Nr. 109. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Met., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Belt" 10 Bfg. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für sid Deutschland und Desterreich Ungarn $ 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat, actat täglich außer Montags. ástinuinto narody 1000 Condo 150: 50 sbud naising as this Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. thomas mun Dle Infertions- Gebühr griple beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Bort 10 Bfg, jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr ou nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und The 9/90 stilettagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. tryum en@ s Zelegramm breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: 8. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. but not wo Donnerstag, den 11. Mai 1905. Weltanschauungen. Was die Kirche beginnt, wird das Scharf Hetzerpapft und Scharfmacherapostel. machertum bollenben, und wenn ein Katholischer Arbeiter Tilles Schrift lieft, so muß er wahrhaftig das Denten noch nicht gelernt " Soziale Berhebung, politische Umsturz haben, um bei dieser Lektüre nicht ein überzeugter Sozial gelüfte und ultramontaner Machtanspruch, das sind die drei bemokrat zu werden. Den flaren Einblick in das Wesen des Grundsäße des sozialen Ultramontanismus. Biele Wege Kapitalismus, den ihm die krause päpstliche Enzyllika berfagt, erhält führen nach Rom. Aber daß unter ihnen auch so berwegene er erft angesichts des moralfreien" fapitalistischen Wirtschaftsideals, und schmuzige Pfade find, das ist doch erst eine Errungen- das der Privatgelehrte der Stahl- und Eisenmänner verkündet. schaft der neuesten Zeit." Mit diesen Worten schließt der Vertrauensmann des Zentralberbandes der Industriellen und der Beumerleute, Herr Alegander " Man erkennt aus dieser Kleinen Blütenlese, daß der Kampf gegen den Teufel des sozialen Ultramontanismus mit genau denfelben Waffen geführt wird, wie gegen seine Großmutter: die Sozialdemokratie. Herr Tille hat es nicht einmal für notwendig erachtet, ein einziges neues Schlagwort zu erfinden. Genau wie die sozialdemokratischen binden sich auch die katholischen Arbeiter selbst die Peitsche, die sie fnutet". Genau wie die modernen Gewertschaften werden auch die katholischen Arbeitervereine der Polizei als politisch" denunziert. Geiftlichen Vorsitzenden, die fich in Lohn streitigkeiten einmischen wollen, wird mit dem Strafrichter gedroht: Ein erhebendes und sicher dem sozialen Frieden dienendes Bild, wenn der katholische Ortsgeistliche für die Arbeiterschaft eines Industriebetriebes mit der Leitung desselben über die Lohnfeftfegung verhandelt. Es ist anzunehmen, daß derselbe durchschnittlich unter Androhung der Verfolgung wegen Hausfriedens. bruchs aus der Fabrik entfernt werden würde. se duds sid sgel hillpull adnotan st 早 味 Politifche Ueberlicht. id spanlo mist agindi Berlin, den 10. Mai. grubu Bergarbeiterschuh. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. daß es vielleicht möglich gewesen wäre, ein beschränkteres Gesez im Reichstage durchzubringen. Dann würde es sich erübrigt haben, hier ein solches zu machen. Da aber der Reichstag fich dagegen ausgesprochen habe, so halte er es für gefährlich, das im Wege der Landesgesetzgebung zustande zu bringen, was dort nicht habe gemacht werden können. auf mehreren Seiten lebhafte Unterstügung. Wenn der Minifter Der Gedanke eines größeren Schubes der Arbeitswilligen fand recht habe, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mit ungleichem Maße gemessen werden, so fpreche man den Wunsch aus, daß auch die Arbeiter unter fich mit gleichem Maße gemeffen werden möchten. Der Arbeiter, der arbeiten wolle, habe ebenso Recht auf Schutz wie derjenige, der nicht arbeiten wolle. In der jezigen großen Be wegung habe aber wirklich mehr Mut dazu gehört, zu arbeiten als nicht zu arbeiten. Das Recht der Freiheit der Arbeit müsse man nach jeder Richtung zu schützen suchen. Nach dieser Richtung habe Mittwochssigung mit der Frage des Bergarbeiterschutzes, sowie Deffentlichkeit zutage getreten sei. Das Arbeitswilligen. Gefes im Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat sich in ihrer doch ein größerer Terrorismus intern bestanden, als das in der den Vorgängen im preußischen Abgeordnetenhause und in dessen Reichstage sei ja leider damals gefallen, wohl, weil man über das Kommission beschäftigt. Es wurde beschlossen, mit möglichster Zu Beschlüssen in diesem Punkte kam man nicht, da bor Maß hinausgegangen war. allem noch keine bestimmt formulierten Anträge vorlagen. In der zweiten Lesung tam dann ein Mitglied der Kommission darauf zurück mit einer Anfrage, wie sich die Regierung zu der Frage stelle. Von der Antwort der Regierung werde es abhängen, ob man schon in der Kommission oder erst im Plenum entsprechende Anträge stellen würde. Darauf antwortete ein Regierungskommissar: idni bon il Freunde des Zuchthausgesetzes. 11901 Er sehe keinen Weg, auf dem man landesgesetzlich dahin kommen tönnte, die Ausübung des Koalitionsrechtes der Arbeiter weiteren als den in der Gewerbe- Ordnung bestimmten Einschränkungen zu unterwerfen. Σille, ſeine eben erſchienene Arbeit„ Der foziale Uutta Politische montanismus und seine fatholischen Arbeitervereine", die nichts anderes ist als eine wütende Denunziationsschrift wider die schüchternen sozialen Tendenzen, die sich in der legten Zeit inner halb der katholischen Arbeiterschaft bemerkbar gemacht haben. So gering auch das Vertrauen der sozialdemokratischen Arbeiter zu dieser katholischen Sozialpolitik ist, die ihnen mehr der Konkurrenzrücksicht gegenüber dem Sozialismus als wirklichen Regungen eines christlichen Gewissens entsprungen zu sein scheint, so Beschleunigung Anträge auszuarbeiten, denen die Forderungen gönnen sie ihren anders gesinnten Kameraden doch die Ehre, einen des Berliner Bergarbeitertages zu Grunde liegen sollen. Diese Tille zu ihrem Widersacher zu haben. Diese Feindschaft wird ihnen Anträge sollen baldigst im Reichstage eingebracht werden. bielleicht ein wenig helfen zu der Erkenntnis, wie sehr die Tatsachen des Klaffenkampfes alle religiösen Jdeologien verdunkeln. Den Sapitalisten ist das Christentum nur lieb, so lange es den Arbeitern Der schriftliche Bericht der Berggefeßtommission, aus dem Unterwürfigkeit, Duldung und Entsagung predigt, nicht aber, wenn wir schon gestern die kennzeichnende Auffassung des Handelses an die Unternehmer herantritt mit dem Anspruch, daß fie ihre ministers über den Zwed der Arbeiterausschüsse angenagelt Lohnsllaven auch menschlich behandeln sollen. haben, gibt weiteres bortreffliches Material dafür, daß sowohl Von der Enzyklika Leo XIII. Rerum novarum" wird gesagt, die herrschenden Parteien wie auch die Regierung noch immer das„ Gift Moralin" sei taum in einer sozialdemokratischen Kund- auf Mittel sinnen, durch die sie die Ausübung des Koalitionsgebung in so großen Mengen zu finden wie hier. Der auf fie ge- rechtes unter Strafe stellen können. Soweit Bedenken vor Staatsregierung ein Schutz der wirtschaftlichen und öffentlichen Darauf Lonstatierte der Fragesteller, daß nach Auffaffung der gründeten Agitation der katholischen Arbeitervereine werden unter handen sind, gelten sie nur der Frage, wie man den Staatsregierung ein Schutz der wirtschaftlichen und öffentlichen anderem die folgenden Bärtlichkeiten ins Stammbuch geschrieben: Zweck erreichen fann, ohne mit den Reichsgefeßen Freunde es fich gedacht hätten, als reichsgefezwidrig angefehen werde. Ordnung des Bergwerksbetriebes in der Form, wie er und feine „ Wühlarbeit"" Verhezzende Erfindungen." Verhegung und dem Reichsgericht in Konflikt zu kommen. Rück Es werde deshalb kaum gwed haben, Anträge zu stellen, die in der des Arbeiters"," Sozialer Gedankenunfug."- Pfaffenherrschaft" sichten auf Arbeiterintereffen find nicht vorhanden. Bragis nicht aufrecht erhalten werden würden. Seine Freunde -Reine Klaffenpolitit."- Edler Wettstreit mit der Sozial Die Erörterungen über diese Frage knüpften merkwürdiger- würden sich überlegen, ob fie juristisch zu einem anderen Resultat demokratie."" Entrechtung und Ausbeutung der katholischen weise an die Behandlung des Artikels III der Regierungs- tommen würden; doch nehme er aunächst von der Stellung von Arbeiter."- Willtür des Klerus."- Raffiniertes Unter- bortage an, der von den Strafen gegen Unternehmer wegen Anträgen Abstand. drückungssystem."- Terrorismus." Verlegung der Vorschriften des Gesezes handelt. Hier ver- Diese Erörterungen find äußerst lehrreich für die Arlangte ein Mitglied der Kommission Strafen gegen Arbeiter, beiter. Sie zeigen unzweideutig, daß die Regierung des die die geordnete Betriebsführung in Frage stellen, nämlich sozialen Königtums jeden Augenblid bereit wäre, die Koalitionsgegen Streitposten. Er meinte allerdings, daß man mit großer freiheit durch Strasbestimmungen vollends zu beseitigen, wenn Vorsicht zu Werke gehen müsse. Dann heißt es in dem sie einen gangbaren Weg dafür fände. Und sollte sich jemals Bericht: im Reichstage eine Mehrheit für ein fleines StreitbrecherMan müsse sich vorsehen, um nicht mit reichsgefeßlichen Be- schutzgesetz finden, dann wäre die Regierung mit Freuden ftimmungen in Konflikt zu geraten; hinderlich können Bestimmungen dabei, diefelbe Regierung, die den Arbeitern zumutet, Verbes Reichs- Strafgesetzbuches, grundsägliche Bestimmungen und Be- trauen zu ihr zu haben. laffe die Materie der Landesgesetzgebung offen; denn diese wirtschaft stimmungen der Reichs- Gewerbeordnung sein. Das Strafgesetzbuch liche Sicherung der Bergwerksbetriebe habe das Reichs- Strafgeset buch nicht in den Kreis besonderer Bestimmungen gezogen. Diese wurde vom Präsidenten Grafen Ballestrem mit ein paar Die erste Sigung des Reichstages nach der Dfterpause Materie tönnte also von der Landesgesetzgebung geregelt werden, landläufigen Worten eröffnet. Zunächst wurden einige Rech vorausgesetzt, daß man nicht mit irgend welchen Einzelbestimmungen nungssachen und Kleinere Vorlagen fast ohne jede Debatte des Strafrechts kollidiere. Schwieriger sei die Frage, ob die Bestimmungen der Gewerbe- erledigt. Dann aber kam eine Angelegenheit von großer Ordnung nicht einer folchen Formulierung entgegenstehen würden. Wichtigkeit zur Beratung. Das ist das Rezept, nach dem der Vertrauensmann ber Scharf- ich wert, die es zweifelhaft erscheinen lassen, inwieweit solche Be- Parteien hat bekanntlich ein Notgeset zur Gerichts. Die Sache werde durch einige Entscheidungen des Reichsgericht er- Ein Kartell von Juristen aller möglichen bürgerlichen macher Briefter behandelt wissen will, die sich erbreiften, es mit ftimmungen zu treffen feien, wie Redner fie vorgeschlagen habe. berfassung beantragt, das nunmehr aus der Kommiffion ihrem chriftlichen Berufe einigermaßen ernst zu nehmen. Bon Durch ein Erkenntnis des Reichsgerichts vom Jahre 1901 3. B. würde an das Plenum zurüdgelangt ist. folchen Geistlichen heißt es da genau wie von den fozialdemokratischen eine Verordnung der Stadt Lübed, die gegen das Streifpoftenstehen meidet jede wirklich einschneidende Aenderung und bemüht Das Notgese berAgitatoren: gerichtet war, aufgehoben. In dieser Verordnung würde das StreitDa werden von außen, von der ultramontanen Geistlichkeit, poftenstehen unter Strafe geftellt mit Rüdsicht darauf, ob die sich ängstlich, der vielberufenen Reform der Strafprozeßerft Wünsche und Forderungen in die katholische Arbeiterschaft öffentliche Ordnung und Sicherheit des Verkehrs beeinträchtigt ordnung, wie fie von der fie von der großen Juristenkommission hineingetragen, die nicht nur jeder fachlichen Berechtigung ent- wurde, und eine solche Bestimmung sei allerdings nicht wohl borbereitet worden ist, nicht vorzugreifen. Es beschränkt sich mit dem Koalitionsrecht behren, sondern von denen die Arbeiter vorher auch gar nichts ge- bebe er hervor, daß er mit seinen Vorschlägen etwas anderes gegenüber den Straflammern, um dadurch für eine größere Demgegenüber ausdrücklich auf die Ausdehnung der Schöffenzuständigkeit wußt haben. Es werden ihnen Beschwerden aufgenötigt, die fie im Auge habe. Es handelte sich hier um die wirtschaftliche und Reihe von Fällen die Berufung zu ermöglichen und durch vorher gar nicht empfunden haben, und es wird ihnen ein öffentliche Sicherheit und Ordnung des Bergwerksbetriebes; bas sei diese Erweiterung der Berufung wiederum die Revisionen einButunftsstaat des sozialen Ultramontanismus das Entscheidende. Nur dann, wenn diese wirtschaftliche und öffentliche zuschränken, durch die das Reichsgericht über Gebühr belastet ale Biel gepredigt, von dem sie an und für sich gar nichts wissen Ordnung gefährdet erscheine, können gegen die Schuldigen Strafen wird. Zentrum und Regierung hatten sich dahin verständigt, zuschränken, durch die das Reichsgericht über Gebühr belastet verhängt werden. Das Reichsgericht hätte in der Begründung seines Die Verwechselungstomödie erreicht ihren Höhepunkt, wenn Tille Erkenntnisses gesagt, daß das Koalitionsrecht nur insoweit durch das mit allen Mitteln offiziöser Einschüchterung und parla den Ultramontanen die deutsche Arbeiterversicherung als Barabepferb Gefeß gesichert sei, als es nicht mit anderen Bestimmungen in Kon- mentarischer Einpeitschung alle Versuche, an dieser Ausdehnung borreitet, wie es sonst das Bentrum selbst der Sozialdemokratie Fall erneut zu prüfen fein. Hieraus ergebe fich, daß man gefegliche fnüpfen, zu verhindern. Im allgemeinen gelang den beiden flift geriete; wenn folche Bestimmungen erlassen wären, würde der der Schöffenzuständigkeit einige weitere Reformen zu gegenüber zu tun pflegt, und der Bewegung des sozialen Ultra Bestimmungen erlassen tönnte, die das Roalitionsrecht in dieser Weise edlen Verbündeten dieses Vorhaben auch nur zu gut. Vermontanismus vorwirft, fie wende fich gegen die deutsche Arbeiter einschränken. Die Jubilatur des Reichsgerichts halte er mit feinen gebens beantragte ber Antisemit attmann Lagegelber versicherung: Wünschen für wohl vereinbar, und wenn das zutreffe, dann liege für die Schöffen. Vergebens wies Genosse Stadthagen Sie sucht dieselbe einmal herabzusehen und gibt sich sodann für ihn und seine Freunde kein Grund vor, von solchen Straf nach, daß die Verweigerung dieser Forderung die Justiz zu den Anschein, als wüßte fie etwas Besferes an ihre Stelle zu seßen. bestimmungen abzusehen. Worin das besteht, muß sie freilich sorgfam verschweigen. Hierauf erwiderte der Handelsminister, daß es einem Privileg der befizenden Klassen macht. Bergebens Denn der soziale Ultramontanismus verhüllt natürlich seine ganz allein auf die Formulierung ankäme, und er empfahl stellte sich auch der Freifinnige Pohl nach einigem Hin- und wahren Biele", die dem Scharfblick des Herrn Tille gleichwohl nicht der Kommission, daß ein fleinerer Ausschuß versuchen solle, Herreden auf denselben Standpunkt. Herr Nieberding berborgen geblieben find. Denn er sagt von ihnen: eine Formulierung zu finden, dann würde er die anderen in will von der Reform nichts wissen und Herr Spahn gab Frage kommenden Regierungsorgane zu Rate ziehen. Dann das Signal zur Ablehnung des Antrages Lattmann, indem er wörtlich nach dem Bericht: in gewohnter Zentrumsweise einen unverbindlichen Wechsel Er glaube, daß das Erkenntnis des Reichsgerichts in bezug auf auf die Zukunft ausstellte. wollen. Der sozialistische Zukunftsstaat erscheint als liberale freie Gemeinschaft gegenüber einer solchen Zuchthausordnung, wie fie der giale Ultramontanismus vorschlägt. bereinbaren. au Neichstag. Das Unternehmertum ist bereit, Thron und Altar zu stürzen, bienen tönnen; aber es bleibe immerhin der eine Unterschied, daß es jedoch unserer Frattion, eine bedeutsame Verbesserung bie Lübeder Streifpostenverordnung allerdings als Parallele werde Troß des Kartells der großen bürgerlichen Parteien gelang das Königtum oder das Papsttum fich dazu anfchiden, auf in dem Schluß dieses Erkenntnisses gesagt werde, landesgesetzliche durchzusehen, die freilich bei der dritten Lesung leicht den Poften irgendwelche Konzeffionen an den Geist der neuen Beit Bestimmungen, die den Kern dessen, was im Reichsgefeß stehe, nicht Streichen der Verschlechterungsmehrheit zum Opfer fallen Enachen. Die Schrift des Herrn Tille dient offenbar treffen, würden dadurch nicht unwirksam, weil derjenige, der fie tann. In überzeugender Weise wies Genoffe Stüdlen Zwede, die katholische Arbeiterbewegung einzuschüchtern nicht beachte, ein Streifender fei. An fich bleibe das Reichs nach, wie nötig es fei, die Breg bergehen vor die Schwurdie Drohung, daß man fie gleich der sozial- recht immer bestehen, das den Streifenden die volle Koalitionsnokratischen behandeln würde. Und das ist ja ganz llar, freiheit zusichere. Doch halte er es für unfruchtbar, jetzt gerichte zu bringen, so wenig auch die Schwurgerichte in ihrer à die katholischen Urbeiter, wofern sie ihr Interesse mannhaft die Sache eingehend zu erörtern, so lange noch leine Formulierung feßigen Form unserem demokratischen Gerichtsideal entsprechen & die katholischen Arbeiter, wofern sie ihr Interesse mannhaft des Gedankens gefunden sei. An fich finde er den Gedanken voll können. Unser Antrag, für den Freisinnige und Antisemiten etreten wollen, die ganze Scharfmachermeute hinter sich haben ständig erklärlich. Er selbst habe für seine Person in dem damaligen stimmten, wurde angenommen, da Zentrum und Rechte noch Den Unternehmern ist es ganz gleich, ob eine Streit Arbeitswilligen Geses einen durchaus berechtigten Kern gefunden. etwas mehr als gewöhnlich schwach vertreten waren. rfammlung mit einem Hoch auf die revolutionäre Sozialdemo. Das Gefes fei aber im Reichstage untergegangen und vollständig Nächste Sigung Donnerstag 2 Uhr.( Kameruner Eisen9 erden. = catie oder mit einem Hoch auf Kaiser und Papft gefchloffen wird; begraben worden, weil barin Dinge enthalten waren, die der Reichsbahn und Wahlprüfungen.) enn das Intereffe des Kapitalprofits steht über allen Barteien und tag um feinen Breis machen wollte. Das schließe aber nicht aus, Die Mttelsta»dSretter. Kkeichdie! welch' n«ue gesetzgeberische Aktion das preußische Abgeordnetenhaus betreibt. eins ist ihnen allen gemein: die Verfasfungswidrigkeit. Stets bewegt sich das Abgeordnetenhaus, mag es sich nun um Schiffahrtsabgaben, Polenhetze, Landarbekter-Verfolgungen, Bergarbektertnch oder wie heute um die Warenhaus st euer handeln, auf Rechtsgebieten, in die ihm die Reichsverfassung den Eintritt verwehrt. Schon die jetzige Umsatzsteuer für Warenhäuser, die bis zu 2 Proz. ansteigt, ist gegen sie ein Ausnahmegesetz, das nüt der reichsgesetzlich gewährleisteten Gewerbefreiheit schwer zu vereinigen ist. Eine Steigerung dieser Umsatzsteuer, die schon bei einem Jahresumsatz von 200000 M. statt von 400 000 M. wie bisher beginnen soll, auf 5 Proz.— das forderte die Mehrheit in einem formulierten Gesetzentwurf— würde von jedem Gericht selbst in Preußen als prohibitiv und damit verfassungswidrig anerkannt werden. Das kümmert aber die Erwählten des Dreiklassenwahl-Parlanients nicht. Kommt es ihnen doch, wie es im Kommissionsbericht schön und doppel- deutig heißt, nur darauf an, zu zeigen, daß sie etwas leisten wollen, aber nichts leisten können. Diese unbestrittene Leistungsunfähigkeit der Erkorenen des Privilegienwahlrechts hatte diesmal noch ihren besonderen Grund in der Weigerung der Regierung, diesem Gesetzentwurf zuzustimmen. Die Regierung, die die Warenhaussteuer ein- geführt hat, besitzt nicht den Mut der Konsequenz ihres Un- sinnes. Allzu lange dürfte sie deshalb schwerlich den Befehlen der Agrarier ungehorsam sein. Je nutzloser aber für den Augenblick die Debatte im Abgeordnetenhause war. umso angestrengter bemühten sich alle Parteien, die armen Seelen der Kleinhändler zu fangen. Typisch war die Rede des nationalliberalen Hausmann, der sich nn Schelten auf die un- lautere Konkurrenz des Bundes der Landwirte gegen die nationalliberalen Mittelstandsretter nicht genug tun konnte. Er schloß, wie alle anderen mit der feierlichen Versicherung, daß er sich an Liebe für den Mittelstand von niemandem werde übertreffen lassen. Aber er liebt nur platonisch, er jammert nur, wie ein Pfaffe über den modernen Geist, so über die moderne Entwicklung der Wirtschaft und des Handels. Daß die Warenhäuser die Bedürfnisse der breiten Masse des arbeitenden Volles beftiedigen und— wecken, ist ihm un- bekannt oder gleichgültig.— Im Gegensatz zu den anderen Parteien sprachen die Freisinnigen nicht von der Notlage der Kleinhändler, sondern suchten ihnen krampfhaft vorzureden, daß es ihnen auch unter der erdrückenden Konkurrenz des Großkapitals fürtrefflich er- ginge, sobald sie nur llug seien und sich selbst hülfen. Un: aber doch die Konkurrenz mit den anderen Parteien auszuhalten, schlugen sie eine Reform der Gewerbesteuer vor, die die unteren Stufen entlasten und die höheren schärfer heran- ziehen soll. So weit ging aber die Liebe für den Mittel- stand bei keiner Partei. Auch den Freisinnigen war es nur um den Schein zu tun. Sie stimmten schließlich einer Resolution zu, durch die„die Regierung ersucht wird, im Wege der Anregung dahin zn wirken, daß die Gemeinden mehr als bisher Bedacht nehmen auf eine gerechte, den kom- munalen Bedürfnissen möglichst entsprechende Ausgestaltung der Gewerbesteuer". Klarer und schärfer kann man doch keine Forderung stellen. Morgen: Sekundärbahn-Vorlage.