Kr. 108. RbonnementS'Bedingungen: Abonnements• Preis pränumerando i »ierteljährl. 8,30 Ml., monatl. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- nununer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Poll- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn « Mark, für daS übrige Ausland S Mark pro Monat. «lMiit lzzlild auBsr Blsntw. Verlinev VolksblÄkke 32 Jahrg. vle Insertion;-Ledilhl' beträgt für die sechsgefpaltene Kolonel» zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerllchaftliche Vereins- und VcrsammlungS.Anzeigen 26 Pfg. „Kleine Hnzelgtn", das erste(sett- gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer miisjen biS 5 Uhr nachmittags in der Expediüonabgegcben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet, Telegramm- Adresse! „Sozlaldtmokliit Rcrlin". Zcntralorgan der fozialdemokrati rchen Partei Deutfchlands. Redaktion st 8Al. 68» Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. In den Klauen der Kohlenwucherer. Man schreibt uns: Der Antrag G a m p hat selbst solchen Blättern Veranlassung gegeben sich gegen ein.Staatsmonopol" zu wehren, die sonst mehr Einsicht gezeigt haben in die Entwickelungstendenzen der Volkswirt- schast. An dem Antrag Gamp ist. abgesehen von kleinen Schönheits- fehlern, auszusetzen, daß er die Verleihung von Bergwerksfeldern nur auf 5 Jahre inhibieren will. Wem die tatsächlichen Besitzverhältnisse in unserem Bergbau und die Machtfaktoren auf dem Bergwerks-Produktenmarkt kein Buch mit sieben Siegeln, wird heute nicht mehr von einem zukünftig drohenden Privatmonopol im Bergbau reden, sondern er weiß, daß sich das deutsche Volk schon eines sehr drückenden Privatmonopols seitens der Bergherren erfreut. Die Kohlenkonsumenten ohne eigene Kohlengruben befinden sich in den Klauen der Kohlenwucherer. Wir sind schon auf Gnade und Ungnade den Leuten ausgeliefert, die sich ihrer ungeheuren Macht wohl bewußt sind, deshalb unerschütterlich dem Generalstreik der Bergleute zusehen, mit scharfem Trotz der Regierung den Fehde- Handschuh hinwerfen, den diese nicht einmal wagt, anzutippen. Die Kohlenbarone haben die Konsumentenmasse„an der Strippe", wer das noch nicht weiß, sehe sich die neuesten Lieferungsbedingungen der Grubensyndikate an. Im gewöhnlichen Leben sind es die Käufer, die zuvorkommend behandelt werden vom Verkäufer, der froh ist, möglichst günstige Verkaufsbedingungen erzielen zu können. Die Geschäftsführung der Grubensyndikate verfährt gerade umgekehrt. Sie weiß, die Konsumenten müssen ihr kommen, Kohle, Koks, Briketts, Salze, Erze sind unentbehrliche Konsumarttkel, die zudem nur beschränkt vor- kommen, daher dem Produzenten leicht den Charakter eines Monopolisten geben können. Während sonst gewöhnlich der Ver- k ä u f e r dem Käufer entgegenkommt. alle mög- lichen Vergünstigungen zugibt und weitgehendes Risiko übernimmt, trägt bei den Grubensyndikaten der Käufer das ganze Risiko, der Verkäufer übernimmt keinerlei drückende Verpflichtungen, beansprucht aber Vorrechte, wie sie nur einem Monopolisten zugestanden werden. Die mitteldeutschen Braunkohlenwerke haben in ihrem Vertrage ein förmliches Strafgesetzbuch gegen Händler und deren Abnehmer eingeführt l Ausdrücklich wird von einem„UntersuchungS- und Strafverfahren bei Verstößen der Händler" gesprochen. Da jetzt wieder ungestümer wie früher der Jammer über den „Terrorismus der Sozialdemokraten' bezw. der„Gewerkschaften" erschallt, ist es angebracht, etwas hinter die Kulissen der großkapitalistischen Vergewaltigung der Händler und Konsumenten zu leuchten. Besagter Vertrag der mitteldeutschen Braunkohlenwerke verbietet unter schwerer Strafandrohung das Angebot, die Zusage, den Berkauf und die Lieferung zu günstigeren Bedingungen als sie der Verein festgesetzt. Also eine Vergewaltigung der Lieferung«- willigen. Der Unternehmerverein schreibt die Kohlensorten, die Versandwege(sogar für Privattransport), die Preise vor. Konsum- vereine ic. können nur beziehen, wenn sie den Kleinverkauf zu von dem Grubensyndikat vorgeschriebenen Bedingungen ab« wickeln; es werden demnach auch die Kleinverkaufsprcise syndikatSseitig oktroyiert, dadurch ist den KohleneinlaufS- Vereinigungen der kleinen Leute die Möglichkeit einer Ab- schwächung der Wucherpreise entzogen. Wer die Syndikats-Ukase übertritt, verfällt in eine Strafe„von mindestens 2en Missionare bestraften st« mit je 20 Mark, indem sie angaben, dies seien die Gebühren für die Taufe eines Eingeborenen.... Derartige Vorkommnisse erzeugten bei den Eingeborenen die Meinung, daß die deutschen Missionare kaum was anderes seien als deutsche Polizisten, die sich die Kleider von Mensckenfreundcn angelegt haben. Diese angeblickien Menschenfreunde lassen die Eingeborenen arbeiten unter Bedingungen, die sie selbst bestimmen, und wenn die Eingeborenen sich weigerten�, die Arbeiten auszuführen, so wurden sie körperlich gezüchtigt. Was Wunder, daß die Eingeborenen nur ivenig Unterschied entdecken konnten zwischen« der altmodischen Sklaverei und der neumodischen Kolonialpolilik nach preußischem Muster.... Ein deutscher Beamter sagte mir, daß ihm diese Jurisdiktion lästig sei, denn fast alle Ge- fängniffe sind voll von Eingeborenen, die auf Anklage der Missionare besttaft wurden. Aber in Berlin fürchtet man die Sozialdemokratie. und das Zentrum benutzt diese Furcht, um von der protestantischen Regierung Konzessionen zu erpressen.... Der deutsche Pflanzer und der deutsche Missionar schlagen die Eingeborenen wie sie es für gut halten.... Im ganzen Gebiet, über welches die deutschen Missionare von Herbertshöhe herrschen, brannte ein tiefer Haß gegen alles, was deutsch warl" Der amerikanische Reisende schildert alsdann den Ausbruch jenes Racheaktes an den Missionaren, der sich im Juli 1904 zutrug und den er auf die ungerechte und unsinnige Behandlung der Ein« geborenen durch die Missionare zurückführt. Er fährt dann fort: „Truppen« wurden nach dem Orte der Tat gesandt, etwa ein Dutzend angeblicher Anführer wurden ergriffen und nach Herberts« höhe ins Gefängnis gebracht; während der Jagd nach den Mördern wurden etwa 40 Eingeborene von der einheimischen Polizei er- schlagen...." Mr. Poultney Bigelow fügt hinzu:„Meine Information über diese eigenartige Metzelei ist aus mehreren Quellen genommen— zum Teil vom Gouverneur, zum Teil vom römisch-katholische« Missionsobern. aber die wicktigstcn Teile wurden« mir von anderen Personen geliefert. Ich habe keinen einzigen protestantischen Missionar gefragt, noch irgend eine andere Person, deren religiöse und politische Voreingenommenheit zu Uebcrtreibungen hätte führen können. Soweit es auf Beweise ankommt, ist die Geschichte dieser Metzelei ungefähr ebenso authentisch wie irgend ein anderes Ereignis in der Menschheitsgeschichte." Hiidland« Oesterreich-Ungar»». Die„Parlamentarisierung" des Kabinetts. Aus Wien wird uns vom 7. Mai geschrieben: Als erstes Opfer deS Dranges der Parteiführer nach Mnister- Portefeuilles ist der Eisenbahnininister Dr. Ritter v. Wittel gefallen, aus dein Amt geradezu verjagt worden. Nicht als ob dem„Opfer" eine Märtyrerrolle zukäme, ganz im Gegenteil. Mit dem Minister. der sich durch fünf Regierungen durchschwindelte, ist zweifellos eineS der schäbigsten Subjekte entfernt worden, das jemals eine Minister« bau! gedrückt hatte; ein Beainter, auf den Ungers bissiges Wort zwiefach gepaßt hat: daß es in Oesterreich entweder Minister gibt, die zu nichts, oder Minister, die zu allem fähig sind. Als Fachmann stand Herr v. Wittel tief unter dem Mittelmaße— obwohl er sich den Anschein einer besonderen Tüchtigkeit nnd Unnahbarkeit zu verschaffen gewußt hat. Bon einer sachlichen Führung des Ressorts war unter deni gepriesenen Mann keine Rede; tatsächlich»st daS österreichische Eisenbahnwesen unter ihm ganz verlvahrlost, daS schleichende Defizit imnier größer geworden und alle Fragen, der Bau neuer Bahnen wie die Verstaatlichung der alten, sind ausschließlich vom Standpunkte des politischen Be- dürfnisses, der parlamentarischen Intrige angesehen und erledigt worden. Obgleich es niemand so gut verstanden hat, sich die Maske des Ehren- und Biedermannes zuzulegen wie eben dieser Wittel, so hat doch niemand eine so systematische Korruption so offen zum Regierungsprinzip erhoben, wie der Busenfreund der Wiener Christlich- sozialen, die ihn dafür jetzt zum.Ehrenbürger" von Wien ernannt haben. Korrupt in der Politik: da ist der Wittel ein Schulbeispiel, wessen ein österreichischer Minister fähig ist. Schon daß er, der nie ein Fachmann, immer ein Politiker war, in den merkwürdigsten Regierungen sitzen konnte und den Fall jeder von ihnen über- dauert hat, obwohl er an ihren Sünden sein gemessen Anteil hatte, zeigt deutlich seine absolute Charakterlosigkeit. Am sinnfälligsten trat dies in seiner kurzen Ministerpräsidentschaft hervor, zu der er berufen wurde, weil die Dinge, die da zu tun waren: die Oktroyierung des ungarischen Ausgleiches mittels des§ 14, für den Vorgänger und für den Nachfolger zu schmutzig waren, zu denen ein besonders bedenken- und gewissenloser Mensch nötig war. In diese dreiwöchige Herrschast fällt dann seine größte Schandtat: die Sanktionierung jener be- rüchtigten Gemeindewahlreform für Wien, durch welche die schon brüchig gewordene Herrschaft der Luegerbande künstlich verlängert worden ist. Eine wahre Felonie: denn wer hätte die Gemeinheit erwarten können, daß ein für die Wahlen provisorisch berufenes Ministerium eine der wichtigsten politischen Fragen hinterrücks ent- scheiden würde? Ebenso korrupt war der Mensch auch als Ver- walwngsbeamter, wobei er sich vor allem in einer niedrigen Schikanierung der organisierten Eisenbahner gefiel, denen er nach dem christlichsozialen Muster eine„gelbe Gewerkschaft" entgegen- stellte, die mit den unanständigsten Mitteln gefördert wurde; ebenso korrupt war er in seinem Entgegenkommen gegen die mächtigen Privatbahnen und in der Vergebung von Lieferungen, die er zu Sinekuren für seine christlichsozialen .Freunderln" gestaltet hat— im großen und kleinen, in allem und jedem ein schäbiges Individuum. Die wirklich bescheidene Tatsache, daß er sich nicht bestechen ließ, hat ausgereicht, ihm den Ruf be- sonderer Rechtschaffenheit zu verschaffen. Dennoch hat die ungewöhnliche Beseitigung dieses Ministers auch ihre politischen Gründe. Und die liegen darin, daß die Parteien, welche der Regierung Gefolgschaft leisten, ein Gemenge von Nationalitäten, politischen und sozialen Ansichten buntester Art, ent- schlössen sind, den Anteil an der Herrschast in Anspruch zu nehmen, die sie sür die Unterstützung der Regierung fordern zu dürfen glauben. Das Kabinett Gautsch soll nämlich parlamentarisiert werden und zwar so, daß ein halbes Dutzend Ministerien mit ver- schiedenen Parteiführern— Deutschen, Tschechen und Polen— besetzt werden. Die Begehrlichkeit schärft den Blick und so entdeckt man jetzt die Laster und Schäden der Beamtenregicrung, die man sich jahrzehntelang als unabwendbares Geichick auferlegen ließ. Dieser kritischen Situation dankt man es, daß mit den zuletzt aufgekommenen Schweinereien des Eisenbahnministeriums nicht zu milde verfahren wurde, wie es im österreichischen Parlament sonst üblich war. Herr v. Wittel hat nämlich das Präliminare der im Jahre 1901 vom Parlament beschlossenen Alpenbahnen um 169 Millionen Kronen überschritten: eine Mißachtung der Gesetz- gebung, wie sie so unverschämt selten geleistet wurde I Das war nun fteilich selbst dem lammfrommen österreichischen Abgeordneten- hause zu starker Tabak und es hat in der Kommission eine gründliche Prüfung dieser Wirtschast veranlaßt, die eine ganz un- glaubliche Sorglosigkeit und Willkür zu Tage förderte. Als der un- erbittlichste und grimmigste Ankläger fungierte da unser Genosse Dr. Ellenbogen, dessen fachliche Kenntnis des gesamten Eisenbahn- Wesens den'Winkelzügen de? Wittel und seiner Advokaten vollkommen gewachsen war und der im Subkomitee des Eisenbahnausschusses den Brandmarkmgsantrag durchsetzte, an dem Herrn v. Wittel nun jetzt endlich verschieden ist. So hat der Portefeuillehnnger der Ab- geordneten auch fein gutes: er reinigt das öffentliche Leben von Beamten, deren sittliche Minderwertigkeit korrumpierend und ver- wirrend wird. Das Satyrftüel in dem Wiener Gemeinderat, wo err v. Wittel von Lueger und Bielohlalveck angehudelt wurde, hat esterreich gezeigt, wie viel es gewinnt, wenn eS einen Menschen wie den Wittel verliert.— Schweiz. Glänzender Erfolg. Basel, 8. Mai.(Eig. Ber.) Der gestrige Wahltag war ein Fest- tag für die Sozialdemokratie, ein Tag, den die schweizerische und die internationale Sozialdemokratie rot im Kalender anstreichen darf. Von 22 auf 38, also um 16 Vertreter hat die Sozialdemo- kratie in Basel ihre Abordnung im Großen Rat erhöht und so cnd- lich durch den Proporz erhalten, was ihr ihrer Stärke entsprechend gebührt. Welche Kämpfe, welche Kompromißlerei hat es die langen Jahre her gekostet, um immer wieder einige Arbeitervertreter in die Behörde zu bringen und wie wurde von den bürgerlichen Gegnern alles als „Gnade" gegen die sozialdemokratische Partei ausgegeben. Nun hat die politlsche Gerechtigkeit gesiegt und auch den Bürgerlichen nur gegeben, was ihnen gehört, wodurch sich die Ver- tretungsverhältnisse gewaltig verschoben haben. Eine Gegenüber- stellung der Parteivertretung im alten und neuen Großen Rat ergibt folgendes Bild: Jetzt Bisher Sozialdemokraten. 38 22 reisinnige....... 50 66 onfervative...... 30 39 Katholiken....... 10 3 .Unabhängige".... 2— 130 130 Die Freisinnigen waren also bisher um 16, die Konservativen um 9 zu stark, die Sozialdemokraten um 16 und die Katholiken um 7 zu schwach vertreten. Die heftige Opposition der Freisinnigen gegen den Proporz begreift sich unter diesen Umständen; sie waren sich der Ungerechtigkeit in der Parteienvertretung, wovon sie selbst den größten Gewinn hatten, fehr wohl bewußt und darum wollten sie für ewige Zeiten an dem Mehrheitssystem festhalten. Nun hat der Proporz als die ausgleichende Gerechtigkeit gewirkt und jeder Partei die ihr gehörende Vertretung gegeben. Es lebe der Proporz I Von der dritten Stelle unter den Fraktionen ist unsere Partei an die zweite Stelle gerückt, von einer kleinen MinderheitSaruppe ist sie zu einer ansehnlichen Fraktion geworden, die fast>/, der Mitglieder des Kantonsrates umfaßt. Unsere Partei hat demnach ihren politischen Einfluß ganz bedeutend verstärkt. Von den Regicrungsräten hat unser Genosse W u l l s ch l e g e r mit 9377 die meisten Sttmmen erhalten; die Stimmenzahlen der 6 Bürgerlichen— 4 Freisinnige und 2 Konservative, die sich aber „Liberale" nennen— bewegen sich zwischen 6853 und 6159. Die große Differenz rührt daher, daß unsere Partei auf unsere Liste einzig Wullschleger nahm, die bürgerlichen Parteien aber alle sieben Regierungsräte aus ihren Listen hatten. Die Neutralitätsfrage. Die französische Negierung bemüht sich weiter, die oft nur zu berechtigten Anschuldigimgen neuttalitätSwidriger Ruffenunterstützung abzuschwächen. Die„Ag'ence Havas" meldet: Es verlautet, die Re- gierung werde in allernächster Zeit ein Gelbbuch über die Frage der Neutralität Frankreichs bei den Ereignissen in Ostasien veröffentlichen. Es werden darin die von der Regierung ihren Vertretern erteilten Jnstrukttonen und die in dieser Angelegenheit abgesandten und ausgetauschten Telegramme mitgeteilt werden; dieselben werden darrun, wie umfaffend und ins einzelne gehend die Vorsichts- maßnahmen sind, die die Regierung gettoffen hat, um jede Ver- letzung der Neutralität Frankreichs zu verhindern, sie werden die Korrektheit der Haltung Frankreichs klar erkennen lassen und die Unrichtigkeit der Gerüchte, zu deren Echo die auswärttge Prefse sich gemacht hat, darlegen. Gewiß wird die Pariser Regierung mit allerlei Anweisungen aufwarten können, die fie ergehen ließ, aber die Tatsachen haben gezeigt, daß ungeachtet aller Anweisungen eine vollständige Neuausrüstung der russischen Flotte in der Kainranh-Bucht statt- gefunden hat. Aus London wird vom 9. Mai zur Neutralitätsfrage gemeldet: Der japanische Gesandte Bicomte Hajashi hat dem„Reuterschen Bureau" gegenüber folgende Erklärung abgegeben: Die Lage ist eine sehr schwierige, aber sie kann in keiner Weise als eine kritische angesehen werden, so lange die französische Regierung gewillt ist, die strenge Neutralität aufrecht zu erhalten. Dies ist unserer Meinung nach der Fall; denn Frankreich hat auf das Be- stimmteste versichert, daß seine Kolonialbeamten angewiesen worden sind, strengste Neutralität zu beobachten und es hat ferner erklärt, es sei gewillt, darüber zu wachen, daß diese Anweisungen auch be- folgt würden. Diese Versicherungen sind mehr als einmal wieder- holt worden. Ich erkläre deshalb nochmals. daß von einer Krisis keine Rede sein kann. Ich habe von meiner Regie- rung nichts gehört, was mich zu dem Glauben veranlassen könnte, daß eine solche im Bereiche der Wahrscheinlichkeit liege. Obgleich die Lage nicht kritisch ist, würde es jedoch unklug sein, zuzulassen, daß das Nationalgefühl der Japaner noch fernerhin bis zu einer unberechenbaren Hohe aufgereizt würde. Es besteht aller Grund zu der Annahme, daß die französische Regierung einen Weg finden wird, die öffentliche Beunruhigung zu beseitigen und die Möglichkeit einer Ausdehnung der Kriegsfphäre ganz außer Frage zu stellen. Als Diplomatensprache klingt daS scharf genug! Die„Morning Post" meldet aus Schanghei vom 9. Mai: Der japanische Konsul erhob Widerspruch gegen die Einnahme von Kohlen seitens gewisser Schiffe, da der Verdacht vorliege, daß die Kohlen für die Baltische Flotte bestimmt seien. Der Hafen- kommissar weigerte sich daraufhin, fünf von jenen Schiffen die Aus- fahrt zu gestalten. » Hongkong, 9. Mai. Der hier eingettoffene deutsche Dampfer „Neumühlen" berichtet, am Freitag in der Nähe der Kamranh-Bucht 45 Schiffe gesehen zu haben, von denen 20 Kriegsschiffe waren. Der Dampfer„Haimun" sichtete an demselben Tage einen japanischen Kreuzer auf der Höhe von Amoy. Vom Kriegsschauplatz. Petersburg, 9. Mai. Der„Petersburger Telegraphen-Agentur" wird aus Shtiasa vom 8. d. M. gemeldet: Auf dem linken Flügel der Russen begegnete eine Kolonne am 5. Mai im Jngolingpaß etwa zwei japanischen Bataillonen mit sechs Geschützen, wobei Schüsse ge- ivechselt wurden. Auf der russischen rechten Flanke sollen bedeutende japanische Streitkräfte bemerkt worden sein. Der Wachtdienst der Japaner ist derartig verstärkt, daß unsere Kavalleriepatrouillen un- möglich die Vorpostenlinie durchbrechen können. Petersburg, 9. Mai. General L i n e w i t s ch meldet dem Kaiser am 7. Mai: Kapitän Baron Raden verbrannte auf einer Auf- klärungSfahrt mit Torpedobooten an den japanischen Küsten in einer Entfernung von zivei Meilen vom Kap Lutsuki einen japanischen Schooner, dessen Besatzung an Land gesetzt wurde. 