Nr. 90. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 8,80 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 fg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. ablesdalsbl 22. Vorwärts Berliner Volksblatt. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das Gesetz, das sich sehen lassen kann. Wir zitieren noch einmal, was der„ Hannoversche Courier" zwischen der ersten und zweiten Lesung der Berggesegnovelle in der Kommission schrieb: Sonnabend, den 15. April 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. so nur um zu zeigen, daß der Entwurf nicht einmal gewährt, Sozialdemokratie zu einem Bergarbeiterschutzgeseze, das was er zu gewähren vorgibt: eine Vertretung der Arbeiter jetzt dem Reichstage vorgelegt würde, würde keine andere gegenüber dem Unternehmer. Auf dem Wege dieses Gesetz- sein, als bisher bisher zu dieser Frage. Die Zentrumsentwurfs tommt keine Vertretung der Arbeiter zustande, wie presse allerdings scheint gewiß zu sein, daß das Reichstagsgroß oder klein ihre Befugnisse auch bemessen werden; höchstens zentrum von seiner Macht keinen Gebrauch machen und unserer eine Vertretung durch Leute, die der Unternehmer sich aus- Partei damit keine Gelegenheit geben wird, den Schwaz dieser sucht. Und diese Vertretung darf keine Rechte ausüben, auch Presse zu widerlegen. Sonst würde sie wohl nicht, wie es wenn sie wollte. die Märkische Volkszeitung" tut und wie wir vermutlich " " Es ist offenes Geheimnis, daß die zweite Lesung in der Kommission wesentlich anders ausfallen wird als die erste. Die Drohung des Zentrums, daß, wenn kein Gesetz im Abgeordnetenhause zustande Nun aber erst das Ausnahmerecht gegen die Bergarbeiter. demnächst auch in der„ Kölnischen Volkszeitung" lesen werden, tommt, die Angelegenheit durch den Reichstag erledigt werden soll, Den Ausschüssen der Bergarbeiter wird die Wahrnehmung der jetzt die Sozialdemokratie für die reaktionäre Raserei der fei„ teine leere Drohung, denn in der Tat soll Graf Posadowsky einen Entwurf für den Reichstag fertig und bereit liegen haben. Die Interessen ihrer Kameraden ausdrücklich verboten. Mit raffinierter Landtagskommission verantwortlich machen. Ganz im Stile Regierung und hier hält sich die Reichsregierung mit der Stlügelei hat man eine Form gefunden, die jedem Ausschuß- Eugen Richters redet sie davon, daß die sozialdemokratische preußischen offenbar für solidarisch ist jedenfalls jetzt der Meinung, mitgliede gestattet, politisch- agitatorisch im Interesse der Unter- Hegerei die Reaktionäre verhindere teine Reaktionäre zu sein. daß sie nach den zur Zeit des Streits abgegebenen Versicherungen ver- nehmer tätig zu sein, ihm aber eine solche Tätigkeit im Interesse Nach diesem Rezept ist offenbar auch der Klerikalismus pflichtet ist, unter allen Umständen ein Gesez durchzusehen, der Arbeiter verbietet. Ein Ausschußmitglied darf nur in einer am Stulturkampfe schuld gewesen und die Sozialdemokratie ist das sich einigermaßen fehen lassen tann. Dieser Versammlung auftreten und über die Nichtbeachtung der danch die eigentliche Schöpferin der preußischen JunkerSituation werden schließlich auch die Gegner des Entwurfs im Wünsche des Arbeiterausschusses Beschwerde führen, sofort reattion, sie hat sogar das preußische Dreiklassen- Wahlrecht Abgeordnetenhause Rechnung tragen müssen." Db die Regierung der Ansicht ist, daß die Beschlüsse der Arbeitern und Unternehmern durch politisch- agitatorische wird es wegen Störung des guten Einvernehmens zwischen geschaffen. Von demselben Werte ist die Behauptung der Märkischen Kommission sich sehen lassen können, weiß man noch nicht. Tätigkeit aus dem Ausschusse ausgeschlossen. Eine Störung Voltszeitung", wir hätten den Streit verursacht. Wir erinnern Die Kommission ist sicher der Meinung, daß sich ihre Beschlüsse des guten Einvernehmens zwischen Unternehmer und Arbeiter das Zentrumsblatt nur an die Worte, die der christliche Führer sehen lassen können. Auch wir meinen, sie können sich sehen sieht der Unternehmer ja in jeder Forderung an die Unter Effert am 16. Januar in Essen gesprochen: laffen.*) nehmer, in jeder Klage über Mißstände im Betriebe. Denn Der Verein der Unternehmer hat uns Es ist also nunmehr das einfache Nullen der Wagen bekanntlich gibt es ja nach Meinung der Unternehmer in keinem den Kampf aufgezwungen." berboten. Dagegen dürfen für den nicht vorschriftsmäßigen Betriebe Mißstände. Die ultramontane Presse gibt offenbar die Hoffnung auf, Teil der Ladung Lohnabzüge gemacht werden. Was vor- Die Kommission des Abgeordnetenhauses ist sich felbst- daß auf irgend einem Wege ein Gesetz zustande kommt, schriftswidrige Beladung ist, bestimmt der Unternehmer. Zwar verständlich vollkommen flar über die Bedeutung ihrer Be- das sich vor den Arbeitern sehen lassen könnte, ohne Spott und ist den Arbeitern die Bestellung eines Wiegekontrolleurs geschliffe. Es war ihre Absicht, den Arbeitern jedes Recht zu Ingrimm bei diesen hervorzurufen. Daß davon das Zentrum stattet, aber der hat nur das Recht, das Verfahren bei Fest verweigern. Und da wir der Intelligenz der Kommissions- feinen Vorteil haben wird, darüber herrscht natürlich kein ftellung des nicht vorschriftsmäßigen Teiles der Ladung zu mehrheit nicht zu nahe treten dürfen, müssen wir annehmen, Zweifel. Deshalb will die Presse des Zentrums vorbeugen überwachen; mitwirken bei der Feststellung darf er nicht. Das daß es auch ihre Absicht war, die Arbeiter zu verhöhnen. und für ihre Partei zu retten versuchen, was noch zu retten ändert an dem bestehenden Zustande nichts, denn dieses Recht Aber dieser Streich wird, auf die Reaktion zurückfallen. Diese ist. Deshalb muß sie nun zu den leider allzu abgebrauchten haben die Arbeiter jetzt schon. Der Vorschlag der Regierung. Spottgeburt von Arbeitervertretung, durch die den Arbeitern faulen Bigen greifen, mit denen die Freifinnigen sich daß der Unternehmer den Lohn des Wiegekontrolleurs bor- nicht nur jedes Recht verweigert wird, durch die sie vielmehr ebensowenig Verstand als Glück zu retten suchten. Nur schußweise zahlen muß, ist abgelehnt. An der Frage der Lohn zu Polizisten der Unternehmer gemacht werden sollen, sie daß das Zentrum in der glücklichen oder vielleicht unglückzahlung scheiterte bisher schon die Benütung des den Arbeitern foll eine Waffe werden im. Kampfe gegen die Reaktion, lichen Lage ist, sich selber abzuführen, wenn es nur wollte. zustehenden Rechtes auf Anstellung eines Wiegetontrolleurs, die dem politischen Fortschritt vortreffliche Dienste leisten Das Zentrum gebrauche seine Macht im Cleichstage und die und sie werden deshalb auch in Zukunft von diesem zweifel- wird. Hohnlachen wird der ernten, der es jetzt nicht nur Sozialdemokratie wird mit Freuden und Eifer dafür sorgen haften Rechte keinen Gebrauch machen können. vor Bergarbeitern, sondern vor den Arbeitern überhaupt noch helfen, daß ein Gesez zustande kommt, das sich vor den " mit An Stelle des einfachen Nullens sind aber nun neben den einmal wagt, Vertrauen zur Regierung oder zu den herr Arbeitern sehen lassen kann. Tut das Zentrum das Abzügen für vorschriftswidrige Ladung noch disziplinare Geldschenden Parteien zu predigen. Man wird ihm den Berg- nicht, dann werden ihm seine freisinnigen Spiegelfechtereien strafen zulässig, die im Monat 5 Mt., im Jahre also 60 mt. arbeiterschutz" des preußischen Landtages um die Ohren noch weniger nügen, als sie dem Freifinn genügt haben. betragen dürfen. Das sind nach den gegenwärtigen Löhnen schlagen. Außerdem darf aber der Arbeiter ohne weiteres entlassen werden, wenn er im Monat mehr als dreimal wegen vor schriftswidriger Beladung bestraft worden ist. je nach dem Revier etwa 7 Proz. bis 5 Proz. des Lohnes. Da Die Vorschriften über die Beschränkung der Arbeitszeit Die Regierung behauptet, es würden im Ruhrrevier nur etwa ändern an dem gegenwärtigen Zustande nichts. Schon jett Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. durchschnittlich 3 Prozent der Förderung genullt, so find jetzt haben die Oberbergämter das Recht, aus sanitären Gründen die zulässigen Disziplinarstrafen allein schon höher, wozu bie Arbeitszeit zu beschränken. Sie haben davon niemals Zu einer Seesch I acht ist es noch immer nicht genoch der Lohnabzug für den vorschriftswidrigen Teil der Gebrauch gemacht. Der den Oberbergämtern beigegebene Ge- kommen, weder bei den Anamba- Inseln, noch auf der Höhe Ladung kommt. sundheitsrat hat nicht die geringste Bedeutung, denn auch ohne von Saigon. Ein offizielles japanisches Telegramm bom diesen sind die Arbeitsbedingungen den Oberbergämtern aus- heutigen Tage verweist alle derartigen Berichte in das Bereich reichend bekannt. Das alles ist also Spiegelfechterei. Von Bon der Fabel. den Versprechungen der Regierung wird durch den Gesetz- Db es demnächst zu einem Zusammenstoß der beiden Danach ist also aus der versprochenen Beseitigung des entwurf nicht nur teine einzige erfüllt, es werden vielmehr Flotten kommen wird, hängt in erster Linie von dem VerNullens ein Mittel geworden, den Arbeitern größeren die schlimmsten Befürchtungen, die wir von Anfang an ge- halten der russischen Flotte ab. Wenn sie sich nach einer SeeSchaden zuzufügen als bisher und es ist ihnen keine Spur äußert, noch übertroffen. gefchlacht Darum meinen wir im Ernste, schlacht sehnt, braucht sie nur die Richtung nach Formosa hin eines Schutzes vor willkürlicher Behandlung gewährt worden. Dieses Reaktionskunststück kann sich sehen lassen". weiter einzuhalten. Die Japaner werden es an sich schwerlich Hinsichtlich der Geldstrafen überhaupt blieb es bei der fehlen lassen. Noch immer aber ist es völlig ungewiß, ob Regierungsvorlage, daß Geldstrafen im Laufe eines Kalendermonats insgesamt nicht mehr als zwei Tagelöhne betragen Stommiffionsbeschlüsse gleichfalls scharf, aber zugleich treibt sie in dem französischen Hafen Unterschlupf ſucht. Die freisinnige und die ultramontane Presse kritisiert die Roschdjestwensky den Kampf aufzunehmen gedenkt oder ob er dürfen. Es ist jedoch bei der bisherigen ungeregelten Bericht es genau so, wie wir gestern vorausgefagt haben. Nachdem in Madagaskar die Neutralität ungeniert verlegen wird, Die Frage, ob Frankreich auch in Südchina ebenso wie erstattung über die Kommissionsverhandlungen nicht zu er ihre töricht optimistischen Nedereien, daß die zweite Lesung in in Madagaskar die Neutralität ungeniert verlegen wird, sehen, ob die Strafen für vorschriftswidrige Förderung inner- der Kommission etwas Besseres bringen werde, gegenstandslos wird auch von der englischen Presse lebhaft erörtert. In halb dieser Bestimmung bleiben oder ob neben ihnen geworden sind, vertröstet sie die Arbeiter wieder auf die Beschlüsse Daily Telegraph" schreibt ein englischer Admiral: noch bis auf zwei Tagelöhne gestraft werden darf. Das des Plenums. Es ist aber gar nicht daran zu denken, daß dort tommt sehr auf die Fassung der Bestimmungen an. Auf eine irgendwie erwähnenswerte Aenderung vorgenommen wird, feinen Fall bedeutet die Begrenzung der Geldstrafen einen Schutz der Arbeiter, weil die Grenzen viel zu hoch sind. zwar wird angedeutet, daß vielleicht die geheime Wahl der Ausschüsse wieder hergestellt wird, doch kann es für die Arbeiter sehr gleichgültig sein, ob sie die Zechenpolizisten, zu denen die Ausschußmitglieder gemacht werden sollen, in öffentlicher oder geheimer Wahl wählen dürfen. Sie werden sie weder öffentlich noch geheim wählen. Gegen jede Verbesserung des EntWurfes durch das Plenum droht übrigens die Reaktionspresse schon mit dem Herrenhause. " " „ Wenn diese Gastfreundschaft gewährt wird, so würde Rußland sich ebenso gut stehen, wie wenn es selbst auf seinem Wege nach dem fernen Osten Häfen hätte. Dies ist eine Frage, die Großbritannien sehr nahe angeht. England hat Flottenbasen in allen Meeren der Welt und läßt sich deren Verteidigungswerke große Summen kosten. Was nüßt dies aber, tvenn ein Feind in der Kriegszeit freien Gebrauch von den Häfent neutraler Mächte machen kann und auf diese Weise genau so gestellt ist wie wir mit unseren ganzen Vorbereitungen und Einrichtungen für den Scetvieg?" Nun die Arbeiterausschüsse. Sie sind obligatorisch. Wählen dürfen nur die 25 Jahre alten Arbeiter, die zwei Jahre auf einem Werke arbeiten. Es werden vermutlich weit weniger als die Hälfte der Arbeiter wahlberechtigt sein. Dabei ist die Wahl öffentlich. As Mitglieder der Arbeiterausschüsse würde wahrscheinlich nur ein ganz fleiner Bruchteil der Arbeiter in Amfterdam, 14. April. Der„ Telegraaf" erhält von seinem Frage kommen, da sie 30 Jahre alt sein, vier Jahre auf Die hiesige ultramontane Germania" verlangt für Korrespondenten in Batavia ein Telegramm, in dem es heißt: Das einem Werke arbeiten und der deutschen Sprache mächtig sein den Fall, daß der Entwurf in seiner jetzigen Gestalt beschlossen Erscheinen der Japaner an der Süfte von Cochinchina ist müssen. Diesen Bedingungen dürften schwerlich auch nur 10 Broz. der Ruhrbergleute genügen. Ist so ein Arbeiter- wird, ernſter als bisher die Anrufung des Reichstages. bisher nicht bestätigt. Russische Kreuzer famen ausschuß zustande gekommen, dann dürfen nach einer Er- Demgegenüber müssen wir immer wieder darauf hinweisen, gestern in Sicht bei Saigon. Das niederländische Geschwader ausschuß zustande gekommen, dann dürfen nach einer Er- daß die Regierung dem Reichstage keine Vorlage machen wird. kreuzt bei den Anamba- und Natuna- Inseln. flärung des Regierungsvertreters die Unternehmer auch noch ebenso viel Beamte in den Ausschuß delegieren, als ihm Ar preußische Staatsregierung stehe grundsäglich auf dem Stand Tokio, 14. April. Gine faiserliche Verfügung erklärt den Hafen Graf Posadowsky hat seinerzeit im Reichstage erklärt, die Japanische Vorbereitungen. beiter angehören. Wir legen diesen Arbeiterausschüssen an sich keinen Wert punkte, daß die Berggesetzgebung nicht zur Zuständigkeit des Mato auf den Bescadores- Inseln mit dem heutigen Tage in Be Reiches gehöre und sie werde im Bundesrate nicht dafür lagerungszustand. Nach einer Marineverordnung wird in bei, weil sie gar nicht in der Lage sind, die Interessen ihrer stimmen, die preußische Zuständigkeit aufzuheben. Die Deutsche Malo ein Marine Gerichtshof eingerichtet. Kollegen wahrzunehmen, denn selbst wenn dem Ausschuß Tageszeitung" droht übrigens schon ganz offen mit dem Stondie wirklichen Rechte gewährt würden, die ihm die Re- flift und einer inneren Strisis von großer Tragweite, falls die Dewey über die Lage zur See. gierungsvorlage vorenthält, wäre er nicht in der Lage, bon Regierung doch dem Drängen nachgeben und an den Reichs hat in einem Interview über die Aussichten der Russen und Japaner New York, 14. April. Admiral Dewey, Sieger von Manila, den Rechten Gebrauch zu machen. Der Unternehmer fann ja tag gehen wollte. Auf einen solchen Konflikt läßt es die bei dem kommenden Seegefecht Aeußerungen gemacht, welche darauf hat in einem Interview über die Aussichten der Ruſſen und Japaner jeden Arbeiter, der ihm in der Vertretung der Arbeiter preußische Regierung nicht ankommen. Nur einem unwider hinweisen, daß Japan nicht absolut auf einen Sieg interessen unbequem wird, ohne weiteres entlassen. Die ftehlichen Zwange wird sie nachgeben und diefer Zwang tann rechnen tönne, da die Japaner nicht über eine genügende Aneinzige wirkliche Instanz zur Vertretung der Arbeiterinteressen nur vom Reichstage selber ausgeübt werden und wie die zahl von Kreuzern verfügen. unmittelbar dem Unternehmer gegenüber ist eine starke Ge- Dinge gegenwärtig liegen, ist es in die Hand des Zentrums wertschaftsorganisation. Wenn wir uns auf eine Stritif der gegeben, ob der Reichstag sich zur Anwendung eines solchen Russische Torpedobanten in Kiel! Einzelheiten des Gesetzentwurfs in diesem Punkte einlassen, wanges entschließt. Die Sozialdemokratie im Reichstage Die Sozialdemokratie im Reichstage werden augenblicklich auf Rechnung der russischen Regierung zehn Petersburg, 14. April.( Bureau Herold.) In Kiel *) Es sei hierbei ein Irrtum des Stenographen in dem wird nicht zögern, das Zentrum darin zu unterstützen. Es ist Torpedoboote gebaut, welche im Mai zu liefern sind. Die russische geftrigen Bericht richtig gestellt. Der Handelsminister hat den ein albernes Gerede, daß wir keinen Arbeiterschutz wollen, Regierung hat außerdem bei verschiedenen auswärtigen BatronenAntrag Heydebrand nicht für annehmbar, sondern für un schon widerlegt durch die Reichstagsbeschlüsse zum Berg- fabriken 400 Millionen Patronen bestellt, lieferbar in allertürzester annehmbar erklärt. arbeiterschuhe in den Tagen des Streits. Die Haltung der Frift. " poUtifcbc Geberriebt. Berlin, den 14. April. Marokko. Wir gaben von der Wiener Meldung Kenntnis, daß Delcassä ' den französischen Botschafter in Wien beauftragt habe, der österreichisch- ungarischen Regierung mitzuteilen, es sei der Inhalt des französisch- englischen Abkommens an Deutschland offiziell und vollständig mit- geteilt worden. Obschon die Unrichtigkeit dieser Meldung offenbar war. leistet ein Offiziosus in den„Münch. Neuest. Nachr." eine noch- malige ausführliche Abwehr, auf daß ja jener Fehler Delcasses immer von neuem breitgetreten werde. Man weiß längst, daß Delcassö lediglich dem deutschen Botschafter mündliche Mitteilungen über das Abkommen gemacht hat. Die Wiener„N. Fr. Pr." teilt jetzt mit, was der französische Botschafter in Wien tatsächlich im Auf- trage seiner Regierung in der Marokkofrage getan hat: Marquis de Reverseaux habe dem Grafen Goluchowski gegenüber jetzt die Mitteilung von dem Abschlüsse des Uebereinkommens zwischen England und Frankreich nqchgeholt. Die„N. Fr. Pr." nimmt an, daß die französische Regierung ebenso sämtliche bisher noch nicht über das Abkommen offiziell verständigten Mächte nunmehr unterrichtet habe, also auch Deutschland. So scheine Delcasss den Weg zu suchen, um eine friedliche Auseinandersetzung mit Deutschland anzubahnen. Ob diese Mitteilungen nun zutreffend sind, steht dcthin. Zunächst mehren sich für Frankreich die Schwierigkeiten des Warokkoproblems, wozu die Schwierigkeiten in Abessinien kommen. Der Sultan in Fez soll eine endgültige Antwort auf die Reform- forderungen Frankreichs gegeben haben. Er will mit Frankreich nur Wegen algierischer Grenzfragen verhandeln und habe hierüber schon mit dem früheren französischen Gesandten Revoit Vereinbarungen gewoffen, andere Reformfragen aber mußten an alle die Mächte uberwiesen werden, welche den Madrider Vertrag von 1880 unter- zeichnet haben, wozu bekanntlich Deutschland zählt. Ebenso verschärft M e n e l i k von Abessinien seine Haltung gegen Frankreich. Hier handelt es sich um den Bahnbau von Biredaua nach Adis-Abeba, und es wird behauptet, Frankreich wolle. nicht- französisches Kapital und Arbeit ausschließen. Menelik hat aber den Vertretern der Mächte die Erklärung gemacht, daß er selbst den Bahnbau vornehmen werde, sofern nicht eine gemeinsame Aktion der Mächte, unter Wahrung der Unabhängigkeit Abes siniens, zu stände komme.