Nr. IIS. Bbonnemenf S'Bedingimgcn; StonnementS- Preis trämmicranda I Bierteljährl. SLV Mr., monatl. l,l0«r., wöchentlich SS Pfg. frei ins Haus. einzelne Nummer S Pfg. Konntags. nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue ffltU" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post-ZeitUngS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutfchland und Oesterreich- Ungarn » Marl, für da» übrige Ausland 8 Marl pro Monat ST. Jahrg. VI« lnserttoin-Gedahs «eirligl für die fechSgefpaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 4V Pfg., für politifche und gewerlfchafNiche vereint- und BerfammlungS-Anzeigen SS Pfg. „Aleine Snieigin", daS erst« llett- gedruckte) Wort 10 Pfg., fede« wettere Wort S Pfg. Wort« übet 16 Buchstaben zählen für zwet Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittag» in der Expeditton abgegeben werden. Die Expedttton ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Bonn- und gesttagen bt» S Uhr vormittags geöffnet. «lichtll» täglich auß«r Olsniagi. Devlinev VolktsblÄkk» »elegramm- Adresse! „S»t)t1«(n*1int Benin", Zcntralorgan der fozialdcmokratl fchen parte» Deutschlands. RedakHont 8 Cd. 68. Lindcnetraeec 69. Fernsprecher: Anrt IV, Nr. 1983. Expedition: 8Ö3. 68, Lindenstrasec 69. Fernsprecher! Amt IV, Nr. 1984. Kalajew. Petersburg» 13. Mai.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agenwr.) Der Senat hat daS Kaffationsgesuch Kalajews verworfen und das Todesurteil bestätigt. Die„Tribüne Russe" veröffentlicht den Brief, den Kalajew, der Richter des Großfürsten Sergius, nach seiner Verurteilung an seine Genossen richtete. Seine Gesinnung erfüllt sicher an diesem Sonn» tag, dem Tage der russischen Maifeier, alle Revolutionäre Rußlands. „Teure, unvergeßliche Freunde I Ich habe alles getan— Ihr wißt es—, um am Tage des 4./17. Februar mein Ziel zu erreichen. Ich bin glücklich im Bewußtsein, meine Pflicht erfüllt zu haben. Ihr wißt, welches meine politischen Ucberzcugungen und die Stärke meiner Gefühle sind: Keiner soll meinen Tod beweinen. Ich habe mich ganz dem Kampf um die Befreiung der arbeitenden Klasse gewidmet— ich billigte dem Zarismus keine Konzession zu. Den Bestrebungen meines ganzen Leben» immer treu, war ich der hohen Aufgabe, vor die mich der Protest der ganzen Nation gegen die verhaßte Tyrannei stellte, würdig. Mein Tod soll das durch die reine Idee begeisterte Werk krönen. Ein unermeßlich großer Triumph für den Sozialismus wird es sein, wenn der weite Horizont sich dem russischen Volke und den anderen Nationen, die alle daS Joch des Zarismus fühlen, öffnen wird. Von ganzem Herzen bin ich mit Euch. Ihr wäret meine Stützen in schweren Augenblicken— mit Euch teilte ich Freude und Leid. Wenn einst, am Gipfel des Triumphes des freien Rußlands, Ihr Euch an mich erinnert, soll meine revolutionäre Handlung Euch als Ausdruck meiner leidenschaftlichen Liebe zum Volke und meiner stolzen Bewunderung für Euch er» scheinen. Nehmt mein Werk als Tribut meiner tiefen Zuneigung für unsere Partei an, denn sie setzt würdig den„Volkswillen" fort.(Die alte Partei der«Narodnaja Wolja".) Mein ganzes Leben scheint mir jetzt wie ein Traum. ES scheint mir, daß alles, was mir geschehen ist, in Borahnung in mir schon seit den Kinderjahren lebte, heimlich in meiner Seele reiste und plötzlich in einer Flamme von Haß und Rache ausbrach. Ich möchte Euch alle ein letztes Mal bei Namen rufen, meine teuren Freunde. Mein letzter Atemzug ist ein Abschiedsgruß an Euch und eine unerschrockene Aufforderung zum Kampfe für die Befteiung. Ich umarme Euch alle S. Kalajew. *»* Inzwischen ist da? Blutzeugnis des Helden und Märtyrers für dle Freiheit besiegelt worden: Am Vorabend des 1. Mai der russischen Revolution haben russische Richter beschlossen, daß die gerechte Hin richtung eines Verbrechers, wie des Großfürsten Sergius, ein Mord sei, der am Galgen zu büßen sei. Kalajew ist nunmehr rechtÄräftig verurteilt.— Vom Galgen aber grüßt die Freiheit... Der.Revolutionnaja Rossja' entnehmen wir einige biographische Einzelheiten über Kalajew: Die Kindheit KalajewS wurde von zweierlei Erinnerungen be leuchtet: von Familientraditionen, die von den Großvätern zu den Vätern und von diesen zu den Kindern übergingen. DaS Volk hat ja auch eigene Traditionen, die vielleicht sogar fester und stärker sind als die Ueberlieferungen derer, die sich mit ihren Familienwappen oder genealogischen Tabellen brüsten. Sein Vater stammt von Bauern au» dem Kreise RiaschSk. Er war früher Knecht bei einer Gutsbesitzerin, nachher wurde er Unteroffizier Im Kiewer Regiment und in letzter Zeit diente er als Polizeirevieraufseher in Warschau. In seine Familie hat er die Erinnerung der alten unreformierten Ordnung, einen eingewurzelten Haß gegen daS schon geschwundene LeibeigenschastSrecht und die bäuerliche Ehrlichkeit, die sogar während seines Polizeidienstes andauerte, eingebracht. Die Festigkeit seines Charakters, das fein entwickelte Pflicht» bewußtsein und die fast grenzenlose Standhaftigkeit schuldet Kalajew seinem Vater, dem Vater, der auch in der Poltzetuniform seine menschliche Seele zu bewahren verstand. Von der Mutter, die aus einer verarmten polnischen adeligen Familie stammt, hat er andere Eigenschaften übernommen: den für Eindrücke empfänglichen Charakter, künstlerische Anlagen und die für ihn charakteristische, alles vergebende, reine und zarte Liebe zum Volke. Sein Geburtsort ist Warschau, jene Stadt, die mit ungeheueren Strömen von Tränen übergössen und mit einem ganzen Ozean von Volksblut überschwemmt ist. Jeder Stein in der Straße erinnerte ihn an verzweifelte Tapferkeit und jedes Haus hatte seine unvergeß. lichen Erinnerungen. Der Sohn eines durch einen Kauftontrakt verhandelten Vaters und einer Mutter, die die Leiden des polnischen Volkes nicht vergessen hatte, mußte Revolutionär werden. Und dem revolutionären Sozialismus blieb er treu während seines ganzen Lebens und ihn begrüßte er, nachdem er zum Tobe verurteilt worden war. Kalajew ist am 24. Juni 1377 in Warschau geboren und im Jahre 1388 bezog er— eine Ironie des Schicksals— das erste Warschauer..wohlgesinnte" und„musterhafte" Gymnasium. Aber er ergab sich nicht dem Einflüsse dortiger„Pädagogen". Die asiatischen Ideen der Orthodoxie, Selbstherrschast und des PatriarchalismuS haben feine reichbegabte Natur nicht erstickt und das Glockenspiel des byzantinisch-russischen Domes erweckte in ihm nur Haß gegen die tatarisch-byzantinische Selbstherrschast. Aber mit welchem Interesse verfolgte er, arm und hungrig zu Hause, und gequält im Gymnasium, die russische und polnische Literatur, mit welcher Freude las er die Literatur der polnischen sozialistischen Partei, die ihm zufällig in die Hände geriet. Im Jahre 1897 hat er das Gymnasium mit erstarktem Haß gegen die Selbstherrschaft verlassen. Im Jahre 1897/98 hörte er Vorlesungen in der historisch-philologischen Fakultät der Moskauer Universität. Damals begann er zu schreiben und wurde Mitarbeiter russischer und polnischer Zeitschriften. An die revolutionäre Be» wegung schloß er sich noch nicht unmittelbar an. Im Herbst 1898 hörte er Jura in der Petersburger Universität und den ganzen Winter hat er sich wieder nur mit der Wissenschaft beschäftigt. Im Frühling 1899 brachen die großen Studentenunruhen aus, und Kalajew hat an ihnen lebendig und bedeutsam teilgenommen. Er schrieb und druckte Proklamationen, agitierte in der Universität, hielt Reden und endlich trat er als Mitglied in das„Organisations- komitee" ein. Hier wurde er verhaftet, ins Gefängnis gesetzt und nach drei Monaten auf zwei Jahre nach Jekaterinoslaw unter polizeiliche Aufsicht verschickt. Hier hat er sich an das Komitee der Sozialdemokratischen Partei angeschlossen. Nachdem er seine Strafe abgebüßt und kurze Zeit in Warschau geweilt, ging er nach dem Ausland. Im Januar 1992 kam er nach Lemberg. Er wollte eistig studieren und lernen und ließ sich wieder an der Universität imma- trikuliercn, wo er meistens Vorlesungen von der Geschichte und Philosophie hörte. Das Leben war ihm wie immer sehr schwer und er mußte sich von seiner Hände Arbeit nähren: er übersetzte aus dem Russischen inS Polnische oder umgekehrt, schrieb Korrespondenzen, gab Stunden. Dies rettete ihn vor der Not und gab ihm die Möglichkeit, seine jäh unterbrochenen Studien fortzusetzen. Von Lemberg reiste er nach Berlin, aber unterwegs, in der Grenzstadt Myslowitz, wurde er— Juli 1902— von den preußischen Behörden verhaftet. Man fand bei ihm einige Broschüren und Nummern der„Jskra", und das genügte, daß man ihn nach drei Wochen Haft der russischen Regierung ausliefert«, die ihn ins Warschauer Gefängnis warf. Ueber diese völkerrechtswidrige AuS lieferung in der Form einer Ausweisung ist im deutschen Reichstage vielfach gesprochen worden. Diese Haft war der Wendepunkt seines LebenS. Während er bisher der antiterroristischen Sozialdemokratie zuneigte, wurde er von nun an Terrorist. Die Ueberlieferungen der„Narodnaja Wolja" wurden seine Religion. Noch im Sommer desselben Jahres wurde er freigelassen und bis zur Urteilsfällung nach Jaroslaw verschickt. wo er sich mit literarischen Arbeiten beschäftigte und nun erst in Verkehr mit Sozialisten-Revolutionären trat. Wie seltsam es auch klingen mag, aber Gras Bülo« trägt, wie diese biographische Darstellung beweist, in gewissem Betracht Schuld an der Ermordung de« Großfürsten Sergius. In der Tat. weil seine Politik in bezug auf Rußland nur darin besteht, daß er die Unterstützung des russischen Absolutismus und die Sicherung der ganzen Zarenfamilie übernommvio hat und zu diesem Zweck die russischen„Anarchisten" verjagt, so mußte er auch den gefährlichen Kalajew, bloß weil er einige„unlegale" Broschüren bei sich hatte. verhaften lassen. Auf diese Weise hat der deutsche Reichskanzler den wissenschaftlich arbeitenden Sozialdemokraten in die Arme der terro- ristischen Gruppe getrieben. Die widerwärtige Episode der Schnorrer und Verschwörer, die Hetze gegen die Mandelstamm und Silberfarb hat so unerwartet einen tragischen erschütternden Abschluß gefunden. Graf Bülow selbst zwang dem„Schnorrer und Verschwörer" die Waffe in die Hand. Am Mittwoch, den 2. Februar dieses Jahre», so schreibt daS erwähnt« revolutionäre Organ noch, fand ein Ereignis statt, daS am deutlichsten die rührende Zartheit und angeborene Erhaben hett der Gesinnung deS Manne» dartut, den man alz Mörder ver- urteilt hat. Ihm wurde bekannt, daß an diesem Tage abends der Großfürst Sergius nach der kaiserlichen Oper gehe. Mit der Bombe in der Hand wartete Kalajew auf den Großfürsten. Als die Equipage des Großfürsten erschien, hob er die Hand, um die Bombe zu werfen, um sie aber sofort sinken xeS deutschen Volkes im Militärrock noch mehr„herangekriegt" werden sollen als bisher schon, so würde nur Verbitterung hervorgerufen und di» Freudigkeit de» Dienstes vollends herabgedrückt werden.— Im Abgeordnetenhause stritten sich am Sonnabend die Jagdinteressenten lang und breit über das Gesetz betreffend die Verwaltung gemeinschaft- licher Jagdbezirke. Auch die Freisinnigen, die sich sonst so gern als Bauernfreunde aufspielen, hatten nichts mehr da- gegen, daß wie bisher auch in Zukunft die Jagd von dem Gemeindevorsteher nach Gunst und Willkür in geheimem Ner- fahren an den nächsten besten Gutsbesitzer zu billigen Preisen verpachtet wird. Sie hatten zwischen erster und zweiter Lesung ihren Antrag, daß der Zuschlag wenigstens an den Meist- bietenden erfolgen solle, preisgegeben zugunsten eines schwäch- lichen Kompromisses mit Herrenhaus, Regierung und den konservativen Landjunkern des Abgeordnetenhauses, das diesen wieder volle Freiheit ließ, die Bauern zu übervorteilen. Zum Lohne dafür verspottete Herr v. Podbielski noch oben- drein den freisinnig-magistralen Widerstand gegen das Fleisch- beschaugesetz, der ebenso rasch erloschen sei.— Nach Annahme dieses Gesetzes wurden die Sekundärbahnvorlage in dritter Lesung und eine ganze Anzahl kleinerer Vorlagen erledigt. Deren dritte Lesung und Petitionen stehen am Montag auf der Tagesordnung. � Dcutfcbca Reich. Politische Prozesse. Um den Strafvollzug. Der Anfang März vertagte ,. Plötze nsee-Prozeß" wird am Montag vor der vierten Strafkammer des Landgerichts l wieder aufgenommen werden. Es handelt sich um mehrere im„Vorwärts" und in der„Zeit an, Montag" erschienene Artikel, in denen Miß- stände des Strafvollzugs beleuchtet und an der Hand von Spezial- fällen aus Plötzensee die Notwendigkeit einer Abhälfe gegen diese Mißstände begründet wird. Die Justizbehörde— oberster Chef ist Herr Schönstedt!— hat es für angemessen gehalten, die Kritik des heutigen Straf- vollzugsshstems durch Beleidigungsklagen der Beamten und Aerzte in Plötzensee beantlvorten zu lassen. Angeklagt sind unsere Genossen und Redaktionskollegen Paul Büttner und Julius K a l i s k i, ferner der Redakteur der„Zeit an, Montag", Karl S ch n e i d t und der Gewährsmann für die den Artikeln zugrunde liegenden Mten- stücke, Journalist Ahrens. Den Vorsitz wird wieder Landgerichtsdirektor Dr. Oppermann führen. In der Reihe der Verteidiger wird Rechtsanwalt Heine, der genötigt ist, in Trier zu verteidigen, durch Rechtsanwalt Dr. Heine- mann ersetzt, im übrigen Ivird die Verteidigung wieder durch die Rechtsanwälte Dr. Karl Liebknecht, Dr. Holpert und Dr. Löwenstein geführt loerden. Die Nebenkläger werden durch Justizrat Wronker und Rechtsanwalt Chodziesner vertreten sein. Seitens der Angesagten wird die Zuständigkeit der vierten Strafkammer bestritten.' Ursprünglich lautete das Verfahren auf Schneidt und Genossen, später wurde es seitens des Staatsanwalts umrubriziert in Kalisli und Genossen, obschon Kaliski unter der größeren Zahl von inkriminierten Artikeln nur einen einzigen ge- zeichnet hat. Auf diese Art ist der Prozeß statt vor die siebente oder achte Strafkammer vor die vierte gelangt, die als besonders rigoros in politischen Prozessen gilt. Saarabien. Am Montag beginnt gleichfalls vor dem Landgericht Trier erneut die Enthüllung saarabisch-fiskalischer Arbeiterherrlichkeit: Die zweite Auflage des Prozesses Hilger-Krämer. Wie den Lesern bekannt, ist der frühere siskalische Bergmann Krämer- Saarbrücken wegen Abfassung und Verbreitung zweier Flugblätter angeklagt worden, in welchen er die Zustände im Saarbergbau, die bürgerliche Entrechtung der Arbeiter schilderte und sie zur gewerkschaftlichen Organisation aufforderte. Dadurch sollte er die königliche Bergwerksvcrwaltung schwer beleidigt haben; in deren Namen klagte der Direktor Geheimer Bergrat H i l g e r, der auch als Nebenkläger austrat. Der Prozeß spielte sich ab vor der Strafkammer Saarbrücken und gestaltete sich zu einer Sensation durch die Enthüllungen, die er über das„väterliche" Regiment des Fiskus in Saarabien brachte. Aus dem Angeklagten wurde der Ankläger, das„soziale Königtum" saß auf der Armensünderbank. Ueber den Prozeß hat der„Vorwärts"- Verlag als zeitgeschichtliches Dokument die Broschüre„Saarabien vor Gericht" herausgegeben. Trotz des schwerwiegenden Belastungsmaterials fand der Saar- brücker Gerichtshof doch die fiskalische Verwaltung frei von Schuld und Fehl und erklärte sogar, Krämer habe wider besseres Wissen verleumderische Behauptungen aufgestellt; er wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Auf Revision hob das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache— an das Trierer Landgericht. Hauptsächlich geschah die Urteilsaufhebung zwar wegen formeller Verstöße gegen die Prozeßordnung, aber das Reichsgericht tadelt auch leise die nicht genügende Unterscheidung zwischen den be- haupteten Tatsachen, deren statistische Unterlagen richtig seien und den daraus gezogenen Schlüssen. Ferner gibt das Reichsgericht zu erwägen, ob dem Angeklagten als Beauftragten des Bergarbeiterverbandes nicht der§ 193 des Strafgesetzbuchs als Schutz zuzubilligen sei. Insbesondere die letztere Frage ist von höchstem Interesse für die Praxis der Arbeitervertretung. Die Verweisung der Sache nach Trier wird in Saarabien mit Recht als eine Niederlage der klägerischen Partei betrachtet. In- zwischen ist Geheimrat H i l g e r grollend aus dem Staatsdienst geschieden; er dirigiert jetzt die Laurahlltte in Oberschlesien. Der Saarbrücker Staatsanwalt Dr. Freitag, der durch heftige Aus- fälle gegen den Ultramontanismus lebhast auffiel, ist nach E l b e r- feld versetzt. Die Verteidigung Krämers hat wieder Rechtsanwalt W. Heine- Berlin übernommen. Geladen sind zirka 139 Zeugen. Wir werden also nochmals das saarabisch-fiskalische Idyll be- wundern können, gerade zur rechten Zeit, um für den vom Landtage verschandelten Bergarbeiterschutz weiteres vortreffliches Material zu erhalten. Die Euleniurgerei. Graf Botho zu Eulenburg, ehe- maliger preußischer Minister und Mitglied des Herrenhauses, erklärt in dem Blatte, das einst Hammerstein gesinnungsverwandt redigierte: „In der Schrift von Hans Leuß über den Freiherrn Wilhelm v. Hammerstein wird erzählt, dieser habe in einer Versammlung konservativer Notabeln mitgeteilt, daß bei dem Abgange des Grafen Caprivi mir das Amt des Reichskanzlers angeboten worden sei, ich dasselbe aber nur annehmen wolle, lvenn mir die Unter- stützung aller Konservativen bei meiner Absicht gewiß sei. das all- gemeine Wahlrecht auf einige Jahre zu suspendieren. Ob eine solche Mitteilung seitens des Frhrn. v. Hammerstein erfolgt fft, weiß ich nicht; ihr Inhalt ist völlig unwahr." In der„Nation" aber bestätigt Abg. v. G e r l a ch in aus- flihrlicher Darstellung, daß tatsächlich, wie Leuß berichtet, Hammer- stein im Ottober 1894 vor einer Versammlung konservativer und christlich-sozialer Politiker jene Mitteilungen über da» Angebot des Kanzleramts an Eulenburg und über die Absichten Eulenburgs gegen das Reichstags-Wahlrecht gemacht hat. Politisch ist übrigens der historische Vorgang von 1894 nicht erheblich. Die Wahlrechtsfeindschaft der Eulenburge ist ohnehin Taffache._ Wie pensioniert wird. Im„B. T." erzählt Oberst a. D. G a e d k e auS Anlaß der Beratungen über die Militärpensionsgesetze, wie in der Armee pensioniert wird: „Es ist vielleicht einmal erlaubt, mich selb st alsZeugen führen, weil mein Fall durchaus typisch ist und nichts besonders Auffälliges bietet. Ich erhielt also, als ich kurz bor der Beförderung zum Brigadekommandeur stand, die Nachricht, daß der Kaiser mir eine Brigade nicht geben wolle, und zu- gleich den Befehl, daraufhin meine Entschlüsse mitzuteilen. Dieser Wink, der in solchen Fällen stets ergeht, erlaubt kein Mißverständnis, und so meldete ich, daß ich zum Monat Mai mein Mschiedsgesuch einreichen werde. Inzwischen eröffneten sich mir vage Aussichten auf eine andere Ver- Wendung, und als ich daraufhin den Termin zum Einreichen des Abschiedsgesuches bei der Brigade nicht pünktlich innegehalten hatte, erhielt ich sofort den Befehl, mein Abschieds- gesuch uni gehend einzureichen. Selbstverständlich befolgte ich diesen Befehl und erklärte, daß ich zur Fortsetzung des aktiven Militärdienstes unfähig sei, eine Erklärung, die offenbar von meinen zuständigen Vorgesetzten bekräftigt wurde— die mich fteilich noch wenige Monate vorher für völlig dienstfähig erklärt hatten— und so erhielt ich mit Pension meinen Abschied. Ich habe oft mit innerer Heiterkeit daran denken müssen, als ich im vergangenen Jahre den mandschurischen Feldzug mitmachte, der wahrhastig eine Probe auf die Felddienstfähigkeit war. So wie mir ist eS aber drei Viertel aller verabschiedeten Offiziere ergangen; nur etwa ein Viertel von ihnen nimmt den Abschied, weil sie tatsächlich invalide geworden sind, bei allen übrigen ist die Invalidität eine vorgeschützte, um des Anspruches auf das Ruhegehalt nicht verlustig zu gehen." Das bestättgt vollauf die Berechtigung der grundsätzlichen Kritik am gegenwärtigen System der Pensionierungen in der Armee. Wenn Herr Gaedke weiterhin von den vergeblichen Bemühungen spricht, welche einige Mitglieder der Budgetkommission zur Milderung dieses Zustandes aufwenden, so beurteilt er das Verhalten der betreffenden Abgeordneten noch viel zu günstig. Denn tatsächlich hat die Budgetkommission zu§ 4 des Offizierspensionsgesetzes einen Beschluß gefaßt, der den jetzigen Znstand nicht nur santtioniert, sondern noch verschlechtert. Bisher wurde wenigstens die Fiktion aufrecht erhalten, als ob der zu Pensionierende felddienstunfähig sei, jetzt soll die Beibringung eines ärztlichen Attestes überhaupt nicht Erfordernis sein. Anstatt das Gesetz so gestalten, daß nur wirklich Felddienstunfähige pensioniert werden, wäre der Militärbehörde aus- drücklich das Recht gegeben, völlig Gesunde zu verabschieden!— Groß Heil in Jsreal. Unter der Ueberschrift:„Ein preußischer Kammerjunker israelitischen Glaubens" berichtet das israelitische Familienblatt„Die Laubhütte" folgendes:„Der Generalkonsul Max Goldschmidt in Frankfurt a. M., der nach dem Tode seines Schwieger- Vaters Baron Wilhelm v. Rothschild das Recht erhielt, den Adel weiterzuführen und sich v. Goldschmidt-Rothschild zu nennen, hat einen Sohn, der bei den Garde-Dragonern in Karlsruhe als Einjähriger diente. Dieser wurde zum Offiziers- Aspiranten befördert und hatte auch die Absicht und den Wunsch, Offizier zu werden. Aber trotz der Erklärung des Herrn Kriegs- Ministers v. Einem, daß die jüdische Religion keinen Grund znr Äb- lehnung biete, wurde v. Goldschmidt-Rothschild vom Regime nst abgelehnt. Hiervon erfuhr der Kaiser. Der Monarch gab seine Gesinnung in sehr deutlicher Weise kund— er ernannte den jungen v. Goldschmidt-Rothschild zum Kammerjunker. Das Offizier- korps des Regiments verstand diesen zarten Wink: Der Einjährige v. Goldschmidt-Rothschild wurde Offizier!" Um wieviel Prozent Ivird in Israel das monarchische Bewußt- sein emporschnellen, da ein Glaubensgenosse Kammerjunker und Offizier sein darf? Welche Wonnen eröffnen sich den Sprößlingen jüdischer Millionäre, da ganze Offizierkorps ihre Aufnahme unter den Edelsten dulden und beschließen müssen!— Bratwurst-Politik. Aus Koburg wird uns geschrieben: Ein „prattischer Politiker" ist der Landtagsabgeordnete Geh. Kommerziell- rat Dr. Sttupp-Meiningen. Ju einer Versammlung in Schalkau, in welcher er seinen Wahlern Bericht über seine Tängkeit im Land- tage erstattete, machte er den Besuchern in der Weise eine Ueber- raichung, daß sie für das getrunkene Bier und die genossenen B r a t w ü r st e nichts zu bezahlen brauchten, da der Herr Redner die Kosten dafür bereits bezahlt hatte. Der Wahlkreis Schalkau wurde in der letzten Wahlperiode im meiningischen Landtag durcki den Genossen Artur Hofmann ver- treten. Bei der letzten Wahl kandidierte ein Sonneberger Genosse in dem Kreis und unterlag dem reichen Kommerzienrat Dr. Strupp. Der Bezirk ist sehr arm. Das„Sonneberger Tageblatt" fügt der Mitteilung die Bemertting hinzu: Bei allen, denen solche Genüsse nicht alle Tage geboten sind, erweckte die Leutseligkeit ein wohliges Gefühl, das in der zustimmenden Beftiedigung Ausdruck fand.— Ein Kulturvild ultramontaner Erziehung. Man schreibt uns aus dem Grohherzogtum Hessen: Die von der ultramontanen Presse geschürte Verfolgungswut der frommen Katholiken in Worms gegen die Zeugen im Prozeß M a l z i, durch deren wahrheitsgemäße Aussagen die Taten des würdigen Pfaffen ans Licht kamen, steigert sich bis zum Wahn- sinn. Eine grausame Hetze wird gegen die Hauptbelastungszeugen, die Mädchen Zinnnerniann und Schmitt, von feiten der frommen Wormser Katholiken getrieben. Man mißgönnt den beiden Mädchen und ihren Angehörigen sogar das tägliche Brot! Nicht nur, daß der Vater der Zimmermann, ein Schuhmachcrmeister, um seine Kundschaft gebracht wurde, es ist den Hetzern hinter den Kulissen nunmehr auch gelungen, die Hedwig Schmitt, die ihrer Mutter, einer Witwe, den kargen Lebensunterhalt erleichtern sollte, aus ihrer Stellung in einem Wormser Geschüft zu vertreiben. Mit Bedauern und ganz gegen seinen Willen mußte der Geschäftsführer der be- treffenden Firma das Mädchen am Montag fortschicken, wollte er nicht sein Geschäft aufs schwerste schädigen. In das Geschäft kamen täglich insbesondere Bauern aus den katholischen Ortschaften der Umgegend, um ihre brutale Verhetzung gegen das a r m e M ä d ch e n in der für das Geschäft unangenehmsten Weise zu dokumentieren; sie drohten, nie mehr bei der Firma kaufen zu wollen. Und all dieser gemeingefährliche„Terrorismus" einer fana- tisierten, blindgläubigen Volksmenge deshalb, iveil durch die Ver- fehlungen des Pfaffen Malzi an den Kindern und durch deren Aus- sagen ein katholischer Geistlicher ins Gefängnis wanderte. Hätten die Kinder unlvahre Aussagen gemacht und dadurch den Malzi vor dem Richter geschützt, die katholische Kirche hätte ein Mittel, die Ver- zeihung des Himmels den mißbrauchten Kindern zu verschaffen. Man weiß nun auch, wie der„Terrorismus" in Wirklichkeit aussieht, von dem die Zeutrumspresse so leidenschaftlich gern redet.