15 Meilen von der japanischen Küste nahm er einen zweiten japani- scheu Schooner weg, nahm dessen neun Mann starke Besatzung an Bord und lieferte die Prise nach Wladiwostok ein. Eine russische„Bersassnng". Der„Nowoje Wremja" zufolge„plant" der Minister des Innern für die Volksvertretung die Errichtung eines Landständerats als Unterhaus, wobei der R e i ch s r a t in unveränderter Gestalt zum Oberhaus werden würde. Die Wahlen für diesen Landständerat sollen mit Hülfe der Semstwos und der städischen Verwaltung auf ständischer Grundlage vorgenommen werden. Den Abgeordneten, deren Zahl gegen 559 betragen soll, wird Immunität zugesichert. Außer den Abgeordneten, deren Mandat drei Jahre dauern soll, sitzen im Landständerat auch die von der Regierung ernannten Minister. Den Präsidenten ernennt der Kaiser aus der Zahl der Abgeordneten. Das Unterhaus ist berechtigt, neue Gesetze anzuregen, die Minister zu interpellieren, das Staatsbudget zu beraten und dessen Durchführung zu kontrollieren. Die vom Landständerat gebilligten Vorlagen gelangen an den Reichsrat. Die Entscheidung steht dem Kaiser zu. Der Landständerat tagt von Mitte November bis Januar. Abänderungen dieser ins Auge gefaßten Grundlagen sind vorläufig nicht ausgeschlossen. Wir haben also hier den Plan einer wesenlosen Ständevertretung. die nicht aus allgemeinen Wahlen hervorgeht, mit ernannten Mit« gliedern durchsetzt ist, keine entscheidenden Beschlüsse fassen kann und schließlich in dem ganz und gar vom Zaren ernannten Oberhaus noch einen„Vorgesetzten" hat. Die Semstwo-Verfassiing. geht etwa? weiter als der nebelhafte Plan des russischen Ministers des Innern. Auch der Semstwo-Kongreß will ein Zweikammer- system. Aber die zweite Kaminer soll aus allgemeinen Wahlen hervorgehen und auch beschließende Stimme haben. In diesem Sinne hat der Moskauer Semstwo-Kongreß seine Beschlüsse gefaßt, wie aus folgendem Telegramm hervorgeht: Der Semstwo-Kongreß sprach sich in seiner heutigen Sitzung mit 127 gegen 8 Stimmen für das allgemeine Stimmrecht, mit 87 gegen 49 Stimmen für direkte Wahlen und mit 197 gegen 29 Stimmen für die Bildung zweier Kammern ans. Der Kongreß der Semstwo-Vertretcr verwarf mit allen gegen 13 Stimmen den Vorschlag, daß die Volksvertretung nur. beratenden Charakter haben soll. Es wird die Aufgabe der Revolutionäre sein, nicht die russische Verfassungsfrage mit derartigen Halbheiten erledigen zu lassen. Immerhin zeigen die Beschlüsse der SemstwoS, wie selbst die Ver- tretung der herrschenden Klassen weitergehende Konzessionen für notwendig erachtet. ••• Preß-Konferenz. Petersburg, 9. Mai. Nach Meldungen aus Rebal wurde nach dreitägigen Verhandlungen der dort tagende Kongreß der lettischen und esthnischen Presse geschlossen. Außer all« gemeinen politischen Fragen und der Frage der Stellung- nähme zur Verfafsungsbewegung in Rußland, die ursprünglich nicht auf dem Programm stand, wurde über das Zusammengehen der gesamten lettffchen und esthnischen Presse gegen die deutsche und die von dieser im Parteikampfe vertretenen Interessen beraten. Die Verhandlungen, bei denen 30 Zeitungen vertreten waren, verliefen besonders am ersten Tage äußerst erregt. Die Mehrzahl der An- wesenden war gegen eine Besprechung der allgemeinen politischen Fragen. » �» Mai-Aufruf. Petersburg, 9. Mai. Ein aus radikalen(?) Kreisen hervor- gegangener Aufruf fordert die Arbeiter auf, das Maifest in aller Ruhe in den Arbeitervierteln zu feiern und bei der ersten Aufforderung der Polizei friedlich auseinanderzugehen. In den letzten Tagen hielten die Arbeiter an verschiedenen Punkten der Stadt im Freien Beratungen ab, die von der Polizei nicht gestört wurderi. Propaganda in der Armer. Bielostok, 9. Mai.(Offizielles Telegramm.) Bei alle» Truppenteilen sind Aufrufe verbreitet worden, in denen dazu aufgefordert wird, sich der Partei der Agitatoren anzuschließen. »• * Neue Metzeleien. Aus Warschau wird dem„Tag" telegraphiert: In Ssitomiersch, der Hauptstadt von Wolhhnien, kam es gestern zu heftigen Krawallen und Straßrnmetzcleien. Bewaffnete Juden verteidigten sich gegen Angriffe, wobei es viele Tote und Verletzte gab.— In der G ouvernementsstadt Lomscha wurden sozialistische Manifestationen durch Dragoner verhindert; 82 Personen wurden verhaftet.— In Lodz ivui.de gestern der Geheimpolizist Matsiaschek in der Kreuzkirche entdeckt. Er entfloh auf die benachbarten Haus» dächer, wurde jedoch durch die Menge verfolgt und mit Messerstichen erdolcht. » Der zarische Kindermord. Warschai«, 6. Mai.(Eig. Ber.) Der russische„WarschawSkij Dnewnik" veröffentlicht die Liste der bisher erkannten Leichen der Ermordeten bei der sozialdemokratischen Demonstration am 1. Mai, sowie der schwer und tödlich Verwundeten, von denen ein großer Teil bereits gestorben ist. Nitter diesen vom Regierungsblatt bis jetzt anfgczähltcn 54 Opfern der Zarenschergen befinden sich nur 11 erwachsene Männer über 20 Jahre. Alle übrigen sind Frauen, Kinder und Halbwüchsige! Diese Liste der ewig unauslöschlichen Schmach der Petersburger Mörderbande lautet: Boleslalv Ceptkiewicz 13 Jahre alt, Marjan KlajewiS 13 Jahre, Anton Kikola 18 Jahre, Stanislaw Miclczarek 18 Jahre, Stanislaw Kulinski 14 Jahre, Jan Szelonzek 18 Jahre, Karol Szonert 18 Jahre, Alexander Gerdzicki 14 Jahre, Felix Popielarczyk 16 Jahre, Konrad Zaplobinski 18 Jahre, Alexander Pokrofek 16 Jahre» Sewerin Rosberg 15 Jahre, Jgnaz Gorski 17 Jahre, Juljan Skladkowski 16 Jahre, Waclaw Rakowski 13 Jahre, Felix Witkowski 15 Jahre, Stefan Ciechomski 15 Jahre, Joseph Glaok 18 Jahre, Anton Grudzien 16 Jahre, Stanislaw Rudzinski 14 Jahre, Stanislaw Dodon 17 Jahre, Jgnaz Majewski 18 Jahre, Anton Podsiudynski 18 Jahre, Ladislas Jankicwicz 14 Jahre; ferner Frauen: Josephine Poplawska 16 Jahre» Marianne Blaszczyk 17 Jahre, Anna Grygory 19 Jahre, Eugenie Garticz, Florentine Cyprianik, Walerie Dolengoivska, Marie PiotrolvSka, Anna Maznrek, Florentine Gierota, Sophie Zwinierska 16 Jahre, Einilie Rekott, Marie Zitowska, Marie Walczak, Sabina Szwalkiewicz, Josephine Zbrojek 14 Jahre und Antonina Kroczewska 65 Jahre! Mag dieser glorreiche„Sieg" der zarischen Kavallerie und Infanterie in ferne Jahrhunderte strahlen I— Hus der parte!» Als eine frivole Verwendung von Geineindcmitteln bezeichnet die „Deutsche Tageszeitung" die Unterstützung des Arbeitersekretariats. das im Amte Rüstungen errichtet wird, durch niehrere Geineinden. Da ein Arbeitersekretariat den Zlveck hat, die Arbeiter über ihre Rechte namentlich in VcrsichcrnngSsragen und in Fragen des Arbeitsverhält- nisses zu belehren, so kann man aus dieser Beurteilung den Schluß ziehen, daß es dem Agrarierblatte frivol erscheint, die Arbeiter über ihre Rechte zu belehren. Plan begreift das ja auch, wenn man bedenkt, daß Agrariern die unwissendsten Arbeiter gerade gut genug sind, und daß eS bei Agrariern System ist. die Arbeiter zu mißhandeln und zu bettiigen. Frivol ist jeder Arbeiter, der gegen Agrarier Recht verlangt, und daher ist auch die Belehrung der Arbeiter frivol. Nicht frivol ist dagegen die Verwendung öffentlicher Mittel zur Unterstützung von Agrariern oder— notleidenden Fürstenfamilien. Weiß übrigens' die„Deutsche Tageszeitung" nicht, daß in Deutschland sogar schon staatliche Mittel für„sozialdemokratische" Arbcitersekretariate aufgewendet werden? Parteipresse. Am Sonntag ist m Rom die erste Nummer einer reformistischen Wochenzeitung„L' A z i o n e S o c i a l i st a" er» schienen. Sie wird geleitet von Svanoe Bonomi, dem die Redakteure B i s s o l a t i, Cassola, Lanini, Monte- marti n>i, Rossi-Doria und Zerboglio zur Seite stehen. In der Mitarbeiterliste finden wir die Namen aller bekannteren Reformisten._ Soziales» Staatliche Regelung des SubmissionsivefenS in der Schweiz. Die Regierung des Kantons Zürich hat soeben eine Ver« ordnung betreffend die Vergebung von staatlichen Arbeiten und Lieferungen erlassen, die 32 Paragraphen umfaßt und einen schätzens- werten sozialen Fortschritt bedeutet. Die Berordnnng ist das Ergebnis gründlicher Vorberawngen einer Fachkoimnission, die auS Vertretern der Arbeiter und der Unternehmer zusammengesetzt war und die der Vorsteher de? Bauwesens, RegierungSrat Kern, leitete. Die Forderungen der Arbeiter sind dabei nicht ganz, aber immerhin in einem nicht unbefriedigenden Maße berücksichttgt worden. Zur Vergebung gelangen sollen alle staatlichen Arbeiten, welche nicht in Regie ausgeführt werden. Unter gewissen Umständen kann die Vergebung der Arbeiten auf dein Wege der beschränkten Kon- kurrenz erfolgen. Ohne Ausschreibung können Arbeiten vergeben «verden, deren Wert 1000 Frank nicht übersteigt; deren Ausführung dringlich ist, besondere Befähigung erheischt, durch Patentschutz be- schränkt ist oder wegen ihrer Eigenart sich zur Ausschreibung nicht eignen;«venu sie zur Ergänzung einer ausgeschriebenen Arbeit nach- träglich erforderlich sind. Arbeiten, die sich zu jeder Jahreszeit ausführen lassen, sink» möglichst ftühzeitig auszuschreiben und zu vergeben, so daß sie in der für das betreffende Geiv erbe stillenZeit ausgeführt werden können. Die Bewerber bleiben vom Eingabetermin an fiir die Dauer von vier Wochen an ihre Angaben gebunden, folveit nicht die Ausschreibung andere Vorschriften enthält. Von der erfolgten Vergebung der Arbeit oder Lieferung sind alle Belv erber in Kenntnis zu setzen. Dieselben sind hierbei darauf aufmerksain zu machen, daß das Eröffnungsprotokoll und eine über« sichtliche Zusamnienstellnng der Schlußsummen während der folgenden drei Werktage zur Einsichtnahme offen liegen. Die Zusammenstellung der Schlußstimmen steht während der nämlichen Frist auch den Vertretern der Arbeiterschaft zur Einsicht offen. Bei der Zuschlags- erteilimg ist keineswegs die niedrigste Forderung unbedingt zu berücksichtigen. Der Zuschlag darf vielmehr nur auf ein in jeder Beziehung annehmbares, die tüchtige und rechtzeittge Ausführung der betreffenden Arbeit oder Lieferung gelvährleistendeS Angebot erteilt werden. Ausgeschlossen von der Berüafichtignng sind u. a. Angebote, welche von Unternehmern eingereicht sind, die für tüchttge, pünktliche und vollständige AnSführnng die erforderliche Sicherheit nicht bieten oder Löhne zahlen oder Arbeitsbedingungen stelle««, welche hinter den in ihrcin Gewerbe üblichen Löhnen bczw. Arbeitsbedingungen zurückbleiben. Als übliche Löhne gelten vor allem diejenigen,«vclche in Lohntarifen enthalten sind, die ge- ineinsam von den Unternehmer- und Arbciter-Organisationen auf- gestellt worden sind. Die vergebenden Behörden sind berechtigt, alle diejenigen Bestimmungen aufzustellen, die für richtige Durchführung der in dieser Verordnung niedergelegten Grundsätze erforderlich er- scheinen. Insbesondere können sie den Bewerben« Fragen über die Höhe der Löhne, über die Arbeitszeit und über Lohnzuschlag für Ueberstundei«, über Herkunft bezw. Fabrikationsort der zu liefernden Waren zur Beantwortung vorlegen. Die gemachten Angaben sind für die Bewerber bezüglich der Ausführung der Arbeit oder Lieferung Verbindlich. Bei annähernd gleichwertigen Angeboten und bei freihändiger Vergebung ist unter den einzelnen Firnren möglichst abzuwechseln und ist den einheimischen vor den auswärtigen Firmen der Borzug zu geben. Angebote von Produktivge nossenschaften und Kollektiveingaben von gewerblichen Berussvereinen find zulässig. Ergibt die Prüfung von Kollekttveingabcn, daß durch Ningbildung eine illoyale Preis st eigerung be- zweckt wird, so kann die betreffende Arbeit freihändig vergeben oder in Regie ausgeführt werden. Die Behörden sind berechtigt, den ausführenden Firmen direkte Anweisungen zu geben, lieber- nommene Arbeiten und Lieferungen dürfen nur mit be- sonderer Einwilligung der vergebenden Be- Hörden an Unteraktordanten weiter vergeben werden. Der Unternehmer hat die Unterakkorde der Behörde zur Genehmigung vorzulegen. Die Arbeiter sind aufKosten des Unternehmers egen die Folgen von Unfällen und Berufskrank- erten zu versichern. Für Ueber stunden müssen mindestens 2S, für Rächt« und Sonntagsarbeit SV Prozent Lohn- zuschlag bezahlt werden, sofern nicht Bestimmungen einer Tarifgemeinschaft zwischen Arbeitern und Prinzipalen eine andere Entschädigung vorsehen. Den bei vergebenen Arbeiten oder Lieferungen beschäftigten Arbeitern ist der Lohn wöchentlich auszuzahlen. Die Auszahlung darf nicht in einer Wirtschaft erfolgen. Bei Bauarbeiten dürfen der Unternehmer und sein Aufsichtspersonal Getränke und Lebensmittel weder selbst an die Arbeiter verkaufen, noch an einem solchen Verkaufe beteiligt sein? Ausnahmen sind mit besonderer Bewilligung der zuständigen Behörde zulässig. Auf den Baustellen sind zweckentsprechende Aborte anzuweisen oder einzu- richten und ordnungsgemäß zu unterhalten. Bei Arbeiten, die im Freien auszuführen sind, haben die Unternehmer für aus« reichende, im Winter heizbare Unterkunftsräume zu sorgen, in denen die Arbeiter ihre Mahlzeiten einnehmen können. Werden Arbeiten von der Behörde in Regie ausgeführt, so ist «in besonderes Arbeitsreglement aufzustellen und den Arbeitern bekannt zu geben. Die in die ausfchließliche Kompetenz der Regierung fallende Verordnung tritt mit dem 1. Juli 1905 in Kraft. Die Regierung empfiehlt den Gemeinden, die Verordnung auch bei Vergebung ihrer Arbeiten zur Anwendung zu bringen. Eue Induftnc und Handel Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel in den Haupt« fächlichsten preußischen Marktorten haben sich im ganzen während des Monats April wenig verändert, nur die Fleischpreise sind noch weiter gestiegen. Für Weizen Gerste und Hafer hielten sich die Preise durchweg aus dem Niveau des Märzmonats, dagegen zogen in verschiedenen Marktorten die Roggenpreise etwas an. Die Steige« rungen betragen: in Aachen 4, in Danzig und Trier je 3, in Posen, Görlitz, Stettin, Berlin. Osnabrück und Hanau je 2, in Königs- berg i. Pr., Breslau, Franksurt a. O., Magdeburg, Halle a. S., Hannover, Paderborn und Koblenz je 1 M. pro Tonne. Die ver- schiedenen Fleischsorten zeigen ebenfalls sämtlich höhere Preise als im Vormonat. Am bedeutendsten ist die Preissteigerung wieder beim Schweinefleisch. Die Erhöhungen betragen diesmal: in Gleilvitz 19, in Köslin und Breslau je 15, in Bromberg, Paterborn und Koblenz (e 10, in Görlitz 8, in Stettin und Kiel je 7. in Posen 3, in Frank urt a. O. und Kassel je 5, in Berlin 4, in Halle a. S. und Hanau je 2 Pf. Die Preise für inländischen geräucherten Speck und in- ländisch öS Schweineschmalz sind gleichfalls in der Aufwärtsbewegung verblieben. Neugründung von Aktiengesellschaften im April. Die aufsteigende Konjunktur äußert sich in mannigfachen Neugriindungen. Besonders hat der Monat April viele neue Aktiengesellschaften entstehen sehen. Während der Januar 20 Neugründungen mit 17 324 Mill. Mark Noniinalkapital, der Februar gar nur 7 und der März 3 neu- gegründete Aktiengesellschaften aufwies, wurden im April in die Handelsregister des Deutschen Reiches eingetragen 19 Gesellschaften mit 37 228 000 Mark Nominalkapital. Insgesamt sind seit Beginn dieses Jahres bereits 54 neue Gesellschaften niit einem Aktienkapital von 86 Millionen Mark entstanden, während im ganzen vorigen Jahre nur 126 Gesellschaften mit 161 Millionen Mark gegründet worden sind. Auf dem oberschlcsischcn Rohciseumarkt hält die Nachfrage in unverminderter Stärke an, und die großen Werke beschleunigen deshalb die Inbetriebsetzung ihrer im Bau befindlichen neuen Hoch öfen. Die Königshütte hat einen älteren Ofen ausgeblasen und einen neuen größeren Ofen zugestellt. Die Donnersmarck-Hütte hat ihre großen Bestände an Roheisen vollständig geräumt und beschlemr� den Bau ihres dritten Ofens, der im Herbst in Betrieb ges- werden soll. Die Friedenshütte will ihren fünften Ofen Mitte August anblasen, während die Bethlen Falvahütte den zweiten Ofen vor einigen Tagen in Betrieb genommen hat. Großbritanniens Außenhandel hat sich im ersten Vierteljahr 1905 recht günstig gestaltet. Die Warenausfuhr wie die-Einfuhr haben zugenommen. Die Wareneinsuhr bewertete sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf 139 577 465 Pfd. Sterl. gegen 133 900 033 Pfd. Sterl. im gleichen Zeitraum des Vorjahres und 133 618 995 Psd. Sterl. im ersten Vierteljahr 1903. Dazu kommt der Wert der eingeführten Edelmetalle und Münzen mit 14 311376 Pfund Sterling l1905). 