Nr. 83. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posta Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erfcheint täglich außer Montags. Horwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. fagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der schwörende Minister. II.( Schluß.) Die Rubstrat Affäre hat sich in dem neuen Prozeß zu einem verhängnisvollen Entweder- Dder zugespigt. Entweder war Biermann freizusprechen, dann war zugegeben, daß der Minister einen Meineid in dem früheren Prozesse geleistet hatte, oder der Minister war unschuldig, dann mußte Biermann zu schwerer Strafe verurteilt werden. Rubstrat oder Biermann, zwischen diesen beiden gab es nur die Wahl, und man konnte nicht im Zweifel sein, wie diese Wahl ausfallen würde. Freitag, den 7. April 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Ende zu erhalten. Er mußte als bereidigter Zeuge reden, er mußte nach dem Spielcharakter des Ministers eine entscheidende Bedeutung die erste Gelegenheit ergreifen, um den Irrtum Klarzustellen, den beilegt und die Feststellung unternahm, daß der Minister nur in seine Bekenntnisse über Jugenddummheiten erweckt hatten. längst vergangenen Zeiten als Staatsanwalt gespielt habe. Was # los nach bestem Wissen und Gewissen, sich jetzt in einen schweren Es steht also fest, daß juristisch gebildete Männer, ganz zweifel. Irrtum über die damaligen Vorgänge hinein überzeugt haben. Die Konstruktion, die zur Einleitung des Verfahrens gegen Bier mann von der Anklage entdeckt wurde, hatte sich so tief in die Gemüter der Oldenburger Richter hineingebohrt, daß es für sie gar nicht mehr möglich war, sich zu erinnern, sie hätten jemals anders gedacht. Es gibt von dem Biermann Ries Prozeß feine Stenogramme. soll man von der Eidesfähigkeit der menschlichen Natur denken, Man weiß nicht, wie sich die Verhandlungen wörtlich abgespielt wenn selbst Richter den entgegengesezten Eindruck von haben. Es gibt allerdings einen fogenannten stenographischen einer Verhandlung eidlich bekunden, wie sie ihn unmittelbar Bericht, aber der hat die Merkwürdigkeit, daß er nur den Inhalt, nach der Verhandlung dokumentarisch festgelegt haben! nicht aber den Wortlaut stenographiert" haben will. Es läßt Widerspruch wurde gar nicht aufgeklärt. Der sich also insbesondere nicht mehr feststellen, ob der Minister damals versucht wurde, war völlig unverständlich. Was in dieser Hinsicht auf eine dirette Frage verneint habe, noch in jüngster Zeit gespielt zu haben. Das ist aber im höchsten Grade unwahrscheinlich, daß solche Frage gestellt und direkt verneint wurde; denn wie das Es gab allerdings noch eine dritte Möglichkeit, man hätte dem Gericht, so nahm auch die Verteidigung schon nach den ersten AusRedakteur nicht nur den guten Glauben, wie man es geflissentlich sagen des Zeugen Ruhstrat an, daß es sich tatsächlich nur um alte getan, zubilligen sollen, sondern auch einen entschuldbaren Geschichten handele, daß also die inkriminierten Artikel übertrieben Irrtum annehmen müssen, wenn es denn ein Jrrtum war. Bier- hätten. Die Verteidigung hätte also die Lage des Angeklagten nur mann hatte ja aus dem Inhalt der früheren Zeugenaussagen des verschlechtert, wenn es unter diesem Eindruck noch sich besondere Ministers nicht anderes entnommen, als das frühere Gericht selbst Mühe gegeben hätte, diesen ungünstigen Tatbestand festzustellen. Aber und die gesamte Deffentlichkeit. Man hätte ihm auch die Wahrung der Minister, der der gangen Verhandlung beiwohnte, mußte den Irrtum berechtigter Intereffen zubilligen müssen, da er ja sich in dem berichtigen, den seine fragmentarischen Geständnisse gemacht hatten. früheren Prozeß für unschuldig oder doch zu hart berurteilt glaubt Herr Rubstrat sprach eben wie ein Diplomat, so wie etwa die preußischen und deshalb das Interesse hat, mit allen Mitteln diesen Nachweis Minister vor dem Parlament reden, wenn sie eine Nebenfache erzählen zu führen. Aber diesen Ausweg wählte man nicht. Es herrscht, und die Hauptsache verschweigen. Er vergaß nur, daß ein Diplomat ivenigstens bei der oldenburger Staatsanwaltschaft, die seltsame Auf- unter dem Zeugeneib eben nicht diplomatisch reden dürfe. Obfassung, daß der Versuch, ein Urteil, das der Betroffene für Unrecht wohl ein stenographischer Bericht nicht vorliegt, läßt sich mit einer hält, zu revidieren, eine freche Auflehnung gegen das frühere Urteil seltenen Bestimmtheit der Nachweis führen, daß in der Tat in dem bedeute, daß es nicht ein berechtigtes Interesse darstelle, sondern ein Biermann- Ries- Prozeß die gesamte Spielertätigkeit des Ministers strafverschärfendes Moment fei. unter Betveis stand, und daß dem Minister seine Pflicht nicht ber borgen sein fonnte, den falschen Eindruck seiner Teilaussagen durch das volle Bekenntnis zu forrigieren. * In dem gestrigen Leitartikel, der telephonisch aus Oldenburg ( nicht darüber läßt sich nichts sagen. Er mußte damals vor Gericht wie D6 freilich diese Suggestion auch den Minister selbst beherrscht, auch bei den wiederholten Erörterungen im oldenburgischen Landtag das Bewußtsein haben, daß er als Diplomat eben das nicht zu fagen brauchte, was ihm unangenehm war. Er mußte damals wissen, daß es für das Gericht und für die Deffentlichkeit entscheidend bedeutsam sein würde zu erfahren, ob er bis in die neueste Beit hinein gespielt. Wenn nicht er geschwiegen, so hat er sicherlich Eides verletzt zu haben, das Bewußtsein gehabt, damit die Pflicht des aber er hat sich in einem für einen Juristen höchst bedenklichen Irrtum über den Begriff Die Auffassung der Verteidigung, die in durchaus schlüssiger des Eides befunden. Objektiv hat Minister Ruhstrat Beweisführung unanfechtbar dargelegt wurde, beruht hinsichtlich der damals im Sinne der Reichsgerichts- Entscheidung die Pflichten eines Würdigung des Verhaltens des Ministers in dem früheren Prozeß Schon der Staatsanwalt in dem damaligen Prozeß erklärte es Beugen verlegt. Und wenn der Angeklagte Biermann auch, wie alle auf der folgenden maßgebenden Reichsgerichtsentscheidung: Der für strafverschärfend, daß die von dem Angeklagten berbreiteten anderen ohne Ausnahme bis zu diesem neuesten Verfahren, annahm, Zeuge oder Sachverständige, welcher einen Teil seiner Wissenschaft Artikel dem Minister Hazardspiel vorwarfen, während es sich doch daß der Minister im Sinne der Eidespflicht alles gesagt habe und absichtlich verschweigt, macht sich... auch dann eines Meineides nur um Jugendtorheiten handelte. In der mündlichen und schrift- daß es mithin ein unlöslicher Widerspruch zu seiner Aussage sei, schuldig, wenn er den betreffenden Umstand für unerheblich hält. lichen Urteilsbegründung kehrt diese Auffassung wieder, ja die schrift- ivenn die neuerlichen Spielergeschichten wahr wären, so darf er nicht Allein dies setzt voraus, daß er danach besonders befragt ist, liche Urteilsbegründung geht geradezu von der Feststellung aus, verantwortlich gemacht werden dafür, daß der Minister sich in oder daß er sich wenigstens der Möglichkeit, daß der Umstand für daß in den Artikeln dem Minister vorgeworfen werde, daß er noch einem Irrtum darüber befunden hat, wie weit er vor Gericht als erheblich angesehen werden könne, bewußt war." spiele, während nur erwiesen worden sei, daß er vor zwölf Jahren Beuge zurückhaltend und reserviert sein dürfe. Objektiv hat Minister Nach dieser allgemein herrschenden und rechtsverbindlichen Auf- als Staatsanwalt gespielt habe. Am Schlusse der Urteilsbegründung Rubstrat tatsächlich gegen die Auslegung der Eidespflicht, wie fie faffung über die Pflichten und das Wesen des Zeugeneides steht also wird dieses Moment als straferhöhend nochmals betont. Die ge- das Reichsgericht gibt, verstoßen, und jeder hat das Recht, daraus das eine feft: Wird nachgewiesen, daß der Minister Rubstrat in famte Deffentlichkeit wußte nicht anderes, als daß der Minister nur eine Anflage zu erheben. dem Biermann- Ries- Prozeß mit der Möglichkeit gerechnet hat, daß Jugenddummheiten zugegeben habe. Die lokale Rubstrat- Bresse ent es als erheblich angesehen werden könne, über seinen gesamten Spiel- rüstete sich immer wieder über das Pharisäertum, daß man dem Friedhofe. Sie ist so seltsam gewachsen, daß ihre Krone wie WurzelDas Wahrzeichen Oldenburgs ist eine uralte Linde auf dem charakter eidliche Auskünfte zu erteilen, so hat er seine Eidespflicht Minister alte Sünden anrechne. Es kamen die ersten Zeugen, die wert aussieht. Die Sage erzählt, ein Mädchen sei unschuldig zum verlegt, auch wenn er persönlich diese Auskünfte über seine Spieler befunden wollten, daß der Minister auch später hasardiert habe. Tode verurteilt worden. Da habe es eine Linde mit der Krone in affären für unerheblich halten mochte, und auch dann, wenn er Die Rubstrat- Presse beeilte sich, diese Zeugen als unglaubwürdig zu die Erde gesteckt und gerufen:" So wahr diese Linde wachsen wird, nicht auf eine besondere direkte Anfrage diese Ume erklären. Der eine sei ein bestraftes Subjekt, der andere ein un- so wahr bin ich unschuldig!" Und die Linde touchs zur Sonne mit stände verschwieg oder eine falsche Antwort gab. erfahrener junger Mensch. Sechs Monate lang ging die Beschuldigung den Wurzeln, die sich als Krone entfalteten. Die Linde ist heute Der„ Residenzbote" hatte in den vom Oberlehrer Ries ver unwidersprochen und ohne daß der Minister sich rührte morsch und wird durch ein fünstliches Gerüst geftügt. faßten Artikeln, die den Ausgangspunkt der ganzen Angelegenheit durch die Welt. Die Opfer Endlich nach den verschärften Artikeln des der Ruhstrat- Prozesse tönnen leicht Ersatz schaffen; fie dürfen getrost bilden, immer aufs teue behauptet, daß ganz Oldenburg Residenzboten" entschloß sich der Minister zur Anklage und nun eine neue Linde mit der Krone in den Boden senken. ein Spielernest, dessen Spielhauptmann der Minister fei. tauchte plöglich, zunächst noch im Hintergrund, die Version Die Artikel beschäftigten sich nicht mit lang zurückliegenden auf, der Minister habe ja gar nicht geschworen, lediglich in alten Vorgängen, sondern stellten die präzise Behauptung auf, daß gespielt Zeiten gespielt zu haben. Im Prozeß Schwehnert spielte diese übermittelt worden ist, befinden sich eine Reihe von Hörfehlern: worden sei und gespielt werde. Der Minister Rubstrat, schon Konstruktion bereits mit, aber die Frage, ob denn Ruhstrat wirklich Der Rechtsanwalt, un dessentivillen Biermann weitere fünf Monate äußerlich als ein Mann von energischer Rücksichtslosigkeit und zu- noch als Minister gespielt habe, stand noch im Vordergrund des erhalten hat, heißt Wisser( nicht Fischer). Ferner ist im vorlegten gleich nervöser Leidenschaftlichkeit gekennzeichnet, hatte als Kenner Intereffes. Der Wahrheitsbeweis wurde in diesem Prozeß noch Absatz von Untersuchungshaft zum Strafvollzug der juristischen Handwerksgriffe aus all den beleidigenden Artikeln zugelassen. Gleich der erste Belastungszeuge des Ministers, Strafprozeß) zu lesen, und die Aeußerung des Verteidigers über die eine Behauptung herausgesucht, die ihrer Natur nach, wenn sie auch der Kellner Meyer, wurde freilich durch Verhaftung wegen Meineids Empfindung des Angeklagten lautet:" Ihr habt die Schlacht gezehnmal wahr wäre, gar nicht bewiesen werden konnte. Er fühlte sofort unschädlich gemacht. Die Verteidigung wurde in einer Weise onnen, ich bin unterlegen. Ich aber habe Recht, Ihr habt die fich beleidigt durch die Behauptung, daß seine Spielerintimität mit behandelt, daß sie ihr Mandat niederlegte, und so wurde auch Macht." Der Staatsanwalt heißt Dr. Fimmen( nicht Simmen). einem Gymnasiallehrer der Anlaß gewesen sei, daß er ihn über damals die Beweisaufnahme vereitelt. raschend frühzeitig zum Gymnasialdirektor befördert habe. Spiel und Trotz der offenkundigen Tatsache, daß in dem früheren Prozesse Bump mit dem Lehrer fonnten nachgewiesen werden und wurden über den gesamten Spielcharakter des Ministers verhandelt wurde auch in jenem Prozeß nachgewiesen, aber kein Sterblicher hat die und daß es von entscheidender Erheblichkeit war, über Art und Macht, wenn er nicht etwa fompromittierende Dokumente befigt, den Weise und Grad feines Spieles erschöpfende Auskunft zu erhalten, Nachweis zu führen, daß zwischen der Beförderung des Lehrers und wurde diesmal plöglich gerichtlich festgestellt, es habe sich damals der Hasardfreundschaft des Ministers ein innerer Zusammenhang mur um die Beleuchtung von Einzelfällen gehandelt und der bestände, weil ein so geschickt gewählter Anklagepunkt ben Minister Minister sei nicht nur verpflichtet, sondern nicht einmal berechtigt zu der Hoffnung berechtigte, er fönne einem allgemeinen gewesen, über seine weit ab von der Sache liegenden Spielaffären Wahrheitsbeweis über feine Spieleraffären entgehen. Er lehnte in den Gerichten Auskunft zu geben. jenem früheren Prozeß auch zunächst mit Unterstügung des Staats- Es war die innerlich erregendste Episode dieses Prozesses, als anwalts und des Gerichtsvorsitzenden jede weitergehende Frage zu die Mitglieder des früheren Prozesses, die Nichter und Staatsbeantworten ab. Die Verteidigung verfolgte umgekehrt den Zwed: anwälte, diesmal als Zeugen erschienen, um ihre Eindrücke fiber da in den Artikeln der Fall des Gymnasialdirektors nur eine bei den Verlauf der damaligen Verhandlung zu beschwören. Dieselben Läufige Einzelheit bedeutete, den Gesamtinhalt der Artikel zur Gerichtsbeamten, die von ganz ungewandten Zeugen stets ein Beweisführung zu bringen. Und obwohl der Vorsitzende der An- fabelhaftes Gedächtnis und untrügliche Treue der Erinnerung ficht war, man dürfe nur über den Einzelfall Beweis erheben, unwesentlichster Einzelheiten fordern, zeigten sich selbst außer feste es die Verteidigung durch, daß das Gericht in ordentlich unsicher in ihrem Gedächtnis. Einer gab im feiner Mehrheit durch einen formellen Beschluß sich zu der An- Sinne der Verteidigung zu, er habe den Eindruck gefchaunng der Berteidigung bekannte. habt, als ob der Minister habe sagen wollen, daß er Aus diesem Hergang folgte unmittelbar: Durfte der Minister nur in alter Zeit gespielt habe und daß es auf diese Tatsache wesent zuerst der Meinung fein, es würde vom Gericht von der Verlich angekommen sei. Die anderen, sofern sie sich überhaupt zu ges teidigung zu schweigen die weitergehende Beweiserhebung nauen Erinnerungen bekannten, aber erflärten nach demselben Schema, über fein allgemeines Spielerleben als unerheblich er wie auch der Zeuge Ruhstrat und der Redakteur eines dortigen achtet, fo Tag ihm jest der Beschluß des Gerichtes Lokalblattes, es habe sich damals eben nur um Einzelfälle gehandelt bor, der die Erheblichkeit dieser allgemeinen Betveis- und es sei gar nicht denkbar, daß der Minister sich über seine erhebung unzweideutig feststellte. Minister Ruhstrat fonnte in jener gesamte Spielertätigkeit habe äußern brauchen. Nur einer der LandSigung im Sinne der Neichsgerichts- Entscheidung nicht nur mit der richter sagte ganz bestimmt aus, Herr Dr. Klaue, er bekundete feine Möglichkeit rechnen, daß die von ihm verschwiegenen Umstände Wissenschaft mit absoluter Entschiedenheit dahin, daß der Minister über fein Spiel bis in die jüngste Zeit hinein für erheblich damals gar nicht befugt gewesen sei, über so abfeits liegende Dinge erachtet würden, sondern die Möglichkeit war eine Tatsache, ein zu sprechen; man hatte bei dieser Zeugenaussage beinahe das Gefühl, Tiffis, 5. April.( Meldung der Petersburger Telegraphenformeller Gerichtsbeschluß. Das Gericht hatte festgestellt, als ob der Minister dann die Eidespflicht verlegt hätte, wenn er Agentur.) Aus zahlreichen Orten des Bezirks Gori werden daß diese Momente für den Prozeß von Wichtigkeit feien und der fiber feine Spieleraffären Auskunft gegeben hätte. Der Zufall wollte schwere Ansschreitungen der Banern gemeldet, die sich beMinister hatte danach kein Recht mehr, den durch seine Aussagen er es, daß gerade diese einzige Aussage, die mit fo ficherer Ent- fonders gegen die Geistlichkeit und die wedten falschen Anschein, daß es sich um alte, längst vergangene fchiedenheit vorgetragen wurde, von dem Verfasser der alten Urteils- adligen Gutsbesizer richteten. Die Ruheftörer Geschichten handele, unwidersprochen in der Verhandlung bis zum begründung stammt, derfelben Urteilsbegründung, die dieser Frage plünderten, verübien Brandstiftungen, schlugen Waldungen " Die Revolution in Rußland. Ein Attentat auf den Baren vereitelt? Daily Chronicle" meldet aus Petersburg: Im Palast in Barskoje Sfelo wurde cin die Uniform eines Rosatenoffiziers tragender Mann verhaftet, der offenbar einen Anschlag gegen das Leben des Zaren plante. Die Offiziere der Balastwachen bemerkten, daß sich der Mann verdächtig benahm und anstatt des Kosakensäbels den Degen eines Infantericoffiziers trug. Er wurde festgenommen, und bei einer danach vorgenommenen Durchsuchung des Palastes wurde ein Batet mit zwei Bomben gefunden. Jufolgedessen fanden weitere Untersuchungen statt, die zu der Berhaftung von zwölf geheimen Polizeiagenten als Mitschuldigen(?) dieses Mannes führten. Unter den in den letzten Tagen in Petersburg Berhafteten befindet sich auch die Tochter eines früheren Generalgouverneurs. Ueber diesen angeblichen Vorgang wird weiter gemeldet: Der angebliche Kofafenoberst sei an einigen Defekten an seiner Uniform erkannt worden. Er befand sich im Besize eines Kastens mit zwei mechanischen Bomben. Er ber weigert jede Auskunft über seine Person, auch wurden keinerlei Schriftstäde bei ihm vorgefunden. Infolge dieses Zwischenfalles find bereits wiederum mehrere Berhaftungen vorgenommen ivorden; unter den Verhafteten befindet sich auch die älteste Tochter des Generals Leontjew, eines früheren Proving gouverneurs, dessen Wohnung in der Nähe der deutschen Botschaft liegt. Die junge Dame war durch anonyme Briefe der Bolizei angezeigt worden. Eine bei ihr vorgenommene Haussuchung führte zur Entbedung von Explosivstoffen unter ihrem Bett. Bauernuurnhen. ohrbet«nd raubten Gelder. Kosaken und Polizeimannschaften gtugen gegen die Tumultuanten vor. Eine Anzahl Personen wnrde getötet«nd verwundet. Kischenew, 5. April. In der letzten Nacht verübte ein Unbekannter einen Anschlag gegen den Gehülfen des Polizei- kommissars Kirligki in der Nähe des Stadtwalles, ohne ihn jedoch zu verletzen. Es gelang dem Täter zu entkommen. Heute früh fand man an dem Tatorte ein finnländisches Messer, das wahrscheinlich dem Angreifer gehört. Zur Kirchenreform. Petersburg, 6. April. Die„Nowoje Wremja" meldet: In der vorgestern abgehaltenen Sitzung des Heiligsten Synod ist endgültig die Einberufung eines Konzils zur Wahl eines Partriarchen beschlossen worden. Der Beschluß wird dem Kaiser vorgelegt werden. Das Konzil soll in Moskau statt- finden. Erster Kandidat für das Patriarchat ist nach den kanonischen Bestimmungen der höchste Geistliche der Haupt- stadt, also der Petersburger Metropolit Antonius. Der Synod wird dem Patriarchen als beratendes Organ zur Seite stehen. Der Posten des Oberprokurators wird abgeschafft, das Recht des Vortrages beim Kaiser geht auf den Patriarchen über. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Rückzugsgefechte. Petersburg, L. April. sMeldung der.Petersburger Tele- graphen-Agentu r".) In einem Telegramm des Generals Charkewitsch an den Generalstab wird von heute gemeldet: Von der Front unserer Armee wird das Erscheinen feindlicher Abteilungen auf der großen Mandarinenstraße nnd auf der Straße von Tschantafu nach M a i m a i k a i gemeldet.— In Korea, S Werst vor Kiltschjiu, hatte eine russische Truppenabteilung einen Zusammen- stoß mit japanischer Infanterie. Der Feind wurde aus zwei Stellungen geworfen und durch unser Feuer und die Angriffe der Kosaken zerstreut. Tokio, 6. April.(Meldung des.Reuterschen Bureaus".) Eine amtliche Depesche berichtet: Ein Teil der japanischen Streitkräfte im Gebiet von Kaihuan vertrieb am 4. April nachmittags die Russen aus Kuyushu, drei Meilen nordöst- lich von Menhuachieh, und besetzte den Ort.— Am 3. April nachmittags rückte der Feind mit reitender Artillerie und Maschinen- gewehren von Tawo her auf der Straße von Fcnghua nach Süden vor; am 4. morgens eröffnete er ein Bombardement auf Chiucheatun. Gleichzeitig ging eine starke russische Jnfanterie-Abteilung von dem Gebiet an der Hauptstraße her vor, während zwei andere russische Abteilungen unsere beiden Flanken umgingen. Abends 6 Uhr waren die Russen bis auf 400 Meter an die japanische Stellung heran- gekommen. Der russische Angriff wurde völlig abgewiesen und d e r Feind zurückgeworfen. Auf japanischer Seite wurden 27 Wann verwundet; der Verlust der Russen ist nicht genau bekannt; er wird auf mehr als 200 Mann geschätzt. Wilhelm II.«nd die chinesische Nentralität. Washington, 6. April.(Meldung der.Associated Preß".) Das Staatsdepartement publiziert die Korrespondenz über den Beitritt der Mächte zu Hays Programm, wodurch die kriegführenden Parteien in Ostasien bewogen wurden, die Neutralität Chinas zu respektteren. Was Deuffchland betrifft, so trat Präsident Roosevelt— und er tat dies allein gegenüber Deutschland— persönlich mit dem Souverän, dem Kaiser Wilhelm, über die Angelegenheit in Meinungsaustausch. Der Kaiser hatte durch Zden Botschafter Freiherrn Speck v. Stern- bürg die Sache beim Präsidenten Roosevelt in Anregung gebracht, und nach einer Konferenz zwischen dem Präsidenten, dem Staats- sekretär Hay und dem deutschen Botschafter kam es zu der diplo- mattschen Aktton, die die Neutralisierung Chinas bewirkte. Es ist an dieser Meldung unklar, aus welchen Anlässen und aus welchen Mottven Wilhelm H. solche Besorgnis um die chinesische Neutralität äußerte. Deuten doch keinerlei Anzeichen darauf hin, daß China während des Krieges aus der bisher strengbeobachteten Reserve heraus- zutreten beabsichtigt. Oder sollen die kriegführenden Parteien neuerdings gehalten sein, unter keinen Umständen mongolisches Gebiet zu betreten. Bisher hatten die Russen oft genug in dieser Beziehung die Neutralität Chinas miß- achtet. Die Neutralitätsbedingung hätte also entweder schon viel früher oder bester überhaupt nicht gestellt werden sollen l_ politifchc Ckberficbt. Berlin, den 6. April. Soziales Königtum. In der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses am 27. März schloß Graf Mlow seine Rede zur Berggesetz- Novelle wie folgt: Meine Herren, die Bergarbeiter des Ruhrreviers haben die Arbeit wieder aufgenommen mit der Hoffnung, daß die ihnen in Aussicht gestellte Novelle zum Berggesetz einen stärkeren Schutz ihrer Ärbeitskraft, eine sichere Gewähr ihrer Arbeitslefftung und die Einführung von Arbeiterausschüssen bringen wird. Mögen auch die Uebelstände in den Bergwerken vor Ausbruch des Streiks stark übertrieben worden sein, so vermag doch die staatliche Für- sorge in mehr als einer Richtung helfend und fördernd eiuzu- greifen. Enttäuschen Sie, meine Herren, diese Hoffnungen nicht I Prüfen Sie mit Wohlwollen die Vorschläge, welche Ihnen die königliche Staatsregierung unterbreitet. Was Sie, meine Herren, in Erfüllung der sozialen Aufgaben, der sozialen Pflichten des Staates mit Gerechtigkeit und Unparteilichkeit für die Abstellung wirklicher Beschwerden tun, daS tun Sie gegen sozialdemokratische Bestrebungen, das tun Sie für die Monarchie! Damit hat Graf Bülow in aller Form die Monarchie fiir den Bergarbeiterschutz engagiert. Für die Kraut- und Schlot- junker ist die Anrufung der Monarchie jedoch keine wirksame Beschwörungsformel, sobald sie ihre eigenen Interessen ge- fährdet glauben. Die Monarchie ist ihnen gut genug, das dumme Volk damit zu schrecken; für sie selber ist sie jedoch gar kein Gegenstand der Anbetung. Nur Mittel zum Zwecke ist sie ihnen. Graf Bülow hätte das wissen können. Er ist selbst schuld, daß die Monarchie eine so offene Niederlage gegen die berufenen Stützen des Thrones erleidet durch die Behandlung der Berggesetznovelle in der Kommission. Wir gratulieren aufrichtig zu diesem Erfolge. Die königstreuesten Arbeiter werden nun einsehen, daß das soziale Königtum Hülflos ist und glatt kapitulieren muß vor dem Machtgebot der Unternehmer und Junker. In der Presse werden zum Teil noch Hoffnungen auf die weiteren Verhandlungen der Kommission und des Plenums gesetzt. So vor allem in der Zentrums- und der freisinnigen Presse. Wir begreifen das ja bei dieser Presse; sind es doch das Zentrum und die Freisinnigen, die das größte Interesse daran haben, die Arbeiter in ewiger Hoffnungsseligkeit zu er- halten. Diese Parteien leben ja nur von den immer unerfüllten Hoffnungen, von dem Vertrauen der Arbeiter auf die„Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen" durch die' soziale Monarchie. Sie müssen zwar jetzt zugeben, daß die Kommission von den Vorschlägen der Regierung nichts übrig gelassen, aber: Es wird schon noch alles gut werden. Das ist das alte Beruhigungslied, mit dem nmn die Arbeiter in den Schlaf singen will; das wird man ihnen auch noch singen, wenn das Ausnahmegesetz gegen die Bergarbeiter in nackter Schönheit fertig dastehen wird. Wir wiederholen nachdrücklich: Vom preußischen Dreiklassen-Parlament haben die Bergarveiter nicht den geringsten Schutz zu erwarten; zu erwarten haben sie lediglich ein Gesetz zum Schutze der Streik- brecher! Zur Kennzeichnung dessen, was vom weiteren Fortgang der Beratungen zu erwarten ist, zitteren wir die„Konser- vative Korrespondenz": „Konservativerseits wird der Einfiihrung obligatorischer Arbeiterausschüsse nur zugestimmt werden können, wenn Kautclen geschaffen werden, die den Mißbrauch der Ausschüsse von sozial- demokratischer Seite zu verhindern geeignet sind. Die konser- vative Partei kann dazu, daß die Arbeiterausschüsse sich zu sozialdemokratischen Organisationen auswachsen und statt dem sozialen Frieden, der Klassenverhetzung dienen, auf keinen Fall ihre Hand bieten." Noch kennzeichnender ist die Stimme aus dem Lager der Freikonservattven, die„Post": „Für den weiteren Verlauf der Verhandlungen über die sozial- politische Novelle zum Berggesetz wird es von erheblicher Be- deutung sein, ob es gelingt, in einer rechtlich einwandfreien Form die von den Verttetern der beiden konservativen Fraktionen kund- gegebene Absicht zu verwirklichen, die den Arbciterausschüssen gestellte Aufgabe„auf geordnete und stiedliche Verhältnisse in der Arbeiterschaft des betteffenden Werkes hinzuwirken und Störungen der öffentlichen Ordnung sowie Bedrängnng von Arbeitswilligen, insbesondere auch gelegentlich von Arbeitseinstellungen hintan- zuhalten", mit strafrechtlichen Schutzbestimmungen zu umgeben. Sowohl der Herr Handelsmininister, als die national- liberalen Mitglieder der Kommission haben sich mit der Tendenz der Anregung einverstanden erklärt, von beiden Seiten aber ist auf die Schwierigkeiten hingewiesen worden, welche dem gesetzgeberischen Plane aus der Reichsgesetzgebung, namentlich aus § 153 der Reichs-Gewerbe-Ordnnng, erwachsen; insbesondere hat der Handelsminister seine definitive Stellungnahme von der Fassung abhängig gemacht, welche die konservative Anregung bei der zweiten Lesung erhalten soll. Wenn so der Sache nach dem Gedanken die Wege geebnet sind, so ist das gleiche doch bedauerlicherweise in bezug auf eine rechtlich einwandfreie Formulierung desselben noch nicht der Fall. Die Schwierigkeiten, eine Form zu finden, welche mit dem Reichs- recht nicht kollidiert, sind vielniehr recht groß, und es wird bis zur zweiten Lesung der ernstlichsten Anstrengungen bedürfen, um sie zu überwinden. Inzwischen ist die Lösung der Aufgabe auch ernster Mühe wert; denn, wenn es gelingt, in diesem Puntte eine Verständigung zwischen den konservattven, freikonservativen und nattonalliberalen Mitgliedern der Kommission einerseits und der Regierung andererseits herbeizuführen, so wird eine soche auch über die allgeineine Einführung von Arbeitcrausschüssen unschwer zu erreichen sein. Fiir die konservativen Parteien kommt außer der sachlichen Bedeuwng einer wirksamen Verstärkung des Schutzes fiir die Arbeitswilligen dabei in Betracht, daß durch die Einfiigung einer solchen Bestimmung dem ganzen gesetzgeberischen Akt der ihm bedauerlicherweise anhastende Anschein eines Gelegenheitsgesetzes gegen die Bergwerksbesitzer im Ruhrrevier genommen und ihm damit offensichtlich der Charakter eines mit gleichem Maße un- parteiisch beide Teile messenden, über den Parteien stehenden Mies der Gesetzgebung wieder verliehen wird." Das heißt also, der Arbeiterschutz, wie ihn die Regierung gewähren Ivollte, ist abgetan; nur der Arbeitertrutz steht noch zur Erörterung, aber auch dieser nicht mehr sachlich, sondern nur noch formell. Die Verhandlungen zwischen Konservattven, Nattonalliberalen und Regierung gelten nur noch der Frage, wie es möglich ist, die Klippen des Reichsrechts zu umgehen; es ist lediglich noch eine juristische Formfrage zu lösen. Die Regierung der sozialen Monarchie ist einverstanden, daß aus ihrem Arbeiterschutzversprechen ein Streikbrecherschutzgesetz ge- macht wird, sobald sie sich überzeugt, daß es sich juttsttsch machen läßt. Und daß sie dabei nicht nur juttsttsche Zwirns- fäden, sondern handfeste juristische Balken nicht siirchtet, das hat sie ja bei dem Ansiedelungsgesetze bewiesen. Es lebe die soziale Monarchie I Der Reichstag erledigte auch heute wieder sein tägliches patriottsches Pensum. Es waren diesmal 33 Millionen, die neu für Südwestafrika bewilligt werden sollten. Daß Genosse Ledebour diese Gelegenheit benutzte, um schon jetzt davor zu warnen, nach Niederwerfung des Aufstandes den Eingeborenen ihr ganzes Land wegzunehmen, benutzten die Rechte und die Nattonal- liberalen, um ihre abgeklapperten patnottschen Entrüstungs- Phrasen wieder einmal an den Mann zu bringen. Herr Dr. P a a s ch e stellte dem Reichstage die angenehme Wahl zwischen Beraubung und Niedermctzelunq der Eingeborenen, Dr. Arendt warnte vor schwächlicher Humanität und Frhr. v. Richthofen wollte wenigstens prinzipiell festgesetzt wissen, daß Deutschland als der Stärkere das Recht auf Brutalität gegenüber den Eingeborenen hätte. Der Anttsemit L a t t m a n n, der sich jüngst ein unbestreitbares Verdienst dadurch erworben hat, daß er nachwies, wie ausschließlich große Kapitalistengesellschaften an Südwestafrika interessiert seien, sprach heute jedem das Gefühl für nattonale Würde ab, der nicht unbesehen alle Torheiten und Grausamkeiten der deutschen Kolonialpolittk in Südwestafttka mitmache. Genosse Ledebour blieb diesen Helden der Logik und des Christen- tums die Antwort so wenig schuldig, wie dem berufenen Interpreten des neuen Testaments, Dr. Arendt.