— Die freisinnige Klassenherrschaft im Niirulicrgcr Rathause soll, so wird uns aus Nürnberg geschrieben, auch für die Zukunft aufrecht- erhalten werden. Der Sozialdemokraiische Verein Nürnberg hatte mit Rücksicht auf die im Herbst stattfindenden Ge- meindewahlen beantragt, sie nach Bezirken vorzunehmen und in jedem Wahlbezirke die Zahl der zu wählenden Gemeinde- bevollmächiigtcu nach dem Verhältnis der im Bezirk wohnenden Wähler zu besiimuien. Damit sollte ermöglicht werden, daß die Arbeiterschaft weuigstens einige Vertreter in den von ihr Haupt- sächlich bewohnten Bezirken durchbringcn kann, während sie bei dem gegenwärtigen Listenwahlsystcm vollständig ausgeschaltet wird. Der Antrag wurde abgelehnt mit der Ausrede, daß bei Bezirkswahlen„die Sondcrinteressen zu sehr in die Erscheinung treten" würden. Als ob die ganze jetzige RathauSherrschaft etwas anderes wäre, als die reine Sonderinterefienvertretting I Außerdem wäre es, so wurde weiter„begründet", sehr schwierig,„wenn nicht gar unmöglich", eine richttge Ab- teilung der Bezirke vorzunehmen. Der Magistrat hat aber schon bei allen Landtagswahlen, wo die Wahlmänner-Wahlen nach Bezirken stattfinden, bewiesen, daß er die Wahlbezirks- Geometrie aus dem ff versteht. Ferner hatte der Sozialdemokratische Verein gebeten, allen m Nürnberg heimatsberechtigten und dort ansässigen Personen das Bürgerrecht gebührenfrei zu verleihen. Das Gemeindewahl- recht ist nämlich an den Besitz des Bürgerrechts gebunden, das nnr unter sehr erschwerenden Bedingungen gebührenftei erteilt wird, im übrigen wird eine ziemlich hohe Gebühr erhoben, die von den Minderbemittelten nicht leicht aufgebracht werden kann. Auch hier beschloß der Magistrat die Ablehnung unter faden- scheiniger Begründung. Die nämlichen Herren, die im Magisttat diese Beschlüsse faßten, durch die die stärffte Partei Nürnbergs auch fürderhin von der Vertretung im Ruthause ausgeschlossen werden soll, werden denmächst in der Landtagswahl-Agitation als freisinnige und liberale Agitatoren von Wählerversammlung zu Wähler- Versammlung ziehen und das Proportional-Wahlsysttm als das „gerechteste aller Wahlsysteme" preisen.— Deutsche Justiz in Südwestafrika. Dem Aachener„Echo d. Gegenw." wurde ein Brief aus Südwestafrika zur Verfügung gestellt, in dem u. a. geschildert wird, wie eine Patrouille von einem Unter- offizier und vier Mann auf einem Streifzuge in ein ver- lassenes Hererodorf gekommen war und eine dort angetroffene alte Frau ausWut über die verweigerte Auskunft nach dem Verbleib der übrigen Dorfbewohner aufgeknüpft hat. Der Briefschreiber fährt dann fort: „Es wurde Meldung von diesem Vorkommnis gemacht, die Pattouille sofort verhaftet und ins Lager zurück- transportiert. Später hatten sich Führer und Mann- schasten jener Pattouille vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Der Unteroffizier wurde freigesprochen, die vier Leute zum Tode verurteilt; auf ein Gnadengesuch wurde die Strafe in Zuchthausstrafe von 1ö und 12 Jahren er- mäßigt. Jbr könnt Euch denken, wie es den Leuten bei Ver- kündigung des Urteils zu Mute ward! Wenn ein Deutscher den Hereros in die Hände fällt, so liefern sie ihn ihren Weibern aus. Und diese martern ihn unter den fürchterlichsten Qualen zu Tode. Und den Leuten unserer Truppe muß es so ergehen!" Die„Tägl. Rdsch." bemerkt zu diesem Briefe, daß sein Inhalt, falls er wahr sei, jedenfalls auch dem„Vorwärts" beweisen müsse, daß das„Hunnentum in Südwestafrika„ u n- geheuer streng" geahndet werde. Wir sind leider nicht in der Lage, weder diese speziellen, noch sonstige allgemeine Folgerungen im Sinne der„Tägl. Rdsch." aus dem Vorfall zu ziehen. Zunächst finden wir es gar nicht„ungeheuer streng", wenn Soldaten, die in bestialischer Weise ohne jede Ursache ein alteS Weib ermordeten, dafür mit zwölf und fünfzehn Jahren Zuchthaus befttaft werden. Wohl aber erblicken wir in einer solchen, von vier Soldaten g e- m e i n s a m begangenen Tat einen Beweis so unsäglicher Verrohung, wie ihn vor der kolonialen Aera jeder Kenner des deutschen Volkes für ganz unmöglich gehalten haben würde. Und daß sich der Brieischreiber noch darüber entrüstet, daß eine solch entmenschte Bande ins Zuchthaus wandert, halten wir nicht minder für ein Zeichen kolonialer Sittenverwilderung. Denn selbst angenommen, daß die Hereros gefangene Soldaten barbarisch ermordeten— B e- weise für diese Behauptung sind uns noch nicht zu Gesicht gekommen— müssen deshalb die Truppen zivilisierter Nationen jede Bestialität Auge uni Auge ver- gelten? Bisher glaubte man wenigstens, daß man über die Hunnenmoral des ZUjährigen Krieges denn doch hinaus sei. Dann aber noch eins: Der in dem Briefe erwähnte Fall der Ermordung einer Frau, die sich weigerte, ihre Stammesgenossen zu verraten, scheint nicht der einzige gewesen zu sein. Das„Sprottauer Wochenblatt" veröffentlichte nämlich am 10. November 1904 den Brief eines Sanitätsunteroffizicrs namens Josef Thiel, der folgende Stelle enthielt: „Gestern wurde eine Gefangene gebracht, die nur aus Haut und Knochen bestand. Die Hereros sind nämlich alle schon halb verhungert. Die Gefangene sagte aber trotzdem nicht aus und wurde deswegen gleich erschossen." Wie, gestatten wir uns anzufragen, wurde dieser Mord gesühnt? Hoffentlich unterstützt uns die„Tgl. Rdsch.", die sich ja doch des anderen Falles angenommen hat, in unserenr Bemühen, die Regierung zu einer b e- friedigenden Antwort zu veranlassen. Eine solche Antwort kann freilich nur in der Bekanntgabe des sämtlichen Akteumaterials bestehen!— HuslancL Der Kampf um die Schule in Holland. Unser holländischer Korrespondent schreibt uns: Wie bereits telcgraphisch gemeldet, wurde mit 56 gegen 38 Stimmen von der niederländischen Kammer die Schulgejetz« vorläge angenommen, durch die die„besonderen", d. h. nicht öffentlichen Schulen, die ausschließlich unter konfessioneller Leitung stehen, besondere Lergünstigimgen erfahren. Der Kampf um diese Vorlage war ein sehr harter, er tobte nicht nur im Parlament, sondern auch draußen in der Presse und in Versammlungen, handelte es sich doch dabei um einen politischen Kämpf ersten Ranges, einen Kampf, der bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert währt. Als im ersten Teil des 19. Jahr- Hunderts unter dem Einfluß der Gleichheitsprinzipicn der großen Revolution die Unterdrückungsmaßregeln der Katholiken aufgehoben wurden, wurde nicht nur von den Liberalen, sondern auch von den Katholiken die neutrale Schule gefordert. Im Jahre 1848 wurde denn auch die neutrale Schule durch Gesetz eingeftihrt. Nunmehr jedoch begannen die Orthodox-Evangelischen, die C a l v i n i st e n, mit großer Heftigkeit einen Kampf gegen die neuttale, die„gott- lose" Schule. Als ihre Forderungen, die evangelischen Schulen wiederherzustellen, erfolglos blieben, warfen sie sich auf die Gründung eigener Schulen. Als sie eine Anzahl sog. freier Schulen gegründet hatten, eröffneten sie eine Agitatton für staatliche Subvention. Die öffentlichen Schulen werden,' so argumentierten sie, aus öffentlichen Mitteln unterhalten, die auch von den Christ- lichen mit aufgebracht werden, die von den öffentlichen Schulen keinen Gebrauch machen und selbst für ihren Unterricht sorgen. Diese freien Schulen haben darum den Anspruch darauf, ebenfalls staatlich subventioniert zu werden. Inzwischen hatten auch die Katho- liken Schulen gegründet, und bald kamen Calvinisten und Rönnsche zu der gleichen Forderung. Als im Jahre 1878 die damalige liberale Majoritätein neuesSchulgesetz einführte, das die Forderungen der Christ- lichen unerfüllt ließ, eröffneten Calvinisten und Katholiken nunmehr einen gewaltigen Kampf gegen die öffentliche Schule. Katholische und Calvinisten ttaten allmählich in ein Bündnisverhältnis zur Durch- setzung ihrer Schulforderungeu. Durch die Erweiterung des Wahl- rechtes im Jahre 1883 wurde das orthodoxe Kleinbürgertum ge- stärkt, so daß die calvinisch-katholische Koalition die Mehrheit im Parlament gewann und damit die Regierungsgewalt eroberte. Nattirlich kam alsbald ein neues Schulgesetz, das die„besondere" Schule nunmehr staatlich subventtonierte, und zwar wurde die staatliche Unterstützung auf 3V Proz. der Gesamttosten normiert. Um die Konkurrenz gegen die öffentlichen Schulen noch zu verstärken, erschwerte man die Unentgeltlichkeit des Unterrichts. Auch erhöhte man die Zahl der Schüler pro Lehrer. Die„besondere" Schule gewann nun immer mehr an Terra»«, aber doch nicht in dem gehofften Maße. Von 1875 bis 1899, als We„besonderen" Schulen noch keine Subvention erhielte», vermehrte sich die Zahl der Schüler der öffentlichen Schulen von 386 2S3 auf 464 926, also um 26 Proz., die Zahl der Schüler der„besonderen" Schulen von 123 197 auf 188 062, also um 50 Proz, Nach Einführung der staatlichen Subvention vermehrte sich die Zahl der Schüler der öffentlichen Lehranstalten um 22 Vs Proz,, die der besonderen Schulen um 40 Proz. Betrachtet man den Zeitabschnitt von 1900 bis 1 903 besonders, so betrug die Vermehrung der Schülerzahl der öffentlichen Schulen 10 Proz,, die der konfessionellen Schulen 12 Proz. Mithin hat das Wachstum der Schülerzahl der konfessionellen Schulen ständig ab- genommen und das trotz der staatlichen Subvention, Die reaktionäre Negierung kann deshalb auf andere Mittel, um die besonderen Schulen auf Kosten der öffentlichen Schulen in Blüte zu bringen. Sie legte der zweiten Kammer eine Vorlage vor, wodurch die„Subvenlion der„besonderen" Schulen derartig erhöht wurde, daß jetzt der Staat den Löwenanteil der Schulkosten zu tragen hat. Die Klerikalen können also nunmehr nach Herzenslust Schulen gründen, der Staat muß sie ja bezahlen. Dabei ist zu berück- sichtigen, daß diese konfessionellen Schulen an Leistungsfähigkeit weitaus hinter den öffentlichen zurückstehen. Besonders traurig ist auch der Umstand, daß die Subvention schon für Schulen mit 25 Kindern vom Staate gezahlt werden muß. Da nun, namentlich auf dem flachen Lande, sich die Protestanten in allerhand kleine Gruppen und Sekten zersplittert haben, muß eine entsetzliche Zer- bröckelung des Unterrichts eintreten. Hinzu konimt. daß nunmehr die klerikalen Gemeinderäte ihr möglichstes tun werden, um den öffentlichen Unterricht zu beseitigen,: müssen die Gemeinden doch für die öffentlichen Schulen bis zu 70 Proz. Beitrag bezahlen, während sie zu den Leistungen für die konfessionellen Schulen nicht herangezogen werden. Aus allem ergibt sich, daß die Absicht der Vorlage, die öffentliche Schule nach Möglichkeit zu schädigen, leider nur zu sehr geglückt sein dürfte. Aber dieser Vorstoß gegen die Volksbildung zugunsten einer konfessionellen Verdummung der Massen hat in breiten Kreisen auch lebhafte Beunruhigung hervorgerufen: namentlich auch unter der Lehrerschaft, die einen heftigen Kamps gegen die Vorlage geführt hat.�. Vor allem hat auch die gesamte Arbeiterbewegung den Kampf gegen dies kleriale Gesetz aufgenommen. Hat dieser Kampf, wie die Annahme der Vorlage beweist, einstweilen auch nichts genützt, so wird die Opposition gegen die reaktionäre Regierung durch die Annahme des Gesetzes noch bedeutend an Intensität ge- Winnen. Die Schulfrage ist wiederum in den Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt, und die Sozialdemokratie wird sich die Situation zu nutze machen, indem sie energisch mit ihrer Forderung des allgemeinen unentgeltlichen Unterrichts hervortritt. Eine Resolution in diesem Sinne ist von der Frattion in der Kammer beantragt als Einleitung zu einer allgemeinen Agitation zu den Juniwahlen.— Frankreich. Abberufung des Präfeiten von Limoges. Das Pariser Amtsblatt meldet, daß der Präfett Cassagneau in Lintoges seines Postens enthoben und zum Finanzdirektor des Departements La Manche ernannt worden sei. In dieser Maßnahme wird eine Folge der in betreff der Ruhestörungen in Limoges eingeleiteten Untersuchung erblickt. In den Kreisen der Regierung glaubt man, daß die Entlassung des Präfekten auf die Arbeiterbevölkerung in Limoges beruhigend einwirken wird.— England. Die Bernichwng der Gewerkschaftsvorlage! London, 11. Mai. Wie schwer es dem Proletariat wird, eine einmal erlittene Niederlage wieder gut zu machen, beweist das Schicksal der Gewerkschastsvorlage. Im Sommer 1901 wurde das alte Gewerkschaftsrecht infolge mehrerer ungünstiger Richterentscheide zunichte gemacht. Im Frühjahr 1903 wurde die neue Gewerkschastsvorlage eingebracht, die bei der zweiten Lesung mit 30 Stimmen Mehrheit abgelehnt wurde. Ein Jahr später wurde sie wieder eingebracht und mit 40 Stimmen angenommen, aber die Regierung gab keine Gelegenheit, sie in die Kommissionsberatung zu schicken. Am 10. März 1905 kam die wiederum eingebrachte Vorlage in die 2. Lesung und wurde mit 122 Stimmen Mehrheit angenommen. Angesichts dieser Mehr- heit blieb der Regierung nichts anderes übrig, als die Kommissionsberatung zu gestatten, aber am 8. Mai gelang es den Anhängern der Regierung, einen Zusatzantrag zur Vorlage durchzudrücken, der das ganze Streikrecht illusorisch macht. Wie bereits berichtet, legalisiert der erste Paragraph das Picketing(Streikpostenstehen). Nun wurde zu diesem Paragraphen am 8. Mai folgender Zusatzantrag von der Kommission angenommen: ..... Vorausgesetzt, daß der Streikposten sich sofort ent- fernt, wenn er dazu aufgefordert Ivird von irgend einer Person oder von der Polizei, die an dem Streikposten Anstoß nimmt." Dieser Zusatzantrag wurde mit 26 gegen 22 Stimmen angenommen. Es ist klar, daß er die Streikposten gänzlich ! vom Belieben des Unternehmers abhängig macht. Dem 'Unternehmer ist jeder Streikposten anstößig und doch will ihm das Gesetz das Recht geben, über das Anstößige des Pickesing zu entscheiden. Die Arbeitervertreter erklärten darauf hin, daß sie unter solchen Umständen aufs ganze Gesetz verzichten, denn es würde die ungünstige Lage, die jetzt herrscht, noch ungünsttger gestalten. Norwegen. DaS norwegische Konsulatswesen. Das Spezialkomitee deS Storthings hat nun seinen Entwurf zum Könsulatsgesetz vorgelegt. Das Gesetz soll am 1. Januar 1906 in Kraft treten. An diesem Tage wird Norwegen sein eigenes Konsulatswesen errichten, das, wie im ersten Paragraphen des Entwurfs vorgeschlagen wird, dem- jenigen Regierungödepartcmcnt untergeordnet wird, das der König dazu bestimmt. Das Regierungsdepartemcnt soll die Aufsicht über die Tätigkeit der Konsulate führen. 50 000 Kroncn Apanage für den Prinzen Gustav Adolf hat das Storthing am Mittwoch auf Vorschlag des Budgetkomitees mit 96 gegen 19 Stimmen bewilligt. Unsere Parteigenossen stimmten selbst- verständlich sämtlich gegen die Bewilligung. Ihr Wortführer E r i k s e n sprach unter anderem der Regierung sein Mitleid darüber aus, daß sie sich genötigt sehe, etwas Derartiges vorzu- schlagen. Amerika. Ans Mexiko. Seit dem 1. Mai ist die Goldwährung in Mexiko eingeführt. Im Dezember v. I. erklärte der mexikanische Kongreß sich für die Goldbasis; am 16. April hörte die Freisilberprägung auf. Das amerikanische Bundesamt für Handels- und Arbcitsverhält- niffe hat kürzlich über Mexikos Beziehungen zu den Vereinigten Staaten eine Schrift veröffentlicht, in der die wachsende Bedeutung Mexikos gezeigt wird. Zu gedeihlicher EntWickelung kam der Staat erst seit 1876, seitdem der jetzige Präsident, Porfirio Diaz, an der Spitze der Republik steht. Mit dem Bau von Eisenbahnen und der Anlage von Fabriken begann die neuere wirtschaftliche EntWickelung. Von 1810 bis 1876 wurde Mexiko fast ununterbrochen von Krieg und Unruhen aller Art heimgesucht. Amerikanische Arbeit hat sehr viel Verdienst an dem Aufschwünge der Nachbarrepublik. Amerikanisches Kapital wurde in bedeutendem Maße, in Mexiko angelegt. Wie die Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten gewachsen sind, zeigen einige Zahlen sehr anschaulich. Im Jahre 1873 kauften die Amerikaner von Mexiko Waren im Werte von 4 346 364 Dollar, im Jahre 1904 dagegen das Zehnfache, nämlich für 43 633 275 Dollar. Der Export nach Mexiko stieg in ähnlicher Weise, nämlich von 5 946 839 Dollar auf 45 844 720 Dollar. Der bedeutendste Aufschwung Mexikos fand in den letzten zehn Jahren statt, und die gegenivärtigcn Verhältnisse lassen auf weitere schnelle EntWickelung schließen. In den letzten drei Kalenderjahren kauften ll'.e Ameri- kaner von Mexiko für 123 900 060 Dollar Waren und verkauften an Mexiko für 132 000 900 Dollar. Die politischen Beziehungen zwischen den beiden Republiken lassen nichts zu wünschen übrig.— Die Maifeier in Rußland. Die an diesem Sonntag bevorstehende russische Maifeier weckt bei den Kreaturen des Zarismus starke Befürchtungen, und das schlechte Gewissen erzeugt die seltsamsten Gerüchte. Ein offizielles Telegramm spricht von förmlichen Boinbennianöverv, welche die Arbeiterschaft ausführt: Petersburg, 13. Mai. Die Petersburger Arbeiter sind allem Anschein nach nicht geneigt, beim Maifest Zusammenstöße mit der Polizei hervorzurufen, bereiten sich aber vor, Widerstand zu leisten, falls diese eine friedliche Feier stören sollte. In den letzten Tagen haben mehrere Arbciterversamnckungen stattgefunden, darunter auch eine im Ruinjanzew-Walde, bei welcher sich die Arbeiter im Bomben werfen und Schießen übten. Verschiedene Verbände haben die Stadtdnma ersucht, geeignete Maßnahmen für den Fall eines Zusanmicustoßes und zur Ver- hütung von Blutvergießen zu treffen. Im allgemeinen ist man der Meinung, daß die Polizei eine friedliche Maifeier nicht hindern werde. »» Ucber die Verhandlungen des Semstwo-Kongresses wird der„Voss. Ztg." u. a. geschrieben: Bis Freitag waren 132 und Sonnabend noch 4 Delegierte er- schienen. Die Mehrzahl der 136 Delegierten, nämlich 116, waren Großgrundbesitzer; jeder von ihnen muß mindestens 300 Hektar Land besitzen, da er sonst nicht Delegierter der Provinz-Semstwo hätte werden können. Die Ursache für die EntWickelung zur Demokratie charakterisierte der Abg. Swjetschin(Tschernigow). Er sagte:„Wir müssen von einer künstlichen Schaffung einer Oligarchie absehen, weil der Bauer trotz seiner Anhänglichkeit an den Zaren demokrattsch ist. Der Bauer will seine Angelegenheiten nicht von einer anderen Gescllschaftsschicht bc- sorgen lassen als von der eigenen. Wir dürfen ihm daher nicht mit der Botschaft kommen, von nun an werde nicht mehr der Semski Natschalnik, sondern der Intelligente für ihn sorgen. Er würde sich sofort ans die Seite derer stellen, die behaupten, wir seien Feinde des Zaren und wollten den Bauern ausbeuten. Unsere ganze Be wegung verlöre damit den Boden, darum dürfen wir auch einzig und allein darauf hinarbeiten, daß der neue Staat auf demokratischen Grundlagen ruhe. Kein Klassenwahlrecht, keine Vermögensunterschiede, keine Vorrechte dürfen den Schein erwecken, als wollten wir dem Bauer ins Handwerk pfuschen. Darum müssen wir für ein allgemeines und gleiches Wahlrecht stimmen I" Von den Rednern, die zu diesem Gegenstande das Wort er« griffen, sprachen sich lediglich Schipow und Stachowitsch gegen die Ansichten Swjetschins ans, alle anderen dafür. Von den 136 von der Intelligenz gewählten Abgeordneten aus 25 russischen Gouvernements sprachen sich 125 gegen und 8 für die breiteste Einführung des dcmokrattschen Prinzips in die russische Ge setzgebung aus. � Die Stimmung zwischen den Matrosen der Schwarzmeerflotte. Scbastopol im Mai.(Eig. Ber.) Die revolutionäre Propa- ganda findet einen außerordentlich günstigen Boden unter den Mann- schaften der Kriegsschiffe, die im Hafen von Sebastopol liegen. Die wiederholte Mobilisation der Matrosen für daS Baltische Geschwader erregte in höchstem Grade die Mannschaften, welche schon längst, dank der unaufhörlichen Chikanen seitens der Vor- gesetzten, sehr unzufrieden waren. Da die„Disziplin" in der Flotte noch härter ist als in der Armee, so war es der Agitation nicht schwer, unter den Matrosen der Schwarzmeerflotte Boden zu fassen. Die Agitation wird mittels zahlreicher Aufrufe, propagandistischer und Agitationskreise und Dkassenversammlungen betrieben. In diesem Jahre allein wurden schon 11 Proklamarionen. jede in 1000 bis 2000 Exemplaren, verbreitet. Die Proklamationen rufen großes Interesse hervor. Die Vorgesetzten geraten in außerordentliche Auftegung der Auf- rufe wegen: es wird nach den Verbreitern gefahndet, man verspricht Preise für das Ergreifen der„Uebeltäter", aber es kommt sehr selten vor, daß ein revolutionärer Matrose arretterr wird. Als vor kurzem eine Matrosenkompagnie nach dem Kriegsschauplatz ab- geschickt wurde, verteilte man auf dem Bahnhofe ganz offen revo- lutionäre Aufrufe— und doch ist niemand von den Verteilern fest- genommen worden. Die aufklärende Agitation lvird auch von den — Vorgesetzten eifrig betrieben. Ihre sozialistenfeindlichcn Reden „von den Uebeltätern, die gegen den Zaren kämpfen", lenken die Aufmerksamkeit sogar der unwissenden Matrosen auf die Pro- klamationen. Vor einiger Zeit beabsichtigte die Polizei mit Hülfe der „Schwarzen Bande", die aus Dieben und Verbrechern besteht, in Sebastopol eine Metzelei unter der Intelligenz hervorzurufen. Davon erftihren die Matrosen, die auch in großer Zahl mit Arbeitern zu- sammen„Verteidigungsgruppen" orgmiisiert hatten. Als die Polizei davon Kenntnis bekam, erfolgte ein strikter Befehl an die„Schwarze Bande", sich jeglicher, der Bevölkerung feindlicher Schritte zu enthalten. Ein sehr wichtiger Bestandteil der Agitatton sind die Massen- Versammlungen, an welchen oft 300—400 Matrosen teilnehmen. Da die„Wohnungsverhältnisse" für solche Versammlungen in Sebastopol sehr ungünstig sind, werden sie von Mattosen außerhalb der Stadt in dem Gebirge organisiert. Auf einer Versammlung wurde kürzlich mit 350 Stimmen folgende Resolutton angenommen, die sehr charakteristisch für das klare Klassenbewußtsein der Matrosen ist: Es heißt da: „Wir Matrosen der Schwarzmeerflotte, in der Zahl von 350 versammelt; schließen uns der Stimme des ganzen unter- drückten Rußlands an und fordern, zusammen mit der Vor- känipferin des Proletariats— der sozialdemokrattschen Ar- bciterpartei Rußlands— die Niederwerfung des verhaßten Ab- solutismuS und feine Ersetzung durch eine demokratische Republik. Wir sind überzeugt, daß nur mittels einer Konstituante, die auf Grund deS allgemeinen, direkten und geheimen Wahlrechts einberufen wird, die Selbstherrschaft des Volkes wiederhergestellt sein kann. Wir wissen, daß der Zar nur in seinem eigenen Interesse den Krieg heraufbeschworen hat; darum fordern lvir die unverzügliche Beendigung des Krieges. Mag unsere Stimme sich der Stimme des ganzen erwachten Rußlands anschließen. Mögen nach dem Proteste der Matrosen der Sckswarznlecrflottc die Proteste der ganzen Armee und der Flotte ertönen." Gegen die Mobilmachung. Petersburg, 13. Mai.(Meldung der„Petersburger Telegraphen- Agentur".) Hier ist heute der Vizeadmiral Nazimoff von seinem Burschen durch drei Revolverschüssc getötet worden. Der Grund soll die Entlassung des Burschen gewesen sein, der nun zum Kriege ein- berufen worden war. �_ Stehen Schlachten bevor? Petersburg, 13. Mai. Nach den letzten Meldungen aus der Mandschurei sind mit Rücksicht auf eine neue bevorstehende große Schlacht die Reserven überall herangezogen und verstärkt worden. Die Scharmützel mehren sich von Tag zn Tag. Die Japaner konzentrieren sich zwischen Sinminting und Mulden, die russische Linke verschanzt sich in der Gegend von Kirin. Hongkong, 12. Mai.(Bureau Lassan.) Die hiesigen Be- Hörden erwarte» eine große Seeschlacht i» der Nähe Hongkongs und lassen Ambulanzen und Hospitalbetten in Ordnung bringe«. („Daily Chronicle.") Saigon, 13. Mai.(Meldung der„Agence Havas") Seit de« 9. Mai, an dem Admiral Noschdjestwensky die Vanfongbncht verlassen hat, ist hier keine Nachricht über den Verbleib des russischen Geschwaders eingegangen. Hongkong, 13. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) S i e b z e h n K r i e g s s ch i f f e sind am Mittwoch abend in einer Entfernung von 12 Meilen von Three Kings gesichtet worden. Trans- portschiffe erschienen im Knabepaß, 70 Meilen nördlich von der Kamranhbucht. Zwei TranSportdampfer gesunken. Tschifn, 13. Mai.(Meldung deS Reuterschen Bureaus.) Der japanische Transportdampfer S h e y n t s u- M a r u, der mit Kriegsvorräten beladen nach Niutschwang bestimmt war, stieß am 4. Mai in der Nähe der M i a u t a u- I n s e l n auf eine Mine. Dadurch ist ein Teil des Schiffes weggerissen worden und das Schiff. lvie man glaubt, noch in derselben Nacht im Sturm gesunken. Tokio, 13. Mai.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Der englische Dampfer„Sobralense". von Niutschwang nach Kobe bestimmt, stieß gestern auf der Höhe von Port Arthur auf erne Mine und sank alsbald. Boote aus Port Arthur retteten alle Europäer, die an Bord des Dampfers waren; mehrere nichteuropäische Leute von der Mannschaft und den Passagieren sind,>vie man glaubt, ertrunlen. Man nimmt an, daß der Dampfer in die Zone geraten Ivar, die zu befahren die Schiffe ge- warnt sind. Zum Neutralitätskonfiikt. Tokio, 13. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Komitee der Konftitutionalisten hatte bei dem Ministerpräsidenten Grafen Katsura eine Audienz, um den Fall mit der französischen Neutralität zu besprechen. Graf Katsura versicherte dem Komitee, daß die Regierung ihr bestes zugunsten des Landes täte und legte die verschiedenen Schritte dar, die getan wären. Das Komitee er- stattete der Partei Bericht und dieses sprach ihre Beftiedigung über die Haltung der Regierung aus.— Die in der Handelskammer ein- gebrachte Resolution, betreffend die Boykottierung der französischen Waren ist zurückgezogen worden. parlamentarisches. Dem Reichstag ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Ausgabe von Reichsbanknoten zu 50 und 20 Mk. zugegangen. Die elsässischen Abgeordneten haben mit Unterstützung von Zentrumsmitgliedern einen Gesetzentwurf, betreffend die Verfassung Elsaß-LothringenS, eingebracht. Tins Industrie und Handel. Stettiner„Vulkan". Die Absicht des Stettiner„Vulkan", an der Elbe eine große Schiffswerft zum Bau großer Kriegsschiffe und Ozeandampfer einzurichten, hat in Stettin wenig Beifall gefunden. Man befürchtet dort, daß nach und nach der Hauptteil des Betriebes der..Vulkan"-Gescllschaft sich immer mehr auf die neuen Anlagen an der Elbe konzentrieren wird und schließlich Stettin nur noch eine Nebenrolle spielen könnte. Andererseits scheint aber die Verwaltung des„Vulkan" keineswegs geneigt zu sein, auf ihren Plan zu ver- zichten, da sie sich nicht mit Unrecht sagt, daß, wenn der„Vulkan" seine heutige Stellung unter den großen Schiffswerften behalten null. er zu den beiden großen Häfen an der Nordsee, speziell zu Hamburg, nähere Beziehungen haben muß. Sie hat deshalb an ihre Aktionäre nachstehendes Rundschreiben gerichtet:„Gegen unseren Plan, eine Zweigniederlassung in der Nähe der Nordsee zu errichten, hat eine Anzahl von Interessenten, insbesondere solcher, die Stettiner Lokal- interessen vertreten, sich gelvandt. So sehr unser Unternehmen, das in Stettin erwachsen ist, bestrebt ist, den Wünschen der Heimatstadt dienlich zu sein, so halten wir uns doch nicht für berechtigt, die in- dusttielle Zukunft unserer Gesellschaft von örtlichen Erwägungen abhängig zu machen. In eingehenden Sttldien haben!vir den Plan einer Nordseewerft vorbereitet, den wir der nächsten Hauptvcrsamm- lung vorzulegen beabsichtigen. Unsere kommerziellen Erwägungen beruhen auf der EntWickelung des Nordseeverkehrs und des Wett« bewerbs der Nordscewerften, deni Wunsch eines näheren Anschlusses an die Hanfastädte und der Notwendigkeit, an dem Geschäft der Schiftsausbesserungen in größerem Maße als bisher teilzunehmen. Von technischen Gründen heben wir hervor, daß die Wasserverhält- nisse der Oder und Ostsee unzulänglich sind für den Bau der großen Kriegsschiffe, die von fremden Marinen zurzeit gebraucht werden; sie sind ebenso unzulänglich für moderne Ozeandampfer, deren Ab- Messungen sich von Jahr zu Jahr gewalttg steigern. In dem halben Jahrhundert des Bestehens unserer Gesellschaft haben die gcographi- schen, technischen und wirtschaftlichen Bedingungen unserer Industrie bedeutende Wandlungen erfahren. Unsere Pflicht ist es, die Fol- gerungen zu ziehen und Werke zu schaffen, die den größten Aufgaben gewachsen sind. Wir richten an unsere Attionäre die Bitte, unsere Bestrebungen zu unterstützen und die Anträge, die wir der Haupt- Versammlung unterbreiten werden, wohlwollend aufzunehmen." Zum Wiederausbruch des SchiffahrtSkautpfcs. Das Verhalten der Cunard-Linie gibt dem Leiter des Morganfchen Schiffahrtstrust Anlaß zu einer längeren Veröffentlichung, in der er nach den tele- graphischen Mitteilungen des„Verl. Tagebl." aktenmäßig nachweist, daß Jnverclhde den gegenwärtigen lvie den vorjährigen Streit vom Zaune brach, daß die Cunard-Gesellschaft früher der mechanischen Monopolisierung einzelner Abfahrtstage für einzelne Gesellschaften konstant widersprach, daß Jnverclydes Vater 1896 als Präsident der Cunard-Gesellschaft die Bildung eines englisch- amerikanischen SliiffahrtStrusrs unter Ausschluß der White Star-Linie und unter Führung der Cunard-Gesellschaft in die Wege leitete. Damals habe der alte Jnverclhde einen solchen Zusammenschluß damit begründet. daß solche Ringbildung seitens der regierenden Kreise gewünscht werde. Der junge Jnverclhde sei der International Mercantile Marine-Company nicht beigetreten, weil er mehr Cunard-Aktien und zu noch höherem Preise abzugeben lvünschtc, als die anderen Ge- scllschaftcn zu kaufen gewillt waren. Ferner habe Jnverclhde ein von der englischen Regierung vorgeschlagenes Pvolabkommen beider Gruppen für den amerikanischen Postdienst abgelehnt. Neues sagt damit Herr Jsmay gerat* nicht. Niemand hat wohl daran gezweifelt, daß die Cunard-Linie sich deshalb dem Ab- kommen nicht angeschlossen hat, tveil sie meint außerhalb des Ringes mehr für sich herausschlagen zu können, und daß ihre Leiter, wenn sie morgen zu der Ansicht kämen, es wäre für sie vorteilhafter mit- zumachen, keinen Augenblick zögern würden, ihre vielgerühintc „Selbständigkeit" aufzugeben. Aber lassen sich die Linien, die sich dem Ring angeschlossen haben, nicht genau von denselben Geschäfts- Motiven leiten? Ist denn nicht der Morgansche Schiffahrtstrust zu rücksichtslosester Ausnutzung der Konjunktur und möglichster Hoch- treibung der Passagier- und Frachtpreise gegründet? Wenn ihm das nicht ganz getuilgen ist, so lag es nicht an seinem Willen. In Geldsachen hört eben nach des alten David Hansemanns Ausspruch bei allen Großkapitalisten die Gemütlichkeit auf. Die Attiengesellschnst Mix u. Oleuest hat nach ihrem Geschäfts- bericht im abgelaufenen Jahre ein recht gutes Resultat erzielt. Ob- gleich die Abschreibungen höher sind als im vorigen Jahre, stellt sich der Reingewinn auf 397 144 M.(im vorigen Jahre 366 87g M.), aus dem eine Dividende von 7� Proz. verteilt werden soll, Gewerklcbaftlickes. Zur geplanten Aussperrung im Schneidergewerbe liegen wieder einige Mitteilungen vor, die von allgemeinein Interesse sind. Der Zenttalvorstand des Arbeitgeber-Verbanvbs Warnung. hat innerhalb einer Woche sein drittes Extrablatt heraus- beitern gewünschte Anrufung eines Ginigungsamtes abgelehnt hat. I machten in dieser Verhandlung darauf aufmerksam, daß man hier gegeben, in dem ganz nach Art der vielgehaßten Arbeiter- Der Ausstand dauert fort. mit einer Erscheinung zu tun habe, deren Ursachen man noch nicht agitatoren" die anscheinend immer noch schläfrigen Arbeitgeberfenne. Dr. Munter z. B. wies darauf hin, daß auch bei anderen Eine allgemeine Bauarbeiter- Aussperrung Mitglieder bearbeitet werden. Nur daß man es mit der Versicherungszweigen, z. B. bei der Krankenversicherung, eine ZuWahrheit nicht so genau nimmt und wiederum behauptet, die steht in Dortmund bevor. Am 31. März lief der alte bisher nahme der Beanspruchung zu konstatieren sei. für die Bauarbeiter der verschiedenen Branchen gültige Tarif ab Eine sehr befremdliche Aeußerung wird aus dieser Verhandlung Arbeitsniederlegung der Schneider in Nürnberg bie erfolgen infolge Kündigung durch die Organisationen im Bauberufe. Für von Dr. 3 a cher berichtet, dem Direttor im Statistischen Amie bes mußte, weil die Nürnberger auswärtige Streitarbeit verrichten das Baujahr 1905 wurden 55 Bf. Stundenlohn und 10 stündige Deutschen Reiches. Er argumentierte ganz allein mit dem Schlagsollten sei ein Angriff auf die Arbeitgeber Organisation. Arbeitszeit gefordert, doch waren die Arbeiter geneigt, um einen worte von der Simulation und sagte dabei unter anderem: Welch scharfsinnige Logit doch die Herren entwickeln und wie Tarif zu stande zu bringen, Konzessionen zu machen. Doch das Im Auslande haben sich schon Stimmen erhoben, man bers sie in ihrer bürgerlichen Moral glauben, mit der Ehre der Unternehmertum zeigte nicht genügendes Entgegenkommen, indem es stehe es nicht, warum Deutschland durch seine Arbeiterversicherung Arbeiter spielen zu dürfen! 52 Pf. Stundenlohn für 1 Jahr festgelegt wissen wollte. Es tamen fich gerade die minderwertigen Elemente zu erhalten trachte. Wir wollen nicht hoffen, daß dieser brutale Gedanke, der die In dem legt erschienen Extrablatt, das nach Angabe der jedoch auch noch andere Fragen in Betracht. So wollte das UnterAusschluß der gange Invalidenversicherung in Frage stellt, herrschend werde. Das Arbeitgeberführer den Charakter eines offenen Rundschreibens nehmertum fich namentlich nicht auf Kündigungsfrist einlassen. Die Arbeiter legten deswegen ist der Standpunkt der Barbarei, nach ihm ist es das Vorteilhafteste, trägt, wird angekündigt, daß am Sonntag, den Gewicht auf lettere Forderung, weil das Unternehmertum im die Invaliden einfach ins Wasser zu werfen. 14. Mat, der Beratungsausschuß in Leipzig zusammentritt, winter, wenn die Arbeit nicht so preffiert, die Kündigungsum die endgültige Entscheidung zu treffen. frist ausgefchloffen, im Sommer aber die Arbeiter Für Dienstag, den 16. Mai, sind für alle gebunden wissen wollte. Die Tarifverhandlungen scheiterten" Unter staatlicher Oberaufsicht, staatlich genehmigt für das Ortsgruppen Deutschlands außerordentliche beswegen. ganze Deutsche Reich." Mit dieser irreführenden Reflame fängt die Generalversammlungen einberufen, um die Nun haben die Zimmerer auf verschiedenen Plägen die Arbeit se rankenversicherungstasie für Deutschland( einvon dem Beratungsausschuß ausgegebene nehmertum ihnen in Form eines Korporativvertrages zu gewähren Dumme. Der Münchener Bost" wird von einem dortigen Mitniedergelegt, um durch Einzelstreiks das zu erringen, was das Unter- geschriebene Hülfstasie Nr. 30) zu Bischofswerda Parole entgegenzunehmen. Der Beschluß wird ablehnte. Die Folge war ein Beschluß des Arbeitgeberbundes für gliede der Staffe mitgeteilt, daß es ausgeschlossen wurde, als es Der Beschluß wird am Montag an die Ortsgruppen ausgegeben werden. bas Baugewerbe, alle organisierten Zimmerer auszusperren, wenn wegen Krankheit Unterstützung forderte. Wer Mitglied einer solchen Die Durchführung der notwendigen Maßnahmen" soll die Plagsperren nicht bis Sonnabend, den 13. d. M., aufgehoben Kasse ist und sich vor weiteren Schaden bewahren will, der trete unin den ersten Tagen dieser Woche( 16.- 18. Mai) erfolgen. feien. Auch den christlich- organisierten Zimmerern wurde gekündigt. berzüglich aus, beachte aber genau die im Statut gegebenen VorDb die Herren in Leipzig den Mut oder die Unterstützung Bu gleicher Zeit ging den Maurern folgendes Schrift schriften über den Austritt. ihrer Mitglieder finden werden, bleibt abzuwarten. stück zu: Die Tatsache steht jedenfalls fest, daß es sich bei den Führern dieser Aussperrungsgelüfte um bom Herrendünkel befallene Leute hanbelt, die anscheinend weber ric- noch vorwärts fönnen. Daß es ihnen darum zu tun ist, die verhaẞte Arbeiterorganisation zu vernichten, geht so recht aus ihrem legten Aufruf herbor, worin es u. a. heißt: Nur ein. mal wird sich die Gehülfenorganisation in einen solchen, ihre gesamten Mittel er. schöpfenden Kampf einlassen", und: Biel. leicht rechnet sie auch, in einem eventuellen Kampfe von anderen Gewerkschaften mate. riell unterstütt zu werden. Auch dies wird aber nicht bermögen, ihre Rasse vor der totalen Entleerung zu schüßen und anf Jahre hinaus ihre Bewegungen zu hindern." Klarer und deutlicher fann das Unternehmertum die Tatsache, daß es bom Macht tikel gegen die Arbeiter befallen ist, wohl taum zum Ausdruck bringen. Mögen die Herren indessen, wie sie schreiben, alle Vor bereitungen getroffen haben, die Organisation, der Verband der Schneider, wird auch die kommenden Vorstöße zu parieren wiffen. Eine event. Aussperrung dürfte die Absicht der Scharfmacher, die Organisation zu vernichten, in das gerade Gegenteil berkehren. Am Dienstagabend findet eine öffentliche Versammlung der Schneider im Gewerkschaftshause statt, in welcher Mitteilungen über die neuesten Maßnahmen des Arbeitgeber- Verbandes in München gemacht verden. Ganz besonders sind auch die Herrenschneiber der Friedrichstadt zu dieser Versammlung eingeladen. Berlin und amgegend. Stuffateure! Es ist nicht war, wie die Bolts- Beitung" vorige Woche be richtete, daß im Stuffateurberuf ein gültiger Tarifvertrag zustande gekommen ist. Bis heute liegt tein berartiges Gre gebnis bor und haben erst die Kollegen in der heute annoncierten. Versammlung darüber zu entscheiben, wie wir einen gültigen Vertrag zustande bringen werben! Kollegen! Man bersucht, unsere Lohnbewegung zu berzetteln, man versucht, uns an der Nase herumzuführen! Das darf nicht möglich sein! Keiner von Euch fange daher ein neues Stück Arbeit an! Jeder muß bereit sein, bem folgenschtveren Beschluß ber Montagsversammlung nachzukommen. Wenn man mit uns au ſpielen versucht, so müſſen wir wie ein Mann unfere Ehre wahren. Agitiere jeber Kollege für den Besuch dieser Versammlung! Es gilt, unsere Rechte zu verteidigen! Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stuttateure Deutschlands. Ginen bösen Reinfall erlitten die Potsdamer Bauunternehmer, als fie bei der letzten großer Lohnbewegung nach berühmten Mustern unter schönen Vorspiegelungen auch ungarische Maurer herantodten, um sie als Streitbrecher zu benußen. Nach erhaltener Aufklärung und der Erkenntnis ihrer Täuschung durch die Arbeitgeber weigerten sich die Ungarn, ihren deutschen Kollegen in den Rücken zu fallen und übergaben die Angelegenheit der Organisation, um mit Hilfe derfelben die ihnen entstandenen Reise und sonstigen Unkosten bon ben Unternehmern einzufordern. In Betracht kommen 86 Ungarn mit einer Forderung bon je 98 M., bie ebent. gerichtlich eingeklagt werden soll. Schaden könnte ben fchlauen Unternehmern ein derartiger Dentzettel gar nicht. Deutfches Reich. Zum Werftarbeiterstreit in Flensburg. An die gemeinschaftlichen Kommissionen der zentral und christlichorganisierten Arbeiter im Maurergewerbe. J. A.: Mag Leuterig, Dortmund, Düppelstr. 24. In Beantwortung Ihres Schreibens bon 10. d. M. teilen wir Ihnen mit, baß der Dortmunder Arbeitgeberbund für das Baugewerbe beschlossen hat, daß wir bereit sind, die früheren Verhandlungen mit Ihnen auf Grund des damals festgestellten Lohnfahes von 52 Pf. wieder aufzunehmen, jedoch nur unter der Boraussetzung, daß die ohne ersichtlichen Grund im Ausstand befindlichen 8immerer die Arbeit sofort, spätestens bis Sonnabend dieser Woche wieder aufnehmen. Ist das nicht der Fall, so nehmen wir an, daß die Maurer sich mit ben Zimmerern folidarisch erklären. Weitere Verhandlungen wären alsdann zwecklos, und bemerkt der Arbeitgeberbund hierzu, daß bie Aussperrung der Zimmerer auch gleichzeitig eine solche der Maurer zur Folge haben müßte. Der Vorstand. J. A.: Fr. Schulte. Wir haben es hier also mit einer Aktion zu tun, wie sie bor mehreren Jahren auch von den Unternehmern in Kassel unternommen wurde. Die dortige Aussperrung in allen Bauberufen endete mit einer fläglichen Niederlage des Scharfmachertums. Vielleicht er fundigen sich die Dortmunder Bauunternehmer einmal bei ihren Staffeler Kollegen über die Folgen jenes Geniestreiches. Diese werden ihnen bestätigen können, daß von jener Aussperrung an die Regsamkeit der Kaffeler Arbeiterschaft sich berdoppelt hat. Achtung, Klempner und Installateure! Am Sonntag, 7. Mai, sind die Kollegen von Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg, Karls ruhe und Pforzheim in eine Lohnbewegung zur Erringung eines Tarifvertrages eingetreten. In diesen Städten wurde ein gleich lautender Vertragsentwurf eingereicht, um den Meistern von vorn herein die Ausrede zu nehmen, daß die Konkurrenz der Nachbar stabt es nicht ermögliche, die Arbeitszeit zu berkürzen oder Mindest Löhne einzuführen. Die Hauptforderungen sind: neunstündige Arbeitszeit, Mindestlohne bon 36, 42 und 50 f., einheitliche Zulagen bei auswärtigen Arbeiten, Zuschlag von 25 Broz. für Ueberstunden und 50 Proz. für Nacht- und Sonntagsarbeit. Bir ersuchen mun die Kollegen, den Zuzug von den genannten Orten streng, fern zuhalten, um die Bewegung zu einem guten Ende führen zu fönnen. Deutscher Metallarbeiterverband, neunter Bezirk. Die Bezirksleitung. Im Dresdener Malerstreit steht die Sache für die Ausständigen borzüglich. Der Ausstand hat sich jest auch auf Meißen und andere Orte ausgedehnt. In Dresden haben sich 1320 Maler in die Streiflisten eingetragen, davon arbeiten 340 in 103 Geschäften zu ben neuen Bedingungen; über 100 Gehülfen find abgereift, so baß jept noch etwa 900 im Ausstand verharren. Täglich haben eine Anzahl Meister bewilligt. Da Vor dem Gewerbegericht fand eine Ginigung ftatt, wonach Streit Der Schneiderstreit in Würzburg wurde für beendet erklärt. arbeit an organisierte Arbeiter nicht vergeben werden darf. nur wenig Unorganisierte vorhanden find, haben die Arbeiter ihren Swed erreicht. In Nürnberg dauert jedoch der Streit fort. Die Situation hat sich durch die Hartnädigkeit der Unternehmer bebeutend verschärft. Eine Schneiderversammlung beschloß an der Weigerung, feine Streitarbeit anzufertigen, festzuhalten. Die Geschäftsstelle eines Konsumvereins ist keine öffentliche Verkaufsstelle, so entschied das Landgericht Bochum; deshalb findet das Gesetz über das Feilbieten bon Margarine in gesonderten Räumen feine Anwendung auf Konsumbereine. Der Geschäftsführer des fraglichen Vereins wurde von der Anklage freigesprochen, durch Berkauf von Margarine in dem gleichen Raume, in dem Butter bertauft wird, das Margarinegefeß übertreten zu haben. Ungültige kommunale Gebührenordnung. Zur Dedung der Kosten der Herstellung und Unterhaltung feiner Kanalisation erhebt Homburg v. d. H., wie andere Städte, eine Gebühr. Das betreffende Ortsstatut( Gebührenordnung) bestimmt über die Verteilung: Drei Behntel des aufzubringenden Betrages werden von den Hotelbefizern, Logis- und Gastwirten und denjenigen Fabrikbefizern beziehungsweise Gewerbetreibenden getragen, die eine über das gewöhnliche Maß hinausgehende Wassermenge in das Kanalisationsfiel abführen. Der Berechnung wird die Gewerbesteuer zugrunde gelegt, und zwar für die Hotels, Logisund Gastwirtschaften die volle Steuer, für die übrigen Gewerbebetriebe beziehungsweise Fabriken die halbe Steuer. Gewerbebetriebe mit weniger als 48. Gewerbesteuer bleiben außer Be tracht. Die dann noch aur Deckung der Kosten der Kanalisation erforderliche Summe wird durch Gebühren gedeckt, die nach Maßgabe der Gebäubesteuer zur Erhebung kommen. Anläßlich der Klage eines Hotelbesizers, der die befonders hohe Belastung der Hoteliers, Logis- und Gastwirtschaften für unzulässig erachtete, erklärte das Ober- Verwaltungsgericht am 12. Mai das Ortsstatut Homburgs betreffend die Erhebung von Kanalisationsgebühren mit folgender Begründung für ungültig: Nach dem Kommunalabgaben- Gefeß müßten Gebühren" im Sinne besselben nach festen Normen und Säßen unter Wahrung des Grund sabes der Gleichmäßigkeit erhoben werden. Nun möge es unter Umständen möglich sein, auch unter Berücksichtigung der Gewerbe- und Gebäudesteuer oder einer Kombination beiber einen gefeßmäßigen Maßstab für die Erhebung der Kanalisationsgebühren zu finden. Sier sei er aber nicht gefunden. Der hier gewählte Maßstab toiderspreche den Grundfäßen der Gleichmäßigkeit und der festen Beträge. Bum Beispiel felen die Säße nicht gleichmäßig infofern, als ein Teil der Unkosten der Kanalisation von den Gewerbetreibenden nach Maßgabe der Gewerbesteuer und ein Teil von den anderen Verpflichteten nach Maßgabe der staatlichen Gebäudesteuer aufgebracht werden soll. Es tomme in Betracht, daß zur staatlichen Gebäudesteuer eine Anzahl von Grundstücken, die den Kanal bemußten, nicht herangezogen werde. Andererseits gebe es Personen und Einrichtungen, die zur Gewerbesteuer nicht herangezogen würden und doch in hohem Maße die Kanalisation in Anspruch nähmen, etta Sanatorfen ust. Letzte Nachrichten und Depefchen. fostete, erfolgte gestern abend furz nach 8 Uhr in der Oranien Eine schwere Gasexplosion, die einem Menschen das Leben Straße 108. Dort befindet sich im linten Seitenflügel des zweiten Hofes die Ladieranstalt von Ernst Bauer. Während der Geschäftsinhaber gegen 8 Uhr die Werkstätten verlassen hatte, blieb der Der Malerstreit in Nürnberg- Fürth hat mit einem Erfolge der 35jährige Werkführer Karl Stibbe aus der Lynarstraße 16 mit dem Arbeiter geendet. Der Einigungsvorschlag des Gewerbegerichts wurde Lehrling allein zurüd, um fertiggestellte Malereien noch in einem von Unternehmern und Arbeitern angenommen. Die meisten Trodenofen zu trodnen. Zu diesem Zweck wollte St. die Gasflamme, Forderungen der Arbeiter wurden befriedigt: neunstündige Arbeits- mit der der Ofen angeheizt wird, anstecken. Staum hatte er aber geit, Vergütung der Ueberstunden und Sonntagsarbeit mit 25, der ein Streichholz entzündet, als plöblich eine gewaltige Explosion er= Stunden nach 10 Uhr nachts mit 50 Proz. usw. Die Berfolgte. Die schweren Ofentiren flogen aus den Angeln und trafen einbarungen werben schriftlich niedergelegt und gelten bis ben Wertführer so unglücklich, daß er blutüberströmt zu Boden fiel. 15. April 1908. Die an den Ofen grenzende Seitenwand wurde vollständig eingebrückt und sämtliche Fensterscheiben gertrümmert. Der Lehrling, ber im Augenblick der Explosion sich an der dem Ofen gegenüberliegenden Wasserleitung zu schaffen machte, wurde von einer Tür einige Meter weggeschleudert und blieb an der Ausgangstür liegen. Stibbe lag direkt vor dem Ofen über und über mit Steinen und Gifenteilen bedeckt. Die herbeigerufene Feuerwehr zog ihn unter den Trümmern hervor und schaffte ihn sofort nach der Unfallstation in der Alexandrinenstraße. Sier verstarb er aber bald nach seiner Einlieferung. Der Schädel war ihm völlig zerschlagen. Die Leiche wurde nach dem Schauhaufe gebracht. Stibbe ist berheiratet und Vater von drei Kindern. Husland. Mailand.( Privattelegramm.) In der Porzellanfabril von Fels befinden sich die dort beschäftigten Borzellanarbeiter in einem Abwehrstreit. Die Firma mutete den Arbeitern eine Lohn reduktion von 30 Prozent zu. Der Kampf dauert bereits 14 Tage. Die Borzellanarbeiter Deutschlands werden er fut, jeben guzug nach Mailand zu unterlaffen. Die arbeiterfreundliche Breffe ist gebeten, von Vorstehendem Rotiz Soziales. Budapest, 13. Mai.( B.§.), Das Abgeordnetenhaus bertagte fich heute bis zum 22. Mai. Rom, 18. Mai.( W. T. B.) Die Deputierten. am mer beendete heute die Spezialberatung des Budgets des Austvättigen. Die geheime Abstimmung über dieses Budget wurde auf nächsten Dienstag vertagt. Warschan, 13. Mai.( B. H.) Die Stadt Checin wurde von einer furchtbaren Feuersbrunst heimgesucht. 