Kr. 89. Hbonnements-Bedlngunaen: Abonnements■ Preis pränumerando> »erteljährl. 3,30 SSM., monall. 1,10 MI.. wächenttich 28 Pfg. frei ins HauS, Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nummet mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 3 Marl, für das übrige Ausland s Marl pro Monat. cittUiU täaUA auficr moota», Devliner Volksltlcrkk. 22. Jahrs. Die TnferflonS'GeMfyr beträgt für die fechsgefpallene kolonel- geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewcrlschastliche Vereins- und Bersammlungs-Anzeigen 28 Pfg. „Kleine Anzeigen", das erste ffett- gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn< und Festtagen bis 8 Uhr vormsttagS geöffnet. relegramm-Adrefle: „Snlaldcnüknt Bcrlla". Zentralorgan der foztaldemohratifchen parte» Deutfchlands. Redahtton: 8M. 68, Ltndcnatrassc 6g. Fernsprecher: Zlmt IV, Nr. 1983. Freitag, de» 14. April 1905. Expedition: SM. 68, Lbidenstrasdc 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Das Ausnahmegesetz gegen die Bergleute. Das Werk ist getan; der sogenannte Arbeitcrschutz ist zu einem Ausnahmegesetz gegen die Bergarbeiter umgestaltet worden I Arbeiter- auSschiisse hat man den Bergarbeitern gewährt. Aber sie dürfen nicht die Interessen der Arbeiter wahrnehmen, sondern sie werden verpflichtet, die Interessen der Unternehmer wahrzunehmen. Wer Mitglied eines Arbeiterausschusses wird, der wird damit zugleich seines verfassungsmäßigen Rechtes, politisch agitatorisch tätig zu sein, verlustig erklärt. Die preußische Reaktion hat sich selbst übertroffen. Die Bergarbeiter verlangten eine gesetzlich anerkannte Vertretung, um dem Unternehmer gegen- über ihre Forderungen vertreten zu können. um an der Ordnung ihrer Arbeitsverhältnisse mitwirken zu können. Die Re- gierung verspricht ihnen das als Preis der Einstellung des Kampfes. Sie glaubt ihr Versprechen erfüllt zu haben durch einen Borschlag, der den Unternehmern gar nichts tut; sie will Ausschüsse gewähren. die man reden läßt, die aber dem Unternehmer gegenüber keinerlei Macht haben, keinerlei Mitbestimmungsrecht. Die Unternehmer- Vertreter im preußischen Klassenparlament aber machen aus diesem für beide Teile harmlosen Schönheitspflästerchen ein Mittel zur Wahrung der Interessen der Unternehmer, zum Schutze der Streikbrecher, zur vollständigen politischen Entrechtung der Arbeiter. Das ist selbst in Preußen unerhört, daß man jemandem aus irgend einem Grunde gesetzlich verbietet, politisch agitatorisch tätig zu sein. Diese dreiste Verhöhnung der Bergarbeiter hat nur einen Umstand außer Rechnung gelassen: die Arbeiter nämlich. Nur komplette Idioten werden sich zu diesem Spiele mißbrauchen lassen. Die erste Antwort der Berg- arbeiter auf den kecken Reaktionsstreich wird sein, daß sie die Teil» nähme an den ArbeiterauSschüssen und die Wahl zu ihnen ablehnen. Folgendermaßen sollen die Aufgaben der Arbeiterausschüsse gesetzlich festgestellt werden: Der Arbeiterausschuß ist verpflichtet, in seiner Gesamtheit und durch seine einzelnen Mitglieder darauf hinzuwirken, daß das Ein- vernehmen innerhalb der Belegschaft und zwischen der Belegschaft und den Arbeitgebern nicht gestört wird und daß insbesondere Bertrags- Verletzungen und Bergewaltigunge» vermieden werden. Mitglieder eines ständigen Arbeiterausschusses, die die ihnen in dieser Eigenschaft obliegenden Pflichten insbesondere durch politisch- agitatorische Tätigkeit verletzen, gehen ihrer Mitgliedschaft verlustig. Eine politische Betätigung ist de» ArbeiterauSschüssen untersagt. Zuwiderhandlungen ziehen die Auflösung des Arbeiterausschusses nach sich. Daneben kann der Bergwerksbesitzer auf die Dauer von höchstens drei Jahren von der im Absatz 1 bezeichneten Verpflichtung entbunden werden. Die Entscheidung über diese Maßregel» steht dem Ober- bergamt zu. Neben dieser reaktionären Verrücktheit ist es nebensächlich, daß die geheime Wahl beseitigt ist und daß daS aktive Wahlrecht an eine zweijährige, das passive an eine vierjährige Beschäftigung auf dem Werke gebunden ist. Es kommen danach schon nicht viel Wähler in Frage, da die Bergarbeiter im Ruhrrevier bekanntlich im Durchschnitt kaum ein Jahr auf einer Arbeitsstelle bleiben. Diese wenigen aber werden sich nicht dazu hergeben, gegen den aus- drücklichen Verzicht auf ihre politischen Rechte den Schutz der Streik- brecher zu übernehmen. Auch der sanitäre Arbeitstag der Regierungsvorlage ist nicht wieder hergestellt worden. Es bleibt bei den Beschlüssen erster Lesung, daß die Oberbergämter den Arbeitstag bestimmen sollen. Sie konnten das bisher schon, haben es aber niemals getan. Es ist überhaupt nichts an den Beschlüssen erster Lesung ge- ändert worden mit der einen Ausnahme, daß die Arbeiter- ausschüsse als Streikbrecherschutzeinrichtungen obligatorisch gemacht wurden. Die preußische Reaktion hat den Bergarbeitern den offenen Krieg erklärt. Seit Einbringung der Regierungsvorlage und mehr noch seit den Beschlüssen der Kommission erster Lesung hat die linksliberale und die ultramontane Presse reichlich Entrüstung ausgegossen über unsere Kritik an der Vorlage und den Kommissionsbeschlüssen. Ver- hetzung übten wir, wir verekelten den Bergarbeitern die Schutz- Vorschriften, wir verleumdeten die besten Absichten, eS wäre töricht von uns, aus den vorläufigen Beschlüssen erster Lesung endgültige Schlüsse zu ziehen; in der zweiten Lesung würde noch alles gut werden. Wir vermuten wohl nicht mit Unrecht, daß diese Presse nunmehr die Arbeiter auf die Beschlüsse des Pleimms ver- trösten wird. Und lvenn daS Plenum des Abgeordnetenhauses uns recht gegeben haben wird, dann wird man vielleicht die Hoffnungen der Arbeiter auf daS— Herrenhaus lenken. Zwischendrein wird man wieder den mystischen Gesetzentwurf in der Schublade des Grafen Posadowsky preisen, der gar nicht existiert, jedenfalls nie- mals das Licht der Oeffentlichkeit erblicken wird. Die preußische Regierung wird den Reichstag nicht anrufen. Ein Reichsgesetz könnte nur zustande kommen, wenn daS Zentrum wolle. Selbstverständlich nicht das Zentrum im Landtage. DaS ist Spiegelfechterei der Zentrumspresse, daß sie uns entgegenhielt, daS Zentrum im Landtage sei zu schwach, um die Regierung zur An- rufung deS Reichstages zu drängen. Das wissen wir auch.�Aber das Zentrum als ausschlaggebende Partei des Reichstages, das in diesem Falle sofort die Unterstützung der Sozialdemokratie fände, wäre in der Lage, auf die Regierung den erforderlichen Druck auszuüben. Wenn es ivollte. Es will aber nicht oder— es fehlt ihm trotz femer Zahl an der politischen Kraft dazu. Stark ist das Zentrum im Bewilligen neuer Ausgaben für den Moloch. Zum Schutze der Arbeiter fehlt ihm Kraft und Wille. Darum wird an Stelle eines Gesetzes zum Schutze der Bergarbeiter die politische Rechtlosmachung der Bergarbeiter Gesetz werde». Ueber die Verhandlungen der Kommission geht uns folgender Bericht zu: Von nationalliberaler Seite sind neue Anträge eingebracht worden, welche als Voraussetzung für die Wählbarkeit zum Arbeiterausschusse die Heraufsetzung des Alters auf 30 Jahre ver- langen und außerdem fordern. daß die zu wählenden Arbeiterausschuß- Mitglieder min bestens vier Jahre, die Wähler selbst mindestens zwei Jahre auf dem Werke beschäftigt sein müssen. Die national- liberalen Abgeordneten Schmieding und Dr. Voltz beantragen, die in der Regierungsvorlage enthaltene und auch in erster Lesung beschlossene geheime Wahl zu beseitigen. Von freisinniger Seite wurde eindringlich darauf hingewiesen, daß die Kommission bisher überall nur Einschränkungen der Rechte der Arbeiter, insbesondere Erschwerung der Voraussetzungen für die Wahl der Arbeiterausschuß- Mitglieder beschlossen habe, wie das in der Beseitigung der obligatorischen ArbeirerauSschüsse zum Ausdruck gekommen sei. Dieses Mißtrauen gegen die Arbeiter sei aber durch nichts gerechtfertigt, und es sei nicht ein- zusehen, warum man dem Arbeiter Fesseln anlege, während der Arbeitgeber in jeder Beziehung völlig frei sei. Die neuen An- träge bedeuteten aber eine noch weitergehende Einschränkung, vor der entschieden gewarnt werden müsse, da sie die ganze Vorlage fast wertlos mache. Der Handelsminister ersuchte um die Wiederherstellung der Regierungsvorlage, erklärte die Bedenken der Mehrheit für nicht gerechtfertigt und bemerkte, daß er noch nicht sagen könne, welche Stellung die Staatsrcgierung einnehmen werde, wenn die Regierungs- Vorlage beseitigt und die neuen Anträge angenommen werden sollten. Von konservativer Seite wurde betont, daß in ihrer Fraktion die Ansichten über die Zulassung der geheimen Wahl geteilt seien. Die Partei müsse sich ihre endgültige Stellungnahme für die Plenar- beratung vorbehalten. Inzwischen sind neue Anträge eingegangen. Ein nationalliberaler Antrag lautet:„Die Behörde hat darüber zu wachen, daß die ständigen Arbeiterausfchüsse stets vorschristSmüßig besetzt sind und daß die erforderlichen Neuwahlen schleunigst erfolgen. Ueber die Gültigkeit einer Wahl und über das Erlöschen deS Amtes eines Mitglieds eines ständigen Arbeiterausschusses entscheidet auf Anrufen des Bcrgwerkseigentümers, seines Stellvertreters oder eines wahlberechtigten Arbeiters das Oberbergamt.* Ein weiterer natioiial- liberaler Antrag will das BerwaltungSstreitv erfahren gegen die Entscheidungen des Oberbergamts zu- lassen und bestimmt zugleich, daß die Anrufung des Bezirks- auSschusseS dem Bergwerkseigentümer, seinem Stellvertreter und jedem wahlberechtigten Arbeiter zusteht. Der Minister erklärte den ersten Antrag fiir unannehmbar, den zweiten aber für bedenklich, weil er eine prinzipielle Aenderung des Rechtsmittelzuges darstelle, den Antrag Heydcbrand-Zedlitz-Friedverg aber für annehmbar. Er wiederholt aber, daß dies seine persönliche Ansicht sei, da er nicht wisse, welche Stellung das Staatsministerium dazu ein- nehmen werde. (Der Antrag Heydebrand. der auch vom Freikonservativen Zedlitz und dem Nanonalliberalen Dr. Friedberg unterzeichnet ist, enthält die bereits mitgeteilte Bestimmung über die Aufgaben der Arbeiter- auSschüsse, womit sich also Möller einverstanden erklärt.) Vom Zentrum wurde eine Bestimmung deS Inhalts, daß die Mitglieder des Arbeiterausschusses bei politisch-agitatorischer Tätig- keit der Mitgliedschaft verlustig gehen, für unannehmbar erklärt und die Anficht ausgesprochen, daß im Falle der Annahme dieser Be- stimmung der ganze Parapraph über die Arbeiterausschüsse unan« nehmbar sei. Der Begriff„politisch- agitatorisch" sei auch so unbe- stiinmt und so streitig in der Auslegung, daß eine solche Bestimmmig nur zu Unzuträglichkeiten führen müsse. Es wurde hierauf zur A b st i m ni u n g geschritten. Ange- nommen wurde der Antrag v. Heydebrand- Frhr. v. Zedlitz- Fried- bera. Außerdem ein nationalliberaler Antrag, wonach der Arbeiter- ausschuß nur die Befugnis hat, Anträge, Wünsche und Be- schwerden der Belegschaft,„die sich auf die Betriebs- und Arbeiterverhältnisse des Bergwerks beziehen" zur Kenntnis deS Bergwerksbesitzers zu bringen und sich darüber gutachtlich zu äußern. Weiter wurde beschlossen, die geheime Wahl gemäß dem nationalliberalen Antrag durch die öffentliche Wahl zu ersetzen. Auch der nationalliöerale Antrag, wonach daS aktive Wahlrecht erst nach zwei- jähriger Arbeitstätigkeit, das passive Wahlrecht erst nach vierjähriger Arbeitstätigkeit erlangt wird, wurde angenommen. Ferner wurde angenommen der national- liberale Antrag betr. die Ueberwachung der vorschriftsmäßigen Be- setzung und die Gültigkeit der Wahlen durch die Bergbehörde. Angenommen wurde ferner ein von fteisiimiger Seite und dem Zentrum gestellter Antrag: „Ueber die Organisation, Wahl. Zuständigkeit und Geschäfts- führung des ständigen Arbeiterausschusses sind in der Arbeitsordnung oder in besonderen Satzungen nähere Bestimmungen zu treffen, die der Genehmigung des Oberbergamts unterliegen." Schließlich wurde ein nationalliberaler Antrag angenommen, wonach Arbeiter entlassen werden können,„wenn sie der vorschrifts- widrigen Beladung der Fördergefäße in einem Monat sich mehr als dreimal schuldig gemacht haben und deshalb bestraft worden sind" und folgende Bestimmung: „In der Arbeitsordnung oder im Arbeitsvertrag darf Ablegung oder Entlassung wegen vorschriftswidriger Beladung nur für den Fall vorgesehen werden, daß der Arbeiter dieserhalb in einem Monat mehr als dreimal mit Geldstrafe belegt worden ist." Demnach ist also beschlossen worden: Die passive Wahlfähigkeit erfordert eine vierjährige, die aktive Wahlfähigkeit eine zweijährige Arbeitszeit aus dem Werke; erstere außerdem ein Alter von 30 Jahren. Die Wahl erfolgt ö f f e n t- lich.(In erster Lesung war die geheime Wahl angenommen worden.) Kenntnis der deutschen Sprache ist für die passive Wahl- Fähigkeit erforderlich. Die Kündigung oder Ablegung des Arbeiters wegen mangelhafter Förderung hat die dreimalige Bestrafung wegen mangelhafter Förderung in einem Monat zur Voraussetzung. Im übrigen beträgt die höchste Strafe für mangelhafte Förderung in einem Monat fünf Mark. Mit diesen Einschränkungen wird der obligatorische Arbeiterausschuß an- g e n 0 n$n en. die Regierungsvorlage also jvieder- hergestellt. Angenommen wurden die Anträge, soweit sie eine politisch- agitatorische Tätigkeit verhindern und Ausschüsse sowie Ausschuß- Mitglieder, welche dem entgegenhandeln, beseitigen wollen. An- genommen wurde ferner der vorgeschlagene Rechtsmittelweg und die Schaffung der Möglichkeit, den Arbeiterausschuß unter Uniständen auf die Dauer von höchstens drei Jahren zu beseitigen. DaS Stimmverhältnis betrug in den wesentlichen Punkten fünfzehn zu dreizehn. Die Kommission trat dann in die Beratung des Teiles der Vorlage ein, der den sanitären Arbeitstag betrifft. Seitens der Nationalliberalen ist ein Antrag auf Ausgestaltung des G e s u 11 d h e i t s b e i r a t e s— wie er bei der ersten Beratung ge« schaffen ist— eingebracht worden. „Es ist zu prüfen, ob mit Rücksicht auf die die Gesundheit-der Arbeiter beeinflussenden Betriebsbedingungen eine Festsetzung der Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit geboten ist. Gegebenen» falls schreibt daS Oberbergamt nach Anhörung des GesundheitS« beirats Dauer, Beginn und Ende der täglichen regelmäßigen Arbeits- zeit für den Oberbergamtsbezirk oder Teile desselben vor und erläßt die zur Durchführung dieser Vorschriften erforderlichen Anordnungen. Aus besonderen Gründen können einzelne Bergwerke auf einen Antrag vom Oberbergamt von der Beobachtung dieser Vorschrfften gänzlich oder teilweise, dauernd oder zeitweise entbunden lverden. Der GesundhcitSbeirat wird für den Umfang des Ober« vergamtSbezirks gebildet und besteht aus dem Berghauptmann als Vorsitzenden sowie vier vom Oberbergamt berufenen Mitgliedern, die zu gleichen Teile» aus der Zahl der Berawerksbesitzer oder ihrer Stellvertreter und der Zahl der Knappschaftsältesten zu entnehmen sind. An den Verhandlungen des Gesundheitsbeirats nimmt ein vom Oberbergamt zu berufender Knappschaftsarzt mit beratender Stimme teil." Der Minister erklärte den in diesem Antrag vorgeschlagenen Weg als gangbar, allerdings vorbehaltlich kleiner Abänderungen. Von konservativer Seite wurde gewünscht, daß der GesundheitS« beirat alle sanitären Verhältnisse auf den Bergwerken zu behandeln habe; von den Antragstellern wurde dem Paragraphen zugestimmt. Eine längere Erörterung knüpfte sich an die Frage, ob die Berufung gegen die Verordnung deS Oberbergamtes an den Bezirksausschuß oder an das OberverwaltungSgericht gehen sollte. Auch von ftei« sinniger Seite wurde der Ausgestaltung des Gesundheitsbeirats zugestimmt. Der Antrag auf Ausgestaltung deS Gesundheitsbeirats wurde angenommen. Im übrigen hlieb es bei den Beschlüssen der ersten Beratung. wonach der in der Regierungsvorlage enthaltene sanitäre Arbeitstag beseitigt und nur die Bestimmung stehen ge« blieben ist. daß die regelmäßige Arbeitszeit für den ein« zelnen Arbeiter diirch die Seilfahrt nicht um mehr als eine halbe Stunde verlängert lv erden darf, ein -etwaiges Mehr auf die Arbeitszeit anzurechnen ist, und daß für Arbeiter, welche an Betriebspunkten nicht nur vorübergehend bee schästiat werden,>vo die gewöhnliche Temperatur mehr als 23 Grad Celsius beträgt, die Arbeitszeit sechs Stunden täglich nicht überschreiten darf. Als Berufungsinstanz wurde der BezirksauSs ch.u ß angenommen. Der vom Zentrum und den Freisinnigen ae« stellte Antrag betreffend die Sonntagsruhe der Arbeiter im Bergwerksbetriebe ivurde zurückgezogen, nachdem Oberberg- Hauptmann v. Velsen erklärt hatte, daß sich die-Wirkungen dieses Antrages nicht übersehen ließen, und nachdem ihm seitens der Nationalliberalen widersprochen war. Ein Zentrumsantrag, der den Bergwerksbesitzer n untersagt, die Ar-beiter in der Ueb'ernahme der ihnen durch die Novelle übertragenen Aemter zu beschränken und Strafen hierzu festsetzen will, sowie Vertragsbestimmungen und Arbeitsordnungen, welche dem zuwiderhandeln, für nichtig erklärt, wurde abgelehnt. Ein fteikonservativer Antrag, der zulassen will, daß für den Fall der Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch Vertragsbruch die Ber» Wirkung des rückständige» Lohnes bis zum Betrage des durch- schnittlichen Wockenlohnes ausbedungen werden kann und der verwirkte Betrag der Unrerstützungskasse und. wo eine solche nicht vorhanden, der Krankenkasse der Arbeiter zufallen soll, wurde angenommen, obgleich von verschiedenen Seiten, insbesondere auch vom Minister, darauf hingewiesen worden war, daß die gesetzliche Zulässigkeit einer solchen Beftimniung nicht unzweifelhaft sei. Namentlich seitens des Vertreters des Justizministers wurden diese Bedenken besonders stark betont. Die Strnfbestimmungen, wie sie in der ersten Lesung festgestellt worden sind, wurden aufrech r- ■erhalten. Die Novelle als solche wurde dann mit s e ch- zehn gegen acht Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Zentrum und Freisinnige. Die Kommission wird Freitag, den b. Mai, wieder zusammen- treten, um die Vorlage betr. Stillegung der Zechen zu beraten. Sonntag, den 7. Mai, lvill dann die Kommission in» Ruhrrevier reisen und sich dort zwei Tage aufhalten. Vermutlich will sie in öffentlichen Versammlungen, deren Veranstaltung die Bergarbeiter gern übernehmen werden, für ihr Werk Propaganda machen. Sie könnte etwas dabei profitieren. Die Revolution in Rußland. Die Banernbewegung. Wie die Bauern, die sich an der Agrarbewegung der letzten Zeit -beteiligt haben, von den Behörden behandelt werden, ist ans dem folgenden Briefe eines Bauern zu ersehen, der in der Zeitung „Wjerjod" zum Abdruck gelangt ist: „Man überfällt unsere Wirtschaften, setzt die Gebäude in Brand, nimmt uns das Getreide und alle Gegenstände einfach weg. 30 von unseren Leuten wurden festgenommen, uns schrieb man auch auf. In G. wurden 60 Mann festgenommen, die Soldaten wurden her- geholt, um Ruhe zu schaffen, eine Anzahl wurden mit Ruten ge- züchtigt und eS wurde gesagt:„alle werden mit Ruten gezüchtigt werden" I Jetzt ist doch aber die Prügelstrafe abgeschafft, weshalb wird diese Strafart doch noch angewendet? Und noch wie wird man mißhandelt I Mau wird auf die Bank hingelegt, festgebunden und dann beinahe bi» zu Tode geprügelt. Man sagt, daß im Orte Dubnitzkoje einer tatsächlich totgeprügelt worden ife, Wir haben auch Angst, daß wir noch unsere.Tracht erhaste». Wir erhalten von nirgends Hülfe, es ist um den Bauer geschehen, Am 8. d. M. wurde auf dem linken Flügel unsere Kavalleries Wir müssen das Zentrum schon deshalb gegen diese unberechtigten wir haben keinerlei. Waffen, sonst würden wir uns nicht beugen. Vorpostenabteilung bei Taouangou von den Japanern, die durch Gebt Ihr Euch schon für uns Mühe. Weshalb schlaft Ihr denn da! Chunchufen verstärkt waren, bis Nansanchendzh zurückgeworfen. Man hat uns hier beinahe jede Dekonomie in Stücke geschlagen, in Nach einem Gewehrfeuer zogen sich die Japaner südlich zurück und der Nachbarschaft unserer Dekonomie hat man 30 zerstört, und die Nansanchendzy wurde von neuem von uns besetzt.. Leute sagen: im Gouvernement Kurst und Orlow hat man 70 Defo nomien zerstört und wird jetzt jede Nacht 10 Stück so bearbeiten. Nein, habt Mitleid mit uns, beeilt Euch inbetreff der Waffen, sonst hat für uns die letzte Stunde geschlagen, dann ist es mit der Bauern gemeinschaft aus: in unserer find schon gar zu viele Seelenverkäufer. Sagt allen guten Leuten, sie sollen das in der Welt verbreiten, wie man bei uns den Bauer behandelt. Verbreitet es bis fernen Osten hin, damit man dort erfährt, wie man mit nach dem Neber den Widerstand der Revolutionäre verbreitet ein Flugblatt der„ Tribune Russe": In Tomst( Sibirien) wurde in der Nacht vom 18. zum 19. März eine geheime Druckerei der Sozialisten- Revolutionäre aufgehoben. Die Drucker Teisteten bewaffneten Widerstand. Eine Frau bewies dabei ganz besonderen Heldenmut. Man schoß mit Revolvern auf die Gendarmeir. Dann tamen Kosaken.. Politische Ueberficht. Vorwürfe schüßen, weil es überhaupt nicht wahr ist, daß das 3entrum Schuld daran trägt, wenn die Militärpensionsgesetze in diesem Tagungsabschnitt nicht zu Ende beraten werden können. Und wenn die Kölnische Boltszeitung" die unvermeidliche Vertagung des Reichstages streift, so ist es doch völlig ungehörig, ohne jeden zureichenden Grund auf die kleinlichsten Motive schließen zu wollen. Wobei ganz abgesehen werden mag, daß die Vertagung des Reichstages statt des Schlusses der Session nicht nur keinerlei Schaden bringt, vielmehr vom parlamentarischen Standpunkt als Regel erstrebt werden muß. So Berlin, den 13. April. Instruktionen gegen den inneren Feind. Wie steht die Angelegenheit in Wahrheit? Die Schuld daran, uns umgeht. In unserem gestrigen Leitartikel wiesen wir darauf hin, daß daß die Militärpensions- Gesetze nicht in der Schnelligkeit, die Sie beschüßen dort das Hab und Groß die aus dem absoluten Staat stammenden Instruktionen über den wünschenswert wäre, erledigt werden können, liegt allein bei grundbefizer und des Staates und nie vergilt man das militärischen Waffengebrauch im Frieden ihren gemeingefährlichen der Regierung und gerade denjenigen Parteien, ihren Vätern, Brüdern, Frauen und Kindern! Wie mit dem lieben Charakter besonders in den Instruktionen über den Waffengebrauch welche jetzt jene Klagen erheben. Diese Geſetze bringen zu allen Bieh geht man mit ihnen um. Ein guter Wirt der behandelt sein zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und der dem Gesetz anderen militärischen Ausgaben erhebliche Neubelastungen des Bich auch noch besser. Einige Mann haben sie festgenommen, sie schuldigen. Achtung" offenbaren. Wir bemerkten bereits, daß sich an ungünstig gestellten Militärpensionäre willen sowie um der militäriPensionsetats. Wenn diese neuen Belastungen aber um der zu im Viehstall eingesperrt und sie dort verhört. Wenn einer kein Ge ständnis abgelegt, wird er einfach aufs gründlichste mit der Knute dieser Verordnung aus dem Jahre 1835 nichts geändert hat, außer schen Schlagfertigkeit willen welches Moment von der Regierung bearbeitet oder der Landschaftshauptmann erteilt ihm ein paar die finngemäße Anwendung" auf die moderne Arbeiterbewegung. besonders in den Vordergrund gestellt wird eine Notwendigkeit tüchtige Faustschläge ins Gesicht. Einen fragte er: Warst Du mit In der mehrfach von uns zitierten Schrift von Endres über den find, so besteht eine mindestens eben so große Notwendigkeit, diebeim Aufstand? Diefer sagt: nein! Da fuhr ihm der Landschafts- militärischen Waffengebrauch wird min höchst anschaulich ein solcher jenigen Steuerquellen anzugeben, aus denen die erforderlichen hauptmann so gründlich über die Zähne, daß gleich einige dabei Fall geschildert. Wir lassen das„ Beispiel" wörtlich folgen: Summen geschöpft werden follen. Die Regierung hätte woher herausflogen. Die Verhafteten werden mit blankgezogenen Säbeln In einer Fabrikstadt entstehen anläßlich eines Streits diese Vorlage nicht einbringen dürfen ohne Angabe, geleitet, erhalten feine Nahrung; wenn man nichts bei sich hat, kann Unruhen, Zusammenrottungen auf der Straße mit Gewalttätig- die nötigen Summen genommen werden sollen! Insbesondere man bor Hunger trepieren. Schickt uns nur schneller Hülfe. Wendet feiten gegen Arbeitswillige. Die Polizeimannschaften ver- bon sozialdemokratischer Seite ist auch sofort bei der ersten Lesung Euch an die anderen Mächte, daß sie sich unserer annehmen. Schafft mögen die Ruhe, Ordnung und Sicherheit nicht allein aufrecht zu der Pensionsgesetze vor Weihnachten im Reichstage erklärt worden, uns Waffen her, dann werden wir selbst kämpfen. Sagt den erhalten. Der Polizeipräsident richtet an die Kommandantur als daß der Reichskanzler die Verpflichtung habe, endlich die be Studenten, daß sie auf all das ihr Auge richten, sonst geht es mit oberste Militärbehörde der Stadt das Ersuchen, zur Wieder- fißenden Klassen des Reiches heranzuziehen, um solche notuns zu Ende." herstellung der öffentlichen Ordnung für den nächsten Abend von wendigen Ausgaben zu decken. Die Regierung aber wie die Kon6 Uhr ab in das Arbeiterviertel eine Militärabteilung beordern zu ſervativen und Nationalliberalen, die Parteien von„ Besitz und wollen. Die näheren Sachverhältniffe bezüglich Dertlichkeit, Aus- Bildung" haben jede Erörterung über diese elementare Vorfrage Dehnung der Zuſammenrottung in numeriſcher Hinsicht, Grad der berweigert on ette tummen, daß die Angelegenheit Aufregung, Anzahl der zur Verfügung stehenden Polizeimannschaft bisher nicht recht von der Stelle gelangen fonnte. sind in dem Ersuchsschreiben enthalten. Die Kommandantur Dazu kommt, daß die Materie der Militärpensionsgeseze eine veranlaßt das x te Infanterie- und xte Ravallerie- Regiment zur überaus verwickelte und schwierige ist, deren Durchberatung im Absendung von zwei Kompagnien, beztv. einer Eskadron. Die Hurratempo für jede gewissenhafte Partei unmöglich ist. Es fann Truppen rücken zwischen 5 und 6 Uhr an den ihnen näher be- daher in keiner Weise davon die Rede sein, daß die Anträge, welche zeichneten Ort der Zusammenrottung und besetzen den Play, vom Zentrum in der Budgetkommission zur Beschaffung aufklärenden sowie die seitlichen Zugänge zu demselben. An dem Plage hat Materials gestellt wurden, aus unsächlichen Nebengründen und Ver fich auch ein Polizeibeamter als Abgeordneter der Zivilbehörde schleppungsabfichten erfolgt sind. Vielmehr ist das geforderte Material eingefunden, desgleichen etwa 20 Schußleute. In der Hauptstraße durchaus notwendig zur fachlichen Beurteilung. In der Kommission des Stadtteils drängt sich eine johlende Boltsmenge bis dicht selbst haben sich auch die Vertreter der konservativen und nationalan die Schußmannstette heran. Die Versuche der Schußleute, die liberalen Partei nicht nur zur Anforderung dieses Materials Menge zurückzudrängen, mißlingen und werden mit Hohngelächter und zustimmend erklärt, sondern auch selbst derartige Wünsche geäußert. Drohungen erwidert. Der Zivilbeamte läßt die Schuyleute angesichts Die Frage der Vertagung des Reichstags ist also lediglich im der Vergeblichkeit ihres Vorgehens sich zurückziehen. Auf An Interesse des Zustandekommens der Militärpensionsgeseze aufordnung des Militärbefehlshabers schlägt ein Tambour einen geworfen, da ohne Vertagung die bisherigen und nach Ostern fortWirbel und der befehligende Offizier fordert die Menge zum zusetzenden Arbeiten der Budgetkommission verloren gehen würden. ruhigen Auseinandergehen auf mit den Worten:" Ich fordere die wie wenig der Hinweis auf die Notwendigkeit der Vertagung Anlaß Versammelten auf, ruhig auseinanderzugehen, da ich sonst von der geben fann, Verschleppungstaktik zu wittern, zeigt vollends die TatWaffe Gebrauch machen muß! Die Aufforderung wird mit Lachen sache, daß in der Budgetkommission Uebereinstimmung herrscht, es erwidert und bleibt erfolglos. Darauf nach kurzer Pause zweiter jei das Inkrafttreten der Geseze auf den 1. April 1905 zurüd Trommelwirbel und zweite gleiche Aufforderung. Bei deren Nicht zubatieren, wofern nur bezüglich des Juhalts der Gesetze selbst und befolgung nach kurzer Pause dritter. Trommelwirbel und dritte in der Frage der Kostendeckung eine annehmbare Lösung gefunden wird. Aufforderung mit den Worten: Jch fordere die hier Versammelten Wenn endlich die National- Zeitung" die dunkle Aussicht eröffnet, zum dritten und letztenmal auf, ruhig auseinanderzugehen, da daß das Zentrum im nächsten Herbst mit der Finanzreform auch das ich sonst von der Waffe Gebrauch machen muß!" Da auch diese Militärpensionsgesetz in den Orfus werfen würde, so ist festzustellen, Aufforderung fruchtlos bleibt, befiehlt der Befehlshaber nunmehr daß die Nationalliberalen und Konservativen es in ihrer Hand haben, der Eskadron, auf die Menge anzureiten und mit der flachen diese zu verhindern. Es ist nur nötig, daß fie eine FinanzKlinge einzuschlagen. Der Erfolg ist nur ein vorübergehender, reform fördern, welche für diejenigen Parteien annehmbar ist, denn die für den Augenblick rückwärts in die Seitenstraßen und die einer neuen Belastung der breiten Volksmasse Widerstand die Häuser zerstiebende Menge fanumelt sich alsbald wieder leisten. und die Reiter kommen in Gefahr, von der Menge umzingelt und„ patriotischen" Parteien betreiben: Sie fordern Verbesserung Es ist das erbärmlichste Spiel, das die nationalen" Der Befehlshaber läßt daher die Eskadron hinter der Infanterie sich aufstellen und eine Kom der Pensionen als dringliche Aufgabe des Reiches und machen zupagnie in Straßenbreite mit aufgepflanztem Seitengewehr gleich die Erfüllung dieser Aufgabe unmöglich, indem sie dem borrüden. Die Mannschaften erhalten vorher den Befehl, die etwa Reiche die wichtigsten Steuerquellen berfperren! zum Weggehen sich anschickenden Leute lediglich zurückzudrängen, gegen die sich widersetzenden aber das aufgepflanzte Seitengewehr als Stoßwaffe zu gebrauchen. Nach anfänglichem Zurückweichen flutet die Menge jedoch wieder vor, so daß die blanke Waffe nicht mehr als ausreichend erscheint, unt so weniger, als Leute das Straßenpflaster aufzureißen beginnen. Der Befehlshaber läßt einen Bug unter lauter, nachdrücklicher Betomung des Kommandos laden und eine Salve abgeben. Hierauf flüchtet die Menge und wird von der Kavallerie vollends auseinandergetrieben." Die Belagerten konnten sich bis auf den anderen Morgen halten. Sie wandten sich an die Soldaten mit flammenden Worten. Gegen Morgen wurden die Türen eingeschlagen. Die Revolutionäre schoffen nicht auf die Soldaten, sondern auf die Anführer, der Kampf dauerte nicht lange, die Kräfte waren ungleich. Man verhaftete zwei Männer und eine Frau. In die Hände der Polizei fielen 1000 Exemplare einer Broschüre, die betitelt war Die Aften der Kampforganisation", und eine Broschüre, die jüngst über Gapon abgefaßt wurde. Im Zusammenhang mit diesem nächtlichen Angriff wurden verschiedene Verhaftungen vorgenommen. " " Die schwarze Bande". Die Moskauer Polizei organisiert energisch die schwarze Bande". In allen Spelunken sucht sie verkommene Elemente als die echten Russen", als Patrioten", als Verteidiger des Thrones" in ihre Dienste zu locken. Dieser Abschaum der Gesellschaft ist die letzte Hoffnung, der letzte Trumpf, auf den die Selbstherrschaft rechnet. Die schrecklichsten Gerüchte wurden Tanziert; anonyme Drohbriefe wurden an die hervorragendsten„ Liberalen" gerichtet. Die Polizei geht sogar soweit, daß sie falsche revolutionäre Proklamationen in Umlauf setzt, um Manifestationen hervorzurufen. Die Polizei wollte am 1. März die Massatrierung der politischen Gefangenen unternehmen. Die Türen der Gefängnisse wurden breit für die Gendarmen geöffnet, jeder der„ Krouligans" hat an diesem Tage 1 Rubel 50 Ropeten erhalten. Gegen Mitternacht wurden die Polizeirebieraufseher dringend zu dem Präfekten von Moskau gerufen, der ihnen die Drder gab, die Unruhen, die für den 1. März bestimmt waren, auf einen anderen Tag zu verlegen"!!( wörtlich). Die Bewohner Moskaus befigen Beweise, daß die Polizei eine Bande von mehr als 10000 Strolchen organisiert hat. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Keine Seeschlacht. zu werden. Amsterdam, 13. April. Das„ Handelsblad" bringt heute folgende Man beachte: in dieser ganzen Darstellung handelt es sich um Depesche aus Batavia: Die Nachricht von einem Kampfe bei den keinerlei wirklichen Widerstand gegen die Truppe." Gewalttätigkeiten Anamba- Inseln wird nicht bestätigt. von Arbeitswilligen" werden vorausgesetzt, dann tritt nur noch eine Amsterdam, 13. April. Das„ Handelsblad" erhält von seinem Masse, die johlt, droht und nicht auseinandergehen will in die ErKorrespondenten aus Batavia nachfolgende Depesche: Am nach mittag des 11. April wurde eine Flotte von 45 Schiffen unterscheinung. Reine tatsächliche ernsthafte Bedrohung wird in diesem 8 Grad 37 Mimiten nördlicher Breite und 108 Grad 35 Minuten Beispiel vorausgesezt und doch endigt die Szene instruktionsgemäß östlicher Länge gesehen. damit, daß die Infanterie in die wehrlosen Massen hineinschießt und Danach befand sich die russische Flotte zur angegebenen die Kavallerie das Werk vollendet. Wird die Truppe etwa von der Beit im füdchinesischen Meer, offenbar in der Richtung nach Menge mit Steinen beworfen, so werden nicht einmal so viel einem Hafen Französisch Südchinas. Schlachten Umstände und Vorbereitungen notwendig gemacht; dann wird werden also in den nächsten Tagen kaum zu erwarten fein. fofort geschossen. Im§ 9 der Verordnung vom Jahre Wird heißt es: Man muß immer die ungeheuren Entfernungen bedenten. 