13 153 377 Pfd. Sterl.(1904) und 9 157 956 Pfund Sterling(1903). Die Warenausfuhr betrug in den drei ersten Monaten 1905.......... 98 875 482 Pfd. Sterl. 1904.......... 91 293 964„ 1903......... 90 461 665„„ sowie 9 703 714 Pfd. Sterl.(1905), 12 219 388 Pfd. Sterl.(1904) und 0 879 814 Pfd. Sterl.(1903) für ausgeführte Edelmetalle und Münzen. Die GevwKIcbaftlicKes. Der Kampf im rheinisch-westfälischen Brauereigtwerbe. Kölnische VolkSzeihmu'(Nr. 371), die Dortmunder .Tre« moma" und eine Reihe anderer Zentrumsblätter, auch die Berliner, veröffentlichen eine Zuschrift.aus christlichen Gewerkschaftskreisen". die sich gegen den Bericht des„Vorwärts" in Nr. 103 wendet. Der .Vorwärts" hatte den schmählichen Arbeiterverrat gekennzeichnet. den die christlichen Gewerkschaftsführer in Köln und besonders in Düsseldorf vollführten, indem sie gemeinsam mit den «Scharfmachern des Bierringes sich gegen die ihres Koalitionsrechtes beraubten Brauerei- Arbeiter wenden und diesen in der feigsten und heimtückischten Weise in den Rücken fallen. Die.christlichen" Führer suchen begreiflicherweise nach Ausreden und Scheingrüuden, um ihr erbärmliches Verhalten zu rechtfertigen. Es heißt in der erwähnten Zuschrift, die christlichen Gewerkschaften seien bei der Inszenierung des Kampfes in Köln nicht beteiligt ge Wesen und hätten auch im vorliegenden Falle„alle Ursache, s i ch passiv zu verhalten". Weiter sucht die Zuschrift die Haltnng der christlichen Gewerkschaften mit den angeblich«in den letzten Jahren massenhaft bekannt gewordenen Fällen" zu begründen,„bei denen sozialdemokratische Arbeiter christlich Organisierte terrorisierten und brotlos machten", und auch die Fälle mehrten sich in letzter Zeit, wo sozialdemokratische Organisationen christliche Gewerkschaften von Tarifvereinbamngen mit den verwerflichsten Mitteln aus« zuschalten suchten; in„mehr als 99 Proz. dieser Fälle" hätte kein sozialdemokratisches Blatt ein Wort des Tadels gefunden. Die sozialdemokratische Presse hat stets, wo wirklich Ungerechtig« leiten und Gewalttätigkeiten vorgekommen waren, mit scharfer Miß- billigung und mit Belehrung nicht zurückgehalten. Aber die christ- lichen TerrorismuSgeschichten haben sich, um in der Art der obigen Zuschrift zu reden, in»mehr als 99 Prozent" als Schwindel oder Verdrehungen erwiesen. Gewiß sind von feiten freigewerkschaftlich organisierter, ungeschulter Arbeiter Fehler und Ausschreitungen be» gangen worden, und die sogenannten Christlichen machen es einem wahrlich nicht leicht, ihren Taten gegenüber stets die Ruhe und Be- sonnenheit zu bewahren; aber jene Ausschreitungen bleiben nach Maß und Zahl zurück hinter den Gewalttätigkeiten, Schikanierungen und dergleichen, deren sich die zentrümlich organisierte Arbeiter- chaft schuldig macht. Wo die„Christlichen" in Orten oder auf Werkstätten die Macht haben, verschmähen sie keineswegs den Terrorismus, und die Brutalitäten der von der Zentrumsgeistlichkeit erzogenen und beherrschten Landbevölkerung gegen Andersgesimrte, insbesondere sozialdemokratische Flugblattverteiler, sind geradezu berüchtigt. Die christlichen Gewerkschaften hätten Ursache, sich in dem jetzigen Kampfe zwischen Brauerei-Ring und organisierten Arbeitern passiv", also untätig zu verhalten; so heißt es in der Zuschrift aus christlichen Gewerkschaftskreisen. Diese.Untätigkeit" bestand im olgenden: Die christlichen Gewerkschaftskartelle in Köln und in Düsseldorf haben auf das Ersuchen der freien Gewerkschaften, sich an dem Boykott zu beteiligen, ablehnend geantwortet, obwohl es sich um die Verteidigung des Koalitionsrechts gegen ein rücksichtsloses Ausbeutertum handelte. Die Ablehnung geschah unter solchen Schmähungen. daß der Düsseldorfer rauereiring die beinahe hundert Druckzeiten umfassende„Er- klärung" des chri st lichen Gewerkschaftskartells für geeignet fand, sie in vielen Tausenden von Exemplaren der Düsseldorfer bürgerlichen Presse als Flug- blatt auf seine Ko st en beilegen zu lassen. Dann ind mehrere christliche Gewerkschaftsführer, darunter der katholische Arbeitersekretär und Zentrums-Stadtverordnete Bernhard Meyer, in die am 26. April vom Brauerei-Ring veranstaltete, ür die Oeffentlichkeit nicht zugängige Wirte- Versammlung gegangen, um unter heuchlerischer Betonung ihrer„Neutralität" gemeinsam mit den Ver- nichtern des Koalitionsrechtes der Brauerei- Arbeiter, mit den Scharfmachern des Bier- kapitaliSmus, über die wehrlosen und abwesenden Arbeiter herzufallen, wieder in einer Weise, daß der Oberscharfmacher der rheinisch-westfälischen Brauereibesitzer. Dr. Creuzbauer aus Dortmund, den christlichen Gewerkschaften„für ihre durchaus vernünftige, achgemäße und objektive Beurteilung" im Namen der Brauereien „herzlichsten Dank und wärmste Anerkennung" aussprach. jSo berichtet das„Düsseldorfer Tageblatt", ein ZentrumSorgan. ES bleibt also dabei, daß das christliche Gewerkschaftskartell und seine Führer an den vergewaltigten, um ihr Koalitionsrecht kämpfenden Brauerei- Arbeitern schmachvollen, heimtückischen Verrat geübt hat l Lerlln unck amgegend. Der Streik in den Teppichfabriken. Am Dienstagvormittag waren die streikenden Arbeiter und Arbeiterinnen der drei Teppichfabriken von Bader, Benjamin und F e i b i s ch wieder vollzählig im großen Saale des Gewerkschafts- Hauses versammelt. Die Lage des Streiks wurde im allgemeinen als unverändert bezeichnet. Die Streikenden halten nach wie vor unverbrüchlich zusammen, noch nicht einer von ihnen ist während der fiinfwöchigen Dauer des Kampfes abtrünnig geworden. Auch die Handweber in den Vororten stehen einmütig im Kanipfe. Nur in der Fabrik von Bader sind drei oder vier Streikbrecher beschäftigt, im übrigen stehen die drei Betriebe völlig still. Unter diesen Um- ständen sind die Streikenden von der besten Hoffnung beseelt. Sie erwarten angesichts der Hartnäckigkeit der Fabrikanten nicht, daß der Streik bald ein Ende nimmt und find darauf gefaßt, daß der Kampf noch einige Wochen dauern wird. Unter leinen Umständen sind die Streikenden willens, ohne Erfüllung ihrer berechtigten Forderungen die Arbeit wieder aufzunehmen.— Mit Entrüstung nahm die Versammlung davon Kenntnis, daß ein Bernauer Haus- Weber, welcher als Arbeitswilliger arbeitet, in rücksichtsloser Eigen- sucht die gegenwärtige Situation zu seinem Vorteil ausnutzt und sogar eine» Berliner Waisenknaben, den er in Pflege hat, au den Webstuhl stellt und ihn bei der Strcikbrecherarbeit ausbeutet. Auch aus Zinna wurde ein derartiger Fall mitgeteilt.— Mit lebhaftem Beifall nahm die Versammlung die Ausführungen de» zufällig in Berlin anwesenden Vorsitzenden der Niederlausitzer AgitationS- kommission entgegen, der den Streikenden versicherte, daß sie aus Kottbus und der Niederlausitz keine Schädigung durch Streikarbeit zu fürchten haben. In dortigen bürgerlichen Zeitungen würden zwar von den bestreikten Berliner Fabriken Weber gesucht, denen 40 M. Lohn und angenehme Beschäftigung versprochen werde. aber keiner werde darauf eingehen und wenn der Streik noch ein Jahr dauern sollte.— Die Stimmung der Versammlung war eine so zuversichtliche, daß man wohl annehmen kann, die Streikenden werden den Kampf nicht ohne Erfolg beenden. Achtung, Dachdecker! Die Sperre über die Firma A. Wildt, früher Hicke, Rixdorf, Jägerstraße 43, ist aufgehoben, da die An- gelegenheit erledtgt ist._ Die �rtsverwaltung. Achtung! Metallarbeiter. Achtung! Die Arbeiter der Märkischen Messing-Wcrke in Grüneberg an der Nordbah» sind in den Ausstand getreten, da man sie zwingen wollte, durch Unterschrift eines Reverses aus der Organisation aus- zutreten. Zuzug ist streng fernzuhalten.— Arbeiterfteundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Deutsche Mctallarbeitrr-Gewerkschaft. veutlcbes Reich. Die Klempner, Rohrleger und Helfer in Guben sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Forderungen(Tarif) sind den in Betracht kommenden Firmen am Montag, den 8. Mai, zugestellt worden. Bis Sonnabend, den 13. Mai, soll die Antwort der Meister resp. Firmen erfolgen. Wir ersuchen bis auf weitere» den Zuzug von Klempnern, Rohrlegern und Helfern nach Guben femzuhalten. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Bezirksleitung des 3. Bezirks. Der Streik der Asphaltcurc und Pappdecker Leipzigs ist nach qierwöchentlicher Dauer zur teiliveisen Zufriedenheit der Streikenden für beendet erklärt. Nachdem die Herren Arbeitgeber zu einer Ver- Handlung vor dem Einigimgsamt nicht zu bewegen ivaren, wurden auf Veranlassung des Hnuptvorstandes nochmals Versuche gemacht, mit den Herren eine friedliche Einigung herbeizuführen. Eine Schlichtungskommission verhandelte deswegen abermals mit den Arbeilgebern. In der Streikversammlung, in welcher die Schlichtungs- kommission Bericht erstaltete, wurde ein Antrag, den Streik auf unbestimmte Zeit zu vertagen, nach langer sehr lebhafter Debatte. an der sich auch der Hauptvorstand beteiligte, mit großer Mehrheit angenommen. Der Erfolg des nun seit einem Jahre bestehenden Verbandes war folgender: Anerkennung der Organisation, Ein- stellung aller zurzeit im Streik befindlichen Kollegen und vom 13. resp. 20. Mai eine Lohnzulage von 1 bis 3 Pf. pro Stunde. Malerstreik in Dresden. Nachdem am Sonntag in Dresden eine von etwa 1000 Malern, Lackierern und Anstreichern besuchte Ver- sammlnng mit 900 gegen 50 Stimmen in geheimer Abstin, mung beschlossen hat, in den Streik einzutreten, sind gegenwärtig 1100 Maler tc. ausständig. Die Streikenden fordern einen Minimal« lohn von 53 resp. 43 Pfennige. Obwohl diese Forderung ia anderen Großstädten schon längst erfüllt ist, waren doch die mit der Dresdener Malerinnung eingeleiteten Verhandlungen vergeblich. Nur eine Aufbesserung der 45 bezw. 40 Pf. betragenden Stundenlöhne um 2 Pf. gestanden sie zu. Da laut statistischer Erhebungen die Dresdener Malergehülfen nur einen durchschnittlichen Wochenverdienst von 18,80 M. haben, bedarf es keines weiteren Wortes, um den Streik als berechtigt, die Forderungen als notwendig zu bezeichnen. Gegenwärtig haben 33 Firmen mit 150 Gehülfen bereits bewilligt und mit anderen steht die Streikkommission in Unterhandlung. Auslanck. Ein allgemeiner Ausstand ist in E s s e g(Ungarn) ausgebrochen; die Arbeit in sämtlichen Betrieben ruht. Die Zahl der Ausständigen beträgt 3000. Militär hält die Ordnung aufrecht. Letzte Nachrichten und Depefchea Gegen die Berliner Firma Arthur Koppel werden, wie uns aus Rom telegraphiert wird, im„Avanti" Be« schuldigungen erhoben. Die Firma habe 600 italienische Erd« arbeiter nach Swakopmund gebracht ans Grund eines vor dem Auswanderungsamte in Rom abgeschlossenen Konttaktes. Der Kontrakt sei jedoch nicht gehalten worden. Es sei sogar Arbeitern 40 Tage lang der Lohn vorenthalten. Brandenburg a. H., 9. Mai.(Amtliche Meldung.) Bei der heute im 7. Wahlbezirke des Regierungsbezirks Potsdam statt« gehabten Landtags-Ersavwahl wurden insgesamt 321 Stimmen ab« gegeben, die auf Rittergutsbesitzer Graf v. Bredow-Goerne(k.) ent« fielen._ Schiller-Feiern im Auslande. Wien, 9. Mai.(W. T. B.) Aus vielen Städten Oesterreichs. nanlentlich aus Prag, Graz, Brünn und Czernowitz treffen Berichte ein über weihevolle Begehung des Todestages Schillers durch(Veranstaltung von Feiern in den Schulen und Festlichkeiten vor den Schillerdenkmälern. Budapest, 9. Mai.(W. T. B.) In H e r m a n n st a d t un!r allen von Sachsen bewohnten Städten wurden großartige Schiller« seiern veranstaltet, an denen die Staatsbehörde» teilnahmen. Auch in Schäßburg fand heute im sächsischen Obergymnasium eine Feier statt, nachdem gestern im Hofe des Gymnasiums eine Schillerlinde gepflanzt war. Petersburg, 9. Mai.(W. T. B.) Nach hier vorliegende« Meldungen wurden in den Ostseeprovinzen sowie in Moskau Schiller« Feiern veranstaltet. In den deutschen Schulen von Petersburg fanden Festaufführungen statt. Auch die russischen Bühnen ehrten den deutschen Dichter durch Aufführung seiner Dramen. Die illu- strierten Zeitschriften bringen auf den Schiller-Gedenktag bezüglich» Zeichnungen und Aufsätze. Frankfurt a. M., 9. Mai.(SB. T. SB.) Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Tokio: SBei der gestrigen Schiller-Feier in dev hiesigen deutschen Gesandschaft hielt Professor Florenz die Festrede» Japanische Studenten sowie der Minister für Unterricht, der Prä« sident der Universität, Professoren und andere hervorragende Ver« treter der Wissenschaft wohnten der Feier bei. Heute hielten d» ja panisch, deutsche Schule in Tokio und die deutsche Schule in Yokohama Gedenkfeiern ab. Die Zeitungen bringen freundliche, empfindungsvolle Bei rachtu ng en. Bon der internationalen Arbeiterschutz-Koufercnz. Bern, 9. Mai.(W. T. B.) In der heuttaen Plenarfitzung der internationalen Slrbetterschutz- Konferenz sprachen sich die Delegierten teils völlig zustimmend zu dem Verbot der. Ver« Wendung weißen Phosphors in der Zündhölzchen-Jndusttie aus teils machten sie ihre endgültige Entscheidung entweder von weiteren Verhandlungen mit den auf der Konferenz nicht verttetenen überseeischen Konkurrenzstaaten oder von eingehenderer Aussprache in der Kommission abhängig. Der Vorschlag des Bundesrats bett. Verbot der Nachtarbeit der Frauen wurde von den Delegierten sehr sympathisch begrüßt._ Die Neutralitätsfrage vor dem Unterhause. London, 9. Mai.(W. T. B.) Joseph Walton(Lid.» stellt die Anfrage, ob die Regierung imstande sei, eine Erklärung in bezug auf die Lage abzugeben, welche im fernen Osten durch die an» gebliche Verletzung der französischen Neutralität von feiten Rußland» an der Küste von Cochinchina entstanden sei, und über die Schritte, welche die Regierung getan habe, um jeder Gefahr des Ausbruches eines Krieges zwischen Frankreich und England infolge dieser Frage vorzubeugen.(Widerspruch bei den Ministeriellen.) Premierminister SBalsour entgegnet: Folgende Mitteilungen sind der britischen Regierung durch den französischen Botschafter ge« macht worden: Sobald als die französische Regierung von der An» Wesenheit Roschdjestwenskys in der Kamranh-Bucht Kenntnis erhielt,, wurden Vorstellungen nach Petersburg gesandt mit dem Ergebnis. daß auf Befehl des Kaisers selbst der Admiral telegraphisch Weifungen erhielt, welche ihn aufforderten, die Kamranh-Bucht zu verlassen, was er auch sofort getan hat. Später wurde berichtet. daß das russische Geschwader in der Honkohe-Bucht liege. Admiral Jonquieres wurde dorthin abgesandt, um Bericht zu erstatten, und fand das russische Geschwader daselbst, allerdings nicht innerhalb hieraus sandte der Gou» Aesehl erhalten hatte, dar- dcr französischen Territorialgewässer. vcrneur von Französisch-Jndochina, der über zu wachen, daß die französische Neutralität gehörig gewahrt werde, den französischen Residenten in Nhatrang, der nächstgelegenen französischen Niederlassung, cm Roschdjeslwensky mit der Weisung ab, diesen zur Abreise aufzufordern. Der Admiral versprach, am 3. Mai abzureisen. Was die Gerüchte angeht, daß das russische Geschwader von der französischen Behörde in der Kamranh-Bucht wertvollen SBeistand erhalten hätte, so erfahr« ich, daß sich daselbst lediglich zwei Franzosen befinden, von denen keiner eine amtliche Stellung einnimmt, die vielmehr Inhaber von Konzessionen ba französischen Regierung an diesem Platze sind.('Beifall.) W y n d h a m, früher Staatssekretär für Irland, der bisher aus Gesundheitsrücksichten an den Sitzungen nicht teilgenommen hat, erklärte die Gründe seines Rücktrittes. Er sei zurückgetreten, sagte er, nicht aus politischen Gründen, aber weil Umstände teilS politischer, teils persönlicher Natur ihn überzeugt hätten, daß er seiner Partei am besten als Mitglied in nicht cnntlicher Eigenschaft dienen könne. Sir Tampbell-Bannerman(Lib.) beantragt, der Regierung ein Mißtrauensvotum auszusprechen in Verbindung mit den letzten Vorgängen bei der irländischen Verwaltung, und be» antragt ferner die Veröffentlichung der darauf bezüglichen Schrift- stücke. London, 9. Mai.(W. T. SB.) Oberhaus. Marquis o f L a n s d o w n e gab dieselbe Erklärung wie der Premierminister Balfour im Unterhause ab, wobei er noch hinzufügte, daß er nicht sagen köitne, ob die SBeitersahrt Roschdjestwenskys von der Hon- Kohe-Bucht wirklich am 3. Mai stattgefunden habe. Eine neue Judenhche. Petersburg, 9. Mai.(W. T. SB.) Die Mendnummer der „Birfchewija Wjedomosti" meldet, daß am 7. d. M. in Schitomir eine Jndenhetze ausgebrochen ist. Läden und Magazine wurden zerstört. Die Juden leisteten bewaffneten Widerstand. Am fol« genden Tage zählte man 12 Tote und 50 Verwundete, obwohl seitens der Ortsbehörden Maßnahmen zur Unterdrückung der Unruhen er, griffen tvaren._ Klagenfurt, 9. Mai.