250 Wohnhäuser samt Nebengebäuden sind niedergebrannt, über 1000 Personen obdachlos. Menschen sind nicht verunglüdt. Am Freitagmorgen legten auch noch die Schiffstischler, die bis dahin weiter gearbeitet hatten, die Arbeit nieber, so daß fest der Maschinenbau vollständig still steht nur in einigen anderen Bert- au nehmen. stätten, die für den eigentlichen Schiffsbau nicht in Betracht kommen, wird der Betrieb durch wenige ungelernte Arbetter notdürftig aufe recht erhalten. Für die Stadt mit ihren 50 000 Einwohnern bedeutet ber Ansstand der 2500 Berftarbeiter eine schwere wirtschaftliche Arbeiterlöhne und Beamtengehälter im Bergbau. Stalamitat. Bis weit in die bürgerlichen Streife hinein ist man über Einer Aufstellung über Bergarbeiterlöhne und Beamtengehälter bie Halsstarrigkeit der Werftleitung empört. Daß die Direktion inmitten der Verhandlungen die Verrufserklärung der ordnungs. im Oberbergamtsbezirt Dortmund entnehmen wir die äußerst begemäß die Werft verlassenden Arbeiter, fogar über die Grenzen merkenswerte Tatsache, daß die Beamtengehälter feit 1890 ganz hinaus, losließ, baß fie zum zweitenmal den Tarif der Arbeiter erheblich stärker angewachsen sind, als die Arbeiterlöhne. Es bebrüst guridvies und sogar den von ihr selbst ins Leben gerufenen trugen nämlich die Löhne der Arbeiter durchschnittlich pro Schicht: Arbeiterausschuß nicht anerkannte, wird allgemein als unwiderleg- 3,49 M. im Jahre 1890 unb 3,98 m. im Jahre 1904, Die licher Berveis dafür angesehen, daß die Werftleitung den Konflitt Steigerung beträgt 14 Proz. Die Gehälter der Beamten( alle planmäßig provoziert hat. Den Arbeitern fann gewiß feine technische Beamten vom Betriebsführer abwärts) 1634 M. jährlich Neigung zu wirtschaftlichen Stämpfen nachgejagt werden; feit 1896 im Jahre 1890 und 2139 Ma im Jahre 1904. Gier beträgt die hat bie Werft teine Lohnbewegung größeren Stils mehr erlebt. Steigerung 31 Proz. Die Bewegung in Rußland. Damals traten 500 bis 600 ungelernte Arbeiter wegen bet Petersburg, 13. Mai.( Meldung der Petersburger TelegraphenForderung eines Mindestlohnes von 30 Pf. in den Ausstand. Ihnen schloffen sich im Laufe der Bewegung andere State Die Mage über das Anwachsen der Invalidenrenten ist jetzt Agentur.) Die Stadtverwaltung hat die Anordnung getroffen, daß gorien an und schließlich streiften 1500 Wann. Sie mußten ein stehendes Thema und das wesentlichste Argument in den Streifen morgen alle städtischen Strankenhäuser und Heilanstalten im Sin ein Vierteljahr im Ausstand verharren, bis sie schließlich die paar aller burautratifchen Sozialpolitiker ist das von der Rentenfucht, bas blid auf die Möglichkeit von Unruhen Aerzte in die verschiedenen Pfennige Zulage erlangten. Die christlichen Brüder befunden von allen tapitalistischen Klopffechtern gierig aufgegriffen wird. In Stadtteile entfenben. Die Stadt hat auch an alle Aerzte, die wieder nach bewährtem Muster Kollegialität und Klaffenfolidarität. ber Bossischen Zeitung" finden wir nun ben Bericht über eine Berliniken und Seilanstalten besigen, das Ersuchen gerichtet, ihr ärzt Der Vorstand des christlichen" Vereins Arbeiterbund" erläßt in handlung der Gesellschaft für soziale Medizin, die dieses Thema in liches Personal in gleicher Weise zur Verfügung zu stellen. Warschau, 18. Mai.( B. 5.) Das revolutionäre Stomitee der bürgerlichen Presse die Erklärung, daß der Verein feine Stellung Verbindung mit der Frage der ärztlichen Atteste behandelte. Dabei zum Streit genommen habe und daß noch eine Anzahl Bundes- machte der Generalarzt Dr. Roetting eine interessante. Mit fällte über eine Anzahl Streitbrecher, Bolizisten und Offiziere mitglieder arbeiten. Andere hätten die Arbeit niederlegen müssen, teilung aus seinen Erfahrungen im Militärsanitätswesen. Danach Todesurteile. An dem Schildermaler Strzelforsty und dem Werk und wenn gar Mitglieder eine Solidaritätserklärung zugunsten der find in einem( nicht näher bezeichneten) Zeitraume die Menten- meister Myersti sind diefelben bereits vollstrect. Stefan Olegija, Streifenden abgegeben hätten, so sei dies für den" Bund" absolut bewilligungen an Militärinvaliden von 8,5 pro Tausend Militärs welcher ein Attentat auf den Polizeimeister Nolten berübte, ist im nicht bindend. Natürlich wird diese Erklärung" von den Mitgliedern auf 18,8 gestiegen. Daß die Militärbehörden in erheblichem Um Gefängnislazarett gestorben. Für den 14. Mai a. St. wird der als Order, nicht mitzuftreiten, aufgefaßt. Die Streitenden haben fange etwa der Rentenfucht zum Opfer gefallen fein tönnten, wirb usbruch eines Streits auf der Eisenbahn und bei der Post ange das Gewerbegericht als Ginigungsamt angerufen; ob die Direktion bo gewiß niemand annehmen. Es handelt sich wahrscheinlich bei fündigt. Die Behörden trafen die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln. einer Einladung zu Verhandlungen Folge leisten wird, bleibt ab- der Zunahme der Invaliden umt eine allgemeine Erscheinung, deren Odeffa, 13. Mai.( V. H.) Im hiesigen Matrosenviertel wurde gutvarten. Ein Telegramm aus Flensburg meldet, baß die Ver- Ursache man erforschen sollte, die man aber unmöglich mit dem eine Werkstätte zur Herstellung von Bomben entdeckt. Bei der waltung der Flensburger Schiffsbaugesellschaft die von den Ar- Schlagwort von der Stentensucht abtun kann. Auch andere Aerzte Durchsuchung wurden sechs Bomben gefunden. Berantro. Red.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantwo.( mit Aus ahme der NeueWelt"-Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsbl Das Anwachsen der Invalidenrenten. Nr. 112. 22. AahrMS. 1. Knlme des„Jorairts" Knlm IsIMIotl Zonvtllg, 14. Mai 1905. Die Landarbeiter in Mecklenburg. Die Leiden mecklenburgischen Lande gehören zu den Gegenden des Deutschen Reiches, die bisher am wenigsten von der kapitalistisch- industriellen EntWickelung erfaßt worden sind. Unter den 2160 Gc- meinden finden wir nicht mehr als S1 Städte, von denen nur vier- zehn über 5000, und von diesen wieder nur sieben iiber 10000 Ein- wohner haben. Die übrigen 37 sind kleine Landstädtchen, deren Hauptbevölkerungsteil aus Ackerbautreibenden und ihren Familien besteht, zwischen denen sich zur Befriedigung der gewerblichen Be- dürfnisse eine Anzahl Kleinhandwerker und Kleinhändler nieder- gelassen hat. Als Honorationen kommen noch einige grotzherzogliche oder städtische Beamte hinzu, ein paar Rechtsanwälte und Aerzte, hin und wieder auch eimge reiche Produktenhändler und kleme Rentiers. Die Großindustrie fehlt in diesen kleinen Stadtgemeinden fast ganz, und auch die eigentliche Hausindustrie, die oft den Landstädtchen der süd- und westdeutschen Gegenden ihr eigenartiges Gepräge ver- leiht, ist nur vereinzelt in schwachen Ansätzen vorhanden. Durchweg sind diese mecklenburgischen Kleinstädte nichts als große Bauerndörfer mit einigem städtischen Zuschnitt und alten städtischen Gerechtsamen; aber ohne wirtschaftliche Selbständigkeit: d. h. sie sind in ihrem Er- werb auf die großen Rittergüter der Umgegend angewiesen. Ent- zögen deren Besitzer den Städtern und Handwerkern dieser Städtchen ihre Aufträge, beschäftigten sie nicht teilweise die Aerzte und Rechtsanwälte, so würde deren Zahl noch mehr zusammenschrumpfen. Unter diesen Umständen zeugt es von einer anerkennenswerten politischen Reife der mecklenburgischen Arbeiterbevölkerung, der städtischen wie der ländlichen, daß nicht nur einer der mecklen- burgtschen Wahlkreise, der Kreis Rostock, seit 18S3 sozialdemokratisch im Reichstage vertreten ist, sondern daß auch in weiteren fünf der sieben mecklenburgischen Kreise der sozialdemokratische Kandidat bei der letzten ReichStagswahl in die Stichwahl gelangte, in zweien mit starker Stimmenmehrheit. Der Erfolg beweist, in welchem Maße der mecklenburgische Landarbeiter der sozialdemokratischen Agitation zugänglich ist. Leider ist die mündliche Agitation außerordentlich erschwert. Wie Mecklenburg in so manchen andern politischen Ein- richtungen hinter den übrigen deutschen Vaterländern herhinkt, so fehlt ihm auch das Versammlungsrecht. Wer eine politische Versammlung abhalten will, bedarf dazu der gütigen Erlaubnis der Hochwohlweisen mecklenburgischen Regierung, und diese erteilt in ihrer väterlichen Besorgtheit um das Verstandesniah ihrer getreuen Untertanen prin- zipiell solche Erlaubnis nicht. Nur in den einer Reichstagswahl vor- aufgehenden Wochen dürfen politische Versaminlungen stattfinden. Umfomehr sieht sich unsere Partei im Obotritenlande auf die schriftliche Agitation angewiesen, und in dieser Erwägung faßte der im September vorigen JahreS in Lübeck abgehaltene mecklen- burgische Parteitag den Beschluß, eine Broschüre über die Lage der Landarbeiter in Mecklenburg herauszugeben, deren Abfassung dem Reichstags« Abgeordneten des Rostocker Kreises, dem Genossen I. Herz selb*) übertragen wurde, der schon vor drei Jahren eine interessante und instruktive Schrift über die mecklenburgische Ver- fassungSgeschichte(Verlag von I. H. W. Dietz, Stuttgart) veröffent- licht hat. Herzfeld beginnt seine Darlegung der mecklenburgischen ländlichen Arbeiterverhälwisie mit einer historischen Einleitung._ Er zeigt, wie es bis zum 17. Jahrhundert einen Landarbeitcrstand in Mecklenburg nicht gab. Die eigene Bewirtschaftung ihrer Ländereien galt den Grundherren nicht für standesgemäß; Hof- und Kriegs- dienst bei einem der vielen deutschen Fürsten bildete meist ihre Bc- schäftigung und ihr Plaisir. Ihre Güter ivurden, in einzelne Hufen zerteilt, von freien ZinSbauern bewirtschaftet, die dem Grundherrn neben einem geringen Geldzins bestimmte Naturalien(Korn, Ge« ftügel, Eier ,c.) als Abgabe zu liefern hatten. Stur ein relativ kleiner Teil der Ländereien blieb in unmittelbarem Besitz der GutShöfe und lvurde von diesen selbst bewirtschaftet. Zur Bestellung dieses Teiles hatte der Bauer durch Frondienste beizutragen, die ihn jedoch, da die Zahl der dienstpflichtigen Bauern im Verhältnis zu dem Umfang der herrschaftlichen Aecker meist recht beträchtlich war. nicht sonder- lich drückten. Im ganzen fiihrte der mecklenburgische Bauer jener Zeit ein recht gemächliches Leben und scheint, nach den wiederholten Verordnungen gegen die„Bauernschlemmerei" zu schließen, nicht selten sich eines gewissen Ueberflusses erfteut zu haben. Dies änderte sich nach Beendigung des dreißigjährigen Krieges, dem in den mecklenburg-pommcrichen Gegenden ein siebzigjähriger Kampf über die Vorherrschaft an der Ostsee folgte. Der Krieg und die in seinem Gefolge sich einstellenden Brand» schatzungen, Hungersnot und Seuchen rafften einen großen Teil der Bevölkerung hinweg. Viele Dörfer wurden eingeäschert. Meilenweit lagen die Felder wüst und leer. Die Grirndherren suchten die verlassenen Aecker wieder in Betrieb zu nehmen. Dazu aber fehlte eS in dem verwüsteten Lande an Arbeitskrästen. Die Herzöge und Ritter suchten deshalb die übriggebliebene Bauernbevölkeruug an die Scholle zu fesseln und ihre Dienstpflichtigkcit auszudehnen. Schon 1654 wurden auf dem Malchiner Landtage von den Herzögen und Ständen die Bauern„als ihrer Herrschaft mit Knecht und Leibeigenschaft samt Wer b und Kindern ver» wandtunddaherihrerPersonselbstnichtmächtig" erklärt. Au« den Bauern wurden Leibeigen«.! und zugleich begann das sogenannte„Bauernlegen", beionders als zu Anfang des siebzehnten Jahrhunderts in steigendem Maße der Ueberaang von der Dreifelderwirtschaft zum Koppelsystem erfolgte, d. h. die Viehzucht eine größere Bedeutung gewann, und damit der Begehr der Gruno- Herren nach Weideland stieg. Waren immerhin noch zwanzig Jahre nach dem westfälischen Frieden 12 000 Baucrnhusen in ritterschast. lichem Besitztum, so sank nun diese Zahl bis zu dem im Jahre 1755 abgeschlossenen»Erbvergleich", durch den die Verfassungskämpfe zwischen den Herzögen und»Rittern" beendet wurden, auf 4900. Wieder aufgehoben wurde die Leibeigenschaft erst 1819, teils infolge der Gärung unter dem Landvolke nach den napoleonischen Kriegen, teils tmf das wiederholte Drängen der Herzöge, auf deren Grundbesitz, dem Domanium, schon vorher das Wirtschaften mit Tagelöhnern und Deputat-Häkern üblich geworden war, und die, da eS den Domanialgütern infolge de? von den Herzögen befolgten Ansiedelungssystems an billigen, freien Arbeitern mcht fehlte, kein Interesse an der«ufrechterhaltung der Leibeigenschast hatten. Die von den Herzögen befolgte Ansiedelungspolitik, der Mecklen- bürg es wesentlich zu danken hat, daß eS von der nur ihren jeweiligen Vorteil kennenden und diesen rücksichtslos verfolgenden Ritterschaft nicht völlig zugrunde gewirtschastet worden ist. wird von Herzfeld, wenngleich er sich über die eigennützigen Motive der Herzöge völlig klar ist, mit einer gewissen Anerkennung geschildert— meines ErachtenS mit Recht. Und nicht minder weiß er in knapper und doch das Wissens- werteste anschaulich hervorhebender Weise darzulegen, wie sich nach Aufhebung der Leibeigenschaft auch auf den Rittergütern ein freier, proletarischer Landarbeiterstand entwickelt, der sich in Tagelöhner, Deputatisten und Einliegcr gliedert. Das Verhältnis dieser Arbeiter- schichten zum Gutsherrn, ihre Rechte, ArbeitSverpflichtiliigen und ihr Einkommen werden von Herzfeld eingehend erörtert, und zwar be- gnügt er sich nicht mit einer allgemeinen zusammenfassenden Schilderung, sondern hat eine Reihe charakteristischer Arbeitsverträge und Gerichtsentscheidungen gesammelt, die er wortlich mitteilt und die einen klaren Einblick in die Lebensführung des mecklenburgischen Landarbeiters gestatten. Der Arbeitszwang, den in anderen deutschen Landesteilen das Agrariertum fett Jahren einzuführen trachtet, ist iin mecklen- •) Landarbeiter in Mecklenburg. Von Josef Herzfeld. Berlin 1905, Verlag: Buchhandlung Vorwärts. 79 Seiten 8°. Preis 60 Pf. burgifchen Lande schon seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht. Eine Verordnung der Landesherren und Stände vom August 1892 be- stimmt,„daß Dienstboten, Hostagelöhner, Deputatisten, Hofgänger, welche sich einer der in der Verordnung von> 15. Juli 1885 angeführten Uebertretungen schuldig machen(d. h. den Dienst verlassen, die Arbeit versagen ober niederlegen, den Gehorsam verweigern, die Hausordnung in grober Weise verletzen) oder welche einen kontraktlich angenommenen Dienst nicht antreten, auf Antrag deS Die st Herrn(ohne vorgängige Anhörung des Tagelöhners usw.) polizeilich durch die Ortsobrigkeit des Dien st- ortS(also durch die Domanial-Amtsverwalter oder die ritterschast- lichen Amtsvorstcher) zur Erfüllung ihrer Dien st Pflicht angehalten lv erden. Der polizeiliche Zwang er- folgt durch Androhung und Voll st reckung einer Geld- oder Haftstrafe oder durch unmittelbare Zurückführung bezw. Zuführung in den Dienst." Und dieses mittelalierlich-polizelliche Verfahren, gegen das es keine Anrufung der Gerichte gibt, hat man durch Verordnung vom 24. April 1900 weiterhin ausgedehnt«auf sonstige land- und for st wirtschaftliche Arbeiter. welchen der Arbeitgeber für die Zeit, für welche sie sich zur Arbeit verpflichtet haben, ein dauerndes Unterkommen gewährt, sofern es sich nicht um ein im Voraus nicht länger als auf die Dauer einer Woche be- rechneteS Arbeitsverhältnis handelt." Auch die Arbeitgeber, und zwar die landwirtschaftlichen wie die gewerblichen lein direkter Verstoß gegen die Gewerbe-Ordnung), die solche Arbeiter beschäftigen,„von denen sie wissen oder den Um- ständen nach hätten annehmen müssen, daß sie ihr bisheriges Arbeits- Verhältnis ohne Rechtsgrund verlassen haben", werden mit Geldstrafen bis 150 M. oder mit Haft bis zu zwei Wochen bestraft. Und diese eigenartige Verordnungspraxis wird durch eine nicht minder eigen- artige Rechtsprechung der niecklenburgischcn Gerichte wirkungsvoll ergänzt. Was auch der Gutsherr verschuldet hat: ob er feinen Ar- beiter geprügelt oder beschimpft, den Lohn widerrechtlich zurück- behalten oder seinen»Untergebenen" in Verruf erklärt hat, die Ge« richte finden unter Berufung auf das angestammte„patriarchalische Verhältnis" fast immer, daß er in„gutem Glauben" gehandelt hat. Für die Erkenntnis der heutigen mecklenburgischen Landarbeiter- Verhältnisse und ihrer Entstehung ist Herzfelds Schrift von entschiede« nem Wert. Wer sich über diese Verhältnisse unterrichten will, der findet auf knappen» Raum eine übersichtliche, zuverlässige Darstelluug, die geschickt die charakteristischen Eigenheiten der mecklenburgischen Ent- Wickelung hervortreten läßt. Auch die Fassung ist eine populäre. Vermißt habe ich aber in der Broschüre, die doch zur Agitation unter der mecklenburgischen Landbevölkerung bestimmt ist, eine Er- läuterung des Nutzens der sozialdemokratischen Besttebungen für die Landarbeiter. Zur Erzielung einer nachhaltigen agitatorischen Wirkung müßte sie meines Trachtens mehr vom Sozialismus enthalte»». Hcrzfeld hat sich, voi» ewigen kleineren gelegent- lichen Hinweisen auf die Vertretnng der Landarbeiterinteressen durch die Sozialdemokratie abgesehen, darauf beschränkt, zum Schlüsse die auf dem im vorigen Jahre ab- gehaltenen preußischen Parteitag gefaßten Beschlüsse betreffs der Landarbeiter-, WohnungS- und Schillfrage zum Abdruck zu bringen, ohne irgendwelche Erläuterung der Bedeutung dieser Beschlüsse für die Landarbciterschast. Das ist etwas zu wenig. Es hätte gezeigt werden niüssen, inwiefern bisse Forderungen, sobald sie Gesetzeskraft erlangen, die Lage der inecklenbllrgischcn Landarbeiter grlmdlich verändern würden; und es hätte weiter darauf hii»gewiesen werden»nüssen, wie als Ziel unserer Forderungen sich der genossen- schastliche Großbetrieb ergibt. _ H. 0. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 13. Mai 1905. ReichserbschaftSstcuer. Herrn v. StcngcIS ReichSerbschastssteuer-Projekt.— Die Erblchaftssteuer in den einzelnen deutschen Staaten.-» Englands und Frankreichs Erdschasts stcuer-Gcsetze.— Die NeichSerbschastssteucr und daZ Erfurter Programm.— Steigerung der indirekten Steuern.— Widerstand des ländlichen Groß grundbesttzeS und des großen mobilen Kapitals. Herr v. Stengel, der aus Bayern herübergeholte neue Reichs- schatzsekretär, plant ein Reichscrbschaftssteuer-Gesetz, das, wenn irgend möglich, noch in der Hcrbstsaison dem Reichstage vorgelegt werden soll. Preußens Finanzgröße. Freiherr v. Rheinvaben, ist zwar, wie verlautet, mit einigen seiner agrarischen Kollegen gegen das Projekt eingenommen, und in Anbetracht der geistigen Abhängigkeit dieser Herren von den Steueranfichten des großen»»»obilcn und noch mehr deS«»»mobilen Kapitalöj scheint diese Stellungnahme durchaus be- greiflich; aber Herr v. Stengel weiß keinen anderen Weg, der aus des Reiches Finanznot herausführt und die erforderlichen Mittel für die projektierten HeereScrwciterungen und Flottenbautcn zur Verfügung stellt. Sollen die in den Kriegs- und Martneministerien in gegen- seifigem unverdrossenen Wetteifer ausgebrüteten neuen Pläi»e auch nur zum Teil zur Ausführung gelangen, bedarf es neuer großer Mittel. Sicher ist zwar, daß, wenn im März nächsten JahreS ver neue Zolltarif in Kraft tritt, die Zölle und Verbrauchsabgaben einen ansehnlichen Mehrcrtrag abwerfen< werden; aber wenn auch noch nicht abzusehen»st, wie hoch sich dieser Betrag stellen wird, so ist doch bereits sicher, daß er in keinem Fall dazu ausreicht, die voraus- sichtliche Steigerung der Mehrausgaben des Reiches zu decken. AuS einer Erhöhuiig der Luxussteuern lassen sich aber, selbst wenn der Widerstand der nach Einfluß und Besitz maßgebenden oberen Schichten der Nation nicht in Bestacht käme, größere Mittel nicht herausholen und für die Diirchfetzung einer bestächtlich höheren Be- lastung des Tabaks, Bieres und des Branntweins, die ohnehin heute schon einen jährlichen Ertrag von über 863 Millionen Mark liefern, besteht im Reichstage keine Aussicht. So hat denn Herr v. Ste>»gel In feiner Verlegenheit auf das alte Projekt einer ReichSerbschastS' fteuer zurückgegriffen. Wie der Entwurf aussieht,»st noch nicht bekannt. Ein rheinisches Blatt will erfahren haben, daß bcabsichfigt ist, die ReichSerbschastS steuer so zu gestalten, daß s»e ungefähr 100 Millionen Mark jährlich einbringt und daß zu diesem Zweck die Steueranfätze und VerwandtschaftS- Ab- stufungen des elsaß-lothringischen ErbschaftS- steuer-Gesetzes zugrunde� gelegt werden sollen; jedoch derart, daß bei großen ErbschastSbeträgen eine progressive Erhöhting der Sätze mstitt, die im elsaß-lothringischen System fehlt. Nach den vom Gehcimrat G. Schanz im Conradschcn Handwörterbuib der StaatSivissenschaftei» angestellten Berechnungen hat im Durchschnitt der Jahre 1894/96 die Erbschastösteuer in Elsaß-Lothrmgen 1,91 M. pro Kopf der Bevölkerung erbracht, da aber infolge der zunehmenden Wohlhabenheit der Erstaa allmählich steigt, so darf man annehmen, daß er sich zur Zeit auf über 2 Mark pro Kopf stellt. Run ist allerdings nicht überall die Bevölkerung Deutschlands so wohlhabend wie in Elsaß- Lothringen, aber dafür soll, wie schon oben erwähnt wurde, in der geplanten RcichserVschaftssteuer be, größeren Vermögen eine Pro- gresston der Sätze eintreten' eS dürfte also tatsächlich auf emen Ertrag von über hundert Millionen Mark pro Jahr zu rechnen sein. E»n Hindernis der Einführung bieten die schon bestehenden Erbschaftssteuern in den einzelnen Bundesstaaten— jedoch läßt sich dieses Hemmnis, wem, nur dazu der Wille vorhanden»st. leicht über- winden. Die Einzelstaaten müpten sehen, wie sie Ersatz für diesen Ein- nahmeposten fänden. Selbst wenn ihnen aber eine Entschädigung resp. Rückvergütuilg zugebilligt ivfirde— ein Weg, der hoffentlich nicht beschritten wird, so würde noch immer eil» erheblicher Betrag für den ReichSfiskuS übrig bleibe»� denn nach der schon erwähnte» Berechnung des Professors Schanz beträgt der durchschnrtt- liche ErbschaftS st euer-Ertrag in» Deutschen Reich i»ur42P f. proKopf; es würden also selbst dann, wenn eine Rückvergütung in dieser Höhe beschlossen»vürde, dem Reich noch immer über 75 Proz. des Gesamtertrages verbleiben. Eingeführt ist zur Zeit die Erbschaftsstelier in fast allen deutschen Staaten; nur Meckle»»burg-Strelitz und Waldeck kennen sie nicht. Durchweg sind aber die Steuersätze und den» entsprechend auch die Erträge sehr»näßig; nur in den Hansestädten Hamburg und Bremen ragen die Erträge noch über die des Reich-landes hinaus. In Hamburg stellte sich 1894/96 der Ertrag pro Kopf der Bevölkerung nach der Schanzschen Rechnung auf 2,74 M., in Bremen auf 1,99 M., in Elsatz-Lothringen auf 1,91 M., in Koburg-Gotha auf 0,58 M., in Baden auf 0,52 M., in Hessen auf 0,46 M.. in Bayern auf 0,42 M., in Württemberg auf 0,41 M. und in Preußen, wie das bei dem Einfluß des Junkertums auf die Steuerpolitik begreiflich ist, nur ailf 0,28 M. Mecklenburg-Schwerin und einige der kleinen thürin- gischen Staaten stehen allerdings Preußen noch nach. In England, dessen Steuergesetzgebung, trotzdem dort die Legende vom sozialen Königtun» keinen Kurswert hat, sozial- politisch auf einer weit höheren Stufe steht, als die der deutschen Staaten und vor allem Preußens, erbringt die aus der Es wie Duty, der Legacy Duty und der Succession Duty bestehende Erbschaftssteuer ungefähr das 14fache deS ' efamtertra g e s, den s ämt liche d eutsch en Einz el» staaten aus der Erbschaftssteuer erzielen. Die Estats vnty betrügt für kleine Vermögen bis 10 000 M. nur Proz., steigt dam» aber allmählich, bis sie bei Vermögen von 20 Millionen Marl das Maximum von 8 Proz. erreicht. Außerdem zahlen Erben, die nicht in direkter Linie mit dem Erblasser ver- wandt sind, noch eine beträchtliche Legat- und SuccessionSsteuer. Tatsächlich stellt sich denn auch in England der aus der Erbschafts» steuer fließende Jahressteuererttag auf ca. 6,60 M. pro Kopf der Bevölkerung. In Frankreich, wo bereits Kinder, die von ihren Eltern erben, l'/» Proz., Ehegatten, die von einander erben, 8'/« Proz. und Ge- schwister S Vg Proz. zu zahlen haben, stellt sich der Ertrag aus beinahe 4 M. pro Kopf; und auch fast alle übrigen Kulturstaaten Westeuropas: Belgien, Holland, Italien, Spanien, Oesterreich usw. haben weit höhere Erbschaftssteuern als Deutschland. muß natürlich die Veröffentlichung der geplanten Gesetz- vorlagen abgewartet werden, ehe sich über diese urteilen läßt. Prinzipiell hat jedoch die Sozialdemokratte gegen eine Reichs- erbjchaftssteuer nichts einzuwenden. DaS Erfurter Programm fordert neben der stufenweis steigenden Einkommen- und Vermögenssteuer die„Erbschaftssteuer, stufenweise steigend nach Umfang deS Erbguts und nach dem Grade der Ver» w a n d t s ch a f t". Solange der Staat die kapitalistische Wirt» schast sichert, so lange er dem einzelnen die Erhaltung und Bcschiitzung seines Besitzes garanfiert, hat er hierfür eine entsprechende Entschädigung zu fordem, und neben der pro- gresstven Einkommensteuer gibt es keine gerechtere Steuer, als die vom unverdienten Vermögenszuwachs, der dem Erben ohne seine Arbeit gemäß dem vom Staate garanfierten und von ihm aus- geführten Erbrecht zufällt, zumal wenn die vom Erbe erhobene Steuer„ach dessen Größe und nach dem Grade der Verwandtschast abgestuft wird. Die Arbeiter als Klasse stehen dem Erbrecht völlig kühl gegenüber. Sie müssen ihren Weg durchs Leben machen ohne Vermögensstiitze; sie erben weder, noch haben sie etwas NennenS- wertes$»» vererben; wohl aber fordert selbst im kapitalistischen Staat die Billigkeit, daß jene, die von den Funktionen des Staates, von seiner Aufrechterhaltung des heufigen Wirtschaftssystems und seinen die private Vermögensansammlung und-Vererbung sichernden Rechtsinstitufionen den größten, wem» nicht alleinigen Vorteil haben, auch den größten Teil der zur Erhaltung dieses Staates erforder» lichen Kosten trage»». Zu diesen allgemein prinzipiellen Erwägungen kommen jedoch verschiedene spezielle, die sich aus dem Verhalwis des Reiches zu den deutschen Einzelstaaten und deren Steuerpolitik ergeben. Durch eine Reichserbschaftssteuer würde der geltenoe Grundsatz, daß die direkten Steuern den Einzelstaaten überlassen bleiben, durchbrochen werden: ein Grundsatz, der bisher diese Steuerkategorie der mehr demokrafischei» Reichsgesetzgebung völlig entrückt und sie den Land- tagen der Einzelstaaten überlassen hat, die sie infolge ihres meist ganz- oder halbfeudalen Charakters so ausgestattet haben, daß der große Grundbesitz wie das große in Bergwerken angelegte Kapital möglichst wenig getroffen wurden. Nur in einem so feudalen Parlament, Ivie dem preußischen Landtage, konnte Miquel die Aufhebung der Grund-, Gebäude- und BergwerkSstcuer als Staatssteuer durchsetzen; im Reichstage wäre eine solche Gesetzgebung nicht möglich gewesen. Andererseits aber hatte diese Steuerteilung zwischen dem Reichs» tage und den Einzel- Landtagen zur Folge. daß mit den zu- nehmenden ReichSauSgaben die indirekten Steuern. namentlich die den kleinen Mann weit stärker als den wohlhabenden be- lastenden Zölle und Verbrauchssteuern immer mehr gesteigert tvurden. 