1885 der bewaffneten Macht tätlicher Befindet sich doch die russische Flotte noch immer 2500 Kilo- Widerstand entgegengesezt, oder sogar auf dieselbe mit Waffen oder. ineter südlich von Formosa und den Pescadores- anderen gefährlichen Werkzeugen Angriffe unternommen, wird mit inseln, wo angeblich die japanische Hauptflotte stationiert Steinen oder anderen Gegenständen nach derselben geworfen, so ist fein soll 1 sobie bewaffnete Macht auf Anordnung ihres Befehlshabers von der Petersburg, 13. April.( Bureau Herold.) Aus absolut sicherer Schußwaffe Gebrauch zu machen befugt." Duelle verlautet, daß Roschdjestwensky mit den größten Schiffen Und das von Endres angeführte„ Musterbeispiel" verschärft diese feiner Flotte vor dem Geschwader, welches auf der Höhe von Singa- Bestimmungen noch insofern, als sie dahin ausgelegt wird, der pore angelangt ist, fährt. Einige weitere Telegramme scheinen diese Befehlshaber lasse mit Recht sofort feuern; das„ fofort" ist geMarschordnung zu bestätigen. Man ist überzeugt, daß die russische sperrt gedruckt. Flotte, welche die Meerenge von Malakta passiert hat, Saigon zum Es ist an der Zeit, daß man endlich von Gesetz wegen diese Biele hat, wo 70 000 Tonnen Kohle für sie in Bereitschaft stehen; diefelbe dürfte ferner Shanghai anlaufen, wo weitere 50 000 Tonnen Befugnisse des Militärs, Todesurteile zu fällen und zu vollstreden, Kohle zu ihrer Berfügung gehalten werden. Hier greift immer mehr wenigstens einigermaßen den Ansprüchen eines konstitutionellen die Ansicht Play, daß die bevorstehende Seeschlacht in der Nähe der Staates gemäß reformiert. Bescadoresinseln oder bei Formosa stattfinden wird. Die Hafens behörden von Wladivostok haben Befehl erhalten, sämtliche Kriegsschiffe bereit zu halten, um dem Geschwader Roschdjestwenskys entgegenzufahren, sobald dasselbe signalisiert wird.] " r ,, Verschleppungstaktik“. In fonservativen und nationalliberalen Blättern wird Klage geführt, daß die Militärpensionsgefege im Reichstage nicht Aussicht zu schneller Erledigung haben. Es wird weiter die London, 13. April. Daily Telegraph" meldet aus Verdächtigung ausgesprochen, daß insbesondere das Zentrum mit Singapore: Die Stelle, wo der hier angefonimene englische Kreuzer den Pensionsgesehen eine absichtliche Verschleppungstaktik verfolge. Sutley" die nordwärts steuernden russischen Kriegsschiffe passierte, und hie und da haben sich diese Beschwerden gar zu dem grotesten ibar etwa 550 Meilen nordöstlich von Singapore. Gerede entwickelt, daß durch den Vorwand der nicht zu vollendenden Demſelben Blätt wird aus Tofto telegraphiert: Die Japaner militärpensionsgefezze die Vertagung des Reichstages der Refind begierig darauf, der russischen Flotte eine entscheidende gierung abgenötigt werden folle, damit die Abgeordneten/ im Schlacht zu liefern. Die gesamte Armierung der Sommer die freie Eisenbahnfahrt behalten. japanischen Schlachtschiffe ist erneuert worden. In der Nationallib. Korresp." werden daher die Mitglieder der Wenn es an der Zeit ist, wird man Logo nicht weit von Formosa nationalliberalen Partei ersucht, die Hindernisse aus dem Wege zu oder den Pescadores- Inseln finden. räumen, welche leider einer schnellen Erledigung dieser Aufgabe in den Weg getreten find". Die" National Zeitung" fügt dieser Aeußerung, unter Hinweis auf Ausführungen der Kölnischen Volkszeitung", hinzu: An der hiesigen Fondsbörse trat gestern Kursridgang ein. Der Premierminister, der Kriegsminister und die Chefs mehrerer Ministerialdepartements hielten heute eine wichtige Beratung ab. In den Militärkrankenhäusern von Hiroshima ist am 10. d. M. eine Person an Best gestorben. Aus verschiedenen Orten Japans werden 5 Podenfälle gemeldet; es sollen daher in Tokio alle Personen unter 50 Jahren der Schußpocken- Impfung unterzogen werden. 0 Also das Zentrum diftiert Bertagung des Reichstages etwa gegen Ende Mai und Hinausschiebung der Entscheidung über die Militärpensionsvorlage bis zum Herbst, wo möglicherweise mit dem Scheitern der Finanzreform das Zentrum auch das Militärpensionsgesetz. in den Orfus wirft." " Bei Hofe. In Koburg tobt wilde Erregung, weil der Serzog feinen Die gefestigte wesentlichen Wohnsitz nach Gotha verlegen will. Fürstentreue der Koburger ist plöglich schwer erschüttert, da mit dem egzug des Herzogs den Hoflieferanten einiger Verdienst zu ent gehen droht. Sie ist so sehr erschüttert, daß die Allergetreuesten sich nicht scheuen, das zu tun, was in anderen Fällen als fozialdemokratischer Frevel schwer verdammt wird. Das„ Koburger Tagebl." veröffentlicht den Privatbrief eines Herrn aus der nächsten Umgebung des Herzogs, der das höfische Wesen fern von all den phantastischen Idealismen fennzeichnet, mit denen es sonst zum Staunen der Menge aufgeputzt wird. Der nette Brief lautet: " Tausend Dank für eben eingetroffenen Brief. Ich sende dies opus erst ab, nachdem Wangenheim, der sich zur Besprechung an gemeldet, hier war. Ich hoffe, meinetwegen verhält man sich ganz still da andererseits der Kaiser niemals umzustimmen sein würde. Am 19. J.( 19. Juli ist der Regierungsantritt des Herzogs) mag man doch noch einmal an S. M. mit qu. Frage herantreten. " Ich freue mich, daß Ihnen der Herzog Galarock geschenkt also wird neues Muster scheinbar eingeführt und Sie tragen selbiges als Erster( Kammerherr). Wie geplant, werden Sie zu nächst die Theaterintendanz beauftragt" erhalten, hoffentlich, und später erst endgültig zum Intendanten ernannt werden. Die dann notwendige Aenderung des Galafracks( Neffortchef) besteht nur in einem Hinzufügen ausgedehnteren Schmudes. Der neue Kampfofämter" ist arg. Der Trick des Landtages charakteristisch, ebenso wie man sucht, den Herzog zu zwingen. Was geschieht denn? Die Residenz des Herzogs wird gar nicht verlegt, alles bleibt ja beint alten mur vierzehn Familien siedeln nach Gotha über. Allerdings Steuerverlust für Koburg. Für Herzog aber große Vorteile durch Zentralisierung, Verminderung der Diätensumme, da er doch( in Gotha Jagdaufenthalte+ Reifen) die größte Zeit des Jahres von Roburg fern ist, also nicht für diese Zeit, sondern nur nur noch für die kurze Koburger Zeit Diäten zu zahlen braucht. Endlich aber zieht er tüchtige Beamte( mit Familie) an sich nur, wenn diese in Gotha domiziliert werden ( namentlich wegen besserer Reiseverbindung, größerem Gesichtsfreis, reicherer Geselligkeit und geistiges Leben). Ich habe dies so recht erfahren, als ich im Auftrage des Herzogs Personen für die verschiedensten Stellen suchen mußte. Hoffentlich bleibt der Herzog standhaft im Intereffe feiner Verwaltung, feiner Beamten, feiner Raise und zeigt andererseits später den Koburgern, daß er viel für sie übrig hat und für sie fut( soweit es seinen Interessen nicht entgegenläuft.) Gute Nacht edler Freund! Nichts Neues nach Besprechung mit Kuno, der eben abreiste." Der Empfänger des Briefes ist der frühere Hoftheater- Intendant Kammerherr b. Ebart Gotha, der als" tommender Mann" gilt. Das Brieflein zeigt, welche Sorgen das Hofleben bringt: Galarod neues Muster Aenderung des Galafracks durch ausgedehnteren Schmud. Das Brieflein zeigt aber auch, daß man bei Hofe, nicht anders als in Koburg, das Verhältnis zwischen einem Fürsten und der Bevölkerung ebenso auf Bargeld zurückführt. Der Koburger Landtag, der den Streit der Gesetzgebung androht, wenn der Herzog der Stadt seine Einkäufe entzieht, und die Hof Mandschurische Scharmütel. Aehnlich behandelt das offizielle Organ der Konservativen Partei Teute, welche das Wirken eines Herzogs von dem Vorteile seiner Petersburg, 13. April.( Meldung der Petersburger Telegraphen- diese Angelegenheit. Es wäre traurig genug," fagt es, wenn ein Privatlasse abhängig machen ein wundersames Schauspiel von Agentur.) In einem Telegramm des Generals Linewitsch an den solcher Aufschub der so dringend notwendigen Reformarbeit auf dem deutscher Monarchie! Kaiser vom 12. d. M. heißt es: Am 11. d. M. eröffnete die Gebiete der Versorgung alter Militärs um ein Jahr eintreten Nebenbei tritt auch der Kaiser auf. Die Anspielung auf ihn Artillerie einer unserer Abteilungen das Feuer gegen das Dorf müßte.... Will der Reichstag auf eine Verschleppung dieser ist nicht verständlich. Jedenfalls müssen außergewöhnlich befestigte Mansanchendzy, das von den Japanern besetzt war. Nach einstündiger wichtigen Angelegenheit hinarbeiten?" Die Konservative Kor- Empfindungen des Kaisers in Frage sein, wenn der Briefverfasser Lebhafter Beschießung des Dorfes wurde dasselbe von den Japanern respondenz" erhebt dann die Forderung, daß die Benfionsentwürfe meint, er sei in dieser Sache niemals umzustimmen".geräumt und von unserer Abteilung besetzt. noch in dieser Seffion verabschiedet werden. " 9tt gefährliche Großherzog. Herr Oertsl ergießt in der„D. X.' zornige Klage ob des„gefährlichen Spieles", das in Hessen Großherzog und Regierung betreiben. Wir erzählten, daß der hessische Finanzminister Gnauth die Ausführungen unseres Genossen Ulrich als„ein gesundes Gegengift" gegen das Lamento der wohl- habendsten Klassen über drückende Steuerlast bezeichnet und daß der Großherzog diesem Minister erneut volles Vertrauen ausgesprochen habe. Der Vorgang, meint der agrarische Held, sei„geeignet, in den Kreisen der ruhigen staatserhaltenden Bürgerschaft Bedenken und vielleicht sogar Verwirrung anzurichten". Herr Oertel schildert alsdann ausführlich die Gefährlichkeit der Sozialdemokratie, mit der es eine Aussöhnung nicht geben kann, und bietet sich und die Seinen als zuverlässigste Monarchisten an:„Wer, wie'wir, unbedingt auf dem Boden der Monarchie steht, wer die monarchische Verfassung nicht nur für notwendig, sondern für die beste und ge- deihlichste hält, der hat die unabweisbare Pflicht, auf diese Gefahr hinzuweisen." Leider ist der Eifer der„Deutschen Tagesztg." des Herrn Oertel für jenes Wort unvergessen, daß die Bauern vor den Throne» nicht Halt machen würden, wenn nicht genug Zollerhöhung gewährt würde. Jetzt behauptet das bündlerische Blatt in allzu aufgetragener Pharisäerei seinen„unbedingten" Monarchismus, um desto eifriger gegen einen Monarchen vorzugchen, welcher sich erdreistet, die widerwärtigen Klagen der Wohlhabenden über drückende Steuerlast ein wenig zurückzuweisen. Das Oertel- blatt schätzt die Monarchie so verächtlich ein, dag sie nur für die volksfeindlichste Reaktion ihre Stimme erheben dürfe. Versuche aber die Monarchie ein wenig das Joch dieser dreisten Zumutungen zu erleichtern, so scheut der agrarische Monarchismus nicht vor der Majestätsbeleidigung, daß sie„gefährliches Spiel" treibe und in der Bürgerschaft Verwirrung anrichte. So versucht das Agrarierwm jede fteiere Regung der Throninsassen zu lästern und zu bedrohen. Man vermag daraus zu schließen, wohin der Monarchismus der „D. T." geraten würde, wenn ein Fürst gründlichen Schutz der Arbeiterinteressen vor Junkergewalt durchzusetzen gedächte!— Hebet Borgänge in der Toleranzkommission des Reichstages geht ein Bericht durch die Presse, der Mißverständnisse zu erzeugen geeignet, wenn nicht bestimmt ist. Danach soll Genosse Wollmar das Fortbleiben der meisten Parteien von den späteren Sitzungen der Kommission dahin erklärt haben:„der Evangelische Bund stecke dahinter, weil man befürchte, daß die evangelische Kirche den Wett- bewerb nicht aushalten könne; es seien Versuche unternommen worden, auch die sozialdemokratischen Kommissionsmitglieder vom Erscheinen abzuhalten". In Wirklichkeit hat Wollmar vom Evan- gelischen Bund kein Wort gesagt, sondern nur ausgeführt, daß Ver- ösfentlichungen von protestantisch-theologischer Seite die Furcht zeigen, daß die protestantischen Landeskirchen ohne den besonderen Schutz des Staates den Wettbewerb mit dem Katholizismus nicht aus- zuhalten vermöchten und deshalb törichterweise dem Toleranzantrag feindlich gegenüberstehen. Im übrigen ist tatsächlich sozialdemo- kratischen Kommissionsmitgliedern von fteisinniger Seite nahe gelegt worden, ob man nicht die Beratung des Toleranzantrages beim K 9 — Freiheit aller Religionsgesellschasten in Ausübung ihres Kultus— abbrechen und Schluß machen solle.— Die Totbetung der Sozialdemokratie. Von Zeit zu Zeit ent- wickelt in der„Kreuz-Zeiwng" ein aktiver Offizier, General- leutnant z. D. v. H e r tz b e r g. seine stammen Sorgen über das Umsichgreifen des Teufels, will sagen der Sozialdemokratie. Der bibelfeste Mann hat den Vorzilg, daß er die Sozialdemokratie nicht durch Zölle aushungern und durch das Kleinkalibrige nieder- kartätschen, sondern durch Totbeten aus der Welt zu schaffen sucht. Am Sonntag Judtca 1903 gab dem Manne der heftige Geist das Folgende ein: „Auf die Sünde der Juden folgte alsbald die Strafe in der Zerstörung Jerusalems, der Zerstreuung des Volkes in alle Winde und dem Verluste des Gnadenreiches. Mit unserer Untreue hat der barmherzige Gott noch immer Geduld gehabt, als wollte Er uns durch seine große Güte zwingen, abzulassen von unserer Mssetat. ' Und doch spüren wir schon in dem Austreten der falschen Propheten, in dem Abfall der Massen und in dem Wachsen der gottlosen Umsturzpartei die Drohung des eistigen Gottes. Er könnte uns nehmen, was uns das Höchste und Teuerste ist. Sein offen- 1 Bartes Wort. Gewiß, die Gefahr ist so groß, daß wir nicht oft genug das „Vwloanr consules etc.!" rufen können. Unsere Wächter und Richter brauchen sich ja nicht mit Pilatusstagen aufzuhalten, denn sie sind im Besitze der absoluten Wahrheit:„Und wir haben geglaubet und erkannt, daß du bist Christus der Sohn des leben- digen Gattes", und das„Wohlauf, wohlauf, zieh' Macht an, du Arm des Herrn I" steht auf ihrer Seite. Vor allem aber rufen wir den höchsten Richter an:„Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk!" „Und die„Kreuz-Zeitung" druckt es mit emster Miene ab. Sie muß solche— Heilige unter ihren Lesern haben, daß sie die Ver- öffentlichung Ivagt. Wer die„Wächter und Richter" find, die im Besitze der absoluten Wahrheit sind, ist uns nicht ganz klar geworden; wir vermuten bis zum Beweise des Gegenteils: Bülow und seine Leute!— Ein Schönheitsfehler des Zolltarifs. Man schreibt uns: Den schleswig-holsteinischen Agrariern ist es gelungen, eine Lücke im deutschen Zolltarif zu entdecken. Die Brotwuchermehrheit des Reichs- tageS scheint es nämlich in geradezu unbegreiflichem Leichtsinn vergessen zu haben, dem Rahm(Sahne) ihre liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken. Infolgedessen sind findige Geschäftsleute auf den Ge- danken gekommen, an der nordschleswigschen Grenze eine große Meierei anzulegen, die aus Dänemark importierten Rahm zu Butter verarbeiten soll, um auf diese Weise den Butterzoll zu um- gehen. Das Organ der schleswig« holsteinischen Landwirt- schaftskammer, das„Landwirtschaftliche Wochenblatt", schlägt über dieses Projekt großen Lärm. Es macht der Zollwuchermchr- heit des Reichstages schwere Vorwürfe, daß sie seinerzeit dem Vorschlag der schleswig-holsteinischen Landwirtschaftskammer, einen Zoll von 10—13 Mark pro 100 Kilogramm auf Rahm zu legen, nicht nach. gekommen ist. Der Regierung wird nichts übrig bleiben, als dieses Loch im Zolltarif durch ein Notgesetz zu stopfen, oder aber die dänische Grenze nicht nur für Vieh, sondern auch für Rahm zu sperren.— Kinder im Gefängnis. Zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte die Göttingcr Strafkammer einen zwölfjährigen Schulknaben, weil er in einem Zeitraum von über einem Jahre als Brotausträger einen Teil des Brotgeldes von den Kunden einkassiert hatte, ohne den Betrag an den Bäckermeister abzuliefern. Das Gefängnis wird auf das Kind gewiß sehr veredelnd Wirken l— Ein Ueberweltpolitiker. Man schreibt uns aus München: Der am Mittwoch vom Landgericht München I wegen Betruges und Urkundenfälschung zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilte praktische Arzt Dr. Iwan B r a u n st e i n. der noch wegen des Verdachtes der Vergiftung seiner Gattin sich in Untersuchungshaft befindet, hat es verstanden, in der Gesellschaft„Eindruck" zu machen. Mit Vorliebe erzählte er am Biertische von seinen als Schiffsarzt gemachten Reise- erlebnissen und er unterließ niemals, die Notwendigkeit einer starken Flotte für Deutschlands Großmacht hervorzuheben. Er huldigte zugleich den Bestrebungen des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie und gründete als moderner Uebermensch in Halle a. S. einen Klub sogenannter Nietzscheaner, zu dessen Vorsitzendem er gewühlt wurde. In München glänzte er in verschiedenen Wohl« tätigkeitsvereinen, und hier schilderte er gern mit beredten Worten die Pflichten der„Gesellschaft" gegenüber der leidenden ärmeren Klasse. Herr Dr. Iwan Isidor Braunstein war also ein Ordnungs- mensch vom Scheitel bis zur Sohle. Diese Eigenschaften sowie sein Leutnantspatent, das allerdings durch seine dreijährige Gefängnisstrafe wegen 43 Vergehen des Diebstahls nicht mehr blank war, befähigten ihn also, um die Hand einer vermöglichen Ritter- gutsbesitzers- Tochter anzuhalten. Es war eben eine„ebenbürtige" Vernunftehe. Uebrigens stehen seine weltpolitischen Neigungen weniger in Widerspruch mit seinem privaten Charakter als die Wohltätigkeits- Christelei. Er hat vielmehr offenbar nur konsequenter-, wenn auch gefährlicherweise die leitenden Grundsätze aller kapitalistischen Welt- und Kölonialpolitik auf sein Privatleben übertragen, ohne zu berück- sichtigen, daß dergleichen Einsälle nur in Astika gestattet sind.— Agrarische, klerikale und demokratische Sozialpolitik. Stuttgart, den 13. April.(Priv.-Tel.)) Zwei Sitzungstage verbrachte der Landtag mit der Erörterung landwirtschaftlicher' Detailstagen. Nebenher wurde wiederum die Er- richtung von Landwirtschaftskammern gefordert, für die gerade in Württemberg mit seinen vielen staatlich unterstützten landwirtschaft- lichen Organisationen kaum ein praktisches Bedürfnis vorhanden ist. Dieselbe agrarische Partei aber, die für sich immer neue Forderungen an den Staatssäckel stellt und sich bewilligt, führte bittere Klagen über die zu hohen Unsallrenten der landwirtschaftlichen Arbeiter und meinte, es sei nicht nötig, daß man für jedes Fingerglied, das ein Knecht verliert, Renten zahle. Daß diese brutale und herzlose Ge- sinnung gegenüber den Arbeitern nicht nur beim Bauernbund, sondern auch in der süddeutschen Volkspartei zu finden ist, zeigte in der heutigen Sitzung die Rede des Volksparteilers Henning bei der Beratung der Etatsposten für die Zentralstellen für Gewerbe und Handel. Nach einer be weglichen Klage über die unerträglichen Lasten der Jnstustrie für die Arbeiterversicherung schimpfte der demokratische Volksvertreter über die Arbeitsscheuen, Arbeitslosen, die die Land- stratzen bevölkern und durch ihre Bettelei im Winter die Bürger in den Städten belästigen. Er forderte energische Polizeimaßregeln gegen die Landstreicher. Von den drei Herrn Henning folgenden volkspartcilichen Rednern hielt keiner es für nötig, die Gemeinschaft mit diesen Aeußerungen abzulehnen. Um so schärstr leuchtete Genosse Keil der volksparteilichen Sozialpolitik heim, die das Heil in der Arbeitslosenjagd durch Polizisten und Landjäger sieht, anstatt in sozialen Reformen, in Verkürzung der Arbeitszeit und auskömmlichen Löhnen. Auch in die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums konnte man einen Einblick tun, als Genosse Keil Beschwerde darüber führte, daß die von der Regierung geschaffene Arbcitervertretung in der Zentral. stelle(4 Arbeitervertreter in einem Kollegium von 33 Mitgliedern) in ihrem an und für sich nicht allzu hohem Wert« noch weiter herab- gedrückt werde dadurch, daß nur Arbeiter, die im Arbeitsverhältnis stehen, wählbar sind. Gegen den von Keil gestellten Antrag auf Streichung dieser Bestimmung wetterte der Abgeordnete Gröber und schalt über die Sozialdemokraten, denen es nicht um Wahrung der Arbciterinteressen, sondern um Plätze für.Agitatoren zu tun sei. Selbst dem Abgeordneten Hieber ging diese vorsintflutliche Demagogie zu weit und er meinte, es handele sich doch wohl nur darum, geschulte Beauftragte der Arbeiter den Zutritt zu ermöglichen. Genosse Keil kennzeichnete die Doppelzüngigkeit des Zentrums und trieb Gröber arg in die Enge durch die Aufzcigung des Gegensatzes zwischen der salbungsvollen Arbeiterfreundlichkeit, von der auch Gröbers heutige Rede triefte und der absoluten Unzuverlässigkeit des Zentrums, wenn es gelte, zu handeln. Trotzdem Gröber schon vor vier Jahren in einer Landtagsrede für Beschaffung von Arbeiter- kammern durch die Landtagsgesetzgebuug eingetreten sei, wenn die Reichsgesetzgebung nicht binnen Jahresfrist solche geschaffen habe, habe das Zentrum seither alle dahingehenden Anträge der Sozial- demokraten im Landtage niederstimmen helfen. Auch der Minister des Innern ergriff das Wort, um sich den Gröberschen Argumenten gegen den Antrag Keil anzuschließen und tat überrascht, daß Arbeitervertreter daran Anstoß nehmen, daß nur aktive Arbeiter gewählt werden dürfen. Bei der Abstimmung wurde der Antrag Keil mit allen gegen die sozialdemokratischen Stimmen abgelehnt.—_ Slidwestastiklmische Berluste. Berlin, 13. April. Ein Telegramm a«S Wndhuk meldet: Reiter Gustav Freudenreich, geboren am 8. 6. 81 zu Alt-Sollau, stüher im Jnfanterie-Regiment Nr. 147, am 8. April im Lazarett Swakop- mund am Typhus gestorben. Im Gefecht m der Gegend von Hurub am S1. 3. 03 ge- fallen: Gefreiter Wilhelm Meyer, geboren am 23. 12. 73 zu Wolfen- weiler. stüher im Husaren-Regiment Nr. 14. Hiieland. Oesterreich-Ungarn. Ungarisches Abgeordnetenhaus. Dem Hause wurde am Donnerstag der Adreßentwurf der koalierten Linken vorgelegt; in demselben wird auf die schweren Schäden hingewiesen, welche der Nation auf Wirtschaft- lichem Gebiete drohen, wenn Ungarn jetzt infolge des ex!ex-Zu- standes nicht imstande sei, seine Interessen mit dem gehörigen Nach- druck zu vertreten, und die Krone gebeten, möglichst bald eine Ne- gicrung zu ernennen, die auf die Unterstützung des den nationalen Willen repräsentierenden Abgeordnetenhauses rechnen könne. Abg. Eötvös begründet seinen Antrag auf Mißbilligung gegen Tisza und Perczel, gegen Tisza, weil er die Pension Pcrczels von 8000 auf 15 360 Kronen erhöhte.(Stürmische Entrüstung links.) Redner stagt, was Tisza noch auf dem Ministerpräsidenten- sessel suche. Tisza erwidert, solange die Nachfolger nicht ernannt seien, erfüllten die Minister ihre Pflicht, wenn auch die un» angenehmste Pflicht, indem sie auf ihren Plätzen verblieben. Bei der Pensionierung Perczels als Minister sei verabsäumt worden. die Dienstzeit desselben als Komitatsbeamter einzurechnen, was jetzt unter seiner vollen Verantwortlichkeit gutgemacht worden sei. (Großer Lärm links. Rufe: Das ist der Blutlohn für den 18. No- vemeber!) Tisza fährt fort, übrigens handle es fich um einen hochverdienten Staatsmann.(Neuerlicher stürnnscher Lärm links.) Der Präsident suspendiert infolgedessen die Sitzung. Nach Wiederaufnahme derselben wiederholt Tisza, daß einem hochverdienten Manne wie Perczel diese Rücksicht gebühre.(An- dauernder Lärm links. Zurufe: Vaterlandsverräter! Damit machen Sie Propaganda für den Sozialismus. Für solche Zwecke haben Sie Geld!) Das Haus beraumt dann die Beratung des An- träges Eötvös auf morgen an.— Italien. Rom, 13. April. Die Eisenbahner hielten nach Bekannt- werden des Eisenbahngesetzes in Turin, Mailand, Florenz, Modena, Ancona, Livorno und Arezzo Versammlungen ab, die zum Teil einen sehr heftigen Ton anschlugen und mit neuer Ostmktion oder Streik drohten, wenn die Regierung nicht bald ihr Memorandum beant- wortet. Zum Streik der parlamentarischen Berichterstatter schreibt man uns aus Rom vom 10. April: In Ergänzung unseres Telegramms ist zu bemerken, daß die Journalisten im italienischen Parlament mehr Freiheiten genießen, als da? in anderen Ländern der Fall ist. Es ist nicht zu leugnen, daß die Preßtribüne diese Freiheiten nicht selten mißbraucht, durch ungebührliches Lärmen, Zwischenrufe usw. Immerhin ist die Art, wie man heute den Zutritt zur Tribüne erschwert, die Treppen mit Schildwachen füllt usw., nicht zu ertragen. Heute prangte nun gar eine bewaffnete Schildwache auf dem kleinen Treppenabsatz, der zur inneren Verbindungstreppe zwischen Preßtribüne und. den Wandelgängen der Abgeordneten führt. Die Journalisten wandten sich an den Präsidenten ihres Verbandes, den Abgeordneten B a r z i l a i. dem aber vom Ouästor entgegnet wurde, die Maß- nähme sei auf Anordnung des Kammerpräsidenten Marcora ge- troffen worden. Demgegenüber hatten sich die Berichterstatter sofort versammelt und einstimmig eine Tagesordnung angenommen. in> der sie erklären, sich der Berichterstattung zu enthalten, bis zum Widerruf der ihre Würde verletzenden Verfügungen. Bekanntlich ist der eigenartige Streik inzwischen durch Einlenkt« des Kammerpräsidenten beigelegt worden. kommunales. Stadtverordncten-Versammlung. 16. Sitzung vom Donnerstag, den 13. April, nachmittags 3 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung gegen �6 Uhr. Es erfolgt zunächst die Einführung des neu- gewählten unbesoldeten Stadtrats Geheimen Baurats Rum- s ch ö t t e l und der neugewählten Mitglieder Dyhrenfurth und G o h l i ck e. Die Versammlung nimmt die Beratung der Vorlage betr. die Frage, in welcher Weise die drohenden Ausfälle im Stadthaushalt gedeckt werden können, wieder auf. Von den Äusschußvorschlägen sind zurzeit noch unerledigt 1. derjenige, welcher auf die Aenderung der Gesetzgebung in der Richtung auf Ermöglichung einer wirksamen Bauplaystciier abzielt, 2. der Vorschlag, die Gemeinde-G r u n d- und-Gebäude- steuer nach dem gemeinen Wert(anstatt wie bisher nach dem Nutzungswert) zu erheben, wobei der Magistrat gleichzeitig ersucht werden soll, Erwägungen darüber anzustellen, ob der unbebaute Grundbesitz mit einem höheren Prozentsatz heranzuziehen wäre. In der Sitzung am 23. Februar hatte Stadtv. Wallach das Prinzip der Veranlagung nach dem gemeinen Wert mit größter Ent- schiedenhcit bekämpft und schließlich einen Antrag empfohlen, nur die unbebauten Grundstücke nach diesem neuen Modus zu veran- lagen. Dann war die Weiterberatung vertagt worden. Stadtv. Galland(A. L.): Der Kollege Wallach bekämpft das System der Besteuerung nach dem gemeinen Wert hauptsächlich mit dem Argument, daß diese Methode der Veranlagung eine Ein- schätzung und damit eine beinahe unüberwindliche Schwierigkeit zur Voraussetzung habe. Das widerspricht aber der Erfahrung in allen Kommunen, die diesen Modus adoptiert haben. Ein Ratten- könig von Prozessen, wie ihn Herr Wallach voraussagt, ist also durchaus nicht zu besorgen. Die Berufung der Gegner des Systems der Wertsteuer auf das Gutachten des Magistratsrats Hamburger von 1901 verliert an Bedeutung, wenn man erwägt, daß der Magi- strat damals gegen die Wertsteucr war; inzwischen aber hat sich dort der Wind gedreht. Wir müssen mit der Zeit mitgehen, und die erfordert auch im Interesse der Gerechtigkeit, den Uebergang zu vollziehen und die Belastung gleichmäßiger nach der Leistungsfähig- keil zu verteilen. Stadtv. Dr. Preuß(soz.-fortschr.): Die Einwände des Stadtv. Wallach gegen das neue System sind uinsoweniger stichhaltig, als er selbst das Prinzip adoptiert und die Wertsteuer wenigstens für die unbebauten Grundstücke zulassen will. Er beruft sich vor allem auf die Schwierigkeit der Taxierung, aber diese Schwierigkeit ist bei dem unbebauten Terrain erheblich schwieriger als bei Ge» bänden. Der von ihm beantragten Trennung stehen übrigens Be- denken aus dem Kommunalabgabcn-Gesetz nicht entgegen. Der „Umfall" des Magistrats erklärt sich sehr natürlich aus der siegen- den Macht des Gedankens der Wertsteucr, wie ja auch der Ge- danke der obligatorischen Fortbildungsschule im Magistrat noch vor wenig Jahren als unausführbar galt. Die bessere Einsicht setzt sich trotz Herrn Wallach auch in den Hausbesitzcrkreisen all- mählich durch. Gegen den Vorschlag, die Sätze verschieden zu nor- mieren und das unbebaute Gelände höher zu besteuern, möchte ich mich ebenso wie gegen die Wiederbelebung der Bauplatzsteuer er- klären. Eine brauchbare Bauplatzsteuer nach ß 27 des Kommunal» abgaben-Gesetzes ist für Berlin eine Unmöglichkeit; ein neues Ex- perimcnt würde wie das frühere mißglücken. Stadtv. ESmann(Fr. Fr.) erklärt sich für das gemischte System nach dem Antrag Wallach. Der Wert der Baustellen müßte etwa alle 3 Jahre reguliert werden und der Fortschritt der Pflasterung, Kanalisation usw. berücksichtigt werden. Die Ein- schätzung der unbebauten Grundstücke sei auch viel leichter als die der bebauten, bei der sich nur zu häufig die Gutachten entgegen- stehen würden. Namentlich für ältere Gebäude mit relativ niedrigem Ertrage würde die Wertsteuer, die ja auch den Wert der Baustelle berücksichtigen müsse, eine Ungerechtigkeit sein. Stadtv. Singer(Soz.): Die Einwände des Kollegen Wallach sind hausagrarischer Natur; daneben kommt uns Herr Esmann mit sozialethischen Momenten, indem er uns die Witwe und den armen Mann vorführt, die ihren Hausbcsitz von der Wertsteuer ungerecht betroffen sehen würden. Dieser Appell an die Centimen- talität muß unwirksam bleiben, denn die Witwen und der arm« Mann dürften unter den Hausbesitzern doch nur eine winzige Aus- nähme bilden. Die Gründe für die Besteuerung nach dem ge- meinen Wert sind zwingender Natur. Wir können uns nur freuen, daß die jetzige Auffassung im Magistrat endlich zum Durchbruch gekommen ist, was auch zu den Verdiensten des Oberbürgermeisters gehört; andererseits aber brechen sich eben gewisse Dinge mit Naturnotwendigkeit Bahn, mit oder gegen den Willen der Be» teiligten. Man hat sich eben endlich, zu der gesunden Auffassung durchgerungen, daß der Hausbesitz n'icht anders zu beurteilen ist als jedes andere Steuerobjekt; diese Erkenntnis ist es, welche den „Umfall" des Magistrats erklärt. Auch auf anderen Gebieten, so z. B. dem des Verkehrswesens, hat sich doch ein ähnlicher„Umfall" sig- nalisiert. Herrn Wallachs Vorschlag zurückzuweisen reicht schon der Umstand aus, daß damit verschiedenartige Steuersysteme eingeführt würden. Daß der Ertrag der Steuer nach dem Gesetz derselbe bleibt, kann doch nicht hindern, einem Modus den Vorzug zu geben, der den sozialen Bedürfnissen entspricht. Warum will man den Nutzungswcrt für den Hausbesitz beibehalten? Weil der Haus- besitzer geschont werden soll!(Widerspruch.) �Das Wohnungsvermieten ist heute weiter nichts als ein Gewerbe; so muß eS aufgefaßt und behandelt werden. Man will aber dem Hausbesitz seine privilegierte Stellung erhalten, und diese Stellung soll auch in der Besteuerung zum Ausdruck kommen. Für uns kommt das sehr wichtige Moment hinzu, daß rings um Berlin herum diese Wertsteuer eingeführt ist. Die Verhandlungen über Bebauungs- Pläne, über die Aufschließung neuer Terrains, wie wir sie jetzt haben, würden gar nicht notwendig sein, weil, wenn wir das neue System schon hätten, diese Terrains längst der Bebauung er- schlössen wären. Durch das ängstliche Festhalten an dem Nutzungs- wert hat man die übertriebene Bodenspekulation gezüchtet, die in der Peripherie an der Tagesordnung ist. Ich brauche ja nur die Namen Griebenow, Bötzow, Wollank zu nennen. Die Abschätzung nach dem gemeinen Wert wird auch nicht für hundert Jahre statt- finden, sondern von Zeit zu Zeit revidiert werden; also gibt auch die praktische Seite der Sache den Gegnern keinen Angriffspunkt. Ich freue mich der Uebereinftimmung mit dem Kollegen Galland und bedaure nur. daß es Herrn Wallach gelungen ist, in seiner Fraktion die Stellungnahme der Vertreter derselben in der ge- mischten Deputation in die Minderheit zu versetzen. Wie aber heute die Entscheidung fallen möge, sicher ist, daß der Gedanke sich durch- setzen wird.(Beifall.) Stadtv. Cassel(A. L.): Nicht aus agrarischem Interesse, son- dern im Interesse der Gerechtigkeit halten die Freunde des Antrag? Wallach das gemischte System für das richtige. Nicht w i r wollen für die Hausbesitzer durch Festhalten an dem Bisherigen etwas er- reichen, Wohl aber wird Herr Singer das, wenn auch unabsichtlich, bewirken, denn bei der Wcrtstcuer werden sehr viele Hausbesitzer Weniger bezahlen als bisher. Bei Ablehnung des Antrages Wallach würde ich meinerseits für die Vorlage stimmen. Gegen die letzte Unterstellung des Kollegen Singer bezüglich des„Umfalls" unserer Frakitonsuertreter erhebe ich Protest, Von einem„Umfall" lann keine Rede sein. Oberbürgermeister Kirschner: Darüber, daß die� Besteuerung Nach dem gemeinen Wert an sich richtig ist, scheint kein Streit mehr zu bestehen.(Zustimmung.) Auch Herr Wallach und seine Anhänger erkennen die Richtigkeit dieses Prinzips an, gegen das auch früher keine Abneigung bestanden hat. Man hat sich bloß dagegen bisher gesträubt, bei uns eine Reform einzuführen, welche immerhin mit ziemlicher Aufregung und Arbeit verbunden ist und andererseits für den Stadtsäckel keine Mehreinnahme bringen konnte. Der Magistrat ist aber jetzt zu einer anderen Auffassung gekommen. In zahlreichen Gemeinden, namentlich um Berlin herum, ist dieses System eingeführt und funktioniert gut. Diese Erfahrungen aus konkreten Verhältnissen sind uns eine Lehre gewesen. Ein so großes Gemeinwesen wie Berlin darf mit vollem Recht vorsichtiger mit Re. formen umgehen als kleinere. Aber es wäre verkehrt, uns die Er- fahrungen anderer Orte nicht zu eigen zu machen. Der Magistrat halt es jetzt für an der Zeit, mit der Reform vorzugehen, weil er darin eine gerechtere Verteilung sieht und die Mehrarbeit für ge- rechtfertigt ansieht, weil etwas Besseres geschaffen werden soll. Die Abneigung der Hausbesitzer kann ich absolut nicht verstehen. Es 'st doch mit Händen zu greifen, daß die Hausbesitzer als solche nur Vorteil davon haben werden, es ist nach Adam Riese sicher. Wenn die Besitzer unbebauter Grundstücke stärker herangezogen werden, so wird der Anteil der Hausbesitzer an der Grund- und Gebäude- fteuer geringer.