— Das Programm im Geldschrank. Gegen den Plan einer Reichs-Erbschaftssteuer, wie er kürzlich halb offiziös in die Oeffentlichkeit gebracht worden ist, läuft die„Freie deutsche Presse" Eugen Richters Sturm. Eigentlich sollte man diese Mühewaltung für überflüssig halten, da der aus dem Reichsschatzamt stammende Vorschlag, der mit einer Reichseinnahme von hundert Millionen aus der Erbschaftssteuer rechnet, schon an dem Widerstande Preußens scheitern wird. Aber wo das Kapital sich bedroht glaubt, steht das Organ der Frei- sinnigen Volkspartei immer ftühzeitig auf und liefert den frei« sinnigen Wurstblättern seiner Gefolgschaft das nötige Argumenten- futter. Natürlich beruft sich auch die.Freie deutsche Presie", wie nur irgend eine Staatsbürgerzeitung, auf den soliden Mittelstand. Sie malt mit traurigen Farben die peinliche Störung, die eine Familie befallen würde, wenn sie mit dem Verlust des Oberhauptes zugleich den Besuch des Steuerschnüfflers erleiden mühte. Die Erb- schaffen der kleinen Leute find natürlich nur vorgeschoben, in Wirklichkeit handelt es sich um die Vererbung der großen Kapitalien; denn der Verzicht auf die wenig oder gar nicht einträgliche Be- steuerung der kleinen Erbschaften wird sich leicht durchsetzen lassen, selbst wenn sie, was vorläufig nicht sicher ist, vom Reichs-Schatzamte beschloffen sein sollte. Die„Freie deutsche Presse" hält eS für eine Ungeheuerlichkeit, auS Erbschaften Hundertmillionen herauswirtschasten zu wollen. In ? Frankreich und England werden bekanntlich wesentlich höhere Steuer« ummen aus Erbschaften erzielt; in Frankreich weit über 200 Millionen Frank: in England betrug der Ertrag im Jahre 1903 mehr als 360 Millionen Mark, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß in Eng- land auch die Hinkommensteuer stark entwickelt ist. Die „Freie deuffche Presse" meint:„Je weniger ein Erbschasts- steuer- Gesetz dem Rechtsbewutztsein der Bevölkerung ent- spricht, desto stärker wird die Neigung sich geltend machen, die Steuerpflicht zu erübrigen durch Schenkungen unter Lebende". Die Herren Eugen Richter und Müller-Sagan nähern sich in dieser Berufung auf das Rechtsbewußtsein, nämlich auf das kapitalistische Rechtsbewußtsein, außerordentlich dem Grafen Mirbach, der eine Erbschaftssteuer im Herrenhaus für die un« gerechteste aller Vermögenskonfiskationen erklärt hat. Man sieht, wo das Kapital gefährdet»st, liegen sich Vertreter der Großbanken und des Großgrundbesitzes in den Armen! Ein einig Volk von Brüdern zum Schutze des Geldschranks. Im Ernst verlohnt eS sich nicht, dieses Argument der Schenkungen zu widerlegen. Würde eine ErbfchaftS« steuer zu derartigen Schenkungen führen, was wir sehr bezweifeln, fo wäre daS höchstens ein Grund mehr, schleunigst auch auf die Ein« führung direkter Reichseinkommen- und Reichsvermögenssteuern hin« zuWirken, die dann auch die Schenkungen gebührend treffen würden. Diese und andere Beweisgriinde des freisinnigen Organs gleichen im übrigen jenen seit jeher bewährten Kunststücken, in der sich die Partei Eugen Richters ausgezeichnet hat. Man fühlt sich erinnert an da» fomose Argument Eugen Richters gegen die Eisen« bahnverstaatlichung: Der Staat könne zwar Waren, aber nicht Per- fönen befördern; dazu sei er seiner Natur nach außer stände. Das beweise, so führte der Sozialistenspiegler seinerzeit aus, daß auch— die Post den Personenverkehr fast ganz habe aufgeben müssen. In ihrem Uebereiser aber, die Kapitalsiuteressen zu schützen, ver- aißt die weiland„Freisinnige Zeitung" eine Kleinigkeit. In dem, so viel wir wissen, immer noch nicht außer Kraft gesetzten Programm der Freisinnigen Vollspartei befindet sich nämlich unter den vielen anderen schönen Forderungen auch die— einer progressivenEinkommensteuer. Trotzdem führt das Volks- parterliche Organ schon einen erbitterten Kampf gegen das bloße Gespenst einer am Horizont auftauchenden Erbschaftssteuer. Es scheint, als ob die Freisinnige Bolkspartei nunmehr auch ihr Programm in den Geldschrank eingeschlossen hat, in dem eS brachliegend kein Unheil anzurichten vermag.— Eädwestafrika. Ein Telegramm auS Windhuk meldet: An ThphuS sind gestorben: Reiter Johannes Kaden, geboren am 23. September 1831 zu Lüdersdorf, früher im Dragoner-Regiment Nr. 17, am 7. Mai im Lazarett Wasserfall; Reiter Otto Krellig, ge- boren am 7. April 1883 zu Leipzig, ftüher im Eifenbahn-Regunent Nr. 1, am 7. Mai im Lazarett Swakopmund.— Hueland, Ganz wie bei unS. Aus T o u l o n wird telegraphisch gemeldet: Marinemini st er Thomson, welcher zu den Motor- boot-Rennen erschienen war, hielt eine Rede, in der er die Borlage des Flottenprogramms für die nächsten Tage in Aussicht stellte. Er führte aus: Die erste Pflicht der Demokratie ist die, den Frieden zu sichern, und um den Frieden zu sichern, müssen wir unsere Marine mächtig und stark erhalten. Die meisten Völker bringen Opfer in dem Bestreben, sich eine Verteidigungs- macht zur See zu schaffen, und wenn wir uns über- flügeln lassen, würden wir bald von der zweiten auf die dritte, vierte und fünfte Stufe sinken. Das wollen wir nicht, sondern wir wollen unsere Ueberlegenheit zur See aufrecht er- halten. DaS Beispiel von 1870 bleibt uns immer vor Augen. Wenn Frankreich zu jener Zeit besiegt worden ist, so geschah dies, weil es nicht vorbereitet war und weder Geschütze noch Gewehre hatte. Auf der Demokratie lastet die Verantwortung für die nattonale Verteidigung, und die Verantwortlichkeit für irgendwelche Fahrlässigkeit würde auf sie und von ihr auf die Regierung und die Republik zurückfallen. Wir wollen 1870 nicht vergessen; damals haben wir nur die Ehre gerettet, und wenn wir nichts als die Ehre retten konnten, so ist die Schuld denjenigen beizumessen, die daS Land von Deutschland entwaffnen ließen. Es herrscht Einstimmigkeit darüber, daß daran das Kaiserreich schuld war, schloß Thomson, es soll niemand einst am Tage vor einem nicht mehr gut zu machenden Unglück sagen, daß dafür die Republik verantwortlich zu machen sei. Kein Staat will sich vom anderen überflügeln lassen und jeder will möglichst dem anderen überlegen sein. Solange die Nationen nicht internattonal dieser wahnwitzigen EntWickelung Einhalt ge« bieten, wird sie verheerend dahintoben bis ans Ende des ungeheuer- lichsten Weltkrieges!—_ Oesterreich-Ungar«. Wien, 10. Mai.(W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Bei Beginn der heutigen Sitzung erklärt der Minister des Innern in Beantwortung der Interpellation Pcrnerstorfer, deren Gegenstand die angeblich einzelnen Großindustriellen gegen eine Geldleistung angetragene Berufung in das Herrenhaus ist, auf Grund amtlicher Erhebungen: Die frühere Regierung hat weder direkt noch indirekt mit irgend einem der genannten Großindustriellen wegen der Berufung ins Herrenhaus verhandelt; es kann also von Geldleistungen für Regierungszwecke nicht die Rede sein. Der Minister weist die Behauptungen der Interpellation sowie im Zusammenhange mit dieser die gegen einzelne Beamten erhobenen Angriffe als grundlos zurück. Hierauf begann das Haus die Spezialdebatte des Zolltarife?. Es wird die erste Gruppe des Zolltarifes und des Zolltarifgesetzes erledigt. Die betreffenden Posittonen gelangen unter Ablehnung sämtlicher Abänderungsanttäge unverändert zur Annahme. An- genommen wird ferner der Antrag Garspich lPole) Betreffend Einfuhr von Vieh aus Rußland und den Balkanstaalen in der vom Zollausschuß gemachten Fassung. Abgelehnt wird ein denselben Gegenstand behandelnder, weitergehender Antrag Peschka(deutsche Bauernpartei). England. Der deutsche Zolltarif im englischen Unlerhause. Im englischen Unterhause kam gestern der neue deutsche Zolltarif zur Sprache. Sadler(k.) fragte, welche Haltung die englische Regienmg im Hinblick auf die Wirkung des neuen deutschen Tarifs auf die englische Eisen- und Stahlindustrie zu nehmen gedenke. Bonar Law, Unter- staatssekretär des Handelsamtes, erwiderte, in Uebcreinsttmmung mit dem Bericht des Commercial Jntelligence Conimittees seien bei der deutschen Regierung bereits Vorstellungen auf den Einfluß des neuen deutschen Tarifs(einschließlich der Eisen- und Stahl- zölle) auf den britischen Handel gemacht worden, aber er fürchte, daß weitere Vor st eilungen nötig sein würden. Türkei. Griechische Unruhen. Konstantinopel, 9. Mai.(Meldung des W. T.-K.-B.) Sni 6. d. M. wurde bei Blaca-Kasa-Kaylar, Vilajet M o n a st i r, ein Truppendetachement von einer 100 bis 200 Mann starken griechischen Schar überfallen, wobei 15 Tote und 6 Verwundete auf dem Platze blieben. Die Schar stand unter dem Befehl eines griechischen Offiziers. Infolge der letzten Schritte der Entente-Botfchaster bei der Pforte wurde Hilmi-Pafcha beauftragt, mit Energie das Unwesen der griechischen Banden zu verfolgen. Die Gefangenen sollen durch ein Gericht, daS nur aus Bulgaren besteht, abgeurteilt werden. Kreta. Konstantinopel, 9. Mai.(Meldung des W. T.-K.-B.) Die Situatton in Kreta hat sich verschlimmert. Die Konsuln der Garantiemächte beantragten Truppenverstärkungen. Die Gendarmerie- Posten, welche von Insurgenten bedroht werden oder exponiert sind, werden zurückgezogen. Die Aufständischen planen, die Küstenpunkte. wo sich Zollämter befinden, zu besetzen; sie haben daS Zollamt in Kastli östlich von Rethymno bereits besetzt. Im dortigen Depot befindet sich eine große Ladung für eine Triester Firma, ein eng- lischer Kreuzer ist dahin abgegangen.— Amerika. Washington, 10. Mai. Die American Railwah Sffociatton gab den Delegierten beim internationalen Eisenbahntongreß gestern abend ein Bankett. Kriegssekretär Taft hielt al» Vertreter deS Staats- sekretärS eine Rede, in welcher er energisch betonte, daß eine Tarif« gesetzgebung kommen müsse, und daß die amerikanischen Eisenbahn- leute klug sein würden, wenn sie diese unterstützten, nicht aber hindern wollten. Er sei entschieden gegen die Verstaatlichung, sehe aber keinen Grund, weshalb nicht ein richtig zusammengesetztes Tribunal zuständig sein solle, die höchstzulässigen Preise festzusetzen. In seiner Antwort stellte sich Swyvcsant Fish auf den Standpunkt. daß die gegenwärtige Gesetzgebung völlig ausreichend sei, und ver« langte entschieden die strenge Durchführung der jetzt geltenden Gesetze.— � Die Nentrnlitntsfragc. Dem„Petit Journal" wird aus Saigon vom g, Mai gemeldet: Das Geschwader des AdmiralS N ebagatow wurde bei Tages- anbruch etwa zlvanzig Meilen von der Küste entfernt beim Kap St. Jacques gesichtet. Es schickte sich an. den Fluß bis Saigon hinaufzufahren, wo eS die für seine Vereinigung mit der Flotte deS Admirals Roschdjestwenky erforderlichen Nachrichten vorzufinden und sich mit frischen Lebensmitteln versehen zu können hoffte. Es wurde jedoch auf offener See von einem Aufklärungsschiff der Flotte Roschdjestwenskhs eingeholt, welches ihm den von der französischen Regierung ausgesprochenen Wunsch übermittelte, daß die Vereinigung der beiden Geschwader außerhalb der indochinesischen Gewässer stattfinden möge. Nebogatow segelte hierauf nach der offenen See, um sich mit dem Geschwader Roschdjestwenskys zu vereinigen, welches zwerfekloS«t der Kstfie von Annam auf M wartet. Der Sonderberichterstatter deS Pariser„Journal" berichtet Tokio über eine Unterredung, die er mit dem dorttgen frans ösi- schen Gesandten Harmand über die Neutralttätsangelegeu» heit gehabt hat. Harmand habe erklärt, daß er die durcb die sirngste» Zwischenfälle geschaffene Lage als sehr ernst ansehe. Die Ungewiß- heit, in der sich die Japaner inbetreff des Aufenthaltsortes der Flotte des Admirals Roschdjestwensky befänden, das abfichtliche Stillschweigen der französischen Telegramme über die Bewegungen dieser Flotte, die Befürchtung, daß auch das Geschwader des Admirals Nebogatow ermächtigt werden könnte, in einer französischen Bucht zu ankern— alles dies habe von Stunde zu Stunde die Erregung der Japaner vermehrt, eine Erregung, die einen tiefen und dauernden Eindruck zurücklassen werde. »Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Die Mitglieder de» Handelskammer haben den Antrag gestellt, mit Rücksicht«mf die Neutralttätsbrüche alle Handelsbeziehungen mit Frankreich aufhören zu lassen. Wenn der Antrag durchgeht, wird ein gemeinsames Vor- gehen der Handelskammern des Landes eingeleitet werden. Das Wladiwostok-Geschwader. Hebet den Zustand deS Wladiwostok-GeschwaderS sind folgende Mitteilungen eingegangen:„Nofsija" und„Gromoboi" sind wieder ausgebessert,„Bogathr" befindet sich jedoch noch in unbrauchbarem Zustande. Außerdem befinden sich dort neun Torpedoboote und Material zum Bau von drei TorpedcHootszerstörern, doch ist nicht bekannt, ob letztere schon gebaut sind. Der Bau von fünf Untersee« booten ist beendet. Amtlich wird bekannt gegeben, daß die Annäherung an die Pescadores-Jnseln auf zehn Meilen im Umkreise gefährlich ist, da in den Gewässern Minen gelegt worden sind. » Tokio, 10. Mai.(Meldung des Reutcrschen Bureaus.)' Die Zivrlvertvaltung des von den Japanern besetzten Gebietes wird nur in den Teilen ausgeübt, die vorher unter russischer Verwaltung ge- standen hatten; tatsächlich ist sie auf Liaotung beschränkt. In dem besetzten chinesischen Gebiet bleibt die Militärverwaltung weiter bestehen unter Anerkennung der chinesischen Souveränität. Jshizuka, der erste Rat der Verwaltung auf Formosa, soll zum Verwalter von Liaotung ernannt und die Art der Verwaltung im großen und ganzen nach dem System der Verwaltung auf Formosa eingerichtet werden. Tokio, 10. Mai.(Meldung des„Reutcrschen BureauS".)( A. E. Bougouin, ein angesehener Franzose, und fem Stiefsohn F. Strange, der englischer Untertan ist, wurden unter der Anfchul- digung der Spionage verhaftet. Mgeorcinetenkaus. 173. Sitzung vom 10. Mai, 11 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Antrages der verstärkten Handels- und Gewerbekommission auf An» nähme eines Gesetzentwurfs zur Abänderung des Warenhausstener- Gesetzes. Die Kommission hat in Verfolg eines Antrages der Tbgg. Fuchs u. Gen.(Z.), der die Regierung aufforderte, noch in dieser Session dem Abgeordnetenhause einen Gesetzentwurf zwecks Ab- änderung des Warenhaussteuer-Gesetzes dahingehend vorzulegen, daß dadurch ein wirksamer Schutz des Mittelstandes gegen die ihm durch das Vordringen der Warenhäuser drohende Gefahr gegeben wird, einen solchen Gesetzentwurf ausgearbeitet, durch den 1. die Steuer vcm gesamten Umsatz erhoben wird, gleichviel, ob derselbe im Waren- Hause oder von demselben Unternehmer in anderen Geschäften ge- macht worden ist; 2. die Warenhaussteuer bei einem Umsatz von 200 000 M.(statt bisher 400 000 M.) beginnt und 3. die Pr» greffion bis auf 5 Proz. erhöht wird. Geh. Finanzrat Strutz erklärt, daß der Gesetzentwurf m der von der Kommission beschlossenen Fassung für die Regierung»n- annehmbar sei. namentlich wegen der Herabsetzung der Anfangs- grenze der Warenhausstener auf einen Umsatz von 200 000 M., sowie wegen der Erhöhung der Steuersätze. DaS Warenhaussteuer- Gesetz besteht noch nicht lange genug, um schon jetzt an eine Revifioa dieses Gesetzes heranzutreten. Mg. Oeser(frs. Vp.): Die Mehrheit der Kommission ist sich bewußt gewesen, ein Gesetz zu schaffen, das nie Gesetz werden wird. Aber sie wollte dem„Mittelstand" ein« Freundlichkeit erweisen. Nach den Erklärungen deS Regierungskommiffars in der Kommission widerspricht der Entwurf allen Grundsätzen der preußischen Steuer- gesetzgebung. Die Gewerbesteuer geht bis zu 1 Proz. des Rein» ertrage?, die Warenhäuser mutzten ihren ganzen Ertrag zahlen, wenn sie 5 Proz. Umsatzsteuer zahlen sollen. Die Warenhäuser bemühen sich, die Steuer auf die Fabriken abzuwälzen, und schließlich werden die Detailliften die Steuer zu tragen haben. Wenn man von dem Kapital spricht, das die Großbanken den Warenhäuser» zur Verfügung stellen, so steht auch dem Mittelstand durch das Ge- nossenschaftswcsen Kapital zur Verfügung. Nicht die Warenhäuser tragen die Schuld an der ungünstigen Lage des Mittelstandes, sondern die ganze Wirtschaftspolitik, die indiretten Stenern, die auf die Kleinen viel mehr drucken als auf die Großen; durch die Zoll» Politik verteuert man die Rohstoffe und Halbfabrikate. Mg. CahcnSly(Z.) empfiehlt die Annahme des KommissionS» antrages. der hauptsächlich die Auswüchse der Warenhäuser zu be- fettigen bestimmt sei. Mg. Lattmann(Teutschsoz. Partei) betont die Notwendigkeit der Besteuerung des Gesamtumsatzes der Warenhäuser nach den von der Kommission vorgeschlagenen höheren Steuersätzen. Wenn der Minister die Besitzer der Warenhäuser als die Vertreter der kauf- männischen Intelligenz bezeichnet habe, so werde der kaufmännische Mittelstand dagegen wohl entschieden Protest einlegen.(Beifall rechts.) Mg. Stnsser(k.) Von einer Erdrosselung der Warenhäuser durch die Steuer kann keine Rede sein.� Wenn eS fo wäre, so würde z. B. ein Dresdener Warenhaus nicht in der Lage sein, den Staats-, Kommunal- und Privatbeamten die Offerte z» machen, ihnen, so- bald ihre Einkäufe in dem Warenhause nach und nach den Betrag von 50 M. erreichten, 5 M. zurück zu vergüten. Die Steuerfrechett der Offiziers- und Beamtenvereine kann ich durchaus nicht billigen. Ich bin der Meinung, daß wir dagegen auch vorgehen muffen. Man stellt trotz der gleichen Fcuersgefahr an die Warenhäuser nicht die gleichen Anforderungen in bczug auf die Sicherheit. Schon der Ruf „Feuer" wurde in einem vollbesetzten Wavenhause daS fürchterlichste Unheil anrichten. Abg. HaoSman»(natl.): Der Bund der Landwirte wendet sich ja in neuester Zeit mit Vorliebe an den gewerbetreibenden Mittel- stand. So heißt eS in semer Korrespondenz: Man werde sich die Namen der Abgeordneten für die nächste Wahl merken, die dem Mittelstande den notwendigen Schutz versagen wollten. Die skrupcl- lose Art einer gewissen Agitation ist ja längst bekannt, aber gegen eine derartige Drohung und Unterstellung muß ich doch namens meiner Partei protestieren�(Bravol bei den Nationalliberalen.) — Wir beklagen die EntWickelung des WarenhauSwesens. Wir haben auch für das Warenhaussteuer-Gesetz gestimmt; aber wir werden nach den bestimmten Erklärungen der Staatsregierung die Demonstration der Annahme des Kommissionsantrages nicht mit- machen. Im Kommissionsbericht ist ausdrücklich gesagt, der Antrag solle zeigen, daß man habe helfen wollen, aber nicht können. Mir kommt es mehr darauf an, zu helfen, eine Verständigung mit der Regierung zu suchen. In diesem Sinne bitte ich Sie. zunächst an eine Bekämpfung der„billigen Tage" und Wochen und der Lock- artikel mit Hülfe des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb zu denken. Dann werden wir bei der zweiten Lesung dieses Gesetzes tfcfe STefoTutimt btckntragsn. in Set wir eine bedeutende Erhöhung des Fonds von 3 öl) ovo M. zur Förderung des gewerblichen Ge- nossenschaftswefens fordern und eine Enquete über den Niedergang des gewerblichen Mittelstandes und seine Gründe vorschlagen. Mg. Posseldt(frs. Bg.) legt dar, daß alle die Prophezeiungen von freisinniger Seite über die Wirkungen des Warenhaussteuer- Gesetzes sich erfüllt hätten. Wg. Marx(Z.): Dem Verkauf zu Schleuderpreisen müsse ent- gegengewirkt werden. In den Warenhäusern wirken weniger die Intelligenz als das Großkapital. Redner kritisiert einen Erlaß des Kultusministers, in welchem den Hebammen empfohlen ist, ihre Apparate und Werkzeuge vom Medizinischen Warenhause in Berlin zu beziehen, dadurch habe dieses Warenhaus in kurzer Zeit einen Umsatz von 600 ovo M. erzielt. Ferner habe der Minister der öffentlichen Arbeiten angeordnet, daß die Ausrüstung der Sanitäts- wage:, für die Eisenbahnverwaltung durch das Medizinische Waren- haus in Berlin erfolgen solle. Abg. Rosenow(frs. Vp.): In Berlin bestehen sehr große Warenhäuser, aber der Fachausschuß für das Kleingewerbe in der Berliner Handelskammer, der sich mit dieser Frage beschäftigt hat. ist zu dem Beschluß gekommen, daß sowohl das bestehende Waren- haussteuer-Gesetz, wie auch dieser Kommissionsantrag dem Klein- Handel nach keiner Richtung nütze.(Zuruf rechts: In dem Ausschuß sind ja nur zwei Kleingewerbetreibende!) Die Herren in dem Ausschuß, 30 bis 4», sind doch von den Kleinhändlern zu ihrer Vertretung gewählt. In Berlin können Sie zahllose kleine Ge- schäste finden, die einen Umsatz von 200 000 M. haben und nach Ihrem Entwurf sofort unter die Warenhaussteuer fielen. Schließlich würden die Waren— allgemein, nicht nur in den Warenhäusern— entweder verteuert oder verschlechtert werden; in jedem Falle trüge der Konsument die Kosten. Wenn ganze Kategorien von Beamten ihre Bedürfnisse im Warenhause decken, wenn selbst die landwirt- schaftliche Woche eine Goldgrube für die Warenhäuser ist, wenn also die Konsumenten sich im Warenhause wohl fühlen, sollen wir da nur an den kleinen Kaufmann denken? Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): Wenn der H 6 des Warenhaussteuer-Gesetzes beseitigt wird, so liegt die Gefahr nahe, daß wir mit der Reichs-Gesetzgebung in Kollision kommen. Da die Zustimmung der Staatsregierung zu dem von der Kommission aufgestellten Gesetzentwurf nicht erwartet werden kann und die Gründe der Regierung für ihre ablehnende Haltung stichhaltig sind, so wird es sich nach meiner Auffassung empfehlen, am Schlüsse der Zwesten Lesung nicht den Entwurf anzunehmen, sondern eine Resolution, in der die Re- gierung zu einer Revision des Warenhaussteuer-GesetzeS im Sinne eines wirksameren Schutzes des gewerblichen Mittelstandes auf- gefordert wird. Abg. Cahensly(Z.): Der Abg. Rosenow hat mitgeteilt, daß der Detaillistenausschuß der Berliner Handelskammer sich gegen die Warenhaussteuer ausgesprochen hat. Ich möchte darauf hinweisen, daß in der betreffenden Sitzung einige Mitglieder der Handels- kammer erschienen waren, die sonst nicht zu erscheinen Pflegen, und es ist mir mitgeteilt worden, daß der Ausschuß nicht davon unter- richtet war, daß es sich um eine Reform der Warenhaussteuer handle, sondern daß ihm gesagt worden ist, es handle sich nur um eine Reform der Gewerbesteuer in der Richtung des Umsatzes und nicht des Ertrages. Abg. Rosenow(frs. Vp.): In der Tagesordnung ist ausführlich darauf hingewiesen worden, daß es sich um eine Beratung über die Warenhaus st euer handle. Ich kann nicht begreifen, wie der Abg. Cahensly mir eine Unrichtigkeit vorwerfen kann, wenn ich den wortgetreuen Beschluß dieses Fachausschusses, der von sämtlichen in Berlin existierenden Kleinkauflcuten gewählt ist, verlese. Abg. CahenSlv(Z.): Ich habe nicht bezweifelt, daß der Abg. Rosenow richtig zitiert hat. Ich habe nur konstatiert, daß dort Leute erschienen sind, die sonst nicht zu erscheinen pflegen, und diese haben die Mitglieder des Detaillistenausschusses in ihrem Sinne beeinflußt.(Lachen links.) Abg. Roienow(frs. Vp.): Ich kann versichern, daß die Mst- Glieder des Fachausschusses ganz selbständig und unbeeinflußt durch uns ihren Beschluß gefaßt haben. Die Kleinkaufleute werden sich den Vorwurf verbitten, daß sie nicht selbst urteilsfähig feien.(Bei- fall links.) Damit schließt die Beratung. Es folgt als Punkt 2 der Tagesordnung die zwette Lesung deS Antrages Funk-Oe se r(frs. Vp.): Die Regierung zu ersuchen, alsbald einen Gesetzentwurf zur Abänderung deS Gewerbesteuer- Gesetzes vom 14. Juni 18S1 vorzulegen, durch welchen unter pro- grefsiver Gestaltung der Steuer die beiden unteren Steuerklaffen erleichtert werden. Die Kommission hat diesen Antrag abgelehnt und statt, seiner folgende Resolutton beschlossen: Das Haus der Abgeordneten' wolle beschließen, die königliche Staatsregierung zu ersuchen: im Wege der Anregung dahin zu wirken, daß die Gemeinden mehr als bisher auf eine gerechte, den kommunalen Bedürfnissen möglichst entsprechende Ausgestaltung der Gewerbesteuer Bedacht nehmen. Geh. Finanzrat Schwarz betont, daß die Regierung nach wie bor auf ihrem ablehnenden Standpuntt beharren müsse. Der Kommissionsantrag wird einstimmig angenommen. Nächste Sitzung: Donnerstag. Ii Uhr.(Zweite Be- ratung der Sekundärbahnvorlage, des Gesetzentwurfs zur Ab- {tndenmg des Warcnhausstemr-Gesetzcs und des Gesetzentwurfs betreffend die Erweiterung des Stadtkreises Essen.) Schluß 4% Uhr.