf finden ließ. Von der Dichtung wie von der bildenden Kunst hatte das Zeit- alter der Romantik Abschied genommen. Die Wirklichkeit des Lebens Orderte ihr Recht. In Frankreich hatte FranxoiS M i I l e t in seinen schon im ersten Wahlgange gewählt worden wäre. Gleichwohl fiel die Kommission, in der eine größere Zahl der bisherigen bürgerlichen Mitglieder durch neue ersetzt wurden, um und beantragte Gültigkeit. Im Plenum besaß nur ein Teil der Zentrums- Abgeordneten Anstand genug, mit uns für Un- gültigkeit einzutreten. Alle anderen Parteien, auch Herr v. Gerlach eingeschlossen, schlössen sich zu der bürgerlichen Koalition zusammen, die sich jetzt stets zusammenfindet, wenn es gilt, sozialdemokratische Mandate zu kassieren oder bürgerliche, von uns bedrohte Reichstagssitze zu retten. Trotzdem der Präsident klug genug war, durch die Aus- ficht auf neue Profite mit Hülfe des Antrages Kanitz über die Zollkredite, den er ebenfalls auf die Tagesordnung gesetzt hatte, eine größere Anzahl Agrarier herbeizulocken, war das Haus nicht beschlußfähig. Bei der namentlichen Abstimmung über die Wahl Barbecks, die Genosse Singer beantragt hatte, flog die Sitzung auf. Am Mittwoch stehen Petittonen auf der Tagesordnung.—_ Das Programm des Ministeriums Fortis. In der Deputiertenkammer und im Senat in Rom ist folgende ministerielle Erklärung des Ministerpräsidenten Fortis verlesen worden: Wir haben Ihnen keine neue politische Richtung zu verkünden. Der Umschwung in der ministeriellen Krisis zeigt, daß unser Werk, gestützt auf eine breite parlamentarische Grundlage, darauf gerichtet ist. ein Programm durchzuführen, welches das Land in seinen Haupt- zügen bereits günstig aufgenommen hat. Wir müssen indes unser Programm ausführlicher darlegen, ohne auf das zurückzukommen, was bereits in der Erörterung vom 23. und 24. März erklärt worden ist. Kein Verzug ist unS zugestanden worden in der Eisenbahnfrage, um den Uebergang deS Eisenbahnbetriebes auf den Staat für den 1. Juli sicher zu stellen. Wir bringen einen Gesetzentwurf ein, der mit einigen angebracht erscheinenden Abänderungen die Grundzüge des Entwurfs des früheren Ministeriums einschließlich der Wirtschaft- lichen Besserstellung der Angestellten aufnimmt, andererseits Vor- schlage enthält, die teils zu soforttger Durchführung bestimmt sind, teils darauf abzielen, vom 1. Juli ab den vom Staate zu über- nehmenden Eisenbahndienst zu regeln. In allen inner- politischen Fragen, die die gesetzmäßige Folge der neuen, von der legitimen Organisation der Arbeiter abhängenden sozialen Bewegung sind, werden wir die Ideen von Recht und Billigkeit sowie Vertrauen zur Anwendung bringen, welche den neu zur Geltung gekommenen Kräften entsprechen, die mit den anderen bereits bestehenden Kräften durchaus harmonieren können und die im niodernen sozialen Leben wirksam sind. Aber wir werden niemals darein willigen können, daß die Autorität des Staates vermindert o der verkannt werde. Die auswärtige Politik Italiens, die in klarer Weise vorgezeichnct ist durch die wiederholten Kundgebungen des Parlaments und durch den klar ausgesprochenen, aus feste Bündnisse und Freundschaften sich gründenden Willen des Volkes, kann und soll in keiner Weise eine Abweichung erfahren. Gerade weil Italien den Frieden will, muß eS für Verbesserung s e i u e r m i l i t ä r i s ch e» O r- g a n i s a t i o n Sorge tragen. Auch der Flotte, die ein sehr wichtiger Faktor der Friedenspolitik ist. muß besondere Sorgfalt zugewandt werden. Wir müssen und wollen Ihnen aber die Versicherung geben. daß wir niemals die Grenzen aus dem Auge lassen iverden, die unsere Finanz- läge uns auferlegt, und daß wir uns angelegen sein lasten werden, Sparsamkeit in jedem nur möglichen Umfange zu üben. Wir sind durchdrungen von der ganzen Wichtigkeit der Finanzftage und es ist unser fester und unabänderlicher Wille, ein solides Gleich- gewicht des Budgets aufrechtzuhalten und den hohen Kredit des Staates zu lvahren. Es darf nicht vergessen werden, daß vor dein Lande die Verpflichtung übernominen worden ist, die verfügbaren Beträge des Budgets für die Steuerreforn, zu verwenden, die die Staatslasteir besser verteilen und sie»veniger drückend für die minder be- »ni t t e l t e n Klassen machen soll. Auf sozialem Gebiete iverden wir die schon mit Erfolg begonnene Gesetzgebung»veiter- führen, es werden Vorlagen betreffend soziale Re'formen und ebenso solche betreffend den öffentlichen Unterricht eingebracht iverden. Wir bitten Sie, uns nach unseren Werken zu beurteilen.— Dies Programm ist so unbestimmt wie nur möglich gehalten. Es ist noch viel verschwommener als die Programme der ftüheren Ministerien. Nicht eine beabsichttgte gesetzliche Maßnahme wird mit deutlichen Worten angekündigt. Man wird das Ministenum Fortis also wirklich erst nach seinen„Taten" beurteilen können. Rom, 4. April.«.Privatdepesche des„Vorwärts".)„Avanti" nennt den politischen Teil von Fortts Rede eine Paraphrasierung von Giolittis letztem Wahlprograrmn. Bezüglich der Eisenbahnfrage zeige das Ministerium durch Mangel konkreter Vorschläge seine Un- reife. Im Vordergrunde des Interesses stehe die Ankündigung neuer Bildern die ländliche Arbeit geschildert, hatte Gustav C o u r b e t, der Kommunard. die nackte, brutale Wahrheit des Lebens ge- malt— ein Revolutionär in der Kunst wie in der Politik. Unter ihrem Einfluß und dem seines Freundes de Grour wandte sich Meunier zunächst auf deni Gebiete der Malerei einer wahrhaft sozialen Kunst zu, die nicht mehr als weinerliche Mitleids malerei auf das weiche Gemüt spekuliert, sondern nichts will, als die Wahr- heit, die heilsam und lehrreich ist, mag ihr Lumpengewand noch so erschreckend und abstoßend erscheinen. So geht die Kunst den Weg des Sozialismus, der ja auch in seiner spekulativ-utopistischen Periode die Menschen durch Rührung und Liebe in seine Bahnen lenken wollte und erst, wissenschaftlich geworden, gelernt hat. auf dem harten, schmutzigen Boden der Wirklichkeit Stellung zu finden, statt sich in den Wolkenhöhen allgemeiner Gefühlsseligkeit zu verlieren, Der Anregung eines gleichstehenden Genossen, Camille Lem monier folgend, besucht er die Judustriebezirke, die weiten Kohlenfelder Belgiens, und in dieser„pgysaZs triste", der„traurigen Landschaft" Verlaines findet er das eigentliche Gebiet seines Künstlerberufes. Jetzt verschwindet aus feinen Bildern alles Klein- liche und Genrehafte. Denn hier, wo das uuknnstlcrische Auge nichts als ein tausendfaches Gemenge unbedeutender und niedriger Einzelheiten sieht, findet er Größe, ja Erhabenheit. Seine jugendliche Begeisterung für die Antike, für den großen monumentalen Zug, entflammt sich auf's neue an diesem Masten- bilde der Arbeit. und in den wuchtig ciuherschrcitcnden Gestalten der Proletarier entdeckt er die klassische Größe energischen Zweck- strebenS und verhaltener Riesenkraft. Die Malerei hört'allmählich auf, ein Ausdrucksmittcl für das Große zu sein, das er da erlebt. Und so wird er zum zweitenmal wieder Bildhauer. Er schildert den Hafenarbeiter, den Fischer, den Puddler, den Säemann, den Schnitter, den Holzhauer, den Hammerschmied und schließlich den Bergmann, der zumLieblingsgegenstande seinerDarstellung wird. Halbnackt oder nur von leichtschließendem Gewände umhüllt, stehen diese Gestalten vor uns; wir sehen den Kohlengräber, wie er im ttefften Zustande scheinbarer Erniedrigung wie ein Wurm ge- krümmt, kaum mehr vom Erdreich unterscheidbar. im Grubenloch kauert, um der Menschheit Licht und Wärme zu schaffen. Wir sehen ihn aber auch wieder hoch aufgerichtet, kühn, trotzig, fast heraus- fordernd dastehen, ja selbst in die Gestalt der jungen Bergarbeiterin mischt sich es die jugendliche Anmut ein frühreifer Zug herber Größe. Und das sind alles keine ausgeprägten„Individualitäten". Militärausgabe», nach denen Patriotismus und Profitgier schreien. Der„Avanti" hebt das eisige Schweigen des Parlaments bei dieser Ankündigung hervor. Fortis' Versuch, den CrispiismuS wieder zu beleben, werde an der größeren Reife des Landes scheitern, das nicht äußeren Glanz, sondern Gesittung und Wohlstand wolle. Deutfckes Reich. Die Militiir-Pensionsgcsctzc. Die Vudgetkommission des Reichstags setzte am Dienstag die Generaldebatte über die Militär- Pensionsgesetze fort. Referent Abg. Graf O r i o l a und Korreferent Abg. Erzberger regten die Frage an, welche Wirkungen die vorgelegten Entwürfe auf die Verhältnisse der Zivilbeamten der Einzelstaaten und des Reiches haben würden, da es doch unmöglich angehe, die Beamten dauernd schlechter zu stellen als die Offiziere. Geheimrat Jahn gab auf die vorgelegten Fragen Auskunft und bemerkte, daß die angeregte Gewährung des sogenannten Gnadenguartals auch ftir die Hinterbliebenen der Beamten zu finanziellen Bedenken kaum Anlaß gebe; wenn man aber den Militäranwärtern in ihrer Beamten- eigeuschaft die miliiärische Dienstzeit anrechne, dann würden die niedrigsten Gehälter überhaupt nicht mehr gezahlt werden. Die Mililäranwärter ständen sich aber im allgemeinen nicht unerheblich besser als die Zivilanwärter, so z. B. in den mittleren Beamtenstellen. Eine Aufbesserung der Militäranwärter greife übrigens auch tief in die Verhältnisse der Gemeinden ein. Abg. Erzberger bestritt die Richtigkeit dieser Ausführungen in ein- zelnen Punkten. Abg. Dr. Arendt hielt für selbstverständlich, daß die Bergünstigungeu des Militär- PensionSgesetzes auch auf die Beamtenschaft übertragen werden müßten. Das sei kein Nachteil, sondern ein Vorteil des Gesetzes; eS sei übrigens unabweisbar, daß die Pensionen bei der Preissteigerung für Lebensbedürfnisse erhöht würden. Abg. v. Richthofen wünschte auch einen Nachweis der Wirkungen der geplanten Gesetze auf die K o m m u n a l b e a m t e n. lieber die Frage des Inkrafttretens und über die Deckungsftage sagte der Referent, daß unler allen llmstünden an dem vorgeiehenen Einführungstermin st. April 190o> festgehalten werde, wenn auch die Gesetze erst im Herbst ferttg werden. Abg. Erzberger stellte die Deckungsfrage in den Vordergrund: ohne deren befriedigende Lösung werde das Zentrum den Entwürfen nicht zustimmen. Werde diese Vorbedingung erfüllt, dann stehe der Rückdatierung auf den 1. April 1905 nichts im Wege. Bei der Abschätzung der kommenden Belastung dürfe man nicht übersehen, daß nach 4— 5 Jahren der Reichs-Jnvalidenfonds auf- gezehrt sein werde, so daß dann dessen Lasten(35 Millionen) auf den ordentlichen Etat des Reiches übergehen müßte n. Die Gesetze könnten nicht eher verabschiedet werden, bis die R e i ch s- F i n a n z r e f o r m vorgelegt worden sei. Der Schatzsekretär legte dar, daß man in den nächsten Jahren den Jnvalidenfonds noch weiter entlasten und aus etwaigen lleberschüsten neu alimentieren müsse. lieber die Teckungsfrage habe er sich schon im Plenum geäußert; man dürfe sie aber nicht in den Vordergrund stellen, denn die Heeresverwaltung habe die Gesetze im unaufschiebbaren Interesse der Schlag- f e r t i g k e i t der Armee eingebracht. Die Deckung der Mehr- belastuug sei, wenn man sich aus die militärischen Pensionen beschränke, nicht allzuschwer. Die Wirkung vom 1. April 1905 ab werde allerdings einige Schwierigkeiten schaffen; aber deshalb würde sich eine teilweise Finanzreform doch nicht empfehlen. Es� werde nicht allzu schwer sein, eine der neuen Steuerguellen noch für 1995 flüssig zu machen. Uebrigens könne man die notwendigen Aus« Wendungen für die Pensionen Überetats mäßig niachen. Abg. v. R i ch t h o f e n wandte sich dagegen, daß man die Pensionsgesetze nur nach Regelung der Deckungsfrage verabschieden dürfe. Die Militärverwaltung müsse imstande sein, aus Rücksicht auf die Schlagfertigkeit der Armee den zu pensionieren, der zur Pensionierung reif sei. Abg. Dr. Arendt schloß sich diesen Ausfiihrungen in» ganzen an: es handle sich hier um Verpflichtungen, die notwendig eingelöst werden müssen, ganz gleich, wie die Finanzen ständen. Mittel könnte man durch eine Wehr st euer finden, deren Erträgnisse dem Jnvalidenfonds zufließen sollten. Abg. Dr. W i e m e r warnte vor einer überetatsmäßigen� Ans- bringung der Mittel im Jahre 1995. Das Argument, daß die Schlagfertigkeit der Armee leidet, wenn die Pensionsgesetze nicht sofort verabschiedet würden, sei denn doch gar zu sehr abgebraucht. Man müsse erst wissen, wie die Mittel aufgebracht werden sollten. Für eine Wehrsteuer seien die Freisinnigen nicht zu haben. Abg. Dr. Gradnauer führte aus, daß bei sonstiger lieber- einstimmung über die Gesetze die Datterung der Gesetze auf den 1. April 1995 keine wesentlichen Bedenken habe. Bisher habe der Schatzsekretär noch keinen Weg gezeigt, wie man zu einer Besserung der Finanzverhältnisse des Reiches kommen könne; diese Vorlagen könnten zu ihr einen erwünschten Anlaß geben. Wenn die PensionS- gesetze wirklich so wichtig wären, wie man behaupte, dann solle man doch die Mittel auf solche Weise ausbringen, wie sie dem Empfinden der weitesten Kreise des VolkeS entspreche: die Wohlhabenden sollten endlich einmal herangezogen werden. Angesichts der Haltung der großen Parteien im Reichstage hätte sollen auch die Militär» keine überfeinen Porträtstudien. in denen nur die Eigenart lebendig wird, durch die sich der Einzelne von der Masse unter- scheidet, sondern sie sind verkörperte Gesamtheiten und allgemein gültige Typen. So wenig es in der Möglichkeit deS Bildhauers liegt, große Masjen physisch darzustellen, so ist doch in jeder dieser Einzelfiguren die Masse symbolisch dargestellt, sie sind das Volk schlechthin, sie sind wahrhafttge Repräsentanten der arbeitenden Menschheit! lieber alles Elend, alle Schmach und Not erhebt sich immer wieder ein gewaltiges„Trotz alledem I" Ein gewaltiges sitt- liches Pathos erfüllt diese Welt der Wirklichkeit und heischt vom Feinde Furcht, Ehrfurcht vom Freunde. Denn diese eherne Menschenwclt steht wie ein Block in sich abgeschlossen, fast drohend, eS gibt für den, der jenseits steht, keine Brücke, die ihn hinüberführt. Das Proletariat ersteht hier als eine Welt für sich, allein in ihrem Leiden, aber auch einzig in ihrer Größe. «DaS Denkmal der Arbeit" war MeunierS letztes großes Werk. „Dieses Denkmal", sagte er,«soll das Werk meines Lebens zusammen- fassen, meines Lebens, das zur Neige geht." Es ist ein Würfel- förmiger Block, der auf vier Seiten je ein überlebensgroßes Hoch- relief trägt: die Ernte, die Industrie, den Hafen, das Bergwerk. An den vier Kanten vier Arbeiterstandbilder, vorn auf dem Absatz der die Basis des Ganzen bildet, eine Gruppe„Mütterlichkeit", eine Frau darstellend, die zwei Kinder in ihrem Schöße birgt. Schließlich hoch oben, alle Gruppen überragend, die symbolische Gestalt des Säemanns, der beftuchtenden Samen über das Land streut.— Das wahrhafte Fürsten- und Siegesdenkmal einer neuen Zeit! Als ein Säemann ist auch Konstantin Meunier über das Land gegangen. Sein Werk birgt Samen der Erkenntnis. Und er selbst schritt durch Wind und Wetter seinen Weg trotzig geradeaus. Er hat sich die Anerkennung einer Welt errungen, die dem großen Wahrheits- zweck seines Schaffens und der Welt, die es verherrlichte, teils inter- esselos, teils feindlich gegenüberstand. Und er hat manchen von ihr wissen gelehrt, daß noch eine Kraft lebt, die nicht fault und verfällt, sondern wirbt und wächst. Die Arbeiter aller Welt kommen dem klassischen Lobrcdner ihrer Ehre mit dankbarem Verständnis entgegen, und kein Hindernis trennt sie von ihm, denn die Not deS Lebens: sie läßt ihnen keine Zeit in den Spiegel zu blicken, den die Kunst ihnen vorhält. Sie werden Konstantin Meunier lieben, wenn sie ihn kennen werden- Denn er hat wahrlich dafür gesorgt, daß ein kommendes Geschlecht sein Erbe in Ehren halte! Verwaltung die Frage der direkten Steuern zu der ihrigen machen. Jetzt solle die Schlagfertigkeit des Heeres den Grund für die Vorlagen abgeben. früher, z. B. in der T h r o n r e d e, habe man's anders gelesen: da sei die Verteuerung der Lebensbedürfnisse angeführt gewesen. Es sei sehr merlwürdig, daß man jetzt behaupte, es sei zu wenig pensioniert worden. Wir ständen auf dem Standpunkt, oatz die pensionierten Mannschaften und niederen Chargen mit ihren Bezügen nicht mehr auskommen könnten; dafür wollten wir Whülse schaffen, aber mit der Schlagfertigkeit der Armee habe das nichts zu tun. Aber gerade, wenn die Schlagfertigkeit in Frage stehe, dann müßten die Parteien der Rechten für eine gründ- liche Finanzreform auf Grundlage der direkten Besteuerung eintreten. Riindestens müsse im Gesetze vorbehalten werden, daß die Mehrbelastung nicht aus indirekten Steuern aufgebracht werde. Schatzsekretär v. Stengel betonte, daß eigentlich beabsichtigt gewesen wäre, in den ersten Monaten des Jahres 190S ein Steuer- reform-Programm vorzulegen; aber durch den verzögerten Abschluß der Handelsverträge sei dieser Plan gescheitert. Abg. Erzberger erklärte, daß das Zentrum entschlossen sei, daran festzuhalten, die Pensionsgesetze nur mit der Finanzreform zu- sammen zu verabschieden; denn das Zentrum wolle wissen, w i e die Mittel aufgebracht würden. Gegen die Wehrsteuer be- stünden lebhaste und berechtigte Bedenken. Abg. Dr. Wolff erklärte im Namen„eines Teils seiner Freunde", daß sie bewilligen würden; ein„anderer Teil" betone mehr die Deckungsfrage, ohne die Notwendigkeit der Vorlagen zu bestreiten. Handele es sich doch in der Konsequenz um 5S Millionen Mark. Eine Wehrsteuer sei ihm sympathisch. Eine längere Debatte entspann sich über die Frage des Zu- sammenhanges dieser Vorlagen mit der Schlagfertigkeit des Heeres: die beklagte Unsicherheit des Offiziersberufs beruht, wie Ab- geordneter Wiemer ausführte, in dem heutigen System der Pensionierungen und könne unter Umständen nach dem Erlaß des Gesetzes noch gesteigert werden. Das Zentrum hat einen sehr detaillierten Antrag auf Vorlage von Material über eine Reihe von Fragen gestellt, Jiie mit dem Gegenstande zusammenhänge». Die Kommission beichließt dem- gemäß. Darauf wird die Verhandlung vertagt. Ob nach den Osterferien die Beratung fortgesetzt werden wird, ist noch nicht ent- schieden.—_ Bedeutsame Erklärungen im württembcrgischcn Landtage. Stuttgart, 4. April.(Privattelegramm.) Die heutige Landtagssitzung gehörte den Mnistern. Zunächst gab der Ministerpräsident von Breitling die Erklärung ab, der Entwurf einer Vcrfassnngsrcvision, die trotz der vom Zentrum vertretenen gegenteiligen Auffassung eine Notwendigkeit sei, werde sofort nach Durch- berat uitg des Etats dem Landtage Vorgelegtwerden. Noch spitziger gegen das Zentrunr war der Finanzminister v. Z e y e r. Nachdem er die Uebertragung der Reichsschuldenwirtschaft auf die Einzelstaaten besprochen und die Deckung der Matrikularbeiträge durch Aufnahme eines Anlehens angekündigt hatte, wandte er sich mit bemerkens- werter Schärfe gegen das Zentrinn, dessen Redner v. K i e n e erklärt hatte, man habe durch den bekannten Beschluß im Reichstage den Bundesrat zur Sparsamkeit zwingen wollen. Mit beißender Ironie wies der Minister darauf hin, daß gerade das Zentrum im Reichstage ausschlaggebend für die Bewilligung der Ausgaben gewesen sei, die nun gedeckt werden müssen. Er verstehe nicht, wie man Ausgaben bewilligen und dann die erforderlichen Einnahmen versagen könne. Nach diesem vom Hause mit verständnisvoller Heiterkeit auf- genommenen Exkurse erklärte der Minister noch, das; neue Rcichsstcuern notwendig, Reichsvermögcns- und Reichs- rinkoinmcnsteuer aber ausgeschlossen seien, da man diese Steuern der Finanzhoheit der Einzelstaaten überlassen müsse. lieber die Einzelheiten der neuen Steuern sei der württem- bergischen Regierung bis jetzt noch nichts bekannt. Es war auffällig, daß der darauf folgende Redner, der volksparteiliche Abgeordnete Hausmann, dieser Absage nur eine überaus zahme Verwahrung gegen neue Reichs- kcnsumsteuern entgegensetzte, ohne sich für die Reichs- cinkommensteuer auszusprechen. Am Schlüsse der Sitzung äußerte der Minister des Innern v. P i s ch e k sich über die von Hildenbrand vorgebrachte Be- fchwerde betreffs des württembergischen Fremden- rechtes. Er könne nicht leugnen, daß der aus Stuttgart ausgewiesene„Anarchist" sich nichts habe zuschulden kommen lassen, daß dieser vor seiner durch den Kaiserbesuch veranlaßten Ausweisung 15 Jahre unbehelligt in Halle gelebt habe. Aber der Mann hatte das Verbrechen begangen, Anarchisten- Zeitungen zu lesen und da, wie Minister v. Pischek zugab, ein llcbercinkommcn zwischen Preußen und den anderen Bundes- staaten zwecks Ucberwachung und einheitlicher Ausweisung von Anarchisten tatsächlich besteht, mußte die Ausweisung aus Württemberg erfolgen. Die süddeutsche Volkspartei, die sonst dem Russenkurs in Preußen die Freiheit des deutschen Südens entgegenzustellen liebt, hat nun Gelegenheit, das Uebergreifen der Russifizierung auf Württemberg abzuwehren. Bemerkenswert ist noch die Erklärung v. P i s ch e k s, daß die württembergische Regierung die Flußläufe des Rheins und der Elbe auch nach Durchführimg der Regulierung und Kanalisierung als natürliche Wasserstraßen an- sieht, auf denen die Erhebung von Schiffahrtsabgabcn ohne Aenderung der Reichsverfassung unzulässig ist und daß Württemberg im Bundesrat seine Stimme gegen eine solche Aenderung erheben würde._ Maß- und Gcwicht-Zordnung. Dein Reichstag ist der Entwurf einer neuen Maß- und Gewichtsordnung zugegangen. Die Ausarbeitung des Gesetz- cntwurfs ist veranlaßt worden durch die Klagen über die gegen- wärsigen Vorschriften über die A i ch u n g von Maßen, Gewichten und Wagen. Die periodische Nachaich ung, die im Aus- land und in verschiedenen Bundesstaaten vielfach ausgeübt wird, soll die Klagen beseitigen. Zugleich sollen einige andere Ver- besserungen gettoffen werden. Bezüglich der vorgeschlagenen Nachaichung bessimmt§ 9 des Entwurfs: „Die dem aichpflichtiaen Verkehre dienenden Metzgeräte sind innerhalb bestimmter Fristen zur Nachaichung zu bringen. Die Fristen, innerhalb deren die Nachaichung vorzunehmen und zu wiederholen ist, bettagen bei den F l ü s s i g k e i t s- maßen, den Meßwerkzeugen für Flüssigkeiten, den Gewichten und den Wagen siir eine größte zulässige Last bis ausschließlich 3000 Kilogramm ein Jahr, den Längenmaßen, den Hohl- maßen und Metzwerkzeugen für ttockene Gegenstände sowie den Fässern für Bier zwei Jahre, den Wagen für eine größte zulässige Last von 3000 Kilogramm und darüber, den festfundainen- tierten Wagen und den Fäjsern für Wein und Obstwein drei Jahre. Die Frist beginnt mit dem Ablauf desjenigen Kalender- jahreS, in welchem die letzte Aichung vorgenommen worden ist." Ferner sieht der neue Gesetzentwurf eine Umgestaltung der geltenden Strafbestimmungen und die Ausdehnung des bisher nur für Weinfässer geltenden Aichzwanges auf die Fässer für Obstwein und Bier vor. Die neben der Haflstrafe zugelassene Höchstgrenze der Geldstrafe soll von 100 auf 150 M. erhöht werden.— TagevlattS-Klatsch. Etwas Klatsch aus den Vorgängen in unserer Partei müssen die bürgerlichen Blätter neben dem Hofklatsch ihren Lesern bringen. Immer ist es die bekannte zuverlässige Quelle, aus der geschöpft wird. So bringt auch das„Berliner Tageblatt" im Anschluß an den Bericht über die Maßregelung unseres Genossen Rechtsanwalt W e st p h a l eine besonders pikante Erzählung. Genosse Westphal hatte eine eigene Meinung und neigte sich Bernstein zu, er bekämpfte den dokttinären Marxismus und wurde deshalb nicht als Kandidat für die Reichstagswahlen aufgestellt, und schließlich haben die Gegner des Intellektuellen ein Schiedsgericht gegen ihn eingesetzt. Wie viel Unrichtigkeiten die„verläßliche Seite" dem Tageblatt mitgeteilt hat, mögen folgende Tatsachen beweisen. Genosse Buttel wurde in Danzig schon als Kandidat aufgestellt, bevor Westphal überhaupt in Danzig lebte, denn Battel kandidierte bereits bei den allgemeinen Wahlen 1903. Zu einem Kandidaten- Wechsel entschließt man sich aber nur dann, wenn be- besondere Gründe vorliegen. Doch bei der Nachwahl hätte Westphal auch nicht in Frage kommen können, wenn man sich zu einem Kandidatenwechsel entschlossen hätte, da Westphal damals noch gar nicht Mitglied einer sozialdemokratischen Organisation war. Daß die Sozialdemokraten sich Kandidaten außerhalb der Reihen der organisierten Genossen suchen, wird selbst ein Leser des„Berliner Tageblatts" kaum annehmen. Das erwähnte„hochnotpeinkiche sozialdemokratische Schiedsgericht" aber wurde nicht durch Westphals Gegner, sondern auf Antrag Westphals zusammenberufen. Schon aus diesen wenigen Proben kann man ersehen, was sich die bürgerlichen Blätter alles aufbinden lassen, wenn eine so- genannte zuverlässige Seite Klatsch aus den Reihen unserer Pattei bringt.