Nr. 198. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Ginzelne Numuner 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Breisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. 1100 Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 25. August 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Entschädigung unschuldig Ver- gewiesen wurde, weil eine Berufung des Angeklagten gegen Geld, das nicht Spigeln( für diese war Geld genug freisprechendes Urtheil nicht zulässig ist. da), sondern sondern deren Opfern зи gute gekommen urtheilter und Verhafteter. Die Bedenken, welche die Regierung gegen die Entschä- wäre, gekostet hätten fallen lassen müssen. Wo digung unschuldig Verhafteter oder Verurtheilter hat, liegen sollte da der Polizei die Schneidigkeit herkommen, ohne die Es ist überflüssig, heute noch Gründe über die Pflicht auf ganz anderem Felde. Wir wissen, wie die Regierung es doch in unserem Staate nicht geht! Die Entschädigung des Staates, unschuldig Verhaftete und Verurtheilte zu ent- jeder Beschränkung ihrer Machtmittel den entschiedensten unschuldig Verhafteter mag noch so sehr dem Rechtsstaate entschädigen, anzuführen. Was sollen Gründe der Gerechtig- Widerspruch entgegenstellt, und wie daher auch der Schutz sprechen, aber leben wir denn in einem solchen? Oder teit, wo die Machthaber andere Gründe haben, die sie über die der persönlichen Freiheit im Deutschen Reiche in's Gebiet nähert uns etwa unsere Entwicklung, wenn auch langsam, Gerechtigkeit stellen? Die juristischen Einwendungen gegen der Fittionen gehört. Von einem Schutze der persönlichen einem Rechtsstaate? Das Gegentheil ist der Fall, und nur die Entschädigung, die aus der Schwierigkeit hergeleitet Freiheit wie in England kann bei uns gar nicht die Rede liberale und freisinn ige" Beschränktheit oder Feigheit kann werden, den wirklich Unschuldigen von dem Schuldigen, sein, wir entbehren aller Bürgschaften, welche das englische uns darüber hinwegzutäuschen suchen. Weil der Freisinn" deffen Schuld nur nicht erwiesen werden konnte, zu unter Volt hat. Auch bei uns ist die Verhaftung, die Durchsuchung zu feige ist, die Grundlagen der bürgerlichen Freiheit zu scheiden, die Befürchtung, ein Schurke könnte prahlen mit der Person, die Haussuchung an bestimmte gesetzliche Bedin- erkämpfen, deshalb klammert er sich an die Fiktion, die erder Belohnung vom Staate, die er dafür einstreiche, daß gungen gebunden, aber dieselben fallen fort, wenn Gefahr dichtete Annahme, als ob wir dieselben schon besäßen. er eine Schandthat so schlau ausgeführt habe, daß man im Berzuge" ist. Und was die Ueberschreitung der Befug- Unsere Staatsform ist heute noch im Wesentlichen absolutistisch ihm nicht an den Kragen konnte, find hinfällig. Wessen nisse der Polizeiorgane betrifft, so giebt es faum ein und alle geschriebenen Verfassungen ändern daran nichts. Das Schuld an einem Berbrechen nicht erwiesen ist, der ist eben Mittel, den betreffenden Beamten zur strafrechtlichen sic volo sic jubeo( so will ich's und befehle es) ist noch als unschuldig an demselben anzusehen. Das Gericht ent- Berantwortung zu ziehen, wenn dieser sich für seine Hand- heute das Leitmotiv der Regierung, und so lange ihr nicht scheidet nicht, ob Jemand ein guter oder schlechter Mensch lungen auf die Verfügung seines Vorgesetzten berufen kann. vom Bolte ein anderes sic volo gegenübergestellt wird, ist, sondern nur über eine bestimmte That, für welche das Selbst aber, wo es gelingt, den Beamten vor Gericht zu wird es auch ferner es bleiben. Die Bourgeoisie aber, ob Strafgeset Strafe bestimmt. Kein Mensch glaubt deshalb, ziehen, muß ihm erst das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit konservativ oder liberal, ist mit dem absolutistischen Regiedaß das Zuchthaus die Grenzscheide zwischen guten und seiner Handlung nachgewiesen werden. Der Schusterjunge ment einverstanden, weil es dasselbe als Stüze gegen das bösen Menschen bildet, und das Sprichwort: es laufen kann sich nicht auf den Befehl des Meisters berufen, wenn Bolt braucht. Von ihr ist daher auch kein ernstes Einviele ungehängt umher, die den Strick verdient haben", gilt er das Zimmer des Schuldners auf dessen Geheiß treten für Volksrechte zu erwarten. So läuft denn alles, im Bolte noch ebenso wie das neuere Wort: man nicht sofort verläßt, weil er sich sonst eines Haus was wir in der Bourgeoispresse über die Entschädigung wird nicht Millionär, ohne das Buchthaus ge- friedensbruches schuldig macht. Den unwissendsten und unschuldig Berhafteter oder Verurtheilter lesen, ebenso fireift zu haben." Die Scheu davor, einem beschränktesten Menschen schützt nicht die Unkenntniß wie ihre Rundgebungen für die verkürzte Dienstzeit vielleicht doch Schuldigen eine Entschädigung für er des Gesetzes, Gesetzes, während sie dem Gesetzes Vollstrecker auf leere Phrasen hinaus, für deren Verwirklichung zu littene Haft zu zahlen, erinnert an die Scheu, die zu Gute kommt. Widerstand gegen selbst ungesetzliche fämpfen ihr es an Muth und Willen mangelt. Der man früher hegte, überhaupt einen Angeklagten freizu- Handlungen von Beamten kann oft sehr mißlich Polizeistaat kann seine Opfer nicht entschädigen, er müßte sprechen, wenn man Zweifel an seiner unschuld hegte. werden, und die Selbsthilfe kann den, der von ihr Gebrauch denn sich selbst verleugnen. Und wenn wir heute so viel Man mochte ihn nicht verurtheilen, da die Beweise für gemacht, aus dem Regen in die Traufe führen. Unsere Re- von unschuldig Verurtheilten lesen, müssen wir uns fragen, feine Schuld unzulänglich waren, man mochte ihn auch nicht gierung ist zu sehr gewohnt, mit Polizeimitteln zu regieren, ob nicht das Üebergewicht polizeilicher Anschauungen selbst freisprechen, da er doch möglicherweise schuldig sein könnte, und jede Erweiterung des Rechts der Staatsangehörigen bei den Richtern an diesen Verurtheilungen die Schuld trägt. und so wählte man ein drittes, was oft faft noch schlimmer erscheint ihr als ein Eingriff in ihre Macht. Die Entschädigung Haben wir es ja doch erlebt, daß ein Gerichtspräsident die war, als eine Verurtheilung, man sprach ihn von der unschuldig Verhafteter oder Verurtheilter würde ihr einem solchen Geschworenen wegen ihrer Urtheilssprüche schulmeistert; und Instanz frei, und ließ so auf ihm für sein ganzes Leben Eingriff gleichkommen. Wie viele tausende Verhaftungen daß Staatsanwalte weniger die Rechtsfrage als die staatsden Verdacht des Verbrechens lasten. Nun, das neuere erfolgen nicht aus politischen Gründen! Wie massenhaft erhaltenden" Gesichtspunkte bei ihren Plaidoyers hervorheben, Strafrecht hat mit der Freisprechung von der Instanz ge- find nicht Verhaftungen wegen angeblicher Geheimbündelei ist etwas alltägliches. Unschuldige Verurtheilungen und unbrochen; es fennt nur ein„ Schuldig" oder„ Nichtschuldig". erfolgt, ohne daß eine Anklage mit Erfolg sich begründen gerechtfertigte Verhaftungen sind mit dem Militär- und PoDie Anerkennung einer Entschädigungspflicht blos für ließ! Wie man vielfach erst Umfrage zu halten hatte, ob lizeistaat so eng verbunden, daß wer den letzteren nicht befolche Angeklagte, deren Unschuld nachträglich er ein Gericht auch bereit wäre, die Anklage zu erheben, so war fämpft, auch über die ersteren sich nicht beklagen darf. Mit wiesen wird, würde von geringer Bedeutung sein. man auch vielfach in der Lage, erst von der Unter dem Militarismus und der Polizeiregierung fallen zugleich In einzelnen deutschen Staaten hat die Regie- suchung das noch nicht vorhandene Anklagematerial zu alle Bedenken gegen die Entschädigungspflicht des Staates; rung für solche Fälle bereits die Entschädigung ein- erwarten. Was schadete es, wenn man ein Duhend Leute in einem freien Staate ist diese selbstverständlich. geführt, so in Württemberg. Hier ereignete es sich vor einsperrte und Wochen lang fitzen ließ es traf ja doch Kurzem, daß ein Verurtheilter das Wiederaufnahme Ber- teinen Unschuldigen, sondern nur Sozialdemokraten! Im fahren erlangen konnte und in diesem auch freigesprochen schlimmsten Falle ließ man sie los, oder der Richter sprach wurde. Da dem Richter für sein Urtheil genügte, die Ueber- fie frei. Man denke sich nun, daß in allen diesen Fällen zeugung von der Schuld des Angeklagten nicht gewonnen die Berhafteten eine Entschädigung erhalten hätten! Welche Politische Lebersicht. Berlin, den 24. Auguft. zu haben, so sprach er dieses auch in dem freisprechenden Schwächung des polizeilichen Ansehens und welche ErmuthiUrtheil aus. Da der Freigesprochene aber nur im Falle gung der sozialdemokratischen Umtriebe" wäre das gewesen! der erwiesenen Unschuld Entschädigung erhalten sollte, so Mauch eine Stütze der Polizeigewalt hätte man nach einem Das Neuefte vom Moloch. Nicht eine sondern legte er beim Reichsgericht Revision ein, die jedoch zurück- Paar Unfällen solcher Art, die dem Staate eine Masse zwei Militärvorlagen stehen uns bevor, so wird jetzt verFeuilleton. Nachdrud verboten.] [ 5 01 Schlechte Eigenschaften, als da sind: Eroberungsgier, Strupel wurde ich niedergedonnert. Da hatte ich Unselige Raufluft, Haß, Grausamkeit, Tücke werden wohl auch wieder an einem satrosankten Grundsatz gerührt, nämlich als vorhanden und als im Kriege fich offenbarend zuge- daß unsere Regierung d. h. diejenige, unter welcher man geben, aber allemal nur beim Feind". Dessen Schlechtig zufällig geboren worden niemals ein Joch, sondern nur feit liegt am Tage. Ganz abgesehen von der poli- einen Segen abgeben könne; daß die von uns" fich lostischen Unvermeidlichkeit des eben unternommenen Feld- reißen Wollenden nicht Freiheitskämpen, sondern einfach zuges, sowie abgesehen von den daraus unzweifelhaft er- Rebellen sind, und daß überhaupt und unter allen Um wachsenden patriotischen Vortheilen, ist die Besiegung des ständen wir" allemal und überall in unserm vollen Gegners ein moralisches Wert, eine vom Genius der Kultur Rechte sind. Die Waffen nieder! Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. ausgeführte Büchtigung.... Diese Italiener- welches In den ersten Maitagen es waren falte, regnerische Diese gehobene, wichtigkeitsüberströmende Stimmung faule, falsche, finnliche, leichtsinnige, eitle Volk! Und dieser Tage zum Glück; sonniges, lenzfrohes Wetter hätte einen war übrigens die allgemein herrschende. Man sprach von Louis Napoleon welcher Ausbund von Ehrsucht und noch schmerzlicheren Kontraft bewirkt- marschirte das Renichts Anderem in den Salons und auf den Gassen; Intriguengeift! Als sein am 29. April publizirtes Kriegs- giment ab, welchem Arno sich hatte zutheilen lassen. Um ach, die vorhergehende Nacht.. las von nichts Anderem in den Zeitungen, betete für nichts manifest erschien, mit dem Motto:" Freies Italien bis sieben Uhr früh Anderes in den Kirchen: wo man hintam, überall dieselben zum adriatischen Meer" rief das einen Sturm der das eine fürchterliche Nacht! Wäre der Theure auch nur aufgeregten Gefichter und die gleichen lebhaften Be- Entrüftung bei uns hervor! Ich erlaubte mir eine auf eine gefahrlose Geschäftsreise gegangen, die Trennung sprechungen der Kriegseventualitäten. Alles Uebrige, was schwache Bemerkung, daß dies eigentlich eine un- hätte mich unsäglich traurig gemacht Scheiden thut ja fonst das Intereffe der Leute wach hält: Theater, Ge- eigennützige und schöne Idee sei, welche für italienische so wehaber in den Krieg! Dem Feuerregen der feinds schäfte, Kunst, das wurde jetzt als ganz nebensächlich be- Patrioten begeisternd wirken müsse; aber ich ward schnell lichen Geschütze entgegen!.. war Warum konnte ich in jener trachtet. Es war einem zu Muthe, als hätte man gar fein zum Schweigen gebracht. An dem Dogma Louis Napoleon Nacht bei dem Worte Krieg durchaus nicht mehr dessen erRecht, an etwas Anderes zu denken, während dieser große ist ein Bösewicht", durfte, so lange er der Feind" habene, historische Bedeutung erfassen, sondern nur dessen Weltschicksalsauftritt sich abspielte. Und die verschiedenen war, nicht gerüttelt werden; Alles, was von ihm ausging, toddrohendes Grausen? Armeebefehle mit den bekannten siegesbewußten und ruhm- war von vornherein bösewichterisch". Noch ein leiser Arno war eingeschlafen. Ruhig athmend, mit heiterem verheißenden Phrasen; und die unter klingendem Spiel und Zweifel stieg in mir auf. In allen geschichtlichen Kriegs- Gesichtsausdruck lag er da. Ich hatte eine frische Kerze anwehenden Standarten' abmarschirenden Truppen; und die berichten hatte ich die Sympathie und die Bewunderung der gezündet und hinter einen Schirm gestellt: ich konnte heute in loyalſtem und patriotisch glühendstem Tone gehaltenen Erzähler immer für diejenige Partei ausgedrückt gefunden, nicht im Finstern bleiben. Von Schlafen war ja für mich in dieser letzten Nacht. Da Leitartikel und öffentlichen Reden; dieser ewige Appell welche einem fremden Joche fich entringen wollte und welche ohnehin teine Rede an Tugend, Ehre, Pflicht, Muth, Aufopferung; diese sich für die Freiheit fämpfte. Zwar wußte ich mir weder über mußte ich ihm wenigstens die ganze Zeit ins liebe Geficht gegenseitig gemachten Bersicherungen, daß man die bekannt den Begriff Joch" noch über den so überschwänglich be- schauen. In einen Schlafrock gehüllt, lag ich auf unserm unüberwindlichfte, tapferste, zu hoher Machtausdehnung be- fungenen Begriff" Freiheit" einen rechten Bescheid zu geben, Bette; den Ellbogen auf das Kissen, das Kinn in die Handstimmte, beste und edelste Nation sei; alles dies verbreitet aber so viel schien mir doch klar; die Jochabschüttelungs- fläche geftüßt, blickte ich auf den Schlummernden herab und eine heroische Atmosphäre, welche die ganze Bevölkerung mit und Freiheitsbestrebung lag diesmal nicht auf österreichi- weinte still... Wie lieb- wie lieb ich Dich habe, mein Stolz erfüllt und in jedem Einzelnen die Meinung hervor- scher, sondern auf italienischer Seite. Aber auch für diese Einziger- und Du gehst fort von mir... ruft, er sei ein großer Bürger einer großen Zeit, schüchtern gedachten und noch schüchterner ausgedrückten das Schicksal so grausam? Wie werde ich leben ohne Dich? " 1 Warum ist breitet. Eine kleine" gleich in der nächsten Session, die sich Eine eigenthümliche Erscheinung sehen die offiziösen nifter nun in einem Fall, was er im anderen verbietet, so mit 20 oder lumpigen 30 Millionchen begnügt, und dann Berliner Politischen Nachrichten" darin, daß im ersten darf es nicht Wunder nehmen, daß seine Entscheidung als nachher etwa ein Jahr später, vor Ablauf des Septenats Drittel des laufenden Etatsjahres( also 1. April bis 31. Juli) Willkürakt erscheint. Von dem Publikum, für das der Toeine große" Militärvorlage mit ungezählten Millionen. Die Bolleinnahmen eine Erhöhung von 14,7 Millionen Mart talisator berechnet ist, bemerkt übrigens die zahme Boffische Nun wir glauben, diese Lesart ist Schwindel und hat zum gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres aufweisen, da Beitung" selbst: Der größere Theil der Rennplaybesucher einzigen Zweck, das Volk einzulullen, damit es überrumpelt gegen sämmtliche Verbrauchssteuern bis auf die Brausteuer, ist heute offenkundiges Gesindel, Dirnen und Zuhälter höheren werden kann. Also aufgepaßt. Der Moloch geht um! welche eine verschwindende Besserung zeigt, in ihren Er- und niederen Ranges." Bei der Vorliebe unserer AriftoKnüppel aus dem Sack! trägen zurückgegangen find. Branntwein, Zucker, Tabat- fratie für den haut- goût muß sie sich allerdings in solcher Umund Salzsteuern haben sich zusammen um über gebung recht wohl fühlen. 6 Millionen verringert. Davon fällt allein die Hälfte mit werden. Der Moloch ist zäh 3 Millionen auf die Branntwein- Verbrauchsabgabe. EigenDas Volk muß mehr bluten. Nicht blos für das stehende Heer, auch für die Flotte werden riesige MehrDer Hofhund der Bourgeoisie. Wie die Eugen ausgaben gefordert. Die Summen für Schiffsbauten, welche thümlich" ist diese Erscheinung, aber auch erklärlich. Die Richter'sche Spar- Agnes sich den Beifall aller Bourgeoisin der letzten Session vom Reichstag gestrichen wurden, erhöhte Einnahme aus den Zöllen zeigt, wie sehr wir trot parteien Deutschlands, der Konservativen, Klerikalen, sollen sämmtlich in den nächsten Etat wieder eingestellt der Schutzölle auf die Einfuhr von auswärts angewiesen Nationalliberalen, Polen und Welfen erworben hat, so bes ob zu Waffer oder zu sind, und sie würde noch viel beträchtlicher sein, wenn nicht gleitet sie auch der Beifall derselben Parteien des AusLand, er hat immer Hunger und braucht immer mehr bie Noth das Volk selbst zur Einschränkung der noth landes. Herr Eugen Richter konstatirt mit großer GenugMenschenfleisch. wendigsten Lebensmittel, selbst des Salzes zwänge. Ein thuung, daß eine französische Uebersetzung seiner„ SozialGrund am Militäretat zu sparen, ist dieses allerdings für demokratischen Bukunftsbilder" erschienen und mit einem die Regierung so wenig, daß vielmehr nene erhöhte Forde Vorwort von Paul Leroy- Beaulieu versehen sei. derungen für das Militär bevorstehen. Veftrafte Soldatenschinder. Wie das Echo de Paris" von heute meldet, dürfte die amtliche Untersuchung betreffs der während der Manöver vorgekommenen Fälle von Sonnenstich zur Folge haben, daß zwei Bris In Sans und Brand. Das Stöcker'sche„ Volk" gade Generale zur Disposition gestellt, ein beruft sich auf die ausländische Bourgeoispresse dafür, daß Oberst in Inaktivität versetzt wird und der es nach den vielen Festanzeigen sozialdemokratischer Blätter Kommandeur des Armee Korps einen Verden deutschen Arbeitern ganz herrlich gehe. Als Gewährsweis erhält. Also zu lesen im Deutschen Reichs- An- mann gilt ihr selbst ein Kapitalisten- und Judenblatt, wie zeiger", unter den Nachrichten aus- Frankreich. die Independence Belge", welche schreibt: " Kein Mensch in Berlin weiß sich so famos zu amüsiren wie die Sozialdemokraten. Einen Tag wie alle Tage in dulci jubilo. Was die Einbildungskraft an zerstreuungen und UIT fürs Bolt nur immer auszubecken vermag, wird von den Führern ihrem Publikum vorgesetzt. Das ist die neueste Art des Stimmen und Anhängerfangs für Rechnung der Sozialdemo tratie." Die Cholera in Deutschland. Der Eintritt der asiatischen Cholera in Deutschland kann nun nicht mehr beftritten werden. In Hamburg sind bereits 240 Todesfälle vorgekommen und die Erkrankungen nehmen stündlich zu. Um eine Einschleppung der Cholera abzuwehren, be darf es einer anderen Kontrolle als sie in Deutschland möglich ist, wo das Leben auf den Schiffen in ein ziemlich geheimniß Wenn es gilt den Arbeitern Eins zu versehen, dann volles Dunkel