___ Die russische Kapitalistenklasse und die Revolution. Kaum ist in Rußland die Morgenröte einer neuen Zeit empor- gestiegen, noch befindet sich die Revolution in ihren Anfaugsstadicn, und doch machen sich schon innerhalb auch derjenigen Klassen, die heute alle an der Revolution interessiert sind und die Beseittgung der heutigen Zustände anstreben, tiefgehende Klassenunterschiede bemerkbar. Die Kapitalisten und Unternehmer wünschen wohl in ihrem eigenen Interesse die Beseitigung der russischen Autokratie; sie werden aber, wenn das Proletariat ihnen diese Errungenschaften erkämpft haben wird, die Forderungen der Arbeiterklasse nicht er- füllen wollen. Recht charakteristisch für den Klassenkampf, wie er tatsächlich heute schon zwischen der Klasse der Unternehmer und der der Arbeiter auch in. Rußland geführt wird, sind die Beschlüsse, welche der Petersburger Fabrikantenverein vor einigen Wochen gefaßt hat. Dieser Verein umfaßt jetzt 140 Jndustrie-Firmen von Petersburg. Vor kurzem hielt dieser Verein eine Sitzung ab, in welcher eine Reihe Beschlüsse zur Annahme gelangten, durch welche der Verein das Verhältnis zwischen Fabrikanten und Arbeitern regeln will. Bezeichnend ist es, daß die legale Presse es ablehnte, die betreffenden Artikel zu veröffentlichen, und zwar mit der Bc- gründung, daß eS„unzeitgemäß sei, zwischen verschiedenen Teilen der Bevölkerung, die alle nach Freiheit streben, Mißtrauen zu stiften". Durch die soeben erschienene Nummer der„Jskra" erfahren wir erst den Wortlaut der betreffenden Artttel:_„ Der Artikel I wendet sich gegen die Bcrkllrzung der Arbeits- zeit, sei es durch Gesetz, sei eS durch Abmachungen privater Natur zwischen den einzelnen Fabrikanten und Arbeitern. Die Teil- nähme der Arbeiter an der Festsetzung der Löhne, wie auch ihre Einmischung in die Fragen der inneren Fabrikordnung, stnd absolut unzulässig: jeder Versuch seitens der Arbeiter an der Entscheidung dieser Fragen teilzunehmen, soll zurückgewiesen werden.— Das Recht der Entlassung wird ausschließlich der Fabrikleitung vorbehalten und eine Einmischung der Arbeiter in diese Angelegenheit darf unter keinen Umständen zugelassen werden.— Die Forderungen der Arbeiter, die Strafen abzu- schaffen, sind zurückzuweisen. Diese Bestimmung schließt jedoch nicht aus, daß diese oder jene Gruppe der Industriellen nach Ver- einbarung bestimmte Normen bezügl. der Fabrikstrafen zwecks ihrer Vereinheitlichung festsetzen kann.— Die Forderung der Arbeiter, einen garantierten Lohn für die Akksrdarbeiter, sowie einen Minimallohn für Tagelöhner festzusetzen, ist unzulässig. Die Löhne müssen dem Gesetz des Angebotes und der Nachfrage unter- ordnet sein, und eine Abweichung davon, wenn sie auch nur formell scheint, ist als gefährlich anzusehen, da sie einen schädlichen Präzedenzfall für die Einmischung der Arbeiter bildet. Die Versammlung der Petersburger Fabrikanten beschloß, an diesen Artikeln unerschütterlich festzuhalten(es folgen die Unter- schriften). In Moskau wurden dieselben Arttkel von dem Orts- verein der Industriellen ebenfalls angenommen. Als Vorsitzender der Moskauer Versammlung fungierte ein vielgenannter Millionär, ein„Liberaler", der für die Freilassung Gorkis und Andrezews aus dem Gefängnis 20 000 Rubel Kaution hinterlegte. Maifeier. Petersburg, 10. Mai.(Offizielles Telegramm.) Für gestern nachmittag war im Petrowskypark eine Arbeiterver- sammlung angekündigt, die jedoch dort nicht stattgefunden hat. Den„Nowostt" zufolge ist die Versammlung an einem anderen Orte abgehalten worden; die Teilnehmer an derselben sollen einige Tausend gewesen sein; es sei beschlossen worden, die Maifeier durchaus ftiedlich zu begehen, damit der Polizei keine Gelegenheit gegeben werde einzuschreiten. Reval, 10. Mai.(Offizielles Telegramm.) In einer von 1000 Fabrikarbeitern besuchten Versammlung außerhalb der Stadt, an der Delegierte aus Petersburg und maskierte Per- sonen teilnahmen, wurde beschlossen, aus Anlaß der Maifeier einen dreitägigen Ausstand zu veranstalten und an die Fabrikanten abermals Forderungen zu stellen, deren Nichterfüllung inner- halb 12 Stunden Brandstiftungen in den Fabriken nach sich ziehen würden. Die Versammlung sang nach der Melodie „Ein feste Burg ist unser Gott" das Lied„Nicht vom Kaiser, nur aus eigeuen Kräften kommt uns Hülfe". Um die Ver- samnilungsstätte waren Radfahrer aufgestellt, um die Ankunft der Polizei zu signalisieren. Diese war jedoch durch falsche Mitteilungen irregeführt und suchte die Versammlung in einer ganz anderen Gegend. »* Die Bewegung im Kaukasus. Baku, 10. Mai.(Offizielles Telegramm.) Die Polizei fahndet auf Revolutionäre; auf dem Bahnhofe stnd 110 Pfund Lettern für eine Geheimdruckerei konfisziert. ES sind einige Personen verhaftet worden, welche die Soldaten aufteizten zu desertieren und ihre Ge- wehre an die Agitatoren auszuliefern. Hus Induftric und Kandel. Deutschlands Vichcinfuhr hat im ersten Viertel deS laufenden Jahres, obgleich die Viehpreise auf den deutschen Märkten bettächtlich gestiegen sind, sich im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres nur wenig verändert: ein Beweis dafür, wie prohibitiv die be- stehenden Einfuhrverbote und Einfuhrbeschränkungen wirken. Die Einfuhr von lebendem Rindvieh war zwar der Stückzahl nach etwas größer, dem Gewicht und Wert nach aber geringer, während die Einfuhr von Schweinen um zirka 000 Stück hinter der des ersten Vierteljahres 1004 zurückgeblieben ist. Es wurden eingeführt: Januar/Mürz 1905 gegen Januar/März 1904 Kühe... 27 837 Stück+ 4109 Stück Stiere.. 2501„ 4- 242.. Ochsen.. 19 412„— 4539„ Jungvieh. 26 924„+ 3219, Kälber.. 3832„— 107, Rindvieh.. 80 506 Stück-st 2924 Stück Schweine. 17 812„— 904„ Obwohl der Gesamtstückzahl nach die Rindereinfuhr um 2924 Stück gestiegen, war sie dennoch, wie schon erlvähnt wurde, dem Werte nach nicht größer, sondern stellte sich bei einem Gesamteinfuhrwerte von 27 516 000 M. sogar um 244 000 M. niedriger als 1904. ES ist dies die Folge des starken Nachlassens der Einfuhr schwerer öfter- reichischer Ochsen und ihres Ersatzes durch Jungvieh und villigere Kühe. Oestcrreich-Ungarn hat im Jahre1903 den Höhepunkt seiner Ausfuhr nach Deutschland erreicht, seitdem ist ein stettger Rückgang in der Einfuhr von dort festzustellen. Diesen Umstand macht Dänemark sich zunutze, das, soweit die deutschen Einfuhrbeschränkungen es ihm ermöglichen, immer mehr die Konkurrenz mit dem wesentlich teureren österreichisch- ungarischen Vieh auf dem deutschen Markte aufnimmt. Während Oesterreich-Ungarn im ersten Vierteljahre des JahreS 1903 72 Proz. der deutschen Einfuhr von Riirdvieh lieferte, konnte es in der gleichen Zeit des Vorjahres nur noch 68 Proz. liefern, und in diesem Jahre ist der österreichische Anteil auf 53,6 Proz. gesunken. Umgekehrt ist der Anteil der dänischen Einfuhr von 19 Proz. im ersten Viertel- jähre 1903 auf 26 Proz. in der gleichen Zeit des Vorjahres und auf fast 40 Proz. der Gesamteinfuhr im ersten Quartal dieses JahreS gestiegen. Der kleine Rest von etwa 6>/z Proz. der Einfuhr stammt aus der Schweiz. Die Schweine-Einfuhr im ersten Vierteljahre 1905 stellt einen Wert von 1 870 000 M. dar. Er ist um 95 000 M. geringer als im Vorjahre. Die geplante Verschmelzung der Stahlbahnwerke Freudenstein u. Co. mit der Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnenbcdarf, vormals Orenstein u. Koppel, ist vorgestern vom Aufsichtsrat der letztgenannten Gesellschaft genehmigt worden. Es wurde beschlossen, der General- Versammlung die Erhöhung des Aktienkapitals um drei Millionen Mark auf elf Millionen Mark zu empfehlen und nnt der Mtien- gesellschaft Freudenstein u. Co. einen Verttag auf Umtausch der Aktien auf der Basis abzuschließen, daß für je fünf Freudenstein- Aktien drei Orenstein u. Koppel-Aktten bewilligt werden. Nach Durchführung der Verschmelzung wird die 1397 gegründete. mit einem Aktienkapital von acht Millionen Mark arbeitende Aktien- gesellschaft für Feld- und Kleinbahnenbedarf ein gewisses Monopol in der Feld- und Kleinbahnindusttie besitzen. Die Fahrpreiskonvention, die bor einiger Zeit zwischen konttnen- talen und englischen SchissahttSgesellschaften abgeschlossen worden ist, geht schon wieder in die Brüche. Die White Star», die Dominion- und die«merican-Line geben, wie aus Liverpool gemeldet wird, bekannt, daß sie von dem auf der Nordatlanttschen Schiffahrts- Konferenz abgeschlossenen Tanfverttag ftir die erste und zweite Klasse und dem Abkommen zwischen britischen, skandinavischen und kontinen- talen Gesellschaften über die Tarife für Reisende in. Klasse zurücktreten. Zu diesem Vorgehen haben sich die Gesellschaften entschlossen im Hinblick aus den Rücktritt der Cunard-Gesellschaft von allen kürz- lich abgeschlossenen Passagiertarifabkommen infolge der Weigerung der amerikanischen Regierung, ihre Einwilligung dazu zu geben, daß die American-Line ihren Abfahrtstag für d, n Nelv Aorker Postdienst verlegt. Einwanderung in die Bereinigten Staaten von Amerika. Nach welchen Gebieten der nordamerikanifchen Union geht der Ein- wanderungsstrom? Bor wenigen Jahrzehnten waren eS vornehmlich der ferne Westen und die Staaten an den großen Binnenseell, welche die Einwanderer anzogen; jetzt bleibt die Hauptmasse in den Staaten an der nördlichen Küste deS Atlanttschen Ozeans. Bon den 812 870 Menschen, die im Fiskaljahre vom 1. Juli 1903 bis 30. Juni 1904 in die Vereinigten Staaten eingewandert sind, hat nach dem letzten Bericht des amerikanischen Einwanderungskommissars weitaus die Hälfte, nämlich 541 979 Personen oder 67 Proz. der gesamten Ein- Wanderung, ihren Aufenthalt in den nordatlantischen Staaten genommen, und zwar 32 Proz. im Staate New Jork, 18 Proz. in Pennshlvanien, 7 Proz. in Massachusetts. 5 Proz. in New-Jersey, 2,8 Proz. in Connecticut, 1 Proz. in Rhode Island, weitere 1,7 Proz. in den übrigen nordatlantischen Territorien. Nach den nördlichen Binnen- staaten wanderten insgesamt 176 405 Personen od« 82 Proz., Mt sich in der Hauptsache auf Illinois(7 Proz.), Ohio(4 Ptozj. Minnesota(2 Proz.), Michigan(1,8 Proz.), Montana(1,8 Proz.) verteilen. Die westlichen Staaten wurden von 47 221 Einwanderern oder 6 Proz. der Gesamteinwanderung aufgesucht, von denen 3 Proz. in Kalifornien und 1 Proz. im Staate Washington blieben. Weit geringer war die Einwanderung in die südlichen Staaten; die am atlantischen Ozean gelegenen zählten 22 621 Personen oder 3 Proz., die im Binnenland gar nur 12 024 oder 1 Proz. Vierte Generalversammlung des Zentralverbandes derHandels-, Transport- n.Verkthrsarbtiter Deutschlands. Frankfurt a. M., 8. Mai. Der Verbandstag findet im großen Saale des Gewerkschafts- Hauses statt. Bei Festsetzung der Tagesordnung wird ein Antrag, die Alkohol» frage und das Trinkgelderunwesen im Beruf der Tagesordnung an- zufügen, abgelehnt, dagegen beschlossen, der Vorstand solle über das Trinkgeldwesen Material sammeln und eventuell dem nächsten Ver- bandstage vorlegen. Vorweg wird noch beschlossen, die Zahl der Delegietten zum Ge- Werkschaftskongreß auf die Zahl von 9 zu bemessen. AuS dem Bericht der Mandatsprüfungs-Kommiffion geht hervor, daß 64 stimmberechtigte Delegierte auf der Generalversammlung an- wesend sind. Außerdem vom Verbandsausschutz L ü d e ck e- Magde- bürg, vom Verbandsvorstand Schumann, Schultzki und K a ß l e r, für die Redaktion des Fachblattes Dreher, für die Preßkommission Bauernfeind- Nürnberg; außerdem die Gau- leiter D o b l e r- München und Issel- Hannover. Als Gäste stnd anwesend von der Generalkommission Knoll- Berlin, für die internationale Föderation und den Eisen- bahner-Verband Johade- Hamburg, für den Hasen- arbeit er- Verband Döring- Hamburg, für lten Verband der Seeleute Müller- Hamburg, für den Zentrollverband der Handlungsgehülfen Berges- Frankfurt, für den Lager- halterverband Burghardt und B l e u l, für den Verband der Handels- und Transportarbeiter Oesterreichs Forstner-Wien. Die Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß ergibt folgendes Resultat: Schumann, Schultzki, Dreber, W e r n e r-Berlin, H i m p e l-Hamburg, B e n d e r-Breslau, Reo er- Leipzig, D o b l e r- München, Zimmer- Breslau. Schumann erstattet nunmehr den Bericht des Vorstandes. den wir auszugsweise schon wiedergegeben haben. Verkehrt ist nach seiner Meinung die Anschauung, daß die Berufskollegen erst in den Großstädten organisiert werden müßten und daß die Agitation sich in den kleinen Orten nicht genügend lohne und zu viel Geld koste. Aus den kleinen Orten kommen die Streikbrecher und die Lohndrücker und deshalb dürfe im Interesse der Großstädte nicht versäumt werden, in die kleinsten Orte Aufklärung zu bringen. Redner schildert an der Hand statisttscher Ausstellungen die Verhältnisse in den einzelnen Gauen. Die Berichterstattung der Gauleiter an den Vorstand hat sich gebessert, wenn sie auch teilweise noch manches zu wünschen übrig läßt. Die Berichterstattung bei Lohnbewegungen ist leider nicht immer in der erwünschten Weise erfolgt, eine Besserung in der Zukunft ist unbedingt notwendig. Die Leitung des Verbandes ist bestrebt gewesen, die noch vorhandenen Lokalvereine im Berufe, deren Zahl etwa 150 bettägt, zum Verbände heranzuziehen, leider mit nur geringem Erfolg. So hat der Verein Berliner Droschkenkutscher den Anschluß abgelehnt und ebenso der Verein Berliner Haus dü-e n e r, obwohl besonders letzterem äußerst günstige Uebettrittsbedingungen offeriett waren. Es sind Be- strebungen im Gange, den Verein Berliner H a n s du e n e r der Berliner Gewerkschaftsko nwn i s f i o n anzuschließen, die Generalversammlung müsse ihrer Anschauung dahin Ausdruck geben, daß dieses nicht geschehen darf, ehe nicht bindende Garantien dafür geboten sind, die den Anschluß des Vereins in absehbarer Zeit sichern. In der Frage der Grenzstreittgkeiten hat die Berbandsleitung stets anderen Gewerkschaften gegenüber die weitherzigste Toleranz lvalten lassen. Einzig und allein der Brauerverband hat sich an keine Abmachung gekehrt und solche immer wieder durchbrochen. Diese die ganze Gewcrlschaftsbewegung schädigende Mitgliederjagd wird ungeniert mit allen Mitteln betrieben und muß aufs allerschärsfte bekämpft werden. In neuerer Zeit rellamiett auch der Bäckerverband die Brotkutscher als Hülfsarbeiter, dem muß ebenfalls gesteuett werden. Die amtlichen Erhebungen im Handels- und Transport- gewerbe sind eine Folge der regen Organisationstättgkeit der Berufskollcgenschaft gezogen. Deren Ergebnis wird voraussichtlich eine Beschränkung der Arbeitszeit durch BundeSratSverordnung sein. Aus allem geht hervor, daß der Vorstand seine Schuldigkeit getan hat und folgedessen sich gern einer sachlichen Kritik seitens der Delegierten unterzieht. Darauf gibt der Hauptkassierer Kassier seinen Rechenschaftsbericht. Die ungeheuren Ausgaben für Low:- bewegungcn und Unterstützungen, die insgesamt 378 135,63 M. betrugen, haben der Verbandskasse ein Defizit in Höhe von rund 7000 M. verursacht, während einzelne Ottskassen eine wesentliche Besserung ihres KassenbeftandeS ausweisen. Es ist das ein ungesunder Zustand, den der VerbandStag beseitigen muh. Alle Kasjenbestände zusammengenommen ergaben eine Erhöhung an vorhandenem Kapital von rund 35 000 M. Diese Fondsvermehrung reicht aber sür die bevor- stehenden Kämpfe keinesfalls aus und ist es daher notwendig, dass der Verbandstag durch entsprechende Beitragserhöhung weitere Mittel schafft. Redner gibt eine eingehende Erläuterimg des Kassenberichts. Die Kassenführung muss an den einzelnen Orten ewe viel«xaltere als bisher werden. Die Gauleiter sind unbedingt verpflichtet, dke Ortskassterer in der Kassenführung besser als bisher einzuschulen. Je mehr Revisionen in den Kassen abgehatten werden, desto besser, denn jede Revision schützt den Kassierer und den Verband und ver« anlasst eine unordentliche Kassensührung zu beseittgen, bevor sie grösseres Unheil anrichtet. Dem Kassengeschäft muh seitens der leitenden Personen mindestens ebensoviel Aufmerksamkeit geschenkt werden wie der Agitation, denn sonst ist letztere ertrngnislose Arbeit._ Sozialed» Familienangehörige alS OrtSkasseinuttglieder. Die Allgemeine OttS-Krankenkasie zu Magdeburg wollte m ihr Statut die Bestimmung aufnehmen, dass als berechtigte Mitglieder der Kasse u. a. auch zugelassen würden die Familienangehörigen der Mitglieder im Alter von 14 bis 45 Jahren. Der Bezirks« ausschutz zu Magdeburg versagte diesem Nachtrag zum Statut die Genehmigung und blieb auch in der von der Kasse beantragten mündlichen Verhandlung dabei, dass es gesetzlich unzulässig sei, den Famikienangehottgen die Aufnahme in eine Orts-Kranken- lasse zu ermöglichen, f» weit sie nicht ein« ErwerbSarbett ver» richteten. Die Kasse wollte, wie fle erläuternd im fragliche» Statut»»- Nachtrag sagte, dem„Einkommen der Familienangehörigen" gleich« achten: jede wirtschaftliche Tätigkeit in der Familie des Kassen» Mitgliedes. Zur Begründung seiner Auffassung führte der Bezirks- ausschutz aus: Nach Z 26s. Absatz n dos Krankend erficherungS« Gesetzes sei zwar die statutattsche Aufnahme anderer als der stl den 8§ 1 bis 3 des Gesetzes genannten Personen in ewe Ortstasse gestattet, sofern ihr jährliches Gesamtemkommen 2000 M. nicht übersteige. Aus den Ausführungen von Woedtke gehe aber klar hervor, dass diese Bestimmung lediglich den Zweck verfolge, kleinen selbst- ständigen Handwerksmeister», Dienstmännern ustv.. sowie Dienstboten. welchen durch Gesetz nur das Recht deS Beitritts zur GemÄNde- Krankenversicherung beigelegt sei, de« Bestritt zu sin«~ Krankenkasse zu ermöglichen. Demnach seien nur Personen, E r w-e rb s a r be i t verrichtes. 4» welchen nach ausdrücklich« ftimmlmg des Gesetzes auch Lehrlinge gehörten, zur Aufnahme in eine Orts-Krankenkaffe berechtigt. Hieraus folge mit zwingender Notwendigkeit, dah Familienangehörige der Kassenmitglieder, sofern sie nicht eine auf Lohnerwerb gerichtete Tätigkeit ausüben, nicht Mitglieder einer Orts-Krankenkasse werden könnten. Die Allgemeine Orts-Krankenkasse zu Magdeburg legte Revision beim Ober- Verwaltungsgericht ein, zu deren Begründmig ihr Vertreter unter anderem geltend machte: Dadurch, daß der Gesetzgeber im Z 26 a, Abs. El ausdrücklich sage, dah auch andere als die in den K§ 1 bis 3 genannten Personen als Mitglieder der Orts-Krankenkassen aufgenommen werden können, habe er unzweifelhaft zum Ausdruck gebracht, dah damit nicht Bezug genommen werden sollte auf eine wirtschaftliche Tätigkeit im Sinne einer Lohnarbeit. Der§ 26 Abs. II Ziffer 5 des Gesetzes habe, wie auch Woedtke sage, auch solchen Personen die Orts-Krankenkassen zugänglich machen wollen, welchen das Gesetz an anderen Stellen weder die Verpflichtung noch die Berechtigung zum Beitritt beilege. Wenn also das Krankenversicherungsgesetz die Ver- pflichtung zur Zwangsversicherung für die im Lohnarbeitsverhältnis stehenden Personen m den§§ 1 bis 8 statuiere und auherdem für andere Lohnarbeiter die Berechtigung zum freiwilligen Beitritt zulasse, so wolle§ 26a in der fraglichen Bestimmung andere als in den§Z 1 bis 3 genannte Personen, d.h. also keine Lohnarbeiter, zulassen. Abhängig werde die Zulassung hier allein davon gemacht, dah das jährliche Gesamteinkommen 2000 M. nicht übersteige.— Die Revifionsbegründung sucht inr Anschluh hieran nachzuweisen, dah mit dieser Bestimmung über das höchstzulässige.Gesamteinkonunen" nicht ein Lohneinkommen vorausgesetzt werde. Der dritte Senat des Ober« Verwaltungs gerichts in Berlin gab am 3. Mai der klagenden Kasse in der Hauptsache recht. Er erklärte die Entscheidung des Bezirksausschusses für rechtsirrig und führte aus, dah eine Orts- Krankenkasse sehr wohl auf Grund d es§ 26a des Gesetzes das Recht habe, durch Statut die Familien- an gehörigen der Mitglieder im Alter vom 14 bis 45 Jahre ff zur Mitgliedschaft zuzulassen. Eine Beschränkung auf solche, die Lohntätigkeit ausübten. sei nicht gemeint, wenn es im§ 2öa weiter Heifee: sofern das Gesamteinkommen 2000 M. nicht überschreite. Damit habe nur gesagl werden sollen, die allgemeine Beschränkung, die auch für die Zwangsversicherten bestehe, solle hier ebenfalls gelten; mcht aber habe damit ein Lohnverhältnis vorausgesetzt werden sollen. Somit sei, wurde weiter ausgeführt, die Vorentscheidung als rechtsirrig aufgehoben. Bei freier Beurteilung müsse aber ini vor- liegenden Falle die Kasse doch unterliegen, weil ihr fraglicher Staturennachtrag in der ihm gegebenen Form nicht ge- u e h m i g t werden kann, da eine genaue Bestimmung fehle, aus der sofort hervorgehe, in welche Klasse der Versicherten die Ehefrauen und in welche die Kinder über 14 Jahren einrangiert werden sollten. Das müsse das Statut deutlich machen. Wenn die Kasse dies nachholt und wieder an den Bezirksausschuh gehe, dann mühte der Nachtrag genehmigt werden. Germanisation aus Gesimdheitsrücksichtcu. Die Anwesenheit von schulpflichtigen Kindern bei öffentlichen Schaustellungen irgendwelcher Art und ähnlichen Darbietungen in Gast- und Schankwirtschaften wird durch eine Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu Posen verboten, ganz gleich, ob Erwachsene(Eltern usw.) in ihrer Begleitung sind oder nicht. Ebenso die Mitwirkung von Kindern bei solchen Veranstaltungen. Mit Zustimmung des Kreisschulinspektors lann die Polizei Ausnahmen gestatten.