-- Sand in die Angen. "- Nach langer Zeit hört man wieder einmal etwas vom Schicksal d'er preußischen Schulvorlage. Gelegentlich der Kultusdebatten hatte. man aus dem Munde des Kultusministers erfahren, daß frühestens im Herbste die Schulunterhaltungs-Vorlage dem Abgeordnetenhause vorgelegt werden könne. Inzwischen aber hat die Unterrichts- konrmission weiter verhandelt. Sie hatte die Aufgabe, den zweiten Teil des' berüchtigten Kompromißcmtrages vorzuberatcn, der die Regierung auffordert,„bei Neuregelung der Schulunterhaltungs- Pflicht zugleich für die Beseitigung unbilliger Ungleichheiten in der Belastung der verschiedenen Schulverbände und in der Höhe des DiensteinkommenS der VoUsschullehrcr zu sorgen". Hatte der erste Teil des Antrages die rein äußerliche, rechllich- politische Angelegenheit der Schulunterhallung in eine völlig un- motivierte und gewaltsame Verquickung mit einer der intimsten Fragen des. geistigen Lebens, mit der Frage des religiösen Bekennt- nisses, gebracht, um durch die geplante Konfessionalisierung der Volksschule die rechtsstehenden Parteien und das Zentrum für die reaktionären Schulpläne einzufangen, so will der zweite Teil des Antrages«ine scheinbar sachlich motivierte, in Wirklichkeit aber gseichsalls gewaltsame Verbindung des Schulunterhaltungs-Gesetzes mit der Lehrcrbesoldung herbeiführen. Gewiß ist die Lehrer- bösoldung ein Stück der Schulunterhaltung und gewiß ist die im Jahre 1897 erfolgte gesetzliche Regelung der Lehrcrbesoldung Stück- werk und Flickwerk geblieben wie alles, was aus der parlamentari- schen Sudelküche des preußischen Landtags kommt, so daß eine Neu- regelung schon längst wieder notwendig gewesen wäre. Aber als dse Väter des Schulkompromisses die Lehrerbesoldungsfrage mit ihren Schulreaktionsprojekten in Verbindung brachten, da lag ihnen nichts ferner, als eine ernsthafte Besserung der erbärmlichen preußi- schen Lehrerbesoldung, sondern sie wurden dabei von der Absicht ge- leitet, mit dem Speck einer demnächstigen Gehaltsaufbesserung die Lehrer zu ködern und sie mit vor ihren Schulkarren zu spannen. Die Rechnung, die der unermüdliche Allerweltsjournalist und Jntrigenpolitiker Oktavio von Zedlitz aufgemacht hatte, war von seinem Standpunkte aus gar nicht so übel. Welch ein Erfolg, wenn es den vereinigten Reaktionsparteien durch ihre Kompromißpläne gelingen sollte, die Landlehrer durch kleine Aufbesserungen im Gehalt zu ihren dankbaren Bundesgenossen zu machen und sie da. durch gleichzeitig von der imponierenden Geschlossenheit des Deutschen Lehrervereins abzusprengen! Das saubere Plänchen ist vorläufig«och nicht geglückt. Die Ilnterrichtskommission hat beschlossen, „die Staatsregierung aufzufordern, behufs Beseitigung unbilliger Ungleichheiten in der Belastung der verschiedenen Schulverbände und im Diensteinkommen der Lehrer, a) in dem Gesetzentwurf be- treffend die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen Be- stinimungen aufzunehmen, durch die eine wirksame Entlastung der "überlasteten leistungsschwachen Verbände im Sinne der Gesetze wegen allgemeiner Erleichterung der Volksschullasten und des i Lehrerbcsoldungs-Gesetzes herbeigeführt wird, b) nach Durch- i führung der Neuordnung der Schulunterhaltungspflicht ohne Verzug die Revision des Lehrcrbesoldungs-Gesetzes v-»zunehmen, i namentlich in der Richtung, daß die Mindestsätze des Grundgehalts 'und der Dienstalterszulagen erheblich erhöht werden; c) bis „'dahin durch angemessene Erhöhung des in Kap. 121 Tit. 34 des Staatshaushaltsetats für 1905 ausgesetzten Fonds die - Beseitigung der vorhandenen Härten zu erleichtern". Oktavio von Zedlitz, der einsah, daß- diese Beschlüsse noch nicht hinreichen würden, um die Lehrer zu kapern, beantragte kühnlich noch mehr. Er will, daß der Mindestbetrag des Grundgehalts auf 1200 M. für erste und alleinstehende Lehrer an Schulen mit nicht weniger als 30 Schülern, ans 1100 M. für alle übrigen Lehrer, auf 900 M. für Lehrerinnen, daß der Mindestbetrag der Dienstalterszulage auf 130 M. für Lehrer und auf 100 M. für Lehrerinnen erhöht wird. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrages wird von den Freikonservativen beantragt: zur Beseitigung der unbilligsten Ungleichheiten in den Lehrerbesoldungen in den Etat für 1906 den hierzu bestimmten Dispositionsfonds von 200000 M. zunächst auf 5 Millionen Mark zu erhöhen". Diese beiden Anträge sind vorläufig abgelehnt worden. Sie werden auch zweifellos im Plenum abgelehnt werden, zumal die Regierung rund heraus erklärt hat, daß sie zur Verwirklichung der Zedlitzschen Pläne keinerlei Neigung verspürt. Ueber den Inhalt eines etwaigen späteren Lehrerbesoldungs-Gesetzes will sie sogar keinerlei Erklärung abgeben. Darüber wird Oktavio V.Zedlitz nicht böse sein. Ihm genügt es. daß er sein lehrerfreundliches Herz offenbart hat. Hoffentlich fällt aber kein preußischer Lehrer auf diesen Schwindel hinein. Alle diese Machinationen dienen nur dazu, den Lehrer» Sand in die Augen zu streuen. Man hofft dadurch einerseits ' die Gegenaktion der Lehrerschaft gegen die Kompromißpläne zu schwächen und gleichzeitig nebenbei die noch viel zu milden Be-' schlüsse des Magdeburger'Lehrertages über die Besoldungsftage als unausführbar und utopisch zu diskreditieren. Die Lehrer mögen vor , ihren falschen Freunden auf der Hut sein und ihre Widerstandskrast und Geschlossenheit gegen die Feinde der Volksschule aufrechterhalten und stärken I— •«• veutkckes Retef). Die bürgerliche Presse über die BcrgzuchthauSvorlage. Im Leitartikel dieser Nummer haben wir schon eine allgemeine Charakteristik der Aeutzerrmgen der bürgerlichen Presse über die Be- schlüsse der Abgeordnetenkommission zum Berggesetz gegeben. Zur Information.seien noch einige Ausführungen wörtlich wieder- gegeben. Durchaus einverstanden sind die konservativen, freikonservativen und agrarischen Blätter mit diesem stechen Ulk: Die„Deutsche Tageszeitung"(Bund der Landwirte) schreibt: „Die deniokratische und sozialdemokratische Presse gebärdet sich, als ob sie infolge der Kommissionsbeschlüsse ganz aus dem Häuschen geraten sei. Selbstverständlich ist diese Stimmung zum großen Teile künstlich gemacht. Das wissen die Herren ebensogut wie wir, daß die Kommission den tatsächlich berechtigten Wünschen der Arbeiter sehr weit entgegengekommen ist. Und sie wissen andererseits, daß, selbst wenn sie weiter hätte entgegenkommen wollen, damit doch nichts Positives erreicht worden wäre, da das Herrenhaus ohne Frage weitergehende Beschlüsse seinerseits abgelehnt hätte. Sie trösten sich zwar bannt, daß dann die Regierung an den Reichstag habe gehen müssen. Aber ob sie zu dieser Inkonsequenz sich wirklich entschlossen hätte, und ob der Bundesrat fiir ein derartiges Vorgehen zu haben gewesen wäre, bleibt doch eine offene Frage. Im Interesse der Arbeiter ist es zu wünschen, daß die gestrigen Kommissionsbeschlüsse. vielleicht mit einigen Abänderungen, vom Plenum des Abgeordneten- Hauses und vom Herrenhause bestätigt werden. Wer einer Ver- srändigung zwischen der Mehrheit des Abgeordnetenhauses und der Regierung Schwierigkeiten bereitet, handelt nach unserer festen Ueberzeugung nicht im Interesse der Arbeiter." Das Blatt warnt dann— überflüssigerweffe, da solche„Gefahr" gar nicht in Frage kommt— im drohenden Känalstil die Regierung, an den Reichstag zu gehen: „Wir dürfen wohl mit Sicherheit erlvarten, daß die Scharf- m a ch e r e i sich wieder an die Regierung herandrängen und sie auffordern wird, die abgeänderte Vorlage abzulehnen und den Reichstag mit der Angelegenheit zu befassen. Daß für Preußen und vielleicht auch für das Reich, wenn diese Scharfmacherei Er- folg haben sollte, eine innere Krifis von großer Tragweite und erheblicher Gefahr heraufbeschworen werden würde, das weiß die Regierung ebensogut wie wir; deswegen wird sie sich vernünftiger- weise hüten, den Scharfmachern zu folgen." Unter den Scharfniachern versteht das Blatt die Leute, die der Meinung sind, daß die Regierung ihre Ehre verpfändet habe und sich nicht der Junkerklique unterwerfen dürfe, und Oertel kündigt bereits in diesem Fall eine Junkerrebellion an. Graf Bülow wird natürlich, um der„lumpigen Bergarbeiter" und um der Ehre der Regierung willen keinen Konflikt mit den Junkern wagen, die ihn trotz des Wuchertarifs sofort über die Klinge springen lassen würden. In der„Post" schreibt Herr v. Zedlitz, der den Kampf gegen den Bergarbeiterschutz und für eine preußische Znchthausvorlage leitet, das Folgende: „Man wird sich freilich nicht verhehlen dürfen, daß der Ersatz der geheimen Stimmabgabe durch die öffentliche Abstimmung vielleicht von dem Plenum nicht gutgeheißen werden wird, denn die Nationalliberalen sind in dieser Frage gespalten, und auch innerhalb der konservativen Partei gehen die Meinungen aus- einander: im übrigen aber ist es für Zentrum und Freisinnige charakteristisch, daß, abgesehen von der Einführung der öffentlichen Wahl, namentlich diejenigen Beschlüsse zweiter Lesung Bedenken erregten, welche sich gegen das Hineintragen politischer Agitationen in die Arbeiteransschüsse richten oder dazu bestimmt sind, das Rechtsbewußtsein der Arbeiter in bezug auf Kontrakt- bruch wieder einigermaßen zu schärfen. Man erkennt daraus deutlich, daß dem Zentrum und den Freisinnigen die politischen Rücksichten fiir die Behandlung der Arbeiterfragen maß- gebend sind.... Gerade deshalb können diese Parteien dem Widerspruch des Zentrums und der Freisinnigen ebenso wenig entscheidenden Einfluß aus ihre Entschließungen einräumen, wie dem Wutgeschrei der sozialdemokratischen Preise. Um so stärker muß natürlich die Stellung der Staatsregierung zu den einzelnen Beschlüssen der Kommission für die Entscheidung im Plenum ins Gewicht fallen; allein auch hier ist die Grenze, über die nicht hinausgegangen werden kann, fest dahin gezogen, daß die sozialpolitische Novelle so zu gestalten ist, daß die Sozial- demokratie daraus keinen Machtzumachs erhält, und daß sie dem- zufolge nicht als ein Mittel des Klassenkampfes, sondern als ein Weg zur friedlichen Gestaltung des Arbeitsverhältnisses im Berg- bau sich darstellt." Bemerkenswert ist, daß der den Christlich-Sozialen nahestehende „Reichsbote", der semerzeit auf die Seite der Streikenden getreten ist. jetzt wieder die arbeitersteundliche Maske abwirst und sich für die Beschlüsse erklärt: „Daß die Sozialdemokraten über diese Zusätze wütend sind, ist begreiflich, aber sie selbst sind schuld daran, daß man sie ge- macht hat, weil sie den Staat und die Gesellschaft zwingen, Schutz- maßnahmen einzurichten, wenn man den Arbeitern Organisationen zum Schutze ihrer Interessen geben will; denn wenn diese Organi- sationen zu Nestern für die Sozialdemokratie werden, dann be- deuten sie keine friedliche soziale EntWickelung... Wenn die Ausschüsse ernsthaft für die Interessen arbeiten und sich von der sozialdemokratischen Wühlerei fernhalten, so können die Arbeiter- ansschüsse gutes leisten und wir bitten deshalb die christlichen Arbeitervereine, sich durch die sozialdemokratischen Hetzereien nicht beirren zu lassen, und zu nehmen, was sie kriegen können." Diese„Bitte" Sn die„christlichen" Arbeiter bedeutet nicht, daß sie nehmen sollen, was sie kriegen, sondern vielmehr, daß sie sich dazu kriegen lassen, was man ihnen nimmt; denn auch die Christ- lichen werden durch die Beschlüsse an der Vertretung ihrer Interessen gesetzlich gehindert. Die Zeutrumspresie, die jetzt wieder sich in der Rolle der politischen Ohnmacht gefällt, ruft platonisch nach dem Reichstag! Die„Germania" erklärt, daß die Vorlage aus den Beschlüssen zweiter Lesung„vollständig verstümmelt", als„Karikatur" hervorgegangen sei. Herrn Möller schreibt sie die Hoffnung zu: „daß die von ihm als unannehmbar bezeichnete Beschränkung des politischen Rechtes der Mitglieder der Arbeiterausschüsse vom Plenum des Abgeordnetenhauses beseitigt wird, weil sie geradezu verfassungswidrig ist. Man erkennt aber an dem diesbezüglichen Beschlüsse der Kartellmehrheit der Kommission deren sozialpolitische Rückständigkeit, indem sie ohne Acndcrung der Staatsverfassung verfassungsmäßige Rechte von Staatsbürgern zu beseitigen ver- sucht. Das Berggesetz sei, so wird weiter zutreffend ausgeführt, ent- gegen dem Rcichsrecht gleichsam zu einer Zuchthausvorlage gemacht. Indem die„Germania" die Unannehmbarkeit dieser Beschlüsse für daS Zentrum erklärt, glaubt sie, daß auch die Regierung sich darauf nicht emlassen werde: „Jedenfalls erscheint uns aber völlig ausgeschlossen, daß die Regierung sich mit den Beschlüssen der Kommission im Plenum begnügen und ihr den Bergleuten gegebenes Versprechen als da- durch eingelöst betrachten kann. Wird bei der zweiten Lesung im Plenum die Regierungsvorlage in ihren wesentlichsten Punkten nicht wieder hergestellt, dann halten wir es für Pflicht der Regierung, die Vorlage im Landtage zurückzuziehen und damit an den Reichstag heranzutreten. Das wird das einzig Mögliche sein, um ihr den Bergleuten gegebenes Versprechen einzulösen. Uebrigens versichern im Gegensatz dazu die dem Handels- Ministerium nicht fernstehenden„Berliner Neuesten Nachrichten", daß die Regierung, obwohl die Vorlage„etwas anders", aussehe, als sie �eingebracht, sich„allem Anschein nach" bei den Beschlüssen beruhigen werde: „Stehen im Mai im Plenum die Fraktionen hinter ihren Kommissionsmitgliedern, so wird dieser gesetzgeberische Akt der Sozialreform fiir das Abgeordnetenhaus vorläufig abgeschlossen sein. DaS Wort erhält dann das Herrenhaus, und wie sich dies zur Sache verhalten wird, das ist allerdings nicht voraus zusagen." Wie ivenig ehrlich es aber im Grunde das Zentrum, meint, das verrät der Ableger der„Germania", die„Märkische Volks- zeitung". In dem schlechten Gewissen, daß das Zentrum die Verantwortung fiir die Verhöhnung der Bergarbeiter trägt, Iveil es seine politische Macht nicht in die Wagschale wirft, macht das Blatt den albernen Versuch, die � Sozialdemokratie verantwortlich zu machen. „Die Bergarbeiter können sich fiir die ihnen widerfahrene Ent- täuschung in erster Linie bei den Sozialdemokraten bedanken. Die Kommissionsmehrheit hat ihre Verschlechterungsanträge lediglich mit dem agitatorischen Treiben der Sozialdemokraten be« gründet.... Daß die Sozialdemokraten mit aller Kraft dahin streben würden, die Ausschüsse ihren Parteizwecken dienstbar zu machen, ist nicht zu bestreiten. Sie suchen ja in der Tat alle sozialen Einrichtungen mit ihren Parteibestrebungen und ihren Hetzereien zu vergiften. Sie haben sich auch wahrlich gegen- über der Berggesetznovelle nicht so benommen, daß den Scharfmachern der Vorwand zu ihrer Verschlechterung genommen wurde. Im Gegenteil, sie haben alles getan, um ihnen die Durchführung ihrer Absicht zu erleichtern. Sie haben die Bergarbeiter zuerst zum Streik aufgehetzt und dann die Beilegung des Streiks zu hinter- treiben gesucht. Die angekündigte Vorlage haben sie mit Spott und Hohn aufgenomnien." Diese Zentrumspresse also liefert sder Mehrheit die Argumente für ihr Treiben. Sie erklärt uns schuldig, weil wir im Gegensatz zu der gesamten bürgerlichen Presse, von Anfang an die Situation richtig gekennzeichnet und die verratenen Arbeiter nicht in trügerische Hoffnungen eingelullt haben. Kennt denn das Zentrum nicht die Natur des preußischen Landtages? Die Aeutzerung des Zentrums- blattes kann nicht anders als Verräterei gedeutet werden; sonst könnte es nicht davon reden, daß die Sozialdemokratie zum Streik gehetzt habe, während es doch allbekannt ist. daß die Führung des Streiks gerade die katholische Arbeiterorganisation ge- habt hat.—_ Ein Opfer des ZechenterrorismuS. Folgender scheußlicher Fall wird der„Frankfurter Volksstimme" mitgeteilt: Vor dem Bochumer Schöffengericht wurde vergangene Woche ein Fall aufgerollt, der die ganze kapitalistische Niederträchtigkeit die gegen arme Arbeiter aus diese heimtückische Weise geübt wird, bloßlegte. Der Bergmann Fr. Brezynski aus Bochum hatte sich wegen Hausfriedensbruchs zu verantworten. Die Beweiserhebung entrollte ein fürchterliches Bild von kapitalistischem Terrorismus gegen die Arbeiter! Br. war nach dem Streik wieder auf„Präsident", wo er ä'/z Jahre gearbeitet hatte, angefahren, bekam aber am zweiten Tage wieder die Abkehr. Mit dieser Abkehr erhielt er keine Arbeit, soviel Zechen er auch abklopfte. Der so Geächtete geriet in tiefste Not. Seine Frau gebar ihm Zwillinge, sie sind zugrunde gegangen infolge des Nahrungsmangels!!! In seiner Bedrängnis pichte Br. bei einem Unternehmer, welcher auf verschiedenen Zechen Schachtarbciten ausführt, um Beschäftigung nach. Dort wurde ihm mitgeteilt, daß er mit dem Abkehrscheinman-n. Ueber Burckhardts Heldentaten haben wir kürzlich berichtet-; er ist der Mann, der behauptet hatte, die Macht zu befitzen, Gendarmen zu versetzen zc. Genosse Weißmann hatte in zwei im„Volksblatt" veröffentlichten Artikeln behauptet, Vurckhardt, der Äteisvorsitzende des Bundes der Landwirte, lebe zum Kummer seiner Gattin, seiner Kinder, des Pfarrers, überhaupt der ganzen Dorfbewohncrschaft, mit seiner Dienstmagd Klara Starke im Konkubinat. Sofort nach Veröffentlichung der Artikel sandte der Agrarier durch seinen Rechtsanwalt Hündorf die„übliche Bc- richtigung", in der er mit Entschiedenheit in Abrede stellte, mit der Starke geschlechtlich verkehrt zu haben. Heute stand nun das verführte Mädchen, das sich unter einem furchtbaren Banne des Agrariers zu befinden scheint, als Zeugin vor Gericht und stellte ebenfalls zunächst in Abrede, mit Burckhardt geschlechtlichen Umgang gehabt zu haben. Die bedauernswerten Eltern des Mädchens, die ihrKuid gern aus den schimpflichenHänden befreienmöchten. Müssen als Zeugen gegen die eigene Tochter mit auftreten. Burckhardt als Privatkläger bestärkt das Mädchen, das glücklicherweise vorher nicht vereidigt worden war, weil es sich selbst des Ehebruchs be- gichtigen könnte, noch in der Behauptung der Unwahrheit. Da auf einmal endlich nach langem Ermahnen des Mädchens und Nötigen Burckhardts durch seinen eigenen Rechtsbeistand geben beide zu,„früher" geschlechtlich verkehrt zu haben. Auf Befragen des Richters, weshalb die Starke aber gegenwärtig wieder in Burckhardts Wohnung Hause, erklärte der Agrarier, das Dienstmädchen sei bei ihm bloß .auf Besuch". Ueber die Intimität der beiden Personen kann nichts weiter gesagt werden, weil dieser Teil der Verhandlungen hinter ver- fchlossenen Türen stattfand. Da das Gericht u. a. durch die Ver- nehmung des Pfarrers Reinstein noch weitere Klarheit schaffen will, mußte die Sache vertagt werden. Gegen den Agrarier hat ein Untersuchungsverfahren wegen Verführung und Beihülfe zur Ab- treibung geschwebt, das aber wegen Verjährung eingestellt werden mußte.