1878/79 erg ab en, wie sch on erwähnt wurde. die Zölle und Verbrauchssteuern nur erst 235,5. 190 4 schon 848,6 Millionen Mark, und dieser Ertrag wird voraussichtlich bald wach Inkraftsetzung des neuen Zolltarifs auf eine Milliarde anwachsen. In den letzten 25 Jahren ist also der Erttag aus diesen Steuern um 266 Prozent gestiegen, während die Bevölkerung im gleichen Zeitraum nur um 33 Prozent zugenommen hat. Wenn also die Steuerrechts- sphäre des Reichstages gegenüber dem der Landtage etwas weiter ausgedehnt würde, könnte das sicherlich nicht schaden. Und außer» dem kommt in Bettacht, daß eine Reichserbschaftssteuer wahrfchein- lich früher oder später auch«ine Reichsvermögenssteuer nach sich ziehen»vird. Indes allzu sicher ist noch nicht, daß eine ReichSerbschastSsteuer zustande kommt,»ind daß, wenn sie Gesetzesttast erlangt, sie nicht eine Fassung erhält, die sie zu einer Karikatur stempelt. Den Konservativen ist jede Erbschaftssteuer höchst unsympathisch, vor allem aber eine Reichserbschaftssteuer. Sie haben wirtschaftlich kein Jnter- effe daran, die Steuersphäre des Reichstages gegeiiüber jener der Landtage, in denen sie dominieren, zu erweitern und den Ausbau der direkten Steuen» zu begünstigen; stehen sie sich doch bei Er- höhungen der Zölle und Verbrauchsabgaben»veit besser, denn erstens kommt von diesen ein weit geringerer Anteil ans sie, und zweiten« haben sie von den Zollerhöhungen auf landwirtschaftliche Produkte insofern, als dadurch deren Inlandspreise rünstlich gesteigert werden, obendrein noch einen ansehnlichen baren BorteU. Außerdem aber fiirchten sie, daß die Reichserbschaftssteuer die Konttollierung der Eintommensteuer erleichtert, und daß ferner bei der Vererbung des ländlichen Großgrundbesitze« die Steuer, wie eS sich gebührt, nach den» vollen Verkaufswert bemessen werden könnt«. Und das alle traditionelle Privilegium der gesetzlichen wie un- gesetzlichen Steuerziehung wollen sie sich nicht nehmen lasten. Ebensowenig paßt dem großen mobilen Kapital ein Gesetz, das es zu stärkeren Beiträgen an den Staatssäckel heranzieht: der Staat soll eS zwar in seiner Mehrwertproduktton gegen die Ansprüche der Arbeiterklasse schützen, doch die Kosten diese« Schutzes will es nicht selbst tragen— die sollen dem Ausgebeuteten abgezwackt werden. Charakteristisch ist, daß bereits ein Teil der kapitalistischen Presse gegen das Projekt Sturm läuft, voran natürlich die„Freie deutsche Presse", der Foetu« der ehemaligen Richterschen»Freisinnigen Zeitung". Der ländliche Großgrundbesitzer wie die Finanz- und Jndusttie- bourgeoisie haben aber nicht nur in Preußen, sondern auch auf die Regienrngen der meisten übrigen BiinoeSstaaten den größten Einfluß, und eS ist deshalb kaum darauf z» rechnen, daß die Reich«- erbschaftsstcuer in einer Form zustande kommt, die diesen, Kreise nennenswerte Lasten anflegt. Jedenfalls darf als .....--" bei dieser f sicher gelten, daß dem Junkertum auch »Gelegenheit afteefei Extrawürste gebraten werden; sei es mun, daß bei der Vererbung| Konsumbereine auf etwa ein Drittel ihrer bisherigen Steuern| Tägliche Rundschau" glaubt doch nicht, daß wie den Zentralverband nicht der richtige Verkaufswert der Liegenschaften, sondern irgend reduziert, teilweise auch auf noch weniger, denn das Halbe Prozent der Scharfmacher mit folcher Liebe umfangen, um mit Wut eine ein fiktiver nach dem Reinertrag berechneter, unter dem tatsächlichen war nur der mögliche Höchst fah. Bis zu 100 000 M. Umjab be- Einrichtung zu verfolgen, die die Großkapitalisten als ein Herr Wert möglichst weit zurückbleibender sogen. Ertragswert" zur Be- trägt die Umsatzsteuer, wie sie beschlossen ist, nur höchstens to Broz., schaftsmittel der Arbeiterorganisationen bezeichnen. Steuerung herangezogen wird, oder aber, daß man gewisse Bruch- also von 100 000 m. höchstens 100 m. Diese im Verhältnis zu teile des in Grundbesitz bestehenden Vermögens unter irgend welcher den bisher gezahlten Steuern nur geringfügige Steuer follte also trauensmann in Eimbeckhausen eine öffentliche Wählerversammlung Zur Reichstags- Erfahwahl im Kreise Hameln wollte unser Ver. Formel von der Steuer ausschließt. Wenn es ihren Vorteil gilt, nach meinem Antrage die einzige Steuer sein. Mein Antrag trauensmann in Eimbeckhausen eine öffentliche Wählerversammlung find die Edelsten der Nation immer sehr erfinderisch. tourde abgelehnt. Abgelehnt wurde auch mein Antrag, die geforderte unter freiem Himmel veranstalten, da uns dort kein Lokal zur VerSteuer auf alle Einkaufsgenossenschaften, auch die landwirtschaft- fügung gestellt wurde. Die Versammlung wurde vom Landrat in Springe verboten, weil er von ihr eine Gefährdung der öffentlichen lichen, auszudehnen. Ruhe und Sicherheit befürchtet. Aus der Partei. Die Umsatzsteuerfrage. I Tat. Nach Ablehnung dieser meiner Anträge habe ich gegen die ganze von der Regierung geforderte Umsatzsteuer gestimmt. Totenliste der Partei. In Leipzig starb im Alter von 38 Jahren Zur Klarstellung" ersucht uns Genosse Peus, das folgende zu Dies die Tatsachen der Gesetzesvorlage gegenüber. Was ich sowohl in der Gewerkschaft wie in der Partei hervorragend tätig und der Steinmetz Felig Lange an der Lungenschwindsucht. Er war beröffentlichen: Eine Durchsicht der Parteipresse in demjenigen Teile, der mir daß volle Steuerfreiheit für die Konsumbereine nicht zu fordern sei, Stadt und der Preßkommission der Leipziger Volkszeitung" an nun noch weiter getan habe, ist dies: Ich habe in der Auffassung, gehörte längere Zeit dem Vorstande des Wahlvereins für Leipzig bisher wegen Arbeitsüberbürdung nicht zu Gesicht gekommen war erklärt, daß ich solche mäßige, auf keinen Fall zu er- In seiner Berufsorganisation hat er gleichfalls verschiedene Ver oder mit dem die Redaktion des Bolfsblatts für Anhalt" nicht höhende am umfaß gemessene Besteuerung der trauensstellungen bekleidet. tauscht, hat mir gestern anläßlich meiner Anwesenheit im Reichstage Konsumbereinsbetriebe, die am Reingewinn nicht ge die Tatsache vor Augen geführt, daß über mein Tun hinsichtlich der messen werden könnten, weil sie den verschwinden machen können, Ein Führer durch das Krankenversicherungs- Gesek ist soeben Konsumvereinsbesteuerung ganz falsche Darstellungen beziv. Auf- für zulässig, ja gerecht ansehen könne. Ich ging dabei davon aus, im Verlage der Buchhandlung Vorwärts zum Preise von fassungen im Umlauf sind. Gestatten Sie mir daher, daß ich in aller daß die Steuern niederkonkurrierter Betriebe wieder ersetzt werden 30 Pf. erschienen. Kürze vor der ganzen Partei die Tatsachen feststelle. müßten. Sodann bin ich der Ueberzeugung, daß die Besteuerung der Konsumvereine sich unter die Forderung der Vermögenssteuer subsummieren Taffe, indem es sich um das Anlage- und Betriebskapital der Vereine als Steuerobjekt handle. Das ist alles. Die anhaltische Regierung verlangte in ihrem neuen GemeindeAbgaben- Gesetz die fakultative Möglichkeit für einige Sondersteuern auf Betriebe, bei denen kein Reingewinn in die Erscheinung zu treten braucht. Darunter befand sich auch eine Konsumvereins- Umsatzfteuer bis zu 1 Proz., die neben der bisherigen Einkommen- und Gewerbesteuer fakultativ sollte zur Erhebung gebracht werden dürfen. Im anhaltischen Landtage sind wir zwei Sozialdemokraten. Neben uns stehen in manchen Fragen zwei Entſchieden- Liberale. Uns gegenüber 32 Nationalliberale und Konservative. Die VorTage der Regierung zu Fall zu bringen, war daher gar nicht möglich. Und so arbeitete ich denn darauf hin, das drohende Uebel möglichst zu verkleinern. Erstens stellte ich den Antrag, den Höchstsah von 1 Proz. auf ½ Proz. herunterzuseßen. Das gelang mir. Mehr zu schaffen, war ganz unmöglich. Dann stellte ich ferner den Antrag, daß, wenn Umsatzsteuer erhoben werde, dafür die Ein= tommen- und Gewerbesteuern fortfallen follten. Die Regierung hätte nämlich gesagt, es fehle bei Konsumvereinen an einem geeigneten Besteuerungs maßstab. Der Reingewinn oder Ueberschuß sei keiner, denn der liege in der Willkür der Verwaltungen. Deshalb nahm ich sie beim Wort und verlangte nur eine einzige am Umfab gemessene Betriebssteuer. Wäre mein Antrag angenommen worden, hätten sich die Steuern der meisten Allen Freunden und Bekannten zeigen hierdurch an, daß am Freitag, den 12. d. Mts., unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Handlungsgehülfe Wilhelm Schrolle im Alter von 21 Jahren verstarb. Wilh. Schrolle, Barbier, nebst Familie. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. d. Mts., nachmittag 2 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 17556 Sozialdemokratischer Verein im 5. Berl. ReichstagsWahlkreise. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilhelm Schrolle im Alter von 21 Jahren nach längerem Krankenlager storben ist. ber Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mon tag, den 15. Mai, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des ZentralFriedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. 245/11 Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 12. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Schankwirt Johann Sippelt, Stargarderstr. 61. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 4 Uhr, bom Trauerhause aus nach dem fatholischen Friedhofe in Weißenfee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/15 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Oskar Richter am 10. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Paul Kliesch am 6. b. M. gestorben ist. dun Ehre seinem Andenken! 117/2 Die Ortsverwaltung. Kartoffeln! febr gut im Geschmad, rote u. weiße, 8tr. 2,80. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn und Vater, der Puter Wilhelm Prochnow nach langen Leiden am 11. Mai berstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Wilhelmshavenerstraße 34, aus nach dem Heilands Kirchhofe in Plößensee statt. 31512 Die trauernden Hinterbliebenen. Nach langen, schweren Leiden entschlief am Donnerstag mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger und Großvater, ber Tischler 16985 Hermann Hahn im 67. Lebensjahre. iv. Agnes Hahn und Kinder. Die Beerdigung findet heute nachmittag 5 Uhr auf dem Emmaus- Kirchhof, Rirdorf, Her mannstraße, statt. Zentral- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Zweigverein Berlin, Sektion II. Todes Anzeige. Am 10. Mai verstarb unser treues Mitglied, der Hofarbeiter Georg Kakstein ( Schultheiß Brauerei, Abt. I). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Dunderstr. 88 aus nach dem Gethsemane Kirchhof in Niederschönhausen( Nordend) statt. Um rege Beteiligung ersucht 41/9 Der Vorftand. Ich kann mich in der Auffassung irren, obwohl ich das bisher nicht einzusehen vermag. Aber das halte ich denn doch für ein unerhörtes Unrecht, mein Bemühen, die Konsumvereine in der Besteuerung ganz erstaunlich viel günstiger zu stellen, als sie heute gestellt sind, so zu charakterisieren, als hätte ich die Konsumvereine schwer geschädigt und wohl gar auch die Absicht gehabt. schrieben. Um diesem Unrecht entgegen zu treten, habe ich diese Zeilen gePrüfung jedes Genossen überlassen. Ob ich im übrigen recht habe, das bleibt der rein fachlichen H. Peus. Die Sozialdemokratie verfolge mit ganz besonderer Wut die Tarifvertragsbewegung, behauptet die„ Tägliche Rundschau" in einer ihrer letzten Nummern. Die„ Tägliche Rundschau" verwechselt die Sozialdemokratie wohl mit dem Zentralverband aller Scharfmacher unter Bueds Leitung. Der hat doch erst am 5. Mai wieder eine große Erklärung beschlossen, daß die Tarifverträge der deutschen Industrie"( soll heißen Unternehmer) äußerst gefährlich seien. Die em geehrten Publikum sowie den löblichen Vereinen und meinen Freunden und Gönnern zur gefl. Nachricht, daß ich das altbekannte Etablissement Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, pachtweise übernommen habe und dasselbe Anfang August eröffnen werde. Es soll mein eifrigstes Bestreben sein, durch auserlesene Kunstgenüsse und vorzügliche Speisen und Getränke die geehrten Besucher meines Etablissements bei weitgehendster Kulanz in jeder Beziehung zufrieden zu stellen. Mit vorzüglicher Hochachtung Wilhelm Reimer, Sebastianstr. 1, langjähriger Oekonom des Thalia- u. Belle- Alliance- Theaters. Die verehrlichen Vereinsvorstände, welche bereits die Sale in Sanssouci" reserviert haben, werden höst. ersucht, mich bald gefl. davon in Kenntnis zu sehen, um Unzuträglichkeiten durch doppelte Saalbefehungen vorzubeugen. D. D. KOO Ernst Höflichs and Das fleine Heftchen in handlichem Format behandelt in ges drängter Kürze alles, was für den Versicherten aus dem Gesetz wissenswert ist. Hauptzivec des Führers ist, die verwickelten Gesebesbestimmungen in systematischer Darstellung und einfacher Sprache den Versicherten verständlich zu machen. Indessen ist auch, da ja die Krankenkassen der Verwaltung der Mitglieder unterstehen, die Verwaltung der Kassen ausreichend berücksichtigt, so daß es auch Vorstandsmitgliedern und Generalversammlungsvertretern ein willkommenes Hülfsmittel sein wird. Auch Verwaltungsbeamte werden gelegentlich eine Anregung daraus schöpfen. Bei dem billigen Preise kann die Anschaffung des Führers allen Interessenten empfohlen werden. Bei dieser Gelegenheit bringen wir die früher erschienenen Gefehesführer in Erinnerung. Führer durch das Invalidenversicherungs- Gesetz( Preis 25 Pf.), Führer durch das Gewerbe- Unfallversicherungs- Gesez( Preis 25 f.). Führer durch das Bau- Unfallversicherungs- Geses( Preis 25 Pf.), Führer durch das Forst- und Landwirtschafts- UnfallversicherungsGesetz( Preis 25 Pf.), Führer durch das Vereins- un Versammlungs- Gesetz( Preis 30 Pf.), Führer durch die Strafprozeßordnung ( Preis 40 Pf.), Führer durch die Landgemeinde- Ordnung für die sieben östlichen Provinzen Preußens( Preis 30 Pf.), Führer für den Militärpflichtigen( Preis 30 Pf.). Mörners Blumengarten. Oberspree. Dampfer- Station„ Stern". Heute, wie jeden Sonntag und Donnerstag: Großes Promenaden- Konzert. BERLIN SO., Anfang 3 Uhr. 31002* SPREE HAVEL Stern DAMPFSCHIFFFAHRTGESELLSCHAFT POTSDAM Montag, den 15. Mai 1905: Beginn der Täglichen billigen Dampfer- Sonderfahrten. Abfahrt: Berlin, Jannowißbrüde( Belvedere) 2 Uhr. Schlesisches Tor,( Hochbahn) 2 Jeden Montag und Donnerstag nach Woltersdorfer Schlense; Jeden Dienstag und Freitag nach Rauchfangswerder; Jeden Mittwoch nach Neue Mühle. 31492 Nüdfahrt: 7%, Uhr abends. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Otto Thomas am am 10. Mai berstorben ist. Die Beerdigung findet Montag, den 15. Mai, nachm. 6 Uhr, von der Leichenhalle bes Weißenseer Kirchhofes, Rölte straße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 17045 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters sagen wir allen Verwandten, Bekannten und Kollegen, insbesondere dem Gesang verein der Firma F. F. A. Schulze unseren herzlichsten Dant. Frau Witwe Emma Hirseland 17296 nebst Kindern. Danksagung. 31532 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen KranzSpenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter Erna Eidtner fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Eltern F. Eidtner. usw. Der Eintritt zum Festplaße ist frei. Im Saale: Ball. Bu recht zahlreichem Besuche ladet hiermit freundlichst ein 17176 Heinr. Schulze, Schüßenwirt. an der Oberspree. Großes Gartenkonzert. Tabberts Waldschlößchen Bon Bahnstation Nieder- Schöneweide in 15 Min., von Karlshorst in 18 Min. zu erreichen. Dampfer Station der Stern- Gesellschaft. Großer schattiger Garten direkt an der Spree. Seben Sonntag Tanz unter Zeitung des Tanzmaître int 2 Sälen: Kaffeeküche täglich geöffnet. Ausspannung für 100 Pferde. Schultheiß und Münchener Löwenbräu. Herrn Räder. 4 verdeate Kegelbahnen. Boltsbelustigungen aller Art. Vorzügliche Speisen. Bereinen, Gesellschaften, Schulen 2c. ganz besonders zu empfehlen. Jnh.: Karl Karteusch. Hasselwerder a. d. Oberspree Jeden Sonntag: Konzertgarten SW., Kreuzbergstraße 48. Jeden Sonntag: Großes Freikonzert u. Ball. Anfang 4 Uhr. Freitag: Harburger Sänger. Anf. 8Uhr, nachh. Fam.- Freikränzch. Roh- Tabak E. Nauen, a. b. Schwedterstraße. Templinerstr. 3, Neue Javas und Sumatras. J. 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Berlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW, Nr. 112. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Pierte Generalversammlung des Zentralverbandes der Handels-, Transport- u.Verkehrsarbeiter Deutschlands, Frankfurt a. M., 12, Mai. Es folgt nunmehr der Punkt Presse. Den Bericht gibt Rebatteur Dreher. Die Auflage des Blattes ist von 24 000 auf 52 000 Exemplare gestiegen. Die Berichterstattung hat sich zwar verbessert, ist aber noch keine Teale. Das wöchentliche Erscheinen des Blattes ist eine Notwendigkeit geworden; es handelt sich nur darum, ob der Verband die Kosten dafür tragen kann. Redner schildert noch die Nedaktionsführung im besonderen, Nach eingehender Diskussion wird der Antrag auf wöchentliches Erscheinen des Blattes abgelehnt. Ueber den = Sonntag, 14. Mai 1905. der Meinung recht, daß die englischen Gewerkschaften in den letzten Dobler München referiert hierauf über Jahren recht mangelhaft ihre Pflicht und Schuldigkeit getan hätten. Die verschiedener Formen des Arbeitsvertrages. sich gar nicht mit dieſer Regelung einverstanden erklären konnten, au definieren. Der Hinweis der betr. Paragraphen der Gewerbe Trosdem die schwedischen sowohl wie die holländischen Gewerkschaften Die verschiedenen Formen des Arbeitsvertrages sind schtver haben dieselben sich jetzt dennoch damit ausgesöhnt und auch etwas an die deutsche Disziplin gewöhnt. Das gleiche gilt von den ameri- Ordnung und des Bürgerlichen Gesetzbuches wird in manchmal recht knapper Weise genügen, den Arbeitsvertrag auch vor den ents tanischen Gewerkschaften, zumal lettere noch gar nicht einmal über sprechenden Instanzen zu vertreten. In dieser Hinsicht wird manch eine Fachzeitung verfügen. Nachdem unsere Leitung diesem Miß- mal recht viel und schwer gesündigt, wird doch oft genug nicht einmal ftande abgeholfen, haben auch alle Vertreter bezw. Angehörige der über das Kündigungsverhältnis, ja nicht einmal über die Lohnhöhe des J. T.- F.- Korrespondenzblattes war das beste Mittel, die An- Grunde sind die schriftlichen Arbeitsverträge stets den mündlichen romanischen Länder ihre Ansicht geändert. Die Einrichtung abgeschlossen, fast stets zum Nachteil des Arbeitnehmers. Aus diesem näherung der verschiedensprachlichen Berufskollegen mehr und mehr vorzuziehen, weshalb auch die modernen Gewerkschaften fich mehr zu beschleunigen, so daß jetzt auch hierin ein erfreulicher Fortschritt und mehr befleißigen, die Tarifverträge zur Norm zu machen. Ein zu verzeichnen ist. Weiterhin hat die Zeitung sich die Aufgabe ge- Mangel in dieser Hinsicht ist noch stets, daß diese Tarifverträge nicht stellt, eine einheitliche Regelung der europäischen Eisenbahnerorgani- die gesetzliche Sanktion haben. Die heutige Gewerkschaftsbewegung fationen anzuerstreben, was nach leberwindung großer Schwierig geht ja glücklicherweise mehr und mehr darauf hinaus, die Rechtsteiten, die besonders in der vielseitigen Sprache der verschiedenen fähigkeit der Berufsvereine anguerstreben. Bei Affordlöhnen ist die 2änder liegen, nach und nach zu gelingen verspricht. Auch die Bericht Bezahlung der Arbeit unter Umständen eine gute zu nennen, weshalb erstattung leidet besonders unter dieser gleichen Umständen. Inter- aber nicht vergessen werden soll, daß auch dieses System als richtig effant war das Beispiel der Dünkirchener Hafenarbeiter, die die selbstmörderisch zu bezeichnen ist. Der Zeitlohn( Wochen-, Monatsbeste Organisation in Frankreich darstellten, aber auch diese fügte lohn) ist wohl als das richtigste auf diesem Gebiete zu bezeichnen, sich dem Schiedsspruche der Internationale und ließ es nicht bis wenn dabei nicht zu bedauern wäre, daß hierbei besonders der Auszum Weißbluten kommen. Die Unterſtüßung ausländischer( italieni- beutung gefrönt wird. Erinnert sei dann an die überlange Arbeitsfcher, holländischer) Eisenbahnorganisationen ließ sich die deutsche zeit unserer Berufskollegen. Die verschiedenen Formen des ArbeitsVorstandsleitung ebenfalls angelegen fein durch materielle wie vertrages finden ihre Erklärung in den vielfachen Paragraphen der moralische Hülfe. Dann stehen noch weitere Anschlüsse an die Inter- Gewerbe- Ordnung wie des Bürgerlichen Gesetzbuchs, sowie der See nationale bevor. sowohl in Amerika wie auch in Frankreich und manns- Ordnung, der Gesinde- Ordnung usw. Unsere Aufgabe muß Spanien. Schulbti fragt sodann an, wieviele und wer zum nächſt ſtimmungen der Gewerbe- Ordnung sowie denen des Bürgerlichen es sein, lediglich nur Arbeitsverträge abzuschließen, die den BeJocha de gibt sodann bekannt, daß die Uebernahme der Ge- jährigen J. T.- F.- Kongreß gewählt werden soll. Nach Vorschlag Gesetzbuchs entsprechen. schäfte von deutscher Seite auf große Schwierigkeiten seitens der mehrerer Mitglieder werden gewählt: Schumann- Berlin und Engländer stieß. Die bisherigen Resultate gaben aber voll und ganz| Simpel Hamburg, als Erfahmann Werner- Berlin, #nternationalen Transportarbeider Rongreß erstattet hierauf Schumann- Berlin Bericht. Referent hebt hervor, daß unsere englischen Freunde über bedeutend größere Kräfte verfügen, jedoch trotzdem nicht voll und ganz ihre Pflicht und Schuldig feit taten, weshalb der Amsterdamer Kongreß beschloß, die Leitung nach Deutschland zu verlegen und damit den bisher gemachten Erfahrungen nach auch einen glücklichen Griff machte. Genosse Jochade, Vorsitzender der Eisenbahner Deutschlands, übernahm den Vorsitz der J. Z.-F., die anderen diesbezüglichen Aemter wurden auf die anderen deutschen forrespondierenden Bruderorganisationen verteilt und somit ist tatsächlich für eine festere und bessere Fundamentierung gesorgt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. 1 Gonntag, den 14. Mai: Freie Volksbühne, nachm. 2, Uhr: 3. Abteilung: im Metropol- Theater, Hedda Gabler, 5. Urania, Taubenstr. 48/49 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Montag: Tierleben in der Wildnis. 0. = Wallner- Theater. N. Schiller- Theater Prebridem Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Ein von Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Eine Tragödie in 5 Atten von Friedrich Hebbel. Montag, abends 8 Uhr: bam Berliner Theater Neues Theater. Meine Schwiegertochter. 