Nr. 88. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonelgeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Waffengebrauch des Militärs. Donnerstag, den 13. April 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. wurde, die Felddienstordnung mit der Wachtposteninstruktion Dingen darf der Soldat nichts unterlassen und nichts ververwechselt hat. In der Felddienstordnung wird dem Posten säumen! Das ist das schwerste Verbrechen des Soldaten, und das folgende Recht eingeräumt: Bei Dunkelheit wird jeder, so wird er denn in Zweifelsfällen nach wie vor schießen, Der Meter Wachtposten Prozeß ist von der der sich dem Posten nähert, mit lautem" Halt! Wer ba?" zumal nicht nur mäßige Intelligenzen, sondern auch schon bürgerlichen Presse mit Stillschweigen übergangen worden. unter Fertigmachen des Gewehres angerufen. Steht der An- fehr ausgebildete und gereifte Köpfe nicht imftande sein Das System, das hier in einem krassen Beispiel vor die gerufene auf ein drittes„ Halt!" nicht, so wird auf ihn ge- dürften, sich aus der juristischen Wirrnis der Vorschriften in Gerichtsöffentlichkeit frat, wurzelt so tief im Militärstaat, daß schoffen. jedem Falle den zweckmäßigen Entschluß zu wählen. Er wird die bürgerlichen Parteien, die ja nachgerade sämtlich dem Beim friedlichen Bostenstehen hat der Soldat allerdings immer nur den kategorischen Imperativ des Militarismus Militarismus verfallen sind, mit gutem Instinkt sich davor nicht das Recht, ohne weiteres zu schießen, wenn eine Person hören:„ Schieße!" hüten, tiefer in die Materie einzubringen. auf Anruf nicht stehen bleibt. Aber die Verwechselung, die sich Noch gemeingefährlicher werden die Rechte des Militärs " 1 " 20 Die Vorschriften des militärischen Waffengebrauches der Soldat hat zu schulden kommen lassen, ist durchaus nicht im Kampfe gegen den inneren Feind". Die stammen aus dem absoluten Staat. Sie sind im wesentlichen so schuldhaft, wie etwa die Verwechselung giftiger und harm- Berechtigung des Waffengebrauches und dessen richtige geregelt für Preußen durch das„ Gesez über den Waffen- loser Medizin, die sich ein Apotheker zu schulden kommen läßt. Ausübung wird auf diesem Gebiete gefeßlich bis zum Begebrauch des Militärs" vom 20. März 1837 und die Ver- Denn die Instruktionen für das Bostenstehen auch im Frieden weise des Gegenteils vermutet. Auch hier stammen die ordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und sind so kompliziert, daß in der Tat der Unterschied zwischen Vorschriften aus der Zeit der absoluten Monarchie, und der dem Gesetz schuldigen Achtung" vom 17. August 1835. dem Postenstehen im Feindesland und mitten im Frieden es ist sehr bemerkenswert, wie die militärischen Kommentatoren Die ganze bedeutsame Frage ist also in einer Zeit erledigt nicht sonderlich groß ist. Der erwähnte Karl Endres erklärt des Waffengebrauches als illustrierendes Beispiel für die berechworden, wo es überhaupt noch kein Parlament gab und der in seiner angezogenen Schrift selbst, daß das Kapitel vom tigten Scharfschießübungen gegen den inneren Feind in breiter absolute Herrscher das Recht hatte, frei über seine Armee militärischen Waffengebrauch zu den schwierigsten Gegen- Behaglichkeit einen Fall erzählen, der mit einem Streit, Buund sein Land zu verfügen. Die Garnisondienst- Vor- ständen gehört; ja über gewisse Fragen gehen nicht ſammenrottungen auf der Straße und Gewalttätigkeiten gegen schriften die heute im einzelnen die Soldaten über nur einzelne Autoritäten, sondern auch die Sprüche Arbeitswillige beginnt und mit der Niederknallung, das Recht des Waffengebrauches inftruieren, beruhen durchaus der höchsten Gerichtshöfe auseinander. So wird zum Beispiel mit dem Hineinschießen in die Massen endigt, ohne daß die auf diesen vormärzlichen Gesezen und Verordnungen. Die sowohl vom Reichsgericht als auch vom Reichsmilitärgericht Menge etwas anderes verbrochen hätte, als dem Befehl zum Armee, als das Volk in Waffen, wie sie der Tendenz nach in das Flachschlagen" mit dem Säbel als be Auseinandergehen nicht zu folgen. der großen Reformzeit nach Jena entstanden, ist der gerade stimmungswidriger Gebrauch, also als Mißbrauch der Also auch hier werden Verfehlungen, die nach der GeWiderspruch zu dem tatsächlichen Wesen der heutigen Armee, Waffe, bezeichnet und nur der scharfe Gebrauch des Seiten werbe- Ordnung mit gelinderen Strafen geahndet werden, die einmal ein Kastenheer ist und dann noch. immer hinsicht gewehrs als bestimmungsgemäß betrachtet. Es gibt eine ganze ohne Rücksicht auf Schuldige und Unschuldige auf lich der Befugnisse des Monarchen den Charakter einer Söldner- Literatur über diese Frage. Ueber all dieses und über noch der Stelle mit dem Tode geahndet. Seit den dreißiger schar trägt. Das Volk in Waffen das bedeutet die Demo- mehr muß nun ein gewöhnlicher Soldat auch bei mittel Jahren hat sich die ganze Welt von Grund auf umgestaltet. tratie, die sich gegen den äußeren Feind wehrhaft macht. Das mäßiger Intelligenz im Augenblick sich klar sein! Die gewaltige industrielle Revolution hat aber in Söldnerheer das ist die bewaffnete Schußtruppe der herr- Wenn in dem Meter Fall nur irgend ein Moment ge- Preußen- Deutschland keine Aenderung des militaristischen schenden Gewalt, die gegen das Volt angewandt wird. geben worden wäre, aus dem hätte angenommen werden Rechtes auf Totschlag hervorgerufen, sondern die alte VerDie allgemeine Wehrpflicht des Volkes führt können, daß sich der Soldat in Putativnotwehr" befunden ordnung ist nur in der Weise modernisiert worden, daß sie demgemäß in vollendeter Absurdität zu der hätte, d. h. daß er einen Angriff als gegeben oder unmittelbar ihre finngemäße" Anwendung auf harmlose Streitbewegungen allgemeinen Wehrpflicht gegen das Volt! bevorstehend angenommen, so wäre ihm fein Haar getrümmt finden darf, die vordem für offene politische Revolten gedacht Der Söldner wußte, wozu er sich verkaufte. Er handelte ge- worden. Hätte er dem Gericht irgendwie plausibel gemacht, waren. wiffermaßen nach freier Wahl. Unter dem Zwange der all- daß er hätte befürchten können, der erschossene Rentier gemeinen Wehrpflicht aber entsteht der im tiefsten unsittliche habe ihm mit einem Stein werfen wollen, so würde er terroristische Zwang, daß die Staatsbürger gezwungen werden, straffrei ausgegangen sein; ja, er würde sich strafbar gemacht gegen sich selbst auf Geheiß einer innerlich fremden haben, wenn er die Scharfschießübung unterlassen hätte. Auch Gewalt die Waffe zu kehren. wäre er zum Waffengebrauch berechtigt gewesen, wenn er aus In den Befugnissen des Wachtpostens nun zeigt sich der irgendwelchen Erscheinungen hätte schließen dürfen, daß der dem modernen Staatswesen widersprechende Grundzug des friedliche Spaziergänger aus dem Feldbahndepot, das dem feudalen Militarismus aufs schärfste. Die militärischen Posten zur Bewachung anvertraut war, etwas entwenden Philosophen des Waffengebrauchs empfinden selbst die wollte. Und schließlich, was macht es aus, wenn der Soldat Ungewöhnlichkeit der Rechte, die dem Wachtposten eingeräumt den Passanten vorher durch Handauflegen für verhaftet erklärt find. So macht beispielsweise der Kriegsgerichtsrat Star hätte! Diese an sich gleichgültige symbolische Handlung hätte Endres in feiner Schrift über den militärischen ihn sofort berechtigt, auf den Davoneilenden zu schießen. Gerade Waffengebrauch( Zweite Auflage Berlin 1903 Deckers diese Befugnis, nach dem formalen Att der Verhaftung ohne weiteres der nach einem offiziellen Telegramm Verlag) selbst darauf aufmerksam, daß das Recht des Postens, und ohne dreimaligen Anruf zu schießen, birgt in sich eine Fluchtversuche mit der Waffe abzuwehren, eine sonst im dauernde Bedrohung friedlicher Staatsbürger; denn der Anreiz Rechtsstaat nicht erhörte Befugnis darstellt. Er weist besonders darauf hin, daß die Polizeibeamten, die doch auch das Interesse haben, Gefangene von der Flucht abzuhalten, solche Befugnis nicht haben. für einen ohne jeden Grund von einem Posten für verhaftet Erklärten davon zu laufen, ist natürlich außerordentlich stark. Revolutionäre Kundgebungen. Die revolutionären Kundgebungen der russischen Intelligenz führen eine immer offenere und drohendere Sprache. In einem offiziellen Telegramm unserer gestrigen Nummer wurden bereits die wichtigen Beschlüsse des allrussischen Advokaten Kongreffes in Petersburg erwähnt, der trog polizeilicher Ueberwachung und Drangsalierung nicht nur eine Voltsvertretung auf Grund des allgemeinen Wahlrechts, sondern auch die Vorbereitung der Revolution durch den Advokatenverband forderte. Gleichzeitig tagte in Rußland ein allrussischer Professoren- Kongreß, ,, es für notwendig erklärt, daß unverzüglich ein Rechtszustand auf demokratischer Grundlage geschaffen werde. Die öffentliche Meinung, sagt die Resolution weiter, fordere entscheidenden Einfluß auf den Gang der Staatsgeschäfte; die gesamte Bevölkerung ohne Unterschied der Nationalität, des Bekenntnisses und des Standes müffe in gleichem Maße zur Boltsvertretung herangezogen werden." Jeder Angriff auf den Posten berechtigt zum Waffengebrauch, und Angriff ist nach Endres insbesondere ,, das AnWie aber begründet der Verfasser, der als ein süddeutscher fassen in feindseliger Absicht, das vorsätzliche starke Anrempeln, Militär durchaus nicht eine besonders schneidige Junker Schläge oder Stöße mit der Hand, einem Stock oder sonstigem Aehnliche Kundgebungen bringt fast jeder Zag. So hat der auffassung von der Armee hat, dieses gefährliche Ausnahme Werkzeuge ohne Unterschied, ob der Schlag oder Stoß trifft Verein der in der Moskauer städtischen Berwaltung recht? Er schreibt:„ Wenn trotz der Schädigung der öffent- oder nicht, Werfen mit Steinen, Unrat und dergleichen." angestellten Aerzte in seiner Sigung vom 16. März 1905 folgende lichen Ordnung bei Fluchtversuchen aus der Gewalt von Wenn man gegen den Landesherrn selbst derartige Hand- Resolution angenommen: Polizeibeamten diesen nicht das Recht des Waffengebrauches Iungen begeht, so wird diese hochverräterische Handlung immerzusteht( auch den bayerischen Gendarmen nicht), somit be- hin erst nach förmlichem Gerichtsverfahren möglicherweise mit züglich der etwaigen Folgen gegenüber dem Fluchtversuch dem Tode bestraft. Ein Militärposten aber von noch so aus militärischer Gewalt für den Flüchtling ein mäßiger Intelligenz hat das Recht, diese Handlungen sofort großer Unterschied sich ergibt, so ist die Berechtigung mit dem Tode zu bestrafen! dieser Verschiedenheit darauf zurückzuführen, daß das Und nicht nur der Angriff, auch die gefährliche BeMilitär im diretten Dienste des Landesherrn drohung mit Angriff" verwirkt schon unter Umständen den als Inhaber der höchsten Exekutivgewalt steht und als dessen Tod. Eine gefährliche Bedrohung mit Angriff ist die in Drgan besondere Kompetenzen zur Aufrechterhaltung seiner Aussichtstellung eines Angriffes"( wir folgen wieder Endres' Autorität besigen muß. Der Begriff der„ bewaffneten" Macht Schrift) in einer fso ernsthaften Weise, daß die unmittelbare wäre hinfällig, wenn die Waffe zur Aufrechterhaltung dieser Verwirklichung der Bedrohung besteht". Kann sich ein Soldat Autorität nicht benutzt werden dürfte." nicht bei jeder Harmlosigkeit gefährlich bedroht glauben? In diesem naiven Bekenntnis zeigt sich ganz offen die Woran erkennt er die gefährliche Bedrohung? Endres beAuffassung, die man in militärischen Streifen von dem Wesen ruhigt darüber: Die Erziehung des Mannes zu Ernst und der Armee hat, und es ist deshalb durchaus nicht merkwürdig. Ruhe wird denselben befähigen, zu beurteilen, in welchem daß die Bestimmungen über den Waffengebrauch noch aus der Falle er es mit der ernstlichen Bedrohung, mit einem Angriff Zeit des absoluten Staates stammen tönnen und, obwohl sich oder mit prahlerischen Redensarten, z. B. eines Betrunkenen inzwischen ein, wie immer fragmentarisches tonftitutionelles zu tun hat." Lange Jahre der Willkür und administrativen Druces haben auf allen Gebieten des russischen Lebens eine tiefe Desorganisation erzeugt. Jedoch fährt die Bureaukratie noch immer fort, den nächsten Interessen und gesetzlichen Forderungen des Volkes keinerlei Beachtung entgegenzubringen, und in ihrem Bestreben, die Herrschaft fich weiter zu sichern, schreckt sie nicht zurück vor den unmenschlichsten Vergewaltigungen an Arbeitern, Frauen und Kindern. Die Prügeltorturen an der studierenden Jugend, das Aufheken eines Teiles der Bevölkerung gegen den anderen, das Schüren der nationalen Unterschiede und der Feindschaft da, wo sie nicht vorhanden sind, all bas tann mur Schrecken und tiefste Empörung hervorrufen, flößen nur Furcht um die Zukunft des Vaterlandes ein. Diese Gefühle, von denen sämtliche ruffischen Bürger erfüllt find, werden auch von dem Verein der Moskauer städtischen Aerzte geteilt." Die Resolution schließt mit der Forderung der fofortigen Einberufung einer tonstituierenden Versammlung, gewählt auf Grund des allgemeinen, geheimen und direkten Wahlrechts, unter vorheriger Garantie der persönlichen Freiheit, der Versammlungs- und Preßfreiheit und der vollen Amnestie der wegen politischer Ueberzeugung geschädigten Bersonen. Die Reformen. Debatte mit 17 gegen 2 Stimmen die Aufhebung der Zensur In der vom Zaren eingefeßten Pressekonferenz wurde nach langer über Privattelegramme der Tageszeitungen befchloffen. Wie man über die„ Reform" in Rußland denkt, darüber flärt die in Petersburg erscheinende Zeitung„ Slowo" auf, die über den Gang der Reform schreibt: Staatswesen entwickelt hat, nicht geändert worden sind. Diese Die Unverlegbarkeit der Person des Staatsbürgers scheint Uebernahme aus dem absoluten Staate wäre unmöglich, wenn uns denn doch zu wertvoll, als daß sie zum Probierobjekt dadie Armee dem Charakter eines konftitutionellen Staatswesens für gemacht wird, ob die Erziehung des Soldaten zu Ernst sich angepaßt hätte. Die ganze Begründung des geradezu und Ruhe Erfolg oder nicht gehabt hat. Dazu kommt, daß unumschränkten Rechtes des Soldaten auf Totschlag wird in allen Zweifelsfällen für den Soldaten es geraten ist, das daraus abgeleitet, daß er den Rock feines Königs trägt. Nicht schärfste Mittel anzuwenden; denn der an der Spitze der aus dem Interesse der Volksgemeinschaft, nicht aus dem Be- Felddienstordnung stehende Satz ist für die ganze Erziehung dürfnisse des Vaterlandes, sondern aus der höchsten Exekutiv des Soldaten zu Ernst und Ruhe maßgebend: Vor allem gewalt des Landesherrn verleiht die Bekleidung mit einem ift entschlossenes Handeln für die vorliegenden Zwecke zu Militärrock Befugnisse, die sonst niemand im Staate besigt. fordern. Ein jeder muß sich stets bewußt sein, daß Unterlassen Das Kriegsgericht, das in Mez über den allzu schieß- und Versäumuis ihn schwerer belasten, als ein Fehlgreifen in eifrigen Musketier aburteilte, hat offenbar selbst gefühlt, wie der Wahl der Mittel." Schon seit zwei Monaten bleibt die am 18. Februar allerhöchft fehr der Fall geeignet sei, auch die militaristisch gezähmte und Das ist der Anfang und das Ende der militaristischen verkündete Reform, betreffend die Zusammenberufung der Volks gewöhnte Deffentlichkeit zu beunruhigen. Der Verhandlungs- Anschauungen. Durch ein Fehlgreifen in der Wahl der Mittel vertreter, nur ein hohler Klang. Das Leben wartet jedoch nicht; leiter hat deshalb wiederholt in aller Ausführlichkeit die Bezieht sich der Soldat nur in besonders krassen Fällen, wenn es geht in erhöhtem Tempo vorwärts und die Geschichte tut das stimmungen vorlesen lassen, die hinsichtlich des Waffen- die Deffentlichkeit irgend ein Opfer verlangt, eine Bestrafung ihrige. Allmählich fängt die starkgeprüfte hundert Millionen starke Bauernmasse an, ihren mächtigen Rücken zu reden- einerseits gebrauches der Posten bestehen. Es ist ganz richtig, was von zu. Es ist aber auch schon vorgekommen, daß eine von der bedrängt durch Steuern und Abgaben, die täglich zunehmen, eiten des Anklagevertreters behauptet wurde, daß der unselige Deffentlichkeit als Fehlgriff berurteilte Handlung dazu gedient andererseits bedrängt von der Polizei in der Person eines LandschaftsSoldat, dessen mäßige Intelligenz ihm ausdrücklich attestiert hat, die Karriere des Mannes zu beschleunigen. Vor allen Hauptmanns, Pristaws, Wjachnits oder dergleichen, eingeengt durch fraten immer näher und näher heran." = D Fast scheint ben Bodenmangel, die Unwissenheit der Bevölkerung, die dem Lande Das flingt sehr stolz und sehr sicher. Vernünftige Politik ist es[ Zentrumsblatt:„ Vor allem im Reichstage würde der frühere ihren materiellen wie geistigen Tribut entrichtet beginnt aber ganz und gar nicht. Die deutsche Regierung wünscht nach dieser preußische Handelsminister eine sehr schäzenswerte Kraft abgeben. diese Millionenmasse damit, ihre Fesseln, die ihr die offiziösen Aeußerung eine Lösung der marokkanischen Frage, aber uns wundert es, daß sich bisher noch kein Wahlfreis gefunden hat, Polizeiwillkür und das bureaukratische Regime auferlegt weder will sie ein Interesse daran haben, daß der französische der bereit gewesen ist, ihm ein Mandat zu verschaffen. haben, bon fich abzuwerfen. Es ist nicht mehr die Zeit, auf die Heger hinzuweisen, auf die bösartigen Personen Minister des Auswärtigen eine Aussprache herbeiführt, noch will