— Stuttgart, 14. April.(W. B.) Die Regierung hat bei den Ständen ein Eisenbahnbaukredit-Gesetz eingebracht, welches insgesamt 23 800 000 Mark fordert. Davon sind drei Millionen Mark zu ersten Raten für mehrere durch den Staat neu zu erbauende Nebenbahnen bestimmt. Als Staatsbeitrag zu Privat- Nebenbahnen werden 1 118 000 Mark gefordert, für zweite Gleise 4 700 000 Mark, für Er- Weiterung und Verbesserung bestehender Bahnen 8 943 000 Mark, für die Errichtung von Wohngebäuden für niedere Beamte 1 200 000 Mark, für Vermehrung des Fahr- und Betriebsmaterials 3 300 000 Mark und für die Zwecke der Postvcrwaltung 930 000 Mark. Für die gesamte Summe sollen, soweit keine laufenden Mittel vor- Händen, Staatsanleihen ausgegeben werden.— Südwestasrikanische Verluste. Berlin, 14. April. Nach einem Telegramm aus Windhuk ist Bizewachtmeister Johann Kuenz, geboren am 17. Dezember 1877 zu Sunthausen, früher im Fcldartilleric-Rcgiment Nr/ 30, am 12. April 1905 im Lazarett Karibib an Herzschwäche bei Typhus ge- starben; Reiter Johann Schröder, geboren am 21. Februar 1884 zu Ehlersdorf, früher im Feldartillerie-Rcgiment Nr. 45, am 26. März 1905 im Gefecht bei Groß-Hcusis gefallen.— Berlin, 14. April. Nach Meldung Generalleutnants v. Trotha aus Kub erhielt Hauptmann Manger von der Abteilung Meister in Haruchas durch einen Buschmann die Nachricht, daß Hendrik Witboi au einer Vley zwischen dem Elefantenfluß und dem Nossob, an- scheinend südlich Kowisc-Kolk, sitze. Hauptmann Manger trat sofort mit 279 Gewehreu unb zwei Geschützen den Vormarsch an, und griff am 7. April die Nachhut Hendrik WitboiS östlich jener Vley an. Dem Feinde wurden erhebliche Verluste beigebracht. Diesseits find ei» Offizier, drei Reiter gefallen, drei Reiter verwundet. Der Vorstoß hatte über zahlreiche Dünen 90 Kilometer weit in wasserlose Gegenden hineingeführt, und mußte schließlich eingestellt werden, da Reit- und Zugtiere wegen gänzlichen Wassermangels erschöpft waren. Vom Auob'entgegengefahrenes Wasser ermöglichte der Abteilung die Rückkehr. Major V. E st o r f f gelangte am 8. April bis 45 Kilometer süd-östlich Kowise-Kolk am Nossob, ohne den Gegner zu erreichen. Auch der kleine Nossob wurde vom Feinde frei gefunden. Oberleutnant B ö t t l i n mit einer Abteilung Bastards und eineni Zug der 3. Etappenkompagnie griff am 6. April die unter dem Hottentotten Gorub und dem Feldkornet Elias vereinigten Hottentottenbanden am oberen Tsubrevier an. Nach vier- stündigem Gefecht wurde die Werft des Feindes und der größte Teil seines Viehs genommen. 14 Hottentotten sind gefallen, 70 gefangen; zahlreiches Vieh so- wie Gewehre wurden erbeutet. Mit der weiteren Säuberung Nord- bethaniens ist die Abteilung Zwehl, die sich am 6. April mit der zweiten Ersatzkompagnie am Hudup, südöstlich Aub, vereinigt hat, beauftragt worden. Husland. Tie Revolution in Rußland. Beschwichtigungen Väterchens. Tiflis, 14. April. Das Amtsblatt„Kawkas" veröffentlicht ein Telegramm des Statthalters Woronzow Daschkow, in welchem der Bevölkerung bekannt gegeben wird, daß gemäß den Absichten des Kaisers gewählte Vertreter des Adels, der Städte, der Bauern- gemeinden, der orthodoxen, armenischen und muhamcdanischen Geist- lichkeit sich zu Beratungen versammeln sollen, damit sie über Maß- nahmen zur Herstellung der öffentlichen Sicherheit und Vorbeugung der Unruhen sich äußern und die Notwendigkeit von Aendcrungen der Rechtspflege im Kaukasus und die Einführung von Semstwos klar- pellen. Außerden, stellt der Statthalter die Beschleunigung der Land- Vermessung sowie die Feststellung der vorhandenen kulturfähigen Kronslandparzellen behufs Zuteilung von Land an landarme Be- wohner des Kaukasus in Aussicht. Der Kaiser habe die Revision der Frage der armenischen Kirchengüter angeordnet. Der Statthalter ruft die Bevölkerung zur Ruhe und Ordnung auf, damit das Gebiet zu schneller und schöpferischer Tätigkeit auf der Grundlage des kaiser- lichen Reskripts vom 3. März zurückkehren könne. Ein Protest. Professor I o a ch i in- Berlin und St. S a ö n s haben als Protest gegen die Entlassung des Direktors des Petersburger Konser- vatoriumS ihre Ehrenmitgliedschaft bei diesem Institut niedergelegt. Oesterreich-Ungarn. Beleidigungsprozeß gegen die„Zeit". ' Vor dem Wiener Schwurgericht wurde heute, Freitag, der E�renbeleidigungsprozeß Bergrat Max Ritter v. Gutmann gegen die Herausgeber der„Zeit" Dr. Singer und Dr. Canner verhandelt. Unter Anklage gestellt ist der Artikel der«Zeit" vom 1. Januar, be- titelt„Angekaufte Peers, 500 900 Kronen das Stück". In dem Artikel wurde behauptet, daß Ritter v. Gutmann und Viktor Mauthner v. Markhof je 500 000 Kronen gezahlt haben, um die Berufung in das Herrenhaus zu erlangen. Durch den Rücktritt des ehemaligen Ministerpräsidenten v. Koerber sei das Geschäft ver- eitelt worden. Als Zeugen sind u. a. der ehemalige Ministerpräsident Kr. v. Koerber und der Hofrat Professor Grünhut erschienen. Der ehemalige Minister v. Koerber, als Zeuge vernommen, Erklärt, daß eine Berufung des Bergrats Max Ritter v. Gutmann in das Herrenhaus niemals beabsichtigt gewesen sei, daß Gutmann weder direkt noch indirekt irgend mit einem Wunsche in dieser Hjnsicht an ihn— den Zeugen— herangetreten sei und daß keinerlei Vorbesprechungen stattgefunden hätten und keinerlei Geldleistungen erfolgt seien. Der Inhalt des Artikels sei vollkommen unwahr. Der nächste Zeuge, Prokurist der Firma Gutmann, Wide- mann, erklärt, Angeklagter Singer habe einige Zeit vor dem Erscheinen des Artikels wiederholt Geld verlangt. Singer erwidert darauf, er habe von dem Sohne Gutmanns, dem ver- storbenen Ludwig v. Gutmann, Zusicherungen wegen Be- teUiguns an der Ll k t i e o g e s> l l l ch a f t«Die Lest" erhalten und deshalb bei der Firma Schritte getan, daß diese Zusicherung eingelöst werde. Nachdem der nächste Zeuge, Kassen- beamter Fischer, ähnlich ausgesagt hatte, erklärt der Ver- treter der Anklage: Nachdem von feiten der Angeklagten nicht eine Behauptung vorgebracht werden konnte, aus der ersichtlich wäre, daß an Max v. Gutmann irgendwie ein Makel hafte, und anderer- seits v. Koerber unter Eid den gesamten Inhalt des Artikels für unwahr erklärt hat, und die Aussage der beiden letzten Zeugen An- Haltspunkte über die Motive der Handlungsweise der Angeklagten gegeben hat, der Kläger somit jedenfalls makellos dasteht und ihm an einer Verurteilung der Angeklagten nichts gelegen sei, ziehe er die Anklage zurück. Die An- geklagten suchten zu remonstrieren, doch der Vor- sitzende verkündete sofort den Freispruch der Angeklagten auf erfolgten Rücktritt des Klägers. Frankreich. Gefährdung der Vorlage der Trennung von Staat und Kirche. Paris, 14. April. Die in der gestrigen Spezialdebatte über den Gesetzentwurf betreffend die Trennung von Kirche und Staat mit 287 gegen 281 Stimmen erfolgte Annahme des von der Regierung und der Kammerkommission bekämpften Znsatzantrages des gemäßigt-republikanischen Depu- ticrten Sibitle, nach welchem Seelsorger an öffentlichen An- stalten, in Gymnasien, Krankenhäusern, Asylen und Gefäng- nissen aus dem Budget bezahlt werden können, wird von einer Anzahl ultraradikaler Blätter als ernstes Anzeichen von Ge- fahren, die der Vorlage drohen, angesehen. Es hat sich, so meinen diese Blätter, in der Kammer Plötzlich eine Mehrheit gefunden, die durch Zusatzanträge die wichtigen Bestimmungen des Gesetzentwurfs zu nichte machen könne. Für die radikalen Gruppen sei dies eine dringende Mahnung, in ständiger Fühlung zu bleiben, um das geplante Reformwerk vor ge- fährlichen Ueberrumpclungcn zu schützen.— Italien. Der drohende Eiscubahnerstreik. Durch das neue Projekt des Ministeriums, betreffend die Stellung der Eisenbahner, ist die Gefahr eines Streiks wieder in greifbare Nähe gerückt. Der neue Entwurf enthält zwar nicht die Artikel 71 und 72 des früheren, dafür aber bringt er viel schwerere Strafbestimmungeu gegen streikende Eisenbahner. In dieser Beziehung sollen die Eisenbahner noch schwerer getroffen werden, als andere Staatsbeamte; für die Eisenbahner hat man für die Fälle des unerlaubten Ver- lassens der Arbeit zu den üblichen Disziplinarstrafen noch hinzugefügt die Entlassung, und außerdem sollen sie wegen Entschädigung belangt werden können. Auf der einen Seite diese Verschärfungen in strafrechtlicher und zivilrechtlicher Beziehung, auf der anderen Seite ein vollständiges Preis- geben der Institution der Schiedsgerichte, welche im früheren Projekt vorgesehen war. Außer- dem sind alle jene Bestimmungen des Entwurfes Tedesco, durch welche wenigstens der Versuch gemacht wurde, die neue Stellung der Eisenbahner einen mehr modernen Charakter zu geben, in dem neuen Projekt beseitigt. Die Eisenbahner sind deswegen begreiflicherweise über den neuen Entwurf sehr aufgebracht und rüsten sich zum Kampfe. Das Agitationskomitee erläßt soeben einen Aufruf an die Eisen- bahner, in welchem es heißt, daß unter den obwaltenden Um- ständen die Eisenbahner gezwungen seien, den Kampf wiederum aufzunehmen. Sie ermahnen ihre Genossen, Disziplin und Kaltblütigkeit zu bewahren, alle scharfen Konflikte zu ver meiden, aber alles zu tun, um ihre Freiheit und das Koalitions- recht zu verteidigen.— Von feiten der sozialistischen Fraktion sind die Genossen Cabrini, Morgani und Bissolati dazu be stimmt, den Eisenbahnern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen._ Der Senat gegen Giolitti. Rom, den 12. April.(Eig. Ber.) Vor seinem Rücktritt hat Giolitti dem König noch eine lange Liste zu ernennender Senatoren übergeben, von denen der Senat aber drei zurückgewiesen hat. Es ist das ein äußerst seltener Fall; die Zahl der in den letzten 30 Jahren zurückgewiesenen Senatoren läßt sich an den Fingern einer Hand abzählen. Noch niemals wurden drei auf einmal beanstandet. Bekanntlich Iverden die Senatoren— Mitglieder des Oberhauses— auf Lebenszeit durch königliches Dekret„gewählt" unter den hohen Beamten, den Männern der Wissenschaft, den Abgeordneten mit mehr als fünf Legislaturperioden, den Industriellen, die mehr als 3000 Lire direkte Steuern jährlich zahlen usw. Der Senat be- stätigt die Wahl stets, wenn nicht schweriviegende Gründe vorliegen. Diesmal beanstandete er den früheren Abgeordneten Engel, da er nicht italienischer Staatsbürger sei(er war fünfmal Abgeordneterl) und P e r f n m o und N a z z a r i, ohne Begründung, aber, wie es heißt, wegen schwerer sittlicher Bedenken! Und gerade diese beiden sind Oberstaatsanwälte. Giolitti hat wirklich Pech.-_ Achter Aerbaudstag der Maurer Deutschlands. Vraunschweig,.13. April. Der heutige Tag wurde in nicht öffentlicher Sitzung mit dem Punkt Taktik bei Lohnbewegungen und Streiks ausgefüllt. Die Gründe, die den Verband veranlaßten, diese Materie in ge» schlossener Sitzung zu verhandeln, sind leicht zu erraten. Es gab wohl kaum jemals eine Zeit, in der die Spannung im Baugewerbe größer war, als gerade jetzt. Die Verhandlung dieses Punktes ent- sprach seiner Wichtigkeit. Die großzügigen, sachlichen Ausführungen der verschiedenen Redner wurden mit gespannter Aufmerksamkeit aufgenommen. Zu dem Punkt selbst lagen verschiedene Anträge vor, die be- zweckten, den Haupt- und Gauvorstand zu ermächtigen, bei den lcdigen Kollegen die Streikunterstützung zu kürzen und eventuell denen zu entziehen, welche sich weigern, den Streckort zu verlassen. Die Verhandlung wurde durch ein Referat des zweiten Verbandsvorsitzenden Efftinge eingeleitet, welcher in erschöpfender Weise die Materie meisterte. Mit der nun bis 6'/� Uhr abends anhaltende» Diskussion erreichten die Verhandlungen des Verbandstages ihren Höhepunkt. Hauptsächlich sind es die Lehren, die aus den Lohn- kämpfen von Königsberg, Bromberg, Bremerhaven zu ziehen sind, die die Unterlage der Diskussion abgaben. Von ganz hervorragendem Interesse waren die Ausführungen Silberschmidts und Bömelburgs. In der Debatte er- griffen Vertreter aus fast allen Gauen des Reiches das Wort: Schwarz- Danzig, Merkel- Nürnberg, H e nse l- Hamburg, Kriese- Königsberg nslv. Das eine aber klang durch alle Reden durch: Zwecklose Kämpfe müssen vermieden werden; erst in der Vermeidung derselben liegt die Gewähr des endgültigen Sieges. Anstelle der vorliegenden Anträge wurde ein von der viel- geplagten Redaktionskommission ausgearbeiteter Zusatz zum tz 19 des Streikreglements angenommen, der dasselbe wie der Borstands- antrag besagt, der aber eine handlichere Form als dieser hat. In später Abendstunde kommt noch der Punkt „Maifeier" zur Verhandlung, zu welchem die von uns bereits gebrachte Reso- lution pprliegt, Der Referent hierüber, F. Paeplow. Redakteur des„Grundstem", gibt zunächst, einen historischen Ucb erblick über die auf den internationalen Arbeiterkongreffen und deutschen Parteitagen in dieser Frage gefaßten Resolutionen. Der erste Be- schluß in dieser Frage habe nichts davon gesagt, daß die Feier in Arbeitsruhe hestehen mühte. Sodann geht Referent auf die Er- örterungen ein, die die Maifeier in den gewerkschaftlichen Organi- sationcn gefunden hat. Von dem Amsterdamer Kongreß habe mancher eine Neuregelung der Maifeier erwartet, derselbe Hab« jedoch durch die lange Taktikdebatte keine genügende Zeit dazu ge- funden.(Zwischenruf Bömelburgs: Wie sinmerl) Auf diesem Kongreß war die deutsche Delegation im Punkt Maifeier keineswegs einer Meinung, aber der Abstimmungsmodus hat dies nicht zum Ausdruck kommen lassen. Im übrigen kann Referent in der Amsterdamer Resolution keine schärfere prinzipielle Wendung erkennen. Persönlich steht Redner nicht auf dem Standpunkt dieser Resolution, durch Beschäftigung in einer Kommission habe er jedoch nicht hinreichend Gelegenheit gehabt, seine Ansicht zur Geltung zu bringen. � Wir können nichts lebhafter wünschen, als daß jeder Verbcmdsmaurer die Maifeier durch Arbeitsruhe begehe, in welch geringem Maße ist das aber der Fall! Die Riesenfestzüge in den Großstädten bedeuten gegenüber der Masse der Arheiter. recht wenig, und auf dem platten Lande und in den Kleinstädten kann von einer Maifeier nur in recht engem Sinne gesprochen werden. Aber haben wir ein Interesse daran, die Arbeitsruhe am 1. Mai zum Ausgangs- punkt großer Kämpfe mit dem Unternehmertum zu machen? Die Erfährungen, die wir in den letzten zehn Jahren gemacht haben, zeigen uns, daß unser Bestreben sich in anderer Richtung betätigen muß. Eins steht jedoch fest: Die Beschlüsse der Parteitage sind für uns bindend, und wir sind darum verpflichtet, die Arbeitsruhe an- zustreben, aber wir müssen es ablehnen, für die Durchführung der Arbeitsruhe dem Verbände solche Geldopfer zuzumuten, wie sie in den letzten Jahren gebracht werden mußten. Als unsere Aufgabe müssen wir betrachten, die der Maifeier zugrunde liegenden Gedanken. die Demonstration für den Achtstundentag, für den gesetzlichen Arbciterschntz, den Völkerfrieden, in iimucr weitere Kreise zu tragen. die Demonstration zu einer immer wirkungsvolleren zu machen. d. h. die Massen unserer Kollegen für sie zu begeistern; mit der heutigen Form der Maifeier ist das nicht möglich gewesen, also müssen wir' eine andere bessere Form finden. Der nächste Gewerkschaft»- kongreß wird ja sicher Stellung zu der Sache nehmen, ich möchte aber bitten, unseren Delegierten kein gebundenes Mandat mitzu- geben, sondern hier einfach durch Annahme unserer Resolution zu bekunden, wie wir über die Sache denken.(Beifall.) Schulz-Berlin beantragt, die Worte:„soweit es ohne Schädigung ihrer wirtschaftlichen Interessen möglich ist," zu streichen. Die vorgelegte Resolution wurde gegen sechs Stimmen an- genommen._ 16. Gtneralvtrslnnmllwg der Zimmern uud vermandten Kkrufsstnosseu Deutschlands. Dresden, 13. April.. Vormittags-Sitzung. Die Sitzung beginnt mit dem Referat Eckes über Punkt 4 der Tagesordnung, die Arbeitslosen-Unterstützungsfrage. Redner betont, daß seit 12 Jahren die Einführung der Arbeits- losen- Unterstützung im Verbände zur Diskussion stehe und daß die 15. Generalversammlung durch Resolution festgelegt habe, daß alle Verbandsfunktionäre unermüdlich Aufklärung und Belehrung über diesen wichtigen Punkt unter den Mitgliedern zu verbreiten hätten. Leider sei dieses nicht allenthalben und nicht in genügender Weise geschehen. Der Verband soll seinen Mitgliedern in jeder Lebenslage Schutz und Unterschlichf gewähren, aber dieser Jdealzustand sei noch lange nicht erreicht. In letzteren Jahren bei der günstigen Baukonjnnktur hat der Verband sein Hauptgewicht auf die Erhöhung des Lohnes gelegt. Wohl haben wir in 170 Orten Ver- träge mit den Unternehmern geschlossen, ob aber das Unternehmer- tuni auch ferner für Verträge zu haben ist, steht zu bezweifeln, denn dieser Abschluß geschieht nicht au» sozialpolitischer Erkenntnis, sondern das nackte Klasseninteresse tritt hierbei zutage.