—_ Neuer Gesetzgeber. In das Herrenhaus berufen ist durch allerhöchsten Erlaß vom 20. März dieses Jahres der Major a. D. Rittergutsbesitzer Freiherr Friedrich v. B l a n ck a r t zu Alsdorf bei Aachen auf Präsentation des Verbandes des alten und des befe st igten Grundbesitzes in dem Landschafts- bezirke West-Jülich und Moselland an Stelle des am 10. August 1904 verstorbenen Kammerherrn Freihcrrn Geyr von Schweppen- bürg. Eine Handvoll Rittergutsbesitzer„wählen" einen der Ihren, der Gesetze fabrizieren soll für die preußische Gesamtheit, die nichts von ihm weiß und von der er nichts weiß. Die Gesetze entsprechen nanirlich dem Ursprung der privilegierten„Volksvertreter".— Südwestafrika. Berlin, 4. April. Wie der kaiserliche Generalkonsul in K a p st a d t unter dem 4. d. Mts. mitteilt, ist nach einem Bericht der englischen Grenzpolizei der Bandenführer Abraham Morris auf dem Rückzug gefallen; dagegen ist M a r e n g a aus den Karasbergen verttieben und nach Olifantkloof bei KunobiS ge- flohen.— Kunobis liegt auf deutschem Gebiet dicht an der Grenze nach Betschuanaland, ungefähr unterm 22. Grad südlicher Breite, Olifantkloof liegt südwestlich davon in Betschuanaland.— Die Kap- regierung hat sofort Patrouillen nach der Kalahatt gesandt.— Frankreich. Trennung von Staat und Kirche i» der Deputiertenkammer. Die Beratung der Vorlage betreffend die Trennung von Kirche und Staat wird fortgesetzt. Reveilland(radikal) erklärt, die Mehrheit der Protestanten stehe der Vorlage wohlwollend gegenüber. Kultus mini st er Bienvenu Martin sagt, die Regierung sei nicht geneigt, die Verhandlungen mit dem Vatikan zu erneuern, die Trennung sei also notwendig. Dieselbe tverde keine Gefahr für die Republik mit sich bringen, keine Verfolgungen und keinen Bürgerkrieg herbeiführen. Das französische Protektorat im Ottent beruhe auf Verträgen, und nicht auf dem Wohlwollen des Vatikans. Die Vorlage sei eine liberale und der Klerus werde begreifen, daß es in seinem eigenen Interesse liege, vorsichtig zu sein und daß er nichts dabei gewinnen werde, wenn er sich in Wahl- kämpfe mischt.— Der Kultusminister bespricht darauf Einzelheiten des Gesetz- cntwurfs betreffend die Pension der alten Priester, Eigentum der Kirchen und Presbytetten und führt aus, daß die Ausübung des Kultus für jedermann gesichert sei; schließlich bittet der Redner um Annahme des Gesetzentwurfs, dessen Ablehnung ein solcher Schlag für die Politik sein würde, daß man dessen Tragweite kaum crmessen könnte.(Anhaltender Beifall auf der Linken.) Der neue Ruhstrat-Prozetz. Aus der Sitzung von gestern vormittag ist noch eine Szene nachzutragen: An den Zeugen Rechtsanwalt Dr. Sprenger wird auf Antrag des Staatsanwalts die Frage gerichtet, ob er Biermann gesagt hat, er halte das Belastungsmaterial für die Beschuldigung des Meineides für ausreichend.— Dr. Sprenger gibt der Meinung Ausdruck, daß er den Angeklagten nicht im Zweifel darüber gelassen habe, daß er das vorliegende Material für schlüssig und relevant halte. Natürlich habe er nicht wissen können, was die Zeugen unter ihrem Eide aussagen Iverden. Der Zeuge betont nochmals, daß er den„Residenzboten" als Blatt durchaus nicht schätze, er stehe dem Angeklagten nur als Jurist zur Seite. Er habe dem Mitverteidiger Dr. Herz selbst gesagt, der„Residenzbotc" tauge nichts.— Der Staatsanwalt cjrklart hierauf, daß ihm diese Angaben noch nicht genügen. Er müsse wissen, wieweit die Beteiligung des Zeugen an dem unter An- klage st ehe»den Artikel st ehe.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Herz: Ich kann nicht umhin, den Antrag zu stellen, nun auch mich, den zweiten Verteidiger des Angeklagten, als Zeugen zu vernehmen.(Bewegung.) Wir Vetteidiger hatten die Absicht, durchaus loyal vorzugehen. In dieser Erwartung, die wir auch von der Gegenseite hegten, scheinen wir uns getäuscht zu haben. Deshalb benenne ich mich als Zeugen darüber, daß wir beide bei unserer Verteidigung keinerlei persönliche oder politische oder sonstige Motive hatten und durchaus nicht mit dem„Restdenzboten" sym- pathisieren. Ich habe das schon dutzendemale iviederholt. Es bleibt mir also weiter nichts übrig, als diese Behauptung durch mein eid- liches Zeugnis jetzt zu erhärten. Ich bitte, mich speziell zu fragen, daß nach meiner intimen Kenntnis der Person des Dr. Sprenger es völlig ausgeschloffen ist, daß Dr. Sprenger in der vorliegenden Sache eine Tätigkeit außerhalb des Rahmens als Verteidiger aus- geübt hat, daß ihn auch nicht irgendwelche gehässigen Motive gegen den Minister leiten, wenn er hier seinerseirs die Behauptung des Angeklagten bezüglich eines Meineides zu begründen sucht. Wir wußten, daß es zu diesem meinem Antrage doch früher oder später kommen würde, und ich habe deshalb schon heute früh in einem Attikel eines hiesigen Blattes meiner Uebcrzeugung dahin Ausdruck gegeben, daß der heutige Ruhstrat-Prozeß ein Keffeltreiben gegen Dr. Sprenger bringen würde.(Erneute Bewegung.)— Vorsitzender: Ich bitte, doch solche Aeußerungen gefälligst zu unter- lassen.— Zeuge Rechtsanwalt Dr. Spcrnger selbst bemerkt, er habe auch die Meinung, daß man hier gegen ihn in irgend einer Weise vorzugehen beabsichtige. Er sei der Ansicht, daß er dem An- geklagten nur juristische Ratschläge gegeben habe. ES fehlte nur noch, daß man ihn(Zeugen) wegen Beihülfe oder Begünstigung anklage. Das wäre ja ganz hübsch(Heiterkeit), aber er denke, daß es dazu nicht kommen werde. Er bitte nochmals dringend, Dr. Herz als Zeugen zu vernehmen.— Staatsanwalt: Das, was Dr. Herz aussagen soll, halte ich schon für bewiesen.— Nach kurzer Beratung beschließt das Gericht, die Vernehmung des Dr. Herz als unerheblich abzulehnen.— Dr. Sprenger nimmt hierauf wieder, da seine Vernehmung beendet ist, seinen Platz als Ver» leidiger ein. Gleich darauf erheben sich beide Verteidiger und stellen eine ganze Reihe von Beweisanträgen. Sie beantragen zunächst die Vernehmung sämtlicher Mitglieder des Oldenburgischen Land- gerichts und Obcr-Landgerichts. Sie sollen zum Teil über Spiel- Vorgänge im Kasino, zum Teil über Vorgänge bei Erhebung der Anklage gegen Biermann vernommen werden. Weiterhin beantragen die Verteidiger die Ladung des Polizeiprasidenien b. WindheiM Berlin und des Kriminalkoimnissars v. Manteuffel. Beide falle« bekunden, ob pokern als ein Glücksspiel anzusehen sei. Nach kurzer Beratung beschließt das Gericht, die Entscheidung über diese Beweisanträge vorläufig auszusetzen. Darauf wird in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Als zweiter Zeuge wird Redakteur v. Busch von den Oldcnburger„Nachrichten für Stadt und Land" vernommen. Er war in dem Ries-Prozeß als Berichterstatter tätig und bekundet, daß der Minister sich über die Spielvorgänge zeitlich geäußert habe. d. h. über bestimmte, ge- kennzeichnete Spielvorgänge. Ter Zeuge meint, es sei nicht von einem allgemeinen Glücksspiel des Ministers, sondern von ganz b e st i m m t e n Spiclvorgängen die Rede ge- wesen. Ob Minister Ruhstrat eine Erklärung Wer die Leidenschast» lichkeit des Spiels abgegeben habe, kann der Zeuge nicht mehr genau sagen. Nachmittags-Sitzung. In der Nachmittags-Sitzung wird mit der Zeugenvernehmung fortgefahren. Zuerst wird Redakteur Jakob vom„Nord- deutschen Volksblatt" in Bant vernommen. Er hat eben- falls als Berichterstatter im Ries-Prozeß den Eindruck gewonnen, daß das Hasardspiel des Ministers nach dessen Aussage viele Jahre zurückliege. Wie der Zeuge nach seinem Empfinden angibt, ist nach der eidlichen Aussage Ruhstrats eine gewisse Beruhigimg im Lande eingetreten. Ter Zeuge hat auch den Eindruck gehabt, daß Ruhstrat nicht nach einer bestimmten Spielzeit gefragt worden sei und daß alle Fragen lediglich de» Zweck verfolgt haben, die Spielleidenschast z» illnftrieren.— Zeuge Dr. Klaue, der als Richter im RieS-Prozetz mitgewirkt hat, bekundet, der Minister hätte eine bestimmte Zeitangabe nicht gemacht. Nach der Ansicht der damals urteilenden Richter sei festgestellt, daß das Spiel des Ministers längere Zeit zurückliege.— Landgerichtsrat Jansen war ebenfalls Nichter im Ries-Prozeß. Er kann keine bestimmten Angäben machen.— Eine Frage des Verteidigers Dr. Sprenger über die Vorgänge im Beratungszimmer läßt der Vorsitzende nicht zu, weil sie den gesetzlichen Vorschriften wider- spricht.— Lmrdgerichtsrat B e d e k c r, der Vorsitzende des da- maligen Ries-Prozesses, macht dieselben Angaben, wie die Vor- zeugen.— Landrichter K n i tz bekundet, daß dem Minister Ruhstrat im Ries-Prozeß die Frage, wann er zuletzt gespielt habe. gar nicht gestellt worden sei.— Staatsanwalt Becker erklärt, er wisse nicht mehr, ob eine bestimmte Zeit bei der Spielaffäre in Frage gekommen sei. Als Spiellokal sei zumeist das Kasino in Frage gekommen. Es habe sich bei dem Ries-Prozeß überhaupt nur darum gehandelt, ob Minister Ruhstrat Spielbekanntschaften benutzt habe, um ihm genehme Leute zu befördern oder anzuborgen. Richter wie Nebenkläger hätten auf andere Momente gar keinen Wert gelegt. Von einem Verschweigen eines gravierenden Momentes seitens des Ministers Ruhstrat, das sich auf gegenwärtige Spiclverhälttiijse zu beziehen hätte, könne gar keine Rede sein. Zeuge Dr. Klaue wird nochmals vorgerufen und bekundet. es sei ihm unerfindlich, wie man behaupten könne, Minister Ruhstrat habe sich für verpflichtet halten können, weitere Mitteilungen von seinen Spielvorgängen zu machen. Dies sei bei jenem Prozeß gar nicht in Frage gekommen.— Rechtsanwalt Dr. Herz: Im Laufe dieses Prozesses hat die Erörterung Wer die Spielleidenschaft Ruhstrats Wer einen derartigen Umfang angenommen, daß der Minister seine ganze Spielleidenschast, sein ganzes Spielleben zum Gegenstand der Verhandlung machen mußte. — Es wird darauf auf Antrag des Staatsanwalts S i m m e n be- schlössen, den ganzen beleidigenden Artikel zu verlesen, um dem Ge- richt ein Bild der Tonart des„Residenzboten" zu geben. Das Gericht beschließt weiter, den Landtagsabgcord» neten Hug als Zeugen zu laden. Der nächste Zeuge ist der Staatsanwalt Riesebieter. Er macht im großen und ganzen dieselben Aussagen wie die Vorzeugen über den Verlauf des Ries- Prozesses. Ganz b e st i m m t weiß er, daß Minister Ruhsttat nicht daS Kasino als eigentliches Spiellokal be- zeichnet hat.— Verteidiger Rechtsanwalt Herz hält dem Zeugen vor, daß er in seinem Plaidoyer im Ries-Prozeß ein abschließendes Urteil über die Spieljahrr Ruhstrats gefällt hat. Der Zeuge be- streitet, daß er zu einem solchen Urteil gekommen sei.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger sucht durch eingehendes Befragen dieses Zeugen festzustellen, daß es ihm, dem Verteidiger, im Ries» Prozesse vor allem auf die Konstatierung der A r t des Spiels an- gekommen sei, ini Gegensatz zu dem Vorhaben der anderen Prozeß- Beteiligten, die nur die Zeit des Spiels feststellen wollten. Ihm, Dr. Sprenger, sei es vor allem interessant, darüber Auskunft zw erhalten, ob Selbstmorde infolge von Spielvrrlusten in Oldenburg vorgekommen seien, die mit den Spielabenden im Kasino in Zu- sammcnhang zu bringen seien. Es sei behauptet worden, daß ein Leutnant im Huntcsluß den Tod gesucht und ein Refc- rendar Dietrich Selbstmord durch Erschießen verübt haben sollen. Von einem Assessor Hellwag wurde erzählt, daß cv Spielschulden halber nach Amerika ausgewandert sei. Ferner wäre zur Sprache gekommen, daß der Minister einmal im Anschluß an große Spielverluste so abgebrannt gewesen sei, daß er den später angeblich von ihm dafür befördettcn Gymnasialdirektor F r ü h st ü ck anborgen mußte.— Zeuge Staatsanwalt Ries ebieter gibt zu, daß Rechtsanwalt Sprenger danach ge- fragt hat, allein er habe düse Dinge als unerheblich behandelt, da es ihm auf solche Feststellungen nicht angekommen sei. Der folgende Zeuge ist der Oberlandesgerichts- Präsident N i e m ö l l e r. Derselbe kann überhaupt über die Spicltätigkeit des Ministers nichts sagen, da er in den letzten 13 Jahren nicht mehr ins Kasino gekommen wäre. Zuletzt Hai* er Anfang der 90er Jahre im Kasino gespielt(Heiterkeit), natürlich nur Skat. An manchen Abenden habe er dort Ruhstrat gesehen. Was und wie hoch dieser gespielt habe, wisse er absolut nicht. Hierauf wird der Rechtsbeistand des Ministers Ruhstrat aus dem Ries-Prozeß, Rechtsanwalt W i s s e r als Zeuge vernommen. Er bekundet dasselbe wie die übrigen auf feiten des Ministers stehenden Zeugen. Stach einigen weiteren Vernehmungen von Refc- rendaren, die dem Ries-Prozeß beigewohnt hatten, wird unter all- gemeiner Spannung Justiz- und Kultusminister Ruhstrat als Zeuge vernommen. Er ist ein eleganter, schlanker Herr mit einer Platte und vergrämten Gesichtszügen. Er heißt mit Vornamen Franz, ist in Oldenburg geboren und 46 Jahre alt. Vor Eintritt in seine Vernehmung bcanttagt Rechtsanwalt Dr. Herz unter großer Bewegung die Nichtvereidigung des Zeugen, weil er eines Verbrechens bezichtigt werde. Der Zeuge habe außerdem das Recht, fein Zeugnis zu verweigern und nachdem er dies nicht getan habe. halte es die Verteidigung für angebracht, den Antrag auf Nicht- Vereidigung zu stellen. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück und der Vorsitzende verkündet darauf, er habe keinen Anlaß, den Minister nicht zu vereidigen. Hierauf wurde der Zeuge sehr ein- gehend über die Spielvorgänge vernommen. Wie seiner Zeit im Ries-Prozeß wiederholt Ruhstrat seine Versicherung, daß von einem Hasardspiel als Oberstaatsanwalt und Minister keine Rede sein könne. Er wisse auch bestimmt, daß er eine dieser ähnlichen Er- klärung im Ries-Prozeß abgegeben habe, so daß ebensowenig wie von einer absichtlich falschen Aussage, von einer absichtlichen Ver- schweigung die Rede sei. Der Zeuge ivendct sich dann mit großer Lebhaftigkeit gegen den ihm vom Reichstagsabgeordncten Lenz. mann im Reichstag gemachten Vorwurf, daß er wider besseres Wissen als Zeuge unter seinem Eide etwas verschwiegen habe. Diese unter dem Schutze der Immunität gemachte Bemerkung müsse er unter dem Schutze des§ 193 als Verleumdung bezeichnen.— Präs. z Ich möchte den Herrn Minister doch bitten, nicht solche Ausdrücke zu gebrauchen.— Hierauf wird die Frau des Angeklagten, Frau Bier- mann, vernommen. Auch sie hat dem Ries-Prozeß beigewohnt unb ihre Aussage deckt sich im wesentlichen mit den Aussagen der übrigen Zeugen. Auf Antrag des Staatsanwalts wird sie jedoch nicht vereidigt. Um 9 Uhr abends werden die weiteren Verhandlungen auf Dienstag früh 9 Uhr vertagt. VoriilittagS-Titzuus Bim Dienstag. �Tclcgraphischcr Bericht.) Oldenburg, den 4. April. Ter Andrang des Publikums zur heutigen Sihung ist wieder ein ganz enormer. Vor Eintritt in die weitere Zeugenvernehmung gibt Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger folgende Erklärung ab: Der Herr Nebenkläger, Minister Nuhstrat, hat gestern abend am Schlüsse der Sitzung einen äuherst schweren Vorwurf gegen den Reichsta�sabgeordneten Justizrat Leiizmann, der hier nicht an« wesend ist, erhoben. Wir hatten gestern früh bereits feststellen lassen, das; es sich bei der Konstatierung der Verteidiger, daß wir den Meineid des Ministers Ruhstrat in der Verschweigung von Tat- fachen im RieS-Prozesse erblicken, nicht um etwas NeucS handelt, sondern daß wir diese Konstatierung schon in der Verteidigungsschrift bezüglich des Redakteurs Schwcyncrt gemacht haben. Der Herr Minister scheint das nun gestern nicht im Kopfe gehabt zu haben, sonst hätte er den Vorwurf gegen den Justizrat Lenzmann nicht er- heben dürfen. Mit Rücksicht darauf, dafo unserem Kollegen Lenzmann der Vorwurf der wissentlichen Unwahrheit— der Minister gebrauchte sogar das Wort„Verleumdung"— gemacht worden ist, wäre es schon gestern unsere Pflicht gewesen, den Herrn Minister in der gleich schroffen Weise in seine Schranken zurückzuweisen. Mir wollen aber nicht in den gleichen Ton verfallen, sondern bc- gnügen uns damit, nochmals sachlich festzustellen, daß der gegen den Kollegen Lenzmann erhobene Vorwurf gänzlich unbe» r e ch t i g t, da er nur das wiederholt hat, was wir längst in unserer Verteidigungsschrift behauptet und niedergelegt hatten. Mit Rücksicht auf diese Feststellung, kann ich wohl jetzt an den Herrn Minister das Ersuchen richten, seinen Vorwurf gegen den Justizrat Lenzmann zurückzunehmen.— StaatsanwaltSimmcn(unter- brechend): Ich bitte doch festzustellen, daß wir uns hier nur mit prozessualen Vorgängen zu beschäftigen haben und nicht mit einer Rechtfertigung des Justizrats Lenz- mann.— Vors.: Ich meine auch, daß gestern die Aufklärung bereits erfolgt ist.— Minister Ruhstrat vortretend: Ich bitte zur Aufklärung bemerken zu dürfen, daß ich nicht von einer Verleumdung schlechthin, sondern nur von einer Behauptung, die nicht erweislich Ivahr ist, gesprochen habe, die gegen den z 187 des St.-G.-B. verstößt. — Verteidiger Rechtanwalt Dr. Sprenger: Der Herr Minister hat weiter gesagt, er sei im Reichstage unvertreten gewesen und könne deshalb den Schutz des§ 193 für sich beanspruchen. Dem gegenüber sage ich: der Minister war im Reichstage vertreten durch den Oldenburgischen Bundesrats-Bcvollmächtigten, einem Juristen, der bekanntlich sehr angelegentlichst die Verteidigung dcS Ministers gegenüber den Rcichstagsabgeordneten geführt hat. Dagegen wäre der Abgeordnete Lenzmann hier unvertreten, wenn wir Verteidiger und Kollegen ihn nicht in Schutz genommen hätten.— Vors.: Ich bitte jetzt die Sache auf sich beruhen zu lassen, da sie dem Gericht vollständig geklärt erscheint. Darauf wird in der Zeugenvernehmung fortgefahren. Zuerst wird der Landtags-Abgeordnete Wessels vernommen.— Vorsitzender: Herr Abgeordneter, Sie sollen uns darüber Aus- kunft geben können, wie der unter Anklage stechende Artikel„Protest" zustande gekommen ist und welche Meinung feine Urheber über ihn haben.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Herz: Das ist ja etwas ganz Neues. Ich konstatiere, daß uns Verteidigern das BeweiSthema dieses Zeugen nicht mit- geteilt worden ist.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Auch ich erhebe Einspruch gegen diese Frage. Es scheint eine Uederraschung und Ueberrumpelung der Verteidigung beabsichtigt zu sein. Ich frage den Staatsanwalt, weshalb er uns dies Beweisthema nicht mitgeteilt hat?— Staatsanwalt S i m m e n: Ich vcrstche die Erregung der Verteidiger nicht. Sie haben selbst noch etwa 90 Zeugen geladen, ohne mir ein einziges Beweisthema anzugeben.— Landtags-Abgeordncter Wessels bekundet: Gelegentlich des ersten Biermann-Prozesses sei er zu- fällig im Oldenburgischcn Gerichtsgebäude anwesend gewesen und dort von der als Zeugin geladenen Frau Biermann in ein Gespräch über den heute zur Verhandlung stehenden Artikel„Protest" ge- zogen worden. Sie habe ihm dabei mitgeteilt, daß sie im Laufe des Sommers 1904 wiederholt nach Bremen gefahren sei und dort mit Herrn Dr. Sprenger Rücksprache genommen habe. Bei dieser Gelegenheit habe ihr Dr. Sprenger erklärt: sie solle keine Angst haben, es könne alles bewiesen werden, was in dem Artikel über den Meineid des Ministers behauptet worden sei. Sie fügte aber noch hinzu: wenn wir gewußt hätten, daß das Beweis- material auf so schwachen Füßen steht, wie es sich nachher gezeigt hat, so würden wir den Artifcl wahrscheinlich nicht gebracht haben.— Vorsitzender: Wird eine Frag« zu dieser Aussage gewünscht? — Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Ja, ich.... Staatsanwalt S i m m e n(einfallend): Ich bitte zunächst Herrn Dr. Sprenger selbst als Zeugen zu vernehmen.— Vorsitzender: Ich beabsichtigte das selbst schon, aber für später.— Staatsanwalt S i m m e n: Ich bitte, ihn sofort zu vernehmen.— Vorsitzender: Dann bitte ich, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger(einfallend): Vorher muß ich umS Wort bitten. — Borsitzender: Bitte, jetzt habe ich das Wort.— Rechts- aiüvalt Dr. Sprenger: Ich bitte, mich doch erst zu hören. Ich Ivollte fragen, warum zunächst Frau Biermann nicht selbst über diese Sache vernommen worden ist. Heute ist sie nicht da; das ist doch recht merkwürdig. Wir Verteidiger haben bereits alle Fragen an sie gerichtet. Weshalb tat der Staatsanwalt nicht das gleiche? Die Sache sieht doch sehr nach einer planmäßige» Ueber- iiimpelung aus. Ich merke die Absicht und bin verstimmt.— Staatsanwalt Timmen(erregt): Ich bitte, mich doch gegen diese Ausdrücke in Schutz zu nehmen. Ich habe notwendigerweise die Vernehmung des Herrn Abgeordneten voraufgehen lasten müssen. nm zu hören, was er bekundet. Im übrigen bin ich selbst dasür, Frau Biermann hierüber noch zu vernehmen, wünsche aber eine sofortige Vernehmung des Herrn Dr. Sprenger.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Ich möchte bitten, vor meiner Vernehmung noch einige Erklärungen abgeben zu dürsen. Zunächst behalten wir uns angesichts dieses Zwischenfalles einen Bertagungsantrag vor. Wir wollen uns nicht einmal darauf einlassen, irgendwie überrascht oder überrumpelt zu werden, wie das von der Gegenseite beabsichtigt wird. Wir protestieren nicht so sehr dagegen, daß man mit dieser Sache erst in letzter Stunde kommt, sondern vielmehr dagegen, daß, nachdem die Verteidigung geglaubt hatte, diesen Punkt verlassen zu können, die Staatsanwaltschaft wieder damit kommt. Ich wiederhole meine Frage an den Herrn Staatsanwalt, weöhalb Frau Biermann über die Angelegenheit nicht befragt wurde, obwohl er wußte, daß der Herr Abgeordnete Wessels dem Herrn Minister Ruhstrat von seinem Gespräch mit Frau Biermann Kenntnis gegeben habe und daß dieser eS hier ausnützen würde.(Minister Ruhstrat verläßt den Saal. In demselben Augenblick erscheint Frau Biermann. Sie wird jedoch aufgefordert, im Zeugenzimmer Platz zu nehmen, da ihre nochmalige Vernehmung bevorstehe.)— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger bemerkt weiter: Er halte es für auffällig, daß der Staatsanwalt es vermieden habe. auch ihn, den Verteidiger, gestern als Zeugen Wer die Besuche der Frau Biermann zu fragen. Er möchte wissen, was der Staats- anwalt im Schilde führt.— Staatsanwalt Simmen: Darüber Ija&c ich Ihnen keine Erklärung zu geben.— Vorsitzender: Ich möchte hervorheben, daß Ihr Zeugnis sich doch auch darWer erstreckt hat, was Sie etwa mit Frau Biermann gesprochen haben.— Angeklagter Biermann: Ich bitte, mir auch das Wort zu ge- statten zu der Erklärung: Herr Dr. Sprenger hat meines Wissens nie etwas anderes getan, als uns juristische Ratschläge erteilt. Ich betone, daß dieses die reine Wahrheit ist, denn ich lüge prinzipiell nicht.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Es ist ja möglich, daß Frau Biermann renommiert und dem Herrn Ab- geordneten etwas erzählt hat. was einfach nicht wahr ist. Sie hat eben offenbar den Mund voll genommen und. weil das möglich ist, jfo finde ich es wenig schön, daß man nun Frau Biermann einen Strick daraus dreht und gleichzeitig die günstig« Gelegenheit benutzt, um die Verteidigung zu überrumpeln. Ich bitte den Herrn Vor- sitzenden, uns künftig vor solchen— den einzig richtigen Ausdruck well ich lieber nicht gebrauchen— in Schuß zu»ehinen.— Vorsitzender: Ich bitte nunmehr dringend, alle verletzenden Be- merkungen zu unterlassen. Ich habe bereits verfügt, daß Frau Biermann vernommen wird. Hierauf wird Landtags-Abgeordueter Wessels weiter ver- nommen, und zwar darüber, welche Auffassung man im olden- burgisckjen Landtage von der Sache gehabt habe, und wie speziell die Erklärungen des Ministers aufgenommen und besprochen seien. Der Zeuge erklärt hierzu: Es ist wiederholt Wer diese Affäre vor- handelt worden. Wiederholt haben verschiedene Abgeordnete nne auch der Minister selbst das Wort genommen, und selbstverständlich habe jedesmal große Erregung Wer die ganze Sache geherrscht. Die Besprechungen fanden immer im Anschluß an die einzelnen Prozesse statt. Infolgedessen sei viel in der Erinnerung verwischt. Tlber das war wohl immer das allgemeine Empfinden, daß der Minister alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen weit von sich wies. Ich habe niemals die einzelnen Angaben nachgeprüft, auch nicht, ob das Spielen 12 bis 14 Jahre zurückliege. Ich kann aber nur sagen, daß wir immer die Auffassung hatten, daß daS, was der Minister sagtd, seine volle Ueberzeugung war.