es, als warte man auf die Vorurteilslosigkeit der Zentrums. Zeit, auf die Heger hinzuweisen, auf die bösartigen Personen sie selbst eine Aussprache herbeiführen. Sie behauptet, andere öffnen.... Insbesondere erscheint uns Frhr. v. Berlepsch als der partei, um diesem Staatsmanne die Tore zum Parlament zu und Agitatoren denn es gibt schon sehr wenige Bauern in Ruß- ie land, die wenigftens in den letzten Jahren nicht die ganze Schwere, Mittel und Wege" zur Verfügung zu haben, was nichts anderes be- gegebene Kandidat für einen Saarfreis." das Traurige und die Leiden ihres Dahinvegetierens empfunden deutet, als daß sie unmittelbar beim Sultan in Fez ihre Interessen Journalistische Gelegenheitsarbeiter. Aus halle berichtet man hätten. Aber dort fährt man fort, in den bureaukratischen Kanzleien zu fördern glaubt. Bei solchem Verhalten muß natürlich der Sultan uns unterm 11. April: Das„ gesinnungstüchtige" Preßheldentum Zirkulare an den Tag zu fördern, die niemand nützen, es werden schließlich in eine äußerst schwierige Stellung zwischen den fran- offenbart sich hier gegenwärtig in seiner ganzen Größe. Der VerKommissionen zusammenberufen, es werden Gehälter für neue Be- zösischen und den deutschen Wünschen gelangen und der Streit der leger der stockkonservativen Halleschen Zeitung" Heinrich Ostermann amtentategorien festgesetzt, aber niemand schreitet dazu, Maßnahmen beiden Diplomatien wird nur immer widerlicher. wurde jüngst von einem Mitarbeiter, der jahrelang täglich für die zur Rettung des Vaterlandes zu ergreifen. Und doch ist noch kostZeitungen, die in seinem Verlage hergestellt werden, Gerichtsbare Zeit da, um Rußland vor jenem Untergang zu retten." Es kann natürlich keine Rede von einem Untergang sein, beDie Frage, ob Delcassé der deutschen Regierung das fran- berichte 2c. geliefert hatte, wegen Gehaltsforderungen vers wird von neuem flagt. Herr Ostermann verweigerte die Zahlung mit dem merkt hierzu der„ Ihn Stetscheftwa", eine andere Petersburger Zeitung, zösisch englische Abkommen mitgeteilt hat, von Wien aus erörtert. Delcassé soll alt sämtliche Hinweise, der betreffende Journalist sei mur Gelegenheitsaber Erschütterungen, wie sie in der Weltgeschichte noch nicht dagewesen sind, rücken durch den außerordentlichen Starrsinn der Bureau- diplomatische Vertreter Frankreichs im Ausland eine Zirkulardepesche arbeiter. Das Gericht war jedoch anderer Ansicht und Ostergerichtet haben mit der Aufforderung, den Regierungen bekannt zu mann mußte zahlen. geben, daß er 14 Tage vor Abschluß des englisch französischen Ab- In der Tat dürfte der von Ostermann neugeprägte Begriff Dieselbe Befürchtung wird von der Moskauer liberalen Zeitung fommens über Marokko dessen Inhalt dem deutschen Botschafter in Paris, Gelegenheitsarbeiter in Preßsachen für Hallesche Verhältnisse nicht " Ruſſtija Wjedomosti“ ausgesprochen:" Es ist notwendig, daß die Fürsten Radolin, mitgeteilt habe. Die„ Nordd. Allg. 3tg." hat auch unzutreffend sein, denn die, bürgerlichen Redakteure, die über ein Regierung möglichst schnell die entstandenen Zweifel zerstreut und niemals bestritten, daß Delcaffé mit Radolin über das Abkommen ausgezeichnetes Anpassungsvermögen verfügen, laufen von der schnelte gerent Ginni durch einen offenen Appell an das Land, durch eine offene Eingesprochen habe, sie erflärte nur stets, daß eine offizielle Aneinen Zeitung in die andere, und arbeiten bald konservativ, bald berufung seiner gewählten Vertreter zur Mitarbeit an der wichtigsten Frage der Zeit dem Lande die nötige Beruhigung gibt und die eige des Abkommens nicht erfolgt sei, worauf Graf Bülow liberal. Da regt sich die linksliberale„ Saale- Zeitung" in einem Sache der richtigen Lösung zuführt. Die Dinge liegen so, daß eine feinen Erklärungen über das Abkommen keinerlei Unbefriedigtheit er- Berliner Tageblatt", Dr. Grüttefin, es fertig bringt, Die Dinge liegen so, daß eine plötzlich allen Wert legte, nachdem er heut vor Jahresfrist in Artikel darüber auf, daß der frühere verantwortliche Redakteur des Lösung der gestellten Frage auf dem Kanzleiwege unmöglich ist, fennen ließ. in der hiesigen Allgemeinen Zeitung", die sich als auch jede Verzögerung aber Gefahren und Unheil heraufbeschwört." freifinnig" aufspielt, für für Mittelstand und Lands Welch nette Leute übrigens die Marokfaner find, wirtschaft zu kämpfen, und kritisiert, daß der Redak für deren Freiheit Deutschland sich plötzlich außerordentlich er- teur Neumann, der noch bis vor kurzem Redakteur der regt, zeigt eine Meldung aus Lala Marnia, wo ein Gefecht ultra- agrarischen Halleschen Zeitung" war, jezt der Sultanstruppen gegen den Prätendenten stattfand: Dort find in Freisinn" macht. Die„ Saale- Beitung", Sie im Glashause sigt, soll nach einer Amsterdamer Meldung bei den beladen waren, eingetroffen. Die Verluste des Prätendenten bei dem April genau dasselbe getan wie ihre liberale" Schwester, die„ Allzwei Maultiere, die mit abgeschnittenen Köpfen gefallener Kämpfer sollte aber nicht mit Steinen werfen; denn sie hat jetzt im Monat Anamba Inseln stattgefunden haben. Diese Nachricht, letzten Gefecht sollen sich auf etwa hundert Tote und sehr viele Ver- gemeine Beitung". Sie engagierte den Redakteur Erich Beuthner, der die behauptet, daß fünf niederländische Kriegsfahrzeuge wundete belaufen. Den Gefallenen wurden die Köpfe abgeschnitten, bis zum 31. März an der stodtonservativen ultraZeugen dieses Kampfes gewesen seien, hat bis jetzt noch keine da der Sultan auf jeden Kopf eine Geldprämie gesezt hat. agrarischen Halleschen Zeitung" tätig war. Herr anderweitige Bestätigung gefunden und ist deshalb mit aller Beuthner, der sich noch fürzlich auf seine„ tadellose konservative Reserve aufzunehmen. Gesinnung" etwas zugute tat, macht nun in Linksliberalismus". Bei dem bekannten Wechsel in der Saale- Beitung" dürfte er aber im wahrsten Sinne des Wortes" Gelegenheitsarbeiter" bleiben. Husland. Frankreich. Bom oftasiatischen Kriegsschauplatz. = Eine Seeschlacht " Sonst liegen folgende Meldungen vor: Singapur, 12. April.( Meldung des Neuterschen Bureaus".) Aus guter Quelle wird aus Batavia gemeldet, daß sich keine russischen Kriegsschiffe bei Muntok( Bangla) befinden. Stillegung der Untersuchungskommissionen. Auf Zeche Ver. Minister Stein und Hardenberg in Niedereving bei Dortmund( der Gelsenkirchener Bergt.- A.- G. gehörig) sollte am Dienstag die Untersuchungskomödie beginnen. Die Statisten waren jedoch ausgeblieben, sie teilten schriftlich mit, daß die Arbeiter der Statistenrolle überdrüssig seien. Die Herren vom Oberbergamt und Singapur, 12. April.( Meldung von Lloyds Agency".) Die die Zechenvertreter gingen deshalb wieder nach Hause. russische Flotte, welche am 8. April hier vorüberfam, bestand Wir empfinden eine lebhafte Genugtuung üle die Art, wie die aus sieben Schlachtschiffen, zwei Panzerfreuzern, Hochmögenden Herren von den bisher als Statisten behandelten fünf ungeschütten Kreuzern, drei hilfskreuzern, Arbeitern nach Hause geschickt worden sind. sieben Torpedobootszerstörern, fiebzehn Dampfern, einem Hospitalschiff und einem Bugsierdampfer. " 〃 Streitopfer. " " " " " Zu der Verschwörungsaffäre. Paris, 12. April. Der gestern verhaftete Hauptmann Volpert, der einer angesehenen Familie aus Weißenburg im Elsaß entstammt, gehörte, wie der Hauptmanu Tamburini, der Kolonialarmee an. Von Freunden wird er als überspannter Mensch geschildert, der Saigon, 12. April.( Meldung der„ Agence Havas".) Der Zu den vielen Prozessen wegen Belästigung„ Arbeitswilliger" schon wiederholt verschiedene Expeditionen geplant hatte. So hatte Kreuzer Descartes" und fünf Torpedoboote liegen in Sichtweite im Bergarbeiterstreit kommt nun noch ein Aufruhr- Prozeß, über den er während des südafrikanischen Krieges auf eigene Kosten mehrere von der Küste von St. Jacques auf Station. Die Kanonenboote das Schwurgericht in Essen mehrere Tage verhandelte. Es sind französische Kompagnien ausrüften wollen, um an ihrer Spize an Acheron“ und„ Styr" sollen dem Vernehmen nach von hier in See 14 polnische Bergarbeiter angeklagt des Aufruhrs auf der Zeche der Seite der Buren zu kämpfen. Volpert hat im April 1904 gehen, aber nur um die Neutralität der französischen Gewässer zu Prosper". Sie sollen Gendarmen mit Steinwürfen und Revolver- an mehrere Kürassier- Offiziere von Vouziers in den Ardennen ein schützen. Der Kreuzer Descartes" hat mehrere Funkentelegramme schüssen angegriffen und einen Gendarmen verlegt haben. Vier der mit Wolf" unterzeichnetes hektographisches Rundschreiben gerichtet, erhalten, die aber nach fremden Codes abgefaßt und deshalb nicht Angeklagten wurden freigesprochen. Gegen zehn Angeklagte in dem er sie zur Teilnahme an einer Solonialexpedition auffordert zu übersetzen waren. Japanische Schiffe treuzen an wurden Strafen von zehn Monaten bis zwei Jahren Gefängnis und ihnen 5000 Frank vor Beginn und 20 000 Frank nach deren den Küsten von Cochinchina, um die russischen verhängt. Beendigung verspricht. Volpert rückte später mit Plänen heraus, Schiffe verhindern, zu ihre Kohlenvorräte eine Militärverschwörung gegen die die republikanische Regierung ergänzen und Erkundungen vorzunehmen. anzuzetteln, durch die die Armee und besonders die Offiziere Sein Ans Eine in Hatien( Provinz Annam) am 5. dieses Monats Wie die Saaleztg." mitteilt, hat König Friedrich August in eine sehr klägliche Situation geraten wären. eingetroffene chinesische Dschunke berichtete, zwei chinesische Kriegs- bon Sachsen bei seinem Besuche des Freiberger Doms in seiner erbieten scheint aber von allen Offizieren, an die er sich gewandt, fchiffe hätten ihr in der Richtung von Pulo Obi Lebensmittel ab- Erwiderung auf die Begrüßungsrede des Superintendenten Häffel- abgelehnt worden zu sein. Hauptmann Graf Hensen, der mit getauft. In dem Falle, daß es in der Nähe der Küste von barth u. a. gesagt:" Ich freue mich immer, wenn ich mit den Herren verhaftet ist und bald als Schwede bald als Däne bezeichnet wird, Cochinchina zum Kampfe tommen sollte, würde die einzige Folge für Geistlichen zusammentreffe. Ihre Arbeit, meine Herren, ist auch von hat vor mehr als 20 Jahren mit Tamburini in der Fremdenlegion die Kolonie die sein, daß habarierte Schiffe der Kriegführenden nach großer Wichtigkeit, weil sie den vielen schlechten Gesinnungen, welche gedient. Die bonapartistisch- tleritale" Autorité", die seit dem Saigon tommen würden. jeht immerfort unter das Volk getragen werden, entgegenwirtt." Tode Cassagnacs von dessen zwei Söhnen geleitet wird, greift die Man erinnert sich, daß der Sachsenkönig jüngst auch als wefent- bonapartistischen Deputierten, die bei dem Minister des Innern lichste Aufgabe der Universitätsprofefforen die Förderung guter Ge- Etienne gegen den Verdacht der Teilnahme an der Verschwörung finnungen" bezeichnete. Also mag der jetzige Ausspruch an die protestiert haben, sehr scharf an; das Blatt erklärt, es würde sich Geistlichkeit auch wahrheitsgetreu gemeldet sein. niemals einem derartigen Tadel gegen die Verschwörer anschließen.In Sachsen find wahrlich die bielen schlechten Gesinnungen" Unverschämtheit eines Unternehmers. 3 u Dschibuti, 12. April. Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Das dritte baltische Geschwader ist in der Nähe von Sofotra gesehen worden. Vom mandschurifchen Kriegsschauplak. Die„ schlechten Gesinnungen". i Tokio, 12. April.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) abscheulich verbreitet und leider hat das Entgegenwirken der GeistNach Meldungen aus der Mandschurei fahren die Russen lichkeit bisher keineswegs den Erfolg erzielt, den ein Werkt haben Man wird sich noch der Vorkommnisse in der kleinen Industriefort, ihre Streitkräfte zusammenzuziehen und ihre Stellungen sollte, das nach frommer Meinung die göttliche Macht selbst beschützt. stadt Cluses erinnern. Dort hatten im vergangenen Jahre die auf der Linie Tschangtschun- Kirin зи befestigen. Die In der Haupt- und Residenzstadt des sächsischen Stönigs beispiels- Söhne des Fabrikanten Cretiez auf eine friedlich demonstrierende Abteilung Madrikows behält beständig Fühlung mit dem weise vereinigten sich bei der letzten Reichstagswahl sämtliche Menge geschossen, wobei drei Personen getötet und 105 japanischen linken Flügel; häufig finden Scharmüßel statt, es dürfte gutgesinnte" Parteien und, um die vielen schlechten Gesinnungen verwundet worden waren. Drei der Brüder Cretiez möglicherweise zu einem größeren Gefecht kommen. Es heißt, die gründlich auszurotten, stellten sie einen eifrigen Geistlichen als wurden zu je einem Jahre, der vierte zu 8 Monaten Gefängnis Nussen hätten die Gefangenen auf Sachalin bewaffnet und den Wahlkandidat gegen die Sozialdemokratie auf. Der Erfolg des verurteilt. Der Erfolg des verurteilt. Diese sehr milde Strafe wurde, nachdem erst einige jenigen Geld und Freiheit versprochen, die tapfer kämpfen. Dadurch geistlichen Wirkens war, daß die Gutgesinnten jämmerlicher denn je Monate verflossen, im Gnadenwege erlassen. Den alten Cretiez, den wird die Garnison auf insgesamt 3000 Mann gebracht, doch zweifelt in der Wahl unterlagen. eigentlichen Urheber, hatte man ganz unbehelligt gelassen. Für die man daran, ob die Nussen den Versuch machen werden, die Insel zahlreichen Opfer wurden dem reichen Fabrikanten nur 12 500 Fr. zu halten. Schadenersatz auferlegt. Jetzt hat nun der Fabrikant, der in jeder Beziehung sehr glimpflich davongekommen ist, die Unverfrorenheit, von der Gemeinde Schadenersaz für die Beschädi gung feines Fabrifgebäudes, die angeblich durch die Arbeiter erfolgt sein sollte, wofür aber ein Beweis nicht erbracht werden konnte, zu fordern. Vielleicht macht dieser Herr noch ein gutes Geschäft dabei, ein Gewissen scheint er sich aus den durch die Brutalität seiner Angehörigen geopferten Menschenleben so wie so Politifche Ueberlicht. Marokko. Berlin, den 12. April. Die heut zum marollanischen Streit vorliegenden Nachrichten deuten mehr auf eine weitere Erschterung der Situation als auf Klärung und Lösung. In Tanger hat Graf Tattenbach die Geschäftsleitung der dortigen deutschen Gesandtschaft übernommen, er soll einen Besuch am Hofe des Sultans in Fez machen. In Tanger wird dieser Vorgang als eine neue anti- französische Demonstration angesehen, während er auf deutscher Seite als Höflichkeitsaft zur Erwiderung der Begrüßung des Kaisers bezeichnet wird. Auch gegen die Gräfin Montignoso scheint das geistliche Wirken nicht viel gefruchtet zu haben. Kriegervereine. Nach einer Wiedergabe der N. A. 8." wird die Aufgabe der Kriegervereine in dem legten Geschäftsbericht des preußischen Landes- Kriegerverbandes knapp und treffend" also geschildert: des Zunächst wird das durchaus unpolitische Wesen der Kriegerbereine gekennzeichnet. Ihren Sagungen gemäß haben die Kriegerbereine alles aus dem Vereinsleben herauszulassen, was mit nicht zu machen. politischen Bestrebungen der bürgerlichen Parteien zusammenhängt. In den Kriegervereinen sollen außer der Kameradschaft Der Marineminister gegen d'Estournelles. nichts weiter gepflegt werden, als der monarchische Gedanke, In der heutigen Vormittagssigung des Senats wurde die Vaterlandsliebe und Nationalbewußtsein. Mit diesen nationalen Erörterung Marinebudgets fortgesetzt. Marineminister Aufgaben hängt leider in unserer Zeit notwendig zusammen, Thomson erläuterte das Programm vom Jahre 1900 bezüglich daß die Kameraden über die Irrlehren der Sozialdemokraten der Flottenneubauten, die im Jahre 1907 beendet sein sollten, aber aufgeklärt und gemahnt werden, ihnen fern zu bleiben soweit die Kreuzer in Betracht kommen, erst mit einer Verspätung und sie in keiner Weise zu unterstützen, sei es bei den Wahlen, sei es von 15 Monaten fertiggestellt sein werden. Der Marineminiſter Nach einer„ Times"-Meldung aus Tanger zieht der Sultan durch Zugehörigkeit zu einer sozialdemokratischen Gewerkschaft oder legt sodann die Notwendigkeit dar, nach der Erledigung des Flottenbereits weitgehende Schlüsse aus der Stellungnahme der deutschen in irgend einer anderen Art. Das auf der Grundlage des programms von 1900 mit dem Bau von neuen Kriegsschiffen Regierung. Danach beabsichtigt der Maghzen, die französische Fahneneides beruhende Kriegervereinswesen will in den ehe- fortzufahren; denn sowohl die englische wie die amerikanische Mission zur Rückkehr von Fez nach Tanger aufzufordern, wo ihr maligen Soldaten aller Stände und aller Berufe das wach Flotte sei der französischen überlegen und die deutsche Flotte dann die endgültige Weigerung des Sultans, auf die vorgeschlagenen erhalten und weiter befestigen, was der Soldat im Fahneneide sei ihr fast gleich. Frankreich beschränke sich übrigens darauf, eidlich gelobt hat. seine alten Schiffe durch neue Reformen einzugehen, amtlich mitgeteilt werden soll. Der Sultan zu ersetzen. Thomson ver Die Kriegervereine sollten doch endlich den soldatischen Mut ge- breitete sich dann über die Unterseeboote und sagte, daß hege den lebhaften Wunsch nach baldiger Entsendung einer deutschen winnen, die unwahrheit des durchaus unpolitischen Frankreich eine Flotte von Torpedo- und Unterseeboten befiße, die Sonder Gesandtschaft zwecks Vereinbarung eines neuen efens aufzugeben und sich offen als das zu bekennen, was sie allen anderen sehr überlegen seien. Für