gehüllt ist. Wo unter den Rhedern es so nimmt Stöcker das erste beste Judenblatt zum Bundes" hochangesehene" Halunten wie einen Schiff giebt, wo man, genossen. Die Arbeiter zählen nach Millionen, aber ihre um an der Heuer zu sparen, Kulis und Neger wirbt, wo Vergnügungen reichen noch lange nicht an die Zahl der freie" Arbeiter den Tod in den Wellen suchen, um von Pfaffenschmäuſe. der schmählichen Behandlung als Kohlenzieher Erlösung zu finden, wo die Ehre" der Rheder es nicht verträgt, daß die Behörde unnachfichtliche Aufsicht über sie führt, wo die Einschleppung der Cholera nur von der Gewissenhaftig feit" der Rheder und ihrer Rapitäne abhängt, da mag man Deutschland mit einer Mauer umgeben, in der man forgfältig alle Rigen verstopft, die Cholera wird ihren Einzug dennoch durch offene Thore halten. Von den Herr Leroy empfiehlt, wie Here Richter mittheilt, diefe Schrift insbesondere auch dem sogenannten gebildeten Publikum Frankreichs, nachdem der Sozialismus begonnen habe, auch die französische Bevölkerung anzustecken. Gebildeten stiegen die sozialistischen Ideen herab in die Maffen. Er lagt seine Landsleute an, daß sie sich vielfach in fentimentalen Träumereien ergehen, die Voltsgunft zu erhaschen fuchen, um sich Wahlstimmen zu verschaffen oder ihren Zeitungen Lefer. Dadurch werde der Sozialismus gefördert in seinen verschiedenen Gestaltungen als Staatssozialismus, chriftlicher Sozialismus und Sozialismus überhaupt. Um so mehr Achtung müsse man haben vor den in Wahrheit starken Geistern und Personen unter den Liberalen und Demokraten, welche wie Richter, anstatt gefährliche Kompromiffe mit dem Sozialismus abzuschließen, welche nur das Vorspiel der endgiltigen Rapitulation feien, Kopf und Brust tapfer dem Sturm diefes Feindes jeder Zivilisation und jeder Geistesfreiheit ents gegenstellen. Es sei nicht zu befürchten, daß der blante Sozia lismus die Ueberband gewinne, aber man müsse ebenso darauf bedacht sein, denjeuigen entschieden entgegenzutreten, welche verlangen, die Bant von Frankreich in ein Staats institut umzuwandeln, die Verstaatlichung der Eisenbahnen, der Bergwerte fordern, die staats liche Altersversorgung befürworten, das Erbrecht in den Seitenlinien abschaffen wollen und hohe Progressivsteuern zu legen beabsichtigen auf das Einkommen nnd die Erbschaften, denn alle solche Borschläge wurzelten in denselben Grundgedanken und strebten baffelbe Biel an, die Ungleichheit unter den Menschen möglichst ab zufchaffen. Und doch hängt die Ungleichheit mit der persön lichen Verantwortlichkeit zusammen. Die Ungleichheit ist die Herr Eugen Richter hat gegen dieses Bob nichts eingroße Wirkung des menschlichen Fortschritts. In den Miquel'schen Reformvorlagen wird bekanntlich Spielhöhlen vorging, sondern auch einmal in eine ablige Leroy theilen. Möge Herr Eugen Richter nun aber auch zuwenden; er muß also wohl den Standpunkt des Herrn die Aufhebung der Grund- und Gebäudesteuer als Staatssteuer Spielhölle einen Griff that, da empörte sich der Junkerstolz, dahin wirken, daß die, wenn auch negativen Forderungen vorgesehen. Dadurch wird die in unserem Dreitlassen- Wahl- und der Herr von Rochow- Plefsom jagte ihm eine Kugel des Herrn Leroy in das Programm der deutsch- freiſsinnigen fyftem vorgeschriebene Klaffeneintheilung ganz und gar ver- in den Leib. Wer dem Junter sein Jeu'chen( Spielchen) Bartei aufgenommen werden. Möge das Programm bie schoben. Herrfurth folgerte daraus die Nothwendigkeit einer Abänderung des Wahlgefeßes; Miquel wollte dagegen über stört, verletzt ihn in seinen heiligsten Gefühlen. Aeußerst ungleichheit als die große Wirkung menschlichen diese Frage dadurch hinwegkommen, daß er in feinen Entwurf ergrimmt ist der Rennverein in Kastrop in Westfalen wegen Fortschritts proklamiren. " Junkerliche Heiligthümer. Der Polizeipräsident von Hindelden war ein wohlgefälliger Herr in den Augen der Kreuz- Zeitungspartei und des ganzen Junkerthums. Seine Hand lastete noch 1848 schwer auf Berlin, und die Ohm, Gödsche, Piersig u. s. w. die Krüger, Haupt, Thring- Mahlow 2c. von damals fanden in ihm ihren wohlwollenden Gönner. Aber als er einmal glaubte, als Die Entlaffung Herrfurth's wird von der Schlest- müssen, als er nicht blos liberale Vereine sprengte, HochBolizeipräsident doch auch etwas Gerechtigkeit üben zu schen Zeitung" in folgender Weise motivirt: verrathsprozesse auftiftete, und gegen kleine Diebs- und In seiner ungemessenen Eitelkeit spottet Herr Nichter eine Bestimmung aufnahm, nach welcher den Wahlberechtigten der ihm vom Ministerium versagten Erlaubniß, einen die Grund- und Gebäudesteuer tros ihrer Aufhebung in dem Totalisator auf ihrer Rennbahn aufzustellen. meinste Standalblatt, der" Figaro", Abschnitte aus seinen Herr Eugen Richter freut sich auch, daß das ge bisherigen Betrage auch ferner angerechnet werden sollte. Trotz Beschwerde an den Raiser blieb die ErHerrfurth erklärte dies für eine absolute Unmöglichkeit, und da laubniß versagt. die Er Zukunftsbildern" abdruckt. Da bäumt sich der junkerliche er auch noch weitere Bedenken gegen die Vorlage hatte, so 30g Trotz auf. Wie im preußischen Herrenhause ein Nach seiner selbst und weiß nicht wie! er, als das Gesammtministerium sich gegen eine Reform des fomme der Quizow's, Thenplize, Röckerize und anderen Wahlgefehes erklärte, die nothwendigen Konsequenzen, indem mittelalterlichen Raubgefiubels bie Minister daran er er fein Entlaffungsgesuch einreichte." Die todte Hand. Die Beitschrift des tönig Es mag dieses der unmittelbare Anlaß zur Berab- innerte, daß fie früher im Lande waren, als die Hohen- lich bayerischen Bureau 3" veröffentlicht eine sehr schiedung Herrfurth's gewesen sein, die Ursachen dürften Junker daran, daß in Westfalen eine altangesessene Aristo- handenen Stiftungen nach dem Stande des Jahres zollern, so erinnert in einem Sportblatt ein westfälischer intereffante Statistic der im Königreich Bayern vor aber anderswo zu suchen sein. Einmal war Herrfurth von tratie bereits mit großer Aufopferung für die Interessen 1889. Nach derselben beträgt das rentirende Bermögen der vornherein nur als Plazhalter angesehen; war er es bes deutschen Sports eingetreten sei, als in der Mart 18 159 ermittelten Stiftungen im Ganzen 429 752 221 M. ursprünglich für Buttkamer, ist er es später für Eulenburg noch wenbisch- obotritisches Bolt haufte und Berlin nur ein Dem Stiftungszweck nach entfällt von diesem Betrag fast gewesen; dann aber war für den Ministerpräsidenten kein Tümpel inmitten einer Sandwüste war". Das ist echter die Hälfte 48,1 pCt. anderes Ministerium als das) des Innern vakant, in dem untertroz, und leider ist über denselben nicht mit bloßem nicht viel kleinerer Betrag anderes Ministerium als das) des Innern vakant, in dem - auf Wohlthätigkeit, und ein -37,5 pt. auf Kultus er seine Lorbeeren bereits unter dem Sozialistengefet er Spott hinwegzukommen, denn der Junker ist Herr im zwede. Ein Betrag von 61 Millionen Mark oder 14 pt. worben hat. Militärstaate und kann diesen Ton anschlagen. Ist ihm dient Unterrichtszwecken, und nur 770 547 M. oder 0,2 pt. O quae mutatio rerum. Voriges Jahr um diese doch die Regierung selbst in der Totalisatorfrage oft genug trot find gemeindlichen oder sonstigen Zwecken bestimmt. Auch Zeit schimpften die Herren Großgrundbesitzer wie die Rohr Gesetz und Richterspruchs entgegengekommen. Eine Reichs die Stiftungen zu Wohlthätigkeitszwecken haben fast sämmt Sperlinge auf die Börse und die Spekulation, welche an gerichts- Entscheidung hat deutlich ausgesprochen, daß der lich nicht rein menschliches Wohlthun, sondern kirchliche den hohen Getreidepreisen schuld seien. Heute, nachdem fie 284 des Reichs- Strafgesetzbuchs( über gewerbsmäßiges Tendenzen im Auge. Nicht wohlthuend wirken diese 400 dank dieser hohen Getreidepreise ein paar hundert Milliönchen Glückspiel) auch den Totalisator treffe. Der Minister, als Millionen der todten Hand", sondern vielmehr laftet die in ihre Taschen gesteckt, schimpfen sie auf die zu niedrigen er trotzdem wieder den Totalisator zuließ, handelte also gegen todte Hand drückend auf der Gegenwart. Es ist ein Ber Getreidepreise, die den Landwirth ruiniren". Db an diesen das Gesetz und den Ausspruch des höchsten Gerichts; denn mächtniß, mit dem aus den Gräbern heraus vermoderte zu niedrigen Preisen" wohl auch die Börse und die böse dadurch, daß er zugleich einige Vorsichtsmaßregeln festsetzte, Knochen und verknöcherte Anschauungen das Leben der Zu Spekulation schuld find? hat er nichts im Wesentlichen geändert. Erlaubt der Mi- tunst an die Gruft fesseln möchten. Die Kirche hat bie " Es ist schon Zeit, Her Oberlieutenant." Daß Du mir nur bald wiederkehrst! D Gott, mein guter Ordonnanz, welche Befehl erhalten hatte, rechtzeitig zu Gott, mein barmherziger Vater dort oben- laß ihn bald wecken. " Bin schon fertig tomme gleich." Er breitete die zurückkommen ihn und alle... Laß es bald Frieden Arno richtete sich auf... Jest also war die Stunde Arme aus: Also jezt, Martha, mein Weib, mein Lieb sein!... Warum kann es denn nicht immer Frieden sein? gekommen jetzt würde es gesprochen werden, dieses Schon lag ich an seiner Bruft. Neben konnte ich nicht. Wir waren so glücklich... 3 u glücklich wohl... es jammer- jammervolle Wort„ Lebwohl". Das Wort Lebewohl wollte mir nicht über die Lippen darf ja auf Erden kein vollkommenes! Glück geben... Es war ausgemacht worden, daß ich ihn nicht zur ich fühlte, daß ich bei Aeußerung dieses Wortes zusammens D Seligkeit wenn er unversehrt heimkehrt und dann Bahn begleiten würde. Die eine Viertelstunde mehr oder brechen mußte, und die Ruhe, den Frohmuth seiner Abfahrt wieder so an meiner Seite liegt und für den kommenden weniger des Beisammenseins- auf die kam es nicht mehr durfte ich ja nicht vergällen. Den Ausbruch meines Schmerzes Morgen kein Abschied droht... Wie er ruhig schläft- an. Und das Leid der letzten Losreißung, das wollte sparte ich mir wie eine Art Belohnung- auf das Alleins o Du mein tapferer Schatz! Aber wie wirst Du dort ich nicht vor fremden Leuten bloslegen; ich wollte fein auf. schlafen? Da giebt es kein weiches, mit Seide und Spigen allein in meinem Simmer sein, wenn der Abschiedskuß Nunmehr aber sprach er es, das herzzerreißende Wort: verhängtes Bett für Dich da mußt Du auf harter, naffer getauscht worden, um mich auf den Boden werfen um Leb' wohl, mein Alles, leb' wohl!" und drückte innig Erbe liegen... vielleicht in einem Graben- hilflos schreien, laut schreien zu können. seinen Mund auf den meinen. verwundet. Bei diesem Gedanken konnte ich nicht Arno fleidete sich rasch an. Dabei sprach er allerlei Wir konnten uns aus dieser Umarmung garnicht los anders, als mir eine klaffende Säbelhiebwunde auf seiner Tröstliches auf mich ein: reißen war es doch die letzte. Da plöglich fühle ich, wie Stirn vorstellen, von der das Blut herabfickert, oder ein Wacker, Martha! In längstens zwei Monaten ist die feine Lippen beben, feine Bruft sich krampfhaft hebt... Rugelloch in seiner Brust... und ein heißer Mitleids- Geschichte vorbei und ich bin wieder da... Zum Kuckuck und mich freilassend, bedeckt er sein Gesicht mit beiden schmerz ergriff mich. Wie gern hätte ich meine Arme von tausend Kugeln trifft nur eine und die muß nicht Händen und schluchzt laut auf. um ihn geschlungen und ihn gefüßt, aber ich durfte ihn gerade mich treffen... Es sind andere auch schon aus Das war zu viel für mich. Ich glaubte wahnsinnig nicht wecken; er brauchte diesen stärkenden Schlaf. dem Krieg zurückgekommen: sieh' Deinen Papa. Einmal zu werden. " Nur noch sechs Stunden... tik tat- tittat: mußte es doch sein. Du hast doch keinen Husarenoffizier in Arno, Arno," rief ich, ihn umflammernd. Bleib', umbarmherzig schnell und sicher geht die Zeit jedem der Idee geheirathet, fein Handwerk sei die Hyazinthenzucht? bleib!" Ich wußte, daß ich unmögliches verlangte, doch rief Biele entgegen. Dieses gleichgiltige Tit Tat that Ich werde Dir oft schreiben, so oft als möglich, und Dir ich hartnäckig: Bleib, bleib!" Dinge nicht, daß dies die letzte Nacht war? Die thränen geh' ich mir holen, weiter nichts Gieb' nur hier recht hinaus. der, wenn mir weh. Auch das Licht brannte ebenso gleichgiltig hinter berichten, wie frisch und fröhlich die ganze Kampagne vor" Herr Oberlieutenant," kam es von draußen,„ schon seinem Schirm, wie diese Uhr mit ihrem blöden regungs- fich geht. Wenn mir was Schlimmes bestimmt wäre, so höchste Beit." lofen Bronze- Amor tickte.... Begriffen denn all diese könnte ich mich nicht so wohlgemuth fühlen... einen Orden Noch einen Ruß den allerlegten-und er stürzte den Lider fielen mir zu, das Bewußtsein schwand allmälig, Acht auf Dich selber und auf unseren Ruru und den Kopf auf das Kissen sinken lassend, schlief ich ich avancire, auch wieder um einen Grad vorrücken darf. Charpie zupfen, Beitungsberichte lesen, auf einer Landbeunoch selber ein. Aber immer nur auf turze Beit. Kaum Grüß ihn von mir... ich will den Abschied von gestern farte Stecknadelfähnchen aufftecken, um den Bewegungen der verlor sich mein Sinn in die Nebel eines formlosen Traumes, Abend nicht noch wiederholen... Dem wird's einmal beiden Heere zu folgen und daraus Schachaufgaben, in ber so krampfte mein Herz sich plößlich zusammen und ich er- ein Vergnügen sein, wenn ihm sein Vater erzählt, daß er Fassung von Desterreich zieht an und seht mit dem vierten wachte durch einen heftigen Schlag desselben, mit dem im Jahre 59 bei den großen italienischen Siegen dabei ge- Buge matt" zu löjen trachten; in der Kirche fleißig um gleichen Angstgefühle, wie wenn man durch Hilferuf oder wesen. Schutz für seine Lieben und um den Sieg der vaterländischen Feuerlärm geweckt wird..." Abschied, Abschied!" hieß Jch hörte ihm gierig zu. Dieses zuversichtliche Ge- Waffen beten; von nichts Anderem reden als von den vom plauder that mir wohl. Er ging ja gern und lustig fort Kriegsschauplatz eingetroffenen Nachrichten: mein Schmerz war also ein egoistischer, daher ein un- was meine und die Existenz meiner Verwandten- und Bes berechtigter- dieser Gedanke würde mir die Kraft geben, tanntenkreise nunmehr ausfüllte. Das Leben mit allen seinen ihn zu überwinden. übrigen Interessen schien für die Dauer des Feldzuges sozusagen Wieder klopfte es an der Thüre. in der Schwebe; alles bis auf die Frage, wie und wann wird der Der Alarm. Als ich zum zehnten oder zwölften Male so aus dem Schlummer auffuhr, war es Tag und die Kerze flackerte noch. Man flopfte an der Thür. " Sechs Uhr, Herr Oberlieutenant," meldete die das war es, Verwaltung fast dieses ganzen Vermögens, und zwar die katholische Kirche allein mit 83 pCt. desselben.— Vom Friedenskongreß. Aus Bern schreibt Frau von Suttner: „Um Mißdeutungen und Mißverständnissen vorzubeugen. welche dadurch entstehen könnten, daß auf der Tagesordnung des Friedenskongresses die„Nationalitätenfrage" vorkommt, se> darauf aufmerksam gemacht, daß das Präsidium beschlossen hat. den betreffenden Berichterstattern zwar die Freiheit zu lassen, ihre Ideen in Kürze darzulegen, daß aber jede Debatte darüber auegeschlossen und diese Fragen zur Prüfung zurückgelegt, das heißt mit anderen Worten: vertagt werden. Das Präsidium im Einklang mit der überwiegenden Mehrzahl der Theilnehmer geht von dem Grundsatze aus, daß der Versuch, konkrete polv tische Fragen zu lösen, nicht in den Bereich der Friedens kongress» gehöre, und daß Diskussionen über solche streng fern zu halten feien. »ertha v. Suttner."— Wodki gegen Wodki. Im Gouvernement Ssaratow — Rußland—, das in diesem Jahre theilweise eine bessere Ernte auszuweisen hat, ist, wie die„Kölnische Volkszeitung" aus Petersburg berichtet, unter den Bauern wieder der Trunk in höherem Grade üblich. Die Bauern verkaufen ihr Getreide, vertrinken das im Augenblick entbehrliche Geld und kümmern sich nicht um die ihnen auserlegte Abzahlung der im Nothjahre von der Regierung und den Landschafts- Verwaltungen bezogenen Vorschüsie. Der Ssaratow'sche Gouverneur trat nun gegen das Unwesen auf, indem er die Landschasts-Chefs anwies, Bauerngetreide nur in dringend nöthigen Fällen zum Verkauf zuzulassen und die diese Ver- vrdnnng ubertretenden Bauern mit einer Strafe zu belegen. Es ist ja möglich, daß der Gouverneur selbst keinen Schnaps säuft, aber unmöglich, daß es seine Unterbeamten nicht thun. Die schnapssaufenden Beamten und die schnaps- saufenden Bauern werden also Halbpart machen und das Resultat wird sein, wie bei allen„wohlwollenden" Ver- fügungen in Rußl and, daß Alles beim Alten bleibt und die einzige Aenderung darin besteht, daß die Bauern, um ihr Getreide verkaufen zu können, einen Theil des Erlöses den Beamten in die Hand stecken müssen.