Nr.S4. Hbonn«mf»ts-Bedlngu ngen- Abonnements» Preis prSnumeranbo; «i-rteljührl. Z�v Mf, monatl. 1,10 STit,, lovehentlich 28 Psg. frei in» Heu». Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntag». nummer mit illustrierter Sonntags» Seilage»Die Neue Welt» 10 Psg. Post. Sbonncment: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn ? Marl, für da» übrige AitSIasd S Marl pro Monat. erscheint ttgllch auOtr Eonta». ÄÄ. Jahrg. Vevlinev Volksblakk. vle InleMonZ'Sedotzk betrügt für die sechSgespalten« Kolonel- zeiie oder deren Raum«0 Psg., für politische und gewerlschastliche Vereinj- und Versammlungs-Anzeigcn 2ö Psg. „leiiine Hnreigen", da» erste(fett- gedruckte) Wort 10 Psg., jede» weitere Wort 5 Psg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserat« sür die nächste Nummer müssen bt« S Uhr nachniitlag» in der Eppedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis i> Uhr vormittag» geöffnet. Telegramm- tldresse: „Soilaldemckrit Berlin". Zcntralorgan der fozialdcmokratifchcn parte» Deutfchlanda. Redaktion: 8Al. 68, Lindenetrasac 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1988. Expedition: 8 Cd. 68, Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Das marokkanische„Mißverständnis". In der französischen Deputiertenlammer ist die Marokko- Nngelegenheit von neuem zur Besprechung gelangt. Die Drohnoten der deutschen Offiziösen, die aggressive Rede BülowS im Reichstag und schließlich die pompöse Tangerfahrt des Kaisers haben in Frank- reich den Eindruck erwecken müssen, als sei Deutschland durch die französische Regierung in der Tat ohne Not und in der schroffsten Weise brüskiert worden. Da aber die Marokkopolitik Deleassös an sich schon erheblichen Zweifel» und Bedenken in der französischen Demokratie begegnete, so mußten diese Zweifel und Bedenken sich verschärfen, wenn diese Politik zu schwerem Konflikt mit Deutschland zu führen droht, mit welchem Lande insbesondere der ftanzösische Sozialismus vielmehr verbesserte Beziehungen wünscht. Darum haben die sozialdemokratischen Fraktionen der Deputiertenkammcr sich auch durch die Er- llärungen Deleassös im Senat nicht befriedigt gehalten, sondern wünschten durch eine neue Interpellation über die Marolkopolitik und die Beziehungen zu Deutschland Klärung zu schaffen und Milderung des Konflikts herbeizuführen. Auch von anderen Gruppen der Deputiertenkammcr find dann Interpellationen an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten gerichtet worden. Zu Beginn der Sitzung der Dcputiertcnkammer am Freitag gelangten diese Interpellationen auf die Tagesordnung. Es kam jedoch nicht zu einer ausftihrlichercn Auseinandersetzung. Delcassö beschränkte sich auf eine kurze, von dem Gcsamtministerium fest- gestellte Erklärung, durch die sich die Interpellanten zunächst für befriedigt erklärten. Hierüber wird telegraphisch gemeldet: Paris, L. April. Der Präsident teilt mit. daß vier Interpellationen über Marokko eingegangen sind. Minister Delcassö verNest eine Erklärung, in welcher es heißt: Seit langer Zeit gibt die Regierung von der Tribüne des Parlaments aus Aufklärungen über ihre Politik in Marokko. Die bekannten Abkommen konnten keinerlei Ucberraschung hervor- rufe»; alle Welt koimte darin eine Politik erblicken, die keinerlei Befürchtungen erwecken durfte. In dieser Politik ist keine Ariidcrnng eingetreten, die geeignet wäre, Befürchtungen z» rechtfertigen. Bei unseren Verhandlungen mit Marokko haben wir das Bestreben, ihm Ratschläge zu erteilen und deren Nutzen nachzuweisen. Wir geben Marokko diese Aufklärungen als Freunde, wie eS Leuten zukommt, die keinerlei Interesse daran haben, überstürzte Lösungen zu suche». Wir werden damit fortfahren, mit dem Ver- trauen von Leuten, die niemand zu schaden suchen und die bereit sind, in Erörterungen über jrdrS Mißverständnis einzutretcn, das etwa vorkommen könnte. Das find die Aufklärungen, die ich nach Lage der Sache geben und denen ich heute nichts hinzufügen kann Die Regierung schlägt Vertagung der Interpellationen vor. I a u r ö s(Soz.) erklärt sich mit der Vertagung einverstanden, rechnet aber darauf, daß der Minister die Aufllärungen, die er versprochen hat. bald geben wird. GuyotdeVilleneuve(nat.) ist ebenfalls mit der Vertagung einverstanden, die hierauf be- schlössen wird. Die Zustimmung der Sozialisten zur Vertagung geschieht ohne Zweifel in der Annahme, daß die Erklärung Deleassös geeignet sein ivune, die Beilegung des Konflikts anzubahnen. Die durchaus kaltblütige Erklärung bedeutet das völlige Fest« halten Deleassös an seiner bisherigen Politik, aber auch das Zu- geständnis, daß ein Mißverständnis entstanden sein könne. Der französische Minister beharrt dabei, daß er gegenüber Deutschland kein Versäumnis begangen habe, da die Abkommen„keinerlei lieber» raschungen" und„keinerlei Befürchtungen" hervorrufen konnten. Wenn aber, fügt er hinzu, gleichwohl ein Mißverständnis ein- getreten ist. so könne in Erörterung darüber eingetreten werden. Bemerkenswert ist sonst die Spitze wider den Versuch.über- stürzter Lösungen". Es entsteht die Frage, wer die Erörterungen über das Miß- Verständnis einleiten soll. Stolz wie grollende Schulbuben erachten die Diplomaten der beiden nächstbeteiligten Staaten es als unter ihrer Würde, den ersten Schritt zu tun. ES wird von einer Ber- Mittelung durch Italien gesprochen, aber auch von einer i n t e r- nationalen Konferenz, an der teilnehmen zu wollen die Vereinigten Staaten sich bereit erklärt haben sollen. Englisches Urteil. Wenn es gelingen sollte, den Marokkolärni demnächst auf ein Mißverständnis zurückzuführen, so können die Vorgänge der letzten Wochen gleichwohl nicht ohne starke Nachwirkungen ver- ebben. Wemi nach Bülowscher Darstellung die deutsche Regierung Anlaß hatte, über Nichtbeachtung in der Marokkofrage zu klagen, so mußte das deutsche Verhalten mindestens in Frankreich und Eng- land das größte Mißtrauen erregen. Unser Londoner Korrespondent sendet uns interessante Aufklärung über die Lehren, die in England aus dem Marokko- lonflikt gezogen werden. Er setzt dabei voraus, daß die weltpolitische» Aktionen Deutschlands ernst Haft zu nehmen find, daß hinter den Worten ein Wille steht. Man darf aber nicht vergessen, daß diese Voraussetzung nicht durchaus richtig ist und daß sowohl die Wandlungsfähigkeit wie die dekorativen Neigungen deutscher AuSlandSpolitik in gehörige Rücksicht zu ziehen sind. Nimmt man die Aktionen der deutschen Diplomatie in ganzer Ernsthafttgkeit, so sind die Lehren, die in England gezogen werden, nicht abzuweiscit. Unser Korrespondent führt aus: Die Mittelmcerreise des Kaiser» und die Reden und Preß- äußmingen. die sich in Deutschland. Frankreich und England an sie knüpfen, bilden eine jener politischen Erschütterungen, die mit einein Male langverhüllte und tiefer liegende ftoiislilte an die Oberfläche werfen. Das Sehnen nach Frieden und das Streben nach inter- nationalem Vertrauen, daö Graf B ü l 0 w der deutschen Politik nachsagt und das er von der Sozialdemokratie bedroht sah, ist rasch verschwunden und die deutsche Diplomatie entpuppt sich als das, was sie seit Jahren war: nebelhaft im Ziele, lonvulsib im Ergreisen von Maßregel», ein unberechenbarer und deshalb störender Faktor ini internationalen Völkerverkehr. Deutschland ist stark, aber es hat »och nichr gelernt, seine Stärke würdevoll zu gebrauchen. ES möchte sich Geltung verschaffen, aber cS weiß nicht wie. Was will Deutschland in der äußeren Politik? Die letzten zehn Jahre haben folgende Antworten gebracht: Wasser!— Einen Platz an der Sonne!— Die Admiralität des Atlantischen Ozeans! Der bekannte Abschiedsgruß des Kaisers an den Zaren: Der Admiral des Atlantischen Ozeans an den Admiral des Stillen Ozeans, ist das unmittelbare Programm Petersburgs und Berlins. Ein Teil deS Programms hat bereits zum Falle Port Arthurs und zum Zusammenbruch der russischen Selbstherrschaft geführt. Der andere Teil des Programms soll jetzt eingeleitet werden: in Marokko. Es handelt sich für Deutschland nicht um die sechs Millionen Mark der marokkanischen Ein- und Ausfuhr. Diese Summe repräsenttert kaum ein Viertel eines Schlachtschiffes erster Klasse. Aber Maroklo hat atlantische Häfen, die Deutschland zwar nicht erobern, wohl aber in Pacht oder als Unterpfand aus Anleihen nehmen möchte. Marokko ist gegenwärtig das einzige Land, das der deutschen Politik in ihrem Sweben»ach der Admiralität des Atlantischen Ozeans helfen könnte. So formuliert, erhält die deutsch-französische Rivalität um Marokko eine sehr ernste polittsche Bedeutung. Delcassö und Lansdowue waren durchaus nicht von rein ehrgeizigen Motiven geleitet, als sie über ihre Mittelmcerintcressen am 8, April 1904 ins Reine kamen. DeS Kaiser? Abschiedsgruß an den Zaren im Sommer 1902 war eine nicht mißzuverstehende Warnung an Eng- land und Frankreich, die zwischen ihnen schwebenden Fragen so rasch alö möglich zu erledigen. Eine Vernachlässigung dieses Ausgleichs hätte die langjährige diplomatische Arbeit Frankreichs zu nichte niachen können. Die französische Diplomatie, wie sie durch Delcassö und Barröre ge- leitet wird. war unter Anspannung aller Kräfte bemüht, ihr Land zur Vormacht im westlichen Rkittelmeer zu machen. Zu diesem Zwecke hat sie sich mit Italien ausgesöhnt und Spanien allerlei Freundschaftsdienste erlvicsen, DaS westliche Mittelmeer soll ein lateinischer See werden: Tripolis für Italien, Tunis und Al- gerien französisch, man weiß, daß in diesen französischen Besitzungen die Spanier sich besser entwickeln, als in ihrem Vatcrlando. Der Schlußstein zu diesem Bau ist Maroklo, Man kann sich deshalb die Erregung denken, die ein deutscher Angriff auf Marokko als französische Eüiflußsphäre in Frankreich hervorrufen mußte. Wenn mau die französische Polittl in ihren Grundzügen erfaßt hat, kann man nicht im Zweifel sein, daß Frankreich wegen Marokkos bis zum äußersten gehen wird, lind Graf B ü l 0 w.-- der im Rufe steht, die Mittelmeerpolitik gut zu verstehen, da er seine diplomatischen Lehrjahre in Paris und Rom durchgemacht hat— hatte vor zwölf Monaten durchaus recht, wenn er den Abgeordneten Graf Revcntlow zu verstehen gab, daß ein Protest wegen Marokkos zum Kriege führe» könnte. Warum aber führt Graf Bülow jetzt eine andere Sprache? Warum ist er jetzt verwegen genug, mit Feuer zu spielen? Was hat sich in den letzten zwölf Monaten geändert? Wir alle wissen, was sich in den letzten zwölf Monaten ge- ändert hat. Die russische Macht, d, h, der Bundesgenosse Frank- relchS, wurde niedergeworfen, Graf Bülow, der auf russische Freundschaft pochte, der sich nicht genug darüber entrüsten konnte, daß Bebel und die sozialdemokratische Presse die zarische Raubsucht und Untüchtigkeit brandmarkten, scheint jetzt im Innern froh zu sein, daß die zarische Macht gebrochen ist. Die deutsche Diplomatie atmet jetzt freier auf. nachdem ihr intimer Freund zu Boden liegt, und er- klärt der ganzen Welt, daß nun die Zeit gekommen sei, mit Frank- reich wegen Marokko abzurechnen. Aber Graft Bülow täuscht sich gewaltig,! ebenso wie er und die leitenden deutschen Politiker und Strategen sich in bezug auf die Mandschurei getäuscht haben. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß die britische Flotte und die enormen Hilfsquellen des brittschen Reiches den Franzosen zur Verfügung stehen werden. In der Mittelmeerpolitik stehen ferner Italien und Spanien auf leiten Frankreichs und Englands. In Deutschland scheint man aus die Vereinigten Staaten zu rennen; aber auch diese Hoffnung ist trügerisch. Delcassö ist sich dieser Sachlage vollständig bewußt und kann es sich deshalb gestatten, auf die lännende deutsche Diplomatie mit aller Ruhe und logischer Schärfe zu antworten.— Standrecht gegen Bauernnnruhen. Auf starke Bauernunnihen in Russisch-Polen deutet ein offizielles Telegramm aus P e t r i l a u hin. das im bureaukratischen Polizeistil verkündet: Der Gouverneur gibt bekannt, daß nach neuerdings ein- gegangenen Nachrichten die Bauern und Tagelöhner auf dem Lande durch Unbekannte gezwungen werden, die Arbeit einzustellen und Lohnerhöhung zu fordern; von denselben Personen werde den Bauern der Rat erteilt, die Rechte der Grundbesitzer und der Regierung zu verletzen. Die lokalen Behörden, sagt der Gouverneur weiter, werden die erforderlichen Maßnahmen gegen Eigentumsverletzungen ergreifen. Ich bin vom Gcneralgouverneur ermächtigt, der Bevölkerung des Gouvernements bekannt zu geben, daß Personen, die der Inbesitznahme von Grundstücken der Gutsbesitzer, der Er- regung von Ruhestörungen, der Bedrohung oder des Widerstandes gegen die Verwaltungsbehörden, die Polizei oder das Militär schuldig befunden werden, vor dem Kriegsgericht standrechtlich abgeurteilt«erden. *»* Die Furcht vor Blume». Ein höchst originelles Telegramm wird aus HelsingforS offiziell verbreitet: Der Gouverneur Fürst Ob ölen Ski, der heute früh hierher zurück- kehrte, wurde auf dem Bahnhofsplatze von einer etwa 5000 zählende» Menschenmenge, darunter vielen Damen, die Blumensträuße trugen, erwartet. Der Gouverneur stieg indessen schon am Bahnhof Fredriks- berg ans und fuhr von dort nach seinem PalaiS. Bor diesem sammelte sich bald nach seiner Ankunft eine große Menschenmenge an, die sich erst allmählich zerstreute, nachdem Fürst Obolenski zwei große Blumenarrangements entgegengenommen hatte. Welche Abneigung hat doch dieser beliebte»Gouverneur" vor Damen, die ihm Blumen überreichen wollen. *•* Der Moskauer Acrztekongreß für die Verfaffoug. ES ist schon mitgeteilt worden, daß ein Kongreß der Aerzte, der in Moskau stattfand, weitgehende politische Beschlüsse gefaßt hat. Man erfährt jetzt näheres darüber: Am Vorabend der Beendigung des Kongresses fand unter dem Vorsitze des Schriftstellers Dr. med. Jelpatjewsky eine Privatversammlung der Mitglieder deS Kongresses statt, auf der die folgende Resolution verlesen wurde: „Die Aerzte erklären eS für eine Notwendigkeit, eine Ber- saminlung ans der Grundlage deS allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts ohne Unterschied deS Geschlechtes, der Konfessionen und der Nationalität einzuberufen. Voraussetzung dabei ist die unverzügliche Einstellung deS Krieges und die sofortige Aufhebung der Verordnungen über den verstärkten Schutz, Ferner verlangen wir die Uebergabe der Polizei an die SelbstverwaltungSorgane, die Sicherstellimg der Preßfreiheit. die Freiheit des Wortes, der Versammlimgen, der Vereine und der Streiks sowie Amnestte für alle wegen religiöser und politischer Vergehen Verbannte» und Verhasteten, Ohne polittsche und Wirt- schaflliche Reformen ist ein allseitiger Fortschritt unseres Landes und die wirtschaftliche Hebung der arbeitenden Klaffen nicht denkbar. Zu solchen Reformen gehören außer den oben er- wähnten Fordcruiigeil: die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gleichberechtigung der Nationalitäten, der Sprachen, Konfessionen. die obligatorische Schulbildung, die Trennung von Kirche und Staat, eme Iveitgehende freie Selbstverwaltung gleichfall» auf Grund des allgemeinen Wahlrechtes: die Reform des Steuer- systemS. die Einführung der progressiven Einkommensteuer, die Aufhebung der indirekten Steuern unter Loskaufszahlungen und die Versorgung der Arbeitenden mit Land. Für die Lohnarbeiter aller Gattungen wird der Achtstundentag. Minimallohn, staat- liche Versicherung und überhaupt eine weitgehende Arbeiter- schutz-Gesctzgcbung eingeführt. Nur durch die Verwirklichung dieser Fordcmngeu kann ein fruchtbarer und planmäßiger Kampf mit dem Elend des Volkes und den Epidemien organisiert werden. Nur nach Erfüllung dieser Forderungen werden uns weder die Pest noch die Cholera, noch andere Krankheiten furchtbar sein." Diese, wie man sieht, außerordentlich radikale Resolution wurde einstimmig angenommen. Eine Resolution über die Bauernunruhen. Der landlvirtschaftlichc Verein von Poltawa hat die folgende Resolution angenommen: 1. Die Bauernunruhen sind eine Folge der allmählich an- gewachsenen Erbitterung gegen die herrschenden Klassen und privilegierten Stände. Die Erbitterung ist einerseits durch die wirtschaftliche Abhängigkeit, andererseits durch die Ueber- zcugung der Bauern von der Unrechtmäßigkeit und der Einseitigkeit des Vorgehens dieser herrschenden Klassen hervor- gerufen. 2. Den Unruhen und der Gärung liegt der im Volke so tief eingewurzelte Gedanke zugrunde, daß das ganze Land nur der unniittelbar bearbeitenden Masse gehören könne. 3. Die unzivilisiertcn Formen der Agrarbewegung werden von selbst verschwinden, sobald den Bauern das Recht gegeben wird, ihre Forderungen und Proteste auf friedlichem Wege in die Oeffcntlichkeit zu bringen, und das setzt voraus Preßfreiheit und Volksvertretungen. 4. Die Vergesellschaftung des Landbesitzes als ein Mittel zur günstigen Lösung der Agrarfrage muß in erster Reihe auf die Tagesordnung gestellt werden. In dieser Resolution spricht sich ein agrarsozialisttsches Programm ans. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Tokio, 7. April.(Meldung des„Reuterschen Bureaus'.) Die Hauptmacht der Russen, welche in der Nachbarschaft von Chin- chiatun geschlagen wurde, ist in der Richtung nach Shunienching anSgewichen; ein Teil hat sich auf der F eng hun- Straße zurückgezogen.— Am Abend des S.April wurden leine Russen südlich Hnnlitun, 8 Meilen nödlich Chinchiatun. gesehen; eine kleine russische Abteilung ist noch im Besitz von Taisiyo, 26 Meilen östlich Weiyuanpaomen. Petersburg, 7. April.(Meldung der Petersburger Tele- g r a p h e 11- A g e n t u r.) Ein Telegramm deS Generals Ehartewitsch an den Generalstab meldet heute: Gestern zwangen unsere Jäger japanische Kavallerie, sich von Srdaaheze nach Tsuluchu zurückzuziehen. Eine unserer Abteilungen, die am Morgen des 4. d. M. Tsiantsatua erreichte, zwang den Feind, der 6000 Ehunchusen bei sich hatte, zum Kampfe, lieber den Ausgang habe ich noch keine Meldung erhalten. Ae Schrecke« des Krieges. Das Zentral-Komitee der deutschen Vereine G»m Roten Kreuz teilt nachstehendes mit: Die Schrecken des Krieges in Ostasien schildert ein eben ein- getroffener kurzer, aber vielsagender Brief des Chefarztes des deutschen Vereinslazaretts vom Roten Kreuz in Charbin, datiert vom 12. März 1905.„Wir sind jetzt in vollster Tätigkeit," heißt es u. a.,„haben gegenwärtig 54 Mann und erwarten im Laufe des Nachmittags weitere 96, so daß wir mit einem Bestände von 150 Mann voll belegt sind.... und wie viele werden noch dazu kommen? Sie werden jetzt meine Forderung an Betten, Bettwäsche usw. verstehen. Das gesamte Personal hat schon seine Bettstellen hergegeben, um die Säle gleichmäßig mit solchen füllen zu können. A la guerre, comme ä la guerre. Wir haben es alle gern getan, getreu der Devise zu helfen, wo und wie immer wir können." „Ich habe gestern zum ersten Male die Schrecken des Krieges gesehen. Fast nur vereiterte Wunden, vcrjauchte Amputation-- stumpfe, Sepsis und schon der zweite Fall von Tetanus jWund- Starrkrampf). Wir haben von 5 bis VolS Uhr gearbeitet, um nur die notwendigsten Verbände zu machen."...„Wir werden viel mehr Verwundete aufnehmen müssen, als wir ahnten. Charbin deginnt sich zu füllen und jeder Tag bringt Taufende neuer Bcr- wundeter. Unsere Patienten kommen fast alle aus den Schlachten vom Ende vorigen und Anfang dieses Monats, sind auf dem Hauptverbandsplatz verbunden, in den Hülsssanitätszug gebracht und 10—14 Tage ohne Verband, ohne Pstcge, zum Teil ohne genügende Nahrung transportiert worden? denn sie lagen alle in den fiir Sanitiitszweckr völlig unbrauchbaren Güterwagen. Sie können sich vorstellen, in welchem Zustande sie zu uns kamen. Diese Nachricht, die vom offiziösen deutschen Depeschen- bureau mitgeteilt wird, widerlegt bündigst alle schönfärberischen russischen Nachrichten l politische(Übersicht. Berlin, den 7. April. Nachlese und Ferien im Reichstage. DieReichstagssitzung amFreitag war sehr kurz; fand sie doch überhaupt nur statt, weil der alte Bureaukrat und Hakatist von Tiedemann plötzlich geschäftsordnungshüterische Bauchschmerzen verspürt und die Vornahme der dritten Lesung des Kolonialnachttagsetats gleich nach der zweiten durch sein tribunizisches Veto verhinderte. Tiedemannsj zartbesaitetes parlamentarisches Gewissen hatte das gute, daß es dem Ge- nossen Ledebour Gelegenheit gab, den Kolonial- schwärmern ein paar beachtenswerte Worte des Generalmajors v. Fransois ins chauvinisttsche Stammbuch zu schreiben. Herr v. Frantzois weist mit Nachdruck darauf hin, daß die ange- drohte Entwaffnung die Witbois zum Aufstand gettieben hat. Im Anschluß daran mahnte unser Fraktionsredner eindringlich vor der Entwaffnung der Ovambos, welche von den deutschen Chamberlainiten in allen Tonarten gefordert wird. Nachdem der Antisemit L a t t m a n n sich noch einmal gegen die Land- gesellschaften gewandt hatte, schloß die Berattmg mit der An- nähme des Etats durch die gesamtbürgerliche Mehrheit. Die Frage der Ferien verursachte noch eine ziemlich aus- gedehnte Geschäftsordnungsdebatte, die indessen einen recht heiteren und friedferttgen Charakter trug. Nur ein einziger Debatter war gereizt: nämlich der Präsident Graf Balle- st r e m, dessen Vorschlag, schon am 2. Mai die Sitzungen wieder zu eröffnen, nur bei den treugehorsamen National- liberalen Unterstützung fand. Die Redner aller anderen Frakttonen, darunter Genosse Singer, sprachen sich für den »10. Mai aus. Dieser Termin wurde dann auch von der großen Mehrheit zum Beschluß erhoben, obwohl der Graf-Präsident im unlauteren Wettbewerb mit der hochseligen Prinzessin Cassandra die unheilvollsten Folgen, für die er das störrische - Haus verantwortlich machte, auf den achttägigen Aufschub prophezeite. Leider hatte die kurze Sitzung noch ein bedauerliches Nach- spiel. An der Spitze der 10. Mai-Mehrheit hatte mit großer Verve Ballesttems eigener Parteifreund. Dr. Spahn, ge- fochten: wie die geschäftige Fama behauptet, um dem auto- kratisch veranlagten Magnaten auf dem Präsidentenstuhle die gewohnheitsmäßige Beiseiteschiebung des Seniorenkonvents zu versalzen. Dem sei, wie dem wolle: jedenfalls schritt sofort nach Schluß der Sitzung der Präsident auf Dr. Spahn zu und stellte ihn sichtlich erregt zur Rede. Es entspann sich eine lebhafte und wohl kaum liebenswürdige Unterhaltung, welche durch einen plötzlichen Ohnmachtsanfall des Dr. Spahn ein jähes Ende fand. Der Zentrumsführer wurde bewußtlos in das Präsidentenzimmer geschafft, und es scheint sich leider um j eine ernste Krankheit zu handeln.—' DaS preußische Abgeordnetenhaus hätte gestern zuerst über den Antrag G a m p auf Sperrung der Muttingen für fünf Jahre verhandeln sollen. Aber die preußischen Dreiklassen- wahl-Erkorenen trauten sich nicht zu— und sie müssen sich ja kennen— daß Pflichtgefühl oder Interesse an diesen brennenden Fragen des Bergbaus sie in beschlußfähiger Zahl zusammenhalten könnte. So nahmen sie denn die Wahl- Prüfungen vorweg. Beanstandet wurden nur die drei konservattven Mandate für Herford-Halle-Bielefeld. Da- gegen wurden trotz der zahllos nachgewiesenen dreisten Wahl- beeinflussungen von Regierungsbeamten zugunsten der anti- polnischen Kompromißkandidaturen für Mogilno-Wongrowitz und andere posensche Großstädte- diese Mandate für gülttg erklärt. Herr v. Neumann-Hanseberg konstatierte einen Rechtsanspruch der preußischen Landräte von Junkergnaden auf Beschränkung der Wahlfreiheit. Nur Zentrum und Freisinnige suchten heuchlerisch den Schein zu wahren, als ob es bei öffentlicher Stimmabgabe überhaupt etwas wie Wahl- freiheit geben könnte. Konservativ« und Nationalliberale brachten heut nicht genug Tartüfferie auf, um wegen des bißchen mehr oder weniger Wahlterrorismus sich als die rechts- mäßigen Mandatsinhaber gegenüber anderen unberechtigten aufzuspielen. Der Antrag Gamp, der somit an die zweite Stelle gerückt war, trug die Unterschrift sämtlicher Parteien außer den Nationalliberalen. Diese allgemeine Zustimmung war ihm im Landtage deshalb sicher, weil, es einer der denkbar dümmsten Schwabenstreiche ist. Er will auf'6 Jahre hinaus alle Mutungen sperren, d. h. den Wert der schon bestehenden Gruben und Zechen in die Höhe treiben. Und nach 5 Jahren? Darauf wußte keiner Antwort zu geben. Den Freisinnigen war wenigstens die Torheit, die sie mit diesem Antrage be- gangen haben, inzwischen aufgegangen. Sie schlugen vor, ihn in eine Kommission zu versenken, und an eine allgemeine Reform der Bestimmungen des Berggesetzes über Mutung und Verleihung zu gehen. Davon bat wieder der Handelsminister Möller flehentlich Abstand zu nehmen? das sei für seine gesetz- geberische Unfähigkeit eine zu schwere Aufgabe. Einen feinen Zug der Selbswerspottung bot der nationalliberale Redner,. der Mg. M a c c o. Er warnte vor dem Gesetz wegen der zu erwartenden Preissteigerung der Gruben? gerade das Abge- ordnetenhaus müsse sich ängstlich hüten, auch nur dm An- schein zu erweckm, als ob es'das Kapital begünstige. Dann sang er das hohe Lied der privatkapitalistischen Ausbeutertätig- keit im Berggewerbe. Der Entwurf wanderte schließlich in eine Kommission von 14 Mitgliedern. Man kann schon jetzt mit voller Sicherheit sagen, daß aus dieser ganzen Aktion der Gesetzgebung ebensowenig herauskommen wird, wie bei der ganzen jetzigen Berggesetzgebung. Wagte doch nicht ein Mit- glied des Hauses, auch nur anzudeutm, daß die Bodmschätze, vor allem die jetzt noch nicht gehobenen, der Nation gehören und ihr erhalten bleiben müssen. Zum Schlüsse verschlechterte daS Abgeordnetenhaus die Ausführungsbestimmungen zum Reichssmchmgesetz, indem es die Anzeigepflicht für schwere Tuberkuloseerkrankungen strich, auf daß nicht durch sie die Familie zerrüttet werde. Morgen will das Abgeordnetenhaus diesen Gesetzentwurf weiter verschlechtern._ Deutsches Geld tu Marokko. Der Londoner„Standard" meldet, es sei von deutscher Seite der marokkanischen Regierung ein Darlehen angeboten worden, damit sie die französischen Banken bezahlen könne; die Unterhandlungen über das Darlehen seien im Gange. Hierzu erfährt dte„Voss. Ztg.":„Bezüglich der Meldung, der marokkanischen Regierung sei von deutscher Seite ein Darlehen an- geboten worden, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich von ihren Verpflichtungen gegenüber französischen Banken zu befteien, erfahren wir, daß derartige Verhandlungen, wenn sie überhaupt schweben, ohne Zutun oder Vermittelung der deutschen Regierung geführt werden. Die Schuld Marokkos bei den stanzösischen Banken beträgt nur 20 Millionen."