Neubauten seien im Budget Handelsvertrages und Besprechung von Mitteln und Wegen zur find: als eine politische Kampfesorganisation gegen die Sozial- 1905 121 Millionen vorgesehen. Mit diesen Aufwendungen fort. Herbeiführung einer europäischen Konvention über die Marokkofrage demokratie und jede freiheitliche Arbeiterbewegung. zufahren fei nötig, denn nur so werde es möglich sein, die und Erlangung internationaler Garantien für die Unantastbarkeit Der Geschäftsbericht spricht von„ Aufklärung über die Irrlehren veralteten Schiffe zu ersetzen. Auf verschiedene Bemerkungen erdes Landes. Allgemein werde angenommen, daß Deutschland diesem der Sozialdemokratie". Aber, so sehr es die eigentliche Aufgabe der widert der Minister, daß diese Ausgaben gedeckt werden könnten, Wunsche entsprechen werde. Kriegervereine ist, die Sozialdemokratie zu bekämpfen, so hat ohne auf das Extra Ordinarium zurückzugreifen. Redner weist so sich die Aufklärung über den erschrecklichen Feind immer nur derart dann auf die Notwendigkeit hin, die Ausrüstung des Arsenals Ein anscheinend offigiöses Telegramm der Köln. augetragen, daß ohne jedes Verständnis vom wirklichen Wollen der au bervollständigen und erklärt, die gestrigen Ausführungen S'Estournelles feien ebenso chimärisch, wie achtensivert und 8tg." aus Berlin läßt erkennen, daß die deutsche Regierung dabei Sozialdemokratie ödester Schlagworteradau erhoben wurde. Wie wollen sich nun übrigens die für Reinerhaltung ihrer Ver- hochherzig. Die besten Mittel, den Frieden aufrecht bleibt, nichts für die Beilegung des Streites tun eine besorgten Spigen des Kriegerbundes zu Vorgängen ver- zu erhalten, feien Voraussicht und eine starke zu wollen. Es wird in einer Polemik gegen den Pariser halten, wie sie der große Bergarbeitertampf herbei- lotte. Matin" ausgeführt: geführt hat! Mit der sozialdemokratischen Gewerkschaft" haben Paris, 12. April. Deputiertentammer. Nach Ablehnung Was wir wünschen, das ist, daß die marokkanische Frage eine sich die nicht sozialdemokratischen Verbände vereinigt, unter billige, gerechte, unsere und die allgemeinen Interessen berück- deren Mitglieder sich eine Anzahl Kriegervereinler befinden. Diese einiger Abänderungsanträge nahm die Kammer mit 422 gegen fichtigende Lösung finde. Wir haben gar keinen Anlaß, Striegervereinler haben sich natürlich durch den Bund mit den Sozial- 45 Stimmen den ganzen Artikel 1 der Vorlage betreffend die Trenin irgendwelcher Form direkt oder indirekt die französische Regie- demokraten schwerer Verlegung ihrer Pflicht schuldig gemacht und nung der Kirche und Staat an. Derselbe sagt Gewissensfreiheit und rung zu drängen, damit sie den ersten Schritt zu einer Herr General Spih muß ohne Verzug seine unpolitischen Vereine freie Ausübung der Kulte zu. Aussprache tue. Wenn die französische Regierung und einst- von diesen Fördereru sozialdemokratischer Jrrlehren fäubern! England. weilen hat es nicht den Anschein danach fich zu einem solchen Schritte entschließen sollte, so werden wir sehen, was sie uns zu Zur Kolonialfonferenz. fagen hat, und danach unsere Antwort einrichten. Wir können wünscht die„ Köln. Volksztg." die Gelegenheit parlamentarischer Be- London, 12. April. Oberhaus. Lord Balfour of Burleigh bringt ruhig warten, ob Herr Delcassé sich zu einem solchen Schritte tätigung. Sie bedauert, ihn nicht im Herrenhaus bei der eine Resolution ein, daß bezüglich der geplanten Kolonialfonferenz entscheidet oder nicht, denn wir sind feinesfalls in unseren Be- Beratung der Berggesegnovelle zu sehen, wobei sie übersieht, daß weitere Aufschlüsse gegeben werden müßten, bevor das ziehungen zu Marotto auf jene französische Aussprache angewiefen, die Feinde des Arbeiterschutzes gerade in Fragen der Bergarbeit die 2and aufgefordert werde, daß es darüber entscheide, ob fondern es stehen uns auch andere Mittel und Wege zur Vereinstige ministerielle Tätigkeit gegen den jeßigen sozialpolitisch be- eine solche Konferenz wünschenswert sei. Das Mits fügung, um unseren Wünschen Nachdruck zu geben." flissenen Herrn v. Berlepsch ausspielen könnten. Weiter sagt das glied des Geheimen Rats Herzog von Marlborough be Herrn v. Berlepsch, dem früheren preußischen Handelsminister, kämpft diese Resolution im Namen der Regierung und erklärt. die Konferenz solle frei und nicht gebunden sein, geder Vorschlag, zu dem die Konferenz gelange« solle den in Betracht kommenden Regierungen unterbreitet.werden, aber keiner dieser Vorschläge werde für die Reichsregiernng bindend sein, ehe er dem Volke zur Eni- scheidung vorgelegen habe. Es folgt noch eine längere Erörterung, an welcher Lord Goschen, Lord Spencer und Lord Roseberh sowie der Minister des Auswärtigen, Marquis of Lansdowne, teil- nehmew Der letztere erklärt, es sei eine müßige Erwartung, daß die Kolonien in eine Aenderung ihrer Fiskalverwaltung willigen wiirden, die die Vernichtimg ihrer heiinatlichen Industrien zur Folge haben müsse, ebenso wie auch die Bürger des englischen Mutterlandes wahrscheinlich nicht mit irgendwelchen Aenderungen einverstanden wären, welche den Preis der Nahrungsmittel wesentlich in die Höhe treiben oder die Einfuhr von Rohmaterialen beein- trächtigen würden. Aber die Konferenz würde in der Lage sein, zu prüfen, ob innerhalb dieser Grenzen es nicht ein erreich- bares Bestrebeu sei, irgendwelche beiderseits vorteilhafte Maßnahmen zu treffen, welche eine wohltätige Wirkung auf den Handel im britischen Reiche ausüben. Die Resolution würde abgelehnt.— Unterhaus. Campbell-Bannerman(lib.) kündigt an, daß er einen Tadelsantrag gegen die Regierung wegen ihrer neueren Politik hinsichtlich der irischen Ver- waltung einzubringen beabsichtige. Premierminister Balfour versprach, nach den Osterferien solle Gelegenheit zur Beratung des Antrages gegeben werden. Das Haus wird sich wahrscheinlich vom IS. April bis 2. Mai vertagen. Hud Industrie und Handel. Die neue Reichsanleihe. Das Bankenkonsortium. das die 300 Millionen Mark-Anleihe übernommen hat, beschäftigte sich vor- gestern abend mit deren Verteilung auf die verschiedenen Zeichner. Von den auf die neue Zi/gproz. Reichsanleihe gezeichneten Beträgen entfallen rund 146 Millionen Mark auf Stücke, betreffs deren die Zeichner sich einer Sperre bis zum 15. Oktober d. I. unter- werfen und die Einlieferung an die Reichsschuldenverwaltung behufs Eintragung in das Reichsschuldbuch beantragt haben. Nach dem vom Anleihekonsortium gefaßten Beschluß sollen diese Zeichnungen voll berücksichtigt werden. Ferner werden den Zeichnungen, die sich nur einer Sperrverpflichtung bis zu genanntem Tage unterworfen haben, mindestens 8 Proz. zugeteilt. Demgemäß können auf die Stücke ohne Sperrverpflichtung, die den größten Teil der abgegebenen Zeichnungen ausmachen, nur minimale Beträge gewährt werden. Nene Zechcnstillcgungen im Riihrgcbict. Das Mittel der Still- legung kleinerer Zechen, um deren Beteiligungsziffer auf die größeren zu übertragen, findet im Ruhrgebiet trotz der eingeleileten gesetz- geberischen Aktion noch immer Nachahmung. Demnächst soll Zeche „Tellerbeck" mit etwa 566 Arbeitern außer Betrieb kommen. „Bommerbänker Tiefbau" mit 400 Arbeitern steht dicht vor der Stillegung, Zeche„Sprockhövel" mit 300 Arbeitern ist am 1. April außer Betrieb gekommen. Auf den anderen wegen Uevertragung ihrer Förderziffer verkauften Zechen geht die Arbeiterentlassung systematisch vor sich. Im Vergleich zum vorigen Jahr haben in letzter Zeit weniger Ar- beiter beschäftigt die Zechen„Julius Philipp" 500,„B e r n e ck" 120,.Marianna" 800,„Alstaden I" 200.„Eib erg" 150. Im Laufe dieses Jahres werden diese Schächte voraussichtlich voll- ständig abgeriistet. Dazu komnit noch„Louise Tiefbau". Aber auch solche Zechen, die im Betriebe bleiben, selbst nördliche yaben ihre Belegschaft vermindert, so„B o n i f a z i u s" um 100, .Julia" 60,„General" 200,„H a s e n w i n k e l" 300,„H a m- ö u r g und Franziska" 500 Mann. Auf„K o n k o r d i a" >ind erst in den letzten Tagen wieder zirka 150 Mann gekündigt worden, auf„Friedrich der Große" etwa 100 Mann. Zwar heißt es. die Entlassenen könnten auf näher bezeichneten Schächten wieder angelegt werden, indessen »st das nicht so einfach. Ist doch selbst die im neuesten Teil des Ruhrkohlenöeckens gelegene Zeche„Ewald Fortsetzung" dazu übergegangen, fast ihre ganze, über 500 Mann starke Belegschaft zu entlassen mit der Motivierung, die Beteiligungsziffer reiche nicht aus zur Jnbetriebhaltung der Schächte. Es kommen also hunderte von entlassenen Bergleuten sogar in den nördlichen Bezirken in Betracht, wohin angeblich die südlichen Belegschaften leicht abwandern könnten. In Erkenschwick, dem Orte, welcher„Ewald Fortsetzung" seine rasche Ausdehnung verdankt, stehen jetzt schon über 1300 Zimmer leer, weil die Bergleute den Ort verlassen. Unter diesen Umständen ist die Lage des Arbeitsmarktes im Ruhrkohlenbergbau augenblicklich fast noch ungünstiger als im Vorjahre. Internationaler Baumwollkongreß. In Brüffel tagte am Dienstag der Ausschuß des Internationalen BaumwollkongresseS. Erschienen waren Vertreter Deutschlands, Englands, Frankreichs, Belgiens, Italiens, Spaniens und der Schweiz. Der Vorsitzend« Mac Ära (England) führte aus, daß wenn auch die Krise, die zur Einberufung des Kongresses den Anlaß gegeben habe, inzwischen verschwunden sei, doch leicht ähnliche Krisen wieder eintreten könnten. Es ergebe sich daraus die Notwendigkeit der Auftechterhaltung der getroffenen Einrichtungen zum Schutze der Baumwollindustriellen. B e r g e r- Frankreich berichtete, daß die Fortschritte des Baum- Wollbaues in den französischen, deutschen und portugiesischen Kolonien zuftiedenstellend seien. Baron C a n t o n i- Italien erklärte, die italienische Jnteressentengesellschaft fühle sich zur Fortsetzung der EntWickelung des Baumwollanbaues in den italienischen Kolonien sehr ermutigt, obgleich die ungünstigen klimatischen Verhältnisse des letzten Jahres sie zu einer Verminderung der Anbaufläche nötigen würden. Groß- Deutschland sprach die Hoffnung aus, daß auf Verbesserung der Qualität der ostindischen Baumwolle besondere Sorgfalt verwendet werden möge. Die Zufuhren von dort seien früher größer und besser gewesen. M a c A r a- England bemerkte, die Herkünfte von Ostindien hätten nicht nur die Auf- merksamkeit der englischen Bamnwollpflanzer. sondern auch die der englischen und der indischen Regierung auf sich gezogen. Darauf wurde einstimmig beschlossen, in der ersten Woche des Monats Juni den diesjährigen Kongreß in Manchester abzuhalten. Hierzu ist die Teilnahme von Vertretern Oesterreichs, Deutschlands, Englands, Frankreichs, Belgiens, Portugals, Spaniens und der Schweiz gesichert. Neue rumänische Anleihe. Ein Konsortium, bestehend aus der Diskonto-Gesellschaft, dein Hause S. Bleichröder, dem Komptoir National d'Escompte de Paris, ber Banque de Paris et des Pays- BaS, der SociSto Gäuörale pour favoriser le döveloppement du Commerce et de l'Jndustrie en France, der Banque Nationale de Roumanie und der Banque Gsnörale Roumaine, hat mit dem ru- mänischen Finanzminister die Konvertierung der 5prozentigen amorti- sierbaren Anleihen von 1881/38 und 1892/93 in 4prozentigc Obligationen abgeschlossen. Zugleich soll wieder mal die Welt durch einen rumänischen Punip beglückt Iverden, und zivar gelangt eine neue 4 prozentige amortisierbare Anleihe im Betrage von 100 Millionen Frank zur Ausgabe, von welcher ein Teil durch das Konsortium gegen bar Übernommen wird, während der andere Teil als Konvertierungs- Prämie ftir die in Höhe von rund 421 Millionen Frank auS- stehenden fünfprozentigen Obligationen oben bezeichneter Anleihen dienen soll. Daß Rumänien zu einer neuen Anleihe greift, kommt nicht un- erwartet. Auch dieses Ländle krankt am Militarismus. Er hat noch allerlei Defizite aus früheren militärischen Ausgaben zu decken und plant außerdem neue Rüstungen. Und da es die hierzu erforder- lichen Mittel nicht aufzubringen vermag, nimmt es zu den ver- schiedcnen anderen Anleihen einen neuen Pump auf, sintemalen seine Anleiheschuld auch mir erst rund 1380 Millionen Frank beträgt. Die Bcrstadtlichung der Dresdener Straßenbahn ist, wie uns aus Dresden geschrieben wird, trotz der gegenteiligen Meldungen über die Ungültigkeit des dahingehenden Beschlusses der Generalversamm- lung bereits zur Tatsache geworden. Die gegenteilige Meldung beruht auf irriger Auffassung einer Statutenbestimmung. Der Vor- trag ist bereits vollzogen und zum Eintrage in das Handelsregister angemeldet worden. Mit Schluß des Jahres 1905 wird also die Dresdener Straßenbahn in Besitz der Stadt übergehen. GewerKfcKaftlieKes. BerKn und Umgegend. Ein Notschrei geht uns vom Verband der Bühnenarbeiter mit der Bitte um Ver- öffentlichung zu. Das Schriftstück lautet: Wie den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern bekannt sein wird, hat das technische Bühnenpersonal im ganzen Jahre nur zwei gesetzliche Ruhetage. Ein jeder andere Arbeiter hat seinen Sonn- und Feiertag, wo er einmal ruhen und nachdenken kann über gewerk- schaftliche und politische Ereignisse; der Bühnenarbeiter arbeitet jedoch tagtäglich vom frühen Morgen bis abends nach beendeter Vorstellung und des Sonntags sogar bei zwei Vorstellungen. Einzig zwei gesetzliche Feiertage im Jahre, der Karfreitag und der Bußtag, wo Tanz und Theatervorstellungen verboten sind, bieten ihm Gelegenheit, sich einmal als Mensch zu fühlen und einige Stunden im Kreise seiner Familie zu verleben. So der Bühnenarbeiter denkt, aber anders die „Neue freie Volksbühne" lenkt! Wir stehen kurz vor dem einen dieser zwei Feiertage, dem Karfreitag. Da kommt die„Neue fteie Volksbühne" und— arrangiert zum Nachmittag des Karfreitag zivet technisch schwierige Komödien im Schiller-Theater, die erste beginnt um 2 Uhr, die zweite um 6 Uhr. Von dem Vorstand einer Volksbühne, der auf sein Panier geschrieben ha;:„Die Kunst dem Volke", sollte man auch verlangen können, auf das Volk, welches hilft, die Kunst zu verschönen, etwas mehr Rücksicht zu nehmen und nicht die Hand dazu zu bieten oder gar die Ver- anlassung dazu zu geben, daß dasselbe an einem Feiertagsnachmittag doppelt ausgebeutet wird. Der Verband des technischen Bühnenpersonals. Achtung, chirurgische Branche! Die gesamten Kollegen von H a u p i n e r haben die Arbeit niedergelegt.— Zuzug bitten wir fernzuhalten. Auch ersuchen wir, streng darauf zu achten, daß in anderen Werkstätten nicht für H a u p t n e r Arbeiten angefertigt werden. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Parteigenossen und Parteigenossinnen! Der Magistratskommissar für das Krankenkassenwesen hat die am 17. Januar d. I. vorgenommenen Vertreterwahlen znr General- Versammlung der Ortskasse fiir Schneider und Schneiderinnen aber- mals für ungültig erklärt, so daß die Wahlen zum drittenmal am Montag, den 17. April, vorgenomnien werden müssen. Um die von der Opposition— einigen unserer Organisation feindlichen Krakehlern— aufgestellten lügnerischen und verleumderischen Be- hauptungen auf ihren wahren Wert zurückzuführen, finden heute Donnerstag zwei Versammlungen statt. Für den Osten und Südosten bei Grau mann. Naunynstr. 27; für den Norden bei Fritz Wille, Brunnenstr. 188.(Siehe auch Inserat.) Wir ersuchen namentlich die Parteigenossen und Gewerkschasts- Mitglieder, deren Frauen und weibliche Angehörigen m der Konfektton beschäftigt sind und genannter Kasse angehören, daß sie diese auf den Besuch dieser Versammlungen hinweisen. Den B e- strebungen der kleinen und großen MugdanS muß durch die organisierte Arbeiterschaft ein Riegel vorgeschoben werden. Verband der Schneider.