— Zu einem Feste des polnischen Handwerkervereins zu Jutofchin, wo es Liedervortrage und ähnliche Dar- bietungen gab, waren schulpflichtige Kinder zugelassen worden. Der Vorsitzende des Vereins, Nicklewitz, wurde auf Grund jener Verordnung vom IS. Oktober 1904 angeklagt. Das Landgericht Lissa als Berufungsinstanz sprach ihn jedoch frei, indem es die Verordnung als die polizeilichen Befugnisse überschreitend für ungültig erklärte. DaS Kammergericht hob jedoch am 8. Mai dies Urteil wieder auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Begründend wurde ausgeführt, dah die Verordnung rechtsgültig sei, da nach dem PolizeiverwaltungSgesetz Polizeivorschristen zum Schutze der Gesundheit erlassen werden könnten, was hier in Frage käme, und auherdem Gegenstand polizeilicher Regelung der öffentliche Verkehr an Orten sei, wo Menschen öffentlich zu verkehren pflegten(Gastwirtschaften usw.). Indessen könne die Verordnung nur bei öffentlichen Ver- anstaltungen angewendet werden. Handelte es sich hier um eine geschlossene Gesellschaft, dann sei sie nicht anwendbar. Schmiergelderunwesen im Geschäftsleben. Die Handelskammer in Plauen i. V. hat sich in ihrer letzten Sitzung, veranlaht durch die von der Reichsregierung ergangenen An- regung, auch mit dem immer mehr einnistenden Uebelstande der Be- stechungsgelder bei Abschluß von Geschäften beschäftigt und Straf- Vorschriften dagegen für nötig erklärt. Der Referent entwarf ein Bild von den jetzigen Verhältnissen, das für das Geschäftsleben nichts weniger als schmeichelhaft ist. ES hat danach die Bestechung von Angestellten schon soweit um sich gegriffen, dah sich auch die Firmen dem nicht mehr entziehen können, wenn sie Aufträge erhalten wollen. Das Gefühl der kaufmännischen Ehre sei im Schwinden begriffen. Weite Kreise machen ihre Geschäfte nur noch dadurch, daß sie die Angestellten ihrer Geschäftskunden durch Gewährung von Geschenken für sie günstig zu stimme» wüßten. Wenn das in einer Handels- kammer auf Grund praktischer Erfahrung festgestellt wird, muh es tatsächlich schlimm aussehen. Nach dieser Schilderung herrscht im jetzigen Geschäftsleben eine türkiscbe Wirtschaft, in der nicht Tüchtig- keit und Leistungsfähigkeit, sondern die Gröhe des Trinkgelbes entscheidend ist._ Die Volksschule als Strafanstalt. In Geestemünde hat sich ein Bäckermeister an mehreren Schüle- rinnen der höheren Töchterschule vergangen. Deshalb wurden die Mädchen aus der höheren Töchterschule ausgewiesen. Sie müssen nun die Volksschule besuchen. Gegen dieses Verfahren muh ent- schieden protestiert werden. Wenn die Mädchen als sittlich ver« wahrlost angesehen werden, so dah sie nicht mehr mit den höheren Töchtern zusammensitzen dürfen, dann müssen sie auch aus der Volksschule ferngehalten werden; sie gehören dann in eine Fürsorge- anstalt. Die Eltern der die Volksschule besuchenden Kinder sollten es sich nicht gefallen lassen, dah ihre Kinder gezwungen werden, mit solchen zu verkehren, von deren Einstufe man eine sittliche Benach- teiligung der Schülerinnen einer höheren Schule befürchtet. CcwcrklchaftUcbce. ficrUn und dmgegcnd. Stukkateure! ES ist nicht wahr, wie die„Volkszeitung" vorige Woche be- richtete, dah im Stulkateurberuf ein gültiger Tarifvertrag zustande gekommen ist. Bis heute liegt kein derartiges Er- gcbnis vor und haben erst die Kollegen in der hellte annoncierten Versammlung darüber zu entscheiden, wie wir einen gültigen Vertrag zustande bringen werden! Kollegen! Man versucht, unsere Lohnbewegung zu verzetteln, man versucht, uns an der Nase herumzuführen I Dasdarfnicht möglich sein! Keiner von Euch fange daher ein neues Stück Arbeit an l Jeder muß bereit sein, dem folgenschweren Beschluß der Montagsversammlung nachzukommen. Wenn man mit uns zu spielen versucht, so müssen wir wie«in Mann unsere Ehre wahren. Agitiere jeder Kollege für den Besuch dieser Versammlung l Es gilt, unsere Rechte zu verteidigen I Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stukkateure Deutschlands. Achtung, Buchdruckerei-Hülfsarbciter und-Arbeiterinnen! Die in der Buchdruckerei H. Klockow, Alexandrinenstrahe 51, entstandenen Differenzen sind beigelegt. Der Vorstand der Zahlstelle I Berlin. Der Verband der Schneider(Filiale Berlin) kann in diesem Frühjahr auf eine erfolgreiche Tarifbewegung zurück- blicken, die fast ausschließlich auk das Konto der H e r r e n m a h- brauche zu setzen ist. Ein allgemein gültiger korporativer Tarif- vertrag besteht in Berlin in letzterer Branche nicht. Seit dem Jahre 1900 sind mit einer Reihe von Firmen, zirka 150. Einzel- Verträge abgeschlossen, die gewissermaßen den Unterbau einer zukünftigen allgemeinen und einheitlichen Tarifbewegung der Berliner Herrenmahschneiderei bilden werden. Bis dahin die vorhandenen Lucken seit der größeren Bewegung vor fünf Jahren auszufüllen, ist das Bestreben der Organisation. Forderungen wurden in diesem Frühjahr an 26 Firmen gestellt. Davon rangieren drei in der ersten, zehn in der zweiten, zwölf in der dritten und eine in keiner Lohn- klaffe. Letzteres Geschäft ist die bekannte Livreefirma G. Benedikt, Königgrätzerstrahe 10, welche zirka 50 Werkstatt- und 25 Heim- arbeiter beschäftigt. Für erstere Arbeiterkategorie kam ein auf zwei Jahre laufender Vertrag zustande, der die Löhne und Arbeitszeit einheitlich regelt. Danach beträgt der Minimal-Wochenlohn 30 M. bei zehnstündiger Arbeitszeit, die für den Sommer von(48 Uhr morgens bis(48 Uhr abends, für den Winter in gleicher Weise von 3 bis 3 Uhr festgesetzt ist. An Sonnabenden tritt der Schluß der Arbeitszeit eine Stunde früher ein. Ueberstunden, die zu machen in den Willen des einzelnen gestellt sind, werden nach 10 Uhr abends mit dem anderthalbfachen Betrage des gewöhnlichen Stunoenlohnes bezahlt. Für Neueingestellte ist eine Probezeit von vier Wochen vor- gesehen, der Minimallohn beträgt für diese Zeit 27 M. Für Aenderungsschneider ist ein Minimallohn von 27 M., bei Neu- eingestellten dieser Kategorie unter gleicher Probezeit wie bei den übrigen ein solcher von 25,50 M. vorgesehen. Außerdem gelang es, für die bei der Firma bereits tätigen Arbeiter, welche bisher schon 30 M. bezogen, einen Lohnaufschlag von 2 M.. für die länger als drei Jahre Beschäftigten einen solchen von 3 M. pro Woche zu er- zielen. Die Kündigungszeit beträgt drei Monate. Der Vertrag gilt um ein Jahr verlängert, wenn von beiden Teilen eine Kündigung nicht erfolgt. Bei den 25 Firmen, an die Forderungen gestellt wurden, war das Vorgehen in 15 Fällen mit vollem, in neun mit teilweisem Erfolg begleitet. In einem Falle mußte wegen Aussichts- losigkeit einer annehmbaren Vereinbarung die Forderung abgesetzt bczw. auf eine spätere Zeit vertagt werden. Um den gestellten Forderungen den gehörigen Nachdruck zu verleihen, mußten in acht Betrieben, in denen 162 Kollegen— 134 Heim- und 28 Werkstattarbeiter— beschäftigt waren, diese zur Arbeitsniederlegung schreiten. Bei zwei Firmen, H. Vortrefflich und der West End Clothing Compagnie, beide Friedrichstraße, dauerte der Ausstand vier Tage, bei einer Firma drei, in den übrigen je einen Tag. Mit allen anderen Firmen wurden die Forderungen durch persönliche VerHand- lungen mit Vertretern der Organisation nebst Hinzuziehung einer Kommission der beteiligten Arbeiter ohne Arbeitsniederlegung zum Abschluß gebracht. Als bemerkenswert ist hervorzuheben, dah es zum erstenmal gelang, eine Reihe von Firmen an der Peripherie der Stadt in die Tarifbewegung mit einzubeziehen. Bei den 26 Finnen, an welche Forderungen gestellt wurden, waren insgesamt 662 Arbeiter beschäftigt. Von diesen waren 159 Werkstattarbeiter und 403 Heimarbeiter. Berücksichtigt man den Umstand, dah von letzterer Kategorie noch wieder ein Teil Hausindustrielle sind— namentlich in der Hosen- und Westenbranche— die wiederum jüngere Hülfskräste beschäftigen, so kann die Zahl der an der Be- wegung Beteiligten auf zirka 600 geschätzt werden. Wie eingangs bemerkt, können die von der Organisation der Schneider erzielten Resultate als durchaus befriedigende bezeichnet werden und sie zu neuer Arbeit anspornen. Die Jaloufir-Arbriter haben seit Anfang März einen Tarif, der damals als das Ergebnis eines Streiks zwischen den Arbeitern und den Fabrikanten vereinbart wurde. Am Dienstag fand eine Branchenversammlung der Jalousie-Arbeiter statt, und da wurde lebhaft darüber geklagt, daß mehrere Fabrikanten die tarifmäßigen Löhne nicht mehr zahlen. In bezug auf die Firmen Wohlfahrt und Kiesel wurden verschiedene Fälle von Tarifverstöhen angeführt, die zu Differenzen und Verhandlungen geführt haben und jetzt der Schlichtungskommission zur Erledigung überwiesen sind. Bei Wohlfahrt stnd auch infolge von Tarifdifferenzen Entlassungen erfolgt, die als Mahregelungen angesehen werdem Die Arbeiter stnd der Meinung, daß es fich um ein planmäßiges Vorgehen der Fabrikanten unter Führung des Herrn Wohlfahrt handelt, das darauf hinausgeht, d i e gegenwärtige flaue Geschäftskonjunktur zu einer systematischen Herabdrückung der tarifmäßigen Löhne zu benutzen. Die Versanunlung war darin einig, daß man sich eine Verschlechterung der durch den Tarif geschaffenen Ver- Hältnisse unter keinen Umständen gefallen lassen dürfe. Insbesondere wurde betont, dah, wenn bei Wohlfahrt noch eine Maß- regelung vorgenommen werden sollte, die Arbeiter mit ent- sprechenden Gegenmaßregeln antworten würden.— Bei der Firma Bock st aller wird seit ewigen Wochen gestreikt und zwar deshalb, weil dort ein Arbeiter beschäftigt ist, der während des Streiks vor dem Tarif heimlich Streikbrecherdienste leistete, sich aber regelmäßig die Streikunterstützung auszahlen ließ. Mit diesem unredlichen Menschen wollten die Arbeiter nicht zusammen arbeiten; der Fabrikant weigerte sich jedoch, ihn zu entlassen, und deshalb brach der Streik aus. In der Werk- statt find zwar einzelne Arbeitswillige beschäftigt, die Bauten der Firma aber werden streng kontrolliert und konnten Streikbrecher fern gehalten werden. Hinsichtlich der Tarifdifferenzen nahm die Versammlung eine Resolution an, welche besagt: Die Jalousie-Arbeiter verlangen strikte Jnnehaltung de» Tarifs seitens der Arbeitgeber und Arbeitnehmer; sie werden mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln den ihnen aufgezwungenen Kampf durchführen. OcutÜtcfl Rrick»- Die Ziegeleiarbeiter in Ketzin haben in der Mehrzahl die Arbeit eingestellt, nur auf 5 Ziegeleien wird gearbeitet. Wenn die Arbeiter die Tätigkeit nicht wieder aufnehmen, wollen die Besitzer auf sämtlichen Ziegeleien die Arbeit ruhen lassen. Die Werftarbeiter der Flensburger Schiffswerft, 2200 an der Zahl, sind nun ausständig geworden. Wie uns ein Privat- telegramm meldet, hat die Direktion zum zweiten Male ihre Tarifvorschläge zurückgewiesen. Zur Aussperrung der Hamburger Holzarbeiter. Die Aussperrung hat sich als ein Schlag ins Wasser erwiesen, denn den einsichtigeren Arbeitgebern fällt es gar nicht ein, ihre Leute auszusperren. Die Zahl der ausgesperrten Holzarbeiter beträgt WS- gesamt 1050, wovon 300 abgereist und 100 in geregelte Werkstätten in Arbeit getreten sind; hinzu kommen noch die streikenden Holz- arbeiter der Strahenbahnwerkstatt, so dah die Zahl der sich zurzeit im Städtekomplex Hamburg-Altona-Wandsbeck befindenden aus» gesperrten und streikenden Holzarbeiter rund 800 beträgt. Tagtäglich kann man an den Bahnhöfen ein Stück republikanischer „Freiheit" beobachten; während die Arbeitgeber sich auf den Bahn- hofLperrons bewegen dürfen, als wenn sie dort zu Hause wären, müssen sich die Arbeiter, um nicht mit den wenigen Zugereisten in Verbindung zu kommen, in respektabler Entfernung aushalten. Schneiderstreik in SkSrnberg und Würzburz. Nachdem in den stattgefundenen Unterhandlungen die Unternehmer der Schneiderbranche in Nürnberg sich wetgerten, die Streikarbeit für Leipzig und Gießen, die den Arbeitern zugemutet wurde, zurückzuziehen. sind am Dienstagmittag die Schneider in allen Geschäften, deren Inhaber dem Arbeitgeberverband angehören, in den Streik getreten. In Würzburg wurde in der gleichen Sache das Gewerbegericht als Einigungsamt angerufen. Die Unternehmer erklärten sich bereit, einen Vorschlag des Vorsitzenden anzunehmen, der dahin geht, daß die Arbeitgeber sich verpflichten sollen, an organisierte Arbeiter keine Streikarbeit zu vergeben und wegen des Streiks keine Maß- regelungen vorzunehmen. Ueber diesen Vorschlag muh erst noch eine Versammlung der streikenden Schneider entscheiden. Die Kunst-,«au- und Konstruktionsschlosser Nürnbergs treten ebenfall in eine Tarifbewegung ein. Die Forderungen werden noch diese Woche den Unternehmern vorgelegt werden. Su»l»»d. Massenaussperrung in der Eisenindustrie und im Tischler- gewerbe Dänemarks. Der geschäftsführende Ausschuß der dänischen Arbeitgeber- und Meistervereinigung hat in seiner Sitzung am Montag dem Verband der Eisenindustrie seine Zustimmung zu der geplanten Aussperrung der organisierten Arbeitsleute erteilt. Die Aussperrung soll am Abend des 18. Mai von sämtlichen organisierten Fabrikanten in der Provinz durchgeführt werden, und, wenn dadurch keine„befriedigende Ordnung" der Verhältnisse erziel! wird, vom 25. Mai ab auf die Fabriken und Schiffswerften in Kopenhagen, auf die HelsingörS Eisenschiffs, und Maschinenbauerei, die Aktiengesell. schast„Skandia" in Randers und„Vulkan" in Maribo ausgedehnt werden. Trotz dieses ungeheuerlichen AussperrungSbeschlusseS, der selbstverständlich auch die gelernten Arbeiter aus der Arbeit drängen muh, hat die Arbeitgebervereinigung sich zu einer gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern des Gesamtverbandes der Gewerkschaften bereit erklärt, die am 11. Mai stattfinden soll. Der Ausschuß der Arbeitgeberbereinigung hat in derselben Sitzung eine allgemeine Aussperrung sämtlicherMitgliederdesTischler- Verbandes, soweit sie bei organisierten Tischlermeistern und bei Mitgliedern der Zentralvcreinigung der Maurer- und Zimmerer- meister beschäftigt sind, beschlossen. Diese Aussperrung soll ebenfalls am 18. Mai durchgeführt werden, obgleich am 17. Mai eine gemein- same Sitzung der Vertreter der Hauptorganisationen der Arbeit- geber und Arbeiter sich mit den schwebenden Konflikten im Tischler- gewerbe befassen soll. Dir Lohnkämpfe in der schwebischen Metallindustrie. 500 Ar- beiter von Bolinders mechanischer Werkstatt haben nun Anfang dieser Woche die Arbeit eingestellt. Die Gießer und Hülfsarbeiter arbeiten vorläufig weiter. In Kockums mechanischer Werkstatt und Schiffswerft in Malmö haben auch die Holzarbeiter die Arbeit niedergelegt, nachdem ihre Forderung auf Anerkennung von Minimallöhnen ebenfalls abgelehnt wurde. Die Ausstände in der Metallindustrie umfassen zurzeit in Malmö 850 Arbeiter, in Stock- Holm zirka 800, in Helsingborg 250 und in Göteborg 50. Verspätetes Zugeständnis. Der große Streik der Angestellten der Hoch- und Tiefbahn in New Dork endete bekanntlich nach kurzem Kampfe mit einer Niederlage der Arbeiter. Die Bahngesellschaft scheint sich aber nicht besonders stark als Sieger zu fühlen; die ent- faltete Stärke der Arbeiter, die den ganzen Verkehr auf einige Zeit zum Stillstand brachte, hat doch eine imponierende Wirkung aus- geübt. Ueberraschcnderweise wurde nämlich den Arbeitern vom 1. Mai an eine Lohnerhöhung von durchschnittlich zehn Prozent zugebilligt, hauptsächlich den Zugschaffnern und dem Perronpersonal. Damals wurde die Forderung einer Lohn- erhöhung schroff zurückgewiesen und erklärt, die Jnterborough Co. zahle bereits die höchsten Löhne von allen ähnlichen Bahnen im Lande. Der Anfangslohn, der sich mit den Jahren steigert, beträgt im ersten Jahre bei den unteren Angestellten 1 Dollar 50 Cent pro Tag. Letzte Nachrichten und Depetchen« Rom, 10 Mai.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Am Ausgang des Pantheon war heute nachmittag der japanische Prinz Arisugawa. der Neffe des Mikado, Gegenstand einer Volksdemonstration. Es erschallten Rufe: Nieder der Zar! H o ch I a p a n l Die Braueraussperrung und der Bierboykott im Rheinlande. Köln, 10. Mai.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Im bergischen Gebiete hat sich die durch den Bierbohkott geschaffene Lage derart verschlechtert, daß ernstlich an die Gründung einer Vereinsbrauerei- Genossenschaft durch die Wirte gedacht wird. Der Barmer Wirte- verein verlangt die Einberufung eines Schiedsgerichts, bestehend aus dem Vorsitzenden des dorttgen Gewerbegerichts sowie dem Vorstande des rheinisch-westfälischen Wirteverbandes und von beiden Seiten zu entsendenden Delegierten zwecks baldiger friedlicher Beilegung des Zwistes. Der Gauleiter der Brauerei-Arbeiter erläßt eine Er- klärung, daß die Arbeiter nicht eher die Hand zum Frieden bieten, bis sämtliche ausgesperrten Arbeiter wieder eingestellt werden. Jedenfalls liegt eine Verständigung über die Beilegung des Boykotts noch in weiter Ferne.__ Weimar, 10. Mai.(W. T. B.) Heute begann hier der Ber- bandstag deutscher Studentenvereine. Es sind etwa hundert Tele- gierte erschienen, welche fast alle Universitäten und technischen Hoch- schulen Deutschlands vertreten. Den Hauptgegenstand der Verhand- lungen, welche nicht öffentlich sind, bilden die Charlottenburger Vor- gänge._ Aufheviing des Ausstand«? in Esseg. Esseg(Ungarn). 10. Mai.(W. T. B.) Die Arbeiterführer haben eingewilligt, den allgemeinen Ausstand aufzuheben und den Arbeitern anheimgestellt morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. Seitens der Behörde werden trotzdem die getroffenen Sicherheitsmaßregeln auf- recht erhatten._ Die Sttmmung d» Japan gegen Frankreich. Tokio, 10. Mai.(Meldung deS Reuterschen Bureaus.)' Die japanische Regierung beobachtet bezüglich der Neutralitätsangelegen- heit in Jndochina noch eine abwartende Haltung, doch scheint die Lage sich schnell einer Krisis zu nähern. Ten von dem französischen Minister des Aeußercn Telcasse dem japanischen Gesandten in Paris Motono wiederholt gegebenen Versicherungen, daß die frmrzösisckw Regierung in ihren ostasiatischen Besitzungen strengste Neutralität beobachte, folgt jetzt die Nachricht, daß das Marinedepartement glaubwürdige Informationen erhalten habe, wonach ein Teil der baltischen Flotte iwch am Morgen des 6. Mai in der Honkohe-Bucht gelegen habe. Mar. befürchtet allgemein, daß auch die Schiffe des Geschwaders des Admirals Nebogatow die französischen Territorial- ge wässcr dazu benutzen werden, um Kohlen einzunehmen, sich mit frischen Vorräten zu versehen und die Schifssrümpfe einer Reinigung zu unterziehen. Es ist schwer vorauszusagen, was sich ereignen wird, doch ist die Regierung gedrängt, die französischen Ver- sicherungen, daß die Schiffe des baltischen GeschNxiders sich außerhalb der französischen Territorialgewässer befinden, anzunehmen und entsprechend zu handeln. Die Bewegung in der Geschäftswelt gegen Frankreich ist trotz der Bcmühunge, der Regierung, sie zu unter- drücken, im Wachstum begriffen. Der Handelskammer� ist ein Be- schlußcmtrag unterbreitet worden, in dem ein allgemeiner Boykott der französischen Kaufmannschaft und der französischen Waren ins Auge gefaßt ist. und eS ist möglich.� daß diese Resolution wirklich zur Abstimmung kommt, obgleich anfänglich wenig Wahrscheinlichkeit dafür bestand, daß sie ernst genommen würde. ■SSemta. NtH,: Paul Büttner, Berlin. Jnserateverantw.(mitAusnahme der.NeueWelt'-Beilage)- TH.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag- Vorwärts Buchdr. u. VerlagsanstPaiU Singer S Co.. Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen». Unterhaltungsbl Mr. 109. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 182. Sigung bom Mittwoch, den 10. Mai 1905, nachmittags 2 Uhr. werden. Diese wird in zweiter Beratung angenommen. Donnerstag, 11. Mai 1905. die gewählt werden, die den Arbeitern gegenfäßlich gegenüberstehen. In find, unmöglich ihre etwa abweichende Ansicht mit der genügenden meiner großen Braris habe ich nicht einen einzigen derartigen Fall Energie betonen tönnen. Nur an den Straftammern tann es vore erlebt. Ich muß auch entschieden Verwahrung dagegen einlegen, kommen, daß den Redakteuren die mildernden Umstände auf Grund daß der Vorredner die Arbeiter allein als erwerbstätig hinstellt. Es des Paragraphen von der Wahrung der berechtigten Interessen" gibt auch in anderen Ständen Leute die arbeiten( Sehr richtig! nur in den Fällen zugestanden sind, daß es sich um die persön Am Bundesratstische: Dr. Stuebel, Dr. Nieberding. links), sei es mit der Hand, sei es mit dem Kopfe. Wir wünschen Iichen Intereffen des Redakteurs handelt, während Präsident Graf Ballestrem: Indem ich die Kollegen nach nicht, daß ein Gegensatz zwischen den arbeitenden Klassen und einem Breffe in Wirklichkeit doch vor allem die berechtigten Interessen der der Osterpause freundlichst begrüße, erkläre ich die Sigung für großen Teile des übrigen deutschen Volkes geschaffen wird. Speziell Oeffentlich feit zu wahren hat. Allerdings erkennen auch die eröffnet. in diesem Hause haben alle Barteien stets betont, daß sie den Schwurgerichte oft zu scharf gegen die Redakteure. Trotzdem treten Das Haus ehrt zunächst das Andenten des am 15. April ber- Arbeitern, die, vom Schicksal enterbt, lediglich auf ihre Handarbeit wir Sozialdemokraten für die Schwurgerichte ein, weil sie dem storbenen Abg. Faller( natl.) durch Erheben von den Plägen. angewiesen sind, alle Sympathie entgegenbringen. Wir werden Ideal der Rechtsprechung durch das Bolt am nächsten tommen. Die Staatsanwaltschaft wird durch die Schwurgerichte doch ettvas in Auf der Tagesordnung stehen zuerst Rechnungsfachen, die, ab- für den Antrag stimmen.( Bravo! lints.) gefehen von einigen Bemerkungen der Abgg. Hug und Bachem( 3.) Abg. Dr. Spahn( 8.): Ich möchte Sie bitten, den Antrag ab- ihrer Machtvollkommenheit eingeschränkt. Deshalb werden auch wo die Schwurgerichte in Preßbergehen zur Uebersicht über das Rechnungsjahr 1908 debattelos erledigt zulehnen. Nachdem der Herr Staatssekretär erklärt hat, daß die in Süddeutschland, Annahme des Antrages bei dieser Vorlage für die Regierung uns zuständig sind, viel weniger Preßprozesse angestrengt, weil Es folgt die erfte event. zweite Beratung der auf der inter- annehmbar sei, wollen wir die Vorlage, deren Verabschiedung not sich eben dort die Staatsanwälte von vornherein sagen, daß nationalen Sanitäts- Konferenz zu Paris am 3. Dezember 1903 unter- wendig ist, nicht mit dem Paragraphen belasten. Wir stehen an sich fie in vielen Fällen doch eine Verurteilung nicht erzielen würden. zeichneten Uebereinkunft. nach wie vor auf dem Standpunkt, daß den Schöffen Tagegelder ge- Es würde durch unseren Antrag auch der unglaubliche Zustand be währt werden müssen. Diese Frage wird aber bei der Reform der seitigt werden, daß der Staatsanwalt sich die Straftammer aussuchen Es folgt die zweite Beratung des von den Abgg. Hagemann Strafprozeß- Ordnung, die nicht mehr lange auf sich warten lassen fann, indem er die Namen der Angeklagten so umstellt, daß diejenige ( natl.), Simburg( f.), Brüschent von Lindenhofen( Hosp. dürfte, erledigt werden. Daß die politische Anschauung des einzelnen Straffammer zuständig wird, von der er das schärffte Urteil erwarten d. Rpt.), Dr. Spahn( 8.) und Träger( Fri. Vp.) eingebrachten bei seiner Auswahl zum Schöffen nicht in Betracht kommen foll, fann. So ist es auch in dem bekannten Plögenseer Prozeß gewesen, bei dem der Staatsanwalt nur vom Landgerichtsrat Oppermann, der Gefeßentwurfs betreffend Aenderungen des Gerichtsverfassungs- Gesetzes wünschen auch wir.