— Budgetkommission. Bei der Wciterberatung des Gesetzentwurfs über die Wetten bei öffentlich veranstalteten Pferderennen(Totalisator- gesetz) entspann sich eine lange Debatte über§ 6, dev vorsieht. daß Vereine, denen die Erlaubnis'zum Betriebe eines Wcttunter- nehmens erteilt worden ist(Rennvereine), die Hälfte des Ertrages der Reichs-Stempelabgabe von Wetteinsätzcn bei den von ihnen veranstalteten Pferderennen zur Verwendung für'Zwecke der Landes-Pferdezucht überwiesen erhalten sollen. Auf diese Weise sollen die Rennvcreine ein wertvolles Privileg erhalten. Auch ist es in unserer Steuergesetzgebung noch nicht' dagewesen, daß private Vereinigungen direkten Anteil an Staatseinnahmen haben sollen. Deshalb beantragte Abg. Paasch e, die Stempelabgabe auf die Hälfte herabzusetzen und den Vereinen die Erlaubnis zu geben, daneben eine Abgabe in gleicher Höhe zu erheben. Abg. Gröber wies mit Recht auf die �Ungeheuerlichkeit hin, die darin liegt,'für Privatvereine Reichssteuern zu erheben: wenn man mit solchem Ver- langen für andere Vereine an die Behörden'herantrete, dann setze man sich der Gefahr aus, auf seinen Geisteszustand untersucht zu werden! Auch müsse man fragen, wie denn die Einnahmen der Rennvereine verwendet würden: bisher seien daraus zumeist Rennpreise gestiftet worden, während für andere Zwecke sehr wenig übrig bleibe. Notwendig sei, zunächst die Steuerfreiheit der sogenannten„ Vereinstotalisatoren" aufzuheben; sodann müßten über die Verwendung der Steuereingänge die Behörden ent- scheiden;'man könne die Hälfte des Erträgnisses den Vereinen zum Zwecke der Landes-Pferdezucht zukommen lassen. Minister v. Podbielski bekämpfte die Ansicht Gröbers, das Reich müsse die Verwendung der aufgenommenen Gelder überwachen, mit dem Hinweis darauf, daß das Reich keine Organe dazu habe.'Der Reichsschatzsekretär v. Stengel legte dar, daß theoretische Be- denken allerdings gegen die Vorlage sprächen, aber praktisch würden doch' die Rennvereine in ihrer'Finanzgebarung wohl überwacht. Abg. Erzberger betonte, daß der Antrag Gröber das Aeutzerste darstelle, was das Zentrum bewilligen werde. Gegen ihn sprach sich der Abg. Graf'Oriola aus. Auch Abg.'Singer machte den Einwand geltend, daß dadurch das Wettgeschäst eigentlich staatlich patronisiert werde. Bei Aufrechterhaltung unseres prinzipiellen Standpunttes müßten wir aber'doch dem Antrage Gröber zustimmen, weil das Reich die Verwendung seiner Gelder kontrollieren müsse; das könne sehr wohl durch Organe der Landes- regierungen geschchen. Man könne bei Annahme des Antrages Gröber die Zwecke der Pferdezucht dadurch fördern, daß man den Rennvereinen eine Stellung als Hülfsorgane der Behörden ge- währe und ihnen eine Mitbestimmung über'die Verwendung der Gelder einräumen. In'Gemäßheit dieser Anregung wurde der Antrag Gröber dahin ergänzt, da die Hälfte der Äempelabgccke den Regierungen der Einzelstaaten'zu Zwecken der Pferde- zucht übergeben werden soll; diese sollen sie dann an die Renn,- vereine weitergeben.— Nach dem Schluß der Plenarsitzung wurde gleich noch die'zweite Beratung des Gesetzes vorgenommen. Es kam im'wesentlichen darauf an, die von den Vertretern der Renn- vereine vorgeschlagenen allzu hohen Minimalstrafcn aus dem Gesetz herauszubringen. Die Vertreter der sozialdemokratischen Partei traten dafür ein. daß nicht jemand, der eimnal eine ausländische Zeitung verkauft,'in der Rennwetten angepriesen Iverden, vielleicht gar zu mehrmonatlicher Gefängnisstrafe'verurteilt werden kann. Die Kommission schloß sich in ihrer Mehrheit diesen Anregungen an und ließ bei der Strafabmessung mildernde Umstände zu.— Damit war die Arbeit der Budgetkommission erledigt. Nach den Ferien wird sie sich mit der Weiterbcratung dev Pensionsgesetze befassen.—_ Verstoß gegen die Immunität der Reichstagsmitglieder.„Ohne Genehmigung des Reichstages darf kein Mitglied deSiclben während der Sitzungsperiode wegen einer mit Strafe bedrohten Handlung zur Untersuchung gezogen oder verhaftet werden, außer wenn es bei Ausübung der Tat oder im Laufe des nächstfolgenden Tages ergriffen wird." Gegen diese Bestimmung im Artikel 31 der Reichsverfassung ist verstoßen worden bei einer H a u S- s u ch u n g, die vor einiger Zeit bei dem ReichstagS-Abgeordneten Jessen als Redakteur in Flensburg vorgenommen worden ist. Die Freisinnige Volkspartei bat über diesen Verstoß in einem Antrag Beschwerde geführt, der der Geschäftsordnungskommission überwiesen wurde. In dieser Kommission gab am Donnerstag auf Grund des Aktenmaterials ein Regierungskommissar Auskunft. Auf Grund dieser Auskunft beschloß die Kommission alsdann, es für erwiesen zu erklären, daß die Untersuchungshandlung gegen den dänischen Reichs- tagsabgeordneten Jessen während der Dauer der Legislaturperiode ohne vorherige Genehmigung deS Reichstages einen Verstoß gegen die Reichsverfassung darstelle.— Der Landesausschuß von Elsaß-Lothringen nahm mit geringen Aenderungen die Regierungsvorlage betreffend das V e r s a m m- lungS- und Vereinsrecht an. Der Antrag Blumenthal, bei öffentlichen Kundgebungen den Mitgebrauch der französischen Sprache zuzulassen, wurde angenommen.—. Nene Millionen in den Sand der Kalahari! Die„National-Zeitung" bringt einen längeren Artikel über die letzten Kriegsereignisse im südlichen Teil des südwestafrikanischen Kriegsschauplatzes. In diesem Artikel wird der Genugtuung Aus- druck gegeben, daß es gelungen sei, die Bondelzwartsbandcn unter dem Kommando von Morris und Marengo zu zerstreuen. Morris sei, wie ja schon offiziell gemeldet, unterwegs gefallen, während Marengo auf britischem Boden entwaffnet worden sei. Trotz dieser Erfolge werde aber der Feldzug in Südwestaftika noch von voraus- sichtlich sehr langer Dauer sein. Bis„die letzten vom Krieg übrig gebliebenen Räuberhorden durch Hunger aus ihren Gebirgsschluchten vertneben worden seien", darüber könnten noch Jahre ver- gehen. .»Für da» dentfche Volk gilt es daher«och für«Ssehb«« Zeit, sich mit Geduld zu wappnen und Geduld i» seine» Beutel zu tun." Schließlich werde aber auch das deuffche Volk erkennen, daß die vielen Millionen, die zu dem Kriege gebraucht worden seien, doch nicht nutzlos in den Sand der Kalahari geworfen worden seien, da der Wert unserer ältesten Kolonien alsdann gerechtere Beurteilung erfahren werde, wenn auch die Erschließung derselben erst durch ein „großzügiges Kulturprogramm" ermöglicht werden könne. Also auch die rosenrotesten Kolonialoptimisten rechnen«och mit einer jahrelangen Kriegsdauer in Südwestafrika Z • An der Kriegsführung gegen die Hottentotten und BondelzwattS übt ein vom 16. Februar datierter Brief aus Gideon, der aus der Feder eines Stettiner Farmers stammt, äußerst scharfe Kritik. Er wirft in seinem Briefe der Militärverwaltung eine geradezu sinnlose Vernichtung des von den Eingeborene« mühsam genug erbeuteten Eigentums vor. Er schreibt nämlich: „Wir müssen leider die offiziellen, dem Leser in der Heimat maßgebenden Berichte über Erbeutung von Vieh und Transport« wagen dahin richtig stellen, daß das Beutevieh gewöhnlich nicht in Sicherheit gebracht wird und dem Feinde wieder in die Hönde fällt, so daß er sich bald wieder erholt, und daß die ersberte» Wage» regelmäßig verbrannt werde». Damit wird dem Farmer die Zukunft unterbunden, denn Vieh- und Trcmsportwagen sind seine Existenzmittel, und der Truppe wird es unmöglich gemacht, das überall kaputgefahrene Zugvieh zu ersetzen." Der Reichskommissar für Südwestafrika, Dr. Rohrbach.. schilderte ja unlängst das Klima und die landwirtschaftlichen Bor« zöge unserer südwestafrikanischen Kolonie in den idealsten Farben. Welcher Art das Klima und die Bodenbeschaffenheit des größten Teils dieser Kolonie in Wirklichkeit ist, kennzeichnet folgende Mit- teilung einer Zeitungskorrespondenz: „Welch furchtbaren Leiden die deutschen Soldaten in S ü d w e st a f r i k a bisweilen ausgesetzt sind, geht aus einem Briefe hervor, den ein aus der Provinz stammender Soldat in die Heimat gesandt hat. Nach Schilderung der Ankunft in Lüderitzbucht (am 14. Januar) heißt es da:' „Hier in Lüderitzbucht trat uns gleich ein KriegSbild vor Augen: in den Bergen hatte man eine Patrouille verdurstet aufgefunden. Der Gefreite lebte noch, war aber vom Durst wahnsinnig geworden, seine beiden Kameraden fand man tot mit geöffneten Pulsadern— sie hatten ihr eigenes Blut ge- trunken." Auch die Neuangekommenen Truppen sollten alsbald afrikanische Temperaturen kennen lernen. Sie wurden schnell mobil gemacht und ritten ins Innere, Tag und Nacht, nachts drei Stunden Ruhe. „Was das Reiten hier heißt, kann man sich klar machen: eine glühende Hitze, der glübende, feine Sand staub schlägt einem ins Gesicht, nirgends ein Baum oder Strauch, ohne Trink- wasser, damit wird hier in der Wüste gespart, als ob ein Glas 20 M. koste. Der schlimmste Tag war der 27. Januar, unseres Kaisers Geburtstag, wir hatten über 50 Grad Hitze."— Hueland, Nach Ronen. Paris, 5. April.(Gig. 23er.) Der Kongreß von Ronen hat in der Kammerfraktion der?. 8. R zwei Rückwirkungen entgegengesetzter Art gezeitigt. Erstens haben zwei Frakttonsmitglieder, Gabriel D e v i I l e- Paris lind N o r m a n d- Rhüne, die Fraktton verlassen. Deville begriindet seinen Rücktritt mit der ihn immer vorteilhaft kennzeichnenden Offenheit: «Ich verlasse die Frattion, weil die Fraktion den Bloc ver- läßt; ich verlasse sie, weil sie in dev Kammer die Politik'der Verständigung unter den Republikanern aufgibt, die einzig wirksame Politik, die sich in dieser Stunde'mehr denn je aufzwingt, die von der'Frattion sechs Jahre lang betätigt wurde und die sie vor einigen Tagen fast einsttmmig erklärte, fortsetzen'zu wollen� — die Politik, die jeder einzelne ihrer Mitglieder— dessen bin ich ganz sicher—'m seinem Wahlkreise fortzusetzen' Sorge tragen wird.— Ich werde von neuem ein unabhängiger Sozialist, in Erwartung der Zeit, da Ihr enttäuscht ein für'das allgemeine Interesse unzuttägliches Experiment'aufgebet, das es Euch zu versuchen beliebt.— Ich kann Euch nicht sagen: Gut Glück,'aber ich sage Euch: Auf Wiedersehen!..." Der Abg. Normand beruft sich in seinem Demissions- schreiben auf den Bloc-Ursprung seiner Wahl: Ein„Er- wählter des Bloc s", da seine Kandidatur von einer gemischten republikanischen und sozialistischen Konferenz auf- gestellt wurde, könne er natürlich nicht länger der Fraktton angehören, nachdem sie aus dem Bloc ausgetreten ist. Weiter verweist der Bloc-Sozialist auf die Notwendigkeit, nach der Trennung zwischen Kirche und Staat erst recht— die Republik z u verteidigen, sintemalen die steige- wordene Kirche die Republik erst recht gefährden könnte!... Es sei übrigens erwähnt, daß Deville und Normand stattltengemäß der Fraktion überhaupt nicht hätten angehören dürfen, da Normand der?. 8. b'. nicht angehört, während Deville aus der Partei ausgeschlossen wurde. Die Gerüchte über weitere Demissionen aus der Fraktton haben sich nicht bestätigt. Die Fraktton selbst hat sich dem Kongreß von Rouen ge- fügt. Ein Antrag auf die„ausnahmsweise" Teilnahme an der Linksdelegation zwecks Sicherung des Trennungsentwurfes hat nur o Stimmen vereinigt. Ter Gegenantrag von I a u r d s, der darauf verweist, daß der Erfolg der Reform einzig von der disziplinierten Gruppierung der Mehrheit um die mit der Regierung geeinigten Kammerkommissionj alv hängt,— hat 14 Stimmen erzielt. Zwei Fraktionsmitglieder haben sich enthalten und etwa zehn sind der wichtigen Sitzung ferngeblieben. Man sieht, die Fraktion nimmt den Kongreß- beschluß von Rouen mit recht mäßigem Eifer zum Herzen. Oesterreich-Ungarn. Budapest, 7. April. Abgeordnetenhaus. Der gestern eingebrachte Anttag Kossuth betreffend die Aufhebung des Be« schlusseS vom 18. November vorigen Jahres über die Haus- o r d n u n g wurde mit großer Majorität angenommen. Der Ministerpräsident Graf v. Tisza begründete seine ablehnende Haltung, indem er sagte, infolge des Ausfalles der Wahlen und der Bildung einer neuen Majorität finde er es natür« lich, daß diese den Beschluß über die Hausordnung umstoße. Das Abgeordnetenhaus habe jetzt eine solche Minorität, die auf dem Standpunkt steht, daß sie das Recht der Majorität stets respektieren werde. Es sei schon darum eine spezielle Anordnung überflüssig, welche das Recht der Majorität sichere, wie dies im vorigen Jahre nöttg gewesen. Er wünsche imr zu konsta- tteren. daß die liberale Partei den Beschluß vom 18. November in der Ueberzeugung gefaßt habe, daß das Interesse des Landes diesen Schritt gebieterisch erheische. Die liberale Partei übernehme für diesen Beschluß erhobenen Hauptes die Verantwortlichkeit.— Das Haus beschloß mit großer Majorität die Bildung einer Kommission von 21 Mitgliedern zur Abfassung einer an den König zu richtenden Adresse.— Frankreich. Die Verschwörungsaffäre Amerika. Bartei und Gewerkschaft. Türkei. Unter den Gewerben, welche die Gunst der Konjunktur am Konstantinopel, 7. April. Der Kriegsminister unterzeichnete am reichlichsten ausschöpften, standen die am Baumarkt beteiligten Mittwoch einen Bertrag mit den Krupp- Werken wegen Lieferung von Industrie und Handelszweige obenan. Das ganze Jahr hindurch foll nun doch son größerer Bedeutung sein, als 96 Batterien Feld- und Belagerungsgeschütze zum Preise von war die Bautätigkeit von einer Lebhaftigkeit, wie sie kaum in einer man gestern annahm. Der Hauptmann Mettivier vom 42 millionen Mart.( Daily Mail".) Zeit zuvor verzeichnet werden konnte. Der Aufschwung spiegelt sich 7. Rolonialregiment in Rochefort gab in einem Brief aufs intensivste in den bedeutenden Umsägen des Grundstücks. dem Deputierten Rabier Anhaltspunkte für die und Hypothekenverkehrs wieder. Für fast sämtliche Untersuchung. Auch an ihn sowie mehrere Kameraden sei Zweige der Maschinenindustrie war das Berichtsjahr vertraulich die Anfrage ergangen, was sie von einem Putsch Seit einigen Jahren kämpft die American Labor Union, eine günstiger als das Vorjahr. Die elektrische Industrie steigerte zugunsten Viktor Napoleons hielten. Das Unter- neuere Verbindung zwischen zwei Arbeiterverbänden des Westens der Das weitverzweigte Textilgewerbe zeigte zwar kein durchwegs einihre Umsätze erheblich, desgleichen die chemische Industrie. nehmen werde von wichtigen Männern Frank- Vereinigten Staaten, gegen die alte und mächtige Gewerkschafts- heitliches Gepräge, indes fonnte der Gesamteindruck, den das Wirtreichs begünstigt. An die kolonialarmee, er- organisation, die American Federation of Labor. In der schwächeren schaftsjahr hinterließ, als günstig bezeichnet werden. Die Umfäße ... wird für den sozialistischen Gedanken propagiert, die der Wäsche fabritation waren größer als im Vorjahre; flärte Mettevier, habe man sich deshalb gewandt, weil in dieser stärkere A. F. of L. ist dagegen konservativ. Die organi Armee die Hikköpfe und Abenteurer besonders zahlreich seien. fierten Bergarbeiter der Weststaaten bilden den Hauptbestand namentlich in der ersten Hälfte des Jahres verlief das Geschäft beDer betreffende Hauptmann hat denn von den an ihn er- teil der A. 2. U., Auch in der Konfettionsindustrie, die im friedigend. und es gilt als ein Schwächezeugnis gangenen Anerbietungen, wie der Deputierte Rabier erzählte, der A. 2. U., daß der Kampf der Bergleute in Kolorado so schwer ganzen gute Ergebnisse zu verzeichnen hatte, war das Sommierden Ministern Rouvier und Etienne Mit- durchzuführen war und so viele Niederlagen zeitigte. Die American geschäft besser als das Wintergeschäft. Die Papierindustrie teilung gemacht im Hinblick auf die letzter Tage vor- Labor Union will eine sozialistische Organisation darstellen und hielt sich im allgemeinen auf der Höhe des Vorjahres, die graphigenommenen Haussuchungen. Rouvier habe dem Hauptmann sozialistische Politik treiben. In der sozialistischen Partei ist jetzt hen Gewerbe hatten einen lebhafteren Geschäftsgang zu vermitgeteilt, ihm sei bereits von einem anderen Offizier Seite der A. L. U. stellen soll. Von der einen Seite wird es warm indes wurde der Ertrag des Geschäfts durch das erhebliche Risiko, eine Fehde darüber entbrannt, ob die Partei sich rückhaltlos auf die zeichnen. Die Umsätze des Berliner Getreide handels waren groß, die gleiche Nachricht zugegangen. Rabier, ein radikaler Ab- empfohlen, von der anderen entschieden verworfen. Im Juni soll in welches die Unsicherheit der zollpolitischen Verhältnisse, das Fehlen geordneter, teilte ferner mit: Das Komplott, welches zugunsten Chitago eine Konferenz zwischen Vertretern der Partei und der des börsenmäßigen Terminhandels, ferner im Sommer die Bedes Prinzen Viktor Napoleon entworfen war, hatte folgende Gewerkschaften stattfinden, um Beschlüsse zu fassen, ob der Kampf hinderung der Binnenschiffahrt bedangen, wesentlich eingeschränkt. Idee: Die Verschwörer haben beabsichtigt, sich durch List, indem gegen die mächtige American Federation of Labor von der Partei Das gleiche trifft für die Mühlenindustrie zu; sie leidet zudem unter sie fälschliche Uniformen der Kolonialtruppen anziehen wollten, im Verein mit der American Labor Union aufgenommen werden soll. des Elisee- Palastes zu bemächtigen, sowie Nach Ansicht einer Richtung in der Partei wäre es ein verhängnis- Ueberproduktion. den Rammer und Senat spräsidenten boller Fehler, zerstörend auf die stärkste Arbeiterorganisation ein- Kursbewegung au der Berliner Börse im März. Im Monat gleichzeitig mit dem Präsidenten Zoubet Sozialisten innerhalb der A. F. of 2. stetig zunimmt und wirksam starte Kurssteigerung im Februar und die Versteifung des Geldwirken zu wollen; umsomehr ein Fehler, als der Einfluß der März ist das Kursniveau nicht unerheblich zurückgegangen. Die zu berhaften. ist. In manchen Städten, wie z. B. Milwaukee und St. Louis marktes gegen Ende des Monats März hat zur Folge gehabt, daß Als dem Abgeordneten Rabier diese Einzelheiten bekannt haben die Sozialisten in Gewerkschaftskreisen Einfluß und Be- auf dem Markte der fest berzinslichen Werte das Anfourden, teilte er dem Minister des Innern diese Angelegenheit deutung sich erworben. Auf den Kongressen der A. F. of L. zeigt gebot die Nachfrage überwog. Es ergab sich daher ein Rüdgang mit, durch welchen sofort der Kabinettschef informiert wurde. sich, daß daß das sozialistische Element stets eine starte Ver- des Kurses von 97,58 Ende Februar auf 96,95 Ende März. Die Die sofort eingeleitete Untersuchung führte zur Entdeckung tretung findet. Noch ist es in der Minorität, aber das ist Höherbewertung der 3prozentigen Reichs- und preußischen Anleihen, von 500 Uniformen und 8000 Patronen, sowie die gestern der Wille der Arbeitermassen selbst, und nur durch langsame die eine charakteristische Erscheinung im Monat Februar war, verbeschlagnahmten mehrere hundert Gewehre. Infolge dieses Agitationsarbeit, durch das„ Bohren von innen" sind die Massen zu schwand wieder, und dadurch wurde der Kurs der deutschen Zwischenfalles hat der Untersuchungsrichter einen Saftbefehl gewinnen. Es wird eindringlich gewarnt vor einem Bruderkampf Staatsanleihen von 99,64 Ultimo Februar auf 97,97 bis Zwischenfalles hat der Untersuchungsrichter einen Haftbefehl unter den organisierten Arbeitern, und man befürchtet, daß Ende März herabgedrückt. Fast ebenso stark ist der Kurs der ausgegen den Direktor der Gesellschaft für die Partei selbst den größten Schaden dabei leiden müßte. ländischen Staats- und Kommunalanleihen zurückgegangen. Bei foloniale Studien, Bunau, und gegen seinen Ver- Die andere Seite dagegen verspricht sich viel von einer den Dividendenpapieren hat sich die steigende Kurswandten Hansen, welche beide Freunde des Hauptmanns Scheidung zwischen den reaktionären und den sozialistischen bewegung, die feit Mai 1904 unausgesetzt von Monat zu Tamburini sind, erlassen. Man erwartet weitere sensationelle Gewerkschaften. Man erwartet, daß große Verbände ihren Monat, mit Ausnahme des Monats Januar 1905, auch im März Verhaftungen in dieser Angelegenheit. Die Einführung von Austritt aus der A. F. of 2. erklären und fich der fortgesetzt. Allerdings ist der Grad der Steigerung von Februar Mitgliedern in die Verschwörung geschah durch gewisse A. 2. U. anschließen werden. Die Partei hätte dann auf März nicht mehr so erheblich wie von Januar auf Februar. höhere Offiziere, unter denen der General Negrier volle Dienste leisten tönnte und ebenso würde die Bartei da- März auf 166,10 gegen 165,09 im Februar und 162,06 im Januar. sozialistische Gewerkschaftsorganisation, die ihr wert- Für die Dividendenpapiere insgesamt stellte sich der Ultimokurs im genannt wird. Andere Offiziere, von denen im Briefe die durch imstande sein, ihren Gewerkschaften zu dienen. Das Bohren Von den 15 Gruppen der Dividendenwerte zeigten 9 eine Steigerung Rede ist, stehen noch im aktiven Dienst. Auch ver- von innen" habe nicht den gewünschten Erfolg und die A. 2. U. des Kurses gegenüber dem Stande des Februar. Der Reihe nach schiedene nationale Abgeordnete, wie Villeneuve, biete der Partei eine günstige Gelegenheit, den ersehnten Einfluß in sind am stärksten gestiegen die Werte in den Gruppen Chemische find kompromittiert. Ein anderer Abgeordneter, der enge Be- der Gewerkschaftsbewegung zu gewinnen. Industrie, Versicherungsgewerbe, Nahrungs- und Genußmittel, ziehungen zu dem Prinzen Viktor Napoleon hat, und der ein Eine ähnliche Taktik wurde in der Partei vor etwa sieben Steine und Erden sowie Verkehrsgewerbe. Burückgegangen ist der großes Vermögen besitzt, soll die notwendigen Gelder zur Aus- Jahren eingeführt. Man gründete einen sozialistischen Zentral- Kurs, wie schon im Februar, in den beiden Gruppen Textil- und führung des Komplotts geliefert haben. verband von Gewerkschaften, Socialist Trades and Labor Alliance Ledergewerbe. genannt, machte aber entschieden Fiasko damit. Die Meinungs- Für die einzelnen Arten der Dividendenwerte ergeben fith fol verschiedenheit in dieser Gewerkschaftsfrage führte hauptsächlich zu gende Verschiebungen: dem Bruch in der Partei, der jetzt noch nicht geheilt ist. De Leon war es damals, der die S. T. 2. A. gründete. Dänemark. " den und eine In der A. F. of 2. find beinahe zwei Millionen Arbeiter organisiert, in der A. 2. U. nur einige Hunderttausende. Parlamentarifches. • Bergbau und Hütten Steine und Erden Metalle und Maschinen Chemische Industrie Tertilgewerbe Papier Leder Holz und Schnitzstoffe Nahrungs- und Genußmittel Baugewerbe Bankattien, deutsche Versicherungsgewerbe Verkehrsgewerbe Kursdifferenz gegen den März 1905 Vormonat Kursstand urt. 209,66 194,27 204,36 319,60 143,19 138,01 185,24 252,48 199,45 143,69 167,22 436,35 115,98 +0,64 2,03 2,57 +7,27 0,68 +0,77 4,22 1,07 3,65 0,38 0,02 5,68 1,79 + 1+ 1+ 1 1++ I++ im Vorjahre +27,65 0,87 5,72 12,37 2,31 5,74 1,89 8,64 3,51 1,87 1,64 1,08 +1,29 ㄒ ㄒ ㄒ ㄒ ㄧ ㄒ ㄒ ㄧ ㄝ BerDie Reichstags- Seffion ist am Montag nachmittag geschlossen worden, im Folkething mit dem Rufe:„ Es lebe der König und die Berfaffung!", im Landsthing begnügte man sich damit, den König Feben zu lassen. In gewisser Hinsicht hat die verflossene Session der Regierungspartei Erfolge beschert, aber solche, die ihr jedenfalls nicht zum Vorteil gereichen werden und die sie von vornherein mit dem Berluft von 15 ihrer tüchtigsten Mitglieder bezahlen mußte. Der Ministerwechsel, der dadurch notwendig wurde, daß sich der Kriegsminister Madsen parlamentarisch unmöglich gemacht hatte, Die Petitionskommission des Reichstages beschäftigte sich am wurde nicht mit Hülfe des Parlaments, sondern während der Mittwoch mit der Petition einer Frau Hirschberg in Berlin, welche Neujahrsferien durch die reaktionären Kulissenschieber der Reform ihrer Ansicht nach widerrechtlich in eine badische Privat- Jrrenanstalt partei vollzogen und durchaus in ihrem Sinne. Der neue, zibile als Geisteskranke interniert worden ist. Betentin bittet um NeuLandesverteidigungsminister Christensen erhielt durch die berüchtigte regelung des Frrenwesens. Anmerkung" zum Budget gewissermaßen das Recht, Der an der Beratung teilnehmende Vertreter der badischen Ocilitarismus mit demselben Eifer zu pflegen wie sein Vorgänger Regierung gab zu, daß bei der Unterbringung der Betentin in die Madsen, und einen weiteren Erfolg erzielte die Reaktion durch Privat- Irrenanstalt nicht forrekt vorgegangen worden sei. Es sei Die Verstadtlichung der Dresdener Straßenbahn erscheint nach das Prügelgesek, das glücklicherweise nur auf fechs Jahre gilt, und weder von den Familienangehörigen der Petentin, noch von der ja auch einige Fortschritte enthält, wie die Einführung bedingter Armenbehörde der erforderliche Antrag auf Aufnahme in die be- dem Verlauf der gestern in Dresden abgehaltenen GeneralversammStrafurteile und der Straffreiheit der Kinder. Diese Bestimmung treffende Anstalt gestellt worden. Das Ober- Landesgericht, welches lung der Aktionäre noch keineswegs gesichert zu sein. Vertreten wird ergänzt durch das Gesetz über die Erziehung ber sich mit der Angelegenheit beschäftigte, habe in einem Erkenntnis waren 188 Attionäre mit 4903 Stimmen. Für die beantragte Ver brecherischer und verwahrloster Kinder ausgedrückt, daß die Aerzte, welche die Unterbringung der Frau ſtadtlichung der Bahn wurden 3654, dagegen 1170 Stimmen abjunger Menschen, das am Sonnabend im Folkething end- Hirschberg in die Anstalt veranlaßt haben, zwar in gutem Glauben gegeben. Da nach dem Handelsgesetz eine Dreiviertel- Majorität der gültig angenommen worden ist. Seit einer Neihe von gehandelt, aber doch leichtfertig den Angaben einer Stranten abgegebenen Stimmen zur endgültigen Beschlußfassung erforderlich ist, während das Gesellschaftsstatut eine Dreiviertel- Majorität der Jahren hat die Sozialdemokratie für diese Sache gewirkt, und pflegerin der Frau Hirschberg geglaubt hätten. feitdem im Jahre 1895 eine Kommission ihr Gutachten darüber Betition für ungeeignet zur Erörterung im Plenum zu erklären, Der Referent Abg. Dr. Mugdan( frf. Vp.) beantragte die angemeldeten verlangt, muß die Entscheidung richterlichem Ermessen überlassen werden. abgab, ist keine Geffion vorüber gegangen, ohne daß unsere Partei weil er der Meinung war, daß der Reichstag nicht zuständig sei, genoffen ihre Stimme für eine humane Gesetzgebung dieser Art da es sich um eine badische Landessache nicht aber um eine Reichs- gesellschaften. Neue Kämpfe zwischen deutschen und englischen Schiffahrtserhoben haben. Ihre Wünsche sind in dem neuen Gesetz nicht ganz angelegenheit handele. Kaum ist zwischen den großen kontinentalen erfüllt worden; das Landsthing hat manches verschlechtert, aber Schiffahrtsgesellschaften und der Cunard- Linie der Friede wiederdennoch ist das Erreichte schäbenswert. Ein nicht minder wichtiger Referenten entgegen. Die Angelegenheit verdiene im Plenum