— Die Mehrheit bewilligte alles: sie hat dafür ein Schema gefunden. Der Reichskanzler erklärt, daß er vor dem Reichstage alle Anforderungen der südwestafrikanischen Militärverwaltung vertreten werde, und der Reichstag erklärt, daß er der Regierung nichts abschlagen könne, was diese zur Niederwerfung des Aufstandes für notwendig erachte. Obwohl in Kamerun irgendwelche knegerischen Ver- Wickelungen noch nicht eingetteten sind, wagen selbst die frei- sinnigen Volksparteiler nicht, diesen Bewilligungskordon zu durchbrechen. Dr. Müller-Sagan gestand ganz offen- herzig, daß die Verwaltung Kameruns dem Reichstage ein Buch mit sieben Siegeln sei; daß die Kolonialvcrwaltung ihn absichtlich im Dunkeln über die dortigen Zustände und ihre Pläne halte. Nur ahnen kann man, daß auch dort kapitalistische Gesellschaften von der Regierung Vollmacht erhalten haben, so viel Land zu rauben und so viel Eingeborene zu expropriieren, wie ihnen beliebt. Gleichwohl weigerte sich der freisinnige Redner, die Forderungen für Verstärkung der Schutztruppe in Kamerun mit uns abzulehnen. Seine Mannesseele zittert bei dem Gedanken, daß man ihm ein Teil der Verantwortung auferlegen würde, wenn das Treiben der Kapitalistencliquc in Kamerun die Eingeborenen auch dort zur letzten Notwehr des Aufstandes treibt. Diese bürgerliche Feigheit erlaubt der Ne- gierung, die Ausgaben für die Verstärkung der Kameruner Schtchtntppe als einmalig zu bezeichnen, während sie natürlich dauernd sind, wie Genosse Südekum behauptete niemand ihm zu bestreiten wagte. Praktisch hat diese Verwirrung der etatsrechtlichen Grundbegriffe zur Folge, daß auch diese Kosten durch Anleihe aufgebracht werden könne». statt daß die Einzelstaaten sie tragen. Den Rest der Sitzung füllte die Beratung kleinerer Vor- lagen und Petittonen aus. Besonders bemerkenswert war an der Verhandlung nichts außer der Ungeschicklichkeit des Vize- Präsidenten Dr. Paaschs, der Sozialdemokraten und Zentrum für die Minderheit und in gleichem Atemzuge für die Mehrheit erklärte. So verhinderte er. daß überhaupt ein Beschluß über eine Petttton der Scharfmacher im Baugewerbe zustande kam, und ersparte den ziegelroten Kühnemämtern die verdiente Zurückweisung._ Morgen wird nur in ganz kurzer Sitzung die dritte Lesung des Ergänzungsetats vorgenommen werden. Eine Programmrede des neuen Polizeiministers. Im preußischen Abgeordnetenhause debütierte am Donners- tag der neue Minister des Innern von Bethmann-Holl- >veg. Er hielt einen ausführlichen programmattschen Vortrag in wohlgebauten Sätzen mit angenehmer Stimme. Und wenn man das, was er vortrug, hörte, konnte es leidlich scheinen. Leider darf man Worte eines Ministers nicht wörtlich nehmen. Das Wort hat immer einen Sinn und einen anderen. Und bei einem Minister ist es immer der andere, der sich schließlich als der richtigere erweist. Oder hat der Minister wirklich sagen wollen, daß die Volkswohlfahrt, deren wichttgster Teil die Arbeiterwohlfahrt ist, nur durch die Heranziehung der Arbeiterklasse selber ge- fördert werden kann? Er sagte ja dirett, daß„diese wirklich ernste Lebensaufgabe des deutschen Volkes nur zu regeln ist unter Loslösung von allen bureaukratischen Fesseln durch eine freie Teilnahme aller Volkskreise". Die Zukunft wird erweisen, was der Minister gemeint hat, oder vielmehr: sie wird ihm selbst erst klar machen, was er gemeint hat. Mit dem Amt wird in Preußen nicht nur ein Charatter, sondern auch ein Verstand verliehen, den der Begnadete erst im Laufe seiner Amtstätigkeit selber zu entdecken pflegt— nachdem er von seinem Privatverstand sich glücklich emanzipiert hat. Der neue Minister macht zu- nächst noch einen nicht unsympathischen Eindruck; sein Gebaren ist noch gar nicht preußisch- ministeriell, eigentlich mehr pro- fessoral, auch die eingestreuten scherzhaften Bemerkungen sind ganz und gar von der Art der Kathederwitze in der guten, alten Zeit. Trotz des neuen Ministers bleibt in Preußen alles beim alten. Bei der Interpellation über die epidemische G e n i ck st a r r e, die in Oberschlesien haust, las der Kultus- minister eine Erklärung ab, die da besagt: die Regierung wisse zwar nichts über das Wesen der Krankheit, ein Grund zur Beunruhigung liege aber nicht vor. In einem geordneten Staatswesen liegt ein Grund zur Beunruhigung überhaupt nie vor; es ist tattlos und verwegen von einer Bevölkerung, sich über eine Krankheit zu beunruhigen, über deren Wesen amtlich nichts bekannt ist. Der neue Minister hielt seine Programmrede bei der Beratung eines Antrages auf Schaffung eines Volks- Wohlfahrtsamtes. Das preußische Abgeordnetenhaus will die Volkswohlfahrt fördern! Und wie ernst es diese Aufgabe anpackt, beweist die gründliche Arbeit seiner Kommission für Verhinderung des Bergarbeiterschutzes l Das hohe Haus war überhaupt heute fabelhaft sozial. Selbst die Wanderarmen will es heben, finanziell und sittlich. Vorwiegend sittlich. Der Abgeordnete Rabe von Pappenheim hielt eine Rede über den Segen der Arbeit und das Wort Carlyles:„Arbeiten und nicht verzweifeln"! Die Herren sahen dabei so verzweifelt aus... Deutsches Reich. Der Kaiser ist im Verlaufe seiner Mittelmeer-Reise nach Neapel gelangt, wo er vom italienischen König begrüßt wurde. Es wurden Schiffe besichtigt und Ausfahrten durch die Stadt unter- nommen. Ansprachen sind bisher nicht gehalten oder doch nicht übermittelt worden._ • Sinnlose Schmähungen entladet der Berliner Korrespondent der Münchener„Allgemeinen Zeitung" in einem Artikel über Marokko gegen den„Vor- w ä r t s". Bebel erhält den Lobspruch eines„verschämten Anlaufs zur Anerkennung deutscher Interessen in Marokko", während dem „Vorwärts"„natürlich der infernalische Schatten eines Verdachts deutschnattonaler Regungen besonders zuwider sein muß", weshalb er nun„kräftig die französische Tttkolore schwingt". Wir sollen Herrn Delcasso„als das unerreichte Muster eines glänzenden Staats- mannes" seiern, wir sollen„die Pariser Interessen mit einer ver« bläffenden Ungeniertheit vertreten" u. s. f.„Wo hat man, ftagt daS Blatt, in Deutschland etwas von dem„tosenden Alarm" vernommen, mit dem der„Vorwärts" auf die französischen Gemüter einwirken will?" Es ist die alte Methode geflissentlicher Unterschlagung der wirk« lichen Anschauungen der Sozialdemokratie, die wieder geübt wird zu dem edlen Zweck, die peinlich empfundene Kritik der auswärtigen Politik als„unpattiottsch" und als„Förderung des Auslands" zu verunglimpfen. Es ist der offiziöse Patriotismus, dem die Aufgabe gestellt ist, die internattonalen Irrfahrten der gegenwärtigen Reichs- Politik in Genialitäten umzuschwindeln. Zum Unheil des Mannes der„Allg. Ztg." find alle seine Un- Wahrheiten bereits von uns festgestellt worden, noch ehe er sie ver- übt. Wir haben aus früheren Anlässen schon nachgewiesen, daß wir die Vertretung der deutschen wirtschaftlichen Interessen in Marokko so wenig ablehnen, daß wir vielmehr bedauern, sie sei nicht schon zu rechter Zeit und in sachentsprechcuder Weise erfolgt.— womit zugleich der Versuch, Bebel und den„Vorwärts" in Gegensatz zu setzen, in sich zusammenfallen mußte für jeden, dem an der Wahrheit liegt. Wir haben auch niemals Herrn Delcasss als glänzenden Staatsmann gefeiert, wir haben vielmehr begründet, warum die ftanzösische sozialisttsche Presse mit vollstem Recht gegen Delcasss Stellung nimmt. Wir haben allerdings nicht gememt, daß, weil Herr Delcasss eine auswärtige Politik tteibt, welche fiir Frankreich schädlich ist, die auswärttge Politik des Grafen B ü l o lv für Deutschland vortrefflich sein müsse. Und wenn die Herren der„Allg. Ztg." vom„tosenden Alarm" in der verflossenen Marokko-Woche nichts vernommen haben, so sind ihre Hörorgane durch die Gewohnheit des Theaterlärms, ohne welchen im neuesten Deuffchland der politische Bettieb unmöglich ist, zu bclounderuugswürdiger Abhärtung gediehen. Köstlich ist es, daß die„Allg. Ztg.", da sie uns beschuldigt. Pariser Interessen zu vertreten, sich zugleich auf die französische sozialistische Presse berufen zu dürfen glaubt, weil diese gegen die auswärtige Politik ihrer Regierung vorgeht. Nach dem Unverstand, den die„Allg. Ztg." gegen uns aufwendet, müßte sie folgerichtig die französische sozialistische Presse verunglimpfen, daß sie kräftig die schwarz- weiß- rote Fahne schwinge. Herr Delcasso wenigstens hält die Haltung der französischen Sozialisten für ebenso wenig patriotisch. wie die„Allg. Ztg." die uusrige. Was aber, wenn deutsche Sozial. demokratcn es tun, ein Verbrechen gegen den Patriotismus ist, das wird, wenn ftanzösische Sozialisten es tun, der höchsten Auer- kennung wert l I« der Tat find die deutschen Sozialdemokraten ebenso sehr und ebenso wenig.patriotitch', wie die französischen Sozialdemo- kraten. Diese verurteilen die auswärtige Politik Delcassös, welche Frankreich an Rußland ausliefert und Deutschland vernachlässigt, mit besten Volk der französische Sozialismus zu stets besseren Be- Ziehungen zu gelangen ersehnt. Die deutsche Sozialdemokratie ver- urteilt aufs schärffte die Marokko- Inszenierung des Grafen Bülow, weil ohne vernünfttgen Anlaß eine beklagenswerte Verschärfung der deutsch- französischen Beziehungen hervorgerufen sowie für das herrschende Frankreich der Anlaß gegeben wird, den Rückhalt der zarischen Allianz zu sichern.—_ Ein infames Kasernenübel. Recht üble Verhältniste zwischen den älteren Mann- s ch a s t e n und den Rekruten förderte am Donnerstag eine Ver- Handlung vor dem Berliner Kriegsgericht der I. Garde-Division zutage. Auf der Anklagebank saßen sechs sog. alte Jahrgänge, die Grenadiere Beck. Nack, Mistelhorn, Dickmann, Farbig und Berninger, welche sich wegen gemeinschaftlicher vorsatzlicher körperlicher Mißhandlung von Rekruten, sowie der Unteroffizier, Fahnenjunker Botho v. Sklivar, der sich wegen schuldhafter Verabsäumung der ihm obliegenden Beaufsichtigung Untergebener zu veranttvorten hatte. Am 12. vorigen Monats desertierte der Rekrut Kühl von der 1. Kompagnie des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Am folgenden Tage wurde er jedoch schon wieder im Tegeler Forst aufgegriffen. Als Grund zu seiner Flucht aus der Kaserne gab er an, daß er häufig von den alten Leuten mißhandelt worden sei. Die Untersuchung ergab denn auch, daß die Rekruten oft von den alten Leuten geschlagen' wurden. Am meisten hatte hierunter Grenadier Kühl, der im Dienst etwas schwer- fällig war. zu leiden. Am Abend des 11. März fehlte auf der Stube 35/36 eine Lampe. Die alten Leute befahlen den Rekruten, die Lampe zu suchen, stellten sich dann mit erhobener Klopspeitsche an der Tür auf und schlugen auf die hinauseilenden Rekruten ein. Auf Stube 33 mußten die Rekruteu unter die Betten kriechen, um die Lampe zu suchen. Auch hierbei wurden sie mit Fußtritten und Schlägen mit der Klopfpeitsche wattiert. Als Kühl dann wieder zurückgekommen war, befahl man ihm. unter dem Bett sein Spindschild zu suchen, und auch bei dieser Gelegenheit wurde der Grenadier mißhandelt. „Wenn die Hamnrels(Rekruten) herunterkommen und den Tisch holen wollen, werden wir sie schon verpolken." Hiennit waren zwei Rekruten einer anderen Kompagnie gemeint, welche bald darauf in das Zimmer traten und einen Tisch holen wollten. Auch diese er- hielten beim Hinauswagen des Tisches Stöße und Schläge mit der Klopfpeitsche. Kühl wurde auch in vielen Einzelfällen von vier der Angettagten durch Ohrfeigen. Fußtritte usw. mißhandelt. Das Kriegsgericht verurteilte nach längerer Verhandlung die angettagten Grenadiere von drei bis zu zwölf Tagen Gefängnis und sprach den Angeklagten Farbig frei. Gegen Unteroffizier v. Sk. wurde auf einen Tag gelinden Arrest erkannt. Auch in diesem Fall fft das schändliche Treiben e r st durch die Desertion eines Gemißhandelten offenbar geworden und zur Beswafung gelangt. Die Bestrafung aber ist überaus milde ausgefallen. Es ist eine Schande sondergleichen, daß sich ältere Soldaten dazu hinreißen lasten, Rekruten zu peinigen und zu miß- handeln, anstatt sie hülfreich zu fördern. Parteifreunde de» Zentrums. Aus München wird berichtet: Der bayerische Reichsrat und Reichstagsabgeordnete Professor Frei- Herr von Sertling hat im.Hochland" eine Abhandlung über „Pnlittsche Parteibildung und soziale Schichtung" veröffentlicht. Darin kommt folgender Passus vor:„Eine große Wirtschaft braucht einen Hausknecht— schlimm ist es nur, wenn der Hausknecht den Herrn spielt und den Ton angibt." Die„Neuest. Nachr." meinten dazu: Freiherr v. Hertling will durch seine Abhandlung zweifellos an der bayerischen Zentrumöherrschaft Kritik üben, es sei bekannt, daß die Führung der bayerischen Zentrumspartei sich gegenwärtig in den Händen eine Mannes befinde, den man mit Herrn v. Hertling als»H a u s k n e«cht" bezeichnen dürfe. Zu dieser Glosse bemerkt nun der„Bayer. Kur.":„Wir können aus Achtung vor Freiherrn v. Hertling nicht annehmcn, daß er in so gehässiger und niedriger Weise einem ihm vielleicht mißliebigen Parteigenossen und Reichs. tagSkollegen nahe weten wollt«. Wenn aber das der Fall wäre, dann bedauern wir aufrichtig Freiherrn v. Hertling, daß er sich eine so schmachvolle Blöße geben konnte."— Reue Mutige Scharmützel in Südwestafrika. Nach Meldung des Generalleutnants v. Trotha überfiel Leutnant Müller auf dem Marsch von Okahandja nach Otjihangwe bei Eundo mehrere Hererowerften, nahm 20 Männer und 21 Weiber gefangen und erbeutete mehrere Gewehre. Nach Angabe eines Händlers sollen sich Friedrich und Wilhelm Maharero sowie Trau- gott, der Sohn TzetjoS, nach Abgabe der Waffen auf einer eng- lischen Polizeistation östlich Rietfonwin(Nord) befinden. Auf einem Patrouillenritt südlich des Hudup fielen am 31. März drei Reiter der 2. Erfatz-Kompagnie, einer wurde verwundet. Major v. Estorff hatte am 23. März in Awadaob die Meldung er- halten, daß Spuren von Hottentotten bei Kowise-Kolk, aus östlicher Richtung kommend und in nordöstlicher Richtung weitersührend, be- obachtet seien. Er vermute daher, daß ein Raubzug gegen Aminuis geplant sei, und entsandte die 3. Kompagnie Regiments 2 mit 1 Gc- schütz dorthin. Die Vermutung war richtig gewesen; Oberleutnant v. Baehr mit 31 Reitern der 4. Kompagnie stieß am 25. März vier Kilometer südlich AminuiS auf eine 150— 200 Mann starke Hottentottenbande und hatte ein schweres Gefecht, bei dem 1 Sani- tätsofsizier, 1 Unteroffizier, 4 Reiter fielen und 1 Unteroffizier, 5 Reiter verwundet wurden. Ein Reiter wird vermißt. Wahrscheinlich infolge der Annäherung der 3. Kompagnie ging der Feind eiligst in der Richtung auf Kowise-Kolk zurück. Meldung über seine Verluste fehlt noch. Die 3. Kompagnie verfolgte, konnte den Gegner aber nicht mehr einholen und kehrte nach Awadaob zurück. Major v. Estorff tritt nunmehr den Vormarsch auf Geiab an. TaS Hauptquartier verbleibt bis auf weiteres in Äub. Das sind abermals neun Tote, ein Vermißter und sieben ver- wundetei— Berlin, 6. April. Ein amtliches Telegramm aus Windhuk nieldet: Reiter Karl Eisenmann. geb. 2. 3. 82 zu Backnang, am 28. März 05 in Kranken-Sammelstelle GochaS an Typhus gestorben. Am 2. April 05 bei Packriem erschossen auf- gefunden: Unteroffizier Heinrich Bormann, geb. 25. S. 80 zu Gemünden, Retter Rudolf Werner, geb. 9. 3. 82 zu Berlin. HiieUnd. Schweiz. BolkSabstimmung über BerfassungSrevifion. Luzern, 31. März.(Eia. Ber.) Am Sonntag. 2. April, haben die Stimmberechtigten des Kantons Luzern über ein Initiativ- begehren der liberalen Partei abzustimmen, das die Ergänzung der Verfassung durch Aufnahme folgender Grund- (ätze verlangt: Reduktion der Mitglieder der Regierung von sieben auf fiinf, Einführung der GefetzgebungSinttiattve. Bodenverbesserung. Beschränkung der Aemterhäiihing, die auch den Rücktritt der RegierungSräte auS dem VerwaltungSrat von Aktiengesellschaften zur Folge hätte, Vollswahl der Statthalter (Landräte), Revision des Steuergesetzes, Ueberlasiung eines Viertels der Abgaben für Getränke und Wirtschaften sowie der Martt- und Hausiergebühren an die Gemeinden. Die beiden Postulate: Gesetz- gebungsinitiative und Bodenverbesserung hat auch die herrschende konservattve Partei akzeptiert. während sie die übrigen Forderungen ablehnt und bekämpft. Die sozialdemokratische Partei unterstützt einzelne Postulate des JnittattvbegehrenS, während sie die anderen ablehnt. Eine besondere Agitation hat sie aber auch für die Annahme der ersteren nicht entfaltet, sie steht der ganzen Aktion der Liberalen kühl gegenüber.— � Im Kanton A a r g a u soll durch Volksabstimmung am nächsten Sonntag eine urdemokratische Einrichtung, die aber heute nicht mehr zweckmäßig erscheint, abgeschafft werden, nämlich die Vornahme der Wahlen und der Abstimmung über Vorlagen in den amtlichen Gemeinde» Versammlungen, Referendumsgemeinden genannt. Das bezüg- liche Jnittativbegehren will die Gemeindeversammlung durch die Wahl- und Stimmurne ersetzt wissen. Der Große Rat und die Regierung wollen für Verfassungsänderungen und die Steuergesetzgebung die Referendumsgemeinde beibehalten. Wahrscheinlich siegt das Jnittattvbegehren, dessen Annahme unter den obwaltenden Um- ständen ein Fortschritt wäre.— Frankreich. Eine wunderliche Berschwörungsgeschichtr beschäftigt zurzeit die Pariser Polizei. Von welcher Person oder Partei die„Verschwörung" eigenllich ausgeht, hat bisher noch nicht ennittelt werden können. Nur das Faktum des entdeckten Putsch- Planes soll angeblich feststehen. Die Verschwörer haben etwa 500 alte Grasgeivehre beiseite geschafft. Die Polizei besitzt auch eine Liste derjenigen Leute, für die diese Gewehre bestimmt waren. Es sind dies zumeist ausgediente Unteroffiziere und Kolonialsoldaten, die von einer unter der Leiwng eines gewissen Bunau stehenden Kolonialgesellschast angeworben worden waren unter dem Vorwande, daß man ihnen in Südafrika, wo die Gesellschaft große Ländereien besitze, Stellung verschaffen wolle. Die Polizei glaubt, daß die Verschwörer den phantastischen Plan gehabt haben, sich im Elhsee des Präsidenten Loubet zu bemächtigen. Nach einer weiteren Meldung sind der Polizei bis jetzt acht am Komplott beteiligte Personen bekannt. Als Hauptkomplotteur gilt ein Hauptmann Tamburini. Von seinen Hintermännern weiß man noch nichts. Die Polizeipräfektur dementiert ausdrücklich gestrige Blättermeldungen, wonach bei dem Ober st en Marchand als vermutlichen Komplizen Haussuchungen vorgenommen worden seien. Ferner wird versichert, daß die Entdeckung der Verschwörung eine Verstärkung der Wachen des Elysees und der Nationalbank keineswegs habe notwendig erscheinen lassen. Ob am Ende der„Kaiser der Sahara' sein« AnnekttonSgelüste auch auf Frankreich selbst ausgedehnt hat?— Paris, 6. April.(W. T. B.) Senat. Bei der Beratung des Kriegsbudgets erklärt Kriegsminister B e r t e a u x, die sich aus der Herabsetzung der Dienstzeit ergebenden Mehrausgaben würden für dieses Jahr nur ungefähr 20 Millionen Frank betragen. Deputierteniammer. In der fortgesetzten Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Trennung von Staat und Kirche befürwortet der Berichterstatter B r i a n d(Soz.) die Annahme der Vorlage, die eine wahrhaft liberale Reform darstelle. Redner weist die Notwendigkeit der Trennung nach und gibt zu. daß an der Vor- läge einige Abänderungen vorgenommen werden könnten. Italien. LttentatSaukündigung gegen den„Avanti". Rom, 6. April.(Privattelegr. des„Vorwärts".) Der klerikal- konservattve Abg. M a c o l a, bekannt als Duell- mörder des Radikalen Cavallottt, wurde im gestrigen„Avantt" heftig angegriffen. Heute übersendet Macola der Redaktton ein Schreiben, in dem er droht, den Verfasser des gestrigen Arttkels niederschießen zu wollen wie einen tollen Hund. Der„Avantt" erwartet ruhig den Besuch des mordlustigen Lümmels. Die Deputtertenkammer nahm in geheimer Abstimmung mit 213 gegen 46 Stimmen den drntsch-italirnischeu Handelsvertrag an.— Amerika. AuS Kanada. Von Zeit zu Zeit wird in Kanada das Thema einer Angliederung an die Vereinigten Staaten eröttert, die ge- legentlich als wirtschaftliche Notwendigkeit hingestellt wird. Durch die amerikanische Zollpolitik, die auf Kanada wenig Rücksichten nimmt, soll aber der Gedanke einer vollständigen Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten sehr gestärkt worden sein, trotzdem manche gerade das Gegenteil davon erwarteten.— Unterdessen siedeln sich jährlich viele Tausende von amerikanischen Farmern in Kanada, besonders im Nordwesten des großen Gebietes an. Im vorigen Jahre kamen 46 000 und im laufenden Jahre werden 60 000 Einwanderer aus den Vereinigten Staaten erwartet, wie der erste Inspektor der Einwanderungs- Agenturen Kanadas vor kurzem bekannt machte. Die Northern Pacific Eisen- bahngesellschast hat ausnahmsweise die Frachtraten für die Habselig- keilen, Gerätschaften und Maschinen der Farmer, die nach dem Nord- Westen Kanadas gehen, um die Hälfte ermäßigt. Di« Eisenbahnen und Landspekulanten tun ihr Mögllchstcs, um Ansiedler heranzuziehen. Viele Farmer kommen aus Iowa, Illinois, Minnesota, Nebraska und Kansas und lassen sich verlocken durch die Aussicht, jungfräulichen Boden für 10 Dollar pro Acre(etwa ein Morgen) zu kaufen, während sie ihre alten Farmen mit 50 bis 150 Dollar pro Acre ver- kaufen. Trotzdem machen sie oft einen schlechten Tausch, aber die Auswanderung nach Kanada dauert an.— kommunales. Stadtverordneten-Versammlung. 10. Sitzung vom Donnerstag, den 6. April 1905, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung um 5% Uhr. In den Ausschutz für die Vorlage betr. eine Aenderung in der Benutzung der Waisenanstalt zu Rummelsburg sind u. a. auch ge- wählt die Stadtvv. Dr. Bernstein, Stadthagen, Tolks. dorf(Soz.). Auf der Tagesordnung steht zunächst die Ende Februar cr. ver- tagte Beratung der neuen Steuervorschläge, welche der Ausschuß auf Grund der betreffenden Magistratsvorlage gemacht hat. Die Erörterung über die Einführung einer Lustbarkcitsfteuer war abgeschlossen. Der Ausschuß hatte ferner u.. a. empfohlen, die kommunale Grundsteuer dahin zu reformieren, daß samt- liche Grundstücke nach dem Matzstabe des gemeinen Wertes besteuert werden; dabei sollte der Magistrat die Angängigkett einer höheren Besteuerung des unbebauten Grundbesitzes in Erwägung ziehen. Da der Referent Stadtv. Habcrland noch nicht anwesend ist, wird der Gegenstand einstweilen zurückgestellt. Die Wahl des Stadtv. Baurat Herzberg ist vom Wahl- prüfungs-Ausschuss« mit 5 gegen 3 Stinimen für ungültig erklärt worden, weil die Mehrheit, gestützt auf ein oberverwaltungsgcricht- liches Erkenntnis, annimmt, daß Herr Herzberg, der sich mit seiner Familie in Wilmersdorf niedergelassen hat, in Berlin eine Nieder- lassung nicht mehr besitzt. Referent Stadtv. Liebknecht: Gegen die Wahl ist ein Protest nicht eingegangen. Die Prüfung ist mit der denkbarsten Vorsicht vorgenommen worden, da mangels eines Protestes eine weitere Nach. Prüfung nicht stattfindet und die Kassierung der Beschlüsse der Ver- sammlung in den Wahlfragen Kcrfin und LeiS eine besondere Warnung war. Die Hauptfrage ist, ob Herr Herzberg auch einen Wohnsitz in Berlin hat. In der Liste des Wahlbureaus wird Herz- berg als Bernburgerstr. 14 wohnhaft geführt. Er wird nach seinem Verzuge nach Wilmersdorf als Forense in Berlin besteuert. Er hat ausdrücklich erklärt, daß er den Wohnsitz in Berlin beizubehalten gedenke. Die Berliner Wohnung liegt im Hinterhause, Hof, zwei Treppen, ist ein Raum mit Bett und Waschtoilette, Tisch und Stühlen, und dieser Raum ist abgemietet von den Geschäftsräumen der Firma Börner u. Herzberg. Das Bett ist, wie durch Recherchen sich ergeben hat, kein Bett, sondern ein Schlaffofa von ziemlich mangelhafter Beschaffenheit.(Heiterkeit.) Fraglich ist, ob Herr Hcrzberg den Wohnsitz in Berlin aufgegeben hat; einen Wohnsitz an mehreren Orten kann man nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch,§ 7, haben. Wenn jemand zwei verschiedene Wohnungen hat, fragt sich, « ob die Wohnungen derart find, daß zwei verschiedene Wohnsitze da- durch begründet werden können. Die Erklärung, die Niederlassung nicht aufzugeben, ist nur dann von Bedeutung, wenn ihr nicht tat» sächliche Momente entgegenstehen. Das Ober- Verwaltungsgericht hat in dem Falle des gräflich Schaffgotschschen Verwalters Dr. Stephan-Beuthen entschieden, daß die drei Zimmer, welche dieser Herr nach seinem Verzuge in einen Vorort in der Stadt beibehielt und von wo aus er seine sämtlichen Geschäfte betrieb, ohne sich abzu- melden, und wo er seine Steuern weiter bezahlte und seine Ehren» ämter weiter wahrnahm, daß diese Wohnung keine Niederlassung im Sinne des Gesetzes sei. Der Fall liegt also ganz analog dem Falle Herzberg.