Nr. 95. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 m., toöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksbla 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fedsgespaltene Rolonelzelle oder beren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Sefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die nächste Nummer des ,, Vorwärts erscheint des Karfreitags wegen Sonntag früh. Die Kriegslage in Ostasien. Freitag, den 21. April 1905. gung der russischen Flotte sind also die japanischen Chancen erheblich herabgedrückt. Zu wessen Gunsten zunächst die Seeoperationen ausfallen werden, ist gar nicht abzusehen. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. tiegen, doch berichten zwei Dampfer, die am Sonntag dicht an der Kanranh- Bucht vorbeifuhren, daß dort keine ruffischen Schiffe zu sehen waren. Maifeier in Rußland. Wie nun aber, wenn Roschdjestwenstys Flotte, statt ber französischen Diplomatentreifen weiß man noch Baris, 20. April.( Melbung der Agence Havas.) In nichtet zu werden, einen Teilerfolg erringt und sich nach nichts über einen Brotest, welcher einigen fremden Beitungen Wladiwostok durchschlägt? Ueber die sich dann ergebende zufolge formell von Japan an Frankreich gerichtet worden sein soll strategische Lage schreibt uns ein sachkundiger Mitarbeiter: und eine Neutralitätsverlegung durch das russische Geschwader zum Wir wollen den Fall erwägen, daß die Japaner in der Gegenstand hat. Dieses Geschwader hat übrigens feit mehreren zu erwartenden Seeschlacht eine Niederlage erleisen. Tagen die französischen Gewässer verlassen.(??) Die Kriegslage in Dstafien hat sich nach dem Eintreffen Opfer tosten, daß auch ihre Aktionsfähigkeit auf längere Zeit Roschdistewenstys Flotte würde ein solcher Sieg derartige der Flotte Rosch bjestwenstys wieder derart zugespitzt, sehr vermindert wäre. És taucht auch die Frage auf, ob sie daß alle Welt das Gefühl hat, als ob man vor einer neuen mit allen ihr verbleibenden Schiffen die auf der kürzesten Entscheidung stehe. Der Sieg der Japaner scheint abermals Strede 2400 Stilometer betragende Entfernung von Formosa bereitungen getroffen sind, den 1. Mai d. J. in einer des revolu Aus Petersburg wird über Paris gemeldet, daß Borin Frage gestellt, wenn es Roschdjeftwensty gelingen follte, bis Wladiwostok noch zurücklegen könnte oder ob die schwer- tionären russischen Proletariats würdigen Weise zu begehen. In die feit der Bersprengung der russischen Flotte vor Port Arthur beschädigten Schiffe nicht zurückgelassen werden müßten. Die Betersburg werden Broklamationen verbreitet, in denen die männdem russischen Admiral, der japanischen Flotte empfindliche Japaner haben dagegen den Vorteil, daß sie zu ihren heimatliche Bevölkerung aufgerufen wird, sich am 1. Mai bewaffnet zu Verluste beizubringen und mit seinen Schiffen sowohl die Ver- lichen Häfen nur 1200 Kilometer zurückzulegen haben. Festzügen zu vereinigen. Die Frauen und die Kinder dagegen bindung der Japaner mit dem ostasiatischen Festlande zu Roschöjestwensky schon deswegen nicht glücken, weil ein Zeil verbleiben. Eine gänzliche Vernichtung der japanischen Flotte fann werden aufgefordert, an diesem Tage in ihren Behausungen zu stören, als auch die japanische Handelsschiffahrt empfindlich der japanischen Marine Wladivostok bewachen muß. Außerdem Die Petersburger Arbeiter wollen verhüten, daß sich zu belästigen, fodas leuchtet jedermann ein- wäre zwar ist Roschdjewensky nicht so start, daß von ihm ein vernichten Bolizei und Militär einschreiten sollte die Szenen des 22. Januar der Krieg in Ostasien noch lange nicht zugunsten der Russen entschieden, aber die vordem faft auf den Nullpunkt der Schlag gegen Logos Flotte zu erwarten ist. Treten nicht wiederholen. gefuntenen Chancen Rußlands wären doch wiederum mächtig lage noch eine Anzahl Schiffe retten. Daß Japan durch eine zu rüsten. Wenigstens hört man bereits von behördlichen ganz seltsame Zufälle ein, so wird Togo auch aus einer Nieder- Auch in Russisch- Bolen scheint das Proletariat fich zur Maifeier in die Höhe geschnellt. Kein Wunder, daß sich unter diesen Umständen die berlorene Seeschlacht auf dem Meere wehrlos würde, ist Bekanntmachungen, in denen versichert wird, daß alles aufgeboten allgemeine Aufmerksamkeit auf die neue Situation in Dstasien voraussichtlich somit höchst unwahrscheinlich. Es würden ihm werden solle, etwaigen Demonstrationen mit unerbittlicher Strenge immer noch so biele Schiffe bleiben, und Schärfe zu begegnen! Konzentriert, daß man, in der Tagespresse nicht minder wie бав ste bon der durch den Kampf ebenfalls in der Fachpresse, alle möglichen Betrachtungen über die bevorstehenden Ereignisse anstellt und alle erdenklichen hart mitgenommenen russischen Flotte respektiert und im Auge Rombinationen ausmalt, die sich je nach Ausfall der See- behalten werden müßten. Ob Roschdjestwensky unter solchen tämpfe für die beiden kriegführenden Parteien ergeben Verhältnissen die Kommunikation zwischen Japan Bahn brechende Revolution ihrerseits mit Massenverhaftungen und dem Kriegsschauplab abschneiden kann, ist sehr zweifelhaft. So äußert sich ein Fachmann in der Westminster Weiter fällt der Umstand schwer ins Gewicht, daß RußGazette" darüber, wie Admiral Togo gegen das Geschwader land Port Arthur verloren hat und somit auf Wladivostok Roschdjestwenstys operieren könnte. Er urteilt: tönnten. " Massenverhaftungen. wenn Die Regierung versucht die mit elementarer Gewalt sich zu hemmen. Aus Warschau wird telegraphiert: In dem Vororte Pomonski haben die Polizei und Militär in der vorletzten Nacht 200 Personen festgenommen. Bei den Verhafteten wurden zahlreiche Revolver gefunden. Auch die Blutigste Gewaltherrschaft vermag nicht, ganz Rußland zu verhaften. * Gine wirkliche Seeschlacht wird erst stattfinden, angewiesen ist. Es dürfte zudem nicht mehr lange dauern, nachdem Torpedos und andere Hülfsmittel die bis die Japaner auf dem Landweg vor Wladivostok erscheinen ruffife flotte fo gefchwächt oder bemoralifiert werden. Gerade wenn Roschdjestwensty Togo besiegen follte, haben, daß ihre Niederlage als sicher anzusehen ist. Admiral wäre für sie die Wegnahme von Wladiwostot von höchster Togo muß die Wahrscheinlichkeit haben, den Gegner nicht nur zu Bedeutung, weil dann die russische Flotte feinen befestigten schlagen, sondern ihn zu vernichten. Es wäre ein großes Unglück Stützpunkt mehr in der Nähe des Kriegsschauplazes besäße. Prosturow, 20. April. In 50 Dörfern der Kreise Kamenezfür die Japaner, falls Noschdjestwensty Wladiwostot, wenn auch Allerdings ist da und dort die Meinung zu hören, daß Podolst und Brosfurow macht sich eine gegen die Gutsbesiger genur mit einer halb geschlagenen Flotte, erreichen sollte. Es die Armeen Byamas im Falle eines russischen Seefieges verrichtete Bauernbewegung geltend. Nach den in Frage kommenden würde noch nicht die Stellung der bisher fiegreichen japanischen Toren seien. Dies ist aber nicht zutreffend. An Proviant und Orten wurde Militär abgesandt. Heere in der Mandschurei erschüttern, aber es würde entschieden Zur Bauernbewegung. für Japan störend fein und auf alle Fälle einen teilweisen Miß- Munition werden sie auf längere Zeit auch dann nicht Mangel erfolg ihrer Seeoperationen bedeuten. Es ist bereits gesagt worden, leiden, wenn der Verkehr mit der Heimat gefährdet sein sollte. Ein Bauernbrief. daß Zogo feine Torpedofahrzeuge und ber- Korea und die Mandschurei stehen vor der Ernte, aus China Reboluzionnaja Roffija" veröffentlicht zwei Bauernbriefe, die ichiebene Kreuzer in berzweifelten unter fönnen die Japaner ebenfalls Lebensmittel beziehen und unter dem Eindrud des Petersburger Blutbades geschrieben sind. nehmungen aufs Spiel segen dürfte, um unter dem weiter werden sie auch große Vorräte vor allem in Korea Sie stammen aus dem Saratow- Gebiet. Der eine lautet: ruffischen Geschwader Unheil anzurichten. Es ist sehr wahrschein aufgestapelt haben. Auch mit Munition dürften sie reichlich Brüder und Genoffen! Fabrikwerkstätte- Arbeiter von St. Petersburg! lich, daß er diese Tattit befolgt. Die Möglichkeit des Erfolges versehen sein. Und wenn der Nachschub an Mannschaften dabei wurde erst fürzlich aufs neue bewiesen durch den Zusammenstoß nicht so glatt vor sich gehen wird wie bisher, so können brüderliche Dankbarkeit dar für Euren Mut und Eure Ausdauer, Wir Bauern des Saratow- Gouvernement bringen Euch unsere zwischen dem deutschen Kreuzer Friedrich Karl" und dem englischen die Japaner dies Schlachtschiff Prince George" in Gibraltar. Der deutsche Kreuzer, mit Rücksicht auf auf die enormen mit welcher Ihr am 22. Januar gezogen zu unserem Zaren dem der versehentlich das riesige englische Schlachtschiff rammte, fuhr Verluste der Russen und der bekannten Schwierigkeiten, die Berräter, um bei ihm Schutz und Dbhut zu suchen! Wir gehen zur Zeit des Zusammenstoßes mit geringer Geschwindigkeit, doch dem russischen Nachschub an Menschenmaterial entgegen Euch entgegen aus Mitgefühl mit Eurem Werke, mit Euch und erlitt der Prince George" trotzdem erhebliche Beschädigungen. stehen, sowie angesichts ihrer Stärke Monate hindurch aus- Eurer heiligen, helbenmütigen Tat. Bei Nacht würde eine entschlossene Mannschaft, wenn ihr das halten. Und diese Zeit können sie auch zu einem energischen Brüder und Genossen! Ihr führt den Kampf gegen das Kapital Glüd einigermaßen günstig wäre, den Rammsporn erfolgreich in Angriff auf Wladivostok, das kaum so stark befestigt und auch und die verläufliche Regierung. Kämpfet, mit welchen Mitteln es das feindliche Schiff rennen, und selbst ein verhältnismäßig leichtes wahrscheinlich von der Natur nicht so begünstigt sein wird, Euch nur möglich ist, doch auch uns vergesset nicht, Schiff würde beim Anrennen gegen die Breitſeite des stärksten wie Port Arthur, benüßen. Ist das Terrain um Wladivostok zahlenmäßige Hauptmacht des Landes. Schlachtschiffes dieses schwer beschädigen und es vielleicht sogar " der ihn in Finsternis und Berstocktheit befangen hält. uns, die fich von altersher eingesaugt, in Gestalt von Bopen oder allerlei Ja, Gefährten, auch an unserem Körper hängen Blutegel, die Bandvögten, die über uns schalteten und walteten. zum Sinten bringen. Auch würden die Torpedo- Einrichtungen so beschaffen, daß der Hafen bald unter Feuer genommen Genossen! Glaubt nicht, daß Ihr allein seid, nein, hinter bes rammenden Streuzers nicht untätig bleiben. In der werden kann, so wäre die russische Flotte in kurzem an die Eurem Rücken steht der Riese Ernährer, der Schußengel des allgemeinen Berwirrung eines solchen Angriffs hätten die Torpedo Luft gefeßt.( Worauf sie freilich wieder Cochinchina zur Baterlandes, welcher, genau wie Ihr, der Freiheit und dem Lichte boote eine glänzende Gelegenheit, einzugreifen. Nachtangriffe und Operationsbasis machen könnte. Amm. d. Red.) zustrebt, der Gleichheit und Brüderlichkeit, und auf welchem gleichAmoflaufen" eines oder zweier Kreuzer würden die natürliche Sollte also die Nachricht eintreffen, daß Togo sich zurück falls das schwere Joch des Absolutismus lastet, des Absolutismus, Tattit sein. Hierbei find die Japaner besonders im Vorteil, da gezogen habe, so ist das Spiel für die Japaner noch Roschdjestwenstys Schiffe ficher langsamer laufen als die japa- nicht verloren. Eine Vernichtung der japanischen Kriegsnischen. Roschdjestwenstys Geschwader, des kann man sicher sein, wird marine ist überhaupt unmöglich, die beiden Flotten werden genau beobachtet, und wenn er feinen Konvoi verläßt, um einen Stoß gegen das japanische Geschwader zu führen, deffen Verbleib vielmehr kämpfenden Löwen gleichen, die aus tausend Wunden ihm nebenbei unbekannt ist, oder um Wladiwostok zu erreichen, so bluten und nach dem Geraufe beide kaum mehr fähig sind, sich zu Brüder und Genossen! Wohlan, laßt uns in geschlossenen Reihen würde binnen wenigen Stunden der Konvoi von japanischen rühren. Nur hat der japanische Löwe einen fürzeren Weg vorgehen, auf daß wir sie zerreißen, die verfluchten Ketten. Einzeln Kreuzern angefallen werden. Wenn andererseits die Schlachtschiffe in seine Höhle, wo er sich ausruhen und erholen kann. Und richten wir nichts aus. Denn diese Ketten sind start und schwer zu beim Konvoi bleiben, so muß sich die Fahrgeschwindigkeit des die Gefahr, daß die japanischen Armeen verhungern und keine gersprengen. ganzen Geschwaders nach dem langfamften Schiff richten und man Patronen mehr haben, ist auch nicht nahe. wird mit Zögern vorwärts fommen, ohne mit den Gefahren eines Sammelt denn Genossen Eure Kräfte, werbt Mitkämpfer und Im übrigen ist die Art und Weise, in der der Zug tündigt uns an, auf daß wir es wissen, wann die große Stunde da plöglichen Angriffes in der Dunkelheit oder eines Sturmes zu Roschdiestwenstys zustande kam, eine Schmach für sein wird, wo wir an das Werk der Sprengung der Sklavenketten rechnen. Logo fann tun was ihm beliebt, Roschdjestwensty da gegen ist auf allen Seiten gehemmt, die Initiative liegt gänzlich Europa im allgemeinen, und eine ganz beson schreiten werden. 11 er stürzt zu bei den Japanern, gerade ob eine Raße mit einer Maus spielt." dere für Frankreich, denn er war nur mit den schänd- Genossen! Der Absolutismus ist in seinen Grundfesten schon Diese Staltulationen sind ganz interessant. Allerdings lichsten Neutralitätsbrüchen möglich. Und dabei haben die erschüttert. Noch ein Aufstand, noch ein Druck, und fcheint es uns, als ob Westminster Gazette" die augenblid nämlichen Staaten immer ihre strikte Neutralität betont. fammen und wir bahnen uns den Weg zur Freiheit, Brüderlichkeit liche Lage der ruffischen Flotte viel zu ungünstig beurteilt. Wenn die Japaner durch solche Scherze" allen Respekt vor und Gleichheit! Sie wäre nur dann richtig, wenn nicht wiederum Frankreich den Europäern verlieren und sich bei ihnen ein Rassenhaß entRoschdjestwensty seine Häfen in Cochinchina als Dperations- wickelt, ist es wirklich kein Wunder." basis zur Verfügung stellte. Könnte die russische Flotte Protest Japans gegen Frankreichs Haltung? Nieder mit dem Absolutismus! Es lebe Gleichheit und Brüderlichkeit! Politische Ueberficht. Klaffenkampf. Berlin, den 20. April. nicht in den französischen Häfen nach Belieben verweilen, sondern wäre sie gezwungen wie man das beim Auslaufen der Tokio, 19. April.( Laffan"-Meldung.) Nach„ Daily Telegraph" Flotte allgemein annahm ihre Fahrt nach 24 Stunden richtete Japan an Frankreich einen formellen Brotest wegen fortzufegen, so wäre sie in der Freiheit ihrer Operationen des verlängerten Aufenthalts des russischen Geschwaders in der empfindlich beschränkt und gegenüber der japanischen Flotte Kamranh- Bucht. Das japanische Geschwader ist zur Fahrt nach der entschieden im Nachteil. Hält aber Frankreich an dem spezifisch Kamranh- Bucht bereit. Japan erwartet gespannt, was Frankreich Wer au der Zeit, als die Ruhrbergleute streiften, noch bestreiten französischen Begriff der Neutralität die eben feine ist tun wird. Das ruffische Geschwader wurde in der Kamranh- wollte, daß es sich da um einen Klassenkampf handelte, der wird fest, so liegt der Vorteil eher bei den Russen. Sie können sich Bucht mit Kohlen und Vorräten reichlich versorgt, und das jetzt, wo der Streit um die Berggesegnovelle die Unternehmerist jetzt feſtgeſtellt worden, daß bie dann gemächlich den Zeitpunkt aussuchen, an dem fie einen tatsächlich bereits russischen Schiffe 12. April in der Kamranh- Bucht flaffe zu offenen Bekenntnissen veranlaßt hat, nicht mehr leugnen Vorstoß unternehmen wollen, während die japanische Flotte anterten, obgleich die fransösischen Behörden die Ankunft der Russen können. Die Art, wie die Unternehmer, ihre Breßorgane und ihre stets in fieberhafter Bewegung sein muß, um rechtzeitig das erst am 14 April anzeigten. Man glaubt in Japan, daß die Barlamentsvertreter gegen die Arbeiterausschüsse auftreten, enthüllt russische Geschwader abzufassen. Durch Frankreich. Begünsti- russischen Schiffe noch immer in der Kanranh- Bucht auch Kurzsichtigen, daß hier ein Kampf um Klaffeninteressen geam kämpft wird. Nicht als ob wir den Arbeiterausschüssen der Regierungsvorlage den Wert einer Konzession an die Klasseninteressen der Arbeiter beilegten; die Vertreter deS Kapitalis- mus aber tun es. Nicht daS Streitobjekt kennzeichnet den Kampf, sondern die Methode des kapitalistischen Kampfes. Es dürfe nicht der Anschein erweckt werden, als ob man durch die Gesetzgebung den Arbeitern Konzessionen machen wolle. Dieses Argument wurde in den verschiedensten Variationen unzählige Male gegeir die Regierungsvorlage ins Feld geführt. Die Regiernngsvorlage sucht allerdings diesen Anschein zu erwecken. Denn so sehr sich die preubische Regierung ihrer Eigenschaft als Aus- schuß der herrschenden Klasse, des nnt der Junkerkaste versippten Grostkapitalismus bewußt ist. so sehr liegt ihr doch an der Aufrecht" erhaltung der Fiktion des sozialen Königtums als einer über d. Klassen schwebenden Macht, und deshalb mutz sie je nach Zeit Gelegenheit sich den Anschein geben, als machte sie der unterdr5. i Klasse Konzessionen auf Kosten der Herrschenden. Aber l- � nur den Anschein. Ihre Herkunft kann sie ja gar nicht verleugnen. Wirkliche Konzessionen an die Arbeiterklasse würden ihre eigene Grundlage erschüttern und sie kann sie überdies auch nicht durch- setzen gegen den Willen der die Gesetzgebung beherrschenden Kapitalistenklasse. Deshalb war auch das Leitmotiv der Ver- teidigung ihrer Vorlage durch den Grafen Bülow die Berufung auf die Interessen der Monarchie und nicht die Berufung auf die Interessen der Arbeiter. DaS Unternehmertum sieht nun aber gerade in den Arbeiter- auSschüssen— ob mit Recht oder Unrecht, kann dahingestellt bleiben— eine Konzession an die Arbeiterklasse, den ersten Schrit, die An» erkennung des Prinzips der Gleichberechtigung der Arbeiter, und bekämpft sie unter diesem Gesichtspunkte ohne Rücksicht auf die Sonderinteressen des„monarchischen Gedankens". Der mutz immer in die Brüche gehen, wo ein offener Klassenkampf tobt: er hat keine Daseinsberechtigung mehr als Ausdruck eines Klasseninteresses. Arich wo sich die i'lblehnung der