(SB. H.) Bei der Reparatur der Brücke über den Lieserfluß rissen die Fluten die Piloten weg. Die Brücke stürzte ein, acht Arbeiter stürzten in das Wasser, von denen einer ertrank. Biranstv.Red.: Paul Büttner, Berlin. Lns-ratev-rantw.(mitAuZnahmeder.ReueWe!t".Beilag-):Th.Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwttts h�.chdr. u. V-rlagZanstPanl Singers: Co.. BerlinLiV. Hierzu» Beilagen». UnterhaltungsbP Ar. 108. 22. Jahrgang. 1. KeilM des Joniiitts" Kerlim ftlUInlt Pitlmoit), 10. Mai 1905. Die Schillerfeier. So ist denn der Jubeltag— ach nein, es war ja Wohl eigentlich ein Trauertag!— ohne besondere Jährlichfeiten dahingegangen. Berlin blieb von Regen verschont und der Glanzpunkt aller Schillerfeiern, der Festakt auf dem Gen- darmenmarkt konnte Programmäßig verlaufen. Daß etliche Schutzleute mit dem abgesperrten Publikum in Konflikt ge- rieten und zum Teil rücksichtsloser verfuhren als es nötig ge- Wesen wäre, sind wir ja aus der Berliner Oeffentlichkeit ge- wohnt und zählt nicht besonders mit. Innerhalb des von der Polizei festumschlossenen Kreises bewegte sich alles, was zur Gesellschaft, zur Respektabilität, gehört und gehören möchte, und da zum Unterschied von staatlichen und Hoffeiern auch das Zivil mitzählte und der Presse die günstigsten Plätze ein- geräumt waren, so konnte der deutsche Bürger immerhin davon träumen, daß das Volk in Waffen und das Volk im Gehrock in dem einen idealen Gedanken auf dem Gendarmenmarkt vereint sei. Daß ein anderes Volk nicht dabei war, nämlich das in der Arbeitsbluse, daß kein Arbeiter- verein seine Banner auf den Festplatz trug, wurde wohl kaum als eine UnVollkommenheit vermerkt. Der Riß, der durch die ganze Kulturwelt geht, wird als etwas Selbstverständliches empfunden; und wenn der Arbeiter sich unbehaglich gefühlt hätte in nächster Nachbarschaft Sr. Exzellenz des Herrn Ministers für Geistesfreiheit, wenn ihm der bunte Mummen- schanz der in Wichs und mit unzähligen Bannern und Fahnen einherstolzierenden Studenten und die viele Militärmusik gar wunderlich vorgekommen wäre, so hätten andererseits die terren Kriegervereinler und Jnnungsmeister sich durch die egenwart solcher Leute, die streiken, ihr bißchen Vergnügen vielleicht unnütz verkümmern lassen. Fünfzehnhundert Gemeinde- schüler und Schülerinnen waren auf der großen Freitreppe des Schauspielhauses plaziert; mögen sie die Zeit erleben, wo der siegende Sozialismus unser Volk zu einem wirklich freien und einigen Volk von Brüdern gemacht hat. Militärkapellen leiteten den Festakt mit Fanfaren ein. Mendelssohns Festgesang an die Künstler wurde dann von Zivilisten gesungen, worauf das Militär wiederum ein Musik- stück spielte, das zur Gedenkfeierdcs deutschen Dichters paßte wie— man verzeihe den wenig feierlichen Ausdruck— wie die Faust aufs Auge. Rossinis Tell-Ouvertüre nämlich. Den alten braven Herrn kgl. Armee-Musikinspizienten Prof. Roßberg, der vergnügten Antlitzes die Musikerkompagnien dirigierte, möchten wir für diesen Lapsus nicht verantwortlich machen. Dann kam etwas, worüber ungeteilte, ehrliche Freude laut ward. Fünfzehnhundert frische, fröhliche Kinderkehlen sangen das Lied an die Freude und die Reichardtsche Komposition zum Eleusischen Fest. Mögen die Kinder den Sinn der von ihnen gesungenen Worte der- standen haben oder nicht, aber es klang voller Jugendmut wie ein Sang aus fernen Zukunftstagcn und weckte Widerhall in allen noch nicht völlig vertrockneten Herzen. Herr R e i ck e, unser Bürgermeister, hielt hierauf die Festrede. Sie gab sich korrekt, stieß nirgendwo an und war gewiß vorher sorgfältig korrigiert worden. Daß es dennoch stellenweise wie warmer, fruchtbringender Frühlingshauch aus ihr wehte, lag wohl weniger an ihrem gar zu einwandfreien Inhalt, als daran, daß sie von einem Manne gesprochen wurde, der seinem Bürgermeisteramt zum Trotz sich Herzcnsfrische und Sinn für die Leiden und Leidenschaften der Menschheit zu bewahren ge- wüßt hat. Wir lassen die Rede hier folgen: Erhabener Geist! Zu Tausenden haben wir uns heute um Dein Denkmal von Stein versammelt, wir alle, ein lebendiges Denkmal Deiner zeitüberwindenden Größe. Wir alle haben uns hier versammelt, Dir Huldigungen zu erweisen, und Hundert- tausende jauchzen im deutschen Vaterlande Dir zu. Was Du in der bedrückenden Enge Deines Ringens und in Deiner heißen Sehnsucht Dir gewünscht hast, daß einst, hundert Jahre, nachdem Dein Leib in Staub zerfallen, noch Menschen Dein Andenken segnen möchten: herrlicher, als Du selber je ge- träumt, ist es heute in Erfüllung gegangen. Dankbar schauen wir als beglückte Enkel zurück auf Dein Leben und Streben, dessen Spuren uns durch unser geistiges Dasein begleiten, und steudiger Stolz hebt unsere Brust, wenn wir von unserem volkstümlichsten Dichter reden. Nicht dem schwung- vollen Lyriker gilt dies Gefühl, obwohl seine Gedichte und Balladen neben der Bibel wohl das erste und allgemeinste Band sind, das über alle sozialen Trennungen hinweg die Jugend de? einen mit der Jugend des anderen verbinden. Auch nicht dem gottbegnadeten Dramatiker, dessen Werke seit einem Säkulum Millionen von Herzen erschüttert und erhoben haben, und nicht dem geistreichen Verfasser philosophischer und historischer Werke. Nein! Wir alle fühlen, daß er uns noch ein Höheres geworden ist, daß ein Größeres in unseren Seelen an- klingt, wenn die Gestalt dieses Genius uns vor Augen tritt. Ein Wegweiser ist er uns geworden, ein Führer und Erzieher unseres Volkes. Den Weg vom Aesthetischen zum Ethischen, von der Kunst zur Sittlichkeit, vom Schönen zum Guten, hat er deutlich wie lein anderer uns gezeigt. Er hat uns gelehrt und gepredigt, wie große echte Kunst durch Verdoppelung der Seelen die große echte Tugend eines Volkes zeitigt. An den Tugenden der Vorgeschlechter entzündet er die Folgezeit, so hat er selber einmal diese gedankliche Brücke geschlagen. Allein, bedarf es denn dieses Umweges über die Kunst, um zur Sittlichkeit zu gelangen? Haben nicht die großen Religions- stister aller Zeiten ihre Taten getan, ohne diese Brücke zu be- treten? Gewiß, und auch heute noch gibt es wohl Stunden, da man jene Fragen verneinen mag. Die eben entwickelte Seele eine? jungen Menschenkindes in all ihrer blühenden Empfänglich- keit, warum sollte sie nicht alle Keime des Guten und Edlen willig in sich aufnehmen? Und jugendliche Völker sind solche jugendlichen Seelen. Oder wer hätte noch nicht als eine schönste Aeußerung des beglückten Herzens den heißen Drang gefühlt, allen Menschen Gutes zu tun? Aber solche weichen Zeiten sind der Volkheit selten beschieden, und auch im Leben des einzelnen haben sie keine bleibende Statt. Im allgemeinen schreiten wir Kinder einer schnellebigen Zeit daher, bepackt mit den Sorgen des Alters. Pflichten und Aufgaben, Glauben und Wünsche, Kämpfe und Sorgen machen aus uns nur zu oft müde Körper und gehetzte Seelen, die das Glück nicht mehr kennen, einer Empfindung leben zu dürfen. So verhärtet sich selbst dem Besten die Seele, und Unempfänglichkcit heißt unser schlimmes Erbteil. Da tritt der Dichter auf den Plan. Mit dem Pflug der Leidenschaft durchfurcht er die verhärtete Rinde, aufackert er mit der Worte und Töne Gewalt das schlummernde Volk der Gefühle, und im gelockerten Boden empfangen die geöffneten Seelen die Gefühle, die Keime guter und schöner Wahrheit. Aus solchem Grunde scheint nur, betritt Schiller die Bühne, zu solchem Ende führt er den großen Kampf der Leidenschaft in unsere Herzen. So konnte er nun selber ausgehen, ein Säemann, auszusäen die hohen Worte, von denen ein Volk lebt: die Liebe zur Freiheit, die Liebe zum Vaterlande und die Liebe zur aufrecht mannhaften Tat« kraft. Vor hundert.Jahren gesät und seit hundert Jahren geerntet. Nun schauen wir zurück. Schon einmal hat diese Stätte, auf der wir heute versammelt stehen, eine Feier gesehen, die dem gleichen Namen galt. Es war der 10. November 1859, damals eine Zeit innigsten Sehnens nach einem geeinigten großen deutschen Vaterlande, dem noch kein glücklicher Stern zu winken schien. Und heute ist es ein Menschen- alter, seit jene Sehnsucht glorreich in Erfüllung ging. Ein ungeahnter Aufschwung zur Macht und Größe unseres Vaterlandes. Mitbürger! Wie wir wissen und heute aussprechen dürfen, daß für dies eine große Ziel unser großer Schiller nicht umsonst gelebt und gelitten hat, so wollen wir, sein deutsches Volk, und wollen insbesondere auch wir, die Bürger seiner größten Stadt, nicht aufhören, im Namen Schillers auch um jener anderen idealen Güter, deren Vorkämpfer er uns gewesen ist, in Selbst- zucht und innerer Arbeit, wie er sie bei all seiner Begabung und all seinen Erfolgen seit Jahren und Jahren an sich geleistet hat, aber auch mit Liebe und mit Begeisterung, wie sie Krankheit und äußerer Not zum Trotz seine Feuerseele erfüllt haben, zu kämpfen und zu ringen. Dann wird dieser heilige Mann, wie ihn auch ein Großer unserer Nation genannt hat, für keinen von uns umsonst gelebt haben. Dann wird, wenn die Vorsehung unserem Volke Gesundheit beschert, auch neuer Segen und neuer Fortschritt unserem Vatcrlande nicht fehlen. Das walte Gott! Nun spielten die Militärkapellen das Reiterlied aus Wallen- steins Lager und das Publikum sollte mitsingen: Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist, Man sieht nur Herren und Knechte; Die Falschheit herrschet, die Hinterlist Bei dem feigen Menschengeschlecht. Es klang matt; einer genierte sich vor dem anderen, in Stimmung geschweige denn in Begeisterung zu geraten. Da fuhr der alte Professor Roßmäßler mit ehrlichem Zorn in die Menge hinein:„Zum Donnerwetter, etwas forscher, meine Herren!" Die letzte Strophe wurde dann lauter gesungen. »* In einer Rede„Schillers Bedeutung für das Maschinenzeitalter" beklagte Prof. Kammerer in der Technischen Hochschule die Schattenseiten des Kapitalismus und das Strebertum.„Das Leben der meisten verläuft in einer vielbeschäftigten Unrast, auf- gezehrt von Kleinlichkeiten. Ueberall fehlt Einheit, Ruhe, Stimmung. Das Grundübel aber ist darin zu finden, daß bei der allzu raschen Umwälzung der wirtschaftlichen Verhältnisse vielfach Elemente an die Oberfläche geraten sind, die nicht eigener Tüchtigkeit, sondern aus- genützten Zufälligkeiten den Erfolg verdanken, und daß infolgedessen der Erfolg an sich als Wertmesser der Persönlichkeit gilt, gleichviel ob er dem äußeren Glück oder der eigenen Kraft entsprossen ist. Nur allzu häufig wird nicht die ernste Tat, sondern der leichte Erfolg, nicht die wirkliche Leistung, sondern die äußerliche Anerkennung angestrebt. Daher Fehlen des persönlichen Freimutes auf der einen Seite, Empfindlichkeit gegen ruhige sachliche Kritik auf der anderen Seite, UnWahrhaftigkeit und Unfreiheit allenthalben." Schließlich meinte der Festredner:„Im Vorwärtsschreiten befinden sich IGemeinde und Staat nur dann, wenn sie sich den Grundzug der technischen Ver- waltung zu eigen machen, daß nur der regieren darf, den S a ch- kenntnis zu einenl wirklichen Herrscher macht. Hoffentlich wird ihm dieser Freimut an keiner Stelle übel genommen. Der Ausschuß für die Berliner Schillerfeier hat zum Gedächtnis des Dichters in fünf der größten Säle Berlins Festakte veranstaltet, an denen erste Kunstkräfte mitwirkten. Die Eintrittskarten hierzu waren wohl durchweg an„bessere Kreise" verteilt worden, und in der Philharmonie, die wir besuchten, saß ein recht elegantes Publikum. Der Philharmonische Chor und das Philharmonische Orchester unter Leitung des Herrn Sicgftied Ochs wirkten mit; es war also für ein Gelingen des musikalischen Teiles volle Gewähr gegeben. Ueber- wälttgend war vor allem der Vortrag von Schillers Totenklage „Auch das Schöne muß sterben"; die Kompositioir von Hermann Götz kam in so wunderbarer Schönheit und Reinheit zur Geltung, daß wir wünschten, auch ein Arbeiterpublikum könnte sich einmal an diesem Musikwerk erbauen. Doch die Musik war erklärlicherweise nicht die Hauptsache an dieser Schillerfeier; im Publikum, unseret- wegen im Volke, sollte durch Rede und Vortrag die Flamme der Begeisterung angefacht werden. Die Att, wie dies geschah, erschien uns nicht gerade glücklich. Daß der Schauspieler Holthaus die Kraniche des Jbykus zwar mit gewaltiger Lungenkraft, aber ohne rechte Stimmung vortrug, ist eine Entgleisung, die überall vor- kommen kann und den Festleitern nicht angerechnet werden darf. Kein rechter Reim, keine harmonische Ergänzung schien uns in der Hauptsache zu liegen, im Prolog einerseits, der von Ludwig Fulda verfaßt war und auch von diesem Dichter vorgewogen wurde, und in dem von dem Germanisten, Akademieprofessor Konrad B u r d a ch gehaltenen Vorwag. „Friedrich Schiller, Gottesfunken. Herold aus Elysium, Deutsches Volk, aufs Knie gesunken, Ehrt in dir sein Heiligtum! Brüder, fliegt von euren Sitzen, Wenn ihr seinen Namen preist, Laßt den Blick zum Himmel blitzen, Diesen Becher Schillers Geist!" Welch eine unnatürliche Ueberschwenglichkeit vor unserem nüchtern kalkulierenden Bürgerpublikum, welch ein Abstand von den in ihrer Schlichtheit von Herzen kommenden und das Herz erhebenden Worten, die Georg Herwegh zum Hundertsten Geburtstage des Dichters an das deutsche Volk gerichtet. Die von Herrn Burdach gehaltene Festrede war einem modernen Professor angemessen. Der Herr hat den Sitz für deutsche Sprache und Literatur an der Akademie der Wissen- schaften inne und in seiner Rede nannte er Jakob Grimm seinen erlauchten Vorgänger._ Aber zwischen diesem markigen Manne und ihm ist fast ein Unterschied lvie zwischen dem ausstrebenden Bürgertum der vierziger und fünfziger Jahre und dem gesättigten unter Kaiser Wilhelm II., das keine anderen idealen Wünsche hat, als gesichert vor der drohenden Revolutton des Proletariats gut verdauen zu können. Wohl wußte Herr Burdach die heutige Sinnesrichtung in Kunst und Dichtung zu würdigen, die von der idealistischen zu Schillers Zeit durchaus entfernt ist; und von gewissem Mut zeugten die Worte, daß Schiller über manches voller Zorn urteilen werde, wenn er heute das Berliner Kunstleben betrachten könne, daß dieser Zorn sich aber gewiß nicht über die Dichter ergösse, die im Gegensatz zur klassifizierenden Richtung als modern und naturalistisch verschrien werden, über Hauptmann und Ibsen. Aber die laute Verwahrung gegen die Auffassung, daß der Dichter des„Tell" und der„Räuber" von der Demokratie als der ihre beansprucht werden könnte, das ostentative Spiel mit der Selbstverständlichkeit, daß Schiller im edlen Sinne eine aristokratische, dem Gemeinen abgewendete Natur sei. war überflüssig und wirklich nur zu verstehen aus dem Sweben des Herrn Burdach, nichts zp sagen, was er als Akadcmieprofessor nicht etwa sagen durfte. Die Universität hielt mittags im Opernhause ihre Schiller- Feier ab; der Rede des Professors Erich Schmidt gedenken wir an anderer Stelle. Aus dem Reiche liegt eine Unzahl Nachrichten vor über Schiller-Feiern. In Marbach, dem Geburtsort des Dichters, wurde eine Schiller-Linde gepflanzt. In Jena fand mittags die Feier der Universität im großen Saale des Volks- Hauses statt. Universitätsprofessor Michels hielt den Festvortrag und gedachte dabei Schillers Bedeutung für die Universität. Abends war eine allgemeine Festfeier im Volkshause, bestehend in Mustkaufführungen unter Leitung Professors Naumann und Vorwag Schlllerscher Dichtungen. Die Festrede hielt Professor Eucken. Im Nachbarorte W e ni ng en j en a. in dessen Kirche Schiller einst gewaut wurde, ist ein Schiller-Gedenkstein enthüllt und eine Schiller- Linde gepflanzt worden. Am nächsten Freitag werden auf besondere« Befehl des Herzogs von Sachsen-Meiningen die Meininger Hof- schauspieler im Jenaer Theater Schillers„Kabale und Liebe" als volkstümliche Vorstellung geben.— Auch aus Stuttgart wird über festliche Veranstaltungen berichtet. Erwähnt sei noch, daß der Giordano Bruno-Bund im Berliner Rathause eine sehr beachtenswerte Schiller-Ausstellung ver- anstaltet hat, die viele Briefe und Reliquien enthält. 7. Generalversattunlung des Jevtralverbandes der Töpfer uud Serltfsgenossen. M ü n ch e n, 8 Mai. Im hübsch dekorierten Saale des„Eberlbräu" konstituierte sich gestern die von 59 Delegierten besuchte Generalversammlung. Der Punkt 2 der Tagesordnung(Taktik bei Streiks und Lohnbewegungen)' wird auf Antrag Berlin in geheimer Sitzung behandelt. Der Geschäftsbericht» der den Delegierten gedruckt vorliegt, bezeichnet das Fahr 1902/04 als ein Kampfjahr im vollsten Sinne des Wortes. Im Jahre 1903 fanden 10 Angriffsstreiks statt, bei denen 1740 Kollegen beteiligt waren. Von diesen waren 1212 verheiratet und hatten 2385 Kinder. Die Gesamtausgabe betrug 202 372 M. Ab- Wehrstreiks sind 4 zu verzeichnen, an denen 46 Kollegen beteiligt waren, davon waren 28 verheiratet und hatten 46 Kinder. Die Kosten bewugen 1619 M. Die Aussperrungsliste zeigt 21 Orte, in denen 1059 Kollegen ausgesperrt waren. Verheiratet waren 712 Kollegen, die 1523 Kinder besaßen. Die Ausgabe war 50 965 M. Von den Angriffsstreiks hatten 5 vollen, 5 teilweisen Erfolg, von den Abwehrstreiks waren 2 erfolgreich und 2 erfolglos. Bei den Aussperrungen waren 19 von Erfolg, d. h. der Wille der Unter» nehmer ging nicht durch und 2 waren erfolglos. Im Jahre 1904 sind 4 Angrisfsstreiks zu verzeichnen, an denen 172 Kollegen beteiligt waren. 