„Die Niederlassung blieb auf den bloßen Geschäftsbetrieb und die öffentliche Tätigkeit des Dr. Stephan beschränkt," führt das erwähnte Erkenntnis aus; somit sei diese Wohnung keine Nieder- lassung und die Erklärung des Dr. Stephan unwirksam, da ihr die Tatsachen entgegenstehen. Es kommt also darauf an, daß die ganze Persönlichkeit des Betreffenden ihren Mittelpunkt in dem Wohnsitz hat; es kann da keine dauernde Trennung zwischen privaten, Familien, und beruflichen Tätigkeiten Platz greifen. Hier aber handelt es sich nicht etwa um ein bloß vorübergehendes Verziehen der Familie des Herrn Herzberg nach Wilmersdorf. Ein bloßes Ab- steigequartier und Geschaftsbureau können nicht als Wohnsitz an» gesehen werden. Die allgemeine Gerichts-Ordnung von 1845 steht auf demselben Standpunkt und auch die Motive zum Bürgerlichen Gesetzbuch bieten dafür Material im Sinne des Ausschuß-Antrages. Ein doppelter Wohnsitz kann nur angenommen werden, wenn a» beiden Orten eine eingerichtete Wirtschaft besteht und an beiden Orten die gesamte Lebenstätigkeit des Domizilianten gleichmäßig sich abspielt. Das Gutachten, welches die Minderheit sich vom Justizrat v. Gordon hat ausfertigen lassen, geht davon aus, daß Herr Herzberg den Willen, die Niederlassung aufzugeben, nicht bekundet habe; Tat- fachen, welche dem entgegenständen, seien nicht vorhanden, denn er erledige von den Berliner Räumen aus einen großen Teil seiner geschäftlichen, privaten, öffentlichen und geselligen Angelegenheiten. Diese Voraussetzungen sind aber gänzlich unzutreffend. Kdner der Gesetzeskommentatoren läßt auch nur die Möglichkeit offen, im Falle Herzberg zwei Wohnsitze anzunehmen. Die Ausschußmehrheit ist somit zur Kassierung der Wahl gekommen.(Beifall.) Stadtv. Galland(A. L.): Meine Fraktion kommt aus rein rechtlichen Erwägungen zu der Ueberzeugung, daß die Wahl Herzberg rechtsbeständig ist.§ 7 33. G.-B. verlangt eine Erklärung über die Aufgebung des Wohnsitzes; ohne diese Erklärung bleibt die Ver» mutung der Fortsetzung des bestehenden Rechtsverhältnisses bestehen. Das Reichsgericht hat in einem Erkenntnis von 1901 ausgesprochen, daß es durchaus nicht notwendig ist, daß die gesamte persönliche und wirtschaftliche Tätigkeit des 33etreffcnden sich an dem Wohnfitze ab- spielt. Herr Herzberg ist eng mit Berlin verknüpft, ist seit Jahr- zehnten 33erliner Bürger; er hat bewutzterweise dieses Zimmer ge» mietet, um den Zusammenhang mit 33erlin aufrecht zu erhalten. T«r Unterschied zwischen Stephan und Herzberg liegt in der persönlichen Nuance. Der letztere hat es von der Pike auf zu einem Vermögen gebracht(Lachen bei den Sozialdemokraten), aber seine Einfachheit und Schlichtheit beibehalten. Stadtv. Dr. Preuß(soz.-fortschr.): Wir entscheiden heute über eine Frage von sehr erheblicher präjudizieller Tragweite. Ob wir bei der Entscheidung souverän sind, ist nach dem ZuständigkeitÄgesetz zweifelhaft: der Magistrat kann event. das Verwaltungsstreit- verfahren gegen unseren 33eschluß einleiten. Daß eine gerichtliche Prüfung möglich ist, sollten wir begrüßen, denn die Unabhängigkeit der richterlichen Entscheidung wohnt unserer Versammlung doch im höchsten Sinne tatsächlich nicht bei. Nach den bestehenden Gesetzen genügt es nicht, daß man einen geschäftlichen Wohnsitz hat, sondern es ist die Niederlassung die Voraussetzung für das Bürgerrecht und für die Wahlfähigkeit. Unsere Versammlung hat auch weder im Falle Kerfin noch im Falle Leis besondere richterliche Autorität be. währt.(Unruhe.) DaS von Herrn Galland angeführte Reichs» gerichts-Erkcnntnis sagt uns gar nichts Neues und entscheidet namentlich nicht die Frag«, ob Herr Herzberg«inen doppelten Wohn- sitz hat. Wenn es bloß an der Willenserklärung läge, würde ja Herr Herzberg den 33erliner Wohnsitz behalten, selbst wenn er auch das Zimmerchen wieder aufgäbe. Stadtv. Ladewig(N. L.) protesttert gegen da? merkwürdige Ver. halten eines Freundes der Selbstverwaltung, gegen die Souveränität der Versammlung schon jetzt Magistrat und Oberpräsident aufzu- rufen. Der Fall liegt außerordentlich schwierig und die Analogie mit dem Fall Stephan sei nur eine ganz oberflächliche. ES sei eine reine Tatfrage, ob hier ein doppelter Wohnsitz vorhanden ist. Redner hofft, daß die Mehrheit sich für die Gültigkeit der ASahl erklären wird. Stadtv. Singer(Soz.): Bon allen diesen juristischen Aus. führungcn kann ich nur sagen: Mir wird von alledem so dumm, als ging' mir ein Mühlrad im Kopfe herum.(Heiterkett.) Wenn wir auf den Boden der Wirklichkeit zurückkehren, bleibt nur die Frage übrig: Ist die Wohnung in der Bernburgerstraße ein Wohnsitz? Ich wage die 33ehauptung, daß der 33aurat Herzberg diese Stube nicht haben würde, wenn er nicht Stadtverordneter von Berlin sein wollte. Wenn das Gesetz einen solchen Wohnsitz vorschreibt, so sage ich: Was da als Wohnsitz bezeichnet wird, ist nicht sein Wohnsitz! Wenn Herr Herzberg wirklich einmal abends spät geschäftlich in Berlin aufgehalten wird, kommt er mit den hiesigen Verkehrsgelegen. heiten fast ebenso schnell nach Wilmersdorf, wie nach der 33ernburger. straße. Diese gehört also nicht zu den aus dem 33erufe hervor» gehenden Notwendigkeiten für Herrn Herzberg, sondern sie ist ge. nommen zu � dem Zweck, um den Mangel eines Wohnsitzes zu maskieren. Solange das Gesetz besteht, müssen wir, zur Entscheidung über seine Handhabung berufen, entscheiden, wie es der gesunde Menschenverstand verlangt, und dürfen uns nicht auf Tifteleien ein» lassen. Wie stehen denn die Wähler zu dieser Frage?(Rufe: ES ist doch kein Widerspruch erhoben worden!) Natürlich nicht; wahr. schcinlich haben die Wähler, als sie ihn wählten, nicht gewußt, daß er im Juli schon nach Wilmersdorf verzogen war, sondern habe« geglaubt, er wohne nach wie vor in der Margarethenstraße. Die Wähler sollen also von uns verurteilt werden, durch einen Mann vertreten zu werden, der tatsächlich nicht in Berlin wohnt! Herr Galland hat unnötig die persönlichen Eigenschaften des Herrn Herz» berg in die Debatte gezogen. ES ging Herrn Galland wie manchem Juristen; wer zu viel beweisen will, beweist zu wenig. AuS der Bescheidenheit deS Herrn Herzberg hat er uns nachweisen wollen, daß es das erstrebenswerte Ziel auch vermögender Leute sein sollte, solche Absteigcbuden als Wohnsitze zu nehmen.(Heiterkeit.) Diese Wahl ist keine Wahl, welche den Voraussetzungen der Städte- Ordnung entspricht, weil die Stube in der 33ernburgerstraße kein Wohnsitz im Sinne des Gesetzes ist. Mit seiner Andeutung wegen der Aufsichtsbehörde hat Herr Preuß nur sagen wollen, daß wir 33«. schlüsse fassen müssen, die der Prüfung standhalben können. Sie würden«in Präjudiz der allergefährlichsten Art schaffen. Hier will man einen Mann der Versammlung erhalten; in einem anderen Falle könnte an der Persönlichkeit des 33«treffenden der Versammlung gar nichts liegen und dann wäre sie durch dieses Präjudiz gebunden. Stadtv. Preuß: Die Denunziationslust, die mir Herr Ladewig unterschiebt, liegt mir wahrlich völlig fern. Mit meinem Hinweis auf den Magisttat habe ich mich um die Selbstverwaltung gerade verdient gemacht. Die bona Säe, dessen, der mir einen solchen Vorwurf öffentlich zu machen wagt, muß ich geradezu bestteiten. Stadtv. Cassel(A. L.): Herr Preuß hat. natürlich un- beabsichtigt, doch den Teufel an die Wand gemalt. Herr Singer will zum Unterschied von seinem Parteifreund Liebknecht die Frage nicht als Rechtsfrage, sondern nach dem gesunden Menschenverstand entscheiden. Sie muß als Rechtsfrage entschieden werden, dabei braucht aber der gesunde Menschenverstand nicht auszuscheiden. (Hetterleit.) Ich stehe völlig auf dem Boden des Gutachtens des Dr. v. Gordon. Nur bei der Begründung, nicht beim Aufgeben eines Wohnsitzes sind alle die Erwägungen anzustellen, welche Herr Liebknecht und Herr Preuß angestellt haben. Wir haben uns daher für die Gültigkeit entschieden. Der Hinweis auf die Fälle Kerfin und LeiS ist wertlos, weil diese Sachen noch beim Ober-Verwaltungs. geruht schweben. Stadtv. Dr. Gelpce( Fr. Fr.) schließt sich den Ausführungen ber Geſchäfte, für die der Bundesrat bie Formen feftgefest hat, nicht Letzte Nachrichten und Depeschen. bon Cassel, Galland und Ladewig an. In namentlicher Abstimmung wird die Wahl mit 62 gegen 38 Stimmen für gültig erklärt. Da es inzwischen 49 Uhr geworden ist, beschließt die Berfammlung, die Fortsetzung der Steuerdebatte von der heutigen Tagesordnung abzusetzen. Nach Erledigung einer Reihe von Vorlagen ohne allgemeines Interesse wird der Magistratsantrag beraten, der Deutschen Landwirtschafts Gesellschaft zu Breifen für ihre 20. Wanderausstellung 1906 in Schöneberg 20 000 M. zu bewilligen. Stadtb. Borgmann( Soz.) ersucht um Ablehnung der Vorlage. Die bisherigen Ausstellungen hätten mit großen Defizits geendet. Die Gesellschaft diene in der Hauptsache dem Großgrundbesitz und sei auch dem Bunde der Landwirte tributpflichtig. Die Ausstellung finde zudem nicht in Berlin, sondern in Schöneberg statt, da möge man das reiche Schöneberg in Anspruch nehmen.( Beifall.) Die Maroltofrage vor dem englischen Unterhaus. London, 6. April.( W. T. B.) 2abouchère( liberal) fragt, zwischen der jegt Stadtv. Dr. Nathan( soz.- fortschr.): Wenn der Vorredner abzustimmen. Die Abstimmung ergibt Ablehnung mit gehn und seine Gewährsmänner recht haben, hat sich das Ober- Ver- gegen neun Stimmen. Semler greift die Regierung waltungsgericht im Falle Stephan des schwersten Rechtsirrtums wegen ihrer schwächlichen Haltung an, Bosadowsky beteuert, schuldig gemacht. Die Sozialdemokraten sind als Richter in dieser daß es der Regierung mit der Vorlage überaus ernst sei. Herold ob die englisch- französische Konvention der deutschen Regierung amtFrage um so mehr unbefangen, als fie nie Aussicht haben werden, erklärt, daß es sich beim Terminhandel in Getreide nicht nur um lich bekanntgegeben worden sei und ob irgendwelche späteren Mitim Tiergarten, dem reichsten Viertel Berlins, in der ersten Ab- Schutz der Unerfahrenen, sondern um ein Verbot aus wirtschaftlichen teilungen über die Konvention zwischen Großbritannien und Deutschteilung gewählt zu werden.( Seiterkeit.) Gründen handelt( d. h. um Agrarierintereffen!) Singer will der land ausgetauscht wurden. Redner stellt weiter die Anfrage, ob Stadtv. Caffel lehnt es für sich und seine Freunde ab, dem Regierung glauben, daß es ihr mit dem Gesetz ernst sei, fie zeige irgend ein Vertrag bestehe zwischen Deutschland und Marokko, der Nate des Dr. Nathan folgend, den Sozialdemokraten das sacri- aber nur nicht genug Ernst, sondern greife nach allem, was nach Deutschland besondere Handelsrechte und Brivilegien sichere und, ficium intellectus zu bringen. etwas aussieht, wovon sie sich aber sagen müsse, daß es wert- wenn dieses der Fall sei, ob diese Rechte analog wären denen, die Das Schlußwort des Referenten, der die angeführte los fei. Er stehe auch nicht auf dem Standpunkt des alles Reichsgericht& Entscheidung als dem Standpunkte der Ausschuß- oder nichts, wolle aber fein Gesez, das unter dem Schein Großbritannien durch die im Jahre 1856 zwischen England und Der Marotto abgeschlossene Konvention zugestanden seien, und ferner, ob mehrheit feineswegs widerstreitend bezeichnet, wird allmählich durch einer Verbefferung die wirkliche Verbesserung aufhält. immer stärker werdende Unruhe der Mehrheit übertönt. Auf den jezige Zustand sei unhaltbar, lasse man ihn noch eine Weile an der Sultan von Maroffo noch das Recht habe, Berträge, durch die Ruf: Ruhe! von den Bänken der Sozialdemokraten tritt nur für dauern, dann werde die Regierung durch die Gewalt der Umstände Handelsrechte zugestanden werden, mit anderen Ländern abturze Zeit verhältnismäßige Stille ein. genötigt fein, energisch vorzugehen. Er stimme Semler zu, daß es zuschließen, die nicht beteiligt wären an der englisch- französischen nötig sei, Verträge gegen die Judikatur des Reichsgerichts und die Konvention. Hereinbringung der Begriffe Spiel und Wette in die Entscheide über Unterstaatssekretär Earl of Perch erklärt: Die englisch boltswirtschaftlich notwendige Geschäfte zu bringen. Die Frist von französische Erklärung vom 8. April 1904 ist der deutschen Resechs Monaten für Einrede gegen abgewickelte Geschäfte komme dieser Judikatur viel zu weit entgegen. Mit derfelben Logit fönne gierung offiziell nicht mitgeteilt worden, und man eine Starenzzeit für die Saftbarkeit in Straffachen ein- britischen und der deutschen Regierung sind keine Mitteilungen beführen. Das fei lein Gesez für alle, sondern ein Gesetz für treffend diese Erklärung, soweit sie sich auf Marokko bezog, erfolgt. privilegierte stlaffen. Statt der Unsicherheit, die man durch die Der Sultan von Maroffo beteiligte fich an der Erklärung nicht, Bestimmung herbeiführe, folle man lieber gleich ein Verbot erlaffen. die ein unabhängiges Abkommen zwischen der französischen und der Uebrigens würden schon jetzt viele Geschäfte in der Form des britischen Regierung war, das sich auf die beiderseitigen Interessen Kassageschäftes gemacht, die fattisch Termingeschäfte feien. Aus allem, in jenem Lande bezieht. Der Vertrag zwischen Deutschland und was die Regierungsvertreter gesagt, ergeben sich die Notwendigkeit Marokko vom Jahre 1890 ist analog dem Vertrage zwischen England furzer Fristen, wie sie der sozialistische Antrag verlangt. Regierungs fommissar von Horst verteidigt die Regierung gegen Singer und und Marokko vom Jahre 1856. Gibson Bowles( f.) fragt: Sind Mitteilungen an Deutsch polemisiert gegen Herold unter Hinweis auf Krisenfälle. Posadowsky: Die Regierung sei durch die Bedingungen des Parla- land erfolgt in betreff anderer Teile des englisch- französischen Earl of Perch erwidert: Es haben keine MitStadtv. Gronewaldt( A. L.) tritt für den Magistratsantrag mentarismus zu ihrem Verhalten gezwungen. Hätte sie eine Abkommens? Die Ausstellung werde Hunderttausende von Besuchern nach börsenfreundliche Mehrheit, so würden keine drei teilungen an Deutschland stattgefunden außer in betreff des Dekrets Berlin führen. Nicht die Agrarier, sondern die Berliner Bürger age bergehen und eine andere Vorlage einge des Khedive. bracht werden. Stämpf fennzeichnet die Fristbestimmung als das Recht, fich sechs Monate zu überlegen, ob man wie ein Schubjad handeln will. Burlage reklamiert dies Recht im Namen des deutschen Volkes. Nachdem noch Herold sich bereit erklärt hat, für andere Termingeschäfte die Richtigkeit durch Anerkenntnis aufheben zu lassen, enn für Termingeschäfte in Getreide die Richtigkeit absolut bleibt, wird erst der Antrag der Sozialisten und dann die Regierungsvorlage mit allen gegen fünf Stimmen( Sozialisten und Freisinnige) agrarisch verschlechtert und Antrag Burlage durch Streichung eines Sazes den Agrariern noch mundgerechter gemacht, fällt aber in der Schlußabstimmung mit neun gegen neun Stimmen ab. Nach welchem eriprießlichen Resultat die Kommission ihre fruchtbare Arbeit bis nach den Osterferien vertagt. würden die 20 000 M. in Wahrheit erhalten. Stadtrat. Namslau: Zu den Kosten der Ausstellung tragen wir nicht bei, sondern wir wollen einen Beitrag zu den Prämien Teisten. Im Jahre 1894 hat Berlin auch noch den Treptower Part für die Gesellschaft hergegeben. Stadtv. Thieme( Fr. Fr.) tritt ebenfalls dem Stadtv. BorgStadtv. Thieme( Fr. Fr.) tritt ebenfalls dem Stadtv. Borgmann entgegen. Berlin sei auf dem Gebiete des landwirtschaft. lichen Maschinenwesens tonangebend, was hier sehr in Betracht komme. abgelehnt, dann ein Antrag Gamp, der die Regierungsfaffung 1894 habe die Gesellschaft in Berlin nicht etwa ein großes Geschäft gemacht, sondern das bis dahin größte Defizit erlebt. Stadto. Borgmann: Herr Thieme als Fabrikant von Düngemitteln hätte doch besser getan, sich an der Debatte nicht zu beteiligen. Die Gesellschaft hat ihren Hauptstüßpunkt in ihrer wirtschaftlichen Abteilung, aus der sie soviel herausschlägt, daß sie noch den Bund der Landwirte subventionieren kann, alles andere ist immer Beiwerk. Ob Berlin diese 20 000 M. leistet oder nicht, der erhoffte Fremdenzustrom wird doch herkommen. Der Finanzminister Austen Chamberlain erflärt, daß jezt Verhandlungen zwischen der chinesischen Regierung und den Bertretern der Mächte bezüglich der Art der Bezahlung der chinesis fchen Kriegsentschädigung im Gange wären. Bis die Verhandlungen abgeschlossen seien, fönne er feine Auskunft über den jährlichen Betrag der Abschlagszahlungen geben, die England erhalten werde. Das Oberhaus hat die dritte Lesung des Gesetzes angenommen, welches die Regierung ermächtigt, in Zeiten, wo die Miliz durch eine besondere Proklamation zum aktiven Dienst bei den Fahnen einberufen ist, Milizmannschaften auch von vornherein für den Dienst im Auslande anzuwerben. Trinksprüche. Wahlprüfungs- Kommission. Es wurde von der Kommission die Nachprüfung der Wahl des Abg, v. Dergen( f.) im Wahlkreise Neapel, 6. April.( W. T. B.) Heute abend fand im Palazzo Luckenwalde- Bauch- Belzig bezüglich des ziffernmäßigen Ergebnisses Reale eine Galatafel statt, bei der der König von Jtalien Stadtv.- Vorst. Dr. Langerhans: Sie können der Gesellschaft doch vorgenommen. Trotz der festgestellten massenhaften Verstöße und Trotz der festgestellten massenhaften Verstöße und einen Trinkspruch ausbrachte. Er begrüßte den deutschen Kaiser. nicht, wenn sie nach Berlin kommt, alle Unterstützung versagen. Von der daraufhin vorzunehmenden Kassierungen von Stimmen jeder Ausstellung in Berlin haben doch auch die Bürger Vorteile. verbleibt dem Abgeordneten von Derzen noch eine Mehrheit Ben politischem Interesse ist nur der folgende Passus des Trink. Aber das ist Nebensache gegenüber dem großen Zweck der Förderung von zirka 300 Stimmen. Die Kommission beschloß daher die Spruches: der Landwirtschaft. Wahl für gültig zu erklären und stellte den Bericht fest. Ferner wurden folgende Berichte festgestellt: 1. über die Wahl des Abgeordneten Professor Pauli( tons.) Ober- Barnimer Wahlkreis. Die Wahl wird beanstandet und Erhebungen beschlossen wegen der vorgekommenen amtlichen Wahlbeeinflussung; 2. über die Wahl des Abg. Brunstermann( f.) im Wahlkreis Schaumburg- Lippe. Die Wahl wird für gültig erklärt. Stadtv. Singer: Die landwirtschaftlichen Vereine haben Geld genug, um ihre Veranstaltungen selbst zu bezahlen. In einer Zeit, to gerade die Städte von den Agrariern so schiver bedroht sind, two die Ernährung der Arbeiter zugunsten der Agrarier geradezu verschlechtert wird, haben wir am allerwenigsten Veranlassung, einer solchen Gesellschaft ein Präsent zu machen. Ich beantrage, die Vorlage in einem Ausschuß vorzuberaten. Bei der Nachprüfung der Wahl des Abg. Schlüter( f.) im Stadtv. Thieme erflärt, schon vor 15 Jahren aus der Gesell- Wahlfreise Schwiebus- Crossen- Büllichan wird rechnerisch festgestellt, schaft ausgeschieden zu sein, deren Mehrheit übrigens dem Bunde der daß unter Berücksichtigung aller erheblich befundenen Unregel Landwirte nicht angehöre. Stadtv. Borgmann bezweifelt die Beschlußfähigkeit. Die Beschlußunfähigkeit wird festgestellt. Schluß 49 Uhr. Parlamentarifches. mäßigkeiten Schlüter nur 8455 Stimmen verbleiben, während die absolute Mehrheit 8493 Stimmen beträgt. Die Wahl wird demnach beanstandet und Erhebungen beschlossen. Im Falle der Bestätigung der gerügten Vorkommnisse müßte die Wahl für ungültig erklärt werden. Aus Induftrie und Handel. 11. Auf diese Weise befestigt sich noch mehr das gegenseitige Band der innigen Freundschaft, das für die beiden verbündeten Völler ein Pfand des Friedens und einer gedeihlichen Zukunft darstellt. Mit diesen Gefühlen im Herzen und mit wärmsten Wünschen erhebe ich das Glas und trinke auf das Wohl und die Gesundheit Euerer Majestät erhabenen Familie, die in Hinsicht auf das bevorstehende glückliche Ereignis von Freude erfüllt ist, sowie der edlen deutschen Nation, der treuen Verbündeten Italiens." Der König sprach italienisch. Der Kaiser antwortete in deutscher Sprache mit einem Trinkspruch, dessen politischer Sah folgendermaßen lautet: „ Ein festes und sicheres Pfand des Friedens ist der Dreibund und unsere verbündeten Völker erfreuen sich der schönsten Ent faltung ihrer Kräfte unter seinem Schatten. Auf die treue Bundesgenossenschaft und innige Freundschaft Italiens und seines erhabenen Monarchen festbauend leere ich mein Glas auf Guerer Majestät Wohl, das Ihrer Majestät, des Thronerben und der ge= famten föniglichen Familie mit meinem Gruß an das mir so sympathische italienische Volf." Die Budgetfommission des Reichstages beschäftigte sich am Donnerstag mit der Beratung des Totalisatorgejeges, bas Wafferkraftanlagen bei Laufenburg a. Rh. Seit mehreren eine Unterdrüdung der privaten Wettbureaus zum Ziele hat. Die Jahren schon wird die Ausnutzung der Wasserfälle bei Laufenburg Regierung wünscht nicht, wie der Landwirtschaftsminister v. Podbielski am Rhein zur Erzeugung elektrischer Kraft geplant, doch konnte sich erklärte, daß außerhalb der Rennpläge überhaupt Nennwetten ge- bisher die badische und schweizerische Regierung über die Ausmacht werden; wenn jemand zu den Rennplätzen hinauspilgere, um beutung( der Ort liegt an der Grenze beider Staaten) nicht einigen. dort zu wetten, dann dürfe man annehmen, daß er gerne feinen Jezt haben sich, wie die Stöln. 3tg." erfährt, die schweizerische und König Eduards Besuch in Frankreich. Dbolus für die Förderung der Landespferdezucht opfere. bie badische Regierung auf Grund einer mehr als anderhalbjährigen Calais, 6. April.( W. T. B.) Der König von England ist Die Diskussion war sehr lebhaft, da Minister v. v. Bod- Prüfung dahin geeinigt, die Konzession zur Errichtung eines Wasserbielsti sich eine Verständigung fehr angelegen fein ließ. wertes bei Laufenburg am Rhein an die geeigneten Firmen Felten heute nachmittag 1 Uhr 40 Minuten hier eingetroffen und nach furzem Aufenthalt nach Paris weiter gefahren. Zur Kennzeichnung des Standpunktes fozialdemo- und Guilleaume, Karlswert Mühlheim a. Rh. und Schweizerische furzem Aufenthalt nach Paris weiter gefahren. fratischen Partei verwies Abg. Singer auf die von ihm in Druckluft- Elektrizitätsgesellschaft Bern zu erteilen. Mit dem Bau Pierrefitte, 6. April.( W. T. B.) Präsident Loubet traf in der ersten Lesung des Gesetzes abgegebene Erklärung: Wenn die des auf 50 000 Pferdekräfte berechneten Riesenwertes soll begonnen Begleitung des Generals Dubois und des englischen Botschafters Mittel so aufgebracht würden, wie wir vorschlagen, dann würden werden, sobald die von badischer Seite noch ausstehenden Förmlich furz vor 6 Uhr nachmittags auf dem hiesigen Bahnhofe ein. Bald auch wir einer Pflege der Landespferdezucht nicht entgegentreten; feiten erledigt sind. Es soll die die Wasserkraftanlage errichtende darauf kam der Zug an, der den König von England von Calais aber wir würden unsere Hand nicht dazu bieten, die Pferdezucht Firma auf ausdrücklichen Wunsch der badischen Regierung in den brachte. Der König, der bei vorzüglicher Gesundheit schien, zeigte burch Mittel zu fördern, die unserer Meinung nach verwerflich Konzessionsbedingungen angehalten werden, auf die wichtigsten durchsich entblößten Hauptes an der Tür des Wagens und reichte dem sind. Durch den Totalisator werde das Spiel förmlich sanktioniert. führbaren Wünsche der badischen Handels- und Handwerkskammern Präsidenten die Hand, indem er ihm seinen Hand aussprach, daß Darum verhielten wir uns nach wie vor ablehnend gegen den Gesez gebührende Rüdsicht zu nehmen. er zu seiner Begrüßung erschienen sei. Die Menge, die sich auf dem entwurf. D der Mit des Zolltarifes Strenge machte, so schreibt man uns aus Bahnhofe angesammelt hatte, brachte Hochrufe auf die Republik unt Börsenkommission, Sigung bom 5. April. Paragraph 68a, Baden, eine Offenburger Fabrikantenfirma recht empfindliche König Eduard aus. Präsident Loubet bestieg den Wagen des Königs Schuldnern aus einem Börsentermingeschäft, auf das$ 51 Abfag 5 Befanntschaft. Das Großh. Badische Hauptsteueramt der an der und verweilte dort in freundschaftlicher Unterhaltung mit dem und§ 66 zutreffen, soll noch bis sechs Monat nach erhaltener Schweizergrenze gelegenen Station Singen stellte fest, daß die Stönig. Bei der Abfahrt des Zuges erneuerten sich die Kundgebungen Rechnung das Recht zustehen, die Erfüllung zu verweigern. Seidenfärberei Böhringer in Offenburg durch Bezug von der Zuschauermenge. Paris, 6. April.( W. T. B.) Der Zug mit dem Könige von Singer und Genossen( Soz.) beantragen, statt fechs Monate Seide aus der Schweiz sich einer Zollhinterziehung(§§ 135, 149 bes " zwei Wochen" zu sagen. Andere Anträge, die meist die Pflicht Vereinszollgesetes) schuldig gemacht habe. Die vorenthaltenen Ab- England und dem Präsidenten lief um 6 Uhr 35 Minuten auf dem zur Erfüllung einschränken wollen, find von Burlage und gaben berechnen sich mit 1380 M.; die Strafe begiffert sich nach Lyoner Bahnhofe ein. Der König und der Präsident verließen Genossen( 8.) und Gamp eingebracht. Semler plädiert wieder dem vierfachen Betrag der Abgabe, wurde also auf 5520 W. fest- den Wagen. Der König reichte dem Präsidenten die Hand und lebhaft dagegen, daß solche Geschäfte furzerhand für nichtig erklärt gefeßt; schließlich ist auf Erlegung des Ginziehungswertes der Seide dankte ihm nochmal für seine Begleitung, während der Präsident die werden. Wie fönne denn ein nichtiges Geschäft durch Zeitverlauf bon 29 571 m. erfannt worden. Der Fabrikant ließ eine Ent- Hoffnung aussprach, den König bald wieder begrüßen zu fönnen. Gültigkeit erlangen? Regierungskommissar Demps verweist auf scheidung des Landgerichts herbeiführen und machte geltend, daß die Der Präsident verließ darauf den Bahnhof. Um 7 Uhr 10 Minuten analoge Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs über doppelt gezwirnte Seide, um welche es sich handelt, nicht zollpflichtig erfolgte die Abreise nach Marseille. die Ehe.( Zwischenruf: Also Ehe Termingeschäft!) Bern fei. Das Urteil bestätigte den Strafbescheid des Hauptsteueramtes. stein( Soz.) fritisiert§ 68 a. Nachdem man bereits den Nachwirkungen des transatlantischen Schiffahrtsfrieges. Haben Paris, 6. April.( W. T. B.) Die Deputiertenkammer Hat Kreis der Personen, welche für diese Art Geschäfte haftbar sein auch die großen deutschen Schiffahrtsgesellschaften, besonders der die Generaldiskussion des Gefeßentwurfes betreffend Trennung von sollen, beschränkt hat, will iman hier auch noch diesen eine geradezu Norddeutsche Bloyd, durch den Schiffahrtskrieg im vorigen Jahre Staat und Kirche beendigt. unerhörte Besinnungsfrist über die Anerkennung von solchen Ge- manchen Schaden erlitten, so doch lange nicht im gleichen Maße wie fchäften einräumen, die für sie ungünstig verlaufen. Denn Ge- ihre Konkurrentin, die Cunard- Linie. Ihr Jahresabschluß ergibt nur Stockholm, 6. April.