( Bravo! im Zentrum.) zur Entlastung des Reichsgerichts in Straffachen durch Ausdehnung Abg. Böckler( Ant.): Wir werden für den Antrag stimmen. im ganzen Deutschland wegen seiner scharfen Urteile gegen die Presse der Zuständigkeit der Schöffengerichte. Jm§ 27 wird die Zuständig berühmt ist, auf eine Verurteilung rechnen konnte. Der Simpliciffimus"-Prozeß in Stuttgart hätte atveifellos bor feit der Schöffengerichte ausgedehnt auf die nur auf Antrag zu erGewiß find die geistigen Arbeiter auch Arbeiter, ich habe aber einer Straffammer nicht mit der Freisprechung der Angeklagten folgenden Körperberlegungen, auf das Vergehen des Hausfriedensbruchs, der Bedrohung mit der Begehung eines Verbrechens, des von dem Gegensatz von Besitzenden und Erwerbstätigen gesprochen. geendet. Es ist nur gut, daß wir noch in einzelnen Gegenden strafbaren Eigennutes in verschiedenen Fällen, sowie erweitert für Wer nicht arbeitet und nur durch die Arbeit anderer erwirbt, der ist Deutschlands das Glüd haben, Schwurgerichte über Preßvergehen strafbaren Eigennutes in verschiedenen Fällen, sowie erweitert für der Besitzende. Wenn Sie auch darüber lachen, so ist es doch eher aburteilen zu sehen, sonst wäre ein Blatt wie der„ Simpliciffimus" Vergehen der Unterschlagung, des Betrugs, der Sachbeschädigung, zum Weinen. Den Stempel dieses Klassengegensages drüden Sie in Deutschland überhaupt nicht möglich. Was in Bayern, Baden der Begünstigung und der Hehlerei bis auf Werte von 150 M. statt auch diesem Gesetz auf, wenn Sie den Antrag ablehnen. Es ist doch und Württemberg geht, sollte doch auch im übrigen Deutschland frither 25 m. Gewiß sind die Schwurgerichte heute noch Abg. Hagemann( natl.): Meine Freunde stimmen dem Entwurf, kein Zufall, daß in Mecklenburg, Bosen, Schlesien fast durchweg Be- möglich sein. figer Schöffen find. Auf der Arbeit ruht unsere ganze Kultur, aber teine idealen Einrichtungen, die Arbeiter find bon ihnen wie er von der Kommission gestaltet ist, im großen und ganzen zu. Die arbeitende Bevölkerung ist verhindert an der Rechtsprechung teil bollständig ausgeschlossen. Ste werden überhaupt gar nicht Die Schöffengerichte haben sich derart bewährt, daß wir mit gutem Gewiffen das Laienelement noch mehr zu der Rechtsprechung heran- zunehmen. Das Bentrum fagt, hier ist nicht die Gelegenheit, diese in die Listen aufgenommen, während es bei den Schöffen ziehen können, zumal dadurch eine Entlastung des Reichsgerichts Frage zu regeln. So verleugnet es stets seine Grundsäge. Nachher gerichten in neuerer Zeit manchmal vorkommt, daß Arbeiter, selbst heißt es dann wieder, die ganze Strafprozeß- Ordnung fällt ins Sozialdemokraten als Schöffen ausgeloft werden. Wir haben ja Abg. Dr. Brunstermann( Stp.) erklärt auch die Zustimmung affer, wenn diese Forderung angenommen wird. Lassen Sie es gehört, daß man damit umgeht, die Schwurgerichte ganz zu be feiner Freunde zu den Kommiffionsbeschlüssen. doch darauf ankommen, ob die Regierung wegen eines solchen Para- feitigen. Möge der Reichstag durch Annahme unseres Anirages Abg. Dr. Borzig( L.) stimmt den Kommiffionsbeschliffen zu, be- graphen das Gefeß scheitern läßt; sie hat ja die Notwendigkeit der bokumentieren, daß er nicht eine Beseitigung, sondern eine Aus trachtet sie aber als die äußerste Grenze und erklärt deshalb die Entlastung des Reichsgerichts anerkannt. Bielleicht würde sie statt dehnung der Schwurgerichte wünscht und daß er genügende Rechtsweitergehenden Abänderungsanträge ablehnen zu müssen: Weitere dessen die Staatsanwälte anteisen, nicht so viel Revisionen einzu- garantien für die Presse schaffen will.( Bravo! bei den SozialBlenderungen müssen der Reform der Strafprozeß Ordnung vor- legen und das würde doch auch im Interesse der Justiz liegen. Ich bemokraten.) behalten werden, die ein großes und schwieriges Wert ist, das nicht bitte Sie dringend, den Antrag anzunehmen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) erreicht wird. überſtürzt werden darf. 0 Hiermit schließt die Debatte. Der§ 27 wird mit großer Mehr heit, auch mit den Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Der§ 28 wird ohne Debatte angenommen. Zur Beratung tommt der Antrag Lattmann( Wirtsch. Vg.), wonach den Schöffengerichten außer Reisegeldern auch Tagegelder gewährt werden sollen. Abg. Lattmann( Wirtsch. Bg.) begründet seinen Antrag. Staatssekretär Dr. Nieberding: warnen, Abg. Stadthagen( Soz.): " Der sozialdemokratische Antrag wird hierauf angenommen. Dafür stimmen die Sozialdemokraten, Freifinnigen und Antisemiten; ber Präfident Graf Ballestrem: Abg. Stadthagen( Soz., zur Geschäftsordnung): Unsere Anträge stehen im engsten Busammenhange mit dem Gerichtsverfassungsgesetz und dürften daher wohl zulässig fein. und dürften daher wohl zulässig sein. Abg. Lattmann( Wirtsch. Vg.) stimmt der Ausdehnung der Abg. Pohl( frf. Vp.): Ich muß auch gegen die neuen AusSchöffengerichtsbarkeit zu, glaubt auch, daß das Reichsgericht dadurch führungen des Herrn abg. Stadthagen profeffieren. Es ist absolut übrige Teil des Hauses ist sehr schwach besetzt. enflaftet werde, meint aber, daß die daraus folgende höhere Be- unzulässig, einen Widerstreit zu konstruieren zwischen Befißenden und Lastung der Amtsgerichte, über die er als Amtsrichter sich natürlich Arbeitern.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich wünschte, daß Es find mir im legten Augenblicke eine Reihe von Anträgen fehr freue( Heiterkeit), eine Vermehrung der etatsmäßigen Stellen die Arbeiter auch Besizer würden, dann würden sie sehen, daß auch von den Sozialdemokraten und dem Abg. Pohl zugegangen, die an den Amtsgerichten verlange. der Befizer arbeiten muß, um sich seinen Besitz zu erhalten. Täte er aber nicht zum Gerichtsverfassungsgefeß, sondern ausdrücklich zur es nicht, so würde er sein Vermögen sehr bald verlieren. Arbeiten Strafprozeßordnung gestellt find. Ich halte es für nicht zulässig, ettva die besigenden Kaufleute im allgemeinen weniger als ihre diese Anträge zur Debatte au stellen; wir würden dadurch einen Kommis? Und wer ein großindustrielles Werk besitzt, muß dreimal Präzedenzfall schaffen. so viel arbeiten wie sein Buchhalter.( Lachen bei den Sozialdemotraten. Buruf: Das glauben Sie doch wohl felber nicht!) Damit schließt die Debatte. Der Antrag Lattmann wird gegen die Stimmen der Antisemiten, der Freiſinnigen und der SozialAbg. Pohl( frs. Vp.): Mein Antrag bezieht sich auf Abänderung Ich glaube, daß die Wirkungen bes Gefeßes von dem Antrag demokraten abgelehnt. steller überschätzt werden. Nach unserer Schäßung werden infolge§75 zählt die( von der Kommiffion vermehrten) Fälle auf, in des§ 141 der Strafprozeßordnung, ber direkt auf das Gerichtsder Entlastung der Kammern etwa 10 000-12000 Sachen mehr an denen die Straffammer auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Ber- berfassungsgesetz hinweist. Wenn also das Gerichtsverfassungsgesetz die Schöffengerichte fallen. Wir haben in Deutschland etwa handlung und Entscheidung dem Schöffengericht, soweit dieses nicht geändert wird, so muß auch diese Bestimmung der Strafprozeß2000 Schöffengerichte, sodaß jährlich an das einzelne Schöffen schon zuständig ist, überweisen tann, wenn nach den Umständen ordnung geändert werden. Abg. Heine( Soz.): Ich kann diesen Ausführungen nur bei gericht fünf bis fechs Sachen mehr gelangen würden. Natür- des Falles anzunehmen ist, daß wegen des Bergehens auftreten. Der Titel eines Gejeges begrenzt nicht seinen Inhalt, lich wäre diese Belastung bei dem einen fleiner, bei keine andere und höhere Strafe als auf eine Gefängnisstrafe von dem anderen größer; aber für die legislatorische Bedeutung des höchstens sechs Monaten( bisher drei) oder eine Geldstrafe von sondern gibt ihn nur an. Wenn also dies Gesetz durch logische Antrages, ben der Herr Abgeordnete vertreten hat, ist es doch 1500 m.( bisher 600 M.) allein oder neben Haft oder in Verbindung Konsequenz und Notwendigkeit in seinem Inhalt übergreift auf die wichtig, sich diese durchschnittliche Wirkung des Gefeges zu vergegen mit einander oder in Verbindung mit Einziehung und auf teine Strafprozeß- Ordnung, so braucht nur der Titel geändert zu werden. wärtigen. Eine so geringe Vermehrung der Sachen, die an das höhere Buße als 1500 m.( bisher 600 M.) zu erkennen sein werde. Man sollte doch nicht aus rein formellen Gründen diese Debatte Schöffengericht tommen, tann uns unmöglich Veranlassung zu einem Die Sozialdemokraten beantragen, die Worte auf Antrag der abschneiden, während durch einen ebenso formellen Antrag auf Titeländerung diese Bedenken beseitigt werden könnten. fo prinzipiellen Antrage geben. Ich muß mich also schon deshalb Staatsanwaltschaft" zu streichen. Abg. Borkig( f.) stimmt der Auffassung des Präsidenten bei. gegen den Antrag wenden, weil ein Bedürfnis durch das Gesez für Abg. Hagemann( Natl): Ich möchte Sie bitten, den§ 75 in Abg. Dove( fri. Wg.): Wir sollten uns nicht auf einen so forma ihn nicht gegeben ist, ferner aber auch aus dem Grunde, weil der Kommissionsfassung anzunehmen. nach meiner Meinung diese Frage, wenn sie für die SchöffenAbg. Dr. Opfergelt( 3.) beantragt die von der Kommission liftischen Standpunkt stellen und juristische Haarspaltereien treiben. gerichte geregelt werden soll, ebenso für die Schwurgerichte hinzugefügte Bestimmung 14a aus der Bahl der Fälle zu streichen. Die Antragsteller brauchten ja nur dieselben Anträge zum Gerichtsgeregelt werden muß.( Sehr richtig!) Ich möchte Sie Diese Bestimmung will für die Vergehen derjenigen Personen, welche verfassungs- Gesetz einzubringen. Bräfident Graf Ballestrem: Juristische Haarspaltereien treibe ich mit diesem Notgefege eine fo wichtige Frage zu zur Zeit der Tat das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben", nicht, ich bin fein Jurist, aber auf den formalistischen Standpunkt berquiden, zumal in Aussicht steht, daß wir in nicht zu bas Schöffengericht zuständig machen. habe ich mich als Präsident dieses Hauses zu stellen( Sehr richtig! langer Zeit zur Diskussion einer neuen Strafprozeß- Ordnung kommen, Staatssekretär Dr, Nieberding: Ich bin in der Lage, dem Herrn rechts), denn alles beruht auf Formen; wenn man die Formen bei der ja diese Frage zweifellos eine Rolle spielen wird. Ich bitte Vorredner zu bestätigen, daß auch die Kommission zur Revision der außer acht läßt, gerät man außer Rand und Band. Wenn die Sie daher, den Antrag abzulehnen. Strafprozeßordnung sich nicht auf den Standpunkt des Kommissions- Herren zur dritten Lesung die Anträge umformen, wird sich ja gegen antrags 14a geftellt hat. Die Kommission des Reichstags hat den Jugend- sie nichts mehr machen lassen. Abg. Semler( natl.): Gewiß hat der Herr Präsident den Ich würde es bedauern, wenn die berstedte Drohung des Herrn lichen eine Wohltat erweisen wollen. Aber ich tam mir sehr wohl Staatssekretärs auf den Reichstag Einbrud machen und ihn wieder auch Fälle denken, in denen die Eltern eines jugendlichen Delin- formalen Standpunkt zu wahren; aber in diefem Falle liegt ein zur Ablehnung dieser Forderung, die auch wir stets vertreten haben, quenten es geradezu als eine Verschärfung ansehen werden, wenn materieller Zusammenhang zwischen den Anträgen und dem Gerichtsführen sollte. Wie so oft schon bei großen Gefeßen alles, was die ihr Kind nicht vor die Straffammer in der nächsten größeren Stadt, berfaffungsgesetz bor. Gerechtigkeit verlangt, durch die finanziellen Bebenten der Regierung fondern vor das Schöffengericht des eigenen Drtes tommt. Ich bitte gescheitert ist, so gipfelte auch bei dieser kleinen Vorlage die Rede Sie daher, es in diesem Falle bei der bestehenden Gesetzbestimmung des Herrn Staatssekretärs wieder in finanziellen Bedenken. zu lassen. Sollte der Reichstag diesen nachgeben, so wäre dies ein Zeichen des Abg. Stadthagen( Soz.): Es kommt doch im Gegensaz zu den Der Präsident läßt hierauf über die Geschäftsordnungsfrage Rückschritts. Aber auch mit dem Abg. Lattmann stimmen wir nicht Ausführungen des Herrn Staatssekretärs vor allem darauf an, daß abstimmen. Das Haus beschließt gegen die Stimmen der Sozialganz überein. Er behauptete, daß er es nicht bezweifle, daß jemand Rinder nicht zu Unrecht verurteilt werden. Und dieses Unrecht wird demokraten und Freifinnigen die Zulässigkeit der Anträge abzulehnen. Das Gesetz soll am Tage der Berkündigung in Kraft treten. jetzt als Schöffe abgelehnt bezw. nicht einberufen tverde, nur weil er doch am ehesten dadurch bermieden, daß zwei Instanzen da sind. Arbeiter oder Sozialdemokrat sei. Wir haben aber früher schon hier Deshalb bitte ich Sie, den Kommissionsantrag 14a anzunehmen. Abg. Kirsch( 3.) beantragt, diese Bestimmung zu streichen. Da im Reichstage eine große Anzahl von Fällen vorgebracht, die be aber ich bitte Sie auch, unseren sozialdemokratischen Antrag nach würde das Gefeg 14 Tage nach seiner Veröffentlichung, an Denn der Antrag der Staatsanwaltschaft ist dem gewöhnlichen verfassungsmäßigen Termin in Kraft treten. weisen, daß es dennoch so ist. Wenn Abg. Lattmann meinte, ein anzunehmen. nur Prinzipienreiterei gang überflüffig, Agitator müsse allerdings ausgeschlossen werden, so ist das ein ber in diesen Fällen Staatssekretär Dr. Nieberding: Das fofortige Infrafttreten war tehrter Standpunkt, der mich um so mehr verwundert hat, weil fann ihn verteidigen. Die herrschende Behörde in Straffachen ist im Vorjahre aus der Annahme heraus vorgeschlagen, daß der Abg. Lattmann selbst ein Richter ist, der die Gesetze kennen sollte. die Staatsanwaltschaft und fie, bas kann feinem 8weifel unter Reichstag bie Vorlage sofort annehmen würde. Jest nachdem er sich Denn es fann gar feinem Zweifel unterliegen, daß eine solche Ab- liegen, ist eine politische Behörde, ist die inobjektivste Behörde der ein Jahr lang Beit gelaffen hat, kann ich mich dem Antrage Kirsch lehnung, eine solche Nichteinberufung eines Mannes nur deshalb weil Welt, von der Staatsanwaltschaft müssen die Richter unabhängiger anschließen. Boraussetzung dafür, daß das Gefes jemals in Kraft er politisch tätig ist, dem flaren Sinne und Wortlaut des Gefeßes werden, und Sie können das in unferem Falle durch die von uns tritt, ist allerdings, baß der Zusatz zu§ 80 in dritter Lesung wieder fällt; sonst hat das Gesetz für die verbündeten Regierungen teinen widerspricht. Ich wundere mich, daß Abg. Lattmann dann nicht die beantragte Streichung erreichen. Konsequenz daraus zieht und politisch tätige Leute auch von Richterstellen, Staatssekretär Dr. Nieberding: Ich möchte dem gegenüber Sie Wert mehr. Der Antrag Kirsch wird angenommen. von Beamtenstellen usw. ausschließt? Er würde dann auf dem Stand nur daran erinnern, daß die jetzt von den Sozialdemokraten in Anpunkt stehen, den seinerzeit Fürst Bismarck bertreten hat, den nämlich, daß griff genommene Frage schon einmal zur Verhandlung gestanden hat Beamte überhaupt nicht politisch tätig sein sollten. Praktisch geht und damals mit guten Gründen abgelehnt wurde. Ich bitte Sie, man ja noch weiter. Tatsächlich werden vielfach zu Schöffen nur den Antrag auch jest abzulehnen. Unter Ablehnung aller Anträge wird der§ 75 in der Komsolche Personen berufen, die vom praktischen Leben noch weniger berftehen als die Richter selbst, nämlich Rentiers, berabſchiebete miffionsfaffung angenommen. Offiziere usw. Um so notwendiger find die Diäten für Schöffen, Die Sozialdemokraten beantragen weiter eine Abänderung des damit auch das erwerbstätige Bolt zu den Schöffenstellen zugelassen$ 80 des Gerichtsverfassungsgefezes dahin, daß alle Preßvergehen werden kann. Wir toiffen ja leider, daß in der Straf- den Schwurgerichten zugewiesen werden. Zur Begründung spricht Abg. Stücklen( Soz.): prozeßreform Rommission Diätenzahlungen wiederum nicht bor Abg. Stadthagen( Soz.): Abg. Heine( S03.) beantragt die Neberschrift des Gesetzes zu faffen: Gefeß betr. Aenderungen des Gerichtsverfaffungsgesetzes und der Strafprozeßordnung". des Abg. Heine( So8.) gieht seinen Antrag zurütd, die Ueberschrift Gesetzes in: Novelle zum Gerichtsverfassungsgesetz und der Strafprozeß- Ordnung zu ändern. Ueberschrift und Einleitung des Gesezes werden angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Die nächste Sigung beraumt Bräsident Graf Ballestrem auf Donnerstag 2 Uhr an. Die Budgettommiffion habe um längere Beit für ihre Beratungen gebeten und die Tagesordnung fei sehr mager: Garantie des Reiches für eine Eisenbahn in Kamerun, Petitionen und Wahlprüfungen. Schluß 6 Uhr. gefehen worden sind. Und dennoch kann nur derjenige die Tage Der gegenwärtige Zustand, nach dem die Entscheidung, ob ein gelder ablehnen, der auf dem Standpunkte der Klassenjustiz steht. Redakteur vor eine Straffammer oder ein Schwurgericht kommt, Herr Lattmann hat offenbar bergessen, daß selbst in Berlin ein davon abhängig gemacht wird, in welchem Bundesstaate der Re Richter einen Schöffen mit der Begründung, daß er Sozialdemokrat dakteur zufällig wohnt, iſt haarsträubend. Nicht allein wir Sozialbemo 7. Generalversammlung des Zentralverbandes der Töpfer nud Berufsgenossen. Der zweite Bunkt der Tagesordnung bie Tattit bei Streits und Sohnbewegungen fei, abgelehnt hat und daß in der Provinz Schöffen abgelehnt traten haben schlimme Erfahrungen mit den Verhandlungen bon worden sind, weil sie dem erwerbstätigen Stande angehörten. Preßbergehen durch die Straffammern gemacht; auch Windt. Ueberall da, wo die Begüterten allein etwas zu fagen haben wie horst hat einmal darauf aufmerksam gemacht, daß ihm ein Richter im preußischen Abgeordnetenhause, da tennen sie Tagegelder. Aber in einem schwierigen Breßprozesse gesagt hat: Der Mann ist schon ba, wo die Möglichkeit besteht, daß die erwerbstätige Bevölkerung so oft gestraft; wenn er nun wieder zur Bestrafung fommt, so ist es in folche Einrichtungen hineinkommt, da wollen Sie Tagegelder gleichgültig, ob er ein Jahr mehr oder weniger bekommt.( Hört! wird in geheimer Sizung behandelt, nicht gewähren. Das ist die flare und deutliche Absicht hört! lints.) Das ist die Rechtsauffassung, wie fie sich Das Mitglied des Zentralvorstandes A. Schmit resumiert noc der Regierung. Ich bitte Sie, entsprechend den früheren Beschlüssen leicht bei Berufsrichtern in bezug auf Brezvergehen einstellt. einmal die Geschichte der letzten Streits und kommt zu dem Schluffe, des Reichstages und insbesondere des Sentrums biefem Antrage Die Unabhängigkeit der Rechtspflege leidet namentlich in Nord- daß, wenn auch der petuniäre Erfolg fein befriedigender war, doch Ihre Zustimmung zu geben.( Bravo! bei den Sozialdemokraten!) beutschland dadurch, daß an den Straffammern viele Hilfsrichter der moralische Erfolg schwerwiegend sei. Der Verband wird von Abg. Pohl( frs. Vp.): Herr Stadthagen hat behauptet, daß bei angestellt sind, die gegenüber dem Gerichtsvorsigenden, von dem sie den Unternehmern anerkannt, und die Kollegen haben einsehen der Auswahl der Nichter für die Schöffengerichte möglichst solche Leute zur Erlangung ihrer Qualifitation als ordentliche Richter abhängig gelernt, daß durch höhere Beiträge die Staffe gestärit Witterungsübersicht vom 10. Mat 1905, morgens 8 1. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke 2Better werben muß, um bei Aussperrungen auch gerüstet dazustehen.| Unternehmer ausfällt, dank des Zusammenschlusses der Arbeitgeber. Auf die Unterftigung anderer Gewerkschaften soll man tunlichst nicht Da mit dem Ofenfabrikanten Verband unter allen Umständen gereflektieren, aussichtslose Streits sollen nicht weitergeführt, sondern rechnet werden muß, ist unbedingte Disziplin der Kollegen und rechtzeitig abgebrochen werden. Dertliche Zuschüsse sollen unter allen Filialen erforderlich. In lebhafter Debatte werden die Fehler, die bei den früheren Umständen nicht mehr gewährt werden, höchstens Mietszuschüsse. Bei Lohnbewegungen sollen die schlecht gestellten Orte mit niedrigeren Bewegungen gemacht wurden, eingehend besprochen und besonders Lohnfägen gegenüber den besser geftellten Orten bevorzugt werden. betont, daß zukünftig fühl abwägend, ohne Rücksicht auf die Die Agitation muß noch stärker einsetzen, da erst zirfa ein Drittel etwa vorhandene leidenschaftliche Stimmung der in der Bewegung eintretenden Kollegen vorgegangen werden soll, und daß aus diesem Grunde der Kollegen organisiert ist. Drunfel gibt auszugsweise ein Protokoll des Dfenfabrikanten dem Zentralvorstande noch gewisse Rechte eingeräumt werden müssen. Mit Recht konnte der Vertreter der Generalkommission SilberVerbandes vom 24. Januar 1905 bekannt. Ihm ist zu entnehmen, daß 123 Fabrikanten mit 5000 Arbeitern im Verbande organisiert schmidt, der selbst verschiedene beherzigenswerte, aus langjähriger Bien find; sie sprechen es offen aus, daß sie auf die Heranbildung Erfahrung gewonnene Ratschläge erteilte, fonstatieren, daß die bon Lehrlingeu größeres Augenmert haben werden, um dadurch Debatte sich auf der Höhe hielt, ohne sich in Kleinlichkeiten zu die Macht der Drganisation der Arbeiter zu brechen. Im Protokoll verlieren und sicher auch gute Erfolge mit sich bringen würde. Die Diskussion über diesen wichtigen Punkt wird voraussichtlich feine erheblichen Niederschläge. wird noch auf die Vereinigten Staaten verwiesen, wo trok der guten Arbeiterorganisation die Lohnbewegung meist zugunsten der bis Mittwochmittag dauern. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 11. Mai: Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Die Entführung aus dem Serail. Schauspielhaus. Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Neues Operntheater. Jung- Heidelberg. Deutsches. Der Privatdozent. Berliner. Alt- Heidelberg. Westen. Der Bettelstudent. Neues. Ein Sommernachtstraum. Thalia. Die Bäder von Lucca. Residenz. Herzogin Crevette. Anfang 8 Uhr: B Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Leibalte. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Gyges und fein Ring. Leffing. Nora. Kleines. Rosmersholm. National. Die Favoritin. Zentral. Die fleinen Lämmer. Trianon. Ihr zweiter Mann. Belle Alliance. Liebesmanöver. Carl Weißt. Der Schnizer- Franzl von Berchtesgaden. Reichshallen. Stettiner Sänger. Kasino. Lolos Bater. Luftspielhaus. Der Familientag. Apollo. Berliner Luft. Speziali täten. Metropol. Die Herren von Marim. Wintergarten. Dtto Reutter. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. hains. Die Meher Vassage Theater. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der, Simplon und fein Gebiet. Stern. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Jnvalidenstraße 57/62. Urania, Taubenstr. 48/49 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Mlle. Vallée aus Paris, armlose Fußkünstlerin! Sig. Garcia, phänomenaler Schatten- Silhouettist! Lebende Photographien. Italien. Damenkapelle ,, Revelli". Apollo- Theater. 8 Uhr: 218. Friedrichstraße 218. Täglich Berliner Luft. Musik von Paul Lincke. Dazu: Das glänzende Mai- Spezialitäten- Programm und Wiederauftreten bon Robert Steidl. 26 7 Uhr: Garten- Konzert. 0. Wallner- Theater. N. Schiller- Theater Friedrich WilhelmDonnerstag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Komödie in 3 Akten v. Lothar Schmidt. Freitag, abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. städtisches Theater. Donnerstag, abends8 Uhr: Gyges und sein Ring. Eine Tragödie in 5 Aften von Friedrich Hebbel. Freitag, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Temp. n. C. 5°.4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. 8 Haparanda 764 8 Petersburg 759 ND 7 Scilly Swinemde. 768 WNW 3Heiter Hamburg 771 WSW 4bedeckt 770 N 3 heiter Berlin 3 wolten! Frankf.a.M. 772 9 München 772 D 3 heiter 5 Paris 3halb bd. 10 10 Aberdeen 773 G richtung Windstarte Better 2wolfen! Temp. H. G. Do 691 超? Regen 2halb bd. 3moffig 2wolten! 11 13 764 SS 773 769 N Wetter- Prognose für Donnerstag, den 11. Mai 1905. Wärmer, vielfach heiter bei ziemlich lebhaften füdwestlichen Winden; Berliner Wetterbureau. Trianon- Theater. Victoria- Brauerei. Heute und folgende Tage: Ihr zweiter Mann. Anfang 8 Uhr. Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Carl Weiß- Theater. Das Heiratsnest. Der Leibalte. Freie Volksbühne Sonntag, den 14. Mai, nachmittags 2, Uhr: Metropol- Theater 3. Abteilung Hedda Gabler. Berliner Theater National- Theater 4. Opern- Vorstellg. Fidelio. 