wenn auch nur scheinbaren Arbeitervertretung gegenüber den Unternehmern in die Form kleidet, daß man der Sozialdemokratie keine neue Waffe in die Hand geben wolle und deshalb Kautelen gegen Mißbrauch der Arbeiterausschiisse durch die Sozialdemokratie schaffen wolle, ist das nur eine Umschreibung des Grundsatzes: Keine Konzession an die Arbeiterklasse, keine Gleichberechtigung der Arbeiter; der Unternehmer ist der Herr, der Arbeiter hat zu gehorchen I Denn wenn man grundsätzlich die Gleichberechtigung des Arbeiters anerkennen wollte, dann müßte man ihm natürlich auch das Recht zuerkennen, eine Politik nach seinem Belieben zu treiben, politisch so zu denken und zu handeln, wie es ihm nützlich erscheint, und alle öffentlichen Institutionen mit seinem Geiste zu durchtränken und seinen Interessen dienstbar zu machen, soweit ihm daS möglich ist. Indem man dem Arbeiter verwehren will, sozialdemo- kratische Politik zu treiben, spricht man ihm auch die Gleichberechti- gung ab. Das ist nichts anderes, als wenn den Arbeitern verwehrt werden soll, beispielsweise ultramontane Politik zu treiben. Und das ist ja auch nichts Neues. Nationalliberale Unternehmer ver- suchen ja auch den Arbeitern ultramontan-politische Betätigung zu verwehren. Unternehmer aller bürgerlichen Parteien erheben den Anspruch, die Arbeiter sollen nur die Politik treiben, die dem Unter- nehmer gefällt. Es ist die Verweigerung der Gleichberechtigung des Arbeiters gegenüber dem Unternehmer. So handelt auch die Regierung als Unternehmer, indem sie in den fiskalischen Betrieben den Arbeitern die sozialdemokratische Betätigung verwehren will, und so ist auch von Rcgierungsorganen in dem Kampfe um die BergarbeiterauSschiisse ausgesprochen worden, daß natürlich die Ausschüsse nicht zu sozialdemokrafischer Politik mißbraucht werden dürsten. Wenn die Regierung sich den Anschein gibt, als ob sie durch ihre Vorlage den Arbeitern Kon- Zessionen mache— doch nur auf dem Wege zur Anerkennung der Gleichberechtigung—, so gibt sie sofort selber zu, datz das nur eine Attrappe ist, indem sie den Besttebungen, die sozialdemokrattsche Politik aus den Ausschüssen fernzuhalten, Berechtigung zuerkennt. Sie will so wenig wie die Unternehmer den Arbeitern Gleich- berechtigung gewähren. Ob die Arbeiter sich bewußt waren, daß sie einen Klassenkampf führen, ist gleichgültig: die Unternehmer, ihre Presse, ihr Parlament, ihre Regierung haben selber den Klassencharakter des Kampfes auf- gedeckt. Und in diesem Punkte sind die Ulttamontanen, so sehr sie sich als Arbeiterfreunde aufspielen, nicht besser. Auch sie vertteten im Grunde nur den Standpunkt des Kapitalismus, auch sie verweigern dem Arbeiter die Anerkennung der unbedingten Gleichberechtigung. Wenn sie noch so ernstlich für die Arbeiterausschüsse eintteten, so doch nur in der Hoffnung und Absicht, daß ihre Arbeiter gute, treue Ultramontane bleiben und beileibe keine„wüste sozial- demokratische Verhetzung" in die Arbeiterausschüsse tragen'werden. Sehr charatteristtsche Auslassungen über die Gefahren des sozial- demokratischen Mißbrauchs der Arbeiterausschüsse enthielten erst in voriger Woche die„Märkische Vollszeitung" und die„Kölnische Volkszeitung". Deutlicher wird noch der ZcntrumSabgeordnete Fuchs, der im„Tag" am Donnerstag einen Artikel über die Arbeiterausschüsse schreibt.— Herr Fuchs sagt in dem Artikel ganz offen: Man kann zunächst darüber streiten, ob es prinzipiell richtig ist, seine Stellung zu sozialen Maßnahmen von der Frage abhängig zu machen, ob sie der Sozialdemokratie nützen oder schaden, jedenfalls wird man anerkenne» müssen, daß diese Frage als ausschlaggebend in die Wagschalt fallen dürfte... Man darf sich nur daran erinnern, welche einflußgebende Stellung die Sozialdemokratie bei den Gewerbegerichten einnimmt, die sie ja nahezu ausschließlich mit ihren Anhängern besetzt hat. Man kann der Ansicht sein, daß die Besetzung eines Gerichts- Hofes lediglich mit den Anhängem einer Partei außerdem noch ihre schweren Bedenken hat, indem ein solches Richterkollegium nur zu geneigt erscheinen dürfte, sich in seinen Entscheidungen von der Parteipolitik beeinflussen zu lassen. Jedenfalls ist es kein sehr er- hebendes Gefühl für die b ü r g e r l i ch e n E l e m e n t e, sich von Leuten aburteilen zu lassen, die den Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft und den Staat selbst auf die Fahne ge- schrieben haben, in dessen Namen sie doch Recht sprechen. Ganz abgesehen von der unrichtigen Behauptung, daß die Gewerbegerichte nahezu ausschließlich mit Sozialdemokraten besetzt seien— bekanntlich bestehen sie zu gleichen Teilen aus Arbeitern und Unternehmern mit einem amtlich bestellten Juristen an der Spitze— so kann es vom Standpunkte der Gleichberechtigung für nichtsozialdemokratische Elemente doch nicht unangenehmer fein, sich von Sozialdemokraten aburteilen zu lassen, als für Sozialdemokraten, sich von Nichtsozialdemokraten aburteilen zu lassen. Es mutz noch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die sozialdemokratischen Gewerberichter Arbeiter sind, und zwar ausschließlich solche Arbeiter, die in ihrem Berufe tätig sind. Herr Fuchs gibt hier ausdrücklich zu, datz er den Arbeitern die sozialdemokratische politische Betätigung verwehren will, wie er ja auch bezüglich der Arbeiterausschiisse und aller„sozialen Maßnahmen' die Frage, ob die Arbeiter sich darin sozialdemokratisch betättgen könnten, ausdrücklich als ausschlaggebend anerkennt. Er sagt dann weiter in dem Artikel, daß fiir die Folge bei der sozialen Gesetzgebung diese bisherigen Konstruktionsfehler vermieden werden müßten. Das offene Bekenntnis des Herrn Fuchs ist sehr wertvoll. Es zeigt— was für uns natürlich nichts Neues ist— daß auch die Ultramontanen den Arbeitern die Anerkennung der Gleichberechtigung verweigern. Zwischen der Politik der offenen Unternchmervertreter und der offiziellen Politik des Zcnttums ist nur der Unterschied, daß jene auch den Anschein von Konzessionen an die Arbeiter venneiden wollen, dieses aber ebenso wie die Regierung die Arbeiter glauben machen möchte, es gewähre ihnen Konzessionen. Auch das Zentrum gewährt den Arbeitern in Wahrheit keine Gleichberechttgung. Es erkennt nur dann dem Arbeiter einige Scheinrechte zu, wenn und soweit die Arbeiter seiner Fahne folgen. Nicht dem Arbeiter will es Kon- Zessionen machen, sondern dem ulttamontanen oder dem Zentrum gutgesinitten Arbeiter. Der nicht gutgesinnte Arbeiter soll nicht gleichberechsigt sein. Nicht das Interesse der Arbeiterklasse ist für das Zentrum maßgebend, sondern das Partei-Jnteresse. Sind die Arbeiter sozialdemokratisch, dann hat das Zenttum kein Interesse mehr daran, ihnen Konzessionen zu machen. So erweist sich auch das Zentrum als ein Feind der Gleichberechtigung der Arbeiter und damit als ein Feind der Arbeiterklaffe. Die Arbeiterausschüsse könnten ja doch, wenn sie auch mit noch so viel Rechten ausgestattet würden, weder die Staatsordnung noch die kapitalistische Wirtschaftsordnung umstürzen. Sie könnten immer nur ganz speziell die Interessen der einzelnen Arbeitergruppe gegenüber dem einzelnen Unternehmer hinsichtlich der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wahrnehmen. Wenn das Zentrum trotzdem diese Ausschüsse unter dem Gesichtspunste der sozialdemokratischen Gefahr bettachtet, so ent- hüllt es damit nur seinen Charakter als einer kapitalistischen Partei, die nur zeitweilig aus OpportuiutätSrücksichten, nicht aus Grundsatz für Arbcitcrinteressen eintritt._ Zur Marokkofrage. Nach anscheinend offiziösen Aeußerungen deutscher Blätter be- absichtigt der Reichskanzler nähere Erörterungen über Marokko nicht mit der stanzösischen Regierung allein zu Pflegen, sondern in einer internationalen Konferenz der an dem Madrider Vertrag von 1880 beteiligten Staaten. Die„Kölnische Zeitung" gibt hierüber folgende Riitteilungen: „Ueber die Unterredung, die am Dienstag zwischen dem stanzösischen Botschafter Bihourd und dem Unterstaatssekretär v. Mühlberg stattgefunden hat, verlautet jetzt, daß Herr Bihourd sich im wesentlichen darauf beschränkte, die von Herrn Tclcasss in der stanzösischen Kammer öffentlich abgegebenen Erklärungen zu wiederholen und die Bereitwilligkeit Frankreichs auszudrücken, mit Deutschland über solche Punkte in Unterhandlung zu treten, die. esFils bedenkenerregend bezeichnen würde. Wir besorgen, daß mit dieser Mitteilung wenig gewonnen ist. Der deutsche Stand- Punkt ist bekannt genug, um keinen Mißverständnissen zu unter- liegen. Deutschland vertritt die Gleichberechtigung aller in Ma- rokko interessierten Mächte, und diese Gleichberechtigung scheint gefährdet durch das augenscheinliche Bestreben Frankreichs, unter der Firma der xsnsttg.tiou paoillgus friedliche Durchdringung) allmählich die Hand auf Marokko zu legen und es zu einem zweiten Tunis zu machen. Diese Besorgnis ist auch nach den gestrigen Erklärungen des Herrn Bihourd nicht entkräftet, und für die praktische Politik erscheint es daher wertvoller, mit denjenigen Mächten zur Regelung der marokkanischen Frage in einen Meinungsaustausch einzutreten, die seinerzeit an der Madrider Konserenz beteiligt waren. Es würde dies Verfahren auch vor allem den Borteil haben, in klarster Weise den bisher noch manchmal auftauchenden Verdacht zu widerlegen, als ob Deutschland in Marokko Sondcrvorteile für sich herausschlagen wolle. Die au Marokko interessierten Mächte wiffen schon jetzt, woran sie in dieser Beziehung sind, und es ist wahrscheinlich, daß sich die Behandlung der marokkanischen Frage im Sinne internarionaler Aussprache unter Zugrundelegung der Madrider Konferenz weiter entwickeln wird." In Fransteich hat sich die.Erregung über die Schwierigkeiten, die in der Marokkofrage entstanden sind, infolge der Kammerdebatte am Mittwoch erheblich gemildert. Insbesondere die Sozialisten haben zunächst erreicht, was sie verlangt haben:.Der französische Minister hat das erste Wort zu Verhandlungen mit Deutschland genommen. I a u r s s schreibt in der„Hnnianits": „Die Rede deS Ministerpräsidenten läßt uns hoffen, daß das Problem verstanden und entsprechend dem Willen der Kammer und den Interessen Frankreichs in seiner wahren Form aufgestellt werden wird. Herr Rouvier hat recht gehabt, zu sagen, daß es unheilvoll wäre, diese ernste» Probleme mit Portefeuillestreitig- leiten zu verinischen. Das war auch unsere Ansicht. Es wäre uns peinlich gewesen, hätten wir aus Anlaß der Maroklofrage eine Regierungskrisis herbeifiihren müssen, die vielleicht vom Auslande als Verzicht auf unsere Rechte gedeutet worden wäre. Wenn unsere Diplomatie schwere Fehler begangen hat, gegen die wir vom ersten Tage ab protestiert haben, s» ist doch die deutsche Diplomatie auch durchaus nicht schuldlos. Sie hat durch eine Reihe unklarer kondittoneller Darlegungen und thea- ttalischer Proteste dazu beigetragen, die Schwierigkeiten zu ver- größern." Die französische Regierung hofft in den gegenwärttgen Schwierig- leiten auf die moralische Unterstützung Englands. König Eduard kreuzt gleich Wilhelm II. durch daS Mittelmeer und sprach in Algier vor; von da wird gemeldet:„Zu einem Diner, das vom Könige von England an Bord seiner Jacht gegeben wurde, tvaren der Gouverneur von Algier und Vertreter der Zivil- und Militär- behörden geladen. Bei dem Diner brachte der König einen Trink- spruch auf Frankreich aus." Ferner wird dem„L.- A." aus Paris gemeldet:„Die Ankunft des englischen Königspaares in Marseille ist für den 28. April angekündigt. Man erwartet, datz der König sich 48 Stunden in Paris aufhalten werde. Auf diesen Besuch und deffen Bedeutung soll Delcassö mit seiner gestrigen Aeußerung: „Ein Minister des Auswärtigen spricht nicht ungestraft!" angespielt haben." Der Klingelbeutel geht um. Wir erzählten jüngst von der Abounentenklage der„Post", die im Bettel bei den Kapitalisten der Großindusttie wehmütig erklingt. Die Bekämpfung der Sozialdemokratie durch Bettelbriefe wird aber anscheinend immer mehr die einzige Methode, welche die Schützer der heiligsten kapitalistischen Güter gegen unsere Partei aufzuwenden verstehen. Auch der„Reichsverband gegen die Sozial- demokratie" macht sich hervorragend bemerkbar durch aus- giebiges, sich in kürzesten Fristen wiederholendes und stets dring- sicheres Schwingen des Klingelbeutels. Das folgende Schreiben des Reichsverbandes, das uns zugeht, obschon es nicht für uns bestinimt ist, legt erneutes Zeugnis von dem Geldbedarf dieser Sozialisten- vernichter ab: Reichsverband gegen die Sozialdemostatie. Berlin W., Köthenerstr. 6 pt., im März 1905. Ew. Hochwohlgeboren! Am 9. Mai 1904 ist in Berlin der„ReichZvcrband gegen die Sozialdemokratie" gegründet worden, der alle tteu zu Kaiser und Reich stehenden Deutschen ohne Unterschied ihrer religiösen und politischen Stellung zum Kampf gegen die revolutionären Be- strebungen der Sozialdemokratie einigen will. Näheres über seine Ziele und Zwecke wollen Sie bitte aus anliegendem Aufruf ersehen.(Der Aufruf enthält die früher schon mitgeteilten Anpreisungen der vorzüglichen Zwecke deS Reichsverbandes. D. Red.) Bisher haben sich dem ReichSverbande trotz der kurzen Zekt seines Bestehens über 20 000 Mitglieder angeschlossen. Wir werden jedoch unserer großen Aufgabe erst dann gerecht werden können, Ivenn unser Verband ebensoviel Hunderttausende von Mitgliedern zählt, und besonders, wenn uns zur Erfüllung unserer Zwecke möglichst große Mittel zur Verfügung gestellt werden. Ew. Hochwohlgeboren würden uns zu Dank verpflichten, wollten Sie dem A. Schaaffhausen scheu Bankverein, Berlin IV. 8, auf Konto 5 Reichsverband zur Aus- führuug unseres Vorhabens einen Beitrag anverttauen und dadurch die vaterländische Arbeit des Reichsverbandes fördern helfen. Die Namen der Spender werden nicht öffentlich bekannt ge- geben. Quittung erfolgt direkt durch die Geschäftsstelle, Berlin W. S, Köthenerstr. 6. Mit vorzüglicher Hochachtung Der Borstand v. L i e b e r t Dr. B 0 V e n s ch e n Generalleutnant z. D., Vorsitzender. Geschäftsführer. Bei der umfangreichen Werbetätigkeit, welche der Reichsverband zurzeit unternimmt, ist es unvermeidlich, daß Herren, welche auf verschiedenen Gebiete» des öffentlichen Lebens eine Rolle spielen, wiederholte Zusendungen von Wcrbebriefcn erhalten. Sollten Sie daher eine gleiche oder ähnliche Zuschrift bereits empfangen haben oder sie Ihnen von feiten der Landesverbände oder Ortsgruppen enieut zugehen, so bitten wir die Wiederholung entschuldigen zu wollen und das Material an andere Stellen weiterzugeben. Vielleicht hat die Verbreitung der Klingelbeutelei durch den „Vorwärts" größeren Erfolg für den„Reichsverband" als seine eigenen Bemühungen. Uebrigen? bewundern wir, daß Generalleutnant v. Liebert die staatsretterische Aufgabe, der er sein Heldenleben gewidmet, also mühselig anpreisen muß und dennoch nur den zehnten Teil der Mitglieder erwirbt, den er für nötig hält. Die Gründer und Ausschußmitglieder des ReichSverbandcs sind nicht nur durchweg bedeutende Stützen Gdcr konservativen und national- liberalen Partei, sondern auch vielfach hervorragend kapitalistisch begabte Herrschaften und verschwägert und versippt mit zahllosen Persönlichkeiten, welche durchaus in der Lage sind, sich die Rettung ihrer heiligsten Portemounaie-Jnteressen etivaS kosten zu lassen. An erster Stelle der Ausschußmitglieder ist verzeichnet der_ Reichtags- Abgeordnetc Graf Arnim- Muskau, einer der schioerreichsten Ritter- gutsbesitzer der Ober-Lausitz. der freilich, als er von der Not eines hungernden Kindes durch Bebel vernahm, den Ausspruch tat: Der Vater wird wohl alles versoffen haben! Vielleicht übernimmt der Reichsverband dies Wort als Losung seines politischen Wirkens. Würdig ist er dieser Losung, denn, während in den Aufrufen des Verbandes das Won zu lesen ist, daß der Verband„die berechtigten Bestrebungen der Arbeiter auf Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage ausdrücklich anerkennt", betätigen die konservativen und nationalliberalen Ausschußmitglieder �gerade jetzt diese Anerkennung durch Umgestaltung einer geringen Schutzvorlage der Bergarbeiter in eine verbrecherische Vorlage zur Knebelung der Bergarbeiterschaft. Finden sich doch unter den Ausschußmitgliedern neben Herrn v. Armm-Muskau die Mitglieder der preußischen Dreiklassennation v. Dirksen- Grödiyberg, Hilbck, Hirsch- Essen, v. Klitzing-Königsberg, Borster-Köln, Freiherr v. Zedlitz und Neu- kirch. Auch Freiherr v. Manlenffel, der im Herrenhaus gegen jedes Volksrecht tobt, ist in der lieblichen Schar der Leiter dieses famosen Reichsverbandes I »- Sndwcstafrikanische Verluste. Berlin, 20. April. Ein aintliches Telegramm meldet auS W i n d h u k: Auf Patrouille am 7. April 1905 bei G e i d a m gefallen: 1. Leutnant Wilhelm Bandermann, geboren am 30. März 1880 zu Berlin. 2. Unteroffizier Sophus Heuer, geboren am 18. Januar 1383 zu Hannover. 3. Reiter Wilhelm Stein, geboren am 27. September 1833 zu Bannen. 4. Unter- offirier Ludwig Schümann, geboren am 25. August 1878 zu Beselin. 5. Gefteiter Georg Wernthaler, geboren am 31. Oktober 1883 zu Landshut. 0. Reiter P a u l M e w i u S, ge- boren am 21. Dezember 1882 zu Aschersleben. Verwundet: 1. Gefteiter Albert Enßle, geboren am 29. 7. 79 zu Heubaib, leicht— Streifschuß rechte Hüfte. Im Gefecht am 13. April 05 bei T s a n a r 0 b gefallen: 1. Oberveterinär Adani Hagemeier, gebore» am 20. 7. 76 zu Ellerberg. 2. Unteroffizier Otto Kraatz, geboren am 3. 8. 77 zu Brandenburg. 3. Gefreiter Gottlieb Weimar, geboren am 12. 4. 82 zu Unterheinrieth. 4. Reiter Ernst Käseberg, geboren am 12. 1. 83 zu Wolfenbüttel. Verwundet: 1. Gesreiter Hermann Köttgen, geboren am 18. 10. 81 zu Kettenis, schwer— Schuß rechten Unterschenkel. 2. Reiter Georg Laas, geboren am 14. 10. 34 zu Leipzig, schwer — Schuß Untersiefer. 3. Reiter Paul Dietrich, geboren am 9. 12. 83 zu Leipzig-Reudnitz, schwer— Schuß linken Oberschenkel. 4. Reiter Franz Neff, geboren am 15. 10.83 zu Weier, leicht— Fleischschuß linker Oberschenkel. Beim Ueberfall der Farm Ondekarimba am 13. 4. 05 gefallen: Reiter Hermann Krebs, geboren am 23. 2. 