( W. T. B.) Das„ Amtsblatt" veröffent schäften, bei denen er gewinnt, wird niemand nachträglich die An- einen Gewinn von 80 213 Pfund Sterling, zu dem die Verwaltung licht eine Erklärung, die der Kronprinz- Regent in einem gestern statterfennung versagen. Dispositionsfähige Leute, die getwohnheits- oder weitere 75 000 Pfund aus der Reserve hinzufügt. Nach Abzug von gehabten gemeinsamen Staatsrate abgegeben hat. In der Erklärung berufsmäßig Geschäfte aller Art machen, also genau wissen, was fie 139 892 Pfd. Sterl. für Abnutzung der Schiffe und Werfte sowie von fordert der Kronprinz die Staatsräte der beiden Königreiche auf, tun, sollen nachdem sie schon Abrechnung über die Erledigung des 6423 Pfd. Sterl. für Versicherung und nach Bahlung der Einkommen- unverzüglich und ohne an früheren Gesichtspunkten festzuhalten, Geschäfts erhalten haben, noch sechs Monate Zeit haben, die An- steuer bleibt nur ein Ueberschuß von 7429 Pfd. Sterl. Eine Divi- freie und freundschaftliche Verhandlungen über die neue Ordnung erkennung des Geschäftes zu verweigern. Bierzehn Tage bende gelangt nicht zur Auszahlung. Die Verwaltung erflärt: aller gemeinsamen Angelegenheiten wieder aufzunehmen auf sei eine bollauf hinlängliche Frist. Herold begründet, Die Aftionäre wissen, daß die Gesellschaft im vergangenen Jahr der Grundlage, daß vollständige Gleichstellung für beide Länder Der Weg, auf dem Staatssekretär Pofabowsky bekämpft die Anträge des Zentrums. gezwungen war, fich gegen eine außerordentliche Opposition zu ver- gesucht und verwirklicht werden müßte. Was fie verlangten, sei beispiellos. Dove legt die juristischen teidigen. Vor inem oder zwei Jahren bildete sich ein Verband aus man mit gutem Willen von beiden Seiten zu einer alle Parteien Widersprüche des Paragraphen bloß. Reventlow wird gegen einer Anzahl der wichtigsten transatlantischen Passagier Linien befriedigenden Lösung gelangen fönnen, sei folgender: ein alle Abänderungsanträge und den Paragraphen selbst stimmen, zwischen England und den Vereinigten Staaten. Dieser Verband gemeinsamer Minister des Aeußeren, Schwede oder Norweger, hofft, daß aus der ganzen Sache nichts wird. Regierungsvertreter schloß auch ein Bündnis mit den in gleicher Weise tätigen festländi ber beiden Königreichen oder einer gemeinsamen Institution ber für jedes Ränigreich Wendelstedt macht ihm flar, daß er nicht weiß, worum es sich fchen Linien. Die Folge dieses Bündnisses war, daß die Cunard- antwortlich ist; besondere Konsuln handelt. Hält Antrag Singer und Genossen für zu weitgehend. Linie isoliert und in ihrer Stellung ernstlich bedroht wurde. Es blieb mit der Maßgabe, daß die Konsuln bezüglich aller Angelegenheiten, Führt dann aus, daß an der Produktenbörse Termingeschäfte gemacht ihr nichts anderes übrig, als von ihrem Abkommen mit den Linien die die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten betreffen, dem werden, die alle Beteiligten für nötig halten, von denen aber zu über die Passagierpreise zurüdzutreten und sich so Handlungsfreiheit Ministerium des Aeußern unterstehen. Sollte im Laufe der Berbefürchten ist, daß das Reichsgericht sie eines Tages auf Grund des zu sichern. Dieser Rüdtritt hatte einen allgemeinen Angriff der ver- handlungen eine andere Form für die Organisation der gemeinsamen jetzigen Gesetzes auch für nichtig erflären wird. Aufträge und De- bündeten Linien auf die Cunard- Gesellschaft zur Folge. Die be- Angelegenheiten gefunden werden, selbstverständlich unter Beipofite wanderten in immer größerer Zahl ins Ausland. Revent- treffenden Linien begannen einen Fahrpreisfrieg, durch den sie selbst behaltung der Gemeinsamkeit in der Behandlung der Auswärtigen Tow fucht darzulegen, daß er doch weiß, worum es fich handelt und und die Cunard- Linie große Verlufte erlitten." Gut rentiert hat sich Angelegenheiten, die eine unumgängliche Bedingung für das Be" beantragt, Debatte über§48a wieder aufzunehmen. Dies wird abgelehnt, auch bisher die Cunard- Linie nicht; doch verteilte fie immerhin in stehen der Union sei, so werde er auch diese in ernste Erwägung ziehen. dagegen nach kurzer Debatte beschloffen, über den Paragraphen den letzten drei Jahren 4 Proz. Dividende. erantw. Red.: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.lnterhaltungsbl Nr. 83. 22. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 180. Sigung bom Donnerstag, den 6. April 1905, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Frh. v. Stengel, Dr. Stuebel. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung des Gefeßentwurfs, betreffend Aufhebung des§ 42 Nr. 6 des ReichsBeamtengesetzes vom 31. März 1873. Dieser aufzuhebende Paragraph bestimmt: Wenn das pensionsfähige Diensteinkommen eines Be amten mehr als 12 000 m. beträgt, so wird von dem überschießenden Betrage bei der Berechnung der Pension nur die Hälfte in Anrechnung gebracht. sich dieses unheilvollen Besizes möglichst bald wieder entäußern. ( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Freitag, 7. April 1905. Alle drei Teile des Antrages Nacken und damit auch der Antrag Lattmann werden angenommen. H Abg. Lattmann( Antis.): Herr Ledebour hat bei seiner BeEine weitere Petition verlangt Schutz der Zivilmusiker rechnung des Wertes ganz die Bedeutung Südwestafrifas als Berg- gegen die Konkurrenz der Militärmusiker. Die Kommission beantragt Ueberweisung als material. bauland übersehen. Für die barbarischen Mißhandlungen, die Herr Ledebour anführte, tritt niemand, auch nicht der größte Abg. Thiele( Soz.) beantragt, die Petition dem Reichskanzler Kolonialfreund ein, im übrigen stehen gerade den Sozialdemokraten zur Berücksichtigung zu überweisen. Es sei geradezu standalös, wie die Militärmusiker gegenüber den Zivilmusikern begünstigt würden. solche Vorwürfe am wenigsten an, ich erinnere an die Greuel( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) der Kommune.( Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Das Haus beschließt nach dem Antrage der Kommission. Weshalb wird nie eine Rechnung aufgemacht, was andere Länder Eine Petition auf Beseitigung der Theaters für ihre Kolonien ausgeben. Die Forderungen für diese Kolonie fönnen nur abgelehnt werden von einer Partei, der das Gefühl für ensur wird auf Antrag des Abg. Dr. Müller Sagan( frs. Bp.) abgesetzt. nationale Ehre fehlt!( Lebh. Bravo! rechts, Unruhe b. d. Soz.). Eine Petition des Gesamtverbandes evangelischer Abg. Raab( Antis.): Trotz der beängstigenden Finanzlage Abg. Dr. Paasche( natl.): Wir alle bedauern die Ausgaben für stimmen wir der Vorlage zu, weil wir es für ein Gebot der den unglücklichen Krieg. Aber das ist kein gerechter Krieg, den die arbeitervereine wünscht Erlaß eines Gesetzes über die ErGerechtigkeit halten, auch den hohen Reichsbeamten zu gewähren, Gingeborenen gegen uns führen. Es mögen ja Fehler gegen die richtung von Arbeitsnachweisen. Die Kommission beantragt Ueberweisung als Material. was Preußen feinen Beamten gewährt. Hereros gemacht sein, aber liegt denn dasselbe vor gegen die Abg. Thiele( Soz.): Die Petition wünscht Arbeitsnachweise für Hottentotten? Nein! Hendrik Witboi ist von uns gehätschelt alle Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern. An der VerWir können dem Beschlusse der Kommission nur zustimmen. Der Gesetzentwurf wird hierauf in erster und zweiter Lesung angenommen. Hierauf wird der Antrag Büsing( natl.) und Genossen betreffend Aenderung der Grundbuchordnung in dritter Beratung ohne Debatte angenommen. Es folgt die zweite Beratung der Ergänzungen für den Reichshaushalt und den Etat der Schußgebiete. Die Kommission beantragt Bewilligung unter Absetzung von 100 000 m. an der Forderung von 200 000 M. für Bauten in Kamerun zur Unterbringung der zwei neu hingesandten Kompagnien. Beim Etat für Südwestafrika weist Abg. Ledebour( Soz.) schworen, und dann hat er doch den Aufuhr gegen uns entfacht. Herr Ledebour fordert Gerechtigkeit gegen die Eingeborenen. Aber wenn eine Horde Wilder über die friedlichen deutschen Farmen mit Brandschagung, Mord, Notzucht und Grausamkeiten herfällt, so ist es nur gerecht, solche Wilden am nächsten Baume aufzuknüpfen. Abg. Ledebour( Soz.): Das Haus beschließt Ueberweisung als Material. Bei der Beratung der Petition betreffs Gewährung von Schadenersatz für den Verlust von Pferden infolge vermeintlicher Einfchleppung von Brustseuche durch Militärpferde legt Abg. Nachdem ein Regierungskommissar den ablehnenden Standpunkt der Militärverwaltung begründet hat, beschließt das Haus nach dem Antrage der Kommission Ueberweisung zur Berücksichtigung. Ich bestreite es dem Abg. Paasche, daß die Deutschen dort fried- Fries( natl.) dem Hause die bezüglichen Verhältnisse dar. liche Kulturarbeit getrieben hätten. Die Deutschen haben den Eingeborenen das Land in unverantwortlicher Weise abgenommen. Das ist, Herr Abg. Lattmann, in einer Menge von Broschüren festgelegt, Eine Petition des Verbandes der deutschen Baugewerbe- Berufsund sogar in der Regierungsdenkschrift selbst. Was Hendrit Witboi genossenschaften und des deutschen Arbeitgeberbundes für das Baudarauf hin, daß der Kolonialdirektor Stuebel in der Kommission anlangt, fo mag er ein ebenso guter Christ sein wie Sie, Herr Abg. gewerbe, die sich gegen die Einstellung von Arbeiter. erklärt habe, daß die Behandlung der Hereros nach Beendigung des Paasche.( Große Heiterkeit.) Aber die Deutschen haben ihm gegenüber fontrolleuren und für die Baukontrolle durch die einzelAufstandes noch eine offene Frage sei, daß man aber die Prinzipien Hauses.) Jawohl! Die Kolonialinteressenten haben gesagt, wenn mission dem Reichstanzler als Material zu überweisen. die Trene gebrochen.( Stürmisches Lachen im größten Teile des staatlichen Staatsbeamten ausspricht, beantragt die Komder Humanität dabei anwenden würde. Viel wichtiger als diese die Hereros niedergeschlagen find, sollen die Hottentotten entwaffnet Aeußerung ist aber der Saz, daß unter keinen Umständen den Hereros werden.( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Sie wollen das Material zu überweisen, denn wie die Revision jezt geübt wird, Abg. Lesche( Soz.): Wir bitten, die Petition nicht als das Land, das fie früher im Besitz gehabt haben, wiedergegeben noch bestreiten?( Lebhaftes Ja! ja! rechts und in der Mitte.) Nun, ist sie entschieden ungenügend. Die Revisionsbehörden machen werden tönne.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist wir werden Ihnen das beweisen. Ich bin sehr erstaunt, wie ein so das fomische Rechenerempel, daß sie die Zahl der wirklich revidierten eine Auffaffung, die sich unter feinen Umständen mit den Prinzipien christlicher, friedlicher Mann wie Abg. Paasche( Heiterkeit) sich hier Betriebe mit der Zahl der dabei interessierten verschiedenen Berufsder Kriegsführung eines zivilisierten Staates verträgt. Man darf hinstellt und Nache predigt. Wir von unserem Standpunkte aus genoffenschaften multiplizieren.( Heiterfeit.) Eine Revision durch nach einem Kriege nicht den Leuten das Land abnehmen, sie nicht fönnen uns ja nur freuen, wenn wir die einzigen im Reichstage find, Arbeiterkontrolleure ist dringend notwendig. Wir beantragen Ueberaus ihrem Lande vertreiben. Wenn in Europa das nach einem die die Gerechtigkeit vertreten.( Stürmisches Lachen rechts und in gang zur Tagesordnung. Kriege geschähe, würde man es als schreiende Barbarei betrachten. Bir können uns doch unmöglich auf den Standpunkt der un zibilisierten Völker von Asien und Afrika stellen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Nun macht es für diese Frage auch absolut teinen Unterschied, ob die Hereros und Hottentotten ihr Land im Stammesbefiz oder im Individualbesitz haben. Tatsächlich kennen fie ja nicht den Privatbesitz es war die erste schreiende Ungerechtigkeit, daß man unsere RechtsInstitutionen, unsere Auffassungen vom Grundbesig schematisch auf die Afrikaner übertragen hatte. Es wurde also den Leuten das Land abgekauft", in Wirklichkeit abgeschwindelt von den großen Landgesellschaften. Die zweite Ungerechtigteit war, daß unter ähn lichen Umständen den Eingeborenen auch von den Händlern Land abgenommen wurde. Diese beiden Umstände waren es ja, welche den Aufstand hervorgerufen haben. Darüber sind sich auch die Missionare einig. Nun soll den Eingeborenen aus Strafe für denselben Aufstand das Land überhaupt abgenommen werden. Und zwar handelt es sich um den Besiz des Landes, denn die Hoheitsrechte hat ja das Deutsche Reich so wie so schon in Anspruch genommen. an Grund und Boden. Und Wir erheben Protest dagegen, daß dieser Krieg irgendwie ausgenugt wird, um die Eingeborenen ihrer Existenzmittel zu berauben. Wir wünschen, daß die Reichsregierung fich unter keinen Umständen Sozialdemokraten.) zu einem derartigen Raubsystem hinreißen läßt.( Bravo! bei den der Mitte.) Wir haben diefen Standpunkt immer vertreten und wir Bizepräsident Dr. Baasche läßt über den Antrag Les che ab werden dabei bleiben.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) stimmen und konstatiert Minderheit, obgleich das Zentrum und die Abg. Dr. Müller- Sagan( frs. Bp.): Wir stehen nach wie vor zahlreich vertretenen Sozialdemokraten dafür stimmten. Hierauf auf dem Standpunkt: je weniger Afrita, desto besser, nachdem aber läßt er über den Antrag der Kommission abstimmen, gegen den nur deutsches Blut in Südwestafrila noch immer in Gefahr schwebt, das Zentrum und die Sozialdemokraten stimmen und muß ( eiterkeit im fönnen wir nicht umhin die Mittel zu gewähren, um Beruhigung in wiederum Minderheit konstatieren. diese Kolonie zu bringen. Wenn aber Herr Baasche sagte: Bon den ganzen Hause.) Es ist also fein Beschluß zustande Grundsägen der Gerechtigkeit und Humanität tömme den Hereros gekommen. Eine Petition betr. Aenderung der Verordnung über gegenüber nicht die Rede sein( Lebhafter Widerspruch bei den Nationalliberalen), so muß ich betonen, daß wir auch dem schlimmsten Feind den Betrieb der Bäckereien und Konditoreien wird dem gegenüber der Gerechtigkeit und Menschlichkeit nicht entsagen können. Reichstanzler als Material überwiesen. Eine weitere Petion betr. die Stillegung bon Kohlen ( Bravo! links.) Abg. Dr. Paasche( natl.): Mir ist es nicht eingefallen, eine aechen im Ruhrrevier wird auf Antrag Bebel( Soz.) ab= derartige Behauptung aufzustellen. Ms Herr Ledebour fagte, man gefegt. Bur leberweisung als Material empfiehlt die Kommission folle den Hereros gegenüber human verfahren und ihnen ihr Land wiedergeben, habe ich lediglich erwidert, wenn man den Grausam eine Petition betr. Bulaffung des freien Verkehrs mit feiten der Hereros gegenüber Gerechtigkeit walten lassen wollte, Futtermittel- Viehpulver. müßte man sie als Raubmörder am nächsten Baume aufhängen. Damit schließt die Debatte. Abg. Rettich( t.) beantragt Uebergang zur Tagesordnung über diefe Petition. Mit dem Verkauf derartiger Futtermittel, welche die fleinen Landwirte viel zu teuer bezahlen müßten, werde ein arger Schwindel getrieben. Das Haus beschließt Uebergang zur Lages. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Nachtragsetat für Südwestafrika wird bewilligt. Beim Nachtragsetat für Kamerun protestiert Form der Etatisierung. Es ist eine starke Bumutung an den Reichs- ordnung. Abg. Dr. Südekuni( Soz.) gegen die in der Vorlage angewandte Die Budgetkommission und der Reichstag stehen der Kolonial- tag, daß er glauben soll, diese Verstärkung fei nur für ein einziges Nächste Sigung Freitag 1 Uhr: Dritte Lesung der Aenderung bertvaltung mit gebundenen Händen gegenüber. Sie fann fordern, Jahr berechnet. Aber nur unter diefer Boraussetzung wäre es zuwas fie will und beruft sich einfach auf die Erklärungen der Leute an lässig, ihre Kosten unter die einmaligen Ausgaben zu setzen. Wir bes Beamtenpensionsgesetzes und der Ergänzungsetats. Schluß 4 Uhr. Ort und Stelle. Jm einzelnen ist eine Nachprüfung der Berechtigung find jedoch fest davon überzeugt, daß die Bermehrung der Schutzfolcher Forderungen fast nie möglich. Bis jetzt sind bereits truppe in Stamerun von 7 auf 9 Komgagnien weder nach Ablauf 196 Millionen für Südwestafrika weggeworfen. Wir sind aber noch dieses Jahres, noch überhaupt jemals wieder rüdgängig gemacht Wir glauben, daß die Kolonialverwaltung diefen Lange nicht am Ende der Ausgaben angelangt, selbst wenn die werden wird. Ovambos trog der beständigen Drohungen der Stolonialinteressenten Weg nur einschlägt, um hintenherum zu einer dauernden Verstärkung nicht in den Krieg getrieben werden sollten. Selbst der kühnste der Schutztruppe zu gelangen, weil sie fich fürchtet, offen vor den Optimist wird nicht glauben, daß die Kolonie je so viel Ueberschüsse Reichstag zu treten und eine dauernde Verstärkung der Schuztruppe geben kann, um auch nur die Zinsen der Schulden in Höhe von etwa zu verlangen. Der Abg. Gröber hat schon in der Kommission aus10 Millioneu jährlich zu bezahlen. Daher sind alle diese Ausgaben geführt, daß die Form der Ernennung der Offiziere für die Schut weggeworfenes Geld, und uns bleibt nichts übrig, als rundweg alle truppe eine Vermehrung ihrer Präsenzstärke bedeutet und daß der Bewilligungen für diesen unglückseligen Krieg abzulehnen.( Bravo! mindestens für die Offiziere eine richtige Kolonialarmee schon gebei den Sozialdemokraten.) fchaffen ist. Seinen Bemühungen, diesem Treiben ein Ende zu machen und endlich Ordnung in die Etatisierung kolonialer Ausgaben zu bringen, werden wir jederzeit unsere Zustimmung geben können. Bravo! links.) Abgeordnetenbaus. 174. Sigung vom Donnerstag, den 6. April, bormittags 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. Studt. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Interpellation Abgg. Faltin( 8.) und Genoffen: Ist es der königlichen Staatsregierung bekannt, daß in Oberschlesien die Genicstarre epidemisch auftritt? Welche Maßnahmen hat die königliche Staatsregierung dagegen ergriffen und gedenkt fie Dagegen weiter zu ergreifen? Kultusminister Dr. Studt erklärt sich zur sofortigen Beantwortung der Interpellation bereit. Abg. Dr. Arendt: Herr Ledebour würde recht haben, wenn es fich um einen Strieg zwischen givilisierten Völkern handelte. Davon ist hier aber feine Rede. Ließen wir den Hereros ihr Land, so Abg. Dr. Müller- Sagan( frf. Vp.): Ich kann mich den Auswürden sie uns das nicht als Zivilisation, sondern als Schwäche führungen des Abg. Dr. Südekum nur anschließen. Da uns in der Zur Begründung der Interpellation hebt auslegen. Dann würden sie bei nächster Gelegenheit wieder über Kommission feinerlei weitere Aufklärungen gegeben worden sind und Abg. Faltin( 8.) große Verbreitung der Genidstarre in bet unsere deutschen Landsleute herfallen. Das wäre die Folge der da wir in Bälde Gelegenheit haben werden, uns aufs eingehendste schiedenen Streisen Oberschlesiens hervor. Politik des Herrn Ledebour.( Hu! Hu! bei den Sozialdemokraten.) mit Kamerun zu beschäftigen, wenn hier, wie leider zu erwarten, Kultusminister Dr. Studt: Auf die ersten Anzeigen von ErIch wundere mich übrigens sehr, daß der Abg. Ledebour und die uns Borlagen über dortige Eisenbahnbauten zugehen, so verzichte ich frankungsfällen habe ich bereits am 9. Dezember v. 3. den RegierungsSozialdemokraten so eifrige Beschützer des Eigentums bei den heut darauf, in eine eingehende Diskussion einzutreten. Ich bin präsidenten zu Oppeln zu einer eingehenden Berichterstattung aufHereros find.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Hereros find aber nicht davon überzeugt, daß das Vorgehen der Regierung in gefordert. Damals handelte es sich um elf Erkrankungen an Genicstarre doch ländliche Großgrundbefizer, Agrarier.( Heiterkeit.) Wenn der Stamerun richtig ist. Wir sind dort dem diskretionären Ermessen von und es wurden umfassende Maßnahmen zur Berhütung der weiteren Abg. Ledebour von weggeworfenem Gelde sprach, so erwidere ich Handelsgesellschaften preisgegeben, denen die Regierung Vollmacht Ausbreitung der Seuche getroffen. Trotzdem ist sie auch in den Bezirken ihm nur: Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles segt an erteilt hat, ihr Interessengebiet so weit auszudehnen, wie sie wollen. Breslau und Biegnig aufgetreten. Bedauerlicherweise hat sich infolge ihre Ehre!( Bravo! rechts.) Wir müssen die Verantwortung für Schritte tragen, die nicht der der Epidemie der Bevölkerung eine große Unruhe bemächtigt. Bur Abg. Frhr. v. Richthofen- Damsdorf( f.): Der Abg. Ledebour Entscheidung der Reichsverwaltung unterstehen. Das schlimmste ist, Beruhigung möchte ich erwähnen, daß die Zahl der Erkrankungen in hat als Dozent des Völkerrechts begonnen und als Kaufmann ge- daß die Gesellschaften einfach ihre Profite einstreichen, ohne irgend den letzten Wochen etivas abgenommen hat und zu hoffen ist, daß fchloffen. Völkerrechtlich fällt das Eigentum des einen etwas zu den Kosten der Unterhaltung der Schutztruppe beizutragen. bei wärmerer Witterung die Seuche noch weiter zurückgehen wird. Staates im Kriege an den siegreichen.( Buruf bei den( Bravo! links.) Vor allem müssen die Erkrankten von den Gefunden möglichst ge Sozialdemokraten: Das ist aber neu!) Aber vor allem protestieren Damit schließt die Diskussion, der Nachtragsetat für Kamerun sondert werden, was freilich bei der großen Dichtigkeit der Bemir dagegen, daß die Lehren des Bölferrechtes auf diese Verhältnisse wird gemäß den Kommissionsbeschlüssen bewilligt. völkerung sehr schwer durchführbar ist. Die Behörden überwachen Play greifen. Zur Geschäftsordnung beantragt forgfältig die Desinfektionsvorrichtungen in den Gemeinden. Wissenschaftliche Untersuchungen über die Seuche sind im Gange und eine Drudschrift über ben Charakter der Seuche soll in der Bevölkerung verteilt werden.( Während der Ausführungen des Ministers herrschte große Unruhe im Hause, so daß sie auf der Tribüne nicht völlig zu verstehen waren.) Abg. Ledebour( Soz.): Abg. Dr. Müller- Sagan( Frf. Bp.), sofort die dritte Lesung der Ergänzungsetats vorzunehmen. Die Hereros haben jedenfalls in diesem Aufstande fo furchtbare Leiden durchgemacht, daß, wenn sie schließlich die Erlaubnis er Präsident Graf Ballestrem: Ich habe gegen diesen Geschäftshalten, sich wieder anzusiedeln, sie nach ihren eigenen Erfahrungen ordnungsantrag zunächst das Bedenken, daß zwischen der zweiten nicht annehmen können, daß darin Schwäche oder Furcht und dritten Lesung eine Pause verstreichen muß. Man könnte sich der deutschen Verwaltung ausgedrückt sei, um so weniger, als sie später auf unser heutiges Borgehen als auf einen Präzedenzfall Da ein Antrag auf Besprechung der Interpellation nicht gestellt noch entwaffnet werden. Mit der Furcht, sich schwach zu zeigen, berufen. Ferner fühle ich als Präsident die Verpflichtung, auch den ist, so ist der Gegenstand damit erledigt. fann man übrigens die barbarischen Mißhandlungen des über zahlreichen Betenten gerecht zu werden! Wenn aber die wichtigen Auf der Tagesordnung steht weiter der Kommissionsbericht über wundenen Feindes rechtfertigen. Aber gerade bei den unterworfenen Borlagen erledigt sind, drängen die Abgeordneten auf Bertagung. Wenn den Antrag des Graf Douglas( t) auf Schaffung eines BoltsVölkern, die in furchtbarer Weise drangfaliert werden, ist die Gefahr aber niemand aus dem Hause Widerspruch gegen den Antrag wohlfahrstamts. von Aufständen und späteren Kriegen viel größer. Die beiden Bor- Dr. Müller- Sagan erhebt, werde ich auch den Widerspruch nicht Die Kommission beantragt, die Staatsregierung zu ersuchen, redner haben ausgeführt, daß auf die aufständischen Hereros das erheben. als behördliche Einrichtung zur Förderung der Volkswohlfahrt in Bölferrecht nicht anwendbar sei. Aber die humane, dem Völkerrecht Abg. Frhr. v. Tiedemann( Np.) erhebt Widerspruch. Stadt und Land möglichst bald ein Boltswohlfahrtsamt zu schaffen, entsprechende Behandlung Aufständischer hat sich z. B. nach dem Der Geschäftsordnungsantrag Dr. Müller- Sagan ist also ab- behufs ausgiebiger Mitwirkung des Laienelements ihm einen stän amerikanischen Gezeffionsfriege aufs trefflichste bewährt. Darum gelehnt. Das Haus tritt in die Beratung der Betitionen ein. digen Beirat anzugliedern und die hierfür erforderlichen Mittel im sollten auch wir nicht nur friegführenden Staaten, sondern allen Der Berband katholischer kaufmännischer Vereinigungen pe- Staatshaushalt bereitzustellen. Das Amt soll dem Staatsministerium Gegnern gegenüber die Grundsäge der Humanität walten laffen. titioniert 1. um eine Reichsstatistik über die im Handelsgewerbe unmittelbar unterstellt werden, die Ernennung der Mitglieder und des Unsere Stellung zum Eigentume der Hereros entspricht vollkommen beschäftigten weiblichen Personen; 2. um Gleichstellung der im Borsigenden durch den König erfolgen. Dem Amt soll insbesondere obunferer Gegnerschaft zum privaten Befig an Grund und Boden über- Handelsgewerbe angestellten weiblichen Personen im Handel bezüglich liegen: 1. Die Entwickelung der Voltswohlfahrtspflege im In- und Aushaupt. Gerade bei den Hereros haben wir noch den Stamme 8- ihrer Ausbildung; 3. darum, daß Prinzipale, die wegen unfittlicher lande zu verfolgen und darüber der Staatsregierung Bericht zu erbefiz, den wir in Form des Gemeindebefizes an Grund und Boden Handlungen an ihrem weiblichen Personal gerichtliche Strafen erlitten statten; 2. Wahrnehmungen, die ein Eingreifen oder eine Abänderung bei uns einführen wollen. Um so schärfer bekämpfen wir es, wenn haben, fernerhin teine weiblichen Angestellten mehr halten dürfen. der Gesetzgebung oder der Verwaltungstätigkeit erforderlich erscheinen man den Hereros ihren Grund und Boden unter allerhand Fiktionen Die Kommission beantragt Uebergang zur Tagesordnung. laffen, der Staatsregierung mitzuteilen; 3. auf Anordnung der zugunsten einzelner Kapitaliften nehmen will. Nachdem die Frage Abg. Lattmann( Antis.) stimmt der Kommiffion bezüglich des Staatsregierung Gutachten zu erstatten, Vorschläge auszuarbeiten, des materiellen Vorteiles der Kolonien einmal angeschnitten war, ersten und zweiten Absages zu, wünscht aber ueberweisung des und bei der Vorbereitung von Gefeßentwürfen und Verwaltungshatte ich durchaus das Recht, nachzuweisen, daß uns Südwestafrika dritten Absages an den Reichskanzler als Material. anordnungen mitzutvirten; 4. auf Anordnung der Staatsregierung bisher nur schwere materielle Nachteile gebracht hat, und daß seine Abg. Nacken( 8.) beantragt, daß Absatz 1 zur Berücksichtigung bei größeren Unglücksfällen oder Notständen die freiwillige HülfsBefizergreifung ein Unglück für das deutsche Volt war. Deshalb bei der allgemeinen Berufszählung überwiesen werde, die beiden tätigkeit einheitlich zu leiten. twerden wir alles mögliche aufbieten, damit das deutsche Bolt anderen Anträge als Material überwiesen werden. Im Laufe der unerheblichen Debatte nimmt das Wort " Berlin und Amgegend. Die Sektionsleitung. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. im Ausstand. Es wird von verschiedenen Seiten versucht, durch Achtung, Tapezierer! Die Kollegen in Leipzig befinden sich Annoncen im„ Lokal- Anzeiger" Arbeitswillige für Leipzig zu födern. Zuzug nach dort ist streng fernzuhalten. Die Verbandsleitung. vollständigen Erfolge für dieselben geendet. Die Lohnbewegung der Spandauer Holzarbeiter hat mit einem beiden Teilen über den von den Arbeitnehmern aufgestellten LohnNachdem zwischen tarif eine Unterhandlung angeknüpft worden war, hat die beiderfeitige Kommission in voriger Woche zur Anerkennung dieses Tarifs durch die Unternehmer( mit geringfügigen Aenderungen) und zur verabredet, und gelangte auch in sämtlichen Tischlereien zur Durch ofortigen Einführung des Neunstunden- Arbeitstages geführt. Der neue Tarifvertrag wurde für zwei Jahre führung; nur die Unternehmer Perrin und Härtner mußten von den Gesellen erst durch einen eintägigen Streit hierzu gezwungen werden. Deutfches Reich. Minister des Intern v. Bethmant- Hollweg: Aus dem einmütigen| Von der Zunahme treffen 37 195 auf die männlichen, 1634 auf die mittelung eines Bertreters bom Handels- und Transport. Beschluß der Kommission und den Aeußerungen der Vertreter der weiblichen Mitglieder. Die Kassenrechnung zeigt ein biel arbeiter Verband gelang es, die erregten Arbeiter und Ar verschiedenen Parteien geht die Ueberzeugung hervor, daß eine günstigeres Bild als in den früheren Jahren. Sie bilanziert mit beiterinnen wieder zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen. weitere Ausgestaltung der Wohlfahrtspflege eine der ernstesten Auf- 3 517 367,48 Mt. Die Reineinnahme ist 3 309 887,86 Mt. An Bei den diesbezüglichen Verhandlungen hat der Firmenchef dann gaben der Gegenwart bilden. Die Staatsregierung ist für diese Be- ordentlichen Beiträgen wurden vereinnahmt 3 226 803,15 M., gegen u. a. auch eine baldige Lohnerhöhung in Aussicht gestellt, die sicher fundung dankbar und erblickt in den Motiven zu dem Antrage eine 1903 Zunahme: 945 732,70 mt. Das Vermögen des Verbandes um so nötiger ist, als die Arbeiterinnen in den meisten anderen höchst erfreuliche Uebereinstimmung der beiderseitigen Ansichten. hat sich von 911 635,24 Wt. um 631 777,89 Mt. vermehrt auf Produttenspeichern doch wenigstens 12 M. Anfangslohn erhalten. Schließlich bildet die Förderung nationaler Volkskultur den Kern 1 543 353,13 Mt. An Unterstügungen wurden verausgabt für: Reise- Die Organisation wird jezt auf alle derartigen Betriebe ein wach jeder staatlichen Maßregel oder sollte ihn bilden. Ich persönlich halte geld 192 098,14 M., Arbeitslosen- Unterſtügung 400 803,75 M., Streif- fames Augenmerk richten. diejenigen Beamten für die tüchtigsten, welche den Schwerpunkt ihrer Unterstüßung 829 394,39 M., Rechtsschutz 58 205,67 m., besondere Hausdiener, Packer und Berufsgenossen Berlins. Unsere Kollegen Tätigkeit in der Förderung der Volkskultur erblicken.