Nr. 86. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 r., monatt. 1,10 mar., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. An unsere Abonnenten. Die in den letzten Jahren eingetretene und, weil in dieser Höhe taum erwartete, doppelt erfreuliche Steigerung unserer Auflage sie beträgt jetzt 92000 Dienstag, den 11. April 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. wurde gelegentlich einer Revision festgestellt, daß ein volts- Besprechung des Berichts von 1903 mußten wir fonstatieren, schulpflichtiger Knabe seinem Vater als Abträger behülflich daß dem Nachfolger Wörishoffers infolge seiner Einbildung, war. Die Fabritinspektion erstattete Anzeige, das Gericht daß er der auserwählte Mittler zwischen Kapital und Arbeit sprach die Schuldigen frei mit der salomonischen Begründung: sei, das Verständnis für die Lage der Arbeiter abgehe und " Es tommt in Betracht, daß das Kind ohne Vergütung daß Arbeiterorganisationen, Lohnfämpfe, weibliche Fabrikfür seine Tätigkeit beschäftigt worden ist und daß es auf Ver- aufsicht und vieles andere ihm als überflüssige Dinge eranlassung seines Vaters zu dessen Unterstützung gearbeitet scheinen. Im vorliegenden Bericht werden nun nicht nur hat. Es hat in einer feinen Kräften und seiner Lebensstellung rückhaltlos viele Schäden aufgedeckt, die Inspektion gibt sich entsprechenden Weise seinem Vater in seinem Geschäfte Dienste auch Mühe, die Lohnkämpfe ihrem Verständnis näher zu geleistet und hierdurch einfach nur die Pflicht erfüllt, welche bringen, sie erkennt wenigstens teilweise ihre Berechtigung und das Bürgerliche Gesetzbuch im§ 1617 einem Sinde auferlegt." Notwendigkeit an. Dem renitenten Unternehmertum, von dem Die Berufungsinstanz sprach gleichfalls frei, wie es scheint einige der tollsten Stückchen erzählt werden, stellt sie die ohne sich die vorstehende Begründung zu eigen zu machen, es Arbeiterorganisationen gegenüber, welche der Fabrikinspektion nahm nur an, daß der Mann nicht für die Kinderbeschäftigung sehr wertvolle Dienste geleistet hätten. Die Inspektion gibt macht die Anschaffung einer weiteren Dreidecker- Rotations- in seinem sonst genügend beaufsichtigten Betrieb verantwortlich daher den Arbeitern den Rat, statt etwa anonyme Beschwerden gemacht werden könne. Auf Veranlassung der Fabrit einzusenden, sich an die Organisationen als Vermittler zu maschine notwendig. Am Montag beginnen wir mit der inspektion ist auch noch das Rechtsmittel der Revision wenden. Auch mit den Arbeiterfekretariaten ist die Demontage einer unserer Maschinen, auf denen bisher der ergriffen worden, die Sache schwebt noch. Mit Recht Fabritinspektion zufrieden. Es fehlt nun eigentlich nichts die Fabritinspektion gegen diese Art weiter, als die Konsequenz aus diesen Erfahrungen zu ziehen " Vorwärts" gedruckt wurde. Wir haben natürlich alle wendet sich Rechtsprechung, welche der Umgehung der zum Schuße der und rückhaltlos die Organisationen zu verteidigen und zu Vorkehrungen getroffen, um eine Verspätung in der täglichen Kinder erlassenen Geseze Tür und Tor öffnen. Jeder Arbeiter empfehlen. Aber so weit ist die jetzige Fabritinspektion noch Ausgabe zu verhüten; sollte aber dennoch in den nächsten könnte seine Kinder, unbekümmert um gesetzliche Verbote, in nicht; sie bleibt stecken in halben Anerkennungen, die abdrei Wochen einmal eine Verzögerung in der Zustellung gewerbliche Betriebe mitnehmen und für die Unternehmer wechseln mit Zweifeln und fleinlichem Tadel, der sich aus arbeiten lassen, sofern nur eine direkte Berechnung und Be- mangelndem Verständnis der inneren Triebkräfte der Arbeiteran unsere Abonnenten eintreten, so bitten wir das nicht zahlung der findlichen Arbeit unterbliebe. Die Bezahlung ist organisationen erklärt. einem Versäumnis unserseits oder einem Mangel an aber in dem Mehrverdienst des Vaters eingeschlossen, der in Wenn der gute Wille weiter anhält, ist zu hoffen, Pünktlichkeit der Träger oder Trägerinnen des Vorwärts" dem vorliegenden Fall in einem gewissen Zeitraum allein daß die badische Fabritinspektion, die nach fünfundzwanzigetwa 1000, mit Hülfe des Kindes als Abträger 1200 Backsteine jähriger musterhafter Tätigkeit einen empfindlichen Rückschlag zuzuschreiben, sondern es mit der beim Abbruch und Aufbau herzustellen vermag". erhielt, den Weg zu den Wörishöfferschen Traditionen wiedersolcher großen Maschinen nahezu unvermeidlichen Betriebsstörung entschuldigen zu wollen. Auch die Frauenarbeit ist im Zunehmen, nahezu der findet. britte Teil aller Arbeitskräfte sind Frauen. Das wäre gewiß an sich nichts Bedenkliches, wenn heute nicht die zunehmende Frauenarbeit ein Zeichen zunehmenden Lohndrucks wäre. Die Vorwärts Buchdruckerei. Loftspieligere Männerarbeit wird abgelöſt durch die billigere Badische Fabrifinspektion 1904. Politifche Ueberficht. Berlin, den 10. April. Das Recht auf Totschlag. Von Frauenarbeit und bald werden die Rollen völlig bertauscht sein: der Mann besorgt die Hausarbeit und die Frau geht in Jm weiteren Verlauf der Verhandlungen des Metzer Prozesses die Fabrik! Im badischen Unterland( zwischen Karlsruhe und wurden die Zeugen vernommen, die den unglückseligen Soldaten Mannheim) wurden von der Fabrifinspektion beim Aufsuchen über die Schießrechte instruiert haben. Der uns vorliegende Bericht Es scheint, als werde sich in den badischen Fabrik- hausindustriell tätiger Zigarrenarbeiter Familien gefunden, in besagt: inspektionsberichten die bessere Einsicht wieder durchringen, welchen die Mutter und die erwachsenen Töchter Fabritarbeit Beuge Sergeant Schmidt, Regt. 98, so daß man in Zukunft wenn auch keine Wörishofferschen leisteten, während der Vater von seinem häuslichen Arbeits- hat die Leute in der Kompagnie instruiert und zwar über Verhalten Er schildert die einzelnen Berichte, so doch auch keine tapitalistischen Beschönigungs- plak aus zahlreiche jüngere Kinder bis zum zartesten Alter auf Bosten und bei Arretierungen. schreibereien zu erwarten hat. herab beaufsichtigte und daneben auch das Mittagessen tochte. Phasen der Verhaftung. Handauflegen auf Schulter oder Berühren Wie bei allen Fabritinspektionen fällt auch bei der badischen In einer Gemeinde des badischen Oberlandes, welche mit der Waffe, Stellen ins Schilderhaus, Ablegen gefährlicher Werkdie durchaus unzulängliche Zahl der Beamten auf. durch sehr hohe Kindersterblichkeit auffiel, wurden zeuge und daß erst beim Fluchtversuch der Waffengebrauch ein Die Zahl ist von sieben auf acht erhöht worden und trotzdem ähnliche Verhältnisse angetroffen. Die Männer beschränken zutreten habe. Ueber den Waffengebrauch des Militärs habe er nicht inftruiert. fannten bei aller behaupteten Anspannung der Kräfte nur sich durchweg auf landwirtschaftliche Tätigkeit, die Frauen Zeuge Leutnant Walter, 22 Jahre alt, Regt. 98, 3374 Betriebe von 9254 revidiert werden das sind arbeiten in Bigarrenfabriken. Während der Winterszeit liegt bekundet, daß der Angeklagte von feiner erheblichen 36,6 Proz.! Es sind zwar in zirka zwei Drittel der revidierten dem Manne allein die Besorgung der Hausarbeit und die Intelligenz, sondern ein Durchschnittsmensch war. Betriebe je mehr als fünf Arbeiter beschäftigt gewesen, und Pflege der Kinder ob. Die Fabritinspektion glaubt, daß viel- aturanlage sei er ängstlich gewesen. Die Juſtruktion über den darunter werden sich dann auch die meisten der Großbetriebe fach die größere Gewandtheit der Frauen und die Möglichkeit, Gebrauch der Schußwaffe habe er bei den Leuten gehabt. Er führt befunden haben, denn in den revidierten Betrieben waren bei größerer Fingerfertigkeit mehr zu verdienen, zu diesem die bereits des öfteren aufgeführten Möglichkeiten an. Als äußerste 63,9 Proz. aller Arbeiter beschäftigt, aber eslist bekannt, daß häufig Rollenwechsel anspornt, es geht indessen aus zahlreichen Grenze der Bulässigkeit habe er ihnen das Beispiel gegeben: Wenn in den Kleinbetrieben die Mißstände am größten find. Der anderen Bekundungen ganz einwandsfrei hervor, daß die Be- ein Mann vor einem Magazin auf Bosten steht und ein Dieb mit Fabritinspektionsbericht bestätigt das übrigens bei verschiedenen vorzugung der Frauenarbeit mehr noch der Billigkeit und einem Bündel aus dem Fenster steigt, daß dann der Posten, um die Sachen zurückzuerhalten, nach dreimaligem Haltrufen, und wenn der Gelegenheiten selbst. Man geht also nicht fehl, wenn man größeren Ausbeutungsfähigkeit derselben zuzuschreiben ist. Dieb dann nicht stehe, schießen dürfe. Ich habe stets betont, daß annimmt, daß die in den 3374 revidierten Betrieben mit den Es ist auch im Jahre 1904 eine große Zahl von Ueber die Leute zuerst von der blanken Waffe Gebrauch zu machen haben. 180 275 Arbeitern zutage getretenen Mißstände noch ganz schreitungen der gewiß nicht engen gesetzlichen Grenzen Die Platboyers. wesentlich verschärft zutreffen auf die 5880 nicht revidierten der Frauenarbeitszeit festgestellt worden. Arbeitszeiten Betriebe mit ihren 73 538 Arbeitern. Und hier ist nun mangels bon 12-14 Stunden, Beschränkung der Mittagszeit bis auf Der Vertreter der Anklage führt aus: Es sei ein betrübender einer Revision nicht einmal Abhülfe versucht worden. Der 4 Stunde, Verlängerung der Sonnabendsarbeitszeit tamen Fall, der viel Staub aufgewirbelt habe. Sogar der Reichstag habe Bericht kommt denn auch zu dem Schluß:„ Eine weitere Ver- nicht selten vor. Ein Eisenwert ließ jahrelang ohne Er- fich mit ihm beschäftigt. Was die Bresse über den Fall brachte, sei Die Leute hören etwas und bringen es mehrung der Beamten scheint dringend wünschenswert." laubnis zur Ueberarbeit die Arbeiterinnen ganz willkürlich in die Zeitung. Böhle sei in der Nacht vom 26. zum 27. Bosten im FeldMehr als der Hälfte der revidierten Betriebe mußten arbeiten, so lange es der Fabrikleitung gefiel. Es tamen bahnbepot gewesen. Nachmittags zwischen 8 und 5 Uhr wurde in Auflagen" gemacht werden und zwar immer gleich um Ab- vierzehnstündige, in Einzelfällen sogar sechzehn- bis siebzehn- der Nähe des Postens eine zweifelhafte Person gesehen. Nachts stellung mehrerer Mißstände; der Bericht teilt mit, daß stündige Arbeitsschichten vor, welche auch auf Sonnabende gegen 12 Uhr hörte der Posten Tritte. Er sah einen Mann inners Die Person lief fort. 1696 Betrieben 4442" Auflagen" gemacht wurden. Davon verlegt wurden. In einer Maßschneiderei wurden die Ar- halb des Depothofes, wie er sagt. 1775 zur Verhütung gesundheitsschädlicher Einflüsse beiterinnen öfter an Sonnabenden und Feiertags bis über Bom Posten verfolgt, traf er auf die Person nach der Seite der Bahn. Auf mehrfaches Anrufen erfolgte ein Schreckschuß. Nachdem der hinsichtlich der Beleuchtung, Lüftung, Staubbeseitigung, Beseiti- Mitternacht an der Arbeitsstätte festgehalten. Die Strafen Verfolgte fich bückte, um, wie der Bosten glaubte, Steine aufzuheben gung von Rauch, Dünsten und Gasen, Reinhaltung von Arbeits- gegen die ausbeuterischen Unternehmer sind meist sehr gering, oder den Revolver zu ziehen, legte er an und schoß den Mann und Aufenthaltsräumen 2c.; weiteren 1624 zur Berhütung im letzteren Falle wurde die Hälfte der 100 m. betragenden nieder. Der Schuß durchfuhr die Brust, zerriß die Leber und hat von Unfällen im Betriebe und 1043 zum Strafe sogar im Gnadenwege erlassen. An Selbsthilfe ift den Tod des Getroffenen nach fich gezogen. Auf Grund des§ 212 ist Allgemeinschutz der Arbeiter z. B. hinsichtlich der leider noch wenig zu denken, die Arbeiter zeigen diese Dinge die Anflage wegen Totschlags erhoben. Boraussetzung des Paragraphen Dauer der Beschäftigung von Kindern und jungen Leuten, nicht an, sie sind, wie der Fabrikinspektor sagt, besonders ist, daß die Person getötet ist, daß die Ueberlegung nicht da war, Ausschluß der Kinder von der Beschäftigung an Sonn- und auf dem Lande, in industriearmer Gegend, über die ihnen zu aber der Vorsatz vorliegt. Alle diefe Voraussetzungen find gegeben. Festtagen, Baufen, Nachtarbeit, Ruhezeit, Trucksystem, ungesetzNotwehr und putative( vermeintliche) Notwehr sind als nicht vorlicher Verwendung von Strafgeldern. handen anzusehen. Baugenez ist nicht in der Bauneinhegung gewesen, Steine wurden keine aufgehoben. Die Instruktion, daß der Bosten nicht schießen soll, wenn auf Anruf eine Person davonläuft oder den Anruf nicht erwidert, hat der Posten nicht befolgt. Unter Annahme mildernder Umstände beantragt der Staatsanwalt drei Jahre Gefängnis. " 330 stehenden Rechte noch nicht aufgeklärt, und dann tragen wohl die niedrigen Löhne auch sehr viel dazu bei, daß die Arbeiterinnen der ungebührlichen Ausdehnung der Arbeitszeit keinen Widerstand entgegensegen. Zeigen schon diese nackten statistischen Angaben, daß es bitterbös in den Fabrikbetrieben aussehen muß, so noch mehr die Einzelheiten, die angeführt werden. Wie die Lage der erwachsenen männlichen Arbeiter be Die kapitalistische Kinderausbeutung ist im Zu- schaffen ist, läßt sich unschwer aus dem Vorstehenden ableiten. nehmen begriffen, in 35,3 Proz. der Betriebe wurden 1904 Lange Arbeitszeit und elende Löhne, das ist das Fazit der Der Verteidiger Dr. Saifer bedauert ebenfalls, daß sich die jugendliche Arbeiter beschäftigt, statt in 34,5 Proz. ber Be- Untersuchungen der Fabrikinspektion. Nach einer von der Deffentlichkeit so mit dem Falle beschäftigt habe. Die Nichter bildeten triebe 1903, und die Zahl der beschäftigten Kinder unter Fabritinspektion gefertigten vergleichenden Zusammenstellung sich aber ihr Urteil im Laufe der Verhandlung. Gegen den An14 Jahren stieg von 386 auf 411. Die größere Zahl davon der Löhne sind in den Spinnereien 74 Prozent, in den Webe- geklagten ist vom Kriegsminister der Vorwurf erhoben, der Anfind Mädchen, was sich daraus erklärt, daß es nach reien 63 Prozent der Arbeiter noch zu Wochenlöhnen unter geklagte habe gegen seine Instruktion verstoßen. Es ist ein Unfall, dem badischen Schulgesetz den Eltern freisteht, die Mädchen 15 Mark beschäftigt. Auch an Sonn- und Feiertagen müssen die konstruieren; hier heißt es, daß der Mann seine Instruktion überschon mit vollendetem 13. Lebensjahre aus der Schule zu Arbeiter fronden.„ Die Beobachtung läßt darauf schließen, schritt. Wenn man sich als Laie vorstellen soll, daß deswegen nehmen, auch wenn sie dann nur 7 Jahre die Schule besucht daß Gesetzesübertretungen hier sehr häufig sind," sagt der der Mann wegen Totschlags bestraft werden soll, so fommt man eine solche anzusehen haben. Aber felbft Schulkinder wurden trotz gesetzlichem Fabrikinspektor, und zahlreich gemeldete Bestrafungen bestätigen zu dem Schluß, daß die Tat als bei der eine Verkettung unglückselige unglücklicher Verbot mit obrigkeitlicher Genehmigung beschäftigt; das. Dabei ist die Kontrolle noch sehr erschwert, denn ist, die Fabrikinspektion entdeckte, daß in ländlichen die Arbeiter decken den Unternehmer, wohl aus denselben Umstände daran die Schuld trägt. Der Verteidiger hält putative Bigarrenfabriken Schulkinder auf Grund von Arbeitskarten Gründen, aus denen sich die Arbeiterinnen die ungesetzliche Motivehr für vorliegend und bittet, da ein Fertum vorliegt, feine beschäftigt wurden, die der Bürgermeister in mißverständlicher lange Arbeitszeit gefallen lassen. Auffassung" des Kinderarbeitsgesetzes ausgestellt hatte. Die Es muß anerkannt werden, daß die Fabritinspektion sich Starten wurden zurückgezogen und die Weiterbeschäftigung der bemüht hat, unverschleiert zur Darstellung zu bringen, was Stinder untersagt sonst geschah nichts. In einer Ziegelei fie gesehen und was ihr tadelnswert erschien. Noch in der Bestrafung eintreten zu lassen. Nach der Rückkehr von einer Ortsbesichtigung wurde das Urteil verkündet. Das Striegsgericht stügte fich auf die legten Angaben des getöteten Baugenez. Der Schuß sei mit Ueberlegung ausgeführt, und sei tödlich gewesen, auch die Vorsätzlichkeit sei bewiesen. Aus bes Justruktion habe der Angeklagte im vorliegenden Falle tein| Reichstage schleunigst ein Reichs- Berggesetz zur Beschlußfassung vor- Ifigende waren so recht im flaren, womit eigentlich die Anflage be Recht des Waffengebrauchs herausführen können. Strafmildernd zulegen, welches den vom genannten Bergmannstage gefaßten nur gründet werden könne. Während anfangs der Grund in dem wurde berücksichtigt die mittlere Intelligenz des Mannes, zu berechtigten Forderungen voll entspricht. Worte„ verstoßen" gefühlt wurde, blieb zum Schlusse nur der aus daß er zum erstenmal auf Posten war, daß der Posten einsam war, Weiter erkennt die Versammlung, daß die Lage der Bergleute Bild und Tert entspringende Gesamteindruck des Vorwurfs der daß der Angeklagte durch die Gespräche auf der Wache ängstlich ge nur durch eine starke Organisation gebessert werden kann und ver macht war, daß schon mehrfach in legter Beit auf Posten Angriffe spricht deshalb, nach Kräften für Stärkung und Ausbau des Ver- Hartherzigkeit als Unterlage der Anklage übrig. Bezeichnend war, daß der Generalstaatsanwalt sich geradezu entschuldigte, daß er ausgeführt wurden. Das Gericht hielt es deshalb für nicht er- bandes zu wirken." forderlich, erheblich über das Mindestmaß hinauszugehen, und ber- Außer diesen öffentlichen Versammlungen fanden noch eine ganze persönlich die Vertretung der Anklage übernommen habe, es sei dies urteilte den Angeklagten, wie schon telegraphisch gemeldet, zu Reihe 3 ahlstellen Versammlungen statt, welche der nur infolge des vor wenigen Wochen erfolgten Rücktritts des Oberacht Monaten Gefängnis wegen Totschlags, rechtswidrigen Resolution ebenfalls zustimmten. Die Resolution ist heute dem staatsanwalts geschehen. Waffengebrauchs und Wachvorschriften- lebertretung. Von einer An- Reichskanzler zugesandt worden. Das Beweisverfahren gestaltete sich kurz. Bunächst wurde rechnung der Untersuchungshaft fah das Gericht als unbegründet ab. In allen Versammlungen stimmten die Bergarbeiter auch für konstatiert, daß die von der Verteidigung beantragte Beiziehung Das Urteil hat nichts Beruhigendes. Im Gegenteil! Die Erhöhung der Verbandsbeiträge. der ehegerichtlichen Akten und die Ladung der Gräfin Montignoso " Sühne" besteht darin, daß das gemeingefährliche Recht der Wachtpoften auf Scharfschießübungen zwei statt eines Opfers gefordert troß des Gesuchs feiner Berteidiger nicht aus der Haft entlassen Beweis gestellten Tatsachen als richtig annahm, daß das sächsische Das Opfer der luftigen Sieben. Der Redakteur Biermann ist abgelehnt wurde, weil das Gericht die von der Verteidigung unter hat. Es geht in der Tat aus den Bekundungen der Instruktoren worden. Der Antrag wurde abgelehnt. Diese Inhaftierung be- Hausgesetz vom verstorbenen König Georg dahin abgeändert wurde, daß hervor, daß wohl auch intelligentere Soldaten sich darüber unklar deutet entweder, daß der Verurteilte auf das Rechtsmittel der eine Vereinigung der Gräfin Montignoso mit ihren Kindern völlig aussein können, wann sie das Recht haben, einen Menschen zu töten. Revision verzichtet oder aber daß ev. seine Haft um die Monate, die geschlossen ist. Der angeklagte Redakteur Linnekogel lehnte jede Aeußerung Der Verdacht, daß im Dunkeln ein harmloser Passant von militär- bis zur Erledigung der Revision verstreicht, verlängert wird. ab. Th. Th. Heine, der von der Verteidigung als Zeuge dafür geführt fistalischem Gute etwas gestohlen habe, kann sich sehr leicht in dem Eine willkürliche Strafverlängerung oder eine Minderung der wird, daß die betreffende Nummer der Fronisierung der bürgerlichen Kopfe eines einsamen Postens entwickeln, und dann hat er die Pflicht Rechtsgarantien liegt in dem für das Rechtsbewußtsein unerträg Familienblätter vom Schlage der„ Gartenlaube“ und„ Woche" genach dreimaligem vergeblichen Anruf zu schießen. lichen Zustand, daß die Zeit, die für den Kampf ums Recht notwendig ist, nicht bei der Strafhaft in Abrechnung kommt. In diesem golten habe, sagte in diesem Sinne aus. Das inkriminierte Bild Falle fehlt allerdings obendrein jede Notwendigkeit, den Feind des insbesondere habe sich gegen die nicht echtem Mitleid, sondern hasardierens und der künstlich lückenhaften Zeugenaussagen in Haft plumper Spekulation auf die Philistersentimentalität entſprungene zu behalten. Biermann ist eben kein Pommernbank- Schwindler. Stimmungsmache der Dresdener Sensationspresse gerichtet. Der Generalstaatsanwalt verlangte trotzdem die Verurteilung, Ein Telegramm aus Oldenburg meldet bereits, daß Biermann denn die Gräfin Montignoso sei nicht verstoßen worden, sondern geauf die Revision verzichtet hat und die Strafe sofort antrat. Der Verteidiger hat ja nicht so unrecht, als er von einem unglücklichen Zufall sprach. Das militärische Recht auf Totschlag trägt allein die Schuld. Das marrokkanische Diplomatenspiel. Die französischen und die deutschen Diplomaten wetteifern mit einander, diejenigen, welche glauben, die Diplomatie sei eine Sache von Ernst, gründlich zu befehren. Die beiderseitigen Staatstünstler für auswärtige Angelegenheiten verharren unerschütterlich in dem allgemach allzu lächerlichen Theaterspiel gegenseitiger Unnahbarkeit. Zwar soll das ganze Gestreite um Marokko auf einem" Mißverständnis" beruhen, aber jeder der beiden Stolzen erklärt den anderen als den Verursacher des Mißverständnisses und keiner ist bereit, die Lappalie aus der Welt zu schaffen. Unter halbwegs vernünftigen Menschen wäre der höhere Ult unmöglich, den die Erleuchteten der internationalen Politik trampfhaft betreiben, aber die Diplomatie thront erhaben über dem Gebot normaler Vernunftbetätigung. op Eisenbahnverhältnisse im Osten. Man schreibt uns aus Königsberg i. Pr.: Reisende, die mit dem D- oder Expreßzuge die Strecke Berlin- ſittlichen Defektes, also eine Beleidigung. Der Verteidiger wies Eydtkuhnen durch Ost- und Westpreußen fahren, können sich nicht vorstellen, wie weit die Eisenbahnverhältnisse in diesen Provinzen auf den kleinen und Nebenstreden noch zurückliegen. Es ist noch nicht lange her, da baumelten auf der Strecke Königsberg- Prostken von der Dede ber vierten Wagenklasse mit Draht umflochtene Stalllaternen herab, aus denen Talg- oder Stearinkerzen ihr trübes Licht den Reisenden spendeten. Diese mittelalterliche Beleuchtung ist erst feit etwa einem Jahre abgeschafft. flohen. Was am 22. Dezember geschehen sei, könne nicht zur Recht fertigung des am 6. Dezember erschienenen Bildes angezogen werden. Der Vorwurf der Hartherzigkeit sei zweifellos ein Vorwurf des nochmals auf den Gesamtcharakter der Nummer hin, die eben die falsche Rührsamkeit, die öde Klatschsucht und Plattheit der Familienblätter verhöhnen sollte, und bewies dies eingehend durch verschiedene Verlesungen aus der Nummer, die in dem überfüllten Auditorium und auf der Geschworenenbank große Heiterfeit hervorriefen. So verlas er aus dem graphologischen Brieffaften der Scherznummer die Antwort an einen Herrn Siegfried Meyer, aus dessen Handschrift der Redaktionsgraphologe herausliest, er beschäftigte sich mit zu Die Strecke Königsberg- Labiau- Tilsit ist 126 Kilometer lang. vielen Dingen, folge den Wallungen plötzlicher Eingebung, habe eine Herr Delcassé hat erklärt, er sei bereit, wenn Mißverständnisse Der Zug( Vollbahn, nicht Kleinbahn) fährt dieſe Strecke in unklare Liebe zur Kunst, lasse sich gern in schönen Stellungen photovorliegen, sich über sie auszusprechen. Aber er hat bisher keinen 4 Stunden, also mit einer Geschwindigkeit von 28 Kilometern die graphieren usw. Verteidiger außmann vermißte den Beweis, Schritt getan, um sich mit der deutschen Regierung oder ihrem Winter noch ganz besondere Qualen durch die höchst primitive Heiz- daß Bild und Tert sich gegen den jezigen König richteten. TatsächStunde. Während dieser Schneckenfahrt haben die Reisenden im Bariser Botschafter wegen der Marokkofrage in Verbindung zu setzen. vorrichtung in den Wagen zu erdulden. In einer Ede des Wagens lich ausgestoßen sei die frühere Kronprinzessin worden durch den beZwar hat Deutschland die französische Marokkopolitik so sehr miß steht ein eiserner Ofen, der lange vor der Abfahrt und während der tannten Erlaß des Königs Georg, in dem von ihr als von einer Frau geverstanden, daß eine faiserliche Haupt- und Staatsaktion in Tanger Fahrt von den Schaffnern mit Sots geheizt wird und mun gleich- sprochen wird, die im stillen längst gefallen sei. Unter dem Eindruck dieses beliebt wurde, aber das genügt nicht, um Herrn Delcaffé zur Ein- mäßig glühende, trockene Hize spendet, ganz gleich, ob draußen Grlasses konnte der Angeklagte also schon am 6. Dezember 1904 an leitung eines Meinungsaustausches zu veranlassen. Herr Delcaffé 20 Grad Kälte oder 5 Grad Wärme herrschen. Karpenter- oder eine endgültige Verstoßung der Königin glauben. König Georg habe ist bereit zu einer Besprechung, aber erst soll der andere kommen Westing- House- Bremsen kennt man hier und auf all den anderen die Entscheidung offenbar seinem Sohne nicht überlassen wollen, weil und unmittelbar an ihn das erste Wort richten. Nebenstreden natürlich noch nicht. Von der Lokomotive läuft über Die französischen Sozialisten sezen in dieser Situation die vor den Dächern der Wagen eine Leine, bei deren Nachlassen an jedem er aus der sächsischen Geschichte gewußt habe, daß Männer zuweilen schwach sind, und die Gräfin Königsmart stand doch gewiß weit trefflichen Bemühungen fort, den Minister der auswärtigen An- was nicht selten vorkommt- entzwei, so ist der Zug gebremst und unter der Gräfin Montignoso. Ebenso groß wie die Prophetengabe Wagen eine Bremse in Tätigkeit gesetzt wird. Reißt diese Leine gelegenheiten aus seinem fleinlichen Starrsinn zu scheuchen. Sie muß solange halten, bis die Leine zusammengeknüpft oder er- des Simplicissimus", der am 6. Dezember voraussagt, was am 22. De haben immer gefordert, daß das französisch- englische Abkommen neuert ist. zember sich in Dresden buchstäblich erfüllt hat, sei die Naivität des teinerlei Spige gegen Deutschland haben dürfe. Sie fordern, daß Auf der 169 Kilometer langen Strecke Königsberg- Löwen- Dresdener Polizeipräsidiums, das sich eingebildet hat, auf eine solche die französisch- deutschen Beziehungen nicht um Marokkos willen hagen- Goldap werden die Passagiere durch Bekanntmachung Anklage hin werde ein württembergisches Schwurgericht eine Vergeschädigt werden sollen. Sie fordern, daß Delcassé, gerade da sich der Eisenbahndirektion angewiesen, im Falle dringender Geurteilung fällen. Wenn ein Bürger eine so haltlose BeleidigungsFrankreich seines Rechts in der Marokko- Frage gewiß sei, endlich fahr das Fenster zu öffnen und an der an der Seite flage erheben würde, müßte er noch die Kosten zahlen. Das freilich des Buges entlang laufenden Hanfleine zu ziehen, worauf habe der König von Sachsen nicht zu befürchten. Strafbares sei worauflage Verhandlungen mit Deutschland einleite. dann der Zug zum Stehen gebracht wird. Daß man Das gleiche und noch groteskere Spiel spielt die deutsche selbst auf größeren Stationen fünf Minuten vor Abfahrt eines nicht gesagt worden, denn es sei wahr, doppelt wahr, daß am Diplomatie. Schon vor dem Abschluß des französisch- englischen Ab- Buges keine Fahrkarten zu kaufen bekommt, weil der einzige Beamte 22. Dezember 1904 die Gräfin Montignoso verstoßen worden sei. fonmmens, deffen Inhalt ihr vollständig bekannt war, war die deutsche Stationsvorsteher, Schalterbeamter, Weichensteller und was sonst Nach etwa viertelstündiger Beratung verkündeten die Ge Diplomatie in der Lage, etwaige Unklarheiten zu besprechen. Wenn nicht alles ist, dürfte bekannt sein. Wie diese Beamten troh ihrer Viel schworenen den Freispruch, der von dem Auditorium mit lauten ihr aber damals eine Erörterung nicht genehm war, so tomite sie seitigkeit befoldet werden, dürfte aber wohl nicht allgemein bekannt Bravo! Rufen aufgenommen wurde. Stufen au das Versäumte in neuerer Zeit nachholen. Statt dessen ergeht sie sein. Auf der zuleßt erwähnten Strecke ist auf der Station Fuchs fich plötzlich in fchroffen Noten. Die deutsche Diplomatie glaubt berg ein Beamter angestellt, der täglich acht Züge abzufertigen, dabei einen Geniestreich vollbracht zu haben, daß fie die franzöfifche den Stations, Rangierdienst und den Fahrkartenverkauf zu verRegierung in die gwangslage verfest, entweder die deutschen richten hat. Er erhält einen Tagelohn von 1,30 M. Der Mann ist Regierung in die Zwangslage versest, entweder die deutschen bei der Bahn verunglückt und hat einen vertrüppelten Fuß. Dafür Drohungen durch peinliches Entgegenkommen zu beantworten oder bekommt er pro Tag 40 Pf. Unfallvente. Sein ganzes Einkommen den Marokkokonflikt weit über seinen inneren Wert andauern zu beträgt also pro Tag 1,70 M. oder jährlich 612,00 M. Davon muß. lassen. Obschon Delcaffé fich bereit erklärt, über Mißverständnisse der Beamte jährlich 60,00 M. Wohnungsmiete und 4,80 M. Gezu verhandeln, hält es die deutsche Diplomatie nicht ihrer Würde meindesteuern zahlen. Bleiben für die Familie von Mann, Frau gemäß, ihrerseits Verhandlungen zu veranlassen. Ausdrücklich erklärt und fünf Kindern 547,20 m. jahrüber für Lebensmittel, Kleidung wiederum die„ Nordd. Allg. 8tg.":" Daß zu den von Herrn Jaurès und sonstige notwendige Bedürfnisse. Das ist das Gehalt eines und Genossen für notwendig erachteten Verhandlungen eine föniglich preußischen Eisenbahnbeamten, der auch noch das Risiko Initiative von deutscher Seite nicht ergriffen werden einer Kaffe hat. wird, braucht nach unseren früheren Erklärungen nicht näher ausgeführt zu werden." " Es ist nicht zu übersehen, daß der König von Sachsen eigenhändig den Strafantrag unterzeichnet hat. Der Ausgang des Prozesses ist ein neuer Beweis, wie überaus schlecht der fächsische König von seiner Umgebung beraten wird. Südwestafrikanische Verluste. Berlin, 10. April. Telegramm aus Windhut. Im Gefecht bet Aminuis am 25. März 1905 Gefallen: Oberarzt Mayer, geboren am 24. 