(Sehr richtigl) Bei der Unterverteilung kann ja der Einzelbesitzer unter Umständen, besonders durch Mietsausfälle, stärker getroffen werden, aber diese kleinen Ausfälle werden mehr als ausgeglichen durch die Vorteile im ganzen. Der Magistrat hat auch geglaubt, ganze Arbeit machen zu sollen; dem steht der Antrag Wallach entgegen. Gewisse Werte, die den bebauten Grund- stücken zuwachsen, werden bei der Steuer nach dem Ertrage nicht getroffen, und diese Vorteile, die den Besitzern in die Tasche fallen, sind nicht gering anzuschlagen. Beim System Wallach muß auch mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß die Judikatur bezüglich der Zulässigkeit zu einer anderen Auffassung kommt. Bleiben Sie heute auf halbem Wege stehen, so wird die EntWickelung uns dazu treiben, den zweiten Schritt später zu machen(Sehr richtigl); da wäre es doch verständiger, sich mij dem Prinzip auf dem ganzen Gebiete schon jetzt abzufinden. Dasselbe wird auch von der Re- gierung mit Wärme vertreten, und man wird unS bei allen unseren Reformvorschlägen immer entgegenhalten, daß wir hier noch rück- ständig sind.(Beifall.) Stadtv. Rosenow(N. L.): Wir halten das Wertsteuerprinzip für einen Fortschritt, wenn eine häufige, vielleicht jährliche Revision der Einschätzung vorgenommen wird. Etwas komisch wirkt zwar, daß wir diese Entscheidung treffen sollen im Rahmen einer Bor- läge, die drohende Ausfälle im Etat decken soll, da doch hiermit gar kein Ausfall gedeckt werden kann.(Heiterkeit und Zustimmung.) Daß das System das gerechtere ist, sollten auch die Hausbesitzer anerkennen. Stadtv. Wallach(A. L.) sucht den Fraktionskollegen Galland ack absurdum zu führen, indem er u. a. auf einige Kommunen, wie Elberfeld, hinweist, die das System wieder abschaffen wollen. Das bestehende gute Steuersystem wolle man plötzlich opfern, ohne daß irgend etwas für die Stadt gewonnen würde außer einer Menge Beunruhigung und Belästigung der grundbesitzenden Bürgerschaft und direkten Benachteiligungen einzelner. Es gebe gar keine richtigen Taxen; die Zahl der Reklamationen werde ungemein an- schwellen. Beim Grundbesitz seien die„starken Schultern" diejenigen auf deren Grundstücken wenig oder keine Hypotheken ruhen; dieser Gesichtspunkt komme bei den Freunden der Wertfteuer gar nicht zur Geltung. Damit schließt die Debatte. Im Schlußwort gibt der Referent Stadtv. Haberland(A. L.) sich Mühe, Herrn Wallach zu oiderlegen, hat aber gegen die ununterbrochenen Einwürfe und Zurufe des letzteren einen schweren Stand. In der Abstimmung wird zunächst der Vorschlag wegen ker Bauplatzsteuer angenommen, nach kurzer Geschäfts- �rdnungsdebatte aber beschlossen, zuerst mit der Abstimmung über die Wertsteuer vorzugehen. Ueber den An trag Wallach wird so- dann namentlich abgestimmt. Das Ergebnis ist die Ab- 'ehnung mit 54 gegen 44 Stimmen. Darauf gelangt der Aus- lehnung mit 54 gegen 44 Stimmen. Darauf gelangt der Ausschußantrag in seinem ersten Teil(Magistratsvorlage) mit 71 gegen 26 Stimmen zur Annahme; der Zusatzantrag des Ausschusses wegen ev. Heranziehung der unbebauten Grundstücke M einem höheren Prozentsatz wird in einfacher Abstimmung eben- falls angenommen. Dagegen der Vorschlag des Ausschusses betr. die Bauplatz st euer jetzt abgelehnt. Unter lebhafter und immer stärker werdender Unruhe der Ver- »ömmlung referiert Stadtv. Haberland darauf über die Ausschuß- Verhandlungen, betr. die Erhöhung der Hundesteuer. Die Versammlung tritt dem negativen Vorschlage des Magistrats bei, wonach es bei den jetzigen 20 M. verbleiben soll. Ebenso stimmt die Versammlung dem Ausschußvorschlage bei, die Beschlußfassung über die Einführung einer besonderen B e. triebssteuer bis zum Eingange der vom Magistrat vorzu- legenden Steucrordnung auszusetzen. Die Vorlage im ganzen wird mit schwacher Mehrheit genehmigt. Hierauf erledigt die Versammlung noch eine Anzahl kleinerer Dorlagen. Der Magistratsantrag betr. die Gewährung von 20 060 M. zu Preisen an die Deutsche Landwirtschafts-Ge- sellschaft für ihre XX. Wanderausstellung(Schöne- berg 1906) wird angenommen, nachdem der Antrag Singer auf Ausschußberatung, über den die vorige Sitzung wegen Beschluß- Unfähigkeit zum vorzeitigen Abbruch kam, heute abgelehnt worden war. Dem Vorschlag der Gewährung eines Stifterbeitrages der Stadt Berlin von 500 M. an den Schwab tschen Schiller. Verein tritt die Versammlung bei. Mit der vorgeschlagenen Abänderung des Bebauungsplans der Abt. IX und XI zwischen der Berliner Ringeisen» bahn, der Hoch-, Bad-, Grünthaler- und Malmöer- st r a tz e, sowie der Weichbildgrenze gegen Pankow, desgl. mit der Abstumpfimg der nordöstlichen Ecke der Straße S2b X' hat sich der niedergesetzte Ausschuß einverstanden erklärt. Stadtv. Borgmann(Soz.): Der Ausschuß hat schnell aber nicht gut gearbeitet. Es soll hier eine Abänderung des Bebauungsplans vorgenommen werden, wodurch den Wollankschen Erben, welche unS bei der Ueberbrückung die größten Schwierigkeiten gemacht haben, bezw. einer Terraingesellschaft sehr große Vorteile durch die Auf- teilung der Baublocks und die Verkleinerung des Platzes J Abt. XI in den Schoß geworfen werden. Wir sollten uns lediglich auf die Herstellung der notwendigen Verkehrsstraßen bezw. der Brücke über die Bahn im Zuge der Bornholmerstraße beschränken. In diesem Sinne bsiten wir Sie zu beschließen. Die betreffenden Besitzer haben ja ohnehin ihr Terrain zum Teil noch auf zehn Jahre weiter verpachtet. Stadtbaurat Krause: Auch unsere Vorschläge sollen nur dem Verkehr dienen. Freiwillig haben sich zu einem Beitrag für den Brückenbau die Adiazenten mcht verstehen wollen; es bleibt nur übrig, später auf Grund des§ 9 das Kommunalabgaben-Gesetzes mit rhnen zu verhandeln. Stadtv. Borgmanu: Dann werden wir eventuell das Nachsehen haben. Soll übrigens die lou Sachs wegen des§ 9 ewig eme Fata Morgana bleiben? Ich warne wiederholt vor einer Abänderung des Bebauungsplanes, bevor mit de» Abjazenten ein Abschluß zu- stände gekommen ist. Stadtv. Thieme(Fr. Fr.) hält den Antrag Borgmann für so beachtenswert, daß er die Angelegenheit dem Ausschuß zurück geben will. Stadtbaurat Krause: Die Anregungen des Herrn Borgmann sind bereits im Ausschuß erörtert und abgelehnt worden. Der Antrag Borgmann wird abgelehnt, der Ausschußvorschlag angenommen. Der Spezial-Entwurf zum Neubau des städtischen Volks Bades in der Gericht st raße wird ohne Debatte genehmigt. Von dem Stadtv. Stapf(A. L.) ist mit Unterstützung einiger Kollegen aus anderen Fraktionen der Antrag vorgelegt: Den Magistrat zu ersuchen, aus Anlaß der hundertjährigen Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers, zur dauernden Ehrung des Andenkens des großen vaterländischen Dichters, dem in Vorbereitung befindlichen Nordpark den Namen Schiller- Park zu aeben. Die Versammlung nimmt den Antrag ohne Diskussion ein- stimmig an. Schluß l/«10 Uhr._ Versammlungen. Dem Gedenken an Ferdinand Lassalle war eine Volksversamm- lung gewidmet, die am 11. April, dem 80. Geburtstage unseres großen Vorkämpfers, im Kösliner Hof abgehalten wurde.„Was kann uns Lassalle heute noch lehren?" lautete das Thema, über das Eduard Bernstein sprach. Wer Lassalle war, sagte der Redner, das wisse jeder, aber was er war, was er gedacht und gewirkt hat, das sei der jüngeren Generation unserer Parteigenossen kaum bekannt. Früher sei Lassalle in der Arbeiterbewegung über- schätzt worden, heute werde er unterschätzt. Nach einer eingehenden Würdigung der wissenschaftlichen und politischen Leistungen unseres Vorkämpfers kam Genosse Bernstein zu dem Schluß: Lassalle ist für die Arbeiterbewegung nicht tot. Seine Idee der Produktivgenossen- schasten mit StaatShulfe hat sich zwar überlebt, aber was er an grund- legenden Anschauungen in seinen Werken niedergelegt hat, wird fort- des allgemeinen gleichen 'rbeiiermassen warf, eine leben. Fortleben wird auch die„________ Wahlrechts, die Lassalle als erster in die Forderung, die zwar für das Reich, aber noch nicht für die Einzel- staaten erfüllt ist. Gerade jetzt zeigt uns die Behandlung der Berg- gesetz-Novelle im preußischen Landtage, wie arbeiterfeindlich dieses Dreillassenparlament ist, und wenn wir heut das Andenken Lassalles feiern, werden wir uns fragen müssen, ob es nicht an der Zeit ist, daß die Arbeiterklasse durch machtvolle Demonstrationen auch für den preußischen Landtag das allgemeine gleiche Wahlrecht zu erringen sucht, eingedenk des Laisalleschen Wortes, daß das allgemeine Wahl recht die Grundlage ist zur Erringung der Klassenforderungen des Proletariats. Die Agitation zu den Bcisitzerwahlen des KaufmannSgerichts wird von dem Zentralverband der Handlungsge- hülfen und-Gehülfinnen gegenwärtig mit reger Emsig- keit betrieben. Schon mehrere Versammlungen wurden dieserhalb abgehalten: zuletzt am Freitag in Buggenhagens Saal am Moritz. platz. Auch hier sprach Redakteur K a l i s k i über die Wichtigkeit der Normierung geeigneter Kandidaten zur Besetzung der Beisitzerämter. Ein ganzes Konglomerat von Handlungsgehülfen- vereinen und-Vereinchen erscheint jetzt mit Kandidatenlisten auf der Bildfläche, um Stimmen zu werben. So z. B. der 58er Verband, der Leipziger Verband, der Verein junger Kaufleute, der Bank- beamten-Verein, der Verein reisender Kaufleute, der katholische kauf- männische Verein, der Verein junger Drogisten, der kaufmännische Hülfsverein, der Verein deutscher Kaufleute(Hirsch-Dunckerscher Richtung) und der antisemitische(deutsch-nationale) Handlungs- gehülfen-Verband. Es erübrigt sich, auf die Tendenz der einzelnen bekannten und unbekannten Korporationen in diesem Vereinssammel- furtum einzugehen. Die einen treiben bloß« Vereinsmeierei, die äderen legen sich auf das Hülfskassenwesen, noch andere predigen Harmonie zwischen Gehülfen und Prinzipalen und glauben die Rechte der Angestellten durch Almosenbettel bei den Herrn Chefs zu wahren. Die Hauptkolonne aber ergeht sich im blödesten Rassenhaß und fanatischer Frauenverachtung. Alle zusammen zeichnen sie sich aus durch einen komischen Standesdünkel und erbarmenswerte sozial- politische Rückständigkeit. Unter diesen Umständen kann sich die Agitation nur darauf erstrecken, die Kandidaten des Zentralverbandes, als der einzigen auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Organisation, zu empfehlen, weil diese auf Grund ihrer sozialpolitischen Schulung für eine fach- gemäße Rechtsprechung die beste Gewähr bieten. In diesem Sinne erklärten sich auch die bisherigen Versammlungen. Ausschußsitzuug des Arbeiter-SängerbundeS. Zur Aufnahme gemeldet haben sich die Vereine:„Liederfreunde"(Johannisthal), „Gesundbrunner Harmonie"(Berlin) und«Freiheit Ost"(Berlin). Aufgenommen in den Bund sind alle drei genannten Vereine. Zum Sängerfest berichtete Meyer über den von der letzten Ausschuß- sitzung angenommenen Antrag, Besichtigung der Lokale„Tivoli" (Tempelhof) und„Müggelschloßchen"(Fricdrichshagen) betreffend. Derselbe meinte, daß bedauerlicherweise das Lokal„Tivoli" für uns nunmehr nicht in Betracht kommen kann, da dasselbe jetzt gesperrt ist. Die vorhandenen Räumlichkeiten hätten zur Abhaltung eines Sängerfestes für uns genügt. Was das Lokal„Müggelschloßchen" betrifft, so ist der jetzige Inhaber mit der Abhaltung des diesjährigen Sängerfestes einverstanden. Aus Adlershof wurde der Borschlag gemacht, das Sängerfest in diesem Jahre dort abzuhalten. Nach längeren Ausführungen wurde beschlossen: Da die Zeit schon zu weit vorgerückt, um eventuell in Verhandlungen mit den dortigen Lokal- besitzern einzugehen, sowie auch Bedenken wegen des Platzes vor- Händen waren, das diesjährige Sängerfest wieder in Friedrichs- Hagen abzuhalten. Eine nochmalige Besprechung des Prodinzial- Sängerfestes wurde durch den Antrag des Vertreters von Lucken- Walde notwendig. Derselbe, sowie der Vertreter von Zehdenick, sprachen in längeren Auseinandersetzungen sich für die Abhaltung von Provinziäl-Sängerfesten aus. Diese Feste sind von hohem agitatorischen Wert für die kleinen Städte in der Provinz. Ter Bund möge nur diese Feste bestimmen, eine Garantie für dieselben soll dem Bunde nicht übertragen Iverden. Der Vertreter der „Typogrvphia" meinte, daß der Bund den Provmzial-Sängerfeften nicht unsympathisch gegenüberstehe. Nur als Arrangeur dieser Feste könne derselbe sich nicht hergeben, da durch die schwache Be- teiligung an denselben das Ansehen des Bundes geschwächt wird. Eine nochmalige Abstimmung, die Provinzial-Sängerfeste abzuhalten, wurde abgelehnt« dagegen der Beschluß der vorigen AuSschußsitzung aufrecht erhalten. Wegen Beteiligung an der Maifeier wurde den Vereinen bekannt gegeben, in welchen Lokalen dieselben mitzuwirken haben. Eine Mitwirkung des Bundes haben zwei Wahlkreise, und zwar: der vierte Wahlkreis SO. und der sechste Wahlkreis nicht beansprucht. Einzelnen Vereinen wurde der Vorwurf gemacht, mit dem Vertrauensmann des sechsten Wahlkreises in Unterhandlungen getreten zu sein, um an der Maifeier mitzuwirken, und somit den Bund umgangen haben. Allen Vertrauens- leuten ist bekannt, daß der Bund zur Maifeier seine Sänger zur Verfügung stellt, nur war hier die Absicht vorhanden, den Bund abseits zu stellen und die Vereine einzeln heranzuziehen. Diese Handlungsweise wurde auf das schärfste verurteilt und befürwortet, daß der Bund auch hieraus seine Konsequenzen ziehen möge. Die Gesangprobe- zur Maifeier findet am Sonntag, den 30. April, vor- mittags 10 Uhr, in denselben Lokalen, in denen die Vereine zur Mitwirkung berufen sind, statt. Der Vorsitzende macht nochmals auf den Prozeß dcS Vereins„VeritaS" gegen Restaurateur Wernau auf- merksam, indem derselbe die Richtigstellung des Herrn Wernau im „Vorwärts" und den Versammlungsbericht der letzten Ausschuß. sitzung in Vergleich zieht. Zur Nachahmung sei noch bekannt gegeben, daß die Vereine„Rixdorser Männerchor" und„Freie Sänger" sich zu einem Chor vereinigt haben und jetzt 82 Mitglieder zählen. Der Vtttreter Soft„Borax" gab noch bekannt, daß die Verbänbi bst Vergolder und Portefeuiller mit mehreren Gesangvereinen deS Bundes Differenzen gehabt haben, welche ein Meiden dieser Pev» bände für die Arbester-Aesangvereine ratsam erscheinen lassen. w Eingegangene Druchfchnften. Landarbeiter in Mecklenburg. Von Joses Herzseid, Mtglied deS Reichstages. Berlin 1S0S. 73 Seiten. Preis SOPs. Verlag Buchhandlung Vorwärts. Arbciter-Sckretariat Altenburg S.-A. Sechster Jahresbericht für das Jahr 1304 nebst einer statistischen� Uebersickt über die GewerkschastS- bewegung. Selbstverlag des Arbeiter-Sekretariats. Handbuch der Friedensbewegung. Von Msied H. Fried. 464 Seiten ottav. Wien und Leipzig 1305. Verlag der österreuhische» FriedenSgesellschast........ Dr. August Koppel. Für und wider Karl Marx. Bolkswirtschastl'che Whandlunaen. Vlll. Band. I..Heft. Einzelpreis 3,60 M. Abonnemmts- preis 2,80 M. G. Braunsche Hosbuchdruckerei und Verlag, Karlsruhe. Letzte ISacbncbtcn und Depefeben. Die Maurer und die Maifeier. Braunfchweig. 13. April.(Privatdepesche des.Bor- wärts".) Heute nahm der Verbandstag der Maurer Stellung zme Frage der„Maifeier". Der Referent brachte folgende Resolution ein: Der 8. Berbandstag der Maurer Deutschlands hat beschlossen, daß von seinen Mitgliedern, soweit es ohne Schädigung ihrer wirtschaftlichen Interessen möglich ist, der 1. Mai durch Arbeits« ruhe gefeiert wird. Als Schädigung wirtschaftlicher Interessen ist die Einbuße des Arbeitslohnes für den Feiertag nicht anzusehen. Mittel der Hauptkasse dürfen zur Durchführung der Maifeier und zur Unterstützung Gemaßregelter und Ausgesperrter nicht ver- wendet werden. Es liegt außerdem ein Abändenmgsantrag vor, daß die Worte„Mittel der Hauptkasse" durch das Wort.Verbandsmittel" ersetzt werden._ Hannover, 13. April.(SB. T. B.) In dem Hause Bindestr. 1. in welchem vorgestern der Lustmord an der kleinen Erna Schaare entdeckt wurde, fand die Kriminalpolizei ein im Keller vergrabenes, ziemlich gut erhaltenes Skelett eines Kindes, vermutlich das der seit vier Jahren verschwundenen Else Kassel. Die Untersuchung ist eingeleitet._ Beendigung des TischlerstreikS. Wien. 13. April.(W. T. B.) Nach einer Dauer von fast 15 Wochen ist heute der Lohnkampf der Tifchlergehülfen. der durch Ausstand der Gehülfen und durch Aussperrung seitens der Meister geführt wurde, dadurch beendet worden, daß die Vereinigung der Meister die Hauptforderungen der Gehülfen anerkannt hat. Paris, 13. April.(W.T.B.) Der„TempS" erklärt, daß die Meldung eines auswärtigen Blattes betreffend die Rückkehr deS französischen Gesandten Taillandier auS Fez nach Tanger un, richtig fei. Paris, 13. April.(W. T. B.V Die„Agence Havas" meldet: Es ist nicht richtig, daß Delcasse ein Rundschreiben an d,e Machte über die Morokko-Frage gerichtet hat. Er hat lediglich den an der Sache beteiligten französischen Botschaften und Gesandtschaften Mit« teilungen über die Angelegenheit zugehen lassen. Limoges. 13. April.(W. T. B.) Zehntausend Porzellcmarbeftei sind heute in den Ausstand getreten. Beratung des deutschen Handelsvertrages. Brüssel. 13. April.(W. T. B.) Ab ge o r de te n h a u». Bei der fortgesetzten Beratung des Handelsvertrages mit Deutsch- land betonten der Ministerpräsident de Smet de Naeyer und der Minister de Favereau nachdrücklich die erlangten Vorteile. Die allgemeine Erörterung wurde hierauf geschlossen. Gegenüber einem Zusatzantrage auf Besteuerung der Einfuhr fremden Hopfens stimmte die Kammer dem Antrage der Regierung auf Stellung der Vorfrage zu. Die Gesamtabstimmung wurde hierauf auf morgen vertagt._ Der Schiedsgerichtsvertrag mit Dänemark vir der Zweiten Kammer. Haag. 13. April.(W. T. B.) DaS Haus berät den SchiedS- gerichrsvertrag mit Dänemark, van B y l a n d t begrüßt den Ver» trag als den Keim einer Einigung der kleinen Staaten zur Sicherung ihrer Neutralität; auch alle übrigen Redner sprachen sich für die Vorlage aus. Der Vertrag sieht für entstehende Streitigkeiten Entscheidung durch Schiedsspruch vor und enthält nicht den Vor- behalt, daß Fragen-, bei denen die Ehre. Unabhängigkeit oder lebenS- wichtige Interessen der SZertragfchließenden berührt werden, hier- von ausgenommen wären. Im Laufe der Debatte erhielt van Kol (Sozialist) einen Ordnungsruf wegen beleidigender Aeußerungen gegen den Kaiser von Rußland. London, 13. April.(W. T. B.V Oberhaus. Lord Reah lenkt die Aufmerksamkeit des Hauses auf den mit Rußland be- züglich der Frage der Kriegskonterbande gepflogenen Schriftwechsel und fragt, ob die Regierung die Einladung des Präsidenten Roosc» velt zu einer zweiten Haager Friedenskonsercnz angenommen Habs und ob die verschiedenen Fragen bezüglich der Kriegskonterbands und der Stellung der Neutralen auf der Konferenz verhandelt werden würden. Der Minister des Aeutzeren Marquis of Landsdownc antwortet, er für seinen Teil könne auf diesen Schriftwechsel nicht mit einem Gefühl großer Beftiedigung zurückblicken, weil«r in schlagender Weise die außerordentlich unbefriedigende Lage illustriere, in welcher man sich bezüglich so vieler wichtiger Fragen des Völker- rechtes befinde. Die Einspruchserklärungen unp Vorstellungen, welche die englische Regierung Rußland gegenüber erhoben habe, seien nicht ganz ohne Erfolg geblieben. Die russische Regierung habe der englischen Auffassung, daß Nahrungsmittelvorräte und einige andere Artikel nur bedingterweise, nicht unbedingt als Konterbande anzusehen seien, beigepflichtet. Bezüglich des von Eng» land vertretenen Standpunktes, daß auch Kohle nur unter gewissen Umständen als Konterbaude zu betrachten fei, bedauere er sagen zu müssen, daß die russische Regierung von der Haltung, die sie zuerst eingenommen hatte, nicht abgewichen sei, trotz aller von der britischen Regierung angeführten Beweisgründe und trotz der Tatsache, daß der russische Bevollmächtigte auf der Berliner Konferenz im Jahre 1884 genau den gegenteiligen Standpunkt ein» genommen habe. Obgleich England bezüglich dieses Gegenstandes von feiten Rußlands kein Zugeständnis erhalten habe, sei mit Genug- tuung auf die Wirkung hinzuweisen, welche durch die vom russischen Minister des Aeutzeren Grafen Lamsdorff erlassenen Ergänzungs- bestimmungen hervorgebracht wurde. Kein englisches Fahrzeug sei seit dem lebten Sommer von russischen Kreuzern behelligt worden. Der Minister Marquis of LandSdowne fährt fort: Während all dieser Verhandlungen waren die diplomatischen Bemühungen Englands und der Vereinigten Staaten auf die Er» reichung desselben Zieles gerichtet. Tie Einladung ist von der englischen Regierung ohne Zögern angenommen worden, jedoch mit dem Vorbehalt, daß die Regierung zu geeigneter Zeit in Er- wägung ziehen werde, welche Fragen der Konferenz vorgelegt werden sollten. Die Regierung, die es für unbedingt erforderlich hält, da» Gebiet kriegerischer Vorgänge mit allen Mitteln«inzusckirr.nken und die daraus entstehenden Leiden und Schäden auf das geringste Maß zurückzuführen, heißt die Anregung der Vereinigten Staaten herz» lich willkommen. Ich teile die Hoffnung, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo wir in der Lage sein werden, uns dieser so außer- ordentlich humanitären und ehrenvoten Aufgabe zu widmen. GerMtlv.Red.! Pank Büttner, Berkw. Jnserateverantw /mit Au»nahmeder.ReueBelt'.Beilage):TH- Glocke, B«riin.Dn»ck u Berlar"�rwättSBuchdr u-BerI-:zZanlt.PaulImzer«c To.. Berlins V. Hierzu z«rilagenu.llaterhaltnnssbl Nr. 89. 22. Ichrgaug. 1. StilM des Joraiitts" jittlim MM Freitag, 14. April MS. Parteistimmen zum Organisationsstatnt. Die Parteigenossen beginnen bereits, zunächst in der Presse, mit den Erörterungen über den Entwurf zum Organi- sationsstatut. Wir werden unsere Leser möglichst ansführlich darüber unterrichten. Zunächst ist wichtig, was ein Mitglied der Organisations-Kommission in der„B r e s l a u e r Volks- wacht" über die Gründe der Kommission mitteilt, die wir gern von der Kommission selbst schon jetzt gehört hätten.(Auf dem Parteitage wird Vollmar referieren.) Der erwähnte Genosse schreibt: Unter den Genossen, die mit der Vorarbeit betraut waren, fanden sich Vertreter der verschiedensten Anschauungen und der vor- liegende Entwurf stellt ein Kornpromiß dreier abweichender Stich- tungen dar. Da sind zunächst zu nennen die Freunde einer ganz straffen Zentralisation, die anr liebsten einen großen Verein der deutschen Sozialdemokraten geschaffen hätten, so ähnlich wie ihn der Breslauer Organisationsantrag vorsah. Diese Richtung befand sich der Minderheit. Ihr gegenüber standen eine Anzahl süddeutscher Genossen, die die entgegengesetzte Anschauung vertraten. Sie wollen zwar den zentralistischen Bestrebungen in der Partei Konzessionen machen, ihre Ansicht läßt sich aber am besten zusammenfassen in den Satz: Zentralisation ja. aber nicht mehr als absolut notwendig erscheint. Im übrigen völlige Selbst- ständigkeit der Landesorganisationen und Wahlkreise. Zwischen beiden Minderheiten standen eine Anzahl„gemäßigter Zcntralisten", zu denen auch die Mitglieder des Parteivorstandes zu zählen sind. Sie lehnten sich eng an eine Vorlage des Parteivorstandes an, die Zentralisation der Partei-Organisation befürwortete, soweit die Gesetze und Verhältnisse es möglich machen. Diese Vorlage wurde nach unbeträchtlichen Aenderungen der nun vorliegende offizielle Entwurf. Ueber die Beschlüsse hinsichtlich der Beitragszahlung an die Hauptkasse wird ausgeführt: Die entscheidende Bedeutung in der neuen Organisation bringt der ß 10, um den sich auch die lebhafteste und ausgedehnteste Debatte in der Kommisston entspann. Zwar waren alle Mitglieder der Kom- Mission darin einig, daß fortan eine regelmäßige Beitragszahlung jedes deutschen Sozialdemokraten an die Hauptkaste der Partei fest- gesetzt werden muß, aber über die Art der Beitragszahlung und über die Höhe der Beiträge gingen die Meinungen doch weit aus- einander. Dieser Paragraph hat, das wurde allgemein anerkannt, nicht nur eine finanzielle, sondern eine tiefgehende organisatorische Bedeutung. Die ständige AbrechnnngSverpflichtung jedes einzelnen Wahlkreises ermöglicht dem Hauptvorstande zu jeder Stunde eine genaue Uebersicht über die Stärke der Organisationen, über ihre Tätigkeit und Finanzgebarung, sie legt gewissermaßen daS Knochengerüst der Partei bloß. Sie ermöglicht uns einen Ueberblick über den Grundstock der Partei und gibt die Unterlage für die weitere Arbeit. Von dieser Erkenntnis ausgehend, wurde seitens der Parteivorstandsvertreter und der Kommissionsmehrheit denn auch die Hauptbetonung nicht auf die etwaige Höhe der Bei- träge, sondern auf das Prinzip der Beitragszahlung an die Zenwale gelegt. Einige süddeutsche Vertreter, besonders die Bayern, Hessen und Badenier, befürchteten eine Zerstörung ihrer Landes- organisation, wenn die Beiträge an den Hauptvorstand zu hoch bemessen oder wenn die einzelnen Wahlkreise unter Um- gehung des Landesvorstandes direkt mit der Rcichszcntrale abrechnen und korrespondieren. Die Mehrheit hielt aber diese Art des Verkehrs von Wahlkreis zu Hanplvorstand gerade im Interesse der Partei-Einheit für geboten. Bei der Abstimmung ergab sich schließ- lich Einstimmigkeit für das Prinzip der Beitragszahlung an den Hanptvorstand, eine Zweidrittelmehrheit für den direkten Verkehr zwischen Wahlkreis und Hauptvorstand, und die Festsetzung des Bei- träges auf 25 Proz. der Vereinsbeiträge wurde schließlich mit knapper Mehrheit beschlossen. Für 20 Proz. hätte sich schon ein größerer Teil der Kommissionsmitglieder erwärmt. Ueber die Frage der Vertretung der Reichstagsfraktion auf dem Parteitage wird mitgeteilt, daß die Kommission es mit großer Mehrheit abgelehnt habe, diese einzuschränken. Folgende Gründe werden dafür angeführt: Einmal würde die erwünschte Wirkung, die Ver- mehrnng der Genossen„aus dem Lande" damit kaum erreicht— vielleicht sogar das Gegenteil— zum anderen könnte die Auswahl des bevorrechteten Viertels vielleicht auch zu Unannehmlichkeiten führen. Die Kommission beschloß sogar auf besonderen Antrag, eventuell lieber die Vertretung der ganzen Fraktion aufzuheben, als die eines Teiles derselben. Aber auch die sonstige Vertretung auf unseren Parteitagen ist dringend der Reform bedürftig. Mit der Bestimmung, jeder Wahlkreis wählt drei Dele- gierte, machen wir uns die Ungerechtigkeiten der deutschen Wahlkreis- einteilung zu eigen, räumen wir den nach vielen Tausenden zählenden Genossen in Berlin VI nur dieselben Rechte ein, wie den einigen Hundert in jedem Provinzstädtchen. Die Kommission verschloß sich diesen Ansichten nicht, schob aber eine Lösung der Frage doch noch einige Jahre hinaus, bis die Abrechnungen der organisierten Wahl- kreise eine feste Grundlage für proportionelle Vertretungen erinög- lichcn. Dann erst wird sich eine gerechte Vertretung nach der Zahl der Organisierten herbeiführen lassen, dann aber wird auch die eng damit verbundene Frage gelöst werden, ob die Delegationskosten nicht wie bei den meisten Gewerkschaften aus der Hauptkasse gedeckt werden. Die„Fränkische Tagespost" beschränkt sich zu- nächst auf folgende Einwendungen gegen die Regelung der Finanzen: Am häufigsten dürfte die Kritik einsetzen bei der neuen Be- stimmung über die Abführung von 25 Vroz. der Mitgliederbeiträge an die Parteihauptkasse. Freilich geschieht damit nichts anderes, als was seit langem in den Gewerkschaftsorganisationen üblich ist. Ob eine Uebertragung dieser Methode auf ganz andere Ver- Hältnisse anwendbar fft, kann nicht einfach behauptet werden. Wir glauben, daß es besonders den kleinen und kleinsten Parteiorganisationen sehr schwer fallen wird, sich in diese neuen Verhältnisse zu schicken. Aber auch den großen Organisationen wird es nur in sehr stillen Zeiten möglich sein, mit 75 Prozent der Mitgliederbeiträge auszukommen. Es wird aber gerade in den seit Jahrzehnten auf eigenen Füßen stehenden Parteiorten peinlich empfunden werden, vom Parteivorstande Zuschüsse für lokale Zwecke zu fordern. Mag das auch falsche Scham sein, so ist doch zu be- fürchten, daß man öfters wegen Fehlens flüssiger Mittel für die Partei manche nützliche Agitation unterlassen oder nicht in genügend großem Maßstabe unternehmen wird, um nicht der Parteikasse zur Last zu fallen. Nach wie vor werden zum Beispiel in Bayern die Leistungen an die Bczirksverbände. Gaue und dergleichen nötig bleiben, so daß die ain Orte verfügbare Summe gar zu sehr zu- sammenschrumpfen wird. Dem Parteivorstand wird durch diese neue Bestimmung eine ungeheure Arbeitslast und Verantwortung aufgebürdet, die zu tragen vielleicht auch seine Schultem nicht stark genug sind. Es ist bei Geldforderungen der Partei-Organisationen nicht bloß die Aufgabe der Parteileitung, zu beurteilen, ob die Parteikasse imstande ist, die Summe zu entbehren, es mutz auch erwogen werden, ob die ge- forderte Summe nicht zu hoch ist für den erstrebten Zweck, ob das Geplante überhaupt im Interesse der Partei liegt, ob es durch- führlkw ist oder nicht u.s.f. Künftig müßte also der Parteivorstand uns Geld für die Durch- führupg der Landtagswahlen, für die Gemeindewahlen zc. senden. Während der eine Teil der Menschen vorsichtig und zurückhaltend wird, wenn er mit nicht eigenem Gelde arbeiten muß, werden andere in diesem Falle üppig und verschwenderisch. Manche werden sich sagen, wenn ivir früher für einen bestimmten Zweck die Alis- Wendung von 20 M. für ausreichend fanden, können wir nun 30, ja 50 M. verwenden, da das Geld nicht bloß aus unserer lokalen Kaste, sondern aus der der Allgenieinheit stammt. Wir meinen, daß die neue Bestimmung über die Parteifinanzen viel Aerger, Zwist, Arbeit zur Folge haben wird und die Partei- finanzen trotzdem nicht in der erwarteten Weise bessern wird. Mit diesen Einwendungen wollen wir uns aber nicht als Freunde des be- stehenden ZifftandeS bezeichnen, in dem die Beiträge zur Partei- Hauptkasse ganz dem Beliebe» und der Stimmung der lokalen Partei- organisation überlassen werden. In der„Märkischen V o l k s st i m m e"(Forst L.) macht Genosse H. �l. gegen zwei Punkte Einwendungen. Er ist nicht einverstanden damit, daß der Ausschluß aus.der lokalen Organisation gleichbedeutend sein soll mit dem Aus- schluß aus der Gesamtpartei und begründet das mit folgendem: Es kommt vor, daß gewisse Parteigenossen, denen man nicht gerade nachsagen kann, sie seien keine Sozialdemokraten mehr, sich an ihrem Ort unmöglich gemacht haben und daß den Parteigenossen jede Begeisterung an der SN bell im Parteivereiii genommen wird, weint sie gezwungen sein sollen, mit dem Betreffenden als gleichberechtigten Gcnosten zusammen zu arbeiten. Ein solcher Fall liegt bei den Hamburger Akkordmaurern vor; ebenso kann es vorkommen, daß ein sozialdemokratischer llnternehmer, der eine kleinbürgerliche Existenz hat, so heftige Differenzen mit den von ihm beschäftigten Arbeitern hat, daß ein Zusammenarbeiten mit ihm im Parteiverein unmöglich ist, ohne daß man ihm wegen seines privaten Verhaltens in seinem Unternehmen, das er vielleicht nur mühsam aufrecht erhalten kann, geradezu die Parteizugehörigkeit absprechen kann. Sein zweitev. Einwand richtet sich gegen die Vorschrift hinsichtlich der Aufstellung von Reichstags-Kandidaten. Dazu sagt er: Trotzdem wir die Bedenken keimen, welche der Aufstellung der Kandidaten lediglich durch die örtliche Partei-Organisation entgegen- stehen, halten wir diese Methode für besser wie den von der Kommission vorgeschlagenen Weg. Jedenfalls sollte es nur eine Instanz geben, die über die Kandidaturen entscheidet. Will man die örtliche Organisation nicht bestimmen lassen, so über- Haupt nur die Bezirks- oder Landesorganisationen. Aber auch das halten wir für taktisch unzweckmäßig. Sobald bekannt wird, daß ein Kandidat, den die Genossen des Ortes aufftellen wollten, nicht zugelassen wird, weil eine andere Instanz es nicht will, so schädigt das unsere Wahlagitation und wir verlieren dadurch Stimmen, unter Umständen auch Mandate. Der Verlust von sozialdemo- kratischen Stimmen oder Mandaten schädigt die Arbeiterklasse aber weit mehr wie die Wahl eines sozialdemokratischen Ab- geordneten, an dessen Stelle die Mehrheit der deutschen Genossen vielleicht lieber einen anderen gesehen hätte. Im Reichstag sorgen die Einmütigkeit, mit welcher die Fraktion ihren Kampf führt, und die Notwendigkeit für jeden sozialdemokratischen Abgeordneten die Fraktionsbeschlüsse bei der Abstimmung aus- zuführen, dafür, daß jeder Parteigenosse im Reichstag, fei er wer er fei. für die Interessen des Proletariats und für die Ziele der Sozialdemokratie wirken muß. Der etwaige Vorteil, einen ge- eigneteren an Stelle eines ungeeigneteren Kandidaten durch eine zweite Instanz zu bekommen, wiegt für uns Verluste an Stimmen und Mandaten nicht auf. Die„Sächsische Arbeiterzeitung" schreibt: An den von der Kommission vorgeschlagenen Bestimmungen haben wir nach dem ersten flüchtigen Ueberblick nichts Wesentliches auszusetzen. Bestemdend wirkt es allerdings, daß die Vorlage die Wahl von Vertrauenspersonen neben den Vereinsorganisationen für alle Reichstags-Wahlkreise obligatorisch machen will. Das mag für Preußen und einige andere Staaten notwendig sein, weil dort die Frauen den politischen Vereinen nicht beitreten dürfen. Für Sachen aber ist die Bestimmung durchaus überflüssig und des- halb die Verpflichtung lediglich eine unnötige Belästigung— der Bericht, der vom Wahlkreise dem Parteivorstand alljährlich ein- zureichen ist, kann vom Vereinsvorstand geliefert werden. Wir würden deshalb eine Aenderung des Entwurfs vorschlagen, wonach nur die Wahlkreise jener Staaten zur Wahl von Vertrauenspersonen verpflichtet, in denen den Frauen die Mitgliedschaft politischer Vereine verwehrt ist. Uebrigens— diese alljährlichen Berichte der Wahlkreisel Wer soll sie bearbeiten? Daß der Parteivorstand bei der Besetzung mit acht Mitgliedern, von denen zwei nur im Nebenamte tätig sind, das einfach nicht leisten kann, liegt auf der Hand. Es muß deshalb ver- wundern, daß nicht eine Verstärkung der Parteileitung vorgesehen wird. Der Gedanke, neben dem Vorstand eine ZentralagitattonSkommission zu bilden, ist schon früher aufgetaucht, aber verworfen worden. Sicher stehen ihm allerlei praktische Bedenken entgegen. Aber dann ist die Forderung nach Vermehrung der obersten Parteibeamten um so un- abweisbarer I Die„Leipziger Volkszeitung" äußert sich zunächst im ganzen zustimmend, tut das jedoch in einem Punkte in so geschmackloser Form, daß wir auch die zu- stimmende Aeußerung zu zitieren für nötig halten. Die Aeußerung lautet: Endlich hat das neue Statut die Einrichtung der Schiedsgerichte mit Garantien umgeben. Nach dem bestehenden Statut konnte jeder empfindliche Literat, der eben in die Partei hereingeschmeckt hatte und dem einmal in derber Weise die Wahrheit gesagt wurde, ein Schiedsgericht wegen„Verleumdung" einberufen, wenn er die— nicht immer zutreffende— Hoffnung haben mochte, seine Helden- taten seien nicht mehr so leicht erweislich. Schiedsgerichte aber kosten Geld, viel Geld, und es ist nicht wohlgetan, die Parteifinanzen für Dinge zu verwüsten, an denen wohl irgend ein obskurer Partei- literat, nicht aber die Partei ein Interesse haben mochte, und darum ist es ganz in der Ordnung, daß nicht mehr jede parteigenössische Sylphidenseele mehr hochdramatische Anträge auf„Ausschluß anS der Partei" stellen kann, sondern daß dazu nur eine Partei-Organi- sation berechtigt ist._ Hue der Partei. Die Maifeier in Leipzig wird nach dem Beschlüsse einer Partei- Versammlung dieses Jahr wie folgt gestaltet werden: Am 1. Mai sind für vormittags 11 Uhr vier große Bezirks- Versammlungen geplant. Nach Schluß derselben wiro ein Spazier- gang nach Stötteritz ztint Brauereigarten untentommen, woselbst nachmittags 4 Uhr eine Massenversammlung stattfindet, in der Genosse Goldstein referieren wird. Vor und nach der Festrede werden Musik- und Gesangs- Ausführungen veranstaltet. Die Abcndfeiern sollen diesmal in Leipzig und den einverleibten Orten einschließlich Leutzsch, Böhlitz-Ehrenberg, Möckern, Dölitz, Stünz, Stötteritz und Großschocher wegfallen. Den außerhalb dieser Grenze liegenden Orten sollen Abendversammlungen gestattet sein. Dir sozialdemokratische Partei NicdcrlandZ im Jahre 1904. Die niederländische Sozialdemokratie wird ihren diesjährigen Kongreß in den Osterfeiertagen zu Haag abhalten. Der Bericht des Parteisekretärs Van Kuijkhof ist bereits dieser Tage in„Het Volk" veröffentlicht worden und zeugt dafür, datz die Partei sich auch im verflossenen Jahre beständig weiter entwickelt hat. Die Mitgliederzahl ist von 5600 auf 6100 gestiegen. Zwanzig neue Abteilungen sind gegründet worden, während sieben sich auflösten. Am 31. Dezember 1004 zählte die Partei 137 Ab- teilungen; seitdem sind noch an acht Orten Abteilungen gegründet worden, ein Beweis dafür, daß die Partei sich auch im laufenden Jahre immer mehr ausdehnt. Zur Aufklärung über den Entwurf zu einem neuen Arbeitsgesetz gab der Parteivorstand ein Manifest heraus, das in 175 000 Exemplaren verbreitet wurde. Auch der Gesetz- entwnrf zur Regelung des Arbeitsvertrages wurde vom Parteivorstand geprüft. Die Partei schloß sich dem Komitee an, das die Aufgabe hat, Aufklärung über diese beiden Gesetzentwürfe zu verbreiten, und alS Vertreter der Partei wurde H. Spickmann in das Komitee delegiert. Die Herausgabe der für die allgemeine Agitation bestimmten „Fliegenden Blätter" wurde Anfang des Jahres 1004 vor- läufig eingestellt, weil sie in ihrer damaligen Form den Ansprüchen der Parteigenossen nicht genügten. Sie erscheinen jedoch jetzt von neuem mit mehr zweckentsprechendem Inhalt. Der Parteivorstand übertrug dem Genossen Helsdingen die Redaktion der Blätter. Ein Plan zur Heransgabe eines Blattes für Arbeiterinnen und Arbeiter- stauen wird den bevorstehenden Parteitag beschäftigen.