ernst- zwischen einigen fontinentalen und englischen Gesellschaften 31 Die Abgg. Thiele und Tubauer( Soz.) traten der Ansicht des hergestellt, da beginnen sich schon Vorboten eines neuen Kampfes Fortschritt sind die beiden Gesetze zur Bekämpfung der lich besprochen zu werden, da Petentin nicht, wie Dr Mugdan an- zeigen. In diesem Falle liegt die Führung, wie dem" Berl." Tuberkulofe fotvie die Ausdehnung der Unfall. versicherung auf die Seeleute, die in einem besonderen nehme, allein eine Bestrafung der Aerzte verlange, welche ihre Auf- gemeldet wird, auf der kontinentalen Seite bei der" Deutschen Gesetz durchgeführt worden ist. Auch hier war die Sozialdemo- nahme in die Irrenanstalt veranlaßt haben, sondern auch die Ab- Dampfschiffahrtsgesellschaft ansa" in Bremen, während die änderung der Gesetzgebung, um sichere Garantien zu schaffen, gegen British India SteamNavigation" und die, Benin fratie die treibende Kraft; ebenso in den Fragen der Arbeitslosen- unberechtigte Internierungen in Irrenanstalten. Unsere Genossen fular and Oriental SteamNavigationCompany". Versicherung und der Revision des Gesindegeſehes, die beide durch beantragten deshalb, die Petition dem Reichskanzler als Material kurz die, P. u D." genannt, die englischen Interessen wahrnehmen. Die die Einsetzung von Kommissionen der Lösung um einen Schritt Routen, auf denen sich die Differenzen und der etwaigeRatenkrieg abspielen näher geführt worden sind. Die Reform des kommunalen zur Abänderung der Gesetzgebung zu überweisen. ahlrechts scheiterte an dem Widerstand des Landsthings, 7 Stimmen sich auf den Standpunkt des Abg. Dr. Mugdan stellte, werpen- Ostindien. Die" Hansa" hat vor einiger Zeit das Poola Bei der Abstimmung ergab sich, daß die Kommission mit 9 gegen werden, sind erstens die Strecke New York- Südafrika, ferner Antdas sich am Sonnabend mit 30 Stimmen bei 24 Stimmenthaltungen ben Reichstag für nicht zuständig und die Petition deshalb für un abkommen bezüglich der Fahrt New York- Südafrika gelöst, da sie für Beibehaltung des Zweiklassen Wahlrechts durch den Pool in der Wahrnehmung ihrer Geschäftsinteressen sich und des Zensus für Kopenhagen erklärte. Für eine gerechte Einteilung' der Follethings- Wahlkreise haben bekanntlich behindert fühlte. Nunmehr versucht die" Hansa" nach einer Darstellung in den Times" in dem ostindischen Frachtengeschäft eine Monopol unsere Parteigenossen im Foltething der Regierung eine bindende stellung zu erringen. Die Hansa" hat zu diesem Zwed von Erklärung abgezivungen. Diese beiden Fragen, die direkt in die Antwerpen aus ein Rundschreiben an die Verschiffer erlassen, indem Machtverhältnisse der herrschenden Klassen eingreifen, werden wohl sie denjenigen Firmen, die ausschließlich die" Hansa"-Linie nach noch schwerer Kämpfe zu ihrer Lösung bedürfen. indischen Häfen befrachten, außer dem bisherigen Rabatt von 10 Broz. eine weitere Bonifitation in Höhe von 5 Broz. zubilligt. Dagegen wird den Exporteuren der Rabatt gänzlich entzogen, wenn sie sich direkt oder indirekt an Verschiffungen durch die„ British India" oder die" P. and D." beteiligen. Sollte es zwischen der„ Hansa" und den englischen Gesellschaften ernstlich zum Stampfe tommen, fo würden indirekt auch die Hamburg- Amerita- Linie" und der Norddeutsche Lloyd", wenn auch in geringem Maßstabe, in Mitleidenschaft gezogen werden, da sie zu der„ Hansa" in einem Bundesverhältnis stehen. Schweden. geeignet zur Erörterung im Plenum erflärte. Einschränkung der Sonntagsarbeit in den Glashütten. Der Verband der Glasarbeiter Deutschlands petitioniert um Der Regierungskommissar erklärte, daß in der Angelegenheit im Reichsamt des Innern Erhebungen stattfänden. Die Absicht des Herrn Staatssekretärs Graf Posadowsky, dem Reichstage schon in der nächsten Session eine Vorlage zugehen zu lassen, würde sich aber wohl kaum verwirklichen lassen. Abg. Horn( Soz.) trat für die Wünsche der Betenten ein und hob hervor, daß die Sonntagsruhe schon jetzt in einer Anzahl von Glashütten eingeführt sei. Er beantragte, die Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. Die Kommission lehnte diesen Antrag ab und beschloß: Ueber Aus Industrie und Handel. " Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. " Ein neues Strafgesetz gegen die Gewerkschaftsbewegung. Die schwedische Regierung hat am Dienstag dem Reichstag den Entwurf zu einem neuen schändlichen Ausnahmegesetz gegen streifende Arbeiter vorgelegt. Es sollen Paragraphen in das Strafgesetzbuch eingefügt werden, wonach Arbeitern, die ohne gesetzlichen Grund die weifung an den Reichskanzler zur Erwägung. Arbeit unter folchen Umständen niederlegen, daß Gefahr für Leben und Gesundheit oder grobe Gefahr" für das Eigentum entsteht, mit Geldstrafen, wenn aber tatsächlich eine Schädigung an Eigentum verursacht wird, mit Gefängnis bestraft werden sollen. Kommt bei dem Bruch des Arbeitsvertrages ein allgemeines Bon dem Jahresbericht der Berliner Handelstammer für 1904 Interesse" in Betracht, so soll auf Dienstentlassung und Geld- ist jetzt auch der zweite Teil erschienen. Bekanntlich hat die Unbußen, und wenn grober Schaden, oder eine Behinderung möglichkeit, gleich nach Jahresschluß einen zuverlässigen und ein- Der Streit der Geschirrsattler bei den Firmen G. Reinhardt oder Stodung des Betriebes verursacht wurde, auf gehenden Bericht über die leztjährige wirtschaftliche Entwicklung zu und F. Guiremand dauert unverändert fort und werden die Dienstentlassung und Gefängnis bis zu sechs Monaten erstatten, die Berliner Handelskammer dazu bestimmt, ihren Jahres- Kollegen anderer Firmen von der Streifleitung ersucht, bei Angebot erkannt werden. bericht in zwei Hälften zu teilen. Der erste Teil, der zum Schluß von Streitarbeit selbige zu verweigern, da die betreffenden FirmenIn einer tiefernsten Nede unser Parteigenoffe des Jahres erscheint, bringt eine allgemeine Charakteristik des inhaber versuchen, ihre Aufträge in anderen Betrieben herstellen zu Branting in der Zweiten Kammer vor der Durchführung dieses Wirtschaftslebens in dem zu Ende gegangenen Jahre, speziell der lassen. Die Differenzen bei A. W. Schulze sind beigelegt. Ausnahmegesetzes gegen die Klasse des schwedischen Voltes, die Gestaltung der Börsen, Bank- und Geldmarktsverhältnisse, sowie größtenteils nicht einmal das Wahlrecht besigt, um ihre Interessen der Tätigkeit der Handelskammer nebst einer Uebersicht über das breitet hatten, erhielten hierauf einen Gegentarif. Die beiderDie Linoleumleger, welche den Arbeitgebern einen Tarif unterin der Kammer genügend vertreten zu lassen. Er bemerkte unter Verkehrswesen und die innere wie auswärtige Handelspolitik, während Hinweis auf die Vorgänge in Rußland, daß derartige Straf der zweite, einige Monate später erscheinende Teil nach einem ein- feitigen Kommissionen verhandelten mit einander und einigten sich bestimmungen dahin wirken müssen, daß der Klassenkampf brutalere gehenderen, die inzwischen veröffentlichten amtlichen Statistiken be- über die strittigen Punkte mit Vorbehalt der Zustimmung der AufFormen annimmt, und erklärte zum Schluß, daß keine Macht im- nutzenden Bericht über die allgemeine Wirtschaftslage im einzelnen traggeber. In Zukunft soll der bestehende Tarif auf zwei Jahre feststande sei, die Arbeiterbewegung einzudämmen, selbst wenn die die industrielle und kommerzielle Tätigkeit in den verschiedenen Stundenlohn steigt von 60 Pf. auf 70 Pf. Es dürfte ohne Arbeitsgelegt werden. Berschiedene Positionen erhalten einen Zuschlag. Der Kammer der Regierung auf diesem unheilvollen Wege folgen sollte. Gewerbezweigen behandelt. Die Rede Brantings wurde von mehreren Seiten mit Bravo- Dieser zweite Teil des Berichts für das Jahr 1904 ist jetzt er- niederlegung zu einem Tarifabschluß zu kommen. rufen aufgenommen. Der Entwurf, gegen den sich übrigens auch schienen. Indem wir uns vorbehalten, auf einzelne Darlegungen noch zwei Liberale aussprachen, würde dem Gesetzgebungs- Ausschuß gelegentlich zurückzukommen, geben wir hier nur kurz die Charakteristik überwiesen.der Berliner Marktlage im vergangenen Jahre wieder: Die Wagenfattler haben den Arbeitgebern ihre Forderungen zugestellt. Von den größeren Firmen sind dieselben anerkannt; verschiedene Antworten stehen noch aus. Gefordert wird die neun fündige Arbeitszeit, ein Lohnzuschlag von 10 Proz. und für Uebers| lung forderte u. a. Stunden 25 Proz g die Wiedereinstellung der beiden und stellten, gab es noch nicht die ausgesprochenen Vertretungen der beauftragte eine Kommiffion mit nochmaligen Unterhandlungen. Unternehmerinteressen, wie Landwirtschafts-, Handels-, Handwerks Zum Streit der Teppichweber. Am Freitag hielten die Arbeiter auf telephonische Anfrage erflärte ein Vertreter ber Brauerei, diese fammer und Zwangsinnung. Nachdem diese Vertretungen der und Arbeiterinnen der Teppich Firmen Benjamin u. Co., müffe jede weitere Verhandlung ablehnen, man möge sich nach Dort Unternehmer ins Leben gerufen worden sind, müssen die Arbeiter Baader und Feibisch, die am 5. d. M. einmütig in den Ausmund an das Syndikat wenden. Die Organisation, die bisher mit vollen Recht eine Vertretung ihrer Interessen in den Arbeiterstand getreten find, eine Versammlung ab. Unter anderen Rednern bei Differenzen immer direkt mit der Brauerei verhandelt hatte, fammern fordern. Es ist nicht einzusehen, weshalb sich die Arbeiter ging sole mit Herrn Feibisch streng ins Gericht, weil biefer erblidte in diefer Haltung eine Brüstierung, und da Verhandlungen mit paritätischen Einrichtungen begnügen sollen, da doch die UnterHerr feinen Arbeitern, die das Gewerbegericht als Einigungsamt bie Arbeit nieber, und das Bier der Alteburg wurde boykottiert. haben. Bei der Beantwortung der vorliegenden Frage kommt ausdrücklich abgelehnt worden waren, legten die 29 Organisierten nehmer derartige Institutionen zur Vertretung ihrer Interessen anrufen werden, erklärte, diese Komödie" nicht mitzumachen. Es sprach auch ein Vertreter der Handels- und Verkehrsarbeiter, weil Darauf erließ der Boykottschutzverband rheinisch- westfälischer Braue es auch darauf an, welche Aufgaben der Arbeitskammer zugewiesen der Ausstand bereits die Hausdiener in Mitleidenschaft gezogen hat. reien eine" Dortmund, 3. April" datierte Erklärung: wenn bis zum werden. Der sozialdemokratische Entwurf geht Bei den Firmen Benjamin und Baader verlangte man von April der Boykott nicht aufgehoben fei, erfolge gemäß Berein nicht weit genug. Er begnügt sich damit, daß die Arbeitsdiefen die Anfertigung von Streitarbeit, die sie als ziel barung der 34 größten Brauereien von Köln, Kalt, Mülheim a. St., fammer im wesentlichen eine Gutachten abgebende Behörde sein bewußte Arbeiter ablehnten. Sämtliche Hausdiener dieser Fabriten Bündorf, Brühl, Dormagen und Wahn am Mittwoch abend die foll. Das hat nach Ansicht des Redners wenig' Wert. Die Arbeitserklärten sich mit den Streifenden solidarisch. Es wurde dann noch aussperrung beziv. Kündigung sämtlicher dem Brauerei- Arbeiter- fammer müßte vor allem die Befugnis haben, die Betriebe daraufhin ein Streiffomitee aus der Mitte der Versammlung gewählt. Verbande angehörigen Arbeiter. Da die gewerkschaftlich organisierte au fontrollieren, ob die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, Arbeiterschaft feine Späße treibt, auch die Ursachen des Boykotts welche dem Schuh der Arbeiter dienen, innegehalten werden. Wenn Heber die Stellung der felbständigen Barbiere zu den Forderungen nach wie vor weiter bestanden, blieb der Boykott bestehen. alle diese Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung durchgeführt würden, der Gehilfen weiß eine Storrespondenz zu melden: Die Barbiere Wie wir in einem Telegramm berichtet haben, ist die Aus- dann hätten wir einen großen sozialpolitischen Fortschritt zu ber und Friseure sind in Berlin in drei Innungen organisiert. Die sperrung allerdings nicht in allen Brauereien erfolgt. Es zeichnen. Sie werden aber bei weitem nicht durchgeführt, weil es meisten Mitglieder zählt die Barbier, Friseur- und Perückenmacher handelt sich um einen ersten Kampf, um einen Kampf, den die an einer fachkundigen Kontrolle fehlt. Hierzu sind Kontrolleure Innung( Obermeister Leopold) mit 1250 Meistern; dann folgen Scharfmacher der Kölner Bierindustrie gewollt aus den Reihen der Arbeiter erforderlich, eine Forderung, die der die Friseur- und Perückenmacher- Innung( Obermeister Segel) und und systematisch herausgefordert haben. die sogenannte Die fozialdemokratische Entwurf ebenfalls nicht berücksichtigt. Dah " Altdeutsche Innung"( Obermeister John). Kölner Brauereiarbeiter- Organisation hat in den letzten Jahren, zum eine wirksame Stontrolle der Betriebe durch eine paritätische StörperAußerdem egiſtiert noch eine Freie Vereinigung felb- Teil durch Boykotts, sich die Achtung der Koalition und eine Ver- fchaft nicht ausgeführt werden kann, ist ohne weiteres flar. Dieständiger Barbiere, Friseure und Perückenmacher. Der besserung der gesindemäßigen, b. h. menschenuntpürdigen Arbeits- felben Unternehmer, die vielleicht in den Gewerbegerichten und in Leiter der stärksten Innung, die bei dem Streit hauptsächlich verhältnisse in den Brauereien des Kölner Bezirks errungen. Die den Versicherungskörperschaften soziales Verständnis zeigen, würden in Frage kommt, Obermeister Leopold, erklärte, daß die In- Unternehmer sahen sich genötigt, im Sommer 1904 vor dem Gewerbe- es sich energisch verbitten, wenn man ihre Betriebe auf die Benungen jede Verhandlung mit den Gehülfenorganis gericht einen Tarif mit dem Verbande der Brauer abzuschließen, der folgung der Arbeiterschutz- Vorschriften hin kontrollieren wollte. fationen ablehnen würden; für sie würden nur die Gehülfen- manches Günftige für diearbeiter enthielt. Aber ein Tarifbruch der Unter- Die Arbeitsämter, welche der sozialdemokratische Entwurf vorausschüsse der Innungen in Frage kommen. Von diesen Ausschüssen nehmer folgte dem anderen. Und die letzteren jannen darauf, wie sie fich sieht, sollen ja derartige Befugnisse haben. Wenn aber die Hülfsfind aber den Meistern bisher noch keine Forderungen unterbreitet der läftigen Vereinbarungen wieder entledigen könnten. Die beamten des in den Arbeitsämtern vorgesehenen Regierungs worden. Die Forderungen des Zentralverbandes hätten wenig Direktion der Alteburg, die den Ton in der Unternehmervereinigung beamten von der paritätischen Arbeitsfammer gewählt werden, so Sympathien bei den Meistern, sowie sie die Arbeitsruhe an den zweiten angibt, unternahm es, die Sache einzufädeln, und ihr Plan ist bis ist anzunehmen, daß fich der Einfluß der Unternehmer, die ja mit Feiertagen und eine regelmäßige Mittagspause betreffen. Diese zu einem gewissen Grade gedichen. Nun aber haben die organi- dem unparteiischen Vorsitzenden zusammen ausschlaggebend find, Forderungen wären zwar in größeren Betrieben, die mehrere Ge fierten Arbeiter des Bezirks der genannten Städte das Wort. Mehr dahin geltend macht, daß wir in die Arbeitsämter Hülfsbeamte hülfen beschäftigen, leicht zu erfüllen; dort aber ivo mur Meister und als 20 000 gewerkschaftlich Organisierte stehen hinter den Aus- hineinbekommen, die schlimmer sind als die Polizei, der heute die ein Gehülfe arbeiten, würden sie nach Ansicht des Obermeisters gesperrten. Der Sekretär des Kölner Vereins der Brauereibefizer Stontrolle obliegt, die sie aber aus Mangel an Sachkenntnis beint eine schwere Geschäftsschädigung herbeiführen. Die Forderung eines hat am Mittwoch zu einem außerhalb des Ringes stehenden Besizer besten Willen nicht wirksam ausüben kann. Gehalts von 12,50 m. bei halber Soft soll angeblich bei den meisten erklärt: er möge sich doch ebenfalls dem Ning anschließen; denn Arbeitgebern schon erfüllt sein; weniger Lohn wird hauptsächlich mures handle sich darum, die Organisation der wo es sich um eine Interessenvertretung der Arbeiter handelt, nicht Aus den angeführten Gründen, meint der Redner, sollten wir, von den fogenannten Groschenbarbieren" bezahlt. Sier würde die Brauerei Arbeiter zu beruidten. Berbindlichsten Dank an der paritätischen Grundlage festhalten, sondern eine reine Lohnerhöhung eine Erhöhung der Preise und ein Aufhören des für diese Offenherzigkeit; fie bestätigt allerdings lediglich, was man Arbeitervertretung fordern. Wenn man, wie es um Trinkgeldwesens herbeiführen; eine Entwidelung, die von den schon wußte. Innungen selbst angestrebt wird. Mit furzen Worten heißt das: breit im„ Correspondenzblatt" tut, für die Arbeitskammer deshalb Dazu erhalten wir in später Stunde folgendes Telegramm: Die Innungen werden behülflich sein, der eigenen Konkurrenz zu eintritt, weil diese voraussichtlich weitergehende Befugnisse erhalten Köln, 7. April.( Privattelegramm des Vorwärts".) werde wie eine Arbeiterkammer, so möge man bedenken, daß, wie die Leibe zu gehen, selbst aber nichts bewilligen. Zur Aussperrung der organisierten Brauereiarbeiter meldet die Verhältnisse heute liegen, weder der Arbeitsfammer noch der ArAchtung, Arbeiter der Allgemeinen Elektrizitäts- Werte! In den Rheinische Ztg.", daß die Kartellkommission sowie die Vorstände beiterfammer weitgehende Befugnisse erteilt werden würden. Gewiß einzelnen Abteilungen werden Streifbrecher für die Tischlerei an- sämtlicher Gewerkschaften beschlossen haben, den morgen stattfindenden habe die Arbeitskammer wohl mehr Aussicht auf Verwirklichung wie geworben; so sind von Gf. 5 vier Arbeiter unter Versprechung hoher Volksversammlungen zur Beschlußfaffung zu empfehlen, über alle die Arbeiterlammer. Aber wir dürften doch die erstere nicht lediglich Löhne nach der Tischlerei abgeschoben worden. Dieſelben haben am Brauereien, die organisierte Brauereiarbeiter deshalb propagieren, weil sie das zunächst Erreichbare ſei, sondern Freitag nach Rücksprache mit den Streifenden die Arbeit nicht wieder wir müßten fordern, was wir für zwedmäßig und notwendig halten, aufgenommen. Vom Waschinenlager find acht ungelernte Arbeiter ausgesperrt oder ihnen gekündigt haben, den Boykott zu verhängen. und das sei eine reine Interessenvertretung der Arbeiter, die nur in der Tischlerei an Maschinen gestellt worden, ohne daß man be- Andererseits wolle man mit dem Boykottverband in Verhandlungen vom Gesichtspunkt der Arbeiter aus zu wirken hat. denkt, welche Folgen das für die ungelernten Arbeiter haben kann. eintreten, wenn seitens desselben hierzu Geneigtheit gezeigt wird. In der Diskussion traten die Redner zumeist dem Standpunkt Kollegen aller Abteilungen! Wir ersuchen Euch, uns in diesem Bis dahin soll aber der Boylott mit aller Schärfe durchgeführt und des Referenten bei. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß die Kampfe zu unterstützen und alle Kollegen darauf aufmerksam zu den Brauereiunternehmern ein unerbittlicher Kampf von mehr als hier berührte Frage in den Gewerkschaften, namentlich auch in der machen, daß sämtliche Tischler, Drechsler und Maschinenarbeiter im 20 000 gewerkschaftlich organisierten Arbeitern aufgezwungen werden. Gewerkschaftskommission behandelt werde. Nur ein Redner trat für Streit stehen. Wir hoffen, den Kollegen die Unterstützung, welche die Arbeitskammern ein, weil die Arbeiter noch nicht Macht genug fie uns jetzt erweisen würden, bei Gelegenheit wieder vergelten zu hätten, um eine reine Vertretung ihrer Intereffen zu erlangen. tönneu. Die Streifleitung. Der Streit der Schneider in Köln sieht außerordentlich günstig. Demgegenüber betonte der Referent nochmals, daß wir uns nicht auf Zurzeit haben etwa 80 Geschäfte mit 150 Gehülfen die Forderungen anerkannt, und weiter haben die brei größten Betriebe: Esders den Standpunkt stellen sollen, nur das zu erstreben, was augenblidu. Dyckhoff, Einmahl u. Co. und Jos. Michels, die zusammen mehr lich erreichbar ist. Man dürfe auch nicht die Parität in den Gewerbeals 200 Maßschneider beschäftigen, am Donnerstagabend den Tarif gerichten und der Arbeiterversicherung auf gleiche Stufe stellen mit unterschrieben, so daß dort Freitag die Arbeit wieder aufgenommen ber Barität in den Arbeitslammern, denn in dieſen kommen die abzuhalten; ebenso fonnte man in einer Reihe von Fällen die Ein- bürfen nicht eintreten für eine Einrichtung, die zwar den Namen wurde. Infolge der guten Geschäftszeit war es möglich. den Zuzug ſozialen Gegenfäße viel mehr in Frage als in den ersteren.' Wir fertigung von Streitarbeit in anderen Städten durch telegraphische Arbeitskammer führt, aber doch nichts für die Arbeiter tun kann. Achtung! Lederarbeiter! Die Sperre über die Steinleinsche Fabrit in Berlin, Thaerstr. 29/30, dauert unverändert fort. . Der Zentralvorstand. 58 Stunden. Deutsches Reich. Die Bosener Tischler erzielten eine 7prozentige 2ohnerhöhung und die Herabſegung der wöchentlichen Arbeitszeit von 60 auf Die Steinmegen befinden sich in Braunschweig und in Celle wegen Lohndifferenzen im Ausstande. Der Streit derselben in Oldenburg endete mit einem vollen Erfolge. Die Bildhauer in Elberfeld Barmen fämpfen um den Achtstundentag. Die Arbeitgeber haben jede Unterhandlung abgelehnt und das Schreiben der Gehülfen, in welchem diese um Unterhandlung bitten, unbeachtet gelassen. " hielten wir von verschiedenen Seiten Zuschriften. Das AusschußBenachrichtigung verhindern, fo daß Streifivare unfertig nach Köln zurückgeschickt wurde. Am Freitag fand vor dem Gewerbegericht wiederum eine Einigungsverhandlung statt, über deren Ergebnis abends der Gehülfenversammlung berichtet werden soll. Ein Streit der Gasarbeiter steht in Köln in Aussicht. Die Vorwärts- Buchbinderei mißverstanden. Diese Beschwerden, welche Arbeiter verlangen für alle Kategorien Lohnerhöhungen. Vor etwa fieben Wochen bereits haben sie eine Eingabe um Lohnaufbesserung an die Direktion gerichtet. Die daraufhin von der Direktion mit dem Arbeiterausschuß gepflogenen Unterhandlungen haben zu keinem Die Tischler in Goslar stehen vor einer Aussperrung. Gering- bie Arbeiter befriedigenden Ergebnis geführt. Die Direktion er fügige Forderungen, die sie stellten, wurden in brüster Form ab- tlärte, unzuständig zu sein; für diese Forderungen sei vielmehr die gelehat. Nun reichten die ledigen Leute ihre Kündigung ein, um sozialpolitische Deputation zuständig. In einer weiteren Besprechung abzureisen, was ja nach dem berühmten freien Arbeitsvertrag" tein haben nun die Arbeiter den Beschluß gefaßt, in den Ausstand zu Kündigung sämtlicher verheirateter Leute. Zuzug ist fern- erhalten haben. Verbrechen ist. Die Unternehmer antworteten darauf mit der freten, wenn sie bis Freitag nachmittag feine befriedigende Antwort zuhalten. Husland. Ju Sachen der Buchbinder- Versammlung vom 27. Oftober ermitglied der Vorwärts- Buchbinderei, Herr Klar, teilt uns mit, unser Berichterstatter habe die angeblichen Beschwerden gegen die nicht die Geschäftsleitung betreffen, sondern durch Meinungsverschiedenheiten unter den Arbeitern veranlaßt find, hätten ihre vorläufige Erledigung dahin gefunden, daß sie erst in einer Werkstubenversammlung besprochen werden sollen. Die Resolution aber sei angenommen worden, als die am Schluffe angelangte Versammlung bereits etwas unruhig geworden sei, weshalb niemand vom Vorwärts"-Bersonal mehr das Wort genommen habe. Dagegen warte das Personal noch auf die Antwort der Geschäftsleitung bezüglich der Wünsche, mehr Arbeiten als bisher im eigenen Betriebe herzustellen, um Entlassungen zu verhindern, während Arbeiten aus dem Hause gegeben werden. Lohnbewegungen in Schleswig- Holstein. In Kappeln a. der Ferner sendet uns die Ortsverwaltung des Buchbinder- VerLohnbewegungen und Streits holländischer Zimmerlente. In Schlei legten die Maurer und Zimmerer am 1. April einmütig die Groningen, Hilversum, Sappemeer und Maastrich haben die bandes eine Zuschrift, daß sie um deswillen keine Mitteilung an die Arbeit nieder. Nach kurzer Arbeitseinstellung kam es jedoch durch Bimmerer Forderungen auf Erhöhung der Löhne und Verkürzung worden sei, daß erst die Neunerkommission sich mit der Angelegenheit Vorwärts- Geschäftsleitung habe gelangen lassen, weil ihr erklärt Meistern und Gesellen und zur Abschließung eines Tarifs, der für Einigung ist es bis jetzt nicht gelommen. Bermittelung des Bürgermeisters zu einer Einigung zwischen der Arbeitsgeit an die Unternehmer gestellt. Zu irgend welcher Die Zimmerer von befassen werde, wogegen die Geschäftsleitung erklärt, daß die Andrei Jahre gelten soll und die Erhöhung des Stundenlohnes von Sappemeer sind in den Streit getreten, weil die Unternehmer ihre gelegenheit ihrerseits nach den Verhandlungen mit den Vertrauens38 auf 40 Bf. vorsieht. Die Arbeiterinnen in den Gärtnereien bei Barmstedt fordern vom 10. April ab 1,50 M. Zagelohn und Forderung, die Stundenlöhne um einen Cent zu erhöhen, ablehnten. leuten des Arbeiter- Ausschusses endgültig erledigt worden sei. bei Barmstedt fordern vom 10. April ab 1,50 M. Tagelohn und In Maastrich ist ein partieller Streit der dem katholischen Holz wie sie die Benachteiligung der Arbeiterinnen aufgefaßt haben Die Arbeiterin, welche die Debatte hervorrief, gibt uns darüber, neanftündige Arbeitszeit. Die Antwort der Arbeitgeber steht nocharbeiter Verband angehörenden Bimmerer ausgebrochen. Hier wollte, folgende Aufklärung: Als in der Debatte in der öffentlichen aus. Die Arbeiterinnen find im Hülfsarbeiter- Verband organisiert. handelt es sich ebenfalls hauptsächlich um Lohnforderungen. Die Maurer in Wilster und die Maurer und Zimmerer in Wedel und Schulau sind in den Streit getreten. Die Maler in Schleswig haben mit ihren Arbeitgebern auf die Dauer von zwei Jahren einen Tarif abgeschlossen, der den Stundenlohn von 40 auf 42 Pf. erhöht. Das Kost- und Logiswesen beim Meister fällt fort. Nur drei Meister haben den Tarif nicht anerkannt; über diese ist die Sperre verhängt worden. " 9 Verfammlungen. Arbeitslammern oder Arbeiterkammern. 