82 zu Weedern. Unteroffizier Fritz Bernschein, geboren am 7. 2. 80 zu Eckartsberga, am 16. 4. 05 im Lazarett Windhuk am Typhus ge- fiorbcn. Huelatid. Sozialdemokrattsche Siege. Aus Wien wird uns vom 18. April geschrieben: Wie bereits telegraphisch mitgeteilt, ist am Sonnabend Genosse Johann Resel in dem steirischen Landgemeinde- bezirk Bruck zum Abgeordneten für den Reichsrat gewählt worden. Die Wahl ist ein ganz ungewöhnlicher Erfolg: DaS Ergebnis einer klugen Politik und einer energischen und ziel- bewußten Agitatton, die ebensowohl jeden Arbeiter in den Bannkreis unserer Ideen zu ziehen, wie die der Arbeiterschaft benachbarten kleinbürgerlichen und kleinbäuerlichen Schichten für die volkstümliche Partei zu geivinnen verstand. Ter Land- gemeindebezirk, in dem der Sozialdemokrat in der Sttchwahl gewählt wurde, gehört der sogenannten privilegierten Kurie an: die Wahlberechttgung ist an eine Steuerzahlung von 8 Kronen geknüpft, also an einen Zensus, der die breite Masse vom Wahlrecht noch beträchtlich ausschließt. Die Möglichkeit, auch in den privilegierten Kurien Fuß zu fassen. ist durch zwei Tatsachen geschaffen worden, durch die Steuerreform des Jahres 1896, welche die Personaleinkommensteuer schuf und damit den Arbeitern mit 1256 Kronen das Wahlrecht gibt, dann durch die verschiedenen Landtags- Wahlreformen, wodurch das frühere indirekte(mittels Wahl- männern ausgeübte) und mündliche Wahlrecht in ein direktes und geheimes verwandelt wurde, welche Landeswahlreformen gemäß der Verfassung auch das Wahlrecht des betreffenden Landes zum Reichstage verändern. So ist Genosse Resel der zweite sozialdemokratische Abgeordnete, der aus dem Zensus- mahlrecht kommt; vor ihm ist S e i tz in dem Wahlbezirl Floridsdorf gewählt worden, dessen große industrielle Be- völkerung die kleineren, dem Landbezirke angegliederten städttschen Orte im Wahlkanrpfe bezwangen. Die Wahl in Bruck ist um so verblüffender, als der Bezirk ein sogenannter Landgeineindebezirk ist, also nach der schablonenhaften Auf- fassung ein agrarisches Besitzttlm darstellt. Man darf sich die österreichischen Landgemeindebezirke nicht so vorstellen, wie die agrarischen im Gebiete des deutschen Reichstages. Das österreichische Gesetz ordnet nämlich die Wahlbezirke nicht territorial, sondern scheidet vorweg städtisches und ländliches Gebiet, so daß die Städte und städtischen Orte aus dem Territorium gleichsam herausgehoben und in der Luftlinie verbunden werden. Wie veraltet diese Ordnung ist, zeigt die Wahl im Brucker Bezirk, in welchem die großen Eisenindustriezentren mit Bauerndörfern zu einem „Landgemeindebezirk" zusammengekoppelt sind. Auch deshalb beansprucht die Wahl ein besonderes Interesse, weil zum erstenmal das deutsche Bürgertum sich, wenigstens zu einem gewissen Teil, seiner politischen Verpflichtung bewußt geworden ist und in der Stichwahl lieber für einen internationalen Sozialdemokraten als für den„deutschen" Klerikalen ge- stimmt hat. Genosse Resel kommt nicht zum erstenmal ins Parlament. Er wurde im Jahre 1897 bei den ersten Wahlen der all- gemeinen Kurie im Landbezirk Graz, freilich auch erst in der Stichwahl, gewählt, unterlag aber im Jahre 1991 dem Bündnis der deutschen Volkspartei mit den Klerikalen. In besonderer Erinnerung ist noch seine„Initiative" bei dem berühmten Sturm der Sozialdemokraten im November 1897 auf die Tribüne des Abgeordnetenhauses, welcher im Wesen den Kampf gegen Badem entschied. Am Tage vorher hatte der Pflicht- und ehrvergessene Präsident Abrahamowicz die berüchttgte lex Falkenhayn für„angenommen" erklärt, obwohl gegen die Beschlußfassungen alle Bestimmungen der Geschäftsordnung und der Gesetze streiten. Nun sollte eine lex, welche die Ausschließung der Abgeordneten einführen wollte, wirksam gemacht werden. Die Sitzung wurde eröffnet und die Präsidentenestrade von einem Kordon von Dienern besetzt. Da schwang sich der kleine und behende Steirer über alle die Menschen auf die Tribüne und machte die Bahn frei sei und der damalige Abgeordnete Genosse Berner) für sämt- liche Sozialdemokraten, die nun buchstäblich den Präsidenten von seinem Sitze davon jagten. Diese Entschlossenheit ist für die steinschen Sozialdemokraten überhaupt bezeichnend, welche das Debacle der Wahlen des Jahres 1991 am raschesten überwanden, die sich seither den stärksten Einfluß im Gemeinde- rate der Hauptstadt zu erkämpfen wußten und auch im Land- tage bereits zwei Abgeordnete besitzen. In der Unermüdlichkeit ihrer Arbeit und der Energie ihrer Agitation könnten sie manchem Gebiete im industtiellen Oesterreich ein gutes Vor- bild sein. Vielleicht wird der Sieg die schlummernde Energie wecken und bessere Aussichten für die nächsten Wahlen er- öffnen, als sich bisher darstellen. Ueberhaupt zeigt sich, daß die Soztaldemokratte in den lndustriearmen Alpenländern an Aussicht gewinnt, ja stellenweise bessere Aussichten offenbart, als etwa in dem industriellen Böhmen. So hat die Partei bei den letzten Gemeindewahlen in Linz, der Hauptstadt Oberösterreichs, fast den ganzen vierten Wahlkörper"(von 12 Mandaten dieses Wahlkörpers eroberten die Sozialdemokraten 19) besetzt und zwar in einem sehr hartnäckigen Wahlkampf und ganz allein durch eigene Kraft. Es ist einer der Wahlkörper, die nach dem Vorbilde der Reichsratskutte gebildet werden: wo alle, auch d i e Wähler wählen, die in den anderen, auf den Zensus beruhenden Abteilungen wahlberechttgt sind. Auch hier war der Wahlsieg das Ergebnis tüchtiger Arbeit und zeigte, wie der Erfolg in Bruck, daß der energischen Tätigkeit auch in Oesterreich der Erfolg nicht versagt bleiben kann.— Die Arbeitcrmetzelei in Limoges. Paris, 19. April.(Eig. Bcr.) Ein neues blutiges Datum im Klassenkampf des französischen Proletariats! Nach Fourmies, Chälon und Martinique— Limoges I Die Grundursache der neuesten wie aller früheren Arbeiter- Metzeleien ist dasselbe— das Aufgebot der Militärmacht durch den Bourgeoisstaat im Dienste des Unternehmertums. Der blinde, un- belehrbare Älassengeist der Bourgeois-Regierung hat sich aber wohl noch niemals in so brutaler Weise offenbart wie in Limoges. Das Kabinett Rouvier-Etienne hat alles getan, um die Blutschuld direkt, materiell auf sich zu laden. Was will es besagen, wenn die beiden Minister in der gestrigen Kammcrdebatte das der- gossene Blut betrauerten? Weiter nichts, daß sie in ihrem Klaffen- cgoismus, in ihrer fanatischen Ordnungswut nicht fähig sind, die Unvermeidlichkeit der tragischen Folgen ihrer Handlungs- weise einzusehen! Der Verlauf deS blutigen Dramas ist in seinen einwandfrei festgestellten Hauptphasen folgender. Die einzige Ursache der allgemeinen Aussperrung in Limoges ist unzweifelhaft die Forderung der Arbeiter der Porzellanfabrik Haviland, den Wüstling Penaud, der als Ausscher sich am Frauenpersonal vergriff, zu ent- lassen. Die organisierten Unternehmer haben sich mit Haviland solidarisch erklärt, wie dieser sich mit seinem schuldigen Werkzeug namens der kapitalistischen„Autorität" identifiziert hatte. Der niederträchtige Ursprung der niederträchtigen Aussperrung hat aber die Regierung nicht davon abgehalten, ins Feuer der berechtigten proletarischen Erbitterung Oel zu gießen. Der sozialistische Interpellant, Edouard Vaillant, hat eine wirksame Parallele gezogen zwischen dem Verhalten der französischen Regierung gegenüber aus- ländischcn Arbeitern und gegenüber dem amerikanischen Unternehmer Haviland.„Lästige" ausländische Arbeiter werden im Nu ausgewiesen. Hier aber hat die Regierung ihre ganze Macht in den Dienst eines ehrlosen und gemein- gefährlichen Ausländers gegen eine französische Arbeiter- bevölkerung gestellt, weil eben der Ausländer«in Unternehmer ist. Weiter. Limoges ist der Sitz eines Armeekorps. Es fehlte also an ortsansässigen Truppen nicht. Die Regierung hat aber noch aus der ganzen weiten Umgegend Truppen nach Limoges zusammen- gezogen. Und die militärische Besetzung der Stadt war diesmal gefahrdrohender als sonst. Denn an der Spitze der Militärmacht steht in Limoges General Tournicr, ein notorischer Reaktionär, der wegen antirepublikanischer Umtriebe vom Kriegsminister Andre gemahregelt, dann aber vom zweideutigen Kriegsminister des Kabinetts Rouvier, Berteaux, den Nationalisten zuliebe wieder zu Ehren gebracht worden war. Tourniers feier- licher Einzug in Limoges war durch feindliche Kundgebungen der Arbeiterschaft gegen den reaktionären General markiert. Und noch vor der Aussperrung drang der sozialistische Abgeordnete und Maire von Limoges, Labussiere, beim Kriegsminister auf die Befreiung der Stadt vom General Tournier. Es hat nichts geholfen. Und als der Konflikt kam, da hielt die ordnungsliebende Regierung erst recht an ihrem General fest, deffen persönliche Feindschaft gegen die Arbeiterschaft ihr genau bekannt war! Man sieht, das Kabinett hat förmlich dafür gesorgt, die Gefahr eines blutigen Konfliktes zu einer Gewißheit zu machen. Es fehlte nur noch ein letzter Anstoß, um das von der Regierung sorgfältig vorbereitete blutige Drama zu entfesseln. Auch für diesen Anstoß hat sie gesorgt.„ Wir stehen am Bluttag des 17. Aprfl. In den ersten Tages- stunden werden unter den Arbeitern Haussuchungen und Ver- Haftungen vorgenommen— unter dem Vorwand, diejenigen ausfindig zu machen, die sich zwei Tage vorher an der Plünderung eines Waffenladens beteiligt haben. Außerdem erließ der Präfekt ein Verbot von Straßenumzügen— eine Maßnahme, die von W a l d e ck- R o u s s e a u seinerzeit in offener Kammer als zweckwidrig und unzulässig erflärt wurde, und zwar gerade bei Massenstreiks! Doch auch jene zwei provokatorischen Maßnahmen haben die Arbeiter nicht sogleich zu aktiven Zornesausbrüchen verleitet. Zunächst wurde in einer Vettammlung her Ausgesperrten beschlossen, vom Präfekten die Freilassung der Verhafteten und die Aufhebung des Ilmzugsverboks zu fordern. Der sozialistische Maire und seine Gehülfen beteiligten sich energisch an der Durchsetzung dieser Arbeitcrforderung. Der Präfekt ließ zunächst den im Anschluß an die Arbciterversammlung organisierten Umzug unbehelligt vor sich gehen und vertagte seine Antwort um ein paar Stunden. Warum? Weil er, wie bisher, nichts ohne den direkten Befehl des Ministers des Innern tun wollte. Die Aufrcchterhaltung der letzten provokatorischen Maß- nahmen wurde also dem Präfekten direkt von der Re- g i e r u n g befohlen, wie insbesondere auch schon vorher die U e b e r- nähme der Polizeigewalt an Stelle des sozia- listischen Maire s.... Die Deputiertenkammcr hat sich in ihrer überwiegenden Mehr- heit der Regierung und des Unternehmertums von Limoges würdig gezeigt. Die überzeugende Belveisführung der sozialistischen Redner Vaillant, Jaures und P o u l a i n hat auf die Klassen- Mehrheit von rechts und links natürlich keinen Eindruck machen können. Und speziell die Rechte hat wiederholt versucht, Jaures Stimme zu ersticken.„Das ist die unternehmerliche Gewalttätigkeit in Stellvertretung!" rief Jaures den schamlosen Schreiern zu. Der sozialistische Antrag auf eine parlamentarische Enquete wurde mit 359 gegen 182 Stimmen abgelehnt. Die Regierung, die Hauptschuldige, will selbst die Angelegenheit untersuchen! Mit welchem Erfolg, wird die unausbleiblich kommende neue Kammer- debatte zeigen. Vom italienischen Eisenbahnerstreik. Rom, 29. Apttl.(W. T. B.) Heute hat die s o z i a I i st i s ch e Kammergruppe eine Versammlung abgehalten, an welcher auch das sozialistische Agitationskomitee teilnahm, von dem alle Arbeits- kammern abhängen. Man erörterte die letzten Meldungen über den Verlauf des Ausstandes der Eisenbahnangestellten und stellte fest, daß sie nicht befriedigend lauteten. Es wurde b e- schlössen, an das Eisenbahnpersonal einen Auf- ruf zu erlassen, in welchen, die Gründe aus- einandergesetzt werden sollten, denizufolge nicht nur nicht zu empfehlen sei, den allgemeinen Ausstand zu erklären, sondern es vielmehr für zweckmäßig gehalten werde, den gegenwärtigen Aus st and zu beendigen. Diese Meldung ist uns einstweilen von unserem römischen Korrespondenten noch nicht bestätigt worden. Derselbe meldet vielmehr: Rom, 29. April. Der Senat wird Karfteitag daS Bahngesetz erledigen. Der Streik dauert iin bisherigen Maße fort. Auf den großen Linien herrscht regelmäßiger, aber stark eingeschränkter Ver- kehr. Es herrscht keine Entmutigung der Streikenden, aber starke Erbitterung gegen die Parteiftaktion, die den parlamentarischen Kampf nach ihrer Ansicht zu schwächlich führte. Die Ausgang des Kampfes ist nicht abzusehen.— Die Triester Zusammenkunft der österreichischen und italienischen Sozialisten ist abgesagt. Frankreich. Paris, den 29. April. Die Deputiertenkammer berät den Artikel IV d e S Gesetzentwurfes betreffend Trennung von Staat und Kirche. Der Artikel behandelt den Heimfall der Kirchengiiter an die Kultusgesellschaften. R i b o t/z Uhr und nachmittags von 6 bis 7-/2 Uhr erteilt.. An Sonn- und Festtagen ist das Sekretariat nicht geöffnet. Sonnabend, den 22. und Dienstag, den 25. d. M. bleibt das Sekretariat geschlossen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. ** ♦ Die Arbeiter seien hiermit vor Winkelkonsulenten gewarnt. Gegenwärtig taucht in den Arbeiterversammlungen ein solcher auf und bietet eine Broschüre über Unfallversicherung für den Preis von 19 Pf. zum Kauf aus. Auch erklärt sich derselbe bereit, Klag« schristen anzufertigen. Die Arbeiter seien deshalb in ihrem eigenen Interesse noch einmal darauf hingewiesen, wo sie sachgemäße Aus kunst finden._ Der Streik der Teppichweber. Am Donnerstag vormittag waren die streikenden Arbeiter und Arbeiterinnen der Teppichfabriken von Bader, Benjamin und Feibisch wieder vollzählig im GewerkschastS- hause versammelt. Ueber die Lage des Streiks führte der Referent Rössel aus: Die Aussichten des Kampfes seien heute, nachdem derselbe drei Wochen währt, günstiger als zu Anfang. Die bedeute samste Erscheinung sei die, daß nicht nur die Berliner Teppichweber erwacht seien, um energisch für die Verbesserung ihrer Lage ein- zutreten, sondern daß sich auch die heimarbeitenden Handwcber in Bernau, NowaweS und Zinna fast vollzählig dem Streik an- geschlossen haben. Tayächlich ruhe die Arbeit in den Vororten vollständig. In Bernau arbeiten nur auf 6—8 Stühlen einige alte Leute, die nur wenig fertigstellen können. In NowaweS stehen von den dort vorhandenen 25 Teppichstühlen 24 still. Ebenso liegt die Situation in Zinna. Die Fabrikanten bemühen sich nun, durch Zeitungsinserate Arbeitskräfte aus Bayern, der Lausitz usw. heranzuziehen, aber diese Bemühungen haben keinen Erfolg, obgleich den Streikbrechern Versprechungen gemacht werden, die weit hinausgehen über das. was die Streikenden an Lohn erhalten haben. Was die Fabrikanten an Streik- brechern aus anderen Berufen nur irgend bekommen können, das nehmen sie, aber es ist wenig und die wenigen sind nicht brauchbar. So ist die ganze Situation eine derorttge, daß die Ans- ständigen mit frohem Mute dem Ende des Kampfes entgegensehen können. Der Redner hob hervor, daß dieser Kampf nicht nur lokale Bedeutung habe. Die Textilarbeiter ans ganz Deutschland blicken erwartungsvoll nach Berlin, weil eS sich hier um die Einführung deS Neunstun dentageS handelt, während sonst in der Textil- industrie der 19-, 11-, ja 12 stündige Arbeitstag herrscht. Die Streikenden werden nicht, durch Not gezwungen, die Arbeit auf- nehnicn, sondern ausharren, bis ihre Forderungen bewilligt werden. und wenn die Fabrikanten nicht bald nachgeben, würden dte Arbeiter vielleicht weitergehende Forderungen stellen, um so zu sagen die KriegSkosten aufzubringen.— WaS der Referent hinsichtlich der Aussichten des Streiks m>d der Stimmung der Streikenden ausgeführt hatte, wurde durch die Diskussionsredner in jeder Hinsicht bestätigt. Die Vertrauensmänner der Weber von Bernau, NowalveS und Zinna bekundeten ihre volle Solidarität mit ihren Berliner Kollegen. Ferner wurde hervor gehoben, daß es den Webern in den genannten Orten nicht schwer falle, andere Arbeit zu bekomnien. Es würden gegenwärtig Stühle für die Anfertigung von Plüsch gesucht, der zurzeit sehr gut geht. Wenn der Streik nicht bald beendet werde, dann würde die Teppich- Weberei in den drei Orten aushören und an deren Stelle Plüsch gewebt werden.— Allgemeinen Unwillen er- regte die Mitteilung eines Redners, daß zwei Meister der städtischen Webeschule bei der Firma Benjamin Streikbrecherdienste leisten. Ueber das Verhalten der Polizei den Streikposten gegenüber teilte ein Redner mit, die Streikposten an der Benjaminschen Fabrik seien zu verschiedenen Malen sisttert worden und zwar nur deshalb, weil sie sich in der Nähe der Fabrik aufhielten, und zwar seien sie so- wohl vom Fahrdamm der Straße als auch von einem Nachbar- grundstücke durch Beamte toeggewicsen beziehungsweise sistiert ivorden. Einslimniig wurde eine Resolution angenommen, welche besagt: Die Versammlung nimmt mit Befriedigung Kenntnis von dem solidarischen Verhalten der Kollegen in Bernau, NowaweS und Zinna, sie verspricht denselben, nur gemeinschaftlich mit ihnen EinigungSverhandlungen zu führen. Hausdiener, Packer und BcrufSgrnvssen Berlins! Die Kollegen in den Teppichfabrikcn Baader und Benjamin u. Co. stehen seit vier- zehn Tagen im Streik. Ihnen haben sich jetzt auch noch die im« organisierten Kollege» der Finna Feibisch angeschlossen, da der Unternehmer die ihnen beim Ausbruch des Streiks zugestandenen Versprechungen nicht innegehalten hat. Außerdem bestehen bei dieser tirma die niedrigsten Löhne, wodurch ein ständiger Wechsel der rbeiter sowie Hausdiener vorhanden war. und waren die Organi- sationen nicht imstande, so schnell die Arbeiter für dieselben zu ge- Winnen. Bei der Finna Benjamin u. Co. arbeitet ein gelernter Kaufmann als Hausdiener; derselbe scheint daS Los eines Hausdieners praktisch erproben zu wollen. Wir bitten den Zuzug für alle drei Firmen fernzuhalten. Die Sektionsleitung deS Zentralverbandes der Handels-, Transport« und Verkehrsarbeiter. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Bergmau» A.