5. Abteilung Kabale und Liebe. Mittwoch, den 17. Mai, 8, Uhr, im Rathause: 88. Kunst- Abend Dr. Leopold Hirschberg: Die deutsche Ballade und Karl Löwe. Opernmarken sind in allen Zahlstellen zu haben. Zahlstelle 22( früher Ladewig) befindet sich jetzt bei Kapitzke, Lindenstr. 59. 228/5 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Gr. Frankfurterstr. 132. Novität! Bum erstenmal! Novität! Lützowstr. 111/112. Montags, Donnerstags, Freitags u. Sonntags: Horst's ● populäre Humoristen u. Quartettsänger Entree 50 Pf. Anfang 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. 30182* Donnerstags und Sonntags: Tanzkränzchen. Tägl. gr. Mittagstisch bei anUnsere Bauern ober: Bauernblut. erkannt vorzügl. Rüche. M. Saeger. Boltsstück mit Gesang in 4 Atten von Franz Hilpert. Musik von 2. Thomas. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In den Zwischenpausen: Vorträge des National- Sänger- Quartetts Trinkl und Gröbl sowie Vorträge d. Tegernseer Bauernmusik. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Der Schniter- Franzl von Berchtesgaden. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Heute: Geschlossen. Die Spieltage find bis auf weiteres: Sonnabend, Sonntag und Montag. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend, den 13. Mai 1905: Extra- Vorstellung. Metropol- Theater Neues Konzerthaus WARTEN Der größte Erfolg der Saison! Zum 186. Male: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Neues Theater. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Anf. täglich 8 Uhr, Sonntag 7, Uhr: Anfang 7%, Uhr: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Eröffnung der Spielzeit Direktion Rosenfeld. Ledige Lente. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Rosmersholm. Freitag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Angele. Abschied vom Regiment.( Anfang 8 Uhr.) Sonntag: Nachtasyl. Unf. 8 Uhr Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner, Blumengarten. Heute sowie täglich: Gastspiel des Wiener Konzert- und Variété. Ensembles Direktion: R. Sander. Anfang: 9 Uhr. Achtung, Gewerkschaften, Vereine! 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Für Kapitalanlage. 10. Berwaltungskosten: a) persönliche. b) sächliche 21 085,32 276,71 222 254,50 11. Sonstige Ausgaben 12. Sassenbestand a. Schluß des Rechnungsjahres. 798 740,28 45 584,71 16 033,61 2 076,28 47 923,30 798 740,28 I. 390 560,80 " Das Gesamtvermögen der Stasse beträgt Dr. Simmel, Prinzen- Nach dem vorjährigen Abschluß betrug das Gesamtvermögen Str. 41, 98/10 Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 täglich und mehr lönnen Leute jed. Standes durch 10 M 335 084,49 Vermögenszunahme: Mt. 55 476,31 Berlin, den 31. Januar 1905. Boppe, Vorsitzender. Der Vorstand. Braun, Schriftführer. Haering, Rendant. Borstehende Kaffenrechnung ist von uns geprüft und mit den Büchern Berkauf zugkräftiger Ar- und Belegen übereinstimmend befunden worden. Hilel verdienen. 102/ 18* Berlin, den 13. März 1905. Die Revisionskommission. Petermann. Kettner. M. Hertscheg, Plauen i. V. Lutow. 273/9 B. Biehung 5. Klasse 212. Kgl. Preuß. Lotterie. 456 593 803 52 935 116007 26 78 105 261[ 3000] 501 95 Blehлng vom 10. at 1908, vormittags. ur bie Gewinne über 240 Mt. find ben betreffenden Wummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachbrud verboten. 235 363 92 500 683 772 914 1070 188 237 41 68 [ 3000] 610 914 2234 305 64 495 99 653 746 69 81 849 51 982 87 3008 163 326 461 785 931 4031 51 242 360 840 78 940 63 5068 83 226 346 584 64 89 948[ 1000] 6065 73 135 254 399 428 526[ 3000] 931 65 7073 235 553 [ 1000] 670 878[ 500] 917 8030 185[ 30001 261 456 72 526 601 41 924 69 9261 321 39 98 461 551 803 63-98 973[ 500] 10030 33 109 13 37 212 50 51 584 775[ 500] 849 11517 79 681 994[ 1000] 12007 110 232 661 773 87 13063 147 405 530 655 895 912 14002 434 644 964 77 15063 210 39 55 98 430 542 891 16084 298 321 499 647 807 17121 29 47 256 66 82 723[ 3000] 835 18149 84 254 383 681 701 37 863 19024 106 69 307 68 435 51 681 701 37 014 91 20138 206 15 304 519 94 605 59 21023 65 212 93 314 615 28[ 1000] 37 41 708 895 22141[ 1000] 54 268 460 696 97 825[ 3000] 971 23258 351 512 62 64 904 [ 3000] 24247 73[ 1000] 393 565[ 500] 952 25089 132 34 69[ 500] 340 440 516 603 731 850 996 26001 35 [ 500] 266 345 485 508 626 709 51 830 946 55 81 27110 229[ 3000] 57 379 431 582 616 28001 40 131 59 402 11 570 730 81 97 29027 280 94 361 65 89 473 581 730 998[ 500] 30489 99 529 75[ 500] 723 859 31025 26 160 378 89 99[ 500] 655 818 32107 46 83[ 3000] 375 454 97 779 803 33001 109[ 1000] 70 553 858 34001 80[ 500] 117 404 38[ 500] 47 640 816[ 500] 35002 28[ 500] 183 497 739 817 916[ 30001 47 36197 258 345 430 39 54[ 500] 554 64 794[ 500] 836 69 984 37023 242 730 41 69 901[ 30001 5 91 38062 75 745 1500] 914 62 39171 264[ 10001 473 535 952 61 40009 50 15001 204 45[ 10001 340 89 766 79 807 18 956[ 500] 41175 233 498 650[ 3000] 58 725 73 816 42008 54 118[ 500] 32 66 217[ 5001 97 386 895 908 43250 57 306 81 544 52 695.68 844 15001 52 71 44073 81 159 208 51 584 775 15001 45004 91[ 1000] 597 613 730 46093 206 342 430 640 87 716 840 47575 97 48164 328 38 48[ 500] 85 93 704 916 49143 355 487 543 687 952 50151[ 500] 241[ 500] 60 72 80 567 807 45 52 76 983 51226[ 500] 61 97 307 95 449 59 71 586 616 800 30 971 52044 177 1500] 236 91 324 51[ 3000] 90 478 751 800 981 53017 123 24 39 217[ 500] 355 96 557 67[ 500] 638 44 71 815 997 54076[ 30001 122 35 537 3000] 88[ 500] 740 74 55088 285 88 91 344[ 500] 420 602 60 827 926 67 56037 107 9 346 442 708 863 57258[ 10001 99-328 37 401 10 11 501 696 906[ 1000] 58140 94 215 393 614 84 767 902 59058[ 1000] 145[ 3000] 313 409 565[ 500] 736 83 60067 151 261[ 500] 315 62 429 591 619[ 1000] 770 889[ 10001 97 61030 153 68 75[ 500] 97 207 8 310 66 83 434[ 500] 65[ 500] 648[ 5001 93 812 62278 311 94 409 37 54 96 97 724 55 803 63055 537 619 729 60 98 810 968 71 64263( 5001 92( 500) 376 458 592 646 702 867 939 65043 207[ 500] 369 82 92 580 628 994 97 66237 559 88[ 3000] 618[ 10001 30 44 46 718 819 980 67127 347 407 508 628 94 779 947 51 84 68008 52 236 301[ 500] 94 497 558[ 500] 860 97 69083 90 198 224 346 55 554 93 634 11000] 778 852 949[ 30001 70013 200 407 17 535 67 80 90 891 71258 373 449 53 604 24[ 1000] 913 58 59 15001 72153 77 218 320 721 73370 423 500 64 673 783 833[ 5001 56 74060 160 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1000] 882 146355 528 71 642 855 921 147016 76 300 57 79 501[ 1000] 2 10 86[ 3000] 727 870 921 148083 97 117 20 306 19 442 772 866[ 1000] 927 65 76 149003 236 59 66 340 521[ 500] 689 734 887 965 72 150101 70[ 1000] 238 386 455 62 624 704 20 63 830 36 956 151048[ 500] 90 183[ 1000] 95 219[ 500] 55 66 389 521 913 152054 67 127 42 62 201 70 332 439 41 56 68 69[ 3000] 610 759 72 810 20 68 939 74 79 153059 83 90 123 208 17 46[ 500] 51 81 524[ 1000] 648[ 500] 822 36 987[ 500] 154119 73[ 500] 205 [ 3000] 344[ 1000] 437[ 500] 608 25 15001 49 743 874 913 93 155024 139[ 500] 69[ 1000] 243 50 67 85[ 3000] 86 451[ 1000] 724 31 917 156162 310 98 707 64 89 811 157289 319 437 74 573 605 994 1000] 158218 328 540 99 625 775 804[ 500] 10 991[ 10001 159099 206 32 42 92[ 5000] 311 89 445 690 911 1160001 18 84 349 T30001 633 768 935 161154 310[ 500] 32 524 683[ 500] 715 19 24[ 30001 25 896 162002 205 323[ 5001 71 74 452 509 600[ 500] 71 817 163075[ 10 000] 78[ 3000] 165[ 500] 243 86 340 80 463 563 723 829 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Todes- Anzeige. Am 9. Mai verstarb unser Kollege, der Steindrucker Richard Schubert im Alter von 43 Jahren an Herzlähmung. am Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Mai, nachmittags 42 Uhr, von der Kapelle des Markus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 289/10 Die Verwaltung der Filiale I. Allen Freunden, Bekannten und Genossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und gute Mutter Marie Voss geb. Bergnauer geftorben ist. am Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirch= hofes aus statt. Fritz Voss nebft Kind. Die Beerdigung meines Hausdieners Karl Schneider ift nachträglich auf 3 Uhr festgesetzt. Heinrich Franck, ein Rohtabakhandlung. Berichtigung. Die im Annoncenteil des„ Vorwärts" veröffentlichte Angabe, daß von der Firma Jacob u. Bräutigam Kürschnergehülfe wegen Beteiligung an der Maifeier gemaßregelt worden sei, entspricht nicht den Tatfachen. 16295 Jacob& Bräutigam. Sozialdemokrat. Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Süd- Ost). Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Maler Richard Ellmer ( wohnhaft Manteuffelstr. 85, Stadt. bezirk 95) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittag um 2 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 243/8 Der Vorstand. Stukkateure. Am Sonntag, den 7. Mai, nachmittags 7 Uhr, verstarb unser Stollege Hermann Schädler ( Firma Zeyer& Drechsler) imt 47. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 11. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Friedhofes Steglit, Bergstr. 11, aus statt. 3 Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung des ZentralVerbandes der Stukkateure. 173/17 Fil. Berlin. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere inniggeliebte Tochter Erna Eidtner nach furzem, schwerem Leiden am 9. 6. M. im Alter von 4 Jahren verstorben ist. 16465 Um stilles Beileid bitten die trauernden Eltern und Bruder F. Eidtner, Petersburgerstr. 88. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Nachruf. Am 1. Mai verstarb unser Mitglied, der Schantivirt Joseph Sedletzki an der Proletarierkrankheit. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. 14/4 Der Vorstand. Danksagung. Für die rege Beteiligung und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, des Gesanglehrers Franz Apel sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Quartett Sängern, dem Apelschen Quartett, dem Johnschen Gesangverein Humor", dem Quartettverein „ Liederhain" Gr. Lichterfelde, dem Gesangverein Harmonie"-Weißensee, dem Gesangverein Alexander", den Gesangvereinen Morgenrot" und Einigkeit III"-Rummelsburg unseren herzlichsten Dant. 16406 Im Namen der Hinterbliebenen Witwe Apel nebst Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes! Lukas Räthel fage ich allen Freunden, Bekannten und Verwandten, insbesondere Herrn Waldeck Manasse für die ergreifende Rede meinen besten Dank. 1623b Die trauernde Witwe nebst Kindern. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen Mannes und guten Baters fagen allen Verwandten und Bekannten, sowie dem„ Quartettberein 1897" unsern tiefgefühlten Dant. 16325 Die trauernde Witwe Anna Lincke nebst Kindern. 3. Ziehung 5. Klasse 212. Kgl. Preuß. Lotterie| 624 766 871 114029 126 72 253 366 486 571 95 952 Biehung vom 10. Mai 1908, nachmittags. Bur ble Gewinne über 240 mt, find den betreffenden Nummern in Selammern beigefügt. Ohne Gewähr.) Nachdruck verbeten. 72 95 297 344 407 701 13[ 1000] 1059 163 250 345 474 530 672 788 818 2022 65 187 260 361 93 411 52 552 55 609[ 1000] 763 904 93 3006 27 253 417 70 [ 500] 672 997[ 1000] 4129 529 611 899[ 1000] 978 5158 211 56 316[ 5001 30 565 645 58[ 1000] 742 880 96 946 76 6117 67 481 529 34 72 622 871[ 500] 7078 [ 1000] 79 240 378 94 454 85 685 87 785 8105 7 387 [ 500] 521 84 612[ 500] 30[ 5001 69 923[ 3000] 9082 156 224 318 59[ 1000] 400[ 1000] 24 28[ 30001 697 717 802 51 980 10044 122 232 94 453 707 62 851 956 11056 340 75[ 1000] 458 85[ 500] 98 557 657 753 885 12046 153 87 210 322 3000 83 482[ 500] 575 660 839 87[ 500] 908 22 13019 303 17 529 745 14379 456 81 676 894 989[ 500] 91 99 15138 502 693 803 16015 151 232 304 412 527 72 611 723 813 913 76[ 3000 17023 45 198 221 54 465[ 1000] 546 613 748 981 18018 309 424 796 862[ 500] 88 912 78 19187 260 490 502[ 1000] 820 20084 92 217 69 303 9[ 5001 38 44 450 530 725 B07[ 500] 14[ 3000] 23 21075 171[ 3000] 407 89 530 77 619 49 86 97 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71 428[ 3000] 37 90 653 928 97[ 3000] 190013 185 96 280[ 3000] 83[ 500] 714 891 972 191037 43[ 500] 84 346 416 561 693 847 82[ 500] 89 903[ 500] 192116 86 270 79 642[ 1000] 842 942 193059 289 367 447 503 666 77 703 9 81 930 67 194500 8 92 821 195045 218 96 303 30 58 98 503[ 3000] 26 60 74[ 1000] 610[ 10001 752 64[ 5001 838 196039 77 97 133 34 54 89[ 500] 258 72 318 477 568 790 804 68 910 16 63 197337 408 91 501 92 614 769 875 198026[ 500] 70 224 43 58 96 411 513 32 199043 144 528 69 634 739 851 914 80 200165 311 448 721 810 201066[ 5001 82 618 80 84 870 909 202030 39 74 173[ 1000] 763 874 83 94 203095 273 499 802 4 74 87 929 204177 88 228 370 459 86 91 598 859 912 66 205001 239 422 95 583 718 19 841 77 95 917[ 3000] 39 40 80 206100 214 98 466[ 5001 98 746 810 43 946 207072 126 205 370 470 72 579 703 814 908 71 97 208058 305 63 496 527 862[ 5001 74[ 500] 209030 34 45 66 67 125 351[ 500] 431 942 92 3000] 210070 88 220[ 1000] 388[ 5001 409 40 545[ 1000 651 94 758 91 821 83 956 211128 64 333 525 37 71 689 212189 292 323 617 26 88 767 841 213078 98 539 618 797[ 500] 964 214056 90 295 317 T500] 615 715( 5001 16 65 813 21 15001 916 26 53 215083 174 3000] 559 647 782 911 26[ 3000] 216025 297 416 98 722 817 47 217107 44 61[ 5001 77[ 500] 282 303 13 73 406 538 617 714 218137 92 318 76 91 523 44 63 93 610 748 924 219124 51 449[ 3000] 592 687 861 980 220091 207 15 312 80[ 5001 437 51 612 59 762 978 221064 104 44 248 502 81 745 54 77 839 222029 98 110 281 434 879 223068 173[ 500 277 381[ 500] 492 94 516 Jm Gewinnrade verblieben: 1 Prämie au 300 000 Gewinn zu 500 000, 1 3 200 000, 1 3 150 000, 2 1 100 000 1 A 75.000, 2 3 60000, 32 40 000, 8 8 30 000, 16 au 15 000, 46 8 10 000, 88 3 5000, 1441 3 8000, 2122 3 1000, 8489 gu 500, Berichtigung. In der Slite vom mal vormittags. Hes 68 614 ftatt 68 615. Achtung! Achtung! Heute Donnerstag, 11. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal Königsbank, Große Frankfurterftr. 117: Volks Versammlung. Zages Ordnung: Der Teppichweber- Streik. Referent: Reichstags- Abgeordneter Wilhelm Stolle. Distuffion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen Freitag, den 12. Mai, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15 ( großer Saal): Außerordentliche General- Versammlung. geftellten. 197/20 Die Streikleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. 23/20 Zages Ordnung: 1. Erfazwahl zur Ortsverwaltung. 2. Regelung der Anstellungsbedingungen anserer Au Die wichtige Tages- Ordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. Die Versammlung wirb pünktlich eröffnet. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Stukkateure! Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Montag, 15. Mai, abends 8 Uhr, in den Musiker- Feftfälen, C., Kaiser Wilhelmftr. 18m: Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Montag, 15. Mai, abends 8% Uhr, im Saal der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23: General- Versammlung Zages Drbnung: 1. Rassenbericht vom 1. Duartal und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion über die Tages- Ordnung des Gewerkschaftstongreffes. 3. An die Berwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Jedes 5 Wort: Pfennig. Das erste fettgedruckto Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigft Fobrit Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +37 Gardinenhaus Große Frankfurter straße 9, parterre. + 37* Spart! 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Eventuelle Aufstellung bon Kandidaten zur Schlichtungs- und Arbeitsnachweis- Kommission. 173/ 16* Näheres unter„ Gewerkschaftliches" im redaktionellen Teil der heutigen Rummer. Kollegen Schon der erste Punkt muß ergeben, daß alle Firmen vertreten sind. Der Besuch der Bersammlung muß weiter beweisen, welches Interesse jeder organisierte Sollege an den zukünftigen Arbeitsbedingungen hat. Besonders Jhr, Berkstattarbeiter, erscheint Mann für Mann! Eintritt, auch der Lotalvereinsmitglieder, nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Die Ortsverwaltung. Kleine Anzeigen. Teilzahlung. Anfertigung ele ganter Herrengarderobe. Marcus, Landsbergerstraße 75. 480st* Restaurant, Inventarpreis verfauft, weil alleinstehend, frant, itwe Ruppin, Simon Dachstraße 16. + 27* Neuenhagen, Aderstraße, ist eine baureife Barzelle, 5 Minuten vom Bahnhof, mit Laube und bepflanzt, fofort billig zu verkaufen. 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Lehrling für Schlosserei, Gas und Wasser, Antonſtraße 5. Die Tischler und Stellmacher der Firma Grundmann& Kuhn, Neanderstraße, befinden sich im Streit. Buzug ist fernzuhalten. Einsetzer! Der Bau Schneider, Südende, Lichterfelderstr. 38, ist gesperrt, und Bau Zimmermann, Rigdorf, Snefebedstr. 64, weil die Herren Karl und Emil Schneider den bisher bezahlten Tarif nicht mehr einhalten. 80 Achtung, Bodenleger. Einen Lehrling berlangt Daniel, Steinmegmeister, Mariendorf, Feldftraße. 1626b Aufwärterin berlangt Milch geschäft, Glogauerstraße 31. Zigaretten- Arbeiterin verlangt Ben Saira, Greifenhagenerstraße 14. Tüchtige Zigarettenarbeiterinnen gegen Reisebergütung gesucht. Bessel, Senauel, Magdeburg- Neustadt. 16285 Die Bauten der Firma Nord. deutsche Fußbodenfabrik aus Hannover find gesperrt. Die Bauten find in Pankow, Binzstraße, Barzelle 76 bis 79, Baumeister Kurt Berndt. Bau Gehrhardt, Halensee, Schweidnikerftrake. Jalousie- Arbeiter. • Die Kollegen der Firma Bock Näherinnen taller befinden sich im Streit. Chiffonfäumchen außerm Hause fucht Pech, Stralauer Buzug ist fernzuhalten. Straße 12, III. Da bei mehreren Firmen noch Frauen finden durch Zeitungs- Differenzen bestehen, bitten wir, fich austragen bauernde und lohnende auf den Bauten zc. die blaue ge Arbeits Kontrollfarte Beschäftigung. Meldungen Prinzen- ftempelte ftraße 41 im Steller. 4/ 3* zeigen zu lassen, nur diefe ift gültig. Franen finden durch Zeitungs- undersfarbige Karten find zu ver austragen dauernde und lohnende nichten. Beschäftigung.( Tour: Krausenstraße Stockarbeiter. Markgrafenstraße.) Meldung. Schüßen4/ 4* straße 24/25 parterre rechts. Knabenwaschblusen, Hosen- Arbeiterin berlangt Laafer, Brunnenftraße 84. Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Drud hervorgehobene 88/ 8* Bei Philipp& Co., Schirm ftockfabrit, Mexanderstraße 28, befinden sich die Arbeiter wegen Lohnd differenzen im Streit. 18/ 16* Zuzug ist ftreng fernzuhalten! 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Die Wahlen der Arbeitgeberbeifitzer zum KaufmannSgericht. die gestern stattfanden, vollzogen sich unter einer krankhaften Angst— vor der Sozialdemokratie. Von etwa 1SOOV wahlberechtigten selbständigen Kaufleuten haben 4432 ihr Wahlrecht ausgeübt. Selbst diese traurige Wahlbeteiligung wäre nicht erzielt worden, wären nicht alle Wahler seit vorgestern mit einer Reihe von Flugblättern und Karten bombardiert worden, in denen schauerlich zu lesen war, daß die Sozialdemokratte sich sämtlicher Arbeitgebermandate be- mächttgen und em„Klassengericht" errichten wolle. Dieser Aufwand von Geld und Kraft— eine Aeußerung von Geist war dabei nicht wahrzunehmen—, um eine verehrliche Kaufmannschaft mit Entsetzen vor der Sozialdemokratie zu erfüllen, kann erst die reichlich verdiente Heiterkeit auslösen, wenn man erfährt, daß überhaupt keine sozialdemokratische Liste vor- handen war. Zur Wahl standen drei Listen. Die Liste I um- faßte den Berein Berliner Kaufleute und Industrieller, den Zentral- ausschuß hiesiger kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine(mit 48 Einzelvereinigungen), den Bund der Industriellen, den Bund der Handel- und Gewerbetreibenden, den Verband Berliner Spezialgeschäste, das Komitee für wirtschaftlich liberale Wahlen, den Verein Berliner Getreide- und Produktenhändler, den Verein für die Interessen der Fondsbörse, den Verein der Arbeit- geber-Beisitzer. Die Liste II mit zehn Namen war von den Kohleninteressenten aufgestellt. Die Liste III war jene„Freie Arbeitgeberliste", die von den Managern der Liste I und der von ihnen inspirierten bürgerlichen Presse als.sozial- demokrattsche" bezeichnet wurde. Sie enthielt 22 Kandidaten, unter denen sich auch einige Sozialdemokraten befanden. Diese Liste wurde aufgestellt, weil freidenkende, sozialpolittsch ver- ständige Kaufleute durch das Scharfmachertreiben der verbündeten Bereine angewidert wurden. Außer der Verschickung von Sttmm- zetteln an einen kleinen Kreis persönlich bekannter Kauflente haben die Träger dieser Liste überhaupt keine Agitation betrieben. Es fehlten also zur Eroberung der Arbettgebersitze durch die Sozialdemokratte nur das Vorhandensein einer sozialdemokratischen Liste und auf der fälschlich als sozialdemokrattsch bezeichneten Liste III 78 Kandidaten. Diese doch gewiß augenfälligen Tatsachen find natürlich den Veranstaltern der anttsozialdemokrati- scheu„Hetz" nicht verborgen geblieben. Doch es galt mehr. Gewisse Herren, die bei Schillerfeiern und WohltättgreitSveranstaltungen glänzen, denen aber heiß erstrebte Handelskammerehren vorenthalten werden, hatten das Bedürfnis, sich nun auf dem dankbaren und ehrendolle» Gebiet der Staatsrettung auffällig hervorzutun. Da der Staat hier nicht zu retten war, mutzte eben eine revoluttonäre Gegnerschaft künstlich geschaffen werden. So kam nun die„sozial- demokratische' Liste zu stände. Bon den abgegebenen Sttmmen entfielen: auf Liste 1 4318 Sttmmen, gewählt sind 97 Beisitzer „ II 23.„ ist 1 „ ,. IH 88„ sind 2 4432 Stimnien 109 Beisitzer. Die.Freie Arbeitgeberliste" hat erfteulicherweise ohne alle Mühen 2 Sitze erlangt. Die anscheinend geringe Wahlbeteiligung der Kaufmannschaft wäre vielleicht noch schlechter gewesen, hätte nicht so manche in Angst und Schrecken getriebene Kaufherrnseele der Sozialdemokratie die unglaubliche Leistung zugettaut— mit 22 zum große» Teil nicht sozialdemokratischen Kandidaten— 100 Mandate für die Sozialdemokratie zu erobern. Der Wahlschwindel sei ver- geben— bewährte sich doch die Sozialdemokratte als Erzieherin zur Ausübung des Wahlrechts. Di« Massendettelei des Kinderhülfstages soll im ganzen einen Sammelerttag von S3 000 M. gebracht haben. Die Unkosten werden jetzt auf 12 000 M. angegeben. Die öl Vereine, die sich dem Unter- nehmen angeschlossen hatten, werden also nur 41 000 M. unter sich zu verteilen haben. Daß diese für die Kinder der Armen bestimmte Summe zusammengebettelt worden ist unter Mithülfe von Kindern der Armen selber, das haben wir bereits mit- geteilt. Die von uns genannte 3ö. Gemeindeschule in der Bernaner- straße ist nicht die einzige, in der man Kinder ftir die Massenbettclei angeworben und sie mit der Sammelbüchse in die Häuser geschickt hat. Inzwischen ist uns aus unserem Leserkreise eine Reihe von Mitteilungen zugegangen, aus denen sich ergibt, daß man sich denselben Unfug auch in anderen Schulen, die in den verschiedensten Stadtteilen liegen, gestattet hat. Wir wieder- holen daher unsere öffentliche Anfrage, ob das mit Wissen und Willen der städtischen Schulverwaltung geschehen ist. Bisher ist eine Ant- wort darauf noch nicht erfolgt. Infolge unserer Veröffentlichung hat in der 3. Klasse der 3ö. Gemeindeschule der Lehrer U. und auch der Rektor P.