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger hält dem Zeugen dann die Landtags- Protokolle vor, um an der Hand derselben den Wortlaut der ministeriellen Erklärungen und der Ausführungen der Abgeordneten festzustellen. — Der Zeuge gibt auf Befragen zu, daß die stenographischen Protokolle den Regierungsvertretern und Abgeordneten vor der Drucklegung zur Vornahme eventueller Korrekturen vorgelegt würden. Er selbst habe aber niemals Korrekturen vorgenommen. Inwieweit die Ausführungen des Ministers nachträglich korrigiert seien, könne er natürlich nicht angeben. Darauf tritt die Mittagspause ein. In der Nachmittags- Sitzung wird als erste Zeugin Frau Bier mann aufgerufen. In der NachmittagSsitzung wird zunächst Frau Biermann als Zeugin vorgerufen. Sie bestätigt zunächst, daß sie die in Frage stehende Unterredung mit dem Landtagsabgeordneten Wessels ge- habt habe. Dabei sei sie auch auf die Tätigkeit des Rechtsanwalts Dr. Sprenger zu sprechen gekommen und habe gesagt, daß dieser die Bewecse dafür in Händen habe, daß Minister Ruhstrat im Prozeß Ries wie auch im Landtage die Unwahrheit gesagt habe.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Frau Biermann, kamen Sie damals zu mir, um eine Auskunft über den„Protest"-Artikel zu holen?— Zeugin: Nein. Ich kam wegen einer juristischen Auskunft, wegen des Prozesses gegen unseren Redakteur Kruse.— Staatsanwalt Simmen: Fügte Rechtsanwalt Sprenger seiner Bemerkung, daß er die Beweise für den Meineid in Händen habe, hinzu, daß seine Beweise auf schwachen Füßen ständen?— Zeugin: Ich kann das nicht mehr sagen.— Rechtsanwalt Dr. p re n ge r: Ich stelle also fest, daß ich mit Frau Biermann bei Gelegenheit einer beruflichen Besprechung über den „Protest"-Arfikel nicht gesprochen habe, niemals aber mit ihr. eine Vorbesprechung über einen noch zu schreibenden Artikel gehabt, wie das hier angedeutet wurde.— Die Zeugin wird auch heute nicht vereidigt. Die Verteidiger als Zeugen. Nunmehr beantragt Rechtsanwalt Dr. Sprenger seine und seines Kollegen Herz Vernehmung als Zeuge.— DaS Gericht beschließt die Vernehmung. Rechtsanwalt Dr. He»� bekundet: Meine erste Begegnung mit Dr. Sprenger fand statt gelegentlich des ersten Prozesses gegen Biermann. Nachdem wir un» über ein ge- meinsameS Vorgehen geeinigt hatten, sagte Dr. Sprenger zu mir: Offenheit gegen Offenheit, nur kein« Radau-Verteidigung. Mir erschien diese Bemerkung etwas sehr schroff und als eine charakteristische Wendung blieb sie mir im Gedächtnis haften. Ich erwiderte sofort: das ist auch nicht meine Absicht. Wir sprachen dann über den literarischen Charakter d«S„Residenzboten" und Sprenger erklärte dabei, er habe den„Leuten" gesagt, das Blatt gefalle ihm gar nicht, der Ton ebenfalls nicht, er wolle mit dem Blatt selbst nicht das geringste zu tun haben. Nur juristischen Bei- stand wollte er ihm leihen. Ich sagte damals, er sollte doch nicht so schroff urteilen, namentlich nicht in seinem Plaidoyer, da er sonst die Interessen seiner Klienten schädigen könnte. Dr. Sprenger stellte mir dann sein gesamtes Beweismaterial zur Verfügung und sagte dabei, die Sache wäre von den Oldrnburgischen Gerichten in einer gehässigen Weise geführt und man versuche namentlich ihm, Dr. Sprenger, etwas am Zeuge zu flicken. Ich hielt dies zunächst kür übertrieben, habe mich dann aber im Laufe der Zeit davon überzeugen müssen, das? Dr. Sprenger recht hatte.(Be- wegung.) ES wurde namentlich immer wieder der Versuch gemacht, den„Residenzboten" und die Verteidigung mit einander zu identifi- zieren. Man schob der Verteidigung andere Tendenzen unter, als sie in Wahrheit verfolgte. Ganz speziell wurde der Versuch gemacht, ihre Haltung hinzustellen als einen Ausfluß persönlicher Gehässigkeit des Dr. Sprenger. Man hat sogar angedeutet, Sprenger sei das treibende Motiv, die Angeklagten nur Mittel zum Zweck.— Staatsanwalt Simmen: Sie sagen— es gehört das eigentlich nicht hierher— es sei der Versuch gemacht worden� die Sache so hinzu- stellen, wie Sie es sagen. Wollen Sie damit behaupten, daß ich den Versuch gemacht habe Wer was meinen Sie?— Zeuge Rechtsanwalt Dr. Herz: Ich gebe nur meine Empfindungen wieder, die ich im Schweynert-Prozeß gemacht habe, als Frau Biermann erzählte, sie wisse ganz genau den Beweis für den Meineid eines Ministers in Händen zu haben.— Staatsanwalt Simmen: Sie wollen sagen, daß der Nebenkläger dir behauptete Absicht vre- folgt?— Zeuge: Ja.— Staateanwalt Simmen: DaS wollte ich auch meinen. Rechtsanwalt Dr. Sprenger richtet die Frage an den Zeugen: Habe ich nicht mit Ihnen, Herr Kolleg«, darüber gesprochen und Sie gebeten, sich meiner pessimistischen Auffassung nicht an- zuschließen. Erinnern Sie sich besonders, daß nach dem Verlauf des Schweynert-ProzesseS meine Zweifel sich erheblich verstärkten?— Zeuge: I a.— Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Und nun frage ich Sie unter Ihrem Eide: haben bei Ihnen diese Zweifel nicht festen Boden gewonnen?— Zeuge: Ja. gewiß. Im übrigen möchte ich betonen, daß Rechtsanwalt Dr. Sprenger niemals Ein- fluß auf die Redaktionsgeschäfte des„Residenzboten" zu bekommen versucht hat. Im Gegenteil, er hat gesagt, 10 000 M. würde er seiner Firma geben, wenn er von dieser Sache loskäme. Und auch ich (Rechtsanwalt Dr. Herz) muß sagen, daß eS mir gar nicht an- genehm ist, meine eintragliche Zivilpraxis wegen dieses Falles ver- nachlässigen zu müssen und dabei noch beschmutzt zu werden.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Habe ich Ihnen ferner nicht gesagt, daß ich der Meinung sei, daß gegen Biermann grobe SiechtSverlehungen vorgekommen feien, und daß ich ihm nur deshalb treu bleibe? — Staatsanwalt Simmen: Ich protestiere gegen diese Frage, weil ihre Beaiuwortung eine Beleidigung der Oldenburgischeu Richter mit sich bringen würde.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Ich frage den Zeugen nach einem historischen Bor. gang und der Zeuge muß darauf antworten. Wenn ich Be- leidigungen ausspreebe, so bitte ich mich später zur Rechenschaft zu ziehen. Jedenfalls habe ich gesagt, daß im Falle Biermann grobe Rechtsverletzungen vorgekommen sind und ich will dies vom Zeugen bestäfigt haben.— Vors.: Herr Dr. Sprenger, wir wollen doch ruhig bleiben. Sie kommen zu einer immer schärferen Tonart und diese wollen wir doch vermeiden.— Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Es ist hier gesagt worden, daß ich persönlich beteiligt sei an dem Inhalt des„Residenzboten". Ich haue geglaubt, diese Frage sei längst erledigt. Heute ist man mit dieser Insinuation ausS neue hervorgetreten. Wir haben sehen müssen, daß trotz unserer Bemühungen� die Angelegenheit in ein ruhiges Fahrwasser zu führen, die Staats- anwaltschaft immer wieder mit persönlichen Dingen kommt. Ich muß darauf bestehen, daß auch der Schatten einer Jdeenverwandt- schaft der Verteidigung mit dem„Residenzboten" fortfällt. Zeuge RechtZanwakt Herz: Ich bestätige also»die AeußerunA deZ Kollegen Sprenger und füge hinzu, daß wir g e r n z u g e b en'.., daß unser Auftreten hier vor Gericht die Empfindungen d e et O l d e n b u r g i s ch e n Richter hie und da zu ver- letzen geeignet i st.?lllein ich darf wohl hinzufügen, datz uns jede persönliche Gehässigkeit fernliegt. Damit ist die Vernehmung des Rechtsamvalts Herz beendigt und er nimmt wieder am Verteidigertische Platz.— Verteidiger Rechtsanwalt Sprenger bittet dann um die Feststellung, ob und wann der Minister Ruhstrat Strafantrag gegen Biermann gestellt hat.— Vorsitzender: Am 10. September.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Also ist der Angeklagte einen Tag vor Stellung drö Strafantrages in Untersuchungshaft genommen worden. Staatsanwalt Simmen: Ich bitte mir eine Erklärung darWer auS, ob da? ein Vorwurf gegen die Staatsanwaltschaft sein soll. Wenn ja, dann möchte ich darauf hinweisen, daß es g e- s e tz l i ch zulässig ist, den Beschuldigten auf Vorstellung ein-S StrafantrageS in Haft zu nehiüe». Im vorliegenden Falle handelt eS sich außerdem um eine vorläufige Festnahme.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Alles das wissen wir. � Ich möchte nur wissen, welche Gründe die Staatsanwaltschaft zu dieser eiligen Festnahme veranlassten-.— Staatsanwalt Simmen: Darüber habe ich Ihnen keine Auskunft zu geben. Im übrigen betone ich noch, daß in der Folge unser Vorgehen gegen den Angeklagten Bier- mann von allen Instanzen gebilligt worden ist.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Auch das wissen wir. Allein ich darf wohl mitteilen, daß uns schon von verschiedenen Seiten angedeutet worden ist, daß die Leitung des Prozesses gegen Bier- mann nicht in den Händen der Staatsanwaltschaft, sondern in denen des Ministers Ruhstrat liege.(Bewegung.) Das legt uns die Verpflichtung auf. Klarheit zu schaffen.— Staatsanwalt Simmen(erregt auffahrend): Ich bitte doch den Herrn Vorsitzenden, mich gegen solche unerhörten Anschuldigungen in Schutz zu nehmen.— Vorsitzender: Herr Verteidiger, lassen Sie doch solche Sachen lieber draußen.— Staatsanwalt Simmen: Zunächst betone ich. daß ick mich bezüglich meines Vorgehens gegen den Angeklagten aus den§ 127 Absatz 3 stütze. Was sodann die Behaupttmg anlangt, der Herr Minister führe in Wahrheit diesen Prozeß, so könne er sie nicht scharf genug zurückweisen. � � Oldenburg, 4. März.(Privattelegramm des„Vorwärts".) DaS Gericht lehnte alle auf Spielvorgänge RuhstratS bezüglichen Beweisanträge ab, weil Ruhstrat im Prozeß Biermaim- Rieß über Zeit, Ort und Art seines Spiels gar keine be- stimmten Angaben gemacht habe, also Meineid unmöglich sei. Die Oeffentlichleit war also bisher im Irrtum, wenn sie annahm, der Minister habe damals unter Eid bekundet, er habe nur vor vielen Jahren hasardiert, dann nicht mehr. Die Ab- lehnung der Beweisanträge enthält das Eingeständnis, daß Ruhstrat keine Neigung hat, seine Spielertaten bis in die neueste Zeit auf- geklärt zu sehen. Am Mittwoch wird das Urteil gefällt werden. Letzte Nachrichten und Depefchen. Der Boykottkampf im Rheinland. Die gestrige Erklärung des BoykottverbandeS der oheinisch-west- fälischen Brauereien, in 34 Großbrauereien die der Organisation der Brauerei-Arbeiter angehörenden Personen auszusperren, be» antwortet die sozialistische„Rheinische Ztg." damit, daß in den nächsten Tagen die Kölner Arbeiterschaft sich zu dieser Angelegenheit äußern werde und daß die 1S000 gewerkschaftlich organisierten Kölner Arbeiter den Gewaltstteich des Brauerei-UnternehmertumS abschlagen müssen. AuS Unternehmerkreisen verlautet: Der Kreis der Großbrauereien, die geschlossen vorgehen wollen, dehnt sich bereits bis Düren aus. Sollte sich in den nächsten Tagen ergeben, daß noch weitere Braue- reien sich anschließen, so dürste der Boykottverband dazu übergehen, obige Maßregel auf ganz Rheinland auszudehnen. Eisenbahn-Unglüa Trier, 4. April. Amtliche Meldung. Beim Auflaufen des Personenzuges 410 vor Bahnhof Schweich auf den Güterzu 6544 drei Mann des Zugpersonals von Zug 410 sehr schwer verletzt. Außerdem sind kleine Verletzungen bei etwa vier Reisenden vor- gekommen. Beide Gleise sind auf etwa vier Stunden gesperrt; wahrscheinlich liegt«in Bedienungsfehler am Blockapparat des Stell- Werks vor._ Sozialistische Interpellation Wer die Beziehungen zu Deutschland. Paris, 4. April.(W. T. B.) Die sozialistische Gruppe der Kammer beauftragte Jaures und Pressenst. bei der Re- gierung eine Interpellation Wer die Lage in Marokko und über die Beziehungyn Frankreichs zu Deutschlands einzureichen. Italienische Deputiertenkammer. Rom. 4. April.(W. T. B.) Haus und Tribünen sind Wer- füllt. F o r t i S verliest die bereits gemeldete Erklärung, bei deren Schluß Beifall laut wird. Es sprechen darauf mehrere Deputierte. unter anderem Bissolati. welcher ausführt, die Sozialisten- Partei werde gegen die neuen MilitärauSgaben stimmen, wenn man nicht nachweise, daß eS sich in der Tat um die Verteidigung des Landes handle. Ebenso nötig sei, daß das Parlament klar sehe in> den Bündnissen und der auswärtigen Politik. In Erwiderung auf verschiedene Redner erklärt Ministerpräsident Fortis, in den leitenden Grundsätzen und in der inneren Polstik stehe als oberstes Prinzip die Freiheit da. Betreffend die Organisationen der Arbeiter habe er immer geglaubt, daß sie wie alle anderen freien Einrichtungen respektiert werden müßten, vorausgesetzt, daß sie die Ordnung nicht bedrohen und das Gesetz nicht verletzen. Gegen- über Chimienti, der ihn des„CriSpismuS" beschuldigt, erllärt Fortis, er wisse nicht, was das h«itze. Was seine Ansicht in militäri- sehen Fragen betreffe, so kenne die Kammer diese; daher sei kein Anlaß vorhanden, von Zweideutigkeiten zu reden. Er habe stets betont, daß das höchste für daS Land notwendige Ziel der aus- wärtigen Politik die Aufrechterhaltung des Friedens sei. Dem Deputierten Bissolati, der unter dem Beifall der Kammer die Not-- wendigkeit der nationalen Verteidigung hervorgehoben, erwidert der Ministerpräsident, er freue sich feststellen zu können, daß die sozialistische Partei niemand in der Liebe zum Baterlande nach- stehe. Er erinnere daran, daß die Geschichte beweise, ein wie schwerer Fehler eS sei, die eigene Unabhängigkeit nur von einer Politik der Bündnisse abhängig zu machen.— Die Besprechung wird hierauf geschlossen und die Kammer mmmt die Beratung des Budgets des AckerbauministeriumS wieder auf. Erdbeben in Indien. London» 4. April.(W. T. B.) Die Abendblätter bringen die Nachricht, daß in Lahor« heute ein heftiges Erdbeben stattgefunden hat, das einen schweren Menschenverlust zur Folge hatte. DaS Erdbeben habe einen großen Schechen an öffent- lichen Gebäuden und an Privateigentum angerichtet. So sei das Rathaus fast dem Erdbode» gleich gemacht, der Bahnhof, die Kathedrale und die Jumcunasjid-Moschee seien schwer beschädigt. �ZrrantW.Red� Paul Büttner, Berlin. Jnserateverantw.(mitRusnahmcder.NeueW:lt".Beilage):TH- Blocke, Bettln. Druck u. Verlag: Vorwärts Suchbc. a.vcrlazianst.P«ul Singer SeCo., Berlin SW. Hierzu S Beilagen u. Unterhalt» ngsbl Dr. 81. 22. Jahrgang. 1. Kcilagt des Lmiirts" Kerlim WksdlM Mittwoch, 3. April IM. ReicKsrag. 178. Sitzung vom Dienstag, den i. April 1005, vormittags 2 Uhr. Am Bundeöratstischc: Dr. S t ü b e l. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrt das Haus da? An- denken des verstorbenen Abg. W a l l b r e ch l(natl.) durch Erheben von den Plätzen. Ans der Tagesordmmg steht zunächst die dritte Beratung des dritten NnchtragSetatS für das Reich und für die Schutzgebiete. Die Etats werden ohne Debatte gegen die Stimmen der Sozialdemo- traten angenommen. Hierauf folgt die erste Beratung des Antrages Büsing lnatl.) betreffend Acnd'crung der Änindbuchordnung. Der Antrag wünscht, daß„die Eintragung des Eigentümers auch denjenigen, für welche eine Hypothek, Grundschuld, Rentenschuld, Rcallast oder ein Recht an einem solchen Rechte im Grundbuch eingetragen ist", bekannt gemacht werde. Zur Begründung erhält das Wort Abg. Dr. Lucas lnatl.): Unter dem gegenwärtigen Rechte wissen die Hypothekenbesitzer und andere Gläubiger sehr oft nicht, wer der Eigentiimer ist und an wen sie sich zu halten haben, wen» die Zinsen ausbleiben oder wenn eine Kündigung erfolgen soll. Die Gerichte haben sehr verschieden entschieden. Geholfen kann nur durch eine einheitliche Regelung durch Reichsgesetzgebung werden. Eine Debatte erfolgt nicht. Der Antrag wird in erster Lesung und hierauf sofort in zweiter Lesung angenommen. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahlen der Abgg. Merten lfrs. Vp.) und G a m p fRp.) werden ohne Debatte für gültig erklärt. Die Wahl des Abg. B a r b e ck ffrs. Vp.) soll nach dem Antrag der Kommission für gültig erklärt werden. Abg. v. Gerlach sfrs. Vg.) will gegen den KommissionSbeschluh keinen Widerspruch erheben, bittet aber die Wahlprüfungö-Kommission, sich künftig auf den Standpunkt zu stellen, das; Wahlen fiir ungültig erklärt werden müssen, wenn, wie es bei der in Frage stehenden Wahl der Fall war, die Stimmzettel für einen Kandidaten nicht das vorschrists- mäßige Format haben. Abg. Fischcr-Berlin(Soz.): Der Grundsatz des Herrn Vorredners:„Diesmal wollen wir es durchgehen lassen" kann unmöglich vom Hanse akzeptiert werden; denn sonst� käme man in die reine Willkürwirtschaft. Wir komlcn diese Wahl gar nicht für gültig erklären, ohne einen Grundsatz, den der Reichstag bei einer früheren Gelegenheit aufgestellt hat, zu verlassen. Würde man auch jetzt die unvorfchriftsmäßigcn Zettel für ungültig erklären, so wäre die Wahl des sozialoemokralischen Kandidaten sofort bei der ersten Wahl erfolgt. Die Kommission hat in ihren Ansichten hin und her geschwankt, je nachdem dieses oder jenes Mitglied neu ein- trat.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Es wird auf die Aereiiibanuig zwischen den verschiedenen Parteien hingewiesen. Aber durch derartige Vereinbarungen kann man nicht das Wahlreglement außer Kraft setzen. Die Kommission hat sich auf den Kommentar von Dr. Paul Fischer berufen, der erklärte, daß eine geringe Abweichung von dem im Wahlreglcmcnt vorgesehenen Format der Stimmzettel nicht zur UiigültigkettSerklänrng der Wahl führen könne. Aber mehr»ls eine Verdoppelung der Größe der Stimmzettel kann man doch nicht verlangen, damit von einer w es e n tl i ch en Ab- änderung gesprochen werden kann. ES liegt hier eine tiefgehende Verletzung des Wahlgeheimnisses vor und eS bleibt Ihnen nicht» übrig als die Wahl für ungültig zu erklären, wenn Sie nicht der Willkür Tür und Tor öffnen wollen.(Bravo I bei den Sozial- demolraten.) Abg. v. Riepenhansen sk.): In München ist mit den Sozialdemokraten ein Kompromiß zur Sicherung de» Wahlgeheimnisses abgeschlossen, wonach alle Stimm- zettel doppelt so groß sein sollen als das Reglement es vorschreibt. Zusammengefaltet haben sie die vorschriftsmäßige Größe. Herr v. Bollmar ist zweifellos mit Recht gewählt und so muß auch diese Wahl für gültig erklärt werden. «bg. K-psch(fcs. Bp.): Nicht nur i« München, sondern in einem großen Teil der bayrischen Wahlkreise sind auf Veranlassung der sozialdemokratischen Partei die Stimmzettel nach Papier und Größe gleicli-nrig hergestellt worden. Die Behörden haben z. B. auch im Wahlkreise Fürth bestätigt, daß dieses Format nicht beanstandet werden würde. In der Tat war damit auch keine Ueberwachung der Wahl beabsichngt oder ermöglicht. Im Gegenteil könnt« man dm Baiern eigentlich dankbar sein, daß sie in der Sicherung des Wahl- geheimnisies noch einen Schritt weiter gegangen sind als der Reichstag zu der Zeit, wo er das Wahlgesetz schuf. Eine Wahlbeeinflujiung nachzuweisen ist im Protest auch gar nicht ver- sucht worden. Sollte aber die Wahl in Fürth ohne weiteres nur wegen der unzulässigen Form der Stimmzettel kassiert werden, so müßte» auch die sozialdemokratischen Mandate au» Bayern ihren Inhabern aberkannt werden. Es ist ein Widersinn, wenn Sie fzu den Sozialdemokraten) eine Wahl wegen der Stimmzettel für un- giilttg erklären wollen, auf Grund deren Sie Mitglieder diese» HauseS sind. Eine solche Moral mit doppeltem Boden traue ich Ihnen nicht zu.(Bravo bei den Freifinnigen.) Abg. Geyer(Soz.): In München waren die Stimmzettel aller Parteien gleich groß; da konnte kein Größcnunterschied eine Kon» wolle ermöglichen. In Erlangen-Fürlh hatte nur eine Partei so große Stimmzettel ausgegeben, so daß eine Kontrolle ausgeübt werden konnte. Ilm diesen Unterschied kommen Sie nicht herum. «Sehr wahrl bei dm Sozialdemokraten.) Gegen die Wahl in München ist auch von der unterlegenm Partei kein Protest eingelegt ivorden; wäre es der Fall, so hätte nach meiner Mennmg die Kommission so entscheiden müssen, wie die Minderheit c» für den Wahlkreis Fürth wollte. Die Mehrheit der Kommission hatte sich überzeugt, daß die Größe der Stimmzettel durch das Kuvert zu fühlm war; wäre in jener Sitzung die Entscheidung gefallen, so hätte die Kommission sicherlich beantragt. die Wahl ftir ungültig zu erklären. Bis zur nächsten Sitzung wechselten die Personen und damit wandelten sich die Anschauungen. Wenn der Reichstag nicht hier darauf achtet, daß das Gesetz respekttert wird, läßt er künftighin für jeden Wahlkreis die Möglichkeit der Kontrolle offen. Gewiffe Parteien werden sich dann keinen Deut mehr um das Gesetz kümmern.(Bravo I bei dm Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Wallau(natl.): Wenn die Kommission in ihren verschiedenen Gitzungm ganz verschieden entschieden hat, so beweist das eben, daß alle Mitglieder lediglich„ach ihrer persönlichen Ueberzeugung gestimmt haben. Man kann solche Fülle wie den vorliegenden nicht allgemein, sondern nur nach Lage der Sache entscheiden. In diesem Falle liegt eine bc- sondere Kennzeichnung deS Stimmzettel» durch seine Vergrößerung nicht vor, denn zusammengefaltet find die Stimmzettel genau so groß gewesen, wie da» Reglement e« vorschreibt. Abg. Wellstein(Z.): Die Vorwürfe des Herrn Geyer gegen die Kommission muß ich entschieden zurückweisen. Von emer Umstotzung de» Gesetzes kann keine Rede sein. Tie Kommission hat durchaus gewissenhaft gearbeitet, wenn sie auch nicht immer gleichmäßig besetzt war. Die verschiedenm Abstimmungen beweisen ledtglich. daß die Beschlußfassung in diesem Falle besonders schwierig war. Abg. Gras Praschnia(Z.): Ein Teil meiner Freunde stimmen dem Kommissionsbeschluß zu. Zweifellos ist ein Mißbrauch solcher Stimmzettel dann viel leichter, wenn sie nur in einzelnen Fällen benutzt werden, während sie hier allgemein verbreitet waren. Abg. Fischer-Verlin(Soz.): Wenn das Plenum seinerzeit mit seinem Beschluß auf Beweis- erbebungen nicht der Meinung Ausdruck geben wollte, daß solche Zettel ungültig sein sollen, so hätte es einen unsinnigen Beschluß gefaßt, dann hätten wir uns die Prüfung der vielen einzelnen Stimmzettel in der Kommission ersparen können. Wir wenden uns gerade gegen das Vorgehen der Nationalliberalen, in solchen Sachen von Fall zu Fall zu entscheiden. Das ist nationalliberale Politik, gewiß— Sie leben ja vom Unfall (Unruhe bei den Nationalliberalen!— aber wir wollen nicht, daß es die Politik des Hauses wird. Man soll nicht in den Fällen Buch- wald und Braun sich als Hüter des Gesetze» aufspielen, um für eine Entscheidung von Fall zu Fall einzutreten, wenn man selbst den Vorteil davon hat. Wenn Herr Kopsch meint, die Münchener Genossen müßten konsequentcrweise ihre Mandate niederlegen, so können seine Parteigenossen sa abwarten, wa» wir tun, wenn Bollmars Wahl angefochten lmrd. Wenn aber die Freisinnigen so außerordentlich anständig empfinden, so sollten sie doch bei sich selbst anfangen und ihren Parteigenossen Barbeck veranlassen, sein Mandat niederzulegen.(Sehr richtig! bei de» Sozialdemokraten.) Abg. Geyer(Soz.): Ich habe nicht einen Vorwurf gegen die Kommission erhoben. sondern mich dagegen gewendet, daß ein fortwährender Wechsel unter den Mitgliedern der Kommission stattfand und dadurch eine Aenderung der Anschauung der Mehrheit hervorgerufen wurde. In der ersten Sitzung, in der die Wahl besprochen wurde, war die Kommission der Meinung, daß die großen Stiminzettel für ungültig erklärt werden müßten. Aber es kamen andere Leute in die Kommission mit anderen Anschauungen. ES kann auch Leute geben, die Schwielen an den Händen und doch Feingefühl haben. Wir find der Meinung, daß hier eine Durchbrechung deS WahlreglementS vor- liegt, und wenn der KoinmisfionSbeschluß angenommen wird, so wird daS traurige Folgen im Lande haben. Abg. v. Riepenhausen(k.): Der Abg. Fischer hat den KommissionSbcricht nicht ordentlich gelesen.(Stürmische Heiterkeit.— Zurufe: Er hat ihn ja versaßt! — Der Redner macht ein« Verlegenheitspause, dann sehr laut): Dann hat er ihn doch nicht ordentlich gelesen.(Stürmische Heiterkeit.) Der Abg. Fischer hat sich auf eine Aeußerung des konservativen Abg. Hufnagel aus der Kommission berufen... Präsident Graf Ballestrcm: Herr Abgeordneter, ich habe nicht gehört, daß der Abg. Fischer Namen aus den KommissionS» Verhandlungen genannt hat. Abg. v. Riepenhausen(mit trotziger Stimme, droht mit dem Pincenez zum Präsidenten hinauf): Ich«verde es Ihnen beweisen. (Schallende Heitcrkeit.l Ich werde im unkorrigierten Stenogramm nachsehen.