Nr. 96. flbonnementS'Redlngunstn: OTonnemcntä- Piei» pränumerando: «terteljährl. 3,30 mt., monatr, 1,10 m., «vöchenllich 28 Pfg, frei wz Hau«, Einzelne Nummer« Pfg, Sonntags. aummer mit illustrierter Sonntag«. «cUage.Die Neue Welt» 10 Pfg, Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post.geitung«. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 8 Marl, ffit da« übrige Ausland 8 Marl pro Monat Vichtlitt»glich»llu wsi», g». SS. Jahrg. VI« TnlertlonS'GftOftr leträgt für die sechsgefpaltene kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg,, für politische und gewerlschaftliche Verein«. und Lersammlungs-Anzeigen 26 Pfg. „Aieln« Hnzeigtn", das erste(fett. gedruikt-) Wort 10 Pfg,, jedes weiter« Wort S Pfg,»orte über 16 Buchstabe» zählen für zwei»orte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in derExPedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bi« 7 Uhr abend«, an Sonn- und Sesttagen bis S Uhr«ormittag» geöffnet, Devlinev Volksblakk. Telegramm> Adresse: ,A»»I»I««w»»l»t Itrlln". Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfcblands. Redaktion s 8SI. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Mint IV. Nr. 1983. Expedition: 803. 68» Llndenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Politische Ostern. Die bürgerliche Presse wird am heutigen Tage wieder einmal von den üblichen Osterbetrachtungen strotzen. Der Teil, der dem Volke die Religion erhalten wissen will, wird die Auferstehung Christi zum Leitmotiv seiner Phrasen machen, Die liberale Presse, die gern noch ein wenig mit Freigeisterei kokettiert, wird vom Wiedererwachen der Natur, von der Neu- Verjüngung des Lebens schwatzen, obwohl dockff dies holde Thema nachgerade selbst dem lokalen Teile als zu ab gegrast gilt. Warum schwingt man sich nicht zu politischen Osterbetrachtungen auf? Aus nur zu triftigem Grunde. Wie sollte man die alte jämmerliche politische Misere, die sich aus einem Jahr in das andere, aus dem Winter in den Früh- ling hinüberschleppt, unter den Gesichtswinkel des christlichen Erlösungs- oder des heidnischen Naturauferstehungsjubels zu bringen vermögen?! So dreist man im bürgerlichen Lager den sozialen Fluch, unter dem das kapitalistische Zeitalter steht, zu ignorierm versteht, der Kapitalismus ist sich doch nachgerade seiner Greisenhaftigkeit, seiner hoffnungslosen Zerrüttung selbst zu sehr inne geworden, um sich noch eine Regeneration des politischen Lebens vorzugaukeln. Man lebt deshalb blind in den Tag hinein. Man der spottet alle politischen Ideale als utopistische JllusionAi und spielt sich zynisch als abgebrühten Realpolitiker auf. Nur an den hohen Festtagen kommt man dem Publikum einmal mit fadenscheinigem Komödiantenpathos, das freilich längst kein Mensch mehr liest. Für herrschende Klassen mag sich solch Geist der Ideal losigkeit schicken. Sie haben erreicht, was sie wollten. Der Zustand, der sie privilegiert, gilt ihnen als der einzig natür- liche, gerechte und mögliche. Die Vergangenheit, da sie selbst noch entrechtet und Kämpfer waren, haben sie vergessen. Der allzu intensive Gedanke an die Zukunft könnte durch un- angenehme Visionen ihr Behagen stören. Das Proletariat dagegen ist eine beherrschte, eine ausgebeutete, eine rechtlose Klasse, deren Sehnsucht gerade an'der Zukunft hängt, die ihm erst Menschen- und Bürgerrechte bringen soll. Daher ihr zorniges Unbehagen über die gegenwärtigen Zustände, ihr« Anklagen gegen die herrschende Gesellschaft. Dem Proletariat drängen sich politische Osterbetrach- tungen geradezu auf. Es ist es ja, das unter den törichten und barbarischen Zuständen der Gesellschaft, dem sinnlosen Wirr- warr der hohen Politik am schwersten zu leiden hat. Hat sich seine materielle Lage gebessert? Weisen die Zustände über- Haupt die Tendenz einer Besserung auf? Nichts von alledem. Gerade die Erfahrungen der letzten Zeit haben es wiederum bestätigt, daß die arbeitenden Klassen von der besitzenden Klasse jedes kleinste Zugeständnis mühselig und opferreich erringen müssen. Das bewies, um nur eins von hundert Beispielen anzuziehen, der gewaltige Kampf der Bergarbeiter. Es war auch Osterstimmung. allgewaltige Sehnsucht nach Luft und Licht und Freiheit, die zu Beginn des Jahres, als die Natur noch in den starren Fesseln des Winters lag, zweimalhundert- tausend Bergarbeiter in den Ausstand getrieben hatte, um ihr trauriges Los nur ein wenig zu verbessern. Nach wochnv langem, heroischem Kampfe mußten sie die Arbeit wieder auf nehmen— bürgerliche Kreise hatten sie zwar reichlich ihrer Sympathien versichert, aber werktätige Hülfe hatte ihnen in nennenswertem Maße doch nur das organisierte Proletariat gespendet. Und jetzt, wo der Vertretung der Elitebürger, dem preußischen Landtage, das kümmerliche An- gebinde der Negierimg, das Berggesetz, zur Beratung vorliegt, zeigte sich von Tag zu Tag mehr, daß die Bergarbeiter von dem Wohlwollen aller bürgerlichen Kreise verteufelt wenig zu erwarten haben. So zeigt der kapitalistische Staat die starren Züge der Klassenherrschaft, die dem Proletariat sein unveräußerliches Menschenrecht, eine vernünftige Existenz und politische Gleichberechtigung verweigert. Wie wenig selbst fortschrittlichere Elemente an die Möglichkeit einer Gleichhest aller Glieder der Gesellschaft glauben, beweist ein Artikel des Oberst Gaedtke in dem„Berliner Tageblatt",. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Verbesserung der Lage des Unter- offizierkorps. Oberst Gaedtke bezeichnet es selbst als einen „Traum", wenn er Zustände erstrebt, wo auch ein Unter- offizier einmal zum Leutnant avancieren könne. Aber selbst der Träumer Gaedtke will die Gleichberechtigung der unteren Klassen nicht etwa soweit gehen lassen, daß diese Unteroffiziere wirklich zu Gliedern der Offizierskaste würden. Sie sollen zwar Leuwantsrang erhalten und Offizicrsdienste verrichten, aber zum Zeichen ihrer proletarischen Herkunft nicht etwa den Titel Leutnant, sondern vielleicht„Oberwachtmeister" oder der- gleichen erhalten! Es ist überhmipt interessant, wenn einmal ein An- gehöriger der besitzenden Klasse seinen Ansichten über die Gleichheit dessen, das Menschenantlitz trägt, offenherziger kundgibt. Die bourgeoise Heuchelei pflegt ja auch den An- gehörigen der nichtbesitzenden Klassen prinzipiell jede Gleich- heit zuzugestehen, da sie ganz genau weiß, daß sich die krasse Wirklichkeit der kapitalistischen Gesellschaft nach diesen bürgerlichen Prinzipien aus der Zeit der französischen Re- volution ja doch nicht richtet. Immerhin gibt es ehrlichere Individuen in den bürgerlichen Kreisen, die auch dem� alten Prinzip der Gleichberechtigung den Garaus machen möchten. Zu diesen Leuten gehört auch der bekannte alldeutsche Pro- fessor Hasse. Dieser hat kürzlich ein Buch erscheinen lassen: „Das Deutsche Reich als Nationalstaat". Ein Buch, dessen Ansichten, wie in der Presse gemunkelt wurde, auch die Sym- pathien des deutschen Kaisers besitzen sollen. In diesem Buche führt Hasse aus, daß, wolle man das Deutsche Reich zu einem National st aate ausgestalten, dies den B r u ch mit dem Prinzip der Parität bedinge. „Eine gewisse Geistesbildung verträgt sich eben nicht mit der ausschließlichen Beschäftigung mit einer gcistes- tötenden, mechanischen, schwere» und schmutzigen Arbeit. Man sucht so viel nach den Gründen der Landflucht. Der tiefste Grund derselben liegt in der strengen Durchführung der allgemeinen Volksschulpflicht und etwa gar noch der allgemeinen Verpflichtung zum Besuche der FortbUdungs- schule. Wer soll also in Zukunft die schweren und schmutzigen Arbeiten verrichten, die die auf Arbeitsteilung beruhende Volkswirtschaft doch nun einmal braucht? Wir sind in Deutschland bisher gedankenlos an dieser Frage vorübergegangen. Man muß sich endlich darüber klar werden, daß sie nur eine ganz be stimmte Anzahl von Möglichkeiten zur Lösung zuläßt. Entweder wir halten einen bestimmtrn Teil unseres eigenen Volkes auf unserer uiederstcn Stufe der Arbeiter- organisafion der Gesellschaft, dann aber auch der Kultur fest, und wir verzichten dann auf die Grausamkeit, dicken Teil des Volkes durch eine hohe Bolksschulbildung mit ocn Aw sprüchen auf eine höhere Lebenshaltung auszustatten. Diese Art der Lösung in einem Staate, dessen Grenzen gejjen die Einwanderung abgeschlossen ist, wäre die wünschenswerte vom Rassestandpunkte aus betrachtet." Eine zweite Form der Lösung besteht für Herrn Hasse darin, daß Deutschland die in seinem Lande lebenden Europäer fremden Stammes, also die Polen, Tscheschen, Juden, Italiener zu dieser Helotenstellung verurteile. Eine dritte Lösung endlich existiere in der Einfuhr von raffe- fremden Kulis, schwarzen, gelben oder braunen. Man wird uns nicht im Verdacht haben, daß wir Herrn Prof. Hasse irgendwie überschätzen. In dem vorliegenden Falle aber spricht er entschieden nur das aus, was die M e h r heit der besitzenden Klasse denkt oder doch zum mindesten tut, denn in der Tat kann die soziale Frage nur so gelöst werden, daß entweder das Proletariat den Klassenstaat zev trümmert und den Sozialismus einführt, oder aber daß die Masse des Volkes künstlich zu einer Helotenstellung, zum Kulturdünger für die besitzenden Klassen herabgedrllckt resp. gewaltsam darin festgehalten wird! Auch die Ansichten, die Professor Hasse über das Heloten- tum rassefremder Nationen vorträgt, werden ja gegenwärtig bereits durch unsere Kolonialpolitik praktiziert. Was tun die kolonialpolitischen Mächte anderes, als die fremden Rassen zu unterdrücken und auszubeuten, um der einheimischen be- sitzenden Klasse ein Herrendasein zu ermöglichen. Man ver- gegenwärtige sich nur. wie die Engländer in Indien hausen, wie die Amerikaner auf den Philippinen verfahren, oder, um nicht erst in die Ferne schweifen, wie Deutschland in seinen Kolonien verfährt. Kann man sich vom Standpunkte des Hasseschen nationalen Herrenmenschentums eine brutalere Behandlung denken als diejenige, die den Eingeborenen in S ü d w e st a f r i k a widerfahren ist? Dort dienten erst die Eingeborenen dazu, ihnen unter ungeheuerlicher Auswucherung die wertlosesten Jndustriearfikel aufzuhängen. Als man da- durch die Eingeborenen an den Bettelstab gebracht und zur Verzweiflung getrieben hatte, als infolgedessen der Hunger- und Verzweiflungsaufstand losbrach, benutzte man die Gelegenheit kaltblütig dazu, den Eingeborenen den letzten Rest ihres Landes und ihrer Unabhängigkeit zu rauben. Von den hunderttausend Hereros werden nach Beendigung des Krieges vielleicht noch etwa 10 000 übrig geblieben sein. Diese 10 000 wird man dann als Zwangsarbeiter unter die weißen Herren- menschen verteilen. Nicht anders wird man es mit den Hotten- totten machen, von denen nach Beendigung des Krieges eben- falls nur ein kleiner Bruchteil übrig bleiben und verstlavt werden dürfte. Man sieht, die T h e o r i e n des Herrn Hasse klingen absurd und übertrieben, aber sie sprechen nur das aus, was innerhalb, unseres Kapitalismus geübt wird.-s.w Auch die grotesk erscheinenden Anju.«« deS Herrn Hasse über den Nationalismus, den Nationalstaat nd den Nationat- egoismus finden in unserer Weltpolitik ih t schärfsten Ausdruck. Man denke nur daran, in welch ppelloser Weise die Diplomatie Deutschlands und Frankrem.s es fertig ge- bracht hat, die beiden Völker wegen Marokkos in Händel unangenehmster Art zu verwickeln. Und dieses weltpolitische Eroberer- und Intrigantentum ist allen Staaten ge- m e i n s a m I Wie trostlos es auf dem Gebiete der hohen Politik aussieht, beweist ja erst wiederum der N e u t r a l i- t ä t s k o n f l i k t, der sich gegenwärtig zwischen Japan und Frankreich entsponnen hat. Frankreich spottet aller Begriffe der Neutralität, um Rußland Liebesdienste zu erweisen. Da England und Amerika vermutlich vennittelnd eingreifen werden, wird' dieser Konflikt wobl seine friedliche Erledigung finden. Immerhin ist die Stiminung der japani- scheu sowohl wie der französischen nationalistischen Presse eine überaus gereizte, und durch einen bösartigen Zufall könnte der ostasiatische Krieg leicht in einen Weltkrieg verwandelt werden. Und ein solcher Kriegsbrand, der über kurz oder lang doch noch einmal ausbrechen wird, ist auf nichts anderes, als auf die blödsinnige Raubpolitik der Mächte zurückzuführen, die in ihrem nationalen Größen- und Plünderungswahn weder die Gesetze der Vernunft noch die der Billigkeit gelten läßt. Das sind die politischen Zustände unseres modernen Kapitalismus! Man braucht sie nur. gleich Herrn Hasse, in eine Theorie zu bringen, um sie t o l l h ä u s l e r i s ch erscheinen zu lassen. Deshalb hütet sich unsere Bourgoisie auch vorsichtig vor Theorien und Prinzipien. Sie glaubt, daß die Tinge in ihrer Vereinzelung minder abschreckend wirken. Das Proletariat hat deshalb um so triftigeren Anlaß, dem Zusammenhang der kapitalistischen Erscheinungen krifisch nachzuspüren und ihre Gesamtheit als Ausfluß der Tendenzen des Systems nachzuweisen. Diesem System, das kein anderes ist als das aberwitzige System des Herrn Hasse, setzt es kampfesfreudig die sozialistische Weltanschauung entgegen, das Prinzip der Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit aller Jndi- viduen und Rassen!_ politifcbe Clebcrricbt. Berlin, den 22. April. Rücktritt vom Rücktritt. In Deutschland und Preußen haben Reichskanzler und Minister baS uneingeschränkte Recht auf alle Fehler und Torheiten, in der inneren wie in der äußeren Politik. Eine Regierung kann bei uns die unsinnigste Politik betreiben, die öffentliche Meinung und das Parlament geht e« nichts an. Und weil die öffentliche Meinung und das Parlament machtlos sind, so liegt ihnen der Gedanke an das Wagnis fern, einen Minister, der die Interessen des Landes verletzt, davonzujagen. Für unsere Kanzler und Minister genügt es, das Vertrauen eines einzelnen, des Souveräns, zu haben. Ein Kolonial- direktor kann Mitschuldiger sein an Aufständen, welche die schwersten Opfer an Gut und Blut dem Volle kosten, das hindert nicht, daß er sein Amt in gleicher Weise weiter führen darf. Allerhöchstens. sollten einmal die Irrungen der selbstherrlichen Regierung allzu arg sein und unmittelbar gegen die Verfassung verstoßen, so fordert das Parlament verspätetes Gesuch um Indemnität und schon schwinden die Wolken, die einen Augenblick die Heiterkeit unserer Staatsmänner verdunkeln. Anders in parlamentarisch regierten Ländern. Herr D e l c a s s S, der fianzösische Mnister des Auswärtigen, hat schwere Tage erlebt, und fast schien seine Laufbahn deendet. Er hat vor Jahresfrist nicht vorausgesehen, daß der deutsche Nachbar später, wenn die Gelegenheit günstig, die Unterlassung der offiziellen Anzeige deS mit England abgeschlossenen KolonialablommenS zur Auftollung der Maroklofiage ausnutzen und diplomatische Scheintriumphe sich bereiten könnte. Dieser Fehler ist dem Minister im eigenen Lande schwer verdacht worden und die letzten heftigen Kammerdebatten haben seine Position schwer erschüttert. So hat sich Herr Delcassv entschlossen, sein Rücktrittsgesuch zu st eilen. Entweder hielt er infolge der vielseitigen Kritik seiner Haltung in der Kammer seine Stellung tat- sächlich für so erschwert, daß er sein Amt nicht mehr fortführen könne, oder aber er beabsichtigte, durch das Rücktrittsgesuch eine VertrauenSkundgebung des Gesamtministeriums für sich herbeizu- führen, wodurch ihm die weitere Führung des Amtes möglich werden soll. Schon wurde über die Nachfolge des Herrn Delcaffü in den Wandelgängen der Kammer und in den Pariser Zeitungen verhandelt. Man nannte Frehcinet, Bourgeois und den französischen Botschafter in London, Herrn Cambon. Jedoch erschien Herr Delcaffs dem Ministerium Siouvier nicht entbehrlich. Der Ministerpräsident hat Verhandlungen mit Delcaffö gepflogen, er hat darauf hin» gewiesen, daß sich da» gesamte Ministerium bereits vor der Kammer als solidarisch mit seiner Politik erklärt habe. Auch mit dem Präsidenten der Republik hatte Herr DelcassS eine längere Unter- redung. Herr Loubet. so wird berichtet, machte ihm lebhafte Vor» stellungen, um ihn zu bewegen, sein Portefeuille zu behalten. Am Sonnabendnachmittag trat das Ministerium zu einem Kabinetts- rat zusammen, um die auswärtige Politik zu besprechen, die Frank- reich zurzeit befolgen müsie. Auch in dieser Sitzung hat sich das Ministerium mit der von Delcassö befolgten Politik solidarisch er- klärt. Darauf hat der Minister des AuSwärttgen dem Minister- Präsidenten Rouvier einen Besuch abgestattet und ihm Mitteilung gemacht. daß er seine Abficht; sich vom Amte zurückzuziehen,«uf- gegeben habe und die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten in seinen Händen behalten werde. Offenbar hat zu diesem Verlauf der Dinge die Tatsache erheb- lich mitgewirkt, daß der Rücktritt Delcasss» unter den jetzigen Umständen erhebliche Schwierigkeiten bereitet haben würde. Einmal hätte e» scheinen können, als habe die deutsche Diplomatte einen vollständigen Sieg errungen. Sodann erschweren die neuen Bor- kommnisse de» russifch-japanischen Krieges, der Protest Japans gegen die nicht genügend gewahrte Neutralität an der annamittschen Küste gerade jetzt die Situatton außerordentlich. Der Rücktritt DelcasssS im gegenwärtigen Augenblick hätte die gesamte fianzösische Politik als unsicher und schwankend erscheinen lasten. Aus diesen Erwägungen herau» kann Herr DelcaffS trotz der vielfeittgen Krittk feiner Stellung in der Maroklofiage in dem Amte, das er bereits feit 7 Jahren, durch den Wechsel verschiedener Ministerien hindurch, inne hat, verbleiben.—_ Neichstagsinitiative. Für eine ReichStagSinitiattve zugunsten der Bergarveiter spricht sich in der»Kölnischen BolkSzeitung"»ein ReichStagSabgeordneter' auS. Vr hält eS zwar für unniäglich und aussichtslos, auf dem ihre Wirksamkeit nach dem Umschlage, dem diese Publikatwnen Wege der Initiative des Reichstages ein Reichsberggesetz zu erreichen, doch für leicht ausführbar, einen Initiativantrag als Novelle zur Gewerbeordnung einzubringen und macht dazu einen ausgearbeiteten Vorschlag. Nach ZlllOo soll ein§ 120f eingefügt werden, der dem das Nullen verbietenden Vorschlage der Regierung in ihrer Novelle zum Berggesetz entspricht. Nach§134h soll ein Z 134i eingeschaltet werden, der die Bergwerksunternehmer zur Errichtung von Arbeiterausschüssen verpflichtet. Dabei Ivird dem Ausschnsie die Befugnis zuerteilt, Er- klärungen für die Arbeiter über Kündigung oder Wiederaufnahme der Arbeit abzugeben, ohne den einzelnen Arbeiter in der Abgabe eigener Erklärungen zu beschränken. Der Ausschutz soll ferner daS Recht haben, Grubenkontrolleure aus den Reihen der Arbeiter zu bestellen. Die Entschädigung der Ausschutzmitglieder für Lohn- Verlust und Unkosten soll durch Umlage auf die Arbeiter nach Be- schlutz der wahlberechtigten Arbeiter erhoben und durch den Unter- nehmer von den Arbeitern eingezogen werden. Das Wahlverfahren soll die höhere Verwaltungsbehörde bestimmen. Durch einen weiteren§ 13g aa. soll die Arbeitszeit der Bergarbeiter unter Tage ans acht Stunden begrenzt werden vom Beginn der Seilfahrt bis zu ihrem Wiederbeginn. Für Orte mit mehr als 28 Grad Celsius soll diese Zeit nur sechs Stunden betragen. Ueber arbeit soll nur bei Gefahr für Leben und Gesundheit der Arbeiter oder für die Sicherheit des Betriebes gestattet sein. Der Vorschlag ist nicht übel. Das kann das Zentrum tun und die Regierung wird sich nicht gut widersetzen können. Indessen ist das nur ein Reichstags-Abgeordneter, der erklärt,„der Reichstag könnte eine solche Initiative ergreifen. Ob das Zentrum das tun soll oder will, sagt der Reichstags- Abgeordnete nicht. Zudem lätzt er im Zweifel,„wann der geeignete Zeitpunkt hierfür gekommen sei". Darüber aber lätzt er leinen Zweifel, datz auch er nicht eher an solches Vorgehen denkt, bis Abgeordnetenhaus und Herrenhaus endgültig entschieden haben. Das wird darauf hinauslaufen, datz, wenn diese endgültige Entscheidung gefallen sein wird, das heitzt loenn Abgeordnetenhaus und Herrenhaus den Bergarbeiterschutz, wie sie ihn verstehen, be beschlossen haben werden, die Regierung diese Beschlüsse akzeptieren und dann finden wird, datz nun nichts mehr zu machen sei. Wenn das Zentrum handeln will, dann mutz es früher handeln Zu gleicher Zeit setzt sübrigens ein redaktioneller Artikel des Zentrumsblattes die Winkelzüge gegen die Initiative deS Reichs tages fort. Er redet von der Beschlutzunfähigkeit des Reichstages, an dem die Aktion scheitern würde, d. h. er hält eine O b stru kti on der Minderheit gegen den Arbeiterschutz für selbstverständlich. Ja die „Köln. Volksztg." deutet sogar an, datz daS Zentrum möglicherweise sogar eine etwaige Anregung der Sozialdemokratie nicht unter stützen werde. Auch im Zentrum sind die Grubenmagnaten Trumpf! OeutfcKes Reich. Einen Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung der Stadt O f f e n b a ch gestattete sich die hessische Regierung, wie er im Lande des„roten Grotzherzogs" nicht zu den Alltäglichkeiten gehört. Das hessische Ministerium hat nämlich die von der sozial- demokratischen Mehrheit der Offenbacher Stadtverordl neten-Versammlung beschlossene Aufhebung des Oktrois auf Schweine, Schweinefleisch und Wurstwarcn nicht genehmigt. Das städtische Oktroi ist, wie alle indirekten Steuern, eine ungerechte Kopfsteuer, deren Beseitigung von den Sozialdemokraten in den kommunalen Verwaltungen verlangt wird. Der Z 11 des Zolltarif- Gesetzes— die einzige fortschrittliche Bestimmung jenes Volks plünderungsgesctzes— bestimmt nun, datz den Gemeinden vom 1. April 13 10 ab untersagt ist, Abgaben auf Getreide, Hülsen fruchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, sowie auf Backwaren, Vieh, Fleisch, Fleischwaren und Fett zu erheben. Da also im Jahre 1310 das Oktroi doch abgeschafft werden mutz, eS aber immerhin schwierig ist, plötzlich für den dadurch entstehenden Steuerausfall einen Ersatz zu finden, so gingen die Offenbacher Genossen daran, die Beseitigung des Oktrois nach und nach vorzunehmen. Zu nächst beschlossen sie, die Abgaben auf Schweinefleisch und Wurst waren zu beseitigen und für den daraus sich ergebenden Ausfall an Kommunaleinnahmen eine entsprechende Erhöhung der Ge meindesteuern vorzunehmen. Die Metzger in Offenbach hatten sich verpflichtet, bei Abschaffung des Oktrois sofort eine dem entsprechende Ermässigung des Fleischpreises ein treten zu lassen. Also den Vorteil aus dieser kommunalen Steuer reform würden in erster Linie die Minderbemittelten ziehen. Die hessische Regierung aber genehmigte die gerechte Verteilung der Steuern nicht. Zwar erklärt sie vorsichtig, nicht prin z i p i e l l gegen die Aufhebung des Oktrois zu sein, aber im gegen wärtigen Augenblick,„wo man damit umgehe, für Oktroi andere Steuern zu schaffen, indem man das Gemeindesteuer-Gesetz vor gelegt habe," sei die Abschaffung nicht zu genehmigen. Diese Be gründung der Regierung ist eine fadenscheinige Ausrede. Denn auch nach der neuen Gemeindesteuer-Vorlage ist eS in das Belieben der Gemeinden gestellt, ob sie den Ausfall an Oktroi durch direkte Steuern decken wollen. Das Vorgehen der hessischen Regierung be- deutet also nichts anderes als einen unerhörten Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung, der Wohl um deswillen verständlich ist, weil er sich gegen die sozialdemokratische Mehrheit der Stadt Offenbach richtet. Urteile auf Grund aufgehobener Polizeiverordnungen. In Nr. 73 des„Vorwärts" berichteten wir, datz gegen einen Genossen aus Goldap ein Verfahren wegen Vergehens gegen„das Gesetz über das Auswandererwesen" eingeleitet, dann aber vom Staatsanwalt in Jnsterburg wieder«ingestellt worden war. Der Genosse erhielt aber dann am 28. März d. I. vom Amts- gericht in Goldap einen Strafbefehl, weil er russische Auswanderer mit Wagen anders wohin als nach der nächsten Kontrollstation be- fördert haben sollte. Der Strafbefehl stützte sich auf eine Polizei» Verordnung des Herrn Regierungspräsidenten von Gumbinnen vom 23. Dezember 1838 und 2. Juli 1304. Der angeklagte Genosse bezahlte die Strafe und Kosten im Betrage von 26, KS M. nicht, sondern legte Berufung ein. Am 13. April fand nun, wie uns berichtet wird, in dieser Sache vor dem Amtsgericht in Goldap der Termin statt. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte dessen Freisprechung, weil die Polizei- Verordnung, auf die sich der Strafbefehl stützt, bereits am 25. Februar dieses Jahres vom Minister Hammerstein aufgehoben sei. Das schien dem Richter und Amtsanwalt unglaublich. Sic forschten in herbeigeholten Büchern und Akten nach, konnten aber keine Bestätigung der Aufhebung finden. Der als Amtsanwalt fungierende Bürgermeister Schüler hielt die Anklage aufrecht und fand es für nötig, eine Rede gegen die Sozialdemokratie zu halten, die deutsche Gesetze umgehe, um Ausländer zu beschützen. Der Verteidiger, ein Rechtsanwalt aus Goldap, konnte als Beweis für die Aufhebung und somit Ungültigkeit der betreffenden Polizeiverordnung zwar auch nur einen Brief des Rechtsanwalts Haas« aus Königsberg vorlesen, dem Gerichtshof schien diese Be. Weisführung aber stichhaltig. Nach etwa 15 Minuten langer Be- ratung sprach er unseren Genoffen von Strafe und Kosten frei. Wie viele Verurteilungen mögen doch, besonders von klein. städtischen Gerichten, auf Grund ungültiger Polizeiverordnungen stattfinden, weil nicht immer Gesetzeskundige und von öffentlichen politischen Vorgängen gut unterrichtete Sozialdemokraten in die Verteidigung eingreifen können. Ein sozialistisches Blaubuch. Aus Bayern Wirdums geschrieben: Die Diplomafte fast aller Länder mit konstitutioneller Verfassung «eröffentlicht von Zeit zu Zeit Sammlungen von Aktenstücken über' eingeheftet sind, spricht man von Rot-, Gelb-, Grün-, Blau büchern. Auch in unserer Partei kann man von einem Rotbuche sprechen, das stets vor den Reichstagswahlen erscheint und über die Tätigkeit der sozialdemokratischen ReichstagSfraktion, über ihre Stellung zu allen politischen Fragen, zur Regierung und zu den bürgerlichen Parteien Rechenschaft gibt. Neben diesem Rotbuche haben wir ein preußisch- sozialdemokratisches Grünbuch und ein b a y e risch- sozialdemokratisches Blaubuch. Soeben ist das Hand- buch für Landtagswähler„Die Sozialdemokratie im bayerischen Landtage 1833/1305", herausgegeben vom Landesvorstand der Sozialdemokratischen Partei Bayerns, erschienen/) Da Landes- vorstand und Landtagsfraktion in Bayern zusammenfallen, so ist das Handbuch ein Rechenschaftsbericht unserer Vertreter in der bayeri- schen Abgeordnetenkaminer, zugleich aber auch ein Wegweiser für die Wahlkämpfe, welche in den nächsten acht Wochen das politische Leben Bayerns beherrschen werden. Eine Wahl im zweit- größten Bundesstaate interessiert selbstverständlich nicht bloß die Politiker innerhalb der blauwcißen Grenzpfähle, sie ist auch von einiger Bedeutung für das ganze Reich. Mit Eifer kolportieren unsere liberalen Gegner die Mär, daß in Bayern die Schwarzen mit den Roten ein Schutz- und Trutzbündnis abgeschlossen haben, Vollmnr und Schädler seien ein Herz und eine Seele. Wer die bayerische liberale Presse liest. der kann alltäglich in allen Variationen dies Lied hören. Nun, wo das sozialdemo- kratische Blaubuch vorliegt, kann man beurteilen, wie weit dieses Bündnis gediehen ist! Selbst der mißtrauischeste Parteigenosse wird nun beruhigt schlafen könne». Das Handbuch macht in seiner Polemik gegen die politischen Gegner keine feinen Unterschiede. Das Zentrum erfährt eine ebenso scharfe, rücksichtslose, unverhüllte Kritik wie sein nicht minder reaktionärer Bruder, der Liberalismus. Wichtig zur Beurteilung der Zentrumspartei durch unsere Partei genossen in Bayern sind nachstehende Ausführungen aus den Handbuche: „Auf diese Weise ist es auch möglich, daß eine Partei zwar nicht offiziell die Negierung führt, indessen durch ihren Einfluß in allem Wesentlichen ihren Willen durchsetzt; und dergestalt, während sie tatsächlich die Früchte der Herrschaft genießt, keine Verantwortung vor dem Volke trägt und sich als Oppositions- und Bolkspartei aufspielen kann. In dieser angenehmen Lage befindet sich seit Jahren die Zentrumspartei' „Im Zentrum waren manche Ansätze zu einer volkstümlichen Politik vorhanden, aber sie sind im Laufe der Zeit verdorrt. Der Gegensatz gegen den Militarismus, gegen die uferlosen Flotten Pläne, die oft betonte Politik der Sparsamkeit— all' das kam zu Fall; der einstigen scharfen Opposition in Parlaments� reden und Zeitungsartikeln folgte die lvachsende Bereit schaft, alle? zu bewilligen, um feine Regierungsfähigkeit an den Tag zu legen und die maßgebende Partei cm Reiche ebenso wie in Bayern zu bleiben. So ist diese Partei auch für die ganze Politik im Reich wie im Land mitverantwortlich ge worden. Und sie, die sich sonst auf ihre Traditionen soviel zu gut tut, wird niemals aufgeregter, als wenn man sie an die Reden erinnert, welche ihre alten Führer Windthorst, Mallinckrodt, die Neichensperger und andere einst zu Militarismus, MariniSmus, Kolonialpolitik, Zäsarismus usw. gehalten haben, und wenn man ihnen so das Spiegelbild jener ruhmreichsten Periode der Partei vorhält, von deren' Resten sie heute noch zehrt." Sehr bundesfteundlich klingt diese Sprache nicht. Man kann das auck, nicht von den nachstehenden Sätzen behaupten, in denen klargestellt wird, warum sich die Wucht des sozialdemokratischen Angriffs vor allem gegen den seine Prinzipien berufsmäßig ver ratenden Liberalismus richtet: „Das Zentrum hat sich heute, nachdem es feine OppofitionS- stellung aufgegeben hat, offen als eine ihrer inneren Natur nach durch auS konservative, ja reaktionäre Partei deklariert. So ist denn das Mißtrauen gegen diese Partei groß und berechtigt. Nun hat es freilich die unglaubliche Verblendung der Liberalen fertig gebracht, das Zentrum bei den bevorstehenden Wahlen glücklich in die Rolle des Verteidigers eines wichtigen Volksrechtes zu bringen und dadurch die ihm und uns gemeinsame Wahlparole„Nieder mit den Wahlrcchtsräubern" zu schaffen. Damit ist der Kampf u; da? Wahlrecht zum Hauptpunkt der Wahlen geworden, und da das Zentrum gebunden ist, ftir die Wahlreform einzutreten, so ist es selbstverständlich, daß wir keine Ursache haben, dort, wo Zentrums- leute und liberale Wahlrechtsräuber um die Mandate kämpfen, den letzteren irgendwie den Vorzug zu geben. Damit beginnt und endet aber auch unser Zusammengehen und es ist nichts als eine für Dumme berechnete Wahlmache, wenn die liberale Presse den Glauben zu erwecken sucht, als ob diese von den Liberalen selbst uns aufgezwungene Wahltaktik irgend etwas an dem scharfen Gegensatz der beiden Parteien änderte. Zentrum und Sozialdemokratie trennt eine tiefe Kluft, und die eine wie die andere weiß, daß ihr grundsätzlicher Kampf gegen einander seinen unverminderten Fortgang nimmt, und daß gerade die letzten großen Kämpfe sich dereinst zwischen Zentrum und Sozialdemokratie abspielen werden l" Nach einem Schutz- und Trutzbündnis klingen diese kriegerischen Sätze nicht. Auf den gleichen Ton ist das ganze Handbuch ge- stimmt. In jedem Kapitel wird ebenso gründlich mit den klerikalen wie mit den liberalen Volksfeinden abgerechnet. Wir können den frischen und energischen Ton des Handbuches als eine günstige Vorbedeutung für die nun anbrechende Wahl bewegüng in Bayern betrachten. Kasernenqual. In Koblenz fanden vor dem Kriegsgericht wiederum umfangreiche Verhandlungen gegen Unteroffiziere des Infanterie regiments Nr. 28 wegen schwerer Mißhandlungen statt. Monatelang hat die Untersuchung gedauert, da die Mißhandelten schon alle zur Reserve entlassen sind. Angeklagt sind die Sergeanten Müller und BinS, die Unteroffiziere der Reserve Koslowski und May. Die Untersuchung hat ein Musketier gefördert, der wegen Mst Handlungen desertierte und vom Auslande her seinem Haupt manne die„Helden" und ihre Taten schilderte. Die Mißhandlungen richteten sich nicht nur gegen Rekruten, sondern auch gegen die Mannschaften des älteren Jahrganges, gegen einen Gefreiten, der in mancher Beziehung als Vorgesetzter auszutreten hatte, aber von BinS in Gegenwart der Rckrulcn verhauen wurde. Auf die Frage, warum er sich nicht beschwert hätte, erwiderte der Gefreite: „Wir waren diese Behandlung gewöhnt!" Wie viele Missetaten mögen nun noch im verschwiegenen Räume der Kaserne vorgekommen ein, die nicht das Licht der Oeffcntlichkeit erblickten. Der frühere Kozetz gegen den Sergeanten Bienefeld wegen fortgesetzter Verbrechen gegen K 175 des Strafgesetzbuches brachte schon schrecken- erregende Zustände, die in der Kompagnie bestanden, zur Sprache. Unverdorbene junge Leute mußten sich auf Befehl dieses verkommenen Menschen zu den schlechtesten, die Leute moralisch vernichtenden Schandtaten hergeben, und keiner von ihnen hat sich beschwert. Erst nachdem die mißbrauchten jungen Leute zur Reserve entlassen waren, brachte ein Gefteiter auf Veranlassung des Feldwebels Stahlke die Untaten zur Meldung. Das Gericht beschließt die Anklagesache gegen den Unteroffizier May abzutrennen und ihn besonders abzuurteilen. Der Vertreter der Anklage betont, daß bei diesen Mißhandlungen ein scharfer Maßstab angelegt werden müsse. Die heutige Anklage sei der Ab- chluß eines ganzen Zyklus von Mißhandlungen, die beim 3. Bataillon des Jnfanterie-RegimentS 23 vorgekommen Wien. Es seien bei dem Angeklagten May minderschwcre Fälle anzunehmen, er beantrage llr jeden derselben zehn Tage MiNelarrest. Das Urteil lautet: Der Angeklagte May wird wegen Mißhandlung und Beleidigung in 13 Fällen zu einer Gesamtstrafe von sechs Wochen Mittelarrest ver- urtem. Von einer Degradation sei Abstand genommen worden, weil' der Angeklagte in der Kompagnie groß geworden sei, von der eS *) Ludwigshafen a. Rh. Verlag von Gerisch u. Cie. gerichtskundig war, daß dort Mißhandlungen häufiger vorgekommen seien, daß er dadurch kein gutes Beispiel gehabt. Er habe sich wohl nichts weiteres dabei gedacht, da er dies von anderen gesehen. Von den Zeugen zu der anderen Anklage bekundet u. a. Musketier Horn, datz er in den Monaten Februar bis Juli wöchentlich viermal von Koslowski geschlagen worden sei. Er schildert dann die Mß- Handlungen bei der gewaltsamen Reinigung in der Badewanne. Als er aus der Wanne kam und am ganzen Leibe blutete, schlug Bins mit der Klopfpeitsche auf ihn. Bins hat ihm beim Exzerzieren ins Gesicht gespuckt. Zeuge Leyendecker bekundet, Sergeant Bins habe die Koblenzer nicht leiden können; diese habe er besonders oft miß« handelt. Der Zeuge wurde in mehr als hundert Fälle» mißhandelt, so oft er oder andere Kaineraden auf die Kammer kamen, wurden sie geschlagen. Der Zeuge Z e r lv a s- Rübenach bekundet, daß er im Jahre 1301 vom Sergeanten Müller derart aus das Ohr geschlagen worden sei, daß eine Zerreißung des Trommelfelles erfolgt und er vier bis fünf Wochen im Lazarett behandelt worden sei. Feldwebel Stahlke habe ihn bestimint, im Lazarett eine andere Aussage zu machen. Der Vertreter der Anklage führt aus: Die ganzen Taten zeugten von einem Ausfluß einer rohen und brutalen Ge- sinnung. In einzelnen Fällen seien Leute mißhandelt worden, ohne daß sie wußte» weshalb. Die Krone der Brutalität sei der Fall Monschau. Der Angeklagte habe geivußt, daß der Mann wegen eines Bruchleide n s dienstuntauglich geworden sei, dennoch habe er ihm in roher Weise einen Fußtritt in die Seite versetzt, daß der Mißhandelte nach Lust gerungen habe. Etwas Brutaleres sei bis jetzt nicht in die Erscheinung getreten. Recht charakteristisch für die Brutalität Müllers sei auch die Mißhandlung des Musketiers Lehen- decker. Das Kneifen in die Brustwarzen sei etwas Tückisches, Ge- meines, er habe die Mißhandlung der Beobachtung durch die Vor- gesetzten entziehen wollen. Durch die Gewehrübungen, die er vor dem Schlafengehen vorgenonmien, habe sich der Angeklagte eine Befehlsbcfugnis angeeignet, die ihm nicht zustehe. Straff chärfend trete noch hinzu, daß der Angeklagte von nicht genügender Führung und schon locgen Mißhandlung Untergebener vorbestraft sei. Die Gesamtstrafe wird mit sieben Monaten Gefängnis beantragt, ferner Degradation. Ein Unteroffizier, der eine derartige Gefühlsroheit an den Tag lege, sei nicht mehr fähig und würdig. Vorgesetzter zu sein. Ferner' beantragte der Vertreter der Anklage die vorläufige Fest- nähme des Angeklagten. Müll ech entgegnet, er sei hier als ein roher Mensch geschildert worden, seine Kameraden könnten bekunden, daß er nicht so sei. Er kam von der Untcroffizierschule; schon am dritten Tage, da er beim Regiment war, Hütten ihn seine Kameraden belehrt, d i e Leute durch Schläge zu erziehen; seine Vorgesetzten hätten die Leute auch gehauen, so sei er zu der Meinung gekommen, daß das Schlagen erlaubt sei. Er bittet um eine milde Bestrafung, da man von den Unteroffizieren verlange, daß sie die Rekruten in einem viertel Jahre ausbilden. Das Urteil gegen Sergeant Müller geht dahin: Der Angeklagte wird wegen Mißhandlung in 22 Fällen und Anmaßung einer Be- fehlsbefugnis zu einer Gesamtstrafe von vier Monaten Ge« säugnis verurteilt. Nur der Fall Monschau sei vom Gericht als ein schwerer angesehen worden. Es sei menschlich erklärlich, wenn ein Unteroffizier in der Erregung eine Ohrfeige gebe, ein Fußtritt sei aber eine schwere Mißhandlung. Strafschärfend sei angenommen tvorden, daß der Angeklagte schon wegen Mißhandlung vorbestraft ist, andererseits sei zu seinen Gunsten angenommen, daß Müller nach Aussagen der Zeugen immerhin noch zu den besseren Unteroffizieren der Kompagnie gehört habe, der bei den Mannschaften beliebt war, so daß eine große Roheit seitens des Angeklagten nicht vorlag. Des- halb sei auch' von der Degradatton abgesehen worden. Das Gericht habe die Gefängnisstrafe als eine genügende Sühne angesehen, da auch das Regiment nicht weiter mit ihm kapituliere. Auch von der vorläufigen Festnahme habe das Gericht abgesehen. In der Beweisaufnahme gegen die Angeklagten BinS und Koslowski bekunden eine große Anzahl von Zeugen, datz Bins jeden Man» geschlagen, der auf die Kammer kam, und daß er jeden „Schwein" nannte. BinS erklärt jedesmal, er könne sich nicht mehr entsinnen. Die Zeugen bekunden, daß sich jeder, der zur Kammer mußte, darauf gefaßt machte, daß er von Bins geschlagen wurde; es sei kaum ein Mann in der Kompagnie gewesen, der nicht von Bins geschlagen worden sei. Weiter wird der Fall festgestellt, daß Koslowski an einem kalten Tage die'Leute bergan Laufschritt niachen ließ, um sie zu schikanieren. Im Schietzstand mußten sich die warm gelaufenen Leute dann hinlegen; Musketier Dülz hat eine starke Erkältung davongetragen. Der Vertreter der Anklage beantragt die noch weiter geladenen Zeugen zu veniehmen, wenn sie auch nicht namentlich in der Anklageschrist aufgeführt sind. DaS Gericht beschließt, diese Zeugen nicht zu vernehmen. Der Vertteter der Anklage bedauert, daß es so gekommen, da es sonst möglich gewesen wäre, erheblich schwerere Mißhandlungen zu erwähnen, als bis jetzt schon erwiesen seien. Die Angeklagten hatten einen förmlichen Hang zu Mißhandlungen, ja sie konnten sich nicht einmal Rechenschaft darüber geben, waruni sie die Leute schlugen. Namentlich Bins sei ein systematischer Leute- schindrr gewesen, der scharf angefaßt werden müsse. S. M. der Kaiser lege enormen Wert darauf, daß die Mißhandlungen in der Armee ausgerottet würden; die llnteroffiziere würden monatlich er- mahnt, die Untergebenen nicht zu mißhandeln. Er beantragt gegen Bins eine Gesamtsttafe von einem Jahr zwei Monaten Gefängnis; gegen Koslowski wegen fortgesetzter Mißhandlungen 1'/, Jahre Gefängnis und gegen beide die Degradatton.« Das Urteil lautet: Bins wird zu acht Monaten einer Woche Gefängnis verurteilt, ferner wird die Degradation ausge- sprachen. Es wird als festgestellt erachtet, daß die Mißhandlungen fortgesetzt erfolgten, einzelne Leute seien über hundertmal mißhandelt worden. Der Angeklagte habe ein für allenial den Entschluß ge- faßt, jeden, der auf die Kammer kam, zn mißhandeln. Strafmildernd habe das Gericht angenommen, daß die Stellung des Angeklagten tatsächlich eine schwierige gewesen sei, eS seien anscheinend erhebliche Mißstände bei der Kompagnie vorhanden gewesen. Koslowski wird wegen fortgesetzter Mißhandlung und Beleidigung Untergebener zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten verurteilt. Auch wird die Degradation ausgesprochen._ Mundsperre für Beamte. In Mannheim haust ein Polizei- dircktor, der sich in den Kopf gesetzt hat, die Bevölkerung zu so- genannten„soliden Leuten" zu erziehen. Er führt deshalb einen jahrelangen Krieg gegen Wirte und Vereine, wenn sie Vergnügen abhalten wollen. Ausserdem legt er gegen die Schutzleute eine preussische Schneidigkeit an den Tag, die sich natürlich wieder in dem Auftreten der Schutzmannschaft manifestiert. Vor einiger Zeit kam der lange aufgespeicherte Groll gegen diesen Polizeidirektor einmal im Stadrverordneten-Kollegium zur Explosion, und an der ver- nichtenden Kritik beteiligte sich auch ein zungliberaler Oberamtsrichter in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter. Die Folge war ein brüskes Schreiben des Landgerichtspräsidenten, in dem der Oberamtsrichter aufgefordert wurde, sich zu recht. s e r t i g e n wegen seiner Angriffe gegen den Polizeidirektor. Im liberalen Blätterwald erhob sich ein leises Rauschen ob dieses Ein- griffs der„liberalen" Regierung in die staatsbürgerlichen Rechte der Beamten, aber die Regierung kümmerte sich gar nicht darum. Wie die„Volksstimme" jetzt erfährt, ist vielmehr dem Oberamtsrichter vom Justizministerium endgültig eine Rüge erteilt worden. Der Einwand des Gerügten, datz er nicht als Richter, sondern als Stadtverordneter gesprochen, erschien dem Justizminister nicht stichhaltig, es wurde ihm einfach gesagt, daß er hätte vermeiden müssen, als Beamter an einem anderen Beamten derartig Kritik zu üben. Damit ist für die Beamten die Ausübung eines Mandats in irgend einem Vertretungskörper einfach illusorisch gemacht, denn ähnliche Fälle können sich immer wieder ereignen. Di« Be- völkerung mag daraus die Lehre ziehen, datz sie keine Staatsbeamten zu Volksvertretern wählt.—_ Südwestafrikanische?. Berlin, 22. April. Telegramm aus W i n d h u k: An Typhus find gestorben: Oberveterinär Paul Schröder, gebore» am W. Uügust 1876 zu Freest, am 15. April 1S05 im Lazarett Kalk- fontein. Reiter Josef Czapp, geboren 17. Dezember 1379 zu Wittstock, am 17. April 1995 im Lazarett Rehoboth. Nachträglich gemeldet: Im Gefecht an einer V l e y östlich Elefantenfluh südlich Kowise-Kolk am 7. April 1995: Berwundet: Reiter Paul Kreisch mar, geboren am 9. November 1883 zu Herzogswaldau, schwer verletzt— Armschuh. Unteroffizier Friedrich Perlmann, geboren am 13. Januar 1883 zu Jäske, schwer— Rückenschuh. � ♦ Die Lage in englischer. Beleuchtung. London. 22. April. Einer Kapstadter Drahtung des„Daily T e l e g r." zufolge bezeichnen bis zum 13. April reichende Berichte von Deutschen in Siidwestafrika die Lage im Innern als er n st er denn je. Die Hotten- totten, die ihr Vieh verloren haben, seien verzweifelt geworden. Oberst Deimling, der im Süden befehligte, sei nach Europa zurückberufen worden, weil er den Befehlen des Hauptquartiers im Feldzuge gegen Morenga zuwider gehandelt habe. Danach sollte Oberst Deimling seinen Vorstoh bis zum 1. April verschieben, aber er rückte sofort vor und stellte sich dadurch auherhalb des Bereiches der heliographischen Verbindung. �uslancl. Revolution in Rußland. Kongreß der liberalen Presse. Vom 18. bis 21. d. Mts. tagte in Petersburg in aller Stille ein Kongreß von Vertretern der liberale» Presse. Anwesend waren 149 Delegierte, welche 129 Zeitungen und Zeitschriften vertraten. Die Petersburger Presse war durch 39, die Moskauer durch 6, die Provinzialpresse durch 57 und die baltische Presse nur durch 6 Preß- organe vertreten. Das Hauptergebnis des Kongresses besteht in dein Zusammenschluß von 74 Prehorganen zu einem Preßverband zu politischen Zwecken._ Das Ende des Eisenbahnerftreiks. Unser römischer Korrespondent meldet uns: Rom, 22. April. Die Streikkommission beschloß gestern das Aufgeben des Kampfes wegen Annahme des Knebel- gesetzrs, nachdem F o r t i s versprochen hatte, keine Maßregelungen zuzulassen und den Entwurf eines Schiedsgerichtes durch das Arbeitsamt ausarbeiten zu lassen. Die Arbeitsaufnahme erfolgte ohne Zwischenfall. Rur in Neapel wurde den(Äsenbahnern zugemutet, Disziplinarstrafen und Entlassungen schriftlich als berechtigt anzuerkennen. Das Personal verweigerte die Unterschrift und verließ abermals die Arbeit, bis heute früh die Eisenbahndircktion die unbillige Forderung zurückzog. Damit wäre leider, trotz der Konzessionen Fortis, der Streik zu Ungunsten der Eisenbahner verlaufen, denen künftig das Recht des Streikens geraubt ist! Die Niederlage war aber durch den heldenmütigsten Kampf nicht abzuwenden, da alle bürgerlichen Parteien geschlossen gegen die Eisenbahner auftraten, die Regierung durch Truppen den Verkehr wenigstens im not- dürftigsten Umfange aufrecht erhalten konnte und sich überdies auch noch Streikbrecher fanden. In dieser Situation wäre eine Fortführung des Streiks aussichtslos gewesen. Aber auch ein Generalstreik der übrigen Arbeiterkategorien hätte nur von kurzer Dauer und ergebnislos sein können. Die bloße An- drohung eines solchen Streiks hätte einschüchternd wirken können, falls in den bürgerlichen Kreisen Mciuungsdifferenzen vorhanden gewesen wären. Da das gesamte Bürgertum aber die Kncbelbill unter allen Umständen durchsetzen wollte, hätte eine Ausdehnung des Streiks auf andere Berufe die Opfer nur vennehrt, ohne am Ausgang des Kampfes etwas zu ändern. Einer Korrespondenz unseres römischen Mitarbeiters vom 19. April entnehmen wir noch folgende Darlegungen: Wir sind am Abend des dritten Streiktages angelangt. Das Parlament hat vor wenigen Stunden den Gesetzentwurf über die Verstaatlichung der Eisenbahnen, samt den§§ 17 und 27 angenommen, die die Eisenbahner zu Staatsbeamten machen und so des Streik- rechts berauben. Bei einem Zusammenstoß zlvischen Militär und den für die Eisenbahner demonstrierenden Landarbeitern ist wieder Proletarierblut geflossen— 3 Tote und einige 29 Verwundete—, aber eine Lösung des Konfliktes ist vorderhand noch nicht voraus- zusehen. Eine völlige llnterbindnng de» Verkehrs ist diesmal nicht ge- lungen. Fast überall hat die Regierung ihr sogenanntes„Minimal- Programm" verwirklicht, d. h. sie hat auf den Strecken in 24 Stunden je einen Zug gehen und einen kommen lasse». Die adriatischen Bahnen haben sogar dieses Minimalprogramm überschritten. Daß dies ohne Militarisierung möglich war, ist einmal auf die Verwendbarkeit der Soldaten des Eisenbahner- Bataillons zurück« zuführen, die die Erwartungen der Sachverständigen übertroffen hat, dann auf die Charakterlosigkeit des höheren Per- s o n a I s, das für die Streikenden einsprang, und schließlich auf den Abfall eines Prozentsatzes der Eisenbahner. Während das Streckenpersonal, die Weichensteller, die Arbeiter der Eisenbahn- Werkstätten sowie die Kontrolleure und Zugführer sehr große Solidarität bewiesen, scheint das Stations- und Maschinen- personal einen nicht geringen Teil Streikbrecher gestellt zu haben.„Scheint", sagen wir, denn genaue Nachrichten sind noch nicht darüber zu erhalten. Das Verhalten der Behörden, das anfangs korrekt war, nähert sich immer mehr Giolitttschen Methoden. Auch da? Blutbad von Foggia hätte bei einiger llmsicht und kaltem Blut der Behörden verhütet werden können. Auf unbewaffnete, mit Steinen werfende Arbeiter zu schießen, ist ja jetzt in Jtqlien eine Spezialität der im „inneren Sicherheitsdienst" beschäftigten Truppen. Die Toten und Verwundeten von Foggia sollten die Ordnung?- presse abhalten, den Ernst des Streiks weiter zu leugnen. Auch die zahllosen Protestversammlungen der Hoteliers, Kauf« leute usw. legen beredtes Zeugnis ab. Die Leute sind in der Tat sehr schwer geschädigt. Deshalb� sammeln sie Prämien für Streik- brecher, erlassen Aufrufe, in denen die ganze sittliche Enttüstung von Unternehmern flammt, die in der Karwoche die Fremden ver- scheucht sahen, sie schlagen allen Hausherren vor, die streikenden Eisenbahner zu exmittieren und was dergleichen Mätzchen mehr sind. Seit dem Generalstreik hat man die italienische Bourgeoisie nicht mehr so einig gesehen, wie in diesen Tagen! Am besten sah man das in der Kammer, wo mit wahrer Wut gearbeitet wurde. Die Unseren wurden einfach nieder- gebrüllt, ihre Worte mit der größten Feindseligkeit aufgenommen. Freilich läßt sich nicht verhehlen, daß die sozialistische Fraktion in diesen Tagen, in denen sie die Stimme des Proletariats ins Parlament tragen sollte, nicht in vollem Maße ihre Pflicht getan hat. Von den 28 sozialistischen Abgeordneten waren nur 13 zugegen, was bei der Abstimmung gegenüber einer mehrfach hnndertköpfigen Mehrheit freilich nicht ins Gewicht fiel, wohl aber jeden Versuch wirksamer Obstruktion unmöglich machte. Und doch hatte die sozialistische Fraktion den Eisenbahnern schon nach dem Entwurf Giolitti die Obstruktion versprochen I Die Situation ist also die: welche Chancen, welche Aussichten auf Erfolg hat ein Streik, der sich gegen ein mit ungeheuerer Mehr- heit angenommenes Gesetz richtet?— Frankreich. Die Trauerkundgebung in Limoges. Paris, 29. April. fEig. Bcr.) Die Bestattung des nieder- geschossenen Arbeiters Vardelle(das zweite totgemeldete Opfer liegt an einer gefährlichen Kopfwunde darnieder) hat sich zu einer ergreifenden, mächtigen Trauerkundgebung des Proletariats von Limoges gestaltet. Die ganze Arbeiterbevölkernng beteiligte sich am Trauerzuge.. Nach der Meldung des bürgerlichen„Matin" ruhte die Arbeit in der ganzen Stadt. Dieselbe Zeitung gibt die Zahl der Teilnehmer am Leichenzuge und der auf den TrottoirS sich drängenden Menge auf 49 999 Personen an. An der Spitze des Zuges gingen neben den Eltern und Geschwistern des Toten die aus Paris an- gekommenen sozialistischen Abgeordneten Bagnal, Cardet, Bouvcri, der sozialistische Maire Labussiere nebst dem' gesamten Gemeinderat und der Vertreter des Pariser GewcrkschaftSvorstandes. Lövy. Ueber dem Zuge wehten rote Fahnen in Trauerflor gehüllt. Auf den zahlreichen Kränzen las man u. a. entrüstete Ans- schriften gegen die Soldateska:.Dem Opfer der Soldateska!"„Dem Opfer der Armee!..." Die Kundgebung verlief ohne jeden Mißton. Denn der Maire hatte von den Behörden erwirkt, keine einzige militärische oder Polizeiuniform auf der Straße erblicken zu lassen. Der Pariser Gemeinderat hat 5999 Frank für die Opfer des Blutbades bewilligt. Die Haltung der Radikalen hat aber das Votum eines sozialistischen Antrages vereitelt, der die Nichtanwendung des Auflaufsgesetzes von 1848 bei Streiks verlangte.— Der französisch-japanische Konflikt ist seit einigen Tagen in das Stadium diplomatischen Ver- Handlungen getreten. Die Vorstellungen Japans haben auch den Erfolg gehabt, daß die französische Regierung erklärte, die Neutralität in ihren südchinesischen Gewässern st r e n g beobachten zu wollen. Es fragt sich nun allerdings, was Frankreich unter Neutralität ver st eh t. Legt es diesen Begriff in der Weise aus, wie die Neutralität auf Madagaskar beobachtet wurde, so dürfte Japan sehr wenig zufrieden sein. Offenbar aber hat sich die französische Re- gierung doch genötigt gesehen, den Generalgouverneur von französisch Jndochina anzuweisen, die russische Flotte nicht mehr so ungestört in den französischen Gewässern verweilen zu lassen, wie bisher. Ein Pariser Blatt weiß wenigstens zu berichten, daß eine derartige Anweisung ergangen sei. Auch meldet die Petersburger Telegraphenagentur, daß Admiral Roschdjestwensky von der französischen Regierung auf die Notwendigkeit hingewiesen sei, die Neutralität Frankreichs nicht zu verletzen und sich nicht in territorialen Gewässern aufzuhalten, wenn er sie in Wirklichkeit benutzt habe. Wie sehr Roschdjest- wensky die Neutralität verletzt hat, beweist folgende englische Darstellung von dem Aufenthalt der russischen Schiffe in der Kamranhbucht: Saigon, 22. April.(.,Laffan"-Meldung.) Das Geschwader des Admirals Roschdjest- wensky lag noch �im Freitag, 50 Schiffe stark, in der Kamranh-Bucht. Auf dem Ge- schwader sind die Vorräte knapp. Fa st täglich gehen voit Saigon deutsche und französische Dampfer mit riesigen Zufuhren für die r u s f i s ch e n Kriegsschiffe ab. Der Dampfer „Eridan" wurde für 60 000 Dollars als Transportschiff an die Russen verkauft. Der Dampfer„Hindoo" löscht hier seine Kohlenladung. 45 000 Tonnen nissischer Kohle liegen hier aufgespeichert. Fünf russische Kohlendampfer trafen hier ein, um die Kohlen nach der K v m r a n h- Bucht zu b e f ör d e r n. Man glaubt hier, daß das nachrückende Geschwader des Admirals Nebogatow Saigon anlaufen und 14 Tage lang hier bleiben wird. Es bleibt nun abzuwarten, ob Roschdjestwensky seine Fahrt fortsetzen wird. Denn nur eine solche Fortsetzung der Fahrt und ein völliges Verlassen der Indochinesischen Gewässer entspräche dem Gebot einer wirklichen Neu- tralität Frankreichs. Frankreich wird jedenfalls den japani- schon Vorstellungen umsomehr Rechnung tragen müssen, als sich auch die englische Regierung mit Vorstellungen wegen des Ncntralitätsbruchcs an die französische Ncgiernng gewendet hat. Es wird darüber gemeldet: London, 22. April. Der„Pall Mall G a- z e t t e" wird ans Paris gemeldet, der dortige englische Botschafter Bertie habe seinen Oster- »rlaub unterbrochen nnd sei nach Paris zu« rückgekchrt, um im Ministerium des Aenßeren eine Note der englischen Regierung zu überreichen, in welcher die Vorstellungen Japans wegen des Vcrwcilcns der balti- scheu Flotte in der Bucht von Kamranh unterstützt würden. Die Note sei in der höflichsten Form abgefaßt. Infolge der Haltung Frankreichs ist die Erbitterung in Japan auf de» Siedepunkt gestiegen. Die Presse verlangt, daß Japan einschreite und die russischen Schiffe auch in den französischen Gewässern angreife, wenn Frankreich nicht eine andere Haltung annehme. London, 21. April.„M o r n i n g Post" meldet aus Washington von gestern: Japan hat die Vereinigten Staaten davon in Kenntnis gesetzt, daß seiner Ansicht nach Frankreich die Neutralität dadurch verletzt habe, daß sie dem Geschwader Roschdjestwenskys gestattete, die Kamranhbai als Stübpunkt zu benutzen. Dasselbe Blatt berichtet aus Shanghai von gestern: Der russische Kreuzer„A s k o l d" hat heute von drei Last- schiffen Kohlen eingenommen. Der„Askold" ist jetzt so angestrichen, daß er einem amerikanischen Kriegsschiff gleicht. Die Maschinenteile, welche bei der Desarmierung des„Askold" seinerzeit entfernt wurden, sind wieder ersetzt. Ein Lotse ist für drei Monate angenommen worden. Fünf chinesische Kriegsschiffe haben Befehl erhalten, den„Askold" zu über- wachen.—_ GewcrkfchaftUcbcs. Wie das Osterei entsteht! Die Masse der Arbeiter denkt meist nur zur Weihnachts- und Osterzeit einmal mit genaschten Gefühlen an die Kondi- loren und Zuckerwarenarbeiter, und viele— selbst Organisierte— halten die„süße Kunst" für keinen im Wirtschaftsleben irgendwie belangreichen Faktor, um ihm besondere Auf« merksamkeit schenken zu sollen. Aber besonders die Choko- laden- und Bonbonfabrikation hat in den letzten zwanzig Jahren eine EntWickelung durchgemacht wie wenige, und be« schäftigt zehntausend? fleißiger Hände. Allein Berlin, ob« gleich nicht Hauptort, hat annähernd 100 Fabrikbetriebe, von denen zirka 25 über 50 und 3 über 500 Personen beschäftigen. Insgesamt werden hier gegen 4500 Personen in solchen Fabriken stehen, wozu noch etwa 1500 in Konditoreien, Hotels und Bäckereien arbeitende Gehülfen kommen. Man glaubt aber ferner, daß die Arbeit keiner großen �Anstrengungen be- dürfe, leidlich bezahlt werde, daß mindestens niemand bei ihrer Verrichtung zu verhungern brauche, sondern sich höchstens krank essen könne, daß es ein Vorzug der Branche sei, in ihr gerade im Winterhalbjahr in schönen warmen Fabrikräumen Arbeit zu finden und daß jeder, der das Glück genieße, mit- wirken zu können, selbst nur herzlichste Freude und Genug- tuung bei Herstellung der prächtigen Weihnachts- und Oster- geschenke empfinden könne. Wozu sollten sich also andere über die Lage dieser Bcrufsarbeiter irgendwelche Gedanken machen? Wer im Honig sitzt, braucht doch nicht aus der Tinte gezogen zu werden! Welche Illusion! Niedrige Löhne, lange Arbeitszeit, unverschämte Ueöersiundenpraxis in der Saison, monatelange Arbeitslosigkeit hinterher, teilweise schwere Arbeit bei glüqen- dem Herdseuer(Bonbonkochen), ungesunde, widerlich süßliche Luft, knechtsmäßige Behandlung und ganz besonders Nickt- achtung des weiblichen Geschlechts— fast ausnahmslos tägliche Leibesvisitationen!