-G., Fabrik für elektrische Apparate, waren sich kürzlich schlüssig geworden, der Direktion ein Gesuch um Verkürzung der Arbeitszeit von zehn auf neun Stunden zu unterbreiten. Außerdem wünschten sie einen Arbeiterausschuß und Regelung der Getränkfrage. Am Mittwoch erstattete nun die gewählte Kommission Bericht über die mit dem Firmenchef gepflogenen Verhandlungen. Die hierzu einberufene Fabrikversammlung war derartig stark besucht, daß samt- liche Tische und Stühle aus dem Versammlungslokal und den an- grenzenden Räumlichkeiten entfernt werden mußten. Kopf an Kopf gedrangt stand die tausendköpfige Menge; hunderte mußten wieder umkehren. Wie dann berichtet wurde, ist die Einführung eines ArbeiterauSfchusseS zugestanden worden; auch dem Trink- bedürfnis soll durch Abgabe alkoholfreier Getränke Rechnung getragen werden. Zur endgültigen Entscheidung über die Verkürzung der Arbeitszeit hat sich die Direktion indessen noch eine Bedenkzeit vis zum 1. Mai vorbehalten. Die zirka 2999 Arbeiter und Arbeiterinnen des Werks tragen sich jedoch mit der Hoffnung, daß ihr diesbezüglicher Wunsch ebenfalls erfüllt werde, umsomehr als dies der einzige Betrieb dieser Art ist, wo bisher noch die zehnstündige Arbeitszeit besteht. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der deutschen Telephonwerke von N. Stock u. Co. waren bei ihrer Betriebsleitung kürzlich um Ein- führung eine? Arbeiteransschusses vorstellig geworden. Vom Direktor Krater war der Kommission denn auch ein diesbezüglicher Entwurf zugegangen, der aber einen wahrhaft vorsündflutlichen Charakter trug. Rur ein Passus sei angeführt, um zu zeigen, wie sich der Herr Direktor die Funktionen„seines" Arbeiterausschusses vorstellte. Er lautete: Die Direktion ist befugt, den ArbeiterauSschuß, wenn er sich zur Erfüllung der ihm gestellten Aufgaben als ungenügend erweisen sollte, aufzulösen und Neuwahlen anzuordnen. Natürlich dachten die zirka 899 Arbeiter und Arbeiterinnen des Betriebes nicht entfernt daran, einen auf solche landtagsmäßige Art „gewährten" ArbeiterauSschuß anzuerkennen. Am Mittwoch hat sich die Direktion denn auch eines anderen besonnen und einen Entwurf vorgelegt, der im wesentlichen den Wünschen der Arbeiter entspricht. Eine stark besuchte Werksversammlung beauftragte indessen die Kom« Mission, wegen einiger Aenderungen nochmals bei der Direktion vor- stellig zu werden. Zum Streik bei der Firma Hauptner(Fabrik für chirurgische Instrumente). Am 10. April traten sämtliche 193 Arbeiter dieses Werks in den Ausstand, weil ihnen derartig schlechte Löhne gezahlt wurden, daß eine Existenz dabei unmöglich ivar. Durchschnittlich betrug der Verdienst zirka 29 M. pro Woche. ES kam aber auch nicht selten vor, daß Arbeiter mit 19, 9 ja 8 M. nach Hause gehen mußten. Gefordert wurden nun für Jnstrumentcnmacher. Schlosser, Dreher, Gürtler und Scherenmacher 45 Pf., für Schleifer 59 Pf. und für Werkzeugmacher 55 Pf. Minimallohn pro Stunde. Für Ausgelernte im ersten Gesellenjahr sollte der Lohn der freien Ver- einbarung überlassen bleiben. Wie man sieht, erreichen diese Forde- rungen noch nicht einmal die Höhe der für diese Spezialbranchen allgemein üblichen Löhne. Trotzdem verweigert die Firma bisher die Bewilligung; sie will sich nur zu einigen kaum in Betracht kommenden Zugeständnissen verstehen. Die Firma hat noch Filialen in Mailand. Budapest und Prag. Der Chef hat nun kürzlich diese Filialorte bereist, um dort Arbeitswillige nach Berlin anzuwerben. Es war ihm auch tntsächlich gelungen, einige Leute aus Budapest herzuschicken. Diese sind jedoch, als sie über den Stand der Dinge unterrichtet wurden, wieder abgereist. Von den Mailänder Arbeitern ist den Streikenden dagegen eine Shmpathieerklärung zugegangen. Der Stand des Streiks ist gut und hoffen die Ausständigen, ihre Forderungen demnächst durchsetzen zu können. Für den Dresdener Böckerstreil sucht das Streikbrecherversandbureau der Berliner Innungen mit den verwerflichsten Mitteln hiesige Bäckergesellen als Streikbrecher zu werben. Man verschmäht dabei selbst Vorspiegelungen falscher Tatsachen nicht. So hatte das hiesige Jnnungssekretariat, an dessen Spitze der Dr. Phil. Westphal, mit Mühe und Not sechs unwissende, teils von außerhalb gekommene Bäcker am Dienstag auf Schleichwegen nach Dresden bugsiert. Der Dresdener Jmmngsagent, der nach Berlin entsandt war und selbst bei der Werbung mitwirkte, hatte den jungen Leuten erzählt, er-brauche zur„Stollenbäckerei" bis ersten Osterfeiertag mehr Leute, und sie bekämen ein„Aushülfsgeld" von 5—6 M. und freie Hin- und Rückfahrt. Daß in Dresden Streik sei, und daß sie als Streikbrecher verwendet werden sollten, davon sagte der Herr den ahnungslosen Leuten kein Wort. Als die so Verlockten nun in Dresden ankamen, wurden sie sofort von den am Bahnhof stehenden Streikposten über die wahre Situation verständigt. Als sie sich von ihrem Staunen erholt und sich entrüstet nach dem Jnnungsagenten umsahen, hatte dieser saubere Herr bereits ganz verstohlen das Weite gesucht. ES tvird selbstverständlich die Entschädigungsklage sofort anhängig gemacht werden. Wir müssen aber nochmals dringend vor jeder Annahme von- Arbeit nach Dresden warnen. Ebenso bitten wir die Arbeiterblätter, darauf aufmerksam zu machen, daß die Werbung von Gesellen nach Berlin seitens der Innungen nichts anderes ist, als verkappter Streikbrecherfang. In Berlin sind stets 1299 arbeitslose Bäcker, es herrscht daher für Berlin kein Mangel an Arbeitskräften, sondern im Gegenteil ein Ueberfluß. Alle Bäcker. die für Berlin gesucht werden, werden nur durch das hiesige Streikbrecherversandbureau hierher gelockt, um dann, wenn sie aller Mittel entblößt sind, zu Streikbrechern gepreßt zu werden. Lasse sich daher auch kein Bäcker von außerhalb nach Berlin anwerben. Deutscher Bäckerverband. Mitgliedschaft Berlin. Ocutldics Reick). Die Arbeiter der Schlichterei und die Kupferschmiede der M a f f e i schen Maschinenfabrik zu München haben ebenfalls die Arbeit niedergelegt. Verlangt wird bekanntlich eine zehnprozentige Stundenlohnerhöhung sowie die Lohn- und Arbeitsverhältnisse ver- traglich festzulegen. Trotzdem die Firma mit den Arbeitern der Tender- und Rahmenbauwerkstätte noch an einen bis 1. Mai gültigen Vertrag gebunden ist. hatte sie sich doch Aklordavzüge bis zu 30 Proz. erlaubt.— Zuzug ist streng fernzuhalten. Werftarbeiter- Aussperrung. Bremen, den 29. April 1995.(Privattelegramm des „vorwärts".) In der neuen Werst der Aktiengesellschaft„Weser" ist heute morgen den gesamten Arbeitem, insgesamt 2690, gekündigt worden. Die Kündigung, welche ohne jede Angabe von Gründen erfolgte, läuft am nächsten Donnerstag ab. In letzter Zeit haben einzelne Branchen, die Tischler und die Dreher. Lohnforderungen gestellt. Die letzteren hatten nach viermaliger Verhandlung am letzten Sonnabend ihre Kündigung eingereicht. Dabei kommen etwa 199 Arbeiter in Bettacht. Bei dieser Sachlage ist anzunehmen, daß die Fabrikleitung durch die gewaltsame Aussperrung beabsichtigt. die weiteren Arbeiter von Forderungen abzuhatten. Zweifellos handelt die Fabrikleitung im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber- verband an der Unterweser. Die allgemeine Unzufriedenheit besteht in dem Betriebe sowohl wegen der Lohnverhälwisse, wie wegen der Behandlung, und die Unzufriedenheit steigerte sich bald nach Jnbe- triebnahme der neuen Werft. Durch den brutalen Gewaltstreich wird man die Zufriedenheit der Arbeiter sicherlich nicht erreichen. Ruvfoiick. Ein neuer Tarifvertrag der Schuhmacher Kristianias ist nach langwierigen Verhandlungen Anfang dieser Woche zustande ge- kommen. Die Gehülfen haben von ihren Forderungen einiges ab- gelassen, aber auch die Meister haben, besonders waZ die Maßarbeit anbetrifft. Entgegenkommen gezeigt, so daß dcr neue Tarif immerhin annehmbare Borteile für die Arbeiter bietet. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 21. April. Anfang 72 Uhr. Weften. Die Schöpfung. National. Johannes- Passion. Central. Dratorium: Das Liebesmahl der Apostel. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. Geistliches Konzert. Quisen. Konzert. Thalia. Konzert. Alle übrigen Theater geschlossen. Sonnabend, den 22. April. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Sinfoniekonzert der föniglichen Kapelle. Schauspielhaus. Geschlossen. Deutsches. Der Privatdozent. Berliner. Geschlossen. Weften. Die neugierigen Frauen. Nachmittags 22 Uhr: Don Carlos. National. Amelia. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Der Kilometerfresser. Zentral. Der Wildschüß. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Gyges und fein Ring. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Schwiegertochter. Leffing. Elga. Kleines. Nachtashl. Meine Residenz. Das große Geheimnis. Trianon. Das elfte Gebot. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Belle Alliance. Faust. Urania, Taubenstr. 48/49. Karfreitag: Geschlossen. Sonnabend 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. 8 Uhr: 0. Ballner- Theater. N. Schiller- Theater Friedric Bibelm. E. Dörings Restaurant Freitag, abends 8 Uhr: Geistliches Konzert der Barthschen Madrigal- Bereinigung. Dirigent: Arthur Barth. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. und sein Gebiet. Gyges und sein Ring. Sternwarte invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PANA Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Gyges und sein Ring. Sonntag, abends 8 Uhr: Fahrmann Henschel. Wilhelmftädtisches Theater. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Meine Schwiegertochter. Luftspiel in 3 Alten von F. Carré und A. Bilhaut. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Sonntag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. Gr. Kurt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Salon- Humoristen G. Bonné. Anfang 8%, Uhr. Meine Säle in Berlin wie Blumengarten empfehle zu Versammlungen und Festlichkeiten jeglicher Art. Albert Moerner. 23232* Mittwoch, den 26. April 1905: Schluß der Saison! Apollo- Theater. Zirkus Schumann. 218. Friedrichstraße 218. Heute geschlossen. Sonnabend: Paul Lincke- Fest- Abend unter persönl. Leitung d. Komponisten Paul Lincke. Glühwürmchen- Jdyll aus Lysistrata. Heute Freitag, den 21. April: Keine Vorstellung. Sonnabend, den 22. April, abends präzise 7, Uhr: Letzte Grande Soirée High Life. Gala- Programm ut. der Clou der Saison! Der weltberühmte Ex- Mandarin Tsching- Ling- Foo, Db Du mich liebst? aus Nakiris Hoch- das größte aller lebenden Wunder Es war einmal, aus im zeit. Uebern Carl Weiß. Die fleinen Bagabunden. Nachm. 4 Uhr: Mar und Moriz. Luifen. Die Rosa Dominos. Metropol. Therese Krones. Kafino. Lolos Bater. Luftspielhaus. Der Prügeljunge. Die Bäuerin. Der Außenseiter. Nachm. 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Reiche des Indra. und seine phänomenalen Neu! Juftrierte Gefänge 12 Original- Chinesen 12. mit dem Auditoriums- Chor. D Neu- Engagements erstklassiger Spezialitäten. Metropol- Theater Heute: Geschlossen. Apollo. Das Beilchenmaben. Sonnabend, 22. April: Spezialitäten. Herrnfeld- Theater. Die Meyer hains. Balast. Gefchloffen. Passage Theater. Emmi Kröchert. Die 7 Allisons. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Therese Krones. Volksstück mit Ges. in 3 Akten. Anfang 8 Uhr. Cleo de Merobe. Oster- Sonntag, Oster- Montag Julius Spielmann. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Nachm. 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Abends 8 Uhr: Der Simplon und fein Gebiet. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Heute: Geschlossen. Sonnabend, Sonntag, Montag: Ein Sommernachtstraum. Anfang 7, Uhr. Kleines Theater Heute: Geschlossen. Sonnabend: Nachtasy!. Anf. 8 Uhr. Sonntag, Montag nachm. 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Kollegen. Liebesträume. Serenissimus. Sonntag abend 8 Uhr: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Montag abend 8 Uhr: Angele. Abschied vom Regiment. und folgende Tage: Ferner: Chad- ru, der zweiköpfigestnabe. Die menschliche Schnede Po- ta- to ,. Little Chee- Toy, d. Liebling d. Berliner. Die berühmten kleinfüßigen Frauen 2c. Um 9 Uhr: Der Schlager der Saison! 76 Am IME Karfreitag keine Vorstellung. Eine Nordlandsreise. Reichshallen. Achtung! Sonntag, d. 23. u. Montag, d. 24. d.: An beiden Osterfeiertagen nachm. 3, Uhr( ein Kind frei) u. abends 7 Uhr: Je 2 große brillante GalaFest- Vorstellungen. An beiden Feiertagen in allen vier Tiching- Ling- Foo und seine zwölf Original- Chinesen und die große Bracht- Ausstattungs- Pantomime: Borstellungen nachmittags u. abends: Heute: Keine Soiree. Morgen Soiree der Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Die Herren von Maxim. Bine Nordlanderouter munte, St. Spett( 2. Beentes) Anfang 28 Uhr. Rauchen überall gestattet. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Emmi Kröchert dem Berliner sein Fall. Die 7 Allisons Afrobaten. Lotte Sebus Vortragskünstlerin. Losoros, Stoloratur- Sängerin. Man de Wirth, Damen- Imitator. 14 neue glänzende Nummern. National- Theater Lustspielhaus. Weinbergsweg 19. Freitag, den 21. April 1905: Johannispassion. Anfang 7%, Uhr. Sonntag: Lettes Gaftsp. Francesco d'Andrade: Rigoletto. Nachmittags: Fidelio. 2. Osterfeiertag: Die Fledermaus. Nachmittags: Undine. Luisen- Theater. Heute: Karfreitag- Konzert der Konzert Vereinigung des Kaiser Wilhelm Gedächtniskirchenchores. Sonnabend: Die Rosa- Dominos. Sonntag nachm.: Fauft. Abends: Die deutschen Komödianten. Montag nachm.: Don Carlos. Abends: Khriz- Bhrib. Dienstag nachm.: Lorbeerbaum und Bettelstab. Abends: Der Herrgottschniger. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. HEUTE: GESCHLOSSEN. Heute: Geschlossen. Sonnabend nachm. 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Abends 8 Uhr: Der Prügeljunge. Eine Abrechnung. Der Außenseiter. Sonntag u. Montag abend 8 Uhr: Der Familientag. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Mann im Schatten. Montag nachm. 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Heute: Geschlossen. Morgen Sonnabend: Bum 56. Male: Die Meyerhains. Komödie in 3 Atten mit den Autoren Kasino- Theater Lothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Lolo's Vater. Boltsitud in Ad. L'Arronge. 4 Aften von Vorher das gr. neue April- Programm. 1. Feiertag( Sonntag) 4 Uhr: In Vertretung. 2. Feiertag( Montag) 4 Uhr: Heirat auf Probe. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Karfreitag bleibt das Theater geschlossen. Sonnabend 8 Uhr: Das große Geheimnis. Dfterfonntag, Dftermontag und folg. Tage 8 Uhr: Herzogin Crevette. Ostersonntag, Oftermontag nach mittags 3 11hr: Der Hüttenbesitzer. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Sonnabend nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung, fleine Preise: Max und Morifz. Sonntag und folgende Lage: Die kleinen Vagabunden. Anfang 8 Uhr. Sonntag u. Montag nachm. 3 Uhr, Parkett 60 Bf.: Die Kinder des Kapitän Grant. Dienstag nachm. 3, Uhr Kindervorstellung, fleine Preise: Aschenbrödel. Heute und morgen: Geschlossen. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Heute und morgen: Geschloffen. An allen drei Osterfeiertagen: Montag, 24. April Feiertag) Fest- Matinee. Reichshallen- Restaurant. Großes Militär- Konzert. Gustay Behrens SpezialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. Ab 16. April: Neues Programm. Heute sowie die ganze Karwoche mit Ausnahme des Karfreitags: Elite- Vorstellungen. Anf. Wochentags 7Uhr, Sonntags 5Uhr. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. 1. und 2. Osterfeiertag: Humoristische Soiree. Zum Schluß: Familie Pinte b. Barons. 3. Feiertag: Soiree und Waldlieschen, oder: die Tochter der Freiheit. An allen drei Feiertagen: Anfang 7 Uhr. Am 2. u. 3. Feiertag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Die Rückkehr aus China Etablissement Buggenhagen oder: Die Seemannsbraut. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Palast- Theater Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen heute großes Streich- Konzert. Joersfelde. Amt Tegel 21. Tegelort bei Tegel. Schönstes und größtes Etablissement dieser romantischen Gegend. Unmittelbar an der Havel und am Walde gelegen. Herrlicher schattiger Garten mit Hallen, 2 Kegelbahnen, Karussell, Schießzelt, Spielplätzen. Kaffeeküche. Ruderboote. Großer Tanzsaal. 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Pad See- Restaurant Springeberg F. Fatke Rach zwischen Erkner und Woltersdorf am flakenfee und der forft gelegen, empfiehlt sich den Vereinen, Fabriken und Herrenpartien zu Ausflügen per Dampfer oder Bahn. Für gute Küche und Getränke ist bestens gesorgt. Neu eröffnet! 10775 Neu eröffnet! Diez' Seeterrasse Lichtenberg Röderstraße 6. Die breite Röderstraße verbindet die Landsberger Allee mit dem Dorfe Lichtenberg. Größtes und schönstes Vergnügungs- Etablissement d. D., mit 11 000 m großem See, ca. 25000 Bersonen fassend. Fahr: verbindungen: Ab Alexanderplatz Linien 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 81. Am 1. und 2. Osterfeiertag: E Großes Militär- Konzert, ausgef. vom Musikkorps des 3. G.- Rgt. z. F. F. B. Anfang 3 Uhr.( Dirigent: Herr Wierske.) Anfang 3 Uhr. Um 5%, und 9 Uhr: Auftreten der weltberühmten Turmfeilfünftler ,, The Liepelts". In zivei Sälen: Gr. Bail. 15 Ruderboote. Bier berdedte Kegelbahnen. Boltsbeluftigungen aller Art. Riesen- Kaffeeküche. 28822* Avis! Große Attraktionen habe ich für meine Eröffnungssaison vers pflichtet und werden dieselben bei Eintritt wärmerer Bitterung neben Gr. Militär- Konzert, Brillant- Land- und Wasser- Feuerwert, als auch wirklich erstklassigem Spezialitäten- Theater debütieren, so daß jedem, auch dem verwöhntesten Geschmack Rechnung getragen sein dürfte, und bitte ich um Aegidius Diez. zahlreichen Zuspruch. Neu eröffnet! Neu eröffnet! Johannisthal. Restaurant Lindenhof. Friedrichstr. 61. vorm. W. Lentze Friedrichstr. 61. Aelteftes Restaurant hier mit sehenswertem 10000 Meter großem Riesenpart. Vollständig renoviert, der Neuzeit entsprechend eingerichtet. Dfterfeiertage: Großes Konzert u. Ball im eleganten großen Tanzfaal mit Vorsälen, 800 Personen faffend. Schaustellungen u. Boltsbeluftigungen aller Art. Staffeeküche stets geöffnet. ff. Speisen u. Getränke zu soliden Preisen. Man tomme 11345 und überzeuge sich. Fernspr.: Amt Schöneweide Nr. 26. Paul Zibolski& Co. Restaurant Pferdebucht bei Köpenick empfiehlt sich den Vereinen, Fabriken und Schulen bestens. Achtungsvoll W. Wolter. Burgför. 