(Ortsverwaltung Berlin). I. A.: Ad. Ritter. Deirtkche» Reich. Steinsetzer. Die Streiks in Angermünde und Prenzlan sind bei- gelegt. In beiden Fällen gelang es unter der Assistenz des Verbands- Vorsitzenden, eine befriedigende Regelung der Differenzen herbeizu- führen. In Angermünde wurde zugleich ein Lohntarif auf zwei Jahre vereinbart, durch den an Sonnabenden eine Verkürzung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde eintritt. Des weiteren wird bei Ueberlandarbeit das volle Fahrgeld erstattet; dauert dieselbe länger, dann bezahlt der Unternehmer außerdem alle 14 Tage das Reisegeld für die Hin- und Rückreise. Am 1. April nächsten Jahres tritt eine Lohnerhöhung ein für Steinsetzer auf 6216 Pf., für Rammer auf 47� Pf. pro Stunde. In Braunschweig gelang eS ohne Streik mit fünf Firmen einen Vertrag auf zwei Jahre zustande zu bringen, durch den der Lohn um 5 Pf. pro Stunde erhöht wird. Nur bei der größten Firma, die zugleich in der Scharfmacherei den Ton angab, stehen die Stein- fetzer noch im Streik. In Frankfurt a. O. sind Maßregelungen vorgenommen worden. Zur Schuhmacherbewegung in Weisjenfels wird uns von dort geschrieben: In unerhörter Weise springen die hiesigen Fabrikanten und ihre Seelenverkäufer mit den vom Auslande hergelockten Arbeitswilligen um. Unter allen möglichen Versprechungen haben die Agenten Hesberg und Hraby die Leute, die meist Familienväter sind, nach Weißenfels gelockt. Obwohl die Agenten vor der Anwerbung wiederholt von den Arbeitern darüber gefragt wurden, ob hier ge- streikt würde, ist dies verneint und bestritten worden. Einem der Zweifler ist sogar, weil er nicht mitfahren wollte, die Uhr abge- nommen ivorden, die er erst hier nach acht Tagen zurückerhielt. Natürlich ist den Leuten auch ein Verdienst von 30 bis 34 M. pro Woche versprochen worden. Am Montag morgen sind zwölf der Unglücklichen, die bei M. Seiler gearbeitet hatten, ausständig ge- worden, um schleunigst wieder abzureisen. Ohne daran denken zu können, ihren Familien die Not zu lindern, stehen sie selbst hülfs- bedürftig da mit 2 bis 3 M., die ihnen der Fabrikant in die Hand gedrückt hat. Ihr Verdienst hat 2 und 2,50 M. pro Tag betragen. und davon sind ihnen für Kost und Logis 1,30 M. pro Tag vom Fabrikanten gleich mit abgezogen worden. So sehen die guten Verdienste aus,, mit denen die Fabrikanten in der Leffentlichkeit prahlen. Am Sonntag abend ist einer dieser Ausgebeuteten namens Hofmanek aus Böhmen im Fabrikantenlokal in den Kopf gestochen worden, so daß er das Krankenhans aufsuchen mußte. Das Lokal heißt„Rautenkranz". In seinem Hof befindet sich die Fabrik des Herrn M. Seiler. Ohne Veranlassung ist von Herrn M. Seiler wiederholt die Polizei telcphonisch nach dort gerufen worden.'Ob- wohl nur Fabrikanten und das sogenannte honette Bürgertum dort verkehren, sollte doch die Gewalttätigkeit den stchikcndcn Schuh- machern unter irgend welchem Vorwand in die Schuhe geschoben werden. Ruhig bei einem Glas Bier sitzende Schuhmacher wurden des Lokals verwiesen. Die den Streikenden angedichteten Gewalt. tätigkeiten hatten zur Folge, daß auf Wunsch der Fabrikanten vom Regierungspräsidenten 15 Gendarmen nach hier stationiert wurden; was sie hier sollen, weiß bis jetzt kein Mensch. Jedenfalls soll noch erst etwas geschehen. So unser Korrespondent. Uebrigens sind wir in der Lage, folgenden Jammerschrei des Unternehmertums zu veröffentlichen, der hoffentlich die Stteikenden interessieren wird.. Verband der Deutschen Schuh- und Schißt«»' fabrikanten. Vertraulich! Bamberg. 8. April ILM. An die Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten I Eine Anregung von mehreren Seiten geht dahin, daß eS geradezu die kollegialische Pflicht, aber auch das Interesse der Fabri-! kanten erheischt, den Weißenfelser Kollegen in ihrem überaus schweren' Kampfe gegen den Terrorismus der Arbeiter beizuspringen, wenn! nicht die letzteren bei der Schwierigkeit der Verhältnisse schließlich! erlahmen und in dem aufgezwungenen Kampf unterliegen sollen. Wie die Solidarität der Arbeiter sich bei dem Streik geltend macht, sollte auf der anderem Seite auch die Gruppe der Weißenfelser Fabrikanten als Gegengewicht unsere Unterstützung finden. Es darf nicht übersehen werden, daß eigentlich Weißenfels den Kampf für die ganze Schuhwarenbranche zu führen hat, denn es handelt sich offenbar um die Durchführung einer schablonen- haften Tarifgemeinschaft, welche wohl einzelne Abstufungen ent- halten wird, aber bei welcher ohne Rücksicht auf die Eigenart einzelner Betriebe mit dem stetigen Hinweis auf den zu schaffen- den Grundtarif höhere Löhne erztvungen werden sollen, gleichviel, ob dabei die Lebensfähigkeit mancher Betriebe abge- schnitten wird. Solchem gewalttätigen Gebaren müssen wir, wie seither, energisch entgegentreten, und namentlich in Weißenfels, wo das erste Exempel im größeren Maßstabe ereicht werden soll, darf den Gegnern der Sieg nicht zufallen, sonst werden wir in kurzer Zeit die gleichen Kämpfe an allen Ecken und Enden des Reiches entstehen sehen. Aus diesen Gründen ist ein rasches und a u S- giebiges Eingreifen notwendig, und wir richten an die sämtlichen Schuh- und Schäftefabrikanten die dringende Bitte, uns möglichst umgehend zur Dotierung eines Streik- Wehrfonds Geldbeträge zu übersenden, über deren Ver- Wendung die gesainte Vorstandschaft des Verbandes zu beschließen hat. Wenn tunlich, soll ein Teil der eingehenden Beträge für gleiche Zwecke der Zukunft zurückbehalten werden. Um eine Norm für solche Beisteuer zu geben, schlagen wir vor, daß jeder Arbeitgeber etwa 50 Pf. bis 1 M. pro beschäftigten Arbeiter spenden möge. Die Bekanntgabe der geleisteten Bei- träge geschieht lediglich in vertraulicher Form. Hochachtungsvoll Verband der Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten. (gez.) Manz. Die Anarchie auf dem Gebiete der Lohnzahlung ist die Frei- heit. Tarifliche Regelung der Löhne ist Terror. Das ist der langen Rede kurzer Sinn.— Von dem Zirkular ist am interessantesten im gegenwärtigen Augenblick, daß die Weißenfelser Fabrikanten drin- gend der Unter st ützung bedürfen. Diese Situation hätten sie am besten vermieden, wenn sie sich mit ihren Arbeitern einigten, die nach Kenntnis dieser Tatsache natürlich ihren Kampf mit er- neutem Eifer fortführen werden. Der Kölner Schneidcrstrrik beschäftigte am' Dienstag abermals das Gewerbegericht als Einigungsamt. Zur Verständigung kam es nicht, da beide Parteien erklärten, über ihre bei der vorigen Ber- Handlung gemachten Zugeständnisse nicht hinausgehen zu können. Das Einiguugsamt zog sich schließlich zu mehr als einstündigcr Be- ratung zurück, ohne zu einein Ergebnis zu kommen. Die Unter- nehmcrbeisitzer stimmten zugliustcu der Meister, die Arbeitnehmer zugunsten der.Schneidergesellen. Infolgedessen enthielt der Vor- sitzende sich der Stimme. Er schlug aber vor, da die Parteien gar nicht mehr weit auseinander seien, jede Partei möge der anderen um die Hälfte entgegenkommen. Für einen in diesem Sinne ge- haltenen Schiedsspruch fand sich in dem Einigungsamt keine Mehr- heit. Der Streik dauert also weiter. Die Kölner Schuhmacher beschlossen, nach nochmaligen Ber- ständigungsversuchen bei den Arbeitgebern, am Montag früh die Entscheidung darüber zu treffen, ob sie in den Streik eintreten. Der christliche Verband hat seinen gesondert eingereichten Lohn- tarif zurückgezogen und sich dem des Vereins deutscher Schuhmacher angeschlossen, der weitergehende Forderungen enthält. Zwischen den beiden Verbänden hat eine vollständige Einigung statt- gefunden. Die Forderungen lauten: Zehnstündige Arbeitszeit, gesunde, unentgeltlich zu stellende Werkstätten, Verbot des Beköstigt- lverdens und Wohncns im Hause des Meisters, 18 Proz. Erhöhung der Akkordsätze, in der ersten Lohnklasse 45 Pf. Mindcststundenlohn oder 25 M. Wochenlohn, in der zweiten Klasse 40 Pf. bezw. 23 M. Die Kölner Bäcker sind in ihrer Lohnbelveguna einen tüchttaen Schritt weiter gekoinmen. Am Dienstag yaben sich der Deutsche Bäckerverband und die christliche Gewerkschaft geeinigt. Eine aus fünf Mitgliedern des Deutschen und Vieren des christlichen Ber- bandes bestehende Lohnkommisfion soll die Forderungen endgültig feststellen und einer öffentlichen Versammlung zur Entscheidung vor- legen. Dann sollen entscheidende Schritte getan werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es zum Streik kommt. 1 Die Maler und Anstreicher in Aachen haben ihren Lohnkampf erfolgreich beendet. Von den etwa 300 Stteikenden arbeitst« am Montag 246 Gchülfen bei 30 Meistern zu den bewilligten Be- dingungen. Die etwa 50 noch im Streik Stehenden werden in den nächsten Tagen von den Großmeistern eingestellt werden, die den auf zwei Jahre gültigen Tarif unterschrieben haben. Es Ivurde be- willigt: eine Lohnaufbesserung von 5 Pf. die Stunde. 40 bezw. für 1906 42 Pf. Mindestlohn; Ueverstunden 25, Nachtarbeit 50, Somr- tags 100 Proz. Lohnaufschlag. Fast alle Streikenden gehörten der freien Gewerkschaft an. Die organisierten Tischler Dresdens kämpfen seit längerer Zeit gegen das Maßregelungsbureau der Tischlerinnung, das sich Ar- beits Nachweis nennt. Die organisierten Holzarbeiter haben beschlossen, den Arbeitsnachweis nicht zu benutzen. Tatsächlich ist dem Vorgehen der Arbeiter auch gelungen, die Rechnung der Jnnungsmeistcr über ihren Arbeitsnachweis zum guten Teil zu durch- kreuzen. Aus Wut darüber hat die' Tischlcrinnuug kürzlich em Schreiben an den Stadtrat gerichtet, wodurch dieser darum ersucht wird, bei Gewährung von Armenunterstützung genau nachzuforschen, aus welchem Grunde der Gesuchsteller arbeitslos ge« worden ist und ob sich ihm nicht Gelegenheit geboten hat, durch den Arbeitsnachweis der Trschlerinnung Arbeit zu erhalten, diese aber ausgeschlagen worden sei. Leute, von denen das Gewünschte festgestellt worden sei, solle die Behörde energisch darauf hinweisen, daß sie ihr Elend selbst verschuldet hatten. Ein energischer Vorhalt werde seine Wirkung auch nicht ver- fehlen.— Die Herren Jnnungsmeister muten also der städtischen Behörde zu, ihrem Arbeitsnachweise das erforderliche Ausbeutung?« Material zuzutreiben. Das ist die Unverftorenheit auf die Spitze getrieben. Ruoland.' f Treulosen Wortbruch begingen die Wiener Tischlermeister, welche bekanntlich ihre Gesellen ausgesperrt haben, Am letzten Freftag-, Sonnabend und Sonntag haben im Ministerium des Innern durch 34 Stunden Unterhandlungen zwischen den Vertretern der Unter- nehmer und der Gehülfenvereinigung stattgefunden. Der Vertrag war fettig und der Generalbevollmächtigte der Tischlervercinigung gab, Ivie der Gehülfenobmann, die feierliche Erklärung ab, daß auf dieser Grundlage nun der Friede geschlossen sei und die Verein- barungen loyal durchgeführt werden wiirden. Am Montag zog der Vertreter der Meister sein Wort zurück, weil seine Kollegen den Ver- trag nicht anerkannten, obgleich derselbe sehr zugunsten der Meister ausgefallen war. Der Kampf muß nun bis zum bitteren Ende' durchgeführt werden._ Sozialeö» Polizeiliche Scelenrcttung. Der Regierungspräsident zu Oppeln hat in einer Verordnung über den Betrieb der Schank- und Gastwirtschaften und über den Berkehr mit geistigen Getränken Besonders fdjarfe Bestimmungen für die Kreise und Orte seines Verwaltungsbezirke» er- lassen, wo sich die Berg- und Hüttenbetriebe häufen. An Lohn- und Vorschuhtagen swelche eS sind, wird näher gekennzeichnet) tritt nach dem Absatz 4 deS§ 1 die Polizei- stunde für Gast- und Schankwirtschaften hinsichtlich der Räume, in welchen der Ausschank gewöhnlichen Branntwein» betrieben wird, um 4 Uhr nachmittags ein. derart, dah die gedachten Schankräume von diesem Zeitpunkte ab geschlossen gehalten werden müssen und Gäste darin nicht geduldet werden dürfen. Der Absatz S desselben Paragraphen bestimmt dann:.In den im Ab- satz 4 bezeichneten Bezirken und an den dort angegebenen Tagen darf von 4 Uhr nachmittags ab in sämtlichen Kleinhandlungen mit Spirituosen sowie in denjenigen kaufmännischen Geschäften, ein- schliehlich der Konsumvereine, welche den Kleinhandel mit Spirituosen beweiben, ein Verkauf oder sonstiger Verwieb von Spirituosen nicht stattfinden. Räume, in denen lediglich Spirituosen verkauft werden, müssen an den genannten Tagen von 4 Uhr nachmittags ab ge- schloffen gehalten werden." In einem Swafprozetz gegen den Destillateur Böhm aus Beuthen, der wotz des Verbotes des Absatzes ö de»§ 1 eine Flasche Vanillen- likör zur fraglichen Zeit über die Strafie verkauft hatte, wurde die Gültigkeit der Verordnung bestritten. B. war verurteilt worden und ging an das Kammergericht. Der erste Swaffenat des Kammer- geri'chtS wies die Revision am 10. April ab und erklärte die Absätze 4 und 5 de» ß 1 der Verordmmg im vollen Umfange für rechts- gültig. Sie fänden ihre rechtliche Stütze im§ 6i des Polizei« verwaltungs-Gesetzes, denn sie seien erlaffen im besonderen Interesse der Gemeinden des in Frage kommenden Hütten- und Bergwerkreviers und es liege auch eine ausreichende Berührung mit den unter 6» bis b aufgeführten Gegenständen polizeilicher Regelung vor. Der Gesetzgeber iRegierungspräsident) habe sich gesagt, es gehe nicht an, daß im Berg- und Hüttenrevier die Leute. ihren Instinkten folgend, an Lohn« und Vorschuß- tagen einfach auf die Kneipen und Schnapsläden »nd demzufolge auch auf die anderen Menschen losgelassen würden. Bei massenhafter Trunkenheit infolge Schnapsgenusses wären Krawalle zu befürchten. Es werde also unter anderm auch geschützt das Eigentum(§6a), die Sicherheit, Ordnung und Leichtigkeit des Verkehrs sK 6b), das öffentliche Interesse in Bezug auf die Wirtschaften und sonstige Einrichtungen zur Abgabe von Speisen und GetränkenrwärtSBiichdr.uVerIagSanlt.PaulStngerS!Eo.,verIinSV. Hierzu S Betlagen».U»»crhalwo««bl Mr. 88. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 13. April 1905. Achter Verbandstag der Maurer Deutschlands. Braunschweig, 10. April. Zur Vormittags- Sigung ist im Bericht des Vorstandes nachzutragen: Der deutsche Maurerberband hat mit den Maurer- Organifationen von Desterreich, Ungarn, Dänemark, Schweden und Norwegen Gegenseitigkeitsverträge abgeschlossen, welche die Reise- Unterstützung und den llebertritt der reisenden Mitglieder regeln. Nachmittags Sigung. Zuerst erstattet die Mandatsprüfungskommission Bericht. ziemlich ausgedehnte Debatte über diesen Bericht endete mit der Anerkennung jämtlicher Mandate der erschienenen Delegierten. In einem Falle, wo der Delegierte ohne Buch und ohne Mandat er schienen ist, wird bestimmit, daß beides sofort herbeigeschafft werde. Außer den Delegierten find noch 7 Gauvorsigende ohne Mandat anwesend, dieselben können mit beratender Stimme an den Verhandlungen teilnehmen. = Es folgt nun die Diskussion der Berichte, die mit der Beratung ber einschlägigen Anträge verbunden wird. Fritsch Berlin wendet sich in längeren Ausführungen gegen die Bestrebungen die eine Verschmelzung der baugewerblichen Fachverbände bezwecken; im Hinblick auf die Verhältnisse der Bauhülfsarbeiter glaubt er, daß schwere Schädigungen für unseren Verband die Folge sein würden. Von den folgenden Rednern betonen mehrere die Notwendigkeit der Vergrößerung des Fachorgans, andere geben Anregungen, nach welcher Richtung hin die Statistiken der Lohnbewegungen 2c. weitert werden können. V er= ordnung: oder Erdarbeiten zu einem niedrigeren als dem vereinbarten Lohn werden, daß die Revisoren noch nie Veranlassung zu Monitas gezu verrichten, auch nicht während der Wintermonate. nommen haben. Die Erweiterung des Vorstandes lasse sich nicht Der Verbandstag tritt nun in den zweiten Punkt der Tages- länger umgehen; die Arbeit wächst fortwährend in einem Maße, daß sie mit den jetzt verfügbaren Kräften eins fach nicht mehr bewältigt werden kann. Beratung der zum Statut borliegenden Diese Arbeit bon Abänderungsanträge. Hülfsarbeitern ausführen zu lassen, ist nicht angängig. Wer will Ueber einen Antrag Rostock, Arbeitgeber vom Beitritt auszu- den Hülfsarbeitern zumuten, über die festgesetzte Arbeitszeit hinaus schließen, entwickelt sich eine längere Debatte. Der Antrag wird zu arbeiten, was sich so sehr oft nötig macht? Oder können wir schließlich abgelehnt, ebenso ein Antrag, den Namen des Verbandes den Hülfsarbeitern Verantwortung auferlegen, wo sie nicht mit zu ändern. zu raten haben? Unsere Anträge sind gemeinsam mit dem Ausschuß nach reiflicher Erwägung gestellt worden, der Verbandstag wird im Juteresse des Verbandes handeln, wenn er unserem Antrage zustimmt. An der Debatte beteiligen sich noch Mards Hamburg- Altona, Der Antrag Berlin, der diejenigen Mitglieder ausgeschlossen Schwarz- Danzig, Päplow und Dähne Berlin. wissen will, welche noch einer anderen Maurerorganisation an- In der Abstimmung wird der beantragten Erweiterung des gehören, wird mit großer Mehrheit angenommen. Dasselbe geschieht Vorstandes zugestimmt, die beantragte Ausschreibung der zu mit einem Antrage des Verbandsvorstandes, der die Verschmelzung befeßenden Stellen wird abgelehnt. Augenommen wird der Antrag, der Orte eines Vertragsgebietes bestimmt.( Diese Bestimmung wird daß die Revisoren fünftig auf den Verbandstagen Bericht zu er sich u. a. in den Orten Adlershof 2c. bemerkbar machen). statten haben. Bum Titel Angenommen wird ein Antrag, als beitrittsberechtigt die verschiedenen Spezialberufe namentlich im§ 2 des Statuts aufzuführen. Anträge von Jaznick und Brandenburg, die eine Menderung des Verhältnisses der in Berlin arbeitenden auswärtigen Maurer bezwecken, werden abgelehnt. Dasselbe Schicksal erfahren einige Anträge, die Aenderungen in der Lokalverwaltung vorsehen. Es folgen dann Anträge über Gaue und Gauverwaltung. Ueber einen von Flensburg gestellten Antrag, sämtliche Gauvorsitzende abzuschaffen, geht der Verbandstag zur Tagesordnung über. Eine ganze Anzahl Anträge werden auch hier wieder abgelehnt, angenommen wird nur ein Antrag von Köln, wonach die Delegationsfosten zu den Gaukonferenzen im Bedürfnisfalle von der Gautasse getragen werden können. Zu dem Titel Zentralverwaltung Ausschuß 3 M liegt ein Antrag der Berliner Delegierten vor, die Ausschußmitglieder von 9 auf 11 zu erhöhen. D. Hanke Berlin begründet den Antrag mit der beschlossenen Erweiterung des Vorstandes. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Es folgt Titel Verbandstag. Hierzu liegen 11 Anträge vor, die teils die Zwischenräume zwischen den Verbandstagen verlängern wollen, teils eine Alenderung in der Zusammensetzung des Verbandstages bezwecken. Ein Antrag des Verbandsvorstandes schlägt eine Vergrößerung der Wahlabteilungen, also eine Verringerung der Zahl der Delegierten, vor. Von Hannover wird beantragt, auch die Gauvorsitzenden ohne besondere Wahl zu den Verbandstagen zuzulassen. Neumann Berlin bringt Beschwerden geringfügiger Natur vor, die Dähne Berlin auf irrige Auslegung des Statuts zurückführt. Schulz Posen verbreitet sich über die Schwierigkeiten der Agitation in den östlichen Provinzen und erklärt sich des weiteren beantragt der Verbandsvorstand, seine Mitglieder von 7 auf 9 zu mit der Tätigkeit des Verbandsvorstandes einverstanden, speziell erhöhen, von Hense Hamburg wird dazu beantragt, die neu zu " In will besondere Wahlabteilungen für die Spezialberufe. hält er die Vorschläge des Verbandsvorstandes bezüglich Ber- befeßenden Stellen vorher im Fachblatt auszuschreiben. Ein Antrag tretenen Mitgliederzahl abgestimmt wissen. Dresden will auf Antrag von 50 Delegierten nach der ver größerung des Fachorgans für akzeptabel. Auch der nächste Redner, Muth- Köln, tritt für Vergrößerung Vorstandes ausscheiden müssen, wird durch Uebergang zur Tages- legierten. Rostock, daß alle zwei Jahre die beiden ältesten Mitglieder des Wider a Breslau will dasselbe schon auf Antrag von 25 Dedes„ Grundstein" ein, ebenso verlangt er, daß sich der Verbandstag ordnung erledigt. Während der Diskussion über die vorliegenden einmal eingehend mit der Frage der Verschmelzung der bau- Anträge tritt die Mittagspause ein. Vor Eintritt derfelben gibt der werden sie sämtlich der Redaktionskommission überwiesen. Soweit die Anträge die Größe der Wahlabteilungen berühren, gewerblichen Zentralverbände beschäftigt. diesen befindet sich ein solches vom ungarischen Bauarbeiter- Verband. an den Verhandlungen des Verbandstages wird angenommen. Alle Vorsitzende die eingegangenen Begrüßungsschreiben bekannt, unter Der Antrag betr. vollberechtigter Teilnahme der Gauvorsitzenden Nachmittagssigung. anderen Anträge werden abgelehnt resp. zurückgezogen. Der Verbandstag verhandelt mun die zum Titel Beitritt, Beitrittsgeld, Ersazbücher 2c. vorliegenden 14 Anträge, die durchweg verwaltungstechnischer Natur sind. Nach ziemlich ausgedehnter Debatte werden auf Antrag Bömelburgs fast sämtliche Anträge der Redaktionskommission überwiesen. Einige unwesentliche Anträge werden sofort erledigt resp. zurückgezogen. Von Obermeier Braunschweig wird die enge Begrenzung Obermeier- Braunschweig des Gaues Braunschweig beklagt; da der Verbandsvorstand auf eine Grenzregulierung nicht eingehen will, so appelliert er an den Verbandstag, der sich von der Notwendigkeit hoffentlich überzeugt habe. In seinem Schlußwort verbreitet sich Bömelburg über die Frage des Zusammenschlusses der baugewerblichen Organisationen, die er für absehbare Zeit nicht für realisierbar hält. Die Kartellverträge mit den Bruderverbänden des Auslandes find so günstig, wie sie unter den obwaltenden Verhältnissen sein können. Zu der Frage der Vergrößerung des Gaues Braunschweig äußert Redner fich dahin, daß eine Aenderung im Sinne Obermeiers nach Lage der Sache ausgeschlossen sein muß. Braunschweig, 11. April. Bormittags- Sizung. Es folgen die Schlußworte der Vertreter des Ausschusses und des Fachorgans. Paplow tritt noch einmal für Vergrößerung des Grundstein" ein. Die Kosten dieser Vergrößerung würden das Organ von 95 Pf. auf 1,19 m. pro Mitglied verteuern. Es werden dann zwei Anträge angenommen; der erste bestimmt, daß in Zukunft auch der Bericht des Ausschusses in Druck herausgegeben werden soll. In dem zweiten Antrage wird erklärt, daß die Verbandsleitung die Mitglieder nicht zwingen kann, Abbruch Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 13. April. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Samson und Dalila. Schauspielhaus. Im stillen Gäßchen.( Quality- Street.) Deutsches. Die Bohème. Berliner. Die Räuber. Westen. Martha. National. Die Hugenotten. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Salome. Freitag: Die Neuvermählten. Vorher: Abschiedssouper. Sonnabend: Salome. Sonntag nachm. 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Angele. Abschied vom Regiment. National- Theater Weinbergsweg 19. Donnerstag, den 13. April 1905: Neues. Ein Sommernachtstraum. Die Hugenotten. Thalia. Der Stilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Zentral. Die Jurheirat. Schiller 0.( Wallner Theater.) Augen rechts. Hierauf: Die fitf liche Forderung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Leibalte. Leffing. Elga. Kleines. Salome. Residenz. Herzogin Crevette.( La Anfang 7 Uhr. Freitag: Der Freischütz. Sonnabend: Das Glöckchen des Eremiten. Sonntag abends 7%, Uhr: Gastspiel des königlichen Kammersängers Francesco d'Andrade: Don Juan. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Duchesse des Folies- Bergère) Der neue Stiftsarzt. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Uebern Belle Alliance.... noch einmal so lieben! Carl Weiß. Die Kleinen Bagabunden. Luisen. Der neue Stiftsarzt. Kasino. Lolos Bater. Freitag: Die rosa Dominos. Sonnabenb: Kyrik- Bhriz. Sonntag nachm.: Der Herrgottschnitzer. Abends: Die rosa Dominos. Montag: Die rosa Dominos. Metropol. Die Herren von Magim. Trianon- Theater. Lustspielhaus. Der Familientag. Apollo. Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Herrufeld Theater. hains. Die Meyer Palaft. Der Raub der Sabinerinnen. Spezialitäten. Passage Theater. Emmi Kröchert. Pipp. Die 7 Allisons. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger, Wintergarten. Cleo de Merode. Julius Spielmann. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Nachmittags 4 Uhr: Aus dem Haushalt der freien Natur. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr. „ Ibr Alibi" ( Les Duponts). Sonntag nachm.: Die glückliche Gilberte. WINTER BARTEN Neues Programm. 8 765 Neues Programm. Cléo de Mérode. Genaro u. Theol, Stelling u. Revell, Neues Theater. Contorsionisten. Kom. Reckturn. Anfang 7 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Violet Wegner, Berthe Brésina, Engl. Soubrette. Paris. Sängerin. W. C. Fields, Karl Hertz, Komisch. Jongl. Amer. Illusionist Paul Jülich, Kaufmann- Truppe, Humorist. Kunstradfahrer. Diane de Fontenoy, Pas de Flours. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Lebende Bilder. Biograph Freitag: Minna von Barnhelm. Sonnabend nachm. 2 1hr bei ermäßigten Preisen: Ein Sommernachtstraum. Abends 7%, Uhr: Ein Sommernachtstraum. Als Gast ist noch der Vorsitzende des Bauhülfsarbeiter- Verbandes, Behrendt, erschienen. Kindervater- Mühlhausen erstattet namens der Mandatsprüfungskommission noch einmal Bericht über einige Monitas, die damit als erledigt anzusehen sind. An den Verbandstag sind einige Beschwerden gelangt, zu deren Vorprüfung eine fünfgliedrige Beschwerdekommission gewählt wird. Alsdann wird die Statutenberatung bei Titel Zentralverwaltung fortgefeßt. Schwarz- Danzig spricht sich gegen die Erweiterung des Vorstandes aus. Man solle an Stelle neuer Vorstandsmitglieder einige Hülfskräfte anstellen und deren Posten öffentlich ausschreiben. Ebenso wäre es richtig, wenn die Revisoren nicht nur in der gedruckten Abrechnung, sondern auch hier auf dem Verbandstage die Richtigkeit der Kaffenführung bestätigen. Nach Bekanntgabe einiger eingegangener Begrüßungsschreiben, darunter ein solches aus der Schweiz werden die Verhandlungen auf morgen vertagt. Eingegangene Druckfchriften. Der„ Süddeutsche Postillon", Verlag M. Ernst- München, versendet seine Nummer 8. Sie feiert Dr. Mugdan als neuen Don Quixote. Im Zweifel", Illustration von A. Stähle.- Instruktion", eine IllustrationsBömelburg wendet sich gegen den Vorwurf, daß der Vor- probe vom Stellvertreter Gottes. Wie heißt!?" ein lustiges Farbenbild Von den Spottgedichten steht in erster Reihe stand in der Sache der Revisoren etwas unterlassen hätte. Wenn auf des Bumpes im Großen. Weltmachtspolitik"; Otto Serille spendet aus seinem Aus engen früheren Verbandstagen die Revisoren Bericht erstattet haben, so lag Gassen": Die Armen. Ofterhoffnung. Zweierlei. Lied von der es daran, daß immer ein Revisor als Delegierter anwesend war. Dresdener Straßenbahn. Schlächter- Ehre. Proletarier von Ch. W. Nach dem Statut war es nicht angängig, einen Revisor besonders Außerdem noch zirka 25 kleinere und größere gutgewählte Beiträge. Die zum Verbandstage zu delegieren. Ausdrücklich muß aber konstatiert Nummer kostet 10 Pf. und ist überall erhältlich. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Nachmittags 4 Uhr: Aus dem Hanshalt der freien Natur. Sternwarte validenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PANA Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Passage- Theater. Aufg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Zirkus Schumann. Metropol- Theater Stadt- Theater Moabit Der größte Erfolg der Saison! Elite- Abend. Gala- Programm und Neuestes! Allerneuestes! Der Clou der Saison! Nur noch kurzes Gastspiel! 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Anf. Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. 0. Wallner- Theater. Schiller- Theater Friedrich Wilhelm städtisches Theater. Donnerstag, abends 8Uhr: Donnerstag, abends8Uhr: Augen rechts. Komödie in 3 Aften v. Jon Lehmann. Hierauf: Die sittliche Forderung. Plauderei von Otto Erich Hartleben. Freitag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Der Leibalte. Komödie in 3 Akten v. Lothar Schmidt. Freitag, abends 8 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. ❤...... 020/00000.. Freie Volksbühne Sonntag, den 16. April, nachmittags 343 Uhr, im National- Theater: Erste Extra- Opern- Vorstellung Rigoletto. Oper in 4 Akten, Musik von Guiseppe Verdi. ( Nächsten Sonntag: Rigoletto.) Marken bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen à 1 Mark inkl. Garderobe und Heft. Das Opernheft ist in allen Zahlstellen zu haben für die Inhaber der Opernmarken. Metropol- Theater. 6. 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Referenten: Kollegen Basner, Haberland, Kanlfuß und Siering. Am Sonntag, den 16. April 1905, nachmittags 3 Uhr, in Schöneberg bei Obft, Meiningerstraße 8: Für Schöneberg, Wilmersdorf und Vororte. Am Sonntag, den 16. April 1905, nachmittags 2 Uhr, in Reinickendorf bei Franke, Eichbornstraße 18: Für Reinickendorf, Tegel usw. Am Montag, den 17. April 1905, abends 82 Uhr, bei Wilfe, Brunnenstraße 188: Für den Norden. Am Montag, den 17. April 1905, abends 81%, Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstraße 180: Für den Süden mit Vororte. Am Dienstag, den 18. April 1905, abends 81%, Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Für den Often und Zentrum. Am Dienstag, den 18. April 1905, abends 8, 1hr, in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49: Für Charlottenburg, Moabit usw. Am Mittwoch, den 19. April 1905, abends 81%, Uhr, bei Schmutz, König- Chaussee 38: Für Weißensee. Am Donnerstag, den 20. April 1905, abends 8, 1hr, bei Hoffmann, Wollantstraße 102: Für Pankow. Kollegen! Wir erwarten, daß Ihr alle für einen recht guten Besuch der Versammlungen Der Einberufer. Die Bezirksversammlungen im April fallen ans. Dienstag und Mittwoch: Wald. Sorge tragen werdet. lieschen, die Tochter der Freiheit. Schwarzer Adler Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Inh. Gebr. Arnhold Friedrichsberg, Franti. Chauffee 120. Jeden Sonntag: Großer Ball. Zweigverein Berlin. Freitag, den 14. April 1905, abends 8%, Uhr, bei Muß, Manteuffelstr. 95: Jeben Donnerstag: Soiree der Führmann- Walde- Sänger. Mitglieder- Versammlung im Viertel Süd- 6st. Bons haben Gültigkeit. 26692* Orientalisches Ballhaus Neue Königstr. 45( Grand Hotel) Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Réunion Anfang 10%, Uhr. Café Ruhwald Wollersdorfer Schleuse bei Erkner. Halte mein in unerreicht schöner Lage direkt am Wald und Waffer belegenes Lokal den verehrlichen Gesellschaften, Bereinen, Fabriken und Schulen zu Land- und Wasserpartien bestens empfohlen. 27282* Großer schattiger Garten( 2000 Sitzplätze). 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Um Irrtümer zu vermeiden, machen wir unseren Mitgliedern nochmals bekannt, daß unsere Mitglieder- Versammlung heute abend 8%, Uhr in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20, stattfindet. von heute ab selbst aus meinem Möbelspeicherine Lohnbewegung einzutreten?" einberufen ist, haben wir natür Franz Piehl, nur Schwedterstr. 11. Mit der Versammlung, welche von einem Wilh. Berndt nach der Alten Jakobstr. 75 bei Feuerstein mit der Tagesordnung:" Gedenten wir in nichts zu tun. Unser Vertrag mit den Arbeitgebern Berlins und der Vororte gilt bekanntlich bis zum 1. April 1906 und werden wir zum Abschluß eines neuen Vertrages rechtzeitig Stellung nehmen. 124/13 Die Ortsverwaltung Berlin. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Karl Wermuth über:" Wirtschaftsentwickelung und Arbeiterbewegung“. 2. Diskussion. 3. Bericht aus Vertreter- und Dbleute- Sigung. 4. Beratung des Drtsstatuts. An demselben Tage bei Ewald, Schönleinstr. 6: Mitglieder- Versammlung im Viertel Süden. Tages Ordnung: Der Vorstand. 1. Diskussion über das Drtsstatut. 2. Verschiedenes. Guten Besuch beider Versammlungen erwartet Mitgliedsbuch ist zum Abstempeln mitzubringen. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 13. April, abends 8%, Uhr, im Gewerkschafts. haus, Engel- Ufer 15, Saal I: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Geschäftliches. 2. Aus der Kulturwerkstatt des Sozialismus". Vortrag von P. Kampffmeyer. 3. Die Bezirkskonferenz am 24. April und Wahl der Delegierten zu derselben. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Sonnabend, den 15. April 1905, abends 8, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Versammlung aller in der Metall- und Eisen- Industrie beschäftigten Hobler, Bohrer, Stoßer und Fraiser. Tages Ordnung: 1. Die Entwidelung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. Referent: Genoffe Herm. Schulz- Borsigwalde. 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten und Verschiedenes. Sonnabend, den 15. April 1905, abends 8, Uhr, im Lokale von Kumke, Schönwalderstr. 80: Bezirks- Versammlung der Spandauer Kollegen u. Kolleginnen. Tages Drdnung: 1. Bortrag über: Bandlungen". Referent: Kollege Karl SchmidtBerlin. 2. Diskussion. 3. Berbands- Angelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Montag, den 17. April, abends 8, Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114: General- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung in Leipzig. 2. Diskussion über die Anträge zum Berbandstag. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. DI Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 114/20 Achtung! Militärsattler! Achtung! Sonnabend, den 15. April 1905, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Gaal VII: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Nichtarerkennung des Tarifs bei der Firma J. F. Karl Ludewig. 2. Neuwahl der Branchenleitung. 3. Ersatzwahl zur Agitationskommission ( brei Mitglieder). 4. Verschiedenes. 156/11 6 Der Obmann. Bahnstation u. Bost Zeuthen. Stadtbahn- u. Görlitzer Bahn Berkehr. Herrlich a. Crossin fee gelegen, schönster Ausflugsort der Dahme, 2000 Personen fassend, Vereinen, Fabriken, Gesellschaften zu Dampferpartien und Ausflügen beftens empfohlen. Herrlicher Garten, große Säle, massive Segelbahnen, Kaffeeküche, 25 Morg. Spielpläße i. Hochwald. Dampfer steh. auch Sonntags billig z. Verfüg. Komitees u. fleine Gesellsch. hole bei vorh. Bestell. v. Bahnh. m. Motorb. ab. Fernsp. Amt Königs- Wusterhausen Nr. 75. Max Mörschel Sportshaus Ziegenhals, Oris- Krankenkasse der Maler Montag, den 17. April, abends 82 Uhr: General- Versammlung der Delegierteu in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1904. 2. Antrag des Vorstandes auf Beschlußfassung über den Antrag des Münchener Verbandstages der Drts Krankenkassen Deutschlands. ( 1. Jahresbericht S. 11 und 12.) 9066 Der Vorstand. Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Pf. u. 1,00. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläuse 2c. Schachtel 30 Bf., 60 Pf. u. 1,00. 26682* Zahlreiche Anerkennungen. 1000 Mark Belohnung zable demjenigen, der mir einen Nichterfolg nachweist. Nur allein echt bei Hugo Barth, Drogerie, jezt Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. Jedes Wort: des Allgem. Orts- Krankenkasse Orts- Krankenkaffe für die vereinigten GewerbeMaurer Gewerbes hetriebe Charlottenburgs. zu Berlin. Donnerstag, den 20. April, abends 8, Uhr, Engel- Ufer 15, Saal 8: Ordentliche Generalversammlung der Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber Tages- Ordnung: 1. Vorlegung des Verwaltungsberichtes und Rechnungsabschlusses für das Jahr 1904. 2. Bericht der Prüfungskommission und Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechnung. 3. Antrag auf Bewilligung einer Entschädigung für die Kaffenmitglieder des Rechnungsausschusses. Wir laden hiermit die Kassendelegierten zu einer Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Strangspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sagen wir allen Teilnehmern unseren tiefgefühlten Dant. 27922 Alex Sasse nebst Stindern. Haftpflicht. Möbelfabrik„ Eiche" Ordentl. General- Versammlung eingetragene Genossenschaft mit beschr. auf Sonnabend, den 29. April er.. bes Volkshauses in Charlottenburg, abends 8, 1hr, nach dem Saale Rosinenstr. 3, ein mit der Tagesordnung: berichts für das Jahr 1904. 1. Entgegennahme des Geschäfts2. Bericht der Revisionstommiffion. 3. Antrag des Kassenvorstandes auf Entlastung. 