Nr. 82. Abonnements- Bedingungen: S bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,80 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. Poſt. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. S Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der schwörende Minister. an, indem es Donnerstag, den 6. April 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. dienst an, daß er damals unter dem Beugeneide fich so reserviert, müßte sie jetzt, nachdem ihre wichtigsten Vorschläge abgelehnt vorsichtig und zurückhaltend ausgedrückt habe, daß ein Meineid ganz worden sind, erklären, daß sie auf die Fortsetzung der Be unmöglich gewesen sei. Man erinnere sich auch daran, daß in dem ratung im Abgeordnetenhause verzichte und schleunigst dem DIdenburg, 5. April. Der Redakteur des Oldenburger„ Residenzboten" ist abermals Dezemberprozeß gegen den" Residenzboten"-Redakteur Schwehnert Reichstage den von diesem geforderten Entwurf eines Reichs Der Redakteur des Oldenburger Residenzboten" ist abermals der Kellner Meyer wegen Meineidsverdacht in Untersuchungs- Berggesezes vorlegen werde. Und das Zentrum müßte sie zu einem Jahre Gefängnis wegen Beleidigung des Ministers Rubstrat haft sigt bloß deshalb, weil er möglicherweise sich hinsichtlich der darin unterstützen. Das Zentrum denkt daran nicht; die Bergverurteilt worden, obwohl ihm der einen besonderen Wahrheitsbeweis Art des von ihm beobachteten Hafardspiels geirrt hat. leute werden auch vom Zentrum verraten werden. Nichts nach Meinung des Gerichts überflüssig machende gute Glaube aus- War bisher der oldenburgische Minister der Justiz und des haben die Bergleute zu erwarten. drücklich zuerkannt wurde. Biermann sigt seit 6 Monaten in Stultus zu tadeln als ein Mann, der ein verderbliches Beispiel als Die Reaktion ist furzsichtig; sie vertraut auf ihre augenUntersuchungshaft. Das Gericht rechnete ihm aber nur 5 Monate Safardspieler gegeben, so mögen die jetzigen Feststellungen viel ver- blickliche Macht und auf die Unbelehrbarkeit der Massen. erklärte, den Angeklagten dafür haftbar zu hängnisvollere Folgen für die öffentliche Rechtsjittlichkeit haben. Wir unterschätzen den„ Understand der Massen" teineswegs; machen, daß die Verteidigung es gewagt, in dem vorangehenden Herr Ruhstrat kann jetzt als Meister der Kunst gelten, wie man unter aber den Bergleuten, die einmal aufgerüttelt find, trauen wir Brozeß den Gerichtshof als befangen abzulehnen und gegen die Ab- Eid Aeußerungen so einrichten kann, daß das Gericht und doch zu, daß sie endlich sehen werden, welches frevelhafte lehnung dieses Antrages Beschwerde einzulegen; für die Zeit, die Deffentlichkeit den Eindruck empfangen, als ob das Gegenteil Spiel die falschen Freunde bisher mit ihnen getrieben haben, die bis zur Erledigung dieser Beschwerde verstrich, wurde unangenehmer Wahrheiten erwiesen sei. Durch die Konstruktion, die ihnen Vertrauen predigten zu der Regierung des dem Angeklagten nichts von der Untersuchungshaft angerechnet. welche zur Verurteilung Biermanns führte, ist diese Kunst der eid- Klassenstaates. Außerdem wurde der Redakteur Biermann heute nachmittag in lichen Aussage geradezu legitimiert worden, nur ist niemand zu Den Hohn werden auch die bertrauensseligsten Arbeiter einem zweiten Prozesse wegen Beleidigung des Rechtsanwalts raten, sofern er nicht etwas würdevolles bedeutet im Staat und der empfinden, der darin liegt, daß man ihnen erst die gesetzliche Fischer zu weiteren 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Rechtsanwalt Fischer war der Rechtsbeistand aus dem vorigen Gesellschaft, von dieser nunmehr offiziell approbierten Kunst Gebrauch Vertretung durch Arbeiterausschüsse verweigert, dann aber den zu machen. vom guten Willen der Unternehmer abhängigen Ausschüssen mit Prozeß im Dezember. Rechtsanwalt Fischer hatte in jener BerMan kann die Duldsamkeit üben, es als eine Privatsache zu der Auflösung droht, wenn ihre Mitglieder von ihren staatsHandlung den Angeklagten Biermann einen Verbrecher genannt. erklären, welche die Deffentlichkeit nicht angeht, wie ein Minister fich bürgerlichen Rechten Gebrauch machen und sich mit Politit Wegen dieser Beleidigung richtete Biermann einen scharfen Artikel für die Langeweile oder den Arbeitsmangel feines Amtes schadlos beschäftigen. Und sie werden den Hohn empfinden, daß ihnen gegen den Rechtsanwalt. Deswegen erhielt er weitere 5 Monate, hält. Mag er pofern und zur luftigen Sieben schwören so viel er die Regierung eine gefegliche Regelung der Arbeitszeit verdie mit der Strafe von 1 Jahr wegen Rubstrat- Beleidigung zu will. Daß Gastwirte bestraft werden müssen wegen Duldung von spricht, fich dann die Ablehnung dieser Regelung durch das 1 Jahr 3 Monat Gefängnis zusammengezogen wurden. Ueber Spielen, denen der Chef der Justiz selbst frönt, ist verhältnismäßig Klassenparlament ruhig gefallen läßt nnd statt dessen ein einen Antrag auf Haftentlassung wurde noch kein Beschluß gefaßt. eine geringe Unstimmigkeit. Wenn der oldenburgische Bevollmächtigte Ausnahmegesek gegen die Bergarbeiter zum Schuke der Biermann hatte den Minister Ruhstrat angezeigt und diese im Bundesrat und Reichstag durchsetzt, daß die Strafbestimmungen Streifbrecher zu akzeptieren bereit ist, falls es mur geschickt Anzeige zum Gegenstand eines Artikels im Residenzboten" gemacht, daß der Minister in dem ersten Prozesse gegen Biermann gegen das Glücksspiel beseitigt werden, so ist auch diese Unebenheit formuliert wird! Die Bergleute verdienten keine bessere Beund den Oberlehrer Nies einen Meineid geleistet habe. Der Meineid erledigt. Wenn Herr Rubstrat als Kultus- und Kirchenminister handlung, wenn sie das ruhig hinnähmen. Dinge tut, die die Pastoren als sündhaft halten, so mögen es die Die Reaktion will die Bergleute niedertrampeln; keine foll darin liegen, daß Nubstrat in jenem Prozesse unter seinem Frommen mit ihrem Gewissen ins Reine bringen, ob fie unter Bentrumspartei und feine freifinnige Partei schüßt sie davor. Eide angegeben, seine Spielergeschichten lägen 12 bis 18 Jahre solchem Herrn länger dienen können. Was den Fall Rubstrat aber Werden die Bergleute sich ruhig niedertrampeln lassen? lang zurüd, während es nachweisbar sei, daß er bis in die jo außerordentlich bemerkenswert macht, ist die Er- Werden sie noch ferner Vertrauen haben zu denen, die ihr jüngste Zeit hafardiert. Das Gericht nahm nun nicht etwa scheinung, daß ein Minister mit suggestiver Gewalt die ganze Justiz Vertrauen gar nicht wollen? an, daß Ruhstrat nicht bis in die legte Zeit hinein gespielt des Staates, die an sich keineswegs böswillig ist, seinen Interessen Am 16. Januar erklärte der Führer des christlichen habe, mithin die Wahrheit beschworen habe, sondern vielmehr scheinbar dienstbar macht, indem die ihm förderlichen Anschauungen Gewerkvereins in der Schüßenbahn in Effen: daß er damals überhaupt nicht beschworen habe, nur in entfernter unbewußt innigste richterliche Ueberzeugung werden. Der Verein der Unternehmer hat uns den Kampf aufVergangenheit gespielt zu haben. Deshalb wurden auch die nahezu 80 Zeugenaussagen als unwesentlich abgelehnt, die bekräftigen sollten, Residenzboten"-Redakteurs Biermann feineswegs sehr sympathisch ist. Auch das mag zugegeben werden, daß die Tätigkeit des gezwungen; gut, so mag er beginnen!" Genau so ist heute die Sachlage; nur mit dem einen daß Rubstrat nicht nur als Staatsanwalt vor zwölf Jahren, sondern Er hat sich in persönliche Strähwinkeleien verbissen. Biermann, der Unterschiede, daß den Bergleuten heute nicht mehr der Verein auch als Minister hasardiert habe. Da der Minister das Gegenteil aus Ditfriesland nach Oldenburg gekommen ist, war früher Anti- der Unternehmer, sondern der Staat der Unternehmer, nicht beschworen habe, seien materielle Beweiserhebungen über femit und bekämpfte hauptsächlich die Sozialdemokratie. Dann Regierung und Parteien des Unternehmerstaates gegenneuere Spieleraffären für die Frage des Meineides belanglos. wurde er mehr durch Zufall in die Ruhstrat- Affäre gedrängt, aber über stehen und daß dementsprechend der Stampf nicht Indes das Gericht am Dienstag diese Beweisanträge der Ver- feitdem ist Biermann wirklich ein Stämpfer ums Recht geworden. ein wirtschaftlicher gegen die unmittelbaren 1Inter teidigung ablehnte, erklärte es bereits indirekt den Angeklagten für mit seiner friesischen Hartnädigkeit sucht er das erlittene Unrecht nehmer der Bergleute sein kann, sondern ein politischer schuldig. In diesem Sinne mußte der Verteidiger Dr. Hera heute niederzuzwingen. Dieser Mann wird seit Jahr und Tag von Kampf gegen den Klassenstaat sein muß. Diesen Kampf mit Recht sagen, die Verteidigung plädiere über eine bereits Gericht zu Gericht, von Untersuchungshaft zum Strafprozeß ge- können die Bergleute aber nicht führen, so lange sie ihre abgeurteilte Sache. Die diesmaligen dreitägigen Berhandlungen verliefen im Gegen- fchleppt. Er wehrt sich mit großer Unerschrockenheit, die freilich politische Vertretung außerhalb ihrer eigenen Reihen suchen. nicht sehr geschickt sich bestätigt. Die dauernde Erregung Als Anhängsel einer bürgerlichen Partei können sie feinen faz zum Prozeß Schweynert im Dezember vorigen Jahres ohne jebe und die Sterkerhaft haben ihn äußerlich zerrüttet, seine politischen Stampf gegen den bürgerlichen Klassenstaat führen, Sensation vollständig ruhig, die Verteidigung wurde mit ausgesuchter gelbe Gesichtsfarbe, seine nervöse Ergriffenheit zeugen deutlich und nicht eher werden sie zu ihrem Rechte kommen, als bis Höflichkeit behandelt und ihr anscheinend völlig freier Spielraum bon Spuren der Oldenburger Juſtiz. Der Verteidiger sie sich frei machen von allen bürgerlichen Parteien und sich gewährt. Wenn die Korrespondenzbureaus diese Verhandlungen an Dr. Herz hatte vollkommen recht, als er am Schluß seines Plaidoyers der politischen Organisation ihrer eigenen Klasse anschließen. einzelnen Stellen sensationell aufgepugt haben, so gibt dies ein sagte, der Angeklagte würde den Gerichtssaal mit dem Gefühl verfalsches Bild, wie überhaupt die Zeitungsberichte über den Prozeß laffen, er habe die Schlacht gewonnen: Ich bin unterlegen, ich habe Von den Beschlüssen der Kommission sei mitgeteilt, daß sie die im Bublikum keinen Eindruck davon geben können, was sich eigent- aber recht, Ihr habt die Macht. Hat doch heute der Staatsanwalt Strafbestimmungen angenommen hat, so weit sie nicht erledigt find lich diesmal begeben hat, welche Vorgänge hinter der scheinbar Dr. Simmen( mit einer geradezu jovialen Selbstverständlichkeit ge- durch Ablehnung materieller Bestimmungen. Abgelehnt wurde ein ruhigen Verhandlung sich verbargen. In Wahrheit aber bildet meint, es sei Aufgabe des Strafgeseges, folche Blätter, die man Antrag der Freisinnigen, die fehlende Strafbestimmung für Unterdieser Prozeß den Höhepunkt der oldenburgischen Justiztragödien, polizeilich nun einmal nicht unterdrücken kann, durch möglichst harte bringen. Beschlossen wurde, das Verwaltungsstreitverfahren gegen lassung der zuziehung des Wagenkontrolleurs in das Geſetz zu in der sich mit ganz besonderer Klarheit die Wefenszüge der bürger Strafen unschädlich zu machen. lichen Justiz im allgemeinen abspiegeln. Die Zusammenhänge und die die Auflösung des Arbeiterausschusses aussprechende Entscheidung Dieser gehetzte Mann ist sich bewußt, das geht aus seinem des Oberbergamtes einzuführen. Dann wurde ein„ Gesundheitsrat Motive der Justiz, die man in größeren Staaten nur bermuten, Schlußwort hervor, daß er wohl öfter über die Stränge geschlagen, gefchaffen. Die Sechsstundenschicht für Drte mit mehr als+28 aber nicht beweisen kann, werden kristallhell in dem engbegrenzten baß er aber im Grunde immer die Wahrheit gesagt hat. Die Auf- Grad C. wurde für alle Bergwerte beschlossen, die Vorschriften über Rahmen Kleinſtaatlicher Verhältnisse, in denen man alle handelnden klärungen der Oldenburger Verhältnisse, zu denen er sich brängte, die Beschränkung der Ueberschichten wurden angenommen und sonst Personen genau fennt. Der Prozeß vom hasardierenden Minister ist zum Prozeß des find auch diesmal, da der materielle Wahrheitsbeweis vereitelt wurde, hinsichtlich der Arbeitszeit im allgemeinen auf Antrag der Nationalschwörenden Ministers geworden und die Deffentlichkeit hat ein wiederum ihm nicht ermöglicht worden. Er wandert statt dessen liberalen nur beschlossen: abermals ins Gefängnis. dringendes Intereffe, diese Affäre nicht für erledigt zu halten, weil sie nicht mehr sensationell ist. Das Drama ist nicht zu Ende, fondern es beginnt erst, es sollte wenigstens beginnen. Jede nene Verurteilung fordert mit verstärktem Nachdruck endlich Sühne offenbarer Rechtsirrungen. Es ist die Pflicht der Augen- und Dhrenzeugen des Prozesses mit aller Schärfe aufzuweisen, worum es sich cigentlich handelt. Ueber die Liebenswürdigkeit des Tones, in dem dieser Prozeß geführt wurde, darf man nicht vergessen, daß die Verurteilung des Rebatteurs statt des Ministers ermöglicht wurde durch eine juristische Konstruktion, beren sorgfältig ausgedachter Plan mit zäher Energie in den Verhandlungen durchgeführt wurde. " ( Schlußartikel folgt.) Schutz der Arbeitswilligen" statt Bergarbeiterschuh. Die Scharfmacher in Preußen voran! Die Kommission zur Bergarbeiterschutznovelle hat am Mittwoch ihr Werk vollendet. Sie hat auch die Regierungsvorschläge über die Regelung der Arbeitszeit abgelehnt. Es gibt danach weber einen fanitären, noch sonst einen gesetzlich geregelten ArbeitsDie Verurteilung Biermanns, welche die Rettung Ruhstrats er- tag. Dagegen wird die Seilfahrtzeit, die jetzt in vielen möglicht, verschärft die Empörung über jene Suchthausopfer, da Gruben erst eine halbe Stunde beträgt, gefeßlich auf dreiSozialdemokraten zu schweren Meineidsstrafen viertel Stunden ausgedehnt. Von dem armseligen Arbeiterverurteilt wurden, weil ihre eidlichen Aussagen über gleichgültige, schuhe, den die Regierung zu gewähren gedachte, bleibt also längst vergangene Wahrnehmungen und Handlungen- ob z. B. eine neben dem Verbot des Wagennullens nichts übrig. Was Suppe vor Monaten um 12 Uhr oder 1 Uhr mittags gegessen worden von der Vorlage sonst noch angenommen wurde, bas sind fei- mit den undgebungen irgend eines Gendarm in Widerspruch standen, Nebensächlichkeiten. Dafür aber fündigten die Konservativen Hier hat unzweifelhaft ein Minister seine eidlichen Aussagen mit für die zweite Lesung einen Antrag an, der ein Ausnahmesolcher Geschicklichkeit eingerichtet, daß alle Welt, auch das Gericht in gesetz gegen die Bergarbeiter zum Schuße der Streifbrecher feiner Urteilsbegründung, das Gegenteil annahm von dem, was die schaffen will. Und die Regierung und mit ihr das Zentrum Wahrheit war. Alls im stönigsberger Prozeß befundet erklärten nicht etwa, daß ein solcher Antrag für sie unter allen wurde, daß ein Zeuge im Vorverfahren bei einer Vernehmung sich Umständen unannehmbar sein würde. Sie verhielten sich nur zurückhaltend geäußert habe, erklärte der Vorsigende des vorläufig ablehnend" dagegen; der Handelsminister erklärte Gerichts energisch, es stehe also fest, daß es Grundfaß der ausdrücklich, daß seine Zustimmung zu einem solchen Antrage Sozialdemokraten sei, bor Gericht die Unwahrheit zu sagen! von der Art der Formulierung abhängig sei. Im Oldenburger Prozeß rechnete es der Vorsitzende des früheren Biermann- Prozesses, Landgerichts- Direktor Bödeker, der als Beuge vernommen wurde, dem Minister Rubstrat geradezu zum VerDas Vertrauen der Bergleute in die Regierung ist schmählich getäuscht worden. Wäre es ihr ernst mit der Erfüllung der den Bergleuten gegebenen Versprechungen, dann Die regelmäßige Arbeitszeit darf für den einzelnen Arbeiter durch die Seilfahrt nicht um mehr als dreiviertel Stunden ver längert werden; ein etwaiges Mehr ist auf die Arbeitszeit an zurechnen. Als Arbeitszeit gilt die Zeit von Beendigung der Seilfahrt bis zu ihrem Wiederbeginn." Die zweite Lesung der Berggesegnovelle soll am nächsten Mittwochabend, eventuell am Donnerstag vorgenommen werden. Der Bericht der Kommission soll während der Osterpause fertiggestellt werden, so daß er im Plenum beim Wiederbeginn der Verhandlungen vorliegt. Die Kommissionsberatung der zweiten Berg gefegnovelle über die Stillegung der Zechen soll erst nach der Osterpause erfolgen. Politische Ueberficht. Marokko. Berlin, den 5. April. Der Berlin- Pariser Offiziösen- Streit über Marokko nimmt weiteren Fortgang. Die„ Nordd. Allg. 3tg." bringt an erster Stelle ihrer heutigen Abendausgabe diese Ausführung: „ Der" Temps" behandelt in einem neuen Artikel zur marokkanischen Frage die Aeußerungen des deutschen Kaisers in Tanger als fait nouveau( neue Tatsache) und regt sich über eine unfreundliche Haltung der deutschen Politik auf. Wir lehnen es ab, im gleichen Tone zu erwidern, und beschränken uns darauf, folgendes festzustellen: Die Ansprache Sr. Majestät des Kaisers deckt sich mit der Erklärung, die der Reichskanzler Graf v. Bilow am 29. März im Reichstage abgegeben hat. Deutschland erstrebt die wirtschaftliche Gleichberechtigung aller in Marokko vertretenen Länder im Geifte der 1880 in Madrid abgeschlossenen internationalen Konvention. Frankreich beansprucht dagegen nach den Worten des Ministers Delcaffé eine �RnguISr«' Stellung, deren vereinvarteit mit dem Grundsatze der offenen Tür Zweifeln unterliegen muß. Der Widerspruch, der Zwischen der Anerkennung der Souveränität des Sultans und der Unabhängigkeit Marokkos einerseits und dem Anspruch auf Kontrolle der inneren Verwaltung des Landes andererseits besteht, ist bisher unaufgeklärt geblieben. Ebenso hat es der„Temps" unterlassen, die von ihm selbst der französischen Politik in Fez zugeschriebene Rolle eines Mandatars von Europa in Uebereinstiminung mit der Tatsache zu setzen, daß Deutschland keinerlei Mandat erteilt hat." Es ist zu bemerken, daß das Blatt des Reichskanzlers jetzt gegen die Senatsrede Delcassss vom Freitagabend Ein- Wendungen erhebt, die es in seiner ersten unmittelbaren Antwort vom Montag nicht erhoben hat. Am Montag hat das offiziöse Organ lediglich erklärt, daß Deutschland unmittelbar mit dem Sultan verhandeln wolle, da eine Vcr- «inbarung mit Frankreich über Marokko nicht bestehe. Jetzt wird weit mehr gesagt; es wird gegen den Anspruch auf eine „singulare" Stellung Frankreichs und auf Kontrolle der inneren Verwaltung Marokkos protestiert. Aber noch immer werden nicht irgendwelche Tatsachen mitgeteilt, die eine Zurücksetzung oder Gefährdung deutscher Interessen bedeuten. Man sieht noch immer nicht, warum der Reichskanzler die Schwenkung von der Position, die er im April 1904 einnahm, zu der jetzigen Draufgängerei vollzogen hat. Es werden in anderen Blättern Mitteilungen gemacht von Verwaltungsmaßregeln, die Frankreich dem Sultan aufzwingen wolle und die eine Gefahr fiir die Interessen anderer Staaten bedeuten sollen. Doch ist hierüber Authentisches nicht bekannt. Wäre es der Fall, so würde es im Widerspruch stehen zu der Erklärung Delcassss. daß seit einem Jahre kein neues Faktum hervorgetreten ist, weder in unseren Handlungen noch in unseren Absichten. Es ist ein geradezu skandalöser Zustand, daß die Diplomatie in so ernsten Fragen der internationalen Politik die Nation andauernd durch dürftige Andeutungen und dunkle Wendungen hinhält. Was die Regierenden sündigen, die Völker müssen es büßen. Sinnlos werden zwei große Völker gegen einander gehetzt, deren Wunsch es ist, zu stets besserem Einvernehmen zu gelangen und etwaige marokkanische Differenzen in Sachlich- keit zu regeln. Wie wir im gestrigen Depeschenteil mitteilen, haben Ja urös und P r e s s e n s s augekiindigt, über die Lage in Marokko und über die Beziehungen Frankreichs zu Deutsch- land in der Deputiertenkammer zu interpellieren. Im Namen der sozialisttsch-revolutionären Gruppe haben sich die Depu- tierten S e m b a t und V a i l l a n t der Interpellation an- geschlossen. Die Sozialisten wollen in der Freitagsitzung der Kammer verlangen, daß ihre Interpellation ohne Verzug zur Verhandlung gelangt. Die französischen Sozialisten erstreben die Verbesserung des französisch- deutschen Verhältnisses und wünschen gleich der deutschen Sozialdemokratie, die jetzige durch die Diplomatie herbeigeführte Verbitterung zu beseitigen. Der Russenfreund Delcasss dürfte in der Deputiertenkammer eine schwierige Situation finden. Um die Mißliebigkeit zu überwinden, deren sich Delcasss bei den radikalen Parteien der Kammer erfreut, kommt ihm die Reise König Eduards gelegen, der sich nach Süd- frankreich begibt. Der englische König wird am Sonnabend Paris berühren und vom Präsidenten L o u b e t begrüßt werden; die Begrüßung soll politische Bedeutung ge- Winnen, indem Delcasss den Präsidenten begleitet. Pariser Blätter heben die Bedeutung der Zusammenkunft her- vor, die ein Beweis sei, daß das diplomatische Einvernehmen zwischen Frankreich und Großbritannien sich immer enger und fester gestalte._ Reichstag. Der Reichstag hielt heute die erste Lesung des Entwurfs einer Maß- und Gelvichtsordnung ab und überwies ihn einer Kommission von 21 Mitgliedern. Der Gesetzentwurf schafft zum erstenmal eine einheitliche Maß- und Gewichtsordnung für ganz Deutschland, überträgt dem Staat die Aichung und Nachaichung aller Maßgeräte und schützt durch die schärferen Zwangsvorschriften die Arbeiter vor Uebervortellung durch falsche Maße bei Festsetzung des Akkordlohnes, z. B. in der Textilindusttte und die Händler vor den jetzt überaus häufigen Bestrafungen wegen Zuwiderhandlung gegen die nicht ordnungsgemäß und ernst durchgeführten Maßbestimmungen. Genosse Stolle begrüßte denn auch den Entwurf namens unserer Fraktton gleich allen anderen Rednern sehr sympathisch. Einzelnen Ausstellungen, die er zu machen hatte, soll eben die Kommisfionsberatung noch abhelfen. Die sechsundzwanzig Petitionen, die danach noch auf der Tagesordnung standen, wurden in einer sehr scherzhasten Form erledigt. Die einzige Petition, bei der eine größere Debatte befürchtet wurde, die auf Einführung einer staffelförmigen Umsatzsteuer für Großmühlen, wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Bei allen übrigen ergriff nur ein Diskussionsredner das Wort: Genosse Hoffmann-Berlin be- gründete in einer materialreichen Rede die Forderung auf Einführung einer besonderen Eidesformel für Dissidenten, da die jetzige für sie einen unerträglichen Gewissenszwang be- deutet. Sonst verzichteten die Berichterstatter aufs Wort, die wenigen, die anwesend waren; die meisten ließen sich durch den Vorsitzenden der Petttionskommission auch dieser Mühe entheben. Morgen stehen außer kleineren Vorlagen die Er- änzungs-Etats zur zweiten Lesung. Nach ihrer erabschiedung dürfte der Reichstag in die Fetten gehen.— Deutfches Reich. Die koloniale Geldvergeudung. In der Budgetkommission des Reichstags ver- handelte man am Mittwoch über den Ergänzungs- bezw. Nachtrags- etat zum Haushaltsetat für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr :v0S. und zwar zunächst über die Forderung, die Schutztruppe in Kamerun„vorübergehend" um zwei Kompagnien zu verstärken. Der Kolonialdirektor begründete die Forderung durch den Hinweis auf die Gefährlichkeit der Lage in jener Kolonie. Wenn der Reichs- tag nicht noch vor Ostern den Nachtragsetat bewillige, dann könne die Verwaltung die Verantwortung nicht tragen.— Abg. Müller- Sagan vermißte jede Abgrenzung der Forderung. Man. müsse doch wenigstens wissen, welche Interessen und an welchen Punkten sie zu schützen wären. Mit einer Begründung, wie sie der Kolonialdirekror gegeben habe, könne man jede Forderung aufstellen.— Ter Kolonialdirektor antwortet darauf, daß die großen Handels- gesellschaften fast überall und vielfach auch auf sogenanntem„Neuland" Faktoreien angelegt hätten:„die Ausdehnung der Verwaltung ist uns aufgedrängt worden!" Wie die Verstärkungen und die im Schutzgebiete schon aufgestellten sieben Kompagnien verteilt werden sollet,, darüber könne er nichts Genaueres sagen. Abg. Gröber hegte keine Bedenken, die Forderungen zu bewilligen, da man kein zweites Südwestafrika aufkommen lassen dürfe. Er rege aber die Frage an, cb nicht die Offizier« dtt Zolsrnsttruppev auf den Heeres- etat anzurechnen seien, da auf diese Weise erhebliche Kosten zu ersparen seien. Auf die jetzige Weise komme man allmählich und ganz heimlich zu einer Kolonialarmeel— Abg. Ledebour versprach unsere Unterstützung für einen Antrag, der diese Frage regele. Wichtiger aber sei im Augenblick die Erörterung der Pläne der Regierung. Im Plenum habe der Kolonialdirektor von neuen Okkupationen im Hinterlande von Kamerun gesprochen, um den Engländern und Franzosen dort zuvorzukommen. Es liege aber gar kein Grund vor, in diesem Hinterlande mit Schutztruppen vor- zugehen.— Abg. Dr. Müller- Sagan machte darauf aufmerksam, daß nach den eigenen Angaben des Kolonialdirektors das Reich wieder einmal die Suppe auslöffeln solle, die die großen Kolonialgesellschaften eingebrockt haben. Habe man keinen Versuch gemacht, diese Gesellschaften zu den Kosten heranzuziehen?— Kolonialdirektor Dr. St Übel meinte, das Schutzgebiet befinde sich in einem erfreulichen Aufschwung, da sich schon-- 710 Weiße dort befänden. Die Gesellschaften trügen in den Zöllen schon zu den Kosten bei; ferner müßten sie von den Erträgnissen etwas an den Fiskus abgeben, allerdings sei das bisher noch nicht geschehen. Mit 9 Kompagnien werde man„in absehbarer Zeit" Ruhe und Ordnung im Schutzgebiete auf- recht erhalten.