— alles das findet man in bunter Abwechselung innerhalb dieser nach außen in so gutem Geruch stehenden Stätten. Aber weshalb entwickelte sich denn auf diesem Vorzug- lichcn Agitationsboden bisher keine besonders starke Gewerk- schaftsbeweguiig? Weil dem Zcntralverband der Konditoren und verwandte Berufe sich Schwierigkeiten entgegenstellen, wie gleichfalls wenigen anderen! Das Rückgrat des Gewerbes bilden natürlich die ge- lernten Kräfte. Diese sind, soweit sie in Konditoreien. Hotels, Bäckereien arbeiten, meist Abkömmlinge kleinbürgerlicher Familien: Meistersöhne usw., und es ist ihnen im patriarchali- scheu Kost- und Logissystem, sowie durch die Backofenhitze der mehr oder weniger große Rest von Denkfähigkeit weiter zu- sammengeschrumpft. Sie finden ihre rückständige Ent- lohnungsart als gerade für sie Passend, weil es sich dabei am gemütlichsten weiterdusselt. Ihre„Künst", auf welche sie, nicht zu wenig stolz sind, strengt außerdem ihren Geist sehr an und erhebt sie über ihre Mitwelt, sodaß sie höchstens in Ver- gnügungsvereinen über das erfolgreichste Wettkriechen bor den Herren Selbständigen— sie wollen allesamt einmal selb- ständig werden!— beraten können und gewerkschaftliche oder gar politische Arbeiterbewegung als eine Größe behandeln. mit welcher man nicht bekannt werden will. Die andere große Organisationsschwierigkeit resultiert aus der Tatsache, daß in Fabrikbetrieben die gelernten: Kräfte bis aus 25 Proz. verdrängt sind, und zwar meist durch junge weibliche, die immer sehr bald sich nach lohnenderer Arbeit anderwärts wieder umsehen. Allerdings macht die Organisafton trotzdem Fortschritte. ?lber innerhalb mehrerer und gerade der größten Betriebe liegen die Verhältnisse so, daß auch an da allgemeine organisierte Arbeiterschaft, welche schon öfter schwache Organisationen moralisch unterstützte, das Ersuchen gerichtet werden muß, des Verbandes der Konditoren zu gedenken. Wir wollen beute ein ganz besonders trübes Bild vor- führen. Es betrifft die Arbeitsverhältnisse der Firma Gebr. Stollwerck, Aktiengesellschaft, welche hier in der Chausseestraße ein Zweighaus besitzt, in welchem über 500 Personen be- schäfftgt sind. Im ganzen hat die Firma mehrere tausend Arbeitskräste und ihre dominierende Stellung in der Choko- ladenindustrie Deutschlands erkennt man aus dem Rein- gewinn, den sie jährlich aus Kakao, Zucker und Menschen« knochen herauszukrystallisieren versteht. Er betrug 1902: 1 204 000 M. und 1903: 1 180 000 M. Eine ganz besondere Organisationsschwierigkeit bietet sich hier, weil diese Firma sogar nur 10 Proz. gelernter Lkräfte beschäftigt nnd von den annähernd 400 Arbeiterinnen die mchliche Hälfte unter 16 Jahren einstellt! Solche jungen Menschenkinder den Bestrebungen der Organisation geneigt zu machen, bedarf es der Mithülfe der Familien und ihres gesamten Umganges, und gerade in dieser Hinsicht richten die organisierten Konditoren den Appell an alle, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Betreffenden der Organisafton zu- zuführen! Wie bitter not das tut, beweist folgendes: Die mit 27 Hofdiplomen und 65 Medaillen belastete Firma zahlt diesen jungen Arbeitskräften anfangs pro Tag 1 M. und gibt meist erst auf Drängen nach Monaten eine Zulage von 5 Pf. pro Tag. Sie zahlt diesen horrenden Lohn nur zweimal � im Monat aus— am 4. und 19. jeden Monats—, zieht nicht mir die Kassenbeiträge, sondern inner- halb der ersten vier Wochen auch den Betrag für zwei Arbeits- kleider zum Preise von je 3,80 M. ab: zahlt Akkordpreise, durch welche nur ganz vorzügliche Kräfte auf 24—30 M. alle 14 Tage, die Masse jedoch nur auf 17— 24 M. Verdienst kommt. Sie zahlte nachweisbar einer Arbeiterin für 11 Arbeitstage 4,92 M. Akkordlohn, wovon noch Kassen- abzöge gemacht wurden! Sie läßt die Arbeiterinnen zur Löhnung auf den Hof antreten: sie gab ihnen bisher zu den Eßpausen— die Arbeitssäle müssen geräumt werden— nur ungenügende Räume, so daß die Hälfte aller auf dem Hofe »nd den Hausfluren das Zwischenbrot einnehmen mußte! Sie gestattet ferner den Arbeiterinnen nicht einmal, das Schuhwerk zu wechseln, so daß sie ihre Straßenschuhe den ganzen Tag über anbehalten müssen. Ter Inspektor K a r k e r erlaubt sich die schlimmsten Beschimpfungen den Arbeiterinnen gegenüber. Bei Beschwerden erklärt er seinen Gleichmut gegenüber Veröffentlichungen im„Vorwärts" und im Fachorgan. Für die Firma gelten obendrein anscheinend die Arbeiterinnenschutz-Bestimmungen nicht. Sie läßt wieder- holt Sonnabends einzelne Gruppen noch lange nach 51/, lUw arbeiten, bezahlt aber nicht einmal diese Zeit! Sie wacht streng über ihr Eigentum, und wer bei einem geringen„Dieb- stahl" von Ware ertappt und deshalb entlassen wird, wird an einer schwarzen Tafel durch Namensnennung vor dem ganzen Betriebe gebrandmarkt. Sie spricht in ihrer„Fabrik- ordnung" von„Knaben und Mädchen", und verlangt von dem Aufsichtspersonal, daß dieses die„Knaben und Mädchen" auch nach dem Verlassen der Fabrik auf ihr anständiges Betragen beobachte. Sie bestraft mit Geldbuße, wer nicht einen halben Tag vor seinem freiwilligen Abgange diese Absicht den Vor- gesetzten meldet, hat aber gegenseitige Kündigung aus- geschlossen und entläßt ihrerseits ohne jede Vorbemerkung. Von einigen kleineren Beschwerden wollen wir nach dieser Blummkese absehen, denn wir und jeder wird wohl meinen. daß es genügt. Seldslverstäiwlich hat die Organisation schon ihre Pflicht getan und der Gewerbe-Jnspektion über die zuständigen Punkte Anzeige erstattet sowie auch eines Sonnabends Uhr abends mit Hülfe der Polizei die Arbeit von 10„Mädchen" inhibieren lassen. Diese Erinnerung an die Gesetze fand bei der Firma leider nicht die gebührende Dankbarkeit, denn man wies dem Verbandsbevollmächtigten etlvas unfreundlich die Türe. Angesichts dieser Zustände bedarf es Wohl keines weiteren Beweises für die Notwendigkeit, daß die Arbeiterschaft dabei mithelfen möge, den dort Beschäftigten die Organisations- Pflicht beizubringen. Das Bureau des Verbandes der Konditoren befindet sich Brunnenstraße 30. Berlin und dlmgegend. Der Tarifvertrag der Bauhülfsarbciter ist angenommen. Nach dem bis jetzt vorliegenden Resultat der am Donnerstag erfolgten Urabstimmung wurden 84g Stimmen fiir und 483 Stimmen gegen den Vertrag abgegeben. Das Resultat ist noch nicht voll- ständig, es fehlen noch zwei Bezirke, die etwa 150 Stimmen zu- sammen ergeben dürften, so daß das Eirdresnltat auch unter Hinzu- rechnung der noch ausstehenden Bezirke kein wesentlich anderes werden kann. Die Annahme des Vertrages und sein Inkrafttreten mit dem 1. Mai kann demnach als sicher gelten. Die Korimacher der Grüniranche haben eine Erhöhung des Akkordlohnes um 10— 15 Proz. sowie eine Verkürzung der wöchent- lichen Arbeitszeit von Sö auf 58 Stunden durchgesetzt. Sechs Werk- stellen in Berlin und drei in Weißensee belvilligten die Forderungen ohne weiteres. In vier Berliner und einer Weißenscer Werkstatt mußten die Fordenmgen mittels des Streiks durchgesetzt werden. In Französisch-Buchholz, Ivo gleichfalls einige Werkstcllen dieser Branche sind, haben sich die Arbeiter ans etwas geringere Zugestand- nisse mit den Arbeitgebern geeinigt. Im Streik der Modelltischler ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Wie immer, so ist auch bei diesem Streik die Polizei zum Schutze der Unternehmerinteressen auf dem Posten und macht den Streikposten die Ausübung ihres Rechte? so schwer wie möglich. Bemerkenswert ist, daß die nach außerhalb abreisenden Streikenden leicht Arbeit finden und trotz des Beschlusses der Scharsmacher überall gern in Arbeit genommen werden, denn nach eingearbeiteten Modelltischlern herrscht lebhaste Nachfrage. OeutTcbea Reich. Die Beendigung des Weißenfelser Schnhmacherstreiks mit einer Niederlage der Arbeiter melden die bürgerlichen Depeschen- bureaus. Eine Privatnachricht über die Beendigung des Streiks haben wir nicht erhalten. Am vergangenen Mittwoch— wie die DepeschenbnreauS behaupten— ist die Arbeit keinesfalls auf- genommen worden. Ob dies infolge einer Vereinbarung etwa am kommenden Mittwoch geschehen soll, wissen wir nicht.— Jedenfalls ist Vorsicht zu beobachten und Zuzug von Schuhmachern nach Wetßenfels nach wie vor fernzuhalten. Der Schnriderstreik in Köln wurde am Donnerstag nach 17 tägiger Dauer von den Gehülfen siegreich beendet. Trotz großer Anstrengungen vermochten diejenigen Arbeitgeber, die die Forderungen nicht anerkennen wollten, nur ganze 15 Arbeitswillige von auswärts aufzutreiben, sämtlich arme Böhmen, die fast krank in Köln ankamen. Um wenigstens noch drei Tage vor Ostern zu retten, hat die Arbeit- geberorganisation in ihrer großen Bedrängnis die Forderungen der standhaften Gehülfen bewilligt. Zur Aussperrung auf der Aktiengesellschaft„Weser". Bremen, 21. April. sEig. Ver.) Die von der Aktiengesellschaft „Weser" erfolgten Kündigungen haben einen noch größeren Umfang, als zuerst zu ersehen war. Auch die Arbeiter auf dem alten Betriebe der Werft, wo etwa noch 300 in Beschäftigung stehen, sind gekündigt- worden, zuletzt die Former, und zwar diese, wahrscheinlich aus Betriebsrücksichten, erst Donnerstag nachmittag nach 5 Uhr. Damit erhöht sich die Zahl der insgesamt Gekündigten auf 2800— 2900. Von diesen entfallen etwa 1600 auf organisierte Arbeiter. Es kommen die Organisationen der Werftarbeiter, Metallarbeiter und tolzarbeiter besonders, ferner aber auch der Schmiede, upferschmiede, Schiffszimmerer, Maler, und Fabrik-, Land und Hülfsarbeiter in Frage. Die lokalen Organisations vorstände haben, zum Teil unter Teilnahme von Vertretern der Zentralvorstände, am Donnerstag bereits eine Sitzung abgehalten, um die Verhaltungsmaßregeln für die nächste Zukunft zu beraten. Wenn die Werftleitung glaubt, durch die gewaltsame Aussperrung die Dreher, die bekanntlich in Kündigung standen, kirre zu machen, damit sie von ihren Forderungen zurücktreten, so befindet sie sich in einem großen Irrtum. Für die Arbeiter wäre eS selbst mit der Be- willigung der Forderungen der Dreher nicht abgetan. Auch die Forderungen der Schiffstischler und Schiffszimmerer sind bislang von der Werftleitung unberücksichtigt geblieben. Einigen anderen Branchen, die vordem Forderungen gestellt hatten, sind Pfennig- zulagen gewährt worden. Die Taktik der Aktiengesellschaft„Weser" geht überhaupt dahin, ihren Arbeitern wohl ab und zu 1—2 Pf. Lohnerhöhung zu gewähren, ohne indes bestimmte Verpflichtungen einzugehen. So hat sie auch den Drehern einen ganzen Pfennig Stundenlohn Erhöhung bewilligen wollen, dagegen hat sie die Festlegung eines, namentlich für bremische Verhältnisse gewiß ganz bescheidenen Minimallohnes von 35 Pf. pro Stunde strikte abgelehnt, ebenso jede Regelung des Akkordwesens. Auf diese mußte eS aber den Arbeitern gerade ankommen, denn sowohl im Maschinenbau wie im Schiffsbau sind in letzter Zeit erhebliche Reduktionen im Akkord vorgenommen worden. Selbst geringe Lohnerhöhungen würden also nichts nutzen, wenn gleichzeitig damit der Akkord herabgesetzt wird. Die Arbeiter drängen deshalb darauf, daß die Direktion der Werst endlich einmal sich bequemt, mit ihren Arbeitern bestimmte Vereinbarungen zu treffen. Neben den Lohnberhältniffen ist seit der vor reichlich einem halben Jahre erfolgten Inbetriebnahme der neuen Werft die Be- Handlung der Arbeiter eine schlechtere als früher geworden. Namentlich ist es die Anstellung eines besonderen Werftsckutzmannes, der sein„Kommando" bis in die einzelnen Ressorts hinein auszudehnen beliebt, die den Arbeitern besonders entwürdigend vorkommt. Ganz abgesehen von der Einführung doppelter Kontrollmarken, deren Annahme von einzelnen Branchen verweigert wurde. Bei der lebhaften Konjunktur, deren sich der Schiffsbau äugen- blicklich allgemein zu erfreuen hat und von der auch die Werft der Aktiengesellschaft„Weser" stark profitiert, glaubt man nicht an eine lange Dauer der Bewegung. Die Vorstände der meistbeteiligten vier Gewerkschaften werden noch einmal den Versuch machen, bei der Direktion vorstellig zu werden, um die Differenzen zu schlichten. Es wird sich dann zeigen müssen, ob die Werftleitung zu friedlichen Lohnfestsetzungen sich bereit findet oder ob sie den Kampf um jeden Preis will. Wenn es sein muß. sind die Arbeiter auch zu letzterem bereit._ Zur Lohnbewegung der Former und Gießerei-Arbeiter von Torgeloui wird uns noch mitgereilt, daß bei Abschluß der Verträge mit den Unternehmern der Gewerkverein der Maschinenbau- und Metallarbeiter mitgewirkt und auch den Kollektiv-ArbeitSvertrag mit unterzeichnet hat. Die Ardeiter der Siemens-Schuckertwerke in Nürnberg nahmen am Karfreitagvormittag in einer massenhaft besuchten Versammlung. zu der wegen Ueberfüllung des Saales viele Hunderte keinen Zu- tritt zu erlangen vermochten, den Bericht des ArveiteransschusseS über das Resultat der mit der Direktion gepflogenen Verhandlungen entgegen. Als erfreulich kann dieses Resultat nicht bezeichnet werden. Die auf die eingereichten Forderungen gemachten Zugeständniffe sind so minimal, daß sich unter den Arbeitern die Meinung gebildet hat, die Direktion wolle die Arbeiter heraus- fordern, es ans eine Machtprobe ankommen zu lassen. Die Ab- schließung eines Tarifvertrages wird rundweg abgelehnt; die Direktion scheint eine heilige Scheu vor schriftlich festgelegten Ab- machungen zu haben; ebenso wurde es als unmöglich erklärt, die Löhne zu erhöhen, da sie den lokalen Verhältnissen entsprechend, „sogar lehr hoch" seien. Nur die Arbeitszeit soll von 58'/z auf 57 Stunden pro Woche verkürzt werden. Der Stundenlohn soll so gestaltet werden, daß die Arbeiter bei der verkürzten Arbeitszeit auf den früheren Verdienst kommen. Wo die Löhne im Mißverhältnis zum Stundenverdienst stehen, sollen sie entsprechend geregelt werden. Diese Zugestävdnisse wurden in der sehr regen Diskussion als unannehmbar erklärt. Viele Redner forderten, die Schuckert-Arbeiter sollten auf ihren Forderungen beharren und sie allenfalls durch einen Streik durchzusetzen suchen. Eine Resolution, die vielen Beifall fand, ver- langte, es solle der Direktion Frist bis Sonnabend vormittags 10 Uhr gegeben und dann, wenn keine Einigung erfolge, sofort der Streik begonnen werden. Die Resolution wurde aber später zurück- gezogen, als andere Redner darauf hinwirkten, nochmals eine friedliche Einigung zu versuchen. Folgender Vorschlag fand einstimmige'Annahme: Der Arbeiterausschuß wird beauftragt, nochmals mit der Direktion in Unterhandlungen zu treten und ihr die folgendermaßen reduzierten Forderungen vor- zulegen: Die Arbeitszeit wird auf 50 Stunden festgesetzt; die Löhne der Arbeiter und Arbeiterinnen werden um 10 Proz. erhöht; die Stundenlöhne haben 3/i bis 4/.> des tatsächlichen Stundenverdienstes zu betragen; die Akkordpreislisten sind zur Einsicht der Arbeiter aufzulegen; für Ueberstunden werden 25, für Nacht- und Sonntags- arbeit 50, wenn eS sich bei letzteren Arbeiten nicht um Produktion, sondern um Reparaturen an Werkzeugen und Maschinen handelt, 30 Proz. Zuschlag bezahlt. Für daS Wort„Tarif", das der Direktion so unsympathisch ist, soll das Wort„Vereinbarung" ge- wählt werden. Der Arbeiterausschuß hat gebundenes Mandat und keine Ermächtigung, an dieseu Forderungen noch etwas nachzulassen; hat die Direktion bis 20. April nicht eine befriedigende Antwort gegeben, so wird am I.Mai die Arbeit eingestellt, inid zwar werden dann die ursprünglichen Forderungen wieder auf- gestellt. Die anwesenden Vertreter der Hirsch-Dunckerschen und der christlichen Organisationen erklärten sich solidarisch und bereit, mit in den Streik einzutreten._ Hus Induftrie und Handel. Eiue neue Bergwerks-Vereinigung. An der Börse kursierte in letzter Woche das Gerücht, daß in hiesigen Finanzkreisen die Ver- einigung der Harpener Bergbau- Gesellschaft mit einem großen Hüttenwerk geplant sei. Wie die„Köln. Volksztg." wissen will, handelt eS sich bei diesen» Projekt um eine Fusion der Harpener Gesellschaft mit dem Härder Bergwerks-»»nd Hüttenverein, dessen Grubenfelder mit der zum Besitz der Harpener Bcrgbaugesellschaft gehörenden Zeche„Colirk" Markscheiden. Deutschlands Roheisenproduktion. Nach den Ernntteknngen deS Vereins Deutscher Eisen- und Stahl-Jndustrieller betrug die Gesamt- Roheisenerzeugung Deutschlands und Luxemburgs im Monat März 805 903 Tonnen gegen 072 473 Tonnen im Februar und 474 621 Tonnen im Jamiar 1005. Im März 1904 erreichte dagegen die Gesamtproduktion nur 850 340 Tonnen, also 45 568 Tonnen weniger. Für das erste Quartal 1905 stellt sich die Erzeugung auf 2 334 500 Tonnen gegen 2 461853 Tonnen im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres. Klasscnlotterien. Mancher wird sich wohl schon die Frage vor- gelegt haben, wie viel Geld wird alljährlich in den deutschen Staats- lotterien angelegt und welchen Prozentsatz erhalten davon die Spieler, d, h. die Gewinner, wieder zurück. Bezüglich der sieben Staats- lotterien, die eS in Deutschland gibt, beantwortet der„Jirtemat. Volkswirt" die Frage. ES beträgt bei jeder halbjährlichen Aus- spielung:» der BarpreiS die Aus- ft'ir Zahlung an alle Klaffen die Spieler Mark Mark Proz. Sächsische Lotterie..... 23 260 000 18 073 500--- 69,13 Preußische„..... 40 880000 28 176 253--- 68,92 Braunschweigische Lotterie.. 12 960 000 8 721 000--- 67,30 Hessisch-Thüring..... 15 456 000 10 109 057--- 65,40 Hamburgische„.. 14 029 600 9 031 380---- 64,75 Lübeckische„.. 3 292 000 2 100 460--- 63,81 Mecklenburgische,. 7 603 000 4 564 800= 60,00 78 826 450 Summa 117 475 600 67,10 Die vorstehende Summe stellt den Betrag der Ausspielung fiir ein halbes Jahr dar. Für das ganze Jahr ergibt sich also die geradezu ungeheuere Summe von 234 951 200 M., die in den Staats- lotterien eingesetzt wird. Hiervon gelangen 157 652 900 M. in die Hände der Spieler zurück. Von dem Reste— rund 76,3 Millionen Mark— entfallen 39,16 Millionen Mark auf den Rcichsstempel. während 37,14 Millionen Mark auf die unternehmenden Staaten und die Kollekteure kommen. Man sieht also, das Lotteriespiel ist ein recht einträgliches Ge- schüft für den Staat._ Huö der Frauenbewegung. FrlMt« und Mädchen Kerlins! Mit Beginn diese« Jahres haben die Genossinnen Berlins im Einvernehmen mit den Genossen den Vertrieb der„Gleichheit' in eigene Hand genommen. Die Abonnentenzahl ist infolge der eifrigen Tätigkeit vieler Genosfinnen. die die„Gleichheit" verbreiten und für sie Propaganda machen, von 1 15 zu Begiim des Jahres auf 700 gestiegen.» Die„Gleichheit"(Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen) erscheint alle 14 Tage einmal. Die Nummer kostet 10 Pf.— Der Vereinfachung der Sache wegen wird gewünscht, das Geld für jede Nummer der Ueberbringerin sofort auszuhändigen. Die Unterzeichnete» sehen zahlreichen Neubestellungen auf diese für jede Proletarierin unentbehrliche Zeitschrift entgegen. Für Moabit: Frau Wulff, Rosiockerstr. 9. Hof pari. Für Gesundbrunnen: Frau Schmidt, Brunnenstr. 91, Seitfl. IV. Schönhauser Borstadt: Krau Panzeram, Pappel-Allce 128 I. Rosenthaler Borstadt: Frau Matschke, Wvlgasterstr. 8, vorn III. Fünfter Kreis: Frau Zeipcrt, Maricnburgerstr. 22, Ouerg. I. Vierter Kreis(Südost): Fräulein Helene Grünbcrg, Köpenicker- straße 8d. IV. Vierter Kreis(Ost): Frau Sprung, MarkuSstr. 18(Markushof) und Frau Frohmann, Thaerstr. 57, Hof IV. Dritter Kreis: Frau Kulicke, Prinzenstr. 102, HI. Zweiter Kreis: Frau Lutz, Waterloo-Ufer 9, im Laden, Ottilie Baader, Blücherstr. 49, Hos II,_ Gewerkschaftlicher Frauenverein. Dienstag, den 25. April, abends 84/z Uhr findet bei Bergmann, Schützenftr. 18/19, eine Mitglieder- Versammlung des Gewerkschaftlichen Frauenvereins statt, in welcher Herr F. Kater einen Vortrag halten wird. Recht zahlreiches Er- scheinen hierzu erwartet der Vorstand. Gastj sind freundlichst eingeladen._ eingegangene DruchCcbriften. Schultze-Naumbiirg. Prof. Paul: Die Entstellung unseres Landes (mit 71 Abbildungen). Gebauer u.«chwetichke Druckerei und Verlag n». b. H, Halle a. S., 0,80 M.(3lus den Flugschriften des Bunde» Heimatschutz.) Jahresbericht der Zentrale für private Fürsorge ixt Frankfurt am Main für das Rechnungsjahr 1. November 1903 bis 31. Oktober 1904. Verlag von Englert u. Schlosser, Frankfurt am Mam, Gutzkowstr. 3. Neueste Armee- Einteilung. 40. Jahrgang. 153. Auflage. Preis 40 Pj. Verlagsbuchhandlung Richard Schröder, Berlin W., Heilbronner- straße 28._ Aussperrung der Hamburger Holz- arbeiter. Wie schon vor kurzem mitgeteilt, haben die Möbeltischler von Hamburg. Altona, Wandsbek und Umgegend einen Lohn- tarif aufgestellt, dem die Arbeitgeber auch im allgemeinen zustimmten. Nach längerem Verhandeln erhoben die Meister urplötzlich die Forderung, den Tarifvertrag auch auf die Bau- tischler auszudehnen, was von den Arbeitern abgelehnt wurde. Während der einsichtsvollere Teil der Arbeitgeber es zu keinem Kampfe kommen lassen wollte, zumal ja keine eigent- lichen Differenzpunkte vorhanden waren, schürte der Arbeit- geber-Schutzverband der Holzindustrie solange, bis es zur Explosion kam. Des weiteren VerHandelns müde, da man nicht gewillt war, sich länger am Narrenseil herumführen zu lassen, berief der Vorstand des Holzarbeiter-Verbandes eine allgemeine Mitgliederversammlung ein, die von über 3000 Personen be- sucht war und in der nach eingehender Aussprache gegen drei Stimmen diese Resolution, welche eine andere Regelung des Mindestlohne?>xlnd die Einführung des paritätischen Arbeits- Nachweises(neue Forderungen) verlangte, zum Beschluß er- hoben: „t. Der Arbeitsnachweis der Innung wird gesperrt. Vec- bandsmitglicder, welche, diesen Nachweis besuchen, werden Streikbrechern gleich erachtet.— 2. Ueberstunden werden strikte und unter allen Umständen verweigert.— 3. Der Tarif wird unter nachfolgenden?lcnderungen aufrecht erhalten und soll lauten: Punkt 1: Der Mindestlohn wird dem der Bautischler auf 55 Pf. pro Stunde gleichgestellt.(Alles übrige ist zu streichen.) Nur im Einverständnis mit der Lrtsverwaltuag dürfen ausnahmsweise Vereinbarungen eingegangen werden, in welchen der Lohnsatz um ein Geringes hinter obigen zurückbleibt. Punkt 2: Aufschlag auf die Löhne von 52 Pf. und darüber nicht unter 3 Pf. Punkt 3: Für Arbeiten außerhalb der Wcrkstättc 5 Pf. mehr. Punkt 4: Die Lohnzahlung mutz mit Arbeitsschluß beendet sein. Punkt 5: Die Ortsverwaltung wird beauftragt, alle Mittel in Anwendung zu bringen, um den obigen Forderungen in den einzelnen Werk- stätten Anerkennung zu verschaffen. Die Kollcgenschast verpflichtet sich ausdrücklich, den Anordnungen der Ortsverwaltung in allen Teilen unbedingt Folge zu leisten." Die Vorstände der Tischlerinnungen von Hamburg und Altona und der Arbeitgeber-Schutzverband der Holzindustrie verteilten als Antwort darauf ein Flugblatt, in dem es heißt: „Die Gesellen haben dm gemeinschaftlichen Vertrag verworfen, da sie ihn auf die Bautischler nicht ausdehnen wollen. Sie wollen die Möbel- und Bautischler von einander trennen, um jede Branche für sich sperren und boykottieren zu können. Sie wollen mit den Möbeltischlern einen Vertrag ab- schließen und dann nachher bei den Bautischler» neue Forde- rungen bequem durchdrücken. Femer haben sie neue erhöhte Forderungen aufgestellt, um in ihrem Uebermut zu beweisen, wie weit sie es mit den Tischlermeistern treiben können. Es darf kein Meister und Bctriebsinhaber unter obigen Bedingungen etwas bewilligen." Bei den Worten blieb es nicht, es folgte auch die Tat. In einer gestern stattgehabten Versammlung des genannten Arbeitgeber-Schutzverbandes gewannen die von Scharfmacher- Allüren befallenen Elemente die Oberhand und es wurde der Beschluß gefaßt, als„Gegcnschlag gegen den Uebermut der Gesellen" eine allgemeine Aussperrung vorzunehmen. Schon im Laufe des Tages ist eine große Anzahl Gesellen ausgesperrt worden, der Rest folgt abends, so daß dann über 3300 Arbeiter der Holzindustrie ausgesperrt sein werden. Eine nette Oster- bescherung!_ Letzte Nacbncbten und Depefcben. Zum lippcschen AHronfalge-Strett. Detmold, 22. April.(B.H.) Wegen der bekannten'Diesseitsdepesche in der lippeschen Thronfolgesrage hat heute der Vizevräsident des lippeschen Landtags gegen den verantwortlichen Redakteur der„Lippeschen LaiioeSzeitung" die Beleidigungsklage ein- gereicht, weil die LandeSzeiwng ihm den Vorwurf gemacht hatte, daß er mit den Schaumburgern, als den Gegnern der Staats- regierung, konspiriere, daß er von ihnen Instruktionen entgegen» genommen habe und daß sein Verhalten an Hochverrat grenze. Der Redakteur will den Nachweis führen, daß der Vize- Präsident sehr wohl von der in der Diesseitsdepesche übermittelten Anficht gewußt habe und daß er auch diejenigen Personen kenne, in deren Auftrage der schaumburgische Kammerherr Kekuls von Stra- donitz jenen Rat erteilte, der livpesche Landtag möge die Mitwirkung de« Reichstages im Thronfolgestreit auf jeden Fall ausschalten. Elftausend Bauarbeiter in Budapest ausgesperrt. Budapest, 22. April. Die hiesigen Arbeitgeber haben bei fast samt- lichen Bauten von Budapest die Arbeit einstellen lassen. Dadurch sind viertausend Bauarbeiter und siebentausend Tagelöhner arbeitslos geworden. Die Arbeitgeber erklären, fie würden die Arbeiten nur dann wieder beginnen laflen, wenn fie eine Gewähr dafür erhielten, daß der Fortgang weder durch einen Ausstand noch einen Boykott gestört würde.*_ Odessa. 22. April.(W. T. B.) Die hiesigen Hafenarbeiter sind gestern in den allgemeinen Ausstand getreten. Budapest, 22. April.(W. T. B.) Hier wurde heute abend ein Fenstcrrciniger Franz Boni und seine Frau auf Veranlassung der Polizei in Theresiopol verhastet. Es wurde festgestellt, daß Boni das Haupt einer Mörderbande ist, welche sieben Raubmorde und zwölf Raubmordversuche verübte. In dem Hause, wo Boni wohnte, wurden viele Gewehre und 3000 Patronen geftmdcn. In Waitzen wurden heute abend zwei Personen als Mitschuldige Bonis verhastet. Paris, 22. April.(W. T. B.) D e p u t i e r te n ka m m e r. Das Haus nahm den ersten Msatz des Artikels 4 an, wonach binnen Jahresfrist nach Inkrafttreten des Gesetzes die Güter der öffentlichen Kultusniederlagen an die neuen gemäß eben diesem Gesetze gebildeten Kultusgesellschaften zu übertragen sind. Das Haus vertagte hier- au sdie Weiterberatung und beschloß mit 303 gegen 231 Stimmen Vertagung der Sitzungen bis zum 13. Mai. Nantes, 21. April.(95. H.) Infolge des BäckerauSstandeS gibt eS in einem Umkreis von 5 Kilometer kein Brot. Die Blätter machen den Gemeindebehörden den Vorwurf, daß sie sich durch den Ausstand hätten überraschen lassen, obwohl der Ausbruch des Streiks vorauszusehen war, da seit acht Tagen diesbezügliche Gerüchte im Umlauf waren. Die Militärbäckereien haben nunmehr Befehl er- halten, fiir die Bevölkerung Brot zu backen, da fie aber nur 8000 pro Tag statt der erforderlichen 75 000 herstellen können, wird der Brotmangel weiter andauern. Berantw, Red,: Paul Biillner, Berlin. Inserate oerantw(mit Ausnahme der.NeueBeU'-Beüage):Th. Glocke, verlin. Druck u, Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagSanstPaulSinger& Co-, Berlin LV, Hierzu 4 Beilagen u.UnterhaltnngSd I Nr. 96. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Sonntag, 23. April 1905. Arbeiter, Parteigenoffen! Agitiert mit Eifer für die Maifeier! Die Stimmung der Berglente. Aus dem Ruhrkohlengebiet wird uns geschrieben: Die Herren aus der Landtagskommission, die in einigen Tagen das Ruhrgebiet bereisen wollen, sollten nur ja nicht versäumen, sich über den Eindruck, den die Verschandelung der Regierungsvorlage auf die Bergleute macht, zu vergewissern. Es ist nicht nötig, die dem Bergarbeiterverbande angehörenden Bergarbeiter zu interviewen, deren Ansicht über die Regierungsvorlage und das in der Berggefegkommission zufammen- ,, gerupfte" Ausnahmegesetz dürfte hinlänglich befannt sein. Wie denken aber diejenigen Bergleute über den gerupften Vogel", die vulgär als christlich- patriotisch ber zeichnet werden, die Hoffnung der staatserhaltenden" Politiker? helfern der Grubenbefizer ebenso wenig Geltung hat, als bei den Verwerfung des in der Landtagskommission zusammenletzteren selbst. gebrauten Ausnahmegesezes und in dem Verlangen Das chriftliche Blatt sagt weiter, auch in puncto nach einem Reichsberggesek. Einig sind die BergWagennullen sei nichts gebessert; der Grubenbefizer leute auch in dem Bewußtsein, daß ein neuer gewaltiger Kampf habe jetzt noch schärfere Disziplinatmittel bekommen. Hin- unausbleiblich ist, wenn die Regierung ihr den Bergleuten sichtlich des Wagentontrolleurs sei praktisch nichts gegebenes Versprechen nicht ohne Zweideutigkeiten einlöst. verbessert worden". Ueber die Arbeiterausschüsse" fällt der Bergknappe" dies vernichtende Urteil: " Die Arbeiterausschüsse sind derartig verklausuliert, daß wir uns dieselben doch etwas genauer ansehen wollen, wenn auch nur Sechste Generalversammlung des Verbandes der Litho der Kuriosität" halber. Jede politische Tätigkeit wird den Arbeiterausschüssen unterbunden. graphen, Steindrucker und verwandten Berufe. Gehört nun ein Mitglied dieses Ausschusses dem Vorstand einer nationalliberalen Partei an, tritt für die Wahl eines Franken", Beumer oder Hilbe ein, so ist dieses politische Agitation; nach der Novelle darf er dieses nicht. Wird der Mann nun seines Amtes enthoben werden?? Von Rechts wegen ja! In Wirklichkeit wird aber von gewissen Leuten gesagt werden, der Mann hat eine wahrhaft nationale Tat verrichtet. Tritt er aber umgekehrt für einen Gegenkandidaten ein, was wird dann geschehen?, du ahust es nicht, wir aber wissen es, denn wir haben ähnliches in Rheinland- Westfalen häufig genug erlebt. Die Bergleute, auch die königstreu gesinnten, danken für solches " Obst", sie haben derartiges oft genug gekostet. Berlin, 21. April. Durch den Vorsitzenden der Berliner Lithographen- Filiale, Barthel, wurde die Generalversammlung im Gewerkschaftshause mit einem Hinweis auf die Bedeutung derselben in Rücksicht auf die Verschmelzung mit dem Deutschen Senefelder Bund( Algemeiner Unterstüßungs- Bund) nachmittags 4 Uhr eröffnet. Jahre 1904. Die Generalversammlung ist als eine Vorbersammlung ein Wohin man auch fommt, überall Entrüstung über die Berhunzung der Regierungsvorlage, die selbst nicht einmal den berufen, an welche sich am 23. April eine tombinierte General Wünschen der Bergleute entsprach. Erklärlicherweise sind versammlung mit dem Deutschen Senefelder Bund anschließt. Nach dem Bericht der Mandatsprüfungskommision sind 52 Delegierte diejenigen Kreise am meisten erzürnt über das Versagen der anwesend, ferner find anwesend vom Vorstand zwei und vom Gesetzgebung, deren Vertrauen auf die Hülfe der Regierung am stärksten war. Die stärksten Empörungsäußerungen hörten wiedergeben, sei daran erinnert, daß seine Redakteure politisch Bevor wir die folgenden Säße aus dem„ Bergknappen" Ausschuß ein Bertreter. Außerdem ist ein Vertreter der Steinschleifer hinzugezogen. wir von nichtsozialdemokratischen Arbeitern. Aber nicht nur dem Zentrum angehören und zur Zeit des Bolltariffampfes tommiffion liegen gebrudt vor. Nach dem Die Berichte des Vorstandes, des Ausschusses und der Preß. von ihnen, auch in Bürgerkreisen spricht man erregt von dem für höhere landwirtschaftliche Schutzölle eintraten mit der Vorstandsbericht, Schicksal der Berggeſetzgebung, da keinem Eingesessenen ver- Devise:„ Gegenseitige Hülfe der Berufsstände". Die christ- welcher sich auf die Zeit vom 1. Juli 1904 bis 1. April 1905 borgen ist, daß ein Scheitern des Bergarbeiterschutzgesetzes den lich- patriotischen Arbeiter hofften, veranlaßt von der Zentrums- erstrect, mit einem anschließenden Kassenbericht vom Jahre Grund für einen neuen gewaltigen Kampf der Gruben- agitation, die unterstützten schutzöllnerischen Parteien würden 1904, hatte der Verband einen Mitgliederzuwachs von 1152 im proletarier legen muß. Ein solcher Kampf berührt aber die als Gegenleistung die Arbeiterschutz- Gesezgebung. vitalsten Interessen aller Gewerbetreibenden im Industrie fördern. Und im gerechten Zorn über die schmählich ge- handen; eingetreten sind im Jahre 2962 Mitglieder- 936 ohne Am 1. Januar 1904 war ein Mitgliederbestand von 9760 vorgebiet. Daher ist der bürgerliche Zorn über das höhnende täuschten Hoffnungen schreibt nun der Bergknappe": Scharfmachertum sehr erklärlich. In einer Volksversanumund 2026 mit Eintrittsgeld. Von den vorhandenen Mitgliedern Wenn die Konservativen gezeigt haben, daß sie nur Verkehrten wieder 1810 dem Verbande den Rücken, so daß am Jahreslung, die im Bezirk der stillgelegten oder vor der Stillegung ständnis haben für Viehschuh, nicht aber für Menschenschuß, so schluffe 1904 ein Mitgliederbestand von 10 912 vorhanden war. Nach stehenden Zechen stattfand, erklärte ein Bürger, das Deutsche find sie auch nicht mehr berechtigt, bestimmend über das Wohl der vorgenommenen Zusammenstellung am 1. April 1905 war ein Reich gäbe hunderte Millionen aus für überseeische Kolonien; und Wehe von Tausenden von Staatsbürgern zu entscheiden. Um Mitgliederbestand von 11 383 vorhanden. es wäre aber viel volkstümlicher, wenn das Geld für die innere so weniger, wenn es sich um über eine halbe Million von StaatsKolonisation verausgabt würde. Marokko fümmert bürgern und ihrer Familien handelt, welche einen der produk uns nichts, uns interessiert jest nur, was tibsten Boltsteile repräsentieren, die bisher auch noch stets auf dem Plane gewesen sind, wenn die dem Vaterlande schuldende gcschieht, wenn die Bechenstillegerei fo Pflicht sie rief, aber nur das Unglück haben, arm zu sein. weiter geht!" So äußerte sich ein nationalliberaler Landwirt und fand allgemeine Zustimmung. Die nächsten Reichstagswahlen werden für den Nationalliberalismus im Industriegebiet ein vernichtendes Sedan bedeuten! Selbst die bisher konservativsten Arbeitergruppen find Surch das Verhungen des Bergarbeiterschußes rebellisch geworden. Das geht klar aus dem„ Evangelischen Arbeiterboten" hervor, dem Organ der evangelischen Arbeitervereine, die bekanntlich dem Nationalliberalismus und den Konser vativen am nächsten stehen. Der Evang. Arbeiterbote" urteilt: Der Immerhin ist das, was mit Hülfe der Konservativen und Nationalliberalen aus dem Entwurfe geworden ist, so gut wie wertlos. Es ist drekt unverantwortlich, in welcher Weise die Regierungsvorlage von diesen Herren verdorben ist. Das schlimmste dabei ist, daß in demselben Maße die Regierung um alles Vertrauen bei den Arbeitern gebracht wird. Bringt die dritte Lesung nicht mindestens die Wiederherstellung der Vorlage der Regierung, so bleibt dieser nichts übrig, als das ganze Geset zurückzuziehen. Dann würde von Reichs wegen eine gefeßliche Regelung zu erfolgen haben, die den Gegnern der preußischen Vorlage sehr wenig angenehm sein würde. Dabei kämen wir oben= drein wieder einmal in die üble Lage, eine wichtige Angelegenheit nur mit Hülfe des Zentrums durchführen zu können. Diese Lage wäre in diesem Falle um so beklagenswerter, als das Ben Lage wäre in diesem Falle um so beklagenswerter, als das Zentrum bisher bei der ganzen Sache ein sehr zweideutiges Spiel gespielt hat. Doch muß unter allen Umständen eine Gesundung der Verhältnisse im Bergbau herbeigeführt werden, sonst ist das Ende über kurz oder lang ein neuer Streit, dessen Kosten zu gunsten des Großkapitals vom ganzen Wolfe zu tragen sein würden. In Siegen, im Wahlkreise des Abg. Stöcker, erfcheint die„ Christliche Arbeiterzeitung", Organ der„ christlichnationalgesinnten Arbeiter". Dieses Blatt gibt vornehmlich den Konservativen die Schuld an der Verhunzung des Bergarbeiterschutzgesetzes und fordert energisch die Regierung auf, sofort den Reichstag mit dem Gesetz zu befassen. Wir find überzeugt, würden den konservativen Gutsbesitzern so viel Viecher" frank werden oder verunglücken, als dieses bei Menschen im Bergbau der Fall ist, so hallte der Zirkus Busch wider von dem Jammergeschrei dieser Leute. Die Wände würden aber dröhnen, wenn sich die Regierung so zaghaft mit der Hülfe zeigen würde, wie bei den bedrückten Bergleuten, oder wenn die anderen Parteien Gesetze zum Biehschut so verstümmeln und ruinieren würden, wie die Konservativen diefes bei dem Bergarbeiter- Schubgesetz getan haben. Wir erinnern nur an die Zolltarif- Vorlage feine Hähne" und an die Handelsverträge. Ohne Kanitz Es wäre vielleicht einmal die Frage aufzuwerfen, ob die übrigen Parteien nicht auch einmal Gleiches" mit Gleichem bergelten sollten, und die den Konservativen angenehmen Gesetze im Reichstage auch zu unterbinden". " Wir stehen nicht auf dem Standpunkte einer einseitigen Klassenpolitit, wenn sich aber eine Partei fortwährend bockbeinig auf einen einseitigen egoistischen Standpunkt stellt, alle anderen Stände aber als nicht existenzberechtigt ansieht, so dürften doch auch hier einmal die schärfsten zu Gebote stehenden Mittel am Blaze sein. Wir sind gespannt, ob Regierung und arbeiterfreundliche Parteien den Mut haben werden, diesen verbohrten und arbeiterfeindlichen Parteien die Zähne" zu zeigen. Eine statistische Zusammenstellung nach den im Verbande vers tretenen Berufen ergab nachstehendes Resultat: Borhanden sind in Deutschland Davon organisiert am: 1. Aug. 1. Juli 1.April Nach 1901 1904 1905 Proz. Zunahme feit 1. August 1901 überHaupt 5615 Lithographen 1726 2744 2901 51 1175 68 Steinbrucker 7801 3007 5606 6075 818 3068 102 1586 Chemigraphen 616 1352 1484 935 Lichtdrucker.. 661 126 480 491 744 Kupferdrucker. 137 70 Schleifer 9. Tapetendruder Präger 868 1409/10 363 288 196 1100 ? 112 98 304 123 137 137 77 7 63 98 16 16 120 2.2 16459 6412 10667 11383 4971 7713 Nach dem vorliegenden Kaffenbericht hatte der Verband im Jahre 1904 eine Gesamteinnahme von 252 596,81 m., dem steht eine Jahresausgabe von 209 763,52 m. gegenüber, darunter für ReiseUnterstützung 25 054 M., für Arbeitslosenunterstützung 64 079., für Umzugskosten 8150 M., Unterstüßung Gemaßregelter 4096 M., Streifunterstügung 14 900 M., Streifunterstützung an andere Ges werkschaften aus der Hauptkasse 1500 M. Am Schlusse des Jahres Man kann sich nun leicht vorstellen, welche Empörung in war ein Barbermögen von 218 753,58. vorhanden. Dazu ein der Arbeitermasse herrscht, wenn schon ein so vorsichtiges Bestand in den Lokaltassen von 3797,04 M. Der Vermögensbestand Organ wie der Bergknappe" der herrschenden Klasse ins stellt sich pro Mitglied auf 20% M. Gesicht schleudert:„ Euch steht der Viehschutz höher wie der Menschenschutz!" Das Klassenempfinden der Arbeiter rebelliert gegen den brutalen Egoismus der Herrschenden! Bon vielem Vertrauen auf die Festigkeit der Regierung sagen auch die folgenden Säße nichts: fanden und in 63 Firmen zugunsten der Kollegen ausfielen, wird berichtet: 1087 Kollegen waren daran beteiligt und erzielten 164 in 5 Firmen eine Arbeitszeitverkürzung von wöchentlich 1% Stunden; 874 in 22 Firmen wöchentlich 3 Stunden; 19 in 5 Firmen wöchentlich 6 Stunden; 10 in 2 Firmen wöchentlich 9 Stunden. 120 Kollegen in 14 Firmen erhielten volle Feiertagsbezahlung bewilligt. 298 Kollegen in 23 Firmen befamen 25 Proz. Zuschlag für Ueberstunden und ferner erhielten 291 Kollegen in 12 Firmen Lohnzulagen von 1 bis 5 Mark wöchentlich und zwar 60 Kollegen je 1 M.; 51 je 1, M.; 109 je 2 M.; 42 je 2%, M.; 11 je 3 M. und 18 Kollegen je 5 M. Bir können wohl begreifen, daß die Staatsregierung die Vorlage bezüglich des Bergarbeiterschutzes so minimal aus gestaltete. Sie tannte ihre Pappenheimer und wußte, daß denfelben jedes soziale Empfinden für die unteren Volfsklassen fehlte. Sie wußte ferner, daß die Schreier, die Feudal- Konservativen, jeden Industriearbeiter gerade so hoch einschätzen, als einen oftelbischen Bauernknecht. Die Regierung wußte auch, daß für wöchentlich. diese Leute auf der Welt nichts anderes existenzberechtigt ist, Lohnbewegungen mit Streit fanden im Jahre 1904 8 statt und wenn nur Zolltarife, gesetzlicher Schuß für die Produkte der zwar in Berlin 3, in Mügeln 2, in Breslau, Hirschberg und Jena Land- und Forstwirtschaft nach ihrem Geschmacke hergestellt sind. je ein Streit, wovon 5 zugunsten der Streitenden ausstelen. Es gehört schon etwas Mut dazu, diesen für sich so begehrlichen 3 Streifs waren Abwehrstreits und 5 Angriffsstreits. Menschen zuzumuten, auch sich einmal der unteren Boltskreise zu erinnern, für die bisher die Peitsche, wenn auch in Gestalt bon Zuchthausvorlagen, gut genug war. Wird die königliche Staatsregierung, wird der Reichskanzler fein gegebenes Wort einlösen? Wenn wir die Ausführungen des Handelsministers in den Kommissionsberatungen genau verfolgen, so beschleicht uns das Gefühl: die Regierung macht vor diesen Scharfmachern den„ Canossagang". leber Tarifbewegung wird berichtet, daß ein Tarifs abschluß für die Notendrucker Leipzigs auf zwei Jahre festgelegt sei und zwar bis 31. Dezember 1906. Die Chemigraphen- Tariffache habe sich allgemein ohne besondere Schwierigkeiten vollzogen, nur einige fleine Firmen stehen noch fern. Fragt man dem Zentrum anhängende Bergleute, wie fie über die Kommissionsarbeit dächten, so lautet das Urteil derart drastisch, daß sich die Wiedergabe hier verbietet. Im Gegensatz zu der diplomatisierenden führenden Zentrumspresse sprechen sich die katholischen Arbeiter dahin aus, der Reichstag müsse sofort ein Reichs- Berggesetz in Angriff nehmen, nicht erst warten, bis die Komödie im Landtage ganz ausgespielt sei. Daß die Sachlage sehr ernst ist, gibt auch zu die Westdeutsche Arbeiterzeitung", Organ des Verbandes katholischer Der Vorsißende Sillier geht in seinem mündlichen Bericht Arbeitervereine Westdeutschlands. Sie ruft aus: Ist der noch eingehender auf die Tarifbewegung der Lithographen und Massenkampf der 200 000 streifenden Bergleute noch nicht Steindrucker ein; in verschiedenen Städten feien Tarifbewegungen deutlich genug gewesen? Oder wer will die Ver. Damit wäre, wir sagen dieses aus Kenntnis der Sachlage angebahnt, und in legter Stunde sei ein Tarifabschluß auf fünf heraus, auch das Vertrauen zu der Regierung und vor allem Jahre in Leipzig abgeschlossen und dies erst, als die Gehülfen nach antwortung für eine Wiederholung dieses zum Kanzler bei den christlich- national gesinnten Arbeitern ver- längeren negativen Verhandlungen den Streit beschlossen. Fast Schauspiels übernehmen?" Diese bange Frage loren. Wenn hier nicht mehr Ein Mann, ein Wort" gelten soll, überall trete in der Tariffache bei den Arbeitgebern im Lithographiefann sich nach Lage der Sache mur an das 3entrum richten! wo dann noch? gewerbe der echt scharfmacherische Standpunkt in den Vordergrund, Krampfhaft bemühen sich deshalb die leitende ZentrumsSchließlich bekennt sich das christlich- patriotische Organ so daß es ohne ernste Kämpfe taum abzugehen scheint. presse und ihr gesinnungsverwandte Blätter, den Glauben zu dem Grundsatz:„ Macht gibt Recht!" Die Macht ergänzt mündlich bessen Borsigender Ries- Nürnberg. Redner geht Den Bericht des Ausschusses, welcher gleichfalls gebrudt vorliegt, zu verbreiten, die radikal ablehnende Haltung der Bergleute müßten die Bergleute haben, Die beste Sülfe ist die ebenfalls im besonderen auf eine Tarifbewegung ein, über welche gegen die Landtags- Gesetzgebung beruhe auf" sozialdemo- Selbst hülfe!" Das ist der" brutale Machtstandpunkt", die Stellung der Generalversammlung nötig sei. Ein Mitglied habe fratischer Heze". Wer dieses Glaubens ist, der wird ihn ab- den die Offiziösen und Unoffiziösen bekanntlich so sehr an der durch von der Lohnkommiffion nicht gebilligte, in der graphifchen streifen müssen, sofern er ehrlich ist, wenn ihm nachfolgende Sozialdemokratie verdammen. Wie man sieht, hat die Breffe veröffentlichte Artikel der Bewegung start geschadet und ein Erklärungen des christlichen Bergknappen" bekannt werden. staatserhaltende" Landtagsmehrheit den christlich- patriotischen Weiterarbeiten in der Sache unmöglich gemacht. Bei der Bedeutung, die dieses Blatt für die christlich- patriotische Arbeitern die Lehre vom Klassenkampf gut eingebläut. Der Den Bericht der Breßtommission gibt Leinen Dresden, Bergarbeiter- Bewegung hat, lohnt es sich, feine von der Re- Vorstand des christlichen Bergarbeiterverbandes gedenkt es welcher einzelne eingegangene Beschwerden über den Redakteur erdaktion herrührenden Auslaffungen etwas ausführlicher aber auch nicht bei Worten bewenden zu lassen. Er ver- wähnt; dem Redakteur konnte jedoch keine Schuld nachgesagt wiederzugeben. öffentlicht einen Statutentwurf, in dem der Jahresbeitrag der Gleich die Einleitung des Bergknappen"-Artikels ist be Mitglieder von 6 M. auf mindestens 15,60 m. erhöht wurde zunächst die Nürnberger Berichterstattung vorweg behandelt In der anschließenden Diskussion über die Berichterstattungen zeichnend: wird! Ms triftigste Begründung dieser Beitragserhöhung und die Diskussion über die anderen Punkte noch zurückgestellt. Das Monstrum" aus der ersten Kommissionslesung haben wird die Aussicht auf bevorstehende Kämpfe mit dem bru- Birka 15 Redner nahmen zur Tariffache das Wort und verurteilten wir schon in der vorigen Nummer des" Bergknappen" eingehend talen Grubenkapital" ins Feld geführt. Aus Mitglieder meist, daß ein in der Bewegung in den vordersten Reihen stehender gewürdigt. Diejenigen, welche noch hofften und dazu gehörte freisen sind sogar Anträge eingelaufen, die den Wochen Stollege Artitel gegen die Tattit der Bewegung schreibe, auch der auch die konserbative Kreuzatg.",( aber viel mehr noch die Zentrumspressel D. R. d. V.) die ostelbischen Agrarier beitrag auf 50 und 75 Bf. festlegen wollen; jetzt beträgt der Redaktion der„ Graphischen Presse" wurde vorgehalten, daß sie zu Unrecht während der Bewegung folche Artikel aufnahm, wie auch würden in etwa den berechtigten Wünschen der preußischen Berg- Monats beitrag nur 50 Pf. arbeiterschaft Rechnung tragen, werden nun wohl einsehen, daß Darin kommt die Arbeiterstimmung klaffisch zum Aus. die über Art der Leitung der Bewegung durch den Vorsitzenden Klage das alte Sprichwort: Jedem das Seine" bei diesen Selfers- druck. Die Bergleute aller Richtungen sind sich einig in der geführt wurde. 0 werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 23. April. Freie Volksbühne, nachm. 2, Uhr: 7. Abteilung: im Metropol- Theater, Sappho. 1. Abteilung: im Berliner Theater, 2: Rabale und Liebe. Montag, den 24. April: 8. Abteilung: im Metropol- Theater, Sappho. 2. Abteilung: im Berliner Theater, Rabale und Liebe. Dienstag: Extravorstellung bon der 1. Abteilung. 2, Uhr: im Berliner Theater: Ein Teufelskerl. Sonntag, den 23. April: Anfang 7%, Uhr: and Opernhaus. Der Roland Berlin. Montag: Die Heirat wider Willen. Nachmittags 22 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Dienstag: Mignon. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Göz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Anf. 7 Uhr. Dienstag: Semele. Demetrius. Neues Operntheater. Faust.( Erster Teil.) Anf. 7 Uhr. Montag: Doktor Klaus. Dienstag: Geschlossen. Deutsches. Faust.( Erster Teil.) 7 11. Nachmittags 22 Uhr: Die Brüder von St. Bernhard. Montag: Der Privatdozent. Nachmittags 2, Uhr: Helden. Dienstag: Der Privatdozent. Berliner. Die eiserne Krone. Montag: Die eiserne Krone. Dienstag: Weh dem, der lügt. Westen. Die Fledermaus. Nachmittags 3 Uhr: Die Afrikanerin. Montag: Die neugierigen Frauen. Nachmittags 3 Uhr: Martha. Dienstag: Der Bettelstudent. National. Rigoletto. Nachmittags: Fidelio. Montag: Die Fledermaus. Nachmittags: Undine. Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Nachmittags: Der Freischütz. Neues. Ein Sommernachtstraum. Luisen. Die deutschen Komödianten. Nachmittags 3 Uhr: Faust. Montag: Kyrik- Bhrik. Nachmittags 3 Uhr: Don Carlos. Dienstag: Der Herrgottschniger. Nachmittags 3 Uhr: Lorbeerbaum und Bettelstab. Kasino. Lolos Vater. Nachmittags 4 Uhr: In Vertretung. Montag: Lolos Vater. Nachmittags 4 Uhr: Heirat auf Probe. Dienstag: Lolos Bater. Luftspielhaus. Der Familientag. Nachm. 3 Uhr: Der Mann im Schatten. Montag: Der Familientag. Nachm. 3 Uhr: Das böse Brinzeßchen. Dienstag: Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpengefindel. Beilchenmädchen. Apollo. Das Spezialitäten. Nachm. 3 Uhr: Spezialitäten. Berliner Luft. Montag: Das Veilchenmädchen. Spezialitäten. Nachmittags 3 Uhr: Berliner Luft. Spezialitäten. Dienstag: Das Beilchenmädchen. Spezialitäten. Herrufeld Theater. Die Meyerhains. Montag: Dieselbe Borstellung. Dienstag: Dieselbe Borstellung. Passage- Theater. Emmi Kröchert. Die 7 Allisons. Spezialitäten. ( Anfang 3 Uhr.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Cleo de Merode. Wintergarten. Julius Spielmann. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Montag: Dieselbe Borstellung. Dienstag, nachm. 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Abends 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7%, Uhr. Ein Sommernachtstraum. Montag und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater Nachmittags 3 Uhr bei ermäßigten Breisen: Liebesträume. Kollegen. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Die Neuvermählten. Montag nachm. 3 Uhr bei ermäß. Kollegen. Preisen: Liebesträume. Serenissimus. Montag: Ein Sommernachtstraum. Abschiedssouper. Dienslag: E. Sommernachtstraum. Thalin. Der Kilometerfreffer. Nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. Montag: Der Kilometerfresser. Nachmittags 3 Uhr: Er und seine Schwester. Dienstag: Der Kilometerfresser. Zentral. Zar und Zimmermann. Nachmittags Uhr: La Traviata. Montag: Der Troubadour. Nachmittags 3 Uhr: Der Freischük. Dienstag: Undine. Abends 8 Uhr: Angele. Abschied vom Regiment. Dienstag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Mittwoch: Salome. Neue Königl. Oper( Kroll). Montag, den 1. Mai 1905: ! Novität! Metropol. Die Herren von Magim. Jung- Heidelberg. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Borstellung. • Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Fuhrmann Henschel. Stadmittags 3 Uhr: Ghges und jein Ring. ntag: Augen rechts! Die fittliche Forderung. Rachmittags 3 Uhr: Gyges und fein Ring. Dienstag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Augen rechts! Hierauf: Die fittliche Forderung. Nachmittags 3 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Montag: Meine Schwiegertochter. Nachmittags 3 Uhr: Die Herren Söhne. Dienstag: Meine Schwiegertochter. Leffing. Demetrius. Nachmittags 2, Uhr: Rosenmontag. Montag: Elga. Nachmittags 22 Uhr: Rose Bernd. Dienstag: Elga. Kleines. Die Neubermählten. Schieds- Souper. Nachmittags 3 Uhr: Familienidh. Liebesträume. Serenissimus. Montag: Abschied vom Regiment. Angele. Operette von Millöcker. Anf. 7, Uhr. Billettverk.: Kgl. Opernhaus, Schalter 3, Wertheim, Invalidendank und Abendkasse. National- Theater Weinbergsweg 19. Sonntag, den 23. April 1905 ( 1. Osterfeiertag), abends 7%, Uhr: Abschieds- Gastsp. Francesco d'Andrade Rigoletto. Nachmittags 3 Uhr zu ermäßigten Breisen: Fidelio. Montag, den 24. April 1905 ( 2. Osterfeiertag), abends 7%, Uhr: Gastspiel von Theo Sigmund: Die Fledermaus. Nachmittags 3 Uhr zu ermäßigten Preisen: Undine. Dienstag, den 25. April 1905 ( 3. Dsterfeiertag), abends 7, Uhr: Die lustigen Weiber. Nachmittags 3 Uhr Schüler- Vorstellung zu extra fleinen Preisen: 02. 1,20, 1,00, 0,80, 0,60: Der Freischütz. Nachmittags 3 Uhr: Familieniby Trianon- Theater. Riebesträume. Serenissimus. Dienstag: Die Neuvermählten. Abschieds- Souper. Residenz. Herzogin Crevette. Nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Montag: Herzogin Crevette. Nachmittags 3 Uhr: Der Hütten befizer. Dienstag: Herzogin Crevette. Trianon. Ihr Alibi. Nachm. 3 Uhr: Die glüdliche Gilberte. Montag: Ihr Alibi. Sonntag, 1. Osterfeiertag, nachmittags 3 Uhr: Die glückliche Gilberte. Abends 8 Uhr: Ihr Alibi. Montag, 2. Diterfeiertag, nachmittags: Die glückliche Gilberte. Abends: Ihr Alibi. Dienstag: Ihr Alibi. Nachmittags 3 Uhr: Die glüdliche Residenz- Theater. Gilberte. Dienstag: Ihr Alibi. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Uebern Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Herzogin Crevette. Zeich. Montag: Ueber'n großen Teich. Nachmitags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Dienstag: Ueber'n großen Teich. Belle Alliance.... noch einmal so lieben! Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: . Schwant in 1 Vorspiel u. 3 Aften von Georges Feydeau, in Deutsch von Benno Jacobson. Ostersonntag, Dftermontag nach mittags 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Sonntag, den 30. April, nachmittags 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. noch einmal fo Deutsch- Amerikanisches lieben! Nachmittags 3 Uhr: Preciosa. Dienstag: lieben! Theater. noch einmal so Köpnickerstr. 67/68, Stat. Jannowitzbr. Carl Weiß. Die Kleinen Baga mnden. Nachmittags 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Montag: Die fleinen Vagabunden. Nachmittags 3 Uhr: Die Stinder des Kapitän Grant. Dienstag: Die Kleinen Vagabunden. Zum 470. Male: 0. Wallner- Theater. Schiller- Theater Sonntag, nach m. 3 Uhr: Gyges und sein Ring. Eine Tragödie in 5 Aften von Friedrich Hebbel. Sonntag, abends 8 Uhr: Fahrmann Henschel. Schauspiel in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Montag, nach m. 3 Uhr: Gyges und sein Ring. Montag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Hierauf: Die sittliche Forderung. Dienstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. N. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Schauspiel in 5 Aufzügen v. Johann Wolfgang Goethe. Sonntag, abends 8 Uhr: Augen rechts. Komödie in 3 Aften v. Jon Lehmann. Hierauf: Die sittliche Forderung. Plauderei von Otto Erich Hartleben. Montag, nach m. 3 Uhr: Die Herren Söhne. Montag, abends 8 Uhr: Meine Schwiegertochter. Dienstag, abends 8 Uhr: Meine Schwiegertochter. Freie Volksbühne 1. Abteilung. Extravorstellung. Dienstag, den 3. Osterfeiertag, 21, Uhr, öffentliche Extravorstellung im Berliner Theater: Ein Teufelskerl. Billetts direkt an der Kasse. Garderobe 10 Pf. Sonntag, den 30. April, nachmittags 3 Uhr, im National- Theater: Rigoletto. Sonntag, den 23. April( 1. Osterfeiertag) und Montag, den 24. Apri!( 2. Osterfeiertag): Metropol- Theater. 7. und 8. Abteilung: Berliner Theater. 1. und 2. Abteilung: Sappho. Kabale und Liebe 22 Uhr. Schiller- Feier Sonntag, den 7. Mai, Brauerei Friedrichshain. feftrede u. 9. Sinfonie von Beethoven. Festmarken und Gastkarten in beschränkter Anzahl bei sofortiger Bestellung in allen Zahlstellen. Opern- Vorstellungen im National- Theater. Anfang 3 Uhr. 7. und 14. Mai: 21. und 28. Mai: 228/17 Fidelio. Fledermaus. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Mittwoch, den 26. April: Schluß der Saison. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag desgleichen. Tierleben in der Wildnis. Uhr: Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. An den drei Feiertagen Eintrittspreis 50 Pfg. CASTAN'S ANOPTICUM. PANO Friedrichstr. 165. Das sensationelle Riesen- Mädchen!!! Rosa Wedsted, 2 Meter 20 cm hoch, größte lebende Riesin der Welt. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr: Parkett 60 Pf Die Kinder des Kapitän Grant. Abends 8 Uhr: Reichhaltigste Ausstellung der Die kleinen Vagabunden. Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 139/9 Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: im Morgen nachm.: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends: Die kleinen Vagabunden. Dienstag nachm. 3, Uhr: Aschenbrödel. Abends: Die kleinen Vagabunden. Der Mann in Satte Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Dftermontag nachmittag: Das böse Prinzeßchen. Abends: Der Familientag. Dfterdienstag nachm.: Das Lumpengesindel. Abends: Der Familientag. Ostersonntag und Ostermontag, nachm. 3 Uhr! Ermäßigte Preise! Vorletzte und letzte Nachmittagsvorstellung. Berliner Luft und Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Luisen- Theater. Das Veilchenmädel Sonntag nachm.: Faust. Abends: Die deutschen Komödianten. Montag nachm.: Don Carlos. Abends: Kyriz- Bhrik. Dienstag nachm.: Lorbeerbaum und Bettelstab. Abends: Der Herrgottsch niker. Kasino- Theater Lothringerstraße 37. Täglich 8 Uhr: Lola's Vater. Boltsitud in Ad. L'Arronge. 4 Aften von Vorher das gr. neue April- Programm. 1. Feiertag( Sonntag) 4 Uhr: In Vertretung. 2. Feiertag( Montag) 4 Uhr: Heirat auf Probe. Passage- Theater. Das Elite Fest- Programm. Anfang an allen drei Feiertagen nachmittags 3 Uhr. Anf. d. Abendvorstellungen 8 Uhr. Emmi Kröchert dem Berliner sein Fall. Zirkus Schumann. Die7 Allisons Uhr: Heute Sonntag, den 23., und morgen Montag, den 24. April, an beiden Osterfeiertagen, nachmittags 3, Uhr und abends 7 Je 2 große brillante Gala- eftvorstellungen. Nachmittags auf allen Plätzen ohne Ausnahme ein Kind frei. Jedes weitere Kind halbe Preise( außer Galerie). Abends jedoch volle Preise. An jedem Tage in beiden Vorstellungen, nachmittags und abends! Berlins größte Sensation. Wunder über Wunder. Der weltberühmte Exphänomenalen Mandarin Ching- Ling- Foo und feine 12 Original- Chinesen 12. Sensationelle hier noch nie gesehene Leistungen. Ferner: Die berühmten kleinfüßigen Frauen. Chad- ru, der zweilöpfige Stnabe. Po- ta- to, die menschliche Schnede. Die reizende Little Chee- Toy 2c. Achtung! An beiden Feiertagen, nachmittags und abends: Die größte Bracht. Ausstattungs- Eine Nordlandsreise. pantomime der Gegenwart: Birka 400 Mitwirkende. 