— Die Kommune in Frankreich. Unser gestriger Brie aus Frankreich schilderte das Vorgehen unserer Genossen in der Gemeinde Roubaix. In ähnlicher Weise verfahren die französischen Sozialisten in den übrigen Stadtgemeinden, deren Verwaltung ihnen zugefallen ist. Daß Sozialisten sozialistisch handeln— soweit das unter den herrschenden Verhältnissen möglich—, ist einfach selbstverständlich,— und ebenso selbstverständlich ist, daß die Herren Bourgeois mit der sozialistischen Gemeindeverwaltung nicht zufrieden find Es beruht das aus Gegenseitigkeit, und wir er- inner« uns keiner, oder doch nur ganz aus- nahmsweiser Fälle, wo die Sozialisten mit der Gemeindeverwaltung von Bourgeois zufrieden zu sein Ursache gehabt hätten. Die Ungeheuerlichkeiten, welche die Kapitalistenpresse über die Verwaltung der sozialistischen Gemeinden Frankreichs auftischt, sind aber von Ä bis Z erfunden. So wenig wie unsere Genossen, die in deutschen Genieindeverwaltungen sitzen, denken die französischen Genossen in den Gemeindevertretungen daran, die letzten Ziele des Sozialismus im' Gemcinderath zu verwirklichen und die bürgerliche Welt umzustürzen. Sie passen ihre Thätig feit den Verhältnissen an, die nicht mit einem Schlag geändert werden können, und ihr Augenmerk ist darauf gerichtet— ganz wie bei sozialdemokratischen Gemeindeverwaltungen in Teutschland— die Mißbräuche der früheren(Bourgeois-) Verwaltung abzustellen, und solche Reformen einzuführen, wie sie— so lange die kapitalistische Gesellschaft noch be- steht— im Interesse der Gesammtheit überhaupt durch sührbar sind. Ein arges Gezeter erhebt die Bourgeoispresse jetzt über die sozialistische Gemeindeverwaltung der Industriestadt C a r m a u x. Die Herren Bourgeois suchten sich dort für ihre Wahl- Niederlage mit bekannter Noblesse zu rächen, indem sie die Erwählten der Arbeiter— selbst sämmtlich Arbeiter— maßregelten und brotlos machten. Das ließen die Arbeiter sich jedoch nicht gefallen— sie erklärten sich solidarisch mit ihren Genossen und stellten die Arbeit ein, und die Herren Bourgeois müssen nun entweder auf die Profitmacherei verzichten oder zu Kreuz kriechen. Das Krieg enden?" war der Wichtigkeit, ja beinahe �der Wirk- lichkeit beraubt. Man aß, man trank, man las, man be sorgte seine Geschäfte, aber das alles„galt" eigentlich nicht — nur eins war von vollgewichtiger Giltigkeit: die Tele gramme aus Italien. Meine größten Lichtblicke waren selbstverständlich die Nachrichten, welch« ich von Arno selber erhielt. Diese waren sehr kurz gefaßt— das Briefschreiben ist niemals seine starke Seite gewesen—; aber sie brachten mir doch das beglückendste Zeugniß; noch am Leben— uuverwundet. Sehr regelmäßig tonnten diese Briefe und Depeschen frei- lich nicht eintreffen, denn oft waren die Verbindungen ab- gebrochen, oder— wenn es irgendwo zur Aktion kam> der Feldpoftdienst aufgehoben. Wenn so einige Tage vergangen waren, ohne daß ich von Arno gehört, und es wurde eine Verlustliste veröffent- licht— mit welchem Bangen las ich da nicht die Namen durch!... Es ist so spannend, wie für den Loosbesitzer das Durchsehen der Gewinnnummern einer Ziehungsliste, aber in umgekehrtem Sinn«: was man da sucht, wohl wissend, daß man(Gott sei Dank) die Wahrscheinlichkeit gegen sich hat, ist der Haupttreffer deS Unglücks... Das erste Mal, als ich die Namen der Gefallenen durchgelesen— ich war eben seit vier Tagen ohne Nach- richt— und sah, daß der Name„Arno Dotzky" nicht darunter war, da faltete ich die Hände und sprach mit lauter Stimme:„Mein Gott, ich danke Dir!" Kaum aber waren die Worte geäußert, so klaoig es mir wie ein schriller Mißton daraus nach. Ich nahm das Blatt wieder zur tand und betrachtete zum zweitenmal die Namenreihe. lso weil Adolf Schmidt und Karl Müller und viele andere— aber nicht Arno Dotzkp— geblieben waren, hatte ich Gott gedankt? Derselbe Dank wäre dann be- rechtigterweise von dem Herzen Derer zum Himmel auf- gestiegen, welche für Schmidt und Müller zittern, wenn sie statt dieser Namen„Dotzky" gelesen hätten? Und warum sollte gerade mein Dank dem Himmel genehmer sein als jener? Ja— das war der schrille Mißtou meines Stoß- «ebeteS gewesen: die Anmaßung und die Selbst- sucht, die darin lag, zu glauben, Dotzky sei ist allerdings bitter. In mehreren anderen Städten spielt derselbe„Konflikt". Und außerdem haben sich— wie wir dem„Leipziger Tageblatt" von heute entnehmen— die sozialistischen Gemeinderäthe noch eines besonderen empörenden Verbrechens schuldig gemacht— nämlich des hochverräthe- rischen Versuchs, die Prostitution wenn nicht abzu- schaffen, doch wenigstens einzudämmen und zu verringern Das kann allerdings den Vorkämpfern der heiligen Familie die Galle aufrühren. Es lebe die freie Liebe— der kapi- talisttschen Gesellschaft!— Maisons du Pcuple*). Die deutschen Genossen, die den Brüsseler Kongreß besucht haben, erinnern sich des Maison du Peuple— des Volkshauses—, welches das Hauptquartier der dortigen Sozialdemokraten ist. Im Unterschied von den französischen„Arbeiterbörsen" — Lourses du Travail—, welche der Gewerkschafts organisation dienen und den geschäftlichen Mittelpunkt der Gewerkschaften(mit Stellenvermittlung u. f. w.) bilden sind die belgischen Maisons du Peuple die Mittelpunkte der politischen Arbeiterbewegung, und enthalten Loka litäten für Ausschußsitzungen, Volksversammlungen u. s. w Die Maisons du Peuple haben sich so gut bewährt, daß man dieselben nun in verschiedenen Städten Frank reichs einzuführen beginnt, wie andererseits in Beb gien auch die Arbeiterbörsen eingeführt werden. In der Pariser Vorstadt Montmartre ist dieser Tage das erste„Volkshaus" von unseren Genossen feierlich eingeweiht worden.— Gladstone in Schwulitäten. Der nicht ins Ministerium hereingezogene„radikale" Bourgeois L a- b ouchsre ist darob so erbost, daß er seinem einst so heiß verehrten Chef höchst unehrerbietig den Krieg erklärt hat, und in seinem Blatt— der sehr einflußreichen„Truth" (Die Wahrheit)— das neue Ministerium auch bereits scharf angreift.— Cholera. Aus Hamburg, 24. August, meldet das Wolff'sche Telegraphenbureau: Amtliche Mittheilungen über die Zahl der in den letzten Tagen hier vorgekommenen Er- krankungen und Todesfälle sind noch nicht erfolgt. Die aus privaten Quellen herrührenden Zahlenangaben der Zeitungen weichen stark von einander ab. Die Erkrankten werden durch Krankenwagen sofort in eine besondere Abtheilung des Krankenhauses übergeführt. Die Gestorbenen werden sofort in die Leichenhallen gebracht, die bettessenden Wohnungen werden desinfizirt. Während des Transportes der Kranken und der Leichen durch die Straßen werden die Häuser abgesperrt. Ge stern Abend trat ein Gewitterregen ein, durch den die Temperatur merklich abgekühlt wurde. Dagegen meldet das Depescheubureau Herold: Hamburg, 24. August. Das Austreten der asiatischen Cholera ist nun- mehr amtlich festgestellt. Gestern sind achtzig Todesfälle vorgekommen. Professor Dr. Koch hat die Leitung der Sauitätsmaßregeln übernommen.— Paris, 24. August Aus Rouen werden zwei neue Fälle von choleraartiger Er- krankung gemeldet.— H a v r e, 24. August. Die Doktoren Brouardel und Proust erklären, daß die hier aufgetretene choleraartige Epidemie dieselbe sei, wie die in der Umgegend von Paris herrschende, und voraussichtlich nicht weiter um sich greisen werde. Die meisten Kranken sind bereits wieder hergestellt.— Neichstagswahl in Sngan-Sprottan. Noch ist das Resultat der gestrigen Wahl nicht vollständig bekannt, doch ist eine Niederlage der Freisinnigen bereits zu konsta- tiren. Der konservattve Kandidat v. Klitzing erhielt 6268, der Freisinnige Dr. Müller 4977, der Sozialdemokrat Zubett 1408 Stimmen. Aus etwa 30 Wahlortschasten steht das Resultat noch aus. Jni Februar 1890 erhielt v. Forckenbeck 7677 Stimmen, Der konservative Kandidat 5647, der nationalliberale 305, der ultramontane 814, der Sozialdemokrat 1649. In der Stichwahl wurde v. Forckenbeck mit 10 050 Stimmen gegen 6223 gewählt. Gegenwärtig dürfte es kaum zur Stichwahl kommen und der Konservative gleich im ersten Wahlgange mtt absoluter Majorität gewählt werden. Aber auch wenn der Freisinns-Kandidat mit knapper Roth in die Stichwahl Selangte, nur auf den Schultern der Sozialdemokratie wnte er in den Reichstag gelangen. •) Sprich: mäsong dü pöpl. m i r zu lieb verschont geblieben, und Gott zu danken, izaß nicht ich, sondern nur Schmidt's Mutter und Müller's Braut und fünfzig andere über dieser Liste weinend zusammenbrechen... An» selben Tag erhielt ich wieder von Arno einen Brief: „Gestern gab's einen tüchtigen Kampf. Leider— ! eider eine Niederlage. Aber tröste Dich, meine geliebte Martha, die nächste Schlacht bringt uns den Sieg. Es war dies meine erste große Affäre. Ich stand mitten in dichtem Kugelregen— ein eigenes Gefühl... das erzähle ich niündlich— es ist doch furchtbar: die armen Kerle, die da um einen herum fallen und die man liegen lassen muß, trotz ihres kläglichen Wimmerns.— .c'est la gnerre!" Auf baldiges Wiedersehen, mein Herz." Die Verlustliste hatte schon mehrere Namen von Offi- zieren gebracht, die ich persönlich gekannt hatte. Unter an- deren des EohneS— des einzigen— einer alten Dame, für die ich eine große Verehrung empfand. An jenem Tage wollte ich die Aermste aufsuchen. Es war mir ein peinlicher, schwerer Gang. Trösten konnte ich te doch nicht— höchstens mitweinen. Aber es war eine Liebespflicht— und so machte ich mich denn auf den Weg. Vor der Wohnung der Frau v. Ullsmann angelangt, zögerte ich lange, ehe ich die Glocke zog. Das letzte Mal, Daß ich hierher gekommen, war es zu einer lustigen kleinen Tanzunterhaltung gewesen. Die liebenswürdige alte Hausfrau war damals selber voller Lustigkeit.„Martha", hatte sie mir im Laufe des Abends gesagt,„wir find die beiden beneidens- werthesten Frauen Wiens: Du hast den hübschesten Mann und ich den trefflichsten Sohn."— Und heute? Da besaß ich wohl noch meinen Mann... Wer weiß? Die Bomben und Granaten flogen ja dort unablässig; die letzte Minute 'onnte mich zur Wittwe gemacht haben... Und ich fing vor der Thür zu weinen an.— Das war die richtige Ver- assung für solch traurigen Besuch. Ich klingelte. Niemand !äm. Ich klingelte ein zweites Mal, Wieder nichts. Da streckte Jemand bei einer anderen Flurthür den köpf heraus: „Sie läuten umsonst, Fräul'n— die Wohnung ist leer." VsvksittÄlÄrvittstken.' Delegirtenwahlen für den bevor st ehenden Parteitag. Als Delegirten zum Berliner Parteitage wählte der Partei- tag des Wahlkreises Calbe-Aschersleben den Genossen Greiner- Aschersleben. � � Baden-Baden, 23. August. Die Arbeiterfreundlichkeit des hiesigen Stadtraths hat sich wieder einmal glänzend bewährt. In der am 25. Juli stattgefundenen Volksversammlung wurde laut „Volksfreund" das Bureau der Versammlung beauftragt, eine Eingabe an den Stadtrath zur Errichtung eines Gewerbegerichts zu machen. Gestern wurde demselben mitgetheilt, daß der Stadt- rath in seiner Sitzung am 5. August beschlossen hat, von der Er- richtung eines Gewerbegerichls Abstand �zu nehmen. Der Parteitag der schweizerischen Sozialdemokraten findet zufolge Beschlusses des Parteikomitees am S. und 6. No- vember in Solothurn statt. »« Oesterreich-Nilgarn. Für das allgemeine Wahlrecht machen auch unsere österreichischen Genossen gegenwärtig Propaganda. Am Sonntag fand in Wien eine von sozialdemokratischer Seile einberufene Volksversammlung unter freiem Himmel statt, die von mindestens ö— 6000 Personen besucht war. Berathungsthema bildete die Thätigkeit des Reichsrathes und daß diese nicht eben glimpflich davon kam, liegt auf der Hand. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, in der die'sozialpolitische Thätigkeit des Parlaments für bar jedes volksfreundlichen Zuges erklärt und ein neues, auf Grund des allgemeinen direkten Wahlrechts gewähltes Parlament, das dem dringenden Rufe des Volkes nach politischer und wirthschaftlicher Freiheit Gehör schenke, ge- fordert wird. «» Polizeiliches, Gerichtliches«. -- Mainz, 20, August. In der gestrigen Sitzung der Straf- kammer wurde der Siebmacher Johann Heß aus Worms wegen Gotteslästerung zu einer Gefängnißstrase von 14 Tagen ver- urtheilt. — Halberstadt. Kürzlich wurde von der Strafkammer des hiesigen Landgerichts Redakteur Osterburg von der„Sonn- tags-Zeitung" wegen Beleidigung des Direktors Friedrich Krietsch von der Aktien-Gesellschaft„Wurzener Kimst-Mühlenwerke und Bisquitfabriken" zu 200 M. Geldstrafe eventuell 20 Tagen Gefängniß verurlheilt. Der sich in Nr. 17 genannter Zeitung be- findende Artikel, welcher ursprünglich von der„Wurzener Zeitung" ausgegangen war, kritistrt nachfolgende von der Direktion ge- nannter Fabrik ihren Arbeitern vorgelegte Petition: „'An die König!. Krershauptmannschaft, Leipzig. Die Direktion der„Wurzener Kunstmühlcniverke und Bisquit- Fabriken" vorm. F. Krietsch in Würzen eröffnete den Unterzeich- neten, ihren Arbeitern im Mühlenbetriebe, daß sie uns nach Inkrafttreten der neuen Fabrikordnung nicht wie bisher� wöchent- lich sieben Tage, sondern nur sechs Tage beschäftigen dürfe, aber auch, daß die Direktion nicht in der Lage sei, uns für diesen für uns sehr bedentenden Lohuaussall durch Erhöhung der Lohn- sähe schadlos zu halten. Hierdurch würden wir in große Roth kommen, die wir mit unsere» Familien nicht zu ertragen wissen. Unsere einzige Hoffnung, diese Noth ge- lindert zu sehen, würde die Genehmigung der hohen Kreis- direktion sein, daß unsere Arbeitgeber den Mühlenbetrieb wie seither aufrecht erhalten dürfen. Wir würden dann wenigstens nur mit der Hälfte des uns treffenden sehr hohen Lohnansfalls zu rechnen haben. Hochachtungsvoll(Folgen Unterschristen)." Bei der Verhandlung handelte es sich darum, festzustellen, ob der Entwurf der vorstehenden Petition von Seiten der Direktion oder von den zur Unterschrift aufgeforderten Arbeitern ausgegangen war. Die als Zeugen anwesenden Herren Direktor Krietsch und Obermüllcr Walzer mußten beide zugeben, daß die Petition von der Direktion selbst verfaßt und dann den Arbeitern zur Unterschrist vorgelegt worden war. Natürlich hatten die Arbeiter unterschrieben. Warum, werden sich unsere Leser wohl denken können. Trotz dieser erheblichen Beweisführung sah sich das Gericht dennoch veranlaßt, aus obengenannte Strafe zu erkennen. P. SB., Ndalbertstraße, H. W., Falkensteinstraße und A. Der betreffende Wirth, der den Gummischlauch gegen seine Gäste zur Anwendung bringt, heißt Jablonsky und wohnt Naunynstr. 37. P. P., Schönleinstraße. Wenden Sie sich an den Fach- verein der Maschinisten und Heizer. E., Elisabeth-User 26. Sie geben in Ihrem Schreiben Nicht an, ob Sie irgend einen mündlichen oder schriftlichen Ver- trag geschlossen haben. Um die Sache schneller zu erledigen, sind wir zu mündlicher Auskunftsertheilung bereit. „Wie? ist Frau v. Ullsmann fortgezogen?" „Vor drei Tagen in die Irrenanstalt überführt worden." lud der Kopf war hinter der zufallenden Thür wieder ver- schwnnden. Ein paar Minuten blieb ich regungslos ans demselben lecke stehen, und vor meinem inneren Auge spielten sich die Zzenen ab, die hier stattgefunden haben mochten. Bis zu welchem Grade mußte die arme Frau gelitten haben, bis daß ihr Schmerz in Wahnsinn ausbrach! „Und da wollte mein Vater, daß der Krieg dreißig Jahre währte— für das Wohl des Landes... wie viele solcher Mütter mußten da noch im Lande ver- zweifeln. Aufs Tiefste erschüttert ging ich die Treppe herab. Ich beschloß, noch einen anderen Besuch bei einer be- reundcten jungen Frau abzustatten, deren Gatte gleich dem meinen ans dem Kriegsschauplatz war. Mein Weg führte mich durch die Herrengasse an dem Gebäude— das sogenannte Landhaus— vorbei, wo der „pattiotische Hilfsverein" seine Bureaux untergebracht zatte. Damals gab es noch keine Genfer Konvention, kein„Rothes Kreuz", und als Vorbote jener hnmanen Institutionen hatte sich dieser Hilfsverein gebildet, dessen Ausgabe es war, allerlei Spenden- in Geld, Wäsche, Charpie, Verbandszeug u. s. w. für die armen Verwundeten in Empfang zu nehmen und nach dem Kriegsschauplatz zu befördern. Von allen Seiten kamen die Gaben reichlich geflossen; ganze Magazine mußten zur Aufnahme derselben dienen; und j'aum waren die verschiedenen Vorräthe verpackt und fort- geschickt, da türmten sich wieder neue ans. Ich trat ein; es drängte mich, die Summe, die ich in meiner Geldbörse trug, dem Komitee zu überreichen. Vielleicht tonnte dieselbe einem leidenden Soldaten Hilfe und Rettung bringen— und dessen Mutter vor Wahnsinn bewahren. Ich kannte den Präsidenten.„Ist Fürst C. anwesend? ragte ich den Portier. (Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Inserate über. Große Lassalle- Feier nimmt die Redaktion dem Publikum Sonnabend, den 3. September 1892 gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 25. Auguß Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Das Buch Hiob. - Die Philosophin. Leffing- Theater. Sodoms Ende. Kroll's Theater. Das Glöckchen des Emeriten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Methusalem. Oftend- Theater. Maria Stuart. Bellealliance- Theater. Das kleine Krokodil. Adolph Ernst- Theater. Fräulein Feldwebel. Thomas- Theater. Onkel Bräfig. auf der Berliner Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg, arrangirt vom Sozialdemokratischen Wahl- Verein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Gr. Botal- u. Juftrumental- Konzert unter Mitwirkung von mindestens 200 Sängern des Arbeiter- Sänger- Bundes, unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Apelt. Lebende Bilder( Neue Komposition) gestellt vom Verein für Volksthümliche Kunst, unter Regie des Genoffen Fritz Hansen. Abends: Groker Ball. Anfang des Konzerts Nachmittags 5 Uhr. Anfang des Tanzes 81/2 Uhr. Entree 20 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Billets find in den mit Plakaten belegten Lokalen, sowie in den Zahl stellen des Wahlvereins zu haben. Berl. Sommer- Theater 474/9 ( Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg.) ( Artistischer Leiter: Paul Pauli.) Donnerstag, den 25. August: Letztes Auftreten und AbschiedsBenefiz- Vorstellung der Gebrüder Carl Der Vorstand.. Große Lassalle- Feier arrangirt vom Sozialdemokratischen Wahlverein und Camillo Schwarz. Letztes Auf für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis treten von Miss Elvira. 612 Uhr: Concert, Musikdirektor Rachfall. 71 Uhr: Spezialitäten 1. Ranges. 81/2 Uhr: Zum 19. Male: Die Zillerthaler. Liederspiel von F. Nesmüller mit Ferd. Worms als Gast. 92 Uhr: Specialitäten 1. Ranges. 10/4 Uhr: Grosses Ballet. Prima Ballerina: Marie Ala. Corps de Ballet( 18 Damen). FantochesTheater des Mr. Winn.' Täglich: Grosse Vorstellung. am Sonnabend, den 27. August, in folgenden Lokalen: 1. Zum Schultheiss( Giskeller), Chauffeeftr. 88. 2. Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80-82. 3. Knebel's Salon, Badtr. 58. 4. Jägerhaus, Schönhauser Allee 103. Großes Vokal- und Instrumental- Konzert unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine( Mitglieder des A.-S.-B.). Was Lebende Bilder. Beginn des Konzerts Nachmittags 4 Uhr. Beginn des Tanzes 8 Uhr. Billets sind bei allen Vorstandsmitgliedern, in sämmtlichen Zahlstellen und in allen mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Nachstehende Gefangvereine fingen in folgenden Lokalen: 1. Jägerhaus, Schönhauser Allee: Gefangverein Nord" und Kaiser'scher Männerchor. 2. Knebel's Salon, Badstraße 58: Glück zu", Silaritas" und Gesundbrunner Männerchor. 3. Zum Schultheiss( Eisteller):" Maiglödchen"," Unverdroffen" Siehe Anschlagsäulen. Schluss der und Nordstern". Saison: Sonntag, d. 28. August 1892. " Parteigenollen 424/11 Adolph Ernst- Theater. des 5. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Vorletzte Woche. 3um 68. Male: Fräulein Feldwebel. Gesangsposse in 3 Atten Don Ed. Jacobsohn und W. Mannstädt. Musik von G. Steffens. Anfang 7%, Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Der Sommergarten ist geöffnet. Die in Aussicht genommene Agitationspartie findet am Sonntag, den 28. Angust, am Tage der Lassalle- Feier, ftatt. Treffpunkt: Morgens präzise 7 Uhr, bei Pyrtek, Gipsstraße 3, woselbst noch das Nähere bekannt gegeben wird. Für Schriften ist in ausreichendem Maße gesorgt. Außerdem empfehlen wir den Genossen, sich mit Legitimation zu versehen. In Vorbereitung: Die wilde 332/20 Madonna. Gesangsposse in 3 Atten D. Leon Treptow. Mufit v. G. Steffens. Couplets von G. Görss. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. 200 PassagePanopticum. Neu! Blaue Grotte Die Vertrauensmänner im Einvernehmen mit der Agitations- Kommission. Achtung Bildhauer. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 29. August, Abends 81/2 Uhr, bet Th. Boltz ( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über Gewerbegerichte. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Bemit Waffer, Kähnen u. richt des Delegirten von der Streit- Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. 147/10 Die Kommission der Bildhauer. Beleuchtungseffekten. Meu! Eine Kriminalgeschichte in fieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Bürsten- u. Pinselmacher. Sonnabend, den 27. d. M., Abends 8 Uhr, bei Bolt( fv. Feuerstein), Alte Jakob straße 75: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über die Gewerbeschiedsgerichte. Referent: Kollege Soyka. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen wünscht 97/3 Panoptikum. 7/8 Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Der Einberufer. Deffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 25. August 1892, Abends 7 Uhr, Gratweil's Bierhallen im Saale des Herrn Philippp, Rosenthalerstr. 38, of 1 Treppe. Kommandantenstraße 77-79, Täglich: Auftr. d. GermaniaKonzert- u. CoupletSänger. ( Damen u. Herren.) Wochentag frei. Sonntag Entree 30 Pf. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch, State Bwei Säle B zu Versammlungen und Vergnügungen, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. Viktoria- Brauerei. Lützow Straße 111/112. Tagesordnung: 1. Wie ftellen fich die Töpfer Berlins und Umgegend zum Ausstand der Kollegen in Hennigsdorf?( speziell find diejenigen Rollegen hierzu eingeladen, welche Waare der Hennigsdorfer Fabrik verarbeiten). 2. Der Antrag der Werkstuben- und Scheibentöpfer. 3. Die Zustellung des Fachorgans an jeden dazu berechtigten Kollegen. BF Die Versammlung wird präzise 7 Uhr eröffnet. Bahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet 411/18 Carl Thieme, Ruppinerstr. 4. Lassalle- Feier für Rummelsburg und Umgegend. Am Sonntag, den 28. August, Mittags 12 Uhr: Abmarsch mit Musik 484/14 Im Konzertgarten refp. Saal) von Borchmann's Lokal, Hauptstraße Nr. 11, nach der Köpnicker Haide. ( außer Läglich Sonnabends): Festplatz vor Tabbert's Waldschlößchen. Um recht rege Betheiligung ersucht Das Komitee. Berlags- Buchhandlung des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Folgende Gesetzes- Ausgaben unseres Verlages empfehlen wir zur Anschaffung: Kranken- Versicherungs- Gesch log vom 15. Juni 1883 in der Fassung der Novelle vom 10. April 1892. Mit erläuternden Anmerkungen, einem Anhange, enthaltend: die Ausdehnung der Unfall- und Krankenversicherung, die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen, und das Gefeß über die eingeschriebenen Hilfskaffen, und alphabetischem Sachregister. Preis 1,20 Mr. Taschenformat. dis male Eleg. tart. 285 Seiten. Gesetz, betreffend die Gewerbe- Gerichte. Vom 29. Juli 1890. Mit erläuternden Anmerkungen, einer Uebersicht des Inhalts des Gesetzes und alphabetischem Sachregister. 33 Taschenformat. Eleg. fart. 96 Seiten.- Preis 50 Pf. Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich od 216) vom 21. Juni 1869 in der Fassung des Reichs- Gesetzes vom 1. Juli 1883 und unter Berücksichtigung der durch die Gesetze vom 8. Dezbr. 1884 23. April 1886, 6. Juli 1887 und 1. Juni 1891 eingeführte Aenderungen. mit erläuternden Anmertungen und ausführlichem Sachregister. Zweite, durch die Ausführungs- Bestimmungen des Bundesraths vermehrte Auflage. Taschenformat. Elegant fart. 64 Seiten. Preis 1 M. Verfassung des Deutschen Reichs nebst Wahlgesez für den Reichstag und Wahlreglement. Taschenformat. Elegant fart. 306 Seiten. Die InvaliditätsPreis 30 Pfg. und Altersversicherung der Arbeiter nach dem Reichsgeseh vom 22. Juni 1889 turz und übersichtlich dargestellt. Zum Handgebranch für alle bei der Ausführung des Gesetzes Betheiligten. Mit ausführlichem Sachregister und den Uebergangs Bestimmungen des Gesetzes. 68 Seiten. Preis broschirt 25 Pfennig. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von Auswärts bitten wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages.( Porto extra.) Sonntag, den 28. Auguft: dun 399/18 Lassalle- Feier des Sozialdemokratischen Wahlvereins für den III. Berliner Reichstags- Wahlkreis siim ,, Seeschlösschen"( Friedrichshagen). Entree 10 Pf. Abfahrt 8,02 vom Schlesischen Bahnhof. Entree 10 Pf. Für Nachzügler: 9,04. 10,32. 12,32. 2,32. Chausseestrasse 123. Zahnziehen, Bahnarzt Robert Wolf, Gebisse, Plomben etc. Sprechst. 8-7 Uhr. Fachv. d. Tischler. Berl. Freitag, den 26. August, Abends 81/2 Uhr: Vorstandssitzung bei Norbert, Beuthstraße Nr. 22. Der Vorstand. Große öffentliche Naturheilverein II. Freitag, den 26. d. Mts., Abends 8 Uhr, in der Rosenthalerfraße Nr. 38: Vortrag des Hrn. Heindorf über: Choleralärm. 1661b Gäfte, Damen wie Herren, sehr willfommen. Eintrittspreis für Gäste à Perfon 20 Pf. Um zahlreiches Erscheinen bittet freundlichst Der Vorstand. Versammlung Arbeiter- Sängerbund ber Lohgerber, Lederzurichter u. verw. Berufsgenossen Berlins am Sonntag, den 28. August, Borm. 101/2 Uhr, bei Feinbt, Weinstraße Nr. 11. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Gewerbegerichtswahlen. 2. Wahl eines KandiBerliner Streit Kontrollkommission. Der Einberufer. Stettiner Altenberg's hem. Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.- baten. 3. Bericht bes Delegirten der Sänger. Anstalt, Nene Jakobstr. 9, Brunnenstr. 123, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, 4. Berschiedenes. Stets wechselnd. Potsdamerstr. 57/58, empf. f. 8. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spitzen. 205/16 Programm. Gard., Möbelst. gef. 1 Mt. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,25 t. p. Stück. HerrenAnfang 8 Uhr. Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 tk. an. Reparaturen billigst. Neu! Jede Uhr 2 2646L Sonntags 7 Uhr. Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Platate Berlins und Umgegend. Die Herren Dirigenten laden wir zum Sonntag, den 28. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, im Restaurant Bertules" am Stadtbahnhof Börse zu einer Besprechung behufs Gründung eines Verbandes ergebenft ein. 1658b R. Ziez, Invalidenstr. 129. D. Suchsdorf, Hochstr. 29. 13 Achtung, Töpfer! 448/18 Auf dem Bau des Töpfermeisters unter Garantie Gust. Schmidt( Dreier), Müllerstr. 162, toftet bei mir haben die Kollegen wegen Nichts zu repariren ( außer Bruch) 1,50 Mk bezahlung des Lohntarifs die Arbeit Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. niedergelegt. Spezialität: Porträts bewährter sozialistischer Führer( Lasalle, Kleine Reparaturen entsprechend billiger. größtes Lager, v. 7 M. Marx. A.) in Bigarrenspiken, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Uhren, Gold- u. Silberwaaren an, auch Theilzahlung, Manschettenknöpfen, Stöcken, Brochen. Büften. En gros. En détail. a. b. Dranienplay, Hof Keller. H. Hoffmann. Eisbein, Schweinsköpfe, Pfund Kinderwagen Oranienstr. 3 im Korbgeschäft. 7206 2274 L B. Günzel, jeht Lothringerstr. 53, am Rosenthaler Thor. C. Wunsch, aunty. 38, 20 B. bei Nonn, Stalizerstr. 199, Verantwortlicher Redakteur:( J. B.) Max Held in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2, 1660 b Hierzu eine Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 198. Donnerstag, den A3. Angnst 189I. 9. Jalfrg. Lolinles. Neber die Zustände in der königlichen Charitee bringt die letzte Nummer der„Deutschen medizinischen Wochenschrift" einen Artikel ihres Redakteurs, des Geh. Sanitätsraths Doktor Euttmann, der uns ein grauenvolles Bild davon giebt, wie jenes Institut seinen Zwecken, darunter dem der Förderung der medizinischen Wissenschaft entspricht oder vielmehr nicht entspricht. Wir lassen den Artikel folgen: „Die Erkenntniß der Krankheitsursachen, die großen Fort- schritte auf dem Gebiete der Gesundheitspflege und in fast allen Zweigen der medizinischen Wissenschaft und Praxis haben einen vollständigen und zwingenden Umschwung im Bau und in der Einrichtung unserer Krankenhäuser vollzogen. Eine wenig rühmliche Ausnahme macht unser größtes Krankenhaus, die Charitee, welche die Mehrzahl unserer klinischen Universitäts-Jnstitnte und das pathologische Institut um- faßt. Nicht nur in unserer Fachpresse und in den Tageszeitungen, sondern auch in vielfachen Berichten an die medizinischen Fachblätter des Auslandes sind diese Verhältnisse Gegenstand abfälliger Beurtheilung gewesen. Diese Mißstände sind oft und eingehend auch in unserer Wochenschrift beleuchtet worden, und wenngleich es gerade kein angenehmes Thun ist, so oft Gerügtes zu wiederholen, so erfordert es doch die große Wichtigkeit der Sache, so lange darauf zurückzukommen, bis die nothwendige Remedur geschaffen ist. Die allgemeinen Krankenhäuser sind in unserer Zeit auch die wichtigsten Einrichtungen der öffentlichen Gesundheilspflege, weil sie. zweckmäßig eingerichtet, die Ausbreitung epidemischer Krank- heilen verhüten, und weil die Zahl Derer stetig wächst, welche im Falle der Erkrankung auf die Hospitalpflege angewiesen sind. Wie eine tadellose Verwaltung und das ärztliche Eingreifen, bilden auch die äußeren Verhältnisse, unter welche wir die Kranken zu bringen haben, einen Faktor von mindestens gleicher Wichtigkeit. Wie sich diese äußeren Verhältnisse in der Charitee gestalten, wollen wir, ohne dieselben'eingehend zu erörtern— es ist dies ja oft genug geschehen— in einzelnen Zügen markire». Die Charitee ist im Wesentlichen, und ab- gesehen von dem vortrefflich eingerichteten Institut für In- fektionskrankheiten und dem ebenfalls in den letzten Jahren er- bauten Kinderpavillon, ein Komplex von alten Gebäuden, deren bauliche Zustände völlig ungeeignet, und deren hygienische Ein- richtungen, trotz der hier und da angebrachten Flickerei, für ein Krankenhans geradezu verwerflich sind. Neben dieser hygienischen Unzulänglichkeit tritt noch ein Moment in den Vordergrund, das für sich allein schwerwiegend genug wäre, um mit diesem Gebäudekomplex, der als eine wenig angenehm berührende Tradition der modernen Fürsorge für das allgemeine Wohl gegenübersteht, schnellstens aufzuräumen— ich meine den Umstand, daß das Kranken- Hans auch in anderen wichtigen Beziehungen de» baupolizeilichen An- forderungen kaum mehr entspricht. Allein der sorgsamen Verwaltung ist es zu danken, daß wir bisher nach dieser Richtung hin vor Schlimmerem bewahrt worden sind. Alle Sorgsamkeit jedoch kann bei den vorhandenen Zuständen zu Schanden werden. Die Charitee ist in der Regel mit 1K00— 1700 Kranken be- legt, eine Zahl, die, abgesehen von den heutigen Forderungen an die hygienischen Einrichtungen, mit den verftigbaren Räumen im vollsten Widerspruche steht, und sachentsprechend aus 1200 oder noch weiter beschränkt werden müßte. Auch die gewissenhafteste Verwaltung, und diese wird anerkanntermaßen in vollstem Um- fange der Charitee zu Theil, kann die daraus erwachsenden Schäden nicht hintanhalten, deren Schilderung wohl überflüssig ist. In einem diesen Krankenräumen ebenbürtigen Zustande, der für sich den Ninischen Unterricht an, Krankenbett fast un- möglich macht, befinden sich auch die Auditorien. Ueber die Räume der Laboratorien thut man am besten, zu schweigen. Wie soll mit solch' unzulänglichen Mitteln der klinische Unterricht gedeihen? Die moderne Medizin bedarf für die Lösung chrer Aufgaben auch der modernen Hilfsmittel. Soll Berlin, dieses Hauptzentrum im Gange der neuen Eroberungen, durch Nicht- bewilligung der nöthigen Mittel aufgehalten werden? In dem baufälligen pathologischen Institut, woselbst sich die von Virchow angelegte pathologisch- anatomische Sammlung be- findet, eine Sammlung, die ihresgleichen in der Welt sucht, ist *3 kaum möglich, die für den Unterricht nothwendigen Präparate übersichtlich zu placiren, das Gros ist derart untergebracht, daß die großen Aortheile, welche derartige Präparate den Lernenden bieten, denselben entzogen sind, abgesehen von der Gefahr, dieser Präparate durch die Baufälligkeit und Feuergesährlichkeit verlustig Zu gehen. Durch die mangelhaften Zustände in dem Charitee- Krankenhause ist der bedeutsame Schritt auf dem Wege der Re- form, durch welche die Aufgaben der Klinik der Praxis näher ge- bracht werden sollen, lahm gelegt. Würde es nicht auch an- gemessen sein— und dem Vernehmen nach sollen diesbezügliche Verhandlungen schweben— unsere musterhaften städtischen Heil- anstalten auch für den Universitäts- Unterricht in der einen oder anderen Weise nutzbar zu machen? Die Pflicht sowohl der staat- stchen wie der städtischen Verwaltung ist in dieser Richtung um fo zwingender, als ja unter allen Kundigen nicht der geringste Zweifel besteht, daß die klinischen Anstalten Berlins auch ihrer Zahl nach für die praktische Ausbildung der vielen hiesigen Medizin- Studirenden nicht ausreichen, eine Thatsache, auf welche auch die zahlreichen Klagen z. B. des deutschen Aerzte- tages über die praktische Unzulänglichkeit der medizinischen Schulung zu einem nicht geringsten Theile zurückzuführen sind. Die hier gerügten Zustände sind offenkundig; unsere Finanz. läge, mag sie auch gegenwärtig nicht günstig sein, darf solchen Uedelständen gegenüber nicht angerufen werden, am wenigsten Zu einer Zeit, wo es noch möglich ist, 57 Millionen aus dem letzten Ertrag der Zölle den Kreisen und Gemeinden zu über- weifen. Es giebt kaum eine andere Universitätsstadt, deren klinische Einrichtungen nicht entsprechend der fortschreitenden Er- kenntniß ausgestattet sind; mögen endlich Stadt und Staat zu- sammenwirken, um in Berlin gedeihliche Zustände zu schaffen und die Hauptstadt des Deutschen Reichs auch, wozu sonst ja alle Voraussetzungen vorhanden sind, zu einem Bororte der medizini- Ichen Ausbildung zu machen." So Sanitälsrath Dr. Guttmann, der Vertreter der Wissen' fchast.— Abgesehen von einzelnen Neuschöpfungen„ein Komplex von alten Gebäuden, deren bauliche Zustände völlig ungeeignet, und deren hygienische Einrichtungen, trotz der hier und da an- gebrachten Flickereien, für ein Krankenhaus geradezu verwerflich sind"— 16- bis 1700 Kranke, wo blos 120» untergebracht sein sollten— Auditorien und Laboratorien unzulänglich zum klini- fchen Unterricht— baufälliges pathologisches Institut, in dem eine Sammlung von für die Wissenschaft hervorragendstem Werthe, -die in der Welt ihres gleichen sucht", so untergebracht ist, daß alle durch sie möglichen Vortheile„den Lernenden entzogen werden" u. s. w. u. s. w.: Das ist eine von berufener Seite kommende Kritik, die für sich selbst spricht. Hier, wo es sich um das leibliche Wohl der Menschheit handelt, wo es sich darum handelt, die sich mit diesem Wohl beschäftigende Wissenschaft zu Unterstützen, sie in jeder Beziehung zu fördern, da ist kein Geld vorhanden, da thut man nichts zur Besserung. Auf der anderen Seit« arbeitet man aber eifrig und mit Dransctzung riesiger witmmen oh der Verfeinerung militärischer Einrichtungen, die im Interesse von Kultur, Fortschritt und Wissenschaft besser unterblieben. Wir können nur im Namen der leidenden Menschheit und im Namen des Fortschritts in der Wissenschaft verlangen: Fort mit solchen jämmerlichen Ein- richtungen, wie sie Dr. Guttmann schildert, und an ihrer Stelle her mit einem Institut, das in allen seinen Theilen den neuzeitlichen Anforderungen von Heilkunst und medizinischer Wissenschast entspricht i Die Beamten-Vereine lösen nun schon seit einer Reihe von Jahren nach ihrer Art gewaltig an der sozialen Frage herum, und in erster Linie muß es sich dabei die bekannte Botschaft Wilhelm's I. gefallen lassen, von diesen Vereinen als Richtschnur ihrer Bestrebungen bezeichnet zu werden. Eine besondere Art dieser Beamtenvereine ist der Berliner Osfizierverein, dessen Ge- schäftsgebahren den hiesigen Uniform-Schneidern erst ganz kürzlich Anlaß zu öffentlichen Erörterungen geboten hat. Der genannte Verein hatte es als der Weisheit letzten Schluß erkannt, daß bei den von ihm ausgegebenen Lieserungen nur noch an den Ar- beits löhnen gespart werden könne, und hatte dementsprechend auch die Löhne der Uniformschneider bemessen. Dem denkenden Arbeiter wird einleuchten, wohin solche „sozialen Reformen" führen. Eugen Richter's Spar-Agnes ist solchen Vereinen gegenüber das reine Waisen-Mädchen. Wer in Zukunft billig seine Uniform kaufen will, der handelt und schachert nicht mehr mit dem Kleiderhändler, sondern tritt dem Osfizierverein als Mitglied bei, und falls er hier keine Aufnahme findet, wendet er sich an einen der zahlreichen Be- amtenvereine, die in Berlin und in anderen Städten bestehen und vor allen Dingen darauf Bedacht nehmen, für ihre Mit- glieder die sämmtlichen Bedarfsartikel möglichst billig zu be- sorgen. Ob der Arbeiter dabei zu kurz kommt, interessirt die Herren Beamten und die Beamtenvereine nicht; für sie scheint die soziale Frage, natürlich auch im Sinne der vorerwähnten Allerhöchsten Botschaft, gelöst zu sein, wenn die Beamten durch Vermittelung des betreffenden Vereins ihre Bedürfnisse zu billigen Preisen befriedigen können. In diesem Sinne arbeiten bereits gegenwärtig in Berlin und außerhalb hunderte von Vereinen und theilen in ausführlichen Rcchnungs- Abschlüssen einander mit, was sie bei billigen Ein- kaufspreisen für ihre Mitglieder erspart haben. Daß die Er- sparnisse größten t Heils Lohnabzüge sind, die den Arbeitern gen» acht werden, ahnen die Herren Beamten schwerlich. Bei den Offizierunisormen ist diese That- fache zuerst öffentlich in die Erscheinung getreten und besprochen worden, und ganz ähnlich steht es mit allen anderen Gebrauchs- gegenständen, zu deren Herstellung menschliche Arbeit direkt oder indirekt verwendet wird? Kaufen die Herren Beamten billiger, so können sie das nur, indem sie die Löhne drücken, anders wer- den sie wohl billigere Preise schwerlich erzielen. „Aber wir wollen ja nur den faulen Zwischenhandel besei- tigen, der viele Prozente für sich einstreicht, ohne den Werth der Waare zu erhöhen," so hören wir manchen brav gesinnten Be- amten sagen, der vielleicht, weil früher selber Arbeiter, noch gar- nicht ernstlich daran gedacht hat, daß er die Arbeiter bei seinem Vereins- Sparsystem schädige. Nun, es mag ja in einzelnen Fällen vorkommen, daß ein Kaufmann von seinem Verdienst einige Prozente bei den Beamten-Bereinen einbüßt, aber auf die Dauer ist das einfach n i ch t m ö g l i ch. Da der Händler Unternehmer ist, so wälzt er alle Unkosten, wenn er sie vom Käufer nicht bezahlt bekommt, aus den