- Nach wie vor steht unser Verband trotz der Verträge dem Arbeitgeberttun im Klassenkampf gegenüber. Um nun das schlver Errungene für uns zu erhalten, ist es nötig, die Arbeitslosen-Untcrstützung bald- möglichst einzuführen. Das Unternehmertum verfolgt mit den Arbeitsnachweisen die Politik, alle diejenigen, die sich gegen die Interessen des Geldsacks vergehen, arbeitslos und damit brotlos zu machen. Dieses ist der Kleinkampf, der mit den einzelnen tvirt- schastlich Schwachen geführt wird. Unser Verband ist der natürliche Schutz dieser wirtschaftlich bedrängten Kameraden, diese müssen über Wasser gehalten werden und dazu ist nichts besser geeignet, als die Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung. Die Erkenntnis, daß selbst die minimalste Unterstützung geeignet ist, viel Tränen zu trocknen, hat sich in den Jahren Bahn gebrochen. Um Arbeitslose vor verzweifelten Schritten abzuhalten und um die Machinattonen der Arbeitgeber z« durchkreuzen, die mit den Arbeitsnachweisen und Kontrollen die Lahmlegung des wirtschaftlichen Kampfes bezwecken, erscheint es endlich notwendig, nachdem die langjährigen Beratungen darüber gepflogen, das entscheidende Wort über diese Einrichtung zu sprechen. Phrasen und Worte sind genug gewechselt, drum laßt uns endlich Taten sehen. Es liegen Tabellen aus über die Arbeitslosigkeit des Jahres 1903, aus Grund deren der Vorstand genaue Berechnungen angestellt und einen Entwurf ausgearbeitet hat. Die Leistungen würden sich folgender Weise gestalten: Mitglieder, welche die Mitglied., welche 100 Mitgl. haben Unterstützung aus- die Unterstützung die Unterstützung zubringen haben bezichen aufzubringen für Beitragsklasse 1 1860 77 4,13 Mann 2 5597 183 3,30, 3 7381 196 2,65, 4 4622 90 1,92 Zusammen 19 460 548 2,81 Mann Die Generaldebatte über den Vortrag gestaltet sich äußerst lebhaft. Lehmann- Guben glaubt den Klassencharakter des Verbandes durchaus nicht gefährdet. Er erwähnt eine Aenßerung des Landtags- Abgeordneten Menck- Altona, der im Arbeitgeberbund als Scharf- macher den Vorschlag gemacht habe, die Aussperrungstheorie anders zu gestalten, indem dieselbe alphabetisch geordnet vorgenommen die Arbeitnehmer weit wirksamer treffen werde. K o n i tz e r- Spandau glaubt, daß diese Einrichtung wohl ein enormer Fortschritt öedente, aber es läge die Gefahr nahe, daß, da die Spandauer Kameraden noch nicht vollständig begriffen hätten, lvie notwendig die Arbeitslosenunterstützung sei, es schlver halten würde, die er- höhten Beiträge durchzusetzen, dann eine Lokalorganisation gegründet würde. Dreh- Nürnberg sieht in dieser Einrichtung die Möglichkeit, daß eine größere Stabilität der Mitgliederzahl eintritt. G a in m- Lübeck schildert die dortigen Verhältnisse und wie dort bereits die Unterstützungen auf lokalem Wege geregelt seien, trotzdem sei er für die Einfiihrung. Könitz er und Buschmann glauben, daß diese Zrage nur durch Urabstimmung geregelt werden könne. R a d z n h n- Bremen stellt sich als strikter Gegner der Arbeits- losen-Unterstützung. vor. Er glaubt, daß die hohen Beiträge nicht aufzubringen sind, da die größte Zahl der Mitglieder noch nicht begriffen habe, daß Opfer gebracht iverden müssen, wenn Erfolge erzielt werden sollen. Auch würde durch diese Einrichtung die Möglichkeit erschlvert, mehr Beamte für, den Verband anzustellen, da die Hanptmittel, gleich wie bei den englischen Gewerkschaften zu Unterstützungszwcckcn verwandt Iverden, wodurch man Gefahr laufe, daß die Lohnkämpfe lahmgelegt würden. Kube widerlegt die Ansichten der Gegner dieser Einrichtung. Mit Idealismus allein sei es heute nicht mehr getan; mit Idealismus sei der Hunger der Kinder bei längerer Arocitslosigkeit des Vaters und Ernährers nicht zu stillen. Die Furcht vor der Arbeitslosigkeit sei heute das drohende Gespenst» welches die Arbeiter umschleiche, und gar häufig würde der Arbeiter durch diese Furcht gezwungen, einen recht verwerflichen Knechtssinn an den Tag zu legen. Die Arbeitslosen-Unterstühung fei nicht geeignet, die Gewerk- schaften zu verflachen, im Gegenteil, das Selbstgefühl und Selbst- vertrauen würde durch diese Einrichtung geweckt. Es sprechen noch eine ganze Anzahl Delegierte zu dieser Frage. Bei Schluß der Mittagspause sind noch 50 Redner zu diesem Punkte eingezeichnet. In der Nacbmittags-Sitzung erfolgt die Fortsetzung der Generaldiskussion über die Arbeitslosen- Unterstützung. Die größte Zahl der Redner spricht sich für die Ein- führung aus. In der Gesamtheit sprechen 27 Redner für die Einführung und nur fünf gegen die Einführung. Zwei sind noch dazu mit einem gebundenen Mandat in dieser Frage belastet. Ecke- Hamburg läßt in seinem Schlußwort alle gemachten Ein- Wendungen Revue passieren. Durch namentliche Abstimmung wird die Einführung der Arbeits- losen-Nnterstützung mit 1V2 Stimmen beschlossen. Nur 15 Delegierte stimmen dagegen. I Min Antrag, die endgültige Entscheidung über die Einführung derselben den Mitgliedern durch Urabstimmung zu überlassen, wird gegen 11 Stimmen abgelehnt. Damit ist die endgültige Ein- führung der Arbeitslosenunterstützung beschlossen. Das Resultat der Abstimmung wird mit lebhaften Bravorufen begrüßt. Alle Anträge, die auf Unter st ützung bei Kranken- und Sterbefällen Vorliegen, werden abgelehnt. Der Vorstandsbericht sowie die gestellten Anträge werden jetzt debattiert. Das Ergebnis dieser Beratung ist, daß der Verbands- beitrag wie folgt normiert wird: an die für den Haupttasse örtl. Fonds 1. Lohnkl., bis inkl. 30 Pf. Stundenlohn, pro Woche 25 Pf. 5 Pf. 2..,.. 10....... 30., 10. 3»„»» 50„ ,,„„ 40„ 15, 4.„.. 60....... 45.. 20. 5.„ mit über 60.„ ,, 50, 25„ Sodann werden die dafür zu leistenden Unterstützungssätze debattiert. Nach längerer Debatte wird dem Entwurf des Vor- standes zugestimmt. Danach sind die Leistungen des Verbandes folgende: Wer dem Verbands ununterbrochen ein Jahr angehört und für diese Zeit seine statutarischen Beiträge geleistet hat, erhält im zweiten Jahre, wenn er länger als sechs Tage hintereinander wegen Mangels an Arbeit oder ungünstiger Witterung arbeitslos ist, vom siebenten Tage ab auf die Dauer von sechs Wochen Unterstützung, und zwar: 1. Beitragsklasse pro Tag—,75 M., pro Woche 4,50 M., pro Jahr 27 M. 2. ,.-.75 ,.„ 4,50„ 27„ 3. ,,„ 1,—„„ 6,„„ 36„ 4.„„ 1-.,„ 6,-„„ 36„ 5.„„ 1,~~" ,, ,, 6,— ,,„ 36„ Wer dem Verbände ununterbrochen zwei Jahre angehört und für diese Zeit seine statutarischen Beiträge geleistet hat, erhält im dritten Jahre, wenn er länger als sechs Tage hintereinander aus obenan- geführten Gründen arbeitslos ist, vom siebenten Arbeitstage ab die Unterstützung auf die Dauer von sechs Wochen und zwarj 1. BeitragSll.: pro Tag M. 1,—, pro Woche M. 6,—, pro Jahr M. 36,—, 3. 4. S. I.IIS, 1,25, 1.25, 6.- 7,50, 7,50, 7,50, 36,-, 45,-, 145,—, , 45,—. Die Arbeitslosenunterstützung tritt am 2. Dezember 1905 in Kraft, sodaß am 16. die erste Auszahlung der Unterstützung erfolgt. Hirn Induftrie und Handel. Der Konsttm-, Bau- und Spamreru„Produktion" in Hamburg erstattet seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1904, das für diese Genossenschaft ein recht ereignisreiches gewesen ist. Die große Trockenheit des vergangenen Sommers, die dadurch hervorgerufene Mißernte, der fünf Monate währende Hamburger Bierboykott, der Hambrger Schlächterstreik im Herbst und schließlich das Brand« Unglück am 27. Ottober, an welchem der erst im Frühjahr 1902 neuerbaute Speicher ein Raub der Flammen wurde; dies alles be- einsluhte in beträchtlichem Maße das Geschäft und sei« Ergebnis. Trotz aller dieser Schwierigkeiten entwickelte sich das Untenehmen weiter. Stach dem vorliegenden Bericht betrug der Umsatz nahezu 3 Millionen Mark, rund 316 000 Mark mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Mitglieder stieg von 16 240 auf 18 766, die Anzahl der Verkaufsstellen von 23 auf 33. Der N/, Millionen Mark. Die Spareinlagen werden im Konsumgeschäft nicht an- aelegt, sondern ausschließlich in den G r u n d st ü ck e n der Genossen- fchaft oder in sicheren Hypotheken, bei der Großeinkaufs- gesellschaft usw. Weitere Steigerung der Schweinefleischpreise. Die Be- fürchtung, daß während der Monate März und April die Schweinepreise weiter anziehen würden, hat sich fast in allen Gegenden Deutschlands verwirklicht. In der Regel bringt der März einen Rückgang der Schweineprcise, da in diesem Monat der Auftrieb von Schweinen an den größeren Viehmärtten zuzunehmen Pflegt. Im laufenden Jahr ist aber diese Zunahme des Auftriebes aus- geblieben. Es dürfte dies darauf zurückzuführen sein, daß infolge der ungünstigen Kartoffelernte die Zucht von Schweinen einiger- maßen beeinträchtigt worden ist. Dazu kam ferner, daß der Verkauf von Schweinen im vierten Quartal 1904 ganz besonders stark war, wie sich dies aus den Ziffern der Fleischbeschau-Statistik ergibt. Die Zahl der Schweine, an denen die Schlachtvieh- und Fleisch- beschau vorgenommen wurde, war im vierten Quartal um zirka 900 000 Stück oder um mehr als 23 Proz. größer als im dritten Vierteljahr 1904. Eine Ergänzung der Zufuhr durch den Import von ausländischen Schweinen wird aber durch die Grenzsperren und Einfuhrbeschränkungen fast ganz verhindert. An nachfolgenden Marktorten stellten sich die Preise für Schweine pro 50 Kilogramm Lebendgewicht auf Mark: April März April 1904 1903 Berlin 40—43 59—63 61—65 Breslau 34—50 58—64 63—70 Chemnitz 47—53 62—63 62—69 Hannover 44— 52 54— 63 56— 65 Hamburg 40—48 56—63 57—63 Dortmund 47—51 60—65 60—62 Frankfurt a. M. 44—53 56—65 58—66 Stuttgart 44—54 58-69 59-66 München 43-54 58-68 50—68 Nürnberg 50—52 61—63 61—64 Ganz besonders scharf tritt die Preissteigerung bei einem Vor- gleich mit dem Vorjahre zutage. Vom Niveau des Vorjahres ge- messen sind die Preise zum Teil um mehr als 50 Proz. in die Höhe gegangen. Die niedrigsten Notierungen bewegten sich damals zwischen 34 und 50 M., im April des laufenden Jahres dagegen zwischen 56 und 63 M. Die beiden niedrigsten Notierungen weichen um 22 M. pro 50 Kilogramm ab, so daß sich allein schon beim lebenden Tier ein Preisaufschlag von 22 Pf. pro Pfund gegenüber dem Vor- jähr ergibt. Aus dieser Steigerung der Schlachtviehpreise erklärt sich auch in der Hauptsache die Verteuerung des Schweinefleisches im Detailhandel. GewerKscKaftttcKes. Aus den Reporterfingern Gesogenes. Die„Staatsbürger-Zeitung" bringt unter der Ueberschrift „Sozialdemokratie und Tariftreue" eine sensationell aufgestutzte Notiz, die beginnt:„Ein A u s st a n d der Maler" und endet: „Der Ausstand wird vermutlich größeren Umfang annehmen." Dann hängt sie sofort darunter noch folgende Zuschrift, die wörtlich lautet: „Die immer wieder seitens der Sozialdemokratie über den grünen Klee gerühmte Vertragsfreundlichkeit der Genossen bezw. ihre Behauptung, einmal abgeschlossene Verträge unter allen Um- ständen aufrechtzuerhalten und durchzuführen, erfährt wieder ein- mal eine grelle Beleuchtung durch Erörterungen in einer öffent- lichen Versammlung der Maler, Lackierer und Anstreicher, die gestern stattfand und in der zu einer etwaigen Lohnbewegung Stellung genommen wurde. Bekanntlich besteht im Malergewerbe ein mit den Meistern abgeschlossener Tarifvertrag, dessen Dauer sich bis zum 1. April 1906 erstreckt und der für den Frieden im Berufe wertvolle Garantien bot. Sämtliche Redner in der Vcr- sammlung, sowohl die der radikalen Malergewerkschaft, wie diejenigen der„neutralen" Vereinigung der Maler, Lackierer, und An st reicher, hielten es für ratsam, offen für den Vertragsbruch Propaganda zu machen. Dieses Bestreben war auch von Erfolg begleitet; denn die Versammlung beschloß eine Lohnforderung von 60 Pf. für die Stunde und stellte die weitere Erhöhung dieser Forderung auf 70 Pf. in nahe Aussicht. Zu einer einleuchtenden Begründung dieser allem Gerechtigkeits- gefühl hohnsprechenden Maßnahme wurde auch nicht der leiseste Versuch gemacht.— Dasselbe Bild, die Beiseiteschiebung der ein» mal abgeschlossenen Verträge, spielt sich in immer neuen Varia- tionen ab— erinnert sei zum Beispiel an die Maurerbewegung — und liefert die treffendste Jllustrierung der vielgepriesenen „sozialdemokratischen Tariftreuc. Im Vertragsbruch sind sich die roten Brüder, einerlei ob radikaler oder neutraler Observanz, einig, wenn die Voraussetzung gegeben ist, dadurch irgendwelche Vorteile zu erlangen." Aehnliche Notizen und Anwürfe bringen auch andere Blätter. Den Vorwand dazu gibt ihnen eine Versammlung von etwa 100 lokalorganisierten Malern, die mit dem jetzigen Bertragsver- hältnis im Malergewerbe unzufrieden sind. Daseist ihr gutes Recht. Aber einen Ausstand, der„vermutlich größeren Umfang annehmen wird", vermögen diese 100 Mann nicht zu entfesseln. Die zirka 3000 Mann starke Zentralorganisation der Maler, die Vereinigung der Maler, Lackierer und Anstreicher, denkt gar nicht daran, hinter den 100 Außenseitern herzulaufen und hat ausdrücklich vor dieser Versammlung im „Vorwärts" erklärt, daß sie an eine Lohnbewe- gung nicht denke, weil der von ihr abgeschlossene Vertrag bis zum 1. April 1906 laufe. Die„Staatsbürger-Zeitung" verallgemeinert nun gar noch diesen gar nicht beabsichtigten! Tarifbruch, indem sie die Sätze abdruckt: „Dasselbe Bild, die Beiseiteschiebung der einmal ab- geschlossenen Verträge, spielt sich in immer neuen Variationen — erinnert sei zum Beispiel an die Maurerbewegung— und liefert die treffendste Jllustrierung der vielgepriesenen„sozial- demokratischen Tariftrcue". Die Staatsbürgerin hat die Aufgabe, wenigstens einige der Fälle aufzuzählen, wo Gewerkschaftsorganisationen, speziell aber die Maurer, einmal den Vertrag gebrochen haben. Sie sei aber vorsichtigl Wie solche Anwürfe gegen die Arbeiter- bcwcgung zustande kommen, lehrt gerade eine Beispiel aus' jüngster Zeit: Im Berliner Baugewerbe sind bekanntlich dieser Tage neue Verträge zustande gekommen, vorläufig für die Maurer und Zimmerer. Die Bauhülfsarbeiter befinden sich noch in Unterhandlungen. Jüngst hielten diese eine Versammlung ab, in welcher sie über den Fortgang der Verhandlungen berieten und sich über das Verhalten der Arbeitgeber sehr ungehalten zeigten. FlugS berichtet ein Reporter über einen drohenden Streik v o n 20 000 Bauarbeitern! In einen Streik mit derartigem Umfang wären natürlich die Maurer und Zimmerer, die aber ihren Vertrag abgeschlossen, haben, mit einbegriffen. Sie denken jedoch nicht daran. Die bürgerlichen Redaktionen lassen sich jedoch der- artige Produtte der Reporterphantasie aufhängen und die Scharf- macher saugen dann auS diesen Blüten Honig für ihre Zwecke. In Wirklichkeit beweist die Aufnahme solcher Alarmnachrichten nichts gegen die Vertragstreue der Arbeiter, sondern demonstriert nur die Unfähigkeit der bürgerlichen Journalistik und die Charakterlosig- keit der Privatverlcger. Ein Redakteur, der sich zum zweitenmal von einem sensattonslüsternen Reporter die aus den Fingern ge» sogene Geschichte von einem Raubmorde aufhängen läßt, wird un- weigerlich hinausgeworfen; Phantasieprodukte über die Arbeiter- bcwegung nimmt man den anrüchigsten Existenzen ab, wenn sie nur mit möglichst duftigen Anwürfen auf diese garniert sind! Berlin und Clmgcgend. Die Arbeiter der Firma Bergmann, Fabrik für elektrische Apparate in der Hennigsdorfer- und Oudenarderstrahe, beschlossen am Donnerstag in einer außerordentlich starkbesuchten Versammlung wegen Einführung der neun st und ig en Arbeitszeit vorstellig zu werden. Zu diesem Zweck wurde eine Kommission ge. wählt, die dem Firmenchef die Wünsche der zirka 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen unterbreiten soll. Die Bergmannsche Fabrik ist der einzige Betrieb dieser Art in Berlin, woselbst noch die zehn- stündige Arbeitszeit besteht. Kritisiert wurden in der Versammlung auch wiederum die alten, immer noch bestehenden Mißstände sowie die schlechte Behandlung der Leute durch die Meister mitsamt de» miserablen Löhnen. Die Fabrikleitung soll bei den Verhandlungen auch daran erinnert werden, daß trotz früherer gegenteiliger Ver- sprechen dennoch Vertrauensleute der Arbeiter unter nichtigen Vor- wänden entlassen wurden und auch noch bislang kein Arbeiter- ausschuß eingeführt worden ist. Modelleure und Gipsbildhauer• Die vor ca. acht Tagen ge« meldeten Differenzen bei der Firma Thiele u. Tzschinkel, Bendler- straße, wurden sofort durch Verhandlung mit der Kommission bei- gelegt. Die Ortsverwaltung. veutlcbes Reich. Achtung, Lederarbeiter! In" Kirchhain(Niederlaufitz) stehen 220 Weißgerber in 38 Werkstellen in Kündigung zur Erringung oeS Zehnstunlxntages. In Nossen sind die Lohgerber der Firma Putzger jun. ausständig zwecks Einführung des ZehnstundentageS. Zuzug von Weißgerbern nach Kirchhain und Lohgerbern nach Nossen ist streng fernzuhalten._ Der Zcntralvorstcmd. Der Aussperrungsbeschluß der rheinisch-westfälischen Brauereien« Der am Mittwoch in Köln gefaßte Beschluß von 200 Ver- trctern rheinisch-westfälischer Brauereien: am 28. April die Hälfte aller organisierten Braueiarbeitcr von Rheinland-Westfalen aus- zusperren, wenn bis dahin der Bierboykott in Köln, Mülheim a. Rh., Kalk usw. nicht aufgehoben ist— hat die Leitung des Brauerei- arbeiter-Verbandes und die Kölner Bohkotttommission nicht im mindesten überrascht. Uebrigens ist der am Mittwoch gefaßte Be- schluß bereits tags vorher in dem Privattelegramm des „Vorwärts" aus Köln wie auch von unserem Kölner Bruderblatt vorhergesagt. Auf die Aussperrung der organisierten Brauer in Rheinland-Westfalen, durch die man den ntralvcr» band der Brauereiarbeiter zertrümmern w'ill, hat ja die scharfmacherische Leitung des„Boykottschutzverbandes rheinisch-westfälischer Brauereien" seit Monaten hingear- bettet. Darum hat man doch nur die Arbeiter der Kölner Groß- brauerei Alteburg zum Streik und Boykott getrieben, um zunächst die lokale und dann die provinzielle Aussperrung der Organisierten vornehmen zu können. Das ist dem Syndikus des Boykotffchutz- Verbandes von den Arbeitervertretern am Montag ins Gesicht hinein gesagt worden, ohne daß der Herr widersprechen konnte. Und über- dies hat der Sekretär des Verbandes der Kölner Brauereien zu einem nicht dem Ring angehörenden Brauereibesitzer buchstäblich gesagt:„Treten Sie dem Ring doch bei; es geht ja nur darum, die Brauereiarbeiterorganisation zu sprengen!"