12. 75 zu Konstanz, unteroffizier Fris Hundertmart, geboren am 24. 12. 80 zu Berlin, Gefreiter August Broll, geboren am 20. 2. 83 zu Auf dieser sowie auf verschiedenen anderen Eisenbahnstreden Brynned; Gefreiter Otto Weißel, geboren am 20. 8. 84 zu besteht feine Bahnsteigsperre. Die Schaffner müssen fortwährend Stamillen; Reiter Hermann Heiborn, geboren am 19. 12. 83 zu durch den Zug gehen und die Fahrkarten durchlochen sowie sie jedem Binneberg, Reiter Adolf Häufig, geboren am 20. 5. 81 Das lächerliche Spiel hat aber überaus ernste Be Fahrgast vor dessen Fahrtbeendigung abfordern. Der Dienst ist deutung, weil es ganze Nationen in Mitleidenschaft zieht, außerordentlich anstrengend. So fährt zum Beispiel der Schaffner Verwundet: Gefreiter Peter Klodner, geboren am 12. 2. 80 weil es die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland verder Strede Königsberg- Goldap mit dem letzten Zuge um 9,12 abends zu Werlau, schwer, Schuß linter Oberschenkel; Gefreiter Edmund schlechtert, weil es in beiden Ländern den chauvinistischen Wahn ent- von Königsberg fort und trifft um 11,45 nachts in Gerdauen ein. Stöber, geboren am 27. 10. 75 zu Birkungen, schwer, Schuß facht und den Treibern der ins endlose gehenden Kriegsrüstungen Hier bleibt der Zug bis zum anderen Morgen liegen. Nun hat aber rechtes Kniegelent; Reiter Karl Beller, geboren am 2. 12. 81 den Schein der Richtigkeit ihrer Bestrebungen gibt. Darum erheben der Schaffner nicht auch etwa Feierabend. Er muß vielmehr noch zu Wiesbaden, schwer, Knochenschuß linten Oberarm; Reiter wir deutsche Sozialisten ebenso eindringlichen Protest gegen das je nach Bedarf 1 bis 2 Stunden auf dem Bahnhof Rangier- einrich Miller, geboren am 30. 12. 83 zu Groß- Burgwedel, schwer, Schuß rechten Ober- und linken Unterschenkel; Gefreiter Verhalten der deutschen Regierung wie die franzöfifchen Sozialisten Rudolf Arendt, geboren am 14. 9. 80 zu Gr. Rautenberg, gegen das Verhalten ihrer Regierung. leicht, Schuß Gesäß. Die schon vor mehreren Tagen ausgesprochene Annahme, daß von Italien die Vermittelung in diesem tragikomischen Diplomatenspiel kommen sollte, scheint sich zu bewahrheiten. Herr Tittoni, der italienische Minister des Auswärtigen soll dem Korrespondenten des„ Matin" gesagt haben, man sei auf dem Wege, die zwischen Paris und Berlin bestehende Verstimmung zu beseitigen. Es verlautet, daß eine Marokko- Konferenz in Rom geplant ist. Deutfches Reich. dienst tun. Die niederen Beamten und Arbeiter der Bahn erhalten einen Tagelohn von 1,50 M. Wenn sie die oben erwähnten Schaffnerdienste berrichten, erhalten sie Kilometergelder, die pro Tag etwa 50 f. ausmachen, so daß ihr Gesamtverdienst dann pro Tag 2,00 M. beträgt. Zu bemerten ist noch, daß die meisten dieser Beamten in der Nähe von Hauptstationen wohnen müssen, wo die Lebensmittel und sonstigen Bedürfnisse nicht billiger sind als in Großstädten. Die meisten unteren Bahnbeamten und Arbeiter werden, ebenso wie bei den Privatbahnen, auch bei diesen Staatsbahnen nicht feft angestellt, sondern arbeiten jahrelang, mitunter bis sie alt und grau werden, als Hülfsbremser, Hülfsweichensteller, Hülfsschaffner usw., damit, wenn die Leute verbraucht und arbeitsunfähig werden, der preußische Staat ihnen keine Pensionen zahlen braucht. Auch der oben erwähnte Hülfs- Stationswärter in Fuchsberg mit dem Jahresgehalt von 547,20 m. ist trop jahrelanger Tätigkeit nicht fest angestellt, also auch nicht pensionsberechtigt. Nachträglich gemeldet. Jm Gefecht bei Haruchas am 3. Januar 1905 Verwundet: Reiter Karl Rochelmeyer, geboren am 12. 8. 1882 zu Ernsthal, schwer, Schuß linken Ellenbogen; SanitätsGefreiter Johann Söller, geboren am 28. 6. 82 zu alle, leicht, Prellschuß Schläfe. Im Gefecht bei Gochas am 7. Januar 1905: Verwundet: Sergeant Theodor Nuschke, geboren am 12. 9. 1879 zu Vicareh, leicht, Schuß Rücken; Gefreiter Paul Ernst Hensel, geboren am 5. 8. 1881 zu Nieder- Adelsdorf, leicht, Streiffchuß rechte Wange; Reiter Georg Mager, geboren am 5. 1. 1882 zu Trachenberg, leicht, Fleischschuß linte Gesäßbade. " Die Bergarbeiter und die Kommissionsbeschlüsse. Hamburg, 10. April. Der Postdampfer Eduard Woermann" Am gestrigen Sonntag hatte der Deutsche Bergarbeiter- Verband Kiel, 10. April.( Laffan.) Nach sechsstündiger unter Ausschluß mit der zweiten Staffel des Marine- Expeditionskorps ist heute vor in Altenessen, Linden Hattingen, Horst Emscher, der Deffentlichkeit geführter Verhandlung wurde vom Kriegsgericht mittag 10 Uhr 20 Minuten auf der Jahde angekommen. Der Styrum, Riedermassen, weitmar, Harpen, Berne des II. Geschwaders, wie die„ N. Nachr." melden, der Leutnant Dampfer bringt 111 Offiziere und Mannschaften vom 1. See Dverberge bei Stamen öffentliche Bergarbeiter- Versammlungen aur See Ludwig Siegmund v. Miſch vom Linienschiff„ Braun- bataillon, 73 vom Marine- Expeditionskorps und 49 von der Schußschweig" wegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener, tätlicher einberufen, welche alle zahlreich besucht waren. In allen Versamm Beleidigung und Berleitung zum Weineid zu 1 Jahr 4 Monaten truppe in die Heimat zurück. tungen wurde nach den eingehenden Referaten über die Berggesetz Zuchthaus und Entfernung aus der Marine verurteilt. nobelle, den preußischen Bergarbeitertag und den Landtag nachstehende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung erklärt sich nach Anhörung des Referenten mit den Beschlüssen des Bergarbeiter- Delegiertentages einverstanden, welcher vom 28. bis 30. März in Berlin tagte. Die Versammlung ersucht die preußische Regierung und den Landtag, den Wünschen der Bergarbeiter Rechnung zu tragen und die Verbesserungsanträge, so wie sie der preußische Bergmannstag beschloß, in die Gesetzesvorlage aufzunehmen. Die Versammlung erwartet, daß endlich eine gründliche Reform des Berggefeges vorgenommen und teine Flidarbeit gemacht wird. Ausland. Die Revolution in Rußland. Dem B. T." wird vom Montag telegraphiert: Gestern wurde in Lodz James Ratclif, der Direktor der Aktiengesellschaft Boznansti mit einem Dolche schwer verwundet. Der Montignofo- Simpliciffimus- Prozeß. Stuttgart, den 10. April.( Privatdepesche.) In Dresden wird man an der heute vor den Stuttgarter Geschworenen verhandelten Majestätsbeleidigungsklage gegen den Bei der Fabrik Poznanskis, des reichsten Mannes von Lodz, eines Simpliciffimus" wenig Freude haben. Den Anlaß zur Klage bot ein in der Spezialnummer Familienfest" erschienenes Bild vielfachen Millionärs, ereignete sich jener furchtbare Vorfall, daß Bange Stunden einer hohen Frau" und der Text zu demselben. streitende Arbeiterinnen der Fabrit von den herbeigerufenen Kosaten Bu einer entsprechend rührseligen Illustration von Wilhelm Schulz in einen Teich gedrängt worden und so umtamen. Da die Kommission des Landtages sich erlaubt hat, anstatt wird da erzählt, wie die verflossene sächsische Kronprinzessin sich Verbesserungen noch ganz unerhörte Verschlechterungen in den Ent- dem Schloffe naht, in dem der Christbaum brennt, und draußen im Der britische Etat. wurf hineinzubringen, sogar die Bergleute unter ein Ausnahmegesetz Schnee niend sehnsüchtig hineinblickt in die erleuchteten Fenster: London, 8. April.( Eig. Ber.) stellen und die Arbeiterausschüsse zu Grubengendarmen herabdrüden Der Etat, den der Finanzminister Mr. Austen Chamberlain will, da ferner auch der Herr Handelsminister Möller sich einver- nimm sie auf". standen erklärte, den Arbeiterausschüssen das Vereinigungsrecht zu Die Nummer wurde in Dresden beschlagnahmt und auf Um- am 10. d. M. dem Unterhause vorlegen wird, ist günstiger, auben, so protestiert die Versammlung nicht nur gegen diese die wegen über München in Stuttgart als dem Druckort unter Anklage als die meisten Finanzpolitiker gedacht haben. Die GeschäftsBergarbeiter verhöhnenden Bestrebungen, sondern sie ersucht den gestellt. Man merkte dem Generalstaatsanwalt die Unlust an, die lage hat sich in den legten drei Monaten bedeutend gebessert, Herrn Reichstanzler, den Gesezentwurf zurückzuziehen und dem Anklage vor den Geschworenen zu vertreten. Weder er noch der Vor- die Einkommensteuern, Zölle und sonstigen Abgaben flossen Verzehrungssteuer . Zölle • . 35 730 000 fb. Sterl. Einkommensteuer 31 250 000 " 1 " 30 750 000 " " Post. 16 100 000 + " 11 Erbschaftssteuer 12: 350 000 " " Stempel 7: 000-000 " " 3 830 000 " 2.750.000 • " 1 " 1910 400 " retchlicher und deckten die Defizite, die die ersten neun Monate| Norweger gegen Schweden noch zu verschärfen. Auch die Am Roheisenmarkt Rheinland- Westfalens hat sich im Laufe der brachten. Im ganzen stimmt das Ergebnis des Finanzjahres in schwedische Arbeiterschaft kann damit zufrieden sein, daß Boström letzten Wochen, wie die„ Köln. 8tg." berichtet, eine merkliche Belebung merkwürdiger Weise mit dem Voranschlag überein. Der Finanz- geht. Hat er doch noch zuguterletzt durch die Vorlegung des Ent des Geschäfts vollzogen, die nach Ansicht des Blattes zwar zum Teil minister erwartete eine Einnahme von 143 390 000 fd. Sterl.; wurfs zu einem neuen Strafgefeß gegen streitende Arbeiter be auf den Nachwirkungen des Bergarbeiterausstandes, zum andern Teil Die wirkliche Einnahme, wie sie im offiziellen Finanz- wiesen, daß er für die moderne Arbeiterbewegung ebensowenig Ver- aber auf einer Erstarkung des vorhandenen Bedarfs beruht. Während ständnis hat wie für die Selbständigkeitsbestrebungen Norwegens.des Ausstandes blieben die Stahlwerte im Gang, während die Hochbericht vom 31. März angegeben ist, betrug 143 370 400 fb. Amerika. Sterling. Jm einzelnen gestaltete sich die Einnahme folgenderöfen gedämpft werden mußten. Infolgedessen wurden bei den großen Stahlwerken die Roheisenvorräte aufgezehrt. Jezt ergibt sich daraus maßen: Städtische Wahlen. In drei bedeutenden Städten, in Chicago, für die Stahlwerke die Notwendigkeit, noch Roheisen hinzuzukaufen. St. Louis und in Philadelphia, fanden kürzlich die Wahlen statt. Das ist in der Tat in den letzten Tagen geschehen, indem verschiedene Es entbrennt gewöhnlich bei den Stadtwahlen ein heißer Kampf der großen Werke Abschlüsse über beträchtliche Mengen Roheisen verzwischen den Parteien, denn die Bürger wählen nicht nur ihre Verschiedener Sorten getätigt haben. Auch im übrigen ist der Bedarf an treter in die Stadtratsversammlung, sondern auch alle höheren Roheisen im Wachsen begriffen. Die Vorräte bei den rheinischBeamten, vom Bürgermeister angefangen. In Chicago war die westfälischen Werken haben infolgedessen beträchtlich abgenommen, Wahlparole die Verstadtlichung der Straßenbahnen. Der Demokrat ihre Verringerung-gegenüber dem Vormonat darf auf etwa Deume, der erklärt hatte, daß er dafür eintreten werde, 30 000 Tonnen veranschlagt werden, während der Versand im wurde mit 24 000 Stimmen gewählt. In Philadelphia Wachsen begriffen ist. Auch der Auslandsmarkt zeigt eine uns fiegten die Republikaner mit einer Majorität von über 150 000. berkennbare Belebung. So wird aus Mezz berichtet, daß ein Bosten In allen drei Städten hatten die Sozialdemokraten Kandidaten im von 45 000 Tonnen Luxemburger Thomaseisen nach Belgien geFelde. In Chicago gab man sich besondere Mühe, den errungenen gangen ist und daß weitere Anfragen nach beträchtlichen Mengen Erfolg vom legten November, wo 45 000 Stimmen auf die sozia- vorliegen. listischen Kandidaten fielen, zu behaupten. Bei den Stadtwahlen Die Einnahme schließt demnach mit einem Fehlbetrage 1903 erzielten die Sozialdemokraten nur 11 000 Stimmen. Das Kaiser- Keller- Aktiengesellschaft. Wie fürzlich bereits angekündigt bon weniger als 20 000 Pfd. Sterl., was bei einem so Resultat ist noch nicht bekannt, ebenso wenig wie von St. Louis, wurde, hat sich die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die den enormen Etat, wie dem britischen, sicherlich verschwindend wo ebenfalls die Partei große Anstrengungen machte. In Phil Kaiser- Steller, das Kaiser- Hotel und das Kaiser- Café in der Friedrich Estraße betreibt, in eine Aktiengesellschaft unter Führung der Kommerz wenig ist. Der Gesamtetat zeigt indes einen Ueberschuß von adelphia ging die sozialistische Stimmenzahl etwas zurück. 1477 000 Pfd. Sterl., da die Ausgabe geringer war als die wurden 2073 Stimmen abgegeben gegen 8146 im letzten November; Stapital 2 750 000 M. beträgt, hat zugleich auch die bisher Herrn und Diskontobant umgewandelt. Die neue Aktiengesellschaft, deren im Voranschlage berechnete. Sie wurde beim Einbringen des die letzte Stadtwahl brachte aber nur 1607 Stimmen. Kommerzienrat Schönner gehörenden Immobilien in der Jäger, verflossenen Etats auf 142 984 000 veranschlagt, stellte sich in Tauben und Friedrichstraße fäuflich übernommen. Die Aftien sind Wirklichkeit nur auf 141 893 000 Pfd. Sterl. übernommen und voll eingezahlt, insbesondere an Kommerzientat Schönner und die Firmen Deinhard u. Co.- Koblenz, Reidemeister u. Ulrichs- Bremen und Mittelrheinische Bank. Telegraph. Boden- und Haussteuer Verschiedenes Schuldendienst Zusammen Voranschlag Fehlbetrag. • Bibilliste, Richtergehälter 2c. Armee 143 370 400 fd. Sterl. 143 390 000 " 19 600 Pfd. Sterl. 27 000 000 fs. Sterl. 3 000 000 29 813 000 " 17 " 11 33 390 000 " 17 28 614 000 " 19 435 000 " an Die Roschdjestwensky- Flotte Ebenso günstig dürfte sich der Gesamtetat für das tommende Finanzjahr stellen. Die einzelnen Ausgabeposten sind bereits bekannt und belaufen sich insgesamt auf hat nach den heute vorliegenden Meldungen ihre Fahrt fort- Der Hotelbetriebs- Aktiengesellschaft ist es, wie sie mitteilt, ge 141 252 000 fd. Sterl., und da die lehtjährige Einnahme dem gesetzt. Ihre fernere Route steht freilich nicht fest. Sie lungen, eine Vereinbarung über Berlängerung des Mietsvertrages neuen Etat zur Grundlage dient, so läßt sich auf einen be- hat zum Teil wenigstens ihren Kurs nicht in das über das Zentralhotel, welcher zurzeit bis zum Jahre 1920 läuft, deutenden Ueberschuß schließen, der wahrscheinlich zur Herab- füdchinesische Meer fortgesetzt, sondern einen einen östlichen auf die Dauer von 30 Jahren, also bis zum Jahre 1935 herbeizu segung mancher Steuerlasten dienen wird. Die einzelnen Kurs der Küste von Sumatra hin genommen. führen und zwar ohne Erhöhung des im laufenden Vertrage feftAusgabeposten für das Jahr 1905/06 find wie folgt: So ist sie bei Muntok( nördliche Sumatratüste) gesichtet gefekten Mietszinſes für die bisher gemieteten Teile des Grundstücks. worden. Man erwartet, daß fie auch die Küste Javas stüd, einschließlich der bisher in dem Wietsvertrag nicht inbegriffenen, an Der neue Vertrag soll sich zugleich auf das gesamte Zentralhotel- Grundpassieren wird. Dann bleibt ihr die Möglichkeit, entweder Dritte vermietete Läden erstrecken. Die Eigentümerin des Zentralhoteldurch die Makassar Straße zwischen Borneo und Grundstückes, die Eisenbahnhotel- Gesellschaft, macht zur Bedingung Celebes oder aber südlich um Celebes herum den der Verlängerung, daß die Hotelbetriebs- Gesellschaft diejenigen sechs Großen Ozean zu erreichen, um dann, östlich Japan um Millionen Hypother, welche auf dem ihr gehörigen Grundstücke schiffend, einen Durchbruchsversuch nach Wladiwostok zu Nr. 5 und 6 Unter den Linden( Hotel Bristol) stehen, zurückzahlt und 141 252 000 Pfd. Sterl. versuchen. für die Vermieterin auf dem dadurch schuldenfrei werdenden GrundDie japanische Flotte soll bei Saigon( Niederländisch- ftücke eine Rautionshypothet von 6 Millionen Mark als Sicherheit für Erfüllung des Mietsvertrages eingetragen werde, wogegen fie Cochinchina) gesichtet worden sein. der Gesellschaft die bisherige Barkaution von 2 Millionen Mart Es scheint also, als ob die russische Flotte sich trennen zurüdgibt. und auf verschiedenen Wegen ihr Heil versuchen wolle. Um die hierzu erforderlichen 4 Millionen Mark zu beschaffen, Singapore, 9. April.( Meldung des Reuterschen Bureaus.") gibt die Hotelbetriebs- Gesellschaft für 1,6 Millionen Mark neue Die russische Flotte, die, gestern passierte, bestand aus den Aktionen aus, die ein Banktonsortium zum Kurse von 256% Proz. Schiffen Ssissoi Weliki"," Oleg"," Admiral Nachimow"," Dmitri übernimmt. Flotte Berwaltung Boll, Steuer- und Abgabendienst Veranschlagte Gesamtausgabe. Lektjährige Gesamteinnahme Ueberschuß.. 143 370 000 " 2118 000 Pfd. Sterl. Die hier gegebenen Ziffern der Gesamteinnahme können dom Finanzminister geändert werden, wodurch die Höhe des Ueberschusses eine Aenderung erfahren wird. " " " Getreide- Exports. Gewerkschaftliches. Es ist höchstwahrscheinlich, daß dies der letzte Etat vor den parlamentarischen Neuwahlen sein wird. Die Konservativen sind bereits zehn Jahre am Ruder und haben ihre Kraft vollständig und Anadyr", fünf Hülfstreuzern, sieben Torpedobootszerstörern, Donsfoi", Awrora"," Jumrud"," Schemtschug"," Almas", Rujs" Der Außenhandel Rußlands hat im vorigen Jahre unter den erschöpft. Die Bevölkerung wünscht eine Aenderung oder eine elf Transportschiffen, einem Bergungsdampfer und sechzehn Kohlen- Einwirkungen des ostasiatischen Krieges, wie offiziell mitgeteilt wird, Gelegenheit, fich über die mittlerweile aufgetauchten schiffen. Es fehlten die Panzerschiffe njäs nur wenig gelitten. Der Gesamtaußenhandel betrug 1538 Millionen Fragen aussprechen zu können. Die Regierung ist sich dieser Suworow"," Imperator Alexander II."," Borodino" Rubel gegen 1551 im Jahre 1903. Von dieser Summe kommen Sachlage vollkommen bewußt; jede Nachwahl führt dies und Orel" mit den dazu gehörigen Kreuzern und Torpedoboots 583 Millionen Rubel auf die Einfuhr, 955 Millionen auf die Ausfuhr. Im Jahre 1903 stellten sich die betreffenden Wertgrößen auf ihr zu Gemüte. Aber die konservative Mehrheit wollte zerstörern. Die Einfuhr hat also um nicht vom Schauplake abtreten, folange die Liberalen sich Flotte in Gicht und paſſierte sieben Meilen vom Lande. Da alle 18 Millionen Rubel abgenommen, während die Ausfuhr um Singapore, 8. April. Heute nachmittag 2%, Uhr kam die baltische 601 und 950 Millionen Rubel. weigerten, flare Stellung zu den schwebenden auswärtigen Schiffe Weichtohle feuern, ist der Rauch auf mehrere Meilen zu sehen. 5 Millionen Rubel gestiegen hauptsächlich infolge des stärkeren Fragen zu nehmen. Die Vorbeifahrt dieser modernen Armada von 47 Schiffen, die zu Man muß bedenken, weder in Europa noch in Asien vieren nebeneinander fuhren, bot ein glänzendes Schauspiel. Die ist ein Gleichgewicht der Mächte vorhanden. Die letzten Jahre Schiffe fuhren ungefähr acht Knoten. Die Spize wurde von einem. find Jahre der Neugruppierungen; die alten Bündnisse, die großen Kreuzer und drei Schnelldampfern gebildet. Dann sich auf Grund der Ereignisse von 1871 und 1878 gebildet folgten die Kreuzer, Kohlenschiffe und Schlachtschiffe. Die Neue Gesellschafts- Probleme. haben, sind seit dem Frieden von Schimonoseki( 1895) Reuterſchen Bureaus" fuhr in einer Barkasse hinaus und nahm Verlauf des Bergarbeiterstreits gezogen und macht sie in der Kohlenschiffe fuhren größtenteils in der Mitte. Der Korrespondent Streitlehren hat Genosse Schipper aus dem des langsam in Auflösung geraten und sind im gegenwärtigen Moment vollends aufgelöst. Der Friede, der die Flotte in Augenschein. Alle Schiffe zeigten Spuren der langen Neuen Gesellschaft" Dr. Heinrich Brauns auch anderen nächstens zwischen Rußland und Japan abgeschlossen Fahrt in der tropischen See. An der Wasserlinie hatten sich Algen wird, dürfte wieder eine Epoche in der diplomatischen Geschichte angesetzt. Die Flotte bestand aus sechs Schlachtschiffen, neun Streuzern, zugänglich. acht Torpedobootszerstörern, drei Schnelldampfern, drei Schiffen Schippel meint: bilden. Es ist dieses tommende Ereignis, das die englischen der Freiwilligen- Flotte, sechzehn Kohlendampfern, einem Bergungsdaß wir ohne Ausnahme die Interessen. Konservativen veranlaßte, am Ruder zu bleiben, um in die dampfer einem Hospitalschiff. Die Kriegsschiffe hatten gruppierung innerhalb der bürgerlichen Kreise Friedensverhandlungen eingreifen zu können. Bis vor wenigen Kohlen an Deck; die Schnelldampfer hatten augenscheinlich gegenüber dem entbrannten Streit nicht immer richtig zu tarieren Wochen hatten wir keine Ahnung, wie die Liberalen sich zu nur eine fleine Ladung. Der russische Konsul fuhr wußten, daß wir die wirtschaftliche und politische Isolierung der Grubenlords viel zu gering, dagegen die Kompaktheit der einen den Vorgängen in Ostasien stellen werden. Erst Lord Rosebery die Flotte heran und übergab einem Torpedeboot Depeschen, ohne die daß erklärte, daß die Liberalen dem Bündnis mit Japan treu Ronful längsseits des Admiralsschiffes, begab sich aber nicht an Bord. Sodann Flotte halt machte. ging der arbeiterfeindlich- reaktionären bürgerlichen Masse viel zu hoch eine ſchätzten. bleiben werden. Und inbezug auf Frankreich und Deutschland Er unterhielt sich mit der Besatzung vom Boote aus und gab ihnen werden die Liberalen bestimmt die im letzten Jahre begonnene bie ersten Nachrichten von der Schlacht bei Mukden. Außer dem Boot Daß uns endlich auch auf politischem Gebiete- betreffs Politik fortsetzen. des russischen Konsuls und des Reuterschen Korrespondenten wurde niemand in die Nähe gelassen. sind Diese Klärung, berbunden mit dem immer stürmischer sich äußernden Wunsche des Volkes, Neuwahlen vorzunehmen, können wohl innerhalb der nächsten sechs Monate zur AufLösung des Parlaments führen. Frankreich. Zur Verschwörungsaffäre. Der Deputierte Hubert hat der Regierung einen Brief " an Die Eingeborenen in der Stadt waren in großer Erregung und eilten in Scharen an das Meerufer. Die Artilleristen und das Minenpersonal waren den ganzen Tag über auf ihren Bosten. • " der Stellung der Regierung, der Gemeindeverwaltungen, der Presse und der bürgerlichen Wählerschaft- ähnliche Frrtümer nicht ferngeblieben. sind, ist gleichfalls taum in Abrede zu stellen." So Schippels Streiflehren. Wir wollen garnicht untersuchen, ob denn alles, was er da an Tatsachen angibt, wirklich richtig sei, ob tatsächlich der Amsterdam, 10. April. Das„ Handelsblad" veröffentlicht ein Zwist im bürgerlichen Lager so erheblich ist, wie Schippel Telegramm aus Batavia, wonach ein Teil der russischen zu sehen vermeint, ob wirklich die Stellung der Regierung, Totte sich bei Muntot befindet und heute vor Batavia der Preffe und der Parteien eine so bergarbeiterfreundliche erwartet wird. mitgeteilt, nach welchem im Juni 1904 Sürassieroffiziere in Bouziers von einer Persönlichkeit, die in die jest auf Ein englischer Dampfer hat gestern das russische Geschwader Singapore, 10. April.