Arbeiter direkt oder indirekt ab. Was will es denn bedeuten, wenn einige Beamten-Vereine in entfernten Gegenden des Reiches, z. B. in den Reichslandcn, gröbere Mengen an Lebensmitteln einkaufen und um einen etwas geringeren Preis als die dortigen Kaufleute an ihre Mitglieder abgeben? Gewöhnlich rührt dieser billigere Preis daher, daß diese Beamten-Vereine von ihrer Behörde protegirt werden, daß man ihnen Lagerräume und dergleichen unentgeltlich ge- währt. und daß, wenn sie sich eigene Verkaufs- kokalitäten beschassen, diese mit weniger Komfort auS- gestattet sind, als die der anderen Verkäufer. Es kann ja ausnahmsweise einmal ein Händler oder ein Monopol- Inhaber den Preis für den einen oder anderen Bedarfsartikel übermäßig in die Höhe treiben, aber das sind und bleiben Ans- nahmen, die noch' keineswegs das Dasein von Vereinen recht- fertigen, die auf ein stetes Herunterdrücken der Preise halten. Dieses Bestreben der Beamtenvereine ist ein für die Ent- Wickelung unserer sozialen Verhältnisse besonders bedenkliches, vor dem wir bei Zeiten warnen wollen. Diese Preiserfparnisse an Gebrauchsgegenständen werden nach den anerkannten wirthschaft- lichen Gesetzen den Arbeitern vom Lohne abgezwackt, und wenn diese Thatsache in Zukunft erst öfter, wie beispielsweise beim Osfizierverein, nachweisbar wird, so wird diese Vereinsmeierei der Herren Beaniten anstatt zum sozialen Frieden, zu einem sehr heftigen sozialen Kriege führen, der von dem Arbeiter, welcher hierbei um seine Existenz kämpft, mit größter Erbitterung ausgefochten werden wird. Wir rathen zum Frieden! Mögen alle diese Beamten- und sonstigen Ersparungs-Vcreine sich überlegen, daß systematische ?Zreis-Herabsetzu»gen unfehlbar auch systematische Lohndrückereien ür die Arbeiter im Gefolge haben. Geht dies Ersparungssystem der zahlreichen Beamten-Vereine so sorl, so ist der Tag nicht fern, wo sie den Arbeitern als deren gefährlichste wirthschaftliche Gegner und Feinde gegenüberstehe» werden. Wir glauben bis jetzt noch nicht, daß dies die Absicht der Beamten-Vereine ist, aber der von ihnen eingeschlagene Weg kann leicht dahin führen. Deshalb beherzige man bei Zeiten unsere Warnung. Lohnrcduktionen sind jetzt in den industriellen Etablissements wieder an der Tagesordnung. An Arbeitskräfte» ist eben kein Mangel und so weiß der Fabrikant, daß er seinen Leuten schon etwas bieten kann. Dieselben müssen sich wohl oder übel aller- Hand Abzüge gefallen lassen, denn sie wissen genau, daß ihnen auf jede Beschwerde die Antwort zu Theil wird: Wenn Ihnen das nicht paßt, so können Sie ja gehen, ich bekomme Ersatz so viel ich immer haben will. Und das ist leider auch der Fall, denn die beschäftigungslose Rescrve-Armee ist so groß, daß für jeden frciwerdenden Arbeitsplatz sofort Dutzende von Bewerbern vorsprechen. Nicht nur, sdaß heule die große Arbeitslosigkeit de» Fabrikanten zu Nutze kommt, sie haben sich auch noch eine Fabrikordnung zugelegt, die ihnen alle Rechte einräumt, während sie den Arbeitern nur Pflichten auserlegt. In den Fabrikordnungen spielt die Kündigungsfrist eine so große Rolle, daß man meinen sollte, es sei wenigstens nach dieser Richtung hin Licht und Schatten gleichmäßig vertheilt. Wenn man aber näher zusieht, dann be- nierkt man erst, daß auch hier mit zweierlei Maaß gemessen wird und daß der Arbeiter eigentlich vogclfrei ist, denn bei der kleinsten Kleinigkeit droht dem Arbeiter die sofortige Entlassung. In einer hiesigen Lampenfabrik wurde einem Arbeiter an- gekündigt, daß er sich für eine Lieferung von je 100 Stück seiner Waare einen Abzug von 1 M. gefallen lassen müsse, sonst— Entlassung. Das hätte pro Woche einen Lohnausfall von 6 M. bedeutet. Ter Arbeiter wartete die Entlassung nicht ab, sondern legte aus freien Stücken die Arbeit nieder, da der Lohn ein auch nur auskömmliches Dasein nicht ermöglichte. Vorher waren aber noch Nachforschungen angestellt worden, wer dem Arbeiter die Mittheilung von dem reduzirten Akkordlohn gemacht hatte. Als das ermittelt war, wurde der betreffende Arbeiter sofort entlassen, die Fabrikordnung gestattet das. Das„Ausrangiren" älterer Arbeiter ereignet sich jetzt eben- falls sehr häufig, da muß immer die gegenwärtige schlechte Ge- schäfslage herhalten. In einer Kartonsabrik in der Feilnerstraße war ein Arbeiter dreißig volle Jahre beschäftigt. Er hatte in der Fabrik seine Lehrzeit durchgemacht und war dann während 27 Jahren dem Geschäft treu geblieben. Seit langen Jahren bezog derselbe einen Wochenlohn von 15 M. Als er einmal un« eine geringe Zulage anhielt, wutde ihm bedeutet, daß das nicht angängig sei, wenn er mehr verdienen wolle, möge er nur seine Frau mitarbeiten lassen, sie sei stark und kräftig genug. Seit der Zeit aber scheint man stets in der Furcht gelebt zu haben, daß sich das Gesuch um eine Zulage wiederholen werde. Deshalb mußte der„schlechte Geschäftsgang" herhalten, denn der Arbeiter erhielt jetzt seine Kündigung. Jüngere Arbeitskräfte sind zur Genüge vorhanden und an denen spart der Fabrikant pro Kopf noch 3 Mark, denn dieselben er- halten nur 12 Mark Wochenlohn. Aehnlich geht es in allen Betrieben zu: der Arbeiter schlecht bezahlt und der famosen.Fabrikordnung" unterworfen, der Unternehmer lediglich aus seinen Vortheil bedacht, stets das eigene„Ich" in den Vordergrund drängend. Es gehört ein ge- höriger Posten Optimismus dazu, wenn sich heute noch einige Politiker hinstellen und uns lange Predigten halten über das gute und herzliche Einverständniß zwischen„Kapital und Arbeit". Sie können sich ihren Sermon ruhig sparen, denn auf diesen Leim kriecht wirklich kein Arbeiter mehr. Ueber die Gehaltsverhältnisse der„hohen" und „höheren" Gemeindebcamten deutscher Städte macht die „Deutsche Gemeinde- Zeitung" beachtenswerthe Mittheilungen, denen folgende Zusammenstellung entnommen ist: Die Gehälter betragen in Mark: Oberbürgermeister: Berlin 301100. Frank- furt a. M. 26 000, Breslau 25 000, Magdeburg 23 000, Köln 20 000, Düsseldorf 13 000, Elberfeld 18 000, Stettin 16 500, Königsberg 15 500, Bannen 13 500, Aachen 12 000, Krefeld 11500 und Wohnung. Erste Beigeordnete bezw. in Städten mit Magistrats- Verfassung Zweite Bürgermeister: Berlin 18 000, Frankfurt a. M. 13 500, Magdeburg 12 500, Breslau, Leipzig, Altona 12 000, Köln 9500, Düsseldorf 9000, Barmen 8500, Dortmund 8400. Nächst höchst besoldeter Beigeordneter bezw. Magistratsmitglied ausschließlich der Stadt-Bauräthe und Stadt-Schulräth«: Berlin 12 000, Frankfurt a. M., Breslau 10 000, Altona 9000, Magdeburg 8600, Köln, Dresden 8100, Leipzig 3000, Stadt-Bauräthe Köln 19 000 und 9000, Berlin 18 000 und 15 000, Frankfurt a. M. 12 000 und 10 000, Elberfeld 10 000, Magdeburg 9500, Barmen 9000. Breslau 3700, Dortmund 8400, Leipzig 8100 und 7300, Aachen 8000 und 6000, Altona, Essen 7500. Düffeldorf 6900 und 6000, Krefeld 6900, Stadtschulräthe: Berlin 12 000 und 10 000, Magde- bürg 9600 und 8200, Elberfeld 9000, Breslau 3400. Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerks-Direktoren: Berlin Oberdirektor 12 500,(W.) 15 000,(G.) 13 600, Magdeburg(G. SB.) 13400, Köln(G. E. W.) 12 000, Breslau(G. SB.), Elberfeld(G. SB.), 10 000, Düsseldorf(G. W.) 9400, Leipzig(G.) 9300. Dresden(G.) 9025, Dortmund(W.) 9000, Elberfeld(E.) 7000, Breslau(E.) 6500. Bau-Jnspektoren: Berlin 7300—6600, Frankfurt a. M. 7800 bis 5100, Köln 7600 bis 9600, Magdeburg 6500 und 5000, Breslau 0000 bis 5000, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Altona, Dortmund. Krefeld 5000. Brand- direktoren: Köln(auch Fuhrpark) 9025, Breslau 8400, Magde- bürg 6240, Leipzig 5700, Dresden 5120, Frankfurt a. M. 4950, Altona 4350. Stadtschul- Inspektoren: Frankfurt a. M. 8000, Altona 7500. Köln 7500 und 6400, Barmen 7000, Berlin 6900 bis 6000, Düsseldorf 6400, Krefeld 6300, Dresden 6000, Breslau 5300. Schlacht- und Viehhof- Direktoren: Leipzig 5950. Köln 5300, Magdehurg 5500, Frankfurt a. M. 5100, Elberfeld, Essen 4500, Dortmund 3900, Düsseldorf 3500 und Wohnung. Garten- Direktoren: Frankfurt a. M. 5600, Magdeburg 5000, Köln 4800, Leipzig 4475, Aachen 4000, Dresden 3920. Direktoren der Statistischen Aemter: Berlin 7500, Breslau 5700, Dresden 5300, Leipzig 4800, Frankfurt a. M. 4600. Magdeburg. Altona 3600, Köln 3500. Stadtreutmeister, Rendanten der Stadthaupttasse: Köln, Aachen 7000, Berlin 6000, Frankfurt am Main 5600, Essen 5400, Breslau 5250, Düsseldorf, Elber- feld 5000, Altona 4530, Magdeburg 4350, Krefeld 4000. Sparkassen- Rendanten: Berlin 6000, Köln 5300, Dresden, Düffeldorf 4700, Breslau 4650, Elberfeld. Dortmund 4500, Magdeburg 3075, Barmen 3000. Bureaudirektoren, Erste Stadtsekretäre: Berlin 7500 und 6000, Frankfurt a. M. 6100, Crefeld 6000, Aachen 5600, Breslau 5450, Düsseldorf, Altona 5000, Elberfeld 4700, Barmen, Dortmund, Essen 4500. Köln 4000. Vorsteher der Geometer-Bureaus. Stadt-Geometer: Berlin 7800. Frankfurt a. M. 6100, Essen 5000, Breslau 4550, Düsseldorf, Elherfeld, Dortmund 4200, Magdeburg, Crefeld 4000, Köln 3800. Eine Znsammen- und Gegenüberstellung der Gehälter und Löhne der stadtischen„nnteren" Beamten und Arbeiter mit den vor- stehenden dürste nicht ohne Interesse sein. Vielleicht findet sich auch hierzu die„Deutsche Gemeinde-Zeitung" bereit. In der Berliner Aktiengesellschaft für Eisengießeret und Ntaschinenfabrikation in Charlottenburg wurde am Dienstag Nachmittag 3 Uhr der Arbeiter E. Höhne, welcher mit Schleifen von Gußtheilen beschäftigt war, durch das Platzen der Schmirgelscheibe von drei Stücken schwer verletzt. Dieselben flogen den» Arbeiter an Brust, Kopf und Kinnlade mit solcher Wucht, daß derselbe einige Schritte zurücktaumelte und zu Boden gestürzt wäre, wenn nicht ein Kollege den Zusammenbrechenden aufgefangen hätte. Per Krankenkorb wurde der Verunglückte nach dem Krankenhaus in Moabit transportirt. Die Aerzte vermochten nicht, sofort über die Schwere der Verletzungen Auskunft zu geben, jedenfalls wird Höhne wochenlang auf dem Krankenlager zubringen müssen, wenn anders seine vollständige Genesung über- Haupt zu erwarten ist. In der Fabrik sind Unfälle ähnlicher Art schon wiederholt vorgekommen, es ist aber davon nie etwas in die Oeffent- lichkeit gedrungen. Ter vorstehend geschilderte Unfall ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß an der Schmirgel- fcheibe jegliche Schutzvorrichtung fehlte. Eine vorschriftsmäßig angebrachte Schutzkappe hätte das Unglück verhindern müssen. Weshalb dieselbe nicht angebracht war, ist nicht unsere Sache zu untersuchen: es ist aber Faktum, daß in verschiedenen gewerb- lichen Etablissements über die Arbeiter eine größere Kontrolle herrfcht, als über die Schutzvorrichtungen, welche an den Maschinen angebracht sein solle». Die„Sparsamkeit" spielt da eben eine große Rolle,— so groß, daß derselben«in Menschen- leben ohi� weitere Gewissensskrupel geopfert wird. Die Herren Aktionäre, welche ihre 16—17 pCl. Dividende vergnügt schmunzelnd einstreichen, sind vielleicht mit einer solchen Spar- samkeit nicht ganz einverstanden. Sie haben sich aber um Nichts weiter zu bekümniern, sie bezahlen ihre„Leute" und denen liegt die Verantwortlichkeit ob. Der Aktionär ist immer und ewig der Mann ohne Obligo. Zwei Opfer unserer sozialen Verhältnisse. Der Schlosser Hermann M. war schon längere Zeit arbeitslos und auf die Unterstützung Anderer angewiesen, wie das meistens der " Gerichts- Beitung. Ueber die bei vielen Betheiligten noch unklare Frage, Fall ist, wenn burch Entziehung der Arbeitsmöglichkeit einem faal" und bestieg in Begleitung einer Dame" meine Droschke. Arbeiter sein ohnehin tärglicher Verdienst genommen wird. Um Nach verschiedenen Irrfahrten", die sich selbstverständlich bis ihm diefe nothwendige Unterstützung angedeihen zu lassen, ent- auf den Thiergarten ausdehnten und in der Karlstraße enden wendete seine Braut, die bei einer alten Dame als Gefell- sollten, hatte diefer Herr heimlich meine Droschte verlaffen. Die schafterin fungirte und deren eigene Einkünfte wohl äußerst Dame" stieg in der Karlstraße aus und grüßte nach der leeren wie, wo und wann der Chef eines kaufmännischen Geschäfts geringe waren, ihrer Brotherrin fieben Mark; wie nach Droschke hinein mit den Worten:„ Nun adieu, mein geliebter seinen Angestellten fündigen kann, giebt Dr. jur. M. Haase in ben obwaltenden Umständen anzunehmen ist, in der Hoffnung, das Hugo, nun leb' wohl und fomme gut nach Hause! Morgen Abend seinem Buch Der Handlungsgehilfe und fein Chef" manche Geld wieder an feinen Ort zu gelegener Zeit zurücklegen zu sehen wir uns wieder, hörst Du, geliebtes Rind, nicht vergessen!" praktische Aufklärung. Das Dienstverhältniß zwischen einem fönnen. Die Entwendung wurde aber entdeckt und, während die und zu mir gewandt fagte fie: Rutscherchen, fahren Sie Prinzipal und einem Handlungsdiener fann von jedem Theile Frau fich zur Polizei begab, um die Frevlerin anzuzeigen, ver- ben Herrn nach dem Oranienburger Thor!"- nachy't Dranien mit Ablauf eines jeden Kalendervierteljahres nach vorgängiger ließ diefe ebenfalls die Wohnung und begab sich zu ihrem burger Thor?" fragte ich und warf zufällig" einen prüfenden sechswöchentlicher Kündigung aufgehoben werden, falls nicht tonBräutigam. Beide fuhren hierauf in den Grunewald. In Blick in das Innere meiner Droschte. Wen denn? G3 fist ja trattmäßig ein anderer Kündigungsaft festgesezt ist. Die Kün der Nähe Zehlendorfs mietheten sie sich ein Boot, um an- Keener mehr brinn!" Und flugs war ich auch vom Bod, die digung muß flar und deutlich eine wirkliche Auflösung des Ver schein end auf einem der kleinen Seen des Grunewalds eine Kahn- junge Dame", welche sich schleunigst verziehen" wollte, fest am hältnisses als beabsichtigt erkennen lassen und ferner so einpartie zu machen. Der Bootverleiher bemerkte nach einiger Arme padend und in zwar energischer aber höflicher Weise mein gerichtet werden, daß fie der andere Theil auch wirklich bis zu Beit, wie das Boot herrenlos von ben Wellen dahin- Fahrgeld fordernd. Daß diefelbe fich dagegen nicht schlecht der festgefeßten Zeit erhält. Eine richtig gekündigte Stellung getrieben wurde. Er ruderte hin und fand nur die fträubte, ist wiederum selbstverständlich, und wollte sie mich denn hört stets 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember Süte und Schirme der verschwundenen Infassen. Vorgestern auch wieder nach dem Thiergarten zurückschicken, um den aus 6 Uhr Nachmittags, auch nicht um 12 Uhr Nachts, sondern auf und zwar nicht, wie manchmal angenommen wird, um fischte man die Beiden als Leichen aus dem Wasser. Sie waren gerückten Fahrgast zu suchen. Daß ich mich hiergegen erklärte, Abends, bezw. Nachmittags zu derjenigen Stunde, zu der mit einem Strict zusammen gebunden, während des Mädchens ist abermals selbstverständlich, und so blieb ihr denn schließlich Hände noch besonders gefesselt waren, wahrscheinlich um ihr, der nichts anderes übrig, als ihre Börse wenigstens um 2 Mark zu erfolgen pflegt. Die Berechnung der Gwöchentlichen Frist ist in Schwimmkundigen, jedweden Rettungsversuch in den Momenten erleichtern. Da dies aber Alles noch nicht 30g", mußte ich mit, " " " an anderen Tagen der Schluß Des Geschäfts zu der Todesangst unmöglich zu machen. In einem Brief an einen Mittel und Wege suchen, um meinen Ausrücker zu ermitteln. der Weise vorzunehmen, daß mindestens 42 volle Tage zwischen Freund theilte der bedauernswerthe junge Mann diefem Dies ist mir denn auch nicht so schwer geworden. Denn wie ich der Kündigung und der Entlaffung liegen müffen. Hiernach find daß sie Beide den Tod gesucht, weil sie bie hörte, foll es einen größeren Droschtenfuhrwerts: bie Kündigungstermine zu den vier Kalenderquartalen nicht, wie bevorstehende Schande nicht ertragen tönnten. Es enthüllt sich Besitzer geben, ber den obigen Beinamen führt. Ich begab man oft irrthümlich hört, der 15. Februar, der 15. Mai, ber hier vor unseren Augen ein soziales Nachtbild, wie es die heutige mich denn auch zu diesem hin und traf ihn gerade auf dem Hofe Schaltjahr der 18. Februar), der 19. Mai, der 19. Auguft und 15. Auguft und der 15. November, sondern der 17. Februar( im Zeit nicht ein, nicht hundert, nein tausend Mal zeitigt, nur mit an, als er mit einem Rutscher wegen zu geringen Verdienstes zur ber 19. November. Bis zum Ablauf dieser Tage eine früher dem Unterschied, daß es einmal erkannt und so und soviel Mal Abwechslung ein wenig Krach machte. Nachdem ich ihm mein nicht verstanden wird. Es war die wirthschaftliche Misere, die Begehr vorgetragen und ihm seinen Sechsdreierschirm" zurück erfolgte Kündigung schadet natürlich nichts muß gefündigt das Mädchen veranlaßte zu der kleinen Unregelmäßigkeit, und gegeben hatte, der zu meiner Sicherheit" in meiner Droschke fein. Ein weitverbreiteter Irrthum ist die Annahme vieler Hand die es darum vor jedem anständigen Menschen entschuldigt. zurückgeblieben war, gab er mir den Rest des Fahrgeldes, worauf lungsgehilfen, daß der Chef verpflichtet ist, ihnen während der Wann wird die Welt, die solches zeitigt, zu Grunde gehen? ich meiner Wege ging. Zeit nach der Kündigung denjenigen Urlaub zu gewähren den fie zur Erlangung einer anderen Stelle brauchen. Eine solche Der Verwaltungsbericht des Berliner Polizeipräsidiums Wegen schwerer Urkundenfälschung und wegen Betruges Verpflichtung des Chefs besteht gefeßlich nicht, vielmehr ist der beschwert sich über die Gleichgiltigkeit und Paffivität des Publikums ist eine gewisse Katharine Jackson, angeblich die Wittwe eines Handlungsgehilfe in dieser Beziehung nur auf den guten Willen bei der Nachforschung nach Berbrechern; aber er giebt mit feinem Wort russischen Titular- Raths, verhaftet und mit ihr ein Agent Grün- des Chefs angewieſen ſofern eine solche Verpflichtung an die Gründe dieser Gleichgiltigkeit an. Unser Publikum so span. Beide stellten sich dem Inhaber eines großen Lofales vor, einem Orte nicht etwa durch Handelsgebrauch eingeführt ist. schreibt in Bezug hierauf ein Korrespondent der Pos. 3tg." und zwar G. als ein Grieche Santarelli, die J. als eine Prin ist im Ganzen der Meinung, daß die Polizei mehr in der Aus- zessin Eveline de Wsevolonsky, die ein Engagement als Konzertübung ihrer Machtvollkommenheit als im Dienste der Bürger fängerin fuche. S. bestätigte, daß die Dame Prinzessin sei und ihre Aufgabe erblicke. Das Auftreten der unteren Polizeibeamten ließ durchblicken, daß sie mit dem russischen Raiserhause verwandt unterstützt vielfach diese Auffassung. Dieser Tage wurde an fei. Der Lotalbesitzer glaubte, daß eine Prinzeffin eine bedeutende einer Straßenecke hier ein siebenjähriger