4. Antrag des Staffenvorstandes aus Abänderung des§ 40 des Kassenstatuts. Am 27. April cr. um 6 Uhr abends findet in unserem Geschäftslokale, Borhagenerstraße 29, aufer ordentliche Generalversammlung statt. Tages- Ordnung: Nachprüfung der Bilanz vom Jahre 1904. Die Bilanz liegt zur Einsicht im Geschäftslokale aus. 106/20 Der Vorstand. H. Schramm. P. Conrad. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hermann Schröter am 9. d. M. ertrunken ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, zu NiederIchme statt. Rege Beteiligung erwartet 115/1 Die Ortsverwaltung. Danksagung.. 4. Bahl eines Borstandsmitgliedes besondere ſchriftliche Einladung, welche Zentral- Krankenkasseerdigung meiner lieben Frau fage aus der Gruppe der Kassenmitglieder an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Schlößer für das Jahr 1905. 5. Verschiedenes. 9046 Der Vorstand. A. Daehne, A. Kelpin, Vorsitzender, Schriftführer, Lorkingstr. 23. Lychnerstr. 13. Headt 5 Pfennig. fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Die Kassendelegierten erhalten zu der Generalversammlung noch eine als Legitimation vorzuweisen ist, ncbst dem gedruckten Geschäftsbericht. Charlottenburg, den 10. April 1905. Der Kassenvorstand. H. Scheel 272/13 der Maler. ( E. H. 71.) Filiale S. III. Freitag, den 14. April, abends 9 Uhr, im Kassenlokal, Alte Jakobstr. 69: = Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzipenden bei der Beich Beteiligten meinen herzlichsten Dant. Karl Köhn n. Kinder. Dr. Simmel, Prinzen Mitglieder Versammlung. chrenhafte Frau und bedaure, die98/ 10* Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Verschiedenes. 9106 Der Vorstand. 27932 Ehrenerklärung. Hiermit erkläre ich Fraut Wittmack, Gerichtstr. 73, für eine achtbare und felbe am 2. April früh im Restaurant Arlt, Brunnenstr. 30, beleidigt zu haben. A. Kosatatie jr. Kleine Anzeigen. 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Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Tischler Franz Skokan verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Charité aus nach dem Charité- Kirchhof statt. Um rege Beteiligung ersucht 83/13 Die Ortsverwaltung. Am Montag, den 10. d. M. verstarb nach langen schweren Leiden mein lieber Bruder, der Stereotypeur Max Fabrowsky. Die Beerdigung findet am Freitag, den 14. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Martus- Kirchhofes in Wilhelms9155 berg aus statt. Im Namen der Hinterbliebenen W. Fabrowsky. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Buchführung, Straußfedern Näherinnen, Kräuslerinnen, im und außerm Hause, auf Amazonen verlangt bei höchsten Löhnen, sowie Lehrmädchen, gerade eingesegnete. 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Hering in Aspic Dose 36Pf Sardinen od. Anchovis Glas 24Pf. Appetit Sild Dose 30, 43 PL Forellenheringe Dose 53 Pf. Hummer 1/2 Dose 1.00 1.90 Portugiesische Delsardinen 14 Dose Dose BRUNNEN- STR. 19/21 Ecke Veteranen- Strasse Verkauf nicht an Wiederverkäufer, Früchte- Conserven Hülsenfrüchte Mirabellen Reineclauden 1/1 Dose 1/2 Dose 62, 36P. Reis I Reis II 1 Pfd. 5 Pfd. 22, 1.00 80, 45 P. 18, 85 PL Erdbeeren Pf. 95, 50Pf. Reis III 15, 70 PL Gem. Früchte 100, 55 Pf. Erbsen klein mit Hülsen 12, 55 Pf. Apricosen/ Frucht 110, 60P. Erbsen gross mit Hülsen 13, 60 Pf. 110, 60P. Erbsen grün 14, 65 PL Erbsen geschält, gross 16, 75 PL. 20,95 PL. 1/2 Dose 11 Dose 1.85 1.10 32, 36, 65PL. Französische Delsardinen 45, 28 Pf. 4 Dose 80 PL. 27 Pf. Amieux Frères 1/2 Dose 1/4 Dose in Tomaten 1.35 78PL Pfirsiche Frucht Pflaumen blau ohne Kern 55, 33Pt. Pflaumen blau mit Kern 45, 28pf. Birnen 70, 40P. Stachelbeeren naturell 48, 29 Pf. 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Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 88. 22. 2. KeilM des Dmiiets" Kerlim WllisdlM. s™«"-- 13 1905 Berliner JVachnchten. Die unzufriedenen Gemeindeschullehrer Berlins haben jetzt m einer vom Berliner Lehrerverein einberufenen Versammlung sich zu der letzten Lehrcrgehalts- Debatte der Stadtverordneten geäußert. Der Vereinsvorsitzende Lehrer Herter bemerkte einleitend, die Lehrerschaft sei es ihrer Ehre schuldig, eine Antwort zu geben auf die Unrichtigkeiten und falschen Darstellungen der im Stadtparlament gegen sie erhobenen Vorwürfe. Da in jener Stadtverordneten-Sitzung nach den Reden des Oberbürger- meisters Sirschner und des Stadtverordneten Cassel, des Wort- führers der Mehrheit, die Debatte trotz Protestes der Minder- heit geschlossen worden sei, so müsse die Lehrerschaft selber sprechen. Die Angriffe, die in der Debatte der Oberbürgermeister K i r s ch n e r gegen die immer wieder nach Aufbesserung ihrer Gehälter rufende Lehrerschaft bezw. gegen ihre Führer in der Gehaltsaufbesserungsbewegung gerichtet hatte, sind durch zwei Mitglieder der Lehrerdeputation von 1897 bereits in einer den Zeitungen übersandten Erklärung nachdrücklich zurückgewiesen worden.(Vergleiche„Vorwärts", 1905, Nr. 81.) In der Ver- sammlung des Lehrervcreins wurde von einem Mitglied jener Deputation, dem Lehrer Prctzel, noch einmal eine ausführliche Darstellung der Unterredung gegeben, die die Deputation mit dem damaligen Bürgermeister Kirschner gehabt hat. Der irrende Herr Kirschner kam hierbei noch schlechter weg als in der erwähnten Erklärung. Er behauptet, die Lehrer hätten ihm Zufriedenheit in Aussicht gestellt, und nun schimpft er, daß die Unzufriedenheit der Lehrer heute größer als je sei. Prötzel weist nach, daß die Deputation„Zufriedenheit auf längere Zeit" in Aussicht gestellt hat fiir den Fall, daß die Stadt die Wünsche der Lehrer erfüllte. Aber das sei eben nicht geschehen. Uebrigens wurde hierzu, wie Pr. angibt, von Kirschner selber bemerkt:„Eine Zufriedenheit auf längere Zeit kann gar nicht eintreten, das ist gegen a l l e N a t ur". Von der Lehrcrversammlung wurde diese Mitteilung Prötzels, die im Widerspruch steht zu Kirschners jetzigen Klagen über die Unzufriedenheit, mit großer Heiterkeit aufgenommen. Der Herr Oberbürgermeister hat sich bekanntlich schon in viel! kürzeren Zeiträumen widersprochen. Während er früher sich als den besonnenen Mann gab, der jedes Wort auf die Goldwage legt, hat er in neuerer Zeit mehr die Gewohnheiten jener„impulsiven Charaktere" an genommen, die zu reden lieben,„wie's trefft". Doch darüber hinaus ist es immerhin intereffant, zu vergleichen, wie Verl ständnislos-kalt er in der Stadtverordneten-Versammlung gegen die Forderung höherer Gehälter oder Löhne zu sprechen pflögt, und wie vernünftig und nett er auf seinem Bureau sich mit Bittstellern unterhalten kann. Die Lehrer haben nun fteilich mit den Arbeitern daS eine gemein, daß auch sie für ein liebenswürdiges Geplauder nicht annähernd so empfänglich sind, wie für bar 0 Die Erregung darüber, daß zu der Ablehnung ihrer Wünsche jetzt noch eine beleidigend unwahre Darstellung des Sachverhalts hinzugefügt wird, gelangte in der Versammlung zu ungemein kräftigem Ausdruck. Schade, daß Kirschner, Cassel usw. nicht die Eruptionen mit anhören konnten, zu denen es namentlich in der Diskussion mehrfach kam. Als einzelne Redner ihre Vorwürfe und Angriffe auf die ganze Partei dieser Herren, auf den Berliner Liberalis in us ausdehnten und Verweigerung der Wahlhülfe empfahlen, antwortete ein über raschend großer Teil der Versammlung mit tosendem Beifall Aber sofort wurde von der anderen Seite gebreinst:„Wir bleiben liberal trotz der Berliner Stadtverordneten-Versamm lung." Nach dieser trostvollen Versicherung werden die Kirschner, Cassel usw. mit lächelndem Behagen an die Lektüre der sehr umfangreichen Protestresolutton herangehen können, die schließlich von den Lehrern angenommen wurde. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneteu-Bersammlung am Donnerstag, den 13. April, nachmittags 6 Uhr. Fortsetzung der Beratung über die Borlage betreffend die Frage, in ioelchcr Weise die drohenden Ausfälle im StadthauShaltS-Etat gedeckt werden können.— Beschlutzfasiung über den Antrag auf Hebet- Weisung der Vorlage betreffend die Gewährung von Preisen für die zwanzigste Wanderausstellung der deutschen Landwirtschafts- g e s e l l s ch a f t an einen Ausschuß zur Vorberatung, eventuell über den Antrag des Magistrats.— Vorlagen betreffend die Rück Zahlung einer auf dem SiathauSgrundstücke haftenden Hypothek,— einen Straßenlandaustausch am Platze vor dem Brandenburger Tor— und die Gewährung eines Stisterbeitrags an den Schwäbischen Schiller-Verein.— Drei Rechnungen.— Berichterstattung über die Vorlage betreffend die Abänderung der Abteilungen XI und IX des Bebauungsplanes zwischen der Berliner Ringeisenbahn. Hochstraße, Badstraße, Grünthalerstraße, Weichbildgrenze mit Pankow und Malmöerstraße sowie die Abstumpfung der nordöstlichen Ecke der Straße 62b, Abteilung X2.— Vorlagen betreffend die erfolgte Bau abnähme der Gemeindedoppelschule in der Snmattterstr. 20.— die Erhöhung der Miete für die AmtSräume des Standesamtes XHA.,— die Errichtung eines Röntgen-Hauses bei dem Rudolf Virchoto Krankenhause— und den speziellen Entwurf zum Neubau des städtischen Volksbades in der Gcrichtstraße.— Antrag von Mitgliedern der Versammlung, dem in Vorbereitung befindlichen Nordpark den Namen Schillerpark zu geben.— Vorlage betreffend die Auflösung des Plenums der Baudeputatton und die Einsetzung einer Hochbaudeputatton und einer Tiefoaudeputatton.— Berichterstattung betreffend die Wahl eines Bürgerdeputierten für die Deputation der städtischen Wasserwerke, von drei Stadtverordneten und drei Bürgerdeputierten in das Kuratorium für die technische Mttelschule, eines stellvertretenden bürgerlichen Mitgliedes, der Hilfst Ersatzkommission II und eines bürgerlichen Mitgliedes für die Ersatz- kommission IV.— Elf Unterstützungssachen.— Borlagen betreffend die Wiederwahl von zwei Ratszimmermeistem und die Wahl eines RatSmaurermeisters lowie von Taxatoren und Taratoren- Stell- Vertretern für die Pferdeaushebuirgskornmission Nr. VI, VII und X und die Entlassung eines Mitgliedes der BeranlagungSkommisfion aus diesem Amte.— Außerdem findet am Beginn der Sitzung die Einfiihrung und Verpflichtung der zu Stadtverordneten gewählten Herren Dührenfutth und Gohlicke statt. Auf der Berortstrccke der Görlitzer Bahn sind die Umbauarbeiten nun so weit vorgeschritten, daß bereits der neue Bahnhof AdlerShof und ein Teil des neuen Personenbahnhofes Nieder-Schöneweide in Benutzung genommen werden konnten. Seit Dienstag werden die Fernzüge, sowie die in Kvnigs-Wusterhausen bezw. in Grünau endenden Vorortzüge dicht hinter Haltestelle Baumschulenweg nach den neuen Gleisen hinübergeleitet, steigen auf einer vorläufig an- gelegten Rampe zu dem hoch aufgeschütteten neuen Damm hmauf und halten in Nieder-Schöneweide und in Adlershof an den neuen Bahnsteigen. In Stteder-Schöneweide wird nur für die hier endenden Stadtbahnzüge sowie für die von hier abgehenden Züge nach SpindlerS- ttd einstweilen»och der alte Bahnsteig benutzt.. Dem Umsteige- verkehr, der hier stattfindet, bringt das bis auf weiteres große Un- bequemlichkeiten. Die obligatorische Fortbildungsschule. Am Mittwoch, den 12. April, fand die erste Sitzung der Deputatton für die städtische Pflicht- örtbildungsschule im Rathause ab. Der Vorsitzende Stadtschulrat r. Gerstenberg begrüßte die erschienenen neuen Mitglieder und gab einen Ueberblick über die EntWickelung des Fortbildungs- schulwesens, wobei er auf die Aufgaben der Deputation hinwies. Die sogenannte Dreiteilung des Fortbildungsschulwesens, das zum Teil dem Magistrat, zum Teil der Schuldeputatton, bezw. der Gewerbedeputation direkt unterstellt war, hört nunmehr auf. Das gesamte Fortbildungsschulwesen ist dieser neuen Deputation überwiesen worden. Zunächst sollen fünf neue Pflicht- Fortbildungsschulen und zwar zwei auf dem linken und drei auf dem rechten Spree- Ufer errichtet werden. Im nächsten Jahre werden voraussichtlich zwei neue Schulen hinzukommen und im dritten Jahre der Ausbau vollendet sein. In diesem Jahre rechnet man auf etwa 6000 Schüler, die einen dreijährigen Kursus zu absolvieren haben. Da im Herbst wahrscheinlich eure gleiche Zahl eingeschult wird und diese von Jahr zu Jahr steigen dürste, so wird in drei Jahren in den drei Klassen mit einer Schülerzahl von rund 36 000 zu rechnen sein. Gestern wurde von der Depntatton beschlossen, die Fortbildungs- bezw. Fachschulen der Schlächterinnimg, der Buchdrucker und der Maschinenfabrik von Ludwig Löwe anzuerkennen und beim Oberpräsidenten zu beanttagen, daß er sie als Ersatz ebenfalls anerkennt. Die Fortführung der Hochbahn nach Westend ist nunmehr ge sichert. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat das Projekt des vielumstrittencn Bahnhofs„Krumme Straße", Charlottenburg, in der Weise genehmigt, daß die Fortführung der Hochbahn nach W e st e n d unter schienenfteier Kreuzung des nach dem Wilhelms platze führenden Abzweigs möglich ist. Zu dem Behuf« muß der Bahnhof„Krumme Straße" viergleisig angelegt werden. Eine„Adalbert Falk-Straßc", nicht— wie ursprünglich beab sichtigt war— eine einfache„Falk-Straße", hat der Vorstand deS Berliner LehrervereinS beim Magisttat für die nächste Sttatzentauf« in Anregung gebracht. Die Hinzufügung des Vornamens ist hier notwendig geworden, weil schon in Rixdorf eine Falk-Straße vor- handen ist. Eine zweite Falk-Sttaße in Groß-Berlin würde nach den Grundsätzen, die zwischen Berlin und seinen nächstgelegenen Vororten für die Benennung von Sttaßen vereinbart sind, nicht ge- nehmigt werden können. Eine Pfcrdrversttigerung ans der Hauptfenerwehrwache in der Lindcnstraße fand gestern früh statt. Obwohl viel Käufer erschienen waren, wurden nur kleine Preise für die noch brauchbaren, wenn auch fiir den Feuerwehrdienst nicht mehr tauglichen Pferde erzielt. Die Käufer, meist Berliner Händler, haben ein gutes Geschäft ge- macht. Pferde, die nur wenig kruppiett erschienen, gingen mit 216 M. für das Stück weg. Nur eine sehr schöne Fuchsstute„Arria" erzielte ein Gebot von 570 M. Der Milchkneg ist mit Berein znr Hebung erneuter Hefttgkeit entbrannt. Ein d e r M i l ch z e n t r a l e" ist, wie in der gestrige» Versammlung der Milchhändler mitgeteilt wurde, ins Leben gerufen worden mit der ausgesprochene» Absicht, die ring- freien Milchproduzenten in das Lager der Zenttale herüberzuziehen und so den Milchhändlern den weiteren Kampf unmöglich zu machen, Der neue Verein hat ein Rundschreiben an alle größeren Guts- besitzet der Provinz erlassen mit der Aufforderung, entweder Mit glied der Milchzenttale zu werden oder sie auch als Nichtmitglied durch Abgabe von einem halben Pfennig von jedem Liter verkaufter Mich zu unterstützen. Als Gegenleistung verspricht der Verein, dafür zu sorgen, daß der Bezugspreis ftei Berlin nicht unter 13'/, Pfennig sinkt und keine Sonderverttäge von der Zenttale mehr abgeschlossen werden. Wie der Verbandsvorsttzende Lulay erklärte, lasse sich noch nicht übersehen, ob die in letzter Zeit besonder« eifrige Agitation der Milchzentrale Erfolg haben werde. Das Märchen, daß die Milchhändler die Preise herabdrücken, sei durch den Beschluß der Vorstande säintlicher Milchhändler« Vereine Berlins und der Vororte am Mindestpreis von 12'/, Pf. frei Berlin für die nächsten fünf Jahre festzuhalten, gründlich zerstört worden. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, müsse der Bezug dänischer Milch, die sich bisher glänzend bewährt habe, fortgesetzt und vergrößert und der mit 1. Mai zu Ende gehende Vertrag erneuert werden. Im Interesse der Wahrung seiner Selbständigkeit müsse der Milchhändlerstand den Kampf bis zum äußersten führen. Sämtliche Redner sprachen in gleichem Sinne und rühmten die Vorzüge der dänischen Milch, an der selbst die schärfst« polizeiliche Konttolle nichts auszusetzen ver- mochte. Die Versammlung beschloß, jedem Milchhändler, der an der Milchlieferung für die Krankenkassen teilnimmt, zum Bezüge eines Quantum« dänischer Milch, je nach der Höhe seines Uinsatzes, zu verpflichten. tanSdiebe wurden gestern morgen in dein KonfekttonSgeschäft ioritz Gottschalk in der Renen Friedrichstt. 37 abgefaßt. Der Pförtner sah, daß zwei Bügler, die öfter Ueberstnnden n, achten und dann den Schlüssel zu den Geschäftsräumen abends in einen eigens dafür angebrachten Kasten legen sollten, schon vor 6 Uhr mit Paketen da« Haus verließen. Es ergab sich, daß die beiden wiederholt morgens früh allerhand Stoffe zusammengepackt und gestohlen und bis zur Verwendung an der Aufbewahrungsstelle auf dem Bahnhof Alexanderplatz niedergelegt hatten. Auch in den Wohnungen der Leute wurde noch gestohlenes Gut gefunden. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte im ganzen für etwa 1000 M. und brachte die Haus diebe nach Moabit. Ein Brillantrndiebstnhl, der am 31. März in Paris verübt wurde, beschäftigt jetzt auch die hiesige Kriminalpolizei. Es handelt sich um einen Halsschmuck, der die Kleinigkeit von 550 000 Frank wert ist, und um sieben ChatelaineS, die zusammen nur 330 000 Frank kosten. Die kostbaren Schmucksachen wurden dem Juwelier Solomon Isaak, der sie zu einem Paket zusammengefaßt bei sich trug, aus der Tasche gestohlen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Dieb auch in Berlin versuchen wird, sie rm ganzen oder einzeln zu verkaufen. Da« Kollier ist arabische Goldschmiede-Arbeit onentalischen Stils. besteht aus 17 Goldplatten, die durch einen Ring miteinander verbunden sind. In der Mitte jeder Platte befindet sich ein alter weißer Brillant, um diesen, der 14 bi« 17 Karat wiegt, herum ein Kreis von kleineren Brillanten. An jeder Platte hängt auch noch ein länglich geschliffener Brillant. Den unteren Abschluß des Schmuckes bildet ein Schild mit einem 66karätigen. von mehreren kleineren umgebenen Brillanten in der Mitte. Zwischendurch sind arabische Schriftzeichen eingegraben. Die Kettchen sind dreieckige Goldplatten mit Brillanten. Die Platten sind miteinander durch Brillanten verbunden, die in rotem oder grünem Email liegen. Ilm die Leiche der Mutter. Ein Kampf um die Leiche ver- ursachte gestern abend in der Badstraße große Erregung. Die 47 Jahre alte Formerftau Klara SkoraszewSki aus der Exerzierstt. 