82, früher Feen- Valaft. Rigo, Lagos. Restaurant ,, Waldhaus Sandhausen" Oranienburg. 2 Min. v. Bhf. Börse. Vis- a- vis d. Börse. In der Karwoche bleibt das Theater wegen Vorbereitung zum Dfterfeste SP geschlossen. Sonntag, den 23., 1. Feiertag: Montag, den 24., 2. Dienstag, den 25., 3. Anton u. Donat Herrnfeld Das Riesen- Feft- Programm. Morgen zum Ueber'n großen 469. TEICH. inf. 8 r. Male: Anf. 8 Uhr, Ende 1030 An beiden Osterfeiertagen, nachmittags 3 Uhr: HALBE PREISE. ,, Ueber'n großen Teich". in den Hauptrollen. Borverkauf 11-2 Uhr. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Trianon- Theater. In der Karwoche: Gefchloffen. Heute bleibt das Theater geschlossen. Sonnabend: Das elfte Gebot. Anfang 8 Uhr. An beiden Osterfeiertagen abends: Ihr Alibi. Radm.: Die glückliche Gilberte. Sonntag, den 23. April 1905 Ostersonntag): Papageno. Boffe in 1 Aft von Rud. Kneisel. Montag, 24. April( 2. Osterfeiertag): Die Tochter des Heimgekehrten. Großes Sensationsstück mit Gefang und Tanz in 7 Bildern. Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aften von F. und P. v. Schönthan. Strieße, Theaterdirektor: Richard Winkler. Dazu: Das glänzende Spezialitätenprogr. Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert. Entree 50 Pf. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Heute Keine Vorstellung Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Staiserfaal: Tanz. Jnh.: Emil Schumann. Empfehle allen Genossen und Vereinen zu Ausflügen mein herrlich am Wald gelegenes Lokal, 10 Minuten vom Bahnhof zu erreichen. Großer Saal. 2 Gärten. 2 Kegelbahnen. 28562* Saisonkarten a 6 Mark für den Besuch der Grossen Berliner Kunstausstellung 1905 und des Landesausstellungsparkes. 108/15 Verkaufsstellen: Pförtner des Ausstellungsparkes( kleine Pforte Alt- Moabit). Thormeyer, Zigarrengeschäft, Königgrätzerstr. 129( am Potsdamer Platz). 12 Filialen der Zigarrenfabriken J. Neumann. Eröffnung: Oster- Sonntag, den 28. April 1905. III. Wahlkreis. Sonntag, den 23. April( 1. Osterfeiertag) im großen Saal von Buggenhagen( Moritzplatz): Große Matinee* ausgeführt von den Fritz Steidl- Sängern. Anfang 12 Uhr. Programm an der Kasse. 240/ 12* Entree 30 Pf. Bei günstiger Witterung findet die Matinee im Garten statt. Rege Beteiligung erwartet Das Komitee. 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis Süd- Ost. Berliner Spar- und Bauverein. eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Typographia. Die Sänger werden gebeten, sich zu der heute nachmittag 4 hr stattfindenden Beerdigung der Mutter unseres Mitgliedes er m. 8unte auf dem Heiligkreuz Kirchhof in Mariendorf( Feldstraße) zahlreich einzufinden. Ofter Sonntag, morgens 7%, Uhr: Treffpunkt Straußbergerplak, behufs Ständchen. Ofter Montag, abends 7 Uhr: Treffpunkt zum Ständchen MarSonntag, den 30. April tr., beineteplas( Restaurant Markthalle). bormittags 9, Uhr, in den Germania Sälen, Chausseestr. 103: Dreizehnte ordentliche General- Versammlung. Drdnung: Ferner machen wir unsere Mitglieder auf die am Sonntag, den 30. April, vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen stattfindende General- Verfammlung aufmerksam. Tagesordnung fiehe„ Correspondent". Der Vorstand. ages Dr Tischler- Verein zu Berlin. 1. Erstattung des Geschäftsberichts unter Borlegung der Bilanz nebst Gewinn- und Berlust- Berechnung für das E.$. 89. • WankJahr 1904. 2. Bericht der Revisions Sonntag, den 23. April( 1. Osterfeiertag), in Kliems großem Saal, Sonntag, den 23. Apríl( 1. Oster- feiertag): Große Matinee im Konzerthaus Sansfoucí, Kottbuferftr. 4a. Auftreten der Hoffmannschen Norddeutschen Sänger. Anfang 12 Uhr. Zahlreichen Besuch erwartet Eintritt 30 Pf. [ 243/7] Programm am Eingang gratis Das Komitee. Stommission. 3. Beschlußfassung über Hafenheide 13: 198/12 die Genehmigung der Bilang und über Humoristischer Familien- Abend. die Verteilung des Gewinns. 4. Beund Großer Ball. richt über den Verband der auf der Konzert, Theater des Paul Milbit Schauspiel- Enſembles Grundlage des gemeinschaftlichen Eigentums stehenden deutschen Baugenossenschaften. 5. Beschlußfassung über den Zusatz- Paragraphen 40 zum Statut: Abänderungen der§§ 2( Genossenschaftszwed), 20( Festlegung einer Höchstdividende von 4 Proz.), 39( Beschränkungen bei der Vermögensber teilung im Falle der Auflösung des Unternehmens) und dieses Paragraphen selbst sind nur mit Genehmi gung des Staatssekretärs des Innern zulässig. 6. Neuwahlen zum Aufsichtsrat. 7. Beschlußfassung über den Gefamtbetrag, welchen Anleihen der Ges nossenschaft und Spareinlagen bei ihr nicht übersteigen sollen. 8. Beschlußfäumigen Genoffen. Programme a 30 Pf. find bei den Herren Wreschnick, Eisenbahnstr. 27, Kühn, Gräfeftr. 69/70, Riemer, Franzstr. 19, Lecher, Adalbertstr. 97, Kretschmar, Fruchtstr. 41, und den übrigen Vorstandsmitgliedern zu haben. Anfang 6 Uhr. Abendkasse findet nicht statt. Der Ertrag ist für hülfsbedürftige Kollegen bestimmt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. II. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Bentral- Kranken- u. Sterbe- faffung über die Ausschließung bon Montag, 24. April 1905( 2. Ofterfeiertag): Zwei große Matineen in den Lokalen Kliems Festsäle, Hasenheide 12/13 und Viktoria- Brauerei, Lützowstr. 111/112. Mitwirkende: Norddeutsche Sänger, Herren Zimmermann, Petri, Fernando, Drachholz, Jung, Pötz und Breden. Kirchmayersches humor. Ensemble. Eintritt 20 Pf. belegten Anfang 12 Uhr. kaffe der Dachdecker Deutschl. , Einigkeit". Filiale Berlin. Freitag, den 21. April 1905, vorm. 10 Uhr: Versammlung bei Feind, Weinstr. 11. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1905. 2. Verschiedenes in Kaffenangelegen beiten. Der Vorstand. 54/8 Morgen Sonnabend wird wie allsonnabendlich auf sämtlichen Zahlstellen des Verbandes durch die Beitrags sammler kassiert. Möbelpolierer! Die Bilans lowie die Gewinne und Donnerstag, den 27. April, abends 8 Uhr, im Lokal„ Königsbant", Verlust- Berechnung für das Jahr 1904 sind in der Geschäftsstelle, Sidingen straße 7, einzusehen. Der Vorstand. 11105 L. Schmidt. Ernst Roscher. Große Frankfurterstr. 117. Branchen- Versammlung an Stelle der ordentlichen Generalversammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl der Branchen. Allg. Kranken- n.Sterbekasse reitung und-Kommissionen. 4. Verschiedenes. der Metallarbeiter. ( Eingeschr. Hülfskaffe Nr. 29. Hamburg) Filiale Berlin 1. Das alte sowie das neue Mitgliedsbuch gilt als Legitimation. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Kollegen, welche mit ihren Beiträgen noch vor dem 1. April im Rückstande sind, werden ersucht, um ihre Mitgliederrechte aufrecht zu des Vor- und Zunamens, wann und wo geboren, sowie genaue in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/7: Wohnungsangabe ein neues Mitgliedsbuch ausstellen zu lassen. Orts- Krankenkasse Montag, 24. April( 2. Dfterfeiertag), erhalten, den Reſt ſofort zu zahlen und sich unter genauer Angabe der Sattler Billetts find bei den Bezirksführern, in den mit Plakaten 238/12 und verw. Gewerbe zu Berlin. Handlungen sowie an der Kaffe zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. Westend- Charlottenburg. Sonnabend, den 29. April, abds. 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- lifer 15( Saal 1): Ordentliche Zur Roẞtrappe, Spandauer Berg. General- Versammlung 8weites Restaurant von der Kastanien- Allee. Haltestelle der Straßenbahn. Angenehme Familien- Unterhaltung und Tanz. Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Es ladet ergebenst ein [ 11535] Karl Klabunde. Schmöckwitz, Restaurant Seddin- See. der Vertreter d. Kaffenmitglieder und Arbeitgeber. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes über das verfloffene Geschäftsjahr. 2. Bericht des Rechnungsausschusses und Ab3. Abvormittags 10 Uhr, Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Delegierten zur außerordentlichen General- Bersamm lung. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 115/15 Die Ortsverwaltung. Ordentliche General Versammlung BO der Die neuen Mitgliedsbücher find auf denselben Zahlstellen abzuholen wo die alten abgegeben wurden. Diejenigen Kollegen, welche der Bibliothek Bücher überwiesen haben, sich aber das Eigentumsrecht vorbehielten, werden ersucht, sich beim Vorsitzenden W. Nitschke, Kopernitusftr. 5, unter Angabe der Titel der Bücher zu melden. 84/1 Entliehene Bücher müssen bis spätestens morgen abend zurückgebracht werden. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. nahme der Jahresabrechnung. 3, Orts- Krankenkasse saupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 967924, 40, 48 des Statuts. 4. Regelung der Anstellungs- und Gehaltsbedin der 272/19 Allen Vereinen, sowie Gewerkschaften, Freunden und Bekannten gungen der Kaffenangestellten. 5. Ber: Messerschmiede, Schwertwünsche ich ein vergnügtes Osterfest! Gleichzeitig empfehle ich mein herrlich am Wald und Wasser gelegenes Lokal zu den bevorstehenden Partien und stelle die billigsten Dampfer. 11036 Wo? August Noack. Telephon Amt Grünau 54. machen wir unseren Ausflug die Osterfeiertage hin? Nach Pichelswerder zum alten Freund! Für gute Küche wird bestens gesorgt. 28012 Auch empfehle den geehrten Bereinen und größeren Gesellschaften diesen Sommer meine großen Räumlichkeiten zu Landpartien und Sommerfesten. Größter Saal in Umgegend. Der alte Freund. Hochachtend A Reederei Nobiling A Am ersten und zweiten Osterfeiertag beginnen wieder die beliebten Dampfer- Extrafahrten nad Zwiebusch( Berliner Schweiz). Abfahrt morgens 9 Uhr 1 mittags 2 " Restaurant Schultheiß, Jannowigbrüde. Abends: Höhenfener und Alpenglühen auf den Gosener Bergen. Breise: Hin und zurück 75 Pf., einfach 50 Pf.; Kinder 50 Pf. resp. 25 Pf. Hierzu ladet ergebenst ein Hermann Gärtner. 8um 100. Todestage des großen deutschen Dichters erschien soeben in unserem Verlage: Schiller. Ein Lebensbild für deutsche Arbeiter bon Franz Mehring. Steif broschiert Preis 1 Mark. Diese 8 Bogen umfassende, elegant mit einem wohlgetroffenen Porträt ausgestattete Broschüre bildet bei der Unmaffe der jett auf den Markt geworfenen Schiller Literatur eine rühmliche Ausnahme. # Schon der Name Franz Mehring bietet zur Genüge Gewähr dafür, daß Stoff und Inhalt durchaus objektiv behandelt worden sind und wird jeder Leser mit Befriedigung das Buch aus der Hand legen. 1180b Die Schrift ist zu beziehen durch die Buchhandlung Vor wärts, Berlin, sämtliche Berliner Parteifpediteure sowie A. Hoffmanns Verlag in Berlin, Blumenstr. 14, 1. An Orten, wo sich keine Buchhandlung befindet, empfiehlt sich Einsendung des Betrages Porto 10 Pf.( auch in Brief marken) an den Verlag: Leipziger Buchdruckerei A. G., Abt. Buchhandlung, in Leipzig, Tauchaerftr. 19/21. Posamentiere! An ersten Seiertag findet im Vereinslokal, Alte Jakobstr. 66, Broker Frühschoppen statt. Der Vorstand. fchiedenes. 272/18 NB. Anfragen, zu deren Beant feger v. Verfertiger chirurg. Achtung! wortung die Einsicht der Bücher notwendig ist, müssen 3 Tage vorher schriftlich dem Bureau übermittelt werden. Delegiertenkarte legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Ernst Uhlisch, Bors., Manteuffelstr. 67. Walter Dittmann, Schriftf., Sparrstr. 6. Orts- Krankenkasse für das GoldschmiedeGewerbe zu Berlin. Sonnabend, den 29. April 1905, abends 8 Uhr präzise, Engel- Ufer 15, Seitenfl. 1 Tr., Saal 7: Ordentliche General Versammlung Tages- Ordnung: Inftrumente zu Berlin. Sonnabend, den 29. April 1905, abends Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Achtung! Rohrleger und Helfer! 81/, Uhr, Ackerstr. 6/7( Borussia- Säle). Montag, den 24. April, vormittags 10 Uhr, in Kellers Festfälen, Lages Ordnung: 1. Bericht über die Abnahme der Jahresrechnung 1904. 2. Besprechung und eventuelle Beschlußfassung des§13 des Statuts. 3. Besprechung über den Antrag des Gewerkskrantenvereins betr. Bereinheitlichung der Krankentontrolle. 4. Berschiedenes. Die Herren Arbeitgeber werden hier mit eingeladen. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Virtshaus Moritz Ohle Wirtshaus Roppenstraße 29: Allgemeine Versammlung. Tages Drdnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Rohrleger und Helfer zur Kündigung ihres Tarifs?" Referent: Karl Wiesenthal. 2. Distusfion. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir einen zahlreichen Besuch in dieser Versammlung. Der Feiertage wegen bleibt das Bureau am Sonnabend, den 22., und Dienstag, den 25. April, von mittags 1 Uhr gefchloffen. Der Arbeitsnachweis ist am Sonnabend, den 22., und Dienstag, den 25. April ganz geschlossen. Ebenso bleibt das Bureau und der Arbeitsnachweis am ersten und zweiten Dsterfeiertag ganz geschlossen. 115/16 Die Ortsverwaltung. Wild- West. 00 3 Kreuzbergstr. 3.1 Am 1. und 2. Osterfeiertag: Gemütliche Zusammenkunft Frikassee v. Huhn, vorzügl. Mittagstisch a Kuvert 60 Pf. Echt Kulmbacher Happoldts Der Vorstand. 272/20 gez. E. Davidshauser, Borfigender. Tip- Top. Von 4 Uhran: Freikonzert. gez. H. Hertz, Schriftführer. 1. Kaffenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Kajsenangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Otto Pritzkows Nathan Wand Abnormitäten- Ausstellung 129 Stalizerstr. 129. Die schönsten 28582* Herren- Sommer- Paletots in neu und Anzüge joie( pesiell Monats- Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur paffend, speziell Bauchanzüge sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Münzstr. 16. 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Das Gericht hielt diesen Antrag für begründet, sprach den Angeklagten frei und legte die Kosten des Verfahrens famt den dem Angeklagten erwachsenen baren Auslagen mit Einschluß der Verteidigerkosten der Staatskasse zur Last. Maffenantlagen aus§ 158 der Gewerbeordnung find bekanntlich Wie man ein Fuhrgeschäft mit mehreren Gespannen für zehn anläßlich des legten Gürtler- und Drückerstreits gegen Mitglieder Mart erwerben kann, lehrte eine Verhandlung, welche gestern vor fgl. Polizei- Präsidiums. Marktpreise von Berlin am 19. April. Nach Ermittelungen des des Metallarbeiter- Verbandes erhoben worden. Je nach der der 8. Straffammer des Landgerichts I stattfand. Wegen Betruges 17,30-17,28., Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte mittel 17,26-17,24., Schwere" des Bergehens kommen die einzelnen Fälle teils vor dem war der Kaufmann Wilhelm Westphal angeflagt. Auf Roggen), gute Sorte 14,10-14,08 R., mittel 14,06-14,04 m., geringe geringe 17,22-17,20 M. Schöffengericht, teils vor der Straffammer zur Aburteilung. Fast Grund einer Annonce trat der Angeklagte im April v. J. mit der 14,02-14,00. Futtergerste*), gute Sorte 15,80-14,70., mittel 14,60 jede Verhandlung bietet eine Reihe interessanter Momente, die vor Witwe Dannenberg in geschäftliche Verbindung. Diese wollte die bis 13,60 m., geringe 13,50-12,50 M. Safer*), gute Sorte 16,20-15,40%., allem den Beweis liefern, daß die Anklagebehörde mit ganz außerordent Restbestände ihres gesamten Fuhrwesens verkaufen; dieses bestand 45,00-30,00 M. Speilebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Zinsen 60,00-30,00. mittel 15,30-14,60 M., geringe 14,50-13,70 0. Erbsen, gelbe, zum Kochen lichem Eifer auf strengste Sühne auch der allergeringsten Berfehlungen aus sechs Geschäftswagen mit Bespannung. Der Angeklagte trat Startoffeln 10,00-6,50 2. streifender Arbeiter gegen Arbeitswillige bedacht ist. Irgend eine miß von vornherein als vermögender Mann auf, sprach von guten Be Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 M. Eier per Schock 4,00-2,80 m. Richtftroh 5,20-4,50 m. eu 9,00-7,30 M. billigende Aeußerung, ein unüberlegtes Wort, in welchem für gewöhnlich ziehungen, die er angeblich habe, er felbft nannte sich Leutnant der Arbeiter faum eine Kränkung erblidt, genügt, sobald es an der Reserve. Da Frau Dannenberg glaubte, einen zahlungs *) Fret Wagen und ab Bahn.**) 26 Bahn. einen Arbeitswilligen gerichtet ist, um den Streiffrebler auf die An- fähigen Käufer für ihr Fuhrwerk gefunden zu haben, so schloß sie am flagebant zu bringen. Er hat ja, wie es in unserem Paragraphen 4. April v. J. mit dem Angeklagten einen Vertrag ab, nach welchem Deutsch so schön heißt, durch Drohung und Ehrverlegung einen dieser die sämtlichen Fuhrwerte für 2200 m. getauft hatte. Als Ananderen an der Verabredung zur Erlangung günstigerer Lohn- und zahlung leistete er den Betrag von zehn Mart, um twie er bon 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 br. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Arbeitsbedingungen mittels Streits teilzunehmen zu bestimmen" gesucht. fagte den Kauf zu befiegeln. Schon am nächsten Tage ließ Und auf dieses Verbrechen" steht Gefängnisstrafe; eine Geldstrafe läßt der Angeklagte eins der getauften" Fuhrwerke abholen, um es Gütler. Welche Rechte oder Pflichten aus einem Vertrage folgen, ist ohne . 99. Ein solches Recht steht dem Eingezogenen nicht zu. Ernit der§ 153 nicht zu. Freilich übersieht die Anklagebehörde vielfach, zum Schaden der Frau D. auf daß es sich bei dem Kampf in der Gelbmetall- Industrie nicht allein verschwinden Nimmerwiedersehen Kenntnis des Wortlauts des Vertrages nicht zu beurteilen. Wiederholen zu lassen. Als der um einen Streit, sondern zur Hauptsache um eine Aussperrung welchem der Angeklagte Tag herannahte, ant Sie also entweder unter Beifügung einer Abschrift des Vertrages Ihre Andie Restsumme bon 2190 Mart frage oder suchen Sie mit dem Vertrage die juristische Sprechstunde auf. der Arbeiter handelte. Die Voraussetzungen zu einer Strafverfolgung zahlen sollte, stellte es Arm. 1. Ja. 2. Der Wirt geht vor. 3. Rein. 4 Ja. auf grund des§ 153 find also von vornherein nicht gegeben. Barmittel entblößt, den geschlossenen Kaufvertrag nicht innehalten erfazanspruch zu. Es ist Ihnen gegenüber lediglich die Wahrscheinlichkeit, sich heraus, daß diefer, jeder weber gegen den alten noch gegen den neuen Wirt ſteht Ihnen ein SchadenDiesem Umstande ist es denn auch zuzuschreiben, daß die meiſten tonnte. Angeflagten bisher freigesprochen werden mußten. Allein im Laufe gaben, daß der Angeklagte völlig zahlungsunfähig war. Sie ber fomme. Sie hätten sich durch schriftliche Festlegung einer Bustaherung Frau D. zog nunmehr erst Erkundigungen ein, welche er feineswegs aber die Zusicherung ausgesprochen, daß die Fabrit in Betrieb der lezten Tage erfolgten aus diesem Grunde 22 Freisprechungen. langte schleunigst bie Rückgabe des Fuhrwerks, doch ohne Erfolg. fichern müssen, wenn dieser Punft für Sie so wesentlich war. Eine der jüngsten Verhandlungen gestaltete sich besonders inter- Der Angeklagte hatte das Fuhrwert inzwischen weiter veräußert, so taffe. 