— Der Ring der Bierprotzen mag nur zusehen, daß statt der Brauereiarbeiterorgani- sation nicht er selber in die Grube stürzt. Die Vorbedingungen zu einem solchen Schicksal sind wahrlich nicht in geringem Maße vor- handen. Das Syndikat mag sich, wenn, es den wahnwitzigen Beschlutz vom 12. April wirklich durchführen will, auf einen Kampf gefaßt machen, der mit beispielloser Erbitterung und Zähigkeit geführt wird. Das Syndikat der Brauereien hat mit frecher Hand das vornehmste aller Arbeiterrechte, das Koalitionsrecht, angetastet, und die rheinisch-westfälische organisierte Arbeiterschaft wird den Kampf der Brauereiarbeiter um den Weiterbestand ihrer Orgamsatton zu ihrem Kampfe machen. Mit welcher Entschiedenheit dies geschieht, davon hat man ja in Köln schon einen kleinen Vorgeschmack. Die „Rheinische Zeitung" veröffentlichte am Donnerstag eine Lifte von etwa 150 Wirten, die das Bier der Ringbrauereien durch boykott- freies ersetzt haben. Und dabei hat der Kampf eigentlich erst an- gefangen._ Der Kölner Schneiderstreik dauert fort. 400 Gehülfen arbeiten zu den bewilligten Bedingungen. Die übrigen lehnten den EinigungS- Vorschlag des Gewerbegerichtsvorsitzenden in geheimer Abstimmung mit 231 gegen 48 Stimmen als unzulänglich ab. Bei Kudell u. Co. in Aache-n, Motorwagxnfabrik, streiken 150 Schlosser und Dreher._ Ein Zwist in der Münchener Maschinen-Fndustrir. Die Direktoren der hiesigen Maschinenfabriken ließen dem Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbcmdes auf dessen Eingabe, die Lohn- und ArbeitSverhältniffe durch Tarif» Vereinbarungen festzulegen, die gleichlautende Antwort zugehen, daß sie grundsätzlich nur mit ihren Arbeittern ins Be- nehmen treten könnten. Um diesem Wunsche Rechnung zu tragen, werden zurzeit einzelne Fabrikversammtungen abgehalten und Kommissionen gewählt, die die Unterhandlungen mit den Direktionen zu pflegen haben. In der Rttter v. Maffaischen Maschinenfabrik fand bereits die erste Sitzung statt und da die Direktion den Wunsch aussprach, daß alle Werkstätten der Fabrik in der Kommission vertteten find, hatte sie diese„Ergänzung" gleich seckbst vorgenommen und einige Streikbrecher zur Kommission„kooptiert". Auf diese Provokatton hin hielten die Arbeiter neuerdings eine vollzählig besuchte Fabrikversammlung ab, in der gegen die Beiziehung von Arbeitern, die das Verttauen der Arbeiterschaft nicht besitzen, entschieden protestiert und die Erwartung ausgesprochen wurde, daß diese Arbeits- willigen von selbst zurücktreten, andernfalls die Verhandlungen ab» gebrochen würden. Bis Sonnabend abend wird diesbezügliche Ant« wort von der Direktton erwartet. Die Differenzen spitzen sich als» mehr und n«hr zu. Bei einigermaßen gutem Willen könnte ein« Verständigung erzielt werden, d. h. wenn die Kühnemänner nicht zwischen den Arbeitern und den Direttionen ständen I Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Eisenbahnerfrage. Rom, 14. April.(Privatdepesche des„Vorwärts�'.) Die Entscheidung der Eisenbahnerkommission ist noch nicht gefallen. Heute abend enipfängt Fortis die Kommission. Es scheint einige Hoffnung auf friedliche Beilegung vorhanden zu ßern. Senator Schaumann freigesprochen. Stockholm. 14. April.(W. T. B.) Dem„Astonbkadct" wird aus Abo telegraphiert, daß das dortige Hofgericht heute den früheren finnländischen Senator und ehemaligen General der russischen Armee Schaumann, den Bater des Mörders des Generalgouverneurs Bobrikow, von der Anklage des Hochverrats freigesprochen hat. Das deutsch-belgische Handelsabkommen. Brüssel, 14. April.(W. T. 23.) Die Abgeordnetenkammer nahm das deutsch-belgisehe Handelsabkommen mit 82 bei 47 Stimmenthal- tungen an._ Ausstand der Hafenarbeiter. Petersburg, 14. April.(Meldung der„Petersburger Tele« graphenagentur".) Die Hafenarbeiter sind in den Ausstand getreten und verladen das aus den Schissen befindliche Getreide nicht. Dio Lage der Getreidehändler ist sehr schwierig. Vom ostastatischen Kriegsschauplatz. Tokio, 14. April.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Eine amtliche Mitteilung besagt: Eine japanische Streitmacht traf auf dem Vormarsche nach Osten über Fuschun— Hailung auf den Feind und schlug ihn am 12. d. M. morgens bei Erhuola, 7 Meilen östlich von Dingpan; der Feind war ein Regiment Infanterie, sechs Sotnien Kavallerie und vier Geschütze stark. Die japanische Truppe besetzte Tsangscbin, ungefähr 19 Meilen östlich von Dingpan, während dchi Feind sich, bei jedem Schritt kämpfend in der Richtung auf Hailung zurückzog. Seit dem 11. d. M. zog sich der Feind nach und nach auf der Kirin-Straße zurück, ein Teil befindet sich noch in Barsyu- schu. In den Bezirken Schangtu und Fakumcn ist keine Aendcrung eingetreten, von gelegentlichen Scharmützeln der Kavallerie ab- gesehen. Verantw.Redu Paul Büttner, Berlin. Snftrate»erantw.(mitAuSnahmeder«NeueDeU'-Betlage):Th. Glocke, Berlla.Drucku.Verlag:VorwärtZBuchdr.u.VcrlagSanlt.PaulSingeräEo.,Bkrl!nZAl. Hierzu S Beilage». Nr. 90. 22. Jahrgang. Soziales. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 15. April 1905. Zur Invalidenversicherung. Versicherungsanstalten ergehen zu lassen. Da beim Fehlen einer geseglichen Bestimmung kein Anlaß vorliegt, den Polizeibehörden die Verpflichtung zur Aufbewahrung der erwähnten Bescheinigungen aufzuerlegen, so werden die Polizeibehörden ermächtigt, die betreffenden Bescheinigungen ein Jahr nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie eingegangen sind, zu vernichten. Briefkaften der Redaktion. " Liebling". Die Fürsorgestellen sollen erst noch eröffnet werden. Bis dahin müßten Sie sich mit den Polikliniken der Charitee oder der städtischen Krankenhäuser behelfen.„ Alter Abonnent." Zinsfreie Darlehen gibt die Friedrich Wilhelms- Anstalt für Arbeitsame" und die Biederfeestiftung". Bureau für beide im Rathaus. Elektrotechniker. F. A. Günther und Sohn, Berlin, Lüßowstr. 6. Villwack, Kastanien- Allee. Durchschnittlich Wurmkrankheit. Auf Zeche, Borussia" wurden wiederum 22 Wurm- um 1,55 Broz. G. R. 1. Absolut wirkende Mittel gibts nicht. Tabak Wie aus einem gemeinsamen Erlaß des Handelsministers und des Ministers des Innern zu ersehen ist, hat das Reichs- Versicherungsamt zu der Frage Stellung genommen, wie es mit solchen Bescheinigungen über die Aufrechnung der Quittungskarten zu halten wäre, die nach einjähriger vergeblicher Aufbewahrung bei den Polizeibehörden unbestellbar geblieben sind. Das Reichs- Versicherungsamt frante festgestellt. hat davon abgesehen, wegen Aufbewahrung der Aufrechnungsbescheinigungen eine entsprechende Anweisung an die LandesFür den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 15. April. Anfang 72 Uhr: Opernhans. Die Heirat wider Willen. Schauspielhaus. Wie die Alten jungen. Deutsches. Bernhard. Die Brüder von St. Berliner. Zapfenstreich. Weften. Die neugierigen Frauen. Nachmittags 3 Uhr: Uriel Acosta. National. Das Glöckchen des Eremiten. Neues. Ein Sommernachtstraum. Nachmittags 2, Uhr: Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfreffer. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. ( Wallner Theater.) Augen rechts. Hierauf: Die fittliche Forderung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Herren Söhne. Leffing. Elga. Kleines. Salome. Residenz. Herzogin Crevette.( La Duchesse des Folies- Bergère.) Zentral. Der Troubadour. Trianon. Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Belle Alliance.. lieben! Uebern noch einmal so Carl Weiß. Die Kleinen Bagabunden. Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Quisen. Khrik- Phriz. Kasino. Lolos Bater. Metropol. Die Herren von Marim. Luftspielhaus. Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet Nachmittags 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte InvalidenPic str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PANAS Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 11hr. Anf.nahm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Emmi Kröchert dem Berliner sein Fall. Die7 Allisons Akrobaten. Lotte Sebus Vortragskünstlerin. Losoros, Roloratur- Sängerin. Man de Wirth, Damen- Imitator. 14 neue glänzende Nummern. 0. Wallner- Theater. N. rauch und Tabakfast, auch fleißiges Abbürsten. Spettel. Ernst Schulz, Köpenickerstr. 113, Friz Schindler, Köpenickerstr. 116, Karl Lerm und Gebrüder Ludewig, Elisabethstr. 61, sämtlich in Berlin. Schiller- Theater Friedrichielm Sozialdemokratisch. Wahlverein städtisches Theater. Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen rechts. Komödie in 3 Atten v. Jon Lehmann. Hierauf: Die sittliche Forderung. Plauderei von Otto Erich Hartleben. Sonntag, nach m. 3 11 br: Fuhrmann Henschel. Sonntag, abends 8 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Montag, abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. Die Herren Söhne. Boltsstück in 3 Aften von Ostar Walther und Leo Stein. Sonntag, nach m. 3 11 hr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Montag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 81, Uhr. Meine Säle in Berlin wie Blumengarten empfehle zu Versammlungen und Festlichkeiten jeglicher Art. 23232* Albert Moerner. Nur noch kurze Zeit! Zirkus Schumann. Heute, Sonnabend, den 15. April, abends präzise 72 Uhr: Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung. Hänsel und Gretel. Abends 8 Uhr: XXV. Grande Soirée High Life. Die kleinen Bagabunden Gala Programm und Nur noch kurzes Gastspiel! Der Clou der Saison! Wirklich sensationelle absolute Sehenswürdigkeit! 12 Original- Chinesen 12 worunter der berühmte Er- Mandarin Deutsch- Amerikanisches Tsching- Sing- Foo, Theater. Apollo. Das Beilchenmädchen. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Die Meyer Palajt. Der Raub der Sabinerinnen. Spezialitäten. Passage Theater. Emmi Kröchert. Bipp. Die 7 Allisons. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Cleo de Merode. Julius Spielmann. Spezialitäten. Hrania. Tanbenstraße 48/49. Im Theater lein Sebiet. Der Simplon und sein Gebiet. Nachmittags 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Zum Jeden Abend! Ueber'n großen das größte aller lebenden Wunder. Ferner: Die berühmten kleinfüßigen Frauen. Die reizende Little Chee- Toy. Chad- ru, der zweiföpfige Knabe. 461. TEICH. Po- ta- to, die menschliche Schneđe. Male: Um 9 Uhr: Anf. 8 Ubr, Ende 1030 Das gr. Bracht- Manègen- Schaustüd: Sonntag nachm. 3 Uhr: HALBE PREISE. , Ueber'n großen Teich". Metropol- Theater Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends 8 Uhr: Die kleinen Vagabunden. Palast- Theater 2min. v. Bhf. Borte, Bis- a- vis b. Börſe. Burgstr. 22, Börse. 82 Uhr: Der Sensationsschlager: Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aften von F. und B. v. Schönthan. Strieße, Theaterdirektor: Richard Winkler. Vorher: Eine Nordlandsreise. Gr. glänzendes Spezialitäten- Progr. Sonntag: 2 Borst. Nachm. 3, Uhr Anfang 8 Uhr. ( ein Kind frei). Marokko, gr. Ausstattungspant. Abends 7%, Uhr: Eine Nordlandsreise. beiden Borstellungen: TschingEröffnung 7 Uhr. Entree 50 Pf. Morgen Sonntag, den 12. April cr.: Letzte Vorstellung vor Ostern. Ehren- und Vorzugskarten haben In der Karwoche bleibt das Theater geschlossen. Der größte Erfolg der Saison! ing- Foo und seine 12 Chinesen. wohentags te bie Zum 163. Male: Die Herren von Maxim. Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Neues Theater. Große Ausstattungsposse mit Ge- Das böfe Prinzeßchen. Nachmittags 2, Uhr bei ermäßigten sang und Ballett in 5 Bildern. Preisen: Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr Abends 8 Uhr: Ein Sommernachtstraum. Trianon- Theater. Der Familientag. Abends 7%, Uhr: Ein Sommernachtstraum. Sonntag, Montag: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Salome. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr. Ibr Alibi" Gilberte. ( Les Duponts). Sonntag nachm. Die glückliche Kasino- Theater Sonntag nachm. 3 Uhr bei ermäßigten Rothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Lolo's Vater. Preisen: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Angele. Abschied vom Regiment. Montag: Nachtasyl. National- Theater Weinbergsweg 19. Sonnabend, den 15. April 1905: Das Glöckchen des Eremiten. Anfang 7 Uhr. Sonntag abends 7, Uhr: Gastspiel des königlichen Stammersängers Francesco d'Andrade: Don Juan. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: 4 Sonntag nachmittag: Der Mann im Schatten. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Nachruf! Am 3. April verstarb unser Mitgeled, der Puker Julius Pohle Schliemannstr. 44 und wurde derselbe am 6. April in Niederschönhausen auf dem Gethsemane- Kirchhof beerdigt. Ehre seinem Andenken! 247/6 Der Vorstand. Hausdiener-, Packer- und Geschäftskutscher- Vereinigung Berlins und Umgegend. Am Dienstag, den 11. d. M., verstarb nach furzer Krankheit unser Mitglied Ernst Steffen im 21. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 15, d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Rixdorf, Hermannstraße, aus statt. Der Vorstand. 9575 Am 13. d. M. verstarb sanft nach langem, schwerem Leiden im 56. Lebensjahre mein innigft geliebter Mann, unser lieber, guter Bater, Großvater und Schwiegervater, der Restaurateur Albert Maaß Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstraße Nr. 48. Dies zeigen allen Gästen, Freunden und Bekannten tief= betrübt an 9766 Die trauernden Hinterbliebenen Wwe. Elise Maaß, geb. Often, nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. April, nachm. 5 Uhr, auf dem St. GeorgenKirchhof, Landsberger Allee, statt. Deutscher wegen Borbereitung zum Dfterfeste Buchbinder- Verband. WINE BARTEN Neues Programm. 876 Neues Programm. Cléo de Mérode. Genaro u. Theol, Stelling u. Revell, Contorsionisten. Kom. Reckturn. Violet Wegner, Berthe Brésina, Engl. Soubrette. Paris. Sängerin. W. C. Fields, Karl Hertz, Herzogin Crevette. Schwank in einem Vorspiel u. 3 Aften Komisch. Jongl. Amer. Illusionist bon Georges Feydeau, in Deutsch bearb. v. Benno Jacobson. Paul Jülich, Sonntag, 16. April, nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. & Mften bon Ad. L'Arronge. Bernhard Rose- Theater Vorher das gr. neue April- Programm. Sonntag nachm. 4 Uhr: Heirat auf Probe. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Bum 50. Male: Kyrity- Pyrit. Die Meyerhains. Sonntag nachm.: Der Herrgott fchnizer. Abends: Die rosa Dominos. Montag: Die rosa Dominos. Apollo- Theater. 218. Friedrichstraße 218. Täglich 8, Uhr: Das Veilchenmädel Vorher 8 Uhr: Komödie in 3 Aften mit den Autoren Anton u. Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf. 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Benefiz für die Damen Paroni, Reich, Rochow und Seelen: Der Goldbaner. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Morgen nachmittag: Liane, die zweite Frau. Abends 7 Uhr: Marianne, ein Weib aus dem Volfe. Voranzeige! Montag, den 17. April: Große Extra- Benefiz- Bor. Zur Aufführung gelangt: Die Tochter stellung für Lina und Karl Moeller. des Heimgekehrten. Gustay Behrens Kaufmann- Truppe, Humorist. Kunstradfahrer. Diane de Fontenoy, Pas de Fleurs, Lebende Bilder. Biograph. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Vorstellung Miß Arabella, die einzigste Dame, welche auf dem ganzen Körber tätowiert ist. Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! Spezialitäten Reste Theater, FrankfurterAllee 85. Das vollst. neue April- Programm. Neu! Jul. Hauff, brillanter Charakter Komiter. Neu! Mr. Adolph, Equilibrist auf dem Drahtseil. Mig Elvira, Jongleuse auf rollender Stugel. Mizzi Rother, Wiener Liedersängerin. Stella Oest, deutsch dänische Soubrette. Serra u. Sano, ausgezeichnete DriginalDuettisten 2c. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. I Anf.Wochentags 7Uhr, Sonntags 5 Uhr Die April- Spezialitäten. Sonntag, 16. April, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Berliner Luft Falkentoni und die April- Spezialitäten. Dir. Rob. Dill. " Damentuche, schwarz u.farb. Costumes- Stoffe, neueste Kammgarne Staubmäntel- Stoffe Corkskrew Sammet, Plüsch Besatzartikel. [ Muster 2265L* Confection Jaquetts, Dollmann Staubmäntel, Costumes Costum- Röcke, Blousen. Kottbuser C. Pelz, Straße 4. ( Zahlstelle Berlin.) Allen Kollegen und Kolleginnen hiermit zur Nachricht, daß unser freues Mitglied, der Buchbinder August Prauße am 12. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag, nachmittags 24 Uhr, in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung bittet 23/17 Die Ortsverwaltung. Den 12. April früh 4, Uhr entschlief fanft nach kurzem Leiden unfer füßes innigstgeliebtes, Töchterchen Lottchen. In tiefstem Schmerze zeigen dies an die tiefgebeugten Eltern A. Koesling nebst Frau. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 2 Uhr bom Trauerhause, Friedenstraße 42 aus ftatt. 964b Sanssouci. Rottbuser Lor- Stat. der Hoban. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger u. Tanzkränzchen. Zum Schluß neu! Zentralverein für alle in der Hutbranche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen( Filiale Berlin). Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Fr. Moritz am Mittwoch verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Moabiter Strankenhause aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 294/2 Der Vorstand. Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Todes Anzeige. Am 14. d. Mts. verstarb unfer Mitglied, der Kollege Wilhelm Reiß int Alter von 80 Jahren. Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 3%, Uhr vom Trauerhause, Koloniestraße 148, aus nach dem neuen Bauls- Kirchhof in Plötzensee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 138/11 Die Ortsverwaltung. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 12. April verstorbenen Lithographen Theodor König findet statt am Sonntag, den 16. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Nikolai- Kirchhofes, Prenzlauer Allee 7, aus. 9855 Das Komitee. Am Freitag früh verstarb nach schwerem Leiden mein guter Mann, unser guter Vater, der Puter Wilhelm Steinke genannt Splettstößer im 57. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Emilie Steinke und Kinder. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 4 Uhr von der Leichen halle des Nirdorfer GemeindeFriedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. .9865 Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Den Kollegen hiermit zur Nachricht, daß am 14. April unser Mitglied, der Holzbildhauer und Antrager Emil Mautz in der Irrenheilanstalt Dalldorf im Alter von 49 Jahren ber storben ist. Die Beerdigung erfolgt am Sonntag, den 16. April, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Friedhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 20/18 Der Vorstand. Allg. Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler Nachruf! u. Berufsgen.( G. H. 86, Hamburg). Bezirk C. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Familie Binte b. Barons. Emil Meissner Dienstag und Mittwoch: Waldlieschen, oder: die Tochter der Freiheit. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Unsere süßen Anj. Wochent. Dienstmädel. Sonntags 3 Uhr. 7 Uhr. am 10. b. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. 9845 Am Dienstag, den 11. d. Mts., verstarb nach schweren Leiden meine Frau und Tochter Louise Hauschild geb. Rendat. Die Beerdigung findet am Sonntag nachm. 4 Uhr von der Leichen halle des H. Kreuz- Kirchhofes, Mariendorf, aus statt. 9815 Im Namen der Hinterbliebenen: Rob. Hauschild. Frau Rendat. Jeder Arbeiter, Wir empfehlen: ,, Die Monne" Jeder Handwerker Roman von Denis Diderot. follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stüd gearbeitet. Sehr feste stappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von 6 Stud 26 m. 4 Mt. 50 Echtblaues Monteur- Jackett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose 1 M. 50 Echtblaues Monteur- Jadett Dieses von Goethe und Schiller hochgeschätzte Buch wurde auf Antrag der fönigl. Staatsanwaltschaft Leipzig beschlagnahmt, aber kürzlich wieder frigem Buche bien endel in dem Buche die Erlebnisse eines jungen Mädchens im Kloster, das von seinen Eltern gezwungen wurde, Nonne zu werden, und gibt gleichzeitig eine 234/3 Das Buch kostet brosch. 