Knabe von einem Anziehung ausübe, engagirte die W. für 400 m. monatlich, was Schlächterwagen überfahren. Nach einer Stunde fam ein Schutz in feinem Verhältniß zu ihren Leistungen stand, und diese unter mann in die Wohnung der Eltern des Kindes, erfundigte sich schrieb auch als Prinzessin 2. den Kontraft. Eine Modistin, die nach der Wahrheit des der Polizei schon mitgetheilten sich durch den Umstand, daß die Dame fich als Prinzessin W. Vorfalls, und als ihm diese bestätigt wurde, sprach er ge- vorstellte, verleiten ließ, der Bestellerin auf Kredit ein Kostüm laffen: Denn is et man jut; sonst steht et nämlich morgen anzufertigen, ist ebenfalls geschädigt worden. in de Zeitung un wir wissen nischt von" Sprachs und ging von dannen. Die Elteru waren verblüfft; sie hatten erwartet, daß der Schuhmann die Person des Ueberfahrers festzustellen suchen würde. Das Vorkommniß ist charakteristisch für die Art, wie manche niedere Polizeibeamten die Pflichten ihres Berufs auffaffen. Etwas von dieser Auffassung tritt bei den meisten Berührungen des Publikums mit der Polizei an den Tag, und die schematische Gewohnheit der Polizeiorgane erhöht die Un bequemlichkeit, die dem Bürger beim Verkehr mit ihnen erwächst. Aber auch den weiteren Vorwurf erhebt der kleine Mann öfter gegen die Polizei, daß sie ausgesetzte Belohnungen zumeist derart vertheile, daß fie nur ihre Beamten berücksichtige. Es wäre doch wünschenswerth, wenn die Polizei von solchen Klagen der Bürger Notiz nähme und nicht einseitig Vorwürfe gegen das Publikum machte, das an sich und im eigenen Intereffe ficher den Wunsch hegt, die Ermittelung von Verbrechern zu erleichtern. Eine Auflage wegen Anfreizung zu Gewaltthätigkeiten beschäftigte gestern wiederum die zweite Ferien- Straftammes biesigen Landgerichts I. Angeklagt war der Zimmerer Karl Geffroy. Derselbe nahm am 7. Mai v. J. an einer Mit gliederversammlung der Freien Vereinigung der Maurer Berlins" Theil, in welcher die Ablehnung einer Petition dieser Vereinigung durch die Stadtverordneten- Bersammlung auf der Tagesordnung stand. Der Angeklagte, welcher das Wort ergriff, soll sich nach den Aufzeichnungen des Polizeilieutenants Leifterer wie folgt geäußert haben: Auf den Staats- und Kommunal bauten werden die Arbeiter am schlechtesten bezahlt, Der bekannte alte spanische Schwindel ist wieder einmal das fehe man ant 100 Reichstagsbau, die Arbeiter versucht worden. Eine hiesige Firma hat der Kriminalpolizei ein darben und die Maurerpoliere mit goldenen Uhren umher franzöfifches Schreiben aus Balladolid übergeben, in dem mit- laufen. Aber es werde der Tag kommen, wo die Arbeiter getheilt wird, daß ein spanischer Zahlmeister fich mit seiner Re- den Kapitalisten die Thüren so einrennen werden, daß bei ihnen gimentstasse von 300 000 m. dem Revolutionstomitee zur Ver- Seulen und Zähneklappen eintritt. Der Angeklagte bestritt bie fügung gestellt habe. Nach der Verhaftung des Komitees habe ichtigkeit der polizeilichen Aufzeichnung und behauptete, daß er er flüchten müssen und das Geld bei Berlin vergraben. Nach nur von dem Augenblicke gesprochen, wo die Arbeiter fefter Das Reisegeld schiden wolle, folle feine Tochter nach Berlin kommen energischer zum Bewußtsein bringen würden. Der Gerichtshof der Rückkehr sei er ebenfalls verhaftet worden. Wenn die Firma organisirt sein und den Kapitalisten alsdann ihre Wünsche und die Aufbewahrungsstelle des Geldes, in das man sich theilen tam nicht in die Lage, den Sachverhalt weiter zu prüfen, er wolle, zeigen. sprach vielmehr den Angeklagten aus formellem Grunde frei, weil er mit dem Rechtsanwalt Morris der Ansicht war, daß der 130 hier nicht zutreffe, weil 3 sich um die Privatversammlung eines gefchloffenen Vereins handele und daher das Requisit der Deffentlichkeit fehle. Soziale Neberlicht. durch Wie Todt aufgefunden wurde vorgestern früh 6 Uhr in dem Hotel Kulmbacher Hof, Tauben- Str. 40, der Regierungsbaurath Otto Braunschweig aus Karlshof bei Tarnowiz. Er war hier am 22. d. M. um 11 Uhr Abends eingetroffen und, nachdem er sich sein Zimmer bestellt hatte, noch ausgegangen. Als er später nach Jufolge des amtlich kouftatirten Auftreten der Hause kam, fuchte er fein Bimmer auf und muß beim Auskleiden afiatischen Cholera in Hamburg ist angeordnet worden, das vom Schlage getroffen worden sein. Der hinzugerufene Dr. Wegner fämmtliche von Hamburg bezw. Altona in Berlin per Bahn ein- fonnte nur den bereits eingetretenen Tod feststellen. Die mittreffende Gepäckstücke einer sorgfältigen Desinfektion an Ort und geführten Sachen find polizeilich sicher geftellt worden. Ein Ge Stelle unterzogen werden. Die Maßregel ist seit dem heutigen rücht, wonach Baurath Braunschweig Hand an sich selbst gelegt Zage auf dem hiesigen Lehrter Bahnhof in Kraft getreten. Handbiener! Kollegen Charlottenburgs! Alle Berufe, In mehreren amtlichen Blättern der an Berlin grenzenden habe, entbehrt nach dem ärztlichen Befund jeglicher Begründung. ob gelernte oder ungelernte Arbeiter, vereinigen fich, um geKreise finden wir heute folgende Bekanntmachung: Trotzdem die Ein Revolver Attentat auf einen Droschkenkutscher meinsam ihre wirthschaftliche Lage zu berathen, die Mängel und Bekanntmachung wegen Desinfektion" fast täglich veröffentlicht verursachte vorgestern Nachmittag in der fünften Stunde in der Schäden, welche vorhanden sind, der Deffentlichkeit bekannt zu wird, die große Size und die feineswegs zu unterschätzende Dresdenerstraße großes Aufsehen. Der Kaufmann Biernabt, Mit geben und gemeinsam, Giner für Alle, und Alle für Einen" Choleragefahr, welche von Often droht, zur peinlichsten Sauber- inhaber der Firma Biernaht und Tamke, Annenstraße 48, hatte einzutreten. Kollegen! Hausdiener und Berufsgenossen! Jeder teit in Haus und Hof mahut, so werden die bezüglichen Vor- die Droschte II. Klasse Nr. 5070 benugt und war mit dem Rutscher von Euch wird zugeben, daß wir gegenseitig einander völlig fremd fichtsmaßregeln im Ganzen und Großen nur fäumig befolgt. Es wegen des Fahrpreises in Streit gerathen. Er ließ in der find, da wir noch nicht einmal den Verfuch gemacht haben, näher wird deshalb darauf aufmerksam gemacht, daß neben empfind- Dresdenerstraße Nr. 64 halten, rannte in sein zwei Minuten aufammenzutreten. Kollegen, find wir nicht daffelbe wie jeder licher Bestrafung ohne vorherige Androhung fofort awangsweise entfernt liegendes Geschäft, holte einen Revolver und kehrte eiligst andere Arbeiter? Plagen wir uns nicht auch Einer wie der Herstellung eines geordneten Zustandes erfolgt und den wieder zur Droschte zurück. Als er in Schußweite war, richtete Andere vom frühesten Morgen bis in die finkende Nacht, ohne revidirenden Beamten geeignete Persönlichkeiten beigegeben find, er die Waffe auf den Droschkentutscher und feuerte zwei Schüsse irgend welche geregelte Mittagszeit oder sonstige Ruhepause u welche unverzüglich mit Desinfektion oder Reinigung beginnen ab, ehe ihn Jemand daran verhindern konnte. Glücklicher Weise haben? Kollegen, wer von Euch fann denn, nachdem er fech und solche auf Kosten der Säumigen ausführen.“ gingen beide Schüffe febt, fie trafen das Leder der Droschte und Tage ununterbrochen gearbeitet hat, am fiebenten Tage ruben? zertrümmerten eine Scheibe. Wie behauptet wird, soll Biernaht Was erhalten wir für unsere ausgedehnte Arbeitszeit für einen Trotz der großen Site, so lesen wir in der Bolts- 3tg.", in einem Anfall von Geistesstörung gehandelt haben; er wurde Lohn? Reicht das, was unsere Arbeitgeber uns als sogenannten scheinen doch einige der Berliner Schulleiter noch nicht zu der sofort verhaftet. Lohn" zahlen, aus, um den theuren Lebensunterhalt zu be rechten Einsicht über rechtzeitigen Ausfall des Unterrichts gelangt fireiten? Sind wir nicht zum größten Theile auf fogenannte zu sein. Herr Schulinspektor Haase z. B. ließ am Mittwoch, an Gärtnereibesigers Bullrich in Bankow gehörigen, neu angelegten von Guch unter den Bestimmungen der Gefinde- Ordnung, eine Tod des Seiltänzers Kroll. Auf einer zum Terrain des" Trinkgelder" angewiesen Steht nicht noch ein großer Theil bem heißesten Tage des ganzen Sominers, an der 82. Gemeindeschule in der Thurmstraße, den Unterricht nicht um 11 Uhr aus- und noch ungetauften Straße hatte vor einigen Tagen die Seil- Gefeße, das Guch zu Staatsbürgern zweiter Klaffe degradirt, bas fallen, sondern behielt die Kinder sogar bis nach 12 Uhr da, um anderen produzirte sich hier auch der Seiltänger Kroll aus Weißen- strast wird, Euch verpflichtet, jedem Verlangen, auch wet, ,, mit der Revision schnell fertig zu werden". Daß die Kinder natürlich wenig zu Tage förderten, ist selbstverständlich, aber der fee, von welchem in der Weißenseer Kindermordaffäre seiner Zeit es von den Familienangehörigen des Brotherrn" gestellt wird, viel die Rede war. Borgestern in der Schlußvorstellung arbeitete ohne Herr Schulinspektor muß es ja wissen! Herr Rektor Brüning Kroll mit seinem noch unerwachsenen Sohne Hermann am fliegenden Polizei zur Widerspruch jeben nachzukommen, Euch Arbeitsstelle zurückführen zu lassen? von der 185. Gemeindeschule( Bremerstraße) ließ sogar am Montag Trapez, als plöglich auf einen Ruck das eine Seil riß. Da fein tönnen wir alledem abhelfen? bie Kinder besonders, welche infolge Ueberfüllung der Schule, davon eh unter dem Trapez angebracht war, stürzten Vater und Sohn wir nichts. Der Einzelne fann erst etwas erreichen, wenn er sich Kollegen! Vereinzelt find betroffen werden, bis 1 Uhr unterrichten, denn auf dem Amts: Netz zimmer war es ja noch nicht heiß genug! Man sollte doch auf die gepflasterte Straße nieder, wobei der Erftere derartig auf ans Ganze angeschlossen hat und auf die hinter ihm stehende meinen, diese Herren nähmen etwas mehr Rücksicht auf die armen laffte und der Lod, wie ärztlicherseits festgestellt wurde, durch wir einen Verein für Hausdiener und Berufsgenossen Charlotten den Kopf fiel, daß die Mittelnahr des Schädels weit auseinander Organisation hinweisen kann. Also darum, Kollegen, gründen Kinder. Vielleicht hilft es, wenn ihre Namen einmal veröffent- cinen Bruch des Genics sofort eintrat. Der Sohn ist mit nur burgs, treten wir zusammen, um uns im Falle der Krankheit Die Schulpafchas sollten in diesen heißen Zagen den Unter- unerheblichen Verlegungen davongekommen, er wurde noch vor- oder Stellenlosigkeit zu unterstützen. Versuchen wir den Arbeitsgestern zu feiner Mutter nach Weißenfee gebracht und gestern nachweis felbst in die Hand zu nehmen, damit unsere Kollegen richt auch Vormittags ausfallen laffen. Wenn fie später am ormittag erschien er wieder in Bankow bei der Zeiche feines nicht ferner den Salsabschneidern, den Inhabern von Vermiethungs, at Religionsunterricht und patriotischem Klimbim sparen, holen fie Baters, der in der neuen Kirchhofshalle daselbst aufgebahrt ist. Tomptoiren, die ihnen den letzten Groschen aus der Tasche preffen, das Bersäumte sehr leicht ein. Tauffeier im Gefängniß. Das Kind des Raubmörder in die Hände fallen. Treten wir zuſammen, um uns weiter zu Eine wohlverdiente, derbe Büchtigung erhielt vorgestern paares Ernst Ruttle und Chriſtiane Schütt aus Rünenie i en bilben und gegenseitig aufzuklären. Thue ein Jeder feine Schuldig Nachmittag im Müggelſchlößchen ein etwa zehnjähriger Junge- Comtag il der Sites von einer Hirschkuh, einer zahmen freilich. Der Junge hatte das Sonntag Vormittag 11 Uhr in der Kirche des Moabiter Unterfeit, verlasse sich nicht Einer auf den Anderen, frisch ans Wert. -Jeder Hausdiener ist hiermit zu der großen öffentlichen Ver fuchungsgefängnisses durch den Anstaltsprediger Bark getauft Thier, welches ohne Scheu im Reſtaurant und in der Haide worden. Einige Lage vorher hat sich Ruttle bas Rino in Sprech fammlung eingeladen, welche Freitag, den 26. Auguſt, in umberläuft und den Gästen aus der Hand frißt, andauernd geneckt, und ehe er fichy's verfah, erhielt er von demselben mit immer des Gefängnisses ansehen dürfen. Das Kind wird noch Gambrinus- Brauerei in Charlottenburg stattfindet. Alle Anfragen sind zu richten an einige Zeit mit der Mutter im Untersuchungsgefängniß verbleiben Der Borderpfote eine fräftige Ohrfeige, ein Vorgang, welcher im und später in die Armenpflege der Stadt Köpenick gelangen. Gine Paul Nebas, Hausdiener, Lützenstr. 9. Garten nicht geringe Heiterkeit hervorrief. Dortfelbft sind Entscheidung des Kaisers über Begnadigung der Schütt ist noch neben Hausthieren gezähmte Nebe und Hirsche seit Jahren nicht getroffen worden. Eine recht troftreiche Zusicherung will der Obermeistet beständig zu finden. Dieselben stellen sich meist im der Sattler- Innung, Robau, von dem deutschen Raiser erhalten haben. Winter, vom Hunger getrieben, ein. In der Regel Wegen versuchten Mordes ist der Arbeiter Friedrich Wie der genannte Innungsführer nämlich bei der Eröffnungs werden sie den Winter über dort behalten und bei Eintritt der Brauer, der am 21. August seinen Sohn Wilhelm mit einem feier des VII. deutschen Sattlertages in Breslau den dort er wärmeren Jahreszeit mit einem Halsband versehen wieder in Dolchmesser in den Unterleib schwer verlegt hat, verhaftet worden. fammelten Zunftbrüdern mittheilte, habe„ Se. Maj. der Kaiſer den Wald hinausgelassen. Mit der oben erwähnten Hirschkuh ihm( dem Redner) die Versicherung gegeben, daß das Handwerk war es im vorigen Jahr ebenso gemacht worden, beim Heran Bolizeibericht. Am 23. d. M. Nachmittags stürzte auf dem wieder zu der Blüthe gelangen müsse, wie vor dem 30jährigen nahen des Winters fehrte sie aber wieder in ihre alte Heimath Neubau Bethanien- Ufer 8 der Arbeiter Emil Bogel infolge eines Kriege. An diesem Fürstenworte sei festzuhalten. Se. Majestät aurück, diesmal jedoch nicht allein, sondern in Begleitung eines Fehltritts von einem etwa sechs Meter hohen Gerüst herab und werde es zu erfüllen strebeu". fleinen Hirsches, und in diesem Jahr ist das Thier gar nicht erlitt bedeutende Verlegungen am Kopfe und am Unterschenkel, Die verfammelten Pferdeschuster haben diese Mittheilung mit mehr davongegangen. Den Besuchern des Müggelschlößchens so daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden einem fräftigen Hurrah begrüßt, trogdem aber scheint unter den hat das zutrauliche Geschöpf schon viel Vergnügen bereitet. mußte. In der Nähe der Herkulesbrücke sprang Abends ein Surrabschreiern felbst der Glaube an die Kobau'sche Zukunftsmufit Mann in den Landwehrkanal, wurde jedoch noch lebend aus dem tein allzu fester zu sein. Wie man nämlich dem Berichte ber Ein fouderbarer Durchbrenner. Ein originelles Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht. An der Ecke Streuzzeitung" über den Sattler- Tag" entnehmen kann, flang aus ben Abenteuer, welches der Droschfentutscher Georg Martmann der Strelitzer- und Anklamerstraße wurde ein Beamter von einem Neben der Debatte wiederholt der Ton heraus: Es sei zu be zu bestehen hatte, schildert uns derselbe in Folgendem: E3 war großen Hunde umgerannt und erlitt burch den Fall einen Bruch flagen, daß die modernen Meistersöhne sih nicht mehr bem vor ungefähr 8 Tagen, als ich in der Nacht mit meiner 34- bes Handgelenks.- A13 am 24. d. M. Morgens der obdachlose Handwerk des Baters zuwenden, sondern irgend einem Studium, gemachten II. Güte" an dem„ Coursaal" stand. Mit einem Konditor Frizz Dix in einem im ersten Stock des Hauses Schilling- fowie der andere:" Dem Volke muß die Religion erhalten Male höre ich einige Kollegen die Worte rufen:„ Du, Fettnäse, straße 20 belegenen Geschäftslokal bei einem Diebstahl betroffen bleiben." wo willst Du hin? Doch nicht etwa nach dem Coursaal"?" wurde, sprang er aus dem Fenster auf den Hof hinab und erlitt Wer soll da die zukünftigen Meister ehren? Wenn bie Diese Worte schienen einem feingekleideten Herrn zu gelten, der dadurch außer einer Verstauchung des Fußes anscheinend schwere Meisterföhne an die zukünftige Blüthe des Handwerks" glaubten, mit einer jungen Dame" in dem Hausflur des„ Coursaal" stand. innere Verlegungen. Er wurde nach der Charitee gebracht. Derselbe Herr tam nach etwa 1/2 Stunden aus dem Cour- Am 23. d. M. fanden drei kleine Brände statt. licht werden! würden sie wohl schwerlich dem väterlichen Berufe den Rücken tehren, zumal die Aussichten, durch irgend ein Studium zu einer ( 701) pigi ( 463) J, 000( pi) Versammlungen. eine Brotftelle zu kommen, auch immer windiger werden. Daß die Versammlung sämmtlicher Uhrmacher in Gratweil's Bierhallen diese Firma gegenüber der ihr gestellten Alternative bontottirt zu Phrase von der Religion, die dem Boite erhalten bleiben muß, hingewiesen hatte, gab derselbe bekannt, daß die Lokalkommission werden oder die den Schneidern aus den bekannten Differenzen in der„ Kreuzzeitung" ganz sozialdemokratisch nur mit" wieder zum Wintervergnügen Feuerstein's Festsaal gemiethet habe, womit erwachsenen Unkosten diesen zu erstatten, fich für das Letztere gegeben ist, ist natürlich einer von den Streichen des Druckfehler sich die Versammlung einverstanden erklärte. Die nächste Ver- entschieden habe. Herr Dahlmann gab dann die Abrechnung Teufels, der auch so fromme Blätter wie das Junter- Organ einsversammlung findet am Sonnabend den 3. September im der Kommission für die Aufbringung der Delegationsunkosten für eines ist, mit seinen Heimsuchungen nicht verschont.. Vereinslokal Wienicke, Alte Jakobstraße 83, statt. den Halberstädter Kongreß. Gin vorhanden gewefenes Defizit ist danach durch Niederschlagung der Schuld durch den Kreditor, Deffentliche Versammlung der in Holzbearbeitungs- ben Fachverein, als gedeckt zu betrachten. Nach Erledigung Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten dieser Angelegenheit entspann sich eine lebhafte Debatte über die Dogarbeiter Charlottenburgs. Sonntag, den 21. Auguft, Organisation im Tapeziergewerbe Berlins. Herr Wachsen lagte in der Gambrinusbrauerei eine öffentliche Versammlung fonstatirte, daß nach der Versammlung vom 2. März, welche mit zum Zwecke der Errichtung einer Filiale des Zentralverbandes großer Mehrheit sich für Zentralisation aussprach, weder die obiger Branche( Sib Bremen). Genosse König hielt einen Bor- Filiale des Zentralverbandes noch der Fachvevein Ju einer zahlreich besuchten Versammlung des Wahl- rag über das Thema:" Nußen der Zentralisation". Derfelbe Stärkung erfahren hat. Das sei traurig, wenn man in Betracht vereins für den 4. Berliner Reichstags- Wahlteis( Often) sprach setzte die Vorzüge eines Zentralverbandes auseinander, als da find: ziche, wie viel schon von den Errungenschaften des 86er am Dienstag Reichstags- Abgeordneter Auer fiber: Staats: Wanderunterſtüßung, Herbergswesen, Arbeitsnachweis und Rechts- Streits verloren ist. Die Löhne sind mächtig herabgegangen und sozialismus und Sozialdemokratie. Der Redner verwies zum schuh. Er betonte, daß es nothwendig fei, nicht nur national, die neunstündige Arbeitszeit auch nicht mehr überall vorhanden. Eingange feiner Ausführungen auf die unseren Lesern bekannte fondern international fich zu zentralisiren, um so mehr, als das Da wäre es denn an der Zeit, eine Stärkung der Organisation Presfehbe, welche durch einen Artikel Vollmars in der revue Unternehmerthum es ebenso hält, wenn es gilt, den Arbeitern anzubahnen. Wenn sich die Kollegen wenigstens einer der beiden bleue" hervorgerufen sei. Der Vortragende erklärte, fein Urtheil entgegenzutreten und ihre Organisationen zu zerstören. Er Vereinigungen anschließen würden! Herr Neumann erklärt, über diesen Streit abgeben zu wollen, wenn aber Bollmar sich forderte die Anwesenden auf, fich der Zentralisation anzuschließen. fich von den ewigen persönlichen Streitereien in der gewertschaftbaüber beschwere, daß man ihn auf die Angaben gegnerischer An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Fischer, Koboldt lichen Organisation abgestoßen zu fühlen. Herr Hartich Blätter hin, ohne Vorbehalt in der Parteipreffe angegriffen habe, und Sutter. Letzterer forderte die Kollegen auf, das Boltsblatt" wandte sich scharf gegen einen seiner Kollegen, der in so erscheint Redner diese Beschwerde nicht ohne fachliche Bech 20 Kollegen in die" Liften einzeichnen. Die Wahl des Vor- Bureau hält. Herr Feder stellte sich auf den Standpunkt der zu lesen und nicht den„ Lokal- Anzeiger". In der Bause ließen der Seidelstraße auf bes Border auf eigene Fauft gründung. Was nun den Staatssozialismus anbelange, so ergebe fich ftandes ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Gimes; 2. Bor- Lokatorganisation und bemerkte, daß seiner Meinung nach aus der literarischen Fehbe der letzten Wochen um dieses Wort, fibender: Brunk; 1. Kassirer F. Schulz; 2. Kassirer: F. Volk- nicht die Hauptsache sei, daß die Kollegen überhaupt organisirt daß fast Jeder, der dazu Stellung nehme, etwas anderes mann; 1. Schriftführer: Lutter; 2. Schriftführer: Gantschow. find, sondern daß das Wie" der Organisation die hervorragendste darunter verstehe. Redner ist der Ansicht, daß man am besten Revisoren: Fremer, Schulz und Kroll. Mit der Mahnung, Bedeutung habe. Er halte die lokale Organisation für die beste zu einem flaren Urtheil fomme, wenn man scharf unterscheide für den Verband zu agitiren, schloß der Vorsitzende die gut be- und allein existenzberechtigte, und bekämpfe darum den Verband. zwischen Arbeiterschutz und Verstaatlichung. Ersterer habe mit fuchte Versammlung. Es sprachen dann noch Nietisch und Friedmeier, Lezterer dem Staatssozialismus nichts zu thun, Testere erweise sich aber für den Verband eintretend. Der vorgerückten Zeit wegen wurde der Schluß der Debatte angenommen und der Vorsitzende Wachsen als der in der Praxis verbleibende Kern. mit der Einberufung einer Versammlung betraut, die in etwa 14 Tagen stattfinden und als Hauptpunti der Tagesordnung die Besprechung der Organisationsfrage haben soll. ( Advokatur), der = Cha ein Arbeitsnachweis mit Es In einer Versammlung desAllgemeinen Arbeiterinnnen Wing besAffge Die Forderung nach Verstaatlichungen und, was wohl in Vereins Berlins und Umgegend sprach am 21. August Herr Die Forderung nach Berstaatlichungen und, was wohl in Dr. med. Gommerfeld über: Cholera." Redner betonte unter diefelbe Reihe gehörte, Inanspruchnahme staatlicher Hilfe für die Anderem, daß Reinlichkeit die Hauptsache sei, damit die Krant Arbeiter habe von jeher einen Blaz in der sozialdemokratischen heit sich nicht weiter verbreite; und empfahl den Anwesenden Agitation eingenommen. Redner verweist auf Lassalles 100 Millionen- nur abgekochtes Wasser und abgekochte Milch zu trinken. Er Die Gold- und Silberarbeiter und Berufsgenossen und Forderung zur Errichtung von Produktiv- Genossenschaften; der Kern dieser Forderung sei später in das Eisenacher und das erntete für seinen lehrreichen Vortrag großen Beifall. Zur Dis Genoffinnen wählten am 28. b. M. in öffentlicher Versammlung Gothaer Programm übernommen worden. Auch das Erfurter tuffton legte Herr Oges dem Referenten die Frage vor, ob die nach einem Vortrage des Genossen Reßler über GewerbeProgramm fordere die Verstaatlichung des Rechtsbeistandes Cholera nur in der warmen Jahreszeit auftritt? Herr Sommer: gerichte den Kollegen Robbenau als Kandidaten für die bevorfeld antwortete: Die Jahreszeit sei gleich, daß sie aber im stehenden Gewerbegerichts- Wahlen und nahm hierauf den Bericht Arbeiter Versicherung, der ärztlichen Hilfeleistung 2c. Noch viel weiter gehen theilweise unfere aus Arbeiterwohnungen washalb gerade bei den Arbeitern die Cholera entgegen, welcher gleichzeitig eine Uebersicht über das Ergebniß Sommer stärker auftrete. Frau Gubela sprach über die schlechten des Delegirten zur Streit- Kontrollkommission, Kollegen Faber, ländischen Genossen. Speziell gelte dies von der schweizerischen leichter ausbreche, fie bezeichnete ein Haus in der Stromstraße, der Markensammlung zum Bortrag brachte. Die Versammlung Sozialdemokratie. Das entscheidende Merkmal für die Sozialdemokratie in ihrer wo die Polizei der darin wohnenden Familie gestattete, sofort au faßte einstimmig eine Resolution, in welcher sie sich mit der bisStellung zur Verftaatlichungsfrage jei aber von jeher gewesen ziehen. An der Debatte betheiligen fich noch Gülzer, Bernstein herigen Thätigkeit der Streit- Kontrollkommission einverstanden und müsse auch heute und für alle Zukunft bleiben, daß die Ber- und Kranert. Hierauf machte die Bevollmächtigte befannt, daß erklärte, Staatlichung im Interesse der betheiligten Arbeiterschaft unter de- am 6. September die Generalversammlung stattfindet und am Zu einer am 23. August stattgefundenen öffentlichen mokratischen Garantien und nicht aus fistalischen Gründen oder 10. Septeinber das Stiftungsfest. Nach Schluß der Versammlung Bersammlung aller in Buch, Steindruckereien zur Stärkung der reaktionären Staatsgewalt erfolge. 2o letteres folgte ein gemüthliches Beisammenfein. und Schriftgießereien fungirenden Hilfs der Fall, müsse unsere Partei und das habe sie bisher auch In der am Dienstag, den 23. d. M. stattgehabten arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigte man sich mit : überall gethan- jich den Verstaatlichungsversuchen widersetzen. Mäntelnäherinnen- Versammlung stimmten die meisten Redner einem Vortrag des Genoffen Millarg über GewerbegerichtsSier liege auch der Puntt, wo die Stellungnahme Bollmar's dem Bortrage der Frau Wächter bei. Ergänzend fügte Frl. Wahlen. Derselbe war leicht faßlich und wurde eine solche sei, bei der ihm kein Sozialdemokrat folgen tönne. Baader hinzu, daß es durchaus nothwendig, die Fabrik- Inspet großem Beifall von der Versammlung aufgenommen. Bollmar meint, daß die Entwicklung der Verhältniffe tion auf die Haus- Industrie auszudehnen. Ein Beispiel trasfesten entspann sich nun eine sehr erregte Debatte zwischen den in Deutschland längst jede Gefahr, welche aus einer Benüßung Mißstandes, welches jedoch nicht vereinzelt dastehe, anführend, Buchdruckern Herren Silberberg, Faber und Hilger einerseits und des Staatssozialismus zu machtpolitischen Zwecken entstehen befundete Rednerin, daß die Arbeiterinnen, welche theilweise die den Hilfsarbeitern Herren Mahle, Jahns, Bleich, Dicks, fowie. fonnte, beseitigt hat." Hier trage Bollmar einen Optimismus Waaren anfertigen, die das Kleider- Geschäft Weberstr. 10 Frl. Fiesel und Frau Hagemann andererfeits, und zwar aus zur Schau, den der Bortragende nicht theilen zu können erklärt, zum Verkaufe stellt, in einem Kellerraum arbeiten müßten, dessen dem Grunde, weil die Buchdrucker glauben, die Hilfsarbeiter und und von dem er glaubt, daß er in der Gesammtpartei nur auf Tageslicht größtentheils durch künstliche Beleuchtung ersetzt Arbeiterinnen bei Gewerbestreitigkeiten vertreten zu können. ein ungläubiges Kopfschütteln stoßen werde. werde, von geregelter Arbeitszeit sei dort überhaupt keine Dieses wurde aber mit Entschiedenheit von diesen zurückgewiesen Freilich, ein Verbrechen, das mit dem Ausschluß aus der Nede, da oft Abends 9 Uhr noch gearbeitet werde. Pfeiffer und forderte man eigene Bertreter, da nach statistischem Material Partei bestraft werden müffe, wie ein solcher Borschlag thatfäch wies auf das Antischwiggefeß hin, welches in Kürze in Amerika bie Silssarbeiter und Arbeiterinnen eine Gesammtzahl von lich schon gemacht ist, sei das Vollmarsche Urtheil nicht. Das in Kraft tritt, und auf Erfolge der Agitation englischer 2700 Personen repräsentiren, mithin mindestens 2 Vertreter au felbe sei grundfalsch, aber wo bleibe das Recht der freien Kollegen, laut welcher die von Behörden zu vergebenden Arbeiten beanspruchen haben. Die Buchdrucker hingegen verzeichnen eine Meinungsäußerung, wenn jedes falfche Urtheil mit dem nur an solche Unternehmer gegeben werden sollen, die eigene Bahl von 5500 Personen und haben hierzu 5 Bertreter zu wählen. Ausschluß aus der Partei gefühnt werden foll! Betriebs- Werkstellen haben. Dem entgegengesetzte Zustände Die Versammlung faßte hierauf den Beschluß, eigene Kandidaten. Redner erklärt, er habe teine Veranlassung, Bollmar zu ver- machen sich bei uns bemerkbar. Die Inhaber der Firma aufzustellen. theidigen, aber man müsse anerkennen, daß derselbe ein äußerst Oppenheim, Gollani u. Comp. find Willens, wie das Nachdem Genosse Millarg das Schlußwort gesprochen und begabter und rührige: Parteigenosse sei, der es allerdings liebe, Gerücht verlautet, ihre eigenen Werkstellen aufzugeben, zur Aufstellung der Kandidaten geschritten werden sollte, ftellte mit der Deffentlichkeit zu foquettiren, früher als Radikaler, jest jedenfalls um als gemäßigter Sozialdemokrat, als welcher letztere er ihm( Auer) entgehen. Genannte Firma hat jedoch in Amerika Werkstellen lung keine Kandidaten aufzustellen, und zwar wegen mangelhaften den Chikanen der exekutiven Behörde zu Kollege W. Fabrowsky den Antrag, in der heutigen Versammsympathischer sei und zwar darum, weil er an Bollmar's eingerichtet, in denen ca. 5000 Arbeiterinnen beschäftigt find; nur Besuchs. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und die Raditalismus nie geglaubt habe. Der springende Punkt, so er- die Stoffe werden dorthin geschafft, da seit Annahme der Mac Sache bis zu der am 11. September stattfindenden Bersammlung flärt Auer zum Schluß, fei Bollmar's Richterkennen einer Ge- Stinley- Bill auf Einfuhr fertiger Waaren ein enorm hoher Boll vertagt. Nachdem der Vorsitzende Herr Jahns die Anwesenden fahr bei den Berstaatlichungsbestrebungen des heutigen Staates, liegt. Ad. Schulz verurtheilte das Verhalten vieler Kolleginnen, gebeten hatte, für die nächste Versammlung recht rege zu agi welche Ansicht wir auf keinen Fall zu der unferigen machen die wohl einmal Bersammlungen besuchen, dann denselben fern tiren, um nicht wieder unverrichter Sache von dannen zu gehen, dürfen, da wir sonft eher zu einem autoritär- staatssozialistischen bleiben, forderte gleich der Referentin und den Vorrednern zu wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlossen. als zu einem fozialdemokratischen Gemeinwesen gelangen würden. regerer Betheiligung und nothwendigem Anschluß an die Organi In der hierauf folgenden Distusfion erklärt zunächst Genosse fation auf, geißelte das Berhalten des Schneiders Maaß, der Neumann, Staatssozialismus gäbe es überhaupt nicht, da der seinen Arbeitern und Arbeiterinnen mit der Preßplante zu Leibe Staat, wie er heute bestehe und Sozialismus zwei unvereinbare geht, und dieselben die Treppen hinunter zu werfen droht, außer Dinge seien, weshalb er es nicht einsehen könne, warum man der Frage bem am Zahltage den Arbeitenden anheimgiebt, sich an seine eine so große Bedeutung beilege. Genoffe Rob. Schmidt meinte, Frau zu wenden, und zuzusehen von derselben Geld zu bekommen, wir hätten uns wohl vor der Seichtigkeit, nicht aber vor dem da er die Betreffenden nicht engagirt habe. F. Schwarz be Radikalismus Vollmar's zu hüten. Ihm seien radikalere Gerichtete über dem ähnliche Zustände und noch schlechtere Behand= Hoffen lieber als die gemäßigteren. Im Uebrigen stimunt er mit lung der Arbeiterinnen, welche beim Schneider Schönau eristiren Auer darin überein, daß Arbeiterschutzgesetzgebung 2c. nichts mit follen. 3 an der erwähnt des allgemeinen Entrüftungssturmes, der Staatssozialismus gemein haben und daß Bollmar's Verkennung in den Heihen der Zwischenmeister ausgebrochen war, zur Zeit, da der Gefahr an der ganzen Sache das Schlimmste sei. Durch 2. Manheimer verschiedene größere Wertstellen einrichtete, Verstaatlichung einzelner Industriezweige könne der heutige Staat wogegen die Zwischenmeister als Geschädigte protestirten und nur gestärkt werden, und so lange wir uns vor der Ausbeutung petitionirten. Ferner theilte Redner mit, wie stürmisch die der Arbeiter durch den Staat hüten tönnen, müßten wir es thun. Mäntel- Schneidermeister in ihrer tags zuvor stattgehabten VereinsAllerdings müsse er zugeben, daß der Terrorismus, wie ihn die versammlung bei Schultheiß gegeneinander gerathen waren, sich privaten Großindustriellen wie Krupp, Stumm u. A. üben, ebenso ihre Art auszubeuten und sonstige Schandthaten vorwarfen, wobei schlimm sei, wie der durch den Staat als Unternehmer, aber das es fast zum Schlagen tam. Herr Hinze beklagte sich, daß es tonne man doch nicht von der gesammten Privatindustrie sagen. ihm ungemein schwer falle, als rechtlich denkender Mensch als Auch Genoffe Stoll ist der Ansicht, daß die Verstaat- Zwischenmeister bestehen zu können, und gab zu, daß er sich als lichungsbestrebungen des heutigen Klaffenstaates eine Ge- Bügler und Zuschneider wohler gefühlt hatte. Auf seine Anfahr in fich bergen, aber darum, weil Vollmar frage, was zu thun sei, wenn die Konkurrenz billigere Preise veranderer Ansicht ist und diese offen und ehrlich ausspricht, ihn zu lange, er jedoch das Defizit nicht tragen tönne, gab Frau Wächter verurtheilen oder gar auszuschließen, halte er für verkehrt, zumal zur Antwort, daß auch den Arbeiterinnen dasselbe nicht aufein derartiges Vorgehen geeignet wäre, die Agitation in Süd- zuerlegen sei, er aufzuhören habe zwischenmeister zu sein und in deutschland lahm zu legen. Genoffe Borchart erklärt, bei feiner die Reihen der Arbeiter und Arbeiterinnen eintreten müsse, um im 3. Wahlkreis geäußerten Ansicht, Vollmar sei kein Sozial- mit diesen gemeinsam bessere Zustände anbahnen zu helfen. demokrat mehr, beharren zu müssen und wünscht, Vollmar so schnell wie möglich aus der Partei ausgeschieden zu sehen. Die Freie Vereinigung der Zeitungs- Spediteure und Stabernact meint, man müsse Vollmar das Recht, seine Meinung Verkäufer hielt am 22. August in den Arminhallen ihre Monats frei äußern zu dürfen, wahren. Er könne jedoch nicht umhin, zu versammlung ab. Unter Geschäftlichem theilte der Vorsitzende mit, erklären, daß ihm Bollmar weder als gemäßigter noch als daß ihm ein Schreiben des tgl. Polizeipräsidiums, betreffend die radikaler Sozialdemokrat gefallen habe. Hiermit schließt die Sonntagsruhe in unserem Gewerbe, zugegangen fei, worin gesagt Diskussion. Nachdem noch auf die vom vierten Wahl- wird, daß dem Verkauf von Zeitungen an festen Verkaufsstellen, freis veranstaltete Laffallefeier aufmerksam gemacht, und auf des Sonntags bis 10 Uhr nichts im Wege stehe. Weiter wurde eine Anfrage des Genossen Rob. Schmidt, ob der Parteivorstand mitgetheilt, daß der Vereinigung beim diesjährigen Stiftungsfeste dem früheren Parteigenossen Richard Baginsky zur Flucht ver- eine große Ehre zu Theil geworden sei, indem ein Mitglied, holjen habe, von Auer eine detaillirte Erklärung, daß dies nicht Kollege Schildt, derselben eine prachtvolle Fahne zum Geschenk geschehen sei, abgegeben worden war, schloß der Vorsitzende die gemacht hat. Die Versammlung sprach dem Kollegen Schildt interessante Versammlung. hierfür durch Erheben von den Plägen ihren Dant aus. Die Kranken- und Sterbekaffe der Berliner Hausbiener( E. 61.) hält am Freitag, den 20. August, Abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine außerordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungen. 2. Bericht der Statuten- BerathungsKommiffion. 3. Abänderung des Statuts. 4. Berschiedenes und Frageraften. reiches Erscheinen erwartet der Borstand. Quittungsbuch legitimirt. Sur großjährige Mitglieder haben Zutritt. Zahl Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8%-10% uhr: SüdSchule: Hagelsbergerstr. 43: Unterricht im Rechnen; Südost- Schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Geschichte( alt); Ost Schule, Martus fraße 31: Unterricht in Rechnen; Nord- Schule, Müllerstr. 179a; Unterricht in Deutsch( mittlere) und Chemie. In alle Lehrfächer, mit Ausnahme der Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Baufe des Semesters, eintreten. Lese- n. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8% Uhr, stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Witglieder. tingstusi, Flottwellstr. 5, bet Bartel. bei Schröder, Wiesenfir. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei Sieshott.- Süd- 0ft, bet Toitsborf, Sorauer- und Görlierſtraßen Ge chayer. Aug. Getb, Donnerstag bei gubeil, Naunynstraße 86, Abends Serivegh, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Sauftgerstraße, bet ühr. Hafenelever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Trepto manzipation, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinftr. 28. Grünftr. 21: Sigung. Distutirklub der Hausdiener, Abends 9 Uhr bei Sommer, Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. UebungsSt. Urban, Annenftr. 9, bei Prot.- Kornblume, Blumenftr. 54, bei Wuttte.-- Frü h= Brezelschluß, Annenstr. 16, b. Keßner.- Weiße Rose, Reinidendorf, Steinickendorferstr. 25, b. Scheffler. glödlein, Wilmersdorf, Berliner u. Auguftftr.- Ecke bei Schulz. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bei Friefede. Dorf ( có 1 2, alte Schönhauferstr. 42, bet Neimann.- Ginigteit,( Sutmacher), PappelAllee 3-4, bei Strauſe. Butunft 1, Stegliz, Kurhaus Friedenau. Beilchenblau, Kott armonte, Tempelhof, Dorffir. 10, bet Berth bufer Damm 39, bei Jatob.- 8utunft 2, Nieb.- Schönhausen, Buchholzerftr. bet Hempel.-Ostpreußischer Männer- Gesangverein, Holzmarktstr. 3 bet Deter. Boray, Edelweiß, Melchiorstraße 15, bei Stehmann. wienerstraße 81 bet Drügemüller. Seeger'fcher Gesangverein, Bangeftr. 