24: Kabale und Liebe. S 4. Oper im National Theater, 3 Uhr: Fidelio. Neue freie Volksbühne, nachm. 3. Uhr: 6. Abteilung im Neuen Theater: Angele. Hierauf: Der grüne Kaladu. 2. Abteilung: im Schiller- Theat. N.: Wallensteins Tod. Extra Lessing Anfang 8 Uhr: Ledige Lente. Montag und folgende Tage: Ledige Leute. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Gzira Bortfellung im Geffing, Nachtasyl. Theater: Die Weber.( Anfang 2, Uhr) Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Die Hugenotten.( An fang 7 Uhr) Montag. Die Meistersinger bon Nürnberg. Schauspielhaus. Wilhelm Tell Montag: Dieselbe Borstellung. Anfang 7%, Uhr: Neues Operntheater. Jung- Heibelberg. Montag: Dieselbe Borstellung. Berliner. Tata- Toto. Montag: Die Räuber, Weften. Der Bettelstudent. baron. Montag: Angele, Abschied vom Regiment. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Angele. Abschied vom Regiment. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Der Familientag. Dienstag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Ihr Zweiter Mann Anfang 8 Uhr. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Lage 8 Uhr: Herzogin Crevette. Schwant in 1 Borspiel u. 3 Aften von Georges Feydeau, Deutsch von Benno Jacobson. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wallensteins Tod. Es folgte eine furze Diskussion. ORIGINAL Trauerfpiel in 5 Aften von Friedrich NGER Schiller. Sonntag, abends 8 uh. v: Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Aften von Hermann Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Im Hafen. Dienstag, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. CASTAN'S ANOPTICUM. PANOP Friedrichstr. 165. Mlle. Vallée aus Paris, armlose Fußkünstlerin! Sig. Garcia. phänomenaler Schatten- Silhouettist! Lebende Photographien. Italien. Damenkapelle ,, Revelli". NAHMASCHIN * Singer Nähmaschinen. 16332* Einfache Handhabung! Groke Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickeret. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nehm.Sonnt.3, Wochentg.5Uhr. Emmi Kröchert 66 mit neuem Repertoire. Oriona, Grotest- Tänzerin und das glänzende Mai Progr. 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Montag: Meine Schwiegertochter. Schiller N. Weinbergsweg 20. Sonntag, den 14. Mai 1905: Gastspiel des Kammerfängers Werner Alberty Die Jüdin. Anfang 8 Uhr. Morgen: Undine. Vorher das brillante Matprogramm. Probe. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Gastspiel der Original- Tegernseer, Nachmittags 3 Uhr: Parkett 60 f. Der Schnitzer- Franzl von Berchtesgaden. Abends 8 Uhr, letter Sonntag: Dienstag: Die lustigen Weiber von Unsere Bauern ober: Bauernblut. Windsor. Neue Königl. Oper( Kroll). Heute und folgende Tage: ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Das Glück im Winkel. Mahmittags 3 Uhr: Ballenſteins Zod. Montag: Im Hafen. Kleines. Nachtasyl Jung- Heidelberg. Anf. Opernhaus, Schalter 3, Wertheim, Im Garten: Gr. Spezialitätenund Theater- Vorstellung. Anf. 4 Uhr. Entree 30 Pf. Montag im Theater zum erstenmal: Die Goldhex. Gebrüder geöffnet. fact. Herrnfeld- Theater. Täglich: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Reichshallen. Stettiner Sänger. Unsere süßen Dienstmädel. Burleske von Meyfel. 7, Uhr. Billettverk.: Kgl. Metropol- Theater Bernhard Invalidendank und Abendkasse. Garten- Militär- Konzert. Zum 189. Male: Täglich: Montag: Abschied vom Regiment. Garten- Militär- Konzert. Angele. National. Die Jüdin. Montag: Undine. Sentral. Die feinen Lämmer. An71 Uhr. Rachmittags 3 Uhr: Der Trouba dour. Montag: Die Eleinen Lämmer. Trianon. Ihr zweiter Mann. Montag: Dieselbe Borstellung. Lustspielhaus. Der Familientag. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle Alliance. Liebesmanöver. Nachmittags 3 Uhr: Hans in ber Falle. Hierauf: Die Brüder vom Steinhof Montag: Liebesmanöver. Carl Weiß. Unsere Bauern. Nachmittags 3 Uhr: Der Schniker Franzl von Berchtesgaden. Montag: d' Goldher. Reichshallen. Stettiner Sänger, Rafino. Hotel Klingebusch. WOLZOGEN- OPER THALIA- THEATER. Auf vielseitigen Wunsch: Wiederholung d. Schillerfeier. Hierauf: DIE BÄDER VON LUCCA. Anfang 8 Uhr. WING BARTEN Neues Programm. Rachmittags 8 Ups: Beirat auf Otto Reutter. Probe: Uhr: Montag: Hotel Klingebusch. Herrnfeld Theater. hains. Die Meyer Montag: Diefelbe Borstellung. Apollo. Berliner Luft. Speziali täten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Otto Reutter. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Baffage Theater. Spezialitäten. Urania. Zaubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der Simplon und fein Gebiet. Montag: Tierleben in der Wildnis, Invalidenstraße 57/62. Stern parte. Täglich geöffnet von 7 Sts 11 Uhr. Das Liserl vom Schliersee. The Eriks, Akrobaten. La Wima, Sandmalerin. Woodbee Wonders, komische Akrobaten. O'Nell und Torp, Der größte Erfolg der Saison! Anf. Wochent. Sonntags 8 Uhr. 7 Uhr. Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute von 5 Uhr ab: Großes Garten Konzert. = Abends 7 Uhr: Die Herren von Maxim. Die Räuber. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Apollo- Theater. 218. Friedrichstraße 218. 7 Uhr: Garten- Konzert. 8 Uhr: Berliner Luft bon Paul Lincke. 9%, Uhr: Das große Mai- Spezialitäten Programm. Gustay Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Borher: Best- Prolog, gesprochen von Frl. Erna Waldheim. Preise der Pläge: Sperrfit 1 M., Bartett 75 Bf., reservierter Plat 50 f. Entree 40 Pf. Nollendorf- Platz Zirkus Heute lette Sonntagsvorstellung a Die Meyerhains. Mit den Autoren Anton u. Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 11-2 Uhr. Morgen Montag letzte Vorstellung in dieser Saison: Die Meyerhains. Voranzeige! Ab 18. Mai täglich abends 8 Uhr: Die berühmten, einzig dastehenden Winter- Tymians. 15 Humoristen, Quartettfänger, Schauspieler, Solisten, Instrumentalisten, Opernsänger. Neue Welt Arnold Scholz Hasenheide Täglich; 108-114.3 Gala- Spez.- Vorstellung und Konzert der Hauskapelle 40 Mann. Dirig.: Herr B. Bothe. Entree 25 Pf. Anfang 4 Uhr. Jeden Sonntag: von 12-2 Uhr: von 4 Uhr Großer ab: Mittagstisch Großer Ball. 4 Gänge 1 M. 0. Memelerstraße. Zu erreichen mit Hoch- und Stadtbahn Warschauerstraße, Elektrische: Frankfurterstr. u. Allee, Warschauerstraße, Droschten. baltestelle nach jeder Borstellung, Virkus Henry. Heute letten Sonntag, 14. Mai: 2 Vorstellungen: 2 4 1hr u. abends 8, Uhr. Nachmittags ein Kind frei, alle anderen Kinder und Schüler zahlen auf allen Blägen halbe Preise, abends volle Preise. In beiden Vorstellungen zum legtenmal: 50 Hengste mit Elefanten, Drig.. Dressur des Dirett. Henry. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Philippine Welser. Schauspiel in 5 Aften v. D. v. Redwik. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Ball. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Bei schönem Wetter: Vorstellung im Garten. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstr. 16. Kurzes Gastspiel bes berühmten taubstummen Bauberkünstlers Profeffor Paulo. Lola, die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Riesendame, 485 Pfund. 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Wilhelm Krüger, Belle- Allianceftr. 74a, Zahlstelle der Freien Volksbühne.* 24472* Ede Bergmannstr. Prater- Theater Sozialdemokratischer Wahlverein Kastanien- Allee 7-9. für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Heute: Große Extra- Vorstellung. Konzert. Theater. Spezialitäten. Ball. Anfang 4, Uhr. Entree 30 ẞf. Numerierter Platz 50 Pf.[* + ygien.Bedarfsartik Dienstag, den 16. Mai, abends 81/2 Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße Nr. 20: General- Versammlung. Illustr. Preisl. frei Gustav Engel, Berlin 172,* Potsdamerstraße 131. 236/6 = Tages- Ordnung: 1. Borstands- und Kassenbericht. 2. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 3. Vortrag des Redakteurs Genoffen John über: Die Neuorganisation der Partei". 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost). " Dienstag, den 16. Mai 1905, abends 8% Uhr, in Graumanns Festfäle", Naunynftr. 27: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Schriftsteller Georg Davidsohn über: Friedrich Schiller. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Bahlreichen Besuch erwartet 243/10 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Herrenmaẞ- u. Maßkonfektionsschneider Neues Konzerthaus Schneider, Schneiderinnen Grand Hotel Alexanderplatz. Inhaber: Albert Moerner, Blumengarten. Heute sowie täglich: Gastspiel des Hamburger Konzert- und Variété Ensembles Direktion: R. Sander. Anfang: 9 Uhr. Krug zum grünen Kranze am Alexanderplatz( im Keller). Täglich: ,, Fidelitas!" Carl Lüdeckes humoristisches Ensemble. Entree frei. „ Die letzten 5/5 Tage von Pompeji" Feuerwerks- Schauspiel- Kurfürstendamm 153/156 Eröffnung Mittwoch, 17. Mai, abends 8 Uhr. Neu eröffnet! und verwandter Gewerbe zu Berlin. Die für das Jahr 1905 gewählten Bertreter der Orts- Krankenkasse der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin werden zu der am Dienstag, den 23. Mai 1905, abends 82 Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstr. 72, stattfindenden 16945 Ordentl. General- Versammlung hiermit eingeladen. gender Tagesordnung statt: der Luisenstadt. Dienstag, den 16. Mai 1905, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Verfammlung= im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15, Hof 1 Tr. Tages- Ordnung: 1. Wie werden die in der Luisenstadt abgeschlossenen Verträge gehalten? Referent: Kollege Ritter. 2. Diskussion. Es ist Pflicht jedes in Inisenstädtischen Geschäften, insbesondere der bei den Firmen Baer Um 9 Uhr findet die gemeinschaft- Sohn, Zobel, Schulmeister, C. Stier und Lindenbaum beschäftigten Kollegen bestimmt zu erscheinen. liche Generalversammlung mit fol- Außerdem werden die gesamten Kollegen der Berliner Herren- Maß1. Wahl eines Ausschusses zur Vor- schneiderei sowie der Herrenkonfektion zu dieser Versammlung eingeladen, da in derselben weiterer Bericht über die Aussperrungsgelüfte des ZentralUm 10 Uhr finden in demselben Vorstandes des Arbeitgeber- Verbandes gegeben werden soll. prüfung der Jahresrechnung. 2. Verschiedenes. Lokale, in getrennten Räumen, die Wahl- Versammlungen zum Vors stande statt, und zwar nach§ 38 des revidierten Statuts, 1. Abänderung: 163/9 1. Zwei Arbeitgeber- Vorstandsmit 30052* glieder auf zwei Jahre und einer auf Neu eröffnet! ein Jahr, desgleichen deren Stell bertreter. Der Einberufer. Erscheint daher alle Mann! Warnung 2. Bier Arbeitnehmer- Borstands an die Herrenmaß- u. Herrenkonfektions- Schneider Berlins! mitglieder auf zwei Jahre und drei auf ein Jahr, desgleichen deren Stellbertreter. Die Türen zu den Wahlräumen Kollegen! In Nürnberg und Hamburg stehen unsere Kollegen im Ausstand, weil sie nicht an den in Leipzig und Gießen in der Lohubewegung stehenden Kollegen zu Verrätern werden wollen. Seid in der Hausindustrie auf der Hut, daß nicht auch Ihr zu einer solchen werden während der Wahl geschlossen. ehrlosen Handlungsweise benutzt werdet. Achtet genau auf die Inserate in der Volks- Zeitung" und meidet Angebote, wo unter Deckadressen oder Chiffern Schneider verlangt werden. Last solche Juserate bis auf weiteres unbeachtet. Verband der Schneider.( Fil. Berlin). Berlin, den 13. Mai 1905. Der Vorstand. Gust. Nahtow, 2. Vorsitzender. Frau Elisabeth Rösicke, Schriftführerin. Engel- Ufer 21, part. Atung! Bauarbeiter Adung Verband der Sattler. Berlins und der Umgegend. Verband der haugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Dienstag, den 16. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7, Engel- lifer Nr. 15: Diez' Seeterrasse Lichtenberg Baudeputierten- Versammlung. Röderstraße 6. Die breite Röderstraße verbindet die Landsberger Allee mit dem Dorfe Lichtenberg. Größtes und schönstes Vergnügungs- Etablissement d. D., mit 11 000 m großem See, ca. 25 000 Personen fassend. Fahr verbindungen: 26 Alexanderplatz Linien 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 81. Hente sowie jeden Sonntag: Großes Militär- Konzert, ausgef. bom Musikkorps des 3. G.- Rgt. z. F. F. B. Anfang 3 Uhr. ( Dirigent: Herr Wierske.) Anfang 3 Uhr. Um 5% und 9 Uhr: Auftreten der weltberühmten Turmseilkünstler„ The Liepelts“. In zwei Sälen: Großer Ball. 1. Das Einsammeln der Beiträge durch die Deputierten auf Grund der Einheitsmarke. 2. Die Pflichten der Deputierten unter dem neuen Vertrage. 3. Verschiedenes. Kollegen! Sorgt dafür, daß jeder Bau vertreten ist. Die Ortsverwaltung. 33/8 Tapezierer. Mittwoch, 17. b. M., abends 8%, Uhr, bei Wendt, Beuthstr. 20: 15 Ruberboote. Bier verdeckte Kegelbahnen. Boltsbeluftigungen 178/6 aller Art.- Riesen Kaffeeküche. 3138L Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.( Antrag Gerlach.) Pflicht eines jeden Kollegen ist es zu erscheinen. Die Verbandsleitung. Bei ungünstiger Witterung Schuk für 6000 Personen. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter Avis! Sonntag, den 21. Mai er.: Großes Militär Konzert, Auftreten der weltberühmten Turmseilfünstler ,, The Liepelts", Brillant- Land: u. Wasserfeuerwerk sowie erstklassiges Spezialitäten: Theater. Auch sind große Attraktionen für meine Eröffnungs- Saison verpflichtet, so daß jedem, auch dem verwöhntesten Geschmack Rechnung getragen sein dürfte, und bitte ich um zahlreichen Zuspruch. Aegidius Diez. Etablissement ,, Klostergarten" am Spandauer Schiffahrts- Kanal u. Jungfernheide, Jungfernsteg Straßenbahn No. 12( Görlitzer Bahn- Plötzensee), Stadt- und Ringbahnstation Beusselstraße. Großes Freikonzert Im elektrisch erleuchteten Riesensaal großer Ball unter Leitung des Tanzmeisters Herrn Max Fuß. Empfehle den verehrten Vereinen und Gesellschaften mein Etablissement zur Abhaltung von Sommer- u. Vereins3150L Festlichkeiten. Amt II 2694. W. Pasternacki. Reftaurant ,, Zum Jägerheim" Inhaber: Josef Kura. Treptow, an der Verbindungsbahn Saal. 19, Köpenicker Landstraße 19. Meinen ca. 1000 Personen fassenden Garten empfehle zu allen Festlichkeiten. 4. Regelbahnen. Kaffeeküche von 2 Uhr an. Telephon: Amt IV, 5777. 29762* Achtung! Rudersport! Berliner Arbeiter- Ruder- Verein„ Freiheit“ gegr. 19. Juli 1902. Obiger Verein hat es sich zur Aufgabe gestellt, den Arbeitern und Arbeiterinnen für geringes Entgelt den so überaus gesunden Rudersport zu ermöglichen und nimmt der Verein Mitglieder in seinem Vereinslokal: ,, Felsenterrasse", Schillingsbrücke, jeden Freitagabend 9 Uhr 16636 auf. Der Beitrag beträgt wöchentlich 50 Pf. Gäste herzlich willkommen. Der Vorstand. ( E.. 29). Filiale Berlin 2. Montag, den 15. Mai, abends 8%, Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c: Mitglieder- Versammlung. Lages. Ordnung: 1. Die Anträge des Vorstandes und wie ſtellen sich die Mitglieder dazu? 2. Kaffenbericht. 117/3 Achtung! J. A.: Fahrenwald, Stottbuser Ufer 44a. Achtung! 20. Stiftungs- fest des Verbandes der Bäcker ( Mitgledschaft Berlin) am Sonntag, den 21. Mai, in den Gesamträumen von Kellers Festsälen, Koppenstr. 29 unter Mitwirkung des Gesangvereins Morgengrauen"( M. d. A.-S.-B.), sowie der Bäcker: Abteilung des Arbeiter- Radfahrerbundes ,, Solidarität". vom Festrede, Reichsbgeordneten August Bebel. Gesangs Vorträge. Neigenfahren. Auftreten der VolkssängerGesellschaft ,, Lewandowsky". Musikkapellen der Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, 17. Mai, abends 8%, Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenftr. 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht der Kommission über die eingelaufenen Bewerbungen. 3. Bericht der Statutenberatungs- Kommission. 4. Verschiedenes. Wir richten an die Mitglieder das dringende Ersuchen, diese Versammlung zu besuchen. [ 156/15] Die Ortsverwaltung. Lackierer. Mittwoch, den 17. Mai, abends 8 Uhr, in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35: Versammlung der Sektion der Lackierer Berlins der Vereinigung der Maler, Lackierer etc. Zages Drdnung: 107/6 1. Bortrag des Genossen Otto Krille über: Schöne Li teratur. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Seftionsleitung. Achtung! Achtung! Töpfer- Träger Ang Berlins und der Umgegend. Sonntag, den 14. Mai, vormittags 10 Uhr, im„ Rosenthaler Vereinshaus", Rosenthaler Straße Nr. 57: Große Gruppen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Beschlüsse des letzten Verbandstages. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Beſchlüſſe Bahtreiches Erscheinen erwartet 33/10 Der Zweigvereins- Vorstand. tung! Brunnenbauer Atung! und Hülfsarbeiter Berlins und Umgegend. im Montag, den 15. Mai, abends 8 Uhr, Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 3): Große Gruppen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Das Ergebnis der Berhandlung mit den Arbeitgebern und unsere Bon nachmittags 4 Uhr an: Gr. Festball. il- Berumufiter.) weitere U Große Fest Verlosung. Ueber 200 Gewinne. Billetts, im Vorverkauf a 50 Pf., find bis Donnerstag, den 18. Mai, in allen Zahlstellen, sowie bei allen Hülfstassierern zu haben. Am Festtage 33/9 selbst 60 Pt. 40/6 Kolonie Plänterwald. Köpenicker Landstrasse. Sonntag: Grosses Konzert... Einweihung. Stegelbahn. Es ladet ergebenst ein Neu eröffnet! und 16786 Kaffeeküche. Max Haustein. Wilmersdorf. Neu eröffnet! Reftauration zur Lauenburg von Fritz Käsler. LauenburgerEcke straße 20/21. Uhlandstraße. Zwei Vereinszimmer zu 80 und 100 Personen stehen den Parteigenossen, Freunden u. Bekannten zur Verfügung. Stellungnahme. 2. Berschiedenes. Kollegen! Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kolleger erforderlich. Die Gruppenleitung. ArbeiterSamariterKolonne. Sommer- Kursus 1905. Montag, abends 9 1hr, Beginn des Kursus in der zweiten Abteilung, Brunnenstr. 154. Vortrag des Herrn Dr. Wunsch über: Anatomie( Bau des menschlichen Körpers) 261/4 mit Demonstrationen an Bildern und Präparaten. Einschreibegeld sowie Monatsbeitrag beträgt je 25 Pfennig. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Bibliothek steht den Teilnehmern zur Verfügung! Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Genossinnen! Genossen! f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( Ost). Am Mittwoch, den 17. d. M., abends 8½ 1hr, im großen Saale von Buggenhagen, Dienstag, den 16. Mai, abends 8 Uhr: Zwei Versammlungen Zwei in folgenden Lokalen: Elysium, Landsberger Allee 40/41. P. Litfins Gesellschaftshaus Ostend, Memelerstr. 67. Zages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referenten: Reichstags- Abgeordneter Genoffe Adolf Hoffmann über: " Der Schiller- Rummel der bürgerlichen Gesellschaft." Genosse Wermuth über:" Das Erfurter Programm." Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Bahlreichen Besuch ertvartet 1243/ 9* Der Vorstand. am Moritzplak: Volks- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Welches Jutereffe haben die Frauen an dem wirtschaftlichen und politischen Kampf? Referent: Reichstags- Abgeordneter Schöpflin. 2. Diskussion. 1/6 Zahlreichen Besuch, namentlich der Frauen, erwartet Die Vertrauensperson. Deutfcher Metallarbeiter Verband. Achtung! VI. Wahlkreis! Achtung! Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Dienstag, den 16. Mai, abends 8 Uhr: Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Montag, 15. Mai, abends 8 Uhr, im Saal der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23: 2 Volks- Versammlungen General- Versammlung in Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee 148. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Krille über: Bilder aus der russischen Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 247/ 13* Im Swinemünder Gesellschaftshause, Swinemünderstr. 42. 1. Bortrag des Stadtverordneten Dr. Wehl über: Freifinnige Heldentaten im roten Hause. 2. Diskussion. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen Die Vertrauensleute. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Verfammlung am Dienstag, den 16. Mai, abends 8%, Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus", Wiclefstraße Nr. 24. Tages- Ordnung: Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht vom 1. Quartal und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion über die Tages- Ordnung des Getvertschaftskongresses. 3. An die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Dienstag, den 16. Mai, abends 8 Uhr, in Köpenick im Lokale von Moll, Schönerlinderstraße, Ecke Grünauerstraße: 85/10 Bezirks- Versammlung für Köpenick. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen K. Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Es ist Pflicht aller in diesem Bezirk wohnenden Kollegen, diese Versammlung pünktlich und zahlreich zu besuchen. Dienstag, den 16. Mai, abends pünktlich 8, Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engel- Ufer 15, Saal 5: Branchen- Versammlung der Graveure und Ziseleure. Tages- Dodnung: 1. Die Entwickelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung in den letzten Jahren." Referent: Kollege Wuschick. 2. Diskussion. 3. Wahl des Branchenvertreters und der Agitationskommission. 4. Aufnahme neuer Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 1. Bortrag des Genossen Max Grunwald über: Das Muster der preußischen Mitglieder. Reaktion". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste Herren und Damen Zahlreichen Besuch erwartet willkommen! Der Vorstand. 247/ 14* Sozialdemokratischer Wahlverein = Rixdorf.= 1.26 Dienstag, den 16. Mai, abends 29 Uhr, im Deutschen Wirtshaus, Bergstraße 137: Mitglieder- Versammlung. Achtung! rod. Putzer! Achtung! Am Mittwoch, den 17. Mai, abends 8 Uhr, finden in Berlin und Vororten die Bezirks Versammlungen in folgenden Lokalen statt: Norden I: Swinemünderstr. 47 bei Hoffmann. Norden II: Zionskirchplatz 5 bei KurzWedding: Basewalterstr. 3 bei Hoffmann. Gesundbrunnen und Pankow: PrinzenAllee bei Ba chgänger. Schönhauser Vorstadt: Bappel- Allee 114 bei Schmidt. Nordosten: Wörtherstr. 15 bei Siebert. Osten: Borndorferstr. 8 bei Franke. Südosten: Stalizer straße 51/52 bei Biallahs.- Süden und Südwesten: Bülowstr. 59 bei Sumte. Moabit: Salzwedelerstr. 16 bei Bach stein. Friedrichsberg: Scharnweberstr. 5 bei Bidenhagen. RixTagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des Genossen Mag Kiesel: dorf: Falt- und Steinmetzstraßen- Ede bei Strüger. Charlottenburg: Rosinenstr. 3 im Volts. „ Schiller, ein Dichter der Freiheit". 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. hause. Steglitz: Ahornstr. 15 bei Schellhaase. Schöneberg: Martin Lutherstr. 51 bei b ft. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. In Hinsicht auf die wichtige Tages- Ordnung, welche zur Besprechung steht, ersuchen wir die Kollegen, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 133/17 Die örtliche Verwaltung und Obleute. J. A.: H. Neumann. Donnerstag, den 18. Mai, abends 6 Uhr, Rosenthalerstr. 57 bei Pfeffer: Zahlreichen Besuch erwartet Deutscher Holzarbeiter- Verband. Montag, den 15. Mai, abends 8% Uhr: Bezirks- Versammlungen. Westen und Südwesten bei Habel, Bergmannstr. 5/7. Der Vorstand. = Gemeinsame Orts Krankenkasse für Mariendorf u. Umg. Montag, den 22. Mai d. J. nachmittags 62 Uhr im Restaurant Reichardt zu Mariendorf, Chausseestr. 16: Außerordentliche General- Versammlung, Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Engelbert Graf über: zu der die Herren Delegierten hier: Aberglaube, Sitten und Gebräuche im Lichte der Kulturgeschichte". 2. Dis- durch ergebenst eingeladen werden. fuffion. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Auch Nichtmitglieder und Frauen haben Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Tages Ordnung: 1. Wahl eines Arbeitnehmer- Vertreters in den Vorstand. 2. Regelung Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt der Gehalts- und Anstellungsverhält in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28. Tagesordnung: 1. Bortrag.( Referent wird in der Versammlung betannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheit und Verschiedenes. Wahl des Schriftführers und zweier Beitragssammler. Wedding und Gesundbrunnen bei Raabe, Stolbergerstraße 23. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. Kollegen, welche noch nicht im Besike der Maimarke sind, können dieelbe in der Versammlung erhalten. Frauen, auch Gäste haben Zutritt. Branche der Kistenmacher. Montag, den 15. Mai, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Verfammlung bei Baudach, Breslauerstr. 28. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Mitglieder der Kommission Der Obmann. müssen ebenfalls erscheinen. Dienstag, den 16. Mai, abends 8%, Uhr: Branchen Versammlung für die Küchenmöbel- Branche Dim Englischen Garten, Alexanderstraße Nr. 27c. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Parkettbodenleger. Dienstag, den 16. Mai, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 2): nisse der Sassenbeamten. 3. Ver schiedenes. 273/11 Mariendorf, den 9. Mai 1905. 0. Weiß, Schriftführer. E. Bethke, Vorsitzender. NB. Baudeputierten- Versammlung. Zu derfelben wird ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß jeder Bau vertreten ist. Bitte die To des- Anzeige in der gestrigen Nummer des Vorwärts" zu beachten. " Stukkateure! D. D. Montag, 15. Mai, abends 6 1hr, in den Musiker- Festfälen, C., Kaiser Wilhelmftr. 18m: Außerordentliche General- Versammlung der filiale Berlin. Tages Ordnung: 1. Feststellung der vertretenen Firmen. 2. Unter welchen Bedingungen arbeiten wir nach dem 15. Mai? 173/16 Kollegen! Schon der erste Punkt muß ergeben, daß alle Firmen vertreten sind. Der Besuch der Versammlung muß weiter beleisen, welches Interesse jeder organisierte Stollege an den zukünftigen Arbeitsbedingungen hat. Besonders Ihr, Werkstattarbeiter, erscheint Mann für Mann! Eintritt, auch der Lokalvereinsmitglieder, nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Die Ortsverwaltung. Uhr: Mittwoch, den 17. Mai, abends 8½r: Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Volksverfammlung in Goßmanns feftfälen, Kreuzbergstr. 48. Tagesordnung: Bezirk Süd- West. Dienstag, den 16. Mai, abends 8, Uhr, in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/6: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht des Viertelvertreters. 2. Müssen die Zustände in bezug auf Agitation und Beseitigung der Mißstände auf den Berliner Bauten geändert werden, und wer darf sich als 3. Verschiedenes. Der Wert der Konsumgenossenschaft gemaßregelt betrachten? für die Arbeiter. 126/14 Referent: Reichstagsabgeordneter E. Wurm. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen, namentlich auch der Frauen, ersucht Der Einberufer. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. 146/ 3* Der Obmann. Zentral- Verband der Schuhmacher Deutschl. Bureau: Waßmannstr. 32a, of part. Montag, den 15. Mai, abends 8, 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15, Saal 4: Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen ombinierte Versammlung. beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Tages Drdnung: 1. Die Rolle der Buderproduktion in der Kulturgeschichte. Referent: Genoffe Schippel. 2. Distuffion. 3. Berschiedenes." Montag, den 15. Mai, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaufe, 169/15 Engel- llfer 15, Saal 1: Die Ortsverwaltung. Mitglieder- Versammlung. Marmor- Arbeiter! Kommiffionssikung mit Vertrauenslenten. der Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Mitteilungen und Gewerk1. Bortrag des Genossen Nitter über:" Die kulturelle Bedeutung fchaftliches. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Hierzu wird der Kollege Carl 75/13 Ladewig eingeladen. Der Obmann.[ 85/9 Dr. Simmel, Str. 41, Zahn- Klinik. Spezialarzt für 98/10 Hant- und Harnleiden. Preise beliebige Teil. zahlung. Invaliden10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Olga Jacobson, tra 45. Dampfer für Vereine und Gesellschaften Mittwoch, den 17. Mai, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Kündigung * des Tarifs? 2. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen Der Vorstand. ( anch Sonntags frei) empfiehlt Robert Kieck, Dampfschiffsbefizer, Capriviftr. 4. 172/12 TeppichSpezialhaus Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. S., ( Erweitert b. Prinzessinnenstr.) Höchste Leistungsfähigkeit durch seine und den Riesen- Lager Riesen- Umsatz! Pracht- Katalog mit 600 Abbildungen etwa in künstlerischer Ausstattung auf Wunsch gratis u.franko. 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Nadbrud verboten. 18[ 500] 247 82 83 391 572 652 798 809 18 1500] 988 1038 88 143 1500 228 84 347 450 612 1500] 19 89 3125 216 90 467 817 923[ 500] 4061 364 89 442 69 654 780 823 72 975 5017 56 13000 212 48 1000] 517 29 681 705 805 86 963 6085 163 340 76 83 509 633 903 7068 342 67 434 87 503 796 811 8081 190 15001 207 67 378 88 15001 482 744 879 9076 531 788 909 89 10043[ 500] 342 422 39 72 1500] 577 638 910 35 11333 82 481 598 604 20 827 915 12168 236 88 325 92 521 31 610 23 90 758 899 946 1500] 49 96( 500) 13087 120 43 204 57 316 92 442 15001 659 76 709 12 90 F1000 805 43 99 950 14022 82 103 57 98 249 388 418 63 572 606 753 500] 88 99 15144 58 1500] 394 99 427 558 617 789 876 89 978 16027 74[ 3000] 327 36 620 23 827 44 921 17089 500 298 351 3000] 401 9 37 732 64 18099 175 226 29 331 543 605 7 39[ 500] 936 19005 117 1500] 228 71 99 653 20142 98 222 343 474 510 613 98 773 834 21044 226 352 74 800 82 916 22048 53 311 724 23068 156 224 566 757 130001 871 916 17 24097 108 61 268 306 [ 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576 91 700 8 13 95 822 26 196339 49[ 5001 51 413 517 693 197142 233 583 668 891 910[ 500] 198069 222 528 42 110001 83 13000] 603 41 984 94[ 500] 199118 38 278 418 54 549[ 1000] 810 925 45 200080 113 30 239 95 452 612 806 40[ 500] 90 201128 215 62 349[ 5001 407[ 10001 573 608 63 92 845 942 202335 65 413 592 203243 877 905 14 73 204378 95 539 635 761 964 205444 1500) 615 736 872 96 206058 64 89 256 339 418 516 676 728 855 942 207109 221 321 43 473 522 15001 812 208057 291 384 459 130001 97[ 1000] 548 1500] 610 721 806 209036 49 106 41 60 255 57 321 93 416 638 83 86 941 210072-13000] 123 66 261 394 99 562 711 804 11 930 211342 43 59 505 837 65 90 903 21 212074 106 21 213 15001 35 398 584 699 779 213041 500]. 425 583 771 875 904 97 214036 1500] 93 190 1500] 215099 144 365 590 219 36 409 551 904 13 33 68 622 84 872 216020 26 31 99 287 15001 883 93 1500] 908 5001 51 217202 79 470 507 626 35 734 857 81 917 57 218226 42 1000] 354 78 473 15001 613 1500 26 799 904 79 219222 48 326 67 411 24[ 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Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil berantiv.: Th. Glode, Berlin. Dend u. Verlag: Bwärts Euchbruderei. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 12. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 7. Generalversammlung des Zentralverbandes der Töpfer belaffen. und Berufsgenossen. ( Fortsehung der Donnerstag- Sibung.) Müller- Wien schildert sodann in längeren Ausführungen die Verhältnisse der Kollegenschaft in Oesterreich. Eine wichtige Frage schnitt der Antrag Berlin an:„ Bei Arbeiten nach außerhalb, dis fogenannten Montagearbeiten, ist der am Orte höhere Tarif zu Bahlen". Segawe- Berlin weist auf die unhaltbaren Zustände hin, die sich herausstellen, wenn eine Firma eines Ortes mit niedrigen Arbeitslöhnen nach auswärts arbeitet. Gilberschmidt weist auf die Wichtigkeit dieser Frage hin, die eine Aenderung der bisherigen Tarifpolitik bedingt, und schlägt folgenden Antrag vor: " Der 7. Verbandstag beauftragt den Zentralvorstand und die Vorstände der Mitgliedschaften bei Abschließung von Tarifverträgen den Grundsah zu wahren, daß 1. die örtlichen Tarife für einen bestimmten und begrenzten Bezirk Geltung haben; 2. im Tarif festgelegt wird, daß, wenn außerhalb des Geltungsbereichs Arbeit ausgeführt wird, die Löhne resp. Preise gezahlt werden, die am Orte der Arbeit durch Tarif vereinbart oder durch Organisationsbeschluß festgelegt und üblich sind. Die Mitglieder, die nach außerhalb Arbeit annehmen, haben die Pflicht, die hier ausgesprochenen Grundsäge zu respektieren." Der Antrag wird angenommen. Der Antrag Kiel, die Magimalgrenze für alle Filialen einzuführen, wird abgelehnt und die Marimalgrenze überhaupt aufgehoben, ( Freitags Sigung.), Zur Beratung kommen die $ Abänderungs- Anträge zu den Statuten... Hierüber referiert Evers- Hildesheim. Nennenswerte Aenderungen sind: In Zukunft haben Mitglieder, die krank oder arbeitslos find, pro Woche 15 Pf. Beitrag zu zahlen.. Militärische Uebungen und Gefängnishaft über 26 Wochen befreien bon der Beitragspflicht. Vom Militär zurückkehrenden Mitgliedern # Sonntag, 14. Mai 1905. Der örtlichen Verwaltung werden für Verwaltungszwede politischen Kampf" sprechen wird, Zahlreichen Besuch, namentlich 20 Prog. der Einnahme( Antrag Berlin: 15 Proz.), wie bisher, der Frauen, erwartet Die Vertrauensperson. Auf Antrag De der Berlin wird beschlossen, daß der Bentral- und Umgegend hält Montag, den 15. Mai, abends 8% Uhr, in Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs vorstand in Zukunft die Gauleiter zu ernennen hat. Weimanns Klubhaus, Hauptstraße 5-6, seine Vereinsversammlung ab. In derselben wird Herr Baege einen Vortrag halten über: " Entstehung und Abstammung des Menschen". Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Gäste, Frauen und Männer, find uns willkommen. Den Mitgliedern soll auch näheres bekannt gemacht werden über den Ausflug am zweiten Pfingstfeiertag. Der Vorstand. Als Delegierter ist aufünftig nur wählbar, wer mindestens awei Jahre Mitglied des Verbandes ist. Den Gauleitern wird auf der Generalversammlung nicht nur Siz, sondern auch Stimme eingeräumt. Die nächste Generalversammlung findet in Berlin statt. Zur Erledigung fommen nun berschiedene Anträge, die sich auf Einführung der Arbeitslosen Unterstüßung beziehen. vers- Hildesheim schlägt vor, da die Erhöhung der Beiträge abgelehnt wurde, zunächst den Zentralvorstand zu beauftragen, einen Vorschlag auszuarbeiten, der einer Urabstimmung zu unterbreiten ist. Die Ausarbeitung eines Vorschlages wird angenommen, die Urabstimmung wird abgelehnt. Zum Punkt Presse begründet Beier- Dresden den Ausschußantrag, das Fachorgan " Der Töpfer" besser auszugestalten und einen eigenen Redakteur anzustellen. Der Antrag wird angenommen. Außerdem wird bea schlossen, daß der Redakteur Mitglied des Vorstandes ist. Als Rebatteur wird A. Schmit gewählt. Dem Tonarbeiter- Verband in Oesterreich wird anläßlich der Aussperrung in Prag eine einmalige Unterstützung von 1000 M. gewährt. Beim Punkt Wahl der Delegierten zum 4. Gewerkschaftskongreß wird die Frage: Arbeitsruhe am 1. Mai besprochen. Die Generalversammlung stellt sich diesbezüglich auf den Boden der Amsterdamer Resolution. Als 1. Vorsitzender wiedergewählt Drunsel, als Kassierer Bother, als 2. Vorsitzender Bartsch. Sitz des Ausschusses bleibt Dresden, als Vorsitzender hiervon wird Beier wiedergewählt. Zum Gewerkschafts- Kongreß werden delegiert: Drunsel. Berlin, Beier Dresden, S. Schmidt- Belten und H. Freitag- München. Damit sind die Arbeiten der Generalversammlung erledigt. * wird bei ordnungsgemäßer Ab- und Anmeldung die frühere Mit. Aus der Frauenbewegung. gliedschaft angerechnet. In der Reiseunterstützung tritt eine Aufbesserung ein. Arbeitslosen Mitgliedern, denen nach außerhalb Arbeit nachgewiesen wurde, wurde bei Entfernung von mehr als 75 Kilometern das Fahrgeld bis zu 10 M. ausbezahlt. A. Schmit teilt mit, daß diese Uebung zu Unzuträglichkeiten führte. Die Generalversammlung beschließt, daß diese Unterstützung nur an Mittellose bezahlt wird. Zum Buntt Krantenunterstüßung liegen eine Reihe von Anträgen vor. Nach lebhafter Debatte werden alle Anträge abgelehnt, die Krantenunterstüßung bleibt, wie im Statut bisher festgelegt ist, bestehen, doch wird eine 4. Klasse eingeführt, wonach bei einem WochenJohn von über 27 M. eine Wochenunterstüßung von 7,20 M. unter Beibehaltung der bisherigen Karenzzeit gewährt wird. Die Sterbeunterstüßungsfäße betragen im 1. Jahre 15 M., im 2. Jahre 20 M. und steigen dann pro Jahr um 10 M. bis zu 80 M. Analog der geschaffenen höheren Unterstübung( 4. Selaffe) wird auch für diese Gruppe ein Beitrag von 65 f. festgesetzt, im übrigen eine Beitragserhöhung abgelehnt. Lichtenberg. Der Verein für Frauen und Mädchen hält Montag, den 15. Mai, abends 8½ Uhr, bei Zoberbier, Kronprinzenftraße 27, Ecke Scharnweberstraße, seine Vereinsversammlung ab. Referentin: Frau Dr. Weyl. Die Mitglieder werden gebeten, bollzählig zu erscheinen. Gäste, Männer und Frauen, find willDer Vorstand. tommen. Adlershof. Montag, den 15. Mai, abends 8% Uhr, hält der Verein für Frauen und Mädchen in Adlershof seine Mitgliederversammlung ab. Vortrag von Frau Ihrer. Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Bolizei- Präsidium.) Roggen, gute Sorte, 1 Dz. 14,80( 14,78), mittel 14,76( 14,74), geringe 14,72( 14,70) ab Bahn. Futtergerste, gute Sorte 15,90( 14,80) mittel 14,70( 13,70), geringe 13,60( 12,60) frei Wagen und ab Bahn. Hafer, gute Sorte 16,40 ( 15,60), mittel 15,50( 14,70), geringe 14,60( 13,90) frei Wagen und ab Bahn. Richtstroh 5,32( 4,66). eu, 1 Dz. 9,20( 7,40), Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00( 30,00), Speisebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linfen 60,00( 30,00), Kartoffeln 9,00( 7,00), Rindfleisch, von der Keule, 1 g. 1,80( 1,30), Bauchfleisch 1,40( 1,00), Schweinefleisch 1,70( 1,20), Stalbfleisch) 1,90( 1,20), Hammelfleisch 1,70( 1,10), Butter 2,80( 2,20), Cier, 60 Stüd, 4,00( 2,25). Karpfen, Bariche 2,80( 0,80), Schlele 3,60( 1,40), Bleie 1,50( 0,80), Strebje 15,00( 3,00). 1 g. 2,20( 1,20), ale 3,00( 1,60), Bander 3,20( 1,20), echte 2,80( 1,20); 03.06 www Briefkasten der Redaktion. G. 2. 100. Leider unbekannt; auch fehlen uns die erforderlichen Familienbeziehungen zu einer diskreten Anfrage. Vielleicht fragen Sie selbst direkt. M. L. 38. Wenden Sie sich mündlich oder schriftlich an die Bentralstelle des R. Kr.", Berlin, Wilhelmstr. 73. Alt- Boghagen. 1. Bentral- Auskunftsstelle für Reisende am Potsdamer Bahnhof; ferner Reisebureau Unter den Linden, Ecke Charlottenstraße. 2. Paß wünschenswert. 3. Auch zu mündlicher Auskunft bereit. Benußen Sie die Adresse: Commun. Arb.- Bildungsverein. Commun. Club, 107 Charlotte- Street, Fitzroi- Square, W. London. Ditterungsübersicht vom 13. Mai 1905, morgens 8 Uhr. Parteigenoffinnen! Zu aller Menschen Freude schmückt sich jetzt die Natur mit ihrem schönsten Festgewand. Im Herzen der arbeitenden Bevölkerung aber fann feine reine Freude darüber aufkommen, weil in deren Heim die Sorge wohnt. Ist es schon schwer, sich bei normalen Verhältnissen mit den knappen Einkünften rechtschaffen durchs Leben zu bringen, wie erst jetzt, bei der kolossalen Ver- Stationen teuerung der allernotwendigsten Lebensmittel. Fleisch, Gemüse, Kartoffeln haben fast unerschwingliche Preise. Darunter hat besonders die Hausfrau zu leiden, denn sie soll haushalten mit dem bestimmten Stat. Sie kann jetzt ihre Einkünfte nur auf das allernötigste beschränken, muß ihre Kinder entbehren lassen, was zur förperlichen Entwickelung notwendig ist, von allem anderen, was das Leben wert macht, ganz zu schweigen. Darum ist es Pflicht jeder denkenden Frau, energisch zu, probestieren. Zu diesem Zwed findet Mittwoch, den 17. b. M., abends 8% Uhr, eine Boltsversammlung bei Buggenhagen, Moribplab, statt, in der Reichstags- Abgeordneter Schöpflin über das Thema: " Welches Intereffe haben die Frauen an dem wirtschaftlichen und Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Better 4bedect 2 bedeckt Swinemde. 763 2mollig Hamburg 765 NNW Berlin 763 NNA Franti.a.m. 765 N München 762 23 Bien 758 Stil Temp. n. T. 5ºC. 4° R. 9 Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Haparanda 760 8 Scilly 8 Petersburg 762 Better 2 wolfig Temp. n. T. 000000c5°.= 4° R. 1 bedeckt 8 773 NO 3 balб bd. 10 4 mollig 9 Aberdeen 4 Regen wolfent 6 Paris 14 772 WSW 770 1 bedeckt 3 heiter Wetter- Prognose für Sonntag, den 14. Mai 1905. Nachts sehr fühl, am Tage etwas wärmer, zeitweise heiter, aber noch veränderlich mit leichten Regenfällen und mäßigen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. BAER SOHN Ausverkauf Frühjahr- Paletots Restbestände mit Mängeln 12,-, 8,-, 5.-M. Chausseestrasse 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 zwischen Invalidenstr. u. Schiller- Theater N. zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr. Ecke Koppenstrasse( am Borger- Hospital) Spezialhaus und Fabrikation grössten Massstabes. Hervorragende Sonder- Angebote: Frühjahr- Anzüge Frühjahr- Paletots Cheviot- Genre in aparten Streifen 18.-M. Elegante Stoffe in modernen Karos und Streifen- Vornehme Fassons 18.-M. und Karos Moderne Fassons unübertroffene Auswahl allerneuester Stoffe u. Frühjahr- Anzüge 1. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 112. 22. Jahrgang. 4. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Die Meistersinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Die Heirat wider Willen. Mittwoch: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Fra Diavolo. Freitag: Tristan und Isolde.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Margarete. Sonntag: Figaros Hochzeit. Montag: Das Rheingold. Königliches Schauspielhaus. Sonntag und Montag: Wilhelm Tell. ( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Göz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Mitt woch: Jm ftillen Gäßchen. Donnerstag: Wilhelm Tell.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Prinz Friedrich von Homburg. Sonnabend: Göz von Berlichingen. ( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Wilhelm Kell.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Neues Königl. Operntheater. Bon Sonntag, den 14. Mai, bis Montag, den 22. Mai, allabendlich: Jung Heidelberg. Sonntag, den 21. Mai, nachmittag 3 Uhr: Frühlingsluft. Deutsches Theater. Sonntag und Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Der Meineidbauer. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Die Kreuzelschreiber. Montag: Das vierte Gebot. Berliner Theater. Sonntag: Tata- Toto. Montag: Die Räuber. Bon Dienstag bis Sonntag: Tata- Toto. Montag: Zapfenstreich. Leffing Theater. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Die Weber. Abends und Montag: Elga. Dienstag: Die Frau vom Meere. Mittwoch: Elga. Donnerstag: Nora. Freitag: Elga. Sonnabend: Der Biberpelz. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Rosenmontag. Abends: Traumulus. Montag: Elga. Theater des Weftens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Zigeuner baron. Abends: Der Bettelstudent. Montag: Undine. Dienstag: Die neugierigen Frauen. Mittwoch: Opernaufführung des Sternschen Konser batoriums. Donnerstag: Martha. Freitag: Der Wildschüß. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Sonntag nach mittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. Abends: Hans Heiling. Montag: Der Bettelstudent. National Theater. Sonntag: Die Jüdin. Montag: Undine. Dienstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Die Regimentstochter. Freitag: Maskenball. Sonnabend: Bar und Zimmermann. Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Unbestimmt. Neues Theater. Sonntag bis Montag: Ledige Leute. Kleines Theater. Sonntag: Nachtasyl. Montag: Abschied vom Regiment. Angele. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Abschied vom Regiment. Angele. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Abschied vom Regiment. Angele. Sonnabend und Sonntag: Salome. Montag: Nachtashl Maria Stuart. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Abends: Gyges und sein Ring. Montag: Meine Schwiegertochter. Dienstag: Familie Schierte. Von Mittwoch bis Sonn abend: Der artesische Brunnen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Abends und Montag: Der artesische Brunnen. Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.), Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wallensteins Tod. Abends: Das Glück im Winkel. Herren Söhne. Donnerstag und Freitag: Die Thrannei der Tränen. Montag: Im Hafen. Dienstag: Gbges und sein Ring. Mittwoch: Die Sonnabend: Maria Stuart. Tod. Abends: Johannisfeuer. Montag: Meine Schwiegertochter. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Wallensteins Belle Alliance- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hans in der Falle. Die Brüder vom Steinhof. Sonntag abend und folgende Tage: Liebesmanöver. Trianon- Theater. Allabendlich: Ihr zweiter Mann. Residenz Theater. Allabendlich: Herzogin Crevette. Lustspielhaus. Allabendlich: Der Familientag. Carl Wein Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schnitzer Franzl von Berchtesgaden. Abends: Unsere Bauern.( Bauernblut.) 26 Montag: D' Goldher Zentral Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends und folgende Tage: Die Kleinen Lämmer. Thalia Theater. Allabendlich: Gastspiel der Wolzogen- Dper. Die Bäder von Lucca. Kasino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Seirat auf Probe. Allabendlich: Hotel Klingebusch. Nächsten Sonntag nachmittag 4 Uhr: Der Blumenstrauß. 1 Sonntag, 14. Mai 1905. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. von 7%, bis 9%, be abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme de Sonnabends Erbschaft 1000. Ob die Stiefgeschwister in Ihrem Fall erben, hängt davon ab, ob nähere Verwandte und ob Testamente vorhanden sind. Die Erbfolge- Ordnung ist in den§§ 1924 bis 1929 23. 6.- 8. geregelt. nach Ablauf des Jahres, in dem sie entstanden sind, falls teine UnterA. N. 28. Honorarforderungen der Aerzte verjähren in zwei Jahren brechung der Verjährung stattgefunden hat. Franz Müller. Wenn nicht etwa falsche Vorspiegelungen beim Stauf gemacht sind( Ihre Sach darstellung ergibt das nicht), so würde eine Schadenersaktlage faum Ausficht auf Erfolg haben. Emden 100. Berufung in Straffachen ist innerhalb einer Woche nach Verkündung des Urteils einzulegen. Eine Aenderung des Strafmaßes ist möglich. Emilie. Eine Klage wäre aussichtslos. G. 5. 1905. Ist feine Vereinbarung getroffen, so wäre Friseurgehülfe. 1. Das Alter ist gleichgültig. 2. Ihre Ansicht trifft zu. eine Klage auf Zahlung der Gratifikation ohne Erfolg. 3. A. Nein. O. R. R. ft ein Irrtum bei der Abmachung nachweisbar, so muß auch die Nachzahlung erfolgen. F. Maynhardt. Beschweren Sie fich bei dem Präsidenten des Landgerichts Berlin II über Ton und Zu mutung des betreffenden Richters. Matismonio. 1. und 2. Wenden Sie fich an die italienische Gesandtschaft. 3. Welche Papiere ufw. für eine Heirat in Deutschland erforderlich sind, ist wiederholt, zuletzt im Briefkasten vom 2. Mai, ausführlich dargelegt. Durch Kampf zum Steg. 1-3. Nicht Ihre Frau, sondern Sie sind der Schuldner. Ein schriftliches Anerkenntnis genügt. 4. Wenn Sie feinen Ehevertrag geschlossen haben, leben Sie nicht in Gütergemeinschaft. Nach dem Tode Ihrer Frau haben Sie das Recht die Erbschaft nicht nach märkischem Recht, sondern nach dem des Bürgerlichen Gesetzbuches anzutreten. Innerhalb sechs Wochen haben Sie dem Nachlaßgericht in öffentlich beglaubigter Form mitzuteilen: ftatt der mir nach märkischem Recht zustehenden Rechte wähle ich die Erbfolge nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche. Dann fällt Ihnen als tinderlosen Witmer die Hälfte des Nachlasses Ihrer Frau und als voraus die Hochzeitsgeschenke und die Gegenstände zu, die zum ehelichen Haushalt gehört haben. R. 46. 1. Eine Klage auf Schadenersaz dürfte nicht ohne Aussicht Simplon und sein Gebiet. Montag und Donnerstag: Tierleben in der auf Erfolg sein. 2. Beim Amtsgericht. 3. Nein. 2. S. 100. Der Wirt ist schadenersatzpflichtig. Richard. 1. Ja. 2. Neii. 1000 23. B., P. M. 100. Ja. K. 23. 64. Eine Klage auf Entbindung vom Vertrage und auf Schadenersatz hat Aussicht auf Erfolg, wenn Sie den Beweis für das dolose, fast betrügliche Vorgehen des Wirts nachweisen. Apollo Theater. Allabendlich: Berliner Luft. Spezialitäten. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Von Sonntag bis Mittwoch: Meherhains. Ab Donnerstag: Winter- Tymian- Sänger. Passage- Theater. Allabendlich 5 Uhr: Oriona. Emmit Kröchert. zialitäten. Sonntag: Anfang 3 Uhr. Die SpeWintergarten. Allabendlich: Otto Reutter. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Jm Theater: 8 Uhr: Der Wildnis. meines seit 30 Jahren bestehenden bestTotal- Auflösung renommiertesten Spezial- Manufaktur- Geschäftes. 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Vergolder, Lackierer, Buchstaben- Klempner! bitten bie Kollegen allerorts, den Zuzug nach Berlin streng zu meiden! Der Streik der Schildermaler ist noch nicht beendet und wir Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Ladewig, Alte Jakobstraße 83. Die Ortsverwaltung Berlin. Einem Teil unserer heutigen Auflage liegen Prospekte bei der Firma L. Katz& Co., Berlin, Spandauerstr. 