146 wären verheiratet und hatten 380 Kinder, die Kosten betrugen 3013 M. Abwehrstreiks sind 8 zu verzeichnen. Daran beteiligten sich 123 Kollegen, von denen 90 verheiratet waren, welche 184 Kinder hatten. Die Gesamtausgabe war 8270 M. Die Aussperrung in Elbing verursachte eine Ausgabe von 770! Mark. Die Angriffsstreiks waren alle 4 erfolgreich, während von den Abwehrstreiks 3 erfolgreich, 1 teilweise erfolgreich und 2 erfolg- los waren, 2 waren am 1. Januar 1905 noch nicht beendet. Die Aussperrung in Elbing war erfolgreich. In Jahre 1903 waren 2845 Kollegen an den Streiks beteiligt, wovon 1952 verheiratet waren und 3954 Kinder hatten. Die Ge- samtausgabe betrug 254 956 M. Das Jahr 1904 zeigt 309 beteiligte Kollegen, von denen 244 verheiratet tvaren und 581 Kinder hatten. Die Kosten betrugen 12 053 M. Insgesamt fanden in den zwei Jahren 48 Streiks statt mit 3154 Beteiligten. Verheiratet waren 2196 und hatten 4535 Kinder. Gesamtausgabe 267 009 M. Erfolgreich waren 34, teilweiser Erfolg 6, erfolglos 6, noch nicht beendet 2. In 27 Orten erreichten in 184 Betrieben 1319 Kollegen ins- gesamt eine wöchentliche Lohnerhöhung von 1595 M. und eine wöchentliche Arbeitszeitverkürzung von 1126% Stunden. 12 Orte haben eine Arbeitszeitverkürzung zu verzeichnen. An allen Orten find fest- gelegte Tarife vereinbart, 7 hatten bisher keinen Tarif. Kosten verursachten diese Lohnbewegungen 185 M. Insgesamt fanden 1903 und 1904 69 Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellungen statt, an denen 5104 Kollegen beteiligt waren. Diese Lohnbewegungen waren sämtlich erfolgreich. Im Jahre 1903 waren 5 Bewegungen zur Abwehr von Ver- schlechterungen der Arbeitsbedingungen notwendig. Daran waren 243 Kollegen beteiligt und konnten die diesbezüglichen Bestrebungen des Unternehmertums erfolgreich abgeschlagen, tverden. Im Jahre 1904 lvaren ebenfalls 5 solche Bewegungen in 23 Bettieben, woran 176 Kollegen beteiligt lvaren, notwendig. Die gesamten Streiks und Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung verursachten 267 194 Mark Kosten. Erfolgreich waren 110, teilweisen Erfolg hatten ö, erfolglos waren 6 Bewegungen. An Krankenunter st ützung leistete der Verband in den letzten zwei Jahren 37 438,15 M. An Sterbe-Unt er st ützung wurden 3209 M. bezahlt. Das Durchschnittsalter der verstorbenen Mitglieder betrug 39 Jahre 2 Monate. An Umzugsunter st ützung wurden 6583,27 M., an Wanderunterstützung 8347,40 M. bezahlt. Die Ausbreitung. des Verbandes ist eine erfreuliche zu nennen. Der Verband zählt zurzeit 10 553 Mitglieder in 142 Filialen. In den letzten beiden Jahren wurden 4153 Mitglieder aufgenommen, was eine Zunahme von 1371 Mitgliedern bedeutet. Die auf der Meißener Generalversammlung bcschloffene Arbeits losen- Unter st ützung wurde durch Urabstimmung mit 4818 Stimmen gegen 2837 Stimmen abgelehnt. Die von der Generalversammlung beschlossene Zweidrittelmajorität ist also nicht einmal annähernd erreicht worden. Das Verbcmdsorgan„Der Töpfer" hatte am Schlüsse des Jahres 1904 eine Auflage von 11 400 Exemplaren. Als ein Uebel- stand wurde es empfunden, daß die Redaktion im Nebenamte besorgt werden muß, wodurch es nicht möglich war, das Verbandsorgan auf der Höhe der Zeit zu halten, wie es im Interesse des Verbandes notwendig gewesen wäre. Die Einnahmen betrugen im Jahre 1903 132 127,12 M., die Ausgaben 176 112,63 M., im Jahre 1904 216 075,25 M. Einnahmen und 212 689,52 M. Ausgaben. Der erste Vorsitzende D r u n s e l ergänzte den Geschäftsbericht in einigen Punkten. An den Geschäftsbericht schloß sich eine ausgiebige Diskussion, in der Marsig u. a. eine Resolutton beantragt, daß gegenüber einer Bemerkung im letzten Generalversammlungs-Protokoll kon- statiert werden soll, daß die Kollegen der Potsdamer Filiale stets das Interesse des Verbandes gewahrt haben. Der Vertreter der Generalkommission, Silberschmidt, äußerte sich zu den Vorwürfen einiger Delegierten, als ob von der Generalkommission nicht das notwendige veranlaßt worden sei. Als sich der Zentralvorstand an die Gencralkommission um Hülfe wandte. wurden s o f o r t die nötigen Schritte getan, um die Zentralvorstände der anderen Verbände zu veranlassen. Zuschüsse zu gewähren. Wenn die Mittel nicht so reichlich flössen, da damals der Kampf in Crim- mitschau tobte, so trifft nicht die Generalversammlung die Schuld. Die Verbände sollten möglichst danach trachten, mit ihren eigenen Mitteln auszukoimnen. Nach einem Schlußwort des Vorsitzenden wird dem.Gesamt- vorstände einstimmig E n t l a st u n g erteilt. M a r s i g- Berlin zieht seine Resolution zurück. Mit allen gegen drei Stimmen wurde dem Kassierer ein Manko« geld von 100 M. jährlich bewilligt. V»z,>nerst>»ud am 8. Mai. Elbe bei AllM+1,42 Meter, bei Dresden— 0,14 Meter, bei Magdeburg+ 2,10 Meter.— U n st r u t bei Sttaußsurt+ 1,75 Meter.— O d e r bei Ratibor+ 2,20 Meter, bei Breslau Ober- Pegel+ 5,34 Meter, bei Breslau Unter- Pegel+ 0,46 Meter, bei Frankfurt+ 2,00 Meter.— Warthe bei Posen+ 1,36 Meter. g'ä« den Inhalt der Inserate dernimmt die Redaktion dem Vttblttnm gegenüber keinerlei Berantmortung. HKeater. «tttwoch. den 10. Mai: Ansang VI, Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. Schauspielhaus. WUHelm Tell. (Zlnfang 7 Uhr.) Pienes Operntheater. Jung-Heidel» bera. Deutsches. Der Privatdozent. Berliner. Vorstellung für die Ber» liner Schillcrfeier 1905. »Vesten. Schüler- Opernaufführung des Eichelbergschen Konserva. toriumS. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Teil. ReneS. Ein SommcrnachtStraum. Nachmittags 2'/, Uhr: Kabale und Liebe. Dhalia. Die Bäder von Lucca. Residenz. Herzogin Crevette. Ansang 8 Uhr: GchiNer O.(Wallner- Theater.) GygeZ und sein Ring. Schiller X.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater). Maria Stuart. Lessing. Elga. Kleines. Salome. Rational. Ein Maskenball. Zentral. Die kleinen Lämmer. Drianon. Ahr zweiter Mann. Belle-ANiance. LiebcSmnnöver. Tarl Weist. Der Schnitzer-Franzi von Berchtesgaden. Reichshalle». Stettiner Sänger. Kasino. LoloS Vater. SustsptelhauS. Der Familientag. Apollo. Berliner Lust. Speziali- töten. Metropol. Die Herren von Maxim. Wintergarten. Otto Reutter.— Spezialitäten. Herrnfeld-Dheater. Die Meyer» Hains. Passage-Theater. Spezialitäten. ttrnnia. Tanbenstraste 48/40. Abends 8 Uhr: Ticrleben in der Wildnis. gnbaltdenftraste»?/«». Stern- warte. Täglich geössnet von 7 bis 11 Uhr. UFSIIllfl} Taudenslr, M/49 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte atr. 57/62. Neues Theater. Nachm. S'/i Uhr: Sctalllerfeler Kabale and I-lebe. Abends VI, Uhr. Ein Sornmernachtstranm. Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Eröffnung der Spielzeit Rosenfeld. Ledige Leute. Kleines Theater Salome. Donnerstag: Rosmersheim. (Ansang VI, Uhr.) J rettag; Die Neuvermählten. Ab- ledssoupsr.(Ansang 8 Uhr.) Sonnabend: Angele. Abschied vom Regiment. Sonntag: Nachtasyl._ National-Theater WeinbergStveg 19. Mittwoch, den 10. Mai 1905: Amsiia oder: Ein Maskenball. Anfang 7ll, Uhr. Donnerstag: Zweites Gastspiel von Mme. Ch. Wvns:„Die Favoritin." Freitag: Figaros Hochzelt._ WOLZOGEN-OPER THALIA-THEATER. DIE BÄDEB VON LUCCA. BüL-Verk-Thelie-Theot 10-1'/r Wertheim, Invaliden- and Künstlerdank. Anfang 8 Uhr. Mt Konigl. Oper(H). Heate und folgende Tage: Jung-Heidelberg. Anf �l|, Uhr. Billettverk.: KgL Opernhaus, Schalter 3, Wertheim, Invalidendank nnd Abendkasse. Ab Sonntag tttglich: Carten-Mllltbr- Konzert. r. 218. Frjadrichstraße 218. »M- rüglich'wa s uhr- Berliner Lnft. Musik von Faul Uncke. Dazu: Das glinzende Mai• Speziali- titen-Pregramm und Wiederaustreten von Robert Steldl. Ab 7 Uhr:«arten- Konzert. Passage-Thealer. Ausg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Ans. nchm.Sonnt.3, Wo chentg.SUHr. Oriona akrobatische Tänzerin. Hinode Truppe japanische Gymnastiker. Smtni Jlröchert mit neuem Repertoire nnd das glänzende Mni-Programm. ) CALDAbt L AhlvFTICU/A. Friedrichstr. 165. Wille. Vall<�e aus Paris, armlose Fußkünstlerin! Hilg? Garcla. phänomenaler Schatten- Silhouettist! ♦ Lebende Photographien. ♦ Italien. Damenkapelle „Revelll". Metropol-Theater Der p&te Eriolg der Saison! 'Zum Maie;' :rr_______________ Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett m 5 Bildern. An f. 8 Uhr. Bauchen gestattet. KasinosTheater LotHringerstr. 37. Sonntag Nur noch bis �olo�s Ab Sonntag: Neu einstudiert: Hotel Klingebusch. Sonntag nachm. 4 Uhr: Heirat auf Probe. Ans. täglich 8 Uhr. VI, Uhr: Sounabtud: Uater. Trianon-Theater. Heute und solgende Tage: US» Ansang 8 Uhr. csH Weiß-Theater. Gr. Franksurterstr. 132. Gastspiel der Origmal- Tegernseer. Der Schnitzer- Franz! von Berchtesgaden. Oberbaherisches Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Akten v. Franz Seisert. Ansang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag z. erstenmal: Bauernblut. Residenz-Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und solgende Tage 8 Uhr: Herzogin Crevette. Schwant w 1 Vorspiel u. 3 Atten von Georges Feydeau, Deutsch von Benno Jacobson. RenihasdRese-Theeles Gesundbrunnen, Badstrasie 58. GroSe Sehiller-Gedeiikfeier anläßlich des 100 jährigen TodcStageS Friedrich v. Schiller. Nachmittag 3 Uhr: GroSe SchOIer- Extra-Vorsleliung. Abends 8 Uhr: Gr. Fxtra-VorstollUPg. In beiden Vorstellungen: Die Räuber. Schauspiel in'5 Akten von Friedrich Schiller. Vorher: Feft-Prolog, gesprochen von Frl. Erna plaldholm. Preise der Plätze zur Nachmittags- Vorstellung Entree 30. num. Pl. 50 Ps., für Kinder Entree 15, num.Pl.25Ps. Preise der Plätze zur Abend. Bor- _ stellung wie gewöhnlich._ Gebrüder Letzte Vorstellung: Montag, den 15. Mai. BW Bis dahin täglich:-MW !•■■ I» mit den Autoren Anton u. Donat Herrnfeld in den Haud trollen. Ansang 8 Uhr. Vorocrkaus 11-2 Uhr. Voranzelsre! 15 sächfischc Humoristen, das berühm- teste u. heltevteste Ensemble in diesem Genre, beginnt sein Gastspiel am Tonnerstag, den 18. Mai. Prater-Theater Kastanien-Allee 7— B. Heute: Konzert. Theater. A SpezlalitUten. Ball, ch Ansang 4'/, Uhr. Entree 30 Ps. Numerierter Platz 50 Pf.[• O. Wallner-Theater. Mittwoch, abends S Uhr: Djges nnd sein Ring. Eine Tragödie in 5 Atten von Friedrich Hebbel Donnerstag, oben dSSUhr: Der Qelhalte. Freitag, abends 8 Uhr: Die Herren 8«bne. Schiller-Theater WVUJ1IV1 AUVM6VA städtisches Theater. Mittwoch, abends 3 Uhr: Rärin Stuart. Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. Donnerstag, abendS8Uhr: Gjgcs nnd sein Ring. Freitag, abends 8 Uhr: Gjges nnd sein Ring. 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Mai starb nach schwerem Leiden unser lieber Kollege, der Schristsetzer 1605b Faul Kroneberg im 24. Lebensjahre. Sein aufrichtiger Charakter sichert ihm bei uns ew ehrende» Andenken. ßaz Personal der k! E. S. Mittler i Sohl Die Beerdigung findet am Donnerstag, de» 11. Mai, nachm. 6 Uhr, aus dem Friedhose der HeilandSgemeinde. Plötzensee. statt. Allen Bekannten, Freunden und Genossen die traunge Nachricht, daß mein« liebe Frau und gute Mutter Klara Kollwitz am Sonntag, den 7. Mai, abend» 8>/, Uhr, von un» geschieden ist. Um stilles Betleid bitte» die Hinterbliebenen R. Kollwitz nebst Sohn. Die Beerdigung findet Donner«- tag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Stargarderstraße 3. au» statt, 160Sb Isiihsiviubänd der Sciiuhmacher Deutschlands. (Zahlstelle verlin.) Allen Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser treue» Mit- glied, der Zuschneider Gustav Eberhardt am 8. d. M. verstorben ist. DI« Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittag« 3'/, Uhr, von der Leichenhalle der Eharttä aus statt. Um rege Beleillgung bittet 169/14 01« Ortsverwaltuiig. In der Nacht vom 4. zum 5. Mai starb plötzlich an Luftröhren-Entzündung unsere gute Mutter, Schwester und Schivägerin, die Gastwirtin Witwe inna Günther geb. Rüpert im 36 Lebensjahr. Die» zeigt liesbetrübt allen Per- wandten und Freunden an im Namen der Hinterbliebenen August Tulman. Di« Beerdigung findet Donner». tag, den 11. Mai, nachmittags 2 Uhr von der Leichenhalle des Zentral-Friedhos» in Friedrich«. selbe au« statt_ 16)36 Danksagung. FOt die vielen Beweise herzlicher TeUnabme bei der Beerdigung meines lieben ManneS läge ich allen Freun- den und Bekannten, insbesondere den Genossen de» 486 /87 Bezirks de» VI Berliner Wahllreise» meinen innigsten Dank. 16t4b Wwe. Marie Schmidt ttebit Kmdera, Neue Königstr. 45(Grand Hotel) Slontag, Dienstag:, Mittwoch und Donnerstag: Rcunion\ Anfang 10:, Uhr. Jfetzner Korbwaren. 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Haupt-Dureau: Engel-User lb, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Achwg! Bau-Anschläger. Donnerstag, den II. Mai, abends 8'/» Uhr, im„Englischen Garten", Alexander-Strage 27 o: Allgemeine Versammlung der Sau AnselllSger. TageS-yrdnung 1. Bericht über die Einführung des neuen Lohntarifs. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 116/16 Das Erscheinen aller Kollegen ist notwendig. B' ie Ortsverwaltnng. Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend. Bureau: C. 54, Dragonerstr. 15._ Telephon Amt HI. 5028. Freitag, 12. Mai, abends 8 Uhr, bei C. Patt, Dragönerstr�lS: Delegierien-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom letzten Quartal. 2. Geschäftsbericht des Ausschusses und Diskussion. 3. Neuwahl des Ausschusses. 4. Kartell-Angelegenheiten. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert die Vertretung sämtlicher HUM Kartell gehörigen Gewerkschaften. 289,9_ Der AuSschuft. I. A.: I. Hinrichsen. (Mitgl. des Arb.-Rads. Bundes„Solidarität"). Donnerstag, den II. d. M.. abends pünktlich',,9 Uhr. bei«erinui Schwedterstrahe 23/24: Ordentliche Generalversammlung. Tages-Ordnung: 1. Berichte deS Vorstandes, des Kassierers. 2. Anträge. 3. Ver- schiedcneS. Mitglieder werden daselbst aufgenommen. 12/15 Zahlreichen Besuch erwartet_ Der Torntand. Achtung! Achtung! Herrenmaß- u. Maßkonfektionssclineiiler Donnerstag, den 11. Mai 1905, abends 8V« Uhr, in den „Arminhallen", Kommandantenstr. Ä0: Oeffentliche Nersammlung. Tages-Ordnung: Die seitens des Arbeitgeber-Verbandes angekündigte Aussperrung aller Kollegen in Deutsch- land und unsere Stellungnahme hierzu. Resercnt: Kollege Bitter. Kollegen! Der Arbe:tgeber-Verband der Herrenmahschneidermeister will es als sein gutes Recht betrachtet wissen, seine Arbeiter, also Ench, z» indirekten Streik- brechern für die ausständigen Kollegen in Leipzig, Gieften und Würzburg zu be- nupen, um Euch dadurch in den Augen jedes denkenden Arbeiters zu degradieren. SV" Gegen dieses bohnsprcchende Ailsinuen gilt es Protest zu erheben! Erscheint deshalb zahlreich zu dieser Versammlung! Sie Ortsvemaltung Berlin des Verbandes der Sehneider. Engel- Ufer 21 part. 163/8 Achtung J Achtung! Spar-Verein„Osten". Freitag, den 12. Mai, abeuds 8% Hr, bei Kelter, Koppenstraße 29(großer Saal):" Oeffkiitl. Mitgliedkrlierstmmliülg. durch dieses Tages-Ordnung Die RechtloSmachung der Mitglieder des Spar-Vereins„Osten' die spar-Vercine G. m. b. H. und durch die am 14. April Jahres stattgesundene Delegierten-Versammlung. Freie Diskussion. 126/12' Die Geschästssllhrer der Spar-Vereine G. m. b. H. sind zur Recht- sertigung ihres Verhaltens eingeladen. 5*- Legitimation:„Sparkarte". Der Elnbernfer. Im Auftrage: 0.»rnlit, Tilsiterstraß« 76. 1. 2. Steppdecken W 1 kaust man am prets- wertesten nur direkt in der Fabrik,?S Wall- strafte 72, wo auch alt» Eteppdeckeu ausgearbeitet werden. v. Strohmandel, Berlin tts. Illustrierter Preiskatalog gralig Orts- Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und verw. Gewerbe zu Berlin. Mittwoch, den 17. Mai I90S, abends präzise 8 Ilhr, im „Deutschen Hof�, Luckauerstr. 15: Ordentliche Gcneral-Versammlung säuitlichcr Vertreter. Tages-Ordnung: In'getrennter Wahl-Versammlung: Für die Bertreter der Arbeit« gebcr: Wahl von einem Mitglied zum Vorstand. Für die Bertreter der Kaffen- Mitglieder: Wahl von einem Mit» glied zum Vorstand. 273/3 In gemeinsehaiiNoher Versammlung; I. Abnahme der Jahresrechnung für 1904, Bericht der Revisoren, Dccharge-Erteilung. 2. Definitive An- stellung eines Beamten. 3. Antrag deS Vorstandes aus Gewährung eines SAantenhauszuschusses an unverhei« ratete Kassenmitglieder. 4. Antrag aus Gewährung von Sterbegeld für Ehefrauen und Kinder der Kassen- Mitglieder. 5. Verschiedenes. Berlin, den 9. Mai 1905. llerVorsianlI.J.A.:Erh.Schlenker,Vors. Beschwerden, zu deren Erledigung die Einsicht der Kassenakten erforderlich ist, sind bis zum 12. Mai schriftlich im Kassenlokal einzureichen.— Die IZene» ral- Vorsammlung wird piinktl. eröffnet Dr. Simmel, Spozialarzt sär 98/10* Knut- und Harnleiden. 10— 2,5— 7.«sonntags 10— 12. 2— 4 Vereinigung der Haler, Sachterer und Knstreicher. Donnerstag, den 11. Mai, abends 8'/, Uhr, im GewerkschaftS- hause, Engel-Ufer IS: Mitglieder- Uersammlung TagcS-Ordnung: 1. Kassenbericht vom ersten Quartal. 2. Wahl eines Kassierers(Stich- wähl). 3. Vortrag. Reserent: Genosse Hr. Bernstein. Mitgliedsbuch legitimiert._____ 124/14 Regen Besuch erwartet Die Ortsvcrwaltnng. Jedes£• Pfennig. Wort:&,.P"*"!' fettgedruckte Wort 10 Ptg, Worte mit mehr als IS Buchstaben zählen doocelt. Kleine Anzeigen. W �+gß Strasse 6 Verkäufe. Steppdecken billigst Fabrik Große Franksurterstraße 9, parterre.