(der, nebenbei bemerkt, zu den Hauptarrangeuren des Kinderhülfsrages gehörte und dort den Posten eines Schriftführers bekleidete) eine Art Verhör angestellt. Dabei ist versucht worden, die vom„Vorwärts" gegebene Darstellung leicht zu korrigieren, doch ist dem Lehrer U. aus der Mitte seiner Schüler geantwortet worden, daß sich alles genau so abgespielt habe, wie es im„Vorwärts" gestanden. Am Ende ist die S ch u l v e r w a l t u n g doch unschuldig. Und die Schuldigen haben nach unserer Veröffentlichung sich auf eine Untersuchung durch den zuständigen Schulinspektor gefaßt zu machen? Licht, Luft und Sonne. Die Stadtverordneten Dr. Arons und Genossen haben der Stadtverordneten-Versammlung folgenden Einspruch unterbreitet:„Wir erbeben Einspruch gegen den Vor- schlag des Petitionsausschusses hinsichtlich der Pctttton(Journal Nr. 16ö von 1904)— Petitton des Verbandes der deutschen A erz t e- vereine für physikalisch-diätettsche Therapie(Naturheillehre) um Er- richtung von Licht-Luftsportbädern von Kommune wegen. Wir be- anspruchen auf Grund des ß 31 der Geschäftsordnung eine Bericht« erstattung an die Stadtverordneten-Versammlung". Zum Verständnis dieses Einspruches sei bemerkt, daß der genannte Verband der Stadt- verordneteit-Versainmlung im September v. I. ein Gesuch unter- breitet hatte, durch da? er um die Errichtung von solchen Bädern auf umzäunten Wiesen, auf denen unbekleidet geturnt, ge- spielt und Sport betrieben werden könne, bat, denn er halte die staatliche Errichtung der Luftbäder für eine unabweisbare Forde- rung der öffentlichen Gesuiidheitspflege. Die Petenten, welche durch Beschluß der Versat«mlung von, 8. November 1904 auf den Jnstauzenzug verwiesen worden waren, teilten nun unter Hinweis auf ihre Petition mit, daß sie schon von der Deputation ftir die städtischen Krankenanstalten die Autwort erhalten hätien. daß diese ein Bedürfnis zur Errichtung von städtischen Luftsportbädern nicht anerkennen könne. Im Petitionsausschuß waren die Ansichten geteilt. Dagegen wurde recht fadenscheinig eingewendet, wenn die schon bestehenden Bäder von so guten finanziellen Erfolgen begleitet seien, so läge gar kein Grund vor. ihre Herstellung nicht Privatunternehmern zu über- lassen, aber auch hygienische und andere Gründe ließen eS bedenklich erscheinen, diese Sache als öffentliche in die Hand zu nehmen. Ein Anttag. die Petition dem Magistrat zur Erwägung zu überweisen, wurde schließlich abgelehnt, und hierauf Uebergang zur Tages- ordnung beschlossen. Ein Opfer der Schleifenfahrt. Von einem eigenartigen llnalücks« falle gibt ein Pensionsantrag des Polizeipräsidenten betteffS des 31jährigen Feuerwehrmannes Karl Gabbert Kunde. Während dieser als Feuerlvache im ZirkuS Busch Dienst tat, hielt er sich auf «xner Seilentreppe auf; der Schleisenfahrer Moral ver- fehlte an jenem Abend die Bahn und fuhr mit seinem Rade mit großer Geschwindigkeit jene Treppe hinan, auf der G. Posto gefaßt hatte. Dieser wurde mtt voller Wucht zu Boden geworfen und trug außer einigen äußeren Verletzungen eine Erschütterung des Zenttal- Nervensystems davon, von ivelcher er heute noch nicht wieder her- gestellt ist. Die Aerzte halten den Verunglückten nicht mehr für fähig zum Feuerwchrdienst, weshalb jetzt, nach Jahresfrist, seine Pensionierung erfolgen mutz. Soziale Reform. Seit kurzem erscheint hier eine Zeittmg„Das Reich, nattonale Tageszeitung für soziale Reform". Von den sozialen Reformtaten des Blättchens geben wir zur Belustigung unserer Leser hiermit eine kleine Probe: „Der„Vorwärts", der SpitzelaffSren gern in ausführlichster Weise behandelt, hat sich die neueste Spitzelaffäre leider ganz ent- gehen lassen. Es war bei der S ch i l l e r f e i e r der freien Volks- bühne in der Philharmonie, die seitens der„gebildeten" Berliner Sozialdemokratie bekanntlich mit dem großen Banne belegt war. Im Vorraum der Philharmonie stand in roter Krawatte und Zylinder Herr König, der stellverttetende Verttauensmann im dritten Berliner Reicbstags-Wahlkreise, gleichzeitig Mitglied der BerlinerL o k a l kommi ssion, um festzustellen, ob jemand es wage. wider den Befehl der Lokalkommission Schiller zu feiern. Es wird versichert, daß der Parteispitzel auf einen bedeutenden Um- kreis jene„geistige" Atmosphäre um sich verbreitete, die von Nordhausen stammt. Leider konnte der Herr nicht lange observieren. Mitglieder der Volksbühne requirierten einen Haus- knecht, der respektlos genug war, den Parteispitzel an die Luft zu setzen. Wie verlautet, beabsichtigt die Lokalkommission zum Ersatz für solchen„Unbill im Dienst" ihrem Genossen König eine rote Ehren- Pickelhaube zu verleihen." Zur Sache selbst weiß jeder organisierte Parteigenoffe, daß eS erstens keine stellvertretenden Vertrauensmänner in der Berliner Partei gibt und daß zweiten? ein Herr König weder der Körper- schaft der VerttauenSmänner noch der Lokalkommisfion angehört. Richttg ist nur, daß einige Parteigenossen sich die Veranstaltung der Neuen freien Volksbühne, die das„Reich" in seiner Unwissenheit nicht einmal von der Freien Volksbühne zu unterscheiden weiß, nebenher von außen betrachtet haben. Daraus hat den» das im pfäffischen Sinn geleitete Blatt sich seine Räubergeschichte zurecht- gemacht. Hätte irgend ein erfahrener Sozialistenfeind dem Blättchen bei Abfassung der'Nottz zur Seite gestanden, so würde dieser dem Neuling von Redakteur gesagt haben, daß soziale Reformtaten seines Kalibers im Kampf mit„geistigen" Waffen längst zum alten Eisen geworfen find, weil sie noch viel weniger einen Hund hinter dem Ofen hervorlocken als die berühmte offizielle Sozialreform. Auch eine Schillerfeier. Voller Erwartungen hatte sich gestern abend ein zahlreiches Publikum in der Viktoria-Brauerei(Lützow- sttatze) eingefunden. Das„Modern-realistische Resideuz-Theater" unter der Leitung des Schriftstellers Bogislaw Kristaller, nach anderer Lesart auf den Karten Bogislaw de Kristallener, wollte den „Don Carlos" geben. Wer nicht zu seiner Eintrittskarte ein Pro gramm zu 30 Pfennig nahm, wurde nicht eingelassen. Am Schluß der Vorstellung sollte eine große„Schiller-Apotheose" stattfinden. Aber schon das vom Direktor„bearbeitete" Vorspiel auf dem Theater ließ— so schreibt die„B. Z. am Mittag"— die düstere Ahnung wach werden, daß es viel früher zu einem Nachspiel an der Kasse und vielleicht zu einer Bearbeitung des Direktors kommen werde. Der Klavierspieler, der das„Konzert" in den Pausen da* stellen sollte, verzichtete bald auf Geld und Lorbeeren und lief da- von. Die Zuhörerschaft aber war von den Leistungen der „Künstler" dermaßen„hingerissen", daß daS schlimmste zu befürchten stand. Nur der Wirt wendete eine Katastrophe ab. indem er für den unsichtbar gewordenen Direktor alle Einttitts- und Programnrgelder anstandlos zurückzahlte. Oben auf der Bühne aber ergriff unter den stürnrischen Abzugsrufen der Zuhörer von den spanischen Granden und Fürstinnen einer um den anderen eiligst die Flucht. Warum der Berliner Oberbürgermeister nach Strasburg reist Wie offiziös gemeldet wird, hat der Kaiser, der sich zurzeit in Stratzburg i. E. aufhält, dort Mittwoch abend den Oberbürger- meister K i r s ch n e r und den Stadtbaurat Hoffmann von Berlin empfangen. Zweck der Reise dieser beiden Herren war, dem Kaiser Pläne vorzulegen, die die Ausschmückung der Stadt Berlin beim Einzug der Braut des Kronprinzen Betreffen. Uebrigens hat sich die Forderung für die Ausschmückung der EiuzugSstraße noch um 20 000 M. erhöht, so daß im ganzen ISO 000 M. von der Stadtverordneten-Versammlung verlangt werden Es sollen die am Pariser Platz geplanten Tribünen und Podien erheblich vergrößert, die Musikkapellen verstärkt werden und eS ist, behufs wirksamerer Unterstützung der von den Anwohnern geplanten Illumination, auch die Beleuchtung der Monumental bauten am Pariser Platz mittels elektrischer Scheinwerfer in Aussicht genommen. Endlich sollen auch die Kranken und Hüls losen, die dem Einzüge„fernbleiben müssen", der Festesfteude teil- haftig werden dadurch, daß in den städtischen Anstalten eine festliche Bewirtung stattfindet. Vielleicht nimmt der Magistrat auch in Aussicht, alle anderen freiwillig oder unfreiwillig dem Einzüge fernbleibenden Leute abzu- speisen, sei eS auch nur mit Redensarten. Ein neuer Fall von Genickstarre ist in Groß- Berlin festgestellt worden. Es handelt sich um die neun Jahre alte Tochter des GaS- anstaltsarbeiters Oberbeck auS der Prinz Handjerystr. 44/45 zu Rixdorf. Sie wurde gestern nach der Charitö gebracht. Den früher Erkrankten geht es gut. Der Monteur Misch, dessen Zustand anfangs zu Bedenken besonders Veranlaffung gab, ist bereits geheilt und aus dem Krankenhaus entlassen. Bei der Maifeier im Feldschlößchen ist, wie unS der Vertrauens- mann des sechsten Wahlkreises mitteilt, ein neues Notizbuch mit Namen sowie ein Portemonnaie mit geringem Inhalt und zwei Schlüsseln gefunden worden; in der Norddeutschen Brauerei eine Zigarrentasche. Man wolle die Gegenstände bei Fahrow, Ravens straße 6, abholen. Die Betriebsleitung der Berliner elektrische» Straßenbahnen teilt unS mit, daß am Montag, den 8. d. M., die landespolizeiliche Ab- nähme der Straßenbahn Pankow— Niederschönhausen bis zum Bismarckplatz daselbst stattgefunden hat; der Betrieb wurde sofort aufgenommen. Die Abnahme und Inbetriebsetzung der Strecke von dem Bismarckplatz bis zur Platanenstraße wird voraussichtlich noch Ende dieser Woche erfolgen. Unter Einbeziehung der bestehenden Straßenbahnlinie Mittelstraße— Pankow verkehren jetzt von der Mittelstraße Ecke Friedrichstraße Straßenbahnzüge alle 10 Minuten bis zum Bißmarckplatz, und alle 20 Minuten bis zur Platanenstraße in Niederschönhauseu. An Tagen starken Verkehrs werden Sonder- züge von der Gartenstraße Ecke Jnvalidenstraße und von der Prinzen-Allee Ecke Badstraße eingelegt. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie Sonn- abend abend kurz nach 9 Uhr auf der Straßenbahn(Stadtring) ein Mann verunglückte, werden gebeten, sich Greifswalderstr. 221/23, 2. Hof, 3 Tr. bei Villing zu melden. Eine Schwindlerin treibt seit einiger Zeit in Berlin und Um- gegend ihr Unwesen. Sie sucht bekannte Parteigenossen auf und gibt sich bald für die Frau des ReichstagS-Abgeordneten Hoffmann, bald für eine Frau Krebs auS. deren in der Parteibewegung tätiger Mann im Sterben liege. Durch Auftischung von allerhand Räuber- geschichten ist es der Frau in einer ganzen Reihe von Fällen ge- lungen, mitleidigen Parteigenossen Geld abzuschwindeln. Die Person ist zwischen 30 und 40 Jahre alt. von etwas über mittlerer Größe. ziemlich stark und hat schwarzes Haar. Gewöhnlich tritt sie dreist mit der Frage auf. ob man sie denn gar nicht mehr kenne, sie habe sich seit einiger Zeit infolge ihres äußerlich keineswegs wahr- zunehmenden Elends sehr verändert. Selbstmord eines Liebespaares. Im Forst bei Ober-Schöneweide hat gestern abend der 37 Jahre alte Buchdrucker Emil Wodtke aus Rixdorf seine Geliebte und dann sich selbst erschossen. Ueber die Tat selbst geht uns folgender Bericht zu: Der Buchdrucker Emil Wodtke aus Rixdorf lebte seit längerer Zeit von seiner Frau ge« trennt und unterhielt mit der Anlegerin Emma Neugebauer auS der Gneisenaustraße seit zirka einem Jahre ein Liebesverhältnis. Die letzten Osterfeiertage verlebte W., welcher Vater von drei Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren ist, bei seiner Ehefrau, Ziethenstr. öS zu Rixdorf. Bei dieser Gelegenheit bat er diese, sich doch wieder mit ihm zu vertragen, was Frau W. jedoch ablehnte. Wiederholt bat W. seine Frau, dann doch in eine Ehescheidung zu willigen, aber auch dies lehnte Frau Wodtke ab, da er seine Geliebte nicht heiraten sollte. Am vergangenen Mittwoch erschien W. aber« mals in der Wohnung seiner Eheftau und bat, ihm zu gestatten, die Nacht dort bleiben zu dürfen, da er ja doch bald stürbe. Frau W. ging hierauf auch ein. Gestern nachmittag fuhr der Buchdrucker mit seiner Geliebten nach Ober-Schöneweide. Hier schoß er mit einem Revolver, welchen W. schon seit langer Zeit bei sich ttug, erst der Nengebauer und dann sich selbst eine Kugel in den Kopf. Der Tod trat bei Beiden auf der Stelle ein. Die Leichen sind nach der Halle des Gemeinde- Friedhofs in Ober-Schöneweide gebracht worden. Die amtlichen Vernehmungen haben ergeben, daß auch die N. wiederholt Selbst« mordgedanken geäußert hat und ist deshalb anzunehmen, daß W. die Tat im Einverständnis mit der Neugebauer miternommen hat. Wegen Brandstiftung wurden der Zigarrenhändler Hermann Wolff aus der Lippehnerstraße 2S und seine Frau verhaftet. Der 27 Jahre alte Ehemann Hermann Wolff war Arbeiter bei der städtischen Gasanstalt in der Danzigerstraße und hatte nebenbei seit dem 1. April v. I. einen Zigarrenhandel, den seine 2Sjährige Frau, die früher Verkäuferin bei einem Bäckermeister war. versah. Die Leute wohnten mit ihrem sechs Monate alten Kinde hinter dem Laden. Nachdem sie am Sonntag vor acht Tagen abends �auS« gegangen war. bemerkte die Pförtnerfrau, daß ihre ganzen Räume mit Gas angefüllt waren. Unheil entstand nicht, da der Hauswirt gleich für Abzug des ÄaseS sorgte. Am letzten Sonntag, als die Familie wieder nicht zu Hause war, brach abends um 9 Uhr in der Wohnung Feuer aus. Ein Kleiderspind und zwei Tische brannten. Hausgenossen, die den Qualm sahen, holten noch rechtzeitig die Feuerwehr und so ging eS wieder gut ab. Der Feuerwehr und der Kriminalpolizei aber kamen sowohl die Anfüllung der Räume mit Gas als auch der Brand, der im Kleiderspind entstanden sein soll. verdächtig vor, zumal da Wolfs den Reisenden oft über schlechten Geschäftsgang klagte. Die Miete bezahlte er regelmäßig. Auch sonst wird bestritten, daß er Schulden habe. Des Kindes nehmen sich Verwandte an. Großfeuer kam in der Nacht zu gestern aus noch nicht auf« geklärter Ursache in der Alexandrinenstr. 97, einem der größten Jndustriegrundstücke Berlins, zum Ausbruch. Das dritte Quer- gebäude mit dem Holzzementdach ist in einer Ausdehnung von zehn Fenstern Front vom zweiten bis zum fünften Stock gänzlich aus» gebrannt. Der erste Stock und das Erdgeschoß haben durch Feuer und Wasser stark gelitten. Ausgekommen ist der Brand nach 3 Uhr in der Waschanstalt von H. Niemsch, vermutlich in einem Trockenraum links vom Haupteingange. Durch die vielen Transmissionsschächte, die wie Schornsteine wirkten, wurde das Feuer von einem Stock zum anderen übertragen. In der Nähe dieser Transmissionsschächte haben die Flammen erstaunliche Wirkungen hervorgebracht. Eiserne Träger von großer Stärke sind wie Schraubenzieher gebogen und haben selbst die starken Brandmauern und einen Schornstein aus der Lage gerissen. Diese Wirkung ist dem Umstände zuzuschreiben, daß die Träger nicht durch eine feuersichere Ummantelung genügend gegen die Einwirkung der Hitze geschützt waren. Am allergefährlichsten sind aber bei Bränden die durchgehenden Transmissious- und Fahrstuhl« schächte. Sie begünsfigen die Ausbreitung der Flammen in einer Weise, daß eS ratsam erscheint, diese Oeffnungen, wenn auch nur notdürftig allabendlich bei Geschäftsschluß zu schließen. Hunderte von Bränden werden dann in Berlin nicht die große Ausdehnung annehmen können. Als die Feuerwehr um 3V« Uhr an der Brandstelle erschien, brannten die Betriebe der Photographie- und Rahmenfabrik von Heinrich Loch- bäum, die Hutsabrik von Paul Rappaport, die Kontobücherfabrik von Julius Rosenthal, die Metallschleiferei von C. Engel, eine Druckerei und die genannte Waschanstalt. Branddirektor Dransfeld, der zurzeit für den erkrankten Brandinspektor Reinhardt die Feuer- wehr leitet, ließ sofort, als er die Gefahr übersah,„Mittelfeuer" an alle Wachen melden. Zwölf Züge waren in kurzer Zeit zur Stelle. Sechs Dampfspritzen gaben schon in wenigen Minuten Wasser. Mit zwölf Schlauchleitungen von beträchtlicher Länge Ivurde vorgegangen und es gelang, obgleich die Flammen aus allen 80 Fenstern schlugen und reichliche Nahrung fanden, gegen 7 Uhr die Macht des Brandes zu brechen. Die fünfte Kompagnie sowie Züge der zweilen und dritten Kompagnie konnten abrücken; sie wurden durch Züge der ersten, dritten und vierten Kompagnie abgelöst, welche die schwierige letzte Ablöschung lind Aufräumung unter Leitung des Brandmeisters Hammer besorgten. Das mächtige Fabrikgebäude, das dem Baumeister M. Gronau gehört, ist so mitgenommen, daß voraus- sichtlich ein vollständiger Umbau erfolgen muß. Der Schaden ist recht bedeutend, da eine Menge Vorräte, wertvolle Apparate und Maschinen beschädigt sind.— Von der Firma Julius Rofenthal wird mitgeteilt, daß ihr Verrieb keine Unterbrechung erleidet. Bei dem Brande sind leider sechs Feuerwehrmänner der 6. Kom» pagnie an den Folgen der Einatmung von Rauch(Rauchvergiftung) erkrankt, darunter der Obermaschinist Krüger, die Feuermänner Baudach, Fuchs, Gleicher, Lehmann und Hast. Zu dem großen Brande in der Alexandrinensttaße 97 ist noch nachzutragen, daß die Feuerwehr wegen der großen Hitze einen schweren Stand gehabt hat und daß die Aufräumung der Brandstätte erst gegen Abend beendet werden konnte. Die Loschung war mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Jedesmal, wenn angenommen ivurde, nun ist die Macht des entfesselten Elements gebrochen, dann loderten plötzlich die Flammen von neuem mit riesiger Macht empor. Dieses wiederholte sich mehrercmal. Vermutlich hatten dann jede?« mal die Flammen neue Nahrung an Oel, wahrscheinlich an Terpentin oder ähnlichen Materialien gefunden. Diesem Umstände ist die große Ausdehnung deS Brandes zuzuschreiben. Wegen einer Benzinexplosion wurde am Mittwoch die Feuer« wehr nach der Fehrbellinerstraße 89 gerufen. Dort waren infolge der Explosion der Geschäftsinhaber H. Heyder an beiden Armen und eine andere Person leichter verletzt worden. Kleider, Gardinen u. a. brannten, der chemischen Waschanstalt Fenster und die Kessel- ummauerung waren demoliert, sonst aber nur unbedeutender Schaden verursacht. ES gelang den Brand bald zu löschen. Gleichzeitig hatte die Wehr in der Dtanteuffelstraße 79 zu tun, da in dem dortigen Depot der Großen Berliner Straßenbahn ein Ballen GaS- äther explodiert war und eine Bude brannte. Auf schwankem Grunde. Mit einem schwierigen Baugrund hatten Navenö und Spindler bei der Errichtung ihrer Geschäftshäuser in der Wallstraße zu kämpfen. Als der Ravenssche Bau ferttg war, nahmen bei Spmdler die Grundarbeiten lange Zeit in Anspruch, bis es gelang, den erforderlichen Halt zu gewinnen. In dieser Zeit bereits zeigten sich an dem Ravenäschen Hause Senkungen, die schmale Risse zur Folge hatten. Die erst kaum merkbaren Risse wurden ausgeschmiert, erneuerten sich aber wieder und sind nach der jüngsten Senkung zum Teil zwei bis drei Finger breit. Daher ent- schloß man sich jetzt zu einer gründlichen Ausbesserung und räumt zu diesem Zweck eine Anzahl Kontore und Dkusterlager auf der einen Seite deS Hauses. Auch die Ravenäsche Bildergalerie bleibt bis zur lveendigung der LuSbefferuna geschloffen. Zirkus Maximilian Brose, der mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattete Sommerzirkus, ist in Berlin W. eingetroffen und gibt heute am Nollendorfplatz, gegenüber der Hochbahnstation, feine Eröffnungsvorstellung. Rücken zu. Vermischtes. Schiller- Feiern im Auslande. In allen bedeutenden Ortschaften, " Dunderstr. 22. gänger, Rummelsburg, Kantstr. 44. " " Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Menderungen Straßensperrung. Das Schöneberger Ufer vor den Grundstücken, Pantoffel ausgezogen und ihn nach Dr. Hoffmann gesp . 1 bis 4 wird behufs Umpflasterung vom 10. d. M. ab bis auf schleudert. Als der erste Wurf fehlging, ergriff er den zweiten im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Putbuserstr. 15, IV. Arkona", Erdmann, Reichenbergerstraße Nr. 16. Balmerio", weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Pantoffel und traf diesmal seinen Feind" in die Seite. Mittler= " Mehr Licht", Sorrer, Neu Weißensee, weile war der Gerichtsdiener herbeigeeilt, der jedoch anfänglich voll- Rau, Triftstraße Nr. 1. Straßburgstraße Nr. 56.„ Rote Nelfe", Asmus, Neu- Weißensee, kommen machtlos war, da der Angeklagte wie toll um sich schlug, Sedanstr. 35 d. Mailuft", Kenterschad, Neu- Weißensee, Langhansstr. 3.zwei in der Anklagebant stehende Stühle boll Colorado", Klinge, Reinidendorferstr. 56." Bufriedenheit", Krause, ständig demolierte und mit einem Stuhlbein auf Rigdorf, Biethenstr. 33. Wasserturm", Wartenberg, Straßburgerstr. 40. Staatsanwalt und Richterfollegium losgehen Näsenwärmer", Eyser, Dunderstr. 88.„ Kamerun", Lubotta, Zorn Schließlich gelang es mehreren Gerichtsdienern, den dorferstr. 63. Glühlicht I", Dittmann, Neu- Weißensee, Streustr. 3. Theater. Jm Schiller Theater O.( Wallner- Theater) muß vollte. „ Einigkeit II", Wähner, " Fidelio", Herzog, Büdlerstr. 39. Alter Hussit", wegen Erkrankung eines Hauptdarstellers die Vorstellung am Freitag üste Schimpfereien ausstoßenden Angeklagten mit Striden zu Fidele Geister", Radice, Rixdorf, Jägerstr. 57. Feste Brüder", Keil, Rirdorf, Biethen geändert werden. Statt der bereits angekündigten Aufführung von fesseln. Hierbei trug der Gerichtsdiener Neek eine nicht unerhebliche Gubenerstr. 57. straße 29.„ Grüne Duafte", Donner, Rigdorf. Jägerstr. 46. Edel " Thrannei der Tränen" wird der Schwank„ Die Herren Söhne" Bißwunde an dem linken Daumen davon. Der an Händen und Matthea, Bernauerstr. 120. „ Fidelio", gegeben werden. Mme. Charlotte Wyns tritt am Sonnabend, Füßen gefesselte" wilde Mann" warf sich auf den Boden und drehte weiß", Kühl," Nixdorf, Prinz Handjernstraße Nr. 66/67. Rirdorf, Kirchhofstraße Nr. 26." Ohne Furcht", Nitsche, Sen 13. Mai, im National- Theater als Rose Friquet im„ Glöckchen während der ganzen Dauer der Verhandlung allen Beteiligten den Bätert, In der Sache selbst beantragte der Staatsanwalt Wienerstraße Nr. 44.- Fidelibus", Rott, Straßmannstraße Nr. 24. des Eremiten" zum dritten Male auf. Die Oper leitet Herr KapellSeegras", Manegold, Liegnizerstr. 18. Pfeifentopf", Gonell, Falden 1 Jahr Zuchthaus. Der Gerichtshof nahm von einer Zuchtmeister Robert Erben. 1902" Jm Carl Weiß- Theater bringen Alter Stamm", Werner, Kottbuser Damm 18/19. die Schlierseer als dritte Gabe das oberbayerische Boltsstück„ Unsere hausstrafe Abstand, da 3. nach dem Gutachten des Sachverständigen steinstraße 5. " Frei weg I", Hoffmann, Schöne Glüdauf", Sester, Ertner, König. Bauern"( Bauernblut) von Franz Hilpert zur Aufführung. Das ein minderwertiger Mensch sei. Immerhin müsse bei der Gemein- Jakob, Neu- Weißensee, Straßburgstr. 