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus") war, wie diese vorgaben. Wir wollen das als richtig annehmen. gedeckte Verschwörungsangelegenheit verwickelt ist, aufgefordert wurden, sich an einer Verschwörung gegen die Regierung zu Singapore entfernt ist, vor Anker liegen sehen. Bier Kriegs- Arbeiterschaft, wenn sie nicht gleichzeitig über die Ursache beteiligen. Die betreffende Persönlichkeit habe den Offizieren fchiffe, anscheinend japanische, find am 7. d. Mts. in der Nähe derselben aufgeklärt wird. Geld geboten, diese hätten die Anerbietungen aber kategorisch von Cap St. Jacques, bei Saigon, gesehen worden. zurückgewiesen. Einer der Offiziere habe sich bereit erklärt, in der Angelegenheit Zeugnis abzulegen. 20 Meilen nordöstlich Bulo Menki, das 150 Meilen von bermiert ist, bas 150 von Was nußt aber die Konstatierung dieser Tatsachen der Baris, 9. April. Der Untersuchungsrichter verhörte gestern die Hauptleute Metivier, Mervu, Dardene und Marquet vom 17. Stolonial infanterie- Regiment, welche ebenfalls von Tamburin in der Absicht angegangen wurden, sich an dem Staatskomplott zu beteiligen. " Wenn Schippel feststellt, daß Regierung, GemeindevertreChina und die Neutralität. tungen, Presse und Parteien den Grubenlords keine Sympathie London, 10. April.( Bureau Laffan".) Der chinesische Ge- entgegenbrachten, so kann dies und muß vielleicht in der fandte in Petersburg erhielt, wie Daily Telegraph" aus Arbeiterschaft den Irrtum erwecken, als könnte man in der Tolio meldet, mit Bezug auf die Absicht der Russen, eine Arbeiterbewegung zufünftig mit solchen Regungen ernsthaft eichte Eisenbahn durch die Mongolei zu bauen, Anweisung, in rechnen. Petersburg mitzuteilen, China würde eine solche Verlegung seiner Was wir von der Regierung zu halten haben, wissen wir Neutralität mit Waffengewalt verhindern. Sollte trotzdem zum jetzt wohl. Deputiertenkammer. Die Beratung der Vorlage betreffend Bau der Bahn geschritten werden, so würde der chinesische General Trennung von Kirche und Staat wird fortgesetzt. Allard in der Mongolei Befehl erhalten, einzugreifen. ( Sozialist) tritt in längerer Rede dafür ein, daß dem Klerus alle dem Kultus gewidmeten Gebäude genommen werden sollten. Dieser Antrag, der von Brisson und dem Berichterstatter bekämpft wird, lehnt das Haus mit 494 gegen 68 Stimmen ab. Schweden. Ministerkrise und Unionsfrage. nicht so lange Boström am Ruder war. Und die Gemeindeverwaltungen? In den blutwenigen Fällen, wo diese Sympathie für die Arbeiterschaft zu erkennen gaben, geschah's aus Haß der Städter" und nicht um den Tokio, 9. April. Amtlich wird gemeldet: Ein Bataillon ruffische Dant der Grubenarbeiter! Das Syndikat hat gerade den Infanterie und sechs Sotnien Kavallerie besetzten Tsuluſchu, zwanzig Gemeinden gegenüber unverantwortlich im schlimmsten Sinne Meilen nördlich von Tschangtu, wurden aber wieder zurückgeworfen. des Wortes gehandelt, hat durch das Bechenlegen eine Reihe Am folgenden Tage erneuerten vierundzwanzig Sotnien mit mehreren Geschützen den Angriff, mußten sich aber wieder zurüdziehen. Die von Gemeinden zugrunde gerichtet. Und dennoch, wo eine Hauptmacht der Angreifer zog sich auf Pamienchang zurück. Die Gemeindevertretung wirklich zu einer Handlung sich Japaner hatten zehn Tote. Der Verlust der Russen an Toten und verstieg, die von weitem das Aussehen einer Demonstration Verwundeten wird auf 60 Mann geschätzt. nicht für die Arbeiter, sondern gegen das Syndikat hatte, da trat flugs die beamtete Gemeindeverwaltung hemmend und verhindernd gegen solche Beschlüsse auf. Und dann die Parteien! Hus Induftrie und Handel. Deren Haltung bietet Schippel neues? Uns nicht. Der schwedische Ministerpräsident Boström hat am Freitag fein Abschiedsgesuch eingereicht. Er war bereits früher einmal, von 1891 bis 1900, Staatsminister; diesmal ist er seit Juli 1902 im Amte. Sein Rücktritt hängt offenbar eng mit der Unionsfrage zusammen. Durch sein ungeschickt herausforderndes Verhalten dem Selbständigkeitsstreben der Nortveger gegenüber hat er im Nachbarlande die noch immer andauernde erregte Stimmung und Ueberzeugung wachgerufen, daß durch Verhandlungen von Schweden nun feine Neue deutsche Reichsanleihe. Das zahlenmäßige Ergebnis der Daß das Zentrum die Arbeiterschaft vor seinem Wagen annehmbaren Zugeſtändnisse mehr zu erreichen feien, wenigstens Substription auf die neue 31, prozentige Anleihe ist zurzeit noch nicht verlieren möchte, daß eine Anzahl liberaler Jdeologen Boströms Abschiedsgesuch bekannt war, schrieb unser Bruderorgan Roch am Freitag, bevor nicht bekannt; doch wird von den hiesigen wie von den auswärtigen glaubt, die Arbeiter für den Liberalismus zurückgewinnen zu in Kristiania:" Schweden muß jetzt wissen, daß Norwegen mit einem Beichnungsstellen gemeldet, daß der Andrang zur Einzeichnung ein tönnen und das ist doch die Ursa che ihrer Haltung, auf Ministerium Boström nicht verhandeln kann. Der wortbrüchige Mann ziemlich starter ivar, so daß mit ziemlicher Sicherheit auf einen die es ankommt- brauchte nicht erst durch den Bergarbeiterstreit neu erwiesen zu werden! muß erst fort." Diese Worte gaben nur die in Norwegen allgemein bedeutenden Erfolg gerechnet werden kann. Die flare Erkenntnis und die ruhige Abwägung aller herrschende Meinung wieder. Daran vermochte auch das erneute Berlin, 10. April.( W. Z. B.) Die heute zur öffent. Liebeswerben des stronprinzregenten um die Gunst der Norweger lichen Beichnung aufgelegten 300 millionen Martin Betracht kommenden Faktoren", welche Schippel fordert, nichts zu ändern; im Gegenteil diente sein neuer Verhandlungs- 3 prozentiger Reichsanleihe find nach vorzeigt, daß die Arbeiterschaft ihre Anschauung über das Bürgervorschlag und der Umstand, daß dieser Vorschlag trot Protestes läufiger Feststellung fünfzehnfach gezeichnet worden. tum und die bürgerlichen Parteien auch nach dem Berg-. der norwegischen Staatsratsabteilung fogleich auf Beichnungen mit Sperrberpflichtung ent- arbeiterftreit nicht zu revidieren braucht. veröffentlicht worden ist, dazu, die Stimmung der fallen fehr erhebliche Beträge ßerttn und Qmgegend. Zur Tariffrage der Bauhülfsardeiter. Am Sonntag befaßte sich eme stark besuchte Generalversammlung des Z entralv erb and es der Bau Erd- und gewerblichen HülfSarbeiter mit dem Ergebnis der SchlichtungSkommiffionS- Verhandlungen über die eventuelle Verlängerung des Tarifvertrages. Der jetzige Vertrag läuft am 1. Mai d. I. ab. In der Kommission hatten nun die Arbeitnehmer eine Reihe von Forderungen zwecks besserer Au& gestaltung des Tarifs gestellt. Die hauptsächlichste Forderung betra eine allgemeine Lohnerhöhung um S Pf. pro Stunde für alle Lohnpositionen, so daß der Minimallohn von 4S auf 50 Pfennig steigen solle. Für die Akkordarbeiter wurde die Gleichstellung der Preise für Kellerarbeiten mit den Preisen für Parterrearbeiten verlangt. Wie nun der Verbands Vertreter Georg Heinemann berichtete, haben die Bau Unternehmer sich zwar mit einer Lohnerhöhung einverstanden erklärt. jedoch nicht in der geforderten Höhe von 5 Pf., sondern in derselben Weise wie bei den Maurern und Zimmerern, so daß bei zweijähriger Vertragsverlängerung im ersten Vertragsjahre 3 Pf. und im zweiten 2 Pf. pro Stunde Zulage zu zahlen find.' Der Referent stellte es nun der Versammlung anheim, sich für oder gegeir das Angebot der Unternehmer zu entscheiden, empfahl den Anwesenden jedoch, ernst hast und reiflich zu prüfen, ob das Kampfobjekt von 2 Pfennigen, das sich zu einem Betrage von nur zirka 40 M. subsumiert, den Eintritt in einen Streik mit seinen eventuellen Opfern und Folgen rechtfertigen könne, um so mehr als auch die Maurer und Zimmerer den Vertrag unter denselben Bedingungen angenommen haben.— In der lebhaften, teilweise sogar recht stürmischen Debatte stellte sich die große Mehr zahl der Redner auf einen ablehnenden Standpunkt. Sie be- fürwortrten striktes Festhalten an der Forderung von 5 Pf., weil der Abstand zwischen den Löhnen der Bauhülfsarbeiter und denen der Maurer und Zimmerer ein ungleich größerer sei, als in anderen Großstädten, und diese Differenz endlich einmal wenigstens in etwas ausgeglichen werden müsse. Demgemäß wurde denn auch fast ein st immig beschlossen, vom 1. Mai an die Lohnerhöhung von 5 Pf. zu verlangen; jedoch er- hielten die SchlichtungskommissionS-Mitglieder den Auftrag, nochmals mit den Unternehmern dieserhalb in Verhandlungen zu treten. Die Versammlung nahm außerdem noch den von Böttcher verlesenen Kassenbericht vom 1. Quartal d. I. entgegen. An Ein- nahmen inkl. Bestand wurden erzielt 78 925,84 M.; verausgabt wurden 23 949,69 M., so daß ein Kassenbestand von 54 976,15 M. ver« blieb.— Zum Punkt Maifeier nahm die Versammlung einmütig folgende von Heidemann gestellte Resolution an: Die Versammlung hält den 1. Mai als den Weltfeiertag des Proletariats als Demonstration für die Erringung des Acht- stundentages. Die würdigste Feier dieses Tages erblickt die Ver- sammlung in der Arbeitsruhe. Aus diesem Grunde beschließt die heutige Versammlung, am 1. Mai die Arbeit trotz aller Rachination der Arbeitgeber auf allen Bauten ruhen zu lassen. Bei der Debatte hierüber bemerkten mehrere Redner, daß eS nach dem Bericht des„Vorwärts" über den Verbandstag in Leipzig den Anschein erweckt habe, als sei H e i d e m a n n daselbst als Gegner der Maifeier aufgetreten. Heide niann bezeichnete diese Annahme als irrig.— In den Verbandsausschuß, dessen Sitz wie bisher Berlin bleibt, wurden sodann gewählt: E. N o a ck, O. Schmidt, R. Heinemann. Standtke und Hilbrecht. Zur Brandenburger Gaukonferenz wurden die gesamte Ortsverwaltung und zehn Vertrerer aus den Vororten delegiert. Die Gürtel- und Galanteriesattler nahmen am Sonntag Stellung zu dem Schiedsspruch des Einigungsamtes. Wie aus den Darlegungen des Referenten Blum hervorging, ist neben dem Tarif- vertrage ein- Protokoll vor dem Einigungsamt abgefaßt worden, worin festgesetzt wird, daß für die Bestimmung des Vertrages, welche die Arbeiter verpflichtet, nur bei tariftreuen Firmen zu arbeiten, eine UebergangSzeit von einem Jahre besteht. In dieser Zeit wird der Verband der Sattler bemüht sein, die Geschäftsinhaber, die dem Bertrage nicht beigetreten find, zur Anerkennung desselben zu be- wegen.— Von den zahlreichen Rednern, die in der Versammlung das Wort nahmen, war keiner mit dem Schiedsspruch zufrieden, weil er hinter den Forderungen der Arbeiter so weit zurückbleibt, daß man von einer Berbesisrung der Verhältnisse kaum reden könne. Im allgemeinen ging die Meinung jedoch dahin, daß man. wie die BerhMm'ffe nun einmal liegen, sich dsm Schiedsspruch fügen und den Vertrag annehmen müsse. Die Abstimmung ergab denn auch die Annahme des Vertrages. Wchtung, Brettertrüger! Die Sperre über die Firma C. W. Eger, Mabbach-Ufer, ist aufgehoben, nachdem dort eine Einigung erzielt worden war. Die Firma Kämpfer u. Lücke m Treptow bleibt gesperrt. Die Ortsverwaltung des Verbandes der Hafenarbefter. veutlcbes Rcfab. Dir Former der Firma Gaul u. Hoffmann in Frank- furt a. O. find wegen Nichtinnehaltung der am 15. März ge- troffenen Verembarung und Maßregelung von Kollegen am 7. April erneut in den Ausstand getreten. Die beim Stadttat K u l i ck e- Frankfurt eingelegte Beschwerde über den Bruch der Vereinbarung. seittns der Fmna hatte keinen Erfolg. Herr Stadttat K u l i ck e, Vorsitzender des Frankfurter Gewerbegerichts, hatte bei der ersten Differenz die Bermittelung übernommen und die gettoffene Berein- barung mit unterzeichnet.— Zuzug von Formern nach Frankfurt a. O., Firma Gaul u. Hofsmann, ist unter allen Umständen fernzuhalten. — Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Ein« erfolgreiche Lohnbewegung verzeichnen die Arbeiter der Neptunwerft in Rostock. Beteiligt waren an der Bewegung außer dem Werstarbeiterverband die Verbände der Metall- und Hokzarbeiter, Schmiede, Kupferschmiede, Maler zl. Nach einem fünftägigen Stteik der Schiffszimmerer gelang es durch Verhandlungen mtt der Direktton eine Einigung zu erzielen. Am 4. April nahmen die Stteikenden die Arbeit einmütig wieder auf.— Das Resultat ist folgendes: Der Arbeitstag(bisher 11 Stunden) wird auf 10 Stunden verkürzt. Der Niedrigstlohn für ungelernte Arbetter wird von 26 auf 28 Pf. pro Stunde erhöht. Der Niedrigsttohn für gelernte Arbeiter bettägt 30 Pf. pro Stunde. Sämtliche Arbeittr, deren Stundenlohn unter 35 Pf. besteht, erhalten 1 Pf. Zulage. Für Ueberstunden von 6—8 Uhr abends werden 25, für alle anderen Uever- stunden 50 Proz. Lohnauffchlag gezahlt. Bei Akkordarbeiten nach 8 Uhr abends werden 15 Proz. Akkordaufschlag gewährt. Dem er- höhten Lohne entsprechend werden auch die Akkordsätze neu geregelt. Bei besonders schmutzigen Arbeiten wird nach vorhenger Verein- barung von Fall zu Fall ein Schmutzgeld von 5 Pf. pro Stunde gezahlt. Schließlich soll in freier Wahl von den Arbeitern ein Arbeiterausschuß gewählt werden; der Ausschuß gilt als Berttetung der Arbeiterschaft gegenüber der Werftleitung. Maßregelungen aus Anlaß dieser Lohnbewegung dürfen nicht stattfinden.— Durch die Lohnbewegung haben also die Arbeiter mit Hülfe der Organisatton eine wesentliche Verbesserung ihrer Lebenslage erzielt. Daß davon auch die Werft keinen Schaden haben wird, ist selbstverständlich. Der Kampf der Schuhmacher in Wrißenfels dauert fort. Eine Firma mit 70 Arbeiterinnen und Arbeitern hat den Tarifvertrag mit unwesentlichen Aenderungen unterschrieben. Die in Oesterreich angeworbene» Leute sind vielfach unter der Vorspiegelung gewonnen, es handle sich um eine Fabrik, deren Inhaber Weißenfelser heiße, statt daß man ihnen sagte, es handele sich um Arbeit in den bestreikten Weißenfelser Fabriken. Gegen die Leute, die nach Weißenfels gelockt find und sich jetzt weigern, den Ausständigen in den Rücken zu fallen, geht man seitens der Fabrikanten mit den schlimmsten Mitteln des Terrorismus vor. Man verweigert ihnen die Herausgabe von Gepäck und Papieren und ein Böhme beklagte sich sogar, wegen der Arbeitsverweigerung mißhandelt worden zu sein. Die Maler und Anstteicher in Aachen find am Sonnabend in einer Anzahl von 300 in den Ausstand getreten, nachdem die Ver- ständiguugsversuche an dem Verhalten der Innung scheiterten. Die mehr als bescheidenen Forderungen lauten: Allgemeine Erhöhung des Stundenlohnes um 5 Pf.; sofort 42 Pf. Mindestlohn; von 1906 an 45 Pf.; für jüngere Gehülfen 37 bezw. 40 Pf. Diese geringen Forderungen sind nur verständlich, wenn man weiß, daß m der reichen und frommen Bäderstadt Aachen die Löhne allgemein nur wenig oder gar nicht über das Hungerniveau hinaus- gehen. Obfchon Aachen sonst mehr von den Zenttumsgewerkschaften beherrscht ist. gehören die Maler und Anstreicher in ihrer er- drückenden Mehrzahl der modernen Organisation, der Bereinigung der Maler, Anstteicher, Lackierer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands an; die Zahl der„christlich" organisierten Streikenden ist nur zehn, die der Hirsch-Dunckerschen nur fünf. Mit welcher Ein- müttgkeit die Streikenden vorgehen, mag man daran erkennen, daß trotz geheimer Abstimmung sämtliche Zettel auf sofortigen Einttitt in den Ausstand lauteten. Die Braurreiarbeittr-AuSsprrrung im Kölner Gebiet. Die Zahl der Entlassenen wird von feiten des Unternehmerverbandes auf 265, die der Gekündigten auf 46, die der aus dem Brauerverbande Aus- getretenen ans 37 angegeben. Demnach erstteckt sich die Gewalttat der Kölner Bierindustriellen auf die Hälfte der in Bettacht kommenden organisierten Brauereiarbeiter des ZweigvereinS Köln-Mülheim a.RH.- Kalk. Eine überfüllte Volksversammlung in Köln verhängte am Sonnabend einstimmig den Boykott über sämtliche Brauereien, die organisierte Arbeiter ausgesperrt oder gekündigt haben. Aber schon vor der formellen Verkündigung des Boykotts hatte eine große Zahl von Wirten sich mit boykottfreiem Bier versehen. Letzteres steht infolge großer Abschlüffe mit auswärtigen und nicht zum Ring gehörigen Brauereien in bei weitem ausreichendem Maße zur Ver- fügung.— Am Montag finden Verhandlungen zwischen der Boykott- kommrssion und dem Syndikus des Unternehmerverbandes statt. Der Kölner Schneiderstrrik dauert unverändert fort. Am Freitag waren die Parteien zum zweiten Male vor dem Einigungs- amt, ohne daß eine Verständigung erreicht wurde. Die Gehülfen lehnten in geheimer Abstimmung die Angebote der Meister als unzu- länglich ab. Fast die Hälfte der Ausständigen arbeitet zu neuen Be- dingungen. Nachdem die drei größten Matzgeschäfte Kölns den Tarif anerkannten, ist der Sieg der Gehülfen außer jedem Zweifel. Auch der Streik der Kölner Maler steht sehr günstig. Es haben 40 Arbeitgeber bewilligt; 200 Gehülfen arbeiten zu den neuen Be- dingungen. Achtung! Leistenvergoldrr und Tischler! Bei der Firma A l d e r- Hohl, St. Gallen(Schweiz), haben sämtliche Vergolder und Tischler die Arbeit niedergelegt, weil die Firma den Tischlern nicht ebenfalls die neunstündige Arbeitszeit wie den Bergolderu bewilligt. Zuzug von Leistenvergoldern und Tischlern ist darum fernzuhalten. Der Hauptvorstand des Verbandes der Bergolder Deutschlands. Hustend. Die Wiener Zimmerer sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen in Anbetracht der teuren Lebensmittelpreise einen Minimallohn von fünf Kronen(4,25 M.) per Tag, eine ändert- halbstündige Mittagspause, damit sie aus Ersparungsrücksichten ihr Mittagmahl zu Hause einnehmen können, eine halbstündige Früh- stückspause und die Regelung der Ueberstundenarbeit usw., Forde- rungen, welche in einigen Punkten zusammengefaßt sind. Der im Vorjahr zwischen der Genoffenschaft der Stadtzimmermeister und der Gehülfenorganisation abgeschlossene Lohn- und Arbeitsvertrag bestimmt, daß die Kündigung des Vertrages vom 1. Januar bis zum 15. März zu geschehen habe und die Verhandlungen wegen eine? neuen Vertrages innerhalb vier Wochen beendigt sein müssen. Der vorjährige Bertrag wurde gekündigt, aber mit den Verhandlungen haben es die Harren Stadtzimmermeister nicht allzu ellig. Bisher fand bloß eine gemeinsame Sitzung vor vierzehn Tagen statt, welche nur einen rein informatorischen Charatter hatte. Es scheint, daß die Herren Meister die Sache in die Länge ziehen wollen. Die Ge- hülfen wollen nun durch energisches Vorgehen dieser Verfchleppungs- tattik ein Ende machen. Der neue Tarifvertrag der Herrrnkonfektions-Arbriterinnen und Arbeiter Kopenhagens, der im Februar abgeschlossen wurde, ist von mehreren Unternehmern in der Weise durchbrochen worden, daß man Kleidungsstücke besserer Qualität zu den für geringere Qualitäten '.„«setzten Preisen herstellen ließ und so statt der tarifmäßigen Erhöhungen, Herabsetzungen der Akkordlöhne um 10 bis 20 Proz. erzielte. Tagegen hat sich eine mächtige Protestbewegung der Ar- beiterinnen geltend gemacht. Die Fabrikanten sahen sich nun auch genötigt, in einer gemeinsamen KommisfionSsitzung mit den Ver- tretern deS Schneiderverbandes für die zu einer ehrlichen Durch- führung des Tarifs notwendigen Maßnahmen zu stimmen. In der nächsten Woche soll jeder Arbeitgeber der Branche vor der gemein- samen Kommission erscheinen, um über seine Stellung zum Tarif Klarhett zu schaffen. Zweifellos wird es den gut organisierten Konfektionsarbeittrinnen Kopenhagens gelingen, die Versuche zur Durchbrechung ihre? neuen Tarifs abzuwehren. Etos der Frauenbewegung. Fnedemm. Im Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Sieglitz und Umgegend hielt Dienstag, den 4. April, Herr Krille einen Borttag über„Leben und Dichtung". Der Referent erntete ür den großartigen vorttag reichen Beifall. Eine regere Beteiligung jet Mitgliedor an den Borttägen wäre sehr erwünscht.— Die nächste Versammlung findet Dienstag, den 2. Mai, in Friedenau statt. Borsigwalde. Am 5. April wurde in Tegel bei Schmidt die regelmäßige und gutbesuchte Mitgliederversammlung des Frauen- und Mädchen-Bildungsverems für Borsigwalde und Umgegend ab- gehalten. Dr. Maurenbrecher hielt einen sehr interessanten und lehrreichen Borttag:.Frauenglück", welcher mit regem Interesse und großem Beffall aufgenommen wurde. Gäste hatten Zutritt und dadurch gewann der Berein neue Mitglieder. Der nächste Vereins- abend findet am 19. April, abends 8 Uhr in Borsigwalde bei Kube, Emststt. 3 statt._ Eine Näherinnen-Aussperrung in Stockholm. Die Arbeiterinnen der großen Konfektionsfirma JosephSson im„Zenttalpalast" zu Stockholm sind ausgesperrt worden, weil sie nicht auf ihr Koalitionsrecht verzichten wollen. Der Unternehmer ücht auf alle mögliche Weise Stteikbrecherinnen heranzuziehen und wird dabei uiiterstiitzt von der Polizei, die den Ausgesperrten den Aufenthalt in der Nähe der Fabrik unmöglich zu machen sucht. Dieser Kampf um das Koalittonsrecht. der bereits 14 Tage dauert und 80 Arbeiterinnen umfaßt, hat ttilS wegen der Brutalität, mit der gegen die Arbeiterinnen vorgegangen wird, teils wegen der Aus- dauer, die fie im Kampfe beweisen, großes Auffehen erregt. Gericbts-Leitung. „Telephon-Rervosität." Der Bankier Ludwig F r a e n k e l hatte ich gestern wegen Beleidigung vor dem Schöffengericht zu ver- antworten. Er hatte eine beamttte Telephonistm schwer beleidigt. Wie diese bekundete, hat F. eines TageS den Anschluß nach Char- lottenburg auf dem Fernsprechamt, auf welchem sie als Telephonistin angestellt ist, verlangt. Noch ehe die Umschaltung nach Charlotten- bürg hergestellt war, wurde Herr F. ungeduldig und richtete etwa» unwirsch eine Frage an die Telephonistin. Die junge Dame be- merkte darauf, daß er doch abwarten solle, und hörte dann deutlich folgendes Kompliment:„Was fällt Ihnen denn ein, Sie freche Person, Sie freches Frauenzimmer? Ich werde dafür sorgen, daß Sie herausgeschmissen werden!" Der Angeklagte behauptete, daß er zuerst von dem Fräulein beleidigt worden sei und in seiner Nervosität in der angegebenen scharfen Weise darauf reagiert habe. Der Staatsanwalt beanttagte 75 M. Geldstrafe. Nachdem eine nachträglich noch vernommene Zeugin bekundet hatte, daß der An- geklagte mehrfach derartige Grobheiten durchs Telephon auszuieilcu liebte und daraufhin im betreffenden Bermittelungsamt schon konttolliert werde, erkannte der Gerichtshof auf 100 Mark Geld- strafe eventuell 10 Tage Gefängnis. Nächtliche Geheimnisse deS Tiergartens gelangten gestern in einer Verhandlung vor der ersten Sttäfkammer des Landgerichts l zur Erörterung. Wegen Zuhälterei und Kuppelei, begangen an seiner eigenen Ehefrau, sowie gefährlicher Körperverletzung war der aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführte Former Max G e r l a ch angeklagt. Der beretts mehrfach vorbestrafte An- geschuldigte hat wiederholt monatelang nicht gearbeitet. Schon vor seiner im Jahre 1901 erfolgten Verheiratung stand der Angeklagte im Verdacht, seiner späteren Frau Zuhälterdienste geleistet zu habe». Er wurde seinerzeit von Krinnualbeamten beobachtet, wie er sich mit seiner damaligen„Braut" in höchst verdächtiger Weise in den Zelten bewegte. Wie die Anklage be- hauptet, soll der Angeklagte seit seiner Verheiratung ständig den Zuhälter seiner Frau gespielt haben. Diese unter- nahm ihre nächtlichen Spaziergänge in dem Tiergarten, und zwar ging sie selbst auf dem Wege, während ihr Mann i n den Gebüschen hinterherschlich und ihr gegebenenfalls Hülfe leistete. Es besteht sogar der Verdacht, daß der An- geklagte in Gemeinschaft mit seiner Frau, wenn ein Ginipel auf den Leim gegangen war, in geschickter Weise die Rolle eines Kriminalbeamten spielte, um dann an dem„Pärchen" Erpressungen zu verüben.— Die Beweisaufnahme ergab, daß trotz schärfster polizeilicher Kontrolle ein ziemlich reger Verkehr von Prostituierten im Tiergarten besteht. Als die 32jährige Frau des Angeklagten ihre Spaziergänge dort uitternahm, erweckte sie bald den Konkurrenzneid einiger älterer„Kolleginnen". Zn der Nacht zum 14. November vorigen Jahres gab es„in des Waldes tiefften Gründen" ein erbittertes Gefecht. Die Frau des Angeklagten wurde von der 56jährigen unverehelichten Gast angegriffen. In die sich entwickelnde Schlägerei griff der Angeklagte mit einem Knüppel tatkräftig ein und schlug die „Konkurrentin" in die Flucht. Die unter Ausschluß der Oeffentlich- keit stattgehabte Beweisaustiahme führte zu einer Verurteilung des Angeklagten. In Anbetracht der großen Gemeingefährlichkeit des Zuhältergewerbes erkannte der Gerichtshof aus ein Jahr neun Monate Gefängnis, drei Jahre Ehrverlust und Polizei- Aufficht sowie Ueberweisung an das Arbeitshaus. Zetere)Vachnchten und Depefchen. Ter Kampf im Kölner Braugewerbe. Köln, 10. April.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Verhandlungen zwischen der Boykottkommission und dem Syn- dikus der Brauereien verliefen ergebnislos. Die Kardinal- forderung, Einstellung aller Ausgesperrten, wurde abgelehnt. Es wurde zugestanden, soweit Posten noch frei. Ausgesperrte einzustellen. Man wollte offenbar den Frieden nicht..Es ist möglich, daß der Kampf auf Rheinland-Westfalen überspringt, da allenthalben Maßregelungen organisierter Brauereiarbeiter vorgenommen werden. Die Situation in Köln ist glänzend. Truppentransport nach Kamerun. Hamturg, 10. April.(W. T. B.) Mit dem Dampfer„Eleonore Woermann" haben heute nachmittag vierzehn Offiziere und fünfzehn Unteroffiziere zur Verstärkung der Schutzttuppe in Kamerun die Reife nach Duala angetteten._ Das Urteil im Prozeß Malzi. Mainz, 10. April(W.T.B.) In dem Prozeß gegen den Dompropst Malzi wurde der Angeklagte wegen SittlichkeitS- Verbrechens und Körperverletzung in idealer Konkurrenz mit Nötigung zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis, 150 M. Geld- sttafe und den Kosten verurteilt. Wien, 10. April.(W. T. B.) Abgeordnetenhans. Das HauS verhandelt den Dringlichkeitsantrag DaszynSki, wodurch die Regierung aufgefordert wird, den Bau der Wafferftraßen sofort zu beginnen und die Verzögerung des im Gesetze von 1904 festgesetzten Baubeginnes zu rechtfertigen. Handels- minister Freiherr von Call spricht sich gegen die Dringlich- keit aus. Die Regierung werde in allernächster Zeit dem Budget- auSschuß die eingehendsten Aufklärungen geben und mit allem Nach« druck auf das Zustandekommen der nöttgen Vorbedingungen für dnS Wasserstraßengesetz hinwirken. Nach längerer Beratung, in welcher Graf Dzieduzhcki im Namen deS Polentums sich gegen die Dringlichkeit erklärt, wird die Dringlichkeit mit großer Mehrheit ab- gelehnt.