— Die Parteiprcsse ist um zwei Organe, das Wochenblatt „Voorwarts" in Rotterdam und das'Monatsblatt„Hilversum Vooruit", bereichert worden. Dagegen haben jedoch zwei Blätter, „De Volksstem" und„De Fakkel" ihr Erscheinen eingestellt. Außer den beiden neugegründeten hat die Partei neben der Tageszeitung „Het Volk" und der Monatsschrift„Nienwe Tijd" 7 Wochenblätter. Ferner wurde Anfang dieses Jahres ein Wochenblatt für Friesland gegründet. Das in Eindhoven erscheinende Organ der christlichen Arbeitervereinigung„De Eendracht" hat sich von dieser Vereinigung losgelöst und erscheint nun als„Sozialistisches, nicht materialistisches Volksblatt". An Broschüren wurden, abgesehen pon dem Bericht der agrarischen Kommission und dem Kongreßbericht, sechs heraus- gegeben, darunter das Kommunistische Manifest in 2000 Exemplaren und das„Jahrbiichlein für 1905" in 7500 Exemplaren. Es wird ferner ansführlich über die Stellungnahme der holländischen Delegation zum internationalen Kongreß in Amsterdam berichtet, besonders was die Taktikstage anbetrifft. Ferner werden die Wahlen zu den Provinzialstaatcn erwähnt, die der Partei in Franeker und in Amsterdam III Erfolg brachten, und schließlich die Gemeinderatswahlen, die in Amsterdam, Zaandam, Zutzhen und Arnhem je einen Parteigenossen in den Gemeinderat führten. Der Kassenbericht für das Jahr 1004 schließt in Einnahme und Ausgabe mit der Bilanzsumme von 11 713,05 Gulden. Im all- genteinen ist der finanzielle Stand nicht besonders günstig, und da eine Einschränkung der Ausgaben nicht ohne Schädigung für die Parteitätigkeit und Agitation möglich erscheint, wird sich der Partei- tag wohl auch mit der Frage der Erschließung neuer Einnahme- quellen befassen müssen. Der Beirat für Arbeiterstatistik hatte vom 10. bis 13. d. Mts. Sitzung. Ein Schreiben des Vorstandes des Zentralverbandes der Hmtdels-, Transport- und Verkehrsarbeiter wurde verlesen, in welchem mitgeteilt wird, daß von dem Hof- speditcur P. von Maur in Stuttgart der Kutscher, der am 11. Januar dieses Jahres von deni Beirat vernommen wurde, gemaßregelt worden ist. Diese Tatsack)? steht im Widerspruch mit der Eröffnungs- rede, mit welcher der Präsident des Statistischen Amtes die Aus- kunstspersonen am 0. Januar ermahnte, die Wahrheit zu sagen. Er sagte:„Ich möchte Sie dringend �bitten, nicht zurückhaltend zu sein, sondern uns alles zu sagen, was Sie zu sagen haben, uns die Dinge so zu schildern, wie sie sich wirklich verhalten und wie Sie es mit Ihrem Gewissen vereinigen können, auch nicht zu fürchten, daß Ihnen daraus irgend welche Nachteile erwachsen werde«...., und Sie dürfen auch, soweit Sie Arbeitnehmer sind, von der Ehrenhaftigkeit der Arbeitgeber erwarten, daß Ihnen ans dem, was Sie der Wahr- heit entsprechend aussagen werden, irgend welche Unzuträglichkeiten nicht erwachsen können." P. v. Maur hat nicht mitgeteilt, daß der Fuhrmann auch nur in einem Punkt die Unwahrheit gesagt hat, aber ein Nachteil ist der Auskunftspcrsön aus der Aussage erwachsen, Ferner wurde mitgeteilt, daß die Fragebogen betreffend die Erhebungen der Arbeitszeit in Plättanstalten noch nicht ausgegeben sind. Die Ausgabe sollte ursprünglich Mitte Februar erfolgen. Die Sache stockt an einer bureaukratischen Kleinig- tcit. Der Austrag lautete: Erhebungen über die Arbeitszeit, an Wochentagen vorzunehmen. Da aber die Arbeitszeit so sehr schwankend ist, und kein Mensch in der Lage ist, auch nur annähernd die Zahl der Arbeitsstunden für einen längeren Zeitraum an- zugeben, so beschloß der Beirat, aus Vorschlag von Sachverständigen, nach den Arbeitsstunden einer bestimmten Woche zu fragen. Es wurden in dem Fragebogen sieben aufeinander folgende Tage genannt und bei jedem Tag sollte die Zahl der an diesem Tage geleisteten Arbeitsstunden eingetragen werden. Die genannte Woche hatte aber mit allen anderen Wochen des Jahres das gemein, daß darin ein— Sonntag vorkam. Der Austrag war aber nur für Erhebungen über die Arbeitszeit an Wochentagen gegeben. Nun war eine Rück- stage an das Reichsamt des Innern nötig. DoÄchiegt nun die Sache seit einigen Monaten und finden wohl große Beratungen mit den Vertretern der Bundesstaaten statt, ob diese„große, grundsätzliche Aenderung" gebilligt werden soll. Die Arbeitswoche der Plätterin wird oft über die Mitternachtsstunde des Sonnabends hinausreichen. Aber die Bundesregierungen wollen nur die Arbeitszeit an Wochen- tagen kennen lernen. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, wird es großer staatsmännischer und juristischer Erwägungen be- dürfen, die so leicht nicht zum Abschluß kommen. Vielleicht gelingt es bis zum Februar 1006 soweit zu kommen und kann dann der Fragebogen ohne Datumänderung herausgegeben werden. »* * Drei Tage wurden dann ausgefüllt mit Vernehmungen von Auskunftspersonen über die Arbeitszeit in Kontoren. Es wurden 47 Auskunftspersonen verhört. Diese Erhebungen haben das eigentümliche, daß um so mehr Mißstände entdeckt werden, je weiter die Erhebungen fortschreiten. Die ersten Erhebungen durch Fragebogen gaben ein sehr günstiges Bild, und zwar nicht nur so- weit die Antworten der Prinzipale in Frage kamen, sondern auch die Gehülfen gaben günstige Auskunst. Die Mängel der ersten Aus- künftc werden jetzt entdeckt. Die bei den statistischen Erhebungen angegebene Arbeitszeit ist die sogenannte Kontorzeit. Die Schluß- stunde ist aber fast nur eine nominelle, die nur in Zeiten mit flauem Geschäftsgang und dann nur bei günstigen Verhältnissen inne- gehalten wird. Besondere Zwischenfälle, üble Gewohnheiten dcS Prinzipals, das Eintreten flotter Geschäftszeiten usw. ändern die Verhältnisse, und so zeigt es sich, daß die Regel der regelmäßigen Arbeitszeit eigentlich die Ausnahme ist. Jede Stadt und jedes Handelszentrum hat sein besonderes Ge- schüft und dieses Geschäft hat dann seine flotten Geschäftszeiten, in denen es Regel ist, die angesetzte Schlußstunde nicht gelten zu lassen. Immer verlangt es das Geschäft und die Rücksicht auf die Konkurrenz, sich an die festgesetzte Schlußstunde nicht zu halten. In Berlin, Erfurt, Stettin, Breslau usw. ist es die Konfektion, in welcher während der Saison Uebcrarbeit stattfindet. Saison ist cS aber zweimal drei Monate im Jahre. Dann wird bis in die späte Nacht gearbeitet.... In Nürnberg verlangt der Hopfenhandel, die Spielwaren- industrie und der Lclckuchenversand Ueberarbcit, in Magdeburg die Zuckerfabrikation, in Leipzig der' Buchhandel usw. Einzelne In- dustrien, wie die Spielwarenindujstje, hat 10 bis 11 Monate so- Jahr Zahl der Arbeiter 1900 18 487 17 015 593 M. 1901 17 892 16 465 304 " 1902 1903 1904 19 029 17 773 851 934 " " " 19 865 18 891 531 951 " " 20 278 19 312 789 952 " genannte Saison. Im Anschluß daran hat das Speditionsgeschäft Für die Textilindustrie, in der, wie die obige Tabelle zeigt, un- 1 Berband entsprechen. Der Verband hat diese Forderung zuerst aufe sich nach der Saison in allen Zweigen zu richten. Laufen im Laufe gefähr die Hälfte aller industriellen Arbeiter des Barmer Bezirks des Tages Bestellungen ein, dann sollen die Besteller befriedigt beschäftigt ist, ergeben sich für die letzten fünf Jahre folgende Lohnwerden. Dann wird spät in der Nacht und selbst an Sonntagen ge- steigerungen: arbeitet. Handlungsgehülfen, Bader und Hausdiener müssen dann Gesamtlöhne Durchschnitt auf freie Zeit, oft selbst auf die Zeit zum Einnehmen von Mahlzeiten 920 M. und Zeit zum Schlafen verzichten. Nach Darstellung der Prinzipale 920 geht es nicht anders. Aus dem Buchhandel aus Leipzig wird mits geteilt, daß es vorkommt, daß Gehülfen die ganze Nacht durcharbeiten müssen, wenn Leipzig seine Position im Buchhandel behaupten will. Ein gewöhnlicher Sterblicher wird es schwer begreifen. Durch die Nachtarbeit der Gehülfen wird doch höchstens bewirkt, daß der Be- 31 steller das Buch um einige Stunden, höchstens einen Tag früher fich erhält. Nun wird es doch wohl kaum vorkommen, daß jemand, der ein bestimmtes Buch haben will, sich Pfefferkuchen oder Butsachen für das Geld kauft, wenn er einige Stunden länger auf das Buch Vielfach sind es üble Angewohnheiten des Prinzipals, welche die Arbeitszeit verlängern. Nur der Chef will die Briefe öffnen, er geht aber erst ins Kontor, wenn die Gehülfen schon mehrere Stunden gewartet haben. Abends müssen die Gehülfen die Briefe zur Unterschrift vorlegen, aber dem Chef gefällt es, lange zu zögern. Die Hausdiener klagen, daß sie eben vor Schluß der Post mit ganze Arme voll eingeschriebener Briefe oder ganzen Wagenladungen Batete zur Post geschickt werden. Bevor die Sachen dann expediert sind, ist es spät am Abend. In welchem Umfange dieser Unfug getrieben wird, geht daraus hervor, daß die bayerische Post schon eine Verfügung getroffen hat, daß nach Postschluß von einzelnen Auftraggebern höchstens 15 Pafete angenommen werden. tarten muß. Fast allgemein, selbst von Prinzipalen, wird zugegeben, daß eine Regelung der Arbeits- bezi. Ruhezeit wohl durchführbar ist. Haben doch selbst in Hamburg große Reedereien und große Speditionsgeschäfte die sogenannte englische Arbeitszeit und sehr frühen Geschäftsschluß eingeführt. Ein Vertreter des Großhandels versicherte, daß bei der größeren Konzentration des Kapitals die Arbeit des Gehülfen immer einseitigen wird, daß aber auch verschiedene Praktiken aus dem großen Geschäft verschwinden. Was früher noch als reelles Geschäft galt, wird heute vom Staatsanwalt verfolgt. Die Noblesse des Hamburger Kaufmanns wurde aber dadurch charakterisiert, daß er mitteilte, in feinem Geschäft wird kein Gehülfe eingestellt, der Mitglied des Deutsch- nationalen Handlungsgehülfen- Verbandes ist. gestellt und der Verein hat sie später ebenfalls übernommen. Als nun die legte Tarifberatung mit den Arbeitgebern stattfand, ber langte der Vertreter des christlichen Verdandes, der seiner Stärke nach überhaupt feinen Anspruch auf Vertretung in der Kommissione erheben könnte, daß er ebenso wie der Verein drei Mitglieder in die Kommission sende. Man einigte sich schließlich, daß dem Verband zwei Kommissionsmitglieder zugestanden wurden. Während die Vereinsleitung diese den Christlichen unverdienterweise gemachte Konzeffion als nicht so bedeutungsvoll bezeichnete, erhoben Der Lohn ist also in den letzten fünf Jahren noch nicht um die Redner aus der Versammlung fast ohne Ausnahme den schärfsten Proz. gestiegen. Und diese geringe Steigerung entspricht, soweit Protest dagegen, daß man denen um Behrens, deren Zahl in Berlin ersehen läßt, nicht etwa einer Lohnerhöhung, sondern dem gar nicht in Frage fomme, so weitgehende Rechte eingeräumt habe. besseren Geschäftsgang in den letzten Jahren, der eine regelmäßigere Es wurde betont, das Streben des Vereins gehe doch dahin, die Beschäftigung der Arbeiter zur Folge hatte. Speziell waren, wie Kollegen von der Bevormundung durch eine Handvoll christlicher die Handelskammer am Eingang ihres Berichts selbst angibt, die Verbandsmitglieder zu befreien und dem Verein den Einfluß Riemendreherei, Bandwirkerei, die Fabrikation von Besazartikeln, die auf die Arbeitsverhältnisse zu verschaffen, den er seiner Mitmechanische Weberei sowie die Stück- und Rotgarnfärberei während gliederzahl nach mit mit Recht beanspruchen fönne. Mehrere des Jahres 1904 gut beschäftigt. Redner führten unter starkem Beifall aus, daß sie eher auf den ganzen, ohnehin sehr minimalen Tarif verzichten würden, Die Lage des Ruhrkohlenmarktes hat sich nach Kölner und Dort- als dem bedeutungslosen Verbändchen" die gleichen Rechte wie dem munder Meldungen in letzter Woche noch mehr verschlechtert, und für Berlin ausschlaggebenden Allgemeinen deutschen Gärtnerverein Wetter sich milder gestaltet, der Absatz weiter abnehmen wird. Auf genommen: es ist mit ziemlicher Sicherheit darauf zu rechnen, daß wenn das zuzugestehen. Folgende Resolution wurde einstimmig an den Lagerplägen mancher Bechen beginnen sich bereits wieder recht ansehnliche Vorräte anzuhäufen. Schon seit Beginn des vorigen genehmigten Tarif fest und beauftragt den Gauvorstand, in der Die Versammlung hält an dem einmal abgeschlossenen, von ihr Monats find vielfach Feierschichten eingelegt worden; voraussichtlich nächsten Woche, sobald die Resultate der Tarifunterzeichnung bekannt werden sie bald beträchtlich zunehmen. Auch Kündigungen find schon sind, eine Gauversammlung zur endgültigen Beschlußfassung einmehrfach erfolgt. zuberufen. Allen Kollegen, welche den Lohn von 18 M. nicht erhalten, Die Roheisenproduktion Oberschlesiens betrug nach den statistischen wird zur Pflicht gemacht, am 15. April, wo bis jetzt noch nicht geAngaben des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller im fündigt wurde, spätestens am 1. Mai die Arbeit niederzulegen. Monat März 69 692 Tonnen. Davon entfielen auf Gießerei Roheisen 7822 Tonnen, auf Bessemer Roheisen 2593 Tonnen, auf Thomas- Roheisen 20 608 Tonnen, auf Stahleifen und Spiegeleisen 6928 Tonnen, und auf Buddel- Noheisen 31 741 Tonnen. Im ganzen ersten Quartal 1905 betrug die Gesamtproduktion 199 530 Tonnen gegen 189 897 Tonnen im ersten Quartal 1904. Versammlung der Stahlwerksbesißer wurde beschlossen, die BeStahlwerksverband. In einer gestern in Düsseldorf abgehaltenen teiligungsziffer in Stabeisen und Blechen um 5 Prozent zu erhöhen. Nach dem Geschäftsbericht stellt sich der Gesamtversand der Produkte der Gruppe A( Halbzeug, Schienen usw.) für März auf 470 680 Tonnen, übertrifft also den Februarversand( 820 890 Tonnen) um 149 790 Tonnen. Gewerkschaftliches. Nicht zu spät! Die Vorschläge zur Beseitigung der Mißstände waren verschieden. Einige Gehülfen, die Mitglieder des Zentralverbandes find, forderten den Achtstundentag. Einer davon war in der glück= lichen Lage, behaupten zu können, daß er schon seit Jahren die Segnungen des Achtfiundentages genießt, obwohl er in Leipzig im Buchhandel beschäftigt ist. Die Firma des Geschäfts Leipziger Buchbruckerei und Verlagsanstalt Aktiengesellschaft" flang zwar unberfänglich. Als der Gehülfe aber die guten Einrichtungen des Die Verwaltung des Textilarbeiter Verbandes Geschäfts und die strikte Durchführung des Achtstundentages schilderte, hat eine Broschüre herausgegeben, welche noch einmal zu da kam ein Regierungsvertreter doch zu der richtigen Ansicht, daß solche Ordnung nur in einem sozialdemokratischen ſammenfassend jenen heldenhaften Stampf der 7500 CrimmitParteigeschäft möglich sei. Und so ist es auch, denn die genannte schauer Weber und Weberinnen schildert, den unsere Leser in Attiengesellschaft ist der Verlag der Leipziger Volkszeitung". allen seinen Phasen durch unser Blatt fennen gelernt haben. Die Mehrheit forderte den Neunstundentag, andere eine Minimalruhezeit von zwölf resp. elf Stunden. Die Minimalruhezeit von zwölf Stunden wurde von fast allen Brinzipalen als durch führbar bezeichnet. Die längste Arbeitszeit, welche als zulässig bezeichnet wurde, verlangte ein Geschäftsdiener. Die Verhandlungen find stenographiert und werden demnächst veröffentlicht. * * Den dritten Gegenstand der Tagesordnung bildete die Beratung über die Vereinfachung der Protokolle. Die mündlichen Erhebungen sind bis jetzt stenographiert und bann im Druck erschienen. Dieser Modus soll zu viel Zeit in Anspruch nehmen und bei der Finanzlage des Reiches zu teuer werden. Hier zeigt sich, wofür das Reich kein Geld hat. Freilich sind in der legten Zeit einige Aenderungen eingetreten. Als die Kommission für Arbeiterstatistik bestand, wurden jährlich 39 000 M., darunter 30 000 m. für Bearbeitung und Drucklegung der Aufnahmen, bewilligt. Diefes Geld wurde nie gebraucht. Die Rechnungen ergeben, daß von den in zehn Jahren bewilligten 390 000 M. feine 50 000 M. ausgegeben sind. In der ganzen Zeit wurden 798 KoTumnen Stenogramme gedruckt. Durch Zufall find jetzt eine ganze Anzahl Vernehmungen schnell auf einander gefolgt, so daß vom Juni 1903 bis Ende Januar 1904 394 Solumnen Stenogramme entstanden und gedruckt sind. Dazu kommen die Ausgaben für das ..Reichsarbeitsblatt", so daß der von der Kommission für Arbeiterstatistik verwöhnte Reichsfiskus jest größere Druckrechnungen zu bezahlen hat. In einem halben Jahre zirka 4000 M. für Stenogramme, das geht über die Finanzkraft des Reiches. Da soll plötzlich gespart werden. Aber sparen und doch getreue Wiedergaben der Aussagen erzielen, find zwei Dinge, die sich nicht vereinbaren laffen. Die Kommission beschloß, daß die Stenogramme in Zukunft ettvas getürzt werden sollen, indem man Wiederholungen und rein formelle Sachen streicht, aber die eigentlichen Verhöre sollen nach wie vor im Wortlaut gedruckt werden. Ferner wurde ein Fragebogen festgestellt, der Ende April an 120 Organisationen von Prinzipalen und Arbeitern aus dem Fuhrwerksgewerbe versandt werden sollen. Die Organisationen sollen sich darüber äußern, wie eine Regelung der Arbeits- oder Ruhezeit durchführbar ist. Zum Schluß wurde noch beschlossen, die Erhebungen über die Arbeitszeit in der Fischindustrie fortzusetzen. Hus Induftrie und Dandel. Arbeitslöhne im Handelskammerbezirk Barmen. In ihrem soeben beröffentlichten Bericht für das Jahr 1904 beschäftigt sich die Barmer Handelskammer auch mit der Steigerung der Arbeitslöhne in ihrem Bezirk. Auf Grund der Nachweisungen von 30 besonders für Barmen in Betracht kommender Berufsgenossenschaften gelangt fie für die drei Jahre 1901/03( für 1904 fehlen noch die Angaben) zu folgendem Resultat: Mithin Zahl der Betriebe pro Kopf Mart 940 Jahr 1901 1902 1903 2207 2457 2607 Zahl der Arbeiter 34 422 36 786 39 019 Gesamtlöhne Mart 32 369 880 34 878 505 37 654 458 948 965 Der Verfasser der Broschüre entschuldigt sich in seinem Vorwort, daß es ihm erst heute, ein Jahr nach der Beendigung jenes Riesenkampfes, möglich gewesen sei, das gesamte Material darüber der Oeffentlichkeit zu übergeben. Er meint jedoch mit Recht: " Indessen ist das Jutereffe an der weiteren Entwidelung der Dinge in Crimmitschau seit Beendigung jenes Kampfes innerhalb der Arbeiterschaft noch durchaus lebhaft. Zeigt doch gerade diese Entwickelung, daß das arbeitende Volt von den herrschenden Gewalten nichts zu erwarten hat. Es wird genarrt und gefoppt, mit leeren Worten abgespeist. Regierung und Unternehmertum arbeiten sich dabei in die Hände." Der Verfasser dieses Vorwortes hat uns dabei geradezu eine Antwort auf den„ Gewerkverein" vorweggenommen, der in seiner neuesten Nummer unsere Einwände gegen Schippel vom Geschäftsstandpunkte wertet und schreibt: " Die sozialdemokratischen Arbeiter müssen nach wie vor in dem Glauben erhalten bleiben, daß alles, was außerhalb der Sozialdemokratie steht, arbeiterfeindlich ist. Wenn die Arbeiterschaft zu derselben Erkenntnis fäme, wie sie Schippel zum Ausdruck gebracht hat, dann würde das Barteigeschäft eine erhebliche Einbuße erleiden. Für den Fortschritt der praktischen Arbeiterbewegung und der gefeglichen sozialen Reform würde dies aller dings von Vorteil sein." Benjamin und Feibisch in Berlin ist zu berichten: In aus Zu dem Streit der Teppichweber bei den Firmen Baader; wärtigen Zeitungen, wie in Münchenbernsdorf und Chemnitz werden Teppichweber für Berlin gesucht. Münchenbernsdorfer Zeitung" werden 50 Teppichieber für Berlin Nach einem Inserat in der gesucht, organisierte ausgeschlossen. Offerten an Mosse. Bis jetzt ist zu bekommen, und dürfte es wohl auch für die Zukunft fchwer es jedoch noch nicht gelungen, auch nur einen Weber auf diefe Offerte halten, Streitbrecher zu erhalten. Da nicht zu befürchten ist, daß aus den Reihen der Streifenden Leute abtrünnig werden und auch die Handwerker in Bernau und anderen Orten sich der Bewegung anschließen, so ist die beste Aussicht vorhanden, daß der Streit mit Erfolg für die Arbeiter endigen muß. Achtung, Holzarbeiter! Jn Magdeburg stehen die Tischler im Streit. Mehrere Agenten von dort sind bemüht, in Berlin Arbeitswillige zu werben. Die Kollegen werden ersucht, Zuzug von Magdeburg fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Achtung, Lederarbeiter! Die Sperre über die Leberfabrik von Steinlein ist aufgehoben, da die Differenzen durch erneute Unterbandlung dem Stande der Dinge entsprechend geregelt worden find. Der Zentralvorstand. Treptow, Hoffmannstraße, besteht weiter. Achtung, Bretterträger! Die Sperre bei Kempfer u. Lude, Deutfches Reich. Lohnbewegungen in Schleswig- Holstein. Die Schuhmacher Riels haben mit ihren Arbeitgebern einen Tarif abgeschlossen, durch den sie eine Reihe von Forderungen, die sie im vorigen Jahre vergeblich durch einen Streit durchzusetzen versucht hatten, bewilligt erhalten. Der Wochenlohn wird von 20 auf 21 M. erhöht. Für unverschuldete Versäumnisse von geringer Dauer dürfen Lohnabzüge nicht gemacht werden. Die Furnituren werden künftig vom Arbeit geber geliefert. Die Arbeitszeit ist auf 91% Stunden festgesetzt. Der Tarif wurde auf die Dauer von drei Jahren abgeschlossen. Die Maurer in Nortorf setzten ohne Kampf ihre Forderung durch. Bom 26. April 1905 bis 1. Januar 1906 soll der Stundenlohn 42 Pf. betragen. Auch die 3 immerer in ueterien erreichten auf 50 f. Die Maurer, 3immerer und Bauarbeiter in gütlichem Wege eine Erhöhung des Stundenlohnes von 47 auf Glückstadt sind in den Streit getreten. Die Maurer und gimmerer fordern einen Stundenlohn von 50 Bf.( früher 47 f.), die Bauarbeiter einen solchen von 43 Pf.( früher 40 Pf.). Die Tapezierer in alle haben einen Erfolg erzielt. Sie haben ihre Bewegung beendet, da alle Kollegen zu den neuen Be Ueber mehrere Geschäfte, die mit Arbeitsdingungen arbeiten. willigen arbeiten, wurde die Sperre verhängt. Die Tapezierer in Heidelberg sind in den Ausstand getreten, nachdem die UnterNun, damals nach der Crimmitschauer Aussperrung stand nehmer sich erdreistet hatten, den zu einer Unterhandlung erschienenen Vertrauensleuten der Arbeiter für eine zehn stündige Arbeitsdie Sache nicht anders als jetzt nach dem Bergarbeiterstreif. geit einen Minimallohn von 14 W. pro Woche an Dasselbe wehleidige Interesse einer Anzahl Tränendrüsen- zubieten. Gegenüber einer solchen Unverfrorenheit gab es für Menschen, dieselben Tiraden des Sozialliberalismus und die Arbeiter natürlich kein anderes Mittel als den Streit. Die des Zentrums und dieselbe Furcht der von ihren Arbeiter- Gehülfenforderungen bewilligt haben bis jetzt zwei Firmen mit acht wählern geschobenen Vertreter dieser Parteien davor, daß der Gehülfen. An den Tapeziergehülfen wird es nunmehr liegen, den kapitalistische Pelz bei der Wäsche naß werden könne. Hochmut der hiesigen Innungsmeister in die Schranken zu weisen. Im Vorwort der Broschüre über den Crimmitschauer Der Streit der Maler, Auftreicher und Lackierer in DarmKampf heißt es: stadt dauert fort. Das Gewerbegericht hatte seine Vermittelung " Die Crimmitschauer Fabrikanten erklärten während des angeboten. Die Arbeitnehmer stimmten dem zu, dagegen lehnten die Kampfes, fie feien nicht gegen den Zehnstundentag, nur müsse Arbeitgeber das Anerbieten des Gewerbegerichts ab. Der Kampf dieser gesetzlich für ganz Deutschland festgelegt werden. Sie wird von den Arbeitgebern zur Machtfrage gestempelt. Der Ver hätten mit den Verhältnissen ihrer Konkurrenzstädte zu rechnen. band der baugetverblichen Unternehmer von Darmstadt fordert seine Die Reichsregierung aber erklärte vor kurzem feierlich durch den Mitglieder auf, die Maler- und Anstreichermeister in diesem Kampfe Mund Posadowskys: Wir sind von der Not- zu unterstützen, um einen Erfolg der Gehülfen zu verhindern. Da wendigkeit des Behnstundentages überzeugt, jeder Erfolg nur die Begehrlichkeit der Arbeiter reize". Der Zu nur haben wir mit der Koufurrenz des Auslandes zu rechnen. zug ist strengstens fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter Der Behnstundentag muß gleichzeitig in allen Ländera eingeführt werden um Abdruck gebeten. werden. Kann es ein elenderes Versteckenspiel wohl geben? Das Unternehmertum erklärte seinerzeit den Arbeitern: Wir wollen abteilung in Radeberg bei Dresden, ist beendet. Sämtliche Aus Der Streit der Tischler bei der Firma Eschebach, Eisschrank uns verpflichten, auf die Geiezgebung ein zuwirken; und derselbe Man, welcher während des Kampfes Klempner, die durch den Streit in Mitleidenschaft gezogen waren, ständigen haben die Arbeit wieder aufgenommen. Ebenso haben die im Reichstag als ihr Vertrauensmann fungierte, der Abgeordnete die Arbeit wieder gemeinschaftlich aufgenommen. Lehmann, verkündete jetzt im Reichstag vor aller Welt die Theorie " Die Bewegung der Maler usw. in Nürnberg spitzt sich auf einen Konflift zu. Die beiderseitigen Unterhandlungen sind an der Frage der Stundenlöhne gescheitert. Die Arbeiter forderten für jüngere Gehülfen 40, für ältere 50 Pf. Mindestlohn, in der Ver während die Unternehmer im allgemeinen nur 40 Pf. Stundenlohn handlung gingen jedoch die Gehülfenvertreter auf 48 Pf. zurüď, bewilligen wollen, der zudem noch auf 3 Jahre ohne jede Steigerung festgelegt werden soll. Eine Arbeiterversammlung lehnte dieses Anfinnen einstimmig ab, so daß der Kampf jederzeit entbrennen kann. Zur Bewegung der Arbeiter in den Siemens Schuckertwerken in Nürnberg. bom freien Spiel der Kräfte". Eine gesetzlich festgelegte Die Schleifer der Firma Sächsische Glaswerke vorm. Grüßner u. Arbeitszeit bedeute einen Eingriff in die persön- Winter in Deuben legten infolge Differenzen am Montag die Arbeit liche Freiheit, und Lehmann und seine Unternehmer- nieder, nachdem alle Versuche des Verbandsvorsitzenden, eine Einigung partei würden dagegen fein. So erweisen fich noch jetzt zustande zu bringen, an dem Starrfinn der Betriebsleitung ge biele seinerzeit gemachten Bersprechungen als purer Schwindel. fcheitert waren. Es wird dringend vor Ruzug von Schleifern Wenn also die Arbeiter der Textilindustrie den Behustundentag und Drehern gewarnt. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abhaben wollen, so müssen sie aufs neue dafür kämpfen. Der druckt gebeten. Crimmitschauer Stampf war eine außerordentlich lehrreiche Episode der Arbeiterbewegung. Auch in einem fünftigen Kampfe tönnen, müssen und werden wir seine Lehren beherzigen. Deshalb dürfte Leider gibt die Zusammenstellung keinen Aufschluß darüber, es auch jetzt mit dem Erscheinen dieser Broschüre nicht zu spät wie weit auch Werkführer, Vorarbeiter und andere Angestellte mit sein." Beamtenqualität zu den Arbeitern gezählt worden sind, und wie Nein, wahrlich nicht! Diese Lehren konnten nicht recht fich die Durchschnittslöhne im einzelnen für erwachsene männliche zeitiger wieder vor die Masse gebracht werden, als im gegenArbeiter, für Arbeiterinnen und für jugendliche Arbeiter stellen. wärtigen Augenblicke! Auf die sechs bedeutendsten Industriezweige Barmens verteilen fah die obigen Zahlen in folgender Weise: Höhe Auf den Der Tarif der Handelsgärtner, welcher fürzlich zwischen den der Kopf der Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart wurde, Gesamts Arbeiter ist am 1. April allen, auch den außerhalb ihrer Organisation Am Mittwoch wurde vom Arbeiterausschuß der Direktion ein Löhne entfallen stehenden Arbeitgebern zur Unterschrift vorgelegt worden. Wo die Tarifentwurf vorgelegt, der folgende Forderungen enthält: Die Mart Mart Unterschrift nicht gegeben wurde, da sollte gleichzeitig mit der Vor- normale Arbeitszeit beträgt neun Stunden. Die Einteilung derselben 18 891 531 951 legung des Tarifs die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus- bleibt der Vereinbarung zwischen der Direktion und dem Arbeiter 1 151 570 878 gesprochen werden, so daß die Arbeitsniederlegung am 15. dieses ausschuß überlassen, doch muß die Mittagspause mindestens 11 Stunden Monats erfolgen fann. In der am Mittwoch abgehaltenen öffent- betragen. Die Mindest Stundenlöhne der ausschließlich oder vor lichen Gärtnerversammlung wurden die letzten Verhandlungen der wiegend im Beitlohn stehenden Arbeiter sind wie folgt be Tariffommission besprochen, und war es besonders ein Umstand, messen: für Arbeiter unter 21 Jahren auf 45, für Arbeiter über welcher die stärkste Opposition hervorrief. Nach den ursprüng- 21 Jahren auf 50 Bf., für sonstige gelernte Arbeiter 35 refp. 40 Pf. lichen Forderungen sollte die Vertretung der Arbeitnehmer für angelernte Arbeiter 38 refp. 35 Pf., für ungelernte Arbeiter in der Tariffommission( die nach Annahme des Vertrages eine 30 refp. 33 Bf., für Arbeiterinnen 20 refp. 25 Pf. Auf die zur ständige Einrichtung ist) dem Stärkeberhältnis der beiden Organi Beit des Tarifabschlusses bestehenden Stundenlöhne wird 20, auf fationen: Allgemeiner deutscher Gärtner- Verein und christlicher die Affordsäge 10 Broz. Aufschlag bezahlt. Den Affordarbeiter Berufsgenossenschaft Bahr Zahl der der Be- Artriebe beiter Tertilberufsgenossenschaft. 922 Seidenberufsgenossenschaft 147 19 865 1812 Maschinenbau und Kleineisen Industrie- Berufsgenossenschaft 209 4032 Papierverarbeitungs- Berufsgenossenschaft 56 Holz- Berufsgenossenschaft 250 1465 1 081 1 372 942 937 1 074 812 994 Baugewerts- Berufsgenos senschaft. 461 5520 4 638 432 840 4 567 243 1098 Berlin und Amgegend. Aus der Frauenbewegung. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hielt am 10. April seine regelmäßige Vereinsversammlung im KlubHause ab. Herr Dr. Pinkus hielt einen Vortrag über:" Er fennung und Bekämpfung der Krebskrankheit." Der Vortrag war sehr interessant und lehrreich. Nach Erledigung verschiedener Vereinsangelegenheiten erfolgte Schluß der gut besuchten Versammlung. und Arbeiterinnen wird der Stundenlohn garantiert. Afford- les den Arbeitern, noch ein weiteres Drittel zu organisieren, so| Die fraglichen Räume waren den Vereinen für den Abend überlassen reduktionen können nur dann vorgenommen werden, wenn fomme die Produktion damit unter eine neue Kontrolle und große worden. Nachdem Böhm sein Lokal um 12 Uhr bei Eintritt der der durchschnittliche Stundenverdienst im letzten Vierteljahr Veränderungen in sozialer und in politischer Beziehung müßten sich Bolizeistunde für den allgemeinen Verkehr geschlossen hatte, fanden bei männlichen Arbeitern 80, bei weiblichen Arbeitern 50 Pf. daraus ergeben. Darum wird den Kapitalisten geraten, im Kampf sich die Mimen und die Kegelbrüder im Schantra um zusammen, übersteigt. Für die Affordsätze wird folgende Ordnung gegen die Gewerkschaften niemals zu ermüden. um nach Schluß der Sigungen dort noch ein Schöppchen zu nehmen. aufgestellt: Die Firma stellt für jede Werkstätte eine vollständige Darin sahen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht eine leber Affordpreisliste mit der Schreibmaschine her, die von den Meistern unter Verschluß zu halten ist. Bei Uebernahme eines Affords wird tretung der Polizeistunde. Böhm wurde deshalb bestraft. Das Kammergericht verivarf am 13. April seine Revision, indem es die diese Liste dem betreffenden Arbeiter vorgelegt. Mittwoch und SonnAuffassung des Landgerichts billigte, daß aus den Mitgliedern beider abends von 11 bis 12 Uhr liegt außerdem die Liste bei dem betreffenden Vereine, die im Vereinszimmer und auf der Kegelbahn, jeder für sich, Werkstattschreiber behufs Kontrolle der übernommenen Alforde zur gefchloffene Gesellschaften darstellten, mit Betreten des Einsicht der Arbeiter auf. Zu jeder Aenderung der in der Afford allgemeinen Schanfraumes Schant gäste geworden seien. preisliste vorgesehenen Affordsäge wird ein von der betreffenden Werkstätte zu delegierender Vertrauensmann beigezogen, falls die " Jena oder Sedan" vor dem Reichsgericht. Der bekannte Roman Arbeiter dies verlangen. Es bleibt der Direltion unbenommen, zur von F. H. Beyerlein war die Veranlassung einer Klage, die den Verhandlung über die Affordsätze einen Betriebsingenieur hinzu6. Zivilsenat des Reichsgerichts beschäftigte. zuziehen. Falls über die Höhe des Alfordsages eine Einigung nicht Das Deutsche Verlagshaus Vita" in Berlin, weldjes jenent zu stande kommt, ist der Arbeiterausschuß berechtigt, bei der Festlokal des„ Vooruit" eine Ausstellung von Frauenarbeiten eröffnet, später eine Boltsausgabe für 2 M. Darauf ist am 25. Oftober 1903 Die sozialistische Frauenvereinigung in Gent hat dieser Tage im Roman zum Preise von 7 M. herausgegeben hatte, veranstaltete Direktion vorstellig zu werden. Für Ueberstunden werden 25, für die eine treffliche Uebersicht über die Produkte der Kunstfertigkeit und in den Nacht und Sonntagsarbeit 50 Proz. des durchschnittlichen Verdes Fleißes der Frauen bietet. Neben Handarbeiten verschiedenster Leitartikel erschienen, welcher sich gegen jenes Buch richtete und bie Hamburger Nachrichten" ein drei Epalten langer dienstes des letzten Bierteljahres bezahlt. Die Tarifbestimmungen haben Geltung für alle während der und andere soziale Betätigungen vertreten. Die Sozialistische es wurde die Vermutung ausgesprochen, daß die sozialistische Partei Art find Gruppen für Handel, Industrie, Kunst, für Krankenpflege Tendenz des Romans als antimilitärisch und sozialistisch bezeichnete; Tarifdauer im Nürnberger Werke beschäftigten Arbeiter und Arbeite- Frauenvereinigung von Gent, deren Gründung auf das Jahr 1886 leitung der Preisherabjegung nicht fern stehe, die deutschen Buch zurückzuführen ist, als die Barteigenofsinnen für den ans dem Ge- händler wurden aufgefordert bei der weiteren Verbreitung des fängnis heimkehrenden Genossen Ansele ein Fest veranstalteten, zählt Romans nicht mehr mitzuwirken. jetzt 160 Mitglieder. Das Verlagshaus„ Vita" hat gegründete Organ De Stem der Vrouw" erscheint jegt in einer meher Klage angestrengt, ihr den Schaden zu ersetzen, welcher ihr Das im Jahre 1900 bon der Organisation darauf gegen den Verleger der Hamburger Nachrichten", Dr. H. HartAuflage von 1800 Exemplaren. durch den Artikel entstanden ist und noch entsteht. Der Beklagte er hob den Einwand der Unzuständigkeit des Landgerichts Berlin, wo die Klage angestrengt war. rinnen. Die Vereinbarungen sollen gelten vom 1. Mai 1905 bis zum 30. April 1908. Wenn sie nicht drei Monate vor Ablauf durch die Direktion oder den Arbeiterausschuß gekündigt werden, so gelten sie jeweils um ein weiteres Jahr verlängert. Steinarbeiter- Aussperrung in München. Ein Privattelegramm meldet uns: München, 13. April. Sämtliche organisierten Steinarbeiter wurden ausgesperrt. Dieselben soliten einen Revers unterzeichnen, in dem sie sich berpflichten, aus der Organisation auszutreten. Husland. Porzellanarbeiter- Aussperrung in Frankreich in Sicht. Gerichts- Zeitung. " Das Landgericht I Berlin hat durch ein Teilurteil den Einwand der Unzuständigkeit verworfen, von der Annahme des fliegenden Die Folgen der winterlichen Glätte sollten sich bei dem Portier Gerichtsstandes der Presse ausgehend. Gegen dieses Urteil legte der Gustav Berg in sehr unangenehmer Weise bemerkbar machen. Beklagte Berufung beim Stammergericht Berlin ein, welches aber von Wegen fahrlässiger Körperverlegung war B. gestern vor dem Schöffen- demselben Gefichtspunkt ausgehend die Berufung zurückwies und gericht II angeklagt. Im Januar d. J. herrschte an einigen Tagen die Sache zur weiteren Verhandlung an das Landgericht nicht nur eine starke Kälte, sondern durch Schneefälle wurde auch zurüdverwies. Nunmehr ergriff der Bellagte das Rechtsmittel Ein Telegramm des Wolffchen Bureaus" meldet aus Limoges: noch ein äußerst gefährliches Glatteis auf den Straßen verursacht. Der Revision, welche das Reichsgericht teilweise für begründet anfah, Unter den Arbeitern zweier hiesiger Porzellanfabriken ist eine Aus- In diesen Tagen hatten neben den Straßenreinigern auch die indem insoweit die Revision zurückgewiesen wurde, als die Klage standsbewegung im Gange. Es heißt, daß sich im Falle eines Aus- Portiers und Hausverwalter ein schweres Stück Arbeit zu Ansprüche auf Ersatz des der Klägerin durch die Verbreitung des standes die übrigen Fabriken mit den beiden betroffenen Fabriken bewältigen; insbesondere für leytere hieß es, so schnell als fraglichen Beitungsartikels im Bezirke des Landgerichts I Berlin ent solidarisch erklären wollen. Dadurch würden 20 000 Arbeiter be- möglich den Schnee fortzuschaffen und das Glatteis durch standenen oder noch entstehenden Schadens gerichtet sind, im übrigen fchäftigungslos werden. Sandstreuen zu beseitigen. Der Angeklagte, welcher in wurde das genannte Urteil des Kammergerichts aufgehoben und in diefer Beziehung etwas nachlässig war, hoffte immer, ein Tau- der Sache selbst auf die Berufung des Beklagten unter Abänderung wetter würde ihn der schweren Arbeit überheben. Als eines Tages des Urteils des Landgerichts Berlin, insoweit die erhobene Klage der Bortier eines Grundstüde in der Hauptstraße zu Schöneberg wurden drei Viertel der Kosten der Berufung und Revision auf ein sehr gefährliches Glatteis herrschte, versäumte es der Angeklagte, wegen Unzuständigkeit des Gerichts abgewiesen. Der Klägerin war, rechtzeitig den Schmee zu beseitigen und Sand zu streuen, erlegt, der Beklagte hat ein Viertel dieser Stoften zu tragen. Die Folge war, daß eine alte 50jährige Almosenempfängerin infolge beim Landgericht Hamburg geltend machen. trotzdem ihn ein Polizeibeamter darauf aufmerksam gemacht hatte. Die Klägerin wird nun wohl ihre vermeintlichen Ansprüche der Glätte hinstürzte und sich außer einem Oberschenkelbruch noch verschiedene Verstauchungen zuzog. Gegen den Angeklagten wurde das vorliegende Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverlegung anhängig gemacht. Der Staatsanwalt beantragte 100 m. Geld strafe. Der Gerichtshof erkannte auf 50 M. Geldstrafe event. 10 Tage Gefängnis. Organisierte und Unorganisierte in Amerika. Nach neueren Gewerkschaftsberichten sowie nach dem letzten Bensus stellte das amerikanische Fabrikantenorgan Independent" folgende Liste auf über das Verhältnis der organisierten zu den unorganisierten Arbeitern in den Hauptzweigen der Industrie in den Vereinigten Staaten: Drganisiert Unorganisiert 1 000 000 200 000 Baugewerbe Bergwerke 425 000 500 000 400 000 Eisenbahnen 300 000 1 000 000 Fuhrwesen. 175 000 Eisenhütten. 150 000 200 000 Drucks und Verlagswesen. 100 000 100 000 Bekleidung. 75 000 Straßenbahnen 50 000 Schuhwaren 50 000 Tabatfabrikate. 50 000 Textilwaren. 50 000 225 000 50 000 100 000 100 000 500 000 40 000 260 000 Maschinenwesen Eisen und Stahl. 25.000 1965 000 825 000 4485 000 Das Fabrilantenblatt stellt Betrachtungen an über die Gefahren, die der bestehenden Ordnung erwachsen, wenn die Organisation Fortschritte macht. Ein Drittel der Arbeiter sei organifiert. Gelingt Schon wieder einer. Hinter verschlossenen Türen verhandelte gefter die zehnte Straftammer des Landgerichts I gegen den Paul adewig wegen fortgesetten Sittlichteitsverbrechens an seiner eigenen Pflegetochter. Der seit Anfang März in Untersuchungshaft befindliche Angeklagte war Jnhaber eines größeren Reſtaurants, in welchem feine Pflegetochter, die 16 jährige Marie N. in dem Haushalt tätig war. dem Antrage des Justizrats Friedmann gemäß bei der gefeßlich zulässigen in de ststrafe von sechs Monaten Gefängnis. Erft geschloffene Gesellschaft, dann Schankgäste. Beim Gastwirt Böhm in der Zorndorferstraße zu Berlin tagte eines Tages ein Theaterverein und auf der Kegelbahn vergnügte sich ein Kegelflub. Rote Nelle", Berlin, Rosien, Ruppinerstr. 41, Arbeiter- Sängerbund Berlins n. Umgegend. Sängerluft, Werder, Koch, Fischerstraße. " Schneeglödchen", Potsdam, Glaser, Kaiser Wilhelmstr. 38. 1. Borsigender: Julius Meyer, Berlin, Urbanstr. 131. Sorgenfrei", Berlin, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. 1. Staffierer: August Seifrit, Berlin, Bergmann- Borwärts II", Berlin, Dietrich, Brunnenstr. 41. straße 104 IV. Borwärts IV", Rathenow, Thie, Jägerstr. 25. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten" Borwärts VIII", Marwik, Schurbaum. an: Mag Sinneder, Rigdorf, Fuldaftr. 59, vorn II. Situng haben Montag: „ Esmeralda", Berlin, Sterften, Elbingerstr. 15. " Frisch auf I", Friedrichsberg, Friedrich, Frankfurter Allee 198. Harmonie Damenchor", Berlin, Büttner, Stargarderftr. 58. " Solidarität", Berlin, Augustin, Lindenstr. 69. Tonblüte", Berlin, Gütig, Staligerstr. 83. Treu und Fest", Berlin, Klasse, Gubenerstr. 6. Weddinger Harmonie", Berlin, Milbrodt, Müllerstr. 7. " Bimmerer", Friedrichsberg, Tichinke, Stronprinzenftr. 15. Sigung haben Dienstag: Alpenglode", Berlin, Kienast, Warschauerstr. 83. Bummelsdorfer", Ludenwalde, Gerhard, Haag 5. Ronkordias Zukunft", Berlin, Becker, Reichenbergerstr. " Echo I", Berlin, Ueberholz, Linienstr. 19. Edelweiß I", Berlin, Lippte, Melchiorstr. 15. Einig", Berlin, Lieb, Markusstr. 18. Einigkeit III", Rummelsburg, Balentin, Neue Albertstr. 44. " Vorwärts IX", Charlottenburg, Wernide, Bismardstr. 34. Ballüre", Berlin, Wichmann, Brenzlauer Allee 221. Weiße Rose I", Reinickendorf, Schiller, Provinzstr. 79. Butunft I", Steglitz, Schellhase, Ahornstr. 15a. " Marktpreise von Berlin am 12. April. Nach Ermittelungen des fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Rentner: Weizen**), gute Sorte 17,30-17,28 9., mittel 17,26-17,24., geringe 17,22-17,20 m. Roggen**), gute Sorte 13,80-13,79 9., mittel 13,78-18,77 M., geringe 13,76-13,75. Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,90 m., mittel 14,80 bis 13,70 M., geringe 18,60-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,20-15,40 R., mittel 15,30-14,60 9., geringe 14,50-13,80 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00-30,00 m. Speiſebohnen, weiße 50,00-30,00 9. Rinjen 60,00-30,00 102. Kartoffeln 10,00-6,50 m. Richtstroh 5,00-4,50 M. Seu 9,20-7,20 m. Für ein Silogramm Butter 2,80-2,20 M. Gier per Schod 4,00-2,80 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Wasserstand am 12. April. Elbe bei Auffig+1,73 Meter, bet Dresden+0,30 Meter, bei Magdeburg+3,10 Meter. Unstrut bei Straußfurt+2,10 Meter. Oder bei Natibor+ 2,00 Meter, bei Breslau Dber Begel+5,20 Meter, bel Breslau Unter Begel 0,12 Meter, bei Frankfurt+2,25 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,88 Meter. arte bei Bofen+1,62 Meter. Freie Liebertafel", Berlin, Königssäle, Neue Königstr. 26. " Freie Sänger", Nixdorf, Hollbach, Hermamistr. 120/121. Freie Sänger", Trebbin, Wolf, Bahnhofstraße. Freiheit Gruß", Berlin, Herzer, Anflamerstr. 29. " Freiheit Dst", Berlin, Wasewiß, Straßmannstr. 41. Froh Hoffnung", Berlin, Schilling, Seyffhäuferstr. 16. Freiheit IV", Bernau, Lah, Hussitenstr. " " " Freiheit West", Berlin, Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gerechtigkeit", Berlin, Kumfe, Bülowstr. 59. Glasarbeiter", Köpenid, Zeidler, Müggelheimerstr. 29. Handels- und Transportarbeiter", Berlin, Lehmann, Alexandrinenstr. 32. " Erster Mai", Berlin, Kirst, Stargarderstr. 13. Flöterscher", Berlin, Böhm, Zorndorferstr. 9. Freie Sänger", Weißensee, Koburg, Lehderstraße. Freie Sänger", Dranienburg, Gewerkschaftshaus, Mühlenstraße 15. Freiheit Moabit", Berlin, Kohn, Rostockerstr. 2. Freiheit Nord", Berlin, Matkowsky, Liebenwalderstr. 16. Freundschaft II", Berlin, Zimmer, Lorgingstr. 32. Freundschaft III", Berlin, Hamann, Stralauer Allee 17c. Freie Sänger", Fredersdorf, Brefice, Petershagen. Frohfimm I", Rummelsburg, Thöns, Goethe- und Rant straßen- Ece. Hoffnung III", Friedrichsberg, Köhn, Friedrich Karlstr. 34., Gemütlichkeit", Berlin, Stube, Alte Jakobstr. 38. Stornblume", Berlin, Sienit, Gr. Frankfurterstr. 133. Streuzberger Harmonie", Berlin, Raabe, Fichtestr. 29. Sigung haben Mittwoch: Allegro", Berlin, Webel, Brangelstr. 136. " Briz", Briz, Kloß, Chauffeeftr. 69/70. " Deutsche Eiche I", Berlin, Zimmermann, Grüner Weg29. Sürschner", Berlin, Feind, Beinftr. 11. Dornrose", Berlin, Hanke, Markusstr. 48. Enterbten", Berlin, Ertelt, Graunstr. 16. " Freie Sänger", Charlottenburg, Boltshaus, Rofinenstr. Frisch auf III", Bornim, Krüger, Parkstr. 5. Frohsinn III", Behdenick, Schlegel, Moltkestraße. " Geselligkeit", Charlottenburg, Bernide, Bismardstr. 34. Gefelligkeit", Hennigsdorf, Brose, Chauffeestraße. 111." Gleichheit", Berlin, Szymczat, Chorinerstr. 50a. " Heimattlänge", Köpenid, Mater, Rosenstr. 101. " Hoffming", Dahme, Kaisergarten, Grünstr. 15. " Hoffnung II", Spandau, Böhle, Neumeisterstr. 5. Brinzied", Berlin, Kirschkowsky, Wienerstr. 54. Freie Feldblume", Berlin, Biallahs, Staligerstr. 51/52. Freie Sänger", Bernsdorf, Schulz. 3. Hochstein", Berlin, Hiepel, Brizerstr. 22. Hoffnung I", Brandenburg, Bettermann, Wilhelmsdörferftraße. Kaiserscher", Berlin, Bernau, Schwedterstr. 23/24. Stupferschmiede", Berlin, Feind, Weinstr. 11. Lerche Sang", Berlin, Berger, Graunstr. 41. Licdesfreundschaft", Baumschulenweg, Christ, Ernststraße. ,, Liedeslust II", Potsdam, Bittoriagarten, Alte Luisenstr. 32. Lorbeerirang", Berlin, Späth, Weinstr. 28. Loreley", Berlin, Schellbach, Schulstr. 66. Maibund", Dalldorf, Mühle, Reinidendorferstr. 4 Maientraum", Berlin, Kutscher, Urbanſtr. 87. " Maiglödchen 1", Berlin, Sachse, Lindowerstr. 26. " Maiglödchen II", Köpenid, Dörnbrad, Müggelheimerftr. 36. Melodia I", Rigdorf, Gellert, Steinmetstr. 113. Möbelpolierer", Berlin, Kubat, Blumenstr. 38. Morgenrot I", Rummelsburg, Lindner, Türrschmidtstraße. Neue Beit", Berlin, Abendroth, Gropiusstraße. Rord", Berlin, Altmann, Invalidenstr. 146. Nordwest", Berlin, Vetter, Bredowstr. 11. " Oranienburger Borstadt", Berlin, Dietrich, Brunnenstr. 41. " Osten", Berlin, Plöger, Rigaerstr. 127. Nieder- Borzellanarbeiter", Berlin, Wollschläger, Adalbertstr. 21. Buzer", Berlin, Großer, Dircksenstr. 39. " " Lied hoch", Berlin, Sängerheim, Beteranenstr. 18. Liederlust II", Berlin, Bolfmann, Beusselstr. 32. Liederfreunde", Johannisthal, Senftleben, Friedrichstr. 48. " Liederkranz", Brandenburg, Menger, Bergstr. " Liedesfreiheit I", Berlin, Merfomsti, Andreasstr. 26. " Liedesfreiheit II", Strausberg, Schulz, Briezenerstr. 10. Liedeslust", Fürstenwalde, Schön, Stüftrinerstr. 9. " Lyra", Charlottenburg, Bartsch, Seesenheimerstr. 11. Morgengrauen", Berlin, Hummel, Sophtenstr. 5. Morgenrot", Köpenid, Helling, Schönerlinderstr. 5. " Nordwacht", Berlin, Fahrow, Ravenéstr. 6. Rote Relte I", Schöneberg, Krüger, Borbergstr. 9. Rote Rose", Berlin, Stenzel, Ererzierstr. 20. " Sängerfranz", Berlin, Koczorowski, Schillingstr. 36. Sangeslust III". Tempelhof, Müller, Berlinerstr. 41/42. ,, Schuhmacher", Berlin, Rübsam, Andreasstr. 32. Steinnelfe", Berlin, Schumann, Buttmannstr. 13. Unverzagt", Berlin, Bachstein, Salzwedelerstr. 16. St. Urban", Berlin, Braun, Oranienstr. 36. Bereinigte Sänger Often", Friedrichsberg, Wolf, Barnimstr. 3. Schneeglödchen I", Rirdorf, Köpfe, Starlsgartenstraße. Vorwärts", Nanen, Schüßenhaus, Chauffeestr. 36. " Schneider", Berlin, Rajino, Markgrafenſtr. 83. Wach auf", Berlin, Hilgenfeld, Bergstr. 61. Süd- Ost I", Berlin, Stephan, Wienerstr. 31. Wach auf", Franz. Buchholz, Kähne, Berlinerstr. 39. Bineta", Berlin, Lehmann, Usedomstr. 27a. ,, Waldchor", Borsigwalde, Reuter, Ernst- u. Räuschstr.- Ede. ,, Sängervereinigung Südost", Berlin, Waldemarstr. 75. Borwärts I", Berlin, Benoitt, Laufizer Platz 8. Waldesrauschen", Starlshorst, Sabrowski, Tresckow- Allee 66. " Vorwärts III", Friedrichsfelde, Haberland, Wilhelmstr. 38. Wilhelmsberg Hohen Schönhausen", Wilhelmsberg, Bacht auf I", Berlin, Danzigerstr. 71. Bimmerer", Berlin, Mielent, Dirdjenstr. 50. Weiße Rose", Rigdorf, Luy, Wißmannstr. 10. Zündholz", Berlin, Apel, Prinzen- Allee 38. Baget nicht", Steglig, Stramer, Marksteinstr. 1. " Bukunft III", Nieder- Schönhausen, Settekorn, Lindenstr. 1." Bukunft II", Belten, Grunow, Bilhelmstr. 19. Freier Sänger- Chor", Alt- Glfenide, Bitte, Köpenider- Maiblume", Luckenwalde, Helan, Friedrichstr. 29. Straße 33. " Liederlust 1865", Berlin, Wollschläger, Adalbertstr. 21. Liedertafel", Senzig, Otto Kühne, Senzig. " Luftige Sänger" Berlin, Uhlig, Schliemannstr. 39. Maiengruß", Friedrichshagen, Conrad, Friedrichstr. 137. " Freya I gem. Chor", Berlin, Pfeffer, Rosentalerstr. 57. Matengruß", Charlottenburg, Bartsch, Sesenheimerstr. 11. " Freiheit II gem. Chor", Adlershof, Lau, Bismarckstr. 10." Norddeutsche Schleife", Berlin, Schuhmacher, Stalizerst. 123. Freiheitstlänge", Berlin, Beinacht, Grünstr. 21. Sangestreue", Brandenburg, Herberge, Bollenweberstr. 3. " Frohsinn I", Rummelsburg, Thöns, Goethe- und Kant- Senefelder", Berlin, Gieste, Landsbergerstr. 89. ftraße- Ede. " Frohsinn II", Adlershof, Töpfer, Helbigstraße. Frisch auf", Berlin, Maaß, Brunnenſtr. 96. Frisch voran", Berlin, Wils, Schulstr. 74. " Gastwirtsgehilfen", Berlin, Großer, Dirdsenstr. 39. " Georgina", Berlin, Grünauer Garten, Grünauerstr. 14. Gesundbruner Harmonie", Berlin, Neuendorf, Butt mannstr. 15. " Harmonie Dst", Berlin, Neufer, Heidenfeldstr. 17. " Lerche", Berlin, Schütz, Stargarderstr. 3. " Liedeslust III", Platfow- Gusow, übt Berlin, Andreas[ tr. 26. " Linde I", Berlin, Klubhaus, Kopenhagenerstr. 74. Maibund", Nowawes, Hiemte, Wallstr. 55. Maler", Berlin, Brattig, Luisen- Ufer 51. Maurer", Wilmersdorf, Salomon, Berlinerstr. 40. " Myrtenblätter", Berlin, Spaet, Georgenkirchstr. 65. Nord- Dft", Berlin, Konrad, Borndorferstr. 6. „ Ober- Schöneweider Liedertafel, Ober- Schöneweide, Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18. Dlympia", Berlin, Zimmermann, Grüner Weg 29. Rosenrot", Berlin, Werth, Schwedenstr. 13. Rosalia", Berlin, Plaehn, Königsbergerstr. 34. Sigung haben Donnerstag: Alpenrose", Berlin, Kunze, Forsterstr. 36. " Arion II", Rummelsburg, Leppin, Fischerstr. 6. Bruderbund", Friedrichsberg, Brigel, Kronprinzenftr. 49. " Deutsche Eiche II", Brandenburg, Winkel, Hauptstraße. Echo", Zehlendorf, Gieje, Teltowerstr. 28. Einigkeit I", Groß- Lichterfelde, Richter, Chauffeeftr. 104. " Eintracht III", Banlow, Neumann, Heynstr. 4. Fadel", Berlin, Bietsch, Lübbenerstr. 1. Fichte", Berlin, Mariannensäle, Mariannenufer 3. " Flora", Pantom, Dreßler, Floraftr, 35. " " D Krause, Berlinerstr. 66. Sigung haben Freitag: Berliner Männer- Chor 1905", Berlin, Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. Bleibt treu", Berlin, Bergemann, Waldemarstr. 38. Borag, Berlin, Taschacksch, Naunynstr. 6. Brandenburger", Brandenburg, Menger, Bergstraße. " Buchbinder- Männerchor", Berlin, Lipple, Melchiorstr. 15. Diamant", Berlin, Stramm, Ritterstr. 123. Einigkeit II", Reinickendorf, Bethwell, Wittestraße. ,, Eintracht II, Eberswalde, Mühle, Eichwerderstraße. " " " " Rigdorfer Männerchor", Rirdorf, Schmidt, Bergstr. 137. Sangesblüten", Berlin, Herzog, Marfiliusstr. 8. " Sängerfreis", Neu- Weißenfee, Neuendorf, Friedrichstr. 5. Solidarität II", Potsdam, Glaser, Kaiser Wilhelmstr. 38. Textilia", Berlin, Doberahn, Michaelfirchstr. 29a, " Typographia", Berlin, Arminhallen, Sommandantenstr. 20. Vereinte Sangesbrüder", Berlin, Pfarr, Butligstr. 10. Veritas", Berlin, Eysers Klubhaus, Dunderstr. 88. Waldkapelle 1862", Berlin, Ladewig, Alte Jakobstr. 83. Sigung haben Sonnabend: Eintracht", Teltom, Derp, Behlendorferstraße. Freie Sänger", Boffen, Rüffer, Barutherstraße. Gemütlichkeit II", Mühlenbed, Gasthof zur Sonne. Glüd zu", Berlin, Löhrig, Pantstr. 32 d. Immergrün", Tegel, Kittle, Berlinerstr. 15. " Liedertafel", Senzig, Otto Kühne, Senzig. Luckenwalde gem. Chor", Luckenwalde, Gerhardt Haag 5. Quartett- Berein 1897", Berlin, Mustauerstr. 1. Sängerlust", Luckenwalde, Schulze, Beeligerstr. 34. Eintracht, Nieder- Schöneweide, Poseidon, Hasselwerderstr. 4. Vorwärts VI", Rummelsburg, Schulz, Goethestr. 11. Die Krankheit unserer Zeit, die Nervosität, ist vielfach die Folge von minderen oder größeren Verdauungsstörungen. Das allgemeine Wohlbefinden hebt sich rasch, die Lebensfreude kehrt wieder, wenn die Diät aus nahrhaften, aber leicht verdaulichen Speisen besteht, wie solche in Knorrs vortrefflichen Haferflocken und in Knorrs Hafergrüße zu finden sind! Bei deren Gebrauch bessert sich das Allgemeinbefinden sichtlich, die frische Gesichtsfarbe kehrt zurück und die frühere Energie und Lebenskraft befähigt den einzelnen zu reger Berufstätigkeit. Allen Nervösen ist deshalb die so einfache Verwendung von Knorrs Haferpräparaten im eigenen Interesse angeraten. Beim Einkauf achte man stets auf die Firmenzeichnung Knorr. 0. Für den Inhalt der Juferate Wallner- Theater. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 14. April. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Die Heirat wider Willen. Schauspielhaus. Göz von Berli chingen mit der eisernen Hand. Deutsches. Don Carlos.( Anfang 7 Uhr. Berliner. Weh' dem, der lügt! Westen. Der Bettelstudent. National. Der Freischüß. Neues. Minna von Barnhelm. Thalia. Der Kilometerfresser. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Augen rechts. Hierauf: Die fittliche Forderung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Iphigenie auf Tauris. Leffing. Prolog. Demetrius. Nänie. Kleines. Die Neuvermählten. Ab schiedssouper. Residenz. Herzogin Crevette.( La Duchesse des Folies- Bergère) Zentral. Der Barbier von Sevilla. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Uebern Belle Alliance.... noch einmal so lieben! Carl Weiss. Die feinen Vagabunden. Luifen. Die Rosa- Dominos. Kasino. Lolos Bater. Metropol. Die Herren von Marim. Lustspielhaus. Die Bäuerin. Eine Abrechnung. Apollo. Das Veilchenmädchen. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Die Meher Palaft. Das Geheimnis der alten Mamsell. Spezialitäten. Passage Theater. Emmi Kröchert. Bipp. Die 7 Allisons. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Cleo de Merode. Julius Spielmann. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Zierleben in der Wildnis. Nachmittags 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Juvalidenstraße 57/62. Stern. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7 Uhr. Minna von Barnhelm. Sonnabend nachm. 2, Uhr bei ermäßigten Preisen: Ein Sommernachtstraum. Abends 7, Uhr: Ein Sommernachtstraum. Sonntag: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. N. Schiller- Theater Petebetem Residenz- Theater. Freitag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Komödie in 3 Atten v. Jon Lehmann. Hierauf: Die sittliche Forderung. Plauderei von Otto Erich Hartleben. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Sonntag, abends 8 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Freitag, abends 8 Ubr: Iphigenie auf Tauris. Schauspiel in 5 Aufzügen v. Johann Wolfgang Goethe. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8 Uhr. Meine Säle in Berlin wie Blumengarten empfehle zu Versammlungen und Festlichkeiten jeglicher Art. Albert Moerner. 23232* Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herzogin Crevette. Schwant in einem Vorspiel u. 3 Atten bon Georges Feydeau, in Deutsch bearb. v. Benno Jacobson. Sonntag, 16. April, nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. WINYGT BARTEN Neues Programm. 765 Noues Programm. Cléo de Mérode. Wir empfehlen: ,, Die Monne" Roman von Denis Diderot. Dieses von Goethe und Schiller hochgeschäzte Buch wurde auf Antrag der königl. Staatsanwaltschaft Leipzig Verband der Schneider und Schneiderinnen und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) 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Täglich 8 Uhr: Schauspiel in 5 Aften n. C. Marlitt von Moßberg. Lolo's Vater. Morgen und übermorgen 8, Uhr: Der Freischütz. Boltstid in Ad. L'Arronge. Der Raub der Sabinerinnen. Anfang 7, Uhr. Sonnabend: Das Glöckchen des Eremiten. 4 Aften von Vorher das gr. neue April- Programm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Heirat auf Sonntag abends 7, Uhr: Gaft Probe. spiel des königlichen Kammerfängers Francesco d'Andrade: Don Juan. Metropol- Theater Schwank in 4 Aften von F. und P. v. Schönthan. Strieße, Theaterdirektor: Richard Winkler. Luisen- Theater. Der größte Erfolg der Saison! Anjang 8 Uhr. Abends 8 Uhr: Die rosa Dominos. Sonnabend: Khriz- Phriz. Sonntag nachm.: Der Herrgott schniger. Abends: Die rosa Dominos. Montag: Die rosa Dominos. Zum 162. Male: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr Apollo- Theater. Lustspielhaus. 218. Friedrichstraße 218. Täglich 8, Uhr: Das Veilchenmädel Vorher 8 Uhr: Die April- Spezialitäten. Sonntag, 16. April, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft und die April- Spezialitäten. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Zum Jeden Abend! Ueber'n großen Anfang 8 Uhr. Eine Abrechnung. Die Bänerin. Sonnabend nachmittag: Das böse Prinzeßchen. Sonntag nachm.: Der Mann im Schatten. Sonnabend und Sonntag abend: Der Familientag. Gebrüder 460. TECH Herrnield- Theater. Male: Anf. 8 Ubr, Ende 1030 Sonntag nachm. 3 Uhr: HALBE PREISE. ,, Ueber'n großen Teich". Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Borher: Gr. glänzendes Spezialitäten- Progr. Eröffnung 7 Uhr. Entree 50 Pf. Ehren- und Vorzugskarten haben wochentags Gültigkeit. In der Karwoche bleibt das Theater wegen Borbereitung zu Ostern geschlossen. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borftellung. Miß Arabella, die einzigste Dame, welche auf dem gangen Körber tätowiert ist. Medizinische Rätsel, Humorist. Kunstradfahrer. 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Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, nachmittags 2 Uhr, von der Reichenhalle des Zentral friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 163/3 Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme sowie für die reichlichen Stranzspenden bei der Beerdigung unseres Töchterchens Hannchen sagen allen Freunden und Bekannten sowie meinen Kollegen unseren Herzlichsten Dant. Hermann Eggert, Einfeger nebst Frau. Danksagung. Allen lieben Freunden und Bekann ten, welche meinen lieben Entschlafenen Fritz Gottschalk in so zahlreicher Weise die letzte Ehre ertviesen haben, sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Max Pieritz. +127 Herrenkragen, rein Lein. 4f. beste Qualit. D. M. 3 u. 3,50. Manschetten, prima. 4fach D. M. 1,80 und 2,25. Serviteurs, größte Auswahl Stück von 30 Pf. an. Krawatten, Handschuhe, Hosenträger, Taschentücher, Strümpfe ic. 65 Bf. Detailverkauf zu Engros- Preisen. Serra u. Sano, ausgezeichnete Original- Schladmurit u. 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Abt., früh 8 Uhr: nach Straußberg( Magnus), mittags 2 Uhr: Starts: Mariannenpart. anatomische Wunder. Hirschgarten( Hohlwein). Riesen! Zwerge! 4. Abt., früh 6 Uhr: nach Ebers walde( zur Mühle), mitfags 1 Uhr: Volksgarten- Theater Bernaut. Starts: Andreasplay. ( früher Weimann). Heute: Keine Vorstellung. Nächste Vorstellung Sonntag, den 16. April, nachmittags: Schneeweißchen und Rosenrot. Abends: Schuldig. Bum 49. Wale: Etablissement Buggenhagen Die Meyerhains. Die kleinen Vagabunden. Komödie in 3 Aften mit den Autoren Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen heute großes Streich- Konzert. 5. Abt., früh 7 Uhr: nach Ludenwalde, mittags 1, Uhr: nach GroßStarts: Lichterfelde( fr. Richter). Elysium, Landsberger Allee 41. 6. Abt., früh 7 Uhr: nach Nauen, mittags 2 Uhr: Spandau( Kumte). Starts: Arfonaplay. 7. Abt., früh 8 Uhr: nach Königs. Wusterhausen( Schüßenhaus), mittags 1 Uhr: nach Schmökwik( Noad). Starts: Pappelplag. 8. Abt., früh 8 Uhr: nach Saarmund. Zahlreiche Beteiligung an dieser Tour wird erwünscht. Nach mittags 1,2 Uhr: nach Nowawes. Beide Starts am Brandenburger Tor. Heute abend 9 Uhr: Fahrwart- Sitzung Sensationskomödie in 5 Alten und Anton u. Donat Herrnfeld Rigo, Lagos. bei Ostrowski, Shillingstr. 24. in den Hauptrollen. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Kinder- Anf. 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. 8 Bildern von P. Decourcelles. borstellung: Hänsel und Gretel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Nächste Annonce erscheint auss nahmsweise nächsten Donnerstag. Die Versammlung der 6. Abteilung Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: findet ausnahmsweise am DiensTanz. tag statt. 12/8 Fritz Steidl- Sänger. W. Troppens. Bringe hierdurch den werten Vereinen, Fabriken und Gewerkschaften mein berrlich an Wald und Wasser gelegenes Lokal in freundliche Erinnerung. Drei Säle und sonstige Räume, 1000 Personen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. 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Der Ausschluß von Mitgliedern foll in Zukunft stets Nach Schluß der Sammlung für die Berglente des Leiftung der Erwerbslofen, stranken, Streifenden, Inhaftierten usw. in Verſammlungen erfolgen. Für die Beschwerden gegen AusRuhrgebietes find bei dem Unterzeichneten noch folgende Beiträge eingegangen: München, Sammlung der Münchener Bost" 9. und Schlußrate 254,15. Halberstadt, Verlag und Redaktion des Arbeiter- Radfahrer" 8,-. Dberlangenbielau, durch die Expedition des Proletarier" 600,-. Berlin, 2. Bahĭtreis, 7. Rate, Listen: 512 9,80; 514 7,70; 520 8,10; 525 5,-; 527 5,-; 535 9,90; 537 13,40; 554 3,-; 555 2,50; 561 4,25; 567 6,65; 595 2,600 6,25; 629 4,90; 630 12,90; 641 8, 645 6,10; 647 2,30; 657 3,65; 659 9,-; 660 19,-; 663 14,70; 665 3,75; 669 1,680 2,20; 691 12,70; 836 4,40; 839 16,50; 840 7,30; 841 10,65; 843 4,20; 848 5,75; 851 9,90; 858 5,20; 855 7,30; 859 3,60; 888 2,30; 893 7,70; 897 4,25; 909 3,15; 917 3,40; 939 12,55; 941 4,75; 946 9,50; 947 8,95; 948 7,50; 949 9, 954 10,15; 959 12,20; 964 1,55; 988 1,95; 990 6,75 992 20,-; 993 10; 995 16,95; 998 11,05 1005 9,70 1012 18,30; 1014 5,20; 1015 13,50; 1016 12,95 1017 9,35; 1028 3,05 1030 13,90; 1083 14,25; 1084 4,75; 1085 13,-; 1086 5,65; 1093 7,90; 1099 14,65; 1047 7,35; 1051 5,65; 1055 8,10; 1070 18,50; 1085 5,80; 1092 3,60; 1094 14,20; 1095 8,-; 1097 3,75; 1102 4.-; 1105 12,60; 1108 10,05; 1113 6,-; 1240 14,05; 1247 12,75; 1256 5,45; 1260 9,60 1263 2,30; 1269 5,50; 1271 5,80 1282 8,30; 1301 10,25; 1304 15,85; 1305 8,80; 1309 2,05; 1311 3,70 1273 13,15; 1274 1,70; 1280 3,80; 1312 5,55; 1323 14,45; 1324 4,-; 1334 5,75; 1354 11,30; 1357 1,50; 1363 5,60; 1366 12,30; 1368 5,90; 1372 8,75; 1376 7,05; 1381 4,50; 1318 12,80; 1405 5,60: 1424 145 1446 5,85; 1451 5,25 1453 6,50 1516 3,-; 1517 5,50; 1534 11,80; 1567 8,45; 1568 16,30; 1657 10,20; 1665 11,40; 1668 12,-; 1672 10,25; 1685 2,30; 1687 10,80; 1691 3,-; 1692 5,50; 1754 21,-; 1758 10,90; 1905 3,-. Summa 1233,45. 969 7,75; 972 9,15; 973 2,75; 975 8,15; 976 10,55; 982 5,50; 983 4,95 2. 23 abitreis 8. State 479,75( darunter Listen: 760 Kollegen der Firma E. Frant 9,40; 808 Pianofabrit Godenschwäger 13,55; 698 durch Roth 11,05; 1495 u. 1496 Paul Neye, Brandenburgstr. 5. u. 6. Rate 8,30; 571 Sauerwein 12,10; 621 Salzmann u. Sohn 4,75; 1585 Monteure und Schlosser d. Firma Tenner, Bimmerstr. 