11 Versaminlung dagegen protestiert wurde, daß vom Vorwärts" Arbeiten bei Lüderitz u. Bauer hergestellt werden, gab auch ich meiner Meinung Ausdruck, indem ich sagte: Es wäre ganz vorteilhaft, wenn alle diese Männerarbeiten im Vorwärts" hergestellt würden, denn da würden es dann die Kollegen nicht mehr nötig haben, den Kolleginnen die Arbeiten wegzunehmen, die speziell Am Donnerstag sprach Reichstags- Abgeordneter Robert nur Mädchenarbeiten sind, wie z. B. Falzen. Solange ich im„ BorSchmidt in einer Versammlung des Arbeitervertreter- Vereins märts" tätig bin, würde mit schon immer von seiten der Kollegen in Die Brauerei- Arbeiter- Aussperrung im Kölner Gebiet. über das vorstehende Thema. Der Redner begann seinen Vortrag die Ohren geblajen, daß die Kolleginnen hier überflüssig sind, sie Zwischen der Rheinischen Brauerei- Attiengesellschaft Köln- Alte- mit dem Hinweis darauf, daß sich die Parität, das Zusammentvirten hätten überhaupt die Absicht, es so weit zu bringen, daß nur noch burg, einem der bedeutendsten Betriebe im Rheinland, und dem von Arbeitern und Arbeitgebern, in der sozialen Rechtsprechung: den Gehülfen im„ Vorwärts" beschäftigt würden. Was solle dann aus Verbande der Brauerei- Arbeiter bestanden seit lange Auseinander- Gewerbegerichten und Arbeiter- Schiedsgerichten im allgemeinen be- den Kolleginnen werden, die die Arbeit gelernt haben und sich auch fegungen sowohl wegen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse als auch währt habe. Wir könnten damit zufrieden sein, um so mehr dort, ihr Brot ehrlich verdienen wollen? Die Firma Lüderik u. Bauer sendet uns folgende Zuinsbesondere wegen der Behandlung der Organisierten. Die letzteren o für die Besetzung der betreffenden Aemter Arbeiter vorhanden beschtverten sich immer wieder über Zurückfezung und Schifanierung find, die unabhängig gemig sind, um gegenüber den Unternehmer- schrift: Laut Jhrem Bericht in der Nr. 79 de? Vorwärts" vom 2. cr. gegenüber den sogenannten Bundesbrüdern und den Richtorgani- vertretern ihrer eigenen Meinung Geltung zu verschaffen. fierten. Durch fyftematische Entlassungen und dergleichen hatte fich Wenn wir also mit der paritätischen Grundlage der Gewerbe- über die Versammlung der Buchbinder sollte ich nach den Worten die Zahl der Verbandsmitglieder in der Brauerei von 52 auf 29 gerichte und der Arbeiter- Schiedsgerichte zufrieden sein können, so des Referenten Herrn Bruds die Bemerkung getan haben:" Die vermindert, und die Zahl der Abonnenten des Arbeiter- folge daraus nicht, daß wir auf allen sozialen Gebieten die Parität Organisation schleicht um mein Haus herum, wie ein Dieb, um blattes, der Rheinischen Zeitung", war von 15 auf 2 fordern müssen. Schon beim Arbeitsnachweis jei die Parität be- etwas zu ergattern." Ich erkläre diese Aeußerung und jede Begesunken. Da geschah dem zweiten Bierfieder D. ein denklich. Wenn wir der Errichtung paritätischer Arbeitsnachweise merkung, die dieselbe etwa beweisen soll, als unwahr und behalte Versehen, wie es in Brauereien im Laufe der Jahre immer zustimmen, so geschehe das nur unter dem Drnd der Berhältnisse mir vor, den Referenten gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen; wieder einmal vorkommt und wie es zweifellos, wenn auch in und in der Einsicht, daß durch den paritätischen Arbeitsnachweis den Arbeiter- Ausschuß sowohl wie unseren Vertreter, die an der anderer Art, jedem, auch dem intelligentesten, tüchtigsten und die Uebelstände des ungeregelten Arbeitsuchens oder der Vermittelung Besprechung teilgenommen haben, werde ich als Zeugen zu der benüchternften Manne einmal widerfahren ist. Die Direktion aber durch die Unternehmer beseitigt werden. Ein Idealzustand sei der treffenden Verhandlung laden. entließ den Brauer. Die Organisierten bezeichneten die Entlassung paritätische Arbeitsnachweis feineswegs, unfere Meinung sei viels mit Recht als Maßregelung. Als der Vertrauensmann des mehr die, daß die Arbeitsvermittelung Sache der Arbeiter. Verbandes, R., an die Arbeit des Entlassenen gestellt wurde, erklärte Organisationen, der Gewerkschaften sei. er, die Arbeit des gemaßregelten Verbandskollegen aus Solidaritäts- Im Anschluß an dieje Tarlegungen fam der Vortragende zur gefühl nicht übernehmen zu dürfen. So wurde auch er entlassen. Erörterung der Frage, ob dem Interesse der Arbeiter mehr gedient Ein Schiedsgericht erkannte mit vier gegen drei Stimmen, werde durch Errichtung von Arbeitsfammern auf paritätischer daß die Brauerei zivar berechtigt gewesen sei, die beiden zu ents Grundlage oder durch Arbeiterkammern, in dener nur die Arbeiter laffen, jedoch empfahl es einstimmig, den entlassenen R. wieder vertreten sind. Im Programm der sozialdemokratischen Partei einzustellen, da er als Vertrauensmann einem Verbandsgenoffen werden Arbeitskammern, also paritätische Inftitutionen, ge gegenüber nicht anders habe handeln können. Als die Brauerei fordert. Als das Programm beraten wurde, habe sich kein Ges feinerlei Anstalten machte, den St. wieder einzustellen, erklärte die ringerer als Friedrich Engels ganz entschieden gegen diese Brauereiarbeiter- Organisation, den Schiedsspruch nicht anzuerkennen, Forderung und für die reine Arbeitertammer erklärt. denn man könne nicht untätig zusehen, wie einer der im Verbande Auch der Redner hält die Arbeiterkammer( ohne Parität)' für die tätigen Kollegen nach nach dem andern auf die Straße gesetzt jenige Einrichtung, welche im Interesse der Arbeiter gefordert und wie auf diese Art die Drganisation planmäßig werden müsse, und begründete seinen Standpunkt folgendermaßen: zugrunde gerichtet würde. Eine öffentliche Versamum M3 wir die Forderung: Errichtung von Arbeitskammern, auf Stojaten zusammengezogen worden. Berantw. Red.: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantwo.( mit Ausnahme der„ Neue Welt- Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanft.Paul Singer& Co., Berlin SW. Hochachtungsvoll J. Bauer. In Firma Lüderitz u. Bauer. Letzte Nachrichten und Depeschen. Die Revolution in Rußland. Petersburg, 7. April.( W. T. V.) Aus Verkhnie Dnieprovst wird unterm heutigem Datum' gemeldet: Auf den Gütern des Fürsten Stotschubeh hat sich unter der ländlichen Bevölkerung eine Bewegung geltend gemacht, die auch auf die benachbarten Dörfer übergegriffen hat. Dort drohen die sehr erregten Bauern, die Ländereien aufzuteilen. Die Grundbesitzer und Behörden sind im Dorfe Ternath zusammengetreten. Im Zentrum des Bezirks find Hierzu 3 Meilagen, Nr. 84. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 181. Sigung vom Freitag, den 7. April 1905, nachmittags 1 Uhr. zu warnen. Unternehmer. Sonnabend, 8. April 1905. Resolution vor, in welcher die Regierung ersucht wird, in eine ein schaften ruinös sein. Nach meiner Ansicht sollte die Sperre nur auf gehende Prüfung hierüber einzutreten, in welcher Beziehung das ganz jungfräuliche Felder Anwendung Anwendung finden, nicht auch Berggesez, insbesondere über das Muten und die Berleihung des auf solche Felder, die schon angebohrt sind. Ich denke, wir Bergwerkeigentums einer Aenderung zu unterwerfen sein möchte, und gehen möglichst bald an eine Revision des Berggesetzes heran den diesbezüglichen Gefeßentwurf sobald als möglich vorzulegen. und lassen bis dahin bohren, wer bohren will.( Heiterkeit und Am Bundesratstische: Frhr. v. Stengel, Dr. Stuebel. Abg. Gamp( ft.) begründet den Antrag und weist darauf hin, Beifall.) Nach Erledigung einiger Rechnungsfachen wird die Novelle daß diefer bestimmt sei, die vorhandenen Anomalien, die sich bisher Abg. Herold( 8.) hält es für zweifelhaft, ob der Antrag Gamp zum Reichs Beamtengeset in dritter Lesung debattelos auf dem Gebiete der Mutungen herausgestellt hätten, zu beseitigen. die vorhandenen Mängel beseitigen könne, und erklärt sich mit der angenommen. Es folgt die dritte Beratung des Nachtrags- Wenn auch anzuerkennen sei, daß die Bergbehörde bemüht fei, die Ueberweisung des Antrages an eine Kommission einverstanden. etats für 1905 betreffend Südwestafrika und Kamerun. Anomalien zu beseitigen, so kämen doch noch vielfache Mißbräuche Abg. Dr. v. Woyna( ff.) hebt hervor, daß sich der Grundbefizer Abg. Ledebour( S03.): vor, die dazu führten, daß das Bergiverkseigentum in den in Hannover eine große Beunruhigung über den Antrag bemächtigt Bei der gestrigen zweiten Beratung ist von verschiedenen Seiten Besitz des Großkapitals übergehe. Darunter habe auch der Staat habe. Es handle fich bei dieser Frage um einen tiefen Eingriff in zu leiden gehabt, indem er beim Ankauf von Bergwerken in West- Privatrechte. Beftritten worden, 1. daß die witboi Hottentotten in den Aufstand falen das Dreifache und Vierfache des ursprünglichen Preises habe hineingehest worden seien durch die Androhung der Entwaffnung, 2. daß zahlen müffen. Wäre Fürst Bismard noch einige Jahre länger im es mir nicht einfällt, den Grundbesig in Hannover irgendwie anMinister Möller: Jch fann nur furz und bündig erklären, daß den Ovambos gleichfalls durch die Kolonialintereffenten die Ent Amte geblieben, so hätte er wohl schon eine Reform der Be- zutasten. waffnung angedroht ist. Bei der vorgerüdten Beit werde ich mich ftimmungen über das Mutungswesen herbeigeführt. Wünschenswert barauf beschränken, Ihnen zwei Beweise für meine Behauptung vor- wäre es, wenn die Regierung der Kommission, an die der Antrag des Antrages Gamp einverstanden. Abg. v. Bockelberg( f.) erklärt sich mit der Kommissionsberatung zulegen. Was 1. die Witboi- Hottentotten anbelangt, so hat wohl verwiesen würde, eine Uebersicht über die ausgegebenen Generalmajor v. François in seiner Schrift über den Mutungen und die Größe der Felder, für welche Mutungen erteilt Rommission von 14 Mitgliedern überwiesen. Die Debatte wird geschlossen, der Antrag Gamp einer Hottentotten- Aufstand sich folgendermaßen über die Gründe der Er- find, borlegen würde. Redner verwahrt sich gegen den Vorwurf des hebung der Witboi- Hottentotten ausgesprochen:" Den Anlaß zum Oberbergmeisters Engel, daß sein Antrag auf die Initiative der Ausbruch sollen die verschiedensten Umstände gegeben haben: Ein- Regierung zurückzuführen sei und beantragt zum Schluß die Ueber- Achter Verbandstag der Bauhülfsarbeiter Deutschlands. gebungen eines aethiopischen Propheten, religiöser Wahnsinn, Furcht weisung seines Antrages an eine Kommission von 14 Mitgliedern. bor der Absetzung der Kapitäne mögen mitgesprochen haben. BeHandelsminister Möller: Jm Laufe der legten Session ist In der weiteren Debatte über die Tattik bei Lohnbelegungen, stimmen, scheint die Besorgnis vor der Entwaffnung gewesen zu wiederholt von verschiedenen Seiten angeregt worden, daß das nimmt u. a. der Vorsitzende des Maurerverbandes, Genosse Bomelfein. Die Abgabe der Gewehre bedeutet für die Witbois das Ende Mutungssystem einer Wenderung bedürfe, und es wurde darauf hin- burg, das Wort. Er weist die verschiedenen Redner, die mehr Ausber Unabhängigkeit. Und für seine Freiheit will er fämpfen."( Sört! gewiefen, daß gewisse große Baugesellschaften bemüht feien, sich un- unft von Behrendt über diese Frage gewünscht hätten, darauf hin, hört! bei den Sozialdemokraten.) Sie sehen, daß hier gegenüber geheure Felder zu sichern und daß dadurch monopolartige Besige daß das gar nicht geschehen konnte. Ueber tattische Fragen laffe dem Hottentotten- Aufstande ein höherer Offizier fich eine geschaffen werden, so daß ein Einschreiten des Staates nötig ist. Baugewerbe, von Fall zu Fall entschieden werden. Bei großen sich im voraus nicht reden. Die Taktik müsse, besonders im größere Objektivität zu bewahren vermocht, als die Ich habe bereits in der vorigen Woche auf die Ausführungen des bürgerlichen Parteien im Sause. Daß auch die Abg. Traeger erwidert, daß ich bereit sei, in eine Erörterung der Ausständen sei es notwendig, daß vorher eingehende Erörterungen Ovambos gegenwärtig aufgehegt werden, dafür kann ich ein Bitat aus Frage einzutreten, in welcher Weise eine gefeßliche Aenderung dieses stände der einzelnen Filialen zusammenarbeiten, so sei das mit der Zentralleitung gepflogen werden. Wenn die Voreiner Broschüre des Professor Dr. Wohltmann, faiserlicher Gebietes möglich sei. Wir sind seit längerer Zeit mit der Frage Stände der einzelnen Filialen zusammenarbeiten, so sei das Geheimer Regierungsrat, anführen. Er spricht sich folgendermaßen beschäftigt, find aber dabei auf große Schwierigkeiten gestoßen. Ich schon ein Stück Tattit. Diese Dinge haben eventuell mehr Wert, über die ferneren Pläne in der Kolonie aus:" So hartherzig es muß die Darlegungen des Abg. Gamp als zutreffend anerkennen. als bestausgeflügelte Taftit. Redner schließt: Sorgen wir dafür, auch Klingen mag, wir können nicht umhin, gleichzeitig auch mit den Was eine gründliche Reform des Berggefeges angeht, so ist daß das Freundschaftsverhältnis, wie es ſeit Jahren angeknüfpt iſt, Ovambos reinen Tisch zu machen und die vollständige Unterwürfigkeit nicht zu vergessen, daß es auf dem Bergbauverein auf- noch ein besseres wird, daß schließlich die Organisationen des Baudieses unsere unbedingte Herrschaft noch nicht anerkennenden Volkes gebaut ist, und es bedarf ausführlicher Vorarbeiten, wenn gewerbes nicht nur zentral, sondern auch in den einzelnen Orten durchzusetzen. Die Pazifizierung der Kolonie wird sich daher noch man den ganzen Aufbau des Gesetzes ändern will. Der gemeinsam arbeiten und es wird das geschaffen, was mau nicht von heute auf morgen vollziehen fönnen, sondern Vorschlag des Abg. Gamp ist. uns insofern fich unter gemeinsamer Drganisation denkt, mit dem einzigen vielleicht noch lange Zeit in Anspruch nehmen.( hört! hört! fehr sympathisch, als er uns Beit läßt, in aller Unterschiede, daß man noch zwei verschiedene Leitungen, zwei bei den Sozialdemokraten.) Dieser Geheimrat befürwortet Ruhe mit den Interessenten zu überlegen, wie verschiedene Zeitungen, zwei verschiedene Stassen hat. Die Unteralso den Ovambos gegenüber reinen Tisch, was er mit reinem die ganze Frage zu regeln ist. Der Antrag Gamp nehmer haben zwar in den letzten Jahre große Fortschritte geTisch meint, sagt er freilich nicht. Er will sie alle nicht gleich tot i ft zu unbillig gegen die Bohrgesellschaften und wird noch macht. Aber diese Stärke, wie sie sich die Unternehmer geträumt, fchlagen, aber er will jedenfalls so reinen Tisch mit ihnen gemacht abgefchwächt werden müssen. Die Frist von sechs haben sie nicht. Die Tarifverträge sind ein Sugeständnis ant haben, wie mit den Hereros. Daß sich das die Obambos nicht einfach Monaten ist zu kurz bemessen, sie wird auf mindestens ein Jahr unsere Stärte, bei weitem kein Beweis der besseren Einsicht der gefallen laffen werden, sieht Geheimrat Wohltmann selbst ein. Und festgesetzt werden müffen. gerade um diesen Gefahren entgegenzutreten, hielt ich es für not- Abg. Macco( natl.): Ich will gar nicht leugnen, daß das Behrendt führt in seinem Schlußwort aus: Wenn er über wendig, noch in letzter Stunde vor der Entwaffnung der Ovambos Mutungsrecht einer Reform bedarf und jetzt lebelſtände gezeitigt hat, Tattit feine Richtlinie gegeben habe, so sei das, wie ſchon Bömelburg Der Kolonialdirektor, der gestern zu meiner Ver- die im öffentlichen Interesse abgestellt werden müssen. Trifft aber der ganz richtig ausgeführt, eben aus dem Grunde geschehen, weil die wunderung überhaupt gar nicht das Wort genommen hat, hat ja Antrag Gamp den richtigen Weg? Schadet er nicht mehr als er nüßt? Frage der Taktik sich nicht in eine Schablone zwängen lasse. Desallerdings erklärt, die Entwaffnung sei nicht beabsichtigt. Aber man Unfere bornehmste Sorge muß sein, der herrlich auf halb werde er auch eine Resolution nicht empfehlen können. In weitere Ausdehnung des Strieges muß unter allen Umständen Berwahrung bie großartigen Leistungen des Privatkapitals, die Tiefbohr bie mit vielem schädlichen Ballast beschwert feien, und nicht zur darf gegen diefes Boll auch nicht bezen, wie dies geschieht. Gegen die geblühten deutschen Industrie ihre Rohstoffe zu erhalten. Erst durch Beziehung auf Tarifverträge betone er, daß er zwar auch für solche fei, aber nicht unter allen Umständen. Es gebe leider Tarifverträge, eingelegt werden.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) gesellschaft, find riesige Kohlenfelder erschlossen worden, die der haben die internationalen Bohrgesellschaften sich ein großes Verdienst mit aufnehmen müßten, die die Bewegungsfreiheit der Organisation Staat als abbauunfähig hatte liegen laffen. Mit dieser Aufschließung Nachahmung anreizen. Das sei vielfach die Schuld der Arbeiter um Deutschland erworben. Berhängen Sie jetzt eine Sperre von felbit, die in ihrem Eifer, solche Verträge zu erlangen, Bestimmungen fünf Jahren über alle Mutungen, so werden nach Ablauf hindern. dieser Zeit bie jest bestehenden Gruben und Zechen Ueber die einen ganz bedeutend höheren Wert haben.( LebWiderstand gegen eine Wiederaufhebunghaftes Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Dann würde der spricht Mohn te Hamburg. Er verweist auf den gedruckt vor ein Widerstand von liegenden Entwurf einer Zuschußkasse, der das Produkt einer Anganz anderer Seite als jetzt! Präsident Graf Ballestrem: Damit ist die Tagesordnung er nur im ausschließlichen Mutungsmonopol des Staates enden fönnte. vorliegenden Anträge beantragt Redner abzulehnen mit Ausnahme so stark sein, daß diese Bewegung regung des vorigen Verbandstages sei. Die zu der Angelegenheit Lebigt.( Alseitiges Ah!) Ich schlage vor, die nächste Sigung zu( Lebhaftes Sehr wahr! bei den Nationalliberalen.) Db das bei der einer Anzahl Anträge des Vorstandes. Zu dem Entwurf sei das halten am Dienstag, 2. Mai, 2 1hr mit der Tagesordnung: freundlichen Stellung des Ministers zum Antrag Gamp die Absicht Material herangezogen worden, das die Maurer zu ihrer Unters Rechnungsfachen; Sanitätsabkommen; Antrag Hagemann- Spahn stügungskaffe verwendet haben. Er hält die in dem Entwurf vorauf Abänderung des Gerichtsverfaffungsgefeges. geschlagenen Unterstüßungssäge als das äußerste dessen, was überhaupt geleistet werden könne. Es sind in dem Entwurf acht Beitragstlassen vorgesehen. Die wöchentliche Unterstüßung beträgt danach in der 1. Klasse 1,80 M., in der 8. Klasse 3,90 M. Die Unters stützung soll vom achten Strankheitstage an gewährt werden, und zwar auf die Dauer von 12 Wochen und nur nach zurückgelegter zweijähriger Mitgliedschaft. sich diese Säge um je 30 Pf. erhöhen, bis zum Höchstbetrage von Bon zwei zu zwei Jahren sollen 3,60 M. in den ersten und 5,70 m. in der letzten Klasse. Für die Abg. Traeger( frs. Vp.): Ich bin stets der Ansicht gewesen und Monate Dezember und Januar fällt die Unterstüßung weg. Redner jetzt mehr als jemals, daß die Beratung und Verhandlung diefes hält aber auf eine Arbeitslosemunterstügung abzielende Anträge, die Gegenstandes eine Stommission erfordert: denn es handelt sich um hier mit vorliegen, für undistutabel. Das sei eine Frage, die erst Bräf. Graf Ballestrem: Ich muß bei meinem wohlerwogenen Sehr richtig! besonders bei den Nationalliberalen), einen geseggeberischen Aft ganz außergewöhnlicher Art( Vielfaches nach Jahren spruchreif sei. Vorschlage bleiben. Ich habe aus guter Quelle gehört, daß der alle, wenn er vollendet ist, von dem wir Die Debatte zeigt, daß die Vorlage bei den meisten Rednern Reichstag im Herbst schon sehr viel zeitiger ein fich niemals wiederholen möge. wünschen werden, daß er feinen Anklang findet, teils weil sie als unzulänglich angesehen wird, berufen werden wird, wohl schon zu Anfang Oktober. Je Antrag gehört, ist sofort bestimmt und abgestedt; wir haben schon Organisation befürchtet. Ebenso wenig tönne damit die Fluftuation, Der Ort, wohin dieser teils weil man darin eine Gefährdung des Kampfcharakters der später wir hier zusammenkommen, desto fürzer wird also die große eine Kommission, die mit der Abänderung des Berggefezes be- noch die Konkurrenz aufgehalten werden, die andere Organisationen Bause zwischen den beiden Seffionen, und das ist doch die eigentliche schäftigt ist. Dieser Antrag hängt unmittelbar mit dem§ 65 des unqualifizierter Arbeiter der Bauarbeiterorganisation machen. Für Zeit, wo fich der Reichstags- Abgeordnete erholt. Jest soll er nur Berggesetzes zusammen, und die Herren, die durch die Beratung der eine Arbeitslosenunterstügung wäre wohl noch cher Neigung voreinmal Luft schnappen.( Heiterfeit.) Wenn das Haus anders be Berggesegnovellen schon in dieser Materie vorbereitet sind, werden handen. schließt, muß ich mich natürlich fügen; aber ich mache dann die am besten in der Lage sein, auch über diesen Antrag zu entscheiden. Herren verantwortlich dafür, wenn daraus recht unangenehme Sachen Jch beantrage daher, die Vorlage der Kommission für die BerggesetzSchließlich wird dazu folgende Resolution angenommen: fich entwickeln. Der Verbandstag erkennt an, daß in der Vorlage des novellen zu überweisen.( Zustimmung.) Verbandsvorstandes für eine Kranken- Zuschußtasse das enthalten ist, was nach Lage der Verhältnisse geboten werden könnte. Der Verbandstag erklärt aber, daß die Einführung dieser Unterstützung nur ein Balliativmittel, das nicht entfernt dazu angetan ist, ein wirksames Kampfmittel der Drganisation zu werden. Als solches betrachtet der Verbandstag einzig und allein die ErwerbslosenUnterstützung. Da aber der Einführung derfelben noch erhebliche Schwierigkeiten entgegenstehen, auch bisher keinerlei grundlegende Berechnungen möglich waren, so beauftragt er den Vorstand, seine Erhebungen fortzuseßen. Der Verbandstag erklärt es als eine Pflicht der Zahlstellen, die Maßnahmen des Vorstandes in dieser Sache zu fördern." Bum Punkt aubeugen, möchte ich erklären, daß meine Behauptung über den Zu Abg. Lattmann( wirtsch. Vg.): Um einer Legendenbildung vor. fammenhang ber verschiedenen Gesellschaften in Deutsch- Südwest afrika, über den Zusammenhang des deutschen und englischen Kapitals sich auf Notizen beziehen, welche ich teils in der„ Deutschen Kolonialzeitung", teils in der Deutschen Zeitung" gefunden habe. Damit schließt die Generaldebatte. Ohne weitere Distuffion wird der Nachtragsetat hierauf gegen bie Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Abg. Spahn( 3.) schlägt vor, die nächste Sigung acht Tage später, als der Präsident vorschlägt, anzuberaumen, und zivar auf den 10. Mai, damit der 9. Mai für die Schiller- Feier frei bleibe. ( Bravo!) Abg. Büsing( natl.) bittet, dem Vorschlage des Präsidenten Folge zu gebent. Abg. v. Tiedemann( Np.) schließt sich den Ausführungen des Abg. Spahn an. Abg. Dr. Müller- Sagan( frf. Vp.) erklärt sich für den Antrag Spahn. Es ist bekannt, daß die Gige auf den Reichstag und seine Sigungen nicht ausdehnend, sondern verkürzend einwirkt.( Heiterkeit.) Wir werden also doch zur Zeit fertig werden. Abg. Singer( Soz.): Wenn das Haus durch längere Ferien mehr gekräftigt ist, wird es schneller arbeiten. Ich stimme Herrn Spahn zu schon aus Dankbarkeit dafür, daß die Begeisterung des Zentrums für Schiller eine so große ist.( Heiterkeit.) ist, weiß ich ja nicht. Die Annahme des Antrages Gamp würde den ganzen Wirtschaftsbetrieb Preußens aufs äußerste gefährden gefährden und jede Stetigkeit der Entwickelung unterbrechen.( Leb hafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Oberberghauptmann v. Belsen: Der Vorredner erwähnte u. a., daß auch der preußische Fistus die Freiheiten des Mutungsrechts start ausgenutzt hat. Das war gegenüber der Konkurrenz der privaten Bohrgesellschaften unsere verdammte Pflicht und Schuldig feit. Aber so liegt es nicht, daß die böse Staatsregierung das unschuldige Lamm von Brivatindustrie verführt hat. Unterstütungseinrichtungen des Verbandes folgende Resolution vor: Maifeier Abg. Dr. Arendt( Np.): So getvichtig die Gründe des Herrn Präsidenten sind, so möchte ich doch bitten, dem Vorschlage des Herrn§ 1 die Mutungen für fünf Jahre verbieten. Man fragt sich erWenn ich mich nun mit dem Antrage selbst beschäftige, so will Spahn zu folgen. Auch das preußische Abgeordnetenhaus hat Ferien staunt: Ja wozu denn, und wenn die fünf Jahre vorüber sind, was bis zum 10. Mai vorgesehen und bei den zahlreichen Doppelmandaten geschicht denn dann?( Sehr gut! bei den Nationalliberalen.) Geht fönnen wir faum annehmen, daß wir vorher einen beschlußfähigen dann die alte wirtschaft wieder Ios? Der Abg. Reichstag bekommen. Gamp hat ja mun Präs. Graf Ballestrem: Was das preußische Abgeordnetenhaus nebenbei bemerkt, unbedingt zustimmen können. eine Resolution eingebracht, der wir, Aber Sie tut, ist für uns absolut nicht maßgebend. Wir faffen unsere Be wissen, daß Resolutionen nicht im Gefeße abgedruckt werden schlüsse nach den Erwägungen, die für den Reichstag in Betracht und oft einen außerordentlich geringen Wert haben. fommen. Was die einzelnen Bartikulargefeßgebungen tun, hat für doch auch bedenken, daß Ministerposten zu denjenigen beweglichen Wir müssen uns feine besondere Bedeutung.( Heiterkeit.) Wenn Herr Abg. Arendt Sachen gehören, die häufig ihren Juhaber wechseln( Stürmische noch so in Illufionen lebt( Große Seiterkeit), baß er glaubt, wir Seiterkeit), und daß nicht jeder Nachfolger all das akzeptiert, was werden am 10. Mai ein beschlußfähigeres Haus bekommen als am er im Bortefeuille feines Borgängers findet. 2. Mai, so tann ich ihm nur zu seiner jugendlichen Phantasie gra- mit der Möglichkeit rechnen, daß später ein anderer Minister an liegt Wir müssen also tulieren.( Erneute Heiterkeit.) dieser Stelle steht und nicht das Bedürfnis empfindet, das Berggesetz nach unserer Anregung abzuändern. Dann hätte " In der Arbeitsruhe am 1. Mai sieht der Verbandstag die dieser Antrag viel mehr unheil als seil geschaffen. würdigste Feier des Tages. Jedoch kann es nicht Aufgabe des Es müßte also in dem Antrag wohl gefagt werden, daß die Muiungen Verbandes sein, die Arbeitsruhe unter allen Umständen und unter Auftvendung von Mitteln aus der Verbandsksiae zu erzwingen. berboten werden, bis eine andere gesetzliche Regelung des Mutungsund Beleihungsrechts erfolgt ist, höchstens aber auf die Zeit Der Verbandstag erklärt sich deshalb mit den Beschlüssen des internationalen Kongresses und des sozialdemokratischen Parteivon fünf Jahren. Das wäre schon eine sehr lange Zeit. tags einverstanden, die den Arbeitern die moralische Pflicht zur Durch die Ausführungen des Antragstellers ist das Kampffeld völlig Begehung der Arbeitsruhe am 1. Mai auferlegen, überall dort, verschoben, der Antrag ist in eine ganz andere Perspektive gerüdt wo die Möglichkeit dafür vorhanden ist, und ersucht die Verbandsworden. Wir sind damals ausgegangen vom Kampf gegen die Synditate. mitglieder, für die Beschlüsse nach Sträften einzutreten." Jezt hat sich die Front verändert. Wir sollen ein Gesetz gegen die Töpfer Hamburg, Redakteur des Verbandsorgans, begründet Bohrgesellschaften schaffen. Dazu haben wir nicht die geringste die Resolution. So sehr auch die Bauhülfsarbeiter mit der sozialNeigung. Wie war denn das Ganze der Handlung? Bei demokratischen Partei als der einzigen Vertreterin der Arbeiterder Ergänzung des§ 65 merkten wir, daß auch der§ 65a noch interessen verbunden seien, so könnte er doch nicht dazu kommen, unvollkommen und mangelhaft sei, weil Kohlenfelder eristieren, die von den Berufskollegen die Arbeitsruhe zu fordern. Jeder einzelnen Auf der Tagesordmmg steht u. a. der Antrag Gamp( ft.) nicht geöffnet werden, obwohl das öffentliche Interesse, das hier allein Bahlstelle müsse es überlassen werden, ob sie die Voraussetzungen betreffend Sperrung der Mutungen auf Steinkohlen und Steinfalz. maßgebend sein muß, ihre Erschließung dringend verlangt. In dieser dazu für vorhanden ansieht. Redner befürchtet die Lahmlegung Nach§ 1 des beantragten Gesezentwurfs soll die Annahme von Beziehung wollen wir nun das Berggefeß vervollständigen. Der der gewerkschaftlichen Tätigkeit der Arbeiterorganisationen auf Jahre Mutungen auf Steinkohlen sowie auf Steinfalz vom Tage der Ver- Mangel wurde von allen Seiten anerkannt. Dazu bedurfte es hinaus, wenn die Arbeitsruhe durchgeführt werden sollte. Bömelburg fündung des Gesetzes an auf die Dauer von fünf Jahren bei den in ber Tat teines fünfjährigen Nachdenkens.