___ Die Situation in Marokko. Parts, 10. April.(W. T. B.) Aus Algier wird mehreren Blättern gemeldet: Banden des Prätendenten Bu-Hamara und des Stcunmeshäuplings Bu-Amama versuchten gestern Udja an der algerifch-marokkanffchen Grenze zu nehmen, indem sie den Ort von drei Seiten angriffen. Die Lage der Truppen des Sultans, die von den Banden Bu-Amamas nach Süden gedrängt wurden, war sehr kritisch geworden, als Leutnant Mougin, der Befehlshaber der Grenzabteilung der französischen Militärgarnison in Morokko, auf die Angreifer ein Geschützfeuer eröffnen ließ, welches dieselben zwang, sich mit großen Verlusten zurückzuziehen.— Die„Teuips" bemerkt hierzu, daß Leutnant Mougin auf Grund deS 1845 abgeschlossenen Vertrages von Lalla Marnia, sowie eines späteren Uebercinkommens mit Morokko zu dieser Intervention berechtigt gewesen sei. Die Trennung von Küche und Staat vor der Deputürtcnkammer. Paris, 10. April.(W. T. B.) Die Beratung der Vorlage be- treffend Trennung von Kirche und Staat wird fortgesetzt. A l l a r d(Soz.) tritt in längerer Rede dafür ein, daß dem Klerus alle dem Kultus gewidmeten Gebäude genommen werden sollten. Diesen Antrag, der von Brisson und dem Berichterstatter bekämpft wird, lehnt das Haus mit 494 gegen 68 Sttmmen ab. Parlamentarische Polizeiwirtschaft. Rom, 10. April.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Kammerpräsidentschaft duldet beständig Polizisten und Schildwachen im Parlament, besonders in den für die Journalisten bestimmten Räumen. Die Berichterstatter sämtlicher Zeitungen beschlossen, die parlamentarische Bericht- erstattung einzustellen, bis Abschaffung dieser Zustände und die Entfernung der heute zugezogenen Schildwachen erfolgt. Die Baukatastrophe in Madrid. Madrid, 10. April.(W. T. B.) Das„Amtsblatt" veröffentlicht einen königlichen Erlaß, durch welchen die Minister des Ackerbaues und der, öffentlichen Arbeiten ermächtigt werden, Geldsanunlungen für die bei dem Einsturz des Wasserreservoirs Verunglückten bezw. die Hinterbliebenen der Getöteten einzuleiten. Auf der Unglücksslätte sammeln sich immer noch große Menschen- massen an. Benwttv. Red.: Paul Büttner, Berlin. Jnseralevevantw.(mitSluSnahme der„NeueWeIt'-Beilage):TH. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst.Paul Singer& Co., Berlin 3 W. Hierzu 3 Beilagen». Uuterhaltungsbl. Nr. 86. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Entwurf einer Organisation der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Nach den Beschlüssen der Organisations- Kommission. Die fettgedruckten Stellen sind Neueinfügungen gegenüber dem geltenden Organisationsstatut. Parteiangehörigkeit. § 1. Zur Partei gehörig wird jede Person betrachtet, die sich zu den Grundsäßen des Parteiprogramms bekennt und die Partei dauernd durch Geldmittel unterstützt. § 2. Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsähe des Parteiprogramms oder einer ehrlosen Handlung schuldig macht. § 3. Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheidet ein Schiedsgericht, das der Parteivorstand beruft. Der Antrag auf Einsehung eines solchen Schiedsgerichts kann nur durch eine Parteiorganisation gestellt werden. Die Hälfte der Beisitzer wird von den Angeschuldigten, die andere Hälfte von der antragstellenden Organisation bezeichnet, wobei die Auswahl auf die Parteigenossen des Bezirksverbandes zu beschränken ist, dem der Wohnort des Angeschuldigten angehört. Den Vorsitzenden bezeichnet der Parteivorstand. In Wahlkreisen, in denen die Geschäfte der Partei durch cine Bereinsorganisation geführt werden, ist der Ausschluß eines Mit gliedes aus der betreffenden Organisation dem Ausschluß auf Grund des§ 2 des Organisationsstatuts Absatz 1 aus der Gesamtpartei gleich zu achten. Der Ausschluß darf daher nur im Wege des vor: stehend festgesetten schiedsgerichtlichen Verfahrens erfolgen. § 4. Gegen die Entscheidung des Schiedsgerichtes steht den Beteiligten binnen vier Wochen nach Zustellung des schriftlichen Urteils die Berufung an die Kontrollkommission und gegen deren Entscheidung an den nächsten Parteitag zu. Berzichtet ein Parteigenoffe, gegen den ein Ausschlußantrag gestellt wird, auf die schiedsgerichtliche Berhandlung, oder unterläßt. er es, innerhalb einer vom Parteivorstand zu bestimmenden Frist von mindestens vier Wochen Schiedsrichter zu ernennen, so gilt er ohne weiteres als ausgeschlossen. Die Zustellung des schriftlichen Urteils, sowie die Bekanntgabe des erfolgten Ausschlusses eines Genossen erfolgt durch den Parteivorstand. § 5. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen fann nur durch den Parteitag erfolgen. § 6. Mit dem Tode, dem Austritt oder der Ausschließung aus der Partei verliert der frühere Parteigenosse jedes Recht, das er etwa gegen die Partei, gegen den Parteivorstand, gegen die Kontrollfommission oder gegen einzelne Parteigenossen aus seiner Parteimitgliedschaft erworben hat. Gliederung. § 7. Die Grundlage der Organisation bildet für jeden Reichs, tagswahlkreis der Sozialdemokratische Verein, dem jeder im Wahltreise wohnende Parteigenoffe, sofern ihn nicht zwingende Gründe daran hindern, als Mitglied anzugehören hat. Erstreckt sich der Wahlkreis über eine Mehrzahl von Ortschaften, so können in allen Orten, in denen Parteigenossen vorhanden sind und die sonstigen Verhältnisse es zulassen, Ortsvereine des Sozialdemokratischen Vereins gebildet werden. § 8. Die Sozialdemokratischen Bereine schließen sich zu Bezirksverbänden sowie zu Landesorganisationen zusammen, denen die selbständige Führung der Parteigeschäfte nach eigenen Statuten obliegt; diese dem Parteivorstand mitzuteilenden Statuten dürfen mit dem Organisationsstatut der Gesamtpartei nicht im Widerspruch stehen. Die Vorstände haben ihre erfolgte Wahl dem Parteivorstand mitzuteilen. § 9. Wo aus gefeßlichen Gründen die in den§§ 7 und 8 gegebenen Vorschriften nicht ausführbar sind, haben sich die Parteigenossen in anderer, dem Landesrecht entsprechender Weise zu organisieren. § 10. Die Feftfehung der Mitgliederbeiträge ist den Bezirksverbänden überlassen. Die Wahlkreise haben mindestens 25 Proz. ihrer aus den Beiträgen und Eintrittsgeldern sich ergebenden Einnahmen an die Zentralfaffe abzuführen. Der Parteivorstand ist berechtigt, einzelnen Wahlkreisen im Bedarfsfalle einen über 75 Proz. dieser Einnahmen hinausgehenden Betrag zur Eigenverwendung zu überlassen. Die Vertrauenspersonen sind berechtigt, freiwillige Beiträge entgegenzunehmen und durch besondere Marken zu quittieren: Vertrauenspersonen. § 11. In allen Wahlkreisen, in denen eine Barteiorganisation vorhanden ist, haben die Parteigenossen eine oder mehrere Ber trauenspersonen zu wählen, deren Adresse sofort dem Parteivorstande mitzuteilen ist. Die Art der Wahl bleibt den Partei genossen überlassen. Wählbar sind auch die Borstandsmitglieder des Sozialdemokratischen Bereins. § 12. Die Wahl der Vertrauenspersonen erfolgt alljährlich, und zwar im Anschluß an den voraufgegangenen Parteitag. Die Vertrauenspersonen haben ihre Wahl mit Angabe ihrer genauen Adresse sofort dem Parteivorstande mitzuteilen. Legt eine Bertrauensperson ihr Amt nieder oder tritt sonst eine Vakanz ein, so haben die Parteigenossen eine Neuwahl vorzunehmen und das Resultat derselben dem Parteivorstande bekannt zu geben. | Parteitag. § 15. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Buz Teilnahme an ihm sind berechtigt: 1. Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstags. wahlkreisen mit der Einschränkung, daß kein Wahlkreis durch mehr als drei Personen vertreten sein darf. Insoweit nicht unter den gewählten Vertretern des Wahlkreises Frauen sich befinden, können weibliche Vertreter in besonderen Frauenbersammlungen gewählt werden. 2. Die Mitglieder der Reichstagsfraktion. 3. Die Mitglieder des Parteivorstandes und der Kontrollkommission. Die Mitglieder der Reichstagsfraktion haben in allen die parlamentarische und die Mitglieder des Parteivorstandes in allen die geschäftliche Leitung der Partei betreffenden Fragen nur beratende Stimme. § 16. Der Parteitag prüft die Legitimation seiner Teilnehmer, wählt seine Leitung und bestimmt seine Geschäftsordnung selbst. Zur Gültigkeit der Beschlüsse des Parteitages ist die absolute Mehrheit der Anwesenden erforderlich. § 17. Alljährlich findet ein Parteitag statt, der von dem Partei. vorstande einzuberufen ist. Hat der vorhergehende Parteitag über den Ort, an welchem der nächste Parteitag stattfinden soll, keine Bestimmung getroffen, so hat der Parteivorstand mit der Kontrollfommission und der Reichstagsfraktion hierüber sich zu verständigen. § 18. Die Einberufung des Parteitages muß spätestens vier Wochen vor dem Termin der Abhaltung desselben durch das Zentralorgan der Partei mit Angabe der provisorischen Tagesordnung erfolgen. Die Einladung zur Beschickung des Parteitages ist mindestens dreimal in angemessenen Zwischenräumen zu wiederholen. Anträge der Parteigenossen für die Tagesordnung des Parteitages sind bei dem Parteivorstand einzureichen, der dieselben spätestens drei Wochen vor der Abhaltung des Parteitages durch das Zentralorgan der Partei bekannt zu geben hat. § 19. Zu den Aufgaben des Parteitages gehören: 1. Entgegennahme der Berichte über die Geschäftstätigkeit des Parteivorstandes und der Kontrollfommission sowie über die parlamentarische Tätigkeit der Reichstagsabgeordneten. 2. Die Bestimmung des Ortes, an welchem der Parteivorstand feinen Siz zu nehmen hat. 3. Die Wahl des Parteivorstandes und der Kontrollkommission. 4. Die Beschlußfassung über die Parteiorganisation und alle das Parteileben berührenden Fragen. 5. Die Beschlußfassung über die eingegangenen Anträge. § 20. Ein außerordentlicher Parteitag fann einberufen werden: 1. auf einstimmigen Beschluß des Parteivorstandes; 2. auf Antrag der Mehrheit der Reichstagsfraktion; 3. auf Antrag von mindestens 15 Wahlkreisen; 4. auf einstimmigen Beschluß der Kontrollfommiffion. Anträge der Parteigenossen sind spätestens 5 Tage vor der Abhaltung des Parteitages im Zentralorgan zu veröffentlichen. Im übrigen gelten für die außerordentlichen Parteitage die selben Bestimmungen wie für die ordentlichen Parteitage(§§ 15 und 16). Parteivorstand. § 22. Der Parteivorstand besteht aus acht Personen, und zwar aus zwei Vorsitzenden, drei Schriftführern, einem Stassierer, die berechtigt find, sich gegenseitig zu vertreten, sowie zwei Beisigern. Die Wahl der Vorsitzenden, Schriftführer und des Kassierers erfolgt durch den Parteitag mittels Stimmzettel in einem Wahlgange und nach absoluter Mehrheit. Hat ein Kandidat die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen nicht erhalten, so findet Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten statt, auf welche die meisten Stimmen gefallen sind. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Die Wahl der zwei Beifiber erfolgt durch die Kontrollkommission. Nach erfolgter Wahl hat der Parteivorstand seine Konstituierung vorzunehmen und dieselbe im Zentralorgan der Partei bekannt zu machen. § 23. Der Parteivorstand verfügt nach eigenem Ermessen über die vorhandenen Gelder. Dienstag, 11. April 1905. Die Kontrolle muß mindestens vierteljährlich einmal stattfinden. Alle Einsendungen für die Kontrollfommission sind an den Vorsitzenden derselben zu richten, der seine Adresse im Zentralorgan der Partei mitzuteilen hat. Auf Antrag der Kontrollkommission oder des Parteivorstandes finden gemeinsame Sibungen statt. Zentralorgan der Partei. § 28. Bentralorgan der Partei ist der Vorwärts, Berliner Volksblatt". Die offiziellen Bekanntmachungen sind an hervorragender Stelle des redaktionellen Teiles zu veröffentlichen. § 29. Zur Kontrolle der prinzipiellen und taktischen Haltung des Bentralorgans sowie der Verwaltung desselben wählen die Parteigenossen Berlins und der Vororte eine Breßkommission, die aus höchsten zwei Mitgliedern für jeden beteiligten Reichstagswahlkreis bestehen darf. Die Preßkommission entscheidet in Gemeinschaft mit dem Parteivorstande über alle Angelegenheiten des Zentralorgans, insbesondere über Anstellung und Entlassungen im Personal der Redaktion und Expedition. Bei etwaigen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Parteivorstand und der Preßkommission entscheidet die Kontrollfommission, der Parteivorstand und die Preßlommission in der Art zu gleichen Rechten, daß jedes dieser drei Organe je eine Stimme hat, Abänderung der Organisation. § 30. Aenderungen an der Organisation der Partei können nur durch einen Parteitag vorgenommen werden. werden, wenn sie innerhalb der Fristen, welche die§§ 8 und 12 Anträge auf Abänderung der Organisation fönnen nur beraten borschreiben, zur öffentlichen Kenntnis der Parteigenossen gelangten. Eine Abweichung von der letzteren Bestimmung ist nur dann zulässig, wenn mindestens% der anwesenden Vertreter auf einem Parteitage sich für die Abweichung entscheiden. Gerichts- Zeitung. Ein moderner Blaubart vor Gericht. Inter gewaltigem Andrange des Publikums begann gestern früh 8/2 Uhr vor der ersten Straffammer des Münchener Landgerichts I die Verhandlung in dem Prozesse gegen den praktischen Arzt Dr. med. Jwan Justin Braunstein aus Wipperfurth bei Köln, der sich wegen Urkundenfälschung und Betruges zu ber antworten hat, außerdem aber unter der Anklage steht, Ende November vorigen Jahres in Italien feine Gattin auf der Hochzeitsreife bergiftet zu haben. Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsdirektor Federfiel, die Anflage üertritt Erster Staatsanwalt Bimroth, während der bekannte Münchener Schriftsteller Justizrat Dr. Mar Bernstein die Ver teidigung des Angeklagten übernommen hat. auf Einberufung eines außerordentlichen Parteitages stattzugeben, der Münchener Staatsanwaltschaft hin verhaftet und nach etwa dreiFalls der Parteivorstand sich weigert, einem gestellten Antrage Jahres in Neroi an der italienischen Riviera auf einen Steckbrief Der Angeklagte Dr. Braunstein wurde im Januar vorigen so ist derselbe durch die Reichstagsfraktion einzuberufen. Als Ver- monatigen Auslieferungsverhandlungen mit der italienischen jammlungsort eines außerordentlichen Parteitages ist ein Regierung in Parteitages ist ein Regierung in die hiesige Angerfronbeste eingeliefert. Bur Personalfeststellung gibt er alt, am 20. Februar 1858 in geographisch möglichst günstig gelegener Ort zu bestimmen. § 21. Die Einberufung des außerordentlichen Parteitages muß Wipperfurth( Regierungsbezirk Köln) geboren und Protestant zu spätestens 14 Tage vor dem Termin der Abhaltung desselben durch sein. Er war zuletzt in München wohnhaft, wo er im Hause einer das Zentralorgan der Partei in wenigstens drei aufeinander- Oberstleutnants- Witwe in der Maximilianstraße als Spezialarzt für folgenden Nummern mit Angabe der Tagesordnung erfolgen. Dhrens, Nafen und Halskrankheiten praktizierte. Auch hat er mehrere fachwissenschaftliche Werte verfaßt, von denen eins in der medizinischen Welt sogar bedeutendes Aufsehen erregt haben soll. Der Angeklagte ist vom Landgericht Bonn wegen Entwendung einiger wissenschaftlicher Werke aus der dortigen Universitätsbibliothek und einiger Instrumente, die er Komilitonen stahl, mit einer Gefängnisstrafe belegt worden und in der Folge aus dem Militärverbande, dem er als Artillerieoffizier angehört, ausgeschieden. Er ging dann als Schiffsarzt nach Westindien und bereifte in gleicher Eigenschaft später von New York aus die halbe Welt, um sich schließlich in dem kleinen Orte Nebra bei Querfurt in der Provinz Sachsen niederzulassen. Zwischendurch will er auch längere Zeit in Berlin gewesen sein und hier bei Professor Ehrlich seine fünstlerische Ausbildung als Pianist genossen haben. Von Nebra aus ist Braunstein dann im Jahre 1901 nach Halle übergesiedelt, wo er an der dortigen Universität Vorlesungen gehört haben will. Hier lernte er die damals 36jährige alleinstehende Rittergutsbesizerstochter Minna We go kennen, die er nach kurzem Brautstande heiratete. Braunstein hatte fich schon vorher in München niedergelassen, um hier angeblich eine die Anklage behauptet, soll dies jedoch nur ein Vorwand gewesen sein, Praris als Ohren-, Nasen- und Hals- Spezialist zu begründen. Wie um die Wego dem Einflusse ihres Verwandtenkreises zu entziehen, die nicht mit der Heirat einverstanden waren, weil sie befürchteten, daß Braunstein das wenig hübsche Mädchen nur ihres Vermögens wegen heiraten wolle. Das Paar ist dann über Nürnberg und München an die Riviera gereist und hat sich auf der Rückreise in Lugano im Stanton Leffin niedergelassen, wo Minna Wego in der Nacht vom Der Parteivorstand oder die Kontrollkommission können durch 26. zum 27. November 1908 verstarb. Der Totenschein ist von feinerlei Rechtsgeschäfte die einzelnen Parteigenossen oder die Partei einem italienischen Arzt ausgestellt, auch ist die Leiche ſeziert und berbindlich machen. Auch erwirbt kein Parteigenosse oder ein das Sektionsprotokoll von zwei anderen italienischen Aerzten unteranderer durch Verträge mit dem Parteivorstande oder der Kontroll- zeichnet. Am Tage darauf hat Dr. Braunstein die Tote von der nach Zürich schaffen und im Zommission ein klagbares Recht gegen diese oder ihre Mitglieder. Schweizerischen Nordostbahn Der Angeklagte beBarteitages ein flagbares Recht, die Geschäftsbücher oder Papiere feine Rede sein könne, die ganze Anklage falle in fich zusammen, da Kein Parteigenoffe hat ohne ausdrücklichen Beschluß des dortigen Krematorium einäschern lassen. hauptet im Verein mit seinem Verteidiger, daß von einem Morde des Parteivorstandes, der Kontrollfommission oder der Partei einer behaupten müsse, daß alle Voraussetzungen für die von der An ausehen oder sich aus ihnen Abschriften oder Auszüge anzufertigen flage angenommene Vergiftung der Frau mittels Arsenit fehlten. oder eine Auskunft oder Uebersicht über den Stand des Partei- Falle aber die Mordanklage, so bleibe auch von den Beschuldigungen der Urkundenfälschung und des Betruges nichts übrig. Nach dem Hierdurch wird das Recht der Delegierten, während der Tagung Eröffnungsbeschluß, der hierauf zur Verlesung gelangte, wird des Parteitages Einsicht in die Bücher zu nehmen, nicht berührt. Dr. Braunstein beschuldigt, daß er am 18. November 1903 von § 24. Die Mitglieder des Parteivorstandes können für ihre München aus an den Halleschen Bankverein Kulisch u. Kämpf in Tätigkeit eine Besoldung beziehen. Die Höhe derselben wird durch Halle, woselbst seine Frau ihr Vermögen hinterlegt hatte, ohne Wissen und Willen seiner Frau folgenden Brief unter Nachahmung den Parteitag festgesezt. ihrer Schriftzüge schrieb und unterschrieb:" Ich ersuche Sie, § 25. Der Parteivorstand besorgt die Parteigeschäfte und fon mein bei Ihnen liegendes Guthaben, Konsols und Geld, an die trolliert die prinzipielle Haltung der Parteiorgane. bayerische Filiale der Deutschen Bank in München für mein und meines Mannes Konto zu übertragen und mir möglichst bald eine Abrechnung zusenden zu wollen. Hochachtungsvoll Frau Minna Braunstein, geb. Wego." Ferner wird Braunstein beschuldigt, ein ihm von der Deutschen Bant in München nach Luzern geschicktes Unterschrifte proben- Formular nicht bloß mit seinem Namen, sondern auch ohne ihrer Schriftzüge unterschrieben zu haben, und dann, nachdem die Wissen und Willen seiner Frau mit deren Namen unter Nachahmung Bank seine Frau um Mitteilung ersucht hatte, ob ihre von Halle eingetroffenen Effekten auf ihr alleiniges oder gemeinschaftliches Depot mit ihrem Manne hinterlegt werden sollten, am 25. November, also einen Tag vor dem Tode seiner Frau, von Lugano ebenfalls einen gefälschten Brief in den Schriftzügen nnd mit der Unterschrift seiner Frau einsandte, int welchem die Bant ersucht wurde, ein gemeinschaftliches Depot zu errichten, die Konsols zu verkaufen und 10 000 m. jofort Dr. Braunstein ein zusenden. Dann wird der Angeklagte beschuldigt, in der Nacht nach dem Tode seiner Frau das Depot Anmeldeformular als auch den Uebergabeschein mit der gefälschten Unterschrift seiner Frau versehen und drei Tage später persönlich in München das ganze Depot ab bermögens zu berlangen. Der Parteivorstand entscheidet über Differenzen, die sich bei § 13. Die Bertrauenspersonen der Wahlkreise haben alljährlich der Aufstellung von Reichstagskandidaturen zwischen den Genossen bis zum 15. Juli dem Barteivorstande Bericht zu erstatten. Der eines Wahlkreises und den Bezirks- oder den Vorständen der LandesBericht muß enthalten Angaben über: Art und Umfang der ent- organisationen ergeben. falteten Agitation, die Zahl der im Wahlkreise organisierten Partei-§ 26. Scheidet ein Mitglied des Parteivorstandes aus, so ist genossen, die Höhe des von den Mitgliedern erhobenen Parteibetrages, die Vakanz durch eine von der Kontrollfommission vorzunehmende die Summe der gesamten Einnahmen, die Art der Verwendung der Neuwahl zu ergänzen. dem Wahlkreise verbliebenen Gelder. Den gleichen alljährlichen Bericht in bezug auf ihre Tätigkeit Kontrollkommission. und die Verwendung der ihnen vom Parteivorstande überwiesenen§ 27. Zur Kontrollierung des Parteivorstandes sowie als BeGelder haben die Vorstände der Bezirksverbände und Landesorganis rufungsinstanz über Beschwerden gegen den Parteivorstand wählt fationen bezw. die Bezirks- und Landesvertrauenspersonen zu er- der Parteitag eine Kontrollfommission von neun Mitgliedern. statten. Die Wahl der Kontrolleure erfolgt nach einfacher Mehrheit. Bei § 14. Die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Brole- gleicher Stimmenzahl entscheidet das Los. Zur Leitung ihrer Getariat wird durch weibliche Vertrauenspersonen betrieben, die schäfte wählt sich die Kontrollkommission einen Vorsitzenden, der möglichst an allen Orten im Einvernehmen mit den Parteiinstanzen Ort und Zeit der Sizungen bestimmt, soweit die Kontrollfommission nicht darüber beschließt. gewählt werden. gehoben zu haben, während er gleichzeitig zum Schein ein] Im Verlauf seiner mehrstündigen Bernehmung bestritt Dr. Stahlfach bei der Bant mietete. Zatsächlich wurde dies Braunstein alle diese Anschuldigungen mit dem Hinweise darauf, jedoch bei der Eröffnung leer gefunden, da Braunstein daß seine Frau zur Zeit der Anfertigung ihrer Unterschriften noch das Geld inzwischen bei einer anderen Bank in afrikanischen gelebt und ihm den ausdrücklichen Auftrag dazu erteilt habe, weil Minenwerten und jütländischen Pfandbriefen angelegt, zum größten sie selbst infolge ihres leidenden Zustandes die Unterschrift nicht habe Teile aber inzwischen mit einer zweifelhaften Frauensperson hier in ausführen können. München vertan hatte. Da er nach dem gesetzlichen Erbfolgerecht seine Frau nur zur Hälfte zu beerben hatte, hat Dr. Braunstein Wetter- Prognose für Dienstag, den 11. April 1905. durch diese Manöver die Stiefschwester seiner Frau, Anna Sievers, um die andere Hälfte der Erbschaft, girta 60000 m., Ziemlich trübe mit Niederschlägen bei mäßigen südwestlichen Winden, betrogen. Die Auflage lautet demgemäß auf Bergehen gegen etwas wärmerer Nacht und wenig beränderter Tagestemperatur. §§ 267, 268 Abs. 1, 263, 73 u. 74 St.-G.-B. Berliner, Wetterbureau. Witterungsübersicht vom 10. April 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind. Swinemde. 753 NA richtung Windstärke Hamburg 753 OND Berlin 754 SW Frankj.a.M. 753 D München Wien 756,5 759 Still Wetter Temp. n. C. 5°.= 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 28etter Temp. n. T. Wo Do 28818 2 1 mollig 3 bededt 1 bedeckt 1 halb bd. 3 Haparanda 758 D 3 Petersburg 756 SD 5 Scilly 7 Aberdeen 4 halb bd. 1 Schnee -6 746 DSD 747 S 3 Regen 3 wolfig 750 S 3 halb bd. Nebel 4 Paris 2 1 bedeckt Eine Mutter sagt es froh der anderen, daß wir für die gute körperliche Entwickelung der Säuglinge in Knorrs Hafermehl ein kostbares natürliches Präparat besigen, das keinem der Kinder vorenthalten werden darf! Es steht fest, daß man mit Snorrs Hafermehl durch Zusatz von Kuhmilch ein der Muttermilch an Nährwert nahezu gleichkommendes Getränk erhält, welches den Säuglingen bestens bekommt und bei dem sie vorzüglich gedeihen. Knorrs Hafermehl wirkt blutbildend, gibt straffe Muskeln und begünstigt vorteilhaft einen festen Knochenbau, weil es viel von dem für die Knochenbildung unerläßlichen Phosphor enthält. Dies dürfen die Mütter im Interesse des Kinderwohles nie vergessen! Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Publikum gegenüber teinerlei Tierleben in der Wildnis. Verantwortung. Theater. Dienstag, den 11. April. Anjang 7, Uhr: Opernhaus. Fidelio. Schauspielhaus. Göz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Deutsches. Die Boheme. Berliner. König Richard II. Westen. Der Bettelstudent. National. Rigoletto. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Zentral. Die Jurheirat. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Augen rechts. 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Wir sehen ihn ent ftehen aus Ler großen Wande rung heimatlos gewordener deutscher Bauern, und wir erfassen bie Notwendigkeit, warum in diesem Staatswesen Dienstag, den 11. April, abends 81% Uhr, bei Gebr. Cranz ( Küsliner Hof), Röslinerstr. 8: Volks- Versammlung. Zages Drdnung: Bei der wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreichen Besuch 247/5 Der Einberufer. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen Eduard Bernstein über:„ Was dez ritterliche Abel bie kann undLassalle heute noch lehren!"( Eine Gedächtnißrede zum 80. Geburtstage.) 2. Diskussion. führende Klaffe wurde. Wir 3. Verschiedenes. fehen, wie die Hohenzollern als Fremblinge ins Land tommen; wie der Adel aus dem Raubritter zum Getreideverkäufer ward. Bir sehen die Knechtung und Ausbentung der Bauern und die rücksichtsloseste Niederwerfung der Stabte. Fünfter Wahlkreis! Unserem lieben alten Bartelgenoffe Fritz Hildebrandt zu seinem 60. Geburtstage die herz lichsten Glüdwünsche. Die 5. Abteilung im 5. Wahl. kreise. Unserm langjährigen Mitarbeiter in der Verwaltung, Herrn Oskar Schwabe nebst Frau Pauline die herzlichsten Glückwünsche zur silbernen Hochzeit. Die Ortsverwaltung der Filiale Berlin 4. 