2 Musikkorps. Außerdem an jedem Tage, in jeder Vorstellung: Sämtliche Spezialitäten, Clowns und Auguste, sowie Dir. Albert Schumanns anerkannt unerreicht dastehenden Originaldreffuren. Jeden abend 8 Uhr: Ueber'n großen 99 TEICH. Heute und morgen nachmittags 3 Uhr: HALBE PREISE. Nachmittags 3, Uhr: Aschenbrödel. ,, Ueber'n großen Teich". Dienstag: Tsching- Ling- Foo und seine 12 Original- Chinesen. Mittwoch: Abschieds- Vorstellung. 139/12 Landes- Ausstellungs- Park. ماجد Täglich: Doppel- Konzert Dejeuners von Mk. 2,50 an bis 2 Uhr nachm. Diners von 3 Mk., Soupers von 4 Mk. an. Nenerbaute Festsäle, Café u. Konditorei, gedeckte Gartenhallen, Fontaine lumineuse. Neues Konzerthaus Grand Hotel Alexanderplatz. An allen 3 Oster- Feiertagen:= Großes Curt Goldmann- Konzert unter Mitwirkung des Humoristen Gust. Bonné. Vorführung lebender Bilder. Anfang 5 Uhr. Am 3. Feiertag: Anfang 7 Uhr. Paradies- Garten" 11705 Birkenwerder( Nordbahn).. Am atveiten Dfterfeiertag und jeden Sonntag: TANZ. Das Lokal ist freigegeben! Fernsprech- Amt: Birkenwerder No. 46. Afrobaten. Lotte Sebus Vortragskünstlerin. Losoros, Roloratur- Sängerin. Man de Wirth, Damen- Imitator. 14 neue glänzende Nummern. Metropol- Theater Der größte Erfolg der Saison! Zum 168. Male: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Rauchen gestattet. Anf. 18 Uhr. und die April- Attraktionen. Gebrüder Herrnfeld- Theater. An beiden Osterfeiertagen Anfang der Borstellung präz. 8 Uhr. Die Meyerhains. Romödie in 3 Aften mit den Autoren Anton u. Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11-2 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. An allen drei Osterfeiertagen: Die Rückkehr ans China oder: Die Seemannsbraut. Entree 30 Pf an Am 2. und 3. Feiertage: Ball. Palast- Theater Burgstr. 22, früher Feen- Palast. 2 Min. v. Bhf. Börse. Bis- a- vis d. Börse. Sonntag, den 23., 1. Feiertag: Montag, den 24., 2. Dienstag, den 25., 3. Das Riefen- Left- Programm. Nur noch einige Male: Der Raub der Sabinerinnen. Schwank in 4 Aften von F. und P. v. Schönthan. Strieße, Theaterdirektor: Dir. Richard Winkler. Dazu: Das glänzende Spezialitätenprogr. Anfang 7, Uhr. Vorher: Konzert. Raffeneröffn. 6, Uhr. Entree 50 f. Borvert. 11-1 Uhr an der Kaffe. VEN Bernhard Rose- Theater WING TEARTEN 765 Cléo de Mérode und das glänzende Gesundbrunnen, Badstraße 58. Sonntag, 23. April( 1. Osterfeiertag), nachm. 3 Uhr: Mutterſegen; abends 7 Uhr: Papageno. Montag, 24. April( 2. Osterfeiertag), nachm. 3 Uhr: Die Tochter der Hölle; abends 7 Uhr: Die Tochter des Heimgekehrten. Nach der Vorft.: Großer Ball. Dienstag, den 25. April: Die Tochter des Heimgekehrten. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Entree 40, Barlett 60, Sperrfit 1,00 M. April- Programm. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstison. Volksgarten- Theater n den unteren Sälen heute großes ( früher Weimann). Badstraße 56. Spielplan für die Osterfeiertage: Streich- Konzert. Rigo, Lagos. 1. Feiertag, Sonntag, den 23. April, im großen Saal, nachmittags 3 Uhr: Theatervorstellung: Das Schloß am Meer. Schauspiel in 5 Aufzügen von Nach Oskar Walther. Abends: Verein " Rauchflub Pfälzer". Im Heinen Saal abends 5 Uhr: Konzert, Theater und Spezialitätenvorsteilung. Montag nachm. 3 Uhr Theater Borstellung: Die Waise aus Lowood. Schauspiel in 4 Aufzügen von Ch. Birch- Bfeiffer. Abends 7 Uhr Theater- Borstellung: Krieg im Frieden. Lustspiel in 5 Aften von Moser und Schönthan. 3. Feiertag: Dienstag, den 25. April: Kindervorstellung nam. 3 Uhr: Hänsel und Gretel. Ein Märchen in 5 Aften von Sophie Hennig. Abends 7 Uhr Theater Borstellung: Fortschung vom Krieg im Frieden". Reif- Reiflingen. Schwank in 5 Aften von G. v. Moser. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. jeder Borstellung im Kaisersaal: Tanz. Reichshallen. Stettiner Sänger. Unsere süßen Dienstmädel. Burleske von Megsel. Anfang: 1. und 2. Feiert. 7 Uhr, 3. Feiertag 7% Uhr. Sanssouci. Kottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. 1. und 2. Ofterfeiertag: Humoristische Soiree. Zum Schluß: Familie Pinte b. Barons. 3. Feiertag: Soiree und Waldlieschen, oder: die Tochter der Freiheit. An allen drei Feiertagen: Anfang 7 Uhr. Am 2. u. 3. Feiertag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis Süd- Ost. == Sonntag, den 23. Apríl( 1. Oster feiertag): Große Matinee Ser Gustav MUЯB im Konzerthaus Sansfoucí, Kottbuferftr. 4a.. Behrens Auftreten der Hoffmannschen Norddeutschen Sänger. SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Das großartige Oster- Programm. Die mysteriösen Elefanten sind da. Anf.Sonntags 5Uhr, Wochentags 7Uhr. Märkischer Hof Anfang 12 Uhr. Zahlreichen Besuch erwartet Eintritt 30 Pf. [ 243/7] Programm am Eingang gratis Das Komitee. Berliner Consum- Verein( Abt.III Moabit) Dienstag, den 9. Mai 1905, im Moabiter Gesellschaftshaus( In/ haber Peters), großer Saal, Wiclefstr. 24 und Emdenerstr. 41: SCHILLER- FEIER. Gedächtnisrede gehalten von Dr. Max Alberty. Eintritt 50 Pf. Hofma Admiralstr. 18c. Am 2. und 3. Osterfeiertag sowie jeden Sonntag: Großer Ball. Angenehmer Familien- Aufenthalt in den Restaurationsräumen. Beide Säle, mehrere Vereinszimmer find an Vereine gratis zu Sommernachts- Bällen, Bersammlungen und Hochzeiten zu vergeben. Achtungsvoll W. Möhring. Restaurant Rizitationen. Unter Mitwirkung hervorragender Kräfte. Rauchen nicht gestattet. Gesang. Festzeitung. -WO 106/ 12* Garderobe 10 Pf. Kinder Festzeitung mit Schiller- Porträt und Programm 10 Pf. an der Kasse. unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. 10 Das Festkomitee. II. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Germania- Prachtsäle Montag, 24. April 1905( 2. Osterfeiertag): Zwei große Matineen in den Lokalen Kliems Festsäle, Hasenheide 12/13 und Vittoria- Brauerei, Lüzowstr. 111/112. zum Doppelochsen mitmittende: Norddeutsche Sänger, Herren Zimmermann, Petri Inh. J. Ruppel Boeckhstraße 49 empfiehlt den geehrten Bereinen und Gewerkschafts- Bersammlungen seine Vereinszimmer bis zu 40 Personen. Hohlweins Regler- Schlößchen. ( H. Redlich.) Treptow, Köpenicker Landstr. 27. Jeden Sonntag: Großer Ball. Kaffeeküche Liter 70, 1, Liter 40 Pf. Glas Bier 10 Pf. Kleine Weiße 10 Pf. Gute Speisen zu soliden Preisen. Zu Festlichkeiten, Sommerfesten 2c. halte mein Lokal mit Saal und Garten bestens empfohlen. 27332* Königsbank Gr. Frankfurterstr. 117 empfiehlt seinen Saal und Konzert: Anfang 12 Uhr. Fernando, Drachholz, Jung, Pötz und Breden. Kirchmayersches humor. Ensemble. Eintritt 20 Pf. Billetts sind bei den Bezirksführern, in den mit Plakaten belegten Handlungen sowie an der Kaffe zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet 238/12 Das Komitee. 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April 1905. Kaufmannsgerichtswahlen. ländischen Markte die Nachfrage um so erheblicher gestiegen. Noch 79 Millionen Mark), aus Futtermitteln fir die beutsche Biehhaltung, günstiger hat sich der einheimische Markt für Halbzeug gestaltet, auf als Mais( 1903 für 50 Millionen Mark), Hafer( 1903 für 38 Millionen Die amtlichen Formulare für die Wahllegitimation sind das zugleich aus England namhafte Aufträge eingelaufen sind. Und Mark) und aus Petroleum( 1908 für 70 Millionen Mart). Bestanden unentgeltlich außer beim Magistrat, Poststr. 16, auch auch die Melbungen vom Träger, Stabeisen und Bandeisen-, sowie doch aus diesen fünf Artikeln im Jahre 1903 beinahe drei Fünftel an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Zentralverbandes vom Blech- und Röhrenmarkt zeigen eine Bunahme der Nachfrage der ganzen amerikanischen Einfuhr in das deutsche Zollgebiet. der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands, Neue rechnen, daß die in der Eisenindustrie tätigen Arbeiter im laufenden und des Absatzes. Es ist also mit ziemlicher Sicherheit darauf zu Friedrichstr. 20 I; Burean der Gewerkschaftskommission, Engel- Jahre über Arbeitsmangel nicht zu flagen haben werden. Ufer 15 Expedition des Vorwärts", Lindenstr. 69; Jakob Wiebe, Gr. Frankfurterstr. 38. An die Arbeiterinnen und Genoffinnen Berlins. " " " " 11 " Often: Blumenstraße 78, Südosten: Luisen- Ufer 35, Nordwesten( Moabit): Arminiusplatz, Markthalle. Aus der Partei. Aus der Geschichte der Parteipreffe. Genoffe W. BIos schreibt uns: Tat Der flottere Geschäftsgang der Eisenindustrie wirkt auch auf die Lage des Kohlenmarktes günstig zurück. Wie eine jüngst vom rheinisch- westfälischen Kohlensyndikat veröffentlichte Statistik nachweist, wird nahezu ein Drittel der Gesamt- Kohlenförderung des Ruhrreviers von der Eisen-, Stahl- und Maschinenindustrie ber- Zu dem Artikel in Nr. 92 des„ Vorwärts" über Heinrich Oehme braucht, und es ist deshalb natürlich, daß ein bedeutender Mehr- gestatte ich mir folgendes zu bemerken: Das„ Norddeutsche WochenZur Berämpfung der Säuglingssterblichkeit werden vom Mai bedarf dieſer Industrien zugleich auch für die Kohlenindustrie von blatt" wurde im Einverständnis mit den Bremer Parteigenoffen dieses Jahres ab zunächst vier städtische Fürsorgestellen die ganze Vorteil ist. Deutlich kommt dieser Einfluß in der Zunahme der von mir begründet und trug auch in der ersten Zeit seines Bestandes Stadt umfassend für bestimmt abgegrenzte Bezirke eingerichtet Wagenverladungen zum Ausdruck. tverden, in denen bedürftige Mütter und Pflegemütter von Säug in Die Geftellungsziffer, die meinen Namen als Herausgeber und Redakteur. Dehme besorgte der ersten Hälfe des Monats März im Durchschnitt die Expedition. Das Blatt war unter meiner Leitung durchaus lingen( Kinder des ersten Lebensjahres) sich unentgeltlich pro Arbeitstag nur 19.328 Doppelwagen( 3u 200 Bentnern) felbständig und kein Ableger des" Braunschweiger UnterhaltungsSpezialärztlichen Rat über die Wartung und Ernährung der Säug und in der linge einholen können. Diese Fürsorgestellen befinden sich: in der zweiten Hälfte 19 205 Doppelwagen betrug, blattes". Als ich nach Stuttgart berufen wurde, übernahm Dehme Für den Norden: Elsasserstraße 27, stellte sich in der ersten Hälfte des April auf 19 424 Doppelwagen auch die Redaktion außer der Expedition. Ob er dann ein Kopfblatt gegen 18 273 Doppelwagen im gleichen Zeitraum des vorigen einrichtete, ist mir nicht bekannt. Jahres. Es betrug also der Mehrversand pro Arbeitstag 1151 Doppelwagen. Allerdings sind an dieser günstigeren GeDie Sprechstunden find von 2-3 Uhr nachmittags. Die ärztin gleichem Maße beteiligt. Die gestiegene Nachfrage staltung der Martilage nicht alle Kohlenforten lichen Leiter diefer Fürsorgestellen, die renommierten Kinderärzte: erstreckt sich nur auf die sogenannten Industriekohlen, vornehmlich Sanitätsrat Dr. Kassel, Privatdozent Dr. Neumann, Dr. auf Kotstohlen, Fett- und Gasflammförderkohlen; die Magerkohlen Salge und Dr. Ballin, werden in erster Linie darauf hinzu- zechen, die speziell Hausbrandtohlen liefern, flagen über Rückgang wirken suchen, daß die Mütter die Säuglinge felbft stillen. Soweit ihres Abfages, ba infolge der eingetretenen wärmeren Witterung der es notwendig erscheint, tann bedürftigen, in Berlin ortsangehörigen Bezug dieser Sorten erheblich abgenommen hat. Müttern, um ihnen das Stillen zu ermöglichen, auf Antrag des Arztes eine Beihilfe gewährt werden. Ferner sind die ärzt lichen Leiter der Fürsorgestellen ermächtigt, Müttern, die nicht stillen tönnen, oder Pflegemüttern zubereitete Milch, oder andere Nährpräparate in der für den speziellen Fall geeigneten Menge und Zubereitung bis zur Dauer von acht Tagen unentgeltlich abzugeben. Und zwar soll die Milch, dem Zustande des Kindes angepast, in Portionsflaschen fertig zubereitet, den Müttern zugestellt werden, damit nicht erst durch vieles Hantieren in der engen meist elenden Häuslichkeit Staub und andere schädliche Stoffe der Milch beigemengt werden. Ueber den Zeitpunkt von acht Tagen hinaus soll eine derartige Abgabe der Regel nach nur gegen Erstattung des Selbst kosten preises erfolgen. Ausnahmsweise darf in Berlin ortsangehörigen Müttern oder Pflegemüttern auf Antrag des Arztes der Bezug von Milch und Nährmitteln länger als acht Lage unter dem Selbstkosten preise gewährt werden, wenn die Bedürftigkeit durch Organe der städtischen Verwaltung nachgewiesen ist. Die Benugung und die Gewährung der Nährmittel erfolgt nur so lange, wie der ärztliche Leiter dies nach dem Gesundheitszustande für notwendig erachtet und die Mütter fich der Kontrolle durch die Aufsichtsdamen -in erster Reihe die weiblichen Mitglieder der Gemeindewaisenräte unterwerfen. Ferner sollen, um die Not zu lindern, in welcher sich stillende Mütter besonders zur Zeit der Entlassung aus den Entbindungsanstalten häufig befinden, geeigneten Bereinen Zuschüsse zum Pflegegeld gewährt werden, bei Anstaltspflege oder bei Unterbringung in Familien. Die Wertschäßung des öffentlichen Wohles. worden ist. Die Verfügung hat den Wortlaut: Wir teilten bereits mit, daß in Jena der Mai- Umzug verboten der Residenz- und Universitätsstadt Der Gemeindevorstand Jena. Gesch.- Nr. P. 1374. Jena, am 17, April 1905. Auf Veranlassung des Großherzogl. Bezirksdirektors au Apolda versagen wir aus dringenden Gründen des öffentlichen Wohls die Erlaubnis für den am 1. Mai ds. Js. von der Arbeiterschaft geplanten Umzug. Wir verbieten ihn vielmehr und drohen jedem, der sich etwa an einem solchen Umzuge beteiligt, eine Geldstrafe von 15 Mark an. Der Abhaltung eines Sommerfes wird nichts entgegenstehen; es ist jedoch noch das Lokal anzugeben, wo er stattfinden soll. Dr. Wagner II. Bürgermeister. Regierung endlich durch ihren Vertreter in Washington bei Diese Woche brachte der Telegraph die Kunde, daß die deutsche Mr. Roosevelt die Einleitung von Verhandlungen zum Abschluß eines deutsch- amerikanischen Tarif- resp. Reziprozitätsvertrages an geregt habe, daß dieser Versuch aber vom amerikanischen Präfidenten unter Hinweis auf die allen derartigen Verträgen abgeneigte Haltung des Senats der Union kühl aufgenommen fei. Bekanntlich steht das Deutsche Reich zu den Vereinigten Staaten von Amerika in einem Vertragsverhältnis, das man als be= schränkte Meistbegünstigung bezeichnen kann. Ein eigentbis 1900 nicht. Der Vertrag, der bis dahin von beiden Staaten Apolda sollten sich doch sagen, daß die Sozialdemokraten, wenn licher Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Union existierte Der Gemeindevorstand zu Jena und der Bezirksdirektor zu als für sie gültig anerkannt wurde, ist 1828 zwischen Preußen und sie die Absicht hätten, das öffentliche Wohl zu gefährden, sich durch dem nordamerikanischen Freistaat abgeschloffen und dann nach Grün- die Drohung mit 15 M. Geldstrafe auch nicht davon abhalten laffen bung des Deutschen Reichs mit beiderseitiger Zustimmung beibehalten würden. worden. Dieser Vertrag stipulierte fein völliges Meistbegünstigungs verhältnis; im Artikel IX wird diese vielmehr folgendermaßen ein geschränkt: wird." Neber sozialdemokratischen Terrorismus wurde jüngst wieder Wenn von einem der kontrahierenden Teile in der Folge einmal gezetert aus Anlaß eines Prozesses oder vielmehr einer andern Rationen irgend eine besondere Begünstigung betreffs des Anzahl von Prozessen der Wesermühlen- Aktiengesellschaft in Hameln. Handels oder der Schiffahrt zugestanden werden sollte, so foll Diese Gesellschaft hat nämlich die großartige Jbee gehabt, gegen eine diese Begünstigung fofort auch dem andern Teile mit zu gute ganze Anzahl sozialdemokratischer Redakteure und Verleger Prozesse kommen, welcher diefelbe, wenn sie ohne Gegenleistung zugestanden auf Schadenersah anzustrengen und sie verlangt nicht weniger als ist, ebenfalls ohne eine folche, wenn sie aber an die Be- 50 000 M. In dem Streit der Arbeiter dieser Firma hatte der Vorbingung einer Bergeltung geknüpft ist, gegen fibende des Mühlenarbeiter- Verbandes, Genosse Küppler, der Firma Bewilligung derselben Bergeltung genießen bemerkt, es werde bekannt gemacht werden, daß sie minderwertiges Mehl unter gutes gemischt habe, wenn sie die Lohnforderungen nicht Die Fürsorgeeinrichtungen sind keine Armenunterstützung, sondern als fie in den neunziger Jahren die sich an die Namen Mac Kinley Löhne" zu 14 Tagen Gefängnis berurteilt. Die Veröffentlichungen Auf Grund dieser Bestimmung hat die amerikanische Regierung, bewillige. Dafür wurde dann Küppler wegen Erpressung höherer ein St e di, welches jede bedürftige Mutter in Anspruch nehmen soll. und Dingley Inüpfende Zollgesetzgebung durchführte, den deutschen über die Firma erfolgten dann in mehreren Blättern. Statt der Den Männern dieſer Frauen, wie den Vätern diefer Säuglinge waren verschiedene der im amerikanischen Zolltarif vorgesehenen Boll- Beleidigungsklage gegen diese Blätter verlegte sich die firma auf bie können hierdurch politische Rechte nicht gekürzt werden. Genofsinnen, Arbeiterinnen Berlins! Ueberall wo sich Ge- ermäßigungen versagt: eine Einschränkung, die von den deutschen Schadenersatzklage und berief sich dafür auf die Aften der Staatsan Legenheit bietet, in der Arbeitsstätte, bei den Nachbarinnen, in union Exporteuren bitter empfunden wurde und, als 1900 die waltschaft in einel eingestellten Verfahren gegen sie wegen Nahrungs. Bekanntenkreisen, macht auf diese Veranstaltungen aufmerksam, geständnisse einräumte, die fie Deutschland versagte, zu einem Gesellschaft dieser Tage mit ihrer Klage glatt abgewiesen! wieder Frankreich und Italien einige teine 8u- mittelberfälschung. Vor dem Landgericht in Hannover wurde die damit dieselben start in Anspruch genommen werden. Der durch jahrelange Agitation in der Deffentlichkeit und durch schluß eines neuen Vertrages( am 10. Juli 1900), nunmehr namens am 23. April in Neuenahr an der Ahr statt. Brotest der deutschen Regierung führte. Die Folge war der AbDie Parteifonferenz für den Bezirk Oberrhein findet diesmal zähen Kampf im Stadtparlament errungene Erfolg ist zwar winzig. des Reiches, der jedoch an dem bisherigen Verhältnis wenig änderte, am 23. April in Neuenahr an der Ahr statt. Er schließt jedoch in sich die prinzipielle Anerkennung der sozial- Deutschland erhielt nur die nebensächlichen Konzeffionen, die Frank demokratischen Forderungen auf Säuglings- und Mutterschutz. Nur reich und Italien eingeräumt worden waren, ebenfalls zugestanden, durch Ausnutzung des Erreichten und zähen Kampf für weitere Ber- machte aber dafür das Gegengeständnis, daß die von ihm durch die Tarifbefferungen wird mehr erreicht, ja schließlich das Elend überwunden vertragsabschlüsse zu Anfang der neunziger Jahre Rußland, Desterwerden. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Zur Lage des Eisenmarktes. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Sigung oder Versammlung. Die Sigung des Bromberger Gewerkschaftskartells bom reich, Italien usw. eingeräumten 3ollermäßigungen 26. Februar b. J. war polizeilich aufgelöst worden, weil sie nicht formell auch den Vereinigten Staaten augesichert polizeilich angemeldet worden war, die Behörde sie aber ansah als wurden. Dadurch haben diese Tarifverträge gegenüber der Union eine anmeldepflichtige Versammlung, in der öffentliche Aneine selbständige Kraft erlangt. Ihre Gültigkeit erlischt gelegenheiten erörtert werden sollten. Der Vorsitzende, Arbeiter. Berlin, den 22. April 1905. nicht einfach, wenn die neuen mit Rußland, Desterreich fetretär Stößel, und der Gastwirt Sz. als Inhaber des Raumes Inlands- und Auslandsmarkt. Erhöhung Ungarn 2c. abgeschlossenen Verträge in Kraft wurden auch wegen der unterlassenen Anmeldung auf Grund der der Beteiligungsziffer durch den Stahlwerksverband. Rüdwirkung des treten, sondern sie gelten für die von Amerita in§§ 1 und 12 des Vereinsgefebes angeklagt. Das Landgericht in Eisenmarktes auf den Kohlenabsaz.- Einleitung von Handelsvertrags. Deutschland eingeführten Waren weiter, bis sie Bromberg als Berufungsinstanz sprach jedoch die Angeklagten frei, verhandlungen mit den Bereinigten Staaten von Amerika. Das bis. gekündigt werden, und zwar muß die Kündigung drei indem es davon ausging, daß es sich hier nicht um eine Versammlung, herige Bertragsverhältnis zwischen Deutschland und der Union.-Kündigung hören soll. Monate vor dem Termin erfolgen, an welchem der Vertrag auf- sondern nur um eine Sibung handele und Sibungen nicht den des Bertrages. Agrarische Ansprüche. vereinsrechtlichen Vorschriften über Versammlungen unterlägen. Eine Kündigung des amerikanisch- deutschen Vertrages muß also In rechtlicher Hinsicht gehe das Gericht in Uebereinstimmung mit Mts bald nach der Beendigung des Bergarbeiter- Streits fich in auf alle Fälle erfolgen; denn ein Rebeneinanderbestehen der alten dem Reichsgericht( Entscheidung: Band 29, Seite 167) davon aus, der Eiſenindustrie eine Häufung der Aufträge und, durch diese ver- und neuen Handelsverträge ist unmöglich, zumal die fieben Vertrags- daß eine gewisse, nicht allzu flein an Bahl bemessene, äußerlich anlaßt, eine Anspannung der Produktion einstellte, erschien es als staaten, mit denen die deutsche Regierung neue Tarifverträge ab- irgendwie vereinigte Personenmehrheit, deren innere Bereinigung zweifelhaft, ob die Besserung der Geschäftslage über den April und geschlossen hat, auch ein Anrecht auf die der nordamerikanischen Union auf gemeinsamen bewußten Zweden und Zielen, also auf gemein Sie erste Hälfte des Mai hinaus anhalten werde. Während des aus den älteren Verträgen zustehenden ermäßigten Bollfäße samen Willen beruhe, noch nicht eine Versammlung im Sinne des Streits hatte ein großer Teil der Eisenwerke den Betrieb einstellen hätten, da die neuabgeschlossenen Verträge sämtlich die Meist Vereinsgefehes sein brauche, sondern daß sehr wohl eine solche oder wenigstens einschränken müssen; es war also ganz begünstigungsklausel enthalten. Es würde also im Falle der Richt- Busammenkunft auch eine Situng fein könne. Als unterscheidende natürlich, daß nach dem Streit, um den Ausfall zu decken und fündigung des heute zwischen dem Deutschen Reich und der nord Momente tamen insbesondere in Betracht die Zahl der vereinigten den unbefriedigt gebliebenen Anforderungen zu genügen, mit amerikanischen Union bestehenden Vertrages eine geradezu unabseh- Personen, das Bestehen individueller Beziehungen zwischen den ber größerer Intensität gearbeitet wurde. Außerdem aber lehrt bare Verwirrung entstehen. Die Regierung hat mit der Einleitung einigten Personen, die Art der Zusammenkunft, die äußere Ver Die Erfahrung, daß faft regelmäßig Ende Februar oder neuer Vertragsverhandlungen schon zu lange gezögert. Da am anstaltung usw. Wenn man dies berüdsichtige, müſſe die ZuAnfang März, wenn die Bautätigkeit wieder beginnt, die Nach 1. März 1906 die neuen, mit unseren Nachbarstaaten abgeschlossenen sammenkunft vom 26 Februar als eine Sikung angesehen frage nach Eisenmaterialien und damit die Beschäftigung der folche Tarifverträge in Straft treten sollen, hat sie nur noch ungefähr zehn werden. Es wären nur die zu Delegierten gewählten Bertreter Artikel herstellenden großen Werte steigt meist jedoch nur auf Monate Zeit zu Berhandlungen, oder eigentlich, da spätestens am der Gewerkschaftsvereine in Bromberg dagewesen, welche ihrerseits etwa zwei Monate. Oft tritt im Mai schon wieder eine Ab- 30. November bie Sündigung erfolgen muß, nur noch sieben Monate. ein eigenes Gewerkschaftskartell mit bestimmten Sabungen bildeten, flauung ein. Es wäre sehr erwünscht, daß es zu Tarifverhandlungen kommt, eine Zentralftelle jener Gewerkschaften seien. Die Zahl der ans In diesem Frühjahr scheinen solche Befürchtungen nicht recht zu und es den deutschen Unterhändlern gelingt, nicht nur beträchtliche wesenden Personen sei eine verhältnismäßig geringe gewesen, behalten. Ganz ausgeschlossen ist auch jetzt noch nicht, daß im Zollreduktionen der größtenteils enorm hohen amerikanischen Tarif sechzehn, und entspreche auch mehr dem Charakter einer Sigung. nächsten Monat der augenblickliche flotte Geschäftsgang eine Unter- fäge durchzusetzen, sondern auch eine teilweise Umwandlung der Ferner spreche dafür, daß die Zusammenfünfte an bestimmten Tagen brechung erfährt; aber als sehr wahrscheinlich erscheint ein solcher amerikanischen Wertzölle in Gewichts- und Stüdzölle. Es ist ganz und in bestimmten Zwischenräumen, sowie immer in demselben Rückschlag nach der Lage nach der Lage des Marktes nicht, und wenn zweifellos, daß ein Teil der amerikanischen Schutzölle geradezu Bimmer der Gastwirtschaft stattfanden, und daß eine öffentliche er eintritt, dürfte er faum nachhaltigen Einfluß ge- prohibitiv wirkt und das amerikanische Berzollungssystem das Bekanntmachung der Tage der Zusammenfünfte nicht erfolgte, viel tvinnen. Erscheint auch das Gerede bon dem Beginn schilanöfeste ist, das bisher irgendwo ausgebrütet wurde. Allerdings mehr nur hin und wieder die nächste Sigung den Mitgliedern des eines neuen glänzenden Aufschwungs vorläufig noch als verfrüht, sind die Aussichten für solche Erfolge infolge des hochschutzöllnerischen Sartells mittels Boftfarte mitgeteilt, im übrigen aber die Bekannt. fo läßt sich doch kaum verkennen, daß seit dem Beginn der Krise Charakters des neuen deutschen Bolltarifs und des Einflusses der machung der nächsten Zusammenkunft in der vorhergehenden er vor vier Jahren die Situation taum jemals so günstig gewesen ist großen amerikanischen Trusts auf die Gesetzgeber des Senates und als zur Zeit. Die in den letzten anderthalb Jahren sehr herab- Repräsentantenhauses recht gering. geminderte Aufnahmefähigkeit des englischen und amerikanischen Marktes für deutsche Eisenerzeugnisse ist wieder im Bunehmen begriffen, und zugleich gewinnt auf dem deutschen Markt die Nach frage an Ausdehnung, und zwar handelt es sich, soweit sich beurteilen läßt, nicht um eine künstliche Stimulierung der Nachfrage, sondern um einen durch die größere Beschäftigung der Maschinen- und Elektrizitätsindustrie, des Schiffs, Eisenbahn- und Hausbaus hervor gerufenen tatsächlichen Mehrbedarf. folgte. Im übrigen feien irgend welche Umstände, die der Zus fammenkunft den Charakter einer Versammlung geben fönnten, nicht festgestellt. Handelte es sich aber nur um eine Sigung, dann brauche auf die weitere Frage, ob„ öffentliche Angelegenheiten im Sinne des§ 1 des preußischen Vereinsgesetzes verhandelt werden sollten, nicht mehr eingegangen werden, da ja für Sigungen die Anmeldepflicht überhaupt nicht gegeben sei. Die Angeklagten wären deshalb freizusprechen. Das wissen auch unsere junterlichen Agrarier, und da ihnen ein Bollkrieg mit der Union und Argentinien, die nächst Rußland am meisten Getreide nach dem deutschen Markt liefern, sehr willkommen wäre, fordern sie furateg die Kündigung der mit diesen Ländern bestehenden Verträge. Wie im vorigen Jahre ihre Presse eine Beit lang fast jede Woche mindestens einmal mit den furiofesten Gründen bewies, daß die Handelsverträge mit Rußland und Desterreich- Ungarn Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein.-- Die Angeklagten sofort ohne Rücksicht auf den Stand der Vertragsverhandlungen ge- wurden in der Verhandlung vor dem Kammergericht durch Rechts. Für diese Befferung der Konjunktur spricht nicht nur, daß ver- fündigt werden müßten, so leistet sich jetzt die Deutsche Tages. anwalt Wolfgang Heine vertreten. Er hob hervor, daß die schiedene Startelle der Eisenindustrie in den letzten Wochen ihre zeitung" alle paar Tage das Vergnügen, die Kündigung des Annahme einer Sigung hier um so mehr gerechtfertigt sei, als das Preise zu erhöhen vermochten, ohne daß dadurch eine Verminderung deutsch amerikanischen Bertrages zu fordern. Ats Hauptbeweis Bromberger Gewerkschaftskartell nur aus Delegierten von Ge. der Aufträge bewirkt wurde, sondern daß auch der Stahlwerks- für die Nüglichkeit eines solchen Vorgehens wird ausgeführt, daß die werkschaftsverbänden bestehe, also keine Vereinigung berband für die Produkte der fogen. Gruppe A, d. 5. für Halbzeug, Einfuhr Deutschlands aus den Vereinigten Staaten beinahe doppelt physischer Personen und somit nach der Judikatur tein Berein Träger, Schienen und Schwellen, die Beteiligungsaiffer um 5 Broz. so hoch sei als die Ausfuhr dorthin. Das ehrenwerte Blatt bergigt im Rechtssinne sei, sondern eine Bentralstelle, ein Ausschuß. erhöht hat, und ebenso für die beiden zur Gruppe B gehörenden nur zu erwähnen, daß die deutsche Ausfuhr nach Nordamerika Der erste Straffenat des Kammergerichts verwarf denn auch Artitel Stabeifen und Bleche. größtenteils aus Fabrikaten besteht, die die Bereinigten Staaten am 20. April die Revision der Staatsanwaltschaft mit der Be # Auf dem Roheisenmarkt hat in den letzten Wochen der Absah auch aus England, Frankreich und Belgien beziehen können; die gründung, daß vom Landgericht ohne Rechtsirrtum feftständig zugenommen. Allerdings bleibt der Export noch immer deutsche Einfuhr aus der Union aber aus Rohstoffen, welche die gestellt sei, daß es sich um eine Situng und nicht um eine Ver beträchtlich hinter den hohen Ziffern für die Monate März und deutsche Industrie gar nicht entbehren kann, z. B. aus Baumwolle sammlung handele. April der Jahre 1902 und 1908 zurück, dafür aber ist auf dem in-( im Jahre 1903 für zirta 290 Millionen Mart), Kupfer( 1903 für Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Der Roland von Berlin. Montag: Die Heirat wider Willen. Dienstag: Mignon. Mittwoch: Die Heirat wider Willen. Donnerstag: Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Der Noland von Berlin. Sonnabend: Manon. Sonntag: Die Heirat wider Willen. Montag: Rienzi.( Anfang 7 Uhr.) Königliches Schauspielhaus. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Göz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Semele. Demetrius. Mittwoch: Prinz Friedrich von Homburg. Donnerstag: Sm stillen Gäßchen. Freitag: Göz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Semele. Demetrius. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Die Journalisten. Neues Königl. Operntheater. Sonntag: Faust.( Anfang 7 Uhr.) Montag nachmittag 2, Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Montag abend: Doktor Klaus. Von Dienstag bis Sonnabend geschlossen. Sonntag: Fauft.( Anfang 7 Uhr.) Montag geschlossen. Deutsches Theater. Sonntag nachmittag 22 Uhr: Die Brüder bon St. Bernhard. Abends: Faust I. Teil. Montag nachmittag 22 Uhr: Helden. Abends: Der Privatdozent. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Der Privatdozent. Mittwoch: Wilhelm Tell. Freitag: Helden. Sonntag nachmittag 22 Uhr: Faust I. Teil. Abends: Der Privatdozent. Montag: Unbestimmt. Berliner Theater. Sonntag, Montag, Mittivoch, Freitag, Sonntag: Die eiserne Krone. Dienstag nachmittag 22 Uhr: Ein Teufelstert. Abends: Weh' dem, der lügt. Donnerstag: Zapfenstreich. Sonnabend: Der Vater. Montag: Zapfenstreich. Leffing Theater. Sonntag nachmittag 2%, Uhr: Rosenmontag. Abends: Demetrius. Montag nachmittag 22 Uhr: Rose Bernd. Abends: Elga. Dienstag bis Sonntag: Elga. Sonntag nachmittag 2, Uhr: Monna Banna. Montag: Elga. Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Afrikanerin. Abends: Die Fledermaus. Montag nachmittag 3 Uhr: Martha. Abends: Die neugierigen Frauen. Dienstag: Der Bettelstudent. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Die neugierigen Frauen. Freitag: Stradella. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Le je ne sais quoi. La main. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Le je ne sais quoi. La main. Montag: Souris. Colomb. Souper d'Adieu. L'homme aux Poupees. National Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fidelio. Abends: Rigoletto. Montag nachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: Die Fledermaus. Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Bar und Zimmer mann. Donnerstag: Fra Diavolo. Freitag: Mastenball. Sonnabend: Der Wildschüß. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Rigoletto. Abends: Der Freischük. Montag: Maskenbal. Neues Theater. Allabendlich und Sonnabend nachmittag 2, Uhr: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familienidyll. Liebesträume. Sereniffimus- Zwischenspiele. Abends: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Montag nachmittag 3 Uhr: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus- Zwischenspiele. Abends: Abschied vom Regiment. Angele. Sophie Fraenkel Leonhard Joachimsthal Ditern 1905. Verlobte. 11315 Statt jeder besonderen Meldung: Jenny Blum Willy Meyer Verlobte. 11445 Berlin, Ostern 1905. Empfangstag: Sonntag, 30. April, bei Bernhard Meyer, Weinbergsweg 24. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Zeitungsspediteur Emil Stoltzenburg in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend infolge eines Herzschlags verstorben ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. d. M., nachm. 4 1hr, vom Trauerhause, Wiesenstraße 41/42, aus nach dem Freis religiösen Friedhof in der PappelAllee statt. 29152 Um stille Teilnahme bittet Die trauernde Witwe Jda Stoltzenburg. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 21. d. Mts. berstarb infolge Herzschlages unser lang jähriges Mitglied, der Zeitungs Spediteur Emil Stoltzenburg Wiesenstr. 41/42. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Freireligiösen Friedhof in der Pappel- Allee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/9 Der Vorstand. Gesangverein ,, Nordwacht", ( M. d. A.-S.-B.) Todes Anzeige. d. unfer langjähriger Sangesbruder, Beitungsspediteur Emil Stoltzenburg Wiesenstr. 41/42 an den Folgen eines Herzschlages. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 25. d. M., nach: mittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Freireligiösen Friedhof( Bappel- Alee) statt. Erscheinen eines jeden Mitgliedes notwendig. 219/14 Der Vorstand. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter E. H. 29, Hamburg. Filiale Nummelsburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 19. d. M. unser Mitglied Franz Hampel geftorben ist. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet 23.( 1. Dfterfeiertag) nachmittags 4 1hr von der Leichenhalle der Bius- Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. 1186b Sozialdemokratischer Wahlverein für den 8. Berliner Reichstagswahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genoffe Tapezierer Wilhelm Venzke Brizerstraße 44, verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. April, nachmittags 32 Uhr, von der Halle der Simons- Gemeinde, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 240/5 Der Vorstand. Deutscher Dienstag: Die Neubermählten. Abschiedssouper. Dettwoch: Salome.| Der Troubadour. Dienstag: Undine. Mittwoch: Don Suan. Donners. Donnerstag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Freitag, Sonnabend, tag: Der Zigeunerbaron. Freitag: Bar und Zimmermann. Sonnabend: Die neugierigen Frauen. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Die Fledermaus. Sonntag: Rosmersholm. Montag: Abschied vom Regiment Angele. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Abends und Montag: Die neugierigen Frauen. Gyges und sein Ring. Abends: Fuhrmann Henschel. Montag nachmittag 3 Uhr: Gyges und sein Ring. Abends: Augen rechts. Sittliche Forderung. Dienstag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Mittwoch: Augen rechts. Sittliche Forderung. Donnerstag: Meine Schwiegertochter. Freitag und Sonnabend: Gyges und sein Ring. Sonntag nachmittag 3 Uhr: WallenAbends: Gyges und sein Ring. Montag: Augen rechts. steins Tod. Sittliche Forderung. Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Iphigenie auf Tauris. Abends: Augen rechts. Sittliche Forderung. Montag nachmittag 3 Uhr: Die Herren Söhne. Abends: Meine Schwiegertochter. Dienstag, Freitag, Montag: Meine Schwiegertochter. Mittwoch: Die Herren Söhne. Donnerstag, Sonnabend: Augen rechts. Sittliche Forderung. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Johannisfeuter. Abends: Fuhrmann Henschel. Residenz- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Abends: Herzogin Crevette. Montag nachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Abends: Herzogin Crevette. Dienstag bis Sonnabend: Herzogin Abends und Crevette. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Montag: Herzogin Crevette. Trianon Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die glüdliche Gilberte. Abends: Ihr Mibi. Montag nachmittag 3 Uhr: Die glückliche Gilberte. Abends und Dienstag bis Montag: Ihr Alibi. Belle- Alliance- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends:... noch einmal so lieben! Montag nachmittag 3 Uhr: Preziosa. ... noch einmal so lieben! Abends und Dienstag bis Sonnabend: noch Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Grille. Abends und Montag: einmal so lieben! T Luisen Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Faust. Abends: Die deutschen Komödianten. Montag nachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends: Kyriß- Phrik. Dienstag: Der Herrgottschniger. Mittwoch: Die deutschen Komödianten. Donnerstag: Kyriz- Byriz. Freitag: Hans Jürge. abend: Khriz- Pyrik. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Herrgottschniger. Abends: Hans Jürge. Montag: Geschlossen. Somm Lustspielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Mann im Schatten. Abends: Der Familientag. Montag nachmittag 3 Uhr: Das böse Prin zeßchen. Abends: Der Familientag. Dienstag nachmittag 3 Uhr: Das Rumpengesindel. Abends: Der Familientag. Mittwoch bis Freitag: Der Familientag. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Das böse Prinzeßchen. Abends: Der Familientag. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Mann im Schatten. Abends und Montag: Der Familientag. Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 3, Uhr: Charleys Tante. Abends: Der Kilometerfreffer. Montag nachmittag 3 Uhr: Er und seine Sonntag nach Tante. Dienstag bis Sonnabend: Der Kilometerfresser. mittag 32 Uhr: Charichs Tante. Abends und Montag: Der Kilometer fresser. Kasino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: In Vertretung. Abends: Lolos Vater. Montag nachmittag 4 Uhr: Heirat auf Probe. bends und bis Sonnabend: Lolos Bater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: In Vertretung. Abends und Montag: Lolos Vater. Deutsch Amerikanisches Theater. Allabendlich, Freitags und Sonntags nachmittags: Ueber'n großen Teich. Apollo- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Berliner Luft. Abends: Das Beilchenmädchen. Montag nachmittag 3 Uhr: Berliner Luft. Abends: Beilchenmädchen. Von Dienstag bis Sonntag: Das Veilchenmädchen. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Gebrüder Herrnfeld Theater. Allabendlich: Die Meyerhains. Passage- Theater. Allabendlich: Emmi Kröchert. Die 7 Allisons. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Cleo de Merode. Spezialitäten. Reichshallen- Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Palaft- Theater. Allabendlich: Der Raub der Sabinerinnen. Spezia litäten. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Jm Theater: 8 Uhr: Der Donnerstag und Sonnabend: Tierleben Simplon und sein Gebiet. in der Wildnis. Dienstag nachmittag 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Invalidenstraße 57-62: Sternwarte. Witterungsübersicht vom 22. April 1905, morgens 8 Uhr. Stationen BarometerWindrichtung stand mm Windstärke Swinemde. 751 753 N Hamburg 755 N Berlin Frankj.a.M. 758 NW München Wien Wetter 3bededt 4wolfig 3 bededt 3halb bd. 3 Regen 3bedeckt 333 Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke 4 Haparanda 753 GD Wetter 2bededt 5 Petersburg 754 GD 5 Scilly 767 N 2bedeckt 3 mollig 7 Aberdeen 763 N 4 wollig 3 Paris 764 N 4 bededt 7 Temp. n. T. 5°.4° R. 28665 Carl Weiß- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Kinder des 757 28 Sapitän Grant. Abends: Die Kleinen Vagabunden. Montag nachmittag 754 N 3 Uhr: Die Kinder des Kapitän Grant. Abends: Die Kleinen Bagabunden. Wetter- Prognose für Sonntag, den 23. April 1905. Dienstag nachmittag 3 Uhr: Aschenbrödel. Abends und Sonnabend: Die Nachts fühl, am Tage wärmer, vielfach heiter, aber noch veränderlich fleinen Bagabunden. Sonntag: Die fleinen Bagabunden. Zentral- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: La Traviata. bends: bei mäßigen westlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Bar und Zimmermann. Montag nachmittag 3 Uhr: Der Freischütz. Abends: Am Freitag, 21. April, vormittags, verstarb nach langem, schweren Leiden unsere inniggeliebte Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwiegermutter, Witwe Luise Haase geb. Tiesler im fast vollendeten 81. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 24. April, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Sebastian- Kirchhofs, Reinickendorf, Humboldtstraße, aus statt. Typographia. Die Sänger werden gebeten, zu der vorstehenden Beerdigung der Mutter unseres Mitglieds Karl Haase( Trio) Krug zum grünen Kranze am Alexanderplatz( im Keller). 5 Täglich: ,, Fidelitas!" Carl Lüdeckes humoristisches Ensemble. Entree frei. 25662 Klub- Haus 72 Kommandantenstr. 72. 2. und 3. Feiertag: Großer Ball! Anfang 4%, Uhr. Ende 2 Uhr. Laden in lebhafter Laufgegend auf Monate Zigarren- Ausverkauf 8sucht. Dff. mit Breis unt. Laden Boftamt 25. Neu. Wohin die Landpartie? Neu. Alhambra Rad See- Restaurant Springeberg F. Fathke zwischen Erkner und Woltersdorf am flakenfee und der forft gelegen, Metallarbeiter- Verband aero) zahlreich zu erscheinen. empfiehlt sich den Vereinen, Fabriken und Herrenpartien zu Ausflügen Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Joseph Kratochwil am am 19. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. d. Mis., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des St. Michael- Kirchhofes in Mariendorf, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/19 Die Ortsverwaltung. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser alter Kollege, der Einseter Hermann Maschatzki plöglich gestorben ist. Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 hr von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. J. A. Heinrich Kunz. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Wilhelm Huck am 19. d. M. an der ProletarierKrankheit gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Zeichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/17 Die Ortsverwaltung. Die Beerdigung des Schriftfehers Karl Anner findet am zweiten Osterfeiertag ( 24. d. M.) um 4, Uhr nachmittags auf dem katholischen Matthias- Kirchhof in Marienhöhe statt. Nachruf! 12/16 Am 18. d. M. verstarb ganz unerwartet unser treues Mitglied, der Zimmerer 14856 Max Mäcke. Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren. Gesangverein Rote Nelke!. Schöneberg. Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine inniggeliebte Frau Anna Günterberg geb. Kühling am 21. April, morgens 4 Uhr, nach langem Leiden sanft ent schlafen ist. Die Beerdigung findet statt am 24. April, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Kopfstraße 42, nach dem Jerusalemer Kirchhof in der Hermannstraße. 29202 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die rege Beteiligung und die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Mannes, unseres unvergeßlichen Baters Hermann Schmidt sagen wir allen Beteiligten, ins besondere der Firma Vogelmann u. Schumacher, dem Zentral- Berband der Handels, Transport- und Berkehrsarbeiter unseren verbindlichsten Dank. 29176 Witwe Anna Schmidt, Kätheu. Hermann Schmidt. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Personal der Firma per Dampfer oder Bahn. Für gute Küche und Getränke ist bestens geforgt. 1077b Balmer- Theaterstraße 15. Jeden Sonntag: Großer Ball bei doppelt befektem Drchefter. Anfang 5 Uhr. Zahn- Klinik, A. Zameitat. beebige vett. Gesellschaftshaus Ostend Olga Jacobson, Memelerstraße 67. Fernsprecher Amt VII 1075. Den geehrten Vereinen und Gewerkschaften empfehle meinen Saal mit Bühne und Nebenräumen, 500 Personen fassend, sowie Bereinszimmer zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten. Sonnabende und Sonntage zu bergeben. Ergebenit Paul Litfin. 29102* A Dampfer A stehen den geehrten Bereinen, Gesellschaften und Schulen in jeder Größe( 150-320 Bersonen) zu toulantesten Bedingungen zur Verfügung. Näheres Firma Tismer, Nieder- Schöneweide. Telephon 14. Fram Robert Dieseler, 2788L* Restaurant und Stehbierhalle, 145 Brunnenstr. 145, Rheinsbergerstr. ff. Speisen und Getränke. Ecke Restaurant Leuchtturm, Tegelort. Direkt an der Havel und am Tegeler See gelegen. Großer herrlicher Garten von Wald u. Wasser umgeben. Schutzhallen. Tanzsaal.- Kegelbahnen. Spielplätze. Ausspannung. Kaffeeküche. Dampferverbindungen nach allen Richtungen. Für Vereine, Fabriken zc. zu Partien sehr geeignet. Die herrliche Uferpromenade ist nur vom Leuchtturm passierbar. Bon Brederecke für die herzliche Teilnahme, Tegel mit den Holzschen Dampfern 15 Bf., Retourbilletts 25 Bf. sowie für den erhebenden Gesang und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes jagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. 12156 Im Namen der trauernden inter bliebenen Alma Scholz und Sohn. Von der Reise zurück: Dr.med. Schaper homöopath. Arzt. Spezialarzt für= Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Königgrätzer Straße 27. Sprechstund. 9-1, 4-7. !! Von 36 Mk. an!! nur liefere Herrenanzug, ohne Kon furrenz, neueſte Muster, retno. Stoffe, feinste Zutaten. 2 Anproben. Für guten Siz belam goldene Medaille. Ludwig Engel, Brenzlauerstraße 23 II( Alexanderplat). Gegründet 1892. Großes Zuchlager.* H. Weihrauch, Telephon: Amt Tegel, Nr. 121 Graumanns Festsäle Theaterbühne. 25492* S Naunynstr. 27. 3 Kegelbahnen. Sonnabende und Sonntage im April, Mai und Juni noch frei. Gustav Graumann. Sie brauchen, um elegant gekleidet zu gehen, 29142 Statt 12 Mk. nur 3 Mk. 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Verschiedenes. haben, werden ersucht, dies unbedingt in der Versammlung zu erledigen, da die Abrechnung erfolgen soll. 84/3 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Obmann. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Verein Berliner Hausdiener ( Gegründet 1883.) Arbeitsnachweis und Bureau: Alte Leipzigerstraße 1, Eingang Raules Hof. Geöffnet von 8-6 Uhr. Sonntags geschlossen. Telephon: Amt I, 2632. Dienstag, den 25. April( 3. Osterfeiertag), abends 9 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Alwin Körsten: " Arbeits: oder Arbeiterkammern." Die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. 11685 Zu diesem hochinteressanten Vortrage ist es schon im eigenen Interesse 31/5 26281 Nur noch wenige Tage! InventurAchtung! Schuhmacher! Achtung! Ausnahmepreis. Dienstag, den 25. April( 3. Feiertag), vormittags 10 Uhr, im Grand Hotel, Alexanderstr. 46-48( Eingang Alexanderplatz): Oeffentl. Schuhmacher- Versammlung. Tages- Ordnung: 1." Der Streif in Weißenfels und der Verrat des Hirsch Dunckerschen Gewerkvereins". Referent: Kollege Weise- Weißenfels. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 169/11 Der Einberufer. NB. Der Leiter des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins ist zu dieser Versammlung eingeladen. bes Sh Allgemeine 0 der Stollegen notwendig, daß dieſelben mit ihren Frauen und Familien- Orts- Krankenkasse Angehörigen, fowie Freunden und Bekannten vollzählig erscheinen. Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Zentralverband der Stukkateure Deutschlands Filiale Berlin. Mittwoch, den 26. April, abends 8 Uhr, bei Franke, Sebastianstraße 39: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung als Fortsetzung der Generalversammlung vom 17. d. M. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Debatte über den Bericht der Schlichtungs: fommission. 2. Betreffs Zeitungsspedition Stichwahl zwischen den Kollegen Montag, Wege und Heuck. 178/14 Der außerordentlichen Wichtigkeit halber erwartet zahlreichen Besuch Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679 Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Wahltableau für die am 30. April d. J. vorzunehmende Wahl von 37 Delegierten zur Generalversammlung in Leipzig. Die Wahlzeit ist von für Rixdorf. Am Sonnabend, den 29. April 1905, abends 8 Uhr, findet im Restaurant Thiel, hier, Bergstraße 150/1, die erste diesjährige Ordentl. General- Versammlung statt, zu welcher die Herren Delegierten hierdurch ergebenst eingeladen werden. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht pro 1904. 2. Bericht der Rechnungs- Prüfungskommission. Zentral- Kranken- n. Sterbekaffe der Maler Filiale Berlin Oft Mittwoch den 26. April, abends 9 Uhr im Lokale des Herrn Mertowski, Andreasstraße 26 Quartals- Versammlung Tagesordnung: 1. Kaffenbericjt. 2. Verschiedenes. 124/14 Die Verwaltung. 3. Bahl einer Glahuten- Brüfungs- Allgem. Orts- Krankenkasse Kommission. 4. Ersazwahl stande( 1 Arbeitnehmer). 5. Beschluß fassung über Vertretungskosten bei Bejchidung von Kongreffen und Berbandstagen. 6. Bortrag des Herrn Dr. Berger, Spezialarztes für Augenleiden. 7. Verschiedenes. 273/1 Bei der Wichtigkeit der Lages ordnung ist pünktliches und vollzähliges Erscheinen der Herren Delegierten Pflicht. Rigdorf, den 15. April 1905. Der Vorstand. Emil Wutzky, Vorsitzender. Invaliden- Unterstützungszu Berlin. 273/2 Orts Krankenkaffe für das Tapezierer- Gewerbe zu Berlin. Donnerstag, den 27. April 1905, abends 8, Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15 ( Saal 7). Tagesordnung: 1. Rechnungsbericht. 2. Beschlußfaffung über die Abnahme der Rechnung des Jahres 1904. 3. Bekanntmachung der Beschlüsse des Vorstandes. 4. Stellungnahme zu den Beschlüssen des Münchener Verbandstages. 5. Verschiedenes. 272/14 J. A.: H. Lobitz, Borsigender. Roh- Tabak Am Sonntag, den 30. April 1905, vormittags präzise 10 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, E. Nauen, a.. hebterstraße. Saal 1, die Ordentliche Templinerstr. 3, General- Versammlung Gelegenheits offerte: statt, zu welcher die für 1904/1905 gewählten Vertreter hiermit ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1904. 2. Bericht des Prüfungsausschusses und Entlastung des Rendanten. 3. Antrag der Kassen- Angestellten wegen anderweitiger Rekasse der Gürtler.gelung ber Gebälter. 4. Die Benfionierung eines Krankenkontrolleurs. Freitag, den 28. d. M., abbs. 9 Uhr,( 8 57 des Statuts.) 5. Definitive Anstellung von bisherigen Hülfsim Lotal von Graumann, Naunyn- arbeitern. 6. Antrag Kuzner wegen straße 27: Abänderung des§ 14 des Statuts. 7. Mitteilungen des Vorstandes. Versammlung Ordentliche vormittags 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. General- Versammlung. Gewählt wird in folgenden Lokalen: 1. Naabes Salon, Kolbergerstr. 23. Wahlleiter Menz. 2. Bernhard Rose Theater, Badstr. 58. Wahlleiter Wegener. 3. Wernaus Festfäle, Schwedterstr. 23. Wahlleiter Denk. 4. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Wahlleiter Buse. 5. Graumanns Festfäle, Naunynstr. 27. Wahlleiter Gunther, Liesack. 6. Thiel, Nixdorf, Bergstr. 152. Wahlleiter Schneller. 7. Kumke, Bülowftr. 59. Wahlleiter Ficius. 8. Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/48. Wahlleiter Hartmann. 9. Volkshaus Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Wahlleiter Wuschick. 10. Steglit, Schellhase, Ahornftr. 15a. Wahlleiter Loos. 11. Böhle, Spandau, Neumeisterftr. 5. Wahlleiter Wücke. 12. Oberschöneweide, Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18. Wahlleiter Ballach. 13. Tempel, Rummelsburg, Aft- Borhagen 56. Wahlleiter Brühl. 14. Köpenick, Helling, Schönerlinderstr. 5. Wahlleiter Gühne. 15. Reinickendorf, Muster, Berlinerstr. 29. Wahlleiter Püschel. 16. Weißensee, Schmuk, König- Chauffee 38. Wahlleiter Frahm. Bentralwahlbureau ist Engel- Ufer 15. Tomitees ist der Kollege Hermann Henning. den Eingängen zu den Wahllokalen verteilt. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Bahlreiche Beteiligung erwartet Obmann des Gesamtwahl Die Stimmlisten werden an 115/18 Die Ortsverwaltung. AReederei Nobiling A Am ersten und zweiten Osterfeiertag beginnen wieder die beliebten Dampfer- Extrafahrten nach Zwiebusch( Berliner Schweiz). Abfahrt morgens 9 Uhr mittags 24 " Restaurant Schultheiß, Jannowikbrüde. Abends: Höhenfeuer u. Alpenglühen auf den Gosener Bergen. Preise: Hin und zurück 75 Pf., einfach 50 Pf.; Kinder 50 Pf. resp. 25 Pf. 15 Am 3. Feiertag bei günstigem Wetter Abfahrt mittags 2 Uhr. Preis hin und zurück 50 Pf. Hierzu ladet ergebenst ein Hermann Gärtner. Jedes 5 Pfennig. Wort: Das erste fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Revisoren und Abnahme der Jahresrechnung. 2. Verschiedenes. Berlin, den 25. April 1905. Der Vorstand: A. Heller, Borsigender. 11756 Orts Krankenkasse = der Gürtler. Zu der am Freitag, den 28.5. M., abends 7%, Uhr, Naunynstr. 27 bei Graumann stattfindenden Ordentlichen berVertreter derKaffenmitglieder Tagesordnung: Wahl eines Vorstandsmitgliedes für das Jahr 1905 an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Wolter. Berlin, den 20. April 1905. Der Vorstand. Wilhelm Piehl, Borsigender. Achtung! Bewohner 2. Länge Sumatra Stückblatt reine helle Farben, schneeweißer Brand, 1½ Pfd. deckend, nur M. 1,60. Carl G. Lahmann, Berlin N., Brunnenstraße 195. Heinrich Franck| Berlin N., Brunnenstr. 185. Besichtigen Sie bitte sofort: Decke Vollblatt Ganzhell, 200 Pf. reinfarbig, schneeweißer Brand. Roh- Tabak. Decke Nr.5230 rötlich, hell, reinfarbig, Bollblatt, unter 1½ Pfd. deckend, * Eine Partie Amit. 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Beschlußfassung über die AufMitgliedschaft Berlin. J. A.: Fr. Schneider. Da ich vordem nicht Inhaber der Bäckerei Schulftr. 28 gewesen bin, eine Verkaufsstelle hebung des§ 70 lbs. 2 des Statuts, to trage ich an den Differenzen abfolui hoffen auch wir auf gütigen Zuspruch Anordnung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg. 3. Verschiedenes. 11766 Sollten einige der Herren Ver treter teine Einladungskarte erhalten haben, so tönnen dieselben in unserem Kaffenlokal oder am Eingang des Versammlungslotals in Empfang ge nommen werden. Berlin, den 22. April 1905. Der Vorstand. G. Kneiff, Borsitzender. Durch Lieferung von nur guter Ware bei billigen, aber festen Preisen teine Schuld und bitte das brot Ein Versuch im eigenen Interesse fonsumierende Publikum, mich tat wird obiges bestätigen. 28612* 1167b fräftig zu unterstützen Emil Schamberger. 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Als Revisoren wurden Butenschön, erhöhen, wurde bis zur nächsten Versammlung zurüdgestellt. Die Haupt und Pippig wiedergewählt. Die Ortsverwaltung ruft Versammlung erteilte dem Vorstande das Recht, die Mitglieder der die Mitglieder auf, die Maifeier möglichst durch Arbeitsruhe zu beAchtzehnertommission aus seinen Reihen zu ernennen.( Wiederholt, gehen. weil nur in einem Teil der Auflage.) Museen, Sammlungen usw. Altes( u. Neues) Museum. Am Lustgarten. Wochentags( außer Montags): Sommer 10-4, Winter 10-3. Sonntags und an den zweiten Weihnachts, Ofter, Pfingstfeiertagen: April bis September 12-6, Oftober und März 12-5, November und Februar 12-4, Dezember und Januar 12–3. Montags und an Festtagen( außer zweiten Feiertagen): geschlossen. Eintrittsgeld 1,00 M., an Sonn- und Festtagen 0,50 M.; Kinder die Hälfte. Aquarium. Unter den Linden 68 a. Sommer 9-7, Winter 9-6. Am legten Sonntag des Monats 0,25 M. ftraße 151. Architektur: Museum. Technische Hochschule, Charlottenburg, Berliners Montags und Freitags 10-3, Dienstags und Donnerstags 12-3, Mittwochs 10-12. Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt. Charlottenburg, Fraunhoferftraße 11. Bochentags( außer Montags) 10-1, außerdem Dienstags und Donnerstags 6-9 abends. Sonntags 1-5. Bergs und Hüttenmuseum. Invalidenstr. 44. Wochentags( außer Sonnabends) 12-2. Sonntags: Sommer 12-6, Winter 12-3. Botanischer Garten. Steglit- Dahlem. Sonntags 2-7 frei. Botanisches Museum. Grunewaldstr. 6/7. Mai bis September: Montags und Donnerstags 3-6. Jm Winter geschlossen. Kaiser Friedrich- Museum. Museumsinsel, am Stupfergraben. Besuchs zeit wie beim Alten Muſeum. 10-2. Sonntags: April bis September 1-6, Dftober und März 1-5, Hygienisches Museum. Klosterstr. 35. Dienstags und Freitags November und Februar 1-4, Dezember und Januar 1-3. Mittwochs und Sonnabends 10-1 für Vereine. Kunstgewerbe- Museum. Prinz Albrechtstr. 7. Besuchszeit wie beim Landwirtschaftliches Museum. Invalidenstr. 