( Beifall.) Notfälle 128 329,33 m., Umzugs- Unterstüßung 19 800 M. Zusammen find durch den Streik der Weber u. Weberinnen in der Teppichbranche Zweifellos ist auf dem Gebiet der Volkswohlfahrtspflege, ganz 1 628 631,28 M. Die Umzugs- Unterstüßung trat erst am 1. Juli 1904 in Mitleidenschaft gezogen worden durch die Ablehnung Streifarbeit zu abgesehen von der Tätigkeit der Staats- und Reichsbehörden, sehr in Kraft. Die Ausgaben für Streiks sind in Wirklichkeit höher verrichten. Die Unternehmer machen den Versuch, Hülfskräfte aus viel geschehen, aber es bleibt auch noch sehr viel zu tun übrig. als 829 394,39 M., fie betragen 1 229 837 M. Die Differenz zwischen den ihnen nahestehenden Speditionsfirmen zu gewinnen. Es ist Der Abg. Goldschmidt hat ebenso interessante wie be- den beiden Summen ist aus den den Ortsverwaltungen überwiesenen Pflicht eines jeden Kollegen, diese Firmen Baader, Benjamin u. Co., dauerliche Zahlen über die Säuglingssterblichkeit angeführt, 20 Proz. der Beiträge und aus anderen lokalen Mitteln beglichen Feibisch zu meiden, dort keine Arbeit anzunehmen. andere Redner haben auf andere Gebiete hingewiesen. Vielleicht worden. Außer für Streits sind auch für andere Unterstützungszwecke ist mir eine Bemerkung allgemeiner Natur gestattet. Man hat in noch große Summen aus den lokalen Mitteln geleistet worden. Die den letzten Jahrzehnten das Hauptgewicht gelegt auf die Fürsorge Metallarbeiter- Zeitung" sagt, daß eine systematische Zusammenstellung für die in irgend einer Beziehung Schwachen, auf die Verbesserung dieser Leistungen erst ein vollständiges Bild von der Wirksamkeit des der Krankenhauspflege, die Gründung von Heilstätten und auf die Verbandes geben würde. Bemerkenstvert ist bezüglich der„ Streik Unterbringung von Siechen, Krüppeln usw. Persönlich will mir Unterſtügung", daß die Ausgaben für Aussperrungen von scheinen, daß man auch der gesunden Bestandteile des Volkes gedenken 440 046,29 M. auf 710 315 M. gestiegen sind, ein Beweis für die muß.( Lebhafte Zustimmung.) Wir werden daraus nicht die Folge zunehmende Schärfe des Klassenkampfes. Von den weiteren Auszu ziehen haben, daß wir in der Fürsorge für die Schwachen nach- gaben der Hauptkasse seien noch angeführt: Agitation 93 297,20 W., lassen, wohl aber die Lehre, daß wir bei der Förderung für die Ge- Metallarbeiter- Beitung" 143 651,66 M., Aufrechterhaltung interfunden Unterlassenes nachzuholen haben.( Beifall.) Schließlich steht nationaler Beziehungen 4580,25 M., Beiträge an die Generalkom und fällt die Zukunft unseres Vaterlandes doch mit der Frage, ob miffion 30 774,08 M. Der Anteil der Ortsverwaltungen( 20 Pro es gelingt, ein verweichlichtes und verzärteltes oder ein körperlich der Beiträge) beträgt 644 332,75 M. Trotz der großen Fortschritte, starkes Geschlecht heranzuziehen( Beifall), ob es möglich ist, in diesem die der Verband im Jahre 1904 gemacht, gibt es für ihn noch der Geist) zu schaffen, d. h. eine mens, deren Bildungsbedürfnis nicht gleichgültig in den Tag hinein. Die Aufgabe iſt geſtellt: fie alle corpus sanum eine sana mens( im gefunden Körper einen gefunden Arbeit genug, denn Hunderttausende von Metallarbeitern leben noch mit der letzten Klasse der Volksschule abschließt( Sehr gut!), für die die Aus- müssen für die Organisation, den Deutschen Metallarbeiter- Verband, bildung nationaler Charakterstärke eine selbstverständliche Aufgabe ist. gewonnen werden. ( Beifall.) Auf diesem Gebiet der Volkswohlfahrtspflege, welche positive Werte schafft, indem sie vorhandene, gesunde Werte weiter entwickelt, gibt es unendlich viel zu tun und ich erwarte das beste von der freien Streit der Modell- und Fabriktischler. Die Zahl der Betriebe, Tätigkeit des Volts. Der Durst nach der Befriedigung derartiger welche die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben, ist auf 17 ge- Zur Schuhmacherbewegung in Weißenfels. Echt russische Zustände Bedürfnisse ist auch in den unteren Schichten ein viel größerer als stiegen, die zusammen 96 Arbeiter beschäftigen. Im Kabelivert an haben, wie man uns aus Weißenfels schreibt, dort plakgegriffen. allgemein geglaubt wird.( Sehr richtig! links.) Auf Details brauche der Oberspree hat die Direktion die Bewilligung, welche der Meister Ein Schub Arbeitswilliger, 36 an der Zahl, Böhmen, Tschechen, ich nicht einzugehen. Welche Lücken insonderheit in der Fürsorge der betreffenden Abteilung schon vor dem Streit gewährt hatte, allerhand Menschenmaterial, tam am Dienstag per Bahn von Glaz für die der Schule entwachsene Jugend, namentlich auf dem wieder zurückgezogen mit der Begründung, der Meister sei sich der in Schlesien im Streiforte an." Nur" 20 Polizisten und acht Lande, noch auszufüllen sind, weiß jeder, der darüber nachgedacht Tragweite der Bewilligung nicht bewußt gewesen. Unter diesen Gendarmen nahmen die ganz verwundert Dreinschauenden in Schutz. hat.( Sehr gut! links.) Je unabhängiger man sich da von Umständen haben sich die Modelltischler des Kabelwerks vollzählig Nach der Neustadt wurden drei der Angekommenen von acht Vorurteilen religiöser, politischer oder fozialer Art hält, den Streifenden angeschlossen. Die Betriebe, welche sich weigern, Bolizisten(!) und zwei Gendarmen(!) gebracht; einer der Gendarmen um so mehr werden wir zu Fortschritten in dieser die Forderungen zu bewilligen, haben zum Teil den Versuch gemacht, ging hinterdrein mit schußbereitem Karabiner. Da die Leute der Richtung tommen fönnen. Es steckt in allen folchen ihre Modellarbeiten auswärts anfertigen zu lassen. Der Holz- deutschen Sprache nicht mächtig waren, winkten die Fabrikanten Bestrebungen ein gutes Stück Optimismus, und je mehr man sich da arbeiter- Verband hat aber bereits Vorkehrungen getroffen, damit meist ab, so daß diese scharfe Eskorte erst lange hausieren fern hält von jeder weltfremden Utopie, um so mehr wächst das Berliner Streifarbeiten in auswärtigen Betrieben nicht angefertigt gehen mußte, ehe sie das kostbare Material los wurde. Nur der Vertrauen zu der Entwickelungsfähigkeit menschlicher Art. Ohne dieses werden. legte der Fabritanten hatte Mitleid und übernahm die Arbeitswilligen. Vertrauen und diesen Optimismus möchte ich nicht an dieser Stelle Einer davon besah sich die Fabrik von außen, machte Kehrt und Die Lohnbewegung der Gürtel- und Galanteriesattler hat das ging mit ins Streiflokal; die übrigen beiden folgten sehr bald nach. stehen.( Beifall.) Ginigungsamt des Gewerbegerichts in mehreren Sitzungen beschäftigt, Ein weiterer Transport der Angeworbenen wurde von den übrigen konnte. Gefordert wurde im wesentlichen ein Mindestwochenlohn unter allgemeinem Gelächter des Publikums. Noch im Laufe des ohne daß es zu einer Verständigung zwischen den Parteien kommen Polizisten und berittenen Gendarmen nach der Altstadt gebracht von 26 M. für gelernte Arbeiter, 18 M. für Stepperinnen, 13,50 M. Tages find 11 der Untergebrachten wieder den Fabriken entwichen. für Hülfsarbeiterinnen über 16 Jahre, 10 M. für Hülfsarbeiterinnen Die Fabrikanten verweigern die Herausgabe der den Leuten abZuschlag von 25 Proz. Abschaffung der Akkord- und Heimarbeit. Regierungspräsidenten v. d. Rede angeordneten verschärften Maßunter 16 Jahre, 21 M. für Hülfsarbeiter. Für Ueberstunden ein Buschlag von 25 Proz. Abschaffung der Akkord- und Heimarbeit. genommenen Papiere und die Behörde greift nicht ein. Die vom 53 Stunden Arbeitszeit pro Woche. nahmen durch Entsendung von 15 Gendarmen lassen die Streifenden Von der Gewährung eines Mindestlohnes wollten die Arbeit fühl willigen zu wollen, der festzustellen ist, indem aus den Löhnen geber nichts wissen, fie erklärten, nur einen Durchschnittslohn be- und sie werden durch ihre Haltung beweisen, wie unnötig und überflüssig derartige Anordnungen sind. aller Arbeiter eines Betriebes der Durchschnitt berechnet wird. Die Vertreter der Arbeiter hielten dagegen an der Forderung des Mindestwar einer der wesentlichsten Differenzpunkte, die in den Verhand lohnes fest, da der Durchschnittslohn nicht annehmbar sei. Dies lungen hervortraten. Da eine Verständigung der Parteien nicht haben die organisierten Brauer ausgesperrt oder ihnen gezustande fam, fällte das Einigungsamt gestern einen Schiedsspruch, fündigt. Unter den Besitzern herrscht aber Uneinigkeit. Manche den die Vertreter beider Parteien anzunehmen erklärten. Der haben gegen die Arbeiter nichts unternommen, andere noch schnell Schiedsspruch setzt folgende Durchschnitts löhne fest: Für gelernte eine Kündigungsfrist eingeführt. In Betracht kommen 700 organi Arbeiter der Gürtelbranche pro Stunde 52 Pf., für gelernte Arbeiter fierte Brauerei- Arbeiter, hinter denen 20 000 Gewerkschaftler stehen. der Galanteriebranche 45 Pf., für Stepperinnen 32 Pf. Sattler, Der Schneiderftreit in Köln. Am ersten Tage des Ausstandes Der Kampf der Kölner Brauerei- Arbeiter. Ein Privattelegramm meldet uns aus Köln: Die meisten Großbrauereien von Köln, Mülheim und Stalt Ich habe diese Bemerkungen vorausgeschickt, um kein Mißverständnis aufkommen zu lassen, wenn ich einige kritische Bemerkungen zu dem Antrage mache. Es soll hier eine Behörde geschaffen werben für ein Gebiet, das so weit ist wie das menschliche Leben und feine Grenzen fennt, weil Hoffentlich die Kulturbedürfnisse des Volkes fortgefest steigen. Wir scheint, da liegt die Frage nahe, ob ein Gebiet von so weitem Umfang überhaupt eine Bentralisation verträgt, ob das Amt das ihm in Masse zuströmende Material praktisch wird verwerten können, ob seine Elaborate in unserer Schreib-, Vereins- und Kongreßwütigen Zeit( Heiterkeit) noch unserer Schreib-, Vereins- und Kongreßwütigen Zeit( Heiterkeit) noch die nötige Beachtung finden werden, und der bureaukratische Charakter, der durch den Antrag bekämpft werden soll, von den Maßnahmen des Amtes ferngehalten werden kann. Weiter ist es fraglich, ob die Tätigkeit des Amtes möglich sein wird ohne Reibungen mit den Faktoren, die sonst auf dem Gebiete tätig sind, wie z. B. der Zentralberein für Arbeiterwohlfahrt und das Rote Kreuz.( Sehr richtig links.) Die Regierung wird auch prüfen müssen, inwieweit etwa bestehende Organisationen durch die Maßnahmen des Amtes unter brüdi werden und ob nicht den Leitern solcher Organisationen durch die Bermehrung des Schreibwerkes die Liebe zur Tätigkeit gelähmt wird.( Sehr richtig! links.) Eine Behörde wird um so ausgiebiger Bortefeuiller und Lederarbeiter erhalten im ersten Jahre nach der Lehrzeit in ihren Vorschlägen sein, je weniger sie für die Deckung einen Stundenlohn nicht unter 35 Pf.- Alle Arbeiterinnen und Arbeiter, haben bereits, wie uns unser Kölner Korrespondent meldet, achtzehn der Kosten zu sorgen hat.( Heiterfeit.) In bezug auf die Einrichtung sowohl in der Werkstatt, wie außer dem Hause beschäftigte, erhalten Geschäfte und Meister die Forderungen bewilligt. Eine dreistündige eines Beirats wird geprüft werden müssen, ob man den ohnehin schon komplizierten Organismus unserer Behörden noch weiter er- zu ihren bisherigen Löhnen eine Zulage von 5 Proz. im Durch Verhandlung vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts verlief schon komplizierten Organismus unserer Behörden noch weiter er- schnitt, so daß jeder eine Zulage erhält. Affordarbeit darf nicht ergebnislos. Die Ausständigen bezeichnen die dort gemachten Anschweren soll. Jedenfalls hat die Kommission eine große Fülle von verweigert werden; die Affordpreise werden im Durchschnitt so er- gebote als so gering, daß von einem ehrlichen Frieden nicht die Anregungen gegeben und die Staatsregierung wird den Antrag höht, daß die betreffenden Arbeiter durchschnittlich 5 Broz. mehr ver- Rede sein könne. Die Gehülfen wollen nochmals einen Versuch ernsthaft prüfen. Die Regierung wird im Verein mit Ihnen an der dienen als bisher. Diese Akkordpreise müssen so gestellt sein, daß vor dem Einigungsamt machen. In einer einstimmig angenommenen Lösung der hier erörterten Aufgaben weiter arbeiten.( Beifall.) Abg. Kunze(.) weist darauf hin, daß die Milchzentrale in die Arbeiter 10 Proz. mehr zu verdienen in der Lage find, als der Resolution heißt es:„ Sollte auch dabei feine Einigung zustande Berlin durch Berbesserung der Milch viel zur Berminderung der letzte Stundenlohn betrug. Ueberstunden werden mit einem Auf- tommen, dann werden sich die Gehülfen auf einen längeren Stampf Säuglingssterblichkeit beigetragen habe.( Lachen links.) schlag von 25 Proz. vergütet. Die Arbeitszeit beträgt wöchentlich vorbereiten, und dann kann von einer Ermäßigung der Forderungen 53 Stunden( täglich neun, Sonnabends acht Stunden). Abg. Goldschmidt( fri. Vp.): Die vom Abg. unge getriebene Gürtelbranche sollen in Zukunft teine Heimarbeiter neu eingestellt In der feine Rede mehr sein." Wirtschaftspolitik ist geeignet, die Nahrungsmittel für die weniger werden. In der Galanteriebranche find den Heimarbeitern dieselben bemittelten Bevölkerungsflaffen zu verteuern. So ist auch die Ber- Affordpreise zu zahlen, welche die Werkstattarbeiter für die gleichen Bei der Firma Petry in Nölsdorf bei Düren( Rheinland) legten liner Milchzentrale mit der Absicht ins Leben gerufen, die Milch zu Artikel erhalten. Für diejenigen Artikel der Heimarbeit, welche über- 75 Arbeiter wegen Maßregelung zweier Kollegen, die in einer Ber verteuern.( Widerspruch rechts.) haupt nicht in der Werkstatt hergestellt werden, erhöhen sich die sammlung über Mißstände in dem Betriebe gesprochen hatten, die Hierauf wird der Kommissionsantrag angenommen. Es folgt der Kommissionsbericht über den Antrag v. Bodel. Affordpreise um 5 Broz. Die Arbeitgeber verpflichten sich, Arbeiter Arbeit nieder. Einer der Streifenden ist„ chriftlich" organisiert; die gehören zum hirsch Dunderschen Gewerkschwingh( b. t. 3.) betreffend die Fürsorge für arbeitsuchende mittel- nur zu den vorstehenden Bedingungen zu beschäftigen, während anderer- übrigen gehören zum feits die Arbeitnehmer sich verpflichten, nur bei solchen Arbeitgebern zu verein. lose Wanderer. Die Kommission ersucht die Staatsregierung in einer Refo- Verträgen bekannten Bedingungen über Einrichtung einer paritätischen arbeiten, welche die Bedingungen erfüllen.- Nun folgen die aus anderen Maurerbewegung in Bamberg. Im vorigen Jahre wurden lution, einen Gesetzentwurf zur Regelung der Fürsorge für Schlichtungskommission, welche entstehende Differenzen zu erledigen zwischen den Arbeitern und Unternehmern Abmachungen getroffen, mittellose Wanderer vorzulegen, wobei folgende Grundgedanken hat. Weiter wird bestimmt, daß der vorstehende Vertrag vom daß in diesem Jahre die miserablen Löhne der Maurer aufgebessert zur Berücksichtigung empfohlen werden: 1. In der Vorlage soll eine 10. April d. J. bis zum 1. Juli 1907 gilt, und sich von da ab werden sollten. Nunmehr weigert sich aber die Mehrzahl der UnterBestimmung getroffen werden, daß die Regierung sich in angemessener immer auf ein Jahr verlängert, wenn er nicht 3 Monate vor Ablauf nehmer, dieses Versprechen einzulösen. Die Lohntommission wurde Weise an den Kosten beteiligt, 2. zur Einrichtung, Unterhaltung und Verwaltung der Stationen sollen die Streise verpflichtet werden, Bertrage festgesetzten Durchschnittslöhne gezahlt werden, sind die- im Verein mit den in Betracht kommenden Arbeitern einen hierfür Verwaltung der Stationen sollen die Kreise verpflichtet werden, gekündigt wird. In Betrieben, wo bereits höhere als die im beauftragt, die Bewegung partiell durchzuführen und auf allen Bauten 3. zwei Drittel der Kosten hat die Provinz den Kreisen zu erstatten, selben auch während der Dauer des Vertrages beizubehalten. günstigen Zeitpunkt baldigst zu bestimmen. In dem Maierschen Baudas dritte Drittel entfällt auf den Kreis, in dem die Wanderſtätte liegt, 4. die Beförderung der mittellosen Wanderer nach den bemerkt, daß bei der Berechnung der vertragsmäßigen DurchIm Einverständnis mit den anwesenden Arbeitgebern wurde geschäft ist der Streit bereits ausgebrochen. Stationen und Arbeitsstätten soll zu einem ermäßigten Eisenbahn- schnittslöhne auch die Erhöhung von 5 Prozent mit in Ansatz zu tarif erfolgen, 5. innerhalb der Provinz( Kommunalverband) soll bringen ist. eine Zentral- Arbeitsvermittelungsstelle errichtet werden. Die Harmonie" in der Praxis. Tarifbewegung in der Münchener Maschinenindustrie. Die Arbeiter der Münchener Maschinenfabriken haben durch den Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes den Direktionen einen TarifMinister des Innern v. Bethmann- Hollweg: Zweifellos ist sehr Zu einer Arbeitsniederlegung fam es gestern auf dem Produkten Stundenlöhne und Affordsäge, und für die Werkstatt- und Hofentwurf unterbreitet, in dem eine zehnprozentige Erhöhung der viel Leichtsinn in vielen vorhanden, die in zerlumpten Kleidern auf speicher der Firma Joseph Schimet, Mühlenstr. 11. Die Firma tauft taglöhner stufenweise Löhne gefordert werden. Weiter wird in dem der Landstraße einhergehen, aber man kann doch die Frage auf hauptsächlich Papierabfälle in Buchdruckereien, Buchbindereien und Vertrag verlangt, daß Affordarbeiten schriftlich zu vereinbaren und werfen, ob die Anzahl diefer Leute viel größer ist als die Zahl der Luruspapierfabriken auf. Zum Sortieren der Abfälle beschäftigt sie 20 Broz. Zuschlag als Afford- Mindestverdienst gewährt wird. Bis jenigen Leichtsinnigen, die in eleganter Kleidung auf den Boulevards ca. 240 Arbeiterinnen; außerdem noch einige 30 Arbeiter, die das 15. April wird Antwort erwartet. verkehren.( Sehr richtig! links.) Man soll dem Arbeitslosen, aber Verladen und Zufahren zu besorgen haben. Die Lohn- und ArbeitsArbeitswilligen Arbeit zu vermitteln suchen und die Arbeitsunwilligen verhältnisse in diesem Betriebe sind nun geradezu erbärmliche. Für Die Damenschneider und Schneiderinnen in München find in zur Arbeit anhalten.( Sehr richtig!) Die Fürsorge in dieser Richtung die schmutzige und staubige Arbeit erhalten die Arbeiterinnen eine Lohnbewegung eingetreten. Sie fordern einen Mindestlohn muß hauptsächlich der freien Tätigkeit der Kommunalverbände über- bei zehnstündiger Arbeiszeit einen Wochenlohn von ganzen 9 M., bon 5,50 M. für Schneider und Bügler, 1,50 M. für Hülfsarbeiterinnen, Lassen bleiben. Die Errichtung von Stationen, wie sie der Antrag wovon noch die Versicherungsbeiträge abgezogen werden. Nur die für selbständige Arbeiterinnen 2,50, für Maschinennäherinnen 3 M., vorfieht, ist Sache der Provinzen, nicht, wie der Antrag meint, der Vorarbeiterinnen bekommen 11-12 M. Die Vorarbeiter werden mit 18 M., sowie neunstündige Arbeitszeit, 50 Proz. Buschlag für Ueberstunden Kreise. Daß ich so schnell, wie der Abg. v. Bodelschwingh es einige mit 19-21M. pro Woche entlohnt. Außerordentlich mangelhaft sind und doppelten Stundenlohn bei Arbeiten an Sonn- und gesetzlichen wünscht, einen Gesezentwurf vorlegen kann, möchte ich bezweifeln. die hygienischen Einrichtungen. Für die gesamten 240 Arbeiterinnen find Feiertagen. Namhafte Firmen haben diese Forderungen bereits be( Beifall.) nur drei Klosetts vorhanden. Als einzige Waschgelegenheit gilt ein willigt. Zuzug von Damenschneidern und Schneiderinnen nach Abg. Brütt( ft.) empfiehlt einen Antrag, wonach der Staat zwei in den Klosetträumen befindlicher Wasserleitungshahn mit Ausguß. München ist streng zu meiden. Drittel der Kosten der Stationen trogen soll. Den Ankleideraum bildet ein sehr primitiver Verschlag. Für die Der Antrag Brütt wird abgelehnt, der Kommissions. Arbeiter gibt es Waschgelegenheit und Ankleideraum überhaupt nicht. antrag gegen die Stimmen der Freifinnigen Volkspartei a n- Ueber die Behandlung aber führen die Leute lebhafte Klage, weil genommen. fie häufig mit ausgesuchten Schimpfworten bedacht werden. Das Nächste Sigung: Freitag, 11 Uhr( Antrag Gamp über die Sigen bei der Arbeit ist den Frauen verboten; wer gegen dies Kohlenmutungen; dritte Beratung des Ausführungsgesetzes zum Verbot verstößt, hat Strafe zu zahlen. Ueberhaupt herrscht dort ein Neichs- Seuchengesez; Wahlprüfungen.) wahrhaft rigoroses Strafsystem. Wer z. B. bei der Arbeit spricht oder lacht, Schluß 4 Uhr. muß eine Mart Strafe zahlen; ebenso wer nach Meinung des Auf- Marktpreise von Berlin am 5. April. Nach Ermittelungen des fichtspersonals schlechte Arbeit liefert usw. Bedenkt man nun, daß tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte die Frauen außer dem Sortieren auch Ballen stopfen und diese zwei 17,20-00,00 m., mittel 00,00-00,00., geringe 00,00-00,00 m. bis drei Zentner schweren Lasten auf den Speicher karren und dort Roggen**), gute Sorte 13,80-13,78., mittel 13,76-13,74 M., geringe aufstapeln müssen, so läßt sich die Unzufriedenheit der Arbeiterinnen 13,72-13,70. Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,90 M., mittel 14,80 Der Deutsche Metallarbeiter- Verband im Jahre 1904. mit ihrer miserablen Lage sehr leicht erklären. Der allgemeine Miß mittel 15,30-14,60 W., geringe 14,50-13,80 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen bis 13,70 M., geringe 13,60-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,20-15,40 m., Nach der in Nr. 14 der Metallarbeiter- Zeitung veröffentlichten mut trieb die gesamten Arbeiter und Arbeiterinnen denn auch dazu, 45,00 30,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 m. Jahresabrechnung hat sich der Verband auch im vorigen Jahre um einer an sich nicht gerade besonders bedeutungsvollen Ursache Kartoffeln 10,00-6,50 M. Nichtstroh 5,00-4,32 M. Heu 9,00-7,20 M. wieder in jeder Hinsicht günstig entwickelt. Die Mitgliederzahl ist willen die Arbeit zu verweigern. Es handelte sich um die nach Mei- Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schock 4,00-2,70 2. von 160 135 auf 198 964( 191 762 männliche, 7202 weibliche) gestiegen. I nung aller ungerechtfertigte Entlassung eines Arbeiters. Erst der Ver*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahi Gewerkschaftliches. Rusland. Große Aussperrung im Baugewerbe in Malmö. Die Neue Bau meistervereinigung von Malmö hat am Dienstag eine allgemeine Aussperrung der Maurer und Maurerarbeitsleute, soweit sie bei den Mitgliedern der Vereinigung tätig sind, durchgeführt, weil ein Teil der Arbeitsleute die Arbeit niedergelegt hatte. Die Zahl der Ausgesperrten beträgt über 600. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 7. April. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Romeo und Julia. Schauspielhaus. Shakespeares Kö nigsdramen. Zweiter Abend: König Heinrich der Vierte.( Erster Teil.) Deutsches. Die Bohème. Berliner. Zapfenstreich. Westen. Don Juan. National. Fra Diavolo. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. Urania, Taubenstr. 48/49) 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANOP ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. 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Sonnabend: Hopfenraths Erben. Sonntag nachmittags: Der neue Stiftsarzt. Abends: Der Herrgottschniger. Montag: Hasemanns Töchter. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Zum Jeden Abend! Ueber'n großen 0. Wallner- Theater. Schiller- Theater Friedrich helm Freitag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Johannisfeuer. Sonntag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. ftädtisches Theater. Freitag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Komödie in 3 Aufzügen von Mar Dreher. Sonnabend, abends 8 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Großes Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8, Uhr. 23232* Zirkus Schumann. Nur kurzes Gastspiel! 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Sonntag abend 8 Uhr: Salome. sang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Josef Giampietro. Josef Josephi. ✗Anton Grünfeld Frid Frid. X Fritzi Massary. Das Fest des Lichts.( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr National- Theater Passage- Theater. Weinbergsweg 19. Freitag, den 7. April 1905: Die Jüdin. Anfang 72 Uhr. Sonnabend zum erstenmal: Fra Diavolo. Anfang 7, Uhr. Kasino- Theater Lothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Lolo's Vater. Boltsftud in Ad. L'Arronge. 4 Aften von Vorher das gr. neue April- Programm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Heirat auf Probe. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr. „ Ibr Alibi" ( Les Duponts). Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. Apollo- Theater. 218. Friedrichstraße 218. Täglich 8, Uhr: Das Veilchenmädel. Borher 8 Uhr: Die April- Spezialitäten. Sonntag, 9. April, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft und die neuen April- Spezialitäten. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum legtenmal: Die Waise aus Lowood. Schauspiel in 4 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Die Banditen. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Zum leztenmal: Judith, die Schwester vom rus. roten Kreuz. Anfang 8 Uhr. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinderborstellung: Sneewittchen. Sonnabend abend zum erstenmal: Die kleinen Vagabunden. tommen, sehen, staunen! Die be Ferner: ten kleinfüßigen Frauen Little Chee- Toy. Po- ta- to 2c. Chad- ru. Borher: Das vorzügl. Programm und um 9, Uhr mit einzig da stehendem Erfolge: Albert Moerner. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Bis- a- vis d. Börse, 2 Min. v. Bhf. Börse. Heute große Elite- Borstellung. 8 Uhr: 8 Uhr: Die Räuber. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. An allen andern Tagen 8, Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Vorher: Spezialitäten ersten Ranges. Kasseneröffnung 7 Uhr. Entree 50 f. Vorzeiger dieser Annonce zahlen wochentags halbe Preise. Die Räume des Palast Theaters stehen großen Vereinen wochentags mit Vorstellung und Ballmusik zu Eine Nordlandsreise. fulanten Bedingungen zur Verfügung. Sonntag: 2 Borstellungen. Nachmittags 32 Uhr: Ein Kind frei. In beiden Vorst.: Ching- LingFoo mit seinen 12 Chinesen. Lustspielhaus. WINGARTEN 8 Uhr: Eine Abrechnung. Die Bänerin. Rosa Bertens als Gast. Sonnabend nachm. neu einstudiert: Das böse Prinzeßchen. Abends: Der Familientag. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Die Gaffspiel- Vorstellungen finden in folgenden Etablissements statt: Bernhard Rose- Theater. Stadt- Theater Moabit. Fröbels Allerlei- Theater. Etablissement Neue Welt. Anfang 8 Uhr. Neues Programm. 76 Neues Programm. Cléo de Mérode. Genaro u. Theol, Stelling u. Revell, Contorsionisten. Kom. Reckturn. Violet Wegner, Berthe Brésina, Engl. Soubrette. Paris. Sängerin. W. C. Fields, Karl Hertz, Komisch. Jongl. Amer. Illusionist Julius Spielmann, Ehemal. Mitglied der k. k. Hofoper Kaufmann- Truppe, Diane de Fontenoy in Wien. Kunstradfahrer. Lebende Bilder. Pas de Fleurs. Biograph. Sanssouci. Entree 30 Pf. Numer. Plaz 50 Bf. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Volksgarten- Theater Anf.nahm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Emmi Kröchert dem Berliner sein Fall. Die7 Allisons Afrobaten. Lotte Sebus Bortragskünstlerin. Losoros, Roloratur- Sängerin. Man de Wirth, Damen Jmitator. 14 neue glänzende Nummern. Gebrüder ( früher Weimann). Freitag, den 7. April 1905: Keine Vorstellung. Nächste Vorstellung am Sonntag, den 9. April, nachm.: Der Schweinehirt v. Zuckerland. Eine Komödie für Kinder in 5 Bildern. Abends: Hofgunst. Lustspiel in 4 Aften bon Thilo v. Trotha. Otto Pritzkows Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Sonnabend, 8. April: Extra Theater- Abend: Muttersegen. Schauspiel m. Ges. in 5 Aft. Nachdem: Tanzkränzchen. Abnormitäten- Ausstellung Etablissement Buggenhagen Münzstraße 16 zagli Borstellung MiB Arabella, die einzigste Dame, welche auf dem Körper tätowiert ist. Herrnfeld- Theater. Medizinische Rätsel, Der größte Erfolg seit 14 Jahren ist unbestritten die Novität: Die Meyerhains. Komödie in drei Akten von Anton und Donat Herrnfeld mit Anton Herrnfeld als Pichechowil, Herausgeber d., Scheinwerfer" und Donat Herrnfeld als Kommerzienrat Meyerhain. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. Gustay Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Das voll st. neue April- Programm. Neu! Jul. Hauff, brillanter Charakter Komiter. Neu! Mr. Adolph, Equilibrist auf dem Drahtseil. Mig Elvira, Jongleuse auf rollender Kugel. Mizzi Rother, Wiener Liedersängerin. Stella Oest, deutsch dänische Soubrette. Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend: Streich- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: anatomische Wunder. Fritz Steidl- Sänger. Riesen! Zwerge! ad feber Borstellung im Kaisersaal: Tanz. Vorzugs- Preise. Zum Umzuge für * Teppiche Teppiche à 90, 65 und 50 M. 30 Teppiche, 65, 40 Teppiche, 50, 30 25 " SaalSalons Speise: WohnZimmer: Teppiche, 35, 25 20 HerrenTeppiche, 25, 18 15 Sofa: BettTeppiche, 14, 8 Teppiche, 5, 2,50 6 1,25 Portieren à 20, 12 und 9 M. 15, 10 Plüsch- Portieren Tuch- Portieren 2 Schals und 6 ein Lambrequin " . 25, 15 10 " " 12 " 19 Velvet- Portieren Brokat- Portieren Wollkrepp- Portieren) zusammen " " 18, 14 12, 10 7,50, Außerdem große Posten zurüdgesetter Steppdecken, Gardinen, Diwandecken sowie vorjährige Muster in Stores, Tischdecken, Läuferstoffen; einzelne prima Felle, wollene Schlaf- und Reisedecken jest nach der Inventur zu wirklich fabelhaft billigen Preisen. Teppichhaus B. Hurwitz J. Rotes Schloß vis- a- vis dem National- Denkmal. Soujon Berlin NO. Prenzlauer Allee 217. 25252* 24832* Hüte and Mützen in den neuesten Fassons empfehle zn billigsten Breifen. Herren- Artikel in großer Auswahl. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Tischler Julius Opetz am 4. April an Lungenentzündung verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 7. April, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Borndorferstr. 54 aus nach dem Auferstehungs- Kirchhofe in Weißenfee statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/5 Die Crtsverwaltung, Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Policr Artur Teske am 4. April an der Proletarierfrankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Freitag, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, vom städtischen Krankenhause am Urban aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/4 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Schwager und guter Bruder, der Hausdiener Franz Schumann im Alter von 23 Jahren an der Proletarierfrankheil verstorben ist. Dies zeigen an Oskar Scholz als Schwager. Georg Schumann als Bruder. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. b. M., nachmittags 3 Uhr in Wilhelmsberg statt. 75886 Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin 1. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Franz Schumann am 5. d. M. an der Proletarier trankheit im Alter von 23 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. d. M., nach Danksagung. Für die rege Beteiligung und die Achtung! Achtung! VI. Wahlkreis! Achtung! vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei ber Beerbigung unserer Tochter Charlotte sagen wir allen Bere wandten und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Karl Grumbach nebst Frau, Andreasstr. 11. Möbel- Fabrik„ Berolina" Berlin 0. 34, Boxhagenerstraße 16 a. Sonnabend, den 22. April, nachmittags 1 Uhr, in den Geschäftsräumen: Außerordentliche Sonntag, den 9. April, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Volks- Versammlung für Männer und Frauen. Tages Drdnung: Fri Blut u. Lebers Heute: rische Wurst in bekannter tadellofer Qualität. Lindenstr. 69, 247/4 Rich. Augustin, of parterre. 1. Bortrag des Genossen Fritz Zubeil über, Soldatenmishandlungen und Militärjustiz". 2. Diskussion. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. General- Versammlung Achtung! Bauarbeiter. Achtung! der Möbel- Fabrit ,, Berolina" .).. ( E. G. m. b. Lages Ordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 7626 Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin und Umgegend). * Frühstücks- und Mittagstisch. Sigungszimmer. Tel. Amf IV, 8729. Pranz- u. Blumenbinderei Kranz. bon H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98.* 53 ( Backware 6 Std. 10 Bf.) 50 pr. Der Vorstand. Sonntag, 9. April, vormittags 10 Uhr, in Buggenhagens Etablissement, Morikplak: Albrechts Bäckereien: „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein". ( Mitgl. b. Arb.- Radf. Bund. Solidarität“). General- Verfammlung. Zages Ordnung: 33/3 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1905. 2. Die Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Stellungnahme Touren am Sonntag, 9. 5. M.: zur Gaukonferenz event. Wahl der Delegierten. 4. Die Verhandlungen in der Schlichtungskommission 1. Abt.: Früh 8 Uhr nach Grabow resp. Beschlußfassung über die Verlängerung des Vertrages. 5. Verschiedenes. see( Heilstätte). Rachinittags 1, Uhr nach Birkenwerder. Starts: Stumike, Bülowstraße 59.. 3. Abt.: Früh 8 Uhr nach Straus berg( Magnus, Wilhelmstr.). Nachmittags 1 hr nach Heffenpintet ( Gesellschaftshaus). Starts: Mariannen- Bart. 12/5 4. Abt.: Früh 8 Uhr Streifzüge durch den Dften. Nachmittags 14, Uhr nach Hirschgarten( Hohlwein). Starts: Küstriner Blab. 5. Abt.: Früh 7 Uhr nach Fürsten walde. Nachmittags 1 hr nach Heffenwinkel. Starts: Elysium, Lands berger Allee 41/42. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kollegen erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Dhne dasselbe kein Eintritt. bayerischen Schmalzler Die Ortsverwaltnng. Herrenkragen, rein Lein. 4f. befte Qualit. D. M. 3 u. 3,50. Manschetten, prima. 4fach Schnupft nur echten Firma: C.H. Berger, Landshut in Bayern, D. M. 1,80 und 2,25. Schmalzler Brafilschnupftabaljabrit. Serviteurs, größte Auswahl Gegründet 1872. Erste FabrikniederStück von 30 Pf. an. lage: Berlin O., Petersburgerstr. 61 I. Krawatten, Handschuhe, Generalvertreter: A. Nothschild. Päckchen 5 Pf.- Verkauf und 10 Pt. Hosenträger, Taschentücher, Verkauf. Offener Schmalzler in jeder Strümpfe ic. Preislage. Jedes Duantum wird von Berlin aus franko geliefert, fowie Detailverkauf zu Engros- Preisen. Blafate gratis. Zu haben in allen Ernst Marcuse 6. Abt.: Früh 8 Uhr nach Sand. hausen. Nachm. 1, Uhr nach Birken. Bigarrengeschäften. werder( Paradiesgarten). Starts: Bineta- Platz. 7. Abt.: 7%, Uhr nach Grabowsee( Heilstätte). Nachmittags 14 Uhr nach Birkenwerder( Paradiesgarten). Starts: Nettelbed- Plaz. 7606 23. Münzstrasse 23. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 9. April, vormittags 9%, Uhr, im großen Saal des ,, Voran Bereins Berliner Musiker"( Karl Elsner), Kaiſer Wilhelmſtr. 18m: Einkaufsgenossenschaft des Berliner Arbeiter- Radfahrer- Vereins. Den Bundesgenossen empfehlen wir Branchen- Versammlung Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Büdlerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18 Centrale: Boghagenerstr. 13.* Preise zahlung. InvalidenZahn- Klinik, beliebige Zeil. Olga Jacobson, straße 145. Achtung! Vergolder Filiale Berlin. 225/9 Montag, den 10. April 1905, abends präzise 8 Uhr, in den Armin hallen, Kommandantenstr. 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen Baege: Entwickelungs geschichte des Weltalls und der Erde". 2. Diskussion. 3. Abrechnung bom 1. Quartal 1905. 4. Stellungnahme zur Maifeier. 5. Verschiedenes. Laut Beschluß werden die Versammlungen pünktlich eröffnet, und ist es Pflicht der Mitglieder, die Versammlungen etwas reger zu besuchen als bisher. Der Vorstand. Der Arbeiter Radfahrerverein„ Frisch auf", Spandau, P. feiert am 8. April sein 4. Stiftungs- fest 零 4. bestehend in E unsere Geschäftsstelle für den Einlauf der Eisen-, Metall- und Revolverdreher. Cheater, mufikalifcher Unterhaltung, Reigenvon Fahrrädern, Ersatzteilen, Pneumatit, Laternen, Karbid, Wollwaren usw. in bester Qualität, bet billigsten Preifen. 106/16 Geschäftsstelle: M. Labbé, Swinemünderstraße 69 III. General- Versammlung der mittags 3 1157, von her beiden Kranken- Unterstüßungs- u. Begräbnis- Kaffe der Leder: balle des Markus- Kirchhofes Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 68/4 Die Ortsverwaltung. Heute früh entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Magdalene Klitsch im 72. Lebensjahre. Dies zeigen allen Freunden und Befannten tiefbetrübt ant zurichter Berlins( S. Nr. 50) am Sonntag, den 16. April, vor mittags 10 Uhr, b. Feind, Weinstr. 11. Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1905. 2. Geschäftliches. Der Vorstand. 7435 3. 2.: Gustav Busse. Orts- Krankenkaffe der Schöneberg, dent 5. April 1905. Kürschner u. verw. Gewerbe Familie Klitsch. Familie Wollermann. Familie Kickel. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittags 4 Uhr von der Leichen halle des Friedhofes an der Maystraße aus statt. Am Mittwoch, den 5. d. Mts., starb plöglich nach kurzem, aber schwerem Leiden meine innigft geliebte Frau, unsere Herzens gute Mutter, liebe Schwester und Schwägerin 26902 Karoline Liebe geborene Böttcher. Um stilles Beileid bitten Familie August Liebe, Steftaurant, Eisenbahnftr. 36b. Die Beerdigung findet am 9. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des EmmausStirchhofes, Hermannstraße, aus ftatt. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine innigft geliebte Frau 764b Pauline Kohn geborene Zech am Montag Nacht im Alter von 44 Jahren verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterblichenen C. Köhn und Kinder. Die Beerdigung findet am Sonntag, mittags um 12, Uhr, von der Leichenhalle des Heilig Streuz- Stirchhofes in Mariendorf aus ftatt. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Be erdigung meines lieben Mannes fage zu Berlin. Ordentl. General- Versammlung der Delegierten am Dienstag, den 11. April 1905, abends& Uhr, in der Brauerei Bökow, Prenzlauer Allee 242/247. Zages Ordnung: | Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht der Branchen- Kommission. 2. Distuffion. 3. Neuwahl der Branchen- Kommission. 4. Verschiedenes. Alle Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen, da der Saal un 1 Uhr geräumt werden muß. Zur besonderen Beachtung! Zur leichteren und einfacheren Erledigung unserer Bureaugeschäfte ersuchen wir unsere Mit glieder, jeden Wohnungswechsel unverzüglich unter Angabe der mitzuteilen. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Erfah 7196 fahren und lebende Bilder. Alle umliegenden Bundesvereine sind hierdurch freundlichst eingeladen. Der Vorstand. Restauration zur Radfahrer- Börse, Am Sonnabend wird mein Lokal eingeweiht, Schillingstraße 22. Dazu lade ich ein alle Freunde, Bekannte und Genossen von weit und brett, Wer kommt willkommen ist und gern gesehen, Extra- Einladungen ergehen nicht. t der sauptnummer schriftlich durch Postkarte em Bureauer nicht kommt, spart das Kommen und das Gehen. bücher für verlorene nur nach genauester Angabe der Orts- oder Hauptgezahlt hat, im Bureau gegen Zahlung von 20 Pf. ausgestellt nummer, als auch wann und wo der Verlierer seinen letzten Beitrag werden können. Schriftliche Gesuche ohne Einfendung obiger Angaben und des Betrages werden nicht berücksichtigt. Zur Beachtung! Im Zigarrengeschäft von Wangenheim, Baumfchulenweg 14, befindet sich jetzt eine Zahlstelle. 114/14 Die Ortsverwaltung. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Rosenthalerstr. 57. Einen genußreichen Abend versprechend zeichne mit Hochachtung Leo Ostrowski, Schantwirt, Schillingstr. 24. Hut- Zentrale ::::: Ede::::: Oranienstr. 2, Manteuffelstraße. Großes Spezial- Geschäft fur Filz- und Seiden- Hüte. Großes Lager in Herren- Wäsche, Krawatten, HandMontag, 10. April, abends 8½ Uhr, in Fris Wilkes eftfäten, Schuhen, Trikotagen, Schirmen, Stöcken und Mützen. Brunnenstr. 188: Beschließende Mitglieder- Versammlung. Krug zum grünen Kranze Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Antrag der Ortsverwaltung auf Bahlung von Entschädigungen. 3. Gewerkschaftliches. Aufnahme 1. Berlesung der Präsenzliste und neuer Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. des Protokolls. 2. Jahresbericht. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, zahlreiche Beteiligung notwendig. 3. Bericht der Revisoren. 4. Die Uebernahme der Strantenkontrolle durch 280/9 den Gewerkskranten- Berein. 5. Cr höhung des Gehalts des Nendanten. 6. Der Dienstvertrag der Kassenangestellten. 7. Stassenangelegenheiten. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. 272/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband Erscheinen sämtlicher Vertreter Seute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: ist dringend notwendig. Der Vorstand. 3. A.: G. Seidenkranz, Borfizender. Tod und Teufel allem Ungeziefer! Reichels Spezial- Mittel töten sicher Wanzen, Schwaben und jede Brut! 50 f., 1,-, 2, 2c., Sprit abparate 50 Echt u. garantiert wirksam nur, wenn in Originalpackungen mit dieser Marke verschlossen. Erhältlich in Drogerien, Do Blafate mit Tod und Tenfel. BERLIN SO., Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. Fernspr.: IV, 646, 4562, 3190. Naturleben! 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April cr., vormittags 10 Uhr, findet in der isoliert und gesundeft gelegenem Urania, Zaubenstraße 48-49, eine 26892 itt Frau Witwe Koch, Laubhaus billigen Aufenthalt nehmen. Näheres durch Ed. Jacobi, Sondervorstellung Singen bei Paulinzella Nr. 2 Thüringen. ftatt. Billetts find auf dem Bureau, Engel- Ufer 15, I, 8immer 11 zu haben. W. Troppens. Kolonie Müggelheim. Fernpr. mt openid 141. Bringe hierdurch den werten Bereinen, Fabriken und Gewerkschaften mein herrlich an Wald und Wasser gelegenes Lofal in freundliche Erinnerung. Drei Säle und sonstige Räume, 1000 Personen, großer schattiger Garten, 25382* 2000 Berfonen faffend. Küche, sowie Getränke in bekannter Güte. Nur 12 Minuten vom Bahnhof Grünau entfernt wird ein neues, hoch und gesund auf dem herrlichen Fallenberg gelegenes Terrain( aussichtsreichster Punkt in der Umgebung Berlins) in beliebig großen Parzellen von zirla 40 Quadratruten an zum Verkauf gestellt. Borzüglicher Gartenboden! Im Frühjahr beste Pflanzzeit! 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Ueber den Punkt„Agitation, Gaueinteilung und die Gejchäftsführung in den Mitgliedschaften" und die dazu vorliegenden Anträge entspinnt sich eine fünfstündige Debatte, die mit der Annahme folgender'Anträge endigt: Tos Statut dahin abzuändern, daß auch wekbliche Personen und Lehrlinge dem Verbände beitreten können. Die weiblichen Mit- glieder(Beitrag 25 Pf. pro Woche) erhalten die Hälfte der fest- gesetzten Unterstützungsbeiträge. Der Begriff ,.H ü l f s a r b e i t c r" ist im Statut genau fest- zusetzen. Ter auS dem Verbände erfolgte Ausschluß wegen restierender Beiträge kann rückgängig gemacht werden, wenn das Mitglied sich innerhalb eines Jahres wieder meldet und die restierenden Beiträge nachbezahlt. Doch haben solche Mitglieder eine, einjährige Karenz- zeit durChzumachcn, bis sie ihre früheren Rechte bezüglich der Unter. stützung wiedererlangen. Beitragsrückstände von über ein Jahr können nicht nachbezahlt werden. Der Verbandsvocstand kann in Orten oder für industrielle Be- zirke, in denen mindestens KXZl) organisationsjTihige Arbeiter und Arbeiterinnen der Branche vorhanden sind, auf Antrag der betreffen- den Zahlstellen für die Geschäftsführung einen Beamten anstellen, wenn die finanzielle Lage des Verbandes dies gestattet und am Orte resp. Bezirk mindestens 200 Mitglieder vo-chanden sind. Ter Hauptvorstand kann für Orte und Bezirke, wo die Verhältnisse bc- sonders günstig oder erfolgversprechend sind, Amsnahnien gestatten. Die Kassierer der Mitgliedschaften sind verpflichtet, mit AuS- nähme von bei der Aufnahme arbeitsloser Kok.cgeu, bei Neuauf- nahmen in den Verband fünf Wochenbeiträge, an Orten mit Lohnbewegungen jedoch vom Augenblicke der Genehmigung solchen durch den: Verbandsvorstand zehn Wochenbeiträge zu erheben. Die weiteren Anträge haben kein öffentlühes Interesse. Die Gehaltsfrage der Verbandsbeamten wird wie folgt geregelt: DaS Gehalt des Vorsitzenden beträgt monatlich 200 M.(bisher 180 M.), des HauptkassiererS 180 M.(bisher 165 M.), der Gau- leiter wöchentlich 30 M., steigend bis 40 M. Als Sitz des Verbandes wird Hamburg, als Sitz des Ausschusses München wiedergewählt. Zum Berbandsvorsitzenden wird Allmann, zum ziveiten Vorsitzenden Kretschmer- Hamburg und zum Hauptkassiercr Friedmann einstimmig wiedergewählt. Damit sind die Arbeiten der Generalversammlung beendet. In seinem Schlußwort ersucht Allmann die Delegierten, für die gefaßten Beschlüsse und für den Ausbau der Organisation tat- kräftigst einzutreten. Mit einem Hoch auf den Verband, in das die Delegierten bc- geistert einstimmen, wird die Generalversammlung nach dreitägiger Dauer geschloffen._ Achter Perbandstag der Kauhülfsarbeiter Aeutschlauds. Im Verlauf der Debatte über den Bericht des Gesamtvorstandes nimmt auch das Wort S a ba t h als Vertreter der General- kommiffion. Ihn haben zwei Aeußerungen hier auf dem Verbandstage der- anlaßt, das Wort zu ergreifen. ES betreffe dies den Vorwurf, daß das italienische Fachorgan ausgeblieben sei. Das Ausbleiben der Zeitung sei auf den Umstand zurückzuführen, daß dem Redakteur bei seiner italienischen Agitationsreise die Gelegenheit gefehlt habe, Manuskript zu beschaffen. Was den zweiten Vorwurf anlange, die Generalkommission habe die Organisation der Bauhülfsarbeiter bei ihren Lohnkämpfen nicht unterstützt, wie beispielsweise die Tcxtil- und Bergarbeiter, so sei daS total unrichtig. Die Generalkommission hat weder eine Organisation vorgezogen, noch die Bauhülfsarbeiter benachteiligt. Die Rechte der Gencralkommission seien beschränkt, sie beruhten auf den Beschlüssen der Gewerkschaftskongresse. Die Generalkommission hat nur dann Aufrufe zur Unterstützung einer Organisation erlassen, wenn sie von den Zentvalvorständcn dazu aufgefordert worden sei. DaS sei auch bei den Bauarbeitern ge- schehen. Nur bei den Bergarbeitern sei eine Ausnahme gemacht worden. DaS war auf die ganz besondere Bedeutung dieses großen Lohnkampfes zurückzuführen. Aber auch hier fei die General- kommission mit den Zentralvorständcn in Verbindung getreten. Redakteur Töpfer erwidert auf die Angriffe bezüglich der internationalen Beziehungen. Ueber den österreichischen Verbands. tag habe ein kurz gefaßter Bericht im Fachorgan gestanden. Di« Organisationsverhältnisse der österreichischen Kollegen seien überaus rraurige; sie seien erst in der Zahl von 1200— 1500 organisiert, und bloß in 6—-7 Städten seien Anfänge einer Organisation vor- Händen. Die Beitragsverhältnisse seien solche, daß eine Organisation auch mit bescheidenen Anforderungen nicht erhalten werden, könne. Er hege zwar die Hoffnung, daß die Leiter der österreichischen Organisation Wandel anstreben werben, bezweifelt aber, ob die dortigen Kollegen das nötige Verständnis für solche Bemühungen haben werden. Er könne sich deshalb mit der Teilnahme an Kon» ferenzen im Auslande nicht befreunden. Der Redner macht bezüg- lich der Zeitungsexpedition den Vorschlag, diese zu zentralisieren. Davon verspricht er sich die Beseitigung der Veruntreuung von Zeitungsgeldern. In bezug auf Andeutung einer vorhandenen Nicht. Übereinstimmung zwischen ihm und dem Vorstande bemerkt der Redner, daß der Redakteur nicht immer die prinzipielle Meinung des Hauptvorstandes zu teilen brauche, daß er auch eine andere Meinung haben darf. Verbandsvorsitzender Behrendt referiert sodann über: Taktik bei Lohnbewegungen und Streiks. Auf alle Lohnbewegungen und Streiks einzugehen, halte er für uuuütig. Nur diejenigen sollen erörtert werden, die ein größeres Interesse beanspruchen und für die Zukunft ausschlaggebend sind. Redner erwähnt sodann ein Hcftchcn, das auf dem vorigen Ver- bandstage als Unterlag« zu diesem Punkte der Tagesordnung gc- dient habe, den Leitfaden für die Verwaltungsbeamten, der aller- dingS in verschiedener Richtung einer Aenderung bedürfe. Auch daS Streikreglcment müsse einer Korrektur untevKoSmi werden in bezug auf die durch den Kartellvertrag mit den Maurern und Zimmerern getroffenen Vereinbarungen. Mit diesem Kartellvertrag sei auch den wilden Streiks, das heißt solchen, bei denen eine Organisation der anderen aar keine Mitteilung davon gemacht habe, gesteuert worden, und damit weiter den Vorwürfen, die die Maurer uns noch mehr wir aber den Maurern machen mußten. Redner bespricht hierbei auch die Differenzen, die zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern vielfach bestanden und bezeichnet sie als ein Ueberbleibsel bürgerlicher Anschauungen. Darauf wendet er sich den einzelnen Kämpfen zu, die die Organisation zu bestehen gehabt, so in Lüneburg, Königsberg, Bremerhaven. Bremen, Bromberg, Köln Kassel. Bielefeld usw.. wobei er auch hervorhebt, daß die Maurer nicht immer die Solidarität gegenüber den Bauhülfs- arbcitorn gezeigt haben, wie es zu erwarten gewesen sei. Die Kollegen hätten aus den Kämpfen die Lehre zu ziehen, daß eine gute Organisation allein noch nicht den Sieg über den koalierten Gegner davontrage, vielmehr gemeinsames Handeln der verwandten Berufe erforderlich sei. Bei der Erörterung fast jeden der geführten Streiks rügt der Redner scharf die Nicht- beachtung der statutarischen Vorschriften. Die Quintessenz seiner Ausführungen ist, daß die Kollegen ohne die Genehmigung de? tauptvorstandeS in keinen Streik treten dürften. Dafür müßte in ukunft unter allen Umständen gesorgt werden. Ueberhaupt sei er der Meinung, daß Massenstreiks in großen Städten niemals von langer Dauer sein dürfen. Unsere Lohnkämpfe werden sich immer mehr zuspitzen, da uns ein festgeschlossenes Unternehmertum gegenübersteht. Redner kommt auf die Lohnbewegungen im laufenden Jahre zu sprechen. Zwar seien ihm schon wieder eine Anzahl Lohn- bewegungen gemeldet, aber nicht sämtliche, ganz abgesehen von solchen, die die Maurer eingeleitet und wo unsere Kollegen in Mit- leidenschaft gezogen sind. DaS sei auch eine Verletzung der statutari- schen Bestimmungen, aber nachher heiße es: Hauptvorstand, zahlel DaS Hauptgewicht sei darauf zu legen, daß alle.Vorbedingungen zu einem Streik vorhanden seien. Im großen und ganzen befolgten die Unternehmer die Taktik, die vor Jahren bc'reitS von Berliner Unternehmer angeregt worden fei. Die Arbeitgeberorganisation der einzelnen Städte solle sich Angestellte beschaffen, die nicht nur die Ar�iterorganisationen überwachen, sondern auch die eigenen Leute. Infolgedessen würden alle unsere Beschlüsse nach allen Regeln der Kunst zergliedert und danach die Einrichtungen getroffen. In der Diskussion erstatteten die einzelnen Redner Bericht über den Verlauf der Lohnbewegungen an den von ihnen vertretenen Orten. Mehrfach wurde gerügt, daß der Referent nicht Winke für die Taktik der Zukunft gegeben habe. Besonders Brandmohr- Bremen geht auf diese Frage ein. Es sei notwendig, Mittel und Wege für daL künftige Handeln anzugeben. Er wolle annehmen, daß dies der Referent aus besonderen Gründen unterlassen habe. Tie Taktik bei der Aussperrung in Bremen 1901 bezeichnet der Redner als nicht richtig. Bei Streiks sei darauf zu achten, daß die Streikenden eine gute Erziehung aufwiesen. Denn was«in Kampf bedeute, das vergegenwärtigten sich viele Kollegen, besonders die jüngeren, gar nicht. Suchen die leitenden Personen zu bremsen, dann würden sie sofort beschuldigt, mit den Unternehmern unter einer Decke zu stecken. Das beweise aber, daß mit solchen Leuten ein Kampf nicht zu führen sei. Wenn die Konjunktur am Orte eine gute ist, dann wird gewöhnlich losgeschlagen. Die Konjunktur am Orte dürfe aber noch keineswegs matzgebend für einen Streik sein, es komme darauf an, wie die Konjunktur im allgemeinen ist. Ferner müsse, wenn ein großer Streik ausbricht, alsbald von allen auswärtigen Zahlstellen über eventuelle Arbeitsgelegenheit in den einzelnen Orten die Streikleitung in Kenntnis gesetzt werden. Die Hauptsache ist aber die Erziehung der Kollegen. Sie müssen so ge- schult sein, daß vielleicht nach einem zweiwöchigen Kampfe, wenn ungünstige Umstände eingetreten sind, derselbe sofort abgebrochen und möglicherweise schon fünf Wochen später mit verstärkter Kraft wieder losgeschlagen werden kann. )Zus der partei» Maifest- Zeitung. Die in diesem Jahre erscheinende Maifest- Zeitung enthält ein von Fidus gezeichneres Titelbild, das jubelnd die neue Botschaft von der Befreiung des Arbeiters aus Baun und Knechtschaft verkündet. Voll Begeisterung trägt die Jugend die ftohe Kunde hinaus ins Land, während das gebrochene Alter. Trost suchend und empfangend, dem Sozialismus in die Arme sinkt. Martin Brandenburg zeigt uns im Mittelbilde den Triumph des Mai. Durch WaldcSdickicht bahnt die Jugend den Weg, auf dem die Völker Be- freiung finden, und erwacht aus Nacht und Finsternis, folgt daS Proletariat dem siegreich vordringenden Sozialismus. Die textlichen Beiträge feiern den Gedanken des 1. Mai, der diesmal unter dem lebendigen Eindruck der russischen Revolution eine besondere Bedeutung hat. Der Preis ist wie bisher 10 Pf., Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Ferner erscheint von dem Mittelbilde der Maifest- Zeitung, .Mai- Triumph", eine sauber ausgeführte Postkarte. Zugleich empfiehlt der Verlag die zu den Maifesten früherer Jahre herausgegebenen AnsichlS-Poslkarten. Femer wird in dem von der Buch- Handlung Vorwärts herausgegebenen Zirkular auf die Sammlung von Vortragsgedichten hingewiesen, die unter dem Titel.Leuchtkugeln" erfchienen sind und auf die im Vorjahre veröffentlichte Broschüre .Der Achtstundentag, eine gesundheitliche Forderung". Bestellungen müssen bis zum 10. April eingereicht werden, da für spätere Bestellungen nicht die Garantie für rechtzeitige Liefemng gewährleistet werden kann. Der diesjährige Kongreß der belgischen Sozialdemokratie findet an den beiden Ostertagen(23. und 24. April) im Volkshause zu Brüssel statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderm:.Die Wahlen im Jahre 1906",„Die Propaganda",.Aufhebung der Programm- Forderung: Proportional- Vertretung l"„Maifeier". .Pflichten der Sozialisten gegenüber den Genossenschaften".„Er- nennung des Sekretärs des internationalen sozialistischen BureauS" ze. Die niederländische sozialistische Jugendorganisation„De Zaairr" (.Der Säemann"), die auf Anregung deS sozialdemokratischen Parteitages von 1901 gegründet worden ist, hält zu Ostem in Amsterdam einen allgemeinen Kongreß ab.„De Zaaier" hat bis jetzt Orts- abteilungen in Amsterdam, Utrecht. Groningen, Veendam, Enschede, Gruda und Zaandam. Ein überraschender sozialdemokratischer Wahlerfolg ist, wie man unS schreibt, am Sonntag in der Stadt Freiburg in der Schweiz bei den nach dem Proporz erfolgten Gemeindewahlen erzielt worden. ES wurden 17 Sozialdemokraten. 