(Erneute Heiterkeit.) Unterbrechen Sie mich nur, Sie werden mich nicht irre machen!(Schallende Heiterkeit.) lieber die Aeußerung de» Abg. Hufnagel berichtet eingehend und richtig der Kommissionsbericht. Präsident Graf Ballestrem: Ich habe nunmehr festgestellt, daß der Abg. Hufnagel gar nicht Mitglied der Kommstsion war(Große Heiterkeit), sondern nur einen Brief an sie gerichtet hat, den aller- dingS der Abg. Fischer erwähnte.(Abg. v. Riepenhausen winkt triumphierend mit feinem Pincenez zum Präsidenten hinauf und verläßt unter schallender Heiterkeit die Tribüne.) Die Abstimmung über den Antrag der Kommission ist ans Antrag Singer(Soz.) eine namentliche. Es stimmen mit Ja 106, mit Nein 00, der Stimme enthalten sich 5. Das Haus ist nicht beschlnßfShig und bricht daher die VerHand- lungen ab. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr: Rechnungssachen, Gesetzentivurs ans Aenderung der Maß- und Gewicht»- ordnung, Petitionen. Schluß 4'/« Uhr._ Der Kongreß von Ronen. Ronen, 28. März.(Eig. Ber.) Dritter BerhandlmigStag. Vormittag Ssitzun�. S'/, Uhr. Vorsitzender: C i p r i a n i- Paris. Beisitzer: Stern-Maydieu- Korsika und Bertrand- Limogco. In der Fortsetzung der Debatte über die Einigkeit ergreift zunächst daS Wort Jaurds: Ich möchte die Befürchtungen einiger Parteikreise in bezug auf die Einigkeitsurknnde zerstreuen. Ich will zeigen, daß die Urkunde ernste Garantien bietet unter dem Gesichtspunkt der P. S. F. ES ist wahr, daß der Amsterdamer Beschluß unsere Entscheidungen zu beherrschen hat. Aber eS ist unrichtig zu sagen, daß wir in Amsterdam besiegt worden wären. Unsere Darlegungen in Amsterdam Häven vielfach tiefen Eindruck gemacht. Und seit Amsterdam ist unsere Position nicht geschwächt worden. Im Gegenteil. Dort haben wir nur Hoffnungen aussprechen können. Jetzt ist die Trennung zwischen Kirche und Staat der Verwirklichung nahe. Und diese Reform, deren Mög- lichkeit Bebel in Amsterdam bezweifelt hat, wird zugleich eine proletarische Errungenschaft sein. Andererseits können internattonale Beschlüsse die Taktik der einzelnen Länder doch nur in ganz allgemeinen Umrissen bestimmen. Wir haben in der Linken unserer Partei feurige Anhänger des Generalstreiks, die weit über den bezüglichen Beschluß von Amsterdam hinausgehen. Heißt denn das eine Verleyung der internationalen Beschlüsse von feiten der Bertteter der Linken? Waö in Amsterdam getan wurde, ist dieS: Man hat eine Verwarnung(avertissernent) ausgesprochen, die besondere proletarische, kommunistische Aufgabe, den ttefen Klaffen- gegensatz nicht zu vergeffen. da» Ideal, da» zugleich die Regel unseres Verhaltens zu sein hat, nicht auS dem Auge zu lassen.(Lebhafter Beifall.) Diese Verwarnung haben wir zu beherzigen. Jede Politik kann ihre Ausschreitungen haben, auch die unsere. In Amsterdam hat man eben wegen dieser Gefahren der Bloc-Polittk den bekannten Beschluß gefaßt. UebrigenS stimme ich keinesweg» den retrospektiven Kritiken von Amsterdam wie von Renaudel hier zu. In Frankreich ist eS unmöglich, eine Taktik alternierender Koalitionen mit den bürgerlichen Parteien von rechts und links zu befolgen, wie sie in Deutschland betättgt wird. Hier können wir niemals unS mit den Klerikalen koalieren, die bei uns stets zu einer unterdrückenden Mehrheit gehörten, während das deutsche Zentrum unter Bismarck, ebenso wie die Sozialdemokratie. eine unterdrückte Minderheit war. Renaudel hat die Linksdelegation mit der Teilnahme an der Regierung auf die gleiche Linie gestellt. DaS ist irria. In der Linkodelegation haben wir stets die Autonomie der sozialistischen Fraktion aufrechterhalten. Der Bloc war für unS nie eine ständige Einrichtung. Wir hatten stets im Auge die Notwendigkeit der Auf- löfung de» BlocS, sei eS nachdem er seine Aufgabe erfüllt hat, sei c» nachdem sich seine Unfruchtbarkeit gezeigt hat. Wenn man hier(links) in brutaler Weise gegen uns die Amster« damer Beschlüsse zu verwerten sucht, so sei erinnert, daß der .Vorwärts" und ebenso das Züricher sozialdemokratische Organ nach Amsterdam die Bedeutung deS Internationalen Kongresses für unsere Partei in gerechter Weise beurteilten. Sodann bespricht Jaurös die parlamentarischen Ursachen der Auflösung des BlocS noch unter CombeS— die fortgesetzten Jntriguen in den Reihen der Radikalen: Eine Wiederher- st e l l u n g der BlocS i st unmöglich. Sie wäre auch unnütz für da» R es o r m werk, da» zurzeit realisierbar ist. Namentlich die Trennung zwischen Kirche und Staat hängt einzig von der Uebereinsttmmung der Regierung und der Kammer- kommission ab. Uebrigens zeigt das Schicksal dieser Reformen, wie sehr die fertigen Formeln von den Ereignissen über den Haufen geworfen werden. In Amsterdam hat KautSkh in der KommissionS- debatte bemertt. die Trennung wäre unmöglich unter einem Ministerium, dessen Mitglied ein Rouvier ist. Nun, jetzt wird diese Reform zur nahen Wirklichkeit unter einem Ministeriuin, deffen Chef Rouvier ist. Andererseits, so führt Jaurds weiter auS, könnte der Bloc gar nicht mehr funkttoitieren, weil ein neues gemeinsames Linksprogramm, das über das zurzeit geltende Hinansgehen würde, unmöglich wäre. Jenseits der Trennung und der Arbeiterpenstonen könnte nur noch ein parlamentarisches Programm tiefer sozialer Reformen aufgestellt werden, die eine Vorbereitung der sozialistischen Gesellschaft bedeuten würden. Dafür sind die Radikalen noch mcht zu haben. Die bisher realisierten und in Angriff genommenen sozialen Reformen sind zurzeit daS Maximum für die republikanische Demokratie. Wahr ist, daß jene gründlichen Gozialrefonnen, wie der Acht- stundentag. die Nationalisatton der Bergwerke, der Eisenbahnen und Banken, die Einführung der Miliz, die demokratische Kontrolle der Soldaten über die Ernennung der Offiziere(stürmischer Beifall überall)— daß dieses Refonnprogramm in absehbarer Zeit'keine Linksmehrheit finden könnte. Um dasselbe in den Geist der Demokratie so tief eindringen zu lassen. daß es zu einer neuen RegiernngSnotwendigkeit wird. dazu ist gerade die volle Autonomie der sozialistischen Partei unent- b e h r l i ch, ihre vollständig ungehinderte, durch keine Bloc- Rücksichten gehemmte Aktion im Lande, die autonome Aktton deS gesamten organisierten Proletariats. Die Linksdelegatimi ist also gewesen. Daraus folgt aber nicht die Unmöglichkeit zeitweiliger Verständigungen mit den Radikalen. Die Einigkeitsurknnde selbst spricht ja von einer.kombinierten Aktion" mit anderen Parteien. Nur sind bei diesen'Kombinationen zwei Bedingungen innezuhalten: Erstens müssen sie zeitlich eine Folge sein uiiserer kräftigen Pro- vaganda für das neue Reformprogramm. Erst nachdem wir für dieses Programm starken Anhang im Lande gewonnen haben und nur auf Grundlage dieses Programms können wir an eine kombi- nicrte Aktion mit den Radikalen denken. Zweitens ist diese Aktion zu beschließen und zu regeln nicht von einzelnen Personen, nicht von der Kammerstaltton. sondern— ich sage IrnS meinen Freunden (zur Rechten gewendet)— von der G eff a m t p a r t e i.(Beifall linke und rechts.) Zu den Geheimfonds bezw. zum Verbot, diese Fonds zu votieren, sagt Jaurös: Die Geheimfonds haben wahrlich eine geringe Bedeutung im gesamten politischen Organismus, wenn auch in ihren trüben Gewässern einige Mikroben herumschwimmen mögen. Sollte aber die Fraktton deswegen durch die Verweigerung der Geheimfonds das Kabinett Waldeck-Rouffeau und das Vereinögesetz, das Kabinett CombeS gestürzt haben müssen? Wahr ist, daß die Geheimfonds eine Dummheit, ein Zeichen der Regierungsschwäche find. Deshalb werden wir fordern, wenn einmal wieder eine krästtge Links- regierung ans Ruder kommt, die der sozialisttschen Unterstützung bedarf, daß sie aus dieses kleinliche und lächerliche Regierungsmittcl verzichtet. Daher erscheint mir auch das in der EiittgkeitSurkunde ausgesprochene Verbot de« Votum» der Geheimfonds von keiner sonderltch großen Bedeutung. Wichtig ist dagegen das Verbot des Votums der Militär« k r e d i t e, loelches ,m Lande berechtigte Befürchtungen erheben könnte. Aber nur auf den ersten Blick kann es widerspruchsvoll er« scheinen, wenn die Sozialisten einerseits erklären, ihr Land nicht ent» waffnen zu wollen, andererseits aber die Militärkredite verweigern. In der Tat. Wir sind Anbänger der allgememen Abrüstung, wir treten entschieden ei» für die Entwurzelung alles nationalen Hasses, für den Völkerstieden— wir. die Sozialisten in Frankreich, in Deutschland, in England, in Italien und überall. Ebenso erklären die Sozialisten aller Länder, die Integrität ihres Vaterlandes gegen An- griffe verteidigen zu wollen. Wir in Frankreich müssen besonders die stei- heitlichen Einrichtungen unseres Landes, das große Reformwerk gegen reaktionäre Angriffe von außen verteidigen. Wenn wir aber trotzdem die Militärkredite verweigern, so verweigern wir sie dem herrschenden S y st e m. das»rnter dem V o r w a n d der Sicherhett'bes Vater- landcs die Armee in den Dienst einer Kaste stellt, sie durch die kasernenmäßige Abschließung der Soldaten von der Nation zu einem Werkzeug zur Unterdrückung des Volkes macht. Wie Bebel in seinem neulichen Briese an mich geschrieben hat, verweigert die deutsche Sozialdemokratie die Militärkredite einem System, das die Sozialdemokraten zu Bürgern zweiter Klaffe degradiert und daS Militärbudget durch volksbelastende Konsumsteuern speist. Ebenso verweigern wir die Militärkredite nicht der Verteidigung deS republikanischen Vaterlande», sondern der Verteidigung von Klassen- Privilegien und Klassenunterdrückung.(Lebhafter Beifall link» und rechts.) Zum Verbot de» Budgetvotum» führt Janrös au»: Schon bisher haben die meisten von uns das Gesamt« budget abgelehnt. Da» Argument, daS dieses Ablehimnasvotum in Widerspruch stellt zu dem Votum der im Budget etwa enthaltenen Detailreformcn. dieses Argument rührt mich nicht. Auch bei sonsttgen Gesetzen könnte man einen solchen angeblichen Widerspruch kon« struieren. Wenn wir in einer GesetzeZvorlage einige Verbesserimg«» antrage durchgesetzt haben, sind wir dann deshalb genötigt, da» Gesamtgesetz zu votieren, und mag eS noch so unheilvoll sein?(Seht richtig! und Beifall links.) Desgleichen wenn wir die kapitalistische Gesellschaft zu reformieren suchen, folgt dann daraus, daß wir da» Prinzip der kapitalistischen Gesellschaft anerkennen müsset,?(Bei« fall links.) Ebenso steht eS um das Budget, das die bestehende Ordnung verkörpert. Wahr ist jedoch, daß die Budgetverwcigerung nur den Werl einer symbolischen Kundgebung hat. Einen realen Wert könnte sie erstens dam» gewinnen, wenn die Sozialisten in der Mehrheit wären, dann aber könnten die Sozialisten nicht bei der Budgetverweigerung stehen bleiben, sondern sie müßten ein neue», ein nichtkapitalistisches Budget votieren.(Beifall rechts.) Aber am Tage, wo die Budgetverweigeruna eine Links« regierung gefährden könnte, wäre es Selbstmord, das Budget abzulehnen, denn dadurch würde nicht das kapita« listische Budget abgelehnt werden, sondern deffen Verbesserung. In der Einigkeitsurkunde wird ferner gesprochen von der un« versöhnlichen Opposition auch»gegen den Staat, der daS Werkzeug der Bourgeoisklasse ist". Daraus folgt aber nicht, daß wir stets uns weigern müssen, die Befugnisse deü Staates zu er« weitern. die politischen wie die ökonomischen. DaS wird selbst von den revoluttonären Sozialisten nicht durchweg gefordert. Ueberhaupt steht die Amsterdamer Resolutton einer unmittelbaren Reformaktton keinesteils im Wege. DaS gerade Gegenteil deffen wird in der Amsterdamer wie in der Pariser Resolution(1900) auS- gesprochen, die beide den größten Wert auf die Reformaktton legen. Deshalb wird die Einigkett nicht im mindesten die fteie Tätigkeit für Reformen hemmen. Die Reformen sind zu beurteilen nicht nach ihrem Mechanismus, sonder» nach ihrem Geist. Wenn M i l l e r a n d einen gleichen Gesetz» «ntwurs über die Arbeiterausschüsse eingebracht hätte wie die deutsche Gozialdemokratte. so würden viele unter Ihnen darin Begünstigung des„sozialen Friedens' erblicken.(Sehr richtig I rechts.) Eine ab« " tratt- überspannte Deutung der Amsterdamer Resolution könnte dazu| gestellt hat aus dem Vorwärts" ist das leider nicht ersichtlich führen, die deutsche Sozialdemokratie der Verlegung jener Resolution werde ich gegen den Betreffenden weitere Schritte einzuleiten zu befchuldigen. In Wirklichkeit aber bürgt die gewaltige Organisations- wissen. Dem in der Notiz erwähnten Artikel in der antisemitischen kraft der deutschen Sozialdemokratie für den richtigen proletarischen Sachsenschau" stehe ich ebenso fern wie Bader und seine Freunde. Geist jener wie ähnlicher Reformen. In Magdeburg weiß jeder Genosse, daß dieses uns ge= hässig bekämpfende Blatt fast in jeder Nummer von" Partei Internas" zu fafeln weiß. Weshalb sollte es nicht auch in diesem alle tun, als jei es über irgend etwas unterrichtet? Das Weitere werde ich in die Wege leiten, wenn ich nach Breslau zurückgekehrt bin. Die Einigkeit wird aber auch unsere Organisation stärken, und ich begrüße die kommende Einigkeit, wie ich die heute hier schon berwirklichte Einigkeit von ganzem Herzen, ohne jegliche Vorbehalte begrüße.( Beifall überall.) ( Schluß folgt.) Parlamentarisches. Jauer, 3. April 1905. " Rob. Albert, Redakteur der Boltswacht" in Breslau. Unsere Notiz in Nr. 79 stüßt sich auf den ausführlichen Bericht der Magdeburgischen Volksstimme". Nach diesem Bericht hat Wendlandt, in die Enge getrieben und nachdem schon von anderer Seite Albert als Urheber genannt war, zugegeben, von diesem informiert worden zu sein. Gewerkschaftliches. Ungültige Polizeiverordnung. ( Ein untaugliches Mittel gegen Streitpoften.) Das unbefugte" Herumstehen bei Bergwerksbetrieben 2c. sucht eine Polizeiverordnung zu verhindern, die dieser Tage vom Kammergericht für ungültig erflärt worden ist. Es handelt sich um eine der im letzten Grunde gegen Streikposten gerichteten Verordnungen, wenn es auch nicht im Wortlaut zum Ausdrud tommt. Einer aus Anlaß des großen Bergarbeiterstreits vom Jahre 1889 für die Provinz Westfalen erlassenen Ober- Präsidialverordnung nachgebildet ist die Ober- Präfidalverordnung für die Provinz Schlesien vom 9. Februar 1892. So stellte der Vertreter der Ober- Staatsanwaltschaft vom Kammergericht in einem Prozeß wegen lebertretung Börsenkommission. Sizung vom 4. April. Die Debatte der letzteren Verordnung fest. Diese Verordnung vom 9. Februar über den neuen§ 66 wird bis nach Erledigung des§ 68 ausgesetzt. 1892 bestimmt nun, daß bestraft werde: wer in der Nähe Gine längere Debatte entspinnt sich über§ 67 a, der auch Leute für der Betriebsstätte eines Bergwerts, einer andern Börsentermingeschäfte haftbar machen will, welche in das Handelsfabrikmäßig betriebenen gewerblichen Anlage, insbesondere register eingetragen sind oder früher berufsmäßig Börsengeschäfte oder einer Eisen= Binkhütte, getrieben haben. Hierzu liegen von Gamp, Dr. Porzig und eines Steinbruchs, eines Walzwerks oder einer Colshorn Anträge vor, die den Kreis der Verantwortlichen mehr Baustelle, oder auf dem Zugangswege einer solchen oder weniger stärker einschränken wollen. Colshorn( 3.) spricht Betriebsstätte oder einer Baustelle sich ohne bebabei sehr energisch für die Notwendigkeit des Börsen- und sondere Befugnis aufhält und der Aufforderung Neue Reichsanleihe. Die„ Nordd. Allg. 8tg." bestätigt, daß es eines Sicherheitsbeamten, sich zu entfernen, teine Börsentermingeschäfts. Semler weist auf große Schwindelgeschäfte hin, die durch das Börsengesetz ins Leben gesetzt worden sich bei der Begebung der neuen 31/ prozentigen Reichsanleihe nicht Folge leistet. find. Minister Posadowsky charakterisiert das Börsen- um eine prinzipielle Aufgebung des 3 prozentigen Typus handelt. Das Landgericht zu Beuthen erklärte die Verordnung für unregister als eine in ihrer Art cinzig dastehende Ausnahme wie sie ausführt, wäre eine neue Anleihe zu 3 Proz. wahrscheinlich gültig und sprach den Arbeiter Barwodzi, der sich dagegen günſtigen Bemaßregel, die ihren Zweck verfehlt habe. Minister Möller nicht nur unter für das Reich weniger bergangen haben sollte, frei. Das Landgericht ging davon aus, daß wiederholt seine früheren Ausführungen, daß die Börse eine Ver- dingungen begebbar gewesen, sondern sie hätte auch den vor sich die Verordnung des Oberpräsidenten nach ihrem allgemeinen ficherungsanstalt für die Volkswirtschaft darstelle. Kanit handenen Bestand an dreiprozentigen Schuldverschreibungen der Sinne offenbar gegen das Aufstellen von Streitposten wende, berteidigt das Terminregister mit dem Hinweis, daß die Gefahr eines nicht gewünschten Kursdruckes ausgesetzt. Daneben was nicht statthaft wäre. Bankiers Mendelssohn und Frenzel es seinerzeit empfohlen erschien gegenüber der Konkurrenz der aus Anlaß des Krieges Aus Induftrie und Dandel. 5790 Das Kammergericht verwarf die hiergegen eingelegte haben. Bernstein( Soz.) will sich nicht auf den zwischen Rußland und Japan von diesen Staaten aufgenommenen Revision der Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: Die Streit um die Baterschaft am Börsenregister einlassen, der ihn an hochverzinslichen Anleihen für die Reichsanleihe ein 31½ prozentiges Gültigkeit der Verordnung müsse verneint werden, unter anderem das alte Lied vom Studentenkind erinnere. Daß ein Mendelssohn Papier um so mehr angebracht, als auch mehrere deutsche Bundes- schon, weil die Verordnung an zu großen Unbestimmtheiten krante. für das Register sei, beweise bei der Machtstellung, die dessen Haus staaten in letzter Zeit den Markt mit 3½½ prozentigen Anleihen an- Da werde gesagt: wer ohne besondere Befugnis in der Nähe der einnehme, gar nichts. Aber nicht jeder Bankier hatte die Macht, gegangen wären.„ Mithin handelt es sich bei obiger Betriebsstätte eines Bergiverks 2c. fich aufhalte. Der Ausdruc feine Kunden, die Termingeschäfte machen, zur Eintragung ins Anleihe nicht um ein grundsägliches Verlassen ohne besondere Befugnis" sei absolut nicht klar, nicht Börsenregister zu zwingen. Namentlich die Provinzbanfiers feien des breiprozentigen ypus, fondern um eine ausschließ- bestimmt. Dann die Worte„ in der Nähe des Bergwerks, des ihren Kunden aus den Gutsbesizerkreisen 2c. gegenüber machtlos. lich durch die derzeitige Beschaffenheit des Geldmarktes bedingte Steinbruchs usw. seien so unbestimmt, daß sie ein Richter kaum anRedner erblickt in allen Anträgen und auch in der Regierungs- Abweichung." wenden könne. Seien das 50 Meter, seien es 1000 Meter, feien es Hus der Partei. Berlin und Amgegend. borlage nur die Tendenz, den Streis derer, die für ihre Geschäfts- Deutschlands Außenhandel im Jahre 1904. Es lohnt sich, auf mehrere Kilometer?! Oder wäre das nur zivei Meter? Damit sei abschlüsse die Verantwortung zu tragen hätten, über Gebühr zu die Ein- und Ausfuhrwerte des deutschen Spezialhandels im Jahre nichts zu machen. Ferner aber greife die Verordnung beschränken. Er bekämpfe das ganz entschieden und behalte seinen 1904, wie sie für die einzelnen Länder nunmehr durch das Statistische insofern in anderer Rechte ein, als sie jedem PolizeiFreunden vor, für die Plenarberatung Anträge einzubringen, die Amt festgestellt sind, einen eingehenden Blick zu werfen. Vor allem beamten, jedem Gendarm die Befugnis gebe, jedermann„ aus der ben Kreis der verantwortlichen Personen über den jetzt vom Gesetz fällt in die Augen die starke Zunahme unseres Handelsverkehrs mit Nähe der Betriebsstätte 2c." wegzuweisen. Etwas anderes gezogenen Rahmen hinaus erweitern. Nach weiterer, fich lang der Türkei und mit den südamerikanischen Ländern. wäre es, wenn nur öffentliche Wege, Straßen, Pläge hinziehender Debatte, im Laufe deren Graf Schwerin- Löwis Unsere Ausfuhr nach der Türkei stieg von 40,22 Millionen Mark im damit gemeint wären. Unter Nähe" falle aber alles mögliche: feine Bereitwilligkeit zu einem fleinen Kuhhandel- Konzeffionen Jahre 1903 auf 75,27 Millionen im Jahre 1904. An dieser Zu- Aecker, Wiesen, Privatgrundstücke. Und da Leute herunterzuweisen, für allgemeinen Terminhandel gegen Verbot von Terminhandel in nahme war die europäische Türkei im Jahre 1903 mit 35,52, im follte der Gendarm das Recht haben? Das gehe nicht, dafür gebe Getreide fundgibt, wird der Antrag Colshorn mit dem Vorbehalt Jahre 1904 mit 53,28 Millionen Mark beteiligt. Weniger es im Gesez teine Stütze. In Frage kommen könnte nur redaktioneller Aenderungen angenommen. start stieg die Einfuhr. Sie hatte im Jahre 1904 einen eine zum Schuße der Sicherheit, der Ordnung, Leichtigkeit und BeWert von 43,47 Millionen Mark gegen 37,62 im Jahre 1903. Nach quemlichkeit des Verkehrs auf öffentlichen Straßen, sämtlichen füdamerikanischen Ländern stellte sich der Wert der Ausfuhr im Wegen und Plätzen erlassene Verordnung, und dann wäre auch Jahre 1903 auf 210,35, im Jahre 1904 dagegen auf 253,59 Millionen nur die Wegweisung zulässig, die zur Aufrechterhaltung der Sicherheit, Mart. Mit Ausnahme von Uruguay und Ecuador hat die Ausfuhr Ordnung, Leichtigkeit des Verkehrs auf der öffentlichen Straße, dem Aus den Organisationen. Die Parteigenossen des 7. schleswig- nach allen südamerikanischen Ländern zugenommen, und zwar am öffentlichen Wege, dem öffentlichen Plaze ergehe. Die angezogene Holsteinischen Reichstagswahlkreises haben sich eine den ganzen stärksten nach Argentinien, wohin für rund 31 Millionen Mark mehr Verordnung vom 9. Februar 1892 sei aber ungültig. Kreis umfassende Zentralorganisation geschaffen unter dem Namen als im Jahre 1903 exportiert wurde. Weit stärker noch als die „ Sozialdemokratischer Zentralverein für den 7. schleswig- Holsteinischen Ausfuhr nahm aber die Einfuhr aus Südamerika zu. Sie stellte Reichstagswahlkreis". Der monatliche Beitrag beträgt 40 Pf. sich im Jahre 1904 auf 673,76 Millionen Mark gegen 553,69 Millionen Der Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten im Jahre 1903. Die Steigerung beträgt also 120,07 Millionen Arbeiter leitet seinen soeben herausgegebenen Geschäftsbericht für 1904 mit der Bemerkung ein, daß das verflossene Jahr für die Mart. Beachtung verdient auch das Ergebnis unseres Handelsverkehrs Organisation ein Jahr des Kampfes gewesen ist. Diese Bemerkung mit Rußland, Japan und Kanada, mit den beiden ersteren Ländern wird denn auch durch den Inhalt des Berichtes vollauf bestätigt. deswegen, weil sich an den Umsatzziffern der Einfluß des ruffisch Jn 22 Betrieben wurden Einzelkämpfe fast immer mit Erfolg gejapanischen Krieges zeigt, mit Kanada wegen der Wirkung des führt. Teils handelte es sich um die Abwehr von LohnherabBollfrieges. Deutschlands Verkehr mit Rußland hat im Jahre 1904 fegungen und Arbeitszeitverlängerungen, teils forderten die Arbeiter, sowohl in der Einfuhr, noch mehr aber in der Ausfuhr erheblich ab- die günstige Geschäftslage ausnußend, Verbesserungen der Lohn- und genommen, und zwar sank die Einfuhr von 826,25 Millionen Mark Arbeitsbedingungen. im Jahre 1908 auf 818,70 im Jahre 1904. Die Ausfuhr ging von Streifunterſtügung. Im letzten Viertel des Jahres wurden Maschinenarbeiter bekanntlich in Mitleidenschaft ge= 378 auf 315 Millionen Mark zurück. Die Handelsbilanz mit Ruß- die zogen durch den Streit der Klavierarbeiter und durch land verschlechterte sich demnach im ganzen um zirka 72 Millionen Mark. der Tischler. Am Klavierarbeiter- Streif Wesentlich anders gestaltete sich der Verkehr mit Japan. Die Ein- die Aussperrung 29 Maschinenarbeiter beteiligt, die 4735 M. Unterfuhr ging zwar um etwa über 2 Millionen Mark, nämlich von 21,62 waren auf 21,00 zurüd. Um fo günstiger entwickelte sich dafür aber ftügung erhielten. Die Aussperrung der Tischler, durch die die Ausfuhr, die von 45,57 auf 57,76 oder um mehr als 12 Millionen 161 Maschinenarbeiter in Mitleidenschaft gezogen wurden, erforderte wuchs. Der Zollkrieg mit Kanada hat die Folge gehabt, daß die 34 673 M. für die Ausgesperrten und 2580 M. für die Arbeitslosen. Einfuhr von 9,72 auf 9,05, die Ausfuhr von 35,83 auf 23,16 Millionen Die Aussperrung der Tischler tostete dem Maschinenarbeiter- Verband Mart fiel. Der Schaden ist also für Deutschland erheblich größer also 37 258 M. Jm ganzen sind demnach für Streits und Aussperrungen 46 580 M. ausgegeben worden. Totenliste der Partei. In Hamburg starb der Parteigenoffe Joseph Berkowiecz Kohn, Vorsitzender der Preßtommiffion des " Hamburger Echo". Dem„ Echo" entnehmen wir die folgenden Angaben über den Verstorbenen: Jof. Berk. Kohn war 1841 als Sohn eines Kaufmannes in Leczyca( Ruff. Polen) geboren. Er sollte nach des Vaters Wunsch Prediger werden und studierte auch, mußte aber 1863 wegen Beteiligung an dem polnischen Ausstande aus der Heimat flüchten, tam in der Uniform eines Postbeamten über die russische Grenze, durch wanderte mehrere deutsche Städte, bis er 1864 nach Hamburg tam und hier ein kaufmännisches Geschäft gründete. Seiner Gattin und seiner großen Kinderschar war er ein ungemein liebevoller, treuforgender Vater. Lange schon quälte ihn ein asthmatisches Leiden, gegen das er nur mit Mühe und einer felten tapferen Zähigkeit anfämpfte. Aber er wußte seit langem, daß es mit ihm zu Ende ging. Davon zeugt auch der folgende Brief, den er uns vor einigen Wochen mit dem hier ebenfalls folgenden Gedicht schrieb: Werte Genossen! Meine böse Krankheit sest mir so zu, daß ich entschlossen bin, an ihr Nache zu nehmen und infolge deffen Sie bitte, nachstehendes zu veröffentlichen: Charon. Was malt ihr ihn so düster, trüb', Als wär's der Menschen Feind Den Engel, den Erlöser lieb, Der uns dem Tod vereint? Der von der schwachen Schulter hebt Des Lebens schwere Last, Die hoffnungslos gejagt, gestrebt, Den Müden schafft er Raft. Die Fessel löst der Sorge, Bein In heißer Sommerschwül. Und bettet uns so fühl. Sein leichter Zephyr haucht herein Sächfifche Polizei- Allmacht. als für Kanada. Der Verkehr mit den für unseren auswärtigen Handel wichtigsten Ländern hat also, von Rußland abgesehen, keine auffälligen Veränderungen gegenüber dem Jahre 1903 gebracht, vielmehr partizi pieren die einzelnen Länder fast mit dem nämlichen Prozentsaz am Gesamthandelswert wie im Jahre 1903. Es betrug der Anteil der für unseren Handel wichtigsten Länder am Werte der gesamten Einund Ausfuhr in Prozent: Einfuhr Ausfuhr 1903 1904 1903 1904 13,2 14,0 20,5 20,7 10,7 9,3 Großbritannien Desterreich- Ungarn 11,9 10,7 10,3 Ver. Staaten von Nordamerika. 