27592 J. A.: Max Mäcker. Am 8. d. M., nachm. 6, Uhr, entschlief sanft mein langjähriger Reisender und treuer Mitarbeiter Herr Fritz Gottschalk im 46. Lebensjahre. +127 Bir werden allen Nachbrud Dienstag, den 11. April, abends 8 Uhr, im Alten Schüßenhaufe, Linienftraße 5: rechtſchaffenes Bejen sichern ihm darauf legen, bei jedem einzelnen Punkte die Nebel zu zerstören, die der Volksschulunterricht, nicht nur in Preußen, sondern auch im übrigen Deutschland, über die Hohenzollerngeschichte gelagert hat. Dabei wird es unser Hauptbestreben sein, zu zeigen, was die unteren Klaffen an diesem Fürstengeschlechte gehabt haben. Das Märchen vom sozialen Königtum der Hohenzollern zu zerpflücken und zu zerVolks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Konsumgenossenschaften und moderne Arbeiterbewegung. Referent: Reichstagszaufen, die Tatsachen der Wirklichkeit, die aftenmäßig feststehen, diesem Abgeordneter Dr. David- Mainz. 2. Diskussion. 3. Parteiangelegenheiten u. Verschiedenes, Märchen entgegenzustellen, das ist unsere Absicht. Das Wert wird gegen 400 Abbildungen und Dokumente aus der Zeit Für zahlreichen Besuch dieser Versammlung seitens der Genossen und Genossinnen bringen, mit deren Hülfe die Darlegungen des Verfassers anschaulich gemacht, bitten zu agitieren das Interesse für vergangene Beiten angeregt werden soll. Dasselbe erscheint in 50 Lieferungen a 20 Pf.( wöchentlich ein Heft) und tann jedem Arbeiter zur Anschaffung bestens empfohlen werden. Bu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenftraße 69, Laden. Wer den vorzüglich schmeckenden Die Vertrauensleute. Maler! Achtung! Maler! Donnerstag, den 13. 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Rechnungslegung für 1904. 2. Bericht des Rechnungs- PrüfungsAusschusses. 3. Beschlußfassung zur Erteilung der Decharge für den Rendanten. 4. Berschiedenes. 272/12 Um pünktliches Erscheinen der Delegierten ersucht Der Vorstand. 2626L* Nur noch kurze Zeit! InventurRäumungs- Preise! ardinen abgepasste Fenster, M. 250 weiß und crême Shawllänge pro 3 Mtr. Fstr. Shawllänge pro M. 335 8,20 Mtr. Fstr. Imit. Point- lace Gardinen, pr. Fstr. M. 585 Eleg. Sezessions- M. 165 M. 565 Tüll- Stores Gestickte echte Spachtel- Stores Goldfarb. reich. gestickte Band- Stores Tüllbett- 180/220 decken em. tüllbettdecken M. 435 M. 25 Reichgest. Erbs- M. 535 Teppich- Spezial- Haus Emil Lefèvre Berlin Oranien- Straße 158. S. Nach auswärts per Nachnahme. Inventur- Extraliste( gratis u. Katalog mit ca. 600 Illustrat. und franko Dienstag, den 11. April, abends 8 Uhr, im großen Saale des Herrn Kllem, Hasenheide Nr. 13/15: Volksverfammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Ziek- Hamburg über: Der Berliner Kindertag oder wie das Bürgertum Kinderschut treibt. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen wird erfugt. Fliesenleger! Dienstag, den 11. April, abends 8, Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung 1/5 Seine aufopfernde Tätigkeit während fast 12 Jahre für meine Firma, sein offenes, biederes und ein treues und dankbares Gedenken für alle Zeiten. Berlin N. 31, Brunnenstr. 151. Max Pierių in Fa. Wilh. Hoffmeister. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. cr., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. ElisabethKirchhofs, Prinzen- Allee, aus statt. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer, E. H., Filiale Berlin III. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Karl Ulbes im 38. Lebensjahre am Sonn abend morgens 7 Uhr ber storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. d. M., nach mittags 5 Uhr, von der Leichen halle des Elisabeth- Kirchhofes, Brinzen- Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 253/6 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß uns am Sonntag früh 9 Uhr unser liebes Töchterchen Hannchen im Alter von 6 Jahren 10 Monaten durch den unerbittlichen Tod entrissen wurde. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittags um 2 Uhr von unsrer Wohnung Jagowstr. 35- aus statt. Die trauernden Eltern. Hermann Eggert, Einfeger, nebst Frau. Allen Danksagung. Freunden und Kollegen unjeres so plötzlich sanft entschlafenen lieben Sohnes und Bruders Gustav Henne sagen wir für die rege Teilnahme und reichen Kranzspenden unseren herzlichsten Dant. 8665 Die tiefbetrübten Eltern: Otto u. Amalie Henne, nebst Geschwistern. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Sangesfreunden des Herrn Herm. Höder, dem Theater berein Berena, sowie dem Verband der Sektion der Fliesenleger er anbels, Transport- u. Verkehrsdes Zentral- Verbandes der Maurer im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15, Saal 7. Zages Ordnung: arbeiter Deutschlands für die rege Beteiligung bei der Beerdigung unseres lieben Bruders und Schwagers Franz Schumann unseren herz 8625 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Regelung der Maifeier. 4. Verschiedenes. lichsten Dan. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 137/ 16* Der Sektionsvorstand. J. 2.: F. Breiske. Gärtner! Mittwoch, den 12. April, abends 9 Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35 ( großer Saal: Familie Scholz. Georg Schumann. Kranz- nud Blumenbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert KonkursmassenOeffentliche Gärtner- Versammlung Ausverkauf! Tages Drdnung: Die weiteren Maßnahmen gegen die Firmen, welche den Tarif vertrag nicht unterschrieben haben. Der Vorstand der märkischen Gauvereinigung des Allgemeinen Deutschen Gärtnervereins. 3. B.: A. Pabst, Gaubeamter, Berlin N. 37, Meterstr. 3. Achtung! 8876 Achtung! Dienstag, den 11. April 1905, abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Brunnenstr. 188: Oeffentliche Versammlung ber in Berlin arbeitenden Die aus der Konkursmasse Robert Hermann& Co. erstandenen Waren, bestehend aus: Teppichen, Portieren, Gardinen, Diwan-, Tisch-, Bett- u. Steppdecken fowie eine Möbelstoffreste Anzahl tommen zu fabelhaft billigen, fest tagierten Preisen zum Ausverkauf: 108/ 13* Genossen d. Ruppin- Templin. Wahlkreises Spandauerstr. 65-67, Lages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Dannenberger- Dargersdorf b. Templin: " Was hat die Arbeiterschaft von der heutigen Regierung zu er warten?" 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Das Erscheinen aller in Berlin arbeitenden Genoffen ist notwendig; ganz besonders sind die aus den Bezirken Neustadt a. D., Rheinsberg, Wusterhausen hier arbeitenden eingeladen. 288/12 Ludwig Krasemann, P. Dobrohlaw, Bentralvorsitzender d. Kreiswahlvereins. Mitglied d. Agitationstommission. 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Die älteren Reichsanleihen.— Zunahme der Reichsschulden.— Heranziehung der sogenannten klemen Sparer und Rentner.— Zinslast der 3 prozentigen und 3'/, prozentigen Anleihen.— Vorteile des 3. und 3>/, prozentigen ZinS thpus.— Zinsertrag der englischen und französischen Staatsanleihen.— Die zukünftige Konversion.— Die seit Wochen die Finanzwelt beschäftigende Frage, ob bei der Aufnahme der neuen Reichsanleihe, der schon in allernächster Zeit eine neue preußische Anleihe folgen wird, die Regierung wieder zum 3Vz Prozentige» Zinstypus zurückkehren wird, ist dieser Tage entschieden worden. Der Zinssatz der neuen Reichsanleihe beträgt SVa Proz., der Ausgabekurs für je 100 M. Nennwert 101,20 M. Erwerber, die bei der Reichsschuldenverwaltung die Eintragung in das Reichsschuldbuch beantragen, also die Absicht bekunden, die neuen Wertpapiere nicht alsbald wieder zu veräußern, sondern darin ein be- stimmtes Kapital fest anzulegen, erhalten jedoch die neuen Stücke zu 101,10 M. Der Begebungskurs, d. h. der Satz, zu welchem das Bankenkonsortium die Anleihe übernimmt, beträgt 100.50 Proz., so daß sich also für die Banken ein Gewinn von über 0,60 Proz. ergibt. Seit der letzten Aufnahme einer 8 Va prozentigen Reichsanleihe sind 15 Jahre verflossen; alle späteren Reichsanleihen waren drei- prozentige. Zum letzten Male wurde eine SV, prozentige Reichsanleihe im Jahre 1890 aufgelegt, und zwar im Betrage von 129 Millionen Mark zum Emmissionskurs von 102'/, Proz. Dann kam unter Miquels Regiment der 3 prozentige Zmstypus zur Geltung. Zu- nächst erfolgte die Ausgabe 3 prozentiger Titel>m Herbst 1890 zu 87 Proz., darauf im Februar 1891 zu 84 Proz. und ein Jahr später zu 83,60 Proz.; doch stiegen bald darauf die Kurse und im großen Konversionsjahr 1895 hielten sie sich sogar zeit- weilig auf Pari, um dann allerdings in der folgenden Wirt- schaftlichen Prosperitätsperiode bald wieder von dieser Höhe herab- zusinken— Ende 1900 bis auf 87,80 Proz.— teils infolge der raschen industriellen Entwicklung, der Gründungstätigkeit auf den verschiedensten Gebieten, die viel Kapital festlegte, teils infolge der Ausdehnung der Hypothekenbanken und der starten Inanspruchnahme des Geldmarktes durch rasch aufeinanderfolgende größere An- leihen der einzelnen deutschen Bundesstaaten und Städte. Dazu kam als weiterer bedeutsamer Faktor, daß die Reichs finanzlage sich in raschem Tempo verschlechterte und die Schuldenlast mächtig anwuchs. 1885 betrugen die Schulden des Reichs (mit Einschluß der Reichskassenscheine, aber ohne Zinsrückständes nur erst 551 Millionen Mark, 1395 waren es schon 2201 Millionen Mark, 1902 2934 Millionen Mark und mit der Ausgabe der neuen 300 Millionen Markanleihe erreicht die Reichsschuld seinschließlich der unverzinslichen Schatzscheine und der Reichskassenscheine) die re- spektable Höhe von 8823 Millionen Mark. Die Aus- gaben für Heer, Marine und unsere herrlichen Kolonien sind in lolchem Maße gewachsen, daß mit ihnen die Einnahmen aus den Zöllen und Berbrauckssteuern, den Reichsstempclabgaben, der Post usw. nicht Schritt zu halten vermochten und immer wieder durch neue Geldanschaffungen nachgeholfen werden mußte. In Anbetracht dieser Zunahme der Reichsanleihen und der sonstigen Staatsfonds wäre es die Aufgabe der Regierung gewesen, die Anleihewerte mehr und mehr zu einem Anlagepapier für die kleinen Rentner und Sparer zu gestalten, ähnlich wie dies in Eng- land und Frankreich der Fall ist, wo die kleinen Rentner und Ge« schäftsleute einen Teil ihres Kapitals mit Vorliebe in Staatsrenten sicherstellen. Aber in dieser Richtung ist nichts geschehen; eher wurden durch den Modus der Ausgabe die Spekulationskäufe oe- günstigt, d.h. die Käufe, die nicht zu fester Anlegung von Kapitalien rn den neuen Werten, sondern lediglich zum Zwecke des baldigen Wiederverkauf? zu erhöhtem Kurse, zum Zwecke der Agiotage er« folgten. Das scheint man teilweise auch im Finanzministerium ein- gesehen zu haben; denn die Bestimmung, daß solche Zeichner, die rhrcn Besitz auf sechs Monate sperren lasten sd. b. innerhalb der nächsten sechs Monate auf einen Wiederverkauf der von ihnen ge- kauften Stücke verzichten!, bei der Zuteilung vor denjenigen, die diese Bedingung nicht eingehen, den Borzug haben sollen, und daß Die Hohenzollernlegende. Als neuer Band der..Kulturbilder" beginnt soeben im Verlage der Vorwärts- Buchhandlung eine Darstellung der Hohen. zollern-Legende auS der Feder unseres Genossen Mauren- b r e ch e r. Zum erstenmal erhält hier die Oeffentlichkeit ein wahres Bild von dem Wesen und den Leistungen derjenigen Monarchen- Familie, die den stärksten Einfluß auf die Geschicke des deutschen Volkes gehabt und die zugleich die Byzantiner am ekelhaftesten um- lärmen. Im Einleitungskapitel entwirft Maurenbrecher eine Skizze der heutigen Monarchie, der die folgenden Ausführungen entnommen seien: Es ist nicht zufällig, daß der Kaiser gerade die Sorge für die Wohlfahrt des Landes und seiner Bewohner bei der Schilderung seiner Vorfahren herausgreift. Es hat Zeiten gegeben, in denen man das weniger geschätzt hat. Die erste Hohenzollern-Legende, die mit der nationalliberalen Bourgeoisie der vierziger und fünfziger Jahre entstand, hat nach ganz anderen„Verdiensten" der Hohen- zollern gefahndet: ihre auswärtige Politik, ihr Militarismus, ihre Hineinreißung des Landes in die großen europäischen Staaten- kämpfe, kurz ihre größere oder geringere„nationale" Bedeutung im Sinne der Bourgeoisie, das war der Maßstab, an dem die Droysen, Sybel, Treitschke usw. die„Größe" und Bedeutung der Hohenzollcrn maßen. Heute ist es die„soziale Tätigkeit der Hohen- zollern", ihre Sorge für materielle und geistige Blüte, ihr Arbeiten für das Glück und die Wohlfahrt ihrer„Untertanen", die ihre „Größe" am deutlichsten zeigen soll. Kein Zweifel, daß diese neue Zuspitzung der Hohcnzollern- Legende genau so gut ihren politischen Hintergrund hat wie jene ältere bürgcrlich-nationale, die in den vierziger und fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts heranwuchs. Diese ältere Form diente dem Bedürfnis der Bourgeoisie. Sie sollte die Herzen ge- Winnen für die große Idee der staatlichen Einigung Deutschlands unter preußischer Führung, sollte nachweisen, daß um ihrer „nationalen Verdienste" in der Vergangenheit willen kein anderes Herrscherhaus so befähigt sei, diese Einheit zu schaffen als gerade die Hohenzollern. So hat auch die neue Form ihren politischen Zweck. Sie soll die Arbeiterbewegung mit dem Monarchismus ver- söhnen. Der Kaiser sieht die Stimmen der Gegner wachsen. Zum erstenmal geht eine ernstlich antimonarchistische Bewegung durch größere Teile des deutschen Volkes. In der Zeit, da Wilhelm II. Kaiser ist, ist sie von 768 Tausend auf über 3 Millionen Wähler- stimmen gestiegen. Keine Frage, daß der Kaiser die wirkliche Ursache dieses Wachsens der antimonarchischen Bewegung nicht kennt; er müßte sich ja selbst aufgeben, wollte er ihre inneren Gründe ver- stehen. So vermag er nur Täuschung und Verhetzung, nur Lug und Verführung in ihr zu erblicken. Ihm ist es ja so deutlich, daß er und sein Haus dieses wachsende Mißtrauen des Volkes nicht verdient hat. Warum nur die Menschen nicht sehen wollen, wie segensreich gerade wir Hohenzollern um die unteren Klassen uns mühen? Man muß es ihnen sagen, man muß der Verführung entgegentreten, man ferner solchen Erwerbern, die ihren Besitz ins Reichsschuldenbuch eintragen lasten, für jede 100 M. Nennwert der von ihnen gekauften Stücke ein Abzug von 10 Pf. gewährt werden soll, hat keinen anderen Zweck, als die kleinen Kapitalisten und Rentner, die weniger auf hohe Imsen als auf sichere Anlage sehen, heranzuziehen und dadurch die neuen Papiere in sogenannte feste Hände zu bringen. Ob zur Errichtung dieses Zwecks die genannten kleinen Vergünstigungen ausreichen, erscheint allerdings recht fraglich. Der Preisvorteil von 10 Pf., also'/w Proz. für die Erwerber, die ihren Besitz in das Reichsschuldenbuch eintragen lassen, ist zu gering; er hätte wenigstens auf lL, vielleicht sogar bis zur Höhe von Va Proz- festgesetzt werden müssen. Außerdem hat aber die Regierung noch den Fehler begangen, daß sie nicht längst durch gesetzliche Maßnahmen die Sparkassen, die heute in Preußen z. B. nur 1,7 Proz. ihrer Gelder in Staatspapieren angelegt haben, in allerer st er Linie aber die großen Versicherungs- gesellschaften— bekanntlich ist das Versicherungsgewerbe das allerrentabelste— dazu angehalten hat, einen größeren Teil der bei ihnen eingezahlten Geldsummen statt in Hypotheken in staatlichen Anleihewerten anzulegen. Trotz dieser Unterlassungssünden der Regierung gelang es ihr immerhin, die letzte 3 prozentige Reichs- anleihe im Jahre 1903 zuni Kurse von 92 Proz. unterzubringen: ein Kurs, der allerdings sich nicht zu halten vermocht hat. Vor einem Jahre stellte er sich auf 90,20 und heute steht er auf 90,90 Proz. Für die Käufer der neuen Stücke ist der Zinssatz von 3Va Proz. von entschiedenem Vorteil. Die neuen Titel werfen 3,46 Proz. Zinsen ab, während 3prozentige Titel bei dem heutigen Kurse von 91 Proz.— vorausgesetzt, daß es gelänge, die neue Anleihe zu diesem Kurs unterzubringen— nur eine Verzinsung von 3,30 Proz. ergeben; der Mehr-Zinsertrag beträgt also 0,16 Proz. oder 16 Pf. pro 100 M. Dagegen fährt, wenn man lediglich die Verzinsung in Betracht zieht, das Reich etwas schlechter, als bei einer 3prozentigen Anleihe. Der Begebungskurs beträgt, wie schon oben �erwähnt wurde, 100,50 Proz.; die Regierung erhält also für die nominell 300 Millionen Mark von dem Uebernahme- Konsortium 301,5 Millionen Mark. Nimmt man an, daß es der Regierung gelungen wäre, eine 3prozentige Anleihe— ebenso wie die 3Vaprozentige— zu einem Begebungskurs unterzubringen, der um 1,30 Proz. unter dem Tageskurse des betreffenden Anleihetypus steht, also zum Kurse von 89,70 Proz., so hätte die Regierung, um die 301,5 Millionen Mark zu erlangen, nur für 336,10 Millionen neue 3prozentige Titel auszugeben brauchen; sie hätte also jährlich über 400 000 Mark an Zinsen gespart. Rein rechnerisch fährt also der Staat bei dem 3VaProzentigen ZinStypuS schlechter, und da für uns vom sozialistischen Standpunkt das Interesse des Staats, d. h. in diesem Fall das der Steuerzahler, in erster Reihe in Betracht kommt, nicht das der Staats- schuldentitelbesitzer, so erscheint die Rückkehr zum 3Vavrozentigen Typus als ein Fehlgriff. Indes stimmt die oben aufgestellte Rech- nung nicht ganz; es kommen dabei noch verschiedene andere Punkte in Betracht. Zunächst ist höchst zweifelhaft, ob es der Regierung gelungen wäre, eine dreiprozentige Anleihe zum Beaebungskurs von 89,70 unterzubringen, und ob solche Anleihe mit derselben Leichtigkeit vom kapitalistischen Publikum aufgesogen wäre, wie dies voraus- sichtlich bei der neuen llVoProzentigen Anleihe der Fall sein wird. Es haben in letzter Zeit verschiedene deutsche Einzelstaaten und Kommunen 3Vaprozentrge Anleihen zu relativ günstigen Be- dingungen aufgenommen, und es ist deshalb höchst wahr- schemlich, daß die Ausgabe dreiprozentiger Titel einen Druck auf den Rentenmarkr ftir die dreiprozentigen Anleihen hervorgebracht hätte. Außerdem aber hätte das Reich den Nennwert seiner Schuldenlast um über 36 Millionen Mark mehr erhöht, als jetzt, und es müßte denmach, wenn es zur Abtragung seiner Schuldenlast schreiten sollte, auch 36 Millionen Mark mehr zurück- zahlen. Indes hat diese Erwägung bei der Finanzlage des Reiches kaum eine Bedeutung: eS ist ungleich wahrscheinlicher, daß das Reich seine Schuldenlast immer weiter und weiter vermehrt, als daß es zur Schuldabtragung kommt. Dagegen kann in Anbewacht der schnellen kapitalistischen Entwicklung Deutschlands und seiner rasch zunehmenden Kapitalsanhäufung eine spätere vorteilhaftere Kon- verston der jetzigen 3 Vz Prozentigen Anleihe in eine 8 prozentige als ziemlich sicher gelten. Die Verzinsung der einheimischen Staatsanleihen stellte sich in den letzten 15 Jahren in England auf durch- s ch n i t t l i ch 2 V« Proz., in F a nft r e i ch auf 3 Vs Proz., im Deutschen R e i ch e a u f 3 Vz Proz., und es ist anzunehmen muß Verehrung und Vertrauen zur Monarchie von neuem erzeugen. Es ist ja gar nicht zu verstehen, warum die Leute so mißtrauisch sind. Man muß die Geschichte unseres Hauses ihnen nur völlig klar- machen, und die Verführer werden zu Schanden werden I Von hier aus erst wird verständlich, warum der Kaiser solchen Nachdruck darauf legt, daß ausnahmslos alle Hohenzollern diese landesväterliche Sorge für ihre Untertanen als höchstes Ziel ihres Lebens kannten. Das ist geradezu der Schwerpunkt seiner An- schauung überhaupt. Nicht, daß es unter den Hohenzollern neben gewissenlosen Verschwendern auch einige gewissenhafte, landes- väterlich sorgsame Monarchen gegeben habe, will er behaupten. Das könnten andere Fürstenhäuser auch von sich rühmen. Das wäre überhaupt kein großer Ruhm; denn daß im Wechsel der Generationen edlere und unedlere Charaktere sich folgen, ist ein Schicksal, das alle, auch die bürgerlichen und proletarischen Familien, ohne Ausnahme trifft. Nein, gerade erst die Ausschließlichkeit der landesväterlichen Sorge, erst, daß sie eine„Tradition", ein„Vorrecht" des Hauses ist, das wie eine Naturkraft in jedem seiner Mitglieder wirkt, erst das gibt dem Kaiser das Recht, blindes Vertrauen der„Untertanen" auch für sich und sein« eigen« Regierung zu fordern. Gerade die Ausnahmslosigkeit der hohenzollernschen Begabung ist der neue Zug, den die Hohenzollern-Legende des Kaisers zu jener bürgerlich-nationalen Heroisierung einzelner Hohenzollern hinzu- bringt, die früher die herrschende war. Die bürgerlich-„nationale" Geschichtsschreibung, so befangen sie auch in den politischen Bedürf- nissen ihrer Klasse und den daraus fliehenden Vorurteilen gewesen, sie hat doch immerhin noch einen Unterschied zwischen den einzelnen Fürsten gekannt. Unter den dreizehn Hohcnzollernfürsten, die Droysen in seiner vierzehnbändigcn„Geschichte der preußischen Politik" 6e handelt, sind nur drei, die er in geradezu märchenhafter Weise verherrlicht; zwei andere lobt er noch ziemlich stark; vier beurteilt er mitleidig-sympathisch, und über fünf gießt er die volle Schale seines Zornes. Von einem ausnahmslosen Preisen aller Hohenzollern, bloß weil sie Hohenzollern waren, ist nicht im ent- ferntesten die Rede. Das ist daS neue, das die Regierung Wilhelms II. zu der alten Hohenzollern- Legende hinzuwug, daß heute die Ausnahmslosigkeit ihrer Größe und Güte zum eisernen Bestände jeder„volkstümlichen" Darstellung der preußischen Ge- schichte gehört. Der heutige Geschichtsunterricht in der Volksschule gibt den Kindern des Volkes nicht die Wahrheit, so gut oder so schlecht die heutige Forschung sie eben kennt. Er verheimlicht auch nicht nur unbequeme Dinge, wie es auf den Realschulen unt Gymnasien wohl auch geschieht. Nein, er dichtet direkt Lumpen in glänzende Wohl- täter um l Es ist einfach nicht wahr, daß das Hohenzollerngeschlecht nur aus einer Reihe glänzender Lichtgestalten, unermüdlich besorgter „Landesväter" bestanden. Die bürgerliche Wissenschaft— trotz aller Befangenheit gegenüber dem Monarchismus, in der auch sie noch versunken— weiß ganz genau, daß es unter den siebzehn Hohen- zollernfürsten von Brandenburg-Preußen, die von 1415— 1888 regiert haben, genug gewissenlose Prasser und sinnlose Verschwender, genug Schwachköpf« und Jammerlappen gab. Sie weiß sehr wohl, daß darin die Hohenzollern nicht um eines Haaresbreite besser sind als andere Fürstengeschlechter auch. Jener im Innersten verfaulte Hof daß bei seiner raschen Kapitalsmehrung, wenn erst die heutige industrielle EntWickelung bei einem etwas langsameren Tempo an- gelangt sein wird, auch der deutsche Geldmarkt sich dem 3prozentigcn Typus anpaßt. Dann wird sich eine vorteil- hafte Konversion durchführen lassen. Dagegen ist an eine Konvertierung 3prozentiger deutscher Anleihen in 2V«« oder 2 V� Prozentige in absehbarer Zeit kaum zu denken; die infolge der EntWickelung des Geldmarktes zu erwartende spätere Kurssteigerung der dreiprozentigen Titel käme also nur den Besitzern und Spekulanten zugute. Wenn das alt-kapitalisttsche England es unternehmen konnte, neuerdings den Zinssatz seiner KonsolS auf 2% und 2Va Proz. zu reduzieren, so sind wir deshalb noch nicht in Deutschland so weit. Es kann also die Frage, ob der dreiprozentige oder der 3Vaprozentige Zinstypus vorzuziehen ist, nicht generell entschieden werden. Die Rechnung 3Va ist mehr als 3, folglicki ist der drei- prozentige Zinssatz für das Reich günstiger, stimmt nicht. Es kommt außerdem die Marktlage, der Begebungskurs, die Aufnahme« fähigkeit deS kapitalistischen Publikums, die Tendenz der Geldmarktsbewegung, die Möglichkeit einer näheren oder entfernteren vorteilhaften Konversion usw. in Betracht. Und in Erwägung aller dieser Umstände erscheint die Rückkehr zum 3Vaproz. Zinssatz, wenn sie auch vorerst die jährliche ZinsauSgabe des Reichs um ca. 400000 Mk. erhöht, als nicht ganz unberechtigt. Ein abschließendes Urteil läßt sich allerdings nicht fällen, da sich mit Sicherheit die Gestaltung des Geldmarktes in den nächsten Jahren nicht voraussehen läßt. Dat. Achter Derbandstag der Aanhiilfsarbeiter Devtschlands. In der Fortsetzung der Debatte über die Grenz- streitigkeiten nimmt auch daS Wort der Vertreter der General- kommisston S a b a t h- Berlin: Nach seiner Ueberzeugung hätten in dieser Angelegenheit beide Organisationen etwas gesündigt. Die Grenz- streitigkeiten in den beteiligten Organisatioiien hätten ihre Ursache in dem Wechsel des Berufes. Er könne sich sehr wohl denken, daß ein Bauarbeiter oder ein Fabrikarbeiter nicht auS seiner Organisation, die er vielleicht mit gegründet, austrete, wenn er möglicherweise durch Maßregelung seinen Berus habe wechseln müssen. Auch keinem Gewcrk- schaftskoiigretz werde es möglich sein, das aus der Welt zu schaffen, das seien nur die beteiligten Organisationen selbst im stände, wenn sie unter sich bindende Vereinbarungen treffen. Lege man sich darauf, die Masten Unorganisierter zu gewinnen, nicht aber solche, die schon einmal organisiert seien. Es wird folgende Resolution beschlossen: „Der VerbandStag erachtet die Vorschläge deS Fabrikarbeiter- Verbandes für unsere Kollegen als ungenügend und lehnt sie des- halb ab. beauftragt aber den Vorstand, mit dem Vorstand deS Fabrik- arbeiterverbandeS ein beide Teile beftiedigeS Abkommen zu treffen. Weiter beauftragt der VerbandStag den Borstand, mit den übrigen in Betracht kommenden Organisationen ebenfalls ein solches Ab- kommen zu treffen." ES folgt der Punkt Statutenberatung. Verbandsvorsitzender Behrendt begründet in längeren AuS- führungen die vom Vorstande vorgeschlagenen Acnderungen des Statuts und die Notwendigkeit der Beitragserhöhung um 5 Pf. in jeder der acht Lohnklassen. Es wird sodann beschlossen, den Namen deS Verbandes wie folgt abzuändern:„Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands". Außerdem werden noch eine Anzahl Aenderungen redaktioneller Natur an dem Statut vorgenommen. Eine heiße Debatte veranlaßte die vorgeschlagene Beitragserhöhung. Fast die ganze NachmittagSsitzung wird damit ausgefüllt. Gegen die Beitragserhöhung sprechen sich aus Fröhlich-Köln, teidemann und Böttcher-Berlin, Reinecke-Leipzig, Hempel-Hainburg, braham-Spandau; für dieselbe Harlmann- Görlitz, Brandmohr- Bremen, Mäckelmann-Frankfurt a. M., Lange vom Vorstande, Eckardt« Mannheim. Redakteur Töpfer, Bruhnö- Wilhelmshaven, Viebach-Kastol. S a b a t h, der Vertreter der Gencralkonimifsion, ersucht den Verbandstag. die vom Vorstand borgeschlagene geringe Beitrags- Friedrich Wilhelms II.