41 Katholiken und 15 Radikale in den Großen Stadtrat gewählt. Unsere Genossen hatten in dieser Behörde bisher, wenn wir nicht irren, nur einen Verweter, sie hätten also 16 Sitze gewonnen, während die Radikalen 14 verloren haben. Gewonnen haben femer die Katholiken drei Sitze, während die liberalkonservative Partei ebenfalls vier Sitze verloren und nur noch sieben behalten hat. Bemerkenswert ist, daß die Sozial- demokratie zum erstenmal als selbständige Partei in den Kampf getreten war. denn früher hatte sie immer mit den Radikalen ge- ineinsame Sache gemacht. Die Selbständigkeit der Arbeiterpolitik hat sich also wieder bestens und erfolgreich bewährt. und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden, Stellung genommen. Der Stadttat»n Delmenhorst hatte den kühnen Entschluß gefaßt, in die bestehende Realschule auch Mädchen aufzunehmen. Das Ministerium will nun den gemeinschaftlichen Unterricht bis einschließlich Untertertia genehmigen, hält aber daran fest, daß in den höheren Klassen der Unterricht getrennt erteilt werden müsse. Als Gmnd wird die Gefährdung der Sittlichkeit angegeben. Der Stadtmagistrat will sich bei dieser Entscheidung vorläufig be- ruhigen, in der Hoffnung, daß nach vier Jahren, wenn die jetzt in die Sexta aufzunehmenden Mädchen bis zur Untertertia aufgerückt sein werden, die Stimmung im Ministenum sich geändert haben werde. Ob die Stadtvertretung sich indes auf eine solche unsichere Erwartung hin auf die Sache einlassen wird, ist zweifelhaft. Bekämpfung des Alkoholgcnusseö bei Schulkindern. Der Deutsche Verein abstinenter Lehrerinnen hat an die Magistrate von 300 deutschen Städten ein Zirkular gerichtet, worin er ersucht, dem Alkoholgenusse der Schulkinder durch Belehrung der Eltern entgegen- zuwirken. Der Verein hat zu dem Zwecke ein Merkblatt verfaßt und bittet die Behörden, dies an die Eltern der Schulkinder zu ver- teilen. Die ärztlichen Beratungsanstalten der OrtS-Krankcnkasse Leipzig werden nach einem Beschlüsse des im Aerztekampfe entstandenen Schiedsgerichts am 15. April geschlossen. Die in den Anstalten tätigen Aerzte werden den bisherigen Distriktsärtten gleichgestellt und behalten ihre jetzigen Bezüge. Das Schiedsgericht, in dem die Kreishauptinannschaft den Ausschlag gibt, begründet seinen Spruch in der Hauptsache damit, daß die Anstalten zu teuer seien. Eine große Wohnungsnot herrscht in Schweinfurt, wo in den letzten Jahren die Industrie große Fortschritte gemacht hat. Auf Antrag des Sozialdemokratischen Wahlvereins sah sich die Stadtvertretung veranlaßt, die Frage der Errichtung von Arbeiter- Wohnungen aus städtischen Mitteln in Erwägung zu ziehen. Jetzt wurde beschlossen, bei der unterfränkischen Versicherungsanstalt ein Kapital von 100 000 M. gegen 3 Proz. Zinsen zum Bau solcher Wohnungen aufzunehmen. Eine Proteswcrsamnilllng gegen die kapitaliftisch-katholischcn Arbeiterinncnheim« fand in St. Gallen auf Veranlassung der dortigen Arbeiterunion statt. Es wurden die Freiheitsberaubung der Mädchen in diesen sogenannten„Heimen", der religiöse Zwang, die Kontrolle der Korrespondenz, die klösterliche Abschlietzung der jungen Mädchen vom öffentlichen Leben, die moralische Verderbnis derselben in diesen Anstalten und der Import billiger Arbeitskräfte verurteilt und andererseits der Erlaß eines Spezialgesetzes für diese „Heime" gefordert. An dieses Gesetz werden folgende Forderungen gestellt: Prüfung und Genehmigung der Reglements durch die Oberbehörde, Regelung der Ein- und Austrittsvcrhältnisse durch da» Gesetz, Verbot langfristiger Verträge, Ausschluß von Kon- vcntionalstrafen für borzeitigen Austritt, Gewährleistung deS Brief- gcheimnisseS und Ausschluß der Kontrolle über die Korrespondenz, Verbot der Freiheitsberaubung, vollständige Religionsfreiheit und Bewegungsfreiheit, Verbot der Heimarbeit, Ausschluß der Ordens- schwcslern von der Anstaltsleitüng und Ersatz durch Laien, Kontrolle der Arbeiterinnenheime durch eine kantonale Fabrikinspektortn. Im Großen Rat de? Kantons St. Gallen ist bereits ein Antrag auf Erlaß eines solchen Spezialgesetzes eingebracht worden. Ein Konflikt. Die Witwe Pientka verlangte im Zivilprozeß von dem Bahnassistenten Mittelstadt eine Rente, mit der Behauptung, ihr Mann sei durch seine Schuld tödlich verunglückt. Der ver- storbene P, hatte auf der von M. seinerzeit verwalteten Haltestelle der Bahnlinie Posen— Berlin den Versuch machen wollen, noch auszusteigen, als sich der Zug bereits wieder in Bewegung befand. Mittelstadt suchte das zu verhindern, wobei jedoch Pientka zu Falle kam und so unglücklich von der Plattform des benutzten Wagens vierter Klasse herabstürzte, daß er an den Folgen verstarb. Die Eisenbahndirektion erhob zugunsten deS Beamten den Konflikt. Nach einer Beweiserhebung erklärte am 4. April das Ober- Verwaltungsgericht den Konflikt für begründet, so daß der Zivil- Prozeß der armen Frau gegen den Beamten endgültig einzustellen ist. ES wurde angenommen, daß dem beklagten Bahnassistenten, der in Ausübung seine» Amtes gehandelt habe, eine AmtSüber- schreitung nicht zur Last falle. Verbot der Bleiweißfarbcn in der Schweiz. Die schweizerische Sektion der internattonalen Vereinigung für Arbeiterschutz hat an alle Kantonsregierungen und Gemeindebehörden eine längere Ein- gäbe gerichtet, m der sie unter ausführlicher Darlegung der großen Gefahren für die Gesundheit das gesetzliche Verbot der Verwendung von Bleifarben im Malergewerbe befürwortet. Versammlungen. Soziales. Gemeinsamer Unterricht. DaS oldenburgische Staatsministerium hat zu der Frage der gemischten Realschulen, d. h. solcher Realschulen, in denen Knaben Zentralverband der Maurer. In der am Mittwoch in Kellers Saal abgehaltenen Generalversammlung des Zweigvereins Berlin bildete der Geschäftsbericht für das verflossene Jahr den Hauptpunkt der Tagesordnung. Der Vorsitzende Thons gab einige Erlauterungen zu dem Jahresbericht, aus dein wir das wesentlichste an anderer Stelle mitgeteilt haben. Nachdem der Kassierer Warte nberg den Kassenbericht erstattet hatte, wurde er entlastet, gleichzeitig be- willigte ihm die Versammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Mankogeld von 200 M. Ein Posten von 2000 M,, den die Sektion der Gips- und Zemcntarbeiter aus Anlaß früherer Lohnbewegungen der Rab,tzputzer dem Zweigverein schuldet. wurde auf Anttag Fritsche gestrichen.— Den Kassierern der- jenigen Bezirke. wo keine HauSkassierung stattfindet, wurde llio Proz. der Einnahme als Mankogeld bewilligt.— Hierauf gab der Vorfitzende das genaue Resultat der Abstimmung über den Tarifantrog bekannt. Dasselbe weicht ein wenig von den von unS bereits mttgeteilten Zahlen ab. Nach genauer Feststellung find 6343 Stimmen abgegeben, davon 4108 für. 2196 gegen den Vertrag und 39 ungültige. Thöns bezeichnete die Annahme des Ver- träges als eine erfteuliche Tatsache und gab der Erwartung Ausdruck. daß nunmehr auch die Minderheit, welche gegen den Verttag stimmte, sich der Mehrheit anschließen und für die strikte Durch- führung deS Vertrages eintteten werde. Von der Ortsvcrwaltung des Mctallarbciter-Berdandc» erhalten wir folgende Zuschrift: Der Bericht über die Generalversammlung der Metallarbeiter vom 3. April bedarf einer Berichtigung. ES heißt dort:„Weiter erklärte sich die Versammlung ftir die Vornahme einer Urabstimmung, falls der Verbandstag die Einführung der Erwerbslosen- Unterstützung be- schließen sollte."— Heißen muß eS:„Die Generalversammlung will, daß der Verbandstag beschließt: Ueber die Einführung der Erwcrbslosen-Unterstützung soll eine Urabstimmung vorgenommen werden."— Also eine Urabstimmung auf jeden Fall und nicht nur für den Fall der Annahme der Vorstandsvorlage. I. A.: Cohen. richtig geäeihen die Kinder, sich bekanntlich durch hohen Nährwert und durch leichte Verdaulichkeit auszeichnen! Dem alkgemeinen Wohlbefinden der Kinder muß die größte Aufmerksamkeit zuteil werden und beim Gebrauch von Knorrs Präparaten bleiben Verdauungsbeschwerden unbekannt. Knorrs Haferpräparate beseitigen nicht nur Verdauungsbeschwerden, sondern beugen ihnen auch wirksam vor. Deshalb heißt„Kranksein vorbeugen" die goldene LebenSregel l Dies bezieht sich nicht nur auf die Kinderivelt. sondern im gleichen Umfang auch auf die Ertvachsenen. namentlich auf die Frauen und die Mädchen.* die kleinen und die großen, wenn sie von der klugen Mama statt mancher unverdaulicher Sachen KnorrS Haferpräparate wie Hafer- mehl, Hafergrütze, Haferflocken erhalten, die Seefische- Volksnahrung! 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Wenn dem Grafen werden müssen, hat die nächstbeteiligten Reflektanten zurückgeschreckt. Hoensbroech erst ein Licht darüber aufgegangen ist, daß die Die Hochbahngesellschaft hat ihr Tunnelprojekt so eingerichtet, daß Herr Cassel, der Wortführer der freisinnigen Stadt- evangelisch- staatskirchlichen Erzellenzen und Ordensritter sich mit sie des Kirchhofs- Geländes nicht mehr bedarf, und der Eisenbahnberordneten- Mehrheit, liebt es, bei jeder sich bietenden Gelegen- Händen und Füßen an Hof und Staat flammern müssen, weil fiskus fann sich nach wie vor mit diesem Verkehrshindernisse abfinden. heit die feierliche Erklärung abzugeben, daß er und seine sie mit dem volt keine Gemeinschaft haben, dann wird er beschämt Freunde sich in ihren Entschließungen stets nur von ihrer einsehen, daß es unrecht von ihm war, sie mit seinen" ſittlichen wärtig im Polizeipräsidium ausgearbeiteten Verordnung nicht mehr Forderungen" zu belästigen. Allerdings mag er dann ferner zu der Ueberzeugung leiten lassen. Er sagt es und wir sind Einsicht kommen, daß der Uebertritt vom Katholizismus zur„ teinen offen, sondern in Kästen mit Blechdeckeln auf den Verkaufstischen bereit, ihm das zu glauben. Wir wollen es auch gelten lassen Lehre" eigentlich überflüssige Mühe war. ausgelegt und bei Lagerung in Regalen entweder in Blechkästen für die Beschlüsse, die diese Ueberzeugungstreuen in Wah Imit Blechdeckeln oder, falls es sich um größere Gegenstände handelt, prüfungs- Angelegenheiten zu fassen pflegen. Aber Würdigung der deutschen Industrie. Die Ausstattung für die in blechausgeschlagenen Regalfächern mit eiserner Tür aufbewahrt das eine müssen wir doch sagen, daß gerade in diesem Punkte ronprinzessin Cäcilie wird, wie nun der„ Conf." zu melden kommenden Interessenten hat nunmehr das Aeltestenkollegium be werden. Auf Grund von Verhandlungen mit den in Frage die Wege, die der Freisinn, seiner Ueberzeugung folgend, ge- weiß, zum großen Teil in Bari& hergestellt, und zwar trifft die schlossen, an das Polizeipräsidium ein eingehend begründetes Er gangen ist, in letzter Zeit sehr wunderbar gewesen sind. Nach Mutter der Kronprinzessin, die Großherzogin Anastasia von Mecklen- chlossen, an das Polizeipräsidium ein eingehend begründetes Gr. dem Fall Kerfin tam der Fall Leis, und nach dem Fall Leis burg- Schwerin, alle Anordnungen selbst. Die Großherzogin Anastasia suchen zu richten, daß vor Erlaß einer solchen den Handel mit ist nun der Fall Herzberg gekommen. gehörte schon immer zu den besten Kundinnen der bekannten großen eine Prüfung der Materie unter Buziehung von Sachverständigen gehörte schon immer zu den besten Kundinnen der bekannten großen Belluloidwaren so gut wie lahm legenden Verordnung nochmals Bariser Magazine. Ein kleiner Teil der Ausstattung wird auch in und Interessenten aus den Kreisen der Fabrikanten und Händler Berlin hergestellt. borgenommen werden möge, da nach den Erhebungen des Kollegiums Der Markenerlös der Landesversicherungs- Anstalt Berlin be- die geplanten Maßregeln in den tatsächlichen Verhältnissen feine trug in den beiden ersten Monaten dieses Jahres rund 1 438 697 m. genügende Begründung finden und bei der großen Mannigfaltigkeit oder 77 705 M. mehr als in den ersten beiden Monaten des Vor- der Belloluidwaren teils nicht immer durchführbar sein, teils die jahres. Für das Heilverfahren sind im Monat Februar dieses bermeintliche Gefahr, die man abwenden wolle, noch vergrößern Jahres 71 402 M. gegen 114 433 M. im Februar vorigen Jahres würden. verausgabt worden. Als ärztliche Sachverständige für das Schiedsgericht für Arbeiter. Med.- Rat Dr. Becker, Gneisenaustr. 99; Kreisarzt Med.- Rat Dr. Elten, versicherung des Stadttreises Berlin find gewählt: Kreisarzt Geh Passauerstr. 13; Sanitätsrat Dr. Adler, Mogstr. 90; Sanitätsrai Dr. Köhler, Askanischer Platz 4; Sanitätsrat Dr. Wagner, Münchenerstraße 48; Dr. Engel, Wilmersdorf, Uhlandstr. 58; und Dr. Lennhoff, Schmidstr. 37. lein Elise Vogeler, ist jetzt in den Ruhestand getreten. Fräulein Die bisher dienstälteste Gemeindeschullehrerin Berlins, FräuLehrtätigkeit zurück; die Dienstzeit, die ihr angerechnet wird, belief Vogeler blickt auf eine für Berliner Lehrerinnen ungewöhnlich lange Gemeindeschullehrerin reicht noch zurück bis in jene Zeit, wo die sich am 1. April d. J. auf 47% Jahre. Ihre feste Anstellung als städtische Schulverwaltung Berlins eben erst dazu übergegangen war, im Gemeindeschuldienst wissenschaftliche Lehrerinnen fest anzustellen. Gemeindeschule in der Elisabethkirchstraße. Dem Lehrerkollegium zuletzt unterrichtete Fräulein Vogeler an der 13. Mädchendieser Schule hat sie Jahrzehnte hindurch angehört. Der Mitgliederbestand der Berliner Krankenkassen, soweit diese Der Aufsicht des Magistrats unterstellt sind, also der Orts-, Fabriksund Innungs- Krankenkassen und der Gemeinde- Krankenversicherung, hat zu Beginn des Frühjahrs wieder die alljährlich um diese Zeit hat zu Beginn des Frühjahrs wieder die alljährlich um diese Zeit einfeßende starke Aufwärts bewegung gehabt. Die Zahl der Mitglieder war im Winter vom Dezember zum Januar von 656 822 in raschem Fall auf 638 367 herabgefunten und dann bis aum Februar langsam wieder auf 642 690 gestiegen. Vom Februar zum wachsen, sodaß der Mitgliederbestand vom Dezember nahezu wieder März ist sie nun sofort auf 654 191 Der Königliche Baurat Herzberg hat sich von einem Wahlbezirk erster Abteilung ein Stadtverordneten Mandat übertragen lassen, obwohl er nicht mehr in Berlin wohnt, sondern mit seiner Familie und seinem ganzen Haushalt nach Wilmersdorf übergesiedelt ist. In Berlin hat er nur noch seine Geschäftsräume behalten, und in einem dieser Räume hat er sich eine Art Absteigequartier eingerichtet, δας mit einem Schlafsofa, einer WaschMit den berüchtigten Praktiken des Krawattenfabrikanten gelegenheit usw. ausgestattet ist. Der Herr Baurat hat von dieser Schlafstelle gelegentlich auch Gebrauch gemacht, aber der Adolf Steinberg hatten wir uns seit dem Jahre 1898 mehrfach zu Mehrheit des Wahlprüfungs- Ausschusses- leider war es nur befassen. Er ist im Jahre 1900 wegen Betruges zu vier Monaten eine Zufallsmehrheit- erschien das denn doch nicht als aus- Gefängnis verurteilt, von der Berufungsinstanz dann aber freireichend, ihm die Eigenschaft eines Berliner Bürgers zu be- gesprochen worden. Auch jetzt noch scheint er seine Lehrmethode in lassen, und so wurde sein Mandat als ungültig angesehen. baktion zeigt, die wir zur Warnung für junge Mädchen hier vergemeingefährlicher Weise zu üben, wie eine Zuschrift an die ReDie Berichterstattung an das Plenum, die unserem Genossen öffentlichen: Liebknecht übertragen worden war, führte gestern zu einer „ Der bei den Berliner Amts- und Geiverberichtern rühmlichst interessanten Debatte. Der Antrag des Ausschusses auf ungültig bekannte Krawatten- Professor" " Krawatten- Professor" A. Steinberg, Inhaber und feitserklärung, den Liebknecht in flarer Beweisführung begründete, Direktor der„ Aeltesten und größten Strawatten- Akademie", scheint wurde nur von den Sozial- Fortschrittlern unterstützt. Alle anderen mit seinen Annoncen zurzeit viel Glück zu haben. Leider aber Gruppen der Versammlung waren entschlossen, Herrn Herzberg werden die Damen, die ihm auf den Leim gehen und 20 M. für einen zu retten. Genosse Singer fegte gegen die Tifteleien ihrer erleben. Auffällig ist es schon, daß der Herr Direktor sich nur sehr vierzehntägigen Lehrkursus bezahlen, eine gründliche Enttäuschung Redner den gesunden Menschenverstand, der es nicht zulassen felten mit seinen Lehrdamen beschäftigt, trotzdem in dem Prospekt könne, dieses Mandat für gültig zu erklären. Aber Herr Herz- dieser Firma zu lesen ist, daß der Unterricht in der liebensberg, der Einwohner von Wilmersdorf mit einer Gelegenheits- würdigsten Weise von Herrn Steinberg selbst erteilt wird. Schlafstelle in Berlin, blieb Sieger. Die Mehrheit suchte das Ferner soll nach dem Prospekt kein Klaſſen, sondern nur EinzelSchlußwort des Ausschuß- Berichterstatters niederzulärmen und unterricht erteilt werden; 14 Personen aber zu gleicher Zeit durch erklärte dann mit 62 gegen 38 Stimmen Herrn Herz- eine Lehrkraft auszubilden, dürfte wohl nicht gut als Einzelunterricht bezeichnet werden können. bergs Mandat für gültig. Sind nun die vierzehn Tage Angesichts dieses Beschlusses und der anderen, die in den zehrzeit um, so wird zweifellos jebe Dame glauben, sofort Beschäftigung in der Abteilung I dieser Firma zu finden. Weit lezten Monaten in Wahlprüfungssachen gefaßt worden find, fehlt. Hatten die Lehrdamen bisher zur größten Zufriedenheit der gemuß man wünschen, daß die freisinnige Stadtverordneten den Unterricht erteilenden Dame gearbeitet, so werden sie, sobald sie Mehrheit fortan lieber nicht mehr ihrer Ueberzeugung folgt- um Beschäftigung bitten, von Herrn Steinberg zu hören bekommen, einer Ueberzeugung, die blind macht gegen die einfachsten daß sie wenig oder gar nichts gelernt haben; nach einer angeblichen Regeln des gefunden Menschenverstandes. Aeußerung dieses Herrn sind von 100 Damen überhaupt nur Die Spree- Havel- Dampfschiffahrts- Gesellschaft Stern wird im 10 fähig, Strawatten zu nähen. hat nun aber eine Dame das kommenden Sommer über eine Flotte von 50 Fahrzeugen verfügen. Das Rotbuch" des Magistrats der Stadt Berlin ist erschienen. immer noch nicht gesagt, daß sie auch etwas verdient. Duzende gestellt. Das neue Schiff erhält den Namen„ Merkur". Die SternGlück", bei Herrn Steinberg Beschäftigung zu erhalten, so ist damit Es wird ein neues Motorboot für den Verkehr auf der Löcknig einEs umfaßt die amtliche Personalnachweisung der Berliner Gemeinde- von Klagen hat das Berliner Gewerbegericht und, vor Einführung Gesellschaft befigt dann 44 Dampfer und 6 Motorboote. Auf der verwaltung und der mit dieser in Verbindung stehenden Ver- dieses Gerichts, schon die Gewerbedeputation zuungunsten dieses Oberspree( Linie Köpenid- Grünau) wird eine neue Station Krampenwaltungen und Anstalten. Das neue Rotbuch schließt wie das alte mit dem Namen Zylicz, enthält aber 15 Seiten weniger als das ehrenwerten Herrn und Meisters entscheiden müssen, und zwar fast burg auf dem rechten Ufer angelegt. legte. Die Zahl der Ehrenbürger ist dieselbe geblieben. An Stelle Pfändungen bei diesem Herrn fallen fruchtlos aus. Zum Schluß Wintergarten tritt jest allabendlich ein Zauberkünstler auf, der als ftets wegen Einbehaltung von Lohn aus nichtigen Gründen. Ueber Tierquälerei im Variété schreibt das Berl. Tgbl.": Jm des verstorbenen Ehrenbürgers Dr. Bertram sehen wir als jüngsten noch etwas, was die Gesundheitspolizei interessieren dürfte. Für Schlußnummer feines allerdings sehr interessanten Programms ein den Stadtrat a. D. Ha ad und an Stelle des Prof. Ad. v. Menzel 14 Damen, die an dem„ Einzelunterricht" in" komfortabel ein- Vogelbauer mit einem lebenden Kanarienvogel darin aus seinen den Staatsminister a. D. und früheren Oberbürgermeister Sobrecht, gerichteten Räumlichkeiten" teilnehmen, ist nicht ein einziger Abort änden verschwinden läßt. Das Experiment wirkt sehr verblüffend während Prof. Rob. Koch und Dr. Langerhans als die ältesten vorhanden; die Damen sind vielmehr gezwungen, sich zu Jandorf und findet auch stets lebhaften Beifall, aber der Enthusiasmus der Ehrenbürger an der Spitze der Tafel stehen. Die Stadtältesten sind oder nach der Rotunde am Spittelmarkt zu bemühen. durch den Tod des Stadtrats Struve auf sechs reduziert. Der Magistrat allermeisten Zuschauer würde sich wohl bedeutend abkühlen, erscheint zum erstenmal seit langer Zeit vollzählig mit 34 Mitgliedern. Die Berliner Pflicht- Fortbildungsschule ist nur für die Berliner, wenn man wüßte, welch eine abscheuliche Tierquälerei mit Im Jahre 1903 waren nur 31 und im vorigen Jahre nur 33 ver- nicht für die Vorortbewohner. Dieser Bescheid wurde vielen Ein- diesem Kunststück verbunden ist. Denn der Zauberer" hat zeichnet. Die Zahl der Magistratsräte hat einen Zuwachs um 3 wohnern der Vororte zu teil, die anfragten, ob ihre Söhne in die das Vogelbauer an einem starten, starten, fleischfarbenen Gummiauf 15 erfahren und die der Magistratsassessoren um 1 auf 15. obligatorische Fortbildungsschule in Berlin aufgenommen würden. band befestigt, das aus seinem Wermel herauskommt. Sobald er Juristische Hülfsarbeiter sind 4, wie in den letzten Jahren genannt. Während bisher der Aufnahme von Vorortbewohnern in die Fort- den Arm ausstreckt, spannt sich der Gummi straff an, und wenn Bon Stadtverordneten sind 140 verzeichnet, es fehlen somit 4. Die bildungsschule nichts im Wege stand, hört dies mit dem 1. Mai, der er losläßt, schnellt das Vogelbauer mit einer Schnelligkeit, Zahl der Bürgerdeputierten ist auf 85 gestiegen, da inzwischen seit mit dem Fortbildungsschulzwang auch die unentgeltlichkeit des der das Auge nicht zu folgen vermag, in den Aermel hinein. Die der Drudlegung 5 neue für das Kuratorium der Fortbildungsschule Unterrichts bringt, auf. Für Lehrlinge, die in Berlin beschäftigt Drahtwände des Käfigs, die in Scharnieren gehen, legen sich dabei gewählt worden sind, so erhöht sich deren Zahl auf 90. Ein eins find, aber in den Vororten wohnen, wird die Aenderung nicht ungehendes Studium des Rotbuches ergibt, daß die Zahl der in erhebliche Schwierigkeiten mit sich bringen, zumal noch in verEhrenämtern der Stadt tätigen Personen rund 4000 einem schiedenen größeren Vororten im Norden und Osten Fortbildungsständigen Wechsel und einer bauernden Steigerung unterworfen ist. fchulen gänzlich fehlen. " " Ausweg. 3 " erreicht war. also um 11 501 ange= glatt zusammen, und der arme Vogel wird zu Brei gequetscht. Die Wäsche des" Bauberers" bedeckt sich innen mit einem ekelhaften Gemisch aus Blut, Federn und Fleischteilen. Dieses Experiment macht der betreffende Variétékünstler jeden Abend zweimal, und jeden Abend werden zum sogenannten Vergnügen der Menschheit zwei Vögelchen auf diese Weise umgebracht. Wir glauben, daß hier eine Stelle ist, wo der Tierschutzverein seinen Einfluß geltend zu machen berechtigt ist, denn der Artist würde sein Brot noch lange nicht verlieren, wenn er das Kunststück nicht gerade mit einem lebenden Tiere ausführt. Elendsstatistik. Jm Männerasyl des Berliner Asylvereins für Obdachlose nächtigten im Monat März 21 647 Personen, im Frauenasyl 4472 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesenstr. 55/59, für Frauen: Füfilierstr. 5. Dieser Bescheid ist ein neues Beispiel der Krähwinkeleien des unsinnigen Zustandes, daß die Vororte rings um Berlin herum nicht Zuviel verlangt. eingemeindet sind. Selbst die sich vornehm dünkenden Dörfer" im Mit merkwürdigen Forderungen kommt der bekannte Konvertit Westen wären ohne die Reichshauptstadt noch die elenden Koffäthen Graf Hoensbroech den offiziellen Vertretern des föniglich nester wie vor vierzig Jahren. Die Haltung Berlins in Sachen der preußischen Christentums. Er stellt an die Herren Hofprediger Pflichtfortbildungsschule bedauern wir im Interesse der jungen Leute, nämlich das unerhörte Verlangen, weltlichem Land zu entsagen die an ihrer Ausbildung gehindert werden. Vielleicht ist diese und ernsthaft im Geist Christi zu leben. Die Einweihung des Strenge eine Art Revanche für die Gier, mit der neuerdings berDomes mit ihrem theatralischen Gepränge hat ihn in Wallung schiedene Vororte in Sachen der Schulunterhaltungskosten von Berlin gebracht, und in seiner Monatsschrift Deutschland" nennt er diese zu zehren trachten. Auf die Dauer ist aber der heutige Zustand föniglich preußische Festlichkeit eine Profanation des Christen- unerträglich, und ein kommunales Groß Berlin bleibt der einzige tums". Weiter predigt Graf Hoensbroech: Ein Armenkommissions- Vorsteher vor Gericht. ,, Und da kommt diese durch den demütigen, überweltlichen Christus- und Gottesglauben überwundene Welt" gespreizt wie Ein Arbeiterführer mit Vertrauen zum Polizeiminister. Ein Was einem alten Mütterchen mit einem Armenkommissionsein& fau, schillernd in ihrer weltlichsten Form, gepust mit den folcher Mann kann nicht von hier sein. Und das stimmt auch. Graf Vorsteher passierte, kam gestern bei einer vor dem Schöffengericht weltlichen Eitelteitsabzeichen: Hofuniformen, Ordensbändern Pückler ist nämlich derjenige, welcher. Wie vorauszusehen war, hat geführten Verhandlung gegen den früheren Armenkommissionss und Ordenssternen, eleganten Frauentoiletten, und nimmt es den tatendurstigen Grafen nicht lange in seiner freiwilligen Ver- Vorsteher Zigarrenfabrikanten Bruns zur Sprache. Die Besitz von der Stätte, von der es heißen sollte: Löse bannung in Klein- Tschirne gelitten; seine Absicht, vom politischen 82jährige, aber förperlich und geistig noch sehr rege Witwe deine Schuhe, denn der Ort, wo du stehest, ist heilig." Und die Stampfplaz abzutreten, hat er schnell wieder aufgegeben. Gestern Stephan, die Armenunterstützung erhält, hatte sich 200 M. für Krone sezt diesem Un christentum auf die Art der Anwesen- traf Graf Pückler wieder in Berlin ein und nahm im Hotel West- ihr Begräbnis zusammengespart und sich dafür ein Wertpapier ge= heit so vieler evangelischer Geistlicher. Sie wollen und sollen minster Unter den Linden Wohnung. Von seinen Getreuen wurde fauft, welches sie in ihrem Stübchen ängstlich behütete und bewahrte. fein Nachfolger und Mithelfer des demütigen Christus, und da ihm ein feierlicher Empfang bereitet, die kleinen Differenzen find Auf Anraten einer alten Freundin ging sie eines Tages mit dem schreiten sie einher behangen mit weltlich- höfifchen Orden! Ja, längst ausgeglichen. Der Graf erklärte, den Kampf mit neuer Kraft Wertpapier zum Armenkommissions- Vorsteher Bruns nach der war denn in dieser großen Schar von Christusdienern auch nicht wieder aufnehmen zu wollen; er ist fest davon überzeugt, daß ihm Bappel- Allee und bat, ihr diesen ihren Schatz aufzubewahren, da einer, der das Gefühl dafür hatte, was ihnen ziemte an diesem der neue Minister des Innern nicht dieselben Hindernisse bereiten das Geld doch zu ihrer Beerdigung dienen solle und bei dem VorOrte und bei dieser Gelegenheit, der den Mut fand, auszusprechen: wird wie sein Vorgänger. Besonders lebhaft wandte sich Graf steher sicherer aufgehoben sei, als bei ihr. Herr Bruns lobte diese Brüder, legen wir ab alle weltliche Hoffart und Eitelkeit, denn Bückler gegen die Behauptung eines hiesigen Blattes, er wäre unter Vorsicht, nahm das Wertpapier an sich, ohne ihr eine Quittung aus der Ort, wo wir stehen, ist heilig?! Ach, über die Verweltlichung, die Spiritisten gegangen. Das würde ihm niemals einfallen; er aufertigen, und die alte Matrone begnügte sich damit, daß ihr die die eingeriffen ist in die evangelische Gemeinde und in die wolle jezt die Berliner Arbeiterschaft zum Sturm und Sieg anwesende Frau Bruns auf die Schulter klopfte und freundlich zu evangelische Geistlichkeit! Ich will mich nicht als Richter hin- führen. Mensch, hast Du' ne Weste an! ihr sagte: Da haben Sie recht getan, Mütterchen, hier ist das stellen und ganz gewiß nicht als Musterchristen. Allein jeder Christ, so unvollkommen er auch sei, hat das Recht und die Pflicht, Stadtbahn