— Abg. v. Böhlendorfs fragte an, wie es mit der Bewaffnung der Eingeborenen stehe.— Abg. Dr. Arendt meinte, daß die von Gröber angeregte Frage der Abkommandierung von Offizieren zur Schutztruppe beim Militäretat behandelt werden müsse. Die Forderungen der Kolonialverwaltung seien berechtigt und ihre Politik müsse man billigen. Die Kamerun-Debatte er- scheine verfrüht, w e i l n a ch O st e r n ja d o ch die Forderung für die Kamerun-Bahn an den Reichstag kommen werde. Dabei werde sich Gelegenheit zu einer gründlichen Aussprache bieten.— Abg. Dr. Südekum tadelte, daß man die Verstärkung der Schutztruppe unter„einmaligen Ausgaben" fordere, während sie offensichtlich auf längere Zeit, wie er glaube, sogar für immer, geplant sei. Man müsse die Forderung auf die dauernden Ausgaben über- nehmen, wozu der Kolonialverwaltung offenbar der Mut gefehlt habe. Im Grunde sei es ja natürlich gleichgültig, das Geld werde ja doch in sinnloser Weise in den Kolonien vergeudet.— Gc heimrat S e i tz legte dar, daß die Bewaffnung der Eingeborenen zu keinen ernsten Bedenken Anlaß gebe.— Schatz- sckretär v. Stengel sprach gegen die Darlegungen des Abg. Gröber und wies darauf hin, daß seiner Anregung gewisse Be- stimmungen entgegenständen.— Abg. Gröber aber machte darauf aufmerksam, daß es doch nicht angehe, neue Stellen für Leute zu schaffen, die nur„vorübergehend" zur Verstärkung der Schutztruppe verwendet würden.— Natürlich erhob die Regierung dagegen Protest: v. Stengel hielt eine nachträgliche Abänderung des Hceresetats für bedenklich.— Abg. v. Richthofen stimmte ihm bei, während Abg. Dr. Südekum darauf hinwies, daß man allen Schwierigkeiten aus dem Wege gehen könne, wenn man einen b e- sonderen Etat für diese Verstärkung schaffe nach Art des Etats der Besatzungsbrigade in Ostasien.— Nach einigen weiteren Be- mcrkungen zog Abg. Gröber vorerst seine Anregung zurück, um später darauf wieder zurückzukommen. Obschon die Verstärkung nur„vorübergehend" sein soll, werden schon 200 000 M. für„Bauten und deren innere Einrichtung" gefordert. Dies fiel denn doch sogar den be- willigungslustigen Mitgliedern der Kommission auf: 100 000 M. wurden gestrichen; im übrigen der Nachtragsctat mit 623 000 M. bewilligt. Der allerneueste Ergänzungsetat für S ü d w e st a f r i k a in der Höhe von 33� Millionen Mark wurde nach kurzer Debatte ge- nehmigt. Abg. Ledebour wies dabei darauf hin, daß schon die Zahl der Hereros eine baldige Beendigung des Krieges nicht ivahr- scheinlich mache. Man solle deshalb eine Friedensaktion durch eine Proklmnation einleiten, in der den Hcreros der Besitz ihres Landes zugesichert werde.— Darauf entgegnete der Kolonial- d i r e k t or, daß es ausgeschlossen sei, das Land den Ein- geborenen weiterhin zu überlassen wie früher; daß dies gerade das allerverkehtteste sei, betonte dagegen der Abg. Ledebour: man habe kein Recht, den Negern ihren Stammesbesitz zu rauben. Am Donnerstag soll noch das Totalisatorgesetz beraten werden, das schon seit einem Jahre in der Kommission steckt.— Ein mittclstandsfcindliches Gesetz. Es wird uns geschnebcn: Die zur Vorberatung des Gesetzentwurfs über die sogenannte Entlastung des Reichsgerichts eingesetzte Kommission des Reichstages hat in einer Abcndsitzung des Montags um die mitternächtige Stunde ihre Arbeit zur Vermehrimg der Entrechtung des Mittel st an des und der Ar- beiterschaft unter eigentümlichen Umständen vollendet. In der e r st e n Lesung der Kommission war der Vor- schlag der Regierung(Heranfsetzung der Revisionssumme von 1500 auf 3000, und bei Gleichmäßigkeit der Utteile in beiden Porinstanzen auf 2000 Mark) mit nur elf gegen zehn Stimmen nach 13 Sitzungen angenommen. Gegen die Vorlage stimmten außer den fünf Sozialdemokraten zwei Freisinnige, der Vertreter der polnischen Fraktion und zwei Vertreter des Zentrums lRintelen und Schmidt-Warburg). Auch die zustimmenden Abgeordneten hatten durchweg zugegeben, daß der Vorschlag der Regierung eine Verschlechterung des bestehenden Zustandes darstelle. Da aber eine Vermehrung der Senate oder eine Aenderung des Rechtsmittels nicht durchführbar seien, hatten sie für die Vorlage als das kleinere Uebel und als Notgesetz stimmen zu müssen erklärt. In der zweiten Lesung war die Stimmung für die Vorlage keine ge- hobenere. Im wesentlichen standen neben der Vorlage zwei Reihen Anttäge zur Verhandlung. Ein Teil der Anttäge sSchmidt- Warburg und Rintelen) wollten an Stelle der Vor- läge den Begründungszwang und eine Art Vorentschcid einführen. Eine andere Richtung(Diettich und Porzig) verfolgte das Ziel, die Unterscheidung zwischen gleichförmiger und nicht gleich- förmiger Entscheidung in zwei Instanzen fallen zu lassen und fiir alle Sachen die Revisibilität von einer Rechtsstreitsumme von 2500 M. abhängig zu machen. Am letzten Freitag war man dahin übereingekommen, ausnahmsweise am Montag eine Abendsitzung(Beginn um 7 Uhr) abzuhalten. Diese Sitzung war nicht besonders günstig besetzt. Es fehlten beide Vertreter der freisinnigen Parteien. Insgesamt waren 17 Mitglieder anwesend. Von diesen mußte der äußerst lebendig in die Verhandlungen eingreifende 79 jährige Ab- geordnete Rintelen wegen Abspannung die Sitzung nach 9 Uhr verlassen. Um lO'/z Uhr wurde die Hauptdebatte geschlossen. Der insbesondere mit Rücksicht auf das Fehlen des Abgeordneten Rintelen nunmehr gestellte Antrag auf Vertagung wurde mit 8 gegen 3 Stimmen abgelehnt. Gegen die Vertagung stimmten auch die Ab- geordneten Spahn und Trimborn, wiewohl wiederholt mit Rücksicht auf Behinderungen beider die Kommission Sitzungen vertagt hatte. Die Sozialdemokraten verließen darauf die Sitzung. Die aus zwölf Abgeordneten bestehende Rumpf-Kommission nahm dann mit neun Stimmen(also der Minderheit der Kommission) die Anträge Dietrich-Porzig an und gestaltete den Rest der Vorlage im wesent- lichen nach den Vorschlägen der Regierung. Die Sitzung wurde gegen 12 Uhr nachts geschlossen. Wären die beiden frei- sinnigen Vertreter anwesend gewesen, so wäre die Vorlage bereits in der Kommission gefallen. So ist die Gefahr der Annahme der durchaus rückschrittlichen. insbesondere gegen den Mittelstand gettchteten Vorlage, auf deren Inhalt wir noch eingehen werden, im Plenum größer. Aus der letzten Verhandlung möchten wir folgenden, von Stadthagen an- geführten, von den RegierungSverttetern nicht widersprochenen Vorfall erwähnen, der auf das Bestreben, die Unabhängigkeit der Richter noch mehr herabzusetzen ein bezeichnendes Licht wirst. Die Ringsche Milchzenttale führte einen Prozeß über 918,80 M. gegen 8 Kleinbauern und wurde vom Landgericht und vom Kammergericht abgewiesen. Hierüber beschwerte sich der kon- servattve Abgeordnete Ring in einer Eingabe an den Jnstizminister, die mit den Worten schloß:„Ans diesen Gründen bitten wir Ew. Exzellenz, im Dienstauffichtswege durch Ei»forde- rung eines Berichtes über dieses Hrtefcl IM nötigste hoch geneigte st schleunigst veranlasse» und uns eine entsprechende Nachricht zukommen lassen zu wollen." Der Justizminister lehnte dies Ansinnen nicht ab, sondern fordette die Akten ein. Er behauptete dann am 18. März im Abgeordneten- hause, bei Prüfung der Atten habe sich gezeigt, daß das Gesetz über Gesellschaften mit beschränkter Haftung seiner Ansicht nach zu Unrecht gegen die Genossenschaften mit beschräntter Hastung zur Anwendung gebracht und auch sonstige Irrtümer in dem Kammer- gerichts-Urteil sich vorgefunden hätten. Der Justizminister hat den Senat durch den Kammergerichts- Präsidenten auf seine Ansicht aufmerksam machen lassen. Dieser durchaus unzulässige Ein- griff in die Unabhängigkeit der Richter ist im preutzi- schen Abgeordnetenhause von keiner Seite getadelt. Der Präsident des 11. Senats. Rathmann, ist hierauf um seine Pensionierung ein gekommen. Auch der 15. Senat hatte eine Klage der Ringschen Genossenschaft gegen einen märkischen Bauer abgewiesen. Auch dies Urteil i st vom Justizministerium eingefordert! Freilich könnte das Justizministerium aus diesem Urteil nicht herauslesen, daß ein nicht zutreffendes Gesetz angewendet sei. In diesem Falle unterblieb eine Maßregelung. Wird in solcher Weise auf die Rechtspflege eingewirkt, so rechtfertige sich, führte Stadthagen unter Bezugnahme aus noch andere Vorfälle aus, der Verdacht, daß die Regierung sich auch deshalb gegen eine Vermehrung der Senate beim Reichsgericht wende, weil sie noch nicht so abhängige Richter in Preußen finde, wie sie im agrarischen Interesse für erforderlich halte. Hätte ein Kleinbauer sich gegen ein ihn rechtskräftig abweisendes Erkenntnis in dem Tone des Herrn Ring an den Justiz- minister gewendet, so wäre er voraussichtlich wegen versuchter Rechts- beugung oder wegen Beleidigung angeklagt, im besten Falle dahin beschieden, daß der Justizminister rechtskräftige Urteile nicht ändern könne. Die Heraufsetzung der Revisionssumme entzieht gerade den Kleinbauern und dem Mittelstand die Möglichkeit einer von justizministerieller Einwirkung befreiten Instanz und macht das aus den Mitteln der Gesamtheit unterhaltene Reichsgericht zu einem ausschließlichen Gericht der Neichen. Der Mittelstand, der Bauer in erster Linie wird durch diese weitere Beschränkung seiner Rechte vielleicht endlich sich dessen klar: wir haben so viel Rechte hingegeben, daß uns auf nichts ein Recht mehr übrig bleibt._ An die konservativen Schwänzer richtet die„D. T." dringlichste Mahnung. Die Konservativen wollen durch einen Kanitz-Anttag die zu erwartende reichliche Getreide- Einfuhr zu den bisherigen Zoll- sätzen vor dem Inkrafttreten der neuen„Handels"verttäge ver- hindern. Es wäre schändlich, wenn ein größerer Teil Getreide vor dem neuen Wucher gerettet würde. Gleichwohl haben die agrarischen Abgeordneten es nicht einmal der Mühe wert gehalten, im Reichstage zu erscheinen, wenn ihr Anttag auf der Tages- ordnung stand. Wicderbolt konnte der Antrag nicht zur Erledigung kommen, weil sich die Beschlußunfähigkeit des Reichstags heraus- stellte. Die agrarischen Herrschaften sind wohl in der Sättigung ihrer brotwuchenschen Forderungen dem Wahn verfallen, die Gegner des Brolwuchers sollen zahlreich genug im Parlament erscheinen, damit ihre Pläne nicht scheitern. Die„Deutsche Tagesztg." sieht, daß der neueste Kanitz- Anschlag auf diese Weise mißlingen wird und droht: „Wenn die Lässigkeit in der bisherigen Weise andauett, wird man erwägen müssen, ob es geboten sei, die Namen derer zu veröffentlichen, die ohne Entschuldigung bei den wichttgsten Ab- stimmungen gefehlt haben." So drastischer Mittel bedarf es, um die konservattven Ab- geordneten zur Pflichterfüllung zu drängen. Lncanus. Wie die„Nordd. Neichskorr." meldet, soll es fest- stehen, daß Herr v. Lncanus, der Leiter des Geheimen Zivilkabinetts des Kaisers, kurz nach der Rückkehr des Kaisers den erbetenen Ab- schied erhält. An seine Stelle tritt der bishettge vortragende Rat im Geheimen Zivilkabinett, Geh. Oberregierungrat v. Balentini, der bereits häufig in Vertretung für Lucanus tätig war.— Großherzog und Militärverbot. Der Großherzog von Sachsen-Weimar hat der Verwaldmg des VolkshauseS der Karl Zeiß-Sttftung seinen Besuch angekündigt. Aus diesem Anlaß ettnnert das„Jenaer Volksblatt" daran, daß über die L e s e h a l l e, die jetzt ein Teil des Volkshauses und in jeder Beziehung als vorbildlich anerkannt ist, schon vor Jahren der Militärboykott verhängt lvurde und auch heute noch besteht. Eigentümlicherweise blieb das Militärverbot auf die Lesehalle be- schränkt, während das Saalgebäude, das allen Parteien, also auch der Sozialdemokratie zur Verfügung steht und von ihr sehr rege benutzt wird, von dieser Maßregel bisher verschont blieb. Wenn es aber nach gewissen Leuten ginge, dann würde diesem „Uebelstand" bald abgeholfen. Insbesondere sind es die Gastwitte und Saalbesitzer, die mit schelen Augen nach dem Volkshaus blicken, weil sich um diese Stätte das ganze geistige Leben Jenas konzentttert und dadurch ihre Lokalitäten beeintrachttgt werden. Jetzt sind sie auch zur Einsicht gekommen, daß sie selbst mit Schuld tragen an dem gegenwärtigen, ihnen so unliebsamen Zustand, denn gerade die Weigerung der Witte, ihre Säle zu sozialdemokratischen Versamm- lungen herzugeben, hat den entscheidenden Anstoß zum Bau des Volkshauses gegeben. Nun sehen sie zu ihrer Enttäuschung nicht nur, daß alle großen Versammlungen und Festlichkeiten, ja sogar der sozialdemokratijche Parteitag im großen Saal des Volkshauses ab- gehalten wird, sondern auch, daß dem Militär der Zutritt zum Volkshaus nicht verwehrt ist. Infolgedessen haben die Gast- Wirte an das Bezirkskommando den ausführlich begründeten Antrag eingereicht, entweder den Militärpersonen den Besuch des VolkShauses überhaupt zu versagen oder aber den Militärboykott von den anderen Lokalen zu nehmen, in denen sozialdemokrattsche Versammlungen ev. stattfinden. Ein Bescheid auf diese Eingabe ist noch nicht erteilt, jedenfalls hat der G r o ß h e r z o g den Ausgang der Sache nicht abgewartet und sich nicht genictt, in das Hans den Fuß zu setzen, das den Stolz Jenas bildet, dem„gemeinen" Militär aber zum Teil bereits verboten ist, zum Teil noch verboten werden soll. Ein Militärbefreinngs- Prozeß beschäftigte am Mittwoch das Kriegsgericht der Landwehr-Inspektion Berlin. Im September v.J. ging bei dem Kriegsministerium ein anonymes Schreiben ein. in dem der Bezirksfeldwebcl Heinemann vom zweiten Bezirkskommando bezichtigt wurde, Mannschaften der Reserve und der Landwehr durch Bestechungen von Dienstübungen befreit zu haben. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet und dabei sämtliche zu dem Ressort des Feld- webels gehörige Landwehrleute vernommen. Das Ergbnis führte denn auch zur Verhaftung des verdächttgen H. Bald gestand er auch ein, Geld- summen von zwei Vizefeldwebeln der Landwehr erpreßt zu haben. In einem amtlichen Formularschreiben hatte er die beiden Vizekeldwebel nach dem Bezirkskominando geladen. Als sie erschienen, machte ihnen H. die Mitteilung, daß sie in nächster Zeit eine Uebung mitmachen müßten. Da den Beiden durch die Uebung geschäftlich große Schwierigkeiten in den Weg gelegt worden wären. be- absichtigten sie zu reklamieren und später bei gelegener Zeit nachzuüben. H. behauptete jedoch, daß eine Rekla- mation völlig zwecklos sein werde, und er könne die Sache schieben, wenn �— und hierbei machte der Feldwebel mit den Fingern eine nur zu deutliche Bewegung. Man einigte sich schließ- lich auf 30 rcsp. 100 Mark, und die beiden Vizefeldwcbel verließen das Bezirkskomnrando nnt dem Bewußtsein, durch das Entgegen- kommen des Feldwebels einer Uebung aus dem Wege gegangen zu sein. Es stellte sich jedoch bei der Untersuchung heraus, daß die beiden Landwehrleute zu einer Uebung überhaupt nicht vorgesehen waren. H. hatte dies nur vorgespiegelt, um auf solche Weise zu dem Gelde für die„Befreiung" zu kommen. Einem Unteroffizier der Reserve gegenüber, dem er bei einer Reklamation zur Ucbungs- befreinng bchiilflich war, äußerte H.:„eine Liebe ist die andere ivert" und steckte sodann ein von dem Reservisten Mgütmi KvanzigmarMck hl die Tasche. Gestern erschien dxr Bezirksfeldwebel vor dem Kriegsgericht, um fich zu öet(intt»orten. Er war geständig und will die Straftaten in der giften Not, die durch lange Krankheit seiner Frau hervorgerufen ,yx,rden ist, begangen haben. Das Kriegsgericht erkannte trotzdem fü-c jeden der beiden schwereren Fälle aus je vier Monate Gefängnis un!d zog die Gesamtstrafe auf sieben Monate Gefängnis und Degradation zusammen. In der Urteilsbegründung wurde betont, ein mahnendes Beispiel statuiert werden müsse. Der Klassenwahl-Unsinn. Durch das Gesetz vom 3V. Juni 1900, betreffend Einteilung kommunalen Wahlabteilungen, sind die in einigen westlichen Gemeinde- Ordnungen enthaltenen Bestimmungen außer Kraft ge- ijetzt, nach welchen jede Wählerabteilung mindestens soviel Wähler mmfaffen muh, als Gemeindevertreter von ihr zu wählen sind. So hat das Ober- Verwaltungsgericht am 4. April entschieden. Es handelte sich um die entsprechende Bestimmung der rheinischen Land- gemeinde-Ordnung, d. h. um deren§ SO Absatz 6. Es wurde e n t- gegen dieser Gcsetzesstelle gebilligt, daß die erste Wählerabteilung einer rheinischen Gemeinde nach der Wählerliste nur einen Wähler umfaßte. Als entscheidend wird§ 1 des oben genannten Gesetzes vom 30. Juni 1900 angesehen.— Die Orthographie der öffentlichen Ordnung. Der Bäcker Gajewski nannte sich, unter anderm auch auf einem Geschäftsschilde,„Zygmunt" Gajewski, während das Kirchenbucki seinen Vornamen„Sigismund" schreibt. Mit Rücksicht auf diese Beurkundung erklärte die Behörde„Sigismund" für seinen richtigen Vornamen und gab ihm auf, die Aufschrift des Geschäfts- schildes entsprechend zu ändern. G. klagte im Ver- waltungsstreitverfahren und wies nach, daß sein Vater ihn nicht Sigismund, sondern Zygmunt habe nennen wollen, und daß die Beurkundung im Kirchenbuch als Sigismund im Gegensatz stehe mit der damaligen Willenskundgebung seines Vaters. Das Ober- Verwaltungsgericht hob darauf am 3. April die vom Kläger an- fiefochterte polizeiliche Verfügung auf. Es ist ihm also gestattet, einen Bornamen Zygmunt zu schreiben. Das Ober-Verwalwngs- gericht betonte, es sei entscheidend, daß der Vater die Vornamen seiner Kinder nach seiner Wahl bestimmen könne und daß der Kläger den Nachweis einer unrichtigen Beurkundung seines Vor- namens im Kirchenbuch geftihrt habe. Wie es sich im Gegensatz zum Vornamen mit der Schreibweise de? Familiennamens verhält, ergeben folgende in der Be- ziehung vom Ober-Verwaltungsgericht aufgestellten Grundsätze: Auch rn der Aenderung der Schreibweise eines Familiennamens könne eine Aenderung des Namens gesehen werden, zum Beispiel bei Ersetzung deutscher durch polnische Schristzeichcn. Die Führung eines anderen als des durch Abstanimung erworbenen Familiennamens stelle eine der gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigung bedürfende Namensänderung selbst dann dar, wenn der schon durch den Vater unbefugt geänderte Name in das Kirchenbuch eingetragen war und von Geburt an bei- behalten worden sei. Werde ein unrichtiger Familienname auf einem Geschästsschilde angebracht, so liege darin eine Störung der öffcnt- lichen Ordnung, und die Ortspolizeibehörde sei dann befugt, die Berichtigung des Schildes oder dessen Entfernung anzuordnen oder zwangsweise durchzusetzen. Die öffentliche Ordnung in Preußen muß recht schwach auf den «einen sein, daß sie schon durch orthographische Freiheiten gestört werden kann.— Landarbeiter im Rechtskampf. Aus Königsberg wird uns berichtet: Nicht als Angeklagter in einem Strafprozeß, das läßt das .gleiche Recht für alle" in Deutschland nicht zu, aber als Ver- klagrer in einem von seinem Jnstmann eingeleiteten Zivilprozeß. hatte sich am 28. März der Gutsbesitzer Sehmer aus Carmitten im Kreise Königsberg zu verantworten. Weil der Jnstmann seinen rückständigen Lohn und Deputat in Gegenwart der anderen Leute verlangte, entließ der Besitzer diesen plötzlich zusammen mit den bei dem Jnstmann dienenden Scharwerkern am 12. Februar dieses Jahres. Durch den ihm übergebenen Ziehschein wurde er aufgefordert, binnen acht Tagen die Wohnung zu räumen. Am 2. März erhielt der Jnstmann erst eine neue Stelle. Nun klagte er gegen den Besitzer auf Auszahlung des rückständigen Lohnes und Schadenersatz für entgangenen Verdienst im Gesamtbeträge von 109,35 M. An Stelle des Klägers erschien Genosse Linde aus Königsberg mit richtiger Vollmacht als Vertreter. Der Vorsitzende Herr AmtSgerichtsrat Michelsohn wies den Vertreter aber zurück, weil er kein Rechtsanwalt sei. Dagegen protestierte Linde mit dem Hinweis auf die Zivilprozeßordnung, wonach ein Vertreter oder Beistand einer klagenden Partei von dem Zivilgericht nur dann zurückgewiesen werden darf, wenn er die Vertretung berufs- mäßig ausübe. Er vertrete den rechtsunkundigen armen Land- arbeiter aber nur aus Gefälligkeit und aus Interesse. Der Vor- sitzende erwiderte, er nehme eben an, daß Linde die Vertretung berufsmäßig gegen Bezahlung ausübe: denn er könne sich nicht denken, daß jemand für einen fremden Mann auS reiner Gefälligkeit die Vertretung in einem Prozeß übernehme. Nun erbot sich Linde, sofort an Gerichtsstelle durch einen bekannten Rechtsanwalt zu be- weisen, daß er nicht berufsmäßig die Vertretung ausübe. Darauf ging der Vorsitzende ein. Nach einigen Minuten' erschien Linde mit Herrn Rechtsanwalt Schwarz, der dessen Behauptungen bestättgte. Nun erst wurde Linde als Vertreter des Klägers zugelassen. Im Verlaufe der Verhandlung, als der der durch und durch feudale Besitzer behauptete, der Kläger habe gegen ihn Drohungen aus- testoßen, wies der Kläger selbst dieses in sehr ruhiger Weile zurück. las schien dem Herrn Besitzer unerhört, daß ein Landarbeiter es wagte, seine, des„gnädigen Herrn" Behauptungen zu bestreiten. Er wandte sich an den Vorsitzenden und rief laut:»Schützen Sie mich vor diesem Mann I" Dazu lag nun gar keine Ver- anlassung vor. Der Vorsitzende machte dem gekränkten Herrn das klar und meinte, er solle nur hier vor Gericht nicht so empfindlich sein. Dann überreichte er dem Verklagten die vom Vertreter des Klägers aufgestellte spezialisierte Aufrechnung seiner Forderung und fragte, ob die Berechnung richtig sei. Das bestritt der Verklagte nicht, aber er erklärte die Forderung nicht anzuerkennen, weil er be- rechttgt war. den Mann zu entlassen. Das Gericht war anderer Meinung. Das Urteil lautete dahin: Der Verklagte hat dem Klage- Anttag nach an den Kläger 109,35 Mark zu zahlen und diesen Bettag zu hinterlegen, bis daS Urteil rechtskräftig geworden ist. Einen vom Vorsitzenden vorgeschlagenen Vergleich wies der stolze Herr zurück. Er zieh, es vor, gegen das Urteil Bemfung ein- zulegen.—_ Als Nachfolger HentigS im gothaischen Mnistertum wird OberregierungSrat Dr. Richter aus dem preußischen Ministerium des Innern bezeichnet.—_ Stuttgart, 5. April.(Privatdepesche.) Landtag. DaS Zenttum, dem die Festnagelung seiner doppelzüngigen Politik durch den Finanzminister m der gestrigen Landtagssitzung sehr unangenehm war, suchte heute durch Entfesselung einer regelrechten lex Heinze-Debatte die Aufmerksamkeit von seiner Bloßstellung abzulenken. Der Zentrums- Abgeordnete Rembold gab das Signal, indem er, nach einigen gewundenen Sätzen über die Pflicht zur Genehmigung notwendiger Militärausgaben durch den Reichstag ziemlich unvermittelt das bereits von seinem Fraltiouskollegen Kiene mit unfteiwilligem Humor erörterte Thema IWjßWroljme der Geschlechtskrankheiten aufgriff und gleich diesem »ttvlWftche dieser Zunahme in der Verbreitung der unsittlichen insbesondere des„Simplizissimus" und der„Jugend" fandl MM hchchwürdige Herr verlas zur Bekräftigung dessen eine solche Un- mäste von Zitaten, daß der Präsident ihn zum Maßhalten auf- fordern mußte und der nächste Redner, der evangelische Prälat Sandberger nicht ohne Malice bemerkte, er sei in der von Rembold angezogenen Literatur nicht so bewandert. Im übrigen bemühte sich der Prälat mit Rembold um den Beweis, daß die Sirtlichkeits- Heuchelei nicht nur bei den Geschorenen, sondern auch bei den Gescheitesten zu finden ist. Salbungsvoll betonte er. die Kunst sei doch mehr Schmuck als Bedingung des Lebens und deshalb müsse sie sich der Sittlichkeit unterwerfen. Die Volksparteiler Petz und Lisching hielten den lsx Heinze- Männern vor, daß die Sittlichkeit sicher heute auf einer weniger niedrigen Stufe stehe, als zu einer Zeit, wo man den„Simplizissimus" noch nicht kannte. Sie bewegten sich im übrigen in Goethebundsweisheit. Auch der Kultusminister Weizäcker sagte einige Sätze, denen man das Bestteben anmerste, einerseits sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, andererseits aber die Mickerpartei nicht vor den Kopf zu stoßen. Er erkannte das Bestehen einer Schmutz- literatur an. jedoch die Jugend Württembergs sei von ihr, Gott sei Dank, nicht besonders berührt. Es blieb der Sozialdemottatie überlassen, den Kern der Sache zu enthüllen. Genosse Hildenbrand kennzeichnete kurz und bündig das Zwecklose und Törichte der Debatte. Was man Unsittlichkeit nennt, sei vielfach eine Frage sozialen Elends. Geschlechtskrankheiten und Prostitution, das sei von Soziologen und Aerzten anerkannt, ent- springen sozialen Schäden der kapitalistischen Gesellschaft. Wolle man die Unsittlichkeit bekämpfen, so solle man die sozialen Verhält- nisse des arbeitenden Volkes nicht immer mehr verschlechtern. Außer Hildenbrand, der mit Schärfe das Beschämende und Würdelose der gestrigen Erklärung des Ministers v. Pischek über die Aus- Weisungen nachwies, wurde die Frage des Fremdenrechtes von keinem einzigen Redner mehr berührt. Die bürgerlichen Parteien, einschließlich der Volkspartei, haben gegen diese Form der Ver- preußung nichts einzuwenden. Im Laufe der Debatte gab Verkehrsminister Freiherr von Soden Erklärungen über die geplante Betriebsmittelgemcinschaft ab, wonach eine Verbilligung der Personentarife und eine Einschränkung der Verkehrsumleitung sicher sei. Der Minister erklärte weiter, daß ihm persönlich eine Betriebs- und Finanzgemeinschaft lieber gewesen wäre, da die Betriebsmittelgemeinschaft die Verkehrs- Umleitungen nicht ganz beseittgen werde. Entspreche aber die Betriebs- mittelgemeinschaft den Erwartungen nicht, dann werde durch die Macht der Verhältnisse etwas anderes an ihre Stelle gesetzt werden. Der Landtag ttitt morgen in die Spezialdebatte ein. Husland. Oesterreich-Ungarn. Kossuth erklärt, er habe ein' Kompromiß, demzufolge ein zweijähriger Aufschub der Militärkredite, anderer- scits ein Aufschub der nationalen Armeeforderungen eintreten solle, prinzipiell gebilligt. Im Laufe der Verhandlungen sei es jedoch klar geworden, daß in Wirtlichkeit bloß 19 Millionen des beanspruchten 450-Millionenkredits zwei Jahre lang aufgeschoben werden sollten. Ein Kompromiß unter diesen Bedingungen sei ihm trotz seiner prinzipiellen Geneigtheit als unannehmbar er- schienen. Szegedin, 5. April.