5, Mutter von fünf Kindern im Alter von 11 bis 26 Jahren, war herzleidend und brach gestern nachmittag, als sie um 5 Uhr von ihrer Laube nach Hause zurückkehrte, vor dem Grundstück Exerzierstraße 7 be- innungsloS zusammen. Ihr ältester Sohn Arthur brachte sie mit iner Droschke nach der Unfallstatton an der Ecke der Bad- und Hoch« traße. Dorthin kamen auch die vier anderen Söhne, als der Arzt eben den Tod der Frau festgestellt hatte. Alle fünf verlangten nun die Herausgabe der Leiche ihrer Mutter, die sie nach der Wohnung bringen wollten. Ihrer Forderung konnte nicht entsprochen werden, weil die Revierpolizei die Leiche zur Feststellung der Todesursache durch gerichts- ärztliche Oeffnung beschlagnahmen mußte. Die jungen Leute hielten ich nun stundenlang vor der Unfallstation auf und lvarteten auf >en Polizeiwagen, der die Leiche nach dem Schauhause bringen sollte. Als der Wagen kurz nach 8 Uhr kam, griffen sie den Leichendiener Püschel und den Kutscher tätlich an und suchten sie mit Gewalt an- der Wegschaffimg der Leiche zu hindern. Ein Schutzmann vom 101. Revier, der zufällig auf der Unfallstation zu tun hatte, sprang den Angegriffenen bei, niußte aber noch die Wache deS zuständigen 9. Reviers zu Hülfe rufen. Erst als von dort ein Leutnant und vier Schutzleute gekommen waren, konnte der Wagen mit der Leiche unter einem Auflauf von etwa hundert Personen wegfahren. Die beiden ältesten Söhne der Verstorbenen wurden nach� der Revierwache gebracht, nach Aufnahme des Tatbestandes aber wieder entlassen. Embrcchcr suchten in der vergangenen Nacht das in dem Hause Friedrichstr. 200, an der Ecke der Krausensttaße belegene Militär« effekten- und Herrenkleidergeschäft von Kühne heim. Obwohl der Verkehr in dieser Gegend die ganze Nacht nicht eine Minute ruht, gelang es den Einbrechern, mit Nachschlüsseln unbemerkt in daS Haus und die Geschäftsräume einzudringen, die sie, mit einer großen Beute beladen, ungesehen wieder verließen. Nach den bisherigen Feststellungen nahmen sie für 7000 M. Stoffe für bürgerliche Kleidungsstücke mit. Für Militärsachen scheinen sie keine Verwendung gehabt zu haben. Ohne Zweifel haben sie ihre schwere Beute nicht weggetragen, sondern mit einem Wagen weggeschafft. Ein schwerer BctticbSnnfall ereignete sich Mittwoch vormittag in der Nähniaschinenfabrik Aktiei�gesellschaft vormals Mehlich in der Sophienstr. 21. Während die Maschinenmeister B r i n g e r und Otto im Kesselhause dainit beschäftigt waren, die Schrauben, die die einzelnen Teile des HmiptdanipfrohreS unter einander verbinden, anzuziehen, platzte Plötzlich das Rohr an einer Stelle und der aus- strömende heiße Dampf ergoß sich über die beiden Maschinisten. Diese wurden hierbei so stark verbrüht, daß sich die Haut an einzelnen Stellen des Körpers vollständig ablöste. Sie mußten daher sofort nach dem Hedwigs-Krankeuhause geschafft werden, wo sie schwer daniederliegen. Beide sind verheiratet und Familienväter. Zwei andere Arbeiter, die in dem kritischen Moment sich ebenfalls in der Nähe der Unfallstelle befanden, kamen mit geringeren Ver- letzungen davon. Der Fabrikbelrieb in dieser Abteilung mutzte für den gestrigen Tag eingestellt werden, wird aber heute bereits wieder aufgenommen. Zu der Schlägerei zwischen einem Mörtelkutscher und einem Arbeiter wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß die Schuld zum wesentlichen an dem Kutscher liegt, der als jähzorniger Mensch bekannt ist. Der in dem gestrigen Bericht erwähnte Maurer kommt bei dem Vorfall gänzlich außer Betracht, da der eigentliche Streit sich zwischen dem Kutscher und dem Arbeiter Funk abgespielt hat. lieber einen Kampf, den der Kriminalschutzmann Podratz mit einem angeblichen Zuhälter Busse zu bestehen hatte, brachten wir nach amtlicher Meldung gestern einen Bericht, worin mitgeteilt wurde, daß Busse sich bei der Prostitnirten Bodin im Hause Engel- Ufer 4» aufgehalten habe. In dieser Angelegenheit teilte Fräulein Bodin uns mit, daß sie keine Prostituirte sei und auch nie in ihrem Leben unter Sitteukontrolle gestanden habe. Sie ernähre sich als Arbeiterin und sei zurzeit in einer Knopffabrik beschäftigt. Auch wisse sie nicht« davon, daß ihr Verlobter, der erwähnte Busse ein Zuhälter sei. Bon einem Omnibus überfahren wurde gestern abend der Blumenhändler Robert Petermann beim Ueberschreiten des Fahr- dammes auf dem Leipzigerplatz. Der Schwerverletzte wurde nach der Sanitätswache und von da nach einem Krankenhause gebracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Daß die Sternberg-Affäre auch in amtlichen Kreisen noch nicht in Vergessenheit geraten ist, daran erinnern die unausgesetzten Nach- forschunge» nach dem gegenwärtigen Aufenthaltsorte des Bergwerks- direktors Paul Lupp a. Dieser lvar bekanntlich im Verlaufe deS Prozesses, in dein er zusammen mit Sternberg'auf der Anklagebank erschien, der Bestechung beschuldigt worden. Als man ihn aber in Untersuchung nehmen wollte, war er bei Nacht und Nebel heimlich. nach England geflohen. Auch seine Gattin ließ er in seiner Wohnung in Eharlottenbnrg zurück, erst später folgte sie ihm nach. Um nun aber dem seinerzeit hinter Luppa erlaffenen Steckbrief die Rechts- kraft zu erhalte», ist er jetzt vom Untersuchlingsrichter beim hiesigen königlichen Landgericht I wieder erneuert worden. Frnerbericht. Mittwoch früh wurde die Wehr nach der Solms« straße 7 gerufen, weil dort in einer Wohnung Feuer ausgekommen war. Möbel, Betten und Kleidungsstücke standen bei Ankunft deS II. LöschzugeS in Flammen. Die Gefahr konnte in kurzer Zeit be- seitigt werden.— In der Katzlerstr. 17 war dann Bohnermasse in Brand gerate», während in der Friedebergerstraße 3 Decken und Wäschestücke durch Feuer vernichtet wurden.— Kurz»ach Mitternacht kam in der Potsdamerstr. 2 ans einem Hängeboden Feuer aus. Der 9. Löschzug erstickte die Flammen.— Nach der Mauerstraße wurde dann die Wehr gerufen, lveil hier eilt Sttaßenbahiiwagen in Brand geraten lvar.— Außerdem liefen in den letzten 24 Stunden noch aus der Bärlvaldstr. 43. Krausnickstr. 21, vom Schlesischen Güterbahnhof. a»s der Köpenickerstr. 70a und»och aus einige» anderen Stellen Alarmiernngen ein. In allen diesen Fallen handelte es sich aber um ganz unbedeutende Anlässe. Ein neues Schaustück„Der Untergang von Pompeji' soll in der nächsten Zeit am Kurfürstendamm aus dem Terrain der Feuerwehr- Ausstellung in Szene gehen. Die Ausführung des sensationellen Schauspiels liegt in den Händen der englisch-anlerikanischen Firma James Pain and Sons, welche seit Jahren in London, Chikago, New Aork, Sidney und anderen Mettopolen pyrotechnische Schauspiele veranstaltete, die die„Girandolen" Roms, während des KonstitutionS- festes auf dem Monte Pincio. an Schönheit wie Umfang weit in den Schatten stelle» sollen. Diese Painschen Monstre-Feuerwerke ge- Winnen dadurch noch ein ganz besonderes Interesse, daß sie mit einem historisch bemerkenswerten Borgange, wie beispielsweise in diesen: Falle mit der Zerstörung Pompejis und HerculannmS durch einen Ausbruch des Vesuvs in Verbiiidung gebracht ivcrdcn und den Leitern des Unternehmens damit Gelegenheit gegeben wird, eine Land- und Wasserszenerie, Hunderte von darstellenden Personen und eine Pracht der Kostüme und Requisiten ins Treffen zu führen und durch minnsche Handlung, Tänze, Gesänge und Maffenaufziige die Besucher zu unterhalten. Theater. Im Metropol-Theater haben sich bis zur 150. Aufführung 240 923 Personen das Ausstattungsstück„Die Herren von Maxim" angesehen.—„Der Prügeljunge", ein ein- akttges VerSspiel von HanS L'Arronge, wurde bereits vor längerer Zeit von der Direktton des Lustspielhauses erworben und wird in der nächsten Woche seine Erstaufführung erleben.— Im Schiller-Theater 0. sWallner- Theater) wird am Kar« reitag(21. April) abends 8 Uhr ein geistliches Konzert, ausgeführt von der Barthschen Madrigal- Vereinigung, statt- indem Der Vorverkauf hat bereits begonnen.— Im National-Theater findet am Karfreitag(den 21. d. M.) unter Mitwirkung des Bach-Bereins und namhafter Solisten eine Aufführung der Johannespasston von Bach statt und zlvar zum ersten Male in der Neubearbeitung von Professor H. Reiinan», welcher auch die Leitung der Aufführung übernommen hat. Im De utschen Theater findet in der Zeit vom 13. bis 3t. Mai unter künstlerischer Lewing von Sigmnnd Lantenburg ein Anzeugruber-Zyklus statt.— Zm Apollo-Theater wird Sonntag Paul Linckes„Berliner nft" nachmittags 3 Uhr aufgeführt. Vor der Burleske treten die Spezialitäten auf._ Gerichts-Zeltung. Ein moderner Blaubart vor Gericht. In dem BetrugSprozeß gegen den Arzt Dr. Braunstein, über dessen Verhandlung vor der Münchener Straflammer wir be- richteten, wurde gestern mittag das Urteil gefällt.' aberkannt worden. Der Gerichtshof hat den Angeklagten wegen zweier Verbrechen vielfach schlechte Behandlung der Arbeiterinnen durch die Meister sellen entlassen und einen billiger arbeitenden vom Kommissionär ber Urkundenfälschung für schuldig befunden und ihn zu einer Ge- sowie besonders der überaus schlechte Verdienst. Durch eine Anzahl beziehen müssen. Auf solche Weise sind Wochenlöhne oft um eine famistrafe von 7 Jahren Zuchthaus und Tragung der Kosten ver- vorliegender Lohnzettel wurde bewiesen, daß sich die Arbeiterinnen oder zwei Mart herabgedrückt worden. Im allgemeinen sind die urteilt. Ferner find ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre mit Löhnen von 13 M. bis herunter zu 10, 9 und 8 M. begnügen Löhne der vom Kommissionär vermittelten Arbeitskräfte um 50 Pf. müssen. Es kam auch zur Sprache, daß gerade die Arbeiterinnen mit Kost und Logis und um 1,10 M. ohne Kost und Logis niedriger Zur Begründung des Urteils führte der Vorsigende aus: dieses Werkes bei all ihren Kolleginnen in anderen Glühlampen- als bei denen, die von den Innungssprechmeistern in Arbeit geNach der Ueberzeugung des Gerichts sind die Angaben des An- fabriken als Preisdrüderinnen verschrien sind. Klage geführt bracht sind. geklagten unwahr, und zwar schon nach der Art der Ausführung der wurde ferner über die mangelhaften hygienischen Einrichtungen; so Nachdem der Referent die Ergebnisse der Statistik beleuchtet Fälschung. Es steht fest, daß die Fälschungen noch nach dem Tode z. B. haben die Arbeiterinnen unter der geradezu scheußlichen und darauf verwiesen hatte, daß die hauptsächlichste Ursache des feine Frau begangen wurden. Der Gerichtshof nimmt an, es ist Atmosphäre zu leiden, die aus der mit Wellblech abgeschlagenen Kommissionärunwesens in der großen Arbeitslosigkeit begründet ist, unwahr, daß die Frau nicht habe schreiben können und wollen. Glüherei in den Maschinensaal dringt. Trotzdem der Arbeiter die wiederum aus der unmäßigen Lehrlingszüchterei resultiert, Es steht vielmehr fest, daß sie am 18. November noch ausschuß die Direktion schriftlich um Einberufung einer gemein- forderte er gesetzliche Abhülfe der geschilderten, aus der gewerbskorrespondiert hat und auch noch weiter bis in Bellinzona schaftlichen Sigung zwecks Aussprache über die Mißstände ersucht hat, mäßigen Arbeitsvermittelung entspringenden Mißstände. forrespondierte. Es ist ferner unwahr, daß die Frau den Angeklagten ist bis dato noch keine Sigung anberaumt worden. Die Versamm Nach reger, dem Referenten zustimmender Diskussion wurde ermächtigt hat, für sie Unterschriften zu leisten. Es ist auch aus- lung wurde sich schlüssig, zu gegebener Zeit in einer etwas nachfolgende Resolution einstimmig angenommen: geschlossen durch die Vereinbarungen, die die Verstorbene selbst noch energischeren Art auf Abhülfe zu dringen. " Die Versammlung nimmt mit Entrüstung Kenntnis von kurz vor der Hochzeit mit dem Halleschen Bankverein getroffen hat. der geradezu schamlosen Ausbeutung und Bewucherung der ArFerner ist diese Angabe widerlegt durch den Chevertrag vom In der Königlichen Pozellanmanufaktur in Kopenhagen legten am beits- und Brotlosigkeit. Ungezählte Taufende werden seit Jahr11. November, in dem der Ehemann ausdrücklich von der Verwaltung 9. April 40 der dort beschäftigten Malerinnen die Arbeit nieder. zehnten jährlich den arbeitsuchenden Bäckergesellen in wucherischer und Nuznießung des Vermögens ausgeschlossen ist. Daß die Ver- Die Ausständigen sind sämtlich organisiert und der Grund ihrer Weise abgepreßt. Bis heute haben sich die Innungen unfähig storbene ihre Ansicht so schnell geändert haben sollte, ist nach ihrem Arbeitsniederlegung liegt darin, daß von der Leitung der Manu- erwiesen, auch nur das geringste zur Beseitigung dieser Blutsauger Charakter ganz ausgeschlossen. Dazu kommt noch, daß der An- faktur eine der Malerinnen, anscheinend wegen ihrer Tätigkeit für die zu unternehmen. Vielmehr haben beide Berliner Bäckerinnungen geklagte den Tod seiner Frau sowohl den Banken wie den Ver- Drganisation, entlassen wurde. Allem Anschein nach handelt es direkt das Treiben dieser Kommissionäre begünstigt, indem sie die wandten und sonstigen Personen gegenüber vollständig verschwiegen sich bei der Differenz um einen Vorstoß, den die Unternehmer gegen größten und gewissenlosesten Kommissionäre zu Jnnungssprechhat. Es sind daher alle Voraussetzungen der Urkundenfälschung ge- die junge Organisation der dänischen Porzellanarbeiter und Arbeite- meistern machten. Die Versammlung erwartet von den gesetzgeben. Es liegen zwei verschiedene Verbrechen vor. Mit Rücksicht rinnen, die ihnen vom ersten Augenblick ihres Entstehens an ein gebenden Körperschaften, daß sie die Arbeitsvermittelung staatlich Hierauf wird der Angeklagte zu einer Gesamtstrafe von sieben Jahren Dorn im Auge war, unternehmen. Der Ausstand droht weitere oder behördlich regelt und jede Privatarbeitsvermittelung für immer Zuchthaus verurteilt. Kreise zu ziehen. unmöglich macht. Der Vorstand des Bäckerverbandes wird beauftragt, die dazu nötigen Schritte sofort einzuleiten." Aus der Frauenbewegung. Protest gegen den Kinderhülfstag. " Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 17. April, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße 20: Vortrag des Herrn Dr. A. Pintu ß über das Thema: " Zur Erkenntnis und Bekämpfung der Krebskrankheit". Gäste willkommen. Verfammlungen. Das Kommiffionärunwesen im Bädergewerbe Zentralverband der Handlungsgehülfen und-Gehülfinnen Deutschlands. Bezirk Berlin. Donnerstag, abends 9 Uhr: Sigung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Gäste find willkommen. Die Drtsverwaltung. Vermischtes. Am Montag tagte in der Pazenhofer- Brauerei in Moabit eine von den Parteigenossinnen einberufene Boltsversammlung, welche Protest einlegte gegen die von bürgerlicher Seite verbreitete Wohltätigkeitskomödie, die am 3. Mai unter der Bezeichnung ,, Kinderhülfstag" aufgeführt werden soll. Die Referentin, Genossin Luise Wegen Berrats militärischer Geheimnisse wurde gestern in Weimar Bieg aus Hamburg, kennzeichnete in wirkungsvoller Rede die der Mechaniker Heinrich Meibur, früher in Jena bei der Firma Zeiß Heuchelei jener Leute, die durch Theater, Konzert und Kollette wurde in einer am Dienstagnachmittag abgehaltenen öffentlichen tätig, nach vierständiger, unter Ausschluß der Deffentlichkeit geGelder aufbringen wollen, um das Glend der Kinder des Bäckerversammlung besprochen. Der Referent Franz Schneider führter Verhandlung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, die Proletariats zu mildern; das Glend, welches verschuldet ist behandelte das Thema an der Hand der Ergebnisse einer Statistik, durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet werden. durch die von der Bourgeoisie betriebene Ausbeutung der die der Verband der Bäcker in den Monaten Januar und Februar Arbeiterklasse. Es sei beleidigend für die Kinder des Proletariats, dieses Jahres in Berlin aufgenommen hat. Da sich an diesen Von der Hand eines Wahnsinnigen ermordet. Schon seit längerer wenn man ihnen auf solche Weise Wohltaten" erzeigen wolle. Ein Erhebungen nur 200 Bäckergesellen beteiligten, so gibt das Resultat Zeit wurde der am Hüttenlazarett zu Hohenlohehütte angestellte wirksamer Arbeiterinnen- und Kinderschutz würde dem sozialen Elend natürlich nur ein teilweises Bild der von den Arbeitnehmern im praktische Arzt Dr. Geißler von dem Invaliden Grzibet viel mehr steuern, als alle derartige Wohltätigkeitsveranstaltungen. Bädergewerbe auf das schwerste empfundene Unwesen der gewerbs- mit Drohungen verfolgt. Grzibet litt an Verfolgungswahnsinn, Als es sich bei der Beratung des Kinderschutzgesetzes darum handelte, mäßigen Arbeitsvermittelung. Wäre es möglich, eine vollständige man hatte ihn