42. Wochentags( außer Mittwochs) 10-3. An jedem 3. Sonntag im Monat: 11-3. bis auf weiteres geschlossen. Märkisches Provinzial- Museum. Wegen Umzug nach dem Neubau ( außer Dienstags): Sommer 12-4, Winter 12-3. An Sonn- und FestNational- Galerie, Museumsinsel, an der Friedrichsbrücke. Bochentags tagen wie beim Alten Museum. Mten Museum. XB Die Lager- und Maßschneider der Firma Peet u. Clobben. burg, zirka 140 an der Zahl, hatten sich am Sonnabend bei Ladetvig in der Alten Jakobstraße zusammengefunden, um zu der Der Verband der Sattler( 3 ahlstelle Berlin) hielt in Frage der ihnen untergeschobenen Streifarbeit Stellung zu nehmen. den Arminhallen eine gut besuchte Generalversammlung ab. Der Bekanntlich ist die Anfertigung von Streifarbeit im Schneidergewerbe Vorsitzende Müntner und der Kassierer Weyher gaben eine um vieles leichter wie in anderen Berufen, weil die Hausindustrie Uebersicht über den Jahresbericht der Ortsverwaltung, der aus als rückständige Betriebsform es den Unternehmern außerordentlich führlich in Nr. 8 der„ Sattlerzeitung" enthalten ist. Vom 1. April bequem macht, die Arbeiter, die in der Heimarbeit jeder für sich 1904 bis zum 1. April 1905 stieg die Gesamtmitgliederzahl der ſizen, zu täuschen und sie so zu indirekten Streifbrechern Berliner Zahlstelle von 1232 auf 1843, also um 611. Die Entum beffere Lohn- und Arbeitsbedingungen wickelung der einzelnen Branchen steht im Zeichen der Tarifverträge tämpfenden Kollegen werden zu lassen. Wie der Bevoll- Allgemein sind Fortschritte festzustellen. Der Jahreskassenbericht mächtigte des Schneiderverbandes, Ritter, ausführte, sei auch die der Ortsverwaltung Berlin zeigt folgende Hauptsummen: Ins Firma Beet u. Cloppenburg, die in Düsseldorf eine Filiale befize, gesamt rechnete die Ortsverwaltung mit 30 699,50 m. in Eindiesen trummen Weg gegangen. In Düsseldorf streitten die Schneider. nahmen und Ausgaben. Die Ausgaben enthalten 19 510,84 W., Anstatt die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen oder sich in die an die Hauptkasse gesandt sind, ferner 6139,90 M. örtliche Ver Verhandlungen einzulaffen, wie es von einer Firma, die einen waltungstoften, 2521,40 m. Arbeitslosen- Unterstüßung, 1782,10 M. großen Teil der Arbeiterklasse zu ihrer Kundschaft zählt, eigentlich Strantenunterstüßung, 20,41 M. Umzugsunterſtüßung, 435 M. erwartet werden dürfte, habe die Firma Peek u. Cloppenburg nichts| Sterbe- Unterstützung, 259,85 M. Reise Unterſtüßung. eiligeres zu tun gehabt, als den nicht mehr ungewöhnlichen Weg zu 2okaltasse der Ortsverwaltung Berlin rechnete mit Die beschreiten, nämlich die in Düsseldorf liegengebliebene Arbeit in einer Einnahme von 11 622,10 M., einschließlich des früheren BeBerlin fertigstellen zu laffen. Bei den Maßarbeiten standes von 3339,65 M., und mit einer Ausgabe von 3660 M., ist man über schüchterne Versuche nicht hinausgegangen, desto so daß ein Bestand von 7962,10 m. blieb. Und die Berliner mehr müßten die Lagerschneider, denen man sonst die Verwaltung hatte eine Einnahme von 6611,91 2., worin Fähigkeit abspricht, Maßarbeit anfertigen zu können, herhalten. die 6139,90 m. enthalten sind, welche die oben mitgeteilte Gesamt Die Firma hat ihre sehr guten Gründe dazu, wenn diese auch nicht rechnung der Ortsverwaltung als„ örtliche Verwaltungsfosten" aufimmer mit Treu und Glauben im Einklang stehen. Einmal erhält führt. Ausgegeben wurden in dem Jahr von der Berliner Verfie bei den Musterarbeitern die Maßarbeit fast um die Hälfte billiger waltung 5813,70 M. Es war also hier am 1. April 1905 der hergestellt, zum anderen glaubte sie die Maßnahmen der Maß- Bestand 798,81 m. Die Abrechnung für das 1. Quartal schneider bezw. die der Organisation nicht besonders befürchten zu 1905, die besonders gegeben wurde, weist für die Lokaltasse der müssen. Die Arbeiter beider Branchen sehen dies als eine sehr un- Ortsverwaltung Berlin 9598,10 M. Einnahmen und 1636 M. Ausehrliche Handlungsweise an. Wie Ritter mitteilte, sei dies der gaben auf, für die Berliner Verwaltung eine Einnahme von Firma auch unverblümt gesagt worden. Es bedeute die Herstellung 2591,93 M. und eine Ausgabe von 1793,72 0. Von den Unterder Maßarbeit zu Preisen der Lagerarbeit einen Bruch des mit der stützungseinrichtungen wurde festgestellt, daß sie im großen und Arbeiterschaft abgeschlossenen Lohntarifes für Maßarbeit, eine Er ganzen segensreich gewirkt hätten und noch wirkten. Jedoch rügte höhung der Leistungsfähigkeit des Lagerarbeiters, die nicht entsprechend Müntner, daß eine Anzahl Kollegen dem Irrtum verfallen seien, bezahlt wird, und was das Schlimmste sei, die indirekte als wäre man jetzt nur noch ein Unterstützungsverein, der bei jeder Berleitung zu einer Handlungsweise, die in den Gelegenheit mit Unterstützungen eingreifen müßte. Zum ersten Augen jedes aufgeklärten Arbeiters als ehrlos Vorsitzenden wurde Müntner einstimmig wiedergewählt. Der gilt. In der Diskussion wurde der lebhaften Entrüstung über das Kassierer Weyher, der als solcher Beamter ist, lehnt eine WiederTreiben der Firma Beet u. Cloppenburg Ausdruck gegeben. Da wahl mit ausführlicher Begründung ab. Sein Gefundheitszustand die Differenzen in Düsseldorf inzwischen ihre Erledigung gefunden ist der Hauptgrund des Rücktritts. Bis zum 1. Juli bleibt er im haben, so wurde von dem ursprünglichen Plan, einmütig am Montag, Amte. Es wurde nun zunächst über einen Antrag verhandelt, 12-2. An Festtagen( außer zweiten Feiertagen): gefchloffen. den 17. April die Arbeit niederzulegen, Abstand genommen. Die einen zweiten Beamten anzustellen, der den Versammelten beschlossen dies der Firma in der Form einer Re- Vorsiz zugleich übernehmen soll. Der Vorstand solution mitzuteilen, die weiterhin aussprach, daß keiner der Anwesenden die Arbeit angefertigt hätte, wenn er über deren Zweck Vorsitzenden auszuschreiben. Nach einer Debatte erklärte sich die empfiehlt, beide Stellen die des Kassierers und des beamteten informiert worden wäre, und außerdem gegen die Handlungsweise, Versammlung mit der Anstellung eines zweiten Beamten einhellig die in der indirekten Veranlassung zum Streifbruch liegt, energisch einverstanden. Die Beamten sollen jährlich je 1800 m. Gehalt be protestiert wird.( Wiederholt, weil mur in einem Teil der Auflage.) fommen und der Kassierer außerdem monatlich 5 M. Mankogeld. Der Verein der Zimmerer Berlins nahm in seiner am Sonntag Beschlossen wurde ferner, daß der zweite Beamte den Vorsitz zu abgehaltenen Generalversammlung den Kassenbericht für das erste übernehmen hat. Es wurde eine Kommission gewählt, die im Quartal entgegen. Die Einnahme betrug 9407,40 M., die Ausgabe Verein mit der Ortsverwaltung die schriftlich einzureichenden Be 4019,27 M., der Ueberschuß 5888,13 M. Mit dem Bestande vom werbungen von Mitgliedern um die beiden Bosten nachprüfen soll. borigen Quartal beträgt das Vermögen 46 672,82 M. Mit Rüd- Die Bewerbungen sind an die Adresse der Ortsverwaltung Berlin ficht darauf, daß sich der Lohn der Zimmerer durch Annahme des( Getverkschaftshaus) zu senden und auf dem Kuvert als Bewerbung neuen Vertrages erhöht hat, beantragte der Vorstand, auch die Ent- fenntlich zu machen. Bis zum 6. Mai müssen sie eingegangen sein. lohnung des ersten Vorsitzenden entsprechend aufzubessern und zwar Eine weitere Ausschreibung durch die Zeitung erfolgt nicht.- Die Die auf jährlich 2100 m. Die Versammlung beschloß, dem ersten Vor- Revidierung des Ortsstatuts, die den folgenden Punkt der Tagesfizenden einen Wochenlohn von 40 M. zu zahlen. Ein Antrag, ordnung bildete, wurde ebenfalls einer Kommission zur Vor- 50 Pf.; Kinder die Hälfte. Am ersten Sonntag des Monats 25 Pf. b) 816 Naturkunde Museum. Invalidenstraße 43. 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Budget.- 5. Staatsausgaben, Staatseinnahmen: Erwerbseinkünfte, Abgaben, Gebühren, Steuern. 6. Staatsschuldenwesen. 7. Gemeindefinanzen. 8. Die Finanzen des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten. Dienstag: M. H. Baege, Naturerkenntnis. Die Abstammungslehre und die Lehre Darwins. 1. Der Grundgedanke der Abstammungslehre. 2. Die Zuchtwahllehre Darwins, die künstliche Züchtung von Haustieren und Kulturpflanzen. 3. Natürliche Zuchtwahl, Gesetz der übermäßigen Vermehrung. Individuelle Unterschiede. Kampf ums Dasein. Selektion( Auswahl). Anpassungen.( Schutzfärbung, Nachahmung usw.) 4. Die Bedeutung der vergleichenden Anatomie für die Abstammungslehre. 5. Wechselwirkung der Teile ( Korrelation). Rückbildung und rudimentäre Organe. Entwickelungsgeschichte und Stammesgeschichte. Biogenetisches Grundgesetz. 6. Geschlechtliche Zuchtwahl. Verschiedenheit der Geschlechter. Sekundäre Geschlechts charaktere. Schmuckfarben, Bewerbungskünste, Waffen und Kämpfe der Männchen. 7. Die paläontologische Urkunde( Bedeutung der Versteinerungen). 8. Verschiedenheit der Tierwelt in den Perioden der Erdgeschichte. Stammbaum der Tierwelt. 9. und 10. Abstammung des Menschen. Mittwoch: Max Maurenbrecher, Geschichte. Schiller und die deutsche Kultur des achtzehnten Jahrhunderts. 1. Das deutsche Bürgertum um 1750. 2. Fortschritte des nächsten Menschenalters. 3. Schillers Jugendjahre und Jugenddramen. 4. Das Ideal der Menschlichkeit. 5. Der Geschichtsschreiber Schiller. 6. Wendung zum Idealismus: Einfluß Kants.- 7. Einfluß der griechischen Dichter. 8. Das Ideal der Freiheit. 9. Die großen Dichtungen des letzten Jahrzehnts. 10. Schicksale des Idealismus im neunzehnten Jahrhundert. Donnerstag: Simon Katzenstein, Gesetzeskunde. Preußische Verfassung und Verwaltung. 1. Die Entwickelung der deutschen Einzelstaaten. 2. Die Bildung des preußischen Staates, seine Stellung im Deutschen Reich. 3. Die Rechtsstellung des Königs und seiner Familie. 4. Die Zentralverwaltung. Die Ministerien. 5. Verwaltung und Polizei. Die Verwaltungsgerichtsbarkeit. 6. Der Landtag. 7. Provinzial-, Bezirks- und Kreisverwaltung. 8. Gemeindeverwaltung. 9. Finanzwesen und Steuern. 10. Schule und Kirche. Staatsbürgerrechte.- 12. Die Arbeiterschaft und der preußische Staat. Freitag: Max Grunwald, Fortschritts- Kursus in Nationalökonomie. Arbeiten über Probleme aus der theoretischen Nationalökonomie. Freitag: Max Maurenbrecher, Redeübung. Uebungen in mündlicher Rede und im schriftlichen Aufsatz. 11. Die Der Unterricht beginnt in Nationalökonomie Montag, den 8. Mai; Natur- Erkenntnis Dienstag, den 2. Mai; Geschichte Mittwoch, den 17. Mai; Gesetzeskunde Donnerstag, den 4. Mai; Rede- Uebung und Fortschrittskursus in Nationalökonomie Freitag, den 5. Mai. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuche frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hot links 2 Tr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstraße 40a; Reul, Barnimstraße 42; Vogel, Demminerstraße 32; Krause, Müllerstraße 7a; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin S. 59, Freiligrathstraße 3, 1. Querg. IV, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. 4/ 19* Der Vorstand. Neu erschlossenes Bau- Terrain, guter Boden, herrliche Lage, soll in einzelnen Barzellen von 1.25 M. an pro Quadratmeter im Gutshof, verkauft werden. 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April 1905. Ein furchtbarer Betriebsunfall hat sich in der Brauerei Friedrichs hain ereignet. Ein noch nicht 15 Jahre alter Lehrling war auf dem Gerstenboden damit beschäftigt, die vollen Gerstensäde vom Fahrstuhl abzufahren. Als er einen Sack zurechtstellte, kam er der ungeschüßten Transmissionswelle zu nahe, und in einem Augenblick war ihm ein Arm vom Leibe geriffen. Der junge Mann wurde nach der Unfallstation und von da ins Krankenhaus gebracht. Wie erinnerlich sein wird, ist erst fürzlich in einer anderen Berliner Brauerei der Brauer Jeschorek einem Betriebsunfall zum Opfer gefallen. Frau Hedwig Niemann- Raabe, die hervorragende Schauspielerin, Die Stadtbahnfledderer treiben von neuem ihr Untvesen. Vierift Donnerstag abend in der Nervenheilanstalt des Prof. Mendel nndzwanzig wurden bereits festgenommen und zu empfindlichen dem Gehirnleiden erlegen, von dem sie vor wenigen Monaten bes Strafen verurteilt, vierzehn zu mehrjährigem Zuchthaus. Die Fest fallen wurde. Die Künstlerin, welche am 3. Dezember 1904 noch in nahmen und die strenge Bestrafung aber wirfte nur auf turze Zeit voller Frische ihren 60. Geburtstag feierte, gehörte seit ihrem etwas abschreckend. Nur einige Monate hatten die Fahrgäste und zwölften Jahre der Bühne an. Nachdem sie in Magdeburg in die Beamten Ruhe, jezt ist die Fledderei wieder in vollem Gange. Kinderrollen gespielt hatte, trat sie 1860 zuerst in Berlin im Wallner- Am schlimmsten wurde einem jungen Manne mitgespielt, der als Theater auf. Vorher war fie schon im Thalia- Theater fest engagiert Defonomiehandwerker am Chinafeldzuge teilgenommen hat. Er war gewefen. Hier wie in Brag und Petersburg gehörte fie zu den fo unvorsichtig, zur Kontrollversammlung in der General Papestraße so gefeiertsten Künstlerinnen. Nachdem sie jahrelang auf Gastreifen 2000 m. mitzunehmen, weil er nach der Versammlung einen Gegespielt hatte, trat fie 1888 in Berlin ins Deutsche Theater und schäftskauf abzuschließen gedachte. Daraus wurde aber nichts. später unter Barnay ins Berliner Theater ein. Noch in späteren Der Chinatrieger traf einen Kameraden von Ostasien her, machte ihm erst Beiten unternahm sie häufig Gastspielreifen; in den letzten Jahren mit ihm eine Bierreise, verabschiedete sich rezitierte sie im Verein mit Erich Schmidt Goethes nen auf- spät in Moabit und fuhr dann vom Bahnhof Putligstraße nach gefundenen Ur- Faust. Wie bekamut, war die Künstlerin mit dem Westend, um von hier aus nach Hause zu gehen. Ob er nun berühmten Wagner- Sänger Albert Niemann verheiratet. Die Leiche einmal oder öfter um die Stadt herumgefahren ist, weiß er nicht ist gestern abend nach Hamburg gebracht worden, um dort verbrannt mehr. Jebenfalls machte er, als er endlich auf der Station Westend zu werden. Hedwig Niemann- Raabe hinterläßt drei Kinder. Eine geweckt wurde, die unliebsame Entdeckung, daß man ihm PorteTochter ist an einen Juristen verheiratet, der älteste Sohn wirkt als monnaie und Brieftasche mit über 2000 m., die er beim Einsteigen Assistenzarzt an der Klinik des Professors Lassar. der jüngste ist noch besaß, abgenommen hatte. Er erinnert sich noch dunkel, daß Student. Der Witwer, Albert Riemann, wird mit den Seinen die mit ihm zwei junge Bengel einstiegen, und hält diese für die Entschlafene auf der letzten Fahrt nach Hamburg geleiten. Fledderer. Einem Bildhauer aus Wilmersdorf wurde das Portemonnaie mit 87 M. aus der Tasche gestohlen. Er hatte nur ein Städtische Alters- und Siechenversorgung. Im Friedrich paar Glas Bier getrunken, schlief aber trotzdem ein, und ist überWilhelms- Hospital in der Prenzlauer Allee befanden sich am zeugt, daß die Fledderer ihm gegenüber ein Schlafmittel angewendet 31. März d. J. 194 männliche Hospitaliten. Im Vierteljahr haben, weil er nach dem Erwachen einen dumpfen Schmerz im Kopf Ostern ist ein Freudenfest für Heiden, Christen oder Januar/ März betrug der Zugang 18, der Abgang 17 Personen. In und allgemeines Unbehagen empfand. Juden, alle heißen es willkommen, alle freuen sich auf Ostern den auf demfelben Grundstück befindlichen Siechenanstalten Tapfer auf dem Posten. Wegen versuchter Notzucht und Wachtals ein Fest des jungen Frühlings. Mögen die einen oder wurden Ende März d. 3. 993 Sieche verpflegt, und zwar vergehens stand gestern der Dragoner Busch von der 3. Eskadron Männer und 540 Frauen. die anderen eine kirchliche Bedeutung hineinlegen, es bleibt ein 453 im Bugekommen find des 1. Garde- Dragoner- Regiments vor dem Kriegsgericht der 135 Frauen, Fest der Allmutter Natur, die unter sonnigem Lächeln ein letzten Vierteljahre 75 Männer, abgegangen Garde- Kavallerie- Division. Der Angeklagte stand am 8. April In dem Pflegehause für Ehepaare abends auf Wache und beobachtete, wie das Dienstmädchen des Kleid von zartem Grün und Blütenknospen anlegt, die das 62 Männer, 141 Frauen. neue warme Leben und die Auferstehung aller Säfte und waren je 33 Männer und Frauen untergebracht. Das Depot für Kajinotochs nach der Latrine ging. Der Unvorsichtige verließ seinen neue warme Leben und die Auferstehung aller Säfte und aus hiesigen Heilanstalten entlassene unheilbare Obdachlose hatte Posten und folgte dem Mädchen. Er machte dann einen Versuch, Kräfte, welche der rauhe Winter niederzwang, freudig be- Ende März einen Bestand von 32 Männern und 48 Frauen. Hier dem Dienstmädchen Gewalt anzutun, was ihm jedoch durch den grüßt, und da müssen wir Menschen uns doch mitfreuen. war die Fluktuation besonders groß, denn es wurden 101 männliche Widerstand der Bedrohten nicht gelang. Das Kriegsgericht, das Freilich, wir armen Stadtmenschen bekommen nur gelegentlich und 178 weibliche Personen neu aufgenommen, während 102 Männer wegen Gefährdung der Sittlichkeit unter Ausschluß der Deffentlichkeit von Wald und Feld, von Bach und Wiese etwas zu sehen, und 172 Frauen im letzten Vierteljahr aus dem Depot entlassen verhandelte, erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gesamtstrafe deshalb steigt bei manchen die Freude gar nicht in so ideale wurden. Die in der Pallisadenstraße 37 befindliche Abteilung des berhandelte, erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gesamtstrafe von 42 Monaten Gefängnis. Höhen, sondern bleibt unter Umständen schon an einem Oster- Friedrich Wilhelms- Hospitals beherbergte am 31. März 2 Männer braten hängen. Das Frühlingsfest bringt für den einen den und 632 Frauen. Der Zugang betrug im genannten Vierteljahr 43, Trost, daß die warme Sonne bald das teure Heizen über- der Abgang 51 Berfonen. Außerdem befanden sich Ende März 84 Personen in Außenpflege. flüssig macht und die langen Tage das Licht umsonst liefern, für den anderen, daß er bald nicht mehr im Asyl für Obdach- Das Staatsinteresse und die große Baufe. Ein interessanter lose anzuflopfen braucht, sondern im Busch unterm Sternen- Rechtsstreit zwischen der Stadt Berlin und einem Mitgliede der zelt fein Lager findet. Man freut sich über die Ostereier, föniglichen Softapelle, der als Kläger auftrat, beschäftigte die man den Kindern kauft oder dem Schatz mit einer Oster- den Bezirksausschuß. Es handelte sich um die Frage, ob die Mittarte sendet und mit einer Einladung zu der von den Genossen glieder der Hofkapelle of beamte sind und deshalb in bezug Ein junger Schwindler. Gestern vormittag 12 Uhr erschien veranstalteten Oster- Matinee. Die allgemeine Stimmung auf die Einkommensteuer das Privileg halber Einschägung haben. -Nach dem Allgemeinen Landrecht, so führte Rechtsanwalt Bahn bei der Seidentvaren- Engrosfirma Cohn u. Wertheim ein junger ist eine sonnige zu Ostern, trotz aller Misere. Wenn Mutter aus, fei die Softapelle im Interesse des Staates ba, weil sie bei mann angeblich von der Firma Mag Giesen, Turmftr. 12, und ver die Ostersuppe und einen guten Hammelbraten hergerichtet der Bevölkerung den Sinn für die Kunst wachrufe. Das Ober- langte Taut Bestellbrief derselben mehrere Stücke zur Ansicht. Einem hat, den sie mit freudigem Stolz auf den weißgedeckten Tisch tribunal habe auch in einer Entscheidung aus dem Jahre 1859 die jungen Manne im Geschäft fiel dieses auf, da die Firma seit fetzt, wobei Vatern das Wasser im Munde zusammenläuft, Mitglieder der Hofkapelle als„ Hofbeamte" anerkannt und zwar auf mehreren Jahren dort nichts mehr laufte. Man telephonierte an, und die Kinder begierig schnuppern und sich erzählen, wie die Revision des Oberstaatsanwalts in des Oberstaatsanwalts in einer Straffache, und es stellte sich nun heraus, daß der Bestellschein gefälscht war. schön das riecht," bis sie endlich ihre Portion erhalten, das der es sich darum handelte, der Generalintendant der man hielt den Mann durch Vorlegen von Ware auf, und während ist ein Festtag in der Proletarierfamilie, wie er nicht überall föniglichen Theater als Beamter zu betrachten sei. Das Obertribunal dessen wurde die Polizei benachrichtigt. Beim Durchsuchen der gefeiert werden kann, denn Hammelbraten ist nicht billig. legte besonders Gewicht darauf, daß die Hofkapelle zur Ste- Sachen des Schwindlers fand die Polizei nicht weniger als einige Aber Ostern ist ja nur einmal im Jahre und die Kinder haben teiten in Altion trat und dadurch dem Staatsinteresse diente. Bestellscheine für hiesige größere Seiden- und Kleiderstofffirmen. präsentation bei Empfängen auswärtiger Fürstlich- 30 Pfandscheine im Betrage von zirka 500 Mart und mehrere fich auch schon lange darauf gefreut, nicht zum wenigsten in Der Vertreter der Stadt verwies auf ein abweichendes Er- Dieselbe Attade hatte der junge Mann vorher bei der Seidenfirma Erwartung der Ostereier. In den Schaufenstern konnte man fenntnis des Oberlandesgerichts Celle. Die Generalintendantur hat. u. R. versucht; er wußte sich aber hier zur rechten Zeit zu drücken. schon wochenlang vorher alle Arten von Ostereiern bewundern, sich übrigens wegen dieser Angelegenheit an das Hausministerium Gr gibt natürlich an, von dem bekannten„ Großen Unbekannten" bon den billigen Zudereiern mit ein paar Farbenkledsen als gewendet. Der Bezirksausschuß wies die Klage ab, weil er den Malerei für die Proletarierkindes bis zu den wunderhübsch släger nicht für einen Hofbeamten in dem Sinne hielt, daß er un- geschickt zu sein. Die Nennung seines Namens verweigert er. Die schlechte Zenfur hat wieder einen jungen Menschen in den aufgeputzten Marzipaneiern für hochwohlgeborene Reder mittelbar dem Staatsinteresse diene, im Gegensatz zu anderen mäuler. Eine ganze Ostereier- Industrie ist entstanden, die königlichen Beamten, welche durch den Hofdienst zugleich Staats- Tod getrieben. Der 15 Jahre alte Ludwig Vogt, der Sohn eines immer wieder etwas Neues und Apartes zu bieten versucht, dem Oberverwaltungsgericht einlegen laffeu. dienst leisten sollen. Hiergegen hat der Kläger die Berufung bei verstorbenen höheren Justizbeamten, besuchte die Prima einer hiesigen Lehranstalt und wurde diesmal nicht verfest. Nachdem er von Hause wenn es nur die Form eines Eies hat. Das Ei ist glücklich weggeblieben war, fam er in der vorlegten Nacht in ein Hotel in gewählt als Symbol des feimenden Lebens. So sind auch Zu dem Raubmordversuch in der Wilhelmstraße wird noch be- der Nähe des Anhalter Bahnhofes und nahm ein Zimmer. Als er Die Hafen wegen ihrer Fruchtbarkeit als Osterhasen zu Ehren richtet: Die Pfandleiherin Charlotte Serause befindet sich ver- sich bis zum Mittag des nächsten Tages nicht hatte sehen lassen, gekommen. Nach chinesischer Anschauung ist sogar die ganze hältnismäßig wohl. Sie ist nach dem num überwundenen Schreden öffnete man die Tür und fand ihn tot daliegen. Er hatte in einem Welt aus einem geplagten Riesenet entstanden; ob es ein geistig vollständig wieder frisch und hat ihre zunächst gemachten Angaben eigens mitgebrachten Apparate eine Mischung von Sublimat und Osterei war, haben die bezopften Gelehrten nicht verraten. in einigen Bunften abgeändert. Danach hat der Täter am Tage des Chankali verdampfen lassen und sich durch Einatmen der Dämpfe Nicht überall in der Welt wird Ostern so gemütvoll ge- Ueberfalles einen schwarzen, durch Abtragen blant gewordenen vergiftet. feiert wie bei uns. Hier sind zwei Feiertage selbstverständlich, Jackettanzug und einen schwarzen Hut getragen. Er hat ein frisches Straßensperrungen. Die Bochumerstraße zwischen Essenerstraße und drei nicht selten. Die Deutschen in Amerika wundern rotes Gesicht, dunkles Haupthaar und dunklen Schnurrbart. Der und Bundesrats- Ufer wird behufs Asphaltierung vom 25. d. M. ab sich daher nicht wenig, wenn sie zum ersten Male hören, daß und ist eine deutsche Dogge, schmutzig gelb gefärbt, nicht bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt, desgleichen die man dort nicht einmal den zweiten, und noch weniger einen getigert, hat einen ziemlich langen Hals und x- förmig ge- Mithlenstraße von der Fruchtstraße bis zum Rummelsburger Plage bogene Hinterbeine. Er trug fein Halsband, sondern einen vom 27. b. M. ab und die Große Frankfurterstraße zwischen Kaiserbritten Feiertag fennt. Ostern, das ist der Ostersonntag und Leberriemen. Das Mordinstrument hat der Täter höchst und Weberstraße ebenfalls vom 27. d. M. ab. am Montag ist Werktag wie gewöhnlich. Da wird wieder wahrscheinlich mitgenommen. Es ist jedenfalls ein stumpfes gearbeitet, gehastet und dem Dollar nachgejagt, falt und Werkzeug, vielleicht ein Hammer oder auch eine Bange Wegen Schwindeleien wurde der Geldverleiher John Bollhardt nüchtern. Etwas wärmer und nicht so nüchtern wird bei uns gewesen. Möglich ist, daß zwei Personen an der Tat beteiligt waren. verhaftet. B., der völlig mittellos, richtete sich in der Großen gefeiert. Wir brauchen Zeit, um jedem Feste erst einen Während eine Person die Tat ausführte, hat die andere den Hund Frankfurterstr. 72 ein Bureau ein und annoncierte, daß er Geld fchönen langen Gruß darzubieten wie z. B. den vorstehen- weggeschafft, toas um so leichter möglich sein dürfte, als das Tier zu mäßigen Zinsen verleihe. Die sich in großer Zahl Meldenden noch sehr jung ist. Gewisse Umstände sprechen dafür, daß es nicht mußten vor allem eine Bermittelungsgebühr von 5-8 M. zahlen. den; wir freuen uns mehr, trotzdem wir weniger Ursache in die Stadt, sondern in die Gegend von Nixdorf gebracht worden Hatte B. erst die Gebühr, so ließ er nichts mehr von sich hören. Die haben. Ostern bringt uns den lachenden Frühling und läßt ist. Auf die Auffindung des Hundes ist ein Teil der Belohnung letzte Woche vor Ostern annoncierte B. noch, daß, wer noch zu Ostern die stärkende Hoffnung in arme bedrückte Herzen einziehen; ausgesetzt worden. Ein Herr will den Kadaver des Hundes, auf Geld brauche, soll sich sofort melden. Mehr als 100 meldeten sich, der Mut in den Kämpfen des Lebens wird gehoben, die den die Beschreibung paßt, bei Treptow im Wasser treiben gesehen die dem B. die übliche Gebühr zahlen mußten und darauf auf Siegeszuversicht wird größer und darum: Fröhliche Ostern!" haben, es gelang ihm aber nicht, den Kadaver zu landen; die Sonnabend, den 22. April, 6 Uhr abends bestellt wurden. Eine Kriminalpolizei läßt jetzt die Wasserläufe danach absuchen. Das große Menschenmenge fand sich schon lange vor der angegebenen Publikum wird gebeten, falls es irgend etwas zur Aufklärung des Beit ein. Der Schwindler wollte die Leute mit leeren Redensarten Verbrechens beitragen kann, Angaben darüber im Polizeipräsidium abweisen, dieje machten jedoch kurzen Prozeß und ließen ihn vers zu machen. haften. B. Hatte noch die Frechheit, einer armen alten Frau am Tage seiner Berhaftung 2 M. abzunehmen, trotzdem er wußte, daß er außerstande ist, Geld zu verschaffen. " об 16 Die Anlage einer rechten Sprecuferstraße zwischen Waisenbrüde und dem Mühlendamm beschäftigt fchon jahrelang die Behörden. Die Verhandlungen zwischen dem Magistrat und dem Fiskus sind nunmehr, vorbehaltlich der Zu Nach zwölf Jahren Zuchthaus. Ueber eine Berliner Cheäffäre, stimmung der Stadtverordneten- Bersammlung und der Genehmigung die in Leipzig zum Austrag gebracht wurde, werden folgende ausdes Finanzministers und des Ministers der öffentlichen Arbeiten führliche Mitteilungen gemacht: Der in der Wusterhausenerstr. 4 Beim Besteigen oder Verlassen fahrender Straßenbahnwagen find fowie des Oberpräsidenten, zum Abschluß gebracht worden. Die zu Berlin wohnhafte 36jährige Schneider Baul Milbrodt feuerte im wiederum drei Personen zu Schaden gelommen. Der in der Elfaffer Straße foll zur möglichen Vermeidung der Inanspruchnahme be- Flur des Hauses Südplay 7 in Leipzig auf den dort wohnenden ftraße 68 wohnende Kaufmann Grabowski versuchte am Staiser bauten privaten Grundeigentums zu einem erheblichen Teil in das gleichaltrigen Arbeiter Albin Fiegert einen Revolverschuß ab, der Friedrich- Platz in Nigdorf einen in der Fahrt befindlichen Wagen gegenwärtige Spreegebiet gelegt werden, so daß für die Flucht glücklicherweise sein Ziel verfehlte. Milbrodt wurde von Fiegert der Linie 58 zu besteigen, stürzte rücklings vom Trittbrett ab und Linienfeftfegung die staatliche Zustimmung erforderlich wird. überwältigt und durch einen herbeigeholten Schuhmann ber erlitt eine schwere Kopfwunde. Polizeimajor Rau, der AugenDie Straße Am rögel" soll eingezogen werden, wozu haftet. Die Veranlassung zu dem Revolverattentat ist folgende: genge des Unfalls war, brachte den Verlegten nach dem Kranken ist ebenfalls die Zustimmung der Staatsbehörden für den anliegenden Der Arbeiter Fiegert am 15. Februar d. J. aus dem hause am Urban. Der Webermeister Schul versuchte auf der fistalischen Befig erforderlich ist. Der Vertrag bezieht sich auch auf Buchthause in Waldheim entlassen worden, nachdem er dort eine ihm Spandauer Chaussee den Anhängewagen eines Straßenbahndie Ueberlaffung des fistalischen Eigentums zu ber Straßenanlage wegen Teilnahme an einem Raubanfall auf einen Geldbriefträger zuges der Linie P zu besteigen, stürzte ab und fiel so unglücklich, und des städtischen Besizes an den Fistus, solvie über die Leiftung auerfannte Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verbüßt hatte. Auf daß er eine Quetschung des linken Fußes und Kopfwunden erlitt. der ortsstatutarischen Beiträge zu den Kosten der Uferstraßen Grund dieser entehrenden Strafe ließ sich Frau Fiegert scheiden und Beim Absteigen von einem fahrenden Straßenbahntvagen fiel die anlage für die fistalischen Grundstüde. Die Kosten, die bem ging vor ettva vier Jahren mit Milbrodt eine neue Che ein. Als unverehelichte Emma Wagner fo unglücklich, daß sie eine Gehirn Magistrat entstehen, find recht erhebliche, weil mit der Anlage der Ufer Fiegert der Freiheit wiedergegeben war, fnüpfte er sofort mit seiner erschütterung erlitt. Die Verunglüdte wurde nach ihrer Wohnung, ftraße eine Regulierung beider Spreeufer im Jutereffe der dort ehemaligen Frau hinter dem Rücken des Mannes Beziehungen an, die Stegligerstr. 