bildet den Gegenstand einer der Preisaufgaben, welche Kurz entschlossen sprach sie bei ihm vor und verlangte die VorDie Einführung des elektrischen Betriebes auf der Berliner Geld sehr gut aufgehoben!" Nach einiger Zeit kam der alten Frau zu Ohren, daß Herr Bruns ihr Wertpapier weggegeben haben sollte. Dinge, die das Wesen des Christentums zerfressen und es die Technische Hochschule zu Berlin für 1905/1906 stent. aus einer Religion demütiger Innerlichkeit zu einer Unreligion zeigung ihres Papiers. Herr B. erklärte, daß er es bei einem hoffärtiger Aeußerlichkeiten zu machen drohen, bei Namen zu Ueber den alten Dreifaltigkeits- Kirchhof vor dem Potsdamer Bankier deponiert habe. Frau Stephan aber, die gestern dem nennen und den schärfsten Tadel über sie auszusprechen. Die Bahnhofsgebäude, dessen Umfassungsmauer renoviert wird, sind im Schöffengericht selbst anvertraute, daß sie helle in der Belle" sei, Veräußerlichung der evangelischen Geistlichkeit, ihr selbst- Bublifum vielfach irrige Ansichten verbreitet. Man nimmt allgemein verlangte darauf den Depotschein zu sehen. Ein solcher fonnte ihr geivolltes und vielfach sogar erstrebtes Stehen mitten unter den an, daß dies Verkehrshindernis noch auf Jahre hinaus bis 1912 augenblicklich auch nicht vorgewiesen werden, und aus alledeni enttitel und ordenssuchenden Menschen ist mit ein Hauptgrund, wes- oder gar 1913 unantastbar wäre. Dem ist aber nicht so. Zwar nahm Frau Stephan, daß etwas nicht in Ordnung sei. Sie nahm halb das Evangelium Christi mehr und mehr an Einfluß verliert. ist die gesegliche Liegefrist" noch nicht verstrichen, die vom Jahre dann das Anerbieten des Herrn B., monatliche Abzahlungen Die schönsten und falbungsvollsten Predigten vermögen den der Schließung eines Kirchhofes an gerechnet wird; ein Verkauf zu machen, an, und es wurden auch monatlich 10 M. gezahlt. Als Klaffenden Gegensatz zwischen Christusdienerberuf und eitel- des Geländes soll in der Regel erst 40 Jahre nach der Schließung in dieser Weise die Summe von 200 m. bis auf 80 M. getilgt war, weltlicher Lebensführung nicht zu verdecken. Wenn irgendwo, stattfinden dürfen, falls der zuständige Minister dies nicht früher ge- stockte die Zahlung. Die resolute alte Frau ging sofort wieder zum dann will bei Religionsdienern das Volk Taten sehen und nicht nehmigt. Die" Berwefungsperiode" wird meist mit 30 Jahren an- Armenkommissions- Vorsteher, um den Grund zu erfahren; dessen bloße Worte hören. Jüngst ist ein Oberhofprediger genommen. Es eristiert min aber ein Ministerialerlaß vom Jahre 1893, Frau speiste sie aber damit ab, daß ihr Mann nicht zu Hause sei. Erzellenz" geworden. Ich habe mich an den Kopf gegriffen der zugunsten des öffentlichen Verkehrs allgemein Ausnahmen zuläßt. Ein Besuch am nächsten Tage hatte dasselbe negative Ergebnis, und und gewiß mit Tausenden gefragt, wie ist es nur möglich, daß Nach diesem Erlaß wäre es möglich, wie den zum Bürgersteig benötigten da sich die alte Frau noch durch die schroffe Abweisung der Frau B. ein Mann mit diesem Beruf diesen ausgeprägt höfifchen Streifen des Kirchhofes so den ganzen Begräbnisplatz schon verlegt fühlte, ließ sie durch einen schriftgewandten Bekannten die Zitel annimmt?" jegt seiner ursprünglichen Bestimmung zu entziehen, es brauchte nur Bivillage gegen B. anstrengen. Obgleich fie feine Quittung in " Händen hatte, gewann sie den Prozeß. B. wurde zur Zahlung der Ferienwanderungen der Volksschüler wird zum erstenmale in, nämlich, wie der Zeitungsverlag" mitteilt, auf die kuriose dee 80 wa verurteilt und mit Hülfe des Gerichtsvollziehers hat die alte diesem Jahre der Deutsche Verein für Volkshygiene, Ortsgruppe berfallen, an einzelnen Tagen der Woche eine Seite der Zeitung Frau Stephan ihr Geld zurückerhalten. Die weitere Folge war aber Berlin e. V., veranstalten, und zwar zunächst mit 100 Schülern, nicht zu bedrucken, damit fie, wie er in einer Ansprache an die die Anklage wegen Unterschlagung gegen den früheren Armen- welche in Gruppen zu 20 eine fechstägige Wanderung unter Führung Hausfrauen sagt, als appetitliches Butterbrotpapier benutzt werden tommissions- Vorsteher. Die Angaben des Angeklagten und feiner je eines Lehrers während der großen Ferien machen werden. Die fann. Warum denn überhaupt erst die andere Seite mit Druder Ehefrau über die begleitenden Umstände, unter welchen die 200 M. Stosten hierfür hat der Verein im Kreise seiner Mitglieder auf- fchwärze berunreinigen? Wäre es nicht am besten, wenn die übergeben worden seien, lauteten wesentlich anders, als die der alten gebracht. Der Verein beabsichtigt auf diese Weise die gesunden unparteiischen" Zeitungen überhaupt nur unbedrudte Bogen Frau. Da deren Angaben aber durch andere Zeugen unterstützt Großstadtkinder der ärmeren Streife wieder in engere Fühlung mit lieferten? Dann könnten sie doch ihren angeblichen Zweck am wurden, so hielt der Staatsanwalt die Unterschlagung für erwiesen der Natur zu bringen, und wenn dieser erste Versuch sich bewährt, besten erreichen. und beantragte 1 Monat Gefängnis, indem er den Ver- so soll diese Einrichtung vom nächsten Jahre an ständig und in trauensbruch gegen eine arme Greisin als besonders erschwerend großem Maßstabe ausgeführt werden. Nähere Auskunft erteilt die erachtete. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 150 M. Geschäftsstelle, Berlin W., Mohstr. 7, wo aber Anmeldungen zur Geldstrafe event. 30 Tagen Gefängnis. Teilnahme an den diesjährigen Wanderungen nicht mehr an genommen werden. ― Ernst Haedel in Berlin. Ernst Haedel wird, seit vielen Jahren sum ersten Male, in Berlin einen Vortrag halten. Das Thema, über das der Altmeister der monistischen Philosophie sprechen wird, lautet:„ Entwickelungslehre oder Kirchenglaube". Der Vortrag findet am 14. April, abends 8 Uhr, im Saale der Singakademie statt. Eintrittskarten sind bei Bote u. Bock und A. Wertheim zu haben. " " Ein Bürgermeister vom Amte suspendiert. Der Bürgermeister Paul Preiß von Bleichero de a. H. ist von der Regierung vorfäufig von seinem Amte suspendiert worden. Am 29. März hatte der Bürgermeister einen ihm vom Regierungspräsidenten bewilligten Urlaub angetreten. Wenige Tage später wurde plötzlich der erteilte Urlaub aufgehoben, Preiß vom Amte suspendiert und auf halbes Gehalt gefeßt. Die Suspension soll in Kraft bleiben, bis ein von Breiß angestrengter Beleidigungsprozeß wegen übler Nachrede gerichtlich entschieden ist. Die üble Nachrede" scheint sich auf einen Vorgang zu beziehen, der in die Zeit fällt, als Breiß noch Bürgermeister von Salzwedel war. Wenigstens verlautet, daß der Regierungspräsident sich kürzlich von der Stendaler Staatsanwaltfchaft die Aften eingefordert hat über einen Fall, der sich vor einigen Jahren auf einem Adergrundstück in der Nähe des Hauptbahnhofes von Salzwedel abgespielt und der damals der Staatsanwaltschaft Beranlassung zu einer Untersuchung gegeben hat. Beranlassung zu einer Untersuchung gegeben hat. Wie ferner gemeldet wird, hat auch die Staatsanwaltschaft in Nordhausen, zu deren Bezirk Bleicherode gehört, ein Strafverfahren gegen Bürgermeister Preiß eingeleitet. Ein Zusammenstoß von Güterzügen. Auf dem Bahnhofe Nörten an der Strecke Göttingen- Hannover stießen beim Rangieren Wagen von Güterzügen zusammen. Acht Güterwagen wurden zertrümmert. Ein Rangierer ward tödlich verlegt. Zu der Duell- Angelegenheit, über die wir gestern berichteten, weiß der Lot.- Anz." noch zu melden: Am Donnerstag voriger Woche saß Herr Zipplitt mit zwei Freunden in einem Restaurant Woche saß Herr Zipplitt mit zwei Freunden in einem Restaurant der Leipzigerstraße. Unter den Gästen befand sich der den drei Herren gänzlich fremde Ingenieur Franz v. Kobylinsky in Begleitung eines vorwurfsfreien jungen Mädchens, welches einem der Herren von früher her bekannt war. Auch Herr Zipplitt kannte dieses Mädchen, dem er in Gesellschaft begegnet war. Das Fräulein grüßte freundlich, jedoch ganz formell. Dies war der Vorgang Beter Rofegger ist der legte Volkskunstabend der Stadt innerhalb des Lokals. Herr Zipplitt verließ seine beiden Freunde Schöneberg am Sonntag, den 9. d. Mts.. abends 8 Uhr, in der gegen 12 Uhr, da seine junge Gattin furz nach Mitternacht zu Hohenzollernschule, Ecke Eisenacher- und Belzigerstraße, gewidmet. Hause eintreffen sollte. Im Borraum des Lokals folgte ihm das Den Vortrag über den Dichter hat der bekannte Dr. Richard Mädchen und bat ihn, ihm zu gestatten, in seiner Begleitung mit Blattensteiner aus Wien übernommen. Starten a 30 Pf. auf allen der elektrischen Bahn den gleichen Weg zu fahren, da ihr Begleiter Plätzen find in den Schöneberger Buchhandlungen sowie im Berein fie mit Zudringlichkeiten verfolge. Herr Zipplitt hatte nichts da- 3.. d. K.", Albrechtstr. 11, fowie im Dürerhaus, Kronenstr. 18, gegen und sagte, fie fönne fich ihm anschließen. Der ruffische zu haben. Ingenieur war jedoch Herrn 3. von hinten nachgeschlichen und Die Wissenschaftlichen Kurse zum Studium des Alkoholismus" machte, als er das Fortgehen der beiden bemerkte, hinterrücs einen finden vom 25.- 29. April in der Technischen Hochschule zu Chartätlichen Angriff auf Herrn Zipplitt. Die Angelegenheit endigte lottenburg( nicht in der Universität!) statt. Mit den Kursen wird mit einem Startenwechsel. Ein Freund des Herrn Bipplitt gab sich eine Ausstellung von wissenschaftlichen Werken und von Lehrmitteln Der flüchtige Direktor der Kunstlederfabrik Pelzer u. Co. in die denkbar größte Mühe, den Russen zur Zurücknahme der Be- zur Alkoholfrage verbunden sein. Ebenso wird eine Führung der Eupen, Heinzmann, welcher seit zehn Tagen verschwunden war, leidigung zu bewegen. Alle Bemühungen waren erfolglos. Die ge- Teilnehmer durch solche Berliner Veranstaltungen geplant, die auf wurde in Ostende verhaftet. In seiner Begleitung befand sich eine richtlichen Verhandlungen werden hierüber das weitere ergeben. Hebung der Volksgesundheit abzielen. Schon jest find eine große Dame aus Köln. Von der unterschlagenen Summe von 185 000 Fr. Zu dem Verschwinden des Studenten Hans Freiherrn von Wol- Anzahl von Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands gemeldet. besaß Heinzmann nur wenige 1000 Fr. Den fehlenden Betrag hat zogen wird uns mitgeteilt, daß der Vermißte zwar bei auffallend Diefe erfreuliche Tatsache zeigt, daß die Erkenntnis sich bahnbricht, er, wie man annimmt, zum größten Teil verspielt oder zur Sicherheit heiterer Stimmung seine Wohnung verlassen, daß es indessen nach daß das Studium des Alkoholismus zur notwendigen Ausrüstung beiseite geschafft. den von ihm hinterlaffenen Briefen und Gedichten nicht ausgeschloffen jedes sozial wirkenden Menschen gehört. Programme und alles erscheint, daß er bei seinem krankhaften Zustande Selbstmord begeht. Nähere durch Herrn Lehrer Kochanowsky, Berlin O., SamariterAuf seine Ermittelung haben jetzt seine Angehörigen eine Belohnung straße 35. bon 300 M. ausgesetzt. Eine Ausstellung für Reformbekleidung für Mädchen bis zu In Untersuchungshaft genommen wurde der Bäcker Karl Piper 18 Jahren" veranstaltet die Kommission für Verbesserung der der des räuberischen leberfalls auf den Geldbriefträger Ulm bes Kleidung unter dem Vorsitz von Frau Margarete Bochhammer vom schuldigt wird. Piper behauptet zwar nach wie vor, nur harmlos auf 15. bis 17. April im Vittoria- Lyceum, Potsdamerstr. 39. Herbordem Hausboden übernachtet zu haben und mit dem wirklichen Täter ragende Künstlerinnen und bedeutende Firmen haben ihre Beteiliverwechselt worden zu sein; er erscheint aber durch die Zeugen- gung zugefagt. Nachmittags finden Vorträge und Demonstrationen aussagen so schwer belastet, daß die Kriminalpolizei ihn gestern nach- ftatt, u. a. von Frau Dr. v. Niederhöffer- Egidh mit ihrer Turnklasse mittag dem Untersuchungsrichter vorführte. und von Miß Elisabeth Duncan mit den Zöglingen der neu gegründeten Einen kleinen Silberschatz hat die Kriminalpolizei einer ver- Duncan- Tanzschule. Näheres kurz vor der Eröffnung an den An- Jugend wirb Baul Gerlach in einer am Sonntagnachmittag 3 Uhr verschlagfäulen. hafteten Einbrecherbande abgenommen. Es handelt sich um zwei Die Internationale Ausstellung künstlerischer Photographien, welche in der königlichen Akademie der Künste, Potsdamerstr. 120, stattfindet, wird am Sonnabend, den 8. April, mittags 2 Uhr eröffnet werden. große und vier fleinere silberne Vasen, die wohl irgend einem Regiment angehört haben. Vielleicht sind es Auszeichnungen, Preise oder Geschenke gewesen. Die Verbrecher haben sie zusammengeschlagen, da sie für sie nur Metallwert hatten, aber es ist noch zu erkennen, daß die Basen als Schmud zwei Schüßen mit angelegtem Gewehr und eine Regimentswidmung trugen. Im Hotel erschossen. Der 28 Jahre alte, aus Leipzig ge= bürtige Wachstuchdrucker Robert Buhle kehrte vorgestern abend in einem Hotel in der Eichendorffstraße ein und ging frühzeitig auf fein Zimmer. Als er bis gestern nachmittag nicht wieder zum Vorschein fam und auch auf wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, ließ der Wirt die von innen verschloffene Tür öffnen und fand Buhle jebt tot vor dem Fenster liegen. Dieser hatte sich mit einem Re volver eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen. Einen schrecklichen Tod fand der 1½ Jahre alte Sohn Surt des Maschinenwärters Buckow am Görlizer- Ufer Nr. 7. Der Knabe hatte einige Warzen an den Händen, und seine Mutter versuchte, sie mit Salzsäure auszubrennen. Als sie nun vorgestern nach mittag die Küche reinigte, und an der Kochmaschine zu tun hatte, ließ sie die Flasche mit der Salzsäure auf dem Tische stehen. Hinter ihrem Rücken stieg der Kleine auf einen Stuhl, holte die Flasche vom Tisch und trant sie bis auf einen fleinen Rest leer. Der Knabe fiel sofort um; ein herbeigerufener Arzt stellte schreckliche Verbrennungen fest und wandte alle Gegenmittel an. Diese blieben jedoch erfolglos, der Stranke starb bereits im Laufe der folgenden Nacht. Seine Leiche wurde zur gerichtsärztlichen Oeffnung beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Die Poliklinik des Herrn Dr. Echtermeher( für Hals-, Nasenund Ohrenkranke) ist nach der Luisenstr. 47 verlegt worden. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Die Opfer bei dem letzten Erdbeben in Lahore werden auf 50 bis 100 Bersonen geschäßt. Europäer befinden sich unter ihnen. Die Bahl der Vermißten und ebenso die Zerstörung von Eigentum sollen, obgleich fast kein Haus vor Beschädigungen bewahrt blieb, nicht so groß fein, als zuerst befürchtet wurde. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin. Freitag, abends 8 Uhr: Deffentliche Ver über:" Gerechte Richter". Zahlreichen Besuch erwartet Die Drtsverwaltung. sammlung bei Buggenhagen, Moritplat. Es spricht Julius Kalisti Ueber die Notwendigkeit einer Organisation der arbeitenden bei Fischer, Waldstr. 8, stattfindenden Versammlung sprechen. Briefkaften der Redaktion. P. Pf., Gr.2. Sie haben Ihre Adresse nicht angegeben. Kommen Sie abends zwischen 7, bis 9 Uhr in unsere juristische Sprechstunde. 2. Wg. Wenden Sie sich brieflich an den Direktor der TaubstummenSchule, Herrn Gußmann, Berlin O, 27, Markusstr. 49. Auch könnten Sie an das Direktorat der Taubstummen- Anstalt zu Steglit unmittelbar bei Berlin schreiben. E. P. 77. Rat in solchen Sachen durch die Arbeiter- Bildungsschule: H. Lammé, Kreuzbergstr. 36. 1. Am schnellsten und billigsten während der Arbeit im Berufe im Auslande praktisch zu Sorrento. erlernen. 2. Logisch richtiger die Mehrzahl, also Speisen. Stücke werden Eine moderne Tischlerwerkstatt hat sich der Tischlermeister 1. a. 1903 nicht gewählt; auch 1904 für Reichstag unterlegen. 2. Im Besig Jastrau, Kirchhofstraße 44, augelegt. Der Herr richtete des städtischen Mandats. 3. Ift in der Partei. A. C. 13. Bei uns in einer hölzernen Bretterbude, wie sie Bauarbeitern auf Bauten zur Urteil darüber. auf dem Neubau Wipperstraße 5/6 bor einigen Wochen nicht auffindbar. Benden Sie sich an die Berwaltung oder das Direktorat der betreffenden Bahn. M. 200. Ohne Anschauung fehlt jedes Ziehen Sie fachmännischen Rat ein. Für beffere Verfügung stehen, eine Filiale seiner Tischlerei mit drei Hobelbänken ein. Erstaunlich ist es, daß die Polizei einen solchen Betrieb in längst beantwortet. 50-60. gezahlt. Un2. S.- Marti 2. - Schiffersstadt. Könnte es geben, aber derartigen Räumen duldet; aber bedauerlich ist es, daß sich immer zwedlos und jedenfalls herzlich unbedeutend. Näheres durch Kataloge. wieder Tischler- und noch dazu organisierte finden, die in W. E. 1. Rund 50 Millionen, auf Korea 10 Millionen, zujammen solchen ungefunden und feuergefährlichen Musterwerkstätten arbeiten. gegen 60 Millionen Einwohner. 2. Nein. Luxemburg. Durch Herrn Eugen Simanowski, Berlin, Hochstr. 46 oder: Generalfommission der Ein Schlächtermeister als Dieb entlarvt. As atvei Schlächter- Gewerkschaften Deutschlands: Berlin, Engel- Ufer 15. A. 3. 1240. Bor meister als Bevollmächtigte der Handwerkskammer die Rigdorfer ficht! Arzt fragen. Ningbahnbahnstr. Privatunternehmen, das wir Borsicht! G. R. Schlächtereien einer eingehenden Besichtigung unterzogen, fanden sie ohne Einsicht in die Bücher nicht beurteilen fönnen. bei dem Schlächtermeister Paul Beill in der Wipperstraße 1. und 2.: Durch das Polizeipräsidium zu Berlin. Zu adreffieren an die " Abteilung für Hebammenwesen". 700 M. Sprechen Sie darüber eine größere Menge Fleisch, die aus einem tags zuvor begangenen mit der Buchhandlung Vorwärts. 1867. Erkundigen Sie fich trogdem Fleischdiebstahl herrührte. Das gestohlene Fleisch war einem mündlich oder schriftlich bei der Verwaltung der städtischen Sparkasse; bie Schlächtermeister Schulze mit seinem Fuhrwert von der Zentral- Beamten find zu fachlicher Auskunfterteilung verpflichtet.-12.( Rilitär.) Markthalle weg gestohlen worden. Das Fuhrwert hatte man dann, Einziehung troßdem nicht ganz ausgeschloffen, aber unter den Umständen seiner Ladung beraubt, in den Rigdorfer Wiefen aufgefunden. Nach recht unwahrscheinlich. anfänglichem Zeugnen gestand Beill schließlich den Diebstahl, bei dem ihm sein 16jähriger Schwager geholfen hatte, ein. Lichtenberg. Ein unbekannter Mann im Alter von 35 bis 40 Jahren ist am 31. März im Jagen 55 der Jungfernhaide erschossen aufgefunden. Derselbe ist zirka 1,50 groß, hat dunkelblondes Haar und blonde Augenbrauen, gewölbte Stirn, hellblaue Augen, breite Nase, großen Mund mit aufgeworfenen Lippen, dunklen Schnurbart, defekte Zähne, rundes Kinn, ovale Gesichtsbildung und eine untersette Gestalt und ist mit schwarzem steifen Hute, schwarzem Kammgarnrod, Hofe und Das Hehlernest in der Laube. In einer auf Lichtenberger Wefte, ein paar grauen und ein paar schwarzen Strümpfen, grauem Gebiet gelegenen Laubenkolonie beobachteten Frauen am frühen Tritothemd, dunkelgrauem Winterüberzieher, weißem Chemi- Morgen drei verdächtige Männer, die aus einer Laube einen schiveren set und schwarzer Kravatte, weißem Hemd und schwarzen Reiseforb herausschafften. Sie teilten ihre Wahrnehmung einem Zugstiefeln bekleidet. In den Taschen des Unbekannten wurde ein Amtsdiener mit, der die Verfolgung sofort aufnahm und auch einen gelbes Klapp- Portemonnaie mit zwei Pfennigen, 29 Patronen, eine der Männer festnehmen konnte. Da der Verhaftete unbestraft war Nickeluhrkette. ein Taschenspiegel, ein Beutel aus Schweinsblase, drei und eine fefte Wohnung inne hatte, wurde er wieder freigelaffen. weiße Taschentücher ohne Beichen gefunden. Rekognoszenten wollen Erst dann begab sich der Beamte nach der Laube, fand fie verfich beim Gutsvorsteher in Blößensee melden. Nachricht nimmt jedes schlossen und konnte sich nur durch das Eindrücken einer FensterBolizeirevier, sowie die Kriminalpolizei zu 2451 IV. 35. 05. entgegen. fcheibe Zutritt ins Innere verschaffen. Hier bot sich ihm ein unFeuerbericht. Donnerstag nachmittag gegen 5 Uhr wurde die erwarteter Anblid. Die Laube glich förmlich einem Kleiderladen, Wehr nach der Gertraudtenstr. 18 gerufen, weil dort im Keller des namentlich wies das Hofenlager einen reichen Bestand auf. Dag Duergebäudes auf nicht ermittelte Weise Feuer entstanden war. die Sachen aus Diebstählen stammen, ist zweifellos; doch konnte Körbe, Papier, Risten, Lumpen, Pappen 2c. brannten unter starter das Geheimnis der Laube" bisher noch nicht aufgeklärt werden. Rauchentwicklung. Der 20. Löschzug beseitigte innerhalb einer halben Stunde mit einer Schlauchleitung die Gefahr. In der Wallner- Friedrichsfelde. theaterstr. 32 mußte dann ein Wohnungsbrand abgelöscht werden. Die Nase abgebiffen wurde dem Arbeiter Patzer aus FriedrichsMöbel und Kleidungsstücke wurden im wesentlichen beschädigt. felde bei einem Streite, der unter den nach Mitternacht heimFerner liefen noch aus der Möglinerstr. 2, Franfediftr. 6, Blumen- lehrenden Teilnehmern an einer Geburtstagsfeier entstand. Der straße 74 und aus der Naunynstr. 56 Alarmierungen ein. In allen stark blutende Pazzer wurde vor Schmerz halb ohnmächtig zu einem diesen Fällen handelte es sich aber um ganz unbedeutende Brände, Arzte gebracht und wird zeitlebens entſtellt sein. Gegen, den Täter, deren Ablöschung nur furze Zeit in Anspruch nahm. einen Arbeiter B., ist Strafantrag gestellt. " Juriftifcher Ceil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends bou 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. J. H. Die vor der Wiederverheiratung stattgefundene Auseinander fegung mit den minderjährigen Kindern betrifft lediglich den Nachlaß des verstorbenen Gatten. Den Kindern bleibt ihr volles Erbrecht in dem Nachlaß des überlebenden Gatten. Emma. Leider ist die Kasse im Recht. R. 150. Sie sind zur Zahlung verpflichtet, tönnen aber bei der Steuerdeputation Niederschlagung unter Schilderung des Tatbestandes Alter Abonnent. Wollen Sie in der Tat schließlich ge beantragen. schieben sein, so müssen Sie zurzeit der Aufforderung eine sogenannte Ghewohnung haben. Befolgen Sie also den Rat Ihres Anwalts. Ruauerstraße. Eine Reklamation wäre ohne Aussicht auf Erfolg. G. F. 14. 1. Soweit der Jahreslohn 1500 M. übersteigt, ist er pfändbar. 2. So oft Sie wollen. 3. Der einzige Ueberzieher ist als unentbehrlich unG. N. 20. Haben Sie, wie Sie darlegen, am Fälligkeitspfändbar. lage gezahlt, so haben Sie Stoften nicht zu tragen, die durch spätere Einforderung erwachsen find. Karl D. Niemals. F. St. Eine Steuerreklamation hätte in Ihrem Falle Aussicht auf Erfolg. Was abzugsfähig ist, ist wiederholt ausführlich im Briefkasten, zulett in der Nummer bom 22. März, dargelegt. M. M. Den Antrag auf Aufnahme in eine Heilanstalt fann Ihre Frau in jedem Falle stellen. Die früher geflebten Marten verloren vorübergehend ihre Wirkung, weil innerbalb zwei Jahren nichts geklebt war. Die Wirkung lebt jedoch in vollem Umfange wieder auf, sobald nachträglich mindestens 200 Marken geflebt find. Ihre Frau tann auch, wenn sie nicht arbeitet, tleben, müßte aber mindestens 40 Marfen für je zwei Jahre fleben. Freund 43. Nein, durch Aufnahme des verstorbenen Ehemannes in der Beelizer oder einer anderen Anstalt verliert die Witwe leineswegs ihren Anspruch auf Rüderstattung der Hälfte der Klebebeiträge. R. 100. Wollen Sie Hebamme werden, fo Im Baffage- Theater tritt zur Zeit eine Künstlerin auf, die haben Sie Ihren Antrag an das Polizeipräsidium zu stellen. Ihr Antrag wäre zwedlos, menn Sie älter als 26 Jahre find. ehedem berufen war, die Linckesche Muse zum Siege zu führen. Wer Wie der weitere Gang bis zur Zulassung als Hebamme ist, ist häufig an dieser femmt nicht Emmi Kröchert, jene Sängerin, welche im Apollo- Theater Stelle dargelegt. Joseph. Altersrente und Invalidenrente find die an sich schon recht naturalistischen Rollen start ausgewachsener Genossinnen! Genossen! Am Montag, den 10. April, abends fefte Renten, fie tönnen nicht herabgesekt oder erhöht werden Damen nach Möglichkeit noch derber gestaltete als es Dichter und 8 Uhr, findet in der Bazenhofer Brauerei, Turmstraße 26/27, G. 7. 3. Wir lehnen es grundsäglich ab, bestimmte Anwälte oder Aerzte Komponist für notwendig hielten? Im Paffage- Theater giebt die eine Voltsversammlung statt. Genoffin Luise 8ies Hamburg zu empfehlen. B. G. 100. Das Recht, den Vertrag ohne Kündigung Soubrette sich in voller Beweglichkeit, und wer fie einmal gehört spricht über: Der Berliner Kindertag oder wie das Bürgertum zu lösen, würde nur dann vom Gericht anerkannt werden, wenn die Unhat, müßte ein komischer Kauz sein, wenn er ihr nicht gerne etliche Kinderschutz treibt. Dienstag, den 11. April, spricht die Referentin brauchbarkeit der Wohnung bewiesen wurde. Der Ausgang eines solchen Ausgelassenheit verziehe. Auch der Komiker Corradini ist in Berlin über dasselbe Thema bei Kliems, Hasenheide. Um regen Besuch Prozesses wäre also für Sie ein recht zweifelhafter. Schlagen Sie einen anderen Weg ein: fordern Sie die Birtin nochmals( am besten schriftlich nicht unbekannt und weiß an seiner neuen Wirkungsstätte das bitten oder unter Zeugen) auf, das Ungeziefer innerhalb 12 Stunden entfernen zu Publikum für sich einzunehmen. Drollig war auch die Darstellung eines Betrunkenen von Pipp. Die Frauenwahlrechtsbewegung in Dänemark hat sich in letter laffen, brohen Sie ihr an, daß Sie nach Ablauf der Frist die Beseitigung As Koloraturfängerin Beit start entwickelt. Der Wahlrechtsbund der dänischen Frauen be- der Schwaben auf Stosten der Wirtin vornehmen lassen würden, be von vortrefflicher Stimme und Schulung tritt die Indierin Losoros auf. Lotte Sebus ist aus der Zeit, da das Brettl steht gegenwärtig aus 14 verschiedenartigen Frauenvereinigungen mit auftragen Sie dann einen Stammerjäger mit der Jagd und flagen die literarisch vermodelt werden sollte, noch bekannt; fie findet auch Politische Frauenvereinigung", die die Erringung des Wahlrechts zusammen 5673 Mitgliedern. Den Grundstock des Bundes bildet die und Militärpapiere begehrt der Standesbeamte zweds Aufgebots. heute mit ihrer Vortragskunst Beifall. Herr Man de Wirth ist ein als ihr Hauptziel verfolgt. Unter anderen gehören dem Bunde auch tüchtiger Damenkomiker; wer an dieser Art Stunft an sich Gefallen Lehrerinnenvereine und Strantenpflegerinnenvereine sowie gewerkschaft findet, fommt bei ihm auf seine Stoften. In der Tanzkunst ist das liche Arbeiterinnenvereine an. Ensemble der Violettas aller Achtung wert; ihre Leistungen führen zu den eigentlichen Akrobatenkünften hinüber. Die Drenses zeigen unheimlichen Wagemut, indem sie ihre gefährlichen Leiterkunststüde mit allerhand Späßen begleiten. Die drei Damen des MascotteTrio produzieren sich mit Eleganz an Ringen; Erstaunliches auf dem Gebiete der Parterre- Akrobatik verrichten die sieben Alisons. Zum Schluß seien noch die tüchtigen Kunstschüßen genannt, die sich in der Person des Majors Charles und zweier Damen produzieren. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW Aus der Frauenbewegung. Die Vertrauenspersonen. Vermischtes. " Auslagen gegen die Wirtin ein. D. R. 5. Geburtsurkunde Wasserstand am 5. April. Elbe bei Auffig+ 2,14 Meter, bei Dresben+ 0,68 Meter, bet Magdeburg+3,21 Meter. Unstrut bei Straußfurt+2,35 Meter. Dber bei Ratibor+ 2,70 Meter, bei Breslau Ober Begel+5,23 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,44 Meter, bei Frankfurt+2,08 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,32 Meter. Barthe bei Posen+1,52 Meter. Reze bei Usch- Meter. 9 $ Wetter- Prognofe für Freitag, den 7. April 1905. Das Muster einer unparteiischen Zeitung muß der General. Stühl und veränderlich, vorwiegend trübe mit Niederschlägen und starten, anzeiger für Eberswalde" werden, wenn er auf dem von ihm einge- später abnehmenden nordwestlichen Winden. schlagenen Wege fortfährt. Der Herausgeber dieses Anzeigers ist! Berliner Betterbureau.