2, M. geb. 3,50 Ferner empfehlen wir: TeppichAusnahme- Woche. 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Von Herrn Scherl habe er derartige würden, dann würde darin eine große Gefahr für meine Eriſtenz Aufträge nie bekommen, sondern von dessen Schwager Herrn und meine Nerben liegen. Kurth bezw. Herrn Knappe. Die erste Observation hat vom 30. Januar Der alsdann bernommene Zeuge Prokurist Hertling weiß bis zum 8. Februar stattgefunden, die zweite vom 28, Juni bis über die Beträge, die für die Beobachtung des Dr. Löwe an Roth Herr August Scherl hat die vornehme Gepflogenheit, Geschäfts- zum 1. Juli und sie schloß mit dem Resultat ab:" Verdächtiges hat Roffi gezahlt worden, nichts zu sagen.-Rechtsanwalt& ubszynski teunde, Konturrenten, Angestellte und frühere Angestellte feiner fich nicht ergeben." Was das erhaltene Honorar betrifft, so habe er erklärt hierauf, daß er die persönliche Anwesenheit des Herrn Scherl Betriebe durch Privatdetektivs überwachen zu lassen. Die 380 Mark erhalten. verlangen müsse.- Der Antrag, Herrn Scherl sofort vorzuladen, Frage, ob diese Ueberwachung eine Beleidigung für den lleberwachten Hierauf wird der Zeuge Herr Kurth, Schwager des Privatbeklagten, wird vom Gerichtshofe abgelehnt. Darstellt, unterlag Heute der Prüfung des hiesigen Schöffengerichts. vernommen: Er habe im Auftrage seines Schwagers den ersten Auftrag Rechtsanwalt Lubszynski stellt nunmehr einen AblehnungsEs handelt sich um die Privatklage des Dr. jur. Cornelius Löwe zur Beobachtung des Dr. Löwe erteilt und zwar auf Grund der antrag gegen den Vorsitzenden des Gerichts wegen Befangenheit. gegen den Verleger August Scherl. Letterer war vom persönlichen Tatsache, daß in einer Reihe von Zeitungen eine Serie von Artikeln Der Gerichtshof lehnt den Ablehnungsantrag als Erscheinen entbunden; er wurde durch Rechtsanwalt Leonhard erschienen, die uns die Ueberzeugung beibringen mußten, daß inner- unzulässig a b. Der Privatkläger und sein Vertreter halten ab. Friedmann vertreten, dem Privattläger stand Rechtsanwalt halb des Kreises von Personen, denen wir Vertrauen schenkten, eine weitere Beweisaufnahme für durchaus notwendig und behaupten, Lubszynski zur Seite. Rechtsantvalt Friedmann jemand mit Dr. Löwe in Verbindung stehen müsse. Rechtsanwalt das Herr Scherl auch seinen früheren Chef des Inseratenbureaus daß als Vertreter des Herrn Scherl führt zunächst aus: Es handelt sich Lubszynkh weist darauf hin, daß es sich um einen einfachen habe beobachten lassen und daß das Detektivbureau dann mit einer darum, daß Herr Scherl Veranlassung zu der Vermutung hatte, daß, Bericht über einen vor dem Zivilgericht stattgefundenen Termin total erfundenen Geschichte hervorgetreten sei. nach dem Inhalt gewisser Beitungsnotizen und einiger Schriftsäße, die handelt, der offenbar aus einer Korrespondenz stammte. Dr. Löwe Der Privattläger beantragt weitere Beweiserhebung darüber, daß in einem Zivilprozeß produziert wurden, der Privatkläger mit Personen betont noch, daß er mit zwei Personen aus dem Scherlschen Justitut im Auftrage des Angeklagten Scherl ein Geschäftsfreund desselben und Beamten seines Instituts konspiriere. Aus dieser Ueberzeugung habe sehr intimen Verkehr gehabt habe und zwar mit Herrn Scherl und daraufhin beobachtet worden ist, ob dieser in chebrecherischem Berkehr er zweimal dem Privat Detektivbureau Caspari Noth Roffi den Herrn Knappe. Dieser Verkehr habe zu derselben Zeit stattgefunden, mit einer Schauspielerin steht. Auftrag zur Beobachtung des Dr. Löwe gegeben, ausschließlich zu wo man ihn beobachtet habe. Der Gerichtshof beschließt, von weiterer Beweisaufnahme Abstand dem Zwecke, festzustellen, ob Dr. L. in einer solchen Verbindung mit Broturist Karl Knappe bestätigt, daß die Sachlage so war, zu nehmen. Beamten des Lokal Anzeigers" steht. Darin tönne eine Beleidi- daß man mit Recht habe vermuten können, daß Dr. Löwe mit Nach längeren Plaidoyers des Rechtsanwalts Bub83 hnsti gung nicht gefunden werden, ebent. tomme der Schutz des§ 193 einem Angestellten des Instituts in Verbindung stehe. für die Verurteilung des Herrn Scher I und des Rechtsanwalts in Frage. Leonhard Friedmann für die Freisprechung und einem Schlußwort des Privatklägers zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. = Der Vorsitzende erklärte, daß der Gerichtshof sich nur auf die bom Gericht vorgeladenen Beugen und auf eine Prüfung der Be hauptung beschränken werde, ob dem Institut Roth- Rofft für die Beobachtung des Dr. Löwe zirka 6000 m. und 3000 m. bezahlt worden sind. Erster Zeuge ist der Inhaber eines Privatdetektiv- Bureaus Adalbert Caspari Roth Roffi. Den Antrag des Rechtsantvalts Lubzynski, den Zeugen nach seinen Vorstrafen zu befragen, lehnt der Vorsitzende ab. Der Zeuge bekundet, daß er am 29. Januar 1904 Kollegen! Unterstützt unsere ausgesperrten Kollegen in Köln u. Um Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter Zweigverein Berlin, Sektion I.( Brauer.) Geschäftsstelle: Berlin C. 54, Rückerstr. 5, I. der Beuge v. Hagen, Angestellter des Detektivinstituts, weiß, daß Beobachtungsauftrag als sehr wichtig bezeichnet worden war. Extrahonorar sei nicht gezahlt worden, sondern nur die übliche Gebühr. Dr. Löwe: Jch befinde mich in der Lage eines Menschen, der nicht weiß, ob er unter Polizeiaufsicht steht, aber nicht von unbes scholtenen Polizisten beobachtet wird. Ich und meine ganze Familie befinden uns seit 1½½ Jahren in voller Aufregung über bie mir wider fahrene Unbill, meine Frau ist darüber krant geworden. Ich stehe also unter Umständen zeitlebens unter Polizeiaufsicht und mir wird schließlich zur Last gelegt. nichts übrig bleiben, als die Anwendung des Revolvers und des Das Urteil lautete dahin, daß der Angeklagte tegen Mangels Die des Bewußtseins einer Beleidigung freizusprechen set. Art der Auftragserteilung sei feine beleidigende gewesen und auf die Art der Ausführung des Auftrages habe der Angeklagte feinen Einfluß gehabt. Die Stoften des Verfahrens wurden dem Privatkläger Deutscher Metallarbeiter Verband. Deutscher Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Orts- Krankenkasse bes Bimmerergewerbes zu Berlin. Bekanntmachung. Sonntag, den 16. April 1905, nachmittags 2½ Uhr, im Sonntag, den 16. April, vormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 4 total auf Beschluß der GeneralversammGewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Vereins- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Saffenbach: Neue Probleme der Gewerkschafts bewegung. 2. Abrechnung der Urania- Billets. 3. Innere Vereinsangelegen heiten. 4. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. 41/7 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- n. Zementbranche. Gruppe der Zementierer. Sonntag, den 16. April, vormittage Punkt 10 Uhr, bei Wilke, 188: ( Großer Saal): Versammlung fämtlicher Werkzeugmacher Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Die Metallindustrie einst und jetzt, und welche Bedendung hat der Werkzeugmacher für die Metallindustrie in der Zukunft? Referent: Kollege Wiesenthal. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Branchenvertreters und einer Branchen- Agitationskommission. Kollegen! Die Ortsverwaltung hat einen lange gehegten Wunsch der Werkzeugmacher erfüllt und ihnen eine eigene Branche zugestanden. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Montag, den 17. April, abends 8%, Uhr, in der Neuen Welt, Hafenheide 108/114: Ordentliche Mitglieder Versammlung. General- Versammlung. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Das Erscheinen aller Kollegen ist notwendig. Mitgliedsbuch zum Abstempeln mitbringen. Der Vorstand. 3.: Emil Dittmann. 137/18 Verband des technischen Bühnen- Personals. Sitz Berlin. Sonnabend, den 15. April, abends 11 Uhr: Zages Drbnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung in Leipzig. 2. Diskussion über die Anträge zum Verbandstag. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 115/5 Vom 1. Juni cr. ab ist das Stassenlung vom 9. 6. M. nur an den Wochentagen vormittags von 8-12 Uhr geöffnet. An den Sonn- u. Feiertagen ist dasselbe geschlossen. Dieses wird hiermit auf Grund§ 60 des Statuts den Interessenten 3. Stenntnis gebracht. Berlin, im April 1905. 9615 Der Vorstand. A. Brunzel, Vorsitzender. E. Petermann, Schriftführer. Achtung! Achtung! Allg. Kranken- n.Sterbekasse der Metallarbeiter. ( Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 29. Hamburg.) Filiale Berlin 4. Sonnabend, 15. April, abbs. 9 Uhr, bei Merkowski, Andreasstraße 26: Mitglieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Kandidaten Aufstellung, aur außerordentlichen Generalversammlung. 3. Berschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Eve 962/5 Verband der Maschinisten und Heizer sowie Nathan and deinen ber Mitglieber erfucht General- Versammlung Berufsgenossen Deutschlands. Bertragen. 190/5 im Gewerkschaftshause, Engel.Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule Berlin General- Versammlung Donnerstag, den 20. April 1905, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 5. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, der Revisoren und des Lehrerkollegiums. 2. Anträge. 3. Neuwahl des Vorstandes und zweier Revisoren. 4. Schulangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge werden entgegengenommen. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Transport frei. 504S* 8955* 9536 11.90. 22. 3. Mze des Joraätls'' ßttlintt WsM Sonuöbftih, 15. April 1905. ßerlxncr IVacbrlcbtcn. Tie juristische Sprechstunde Kmrd von Montag abend ab nicht mehr im Parterre des zweiten Hofes unseres Hauses, sondern drei Treppen hoch in der Redaktion abgehalten._ lieber die Rentabilität städtischer Schnellbahnen mit elektrischem Betrieb bringt die„Bauzeitung" eine Statistik der letzten Jahre, die für die bevorstehenden Beratungen über die städtische Nord-Süd-Linie sehr lehrreich sein wird. Bei zwölf Kilometer Länge, den Kilometer zu sechs Millionen gerechnet, dürften die Baukosten zirka 72 Millionen Mark betragen. Bisher ist die Pariser Stadtbahn das einzige Unternehmen dieser Art, welches mehr als 4 Proz. Reingewinn abwirst; der Ueberschuß beträgt hier sogar(5 Proj., dafür kostet die Bahn aber auch nur etwa halb so viel, wie die Nord-Süd-Linie(rund SVj Millionen für den Kilo meter Doppelgleis). Außerdem ist zu berücksichtigen, daß der Verkehr auf den ersten Pariser Untergrund-Linien ein ganz gewaltiger (4,2 Millionen Fahrgäste auf den Doppelkilometer) ist, da die Konkurrenz der Straßenbahnen fehlt. Mit vier Prozent vom Anlagekapital rentieren. sich nur die Südseite-Hoch bahn in Chicago und die Rkanhattan-Hochbahn in New N ork bei einem Anlagekapital von 3,2 bezw. 4,8 Millionen Mark und einem Verkehr von 2,1 bez. 3 Millionen Fahrgästen für den Doppelkilometer. Die Londoner Zentralbahn kommt in bezug aus das Anlagekapital, bei annähernd gleicher Länge, der Berliner Nord- Südbahn am nächsten, sie kostet 7,5 Millionen pro Kilometer. Aber selbst bei dem Riesenverkehr von 4,3 Millionen Personen pro Doppelkilometer ist eine 4prozentige Verzinsung nur zu erzielen durch eine Einnahme von 16,3 Pf. auf den Kopf; das ist ein Fahrpreis, der für Berlin undenkbar ist, findet doch der Ber- liner schon den Fahrpreis der Hochbahn bei 12,4 Pf. Einnahme von 2,6 Millionen Fahrgästen für den Doppelkilometer sehr teuer. Den Z e h n p f e n n i g- T a r i f hat fich die Pariser Stadtbahn nicht geleistet. Diese erzielt mit ihrem Zwei klassen-Einheitstarif von 12 und 20 Pf.(und Tages-Rückfahrkarten 3. Klasse zu 16 Pf.) eine Durchschnittseinnahme von 13,8 Pf. für den Fahrgast. Alle diese Aufstellungen haben allerdings das Mß- liche an sich, daß sie von der Entwicklung des Verkehrs über den Haufen geworfen werden. Jedes neue Verkehrsmittel hat in den ersten Jahren seines Bestehens mit schlechten Einnahmen zu rechnen, und der Straßenbahn, die in den letzten Jahren überaus fette Dividenden verteilt hat, erging es in den siebziger Jahren nicht besser. Nur kommunale Kurzsichtigkeit läßt sich durch solche Bedenken von dringenden Aufgaben auf dem Gebiet der Verkehrspolitik ab halten._ Ter Magistrat genehmigte in seiner gestrigen Sitzung die vom Kuratorium des Viehhofes beantragte Errichtung einer Schwebebahn auf dem städtischen Schlachthof zum Transport von Schweinen von den Schlachthäusern nach dem Kiihlhause, für die rund 32 500 M. verlangt werden. Der Stadtverordneten-Versammlung wird noch eine besondere Vorlage hierüber zugehen. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten Versammlung wurde zum Bürgerdeputierten für die Deputation der städtischen Wasserwerke der Fabrikdirektor E. Hausbrand, Wrangel- straße, gewählt. Die Wahlen von drei Stadtverordneten und drei Bürgerdcputierten für das Kuratorium der Technischen Mittelschule wurden vertagt und sollen in der nächsten Sitzung der Versammlung mittels Stimmzettel erfolgen. Vorgeschlagen sind die Stadtvv. Dinse, Prof. Glatzel, Regierungsbaumeister Stapf und Dr. AronS, ferner kgl. Baurat R. Eramer, Kvniggrätzerstraße, Fabrikbesitzer Th. Seidel und Regierungsbaumeister Souchon. Ein berechtigter Wunsch der städtischen Friedhofsarbeiter, der schon längst erfüllt sein müßte, hat die Stadtverordnetenversammlung veranlaßt, gelegentlich der Etatsberatung folgende Resolution zu beschließen: Die Versammlung ersucht den Magistrat, den Fried Hofsarbeitern auf dem Gemeindcfriedhofe Friedrichsfclde möglichst wöchentlich einen freien Tag zu gewähren. Hoffentlich beeilt sich der Magistrat, dieser Resolution baldigst Folge zu geben. Keine übermäßigen Ferien. Nach einer Verfügung des Pro- vinzial-Schulkollegiums soll hinfort ein früherer Antritt der Sommer- scricn einzelner Schüler nur in ganz unzweifelhaften und dringenden Fällen gestattet werden. Insbesondere wird darauf hingewiesen, daß allgemeine ärztliche Bescheinigungen für Blutarmut. Nervosität, Erholungsbedürftigkeit u. dergl. für eine solche Beurlaubung der Schüler nicht ausreichen. Für die Deputation der städtischen Fach- und Fortbildungsschulen ist ein besonderes Bureau im Hause Klosterstraße 41 errichtet worden. Die Leitung ist dem Magistrats-Sckretär Ebert, der bereits viele Jahre das Fortbildungsschulwesen im Bureau der Schuldeputation bearbeitet hat, übertragen worden. Der geschästsführcnde Ausschuß für die Schiller-Feier teilt uns mit, daß der Plan in den Hauptzügen festgelegt worden ist. Am Abend des 8. Mai sollen in verschiedenen Sälen Festakte stattfinden am 0. Mai ist am Schiller-Denkmal die Huldigungsfeier. Die Veranstaltungen sollen kostenlos sein; auch sollen Schillers Werke an Bildungsbcdürftige umsonst verteilt werden. Da es hierzu aber noch sehr an Geld mangelt, so gibt der Ausschuß bekannt, daß von der Deutschen Bank und von 60 über die Stadt verteilten Annahme- stellen Beiträge von 50 Pf. an entgegengenommen werden. Auflösung einer Jnnungs-Krankenkasse. Durch Erlaß des Ober- Präsidenten von Berlin vom 16. März d. I. wird die Jnnungs- Krankenkasse der Posamentier- und Seidenknopfmacher-Jnnung zu Berlin am 1. Mai d. I. geschlossen. Die Mitglieder dieser Kasse gehören von diesem Tage ab zur hiesigen Orts-Krankenkasse der Posamentierer, Seiler, Seidenknopf- und Bandmacher. Im Ministerium der öffentlichen Arbeiten findet heute zwischen Vertretern der Regierung und der Magistrate von Berlin, Char- lottenburg und Stettin eine vertrauliche Konferenz statt wegen der Beteiligung an der Garantieübernahme für die Kosten w. des Großschiffahrtsweges Berlin-Stettin, dessen Ban bekanntlich beschlossen worden ist. Die genannten Kommunen sind bereit, den Bau dieses Großschiffahrtskanals zu fördern. Fünf der neuen amerikanischen Schnellzugmaschinen sind seit kurzem auf der Lehrter Bahn für den Verkehr zwischen Berlin und Köln in Betrieb gesetzt. Die neuen Maschinen sind bedeutend höher angelegt als die alten, so d»tz die mit Rauchverzehrungsanlagen ver- sehcnen Schornsteine zum Zwecke der Jnnehaltung der Normalhöhe ziemlich niedrig sind. Die Treibräder haben eine Höhe von 2,10 Meter. Die Kolbenstangen befinden sich nicht wie bei den alten Maschinen auf der Außenseite der Achsen, sondern auf der Innenseite der Treibräder, so daß sie weniger den Witterungscinflüssen ausgesetzt sind. Die Maschinen smd vicrzylindrisch mit doppelten Feuerungs- anlagen und außerordentlich stabil gebaut. Tie Tender sind nicht nur zur Kohlen-, sondern auch zur Wasseraufnahme bestimmt, so daß die Wafferergänzung auch aus der Strecke während der Fahrt vorgenommen werden kann. Von Räubern überfallen. Die Kriminalpolizei ist auf der Spur der Räuber, die, wie wir gestern meldeten, die 68jährige verwitwete Luise Krüger in der Gastwirtschaft ihres Sohnes, Stralauer Platz 21, überfielen, schwer verletzten und dann die Ladcnkaffe entleerten. Der Tat verdächtig ist der 20 Jahre alte Sohn Paul «mes Wäschereibesitzers Schulze aus Köpenick. Er traf sich am Sttalgucr Platz mit einem Eisendreher Rgmin. Neide gingen in die Krügersche Wirtschaft und spielten dort bis 414 Uhr Billard. Dann ging Ramin weg, während Schulze allein noch blieb. Nun lockte Schulze die alte Frau nach der Küche, schlug sie nieder und brachte ihr sieben Hieb- und Stichwunden am Kopfe bei, so daß sie besinnungslos zusammenbrach. Während sein Opfer blut- überströmt am Boden lag, eilte der Räuber nach dem Schankraum zurück und erbrach mit einer Feile die Ladenkasse. Eben war er dabei, deren Inhalt an sich zu raffen, als eine Nachbarin, Frau Obernick, eine Bekannte der Wirtslcute, den Schankladcn betrat. Uebcrrascht und erschreckt ließ der Räuber den Kasten fallen, so daß die Münzen nach allen Richtungen umherrolltcn, und ergriff mit einer Beute von sechs Mark die Flucht. Seinen dunklen Ueberzieher mußte er im Stich lassen; er wurde bald als das Eigentum des Schulze erkannt und diente mit zur Feststellung der Persönlichkeit des Täters. Die Greisin ist gräßlich zugerichtet, Nasenbein und Kiefer sind zertrümmert. Sie wurde gestern vormittag operiert. Der Räuber ist von Jugend auf ein Taugenichts, ein entsprungener Fürsorgezögling, etwa 1,70 Meter groß und dunkelblond, hat ein längliches Gesicht und einen Anflug von Schnurrbart und trägt ein dunkles Jackett und einen schwarzen, steifen Hut. Einbruch und Brandstiftung. Eine rätselhafte Brandstiftungsaffäre beschäftigt seit dem gestrigen Tage die Kriminalpolizei. Donnerstag morgen gegen 5 Uhr wurde, wie gemeldet, die Feuerwehr nach dem Hause Neue Schönhauserstr. 