37 14,35; 1603 burch Stöhn 4-; 1604 Daimler, Marienfelde 8. Abt. d. Dzuga 14,25; 1288 d. Borgfeld 6,70; 1291 durch Rabatty 6,30; 842 Eyd u. Straßer 8,20; 920 Hein u. Sodann stimmt der Verbandstag der Zu einer interessanten Debatte gibt der Antrag Köln Ver- schluß wird die Beschwerdefrist nach einem angenommenen Antrag anlaffung, welcher für die Großstädte höhere als bisher gezahlte des Ausschusses geregelt. Beiträge bezweckt. In dieser Debatte gibt der zweite Vorsitzende des Verbandes, Efftinge, folgenden Nachweis: Die drei in Frage fommenden Städte: Berlin, Hamburg, Leipzig haben in den lezten zehn Jahren an die Hauptkasse eingesandt: 1555 541,01 M.; nach Abzug der von diesen drei Städten für Streit, Rechtsschutz, Gemaßregelten, Kranken- und Sterbe- Unterstützung benötigten Gelder verbleibt der Hauptkasse ein Ueberschuß von 1112 924,38 M. Angesichts dieser Ergebnisse sollte man es sich reiflich überlegen, ob es gerecht wäre, diese Städte noch mehr zu belasten. Redner ersucht, den Antrag Köln abzulehnen. der von Köln geforderte Beitrag bedeute für die Kollegen der in Diesen Ausführungen tritt Grimhagen Danzig entgegen; lastung, als der vom Vorstand geforderte Wegfall der ersten BeitragsFrage kommenden Städte bei weitem nicht eine so empfindliche Beflasse für die auf dem Lande wohnenden Kollegen, die unter 30 Pf. Lohn erhalten. zu. Vergrößerung des Grundstein Es folgen Anträge zum Streifreglement. Ein Antrag Curhaven, wonach in Orten, die einen Stundenlohn von über 60 Pf. haben, in den nächsten drei Jahren keine Angriffs. streits geführt werden dürfen, wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. tägliche Entschädigung von 50 Pf. erhalten sollen. Beschlossen wird, daß die Mitglieder der Streifleitungen eine ( Donnerstag, in nicht öffentlicher Sizung) erledigt werden. Weitere Abänderungsanträge sollen bei dem Punkt Streiftaktik Auf eine Erörterung der zum Rartellbertrag Ausführungen Bömelburgs, die in erschöpfender Weise die zur Vorstandsbericht ihre Erledigung erfahren haben. Die dann folgende ausgedehnte Debatte gipfelte in längeren vorliegenden Anträge verzichtet der Verbandstag, da diese im folgende Aenderungen: Diskussion stehende Materie behandeln. Die Abstimmung ergibt ber sogenannte Winterbeitrag wird beseitigt, Beschlüsse, welche ört- 16. Generalversammlung der Zimmerer und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. • Dresden, 11, April (( Vormittagssigung.) Debatte über den Vorstandsbericht Die erste Beitragsklasse von 25 Pf. pro Woche wird gestrichen, liche Zuschlagsbeiträge festsezen, sind für alle im Zweigvereinsgebiet beschäftigten Mitglieder bindend. Die Anträge, die eine heit usw. beztveden, werden abgelehnt mit der Motivierung, daß Milderung der Beitragspflicht bei langer Arbeitslosigkeit, Krank diese Fälle der örtlichen Regelung zugewiesen werden müssen. Der Redaktionskommission überwiesen wird der Antrag Bömel- Begrüßungsschreibens, welches von den sozialdemokratischen StadtNach Verlesung der Präsenzliste und nach Bekanntgabe eines burgs, für die durch Beitragserhöhung eingetretene Erhöhung verordneten Kopenhagens eingegangen ist, wird wiederum in die der Unterstützungsfäße eine einjährige Karenzzeit vorzuschreiben. Sodann erfolgt die Beratung der zu den§§ 21-25 des Statuts Lehmann, Reinidendorf 11,75; 1300 Baumberg 7,45; 1182 Gtod vorliegenden Anträge, die sich mit der Art der Zahlung und Ver11. Co., Gaal III 14,45; 1507, 8, 9 u. 10 Reis. M., 3. Rate 25,35; 1709 rechnung der Beiträge beschäftigen. Die Debatte dreht sich größtenMöbelfabrik Einigkeit 10,70; 1724 Pianofabrit Blasendorf 3,50; 1727 Grün 1. Hedwig 15,40; 502-65; 503 1,-; 505 2,-; 538 5,- 539 1,30; 545 teils um das Verhältnis zwischen dem Zweigverein Berlin und den 5,40; 553 1,50; 560 8,65; 568 2,90; 587 10,90; 589 3,60; 518 10,45; 576 umliegenden Zweigvereinen, deren Mitglieder zum Teil in Berlin 6,05; 572 1,-; 580 2,95; 601 3,70; 603-80; 602 2; 604 2,606 arbeiten. Nach dem Statut sind diese Mitglieder verpflichtet, den 13,10; 614,50; 619 9,65; 625 2,55; 633 2,25; 650 1,50; 661 1,25; 667 3,25; Berliner Beitrag zu zahlen und die zur Quittierung der Beiträge 674 7,60; 702 13,80; 719 6,20; 728-, 80; 735 3,80; 736 25,25: benötigten Marken von dem Zweigverein Berlin zu entnehmen. 740 8,60; 741 1,50; 742 7,05; 743 6,90; 746 5,25; 766 5,30; Gegen die letztere Bestimmung richten sich die Anträge der Zweig: 767 1,-; 791 1,30; 762 3,05; 763 0,50; 809 1,50; 820 2,85; 825 1,50; vereine Adlershof, Bernau usw. 829 2,65; 826 1,80; 827 0,50; 828 3,-; 832 6,25; 872 3,30; 882 14,80 in Leipzig. 883 12,75; 889 7,20; 924 1,-; 950 11,40; 960 0,70; 961 2,10; 963-50; und 829 2,65; 826 1,80; 827 0,50; 828 3,800 2,85: 825 1,50; bvereine Adlershof, Bernau usw. Das ähnliche Verhältnis besteht Lehterer versucht den mit den Gothaer Innungsmeistern abges B erklärt Bö me I burg, daß der Verbandstag in dieser Frage kaum Nach längeren Ausführungen der daran interessierten Delegierten eine Entscheidung treffen könne, wenn ein Ausweg gefunden werden fann, so tann dieser nur von einer Konferenz der beteiligten Organifationen geschehen. Einige Anträge wollen die Anteile der Zweigbereine an den Beiträgen in anderer Weise regeln. Diese Anträge werden dadurch erledigt, daß sich der Verbandstag mit großer Mehrheit für Beibehaltung des bisherigen Zustandes ausspricht. Für Berlin soll der Verbandsvorstand eine Konferenz zur Regelung der angefochtenen Punkte veranlassen. Damit ist diese Materie erledigt, es folgt nun der Titel Unterstügung und Rechtsschutz. Hierzu liegen 58 Anträge vor. In der Nachmittags Sigung eingetreten. Es äußert sich dazu der Delegierte Onnen- Wil helmshaven, der den enormen Aufschwung des Verbandes zum großen Teil auf die Anstellung der Gauleiter zurückführt. Er wünscht, daß diese Einrichtung noch besser ausgebaut wird. Ferner äußern sich emmer- München, die zum Teil eine interne Münchener Andie Delegierten Dreh- Nürnberg, Engelbrecht gelegenheit behandelt. Es wird zur Regelung dieser Angelegenheit Iing- Gotha äußern sich ebenfalls zu dem Geschäftsbericht. eine fünfgliederige Kommission gewählt. Ege Frankfurt und Schrader und Bringmann scharf unter die Lupe genommen schlossenen Arbeitsvertrag zu rechtfertigen. Dieser wird von und der Beweis erbracht, daß derselbe als ein äußerst reaktionärer zu bezeichnen ist, der geeignet sein dürfte, der gesamten modernen Arbeiterbewegung einen Schlag zu versehen. Promm- Effen schildert ein ähnliches Angebot, das die Essener Krauter den dortigen Zimmerern gemacht haben, welches aber von diesen dankend abgelehnt wurde. Durch Annahme eines Antrages, daß Verträge mit dem Unternehmertum, welche geeignet sind, eine Spaltung unter den Zimmerern herbeizuführen, nicht abgeschlossen werden dürfen. war der Gothaer Fall erledigt. Zum Geschäftsbericht äußern sich weiter die Delegierten Rathmann, Rogge, Imbs, Lehmann und Schwarz- Metz. Letzterer schildert die schwierige Situation, die in den Reichslanden die Agitation hemmen. Im Schlußwort nimmt Schrader Gelegenheit, verschiedene irrige Auffassungen der Delegierten zu berichtigen. Zum Ausschußbericht sprechen eine ganze Anzahl Delegierte, die sich besonders über die Ansicht des Ausschusses, die derselbe Verbandskassierer, wirft die Frage auf, ob man in Zukunft bei in puncto der Abwehrstreiks an den Tag legt, äußern. Römer, allen Streits Unterstübung vom ersten Tage an gewähren solle. Dieses scheine ihm die wichtigste Frage, die zu erledigen sei. Allerdings erfordere dieses eine bedeutende Mehrausgabe, die im letzten Jahre vielleicht 120 000 bis 150 000 M. betragen hätte. prüfungs- Kommission Bericht über den an sie zurückgewiesenen In der Nachmittagssigung erstattet die MandatsFall Halberstadt. Es wird betont, daß wohl der Protest zum Teil berechtigt sei, daß aber nach reiflichen Erwägungen die Kommission das Mandat für gültig erkläre, da trop der vorgekommenen Machinationen sich die größere Stimmenzahl auf den Kameraden aus Halberstadt vereinigt habe. Zu dem Bericht des Ausschusses erhalten weitere Delegierte das Wort. Anträge stehen Die einzelnen hierzu gehörigen Schrader und tube betonen, daß es immer komplizierter wird, mit gur Verhandlung. Bringmann, Streit und Aussperrung zu unterscheiden und daß dadurch auch die Festsetzung der Unterstübung eine immer schwierigere wird. Durch Antrag wird beschlossen, fünftig eine gleiche Frist für die Unterftützung bei allen Streits zu sehen und alle Streifunterstützungen vom vierten Tage an zu zahlen. zweier Mitglieder aus Bielefeld geäußert und seiner Befriedigung Nachdem Kube sich im Schlußwort noch über den Ausschluß über die Lösung der strittigen Frage betreffs der Streifunterstützung Ausdruck gegeben, wird dieser Punkt für erledigt erklärt. Es wird in die Debatte über 967 2,10; 965 5,80; 971 10,-; 974 6,50; 977 8,80; 979 4,20; 981 7,75 986 3,35; 987 1,40; 997-, 55; 1006-, 95; 1026,50; 10271,50; 1018 6,05; 1024 2,75; 1050 5,15; 1069 3,15; 1083 4,50; 1094 3,35; 1096 5,30; 1101 1801104 4 1106 13,70; 1107 7.-; 1109 1,25; 1114 1,50; 1117 9, 1118 1,80; 1119 7-1124 4,40; 1126 2,-; 1151 7,15; 1160 3,20; 1167 2,60; 1172 2,05; 1176 3,55; 1179 11,35; 1180 2,80; 1186 6,60; 1194 6,30; 1195 1,60; 1196-80; 1198 7,35; 1217 7,55; 1219 7,-; 1220 4,35; 1224 3,50; 1239 5,-; 1249 3,80; 1250 4,40; 1253 2,45; 1257 1,65; 1262 1,50; 1266 3,25; 1267 1,20; 1270 4,70; 1276 4,75; 1278 9,20; 1279 5,65 1275 2,-; 1284 11,75; 1297 1,10'; 1299 3,10; 1315 2,15; 1317 3,50 1327 1,-; 1387 3,-; 1339 2,50; 1340 1,35; 1342 5,65; 1344 17,05; 1345 18,-; 1352 4,25; 1356 7,50; 1362 2,25; 1364 11,80; 1375 2,30; 1378 3 ,; 1380 4,40; 1388 4,10; 1389 6,40; 1390 25,-; 1391 1,25; 1394 2,30; 1395 210,-; 1397 2,50; 1400 2,10; 1412 4,20; 1414 4,-; 1418 1,80; 1419 -50; 1422-50; 1430 3,80; 1440 1,50; 1441 11,60; 1449 2,70; 1461 2,-; 1463 2,10; 1466 1,-; 1470 6,65; 1473 4,80; 1477 5,-; 1480 4,85; 1487 1,05; 1490 2,-; 1492 3,75; 1497 7,40; 1522 14,15; 1528 3,90; 1529 2,75; 1530-35; 1531 4,80; 1532 1,50; 1540 2,05; 1544 3,25; 1554 9,60; 1555 1,-; 1558 3,30; 1559 6,20; 1569 1,25; 1571 1,90; 1572 1,70; 1576 2,-; 1577-50; 1578 1,-; 1579-50; 1582 8,75; 1515 6,05; 1518 9,05; 1527 wird in die Diskussion über die Anträge eingetreten und nimmt da13,05; 1632 1,40; 1659 2,70; 1660 4,25; 1666 7,05; 1675 13,65; 1686 bei zunächst das Wort 11,80; 1701 2,50; 1702 6,30; 1703 1,65; 1704 11,60; 1705 11,50; 1707 1,20; 1710 1,30; 1725 13,25; 1726 1,20; 1728 1,80; 1730 2,-; 1731 4,35; 1732 in den Streifen unserer Mitglieder das Verständnis für die eigentBömelburg: Die vielen vorliegenden Anträge beweisen, daß 11,30; 1736 1,90; 1756 6,30; 1760 1,60; 1765 1,80; 1772 2,60; 1773 1,- lichen Aufgaben unseres Verbandes teilweise geschwunden ist. Wenn 1774 10,-; 1902 7,-; 2001 6,05; 1345 5,65; 1770 14,80.) Wahlkreis Teltow Beeskow wir den Anträgen Rechnung tragen, so ist damit der finanzielle Charlottenburg, Ruin des Verbandes besiegelt. An das notwendige Korrelat Jozialdemokratischer Zentral- Wahlverein: Auf Listen von Wahlvereinen und Einzelbeiträge: Mariendorf 147,86; Ketschendorf 47,-; Behlendorf 44,55; dieser Erweiterung des Unterstützungswesens, eine Beitragserhöhung, Wilmersdorf 147,35, Bau Pfalzburgerstr. 33/34 7,85, err G. Seyfert 10,- fann in absehbarer Zeit nicht gedacht werden. Nicht ein einziger der Sa. 165,20 Charlottenburg 259,60, S. R. Nr. 12834 86,70, Druderperfonal Anträge, die die Erhöhung der Unterstützungen fordern, ist realisierb. R. Boll 12,50, Restaurateur Finder, Georgenstr. 11, Siemens- bar, ohne das Vermögen des Verbandes zu schädigen. Und was wäre Schudert- Werte, Abt. B 6,90, von den Einsegern der Firma Reinide, die Folge, wenn wir mit einer Unterbilang abschließen würden? Unsere Nonnendamm 13,30, Sa. 390,-; V. K. M. Th. Listen 146,90; Schmargen Position bei den Lohnbewegungen würde ganz bedeutend geschwächt dorf 58,48; Groß Lichterfelde 106,05, gef. Fabrik Hinz, britte Nate 10,10, Sa. 116,15; Rudom 21,40; Schenkendorf werden; die Folge wäre also eine Abschwächung des Kampfcharakters 20,30; Alt Glienice 56,22; Friedenau 13,90, Telferfammlung 12,50, Sa. unserer Organisation, in Summa: eine Verringerung unserer Erfolge 26,40; Teltow 135,-; Tempelhof 76,40, Tischleret Sippel, Berg- bei den Lohnbewegungen. Sollen wir eine Unterstützung in irgend mannstr. 11,-, M. A. G. K. B. D. Werkzeugbau 5,-, Ga. 92,40; Bannfee welchen Notfällen höher bewerten, als eine Erhöhung des Lohnes? -, 50; Brig 19,80; Trebbin 2,65; Neu- Bittau 11,-; Martgrafpieste 17,30; Redner geht dann ausführlich auf die einzelnen Anträge ein und Groß- Besten 18,50; Steglitz 67,10; Grünau 4,20; Schöneberg 142,65, fommt zu dem Schluß, daß eine Erhöhung der Sterbe- Unterstützung Laternenwärter der Engl. Gasanstalt 40,30, Anschläger v. Gäbel u. Wiebe nicht angängig ist; eine Umzugsunterstützung ist für uns überhaupt mann 22, Sa. 204,95; Rirdorf 340,10, Arbeiter b. Lundershausen, nicht diskutabel, über den von Schwarz- Danzig gestellten Antrag Prinzenstr. 99, 10,55, S. 6. Arbeiter u. Arbeiterinnen Abt. Langner 10,60, Bfl. 83. Unverzagt 6,85, Stammtisch Seruſemart 2. Rate 13,45, Daimler bezüglich Erwerbslosen- Unterſtügung kann meines Erachtens über Motorenfabrit 15,25, Werkstatt Meger 3,20, Sa. 400,-; Insgesamt 2213,86. haupt nicht geredet werden. Das einzige, was ich aus Bereits quittiert 13 383,79, im ganzen 15 597,65. den Anträgen herausgeschält habe, ist der Antrag HamMünchen, durch J. Hoffmann 45,64. Berlin, verspätete Zahlung von burg, der den Verbandsvorstand beauftragt, dem nächsten einem Indifferenten wegen Störung einer Versammlung 2,50. Stremmen, Berbandstag eine Vorlage betreffs Verbesserung der Krankenunterfozialdemokratischer Wahlverein, Liste 6, 7,60. Brüffel 12, Fürstenwalde stützung zu unterbreiten. Redner bittet die Delegierten, alle auf Era. Spree, vom Gewerkschaftskartell 9. und letzte State 116,05. Desgleichen höhung oder Erweiterung der Unterstützungen gerichteten Anträge nachträglich eingegangen: Verband der Kupferschmiede 5,-, Erd- und Bauhülssarbeiter 4.-, Maurer 3,50, Summa 12,50. Berlin, bei der Ge- abzulehnen, dann nur würden sie im Interesse des Verbandes schäftskommission der freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften ein handeln.( Beifall.) Verlag und Redaktion bes Bimmerera" gegangen: Von der Gewerkschaftskommission Hannover: von Bürstenmachern Schwarz Danzig erklärt, er habe die Frage der Erwerbs. eingetreten. Alle hierzu gestellten Anträge stehen mit zur Debatte. 8,-, bon Fliesenlegern 7,80, von Holzarbeitern 9,-, bon 3folierern 4,50, losen- Unterstützung lediglich einmal zur Sprache bringen wollen, da Die große Anzahl der Delegierten sprechen fich lobend über die Summa 29,30. Halberstadt, nachträglich eingegangen 250,-. Schwebt a. D., fei er nicht so ängstlich wie Bömelburg. Man flage über die starke Haltung des Zimmerers", sowie über die" Praktischen Winte" und von den Barteigenossen des Wahlkreises Prenzlau- Angermünde, 2. Mate, Fluktuation in unserem Verband, wie wolle man fte aber beseitigen? die Geschichte der deutschen Zimmererbewegung" aus. 93,75, Summa 6358,55.( Dem Unterstützungsfonds der sozialdemokratischen Das gehe nur durch weiteren Ausbau unseres Unterstügungswesens, dem Wunsche Ausdruck gegeben, letteres Werk in zusammengefaßter Partei überwiesen.) Beiter eingegangen: Baden- Baden, gesammelt in einer daran ändere alles Reden über den Kampfcharakter der Gewerkschafts- Form herauszugeben. Mit schlichten einfachen Worten schildert der Sihung des nationalliberalen und jungliberalen Vereins 90 ,; Lifte 1313, bewegung nichts. Redner berbreitet sich dann des weiteren über Delegierte Delfs, wie er die Fachzeitung gar häufig zur Agita 2. Berliner Wahltr. 20,25, Sa. 110,25.( Dem Verband deutscher Berg- und das Unterstützungswesen, speziell die Unterstügung bei Erwerbslofig- tion auf dem platten Lande berube. Gubisch- Chemnis wünscht, Hüttenarbeiter überwiesen.) teit, wird aber durch Ablauf der Redezeit an weiteren Ausführungen daß einmal Artikel über die Befugnisse der Gewerkschaftstartelle 8ur Unterstützung der Opfer der russischen Mege. gehindert. im Zimmerer" veröffentlicht werden. Des weiteren wird dem leien sind mir weiter folgende Beträge zugestellt Die folgenden Redner sind im großen und ganzen auch gegen Wunsche Ausdruck gegeben, aufklärende Artikel über den Mißbrauch worden: Erweiterung der Unterstützungen, haben aber im einzelnen boch des Alkoholgenusses zu bringen. Schönebed a. E., durch den Vertrauensmann 30,85. Desgleichen 33,20. Wünsche betreffs Kranken- oder Miete- Unterstützung. Auch die In Jm Schlußwort gibt Bringmann über die gegebenen An Desgleichen 35,45. Desgleichen 58,80. Von Aumaer Parteigenoffen 7- haftierten- Unterstüßung ist Gegenstand mancherlei Wünsche. regungen feiner Freude Ausdrud. Potsdam, gesammelt in einer Boltsversammlung 20,- Spandau, gef. auf Er erklärt, daß es auch sein Die Abstimmung hat folgendes Resultat: Betr. der Kranten. Bestreben sein werde, allen Wünschen möglichst Rechnung zu tragen, dem Bau Blesch v. d. Maurern und Bauarbeitern 17,80, bei einem Ausflug unterstüßung werden alle Anträge auf Erhöhung refp. Er- damit sich die Auflage des Zimmerer", die im lebten Jahre eine der Böttcher, Bahlstelle Sp., gesammelt 4,-, b. b. Spandauer Genossen des Bezirks 4 u. 5 bei einem Ausflug nach Fallenhagen gesammelt 9, Ga. weiterung abgelehnt, angenommen wird ein Antrag, der den Durchschnittszahl von 41 745 Exemplaren hatte, erhöhen würde. 30,80. Offenbach a. M., durch den Verlag des Offenbacher Abendblatt" Vorstand beauftragt, dem nächsten Verbandstage Vorschläge zu einer Redner macht weiter auf den Kostenpunkt und die technischen 122,62. Hemelingen, Tellersammlung vom 18. März 9,90. Sorau N.-L., Verbesserung, die jedoch nicht eine Unterstützung für den Winter be- Schwierigkeiten, die eine monatliche Beilage verursachen würde, d. G. N. 2,15. Berlin, von der A. E. G., K. F. 51,85. Berlin, von den zweden darf, zu machen. aufmerksam. Redner teilt ferner mit, daß auch der dritte Band der Mitgl. des Verb. deutscher Buchdruder i.„ Borwärts" 25,-. Dresden, bei Geschichte der deutschen Zimmererbevegung" boraussichtlich bis der Expedition der Sächsischen Arbeiterzeitung" eingegangen 359,30. zum Jubiläumsjahre des Bestehens des Zentralvereins erscheinen Sa. 786,92. würde. Alle Anträge auf Abänderung der Fachzeitung werden ab Berlin, den 10. April 1905. gelehnt. Dem Vorstand wird in der Gesamtheit Decharge erteilt. Bum zweiten Punkt der Tagesordnung erhält Schrader das Wort. Derselbe schildert die und betont, daß troß aller Kämpfe derselbe in der jetzigen Form Entwidelung des Verbandes groß und start geworden sei. Auch das Jahr 1905 scheine ein recht bewegtes für den Verband zu werden. Schon vor acht Tagen lagen aus 200 Bahlstellen mit anmähernd 17 000 Mitgliedern Streit anmeldungen bor. In acht Bahlstellen mit 586 Mitgliedern tobt bereits seit etlichen Tagen der Kampf. In den lezten sechs Jahren hat sich infolge der Agitation und Organisationstätigteit in 1065 Bahlstellen der Lohn erhöht, und in 245 Zahlstellen ist die Arbeits. zeit verkürzt worden. Der vierte Teil der Verbandsmitglieder hat bereits die neunstündige Arbeitszeit errungen. Diese Errungens schaften haben allerdings schwere Kosten verursacht, und diese Summen haben sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Redner gibt so. dann über die Leistungen der größeren Bahlstellen eine Uebersicht. A. Gerisch, Lindenstr. 69. Adhter Verbandstag der Maurer Deutschlands. Braunschweig, 12. April. Vormittags- Sizung. Die Statutenberatung wird bei Titel fortgesetzt. Verbandsbeitrag Angenommen wird weiter, daß die Kranten binnen einer Woche dem Zweigvereinsvorstand, binnen drei Wochen dem Hauptvorstand zu melden find. Ueber die Dauer der Krankheit sind die ärztlichen Atteste, deren Kosten das betreffende Mitglied zu tragen hat, einzufenden. Weiter soll die Karenzzeit zwei Jahre statt ein Jahr be tragen.( Dieſe Bestimmung tritt erst am 1. Januar 1906 in Kraft.) Abgelehnt wird die Einführung einer Erwerbslofen und Umzugsunterstützung; Anträge auf Verbesserung der Reife Unterstügung, werden dem- Borstand resp. der Rebattionstommiffion überwiesen. Alle anderen Anträge auf Erhöhung find abgelehnt. Bei Titel Statistit wird ein Antrag Bochum angenommen, wonach der Borstand eine Hierzu liegen die Anträge 48 bis 78 vor. Von Friedrichshagen Statistit über die Fluktuation der Mitglieder aufnehmen soll. und Gusow wird beantragt, von einer Beitragserhöhung Abstand zu Die Bestimmungen über Ehrenmitglieder erfahren eine nehmen, von Hörde liegt ein gegenteiliger Antrag vor, auch Köln Aenderung in dem Sinne, daß dieselben dann Beiträge zahlen und Bremen wollen Aenderungen nach oben vornehmen, der müssen, wenn sie vom Verband irgend welche Unterstützungen beVerbandsvorstand beantragt die erste Beitragsflaffe, 25 Pf. pro ziehen. Bei Berechnung der Unterstügungssäge sollen die zulegt geWoche, zu streichen. zahlten Beiträge maßgebend fein. " " Es wird Rfnö'dj haben 5??rTur, Hamburg unZ Lei'fiz!g große Summen an die Zentralkasse abgeführt, und bekommen haben diese Zahlstellen in den letzten Jahren nichts. Sodann streift der Referent kurz die einzuschlagende Taktik der LohiMmpfe, die nichts festgelegt, werden könne, sondern von Fall zu Fall erwogen werden müsse. Redner ist der Meinung, daß den Unternehmerorganisationcn straffe und feste Arbeiterorganisationen entgegengestellb werden müssen, Mm ihre Machinationen zu durchkreuzen. Ferner dürfe es praktisch sein, �Tarifverträge nicht für eine allzu lange Zeit abzuschließen, es sei denn, daß man einen Staffeltarif errungen habe. Zielbewußt und besonnen müßte dem Ziele zugesteuert werden, dann kann der Verband seinen Mitgliedern Schutz und Schirm gewähren.-Damit erfolgt Schluß des zweiten Verhänölungstages. Von der Nachmittagssitzung des ersten Verhandlungstages ist nachzutragen, daß der Bericht des Ausschusses von.Kube-Berlin. er gänzt wurde. Derselbe ertwihnte einzelne Beschwerden der Mit- gliedcr und legte die Ansicht des Ausschusses betreffs der Unter stützung bei Äbwehrstrciks klar. Gleichfalls sprach derselbe den Wunsch aus, der Zirstitution der Gauleiter festere. Form zu geben Dresden, 12. April. VormittagS-Sitzung. Nach Verlesung der Präsenzliste erstattet I m b s namens der Kommission Bericht über die Münchener Angelegenheit. Derselbe betont, daß die Kommission nach dem vorliegenden Material diefenr'Falle. keine Maßregelung erblicken könne.— Die General Versammlung verwirft, den Antrag der Kommission und betrachtet den Münchener Kameraden als gemaßregelt. Sodann beginnt die Debatte über das Referat Schräders. Hierbei werden die Anträge, die sich mit der Agitation und Organ! sation beschäftigen, mit verhandelt. Von einzelnen Orten ist der Antrag gestellt, dtzß der Zentralvorstand zu beauftragen ist, Schritte in die Wege zu leiten, um eine' V e r s ch m e l z u n g der Zentralverbände der Maurer, Zimmerer und. Bauhülfsarbeiter herbeizuführen. W a lt er- Dortmund begründet diesen Antrag. Redner glaubt, daß eine Verschmelzung dieser drei�Verbände großes für die Arbeit- nehmer im Baugewerbe zu leisten vermöge, da auch der Arbeitgeber- bund sich nicht in einzelne Branchen gliedere, sondern für das Bau- gewerbe fest und geschlossen dastehe.. Redner ist ferner der Ansicht, daß durch die Verschmelzung dieser Verbände ein rascheres Tempo bezüglich des Bauarbeiterschutzes zu erreichen sei. Laue-Leipzig begründet den Antrag auf Aufhebung.des zwischen den drei Verbänden bestehenden Kartellvertrages. Durch Erfahrung, die derselbe in Leipzig, Gera usw. mit den Bruder Organisationen geinächt, erklärte er die Stellungnahme der Leipziger. Eine weitere Anzahl Delegierter aus allen Gegenden Deutschlands geben ihren diesbezüglichen Erfahrungen Ausdruck. J a n s e n macht bekannt, daß in Herne die Maurer init- den häßlichsten Mitteln gegen die Zimmerer gearbeitet haben. In be redten Worten die Handlungsweise der Maurer in den einzelnen Orten scharf verurteilend, begründet Bring mann eine vorliegende Resolution. Redner stellt die Jndustrieverbände den Bernfsverbänden gegenüber und glaubt, daß unter den heutigen Verhältnissen die letzteren sich bei Lohnkämpfen- am besten bewähren, denn allent- halben dort, wo Gewerbe und Industrie im Uebergange begriffen find, sinken die wirtschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter und daher sind die Berufsorganisationen notwendig. Die Jndustrieverbände scheinen sich bei Lohnkämpfen als nicht so praktisch zu bewähren, wie ani Metallarbeiter-Verband ersichtlich ist. K üb e- Berlin, Vertreter der Generalkommission, tritt den Aus- führungen Bringmanns entgegen, so weit sie sich auf den Metall- arbeiter-Verband beziehen. Es ist nicht richtig, daß der Metall- arbeiter-Verband nicht in der Läge wäre, Lohnkämpfe niit Nachdruck zu ftihren. Die Lohnkämpfe der Metallarbeiter in Berlin beweisen, daß der Metallarbeiter-Verband. ein sehr gefürchteter Gegner der Arbeitgeber ist und wenn nicht überall der gewünschte Erfolg erzielt wurde, so ist das in anderen Organisationen und auch bei uns vor- gekommen. Man dürfe nicht außer acht lassen, daß in der Metall- Industrie das Unternehmertum besser organisiert sei, als in den übrigen Gewerben.. Der Metallarbeiter-Verband hat sich in derselben gesunden Weise entwickelt, wie die meisten übrigen Organisationen. Es ist auch nicht angängig, den Metallarbeiter-Verband für soder gegen die Jndustrie-Verbände heranzuziehen. Die fzloeckmäßigste Form der Organisation ergibt sich aus den besonderen Verhältnissen eines Gewerbes. In der Metall-Jndustrie laufen die Spezialberufe so durch- und ineinander, daß für diese Industrie der Industrie- Verband wohl die zweckmäßigste Form sein dürfe. Anders liege es im Baugewerbe. Die Berufsorganisation habe sich gut entwickelt und es liege kein.Grund bor, die Forin der Organisation zu ändern. Durch Annahme folgender Resolution ist die Frage der Organi- sationsform erledigt: „In Erwägung, daß die Organisationen im Baugewerbe in ihrer heutigen Verfassung recht ansehnliche Erfolge erzielt und den gewerkschaftlichen Kampf wirksam geführt, auch in absehbarer Zeit aus Kämpfen herauszukommen keine Aussicht haben, hält es die 16. Generalversammlung nicht für zeitgemäß, Organisations- Formfragen in dem Umfange aufzuwerfen und zu fördern, wie die vorliegenden Anträge es verlangen. Hingegen erklärt es die Generalversammlung, daß sie nach wie vor auf dem Boden der Kartellverträge mit den verwandten Berufsorganisationen steht. In Hinsicht auf die im Laufe der Debatte angeführten Widerwärtigkeiten, wie solche durch Betreiben von Funktionären des Maurer-Verbandes hervorgerufen wurden, bedauert die Generalversammlung diese das fernere Zusammenwirken mit den kartellierten Berufsorganisationen außerordentlich gefährdenden Vorkönimnisse und spricht die Erwartung ans, daß Mißhelligkeiten bezeichneter Art fernerhin nicht mehr Anlaß zu Erörterungen geben werden. Sie beauftragt deshalb die Verbandsfunktionäre mehr wie bisher ihr Augenmerk darauf zu richten, daß auch die Maurer- Organisation in allen Fällen im Sinne des KartellvertrageS arbeitet, anderenfalls der Verband die gegenseitigen Verbindlich- leiten als gebrochen betrachtet und hieraus die nötigen Konsequenzen ziehen müsse." Die gestellten Anträge, die sonst zur Debatte stehen, fördern wesentlich neue Gesichtspunkte nicht zutage. R e i m a n n- Berlin gibt dem Wunsche Ausdruck, daß sich die Gauleiter etwas mehr mit der sozialpolittschen Gesetzgebung befassen möchten, Nach Annahme eines Antrages der besagt, daß der Zentral- borstand künftig im Bedarfsfalle weitere Gauleiter anstellen kann und nachdem beschlossen, daß zur Betreibung einer nachdrücklichen Agitatton und besseren Einkassierung der Beiträge das Platzdeputierten- und Hauskassierersystem möglichst in allen Zahlstellen eingeführt werden soll, ist die Debatte über die Agitation beendet. Die weitere Debatte über die Lohnbewegung fördert recht inter- essante Momente, die sich in den einzelnen Orten bei dem Kampf um die. Arbeitsnachweise gezeigt haben, zutage. In der Nachmittagssitzung nimmt die Debatte über die Lohnbewegung ihren Fortgang. Sämt- liche�Anträge, 41 an der Zahl, die zur Abänderung des Streik- reglements gestellt sind, stehen zur Beratung. Dieselben werden von den einzelnen Delegierten begründet. Zur Generaldebatte spricht Ecke-Hamburg. Derselbe zieht aus den ganzen Anträgen den Extrakt, daß dieselben daraus hinauslaufen, recht viel aus dem Ver- bände herauszuziehen: aber leider sind für neue Einnahmequellen keine Winke gegeben. O e h m i g e n- Dresden wendet sich gegen die von Schräder vertretene Ansicht, daß Kämpfe gegen die Arbeitsnachweise der Unter- nehmqx künftig zu unterbleiben habe». Er ist der Meinung, daß, wenn dieser Kampf erlahmt, all überall dieselben zum Schaden der Zimmerer empyrsprießen werde». Bringmann- Hamburg legt in längeren Ausführungen die Schäden dar, die daraus entstehen, wenn bei Kämpfen die not- wendigen taktischen Grundsätze außer acht gelassen werden, da dies sich schwer rächt, wie. der Ausgang der Kämpfe in Lehe-Geestemünde und Bremen beweisen. In diesen Orten war es der Wille der Unter- nehmer, in den Kampf mit den Arbeitern einzutteten. Diese Be- wegungeN beweisen,- daß nian sich niemals seinen Gegnern stellen solle, wenn es diesen paßt, sondern nur dann, wenn die Arbeiter selbst den Zeitpunkt zur Verbesserung ihrer Lebenshaltung für gekommen erachten. Die Vorwürfe, die seitens der Frankfurter erhoben werden, daß nur der Zentralvorstand zur Verhandlung mit dem dortigen Unternehmertum zugezogen sei, sei unberechtigt. Dieses sei lediglich eine strategische Klugheit gewesen, denn wenn die Verhandlungen und Beschlüsse in der breitesten Oeffentlichkeit gefaßt worden wären, dann wäre jedenfalls keine Lohnerhöhung von 6 Pf. pro Stunde erzielt worden. Die Unternehmer hätten dann von dem Kraftverhältnis und dem Einfluß sowie der Kontrolle, die der Verband über die dortigen Zinmierer hatte, Kenntnis erhalten. Nach Lage der Sache ist der Erfolg großarttg. Wohl selten dürfte es vorkomnien, daß bei einer Aussperrung eine Lohn- erhöhung in diesem Maße erzielt werde. Auf Antrag werden die Anträge zum Streikreglement zurück- gesetzt und in die besondere Debatte über die Lohnbewegung ein- getreten. Es äußern sich W i e g m a n n- Hannover, Jung- Elberfeld, Schräder- Hamburg und K u b e- Berlin dazu. Letzterer bekämpft ganz entschieden das Mißtrauen, welches in dem Frank- furter Falle gegen den Vorstand zutage getreten ist. Ferner wünscht derselbe, daß auch den Gauleitern in Zukunft mehr Vertrauen und Entgegenkonimen bewiesen werde, damit dieselben voll und ganz ihre Aufgabe, praktisch für den Verband zu arbeiten, nachkommen können. Es-sprechen noch I m b s- Straßburg und Groß- Hamburg. Letzterer schildert die Art der Kontrolle, die der Arbeit- geberverband im Baugewerbe dort über die Arbeiter übt, um Miß- liebige zu treffen. Mit der Erklärung, daß auch künstig bei Kämpfen aller Art die Grundsätze der Taktik, die auf der 15. Generalversammlung be- schlössen, Geltung haben sollen, wird die Debatte geschlossen. Es erfolgt weitere Beratung der einzelnen Anträge des Streik- reglements. Die Anträge, die auf eine Mehrbelastung der Haupt- lasse hinauslaufen, werden abgelehnt, die übrigen der Statuten- beratungs-Kommission überwiesen. Sektion Bonn,, Bochum, Klausthal. Halle g t Waldenburg Tarnowitz. Zwickau., München, •{ •{ *{ •{ •{ Soziaice, Zunahme der Unfälle im Bergbau. Der„A. C." entnehmen wir die nachstehenden, im„Kompatz" veröffentlichten amtlichen Zahlen aus der Unfallstatistik der Knappe schasts-Berufsgenossenschaft: Entschädigte Unfälle per 1000 Versicherte 9,86 14,62 15,60 17,01 6,76 12,81 7,23 11,71 5,33 6,76 15,57 19,44 9,32 11,70 9,02 11,85 12,09 15,38 Die Zahlen zeigen in allen Revieren eine starke Zunahme der Unfälle seit 1897: außerdem ist bemerkenswert, daß in den großen Revieren Bonn Bochum und Tarnowitz, in denen der kapitaustische Charakter der Produktion am schärfften ausgeprägt ist, auch die Unfallzahlen am höchsten sind._ Der Gesetzentwurf über die Bcrufsvereine soll demnächst an den Bundesrat gehen. Der Leipziger Kasscnkonflikt soll beigelegt werden. Es sind zwischen Aerzten und Kassenvorstand sowie der Behörde Ver Handlungen im Gange. Die Grundlagen der Verhandlung bilden die Wiedereinführung der Familienbehandluug zu einenr Pauschal 'atze von 2,60 M. pro Kopf der zu ärztlicher Behandlung Berechtigten und Deckung von 16% Proz. der Gehälter der fest angestellten Aerzte außerhalb des Pauschale. Wenn darüber Einigung erzielt wird, dann soll die Verwaltung wieder vollständig dem Kassenvorstande übergeben werden. Wenn die jetzigen Verträge der festbesoldeten Aerzte ablaufen, werden sie nicht wieder erneuert, doch sollen Zusicherungen erzielt werden, daß diese Aerzte nicht mehr drangsaliert werden. Am 23. April ist eine außerordentliche Generalversammlung, der die Vereinbarungen unter- breitet werden sollen. 