-s37» Teppiche miiKarbeiisehlern Fabrik- Niederlage Große Frankjurterstraße 9, parterre._ t37* Gardinenhaus Große Franksurter- ftraße 9, parterre. 137' Spart! 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Der Streik der Schildermaler ist noch nicht beendet und wir bitten die Kollegen allerorts, den Zuzug nach Berlin streng zu meiden I Der Arbeitsnachweis befindet sich bei L a d e w i g, Alte Jakobstraße 83. 289/7»__ Die Ortyrerwaltnng Berlin. Ein erstklassiger Schristenmaler, flotter Zeichner sür Reklame-Malerei in der am 1. Juli zu eröffnenden Gewerbe-Ausstellung, aus sofort gesucht, es wird nur eine ganz hervor- ragende zkrast verlangt. Kondition: 10 Marl Tage lohn oder 15 Ps. a Buch- stäbe ist' Akkord(es kommen etwa 200 gm Fläche in Betracht). Die Stellung ist nur vorübergehend. frgzzgg& CO., KUSSel. Arbeiter-Sekretariat Nürnberg. Das Geiverlschastskartell hat beschlossen, sür das Arbeiter- Sekretariat eine weibliche Hülsskrast anzustellen. Der Sekretärin werden zunächst vor- zugswcise Bureauarbeite» und Berwaltungsgeschäfte zufallen, außer- dem hat sie agitatorisch und rednerisch für die Arbeiterinneubewegliug tätig zu sein. 289/8 Bewerbungen nebst Angabe der bisherigen Tätigkeit und Gehalts- anspräche sind bis 1. Juni an die Adresse: Georg Bohl, Egidienplatz 22, Nürnberg zu richten. Ztellmseder u. lisedler. Die Tischler und Stellmacher der Firma(»rnndiuann& Kahn, Neanderstrafte, Befinden sich im Streik. Zuzug ist fernzuhalten. Der Bau Schneider, Südende, Lichterfelderstr. 38, ist gesperrt, und Bau Zimmermann, Rixdors, Kne- scbeckstr. 64, weil die Herren Karl und Emil Schneider den bisher bezahlten Tarif nicht mehr einhalten. Achtung, Kodenleger. Die Bauten der Firma Nord- deutsche Fustbodenfabrik aus Hannover sind gesperrt. Die Bauten sind in Pankow, Binzstraste, Parzelle 7K bis 7S, Baumeister Knrt Berndt. Jalousie-Arbeiter. Die Kollegen der Finna Back- staller befinden sich im Streik. Zuzug ist fernzuhalten. Da bei mehreren Firmen noch Differenzen bestehen, bitten wir, sich aus den Bauten?c. die blaue ge- stempelte Arbeits- Kontrollkarte zeigen zu lassen, nur diese ist güllig. Andersfarbige Karten sind zu ver- Nichten. 83/8» Stockarbeiter. Die Arbeiter der Firma Julias nnd Hermann Gembickl, Friedrichstr. 16 u. Liudeuftr. 102, befinden sich im Streik. 18/18» Zuzug ist fernzuhalten! Teppichmeber! Der Zuzug nach den Teppichfabriken von Feibisch, Treptow, Köpnicker Landstr. 28/29, Benjamin u. Eo.» Mclchiorstr. 23, und Rud. Baader. Bethanien-User 6, ist fernzuhalten, da die dorttgen Arbeiter und'Arbeite- rinnen sich im Streik befinden. 197/11» Die Streikleitung. Kunschuci'! Wegen Maßregelung von Kollegen, die sich an der Maiseier beteiligten, sind die Wertstätten der Firmen Jseob& Bräutigam Martgrafenstr. 58, und Zyrewitz, Kommandantenstr. 24 gesperrt. 102/10 Zuzug ist streng sernzuhalten, Deutscher Kürschncrvcrbaud. Zahlstelle Berlin. Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. Verantt?. Redakteur: Pank Büttner, Berlin, gür den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Dnick u. Verlag: Vorwärts BuKdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SWi St 108. 22. ZahrMg. 2, Sfilmc des Lmw" Sftliiitt VcksM Mwch, 10. Mai 1905. Parteigenossen! Heute ist Zahladens in Min uns den Vororten! partei-�Zngelegendeiten. Erstcr Wahlkreis. Dienstag. IS. Mai, abends 8�/, Uhr, ist bei D'räsel. Neue Friedrichstr. 20, die Generalversammlung des Wahl- Vereins. TageS- Ordnung: Bericht des Vorstandes und Kassierers sowie Vortrag des Redalteurs Genossen John:„Die neue Organisation der Partei". Zahlreicher Besuch erbeten. Wahlvereins- buch legitimiert._ Berliner JVacbrlcbten. Nante und Kulicke auf der Schillerfeier. Wir erhalten folgende Zuschrift: Jeehrte Redakzjohn! Heite Morsen saß ick nff'n Deenhoffsplatz(nich weit von„Joldeuen ? pirsch" in de Jerusalenrerstraxes. Wat mein Fremd Kulicke is, der- elbigte, wat immer die ville Zicken in Kopp hat, der war ooch da. „Weeste," sage ick,„wie is et, wen» wa uns een Biskeu die Jebrieder Beenekin vertreten. Mau kriecht ja Hieneroogen in sein Sitzorjan, wenn man den janzen jeschlagenen Dag hier hucken duht!" Kulicke war inverstanden, un wir machten uns uff de Piljer- fahrt öon'n Deenhoffsplatz nach'n Hausvogtciplatz. Au de Leipzigerstratze stand een Blauer, an de Mohrenstratze standen z w e e und an de Taubenstratze standen een janzet halbet Dutzend von de Sorte. Unter solche Umstände zogen wir et vor, uffn Hausvogteiplatz keene Stazzjohn zu mächen, sondern walzten weiter durch de Taubenstratze nach'n Schandarmenmarchl zu. Da war'n wa aber erst recht von Rejen in de Traufe jelommen. Da war'n Ihn nemlich so ville Blaue, det et aussah, wie'n Jetreide- feld voll patriottschet Unkraut. Et war schrecklich. Ick kann Ihn ver- sichern, det so ville Schutzleite da war'n, det se ecnfach nich mehr uff de Erde Platz hatten. Ne janze Menge war'n sogar offenbar deswejen, uff Jaule jeklettert und kiekten sich die Jeschichte von oben an. Un um de Villen Blauen rum eene Menschheit eene Menschheit, sag ick Ihn'!— Warum eijentlich so ville Schutzleute da war'n, konnten wir uff keene Weise rauskriejen. De Jöhr'n. die sich da uffhielten, machten allerhand Quatsch von't Schillern und sowat. Aber wer jibt denn uff Jähren wat? IS et Ihnen ooch schon passiert, det se mal aus'n„Joldenen Hirsch" jekommen sind, un de Jähren von'n janzen Deenhoffsplatz war'n hinter Ihn? Mch? Na, denn kenn Se eijentlich ieber Jöhrn jarnich mitreden I Na, wir horchten also mehr nach die verständrjeren uffjewachsenen Leite hin. Eeene olle Schreckschraube, die sich rausjeputzt hatte, det se aus sah wie ne nei tapezierte Stube, Meente zu ihre Nachbarn:„Ham Se de Millern jesehn, wat die sich anjellemnrt hatte. Jott, wie kann man sich so jeschmacklos anziehn I" Een Hetzeret Herr Meente zu eenem andern:„Das Glück werden Wir heut' nicht haben, Seine Majestät zu sehen!" Warum so ville Blaue da waren, darüber sprach keen Mensch. „Kulicke," sagte ick zu meinen Freind, wat immer die Villen Zicken in Kopp hat,„so kriejen wa det nich rauS. Wa missen een fragen I" In den Ooaenblick kam sener iebern Damm. Ick estimierte ihn vor'n Lehrer. Ick— fack, sack— an ihn ran un jefragt l „Hm," sagt er,„lieber Mann! Wissen Sie denn, wie dieser Platz heißt?" „Na ob." sage ick,„det is der Schandarmenmarcht l" „So?" sagt der Mann, den ick vor'n Lehrer estimierte,„ganz richtig ist das nicht. Der Platz hat in seinem mittleren Teile eine Umtaufe erfahren." In den Oogenblick konnte ick janz deitlich sehen, det. wat mein Freind den Kulicke anbetrifft, ihn wieder eene von seine ville Zicken vurch'n Kopp sing; denn er fing janz infam an zu jrinsen. Wat der Lehrer is. der drehte sich jleich nach ihn rum un sagte: „Nun, Ihr Freund scheint intelligenter zu sein als Sie. Wie also ist der Platz jetzt getauft?" „Na," sagte Kulicke:„Det is doch sehr eenfach: Frieher hieß er Schandarmenmarcht, jetzt heest er SchutzmannSmarcht!" Da ritz der, wat ick vorn Lehrer estimierte, de Oogen so weit uff, det se aussahen, wie zwee Sechser-SchnapSpullen von die jrotzen aus'n„Joldcnen Hirsch"! „Wie kommen Sie darauf?" fragte er. „Na," meente Kulicke:„Det is doch klar. Seh'n Se denn nich, det se de janzen überflissigen Schutzleute von Berlin hier uff'n Marcht jeschickt ham? Un nu steh'n se alle um de Schutzleute rum aber keener will een koof'n!"— Manche Leite find komisch!— Ick habe den Menschen nischt jedahn, un wat mein Freind Kulicke is, der immer so ville Zicken in Kopp bat, der hat ihm doch ooch nischt jedahn. Aber wat meen Sei Der schmeitzt uns'n Blick zu—'n Blick, sag ick Ihn! Und denn verschwind er! Verstehn Sie det?— Ja, sehn se: nu wissen wir immer noch nich, warum uff'n Schandarmenmarcht so ville Schutzleite war'n. Aber, wat mein Freind der Kulicke is, der immer so ville Zicken in Kopp hat, der meent, ick sollte doch mal an die Redakzjohn von„Vorwärts" schreiben: die knechte so wat alles raus. Schreiben Se also in Briefkasten unter„Kornblumenblau". Ihr Nante von Deenhoffsplatz. Die Stadtverorducten-Bersammlung wird sich in ihrer nächsten Sitzung mit der Bewilligung der Kosten für die Ausschmückung der Siratzen und Plätze aus Anlatz des Einzuges der Prinzessin Cecilie, der Braut des Kronprinzen, beschäftigen. Die Kosten sind auf 130 000 M. veranschlagt, verlangt werden 150000 M. Für die S ch i l l e r- F e i e r hat die Stadt Berlin eine Garantiesumme in Hohe von 20 000 M. geleistet. In Erinnerung an die gestrige Schiller-Feier haben die Berliner Gemeindebehörden dem.Nordpark" den Namen.Schillerpark" gegeben. „Die Hohcnzollern-Legende", Kulturbilder aus der preußischen Geschichte von Max Mauren brechet. Das 5. Heft enthält den Anfang des 2. Kapitels:„Die neuen Junker und die neuen Fürsten", in dein der Verfasser u. a. behandelt: Die Opposition der Städte.— Das heilige Blut von Wilsnack.— Neue Erhebung der Städte.— Der Kampf um den Zoll.— Schollenpflicht und Gesindezwangsdienst der Bauern.— Der revolutionäre Ursprung der deuffchen Fürsten.— Judeujchutzgelder und Vertreibung der Juden.— Ein neues Finanzprojekt der Hohenzollern.— Von den beigegebenen Illustrationen, die den Text erläutern und ergänzen, erwähnen wir die Reproduktion einiger mittelalterlichen Feder- zeichnungen, die eine stellt eine Ausstäupung, die andere eine Ent- hauptung rebellischer Bürger dar. In jeder Woche erscheint ein Heft des Werkes für 20 Pf., das durch alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure, in Berlin durch die Parteispeditionen bezogen werden kann._ Die Wahlen der Aricitgeder-Beisitzer zum Kaufmannsgcrichl finden heute, Mittwoch, von 12 bis 4 Uhr in denselben 24 Lokalen statt, die wir anläßlich der HandlungsgehAfen-Wahlen wiederholt bekanntgegeben haben. Zur Teilnahme an den Wahlen ist berechtigt, wer das 25. Jahr vollendet und in dem Bezirke des Kaufmanns- gerichts seine Handelsniederlassung hat. AuS kaufmännischen Kreisen wird uns geschrieben: Der Ausfall der Handlungsgehülfen-Wahlen mutz bei dem ZentralauSschutz hiesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine und dein Verein der Berliner Kaufleute und Industrieller einen heillosen Schrecken hervorgerufen haben. Sie senden den Wählern zwei als sehr dringend und sehr wichtig bezeichnete Flug- blätter zu, in denen flehentlich aufgefordert ist, nur die von ihnen aufgestellte Liste I der vereinigten Scharfmachervereine zu wählen. Es sind dies jene Korporationen und Vereine, die sich in der Mehr- zahl gegen die Errichtung der� Kaufmaunsgerichte ausgesprochen und selbst die bescheidenste Sozialreform im HaudelSgewerbe mit Eifer bekämpft haben und bekämpfen. Es entbehrt deshalb nicht der Komik, datz sie von ihren Kandidaten behaupten, sie seien frei von Parteidoktrineu und einseitigen Auffassungen und beseelt von den großen Gesichtspunkten der Unparteilichkeit und Billigkeit. Es genügt zur Charakteristik dieser Behauptungen, wenn man er- wähnt, datz sie freidenkende Arbeitgeber von vornherein aus ihrer Liste ausgeschlossen haben. Sie versuchen durch die Drohung, datz die Sozialdemokratie sich der Arbeitgeber-Maudate bemächtigen würde, ihre reaktionären Gesinnungsfreunde zur regen Wahl- beteiligung zu veranlassen. Frcidenlcude, sozialpolitisch verständige Arbeitgeber haben sich auf dir Liste III geeinigt. Die gegen die Kandidaten dieser Liste erhobenen Behauptungen, daß sie nicht als objektive Richter fungieren werden, kennzeichnen sich selbst als niedrige Verdäcktigungen. Wer von den Arbeitgebern im kaufmännischen Gewerbe wirklich einwandfreie Rechtsentscheidungen und Gutachten des Berliner Kaustnannsgerichts getroffen haben will, kann nur die Liste III, die freie Arbcitgcbcrlisle wählen. In sieben Wochen Naturarzt. Im„Lokalanzeiger" stand dem „Naturarzt" zufolge ein Inserat dieses Inhalts:„Wer einträgliche Existenz sucht, werde„Naturarzt". Postamt 32." Auf eine Aufrage unter der angegebenen Chiffre erhielt ein Fragesteller einen Brief folgenden Inhalts:„Im Besitze Ihres Briefes erwidere Ihnen, daß Sie bei mir gewissenhaft wissenschaftliche Vorbereitung für selb- ständige nattirärztliche Tätigkeit erhalten und umfaßt der Lehrplan das gesamte Natur- und Pflanzenheilverfahren einschließlich Anatomie, Pathologie und Therapie. Sie werden in ineinem Institut so aus- gebildet, daß sie schon nach Ablauf von 7—8 Wochen selbständig als Naturarzt praktizieren können. Das Honorar ist äutzerst niedrig und beträgt nur 120 Mark. gez. Robert Weber, prakt. Hydropath, Nixdorf, Kaiser Friedrichstr." Es ist einleuchtend, datz eine solche Anpreisung die Naturheib methode in Verruf bringen kann und daher deren Anhängern Pein- lich ist. Fürsorgestellen für Säuglinge. Auf Beschluß der Gemeinde behörden hat die von der Armendirektion, Abteilung für die Waisen Verwaltung, vertretene Schmidt-Gallisch-Stiftung, wie schon erwähnt, vier Fürsorgcstellen für Säuglinge ins Leben ge rufen, welche ihre Tätigkeit am 1. Mai begonnen haben. Die Säuglings-Fürsorge stelle I befindet sich Blumen st ratze 78; sie steht unter Leitung des Privatdozenten Dr. Neumann und ist für die in den Stadtbezirken Nr. 1— 10 und 145— 201 wohnenden Säuglinge bestimmt. Die Säuglings-Fürsorge stelle II, von Sanitäts. rat Dr. Cassel geleitet, befindet sich in der E l s a s s e r st r a tz e 27 und ist bestimmt für die in den Stadtbezirken 202— 278 und 305 bis 326 wohnenden Säuglinge. Die Säuglings-Fürsorgestelle III, für die in den Stadtbezirken 11— 14, 31— 48 und 279— 304 wohnenden Säuglinge bestimmt, befindet sich in der Markthalle am Arminius- platz und wird vom Oberarzt Dr. Salge geleitet. Die Säuglings-Fürsorge st elle IV, bestimmt für die in den Stadtbezirken 15— 30 und 40— 144 wohnenden Säuglinge, befindet sich Luisen-Ufer 35. Ihr Leiter ist in ständiger Vertretung deS Oberarztes des Kiuderasyls, Privat dozenten Dr. Finkelstein, der Kinderarzt Dr. Ballin. In allen vier Fürsorgestellen werden an den Wochentagen von 2— 3 Uhr nachmittags Kinder-Spezialärzte Sprech- stunden abhalten, um bedürftigen Müttern und Pflegemüttern von Säuglingen(Kindern des ersten Lebensjahres) unentgeltlich Rat über die Wartung und Ernährung der Kinder zu erteilen. Für die Benutzung der vier Anstalten sind folgende Vor> schriften erlassen worden: Die ärztlichen Leiter der Anstalten haben in geeigneten Fällen in erster Linie darauf hinzuwirken, datz die Mütter die Säuglinge stillen. Soweit es notwendig erscheint, kann bedürftigen, in Berlin ortSangehörigen Müttern, um ihnen das Stillen zu ermöglichen, auf Antrag des Arztes durch die Schmidt-Gallisch-Stiftung eine Beihülfe gewährt werden. Die ärztlichen Leiter der Fürsorgestellen sind ermächtigt, Müttern, die nicht stillen können, oder Pflegemüttern Milch oder andere Nährpräparate in der für den speziellen Fall geeigneten Menge und Zubereitung bis zur Dauer von acht Tagen unentgeltlich abzugeben. Ueber diesen Zeitpunkt hinaus soll eine derartige Ab gäbe der Regel nach nur gegen Erstattung des tarifmäßigen Selbst kostenpreises erfolgen. Ausnahmsweise darf in Berlin ortsangehörigen Müttern oder Pflegemüttern auf Antrag des Arztes durch die Stiftung der Bezug von Milch und Nährmitteln länger als acht Tage unter dem Selbst- kostenpreise gewährt werden, wenn die Bedürftigkeit durch Organe der städtischen Verwaltung nachgewiesen ist. Die Benutzung der Fürsorgestelle und die Gewährung der Nahrungsmittel darf nur so lange erfolgen, wie der ärztliche Leiter dies nach dem Gesundheitszustände des Kindes nottvendig erachtet und die Mütter sich der Aufsicht durch die Organe der Stiftung unterwerfen. In der HufbeschlagS-Lchrschmiede zu Charlottenburg beginnt der nächste Kursus Montag, den 10. Juli d. I., vormittags 3 Uhr. Meldungen zur Teilnahme sind an den Vorsteher Stabsveterinär a. D. Herrn Brand zu Charlottenburg, Spreestratze 58, zu richten. Zur Aufnahme sind erforderlich: 1. der Nachweis über Erlernung des Schmiedehandwerks, 2. ein polizeiliches Führungsattest, 3. der Nach- weis, daß das 19. Lebensjahr vollendet ist. Anträge auf Freistelleu welche in beschränkter Anzahl bei nachgewiesener Uubcmitteltheit ver« geben werden können, sind besonders beizufügen. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Bcrfamui- lang am Donnerstag, den 11, Mai ds. Is., nachmittags 5 Uhr: Wahl eines Mitgliedes für die Hochbaudeputation. mittels Stimm-' zettel.— Beschlußfassung über den Beginn und die Dauer der Sommerferien der Versammlung.— Berichterstattung über die Vor- läge betteffend die Herstellung eines elektrifchen Speisenaufzuges und Verlegung der Festküche im Ratskeller.— Berichterstattung des Ans- schusses für Rechnungssachen über 13 Rechnungen und den JahreS- abschluß der Kanalisationswerke und der Rieselfelder für das EtatS- jähr 1903.— Berichterstattung über die Petition eines Eisenbahn- Güterexpedienten betreffend leine Veranlagung zu der Gemeinde- Einkommensteuer für 1903.— Vorlagen betreffend: die Her- steüung einer Fahrvorrichtung für die beiden Schwemeschlachthäuser D und E zum Transport geschlachteter Schweine nach dem Kühlhause,— die Uebernahme der für die Arbeiten zur Wahl« der Beisitzer des Kaufmanusgerichts erwachsenen Kosten auf da? Dispositionsquantuin ini Spezialetat Nr. 49,— eine Aenderung der GeschastSanweisung für die Verwaltung der Reutcc-Stiftung,— die Annahme einer von dem Stadtverordneten Gericke gemachten Zu- Wendung,— den speziellen Entwurf zum Umbau des Hochbehälters an dem Werke Vclforterstratze,— den Ankauf des Grundstücks Bellermannstr. 