1. und 2. Ja. G.. 106. Falls Unfallrente gezahlt wird, effant, weil sich dort daß Frau D. gründlich hereingefallen war. Vor Gericht behauptete nein, sonst ja. Der Antrag auf Rüderstattung muß aber innerhalb eines wieder ein Zerrorisierter" der Angeklagte, er wäre seinerzeit wohl in der Lage gewesen, ben ist die durch Wahrnehmung der Kontrollversammlung versäumte Zeit zu Jahres gestellt fein. M. N. Nach§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs im bedenklichsten Lichte präsentierte. Angeflagt war ber Gürtler. eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen. Der von dem Rechts zahlen, gleich viel ob Sie Afterblohn oder Zeitlohn beziehen, es jei denn, wegen Beleidigung und Bedrohung des arbeitswilligen Schloffers anwalt Dr. Braß nach dieser Richtung hin angetretene Wahrheits- mit dem Chef ist eine andere brede getroffen. Lonn. nun durch die Beweisaufnahme fest- beweis mißlang jedoch vollkommen. Der Staatsanwalt beantragte A. R. 34. Unmöglich ist es nicht, daß Ihre Arbeit als öffentlich bemertgestellt, daß der Terrorisierte" mit dem Angeklagten, un mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte erst vor furzer Zeit wegen bare, die Sonntagsruhe störende Arbeit vom Gericht erachtet werden könnte, mittelbar nachdem beide einen harmlosen Wortwechsel gehabt, Betruges und Unterschlagung in zwei Fällen mit fechs Monaten aber trop der wiederholten Siebung des Kammergerichts unwahrscheinlich. gemütlich ein Glas Bier getrunken hat. Als beide fich dann Gefängnis bestraft ist, eine Gefängnisstrafe bon zwei affen Sie es auf ein Vorgehen ankommen. D. B. Sie müssen wie berabschiedeten, ging der Tonn direkt nach dem Polizeibureau und Monaten. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefängnisfeber andere Gläubiger, nachdem die Bollstreckungsklausel auf Sie um denunzierte den Angeklagten wegen der angeblichen Straftat. Gleich strafe von sechs Wochen. gefchrieben ist, Vollstreckung versuchen. G. S. 31. Sie fönnen unter darauf begab sich Tonn aber. nach einer Sneipe, wo Arbeitswillige Schilderung des Sachverhalts, in dem Sie besonders die Verschlimmerung Ob der Garten einer Restauration als öffentlicher Platz anzu betonen, einen Antrag an verkehrten, und dort, der H. habe ihm ja gar nichts getan; sehen unterlag gestern Beurteilung der Straftammer des viel Aussicht hat der Antrag nicht. das Bezirkskommando richten. Freilich er hätte ihn nur beshalb bet der Polizei denunziert, um ihn falle sangerichte II. R38bber Steichs- Gewerbeorbning bedürfen Belspiele aur Grrichtung eines wechſelſeitigen Leſtaments finden fie und halber" mal gründlich hineinzulegen. Trotzdem beantragte der gewerbsmäßige Mufitaufführungen und ähnliche Luftbarkeiten auf auf ben legten Seiten des bem Arbeiterrecht beigefügten Führers. Staatsanwalt eine Woche Gefängnis Das Gericht war aber mit öffentlichen Straßen und Pläßen der Erlaubnis der Ortspolizeibehörde. ist es unmöglich, die rechtlichen Folgen von Erbeinfegungen, Legaten usw. E. W. Lorenzftr. 63. Dhne Kenntnis des Wortlauts eines Teftaments dem Verteidiger Dr. Heinemann der Meinung, daß der Aussage Der Angeflagte hatte in seinem Restaurationsgarten ohne eine solche au beurteilen. bes ,, offenbar höchst charakterlosen" Beugen Lonn, er fei von Erlaubnis und sogar gegen das polizeiliche Verbot Mufilaufführungen Sie. 8. Ste tönnen Niederschlagung beantragen. R. 100. 1. 2. 8ur 8ahlung verpflichtet find dem Angeklagten beleidigt und bedroht worden, unter diesen Um- gewerbsmäßig veranstaltet, weshalb er megen Vergehens gegen die Baisenhausverwaltung müßte erst auf Bahlung flagen. 4. Die Dresdener ständen nicht so viel Glauben beizuressen sei wie der gegenteiligen Gewerbeordnung unter Anklage gestellt wurde. Justizrat Leop. Meyer Mit Ablauf eines Jahres nach der Anzeige des Fundes bei der Polizei23. W. 27. Behauptung des Angeklagten. Es sei daher auf Freisprechung bestritt im Termin, daß eine Restauration oder Teile desselben, wie behörde erwerben Sie das Eigentum an der Sache. Bar der gefundene vorliegend der Restaurationsgarten, ein öffentlicher Blaz wäre. Gegenstand nicht mehr als 3 Mr. wert, so würden Sie mit Ablauf eines Wie man mit Streifpoften verfährt, das zeigte sich fürzlich wieder vielfach bezeichne das Gesetz die Restauration wohl als öffentlichen Jahres nach dem Funde Eigentümer. M. M. 1000. 1. Ja. 2. Nein. recht drastisch in einer Verhandlung gegen den Gürtler H. Dieser Versammlungsort, z. B. beim Verbot des Duldens von Glücks- trake 12. Da Sie nicht fofort die vielleicht in der erregten Redewendung Bezirk. Leider ist die Herrschaft im Recht. Nigdorf, Pannier dvar einige Wochen während des Streits frank. Er wollte spielen; aber niemals werde das Restaurant als öffentlicher Platz bes Wirts liegende sündigung angenommen haben, so würden Sie vom nun eines Tages nach dem seiner Wohnung gegenüberliegenden angefehen. An dieser Auffassung habe auch das Oberverwaltungs- Gericht zur Mietszahlung verurteilt werden, wenn Sie jest ziehen. Fordern Bureau der Krankenkasse, um sich Krankengeld zu holen. Bevor er gericht im Gegensatz zu der früheren Rechtsprechung des Kammer Sie den Wirt auf, innerhalb fünf Tagen die versprochene Streichung bejedoch hinging, stand er noch ein Weilchen in der Haustür des von gerichts, welches erst neuerdings zu derselben Ansicht sich wirken zu lassen, drohen Sie, daß nach fruchtlojem Ablauf der Frist Sie thm bewohnten Hauses. Ein Schußmann ſieht's, fommt auf bekehrt habe, stets festgehalten. Der Verteidiger beantragte das Streichen auf feine Stoften ausführen würden und führen Sie diese ihn zu und fordert ihn zum sofortigen Verlassen seines Standortes daher nicht nur die Freisprechung des Angeklagten, sondern flagende Teil im Chefcheidungsprozeß bedarf der Hülfe des Anwalts. De Drohung aus. G. 1. 100. Nein. Duberarberstr. 100. Der auf, weil er in ihm einen Streitposten er blidte. auch die Uebernahme der Verteidigungskosten auf die Staatstaffe, betlagte Teil braucht sich nicht vertreten zu laffen, will er aber Red te Alles Protestieren nügte nichts, und als der Angeklagte sich schließlich weil der Angeklagte als Laie außer stande gewesen wäre, gegenüber( Widerspruch, Gegenffage u. bgl.) geltend machen energisch weigerte fortzugehen, wurde er von dem Schußmann oben- der zu Unrecht wider ihn erhobenen Anklage diese Rechtslage dem mie jede vor dem Landgericht lagende Partei der Hülfe des Anwalts. Es wurde erkannt worden. 9 Start Rt. Nein. er 00 aled siw BAER SOHN W Ausverkauf frühjahr- Paletots Restbestände mit Mingeln 12, 8., 5.-M. 6190 Chausseestrasse 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 2018 zwischen Invalidenstr. u. Schiller- Theater N. zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr. Ecke Koppenstrasse( am Bürger- Hospital) es 188 Spezialhaus und Fabrikation grössten Massstabes. 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Die Zeit vor Ostern ist für den Kirchenbesnch eine sehr günstige; mehr als zu anderen Zeiten fühlen sich die Gläubigen veranlaßt, zur Kirche zu gehen. Es kommen nach der Lehre der christlichen Religion die heiligsten Tage, die Leidenszeit Christi bis zu seiner Auferstehung am Ostermorgen, und ein gläubiger Christ versätlmt nicht, um diese Zeit seine Andacht in der Kirche zu halten. Man sollte also meinen, die Kirchen seien überfüllt und nur mit Mühe könne man einen Sitzplatz finden. Das Gegenteil ist der Fall, der Kirchenbesuch ist in Berlin sehr schwach. In einer Reihe von Kirchen haben wir die Besucher an den letzten beiden Sonntagen gezählt. Au genommen im Westen Berlins, dem Viertel der reichen Leute, wurden die Predigten meist vor leeren Bänken gehalten. Wo viel mehr als tausend Personen Platz finden könnten, sind oft kauni hundert zu zählen. Sonntag, den 9. April, waren beim Vormittagsgottesdienst in der Jerusalemer Kirche nicht mehr als 90 und einige Personen, in der Petri-Kirche etwa 80, in der Simeons-Kirche 160 und in der Jakobi-Kirche 120 bei sammen. Am Sonntag, den 16. April, ebenfalls beim Vormittagsgottesdienst, saßen in der Heiligen Kreuz Kirche etwa 400 Personen. Je weiter man nach dem Westen kam. desto mehr füllten sich die Kirchen. In der Lutherkirche waren über 600, in der Apostelkirche 300, in der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche über 1000 Personen anwesend, zum größten Teil Damen, die in ihren Frühjahrstoiletten einen glänzenden Anblick boten. Die Männer und Jünglinge waren in den Kirchen im Westen verhältnismäßig stärker vertreten als in anderen Stadtteilen. Gewöhnlich konnte man beob achten, i>aß über zwei Drittel des Besuches aus Frauen und Kindern und ein schwaches Drittel aus Männern und Jünglingen bestand. Wir wollen schärfere Kritik nicht an diesem Kirchenbesuche selbst üben, nicht von denen erzählen, die aus Amts-, Standes- oder Geschäftsrücksichten einen Sitz erworben haben, nicht von denen, die ein Schläfchen machen oder von denen, die mit Kleidern und Hüten prunken wollen. Man möchte es leicht übel deuten, denn es gibt auch Leute, die wirklich der christ lichen Andacht und Erbauung bedürfen und sie sollen ungestört bleiben. Das ist ihre Privatsache und wir wollen„niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben". Aber es gibt offenbar zu viele Kirchen in Berlin, 60 evangelische und 8 katholische, sowie viele Kapellen und Bethäuser. Trotzdem plant man immer noch mehr Kirchen. Die„Kreuz-Zeitung" berichtete vor einigen Tagen, daß sie gehört habe, für die Auferstehungs-Gemeinde solle auf dem Petersburger Platz eine neue Kirche gebaut werden. Wenn die Gläubigen ihre Kirchen selbst bauen und erhalten müßten, würden sie bald davon überzeugt sein, daß Berlin schon zu viele Kirchen hat.— Da haben die reichen Amerikaner und Engländer, die in Berlin leben, ihre eigene Kirche auf dem Nollendorf-Platz, eine schöne Kirche, aber es ruhen noch 15 000 M. Schulden darauf, nach einer öffentlichen Bekanntmachung und Bitte um Beisteuern. Diese Kirche ist ganz auf fteiwillige Beiträge der durchreisenden Amerikaner und Engländer angewiesen und will keiner be stimmten Sekte angehören, praktischerweise, denn es gibt 157 verschiedene Kirchensekten in den Vereinigten Staaten. Ihre Glaubensartikel sind die Bibel und das Glaubensbekenntnis der Apostel, und darauf können die Angehörigen aller Sekten ihren Dollar beisteuern, so wird erwartet. Postesel-Christcntum. Die Postesel bringen einen Karfreitags- Artikel, an dessen Schluß es heißt:„Möge der geweihte Tag dazu beitragen, daß die durch kirchliche oder politische Anschauungen Ge- trennten die Mahnung beherzigen:„Liebe, hast du es geboten— Kalten Herzen l ic be v o l l." Dicht unter diesen liebevollen Zeilen beginnt die übliche Liebes- erklärung an die fff Sozialdemokratie mit folgenden Worten: „In welchem Maße die immer herausfordernder sich gebärdende freche Dreistigkeit der umstürzlerischen Elemente bei uns zu Lande angesichts der Symptome von Erschlaffung der Moral und der Energie des Widerstandes in weiten bürgerlichen Kreisen zunimmt, das zeigt sich usw. usw." Daß die Postesel das ganze Jahr hindurch täglich zweimal ihr Teil tun, damit der selige Herr v. Stumm sich im Grabe um- drehe, ist nicht schön, aber bei der Behandlung, die er ihnen zu seinen Lebzeiten hat zuteil werden lassen, begreiflich. Zum Kar- freitag hätten die Postesel an ihrem einstigen Brotgeber aber christlich handeln sollen._ Ein Nachspiel zur Domweihe gab eS Mittwoch abend in der bei Dräsel abgehaltenen General- Versammlung des LokalvereinS der Maurer. Dem Borstande war nämlich bekannt geworden, daß einige Mitglieder der Organisation an dem Festessen teilgenommen hatten, das von der Dombau Verwaltung am 17. März in den Germania-Sälen für die beim Bau tätig gewesenen Arbeiter veranstaltet worden war und daß sie sich dort auch an den bei solchen Anlässen üblichen Hochs beteiligt hatten. Wie in der Versammlung mitgeteilt wurde, sollen organisierte Zimmerer bei der Einweihung des Domes mit der Sammelbüchse in der Hand herumgestanden und Almosen- groschen für die innere Mission eingesammelt haben•, etliche sind mit einem Allg. Ehrenzeichen bedacht worden. Vorstand uns Ausschuß empfahlen nun der Versammlung, die in Betracht kommenden Mit- glieder für die Dauer eines Jahres aus der Organisation aus- zuschließen. Ueber diesen Antrag entspann sich eine lebhafte Debatte. ES wurde von den Befürwortern des Ausschlußantrages gesagt, daß man mit Kollegen, die ihre bisherige Ueberzeugung für ein warmes Abendbrot verkauften, bis auf weiteres keine Gemein- schast haben könne. Solchen Leuten sei am Ende auch zuzutrauen, daß sie bei gegebener Gelegenheit auf ihre Arbeitsbrüder oder auf Vater und Mutter schössen. Andere Redner waren gegen den Ausschluß und traten für eine öffentliche Rüge ein, doch verurteilten sie ebenfalls das Verhalten der Festteilnehmer auf das schärffte. Mehrere der Angeschuldigten waren in der Ver- sammlung anwesend. Einer von ihnen bedauerte sein Verhalten an dem„Theater"; er habe sich weiter nichts dabei gedacht und fei nur wegen der ,. P r ä p e l e i" hingegangen. Bei den Hochrufen hätten sich die meisten Festgenoffen einen guten Happen Fleisch in den Mund gestopft! sie hätten somit nicht rufen, sondern nur grunzen können. Diese Entschuldigung trug sehr zur Erheiterung der Ver- sammlung bei. Ein anderes Mitglied sagte offen, daß er mit voller Ueberlegung zum Fest gegangen sei, er fühle sich nach Feierabend nicht mehr an seine Tags über bekundeten politischen und gewerkschaftlichen Grundsätze ge- bunde».(I) Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Vorstandes auf einjährigen Ausschluß gegen eine starke Minderheit, die sich für eine öffentliche Rüge erklärte, angenommen. Zunächst sind zwölf Personen ausgeschlossen worden; der Beschluß hat aber auch Geltung für die bisher noch nicht bekannt gewordenen Fest- teilnehmer. Wir sind der Anficht, daß die Angelegenheit sich wohl hätte verständiger erledigen lassen als durch den tvenn auch nur zeit- weiligen Ausschluß aller an der Feier beteiligten Personen; selbst in einer Gewerkschaft wie der der lokalorganisierten Maurer, von der wir wohl wissen, daß sie im Gegensatz zu den neutralen zentral- organisierten Gewerkschaften bei allen ihren Mitgliedern völliges Klassenbewußtsein im sozialdemokratischen Sinne voraussetzt. Immerhin aber wollen wir den guten Leuten im bürgerlichen Lager, die jetzt wieder das gewohnheitsmäßige Geschrei über sozialdemo- kratlschen Terrorismus erheben sollten, gleich unter die Nase reiben, daß das Verfahren der Maurerorganisation noch milde ist im Vergleich zu den in Kriegervereinen alltäglich beliebten Maßnahmen. Diese nennen sich unpolitisch, schließen aber unbarmherzig jeden dauernd aus, der seine Interessen in einer fteien Gewerkschaft versieht, mag der Mann auch durch jahrzehntelange Beitragszahlungen sich ein An- recht auf die Unterstützungskasien erworben haben. Handeln sozial- gemokratische Arbeiter in ihren Organisationen mit annähernd gleicher Strenge, so können sie sich mit Seelenruhe auf das in den muster patriotischen Vereinen geübte Verfahren berufen. Haeckel und der kluge Hans. Haeckel hat während seines Berliner Aufenthaltes auch dem klugen Hans eine Visite gemacht. Er erschien in Begleitung seines Assistenten auf dem Hofe und ließ sich von Herrn v. Osten den Hengst vorführen. Der kluge Hans zeigte seine Rechen- und Lesekünste, las die Zeit von der Taschen, uhr ab und gab die Farben richtig an. In Wwescnheit des Be, sitzers beantwortete er einige Fragen des Begleiters Professor Haeckels richtig und andere falsch. Professor Haeckel sprach am Schluß seinen Dank für die Experimente aus. Er betonte im übrigen, daß die Pferde vor anderen Tieren sich besonders durch Gedächtnis und scharfe Beobachtungsgabe auszeichnen. Gerade diese letzte Eigenschaft sei bei dem klugen Hans hoch entwickelt. Ein ab- schließendes Urteil über die Befähigung des Pferdes könne man aber erst geben, wenn eine längere Zeit der Beobachtung voran, gegangen sei. Die Lieferung der Pflanzen für den botanischen Unterricht soll in den Berliner Schule» diesmal sofort nach Ostern beginnen. Das ist möglich, weil das Osterfest in diesem Jahre so ungewöhnlich spät fällt. In anderen Jahren hatten die Schulen im botanischen Unter, richt sich manchmal noch einige Wochen hindurch ohne Pflanzen be- helfen müssen. In der ersten halben Woche nach den Osterferien, an den drei Tagen vom 27. bis 29. April, sollen als erste Gaben des jungen Lenzes die folgenden Pflanzen geliefert werden: für die Volksschulen Spitzahorn, Feldrüster, Flatterrüster und Leberblume; für die höheren Schulen außerdem noch Blau- stern und Veilchen. Für die Beförderung der Pflanzen von den Gärten der städttschen Parkverwaltung nach den Schulen werden von jetzt an neugebaute Wagen benutzt werden, die zweckmäßiger eingerichtet sind und eine größere Haltbarkeit der Pflanzen erwarten lassen. Jahre hindurch war es von Lehrern des botanischen Unterrichts als sehr ärgerlich empfunden worden, daß die ihnen für ihre Schüler zur Verfügung gestellten Pflanzen manch mal schon bei der Anlieferung recht unansehnlich waren und an warmen Tagen rasch hinwelkten, so daß sie im Unterricht leider nicht mit vollem Nutzen verwendet werden konnten. Die jüngsten großen Markthallendiebstähle in der Markthalle II, über die wir berichteten, werden noch