(W. T. B.) Sämtliche Gewerkschaften angehörende Fabrikarbeiter der Stadt haben heute die Arbeit niedergelegt, weil der Stadthauptmann den Sozialistenführer Revcß aus- gewiesen hatte, welcher den Bürgermeister in seinem Amtslokal be- leidigt hatte. Die ausständigen Arbeiter zogen mehrere tausend Mann stark, ein Arbeiterlied singend, in das Streiklager. Die Ruhe ist nicht gestört worden. Schweiz. Bern, 3. April.(Eig. Ber.) Die Bundesversammlung ist wieder bis zum Juni in die Ferien gegangen, nachdem der Nattonalrat erst noch ein seit zwei Jahren anhängiges soziales Reförmchen angenommen hat. Es handelt sich dabei um die Ein- führung des Neunstundentages an den Vor- abenden von Sonn- und Fe st tagen. Festsetzung des Feierabends auf späte st ens 5 Uhr nach- mittags und Verbot der Mit gäbe von Arbeit nach Hause. Der Ständerat hatte sich für diese kleine Reform von Anfang an erklärt, der Nattonalrat aber wollte von der Ein- schränkung der Heimarbeit nichts wissen. Nun hat er endlich zu- gesttmmt, nachdem daftir in der Kommission wie im Plenum namentlich unser Genosse Dr. Studer energisch eingetreten war. Zürich, 3. April.(Eig. Ber.) Das liberale Initiativ« begehren wurde von der Mehrheit der Stimmberechtigten des KantonS Luzern in der Volksabstimmung verworfen und zwar alle fünf Postulate mit 16101 bis 16 569 gegen 11367 bis 12 801 Stimmen. Nur die Stadt Luzern brachte eine annehmende Mehrheit von etwa 2000 Stimmen auf. Im Kanton Aargau wurde in der Volksabstimmung die Abschaffung der Gesetzesabstimmung in den Gemeindeversammlungen mit 21 386 gegen 10 648 Stimmen beschlossen, der Gegenvorschlag der Regienmg gleichzeittg mit 27 242 gegen 4546 Stimmen verworfen. Spanien. Hungersnot. In Andalusien und Estremadura herrscht über- mäßige Hitze; es sind 35 Grad im Schatten. Die Saaten sind ver- trocknet. Das Vieh Virbt vor Hunger. Der Preis für das Getreide geht in die Höhe: die Brotpreise in Madrid steigen. parlamentarilebes. Toleranz. Die Toleranz-Kommiffion des Reichstages beendete in ihrer Sitzung am Dienstag die erste Lesung des Entwurfes eines Reichs- gesetzes betreffend die Freiheiten der Religionsübung. Die beschlossenen wesentlichen Aenderungen sind folgende: Im § 1 wurde auf Antrag Vollmar das Wort'„Reichsangehörigen" ge- strichen, so daß auch den Nichtdeutschen, wenn dieser Entwurf Gesetz würde, die Freiheit der Religion garantiert ist. Im Absatz 2 desselben Paragraphen wurden den staatsbürgerlichen Pflichten die Rechte vorangesetzt, so daß es„Rechte und Pflichten" heißt. Der Absatz 3, welcher die Absicht des ganzen Entwurfs gefährdete, indem er denselben den einzelnen Landes- Vereins- und Versammlungsgesetzen unterordnete, wurde auf Anttag von sozialdemokratischer Seite gesttichen. Ein von sozialdemokrati- scher und freisinniger Seite gestellter Antrag, einen neuen Absatz hinzuzufügen, welcher bestimmt, daß niemand verpflichtet. sein Glaubensbekenntnis zu offenbaren, wurde abgelehnt. Bei§ 2 verlangt der Entwurf, daß Vereinbarungen zwischen Vater und Mutter über die religiöse Erziehung der Kinder auch nach dem Tode des einen Gatten unabänderlich sein sollen. Von Hoffmann und Genossen war beantragt, diesem Schlußsatz des§ 2 folgende Fassung zu geben:„Nach dem Tode des einenEltern- teils st cht dem überlebenden dasBestimmungs- recht zu." Diese Fassung wurde abgelehnt, dann aber der Schlußsatz, welcher auch nach dem Tode des einen Gatten die Vereinbarungen aufrecht erhalten will, ganz gesttichen und damit die Frage in streitigen Fällen der gerichtlichen Entscheidung überlassen. Ein Antrag Vollmar und Genossen, einen§ 2u einzuftigen:„Die Religions- Unterweisung darf keinen lehrplanmäßigen Unterrichtsgegenstand der öffentlichen Schulen bilden", wurde ebenfalls abgelehnt. Zum 8 7 wurde ein Anttag Schräder, den Absatz 2 wie folgt zu fassen, angenommen: „Beim Jnkraftttetcn dieses Gesetzes bestehende, auf besonderem Rechtstitel beruhende Leistungen, welche auf bestimmten Grundstücken haften oder von allen Grundstücken des Bezirks oder doch von allen Grundstücken einer gewissen Klasse in dem Bezirk ohne Unterschied des Besitzers zu entrichten sind, werden durch die Austrittserklärung nicht berührt." Diese Faffung ist gegenüber der des Entwurfs ein kleiner Fort- schritt, da sie verhindert, daß künftig durch Gemeinde- oder laudes- gesetzliche Bcschlüffe die direkte Kirchensteuer auch von solchen Personen eingezogen werden kann, welche aus der kirchlichen Gemeinde ausgetreten sind. Mit dem bis jetzt bestehenden alten Schutt von allen möglichen Abgaben aufzuräumen. wie es die Sozialdemokaten verlangten, konnte man sich nicht aufschwingen. Hatten bis zum§ 8 schon die Konstrdativen und Nationalstberaken Absttnenz geübt, indem sie von vornherein erklärten, sie werden an der Debatte sich nicht beteiligen, weil sie die ganze Materie als zur Kompetenz der Einzelstaattn, nicht des Reiches bettachten, so ttaten nunmehr die Freisinnigen insosem bei, als Herr Schräder erklärte, die nun folgenden§§ 9 bis 14 sind für die freisinnige Partei undiskutabel, sie werde sich nicht mehr daran beteiligen. Nachdem dann auf Anttag der Sozialdemokaten den genannten ZZ 9—14 die Drachenzähne der„anerkannten" Religionsgemein- schast ausgezogen waren, das heißt in allen diesen Paragraphen dieses„anerkannt" gesttichen wurde, wurde der 8 9 einer gründlichen Umänderung dadurch unterzogen, daß nur reichsgesetzliche Bestimmungen es sein sollen, die künftig religiösen Gesellschaften irgend welche Beschränkungen auferlegen. Auch wurden auf Anttag Hoffmann dem Gottesdienste gleichgestellt„Religiöse Versammlungen". Der Absatz 2 des 8 11, welcher von auswärtigen Religionsdienern handelt, wurde, da durch die vorher- gehenden Paragraphen erledigt, vom Zentrum zurückgezogen. Beim 8 12 wurde die Aufzählung der einzelnen religiösen Handlungen, bei denen eine Mitwirkung oder Anzeige den Behörden gegenüber nicht stattzufinden hat, auf Antrag Hoffmann.gestrichen und der Paragraph erhielt dann durch einen Antrag Gröber eine allgemeine, alles umfassende Fassung. Dadurch kam auch der ganze § 13, welcher von Missionen handelt, in Fortfall. Es ivird nun der zweiten Lesung in der Kommission vorbehalten sein, noch einige Unebenheiten zu beseitigen und auch Vereinigungen von Atheisten, denen gegenüber es den Auslegern eines solchen Ge- setzes einfallen könnte, sie als Religionsgemeinschaften trotz alledem „nicht anzuerkennen", eine Sicherheit zu schaffen. Dann— könnte der Entwurf Gesetz werden, wenn— der Bundesrat Gesetz- entwürfe aus dem Reichstage eben solch„Wohlwollen" entgegen- brächten, als es umgekehrt leider viel zu weitgehend vorhanden ist. Die Revolution in Rußland. Der Rückttitt Pobjedonoszews. Petersburg, 5. April.„RusskojeSIowo" meldet: Der Oberprokurator Pobjedonoszew hat sein Entlaffungsgcsnch ein- gereicht. Informierte Kreise bringen diesen Entschluß des Ober- prokureurs in Verbindung mit der neuen Strömung unter den Ver- trctern der Kirche, die in letzter Zeit laut gegen die gegen Kirchenrecht und Tradition verstoßende Knechtung der Kirche durch die weltliche Gewalt laut protestieren.— Dasselbe Blatt verzeichnet das Gerücht, der Ackerbauminister Aermolow werde eine anderweitige Verwendung finden und durch den früheren Präsidenten des Moskauer landwirt- schaftlichen Vereins, Fürsten Scherbatow, ersetzt werden. Ueber die Persönlichkeit des berüchtigten Reaktionärs schreibt eine Korrespondenz: „Konstantin Petrowitsch Pobjedonoszew ist im Jahre 1827 in Moskau geboren. Seine staatsmännische Laufbahn begann er im Moskauer Departement des Regierungssenats und brachte es dort bis zum Obersekretär. Gleichzeittg war Pobjedonoszew auch literarisch tättg und zwar schrieb er für das„Archiv" und„Rußkij Wjestnik". Von 1860 bis 1365 noch im Amte bleibend, las Pobjedonoszew an der Moskauer Universität das Zivil- und Straftecht. Im Jahre 1861 war Pobjedonoszew nach Petersburg berufen, um dem damaligen Thronfolger Nikolaj Alexaudrowitsch die Rechts- und Gesetzeskunde beizubringen. Gleich darauf war Pobjedonoszew in der Kommission tätig, die die russische Gesetzgebung reformieren sollte. Das Ansehen Pobjedonoszews am Zarcnhofe wurde immer größer. Schon im Jahre 1863 begleitete er den Thronfolger auf dessen Reise durch Rußland und veröffentlichte darüber ein Buch unter dem Titel:„Briefe über die Reise des Thronfolgers Zesarewitsch durch Rußland von Petersburg bis zur Krim. Im Jahre 1865 wird Pobjedonoszew ins Justtzministerium berufen, im Jahre 1372 zum Mitglied deS Reichsrats und am 22. April/ 14. Mai 1380 zum Oberprokurator des Synods und Mitglied des Ministerkomitees ernannt. Pobjedonoszew gilt als einer der ersten ruffischen ZivilrechtSgelehrten, und sein Werk: „Kursus des Zivilrechts" wird als mustergültig betrachtet. Diese Arbeit ist die erste vollständige Bearbeitung des be- stehenden russischen Rechtes. Die russische Gesetzgebung wird in diesem Buch, verglichen mit dem römischen Recht und der Gesetzgebung anderer europäischer Staaten, dargelegt. Dank der Fürsorge Pobjedonoszews sind zahlreiche neue LH r ch e>« g em ein d en ins Leben gerufen worden, die Zahl der Klöster vergrößert, neue Exarchien und zahlreiche Kirchen- und Brüdergemeinden gebildet, das feste Fundament zur Fürsorge um die Geistlichkeit durch Staatsgehalt gelegt, neue PenfionS- statuten für die Geistlichkeit bestätigt, die geistlichen Schulen und Synodaldruckereien reorganisiert zc.:c. Die heiligen Schriften lvie überhaupt Schriften religiös-moralischen Inhalts wurden in Hunderttausenden von Exemplaren gedruckt und verbrettet. zu Ivelchem Zwecke in zahlreichen Städten Rußlands entsprechende Filialen errichtet wurden. Auch begründete Pobjedonoszew Anti- Sektierer Missionen und verfolgte unermüdlich die verschieden st en Sektierer. Im Jahre 1894 wurde Pobjedonoszew der Titel eines Staatsseketärs verliehen und für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde er zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften, der Moskauer, Kasaner und Kielver geistlichen Akademien, zahlreicher Brüder- gemeinden usw. ernannt. Seit 1883 ist Pobjedonoszew auch Mitglied der ftanzösischen Akademie der Wissenschaften. Im Jahre 1890 wurde Pobjedonoszew von der russischen Re- gierung zum Mitglied der ständigen Kammer des inter- nationalen Schiedsgerichts ernannt. Am 15./27. Mai 1896 feiert Pobjedonoszew seine 50 jährige Tättgkeit, wobei er den Wladimir- Orden I. Klasse erhielt. In dem beifolgenden Zarenreskript hieß es u. a.:„Ich wünsche von ganzem Herzen, daß es mir noch viele Jahre vergönnt sein möge, Sie als einen der allernächsten Berater zu bewahren." Am 1. Januar 1904 erhielt Pobjedonoszew den höchsten russischen Andreas-Orden nebst Brillanten. Seit dem Be« ginn des Krieges und der Unruhen in Rußland bemühte sich Pobje- donoszew, auf den Zaren einen Druck auszuüben, wurde aber mehr- mals abgeblitzt. Seit der Ermordung des Großfürsten Sergius mußte sich Pobjedonoszew zwar zurückziehen, er wollte jedoch nicht untätig bleiben und suchte fortwährend mit dem Zarenhofe Fühlung zu behalten und sich in die Regierungssachen einzumischen." Pobjedonoszew war der Theoretiker des Absolutismus, ein in seiner Art ungemein scharfsinniger und konsequenter Kopf, der etwa mit dem Theoretiker des preußischen Feudalismus Friedrich Julius Stahl verglichen werden könnte. Er war der eiserne Tempel- Hüter des abfoluttstisch-theokrattschen Systems, ans dessen Gesüge« nicht den kleinsten Stein entfernt sehen wollte In der letzten Zeit erhob sich aus den Kreisen der StaatSKrche selbst die Opposition gegen Pobjedonoszew. Am 22. März stellte der Metropolit Antonius ein Reformprojekt nach den Wünschen der Geistlichkeit auf. Danach sollte die Kirche die Ver- waltnngsform des 16. und 17. Jahrhunderts wieder annehmen. Pobjedonoszew war mit dem Enttvurfe nicht einverstanden und bat den Kaiser, die Beratung der Reformfrage im Minister- konsttee zu untersagen, da die Frage ausschließlich in die Zu- skändigkeit deS Synods gehöre. Der Bitte wurde entsprochen und die Frage dem Synod überwiesen. Pobjedonoszew erklärte darauf alle Reformen für unnütz: der Synod teilte diese Ansicht aber nicht, er erklärte es vielmehr für unerläßlich, zu der Ver- waltung der Kirche durch eine Person zurückzukehren, und beschloß, den Kaiser um die Genehmigung zur Einberufung eines Sobor zu ersuchen, in dem die Wahl eines Patriarchen vorgenommen werden soll. Und noch mehr: In der geistlichen Akademie erklärte bei der Weihe des Archimandriten der Direktor Sergius, die russische Kirche stehe am Vorabend ihrer Befreiung von der Staats- k o n t r o l I e und werde ihre frühere, von Gott verliehene Freiheit baldigst wiedererlangen. Ob Pobjedonoszew dieser kirchlichen Oppositton hat weichen müssen oder welch aiiderenKinßüffeil,lst einstweilen nicht festzustellen. Cin nenes Attentat. www Petersburg, 4. April.( Meldung der Petersburger TelegraphenAgentur.) Die Bewegung der Landbevölkerung im Dorpater Bezirk läßt nach. Eine Anzahl von Besizern kommt den Forde rungen der Arbeiter nach. Bei einer Besprechung der BezirksTommissare in Tambow mit dem Gouverneur wurde die Möglichkeit einer Bauernbewegung erwogen. Die Bezirkskommissare zogen als dann in ihre Bezirke, um sich über die Stimmung der Bauern zu informieren und den Lokalbehörden Anweisung zu geben, damit fie im Falle des Beginnes von Ruhestörungen sofort Nachricht geben. Vem oftafiatischen Kriegsschauplay. Rückzugsgefechte. Totio, 5. April. Amtliche Mitteilung. Ein Teil der japanischen Besagung von Tschantschun hat die Russen, die Tuluschu, 2 Meilen nördlich Tschantschun und Sumientſcheng, 9 Meilen westlich Tjuluschu besetzt hielten, bertrieben und beide Drte am Montag besest. Nachdem die Japaner dann den Feind aus der Nachbarschaft von Sumiaotsu, 6 Meilen südöstlich Tfuluschu, bertrieben hatten, tamen sie Dienstag mittag in die Nähe von Santaolu; fie eröffneten ein heftiges Feuer gegen ungefähr 500 ruffifche Stavalleristen, die sich nach Norden der Eisenbahn entlang zurüd zogen und schließlich zersprengt wurden. Eine weitere Totioter Depesche besagt: Nach einer Meldung aus dem Hauptquartier trieb am Sonntag cin Teil der Streitfräfte, welche Saignan besetzt halten, den Feind nach Norden; der Feind machte in Aischenko, 26 englische Meilen nordöstlich von Kaignan, Salt. " Wie der Ruß" aus Charbin meldet, herrscht in der Front vollständige Stille. In Charbin wird eine aufgeregte Stimmung der chinesischen Kaufleute bemerkt, die ihre Waren zu billigen Preisen verkaufen und ihre Magazine schließen. In der russischen Bevölkerung hat sich die Aufregung gelegt. Die aus Norden ankommenden Passagiere verurteilen auf das heftigste die Mißstände auf der Station Mandschuria, wo haar. sträubende Diebereien berübt werden. Deutfches Reich. Soziales. Es läuft, und diese Fabrikanten dazu bewegen möchte, daß sie ihre 1 Die Zimmerer, Maurer und Bauarbeiter in Rallberge t Warfchan, 4. April. Ein Unbekannter erschien heute im Hospital Unterschriften wieder zurüdziehen und gegen die Arbeiter wort der Mart befinden sich seit Montag im Ausstande. Die Arbets der Borstabt Braga und gab zwei Revolverfüffe auf den brüchig werden. Hierin zeigt sich ja nur die überaus mißliche Lage, einstellung ist eine allgemeine; nur einige Boliere arbeiten roch. bei der Explosion im Hofe der Bragaschen Bolizeiverwaltung am in der die halsstarrigen Unternehmer steden, und daß sie selbst Gefordert wird eine Lohnerhöhung von 50 auf 55 Pf. pro Stunde. 26. März verwundeten, im Hospital liegenden Polizeibeamten empfinden müssen, daß fie auf offenem Wege nicht mehr weiter Buzug ist fernzuhalten. Sarapa ab. Derselbe wurde an der Schulter verwundet. Drei kommen. Es ist zweifellos und muß es selbst für die vereinigten andere dort ebenfalls in Behandlung befindliche Polizeibeamte Unternehmer sein, daß sie nicht mehr viel zu gewinnen haben. wurden infolgedessen in das Militärlazarett gebracht. Bereits hat eine beträchtliche Zahl von Firmen 33 bewilligt, Der Streit der Tischler in Magdeburg dauert fort. einige bereits am ersten Tage des Ausstandes. Und nun fommt Ausstande befinden sich noch 328 derselben. Der Zuzug von noch eine der leistungsfähigsten Firmen dazu und seht ihren Namen Tischlern, Maschinenarbeitern und Drechslern ist von Magdeburg unter die Forderungen der Arbeiter. Es wird als ein harter Schlag unter allen Umständen fernzuhalten. In der Eichebachschen Fabri bon den scharfmacherisch organisierten Unternehmern empfunden in Radeberg bei Dresden legten von 108 Tischlern 104 die Arbei worden sein, als sie hörten, daß nun auch die Firma O. Rüter nieder. bus ch die Forderungen der Arbeiter anerkannt hat. Doch nicht nur in der Hinsicht ist die Frontänderung der Firma Rüterbusch von Die Steinfeger in Angermünde sind wegen Maßregelung Bedeutung, weil dieses Geschäft eines der leistungsfähigsten und in den Streit getreten. Die in Oldenburg desgleichen. größten ist, sondern von besonderem Interesse sind die Umstände, di: Herrn Rüterbusch mit zur Unterzeichnung bewogen. Herr fcheidenen Forderungen von den Unternehmern nicht einmal einer Die Zimmerleute Würzburgs haben, nachdem sie auf ihre be Rüterbusch gehörte zur Fabrikantenvereinigung und er bekleidete ein Amit in diefer Organisation. Aber nichtsdestoweniger riet dieser Antwort gewürdigt wurden, beschlossen, nochmals durch den GauFabrikant feinen Kollegen fortgefest zu, mit den Arbeitern doch zu Wenn bis 28. April die Verhandlungen nicht zu einem Ziele ge vorstand und die Lohnkommission Unterhandlungen zu versuchen. mindest in Unterhandlungen zu treten; ficher würde auf irgend einer führt haben, soll für die Durchführung der Forderungen mit aller Grundlage eine Einigung erzielt werden können. Die übrigen Unternehmer unter Nasses Leitung wollten in ihrer Mehrheit von Energie eingetreten werden. Der Zuzug ist zunächst fernzuhalten. den Vorschlägen R.3 nichts wissen, sie wollten und wollen vielleicht heute noch die bedingungslose Ünteriverfung der Arbeiter. In der haben 72 Geschäfte die Forderungen der Streifenden bewilligt, Der Streit der Schneider in Leipzig dauert fort. Bisher legten Unternehmerversammlung lehnte man wieder jeden An- darunter von den größeren Betrieben die Firma Schmitz. näherungsversuch an die Arbeiterorganisation ab und die Folge war, arbeiten 404 Gehülfen zu den neuen Bedingungen, 434 befinden sich daß die Firma Rüterbusch nun eben allein unterzeichnete. Es ist noch im Ausstand. Die Firma Starte hat ihren Arbeitern die mit Sicherheit zu erwarten, daß weitere Firmen diesem Beispiele übliche Kleine Zulage gemacht, und die dort beschäftigten Kollegen folgen werden, denn es wäre die größte Torheit, wollten namentlich schlafen weiter. Die Versuche der Unternehmer, auswärts Streif die fleinen Firmen sich mit aller Gewalt selbst ruinieren, nur um arbeit fertigen zu lassen, mißlingen meistens. Die Gehülfen in Halle den scharfmacherischen Gelüften einzelner Fabrikanten Sättigung sind bereit, die Arbeit niederzulegen, wenn sich dort nochmals Streitzu verschaffen? Die Arbeiter haben zu wiederholten Malen er arbeit zeigt. flärt, daß sie verhandeln wollten, wer es nicht tat, waren die Unternhemer, die sich von den vielversprechenden Reden einiger ihrer Kollegen total gefangen nehmen ließen. An ihnen liegt einzig und allein die Schuld, wenn dieser namentlich die kleineren Fabrikanten so schwer schädigende Kampf nicht schon längst beigelegt Die Agrarier und die Arbeiterversicherung. werden konnte. Das gibt selbst das Blatt der Berliner MalerIm Landkreise Flensburg besteht seit zwei Jahrzehnten auf innungsmeister zu, welches in der lebten Nummer in bezug auf Grund eines Kreistagsbeschluffes eine Orts- Krankenkasse für landdiesen Kampf schreibt:" Gin gemeinsames Verhandeln und forstwirtschaftliche Arbeiter. Die Stasse war in der letzten Zeit hätte ameifellos zu einer Einigung geführt, in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte infolgedessen bes die Arbeitnehmer waren, wie sie durch ihr Erscheinen schlossen, die Behandlung der Familienangehörigen der Mitglieder bewiesen, zu verhandeln bereit, sie haben es an abzuschaffen. Daraufhin richteten die einflußreichen Bauern des Entgegenkommen nicht fehlen lassen." Davon mag Kreises, denen das Zahlen der Kassenbeiträge schon längst ein die Arbeitgeber- Beitung" Notiz nehmen, wenn sie wieder über Greuel gewesen, folgenden Antrag an den Kreistag: Streitlust räfonnieren will. Diefer Lage gegenüber stehen die noch im Ausstand befindlichen Arbeiter um so gefestigter da, das bewies die am Dienstag stattgehabte Versammlung der Streifenden, in der eine unverwüstliche Kampfeslust loderte. Davon aber legt auch der Umstand einen überzeugenden Beweis ab, daß während der ganzen bierwöchentlichen Dauer des Streiks noch keiner der fämpfenden Kollegen umgefallen ist und zum Streitbrecher wurde. Getverberichters Dr. Schoden vor dem Einigungsamte des Ge Ein Arbeitsvertrag wurde gestern abend unter dem Vorsitz des werbegerichts vereinbart zwischen der Freien Bereinigung der Holzindustriellen, dem Zentralverband der Bautischlermeister, dem Verein der Fabrikanten für Ladeneinrichtungen und Kontormöbel, dem Verein der Fräsereibesizer und verwandten Gewerbe einerseits und dem Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend andererseits. Die Hauptbestim mungen sind folgende: Der Vertrag gilt unter Bezugnahme auf den für die Holzindustrie am 14. Januar 1905 abgeschlossenen Hauptbertrag. Es wird eine Schlichtungskommission gebildet. Bei Differenzen, bis zur definitiven Beschlußfassung seitens der Schlichtungskommission, darf von den Arbeitern die Arbeit nicht niedergelegt und seitens der Arbeitgeber nicht ausgesperrt werden. Werden die Forderungen der Antragsteller von der Kommission als berechtigt anerkannt, so treten bewilligte höhere Löhne von den Tage an in Kraft, an welchem die Vorverhandlungen seitens der Bevollmächtigten beider Parteien begonnen haben. Gelingt es der Schlichtungskommiffion nicht, eine Einigung herbeizuführen, so hat das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts endgültig zu entweis errichtet und dem von den übrigen Verbänden der Holzindustric scheiden. Vom 1. Juli 1905 ab wird ein paritätischer Arbeitsnachzu errichtenden Arbeitsnachweis angegliedert. Für die Zwischenzeit sollen die Arbeitsnachweise der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Arbeiterin Frau K. durch Klage beim Gewerbegericht von der Firma Wegen ungerechtfertigter plöglicher Entlassung verlangte die Geltung haben. Die Arbeitszeit beträgt 52 Stunden in der Woche. In dieser 23 M. Der Arbeitgeber glaubte sich zur Entlassung ohne Kündigung Stöwe u. Wieczorek eine vierzehntägige Lohnentschädigung von Zeit ist das Reinigen der Maschinen einbegriffen. Die Festsetzung berechtigt. In der Verhandlung vor dem Berliner Gewerbegericht des Lohnes bleibt der freien Vereinbarung überlassen. In allen wurde festgestellt, daß Klägerin eines Tages wegen Unpäßlichkeit Betrieben bleiben, unbeschadet freier Vereinbarung zwischen Arbeit mit Zustimmung der Buchhalterin, die den Chef vertrat, nach gebern und Arbeitnehmern, diejenigen Afford- und Zeitlöhne sowie Hause gegangen, am anderen Morgen aber wieder zur Arbeit erArbeitsbedingungen bestehen, welche vor Abschluß dieses Vertrages schienen war. Auf vorherige Anweisung des Chefs wurde sie dann maßgebend waren. Wenn in einem Betriebe günstigere Lohn- und entlassen. Das Gewerbegericht hielt unter den obwaltenden UmAchtung! Parteigenossen! Hausfrauen! Arbeitsbedingungen bereits vorhanden sind, so bleiben diese bestehen. ständen einen Entlassungsgrund nicht für gegeben. Es mußte nun Die Liste der tariftreuen Bäckereien erscheint am 9. April. Wir während der Vertragsdauer dürfen Sperren und Streits von keiner über den zweiten Einwand des Beklagten, die Kündigung fei ausbitten die Arbeiterschaft, in Bekanntenkreisen, auf Arbeitsplägen, in Partei verhängt werden; auch dürfen Maßregelungen wegen Ein- gcfd; loffen gewesen, Beweis erhoben werden. Es fam auf einen Eid Werkstätten usw. schon jetzt auf dieselbe hinzuweisen. Ebenso tretens für die Organisation nicht stattfinden. Der Vertrag tritt der Stlägerin an, den diese auch dahin leisten wollte, daß ein bitten wir, etwaige unrichtigkeiten, Aenderungen und fofort in Kraft und gilt zunächst bis zum 14. Januar 1907. Er Kündigungsausschluß erfolgt sei. Vor der Eidesleistung tam aber Verstöße gegen die Liste uns mitzuteilen. Es sind auch dies gilt auf ein Jahr berlängert, wenn er nicht ein Vierteljahr vor auf Bureben der Richter ein Vergleich zustande. Die Firma zaht mal wieder eine ganze Reihe Aenderungen in Ablauf gekündigt wird. an die Klägerin 15 M. der Liste enthalten, die durch die Unzuverlässigkeit der Aus der Partei. Die Frage der Beteiligung an der Landtagswahl wird auf der Landeskonferenz der fächsischen Parteigenossen abermals aufgerollt werden, da Anträge auf Aufhebung des Beteiligungsbeschlusses vorliegen. Die Sächsische Arbeiterzeitung" tabelt, daß die Beteiligung an der Wahl immer wieder in Frage gestellt werde, insbesondere furz vor der Wahl selbst. Sie befürchtet davon eine schwächende Wirkung auf die Wahlagitation. " Parteipreffe. Die Sächsische Arbeiterzeitung" machte im verflossenen Geschäftsjahre einschließlich der Druckerei einen Reingewinn von 27 500 wt., obwohl große Umbauten vorgenommen und reichliche Abschreibungen gemacht wurden und obwohl gegen 8000 M. für Strafen und Gerichtskosten draufgingen. Das Blatt hat jest 24 000 Abonnenten, wozu noch 12000 Abonnenten eines Kopfblattes fommen. Der Wert des Unternehmens steht mit 144 593 M. zu Buche. Darauf ruhen 25 835 M. Schulden. Es wird mit der Notwendigkeit baldiger Aufstellung einer neuen Maschine zu 32 Seiten gerechnet. Die Solinger Genossenschaftsdruckerei, das ist die Druderei der Bergischen Arbeiterstimme", erzielte im letzten Geschäftsjahre einen Neingetrinn von 14 800 M. Er wurde dem Reservefonds überwiesen, da die Entwicklung des Blattes die baldige Aufstellung einer Rotationsmaschine nötig macht. Aus Anlaß der Borgänge in Magdeburg hat Genosse Albert in Breslau feine Tätigkeit in der dortigen Redaktion bis zur Aufklärung des Sachverhalts eingestellt und die zuständigen Instanzen um Prüfung der Angelegenheit ersucht. Das Arbeitersekretariat Barmen hat am 5. April seine Tätigkeit eröffnet. Sekretär ist Genosse Karl Krüger. Die Adresse ist OberDörnerstr. 40. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Unter den Angestellten der Markthallen ist eine Agitation ein " Falls nicht bis zum 1. Januar 1906 zwischen der OrtsKrankenkasse und den Aerzten ein Vertrag zustande kommt, nach welchem einerseits die ärztliche Behandlung der Familienangehörigen der Versicherten wieder eingeführt, andererseits die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kasse ohne wesentliche Mehrbelastung der Mitglieder gesichert wird, wird die durch Beschluß des Kreistags vom 22. Dezember eingeführte Versicherungspflicht der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter vom 1. Januar 1906 an wieder aufgehoben." Da die ärztliche Behandlung der Familienangehörigen nicht umsonst zu haben ist, so sind die beiden Forderungen natürlich ganz unvereinbar; fie bedeuten nichts als eine Umschreibung der Forde rung nach Aufhebung der Versicherung der Landarbeiter, will sagen, Befreiung der Unternehmer von den Beiträgen. Der Kreistag faßte den gewünschten Beschluß. Genügende Ernährung. In der Korrigendenanstalt in Glückstadt in Schleswig- Holstein verden für den täglichen Unterhalt eines Storrigenden 27,66 Bf. aufgewendet. Das erschien sogar einem Mitgliede des Provinziallandtags zu gering, der Landeshauptmann v. Graba aber ers lärte, es liege feine Veranlassung für eine Erhöhung der Position vor, da die Ernährung der Korrigenden durchaus genügend sei. Man sollte diesen Herrn Landeshauptmann mal vier Wochen hindurch auf Tagesrationen im Werte von 27% Pf. feßen; er würde dann wohl die Todesstrafe für humaner erklären als diesen langsamen Hungertod. Bäckermeister und deren Mißachtung gegen deren Mißachtung gegen die geleitet, um die Abstellung verschiedener Mißstände herbeizuführen. Arbeiter und Arbeiterforderungen ihre Begründung Sie verlangen eine einheitliche Regelung des Sonntagsdienstes, der Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Drtsverwaltung Berlin des Deutschen Bäckerverbandes, Gipsstraße 2. Telephon: Amt III, 1248. finden. Wir bitten deshalb nochmals dringend die Hausfrauen und bisher in den einzelnen Hallen verschiedenartig gehandhabt wird. Arbeiter, nach ihren Lieferanten in der Liste zu sehen. Auch bitten Während die Angestellten einiger Hallen, der Vorschrift entsprechend, Rom, 5. April.( W. T. B.) Deputiertentammet. wir, den Ausreden der Bäckermeister und deren Frauen keinen jeden dritten Sonntag frei haben, bekommen andere in der Regel Beratung des deutsch- italienischen Handelsvertrags. Gaetani Glauben zu schenken, sondern schriftlich oder telephonisch in erst nach fünf oder sechs Wochen einen freien Sonntag. Bei den di Laurenzana spricht sich günstig für den Vertrag aus. De unserem Bureau anzufragen. hohen Feiertagen werden fie meist bis zum Vorabende des Festes Marinis meint, dieser Vertrag sei weniger schlecht als die darüber im Unklaren gelassen, ob sie während der Festtage Dienst anderen. Redner spricht seine Freude darüber aus, daß Handels haben oder nicht. Auch die Regelung der Tages- und Nachtschicht in vertrags- Verhandlungen mit Rußland eingeleitet seien und wünscht, übereinstimmender Weise wird angestrebt. Während nämlich einige daß man auch ähnliche Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten, Hallen schon jetzt einen regelmäßigen Wechsel in Tages- und England und anderen Ländern beginne. Graf Arnaboldi Die Teppichweber und Weberinnen der Firmen Baader, Nachtdienst eingeführt haben, müssen andere noch wochenlang hinter- führt aus, der deutsch- italienische Handelsvertrag sei bei 20 Artikeln. Benjamin und Feibisch in Berlin sind am Mittwoch in den einander Nachtdienst tun. Fast allgemein wird über die Beschaffen darin eingeschloffen einige landwirtschaftliche Erzeugnisse, vorMusstand getreten. Die Forderungen der Arbeiter sind: Einführung heit der Portierlogen geklagt. Mehrfach sind sie dem Luftzuge teilhaft, demgegenüber hebt aber der Redner den Schaden hervor, der neunstündigen Arbeitszeit, 15 Broz. Lohnerhöhung, Bezahlung vollständig ausgefeßt und haben dabei haben dabei nicht einmal dichte den Italien hinsichtlich seiner Weinausfuhr haben werde. Er fordert der Nebenarbeiten mit 40 Bf. pro Stunde und Anerkennung eines Wände. Fast überall fehlt es bei ihnen an jeder wärmenden die Regierung auf, Schritte zu tun, um eine verhängnisvolle Krise Arbeiterausschusses. Die letztere Forderung ist in allen Betrieben Unterlage für die Füße, so daß einzelne Beamte ganze Bündel Stroh zu verhüten. Die Regierung solle das Beispiel Deutschlands bes bewilligt. Die neunstündige Arbeitszeit besteht bereits bei der in die Loge schleppen, um wenigstens ihre Füße warm zu halten. folgen, welches sich als meisterhaft erweise in der Organisation auf Firma Benjamin. Die Arbeiter hatten das Gewerbegericht als In einigen Hallen find die Umkleideschränke, in denen auch die Efommerziellem Gebiete. Pantano, welcher einer der UnterGinigungsamt angerufen, um noch den lezten Versuch zu machen, waren aufbewahrt werden, in den Klosetträumen aufgestellt. Die händler bei den Handelsvertrags- Verhandlungen gewesen ist, er eine Verständigung auf friedliche Weise herbeizuführen; als aber abstellung dieser Rebelstände will num der Verein der Markthallen flärt, durch die neuen Verträge erlange man alles, was man unter der Fabrikant Feibisch der Kommission gegenüber erklärte, daß er Beamten durch Eingaben an die zuständige Behörde in die Wege den gegenwärtigen, veränderten Verhältnissen habe erlangen nicht vor dem Gewerbegericht erscheinen würde und auch keine Lohn- leiten. zulage bewillige, wurde in sämtlichen Betrieben der Ausstand beschlossen. Am Ausstand beteiligt find 558 Personen. Die Streifenden ersuchen, den Zuzug fernzuhalten. fönnen. Berichterstatter Chimiori schlägt der Kammer vor, dem Vertrage zuzustimmen. Hierauf erklärt der Minister des Aeußeren ittoni, die abgeschlossenen Verträge seien nicht allein in fom merzieller, sondern auch in politischer Hinsicht von Bedeutung, indem fie die guten Beziehungen Italiens mit den Nachbarnationen sicherftellten. Den Ausführungen Chimioris schließe er sich an und er fläre, daß die gemachten Stonzessionen und die erlangten Vorteile fich vollständig das Gleichgewicht hielten. Zum Schluß betont der Minister die Wichtigkeit der Bestimmung zum Schuße der Arbeiter und diejenige bezüglich der schiedsgerichtlichen Austragung von Streitfragen und empfiehlt der Kammer die Annahme des Were trages.( Lebhafter Beifall.) antorsti Achtung! Herren- Maß- und Maßfonfektions- Schneider! Ueber die Firma ante u. Co., Münzstr. 24, wird hiermit die Sperre verhängt, da in diesem Betrieb Streitarbeit für Leipzig angefertigt In dem Kampf der Berliner Schildermaler mit einem Teile der wirb. Arbeitsangebote der Firma find streng zurückzuweisen. Die Schilderfabriken gestaltet sich die Lage mit jedem Tage günstiger Kollegen der Firmen West End Clothing( Levhu. Co.), für die Arbeiter. Wohl versuchen es die im Arbeitgeberverband Friedrichstr. 85, und Herm. Bortrefflich, Friedrichstr. 148/149, vereinigten Unternehmer, die Arbeiter durch diese oder jene Kleinig- befinden sich im Ausstand. Auch hier ist der Zuzug fernzuhalten. leiten zu schädigen, doch das kann an dem Ausgang der Sache, der Verband der Schneider. Ortsverwaltung Berlin. ein für die Arbeiter erfolgreicher sein muß, nichts ändern. Was mußt es wohl, wenn man den ausständigen Arbeitern in das Die Bautischler und Maschinenarbeiter von Köpenid und UmZeugnis schreibt:" Der Austritt erfolgt infolge Streita." Damit gegend find in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie haben den erreicht man nichts weiter, als daß derartige Zeugnisse vom Gericht Meistern am Dienstag ihre Forderungen vorgelegt. In Betracht für unstatthaft erklärt werden und unter Umständen die betreffende tommen 116 Bautischler, 6 Maschinenarbeiter und 4 Einseßer. Bis Kattutta, 5. April.( Meldung des Reuterschen Bureaus De Firma noch Schadenersatz zu leisten hat. Vielleicht nimmt man gestern abend haben nach Hinzuziehung des Gauvorstandes 6 Betriebe Drt Dharmsala ist nach hier vorliegenden Nachrichten durch das Erd davon in der Firma L. Rogosch besonders Notiz. Auch das will mit 89 Bautischlern ihre Forderungen bewilligt bekommen. Im Aus- beben vollständig zerstört, alle Häuser sind dem Erdboden gleich wenig besagen, wenn der beamtete Agitator und Generalsekretär stand befinden sich noch 37 Bautischler und Maschinenarbeiter in gemacht, einige Europäer und viele Eingeborenen ums Leben geNaffe bei einzelnen Firmen, die bereits bewilligt haben, herum. 13 Betrieben. fommen. Es herrscht große Not. Beremin. Red.: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantwo.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsbl Nr. 82. 22. Jahrgang. bowskh. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. tommission überwiesen. Donnerstag, 6. April 1905. Zur Betition betreffend Einführung einer besonderen Eides- teilnehmen könnten. So werden Mißverständnisse zwischen Fraktion formel für Dissidenten ergreift das Wort und Partei vermieden werden. Abg. Hoffmann- Berlin( Soz.): Die Petition ist ein alter Be- Ueber das Verhältnis zwischen den Deputierten 179. Sigung vom Mittwoch, den 5. April 1905, fannter und wird, wenn die Stellung der Regierung dieselbe bleibt, und der Partei fagt Jaurès: Es geht nicht an, die amorphe, nachmittags 1 hr. noch oft wiederkommen müssen. Der Juhalt der Belition ist älter verworrene Masse", wie es die Linksredner getan, geringschäßig zu wie das Deutsche Reich. Es kann in dieser Sache gar keinen Kom- behandeln und so den Standpunkt einer" Aristokratie der Komitees" Am Bundesratstische: Freiherr von Stengel, Graf Posa- petenzstreit geben, wie etwa in der Angelegenheit des Toleranz einzunehmen. In den noch unbewußten Massen des Proletariats antrages. Aber es wäre doch wirklich jetzt am Blaze, daß die Re- steckt ein starkes tommunistisches Instinkt. Der Sozialismus tann Der Gefeßentwurf betreffend die Kontrolle des Reichs- gierung Toleranz übt gegenüber den Nichtgläubigen. Genau genommen durch eine Elite allein nicht verwirklicht werden. Es gilt, die ber haushalts, des Landeshaushalts von Elsaß- Lothringen und des zwingen die Geseze die betreffenden Richtgläubigen zu einem Meineid. worrene Masse aufzuklären und zu organisieren.( Beifall rechts Haushalts der Schutzgebiete wird in erster und darauf in Der Abg. Lenzmann freilich meinte, es wäre nur ein leeres Wort. und links.) Der besondere Wert der Erwählten tann geometrisch zweiter Beratung angenommen. Mag sein, daß das für getviffenlose Leute so ist, aber für getvisien- so ausgedrüdt werden: er befindet sich auf Kreuzungspunkt Die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben des Dsthafte muß die bisherige Gides formel eine Einschränkung der Ge- zwischen der Parteiorganisation und der Wählermasse. Er ist vor afritanischen Schuhgebietes für das Rechnungsjahr 1902 wiffensfreiheit bedeuten. Man will jetzt die Wahrheit erforschen der Partei verantwortlich, aber fraft des ihm von der Partei erteilten wird auf Vorschlag des des Präsidenten ber Rechnungsmittels der Lüge, das geht nicht. Es mag ja richtig sein, daß in Mandats steht er in enger Fühlung mit der Masse, die er für die der heutigen privatkapitalistischen Gesellschaft der Eid noch nicht Partei zu gewinnen hat. Dabei stößt er nun auf Schwierigkeit, auf Hierauf folgt die erste Beratung des Entwurfs einer Maßganz zu entbehren ist, daß der Eid gebraucht wird im Kampfe um Widerstände, die aus der Ignoranz der Masse entspringen. Die und Gewichtsordnung. Mein und Dein. Man müßte aber doch an der Zukunft des Menschen- Partei muß daher die besonderen Erfahrungen der Erwählten berückAbg. Dr. Müller- Sagan( frs. Vp.): Gegen die allgemeine Tendenz geschlechts verzweifeln, wenn man nicht glauben sollte, daß die Erziehung fichtigen. Die Schönheit des fommunistischen Jdeals hat es unseren des Gesezentwurfs haben wir nichts einzuwenden. Er scheint im zur Wahrheit den Eid überflüssig machen wird.( Zwischenruf im Zentrum.) Aelteften ermöglicht, den ersten Keim der Partei zu bilden. Sie Gegenteil uns geeignet, eine Präventivmaßregel gegen Bolizeistrafen Ich gebe zu, Herr Erzberger, daß die christliche Religion es genügt aber nicht, um die große Masse zu gewinnen. Dazu ist noch zu fein, über die in Geschäftstreisen viel geklagt wird. Es besteht noch nicht verstanden hat, die Menschen zur Wahr die Verwirklichung von Reformen notwendig, die vom Sozialismus jedoch in einzelnen Gemeinden Unruhe wegen der Störung der Einheit zu erziehen. Viele Geistliche haben sich gegen den Eid oder unter dem Einfluß des Sozialismus zustande gekommen sind. nahmen. Denn bis jetzt fließen die Aichgebühren in die Gemeindes erklärt, so in neuerer Zeit der Pastor Ehlerding, der erklärt, daß Deshalb find wir leidenschaftliche Reformisten nicht im Gegenjag taffe. Besondere Unruhe besteht deshalb, weil nach dem Entwurf der Eid unfittlich und unnüz sei; der Staat verlange mit dem Gide zu unserem Ideal, sondern vielmehr, um diesem Jdeal neue Andie Aichbeamten sämtlich vom Staat angestellt werden sollen. eine Profanierung des Heiligsten, das zeige sich, wenn ohne jede hänger zu gewinnen. Und diesem Reformismus steht die Wir beantragen Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission von Andacht die Eide um Kleinigkeiten willen rips raps geleistet würden; Ginigkeitsurkunde, wie schon Rouanet ausgeführt hat, nicht 14 Mitgliedern.( Beifall bei den Freisinnigen.) der Eid sei heute dasselbe, wie die Daumschrauben im Mittelalter. im Wege, ebenso wenig wie die Amsterdamer Re Abg. Engelen( 3.) tritt für leberweisung an eine größere Kom- Wir stehen auf dem Standpunkt: So lange man noch einen Gid solution. Im Gegenteil, die Vereinheitlichung aller politischen miffion, an eine von 21 Mitgliedern ein und bezweifelt ebenfalls die verlangt, sollte man zu einem bürgerlichen Eide fommten, etwa Kräfte in der Partei und aller ökonomischen Kräfte in der allgemeine Notwendigkeit einer Verstaatlichung des Aichungswesens. in der Form: Ich schwöre. Oder man sollte auf die Versicherung Konföderation der Arbeit ist notwendig, um Reformen zu Er stimmt dem Vorrebner in Bezug auf die Entschädigungsfrage zu. des Zeugen, daß er die Wahrheit spreche, den Eid erlassen. Das verwirklichen. Ebenso ist eine Annäherung( teine Verschmelzung!) Abg. Bärwinkel( natl.): Ob ein allgemeines Reformbedürfnis wäre das Bernünftigste. Aber dazu haben wir wenig Aussicht, zwischen der politischen und der gewerkschaftlichen Organisation not borliegt, ist zweifelhaft. Das wesentlichste der neuen Vorlage ist die denn in Deutschland wird ja jetzt fast immer das Gegenteil von wendig.( Beifall überall.) Einführung des System der periodischen Nachprüfung für das ganze dem angetan, was vernünftig isf.( Heiterkeit.) Schon Aristoteles hat Wlan hat unserer parlamentarischen Aftion borgeworfen, dem Reich im Gegensatz zu dem jetzt in den meisten Bundesstaaten be- den Eid verworfen, weil er einen Schwur bei der göttlichen Ehre Anarchismus Borschub geleistet zu haben. Ich bestreite die Schluß stehenden Systems der polizeilichen Repressivmaßregeln. Eine so nicht für beweisträftig hielt, und Kant kommt zu einem ähnlichen folgerung wie die Tatsache selbst. Niemals war das Ver häufige Untersuchung, wie sie die Vorlage vorsieht, wäre eine schwere Schluß. Das preußische andrecht sieht vor, daß der Eid durch trauen des Proletariats zu unserer parlamen Belästigung der Geschäftsleute. Die Entschädigung für die Gemeinden eine eidesstattliche Versicherung erfett werden tarischen Aktion so tief und lebendig wie heute. wäre in der Tat nötig. fann, das ist aber int der Praxis nicht durch Die anarchistische Strömimg in der Konföderation ist schwach. Abg. Stolle( Soz.): Der Entwurf bringt in der Tat vielfach geführt worden. 1851 hat sich im preußischen Jetzt zählt die Konföderation, wie Thomas sagte, um 150 000 Mit wesentliche Vorteile, bedarf aber im einzelnen noch der Kommissions Abgeordnetenhause der Abg. Holsteiner dafür ausgesprochen, daß die glieder. Will sie wachsen, so muß sie für die Annäherung zwischen beratung. Der Hauptfortschritt ist die Einheitlichkeit über das ganze Anhänger von Sekten, die nicht an einen persönlichen Gott glauben, ber ökonomischen und politischen Aktion streben, anstatt zur letzteren Reich. Der jetzige Zustand, daß Bayern der Maß- und Gewichts- nicht zum Eide zugelassen werden, man möge nur an ihr Ehren- in Gegensatz zu treten. Die Konföderation macht zurzeit dieselbe Ordnung nicht untergestellt war, brachte für die Grenzbewohner beim v ort appellieren. Das Ansehen des Staates und der Kirche Jugend- und Wachstumskrise durch, wie die Partei in den Verkehr hinüber und herüber große Nachteile. Weiter ist zu be- gewinnt bei dem Eide nicht, und der Eid wird zur Karikatur. Wie Jahren 1893-1898. Nachdem wir 1898 auf einmal grüßen, daß bei Rohstoffen die zum Zweck der Ermittelung des oft tommt es vor, daß ein gewissenhafter Zeuge erklärt, er könne 45 Deputierte int die Kammer gewählt bekommen hatten, Attordlohns gebrauchten Meßgeräte auch geaicht nicht schwören, und der Vorsitzende erklärt ihm:„ Wenn Sie nicht glaubten wir an die nahe Möglichkeit einer sozialistischen Parlaments werden müssen. Heute werden die Arbeiter vielfach benach schwören, werden Sie eingesteckt." In einem Falle erklärte der mehrheit. Daher vernachlässigten wir die Gewerkschaften, obwohl teiligt. In der Tuchindustrie wird bis heute der Arbeitslohn Beuge, er wisse nicht, was er sich bei dem Eide denken soll, wir auch damals stets auf den Ruf der Arbeiter ihre Streits nach dem Meter bezahlt. In Crimmitschau, Werden und im Voigts worauf ihm der Vorsitzende erwiderte:" Schwören Sie und denten energisch unterstüßten. Inzwischen hat die Konföderation die ge Tande werden seit Jahren die Arbeitslöhne nach dem Band be- Sie, was Sie wollen.( Heiterkeit.) In Hamburg wurde werkschaftliche Organisation in die Hand genommen und ihre Einig messen. Das Band hatte sechs alte Ellen. Das Band wuchs ein Bulgare, der die Eidesleistung verweigerte, zu 3 M. Geldstrafe ver- teit früher veripirklicht als die sozialistische Partei. Jezt befindet gewöhnlich in die Länge, und in einem Spottgedicht wurde urteilt. Bekanntlich kann die Strafe bis auf 6 Monate ausgedehnt werden. fie sich in einem Jugendzustand, fie lebt in den berückenden gefagt, daß das Meter in die Länge wüchse und der Geldbeutel der Man sollte doch wirklich eine für jedermann mögliche Eidesformel Illufionen einer Neuerscheinung. Aber sie wird schon aus der Fabrikanten in die Dice. Die Nachaichung soll bei Flüssigkeits- fchaffen! Der nunmehr fast 100jährige Karl Scholl schrieb, der Staat direkten Erfahrung ihrer direkten Aktion" lernen( Heiterkeit), daß maßen alljährlich stattfinden, bei den anderen Hohlmaßen alle zwei folle doch erst selber reinigen, bevor er das von seinen Bürgern langfame Anstrengungen notwendig find, sowie das Zusammenund bei den höheren Gewichtsgrenzen alle drei Jahre. In der verlange. Der Staat darf leine Geseze haben, die den Bürger ver- wirten aller Aftionsformen.( Lebhafter Beifall überall.) Schon Kommission wird zu prüfen sein, inwieweit die Grenze enger gezogen hindern, nach seinem Gewissen zu handeln.( Beifall links.) jetzt werden allseitig Reformen verlangt in allem Ernst, nicht mehr werden muß. Bu bedauern ist, daß das Viertel eltoliter, Damit schließt die Diskussion. Dem Kommissionsantrage zu bloßen Agitationszwecken, sondern um ihre Verwirklichung zu ers das in Mittel- und Süddeutschland sehr gebräuchlich ist, beseitigt gemäß wird die Petition dem Reichskanzler als material reichen. Auch die Konföderation handelt fo. Organisiert sie denn werden soll. Das Verlangen, den Gemeinden, die bisher überwiesen. Desgleichen eine Petition betr. Ausdehnung der Ver- jetzt den sozialrevolutionären Generalftreit? Nein! Sie will den Kommunale Aichungsämter hatten, eine Entschädigung zu pflichtung zu einer geordneten Buchführung auf Handwerksmeister Achtstundentag in einem Jahre erringen, und das nicht etwa als gewähren, widerspricht dem Einheitsgedanken. und fleine Handels- und Gewerbetreibende. Eine Petition betreffend Vorspiel der sozialen Revolution, sondern zur Besserung der Arbeiter( Sehr richtig! links.) Bedenklich erscheint es uns, wenn im§ 14 eine Beschwerde über einen Ausweisungsbefehl, beschließt der lage. Es besteht also eine allseitige Uebereinstimmung über das dem Bundesrat eine Blantovollmacht zur Festsetzung der Nach- Reichstag nach dem Antrag der Kommission durch eine inzwischen Wesen der Dinge. Eine formale Vereinheitlichung aller proletarischen aichungsgebühren erteilt werden soll. Ich glaube ja nicht, daß der getroffene Entscheidung der zuständigen Behörde für erledigt zu Kräfte ist leicht zu erreichen.( Beifall fiberaй.) Bundesrat daran denkt, aus diesen Gebühren eine besondere Ein- erklären. Die parlamentarische Aktion wird von der Linken nahmequelle zu machen, aber eine gewisse Gewähr müssen wir doch. Abg. Gothein( frf. Bg.) zur Geschäftsordnung: Es steht hier, bald unterschätzt, bald überschäßt. Einerseits verlangt sie, daß das dafür haben, daß die Gebühren nicht zu hoch werden daß mündlicher Bericht erstattet werden soll. Ich habe von diesem Parlament die Arbeit leisten soll, die Sache der Gewerkschaften ist. Auch dieser Bunft wird in der Kommission zu erörtern sein.( Bravo! Bericht nichts gehört. Andererseits übersieht sie, daß das Parlament unter dem Druck der bei den Sozialdemokraten.) Vizepräsident Dr. Paasche: Ich habe auch von dem erstarften proletarischen Organisation Reformen verwirklichen kann, Bericht nichts gehört.( Große Heiterkeit.) Wenn aber der die die sozialistische Gesellschaft vorbereiten. Hütet Euch davor, in Herr Berichterstatter verzichtet, und es wird kein Widerspruch erhoben, den Proudhonismus zu verfallen, während Ihr uns fleinbürgerliche so kann ich den Herrn Berichterstatter nicht zwingen, zu Tendenzen vorwerfet. Ihr erwartet allzu viel von den sprechen. Genossenschaften und den Gewerkschaften in schloffen hat, so hat der Berichterstatter nach meiner Meinung nicht überall.) Abg. Gothein: Wenn die Kommission mündlichen Bericht be- bezug auf den Triumph des Sozialismus.( Beifall das Recht, zu verzichten. Abg. Schickert( t.): In dem Entwurf ist nicht flar genug aus gesprochen, daß nur bei schuldhafter Verlegung der Bestimmungen eine Bestrafung eintritt. Eine Entschädigungspflicht für die Städte, die bisher Aichungsämter gehabt haben, scheint mir nicht angebracht. Die weiteren Einzelheiten werden in der Kommission zu erörtern sein. Abg. Raab( Antis.): Auch wir begrüßen die Tendenz des Entwurfes und wünschen eine Kommission von 21 Mitgliedern. Vor allem halten wir es für sehr gut, daß jetzt auch die Maße und Gewichte in den Konsumvereinen und bei den Behörden der Kontrolle unterworfen werden. Die Nachaichung muß jedenfalls kostenlos durch den Staat geschehen. Staatssekretär Graf Pojadowsky: In der bisherigen Debatte ist ganz besonders die finanzielle Seite der Vorlage hervorgehoben worden. Ich muß aber betonen, daß die Kommunen in den Aichungsämtern nur als Auftraggeber des Staates anzusehen waren. Daraus folgt mit einer Notwendigkeit, daß der Staat jeder zeit das Recht hat, feinen Auftrag zurüdzunehmen. Ich bitte Sie, den Gedanken an eine Entschädigung der Kommunen feitens der Einzelstaaten dafür, daß das Alichungswesen jetzt volltommen verstaatlicht wird, fallen zu lassen. Ich würde in einer derartigen Bestimmung ein wesentliches hindernis fit das Zustandekommen des Gesezes erachten müssen. Die Festsetzung der staatlichen Aichungsgebühren war eine der wichtigsten Fragen bei Schaffung dieses Gesetzes. Die verbündeten Regierungen werden nur darauf sehen, daß die Kosten der Aichungsgebühren dem Aufwand entsprechen. Da wir aber jetzt noch keine genügenden Erfahrungen über die Höhe der Kosten haben, ist es natürlich auch nicht möglich, die fünftigen Beschlüsse der verbündeten Regierungen schon jetzt festzulegen. Der Bundesrat bedarf eines gewissen freien Spielraums in der Ausführung des Gesetzes. Die Hauptsache ist, daß durch dieses Gesetz ein gemeines deutsches Recht auf dem Gebiete der Maß- und Gewichtsordnung geschaffen wird. Das ist der Kernpunkt der ganzen Vorlage. Ich gebe mich deshalb der Hoffnung hin, daß dieser Gesezentivurf noch im Laufe dieser Tagung angenommen werden wird.