jedoch, da er als ungefährlich galt, auf freiem Fuße den Kindern einen weitergehenden Schuß zu erwirken, namentlich Darstellung des Kommissionärunwesens zu geben, so würde das gelassen. Gegen Aerzte hegte er schon von jeher eine Abneigung aber die in der Hausarbeit beschäftigten Kinder zu schützen, da seien Gesamtbild noch erheblich düsterer erscheinen als das, welches die und jedesmal, wenn er dem genannten Arzte begegnete, stellte er die Damen und Herren, welche jetzt für den Kinderhülfstag ein- borliegende Erhebung zeigt. In der rücksichtslosesten Weise ziehen sich diesem drohend in den Weg. Das geschah auch vor einigen treten, nicht zu bemerken gewesen. Wenn jetzt von denselben Leuten, die gewerbsmäßigen Stellenbermittler Einkommen, die nach Tagen. Dr. Geißler gab dem Wahnsinnigen gute Worte und wollte die als Angehörige der bürgerlichen Klasse mit schuld find an dem Tausenden zählen, aus der Notlage der arbeitslosen Bädergesellen. an dem Letzteren vorübergehen. Plötzlich aber zog der Frre einen sozialen Elend, Sammlungen veranstaltet werden für die Das Geschäft dieser Leute ist umso einträglicher, als ja die Arbeits- Revolver und gab schnell hintereinander drei Schüsse auf den Kinder des Proletariats, so müßten wir entschieden Protest losigkeit und der Stellenwechsel im Bäckergewerbe sehr erheblich Ahnungslosen ab. Alle drei Kugeln trafen, die erste den die dagegen einlegen und jenen Damen und Herren begreiflich machen, find. Seit mehr als 10 Jahren kämpft die Organisation der Bäcker Schenkel, zweite das Kinn und die Todesfugel traf linke daß sie unseren Kindern fernbleiben mögen mit den demütigenden gegen das Unwesen und die Auswüchse der gewerblichen Arbeits- die Der Arzt brach sofort tot zusammen. Schläfe. und torrumpierenden Almosen. Wir wollen unser Recht, aber keine bermittelung, sie hat wiederholt sowohl die Jnnungen als auch die Der wahnsinnige Mörder warf nach vollbrachter Tat den Revolver Wohltaten. Behörden um Abhülfe ersucht, aber bis jetzt vergebens. Die Kom- fort und entfloh. Er wurde aber von der Polizei eingeholt und in Den beifällig aufgenommenen Ausführungen der Referentin folgte missionäre bereichern sich nicht nur an den Vermittelungsgebühren, die Rybnifer Jrrenanstalt übergeführt. Die Mordtat des Wahnsinnigen eine längere Diskussion, die durch das Eingreifen einer Rednerin und welche die Arbeitsuchenden direkt zahlen müssen, sondern ein Teil bleibt ungefühnt. ztveier Redner aus dem bürgerlichen Lager verursacht wurde. Fräulein dieser Vermittler betreibt auch noch Zigarren- oder Schankgeschäfte, Einem unglaublich rohen Scherz ist, wie uns aus Rom berichtet StowaIts check leitete die Debatte damit ein, daß sie bemerkte, die und die Arbeitslosen, welche nicht gute Kunden dieser Geschäfte sind, wird, vor einiger Zeit in Castelfranco Emilia ein im radikalen bürgerlichen Frauen hätten bereits ganz energisch gegen den haben keine Aussicht, eine Arbeitsstelle zu erhalten. Kinderhülfstag protestiert, sie ständen in dieser Hinsicht auf dem Stand- Die Zahl der Kommissionäre, welche in Berlin gewerbsmäßig dortigen Hoſpital liegender Kranker zum Opfer gefallen. Die beiden punkt der Referentin. Der folgende Redner, Dr. Ludwig Cohn, Bäckergesellen Arbeit nachweisen, wird auf 20 geschätzt. Die Er- behandelnden Aerzte hatten im Verein mit 2 Wärtern und der katholischen Schwester dem Kranken statt Nudeln in Streifen geschnittenen fuchte den Kinderhülfstag, wie überhaupt die Wohltätigteits- hebungen erstrecken sich nur auf 11 Kommissionäre und natürlich Gummistoff in die Suppe getan und den Aermsten beredet, dies bestrebungen zu rechtfertigen als einziges Mittel, durch welches nur auf einen kleinen Teil ihres Gewerbebetriebes. Die gemachten man in der heutigen Gesellschaft den notleidenden Kindern helfen Angaben beziehen sich auf die Zeit vom 1. Januar 1903 bis 31. De- Beug als eine neue Sorte Nudeln aufzueſſen. Der„ Scherz" gelang so vorzüglich, daß der Kranke starb. Der Fall kam dieser Tage in tönne. zember 1904. Von den 201 Gefellen, welche die statistischen Frage- Bologna zur Verhandlung und das Gericht erkannte auf folgende Genossin Ba a der erwiderte dem Herrn, daß seine Rechtfertigung bogen beantworteten, haben nur 61 ihre Arbeit ohne Inanspruch- Strafen: je 1 Jahr Gefängnis für die beiden Aerzte, je 8 Monate der Wohltätigkeitsbestrebungen die schärfste Verurteilung derselben nahme von Kommiſſionären erhalten. Von den übrigen 140 haben für die Wärter, 5 Monate für die„ barmherzige" Schwester. Bei der gewesen sei. Bei der Komödie des Kinderhülfstages handele es fich 49 außer bei Kommissionären auch bei Innungssprechmeistern Strafausmessung scheint der Bildungsgrad maßgebend gewesen zu lediglich um eine Schaustellung von Leuten aus bürgerlichen Kreisen, Arbeit gesucht, während 91 Personen nur durch Kommiſſionäre sein, was ja auch ganz richtig ist. Merkwürdig ist nur, daß die die wieder einmal so tun, als ob sie den Kindern des Proletariats in Arbeit gebracht wurden. Diese 91 Arbeitsuchenden haben den Schwester so tief unter den Wärtern rangiert. Zum Ueberfluß wurde helfen möchten. In gleichem Sinne sprach Genosse Rosen- Kommissionär in der genannten Zeit 559mal in Anspruch genommen für sie, auf Grund des Gesetzes über die bedingte Verurteilung, von thal. Dann nahm noch Redakteur Erdmannsdörfer das und dafür an Gebühren 3090 M. gezahlt. Das macht auf jeden der der gefänglichen Einziehung bis auf weiteres abgefehen. Wort. Auch er wandte sich gegen die Veranstaltung des Kinder- Arbeitsuchenden 22,08 M. oder für jede Arbeitsstelle 5,53 M. Troß der gefänglichen Einziehung bis auf weiteres abgesehen. hülfstages, weil solche Veranstaltungen weniger der Wohltätigkeit der hohen Gebühren, welche der Kommissionär bezieht, ist die Arbeit, Wasserstand am 11. April. Elbe bei Ausfig+1,87 Meter, bet als der Eitelkeit ihrer Macher dienen, und weil die Kollekte in Berlin welche der Arbeitslose erhält, nur in seltenen Fällen eine dauernde. Dresden+ 0,42 Meter, bei Magdeburg+3,11 Meter. Unstrut bei gar feinen praktischen Erfolg haben würde. Von den 559 Arbeiten, welche die 11 Kommissionäre vermittelten, Straußfurt+2,30 Meter. Dder bei Ratibor+1,98 Meter, bei Breslau In ihrem Schlußwort beschäftigte sich Genoffin Bieb mit den währten nur 159 länger als drei Monate. Es find Fälle ermittelt, Dber Begel+5,19 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,06 Meter, bei Ausführungen der bürgerlichen Redner und betonte schließlich, daß too für Arbeiten, die nur einen Tag dauerten, an den Kommissionär Frankfurt+2,28 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,66 Meter. alle philantropischen Bestrebungen keinen Wert haben. Die Ver- 3, 4, 5, ja 6,50 M. gezahlt wurden. Der Arbeitsuchende konnte wirklichung der sozialdemokratischen Forderungen sei der beste natürlich im voraus nicht wissen, daß die Arbeit nur von so kurzer Kinderschutz. Dauer sein würde. In 16 Fällen dauerte die Arbeit nur einen Tag, in 23 Fällen zwei Tage, in 33 Fällen drei Tage, in 130 Fällen eine Woche bis einen Monat, in 188 Fällen 1-3 Monate und in 159 Fällen länger als 3 Monate. " nahme von 213 M. Briefkaften der Redaktion. Genoffin 8ie wiederholte ihren Vortrag unter lebhaftem Streitköpfe. 1. Hört mit dem Erlöschen der Lebenstätigkeit auf. Beifall am Dienstag in einer Versammlung, die bei 2. Das Streben nach einer auf gleiche Rechte und Pflichten gegründeten Kliem, Hafenheide, unter dem Vorsitz der Genossin Luz Gesellschaftsform. Anonymus. Wir lehnen es ab, anonyme Briefe tagte. Auch hier trat in der Diskussion das Bestreben der Die Zahl der arbeitslosen Bäckergesellen wird in Berlin auf weiter zu befördern. Louis und Paul. In den Jahren 1902 und 1904. radikaleren Gruppe der Berliner Frauenrechtlerinnen hervor, sich 1800 geschäßt, von denen etwa 1200 ihre Arbeit beim Kommissionär Paris. Durch Herrn Haß, Engel- User 15, Zimmer 25 erhalten Sie die Anerkennung zu erringen für ihre Stellungnahme in sozialpolitischen suchen. Legt man die Ergebnisse der Statistik zugrunde, so ergibt Adresse eines Herrn Dreifus in Paris, welcher Ihnen am sichersten die geFragen. Eine ihrer Führerinnen, Else Lüders, betonte, daß sich, daß jeder Arbeitsuchende durchschnittlich zweimal im Jahre wünschte Auskunft geben kann. es auch im Bürgertum sozialfortschrittliche Elemente gebe. Wären vom Kommissionär Arbeit zugewiesen erhält und für jede Stelle Juristischer Teil. fie auch in der Minderheit, so seien sie doch immerhin da. Es durchschnittlich 5,50 M. zahlt. Das macht eine Summe von 13 200 Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends beginne sich auch hier die Auffassung Bahn zu brechen, daß Mart, welche von 1200 Arbeitslosen jährlich den Kommissinären von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. der beste Kinderschutz die Erhöhung der allgemeinen Lebensfähigkeit entrichtet wird. Die vier in Berlin bestehenden Innungssprech W. Brandt. 1. Zuständig für die Klage wäre sowohl das Berliner des Arbeiterstandes sei. Darum unterstützten die radikalgesinnten meister beziehen ebenfalls Vermittelungsgebühren von den Arbeits- wie das dortige Gewerbegericht. Der Erfolg der Klage ist ungewiß. Ueber Frauen den Kampf um ein freies Koalitionsrecht, die sozialen Be- lofen, wenn auch erheblich geringere als die Kommissionäre. Die Auslegung und praktische Handhabung des§ 616 finden Sie das Erforderstrebungen der Getverkschaften und der Genossenschaften, und sie seien Einnahmen, welche den vier Jnnungssprechmeistern aus der Arbeits- liche S. 159 bis 164 des in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden endlich für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht. vermittelung zufließen, werden auf 12 000 m. jährlich geschätzt, so Arbeiterrechts, vierte Auflage. 2. Dauernd dienstunfähig, dem Landsturm zu überschreiben. Ein gründlicher Arbeiterschutz und eine, vielleicht mit den übrigen daß also insgesamt etwa 25 000 m. im Jahre aus den Taschen der fritt mit dem 1. Mai in Straft. Fortbildungsschulpflichtig sind alle männF. B. 40. Die Pflicht- Fortbildungsschule für Berlin gesetzlichen Arbeiterversicherungsarten verbundene durchgreifende arbeitslofen Bädergesellen gezogen werden. Die Ausgaben, welche lichen Arbeiter( Lehrlinge, Geſellen, Gehülsen usw.), welche in einem ge Mutterschaftsversicherung sei vonnöten. Die praktischen Forde die einzelnen Arbeitslosen in der Berichtszeit aufgewandt haben werblichen oder kaufmännischen Betriebe im Weichbilde der Stadt Berlin rungen der Referentin an Kommune und Staat unterstützte zur Erlangung einer Arbeitsgelegenheit, bewegen sich zwischen 5 und beschäftigt werden, sobald sie nicht mehr volksschulpflichtig sind, bis zum Nednerin durchaus. Die Wohltätigkeitsbazare und Feste, sowie 89 M. Für bessere Stellen werden oft unerhört hohe Vermittelungs- Schlusse des Schuljahres, in welchem sie das 17. Lebensjahr vollendet haben. Die bor dem 1. Oftober 1890 geborenen jugendlichen ähnliche Veranstaltungen bekämpften sie und ihre Freundinnen, weil gebühren bezahlt, so find Fälle festgestellt, wo 50, ja einmal sogar Arbeiter find nicht fortbildungsschulpflichtig. C. M. 96. Nein dadurch das soziale Gewissen eingeschläfert werde. Sie verweise 100 M. für eine Arbeitsstelle gezahlt wurden. Der eine Gefelle, J. 2. 100. 1. Nach dem Gesetz ist das Dienstbuch der Herrschaft zur auf den Bericht des„ Vorwärts" über die energische Stellungnahme welcher nach der Statistik 89 M. Vermittelungsgebühren zahlte, Einsicht und zur Eintragung des Zeugnisses vorzulegen, nach dem Her des Vereins Frauenwohl"- Berlin gegen den Kinderhülsstag. erlangte dafür auf 6 Monate Arbeit und erzielte damit eine Ein- tommen bleibt es im Besiz der Herrschaft. 2. Darüber bestehen keine Bor Rednerin bekannte sich weiter als Bodenreformerin. schriften. In Streitfällen hat die Polizeibehörde einzugreifen. J. N. Genossin Bien führte aus ihrer Tätigkeit als Raffen- Das Bild, welches die Zahlen der Statistik ergibt, wird noch Eine Beleidigung verjährt in fünf Jahren. Sie haben wahrscheinlich nicht Kontrolleurin Beispiele an für Proletariernot und Kinderleid. ergänzt durch eine Reihe von Einzelangaben, welche die Beantworter die Verjährung der Beleidigung, sondern die Frist für den Strafantrag im Genossin Baader: Wenn man die Forderungen des Fräulein der Fragebogen machten. Hier seien nur einige Stichproben aus Auge. Der Strafantrag ist innerhalb drei Monaten nach Kenntnis von der Lüders höre, könnte man meinen, fie gehörte eigentlich zu uns. diesen Einzelangaben angeführt: Kommissionär H. hat zweimal Beleidigung bei Gericht, der Staatsanwaltschaft oder der Polizeibehörde zu stellen. Der bei Parteien, die in derselben Gemeinde wohnen, erforderliche Ihre nationalökonomischen Grundforderungen beschränkten sich aber 6 M. erhalten, jetzt soll ich nicht mehr zu ihm kommen, weil ich Sühneversuch unterbricht die Antragsfrist nicht. O. O. 1. und 2. Ja. nur auf die Verhütung der Auswucherung von Grund und Boden. nichts nachbezahlt habe. Mußte die Uhr zum Pfande lassen, bis F. T. Können Sie nachweisen, daß das Verhalten des Steuererhebers Warum erstrecke sie sie nicht auch auf die Beseitigung der Spekulation ich bezahlen konnte und dann noch 1 M. Zinsen zahlen. In einer so war, wie Sie es schildern, so könnten Sie Beschwerde erheben. mit der Arbeitskraft, welche diene zur Profitanhäufung für das Arbeit 1 M. verdient, 3 M. bezahlt. Kommissionär K. verlangt, A. R. 70. Ja, S. 201 des dem Arbeiterrecht"( 4. Auflage) beigefügten Bürgertum?! Zum Kinderhülfstag und Verwandtem ließ Rednerin daß man zum besten gibt. A. verlangte, nachdem er zweimal Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Buch liegt in den öffent Militär 11. 1. Geringe förperliche Fehler, fich im selben Sinne wie am Montag aus. 6 M. erhalten, nach 14 Tagen nochmals 3 M., ich gab sie ihm nicht, lichen Lesehallen aus. Für eine Arbeit 8,50 m. voraussichtlich dienstfähig. 2. Weil es dort der Sakristei näher steht. 3. Sie Genossin 8iet vertrat dann, gegenüber Fräulein Lüders, in nach einigen Tagen wurde ich entlassen. Für eine Arbeit 8,50 m. müffen wegen Aufnahine usw. in eine der städtischen Heilstätten sich an das Uebereinstimmung mit verschiedenen Darlegungen der Genoffin bezahlt, drei Tage gearbeitet, 4 m. verdient.- Habe schon über Aufnahmebureau, Neue Friedrichstr. 10 wenden. G. 2. 109. Nicht. Baader den Standpunkt, daß das Proletariat sein eigener Erlöser 100 m. an R. bezahlt, der Uhren, Ringe und dergleichen zum Pfand 18. April. Sie befinden sich im Irrtum. K. W. 8. Ein Deutscher sein müsse, und legte die sozialistische Auffassung vom Klassenkampf nimmt, muß troßdem monatelang warten. Man muß außer 3 tann Staatsbürger mehrerer deutscher Staaten sein. Das jezt formular dar. Wenn auch einzelne Männer und Frauen aus dem Bürgertum bis 5 M. Landwehrtöpfe und Zigarren geben. 21 M. bezahlt, fast mäßig in den preußischen Naturalisationsurkunden aufgenommene An. in sozialpolitischer Hinsicht Anerkennung verdienten, das Bürgertum ebensoviel zum besten gegeben. Eine Arbeit nach Potsdam mit beim stellen, aus dem nicht preußischen Bundesstaat auszuscheiden, hat als Klasse könne und werde ihnen niemals folgen, sondern Ausbeuter- 3 M. bezahlt, Fahrt 1,20 M., gearbeitet einen Tag, verdient 1,40( abgesehen vielleicht für bayerische Heiratslustige) keinerlei Bedeutung. Sie find nicht im geringsten verpflichtet, das Anheimistellen zu beachten und ist flasse bleiben und entrechtend wirken, wenn sonst sein Interesse ge- Mark. Mußte meistens noch nachträglich ein paar Mark zahlen, es in der Regel zwedwidrig, aus dem anderen Staate auszutreten. An fährdet sei.( Lebhafte Zustimmung.) das letzte Mal wollte ich nicht und wurde entlassen. Außer 21 M. Stelle des jezigen Formulars verwendete das Polizeipräsidium bis vor Es folgte dann noch eine kleine Anseinandersetzung zwischen an. noch eine große Weiße, ein Duhend Zigarren und 2 M. wenigen Jahren ein Formular, das zum Austritt aus dem anderen Fräulein Lüders und der Referentin über die bedenkliche Haltung extra zum besten gegeben. Bundesstaat aufforderte. Diese Aufforderung ist wohl aus Anlaß einer Beverschiedener Frauenrechtlerinnen zum Wahlrecht und im Wahlkampf. Es ist keineswegs der Fall, daß die Arbeitsstellen, welche mit schwerde, die von uns hiergegen gerichtet wurde, in Wegfall gekommen. An so hohen Opfern erkauft werden müssen, auch entsprechend gut Stelle der unberechtigten Aufforderung ist das rechtlich gleichgültige AnheimDie Arbeiterinnen der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft bezahlt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Kommissionäre ſtellen getreten. ( Wert Schlegelstraße) befaßten sich am Dienstag in den drüden auf die Arbeitslöhne. Haben sie doch ein Interesse daran, Wetter- Prognose für Donnerstag, den 13. April 1905. Germania- Sälen" wiederholt mit den in diesem Betriebe zu einer daß die Arbeiter recht oft wechseln. Sie wissen es den Bäcker- Etwas fälter, zeitweise aufllarend, vorwiegend noch trübe mit geringen ständigen Erscheinung gewordenen Mißständen. Getadelt wurde die meistern begreiflich zu machen, daß sie den bisher beschäftigten Ge- Niederschlägen und mäßigen nordwestlichen Winden. -Berantio. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.