14,9 Rußland( einschl. Finnland) 13,8 9,1 13,3 12,2 10,0 6,6 Niederlande 3,1 3,2 8,2 7,9 Schweiz 2,7 2,6 5,9 6,2 Frankreich 5,3 6,2 5,3 5,3 3,3 4,4 5,2 5,2 3,2 2,8 2,7 2,7 Belgien Italien = Diese Werkstattkämpfe tosteten 4592 M. an Ein besonderer Abschnitt des Berichts ist dem Nachweis über die Krankenunterstüßung gewidmet. Wir sehen daraus, daß Verlegungen und Verstauchungen, also Betriebsunfälle, den weitaus größten Teil der Krankheitsursachen bilden. Von 438 Krankheitsfällen kommen allein 175 oder 39,95 Proz. auf Betriebsunfälle. Jn 57 Fällen oder 13,01 Proz. war Gicht und Rheumatismus die Krankheitsursache, dann folgen Lungenkrankheiten mit 42 Fällen oder 9,59 Proz. Alle sonstigen Krankheiten treten in erheblich geringerem Maße wie die genannten auf. Die Jahreseinnahme der Verbandskasse betrug 52 872,90 M., die Ausgabe 27 594,45 M., der Bestand am Jahresschluß 25 278,45 M. Die beim Klavierarbeiterstreit und der Tischleraussperrung gezahlten Unterstützungsgelder sind in den hier angeführten Ausgaben natürlich nicht mit eingerechnet. Achtung, Herrenmaßschneider! Wegen Nichtanerkennung eines Bor einigen Tagen erlebte Genosse Adolf Hoffmann in Tarifs haben sämtliche Kollegen der Firmen West End Clothing seinem Wahlkreise ein lustiges Stüdlein von sächsischer PolizeiComp.( Levy u. Co.), Friedrichstr. 85, und her m. Vortrefflich, Allmacht. Er wollte in Hinterhain bei Auerbach über russische Friedrichstr. 148-149( Bentralhotel Laden 16), die Arbeit niederEs war die erste sozialdemokratische VersammZustände sprechen. Die deutsche Heringsfischerei. In Bremen fand dieser Tage eine gelegt. Die Firmen find für unsere Kollegen gesperrt; Arbeitslung in der Gegend und zahlreich hatten sich die Zuhörer aus der vom Deutschen Seefischerei Verein einberufene Konferenz der Ver- angebote dieser Geschäfte sind streng zurückzuweisen. Verband der Schneider, Ortsverwaltung Berlin. weiteren Umgebung eingefunden. Als Genosse Hoffmann eben zu treter aller deutschen Heringsfischerei Gesellschaften statt, auf der fprechen beginnen wollte, erschien der Vertreter der Amtshauptmann genaue Mitteilungen über den jezigen Umfang der deutschen HeringsAchtung, Sattler! Die Kollegen in der Militäreffektenfabrik von schaft, fiel dem Redner ins Wort und verlangte Bureauwahl. Nun scherei gemacht wurden. Nach diesen Angaben arbeiten die deutschen C. F. Ludewig, Lindenstr. 93, sowie die Kollegen in den Geschirrwar die zwar schon vorgenommen und das Gesetz schreibt auch Heringsfischerei- Gesellschaften zurzeit mit folgendem Schiffsmaterial: und Reitzeugfabriken von F. Guirmond, Wilhelmstr. 61, G. Reinfeineswegs Bureauwahl, sondern nur das Vorhandensein eines von Heringsfischerei- Gesellschaft A.-G., Emden, mit 34 Segel- Loggern und hardt, Markgrafenstr. 70, und A. u. W. Schulze, Wilhelmstr. 31/32, der Versammlung anerkannten Leiters vor. Trozdem mußte noch- Dampfer; Heringsfischerei Dollart A.-G., Emden, mit 18 Segel- haben wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt und wird ersucht, Loggern; Fischerei A.-G. Neptun", Emden, mit 27 Segel- und den Zuzug von dort fernzuhalten. mals ein Bureau gewählt werden. Die Ortsverwaltung. Die Modell- und Fabrittischler find, ihrem am Sonntag gefaßten Hochseefischerei- A.- G. mit 9 Dampfern; Elsflether Heringsfischerei- Ges. Beschluß entsprechend, am Montag einmütig in den Streit einmit 19 Segel- Loggern; Glückstädter Fischerei- A.- G. mit 16Segel- Loggern. getreten. 14 Betriebe, die zusammen 80 Modelltischler beschäftigen, Hoffmann fügte sich, um diese erste Versammlung nicht scheitern Insgesamt ist also eine Flotte von 157 Fahrzeugen in der haben die Forderungen bewilligt, darunter als einziger Großbetrieb Jegt begann Hoffmann mit dem Vortrag eines Gedichtes von Karl Scholl in München„ Die Schlacht in Petersburg am 22. Januar 1905". Das berbot der Ueberwachende, obwohl das Gedicht in verschiedenen bürgerlichen Zeitungen abgebrudt worden ist. wurde. zu lassen. Er erzählte darauf die Vorgänge in Petersburg. Er hatte jedoch kaum die Tatsache des Bittganges der Arbeiter erwähnt und gesagt, daß der Zar sich vorher in Sicherheit gebracht hatte, als er abermals unterbrochen und ihm die Wortentziehung angedroht Der Vorsigende machte darauf aufmerksam, daß Hoffmann bis bahin nur bekannte Tatsachen mitgeteilt habe. Darauf erklärte der Beamte: Dann entziehe ich dem Referenten das Wort". Der Borsitzende legte dagegen Verwahrung ein und die Folge war die fofortige Auflösung der Versammlung. Der Zuhörer, unter denen sich viele Gegner befanden, hatte sich eine starke Erregung bemächtigt und eine Anzahl Gegner, darunter mehrere Lehrer, sprachen dem Genossen Hoffmann unverhohlen ihre Erbitterung darüber aus, daß es möglich sei, so ohne jeden Grund die Redefreiheit und das Versammlungsrecht der Bürger illuforisch zu machen. = 1 Dampfer Logger; Bremen- Vegesacker Fischerei- Gesellschaft mit 24 Segel- und 8 Dampfer- Loggern; Geestemünder Herings- und deutschen Heringsfischerei beschäftigt; eine stattliche Zahl, wenn man bedenkt, daß vor zehn Jahren noch nicht die Hälfte, im Jahre 1885, dem der Gründung des Seefischerei- Vereins, aber erst zwölf Heringslogger von deutschen Häfen auf den Fang ausliefen. Außerdem find in Lee, Emden, Brake und Elsfleth weitere Herings- Gesellschaften in der Gründung begriffen, die mit zusammen 30 Segel- Loggern und acht Dampfern ihren Betrieb eröffnen werden, so daß voraussichtlich schon im nächsten Jahre die deutsche Heringsflotte aus 200 Fahr zeugen bestehen wird. Schiffbaustahl- Syndikat. Wie die Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet, ist die Schiffbaustahl- Vereinigung in der gestrigen Sigung der Werke zustande gekommen. Sie errichtet in Effen ein Schiffbau Stahl- Kontor als G. m. b. H., welches den Verkauf übernimmt. Der feitherige Geschäftsführer des Grobblechverbandes, Direktor Weber, ist zum Leiter ernannt worden. Der Vereinigung gehören 15 Werke an. das Kabelwerk an der Oberspree. Die übrigen sind Modelltischlermeister. Die großen Betriebe der Eisenindustrie verhalten sich durchaus ablehnend gegenüber den Forderungen der Arbeiter. Im Streit befinden sich etiva 700 Modell- und Fabrittischler sowie Modell drechsler aus 34 Betrieben. Deutfches Reich. Zur Schuhmacherbewegung in Weißenfels. In der Meinung, daß die Arbeiter streifmüde seien, haben die Fabrikanten die Arbeiter und Arbeiterinnen aufgefordert, die Arbeit mit einem mageren Trost auf später aufzunehmen. Sie haben sich auch diesmal wieder in der Arbeiterschaft getäuscht. Die am Montag nach dem„ Goldenen Hirsch" einberufene, von etwa 2000 Personen besuchte Schuhmacher- Verfammlung beschloß, mit aller Straft weiter zu kämpfen. Größere Lohnbewegungen finden gegenwärtig in Königs berg statt. Seit Montag, den 3. April, sind die Bimmerer von dem berüchtigten Arbeitgeber. Erklärung. Auf einer Agitationstour begriffen, ersehe ich soeben Erhöhte Fahrgeschwindigkeit der Schnellzüge. Die ersten Schneller band für das Baugewerbe ausgesperrt worden. aus dem„ Vorwärts", daß man mich in Magdeburg als den züge mit 100 Kilometer Geschwindigkeit werden, wie man dem Am 1. April lief der alte Vertrag ab, und es haben seit November Urheber" von„ Berleumdungen gegen den Redakteur Bader bezeichnet" Brest. Gen.- Ang." mitteilt, mit den neuen Lokomotiven, wie sie vorigen Jahres Verhandlungen zwischen dem Zentralverbande der hat. Ich habe darauf einstweilen zu erklären, daß diese Behauptung auf der Weltausstellung in St. Louis ausgestellt waren, auf den Bimmerer und dem Arbeitgeberverbande stattgefunden. Die Zimmerer von A- 3 erfunden und ein Ausfluß eines die Partei schwer Strecken Berlin- Hamburg und Berlin- Hannover voraussichtlich forderten anfänglich 55 Pf. Stundenlohn, gingen aber später auf schädigenden Treibens ist, das einige Genoffen gegen mich zu schüren noch in diesem Sommer gefahren werden. das Angebot der Unternehmer ein, wonach fie in diesem Jahre 52 Pf. belieben. Sobald ich erfahren habe, wer die Behauptung auf und vom nächsten Jahre ab 55 Pf. erhalten sollten Es wurde n 19 des wurden noch hnen aber zugemutet, auf volle fünf Jahre einen Vertrag abzu-| Kandidaten für die in der nächsten Versammlung vorzunehmender macher, Schildermaler, Mühlenarbeiter, Schlächter, Bühnenarbeiter, hließen. Darauf konnten die gimmerer nicht eingehen; sie wollten Neuwahl des Ausschusses. Auf die Kandidatenliste wurden gefeßt Wäschebranche und Xylographen. ch auf drei Jahre binden und das war das äußerste Entgegen die bisherigen Ausschußmitglieder Schneider Ritter, MetallLommen; da in Königsberg die Eingemeindung erfolgt ist und die arbeiter Wiesenthal, Tabatarbeiter Börner, Tischler M a ß, branche zu gründen, wurde am Freitag in einer Generalversammlung Einen einheitlichen Arbeitsnachweis für die Gips- und ZementEntfestigung vor der Tür steht und somit eine ausgezeichnete Konjunktur Bauarbeiter Heidemann, Handelshülfsarbeiter Schumann; dieser Sektion des hiesigen Zweigvereins des Maurerverbandes be Bimmerer nicht ein, sondern verlangte den Abschluß auf 5 Jahre. Gleich Hülfsarbeiterin Frau Thiede, Fabrikarbeiter Bruns, Metallnachweise aufgehoben und der neue eröffnet werden. Von diesem Datum zu erwarten ist. Der Arbeitgeberverband ging auf den Vorschlag der ferner tommen als neu in Vorschlag Gebrachte hinzu: Buchdruckerei dieser Sektion des hiesigen Zweigvereins des Maurerverbandes be Am 15. April sollen die beiden jetzt bestehenden Arbeitszeitig machte er bekannt, daß er mit dem„ chriftlichen“ Verband arbeiter Hartmann, Graveur Brückner, Maschinist Klein, nachweise aufgehoben und der neue eröffnet werden. Von diesem Datum einen Vertrag abgeschlossen hat. Dann drohte er, alle diejenigen, Buchbinder Lenser. an find die Mitglieder verpflichtet, sich, wenn sie arbeitslos sind, die nicht in ein Vertragsverhältnis treten, auszusperren. Das hat Hierauf berichtet Körsten über eine Angelegenheit, welche zur fofort im Nachweis einschreiben zu lassen und möglichst nur durch er am Montag auch verwirklicht. Im vorigen Jahre hat er einen Beit den Ausschuß des Berliner Gewerbegerichts beschäftigt. Der- diesen Nachweis Arbeit anzunehmen. Die Versammlung nahm einKampf mit den Maurern geführt; dasselbe wird er jetzt mit den selbe ist aus den Reihen der Beisitzer ersucht worden, bei den gesetz- stimmig das von dem Vorstand vorgeschlagene Regulativ für den Zimmerern tun. Mitglieder des Arbeitgeberverbandes versuchen auch gebenden Körperschaften des Reiches zu beantragen: Arbeitsnachweis an. Die Arbeitsvermittelung ist unentgeltlich Sem christlichen Verbande Gesellen zuzuführen. Sie verlangen nicht 1. Den Alfordvertrag gefeßlich zu regeln, 2. di.se Regelung Arbeitslosen erfolgt im Sommerhalbjahr abends von 5 bis für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Die Einschreibung der nur, wenn der Zimmerer Arbeit haben will, daß er den Vertrag im Anschluß an die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches 61, Uhr und beginnt im Winterhalbjahr eine halbe Stunde früher. unterschreibt, sondern er soll auch dem christlichen Verbande bei- über den Dienst vertrag vorzunehmen, 3. insbesondere Be- Die Arbeitsausgabe beginnt um 6 Uhr. Eingetragen werden treten, sonst tann er auf dem Pflaster liegen bleiben. Soweit ist stimmungen über den Gruppenakkord( Kolonnenvertrag) zu treffen. alle arbeitslosen organisierten Kollegen, die nicht über sechs Wochen der Hochmut und der Terrorismus des Arbeitgeberverbandes Dieser Antrag, zu dessen Vorberatung eine besondere Kommission schon gestiegen. Am Sonntag haben zwei Versammlungen der des Gewerbegerichts- Ausschusses eingesetzt ist, entspringt bem mit ihren Beiträgen im Rückstand find, auch solche, die einer andern Zimmerer stattgefunden und hier ist beschlossen worden, dringenden Bedürfnis, daß das rechtliche Verhältnis des Afford- auf dem Boden der freien Gewerkschaften stehenden Organisation festzuhalten, daß der Vertrag nur auf drei Jahre arbeiters zum Arbeitgeber auf eine zweifelsfreie gefegliche Grundlage angehören und in der Branche tätig waren. abgeschlossen wird. Weiter stehen in Lohnbewegungen in gestellt wird. Gegenwärtig ist die Rechtsprechung in dieser Hinsicht über einige in Nach Erledigung dieser Punkte berichtete der Vorsitzende Fritsche Königsberg noch die Tischler und die Bauschlosser. Schwankend. Wenn man die tatsächlichen Verhältnisse berücksichtigt, fragen und Tarifverstöße. der Zwölferkommission vorgebrachte Streit Erstere haben beschlossen, den Meistern Lohnforderungen zu unter- fann es gar nicht zweifelhaft sein, daß die Akkordarbeit ebenso wie fragen und Tarifverstöße. Eine Firma glaubte auf Grund reiten, lettere fordern u. a. folgendes: 1. Arbeitszeit von zehn die Lohnarbeit, von der sie sich neuen Vertrages nicht verpflichtet zu sein, bei Arbeit in Stunden pro Tag, Minimallohn im ersten Halbjahr nach beendeter der Orten, die nicht unter 20 Pfennig Fahrgeld zu erreichen sind, die Lohnberechnung unterscheidet, och nur durch die Art unter die Bestimmungen Fahrzeit als Arbeitszeit zu bezahlen, wie das bisher üblich ist. Rehrzeit 26 Pf., im zweiten Halbjahr bis zum 20. Lebensjahre des Gesetzbuches über den Dienst vertrag 32 Pf. und vom 20. Lebensjahre ab 38 Pf. pro Stunde. Gefellen, fällt. Das ist auch der Standpunkt, den die Gewerbegerichte im In der Zwölferkommission tam hierüber keine Ginigung zustande. welche jetzt schon mehr erhalten, bekommen 2 Pf. Zulage. Die Klempner haben ihre Lohnbewegung auf friedliche Weise auf den Akkordarbeiter die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz endgültige Entscheidung getroffen, sondern die Parteien verpflichtet, allgemeinen einnehmen. Die Juristen dagegen sind meistens geneigt, Die Sache kam an das Einigungsamt. Aber auch hier wurde keine beendet. Ihnen wurde eine Zulage von 2 Pf. pro Stunde auf die buches über den Werkvertrag anzuwenden, die ihrem Sinne nach zwischen sollen die Arbeitgeber verpflichtet sein, in solchen Fällen zunächst Beweismaterial für ihre Auffassungen herbeizuschaffen. InDauer von zwei Jahren gewährt und darauf sind sie eingegangen. nur auf selbständige Gewerbetreibende passen. Die Konsequenz die Fahrzeit zu entschädigen. Die Dachdeckergehülfen Geras find in den Ausstand getreten, da dieses Standpunktes iſt die, daß der Affordarbeiter zum selbständigen Arbeiter den tariflichen Lohn nicht zahlen, Als Firmen, die an einige die Arbeitgeber die Lohnforderungen unbeantwortet gelassen haben. hinsichtlich der herzustellenden Arbeit auferlegt werden, die genannt: Günther u. Bollwedel- Herr Günther ist MitUnternehmer gestempelt wird, und ihm dadurch Verpflichtungen Eine Konferenz der Thüringer Textilarbeiter tagte am 1. und nach dem Wesen des Arbeitsverhältnisses gar nicht oder glied der Zwölferkommission ferner Neugebauer u. Schh 2. April in Pößned. Als befoldeter Gauleiter wurde Genoffe doch nur unter erheblichen Nachteilen für den Arbeiter erfüllt bilski, die unberechtigterweise die Lohnabrechnung schon am Alban Bretschneider- Gera gewählt. Die bisher bestandenen werden können. Andererseits gehen dem unter den Werk- Donnerstag vornehmen, also zwei Tage Lohn einbehalten, und die Agitationskomitees wurden aufgehoben. Die im Greiz- Geraer vertrag gestellten Affordarbeiter manche Vergünstigungen ver- Firma Mag Elias. Die Entscheidung der Zwölferkommission Fertilbezirk eingeleitete Lohnbewegung gab zu reger Debatte über loren, die ihm der Dienst vertrag sichert. Dieser bestimmt unter über diese Fälle steht noch aus. die einzuschlagende Taktik Anlaß. Die Unternehmer haben zur Be- anderem, daß Gegenforderungen, welche der Arbeitgeber an den Die Anwesenden wurden aufgefordert, mit aller Straft für die antwortung der eingereichten Forderungen bis zum 15. Mai Frist. Arbeiter stellt, nicht vom Lohn abgezogen werden dürfen. Bei An- Aufrechterhaltung des Tarifvertrages zu wirken. Nach dem Ausfall der Antwort werden sich dann die weiter einzu wendung des Werkvertrages würde der Arbeitgeber solche Forderungen schlagenden Schritte richten. ohne weiteres bei der Lohnzahlung verrechnen können. Auch die aus der Sozialgefeggebung sich ergebenden Leistungen des Arbeitgebers würden Ueber 1000 ausgesperrte Wiener Tischler demonstrierten am bei Anwendung des Werkvertrages fortfallen. Hiernach fann es keinem Montagabend in der Brigittenau. Die Polizei ging gegen die zweifel unterliegen, daß die Arbeiter das größte Intereſſe daran Wolksversammlung statt, in welcher Louise Bieg aus Hamburg über Demonstranten mit blanker Waffe vor, wobei zahlreiche der Aus- haben, nicht unter die Beſtimmungen des Werkvertrages gebracht den neuen Zolltarif und die Frauen sprach. gesperrten verwundet wurden. Die Demonstranten antworteten mit vorliegende Antrag wünscht, eine gefeßliche Regelung des Affordzu werden, sondern, wie es der dem Gewerbegerichts- Ausschuß Steinwürfen. Eine große Anzahl Verhaftungen wurden vor- arbeitsverhältnisses im Anschluß an die Bestimmungen über den Eine große Anzahl Verhaftungen wurden vorDienstvertrag zu fordern. Ein in diesem Sinne ge Die Maurer in Zürich sind in einen Ausstand getreten. Ihre haltener Entwurf, welcher 49 Paragraphen umfaßt, wird Bewegung ist auf einen minimalen Stundenlohn von 55 Cts. für gegenwärtig durch die Kommission des Gewerbegerichts- Ausdie Maurer und 44 Cts. für die Handlanger gerichtet. Die Bauschusses beraten. Unter anderem hielt der Ausschuß die unternehmer offerieren 52 und 39 Cts., 2 Cts. mehr als gegenwärtig Beratung dieser Angelegenheit deshalb für geboten, weil der im bezahlt wird. Herbst dieses Jahres zusammentretende deutsche Juristentag fich auch punkte des Dienst- oder des Werkvertrages zu betrachten ist. mit der Frage beschäftigen wird, ob Akkordarbeit unter dem GesichtsSchließlich bemerkte der Referent noch, daß seitens des Gewerbegerichts Fragebogen, welche die hier behandelte Angelegenheit betreffen, an einzelne Arbeitgeber sowie an verschiedene Gewerkschaftsvorstände gesandt worden sind. beziehungsweise dessen Kommission, ist jedoch der Meinung, daß die Beantwortung der Fragebogen erst zu erfolgen hat, wenn die Beratungen der Kommission so weit gediehen sind, daß ein bestimmtes Material vorliegt, welches dann durch Umfrage bei den Interessenten nach allen Richtungen hin beleuchtet werden fönnte. Er ersucht deshalb die Gewerkschaften, welche solche Fragebogen erhalten haben, dieselben einstweilen noch nicht zu beants worten, sondern den geeigneten Zeitpunkt abzuwarten. genommen. Husland. Die Dockers in Dünkirchen haben die Arbeit völlig eingestellt. Die Reeder haben ihrerseits beschlossen, den Kampf bis zur bollständigen Niederlage der Arbeiter zu führen; sie haben infolgedessen Maßregeln getroffen, um ihre Schiffe bis auf weiteres bon anderen Häfen aus abgehen zu lassen. Bis jetzt haben elf französische und ausländische Schiffahrtsgesellschaften die Sendungen ihrer Schiffe nach Dünkirchen eingestellt. Der Schaden, der dadurch dem Dünkirchener Hafen erwächst, ist ungeheuer. that, 100 Soziales. Streifverschweigung ist argliftige Täuschung. Hus der frauenbewegung. Ober- Schöneweide. Am Mittwoch fand hier eine öffentliche " ihrer Gewerkschaftsorganisation anzuschließen. Auch wurden alle AnIn der Diskussion wurden alle gewerblich Tätigen ermahnt, sich wesenden aufgefordert, den Vorwärts" zu abonnieren, damit die Frauen die Kinder im Sinne des Sozialismus erziehen. Ferner wurde besonders auf die Gleichheit aufmerksam gemacht und 36 Abonnenten gewonnen. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Eingegangene Druckfchriften. Angelo Dämon. Bilanz der Internationalen mit einer zett gemäßen Forderung. 84 Seiten. Stuttgart 1905. Berlag von Streder ut. Schröder. sekretariats Breslau 1905. Der Gewerbegerichts- Ausschuß, den Stand der Breslauer Gewerkschaften 1904. Selbstverlag des ArbeiterJahresbericht des Arbeiterfekretariats Breslau nebst Bericht über Im Anschluß hieran wurde ein früher gefaßter Beschluß erneuert, welcher besagt, daß Gewerkschaften, welche von amtlichen Stellen zu Auskünften dieser Art aufgefordert werden, der Gewerkschaftskommission vor der Beantwortung davon Mitteilung zu machen haben. " fo Rat Mit der Frage, ob ein Arbeitgeber entschädigungspflichtig ist, wenn er bei Engagements von auswärtigen Arbeitern die Tatsache verschweigt, daß in seinem Betriebe gestreift wird, befaßte sich das Gewerbegericht München unter dem Vorsitz des Gewerberichters Sartorius. Der Sachverhalt ist folgender: In der Leiterschen Schuhfabrit in München hatten von 45 Arbeitern 32 die Arbeit Störst en teilte mit, daß die der Gewerkschaftskommission aniedergelegt, da der Fabrikant einen vor dem Gewerbegericht geschlossenen Organisationen den 1. Mai auch in diesem Jahr so wie it den Münchener Schuhfabrikanten abgeschlossenen Tarifvertrag bisher feiern. Die Versammlungsreferenten hat sich jede Gewerk cht unterzeichnete. Der Fabrikant suchte in einigen Fachblättern schaft selbst zu besorgen. Ein gemeinsames Inserat für alle Gewerkτίας. Die Fassung des Inserats ließ nicht im entferntesten ver- fchaften wird von der Gewerkschaftskommission im Vorwärts" ermuten, daß es sich um ein Gesuch von Arbeitswilligen handle. Ein laffen. Zu diesem Zwed ersucht Redner die einzelnen Organisationen, Schuhmacher in Frankfurt a. M. wandte sich an die Firma und dem Bureau der Gewerkschaftskommission rechtzeitig Witteilung zu wurde für dauernde Stellung engagiert. Als er nach München reiste machen über Zeit und Ort der Versammlungen sowie des Sammelund merkte, daß die Arbeiter der genannten Fabrik streiften, punttes der verschiedenen Gruppen. Weiter ersucht Körsten um weigerte er sich, die Stellung anzutreten, da er baldige Abrechnung der noch ausstehenden Sammellisten vom Bergsich nicht dem Vorwurfe des Streitbruches aussehen wollte. Der Arbeiter arbeiterstreit. erhob beim Gewerbegericht Klage auf eine Entschädigung von 66 M. Auf eine Anfrage Tischendörfers, wie fich der Ausmit der Begründung, daß ihn der Beklagte durch die Verschweigung schuß, nachdem er der Lehrlingsorganisation anfangs seine Symder Tatsache, daß in seinem Betriebe gestreift werde, arglistig pathie erklärte, jetzt zu dieser Angelegenheit stelle, antwortete getäuscht habe, daher der Fabrikant für seinen Schaden aufzu- Schumann: Der Ausschuß habe, seinem damaligen Beschluß tommen habe. Das Gewerbegericht Hamburg hat in einem entsprechend, die Organisation der Lehrlinge und jugendlichen ähnlichen Falle die Klage to stenfällig abgewiesen, mit Arbeiter aufmerksam berfolgt. Wenn in der Lehrlingsorganisation der Begründung, daß für den Arbeitgeber eine Verpflichtung, manches vorgekommen fei, was nicht erwünscht war, anzugeben, daß in seinem Betriebe gestreift wird, überhaupt möge das daran liegen, daß die Funktionäre des Lehrlingsnicht besteht, würde er vorher dennoch gefragt, so hätte er vereins im lebereifer für ihre Sache nicht den allerdings die Pflicht, die Wahrheit anzugeben. Das Ham des Ausschusses befolgten und dieser deshalb nicht in der Lage war, Burger Gericht fonnte in der Verschweigung des Streits eine die Lehrlingsorganisation in die Bahnen zu lenten, auf denen fie arglistige Täuschung nicht erblicken. Veranlaßt durch dieses nach Ansicht des Ausschusses eine ersprießliche Tätigkeit entfalten Urteil, erstattete Gerichtsrat Dr. Brenner München über diese fonnte. Das sei jezt anders geworden. Es feien Vorkehrungen geFrage ein ausführliches Gutachten( abgedruckt Gewerbegericht troffen, daß der Lehrlingsverein nunmehr im Einverständnis mit Bd. 1900). Dr. Brenner vertritt darin den Standpunkt, daß darin dem Ausschuß arbeitet. eine arglistige Täuschung der Arbeiter zu erblicken sei, wenn ihnen Ein Delegierter fragte an, wie es sich mit einem unter den ausdrücklich wahrheitswidrig versichert werde, daß in den Parteigenoffen umlaufenden Gerücht verhalte, wonach die Gewerk fraglichen Werkstätten feine ausgebrochen schaftskommission von den durch sie gesammelten Streifgeldern 2½ Lohndifferenzen feien. Die Arbeiter hätten, wenn nicht doloserweise oder 3 Proz. zurückbehalte. Darauf antwortete störsten: Derartige in ihnen ein Irrtum erregt worden wäre, feines Gerüchte entbehren jeder Begründung. Sie seien jedenfalls darauf wegs den Willen zum Vertragsabschluß gehabt.