8, gebracht. bor der Schleuse recht lebhaften Schiffahrt verbunden ist. Es muß schließlich dazu führten, daß Frau Milbrodt geschiedene Fiegert Feuerbericht. Ueber ein Dugend Alarmierungen hatte die Wehr beshalb auch bom linten Spreeufer, d. h. vom Inselheimlich ihre Berliner Wohnung verließ und nach Leipzig fpeicher, eine nicht unbeträchtliche Landfläche erworben und für die übersiedelte, wo sie in dem borerwähnten Hause ein Hof in der Zwischenzeit zu verzeichnen, aber nur in einem Falle handelte Schiffahrt nuzbar gemacht werden. Die jest der Schiffahrt so un logis bezog, in dem auch Fiegert wohnte. Nachdem Milbrodt es sich um einen größeren Brand und zwar in der Paulstr. 20 c/ d. bequemen Eden und Krümmungen der Ufer werden dann vers wiederholt, aber vergeblich seine Frau zu einer Nüdtehr Hier stand bei Ankunft des ersten Löschzuges ein Lagerschuppen in schwinden. Die Kosten für die rechtsseitige Uferstraße sind auf aufgefordert hatte, begab er sich am Donnerstag nach Leipzig, um Flammen. Troydem Brandmeister Hammer sofort drei Schlauchrund 4 430 000 M. Beranschlagt. Davon entfallen rund 31%, Millionen eine Aussöhnung herbeizuführen. Er versteckte sich abends gegen leitungen in Tätigkeit treten und die Sappeure von verschiedenen auf Grunderwerb, 197 375 M. auf Zimmer- und Rammarbeiten, 9 Uhr auf dem dunklen Hausflur, und als nun seine Frau in Be Seiten vordringen ließ, dauerte es doch fast eine Stunde, bevor die Ueber die Entstehungsurfache ist nichts 127 750 M. auf Steinmegarbeiten, 126 000 2. auf Pflasterarbeiten, gleitung des Fiegert, von der Arbeit tommend, ihre Wohnung auf Gefahr beseitigt war. Die übrigen Alarmierungen führten die Wehr nach der 26 650 9. auf Schmiede und Schlofferarbeiten, 6800 m. auf fuchen wollte, stellte er sich dem Paar entgegen und forderte seine ermittelt. Asphaltarbeiten, 9120 M. auf Erdarbeiten, 36 350 M. auf Maurer Frau von neuem auf, sofort mit ihm nach Berlin zurückzureifen. Alten Jakobstr. 7, Neue Friedrichstr. 72, Megerstr. 30, Gerichtstr. 1 arbeiten usw. Die Regulierung der linken Uferfeite ist mit rund Infolge der Weigerung der Frau tam es zwischen den Eheleuten zu und Nummer 74, Mohrenstr. 10, Königsbergerstr. 10, Stralsunder 650 000. beranfchlagt, wobei natürlich ein Ankauf des Insel erregten Auseinanderseßungen. Plötzlich zog Wilbrodt seinen Revolver ftraße 25, nach dem Plan- Ufer 2, Grüner Weg 84 und noch nach fpeichers außer Rechnung gelassen worden ist. Die Gesamtkosten und gab auf Fiegert den Schuß ab. Nach heftiger Gegenwehr entriß einzelnen anderen Stellen. In den meisten Fällen handelte es sich würden danach sich auf rund fünf Millionen Mart stellen. Fiegert feinem Angreifer die Waffe und ließ den Attentäter durch hier um Keller- und Wohnungsbrände. Ueberall nahm aber die die Polizei festnehmen. Ablöschung nur ganz kurze Zeit in Anspruch. Vermischtes. nur etwa Die Bes Bellealliance- Theater. Es steht im Christentum fest, daß der gegeben ist, in dieser Weise sich für ihren Beruf vorbereiten zu können. Ein Rabenelternpaar seltener Art stand in Gestalt der Eheleute Teufel vor den hohen Festtagen am ärgsten sein Spiel treibt; eine Und hier kommt ja ein Vorzug, den die Großstädter gegenüber den Schneider Stedeler aus dem Orte Ricklingen vor der Straffammer Erfahrungstatsache, die in Berlin früher durch den Radau auf dem Kleinstädtern haben, zur Geltung. In Berlin find es die in Hannover. Die Angeklagten haben ihre Kinder systematisch Spandauer Bock zum Ausdruck fam. Seitdem aber dort neben jedem Handwerkerschulen, die in dieser Hinsicht besonders zu hungern und verwahrlosen lassen, indem sie tage- und nächtelang animierten Wigbold ein Gendarm steht, scheint es, daß die Radau- empfehlen sind, während für Charlottenburg die Kunst- ihren Vergnügungen nachgingen, ohne sich um die Kinder zu be brüderschaft nach anderen Wirkungsstätten Umschau hält. Donnerstag gewerbe- und Handwerkerschule in der Wilmersdorferstraße fümmern. Letztere wurden so gut wie nicht gereinigt und verkamen abend war das Bellealliance- Theater arg von Herrn Johannes Hagel dafür in Betracht kommt. Die Ausstellung ist in den vorderen fast im eigenen Schmutz und einer furchtbaren Atmosphäre übelund dessen Freundschaft heimgesucht. Die Umwandlung des Theaters Klassenzimmern des Unterrichtsgebäudes untergebracht und bietet riechender Lumpen, die schon mit Würmern behaftet waren. Als zu einer Stätte roher Unebenheiten ist um so weniger verzeihlich eine reiche Fülle von interessanten Arbeiten. Den breitesten Raum Nahrung betamen fie taum alle paar Tage für 5 Pfennige als die Polizei den Direktoren in der Karwoche schon genug zu nehmen die Zeichnungen der Birkel- und Projektionszeichenklassen Milch und daneben Hafermehl; überhaupt aber schaffen macht. In dem erwähnten Theater war zunächst ein. Die ausgestellten Arbeiten sind durchweg sauber und egatt ein Viertel der erforderlichen normalen Nahrung. ein Lustspiel von Wolzogen auf den Spielplan gesezt worden. ausgeführt. Sie lassen auf einen guten Unterricht schließen. Von hälter, aus denen die Kinder gespeist wurden, waren ekelerregend Als der Vorhang aufging, hatte sich Wolzogen aber merklich ver- besonderem Interesse sind die Zeichnungen aus der Klasse der Elektro- schmutzig. Essen, das mitleidige Hausbewohner den Kindern gaben, ändert; Hebbels Maria Magdalena" wandelte über die Bretter, da techniker und Mechaniker, der Schmiede, Schlosser und Wagenbauer. nahmen die Eltern ihnen fort. Ein bei Geburt kräftiges und ges die Polizei am Nachmittag die Aufführung des erwähnten Lustspiels Gerade an diesen Arbeiten zeigt sich, wie ungemein wichtig es für fundes Kind ist wenige Wochen später total herunter gekommen geberboten hatte. Denen, die bis dahin davon überzeugt waren, daß den gelernten Arbeiter dieser Berufe ist, auch zeichnerisch das be- storben. Ein 21 jähriger Knabe wurde ihnen in halbverhungertem, der Meister Anton ein Kind der Wolzogenschen Muse sei, raubte der meistern zu können, was er praktisch anfertigen muß. Auch hier völlig verkommenem Zustande noch in letter Stunde abgenommen Regisseur durch eine Ansprache nach dem ersten Aft ihren füßen geben die Zeichnungen, deren saubere Ausführung auffällt, einen Leider konnte das edle Elternpaar nach dem Buchstaben des Gesetzes Wahn. Vor Beginn der Vorstellung aber hatte ein Mann in der Beweis von der starken Berücksichtigung, die man bei dem Unterricht nicht bestraft werden, da das Gericht teine vorsätzliche, sondern Loge einen fleinen Radau aufzuführen versucht, indem er in einer den praktischen Notwendigkeiten des Berufs zu teil werden läßt. Die nur fahrlässige Körperverlegung annahm und dazu der er Nede das Publikum davon in Kenntnis sezte, daß ein großen Modellzeichnungen der Wagenbauerklasse lassen auf eine weit- forderliche Strafantrag fehlte. Es mußte deshalb aus formalen Fräulein S., das nach dem Theaterzettel mitwirken sollte, gehende Ausbildung, die den Schülern dieser Klasse zu erlangen Gründen Freisprechung erfolgen. fich für zu gut halte, als Versuchskaninchen aufzutreten; offensteht, schließen. Noch mehr Anerkennung aber nötigen die diejenigen Herrschaften, die gleich ihm dieser Dame wegen Arbeiten ab, die, in einem Zimmer des dritten Stockwerkes ausins Theater gegangen feien, möchten sich nur an der Kasse ihr Geld gestellt, Entwürfe für Innendekoration wiedergeben. Ebenfalls recht zurückzahlen lassen. Es schien aber niemand allein der Dame wegen interessant ist die Abteilung für funstgewerbliches Zeichnen und Malen. gekommen zu sein, denn der fremde Herr verließ ohne Gefolgschaft Eine Anzahl teilweise recht geschmackvoller Entwürfe für Tapetenden Platz, der ihm offenbar zu einer Stätte der Enttäuschung ge- muster, für Decken, für Stickereien und für Bucheinbanddecken, neben worden war. Nachdem das Hebbelsche Stück beffer, als man es Blumenstudien, Stilleben, einigen Lithographien und Radierungen den Umständen nach vermuten durfte, zu Ende gespielt war, tauchten geben ein Bild von der Vielseitigkeit des Unterrichts in dieser Klasse. im Parkett merkwürdige Gestalten auf. Schmächtige Jünglinge mit Die Gesamtleistung der Schule ist zweifellos eine gute. Dafür tveibisch wallendem Haar freischten einander aus ihren seltsam bürgen auch die Lehrkräfte. Mit den Arbeiten einiger Lehrer find bebastelten Hälsen heraus Mut zu und betrugen sich wie in ihren fleine Sonderausstellungen veranstaltet. So ist ein Zimmer für die Mädelskneipen. Warum? Es sollte gegen einen uns und auch wohl architektonischen Stizzen des Architekten H. Schlumpp reserviert. sonst der Deffentlichkeit unbekannten Herrn Leonor Goldschmied Der Kunstmaler Fricke stellt Aftstudien und Entwürfe aus und von gehen, dem ein böser Geist eingeträufelt hatte, ein von ihm ver- dem Architekt Warnatsch sieht man reizende Entwürfe für faßtes Drama" Der Fluch der Armut" im Bellealliance- Innendeforation. Der Besuch der Ausstellung, die noch am ersten Theater über die Bretter schleifen zu lassen. Das in Leit- und zweiten Osterfeiertage geöffnet ist, ist wohl jedem zu empfehlen. artikeln zugunsten der Gartenstadt Idee abgefaßte Stück ist Ober- Schöneweide. 24 Aussäßige waren nach amtlichen Feststellungen am Schlusse trostlos und verdient kein Mitleid und ebenso ist der jugendliche Held des sozial genannten Dramas ein ganz unleidlicher Bursche; Die Affäre des Amts- und Gemeindevorstehers Eckardt hat des Jahres 1904 im Deutschen Reiche vorhanden( gegen 25 am Ende aber auch, wenn in Herrn Goldschmied ein neuer Gerhart Hauptmann nunmehr ihre Erledigung gefunden. In einem gegen ihn ein- des vorhergehenden Jahres). Davon entfielen auf Breußen 19, auf zum Vorschein gekommen wäre, so hätte er unter der Radauftimmung geleiteten Disziplinarverfahren hat das Oberverwaltungsgericht auf Hamburg 3, auf Mecklenburg- Schwerin und auf Elsaß- Lothringen der erwähnten Jünglinge leiden müssen. Sie randalierten von An- Freisprechung erkannt. Eckardt hat jetzt die Führung sämtlicher je 1. In Preußen find im Laufe des Jahres 1904 drei Aussatzfrante gestorben. Dagegen sind zwei weibliche Krante, die im Kreise fang bis zu Ende in einem fort, und da das übrige Publikum sich Amtsgeschäfte wieder übernommen. Memel vor 10 und 15 Jahren mit Aussäßigen in Berührung ge das Treiben der dummen Jungen nicht gefallen lassen wollte, so standen hatten, hinzugekommen. In Hamburg ist im Berichtsjahre gab es einen regelrechten Theaterstandal. Was die Bengel gegen den Unglücksmann von Autor hatten, wissen wir nicht; daß er biel- Die Generalversammlung des Wahlvereins fand am 18. April ein Aussäßiger gestorben, drei haben das Reichsgebiet verlassen. leicht am Stattisch oder bei Frauen mehr Glüd hatte, als die statt. Nach dem Bericht des Vorstandes hat der Verein jetzt 45 Mit- Ein Zugang erfolgte dadurch, das drei lepröse Brasilianer sich in bebastelten Jünglinge und man ihm den Mißbrauch dieses Glücks- glieder. Die Einnahmen im legten Halbjahr betrugen 131,50 m., eine Hamburger Privatklinik aufnehmen ließen. gutes an sehr unpassender Stelle heimzahlen wollte. Auf jeden Fall die Ausgaben 54,30 M., so daß ein Kassenbestand von 77,20 m. Die Genickstarre. Jm Kreise Beuthen sind in der Zeit vom erlebten die Theaterbesucher, die auf der Bühne und nicht im Parkett verbleibt. Bei der Vorstandswahl wurden gewählt: Genosse 13. bis 19. April 31 Personen an Genickstarre erkrankt, wovon 12 ihr Amüsement haben wollten, eine sehr harte Enttäuschung. Hensel als Vorsitzender, Saegert als Stellvertreter, Bartel gestorben sind. In der Zeit vom 19. November 1904 bis 19. April als Staffierer,& remtow als Schriftführer, Schulz als Bibliothekar. 1905 find von 275 Ertrantten 115 gestorben. In Halle ist ein Am 1. Mai findet im Schützenhaus eine Vormittagsversammlung Soldat der 6. Komp. des 75. Feldartillerie Regiments wegen und abends ein Vergnügen statt. Aufgenommen wurden drei neue Genicstarre ins Garnisonlazarett gebracht worden. Die MilitärMitglieder. verwaltung hat umfassende Vorsichtsmaßregeln angeordnet. In Magdeburg erkrankten zwei Personen an Genickstarre, von denen eine bereits gestorben. Erkner. Gerichts- Zeitung. Ein gewaltiges Schadenfeuer wütete in den Anlagen der deutschen Dampffischereigesellschaft Nordsee" in Nordenham. Der Brand ist gestern früh 7 Uhr entstanden. Sämtliche aus leichtem Material errichteten Gebäude find in Flammen aufgegangen; nur die Pier anlagen konnten durch das rechtzeitige Eintreffen der Feuerwehr und eines von Bremerhaven zu Hülfe geeilten Sprigendampfers gerettet werden. Menschen sind nicht verunglückt. Der Schaden, der durch den Brand erwachsen ist, beläuft sich auf 700 000 m., ist aber durch Versicherungen gedeckt. Wenn auch sämtliche Dampfer unbeschädigt geblieben sind, wird eine vorübergehende Betriebsstörung doch nicht zu vermeiden sein. Bei einer Vergnügungsfahrt ertrunken. Am Karfreitagnachmittag sind vier junge Leute auf der Oder zwischen Schwedt und Niedersaaten durch Kentern des Bootes ertrunken. Ein junges Mädchen, welches fich gleichfalls im Boote befand, fonnte gerettet werden. Das Unglüd wurde herbeigeführt bei dem Versuche das Boot an einen Dampfer zu befestigen. Einen Parsifal- Abend veranstaltete der Verein zur Förderung der Kunst Freitag abend. Dieser Vortrag, der letzte des Winters, gehört zu den bedeutsamsten des erwähnten Vereins. Herr Gustav Manz erläuterte die Graalssage und die Auffassung Wagners von der Gestalt ihrer Helden; er schilderte dann anschaulich, wie das Werk im Geiste des Dichterkomponisten gereift ist und sprach sich am Schluß seiner Erläuterungen dafür aus, daß das Werk nach seiner Freigabe 1913 auch außerhalb Bayreuths aufgeführt werde. Dann vereinten sich Ein fingierter Ranbanfall. Als reuige Sünderin erschien gestern eine Anzahl tüchtiger Kräfte, um durch Gesang und auf dem Konzert- die Buchhalterin Else Sch. vor dem hiesigen Schöffengericht. Sie ist flügel die hervorragendsten Stellen aus Parsifal zu Gehör zu bringen. das junge Mädchen, das dadurch Aufsehen erregt hat, daß es sich Hjalmar Arlberg, Sydney Biden, Margarete Neumann- Neßler und als das Opfer eines Raubanfalles gerierte, um eine Reihe Dr. Otto Briesemeister wußten im Verein mit Herrn Kapellmeister von ihr begangener Veruntreuungen zu verdecken. Die Angeklagte Frizz Otto das Publikum für das schwierige Wert zu interessieren. tvar feit längerer Zeit bei einem Lotterie- Einnehmer beschäftigt und wurde am 3. März im Kontorraum mit Fesseln an den Händen und Selbstmord in der Kirche. Im Dom zu Mailand erschoß sich Im Berliner Zoologischen Garten ergözt jetzt wieder ein junges einem Knebel im Munde vorgefunden. Sie erzählt, nachdem sie von am Karfreitag während des Gottesdienstes die Freifrau PalaviziniBärlein, das mit seiner Mutter einen Eckäfig des großen Bären- ihren Fesseln befreit worden war, daß ein Herr im Kontor er- Visconti aus Trient. zwingers bewohnt, Jung und Alt. Der in der Silvesternacht schienen sei; diefer habe eine geschäftliche Frage ant geborene urkomische Bursche hat sich erst vor kurzem in den Außen- fie gerichtet, sei dann plöglich auf sie eingedrungen, habe Ein Schulgebäude in Flammen. Das katholische Gymnasium fäfig hervorgewagt, denn bekanntlich kommen die Bären in einem sie zu Boden geworfen, gefesselt und fich unter Mitnahme St. Genevieve, 25 Meilen von Montreal entfernt, ist vorgestern, wie vollkommen hülflosen Zustande zur Welt und verlassen erst nach Kassengeldern wieder entfernt. bon etwa zwei Monaten täppisch kriechend die Brust der Mutter, die klang sehr mysteriös und die begleitenden Umstände ließen durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Dreizehn Personen während dieser Zeit keine Nahrung zu sich nimmt und das Winter- dann auch keinen Zweifel darüber, daß der Naubanfall in sind in den Flammen umgekommen, darunter acht junge lager nicht verläßt. Auf der entgegengesetzten Seite des Bären- der Phantasie des jungen Mädchens entstanden war. Die Angeklagte Mädchen, Schülerinnen des Pensionats, eine Nonne und vier Damen, zwingers geben drei vorjährige Kleinasiatische Bären den Besuchern hatte eine starke Vorliebe für das Theater. Sie hatte, um einen die in dem Institut wohnten. Das Inſtitut wurde von Nonnen Gelegenheit, sich ein Bild von dem Jahreswachstum der Tiere häufigen Theaterbesuch zu ermöglichen, im Laufe der Zeit etwa geleitet. zu machen. Die ganze Geschichte ein Kabel- Telegramm aus Montreal meldet, um Mitternacht Arbeiter Samariterkolonne. A Die Fortsetzung der Generalver fammlung findet am Donnerstag abends 9 Uhr, Dresdenerstr. 45 statt. Ebenfalls dort Verteilung der diensttuenden Mitglieder zur Maifeier. Der Sommerkursus beginnt in der 1. Abteilung in demselben Lokal am Dienstag, den 9. Mai, in der 2. Abteilung Brunnenstr. 154 am Montag, den 15. Mai. Bweiter Ofterfeiertag: Ausflug nach Grunewald. Treffpunkt 3 Uhr in Eichkamp. Marktpreise von Berlin am 20. April. Nach Ermittelungen des tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte 00,00-00,00 M., mittel 00,00-00,00 2., geringe 00,00-00,00 9. Roggen**), gute Sorte 00,00-00,00 M., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,80-14,70 m., mittel 14,60 bis 13,60 M., geringe 13,50-12,50 M. Hajer), gute Sorte 16,20-15,40 m., mittel 15,30-14,60., geringe 14,40-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00-30,00 m. Speisebohnen, meiße 50,00-30,00 2. Linfen 60,00-30,00 r. Kartoffeln 10,00-6,50 M. Richtftrob 4,82-4,66 M. Heu 8,00-7,60 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn." Für ein Stilogramm Butter 2,80-2,20 m. Gier per Schod 4,00-2,90 m. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends 1000 M. unterschlagen und das Manto zu verdecken gewußt, bis es Für das Berliner Aquarium bringen die mit Eintritt milderer nicht mehr möglich war. Da sollte dann der fingierte Raubanfall Witterung sich mehrenden Zusendungen neue und wertvolle Gäste. helfen. Sie gab gestern mit dem Ausdruck ungefünftelter Reue Unter den in den lezten Tagen eingetroffenen Meerestieren ist das ihr Vergehen zu und bat nur um die Milde des Gerichtshofes. interessanteste und begehrenswerteste ein großes Exemplar des echten Dasselbe tat Justizrat Dr. Sello, der darauf hinwies, daß die achtfüßigen Kraken oder Seepolyp, der infolge seiner eigentümlichen Verwandten der Angeklagten den größten Teil des Mantos gedeckt Gestalt, der Beweglichkeit und Kraft seiner acht Arme, des mehr als und der Prinzipal, der der Angeklagten verziehen, auf den Nest verbei anderen Tieren entwickelten Vermögens des Farbenwechsels, zichtet habe. Die Angeklagte sei eine reuige Sünderin, die gewiß feine Fertigkeit im Erbauen von Steinnestern und sonstiger Eigen- nie wieder vom geraden Wege ablenten werde und vom Gerichtshof heiten zu den anziehendsten und infolge der Schwierigkeit des Trans- erbitte, von einer Gefängnisstrafe verschont zu werden. Der Gerichtss ports vom Adriatischen Meere hierher, zu den teuersten Tieren ge- hof entsprach dieser Bitte, indem er die Angeklagte nur zu hört. In der Reptiliengalerie fällt dem Besucher eine gewaltige 150 Mart Geldstrafe verurteilte. Landschildkröte auf, neben der ihre aus Südeuropa und Amerika Ein gewerbsmäßiger Zuhälter wurde gestern der 1. Straffammer stammenden Käfiggenossen wie Zwerge erscheinen; sie ist ein Vertreter einer auf Madagaskar heimischen Art aus der Gattung der des Landgerichts I in der Person des„ Arbeiters" Otto Gehrte Tas Vorstrafenregister des Angeklagten ergab, daß eigentlichen Landschildkröten( Testudo), mit halbfugelig gewölbtem borgeführt. hohem, auf braunschwarzem Grunde durch gelbe Plattenstrahlen ge- dieser einer der arbeitsscheuesten und gefährlichsten Zuhälter Berlins zeichneten Rüdenpanzer und tiefschwarzer Oberseite des Stopfes und ist. Außer Vorstrafen wegen Bettelns, Landstreichens und ArbeitsHalfes. Aus einem anderen Teile Afrikas kam ein Mitglied der scheu hat er schon zweimal Bestrafungen wegen Buhälterei in VerDie lezte Strafe wegen Gruppe der Echsen, ein stattlicher Waran, der durch seine Größe bindung mit Körperverlegung erlitten. schon an ein Krokodil erinnert und dessen stumpfe Farben den Buhälterei betrug drei Jahre Gefängnis und leberweisung an das Arbeitshaus. Bald nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt Steppen- und Wüstenbewohner verraten. nahm er sofort wieder das Gewerbe eines Zuhälters auf. Nachdem er Arbeiter- Bildungsschule, Gewerkschaftshaus Engel- llfer 15. auf der Straße eine„ Geldquelle" aufgelesen hatte, lebte er von nun an Lehrplan für das II. Quartal 1905: Montag, den 8. Mai: ausschließlich von dem Gelde, welches ihm die unter fittenpolizeiNational Detonomie( Grundzüge der Finanzwissenschaft.) licher Kontrolle stehende Witwe Schmidt täglich ausliefern mußte. von 7 bis 9% hr abends statt. Geöffnet: 7 Ubr. Vortragender: Mar Grunwald. Dienstag, den 2. Mai: Natur- Wenn diese einmal nicht genügend verdiente", wurde sie in der 48. Der Beschluß ist gültig. Sie sollten den Vorfall Ihrer Gewerk Erkenntnis( Die Abstammungslehre und die Lehre Darwins.) rohesten Weise mißhandelt. Zur Anklage stand ein Vorfall, welcher schaft unterbreiten. D. M. 14. Solche Aeußerung wäre weder eine Vortragender: M. H. Baege. Mittwoch, den 17. Mai: Gesich am 1. März d. J. abgespielt hatte. Die Schmidt wollte sich politische noch eine strafrechtlich verfolgbare. C. K. Wenn nicht Ihr schichte( Schiller und die deutsche Kultur des achtzehnten Jahr- nicht länger von dem wie eine Klette an ihr hängenden Angeklagten Bertrag das Gegenteil besagt( in Berlin und Umgegend pflegen die Ver hunderts.) Vortragender: Dr. Mar Maurenbrecher.. Donnerstag, aussaugen lassen. Sie erstattete eine Anzeige, welche das vorliegende träge solche Ausnahmevorschriften zu enthalten), so hat der Wirt zerbrochene den 4. Mai: Gesezeskunde( Preußische Verfassung und Ver- Strafverfahren zur Folge hatte. Als der Angeklagte dies erfuhr, drohte Scheiben zu ersehen. Für die von Kindern zerworfenen Scheiben haftet waltung.) Vortragender: Simon Kazenstein. Freitag, den er der Schmidt, er werde, ehe er sich noch einmal als Buhälter der Bater, wenn angenommen wird, daß durch Unterlassen seiner Aufsichts5. Mai: Fortschrittstursus in National- Detonomie. bestrafen lasse, lieber erst sie und dann sich erschießen. pflicht der Schaden eingetreten ist. Die Richter neigen dahin, die Frage, Dieser ob solche Haftbarkeit vorliegt, zu bejahen. May W. Nein. ( Arbeiten über Probleme aus der theoretischen National- Dekonomie.) Drohung folgten Mißhandlungen der schlimmsten Art. Mit Fuß- Kaecke. Leider sind Sie nach Ihrer eigenen Darstellung nicht mehr Rede Uebung( Uebungen in tritten und Fauftschlägen wurde die S. solange mißhandelt, bis sie Staffenmitglied, haben also der Kaffe gegenüber keine Rechte. A. B. 158. Vortragender: Mar Grunwald. mündlicher Nede und im schriftlichen Aufsatz.) Vortragender: blutüberströmt zusammenbrach. Vor Gericht entwickelte sich wieder Nein. Während des Bezugs von Invalidenrente ruht der Anspruch auf Dr. M. Maurenbrecher. die übliche Szene, wie sie in allen Zuhältersachen ständig passiert. Altersrente. Jhr, Bater fann aber einen Antrag auf Befreiung von der Martha 26. Jm Zirkus Schumann ist bereits am Mittwoch, 26. April, die Die Schmidt, welche, um ihren Beiniger los zu werden, die Anzeige Klebepflicht stellen( S. 476, 500, 601 des Arbeiterrechts). Wollen Sie Hebamme werden, so rtchten Sie zunächst ein Abschiebsvorstellung. Wie aus dem Bureau des Zirkus Schumann erstattet hatte, erklärte vor Gericht, ihre Aussage verweigern zu dabingehendes Gesuch an das Bolizeipräsidium. Von dort erhalten Sie Jene Anzeige Nachricht, wann und mit welchen Papieren Sie sich beim Stadtphyfitus Landreise" an beiden Feiertagen nachmittags und abends in Szene wäre von dem Kriminalbeamten falsch aufgenommen worden. einzufinden haben. Dort erfolgt eine Vorprüfung( im Schreiben. Lesen, und treten die Chinesen sowohl am ersten als auch am ziveiten Der Gerichtshof, unter dem Vorsiz des Landgerichtsdirektors Opper- Rechnen, Sehen, Hören). Mit dem Zeugnis über bestandene Prüfung Osterfeiertage in der Nachmittags- und in der Abendvorstellung auf. mann II, glaubte jedoch nicht an ein derartiges Berlöbnis", sondern wenden Sie sich dann an das Polizeipräsidium mit dem Antrag auf Buerachtete den Angeklagten durch die Beweisaufnahme für völlig über- laffung zum Lehrkursus. Der Lehrkursus( Charité) macht etwa 300 Mart Wer über 30 Jahre alt ist, wird nicht zugelassen. Da ein großer führt. In Anbetracht der Gemeingefährlichkeit des Buhältergewerbes Rollen. erkannte der Gerichtshof auf zwei Jahre Gefängnis, drei Andrang besteht und die Zulassungen der Reihe nach erfolgen, jo fann eine Jahre Ehrverlust und leberweisung an das Arbeits- Meldung nach zurückgelegtem 26. Lebensjahre selten auf Erfolg rechnen. Bommel. Das Einkommen der Ehefrau wird miteingerechnet, es fei haus. denn( dies ist für die Familie unvorteilhafter), daß auch die Ehefrau be fonders eingeschätzt ist. G. B. 1. Sie fordern die Hausbesitzerin schriftlich Charlottenburg. In dem Kellerwechsel- Prozeß ist die Betveisaufnahme gestern zu auf, innerhalb einer angemessenen Frist( z. B. 5 Tagen) die Mängel zu beIn der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule findet zur Zeit eine Ende geführt worden. Zuguterlegt war auf Antrag der Verteidigung feitigen, droben ihr an, nach Ablauf der Frist würden Sie auf Kosten der Ausstellung von Schülerarbeiten statt, die einen Ein- noch der gerichtliche Bücherrevisor Schnec als Sachverständiger Wirtin die Mängel abstellen laffen, führen dann Ihre Drohung aus und F. B. 200. Leider sind Sie zweifellos blick in das Können der Lehrer und Schüler jener Schule tun läßt. geladen worden und äußerte sich über Natur und Bedeutung von flagen eventuell die Kosten ein. Ein methodischer, den beruflichen Eigenartigkeiten angepaßter Beichen- Gefälligkeitswechseln im Gegensatz zu Kellerwechseln und über die verpflichtet, unter allen Umständen spätestens am 1. Oftober zu räumen -M. W. In unterricht ist für jeden qualifizierten Arbeiter eine Vorbedingung zur Geschäftsgebräuche, die hinsichtlich der Annahme solcher Wechsel be- und auch die August- und September- Miete zu zahlen. einem Zivilprozeß fann das Beugnis u. a. über Fragen verweigert werden, Auf weitere Beweise wurde hierauf allseitig verzichtet. beren Beantwortung dem Zeugen zur Unehre gereichen oder die Gefahr gründlichen Ausbildung in seinem Beruf. Es wird daher noch mehr stehen. wie bisher darauf zu achten sein, daß namentlich bei den Lehrlingen Sämtliche Beugen und Sachverständige wurden endgültig entlassen strafgerichtlicher Verfolgung zuziehen würde. Mithin fann die Person, die die Ausbildung im Zeichnen mit der praktischen Ausbildung gleichen und die Verhandlung auf Mittwoch vertagt. An diesem Tage bie Ehe gebrochen haben soll, in dem Ehescheidungsprozeß ihr Zeugnis über diese Frage verweigern. M. 2. 100. 1. Nein. Schritt hält. Besonders dort, wo den jungen Leuten Gelegenheit sollen die Plaidoyers stattfinden. Berantw. Nebatteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. -Vorort- Nachrichten. " 2. Ja