( Heiterkeit.) habe fogar den Ruin der Maurerorganisation in diesem Falle an staatlichen Bergbehörden nur noch insoweit stattfinden, als wir haben uns bereit erklärt, an einer gesetzgeberischen Tätigkeit zur genommen. Allerdings fänden sich auf den Parteitagen auch aus den die Mutung auf Grund von Schürfarbeiten, die schon vor Beseitigung der Mängel teilzunehmen, die sich auf diesem Gebiete Streifen der Gewerkschaften Personen, die der Maifeier das Wort redeten. dem 31. März 1905 begonnen worden sind, innerhalb sechs Monaten herausgestellt haben. Wir haben aber nicht daran gedacht, Gefell Es feien also Meinungsverschiedenheiten vorhanden. Nach seiner nach dem Tage der Berkündung dieses Gesetzes bei den zuständigen fchaften ruinieren zu wollen, die sich unter dem Schuße des Gesetzes Meinung fei die Maifeier nicht als erstklassige Werbetrommel zu Bergbehörden eingelegt ist. Ferner schlägt der Antrag Gamp eine gebildet haben. Die Frist von 6 Monaten würde für viele Gesell betrachten, nicht als mustergültige Demonstration zur Ausbreitung Das Haus beschließt hierauf die nächste Sigung auf Mittwoch ben 10. Mai, festzusehen. Schluß 2 Uhr. Abgeordnetenbaus. 175. Sigung bom Freitag, den 7. April, bormittags 11 hr. Am Ministertische: Möller. " Aerztliches Gutachten über die Mißhandlungen. Es erscheint darnach als Zeuge Kreis- Assistenzarzt Dr. Fresenius: Eines Tags tam Schuhmacher Zimmermann zu mir mit seiner Tochter und sagte: seine Tochter sei vom Dompropst heftig geschlagen worden, weil das Mädchen ein ihr vorgelegtes Schriftstück nicht habe unterschreiben wollen. Er möchte gerne seine Tochter aus dem Schulunterricht von dem Dompropst befreien. Er habe das Mädchen Gebetsversammlungen für die Freisprechung. mehrfach Gebetsversammlungen für Freisprechung des Dompropstes Oberstaatsanwalt: Ist es richtig, daß in jüngster Zeit alzi stattgefunden haben?- 3 euge: Jawohl.- Oberstaats. meinde nicht an die Schuld des Dompropstes zu glauben?- Polizeianwalt: Demnach scheint man in der Wormser katholischen Ges kommissar Fischer- Worms: So ist es. 3 der Arbeiterideen. Eine große Anzahl Berufe tönnten überhaupt Db Flugblattverbreiten Arbeit sei und in der Folge was Arbeit" Mädchen Ungehörigkeiten begangen zu haben. Da er vom Peop nicht an der Feier teilnehmen, und noch auf viele Jahre hinaus ist, darüber haben unsere Gerichte schon tausend tiefsinnige Thesen zur Rede gestellt, dies bestritten, habe ihn der Propst geohrfeigt und nicht, er erinnere hierbei nur an die Arbeiter im Verkehrsgewerbe, aufgestellt, zahllose Bogen Konzeptpapier sind darüber voll- ihn genötigt, ein Schriftstück zu unterschreiben. Er wisse aber nicht, an die kommunalen Arbeiter usw. Deshalb sei die Maifeier nur geschrieben worden, Polizisten, Minister, Staatsanwälte, Gerichts- was er unterschrieben habe. eine Halbheit. Wenn man sie auf den Abend verlegt, so sei dem Grundgedanken der Maifeier ins Gesicht geschlagen. Er sei heute, schreiber, Richter und Rechtsanwälte haben Tage, Wochen, Jahre nach 14 Jahren, zu der Ansicht gekommen, daß der Gedante der damit totgeschlagen und obendrein den Angeklagten die Zeit damit Maifeier ein verfrühter gewefen. Da es aber verkehrt sei, sich in gestohlen, und das einzig zu dem Zwecke, die Verhinderung der Gegensatz zu der Partei zu setzen, seien die Kollegen moralisch zu feiern Verbreitung sozialdemokratischer Flugblätter mit dem Scheine des berpflichtet überall da, wo sie in der Lage dazu sind. Das wolle Rechtes zu umgeben. die Resolution des Vorstandes bezwecken, jedoch aus das, daß ein Ob ein Tanzvergnügen eine öffentliche oder nichtöffentliche wirtschaftlicher Nachteil nicht durch die Organisation ausgeglichen Beranstaltung war: wie viel juristische Definitionskunst ist daran untersucht und dem Mann den Rat gegeben, entweder bei der werde. Sage man jedem Kollegen, daß er die Feier begehen solle, schon gewendet und wiederum Beit und Kraft unnük damit ver- Staatsanwaltschaft oder der Kreis Schulfommission Anzeige zu wenn ihm nichts in den Weg gelegt wird. Und handle man danach, geudet worden, einzig deswegen, weil der Polizeistaat für seine erstatten. Es wird danach das von dem Zeugen ausgestellte dann haben wir dem Amsterdamer Kongreß und dem letzten Partei- Grundvesten fürchtet, wenn ein ihm mißliebiger Verein ohne Polizei- Attest verlesen. Danach hat der Zeuge die kleine Zimmermann tage Genüge getan. Die Gewerkschaften hätten andere Aufgaben zu erlaubnis Tanzfreuden genießen will. Vernünftigen Menschen muß am 20. Januar 1905 untersucht. Nach dem Befund muß erfüllen, als Mittel für diese Demonstration aufzuwenden. uhde- Magdeburg ist prinzipiell für eine würdige Feier. Er das doch ungeheuer töricht erscheinen und für Menschen, die vom das Mädchen einen sehr heftigen Schlag auf den Kopf steht auf dem Standpunkte, wer die Teilnahme an der Feier bloß Polizeistaate nichts wissen, geradezu unbegreiflich. Ueber eine solche erhalten haben, so daß sie über das Sofa hinüber mit dem Kopfl an die Wand Wand geprallt sei. Das Mädchen von einer finanziellen Entschädigung für entgangenen Arbeitsverdienst lächerliche Aktion, die wieder einmal drei Gerichtsinstanzen und habe, obwohl die Mißhandlung am 17. Januar stattgefunden, noch abhängig mache, fein wirklicher Anhänger unserer Sache sei. Redner etliche Dußend Beamte unnüz beschäftigt und gelehrte Auseinander- am 20. Januar sehr heftige Kopfschmerzen gehabt. Durch die Dhrmöchte der Resolution gern noch hinzugefügt haben, daß Gelder aussetzungen herbeigeführt hat, gibt der nachstehende Bericht Auskunft: feigen seien dem Kinde die Ohrringe herausgefallen. Die Ohrder Haupt- und den Lokaltassen für die Feiernden nicht aufgewandt Die Zahlstelle Altwasser" des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes muscheln seien grün und blau unterlaufen und dick angeschwollen werden dürften. Heidemann- Berlin hält es für selbstverständlich, daß sich hielt im Lokal von Michaelis ein Vereinsbergnügen ab, zu dem ge- gewesen. Die Verlegungen entsprachen vollständig den Angaben über die Gewerkschaften auf ihren Tagungen mit der Maifeier beschäftigen, waren auch 10 Mitglieder des Ortsvereins Freiburg i. Schl. vom ladene beziehungsweise eingeführte Gäste Zutritt erhielten. Als Gäste die Mißhandlungen. zumal da die Feier nicht die Bedeutung erlangt habe, wie es felben Verbande anwesend. Eine Erlaubnis der Polizei hatte man wünschenswert sei. In Berlin feien es in der Hauptsache nur noch nicht eingeholt. Polizei und Staatsanwaltschaft sahen indessen die Bauarbeiter, die die Maifeier begingen. Obwohl prinzipieller das Vergnügen als eine öffentliche Tanzlustbarkeit an, wozu Anhänger der Feier, ſteht Redner doch auf dem Standpunkte, daß die eine polizeiliche Genehmigung erforderlich gewesen sei. Für die Feier eine rein wirtschaftliche Frage für die Organisation bedeute, Nichteinholung der Erlaubnis wurden der Gasthofsbesiger Michaelis bezüglich deren er der Partei raten möchte, die Finger davon zu und der Tischler Hermann Stolpe strafrechtlich verantwortlich gemacht. laffen. Er begrüße es lebhaft, daß der nächste Gewerkschaftskongreß Der Staatsanwaltschaft hatten es besonders die vielen tausend die Frage auf die Tagesordnung gesezt habe. Er sei schon seit Mitglieder des Holzarbeiterverbandes angetan. Mit kühnem juristischen immermann als Beugin. Unter allgemeiner Spannung erscheint danach Katharina Jahren ein stritter Gegner der Unterstützung gewesen, die wegen der Sprunge wollte sie schon daraus, daß der Ortsverein Altwasser zu Begehung der Feier und wegen Maßregelungen dieserhalb geopfert diesem Riesenverbande gehört, herleiten, die Veranstaltungen des fragen des Vorsitzenden an: Sie sei am 28. Februar 1891 geboren Sie ist ein sehr hübsches, kleines Mädchen. Sie gibt auf Beworden ist. Er versichere, wenn der Gewerkschaftstongreß gesprochen Ortsvereins müßten als öffentliche angesehen werden. habe, werden auch die Berliner Bauarbeiter ihre Stellung zur Maifeier ändern. Sie hätten bis jetzt die durch die Maifeier notwendig die Angeklagten frei und führte zur Begründung unter anderem daß Werner mit der Hedwig Schmidt verkehrt habe. Sie habe das Das Landgericht Schweidniß als Berufungsinstanz sprach jedoch bekundet: Der Propst habe sie alsdann gefragt, ob ihr bekannt fei, und sei die Tochter des Schuhmachers Zimmermann. Die Zeugin gewesenen Opfer durch Extrasteuern aufgebracht. Er sehe es mit aus: In Betracht komme hier eine Regierungs- Polizeiverordnung auch verneint. Darauf habe der Propst gesagt: Gestehe, daß Du Freuden, wenn der Gewerkschaftskongreß beschließe, daß von der von 1859, nach der strafbar sei, wer ohne schriftliche Erlaubnis der mit Werner verkehrt hast, Werner hat es bereits gestanden und unterMaifeier abzusehen sei. Brandmohr- Bremen wendet sich gegen die Vorredner und öffentliche Lustbarkeit sei aber die in Frage stehende vom ins Gefängnis oder in eine Besserungsanstalt, in der Du bis zu Eine Ortspolizeibehörde eine öffentliche Tanzluftbarkeit abhalte. schrieben. Wenn Du nicht gestehst, Du Heuchlerin, dann kommst Du verteidigt die Maifeier, wobei er namentlich das geflissentlich be- 10. Juli 1904 nicht gewesen, sondern eine von einer geschlossenen Deinem 20. Lebensjahr bleiben mußt. triebene Gruseligmachen durch leitende Gewerkschaftsbeamte ber- Gesellschaft abgehaltene. Sie habe geantwortet! Nach einem zutreffenden Urteil Was Werner gefagt hat, ist nicht wahr. Dabei habe sie geAuch Ahrens- Düsseldorf tritt entschieden für Hochhaltung der unter einer geschlossenen Gesellschaft einen nach außen hin verlassen und die Hedwig Schmidt vernommen. Nach einiger Zeit des Kammergerichts vom 15. November 1900 verstehe man weint. Darauf habe der Propst sie aufgefordert, das Zimmer zu Maifeier ein. Sie erstrebe die gesetzliche Arbeitszeitverkürzung. Ein geschlossenen Kreis von Personen, welche nach innen mit einander habe er sie wieder hereingerufen und sie wiederum aufgefordert, zu durch einen Sieg einer Organisation errungener Vorteil sei nicht verbunden seien, und zwar könne diese innerliche Verbindung auf gestehen und den Zettel zu unterschreiben, den Werner schon unterdauernd. Wenn man so fortfahre, wie es jetzt Mode geworden sei, würde man schließlich das Vertrauen zu sich selbst verlieren, ab- persönlichen Beziehungen beruhen, welche zwischen den Mitgliedern schrieben habe. Sie habe nach längerem Weigern schließlich untergesehen von dem Gespött der Gegner. Warum habe man früher follten, oder aber auch auf der Gemeinsamkeit des fachlichen Zwecks. und auch den Zettel unterschrieben. Als sie unterschrieben hatte, bereits beständen oder durch die Vereinigung hergestellt werden schrieben, zumal der Propst sagte: die Schmidt habe eingestanden nichts über die materiellen Opfer gesagt, obwohl sie weit höhere ge- Alle diese Merkmale seien bei dem Ortsverein Altwasser des Deutschen habe sie gesagt: Ich habe unterschrieben, aber es ist gelogen. Darauf wesen seien als jetzt? Holzarbeiter- Verbandes gegeben, und auf der anderen Seite beständen hin habe der Propst sie heftig auf den Kopf geschlagen. Alsdann hier teine besonderen Umstände, welche den Ortsverein nicht als habe der Propst die Schmidt hinausgeschickt, fie an fich gezogen eine geschlossene Gesellschaft erscheinen ließen. Er zähle nur 80 Mit- und fie gefragt: Habe ich Dir wehe getan? Als sie dies ver glieder, so daß von einer übermäßigen Mitgliederzahl( die fich neinte, habe sie der Propst zweimal gefüßt. Alsdan habe nach dem Kammergericht und Ober- Verwaltungsgericht nicht mit er fie angefaßt, fie auf das Sofa gelegt und gesagt: dem Begriff der Geschlossenheit verträgt.- Der Berichterstatter.) Jetzt tust Du mit mir, was Du mit Werner getan nicht die Rede sein könne. Rechtlich unerheblich sei im haft.( Große Bewegung.) Sie habe geweint, den Propst borliegenden Falle, daß der Ortsverein Altwasser zum Deutschen abgewehrt und gesagt: Das tue ich nicht. Holzarbeiter- Verbande gehöre, welcher Tausende von Mitgliedern er die Schmidt ins Zimmer gerufen, habe beide auf die Erde gelegt umfasse, denn der Ortsverein Altwasser sei nach außen hin ein und gesagt: Nun macht mit mir, was Ihr mit Werner gemacht habt. selbständiger Verein. Auch von einer zu losen Organisation könne Sie wehrten beide ab. Da sagte der Propst: Mit Werner tun fie nicht die Rede sein, wie sich aus dem Statut des Deutschen Holz- es, mit mir genieren sie sich. Daraufhin habe der Propst beide arbeiter- Verbandes ergebe. Mitglieder des Verbandes könnten nur Mädchen unzüchtig berührt. Alsdann habe er beide aufgefordert, Arbeiter und Arbeiterinnen der Holzindustrie und der dieser ver- zu unterschreiben, daß er nichts Unrechtes mit ihnen begangen habe. - Vors: Ist das auch alles vollständig wahr? 8eugin: Jawohl. urteilt. Aus der Partei. Arbeitersekretariate. Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der zurzeit in Deutschland errichteten Arbeiterfekretariate. Die Veröffentlichung soll periodisch erfolgen, jedesmal bei Beginn eines neuen Quartals. Wir ersuchen die Interessenten, uns in der Vervollständigung des Verzeichnisses zu unterstützen und von einer Adressenänderung uns rechtzeitig Kenntnis geben zu wollen. Arbeiterfekretariate bestehen in: Altenburg( S.-A.), Wallstr. 9, I Altona, Große Bergstr. 204 I, Barmen, Oberdörnerstr. 104. Berlin SO., Engel- Ufer 15. Bielefeld, Turnerstr. 45. Bochum, Wiemelhauserstr. 38-42. Bremen, Osterthorstr. 26 I. Bremerhaven, Am Hafen 49. Breslau, Messergasse 18/19 I Bromberg, Jakobstr. 17. Caffel, Mühlengasse 30 I. Darmstadt, Elisabethstr. 31. Dortmund, 1. Stampstr. 73 I. Duisburg, Friedrich Wilhelmstr. 76. Düffeldorf, Bergenstr. 8. Effen, Kirchstr. 18. Forst i. 2., Promenade 5. Frankfurt a. M., Am Schwimmbad 8/10. Fürth, Theaterstr. 19. Gera, Hospitalstr. 21 I. Gelsenkirchen, Vereinsstr. 29. Gotha, Erfurterstraße( altes Gerichtsgebäude). Halle a. S., Geiststr. 21. Hamburg, Gänsemarkt 35 II. Hanau, Mühlenstr. 2. Hannover, Artillerieſtr. 13. Harburg a. Elbe, Erste Bergstr. 72. Iserlohn, Lindenstr. 9. Jena, Saalbahnstr. 3. Kattowik, Rathausstr. 6. Kiel, Gasstr. 24 parterre. Kohlscheid bei Aachen, Nordstraße. Köln a. Rh., Perlengraben 20 I. Kronach, Kirchenplatz 74. Landeshut i. Schl., Gasthof zur Sonne", I. Leipzig, Härtelstr. 12, part. Luckenwalde, Neue Friedrichstr. 42. Lübeck, Johannisstr. 46, part. Lüdenscheid, Louisenstr. 7. Magdeburg, Fürsten- Ufer 6 L Mannheim, S. 3, 10. Meißen, Boststr. 4. Mühlheim( Hessen), Offenbacherstr. 2 München, Baaderstr. 1 I. Neu- Ruppin, Klosterstr. 23. Osnabrück, Große Hamtenstr. 9. Nürnberg, Egydienplatz 22. Oberhausen, Marktstr. 5. Pforzheim, Waisenhausplatz 3. Posen, Breitenstr. 21. Recklinghausen, Hernerstr. 66. Remscheid, Kölnerstr. 18. St. Johann bei Saarbrüden, Hafenstr. 7/8. Stettin, Birken- Allee 34. Striegau, Biganstraße. Stuttgart, Eglingerstr. 17/19. Waldenburg- Altwasser. Wolgast, Maarbrückerstr. 17, L. Würzburg, Brücknerstr. 6, I. Berlin, den 6. April 1905. wandten Gewerbe werden. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein. bleiben. Alsdann habe Gegen 8 Uhr abends wird die Verhandlung auf Freitag vormittag 8 Uhr vertagt. Wasserstand am 6. April. Ibe bei Auffig+ 2,16 Meter, bet Dresden+ 0,70 Meter, bei Magdeburg+3,22 Meter. Unstrut bei Dder bei Ratibor+ 2,42 Meter, bei Breslau Straußfurt+ 2,55 Meter. Ober- Pegel+ 5,27 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,50 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+ 4,38 Meter. Frankfurt+2,15 Meter. Barthe bei Bosen+ 1,54 Meter. In der Verhandlung vor dem Kammergericht am 6. April Vors.: Empfandest Du das, was der Propst mit Dir vor wurden die Angeklagten durch Rechtsanwalt Wolfgang eine nehmen wollte, als eine Schweineret?-8eugin: Jawohl.vertreten. Mit feiner Fronie trat er der staatsanwaltlichen Auf- Die Zeugin muß nun eingehend eine gewiffe Situation beschreiben. fassung entgegen, daß die große Mitgliederzahl des Gesamtverbandes Die Wiedergabe derselben muß aus Schicklichkeitsgründen untereine Rolle spiele bei der Feststellung, ob das Vergnügen des Ortsvereins das einer geschlossenen Gesellschaft oder ein öffentliches gewesen sei. Er bezog sich weiter auf einen Zirkularerlaß des Ministers vom Jahre 1859. Danach sollten als öffentliche Tanzluftbarkeiten nur die betrachtet werden, wo die Gesellschaft allein zu dem Zwecke der Veranstaltung des Tanzvergnügens zusammentrete, nicht aber die Tanzluftbarkeit einer Gesellschaft( eines Vereins), die anderen Zwecken diene und neben deren Verfolgung auch mal eine Tanzlustbarkeit für ihre Mitglieder und eingeladene Gäste veranstalte, gleichgültig, ob Eintrittsgeld erhoben werde oder nicht. Zweifellos sei hier das Vereinsvergnügen nicht als öffentliche Tanzlustbarkeit anzusehen. Das Kammergericht verwarf denn auch am 6. April die Revision der Staatsanwaltschaft und führte aus: Es sei vom Vorder richter ohne Rechtsirrtum die Veranstaltung einer geschlossenen Gesellschaft angenommen worden. Es wäre hier unerheblich, ob die Zahlstelle einem größeren Verbande angehörte; entscheidend sei, daß die Zahlstelle an sich ein geschlossenes Vergnügen abhielt. So rechtfertige sich die Freisprechung. Der Gastwirt, der dem Ver- in der Patzenhofer Brauerei( früher Ahrens), Turmstraße 25/26: anstalter, dem Verein, den Saal abtrat, wäre übrigens schon freizusprechen, weil er nicht als Veranstalter gelten könne, die hier in Betracht kommende Verordnung von 1859 aber nur die Veranstalter ( die Abhalter) betreffe. Dompropst Malzi vor Gericht. Mainz, 6. April. Ein Prozeß, der mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des Angeflagten ein weitgehendes Interesse erregt, findet heute vor der zweiten Straffammer des großherzoglichen Landgerichts statt. Wir teilten bereits mit, daß vor einiger Zeit der Wormser Dompropst Malzi unter dem Verdacht, mit seinen Religions Schülerinnen strafbare Dinge bor genommen und sie mißhandelt zu haben, ber haftet wurde. Nach einiger Zeit wurde der Propst gegen eine Sicherheitsleistung von 10 000 m. entlassen. Er hat sich heute wegen Sittlichkeitsverbrechens, vorsätzlicher Körperverlegung in idealer Konfurrenz mit Nötigung zu verantworten. 5 Nach längerer Beratung des Gerichtshofes verkündet der Bor fizzende: Der Gerichtshof habe beschlossen, die Deffentlichkeit auszuschließen. Auf Antrag beschließt der Gerichtshof, den Vertretern der Preffe den Zutritt zu gestatten. Bernehmung des Angeklagten. Genossinnen! Genossen! Montag, den 10. April, abends 8 Uhr, Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Der Berliner Kindertag oder wie das Bürgertum Kinderschuh treibt. Referentin: Luise Zietz- Hamburg. 2. Diskussion. Am Dienstag, den 11. April, abends 8 Uhr, spricht Ge noffin Zietz über dasselbe Thema bei Kliems, Hasenheide. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1/ 4* Orts- Krankenkasse Boxhagen- Rummelsburg. Donnerstag, den 20. April er., abends 82 Uhr, im Rotale der Ww. Weigel, Ede Türrschmidt- und Gothestraße: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Berschiedenes. = Die Einladungskarte legitimiert.= Der Vorstand. J. A.: Budde. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Liefer. f. Orts- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin C., Der Angeklagte erklärt auf Befragen des Vorsitzenden: Er sei bollständig unschuldig. Es sei seine Pflicht als Seel- 272/5 forger und Religionslehrer, darüber zu wachen, daß seine Schüler und Schülerinnen nicht unfittliche Dinge begehen. Es sei ihm aber von glaubwürdiger Seite mitgeteilt worden, daß zwei seiner Schülerinnen mit einem seiner Religionsschüler, einem vierzehnjährigen Knaben, Unzucht treiben. Er habe deshalb die Mädchen in energischer Weise zur Rede gestellt. Der Parteivorstand. Da sie beharrlich leugneten, Lindenstr. 69. habe er den Knaben zu sich in die Kirche bestellt. Dieser habe ebenfalls geleugnet. Nachdem er ihm aber ein Polizeiliches, Gerichtliches ufw. paar Dhrfeigen gegeben, habe er alles zugestanden. Er Dokumente des Polizeistaates. habe alsdann den Knaben genötigt, seine Aussage nach Diktat Wir haben an dieser Stelle fast täglich über Dinge zu be- niederzuschreiben, um dadurch die Mädchen zu einem Geständnis zu richten, die für das Wesen des Polizeistaates charakteristisch sind. Zwei bewegen. Lettere haben schließlich nach längerem Weigern das Themen jedoch, die von Zeit zu Zeit auftauchen, scheinen uns be- Diltat durch Unterschrift bestätigt. Nach geschehener. Unterschrift fchen Belotten, angenehm und weich sonders kennzeichnend: nämlich das Tanzvergnügen und das Flug- es ist aber alles erlogen. Daraufhin habe er dem Mädchen ein paar habe Katharina Zimmermann gesagt: wir haben wohl unterschrieben, am Körper. blattberbreiten am Sonntag. Man lache nicht: wir meinen nicht Dhrfeigen gegeben. Die Grenzen des ihm zustehenden Züchtigungsdiese mehr oder minder harmlosen Tätigkeiten an sich, sondern die rechts habe er aber nicht überschritten. Mühe, die sich die Behörden und Gerichte des Polizeistaates damit Es wird darauf der jezt 15jährige Handlungslehrling Franz machen. Werner als Beuge aufgerufen. Er bestreitet, mit den beiden 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elasti 25722* Die Vertrauensperson. Unerreicht billige Reste für Herren- Anzüge, Paletots, Hosen, Damen- Kostüme, Damen- Tuche. Fabrik- Niederlage An der Schleuse 8 part. Nebenstraße des Schloßplates. Kein Laden! Sonntags geöffnet! Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, ranz- u. Blumenbinderei Große Frankfurter- Str. 37, II, Kranz von H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98.* Eingang Strausberger Platz. Stukkateure. Montag, 10. April, pünktlich abends 8 Uhr, in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 173/ 12* 1. Anwesenheitsfeststellung der vertretenen Werkstellen. 2. Wie verhalten wir uns zur Antwort der unter nehmer auf unsere diesjährigen Tarifwünsche? 3. Abstimmung über die Vertretung des Verbandes auf dem Gewerkschaftstongreß( Antrag des Hauptvorstandes). 4. Verschiedenes. Bertretung jeder Berkstatt und Anwesenheit aller Kollegen ist Ehrenfache! Eintritt, auch der Mitglieder des Lokalvereins, nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches. Die Ortsverwaltung der Filiale Verlin des Zentralverbandes der Stuffateure Deutschlands. Verband der der Sattler. Ortsverwaltung Berlín. Sonntag, den 9. April, vormittags 10 Uhr: Versammlung Orts- Krankenkaſſe der Verein der Zimmerer Berlins. Umg Alle in Berlin und den Vororten arbeitenden Zimmerer machen wir darauf aufmerksam, daß durch Vertrag mit dem Verband der Baugeschäfte Berlins und der Vororte der Stundenlohn vom Sonnabend, den 1. April an 73 Pf. beträgt. Wo diese Auszahlung nicht erfolgen sollte, ist unverzüglich unserem Bureau Dragonerstr. 15 Mitteilung zu machen. Fernsprecher: Amt III, 5028. Orts- Krankenkaffe d. Buchbinder u. verw. Gewerbe. 257/14 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Dienstag, den 18. April, abds. 84, Uhr: Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5.. Fernsprecher: Amt IV, 9672. Ordentliche Arbeitsnachweis: Rimmer 34. Amt IV, 3353. Achtung! Vergolder General- Versammlung im und Berufsgenossen. Ordentliche der Gürtel- u. Galanterie- Arbeiter General- Versammlung in Graumanns Festsälen, Naunynftr. 27. Zages Ordnung: 1. Die Bekanntgabe der Verhandlungen vor dem Gewerbegericht. 2. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 156/10 Die Lohnkommission. Restauration zur Radfahrer- Börse, Schilling- Straße 24. Am Sonnabend wird mein Lokal eingeweiht, der Delegierten am Montag, den 17. April 1905, abends 8 Uhr, Engel- Ufer 15, Gewerkschaftshaus, Saal V. Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1904. 2. Wahl der Krantenbesucher. 3. Verschiedenes. NB. Der Jahresbericht für 1904 ist erschienen und werden die Delegierten gebeten, dafür zu sorgen, daß jedes selbe kann im Stassenlofal von 8 bis Dazu lade ich ein alle Freunde, Bekannte und Genossen von weit und breit, Mitglied ein Exemplar erhält. Der Wer kommt willkommen ist und gern gesehen, Wer nicht kommt, spart das Stommen und das Gehen. Extra- Einladungen ergehen nicht. Einen genußreichen Abend versprechend zeichne mit Hochachtung Leo Ostrowski, Schanfwirt, Schillingstr. 24. 1 Uhr in Empfang genommen werden. Der Vorstand. H. Hildebrandt, Vorsitzender. J. Assmann, Schriftführer. Achtung! Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15, Metallarbeiter Rixdorfs u. Umgegend. Saal Zages Ordnung: P 1. Abnahme der Jahresrechnung Pro 1904. 2. Anderweitige Regelung der Krankenkontrolle. 3. Berschiedenes. 272/6 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Bernh. Jost, Georg Bäßler, Vorsitzender. Schriftführer. NB. Der Jahresbericht für 1904 ist erschienen und im Sassenbureau in Empfang zu nehmen. 9. D. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, Uur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert UNITED STATES OF AMERIKA Montag, den 10. April, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokale von H. Thiel, Rigdorf, Bergstr. 151–152. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Arbeitersekretärs Genossen G. Link über:" Die kulturelle Bedeutung der Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. Kollegen und Kolleginnen! Es ist Pflicht aller beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen der im Bezirk Rigdorf belegenen Betriebe, in dieser Versammlung zu erscheinen. 114/17 Die Ortsverwaltung. Möbel ganze Wohnungs- Einrichtungen, Zimmer und Küchen- Einrichtungen, sowie jedes Stüd einzeln zu den billigsten Preisen in guter, gediegener Arbeit empfiehlt[ 20702* Wilh. Lambrecht, Berlin SW., Simeonstrasse 19, Verlangen Sie, bitte, illustr. Preisliste. an der Alten Jakobstraße. Nur Rosenthalerstr. 