1 gerufen, wo in der in der ersten Etage belegenen Pfandleihe von Casparius ein Brand ausgebrochen war. Das Feuer hatte erst geringe Ausdehnung angenommen und konnte mit einem Rohre gelöscht werden. Die Besichtigung der Brandstelle ergab, daß das Feuer angelegt war und seinen Ausgangspunkt im Korridor genommen hatte. Es wurde dementsprechend der Kriminalpolizei Anzeige erstattet, deren Ermittelungen zu einem eigenartigen Er- gebnis führten. Ter Pfandleiher und dessen Frau schlafen in einem neben den Geschäftsräumen belegenen Zimmer, welches von dem Pfandlager durch eine Tür getrennt ist. Um 5 Uhr morgens er- wachte Casparius infolge eines intensiven Brandgeruchs, und er wollte, dem Geruch nachgehend, die Tür zur Pfandleihe öffnen. Zu seinem Erstaunen fand er sie von der Lagerraumseite aus ver- schloffen und verriegelt, so daß er dort nicht einzudringen vermochte. Ebenso waren aber auch die Korridortüren ordnungsgemäß ver- schloffen. Auf dem Korridor lagen verbrannte Betten, Pfandstücke, welche in dem Hauptlagcrraum gewesen und von dort nach dem Korridor geschleppt worden waren. Ob die Betten absichtlich in Brand gesteckt waren oder durch eine Fahrlässigkeit der Eindring- linge Feuer gefangen hatten, konnte nicht mehr festgestellt werden. Die Verbindungstür nach der Pfandleihe war durchgebrannt und dort waren verschiedene Versatzstücke von den Flammen ergriffen worden. Merkwürdigerweise ist nach der bisherigen Feststellung nichts gestohlen worden. Die Eindringlinge sind vermutlich durch ein offenstehendes Hoffenster in die Wohnung gedrungen und haben so Zutritt zu den Geschäftsräumen gefunden. Um sich vor einer Ueberraschung durch den Geschäftsinhaber zu sichern, verriegelten sie dessen Schlafzimmertür, so daß das Ehepaar bei nicht rechtzeitiger Entdeckung des Feuers in ernsteste Lebensgefahr geraten wäre. Die Tatsache, daß die in der Pfandleihe befindlichen Schmucksachen un berührt geblieben sind, läßt auch auf die Möglichkeit eines bc absichtigten Racheaktes schließen.— Bemerkenswert ist, daß vor etwa drei Wochen in demselben Hause ein eigenartiger Diebstahl verübt worden ist. Damals drangen Einbrecher in die Wohnung der Genzschcn Putzfederfabrik und stahlen dort, während der Wohnungs inhaber im Nebenzimmer schlief. Als dieser infolge eines Geräusches beim Aufbrechen eines Schrankcs erwachte, ergriffen die Einbrecher, es waren zwei Männer, die Flucht und entkamen. Ein Automat ist bekanntlich ein Ding, in welche? man ein Zehnpfennigstück hineinzustecken hat, worauf er die gewünschte Ware nicht herausgibt.� Ist eine solche Eigenschaft schon dem Kinde un- angenehm, das für Schokolade einen Nickel opfert, so kann sie zu den größten Verlegenheiten führen, wenn man sich automatisch eine Eisenbahnfahrkarte lösen will. Was soll der Arme tun, der in solchem Fall etwa den einzigen Nickel riskiert hat? Die Beamten, an die man sich wendet, sagen einfach, daß sie die Sache nichts angehe und man sich an die eine Stunde entfernte Geschäftsleitüng der Automatengesellschaft zu wenden habe. Dieser Standpunkt ist aller- dings auf das schärffte zu verurteilen, denn die Eisenbahndirektion. die ihre Beamten zu solchem abweisenden Gebahren anhält, ist moralisch verantwortlich für das Versagen des Apparates Erstens, weil sie ihn auf den Bahnhöfen zuläßt und zweitens, weil sie durch sein Dasein an Arbeitskräften spart, also von ihm profitiert. Gestern versagte ein Fahrkarten- Automat hartnäckig auf dem Untergrundbahnhof am Wittenbergplatz, und die geprellten Fahrgäste hatten das Nachsehen. Auch in diesem Betriebe sollte die Direktion dafür sorgen, daß ständig jemand zur Stelle ist, der beim Versagen des Automaten sofort Abhülfe schaffen kann. Als Warenhausdicbin wurde die Frau eines ehemaligen Schutz manns G. ertappt und festgenommen. Die Frau nahm zu ihrer Unterstützung hei den Diebereien ihren zwölfjährigen Sohn mit, drängte sich an alle Verkaufsstände heran und stahl, lvas sie nur be- kommen konnte, besonders aber Nippsachen, oft Kleinigkeiten, die nur ein paar Pfennige Wert sind. Gestern wurde sie, wie schon öfter vorher, auf friicher Tat ertappt. Da sie schon wiederholt ver- warnt war, so übergab man sie jetzt der Kriminalpolizei. Diese fand in ihrer Wohnung»och ein ganzes Lager gestohlener Sachen, darunter einen Waschkorb voll Nippsachen, und brachte die Diebin gestern noch nach Moabit in Untersuchungshast. Frau G. verkaufte die Beute einzeln wieder an Freundinnen und Bekannte. Vermißt werden wieder eine ganze Reihe von Personen. Der 36 Jahre alte Malermeister Paul Lorenz aus der Memclerstr. 16 a. der sechs Gesellen beschäftigte, klagte seiner Frau öfter, daß er mit einem Neubau in der Memelerstraße Aerger und Sorgen habe, ließ sich aber nicht weiter darüber aus. Am Montag nachmittag verließ er um 4 Uhr seine Wohnung unter dem Vorwande, daß er in eine Sitzung der Gemeindevertretung der Lazaruskirche gehe, der er an- gehört, und ist seitdem verschwunden. Lorenz hat zwei Kinder im Alter von l'/z und 4 Jahren.— Der 24 Jahre alte Handlungs- gehülfe Benkmann aus der Marienburgcrstr. 22, der verheiratet und bereits Vater von drei Kindern ist, hat schon geraume Zeit keine Stellung mehr und ist daher in eine bedrängte Lage geraten. Seiner Kinder haben sich Verwandte angenommen, für die Stube, die er mit seiner Frau bewohnte, mußte der Wirt die Miete stunden. Am Montag entfernte sich die 23 Jahre alte Frau aus dem Hause und ließ seitdem nichts mehr von sich hören. Wahrscheinlich hat sie Hand an sich gelegt. Ein Opfer des Straßenverkehrs wurde gestern der Sohn des Händlers Voigt aus der Weidenstraße 21. Ein Wagen der Bäckerei Vorwärts überfuhr ihn so unglücklich, daß er auf der Stelle starb. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Zeugen gesucht. Die Personen, welche Donnerstag, den 16. März mittags l1/» llhr gesehen haben, wie der Knabe Willy Tauschke an der Ecke der Ohm- und Köpenickerstraße von einem Mörtelwagen totgefahren wurde, werden gebeten, sich im Restaurant von Tauschke, Brückenstr. 2, zu melden. Besonders die drei Damen, die den Vor- 'all gesehen haben, werden um Angabe ihrer Adresse gebeten. Feuerdericht. Freitag früh wurde die Wehr nach der Magazin- Iraße 12 gerufen, weil dort in einem Kühlraum Feuer ausgekommen war. Die Gefahr konnte leicht beseitigt werden.— Längere Zeit gab es aber dann in der Turmstr. 52 zu tun. Merlei Gerümpel, alter Hausrat und Verpackungsmaterial brannte in einem Keller unter starker Rauchentwickelung. Es mußte tüchtig Wasser gegebe Iverden, um die Flammen zu ersticken und auf den Keller zu be- schränken.— Ein zweiter Kellerbrand beschäftigte bald darauf den achten Löschzug in der Hasenheide 76.— Möbel, Betten und Kleidungsstücke hatten in der Christinenstr. 6 in einer Wohnung Feuer ge- sangen.— Die übrigen Alarmierungen, die in den letzten 24 Stunden noch aus der Graudenzerstr. 16, Prenzlauerstraße und noch von einigen anderen Stellen einliefen, Ivarcn durchweg ans ganz un- bedeutende Anlässe zurückzuführen.— Bei dem in voriger Nummer ge- melvetcn Feuer in dem Pfandlcihgeschäft von I. Casparius, Neue Schön- hauserstr. 1, scheint Brandstiftung vorzuliegen. Wie die polizeilichen Ermittelungen ergeben haben, kann der Brand nur auf dem Korridor entstanden sein. Da nun nach den Aussagen des Inhabers die Tür, die das Pfandlager mit dem Schlafzimmer verbindet, verschlossen gewesen sein soll und zwar merkwürdigerweise vom elfteren aus, so rechnet man mit böswilliger Brandstiftung. Irgend ein AnHall konnte aber noch nicht entdeckt werden. � Eine Ausstellung künstlerischer Photographien wird zurzeit in der kgl. Akademie der Künste, Potsdamerstr. 120, abgehalten. Die Ausstellung ist international, außer Deutschland, sind Oesterreich- Ungarn, Frankreich, England, Belgien und Amerika daran beteiligt. Was hier dem Besucher gezeigt wird, erhebt sich durchweg zu einer Höhe, die das Verlangen rechtfertigt, die photographische Kunst der Malerei gleich zu bewerten, ihr mit dem Vorurteil, daß man es in ihr nur mit mechanischen Leistungen zu tun habe, nicht weiter zu begegnen. Wie in der Malerei, so kommt es auch in der Photographie darauf an, die Natur zu fixieren, wo sie ihre schönsten Reize offen- bart, und das setzt ein künstlerisches Feingefühl von so hoher Aus- bildung voraus, wie sie auch unter denen, die mit der Camera operieren, nur wenigen eigen ist. In manchen Punkten ist die Auf- gäbe, künstlerisch zu photographieren, schtvierigcr als die des Malers, da bei ihr Zusälligkeiten hindernd in den Weg treten, die der Maler gar nicht kennt oder doch verhältnismäßig leicht überwinden kann. Andererseits mögen diese hauptsächlich in der Beleuchtung liegenden Zufälligkeiten den Photographen sehr zu Hülfe kommen. Besonders im Porträtfach bietet die Ausstellung Beispiele von wunderbaren Wirkungen des Helldunkel; die raffinierte Ausnützung einfallenden Lichtes' erinnert in manchen Füllen an die Wirkung Rembrandtscher Bilder. In der Landschaftsphotographie liegen ebenfalls überraschende Leistungen vor. Soweit die Herkunft der Bilder in Betracht kommt, dürfte Deutschland künstlerisch am höchsten zu bewerten sein; der Zahl nach ist Amerika wohl am stärksten vertreten. Auf zwei Tischen liegen in der Ausstellung eine Reihe photographische Fachschriften aus, die das Interesse jedes Amateurs erwecken werden. „Parsivnl" in Dichtung und Mnsik wird der letzte volkstümliche Kunstabend der Stadt Charlottenburg am.Karfreitag sein. Ver- schiedene Bayreuther Künstler wirken bei dieser Veranstaltung mit, deren Ertrag dem Bayreuthfond zum Ankauf für Freikarten zum „Parsival" bestimmt ist. Karten a 1,— M. auf numerierten Plätzen, sowie 0,5t) M. sind in allen Charlottenburger Buchhand- lungen, sowie im Verein zur Förderung der Kunst, Albrechtstraße 11, zu haben. Freie Volksbühne. Zur Operncxtravorstellung„Rigolctto" können noch einige Marken im Nation alt hcater beim Obmann entnommen werden, soweit Plätze vorhanden sind. Die Verlosung der Billets findet von 2—3 Uhr statt. Der Wolzogen-Abend im Rathaus beginnt um 8 Uhr pünktlich. Theater. In dem geistlichen Konzert, das im Schiller- Theater 0.(Wallner-Thcater) am Karfreitag(21. April) statt- findet, kommen Arien und kirchliche Gesänge von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn, Wolfgang A. Mozart, G. P. da Palestrina und andere zum Vortrag. Die Chorgcsünge führt die Barthsche Madrigal-Vereinigung aus, die Solo-Vorträge haben übernommen die Damen: Margarete Freund, Eva Pilchowska, Dora Kaditz, Liska Schattka, Emmy Rintelen; die Herren: Karl Weiß, Ludwig Schubert, Max Lenzewski, A. N. Harzen-Müller. Klavierbegleitung: O. Zalewski.— Im Ratio nal-Theatcr findet am Sonntag- abend das Abschicds-Gastspiel des königl. Kammersängers Arg. Francesco de Andrade statt. Die KarfreitagS-Attraktion des National-Theaters bildet die JohanneS-Passion in der Uraufführung nach der Bearbeitung des Prof. Reimann unter dessen persönlicher Leitung. In der Aula der Fortbildungsschule für die weibliche Jugend Alte Jakobstr. 127, findet vom 16. bis 26. April, vormittags 10 bis 1 Uhr, nachmittags 5 bis 8 Uhr, eine größere Ausstellung der von Schülerinnen der verschiedenen Klassen ausgeführten künstlerischen und kunstgewerblichen Arbeiten statt. Der Besuch dieser Ausstellung ist schon deshalb Mädchen, die einen Beruf wählen wollen, Eltern, Fabrikanten und sonstigen Interessenten sehr zu empfehlen, weil Erzeugnisse maimigfachstcr Art, Malereien, Kunststickereien, Zeichnungen für Tapisserie, Tapeten, Buchschmuck, Kostüme, Beleuchtungs- körper, Möbel usw. dem Beschauer vorliegen. Vorort- l�acbricbten. Rixdorf. Wegen Beleidigung eines städtischen Waisenrats-MitgliedeS hatte sich der Arbeiter O. A. aus Rixdorf vor dem hiesigen Schöffen- gericht zu verantworten. A. lebte seit Jahren mit seiner Braut zu- sammen. die ihn in dieser Zeit auch mit drei allerliebsten Kindern beschenkte, eines Tages ab»r heimlich verschwand, da sie mit A. nicht länger zusammenleben ivollte. A. verlangte nun die Aufnahme der Kinder ins städtische Waisenhaus und geriet dabei mit einem Waiscnrat so heftig aucinander, daß er denselben gröblich beschimpfte. Der Beleidigte stellte Strafantrag und der Angeklagte mußte auch seine unbedachte Handlungsweise mit Rücksicht auf seine Vorstrafen mit drei Monaten Gefängnis büßen. Beim Abspringen von einem in voller Fahrt befindlichen Straßen- bahnwagcn schwer verunglückt ist Donnerstag abend der Arbeiter Walter Lehniger aus der Kopischstraße in Berlin. S. sprang in der Berlinerstraße, Ecke Reuterstraße. von einem Straßenbahnlvagen und stürzte so unglücklich auf das Pflaster, daß er sich das ganze Gesicht in entsetzlicher Weise zerschlug. Das Fleisch hing dein Unglücklichen in Fetzen herab und das Blut floß in Strömen. Pussanten, welche den Verunglückten in diesem Zustande fanden, riefen den Unfallwagen herbei, welcher den Bedauernswerten nach der Unfallstation XII brachte. Nachdem L. hier verbunden worden, mußte er wegen der Schwere der Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden. Bei einem Umzüge schwer verunglückt ist Donnerstagabend in der Steinmetzstraße der Arbeiter Paul W o l f g r a m. W. zog einen mit Möbeln beladenen Handwagen, der die Last nicht aushielt und plötzlich zusammenbrach. W. lvollte die Möbel schützen und stemmte sich gegen dieselben, um so ein Herabstürzen zu verhüten. Seine Kräfte eriviesen sich aber als zu schwach, er brach unter der Last zusammen und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er nicht weiter konnte, sondern mittels Krankenwagens nach dem Kranken- hause geschafft werden mußte. Schöneberg. Das Ende der Mcllmnn»- Affäre. Mit der Wahrnehmung der Direktorgeschäfte der Realabteilung der Hohenzollernschule in Schöne- berg ist Oberlehrer Günther betraut worden. Die Leitung der Gymnasialabteilung übemimmt mit Beginn des Sommerhalbjahres " Direktor Dr. ernst Naumann aus Rawitsch, deffen Wahl die waltsam gezwungen haben, Uhr nebst Sette herauszugeben, um Richtern, er möchte doch lieber nicht schwören. Schließlich leistete Bestätigung der Regierung gefunden hat, während der vom Magistrat diese als Pfand zu behalten für die Abschiebungskosten" eines er den Eid. Troz alledem hielt der Staatsanwalt bie zum Direktor der Oberrealschule gewählte Stadtv. Prof. Dr. Me II- anderen von Baudisch aus Erfurt herbeigelockten Arbeiters, der jeund beantragte mann nicht bestätigt wurde. Der bisherige Direktorialgehülfe Ober- doch die Arbeitswilligendienste verweigert hatte. Um diese Er- Antloge teilweise aufrecht ( Es war dies derselbe lehrer Dr. Kullrich, der bekanntlich vergeblich nach dem Direktor pressung wirffam ausführen zu können, soll Cohen vom Bodium fieben Monate Gefängnis. posten strebte, berläßt die Hohenzollernschule. Er wurde als Ober- des Saales herunter fommandiert haben:" Mach die Saaltüren Staatsanwalt, der vor einiger Zeit demselben Angeklagten der lehrer an das lönigliche Luisen Gymnasium in Moabit berufen. zu; wir wollen den Kerl pfänden!" So feiner Freiheit beraubt Vorwurf gemacht hatte, er ernähre sich von den Schweißgroschen und von mindestens 40 Streifenden umringt, sei Baudisch in der Arbeiter.) Spandau. Den Verteidigern Dr. Heinemann und Dr. Werthauer Todesängsten gepesen. Cohen und andere hätten ihm hut und Die Stadtverordneten- Versammlung hat in ihrer Sigung am Stock abgenommen, dann ihm die Taschen betastet, ob er etwa Geld war es unter diesen Umständen ein leichtes, die völlige Unhaltbarkeit Donnerstag nach etwa dreistündiger Debatte den Magistratsantrag bei sich habe, und als sie kein Geld gefunden, sei er von Cohen am der Antlage nachzuweisen, die einfach in sich zusammengefallen war. auf Austausch von Gelände mit der Schüßengilde Ueberzieher gefaßt und gezerrt worden, so daß er der Meinung war, Nach sechs stündiger Dauer der ganzen Verhand abgelehnt und dem Antrage des Referenten beziehungsweise unserer man habe ihm den Ueberzieher" pfänden" wollen. Hierauf hat Tung lautete das Urteil auf Freisprechung unter Parteigenoffen gemäß nur den Antauf einer für die Gasanstalt Baudisch in seiner Angst die Uhr hergegeben, die Cohen dann an Aufbürdung der Kosten auf die Staatstaffe. benötigten Barzelle der Schüzengilde beschlossen. Die Angelegenheit sich genommen habe. Erst nach diesem räuberischen Att sei der Be Die Kühnemänner sind allerdings um eine Freude ärmer. hat durch die Art, in welcher in städtischen Kreisen für den Austausch leidigte, Bedrohte, Malträtierte, Eingesperrte und schmählich Be in den letzten Tagen Propaganda gemacht worden ist, in der Bürger- raubte freigelassen" worden. fchaft großes Aufsehen hervorgerufen. Potsdam. Und nun das Ergebnis der Beweisaufnahme: Der der Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 16. April, vorm. 8 Uhr, im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Bersammlung. Um 10 Uhr vormittags in der Schul Aula, Kl. Frankfurter str. 6: Bersammlung. Bortrag des Herrn Freireligiöse Vorlesung". Dr. Bruno Bille:" Unsere Stultur und die freie Selbstbestimmung". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Vermischtes. Bodenerkrankung eines Auswanderers in Hamburg. In einem Der Kranke ist auf AnDer Hauptbelastungszeuge Bau disch, schon erheblich vorZur Ermittelung von Fahrraddieben fand sich am letzten Diens- bestraft, hatte früher als Meister in der Kloepfelschen Fabrik in tag ein Berliner Kriminalkommissar mit zwei Kriminalbeamten in Erfurt gearbeitet. Dort ist er, wie der Fabrikant sloepfel als Werder a./H. ein. Man war in Berlin einer großen Diebesbande, Beuge bekundete, toegen arger Schwindeleien entAllgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter welche seit längerer Zeit Fahrraddiebstähle ausführt, auf die Spur Lassen worden. Eine große Routine entwickelte er darin, a Ite gekommen und hatte bereits eine Anzahl meist noch jugendlicher langjährig beschäftigte Arbeiter beim Chef an-( E. S. 29, Hamburg), Filiale Berlin III: Mitglieder Versammlung um ihre Entlassung herbeizu am Sonnabend, den 15. April, abends 81, Uhr, bei Bergener, Reichenberger Burschen dingfest gemacht. Einer der Diebe verriet nun der Polizei, ufchwärzen, daß das Abjazgebiet der in Berlin und Umgegend gestohlenen führen. Einen dieser Arbeiter hat er sogar vor mehreren Jahren straße 157. Filiale Berlin IV: Sonnabend, den 15. d. W., abends Räder Werder a./H. und Umgegend sei. Dorthin hatten sich zur um 50 M. angepumpt. Weil es ein Meister war, vertraute 9 Uhr, Mitglieder- Versammlung bei Merkowski, Andreasstr. 