— feine Zeitgenossen nannten ihn in Spott- schriften„Saul den Dicken von Kanonenland"—; jener erste König in Preußen, der nicht glaubte, ein König zu sein, loenn er nicht eine Maitresse halte wie sein leuchtendes Vorbild, der König von Frank» reich; jener Joachim II., dem sogar sein Hofprediger in der Leichen- predigt nur nachsagen konnte, daß sein Leben und Wandel gar träflich und sündlich gewesen; dessen Vater, jener Joachim I., den Luther sehr richtig einen Hurer und Buben nannte— um nur die bekanntesten Fälle zu nennen: gehören die auch zu der„Fülle sittlich tief und nachhaltig anregender Momente", von der der Kultus- minister von Goßler schrieb? Jeder Gymnasiast und jeder Student würden lachen, wollt« man ihnen so etwas erzählen. Aber für die Volksschule ist es eben noch gerade gut genug; dort braucht man ja nicht Wahrheit und Wissen— wenn nur Gottesfurcht und Liebe zum Fürstenhause gedeihen! Das ist das Empörende an jener ministeriellen Verfügung, daß sie zweierlei Wahrheit einführt, eine für die höheren und eine für die niederen Schulen. Das Arbeiterkind, das dies merkt, wird damit erst recht zu« Erbitterung gegen die herrschenden Klassen gebracht. Aber wie viele sind im späteren Leben so glücklich, Aufklärung und Befreiung von diesem Weihrauchnebel der Volksschul-Legende zu 'indcn? Hunderttausende gehen hin und nehmen das Märchen als bare Münze, glauben und hoffen, von der„ausnahmslos" wirkenden Kraft der„Tradition" des Herrscherhauses auch in ihrem eigenen Leben noch etwas zu spüren. Das ist der Hauptzweck dieses Buches, daß es, wo es hinkomme, die Volksschulnebel zerstreue. DaS gilt zunächst für die Volksschule im Königreich Preußen. Aber die neue deutsche Kultur ist ja nicht auf Preußen beschränkt. Auch in die Schulen der anderen Staaten sickert die Hohenzollern- Legende hinein. Und sie hat zur Wirkung daß man nun auch in Bayern, in Sachsen, in Hessen und überall sonst das sittliche Vorbild der„angestammten' Fürstenhäuser preist. Die neue Landesvater. Legende ist längst kein rein preußisches Gewächs mehr; sie läuft in 22facher Gestalt in Deutschland herum, wie es 22 monarchische Vater- länder in Deutschland gibt. Für sie alle soll die Arbeit mitgelten, die hier an dem preußischen Beispiel getan wird. * Daß der Junker und nicht der Bürger in Brandenburg-Preußen die führende Klasse war, darin liegt der Unterschied dieses Landes von den westeuropäischen Staaten begründet. Holland, Frankreich, England konnten bürgerliche Staaten werden, weil ihre geographische Lage das Bürgertum hob. Amsterdam, Paris, London lagen an der Straße des großen Welthandels, die den Orient und die neuen amerikanischen Kolonien mit West- und Mitteleuropa verband. Der bürgerliche Kaufmann und mit ihm der Industrielle wurden die treibende Kraft schon in der Entstehung der absoluten Monarchien in Burgund, Frankreich und England, die das 15. Jahrhundert sah. Sie haben die Befreiung der Niederlande von Spanien, die englische Revolution und den Absolutismus Ludwigs XIV. in Frankreich in gleicher Weis« getragen. Vom 17. Jahrhundert ab bilden sie in Westeuropa die Grundlage einer neuen, rein weltlich-wissenschast- lichen Kultur. Mit dieser ganzen westeuropäischen Blüte aber hingen Brandenburg und Preußen nur durch den dünnen Faden des'Getreide-Exportes zusammen. Der Getreide-Export aber war das Gewerbe der Junker. Er schuf keine neue bürgerliche Klasse; erhöhung ja nicht akzulehnen. Das Unternehmertum strebe danach, die Kämpfe zu verschärfen, die Arbeiterorganisationen in möglichst große Kämpfe zu verwickeln. Die Kämpfe der Zukunft würden viel hartnäckiger sein, als wie sie die Organisationen bisher gekänipft haben, sie würden erst dann nachlassen, wenn die Arbeiter- oraanisationen dem Unternehmertum ihre Macht gezeigt haben. Man habe erst vor kurzem lesen können, mit welchen Plänen das Unternehmertum sich trage, nämlich Aus- sperrungen nach dem A-B-C vorzunehmen. Das Unternehmertum im Baugewerbe gebe dem in der Metallindustrie nicht das geringste nach. Deshalb möchten sich die Organisationen so ein- richten, um allen Angriffen gewappnet gegenüberzustehen. Nicht durch niedrige Beiträge gewinne eine Organisation Mitglieder, sondern durch die Leistungen der Organisation. Er begreife nicht, wie hier auf eine Handvoll Lokalisten habe Bezug genommen werden können. Ueber solche Leute solle man einfach zur Tagesordnung übergehen. Auch sie würden ja einmal zu der Erkenntnis kommen, daß es ihre Pflicht ist, sich der Gesamtorganisation anzuschließen. Die Kassen- verhältmsse der Bauarbeiter seien wahrlich nicht solche, eine Beitrags- erhöhung, und noch dazu eine solch' minimale, abzulehnen. Wenn die Berussangehörigen so ungestüm nach einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage drängen, dann müßten sie ihrer Organisation natürlich auch die notwendigen Mittel zur Führung von Lohnkämpfen zur Verfügung stellen. Er schließt mit der Mahnung, sich nicht danach zu richten, was andere Organisationen getan haben, sondern danach, wie die Geschäftslage der eigenen Organisation aussehe. Nachdem der Verbandsvorsitzende Behrendt noch einmal für die Beitragserhöhung eingetreten, wird dieselbe in namentlicher Abstimmung mit 72 gegen 32 Stimmen beschlossen. Von dem Beitrag der Höchstklasse(60 Pf.) sollen 44 Pf. an den Hauptkassierer abgeliefert werden, während der übrige Betrag in der Lokalkasse verbleibt. Als wichtigeren von dem Verbandstage beschlossenen Antrag führen wir hier noch folgenden an: „Zu Z 6 des Statuts: Wenn in einem Zweigvereinsbezirk Mitglieder beschäftigt sind, die auf Grund deS§ 25, Abs. 4, Mitglieder des Zweigvereins(bisher Zahlstelle) ihres Wohnortes bleiben wollen, dann erhält dieser Zweigverein von dem Anteil der Lokal- lasse für jede von dem betr. Mitgliede gekaufte Marke 5 Pf. Das übrige nebst dem Lokalzuschlag gehört dem Zweigverein des Wohn- ortes. Die Abrechnung hat jedes Quartal zu erfolgen. Jnhaftierten-Unterstützung wird nur nach 26wöchiger Beitrags- leistung gewährt." Die übrigen in derselben Sitzung beschlossenen Statuten- änderungen sindnur untergeordneter Natur. Eue der Partei. Parteipreffe. Die„Volkswacht" in Breslau hat jetzt eine Auflage von 18 000 erreicht. Als Parteisekretär siir Hessen-Nassau mit dem Sitze in Frank- furt a. M. wurde Genosse Rudolph aus Stuttgart, Expedient der .Metallarbeiter-Zeitung", gewählt. , Einen erfreulichen Wahlsieg errangen unsere Parteigenossen bei der Gemeinderatswahl in Linz(Nicderösterreich). Es wurden in der Stichwahl zehn Sozialdemokraten und nur zwei Nationale gewählt. Die Fcldarbeiter Ungarn? halten im Anschluß an den ungarischen Parteitag zu Ostern eine Konferenz in Budapest ab. die sich mit der Gründung eines Landesverbandes der Feldarbeiter beschäftigen wird. poU-eilicbeo. Omcbtlicbes uf». Der Gcndarmenbrleidigung wurden schuldig befunden die Genossen Lein, peters und Kalinowsky. In dem polnischen Teile der „Bergarbeiterzeitung" haben sie einen Artikel veröffentlicht, in dem mehrere Beleidigungen eines oberschlesischen Gendarmen gesunden wurden. Dafür wurde Leimpeters zu 300 M. und Kalinowsky zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Soziales. Ostuiiirkische Pädagogik. Ein sogenannter Konflikt, über den das Oberverwaltungsgericht verhandelte, eröffnete einen Einblick in das verwüstende Treiben preußischer Germanisierungspolitik in Posen. Der Hauptlehrer N., welcher der Schule in Micltschin vorsteht, hatte sich bei der Regierung in Bromberg über den Lehrer G. be- schwert. G. hätte die Schuldisziplin gefährdet. Als N. der Scdan- feier in seiner Klasse habe beiwohnen wollen, habe G. ihn nicht in er zertrat nur, was an Resten eines mittelalterlichen Bürgertums noch bestand. Er schuf auch keine neue Bildung; seinen Junkern war das Evangelium der lutherischen Orthodoxie eben recht. Ev bewirkte, daß mindestens vom Anfang des 16. Jahrhunderts an Brandenburg-Preußen rückständig' war gegenüber der westeuropäischen Kultur. Es soll uns ganz fern liegen, diese Rückständigkeit einzelnen Menschen, Fürsten oder Staatsmännern zum Vorwurf zu machen. Die Verkommenheit der brandenburgischen Kurfürsten des 16. Fahr- Hunderts ist viel Mehr eine Folge als die Ursache dieser'Rück- ständigkeit der ökonomifch-geistigen EntWickelung des Landes. Daß Brandenburg zwischen Elbe und Oder lag und nicht an'der Seine, Themse oder am Kanal, daß seine Handelswege nach der Ostsee drängten und nicht unmittelbar vom süd-nördlichen Welthandel berührt'wurden, daß die breite ostdcutsch-polnisch-russische Tief- ebene eben zum Getreide- und Holzexport drängte und nicht geeignet war, ein Mittelpunkt städtisch-bürgerlichen Handels zu werden, das alles sind Tatsachen, die weit jenseits aller menschlichen Ver- antwortlichkeit liegen. Aber es sind die Tatsachen, in denen wir die letzte, endgültige Erklärung für das rückständige, unbürgerliche, feudale' Wesen des preußischen Staates suchen. Sie wirken, wie wir wissen, bis heute, bis in die Zeit der Bülowschen Handels- Verträge hinein. Sie sind für unsere Geschichtsbetrachtung das eigentliche Rückgrat der preußischen Geschichte. Es ist eins der stärksten Zeichen für die politische Entkräftung des Bürgertums in Deutschland, daß es so völlig verlernt hat, die preußische' Geschichte im Lichte dieser Tatsachen zu sehen. Wie es politisch schon vor 1348 vor der Monarchie kapituliert hat, so haben auch seine Geschichtsschreiber seit dieser Zeit ihre Augen steigend vor dem reaktionären Charakter des Preußenstaates verschlossen. Schon die ältere Hohenzollern-Legende hat aus denen, die Deutsch- land unter den märkischen Junker beugten, nationale Heroen, Helden voll vaterländischer Begeisterung gemacht. Aber sie ist noch ehrlich im Vergleich zu dem, was die neueste byzantinische Eni- Wickelung der Bourgeoisie an den Hohenzollern rühmt. Nur der Proletarier steht heute dieser Verherrlichung kühl gegenüber. Aus den eigensten Instinkten seiner Klasse, aus den täg- lichen Erfahrungen seines Lebens heraus weiß er, daß die Soziale- Königs-Lcgende nicht wahr sein kann. Sie ist unmöglich, weil sie allem widerspricht, was er tagtäglich sieht. Nicht als ob der Proletarier von sich aus eine höhere Kenntnis oder ein tieferes Verständnis der Vergangenheit hätte als andere Klaffen auch. Wie sollte er Muße zu geschichtlichen Quellenstudien haben I Aber er hat einen richtigeren Instinkt für das, was möglich ist und was nicht. Er ist selber kämpfende Klasse; das schärft seinen Blick, auch in der Vergangenheit den Klassenkampf als die treibende Kraft der Geschichte zu sehen. Und er steht selber noch heute auf dev Schattenseite des Lebens; das öffnet sein Gemüt, auch in der Ver- gangenheit die Seufzer derer zu hören, die unter dem Siegeswagen der herrschenden Klassen zermalmt sind. Darum darf auch die Wissenschaft, die für Proletarier schreibt, den'Nachtseiten der Ver- gangenheit gegenüber aufrichtiger sein, als es die dev Herrschenden meist, heute ist. der Klaffe dulden wollen und ihn in den Augen der Kinder höhnisch herabzusetzen versucht. Schließlich habe sich G. ans Katheder gesetzt und eine halbe Stunde gewartet, bis der Beschwerdeführer hinaus- gegangen sei. G. hätte auch die polnischen Bürger gegen ihn auf- gewiegelt, indem er ihn einen Germanisator, einen Hakatisten, einen Streber geschimpft habe. Große Artikel in den polnischen Blättern, die sich gegen das Beten in deutscher Sprache in der Schule zu Mieltschin richteten, führt N. in der Beschwerde auf die angebliche Agitation G.'s gegen ihn zurück. Er ersuchte die Regierung, dem Treiben des Lehrers G. Schranken zu setzen oder ihn im Interesse der Schuldisziplin sortnehmen zu wollen. G. erfuhr von dem Inhalt der Beschwerde und strengte darauf eine Beleidigungsklage gegen den Hanptlehrer N. an. N. hätte un- wahre Tatsachen behauptet, um ihn in(den Augen anderer herab- zusetzen und so zu schaden. Die Regierung erhob jedoch den Konflikt'und machte geltend, daß der Hauptlehrer sich im Nahmen seiner Amtsbefugnisse gehalten habe. Das Ober-Verwaltungsgericht erklärte am 7. April den Konflikt der Regierung ftir begründet und führte aus: Die inkriminierte Berichterstattung liege innerhalb der Grenzen der Amts- befugnisse des Hauptlehrers N., dem die Oberaufsicht in der Schule zu Mieltschin obgelegen habe. Es liege kein Anhalt dafür vor, daß er Wider besseres Wissen oder aus Fahrlässigkeit unwahre Angaben gemacht habe. Wenn er die Handlungsweise, die er dem Lehrer G. vorwarf, als eine aufwieglerische qualifizierte, so sei er dazu in einem vertraulichen Bericht an die vorgesetzte Behörde befugt ge- Wesen.— Sei der Konflikt aber begründet, dann müsse das Privat- klageverfahren G.s gegen den Hauptlehrer N. endgültig eingestellt werden. Demgemäß wurde erkannt. Katholischer Feiertag und Fortbildungsschule. Katholische Schüler fder Fortbildungsschule einer kleinen oft- deutschen Stadt hatten am Tage Mariä Geburt den Unterricht ver- säumt und waren deshalb angeklagt worden. Die Angeklagten (Hanasinski und Genossen) wurden auch von der Strafkammer in Schrimnr als der Berufimgsinstanz zu Geldstrafen verurteilt. In ihrer hiergegen gerichteten Sievision machten sie geltend, sie wären an dem Tage nicht zum Besuch des Unterrichts verpflichtet gewesen, weil es sich um einen der größten katholischen Feiertage handle. Das Kanimergericht verwarf am 10. April ihren Einwand mit der Begründung. daß der katholische Feiertag der Fort- bildungs- Schulpflicht nicht entgegenstände. Nur an allgemein staatlich festgesetzten Feiertagen könne und müsse der Unterricht ausfallen. Wenn sie an dem für solche Feiertage etwa an- gesetzten Unterricht nicht teilnähmen, dann wären sie straflos. Hier aber nicht. Indessen müsse die Sache wegen des Strafmaßes noch einmal an die Vorinstanz zurückverwiesen werden. Die Angeklagten seien unter 13 Jahre alt und könnten deshalb nur mit der Hälfte der zulässigen Strafe bedacht werden. Das Kammergericht scheint von Paradcfericn noch nichts gehört zu haben, sonst würde es wohl nicht erklären, daß nur an all- gemeinen, staatlich festgesetzten Feiertagen der Unterricht ausfallen dürfe. Das Ende der Schulpflicht. Ein Herr Dörmann aus dem Reg.-Bez. Minden hatte seinen annähernd 16 Jahre alten, aber noch nicht aus der Schule ent- lassenen Sohn im vorigen Sommer an einen Heringsfischer verheuert, ohne daß der Sohn ans der Schule beurlaubt worden war. Dörmann wurde wegen der 45 tägigen Schulversäum- nisse des Sohnes strafrechtlich verantwortlich gemacht und in zweiter Instanz verurteilt. Er legte Revision ein und machte geltend, mit Vollendung des 14. Lebensjahres höre das kindliche Alter auf, so daß sein Sohn kein Kind im Sinne des § 46 II. 12 Allgemeinen Landrechts mehr sei und die Bestimmung über die Beendigung der Schulpflicht nach festgestellter Reife auf ihii nicht Anwendung finde. Das Kammergericht verwarf indessen am 10. April die Revision des Angeklagten: Es handele sich um einen Fall aus dem Gebiete des Allgemeinen Landrechts. Es sei also hier für die Beendigung der Schulpflicht entscheidend die ordnungsmäßige Schulentlassung nach festgestellter Reife gemäß den landrechtlichen Bestimmungen. Da diese Entlassung noch nicht ausgesprochen gewesen sei, so habe Angeklagter sich strafbar gemacht, wenn auch der Sohn schon ins sechzehnte Jahr ging; denn der Ausdruck„Kind" im Landrecht bedeute nicht, wie der an- geklagte Vater meine, einen Menschen unter 14 Jahren. Das Ver- schulden des Angeklagten sei genügend festgestellt. Doknpropst Malzi vor Gericht. Mainz, 8. April. Tritter Tag der Verhandlung. Gegen 24h Uhr nachmittags eröffnet der Vorsitzende, Land- gcrichtsrat Zimmermann, die Sitzung mit etwa folgenden Worten: Ich haben den Vertretern der Presse den Zutritt gestattet, ich er- warte aber, daß diese nicht alle Dinge, die hier vorkommen, in großer Breite berichten. Es wird danach die vierzehnjährige Hedwig Schmidt als Zeugin aufgerufen. Sie ist ein sehr hübsches, vornehm aussehendes Mädchen. Sie bekundet auf Befragen des Vorsitzenden: Sie sei mit dem jetzigen Handlungslehrling Franz Werner bekannt. Dieser habe sie einige Male begleitet und auch mehrfach in der Wohnung ihrer Eltern verkehrt. Aus Anlaß ihres vielen Zusammentreffens mit Werner sei dieser von Mitschülern und Mitschülerinnen scherzhaft „Hedwig" genannt worden. Ein unanständiger Verkehr zwischen ihr und Werner habe aber niemals stattgefunden.— Vors.: Es wird behauptet, Werner und Katharina Zimmermann seien einmal in Deiner elterlichen Wohnung bei Dir zu Besuch gewesen. Da soll Werner die Katharina so gejagt haben, daß letztere einen vollen Wassereimer umgeworfen habe.— Zeugin: Das ist unwahr.— Vors.;.Kannst Du mit gutem Gewissen sagen, daß das nicht wahr ist? — Zeugin: Jawohl, mit gutem Gewissen.— Vors.: Ist an diesem Tage auch nichts Unanständiges passiert?— Zeugin: Nein, niemals. — Vors.: Auch nicht zwischen Werner und Katharina Zimmermann? — Zeugin: Auch nicht.— Die Zeugin bekundet weiter auf Befragen: Sie sei am 17. Januar zum Propst bestellt worden. Der Propst habe sie aufgefordert, zu gestehen, daß sie mit Franz Werner un- anständigen Verkehr gehabt habe, Werner habe bereits alles ein- gestanden und auch unterschrieben. Dabei habe der Propst ein Schriftstück vorgewiesen, in dem Werner eine solche Erklärung unter- schrieben hatte. In dem Schriftstück sei der unanständige Verkehr in allen Einzelheiten mit größter Genauigkeit geschildert worden. Die Zeugin gibt über die Vorgänge im Studierzimmer des Dompropstes eine Tarstellung, die mit den Angaben der Katharina Zimmermann übereinstimmt. Der Verteidiger bemerkt: Einige heutige Angaben der Zeugin hat diese bei allen ihren bisherigen Vernehmungen nicht gesagt.— Auf Befragen des Verteidigers gibt die Zeugin zu, Werner habe sie oftmals auch in die Kirche begleitet. Es wird dann Witwe Schmidt, Mutter der Hedwig Schmidt, als Zeugin vernommen. Ihre Tochter habe ihr von dem Vorgange beim Propst nichts erzählt. Franz Werner habe oftmals in ihrer Wohnung verkehrt, ein unanständiger Verkehr zwischen Werner und ihrer Tochter sei ausgeschlossen. Widerruf des Franz Werner. Der folgende Zeuge ist Rechtsanwalt Roth-Worms: Er sei auf Ersuchen des Propstes am Abend des 17. Januar bei der Ver- nehmung des Franz Werner zugegen gewesen. Dem Knaben wurde sein schriftliches Geständnis, daß er mit den beiden Mädchen, Katha- rina Zimmermann und Hedwig Schmidt, unanständigen Verkehr gehabt habe, daß sie Vaterchens und Mutterchens„Hochzett" gespielt haben, vorgehalten. Ter Knabe sagte aber:„Ich habe unter- schrieben, es ist aber nicht wahr." Der Herr Propst war darüber sehr aufgeregt und sagte zu Werner: Hast Du das Schriftstück nicht freiwillig unterschrieben? Da versetzte Werner: Ja, nachdem Sie mich geschlagen hatten. Ich habe Dich doch aber bloß am Anfang geschlagen, versetzte der Herr Propst. Es ist aber nicht wahr, sagt« Werner. Werner fiel im Laufe der weiteren Vernehmung in Ohn-> macht, er(Zeuge) habe dies aber für eine Komödie gehalten, denn der Knabe habe sich sofort wieder erholt. Oberstaatsanwalt: Wunderten Sie sich nicht, daß der Herr Propst die Sache bezüglich des unanständigen Verkehrs zwischen den Kindern so sehr tragisch nahm, so daß er Sie sogar als Rechts- beflissenen hinzuzog?— Zeuge: Der Herr Propst sagte: er müssö die Sache sehr ernsthaft behandeln, da er von Frau Zimmermann verdächtigt worden sei. Der folgende Zeuge Kirchendiener Wiegan d ist auch bei beb Vernehmung des Franz Werner zugegen gewesen, er schließt sich volkständig den Bekundungen des Vorzeugen an. Die Uhrkette des Propstes. Auf Befragen des Angeklagten bekunden die beiden Mädchen übereinstimmend: Ter Propst habe am 17. Januar eine goldene Uhrkette getragen.— A n g e k l.: Ich bemerke, meine Herren, ich habe niemals eine goldene Uhrkette, sondern stets eine Nickelkette getragen, das wird mir allgemein bestätigt werden. Wie man da behaupten kann: ich habe eine goldene Uhrkette getragen, ist'mir unbegreiflich. Begreiflich sind mir aber alsdann die anderen Aus- sagen. Der Angeklagte stampft bei diesen Worten mit' dem Fuß heftig auf den Erdboden.— Vors.: Ihr hört, was der Herr Propst sagt, er habe überhaupt niemals eine goldene Uhrkette getragen. Wenn Ihr also bezüglich der Uhrkette die Unwahrheit gesagt habt, dann seien auch Eure anderen Aussagen bezüglich des Vorganges auf dem Fußboden und auf dem Sofa unwahr.— Beide Mädchen bemerken übereinstimmend: Sie glauben, der Herr Propst habe eine goldene Uhrkette geringen. Die Vorkommnisse auf dem Sofa usw. seien wahr.— Ter Angeklagte behauptet nunmehr mit großer Lebhaftigkeit, er könne angesichts des ganzen Stundenplans unmöglich die Zimmermann am Montag bestellt haben. Es sei das auch schon deshalb ausgeschlossen, weil er die Zimmermann am Montag vor- mittag„Lügnerin" genannt und gesagt habe:„Schere Dich fort." — Tie Zimmermann gibt dies zu, sie bleibt aber dabei, daß sie der Propst Montag bestellt habe. Nach einer kurzen Pause ruft der Vorsitzende nochmals Ka- tharina Zimmermann und Hedwig Schmidt vor den Richtertisch. Herr Propst, ich will Ihnen nun Gelegenheit geben. an die beiden Mädchen Fragen zu stellen. Angeklagter(mit großer Heftigkeit): Ich habe bereits bei meiner ersten Vernehmung gesagt: Es ist Nicht wahr, daß ich die Mädchen unzüchtig berührt oder irgendwelche Unanständigkeiten be- gangen habe. Die ganze Geschichte muß auf einer Verwechselung oder einem Mißverständnis beruhen, oder die Kinder haben sich so hineingeredet, daß sie es schließlich selbst glauben. Ich war an diesem Tage über das Verhalten der Mädchen so sehr aufgeregt, daß die beschriebene Szene auf dem Sofa vollständig unmöglich ist. Ich kann mir nur erklären, daß die Mädchen entweder lügen oder daß ihnen etwas eingeredet worden ist, denn das, was die Mädchen hier auS- gesagt haben, ist unwahr. Vors.: Ihr hört, was der Herr Propst sagt. Es mutz ein Miß- Verständnis vorliegen, er hat mit Euch nicht Unsittlichkeiten begangen? —'Katharina Zimmermann: Doch ist es wahr.— Vors.: Hedwig Schmidt, was sagst Du dazu?— Hedwig Schmidt: Es ist doch wahr. — Vors.: Habt Ihr Euch vielleicht besprockien, gegen den Herrn Propst etwas Unwahres zu sagen? Beide Mädchen verneinen das. — Oberstaatsanwalt: Es passiert Euch nichts, wenn Ihr jetzt er- klärt, Ihr habt gelogen. Es wäre eine furchtbare Sünde, die Ihr bis in alle Ewigkeit schwer büßen müßtet, wenn Ihr die Unwahrheit sagtet. Wenn also nicht alles lvahr ist, dann ist es Euere heilige Pflicht, das jetzt zu sagen. Beide Mädchen erklären: Sie haben die volle Wahrheit gesagt. Weitere Zeugenvernehmung. Tünchcrmeister Scheerer: Nach dem Vorfall habe der Vater Werners öfter die Familie Zinnnermann besucht.— Einige Schülerinnen bekunden: Katharina Zimmermann habe ihnen erzählt, daß der Propst sie geküßt habe. Der Propst habe am Montag mittag. den 17. Januar, die Katharina Zimmermann aufgefordert, einen Augenblick zu ihm ins Zimmer zu kommen. Katharina sei aber nur einen Augenblick bei dem Herrn Propst jm Zimmer gewesen. Frau Beyer: Zimmermann habe ihr einmal geklagt, daß seine Tochter Katharina sich so sehr herumtreibe und abends nicht nach Hause komme.— Schuhmacher Zimmermann bestreitet das, er habe zu Frau Beyer nur gesagt, die Katharina sei ein großer Wildfang. Kaufmann Bielefeld: Als die„Wormser Volkszeitung" zum ersten Male den Fall Malzi in die Oesfcntlichkeit gezogen hatte. sagte er zu Zimmermann: Sie sollten sich schämen, solch öffentlichen Skandal zu machen. Zimmermann antwortete: Ich habe den Zeitungsartikel nicht veranlaßt. Ich habe zu Zimmermann gesagt: Ich habe sogleich, als ich von der Angelegenheit hörte, gesagt: Die ganze Geschichte ist unwahr, ich glaube nicht daran. Ich kenne den Herrn Dompropst schon, als er noch Kaplau war. Ich habe selbst vier Mädchen, diese waren die Lieblinge des verstorbenen Dom« Propstes. Der hat sie oftmals gestreichelt. Herr Dompropst Malz» ist dagegen als ein Mann bekannt, der augenscheinlich für das weib- liche Geschlecht kein Interesse hat. Das müßten geradezu Schlangen sein, die es vermögen, den Herrn Dompropst zu einer unsittlichen Handlung anzureizen. Der Herr Dompropst ist ein verschlosiener Charakter und sieht sich nach dem weiblichen Geschlecht überhaupt nicht um. Ich wundere mich nur, daß er verhaftet worden ist.— Oberstaatsanwalt: Die Verhaftung hat sich der Herr Propst selbst zuzuschreiben; er ist verhaftet worden, weil er Mädchen vernommen hat.— Die folgende Zeugin ist die Handarbeitslehrerin Zimmer: Sie habe Katharina Zimmermann zur Rede gestellt, weil sie sich in der Kirche unmanierlich benommen habe. Daß sie Schulerinnen aufgefordert habe, der Zimmermann ins Gesicht zu spucken und zu schlagen, sei vollständig aus der Luft gegriffen.— Dienstmädchen Brück bekundet: Der Propst habe niemals eine goldene Uhrkctte getragen.— An g e k l.: Ich stelle mein ganzes Htnis zur Verfügung, man wird keine goldene Uhrkette finden.— Oberstaatsanwalt: Das ist bereits geschehen, Herr Propst.— Angekl.: Ich danke Ihnen, Herr Oberstaatsanwalt von ganzem Herzen.— Fräulein Muth: Sic habe am 17. Januar Fräulein Malzi. die Schwester des Dom« propsteS, besucht. Als sie herunterkam, habe sie heftiges Schreien und Schlagen gehört. Sogleich darauf sei der Tompropst aus seinem Zimmer getreten und habe gesagt: Das ist eine sehr scheußliche Ge- schichte, eine Unsittlichkcit zwischen Knaben und Mädchen. Tie Sittlichkeitsverhältnisse unter der Wormser Schuljugend. Lehrer Gröningcr: Die Sittlichkeitsverhältnisse unter der Wormser Schuljugend seien sehr schlimme. In den letzten Jahren seien vielfach zwischen Schülern und Schillerinnen Unsittlichketten begangen worden. Mehrfach haben auch Schülerinnen Lehrer de- zichtigt, sich an ihnen' unsittlich vergangen zu haben. Das habe sich aber stets als unwahr herausgestellt.