53 u. Weinmeisterstr. Ecke! Deutschlands Einzigstes Geschäft dieser Art! Es iſt Zeit, daß wir erwachen Bürger Groß- Berlins und Umgegend! Sine große wirtschaftliche Frage zu lösen ist nun endlich gelungen und zwar: Wie und auf welche Weise kann man dem Publikum beim Einkauf von Herren- und Knaben- Garderoben noch nie dagewesene Vorteile bieten! Wir haben Rosenthalerstr. 53, Ecke Weinmeisterstr. nach amerikanischem Stil und System ein Geschäft von Herren-, Knaben- Garderoben u. Arbeiter- Berufskleidung eröffnet, unter der Firma Amerikanische Verkaufshallen. Welche Vorteile bieten wir? Vor allem dem wenig begüterten Publikum? 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Ecke August- Straße. E. Süsskind& Co. Ecke August- Straße. 110017 45 400 656 63 722 111026 93 113 28 1, Bichung 4. Klasse 212. Kgl. Preuß. Lotterie. 35 297 382 619 70 852 77 912 32 112078 210 99 374 551 53 95 616 875 955 82 113102 25 231 88 341 522 89 615 801 4 75 88 900[ 500] 3 59 82 114042 112 322 45 474 774 960 115094[ 1000] 116 46 245 75 350 425 652 95 767 88 814 116063 420 571 613 31 37 838 77 929 51 117089 116 203[ 400] 361 445 50[ 400] 82 693 [ 400] 806[ 400] 118019 214 20 437 47 97 728 986 119291 308 594 725 945 120049[ 500] 96 208 35 319 63 753 121237 331 74 414 547 99 719 888 903 122475 940 80 123075 158 87 380 418 566 885 124140[ 400] 77[ 400] 84 323 80 612 706 828 125200 61 461 66 513 672 875 [ 400] 86 944 126212 308 490 562 665 757 897 902 127058 113 261[ 400] 361 781[ 400] 922 33 128032 51[ 400] 162 67 266 320 492 599 781 941 129022 325 94 580 916 45 73 130263 518 713 19 803 69 131066 504 68 [ 75 000 623 755 132185 273 331 528[ 4001 656 65 830 48 47 912[ 1000] 60 133151 216 321 469 505 134138 300 49 70 690 922 70 135000 T4001 46 92 542 74 761 829 136105 89 451 586 782 93 962 137097 129 380 439[ 400] 543 848 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Biehung vom 7. April 1905, nadmillage, Rür bie Gewinne übe 102 W. fub ben betreffenden Nummern in se ammern belgetuigt. ( Ohne Gewähr.) 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93 751 850 82 923 208039 71 266 333 502 22 672 74 711 970 209009 140 390 99 491 507 8 11 655 74 795 210033 262 80 350 422 522 681 97 781 866 211018 70 15001 563 657 801 77 212002 42 107 72 208 34 65 [ 5001 321 76 461 76 79 547 627 78 716 70 838 54 213203 341 468 593 651 81 94 713 31 130001 825 71 214091 156 303 413 14001 87 564 653 891 215007 245 306 62 606 68 730 37 813 96 922 216070 74 10001 88 120 [ 500] 73 362 489 678 217168 293 372 466 74 556 14001 91 649 218213 520 738 923 219123 84 85 232 99 406 14001 28 59 914 220214 66 77 94 14001 441 576 739 57 814 25 69 937 14001 221240 429 37 48 533 97 858 85 935 222042 183 99 14001 306 637 93 732 999 223063 382 84 571 732 90 846 996 m sewinnrabe serblieben: 1 Gewinn an 100000 ML, 1 gu 50 000 15 000 3 3 10000 L, 45000 L 11 3 3000 1, 22 ja 1000 L, 47 3 500 M, 123 400 Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Belag Borisärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 84. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Militärische Lebensrettung. Für diese von Sr. Erzellenz dem Herrn Kriegsminister gewünschte und bereitwilligst eingeführte neue Rubrik ladet Striegerbereine zur fleißigen Mitarbeit höflich ein Der Kalendermacher. Vom herrlichen Kriegsbeer. Januar. 8. Sergeant Happe vom 23. Infanterie- Regiment in Landau wegen über 100 Mißhandlungsfällen 4 Monate Gefängnis. Sergeant Berneth wegen 45 Fällen 2 Monate 20 Tage. Die Berufung des Gerichtsherrn wegen Nichtverhängung von Degradation wird verworfen. 5. Ein Bild aus der Festung Ehrenbreitstein stellt den Totschläger Hüssener bei fröhlichem Gelage dar. 6. Bürgerliche Blätter melden die Bildung eines freiwilligen Automobilkorps", einer Filiale des Deutschen Automobilklubs. 12. Der Ruffe Stöffel, Verteidiger Port Arthurs, und der Japaner Nogi, der Eroberer der Festung, erhalten beide den Orden ,, Pour le mérite". 12. Bizefeldwebel Gott vom 79. Infanterie- Regiment in Hildesheim wegen Mißhandlung in zahlreichen Fällen sechs Wochen ge linden Arrest. 15. Das Dessauer Zuchthausurteil in Magdeburg auf je 12 Jahre Gefängnis herabgemindert. 15. Unteroffizier Rehbock vom 106. Infanterie- Regiment, der die Mannschaften mit gefalteten Händen vor sich nien ließ und sie schwer mißhandelte, fünf Jahre Gefängnis und Degradation. 19. Gefreiter Alsleben vom 163. Infanterie- Regiment, der den Musketier Bült durch Mißhandlung zum Selbstmord getrieben, in Kiel drei Wochen Mittelarrest. Agitations- Kalender. 24. Dffiziere in Brandenburg a. H., von einem Liebesmahl heimfehrend, verüben nächtliche Exzesse und stürmen mit der Waffe in der Hand gegen die sich ansammelnden Zuschauer los. Ein Fähnrich wird vom Bublifum entwaffnet. 25. Reservist Koppel in Thorn, der als Musketier in der Trunkenheit einen Unteroffizier angerempelt, wird vom Oberkriegsgericht zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Kriegsgericht hatte auf 3 Jahre erkannt. 27. Unteroffizier Elsner vom 10. Fußartillerie- Regiment in Straßburg wegen schwerer Mißhandlungen unter Anflage gestellt. 29. Musletier Sander in Hamburg der versuchten Selbstverstümmelung angeklagt. Das Gericht spricht ihn frei, weil Selbstmordversuch, nicht Selbstverstümmelung vorliege. Den Selbstmordverfuch hat Sander unternommen, um den Beinigungen des Unteroffiziers Sleist zu entgehen, der wegen Mißhandlung und Diebstahl zu 32 Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. " 30. Leutnant Graf Bizthum v. Eckstädt, Neffe des gleich namigen kommandierenden Generals, in Leipzig hat einen Soldaten beim Turnen mit den Worten Willst Du wohl herunter, verfluchter Bengel", vom Querbaum gerissen, so daß er einen Arm brach! 14 Tage Stubenarrest. Koloniales. Januar. 1. Soldatenbrief:„ Es werden feine Gefangenen mehr gemacht; jeder männliche Herero wird erschossen." 6. Ein Offiziersbrief in der Tägl. Rundschau" schildert die " Reize" der Jagd auf Hereros, die, ohne sich zu wehren, die Flucht ergreifen. Gut Angezogene werden mitgenommen, um ausgefragt zu werden; mit den anderen wird kurzer Prozeß gemacht." " 7. In Deutsch- Dstafrifa ist 1903 in 50 Fällen Todesstrafe, in 2494 Fällen Prügelstrafe über Eingeborene verhängt worden. In Kamerun tam auf je 30 Weiße ein Verurteilter( meist Körper20. Sattlermeister Dezmann, der sich wegen nachgewiesener verletzung). schwerer Mißhandlung seines franken Bruders beim Kriegsminister 22. Offiziersbrief in der Rhein.- Westf. Beitung":" Hier geschah brieflich beschwert hat, denunziert und in, Flensburg zu 100 m. es, daß ich auf einem Bürschgang statt eines Bodes einen Herero Geldstrafe verurteilt. zur Strede brachte." Die umherschwärmenden Hereros feien vielfach keine Aufständischen und hätten keine Waffen, wir können da aber feinen Unterschied machen". 27. Soldatenbrief: Wehe ihnen, wenn sie in unsere Hände geraten. Weder Weib noch Junge wird verschont... Oberst Däumling fonnte 75 Gefangene machen, hat sie aber alle niedergeschossen. Das Kind im Mutterleib darf man nicht schonen." 21. Ein Unteroffizier in Dresden wegen Mißhandlung 7 Tage gelinden Arrest. Die Verurteilung erfolgt eigentlich nur wegen vorschriftswidriger Behandlung( der Angeklagte hatte sein Opfer am Hals gedrückt, bis es blutete), da er sonst nicht weiter fapitulieren fönne. 21. Ein Soldat, der, weil er einen franken Hals hatte, den Kopf nach Kommando nicht genügend wendete, in Dresden 43 Tage Gefängnis. 27. Unteroffizier Becher vom 71. Infanterie- Regiment und fünf Musketiere wegen gemeinschaftlicher an einem Freiwilligen begangener Körperverlegung in Erfurt 3 Tage Haft bis 5 Wochen Mittelarrest. Februar. 1. Hauptmann v. Krause vom 176. Infanterie- Regiment in Thorn tegen Mißhandlung und Verhinderung einer Beschwerde 4 Wochen 3 Tage Stubenarrest. 5. Leutnant Scharfscheer vom 118. Infanterie- Regiment wegen Mißhandlung 14 Tage Stubenarrest. 10. Unteroffizier Hahnelt vom 4. Garde- Infanterie- Regiment in Berlin wegen Mißhandlung 14 Tage gelinden Arreſt. 10. Unteroffizier Reinsch vom 16. Infanterie- Regiment in Düffeldorf wegen Mißhandlung und Unterschlagung 7 Monate Gefängnis. 14. Sergeant Stünkel vom 79. Infanterie- Regiment in Hildes heim für fünf Fälle, wo er Soldaten mit einem Rohrstod geprügelt, 14 Tage Mittelarrest. März. im Durchschnitt für je zwei Monate auf 200 bis 250 Mann be12. Die Verluste der südwestafrikanischen Schutztruppe werden rechnet. 21. Zur Betvältigung des Aufstandes werden abermals 61 Millionen gefordert. Unfere Richter und Staatsanwälte. Januar. tontrattbrüchigen Knechts 30 M. Geldstrafe. 4. Amtsvorsteher Glöckner in Prioran wegen Verprügelung eines 5. Zeugniszwangsverfahren gegen Redakteur Stärke in Detmold. 7. Die Revision des Falschmünzers Lache, der, von der Mehrzahl Sachverständigen für geistestrant erklärt, zu 6 Jahren Zucht haus in Berlin verurteilt worden ist, verworfen. der 8. Der polnische Redakteur Rakowski ist während mehrjähriger Gefängnisstrafe in Wronke mit Strumpfwirken beschäftigt worden. Haar und Bart wurden ihm fahl abgeschoren. Sonnabend, 8. April 1905. 5. Der Bergmann Hesse in Dortmund hat zu einem Arbeitse willigen gesagt:" Wo willst Du hin?" Er sagte dabei„ Bfui!" und pie aus. Ein Monat Gefängnis.- Der Bergmann Hochmeister hatte zu einem Arbeitswilligen gesagt:" Streitbrecher und Speichellecker". Zwei Monat Gefängnis. 8. Wenn Sie, Herr Kommissar, teine Zeit haben, können Sie gehen, wir fönnen auch ohne Sie die Versammlung weiter führen", wird in Kassel als Beleidigung an Genosse Thiel mit 100 M. Geldbuse bestraft. 11. Ein Arbeiter in Necklinghaufen, weil er einen Arbeitswilligen Streitbrecher" genannt, drei Wochen Gefängnis. " 11. Das Straffonto der Arbeiterbewegung wurde im Monat Januar mit 3 Jahren 7 Monaten und 3 Wochen Gefängnis und 2530 M. Geldstrafen belastet. 14. Der russische Fürst Kotschubei, Verwandter des Baren, hat in Dresden einen Hotelportier, der ihm u. a. auch den„ Simpli ziffimus" zur Leftüre brachte, durch Fußtritte in den Unterleib schwer verlegt. Urteil: 1000 m. Geldstrafe. Mildernder Umstand: daß der Fürst durch die geradezu schamlosen Artikel des" Simpl." in seiner Nationalehre schwer gekränkt worden sei. 16. Als einen Vertreter der ehrlichen Arbeit bezeichnet der Staatsantvalt den Sekretär des Arbeitsnachweises der Holzindustriellen Meinecke, der, weil er einen Streifenden über den Kopf schlug, als Angeklagter vor Gericht steht. Er beantragt 10 M. Geldstrafe, das Gericht erkennt auf 30 m. 18. Das Meineidsverfahren gegen die Genossen Hecht und Schiller in Crimmitschau endlich eingestellt. 25. Genosse Lange- Leipzig, der in der Leipziger Volkszeitung" durch eine Stritit der Königsberger Vorgänge die Reichspostverwaltung beleidigt haben soll( Vorwurf der Verlegung des Briefgeheimnisses), 9 Monate Gefängnis. 28. Viehhändler Kirschstein und Schlächtergeselle Scheuer in Lüneburg vom Schwurgericht freigesprochen, nachdem sie wegen angeblichen Meineids vier Jahre unschuldig im Buchthause gesessen. März. " 3. Vor der vierten Straffammer beginnt der Prozeß gegen den Vorwärts" und die Beit am Montag" wegen ihrer aftenmäßigen Veröffentlichungen über Zustände in der Strafanstalt Plößensee. Die Verteidigung bestreitet die Zuständigkeit der Vierten", da die Prozeßiache ursprünglich Schneidt und Genoffen" hieß, aber auf Kalisti und Genossen" umgetauft worden war, nachdem man den an der Sache wenig beteiligten Genoffen Kalisti in das Strafs berfahren miteinbezogen hatte. Die vierte Kammer erklärt sich Beweisanträge sind abgelehnt worden. gleichwohl für zuständig. Fast alle von der Verteidigung gestellten 5. Weil der Medizinalrat Leppmann, der als Sachverständiger fungieren soll, unabkömmlich sei, wird der Plögenseeprozeß vertagt. 8. Das Straftonto der Arbeiterbewegung wurde im Februar mit vier Jahren, fünf Monaten, einer Woche und sechs Tagen Freiheitsstrafen und 1212 M. Geldstrafe belastet. " " 8. Gegen zwei Zeugen, die aus religiösen Gründen die Ablegung eines Eides verweigern, beantragt der Staatsanwalt in Berlin je 6 Monate Haft. Das Gericht lehnt den Antrag ab. 9. Der Redakteur Stärke ist erst wegen Zeugnisverweigerung bestraft worden( siehe oben), und hat später unter Eid ausgesagt, daß er die fragliche Nachricht von teinem Staatsbeamten erhalten habe. Jezt wird er mit sofortiger Verhaftung bedroht, wenn er den Privatmann, dem er die Mitteilung verdankt, nicht nennen wolle. 9. Gegen Genossen Schmidt- Sonnenburg ist in Sonnenburg Majestätsbeleidigungs- Verfahren eingeleitet worden, weil er Heines Gedicht Die Weber"( Ein Fluch dem König, dem König der 14. Sergeant Derke vom 79. Jnfanterie- Regiment in Hildes 8. Der Sekretär des Arbeitsnachweises der Holzindustriellen, Reichen usw.) vorgelesen hatte. Jetzt wird das Verfahren einheim hat einen Rekruten mindestens zehnmal mit Ohrfeigen trat einele in Berlin, hat einen Streifposten verprügelt. Gegen den gestellt. 10. Bofern ist Hasardspiel" erklärt das Berliner Polizeitiert, ihm eine Knochenhautentzündung verursacht und auch andere Streikposten stellt der Staatsanwalt Strafantrag wegen Hausfriedenspräfidium. Pofern ist tein Hazardspiel" hat in Oldenburg in Soldaten mißhandelt. Im ganzen 15 Fälle. Urteil 3 Wochen bruch. Freispruch. Mittelarrest, weil es schon lange her und Derke Chinakämpfer sei. 10. Wegen Verurteilung zweier Polizeibeamter in Charlotten- Uebereinstimmung mit den Richtern der Poterfreund Ruhstrat er17. Nefrut Schröder vom 70. Infanterie- Regiment in Saarburg( Mißhandlung eines Arbeiters auf der Wachtstube) legt der flärt. brüden begeht Selbstmord. Ursache: fortgesette Mißhandlungen. Staatsanwalt Revision ein. 11. Studenten vom Korps Suevia" in Heidelberg wegen Duell 18. Bon den 600 000 aktiven Militärpersonen sind mit einer 13. Graf Büdler, den die Polizei, weil er irrfinnig sei, nicht forderung ein paar Tage Festung. 12. Versicherungsbeamter Knappe ist bei einem Spaziergang Beschwerde bis zur obersten Instanz gegangen 45. Davon haben reden läßt, in Berlin zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. recht bekommen ganze zwei Mann, 35 wurden abgewiesen, drei weil er das Verhalten eines Bürgermeisters in Sachen der Armen haftet, gefeffelt, beschimpft und nach seiner Behauptung auch ges 14. Redakteur Genosse Quint- Frankfurt a. M. 30 m. Geldstrafe, von Schöneberger Polizisten, die Razzia halten, ohne Grund ver blieben ohne Entscheidung, fünf blieben liegen. schlagen worden. Da er den Fall in der Welt am Montag" 18. Unteroffizier Marg vom Ullanenregiment in Ulm befiehlt pflegefinnlos" genannt hatte. Vierte". 17. Neun Jahre, zwei Monate, zwei Wochen und ein Tag Ge- veröffentlicht hat, kommt er als Angeklagter vor die bei der Schießübung einem Rekruten auf einen Ulanen zu schießen, fängnis sowie 1070 m. Geldstrafen wurden im Dezember über die- Borsigender Braun bezeichnet ihn, obwohl der Wahrheitsbeweis fast der schwer an der Schulter verlegt wird. Mary 45 Tage Gefängnis, jenigen verhängt, die nach Ansicht der Richter im Kampfe für die in allen Buntten erbracht ist( nur die Prügelſzene wird von den der Rekrut freigesprochen. 19. Weil er einen Kanonier mit dem Fuße in die Hüfte ge- Rechte und Interessen der Arbeiter mit den Strafparagraphen deutscher Beamten hartnäckig bestritten), als einen verlogenen Menschen und treten hat, wird der Oberstleutnant und Regimentsfommandeur Geseze in Konflikt gekommen sind. spricht ihn nur deshalb frei, weil der Strafantrag unrichtig gestellt v. Ragowski vom Artillerieregiment Nr. 19 in Erfurt vom Brigade- werden wir Dich bei den Schweinsohren friegen." In Berlin: und Reklame machen", sondern sich beim Polizeipräsidium be 18. Wenn Du Dein Verbandsbuch nicht in Ordnung hast, sei. Der Angeklagte hätte nicht zur Zeitung laufen, nicht„ Klatsch tommandeur zu 48 Stunden Stubenarrest verurteilt! schweren sollen, wo er vielleicht" recht bekommen hätte. Die willErpressung. Ein Monat Gefängnis. türliche Verhaftung entschuldigt Braun mit den Worten:„ Wo Holz gehauen wird, fallen auch Späne 1" 21. Unteroffizier Gottschalt vom Garde Füfilier- Regiment in Berlin hat einen Mann mit dem Rufe: Hund, ich steche Dich tot" mit dem Seitengewehr in die Brust gestochen. Acht Tage Mittelarrest. Der militärische Verteidiger meint, es handele sich nur um einen Scherz feitens des Angeklagten, im schlimmsten Falle aber nur um ein übel angebrachtes Erziehungsmittel; gerade so wie man ein Pferd mit der Beitsche behandelt, um Erfolge zu erzielen, hätte auch der Angeklagte das Seitengewehr gezogen. 23. Drei Mann vom 15. Ulanenregiment in Saarburg, die im Wirtshaus mit einer gleichfalls nicht ganz nüchternen Batrouille in eine Reilerei gerieten, wobei niemand verlegt wurde: 5 Jahre 1 Monat Buchthaus, 5 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Gefängnis. Fünf Angeklagte freigesprochen. Beantragt waren im ganzen 10½ Jahre Zuchthaus und 35 Jahre Gefängnis. 19. 22 junge Burschen und Mädchen von 17-24 Jahren in Gleiwig wegen polnischer Geheimbündelei Gefängnisstrafen von einem Tage bis einen Monat. 19. Streifposten in Köln Geldstrafe wegen Nichtfolgeleistung. 20. Ein Bauarbeiter in Bremen wegen Aufruhrs"( Widerstand gegen Polizisten) sechs Monate Gefängnis. Ein Tumult war entstanden, weil Bauunternehmer einen Arbeiter schwer mißhandelt batten. Dafür erhielten fie 20 M. Geldstrafe. " " 12. Wegen angeblicher Beleidigung des Königs von Sachsen Genosse Schubert- Zwidau vom" Sächs. Voltsblatt" 8 Monate Gefängnis. Er hatte das Verhalten des Königs und der Staatsbehörden in Angelegenheiten der früheren Frau des Königs einer Kritik unterzogen. 15. Wegen Beleidigung zweier Arbeitswilligen der verantwort liche Redakteur des Hofer Parteiblattes, Genoffe Geißler, zehn Tage Gefängnis. Die tatsächlichen Behauptungen seines Artikels wurden erwiesen. Die Verurteilung erfolgte wegen der beleidigenden Form. 16. In einem Streifprozesse hatte der Former Jont sich vor der vierten Straffammer unter dem Vorsiz von Braun zu bereinen Arbeiter gefragt hatte, ob er Former sei, bemerkte Braun: antworten. Als die Rede darauf tam, daß Jont als Streitposten 22. Ein Arbeitswilliger in Magdeburg, der Streifende Lumpen genannt hat, erhält dafür eine Ohrfeige. Der Amtsanwalt beantragt gegen den Attentäter 5 Monate Gefängnis. Mit dem Ausdruck als Lumpen bezeichne. Urteil: 6 Wochen Gefängnis. Lumpen sei niemand beleidigt worden, da man Besitzlose gemeinhin 28. Leutnant der Landwehr v. Kligung und Stabsarzt Mitten Arbeitswilligen vom Schöffengericht 1 Monat Gefängnis. Freispruch 22. Ein Maurer in Forst wegen angeblicher Beleidigung eines dorf in Berlin wegen Duells 6 und 8 Monate Festung. Ausschluß durch die Straffammer, da der Beleidigte als notorischer Trunkenbold der Deffentlichkeit. Wie kommen Sie dazu, den Mann nach seinem Beruf zu fragen? Wenn mich einer auf der Straße fragt, wer oder was 28. Unteroffizier Heidebrüd und Feldwebel Buzer bom Alerander- ein unzuverlässiger Beuge sei. Garderegiment in Berlin wegen Mißhandlung eines Untergebenen 22. Sie sind ein schöner Ehrenmann! Sie sollten sich vor ich bin, gebe ich ihm einen Tritt vor dem Bauch, daß er aufs 8 Tage Mittelarrest, resp. wegen Mißhandlung in 23 Fällen zwei Ihren Kindern schämen!" zu einem Arbeitswilligen gesprochen in Pflaster fällt!" Monate Gefängnis. Ausschluß der Deffentlichkeit auch bei der Berlin aus§§ 153 G.-D. eine Woche Gefängnis. Urteilsbegründung. Die Mißhandlungen sind vom Vater eines 25. Ein Arbeiter in Halle wegen Angriffs auf einen Arbeits- in öln wird trop Beseitigung des fliegenden Gerichtsstandes entlaffenen Soldaten aufgedeckt worden, dem das Tagebuch seines willigen 8 Monate Gefängnis. Sohnes in die Hände geriet. er28. Rentner Bogenez bei Metz von einem Militärposten er fchoffen. März. 7. Zwei Grenadiere vom 12. Grenadier Regiment in Frank furt a. D. wegen Achtungsverletzung und Beharrens im Ungehorsam 2 Jahre und 2 Jahre 10 Monate Gefängnis unter Ausschluß der Deffentlichkeit. Das Oberkriegsgericht des 3. Armeekorps schließt die Deffentlichkeit überhaupt so häufig aus, daß fie vollkommen auf zuhören droht. 11. Das Oberkriegsgericht verurteilt Unteroffizier Gottschalt vom Garde- Füfilier- Regiment( Siehe oben) zu vier Wochen Mittelarrest. 14. Ein Leutnant der Infanterie in Nürnberg schlägt nach einem zehnjährigen Jungen, der sein Kommando nachafft, mit dem Säbel und verlegt ihn an der Stirn. Der Mutter will er einen Thaler als Schmerzensgeld geben. Es wird Anzeige erstattet. 17. Major v. Sydow- Braunschweig ist wegen Mißhandlung feines Kindes zu vier Monaten Gefängnis und Dienstentlassung ber urteilt worden. Das Oberkriegsgericht fegt die Strafe auf 300 M. Geldstrafe herab, 22. Genosse Redakteur Kemptens von der Rhein. Zeitung" wegen angeblicher Beleidigung eines Aachener Wirts in Aachen au 26. Redakteur Ruegg in Berlin wegen Abdrucks atveier Artikel 100 M. Geldstrafe verurteilt. als Gotteslästerer 2 Monate Gefängnis. Als einziger Zeuge, der ( wobon einer vom berühmten holländischen Dichter Multatuli) das vorschriftsmäßige Aergernis" genommen hat, präsentiert sich Erster Staatsanwalt Figge! 3 27. Wegen der angeblichen Baugener Offiziersaffäre Redakteur Genoffe Düwell Dresden vier Monate Gefängnis. Bürgerliche Redakteure hatten für dieselbe Veröffentlichung 150 M. Geldstrafe erhalten. 28. Wie die Tägl. Rundschau" aus München berichtet, soll dort ein zehnjähriger(!) Junge wegen Schmuggels zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden sein. 31. Ein Streitposten ist in Kattowiz wegen Nichtfolgeleistung berurteilt worden. Das Kammergericht verwirft die Revision. Februar. 2. Ein polnischer Redner in Bochum wegen Beleidigung Arbeitswilliger in öffentlicher Nede zwei Monate Gefängnis. 3 Das Saarbrückener Urteil gegen Krämer vom Reichsgericht aufgeboben und die Sache an das Landgericht Trier verwiesen. Das hatte der Berteidiger beantragt, weil das Saarbrüdener Gericht unter dem Einfluß des faarabischen Systems stehe. Aus dem Zuchthausstaat. Januar. 6. Zwei streifende Gelbmetallgießer als läftige Ausländer nach zehnt und zwölf Jahren Aufenthalts aus Berlin ausgewiefen. Aus Vorsicht hatte die Streifleitung die beiden nicht einmal zum Streit poftenstehen herangezogen. 6. Dreschgraf Büdler darf in Potsdam reden; in Köpenick nicht. 7. In Burgau( Sachsen- Weimar) wird die Gründung eines Bürgervereins verboten, weil sie feinen 8wed hat". 10. Das Krefelder Schöffengericht verurteilt einen Arbeiter, der seine Tochter den Kirchgang versäumen ließ. Kirchgang sei ein Teil des Schulbesuchs. 12. Die staatliche Bergverwaltung Saarabiens erklärt: Wer die( sozialdemokratische)" Saarwacht" verbreitet, hält oder auch nur liest, wird sofort entlassen. 20. Der ärztliche Bezirksverein Freiberg i. S. hat den Arzt Dr. Frank u. a. wegen Verkehrs mit tief unter seinem Stande stehenden Personen" diszipliniert. Der Dresdener Ehrengerichtshof hebt das Urteil insoweit auf. 24. Verschärfung der Coupletzenfur durch die Berliner Polizei. f Alle Coupletstrophen, die Bibelsprüche oder Gesangbuchverse zitieren, werden verboten, darunter ein seit 40 Jahren gesungenes harmloses Lied. 29. Der westfälische Oberpräsident Minister a. D. v. d. Recke denunziert der Aerztekammer einen Arzt, der sich in den Dienst der Sozialdemokratie" gestellt habe. Februar. 2. Eine Versammlung in Crinig genehmigt, wofern politische Gegenstände nicht zur Verhandlung kommen". 4. Weil er seinem Kinde kein Lesebuch kaufen konnte, wird ein armer Weber in Debschwitz zu 2 M. Geldstrafe verurteilt. 18. Die Berliner Polizei sistiert fortgesetzt Streikposten, die sämtlich vom Gericht freigesprochen werden müssen. 22. Die Ansiedelungs- Kommission in Thorn hat ihren Gutsverwaltern in bestimmter Form die Pflicht auferlegt, alle Bedürfnisse nur bei Deutschen zu decken. Die gleiche Weisung ist an die Ansiedler ergangen. Diejenigen Ansiedler, welche denselben nicht entsprechen, sollen die Entziehung aller staatlichen Vergünstigungen zu gewärtigen haben. 26. Die Polizeiverwaltung in Raurel erläßt Strafmandate gegen die Mitglieder des Streitbureaus. Dieses Bureau sei ein Berein, der eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke. Statuten und Mitgliederverzeichnis hätten eingereicht werden missen. März. 19. Bei der Kranzniederlegung auf den Gräbern der Märzgefallenen verfällt der Polizeischere eine Schleife mit folgendem Zitat aus Schillers„ Tell": Eine Grenze hat Thrannenmacht. Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden... Zum letzten Mittel, wenn kein and'res mehr Berfangen will, ist ihm das Schwert gegeben. Unterm Ruffenkurs. Januar. 8. Die Beschwerde wegen willkürlicher Einsperrung der Ruffin Janina Berson abgewiesen. Ausländern, erklärt Oberpräsident Bethmann- Hollweg, stehen die verfassungsmäßigen Rechte der Preußen nicht zur Seite. 19. Bürgermeister Wiecforet schreibt in der Zeitschrift„ Oberschlesien" von den die Grenzen überschreitenden russischen Deſerteuren: " In den meisten Fällen verleugnen diese Leute durch ihr ganzes Benehmen und durch ihre Kleidung ihren militärischen Charakter nicht, weshalb vielfach ihre Festnahme und damit ihr zwangsweiser Abschub nach dem nächsten Kordon( russische Grenzivache) erfolgt." Februar. 1. Die russischen Studenten Leo und Boris Merowicz in Berlin ausgewiesen. Boris M. wird gedroht:„ Wenn Sie nicht aussagen, sperren wir Sie ein. Jetzt haben Sie noch 24 Stunden Zeit und dann hin nach Rußland." 2. Protestversammlung gegen den Russenkurs in Leipzig aufgelöft. 3. Die preußische Polizei besoldet unter den russischen Studenten Berlins zwei Spigel mit 60 M. und 75 M. monatlich. 28. Russische Studenten der Technischen Hochschule in Mannheim haben zugunsten der Opfer des Petersburger Blutsonntags eine Wohltätigkeitsvorstellung veranstaltet. Die Direktoren verlangen Auslieferung des Erlöses an das russische Konsulat und verhängen über die sich weigernden Studenten Relegation. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 8. april Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. Schauspielhaus. Göz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Die Bohème. Berliner. Das Fest des St. Matern. Hierauf: Der Misanthrop. Westen. Die neugierigen Frauen. Nachmittags 2, Uhr: Romeo und Julia. National. Die Jüdin. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Stilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Augen rechts. Hierauf: Die fittliche Forderung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches auf Tauris. Lessing. Elga. Theater). Iphigenie Urania, Taubenstr. 48/49 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath:„ Radium". Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PANO Friedricnstr. 