26. Zeit der Obsternte die lichtscheuen Gesellen aus Berlin geflüchtet, ihm der Arbeiter auch seine sauer ersparten Markstüde an. Bisher um fich als Obstpflüicker in den umfangreichen Anlagen den Augen hat er jedoch mit Hängen und Würgen erst 25 M. wiedererhalten. der Polizei zu entziehen. Von in Berlin zurückgebliebenen Komplizen Refigniert meinte dieser alte Mann vor Gericht, er werde auf die wurden alsdann die im Laufe der Zeit gestohlenen Fahrräder Rückzahlung der Restsumme wohl vergeblich warten können. nach Werder a./H. geschafft und dort an den Mann ge- Fabrikant aber sagte:" Ich bin froh, daß ich ihn los ge= bracht. Ein früher in Glindow, jetzt in Plökin wohnender worden bin." Baudiſch zog dann nach Berlin und bekam bei Rogierhause in der Großen Drehbahn ist bei einem maledonischen Obstzüchter leistete bei dem Verkauf der Räder, von denen nach und der Firma Kordes als Metalldrücker Arbeit. nach 150 Stück nach Werder a. H. gebracht sein sollen, Hehlerdienste. Gürtler- und Drückerstreik ausbrach, schloß auch er sich den Auswanderer Pockenerkrankung festgestellt. Die Obstpflüder baldowerten zugleich auch in Werder a. H. und Streifenden an und ging mit aus dem Betriebe. Den Ausständigen ordnung des Arztes sofort ins Strantenhaus übergeführt worden. Umgegend die Gelegenheit aus, daß ihre Berliner Stomplizen bort versicherte er, als" treuer Stollege" brab mit Stange halten zu Einige Berfonen, welche mit dem Erkrankten in Gemeinschaft gelebt Einbruchsdiebstähle ausführen konnten, um dann schnell wieber nach wollen. Jedoch schon am nächsten Tage brach er sein Wort hatten, sind von der Polizei im Beobachtungshause, isoliert worden. Berlin zurückzukehren. Bei ihren Ermittelungen wurden die und ging zur Firma Schlesinger in der Oranienstraße, einem Sämtliche Bewohner des Hauses sind von neuem geimpft und werden Berliner Kriminalbeamten durch den Werderschen Gendarm unter- ebenfalls bestreiften Betriebe, um sich dort, als„ Meister" anzu- unter amtsärztlicher Beobachtung gehalten. Die in Frage kommenden stügt, dem es gelang, in der Herberge noch einen Fahrraddieb fest bieten. Er wurde engagiert, und nun offenbarte er dem Herrn Räume sind desinfiziert; weitere Erkrankungen find nicht vorgekommen. zunehmen. Die Beamten wurden von dem Dieb, der den Verbleib Schlesinger, daß er in der Lage sei, der Firma genügend Ein Anlaß zur Beunruhigung liegt nicht vor. der Räder verraten hatte, begleitet, welcher fie nach verschiedenen Arbeitswillige aus Erfurt, dem Schauplah seiner Die Ausbreitung der Genickstarre. Laut amtlicher Feststellung Drten, wo sich gestohlene Räder befanden, führte. Es fanden eine früheren Wirksamkeit, herbeizuholen. Der Chef opferte Fahrgeld ganze Anzahl Vernehmungen statt, u. a. wurde ein Schornstein- und Spesen, und Baudisch dampfte als Streifbrecher- Agent nach ist in Helbra bei Eisleben ein 15jähriges Mädchen an Genicstarre feger vom Dache eines Hauses heruntergeholt, um über die Herkunft Erfurt. Dort bewog er zunächst seinen Sohn, mit nach Berlin zu gestorben. Aus Dortmund wird gemeldet: In dem Nachbareines von ihm gekauften Rades Auskunft zu geben. reifen. Dann aber schwindelte er den beiden Metallarbeitern orte Affeln sind zwei Erkrankungen an Genicstarre vorWen und Weigel vor, er fei in Berlin selbständiger gekommen. Das Kind eines Bergmanns ist bereits gestorben. Ein vor 12 Jahren fahnenflüchtig gewordener Garde- Jägermeister und bat fast unter Tränen, fie möchten doch In Stargard sind bei dem Dragoner- Regiment Gneisenau Nr. 9. hat sich jetzt in Saarburg freiwillig der Militärbehörde gestellt. Er mitreisen und bei ihm( nicht bei Schlesinger) arbeiten; er ſowohl wie die Stettiner Abendpost" meldet, mehrere Soldaten an Geniddiente bei der 3. Kompagnie und entfloh während seiner Rekrutenzeit wie seine Frau seien trant gewesen, und beide möchten ihm nun starre erkrankt. Ein Fall ist tödlich verlaufen, die übrigen Kranken aus Potsdam, nachdem er bereits mehrfache Arreststrafen erlitten doch wieder vorwärts helfen. Darauf gab er seinem Sohn 8 M. Zausiz fritt die Genidstarre auf. Der Gutsbesizer Lehmann in befinden sich auf dem Wege der Besserung. hatte. In Frankreich ließ sich der Flüchtling für die Fremdenlegion Reisegeld; er selbst behielt das übrige und fuhr per Schnellzug nach Alt- Löbau bei Löbau ist an Genidstarre erkrankt. Es ist dies der nach Algier anwerben und hat seitdem ein abenteuerliches Leben Berlin. Went und Weigel überließ er es, auf eigene Kosten geführt, bis er schließlich elend und gebrochen nach Deutschland vierter Klaffe hierher zu fahren. Da Bent selbst einige Mark Geld erste Fall in der Oberlausitz. zurückkehrte. Vom Döberiger Uebungsplatz sind ein Oberjäger und hatte, hielt Baudisch es für überflüssig, ihm noch Reisegeld zu geben; Die spanischen Schatgräber sind wieder eifrig an der Arbeit. Sie ein Jäger nach Saarburg abgesandt worden, um den Deſerteur dem Weigel, der ohne Mittel war, gab er ganze 15 Groschen und finden immer wieder ihre Opfer aus den Kreisen derer, die nicht nach Potsdam zu holen, woselbst er vor das Kriegsgericht später in Berlin noch 1 M. Beiden hatte er sorgfältig alle werden. Dieser Tage wurden in Madrid zwei Deutsche vergestellt wird. verschwiegen, daß in Berlin gestreift wurde. Er hatte die jungen Leute also in gewiffenloser Weise aus ihrer haftet, die, von ihrer Habsucht getrieben, aus Deutschland dorthin gegen einen wertlosen Fezen Papier, den ein Fälscher in einen Check Die Leiche eines neugeborenen Kindes wurde beim Umgraben Arbeit gefchwast, sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach gereift waren, um zweihundert schöne goldene Zwanzigmartstide eines Gartens in der Charlottenstraße zu Nowawes- Neuendorf ge- Berlin gelockt und sie obendrein noch um das Reisegeld betrogen, von 180 000 Besetas verwandelt, einzutauschen. Zu ihrem Glück bemerkte ein Geheimpolizist, daß sie von einer verdächtigen Person funden. Der Umstand, daß sie in eine blaue Schürze und in ein das ihm von der Firma Schlesinger vorgeschossen war. Als die beiden Betörten nun an Ort und Stelle sahen, was es Stopftuch eingetidelt war, führte zur Entdeckung der Kindesmörderin. zu Es ist eine polnische Fabritarbeiterin Czierinali, welche seit drei mit der selbständigen Meisterschaft des Baudisch auf sich hatte am Bahnhof erwartet wurden, und nahm sie, um sie vor Schaden Wochen verschwunden ist. Sie war mit zahlreichen Landsmänninnen und daß er sie als Arbeitswillige in einen bestreiften Betrieb ge- 8u bewahren, sofort fest. in der Jutespinneret beschäftigt, welche sich viele polnische Arbeite- führt hatte, da legten sie kurzerhand die kaum begonnene Arbeit rinnen hatte kommen laffen. Die Unterbringung derselben geschah nieder. Beide erklärten im Termin auf das beſtimmteste, daß, wenn in Maffenquartieren, woselbst bann zum Standal der Nachbarschaft Baudisch sie von dem Streit in Stenntnis gefeht hätte, sie nie und nimmer mit ihm nach Berlin gefahren wären. Man tönne ganz arge Sittenzustände entstanden. ihnen doch nicht zumuten, Streitbrecher 3 น Nieder- Schönhausen. werden. Went fuhr wieder nach Hause; der mittellose Weigel aber meldete sich bei den Streifposten als obdachlos". Auch der Sohn des Baudisch verließ die Arbeit, und als der Vater sah, daß feiner der von ihm Verführten sich zum Streifbrecher erniedrigen wollte, da fagte auch er dem Betriebe Valet, freilich ohne erst die 30 Silberlinge des von Herrn Schlesinger geopferten StreifbrecherWerbegeldes abzuarbeiten. Nowawes- Neuendorf. 9 Die Verlängerung der städtischen Straßenbahn MittelstraßeBankow bis nach Nieder- Schönhausen( Platanenstraße) wird am 1. Mai in Betrieb genommen werden. Der Bau dieser Linie war längst geplant, hat sich aber, wegen des erst nach langen Verhandlungen beseitigten Einspruchs der Gemeinde Bantoto, erheblich verzögert. Die Firma Siemens u. Halske erhält von von der Terraingesellschaft Nieder- Schönhausen einen Stoftenbeitrag von 100 000 Am nächsten Tage ging dann Weigel auf Empfehlung der Mart, für welche die Gesellschaft durch die Wertsteigerung, Streifposten nach dem Gewerkschaftshause ins Streifbureau, um sich welche ihre Baustellen infolge der Straßenbahnverbindung Unterstützung zu holen. Baudisch, wahrscheinlich in mit Berlin erfahren, ausreichend entfchädigt wird. Die Terrain- der Erwartung, daß auch für ihn dort etwas ab gesellschaft Nieder Schönhausen, die übrigens erst fürzlich fallen werde, ging mit. Da Weigel aber bereits erzählt in eine Attiengesellschaft mit einem Kapital von über zwei Millionen hatte, auf welche Art er nach Berlin gelotst worden war, so wurde Mart umgewandelt ist, will anderthalb Millionen zur weiteren Baudisch von Cohen deswegen zur Rede gestellt. Cohen bezeichnete Barzellierung usw. aufwenden. Zunächst wird das westlich vom dessen Handlungsweise, den Weigel hierher zu locken und mittellos Kaiserweg gelegene Gelände aufgeteilt, kanalisiert und der Bebauung sizen zu lassen, als eine Niederträchtigkeit, die an Streifbruch grenze, erschlossen werden. Der Bau der Kanalisation für dieses Gelände und sagte dem Baudisch weiter, wenn er noch anständig fühle, möge ist mit 400 000 m. veranschlagt. Von der Herstellung der Verkehrs- er den Weigel wenigstens das Geld für die Rückfahrt geben, damit verbindung mit dem belebtesten Teile Berlins und der Durchführung dieser hier in Berlin nicht Not zu leiden brauche. der Kanalisation wird ein lebhafteres Grundstücks- und Baugeschäft fowie ein allgemeiner Aufschwung des Bororis erwartet. Friedrichshagen. Auch in der OberEinsturz eines Gebäudes. Jn Stalat stürzte, wie aus Lemberg gemeldet wird, infolge schlechter Bauart das Haus der dortigen Kreditgesellschaft ein. Der Direktor der Bank, Heilpern, seine Frau und zwei Kinder konnten noch lebend aus den Trümmern Herborgezogen werden. Marktpreise von Berlin am 18. April. Nach Ermittelungen des tal. Bolizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Soute mittel 17,22-17,18., geringe 17,14-17,10. 17,30-17,26 M., Roggen**), gute Sorte 13,80-13,78 m., mittel 13,76-13,74 m., geringe Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,90 W., mittel 14,80 13,72-13,70. bis 13,70 M., geringe 13,60-12,60 M. Hafer*), gute Sorte 16,20-15,40 m., mittel 15,30-14,60 M., geringe 14,50-18,80 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00-30,00 W. Speifebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 2. Nichtstroh 0,00-0,00 m. eu 0,00-0,00 m. Startoffeln 10,00-6,50 2. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 m. Eier per Schod 4,00-2,80 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Wafferstand am 13. April. Elbe bei Auffig+1,36 Meter, bek - Unstrut bei Dresden+0,16 Meter, bei Magdeburg+3,02 Meter. Dber bei Ratibor 0,00 Meter, bei Breslau 0,20 Meter, bei Straußfurt+2,00 Meter. Ober- Begel+5,23 Meter, bei Breslau Unter Begel Frankfurt+2,25 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 4,48 Meter. art he bei Bosen+ 1,64 meter. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Ein anderer der im Saale Anwesenden hat dann allerdings den Baudisch an den Ueberzieher gefaßt, indem er ihn ebenfalls auf seine Anstandspflicht aufmerksam machte. Baudisch erklärte darauf, er habe gegentvärtig fein Geld, zog dann aber seine Uhr aus der Tasche und gab sie weiger mit dem Bemerken, Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends gelbes erstattet habe, worauf Baudisch unbehelligt den Moabit 2. War die Klage noch nicht eingereicht( auf die Zustellung Saal verließ. Weigel legte die Uhr, da er sie nicht behalten tommt es nicht an), so find statt 28:14 M. Brozeßgebühr zu verlangen. wollte, auf den Tisch, und ein Gewerkschaftsbeamter nahm sie in war der Anwalt bei der Einigung nicht beteiligt, jo fallen die ferneren Dem Weigel wurde hierauf aus Verbandsmitteln 28 M. Bergleichsgebühr fort. Verwahrung. eine Fahrkarte nach seinem Heimatsort ausgehändigt. Baudisch der Kirche zu bewirken ist, ist zuleht im Briefkasten vom 12. April dargelegt. aber erhielt, da man den Vorfall in seinem lebten Teil mehr von Treten Sie in diesem Jahre aus, so haben Sie noch die Steuern bis Ende der uffigen Seite betrachtete, die Uhr nebst Kette wieder unversehrt 1906 zu zahlen. Bahlen Sie nicht, so tann Zwangsbeitreibung erfolgen. zugesandt, als man seinen Aufenthalt ermittelt hatte. Ein Menschenleben um 4,50 M. Wie bereits mitgeteilt, hat sich im Gefängnis des Köpenicker Amtsgerichts der 23jährige Kaufmann Moritz vor einigen Tagen das Leben genommen. Der junge Mann Diefer möge sie solange behalten bis er ihm den Betrag des Reise von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Ubr. war erst seit furzem in einem Baugeschäft in Friedrichshagen in Stellung gewesen und hatte hier in einem Restaurant eine Zeche in Höhe von 4,50 M. gemacht, deren Begleichung er für später versprach. Der Gastwirt, der W. nicht kannte, ließ diesen als Zech preller festnehmen und so wurde der Kaufmann nach dem Amtsgerichtsgefängnis überführt. Um der Schande einer Bestrafung zu entgehen, hat Morig seinem Leben ein gewaltsames Ende gesetzt. Mariendorf. Berhaftet unter dem Verdacht des Verbrechens gegen das feimende Leben wurde die Frau G. in der Grundstraße zu Mariendorf. Kinder fanden am vergangenen Sonntag beim Spiel in der Rojengärtnerei in der Grundstraße eine abgetriebene Leibesfrucht. Die angestellte Polizei- Untersuchung führte am Donnerstag zu der Berhaftung der Frau G. Gerichts- Zeitung. Ein arbeitswilliger Musterknabe. Los von Nom. Wie der Austritt aus 2. 2. 100, A. 5. 100, P. S. 13. Ja. Oftrowo. Gegen ein Urteil des Schiedsgerichts ist in Unfallsachen innerhalb eines Monats Returs Jeht aber kommt das interessanteste an der Geschichte. an das Reichs Versicherungsamt einzulegen. Beispiele und Anleitung M. Nein. Der angeblich halbtot geängstigte Baudisch hatte nach seinem finden Sie im Arbeiterrecht", 4. Auflage, S. 578 Nr. 37. R. S. Durch Annoncieren. A. A. Die Beförderungs- Gesellschaft Weggang aus dem Gewerkschaftshause nun nichts Eiligeres zu tun, als munter und fidel spornstreichs nach dem Arbeitshaftet als Frachtführer für den Schaden, der durch Verlust oder Beschädigung bis zur Ablieferung oder durch Versäumung der Lieferzeit entsteht, es fei na chweis der Metallwaren- Fabrikanten in der der ihr zur Beförderung übergebenen Waren in der Zeit von der Abnahme Dort ließ er sich in den bekannten denn, daß der Verlust, die Beschädigung oder die Berspätung auf Umständen Dresdenerstraße zu rennen. Arbeitswilligen- Verein einschreiben und erzählte dem schmunzelnden beruht, die durch die Sorgfalt eines ordentlichen Frachtführers nicht abSekretär dann allen Ernstes, in wie erschrecklicher Weise gewendet werden konnten. Für den Berlust oder die Beschädigung von er im Gewerkschaftshause terrorisiert worden kostbarkeiten, Kunstgegenständen, Geld und Wertpapieren haftet der Be fet. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für die Kühne- förderer nur, wenn ihm diese Beschaffenheit oder der Wert des Gutes bei Im Falle der Beschädi männer. Eine bessere Gelegenheit, dem verhaßten Streitführer der Uebergabe zur Beförderung angegeben war. eins auszuwischen, fonnte es ja gar nicht geben, denn es war flar: gung ist der Unterschied zwischen dem Berkaufswert des Gutes in beschädigtem Zustande und dem gemeinen Handelswert zu ersetzen. Haben Sie nicht Vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I spielte sich Bewahrheitete sich die Räubergeschichte, dann wanderte der erste barauf aufmertfam gemacht, daß es fich um Spiegel und Bilder am Donnerstag wieder einer jener Prozesse gegen Streit Bevollmächtigte des Metallarbeiter- Verbandes auf mindestens ein handelt, so wäre ein Prozeß wenig Erfolg versprechend.- H. Ei. Nein. führer ab, die von der Staatsanwaltschaft mit einem Eifer in- bis zwei Jahre ins Gefängnis. Also bewogen gewisse der Metallwaren- Fabritanten den szeniert werden, als gelte es, der ganzen Welt an einem ganz be- Herren sonders drastischen Fall den ungeheueren Terrorismus" der Baudisch laut dessen eigener Aussage, den Straf= " Sozialdemokratischen Gewerkschaften gegen" arme unschuldige antEs gab ein umständliches Borverfahren, aus dem sich schließlich antrag gegen Cohen zu stellen. Angeklagt war der Bevollmächtigte Adolf Cohen vom die oben erwähnte Anklage in ihrer ganzen Größe herauswuchs. Be- Widerspruch auf Widerspruch häufte sich bei dem Belastungszeugen Metallarbeiter- Verband wegen Beleidigung und drohung in Verbindung mit§ 153 der Gewerbe- Ordnung, ferner Baudisch, und von den übrigen Zeugen fagte einer noch immer untvegen Nötigung, Erpressung, Freiheitsberau- günstiger für ihn aus wie der andere. Die Situation wurde für Baudisch derartig bedenklich, daß Swinemde. 766 OND 3 bedeckt 4 Petersburg 769 NO bung und räuberischen Ueberfalles. Ein nettes Hamburg 765 DSD 3bedeckt Berlin 766 DND 2 bedeckt 5 Scilly 748 SS 5 tollig Register. Dem Angeklagten war zur Last gelegt, am 29. September ihm einer der Beisitzer zurief: 755 SGD 4bebedt Wenn Sie zu Ihrem Herzklopfen auch noch einen 3wollen! 10 Aberdeen Frantf.a.M. 761 M borigen Jahres anläßlich des Gürtler- und Drückerstreits den wolfen! 758 SD 7 Paris 2 heiter früheren Gürtlermeister und jetzigen Metallbrüder Fris Meineid auf Ihr Gewissen laden, so könnte das für Sie Muchen 762 SH 763 2wolfig 8 Baudisch, gegenwärtig in Dresden wohnhaft, durch einige Streit boch recht unangenehm werden." Wetter- Prognose für Sonnabend, den 15. April 1905. posten nach dem Gewerkschaftshause zu einer Versammlung der Als der angeblich Terrorisierte dann nachträglich vereidet Beitweise nebelig, sonst ziemlich heiter, am Tage etwas wärmer bei Etreifenden hingelockt zu haben, um ihn dort wegen seiner Arbeits- werden sollte und er vom Vorsitzenden nochmals eindringlichst vertvilligentätigkeit mit den Worten Lump" und Streitbrecher" zu warnt worden war, da schien es ihm doch noch schwüler zu werden mäßigen östlichen Winden; feine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau beleidigen und zu bebrohen. Ferner foll Cohen den Baudisch ge- wie feinerzeit im Gewerkschaftshause. Seuchend fagte er zu den Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Arbeitswillige" zu demonstrieren. " Witterungsübersicht vom 14. April 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Wien Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Better Temp. n. C. 50. 4° 9. Stationen Barometer ſtand mm Wind4 Haparanda 773 SH Bunjpp Windstärke 2Better Temp. n. T. wollent-9 1 bedeckt 1 11 7 10