8/10 und die damit verbundene Beilegung eines Rechtsstreites durch Vergleich,— die Asphaltierung der Straße 16, Abteilung XX. von der Seestratze bis Straße Iva,— und den Etat für den VerwaltnngSfonds der Sparkasse für das Etatsjahr 1906,— 8 Nechnruigeu,— Vorlagen betreffend die Neuwahl eines stell- vertretenden bürgerlichen Mitgliedes der Ersatzkommission 6— und die anläßlich der Vermählung des Kronprinzen stattfindenden Einzugsfeierlichkeiten. Ter deutsche Berein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke teilt uns mit. daß von ihm die Agitation sür die Umänderung des Wortes Trinkgeld in D a n k g e l d, worüber wir an, 28. April be- richteten, nicht ausgegangen ist. Der Verein teilt unsere Ansicht, daß es wichtigeres zu tun gibt. Ein Stadtbahnslcddcrer in Fraucuklcidcrn wurde gestern nach- mittag in der Leipzigerstraße festgenommen. Ein Kriminalbeamter beobachtete in der Nähe deS Warenhauses Wertheim zwei Frauen, von denen ihm die eine verdächtig vorkam. In dem Augenblick, als sie sich in das genannte Warenhaus begeben wollten, trat der Kriminalschutzniailn den Verdächtigen entgegen. Er erkamite in der jüngeren Person einen Hausdiener B., der bereits wegen Taschen- diebstahls und Stadtbahnfledderei vorbestraft ist und von der Polizei wieder seit Kurzem gesucht wurde. Die Begleiterin des Verbrechers war eine Waschfrau aus Köpenick, deren Bekamitschaft B. auf der Stadtbahn gemacht hatte. Der Bursche hatte sich der Frau gegen- über als ein junges Mädchen aus Köpenick vorgestellt, welches in Berlin fremd sei und nicht den Weg nach den: Wertheimschen Warenhause wisse; die gefällige Wäscherin war gern bereit, der Unbekannten zu helfen und den richtigen Weg zu zeigen. Durch die rechtzeitige Verhaftung des Burschen ist die Waschfrau jedenfalls vor größerem Schaden bewahrt worden. Im Warenhause von der Tobsucht befallen wurde gestern der 38 Jahre alte Musikinstrmnentenhändlcr Theodor Sehlis aus der Brunnenstr. 176. Der Mann war früher Reisender, machte vor einem halben Jahre in, ersten Stock des Hauses Brunnenstr. 176 auf gut Glück selbst ein Geschäft auf, hatte aber vaunt leinen Erfolg. Die Schuld daran schrieb er den Warenhäusern in seiner Nachbar- schaft zu, von denen ihm berichtet wurde, daß sie billiger verkauften als er. Vor vierzehn Tagen erkundigte er sich bei Jandorf an der Ecke der Brunnen- und Jnvalidenstratze nach den Preisen und ging dann still wieder weg. Gestern nachmittag um 2 Uhr kam er zu Wertheim an der Ecke der Rosenthaler- und Sophienstraße. beschwerte sich heftig, daß man die Phonographen 20 Mark billiger verkaufe als er, und machte schließlich einen solchen Lärm, datz die Haus« diener zwei Schutzmänner holen mußten. Diese beruhigten ihn- und brachten ihn nach Hause. Um 8 Uhr sprang er plötzlich aus dem Bett, schrie, daß er krank sei, und verlangte, daß man einen Arzt hole,„aber keinen Juden". Zwei Schutzmänner des 62. Reviers konnten ihn jetzt kaum bändigen, bis er nach der Irrenanstalt zu Dalldorf gebracht wurde. Der Kranke hat sechs schulpflichtige Kinder. Der Vorstand deS Deutschen Tierschutzvereins hat in einer Ein« gäbe das Polizeipräsidium ersucht, den vier Inspektoren des Vereins, welche bei Anzeigen über Tierquälereien die Recherchen vorzunehmen haben, Beamtenqualifikation zu erteilen. Die Polizeibehörde hat diese Forderung abgelehnt mit dem Hinweis darauf, daß die Schutz« leute verpflichtet sind, bei Anzeigen aus dem Publikum über Tier« quälerei intervenierend einzuschretten. Unerhört! Drei Wochen tot in seiner Wohnung gelegen hat der 47 Jahre alle Arbeiter Adolf Mahrenholz, ein Witwer, der für sich allein im Keller des Hauses Sollnsstr. 43 in einer Stube hauste und in einer Papierfabrik beschäftigt, zuletzt aber arbeitslos war. Der Mann war schon seit de», 15. v. M. nicht mehr zum Vorschein ge- kommen. Es kün, inerte sich aber niemand um ihn, auch seine nächste Nachbarin, eine 63 Jahre alte schwerhörige Frau, nicht. Erst als gestern der Hauswirt die Miete holen wollte, fand man ihn halb« angekleidet tot und schon stark verwest auf seinem Bette liegen. Bei der� Maifeier in MenteS Volksgarten ist eine grüne Hand» tasche mit Schlüsseln«. verloren, eine Kindermütze und ein Spazier« stock hingegen gefunden worden. Es wird gebeten, die Sachen bei A. Wasewitz, Straßmannstraße 41, abzugeben resp. abzuholen. Bei einer nächtlichen Schlägerei schwer zu Schaden gekommen ist der 25 Jahre alte Former August Sierigk aus der Gartenstr. 69. Als er, mit zwei Bekannten von einer Festlichkeit in den Germania- sälen kommend, durch die Liesenstratze ging, wurden er und seine Begleiter von einer anderen Gesellschaft angerempelt. Sierigk wurde mit dem Messer und dem Schlagring, außerdem auch noch durch Fußtritte so schwer verletzt, daß er„ach der Charitö gebracht werden mußte. Die Täter entkamen. Drei Fledderer wurden in der Nacht zum Montag auf frischer Tat ergriffen. Kriminalbeantte sahen, wie der Bäcker Anton David, der Arbeiter Alfred Nenmann und der Kutscher Anton Kunze sich am Schlesischen Bahnhof und in seiner Umgebung verdächtig an an- scheinend und wirklich betrunkene Leute heran», achten. Ein Invalide, mit dem sie wohl leichte Arbeit zu haben glaubten, verscheuchte die Fledderer mit seinem Stock. Bald aber waren sie wieder da und fanden einen Hausdiener aus der Koppenstraße. Diese», nahmen sie die Uhr und das Portemonnaie mit einem größeren Geldbetrage ab. Jetzt aber folgten ihnen die Kriminalbeamten und nahmen sie am Schlesischen Bahnhof fest. Nachdem man Uhr und Portemonnaie bei ihnen gefunden hatte, gaben sie ihr Leugnen auf. Alle drei wurden gestern nachmittag nach Moabit m Untersuchungshaft gebracht. Bon einem Straßenbahnwagen überfahren und getötet wurde gestern nachmittag der dreijährige Sohn Gustav der Witwe Rogge, welche bei dem Schmied Gehrmann, Bohenstr. 9 wohnt. Der Knabe spielte auf den, Bürge, fteige vor dem Hause Müllerftr. 1 schrägüber der Boyenstraße init einem Ball, der ihm entfiel und auf den Fahr- dam», rollte. Der kleine R. wollte das Spielzeug haschen und lief. vor eine», Omnibus ans den Fahrdamm, als ein Straßenbahnzug der Linie 29(Rixdorf-Seestraße) Herannahte. Der Führer des Kraft- Wagens konnte das Kind nicht sehen, welches unmittelbar vor dem Biotorwaggon um den Omnibus herunilanfend, das Schienengeleise betrat. Das Kind geriet unter die Plattform und den Schutzrahmen und erlitt eine schwere Quetschung des Unterleibes. Der Tod des Knaben trat auf der Stelle ein. Ein vereiteltes Revolverattrntat verursachte in einem Hause der Liegnitzerstraße große Auftegung. Der Ziseleur Max Müller hatte neun Jahre hindurch mit der späteren Frau des Bietalldrückers Oskar Bartels in Verkehr gestanden. Da die materiellen Mittel nicht ausreichten, um eine Ehe zu schließen, so trennten sich beide und die frühere Braut des Müller heiratete vor etwa zwei Jahren den Metallarbeiter Bartels. In die Wirtschaft brachte sie mehrere Wirtschaftsgegenstände und Möbelstücke mit ein, die vorher von Müll« und seiner Braut gemeinsam benutzt worden waren.- fach hatte Müller bereits den Metallarbeiter Bartels aufgesucht, um die streitigen Möbelstücke zu reklamieren; jedesmal aber war er mit Bestimmtheit zurückgewiesen worden. Gestern nun wollte Müller den letzten Versuch machen; abends gegen 7 Uhr ging er in die Bartelssche Wohnung, Liegnitzerstr. 30/31, und verlangte energisch die Heransgabe der fraglichen Stücke. Darüber kam es zu heftigen Wortplänkeleien, bis schließlich der Wohnnngsinhaber dem Müller die Tür wies. Dieser folgte scheinbar der Aufforderung und begab sich auf die Treppe. Bevor aber noch Bartels die Korridortür geschlossen hatte, zog Müller einen Revolver aus der Rocktasche und gab, ohne genau zu zielen, einen Schutz gegen Bartels ab. Dieser konnte noch rechtzeitig zur Seite springen,"so datz die Kugel fehl ging und in das Mauerwerk einschlug. Da Müller sah, datz sein Revolver- attentat vereitelt war, so flüchtete er schleunigst die Treppe hinab. Bartels eilte ihm nach und es gelang ihm. noch bevor M. die Haustür erreicht hat, diesen festzunehmen. Auf dem Polizeipräsidium erklärte Müller, datz er nicht die Absicht gehabt habe, dem B. eine tödliche Verletzung beizubringen; er sei nur infolge des vorauf- gegangenen Streites so erregt gewesen, datz er zum Revolver griff. Mit diesen Angaben ist der Umstand schwer in Einklang zu bringen, datz die Waffe des Angreifers mit fünf scharfen Patronen geladen war. Nach Beendigung seiner polizeilichen Vernehmungen wird der Berhaftete noch im Lause des heutigen Tages dem UntersuchungS- gefängnis in Moabit zugeführt werden. Ein neuer Schwindel ist im Seifengeschäft von Bischof in der Gabriel Maxstratze zu Boxhagen erfolgreich versucht worden. Dort gab ein Mann, der sich Fischer nannte, einen Schlüssel mit der Bitte ab, ihn seiner Frau zu übergeben, die im Geschäft kaufe. Diese An- gaben trafen ans eine Kundin des Herrn Bischof zu und so trug der Geschäftsinhaber denn kein Bedenken, den Auftrag entgegen- zunehmen. Nach kurzer Zeit lietz der Unbekannte sich den Schlüssel wieder geben; er ging über den Hof und kam nach einer Weile be- treten mit dem Bemerken zurück, datz er nicht begreifen könne, warum seine Gattin das Geld eingeschlossen habe; er bedürfe einer kleinen Summe und bitte nun Herrn Bischof, ihn doch 5 M. bis zur Rück- kehr der Frau zu borgen. Die Frau wutzte von nichts; der„Herr Fischer", ein Plann Mitte der Dreißiger, soll heute noch wieder- kommen. Der Geschäftsinhaber war von einem Schwindler übers Ohr gehauen worden. Die Entschlossenheit eines kleinen Mädchens lieferte gestern einen Unhold in die Hände der Polizei. Ein 23 Jahre alter Schreiber Otto Baumgart aus der Neuen Königstratze lockte, nachdem er eine Zeitlang auf einer Bank ain Spielplatz in der Nähe des Kleinen SternS im Tiergarten gesessen hatte, zwei kleine Kinder an sich, führte sie unter der Vorspiegelung, datz er ihnen Maikäfer fangen wolle, abseits und verübte Unsittlichleiten an ihnen. Das eine, eine neunjährige Gemeindeschülerin, ritz sich los und holte einen Schutz- mann. Der Unhold entfloh jetzt, lvurde aber aus die Rufe des ihn verfolgenden Beamten von einem des Weges kommenden Obersten des Generalstabcs festgehalten. Auf dem Wege zur Wache meinte der Bursche:„Was die Mädchen quatschen, ist alles Unsinn, darauf gibt das Gericht nichts." Baumgart wurde in Untersuchungshaft genommen. Feucrvericht. Dienstag früh gegen 4 Uhr wurde die Wehr nach dem Kottbuferdamm 8 gerufen, wo in der Schlächterei von C. Pifchon Feuer ausgekommen war. Die Gefahr konnte leicht beseitigt werden. — Auf dem Ostbahnhof waren dann Preßkohlen in Brand geraten, dessen Ablöschung aber auch nur kurze Zeit in Anspruch nahm.— Wends 10 Uhr erfolgte Alarm nach dem Landgerichtsgebäude in der Neuen Friedrichstr. 15. Es lag aber dort keinerlei Fenersgefahr vor, so daß die Löschzllge sofort wieder lehrt machen konnten.— Ebenso auf„blinden Lärm" zurückzuführen waren zwei weitere Alarmierungen, die die Wehr nach der Pankstr. 2 und nach der Zorndorferstr.' ftihrten.— Die gestrige Abendvorstellung des Neuen Theaters am Schiffbauerdamm stand unter dem dauernden Schutz des 14. Lösch- zuges. Dieser war vor dem Theatergebäude aufgefahren und hatte Schlauchleitungen angelegt. Das neugierige Publikum erfuhr zu seiner Beruhigung, datz keinerlei Feuersgcfahr vorlag, sonder» datz lediglich die Wasserleitung deS Theaters nicht funktionierte. Infolge dessen hielt sich der Löschzng bereit, um bei etwaiger Feuersgefahr sofort einschreiten zu können. Erfreulicherweise trat dieser Fall aber nicht ein._ Bom„ArSciter-Schwimmcr-Bund", gegründet 1897, wird uns mitgeteilt, datz diejenigen Genossen, welche im Westen und Süd- Westen Berlins sowie in Schöneberg wohnen und gewillt sind, der neu gegründeten Abteilung des Schwimmklub„Vorwärts' Grotz-Berlin beizutreten, nähere Auskunft bei Karl Richter, Lützow Ufer 2, erhalten. Trcptow-Stcrnwarte.„Wie werden chemische und physikalische Untersuchungen und Versuche angestellt?" so lautet das Thenia, welches Herr Oberingenieur Remanö am 141. Beobachtungsabend des„Vereins von Freimden der Treptow-Sternwarte" im Hörsaal der Treptow-Sternwarte am Mittwoch, den 10. Mai, abends 3 Uhr behandeln wird. Der Vortrag wird die chemischen und physikalischen Kräfte, ihre Zerlegung und Reaktionen behandeln. Interessante Experimente ans der Mechanik, Akustik, Optik und Elektrizität werden vorgeführt. Nach dem Vortrag wird mit dem großen Refraktor der Mond und M a r S beobachtet. Gäste haben Zutritt. Gerichts-Leitung. Ein kleines Familiendrama bildete die Unterlage einer Anklage wegen versuchten Totschlages, die gestern das� Schwur- geruht des Landgerichts II beschäftigte. Der Angeklagte, Klempner- meister Wilhelm G e o r g i, hat voin 30. November bis 23. De- zember v. I. in Untersuchungshaft gesessen und ist alsdann gegen eine Bürgschaft von 3000 M. entlassen worden. Er war zweimal verheiratet. Aus der ersten Ehe entstammten fünf Kinder, außerdem hätte ihm seine Frau zwei Kinder mit in die Ehe gebracht. In der zweiten Ehe hat er noch vier Kinder mitgeheiratet. Er hat 19 Jahre als selbständiger Meister eine Klempnerwerkstatt besessen. Die Anklage beschuldigt ihn, am 29. November den Versuch ge- macht zu haben, seinen Sohn aus erster Ehe. Felix, in einem Restaurant zu W e i tz e n s e e zu töten. Er lebte mit diesem 28jährigen Sohne seit längerer Zeit in Unfrieden. Das Verhältnis verfchlechterte sich noch, als er im Jahre 1399 eine zlveite Ehe ein» ging. Es kam wiederholt zu Zwissigkeiten und scharfen Auseinander- setzungen zwischen den Kindern und dem Vater bezw. der Stiefmutter, bei denen der Sohn Felix den Wortführer machte. Infolge dieser Streitereien trennte sich der Angeklagte inehrmals von seiner Frau, kehrte aber nach einiger Zeit imnier wieder in die häusliche Gemeinschaft zu ihr zurück. Bei einer solchen zeitlichen Entfremdung richtete er sich in Weitzenfee eine Klempnerei ein, um auf diese Weise allem Aerger aus dem Wege zu gehen. Nach den Behauptungen einer Zeugin ist der Angeklagte ein arbeitsamer Mann gewesen, der an seinen Kindern nicht viel anwalt Stock stellte durl reude erlebte. Der Verteidiger Rechts Befragen dieser Zeugin fest, daß ein Sohn erheblich und auch schon mit Zuchthaus, der Sohn Felix wegen Diebstahls mit Gefängnis vorbestraft sei. Da der Angeklagte sich zum Betriebe der Kleinpnerei schon zu alt fühlte, schenkte er sie seinem Sohne Felix. Er blieb eine Zeitlang bei diesem, kehrte aber dann Ivieder zu seiner Frau zurück. Er geriet in die höchste Erregung darüber, datz sein Sohn Felix bald darauf die Klempnerei an einen gewissen Teichmüller verkaufte und datz sein eigenes dort zurückgelassenes Handwerkszeug mit weggegeben worden war. Am 29 November kam der Angeklagte in elwas angetrunkenem Zu- stände in das Bodasche Schanklokal in Weitzenfee und traf dort seinen Sohn Felix, der mit Teichmüller Billard spielte. Er forderte ihn auf, doch einmal heraus zu kommen, da er mit ihm etwas zu besprechen habe. Als dies abgelehnt wurde, geriet er in große Erregung und warf init Worten wie Lump, Strolch«. dgl. um sich. Er lietz sich zunächst von den Wirtsleuten wieder beruhigen, dann aber holte er plötzlich einen Revolver aus der Tasche, zielte direkt auf die Brust seines Sohnes und schoß in kurzer Entfernung auf ihn. Der Schutz wäre vielleicht tödlich gewesen, wenn nicht der Sohn zufällig unbewußt eine Wendung germcht hätte. So streifte die Kugel nur das Jackett des Sohnes, dieser selbst blieb aber un- verletzt.— Der Angeklagte behauptete, daß er den Revolver seinerzeit nur zu seinem eigenen Schutze gekauft habe, da er von seinen Söhnen öfter bedroht worden sei, ebenso wie seine Ehefrau. Bei der Tat selbst sei er in solcher Erregung gewesen, datz er nicht wußte, was er tat. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte infolge wiederholter Unfälle Neigung zu Gemüts- Verstimmungen und zur Erregtheit hat. In Verzweiflung über seine SöhÄe hat er zweimal Selbstmordver>uche gemacht. Einer seiner Söhne, der vielfach vorbestraft ist, ist in- zwischen in eine Irrenanstalt übergeführt worden. Der Angeklagte ist zurzeit in seinem Zustande nervöser Erregung nicht mehr im stände, seine gewohnte Arbeit zu verrichten. Die Gutachten der Sachverständigen Kreisarzt Dr. Schulz und Professor Dr. Köppel waren sich dahin einig, datz auf den Angeklagten§ 51 des Straf- gesetzbuches nicht platzgreife, datz dieser aber doch infolge seines immerhin krankhaften Zustandes und der Einwirkungen des Alkohols im Affekt leichter zu uuüherlegten Taten sich hinreißen laste, als ein ganz gesunder Mensch. Nach dem Wahrspruch der Geschworenen wurde der Angeklagte nur der Bedrohung schuldig erklärt und vom Gerichtshofe unter Berücksichtigung aller obwaltenden Milderungs- gründe zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Vermischtes. Tie Genickstarre. Die auf dein Truppenübungsplatz Lam'dorf erkrankten zwei Soldaten von den Jnfanterie-Regimentern 11 und 51 sind gestorben. Ist das„Gcsiindbctcn" der Ausübung der gewerbsmäßigen Heil- künde glcichzuachtc»? Mit dieser Frage wird sich denmächst das Oberverwaltungsgericht in Berlin zu beschäftigen haben. Die Leiterin der in Hannover bestehenden Gemeinde„Scientisten", Frau Dr. Günther-Peterson, war mit einer Gewerbesteuer von 90 M. belegt und hatte nun gegen die Stadt Klage auf Zurückzahlung dieser Summe beim Bezirksausschutz erhoben. Dieser wies die Klage ab mit der Begründung, datz die von der Klägerin ausgeübte so- genannte christliche Gebets-Heilmethode gegen Entgelt gewerbe- steuerpflichtig sei. Ihre Einrede, dotz die von ihr ausgeübte Tätig- keit eine Wissenschaft auf religiöser Grundlage gewesen sei. wurde vom Bezirksausschutz nicht gewürdigt. Sie hat nunmehr Berufung beim Oberverwaltungsgericht eingelegt. Daß ein Pferd zum Auffinder eines verschütteten Dorfes wird, ereignete sich im Havellnnde, wo beim Pflügen eines Ackers bei Hohennauen das Zugtier plötzlich in ein Erdloch versank. Man ent- deckte nun ein mittelalterliches Kellergewölbe und darin einen stempelartigcn Gegenstand, aus dem der Name„Vezellin" zu lesen Ivar. Hierdurch tvurde festgestellt, datz an jener Stelle das im 30 jährigen Kriege vernichtete Dorf„Vezellin" gestanden hatte. Sattelfeste Schiller-Keuner, so schreibt der„Correspondent für Deutschlands Buchdrucker", müssen Setzer und Korrektor einer kürzlich erschienenen kleinen Schrift über Schiller sein, die, l�/z Bogen nur umfassend, doch eine grotze Anzahl von Schnitzern aufzuweisen hat, von denen die nachstehend aufgeführten nur die belustigendsten oder traurigsten sind, ganz nach Auffassung. So heißt es:„Die Jugend scharrt(schart) sich um das Bauner Schillers."—„In seinen Jugend dramen wollte Schiller gegen den Druck, der ihm jede Lcbenss'reude einschmierte(einschnürte), ankämpfen."—„Wäre Schiller auf dem Wege weiter geschritten, den er in„Kabale und Liebe" eingeschlagen hatte, wäre das deutsche Drama schon damals der realistischen modernen Bache(Bahn; Bache— gleich weibliches Wildschwein) zu- geführt tvorden."—„Durch Vcrmittelung Goethes erhielt Schiller 1789 einen Lehnstuhl(Lehrstuhl) für Geschichte an der Universität Jena." Das Prozeßverfahren wegen Gattcnmordes gegen den praktischen Arzt Dr. Iwan Braunstein ist nun auch von der letzten Instanz zugunsten des Beschuldigten entschieden worden. Die Straf kammer des Landgerichts München I hatte, wie seinerzeit mitgeteilt, die Einstellung des Verfahrens beschlossen. Der Staatsanwalt hatte dagegen Bcschiverde zum Obersten Landgericht eingelegt, und die Eröfsiiung des Hauptverfahrens beantragt. Das Oberste Land- gericht hat nunmehr den Antrag der Staatsanwaltschaft abgelehnt; Braunstein ist außer Verfolgung gesetzt worden. Kansas City, 9. Mai. Ucber Verheerungen, die ein Tornado hier angerichtet hat, wird berichtet, datz heute früh schon 24 Leichen nach der Morgue in Märquette gebracht wurden und wenigstens 35 Verletzungen bekannt sind. Auch aus der Umgegend werden die weitgehendsten Verwüstungen berichtet. Die Anzahl der Toten und Verletzten ist noch nicht festgestellt. Sitzung haben Mittwoch: Bund der sozialdemokratischen Lese- und Disrutterklnds. „Demosthenes" jeden Mittwoch(mit Ausnahme des zweiten) bei Dornbusch, Prinz Eugenstr. 8.—„Moabit" jeden Mittwoch(mit Ausnahme des zweiten) bei Bachstein, Salzwedelerstr. 18.—„Emil Nosenow" jeden Mittwoch(mit Ausnahme des zweiten) bei Schwarz, Dalldorferstr. 5.—„Süd-Ost" jeden Mittwoch(mit Ausnahme des zweiten) bei Tolksdors, Görlitzerstr. SS.— „Eintracht" jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat bei Hamann, Stralauer Allee 17o. Arbeiter-Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungcn im Vereinskalcnder sind zu richten an Wert Liebetrau, Putbuserstr, 15 IV. „Varinas", Jänicke, Gubenerstr, 7.—„Oualmbrüder", Wolff, Rummelsburg, Kantstr. 14.—„Waldesgrün", Kunze, Forsterstr. 35,—„Sieben roocht", Adlershof Reichert, BiSmarckstr. 34.—„Siedlest", Fourmond, Neu-Wcitzenice, Scdanstr. 18.—„Noscnblüte", Zobel, strasjmannstr. 4.—„Gemütlichkeit II 80.", Kurth, Wrangelstratze lvö.—„Fidclc Brüder", Löste, Fricdrichsselde, Luisenswatze 29.—„Glühlicht II", Prose, Maxstr. 13o.— „Die Dampsenden", Schick, Manteustclstr 74.„Intelligenz", Bosold, Manteuffel- strasje 66.—„Fliederdust", Böhm, Zorndorserstratze g.—„Kein Ton", Sponholz, Prenzlauer Allee 232.—„Flicderdusl Ii", Stein, Samariter- und Schreinerstraßen-Ecke.—„Wcichselblatt", Zcidler, Frankfurter Allee 176. —„Kornblume", Dillcnbergcr, Zimmcrstr. 59.—„Alt-Schönebcrg", Kerstan, Schöneberg, Sedanstr. 52.—„Sumatra", Beier, Lübbener- strafe 11.—„Collegia", Bcrgner, Reichcnbcrgerftr. 157.—„Fidele Raucher", Krüger, Rixdors, Rcuterstr. 15.—„Sumatra 80."> Krone, Liegnitzerstr. 18. —„Konsequent", Becker, Köpnickerstr. 191.—„Gerade aus", Maaßen, Woldenbergerstr. 14.—„Bruderbund", Kolms, Grünaucrstr. 9.—„Veilchen- dust", Behrend,«chwartzkopststratze 8.—„Pseisendeckel", Marth, Fruchtstrafe 69.—„Vorwärts", Hahn, Adalbertstrage 4.—„Blauer Ring", Charlottenburg, Grente. Schillerstrage 38/39,—„Regalsta", Leonhardt, Koloniestrafe 147.—„Ringelwolke", Vetter, Bredow- strafe 11.—„Alpenrose", Mendt, Reinickendors, Juswsstrafe 55,— „Frohes Leben", Laue, Adlershos, Bismarckswafe 19.—„Immer blau", Reinickendorf, Kluge, Berlinerstr. 128.—„Rauchcrlust", Adlershof, Böhkert, Bismarckstr. 24.—„Blütcndust", Fedtke, Cotheniusstr. 8.—„Zliorgenrot", Schmidt, Blumcnstr. 43.—„Lustige Sieben", Leonhardt, Rixdors, Prinz Handjerhstr. 69,—„Rosenblatt", Schmidt, Pallisadenstr. 66. Arveiter-Radfahrerbnnd„Solidarität". Gau 9(Prov. Branden- bürg). Anfragen und Zuschristen sind zu richten an den Gauvorsitzenden Kart Fischer, Waldstrafe 8. Berlin,„Berliner Arbeitcr-Radfahrerverein", Abteilung III jeden I. und 3. im Märkischen Hos, Admiralstr. 18«:; Abteilung IV jeden 1. und 3. bei Merkowski, AndreaSstr. 26; Abteilung VII jeden 1. und 3. bei Cranz, Köslinerstr. 8; Abteilung VIII jeden I. und 3. bei Fischer, Waidstr. 8.— Bergholz bei Potsdam,„Condor" nach dem 1. bei Schutz.— Alt-Landsberg,„Stern" nach dein 1. und 15. bei Jordan, Berlinerftraße.— Brandenburg a. H.,„Männer-Radsahroerein" nach dem 1. im Volksgartcn.— Köpenick,„Vorwärts" nach dem 8. und 22. bei Helling, Schönerlinderstr. 5.— Frankfurt a. O., A.-R,-V. nach dem I, upd 15, im Vorwärts, Brcitejtrafe.— Friedrichsberg,„Glück aus" im Kronprinzen- .arten(Gürjch).— Friedrichshagen,„Wanderer" nach dem 1. und 15 bei Conrad, friedrichstr. 137.— Fürjtenmatde,„Solidarität" nach dem 1. und 15. im ?lofleller.— Niederlehme,„Frisch aus" nach dem 1. und 15. in Jägers- .— Nowawes-Neuendors, A.-R.-V. jeden dritten Mittwoch im Volks- garten.— Potsdam,„Hofsnung" nach dem 1. im Viltoriogarten, Alte Luisenstr. 32.— Rudow,„Blitz" nach dem 1. und 15, bei Reime, Benda- strafe.— Schöneberg, A.-R.-V. nach dem 1. und 15. bei Obst. Meinniger- strafe 8.— Strausberg,„Frisch aus" im Bürgergarten,— Velten, A.-R.-V. nach dem 1. bei Paris, Louisenstrafe 17.— Weifensee, A.-R.-V. nach dem 4. und 15. König-Chaussee.— Wilhelmsruh,„Frohes Ziel" jeden 2. Mittwoch bei Schneider, Hauptstrafe.— Wilmersdorf,.Vorwärts" bei Selke, Brande«» burgischestr. 109. Arbeiter-Radfahrerbund„Freiheit". Geschäftsstelle bei F. Lier, Weinslr. 3, I.„Condor", Hallwaf, Putbuserstr. 48. Arbeiter-Turnerbund. Mittwoch und Sonnabend: Turnverein „Fichte", Geschästsstelle Berlin 0. 17, Koppenstr. 24 II, abends von 8 bis 19 Uhr: 1. Männer-Abt. Friedenstr. 37. 3. Männer-Abt. Bocckhstr. 17/29. 2. Lehrlings-Abt. Skalitzerstr. 55/56. 4. Lehrlings-Abt. Siemensstr. 29(Moabit). 5. Lehrlings-Wt. Ackerftr. 67. 6. Lehrlings-Abt. Reichenbergerslrafe 131/132. 8. Lehrlings-Abteilung Höchstestrafe 36/37, 9. Lehrlings-Wteilung Müller- strafe 158(Wedding). 19. Lehrlings-Abt. Petersburgerstr. 4. 11. Lehrlings- Abteilung Fürbringerstr. 33, 12. Lehrlings-Abteilung Eberswalderstr. 19.— Arb eiter-Turnv erein zu Adlershos. Männer- und Lehrlings-Abteilung turnt Mittwoch- und Sonnabendabend 8siz— 19'/, Uhr, Damen-Abteilung turnt Freitagabend 8'/,— 19'/, Uhr, Wöllsteins Lustgarten. Gäste willkommen.— „Freie Turnerschast Stralau- Rummelsburg". Turnhalle in Boxhagen: Männner-Abt. 8—19, Lehrlings-Abt, 8—19,— Turnverein„Jahn" in Treptow-Baumschulenweg. 8'/,— 19'/, in der Turnhalle Kiefholzstrafe 274: Männer- und Lehrlings-Abteilung,— Arbeitcr-Turnverein„Froh und Frei", Grof-Lichterselde(Damen-Wteilung), bei A. Reiser, Chaufseestr. 194. Arbeiter-Schwimmerbund. Gegr. 1897. Anfragen sind zu richten an R. Danziger, Burgsdorsstr. 14.— Sitzung:„Vorwärts"(Abteilung Charlottcnburg) jeden Mittwoch nach dem Ersten im Charlottenburger Volks» Hause. Rosineiistr, 3.— UebungSstunde:„Vorwärts"(Abt. CharlotteiiburA von 7—8'/, Uhr in der städttschen Badeanstalt, Krummcstrahe. Berliner Bolks-Chor. UebungSstunde jeden Mittwochabend 8'/, Uhr: Steinstr. 31. Gesellige Vereine.„Hymxttaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarienkunde, jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. des Monats in HintscheZ Vercinshaus, Köpnickerstr. 62.— Theaterverein„Fidele Geister 1991" im Felscnkcllcr, Luisen-Uscr 17.— Gesangverein„Gesundbrunner Liederkranz", bei Koch, Biesenthakerstr. 16.— Mundharmonikaoerein„Symphonie", Restaurant Storchnest, Müllerstr. 161.— Tambourverein„Wirbel", bei Martin, Jostystr. 8.— Verein ehemaliger Schüler der 69, Gemeindeschule Bürwaidstr, 68.— Guitar-Zither-Klub, skalitzerstr. 22. ttnterstützungsverei» der Bierabzieher Berlins und Umgegend. Jeden Mittwoch nach dem 15. bei Ladewig,'Alte Jakobstr. 83. Metier. strafe 15. Lriefkalten der Rcdahtfon. Wenden Sie sich an Fräulein Therese Mauser, Courbiäre- ■Junktifcher Ceil. Die suristlschc Sprechftimdc findet täglich mlt ZlilSnahme des Tonnabeuds von?'/, bi?»>/, Uhr abends statt. Geöffnet: 7»Hr. Germania 13. Ja.— M. X. 20. Das Statut Ihrer Kasse mutz nähere Auskunst enthalten. Ist das nicht der Fall, so wenden Sie sich nochmals um Auskunst an den Vorstand oder beschweren Sie sich bei der Aussichtsbehörde,— F. M. 44. Leider sieht Ihnen ein Anspruch nicht zu. — Lemme. Falls nicht wissentlich falsche Anschuldigung vorliegt, könnten Sie flrnfrechtliä) nichts erreichen. Zivilrechtlich könnten Sie vielleicht mit einer Klage aus Schadenersatz durchdringen.— R. B. Wie häusig betont ist, ist der Mictsstcmpcl für das Kalenderjahr zu enirichlen, ist also für die Fälle, in denen im Lause des Jahres aus Grund eines Jahrcsvcrtrages ein» gezogen ist, sür 2 Jahre zu entrichten.— 100 Dissident. Zur Konfirmation brauchen Sie das Kind nicht zu schicken.— H. M. 52. Sie sind zur Nachzahlung verpflichtet, können aber Stundung oder Ratenzahlung bei der Steuerdeputatton beantragen.— Hermann Schüler. Nein.— Aufsichts- rat. soweit ersichtlich, hat das Aussichtsratsmitglied keine Berpflichtungcn mehr, aber ohne Einsicht in die Statuten, den Uebergangsvertrag und einen etwaigen Anstcllungsvcrwag ist die Frage nicht mit Sicherheit zu beantworten.— — ZÄilhelm M. 1. Gegen ein etwa unhöfliches Benehmen des Polizei» bcamten steht Ihnen nur die Beschwerde zu. Sic haben als Angeschuldigter stets das Recht, dem Polizeibeamten kurzweg zu erklären: ich lehne jede Antwort Ihnen gegenüber ab und stelle richterliche Bernehmung anHeim. 2. Anspruch aus Zcugengebühr(geringster Satz) haben auch Arbeitslose. — E. F. rn K. Wenn Sie gegen Lohn oder Gehalt beschästtgt waren, muf nachgcklebt werden. Soweit ersichtlich liegt solche Beschästtgung vor. Ein„sester" vorher vereinbarter Lohn braucht nicht vorzuliegen. Haben sie lediglich aus Gefälligkeit sür Ihre Verwandten gearbeitet, so braucht nicht geklebt zu werden.— H. W. 103. Der Mieler hat die Miete für den vollen Monat zu zahlen. Zur Miete gehört nicht das für Kaffee und Be» dienung Vereinbarte.— W. H. 20. Sie sind stcuerpflichttg.— H. G. 25« Die eingelegte Berufung aus richterliche Entscheidung erscheint aussichtslos.— H. 7. Besagt das Statut oder im zweiten Fall die mündliche Vereinbarnng nicht das Gegenteil, so ist em etwaiger Gewinnanteil auszuzahlen.— O. B. 1. Aus Ihrer Frage erhellt nicht, welchen Schutz Sie anstreben. Der Schutz einer Erfindung und der eines Musters ist leuieswegs ideittisch. Die deutsche Gesetzgebung unterscheidet drei Kategorien Schutz aus diesem Gebiete. In erster Reihe stehen Patente. Diese werden sür neue Erfindungen, welche eine gewerbliche Bcrwcrtung gestatten, erteilt. Mit einer Art kleinerer Erfindungen beschäftigt sich das Gebrauchsmustersibutzgcsctz, Der Gebrauchsmuster» schlitz schützt Modelle von Arbeitsgcrätschastcn oder Gebrauchsgegenständen oder von Teilen derselben, insoweit sie dem Arbeits- oder Gebrauchszweck durch eile neue Gestaltung, Anordnung oder Verrichtung dienen sollen. Will man Modelle oder Gebrauchsmuster schützen, so muf man sich an das Patentamt wenden, das bei Patenten eine eingehende, bei Gebrauchs- mustern eine mehr formale Prüfung eintreten läft. Etwas ganz andere? ist der Schutz von Geschmacks- oder Schönbeitsmustern. Der Schutz dieser bezieht sich aus die Form von Jnoustrie-Erzeugnissen und wird durch Eintragung in das Handelsregister erworben. Die Grenzen zwischen diesen drei schutzartcn sticfen ineinander. Auskunst erteilt da» Patentamt. Jedoch wird in all' denjenigen Fällen, in denen es sich um eine vermeintlich wertvolle Erfindung handelt, zu empfehlen sein, den Rat von eingettagencn Patentanwälten in Anspruch zu nehmen. Eine Aus- kunftsstelle des Vorstandes der Patentanwälte befindet sich in Berlin, Unter den Linden 16, Bei Patenten und Gebrauchsmustern ist Schutz durch Patenterwerbung auch im Ausland nicist zu cmpsehlen. Wollen Sic sich über die Grundzüge der Patent- und Musterschutz-Gesetzgebung, Art der Anmeldung. Kostenhöhe usw. informieren, so ist die Anschaffung der Nr. 22» aus der Gutlentagschcn Sammlung deutscher Reichsgesetze zu empjehlcn. Dies Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus.— M. Nein. — P. R. 100. 1. und 2. Der Pensionsanspruch muf vor der Entlassung angemeldet werden. Ob die Gesundheitsschädigung zu einer Pension be- rechttgt, läft Ihre Schilderung nicht erkennen. Sic berechtigt dann zu einer Pension, wenn die Gesundheitsstörung insvige einer Dienstuerrichtung oder eines Unjalls während der Ausübung des Dienstes eingetreten oder durch die dem Militärdienst eigentümlichen Verhältnisse verursacht oder ver- schlimincrt ist. Die Höhe der Pension hängt von dem Grade der Erwerbs- Unfähigkeit(Halbinvalide; Ganzinvalide, teilweise erwerbsunsähig; Ganz- invalide, größtenteils erwerbsunsähig, mitauglich zum Zivildienst; Ganz- invalide, gänzlich erwerbsunsähig, untauglich zum Zivildienst; Ganzmvalide und fremder Wartung und Pflege bedürftig: diese Grade unterscheidet das Gesetz) ob. Nach diesem Grade bildet dies Gesetz fünf Klassen. Die Pension der Klasse 5, 4, 3, 2, 1 betrögt monatlich 6, 9, 15, 21, 39 Marl. Hierzu kann für die Klasse der Ganzinvaliden, sosern sie nicht nur teilweise erwerbsunfähig sind, also sür Klasse 1 bis 3, ein Zivilversorgungsschein oder statt dessen 12 M. monatlich treten. Der Rechtsweg ist zulässig, aber sehr mgt. 3. Das Militär-PcnsionZgesctz liegt in jeder öffentlichen Bibliothek aus. Sobald die Pension sür Sie sestgestellt ist, würden Sic gut tun, mit dem Paf abermals anzufragen.— M. M. 1000. 1. Ja. 2. Nein. — W. E. 23. 1. Eine Pfändung der Versicherung ist, soweit ohne Ein- sichwahme in die Poiize ersichtlich, in Ihrem Falle nicht möglich. 2. Ihre Frau hastet nicht sür Ihre Schulden.— W. B. 1. Der Anspruch auf Ersatz der Auslagen ist im Termin geltend zu machen, über ihn wird im Urteil entschieden. 2. In Lyck.— F. V. 52. 1. Ihre religiöse Auffaffung ist sür Ihre Eidespflicht völlig gleichgültig. Sie sind als Zeuge verbunden den Eid zu leisten. Zwangsmittel zwecks Erwirkung des ZeugeneideS sind Geldstrasc und Hast. 2. Sie sind berechttgt, die Zeugenaussage über Fragen abzulehnen, durch deren Beantwortung sie sich einer Straftat bezichtigen würden. — Milch 1005. Es ist unmöglich, über Rechte oder Pflichten aus einem Vertrage Auskunst zu geben, der nicht im Urtext oder in Abschrist beigefügt wird.— M. G. Lieguiff. Eine Zusammenstellung der sür die Nalurali- satton eines Deutschen in Betracht kommenden Behörden sowie die weiteren Angaben finden Sie S. 1—4 des dem.Arbeiterrecht" 4. Ausl. beigefügten Führers durch das B. G.-B.— Marktpreise von Berlin am 8. Mai. Nach Ermittelungen des kgl. Polizei-Präsidiums. Für 1 Doppel-Zenwer: Weizen"), gute Sorte 09,00-90,00 M., mittel 90,00-00,00 M.. geringe 00,90-00,00 M, Roggen"), gute Sorte 99,99— 99,99 M.. mittel 99,99—99,99 M., geringe 99,99-99,99 M. Futtergerste»), gute Sorte 16,99-14,99 M.. mittel 14,89 bis 13,79 M., geringe 13,69-12,69 M. Haser»/, gute Sorte 16,39-15.59 M.. mittel 15,49—14,69 M., geringe 14,59—13,79 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,99-39,99 M. Speisebohnen, weife 59,99-39,99 M. Linsen 69,99-39,99 M. Kartoffeln 19,99-7,99 M. Richisttoh 9,99 bis 9.99 M. Heu 9,99—9,99 M. Für ein Kilogramm Butter 2,89—2,29 M. Eier per Schock 4,99—2,23 M. ') Frei Wage» und ab Bahn.»») Ab Bahn. vZetter.Prognol« tiir Mittwoch, den 10. Mai 1005. Kühl bei frischen nördlichen Winden und znnehmender Bewölkung; nachher etwas Regen. Berliner Wetterburear� Medakteui: Vaul Büttner. Berlin. Kür den Knseratentefl pttiwtw.l TS. Glycke. Berlin. Druck».Verlag: Borwart« Buchdruckerei u. BerlagSanLalt Kaul Singer& Co.. Berlin SW,