165 Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Neues Theater. Anfang 72 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Sonntag, Montag: Ein SommerKleines. Abschied vom Regiment. nachtstraum. Angele. Residenz. Herzogin Grebette.( La Kleines Theater Duchesse des Folies- Bergère.) Zentral. Die Jurheirat. Metropol. Die Herren von Marim. Luftspielhaus. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Anfang 8 Uhr. Angele. Vorher: Abschied vom Regiment. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Er mäßigte Breiſe. Familienidyll. Liebes Uebern träume. Serenissimus. Belle Alliance.... noch einmal so lieben! Sonntag abend 8 Uhr: Salome. Montag: Nachtasyl. Carl Weiß. Die Heinen Bagabunden. 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Verdächtigung des alten Verbandes durch die„ Germania". 14. Die Regierung veranlaßt im preußischen Abgeordnetenhause eine Debatte und läßt wegen Zeitmangels die sozialdemokratische Interpellation unbeantwortet. 259 000 M. oder 6,50 M. auf den Kopf, beim alten Verbande 1400 000 M. oder 23 M. auf den Kopf. 8. Zahlreiche Gemeinden, in denen das Zentrum herrscht, lehnen die Unterstützung der streikenden Bergleute ab. 9. Vorlegung der preußischen Berggesegnovelle, die hinter den Forderungen der Reichstagsresolution weit zurückbleibt. führer, die sich durch nichts mehr von richtigen Sozialdemokraten 10. Die Dasbachpresse hezt gegen die christlichen Bergarbeiterunterschieden. 24. Der Vorstand des Deutschen Bergarbeiterverbandes veröffentlicht eine Broschüre, in der er feststellt, wie die amtlichen Untersuchungen, die keine Mißstände im Ruhrbergbau ergeben haben, zustande gekommen sind. 27. Beginn der Beratung über die Berggesegnovelle im preußischen Dreillassenlandtag. 28. Eröffnung des Bergarbeiter- Delegiertentages für Preußen. Von unferen Gegnern. Januar. 3. Ein im Verlag des Breslauer Zentrums- Stadtverordneten 17. Das Syndikat verhandelt nicht. Die Proklamierung des Schild erschienener unzüchtiger Roman wird verboten. 6. Die Konservative Korrespondenz" warnt vor Beitritt zum allgemeinen Streits ist damit zur Notwendigkeit geworden. Der Verband gegen die Sozialdemokratie, der nicht das geringste leiste. sozialdemokratische Parteivorstand erläßt einen Aufruf zur Unter11. Die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung", das berüchtigte Scharfstützung der Streifenden. 19. Der Bergbauverein weigert sich, an gemeinsamen Ber- macherblatt, hat sich in der Hibernia- Affäre eine Anflage zugezogen. Der Redakteur plädiert auf Wahrung berechtigter Interessen. Die handlungen teilzunehmen. Zeitung vertrete das Interesse der Großindustrie und würde durch die Verstaatlichung geschädigt werden. 20. 240 000 Bergarbeiter befinden sich im Streit. 20. Beantwortung der sozialdemokratischen Interpellation im Reichstage. 21. Gine allgemeine Bergarbeiter Versammlung in Bochum beschließt Ausharren im Streit. 25. Trozz wiederholter Aufforderungen durch den„ Vorwärts" laffen sich weder Zentrumss noch freisinnige Organe zu Streit sammlungen herab. 27. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion fordert reich 3 gesetzliche Regelung. Gleichzeitig kündigt die preußische Regierung Landes gesetzliche Regelung an. Februar. 2. Die Arbeiterkommission der Zeche„ Herkules" bleibt von den Verhandlungen mit der Regierung fern, um weiteren Brüsfierungen zu entgehen. 4. Annahme der sozialdemokratischen Resolution im Reichstage. Ablehnung durch die Negierung mit Rücksicht auf die preußische Landesgesetzgebung. 7. Der Bergbauverein weist einen ernenten Antrag der SiebenerKommission, über fünf Punkte mit ihr zu verhandeln, zurück. Der Reichskanzler fordert Wiederaufnahme der Arbeit, worauf er zu weiteren Vermittelungsversuchen geneigt sein würde. 9. Die staatliche Untersuchungskommission beginnt ihre Veröffentlichungen. Sie hat alles in Ordnung gefunden. 10. Die Vertrauensleute beschließen, den Streit bis auf weiteres abzubrechen. Die Siebener- Kommission formuliert ihre Forderungen an die Regierung. 24. Der Zentrumsmann und Kreisschuldirektor Poppelreuter veröffentlicht im Dsnabrücker Sonntagsboten" ein„ Lied des braven Bergmanns" mit dem Kehrreim: Juchhe! Verloren ist die Schlacht, Hei, wie das Freude macht. März. 18. In Bardenberg bei Aachen versucht das Zentrum Lokalmit Kirchenstrafen bedroht, wenn sie dem Verbande einen BureauHausbesizer werden abtreiberei gegen den Bergarbeiterverband. raum vermieten. 25. Die„ Germania" schreibt über den Petersburger Blutsonntag( 22. Januar):„ Es ist anzuerkennen, daß die russischen Soldaten wenigstens in Petersburg ihrer militärischen Pflicht auch im Falle einer dura necessitas( harten Notwendigkeit) bei dem Straßenkampfe dem Befehle ihrer Vorgesetzten gemäß getreu geblieben sind." Februar. 24. Divisionspfarrer Bachstein wegen eines in engem Kreise gehaltenen Vortrags von Zentrumsmannen als Gotteslästerer denunziert. 24. Die„ Germania" verlangt polizeiliche Ausweisung ebangelischer Prediger, die unter polnischen und italienischen Katholiken Berlins für den protestantischen Glauben Proselyten werben. 26. Die„ Germania" lockspielt also:" Die Sozialdemokratie hat immer große Worte gegen die anarchistische Bewegung, gegen die Lehre der Propaganda der Tat in Deutschland, weil sie zu feige ist, die notwendigen Folgen ihrer eigenen Theorien ans zuerkennen und die eigene Haut zu Markte zu tragen." März. 19. Die Freisinnige Vereinigung verbietet ihrem eigenen Parteigenossen, dem„ nationalsozialen" Pfarrer a. D. Raumann sein redne risches Auftreten in Königsberg. V 29. In einer Sigung des Vorstandes des Vereins der Arbeitgeber Verbände hat der freikonservative Abg. Menck- Altona vorgeschlagen, Aussperrungen, damit die Arbeiter schärfer von ihnen getroffen würden, fünftig partienweise nach dem Alphabet vorzunehmen. Dadurch würden die A- Leute immer zuerst an die Reihe kommen, was sie auf die Dauer nicht aushalten würden. Sie müßten also dann entweder die Kassen der Organisationen schwer 1. Beim polnischen Gewerkverein gingen 8000 M. oder 80 Pf. auf den Kopf der Mitglieder ein, beim christlichen Gewerkverein belasten oder sich als Arbeitswillige ihr Brot verdienen. 0. Wallner- Theater. N. Schiller- Theater Friedrich- Wilhelm Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen rechts. Komödie in 3 Akten v. Jon Lehmann. Hierauf: Die sittliche Forderung. Plauderei von Otto Erich Hartleben. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Johannisfeuer. Sonntag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Montag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. städtisches Theater. Sonnabend, abends 8 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Schauspiel in 5 Aufzügen von Johann Wolfgang Goethe. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Fuhrmann Henschel. Montag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Freie Volksbühne Opern- Vorstellungen im National- Theater. Anfang 3 Uhr. 16. u. 30. April: 7. u. 14. Mai: 21. u. 28. Mai: Rigoletto. Fledermaus. Fidelio. Opernmarken à 1 Mark inkl. Garderobe und Programmbuch sind in allen Zahlstellen zu haben. Das Opernheft ist für die Besucher der Opernvorstellungen vom 10. April ab in den Zahlstellen zu haben. Gewerkschaftsbaus, SO., Engel- Ufer 15. Sonntag, den 9. April 1905, abends 7 Uhr: VIII. Volkstümlicher Vortragsabend Schiller- Feier veranstaltet von Maria Holgers. Eintrittstarten zu 30 Pf. bei orsch, Bigarrenhandlung, Engel- Ufer 15, und abends an der Kasse. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Großes Kurt Goldmann- Konzert 288/7 unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8%, Uhr. 23232* Albert Moerner. 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Diese Mchtbeachtung der Interessen und Forderungen der kaufmännischen Angestellten ist in einem nicht geringen Maße auf ihre Haltung selbst zurückzuftihren. Diese Arbeiterkategorie, deren Angehörige ein englischer Arbeiterführer treffend charakterisierte als Leute,„gekleidet wie die Herzöge— entlohnt wie die Bettler", hat die proletarische Grundlage ihrer Existenz zum großen Teil leider noch nicht be- griffen. Daher ihre Lauheit in wirtschaftlichen Kämpfen, ihre Ver- ständnislosigkcit gegenüber den sozialen Problemen unserer Zeit. Zum erstenmal werden die Handlungsgehülfen Berlins nun auf- gerufen, ihre Richter, die Beisitzer zu den Kaufmannsgerichten zu lvahlen. Am Sonntag, den 7. Mai, findet die Wahl statt. Die Organisation der klassenbewußten Handlungsgehülfen, der Zentral verband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands, ist zuerst in den Wahlkampf eingetreten. Der Zentralverband hat bei diesen Wahlen die Auf- gäbe, für die Interessen der Handlungsgehülfen den Kampf gegen die Scheinorganisationen aller Art zu führen, die mehr oder weniger von dem Unternehmertum am Gängelbande geführt werden. Die Kaufmannsgerichte sollen nicht nur einer sachgemäßen, schnellen und billigen Rechtsprechung in beruflichen Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Angestellten dienen, sie sind auch berufen, Gütachten in allen wirtschaftlichen Fragen, die die Handlungs- gehlllfen berühren, abzugeben, Eingaben an die Behörden und Par- lamente zu richten und als Einigungsamt zu fungieren. Nur die Vertreter der klassenbewußten Handlungsgehülfen bieten die Gewähr, daß die Interessen der kaufmännischen Angestellten in dieser bedeut- samen Körperschaft unter Wahrung voller Objektivität mit sozial- politischem Verständnis, Energie und Rückgratfestigkeit gegenüber dem Unternehmertum zur Geltung gebracht werden. Zur Teil- nähme an den Wahlen sind alle Handlungsgehülfen berufen, welche das 2S. Lebensjahr vollendet haben und in dem Bezirke des Kaufmaunsgerichtes beschäftigt sind. sofern ihr Jahresarbeits- verdienst an Lohn oder Gehalt den Betrag von 5009 Mark nicht iibersteigt. Also auch jene Handlungsgehülfen, die in Berlin beschäftigt sind, aber in den Vororten wohnen, sind in Berlin wähl- berechtigt. Die Wahl der Beisitzer, die nach den Grundsätzen der Verhältniswahl erfolgt, ist geheim. An alle Handlungsgehülfen er- geht die Aufforderung, in eine planmäßige und rege Agitation für die Liste des Zentralvcrbandes einzutreten, damit das Kaufmanns- gericht die ihm gestellten Aufgaben zum Wohle der Handlungs- gehülfen erfülle._ Partei Angelegenheiten. Achtung 6. Wahlkreis! Sonntag abends 6 Uhr findet im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23, eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Fritz Zubeil über das Thema„Soldaten- Mißhandlungen und Militärjustiz" referiert. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vertrauensmann. berliner jVacbncbtcn. Trinkgelder. Schon viel ist über die Unfitte der Trinkgelder geschrieben worden, aber vielleicht noch lange nicht genug, denn eine Wendung zum Besten ist nirgends zu verspüren. Freilich, wer spekuliert nicht auf ein Trinkgeld, wenn daraus der Arbeitslohn oder ein Teil desselben sich zusammen- setzen soll, wie zum Beispiel bei Kellnern und Hausdienern. Ein Trinkgeld wird auch sonst nicht leicht verachtet, weder vom Milchmädchen, noch vom Kohlenmann, von der Wäscheftau, vom Herrn Bademeister, vom Schornsteinfeger, vom Barbier, Dienstmann, Straßenbahn- oder Omnibusschaffner u. a. m. Man kann den Unfug, der auf solche Weise getrieben wird, ins rechte Licht stellen. man kann von dem korrumpierenden Einfluß des Trinkgeldes, auf den Geber wie auf den Empfänger, mit dem schönsten Pathos reden,— es nutzt nichts, es glaubt kein Mensch und man wird obendrein noch als ein rechter Knicker angesehen. Wer Trinkgelder be- kommt, urteilt im allgemeinen mit liebevoller Nachsicht darüber, ausgenommen wenn sie gar zu klein sind; wer sie geben muß, der raisonniert freilich. Alle Jahre einmal, wie bei der Zeitungsfrau oder dem Bäckerjungen, da sagt man sich gern, man muß„das Unvermeidliche mit Würde tragen", aber täglich gestellt zu werden, wie ein gehetztes Wild, da- gegen muß man protestieren, besonders mit leerer Tasche. Sicherheit gibt es nirgends. Geht man in ein Museum oder in eine Bildergalerie, muß man Schirm oder Stock abgeben. Trinkgelder nimmt der Beamte nicht, aber auf daß die alte Sitte überall geehrt wird, steht eine Büchse da, so auf- dringlich groß, daß man sie beim besten Willen nicht über- sehen kann und als anständiger Mensch geniert man sich auch, weniger wie einen Pfennig in die unverschämt breite Oeffnung zu tun. Man könnte sich mit etwas Galgenhumor über die Frage der Trinkgelder hinwegsetzen, wenn diese Frage nicht eine sehr ernste Seite hätte." Je mehr die Erwartung von Trinkgeldern zur Gewohnheit wird, desto mehr rechnen die Arbeitgeber damit; sie zwacken am Lohn ab, was sie als Extra-Einnahmen durch die Trinkgelder berechnen, sodaß der Arbeiter in Sechsern und Groschen oft zusammenschnorren muß, was er rechtmäßig zu fordern hätte. Wie der Trinkgeldunfug ausgeartet und zu einer Plage geworden ist, darüber klagen gerade diejenigen am lautesten, die scheinbar am meisten davon profitieren, nämlich die Gast- wirtsschaftsgehülfen. In ihren Versammlungen, auf GeWerk- schaftskongressen, in ihrer Presse wird das Trinkgeld- wesen entschieden verurteilt. Diese Leute sind unbedingt aus die Trinkgelder angewiesen; sie empfinden das Unwürdige dieser Lage auf's deutlichste, aber sie müssen es dulden, weil sie unter dem Druck miserabler Lohnverhält- nisse leiden. Von einem Lohn kann man überhaupt nicht mehr reden bei Verhältnissen, wie sie in einer Reihe von erstklassigen Berliner Restaurants Unter den Linden und in der Friedrichstraße bestehen. Da zahlen die„Arbeitgeber" nicht nur keinen Lohn, sondern verlangen sogar von den Kellnern einen Anteil an der Triukgeldeinnahme, was durch allerlei Berechnungen für Strafen, Gläserbruch. Gläser- spülen usw. bemäntelt wird. In offener Versamm- lung der Gastwirtschaftsgehülfen wurden vor kurzem noch eine Reihe solcher„erstklassigen" Lokale namentlich ange- führt. Da muß der Arbeiter also noch Geld mitbringen, anstatt Lohn für seine Arbeit zu erhalten- Daß dadurch ein Kellner direkt veranlaßt wird, die Gäste zu übervorteilen, wo sich eine Gelegenheit bietet, ist leicht zu verstehen. Gerade in Berlin ist die Lage der Gastwirtschaftsgehülfen ganz besonders schlecht. Hier ist das Angebot sehr groß und die Ausbeutung eine geradezu rücksichtslose, am schlimmsten in den„feinen Häusern". Wo Lohn gezahlt wird, ist dieser Lohn jämmerlich klein, etwa 10, 12 und 15 M. pro Monat. Die Trinkgelder müssen das übrige bringen. Gegen die Abschaffung des Trinkgeldes in den Gastwirt- schaften werden oft die lächerlichsten Gründe angeführt. Manche Leute können sich gar nicht vorstellen., daß eine solche Ab- schaffnng praktisch durchgeführt werden könnte. Da ist vielleicht ein Hinweis auf die Restaurants und Hotels in ameri- kanischen Städten interessant. Das Trinkgeld kennt man da nur als Ausnahme für besonders geleistete Dienste, und dann muß es wenigstens eine Mark betragen. Man bezahlt die genossenen Speisen und Getränke beim Verlassen des Lokals an der Kasse nach einem Zettel, den der Kellner aus- fertigt, ähnlich wie in einem Kaufhause. Ein Kellner, dem man 5 Zent, also 20 Pf. Trinkgeld anbieten wollte, würde sich sehr beleidigt fühlen. Die Kellner fordern und erhalten ihren Lohn, sie wissen, daß sie auf Trinkgelder nicht rechnen können; ebenso sind die Hotclangestellten nicht direkt auf Trinkgelder angewiesen und werden daher den Gästen auch nicht lästig, wie in deutschen Hotels. Die Bedienung ist trotzdem muster- hast. In den letzten Jahren sind manche sehr große Restaurants nach deutschem Muster und unter deutscher Leitung in amerikanischen Städten entstanden; dieses Muster erstreckt sich bis auf die Kellner und das Trinkgeld. So schlimm ist es freilich noch lange nicht wie in Berliner„erstklassigen" Häusern, aber die Kellner wissen, daß sie da mit den Trink- geldern rechnen müssen und sie nehmen die 5 und 10 Cent- stücke mit Dank an. Auf die Amerikaner macht dies einen häßlichen Eindruck und sie geben ihrer Art von Hotels und Restaurants den entschiedenen Vorzug, tvenn es auch nach deutschen Begriffen dort etwas ungemütlich zugeht. In europäischen Städten sind die Amerikaner dagegen im Trink- geldgeben als liberal bekannt; sie haben aber dabei immer das Gefühl, daß derjenige ein minderwertiger Mensch ist, der auf ein Trinkgeld spekuliert. Lumpentu«. Der„rohe" Ton in der Sozialdemokratie ist bekanntlich eines der beliebtesten Entrüstungsobjekte der bürgerlichen Gesellschaft. Dieser rohe Ton ist nun, von ganz seltenen Entgleisungen abgesehen, in sozialdemokratischen Reden und Preßäußerungen mit der Laterne zu suchen und wird zumeist und zwar absichtlich vertauscht mit den Ausdrücken ehrlicher Entrüstung über die groben Unanständigkeiten unserer Gegner. Und daß zu solcher Entrüstung Ursache genug gegeben ist, davon wissen namentlich diejenigen Parteigenossen ein Lied zu singen, die in der Provinz zu kämpfen haben. In Berlin ist man der ständigen Kontrolle wegen allmählich vorsichtiger ge- worden und wagt sich so leicht nicht mit hanebüchenen Albernheiten ansLicht. Andersmder bürgerlichen Provinzpresse, in der die dümmsten Verleumdungen, ivenn sie gegen die Sozialdemokratie gehen, unbesehen Aufnahme finden. Bon Zeit zu Zeit ist es angebracht, einmal eins dieser journalistischen Prachtstücke beim Ohrzipfel zu nehmen, und so wollen wir denn heute ein Pröbchen aus der liberalen„Koblenzer Zeitung" wiedergeben. Der vorgestrige Leit- artikel dieses Blattes ist eine Korrespondenz aus Berlin und trägt die Ucberschrift„Reiche Sozialdemokraten". Daß unser Genosse Singer, dessen Opferwilligkeit auch den Gegnern bekannt sein sollte, als der Mann hingestellt wird, der das Vorwärtsgeschäst und den Dietzschen Verlag in Stuttgart an sich gerafft und sich dadurch um„neue große Einnahmequellen" bereichert hat, sei nur nebenher erwähnt. Gewissen bürgerlichen Herren ist es eben unfaßbar, daß ein Mann Zeit und Gesundheit einer Sache opfern kann, ohne persönlich auch nur den geringsten Gewinn daraus zu ziehen. Aber hören wir weiter: Daß Bebel und V o l l m a r reiche Leute sind, weiß jeder mann, daß Auer im Parteidienste schwere Summen er- wirbt, kann niemand verborgen bleiben, der sich in Hamburg ein- mal erkundigen will. Daß der alte Liebknecht es seinem Portier in der Kantstraße zu Charlottenburg untersagte. „Genossen", die sich als solche durch ihre Arbeiterkleidung auszeichneten, durch den Vordereingang in seine herrschaftliche Wohnung zu lassen, ist allgemein bekannt. Aus den Hintertreppen zur Majestät Liebknecht zu gelangen, war jedem unbenommen, aber dort hielt das Dienstmädchen Wache und— der Herr war nicht zu Hause. Ferner wird es schwerlich einem Mann mit der„schwieligen Faust" gelingen, Herrn Georg Bernhard in der Goethestraße in Charlottenburg in seiner Hochparterre ge- legenen, rot bemöbelten und beteppichten herrschaftlichen Wohnung zu besuchen. Der Portier respektiert keinen Arbeitskittel. Versucht einmal in des Herrn Dr. Südekums Wohnung Eure Anliegen oder Beschwerden vorzubringen, Ihr Arbeiter ohne Parteiamt, also Ihr, die Ihr noch arbeitet. Ihr werdet dem Herrn die Wohnung schwerlich entweihen dürfen. Seht Euch um in Berlin, wo in dem Extrazimmer der Parteibudiker die Herren Parteibeamten am Kneiptisch sitzen, trinken, spielen, während die„Genossen", die noch banausische Arbeit verrichten, d r a u ß e n am Schenktisch abgefertigt werden. Geht in die Theater, in die feinsten Restaurants der deutschen Reichshaupt- stadt. Geht zwischen 19 und 11 Uhr abends mal zu Kempinski in die Leipzigerstraße und findet dort die Heeren, die Ihr am Nach- mittage im Reichstage habt donnern hören über das Elend und die Not der Arbeiterfamilien, und Ihr werdet an ihren fröhlichen Gesichtern erkennen, wie angenehm es ist, ein Volksvertreter derjenigen Klasse zu sein, die sich die unterdrückte nennt und nun eifrig bemüht ist. für ihr sauer erworbenes Geld sich eine eigene Klasse der oberen Zehntausend zu leisten. Es fällt uns natürlich nicht ein, die Zeilenschinderei des liberalen LümpchenS in der„Kobl. Ztg." zu widerlegen, schon deswegen nicht, weil solche Mühe eine Beleidigung der angegriffenen Partei- genossen bedeutete und jeder Berliner Arbeiter, der mit diesen Männern einmal zusammengekommen ist, über die Erbärmlichkeiten in dem liberalen Blatte verächtlich lachen wird. Auch denken wir nicht daran, die bürgerliche Presse in ihrer Gesamtheit mit dem genannten Blatte auf eine Stufe zu stellen. Aber wer da weiß, daß die Lumperei der„Kobl. Ztg." begierig von der Kreis- blattpresse übernommen und weiter verbreitet wird, der darf sich nicht wundern, wenn auch einmal ein Arbeiterblatt im Kampfe mit den Gegnern seiner Entrüstung den gebührend starken Ausdruck gibt. Das Wort des alten Fritz:„Mit solchem Gesindel mutz man sich herumschlagen", hat im Klassen- kämpf noch Tag für Tag seine bittere Bedeutung. Der Magistrat genehmigte in seiner gestrigen Sitzung den Vor- schlag, daß von dem Zuschuß der Stadt Berlin zur Unterhaltung des Tiergartens im Betrage von jährlich 50 000 M. in diesen: Jahre ein Betrag von IS 000 M. zur Beschaffung einer zweiten Wasserhebe- Maschine für die Wasserversorgung des Tiergartens und 0009 M. zur Verbesserung der Wege verwendet werden. Die epidemische Genickstarre ist zwar in Berlin bisher noch niemals als wirkliche Epidemie ausgetreten; aber etliche Fälle dieser Krankheit kommen doch auch hier in jedem Jahre vor. Die Be- völkerung hätte hiernach noch keinen Grund, sich zu beunruhigen, wenn in der nächsten Zeit einzelne Erkrankungen an Genickstarre bekannt werden sollten. Im Jahre 1901 wurden in Berlin 4 Todesfälle gemeldet, die durch Genickstarre herbeigeführt lvorden waren. Das Jahr 1903 hatte nur 2 Todesfälle dieser Art gebracht, aber aus dem Jahre 1902 Ivaren sieben bekannt geworden. Aehnlich schwankend, aber fast stets gering, waren die Zahlen auch in den vorhergehenden Jahren. Durch eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeit an Genickstarre fällt aus dem letzten Jahrzehnt nur das Jahr 189S mit 19 Todesfällen auf. Aus dem vorletzten Jahrzehnt treten drei aufeinanderfolgende Jahre hervor, die Jahre 1886, 188S, 1887, in denen an Genickstarre 14, 20, 13 Personen starben. Die Zahl der Erkrankungen, soweit sie durch Meldung zur Kenntnis der Behörden kamen, war in der Regel nicht sehr viel höher. Die Genickstarre pflegt ja in der Mehrzahl der Fälle tödlich zu enden. Stipendien für Handwerksgesellen. Aus dem Friedrichs-Gewerbe- stipendium werden alljährlich im Monat Januar Beträge von je 160 M. an Gewerbegehülfen behufs ihrer weiteren Ausbildung ver- teilt. Einen Anspruch haben nur in Berlin geborene und ortsangehörige, nicht unter 18 und nicht über 30 Jahre alte Gehülfen, die während ihrer Lehrzeit und ihrer Beschäftigung als Gewerbegehülfen Fleiß, Tüchtigkeit, insbesondere aber auf Vervoll- kommnung in ihrem Handwerk gerichteten Lerntrieb an den Tag gelegt haben. Diejenigen Gehülfen, die mit einem Stipendium bedacht werden wollen, haben ihre selbstgeschriebenen Gesuche bisspäte st ens Ende Juni d. I. an das Kuratorium des Friedrichs- Gewerbe- stipendiums, Stralauerstr. 3—6, 1 Treppe, einzureichen. Den Gesuchen sind beizufügen: der Lebenslauf, die Geburtsurkunde; ferner die Originale oder beglaubigten Abschriften der Zeugnisse der Lehrmeister und Arbeitgeber in betreff der praktischen Geschicklichkeit des Fleißes und der Führung der Bewerber.— Gleichzeitig ist nachzuweisen, daß Bewerber eine der hier bestehenden Unterrichts-Anstalten, tvelche die allgemeine intellektuelle, wie auch im besonderen die gewerbliche oder technische Fortbildung dem Handwerkerstande angehöriger Personen bezwecken, mindestens ein Jahr hindurch mit Fleiß und Erfolg be- sucht haben.— Gesuche, bei denen auch nur eines der vorstehend bezeichneten Beweisstücke mangelhaft ist oder ganz fehlt, werden nicht berücksichtigt. Diejenigen Bewerber, welche mit einem Stipendium bedacht werden, sind verpflichtet, dem genannten Kuratorium von Zeit zu Zeit Mitteilung über den Gang ihrer Ausbildung zu machen. Vororte und Fortbildungsschule. Aus kommunalen Kreisen schreibt man uns: Ihre Notiz„Die Berliner Pflicht-Fortbildungs« schule-e." in Nr. 83. 3. Beilage, ist irrtümlich. Lehrlinge, die in Berlin beschäftigt sind, aber in Vororten wohnen, sind sogar ver- pflichtet, die Berliner Pflicht- Fortbildungsschule zu besuchen. Die Verpflichtung erstreckt sich, unbekümmert um den Wohnort, auf alle in einem gewerblichen oder kaufmännischen Betriebe im Weichbilde der Stadt Berlin beschäftigten Arbeiter ee. ec. Die Anmeldung obliegt dem Arbeitgeber. Ausgeschlossen sind demnach vielmehr in Berlin wohnende, aber in einem Vorort beschäftigte Lehrlinge. Auch das mag nicht einwandsfrei sein; immerhin wird die Zahl der davon betroffenen geringer sein, namentlich wird aber in denjenigen be- deutenderen Vororten, in denen ansässige Berliner als Lehrlinge beschäftigt sind, auch eine Fortbildungsschule bestehen. Ein ununterbrochener Betrieb in den Nächten vom Sonnabend zum Sonntag und vom Sonntag zum Montag wird jetzt von der Großen Berliner Straßenbahn regelmäßig eingeführt, wie er in den letzten Jahren in der Neujahrsnacht eingerichtet war. Die Straßenbahn wird so von Sonnabend ftüh um 6 Uhr bis Dienstag ftüh um 3 Uhr während einer Zeit von 60 Stunden ohire Unterbrechung im Betriebe sein. In Aussicht genommen sind dafür drei der wichtigsten Linien, welche alle Stadtteile von Berlin unter- einander verbinden. Außer dem Stadtring soll die vom äußersten Norden zum Süden gehende Linie 34 Gesundbrunnen— Opern- platz— Kreuzberg und die vom Osten nach Westen laufende Linie 74 vom Alexanderplatz bis zum Bahnhof Ebers- straße in Schöneberg ununterbrochenen Rachtbctrieb erhalten. Gerade bei diesen drei Linien läßt die Benutzung der außerfahrplan- mäßigen Nachtwagen schon jetzt vermuten, daß ein Bedürfnis für eine längere Ausdehnung des Betriebes vorliegt. Man muß dabei nicht nur an die unverwüstlichen Nachtschwärmer, sondern auch an die zahlreichen Menschen denken, die in der Weltstadt gezwungen sind, in den späteren Nachtstunden ihren Beruf oder ihre Wohnung aufzusuchen, wenn alle Verkehrsmittel versagen. Die Äetriebspause in den beiden Nächten vor und nach Sonntag soll deshalb aus den drei genannten Linien durch Wagen in Abstanden von 16 Minuten ausgefüllt werden. Die Neuerung gilt zunächst als ein Versuch, wird aber, wenn sie durch das Bedürfnis gerechtfertigt wird, regcl- mätzig beibehalten. Zum erstenmal wird sie schon von morgen Sonnabend den 8. April an eingerichtet. Dir städtischen Kontrollbeamtcn haben in den letzten Monaten wiederholt bei ihren Revisionen der öffentlichen Verkaufsstellen erhebliche Fleischmengen angetroffen, die weder mit dem Stempel eines beamteten mit der Fleischbeschau beauftragten Tierarztes, noch mit einem Stempel der hiesigen Fleischbeschau versehen waren. Das Fleisch wurde dann regelmäßig von der Polizei mit Beschlag belegt und an die hiesige Untersuchungsstation abgeliefert. Es ist aber auch außerdem noch Fleisch beschlagnahmt, das die Stempel eines beamteten Tierarztes trug, aber seiner äußeren Beschaffenheit nach zur menschlichen Nahrung untauglich war. Wege« der Gefahr der Genickstarre wurden gestern vormittag 40 Sachsengänger auf dem Schlesischen Bahnhof angehalten und unter ärztliche Beobachtung gestellt. Es sind Leute, die von einem Vermittler au» verschiedenen Ortschaften der Ratiborer Gegend für ländliche Arbeiten nach der Mark, Pommern und Mecklen- bürg angeworben wurden. Während der Bahnfahrt nach Berlin erkrankten einige von ihnen unter Anzeichen, die den Verdacht der Genickstarre nahelegten. Die Bahnhofspolizei hielt daher auf dem Schlesischen Bahnhof alle an und ließ sie durch die Bahn- ärzte auf ihren Gesundheitszustand untersuchen. Die Aerzte konnten eine bestimmte Feststellung nicht ohne weiteres machen und ließen die Leute zunächst zu einer Desinfektion nach der Anstalt in der Reichenbergerstraße bringen. Da sich aberhier die Vorsichtsmaßregel nicht gut ausführen ließ, so wurden die Sachsengänger mit Wagen nach dem städtischen Asyl für Obdachlose gebracht. Hier wurden alle gebadet und ihre Kleider desinfiziert. Die erneute ärztliche Untersuchung ergab keinen Anhalt für das Vorhandensein der gefürchteten Krankheit. Die Leute wurden aber vorsichtshalber noch zurückgehalten. Eine der ältesten Firmen Berlins, die Meerschaum- und Bern- steinwaren-Handlung von Vilain u. Weyrowitz, Kvnigstr. öS. welche im Jahre 1729 gegründet wurde, hört demnächst zu bestehen auf. Das Geschäft wurde im genannten Jahre, zunächst als Kunst- drechslerei, von einem Refugis namens Bilain ins Leben gerufen. Der Begründer deS Hauses hinterließ das Geschäft seinen, Sohne und dieser seinem Schwiegersohne Herrn Weyrowitz. W. erwarb sich 1813 al§„Llltzower" das Eiserne Kreuz. Im Jahre 1868 über- fiedelte das Geschäft aus dem Hause Königstraße 6, wo es sich bis dahin befand, in seine jetzigen Räume. 