— Oberstaatsanwalt: Es ist ja bekannt, daß Mädchen in einem gewissen Alter in sexuellen Dingen eine große Phantasie an den Tag legen. Herr Lehrer, sind Sie nicht auch der Meinung, daß Gemeindeschüler und Schülcrnmen, wenn sie die Schule verlassen, in sexuellen Dingen vollständig auf» geklärt sind?— Zeuge: In Worms ganz bestimmt. Lehrer R e g i s: Es sei ihm aufgefallen, daß Katharina Zimmer» mann und Hedwig Schmidt, obwohl sie nicht in einer Klasse saßen, stets zusammen gingen und sehr befreundet waren. Auf die Vernehmung aller anderen Zeugen wird verzichtet. Der Vorsitzende ruft nochmals Katharina Zimmermann und Hedwig Schmidt vor den Richtertisch und ermahnt sie wiederholt ein» dringlichst, zu sagen, ob sie die Wahrheit gesagt haben. Die Mädchen erklären beide, daß sie die volle Wahrheit gesagt haben.— Ein Beisitzer: Habt Ihr vielleicht übertrieben?— Beide Mädchen ver, neinen und beteuern, sie seien streng bei der Wahrheit geblieben. Der Vorsitzende erklärt danach die Beweisaufnahme für ge» schlössen und vertagt gegen 8� Uhr abends die Verhandlung auf Montag vormittag 9 Uhr. Es werden alsdann die Plaidoyers be- ginnen- Eingegangene Druckschriften. Literatur. Bon Heinrich Cunom. I. Die Bergarbeiterkonferenz in Berlin.| ad. br. Weidmann, A., Stud. jur., Handbuch der eidgenössischen Fabeth Von Hermann Molkenbuhr. Gewerbliche Friedensschwärmerei. Bon Baul inspektion. Bon ad. br. Notizen: Konjumvereine- und Sozialdemokratie. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das Umbreit. Ein Beitrag zur Agrarfrage. Von Dr. Salomea Perlmutter. Bon Heinrich Kaufmann. 28. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir( Schluß.) Selbstanzeige. Von May Maurenbrecher. Literarische Rund. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. hervor: Necht so!- Aus der neueren ethnologisch sozialgeschichtlichen schau: Dr. Friedrich Fellner, Die Schägung des Bolkseinkommens. Bon B 5 Millionen Zentner= 50000 Eisenbahnwagenladungen odeler noe 85.38 88 隆 gob Sunlight Seife 132 Diese enorme Masse, von deren riesenhaftem Umfange man sich im Geiste kaum einen Begriff machen kann, bedeutet die Jahresleistungen der verschiedenen Werke, in denen die Sunlight Seife hergestellt wird. Solche Ziffern sind die überzeugendften und unwiderlegbarsten Beweise von der unerreichbaren und konkurrenzlosen Güte und Preiswürdigkeit unseres Sabritates. TA millionen von Hausfrauen haben die hervorragenden Eigenschaften dieser Haushaltungsfeife erkannt. Wer sie noch nicht erprobt hat, wird höft. gebeten, einen Versuch zu machen, denn ein solcher Dersuch wird ohne weitere Erklärungen unfererseits die Behauptungen und Angriffe einer interessierten Konkurrenz entfräften. Es dünft uns nicht erforderlich, auf die Argumente und Scheingründe anderer Seifenfabrikanten einzugehen, welche begreiflicher Weise die Vorzüge ihrer eigenen Ware damit an zupreisen bestrebt find. Wir überlassen es dem gefunden Menschenverstand der Hausfrauen, sich selbst ein Urteil über Sunlight Seife zu bilden und zwar auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen. Wenn diese in richtiger Weife ongewandt wird, fällt das Urteil auch immer richtig aus. Die Hausfrau möge beachten, daß Sunlight Seife leicht schäumt in jedem Wasser und unter allen Verhältnißent. Sie zerteilt sich schnell über große Flächen ohne starkes Aufdrüden, und bei nur leichtem Reiben gibt sie schon genügend Seifenmengen ab. Der Verbrauch ist also ein geringer und deshalb ist die Seife in hohem Grade ausgiebig. Auf dieser Tatsache beruht auch hauptsächlich die besondere Eigenschaft, durch welche die förperliche Arbeit verringert wird. Die Reinigungstraft aber, welche Sunlight Seife besitzt, vist ohne scharfe äßende, die Stoffe zerstörende 3utaten einfach unerreicht. Die Seife wird vermittelst eines speziellen Fabrikationsprozesses, durch welchen der höchste Grad der Verseifung erzielt wird, aus den denkbar beften und teuersten Rohstoffen hergestellt. Sunlight Seife ist vollständig neutral, absolut unschädlich und besitzt dennoch die höchste Reinigungswirkung. Wir garantieren, die vollkommenfte Reinheit unseres Fabritates und zahlen derjenigen person, welche Adas Gegenteil nachzuweisen im Stande wäre, einen Betrag von ( m 20000) 3wanzig Tausend Mart( m 20000). Sunlight Seifenfabrit 6. m. b. h. Mannheim Rheinau ( Baden). 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Es muß also jeder Jalousie. arbeiter, der auf Bauten beschäftigt ist, eine gelbe geftempelte Karte haben. 83/ 8* Die Kommission der Jalousiearbeiter. Teppichweber! Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Teppichfabrifen von Nub. Baader, Bethanien- Ufer 6, Benjamin u. Co., Stellenangebote. Melchiorstr. 23 und Feibisch, Trep Hausdiener für Restaurant, auch tow, befinden sich im Streif. solchen, der Luft hat sich einzuarbeiten, Buzug fernhalten. berlangt Boechstraße 7. +109| 197/10 Das Streiffomitee. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 3. to Jotmütte" Iniinn lolMIntt. partd-Hngclcgcnbeitcn» Fünfter Wahlkreis. Heute Dienstag 3>/z Uhr abends spricht Genosse Dr. David iin Alten Schützenhause, Linienstr. 5, über„Konsum- Genossenschaften und moderne Arbeiterbewegung". Für zahlreichen Besuch dieser Volksversammlung bitten wir die Genossen und Genossinnen zu agitieren. Die Vertrauensleute. Sechster Wahlkreis. Heute Dienstag, den 11. April, abends 8'/z Uhr, hält der Genosse Eduard Bernstein im Kösliner Hof, Köslinerstraße 8, eine Gedächtnisrede zum 80. Geburts- tage Ferdinand L a s s a l l e s. Das Vortragsthema lautet: „Was kann uns Lassalle heute noch lehren?" Bei der über- aus interessanten Tagesordnung erwartet zahlreichen Besuch Der Vertrauensmann. SerUner l�acdricbten.. Alte Häuser. Mit dem Beginn des neuen Quartals werden wieder eine ganze Reihe alter Häuser abgebrochen. Immer schneller der- schwindet Alt-Berlin; ganze Straßenzüge werden unigewandelt. Im Zentrum der Stadt hat die Neuzeit mit dem alten Häuser- gcrümpel ganz gewaltig aufgeräumt. Gegenwärtig ist man dort wieder an der Arbeit; man kann einer fast ununter- brochenen Kette von alten Häusern folgen, die jetzt abgerissen werden, wenn man in der Rosenstraße anfängt. Dort fallen die uralten Häuser Nr. 3 und 4, Nr. 2 ist ein Neubau an der Ecke der Heidcreutergasse; in dieser Gasse reißt man die Häuser nächst diesem Neubau, Nummer 5 und 6 nieder, und gegenüber diesen Abbauten werden die Nummern 12, 13 und weiter bis zur Ecke der Spandauer- straße abgebrochen, ebenso das Eckhaus und die beiden nächst- folgenden Häuser, die Nummern 78, 79, 80 Spandauerstraße. Diese drei, die ältesten der Straße, werden einem modernen Geschäftshause Platz machen. In dieser Kette sind über ein Dutzend ganz alter Häuser, die auf einmal fallen. Kloster- straße Nr. 26, 27, 28 werden ebenfalls abgerissen, Nr. 28 ist Ecke der Königstraße und eins von den Häusern, die dort vom „alten Fritzen" gebaut wurden. Ecke Tauben- und Markgrafenstraße wird das alte Rähmclhaus abgebrochen, ebenso das nächste, Taubenstraße 19. In der Krausenstraße fällt Nr. 36 mit der alten Kneipe von Donny. In der Leipziger- straße werden die Nummern 122 und 129 abgerissen, um modern eingerichteten Geschäftshäusern Platz zu machen. Manche Straßen bieten ein komisches Bild in dem Durchein- ander moderner stolzer Bauten und altersschwacher kleiner Häuschen, z. B. die Wallstraße. Wo die alten Häuser stehen, ist die Straße eng und hat nur schmale Seitenwege; wo die neuen Bauten stehen, ist die Straße hübsch breit angelegt. Die schnellen Veränderungen im Bilde der Stadt Berlin erregen oft kaum eine flüchtige Aufmerksamkeit. Daß das Neue überall das Alte verdrängen muß, ist ja selbstverständlich, und in einer Weltstadt hat man keine Zeit zu elegischen Be- trachtungen, wenn irgendwo ein paar alte Häuser, und seien es die ältesten, abgerissen werden. Immer weg mit dem Alten l— Das Neue her I In alten Häusern steckt noch etwas von der alten Zeit und darum freut man sich, je mehr von diesen Zeichen einer alten Zeit verschwindet. Freilich, das ist nur äußerlich und die alten Gespenster schleichen und spuken noch umher, wenn auch die verwitterten Mauern ihrer Behausungen längst gefallen sind. Der in Demut ersterbende, beschränkte Untertanenvcrstand, der fromme Glaube, der tiefe Respekt vor Titeln, Würden, Uniformen, Orden, all die„guten alten Sitten" sind nicht so leicht ab- zubrechen und als Schutt wegzufahren, wie die alten Häuser, in denen sie gehegt und gepflegt wurden. Die Gespenster ziehen auch in die neuen Häuser wieder ein. aber sie finden dort einen Feind, der sie nicht zur Ruhe kommen läßt, und das ist der moderne Zeitgeist: seine Macht ist sehr gefürchtet und nicht mit Unrecht._ Katzenjammer. Im Verlag der Buchhandlung Vorwärts gibt unser Partei- genösse Dr. Max Maurenbrecher bekanntlich den zweiten Band der Kulturbilder.Die Hohenzollern-Legende" heraus. Diese notwendige und verdienstvolle Tat wird ihm im nattonal- sozialen Lager anscheinend sehr übel genommen; und in der kürzlich gegründeten christlichen Zeitung„Das Reich" weiß Licentiat Reinhard Mumm nichts anderes anzufangen, als dem Verfasser mit dem eschmacklosen Anwurf zu kommen, daß er seine eigene Vergangen- eit schände und da? Andenken seines Vaters mißachte. Dieser, ein Professor der Geschichte in Leipzig, hat nämlich eine Geschichte der .Gründung des Deutschen Reiches" geschrieben. Wir würden die gehaltlose Schmähung, die Herr Mumm an einem seiner früheren Parteifieunde begeht, nicht weiter erwähnen, wenn sie nicht der Aus- lasiung eines Mannes, der sich vom Sozialdemokraten zu einen, wütenden Sozialistenfresser hindurch gemausert hat, gegenübergestellt werden könnte. Max Lorenz nämlich hält sich ebenfalls bei dem Vor- haben Maurenbrechers auf, kommt aber im Gegensatz zu dem Ge- schelte des Herrn Mnmm,.Izu einer seltsam elegischen Betrachtung. Er schreibt im„Tag": Es ist üblich, solche„EntWickelungen" aus einem moralischen Defekt der Persönlichkeiten zu erklären, wie ja überhaupt noch imnier die politischen� Kämpfe durch Moralinsäure vergiftet werden. Solche Methode erklärt in den meisten Fällen gar nichts. Ich halte Herrn Maurenbrecher'— obwohl ich längst keine Berührung mehr mit ihn, habe— noch genau so für einen anständigen Menschen, wie etwa im Jahre 1896, als er mir, dem damaligen Sozialdemokraten, in öffentlichen Versammlungen zu Leipzig mit einem Höchstgrad�von nationaler und Monarch, tcher Leidenschaft entgegentrat. Es müssen meiner Ueberzeugung nach im bürgerlichen Geistes- und BildunaS- zustand liegende Momente sein, die solche Entwickelungen, wie die Maurenbrechers, ermöglichen Was ist'S eigentlich, daS der heutige Wissenschaftsbetrieb und die heuttge offizielle bürgerliche Bildung dem hungrigen Herzen einer begabten Jugend zu' b i e t e n hat? So gut wie nichts! Der herrschende HistorizismuS— als Methode— ist nur ein Zeichen von Geistesflachheit und P h a n t a s i e a r m u t. Immer wieder hört man von akademisch gebildeten Männern im Alter von 30 Jahren etwa, ihr größter und einziger Eindruck wäre Treitschke gewesen. Was aber machte Treitschke so groß? Sein subjektives Pathos, das das Wachsen und Werden des nationalen Staates vorfand, u», sich daran ob- jektivieren zu können. ES ist das Elend unserer Tage, daß der große Gegenstand fehlt, der erhabene sachliche Zweck, dem hungrige Herzen der jungen Generation sich ganz zu eigen geben könnten. Wir sind wurzellockcr geworden, zu sehr auf uns gestellt. Snb- jektivisten. Die Leichtferttgeren begnügen sich damit, werden literarische Artisten, gründen Zeitschriften. Die Tieferen suchen nach einer objektiven Macht und einem reellen Zweck, wo sie dienstbar sein können. Die katholische Kirche und die S o z i a l- demokratie— diese beiden sind die stärksten und eindrucks- vollsten objektiven Mächte unserer Tage. Ob man vom protestantischen Boden, wenn man das protestantische Prinzip wirklich innerlich, als Erfahrung der Seele, begriffen hat, sich wieder zum Schoß der katholischen Kirche zurückzufinden vermag, ist mir zweifelhaft. Daß die S o z i a l d e m o k r a t i e die Leute anzieht, die von bürgerlicher Weisheit nicht satt geworden sind, erleben und erfahren wir. Wir sollten diese„Äbtrünnigen" nicht allein anklagen— so sehr wir sie auch sachlich be- fehden müssen—, sondern, uns die tieferen Gründe einer Geistes- schuld nicht verhehlen, mit der unsere„bürgerliche" Gesellschaft und„moderne" Geistesbildung belastet ist. Wir wollen nicht wünschen, daß der Herausgeber der„Anti- sozialdemokratischen Korrespondenz" sich eines Tages zur Sozial- demokratie zurückmausere. Das wäre ein Unglück für ihn, da die Sozialdemokratie sich für ihn bestens bedanken würde. Aber daß selbst ein so fanatischer Scharfmacher wie Lorenz nur graueS Elend im bürgerlichen Lager sieht, ist ein Zeichen der Zeit. Der nach dem Rezept„du sollst und mußr lachen— pardon— Hurrabrüllen" verübte Hohenzollernkultus scheint Verivüstend zu wirken. Ein Glück, daß wenigstens die paar Nationalsozialen unentwegt zur Stange halten._ DaS Eisenbahn-Museum. Die gesamten Partcrreräumlichkeiten des alten Hamburger Bahn- Hofes in der Jnvalidenstraße werden gegenwärtig umgebaut, da in diesen Räumen das geplante Eisenbahn-Museum Aufnahine finden soll. Zu diesem Zwecke sind die sämtlichen Bureaus aus dem Erdgeschoß entfernt worden, und aus den gesamten Zimmern und Sälen wird ein gewaltiger, nur durch Wandpfeiler getragener Naunr gebildet. Die frühere Bahnhofshalle wird in die Höhen- läge des Erdgeschosses gebracht und, mit einem Glasdach versehen, zu einem Lichthose des Museums umgewandelt. Dieser erhält vier Gleislagen und wird zur Aufnahme von Lokomotiven bestimmt. Es sollen dort Lokomotiven aller Art, besonders von den älteren, im'Gebrauch gewesenen Shstemcn, sowie Originale früher ge- bräuchlicher Personen- und Güterlvagen zur Ausstellung gelangen. In den Sälen werden Originale und Modelle ehemaliger und moderner Waggons, Modelle amerikanischer Wagen, amerikanischer und europäischer Bahnhofsanlagen, Signal- und Weichensysteme usw. aufgestellt,'und dadurch wird das Eisenbahn-Museum, das erste seiner Art, für das Eisenbahnwesen und die Eisenbahntechnik von ganz hervorragender Bedeutung sein. Das riesige Mittelportal, welches früher den Eingang zum Hamburger Bahnhof bildete, wird wieder geöffnet und als Hmipteingang zu dem Museum umgebaut. Es lag die Absicht vor, das neue Museum bereits im Sommer dieses Jahres zu eröffnen, und es sind aus diesem Grunde schon eine Anzahl Ausstellungsobjekte,'hauptsächlich Maschinen, geliefert worden. Diese sind provisorisch in einem Schuppen des Güter- bahnhofeS untergebracht. Die Bauarbeiten haben sich jedoch weit umfangreicher gestaltet, als ursprünglich angenommen wurde, und so dürfte vor Ansang nächsten Jahres kaum mit den Eiuräumungs- arbeiten begonnen werden können. Schnee im April ist in Berlin nicht so ganz selten, wie es mancher angesichts der wiederholten Schneefälle der letzten Tage an- genommen haben dürfte. Die Durchschnittsberechnung aus den jahrzehntelangen hiesigen Witterungsbeobachtungen ergibt, daß fiir Berlin der späteste Schnee etwa Ende der ersten Woche des April zu erwarten ist. Mithin wären diese Schneefälle sogar„ganz normal" gewesen. Wer das gilt fieilich nur für den Zeitpunkt ihres Eintrittes, nicht für ihre Dauer und Ergiebigkeit. Im vierzigjährigen Durchschnitt kommen in Berlin auf den ganzen Monat April nur ein biö zwei Tage mit Schnee, wobei jeder geringe Schneefall mit- gezählt ist. Hiernach muß der diesjährige April schon jetzt als ungewöhnlich schneereich angesehen werden, auch wenn kein« weiteren Schneefälle mehr folgen sollten. UebrigenS ist in Berlin sogar im Mai zuweilen noch Schneefall beobachtet worden. Der überhaupt s p ä t e st e Schneesall, den in neuerer Zeit die Berliner zu sehen bekamen, trat am 24. Mai ein. DaS war im Jahre 1867. Die klagende Straßenbahn. Die große Berliner Straßenbahn hat in der FeststellungSklaae der Stadt Berlin gegen die Straßen- bahn auf Zurückziehung des Einspruchs gegen die Konzessionierung einer Untergrundbahn Potsdamer Platz— Spittelmarkt am Sonnabend Revision beim Reichsgericht augemeldet. Bekanntlich wurde die Straßcnbahngesellschaft in der ersten Instanz»ach dem Anttage der klagenden Stadt verurteilt, wogegen die„Große Berliner" Berufung bei dem Kanunergericht einlegte. Das Kammergericht wies die BetufungSklägerin ab. indem eS der Anficht des Landgerichts beittat, daß die zwischen der Stadt Berlin und der Straßenbahngesellschaft geschlossenen Verträge einen Konkurrenz- ausschluß weder vorsahen noch bezweckten. Die Straßenbahn- aesellschast habe zwar zu erkennen gegeben, daß sie Konkurrenz fernhalten wolle, indem sie das Mitbenutzungsrecht ihrer Geleise durch andere Gesellschaften auf 400 Meter beschränkte, habe jedoch zweifellos damit nur gemeint daß Konkurrenzliuien nicht die- selben Strecken befahren dürsten. ES hätte sonst nahe gelegen, auch für die Parallelstraßen eine Beschränkung des Benutzungsrechtes fest- zulegen. Die Kosten dcS Rechtsstreits sind bekanntlich dadurch wesentlich, und zwar um zwei Drittel herabgesetzt, daß die Beschwerde- Instanz deS KammcrgerichtS die Höhe des KlageobjekteS von Millionen auf 10 Millionen herabgemindert hat. Pfrrdcfleischkonsum in Berlin. In der hiesigen Zentral- Roß- schlächterei wurden im Monat Februar d. I. 960 Pferde zur Unter- suchung lebend vorgeführt, von denen 5 als zum Schlachten un- geeignet zurückgewiesen wurden. Bon den geschlachteten 935 Pferden wurden nach der Schlachtung noch 7 zurückgewie>en, so daß insgesamt das F l e i s ch v o n 948 P f e r d e n z u m K o ns u m gelangte. — Im Februar 1904 wurden von 936 untersuchten Pferden 914 zum Konsum zugelassen. I n R, x d o r f wurden im Februar d. I. 79 Pferde und 1 E s e l lebend untersucht, welche sämtlich geschlachtet und zum Konsum zugelassen wurden.— Im Februar 1904 wurden 72 Pferde untersucht, loovon 69 zum Konsum gelangt sind. I« den fünf städtischen Heimstätten für Genesende sind zurzeit nicht nur sämtliche vorhandene Betten, deren Zahl 42V bettagt. besetzt, sondern eS sind bereits 262 Personen, welche ihre Aufnahme beantragt haben, vorgemerkt. Allein bei der Heimstätte zu Gütergotz, welche nur brustkranke Männer aufnimmt und welche 99 Betten be- legt hat. sind 166 Vormeldungen eingegangen. Die Wartezeit be- trägt hier 64 Tage, in Blankenburg sfür genesende Frauen und Wöchnerinnen) 18 Tage; Malchow 15 Tage und Heinersdorf 7 Tage. Nach einer Ducllprügrlei r�gt sich gewöhnlich das Gewissen der bürgerlichen Presse. So auch jetzt, wo der Farmer Zipplitt von einem russischen Ingenieur über den Haufen geschofftn worden ist. Die klerikale„Köln. Volks- zeitung" stellt über den Duellmord allerhand Betrachtungen an und sagt u. a.: Aber warum hat der Farmer, wenn er den Zweikampf nicht wollte, sich ttotzde», ans die Schießerei mit einen» wildfremden Menschen eingelassen? Warum dampfte er nicht einfach nach Südwestasrika ab und ließ den Raufbold so viel Löcher in die Natur schießen, wie er wollte? Er ist Reserve-Offizierl Das erklärt alles. Alles eigentlich wohl nicht. Wenn er auch als Reserve-Offizier fürchten mußte, bei grundsätzlicher Ablehnung deS Zweikampfes aus de», Offizier- korps gestoßen zu werden, wo war denn daS Ehrengericht, das doch nach kaiserlicher Anordnung Zweikämpfe nach Möglichkeit verhindern soll? Wenn berichtet wird, Zipplitt habe sich einem Ehrengerichte unterworfen, das zum Teil aus Studenten im zweiten Semester bestand, so kommt uns das trotz seiner Jugend (er war erst 20 Jahre alt) so ungeheuerlich vor, daß wir es nicht glauben können. Hier mußte doch das militärische Ehrengericht in Wirksamkeit treten, und konnte dies seine Aufgabe so verkennen, daß es einen beleidigten deutsche n Reserve-Offizier wegen einer solchen Sache vor die Pistole eines Ausländers und in den Tod trieb? Die bevorstehende Gerichtsverhandlung wird hoffentlich wenigstens über diesen Punkt eine befriedigende Auskunst bringen. Der Täter ist der- hastet worden. Aber welche Strafe wird er erhalten? Vielleicht ein paar Monate; wenn es ihm besonders schlimm ergeht, ein oder zwei Jahre Festung, möglicherweise mit nachfolgender Be- g n a d i g u n g. Jedenfalls erhält er nicht entfernt die Strafe, die er verdiente. Wenn zwei Arbeiter in der Kneipe in Streit geraten und in der nachfolgenden Prügelei der eine den andern tötet, so wird er wegen Totschlags ein paar Jahre Gefängnis erhalten. Wenn ein Arbeiter vierzehn Tage nach einem Wirtshausstreit, nachdem er sich inzwischen gründlich in der Messerstecherei geübt, auf seilen Gegner losginge und ihn niederstäche, so würde er, selbst wenn sein Gegner das gleiche versucht hätte, wahrscheinlich wegen Mordes verurteilt werden, jedenfalls nicht ohne jahrelange Freiheitsstrafe davonkommen. Muß man nicht über Klassen- justiz klagen angesichts der so verschiedenen Bestrafung„vor- nehmer" Duellmörder und gewöhnlicher Messerstecher? Bemerkt sei hierzu, daß dem russischen Ingenieur nachgesagt wird, er habe sich von der Fabrik, wo er angestellt war, 14 Tage Urlaub geben lassen, um sich ordentlich e i n z n s ch i e ß e n. Zur Sache selbst tut es uns um die„Köln. Volksztg." wegen ihrer bewußten oder unbewußten Naivetät leid. Man muß lachen über die Ansicht, daß ein militärisches Ehrengericht eS nicht zugelassen hätte, daß ein beleidigter deutscher Reserve-Offizier sich vor die Pistole eines Ausländers stellte. Ja, uns will scheinen, daß diese Zumutung dem Gerechtigkeitsgefühl oder was man so nennen mag, des Militär-Ehrengerichts an die Nieren geht, denn warum sollte dieses den Raufbold um deswillen»ich, für satisfaktionsfähig halten, weil er Ausländer ist? Mit den Wölfen muß man culen, und da im Bürgertum der Titel eines Reserve- e u t n a n t s nun einmal als Ziel alles Strebens gilt, muß die Unbequemlichkeit einer Pistolenkugel mit in den Kauf ge- noinmen werden. So lange die Opfer des DuellblödsinnS noch i» der„guten Gesellschaft" sentimental bejammert werden, so lange man sich ihnen gegenüber nicht konsequent auf den Standpunkt stellt, daß eö um einen Menschen, der sein Leben um eines albernen Vor- urteils willen aufs Spiel setzt, anch nicht weiter schade ist, so lange hilft alles Gezeter nichts. Und wer etwa nur auS der ungleichen Behandlung satisfaktiousfähiger und proletarischer Raufbolde auf K l a s s e n j u st i z schließt, der zeigt ebenfalls, daß ihm in der Naturgeschichte der deutschen Gerechtigkeit noch manches zu studieren übrig bleibt._ Warum sich die Bäckermeister für Schiller begeistern. Einen be- sonderen Aufruf zur regen Beteiligung an der Schiller-Feier erläßt der Verband deutscher Bäckerinnnngcn„Germania".„Wir erinnern uns mit freudigen. Stolze"— heißt eS darin—„an die Tatsache, daß beide Großväter des Dichters dem ehrsamen Bäcker- stände angehörten. Schon diese Tatsache macht uns war m." Den Festdichter der Berliner Bäckerinnung Paul Risch haben diese Beziehungen des Dichters zu dem Bäckergcwerbe zu einem besonderen Festspiel„Unter der Schiller-Linde" begeistert. Gleichzeitig hat er ein„Schiller-Gcdenkbuch" verfaßt, das die Berliner Bäckerinnung „Germania" allen Bestellen, zum Selbstkostenpreise zugehen läßt. Darin wird eingehend„achgewiescn, daß Schiller selbst leinen Tag dichtete, ohne vorher sich durch Backstnbenerzeugnisse gestärkt zu haben. Die Tatsache aber, daß auch kein einziger Fall nachweisbar ist, wo er sich über die Folgen von Backstubcn-Unsauberkeit beschwerte, wird ihn als den hervorragendsten Vertreter einer idealen Weltanschauung erscheinen lassen, vor dem sich die kleinliche Nörgelsucht von heute tief beschämt fühlen muß. Die Recntgen-Apparate wurden auch im Krankenhanse am Urban in steigendem Maße benutzt, sowohl bei Knochenbrüchen und Fremd« körpern, als auch seitens der inneren Abteilung bei Erkrankungen in der Brust- und Bauchhöhle. Da die bisherige Unterbringung der Apparate im Keller des OperationSgebäudeS der vermehrten Inanspruchnahme nicht mehr genügt, so haben die ärztlichen Direktoren den Anttag gestellt, de», Roentgen- Instrumentarium in geeigneten, noch zu erbauenden Lokalitäten einen Platz anzuweisen. Ein Diplomaten-Galnrock im Werte von 960 M. ist einen, HauS« diener der Firma Esders u. Dyckhoff in der Lcipzigerstr. 