§ 123 zurückzuführen, daß im Jahrre 1898 ein Antrag beraten wurde, wodes Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt, daß jeder, der zur nach von den Streikgeldern 3 Prozent zur Deckung der Unkosten Abgabe einer Willenserklärung durch argliftige Täuschung bestimmt des Gewerkschaftsbureaus verwandt werden sollen. Der Antrag sei worden ist, diese Erklärung anfechten fann.§ 142 des Bürgerlichen damals angenommen, aber schon in der nächsten Sigung wieder Gesetzbuches bestimmt weiter, daß ein anfechtbares Rechtsgeschäft, umgestoßen worden, so daß er niemals zur Anwendung gekommen wenn es angefochten wird, von Anfang an als nichtig angesehen sei. Die Gewerkschaftskommission habe bei keiner Sammlung Abwird und werden muß. Die Arbeiter fonnten also, nachdem züge gemacht. Entgegenstehende Gerüchte seien schon oft widerlegt ein nichtiger Vertrag vorlag, ohne Kündigung zurücktreten. worden. Da fie infolge Täuschung zum Abschluß des Vertrags ver- Im Anschluß hieran bemerkte Schumann, es sei ein Gerücht leitet und finanziell geschädigt wurden, iſt die 3u verbreitet worden, daß der Verband der Handels-, Transport- und erkennung einer angemessenen Entschädigung Verkehrsarbeiter einen Teil der Ueberschüsse aus den Sammlungen unbedenklich. Doch können die Ansprüche vor dem Ge- für den Crimmitschauer Textilarbeiterstreit erhalten habe. Er erkläre werbegericht nicht verfolgt werden, da§ 3 Abs. 2 des deshalb, der genannte Verband habe nicht einen Pfennig von diesen Gewerbegerichts- Gesetzes bestimmt, daß die Gewerbegerichte nur zu Geldern erhalten. Ein anderer Delegierter bemerkte, der Verband der ständig sind für Streitigkeiten über Leistungen und Entschädigungs- Maschinisten und Heizer habe einmal 50 M. für einen Streit der Holzansprüche aus dem Arbeitsverhältnis, b. i. dem Arbeitsvertrage.bearbeitungsmaschinenarbeiter an die Gewerkschaftskommission gezahlt Das Gewerbegericht München teilte diesen Standpunkt und wies den und die Streifenden hätten das Geld nicht erhalten. Jäd, VorEntschädigungsanspruch des Klägers wegen Unzuständigkeit des figender des Verbandes der Holzbearbeitungsmaschinen Arbeiter Gerichts ab, da mit der Anfechtung des Arbeitsvertrages ein flärt diese Angelegenheit, die schon einige Jahre zurückliegt, dahin gültiger Arbeits vertrag überhaupt nicht vorlag. Der Arbeiter, auf, daß die 50 M. zwar während des Streits bewilligt, aber erst Ber zweifelsohne Anspruch auf Entschädigung hat, wird nun seine lange nach Beendigung desselben an die Kommission gezahlt worden Klage beim ordentlichen( Amts-) Gericht anhängig machen. seien. Nach den Bestimmungen des Reglements mußte die Kommiffion diese Gelder zurüdbehalten. Verfammlungen. 0 Beiste, Vertreter der Gastwirtsgehülfen wies auf die seiner zeit von der Gewerkschaftskommission angenommene Resolution hin, wonach die Gewerkschaften bei Abhaltung von Festlichkeiten, BerDie Berliner Gewerkschaftskommission hielt am Montag eine sammlungen usw. dafür sorgen sollen, daß die bei den betreffenden Delegiertenversammlung ab. Der erste Punkt der Tagesordnung: Veranstaltungen beschäftigten Kellner durch den fostenlosen ArbeitsGeschäftsbericht des Ausschusses und der Sekretäre, wurde ab- nachweis des Verbandes der Gastwirtsgehülfen eingestellt werden. gesezt, weil der gedruckte Jahresbericht bis jetzt noch nicht fertig Damit war die Tagesordnung erledigt. Es fehlten die Vergestellt werden konnte. Es erfolgte nunmehr die Aufstellung der I treter der Böttcher, Brauereihülfsarbeiter, Stereotypeure, HandschuhSonntag, morgens 6, Uhr, raubte uns der unerbittliche Tod unseren einzigen treuen Sohn und lieben Bruder 26662 Richard Fleischer im Alter von 20 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am 5. d. Mts., nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des St. JohannisKirchhofes in Plößensee aus statt. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Krumme am 2. April an der Proletarierfrankheit gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. April, nachmittags 6 Uhr, auf dem Kirchhofe in Ober- Schöneweide statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 280/8 Die Ortsverwaltung. Danksagung. vielen Beweise herzlicher Teilnahme Für die rege Beteiligung und die bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Bimmerpoliers 7095 Robert Hauschen fagen wir allen Beteiligten, insbesondere feinem Meister E. Died, dem Gesangverein der Zimmerer sowie allen Freunden und Bekannten unsern herzlichsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters sage ich allen Kollegen, insbesondere dem Gesangverein der Buzer meinen herzlichsten Dant. 2665 nebst Kindern. Bw. Anna Trocizinsky Köpenick. StadtverordnetenFür die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Tochter und Schwester sagen demokratischen Wahlverein, der sozialvir allen, insbesondere dem fozialdemokratischen Fraktion, dem Gewerkschaftskartell, dem Tertilarbeiter Verband, dem Frauen und Mädchen- Bildungsberein, dem Arbeiter- Gesangverein Morgenrot" sowie dem Musikverein Harmonie" unseren verbindlichsten Dant. In tiefer Trauer Fritz Woick nebst Kindern. Familie Pfeil. 1 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Tischler Hermann Dahms am 2. April verstorben ist. am Ehre seinem Rudenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. April, in Arnswalde statt. 83/2 Die Ortsverwaltung. Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Am 3. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Kollege August Kramer. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zehlendorfer Kirchhofes in Zehlendorf, Spandauer- und Hermann Scharfeftraßen- Ecke aus statt.( Wannfecbahn, Zehlendorf.) Am 3. d. M. verstarb das Mitglied, Kollege Gottfried Schmadtke. ain Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Markus- Friedhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 138/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Hugo Krause am 2. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. April, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes in Brit aus statt. Rege Beteiligung erwartet 114/12 Die Ortsverwaltung. Ich bin von der Stalizerstr. 15 nach der Adalbertstr. 5, vorn 2 Tr., verzogen. Sprechst. 8-10, 5-7. Tel. IV 2558. Dr. Pleßner. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 5. April Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Götz von Ber lichingen mit der eifernen Hand. Deutsches. Schusselchen. Berliner. Die Jüdin von Toledo. Westen. Die neugierigen Frauen. National. Die lustigen Weiber von Windsor. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) 16 Schiller- Theater 0. Wallner- Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Donnerstag, abends 8Uhr: Pension Schöller. Freitag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. N. Friedrich Wilhelmftädtisches Theater. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Komödie in 3 Akten v. Lothar Schmidt. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Freitag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Großes Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8%, Uhr. 28232* Augen rechts. Die fitti Urania, Taubenstr. 48/49 Forderung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Leibalte. Leffing. Elga. Kleines. Salome. Residenz. Hotel Pompadour. Zentral. Die Jurheirat. Metropol. Die Herren von Magim. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Uebern Belle- Alliance.... noch einmal so lieben! Carl Weiß. Judith, die Schwester vom russischen roten Kreuz. Luifen. Lorbeerbaum und Bettelstab. Kasino. Lolos Vater. Apollo. Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Die Meyers Palast. Der Raub der Sabinerinnen. Spezialitäten. Passage Theater. Emmi Kröchert. Bipp. Die 7 Allifons. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Cleo de Merode. Julius Spielmann. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Juvalidenstraße 57/62. Stern marte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANAS TAN'S ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Emmi Kröchert dem Berliner fein Fall. Neues Theater. Die7 Allisons Anfang 7 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Donnerstag u. folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Salome. Afrobaten. Lotte Sebus Vortragskünstlerin. Losoros, Stoloratur- Sängerin. Man de Wirth, Damen- Imitator. 14 neue glänzende Nummern. Albert Moerner. Zirkus Schumann. Heute abend präzise 72 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! Der Clou der Saison! Nur kurzes Gastspiel! Noch nie dagewesen! 12 Original- Chinesen 12, worunter ber berühmte Ching- Ling- Foo, Er- Mandarin das größte aller lebenden Wunder. Little- Chee- Toy, ie bagewesen! in dieser Art noch Chad- ru, der zweiföpfige Snabe, Po- ta- to, die menschliche Schnece. Die bes Ferner: rühmten kleinfüßigen Frauen Um 9, Uhr: Die große BrachtAusstattungspantomime: Eine Nordlandsreise. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeilnahme und reichen Kranzipenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage allen Beteiligten, ins. besondere den Kollegen der Firma 2. Schwarzkopff, Wert Wildau, meinen herzlichsten Dant. 7145 Bitwe Reichow nebst Kindern. W. Noacks Theater. Divettion: Rob, Dill. Brunnenſtr. 16. Bum legtenmal: Ein fideles Gefängnis. Lustspiel in 4 Aften von R. Benedig. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag: Die Waise aus Lowood. Gebrüder Achtung! Maurer! Achtung! Mittwoch, den 5. April 1905, abends 8% Uhr: Zwei öffentliche Versammlungen der Maurer Berlins und Umgegend. Andreas- Fefäle, Andreasstr. 21. Fiebigs Festfäle, Ackerftr. 6/7. Lages Ordnung: 129/16 1. Die letzten Vorkommnisse in unserem Gewerbe und welche Lehren ziehen wir darans"? 2. Diskussion. Sämtliche Maurer sind hierzu eingeladen. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Mittwoch, den 5. April 1905: Große Extra Vorstellung zum Benefiz für V Fräulein Erna Döbinsky. Die Strohwitwe. Schwant in 3 Aften von Misch und Jacoby. Kaffenöffnung 6, Uhr. Anf. 8, Uhr. Nach der Borstellung: Tanzkränzchen ohne Nachzahlung. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Unsere süßen Dienstmädel. Anf. Wochent. Sonntags 8 Uhr. 7 Uhr. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. glich Borstellung Die Riesin Ilona, 485 Pfd. schwer, die schwerste Dame, die je gelebt. Der Vorstand. J. A.: H. Metzke. Bureau: Hirtenftr. 20. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, 8immer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Mittwoch, den 5. April, abends 8%, Uhr: Versammlung der Drahtarbeiter im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15, Saal 7. Tages- Ordnung: 1. Die Aufgaben des Verbandstages in Leipzig. Referent: Kollege Jacobsen. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten. Donnerstag, den 6. April, abends 8, Uhr: Bezirks Versammlung für Charlottenburg und Umgegend im Charlottenburger Volkshause, Nofinenstraße 3. Tages Ordnung: 1. Können wir das Hauskassierer- System in Berlin und Um gegend einführen? Referent: Stollege Wuschick. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet 114/13 Die Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Maurer. Zweigverein Berlin. Medizinische Rätsel, Sektion der Gips- und Zement- Branche, Gruppe anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! Gustav Behrens Spezialitätender Rabitzputzer. Mittwoch den 5. April, abends 81 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 3. Tages- Drdnung: 1. Besprechung über die planmäßige Agitation zur Beseitigung. von Mikständen im Beruf. 2. Verschiedenes. 187/15 Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Theater Deutscher Holzarbeiter- Verband. FrankfurterAllee 85. Residenz- Theater. Herrnield- Theater. Das volt. neue April- Programm Donnerstag: Angele. Abschied Dir.: Richard vom Regiment. Freitag: Sonnabend: Angele. Abschied vom Regiment. Sonntag: Salome. National- Theater Weinbergsweg 19. Mittwoch, den 5. April 1905: Heute und morgen 8 Uhr: Hotel Pompadour. Sonnabend zum erstenmal: Herzogin Crevette. Schwant in 4 elften von G. Feydean. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der selige Toupinel. Die lustigen Weiher von Windsor. Deutsch- Amerikanisches Anfang 7 Uhr. Theater. Donnerstag: Gastspiel des tönigl. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitz br. Kammerfängers Francesco d'Andrade Don Juan. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Mittwoch, Jeden Abend! Ueber'n großen 450. TEICH. Aufführung. Anf. 8 Ubr, Ende 100 Sonntag nachm. 3 Uhr: HALBE PREISE. Lorbeerbaum und Bettelstab. Ueber'n großen Teich“. Donnerstag: Hasemanns Töchter. Freitag: Der Herrgottschniger. Sonnabend: Hopfenrats Erben. Sonntag nachmittags: Der neue Stiftsarzt. Abends: Der Herrgottschniger. Montag: Hasemanns Töchter. Apollo- Theater. 218. Friedrichstraße 218. Täglich 8 Uhr: Das Veilchenmädel. Borher 8 Uhr: Kasino- Theater Lothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Lola's Vater. Der größte Erfolg seit 14 Jahren ist unbestritten die Novität: Die Meyerhains. Romödie in drei Alten von Anton und Donat Herrnfeld mit Anton Herrnfeld als Pichechowil, Herausgeber d.„ Schein. werfer und Donat Herrnfeld als Kommerzienrat Meherhain. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. Lustspielhaus. Mittwoch und Donnerstag: oltstadt Ad. L'Arronge. Der Familientag. 4 Atten von Borher das gr. neue April- Programm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Heirat auf Probe. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: ,, Ibr Alibi" ( Les Duponts). Anfang 8 Uhr. Die Anfang 8 Uhr. Freitag: Eine Abrechnung. Bäuerin. Sofa Bertens a. G. Sonnabend nachm. neu einstudiert: Das böse Prinzeßchen. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute große Extra- Vorstellung. Sonntag nadm.: Die glückliche Liane, die zweite Fran. Die April- Spezialitäten. Sonntag, 9. April, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft Gilberte. und die neuen April- Spezialitäten. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. die Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Josef Giampietro. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Judith, Charaktergemälde in 5 Aufzügen von E. Marlitt. Anfang 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Borzugskarten zu halben Kaffenpreisen haben Gültigkeit. Extra- Vorstellung: Schwefter vom ruff. roten Kreuz. Marianne, ober: Ein Weib a. d. Volk e. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinder. borstellung: Sneewittchen. Sonnabend abend zum erstenmal: Die kleinen Vagabunden. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Palast- Theater X Frid Frid. XFritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr Sanssouci. Burgstr. 22, früher Feen- Palaft. Bis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bbf. Börse. 8%, Uhr: Der Sensations- Schlager WING BARTEN Neues Programm. 76 Neues Programm Cléo de Mérode. Genaro u. Theol, Stelling Kottbuser Tor- Stat. der Hochbau. Der Raub der Sabinerinnen. Contorsioniston. Kom. Reckturn. Heute Mittwoch zum fettenmal: Bajazzo und seine Familie. Schwank in 4 Aften von Franz und Paul Schönthan. Striefe Dir. Rich. Winkler. Vorher: Violet Wegner, Berthe Brésina, Engl. Soubrette. Paris. Sängerin. W. C. Fields, Karl Hertz, Komisch. Jongl. Amer. Illusionist Bajazzo: Serr Walter a. G. Konzert u. Spezialitätenvorstellung Julius Spielmann, Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger moderner Jongleur. Ehemal. Mitglied der k. k. Hofoper M. Atrani, Harro Reuners m. sein. neuest. Schlag. u. Tanzkränzchen. Mr. Gifford, der unvergleichliche. Sonnabend, 8. April: Extra Theaterabend und Tanz. Muttersegen. in Wien. Kaufmann Truppe, Diane de Fontenoy Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pj. Vorzeiger dieser Annonce erhalten Kunstradfahrer. Lebende Bilder. auf allen Plätzen 50 Proz. Ermäßigung. Pas de Fleurs. Biograph. Neu! Jul. Hauff, brillanter Charakter Branche der Korbmacher. Die Vertrauensmänner- Versammlung am 6. 6. M. fällt aus. Am miter, jeft. mig, Elvira, ufer 15( Saal VII): Außerordentliche Bersammlung. Neu! Mr. Adolph, Equilibrift Montag, den 10. d. M., abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelauf Drabteil. Jongleufe auf rollender Kugel. Mizzi Rother, Wiener Liederfängerin. Stella Oest, deutsch dänische Soubrette. Serra u. Sano, ausgezeichnete Driginal Duettisten 2c. " Unf. Wochentags 7Uhr, Sonntags 5 Uhr. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Streich- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: ENF Tanz. Die Kommission. Zentral- Verband der Schmiede. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 6. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Engellfer 15( gr. Saal): Allgemeine Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bericht des Bergnügungskomitees: a) Beihnachts Bescherung. b) Maskenball. c) Urania. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fr. Lesche über: Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland". 3. Wahl von drei Delegierten zum Gewerkschaftstongreß in Köln. 4. Das Ergebnis unserer Statistik. 5. Berschiedenes. Kollegen, wir erwarten, daß kein Kollege fehlt. Bitte recht pünktlich zu Am grünen Strand 176/5 der Spree. Der Lenz ist da und Feld und Wald Schmückt sich mit frischem Grün. erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Adtung! Fliesenleger- Hülfsarbeiter. 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A.: F, Pieschel, Gartenstr. 51. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 6. April, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Geschäftliches, darunter die Beförderung der Bildhauer Zeitung", 2. Bezirks- Konferens am 24. April und Stellungnahme zu unseren Beranstaltungen. 8. Berschiedenes. Der Vorstand. Beranti. Redakteur: Raul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Dr. 81. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwod, 5. April 1905. Zehnte Generalversammlung des Verbandes der Bäcker. größten Teil Bankrottbädermeister feien und denen der Begriff Soli Tagesordnung zur Berhandlung: Die Unterstüßungse Hamburg, 4. April.( Eig. Ber.) Magdeburger Konsumbereinsbäder, die, wie behauptet wird, zum In der Dienstags- Sigung gelangt zunächst Punkt sechs der barität" ein Buch mit fieben Siegeln sei. Der Vorsigende konstatiert einrichtungen im Verbande." Der Hauptkassierer Fried. nicht allein die Richtigkeit der Angaben, sondern ergänzt sie noch mann begründet eingehend die vom Hauptvorstand gestellten Aus der Montagssigung ist noch folgendes zu berichten: Den um einige Fälle. Einen breiten Raum nimmt die Erörterung des Anträge: Vorstandsbericht ergänzt der Verbandsvorfigende AI Iman n. geführten Streifs, speziell des in Berlin geführten, ein. Ein Dem Verbande feien etwa 13 Proz. der Organisationsfähigen zu Berliner Delegierter schildert humoristisch, daß der Hauptkassierer gliedschaften mit von der Hauptkasse befoldeten Beamten haben Der Beitrag wird auf 50 Pf.( bisher 40 Bf.) erhöht. Die Mitgeführt; in Dstelbien gehören 4,3 Broz. dem Verbande an, in den ein sehr einnehmendes" Wesen habe, daß er aber in puncto des von jedem Beitrag 45 Pf. an die Hauptkaffe abzuliefern, die übrigen Hanfastädten 32,8 Proz. Jm allgemeinen sei der Weg zum Groß- Ausgebens weniger liebenswürdige Eigenschaften bekunde. betriebe unverkennbar, aber in manchen Großstädten nehme man eine Hauptkasse habe den Berlinern gegenüber nicht ihre. bolle Die Mitgliedschaften 40 Pf. pro Beitrag. weitere Verzweigung der Betriebe wahr. Mitgliedschaften ohne angestellten Beamten können für die Schuldigkeit getan. Vom Vorstandstisch aus wird erividert, Geschäftsführung 5 Proz. von der Einnahme aus Wochenbeiträgen Danach müsse die Agitation eingerichtet werden, die damit zu daß der Hauptfaffierer nur im Sinne der gefaßten Bor vergüten. tämpfen habe, daß in verschiedenen Gegenden die Bäckergefellen noch standsbeschlüsse gehandelt habe. Einige Delegierte sind nicht von der Jllufion des Meisterwerbens erfüllt seien und daß das zu zufrieden mit dem Staffenbestand, der in Anbetracht der höheren wie jetzt Arbeitslosen- und Reiseunterstützung, ausbezahlt werden; Die Krankenunterstützung soll in Zukunft in derselben Weise, bearbeitende Menschenmaterial sich alle fünf Jahre ungefähr erneuere. Mitgliederzahl ein höherer fein müßte. Allmann macht darauf danach erhalten Hoch anerkannt müsse die Begeisterung und der Opfermut der Gesamt aufmerksam, daß bei der sprunghaften Entwickelung des Verbandes gliedschaft pro Tag 1 M., nach 156 Wochen 1,20 m. und nach erkrankte Mitglieder nach 52 Wochen Mitarbeiterschaft für die Bestrebungen der Bäcker werden, wodurch in viele Kollegen als Mitglieder vorhanden feien, die finanziell noch 260 Wochen 1,50 M. auf die Dauer von 42 Tagen im Jahre. diefen immer mehr das Gefühl erweckt werde, daß es ein Glück für wenig geleistet hätten. In später Abendstunde wird die zum Teil fie fei, ein Glied diefer Familie zu sein. Den staffenbericht fehr lebhaft geführte Debatte geschlossen. Ein Antrag, die Berliner Mitgliedschaft auf 50 M. und nach 260 Wochen Mitgliedschaft auf Außerdem soll das Sterbegeld erhöht werden nach 156 Wochen ergänzt der Hauptkassierer Friedmann, der die Ansicht vertritt, Bahlungsverbindlichkeiten auf die Hauptkaffe zu übernehmen, wird 75 M.( bisher 30 refp. 50 M.). baß der Ausbau des Unterstüßungswesens ohne Beitragserhöhungen dem Vorstande zur Berücksichtigung überwiefen. Beschlossen nicht durchzuführen sei. Der Kaffenbestand müsse mindestens die wird ferner, daß die noch ausstehenden Streifmarken bis wider die gestellten Anträge bewegte. Auch liegen mehrere AbSieran fnüpft sich eine lebhafte Debatte, die fich für und Höhe der Ausgaben des letzten Jahres erreichen. zum 1. Juli dieses Jahres bezahlt sein müffen, widrigen änderungsanträge vor, die ebenfalls eingehend begründet werden. Die Debatte über den Geschäftsbericht nimmt den ganzen Tag falls der Ausschluß der Betreffenden erfolgt. Damit ist der in Anspruch. Scharf gerügt wird das unkollegiale Verhalten der Vorstands, der Kaffen- und Revisionsbericht erledigt. H. Detert, Möbelfabrik Fruchtstraße 32. 