1869 erwarb der Obermeister der Berliner Drechslerinnung Julius Hermann Meyer, eine stadt- bekannte Persönlichkeit, der früher selbst bei Vilain u. Weyrowitz als Kunstdrechsler gearbeitet hatte, die alte Firma. Einen verhängnisvollen Witterungsumschlag brachte die vorbers| bergoldung, beffere Halbfranz- und andere Halb- und Ganzleinen-| Füße zu stellen suchen. Gegenwärtig aber beständen nicht Hoffene Nacht, in welcher das Thermometer bis auf- 6 Grad Zolfius Bände, Borlage- Einbände) des Kunstbuchbinders Baul Kersten. weniger wie fünf Gehülfenvereinigungen in Berlin, ganz abgesehen fant, nachdem bereits am borgestrigen Abend ein leichter Frost ein- Montag, den 11. April, abends 9 Uhr, wird derfelbe die Technik des von der Masse der Unorganisierten. Aus all diesen Gründen gesetzt hatte. Unter der Einwirkung der für die gegenwärtige Sandvergoldens praktisch vorführen. Am gleichen Abend hält Herr empfehle es sich, durch gemeinsame rührige Agitation erst EinigJahreszeit ungewöhnlich niedrigen Nachttemperatur hat der Pflanzen- Privatdozent Schoppmeher einen Vortrag über„ Neuere Schrift feit in die Gehülfen zu bringen, dann in gemeinsamer Beratung wuchs empfindlich gelitten. Zwar hat die fühle, feit Mitte formen". Der Buchgewerbefaal ist täglich von 11-2 Uhr geöffnet. der verschiedenen Vereinsvorstände die Forderungen zu modifizieren borigen Monats herrschende Witterung die Entwickelung der Begetation erheblich gehemmt, doch weisen Flieder, Kastanien Freie Boltsbühne. Das Opernheft erscheint nicht am 10. Mai, und vielleicht auf dem Wege der Verhandlungen mit den Meistern ein Vertragsverhältnis zu erzielen. Redner empfahl eine demsowie die Mehrzahl der Ziersträucher jugendliche Blätter auf, wie irrtümlich angegeben, sondern am 10. April. entsprechende Resolution zur Annahme. Vorort- Nachrichten. Friedrichshagen. Kremmen. die durch die Kälte zum größten Teil vernichtet wurden. Die In der langen Diskussion rechtfertigten Schubert und Wintersaat für Getreide ist strichweise in der Umgebung Berlins Wermke die vom Zentralverband aufgestellten und in der vorigen vollständig verdorben, während die Obstkultur weniger gelitten hat. öffentlichen' Versammlung fast einmütig votierten Forderungen Soweit Obstbäume entwidelte Stnofpen hatten oder in Blüte standen, mit der Betonung, daß die Berliner Arbeiterschaft in gerechter Befind diese allerdings erfroren, doch die Mehrzahl der Bäume ist noch rücksichtigung der eigenartigen Verhältnisse im Barbiergewerbe den soweit in der Entwickelung zurück, daß ihnen die Kälte feinen Schaden zufügen konnte. Dagegen find die Feld- und Gärtnerei gutsbesitzer v. Tresdow- Dahlwig. Bei einer Ausfahrt mit seiner tatkräftige Unterstützung ebensowenig versagen werde, wie beim Einen schweren Unfall erlitt hier Mittwoch nachmittag der Mitter- Gehülfen auch in einem diesmaligen Streit ihre Sympathie und arbeiten unterbrochen, da der Frost auch am gestrigen Vormittage 15jährigen Tochter scheute an der Ede der Wilhelm- und Kirchstraße vorigen Streif. Unter lebhaftem' Beifall plädierten beide Redner noch anhielt und die Oberfläche des Erdbodens gefroren war. das Gespann vor einer Dampflokomobile, die bei den Kanalisations ebenfalls für ein einmütiges Vorgehen der ganzen Gehülfenschaft Ueber eine Tierquälerei im Variété find in den letzten Tagen arbeiten in Tätigkeit war, und raste davon. Schon nach etwa und empfahlen im Gegensatz zum Referenten eine Resolution, Berichte in den Zeitungen erschienen, die den deutschen Tierschutz- 20 Meter Entfernung flog die Equipage gegen die Bordschwelle und wonach sich auch diese Bersammlung mit den vom Zentralverband verein veranlaßten, die Angelegenheit zu untersuchen. An den Vor- ging völlig in Trümmer. Während das Mädchen unverlegt inmitten aufgestellten Forderungen einverstanden erklären möge. Nach lebstand waren eine Menge Buſchriften gelangt, die fich darauf be- ber Trümmer des Wagens liegen blieb, erlitt v. T. einen Bruch des hafter Nede und Gegenrede, die sich nach und nach stark auf das zogen, daß im Wintergarten jetzt ein Zauberkünstler auftritt, der rechten Oberschenkels und Duetschungen, der Kutscher Verlegungen persönliche Gebiet verlor, wurde schließlich von den wenigen noch einen lebenden Vogel vor den Augen der Zuschauer verschwinden am Kopf. verbliebenen Anwesenden gegen einige Stimmen die Resolution des läßt. Das Erperiment soll deshalb berblüffend wirken, weil niemand Referenten abgelehnt, die von den Zentralverbands- Mitgliedern fich erklären kann, wo der Bogel bleibt; damit foll aber eine abempfohlene dagegen angenommen. scheuliche Tierquälerei verbunden sein. Der Vogel, so wurde behauptet, soll bei dem Verschwinden im wahrsten Sinne des Wortes zerquetscht werden. So müßten jeden Abend einige Vögel den qualvollen Martertod sterben, δα das Experiment einigemal wiederholt wird. Der Geschäftsführer des Vereins, Freiherr b. Hünefeld, begab sich deshalb gestern mittag in den Wintergarten, um sich von der Sachlage zu überzeugen. Hier erfuhr er aber, daß die Sache sich nicht so verhält, wie sie geschildert wurde. Der in Frage kommende Kanarienvogel wird nicht getötet, vielmehr hat der Artist das Tier, mit dem er arbeitet, bereits seit zwei Jahren. Er erklärte sich bereit, vor einer Kommission von Tierfreunden das Experiment zu wiederholen, um den Beweis zu liefern, daß er sich einer Tierquälerei nicht schuldig macht. Ueberdies konnte der genannte Herr Atteste vom Londoner Tierschutzverein vorzeigen, der ebenfalls das Unbedenkliche des Experiments begutachtet hatte. Auch in London war, als der Artist dort auftrat, große Entrüstung entstanden, weil man glaubte, das Verschwinden des Vogels werde mit Duälerei des Bogels verknüpft sein. Zwei Kinder verbrannt. In der Nacht zum Montag find in Kremmen die Gebäude auf dem Grundstück des Gastwirts Hartwig am Kanal ein Raub der Flammen geworden. Seine fechzehn jährige Tochter, die erst am Sonnabend aus Berlin an gekommen war, um der Konfirmation ihres Bruders beizuwohnen, und ein dreizehnjähriges Mädchen, das von Hartwig in Pflege genommen war, da der Vater des Kindes zurzeit eine Strafe im Gefängnis verbüßt, find verbrannt. Ihre Leichen wurden halbverkohlt unter den Trümmern aufgefunden. Der vierzehnjährige Sohn Hartwigs fonnte aus seinem verqualmten Schlafzimmer noch gerettet werden, hat aber schwere Brandwunden erlitten. Gerichts- Zeitung. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Benutung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werktäglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. in den Lesesälen liegen zur Beit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Bersammlung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 9. April, vorm. 8% Uhr, Freireligiöse Borlesung." Um 10% Uhr vormittags in der Schulaula, KL Frankfurter str. 6: Bortrag des Herrn Waldec manaffe: Religion auf Kommando" Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 10. April, abends 82 Uhr, pünktlich, im großen Saale von B. Franke, Sebastianstr. 39: Beschließende Bersammlung". Wichtige Tagesordnung.( Wahlen.) Beiße Quittung legitimiert. Ju der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrichwerderschen Oberrealschule, hält am Sonntag vormittags 10%, Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Bortrag über: Urväterweisheit und Ur bäterglaube: Sputgestalten in der deutschen Boltssage. Damen und Herren haben freien Zutritt. Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter ( C. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 5. Connabend, abends 9 Uhr, bei Batt, Dragonerstr. 15: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Jahresbericht. Krankengeld- Zuschuß und Sterbekasse, gr. Bernsdorf, Stopeniderfir. 126a, 8%, Uhr. tulose. Sonnabend abends 9 Uhr im Musikerhaus, Kaiser Wilhelmſtr. 18m: Verein ehemaliger Gütergoter zur Bekämpfung der ZuberSr. Bernsdorf, Stopeniderfir. 126a, 8%, Uhr. Sigung. Gäste willkommen. Vermischtes. E. H. 85. Restaurant Eine verunglüdte Morafrettung. Eine Anflage wegen Verbreitung einer ungüchtigen Schrift hatte die 7. Straffammer des Landgerichts I gegen den Redakteur Karl Schneidt zu verUnter schwerem Berdacht verhaftet wurde der 36 Jahre alte handeln. Die Anklage bezog sich auf eine in der Zeit am Montag" Zahntechniker Gustav Legarth aus der Thaerstraße. Legarth ist seit beröffentlichte Novelle von Heinrich Baeder„ Lorenzos zwölf Jahren verheiratet, Bater eines elfjährigen Sohnes und hatte Sochzeit". Der Angeklagte verwies auf das in Band 27 Seite 114 Frauen und Witwen feines Bezirks, unter denen er als Schwerenöter bestand der unzüchtigen Schrift nicht genügt, daß einzelne Stellen eine ausgedehnte Praxis. Zu seinen Patientinnen zählten namentlich beröffentlichte Erkenntnis des Reichsgerichts, wonach zum Tatbekannt war. Manche ließen sich seine Zärtlichkeiten gefallen, wäh- einer Schrift geeignet sind, das Schamgefühl in geschlechtlicher Berend andere ihre Besuche nicht wiederholten. Wie weit Batientinnen ziehung zu berleben, sondern die Gesamttendenz der Schrift in dem Legarth freiwillig entgegengekommen sind, wird wohl die nähere Betracht gezogen werden muß. Die Tendenz der hier in Frage Untersuchung aufklären, ein Gewaltalt aber liegt nach den bisherigen stehenden Schrift fei aber eine eminent' fittliche und ihr wohne ein Ermittelungen gegen ein Dienstmädchen aus Buchholz u. a. bor. hoher künstlerischer Wert inne. Der Angeklagte beantragte eventuell Dieses gab am 23. Juni v. J. den Dienst in Berlin auf, um die Vernehmung des gerichtlichen literarischen Sachverständigen Eine abscheuliche Familientragödie hat sich in Rhinom au mit einer Freundin zusammen nach der Heimat zu den Eltern Dr. Mary Moeller, ebenso die kommissarische Vernehmung des getragen. Der Arbeitsmann Lünemann hatte eine dem Trunk zurückzukehren. Vorher ließ sich das Mädchen noch am Chefs der Verlagshandlung J. J. Weber in Leipzig darüber, daß ergebene und sehr gehässige Frau. Ueberall, wohin er zog, fing fie 24. Juni von Legarth die Zähne nachsehen. Beim Ausbohren der Autor, der langjähriger novellistischer Mitarbeiter der„ Leipz. mit den Hausbewohnern Streit an und ihr Mann wurde von ihr hohler Zähne steckte ihr der Zahntechnifer Watte in den Mund, und Illustr. Zeitung" ist, ein ernst zu nehmender Künstler sei, den man oftmals arg mißhandelt, wenn er fich weigerte, ihr Geld zum bald darauf verlor es das Bewußtsein. Als das Mädchen wieder unmöglich als Botenschreiber qualifizieren könne. Der Angeklagte Schnaps zu geben. Schließlich tam es dahin, daß Lünemann mit zu fich lam, fah es Legarth fich gegenüber in einer bedenklichen verwies auch auf eine Novelle von A. Tschechow, die gewissermaßen feiner Familie in Rhinow seiner Frau wegen nirgends mehr eine Stellung. Es bekam Schwindelanfälle und Erbrechen und litt daran ein Bendant zu Lorenzos Hochzeit" bilde. Diese habe auch jüngst Wohnung finden konnte und die Familie Aufnahme im Armenhause Aber auch hier fepte das megärenhafte auch noch wiederholt, nachdem es mit der Freundin nach Hause ge- die Straffammer beschäftigt und es sei Freisprechung erfolgt, ob finden mußte. fort und fahren war. Ein Arzt stellte später ihre Mutterschaft fest. In der wohl in jener Novelle in einzelnen Stellen das sogenannten Weib ihr Betragen täglich herrschte in der Anzeige, die noch vor der Geburt des Kindes erfolgte, gab bas ftößige" viel fräftiger herausgearbeitet worden sei. Der Staats. Lünemannschen Wohnung der ärgste Unfrieden. Vorgestern, als Mädchen gleich den 24. Juni als den Tag an, und die Zeit der Ge- anwalt hielt die Klage aufrecht und beantragte drei Wochen wieder einmal Streit war, padte Lünemann die Verzweiflung, burt stimmt mit dieser Angabe überein. Die Ermittelungen, die sich Gefängnis. Der Gerichtshof fonnte sich jedoch von dem uns er ergriff einen Strid und rannte davon, wobei er erklärte, er würbe namentlich auch auf den Leumund des Mädchens und des Bahn züchtigen. Charakter der Schrift nicht überzeugen und erkannte auf feinem Leben ein Ende machen. Die Frau war ihm nachgelaufen technikers erstreckten, führten endlich zur Verhaftung des Beschuldigten. Freisprechung. und hatte im Walde bei Rhinow die Jacke ihres Mannes gefunden, 2. bestreitet, das Mädchen mißbraucht oder auch nur narkotisiert zu um ihn wieder abzuschneiden und ins Leben zurückzurufen. Später sah ihn auch an einem Baume hängen, ohne irgend etwas zu tun, haben, erscheint aber so schwer belastet, daß er gestern in Unter wurde die Leiche aufgefunden und nach Feststellung des Selbstmordes fuchungshaft genommen wurde. eingefargt, wobei die entmenschte Frau mit ihren Kindern zugegen war. Plöglich ergriff fie den von ihrem Manne benutzten Strick und versuchte damit ihren zwölfjährigen Sohn zu erhängen, was aber zum Glück noch rechtzeitig bemerkt wurde, so daß der Knabe abgeschnitten werden konnte. Auch ein abermaliger Versuch der rasenden Frau, den Knaben mit einem Halstuch zu erwürgen, wurde ver hindert, worauf Frau Lünemann wegen versuchter vorsätzlicher Tötung sofort in Saft genommen wurde. In einen tiefen moralischen Sumpf führte eine Verhandlung, die gestern unter Ausschluß der Oeffentlichkeit die neunte Straf kammer des Landgerichts I viele Stunden hindurch' beschäftigte. Die fehlenden Schulbücher. Ueber den Selbstmordversuch eines unter der Anklage des Verbrechens gegen die Sittlichkeit und der Elfjährigen wird amtlich gemeldet: Der elfjährige Sohn des in schweren Stuppelet stand der aus der Untersuchungshaft vorgeführte der Eberthstraße wohnenden Arbeiters August M. wurde vormittags it a dtische Turnwart' Paul Marquardt. Eine große von seiner Schwester an einer Gardinenschnur hängend aufgefunden. Zahl von Zeugen war zu dieser Verhandlung vorgeladen, darunter Nachdem die von Beamten des nächsten Polizeirebiers angestellten mehrere junge Mädchen, die früher Mitglieder von Turnvereinen Belebungsversuche von Erfolg gewesen waren, wurde der Senabe waren, ferner mehrere Berufsgenossen des Angeklagten und Stadt nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Er hat den schulrat Dr. Gerstenberg. Durch die Verhandlung wurde der Selbstmordverfuch vermutlich begangen, weil ihm die Eltern die Angeklagte als ein Mann gekennzeichnet, der feine Wohnung zur erforderlichen Schulbücher nicht beschaffen tonnten. Stätte unerhörter Unfittlichkeiten gemacht und seit Jahren gegen Welche Seelenqualen mag das arme sind erlitten haben, bevor es eine jebt' verheiratete Frau noch zu der Zeit, als sie noch nicht zu dieser grausigen Tat schritt! 14 Jahre alt war, in schwerster Weise sich fittlich vergangen hat. Der Staatsantvalt beantragte vier Jahre Zuchthaus, der Gerichts hof erkannte auf drei Jahre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust. Straßensperrung. Der wasserseitige Fahrdamm am Zuisenufer von der Ratswage bis zur Hülfsbrücke wird behufs Aufstellung des Bauzaunes für den Neubau der Dranienbrüde vom 7. b. M. ab bis auf weiteres für Fuhrtverke und Reiter gesperrt. 24 000 Mart unterschlagen. Wegen großer Beruntreuungen wurde ein Kaufmann Otto Reinide, der jahrelang in einem Geschäft in der Kochstraße angestellt war, verhaftet. Er unterschlug im Berlaufe von mehreren Jahren nach und nach 24 000 m. und wußte die Beruntreuungen bis jegt zu berheimlichen. Verfammlungen. Die Softoilette der Kaiserin und die katholische Geistlichkeit. In der katholischen Knabenvolksschule eines ermländischen Städtchens befand sich, wie der Gesellige" erzählt, seit Jahren das Bruſtbild Der Kaiserin. Stein patriotischer Gestalt verging, ohne daß die Hand des Lehrers darauf hinwies. Da geschah es, daß der den Religions. unterricht erteilende Herr Kaplan an der Hoftoilette Anstoß nahm und seine Bedenken dem hochwürdigen Herrn Lokal- Schul. inspektor und Erzpriester mitteilte, die dieser bollständig teilte. Das Bild wurde abgenommen und einer Korrektur unterzogen. Gin Stubenmaler lieferte verhüllende Spitzen und schuf so ein Kunst Bierter Wahlkreis( Oft). In der am Dienstag abgehaltenen werk zur vollsten Zufriedenheit der geistlichen Herren. Heute hängt Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Kassierer das Bild wieder an seiner alten Stelle. Das Bölibat zeitigt recht Thielte den Kassenbericht für das verfloffene Halbjahr. Die eigenartige Sittlichkeitsanschauungen. Zum Duell in der Jungfernheide. Von der Staatsanwaltschaft Einnahmen betrugen 5441,30 W., die Ausgaben 5283,20 M., Das tägliche Eisenbahnunglüd. Aus Dortmund wird gewurde die Leiche des 26 Jahre alten Farmers Walter Ripplitt be- barunter 3200 M. für Agitation, bleibt ein Bestand von 158,10 m. meldet: Gestern mittag ist auf Bahnhof Raugel im Westende der ichlagnahmt, der im Duell in der Jungfernheide von dem Ingenieur Sierauf gab der Vorfizende Mann den Geschäftsbericht des Güterzug 3247 auf den Güterzug 8248 gefahren. Entgleist find v. Stobylinsti einen Schuß in den Unterleib erhielt und im Baul Vorstandes. Dieser erledigte seine Arbeiten in sechs Sigungen. fechs Wagen, beschädigt 8 Wagen. Tot ist ein Bremser, berGerhardtstift feiner Verlegung erlag. Die Revierpolizei ließ die Leiche, 4 Mitglieder wurden ausgeschlossen, 6 sind gestorben. In den Ab- leht niemand. Die Hauptgleise find frei geblieben, so daß der Ver die voraussichtlich durch einen Gerichtsarzt geöffnet werden wird, teilungen wurden 9 Versammlungen abgehalten, 4 im Landsberger, fehr aufrecht erhalten ist. nach dem Schauhause bringen. 3 im Stralauer und 2 im Frankfurter Biertel. Die Abhaltung Schneetreiben und Unwetter. Im Riesengebirge und Ein Schlafftellenfchwindler treibt zurzeit im Südosten sein Un bon Abteilungsversammlungen hat sich gut bewährt. In denselben Glazer Gebirge war Donnerstag heftiger Schneesturm; auf der wurden 72 neue Mitglieder aufgenommen. Im ganzen machte der Pring Heinrich- Baude herrschte 9 Grab Stälte. In Breslau wesen. Er nennt sich Hans Kreitler, gibt an, aus München zu Berein in der Berichtszeit 661 Neuaufnahmen. Die gegenwärtige trat vergangene Nacht scharfer Frost ein. Im ganzen Harz stammen und hier Arbeit zu suchen. Die offenherzige Darstellung feines Lebenslaufes Tentt leicht das Vertrauen auf ihn und bald find Mitgliederzahl beläuft sich auf ungefähr 4800. Nachdem der herrschten seit Mittwoch starke Schneestürme, die große Verheerungen die Leute, die sich mit ihm einlassen, geprellt. Einem Herrn Bräder geschäftliche Teil der Versammlung erledigt war, hielt Stadt anrichteten. Das ganze Vogtland ist mit einer diden Schnee. in der Wienerstr. 57 schwindelte der Mann 3 Mart und verschiedene berordneter Genoffe Borgmann einen mit lebhaftem Beifall bede überzogen. Das Schneetreiben und der heftige Nordweststurm Kleinigkeiten ab. Er ist etwa 1,70 Meter groß, trägt einen fleinen aufgenommenen Vortrag über das Thema:" Die Stadt Berlin als hat an der Ostseeküste wieder vielfachen Schaden angerichtet. Auf der Fahrt von Stepenih nach Ziegenort tenterte während Schnurrbart, spricht füddeutschen Dialekt und ist lenntlich an einer Arbeitgeberin". Narbe auf der rechten Bade. Zur Lohnbewegung ber Barbier- und Friseurgehülfen nahm des Sturmes ein Fischerboot. Die Infaffen des Bootes, brei am Donnerstag eine von der 2ofalorganisation ein Schiffer, find ertrunken. Im Moseltal herrschte Donners. Theater. Im Schiller Theater O( Wallner- Theater) berufene, nur mäßig besuchte Versammlung im„ Englischen Garten" tag nacht 3 Grad Kälte. Die Aprikosen- und Pfirsichbäume find geht heute, Sonnabend, die Komödie Augen rechts" in Verbindung Stellung. Den Aufruf zu dieser' Versammlung hatten mit unter erfroren. Mord und Selbstmord. Jn Beuthen erschoß der Schriftseher mit Hartlebens Plauderei Die fittliche Forderung" in Szene, das zeichnet die Altgehülfen von Berlin, Weißenfee, Tempelhof: Hermann Schmidt sich und seine Geliebte, Schneiderin Maria Fiber, Schiller- Theater N( Friedrich Wilhelmstädtische Theater) bringt an Wilmersdorf, Schöneberg, Steglit und Köpenid. Der Referent Hermann Schmidt sich und seine Geliebte, Schneiderin Maria Fibet, diesem Abend mit Rücksicht auf die Schulferien Goethes Iphigenie Gerling von' der Lokalorganisation behandelte die Frage: I st auf Tauris". Wegen des großen Beifalls, den die Lehmannsche die Lohnbewegung, die der Verband der Friseur-= Briefkaften der Redaktion. Komödie Augen rechts" gefunden, sieht sich die Direktion veranlaßt, ge hülfen eingeleitet hat, unter den heutigen biese Vorstellung für die nächste Woche fünfmal anzusetzen und zwar 3ust änden durchführbar?" Er erkannte die Berechtigung C. 6. 1500. Binsfreie Darlehen gibt die Biederfee- Stiftung( Bureau im Schiller- Theater O. Rational Theater. In der der Lohnbewegung an, doch erschienen ihm die vom Zentralverband im Rathaus, Bedingungen dort), aber nur in geringer Höhe und nicht zum morgigen Erftaufführung von" Fra Diavolo" find neben dem Gast aufgestellten Forderungen als zu hoch geschraubt. Seiner Ansicht Ankauf eines Grundstüdes so wenig, wie irgend eine andere Stiftung. J. B. Städtisches Siechenhaus. Wenden Sie sich an Bezirksvorsteher Dr. Briefemeister, welcher die Titelpartie fingt, hervor nach würde sich kein Meister darauf einlassen, daß ein eben ausoder Armenvorsteher. Moabit. In Nr. 71 beantwortet. ragend beschäftigt die Herren Birrenkoven, Mantler, Moha, Stod gelernter Gehliffe genau so wie ein vollständig eingearbeiteter 1. Gegen geringes Entgelt bei allen Banken. 2. Später im juristischen und Zeitschel, sowie die Damen Saccur und Sondermann. älterer Gehülfe einen Minimallohn von 20 W. pro Woche bei Teil. 3. Ja. Bohne. Im Jahre 1890. Im Carl Weiß- Theater gelangt Sonnabend die Sensations- eigener Verpflegung oder 12 m. bei halber Stoft erhalte. Deshalb komödie„ Die fleinen Bagabunden" von P. Decourcelles zur Auf- müßten die Forderungen modifiziert werden. Man solle sich auch Marktpreise von Berlin am 6. April. Nach Ermittelungen des führung. Lustspielhaus. Das in der heutigen Nachmittags- darüber nicht täuschen: Die Berliner Arbeiterschaft hätte von den fel. Bolizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte Vorstellung zur Aufführung kommende Märchenspiel Das böse Barbiergehülfen noch von dem Streit des Jahres 1901 genug" mittel 17,16-17,14 R., geringe 17,12-17,10. Brinzeßchen" von Gabriele Reuter geht in der gleichen Besetzung Es sei ausgeschlossen, daß die organisierten Arbeiter abermals 00,00-00,00 2. Futtergerfte), gute Corte 16,00-14,00 2., mittel 14,80 Roggen), gute Sorte 13,70-00,00 2. mittel 00,00-00,00 m., geringe der Hauptrollen mit den Damen Mallinger und Marba und Herrn zu einer Erhöhung der Rasier- und Haarschmeidepreise ihre and bis 13,70 W., geringe 13,60-12,50. Safer), gute Sorte 16,20-15,40 R Lettinger wie in der Premiere in Szene. Jm Palast- Theater, bieten würden, um dann wieder zusehen zu müssen, wie die Ge mittel 15,30-14,60 m, geringe 14,50-13,80 Erblen, gelbe, zum Stochen Burgstr. 22, früher Feen- Palast, hat der Schwant" Der Raub der hülfen in ihrem Indifferentismus und ihrer Rückständigkeit fchon 45,00-30,00 M. Speifebohnen, weiße 50,00-30,00 9. Linsen 60,00-30,00 Sabinerinnen" von. u. B. v. Schönthan bie beste Aufnahme ge- nach kurzer Zeit bas mühsam Errungene gedanken, und intereffelos Startoffeln 10,00-6,50 2. Blichtifroh 0,00-0,00 R. eu 0,00-0,00 302, funden. In der Rolle des Theaterdirettors Strieße bietet Direktor wieder fahren lassen. Wenn ettvas erreicht werden solle, dürften Für ein stilogramm Butter 2,80-2,00 W. Gler per Sjod 4,00-2,70 2. Richard Winkler eine vorzügliche Leistung. sich die Gehülfen nicht wieder' darauf verlassen, daß andere *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. In dem von der Berliner Typographischen Gesellschaft" ein Leute für fie die Kastanien aus dem Feuer holen, sondern sie Wetter- Prognofe für Sonnabend, den 8. April 1905. gerichteten Buchgewerbefaal, Friedrichstr. 281, befindet sich jetzt eine müßten fich zuvor erst durch einen bernünftigen Bunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe mit Niederschlägen und intereffante Ausstellung fünstlerischer Bucheinbände( in Hand- Ausbau der Organisation möglichst auf eigene fellchen westlichen Winden; später aufllavend und wieder etwas lälter. Berantiv. Nebatteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " in deren Wohnung. 17,20-17,18 M., Rinaldi.