60 aus dem verschließbaren Kasten seines TranSport-DreiradeS gestohlen worden. Trotz der reichen Goldstickerei wird der Rock nach Ansicht der Firma für den Dieb kaum einen Weit haben, und eS ist anzunehmen, daß er sich deS kostspieligen Garderobenstückes schon auf irgend eine Weise entledigt hat. Dem Angestellten erwachsen selbst« verständlich böse Unannehmlichkeiten aus dem Diebstahl. Vielleicht bewegen diese Mitteilungen denjenigen, der den Rock zurzeit in Händen hat, schon in Rücksicht aus den Hausdiener, ihn der Firma wieder zuzustellen. Bon einem Sttaßenvahnwagen nmgcfiosjen und getötet wurde in der Nacht zu gestern in der Friedrichstraße der Kaufmann H ä n e l aus Nowawes-Neuendorf, welcher sich besuchsweise in Berlin auf- gehalten hatte. H. wollte sich gegen 12 Uhr nachts nach de», Bahn- chofe Friedrichstraße begeben und beabsichtigte, einen vom Halleschen Tor kommenden Straßenbahnwagen der Linie 34 zu benutzen. Da der Wagen aber schon die Haltestelle am Halleschen Tor passiert hatte, so versuchte Häncl vor dem Hause 247 schnell über den Fahr- danim zu laufen, um die rechte Seite der Gleisstrecke zu erreichen und auf den in der Fahrt befindlichen Motorwagen aufzuspringen. Hierbei rannte er unmittelbar, auf kaum anderthalb Meter Entfernung, vor dem aus entgegengesetzter Richttmg kommenden Sttaßenbahnwagcn 1294 der Linie 63 auf das Nebengeleise. Wie- wohl der Wagenführer sofort Gefahrbremse gebrauchte und dann auch noch Gegenstrom gab, konnte bei der geringen Entfenmng ein Unglück nicht vermieden werden. Hänel wurde von der Schutzwcste erfaßt und zur Seite geschleudert. Er fiel so unglücklich, daß er eine starke Brustquetschung und einen Schädelbruch erlitt. Ein Schutz- mann brachte den Verunglückten nach der Unfallstation am Tempel- hofer Ufer, woselbst man nur den bereits eingettetcnen Tod konstatieren konnte. Auch bei diese», tranrigcn Vorfall zeigt sich, daß die jetzt gebräuchliche Art der Schutzvorrichtungen höchstens den Wagen, nicht aber das Publikum schützen kann. Ein großer Ladenbrand, bei dem ein Feuerwehrmann der- unglückte, kam Sonntag vormittag gegen 10 Uhr in der Neuen Friedrich straße 69, Ecke der Klosterstraße, aus und be- schäftigte die Feuerwehr fast zwei Stunden. Im Erdgeschoß deS Vorderhauses hat dort das Kurz-, Galanteric- und Lederwaren- Exportgeschäft von Wilhelm N e s ch k e einen großen Verkaufs- und Lagerraum eingerichtet, und zwar befindet sich das Lager auf der Hofseite. Hier war nun wenige Minuten vor Geschäftsschlutz, an- scheinend durch einen geheizten Ofen, Feuer entstanden, das mit großer Schnelligkeit um sich griff und erst bemerkt wurde, als Flammen in den nach der Straßenseite liegenden Berkaufsladen schlugen. Die sofort herbeigerufene Feuerwehr war in erster Linie darauf bedacht. das Feuer zn lokalisieren und nicht nur den BerkaiifSladen, sondern auch die nnnlittelbar neben dem Brandherde liegende und stark bedrohte Buchhandlung von C. BoaS, Nachfolger, zu schützen, waS auch nach fast einstündigem Wassergcben gelang. Die in dem Lagerräume auf großen Regalen aufgestapelten Kurzwaren, Posamenten und Spielsachen wurden total " -bernichtet, sobaß der entstandene Schaden beträchtlich ist. Bei den Szenerie wurde im Karl Weiß- Theater überraschend gut Her- Bersonen zusammen. Alle Madrider Blätter fordern zu Sammlungen Ablöschungsarbeiten verunglückte ein Feuerwehrmann auf eigen gerichtet und ein wirklicher Wasserfall begeisterte alle naiven für die Hinterbliebenen auf; es gehen jezt schon große Beträge ein. tümliche Weise. Während er sich auf dem Hofe ein Fenster ein- Gemüter. Da auch das Spiel sich sehen lassen konnte, Die Privathäuser rivalisieren in dem Bestreben, die Verletzten in schlug, um von hier aus nach dem Brandherde vorzubringen, sauste so ist ist diesen Winter gewissermaßen zum erstenmal von Pflege zu nehmen. Alle Theater sind geschlossen. plöglich die schwere aufgezogene Jalousie, deren Aufzugsgurt durch einem Erfolg im Karl Weiß Theater zu berichten. Im Weiter wird noch aus Madrid telegraphiert: Etiva 100 gebrannt war, auf seinen Rücken herab und drückte ihn gegen die Lustspielhaus ist Sonnabend mittag vor einem nicht gerade Leichen sind aus den Trümmern hervorgeholt. Fensterbrüstung. Nur mit vieler Mühe konnte er aus seiner qual- zahlreichen Bublikum Gabriele Reuters Märchen„ Das böse Prinzeßen" Da es ganz unmöglich erscheint, zu den Verschütteten zu gelangen, vollen Lage befreit werden. Ob er infolge dieses Unfalles dauern wieder aufgeführt worden. Zwischen der Direktion des National- befürchtet man, daß alle 400 zerschmettert oder erstickt sind. Die den Schaden davongetragen hat, ist noch nicht festgestellt. Theaters und einer Stalienischen Oper" schweben Unterhandlungen eingestürzten Gebäude bilden ein mächtiges Viered von 300 Meter wegen eines Gastspiels für den Monat Juni, die voraussichtlich schon Länge und 150 Meter Tiefe; alle diese Gebäude stürzten auf einmal Schwere Folgen hat die Unverträglichkeit zweier Flurnachbarinnen in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen werden. Schillers zusammen, wie man annimmt, wegen zu geringer Stärke der gehabt. In dem Haufe Solonieftr. 128 wohnten früher im ersten Stod Demetrius" wird am Freitag im Leffing- Theater nicht nach tragenden Pfeiler. Wassermassen bedecken den größten Teil des des Seitenflügels die Familien des 35 Jahre alten Schloffers Paul der Einrichtung Christian Gottfried Körners erscheinen, die für alle Trümmerfeldes. Bethte und des 37jährigen Kutschers Hermann Solitär an dem bisherigen Aufführungen der Dichtung maßgebend gewefen ist, Bei dem Einsturz waren 235 Arbeiter an einer tiefgelegenen felben Flur nebeneinander. Die beiden Frauen konnten sich nicht sondern zum erstenmal auf Grund der großen historisch- fritischen Stelle beschäftigt. Man nimmt an, daß fie alle verschüttet worden sind. bertragen und stritten und zankten sich fast jeden Tag, oft der Sammlung der Werke, die Karl Goedeke ediert hat und die den Gestern sind drei weitere Leichen geborgen worden. An der Kinder wegen. Wenn dann Abends die Männer bon der ursprünglichen Schillerschen Text vollständiger wiedergibt als jene Unglüdsstelle sind zurzeit 700 Arbeiter mit Aufräumungsarbeiten Arbeit heimkehrten, so flagten sie diesen ihr Leid. Am populär gewordene Ausgabe von Schillers Freund. Die Aufführung beschäftigt. 14. Juni vorigen Jahres wollte es der Zufall, daß Bethke und ist in zwei Aften angeordnet; eröffnet wird sie durch einen Prolog Sonntag vormittag begaben sich Vertreter der Arbeiterverbände Solitär abends zu derselben Zeit nach Hause tamen und auf von Ernst v. Wildenbruch, den Rosa Bertens sprechen wird. zum Gouverneur, um die Erlaubnis zur Veranstaltung von Trauerdem Hofe zusammentrafen. Jest entlud sich der ganze Groll auf Der Gous beiden Seiten. Die beiden Mänuer schlugen fich heftig, bis Bethke Das Konzert der Typographia" hatte am Sonntag die Freunde fundgebungen in den Straßen Madrids zu erbitten. dem Solitär die Nase abbiß. Der Verlegte lag 31/2 Monate in dieses beliebten Gesangvereins in solcher Zahl nach der„ Neuen berneur erteilte die Genehmigung. Die Eingelheiten, werden noch der Charité und erhielt eine Wachsnase. Sein Gegner wurde An- Welt" gelockt, daß lange vor Beginn der große Saal und die Galerie festgesetzt werden. Gruppen von Studenten und Arbeitern durchfangs Februar zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Seit diefem bis auf den letzten Blaz gefüllt waren. Unter einer geradezu zogen mit schwarzen Fahnen die Straßen der Stadt und sammelten Tage fühlte sich Solitär, der unterdessen mit seiner Frau und vier musterhaften Ruhe fanden die mit bekannter Präzision zu Gehör ge- für die Opfer der Statastrophe und ihre Familien Geldspenden. Kindern im Alter von 1-10 Jahren nach der Gropiusstr. 2 ver- brachten Männerchöre unter der Leitung des Herrn Alexander Wein- Am Nachmittag veranstalteten in der Nähe des eingestürzten Wasserzogen war, nicht mehr sicher. Er fürchtete die Nache des Verurteilten, baum wohlverdienten Beifall. Aus dem sorgfältig gewählten Pro- reservoirs gegen 5000 Arbeiter, die schwarze Fahnen mit sich führten, obwohl ihm diefer dazu gar keine Veranlassung gab. Seine gramm entfesselten besonders das Morgenlied" von Niez," Unter eine Kundgebung. Als die Polizei die schwarzen Fahnen entfernte, Besorgnis verdichtete sich seit acht Tagen zu der Wahns allen Wipfeln" von Kuhlau, des„ Glockentürmers Töchterlein" von kam es zu einemZusammenstoß mit den Demonstranten. Mehrere Nach einer borstellung, daß Bethke, der seine Strafe noch nicht an- Reinthaler und die Venushymne" von d'Albert nicht enden Polizisten und Zivilpersonen wurden schwer verletzt. getreten hat, beabsichtige, ihm den Hals abzuschneiden. Jeden wollende Beifallsstürme; die beiden letzten Kompositionen wohl späteren Meldung sind bei dem Zusammenstoß im ganzen fünfAbend leuchtete er seine ganze Wohnung ab, weil er fürchtete, fein hauptsächlich wegen der Sopranjoli des Fräulein Rory King. 3ehn Personen verletzt worden. Gegner könne fich irgendwo versteckt haben. Wiederholt äußerte er Die Arie der Micaela aus" Carmen" sowie einige Lieder von zu seiner Frau, ehe er sich von Bethte den Hals abschneiden ließe, der über eine prachtvolle Stimme verfügenden Sängerin fanden werde er ihn fich lieber selbst abschneiden. Seine Frau bemühte sich ebenso wie die meisterhaften Darbietungen des bekannten Violin umsonst, ihm diesen Gedanken auszureden. Am Sonnabend abend virtuosen Herrn Alfred Wittenberg den verdienten Beifall. lief er plöglich nach der Küche, ergriff ein Messer und schnitt sich tief Alles in allem bot die Typographia" durch ihren Liederabend, in die Kehle. Auf die Hülferufe der Frau und das Geschrei der dessen Gelingen durch kein Gläsergeflapper gestört wurde, den BeKinder eilten Nachbarn herbei und entrissen ihm das Messer. Er suchern einige genußreiche Stunden. hatte sich aber schon so schwer verletzt, daß er die Besinnung verlor und auf Anordnung eines Arztes schleunigst in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Erdbeben in Italien. Aus Benevent und Avellino werden Erdbeben gemeldet. In Benevent wurde ein startes, wellenförmiges Erdbeben wahrgenommen, das zehn Sekunden dauerte und sich in der Richtung von West nach Ost fortsette. Auch in Avellino wurde ein wellenförmiges Erdbeben beobachtet, dem ein zweiter fürzerer Stoß folgte. Der Klub der Selbstmörder. Das legte Mitglied des SelbstUm die Amateur Weltmeisterschaft. mordklubs, der vor zehn Jahren mit 13 Mitgliedern gegründet Jm Gewichteheben und Ningen fämpfen feit Sonnabend wurde, Mr. Daniel Loeffer, ist, wie ein Sabeltelegramm aus Ein Kindesmord beschäftigt wieder die Kriminalpolizei. Als der 115 Amateur Athleten Deutschlands, Desterreichs und Dänemarts Bridgeport meldet, jegt eines natürlichen Todes gestorben. Die in dem Neuen Moabiter Gesellschaftshaus". Französische und Mitglieder des Selbstmordflubs waren sämtlich Deutsch- Amerikaner Hausbiener August Reinhold, der Sohn des Verwalters vom Hause amerikanische Amateure, die ihr Erscheinen bereits zugefagt hatten, und lustige Kumpane, die öfters Festlichkeiten veranstalteten, nach Gräfeftr. 76, gestern abend um 7 Uhr das Gaslicht im Treppen- follen nur mit Rücksicht auf die doch nicht zu schlagende österreichische benen jedes Mal ein Mitglied des Slubs in bizarrer Weise Selbsthause anzündete, fand er in der halben Höhe zwischen dem zweiten Ronkurrenz fern geblieben sein. Aber auch so gestaltete fich der in mord verübte. Eins der Mitglieder, ein Redakteur, schrieb einen und dritten Stock des Borderhauses ein Batet auf dem Treppenabsaz. loyalster Weise sich abwickelnde Wettbewerb äußerst interessant, hatte humoristischen Bericht über eine Klubversammlung und erschoß sich Es war mit grauem Backpapier umwickelt und mit einem Vindfaden verschnürt. Reinhold löste die Schnur und fand in dem Bapier man doch im Gegensatz zu den Produktionen von Berufs- fofort nach Veröffentlichung des Berichtes in seinem Blatte. athleten die Gewähr, daß streng reell verfahren würde. Auch einen grauen Pappkarton und darin in Watte und Sackleinwand wurde bei dem Gewichteheben jedesmal durch eine Tafel das Ein geradezu bestialischer Kampf fand bei einem Wettboren im eingewidelt die Leiche eines neugeborenen Knaben. Er brachte den Publikum genau unterrichtet, wieviel Pfund die zu schwingenden, Westendklub zu St. Louis statt. Dem Amateurboger Charles Blosse graufigen Fund zur Wache des Reviers in der Fichtestraße, wo man stoßenden nnd drückenden Gewichte wiegen. Trotzdem nur Amateure wurde beim zweiten Gang die Kinnlade durch einen Stoß seines feststellte, daß dem Kinde der Schädel eingeschlagen war. Der Kleine Kopf war zu einer blutigen Masse breitgeschlagen. Nach der Ent- an der Konkurrenz teilnahmen, wurden doch höchst achtunggebietende Gegners entzwei geschlagen, er erhob sich jedoch wieder, bevor er widlung des Körpers muß das Kind mehrere Tage gelebt haben. von der II.Klaffe( bis 160fb.Körpergewicht) folgender Rekord aufgestellt: blutbedecktem offenen Munde und herabhängender Kinnlade fort. widlung des Körpers muß das Kind mehrere Tage gelebt haben. Leistungen gezeigt. So wurde am Sonnabend beim Gewichteheben für kampfunfähig erklärt werden konnte, und setzte den Kampf mit Seinen gewaltsamen Tod hat es wahrscheinlich schon vor einigen vom einarmigen Schwingen 146 Pfund, beim einarmigen Reißen Im dritten Gang besiegte er seinen Gegner vollständig, erlitt jedoch Tagen gefunden. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei ergaben, 145 Pfund, beim beibarmigen Drücken 200 Pfund, beim beidarmigen dabei einen zweiten Bruch der Kinnlade. Die beiden Gegner richteten daß das Patet nicht aus dem Hause selbst stammt, sondern in der Stoßen 270 Pfund. Diese Leistungen werden erst dann recht ge- einander furchtbar zu. Dunkelheit des gestrigen Abends zwischen 6½ und 7 Uhr von außen hineingetragen sein muß. Die Nachforschungen nach der athletit vergleicht. Die letzten zum Vergleich heranzuziehenden Zahlen würdigt werden können, wenn man sie mit dem Rekord der BerufsZentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Mutter wurden sofort eingeleitet. find uns im Augenblick nicht gegenwärtig, doch sei vergleichsweise Deutschlands. Heute, Dienstag, abends 9 Uhr: Versammlung in Weißensee, Feuerbericht. Neben dem großen Ladenbrande in der Neuen mitgeteilt, daß vor einigen Jahren Hadenschmidt, der berühmte im Brälaten( Carl Coburg), Königs- Chaussee 42, Ede Lehderstraße.- Gäste Friedrichstr. 69 hatte die Wehr in den letzten 48 Stunden noch über professionelle Kraftathlet und Ringtämpfer, bei dem einarmigen find willkommen. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. 8weigberein ein Dugend andere Feuer abzulöschen. Montag nachmittag 2 Uhr Reißen einen Rekord von 191 Pfund aufstellte. Dabei wurden die wurde sie nach der Kommandantenstr. 67/69 gerufen, weil dort in erwähnten Amateurleistungen von Angehörigen der Mittel. Berlin. Heute 2 Uhr: Treffpunkt bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57, mit einem Bigarrengeschäft ein Brand entstanden war. Der 18. Bug be- gewichtstlaffe erzielt. Welche Rekords die Schtvergetvichts- Damen, zum Besuch der Wohlfahrts- Ausstellung. feitigte die Gefahr. Möbel und Deden gingen in der Manteuffel- lasse aufstellte, vermögen wir nicht mitzuteilen, da diese Klaffe am Marktpreise von Berlin am 8. April. Nach Ermittelungen des straße 23 in einer Wohnung in Flammen auf. Drei weitere Sonnabend erst um 12 Uhr nachts ihre Produktionen begann. Wohnungsbrände mußten in der Cotheniusstr. 13, Schulstr. 54 und Immerhin ist ja bekannt, daß der Wiener Amateur Steinbach bereits tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte 17,30-17,28 M., mittel 17,26-17,24 M., geringe 17,22-17,20 M. Kleidungsstüde wurden im wesentlichen beschädigt. Durch Kurz aufgestellt hat, eine Leistung, die den Höchstleistungen professioneller schluß in der elektrischen Leitung kam dann in der Neuen Königstr. 11 Athleten vollständig gleichwertig ist. Am Sonntag begannen die bis 13,70 M., geringe 13,60-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,20-15,40 m., Feuer aus, das indes leicht unterdrückt werden konnte. Längere Ringtämpfe. Am Abend gingen aus dem Kampfe der II. Klasse als mittel 15,30-14,60., geringe 14,50-13,80. Erbien, gelbe, zum Stochen Beit gab es am Königsgraben 15a zu tun. Der Fußboden, die 1. Albert Hein Berlin, 2. Gustav Hede Kopenhagen, 45,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00 M. Nichtstroh 5,00-4,50. Heu 9,00-7,40 M. Schaldede und Baltenlage brannten.- In der Dalldorferstr. 7 3. Mathias Hartl Berlin, 4. Bart. Huber München her Kartoffeln 10,00-6,50. war in einer Tischlerei ein Brand entstanden, der Hölzer, bor. Besonders interessant war der Stampf Hein- Hede. Obwohl der Für ein Stilogramm Butter 2,80-2,20 M. Gier per Schod 4,00-2,80 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Späne usw. ergriffen hatte. Die Gefahr wurde noch rechtzeitig be- Däne dem Berliner an Kraft bedeutend überlegen war, gelang es merkt und fonnte vom 16. Zuge in furzer Zeit beseitigt werden. schließlich doch dem Berliner, durch seine meisterliche Technik den Der ebenfalls Außerdem hatte die Wehr noch in der Oranienstr. 187, Königin Sieg über den gefährlichen Gegner davonzutragen. Augustaftr. 40 und noch an einigen anderen Stellen zu tun. sehr starke Münchener Huber, der Meisterringer von Süddeutschland, fonnte erst an bierter Stelle einrücken. in der Homintenerstr. 46 abgelöscht werden. Möbel, Gardinen und früher einen Rekord im beidarmigen Stangenstoßen von 326 Pfund og00,00 M. Futtergerite"), gute Sorte 16,00-14,90., mittel 14,80 ralität. " Vorort- Nachrichten. Wasserstand am 8. April. Elbe bei Auffig+ 2,04 Meter, bei Dresden+0,55 Meter, bei Magdeburg+3,16 Meter. Unstrut bei Straußfurt+0,00 Meter. Dder bei Ratibor+ 2,38 Meter, bei Breslau Dber Pegel+5,30 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,36 Meter, bei Frankfurt+2,21 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,62 Meter. Bar the bei Bosen+ 1,60 Meter. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Der Besuch der Vorführungen war am Sonntag ein guter, am Eine Ausstellung von Werken Menzels findet zurzeit in der Sonnabend dagegen ein recht mäßiger. Bei fpäteren Veranstaltungen Nationalgalerie ftatt. Eintrittspreis eine Mart. Folge dieser Maß- follten die Arrangeure zur Hebung des Interesses der Deffentlichkeit dafür regel: Die Ausstellung bleibt leer. Wie soll auch ein Arbeiter oder Sorge tragen, daß die Produktionen sich wenigstens nicht über fonst ein fleiner Mann sich mit seiner Familie den Lurus leisten, Mitternacht ausdehnen, wie dies am Sonnabend und Sonntag für den Besuch der Ausstellung drei Mark oder weit mehr noch zu der Fall war. Ein solches Arrangement mag ja schwer zu treffen opfern. Auch für einen einzelnen gehört, wenn er nicht in begüterten fein. Immerhin tönnen bem Bublifum teine ungebührlichen DauerVerhältnissen lebt, selbst bei hervorragendem Kunstenthusiasmus, ein Ueberhaupt trug die Veranstaltung Stüd Opfermut zu einer solchen Ausgabe; und so tommt diesmal noch allzu sehr den Charakter einer internen Vereinsfeierlichfizungen zugemutet werden. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends es denn, daß in einer Ausstellung, wie fie vielleicht nie teit. Wenn man die Deffentlichkeit für solche reellen Sports- bon 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 lbz. Genf. Es ist unmöglich, Rechte und Pflichten aus einem Vertrage zu zugehen scheint. Im großen ganzen läßt sich der Einwohnerschaft produktionen interessieren will, muß man auch dafür Sorge tragen, beantworten, falls der Vertrag nicht abschriftlich oder in Urschrift vorliegt. Berlins nicht der Vorwurf machen, daß sie für die Kunst kein Ver- daß der Zeitdauer gewisse Schranken gesetzt werden, daß pünktlich liegt kein schriftlicher Vertrag vor, so wären Ihre Fragen dahin zu beant ständnis zeige; der besonders an Sonntagen starke Besuch der Museen angefangen, nicht zu spät aufgehört wird, daß mit einem Wort alle worten: 1. Renovierung selbst vornehmen. 2. Nein. 3. Ja. 4. Erst später. Elba. Nachdem die Unterschrift geleistet ist, würde eine Klage feitens spricht im Gegenteil für eine lebhafte Würdigung der ausgestellten unliebſamen Störungen vermieden werden. der Verwaltung Erfolg haben. Alter Abonnent 34. 1. Verjährung Kunstschäze. Auch die Menzel- Ausstellung würde nach Gebühr be liegt nicht vor: Sie müßten schleunigft Einspruch einlegen. 2. Die Stoften achtet werden, wenn sie allen Schichten der Bevölkerung zugänglich werden nicht nach der Anzahl der Termine berechnet. Es sind also durch wäre. Da fragt sich denn, ob die Leitung der königlichen Museen die Bertagungen Untoften nicht erwachsen. Artist, Breslau. Nein. überhaupt auf ein Eintrittsgeld angewiesen ist und diese E. K. 37. Versicherungspflicht liegt nicht vor. Wegen Selbstversicherung Frage tann wohl ohne Gewissensbisse mit, Nein" beantwortet wenden Sie fich an die Offenbacher Krankenkaffe. J. 2. 144. Ihr werden. Sollen die Werke des bedeutenden Malers von der Be Friedrichshagen. Schwiegervater müßte fich an das Gericht wenden. Soweit ersichtlich, hat er Ch. 4. bölferung beachtet werden, dann muß die Schranke des hohen EinUm ihre ganze Habe bestohlen wurden in der Nacht zum Mon- aber wegen Haufierens ohne gültigen Schein strafbar gemacht. Nein. G. J. Wenden Sie sich mit einer Beschwerde an die Schul trittsgeldes fallen und die Ausstellung unentgeltlich geöffnet tag die beiden Bädergesellen se och und Schulz, welche bei dem deputation. E. P. 16. Es müßte entweder Adoption oder Ge sein. Der preußische Staat geht nicht zugrunde an dieser Libe- Bäckermeister Raaz in der Scharnweberstraße 3 zu Friedrichshagen stattung der Führung eines anderen Namens durch den Regierungs1. G. 24. Anspruch in Arbeit stehen. Während die Bäcker in der im Erdgeschoß des präsidenten erfolgen. Roftenpunkt: 50 Mart. steht Ihnen nicht zu. Wegen des Buches Profeffer Ernst Häckel( Jena), den die Berliner bisher in ihrer Hauses belegenen Bäckerei mit dem Baden der Frühstücksware be- auf Entschädigung Stadt noch nicht als Redner vernehmen konnten, hat eine Einladung schäftigt waren, brangen Diebe in die im zweiten Stock belegene wollen Sie sich an die Buchhandlung oder den Spediteur wenden Pachulte 13. 1.- 3. Nein, die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs zum Kommerse der Freien Hochschule Berlin angenommen, Wohnstube der Gesellen. Sie nahmen ihnen ihre Ersparnisse im Be-( 623) fämen in Betracht. 2. 2. 2. Keineswegs. 2. Streitende. den diese am 15. April, abends 8, Uhr, in den Festfälen des trage von 70 M., die Kleidung, Wäsche, Uhr und einen Handkoffer. Handpflege. 2. Bom ersten Moment ab. F. M. 26. Da Sie die Zoologischen Gartens" veranstaltet. Damit recht vielen Berehrern des Die Diebe, von denen bisher jede Spur fehlt, haben in der Wohnung Forderung nicht voll bezahlt hatten, ist die Pfändung leider zu Recht be ftehend. berühmten Naturforschers und Freidenfers Gelegenheit gegeben werde, wild gehauft und find völlig unbemerkt entkommen. 8. R., Rigdorf. Hat der Vertrauensarzt der Versicherungs sich zu beteiligen, wird der Kommers jedermann( Damen wie Herren) anstalt sich roh benommen, daß er den Zustand Ihrer Mutter verschlimmert hat, so sollte Ihre Mutter fich beschwerdeführend an die Versicherungsanstalt zugänglich sein. Bei dem voraussichtlich großen Andrange, den diese Königs- Wusterhausen. wenden und die Kosten einflagen. Die Auftalt haftet für die Stoften Feier finden dürfte, ist es möglich, daß an der Abendkasse teine Bei der Rückkehr von einem Fest ertrunken. An einer Gefellen- nicht. Leider wird der Beweis schwierig zu erbringen sein. Starten mehr zu haben sind und sollten Interessenten sich beizeiten feier, welche am Sonnabend im Lokale des Nestaurateurs Nelte zu E. W. Ein 23jähriger Mann bedarf nicht elterlicher Einwilligung zur W. S. 21. Jedes mit Billetts versehen, die vom Dienstag, den 11. April an bei Wildau stattfand und sich bis spät in die Nacht ausdehnte, nahm Heirat. Die Einwilligung seiner Braut genügt. Wertheim an der Theaterkasse zu haben sind. auch der 28jährige Schlosser Schröder aus Niederlehme teil. Grundstid ist in dem Grundbuch des Amtsgerichts eingetragen, in dessen Schröder mußte in der Nacht, um nach Hause zu gelangen, mit Bezirk es liegt. Wenden Sie sich also an das Amtsgericht. Die Saisonkarten für die Große Berliner Kunst- einem Kahne über die Dahme fahren. Er ist während diefer Fahrt Sandelt es sich um junge Leute über 14 Jahre, so steht der geplanten Rege ausstellung, die am Ostersonntag eröffnet wird, gelangen über Bord gefallen und ertrunken. Seine Leiche wurde am Sonntag lung nichts im Wege, für jüngere iſt§ 135 u. 186 Gewerbe- Ordnung maßgebend. W. J. 87. Es tann Unstiftung zu der betreffenden Tat angenommen bereits jezt zur Ausgabe. Der Preis beträgt wie bisher 6 M. abend univeit der Unglüdsstätte( Niederlehmer Fähre) durch Fischer werden. Friedrichsfelde 3. Die Steuerbehörde kann auf besonderen pro Person. aufgefunden. Antrag die Ausgaben für die Mutter berücksichtigen. 2., Ebertyftr. Es Theater. Im Karl Beiß Theater ist Sonnabend eine fann die Handlung eine strafbare fein: entscheidend ist, ob es sich handelt und pfändbare Gegenstände der Wirt bon Sensationstomödie Die leinen Bagabunden" aufgeführt feinem Retentionsrecht Gebrauch gemacht hat. werden. Dies Stück hat unter der Direktion Samst im Friedrich 2. Sie irren. Berolina 50, Albert, F. A. Th. 10: Ja. Adolf Unleserlich Wilhelmstädtischen Theater Erfolg gehabt. Das ist zwar schon einige aus Steinach. Sit vierteljährliche Sündigungsfrist bereinbart, so ist die Jahre her; aber da das Karl Weiß- Theater heute in ähnlicher BerWohnung nur zum 1. Januar, 1. April, 1. Juli, 1. Oktober, und zwar faffung ist, wie dazumal die Institute des Herrn Samit, so ist es Gewaltige Erregung herrscht in der spanischen Hauptstadt über spätestens am 31. Dezember, 31. März, 30. Juni, 30. September zu fündigen. tein Wunder, daß die Direktion zu den Mitteln greift, die ehedem das furchtbare Unglück. Die Arbeiter erheben Anklage gegen den P. L., Gr. Lichterfelde. 1. Nein. 2. und 3.: Wahrscheinlich. 4. Wenden B. H. Ihr Rücktritt ist, einen Mann, der ein tüchtiger Schauspieler, aber ein schlechter Unternehmer, daß anstatt Bement Sand und Stalt verwendet wurden. Sie sich mit einer Anfrage an das Amtsgericht. Theaterleiter war, eine gute Weile über Wasser gehalten haben. Viele der Hinterbliebenen suchen noch immer nach Vermißten. Der soweit ersichtlich, zu Recht erfolgt. Zur Zahlung der sonst durchaus zulässigen Steuern 200. Ronventionalstrafe sind Sie deshalb nicht verpflichtet. Man glaubt gar nicht, was die beiden jugendlichen Helden des Stückes Ministerrat beschloß, eine gerichtliche Untersuchung wegen der Ursache 1. und 2.: Ja. Haben Sie abvermietet, fo find die Sachen für die Dauer alles auszustehen haben, wie waghalsig sich das Laster vor ihnen auf der Katastrophe einzuleiten und den Bautenminister mit der Ueber dieser Miete nicht pfändbar. Die Beschwerde müssen Sie bei der Behörde der Bühne breit macht und wie dennoch im entscheidenden Augen- wachung der Ausführung des Unfallgesetes zu beauftragen. Die einlegen, die hat pfänden lassen. Das dürfte die Steuerdeputation des blick die Tugend über alle Gaunerfrechheit siegt. Die schwierige Kommission setzt sich zu gleichen Teilen aus Zivil- und Militär- Magistrats sein. Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Vermischtes. Die Katastrophe in Madrid. 200 um об 2. R. 31.