1897 1904 1897 1904 1897 1904 1897 1904 1897 1904 ( 1897 * l 1904 / 1897 •\ 1904 / 1897 *\ 1904 Gesamtsumme{ Versicherte Arbeiter 89104 111922 176 003 265 916 15 681 20 680 64 209 78 982 21401 28 844 64 885 95 461 28 642 30 260 8 423 10 461 468 953 642 526 Prinzipielles vom§ 9 des Kommunalabgabrn-GesetzeS. Bei Heranziehung von Grundbesitzern und Gewerbetreibenden zu den Kosten von Gemeindeveranstaltungen gemäß§ 9 des Kommunal- abgaben-Gesetzes muß nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts vom 11. April das der Heranziehung vorangehende Beschlußverfahren bei Bezirksausschuß und Provinzialrat schon soweit Vorsorge tragen, daß für den Magistrat bei Heranziehung der einzelnennur noch ein Rechenexempel übrig bleibt und nicht etwa der Magistrat erst nur die Vorteile feststellen braucht, die den einzelnen aus der Gemeinde- Veranstaltung erwachsen sind. Es wurde für verfehlt erklärt, daß anläßlich der Verbreiterung einer Straße Maade- burgS in dem Beschlutzverfähren nach§ 9 nur gesagt war:„Es bleibt dem Magistrat überlassen, die einzelnen Straßenanlieger(Grundbesitzer) nach den ihnen erwachsenen Vorteilen zu den Kosten der Verbreiterung heranzuziehen." Eine größere Anzahl Grundbesitzer, auf die die Hälfte der Kosten jener Stratzenverbreiterung verteilt worden war, mutzten wegen jenes Mangels im Beschlußverfahren freigestellt werden. Ein schärferes Borgehen gegen die AuSbentung der Kinderarbeit ordnet die mittelftänkische Kreisregierung an. Unter Borlage des Be- richts der Fabriken- und Gewerbe-Jnspektoren bemertt sie m einem Schreiben an die Stadtmagistrate, wie aus dem Bericht hervor- gehe, lasse die Durchführung des Reichsgesetzes betreffend die Kinderarbeit noch viel zu wünschen übrig. Es solle daher die Materie im Auge behalten, wie überhaupt auf die Verbesserung der Arbeiterverhältnisse fortgesetzt Bedacht ge- nommen werden. Der Stadtmagistrat Nürnberg beschloß, die Ge- werbe-Auffichtsbeamten anzuweisen, der Kinderarbeit besonderes Augenmerk zuzuwenden, außerdem soll der Fabrikinspektor ersucht werden, bei Verfehlungen gegen das Gesetz dem Magistrat Mitteilung zu machen. Eine Weltsirma und ihre Arbeiter. Im Verlage der Allgemeinen Verwaltungsstelle Nürnberg des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes ist soeben ein interessantes,' zwei Bogen starkes Schriftchen erschienen unter dem Titel:„Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den Siemens- Schuckert-Werken Nürnberg, Berlin, Wien; be- arbeitet von Adolf Braun." Das Schriftchen, das zur - Jßstitümi st» Äe Arbeiter der gMZnnten Werke bestimmt ist, be- zweckt die Klarstellung der tatsächlichen Arbeitsbedingungen und gibt der gewerkschaftlichen Tätigkeit wertvolles Material an die Hand für ihr Bestreben, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu verbessern. Für eine der größten Unternehmungen nicht nur Deutschlands sollen die Einkommen- Verhältnisse der Arbeiter statistisch festgestellt werden. Allerdings ist nur ein Teil der Arbeiter, vor allem der Berliner und Wiener, von der Erhebung erfaßt, aber es wird, wie in dein Vorwort bemerkt ist, wohl nicht zu bezweifeln sein, daß in allen wesentlichen Punkten die Angaben richtig sind und ein klares Bild über die Lohnverhalt- nisse dieser Arbeiter gewähren.... Den Anstoß zu dieser Arbeit, die als ein erster Versuch sozial« statistischer Feststellung für ein Niesenunternehmen durch eine Ge- werkschaft bezeichnet werden kann, gab der beständige Hin- weis der einzelnen Fabrikleitungen, daß diese oder jene Arbeit in den anderen Werken billiger hergestellt werde als an dem betreffenden Orte. Auf dieser Behauptung wurde ein regel- rechtes System der Preisdrückerei aufgebaut, das endlich die organi- sierten Arbeiter der drei Hauptproduktionsstätten der Siemens- Schuckertwerke veranlaßte, Fühlung miteinander zu nehmen, ihre Er« fahrungen gegenseittg auszutauschen und ein engeres Solidaritäts- gefühl unter ihnen zu erzeugen. Das Ergebnis war eine Konferenz von Vertrauensmännern, in der u. a. beschlossen wurde, auf Grund eines einheitlichen Fragebogens die Verhältnisse der Arbeiter in ihren wesentlichen Punkten für die drei Fabriken in Berlin, Nürn- berg und Wien festzustellen. Auf Grund des eingegangenen Fragebogenmaterials ist das erwähnte Schristchen ver- faßt. Die Antworten bezogen sich auf 4451 Arbeiter und 1462 Arbeiterinnen, zusammen 5913 beschäftigte Personen. Dies ist aller- dings nur ein, wenn auch recht erheblicher Teil der Arbeiter der drei Werke: auch liegen nicht für säintliche Arbeitergruppen Angaben vor, doch dürften die Feststellungen auch einen Rückschluß auf die fehlenden Gruppen gestatten. Unter„Allgemeines" erbringt die Schrift zunächst den Nachweis, wie die Großindustrie, durch die Zollpolitik und den Mangel an billigen Transportwegen dazu gezwungen, von der nationalen Grundlage der Produktion auf eine internatioiiale übergeht und überall an den verschiedensten Orten Fabriken errichtet, alsdann wird eingehend die Entwicklung der elektrischen Großindustrie besprochen. Darauf folgen Angaben über die Organisationsverhältnisfe. Die Arbeiter, die die Frage« bogen beantwortet haben, gehören verschiedenen Berufsgrnppen und infolgedessen auch verschiedenen Organisationen an. An erster Stelle steht der Deutsche Metallarbeiter-Verband. dannffolgen der Deutsche Holz- arbeiter-Verband, der Glasarbeiter-Verband, der Handels- und Trans- portarbeiter-Verband, der Verband der Land-, Fabrik- und ungeleniten Arbeiter. In Berlin finden sich außerdem noch in geringer Anzahl Mitglieder der Metallarbeiter-Gewerkschaft, der christlichen Organi- sationen(16) und der Hirfch-Dunckerfchen Organisation(43). 16 Ar« beiter waren in Lokalvereinen organisiert, Mitglieder der zentralen Gewerkschaften waren 2147 Befragte, das sind 50,2 Proz. Von den Arbeiterinnen waren 245— 16,8 Proz. organisiert. Der dritte Abschnitt behandelt die Arbeitszeit. Für das Nürnberger und das Wiener Werk ließ sich die Arbeitszeit einfach feststellen, nicht aber für das Berliner,„weil dort den Arbeitern wohl das theoretische Zugeständnis dcS Achtstundentages gemacht wurde, in Wirklichkeit aber an den fünf ersten Wochentagen zehn Stunden gearbeitet wird, ohne daß die Arbeiter einen Anspruch auf einen Ausichlag für die neunte und zehnte Stunde gehabt hätten. Tatsächlich beträgt also in Berlin die Arbeitszeit 58, in Nürn- berg 58% Stunden. Am günstigsten sind die Arbeiter in dem Wiener Werk gestellt, deren normale Arbeitszeit 50 Stunden pr» Woche beträgt. Neben der normalen Arbeitszeit kommen mich kleb erstunden vor. In Berlin bilden sie die Regel, vor allem diejenigen, die durch einen Aufschlag nicht verteuert werden: in Nürnberg werden im all- gemeinen Ueberstimden nur in Fällen gemacht, die die Firma für be« fonders dringend erklärt. In Nürnberg und in Wien werden für die Ueberstunde 25 Proz. Auffchlag auf den Stundenlohn bezahlt, und zwar sowohl den Zeitlohn- als den Akkordarbeiten!. In Wien sollen ziemlich viel Ueberstunden gemacht werden, doch waren genaue An- gaben nicht zu erlangen. In einzelnen Wteilungen des Wiener Werkes waren die Ueberstunden geringer. In Berlin bildete die Arbeitszeit von 10 Stunden die Regel; eine höhere Bezahlung der Ueberstunden fand erst von der elfte» Arbeitsstunde ab statt, doch kommen Arbeitszeiten von mehr als 10 Stunden nicht häufig vor. Bezüglich der L o h n s y st e m e wurde festgestellt, daß von der Gesamtheit der Beftagten über ein Viertteil inr Zeitlohn, fast ein Achtel abwechselnd im Zeit- und Akkordlohn und über die Hälfte im Akkordlohn arbeiteten. In Berlin arbeiten 73,5, in Nürnberg 47.0 Proz. im Akkord. In Wien hat das Präinienlohnshstem die Akkordlohnform verdrängt; 38,0 Proz. arbeite» im Prämienlohn. Die bei diesem System erfolgende stärkere Anspannung der Arbeits- kraft war auch die Ursache, daß im Wiener Werk die Arbeitszeit auf 50 Stunden verkürzt wurde. Ueber die Löhne selbst gibt eine ganze Reihe von interessanten Tabellen Aufschluß. Zunächst werden die Löhne im allgemeinen behandelt; daraus ergibt sich, daß in Nürnberg die schlechtesten Löhne bezahlt werden. Zum Zwecke des leichteren Vergleichs werden die Stundenverdienste in drei Gruppen, in die der niedrigsten(bis 30 Pf.), der mittleren(bis 50 Pf.) und der„höchsten" Löhne(über 50 Pf.) zusammengestellt. Bei je 1000 im Zeitlohn arbeitenden kamen in Nürnberg auf die Gruppe I 477, auf Gruppe II 485, auf Gruppe III 38, in Berlin 116, 701 und 183, in Wien 140, 790 und 70; bei den im Zeit- und Akkordlohn Stehenden war das Verhältnis in Nüniberg 5, 844, 161'; in Berlin 159, 405/436; in Wien—, 389 und III; für die im reinen Akkord beschäftigten in Nürnberg 3, 715, 282, in Berlin 22, 219 und 759.5 Bei den im Prämienlohn stehenden Ar« beitern des Wiener Werkes hatten von je 1000 Arbeiten! 3 die uiedrigsten, 214 die mittleren, 783 die höchsten Stundcnverdienste. Die Arbeiterinnen standen zumeist im Akkordlohn, die Angaben der Wiener Arbeiterinnen lauten nur auf Prämienlohn. Sämtliche Stundenverdienste der Akkordarbeiterinnen blieben in Nürnberg auf der Stufe der niedrigsten Gruppe, in Berlin und Wien war dies auch für die überwiegende Mehrzahl der Akkordarbeiterinnen der Fall; ebenso hatten zwei Drittel der Wiener Prämienarbeiterinne» niedrigste Stundenlöhne. Eine längere Betrachtung ist den Stundenlöhnen und tatsächlichen Stundenverdien st en in den ein- zelnen Berufen gewidmet. Die Lohnverhältnisse werden hier in einfachen und leichtverständlichen Tabellen dargestellt. Das Ge« samtbild ist. wie es in den Schlußbetrachtnngen heißt, ein uner« fteuliches. Die Verdienste der Arbeiter sind zu niedrig mrd die Stunden- löhne bleiben noch unverhältnismäßig tief unter den tatsächlichen Ver- diensten zurück. Während die Siemens-Schuckertw erke bei der Preisfest« setzung ihrer Fabrikate keinen Unterschied machen mit Rücksicht auf den Ort, wo der Abnehmer sich befindet, sind im Gegensatz zu diesem Grundsatze die Arbeiter bei sonst gleichen Verhältnissen sehr verschieden entlohnt, je nach dem Orte ihrer Tätigkeit. Der Einwand kann nicht gewagt werden, daß die Leistungsfähigkeit der Arbeiter in den drei Werken erheblich von einander abweicht. Das Unternehmen selbst hat dies festgestellt, indem es die Fabrikatton von einem Werke auf das andere übertrug und indem es ganze Gruppen von Arbeitern von einem Werke nach dem anderen versetzte.... Die Stunden» löhne werden möglichst tief gehalten, so daß selbst manche hoch qualifizierte Arbeiter, wenn sie im Zeitlohn tätig sind, den orts« üblichen Lohn gewöhnlicher ungelernter Arbeiter kaum über« schreiten. Die Firma wendet gegenüber den Wünschen der Arbeiter auf Erhöhung der Stundenlöhne im Verhältnis zur Oualifikatton der Arbeiter ein, daß die Akkordverdienste doch ausschlaggebend seien und die Höhe der Stundenlöhne tatsächlich nicht in Bettacht komme. Die Unrichtigkeit dieser Einwendung wird durch diese Statistik bewiesen; gibt es doch eine sehr erhebliche Anzahl Arbeiter, die auch in der Periode guten Geschäftsganges im Zeitlohn stehen und von den über Gebühr gerühmten Akkordverdiensten keinen Nutzen haben. In den Zeiten flauen Geschäftsganges nimmt die Zahl der im Zeitlohn iehenden Arbeiter außerordentlich zu, so daß dann die Nachteile für die Arbeiter cffenkuudig werden. Aber auch Einsicht in das Grundbuch. der Gegenrechnung wie seinem Cedenten. R. S. 14/15. Beitungs- Privatpersonen. Notare haben in Preußen das unbedingte Recht der Witterungsübersicht vom 13. April' 1905, morgens 8 lthr. für bie im Afford stehenden Arbeiter ist während fräftigung eines Vermögensindentars. Wird die Eidesleistung abgelehnt,| anfechten, das heißt, ihr Pflichtteilsrecht beanspruchen. Das scheint einer Prosperitätsperiode der niedrige Stand der Stundenlöhne so kann der Schuldner auf Antrag des Gläubigers bis auf fechs Wochen in in Ihrem Falle ein Zwölftel der Erbschaft zu betragen. W. W. Nein. direkt schädlich; denn die Aufschläge für die Ueberstunden werden in Haft genommen werden. Vor der Verhaftung hat der Gläubiger die Ber- K. M. 10. Konkursanmeldung würde in dem von Ihnen geschilderten Nürnberg und Wien auf Grund der Stundenlöhne berechnet und pflegungskosten( 24 Mark in Preußen für den Monat) zu verauslagen.- Fall wohl nur nutlose Kosten verursachen. Das geratenste ist es, eine entsprechen somit durchaus nicht den Opfern, die die Arbeiter durch direktion hat nur für Großjährige das Zeugnis der Unfähigkeit zur Tragung K. L. Weißensee. Einsicht in das Grundbuch( nicht nur Mitteilung aus H. 5. 18. Sie sind an die falsche Schmiede gegangen. Die Armen- Einigung mit den nicht eingetragenen Gläubigern zu versuchen. die Ausdehnung der Arbeitszeit zu bringen haben. So ergibt sich von Prozeßkosten auszustellen. Das für Ihr Mündel erforderliche Beugnis demselben) hat jeder zu beanspruchen, der ein berechtigtes Interesse darlegt, der in seiner Allgemeinheit begreifliche Wunsch der Arbeiter nach erhalten Sie vom Vormundschaftsgericht. Legen Sie diesem den Sach- das heißt ein durch die Sachlage gerechtfertigtes Interesse darlegt, z. B. das einer Erhöhung der Stundenlöhne. Die Akkordsätze, von vereinzelten verhalt dar und beantragen schleunigste Uebermittelung des Attestes. Das Grundstück kaufen, beleihen, mit dem Grundstücksbesitzer einen Werkvertrag, Ausnahmen abgesehen, sind nicht nur zu niedrig, sie werden auch Aktenzeichen steht in Ihrer Bestallung. Sie persönlich haften nicht für die Kosten. abschließen will u. dgl. Glaubhaftmachung seines Interesses ist nicht willkürlich festgesetzt, d. h. ohne jeden zureichenden Grund herunter- E. K. 83. Dem neuen Gläubiger gegenüber haben Sie dasselbe Recht erforderlich. Rechtsanwälte nehmen keine andere Stellung hierbei ein als gesetzt. Wohl sind den Arbeitern, speziell des Nürnberger speditionen und Buchhandlungen find Handelsgewerbe. Handelsgewerbe sind und des Wiener Werkes, ausdrückliche Bersprechungen gemacht eintragungspflichtig, wenn ihr Betrieb über den des Kleingewerbes hinaus. U. V. W. 1. Nein. 2. und 3. Ja. worden, daß überhaupt nicht oder nur unter ganz bestimmten geht. Darüber, welches die Grenze des Kleingewerbes ist, können die Voraussetzungen Abzüge vom Affordlohn gemacht werden dürfen. Landesregierungen Vorschriften auf der Grundlage der nach dem GeschäftsTatsächlich finden aber derartige Abzüge nur zu häufig statt. Dies umfange bemessenen Steuerpflicht oder in Ermangelung einer solchen führt im Zusammenhang mit der geringen Befriedigung, die die Steuer nach anderen Merkmalen näher festsezen. Preußen hat solche Entlohnung bietet, zu einer starken Mißstimmung unter den Arbeitern. Grenzvorschriften nicht erlaffen: maßgebend ist von Fall zu Fall das ErDiese Mißstimmung wird in hohem Maße gesteigert durch das starre messen des Regiſterrichters. In der Regel verlangt der Berliner RegisterFesthalten der Fabrikleitung an einer zu langen Arbeitszeit... richter einen Umfag von 20 000 Mart jährlich. Invaliden- und KrankenSo bersicherungspflicht, in der Regel aber nicht Unfallversicherungspflicht liegt spizt sich die Situation immer mehr zu, wenn den bescheidenen für Austrägerinnen vor. W. B. 1898. 1. und 2. Ja. 3. Nein. Forderungen der Arbeiter nicht endlich Rechnung getragen wird. W. S. 18. Haben Sie Ihren Sohn allgemein ermächtigt, in Dienst Verkürzung der Arbeitszeit, Erhöhung der Stundenlöhne, Regulierung oder Arbeit zu treten, so fönnen Sie gegen den einzelnen von ihm abder Affordlöhne, Sicherung der Arbeiter gegen eine Herabdrückung geschlossenen Vertrag leider nichts ausrichten. Haben Sie solche Ermächtigung Swinemde. 762 W derselben und gegen sonstige willkürliche Eingriffe in das Arbeits- nicht erteilt, so find Sie berechtigt, fofortige Aufhebung des ländlichen Hamburg 764 2 bedeckt verhältnis können leicht bewilligt werden, sie liegen nicht nur im weder eine mündliche, noch eine schriftliche, noch eine notariell oder gericht Frankf.a.M. 762 N Arbeitsvertrags und Rückkehr Ihres Sohnes zu verlangen. P. S. 100. Berlin Interesse der Arbeiter, sie bedeuten auch ein gutes Geschäft für das lich abgeschlossene Verpfändung, die in der Absicht vorgenommen wird, 3 wolfen! München 762 3 2 moltig Unternehmen. Gläubigern zu entgehen, hat rechtliche Wirksamkeit. ist Wien 761 N 3 bedeckt nichtig und kann strafbar sein. X. 9. 9. 1. Ja, 2 Nein. Wetter- Prognose für Freitag, den 14. April 1905. Nachts sehr fühl, am Tage wärmer, zunächst ziemlich heiter bei mäßigen R. M. 2. Soweit ohne Einsicht in südlichen Winden; später neue Trübung und etwas Regen. Berliner Wetterbureau. OM Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. 108 Gruhl. Sie find an den Kauf gebunden; es ist nur eine Einigung mit dem Möbelhändler möglich. die Verträge ersichtlich, ist ein Gesellschaftsvertrag geschlossen und noch nicht aufgehoben, vielmehr nur Jhr Anteil anders wie anfangs berechnet. Ist dies der Fall, so kann Ihr Gesellschafter nur in der im Gesellschaftsvertrage E. 34. Begen der Forderung kann die Leistung des Offenbarungs- vorgesehenen Frist fündigen. K. Dn. 70. Da nach Ihrer Darstellung eides begehrt werden. Der Offenbarungseid besteht in der eidlichen Be- lein Enterbungsgrund nicht vorlag, kann die Tochter das Testament Stationen Barometerstand mm Windrichtung 763 N Windstärke Better 2 bedeckt 4 bedeckt Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Winds richtung 752 S 4 Haparanda 769 Still 2 Petersburg 765 Still 5 Scilly 11 Aberdeen 10 Paris 11 Windstärke Wetter wollen! wolfenl 4 wolfig 756 SSD 4Regen 761 SD 1wolfent ES Achtung! Arbeiter, Parteigenossen! 163/4 Temp. n. T. -dsiggsT = Wir bitten von der Tatsache Notiz zu nehmen, daß die Firma Peet u. Cloppenburg, Gertraudtenstraße, Ede Roßstraße, welche in Düsseldorf eine Filiale befißt, von hiesigen Lager( Heim-) Arbeitern für den genannten Platz Maßarbeit anfertigen läßt. Unsere Kollegen in Düsseldorf befinden sich in der Lohnbewegung; dennoch werden die hiesigen Kollegen gegen ihre Abficht und gegen ihren Willen als Streifbrecher benutt! Verband der Schneider( Fil. Berlin), Engel- Ufer 21, part. Kranken- Unterstützungs- u. Begräbnisverein der BauDeutſcher Metallarbeiter Verband. Achtung! Radfahrer! Achtung! Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. u.gewerblichenhülfsarbeiter Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Montag, den 17. April, abends 8%, Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung in Leipzig. 2. Diskussion über die Anträge zum Verbandstag. Bahlreichen Besuch erwartet Ohne Mitgliedsbuch kein 8ntritt. 115/3 Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C 54, Dragonerstr. 15, H. I. Telephon: Amt III. Nr. 5028. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 16. April 1905, bormittags 10 Uhr: Donnerstag, den 20. April, abends 29 Uhr: General- Versammlung Oeffentl. Radfahrer- Versammlung Langeftr. 65. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1905. 2. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Reue Mitglieder, ohne Unterschted des Berufes, bom 16. bis 45. Lebensjahre werden in der Versammlung unter den günstigsten Bedingungen aufgenommen. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Hohlweins 37/4 im großen Saale von Kuffin, Andreasstraße 21. Tages- Ordnung: 1. Was bietet der Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität" seinen Mit gliedern? Referent: C. Fischer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Recht zahlreicher Besuch, wird erwartet. Sämtliche Berliner Arbeiter. Sportvereine find ganz besonders eingeladen. Für Aufbewahrung der Nader wird bestens gesorgt. Der Einberufer.[ 12/ 7* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sonntag, den 16. April 1905, vormittags 10 Uhr, in„ Wendts Induſtrieſälen“, Regler- Schlößchen. Sitzung der Ortsverwaltung. Beuthstraße Nr. 20: General- Verfammlung des Vereins der Zimmerer Berlins u. Umgegend. 257/15 Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1905. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Gewerbliches und Verschiedenes. Der Vorstand. Spezial- Hut- Engrosgeschäft ( H. Redlich.) Brauerei, im Mittelsaal: Treptow, Köpenicker Landstr. 27. Sonntag, den 16. April, vormittags 10 Uhr, Turmstr. 25-26, Jeden Sonntag: Großer Ball. Kaffeeküche, Liter 70, 1, Liter 40 Pf. Glas Bier 10 Pf. Kleine Weiße 10 Pf. Gute Speisen zu soliden Preisen. Bu Festlichkeiten, Sommerfesten 2c. halte mein Lokal mit Saal und Garten bestens empfohlen. 27332* Bezirksversammlung für Moabit. Größte Auswahl an Formen und Qualitäten, weit billiger als 1904 er Legehühner, Ladengeschäfte. Als allein dastehend ein Posten steifer 1.85x und weicher Herrenhüte moderner Formen, stack Stück Mk. so lange der Vorrat reicht. Beim Einkauf von 2,50 M. an vergüte ich 5 Proz.( Annonce ausschneiden.) Achten Sie bitte auf mein grünes Firmenschild. Alvin Sußmann, Holzmarktstr. 38 parterre. echte Raffe, fleiß. Gierleger, gar. Ieb. Ant., franto überall, 13 Stüd mit Hahn 22 M., 6 St. m. Hahn 13 M. Farbe n. Wahl). 136/18 Schneier, Myslowitz Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zentral- Krankenkasse der Maurer Zahlstelle Charlottenburg. Sonntag, den 16. April 1905, vormittags 10% Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Duartal 1905. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Wahl eines Schriftführers. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. 83/13 Die Ortsverwaltung. ,, Grundstein zur Einigkeit“. Sonntag, den 16. April, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Anträge zur Generalversammlung. 2. Wahl der Abgeordneten zu derselben. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die örtliche Verwaltung. 149/3 Baugenoffenſchaft„ freie Scholle Verband d. Hafenarbeiter zu Berlin. Sonnabend, den 15. April 1905, abends 8 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 126/1 1. Statutenänderung:§§ 1, 8, 11, 12, 21, 22, 23, 28. 1. Erledigung eingegangener Anträge. Der Vorstand: Gustav Gebauer. Karl Fleischer. und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. Sonntag, den 16. April 1905, vormittags Punkt 10%, Uhr, im " Königstadt- Kasino", Holzmarktstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. vom ersten Quartal. 2. Diskussion und Verbands- AnTischler- Verein zu Berlin.elegenheiten. 3. Berſchiedenes und Aufnahme neuer Witglieder. E. 5. 89. Sonnabend, den 15. April, abends 8% Uhr, Melchiorstraße 15: General- Verfammlung. Tages Ordnung: 198/11 1. Raffenbericht vom 1. Vierteljahr 1905. 2. Bericht der Bibliothekare. 8. Bereinsangelegenheiten. Billetts zum Osterbergnügen sind bei allen Borstandsmitgliedern zu haben. Ohne Quittungsbuch kein Ginlaß. Der Vorstand. Gau IX. Achtung! Bezirk 9. 19/9 Der Vorstand. Achtung! Uhrmacher. Atung! Sonnabend, den 15. April, abends 8½ Uhr: Oeffentliche Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffe Krille über Friedrich Schiller". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins. Sonntag, den 16. April, nachmittags 3 Uhr, im Marienbad", Badstraße 36: Oeffentliche Versammlung aller Lebrlinge u. jugendl. Arbeiter. Zagesordnung: 1. Die Aufgaben einer Drganisation der arbeitenden Jugend". Referent: Stollege Hellmut Lehmann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen! Erscheint vollzählig in dieser Versammlung. Niemand darf fehlen. Soeben beginnt zu erscheinen: 288/13 Die Hohenzollern- Legende bon Dr. Max Maurenbrecher. Staatsbaagh 4 Vom Standpunkt der materia listischen Geschichtsauffassung aus wird hier ein Bild des branden burg preußischen Staates ge zeichnet. Wir sehen ihn ent stehen aus der großen Wande rung heimatlos gewordener deutscher Bauern, und wir die erfassen die Notwendigkeit, warum in diesem Staatswesen der ritterliche Adel führende Klasse wurde. Wir sehen, wie die Hohenzollern als Fremdlinge ins Land kommen; wie der Adel aus dem Raub ritter zum Getreideverkäufer ward. Wir sehen die Knechtung und Ausbeutung der Bauern und die rücksichtsloseste Niederwerfung der Städte. Wir werden allen Nachdruck darauf legen, bei jedem einzelnen Punkte die Nebel zu zerstören, die der Volksschulunterricht, nicht nur in Preußen, sondern auch im übrigen Deutschland, über die Hohenzollerngeschichte gelagert hat. Dabei wird es unser Hauptbestreben sein, zu zeigen, was die unteren Klaffen an diesem Fürstengeschlechte gehabt haben. Das Märchen vom sozialen Königtum der Hohenzollern zu zerpflücken und zu zerMärchen entgegenzustellen, das ist unsere Absicht. aller in der Uhren- Industrie beschäftigten Kollegen aufen, die Tatsachen der Wirklichkeit, die aktenmäßig feſtſtehen, diesem in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: Das Wert wird gegen 400 Abbildungen und Dokumente aus der Zeit bringen, mit deren Hülfe die Darlegungen des Verfassers anschaulich gemacht, 1. Wie können wir in unserer Brauche die Lohn- und das Intereffe für vergangene Zeiten angeregt werden soll. Radf.- Verein„ Frohes Ziel", Wilhelmsruh. rbeitsbedingungen verbessern? Mitgl. d. A.-N.-B. Solidarität". I. Osterfeiertag: Anfahrt 12/6 Reft. W. Schneider, Wilhelmsruh b. Berlin( Stat. Reinickendorf- Rosenthal). Für Bundesgenossen Eintritt u. Zauz fret. Anfang 4 Uhr. Referent: Kollege Gutsche. 2. Diskussion. Kollegen! Wir erwarten von Euch, daß Ihr Mann für Mann in dieser Bersammlung erscheint. 115/2 Der Einberufer: Adolf Cohen. Dasselbe erscheint in 50 Lieferungen a 20 Pf.( wöchentlich ein Heft) und fann jedem Arbeiter zur Anschaffung bestens empfohlen werden. Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 2537L* Nur noch kurze Zeit! InventurExtrapreis! Eine Partie große Diwandecken auf beiden Seiten benutzbar Wert Mk.4.35( 6.75) Diwandecken 6.75( 10.50) Buntpersische Echte PlüschDiwandecken 23.50( 33.00) Prunkdiwandecken 25-30 Mk. Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. S., Nach auswärts per Nachnahme. Inventur- Extraliste) gratis u. Katalog mit ca. 600 Ilustrat. und franko. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 98/10 Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Jedes Wort: 5 Hüte. Verkauf zu mäßigen, streng festen Preisen Schirme. Gegr. 1875 Gegr. 1875 Max Kaplan 1 Friedrichstraße 1. 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(Wedding und Oranienburger Vorstadt): Eugen Ernst, Ackerstr. 62. II. (Rosenthaler Borstadt und Gesundbrunnen):AdamBittorf, Fehrbellinerstr. 25. (Schönhauser Vorstadt): Karl Mars, Kastanien-Allee 96. Nieder-Barnim: Georg Frei waldt, Pankow, Florastr. 66. O. S e i k e l, Berlin O., Kronprinzenstr. 50. Teltow-Beeskow: Paul Hirsch, Charlottenburg, Spielhagenstr. 12. Emil Boeske, Nixdorf, Kopfstr. 23. Für die Frauen Berlins: Frau Panzeram, Pappel-Allee 123 I. Frau Lutz, Waterloo-Ufer 9, Laden. Frau B a u s ch k e, Rostockerstr. 43, Ouergebäude 1. Frau Wulff, Rostocker- stratze 9, Hof parterre. Ottilie Baader, Blücherstr. 49, Hof II. Nieder-Barnim: Frau Jung, Ober-Schöneweide, Frischenstr. 10. Teltow-Becskow: Frau Marie Thiel, Tempelhof, Friedrich Wilhelm- stratze 17. V. Preßkommission: 1. Wahlkreis: Robert Dieseler, Brunnenstr. 145. Waldeck Manasse, Friedenstr. 13. 2. Wahlkreis: Julius Meyer, Urbanstr. 131, vorn IV. Heinrich Königs, Hasenheide 50. 3. Wahltreis: AdolfWu schick, Oranicnstr. 177, vorn Hl bei Benko. Karl Gehrmann, Skaunynstr. 22. 4. Wahlkreis(Osten): Otto Büchner, AndreaSstr. 75, vorn IV. 4. Wahlkreis(Südosten): Karl Mermuth, Sorauerstr. 21. 5. Wahlkreis: Willy Friedländer, Elsasserstr. 25 II. Otto Wels, Greifswalderstr. 45 IV. 6. Wahlkreis: Max Richter, Gotzkowskystr. 13. Hans Weber, Carmen Sylvastr. 5. Nieder- Barnim: Oswald Grauer, Frankfurter Allee 198. Wilhelm Kubig, Pankow, Florastr. 9. Teltow-Berskow: Fritz Hoppe, Rixdorf, Berlinerstr. 14. Karl Boxheimer, Grotz-Lichterfelde-Lankwitz, Siemens- stratze 31. C. Lokalkommission: 1. Wahlkreis: Jakob Ege, Rotzstr. 23. Aujjust Strelow. Calvinstr. 7. 2. Wahlkreis: Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Albert Eisenhauer, Kottbuser Damm 36/37. 3. Wahlkreis: Otto Mentzel, Annenstr. 48, vorn III. Paul Jakob. Grünauerstr. 26. Hof IH. 4. Wahlkreis(Osten): Karl Rott, Straßmannstr. 29, vorn Part. Heinrich Förster, Pallisadenstr. 46, vorn Keller. 4. Wahlkreis(Südosten): Wilhelm©edler, Lausitzerstr. 14 Hl. Hermann Görke, Kottbuserstr. 15. 5. Wahlkreis: Friedrich Rausch, WinSstr. 12. Julius Stange, Gaudystr. 6. 6. Wahlkreis:HansBuchweitz, Mlhelmshavenerstr. 38(Moabit). Richard Thiel, Chausseestr. 63/69(für Oranienburger Vorstadt und Wedding). Richard Henschel, Wollincrstr. 51(für Rosenthaler Vor- stadt und Gesundbrunnen). Wenzel, Schliemannstr. 43(für Schönhauser Vorstadt). Nieder-Barnim: Robert Rick, Rummelsburg, Kantstr. 22. Teltow-Beeskow: Robert Gramenz, Baumschulenweg, Kiefholz- stratze 253. 0. Agitationskommission für die Provinz Brandenburg: I. Wahlkreis: Albin Schuster, Straßmannstr. 2. 2. Wahlkreis: Fritz Zinke, Reichenbergerstr. 128. 3. Wahlkreis: Karl Di mm ick, Luisen-Ufer 11. 4. Wahlkreis(Osten): Jean Jansen, Landsberger Allee 143, linker Seitenflügel IV. 4. Wahlkreis(Südosten): Karl Scholz, Wrangelstr. 110. 5. Wahlkreis: Georg Davidsohn, Heinersdorferstr. 8 IV. 6. Wahlkreis: Gustav Laukant, Voltastr. 45. Paul Dobrohlaw, Eberswalderstr. 1. Rieder-Barnim: Karl Liesegang, Berlin 0., Mainzerstr. 2. Teltow-Berskow: Hermann Fischer, Schöneberg. Gothenstr. 36. E. Borfitzende der Kreis-Wahlvereine: I. Wahlkreis: Richard Strehl, Swinemünderstr. 118. 2. Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalderstr. 30. 3. Wahlkreis: Stephan Fritz, Oranienstr. 157, IV. 4. Wahlkreis(Osten): Wilhelm Mann, Friedenstr. 61. 4. Wahlkreis(Südosten): Paul Hoffmann, Oppelnerftr. 21. 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Georgenkirchstr. 57 H. 6. Wahlkreis: Wilh elm Freyt Haler, Gartenplatz 1. Central-Wahlvercin für Teltow-Beeskow: Paul Hirsch, Char- lottenburg, Spielhagenstr. 12. 5. Kassierer der Kreis-Wahlvercine. 1. Wahlkreis: Karl Bittner, Feilnerstr. 11. 2. Wahlkreis: Gustav Schmidt, Nostizstr. 43, Hof parterre links. 3. Wahlkreis: Arthur Loge. Admiralstr. 18a. Ouergeb. IV. 4. Wahlkreis(Osten): Franz Thielke, Pallisadenstr. 52. v. pari. 4. Wahlkreis(Südosten): Rich. Hackelbusch, Lausitzerplatz 14/15 (Parteispedition). 5. Wahlkreis: Leo Liepmann, Linienstr. 242. 6. Wahlkreis: Karl Fahrow, Ravenostr. 6. Trltow-BeeSkow: Wilh. Eberhard. Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Serlmer l�ackricdten. Aus der Stadtverordneten-Bersammlung. Die Steuerdebatte, die Ende Februar abgebrochen worden und dann wegen der Beratung des Etats auf längere Zeit vertagt worden war, wurde gestern wieder aufgenommen und zu Ende geführt. Die Erörterung drehte sich Haupt- sächlich noch um die Aenderung der Grund- steuer-Ordnung. Mit dem Gedanken einer Besteuerung der Grundstücke nach dem gemeinen Wert hat ein Teil der in der Lcrsammlung sitzenden Hausagrarier sich noch nicht befreunden können. Für sie hatte im Februar Herr Wallach den Antrag gestellt. luenigstens für die bebauten Grund- bücke die bisherige Besteuerung nach dem Nutzertrag beizubehalten. Dieser Vorschlag hätte, wenn er angenommen worden wäre. der Grundstücksspekulation ein kleines Hintertürchen geöffnet. Aber Herr Wallach unterlag; gegen den Antrag stimmten 54 Stadtverordnete, für ihn eine immer noch ganz stattliche Minderheit— 44 Stadtverordnete. Die Besteuerung aller Grundstücke nach dem gemeinen Wert wurde dann mit der ansehnlichen Sttmmenzahl von 71 gegen nur 26 beschlossen. Die Wandlung der Anschauungen im roten Hanse, die dieser Beschluß bedeutet, war in der Debatte von unserem Genossen Singer als ein beachtenswerter Fort- schritt bezeichnet und mit Genugtuung begrüßt worden. Herr Wallach hatte im Februar in der stnndenlangen Rede, mit der er� feinen Antrag verteidigte, dem Magisttat vorgeworfen, daß er bezüglich der Besteuerung nach dem gemeinen Wert umgefallen sei. Singer erklärte gestern, über diesen endlichen Uinfall könne man sich nur freuen, und es sei zu wünschen, daß die Mehrheit der Versammlung— nachfalle; was dann auch geschah. OberbürgermeisterKirschner glaubte denUmfall noch näher begründen z» sollen, aber er tat das nicht besonders geschickt. Er meinte, man habe andere Gemeinden mit der Einfiihrung dieses Bcsteucrungssystcms vorangehen lassen, um erst zu sehen, ob es sich bewähre. Berlin brauche nicht in jeder Sache an der Spitze zu marschieren, es müsse vorsichtiger und langsamer sein als andere Gemeinden. Ach ja, nach diesem Grundsatz hat man nur zu oft in Berlin gehandelt!_ Zur Frage der Säuglingspflege schreibt uns eine Parteigenossin: In dem ärztlichen Bericht über das Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinder- Krankenhaus, welchen der bekannte Kinderarzt Professor Dr. Baginsky für das Jahr 1963 der Deputation für die städtischen Krankenanstalten und die öffentliche Gesundheits- pflege erstattet hat, wird festgestellt, daß von 966 dort zur Behandlung gelangten Säuglingen— Kinder bis zu einem Jahre— 548 als geheilt entlassen wurden. 289 starben und 69 als Bestand verblieben. Demnach wurde eine Sterblich- keit von 35,6 Proz. erzielt. Von den zur Behandlung gekommenen Säuglingen starben 77(26,6 Proz.) innerhalb der ersten zwei Tage. Zieht man diese durch die Behandlung kaum noch günstig zu beeinflussenden, von der Gesamtzahl der Gestorbenen einerseits und der Behandelten andererseits ab, so entfallen auf 766 Be- handelte 212 Gestorbene(27,9 Proz.), was als ein recht günsttges Ergebnis betrachtet werden muß, unter Berücksichtt- gung der Tatsache, daß fast die gesamte Zahl der dem Krankcnhause zugeführtcn Säuglinge schivere Erkran- kungen umfaßt; ein besseres Ergebnis wird bei den uns gebotenen Möglichkeiten der Pflege, ohne eigens dazu vorgebildete Säuglings- oder Kinderpflegerinnen und überdies ohne Zuhülfenahme von Ammen, bei der Beschaffen- heit der uns zugehenden kranken Säuglinge nicht zu er- reichen sein. Bemerkenswert an diesem Notschrei ist die Tatsache, daß dieser Bericht sicherlich die Zensur der Verwaltung passiert hat, ohne Widerspruch zu finden. Hoffentlich werden hierdurch die Bestrebungen, die, wie wir hören, bereits im Gange sind, ein ausschließlich zur Aufnahme kranker Säuglinge be- stimmtrs Krankenhaus zu errichten, dessen Kosten bereits in der neuen Anleihe enthalten find, eine beschleunigte Förderung erfahren. Die Notwendigkeit eines eigens für Säuglinge be- stimmten Kinderkrankenhauses dürfte übrigens in der nächsten Zeit noch dringlicher sich erweisen, wenn die städtischen Fürsorge stellen, über deren Bcdeutting und Zweck wir wiederholt berichteten, ihre Pforten aufgetan haben. Es wird sich da sehr häufig herausstellen, daß zur Heilung erkrankter Säuglinge nicht die enge und schmutzige Häuslichkeit, sondern ein nach modernen Grundsätzen eingerichtetes Säug- lingsheim dient, das insbesondere auch über das erforderliche Wartepersonal verfügt. Wie wir gleich bei dieser Gelegenheit bemerken wollen, werden die Fürsorgestellen, die vor- läufig in der Zahl von vier eröffnet werden, am 1. Mai ihre Wirksamkeit beginnen: für den Norden in der Elsasserstr. 27, für den Osten in der Blumenstt. 