91221512 Komplette Wohnungs- Einrichtungen. Einzel- Verkauf. Nur Fabrikgebäude. Kein Laden Katalog gratis. Metzner Metzner Korbwaren. Kinderwagen Bettstellen. Berlin O., Andreasstrasse 23, gegenüber Andreasplatz. H. Brunnenstrasse 95, gegenüber dem Humboldhain. III. Beusselstrasse 67, Moabit, Hausnummer achten. IV. Leipzigerstrasse 54-56, unter den Kolonnaden. Verkauf Hof in Fabrikgebäuden Grösstes Spezial- Geschäft 1000 Mark zahle jedem, der mir in Berlin ein grösseres Spezial- Geschäft in der Belohnung Branche als das meinige nachweist. Geschäftsgründung 1873. Bar- od, Teilzahlung Bollde Ware! Billige Preiset Grosse Auswahl * Billige Prelse. Metzner Möbel Am Hochbahnhof) Dresdenerstr. 16, I.( Kombuser Tor. 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Die sensationell aufgeputzte Rede, die er in der Stadtverordnetensitzung vom 23. März in Sachen der L c h r e r b c s o l d u n g gehalten hat, wird ihm nun von den Berliner Gemeindeschullehrern korrigiert. Herr Kirschner hatte darin behauptet, bei Gelegenheil der Gchaltsregulicrung von 1897 habe die Lehrerschaft durch eine Deputation ihm „die dringende Bitte vorgetragen, davon Abstand zu nehnieu, das Grundgehalt zu erhöhen und die Gehaltszulagen schlechter zu normieren". Hinterher aber sei die„wüsteste Agitation wegen des niedrigen Grundgehalts" losgegangen. Zwei der drei Lehrer, die jene Deputation bildeten(der dritte ist erkrankt), erwidern jetzt in einer den Zeitungen übersandten Zuschrift, Kirschner habe den Stadtverordneten eine un- zutreffende Darstellung gegeben. Die Deputation habe damals ausdrücklich auch um Erhöhung des Grundgehalts gebeten. Diese Berichtigung wird niemanden stärker überraschen als Herrn Kirschner selber. Wenn der Herr Oberbürgermeister in der Stadtverordneten-Vcrsammlung spricht, so schlägt er zumeist einen Ton an, wie wenn er der Ansicht wäre, daß der Satz„Irren ist menschlich" für ihn keine Geltung habe. Wer freilich seine Reden nachprüft, der weiß, daß auch er zuweilen schlecht unterrichtet ist. Speziell in Lehrergehalts- Debatten hat er wiederholt Proben hierfür geliefert, die in der Lehrerschaft nicht schmeichelhaft kommentiert worden sind. Wir haben keine Lust, die Schulmeisterci solcher Jrrtüm mitzumachen. Ein Schwupper kann jedem mal passieren, un! einem so stark überarbeiteten Beamten, wie der Herr Ober bürgermeister es ist. räumen wir sogar das Recht ein, ihrer mehr zu begehen. Aber Herr Kirschner neigt leider selber dazu, irrende Mitmenschen in ver- letzender Form darauf hinzuweisen, daß sie geirrt haben. Mehr als einen Stadtverordneten hat er von oben herab belehren zu dürfen geglaubt. Und die Worte, die er in der letzten Gehaltsdebatte gegen die Lehrer richtete, ließen an schneidender Schärfe auch nichts zu wünschen übrig. Offenbar hatte da den Herrn Oberbürgermeister nur sein Gedächtnis im Stich gelassen. Aber angesichts der Rücksichtslosigkeit, die e r sich gestattet, fällt einem dann doch der Mann ein, der mit Steinen warf, wiewohl er selber im Glashause saß. Man könnte sich fast versucht fühlen, es ihm zu gönnen, daß nun auch mal gegen ihn ein kleines Bombardement eröffnet wird. Daß da gerade seine Untergebenen die ersten sein müssen, die ihm solche Ueberraschung bereiten, das hat einen eigenen Reiz. Herr Kirschner wird, wenn er überhaupt ant wortet, der Stadt und dem Lande erzählen, daß das auf ihn keinen Eindruck mache. Das ist auch so eine der Redensarten, die ihm geläufig sind. Wir denken aber, daß er im Stillen sich's doch überlegen und sich vornehmen wird, künftig mit seinem Urteil über andere Leute etwas vorsichtiger zu sein. Hoffentlich vergißt er nicht, auch die städtischen Arbeiter in dieses Gelübde einzuschließen. Tagesordnung für die Sifcung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, den 6. April d. I., nachmittags 5 Uhr. Die Akten betreffend die Wahl des Zeitungsspediteurs W e n g e l s, Große Frankfurterstr. 133, zum Stadtverordneten.— Vorschläge des Aus schuffcs für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebcamten.— Vier Naturalisationsgesuche.— Berichterstattung über die Vorlage betreffend die Frage, in ivelcher Weise die drohenden Ausfälle im Stadthaushaltetat gedeckt werden können.— Berichterstattung des Ausschusses zur Vorprüfung der Gültigkeit der Stadtverordneten wählen über die Wahl des Baurats Herzbcrg zum Stadtverord neten.— Vorlagen betreffend die Bewilligung von Ehrenpreisen für die Fachausstellung des Verbandes der Arbeitgeber des Töpfer- und Ofensetzgewerbes Teutschlands,— den Etat der Gustav Borstcllschen Eheleute für das Etatsjahr 1905,— einen Vergleich in der Prozetzsache der St. Elisabcth-Kirchcngemeinde gegen die Stadt- gemeinde Berlin,— die Gewährung von Preisen für die 30. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgescllschaft,— die Rückzahlung einer auf dem Rathausgrundstücke haftenden Hypothek,— einen Straßenlandaustausch am Platze vor dem Brandenburger Tore— und die Gewährung eines Stiftcrbeitragcs an den Schwäbischen Schillerverein.— 3 Rechnungen.— 7 Unter ttützungssachen.— Berichterstattung betreffend die Wahl eines Bürgerdeputierten für die Deputation der städtischen Wasserwerke, eines stellvertetendcn bürgerlichen Mitgliedes der Hülfsersatz kommission II und eines bürgerlichen Mitgliedes für die Ersatz kommission IV.— Vorlagen betreffend die Wiederwahl von zwei Ratszimmermeistern und die Neuwahl eines Natsmaurermcistcrs sowie die Entlassung eines Mitgliedes der Veranlagungskommission aus diesem Amte. Der Georgenkirchplatz, an dem jetzt das ehemalige Heim des alten Georgenhospitals abgebrochen wird, war früher fast ganz von Hospitälern oder ähnlichen Anstalten umgeben. Das Georgenhospital bildete die Südwestseite des Georgenkirchhofes. wie' der Platz ursprünglich hieß, und beherbergte Hospitaliten beiderlei Geschlechts. Das Hospitalgebäude, das nun beseitigt wird, war 1720 an der Stelle erbaut worden, wo vordem das im Mittelalter errichtete „Aussatzhaus" und spätere„Pesthaus" gestanden hatte. Jenes „AussatzhauS" wird zum ersten Male im Jahre 1272 in einer Urkunde erwähnt; es war da draußen vor den Mauern Berlins die älteste Niederlassung. An der Nordostseite des Georgenkirchhofs befanden sich bis weit in daS neunzehnte Jahrhundert hinein noch zwei andere Hospitäler, daS Dorotheenhospital und daS Splett- Haus. Das Dorotheenhospital war im Jahre 1672 von der Kur- fürstin Dorothea gestiftet worden und diente anfänglich zur Auf- nähme von erkrankten Fremden und zeitweise auch von Irren. Nach- her wurde es in eine Versorgungsanstalt für arme Witwen um- gewandelt. Von dem SpletthauS, dessen Namen manche aus Spittel ableiten, ist nicht bekannt, wenn es gegründet wurde. In diesem Hause wurden arme kranke Frauen verpflegt. Neben dem Splett- haus entstand im 18. Jahrhundert ein Militärlazarett. Anfang des 19. Jahrhunderts zog in das Lazarettgebäude das Blindeninstitut, die heutige königliiM Blindenanstalt, und später wurde hier daS Korn- messersche Waisenhaus untergebracht. Ueber Sprachcntwicklnng und Sprachpflege des KindeS hielt am Montag Professor Gutzmann im Bürgersaal einen Vor« trag, der für Eltern mancherlei Wissenswertes bot. Fertigkeit im Sprechen zu besitzen, ist wichtig für alle Berufe, vom Minister bis zum Laufburschen hinab. Ein Kind, das nicht deutlich und klar sprechen lernt, wird schwer in einer Stellung unterzubringen sein. Pflicht der Eltern ist eS, die Sprachentwicklung des Kindes sorg- fältig zu beachten und ihr die Wege zu ebnen durch eine gewissen- hafte Sprachpflege. Gutzmann zeigte, wie diese Aufgabe zu lösen ist. Doch behandelte er. der nicht Lehrer, sondern Arzt ist. nicht d i c Frage, wie Kinder dazu erzogen werden sollen, ihre Gedanken sin klare Worte zu kleiden, sondern die andere und kaum weniger wichtige, wie man sie anleitet, ihre Worte klar zu Gehör zu bringen. Die Entwicklung der Sprache des Kindes vollzieht sich in mehreren Sülsen. Den Anfang bilden Aeußerungen des Unbehagens, das Schreien, das als Vorstufe des Sprechens anzn- sehen ist und schon sehr bald Unterschiede erkennen läßt, je nach dem Anlaß des Unbehagens(Hunger, Frieren, Naßliegen usw.). Es folgen später die Aeußerungen des Behagens, das vergnügte Strampeln mit Füßen, Händen uild— Sprechwerkzeugen. Dabei entsteht ein Lallen, ein Schnalzen, Schmatzen, Krähen usw. DaS alles geschieht noch unwillkürlich. Den Uebergang zu willkürlichen Aeußerungen bildet die Stufe der Nachahmung. Sobald daS Kind vom bloßen Sehen, Hören usw. zum Beobachten fortschreitet, beobachtet es auch Stimme und Rede des Erwachsenen und sucht sie nachzuahmen. Dabei benutzt es zuerst diejenigen Teile seines Sprechapparates, die beim Saugen gebraucht werden und schon etwas geübt sind, namentlich die Lippen; daher treten die Lippenlaute gewöhillich als die ersten auf. Aber ein wirkliches Sprechen ist auch das»och nicht. Ueberhaupt beginnt das Sprechen erst sehr viel später, als die beglückten Mütter und Väter glauben wollen. Gutzmann erinnert hier an die Tatsache, daß „Papa" und„Mama" nicht deshalb meist zuerst„gesprochen" werden, weil etwa dem Kinde die Bedeutung schon klar wäre. Nichtiger erscheint die Auffassung, daß diese leichtesten und darum vom Kinde zuerst hervorgebrachten„Wörter" von den Eltern als Kosenamen angenommen worden sind. Merkwürdig ist, daß in den meisten Sprachen der Erde„Papa" und„Mama" oder doch sehr ähnlich klingende Wörter vorkommen. Sie haben fast immer die Bedeutung„Vater" und„Mutter", doch gibt es auch einige Sprachen, in denen aus dem ersten„Sprachschatz" des Kindes die Mütter sich den Titel„Papa" erwählt und den Vätern den Titel„Mama" überlassen haben. Allmählich fühlt das lallende Kind auS den Mienen der Eltern die Beziehung heraus, die hier zwischen Wort und Person besteht.' Es beginnt dann, diese Wörter mit Absicht zu gebrauchen, und e9 erkennt 'chließlich selber. daß es—„schon Papa und Maina sagen kann". Sei schwereren Wörtern pflegt das Verhältnis umgekehrt zu sein. Da ist beim Kinde oft schon lange das Verständnis vorhanden, ehe der Uebergang von den mißglücklen Nachahmungsversuchen zum ge- lingenden Sprechen sich vollzieht. Ein früh sprechendes Kind soll man nicht gleich für klug, ein spät sprechendes noch lange nicht für dumm halten. Das hängt sehr von dem Grade der Nachahmungsfähigkeit ab. Gutzmann versichert, daß Mädchen leichter nachahmen als Knaben und daruni meist ftnher sprechen lernen. Zu der natürlichen Sprachentwickelung, die das Kind durchmacht, muß von feiten der Eltern eine planmäßige, zielbewußte Sprach- pflege hinzukommen. Man kann die Entwickelnng fördern, indem man dem Kinde bietet, was seinen Trieb, die Sprache nachzuahmen, weckt. Man spreche klar vor, aber man mahne nicht nachzusprechen! Das stellt sich von selber ein. DaS Kind muß dabei den Mund des Sprechenden beobachten können. Fernzuhalten ist alles, was die Sprachentwicklung schädigen könnte. Man spreche nicht schlecht, nicht in der„Kindersprache", z. B. nicht„Tomm mein Tindchen" statt„Komm inein Kindchen". Gutzmann verlas eine derartige Stelle aus Dehmels Bilderbuch„Fitzebutze" und fügte in aufwallendem Zorn hinzu:„Wer die Sprnchentivickelung seines Kindes hindern will, der möge ihm solch' blödes Gestammel vorlesen." Zu den schlechten Vorbildern gehören auch die Stotterer, Lispler usw., deren Aus- spräche von den Kindern, wie überhaupt alles Ungewöhnliche, gern nachgeahmt wird. Von solchen Personen sollte man Kinder möglichst fernhalten. Einem Kinde, das zu stottern beginnt, sollte man das Wort, an dem es sich abmüht, in ruhigem Ton vorsprechen. Ueberhaupt ist einem stotternden Kinde gegenüber Ruhe die erste Elterupflicht. Nur hier keine Aufgeregtheit, sonst macht man das Uebel zu einem bleibenden! Wird ein solches Rind mit Geduld immer wieder zu langsamen, ruhigen Sprechen angehalten, so kann es selbst dann vom Stottern befreit werden, wenn in der Familie bereits ein Stotterer ist. Zu den Sprachfehlern, die dem Laien rätselhaft find, zählt die„Hör- stumniheit". Einzelne Kinder bleiben bis zum vierten, fünften, icchsten Jahre stumm, obwohl sie nicht taub sind, sondern hören. Manchmal liegt Schwachsinn vor, manchmal aber ist ganz normale oder sogar gute Begabung vorhanden und eS fehlt nur die Lust zur Nachahmung. Da muß mau auf eine günstige Gelegenheit passen und dann das Kind geschickt aus seiner Trägheit herauslocken, so daß die Lust zur Nachahmung erwacht. Unter sachgemäßer BeHand- lnng lernen solche Kinder, wenn sie eben nicht schwachsinnig sind. meist in kurzer Zeit ganz nochmal sprechen. Diese schwereren Aufgaben der Sprachpflege setzen allerdings schon gewisse Fachlenntnisse voraus. Gutzmann fordert mit Recht, daß nicht nur solche Fehler, sondern auch geringere, namentlich das Stottern, vor dem schulpflichtigen Alter beseitigt werden, evenwell mit Hülfe eines Arztes. Aus der Lange- Schuckeschen Aussteuerstiftung soll, wie alljähr- lich, auch in diesem Jahre die Ausstcuersumme von 1500 M. vergeben werden. Nach den Stiftungsbestimmungcn müssen die Bewerberinnen um die Aussteuerunterstützung Töchter solcher hiesiger verarmter Kaufleute sein, welche entweder in dürfrigen Verhältnissen leben oder in solchen Verhältnissen gestorben sind. Unter mehreren Be- wcrberinnen, die einen makellosen Lebenswandel geführt haben müssen, hat die Tochter eines Kaufmanns, ivelcher den Handel mit Materialwaren betrieben hat oder noch betreibt, den Vorzug, in Er- mangelung einer solchen aber die Bedürftigste.— Bewerbungsgesuche werden nur br s 3 0. Ju n i d. I. entgegengenommen. Dieselben sind zu richten an die Städtische S t i s t u n g S- Deputation, Post st r. 16 II. Zimmer 17 und 43.— Ten Gesuchen sind beizufügen: ein polizeiliches FührungLattest, ein Attest des Bezirksvorstehers über die Erwerbs- und Vcrmögensverhält- nisse der Bewerberin und ihrer Elt.'rn und das Gcburtsattest der Bewerberin.— Die AuSstcuersuinme wird nach erwiesener Per- heiratung der Benesiziatin ausgezahlt. Eine romantische Geschichte. Aus der französischen Gesäugen- schaft ist ein angeblich etwa 55—60 Jahre aller Maiin zurück- gekehrt, der nach einer dem hiesigen Polizeipräsidinm zugegangenen Mitteilung in Mamburg legitimationS- und mittellos augehalten wurde. Der Betreffende behauptet, der seit der Schlacht bei Orleans am 8. Dezember 1870 vermißte Soldat de? 10. bayerischen Infanterie-Regiments(9. Kompagnie) Leonhard Schlicht und auS Atgelsbach gebürtig zu sein. Nach der Schlacht bei Orleans sei er in französische Gefangenschaft geraten und zunächst nach der Insel Oleran und dann nach Algier gebracht worden. Im Januar 1871 wäre er durch einen angeblichen preußischen Agenten, der ihn zu befreien versprach, mit 40 andere» Gefangenen an eine afrikanische Räubergesellschaft verraten worden. Diese' habe ihn 30 Jahre lang in der Sklaverei gehalten, während welcher Zeit er die schwersten Arbeiten in der Wüste zu verrichten hatte. Vor IVg Jahren sei es ihm geglückt, zu entfliehen und nach Tanger zu entkommen. Dort habe ein holländischer Kapitän ihn auf sein Bitten auf einem Segel- schiff aufgenommen und nach IVujährigcr Fahrt über Mexiko nach Rotterdam gebracht, loo er am 12. Januar d. I. eingetroffen sei. Von hier aus will sich der angebliche Schlicht über Krefeld, Köln, Darmsladt, Meiniiige», ferner Lichtenfels, Allersberg, Ingolstadt, nach Mainburg begeben haben, um so seine Heimat zu erreichen. Verantwortlichkeit des AutomobilbcsitzcrS. In einem Urteil vom 3. April sprach das Kammergcricht aus: Wenn sich der Eigentümer eines Automobils von seinem Chanffenr fahren läßt, kann er bei polizeiwidrig schneller Fahrt unter Umständen nicht mir als alleiniger Täter oder als Anstifter, sondern auch als Mittäter bestraft werden. Alleiniger Täler ist er, wenn er den Chauffeur befiehlt, so schnell zu fahren. Als Anstifter kann er gelten, wenn er ihn auf eine andere Art dazu bestimmt. Mittäter ist der Eigentümer, wenn er ßch auf der Maschine befindet, nichts gegen zu schnelles Fahren deS Chauffeurs einwendet und ihn so gleichsam moralisch beeinflußt, daS schnelle Tempo gerade deshalb innezuhalten. Professor Maxim. Die Enthüllungen über die dreiste AuS« beutung der Leichtgläubigkeit durch den sog. Plauchette-Schtmudel haben dessen Urheber, den angeblichen Professor Maxim in London veranlaßt, die offene Reklame für den wundertätigen Zukunftsspiegel aufzugeben und einen neuen Trick zu ersinnen. Aus dem Wahr- sager ist ein Traumdeuter geworden. Der edle Mann versendet kostenfrei ein Universaltraumbuch an alle, die ihm ihre Adresse nebst ihrem Geburtsdatum(genau so machte er eS schon früher) einsenden. DaS Buch enthalt die Deutung von über 2000 Träumen.„Es kann kaum etwas geträumt werden", versichert er,„worüber das Universaltranmbnch keinen Aufschluß gibt." Als deutsche Kronzeugen für die Berechtigung des Glanbens an die Traumdeuterei führt der„Professor" Goethe, Bismarck und Nietzsche an. Dagegen scheint er selbst zu seinem Traumbucki kein unbedingtes Vertrauen zu haben, er erklärt nämlich,„selbst wenn die im Buche enthaltenen Auslegungen nicht den Tatsachen entsprechen sollten, so enthält es doch eine Menge Interessantes und Lesenswertes." Dies Lesenswerte ist der Hinweis auf die„wundertätige Planchette", die inzwischen auch die unfehlbare Traumdeuterei erlernt hat und die Einladung zum Beitritt in die famose Maxim-Allianee(Mindest- beitrag 5 M.s, die aber jetzt aus begreiflichen Gründen den Namen ihres Begründers verschweigt und sich schlichtloeg„Allianee" nennt. Ein gewisscnlosor Sklavenhändler. Die schlimmen Zustände, die auf dem Gebiete der Vermittelung ausländischer Arbeiter herrschen. werden durch ein Vorkommnis illustriert, das der Berliner Polizei Anlaß zum Einschreiten gab. Ein Vermittler Pohl hatte in ZawiSna an der rusfisch-polnischen Grenze 150 Männer und Frauen zusammengebracht, um sie den Ziegeleien bei Rathenow und anderen Unternehmungen in Offenheim bei Zweibriicken zuzu- führen. Die Mäimcr hatten sich für 1,80 M, die Frauen für 1,30 M. den Tag, für eine Arbeitszeit von 5 Uhr morgens bis 7 Uhr abends vermietet, mit der Verpflichtung, wenn es für erforderlich erachtet würde, noch länger zu arbeiten. Jede Person hatte 4 Mark Vermitteliingsgebühr bezahlt. Ein Transporteur Alexander Kampa reiste mit dem ganzen Trupp von Zawisnn ab. In Breslau war ihm das Geld so knapp geworden, daß er für vierzehn Personen keine Fahrkarten mehr lösen konnte. Jetzt nahm er einfach vierzehn von den Leuten die Papiere ab, ließ die Leute aus dem Bahnhof sitzen und fuhr mit den anderen weiter. Was aus den mittellosen Leuten geworden ist, weiß man hier nicht. Kampa aber fand sein Mittel, ans der Schwierigkeit heranöznkommen, so prattisch, daß er es in Berlin wiederholte. Hier ließ er sieben Mann sitzen. Da die Leute nicht ein Wort deutsch sprechen und keinen Pfennig Geld besaßen, so kann man sich ihre Lage vorstellen. Sie liefen zwei Tage verzweifelt umher, bis ein russischer Schneider, dem sie ihr Leid klagten, sie der Polizei zuführte. Diese nahm sich einst. weile» ihrer an. Eine Räubcrgeschichte erzählt ein 20 Jahre alter angeblicher HandlungSgehülfe Friedrich Rolfen, der in der vergangenen Nacht um 1 Uhr mit einer Schußwunde nach der Charitö gebracht wurde. Der junge Mann kam vom Stettiner Bahnhof her auf den Schutz- mannsposten an der Ecke der Tieck- und Novalisstraße zu, drückt« sein Taschentuch gegen die rechte Schläfe und zeigte an, daß ihm auf dem Bahnhose beim Nerlassen der Toilette ein unbekannter Mensch von etwa 24 Jahren angeschossen und ihm seine Uhr und ein Zwanzigmarkstück geraubt habe. Der Schutzmann wollte dei, Verwundeten, der aus einer Schußwunde blutete, nach der Unfall- station tu der Eichendorffstraße bringen, führte ihn aber sofort mit einer Droschke der Charitö zu. weil der junge Mann unter- Wegs bewußtlos wurde. Die Ermittelungen ergäbe», daß von einem derartigen Ueberfafl auf dem Stettiner Bahnhofe nichts bekannt ist. Niemand hat einen Knall oder Hülseruf gehört. Im Krankenhause räumte der Verwundete ein, daß er sich selbst verletzt hat. Er ist aber nicht ein Kaufmann Rolfen, für den er sich aus- gab, sondern wahrscheinlich ein Maurer Böse, der von der Kriminal- Polizei wegen verschiedener Diebstähle gesucht wurde. Einen Mordversuch gegen seine Frau verübte gestern vormittag der stellungslose und dem Trünke ergebene Tapezierer Emil Metze!. Der Mann lebte seit einiger Zeil getrennt von seiner Frau und erbat unter dem Vorwande, einen Handwerkskasten abholen zu wollen. Zutritt in die Wohnung. Metzel trug, als er sein Vorhaben mit- teilte, ein fteundliches Benehmen zur Schau. Als er sich verab- schiedete, merkte man ihm nicht die tückische Absicht an, die er nach- her ausführte. Dicht an der Tür umschlang er plötzlich seine ahnungslose Frau und stacki ihr ein Messer, daS er vordem verborgen gehalten hatte, in den Hals. Glücklicherweise wurde die Wucht des StoßeS durch den hohen Sammetlragen der Jacke etwas abgeschwächt, und so sind die Verletzungen, die die Aermstc davongetragen hat, nicht direkt lebensgefährlich. Metzel entfloh; bisher konnte seine Verhaftung noch nicht erfolgen. Fcuerbrricht. Dienstag mittag wurde die Wehr nach der Ecke der Hennigsdorfer- und Seestraße gerufen, weil dort auf nicht er- mittelte Weife eine einsame dicke Pappel in Brand geraten war.— In der Fliederstr. 4 mußte dann im ersten Stock ein Feuer ab- gelöscht werden, da? den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte.— Nachts gegen 2 Uhr brach in der Zorndorferstraße 41 auf einer Kellertreppe Feuer aus und erfaßte einen größeren Posten Holzwolle und Kisten. Der sich entwickelnde Qualm und die hell emporlodernden Flammen brachten die Hausbewohner in eine große Aufregung. Innerhalb weniger Minuten gelang es den Brand zu unterdrücken.— Wegen der Explosion einer Bcnzinlötlampe wurde die Wehr dann nach der Markgrafenstr. 88 gerufen. Die Gefahr konnte leicht beseitigt lverden. Eine Person trug leichte Verletzungen davon.— Außerdem liefen in den letzten 24 Stunden noch aus der Lübbenerstr. 15, Brunnenstr. 100 und noch aus einigen anderen Stellen Alarmierungen ein, die indes durchweg auf ganz gering- fügige Anlässe zurückzuftihren waren. Der Sternenhimmel im April. Die TageSlängc nimmt im April beträchtlich zu; die S o n n e geht am ersten um 5 Uhr 43 Minuten auf, um 6 Uhr 38 Minuten unter, am letzten um 4 Uhr 39 Minuten auf, um 7 Uhr 27 Minuten unter, weilt also am ersten 12 Stunden 55 Minuten, am letzten schon 14 Stunden 48 Minuten über dem Horizont. Gleichzeitig steigt sie ziemlich rasch höher, ihre Mittagshöhe wächst von 41V2 Grad bis 52 Grad. Die stärkere Erwärmung, die damit ver- bunoen ist, verursacht aufsteigende Lustströmungen, durch welche die bekannten alljährlichen FrühImgSstürme hervorgerufen werden. Der Mond ist zu Anfang des Monats am Tage sichtbar, bis er am 4. als Neumond verschwindet. Die zunehmende Sichel. die das e r st e Viertel am 12. April erreicht, steht in den Abend- stunden am Westhimmel. Der Vollmond am 19. April geht schon um 7 Uhr abends auf und steht die ganze Nacht hindurch am Himmel. Der wieder abnehmende Mond geht immer später auf; letztes Viertel hat seine Lichtgestalt am 26. April; um diese Zeit ist er erst nach Mitternacht am Südosthimmel sichtbar. Der prächttge A b e n d st e r n, die V e n u S. ist in der ersten Hälfte des Monats noch immer in den Abendstunden am West- Himmel zu sehen; doch kommt ihr die Sonne beständig näher, so daß ihre Sichtbarkeitsdauer beständig abnimmt, am 15. April ist sie mit bloßem Auge kaum noch zu erkennen. Dann wird ihre eigene Bewegung zur Sonne so rasch, daß sie bereits am 27. auf die andere Seite hinübertritt, also M o r g e n st e r n wird. Auch der Jupiter, der in den ersten Tagen des Monats ein weilig südwestlich von der Venuö stehr und noch einige Zeit am früben Abendhimmel zu sehen ist, wird schon in der Mitte des Monats unsichtbar, wen» er auch vollständig von der Sonne erst am 30. April eingeholt wird. Weiter westlich, als Jupiter, aber nicht so weit füdlich von der Venus steht der bei uns selten sichtbare Planet Merkur, der also zu Anfang des Monats etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang bei flarer Luft zu erkennen sein wird. Am 6. April wird er bequem oberhalb der zarten Mondsichel zu finden sein. Am 15. ist er wegen zu großer Nähe der Sonne schon nicht mehr sichtbar, auf die er in der zweiten Hälfte des Monats noch rascher zueilt als die Venus. Für die entschwindenden Planeten tritt ein anderer am östlichen Himmel auf, unser Nachbarplanet Mars, der am 1. April um 111 Uhr und dann immer früher, am letzten schon um 1/49 1hr des Abends sich über den Horizont erhebt und in den ersten Nachtſtunden als rötlich schimmernder Stern im Südosten prangt. E. Haase, Potsdamerstr. 