ein Nachspiel finden. Von den Standinhabern werden nämlich angesichts der sich immer mehr häufenden Diebstähle Schritte unternommen, um eine Revision der Markthallen-Ordnung und eine bessere Bewachung der Stände zu erzielen. Schadenersatzklagen von Standinhabern gegen die Markt, hallenverwaltting für gestohlene Waren wurden bisher abgewiesen, weil sich die Hallenverwaltting auf einen Paragraphen der Martt, hallen-Ordnung beruft, der die Schadensersatzpflicht ausschließt. Von den Standinhabern wird nunmehr im Verwaltungsstrcitverfahren die Ungültigkeitserklärung dieser Verordnung verlangt werden, weil es den Standinhabern während der Nachtzeit unmöglich ist, ihre Stände selbst zu bewachen Der Sparverein„Osten", der vor siebzehn Jahren draußen vorm Frankfurter Tor gegründet wurde und im Laufe der Zeit bei der fortschreitenden EntWickelung dieses Stadtteiles einen Mitglieder- bestand von rund 20 VVO zumeist der Arbeiterklasse an- gehörenden Personen zusammengebracht hat, soll jetzt eine Um- gestaltung über sich ergehen lassen, die sich nicht ganz schmerzlos vollziehen zu wollen scheint. Der Verein soll in eine Gesell- schast mit beschränkter Haftung verwandelt werden, aber das Verfahren, das die Macher dabei befolgen, erregt lebhafte Unzufriedenheit im Kreise der Mitglieder. Um juristische Rechte zu erlangen, war schon im Jahre 1902 vom Vorstande des Vereins sowie von Mitgliedern eine Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht gegründet worden, doch sollte diese— gemäß dem mit dem Verein abgeschlossenen Vertrage— die Geschäfte des Vereins ans dessen Rechnung und ohne eigene Gewinnbeteiligung führe». Dieser Vertrag ist jetzt dahin abgeändert worden, daß die Genossenschaft mit belchränkter Haftpflicht künftig die Geschäfte des Vereins auf ihr es eigene Rechnung führen soll. Eine solche Umgestaltung ist ja aus dem Gebiete des Rabattsparwesens nicht neu, und wo sich in der Dclegiertenversammlung eine Mehrheit dafür findet, da wird die Minderheit sich fügen müssen. Nun wird aber behauptet, daß die letzte Delegiertenversammlung des Sparvcreins„Osten", die die Um Wandlung beschlossen hat, dem neuen Verttage nicht mit der satzungsge mäßen Stimmenzahl zugestimmt habe. Infolgedessen wollen Gegner der Umwandlung die'Mitglieder zum Wider st and aufrufen. Zu diesem Zweck sollen in nächster Zeit Versammlungen veranstaltet werden, in denen das bei der Umwandlung eingeschlagene Verfahren beleuchtet werden soll. Wir wollen ab- warten, wie der Zwist, der da ausbrechen will, enden wird. Neu- gierig sind wir nur darauf, welche Haltung diesmal die Mittelstands- presse einnehmen wird. Die Leute, die sich jetzt die Geschäfte des Vereins„Osten" haben übertragen lassen, sind nämlich keine Arbeiter, sondern Geschäftsleute und Beamte. Für das Osterfest sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Konfitürenhandlungen und Konditoreien hier am ersten Feiertag nur bis 19 Uhr vormittags verkaufen dürfen. Zum Fall Jacob, der durch die Neuankundigung von Vor- lesungen des durch seine Tuberkulin-Jmpfungen bekannten Profeffors wieder aktuell geworden ist, hat der Hauptbeteiligte, nämlich Prof. Jacob, jetzt selbst Stellung genommen. Von den Anhängern der Naturheilkunde war zu gestern abend ein« Protestversammlung gegen die Jacobsche Lehrtätigkeit einberufen worden, zu der auch Professor Jacob eine Einladung erhielt. Diese Einladung hat Jacob mit einem Schreiben beantwortet, in dem er mitteilt, baffer keine Veranlaffung habe, sich vor der Versammlung zu rechtfertigen, da der Staats- anwalt das Verfahren gegen ihn nach eingehender Prüfung ein- gestellt habe. Er wolle demnächst in einer Schrift beweisen, daß die Beschuldigungen gegen ihn böswilliger Natur sind. Bisher habe er auf alle Angriffe geschwiegen, um dem Gang der Untersuchung nicht vorzugreifen; jetzt wolle er aber in der erwähnten Schrift sein Verhalten rechtfertigen. In der Versammlung, die bei Buggen- Hägen tagte, wurde nach Referaten der Herren Schirrmeister, Gerling und Canitz eine gegen Herrn Jacob gerichtete Eingabe an den Kultus- minister beschlossen. Die Dampfschiffahrt auf der Oberhavel und dem Tegeler See wird von der Spandauer TampfschiffahrtS- Gesellschaft am 1. Mai eröffnet. Der neue Fahrplan sieht eine vermehrte Zahl von Fahrten vor. Am IS. Mai wird auch die Linie Tegel— Saatwinkel— Valentinswerder— Spandau und Pichelsdorf— Schildhorn auf der Unter- Havel eröffnet. Für die Sonn- und Feiertage find vermehrt« Fahrten vorgesehen. Ter Fall von Genickstarre» der, wie wir mitteilten, sich in Rix- darf ereignet hat, ist jetzt auch amtlich festgestellt worden. Bis zur letzten Stunde tvaren noch Zweifel vorhanden, ob die Hebamme Schulze tatsächlich an Genickstarre verstorben sei. Gestern ist nun, wjc wir hören, den Hinterbliebenen die amtliche Mitteilung gemacht worden, daß es sich um einen Fall der wirklichen Genickstarre ge- handelt hat. Die Maßregeln, die infolgedessen die Medizinalbehörde zum Schutz gegen Ansteckung angeordnet hat, werden nunmehr voll- kommen durchgeführt werden. Zum Raubmordversnch in der Wilhelmstraße 134 wird gemeldet: Der Hund der Überfallenen Frau Krause hat sich noch immer nicht wieder eingefunden. Mittwoch abend um 19 Uhr und gestern früh wieder sollte er in der Nähe des Hauses gesehen worden sein, gestern mittag aber wurde festgestellt, daß eine Verwechselung vorlag; der gesehene Hund gehört einem Möbclhändler. Das vermißte Tier ist auch dem Tierschutzverein noch nicht eingeliefert, also noch nicht aufgegriffen. Es ist ein noch junger Hund, eine hellgelbe deutsche Dogge mit ungewöhnlich langem Hals und etwas krummen Hinterbeinen. Der entkommene Räuber ist auch noch nicht ermittelt. Mehrere Zeugen haben gesehen, wie er mit einer Hand in der Tasche eilig das Haus verließ. Wahrscheinlich hat er das Werkzeug, mit dem er die Pfandleihcrin schlug, in der Tasche und im Aermel verborgen gehalten. Dieses Werkzeug mutz nach übereinstimmenden Gutachten mehrerer Aerztr stumpf sein und kann nicht sehr lang sein, weil er es sonst nicht hätte verbergen können. Nachforschungen der Kriminalpolizei und Zeugenvernehmungen dauerten die ganze Nacht hindurch und den gestrigen Tag über fort. Eine neue Maß- rcgel war die, die Bekanntmachung mit der Belohnung und der Beschreibung des Täters noch vor dem öffentlichen Anschlag in den Kaschemmen auszuhängen. Gestern vormittag sollte ein Versuch mit einem Polizeihund gemacht werden, der sich in der AuS- stellung in der Hasenheide befindet. Der Besitzer wurde aber ver- hindert. Das Befinden der schwerverletzten Frau Krause hat sich nicht verschlechtert. Es besteht eine leise Hoffnung, sie am Leben zu erhalten. Eine KindeSleiche ist in der Nacht zum Donnerstag auf dem Rangierbahnhof Friedrichsfelde in einem Südringwagen dritter Klasse gefunden worden. Als ein Bahnarbeiter mit dem Reinigen des WagenS beschäftigt war, fand er hinter dem Heizrohr die Leiche eines neugeborenen Mädchens welche in Papier und Leinen eingeschnürt war, versteckt. Näheres über die Angelegenheit ist noch nicht bekannt geworden. Nach großen Unterschlagungen ist der Kassierer des Vereins der Bahnsteigschaffner und Portiers im Staatseisenbahndienst, namens Schlecse, flüchtig geworden. Er hat, soviel bis jetzt fest- steht, zirka 6999 M. in Staatspapieren, und zwar preußischen Z�hprozentigen Konsols mitgenommen. Die Flucht ist seit langer Zeit vorbereitet, so daß es schwer halten wird, des Verbrechers habhaft zu werden. Seine Familie, Frau und sieben Kinder, hat der un- getreue Kassierer in großer Not in Berlin zurückgelassen. Der Eni- schluß zur Flucht muß ihm dagegen doch, plötzlich gekommen sein, denn er hat Sparkassenbücher über 5999 M. unberührt im Geldschrank liegen lassen. Der Verein der Bahnstcigschasfner und Portiers, der seit zirka 19 Jahren besteht, hat sofort der Staatsanwaltschaft Kenntnis gegeben und gleichzeitig eine außerordentliche General- Versammlung für Anfang Mai nach Berlin einberufen, in der eine schleunige Aenderung der Geschäftsordnung für de» Vorstand be- schlössen werden soll. Die Unterschlagungen sind nur möglich gewesen, weil in der Tat fast jede Kontrolle fehlte. Der Kassierer hatte die Verwaltung der gesamten Gelder in der Hand, die er in seiner Wohnung aufbewahrte. So war eS ihm ein Leichtes, sich die Beträge anzueignen. Wohin sich der Flüchtige gewandt hat, ist noch nicht bekannt, man vermutet aber, daß er ins Ausland ge- gangen ist. Ter Kanonier Kehlinger von der 2. Batterie des 1. Garde- Feldartillerie-Regiments sollte sich, wie bereits mitgeteilt, am Dienstag wegen Diebstahls vor dem Kriegsgericht verantworten. K. entfernte sich am Montag aus der Kaserne in der Absicht, nach dem Ausland zu flüchten. Seine Bemühungen, sich einen Zivilanzug zu verschaffen, schlugen jedoch fehl und gestern, Donnerstag, wurde der Deserteur in der Königgrätzerstraße von einem Schutzmann an- getroffen und verhaftet. Die Verhandlung findet nunmehr Sonn. abend statt. Unglückliche Liebe hat die 39 Jahre alte Krankenwärterin Klara CurS aus der Havelbergcrstr. 33 in den Tod getrieben. Sie hatb seit 1'/„ Jahren ein Verhältnis mit einem Kaufmann. Weil diese» jetzt nichts mehr von ihr wissen wollte, nahm sie Lhsol und wurd» von einer Freundin, der sie ihren Sclbstinordplau mitgeteil hatte, in ihrer Wohnung tot aufgefunden. In einem hinterlasseneu Briefe bat sie ihren Geliebten, die 1990 M., die sie ihm geborgt habe zu benutzen, um sie beerdigen zu lassen und ihr einen Denkstein zu errichten. Eine Einbrecherbande, die seit einigen Monaten besonder? Schankwirtschaften gewerbsmäßig und mit großer Frechheit heim- suchte, wurde nach langen und mühsamen Beobachtungen von de» Kriminalpolizei unschädlich gemacht. Die Beamten überwachten den ganzen Hausierhandel und stellten so fest, daß einzelne Beutestück- aus 17 Einbrüchen verkauft wurden. Indem sie den Händler» auf Schritt und Tritt folgten, ermittelten sie auch ihr- Lieferanten und endlich in einem Hause in der Neuer Schvnhausersttaße auch die Hauptdiebe, alte, oft bestrafte Em brechcr, namens Schulz und Müller. Diese wurden nun wiede» so lange beobachtet, bis es gelang, sie mit den Helfers Helfern auf frischer Tat zu ertappen und festzunehmen. Eine ganze Reihe von Diebstählen rämnen sie auch ein. Die meisten führten Schulz und Müller allein aus. Die Bande arbeitete init den besten Geräten, bohrte mit Leichtigkeit die Türen auf und ging auch durch die Decken. Daß die alten Sünder, die jetzt alle fünf dein Unter- suchungsrichter vorgeführt wurden, außer Schankwirtschaften auch andere Geschäfte zur Nachtzeit besuchten, verrät ein Ballen Damen- kleiderstoff, den man bei ihnen fand und über dessen Herkunft ft nichts sagen wollen. Es sind 52 Meter graukarrierter Stoff, Mark- Ellida II Nr. 8267. Der Eigentümer loird am besten Auskunst geber können, wo und wann der Ballen gestohlen ist. Fcuerbericht. In der Zwischenzeit hatte die Wehr an mehreren Stellen zu tun. Nach der Chausseestratze 53 wurde sie gerufen, weil dort in einem Lagerraum Feuer ausgekommen war, das allerlei Verpackungsmaterialien ergriffen hatte.— Kleidungsstücke, Decken und so weiter gingen dann in der Andreasstr. 26 in Flammen auf, während in der Lindenstraße 198 Papiermassen brannten.— In der Fennstraße 45 mutzte ein Feuer abgelöscht werden, das in der Lackfabrik von Warnecke u. Böhm entstanden war.— Gegen Abend hatte der 19. Löschzug in der Leipzigerstrahe 99 und der 29. Lösch- zug in der Neuen Roßstraße 17 zu tun. Hier hatte der Inhalt eines Schaufensters, dort die Schaldecke Feuer gefangen. In beiden Fällen konnte die Ablöfchung in kurzer Zeit erfolgen.— Die übrigen Alarmierungen, die noch in den letzten 24 Stunden aus der Koppenstraße 29 und noch aus einigen anderen Orten einliefen, waren auf ganz geringfügige Anlässe zurückzuführen. Große Berliner Kunstausstellung. Auch am Ostersonntag, dem Eröffnungstage der Ausstellung, sowie am Ostermontag beträgt das Eintrittsgeld 59 Pf. DaS Konzert im Parke beginnt während der drei Osterfeiertage bereits um 4 Uhr nachmittags. Die internationale Ausstellung künstlerischer Photographien, welche in der königlichen Akademie der Künste, Potödamerstr. 129 stattfindet, ist bis auf weiteres an Wochentagen von 10— 5 Uhr und an Feiertagen von 10— 4 Uhr zugänglich. Die Ausstellung vereinigt Werke der hervorragendsten Kunstphotographen aller Länder, wie sie in einer solchen Vollständigkeit und Auswahl mustergültiger Einzelleistungen hier noch nicht gezeigt wurde, man glaubt nicht mehr Photographien sondern eim: erlesene Sammlung von Reproduktionen nach Gemälden, Handzeichnungen und Radierungen vor sich zu haben. Die wissenschaftlichen Kurse zum Studium des Altoholismus finden nicht, wie auf den Zirkularen angegeben, im Baracken- Auditorium der Universität, sondern im Hörsaal 50 der Technischen Hochschule Charlottenburg, Berlinerstrahe 151 k Eingang Er Weiterungsbau) statt. Kaninchen-Ausstelkung. Heute vormittag S Uhr findet die Er. öffnungsfeier in den Glashallen des Buggenhagenschen Etablissements am Moritzplatz statt. Ter neue Botanische Garten in Dahlem ist, wie an allen Sonntagen, von 2—7 Uhr nachmittags am 1. Osterfeiertag geöffnet. dagegen am 2. geschlossen. Vorort- JSacbncbtcn. Die Auslegung der Wählerlisten in Landgemeinden. Nach den Bestimmungen der Landgemeinde-Ordnung ist die regelmäßige Führung einer Liste der Stimmberechtigten vorgeschrieben. die von dem Gemeindevorsteher alljährlich im Monat Januar zu berichtigen ist. Daß die Offenlegung dieser Listen alljährlich zu er- folgen hat, ist nach den Bestimmungen der Landgemeinde-Ordnung unzweifelhaft. Es war auch üblich, daß diese Stimmberechtigten- Liste in der Zeit vom 15. bis 30. Januar alljährlich ausgelegt wurde. Nur in einzelnen größeren Landgemeinden wurde in den letzten Jahren die Auslegung unterlassen. Gegen diesen offenbaren Verstoß legte Parteigenosse Freiwaldt- Pankow bei dem Landrac des Kreises Niederbarnim Beschwerde ein. Diese Beschwerde wurde seltsamerweise mit folgender Begründung abgewiesen: „Der K 89 Absatz 2 der Landgemeinde-Ordnung bestimmt nur, daß eine Gemeindegliederliste von dem Gemeindevorsteher zu führen und alljährlich im Monat Januar zu berichtigen ist. Auf Grund dieser Liste wird dann in denjenigen Jahren, wo regelmäßige Er- aänzungswahlen zur Gemeindevertretung stattzufinden haben, die Gemeindewählerliste aufgestellt und in dem Zeitraum vom 15. bis 30. Januar zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegt(Z§ 55 und 56 Landgemeinde-Ordnung, Abschnitt B der AuSstihrungSanweisung I zur Landgemeinde-Ordnung). Daß die Auslegung einer„berichtigten* Gemeindewählerliste alljährlich erfolgen muß, ist weder in der Landgemeinde-Ordnung »och in der vorbezeichneten ministeriellen AuSführungSanweisung vorgeschrieben." Diese landrätliche Auffassung ist unhaltbar und steht apch im schroffsten Gegensatz zu den Urteilen der berufensten Kommentatoren der Landgemeinde-Ordnung. Die Entscheidung des Landrats würde zur Folge haben, daß bei außerordentlichen Ergänzungswahlen auf Grund der alten Wählerlisten gewählt werden müßte, da jede öffentliche Kontrolle und jedes Einspruchsrecht wegfällt, wenn die von dem Genieindeborsteher„berichtigte" Liste geheim geführt wird. Unsere Parteigenoffen in Pankow werden diese Frage zur prinzipiellen Entscheidung nötigenfalls bis vor das OöerverwaltungSgericht bringen._ Charlottenburg. Der Wahlverein Charlottrnburg hielt feine ordentliche Generalversammlung am Dienstag ab. Zunächst hielt Gen. Eduard Bern st ein einen Vortrag über das Thema:„Wird die Revolution in Rußland eine Rückwirkung auf Deutschland haben?' Nach einer interessanten Schilderung der russischen Ver- Hältnisse kam der Redner zu dem Schluß, daß die gegenwärtige revolutionäre Bewegung den Sturz des autokratischen Despotismus und eine sehr weitgehende Selbstverwaltung der zu Rußland ge- hörenden Völker herbeiführen muß. Eine solche Selbstverwaltung z. B. in Russtsch-Polen macht dann ein Aufhören mit der kurz- sichtigen Polenpolitik in Preußen zur unbedingten Notwendigkeit. Die Hebung der allgemeinen sozialen Verhältnisse, die mit einer politischen Revolution verbunden ist, wird die Auswanderung der russischen Arbeiter einschränken und dadurch die wirtschaftliche Existenz unseres überflüssig gewordenen ostelbischen Junker- tums untergraben. Weiter können wir hoffen, daß die Ein- führung des Wahlrechts in Rußland, selbst nur in der Form, wie es dort die gemäßigten Liberalen verlangen, das Weiterbestehen des preußischen Dreiklassenwahlunrechts zur Unmöglichkeit macht. Von der revolutionären Bewegung in Rußland können wir deshalb für die ganze Welt und für ünS nur das Beste erwarten, es ist unsere Schlacht die drüben geschlagen wird. Nach dem mit sehr lebhaftem Beifall aufgenommenen Bortrag erteilte der Kassierer Müller den Kassenbericht über das ab- gelaufene Quartal. Die Einnahmen betrugen 2380,27 M. fein- schließlich des Bestandes von 414,89 M. bei der letzten Abrechnung). die Ausgaben betrugen 2015,93 M., wovon 1686,84 M. an die Zentralkasie des Kvcises abgeführt find. ES verbleibt demnach ein Bestand von 364,34 M. Es folgte die Aufnahme neuer Mitglieder, an welche sich die Verlesung der Bcrufsstatistik der Mitglieder schloß. Unter Vereinsangelegenheiten teilte der Vorsitzende Gen. Schmidt mit, daß der Bezirksführer deS ersten Bezirks. Gen. D i e tz, seinen Posten niedergelegt hat, an seine Stelle hat der Be- «irk den Genoffen S p ö r e r gewählt; diese Wahl wird ohne Wider- spruch bestätigt.