78, für den Nordwesten(Moabit) in der Markthalle am Arminius- platz, für den Südosten Luisen-Ufer 35. Die Sprechstunden sind bis aus weiteres von 2—3 Uhr nachmittags festgesetzt. Die Anstalten stehen unter der Leitung renommierter Kinder- ärzte: Sanitätsrat Dr. Kassel, Privatdozent Dr. Neumann. Dr. Salge und Dr. Ballin. Es wird die ebenso dringende wie dankbare Aufgabe der Parteigenossinnen sein, für eine starke Inanspruchnahme dieser Einrichtungen Sorge zu ttagen. Die Erholungsstätten vom Roten Kreuz werden Mitte dieses oder Anfang nächsten Monats wieder eröffnet. Mit Ausnahme der Erholungsstätte bei E i ch k a m p, welche, für männliche Personen, bereits Anfang dieses Jahres den Winterbetrieb eingerichtet hat, kommen in Betracht: Die Erholungsstätten in der Jungfern- Heide für männliche Personen, auf dem Spandauer Berge, in Pankow und S a d o w a für Kinder; außerdem hat der Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose noch eine Erholungsstätte in Schöneberg einrichten lassen, die ebenfalls demnächst eröffnet werden wird. Zur Beförderung erkrankter Arbeiter von und nach den Erholungsstätten hat die Staatsbahnverwaltung die gewöhnlichen Wochenkarten zugelassen, die ebensowohl von der Wohnuitg des Inhabers nach der Erholungsstätte wie nach der Arbeitsstätte gelten. Dabei ist zugleich noch nachgelassen worden. daß die Gültigkeit dieser Arbeiter- Wochenkarten auf vierzehn Tage erstreckt tvorden ist, während sonst die Fahrten von und nach der Arbeitsstätte an sechs hintereinanderfolgenden Tagen stattfinden müssen. Die illustrierte Roman-Bibliothek„In freien Stunden" ist nunmehr bis zum 14. Heft erschienen, das die Fortsetzung der Romane„Im Banne der Versuchung" und„Der Pedlar" bringt. Das kleine Feuilleton bringt unter dem Titel „Königliche Bedienung" eine lustige Geschichte über und von einem verschwundenen Köniassohn. In jeder Woche erscheint ein Heft der Zeitschrift für 16 Pfennig, das in allen Partei- buchhandlnngen zu haben ist und von jedem Kolporteur be- sorgt wird. Das Unwesen der Zensurrrteilungen in unseren Schulen scheint auch diesmal wieder am Schulschlutz sein Opfer gefordert zu haben. Wegen einer schlechten Zensur ist vorgestern der 14jährige Hans Fischer. Sohn des Grundstückmaklers E. Fischer, Friedenau, Jllstr. 1, ge- flüchtet. Der Knabe hinterließ einen Brief deS Inhalts, daß er sich geschworen habe, nicht mehr zu den Eltern zurückzukehren, wenn er in der Zensur zweimal„mangelhaft" habe. Da dies der Fall, müsse er seinen Schwur halten, er bittet um Verzeihung für diesen Schritt. Die Eltem erbitten Nachricht über den Jungen und sichem diesem Straflosigkeit zu. Hans Fischer trug blaue Schirmmütze, dunklen Winterüberzieher und graue oder blaue Kniehosen; er ist zirka 1,53 groß, blond und hat blaue Augen. Für die Volksschule gut genug! Daß in unserer Reichshauptstadt Berlin mit ihrer vom Freisinn beherrschten Kommunalverwaltung die Volksschule als Aschenbrödel behandelt wird, das hat der„Vorwärts" hundertmal und öfter an großen und kleinen Beispielen gezeigt. So manches, was für eine höhere Schule niemals als zulässig angesehen würde, gilt als gut genug für die Gemeindeschuleiu Ein neues Beispiel hierfür— wieder mal eines von den kleinen, aber darum doch nicht weniger lehrreich— ist das folgende. Wie man weiß, sind die Bänke, auf denen unsere Kinder in den Schulen sitzen, oft schon so abgesessen, daß das Holz sich schließlich absplittert. Da dauert es mitunter recht lange, ehe so eine Splitterbank mal abgehobelt wird, und noch länger, ehe' man das alte aufgebrauchte Gcrümpel endlich zum Brennholz wirft. Etwas bester sind die Dinge erst in den letzten Jahren geworden, nachdem wiederholt die Eltern solcher Kinder, die sich Splitter eingerissen hatten, aus dem Stadtsäckel den Ersatz der Kurkosten beansprucht haben. Selbstverständlich wird nun von dem Sitzfleisch höherer Schüler und Schülerinnen keine geringere Scheuerloirkung auf die Schulbänke ausgeübt als von dem der Ge- meindeschulkinder. Tatsächlich fehlt es in de» höheren Schulen gleichfalls nicht an Splitterbänken, und auch Verletzungen durch ab- splitterndes Holz sind hier ebenso, wie in den Gcmeindeschulen, schon vorgekommen. Wenigstens in diesem einen Punkte neigt unsere städtische Schulverwaltung einigermaßen zum Gleichhcitsprinzip. Aber eben doch nur einigermaßen! Denn im übrigen wird dafür ge- sorgt, daß selbst hierbei die Gemeindeschulen noch in einer gewissen Distanz hinter den höheren Schulen zurückbleiben, Ein ganz Schlauer ist auf die Idee gekommen, daß die alten abgenutzten Bänke, die für eine höhere Schule bereits als zu schlecht galten, für eine Ge- meindeschule immer noch gut genug sind. Warum auch nicht? In einer sparsamen Wirtschaft darf nichts umkommen. So sollen jetzt in der Luisenstädtischen Oherrealschule alle Klassen mit neuen Bänken ausgestattet Iverden. In drei Klaffen, die erst später eingerichtet wurden, sind die alten Bänke noch nicht so vollständig abgenutzt, daß es mit dem Grundsatz der Sparsamkeit vereinbar erscheinen könnte, sie endgültig auszurangieren. Für die Oberrealschule will die Ver» waltung sie nicht mehr behalten, aber sie will sie aufbewahren— zur gelegentlichen Verwendung in Mietsschulen. Aschen- brödel kriegt die abgelegten Kleider seiner nobleren Schwestern, Immer standesgemäß!_ Ein Festzug zur Schillerfeier war für den 9. Mai geplant worden. Bürger, Volk sollten nach dem Ausschuß für die Berliner Schillerfeier Staffage bilden; dem kürzlich bekannt gegebenen Festplan zufolge war die Beteiligung der Hochschulen, der Schulen, sämtlicher Bildungsvereine, der Berufs- vereine, der Kriegervereine derart gedacht, daß sie zum Schiller- denkmal ziehen und dort dem Dichter„huldigen" sollten. An eine Betätigung der Arbeiterschaft wäre wohl schwerlich zu denke» gewesen; in geureinsamer Parade mit Kriegervereinen hätte sie sich nur lächerlich gemacht. Aber jetzt scheint auch ider Festausschuß einen Wink erhalten zu haben, den Gedanken eines Zuges durch die Straßen Berlins nicht weiter zu verfolgen. Gewissernmtzen als Ersatz dafür will allen Ernstes der Reichskanzler Graf B ü l o w vor dem Denkmal eine Weiherede halten; der Huldigungsatt soll ferner, wie die„Voss. Ztg." in nicht gerade Schillerschem Deutsch meldet, aus„Kranzniederlegung, Musik, Gesangsvorträgen durch 1500 Schulkinder und 500 Sänger, sowie Ahsingung eines Liedes durch die ganze Festvcrsammlung" bestehen. Anch 1859 ist der damals geplante Festzug auf Anordnung de» Prinzrcgenten, späteren Königs Wilhelm I., verboten worden. Die Furcht vor der Revolution stak dem Prinzen von Preußen noch mächtig in den Gliedem und das Bürgertum in fast allen seinen Schichten war ja zu Beginn der neuen Aera auch gerade nicht in überschwenglich monarchensreundlicher Stimmung. Heute ist in den bürgerlichen Parteien von irgendwelchen Oppositionsgelüsten ja keine Rede mehr, und da die Arbeiter- s ch a f t freiwillig auf die Ehre der Beteiligung verzichtet, wäre die Furcht vor den» Umsturz alles Bestehenden auö Anlaß des Festzuges gegenstandslos, wobei die Frage, ob die Arbeiter just die Schiller- Feier zur Ruinierung von Thron und Altar benutzt hätten, einmal ganz außer Bettacht bleiben soll. Es Ivird also für den Wink zum Verzicht auf den Festzug nur die Erwägung matzgebend gewesen sein, daß ein allzu langer Aufenthalt in der Maiiiihle die Teilnehmer verschnupfen könnte._ Die neue„Uniform" der Gepäckträger. Wie gemeldet, soll auch für die Gepäckträger an den Staatsbahnen eine neue, einheitliche Dienstkleidung eingeführt werden. Das ihnen vorgeschlagene Muster haben die Vertreter dieses Standes für zweckmäßig anerkannt; sie werden daher künftig in einer blusenartigen Joppe aus grünem Stoff, mit Taillengurt im Rücken und Umlegekragen, nach Art der Litewken, erscheinen, zun:„Auftragen" der älteren Joppen ist ihnen bis zum 1. Juli k. I. Frist gewährt. Zugleich ist auch ein einheit« licher Modus für die A u s b e w a h r u n g d e S Passagier- gepäcks eingeführt worden. Dies sollen die Gepäckttäger von jetzt an nur bis l'/z Stunde vor Abgang des betreffenden Zuges zur Aufbewahrung und Unterbringimg in den Abteilen an- nehmen dürfen. Im übrigen kann das Handgepäck vom Publikum bei den amtlichen Gepäck-Aufbewahrungsstellen abgegeben werden. Vom Verbot deS Strasjenhandrls. Für rechtsgültig erklärte am 13. April das Kammergericht die Berliner Polizeiverordnung vom 18. März 1398 bezw. 6. Juli 1899, durch die der Handel mit Wochenmarktartikeln in bestimmten Straßen(Nähe von Markt- hallen usw.) verboten wird. Ausgeführt wurde, die Bestimmung würde ungültig sein, wenn es sich nur darum handelte, die Kon- kurrenz gegen den Marktverkehr zu beschränken oder zu ver« hindern. Das sei aber nicht der Fall, sondern e§_ handele sich um verkehrspolizeiliche Maßnahmen, da ja selbstverständlich wäre, daß der öffentliche Verkehr gehindert werde, wenn Leute in der Nähe der Markthalle mit Wochenmarktartikeln handelten.— Indessen wurde in der fraglichen Strafsache gegen Drud die Sache noch ein- mal an das Landgericht I zurückverwiesen, damit dieses näher fest- stelle, ob Löffel und Ouirle aus Holz überhaupt„rohe Holz- waren" und somit Wochenmarktarttkel seien. Der Arbciter-Radfahrerbund„Solidarität" hat im verflossenen Jahre ganz erstaunliche Fortschritte gemacht. Der Bund zählte 1903 etwa 17 000 zahlende Mitglieder, in, vorigen Jahre hingegen 24 84«. Die Einnahmen stiegen von 42 890 M. auf 73 536 M. Für Unfälle gab der Bund 5014 M. 20 Pf. im Jahre 1903 aus, im vorigen Jahre hingegen 9136 M. 75 Pf. Das Wirken des Bundes findet auch in bürgerlichen Radsahrer-Vereinigungen Anerkennung. So schrieb die„Radwelt" kürzlich:„Der Arbeiter-Radfahrerbund „Solidarität" hat Einzelfahrer und Vereine. An jedem Ort darf nur ein Verein bestehen. In Großstädten darf sich dieser Verein nach den Stadtteilen in Sektionen gliedern. Dadurch ist der Vereinszersplitterung, an der viele andere Verbände kranken, vor- gebeugt"._ Berufung gegen Steuereinschätzunge». Gegenwärtig, wo noch die DerufungSfrist gegen die zugestellte» Steuerveranlagungen offen steht, ist eine kürzlich ergangene Eni- scheidung des Oberverwaltungsgerichtes von Interesse. Bekanntlich können nach den, Einkommensteuergesetz besondere für den Ein« geschätzten unglückselige Verhältnisse, wie z. B. Krankheiten. Unterstützung seiner nächsten Angehörigen, zeitweife Arbeitslosigkeit, geltend gemacht werden. Die Erwähnung solcher ungünstigen Verhältnis» M = In der spätestens einen Monat nach Zustellung der Steuereinschäßung Brandstelle. Es gelang, die Flammen auf die Fabrit zu beschränken, I verweilte bort bis gegen 8 Uhr abends. Als das greise Ehepaar auf dem einzureichenden Berufungsschrift hat mindestens zur Folge, daß der so daß die Berliner Wehr bald wieder abrüden fonnte. Rückwege begriffen, die Straße erreicht hatte, fiel dem Manne ein, Eingeschätzte ein oder zwei Stufen in der Steuerleiter herunter Geftern Raubmordversuch. Gestern nachmittag 4% Uhr ist die ver. daß er einen Gegenstand in der Laube zurüdgelassen hatte und tommt. In Krankheitsfällen gibt diese Entscheidung für jeden, der witwete Quise Krüger, 68 Jahre alt, ohne Beruf, Wrangelstraße 127 forderte ſeine Frau auf, an einer beſtimmten Stelle ſtehen zu bleiben. fich durch eine zu hohe Besteuerung beschwert fühlt, einen wohnhaft, im Schantlokal ihres Sohnes, Stralauer Blas 21, von wollte, traf er einen Bekannten, der ihn einige Zeit aufhielt, und so Platz bon. begab sich nochmals nach dem Felde. Als er wieder zurückgehen fehr schäzenswerten Wint. Sie führt nämlich nämlich aus, daß eine Krankheit selbst dann zwei unbekannten Männern im Alter von zirka zwanzig Jahren wollte, traf er einen Bekannten, der ihn einige Zeit aufhielt, und so dann als Milderungsgrund von überfallen und am Kopf verletzt worden. Die Ladenkasse ist geraubt; erreichte, an welcher er die Krante verlassen hatte. Er bemühte sich verging etwa eine halbe Stunde, ehe der Schuhmacher die Stelle der Steuerbehörde anerkannt werden soll, wenn fie schon die Täter sind entkommen. vor Beginn des laufenden Steuerjahres eingetreten ist, ihre Bethanien Aufnahme gefunden. Die Verletzte hat im Krankenhause vergeblich, die Greisin aufzufinden, diese war und blieb vers Wirkung jedoch sich in das laufende Steuerjahr hinein erstreďte. Bethanien Aufnahme gefunden. schwunden. Wo Frau Achter so lange umbergeirrt, ist noch nicht Wenn also im vorigen Jahre jemand Rheumatismus, Lungen- Eine Karte der Umgegend bon Königs Wusterhausen festgestellt. Die bisherigen Ermittelungen haben ergeben, daß entzündung oder ähnliche nicht mehr ganz zu beseitigende Krankheiten im Maßstabe von 1: 95 000 ist im Verlage der Simon die Kranke am Tage nach ihrem Verschwinden auf dem durchgemacht hat und noch in diesem Jahre an den Folgen der Schrappschen Hof Landkartenhandlung( J. 55. Neu- Pankower Begräbnisplay weilte. Sie wurde von dort fortüberstandenen Krankheit leidet, so muß die Steuerbehörde solche An- mann), Berlin W, 8, Jägerstraße 61, erschienen. Die Karte gewiesen, weil sie alle Kränze auf den Gräbern anfaßte und aus gaben, die auf Wahrheit beruhen, als Ermäßigungsgrund gelten reicht von den südlichen Vororten Berlins nach Süden bis denselben Blumen pflückte. In Sturm, Regen und Kälte lief mun Lassen und entsprechend dem geminderten Einkommen die Steuern Teupit und Wendisch- Buchholz, nach Osten bis Fürstenwalde und die unglückliche auf der Landstraße umher, die Nächte vermutlich herabsetzen. Aber nicht nur Krankheiten, sondern auch besondere dem Scharmüteljee. Sie ist im besonderen für Wasser- und Rad- auf den Feldern verbringend; so wurde sie in Hohen- Schönhauſen Unglüdsfälle, welche die Steuerkraft außergewöhnlich belasten, so sportzwede vom Kartographen O. Radtke übersichtlich gezeichnet. Ihr und in Reinickendorf gesehen. Ihre Kleidung war vollständig durch3. B. Unterstützungen an verunglückte Eltern, erlittene Berlegungen Preis beträgt 1,50 M. näßt und zerrissen. In Reinickendorf löste sich das Oberkleid vom bei der Arbeit, Gebrechlichkeit der Kinder, müssen von der SteuerBerliner Einbrecher auf Reisen. Zu den Freunden der Frau Körper, ohne daß die Unglückliche etwas davon wußte. In Rosen behörde als Milderungsgrund anerkannt werden. Es muß also in Wascher, die in ihrer Wohnung in der Boyenstraße von einem that kam sie in eine Gastwirtschaft und legte ein Fünfpfennigstück dem Schreiben erwähnt werden, daß solche Umstände vorliegen. unbekannten Täter ermordet wurde, gehörte auch ein Zuhälter auf den Ladentisch, ohne jedoch etwas zu fordern. Der Wirt, Natürlich müssen alle solche Angaben durchaus der Wahrheit Stuhlmez, der zurzeit des Mordes im Gefängnis faß. Um über den weicher glaubte, eine obdachlose, betrunkene Person vor sich entsprechen. Es ist daher am besten, wenn man in Krankheitsfällen Bekanntenkreis der Ermordeten Auskunft zu geben, wurde Kuhlmetz zu sehen, gab der Greisin das Geld zurück und verabfolgte ein ärztliches Attest oder eine Bescheinigung des Krankenhauses, wo wiederholt aus der Strafanstalt vorgeführt und als Zeuge ver weiter und geriet später in die Schönholzer Heide, wo sie auf einem ihr nichts. 50 irrte die erschöpfte, verhungerte Frau man behandelt wurde, dem Schreiben an die Berufungstommiffion nommen, bis er Gelegenheit fand, zu verschwinden. Längere Zeit beigelegt. Hierdurch wird sofort der Nachweis erbracht, daß die hielt sich der Verbrecher verborgen, endlich wurde er in Greifswald, Fahrweg zusammenbrach und mit dem Gesicht nach dem Boden auf gemachten Angaben auf Wahrheit beruhen. Endlich mag noch er erwischt. Dort ertappte man bei einem Einbruch einen Menschen, die Erde stürzte. Im Wahne oder im Todeskampfe riß fich die wähnt werden, daß jeder Steuerpflichtige das Recht hat, in dem der sich einen französischen Namen beilegte und behauptete, der Sohn erwiesen ist, auch vergeblich Versuche gemacht, sich wieder zu erheben Achter die Taille vom Leibe. Sie hat, wie durch den Leichenbefund Gebäude für die direkten Steuern, Kleine Präsidentenstr. 7, feine eines Schiffskapitäns und auf hoher See geboren zu sein. Sein Berufung selbst zu Protokoll zu heben. Dies ist besonders für die Bild und seine Meßkarte wurde nach Berlin geschickt und hier stellte und schließlich die Hände lief in den Erdboden eingetrallt. Als die jenigen Arbeiter zu empfehlen, die das erwähnte Schreiben nicht ihn der Erkennungsdienst als den längst gesuchten Kuhlmezz fest. Das Leiche von des Weges kommenden Arbeitern aufgefunden wurde, felbft verfassen wollen oder können. Jeder, der in den Bureau Bild war zwar den früheren Aufnahmern sehr unähnlich, weil sich muß sie schon viele Stunden lang an jener Stelle gelegen haben, da stunden von 9 bis 1 Uhr seine Erklärung mündlich vorbringen will, der Verbrecher nach der Flucht einen stattlichen Vollbart hatte wachsen die Todesstarre bereits eingetreten war. lassen, aber die Meßkarte täuschte nicht. Der Verhaftete wird am wieder hierher gebracht werden. 2. Mai wegen des Einbruchs in Greifswald abgeurteilt und dann wird dort von einem Steuerbeamten vernommen. Wegen des Mordes in Lichtenberg, dem eine Dienstmagd des Gärtnereibesizers Weber zum Opfer fiel, vernahm gestern der Untersuchungsrichter beim Landgericht II in der Umgebung des Tatortes wieder mehrere Zeugen. Straßensperrung. Die Liesenstraße zwischen Gartenstraße und Neue Hochstraße ist behufs Umpflasterung vom 13. dieses Monats ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Ein Handwagen mit einer Nähmaschine ist gestern nachmittag einem Angestellten der Singer Compagnie vor dem Hause Belle Feuerbericht. Donnerstag früh wurde die Wehr nach der Neuen allianceftr. 100 gestohlen worden. Der Angestellte hatte in dem Hause einen Geschäftsgang zu besorgen; als er wieder auf die Straße fam, war sein Wagen spurlos verschwunden. 52 Möbel, Zu diesem bedauernswerten Vorfall schreibt uns eine Leserin unseres Blattes aus Wilhelmsruh: Das schreckliche Ende dieser armen Frau hätte wohl verhütet werden können. Das greise Mütterchen lief am Montag, den 3. April, abends planlos in Wilhelmsruh umher. Sie war durch die Schönholzer Heide gekommen und wollte mit Gewalt auf den Hof eines Fleischer meisters in der Hauptstraße. Eine Schar von Kindern und jungen Burschen umstanden johlend die alte Frau, die man für betrunken hielt. Auch einige Schönhauserstr. 1 gerufen, weil dort auf nicht ermittelte Weise in Raufleute unseres Ortes sahen diesem Treiben ulfend zu. Die Frau dem Pfandleihgeschäft von J. Casparius Feuer entstanden war. Als schlug böse um sich, als ein paar junge Burschen sie besonders aufder erste Löschzug eintraf, standen bereits Regale, Kleidungsstücke, dringlich hänselten. Ich war über dieses Treiben nicht wenig emEinheitliche Vorschriften für den Verkehr mit Kraftfahrzeugen werden, um die Gefahr zu beseitigen. In der Grünthalerstr. 62 einander. Nun bemühte ich mich um die alte Frau, die vorgab in Wäsche usw. in Flammen. Es mußte längere Zeit Wasser gegeben pört und trieb die Burschen mit einigen derben Schimpfworten ausfollen, wie in letzter Zeit häufig gemeldet worden ist, in allen hatte dann der 16. Zug einen Kellerbrand abzulöschen. Allerlei Ge- der Ackerstraße in Berlin zu wohnen, und bersuchte fie nach der deutschen Bundesstaaten erlassen werden. Diese Meldungen sind rümpel und Verpackungsmaterial wurde eingeäschert, Haltestelle der elektrischen Bahn zu bringen. Ich sah wohl, daß die Frau teilweise noch verfrüht. Die Einzelstaaten können gleichbedeutende Gardinen und Decken gingen in der Wrangelstr. 109 in einer Wohnung geistig nicht normal war, doch konnte ich fie in unserem Orte nicht unterVerordnungen erst erlaffen, nachdem eine Bundesratsverordnung in Flammen auf, während in der Wilhelmstr. 127 ein Brand unterbringen. In Rosenthal ist das Polizeibureau ſchon um 3 Uhr nachmittags borliegt. Aber an dieser fehlt es noch. Wohl hat der Bundesrat drückt werden mußte, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen geschlossen und die Bauern würden es wohl nicht sehr willkommen die Vorarbeiten zu seiner allgemeinen Verordnung schon vor längerer hatte. Zweimal erfolgte in der Nacht zum Donnerstag Alarm heißen, wenn man ihnen in der zehnten Abendstunde derartigen BeBeit aufgenommen und tatsächlich weit gefördert. Die Verordnung nach dem Bahnhof Warschauerstraße. In beiden Fällen brannten such brächte. Ich war ohne Hut und Mantel, hatte auch kein Geld felbst liegt aber noch nicht vor. Die Verordnung des Bundesrates Eisenbahnwaggons mit Kohlen. In der Staligerstr. 63/64 fam bei mir, so daß ich das Anerbieten zweier jungen Leute annahm, das liegt in der Natur der Sache über den Kraftfahrzeug- gegen 3 Uhr in der Droguerie„ Finsterbusch" Feuer aus, das einen die sich bereit erklärten, die Frau nach der Bahn zu bringen. verkehr hinausgehen, sie wird auch den Fahrrad- und sonstigen gefährlichen Charakter anzunehmen drohte. Die Wehr war aber Sie wollten auch das Fahrgeld auslegen und, wenn es nötig Fuhrwertsverkehr umfassen und somit den gesamten öffentlichen schnell zur Stelle und konnte die Gefahr leicht beseitigen. wäre, selbst mitfahren. Beruhigt ging ich deshalb nach Hause. Fahrberlehr auf den deutschen Landstraßen in ihren Bereich ziehen. Grünen Weg 20 mußte dann ein Schaufensterbrand abgelöscht werden.Als ich am nächsten Morgen vernahm, daß man die Frau auf der Rechtsfahren, z. B. Rechtsausweichen und Linksüberholen einzuführen, Die übrigen Alarmierungen, die noch in den legten 24 Stunden ein- Heide tot aufgefunden hatte, erfuhr ich auch, daß die jungen wird dann auch endlich den Fürstentümern Lippe, Schaumburg- Lippe liefen, waren auf" blinden Lärm" zurückzuführen. Leute die Frau nur bis zum Bahudanum gebracht und sie dort allein und Schwarzburg- Sondershausen aufgegeben werden. Auch werden stehen ließen. Die Frau ist dann wohl wieder schräg auf die Heide die Einzelstaaten dann gehalten sein, einheitlich zu verfahren bei Wolzogen- Abend der Freien Volksbühne. Der für Sonntag zugegangen und dann ihrem entfeßlichen Schicksal verfallen. VielErlaß von Fahrverboten und Kennzeichnung verbotener Straßen, abend 8 Uhr im Nathaussaal geplante VII. Runstabend der Freien leicht trägt dieser Fall dazu bei, daß auch hier in Wilhelmsruh eine deren Zahl übrigens auf das notwendigste beschränkt werden soll. Boltsbühne hat insofern eine Aenderung erfahren, als Frau Einrichtung getroffen würde, die etwa einer Berliner Unfallstation Die Bundesrats- Verordnung wird also den Verkehr nicht selbst von Wolzogen verhindert ist, zu erscheinen. Das Programm wird entspräche, denn schon häufiger hat es sich ereignet, daß Vercegeln, sondern den Einzelstaaten nur allgemeine, aber wichtige Vor- nunmehr von Ernst von Wolzogen allein ausgefüllt werden und unglückten und Hülflosen keine oder nur sehr späte Hülfe zuteil schriften geben für die Stegelung des großen durchgehenden Verkehrs zwar wird er eigene Dichtungen vortragen. auf den Landstraßen. Sie wird so den Rahmen abgeben, in dem oie landesbehördlichen Anordnungen sich zu bewegen haben. Die Hoffnung ist nicht unberechtigt, daß diese wichtige Bundesrats Verordnung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen wird. wird bon 10 Bf. zur Erhebung. Am Urania. Der Experimental- Vortrag über„ Radium" wird von Hörsaal des Instituts Taubenstr. 48/49, abends 8 Uhr, wiederholt. Herrn Dr. B. Donath am Sonnabend, den 15. dieses Monats im Karten sind von heute ab an der Kasse erhältlich. " werden konnte. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter 15. April, abends 8, Uhr, bei Gust. Tempel, Boghagen, Ede der Neuen ( E. S. 29, Hamburg), Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den Bahnhofstraße: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung für Monat Februar, März, April. 2. Abrechnung vom Mastenball. 3. Interne Staffenangelegenheiten. Vermischtes. Zur bequemen Einlieferung von Postpaketen ist in Berlin, b Theater. Im Schiller Theater O.( Wallnertheater) findet gesehen von den Stadtpostanstalten, auch durch die Patetbestelleinrichtungen der Post Gelegenheit geboten, die noch immer nicht in Sonntag abend eine Aufführung von Goethes Iphigenie auf dem gebührenden Umfang benutzt wird. Die Postverwaltung läßt auris" statt. Die Titelrolle spielt Alwine Wiede, die übrigen beshalb von neuem darauf hinweisen. Sämtliche im Dienst befind Dreft: Willi Kruszynski, Pylades: Otto Rembe, Arkas: Martin Rollen sind folgendermaßen besetzt: Thoas: Friedrich Holthaus, liche Paketbesteller sind zur Entgegennahme gewöhnlicher Pakete und zur Einlieferung bei der nächsten Bostanstalt verpflichtet. Sie nehmen Deutschen Theater in der Zeit vom 13. bis 31. Mai statt- bisher 11 Personen erkrankt und davon 5 gestorben. Seit dem Die Genidstarre in Westpreußen. Ju Czerst, Kreis Ronit sind Hartwig. In dem unter Leitung von Sigmund Lautenburg im bie Batete innerhalb der Häuser, die sie zur Bestellung oder Ab- findenden Anzengruber- Zyklus wirken folgende Anzengruber- Darsteller 27. März sind teine Neuerkrankungen vorgekommen. In Neugut bei holung betreten, und an den Bostwagen entgegen. Auf schriftliche Bestellung mittels Bestellschreibens oder Bestellkarte an das kaiserliche mit: Hansi Nieſe- Jarno aus Wien, Amalie Schönchen vom t. fulm ist eine Person an Genicstarre ertraukt und gestorben. In Emilie Giesrau aus Wien, Ludwig Thorn ist eine Person unter dem Verdacht der Genicstarre ge Batetpostamt in Berlin N. 24, Oranienburgerstr. 70, findet die Ab- Hofburg- Theater in Wien, Ab- Martinelli holung von Paketen auch aus den in den Verlangschreiben bezeichneten Martinelli vom Wiener Volks- Theater, Willy Jhaller und Robert storben, und ein Soldat als genickstartverdächtig erkrankt. Wohnungen statt. Die Bestellschreiben und Bestellkarten werden un- b. Balaythy vom Wiener Naimund- Theater, Jan Szifa vom StadtDie schwarzen Bocken sind unter den auf dem Gute Neu- Steinbeck entgeltlich befördert; für die von den Baketbestellern auf ihren Bestell- in Würzburg und Eugen Burg aus Berlin und Emil Stettner Schnittern ausgebrochen. Ein Fall ist bisher tödlich verlaufen. Theater in Frankfurt a. M., Alois Großmann vom Stadt- Theater bei Gadebusch in Mecklenburg beschäftigten russischen fahrten eingesammelten Pakete kommt außer dem Porto eine Gebühr bont Schauspielhaus in Hamburg. Im Thalia Theater beginnt die nächste Nachmittags- Vorstellung am Sechs Arbeiter ertrunken. Einer Meldung der„ Thornet Jns beste Licht gerückt. Von den Standinhabern wird elektrische Sonntag ausnahmsweise um 3 Uhr, in Szene geht mit Guido Zeitung" aus Schillno zufolge ertranten bei Schuliz auf der Weichsel Beleuchtung für alle Berliner Martthallen erstrebt. In einer Thielscher in der Hauptrolle Der Hochtourist". Abends 128 Uhr„ Der sechs Arbeiter beim Transport von Prämen, die mit Kies beladen Versammlung des Vereins der Standinhaber der Zentralmarkthalle, Stilometerfresser. Von jetzt an beginnen alle Vorstellungen waren. die auch von Händlern anderer Hallen besucht war, wurde Mittwoch im Lessing Theater um 8 Uhr. Zentral Theater. der gute Eindruck, den die Zentralmarkthalle während der Aus- Das mehrwöchentliche Gastspiel des Theater bes Westens beginnt in Wiener- Neustadt fand am vergangenen Sonnabend ein OrgelRauschegzeß eines Pfaffen in der Kirche. In der Kapuzinerkirche stellungstage machte, hauptsächlich darauf zurückgeführt, daß in diesen Freitag mit der Oper„ Der Barbier von Sevilla". Am Sonnabend Tagen die Stände elektrisch beleuchtet waren, wodurch die Waren ein gelangt„ Der Troubadour" zur Aufführung, am Sonntagnachmittag tonzert statt, dem ein zahlreiches Publikum von Gläubigen und Kunstfreunden beiwohnte. weit besseres Aussehen bekommen hätten. Eine solche Beleuchtung sei Der Barbier von Sevilla", abends„ Der Freischütz". Dem geheiligten Raume entsprechend enthielt sich jedermann der Beifallsbezeigungen, es herrschte lautlose auch sonst für die Halle zu erstreben, wenn man mit den großen Zur Amateur Weltmeisterschaft. Bei den Ringkämpfen der Stille. Nur ein Pfarrer störte schon zu Beginn das Konzert durch Kaufhäusern konkurrieren wolle. Die gleiche Ansicht wird von Stand- Schwergewichtsklasse( über 160 Pfund Körpergewicht) ergab sich finnlose laute Rufe. Am Schluß bestieg der geistliche Herr das inhabern der anderen Hallen verfochten. In den nächsten Tagen folgendes Resultat: 1. Jensen Kopenhagen; 2. It mann- Kirchenchor und hielt in seinem Rausche eine ullige Rede, deren inhaber- Bersammlung abgehalten werden, die über ein gemeinsames Berlin; 3. Moldt- Berlin; 4. Schmiz- Wien; 5. Gebhardt Schluß nur durch das geistesgegenwärtige Einfallen des Organisten Berlin; 6. Arnold- Wien. Berlin: 6. Arnold- Wien. Die Kämpfe währten abermals Kern mit Fortissimo den Zuhörern verloren ging. Obwohl nicht Vorgehen zur Erzielung befferer Markthallenbeleuchtung beraten bis in die sechste Morgenstunde! Unter dieser Rücksichtslosigkeit, die nur die Gläubigen durch den unerhörten Standal auf das empfindwird. Man wünscht für jeden Stand die Anbringung von Nernst durch die mangelhafte Organisation der ganzen Veranstaltung ver- lichste in ihren religiösen Gefühlen verletzt sein mußten, legte doch schuldet war, hatten nicht nur die Zuschauer zu leiden, sondern auch keiner der vielen Pfaffen Hand an den würdigen Gottesmann, er Die neue psychiatrische Klinik der Charité wurde vorgestern von die am Ringen selbst Beteiligten. Einzelne der Ringer mußten konnte ruhig die Kirche verlassen! Ein Laie würde natürlich im der Bauleitung der Charitéverwaltung übergeben. Der Umzug der im Laufe Laufe der Nacht fiebenmal antreten! Auch der Sieg gleichen Falle wegen Religionsstörung angeklagt werden. Kranten von dem alten nach dem neuen Gebäude begann gestern. des Dänen tam mehr durch einen Zufall als durch dessen Ueber- Der russische Prügelfürst Leon Kotschubey, ein naher VerEine Eröffnungsfeier findet später statt. Die zwischen der Nerven legenheit zustande. Altmann hatte Jensen bereits zweimal wandter des russischen Staisers, war, wie bekannt, vor kurzem in und der psychiatrischen Klinik gelegenen alten Gebäude werden jetzt geworfen, doch wurde beide Male dies Resultat beanstandet, da der Dresden wegen gefährlicher Körperverlegung, begangen an dem abgeriffen, um Gartenanlagen Plaz zu machen. Besiegte über den entschieden zu fleinen Teppich hinausgefallen war. Nachtportier Möller im Hotel Europäischer Hof" zu einer Geldstrafe Schließlich kam dann Altmann auf beide Schultern eine umso von 1000 m. verurteilt worden, die in keinem Verhältnis zu den ehrenvollere Niederlage, als der Berliner schon vorher zirka zwei von dem Fürsten verübten rohen Wißhandlungen stand. Wie uns Stunden lang mit refpeftablen Gegnern hatte ringen müſſen. aus Dresden geschrieben wird, hatte der verlegte Portier als Neben Nachgetragen sei bei dieser Gelegenhelt noch, daß beim Gewicht- fläger gegen das Urteil Berufung eingelegt, um eine höhere Strafe he ben der Schwergewichtsklasse, wie vorauszusehen, der Wiener au erwirten, er hat aber jetzt die Berufung zurückgezogen, nachdem Steinbach den Reford aufstellte und zwar bei beidarmigem ürst Sotschubeh sich bereit erklärt hat, in Rücksicht auf die Schwere Drücken mit 250 Pfund, bei beidarmigem Stoßen mit 320 Pfund. der erlittenen Mißhandlungen eine entsprechende Buße zu zahlen. Der Fürst war gegen Hinterlegung einer Kaution von 10 000 m. vom persönlichen Erscheinen in dem zweiten Termin entbunden worden. Er weilt gegenwärtig in Rußland, da auf seinen großen Gütern unter den Bauern Unruhen ausgebrochen find.- Hoffentlich treiben ihm die Bauern seine Prügelallüren aus. wird vom Bunde der Berliner Standinhaber- Vereine eine StandLampen. Opfer der Straße. Die 84 Jahre alte Hauseigentümerin Witwe Auguste Reh geb. Noste aus der Fehrbellinerstraße 13 war noch sehr rüftig und besorgte ihre ganze Wirtschaft allein, nur das Gehör hatte gelitten. Vor acht Tagen ging die Greifin vormittags nach der Zentralmarkthalle und faufte ein. Auf dem Nückwege wurde fie in der Lothringerstraße von einem Geschäftswagen überfahren, weil fie den Zuruf des Kutschers nicht hörte, und schwer verletzt. In einer Privatklinit, in die die Berunglückte gebracht wurde, stellte der Arzt mehrere Bein- und Armbrüche fest. An den Folgen der Verlegungen ist die alte Frau jezt gestorben. : Vorort- Nachrichten. Im Irrsinn verhungert. Ein böser Knabenstreich. Der 15 jährige Malerlehrling Karl Baethel hat borgestern nachmittag in dem im Erdgeschoß des Reinickendorf. Quergebäudes des Grundstücks Danzigerstr. 71 belegenen Lagerfeller feines Lehrherrn, des Malermeisters Gotthold Boguth, vor einem mit Terpentin gefüllten Faß Fener angelegt. Durch das rechtzeitige machermeisters Achter, Weidenweg 68, beren Zeiche, wie bereits Einen schrecklichen Tod fand die 78 Jahre alte Frau des SchuhHinzukommen des Arbeiters Schönherr wurde eine Explosion berhütet, die im nächsten Augenblid erfolgen mußte, da das Feuer das Faß schon ergriffen hatte. Der Täter, der sich bisher verborgen hält, hat das Feuer aus Rache angelegt, weil er von seinem Lehrherrn wegen schlechter Führung entlassen worden war. " Erdbeben in Ungarn. Nach einem Telegramm aus Temesvar wurde dort gestern, abends 9 Uhr 10 Minuten ein wellenhatte. förmiges Erdbeben wahrgenommen, das eine Dauer von 5 Sekunden mitgeteilt, in fast unbekleidetem Bustande in der Schönholzer Haide Wegen betrügerischen Bankerotts und Depotunterschlagung sind aufgefunden wurde. Die Greifin litt an periodischem Irrfinn, und die Banliers Georg und Max Shueller in Bunzlau gestern wenn sie von der Krankheit befallen wurde, trat bei ihr eine auf- in Untersuchungshaft genommen worden. fällige Gedächtnisschwäche ein. So erkannte sie in diesem Zustande weder ihre nächsten Angehörigen, noch vermochte sie Angaben über Wegen eines Fabrikbrandes wurde gestern die vierte Kom- ihren Namen und Wohnung zu machen, war aber im übrigen durch pagnie nach der Maximilianstraße 14 in Banton gerufen. Brand- aus harmlos, so daß eine besondere Bewachung der Kranken nicht inspektor Julius rückte mit dem 16. Dampfsprißenzuge zur Brand- für erforderlich erachtet wurde. stelle, an der die freiwillige Ortsfeuerwehr von Pankow schon Bor etwa zehn Tagen begab sich Achter mit seiner Frau nach energisch tätig war.. Auch die Reinickendorfer Wehr erschien an der Lichtenberg, woselbst sein Sohn ein Laubenterrain gepachtet hat, und Berantin. Redakteur: Boul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Oldenburgische Landesausstellung. Die Landesgewerbe- und Industrie- Ausstellung, verbunden mit einer nordwestdeutschen Kunstausstellung und Ausstellung tunstgewerblicher Altertümer, wird aller Voraussicht nach am 9. Juni eröffnet werden. Dem jezigen Stande der Arbeiten nach zu schließen, muß die Ausstellung zur Eröffnung völlig fertig dastehen.