( Beifall.) e Vizepräsident Dr. Paasche: Die Sache ist jetzt durch Beschluß des Hauses erledigt; wir können darauf nicht zurückommen. Abg. Singer( Soz.): Ich gebe dem Herrn Präsidenten recht, daß die Sache in diesem Fall erledigt ist, verweise aber darauf. daß bei der Zolltarifbebatte ausdrücklich beschlossen worden ist, daß mündliche Berichte, die die Kommission beschlossen hat, auch erstattet werden müssen. Es wäre wünschenswert, wenn man sich an diesen Beschluß erinnerte. Die Petition, betreffend Einführung einer staffelförmigen Umfazsteuer für Großmühlen, wird auf Antrag des Abg. Erzberger, da der Stommission neues Material zugegangen ist, von der Tagesordnung abgefeßt.( Heiterfeit. Beifall). " In diesem Geist gehen wir zur Einigkeit! Weiter fommt Jaurès auf die Rückwirkung zu sprechen, welche die Einigkeit auf die nächsten Kammerwahlen, speziell auf die Beziehungen zwischen Sozialisten und Radikalen ausüben könnte: Nicht die Deputierten, auch viele andere Genossen legen Wert auf Wahlerfolge. Diese Genossen befürchten nun einen ungünstigen Einfluß der Einigkeit auf die Wahlen, indem der Sozialismus die Sympathien der Demokratie einbüßen könnte. Selbst wenn das zu treffen sollte, wäre es fein Grund, die Einigkeit nicht zu schließen. In Wirklichkeit ist jene Gefahr unwahrscheinlich. Zwei Gefahren sind zu vermeiden: erstens dürfen die Sozialisten in feinem Falle die Reaktion zum Nachteil der Radikalen begünstigen und zweitens dürfen sie nicht aus Furcht vor den Vorwürfen der Radikalen darauf ber Die folgenden 14 Petitionen werden debattelos nach den Kom- zichten, das gesamte Proletariat für den Kommunismus zu gewinnen. missionsbeschlüssen erledigt. Die Berichterstatter verzichten sämtlich Bermeiden wir die erstere Gefahr, so werden die Vorwürfe der aufs Wort, für die abwesenden Berichterstatter erklärt der Borsigende Radikalen auf ihre Urheber zurüdfallen.( Lebhafter Beifall überall.) der Petitionsfommission, Abg. Wattendorf, in Generalvollmacht den Das Votum der Einigkeitsurkunde steht also außer Frage. Nach Wortverzicht.( Große Heiterfeit.) Unter den Petitionen, die so er- diesem Votum aber wäre es notwendig, einen Antrag anzunehmen ledigt werden, find die folgenden von allgemeinerem Interesse: zugunsten der Deffentlichkeit des Einigungspartei. Eine Petition des Bezirksvereins Königsberg bom tages, entgegen dem Beschluß der Einigkeitskommission, den Deutschen Kellnerbund um gefegliche Festsetzung Barteitag unter Ausschluß der Deffentlichkeit abzuhalten.( Beifall einer täglichen Marimalarbeitszeit von zwölf rechts.) Jaurès begründet diesen Antrag unter Hinweis auf den Stunden für Gastwirtsgehülfen wird dem Reichskanzler agitatorischen Wert der Einigungsverhandlungen und auf das Bei als Material überwiesen, eine Petition des Gesamt spiel des Internationalen Kongresses von Amsterdam, auf dessen verbandes evangelischer Arbeitervereine um Errichtung von Arbeits- Initiative hin ja die Einigkeit in Frankreich zustande kommen werde. tammern zur Erwägung, eine Petition des Gewerbegerichts( Beifall rechts.) Jaurès schließt seine dritthalbstündige Nede mit der Dortmund und des Hauptvorstandes des Allgemeinen deutschen Betonung der intimen Gemeinschaft zwischen dem franzöfifchen und Gärtnervereins als Material mit dem Ersuchen, tunlichst bald in der dem internationalen Sozialismus, sowie der großen Gewerbe- Ordnung eine gefeßliche Abgrenzung zwischen den land nationalen Bedeutung der sozialistischen Einigkeit in Frankreich, die wirtschaftlichen und gewerblichen Gärtnereien vorzunehmen, eine an der internationalen Befreiung des Proletariats fräftig mitwirken Petition des Verbandes deutscher Rechtsanwalts- und Notarbureau- werde und insbesondere an dem Erfolge der russischen Revolution. Abg. Dove( frs. Bg.) erklärt im Auftrage des Dr. Müller- Sagan, beamten um reichsgefegliche Regelung der Arbeitsausbildung, der( Lebhafter, langanhaltender Beifall des ganzen Kongresses.) daß diefer seinen Antrag auf Ueberweisung der Vorlage an eine Kündigungsverhältnisse dieser Brivatbeamten zur Berücksichtigung. Jaurès' Rede hat die ganze Bormittagssigung ausgefüllt. Ihr Kommission von 14 Mitgliedern zugunsten des Antrages auf Ein- Vizepräsident Dr. Paasche hat die einzelnen Nummern und Be- Eindruck ist tief auf allen Seiten. fegung einer Kommission bon 21 Mitgliedern zurückziehe. Redner schlüsse mit größter Geschwindigkeit vorgelesen. Als die letzte Petition, Schluß der Vormittagssigung 12 Uhr. hält es nicht für gerechtfertigt, daß die Gemeinden Einnahmen aus betreffend den Stadtpostbestellbezirk Lübben zur Verhandlung kommt, bem Aichungswesen erzielen. Die Einsetzung einer besonderen Normal- erscheint plöglich Graf Ballestrem und übernimmt unter großer Aichungs- Kommiffion für Bayern hält Redner nicht für zweckmäßig. Seiterkeit wieder den Vorfiz: Die Tagesordnung ist erAbg. Wamhoff( natl.) befürtvortet bie Gewährung von Entfchädigung an die Gemeinden, die durch die Verstaatlichung des Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr: Ergänzungsetats und fleinere Aichungswesens eine Einbuße in ihren Einnahmen erleiden. Vorlagen. Schluß 5% Uhr. ledigt. Der Kongreß von Nonen. inter Nachmittagssigung. 2 Uhr. Jaurès Vormittagsrede hat das Interesse an der Debatte erschöpft. Es ist klar, daß die Einigkeit jedenfalls einer ganz erbrüdenden Mehrheit sicher ist, nachdem Jaurès' Rede rechts wie links einen tiefen Eindruck gemacht hat. Der Kongreß befchließt mun, für die noch eingeschriebenen zehn Redner die Redezeit auf fünf Minuten zu beschränken. Eine Ausnahme wird nur zugunsten Revelins gemacht, einem Mitglied der allgemeinen Einigkeitskommission, der sich nebst Renaudel, Longuet u. a. um die Einigkeit verdient gemacht hat. Zunächst spricht Fleurot Paris im Sinne eines ultragemäßigten Reformismus. Abg. Osel( 3.) wünscht für die Kommissionsberatung eine Ueberficht über die Kosten der Nachaichung. Sollten diese sehr hoch sein, so würde ein erhebliches Bedenken gegen die jährliche Nachaichung bestehen. Staatssekretär Graf Posadowsky weist dem Abg. Wamhoff agegenüber darauf hin, daß auch bei der Beratung des Bolltarif Jaurès( fortfahrend) befürwortet bie effettive Vertretung ogefezes den Städten durch die Beseitigung der Schlachtsteuer Ein- der Föderationen in der Parteileitung durch nahmen entzogen worden feien, ohne daß dafür eine Entschädigung Delegierte, die in der betreffenden Föderation Revelin beginnt mit der tatsächlichen Feststellung, daß der Befestgesetzt fei. Da werde hoffentlich auch hier der Reichstag keine selbst wirten, nicht durch Pariser Erjasmänner. schluß der Einigkeitskommission, den Einigungsparteitag unter Entschädigung feftfeßen. Das würde die Autorität der Parteileitung erhöhen. Die Fraktion Ausschluß der Deffentlichkeit abzuhalten, durchaus von freundaber könne immer die Notwendigkeit wichtiger Entscheidungen Lichen Erwägungen ausgehe. Budem hat die Kommission nach beizeiten voraussehen und einen Busammentritt der Parteileitung Schluß des Parteitages eine öffentliche Versammlung ins Auge rechtzeitig veranla amit die Provinzdelegierten an der Sigung gefaßt, wo eben eine weitwirkende Manifestation der Einigkeit stati Die Borlage wird an eine Kommission von 21 Mitgliedern berwiesen. Es folgen Petitionen. finden würde. Jedoch werde die Vertretung der P. S. F. gern Falles Hellwag nicht, ich weiß nicht, ob ich mit ihm gespielt habe." folle den Fall rein juristisch prüfen. Der Angeklagte habe nur ge versuchen, Jaurès Antrag, falls er vom Kongreß votiert wird, in Ich verstehe wirklich nicht. so fährt der Staatsanwalt fort, wie darin glaubt, was die ganze Welt geglaubt habe und eine so exorbitante der Einigkeitskommission zur Annahme zu bringen. eine Verschweigung zu erblicken ist. Ich darf doch nicht sagen, daß Strafe, wie die vom Staatsanwalt beantragte, sei nicht am Blake. Gegenüber Jaurès Anregung, den Parteirat der geeinigten jemand wider besseres Wissen etwas verschweigt, wenn ich ihn gar In erster Linie bitte er jedoch um Freisprechung, im Falle einer Partei abwechselnd in Paris und der Provinz zu versammeln, sagt nicht danach gefragt habe. Ich habe mich absichtlich lange mit der Verurteilung aber um volle Anrechnung der Untersuchungshaft. Revelin: Die Sigungen des Rates werden namentlich im ersten Aussage Dr. Sprengers beschäftigt, weil sie dem Angeklagten noch Hierauf nahm der zweite Verteidiger des Angeflagten Jahre zahlreich sein müssen, da die vielfach bestehenden scharfen am günstigsten ist. Ueber Frau Biermann gehe ich ohne weiteres Rechtsanwalt Dr. Herz- Altona Reibungen zwischen den Föderationen der verschiedenen Sonder- hinweg, weil sie einen konkreten Fall befundet und sich vollständig das Wort. Er führte aus, daß die ganze öffentliche Meinung mit organisationen wohl die häufige Einmischung des Zentralrates er den Angaben Dr. Sprengers anschließt. Ich betone, so müſſe die Spannung auf diesen Prozeß gewartet habe. Leider sei es der forderlich machen dürften. Sache angesehen werden, wenn wir nur die Aussage Dr. Sprengers Verteidigung unmöglich gemacht worden, den Wahrheitsbeweis zu Zum Gegenstand der Debatte übergehend, führt Revelin etwa vor uns hätten. Allein es unterliegt gar keinem Zweifel, daß die führen. Die Verteidigung stehe mit gebundenen Händen da. folgendes aus: Es ist unrichtig, wenn man hier immer den Beschluß übrigen Aussagen denen des Dr. Sprenger vollständig entgegen- Die Verteidigung halte hier eigentlich eine Rede nach gefälltem von Amsterdam als etwas von außen kommendes betrachtet. In stehen. Es kommt ferner hinzu, daß für die Beurteilung dieser Urteil, denn alle Beweisanträge seien abgelehnt. Wenn dem Minister Amsterdam hat sich die P. S. F. selbst eine neue Richtschnur ge- Sache nicht die Auffassung der Verteidigung, sondern die des wirklich daran gelegen war, Klarheit zu schaffen, warum hat er dann geben. Sie hat ja die Resolution Adler- Vanderurteilenden Gerichts maßgebend sein muß. Sonst würde ja schließ nicht die schon im Dezember von der Verteidigung geladenen Zeugen belde votiert, die nach Jaurès sich von der Dresdener Reso- lich kein einziger Zeuge dagegen gefeit sein, daß er später des vernommen! Die gesamte öffentliche Meinung war der Ansicht, daß lution nur durch die Färbung unterscheidet. Andererseits hat der Meineides bezichtigt wird, wenn immer die Auffassung der Ver- die Spieltätigkeit des Ministers 12 bis 15 Jahre zurückliege. Auch internationale Sozialismus durch seinen Einigkeitsvorschlag die teidigung maßgebend sein würde. Damit fällt der Vorwurf des im oldenburgischen Landtage habe der Minister dieses erklärt. Und Gleichheit der beiden sozialistischen Parteien Frankreichs anerkannt. Meineides ohne weiteres in sich zusammen. Es bedurfte dafür gar trotzdem hat er geschwiegen und erst plötzlich, nach 6 Monaten, nachEs kann also keine Rede sein von irgend einer Erniedrigung für nicht des von der Verteidigung beantragten Wahrheitsbeweises in dem ein halbes Jahr auf ihm der Vorwurf des Meineides gelastet die P. S. F., wenn sie die Einigkeitsurkunde annimmt. Man Gestalt der Vernehmung von 84 Zeugen. Es könnte sich vielleicht hatte, ist er mit dem Einwand gekommen, das, was der„ Residenzhat viel gesprochen( seitens der Rechten) vom treuen Festhalten darum handeln, ob diese Beweiserhebung mit Rücksicht auf die bote" behauptet, sei gar nicht von ihm beschworen worden. Der an der bisherigen Taktik. Man vergißt dabei, daß die öffentliche Meinung notwendig ist, und dazu muß ich sagen: ich minister hat bewußt seine Aussage gefärbt. Diesen Vorwurf erhebe Tattit vervollkommnungsfähig ist. Seit ihren ersten Kongreffen hat habe es immer für sehr mißlich gehalten, daß eine Beweiserhebung ich gegen ihn. Das Gericht hat schon zu erkennen gegeben, daß es die P. S. F. fchon gewisse Fortschritte in bezug auf die Tattit ge mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung statt auf den Wahrheitsbeweis nicht eingehen will. Damit ist dem Prozeß macht. Namentlich ist in ihr die Erkenntnis der Notwendigkeit finden soll. Aber abgesehen davon, daß die beantragten Be- das Rückgrat ausgebrochen. Der" Residenzbote" hat Dinge zur der Organisation gewachsen. Die allzu vielen Vorweiserhebungen gar nicht in den Prozeß hineingehören, sei ihre Sprache gebracht, die zur Sprache gebracht werden mußten. Er hat behalte, die hier gegenüber der Einigkeitsurkunde gemacht wurden, Annahme deshalb nicht erforderlich gewesen, weil die Staatsanwalt- gesellschaftliche Mißstände aufgedeckt. Der Angeklagte wird sich nach find nicht am Plage. Die dringendste Reform ist schaft die Absicht habe, in dem bevorstehenden Prozeß gegen den Kellner der Verurteilung denken: Ich bin nicht verurteilt worden, weil ich für uns die Reform der Partei selbst, und diese Reform Meher noch einmal die ganze Spiel- Affäre des Ministers Ruhstrat unrecht hatte, sondern weil meine Gegner die Macht hatten.( Beheißt sozialistische Einigkeit, die allein die Aktionskraft des Prole- zu erörtern. Der Angeklagte hat sich nach allem Vorhergesagten wegung.) tariats vergrößern und damit den einzig wichtigen Hebel aller des Vergehens gegen den§ 186 des Strafgesetzbuches schuldig Tätigkeit der sozialistischen Partei stärken tann. Es gilt also, der gemacht. Einigkeit ohne jegliche Vorbehalte und Einschränkungen beizutreten. ( Lebhafter, anhaltender Beifall links.) Die Debatte ist hiermit geschlossen. Man schreitet nun zur Abstimmung über die Einigkeitsurkunde. Die Linke verlangt das Votum nach Mandaten, um so, wie ein linksstehender Delegierter gegen über der Rechten bemerkt, jeder Zweideutigkeit über die Bedeutung der Abstimmung vorzubeugen. Statutenmäßig ist das Votum nach Mandaten obligatorisch, fobald dies verlangt wird. Die Abstimmung ergibt die einstimmige Annahme der Einigkeitsurkunde. Die Verkündigung des Ergebnisses wird mit lebhaftem, allgemeinem Beifall und mit Bravo- Rufen begrüßt. Resolution über Fraktion und Partei. " Das Urteil. des Was die Strafzumessung anlangt, so liegt es nicht in meiner Oldenburg, 5. April.( Privattelegramm Absicht, mich hier über die Tendenz des Angeklagten und über die Vorwärts") Das Urteil lautet auf 1 Jahr Gefängnis. Bon seines Blattes zu verbreiten. Ich will nur sagen: ich habe nochmals den 6 Monaten Untersuchungshaft werden hierfür nur 5 Monate die Tendenz des„ Residenzboten" nachgeprüft, aber meine frühere in Abzug gebracht, da durch die Befangenheitsbeschwerde Ansicht habe ich nicht ändern können. Ich glaube dem Angeklagten der Verteidigung die Untersuchungshaft um einen Monat verlängert einfach nicht, daß er zur Besserung der öffentlichen Zustände in Oldenburg seinen" Protest" geschrieben hat. Daß der Angeklagte worden sei. aber er ist in einer außerordentlich gehäffigen Weise vorgegangen. in gutem Glauben gehandelt hat, habe ich selbst nicht bestritten, Hus Induftrie und Dandel. Wer den Vorwurf des Meineides erhebt, hat sich vorher genau danach zu erkundigen. Das hat Biermann nicht getan, sondern er Die Arbeiten der Berggesetzkommission und die Börse. Die hat ohne weiteres schwere Anschuldigungen in die Welt geschleudert. Tätigkeit der zur Beratung der beiden Berggesegnovellen eingefehten Entschuldigt wird er nur dadurch, daß sein Verteidiger Kommission des preußischen Abgeordnetenhaufes findet bei der Dr. Sprenger ihm gesagt hat, daß das vorhandene Beweis- Börse großen Beifall. Wie sie den vor einigen Tagen von freimaterial genüge, während andererseits der Verteidiger ihm auch konservativen Abgeordneten eingebrachten Antrag, der die Annahme den Rat gegeben hat, möglichst maßvoll zu sein. Es kommt ferner von Mutungen durch die Bergbehörden auf fünf Jahre suspendiert hinzu, daß die erhobenen Beschuldigungen sich gegen den höchsten wissen will, mit einer Hausse in Kohlenattien beantwortete, so verIn diesem Sinne beantragt Renaudel namens der Kom- Justizbeamten des Landes richten und daß es die schwersten Be- anlaßte auch gestern wieder der von den Konservativen und mission folgende Resolution: Arbeiters schuldigungen sind, die überhaupt gegen einen Menschen erhoben Freikonservativen angenommene Antrag, der den Die Einigkeitserklärung, die der Kongreß foeben votiert werden können. Ich beantrage deshalb gegen den Angeklagten eine ausschüssen und ihren Mitgliedern bei Strafe der Aufhat, bildet für die P. S. F. sowie für die anderen vertragschließenden Lösung die politische Betätigung verbietet, eine Preissteigerung Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten, Organisationen die Richtschnur praktischer Aktion. Gemäß den Statuten der Partei und bis zur endgültigen Non- Auferlegung der Kosten und Publikationsbefugnis für den be- der Kohlenbergwerksaktion. Die Börse nimmt nämlich an, daß diese Die Untersuchungshaft bitte ich nur insoweit Bestimmung die Arbeiterausschüsse dazu zwingen wird, bei Streitstituierung der Einigkeit ist der Nationalrat der P. S. P. allein beleidigten Minister. fugt, über ausnahmsweise Umstände zu entscheiden und den durch anzurechnen, als sie von seiner Verhaftung am 9. September bis ausbrüchen ihre Mitwirkung zu bersagen und der Streifluft Widerstand zu leisten; furz, sie erblickt in den derart beschränkten Ausbiese erforderten Maßnahmen die Zustimmung der Partei zu geben." zum 2. Dezember liegt. Die Resolution wird einstimmig votiert. schüssen ein Hemmungsmittel der Streitbewegung. Zum Beispiel zogen die Aktien der Harpener Bergbau- Gesellschaft um 2 Broz., der Gelsenkirchener Bergwerks- Gesellschaft um 1% Proz., des Bergwerks„ Konsolidation" um 5 Proz. an. Der Konflikt zwischen Fraktion und Partei wird zum Zwecke der Versöhnung nicht durch eine retrospektive Kennzeichnung des Verhaltens der Fraktion erledigt, sondern nur durch eine Festsetzung der Nichtungslinie für die Zukunft. Uhry( Linke) beantragt, Jaurès' Bormittagsrede als Propagandabroschüre zu veröffentlichen. Nach kurzer Debatte wird der Antrag angenommen, nachdem Anträge auf Drudlegung der Neden Renaudels und Augagneurs zurüdgezogen worden sind. Ein Antrag der Kommission betreffs der Organisation der Propaganda wird auf Revelins Anregung aus Rücksicht auf die baldige Einigkeit der Einigungskommission zur Berücksichtigung überwiesen. Damit find die Arbeiten des Kongresses erledigt. Der Vorfißende hält eine kurze Schlußrede, worin er der Föderation der unteren Seine für die vorzügliche Organisation des Kongresses dankt( Beifall), die Einigkeit begrüßt und den Gruß des Kongresses entbietet den Sozialisten aller Länder und besonders den russischen Sozialisten, die im Kampfe gegen den Barismus stehen. ( Lebhafter Beifall und Rufe:" Hoch die russische Revolution!") Der neue Ruhstrat- Prozeß. ( Telegraphischer Bericht.). Oldenburg, den 5. April. Nachdem gestern die von der Verteidigung gestellten weiteren Betveisanträge, weil unerheblich, seitens des Gerichts abgelehnt waren, begannen heute vormittag die Plaidoyers. Staatsanwalt Dr. Simmen Justizrat Dr. Lohse, der Vertreter des Ministers Ruhstrat, tritt ebenfalls für eine Bestrafung des Angeklagten ein. Biermann babe nur Sensation machen wollen. Lediglich aus Haß und Rache gegen den Minister und den Juristenstand überhaupt habe er ge= Erhöhung der Eisenpreise. Der flottere Geschäftsgang des handelt. Er war sich vollständig klar darüber, daß auf Grund des Artikels Rubstrat nicht zum Rückzug gezwungen würde. Mit großer Eisenmarktes feit der Beendigung des Bergarbeiterstreits im RuhrFrivolität habe er seine Behauptung in die Welt geschleudert. Er- rebier bietet den Syndikaten der Eisenindustrie einen willkommenen wiesen sei, daß der Minister als solcher nicht mehr gespielt habe Anlaß zur Erhöhung der Preise ihrer Fabritate. Der„ Kölnischen und Pokern könne der Minister nun einmal nicht als Glücksspiel Voltszeitung" zufolge haben die Schweißeisenwerte in einer gestern in Düsseldorf abgehaltenen Versammlung, vorbehaltlich der Zuanerkennen. Hierauf erhalten die beiden Verteidiger des Angeklagten ſtimmung der Lothringischen Werke, beschlossen, den Preis um 2, M. das Wort. pro Tonne zu erhöhen, also auf 127,50 M. für Handelseisen und Rechtsanwalt Dr. Sprenger 135 M. für Hufftab- und Nieteisen. wendet sich zunächst dagegen, daß das Urteil im Prozeß Schwehnert Die Seeschiffahrt hat im ersten Duartal dieses Jahres einen hier in die Verhandlung gezogen worden sei. Das Reichsgericht recht ansehnlichen Aufschwung genommen. Nach Hamburger Melhabe erst vorgestern darüber entschieden und die Aften liegen noch bungen wurden dort in den ersten drei Monaten einkommend Nach den Zeitungsberichten aber sei die Sache für 2308 Dampfer mit 2 111 000 Netto- Register- Tonnen und 893 Segler nicht vor. Schwehnert noch gar nicht einmal so ungünstig gewesen. Er bittet mit 257 000 Netto- Register- Tonnen gegen 2163 Dampfer mit deshalb, den Prozeß Schwehnert hier aus dem Spiel zu laffen. 1919 000 Tonnen und 881 Segler mit 240 000 Tonnen in der Des ferneren wendet sich der Verteidiger dagegen, daß er persönlich gleichen Zeit des Vorjahres gezählt. Aus- und eingehend hat dieses verlegend sein wolle, wenn er gegen den Minister Rubstrat immer Quartal dem Seeschiffsverkehr Hamburgs eine Zunahme von inswieder den Vorwurf des Meineides erheben müsse. Er müsse das gesamt 265 Schiffen mit 342 000 Netto- Register- Tonnen gebracht, eine tun im Interesse des Angeklagten. Es stehe fest, daß der Minister Steigerung der Schiffszahl um zirka 4% Broz, der Tonnage um im Ries- Prozeß in seiner Zeugenaussage höchst wichtige Momente 8 Proz. verschwiegen habe. Aus der Fragestellung der Verteidiger im NiesDie wirtschaftliche Lage Rußlands gestaltet sich immer trüber. Prozeß hätte Minister Rubstrat flar ersehen müssen, daß man Mitteilungen über sein gesamtes Spielleben wissen wollte und Auch die Kiewer Kontrakten- Meffe, auf der Hauptsächlich Lieferungsnicht einzelne bestimmte Fälle. Nun gingen die Ansichten über verträge über landwirtschaftliche Erzeugnisse, Eisenprodukte und Kohler das Beweisthema im Ries- Prozeß auseinander. Auch die heutige abgefchloffen werden, litt unter Geschäftsstille. Die Abschlüsse iv Zeugenvernehmung habe kein flares Bild ergeben. Das Bild, das Getreide waren sehr mäßig, da die Käufer große Zurückhaltung begründete die gegen Biermann erhobene Anklage etwa wie folgt: sich Landrichter Dr. Klaue gemacht hat, dürften sich die anderen zeigten. Die bekannt gewordenen Abschlüsse auf Getreide der neuer Der zur Anklage stehende Artikel des" Residenzboten" erschien Beugen nicht gemacht haben. Landrichter Jansen z. B. hat als Ernte sind in der Mehrzahl der Fälle zu niedrigen Preisen erfolgt. im September v. J. und erhob gegen den Minister Rubstrat den Beuge ein Bild gegeben, das dem von der Verteidigung gegebenen Gerste von Ländereien der Gutsbesizer wurde zu 72-74 Kop. das Vorwurf des wissentlichen Meineides. Der Angeklagte hat gestern wesentlich näher tomme. Bud lieferbar an Ort oder auf den Stationen der Südwest- Bahner Buch gar nicht bestritten, einen solchen Vorwurf erhoben zu haben, Landrichter Jansen habe belundet, daß nach seiner Erinnerung und Roggen neuer Ernte zu 54-56 Kop. das Bud ebenfalls lote fa er hat zugegeben, diesen Vorwurf erheben zu wollen. Dem er den Eindruck gehabt habe, daß im Ries- Prozeß die ganze Spiel- verkauft. Auch der Verkauf von Hülsenfrüchten war bei niedrigen Minister Ruhstrat wird vorgeworfen, daß er im Biermann- Ries- leidenschaft des Ministers zum Gegenstand der Verhandlung gemacht Preisen ein sehr mäßiger; dagegen war die Nachfrage nach EisenProzeß einen Meineid geschworen hat. Merkwürdigerweise zieht worden sei. Deshalb sei die Aussage des Landrichters Dr. Klaue fabrikaten ziemlich beträchtlich. sich jetzt der Angeklagte, der die schwere Beschuldigung gegen den allein nicht maßgebend. Merkwürdig sei nur, daß der damalige höchsten Justizbeamten des Landes erhoben hat, darauf zurück, daß Verhandlungsleiter sich so wenig auf den Fall besinnen könne. Die er sagt, Minister Rubstrat habe nicht etwas falsches gesagt, sondern Zeugenvernehmung habe weder ein flares Bild für die Ansicht des Deshalb er habe wissentlich etwas verschwiegen. Die Beweisaufnahme der Staatsanwalts, noch für die der Verteidigung ergeben. Letzten zwei Tage habe keinen Beweis dafür erbringen können, müsse auch die Ansicht anderer, dem Prozeß ferner stehender Personen daß in dem Biermann- Ries- Prozeß die allgemeine Spiel eingeholt werden. Die Verteidigung habe durchaus recht, wenn sie leidenschaft des Ministers zur Anklage gestanden habe. Alle fage, fie hätte im Biermann- Ries- Prozeß nur darauf Wert gelegt, Richter und Beteiligten haben das Gegenteil bekundet, ja, noch mehr. Ruhstrat als Gesamtspieler zu illustrieren. Redner bezieht sich Redner wendet sich dann den einzelnen Zeugenaussagen zu und weiter auf verschiedene Residenzboten"-Artikel, die im Biermannbeschäftigt sich vor allem mit der Aussage des Rechtsanwalts Ries- Prozeß Gegenstand der Verhandlung waren. Habe doch der Dr. Sprenger. Es sei nicht recht ersichtlich, wie die Verteidigung damalige Vorsitzende an den Angeklagten Ries die Frage gerichtet: ben 10. b. Mts., abends 9 Uhr, bei Wendt, Beuthstraße 20( großer Saal): hier einen Meineid Ruhstrats wegen wissentlicher Verschweigung Wollen Sie behaupten, daß der Minister noch spielt? Der Rechtsfonstruieren wolle. Es habe sich ergeben, daß der Minister gesagt arwalt Wisser hat sich darauf gegen die Zulässigkeit solcher hat, er habe gespielt, auch mit einer gewissen Leidenschaft gespielt Fragen ausgesprochen, da die allgemeine Spielleidenschaft des Daraus gehe flar hervor, daß und auch die Bank gehalten. Er habe es nur nicht mehr getan wie Ministers nicht zur Sache gehört. jeder andere Spieler. Die Verteidigung wie auch der Beuge die Verteidigung den Versuch gemacht hatte, die allgemeine Spici Dr. Sprenger erblicken nun den Meineid des Ministers darin, daß leidenschaft Ruhstrats zum Gegenstand der Verhandlung zu machen. er etwas verschwiegen habe. Um einen Meineid nach dieser Richtung Wie hätte man sich auch sonst über die Affäre Hellwag unterhalten zu konstruieren, ist es notwendig, daß der Zeuge Tatsachen nicht können, da der Fall Hellwag mit dem Zeitpunkt des damaligen Das erwähnt, die er zu erwähnen verpflichtet wäre, und daß er fie Prozesses gerechnet, in die neueste Beit hineinfällt. doch dafür, daß, wenn man derartige Fragen wider besseres Wissen verschweigt. Von der Verteidigung ist wieder spreche doch die allgemeine Spielleidenschaft des Ministers holt betont worden, daß im Biermann- Ries- Prozeß eine verschiedene auließ, Auffassung des zur Berhandlung stehenden Themas bestand. illustriert werden sollte. Zu den damaligen speziellen Fällen hätte Während Staatsanwalt und Nebenkläger auf dem Standpunkt diese Frage nicht gehört. Das seien alles Beweise für die Aufstanden, daß zur Verhandlung nur die Frage stehe, ob der Minister fassung der Verteidigung. Warum gehe Ruhstrat nicht gerichtlich Mitspieler begünstigt und bevorzugt habe, standen die Ver- bor, als Minister Ruhstrat wegen Meineides angezeigt wurde. Da teidiger auf dem Standpunkt, daß das Spiel des Ministers im hieß es aber auf einmal: ich habe gar nicht beschworen, wie lange allgemeinen zur Verhandlung stand. Er, der Staatsanwalt, müsse ich gespielt habe, sondern ich habe nur über bestimmte Vorgänge bestreiten, daß die Verteidigung dieser Anschauung einen solchen ausgesagt. Weiter hat der Minister gesagt, prägnanten Ausdruck gegeben hat, daß sie dem Minister als Zeugen Bofern sei fein Glücksspiel. Deutscher Senefelder- Bund, Mitgliedschaft Berlin. Heute abent 82 Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mitglieder Versammlung. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. 8 weigverein Berlin. Bersammlung am Donnerstag, abends 10 Uhr, Rosenthaler straße 57: Vortrag des Herrn Dr. Koj. Verband Deutscher Barbier, Friseurs und Perückenmacher gehülfen. Zweigverein Berlin. Deffentliche Bersammlung der Friseurgehülfen am Donnerstag, abends 10 Uhr, im Englischen Garten" lleganderstr. 27c. Referent: Altgehülfe der Innung Herrmann Schulze. Berliner Tanzlehrer- Verband. Freitag, den 7. d. Mts., abends 9 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Monatssigung. Montag, Bersammlung. Eingegangene Druckschriften. Geschäftsbericht des Verbandes der Lederarbeiter Deutschlands für die Jahre 1902-1904, nebst einem Anhang, enthaltend die zurzeit gültigen Tarifverträge. 63 Seiten. Drud G. Bibel, Berlin N., Brunnenstr. 164. Kritik und Antwort auf die Reichstagsreden des Kriegsministers und Reichsschatsekretärs über das neue Militär- Pensionsgesetz von Hauptmann a. D.***.( Nationaler Verlag, Stuttgart.) Arnold Roller, Der soziale Generalftreit.( Berlin, Gustav Gladasch.). Im Zukunftsstaat, Roman von Hans Hardt. Broschiert 3,50 M., ge M. Heinrich Freese, Das tonstitutionelle System im bunden 5. Berlin W. 35. Verlag Hüpeden u. Merzyn. Fabritbetriebe.( Gotha, F. E. Perthes.) Witterungsübersicht vom 5. April 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 751 S Better 3 bededt zum Bewußtsein tommen mußte. Das konnte auch nicht geschehen, Das ist aber auch unrichtig, wie der Beuge v. Manteuffel in Berlin da die Verteidigung teine einzige Frage nach bekundet hätte. Dieser Richtung hin gestellt hatte. Das ging aus Zum Schluß wendet sich Dr. Sprenger dagegen, daß hier nur Swinembe. 748 SSB 5 bededt der Aussage des Ministers in diesem Prozeß klar und unzweideutig der Fall Biermann, nicht der Fall Ruhstrat zur Ver- Hamburg 749 WSW 6 bedeckt hervor. Wir haben uns nach Kräften bemüht, den Zeitpunkt zu handlung steht. Sollte das Gericht der Meinung sein, der Wahr Frank.a.m. 756 SW 4 bedeckt firieren, wo nach Ansicht der Verteidigung der Minister hätte sagen heitsbeweis fei mißlungen, so sei dem Angeklagten nur ein München 760 S müssen: ich habe noch bis in die jüngste Beit hinein gespielt. Nach falscher Rechtsschluß vorzuwerfen. Die Strafe müsse dannien 759 Still Nebel Ansicht Dr. Sprengers habe dies geschehen müssen bei der Erörterung eine biel geringere sein, als die beantragte. Dem Minister müsse des Falles Hellwag. Seine Frage habe gelautet:" Wissen Sie, daß selbst viel daran liegen, daß der Vorfall gründlich geklärt würde. der Affeffor Hellwag ein Opfer Ihres Spiels geworden ist?" und Darüber, was der Residenzbote" für ein Blatt sei, sei der Staatsbarauf habe der Minister geantwortet: Sch erinnere mich des anwalt nicht kompetent au urteilen. Das sei Geschmachache. Man 4 Regen Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 23 etter 2bedeckt 7 Haparanda 738 8 Petersburg 752 SSD 2bedeckt 7 Scilly 763 N 10 Aberdeen 751 N 3 wollig 7 Paris 760 23 5wollig Temp. n. C. 206 3 bedeckt 10 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 6. April 1905. Etwas tälter, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit Regen oder Hagelschauern und ziemlich starken nordwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 6. April Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Prinz Friedrich bon Homburg. Deutsches. Wilhelm Tell. Berliner. Der G'wissenswurm. Westen. Alessandro Stradella. National. Don Juan. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfreffer. Anfang 8 Uhr: • Schiller O( Wallner Theater.) Pension Schöller. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Leibalte. Leffing. Elga. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. Residenz. Hotel Pompadour. Zentral. Die Jurheirat. Metropol. Die Herren von Marim. Lustspielhaus. Der Familientag. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Uebern Belle Alliance.... noch einmal so lieben! Carl Weiß. Judith, die Schwefter bom russischen roten Kreuz. Luisen. Hasemanns Töchter. Kasino. Lolos Vater. Apollo. Das Veilchenmädchen. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Die Meher Palaft. Der Raub der Sabinerinnen. Spezialitäten. Passage Theater. Emmi Ströchert. Pipp. Die 7 Allisons. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Cleo de Merode. Julius Spielmann. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7%, Uhr. Ein Sommernachtstraum. Freitag z. 50. Mate: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Angele. Borher: Abschied vom Regiment. Freitag: Nachtasyl. Sonnabend: Angele. Abschied vom Regiment. Sonntag: Salome. National- Theater Weinbergsweg 19. Donnerstag, den 6. April 1905: Gastspiel des Königl. Kammersängers Francesco d'Andrade: Don Juan. Anfang 7 Uhr. Freitag: Die Jüdin. Sonnabend: Fra Diavolo. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Hafemanns Töchter. Freitag: Der Herrgottschniger. Sonnabend: Hopfenraths Erben. Sonntag nachmittags: Der neue Stiftsarzt. Abends: Der Herrgottschniger. Montag: Hasemanns Töchter. 0. Wallner- Theater. Schiller- Theater N. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Donnerstag, abends 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Pension Schöller. Freitag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Der Leibalte. Komödie in 3 Atten v. Lothar Schmidt. Freitag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Sonnabend, abends 8 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Freie Volksbühne 7. Kunstabend im Rathause, Sonntag, den 16. April, abends 8 Uhr. Ernst v. Wolzogen u. Frau Laura Seemann- Wolzogen. Internationaler Volkslieder- Abend. Schiller- Feier Sonntag, den 7. Mai, abends 7 Uhr, In der Brauerei Friedrichshain am Königstor. feftrede u. 9. Sinfonie von Beethoven. Festmarken und Gastkarten in beschränkter Anzahl bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen. Opern- Vorstellungen im National- Theater. Anfang 3 Uhr. 16. u. 30. April: 7. u. 14. Mai: 21. u. 28. Mai: Rigoletto. Fidelio.Fledermaus. Opernmarken à 1 Mark inkl. Garderobe und Programmbuch sind in allen Zahlstellen zu haben. Das Opernheft ist für die Besucher der Opernvorstellungen vom 10. Mai ab in den Zahlstellen zu haben. Sonntag, den 9. April, nachmittags 2, Uhr: Metropol- Theater. Berliner Theater. 7. Abteilung: 5. Abteilung: Sappho. Ein Teufelskerl. 228/14 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Handlungsgehülfen! Morgen, Freitag, den 7. April 1905, abends 9 Uhr: Oeffentliche Versammlung in Buggenhagens Etablissement, Morikplak. Es spricht Stollege Julius Kaliski über:„ Gerechte Richter". 288/9 Kolleginnen und Kolleginnen! Erscheint zahlreich in dieser Versammlung. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands. Bezirk Berlin. Metropol- Theater Arbeiter- Bildungsschule Berlin Die Herren von Maxim Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Josef Giampietro. Josef Josephi. X Anton Grünfeld Frid Frid. X Fritzi Massary. 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Salatschüsseln Kompottschalen Bratenschüsseln 6 Gr. 48 Pf. 22.45 Pf. 4, 6 Pt. 22 Pf. b. 1 Mk. Bratenschüsseln rund35 Pf. Senfgefässe Salzgefässe 9 PL 6 Pt. Kaffeekannen 6 Grössen 18b. 58 Pl. Teekannen 4 Grössen 20 b. 58 Pf. 6 Grössen 4 b. 20 Pf. Milchtöpfe Tassen Kuchenteller Zuckerdosen 8, 11, 14 P 22, 38 Pf. 6 Pf. bunt BlumenMuster 1eabl Kaffeekannen 25b. 70 Pf. Milchtöpfe Blumen. Muster 18 b. 43 Pf. Tassen 22 Pf. 4 Grössen mit BlumenMuster Eierservices dekoriert 78 Pf. Satz Töpfe 6 Stück 1.30, 1.40 Spardosen 9 PC. Tassen 18.22 Pf. Kaffeeservices für 6 Personen 2.40, 2.90, 3.90, 4.25 Tafelservices für 12 Personen 60 Teile 35 Mk., 78 Teile 49 Mk. Frühstücksgeschirr blaues Muster unter Glasur Kaffeekannen 40 pr. b. 1.50 Teekannen 60, 80P, 1.15 Milchtöpfe Tassen Zuckerdosen Dessertteller Butterdosen Steingut 18 b. 40 pr. 28, 35 Pf. soweit der Vorrat reicht: Emaille- Geschirre 6 Grössen 6 Grössen Kasserollen ohne Ring, 22 bis 65 Pf. Kasserollenit Ring, 55 P., 1.10 Ringtöpfe Grössen 45Pt. b. 1.40 Wasserkessel Gas, 75 Pr. b. 1.10 Wasserkessel is 75 P. b. 1:20 Pfannen mit Stiel oder 22 Pf. b. 65 Pf. 3 Gr. Eins., 8 Gr. Griffen, 6 Gr. 4 Gr. Bratpfannen lang 1.30 bis 1.80 Maschinentöpfe Gross 8 bis 45 Pf. Milchtöpfe 4 Grössen 20 bis 50 P. Kaffeekannen Gr. 40 bis 75 Pf. Kaffeekannen gerade 40 bis 85 Pf. Teller 4 Grössen 12 bis 20 Pf. Speiseschalen 3 Gr. 45 bis 60 Pr. Essenträger Gröss. 90 Pt. b. 1.80 Schüsseln ache, flache. 12 Grössen 4 Grössen 3 Grössen ca. 50 cm Durchmesser Waschschüsseln 45 bis 55 PLTiefe Schüsseln per 1.80 Wasserkannens Gr. 60 Pf.b.1.20 Wasserkannen 3 Gr. 70 PL. b. 1.20 Wassermasse für ca. 1 Liter 30 PL Wannen oval weiss, 1.10 bis 1.50 Wannen fund, m. Fuss, 1.90 bis 2.80 Fleischplatten gvale, 25 Pf. b.90 Pt. Trinkbechers Grössen 1OPI. b. 20 Pf. Schöpflöffel 2 Grössen 1 OPf. u. 15 Pf. Toiletteneimer 3 Gr. 1.40b. 1.80 Wassereimer ca. 28 cm, grau 70 Pr. Wassereimer hellblau Wassereimer marmoriert 5 Gr. 80 Pl. 85 Pf. 15 PL. b.1.80 Wassereimer dunkelgrau, leicht 65 Pf. 1080P Wirtschafts- Artikel 40, 60PC 23 Pf. 60, 80Ptt Englisch Fayence Teller tief u. flach 8 Pf. Dessertteller 7 PE u. Kompotteller 6 PL Salatschüsseln 4 Stück 38 Pf. Vorratstonnen blau Delft kig 1.25 Salz- Mehlmesten 1.65,2.10 Farbige Teller 7 Pl. Waschschüsseln 45 Pf. b. 1.40 Wasserkannen 42 P. b. 1.25 Majolika 60 Teile f. 12 78 Teile Tafelservices 27, 31, 35MM, Tassen Fayence 38 Pf. TassenPorzellan 85 Pf., 1.30, 1.60 Teekannen 95 Pb. 2.20 Blumenkübel M 48 P. b. 6.50 jolika Waschgarnituren 3.75, 5.75, 6.50, 9.75 Mk. Küchengarnitur rot gespritzt Vorratstonnen 30 Pt. Gewürztonnen 13 Pf. Bierbecher mit Gambrinusbild Bierbecher Goldrand mit Essig- u. Ölflaschen Salz- u. Mehlmesten Brotplatte 30 PL 30 Pf. 65 Pf. Glas 9 Pt. Butterglockengeschliff.80P, 1.10 7, 10 Pr. Bowlenkrüge geschliffen 1.80 Bierbecher mit Bordüre 10, 15 Pt. Sturzflaschen 25, 30, 45 PL. Likörbecher mit Goldrand mit Likörbecher Scherzdekoration auf Fuss Schleifenmuster Cherne Holz- u. Borstenwaren 4 Grössen 8 Grössen 4 Sorten 3 Haarbesen graue 70PE b. 1.50 Handfeger graue 40P. b.55 Pf. Haarbesen Rosshaar 1.30.2.20 Handfeger Rosten 70P. b. 1.10 Teppichkehrmaschinen8мk., 11 Mk. Schrubber 3 Sorten 22 PL, b.35 P. Strassenbesen2 Sort.85 Pf. b.1 MK. Ausklopfer 3 Sorten 22 pr. b.50 P. Abstäuber 25 u. 35 Pt. Abstäuber aus Strauss- 1.40u. 1.75 Bürstenbleche Bürsten 1.80 federn 65 PL. 50 Pl. Polierbürsten mit Filz Reisebürsten Blitzblank Kleiderbürsten sort, 1 Mk. b. 2.10 Haarbürsten Sorten 90Pf, b. 1.90 Fensterleder a Sorten 40Pf, b.85 Pt. Putz- u.Wichskasten 45 b. 80 Pf. Balkonkastens Gröss: 1.20 b. 1.75 Kleiderbügel lackiert 12 Pr. Hosenspanner, 50 Pr. Wäscheleinen 3Längen 1.50b.3 M Gewürzetagere. 1.90, 2.75 Eisen- u. Blechwaren 2 2 Wärmestellen 2 Stück 12 PL 25 Pf. Gaskocher 2 Bren.6.25, 3Bren. 8.50| Fischschupper 9.50 Voratsbüchsen blau dekor. 4.90 Waschtische 17.50, 20.50 Waschfässer 3 Gr. 8 Mk. b. 11.50 Waschfässerwist 9.75.13.50 Waschzober 2 Gr. 9.50.1.1.50 Wringmaschinen 10, 11 Mk. Plätteisen 4 Grössen 1.60b.1.90 Kaffeemühlen Blech 95 Pf. b. 1.20 Plätteisen vernickelt 2.15b.2.50 Gaskocher Brenner und Gasplätten mit Erhitzer Wirtschaftswagen 1.60,2.10 Weissblech- Tabletts 10.40 Pf. Messerputzmaschinen 6.25 Fleischmühlen& Sort. 2.60b.4.60 Fruchtpressen 80 Pl. 3 sidan Nickel- u. Stahlwaren 6 PL 18 Pf. Trinkgarnitur Milchgläser 18 Pf. Rotweinglas 25 Pf. Weissweinglas 25 Pf. Weissbierpokale . 19, 30 Pf. Portweinglas 23 Pf. Wassergläser 5 PL. Sportlikörkelches 27, 38 Pf. Likörglas 20 Pf. Bowlenglas 30 Pf. Kaffeeservice 4 teilig 8 Mk. Teeservice 4 teilig 9 Mk. Sahnenservice 3 teil, 2.60 Butterglocken gepresst 18PC Champagnerglas 30 pr. Kaffeekannen Menagen steilig 35 PL Kompottschalen eckig u. rund 8 Pr. Biertulpe Selterbecher 33 Pf. 23 Pf. Sahnengiesser 5.25 1.75 Kompottschalen Salatschalen eilig 48, 80 Pr. Kristall 6 bis 35 Pf. geschliffen Kristall mit Kompotteller dazu passend 6 P. Biertulpen Münch. Kindl. Bierkrüge 75 Pf. b. 1.70 Mk. Ein Posten Ziergefässe mit Zinn montiert, Für Gärtnereien und Blumenhand.ungen: Stangenvasen Bierbecher Teebecher Kristall geschliffen 22 PL Biskuitdosen& Sorten 1.80b.2.60 Krümelschaufel m. Bürste 1.50b.2.60 Essbestecke 2 Sorten 40Pf, u. 70 Pf. Essbestecke vernickelt 42 Pf. Esslöffel 1.10, Teelöffel 55 Pf. 491880- mo 22 PL. 30 Pt. 19291 Höhe 25, 30, 35, 45, 60, 85 m, 1.10, 1.50, 1.90, 2.25, 2.95 M 80 Holzgalanterie- Waren mit festem 125 cm 2.65 Wandspiegelamen u. Facettegl m, imit, Nussbaum. 5.25 Paneelbretter Länge ca. 60 fourniert Nussbaum 2.65, 6.75 imit. 2.75 Vogelbauerständer Nussb. Serviertisch 9.75 Untergestell Vogelkäfig Holz m. Glasscheiben 2.30 Schirmständer Cigarrenschrank u. Eichentür m. Beschlag 2.75 Garderobenleisten Bauerntisch m. fournierter Platte 2.75 Paneelbretter 50 60 100 cm Haken 3 vernick. 42, 4 vernick. 65, Haken Haken 5 vernick 90 Pf. 15.75 imit, Nussbaum 80 Pf. 1.252.60 Korridor- Garderobe Berantw. Rebatteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inferatenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW aude od Nr. 82. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonnerstag, 6. April 1905. Zehnte Generalversammlung des Verbandes der Bäcker. Hamburg, 5. April.( Eig. Ber.) Der Vorstand Den größeren Mitgliedschaften und mittel aus. Redner empfiehlt folgenden Antrag zur Annahme: Organisationen, besonders denen der Maurer, Fabrikwird die Erhebung bon arbeiter 2c., find die Zugehörigkeit zu den einzelnen Organisationen einem oder zivei Extrabeiträgen pro Quartal empfohlen, damit betreffende Bestimmungen getroffen beziv. angestrebt. Auch die fie für Lohntämpfe einen größeren Fonds ansammeln und die Un- internationalen Beziehungen hat der Verband nach Die Aussprache über die vom Vorstande beantragte Ausdehnung foften für partielle Streits und Sperren am Drte aus eigenen Möglichkeit gepflegt. Die Bautätigkeit hat speziell im Jahre 1904 der Unterstützungseinrichtungen nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Mitteln decken können." Außerdem liegen noch einige andere Anträge einen großen Umfang angenommen. Bezüglich es Bauarbeiter Allmann führt u. a. aus, Unterstützungen seien nur Mittel zum bor, die dieselbe Angelegenheit behandeln. schuß es wird ziffernmäßig nachgewiesen, daß den baugewerblichen Zweck und hätten sich als solche in anderen Verbänden bestens be- Kretschmer Hamburg ersucht die Delegierten, darauf hin- Arbeiterorganisationen in dieser Beziehung noch sehr viel zu tun währt. Mit den bisherigen Mitteln lasse sich aber der Haupt- zuwirken, daß die zukünftigen Lohnfämpfe aus eigener Kraft durch übrig bleibt. Die sieben Gauleiter des Verbandes haben seit zived, Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, nicht in Arbeitsniederlegung geführt werden. Wie die Erfahrung lehre, den anderthalb Jahren ihrer Anstellung in Punkte Agitation der Weise durchsetzen, tvie es notwendig sei. Wolle man fcheide der Boykott, auf den viele Kollegen große Hoffnungen eine große Arbeit entfaltet. Allein im Jahre 1904 wurden nicht ewig die Kollegen mit Extrabeiträgen belästigen, so müsse der gesezt haben fo noch setzen, ziemlich als Kampf- 970 Versammlungen von den Gauleitern abgehalten, außerdem noch Beitrag von 40 auf 50 Pf. pro Woche erhöht werden. Da die berweist auf die Verfügungen der 568 Sigungen und 378 Staffenrevifionen; auch die Korrespondenz Bäcker die relativ höchsten Arbeitslosenziffern aufweisen, müsse auch Gerichte in Berlin, Kiel und Lübeck, wodurch die Fortführung war sehr umfangreich. Die Verwaltung hat ebenfalls ein großes für diesen Unterſtügungszweig ein großer Teil der eingegangenen der betreffenden Boykotts behindert wurde. Zu diesem Punkt Arbeitspensum geleistet. Den italienischen und polnischen Kollegen Gelder, wie ja auch aus der Abrechnung hervorgehe, verwandt spricht eine große Anzahl Redner, die sich im großen und ganzen wurde regelmäßig das Organ in ihrer Muttersprache zugestellt, auch wverden. Gegen die Beitragserhöhungen werden die nicht zustimmend zu den von Allmann und Kretschmer geäußerten An- befizen sie entsprechende Statuten. Um dem Vorwurf über angeblich bekannten Einwände erhoben: Die Mitglieder in den fichten erklären. zu hohe Verwaltungskosten entgegenzutreten, hebt der Berichterstatter fleinen Drten und rückständigen Gegenden feien nicht hervor, daß das einzelne Mitglied beispielsweise im Jahre 1904 imstande, die hohen Beiträge aufzubringen, die Indifferenten würden für alle Beamten nur 24 Bf., für den einzelnen mrr 7 f. bezahlt. und gibt Auskunft über den Stand des Vermögens. Vom 1. Januar Danach erstattet Lange Hamburg den Kassenbericht Der Verbandstag wurde am Sonntag im Voltshause zu an bis jetzt haben von 272 Bahlstellen 96 die Gelder eingesandt. Leipzig eröffnet. Es find rund 100 Delegierte aus allen Gauen Gegenwärtig sei ein Rassenbestand von rund 96 000 m. vorhanden. Deutschlands erschienen. Auch dieser Nedner wendet sich scharf gegen die Unterschlagungen Den Vorstandsbericht gab der Verbandsvorsitzende Behrendt- und schiebt die Mitschuld daran der unpünktlichen 25sendung der Gelder zu. Zur Verhandlung gelangt sodann Punft 5 der Tagesordnung: Hamburg. In den letzten beiden Jahren ist die Mitgliederzahl des Der Tarifvertrag mit den Konsumvereinen und Verbandes von 18 000 auf 39 000 gestiegen. Sehr beklagt der Schmidt Berlin berichtet hierauf über die Beschwerden aus Genossenschaftsbädereien." Der Referent, Kretschmer- Referent die große Fluktuation im Verbande. Seit 1902 haben fast einzelnen Bahlstellen wegen Ausschlüssen uſw. Nachdem noch Hamburg, und Allmann schildern eingehend die Schwierigkeiten, 55 000 Mitglieder dem Verbande den Rücken gelehrt. Die Beitrags- Sebode. Hannover den Revisionsbericht erstattet und die gute die zum Teil bei Abschluß der Verträge mit Genossenschaften zu leistung war sehr verschieden. Es wurden Marken entnommen von Geschäftsführung hervorgehoben, referierte Töpfer- Hamburg über überwinden waren. In der Debatte wird von vielen Delegierten 55 bis herab zu 20 Pf. Vermutlich aber sind ungeheuer viel Marken das Fachorgan, den Bauhülfsarbeiter, das zurzeit in einer Auflage fonstatiert, daß es Genossenschaftsbäckereien gibt mit Arbeitszeiten von der niedrigen Stufe entnommen worden, ein Zustand, wie er feineswegs von 50 000 Exemplaren erscheint. 8-14 Stunden. Außerordentlich lange Arbeitszeit existiere Haupt- den Bestimmungen des Statuts entspricht, das verlangt, daß sich die In der Diskussion findet die Tätigkeit des Vorstandes im all sächlich in Thüringen und in einigen Gegenden Süddeutschlands. Martenentnahme nach dem Durchschnittslohne zu gestalten hat. gemeinen Anerkennung, wenn auch im einzelnen, namentlich über Die zu diesem Punkte vorliegenden Anträge, die vom Hauptvorstand Lohnbewegungen und Streits hat die Organisation eine Bureaukratismus Beschwerde erhoben werden. die Beranstaltung einer Enquete über die in Genossenschaften be- große Anzahl durchzufechten gehabt. Die Stämpfe sind besonders schäftigten Kollegen sowie die Regelung des Schichtlohnes für Aus- scharf gewesen. Durch das Kartellverhältnis mit den Maurern hülfsarbeiter 2c. verlangen, werden dem Vorstande zur Erledigung wurden in der letzten Periode die Lohnbewegungen mit den Maurern überwiesen. dem Berbande ferngehalten usw. Die Erhöhung des Beitrages Achter Verbandstag der Bauhülfsarbeiter Deutschlands. wird mit 26 gegen 20 Stimmen angenommen, doch darf die Mehreinnahme nicht zum Ausbau der Unterstützungseinrichtungen, sondern zum Zwede der Besserung der wirtschaftlichen Lage der Bäder verwandt werden. Damit sind die hinsichtlich des Ausbaues des Unterstützungswesens gestellten Anträge hinfällig geworden. " Ueber die Preffe" referiert Allmann, der die Notwendigkeit der Anstellung eines Redakteurs mit der Anhäufung der Verbandsgeschäfte begründet. Bisher habe er die Geschäfte des Vorsitzenden und des Rebatteurs allein geführt. Das geht in Zukunft nicht wie bisher. Als Vorsitzender müsse er etwa 150 Tage im Jahre umherreisen und während dieser Zeit fehle der Redakteur. Der Antrag findet nach längerer Debatte, in der bezüglich der Haltung und Ausgestaltung der Bäder Beitung" mehrere Anregungen gegeben werden, mit großer Mehrheit Annahme. Die Wahl eines Redakteurs fällt auf Freytag Leipzig. " " V Ueber unsere zukünftigen Lohnbewegungen und Streits" hält Allmann das einleitende Referat. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 2.Berliner Reichstagswahlkreis. ( 143. u. 144. Bezirk.) Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Möbelpolierer Arthur Teske ain 4. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag) nachmittag 4 Uhr vom Krankenhause am Urban aus nach dem Simeons- Kirchhofe, Briz, Tempelhofer Weg, statt. Rege Beteiligung erwünscht. Der Voritand. Am 3. d. Mts. entschlief nach furzem, schwerem Leiden unsere liebe Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Ww. Müller im 67. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an am Die trauernden Hinterbliebenen. Familie M. Müller. Die Beerdigung findet Freitag, den 7. d. Mis., nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Gethsemane- GemeindeKirchhofes aus statt. 7405 Soeben erschienen: Sozialdemokratischer Wahlverein Leuchtkugeln" für den 3. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genosse Tanzlehrer Heinrich Amtenbrink, Annenstraße 2, am Dienstag, den 4. b. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 240/20 Um zahlreiche Beteiligung er Der Vorstand. fucht Am 4. April, nachmittags 4%, Uhr, verschieb fanft nach langem, schwerem Leiden meine inniggeliebte Frau [ 107/10 Helene Bagemühl geb. Baudorf, im 46. Lebensjahr. Dies zeigt tiefbetrübt an Aug. Bagemühl, Restaurateur, Frankfurter Allee 52. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Bentral Friedhofes, Friedrichsfelde, aus statt. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puber. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Pußer hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Julius Pohle plötzlich verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethfemane- Friedhofs zuwieder- Schön hausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. 133/18 J. A.: H. Neumann. Ernste und heitere Vortrags. gedichte für Arbeiterfeste. Mit einer Einleitung: Die Kunft des Vortrages. gemeinsam betrieben. Der Verband war im Jahre 1908 in 23 Angriffsstreits und neun Aussperrungen verwickelt; davon waren vier erfolgreich, fünf teilweise erfolgreich, vier erfolglos und von einem blieb der Ausgang unbekannt. Von den Aussperrungen verliefen vier erfolgreich, drei teilweise erfolgreich und zwei waren erfolglos. Im Jahre 1904 fanden 36 Angriffsstreiks, 108 Abwehrstreiks und Sperren, acht Aussperrungen statt. 21mal war die Organisation durch Streits der Maurer in Mitleidenschaft gezogen. Von den Angriffsftreits waren 17 erfolgreich, 15 teilweise erfolgreich und 12 erfolglos. Die Streits erforderten im Jahre 1903 156 119 M., im Jahre 1904 aber 345 644 M. Die Kassenverhältnisse schließen in Einnahme und Ausgabe. mit 1255 758 M. Ueber das Verhältnis zu anderen D 0 Marktpreise von Berlin am 4. April. Nach Ermittelungen des fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Rentner: Weizen**), gute Sorte 17,30-17,28 M., mittel 17,26-17,24 M., geringe 17,22-17,20 M. Roggen**), gute Sorte 18,80-13,78 m., mittel 13,76-13,74 R., geringe 13,72-13,70 M. Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,90 m., mittel 14,80 bis 13,70 M., geringe 13,60-12,50 M. Safer"), gute Sorte 16,20-15,40., mittel 15,30-14,60 W., geringe 14,50-13,80 m. Erbsen, gelbe, zum Kochen Startoffeln 10,00-6,50 M. Nichtstroh 4,82-4,82 R. Seu 9,10-7,40 M. 45,00-30,00. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 Für ein seilogramm Butter 2,80-2,00 W. Gier per Sahod 4,00-2,70 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Dresden+ 0,79 Meter, bei Magdeburg+3,22 meter. Unstrut bei Wasserstand am 4. April. Elbe bei Auffig+2,21 Meter, bei Dresden+0,79 Meter, bei Magdeburg+3,22 Meter. Straußfurt+2,60 Meter. Dder bei Natibor+ 2,80 Meter, bei Breslau Dber Begel+ 5,22 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,46 Meter, bei Frankfurt+1,99 Meter. 23 eichsel bei Brahemünde+ 4,19 Meter. War the bei Bosen- Meter. Nezze bei Usch <-- Meter. Krankenkaffe Schmiede u. Sportshaus in Ziegenhals bei Zeuthen der Emieben. berto. Geto. Stadtbahn- Verkehr) am Crossin- See, mit großem Saal, Hallen und schattigem Garten, bis 1500 Personen fassend. 10 Morgen Spielpläge in herrlichem Hochwald, zwei nenerbaute verdeckte Kegelbahnen, Ausspannung für Fuhrwerke, Dampfersteg, Nuderboote, Sommerwohnungen und Logierzimmer, Kaffeeküche 2c. 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April 1905, abends 8, Uhr, im Lokal von Tabert, Markusstr. 14, Eing. Grüner Weg. Tages- Ordnung: 1. Borlage der Jahresrechnung pro 1904. 2. Bericht der Revisoren und Antrag auf Erteilung der Decharge. 3. Vereinheitlichung der Krantentontrolle durch den Gewerks- Krankenberein. 4. Bericht eventuell Beschlußfaffung über Durchführung der Münchener Beschlüsse betreffend Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse der Kassenbeamten. 5. Verschiedenes. 272/3 Der Vorstand. 3. A.: Ad. Pilgrim, Borsigender, Admiralstr. 24, II. Allen Freunden und Bekannten zur Kenntnis, daß ich ein am 1. April und WeißBayrisch- Bier- Lokal eröffnet Johann Pfarr habe. 26702* Lynarstr. 15. Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Pf. u. 1,00. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläuse 2c. Schachtel 30 Bf., 60 Pf. u. 1,00. 26682* Anzüge Julius Fabian, 1000 Mark Belohnung Paletots zurückgesetzte vornehm gefertigte, sonst Masspreis: 40-70 Mark, Jetzt 18-42 M Gehrockanzüge jetzt 29-42M. 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Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 142/ 12* Miete 7206 Die Arbeiter der Firma Julius und Hermann Gembicki, Friedrichstr. 16 u. Lindenstr. 102, befinden sich im Streit. 18/ 16* Zuzug ist fernzuhalten! Die Ortsverwaltung. Die Tischler und Maschinenarbeiter bei Sommerlatte Zuzug ist fernzuhalten. 82/ 7* Die Ortsverwaltung. Achtung, Böttcher! Nr. 82. 22. Jahrgang. 3. Stilajf des.Awiirts" letlinn PolMstt Donnerstag, 6. April 1905. Partei- Angelegenheiten. Der Vertrauensmann des ersten Berliner Reichstags-Wahlkreises, Genosse Georg Oppel, wohnt jetzt Berlin N., Reinickendorferstraße 23a, S�Treppen. berliner Nachrichten. Vom Hängen und Laufenlassen. Gegen eine gewisse Sorte von Inseraten in der Presse ziehen die deutschen Sittlichkeitsvereine unter der Leitung ihres General- sekretärs B o h n zu Felde. Daß im Inseratenteil der gedruckten Wohlanständigkeit gar manches faul ist, beweisen die berüchtigten Kuppelei- und Massage-Anzeigen in Zeitungen, die sonst vor biirger- licher Ehrpusseligkeit förmlich triefen. In einem Artikel, den die Sittlichkeitsvereine uns und wahrscheinlich auch anderen Blättern zur Veröffentlichung zugesandt haben, wird gegen diesen Schinutz seltsamerweise kein Wort gesagt. Es wird hingegen der Kampf er- öffnet gegen zwei Preßerzeugnisse, die unseres Wiffens Verhältnis- mäßig selten auf dem Tische bürgerlicher Familien ausliegen, näm- lich gegen das„Kleine Witzblatt" und die Münchener „Jugend". Die Zuschrift der Sittlichkeitsvereine nimmt Bezug auf ein Wort, das der Schriftsteller Otto v. Leixner in einem„Auf- ruf gegen den Schmutz in Wort und Bild" von sich gegeben haben soll: „So viel ich gesucht habe, ich vermochte in keinem Lande ein Blatt zu entdecken, dessen Anzeigenteil sich mit dem des„Kleinen Witzblattes" vergleichen ließe. Dieses Blatt hat durch die Gemein- heit seines Inhalts und seiner Bilder alles angezogen, was schmutzige Ware vertreiben will: Bücher von nur„pikanten" bis zu solchen, in denen wahnsinnige Geschlechtlichkeit sich bis zur Er- schöpfung austobt; Bilder vom einfachen Akt bis zu Darstellungen jeder nur vorstellbaren Abscheulichkeit." Dieser Herr scheint merkwürdigerweise den Inseratenteil der„Boss. Ztg." und anderer Blätter nie zu Gesicht bekommen zu haben, denn sonst würde er ein solches Urteil nur modifiziert abgeben. Aber die Zuschrift des Herrn Bohn will die von Herrn v. Leixner zum besten gegebene Ansicht durch Auszüge aus dem Inseratenteil der„Jilgend" und des„Witzblattes" bekräftigen und führt daher in ihrem Artikel eine Blütenlese der nach ihrer Ansicht bedenklichsten Annoncen wörtlich an. Uns gefällt die Art, wie die Sittlichkeitsvereine für ihre Zwecke Propaganda machen, nicht besonders, aber im vorliegenden Falle ivcrden auch sie uns zugestehen, daß wir zu einem unbefangenen Urteil einigermaßen befähigt sind. Denn schwerlich dürsten sie uns in der bürgerlichen Presse ein Blatt nennen können, dessen Anzeigen- teil so einwandfrei dasteht wie der sozialdemokratischer Blätter, den „Vorwärts" eingeschlossen. Und in diesem Bewußtsein müssen wir zu dem ausgerechnet gegen die beiden erwähnten Zeitschriften eröffneten Kanipf den Kopf schütteln. Gewiß handelt es sich un, Anzeigen. die von unserer Expeditton fast ohne Aus- nähme zurückgewiesen würden. Es werden dann„pikante" Photographien und Bücher mit Titeln wie„Die Beichte einer Fürstin",„Die Brautnacht" angepriesen, ebenso hygienische Schutz- mittel. Wenn nun aber der Sittlichkeitsvereinler sich auch gegen die Ankündigung von Zolas„Bauch von Paris", jenem ttefernsten Roman wendet, so ist das nichts als Banausentilm.„Wer jung ge- blieben ist", so heißt es in der Philippika weiter,„den verlangt nicht nach diesen„höchstsensattonellen" Produkten gewissenloser, ver- kommener Sudeler und noch weniger nach den photographischen Wiedergaben scheußlichster Perversitäten, geschweige denn nach diesen Heilmitteln selb st verschuldeter Krankheiten, die eine stolze, reine Jugend nicht kenn t." Wer so etwas zusainmenschreibeii kann, bei dem kann man nur darüber in Zweifel kommen, ob er krasse Unwissenheit oder Heuchelei vom Stapel läßt, denn diese stolze, reine Jugend gehört wie jeder beliebige Assessor und Referendar Herrn Bohn aus eigener Wissen« schast bekunden wird, zu den Dingen, die es nie und nirgendwo gibt oder gegeben hat. Und jeder Arzt, der sich ehrlich im Kampf gegen die Syphilis müht, wird die Hände über dem Kopf zusammen- schlagen, wenn er die selbst im Krankcnversicherungsgesetz über Bord geworfene Phrase von den selbstverschuldeten Krankheiten liest. Wenn die Sittlichkeitsvereine sich vor dem Kamps gegen den Inseratenteil der einflußreichen Tagespresse herumdrücken und mit abgestandenen Phrasen operieren, dann werden sie als Objekt für die Witzpresse am Ende einen Wert behalten, sonst aber aus dem öffentlichen Leben ausgeschaltet sein. Wer die Kleinen hängt und die Großen laufen läßt, kann nuii einnial nicht auf Respekt Anspruch machen. Die städtische Schuldcputation beschäftigte sich am Mittwoch u. a. mit der Neneinteilung der Schulkreise. Der Borsitzende Stadt- syndikus Dr. Hirsekorn en, pfähl, eine Unterkoniniission mit den Vorarbeiten zu beauftragen. Berlin ist in 12 Schulkreise eingeteilt. die 22 Schulinspizienten lMitjfliedern der Schuldeputationl unterstellt sind. Diese Jnsssizienten flir die Schulinspektionen sind zugleich Hauskuratoreu und Vorstandsmitglieder der zu ihrer Inspektion ge- hörigen Gemeindeschulen zc. Zun, Jnspekttonsbezirk gehören eine ganze Reihe von Schulkommissionen. Infolge der fortschreitenden Bebauung sind besonders im Osten und Rorden außergewöhnlich große Schulkreise mit oft zwei Dutzend Schulkommissionen ent- standen, während die Schulkreise im Zentrum sich verkleinert haben. Es wurde zum Ausgleich vorgeschlagen, die Schnlkreise im Innern der Stadt zu vergrößern und die äußeren zu verkleinern. Eine Unterkommission soll zunächst Vorschläge ausarbeiten. Für den Berliner Stadt- und Borort-Berkehr liegt jetzt der Sommerfahrplan in seiner definitiven Gestalt vor. Er bringt zugleich eine Zusammenstellung der von uns bereits angedeuteten Veränderungen, von denen wir die folgenden hervorheben: Aus dem Nordringe verkehren während der Stunden des starken Arbeiter- Verkehrs(S— 8 vor- und nachmittags) in jeder Richtung zwei Züge pro Sttmde mehr. Auf der S ü d r i n g- Strecke Schlesischer Bahnhof— Tempelhof— Potsdamer Bahnhof werden auch in der Zeit von 9—12 vormittags und 9— 10 Uhr abends(anstatt zwei) vier Züge in jeder Richtung stündlich befördert werde»; zwischen Charlotten- bürg— Halensee— Potsdamer Bahnhof verkehren auch nach- mittags nach 9 Uhr bis Dienstschluß vier Züge stündlich. Durch Verschiebung eines Teils der Nord- und Südring-Ziigc um fünf Minuten ist in Stralau- Rummelsburg der An- schluß zwischen beiden Ringen verbessert und dadurch die Ueber- gangSzeit für die uinsteigenden Reisenden in beiden Richtungen von acht auf drei Minuten abgekürzt. Ueber die Stadtbahn werden nicht mehr die nach Nieder-Schönweide-Johannisthal- Grünau, sondern die von PolSda», nach Erkner fahrenden Vor- ortzüge durchgeführt; in Erkner kommen die Züge 11 bezw. 41 Minuten nach der vollen Stunde an und fahren 17 bezw. 47 Minuten nach der vollen Stunde ab. Auf der Strecke Friedrichshagen- Schlesischer Bahnhof sind in der Zeit von 6 bis 8 Uhr vormitttags zwei Züge von Friedrichshagen neu eingelegt. Der von Berlin nach Friedrichshagen in den Abend- stunden bestehende IS-Minutcnverkehr wird bis 9 Uhr abends fort- gesetzt; von den nachmittags auf dem Schlestschen Bahnhofe endenden und beginnenden Friedrichshagener Borortzügen enden und beginnen sieben Züge in jeder Richtting in Grunewald. Die Vorortzüge Grünau-Berlin, Stadtbahn, verkehren bis Charlottenburg und Westend, anstatt nach Potsdam und Grunewald. Ueber die neuen Zugverbindungen auf der Görlitzer, Stettin er, Lehrter, Potsdamer:c. Vorortbahn haben wir bereits ausführlich be- richtet; ebenso über die erhebliche Zugvennehruna ans der W a n n s e e- Bahn, welche den stärkeren Verkehr nach Steglitz, Zehlendorf, Lichter- felde-West zc. begegnen soll. Die Genickstarre. Ter Polizeipräsident gibt bekannt: Mit Rücksicht auf das epidemische Auftreten des Kopfgenickkrampfes (Neningiiis cerebrospinalis epidemica) in Schlesien und die be- stehende Gefahr einer Einschleppung von dort wird an die Herren Aerzte die Bitte gerichtet, bis auf weiteres die auch nur verdächtigen Krankheitsfälle dieser Art melden zu wollen, wenn auch die Polizei- Verordnung vom 31. März 1889, betreffend Maßnahmen gegen Ver- breitung der Gehirn- und Rückenmarkshaut-Entzündung oder des Kopfgenickkrampfes, sich nur auf ausgesprochene Fälle der Krankheit bezieht. Die Spreeschiffahrt hat in diesem Frühjahr einen Umfang an- genommen, wie er bisher noch nicht beobachtet worden ist, und Hunderte von Zillen lagern zur Zeit auf den Wasserläufen der Spree. An den Schleusen ist der Andrang so bedeutend, daß die eintreffenden Fahrzeuge stuudenlang liegen, bevor ihre Durch- schleusung erfolgen kann. Hauptsächlich sind es Baumaterialien, die in Berlin eingeführt werden. Die Schiffahrt wird wesentlich be- günstigt durch den Wasserstand, der zurzeit normal ist. Das sonst in den Monaten März und April eintretende Hochwasser und die damit verbundene, die Schiffahrt störende starke Strömung ist fast völlig ausgeblieben. Die Spree hatte nur wenige Tage einen etwas erhöhten Wasserstand aufzuweisen. Der Borsteher der Gewerbe-Jnspektion Berlin W. und Char- lott�nburg ist der kgl. Gewerbe-Jnspektor Herr v. G i z y k i. Der Name war in unserer vorgesttigen Veröffentlichung falsch angegeben worden. Vom Kamps gegen die neue Droschkcnordnung. Der inzwischen von seiner Reise nach Berlin zurückgekehrte Polizeipräsident hat gestern die von einer großen Protestversammlung gewählte Ab- ordnung der Droschkenbesitzer in Sachen der neuen Droschkcnordnung empfangen, die bereits am Sonnabend auf dein Polizeipräsidium war, dort aber den Präsidenten nicht antraf. Tie Herren Streu, Pritsch, Schulz und Groß trugen die vielen Bedenken der Droschken- fuhrherren und Kutscher gegen die neue Fahrordnung vor und baten um Abänderung verschiedener besonders harter Bestimmungen. Polizeipräsident v. Borries gab zu, daß die neue Verordnung manches Unangenehme für die Droschkcninteressenten enthalte; an eine Aenderung der neuen Fahrordnung sei aber nicht zu denken, da sie ja erst vor einigen Tagen in Kraft getreten sei.„In der Praxis würde die Sache nicht so schlimm werden, da er für eine milde Auslegung sorgen werde." Eine Verfügung dahin sei den einzelnen Polizei- revieren bereits zugegangen. Tie Droschkenbesitzer sind durch diese Antwort nicht befriedigt. Sie wollen zunächst abwarten, welche Ant- wort ihnen auf die schriftlich dem Polizeipräsidium eingereichte Ein- gäbe um Aenderung der neuen Fahrordnung wird, um sich nötigen- falls an den neuen Minister des Innern init einer Beschwerde zu wenden. Sollte auch dieser Schritt keinen Erfolg haben, so wird auf dem Wege des Berwaltungsstreitverfahrens versucht werden, die Un- gültigkeitserklärung der neuen Verordnung herbeizuführen. Gegen den Kellner Ramm hat sich im weiteren Verlaufe der Erinittelilngen das Belastungs Material so sehr gehäuft, daß auch nicht der geringste Zweifel an seiner Schuld mehr bestehen kann. Ramm behauptet, daß er in der Nacht vom 19. zum 11. März in der Wohnung gewesen sei, die er damals in der Kochstraße 45 unter einem falschen Nanten inne hatte. Wäre das richtig, so könnte er nicht in derselben Nacht den Einbruch und den Totschlag bei dem Schankwirt Grabow in der Schönhauser Allee verübt haben. Aber seine damalige Wirtin und deren Dienstmädchen bekunden mit Bestimmtheit, daß diese Be hauptung unwahr ist. Ramm war in jener Nacht nicht zu Hause, kehrte vielmehr erst am 11. März, vormittags um 11 Uht, heim und machte sich dabei auch noch auffällig. Da er die Miete schuldig geblieben war, so hatte ihm seine Wirtin bereits die Stube zugeschlossen. Jetzt hatte er aber auf einmal Geld. Damit brüstete er sich auch dem Mädchen gegenüber. Diesem machte er Anträge mit dem Hinzufügen, jetzt könne er bezahlen; dabei zeigte er eine größere Summe. Dem Mädchen fiel es mich auf, daß Ramm an den Händen und den Lippen Äratzwunden hatte. Sie fragte ihn, wo er die her habe, und er antwortete, sie rührten von einer zerschlagenen Bierflasche her, er habe mit einem anderen Manne Streit und Schlägerei gehabt. Stach der Begrüßung und dieser Unterhaltung wusch sich Ramm so lange und gründlich, daß es ebenfalls auffiel, zumal da er sonst keineswegs besonders wasserfreundlich gewesen war. AlS das Mädchen bald darauf wieder in die Stube kam, saß Ramm ganz erschöpft auf einem Stuhl, wie um sich von einer Aufregung und An- sttengung auszuruhen. Nach kurzer Zeit ging er weg und ließ sich nicht wieder sehen. Er mietete sich nun, ivie schon wiederholt mit- geteilt wurde, unter dem Namen eines Kaufmanns Berendt in der Brandcnburgstr. 7 ein. Nachdem er dort am 18. den Koffer und Kleidungsstücke des Schlossers Michaelis gestohlen hatte, fand er ein neues Unterkommen in der Neuenburgerstr. 2. Dort verschwand er wieder, als er gemeldet werden sollte und ließ den Koffer mit einigen Kleidungsstücken'zurück. In den Taschen fand nun die Krimminalpolizer eine Anzahl Sachen, die Ramm nun in der kritischen Nacht in den Räumen Grabows an sich genommen haben kann: Handschuhe der Kinder Grabows, ein Portemonnaie der Frau Grabow, einen Gashahnschlllsfel. ein Strumpfband des erstochenen Walter Grabow, einige Rollen Zwirn und eine Gedicht- sammlung. Alle diese Dinge haben Grabow und seine Angehörigen mit aller Bestimmtheit als ihr Eigentum erkannt und noch am 10. abends in ihrem Besitze gehabt. Aus dem Buche haben gerade an jenem Abende noch der erstochene Knabe und seine Schwester Gedichte gelernt. Ramm hat diese Kleinigkeiten jedenfalls beim Ab- suchen der Räume ohne Wahl in die Tasche gesteckt und später mit- genommen, während er größere Sachen, die er zusammengefaßt hatte, zurücklassen mußte. Trotz aller Belastung aber leugnet er beharrlich auch beim Untersuchungsrichter. Der unbekannte Arbeiter, dem er in der Wrangel- oder Manteuffelstraße seinen Ueberzieher si'ir 2 M. verkaust haben will, hat sich noch nicht gemeldet, auch seine Schnürschuhe sind noch nicht gefunden. Reklame. Polizeilich vom Straßenhandel ausgeschlossen wurde die neuerschienene Nr. 13 der„Freien Meinung". Beanstandet sind zwei Artikel, deren einer den„8 175" beleuchtet, während der zweite den seltsamen Titel„Barbiermamsells und Fetischismus" trägt. Vermißt wird seit 31. März d. I. der Student Freiherr HanS v. Wolzogen. Er hat sich anscheinend in einem Anfalle von Schwermut aus seiner Wohnung Lntherstr. 2 entfernt und ist bisher nicht wieder zurückgekehrt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er sich nach außerhalb begeben hat, wahn'cheinlich ist jedoch, daß er in Berlin oder Umgegend umherirrt. Er ist 25 Jahre alt. 1,76 Meter groß und von untersetzter Gestalt, hat dunkelbraunes krauses Haar, kleinen dunklen Schnurrbart, Siohe Stirn, graubraune Augen, Adlernase und frische Gesichts» arbe. Beim Gehen setzt er die Füße stark nach auswärts. Er spricht schnell imd undeutlich. Bei seinem Weggange war er be- kleidet mit einem schwarzblau gestreiften Jackettanzuge, Schnürstiefeln, schwarzem Ueberzieher mit Sammetkragen und grünlichem Lodenhut. Personen, die über den Verbleib des Vermißten Angaben machen können, wollen dieses auf einem Polizeirevier oder dem Polizei- Präsidium Zinimer 245 bezw. der Polizerdirektton zu Charlottenburg zu J.-Nr. 2420 IV/36 05 tun. Bei der Schleifcnfahrt schwer verunglückt ist gestern die 19 Jahre alte Artistin Hedwig B o r ch a r d auf dem Fabrikgrundstück Müller- straße 146. Sie übte dort auf der Schleifenbahn, um demnächst auf Spezialitätenbühnen aufzutreten, stürzte und mußte bewußtlos nach dem Paul Gerhardt-Sttst gebracht werden. Die Verunglückte hat sich außer einer Gehirnerschütterung eine schwere Verletzung, wenn nicht einen Bruch des Rückgrats zugezogen. Eine» Mord oder Selbstmordversuch verübte Mittwoch nachmittag der 45 Jahre alte Arbeiter Otto Bastian im Hause Adalbertstr. 49, indem er die 49 Jahre alte verwitwete Produktenhändlerin Auguste Jrrgairg mit einem Revolver erschoß und sich dann selbst zu töten versuchte. Die Frau wurde noch lebend in das Krankenhaus Bethanien gebracht, wo sie bald nach ihrer Einlieferung starb, während Bastian, der sich durch einen Schuß in den Kopf schwer verletzt hatte, als Polizeigefangener in der Charits Aufnahme fand. Die Witwe Auguste Jrrgang, eine stattliche Frau, betrieb seit sechs Jahren im Keller des Hauses Adalbertstr. 49, einen Altwaren- und Lumpenhandel; sie galt als fleißige, ruhige Frau. Vor einiger Zeit lernte sie den von seiner Familie getrennt lebenden früheren Dach« decker Otto Bastian kennen und zog mit ihm zusammen. B. war jedoch ein trunksüchttger, gewalttätiger Mensch, und Zank und Streit waren nun in dem Keller an der Tagesordnung. Die Jrrgang be- klagte sich oftmals bei dem Wirt des Hauses über die ihr seitens BasttanS zugefügten Mißhandlungen und meldete diesen auch mehr« mals ab. In den letzten Tagen war es besonders schlimm ge« worden, so daß die Jrrgang dem Bastian energisch die Türe wies. Der Mann entfernte sich, trieb sich aber in der Nähe der Wohnung umher, zeigte Bekannten einen Revolver und drohte, die„Alte" zu töten. Gestern mittag erschien er plötzlich auf dem Hofe des Grundstücks. wo er den Ruf ertönen ließ:„Der Lumpenhändler ist da!", begab sich dann in den Keller, wo er sofort gegen die ihm entgegentretende Jrrgang den Revolver richtete und mehrere Schüsse auf sie abgab. Zu Tode getroffen, sank die Frau zu Boden, während B. sich selbst am Kopfe schwere Verletzungen beibrachte. Die durch die Schüsse alarmierten Hausbewohner riefen die Polizei. Diese sorgte für die lleberführung der Frau Jrrgang nach dem Krankenhause Bethanien. wo sie bald nach der Einlieferung starb. Bastian wurde auf der Unfallstatton am Mattannen- Ufer verbunden und dann nach der Charits gebracht, wo er in bedenklichem Zustande daniederliegt. DaS Geschäft wurde polizeilich geschlossen. Ueberfall auf einen Geldbriefträger. Ein Ueberfall auf einen Geldbriefträger wird aus der TreSkow- straße gemeldet. Als der Geldbriefträger Ulm vom Postamt 58 in der Danzigerstraße sich gestern morgen zwischen 8� und 8% Uhr auf seinem Bestellgang befand, überfiel ihn in dem Hause Treskowstr. 45 der am 13. Mai 1880 zu Ludwigslust geborene Bäckergeselle Karl Piper mit einem Brecheisen und verletzte ihn am Kopfe, um ihn zu berauben. Da seine Absicht mißlang, so versuchte der Räuber zu entfliehen, wurde jedoch vom Publikum festgenommen und der Polizei des 17. Reviers übergeben. Die Verletzung war zum Glück so un- erheblich, daß Ulm bereits wieder seinen Dienst versieht. Er ist ein Mann von 54 Jahren und schon 26 Jahre auf dem Postamt 58 be- schäftigt. Ulm, der in der Rostockerstraße wohnt, hatte auf seinem ersten Bcstellgange dem Bijouteriewarenhändler Ratzcburg im hohen Erdgeschoß des Vorderhauses Treskowstratze 45 Geld gebracht. Als er die Treppe wieder hinunterging, sprang ihm Piper plötzlich an die Kehle, versuchte ihn zu würgen und stieß und schlug mit einer starken Hclzfeile mit rauhem Ende, die als Stemmeisen benutzt zu sein scheint, auf ihn ein. Auf die Hülferufe des Ueberfallenen, der mit oberflächlichen Verletzungen am Kopfe und am Halse davonkam, liefen gleich Hausgenossen und Leute von der Straße herbei. Der Räuber entfloh nun und suchte durch das Eckhaus an der Treskow- und Franseckystraße zu entkommen, wurde aber im Torwege von sechs Verfolgern eingeholt, überwältigt und der Revierpolizei übergeben. Diese brachte ihn mittags von der Wache in der Wörtherstraße zur Kriminalpolizei am Alexanderplatz. Piper, der kein Obdach hatte, ist lang aufgeschossen und dürr und macht den Eindruck eines Vaga- Kunden und stumpfsinnigen Menschen. Er bestreitet die Tat und be» hauptet, das Opfer einer Verwechselung geworden zu sein, nachdem er auf dem Boden des Hauses, wo er ergriffen wurde, genächtigt habe. Ulm und andere Zeugen erkennen ihn aber mit aller Bestimmtheit. Die Verfolger sahen auch, daß er die Feile auf der Flucht wegwarf. Straßensperrung. Die Elberfelderstraße zwischen Essener- und Dortmunderstraße wird behufs Asphaltierung vom 10. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Plötzlich tobsüchtig geworden ist vorgestern morgen der 31 Jahre alte Klavierarbeiter Michael Reiter. Während der Arbeit in der Pianofortefabrik Schwohls u. Co., Köpenickerstraße 164a, stürzte sich Reiter plötzlich mit geöffnetem Taschenmesser auf seinen 36 Jahre alten Mitarbeiter Karl Krause und verwundete ihn am Kopfe. Darauf verfolgte er die fliehenden Arbeiter und verletzte den fünf- zehnjährigen ArbeitSbnrschen Paul Manns schwer an Hals und Kopf sowie an Armen und Händen. Mit Hülfe des Schutzmanns-Wacht- meisters Hoffmann und des Schutzmanns Mahlack gelang es endlich den anderen Arbeitern, den Rasenden von seinem Opfer loszureißen und zu fesseln. Reiter wurde nach der Polizeiwache gebracht und nach Untersuchung durch einen Kreisarzt der Irrenanstalt Herzberge zugeführt. Die beiden Verletzten wurden nach der Unfallstatton am Mariannen-Ufer geschafft, wo Manns wegen der Schwere seiner Wunden bleiben mußte, während Krause nach Anlegung eines Ver- bandes entlassen werden konnte. Beschimpft, geprügelt und umgebracht. Ein Pistolenzweikampf fand gestern morgen in der Tegelerheide zwischen einem Groß» grundbesitzer Walter Georg Zippflitt aus Südwestaftika und einem Ingenieur v. Kobylinstt aus der Borstgstr. 21 statt. Zippflitt erhielt einen Schuß in den Unterleib und wurde schwer verwundet nach dem Paul Gerhardtstist gebracht. Er ist dort bereits gestorben. Stach seinen Angaben war der verhängnisvolle Kampf auf einem Zu- sammenstoß in den Winzerstuben in der Leipzigerstraße zurückzu« führen. Dort sei er, Zippflitt, am Freitag vottger Woche von den Ingenieur rücklings überfallen und mißhandelt worden. Diese An» gaben sind noch sehr unklar. Zippflitt besaß in Deutsch-Südwestafrika die Farm Moordorf bei Großfontein und war als Delegierter der deutschen Ansiedler seit Mai vorigen Jahres in Deutschland. Kobylinstt Ivurde, da er Ausländer ist, nach dem heuttgen Verhör in das Untersuchungsgefängnis des Charlottenburger Anttsgettchts ab- geführt. Er hatte dem„Lokal-Anzeiger" zufolge mit mehreren Damen und Herren eine Weinstube in der Leipzigerstraße besucht. In vor» gerückter Stunde glaubte er wahrzunehmen, daß die Blicke des an einem Nebentisch sitzenden Herrn Z. ständig auf ihn gerichtet seien. Daraufhin bat v. K. Herrn Z. in den nahegelegenen Korridor zu einer Aussprache. Hier versetzte K. seinem nichts ahnenden Gegen» über mit einer brüsken Bemerkung über„unattiges Fixieren" einen Rippenstoß. Weitere Tätlichkeiten wurden durch die Umstehenden verhindert. Es erfolgte Kartcnaustausch seitens der beiden Gegner. und am nächsten Morgen ließ Herr Z. den Ingenieur v. K. auf Pistolen fordern. Ingenieur v. K. erklärte sich sofort einverstanden. Die eingeleiteten Versöhnungsversuche scheiterten aber schließlich an dem Widerstand des Herrn v. K., der harttiäckig auf der Austragung des„Ehrenhandels" bestand. Feuerbericht. Mittwoch nachmittag gegen 3 Uhr wurde die Wehr »ach der Kleinen Jägerstr. 