66 bet Tempel von 9-11 Uhr.- Maiglöden 2, G.-D., Reichenbergerstr. 16 bei pagold. Eintracht, Glienicke bet Adlershof, bet Keller. Einigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, bet Sann. Hoffnung 8". Brandenburg, Neuft. Martt 2, bei Weydmers. Freie Sänger, greuzberger Harmonie, Lindenstr. 106, bet Poppe. Friedenstr. 74, bet Engelhardt. 8utunft 3, Welten, bei W. Grunow. Müllerstr. 7 bet teichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Nachmittags, Barnimstr. 16, bet Seindorf. traße 23, Echo, Reichenberger- und Forsterstraßen- Ecke, bei Spindler. Liebertafel este nb, Blumenthalftr. 5 bei Behrendt. Borwärts 9, Charlottenburg, Schillerftr. 102 bet Stahl. Gefangverein Freundschaft 1, Brunnenstr. 114 bei Oswald Berliner. = Nordstern, Treue Brüder, AhrendtStedes 2ibertee, Gisenbahnstraße 20 bei Siegmund. Musttverein Animo, bei Schmidt, Musikverein Osiris, bei Roll, Adalbertstr. 21. Gefangverein Abendroth in Deutsch Wilmersdorf bei Mölter. Gefangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, Seydelstr. 30 bei Preußer. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Im Fachverein der Uhrmacher und verwandten Berufs- Die Tapezieer hielten am 23. August eine von etwa 150 alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Max Genz, genossen Berlins und Umgegend hielt am vergangenen Sonn- Personen besuchte Versammlung ab, die nach einem Vortrage Berlin N., Belforterstraße 26, 1 Er. Donnerstag: Gefelliger Verein Frei und Lustig bei Göge, Dranienstraße 153. Bimmer- Schüßengesellschaft abend Herr Dr. Lütgenau einen Vortrag über Sozialismus und des Genossen Faber über die Gewerbegerichtswahlen und einer ein Korn bei Klatt, Boechstr. 51.- Gefelliger Berein Azalte, MichaelAnarchismus". Der Referent erörterte die Biele des Sozialismus furzen Diskussion darüber die Herren Friedmeier und Brücke 1( zu den 3 Raven). Humoristischer Werein Pautenschwenge!, und bezeichnete die Bestrebungen des Anarchismus als unaus artich zu Kandidaten für das in Aussicht stehende Gewerbe- bei Sommer, Stallschreiberstraße 58. Wrangelfir. 141. Geselliger Verein Grüne Eiche( vor dem Salle'schen führbar. Ueber den Vortrag entspann sich eine weitgehende Dis- gericht ernannte. Darauf berichtete Herr Friedmeier über Thor), bet aporte, Solmsstr. 1,- Vergnügungsverein hilaritas, bet fussion, in welcher es einige zufällig anwesende Anarchisten ver- die Thätigkeit der Streit- Kontrollkommission. Hervorzuheben ist Zempel, Breslauerfir. 27.- Theaterverein Fibeler Geist, bei Schneider, fuchten, für ihre Ideen Propaganda zu machen, womit dieselben aus dem Bericht, daß die Tapezirer seiner Zeit vermittelst einer Adalbertstr. 8.Gefang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. Männers jedoch keine Erfolge hatten, indem Die Ausführungen eigens dazu vorgenommenen Listensammlung 76 M. für die Gefangverein' Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligergründlich widerlegt wurden. Unter Verschiedenem" wurde streitenden Rixdorfer Weber aufbrachten und an dieselben ftraße 42. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins auf Antrag des Kollegen Krause, zur Laffalle Feier übermittelten. Der Berichterstatter bedauerte, daß von den für Weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends bei Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Männer Gefangverein einen Ausflug nach Saatwinkel zu veranstalten, be durch die Berliner Gewerkschaften an die Streif- Kontrolkommission Tyrolienne, Abends 9 1hr bei Fausimann, Reichenbergerstr. 73a. fchloffen, den Ausflug am Sonntag den 28. b. Mis., Morgens abgelieferten 816,10 m. nur 10 M. von den Zapezirern herrühren. Musikverein Frisch Auf, Annenftr. 14, bet Ehrenberg. 8 Uhr an der Weidendammer Brücke zu beginnen. Kollege Es müffe ganz entschieden von nun ab in den Werkstellen mehr Sof, Admiralftr. 18. Privat- Theaterverein, Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Nottrodt stellte den Antrag, in einer der nächsten Versammlungen für die Sammlung vermittelft der Marken der erwähnten Kom- Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag einen Vortrag über„ Frei- Land" halten zu lassen. Diesem An- miffion agitirt werden. Herr Frant theilte bezüglich der vom trage wurde seitens der Versammlung zugestimmt. Nachdem Borredner erwähnten Stellungnahme der Kontroŭtommiffion zum Rollege Räther auf die am 25. d. Mts. stattfindende öffentliche Streit zwischen der Schneiderkommission und Bär Sohn mit, daß # und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Banfftr. 26. Geselliger Berein Freiheit, Abends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwedtera Straße 44. Gefelliger Verein Regina, Oranienftr. 121, bei Seifert. Geselliger Klub Blau- Bettchen, abends& Uhr, Annenstraße bei glödchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. C. Prob. Berein ehemaliger 22. Gemeindefchüler, punkt 9 Uhr, bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. Freundschaft, Abends 9 Uhr, bet Buffe, Schönhauser Allee 46. Bergnügungs- Verein Renata jeden Donnerstag 9 Uhr Abends im Restaurant Göz, Dranienstr. 153. Rauchilub Kollegia, Abends a Uhr, in Bernhardt's Destillation, die Sonnenstrahlen zurückgeführt. Die Temperatur erreichte geſtern Antwerpen, 24. Auguft. Heute sind abermals mehrere Fälle Stalizerftr. 41. Rauchtlub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant R. Kahlert, Reichenbergerstr. 113a.-Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, hier 35,50 C. Auf diesen Brand bezieht sich folgende Mittheilung choleraähnlicher Erkrankung vorgekommen. In einem Falle wurde in Rogge's Bierhaus, Koblenufer 2. Rauchtlub Kernfpipe, Abends aus Aachen:„ Ein Anblick, wie er nur selten geboten wird, wurde von dem Arzte bestimmt asiatische Cholera konstatirt. 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8.- Rauchklub Arcona, Abends Denjenigen zu Theil, welche sich gegen 64 Uhr Abends zwischen ( Depeschen des Bureau Herold.) 9 Uhr, bei Siementinsti, Reichenbergerstr. 71. Rauchflub Arabi Pafcha, Abends 9 Uhr, bei Berndt, Berlebergerstr. 17. Klub Dhnestreit, jeden Lüttich und Seraing befanden. In dem Wäldchen von Kintempois Sagan- Sprottau, 24. Auguft. p. Klizing( fons.) erhielt bis Donnerstag Abend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Brizerstr. 32. Rauchtlub erhob sich plöglich eine braunrothe, 120 bis 150 Meter hohe Süd- eft, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 28 bei Flick.- Theaterverein Mai Rauchwolte, welche sich allmälig verdünnend über Lüttich hin- jetzt 6300 Stimmen, Dr. Müller( freiſinnig) 5000, Zubeil( Soz.) wälzte. Man konnte deutlich den Geruch von salpetriger Säure 1420. Außerdem wurden zirka 100 antisemitische Stimmen abwahrnehmen. Ob durch das Ausströmen dieses höchst giftigen gegeben. Einige Bezirke fehlen noch. Wien, 24. Auguft. Wegen des Auftreten der Cholera Gases Menschen Schaden genommen haben, fonnte ich nicht in Erfahrung bringen. Bei der großen Menge der freigewordenen in Hamburg werden längs der deutschen und böhmischen Grenze falpetrigen Säure ist aber zu befürchten, daß manche lebende fchleunigst Sanitäts- Rommiffionen errichtet; es ist eine verschärfte Wesen, namentlich Bögel, dabei ihren Tod gefunden haben Kontrolle der Reisenden und die Durchsuchung der Gepäckstücke werden. Eine Zeit lang war der ganze öftliche Himmel tief angeordnet. Aus demselben Grunde zirkulirte an der hiesigen Fruchtbörse eine Petition um Verschiebung des internationalen orangeroth gefärbt. Paris, 24. Auguft. Ein Bankier, in der Courcelles- Straße Saatenmarktes. Die Regierung hat sich die Entscheidung vorwohnhaft, ist flüchtig. Derselbe soll mit 4 Millionen Frants über- beholten. schuldet sein. der Bahnverwaltung, die sofort den Bahnhof von den sonstigen gegen fremde Arbeiter. Wegen der Bevorzugung belgischer Ar Wagen räumen und das Feuer mit Erde bewerfen ließ, ist die beiter gegenüber den französischen durch die Grubengesellschaften Verhütung eines ausgedehnten Brandes zu verdanken. Die Entwerde er nach Wiederzusammentritt der Kammer eine Interpellastehung des Feuers wird auf Ueberhigung der Säurebehälter durch tion einbringen. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrange Istr. 84. tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr, bei Arndt, Pallifabenstr. 47. Vermischtes: Stat Moskan, 24. Auguft. Der internationale zoologische Kongreß ist heute hier eröffnet worden. Rio de Janeiro, 23. Auguft. General Theodor Fonseca, Präsident der Vereinigten Staaten von Brasilien, ist heute geftorben. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Briefkaffen der Redaktion. J. K., Ofenseher, Oldenburg. Ihre Zuschrift hat kein allgemeines Interesse, fonnte daher nicht Aufnahme finden. A. B. 24. Sie haben zu zahlen. und Die gegenwärtigen heißen Tage, an denen das Maximum ber Lufttemperatur im Schatten bis zu 36 Gr. C. flieg, legen die Frage nach den bis jetzt beobachteten höchsten Wärmegraden der freien Atmosphäre nahe. Die höchsten Temperaturen finden sich natürlich in der heißen Zone, aber auch in Europa find schon Wärmegrade beobachtet worden, welche mit den höchsten ber tropischen Zone den Vergleich aushalten. So stieg, wie die Röln. Zeitung" tonstatirt, das Thermometer zu Neapel am 17. Juli 1841 auf 38,7 Gr. C., und zwar, was von allen folgenden Angaben gilt, im Schatten. Zu London wurden sogar am 10. Juli 1852 41 Gr. S. beobachtet, zu Montpellier am 22. Juli des nämlichen A. W. 100. Das ist natürlich kein Grund, Ihnen die Jahres 40 Gr. E. Die wärmsten Tage, welche man zu Paris durch Ertheilung des Armuthsattestes zu verweigern. Stellen Sie Thermometer- Beobachtungen feststellte, waren der 16. August 1793 schriftlich nochmals den Antrag der übrigensg in Berlin nicht mit einem Maximum von 37,3 Grad und der 8. Juli des näm an die Polizei, sondern an den Bezirksvorsteher zu richten ist lichen Jahres mit 38,4 Grad. Man darf aber nicht glauben, daß ähnlich hohe Temperaturen in nördlichen Gegenden nicht einSagan, 24. Auguft. Das Resultat der gestrigen Reichstags- legen Sie event. gegen deffen Ablehnung Beschwerde ein. Fr. K. H. Die Sache läßt sich im Briefkasten nicht erledigen. treten; denn nach dem Zeugnisse von Euler find in Petersburg Ersatzwahl im 2. Liegniger Wahltreise( Sagan- Sprottau) liegt zu mündlicher Auskunft find wir bereit. schon+33,4 Gr. E., zu Stockholm nach Ronnow schon+ 34,4 Gr. nunmehr bis auf 8 fehlende Ortschaften vor, welche jedoch an dem Schweden. Ein gesetzliches Hinderniß steht Ihrer Naturali E. gemessen worden. Die höchste Luftvärme, die feit 1848 in Ergebniß nichts mehr ändern fönnen. Es erhielten bisher Herr fation nicht entgegen. Dieselbe hängt jedoch vom freien Ermeſſen Köln beobachtet wurde, trat ein am 4. August 1857 und erreichte v. Klizing( tonservativ) 6652 Stimmen, Dr. Müller( freif.) 5432 des Polizeipräsidiums, eventuell im Beschwerdewege vom Minister +35,2 Gr. G., sie wurde von derjenigen am vergangenen Stimmen, Zubeil( Sozialdemokrat) 1481 Stimmen. Zersplittert des Innern, ab. Suchen Sie sich zuvor vom österreichischen GeMittwoch fast völlig erreicht. In Afrika steigt das Thermometer find 99 Stimmen. Es ist somit eine| Stichwahl zwischen von fandten eine Bescheinigung zu verschaffen, daß Ihrer Naturali nicht selten über 40 Gr. G., fo sah Coutall dasselbe einst in Kairo Klizing und Dr. Müller erforderlich. fation Nichts im Wege steht. auf 42,2 Gr. stehen, der sehr zuverlässige Burkhardt las sogar an Hamburg, 24. August. Dem Hamburgischen Korrespon Weddingplatz. Ein Gerichtsvollzieher ist berechtigt, die von einem besonders heißen Tage zu Esneh in Egypten 47,4 Gr. denten" zufolge sind die Meldungen über den Stand der Cholera ihm zu pfändenden Sachen sofort zur Pfandtammer zu bringen. ab und Ritchie erzählte, daß er einst zu Mursit in Fezau das hierselbst vielfach übertrieben und durch die heute Nachmittag Er tann auch in der auf den Namen der Ehefrau des Schuld Quecksilber im Thermometer auf 56,2 Gr. G. habe steigen veröffentlichten authentischen Zahlen berichtigt. Der Verkehr inners gemietheten Wohnung die Pfändung vornehmen. Abschrift fehen. Die höchste zu Lahore in Indien beobachtete den Straßen der Stadt sei nicht beeinflußt, auch herrsche nach des Pfändungsprotokolls braucht er nicht sofort in der Wohnung Temperatur ist+50,9 Gr., und im Bendschab find wie vor ein reger Fremdenverkehr. Der Besuch der Börse sei zurückzulassen, muß solche aber alsbald dem Schuldner ertheilen. Temparaturen von 50 Gr. C. nicht sehr selten. In Benares hat der gewöhnliche gewesen; der Vorsicht wegen wurde ein Arzt W. G., Wraugelstraße. Sie müssen die Wohnung bis man als Maximum+ 47,8 Gr. 6. beobachtet. Die Sitze steigt daselbst stationirt und ein Krankenzimmer eingerichtet, das jedoch zum 1. April behalten. Die blos mündliche Einwilligung des in der heißen Jahreszeit unmittelbar nach Sonnenaufgang bereits nicht benutzt wurde. Die im Auftrage des Reichs- Gesundheits: Wirthes, Ihnen die Weitervermiethung der Wohnung an paffende zu unerträglicher Höhe, Menschen und Thiere schmachten nach Miether gestatten zu wollen, hat keine Giltigkeit und kann Luft und das Thermometer schwankt Tag und Nacht zwischen daher jederzeit zurückgezogen werden. 35 und 45 Gr. E. Von April bis Juni fällt im Bendschab bei folchen Temperaturen in der Regel tein Tropfen Regen. Noch höhere Temperaturen sollen gelegentlich auch an der Rüfte des Rothen Meeres eintreten. Daß unter solchen Verhältnissen der feste Erdboden, besonders wo er aus Sand besteht, sich außerordentlich erhigt, ist zu erwarten. In der Sahara hat man in der That den Sand bis zu 70 Gr. 6. heiß gefunden. John Herschel hat in der Nähe von Kapstadt eine Bodentemperatur von ebenfalls 70 Gr. E., in Schäfli bei Bagdad sogar in der höchften Bodenschicht+ 78 Gr. 6. beobachtet. Bernau. Vor kurzer Zeit wurde einer Anzahl Genossen. aus Berlin und Bernau, welche sich auf einer Agitationspartie befanden, in Wernauchen( Ober- Barnim) eine große Anzahl Zeitungen beschlagnahmt. Die von Seiten des Genossen G. Schöder gegen dieses Verfahren eingelegte Beschwerde war von Erfolg; vor einigen Tagen ist ihm das ganze Material, ungefähr ein Zentner, portofrei zugestellt. Auch ist bis jetzt gegen keinen der Betheiligten ein Strafmandat eingelaufen. Chemnik, 24. August. In Eibenstock ist gestern Mittag Feuer ausgebrochen; gegen Abend war die Gefahr beseitigt; 50 Gebäude find durch das Feuer zerstört; Menschenverlust ist nicht zu beklagen. Bon 80 Er amtes hier anwesenden Geheimrath Dr. Koch und Dr. Rahts fonferirten mit dem Polizeichef und der Medizinalbehörde und besuchten Abends die Auswandererbaracken. frankungen in Altona sei nur in drei Fällen asiatische Cholera tonftatirt worden. Im Ganzen seien daselbst nur 5 Todesfälle vorgekommen. A. St., Nene Maaßenstraße. 1. Der Schiedsrichter fann die Schiedsmannsgebühren erst nach Vornahme der schiedsrichterlichen Verhandlung verlangen, braucht aber Porti zc. nicht zu verauslagen und fann zur Bestreitung derselben Vorschuß fordern. 2. Ja. Bremen, 24. Auguft. Wie zuverlässig verlautet, unterliegen feit heute Nachmittag alle aus Hamburg- Altona in Bremerhaven A. K. Sie Beide bedürfen zur Eheschließung feiner weiteren eintreffenden Schiffe einer Quarantaine- Abfertigung. Papiere, als des Geburts: bezw. Taufscheines. Es ist nicht ers Kopenhagen, 24. Auguft. Nach einem Erlaß des Juftig forderlich, daß Ihre Braut eine bestimmte Zeit vor der hier abministers vom heutigen Tage find fortan die Provenienzen aus zuschließenden Ehe hier gewohnt haben muß. Nur wird, wenn den Elbhäfen einer Quarantäne unterworfen. Ebenso ist die sie sich nicht schon 6 Monate hier aufgehalten hat, das Aufgebot Einfuhr von Lumpen, benutzter Watte, Kraywolle, Papierabfällen, auch an ihrem früheren Wohnorte bekannt gemacht. Am besten von Obft, frischen Gemüsen, sowie von Blumen aus dem Deutschen wäre es vielleicht, wenn Sie Beide, und zwar Sie mündlich, bre Reiche verboten worden. Braut schriftlich, unter amtlicher Beglaubigung der Unterschrift, Christiania, 24. Auguft. Mehrere von Hamburg heute hier schon vorher beim hiesigen Standesamte das Aufgebot beantragen eingetroffene Dampfer sind der Quarantäne unterzogen worden. würden. Die deutschen Häfen wurden für choleraverdächtig erklärt. Die Ein. H. V., Kurfürstenstr. 6. Das läßt sich so in der Rürze fnhr von gebrauchten Kleidungsstücken, mit Ausnahme derer der nicht Alles beantworten. Zu mündlicher Auskunft sind wir Reisenden, sowie von Leinwand, Bettzeug und Lumpen aus dem bereit. Deutschen Reiche ist verboten. N., Suffitenstr. Sie müssen Ihr Kind auch nach beffen vollendetem 14. Lebensjahr bis Quartalsschluß zur Schule schicken. Unverbroffen. Gefangvereine brauchen überhaupt nicht polizeilich gemeldet zu sein, also auch nicht ihr Uebungslokal der Polizei anzuzeigen. Stockholm, 24. Auguft. Die Regierung erklärte heute sämmtliche deutsche Nordseehäfen, sowie die deutschen Ostseehäfen an der Küste zwischen Pommern und Dänemark für choleraLüttich, 19. Auguft. Auf dem Rangirbahnhof Rintempois verdächtig. Wien, 24. Auguft. Infolge des Ausbruchs der Cholera in gerieth gestern Nachmittag ein abseits stehender, Nr. 25 032, Elberfeld" gezeichneter Wagen mit 52 großen Krügen Salpeter- Hamburg findet Unterbrechung des direkten Verkehrs auf der fäure(?) in Brand. Die brennende Flüssigkeit ergoß sich 50 Meter österreichischen Nordwestbahn sowie Waggonwechsel in Zetschen weit und entzündete einen Wagen mit Grubenholz. Die Flammen statt. Dafelbst ist auch ein Arzt zur ärztlichen Untersuchung der fchlugen 50 Meter empor und entwickelten solche Dämpfe, daß Reifenden, sowie zur Revision und Desinfizirung des Gepäcks Briefkaffen der Expedition. bie Stadt eine halbe Stunde lang mit einem bräunlichen Qualm stationirt. Brooklyn. Labor Lyceum. 18,00 m. erhalten. Ihr bedeckt war. In der Nähe des Bahnhofs Angleur war dieser Paris, 24. Auguft. In einer heute früh in Lens abgehal- Abonnement ist somit bis Ende dieses Jahres beglichen Qualm derart start, daß mehrere Hühner erstickten und für tenen Versammlung von 400 Streifenden rieth der Deputirte Schu. Ackerstraße 133. Juferat tostet 0,80 m. Bitte Menschen der Aufenthalt unmöglich wurde. Nur der Umsicht Basty zur Ruhe und zur Enthaltung von allen Gewaltthätigkeiten noch 0,60 m. einzusenden. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Soeben erschien in unserem Verlage: Das Vereins- und Versammlungsrecht in Deutschland. 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Max Held in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.