116a, S. Hahne, Prinzenstr. 54, Th. Fröh lich, Landsbergerstr. 32, fäuflich sind. Noch sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Cyklen und der Kursus von Doz. J. Lüßen erst am 16. beztv. 18. April beginnen fönnen. Eine Byramide vom Blitz getroffen. Die Pyramide des Chephren wurde, wie aus Kairo gemeldet wird, am Freitagnachmittag während eines heftigen Gewitters voi Blitz getroffen. Mehrere Steinblöcke wurden vom Gipfel herabgeschleudert. Die Pyramide ist 136,4 Meter hoch. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, abends 8 Uhr: Versammlung in Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstraße 75. Landsleute, Damen und Herren, sind willkommen und werden als Mitglieder aufgenommen. Lese- und Diskutierklub Süd- Ost. Heute abend 8 Uhr bei TollsDer Berliner Zoologische Garten hat in Gestalt eines jetzt einige Wochen alten Leierhirsches einen feltenen 3uchterfolg aufzuweisen. Das schmucke Kälbchen, dessen Vater der flamesischen Form angehört und dessen Mutter aus Birma, stammt, ist mit der letzteren vorläufig bis zum Eintritt der wärmeren Jahreszeit im Antilopenhause untergebracht, und hier tritt dorf, Görlitzerstraße 58: Bortrag und Diskussion über: Das Wachtverhält Antilopenähnlichkeit dieser überaus schlanken, langhalsigen und nis der Gewerkschaften zu den Unternehmerorganisationen. Gäste willdas großohrigen Hirsche in Lese- und Distutierklub Stralauer Allee". Jeden ersten und dritten Donnerstag, 29 Uhr, Behmestr. 2. rechte Licht, die 10 die iveit tommen. Der Vorstand. Am Gigsternhimmel, dessen Bild wir für den Anfang des geht, daß es schon eines geübten Blickes bedarf, um die geweihlosen Der Leier Monats wieder um 10 Uhr, für die Mitte um 9 Uhr, gegen Ende Weibchen überhaupt als Hirschfühe zu erkennen. um 8 1hr abends zur Darstellung bringen, entschwinden die Winter- hirsch, der zu den seltensten Erscheinungen in unseren Gehegen gestirne allmählich dem Blick. Der Sirius( erster Größe) funkelt zählt, trägt ein auch dem Unkundigsten dadurch auffallendes Geweih, gerade im daß die Hauptstange desselben in der Verlängerung der Augendem Horizont im Südwesten, Westen ist vom Sternbild Orion nutr noch ein halbes fproffe nach hinten geht, um sich dann wieder im Bogen nach vorn Viered mit Beteigeuze( erster Größe) und den brei zu werden; der ganze Kopfschmuck besteht also gewissermaßen aus Sternen des Gürtels zu sehen; weiter nördlich, wenn auch schon sehr tief, ist vom Sternbild Stier der Aldebaran noch unter zwei Halbtreifen. Der Arbeiter- Schwimmerbund teilt uns mit, daß über Angelegenheiten des Bundes vom Vorsitzenden, Genoffen E. Gerstmann, Rigdorf- Berlin, Bergstr. 99, Auskunft gegeben wird. " ( erster Größe) und das sogenannte Siebengestirn, die Gruppe der Plejaden zu erblicken. An den genannten Sternen zieht sich die Milchstraße in nordöstlicher Nichtung hin; an ihrem östlichen Rande funkelt der Murgers Bohême", die im Lessing- Theater vor zwölf Jahren Prothon( erster Größe), darüber die Zwillinge Pollux in modernen Kostümen dargestellt wurde, wird in der neuen Be( erster Größe) und East or( zweiter Größe) und noch weiter nördlich arbeitung in der Tracht der Zeit- also in den vierziger Jahren Capella( erster Größe) vom Sternbild Fuhrmann. Ganz des vorigen Jahrhunderts im Deutschen Theater gegeben werden. tief im Norden findet man in der Milchstraße das bekannte W- förmige Bu den Kostümen haben vor allem die Gavarnischen Zeichnungen, insbesondere die Bilder aus dem Zyklus„ La vie de jeune homme" als Vorlage gedient. Sternbild Cassiopeja. Am nordöstlichen Himmel steht die funkelnde Wega( erster Größe) vom Sternbild eier noch nicht sehr hoch, und noch tiefer der helle Deneb( zweiter Größe) vom Sternbild Sch w an. Schöneberg. 3 Vorort- Nachrichten. Eine Blaneten, Kometen und Mondnacht veranstaltet die Treptow- Sternwarte am Sonnabend, den 8. April, von Die städtische Sparkasse in Schöneberg hat nach ihrem foeben abends 7 Uhr bis Sonntag, den 9. April, morgens 5 Uhr. Durch veröffentlichten 6. Jahresbericht im verflossenen Jahre einen Zuwachs Extrawagen wird für die Rückbeförderung nach Berlin gesorgt. Am von 6 Millionen Mark zu verzeichnen( 11 Millionen wurden nen frühesten können beobachtet werden Merkur, Benus, Jupiter und eingezahlt, 5 Millionen zurückgezahlt). Die Gesamtsumme der Sparder Mond. Alsdann spricht Direktor Archenhold abends 9 Uhr unter einlagen beläuft sich nunmehr auf 28 Millionen Mark, während die Borführung zahlreicher Lichtbilder über alle Objekte, die in dieser Zahl der Sparer auf 40 000 gestiegen, ist. Der erzielte Reingewinn Nacht gesehen werden können. Nach dem Vortrag werden die übrigen nach Abzug sämtlicher Unkosten( darunter 47 000. für die VerPlaneten Neptun, Mars, Uranus und Saturn und die jetzt sicht- waltung) beträgt 110 528 M. baren Kometen mit dem großen Fernrohr gezeigt. Der Preis für die gesamte Veranstaltung beträgt bei vorheriger Bestellung und Die neugeschaffene Stelle eines befoldeten Stadtrats ist vom Einsendung des Betrages an das Bureau der Treptow- Sternivarte Magistrat bereits ausgeschrieben. Von den Bewerbern wird die Be3 M. Sollte der Himmel bewölkt sein, so behalten die Karten für fähigung zum höheren Justizdienst verlangt, auch müssen dieselben entsprechende Einzelbeobachtungen Gültigkeit. bereits als Magistratsmitglieder oder Beigeordnete in einer großen Stadtgemeinde gewirkt haben und auf dem Gebiete der öffentlichen Armenpflege erfahren sein. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 1. Mai d. J. Nixdorf. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends ftatt. Ocöffnet: 71br. R. P. Betriebe gehören fraft Gevon der Beleidigung Strafantrag stellen. Wohnt der Beleidiger in der H. H. Mariendorf. Sie können innerhalb drei Monaten nach Kenntnis felben Gemeinde wie Sie, so müssen Sie der Klage einen Sühneversuch beim Schiedsmann vorangehen lassen. Beispiel und Anleitung zu einer Beleidigungsflage usw. finden Sie in dem in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrecht". Rob. M. 30. Allerdings hat sich einmal ein Polizeibeamter auf eine ältere höhere Berfügung darüber berufen, daß die Polizei am Sonntag nur die unaufschiebbaren Handlungen vornehmen folle und deshalb den zu unrecht Berhafteten nicht sofort am Sonntag habe entlaffen können. Die vorgesetzte Behörde schloß sich damals dieser total verkehrten Anschauung an. Legen Sie gegen die Weigerung, Ihnen G. Rein. am Sonntag eine Invalidenkarte auszustellen, Protest ein. Direkt über uns, am Zenit, finden wir das bekannteste Sternbild, 18. April. 1. Wer auf Grund des§ 824 B. G. B. flagt, hat zu beden großen Bären oder Wagen; die Verbindungslinie seiner Hinterräder, zwei Sterne zweiter Größe, führt nach Norden ver- Das Frühjahrs Konzert der„ Typographia" findet am Sonntag, weisen, daß die betr. Behauptung eine unwahre ist, denn er leitet daraus längert zum Polarstern( zweiter Größe), nach Süden zum den 9. April, im großen Saale der Neuen Welt" statt. Außer dem ein Recht ab, daß eine unwahre Tatsache verbreitet sei, und allgemeine Beweisregel ist: wer ein Recht beansprucht, hat die dem Recht zugrunde Sternbild des Löwen, dessen hellste Sterne, Regulus( erster Größe) in Arbeiterkreisen rühmlichst bekannten Gesangverein unter Zeitung lieger den Tatsachen zu beweisen. K. W. 13. Es ist aus Ihrer Anfrage und Denebola( zweiter Größe) westlich und östlich von dieser Linie feines Chormeisters Herrn Alexander Weinbaum wirken mit nicht ersichtlich, weshalb Sie zu einer llebung nicht verpflichtet sein sollen. 2. T. Sie haben die erforderlichen Schritte zu ergreifen. Von Amtsstehen. Der durch die Deichsel des Wagens, drei Sterne zweiter die Sopranistin Fr. Rory King vom Theater des Westens sowie eine Erbschaft, die Großjährigen zufällt, nicht ge Größe angedeutete Bogen führt in der Erweiterung nach Osten auf der bekannte Violinvirtuose Herr Alfred Wittenberg. Derwegen wird Das Grundbuch fönnen Sie einsehen. O. N. Nein. den rötlich funkelnden Arttur( erster Größe) vom Sternbils Eintrittspreis beträgt 50 Bf., im Vorverkauf 40 f.( Näheres dar teilt. 5. G. 5a. Aus dem Vertrage erhellt nicht, daß Ihr Partner Kosten Bootes und weiter füdlich zur hellen Spica( erster Größe) in über erfieht man aus dem Inserat in der Dienstag- Nummer.) für die Patentierung usw. zu zahlen hat. Wollen Sie dies oder andere der Jungfrau. Destlich von ihr ist der Planet Mars zu finden. Festsetzungen stipulieren, so wenden Sie sich an einen Anwalt zweds Ent wurfes eines anderen Vertrages. 3. 2. 10. 1. Von dem nur münd lich geschloffenen Lehrvertrag können Sie ohne weiteres zurücktreten. 2. und 3. Rein. E. K., Prenzlauer Allee 27. 1. Sind Sie selbständige ( Gewerbetreibende, so sind Sie nicht lebepflichtig; anders liegt es, wenn Sie für einen Gewerbebetrieb arbeiten. Was der Fall ist, läßt sich nicht aus Ihrer vollkommen allgemein gehaltenen, und deshalb mit ja und nein zu beantwortenden Frage ersehen. Schildern Sie Ihr eigenes Arbeitsverhältnis( wer ist Arbeitgeber?). Für wen( ein Geschäft? cine Arbeitsſtube? Brivatkunden?) ist zu arbeiten? Wie hoch ist der Lohn? leber 3. 9. 3. 3a. teigt die Arbeit die Arbeitskraft einer Berson? 2. Nein. 2. R. 14. Sie können sich, unter Darlegung des Sachverhalts, beschwerdeführend an den aufsichtführenden Richter des Amtsgerichts II oder an den Präsidenten des Landgerichts II, beide Hallesches User 29-31, R. 101. Der finderlos ohne Testament verstorbene Ehegatte wird von der Witwe und seinen Eltern, Geschwistern, Geschwisterfindern beerbt. Die eine Hälfte und als voraus alle Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben, sowie die Hochzeitsgeschenke erhält die Witwe, andere Hälfte fällt den übrigen Erben( in Ihrem Falle scheinen das die Geschwister und Geschwistertinder zu sein) zu. Einigen fönnen fie das Nachlaßgericht angehen. sich die Erben nicht, so Blätterei. Nein. G. B. 15. Falls insgesamt das JahresDas Programm des Wintergartens trägt in diesem Monat den einkommen 1200 M. übersteigt, ja. Namen der Tänzerin Cleo de Merode mit fetten Lettern. Es läßt fepes( beziehentlich Statute) zu bestimmten Berufsgenossenschaften. Sie find also nicht unfallversicherungsberechtigt, sondern unfallversicherungssich wohl kaum ein größerer Gegensatz denken als der zwischen dieser pflichtig. Db der Beruf, den Sie meinen, ein unfallversicherungspflichtiger Dame und dem Stern der verflossenen beiden Monate, der Frau ist, ist Ihrer Frage nicht zu entnehmen, da Sie nicht angeben, welche Art Saharet. Bei dieser sprudelnde, nedische Lebendigkeit, bei Cleo de Arbeit( Bauarbeit?) in dem Betriebe verrichtet wird, wieviel Arbeiter durch Merobe lauter abgemessene Bewegungen, eine Art Angst, daß die Ueber die politische Situation sprach Genosse Singer am schnittlich beschäftigt werden, ob Maschinenbetrieb besteht usiv. Ist der Bes Grenzen der Grazie um einen Bentimeter überschritten werden Montag in einer Boltsversammlung, die den Niesensaal der„ Neuen trieb ein unfallversicherungspflichtiger, so hat die Berufsgenossenschaft zu ent tönnten. Daß die Tänzerin auch bei dem jezigen Auftreten phantastische Welt" in der Hasenheide bis auf den legten Platz füllte. Mit ge- schädigen, auch wenn der Unternehmer aus Versehen nicht zu Beiträgen Bauschwindel 1905. Es fönnte eine Beleidigung Toiletten spazieren führt, versteht sich bei ihrer Eigenart. Als ehe- spannter Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden dem inhaltreichen herangezogen maliges Mitglied der f. 1. Hofoper in Wien führt sich Herr Vortrage, der volle zwei Stunden währte. Der Redner erörterte aus dem Schreiben herausgelesen werden erheben Sie eventuell WiderJulius Spielmann ein. Der geftrige Abend gestattete lein die wichtigsten politischen Fragen, die in den letzten Monaten den age.. M. N. 52. In allen drei Fällen liegt die Möglichkeit einer Bejabung vor Sie müssen den Fall selbst nicht allgemein, sondern einUrteil über seine Fähigkeiten, da er bei seinem Auftreten Reichstag beschäftigt und das Interesse der Deffentlichkeit erregt gehend beschreiben. 2. G. 134. Nein. G. F. 1897. 1. u. 2. Ja. offenbar die Raumverhältnisse des Wintergartens nicht in Betracht haben. Seine Ausführungen bildeten eine scharfe und wohlbegründete 5. 2. 20. 1. Ja. 2. Der Staat zahlt mit. 3. Die Stirche, nicht der gezogen hatte. Ein komischer Jongleur von famofer Urwüchsigkeit Berurteilung der Zoll- und Handelspolitik, der Weltpolitit sowie des Staat zieht die Kirchensteuern ein oder läßt sie für sich durch den Staat Alter Abonnent. Der Mieter ist auf Verlangen des Verist Herr W. C. Fields; nette Sängerinnen und Tänzerinnen sind die Russenkurses der jetzigen Regierung. Der Redner schloß mit der beitreiben. Geschwister Doberly aus Amerika, auch die Contorsionisten Genaro Bemerkung, daß es Aufgabe der sozialdemokratischen Arbeiter sei, mieters dem Vertrage entsprechend verpflichtet, Einlaß in die Wietswohnung W. N. 12. und Theol leisten Achtungswertes in ihrer akrobatischen Kunst. treu und fest zum Programm der Partei zu stehen und das große zu gestalten und die Reparaturen vornehmen zu lassen. Beantragen Sie beim Standesbeamten Umschreibung des Namens nebst Außerordentliches auf dem Gebiete der Taschenspielerkunst zeigte der Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Alles was durch politischen Eintragung der Anerkennung. Sollte er sich weigern, so müssen Sie sich Amerikaner Karl Hers; feine Illusionskunststücke sind zwar zum Teil oder gelverkschaftlichen Stampf in der heutigen Gesellschaft erreicht an das Amtsgericht beschwerbeführend wenden.- M. D. 10. Benur. teine Kinder haben, Ihre Eltern auch nicht mehr neu, aber er führt sie, was die Hauptsache ist, mit einer werde, sei nur als Abschlagszahlung anzusehen. Ueber allem stehe Gie tönnen Sie, folange Sie unverheiratet find, als ganz verblüffenden Firigkeit aus. Einige Künstlerinnen, so die Rad- das eigentliche Ziel der Partei: eine Gestaltung der menschlichen Leben find, so können Sie, fahrertruppe Kauffmann und die lebenden Bilder der Fontenoy find Gesellschaft, die es der Mühe wert mache zu leben; ein freies Ge- Erben einfegen men Sie wollen. Beispiele und Anleitung für eigenhändige aus dem vorigen Monat übernommen worden. Der Vortrag Testamente finden Sie auf den letten Seiten des dem Arbeiterrecht" beischlecht, das ein menschenwürdiges Dasein führe. Der Vortrag eitam fand außerordentlich lebhaften Beifall. Zur Diskussion verlangte gefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. R. O. Nein. Otto 2. 1. Sie können den Antrag auf Entlassung Zirkus Schumann bringt ein April- Programur, das vielseitig, niemand das Wort. Der Vorfigende oppe forderte zu eifriger aus der deutschen Staatsangehörigkeit stellen. 2. Nein. 3. Da gibt es keine anregend und spannend, seine Anziehungskraft sicher nicht verfehlen Teilnahme an der Organisation und Agitation für die Partei und frist: Ihre Söhne und Sie jind dann Ausländer. Friedrichshagen. 7. wird. Neben den Leistungen der amerikanischen Barforcereiterin die Parteipreffe auf. Der Stamm ist nicht zu ersetzen, wohl aber die übrigen Sachen. Leider Miß Emmy Stidney und der Geschwister Hodgini als Lawnsteht es so, daß Ihrer Schwester ein Anspruch nach Ihrer Schilderung nicht C. B. 1868., M. S. 5., 6. 8. 9. Ja. D. Sch. 112. Tennis- Sport Doppel- Jongleure, sei das Auftreten der wirklich Tödlich verlaufen ist der Unfall des Straßenbahnfchaffners Fritz austeht. Staatssteuer beträgt bei einem Einkommen bont 1200 bis originellen Clowns Adolf und Coco erwähnt. Die bekannten Wolgast, über welchen wir gestern berichteten. Bekanntlich war Dressurnummern des Direktors Albert Schumann vollziehen 2. in einem Hause der Herzbergstraße auf der Treppe ausgeglitten 1850 9. 12, bei einem Einkommen von 1050 bis 1200 2.9 M. sich in gewohnter Eraktheit, ohne der Eintönigkeit so vieler Birtus- und mit dem Kopf gegen eine Stufenfante gefallen. Im Kranken- jährlich. Liegt eine zu hohe Einschäßung vor, so muß veflamiert fünfte zu verfallen. Bigarren. 1. Für den Fall einer Stlage würden Sie voraussichtlich Ginen prächtigen Anblick gewähren die Reiter- hause wurde bei dem Unglücklichen ein Schädelbruch festgestellt, werben. Sn Ihrem Fall dürfte eine Stufe zu hoch eingeschäßt sein. funfistüde des Mr. Brown als Buffalo Bill. Doch der Höhepunkt welchem 28. erlegen ist. Die Reiche wurbe polizeilich beschlag- verurteilt werden. 2. a. 3. Was bei der 2. Ja. 3. Was bei der Einkommenverſteuerung in Abdes Programms wird mit den Darbietungen der von uns schon nahmt. zug gebracht ist, ist ausführlich zulegt im Brieffaften vom 22. März dargelegt. erwähnten Chinesentruppe erreicht. Die europäischen AfroS. T. Es ist unmöglich Ihnen vorauszusagen, ob ein deutsches Gericht in bestimmten Handlungen oder Unterlassungen eine Majestätsbeleidigung erblicken wird. Je niedriger jemand die tatsächliche Würde einer Majestät einschätzt, desto leichter wird er eine Beleidigung der Majestät fich konstruieren. Speziell das Sigenbleiben bei Hochs ist von einigen Gerichten von anderen ist gegenteilig erkannt mehr Recht ließe sich aus dem Einstimmen in ein Hoch eine Majestätsbeleidigung konstruieren. Witwe. Abzug findet nicht statt. Pantstrakte 32. Sie müßten sich unter Angabe des Termindatums an das Gericht( Landgericht) wenden, das Ihre Ehe geschieden hat. G. N. 20. Bird nicht am Fälligkeitstage gezahlt, so ist der Schuldner verpflichtet, alle Aufwendungen zu zahlen, die der Gläubiger in awedmäßiger Verfolgung feines Rechts gemacht hat. Streuzt sich eine verspätete Schuldeinsendung mit der Mahnung oder Klage des Anwalts, so find die Wahn oder Selagekosten zu zahlen. 6. S. 24. Sie müffen 2. 23. 100. 3a. die ohnung im Lasse des Ersten räumen. nicht mehr am baten, Gymnastiker und Jongleure fönnten angesichts dieser Einen gewaltigen Schred bekamen gestern die Gäste eines Lokals chinesischen Leistungen wirklich von einer gelben Gefahr" sprechen. in der Herrfurthstraße, als ein Gast plößlich furchtbar zu toben be Wenn man den Chinesen nachsagt, daß fie feine Nerven gann, sich im Kreise herumdrehte und dann so wuchtig zur Erde befizen, fo muß für die Schumannschen Chinesen noch fiel, daß er sich eine flaffende Kopfwunde zuzog. Man haffte den elastischen Gummisträngen versehen sind, Die gymnastischen der Arzt konstatierte, daß der Kranke an heftigen Strämpfen leide. Leistungen erzwingen Bewunderung. Wir vermögen diese Der Zustand des Kranten, der als der Schneider Otto Taube Produktionen nicht in ihren Einzelheiten zu schildern, aber hervor- aus Berlin, Schiffbauerdamm 16, refognosziert wurde, war ein so gehoben sei, daß einer der Gymnastiker, während er auf dem Boden bedenklicher, daß der Arzt der Unfallstation den T. nach dem Krankenliegt, feine Füße auf ein etwa 1,20 Meter hohes Gestell setzt und hause schaffen ließ. fich scheinbar ohne Mühe bis zur Geradestellung erhebt. Ein Muster chinefischer Afrobatit, das, abgesehen von der dabei bewiesenen Weißensee. Kraftleistung und Gewandtheit, schon durch die groteske Art wirkte, Einbruch. Im Kaufhause von Adolf Hirsch, König lieferte ein Stnabe. An jener Störperstelle, die sonst zum Sizen Chauffee 68a drangen Diebe in der Nacht zum Dienstag in die dient, ist ein Kopf befestigt, der dem seinen gut nachgeahmt ist. So Verkaufsräume und entiendeten für ungefähr 2000 M. Herren- und wird der Anschein erweckt, als ob zwei Afrobaten arbeiten. Dann Damen- Konfettionsartikel. Vor einem Jahre wurde in demselben ließ er feinen„ Sinterkopf" zur vollen Geltung kommen, die Beine Geschäft ein Einbruch mit Erfolg verfibt. Der Einbruch geschah traten an die Stelle der Arme. Das Gesamtbild von dem Können von der Lothringenstraße aus. Boun den Dieben fehlt vorläufig dieser chinesischen Stünstler wird durch die Zauberkünfte eines alten jede Spur. Chinesen und die Jongleurproduktionen einen chinesischen Mädchens vervollständigt. Den Schluß bildet das Ausstattungsstüid Eine Nordlandsreise", das noch immer das Interesse des Publikums wachhält. hinzugefügt werden, daß fie statt fefter Knochen scheinbar mit Besinnungslosen zur Unfallstation in der Steinmeßstraße, woselbst als Beleidigungere Braris wohl je gang und gäbe. Mit weit Vermifchte. Ein höchst seltener Unfall ereignete sich, wie die„ T. N." mit 81 populärwissenschaftlichen Vortragscyklen und Unterrichtskurse des Fischdampfer„ Gadus" vom Dock der Brandenburg- Schiffswerft zu Die Bollshochschule Humboldt Alademie eröffnet feht die teilt, Montagnachmittag im Hamburger Hafen. Als der große Frühjahrsquartals. Am Montag begannen zahlreiche Vorlesungen 23affer gelaffen wurde, tenterte er und ging völlig unter. Wie Sen Lehrstätten NW. Georgenstr. 30/31 und W. Lübowstraße 84d in den Abendstunden; die übrigen Vorlesungen an den Der auf dem Grunde liegende Dampfer bildet einstweilen ein straße 84d in den Abendstunden; die übrigen Vorlesungen an den durch ein Wunder ist kein Verlust an Menschenleben zu beklagen darauffolgenden Tagen in denselben Lehrstätten; eine Anzahl auch schweres Hindernis für den Schiffsverkehr. in ben königlichen Museen, vor und nachmittags( am Mittwoch), in in C. Weinmeisterstr. 16/17( am Donnerstag abend) und in W. Selbstmord eines Gelehrten. Der Direktor des Seminars für Wilhelmstr. 92/93, Architektenhaus( am Dienstag vormittag). Bei deutsche Philologie an der Wiener Universität, Professor Heinzel der Mehrzahl der Cyflen, die für herren und Damen gehalten erschoß sich gestern vormittag im Universitätsgebäude. werden, ist der erste Bortrag frei zugänglich; die Ausnahmen sind im Programm vermerkt. Die Hörgebühren für die gewöhnlichen Bom Sturm überascht. Bei Lohme auf Rügen wurden mehrere Cyklen von 10 Vorträgen betragen für Mitglieder und Lehrer, Fischer, die mit ihren Booten nach den ausgestellten Heringsnetzen Gubalternbeamte, Studenten, Arbeiter, Handlungslehrlinge usw. gesehen hatten, bei ihrer Rückkehr von einem plöglich auftretenden 3 M., für andere 5 M. Alles Nähere enthalten die ausführlichen Sturm überrascht, wobei die aufgeregte See über ein Fischerboot Programme, die 25 Seiten start, für 10 Bf. in bekannten Buch- hinweg ging und beide Infaffen, den Fischer Borgwardt und handlungen und den Bureaus der Akademie R. 2. Prager, Buch- den Matrofen With Burwig, in die See riß. Die beiden Leichen handlung, NW. Mittelstr. 21( Eingang im Hausflur part.), I find noch nicht gefunden worden. Berantto. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Zh. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts 05. Ja. R. 5. 50. 1. Die deponierte Summe ist erst dann herauszuzahlen, wenn der 30. Juni verstrichen oder die bis dahin laufende Miete von anderen gezahlt ist. 2. Das ist teine bestimmte Bezeichnung. Sauswirt. Wenn nicht gegenteilige Abreden getroffen find, hat der Wirt die Miete zu holen; in den übermeisten Berliner Mietsverträgen ist die Pflicht des Micters, die Miete zu bringen, ausgesprochen. Bock. Wenn durch Veranlassung des Dienstmädchens der Dienst aufgehoben ist: fa, sofern das Mädchen die Geschenke noch besigt und der Widerruf durch Gerichtsvollzieher- Zustellung erfolgt. R. S. 38. In England sind die geringsten Förmlich feiten erforderlich. A. B. 100. Ja. Dilemma. Ihr Bater müßte mindestens 200 Marten geklebt haben, versicherung, Köllnischer Part, geltend zu machen. um einen Anspruch auf Invalidenrente zu erhalten. Der Anspruch ist kein Anspruch aus einem Unfall und bei dem Magiftrat, Abteilung für Invaliden. Bur Beit wäre ein Antrag auf Invalidenrente demnach mußlos. Aber ein Antrag an die 3hr Vater beantragt: ihm gweds Berhütung völliger Erwerbsunfähigkeit Bersicherungsanstalt( auch Röllnischer Bart) hat vielleicht Erfolg, in dem Heilbehandlung zu teil werden zu lassen. Wasserstand am 4. April. Elbe bei Auffig 2,42 Meter, bei Dresden 0,94 Weter, bei Magdeburg 3,12 Meter. Unstrut bei Straußfurt Meter. - Dber bei Ratibor+ 2,66 Meter, bei Breslau Ober Begel+5,21 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,88 Meter, bei Frankfurt+1,88 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,14 Meter. War the bei Posen+ 1,50 Meter. Nee bei Usch-- Meter. Wetter- Prognose für Mittwoch, den 5. April 1905. Etwas wärmer bei mäßigen füdwestlichen Winden und zunehmender Bewölfung; nachher Regen. Berliner Wetterbureau. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.