19. straße 57. Fidele Brüder Berlin", Winkelsesfer, Plantagenstraße 5. Stück ist mit den ersten Kräften des Ensembles besetzt; für die Regie gefährlichkeit und den Vorstrafen auf eine exemplarische Strafe er- berg, Mar- und Ebersstraßen- Ede. fannt werden. Das Urteil lautete deshalb auf 3 Jahre Ge= " Gloria", Dornbusch, Prinz Eugenſtr. 8. Feigenblatt", Schmidt, zeichnet Wulf Hubauer. Tresdomstr. 35. Edles Kraut", Hebold, Halensee, Kurfürsten- Damm Nr. 119/120. Für das Aquarium bedeutet die Zusendung gewisser einfach fängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Edelweiß II", Schulze, Charlottenburg, Schillerstr. 69. „ Neu- Lichtenberg", Liebke, scheinender Fische aus den nördlichen Meeren mehr als mancher Hoffnung I", Diesener, Adalbertstr. 62. Zadellos", Nagel, Rostoderstraße 17. vielköpfige und buntfarbige Transport aus dem Süden. In erster Lichtenberg, Friedrichstr. 19. Columbus", Balluth, Urbanstr. 102.„ Einigkeit VII", Boschmann, Linie gilt dies von dem zu den außerordentlichen Seltenheiten in Ohne Zwang", Späth, Weinstr. 28.. ,, Kleeblatt", Bur einem binnenländischen Institut wie das Berliner Aquarium geMaryland", Bree, Lhchener hörenden Hering. Denn dieser im menschlichen Haushalt gewöhn selbst in vielen Dörfern der Schweiz, wurde Schillers Todestag Straße 133." Phönir", Schur, Schöneberg, Sedanstr. 60. Sperlings lichste aller Fische, der zu Millionen durch die Hände der Fischer unter Beteiligung aller Kreise der Bevölkerung feierlich begangen. luft", Dembirsti, Manteuffelstr. 31.„ Weichselduft II", Chertier, Stösliner. und Fischzurichter geht und diesen in seiner Schönheit bekannt in den Stadttheatern von Bern und Zürich fanden Festaufführungen straße 2." Habana III", Löffler, Rodenbergstr. 32. Kastanienblatt", wird, zählt im lebenden Zustande zu den empfindlichsten aller Schillerscher Werke statt. Auch in der französischen Schweiz, in Schönbed, Greifswalderstr. 203. Berzaget nie", Kirchhof, Schöneberg, Floffenträger, der bei Verlust von Schuppen während des Fanges Genf, Neuenburg und anderen Orten wurde das Gedächtnis von Sedanstr. 48. und Transports sicher eingeht. Und trotzdem es dem Berliner Wilhelm Tell" durch festliche Versammlungen der literarischen Arbeiter Nadfahrerbund„ Solidarität". Gau 9( Provinz Branden Aquarium nach vielen Versuchen und Mühen gelungen ist, ein reise gefeiert. Im Nationaltheater zu Kristiania wurde burg). Alle Zuſchriften und Anfragen sind zu richten an den Gaus borfizenden Karl Fischer, Waldstr. 8. Berliner Arbeiter- Radfahrer. Verfahren ausfindig zu machen, mittels deffen die Überführung Dienstag vor vollem Hause eine Schiller- Festvorstellung gegeben, Berein", Abteilung II, nach dem l. und 3. bei Schwantes, Mittenwalder. einer fleinen Anzahl des glänzenden Blaurückens wiederholt der auf Einladung des Theaters die gesamte Regierung und straße 15. Abteilung VI, nach dem 1. und 3. bei Wernau, Schwedter geglückt, so hält er auch dann noch doch nicht lange in Gefangenschaft fast alle Storthingsmitglieder mit ihren Damen beiwohnten, straße 23/24. Abteilung IX, bei Wicke, Schillingstr. 22. Baumschulen aus, und das Aquarium ist daher nur selten in der Lage, den Natur- ferner der deutsche Generalkonsul, die meisten Mitglieder des weg, Frisch auf", nach dem 1. und 15. bei Schäfers. Gaffen, Frohsinn". freunden diesen im Wasser vermöge des eleganten Baues, der an- deutschen Konsulats und die hervorragendsten Vertreter von Kunst nach dem 1. Bum Kronprinzen". Saltberge, Pfeil" bei Grewe. mutigen Bewegungen und des prächtigen Silberschillers eine der und Wissenschaft. Auf Liẞts Festpolonaise und einen Prolog folgte Königswusterhausen," Brüderschaft" nach dem 1. und 15. im Alten Schüßenschönsten Erscheinungen bildenden Fisch vorzuführen. Die auffallende eine würdige Aufführung der„ Räuber", die mit lebhaftem Beifall haus. Landsberg a. W.," Frisch auf" bei Katser, Louisenstr. 5. Mariendorf, ,, Vorwärts" vor dem 1. und 15. bei Reichardt, Chausseestr. 16. Empfindlichkeit teilt fast in gleichem Maße mit ihm ein zweiter nord- aufgenommen wurde. Der Leiter des Theaters Björn Björnson ge- Ober- Schöneweide,„ Oberspree" nach dem 1. und 15. bei Sipli, Siemenseuropäischer und sonst auch als gewöhnlich angesehener Fisch, der dachte sodann Schillers und seiner Dichtungen, indem er besonders straße 28. Rigdorf, A.-R.-V. bei Thiel, Bergstr. 151/152. Rummels zierlichste deutsche Meeresfisch, der Seeftichling, der namentlich zur auf" Wilhelm Tell" hinwies, als einer Dichtung von einem einigen burg, A.-R.-V. nach dem 1. und 15. bei Gorgas, Neue Prinz Albert Beide Fische sind zurzeit im Volte, einem Volfe von Brüdern. Der Redner schloß mit einem straße 70/71. Frühjahrszeit schwer zu erhalten ist. Sorau, Frisch auf" nach dem 1. im Flora- Etablissement. Aquarium in größerer Zahl vertreten. vom Publikum begeistert aufgenommenen Hoch auf Schiller und auf Werder a. H., Freiheit" nach dem 1. im Schwarzen Adler", Fischerstr. 98. Der Berliner Zoologische Garten ist neuerdings in den Besitz das Volk, das den großen Dichter hervorbrachte. Alle Zeitungen Wittenberge ,,, Borwärts" nach dem 1. und 15. bei Stiehm, Herzftr. 19. eines prächtigen Tibethundes gelangt, den Herr Leutnant Norwegens brachten Bilder Schillers und Artikel über seine Be- Woltersdorf b. Ertner, Sanitas" nach dem 1. und 15. im Restaurant Seehof". Boffen, Vorwärts" nach dem 15. bei Rüffer, Barutherstr. 51. Genschow selbst aus Tibet mitgebracht hat. Das stattliche Tier deutung. Caputh bei Potsdam," Freiheit" bei Liesche. unterscheidet sich von den andern Tibethunden, welche schwarz mit Der Bureaukrat tut seine Pflicht. Zu dem Reiseabenteuer des Arbeiter- Radfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei F. Liehr, hellbraunen Abzeichen sind, durch eine rein schwarze Färbung und Universitätsprofessors, Geheimrats Dr. Hoffa aus Berlin, dessen Weinstr. 3, I. ,, Gloria", Kesselring, Schwedterstr. 226. ,, Germania"( Nirdorf), bedeutendere Größe wie massigen Kopf. Diese schwarze Form wird Automobil, wie wir vor einiger Zeit meldeten, wegen eines in Dube, Prinz Arbeiter- Radfahrerverein Berlin", jeden Stern 1903", jeden von den Tibetanern ausschließlich zum Bewachen der Häuser benugt, seinem Behälter vorgefundenen Benzinrestes in Ochsenfurt bei 1. und 3. Donnerstag bei Strone, Liegniperstr. 18. während die leichteren zweifarbigen Hunde die Karawanen begleiten. Würzburg mit Beschlag belegt wurde, wird weiter berichtet, daß Donnerstag nach dem 1. und 15. bei Fleischer, Stalizerſtr. 146. Boran II" Berlin, jeden Donnerstag nach dem 1. und 15. bei Dobberahn, Da beide Rassen in einer Abteilung des Hundezwingers unter- nunmehr die Generaldirektion der bayrischen Staatsbahnen ihr michaelkirchstr. 29.„ Courier" Berlin, jeden 2. und 4. Donnerstag in den gebracht sind, hat der Besucher die beste Gelegenheit, die Tiere zu Urteil in diesem Bureaukratenstückchen abgegeben hat. Die Direktion Berolina- Sälen( Schüß), Schönhauser Allee 28." Biel"( Adlershof), jeden bergleichen. erklärt in ihrer Entscheidung, daß der Eisenbahnbeamte, der das 2. und 4. Donnerstag bei Lau, Bismardstr. 10. Benzin vorfand, und auf dessen Veranlassung die Beschlagnahme Berliner Nuderverein„ Vorwärts". Sizung abends 9 Uhr im des Kraftwagens erfolgte, nach seiner Instruktion vollständig berechtigt(!) gewesen sei, das 1701 Kilo wiegende Auto des Professors als Bezingefäß( 1) anzusehen und es demnach mit einer Strafe von 20 410 M. zu tarifieren. Wegen der begleitenden Umstände aber soll diese Strafe auf rund 300 M. Herabgesetzt werden. Gerichts- Zeitung. " " " Bootshause, Stralau, Tunnelstr. 17. Arbeiter Turnerbund. Turnverein Fichte" Geschäftsstelle und Gleimstraßen- Ede. " % 6-8 Uhr: Ein univerfaler Krankenkassenschwindel bildet den Gegenstand Berlin O 17, Stoppenstr. 24 II. Abends 8-10 Uhr: 8. Männer- Abteilung Höchsteftr. 36/ 37.7. Lehrlings- Abteilung Wassertorstr. 31. einer auf mehrere Tage berechneten am Dienstag begonnenen GeT. Schüler- Abt. Drachenburg, vor dem Schlesischen Tor 1. 5. Schüler richtsverhandlung vor der Straffammer II zu Hannover. Es Abteilung Schönhauser Allee 101/102. handelt sich um die am 30. Juni 1902 in Hannover gegründete freie Gesellige ze. Vereine. Zitherklub Menzenhauer"( gemischter Chor), Das Gewitter am Sonntag. Großes Unheil hat das Gewitter Lotterieverein, Glücksbrüder", bei Borowit, LinienHülfskrankenkasse„ Union". Angeklagt sind die fünf Gründer angerichtet, das am Sonntagabend heraufzog, Berlin und seine Vor- Andreasstr. 3. straße 214. Lotterieverein Prämie", jeden Donnerstag nach dem 1. und und Vorstandsmitglieder: 1. der Kaufmann Kurre, 2. der sich orte aber nur wenig berührte. Westlich und südwestlich von Berlin, 15. bei Lange, Thaerſtr. 13. Musikverein Harmonie", bei Wollschläger, jetzt Kaufmann titulierende Arbeiter Schomburg, 3. der Ar- in der Bauche und im Jüterbog- Luckenwalder Kreise hat der Bliz- Adalbertstr. 21. Bereinigung ehem. Blauen( Patienten des Sanatoriums beiter Bidenrodt, 4. der frühere Böttchermeister, jekige Ar- ftrahl mehrfach gezündet und Menschen und Vich getötet. Das Beeliz) jeden ersten Donnerstag bei Pfeiffer, Seydelstr. 9. Diskutier beiter Gließmann und der Kaufmann Meinecke. Diese fünf Gründer beriefen zum 30. Juni 1902 eine Generalversammlung Brößte unheil wurde in Maltershausen bei Jüterbog an- lub des Verbandes der Bäder" jeden Donnerstag, nachm. 2 Uhr, bei Batt, gerichtet. Dort wurde bei dem Besizer Mehlis Hochzeit gefeiert, Dragonerstr. 15.- Arbeiter- Schießklub ,, Fortschritt", jeden 1. u. 3. Donnerstag der Kasse zur Wahl des Vorstandes und Eröffnung der Geschäfte und die Gäste saßen wohlgemut bei der Tafel, als das im Monat bei Stienis, Große Frankfurterstr. 133. Rauchklub Erzelsior", 23. Arbeiter- Gesangverein Freiheit Dit", Bleier, ein; 9 Personen einschließlich der Gründer nahmen daran teil. Einer Gewitter heraufzog. Plöglich erschütterte ein gewaltiger Donner Donner, Lübbenerstr. der Teilnehmer war ein Bruder des Bickenrodt, ein anderer ein schlag das Haus. Ein Bligstrahl war mitten zwischen die Hochzeits- Straßmannſtr. 41. Arbeiter- Radfahrerverein„ Condor", Ertel, GraunVerwandter des Schomburg. Dieser hat von Schomburg für seine gäste gefahren und hatte einen Mann aus Niemegt, dessen Frau und Teilnahme 20 M. Entschädigung bekommen. Den dritten seine zwei Kinder getroffen. Als man sich von dem großen Schreck Verband Deutscher Barbier, Friseurs und Perückenmacher. Teilnehmer an der Generalversammlung hat Bickenrodt wenige erholt hatte und den Getroffenen Hülfe leistete, stellte es sich heraus, gehülfen. 8 weigverein Berlin. Sigung heute, abends 10 Uhr, Stunden vor der Generalversammlung erst auf der Straße ge- daß der Familienvater tot war, während die übrigen Mitglieder der im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c. Bortrag des Kollegen Befche: troffen und ihn nach Spendung einiger Glas Bier, ohne daß er Familie nur betäubt und leicht verlegt waren. Sie konnten sich Stellungnahme über die unbefugten Arbeitsnachweise. Kollegen als Gäfte Mitglied wurde, als stimmberechtigtes Mitglied eingeführt. Diese indessen nur schwer erholen, und es gab dann eine nicht zu schildernde willkommen. Generalversammlung wählte nun die fünf Gründer zu befol- Jammerszene um den Tod des Gatten und Vaters. Die Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen deten Vorstandsmitgliedern; Kurre wurde Vorsitzender. Hochzeitsfeier wurde infolge des tragischen Ereignisses sofort Deutschlands. Bezirk Berlin. Heute, Donnerstag, abends 9 Uhr: Sigung Jedem wurde ein Gehalt von 6000( 11) Mart pro Jahr bewilligt! aufgehoben. Am Himmel flammte während deffen ein Feuerschein in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Für die Teilnahme an jeder Vorstandssitung bewilligte auf, denn in dem Dorfe Wölmsdorf hatte ein Blizzman den Vorstandsmitgliedern je 50 m., so daß eine strahl ein Gebäude in Brand gesetzt, der sich schnell ausbreitete und Marktpreise von Berlin am 9. Mai. Nach Ermittelungen des Vorstandssitung 250 M. Kostete. Ferner stand dem Vorstand noch noch einige andere Baulichkeiten in Mitleidenschaft zog. Auch in gl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Beniner: Weizen**), gute Sorte 3 Proz. der gesamten Einnahme als Tantieme zu und Glindow bei Werder a. H., zurzeit als noch zahlreiche Besucher 00,00-00,00 M., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00. für die Bemühungen vor dieser Generalversammlung bekamen die der Baumblüte auf die Heimfahrt warteten, schlug der Blitz in die Roggen**), gute Sorte 00,00-00,00 M., mittel 00,00-00,00., geringe Herren 150 M. extra. Bum Revisor wählte man den vierten, einen mit Stroh gefüllte massive Scheune der Ziegeleifirma Lorenz Erben 00,00-00,00. Futtergerste*), gute Sorte 16,00-14,90 m., mittel 14,80 Arbeiter, der nicht schreiben tann und bewilligte ihm für und äscherte sie bis auf die Umfassungsmauer ein. In dem Dorfe bis 13,70 M., geringe 13,60-12,60 M. Hafer*), gute Sorte 16,30-15,50., jeden Tag der Revision 50 M. So trat die Kasse ins Leben, und Sch to ane bed bei Belzig wurden drei Kühe des Besizers Krane- mittel 15,40-14,60 M., geringe 14,50-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Stochen 45,00-30,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 m. man begann nun zu täuschen mit der Mitgliedsnummer 10 001. puhl vom Bliz erschlagen. In Fredersdorf traf ein Blitzstrah startoffeln 10,00-7,00 m. Nichtftrob 5,90 bis 5,00 W. Heu 9,40-7,70 9. Das Geld floß reichlich ein, aber schon im Dezember pfändete bas Stallgebäude des Besizers Thiele und in Ragösen einen auf Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,20 M. Gier per Schod 4,00-2,80 gr. der Gerichtsvollzieher und fand einen einzigen Pfennig in der Kasse. der Straße stehenden Fuhrmannswagen, dessen eiserne Ketten teil-*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Nach sechsmonatigem Bestehen brach der Schwindel zusammen, die weise schmolzen. Polizei beschlagnahmte die Bücher und im März 1903 ist die Kasse Ein neues Erdbeben in Indien. Wie aus Bombay telegraphisch Wasserstand am 9. Mai. Elbe bei Auffig+1,43 Meter, bei behördlich geschlossen worden. Die vorläufigen Schulden betragen Dresden 0,10 Meter, bei Magdeburg+2,12 Meter. Unstrut bei gemeldet wird, ist am 25. April Benderabbas von einem heftigen 85 000.1 Dder bei Ratibor+ 2,14 Meter, bei Breslau Noch ehe die" Union" geschlossen war, ist von den Angeklagten Erdbeben heimgesucht worden. Der etwa 200 Yards hinter der Straußfurt+ 1,70 Meter. Frankfurt+2,11 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 3,54 Meter. eine neue Schwindellasse, die" Thalia", gegründet bezw. deren Stadt gelegene Kuhgando- Berg fant in sich zusammen. 50 Personen Ober Begel+5,28 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,34 Meter, bei In der Stadt Barthe bei Posen+1,36 Meter. Nete bei Usch+0,60 Meter. Gründung gefördert worden. Diese ist seit Juli v. J. in Liquidation sind durch den Erdrutsch verschüttet worden. getreten. Auch in der Thalia" ist das Schwindelmanöver wie in Benderabbas schwankten die Häuser, und mehrere Türme und Geder Union" betrieben worden. Die Anklage beschuldigt die bäude stürzten ein. Während des Nachmittags wurden fünf ErdErderschütterungen sind seitdem täglich vorgenialen Kaffengründer des Bergehens gegen das Hülfskaffengesek, ſtöße beobachtet. Der Urkundenfälschung und des Betrugs. Etwa 30 Zeugen aus gekommen. Die Einwohner sind von Furcht ergriffen und wohnen in Hütten außerhalb der Stadt. Wie berichtet wird, soll die westlich allen Teilen Deutschlands, meist Leidtragende, sind geladen. von Benderabbas gelegene Stadt Sarntown ebenfalls schwer geEine tumultuarische Gerichtsverhandlung. Der Arbeiter Willitten haben. helm von 8uiler hatte sich wegen schweren Diebstahls gestern vor der achten Straffammer des Landgerichts I zu verantworten. Der Angeklagte ist holländischer Staatsangehöriger und stammt aus Bund der sozialdemokratischen Lese und Diskutierklubs. einer angesehenen Rotterdamer Familie. Der Leichtsinn hatte ihn Stralauer Allee" jeden ersten und dritten Donnerstag bei Bolsenberg, ouf die Bahn des Verbrechens getrieben, schon in Holland erlitt er Beymestraße 2. mehrere Strafen, denen sich in Deutschland noch einige Bestrafungen Arbeiter Bildungsverein„ Eintracht", Zürich, Neumarkt Nr. 5, wegen Diebstahls anschlossen. In der Nacht zum 23. Februar d. J. Vereinssizung alle 14 Tage je Donnerstagabend 8%, Uhr. war der Angeklagte durch einen Bäckerlehrling, der im Keller Zuder stellen: Norden: Swinemünderstr. 44; Chorinerstr. 46; Buttmannstr. 19; Konsumgenossenschaften Berlins und der Umgegend. Verkaufsholen sollte, bei einem Einbruchsdiebstahl überrascht worden. Der Willdenowstr. 30; Gartenstr. 3. Moabit: Wiclefstr. 31; Emdenerstr. 45; Lehrling alarmierte die Bäckergesellen, die den Angeklagten an- Havelbergerstr. 6; Rostoderstr. 21. Schlächterei: Wittstockerstr. 8. Nordscheinend in tiefem Schlafe auf der Treppe ſizend fanden. Weitere often: Winsstr. 64. Often: Ebelingstr. 14; Strautstr. 7; Liebigstr. 7; Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Dften: Stralauer Allee 20a. bon 7 bis 9%, 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Nachforschungen ergaben, daß 3. mittels eines Bundes Dietriche Borndorferstr. 62; Münchebergerstr. 32. Lilli 24. und eines Stemmeisens, welches bei ihm vorgefunden wurde, in Südosten: Sorauerstr. 10; Büdlerstr. 31; Faldensteinstr. 6; Forsterstr. 4; Sie müßten sich an die Gefängnisdirektion wenden. Grünframgeschäfte: Forsterftr. 20; Glogauerstr. 3. Stuhl 22. 1., 2., 4. Nein. 3. u. 5. Ja. G. D. 17 376. Sie die Geschäftsräume des Restaurateurs Wilhelm Neumann ein- Michaelfirchplatz 4. Bädereien, Konditoreien, Niederlagen: tönnten sich an die Polizeibehörden und an das Vormundschaftsgericht gedrungen war und hier Bigarren, Bigaretten, Fleischwaren und Milchgeschäft: Glogauerstr. 27. Lübenow 3. Ein Strafantrag hätte teine Aussicht auf Erfolg. Spirituosen bereits zum Fortschaffen in eine Decke eingepackt hatte. Ziegnigerstr. 22; Forsterstr. 20; Admiralſtr. 37; Reichenbergerstr. 158; wenden. Görligerstr. 68; Glogauerstr. 28; Ratiborstr. 2; Oppelnerstr. 46. F. D. Berjährung liegt feineswegs vor; die Klage wäre nicht ohne In der vorigen Verhandlung und schon vorher im Untersuchungs- Schlächtereien: Glogauerstr. 28; Faldensteinstr. 18; Liegnigerstr. 24; Aussicht auf Erfolg. Krause 100. Sie müssen bei dem Magistrat, 5gefängnis versuchte 3. nach berühmten Vorbildern den wilden Manteuffelstr. 55; Stalizerstr. 81; Oppelnerstr. 28. Süden: Gräfeftr. 40; teilung für Invalidenversicherung( Stöllnischer Part), den Antrag stellen, die Mann" zu spielen. Es wurde seinerzeit der Termin vertagt und Stottbuser Damm 9. Bädereien: Gräfeſtr. 12; Gräfestr. 35. Schlächterei zu wenig geklebten Marken nachtleben zu laſſen und, falls dies etwa wegen der Gerichtsarzt Dr. Hoffmann beauftragt, den Angeklagten auf Gräfeftr. 13. Südwesten: Arndtstr. 5; Hagelsbergerstr. 20. Schöne Berjährung abgelehnt werden sollte, Schadenersatzklage gegen den Wirt erheben. Charlottenburg: Wilmers- Kontrakt Nixdorf. Ihr Mitsvertrag ist auch der Kontursmasse feinen Geisteszustand zu untersuchen. Dr. Hoffmann tam nach ein- berg: Aposte! Paulusstr. 27; Gothenstr. 1. Steglig: Um gegenüber gültig. Die Miete haben Sie an den Konkursverwalter zu zahlen gehendsten Beobachtungen zu dem Resultat, daß 3. zwar geistig dorferstraße 27; Tauroggenerstr. 10; Potsdamerstr. 12. Groß- Lichterfelde: Dürerstr. 37. Markt 2. Tempelhof: Berlinerstr. 76. oder können, falls Ihr Vermieter hiermit nicht einverstanden ist, die Miete minderwertig, im übrigen aber ein Simulant der schlimmsten Sorte Brit: Werderstr. 33. Rigdorf: Biethenstr. 31; Sobrechtstr. 82; Rofen hinterlegen. Wird das Haus im Wege der Zwangsversteigerung oder durch sei. Hiermit war aber der Angeklagte nicht zufrieden; er wollte ver- ftraße 4. Bädereien: Steinmetstr. 129; Faltstr. 3; Kirchhofstr. 2. Schlächterei: ben Kontursverwalter freihändig verkauft, so kann der neue Ersteher( nicht rüdt sein. Seine Wut, daß sein ganzer Plan durch das Gutachten Stottbuser Damm 96. Treptow- Baumschulenweg: Baumschulenstr.. 36. der Mieter) den Mietsvertrag vorzeitig fündigen. Dies Kündigungsrecht ist des Sachverständigen scheiterte, brachte 3. gestern durch eine tur- Ober- Schöneweide: Ediſonſtr. 4. Johannisthal: Köpnider, Ede Friedrich bis am 3. des auf das Verkaufs- Quartal folgenden Monats zum nächsten bulente Szene im Gerichtssaal zum Ausdruck. Nach- straße. Rummelsburg: Türrschmidtstr. 6. Lichtenberg- Friedrichsberg: Quartalslegten geltend zu machen. Wird in dem laufenden Quartal verkauft, dem er schon vordem gegen den Gerichtsarzt Dr. Hoffmann im Ge- Mainzerstr. 4; Frankfurter Chauffee 48/49.- Neu- Lichtenberg: Wilhelmstr. 9. so hätte der Ersteher also das Recht, bis am 3. Juli zum 30. September zu Weißensee: Friedrichstr. 12; Langhansstr. 60. Adlershof: Hackenberg- tündigen. R. N. Wenn Ihr Vertrag nicht das Gegenteil besagt, ist fängnis allerlei Verwünschungen ausgestoßen hatte, fing er im GeAlt- Glienicke: Stopniderstr. 32. Grünau: Königstr. 2. der Wirt keineswegs befugt, Ihnen das Anbringen von Blumenbrettern richtssaal, als er er Dr. Hoffmann erblickte, sofort an, diesen mit traße 29. Friedrichshagen: Friedrichstr. 98. Ertner: Königstraße. Spandau: zu untersagen. Welche Folgen die Nichtbeachtung einer vertraglich ver einer Flut von Schimpfworten zu überschütten. Werft doch den Jüdenstr. 9; Mittelstr. 13. Tegel: Schlieperftr. 70. Behlendorf einbarten Abrede hat, muß Ihr Antrag ergeben. Es ist, wie häufig betont Sterl raus, bringt ihn mir aus den Augen!" mit diesen Worten Teltowerstr. 1. Anmeldungen von Mitgliedern werden in jeder Verkaufs- ist, unmöglich, über Rechte und Pflichten aus einem Vertrage Austunft hatte der Angeklagte, ehe ihn jemand hindern konnte, seinen Leder- stelle entgegengenommen. zu erteilen, der im Wortlaut nicht bekannt gemacht ist. A. V. Nein Perantw. Bebatteur: Barl Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Zh. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " Sihung haben Donnerstag: : Briefkaften der Redaktion. 42 3. Wer von uns Auskunft über Aufnahme in ein muß uns angeben, wann und wo der Aufzunehmende geboren ist, eventuell Stift, eine Altersversicherungs- Anstalt usw. wünscht, wann er nach Berlin zugezogen ist, welchen Beruf er hat oder hatte, von welcher Konfession er ist usw. Taub. Eine Anstalt zur Ausbildung taubstummer Lehrlinge in einem Handwerk gibt es hier nicht. Einen Privatmann, der den Jungen übernimmt, fann vielleicht nachweisen der Bentralverein für das Wohl der Taubstummen", Bureau Elisabethstr. 45a. M. m. 300. 1. Wenden Sie sich an ein Institut für chemische Wäsche oder chemische Kleiderreinigung. 2. Ein Baisenkind zur Pflege bekommen Sie auch dann, wenn Sie früher selber im Waisenhause erzogen wurden. sent. Näheres im Waisenhaus Bureau, Alte Jakobstr. 33. Wette. 100 ProWette. Bei den Namen für Städte nicht vorhanden. Juriftifcher Teil.