6/7, gegenüber der Rcichsbank, gerufen, Iveil dort m der Damenmäntelfabrik von Joseph Meyer durch Kurz- schluß in der cleltrischen Leitung Feuer ausgekommen war. Bei Aiittmft der Löschzüge 18 und 20 drang bereits dichter Oualni aus den Fenstern des zweistöckigen Hauses, weshalb ein größerer Brand vermutet wurde. Wie sich aber herausstellte, brannten nur einige Kartons, Pappen und Stoffe, so daß innerhalb einer halben Stunde jede Gefahr beseitigt war.— In der Jerusalcmerstr. 3/4 entstand vorher durch Uebcrkochen von Fett Fener, das aber leicht erstickt werden konnte.— Längere Zeit gab es dann in der Danzigerstt. 62 a und Ruppinerstr. 23 zu tun. Hier brannte der Dachstuhl mit seinen Bodenkammern in großer Ausdehnung, dort Amateur- Konkurrenzen. " Randen Werktische, Hölzer, Spähne, der Fußboden usw. in Flammen. atveiten Artikel, in welchem an dem Vorgehen des Gutsbesizers, man die Säße Ser jet bestehenden Unterstüßungszweige erhöhen In der Simon Dachstr. 12 tvar später die Strohverpackung eines schärfste Kritik geübt wurde. In dem Schlußsab hieß es unter und nicht alle Augenblicke mit neuen Projekten kommen. Es gehe Gasmessers in Brand geraten, während in der Kreuzbergstr. 46 anderem: Es wäre kein Wunder, wenn Dr. Baumann den Brief mit dem Unterstützungswesen ähnlich so, wie mit der Arbeiterallerlei Gerfimpel auf dem Boden Feuer gefangen hatte. In beiden an einer Stelle verloren" habe, wo ihn ein sozialdemokratischer bewegung überhaupt: beide verflachen. Ehe ein Unterstützungszweig Fällen konnte die Ablöschung in kurzer Zeit erfolgen. Außerdem Arbeiter finden mußte." Durch diesen Sab fühlte sich Dr. B. wirklich auf eine gewisse Höhe der Leistungsfähigkeit gebracht werde. hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden noch in der Körnerstr. 5, beleidigt, da ihm nicht nur der Vorwurf der Feigheit gemacht, experimentiere man schon wieder mit neuen Dingen, was zur Folge Saarbrückerstr. 30 und am Kottbuser Damm 9 zu tun. sondern er auch indirekt beschuldigt wurde, gegen seine Auftrag- habe, daß schließlich allerwärts nur ungenügende Halbheiten ge= geber einen groben Vertrauensbruch dadurch begangen zu haben, schaffen würden. Bei den voraussichtlich stets heftiger werdenden daß er jenen Brief in geschickter Weise einer sozialdemokratischen Stämpfen mit den Arbeitgebern sei das Hauptaugenmerk auf eine Beitung in die Hände spielte. Der Angeklagte bestritt jede Absicht möglichst hohe Streikunterſtügung zu richten. Redner unterbreitete einer Beleidigung des Dr. Baumann, auch wäre aus der Form der der Versammlung folgende Resolution: Aeußerungen feine Beleidigung zu erkennen. Der Gerichtshof erblickte indessen durch den Schlußsazz des Artikels den Vorwurf der daß er den Antrag des Hauptvorstandes, die Umwandlung der " Die Versammlung erwartet von dem Verbandstage in Leipzig, Feigheit und eines für einen Arzt inforrekten Verhaltens. Das Arbeitslosen- Unterstübung in eine Erwerbslosen- Unterstützung bes Urteil lautete deshalb in Anbetracht der Schwvere der Beleidigung treffend, ablehnen wird. Die immer teurer werdenden Lebensauf zwei Wochen Gefängnis. verhältnisse, die immer an Umfang größer und länger werdenden Kämpfe der Arbeiter- Organisationen gegen das reaktionäre Unternehmertum machen es dem Verbandstage zur Pflicht, wenn eine Beitragserhöhung beschlossen wird, die bestehenden Unterſtübungen auszubauen und zu erhöhen. Indem die Berliner Metallarbeiter sich der Hoffnung hingeben, daß der Verbandstag sich ihren Anfichten anschließen wird, sind sie der Ueberzeugung, daß damit der Stampfcharakter im Deutschen Metallarbeiter- Verbande aufs neue befestigt wird. Die verbesserten Unterstützungen und unsere unermüdliche Agitation wird das Klassenbewußtsein bei den Ins Mitglieder erhalten und neue fich uns anschließen." differenten immer mehr erwecken und unserer Organisation die alten Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Man schreibt uns: Es dürfte sich der Einwohnerschaft Berlins Man schreibt uns: Es dürfte sich der Einwohnerschaft Berlins die Gelegenheit bieten, Ringkämpfen ohne die üblichen Schiebungen beizuwohnen, denn daß bei allen professionalen Ringkämpfen im Interesse des Geschäfts Manipulationen gemacht werden, kann sich wohl jeder Besucher denken. Ganz anders steht es dagegen mit den Amateur- Ringkämpfen, denn es handelt sich ja hierbei nicht um Geldpreise, sondern nur um Medaillen und den Titel. Es kommt Es wäre doch nun außerordentlich interessant, zu erfahren, in den Tagen vom 8. bis 11. April in Berlin die Austragung der ob Herr Dr. Baumann die Gutsherrschaft, die ihm eine für ihn Weltmeisterschaft im Gewichteheben sowie im Ringen zustande, als Arzt schimpfliche Zumutung gestellt hat, wegen Beleidigung verwelche dem„ Berliner Sportklub 1900" feiten des ersten Athleten- flagt hat. und Artistenverbandes Berlins und Umgegend übertragen worden ist. An diesen Tagen werden sich die besten Ringer und Heber des An- und Auslandes in Berlin einfinden, um im heißen Kampfe sich den Titel„ Amateur- Weltmeister" zu erringen. Wien schickt uns feinen Weltmeister im Heben, Herrn Josef Steinbach, welcher den Weltrekord im Stangestoßen mit 326 Pfund hält. Ferner nehmen daran teil die Herren Karl Wibelsberger, Franz Bitta und Neubau in der Pflügerstraße ist der Maurer Martin Grönte aus Ein Bauunfall hat sich gestern in Rigdorf ereignet. Auf dem andere im Schwvergewicht, die besten Herren im Mittel- und Leicht der Reichenbergerstraße 155 dadurch verunglückt, daß ihm ein Mauergewicht. Am Ringkampf nehmen teil: Weltmeister Rudolf Arnold, stein auf den Kopf fiel. Er wurde auf der Baustelle verbunden und Anton Schmitz, Franz Barta, Aloys Bomp und viele andere. Außer- dann in seine Wohnung gebracht. Der Unfall ist dem Umstande zudem senden Dänemark und Prag ihre 6 Klassenmeister. Ihnen zuschreiben, daß es an der erforderlichen Schußvorrichtung fehlte. schließen sich an: Dresden, Leipzig, Halle, Stettin, München, Erst am Freitag voriger Woche erklärten die auf dem Bau beschäf- fammlung für die Vornahme einer Urabstimmung, falls der VerHamburg, Stuttgart, Holland u. a. m. An der Konkurrenz werden An der Konkurrenz werden insgesamt gegen 100 Personen teilnehmen. Diese Amateur- Welt- tigten Arbeiter, daß sie unter den herrschenden Zuständen nicht weiter arbeiten könnten. Der Polier antwortete mit der beliebten Redensmeisterschaftskämpfe finden am 8. bis 11. April im neuen Moabiter Gesellschaftshause, art, daß die Arbeiter gehen könnten, wenn es ihnen mit der Arbeit Wiclefstr. 24 und nicht passe. Als der Unfall geschehen war, sorgte der Polier eiligst Dauer. als Tageskarten) erfahren die Leser im Annoncenteil des für Abstellung der Mißstände. " Vorwärts". Die Einwohner Berlins dürften hier die Gelegenheit Schöneberg. haben, einem Wettstreite beizutohnen, welcher neben dem Kampfe um die Weltmeisterschaft ein selten schönes Fest ist, wie es wohl voraussichtlich auf diesem Gebiete in mehreren Jahren hier nicht wieder zu erwarten sein dürfte. Emdenerstr. 41, statt. Näheres über die Eintrittspreise( sowohl Die städtische Steuerkasse ist mit dem heutigen Tage von dem Rathause nach dem Hause Hauptstraße 32, Ede Eisenacherstraße, Erdgeschoß, verlegt. Die Räumlichkeiten im Rathause entsprechen in feiner Weise mehr den heutigen Verhältnissen, so daß ein Bureau Erweiterungs- oder Neubau des Nathauses dürfte allzu lange nicht nach dem anderen in Mietsräumen untergebracht werden muß. Der mehr auf sich warten lassen. Teltow. Aus der Frauenbewegung. auf den Standpunkt des Korreferenten. Die Abstimmung ergab In der nachfolgenden Diskussion stellten sich die meisten Redner denn auch die Ablehnung der Resolution Cohen und An= na hme der Resolution Handtke. Weiter erklärte sich die Verbandstag die Einführung der Erwerbslosen- Unterstützung beschließen follte. Betreffs der diesjährigen Maifeier erneuerte die Vers sammlung den Beschluß des Vorjahres, ivonach es den Verbandsfollegen freisteht, in allen Betrieben, woselbst drei Fünftel der Arbeiter organisiert sind, selbständig Beschlüsse über eine eventuelle Arbeitsruhe zu fassen. Mitgeteilt wurde noch, daß am Sonntag in den Bezirken Handtke und C. Schmidt als Revisoren und Menz und H. Schulz als Beisiger gewählt worden sind. Vermischtes. Drei Eisenbahnbeamte bei einem Bahnunglück getötet. Jn er= Im Karl Weiß- Theater geht es zurzeit arg her. Auf der Bühne bewegt sich Judith, die Schwester vom( russischen) Noten Kreuz". Ein Dompropist wegen Sittlichkeitsverbrechen vor Gericht. Läßt der Titel diefes fünfattigen Sensationsschauspiels von Frig Dompropst Malzy aus Worms wird sich am Donnerstag vor Werner schon den kühnsten Hoffnungen Raum, so übertrifft das der Mainzer Straffammer wegen Sittlichkeitsverbrechen, vorsätz Gesehene alle Erwartungen. Man glaubt gar nicht, was für schlechte licher Körperverlegung und Nötigung zu verantworten haben. Menschen es in der( russischen) Welt gibt. Da ist der Direktor des Wenn man Kindern Schießwaffen überläßt. Wie gewissenlos alzy soll die 14jährige Tochter einer Wormser HandwerkerHospitals, der Kranke um ihr Vermögen und dann ums Leben Eltern handent, wenn sie Kindern Schußtwaffen überlassen, zeigt sich familie und eine ihrer Schulkameradinnen bezichtigt haben, mit schon getan haben, aber dann war wenigstens, soweit das Leben getragen hat. Bei dem Gastwirt Gustav Kupsch auf dem hohen ihnen verlangt haben, daß sie die ihnen zur Laft gelegten Verfehlungen Das sollen bösen Zungen zufolge andere Aerzte auch an einem traurigen Borfall, der sich am Dienstag in Teltow zu einem gleichaltrigen Knaben verwerfliche Dinge getrieben zu haben. Ter Torpiopst soll nun die Kinder zu sich gerufen und dort von in Betracht kommt, fein böser Wille nachweisbar. Anders bei Steinweg bortselbst ist seit mehreren Jahren die 24 Jahre alte vor seinen Augen demonstrierten. Als sie sich weigerten, soll er sie dem Russen, der mit voller Abficht darauflos vergiftet. Andere Martha S. als Dienstmädchen in Stellung. Als sie abends gegen böse Buben fertigen falsches Geld an. Streng aber find die Geister acht Uhr in der Küche beschäftigt war, unterhielt sie sich mit dem unter heftigen Züchtigungen gezwungen haben, Schriftftüde zu von einander geschieden. Während auf der einen Seite die verruchte am 1. April neu hinzugezogenen Mädchen und deren Freundin, unterzeichnen, in denen Eingeständnisse enthalten waren. Der Dom Bosheit wüstet, wandelt auf der anderen die fleckenlose Tugend in namens Kluge, die ebenfalls zum April von Heinersdorf nach Teltow propft wurde verhaftet, später aber gegen eine Sicherheitsleistung Gestalt der Titelheldin und derer, die treulich zu ihr halten. Und übersiedelt und nun im Hause des Gastwirts mit ihrem vierzehn von 10.000. freigelaffen. Die Verhandlung findet unter völligen es gelingt dem Edelmut auch, der Schurkerei den Rang streitig zu Jahre alten Bruder zu Besuch gekommen war. Im Gespräch Ausschluß der Oeffentlichleit statt. machen und am Schluß überzeugend ihre Unanständigkeit zu offen erwähnte Martha S., daß ein früherer Liebhaber von ihr sie bareit. Die Darstellung des Schredensdramas war recht leidlich, fürzlich in einem Briefe aufgefordert habe, wieder ein Verhältnis schredender Weise mehren sich die Eisenbahnunfälle. Nach amtlicher doch konnte sie nicht das Bedauern darüber unterdrücken, daß das mit ihm einzugehen und sie für den Fall, daß sie nicht zu ihm schreckender Weise mehren sich die Eisenbahnunfälle. Nach amtlicher einzige Theater des Ostens zurzeit so arg in Verfall geraten ist. halten wolle, mit dem Revolver bedroht habe. Jezt mischte sich der Weldung aus Trier sind drei Mann des Zugpersonals, die beim Theater. Im Schiller Theater O.( Wallner- Theater) wird vierzehnjährige Kluge ins Gespräch und sagte, daß sie darauf nicht Auflaufen des Personenzuges 410 bor Bahnhof Schweich auf den Donnerstag Pension Schöller", Freitag Krieg im Frieden", Sonn erst zu warten brauche; auch er sei imstande, sie au erschießen. Güterzug 6544 sehr schiver verletzt wurden, ihren Verlegungen abend Augen rechts" und" Die fittliche Forderung" gegeben. Im Während das Dienstmädchen den Knaben noch zweifelnd anfah, zog erlegen. Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) biefer schon einen Revolver aus der Tasche, zielte nach ihr und trafist in der Stadt& önigshütte plöglich nach mehrtägigem RückDie Genicstarre in Oberschlesien. Nach amtlicher Mitteilung fommt Donnerstag" Der Leibalte", Freitag Jn Behandlung" zur fie an der Stirn. Der Schuß blieb im Stopfe stecken, und es Aufführung. Sonnabend wird nach langer Pause, mit Rücksicht auf wenig Aussicht vorhanden sein, die Verwundete am Leben zu er gang der Zahl von neuen Erkrankungen und Todesfällen an Geniddie Schulferien, Goethes Iphigenie auf Tauris" gegeben. halten. Der Knabe wurde zunächst von Gendarmen über seine Tat ftarre jest wieder eine starte 8unahme erfolgt. Vorgestern Gerhart Hauptmanns Nocturnus, Elga" erfährt am Sonnabend, bernommen und dann nach Hause entlassen. sind dort zwei Erwachsene und fünf Kinder gestorben. den 8. April, seine 25. Aufführung im Lessing Theater. Ein Kind beim Spiel verbrannt. Die Familie Stumpe in der Die erste Vorstellung des Schillerschen Demetrius" im Lessing Theater ist für Freitag, den 14. April, angesetzt. Lüstringerstraße in Hannover hatte ihre beiden kleinen Kinder, Mädchen von 4 und 1½ Jahren, furze Zeit ohne Aufsicht gelaffen. Apollo Theater. Am Sonntag, den 9. April cr. findet nachDie Kleinen machten sich an der Kochmaschine zu schaffen und warfen mittags 3 Uhr zu bedeutend ermäßigten Preisen eine Aufführung Eine öffentliche Bersammlung, die von den Genossinnen sich mit dem Stocheisen glüpende Kohlen auf die Kleider. Die des von Berliner Luft" statt. Dazu werden die neuen April des Nordens für den Bezirk Gesundbrunnen einberufen war, wurde jüngsten Kindes fingen Feuer und im Nu stand das Kind in hellen Spezialitäten auftreten. In der am Sonnabend, den 8. April, am Dienstag in Weimanns Voltsgarten abgehalten. Molten- Flammen. Als auf das Geschrei die Mutter hinzufam, hatte die im Residenz- Theater zum ersten Male in Szene gehenden buhr sprach daselbst über die Einführung des Wuchertarifs". Jn Kleine schon so schwere Brandwunden erlitten, daß sie nach zwei Rovität: Herzogin Crevette", Schwant in vier Aften von Georges der ihm eigenen gemeinverständlichen Weise legte der Referent den Stunden ihren Geist aufgab. Feydeau, deutsch bearbeitet von Benno Jacobson, sind zweiundvierzig Anwesenden die Entstehung und Wirkung des Bollwesens im allgehandelnde Personen beschäftigt, so daß die Direktion gezivungen meinen sowie des voraussichtlich am 1. März nächsten Jahres in wird, ihr Ensemble in erheblicher Weise zu verstärken. Kraft tretenden Wuchertarifs im speziellen flar. An der Hand Im National Theater beginnt Donnerstag abend der lehrreicher Beispiele ivußte er besonders den Frauen die ganze tönigliche Kammersänger Francesco d' Andrade sein auf zwei Abende Schädlichkeit unserer unserer deutschen Zollpolitik bor Augen 811 berechnetes Gastspiel als Don Juan, die Herren Mantler, Roba, führen, so daß manche Frau, die fich bislang wohl nur Starte, Beitschel, die Damen Lous, v. Lichtenfels, Saccur find in den wenig um die Wirkung der Bölle gefümmert hatte, anderen Hauptrollen beschäftigt. Am Freitag wird die Jüdin", am einen wesentlich besseren Einblick in diese Dinge gewonnen Sonnabend zum ersten Male Fra Diavolo" mit Dr. Briesemeister haben dürfte. Allen Anwesenden aber rief er zu, daß, wenn in den in der Titelpartie gegeben. nächsten Jahren durch den Wuchertarif eine erhebliche Verteuerung Menzel- Ausstellung in der Königlichen Nationalgalerie. Ein neuer der Lebensmittel und weitgehende Arbeitslosigkeit eintreten wird, fie Zuwachs ist der Ausstellung durch die Eröffnung des langen Seiten diese Wisere nicht in stoischem Gleichmut, etwa als ein von„ höheren ganges vor dem Handzeichnungskabinett des zweiten Geschosses au- Mächten" verhängtes unabänderliches Mißgefchid betrachten möchten, teil geworden. Auch hier wieder reiht fich dichtgedrängt Zeichnung sondern als die notwendige Folge der bewußten Politit unserer an Zeichmung aus dem Nachlaß Menzels; unter ihnen sind die herrschenden Klassen mitsamt der Reichsregierung zum Schaden der amifanten und oft boshaften Stizzen, die der Künstler von Diskussion schloß die Borsigende, Frau Wulff. die Versammlung Arbeiterschaft. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Nach kurzer Festen und Hofbällen heimzubringen pflegte, zu er= wähnen. Auch als Striegs- Berichterstatter lernen wir Menzel und durch aufmerksames Lesen derselben ihren politischen Gefichtsmit der Mahnung an die Frauen, auf die„ Gleichheit" zu abonnieren in den Stizzen vom Kriege von 1866 fennen. Bon freis zu ertveitern. feiner minutiöjen Beobachtungsgabe zeugen die Studien von den Billardspielern und die geradezu fachmännische Art, wie er das Fahrrad und seine einzelnen Bestandteile studiert. Einzelne Guaschen aus Privatbesitz wurden der Sammlung neu eingereiht, eine Anzahl Delgemälde sind noch nachträglich angemeldet worden. Von der großen Zahl der hier dargebotenen Werke gibt ein Vergleich mit der Anzahl der Bilder im Kaiser Friedrich- Museum einen Begriff; es find dort etwa 1600 Nummern im Katalog verzeichnet, also noch nicht ein Drittel dessen, was hier als das Wert eines einzigen Künstlers zu fehen ist. " Gerichts- Zeitung. Was einen schlesischen Arzt beleidigt. " Selbstmord des deutschen Konfuls in Bordeaux. Konful Welpert, der nervenkrant war, hat sich mit einem Revolver eine Stuge! ins linke Ohr geschossen; der Tod trat augenblidlich ein. Auf seinem Schreibtisch wurde ein Zettel gefunden, auf dem er seinen Entschluß, sich das Leben zu nehmen, mitteilt. jetzt Der Grubenkatastrophe in dem Kohlenbergwerk bei Zeigler im Staate Illinois, über die wir Dienstag berichteten, find, wie ein Telegramm meldet, annähernd 60 Bergleute zum Opfer gefallen, und man befürchtet, daß von den 190 Leuten, die in dem Bergwert arbeiteten, eine große Anzahl verschüttet find. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. von 7 bis 9%, Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Im Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt am Montag Frau Ruben- Hamburg einen Vortrag über den holländischen Dichter Herm. Heyermanns. Die Vortragende gab einen tiefen Einblick in das Schaffen des Dichters. Für die Arbeiterklasse gewinnt er besondere Bedeutung, da er mit seiner großen künstlerischen Begabung die glühendste Liebe für die Unterdrückten verbindet. Eine und Aftermieter zu. altlandffizze, welche die Referentin vorlas, zeigte die feinste Beobachtungsgabe und meisterhaften Stil. Der nächste Vereinsabend ist am 17. April. Herr Dr. Pinkus spricht über das Thema:" Zur Erkenntnis und Bekämpfung der Krebskrankheit". Gäste willkommen. Verfammlungen. verdienst entbindet teineswegs bom Bertrag.. 21. Ob cine Berujung 3. K. Sie find leider an den Vertrag gebunden. Schlechter GeschäftsIhrerseits Erfolg haben kann, hängt von dem Wortlaut der uns nicht be Sie verpflichtet, können aber unter Schilderung der Verhältnisse einen An fannten dortigen Polizeiverordnung ab. A. 2. 99. Zur Zahlung sind trag auf Nachlaß an die Steuerdeputation richten. E. M. 82. Ift nichts anderes vereinbart, so kann einem Chambregarniſten oder einem Schlafburschen bis am 15. zum Erſten, nicht aber am Erſten zum 15., gefündigt werden. Dasselbe Kündigungsrecht steht dem Schlafburschen 2.. 937. Sie haben rechtzeitig gekündigt. Einführungsgefeßes zum Bürgerlichen Gesetzbuch jedes Büchtigungsrecht im Weißenfee 100. Seit dem 1. Januar 1900 ist durch Artikel 95 des Gefindeverhältnis aufgehoben. 2. 5. 21. Aus der Nichtunterschrift tönnten nur Ihr Kind( nicht für Sie persönlich) Nachteile erwachsen. Schöpfe. 1. Ja. 2. Es fann die Versicherungsanstalt zweds Borbeugung gegen Invalidität ein Bahngebiẞ bewilligen, ist hierzu aber nicht verpflichtet. Karl B. 1. Ein solcher Verein ist uns nicht bekannt. 2. Das ist nicht möglich. F. P. Ist über die Kündigungsfrist für einen Werkmeister nichts vereinbart, so findet sechswöchentliche Kündigungsfrist zum Quartals. ersten statt. Ist aber im Vertrag eine andere Sündigungsfrist vereinbart, Wegen Breßbeleidigung war gestern der Schriftsteller so ist diese gültig, falls fie mindestens eine monatliche ist. Ist in Ihrem und Redakteur der Zeit am Montag", Karl Schneibt, Der Metallarbeiter- Verband( Verwaltungsstelle Berlin) hielt Bertrag den Wortlaut haben Sie unterlassen mitzuteilen 6 Wochen als vor der 9. Straffammer des Landgerichts I angeflagt. In der am Montag in der Brauerei Friedrichshain abermals eine Sündigungsfrist vereinbart und hat der Vertrag nicht mit einem Quartalsersten Nummer 26 vom 27. Juni v. J. erschien in der Rubrik" Politische Generalbersammlung ab, um zu dem diesjährigen Verbegonnen, so ist die Frist gültig, sofern sie zum Ersten eines Monats endete. Rundschau" ein mit" Patriarchalifches" überschriebener Artifel, in bandstag in Leipzig Stellung zu nehmen. Es wurde haupt- 78 2. 29. 1-7. Ueber diese Fragen werden Sie sich am besten bet welchem von folgendem Vorfall Mitteilung gemacht wurde: Ein auf sächlich über die Vorlage des Zentralvorstandes betreffend Um der Borjizenden des Vereins der Hebeammen informieren. 8. Den Antrag einem schlesischen Gut wohnhafter Arzt Dr. Baumann hatte wandlung der Arbeitslosen in eine Eriverbslosen- Unterstützung dem Abonnementsverein für Dienstherrschaften, Mohrenstr. 34, beitreten. auf Nachtleben mußten Sie bei der Polizeibehörde stellen. 2. Sie können von einer Gutsherrschaft einen Brief erhalten. debattiert. Cohen befürwortete in seinem Referat warm den Nichard 89. Nach Ihrer Schilderung sind Sie lediglich mit taufmännischen in welchem er dirett aufgefordert wurde den Ausbau des Unterstübungswesens in dieser Richtung. Es gelte, Diensten beschäftigt. Mithin sind Sie Handlungsgehülfe. Da über eine Dienstboten nicht in zu großem Umfange ärzt dadurch die Mitglieder in den immer schroffere Formen an bestimmte Stündigungsfrist nichts vereinbart ist, zählt die gefekliche, d. h. die liche Hülfe zu leisten; es sei viel zu viel und nehmenden wirtschaftlichen Kämpfen mit dem Unternehmertum fechswöchentliche zum Quartalserften, also zum 1. Juli. W. 3. Ja. völlig überflüssig, wenn er zum Beispiel der widerstandsfähiger zu machen. Nicht als Selbstzwed, sondern nur Gewerkschaftshaus Stralsund. 1. Das Gericht, in dessen Bezirk der Frau eines Knechtes vier Besuche in der Woche als Mittel zum Zweck sei das Unterstübungswesen anzusehen; in- Erzeuger wohnt, also das Amtsgericht Berlin I, ist zuständig. 2. Der ma che. Jener Dr. Baumann war von einer Anzahl Gutsbefizer folgedessen würde der Stampfcharakter der Organisation auch nicht zwedlos. Sm Zivilprozeß sind die Parteien in der Regel nicht verpflichtet, Antrag, in einem Zivilprozeß vom Erscheinen entbunden zu werden, ist für das Personal der Gutsangestellten angestellt worden. In dem im mindesten dadurch abgeschwächt. Redner empfahl der Ver- persönlich zu erscheinen, sondern tönnen sich vertreten lassen. Der Anfrag Briefe war demnach die Zumutung enthalten, er folle in seiner fammlung folgende Resolution zur Annahme: auf Bestellung eines Anwalts ist mit dem Armenrechtsgesuch zu verbinden. Eigenschaft als Arzt im Interesse der Gutsbesitzer die Kranken nicht„ Die Generalversammlung der Verivaltungsstelle Berlin er-. D. 27. 1.- 3. Nein. 4. Nur auf gerichtliche Anordnung. 5. Ja. so häufig besuchen und demzufolge vernachlässigen. Dieser Brief flärt sich damit einverstanden, daß auf dem Leipziger Verbandstag 6. Die Stosten des eigenen Anwalts verfähren nach Ablauf des Jahres, in dem feftgefekten erstattungsfähigen Stoften des Gegners berjähren wie alle rechtskräftigen Urteile usw. in 30 Jahren. Adolf N. in einer Schankwirtschaft vorlas und schließlich an die sozialdemo- umgeändert wird." fratische Schlesische Volkswacht" in Breslau sandte, die ihn zum Der Korreferent Sandtte wandte sich in seinen Aus- 36. Wenn die Miete beschlagnahmt wird, so ist dem Mieter lediglich zu raten, die Miete zu hinterlegen und die anderen sich herumstreiten zu Gegenstand eines längeren Artikels machte. Im Anschluß hieran führungen gegen die Einrichtung der Erwerbslosen- Unterstützung. laffen. Gegen Sie ist Versäumnisurteil erlassen und mußte erlassen werden, brachte der Angeklagte Schmeidt in der Zeit am Montag" einen Wolle man etwas Gutes für die Mitglieder schaffen, dann möge weil Sie nicht erschienen waren. Legen Sie Einspruch ein. Berantwo. Nebatteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verant: ode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, gelangte durch Zufall in die Hände eines Arbeiters, der den Inhalt die Arbeitslosen- Unterstübung in eine Erwerbslosen- Unterstübung berjähren wie alle remt wird, so ift dem Mieter lediglich au