— Ueber einen Antrag des Genossen K u n s ch t e, das von der vorigen Generalversammlung wegen seines Bekenntiiiffes zum Anarchismus ausgeschlossene Mitglied Schweizer wieder aufzunehmen, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Genosse G r i x führt Klage über die Vorortbeilage, die nicht entfernt mit der vor einiger Zeit vom Genossen G o e r k e heraus- gegebenen„Laterne" zu vergleichen sei. Die Schuld mißt er den in Charlottenburg wohnenden Akademikern bei, die offenbar lieber ftir andere Blätter, als für den„Vorwärts" arbeiten. Genosse D i e tz hält die Klagen über die Vorortbeilage für ver- ftüht, da sie sich erst entwickeln müsse. Er teilt mit, daß der erste Bezirk beim Vorstande beantragen werde, dafür zu sorgen, daß ein besonderer Berichterstatter für Charlottenbura angestellt werde. Ge- nosse S a b l o tz k i begrüßt diese Anregung sympathisch; jetzt sei die Borortbeilage durchaus keine Verbesserung gegen früher. Rixdorf. Ein Rixdorfer Wilhelm Tell. Ein unhesinkicher Kunstschütze treibt seit einiger Zeit in der Kaiser Fricdrichstraße in Rixdorf sein Unwesen. Dort läßt eine Gcschäftsfirma in den Nachmittags- und Abendstunden einen Mann mit einem Reklametransparent auf- und abgehen. Dieses Transparent hat sich nun ein unbekannter Schütze, der sich irgendwo hinter einer Dachluke verborgen halten muß, als Ziel seiner Büchse auSersehen. Er hat im Laufe der letzten Tage eine ganze Reihe von Schüssen auf das Schild abgegeben, die alle mit unfehlbarer Sicherheit„gesessen" haben, obwohl sich das Transparent fortwährend in Bewegung befand. Es konnte aber noch nicht in einem einzigen Fnlle festgestellt werden, woher der Schuß gefallen war. Natürlich ist dem Träger des Transparents. wenn er das Geschoß dicht an sich vorbeifliegen hört, die Sache nicht» weniger als angenehm. Das Transparent ist vielfach durchlöchert. die Kugeln— Geschosse kleinen Kalibers— sind gefunden worden. Man vermutet, daß der Schütze geisteskrank ist. ES will jetzt niemand mehr das gefährliche Transparenttragen übernehmen. Die Generalversammlung deS sozialdemokratischen Wahlverein» fand am Dienstag im Gröplerschen Lokale statt. Genosse Hein- richS gab den Bericht des Vorstande«. Der Mitgliederbestand beträgt zurzeit 3700. Leider mußte auch ein ziemlich hoher Prozent- iatz von Mitgliedern wegen restierendcr Beiträge aus der Liste des Wahlvereins gestrichen werden. Dem Kassierer wurde seitens der Versammlung einstimmig Decharge erteilt. Der Bericht des Bibliothekars zeigt eine erfreuliche Zunahme der Benutzung der Bibliothek. Ein Antrag der Revisoren, 100 Mark für Vergrößerung der Bibliothek zu bewilligen, fand Annahme. Genosse Dr. Silber- stein gab sodann einen Bericht über die Tätigkeit der sozialdemokratischen Stadtverordneten im Stadt- Parlament. Abgesehen von einem Mandat ist die dritte Wähler- klassc vollständig durch Sozialdemokraten im Stadtparlament ver- treten. In fast allen Deputationen sitzen Sozialdemokraten, nur nicht in einer der wichttgsten, der Schuldeputation. Die bürgerliche Mehrheit läßt es nicht zu, daß auch hier ein Vertreter der Arbeiter hineingewählt wird. Zu begrüßen ist es, daß jetzt Hülfsklasien für schwach begabte Kinder eingerichtet sind, welche sich sehr gut bewähren. Von bürgerlicher Seite wird neuerdings darauf hingewirkt.. eine Mittelschule einzurichten. Bon unserer Seite wird diese Absicht energisch bekämpft. Wir verlangen zur Verbesserung der Schul- Verhältnisse den weiteren Ausbau der Volksschule. Von einem bürgerlichen Vertreter wurde uns entgegengehalten, daß die Bolls- schule für die Arbeiterkinder»och viel zu gut sei, da nicht einmal alle Kinder die erste Klasse erreichten! Redner führte weiter aus, daß auch das Fortbildungsschulwesen noch sehr im argen liege. Bis jetzt hat sich das Stadtparlament noch nicht dazu bequemt, den obligatorischen Fortbilduugsschnlunterricht, wie ihn Berlin beschlossen hat, einzurichten. Genosse Stadtverordneter K o n r a d ergänzte die Ausführungen noch dahin, daß auch in der Turnhallenfrage Ripdorf hintenan marschiert. Für die Mädchen gibt eS überhaupt keinen Turnunterricht, während die Knaben bei schlechtem Wetter im Keller turnen müssen. Die vorhandene Turnhalle kann im Winter nicht benutzt werden, da dieselbe nicht geheizt wird. Die nenecen Schulen 'ollen Turnhallen erhalten. In der Lehrerbesoldungsfrage ist in sofern eine Aenderung eingetreten, als das Anfangsgehalt nach jahrelangem Petittonieren von 200 M. auf 225 M. erhöht ivorden ist. Zu bedauern sei, daß die städtischen GaSanstaltSarbeitcr 'chlcchter als in der Privatindustrie entlohnt werden. Die Hofarbeiter erhalten 35 Pf. Stundenlohn, ein Antrag auf Erhöhung auf 40 Pf. ist abgelehnt worden! Arbeitstage von 11—12 Stunden Arbeitszeit 'ind regelmäßig, doch kommt es auch vor, daß bis zu 18 Stunden täglich gearbeitet wird. Genosse B ö S k e führte aus, daß eS zu- nächst nötig ist, die Mißstände allgemein bekannt zu geben. Für die höhere Schule wird zweimal mehr aufgewendet als für die Volksschule. Das Gebalt des Oberbürgermeisters ist von 9500 M. auf 12 500 M. erhöht worden, während andere Beamten als niedrigstes Gehalt 1300 M. beziehen. Die sozialdemokrattschew Ver- treter hätten nicht für die Erhöhung der Bürgermeistergehälter timmme» dürfen, wenn nicht mindestens eine Garantie dafür ge- boten würde, daß auch die städtischen Arbeiter eine Verbesserung ihrer Lebenslage erbalte». Genosse Ruckenbrvdt nimmt die Beleidigung gegen ein Mitglied deS Vorstande« mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Genosse Franke desgleichen die Beleidigung gegen Genosse Wutzky. Es wird'noch bekanntgegeben, daß die Maifeier in den Lokalen von Thiel und HeikhauS stattfindet. Potsdam. An den Nnchwehen der Genickstarre, die vor genau 40 Jahren in grassierender Weise in dem Dorfe Marquardt bei Potsdam auftrat, leiden noch heute einige ältere Leute deS Ortes, Die ge- fährliche Krankheil wurde damals von den Aerzten nicht erkannt, so daß sehr schnell hintereinander acht Personen daran verstarben und viele schwer erkrankten. Erst eine nach Marquardt entsandte Ministerial-Medizinalkommission stellte den Ausbruch der Genickstarre fest, worauf alsdann umfangreiche BorsichtS- und AbsperrungS- maßnahmen getroffen wurden. Die Epidemie dauerte von Anfang März bis Mitte Juni 1865 und lenkte damals die Aufmerksamkeit der gesamten medizinischen Welt auf den kleinen Ort des Havellandes. Von den genesenen Personen wurde ein Mädchen schwach- sinnig und ein Knabe taubstumm, verschiedene jetzt schon bejabrte Dorfbewohner leiden aber heute noch an Augenübeln, alS Folge der damaligen Erkrankung. Nieder- Tchöneweide. Die Errichtung einer neuen Verortbahnstrecke wird von der Eisenbahndirektton Berlin geplant. ES handelt sich um eine Ver- bindung Niederschöneweide— Rixdorf, durch welche eine direkte Ver- kehrslinie zwischen den südöstlichen Vororten und dem westlichen Teil des SüdringS geschaffen wird. Die neue Bahnverbindung kann allerdings erst stach endgültiger Fettigstellung deS Umbaues der Görlitzer Bahn zur Ausführung kommen. Dem Plan« stehen umso- weniger Schwierigkeiten entgegen, als bereit» für den Güterverkehr zwischen Görlitzer Bahnstrecke und dem Südring in Richtung Rixdorf ein Verbindungsgleise vorhanden ist. Durch den Umbau wird auch eine größere Zugfolge auf der Görlitzer Vorortbahnstrecke ermöglicht. Adlershof. Da» AdlerShofer Gewerkschaftskartell beschäftigte sich in einer jüngst stattgefundenen Sitzung mit der Wahl deS Ausschusses. Als Obmann wurde Arndt gewählt, P r ü t t i n g als Schriftführer und N i e t s ch e als Kassierer. Alle Zusendungen sind nunmehr an den Obmann Wilhelm Arndt, Hackenbergstr. 8, 2 Tr., zu richten. Ferner wurde beschlossen, am 1. Mai. vor- mittags 10 Uhr. im Meißnerschen Lokale, Bismarckstr. 60, eine Versammlung abzuhalten, an der sich sämtliche feiernden Mitglieder aller Gewerkschaften zu beteiligen haben. Ein darauf hinweisendes Inserat im„Vorwärts" wird in Verbindung mit der diesbezüglichen Ankündigung der Berliner GetverkschastSkommisswn erfolgen. Grünau. Trakehner SchulverhSltnisse vor den Tireu Berlin». Kaum ein Vorort in der ganzen Umgebung Berlins ist so der Stagnatton ver- fallen wie Grünau. Seit acht bis zehn Jahren weist unser Ort keine fortschreitende EntWickelung auf, während andere Vororte ihre Einwohnerzahl in dieser Zeit verdoppelt, verfünf- und verzehnfacht haben. Leider ist in der Gemeindevertretung die Arbeiterschaft bisher ohne Vertretung geblieben. Sie kann dort ihre Forderungen und Wünsche nicht erheben. Um so notwendiger ist eS, in der Oesfentlichkeit die Kritik an den bestehenden Geineindezuständen zu üben. Der Gemeinde-Etat für das Jahr 1905 balanziert in Ein- nahmen und Autgaben mit 37 000 M. In zwei Jahren sind die Ausgaben um 20 000 M. gestiegen. Für einen kleinen Ort ist das zwar eine beträchtlich« Summe, doch die Gemeinde-Aufwendungen werden nicht im Interesse der Mehrheit der Einwohnerschaft unter- nommen. Man macht Ersparnisse, wo die weitgehendsten Aus- Wendungen am notwendigsten wären. Man gibt Gummen her. wo Sparsamkeit am Platze wäre. Der Armenetat ist, obwohl wir viele Bedürftige in unserem Orte haben, auf das kärglichste be- messen, nur 2500 M. sind dafür angesetzt. Für die im Bau be- findliche Kirche aber wird das Geld in Masse verausgabt, trotzdem der Ort noch nicht die Einwohnerzahl von 3000 erreicht hat, bei deren Vorhandensein erst ein Zwang zum Bau einer Kirch« vorliegt. Die Schulzustände beweisen am besten, in welcher Att die Jnter- essen der arbeitenden Bevölkerung, der Mehrheit des Ortes, ver- nachlässigt werden. Zur Erhaltung der Privatschule zahlt die Ge- meinde einen Zuschuß von 1500 M.; 21 Kinder besuchen diese Schule. Die Gemeinde wendet also pro Kopf deS KindeS in der Privatschule 72 M. auf, während für die Kinder der Gemrindeschule pro Kopf nur 30 M. an Lehrergehältern verausgabt werden. Die hiesigen Schulverhältnisse sind geradezu unhaltbar geworden, sie machen einen wirksamen Unterricht unmöglich. Seit dem Bau des neuen Schulhauses findet«in dauernder Wechsel der Lehrer statt. Die Lehrer sind froh, weim sie den Grünauer Staub wieder von ihren Pantoffeln schütteln können. Die Ursachen hierfür sind nur zu deutlich erkennbar. Die Lehrer erhalten ein viel zu niedrige» Grundgehalt, das doppelt gering ist in Anbetrackit der hier herrschenden teuren Lebensmittelpreise. Tann besteht für unsere Lehrer die schöne Bedingung, daß von sechs Lehrern vier unverheiratet sein müssen. Es wird behauptet, daß der Zustand durch eine KreiSvorfchttst bedingt ist. Da» SclbstanstellungSrecht für die Lehrer kann die Gemeinde angeblich nicht erlangen. Die Ge- meiudebertretung will sich zu einem WohmmgSgeldzuschuß in bar für die Lherer nicht entschließen. Dicht unter dem Dach des neuen dreistöckigen Schulgebäudcs sind Räume vorhanden, deren Fenster nach der Giebelseite hinausgehen. Diese Wohnung— aber ohne Zimmereinrichtung— müssen die Lehrer anstatt des Wohnungs» geldzuschusscs von 300 bis 350 M. übernehmen. Sie dürfen die ihnen überwiesenen Räume nicht ablehnen, so lautet, wie man sagt. eine Bestimmung der Kreisschulbehörde. Einem Lehrer wurde sogar auf einige Monate ein Quartier im Keller angewiesen. Wie sind nun die sogenannten Wohnungen im Dachraum des Schul- gebäudes beschaffen? Nicht einmal ein Kachelofen ist in diesen Räumen vorhanden; in einigen wurde mit Gasöfen, in anderen mit gewöhnlichen eisernen Oefen geheizt. Quer durch das Zimmer, in erreichbarer Höhe, geht das schwarze Ofenrohr aus Eisenblech. Zum llebersluh näßt noch daS lange, schwarze Ofenrohr den Fuß. boden mit Rostwasscr. Wahrlich, das ist eine behagliche Wohnung für Lehrer, die sich mit Hingebung der Erziehung unserer Kinder widmen sollen. Kaum hat ein Lehrer seine Stellung angetreten, so sieht er sich in Gedanken schon wieder nach einer anderen Stellung um, um die wohlwollende Gemeinde möglichst schnell zu verlassen. Bedenkt man, daß ein Lehrer durchschnittlich 60 bis 7V Schüler zu unterrichten hat. daß es schon dadurch den Lehrern nicht möglich ist. den Charakter und die induviduellen Fähigkeiten ihrer Zöglinge zu erkennen, so tritt durch den häufigen Wechsel der Lehrkräfte unter diesen Umständen für die Schuljugend ein unübersehbarer Schaden ein.— Diesen Verhältnissen schließt sich würdig die Vernachlässigung anderer Aufgaben an. Von einer Reinigung der Straßen und Uebergäng« ist keine Rede; der Wind ist der einzige Kehrbesen. Am Ende der Wilhelmstratze ist noch keine zweckentsprechende Ab- sperrung von dem Wasser angebracht, kein« warnende Beleuchtung vorhanden, obwohl erst vor etwa zwei Jahren dott ein Fuhrwerk mit drei Pferden ertrunken ist. In rmserer so günstig an Bahn und Wasser schöngelegenen Ottschast wird die Luft leider durch die gift- geschlvängerten DampfauSströmungen der chemischen Fabriken in weitem Umkreise verpestet. Diese chemischen Fabriken, denen leider vor 20 Jahren die Genehmigung zum Anbau gegeben wurde, sind zum Fluch für Grünau geworden. Um unserem Orte eine gesunde EntWickelung unter geordneten Verhältnissen zu ermöglichen, müßte die Verlegung der chemischen Fabriken angestrebt werden. Eine schleunige Vollendung der Kanalisation wäre nötig. Dann aber müßte eine schnelle Ordnung unserer Schulverhältnisse Platz greifen. Nur durch eine andauernde Aufklärung über die Mißstände und eine energische Agitation zur Wahl von Vertretern der Arbeiter- schaft in die Gemeindevertretung kann eine eingreifende Besserung erzielt werden. Köpenick. Wiederum wird die Beraubung eine? EisenbahnsahrgasteS ge- meldet. Der Kaufmann B. wollte vorgestern abend mit einem Vor- ortzug von Berlin nach seinem Wohnort Köpenick fahren, schlics jedoch unterwegs ein und fuhr über die Zielstation hinaus bis nach dem Endbahnhos Erkner. Als der Schlafende hier von dem Bahn. bcamten geweckt wurde, bemerkte er zu seinem Schrecken, daß er beraubt worden war. Der Eisenbahnräuber hatte ihm den Paletot, Rock und Hose kreuzweise durchschnitten und das Portemonnaie gestohlen, welches allerdings nur etwa 2 M. enthielt. Trotzdem hat B. einen ganz empfindlichen Schaden erlitten, da seine Kleidung vollständig unbrauchbar geworden ist. Wilmersdorf. In Sachen der Stadtwcrdung Wilmersdorf» liegt jetzt der Wotfc laut des dem Gemcindevorktande zugegangenen Bescheides des Rc- gierungspräsidentcn v. d. Scbulenburg vor. Der Bescheid lautet: „Im Austrage de».Herrn Ministers deS Innern eröffne ich dem Gc- mcindrvorstand auf die Vorstellung vom 16. November v. I.. daß. nachdem der KreiSauSschuß des KreiseS Teltow über die Aus- scheidungsbedingungen für Deutsch-WilmerSdorf mit der Gemeinde in Verhandlungen getreten ist, von EtaatSaufiichtSwegen kein Anlaß vorliegt, in diese Verhandlungen einzugreisen und daß einem An- trag der Gemeinde auf Berleihung von Stadtrechten daher erst nach Abschluß der Auseinandersetzungsverhandlungen wird näher ge- tteren werden können. Ich hoffe, daß die AuseinandersctzungS- Verhandlungen, dir ich mit Interesse verfolgen werde, bald zu einem, den beiderseitigen Interessen entsprechenden Abschluß gelangen werden." DaS KaufmannSgericht unseres Orte» hat nunmehr seine Tätigkeit ausgenommen.— DaS Gewerbegericht hat sich weiter einer dauernden Nichtbeachtung seitens der Gemeinde- Verwaltung zu erfreuen. Obwohl die dreijährige Amtsperiode der Gewerbegerichts- Beisitzer bereits am 17. März abgelaufen ist, wird scheinbar an eine Neuwahl noch nicht gedacht. Bis jetzt ist von der stattzufindenden Wahl nichts bekannt geworden. Für unseren Ort tritt nunmehr die Bestimmung des Absaß«» 3 deS§ 8 des Ottsstatuts in Kraft, wonach Beisitzer, deren Amtsperiode abgelaufen ist, erst dann ausscheiden, wenn ihre Nachfolger die Aemter übernommen haben. Hoffentlich liegt dieser Zeitpunkt nicht allzu weit eutsernt. Ein Einbruchsdiebstahl, durch den die Gläubiger de» in Berlin wegen Straßenraubes verhafteten Bauunternehmer» Georg Johr au« Fürstenwalde a. d. Spree geschädigt wurde», wurde in«mer der letzten Nächte in Fürstenwalde auSgefühtt. Im Johnstben Wohn- Hause. Münchebergcr Cbausiee 10». das jetzt nur aNein von der Wirtschaftettn de« Verhafteten bewohnt wird, befindet sich das Bau- kontor John», in welchem während deS Tage» im Auftrage de» Konkursverwalters ein ehemaliger Angestellter JohnS tätig ist. Er kalstett auch silr diesen noch ausstehende Fordenmgen«in und hatte l25 Mark bare« Geld in einem unverschließbaren Geldschrank zu liegen. Diese sind nun mittel» Einbruchs von einem offenbar mit den Verhältnissen vertrauten'Dieb gestohlen worden. Die Witt- schafterin hatte in der Nacht laut die Hunde bellen hören, sich aber nicht aus ihrem Schlafzimmer herausgewagt. Verrnitcktes. Auf der Landstraße umgekommen und liegen geblieben. Am Freitag wurde in der Näh« von Sprackensehl. etwa 30—40 Schritt von der Landstraße entfernt, dir L e i ch e c t n« S 70- b i S 75 jährigen Mannes gefunden, welche anscheinend schon längere Z« it dort gelegen hatte. Dies« Meldung klingt seltiam. Man fragt sich, wie ist e« mög» lich, daß dicht an einer öffentlichen Straße«ine Leiche länger« Zeit unbeachtet liegen bleibt. Aufklärung bttngt«ine Mitteilung unseres Parteiblatte» in Hannover über die Borgeschicht« dieses Leichenfundes. Danach hatte der al» Leiche aufgefundene Greis am Mittw och, den K.April, nachmittag« 5 Uhr, in der Wirtschaft zu Sprackensehl um Obdach angesprochen, war aber von der Wirtin abgewiesen worden. Am Donnerstag, den 6. April, wurde«r an der Landstraße Sprackensehl— Groß-Oesiugen tot aufgefunden. Als dem Gemeindevorsteher eines benachbarten OrteS Mitteilung von dem Funde gemacht wurde, habe dieser es abgelehnt, sich mst der Angelegenheit zu befaffen, da sie ihm nichts angehe. So sei«S gekommen, daß am Sonnabend, den 1K. April, also nach vollen 10 Tagen, der alte Mann noch an derselben Stelle lag. wo ihn sein Schicksal ereilt hatte. Die Leiche war bereit» von Tieren angefressen gewesen.— Ein Denkmal für dt» brim Simplon-Durchstich verunglückten. Der Bildhauer Trcvssan in Monza bei Mailand ist beauftragt worden, einen großen Gedenkstein auszuführen für die beim Simplon-Durchstich umgekommenen Arbeiter. In den Granitblock wird eine Inschrift etngehauen, die in deutscher Uebersetzung un- aefähr wie folgt lautet:„Unter dem gewaltigen, unaufhaltsamen Schritt der Kultur, die den granitenen Grund dieses gelsenjoches durchbobrte. ließen hier Leben und Blut schlichte Pioniere der Arbeit. im Dunklen sterbend, aber nicht fruchtlos� ES folgen die Namen der 57 Opfer, die im Innern deS Felsen« einen frühzeitigen und furchtbaren Tod fanden. satz von Redakteur: Paul Büttner. Zerlin. Kür dm JnsercUenteil verantw.: Tß. Blocke, Berlin. Druck». Verlag: VorwSttS ivuKdruckeresu. verlagSanMt Zäül Singer& To.. Berlin SVV,