45, für den Often, Südosten und die Bororte dieser Richtung der Firma Z. Alexander& Co., Kaufhaus, Berlin N., BadIstraße 55, für den Nerden. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. File ben Inferatentell oeranto. 50. Glofe, Berlin, Dend u. Verlags Vertverts Buchbundesel& Verlagbantals Paid Singer& Co., Berlin- SW. Nr. 112. 22. Jahrgang. 5. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. " Vierter Wahlkreis( Oft). Der Wahlverein hält Dienstag abend 8 Uhr zwei Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen ab: Elysium", Landsberger Allee 40/41, und P. Litfins Gesellschaftshaus Ostend, Memelerstr. 67. Es referieren: Der Reichstags- Abgeordnete Genosse Adolf Hoffmann über: Der Schiller- Rummel der bürgerlichen Gesellschaft." Der Genosse Wermuth über:„ Das Erfurter Programm." Die Genossen werden ersucht, für den Besuch dieser Versammlungen lebhaft zu agitieren und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Dienstag, 16. Mai, abends 81%, Uhr, finden Sechster Wahlkreis. Dienstag, 16. Mai, abends 8½½ Uhr, finden zwei große Bolksversammlungen statt, nämlich in Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee 148, und im Swinemünder Geſellſchaftshaus, Swinemünderſtr. 42. Referenten: Stadtverordneter Dr. Weyl und Genosse Krille. Näheres im Inseratenteil. Berliner Nachrichten. Eine häßliche Krankheit. = Sonntag, 14. Mai 1905. Zur Frühjahrsparade auf dem Tempelhofer Felde werden diesmal, wie schon berichtet wurde, von der Militärbehörde Tribünen errichtet werden, die einer größeren Menge von Zuschauern Platz gewähren. Vom Polizeipräsidium kommen, weil durch die Tribünen der Plaz sehr beschränkt wird, Wagenkarten für die Parade nur in ehr geringer Anzahl zur Ausgabe. maßen: Der Erholungsurlaub der Gemeindearbeiter, Berliner Bäckerinnungen an den Polizeipräsidenten richten. Wie wir den wir ja nun auch in Berlin haben; soll in die wärmere meldeten, sind gegen die Feiertagsverordnung des Berliner PolizeiJahreszeit fallen; jeder vernünftig und gerecht denkende präsidiums, die eine Arbeitsruhe für die Gesellen vorschreibt und Zur Lokalliste. Das Lokal Wilhelmsgarten"( Jnh. Noack), Mensch wird das als selbstverständlich voraussehen. Im vorigen den Meistern das Backen erlaubt, viele Verstöße vorgekommen. Ein Tempelhof, Berlinerstraße 9, steht jetzt der Arbeiterschaft zur Ver- Jahre ist den Berliner Gemeindearbeitern auch überall der Urlaub Teil der Meister hat die Feiertagsruhe genau durchgeführt, ein fügung. Im Grunewald find fämtliche Lokale, wie wir auf in der Zeit zwischen Frühling und Herbst gewährt worden. Nur anderer Teil hat, um den Wettbewerb die Spitze zu bieten, mit biele Anfragen hin erklären, als frei zu betrachten. In auf dem Wasserwerk Müggelsee, das dant dem Wirken Hülfe von schnell angenommenen Arbeitskräften weiter gearbeitet. Blankenfelde ist das Lokal von Tinius als gesperrt zu be- des vielgenannten Betriebsleiters Anklam immer etwas Be- Um diesem unhaltbaren Zustande ein Ende zu machen, haben die trachten. Die Lokalkommission. sonderes haben und durch irgend eine Ungehörigkeit von sich reden Innungen beschlossen, noch einmal die vollständige Betriebsruhe vom machen muß, haben verschiedene Arbeiter ihren Urlaub erst im Polizeipräsidenten zu verlangen. Es wird gegenwärtig Material Erster Wahlkreis. Dienstag, 16. Mai, abends 8½ Uhr, ist bei Spätherbst bezw. im Winter erhalten. Bei der Beratung des dies- gesammelt über alle bekannt gewordenen Uebertretungen HauptDräsel, Neue Friedrichstr. 35, die Generalversammlung des Wahl- jährigen Stadthaushaltsetate ist im Gtatausschuß diese Rücksichts- sächlich in solchen Betrieben, in denen Gesellen und Lehrlinge an bereins. Tages- Ordnung: Bericht des Vorstandes und Kassierers losigkeit von sozialdemokratischer Seite scharf gerügt worden, und den Festtagen beschäftigt waren. Diese Fälle sollen zur Unterstützung sowie Vortrag des Redakteurs Genossen John:" Die neue Organisation der Partei." Zahlreicher Befuch erbeten. Wahlvereins auch im Plenum hat unser Genosse Dr. Weyl, der in der Deputation der Eingabe dienen. der Wasserwerke sitt, sie gebührend gegeißelt. Der Magistrat nahm buch legitimiert. natürlich seinen unschuldvollen Anklam in Schuß und behauptete, die Arbeiter seien mit ihrem Winterurlaub zufrieden gewesen. Wer etwa aus jener Antwort den Schluß gezogen hatte, daß die Kritik der Sozialdemokraten wirkungslos bleiben werde, der wird sich jetzt angenehm enttäuscht fühlen. Wir erfahren, daß in diesem Jahre auf dem Friedrichshagener Werk die Urlaubsgewährung bereits am 8. Mai begonnen hat. Der Magistrat hat hier wieder einmal sein Eine Großstadt- Existenz.„ Graf Salviac," richtig Georg Steffen, altes Verfahren befolgt, das die Billigung der freisinnigen Stadt hat dieser Tage vor dem Amtsgericht I den Offenbarungseid ab verordneten- Mehrheit hat. Forderungen der Sozialdemokraten gelegt. Der Sattlermeister Sindel aus der Neuen Königstraße hatte müssen schroff zurückgewiesen werden. Aber je schroffer die Zurück- gegen ihn eine Restforderung von 579 M., die der„ Kaufmann" weisung war, desto rascher pflegt die Erfüllung zu folgen. Da bleibt Georg Steffen nicht bezahlen wollte. Zur Ablegung des Offendann wenigstens dem Freifinn die Möglichkeit, in seinen Bezirks- barungseides fuhr St., so erzählt die„ Berliner Morgenpost", nach vereinen zu erzählen, der Magistrat habe nicht etwa einer sozial- dem Gerichtsgebäude mit einem Ponygespann, das seiner Angabe demokratischen Anregung Folge gegeben, sondern aus eigenem nach Eigentum seiner Freundin, der früheren Kellnerin H., ist. Georg Antrieb gehandelt. In dem vorliegenden Falle haben wir nur die Steffen wohnt derzeit in einem der feinsten Viertel Berlins, im Hauſe eine Sorge, daß die Arbeiter des Friedrichshagener Wertes, die im Roonstr. 1. Die Miete beträgt jährlich 3200 M. Seine Wohnungsborigen Jahre mit ihrem Winterurlaub so zufrieden gewesen sein ausstattung schilderte er bei Ablegung des Offenbarungseides folgendersollen, in diesem Jahre über den Sommerurlaub sich Mein Mobiliar, bestehend aus einer Wartezimmer- Einbitter beklagen werden, so daß schließlich doch Herr Antlam, richtung, einer Arbeitszimmer- Einrichtung, einer Salon- Einrichtung, der Gute, im Recht gewesen wäre! einer Eß-, einer Schlafzimmer- und Korridor- Einrichtung, hat Herr Bulvermacher, Friedrichstr. 36, für den Preis von 40 000 m. unter Ueber perverse Neigungen ist in unserer Zeit so viel an Fortschritte der gewerkschaftlichen Organisation. Ein allgemeiner der Bedingung geliefert, daß das Mobiliar bis zur gänzlichen die Deffentlichkeit gekommen, daß es kaum wundernehmen Kantoren- Bund soll zur Sicherung der Anstellungsverhältnisse, der Bezahlung dieser 40 000 m. sein Eigentum bleibt. Auf dieses wird, wenn wir auf eine zwar nicht neue, aber recht wider- Krankenunterstüßung und Hinterbliebenenversorgung der jüdischen Mobiliar habe ich bereits bezahlt die Summe von 20 700 M. und Kantoren ins Leben gerufen werden. Die Gründung des Bundes habe als fernere Sicherheit für den Eingang der restierenden wärtige Art krankhaften Empfindens hinweisen. Unter Frauen wird auf dem ersten jüdischen Kantorentage erfolgen, der am 12. Summe eine Forderung von 10 000 m. gegeben, welche ich an den und Männern besteht eine Zunft, die dem Publikum kaum und 13. Juni d. J. in Berlin im Gemeindehause in der Oranien- Schriftsteller Heinrich M., Charlottenburg, habe. Wie die weitere Verminder unangenehm wird als jene unheimlichen Geschöpfe, burgerstraße stattfindet. Vielleicht erleben wir auch noch, daß die handlung ergab, hat St. im ganzen Forderungen in der Höhe von die Damen ihre Kleider mit Tinte besudeln oder ähnlichen Geistlichen aller Konfeffionen sich gewerkschaftlich organisieren. 25 000 M. Aber es ist nichts von ihm zu wollen", denn er hat alle seine Forderungen mit Rückaufsrecht" an denselben Herrn Pulverschlimmen Unfug treiben. Diesen Kranken ist eine höchst unIm städtischen Voltsbade Dennewigstraße 24a ist versuchsweise macher übertragen, der ihm die Möbel lieferte. Auf die Frage des Saubere Phantafie eigen und sie legen in durchaus harmlose an jedem Montag von 6%, bis 8 Uhr ein zweiter Schwimmabend vernehmenden Richters an Steffen, was er an barem Gelde befize, Bilder, namentlich wenn diese in Schaufenstern öffentlich für weibliche Personen eingeführt, so daß nunmehr Montags und erwiderte letterer vollkommen ernst: 8 M. Als er nach der Ver ausliegen, allerhand schmuzigen Sinn hinein. Das erste, was Donnerstags abends, sowie außerdem täglich von 91 bis 12 Uhr eidigung den Saal verließ, wurde ihm ein Vollstreckungsbefehl wegen diese unglücklich veranlagten Menschen dann tun, ist, die außer Sonntags, und nachmittags von 2 bis 4 Uhr am Dienstag, der 579 M. vorgelegt, natürlich fruchtlos. Aus seinen Taschen fam Polizei gegen die Ladeninhaber mobil zu machen, oder auch Mittwoch und Sonnabend das Schwimmbaffin dem weiblichen Ge- nichts Pfändenswertes zum Vorschein, nur eine alte, völlig wertlose den Staatsanwalt zu animieren, daß er gegen die Aussteller schlecht zur Verfügung steht. Die Schwimmhallen sind auch zur Taschenuhr und eine abgegriffene Brieftasche, in der sich wertlose die öffentliche Anklage wegen„ Unzuchtvergehens" erhebe. Ab- Benutzung für Nichtschwiminer eingerichtet. Die Schwimmbadezeit Schriftstücke befanden. Zwischen dem„ Grafen" und dem über die gesehen davon, daß übereifrige Staatsanwälte zuweilen im übrigen Betriebszeit von früh 7 bezw. 6 Uhr bis abends 8 Uhr, gab es dann noch einen erregten Wortwechsel. für männliche Personen ist dahin geregelt, daß während der ganzen erfolglose fliegende Pfändung" nicht sehr erbauten Sattlermeister Ernft auf derartige Denunziationen hin Anklagen loslassen, Freitags bis 9 Uhr und Sonnabends bis 91, Uhr abends und erwächst den Ausstellern der Bilder auch dann schon manche Sonntags bis 21 Uhr geschwommen werden kann. Ein Fall von Rotschen ereignete sich Freitag beim Begräbnis Unannehmlichkeit, wenn nur die Polizei ihre Beamten zu des Hausdieners Hirselein auf dem Friedhofe der Friedensgemeinde In der gestrigen Situng der städtischen Parkdeputation unter in Nieder- Schönhausen. Als ein Kollege des Verstorbenen mit einem Nachforschungen beordert. Die häßliche Krankheit und ihre Wir- dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. G. Reide wurde ein Antrag vom Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter gespendeten tungen wird recht anschaulich in Mitteilungen geschildert, welche auf Errichtung einer Unterkunftshalle bezw. einer Erfrischungshalle Kranz, an welchem sich eine rote Schleife befand, die Stätte des uns von einem Herrn zugehen, der mit Ansichtskarten im Plänterwald beraten und beschlossen, diese Angelegenheit ge- Friedens betreten hatte, erschien sehr erregt ein Mann, der sich als und größeren Kunstblättern Handel treibt. Die Stranke war legentlich einer demnächst stattfindenden Umfahrt an Ort und Stelle Friedhofsinspektor bezeichnete und dem Kranzträger die Wahl stellte, eine Dame aus der inneren Mission; ihr perverses zu prüfen. Wegen der Aufstellung von öffentlichen Uhren in den entweder die Schleife zu entfernen oder den Friedhof zu verlassen. Leiden befiel sie, als sie im Schaufenster eine Ansichtskarte mit größeren städtischen Anlagen, Barks 2c. wurde beschlossen, zunächst Man tann sich denten, wie peinlich solche Fälle auf eine Trauerder Venus des Palma Vecchio und ein anderes Bild eines Sachverständige bezüglich der eventuell passenden Uhren zu hören. gemeinde wirken. Daß unsere Parteigenossen auf rote Schleifen veralten Meisters erblickte. Sie betrat den Laden und suchte die Der Durchbruch der Alten Jakobstraße nach der Gitschinerstraße zichten, wird ihnen im Ernst niemand zumuten, und wie unfere Frau des Kunsthändlers zu bestimmen, die beiden Bilder aus wird voraussichtlich noch in diesem Jahre geschehen können, da der Gegner sich bereits an so manches haben gewöhnen müssen, was dem Schaufenster fortzunehmen. Obgleich die Frau tiefes Bau des nördlichen Flügels des neuen Patentamtes seiner Bollendung ihnen früher Bauchgrimmen verursachte, so werden fie auch den Mitleid mit der Kranken hatte, sah sie doch keinen Anlaß, entgegengeht. Der Neubau ist soweit vorgeschritten, daß das Gerüst Anblick der roten Farbe ertragen lernen müssen. Immerhin lehrt auf ihr häßliches Verlangen einzugehen und ließ die Bilder bereits entfernt werden konnte und das zukünftige Straßenland auch dieser Fall, wie bedenklich es ist, daß das Begräbniswesen im Fenster. Daraufhin eilte die Kranke zur Polizei. Das materialien nicht mehr gebraucht wird. Mit der Regulierung des fondern den Kirchengemeinden als wichtige Einnahmequelle über der verlängerten Alten Jakobstraße für die Lagerung der Bau- heute noch zum großen Teil nicht in den Händen der Stadt liegt, Schaufenster wurde nun öfter durch Beamte der Revier- Durchbruchs wird demnächst begonnen werden. polizei inspiziert; eines Morgens im April aber erschienen Unfälle in Schulen sind nicht selten. Wo 1500-2000 Kinder in atvei Herren im Laden, die sich als Kriminalpolizisten vorstellten ein Doppelschulhaus gepfercht werden, da passiert eben manches, was und dem Kunsthändler mitteilten, daß er wegen Ausstellung un- unter folchen Umständen schwer zu vermeiden war. Aber das kann züchtiger Bilder denunziert worden sei. Als der Händler die beiden wenigstens vermieden werden, daß bei einem Unfall die Be Beamten daraufhin aufforderte, in die Musterbücher Einsicht zu schaffung der ärztlichen Hülfe verzögert und den nehmen, lehnten sie dies ab mit dem Bemerken, sie hätten sich schon Eltern überlassen wird. Wir haben es wiederholt rügen beim Betrachten des Schaufensters davon überzeugt, daß nur müssen, daß bei Unfällen, die dem Lehrer auf den ersten Blick sich Klassische Reproduktionen auslägen. Sie selber würden die Kunst- als geringfügig darstellten, die verunglückten Kinder einfach nach Ein geheimnisvoller Schuß. Der Arbeiter B. aus Karlshorst werte ruhig ihren Töchtern zeigen; immerhin sei es Hause geschickt wurden. Soviel wir wissen, hat nach Besprechung ging gestern abend gegen 9 Uhr die Trestowallee entlang. In der vielleicht angebracht, daß einige der Bilder auf kurze Zeit aus eines Vorkommnisses durch den Vorwärts" die Schulverwaltung sich Nähe der Schonung vor dem Restaurant Kupsch hörte er plöglich dem Schaufenster entfernt würden. Wenn der Händler auch die Beschaffung ärztlicher Hülfe, wo sie erforderlich scheint, zu den am Hinterkopf, welcher von einer stark blutenden Wunde herrührte. veranlaßt gesehen, das Lehrpersonal darauf hinzuweisen, daß auch einen Schuß fallen und spürte gleichzeitig einen stechenden Schmerz feinen vernünftigen Grund zur Befolgung des in aller Höflich- flichten der Schule gehört. Das ist auch ganz in der B. begab sich zu einem Arzt, einen Streiffchuß am Hintertopf feit gegebenen Rates erkennen konnte, jo ersetzte er doch die Ordnung. Denn wenn wir Eltern gewungen werden, unsere Kinder tonstatierte und dem Verlegten einen Verband anlegte. Die sofort Bilder durch einige andere. Kein Geschäftsmann mag es ja der Schule zuzuführen, so hat die Schule auch die Verpflichtung, benachrichtigte Polizei suchte das in Frage tommende Terrain ab, gern mit der Polizei verderben. die ihr anvertrauten Kinder vor Schaden zu bewahren oder ent- konnte aber des geheimnisvollen Schüßen nicht habhaft werden. Unsere Meinung ist allerdings, daß weder die Polizei noch standenen Schaden wieder gut machen zu helfen. Eine Schwierigkeit Staatsanwalt und Gericht dazu da sind, den Mucken kranker liegt aber barin, daß das Lehrpersonal von erster Leute nachzugeben. Wohl aber täte unseres Erachtens die Samariterhülfe nichts versteht und daher selten ein zu treffendes Urteil über die Art des Unfalles haben kann. Da wird ärztliche Wissenschaft gut daran, sich mit dem perversen Lafter der dann im besten Glauben wieder zu dem alten Mittel gegriffen, ein geschilderten Menschenkategorie zu befassen und auf Mittel zur verunglücktes Kind den Eltern zuzuführen. Ein solcher Fall wird Heilung der Unglücklichen zu finnen. Daß in schlimmen uns jetzt wieder aus der Mädchenschule in der Alten Jakobstraße Fällen es angebracht ist, sich der Kranken zu versichern und gemeldet, wo ein Mädchen W. in der Pause fiel und ein Bein verihren Geistes zustand zu beobachten, wird ebenfalls ein- legte. Das Kind wird nach der nächsten Parterreklasse getragen und leuchten. Auf keinen Fall sollte die Behörde sich den Anschein auf eine Baut gesezt, und dann benachrichtigte man die Angehörigen. geben, als ob sie mit der häßlichen Denunziationssucht der Diese holten die Verunglückte ab und zogen einen Arzt zu Rate. Kranten einverstanden sei. 3 antwortet ist. Tödlich verunglückt ist am Freitagvormittag auf einem Neubau in der Wiesenstraße der Zimmermann Julius Hildebrand, Stolbergerstr. 11. Durch einen Fehltritt stürzte er aus dem vierten Stod in einen Schacht. Hildebrand, der eine Frau mit sechs fleinen Kindern hinterläßt, ist erst vor vier Wochen aus Marienwalde nach Berlin gekommen. Die Leiche wurde durch die Polizei beschlagnahmt. Eine Spieleraffäre soll binnen furzem die Berliner Gerichte beschäftigen. Auf eine Denunziation hin hat die Polizei in einer eleganten Wohnung der Friedrichstraße, wo sich des Nachts zum Roulette beschlagnahmt, da es angeblich zum Falschspiel eingerichtet Rouletteſpiel Finanz- und Sportleute zu versammeln pflegten, das bekannte Persönlichkeit. Bon einer Inhaftnahme wurde vorläufig ift. Der Eigentümer und Banthalter ist eine in der Sportwelt Abstand genommen. Aus Liebeskummer machte gestern abend die 27 Jahre alte Köchin Marie Kühn, die seit zwei Jahren bei einer Herrschaft am Der Arzt erklärte die Verlegung für Beinbruch, und das Kind hat Alexanderplay 2 in Stellung war, einen Selbstmordversuch. Sie dann nach dem Krankenhause gebracht werden müssen. Angesichts unterhielt seit sechs Jahren ein Liebesverhältnis mit einem Untersolcher Borkommnisse sollte die Schulverwaltung auch entschiedener offizier; sie hatte sicher darauf gerechnet, daß diefer sie heiraten darauf dringen, daß die Lehrpersonen bei Unfällen zu allererst an werde. Umso größer war ihre Enttäuschung, als sich der Geliebte den Arzt denken. Auch sollte sie auf endliche Ausbildung der jegt von ihr lossagte, weil sie ihm zur Frau zu alt sei. Seit acht Lehrer und Lehrerinnen in Samariterhülfe hinivirten. Tagen ging fie wie geistesabwesend umher. Schon zweimal hatte sie ohne Erfolg versucht, den jungen Mann zu treffen. Gestern abend ging sie zu diesem Zwecke wieder aus, fehrte aber nicht mehr zurück. Wahrscheinlich mißlang ihr der Versuch auch diesmal wieder. Verzweifelt suchte sie dann einen Gasthof in der Invalidenstraße auf und nahm dort Lyfol. Als man jie heute morgen auffand, war fle befinnungslos. Ein Schußmann brachte sie in ein Krankenhaus. Ein großer Fabrikbrand kam Sonnabend abend gegen 10 Uhr in der Köpnickerstraße 21, neben dem Proviantamt, aus nicht ereine Kistenfabrik in hellen Flammen. Es mußte mit mehreren Schlauchleitungen Wasser gegeben werden, um das Feuer auf die Seistenfabrik zu beschränken. Weber Mühe noch Kosten scheut der Patriotismus, um das arbeitende Volt zur Beteiligung am Einzuge der fünftigen Kronprinzessin heranzuziehen. In den Werkstätten der Siemens- Schuckert- Werke wie auch in denen der Allgemeinen Die Spandauer Dampfschiffahrts Gesellschaft( Oberhabel und Elektrizitätsgesellschaft waren große Blafate angeschlagen, wonach diejenigen Arbeiter, die sich verpflichten wollen, beim Tegeler See) eröffnet am 14. d. M. ihren Betrieb auf Ihren fämt lichen Linien der Oberhavel und des Tegeler Sees, sowie von Einzuge der erwähnten Dame als Volt Spalier zu bilden, Bichelsdorf nach Schildhorn. Dem Erholung suchenden Publikum ist nicht allein den Lohnausfall für den patriotischen Festtag sowohl über Tegel, wie auch von Spandau aus Gelegenheit ausgezahlt bekommen, sondern obendrein noch volle fünf gegeben, die schönen Ufer der Oberhabel und des Tegeler Sees Mart als Extravergütung für ausgestandenen Patriotismus aufzusuchen. erhalten sollen. Merkwürdigerweise scheint den Arbeitern Im Rathause fand gestern abend eine von der städtischen Vermittelter Ursache zum Ausbruch. Bei Ankunft der Feuerwehr stand aber für dies ehrenvolle Angebot das rechte Verwaltung einberufene Versammlung statt, die von Armen- und Schul ständnis zu fehlen, denn in den Siemens Schuckert ärzten zahlreich besucht war. Der Vorsitzende, Stadtrat Geheimer Werken haben sich gestern ganze drei Mann gemeldet, Rat Dr. Straßmann eröffnete sie mit dem Hinweis auf die Maß bon denen 3tvei noch am Nachmittag ihre Unter- nahmen, die zur Herabminderung der Säuglingssterblichkeit schrift wieder zurückgezogen haben. Wie es in der A. E. G. getroffen worden sind. Die Gemeindebehörden seien sich aber darmit dem Patriotismus der Arbeiter bestellt ist, konnten wir über klar gewesen, daß das gewünschte Ziel nicht erreicht werde, noch ist unterstügt würden. wenn nicht durch Belehrung der Mütter die Bestrebungen wirksam zu befürchten. Möglicherweise fehlt den Arbeitern nur die gerichtet, mitzuhelfen. Dr. Finkelstein ging dann in seinem Antrage finden, denn die Premiere war gut besucht. Aber auch die großen Uebung im Feiern. Wir raten den erwähnten Aktiengesell- näher auf diese Bestrebungen ein: 1. durch Gewährung von mateschaften, nach dem unangenehmen Mißerfolg von gestern, ihr rieller Unterſtügung den stillenden Müttern zu helfen; 2. gute Angebot vorläufig zurückzuziehen und es zu erneuern, wenn Sindermilch preiswert zu verabfolgen und 3. durch Belehrung zu der erste Mai wieder vor der Tür steht. Vielleicht, daß sich wirken. dann die Arbeiter, allgemein sogar, mit Entschädigung des Festtagsruhe in Bäckereien. Eine nochmalige Eingabe um völlige Lohnausfalles begnügen oder es noch billiger tun. Betriebsruhe in den Bäckereien an den Festtagen wollen die beiden Zirkus Maximilian Brose. Auch im Westen Berlins, und zwar am Rollendorfplatz, hat sich jetzt ein Beltzirtus niedergelaffen. Das Publikum muß Gefallen an diesen lustigen Vergnügungsstätten Beamte aus Dressurstätten von Weltruf waren anwesend, um die KunstKollegen scheinen diese Kunstinstitute zu beachten, denn Künstler und leistungen des Zirkus Marimilian Brose zu würdigen. Diese Leistungen fönnen sich unter Brüdern sehen lassen. Artisten, die im Winter bei Busch oder Schumann aufgetreten sind, hatten es nicht verschmäht, hier unter einfacheren Verhältnissen ihre Künste zu zeigen. So ein Jongleur zu Pferde, Herr Edmund Loyal, der u. a. die hübsche ftitlift klbte, dem Publikum Apfelsinen zuzuwerfen, die die Empfänger allerdings nicht behalten dursten, sondern anstandshalber dem Künstler wieder zuwerfen muhten, damit er sie mit dem Degen au fange. Mit Pferd und Dogge zusammen trat Mih Gertrud an waren die von diesen beiden vierbeinigen Künstlern gezeigten Leistungen schon beachtenslvert, so erregten die im Springen außer- ordentlich gewandten russischen Windhunde ganz autzerordentliches Aufsehen. Tüchtig war auch ein Fräulein Fabbri als Trab- und Galoppreiterin! eine verwegene Jockeyreiterin ist Mih Edy, als Loltigeuse leistet Fräulein Therese vorzügliches. Auch die Clowns sind tüchtig und wissen neue Tricks humorvoll an den Mann a; bringen. Ein ganz hervorragender Dresseur ist aber Direktor Brase der nicht allein seine Pferde vortrefflich geschult hat, sondern auch mit fünf Elefanten Dressurkiinste zum besten gibt, die einzig in ihrer Art sind. Alles in allem zeigt der Zirkus Maximilian Brose daß er sich in Ehren in der Weltstadt sehen lassen kann. Vorort- l�acbricbten. Rixdorf. Zwei Kinder verschüttet. Auf dem Gelände der ehemaligen Rott berge in Rirdorf, Reuterstr. 90 und 9t, die zum Teil abgetragen sind, spielten gestern vormittag die beiden Kinder Paul und M e t des Arbeiters H a u ck. Mainzerstr. 54. Plötzlich lockerten sich die Erdmassen eines Sandhügels, an dessen Fuhe sich die Kinder be* fanden, und beide wurden verschüttet. Der Unglücksfall war glück licherweise von Strahenpassanten beobachtet worden, die sofort Rettungsarbeiten mit Erfolg einleiteten. Die kleine Meta wurde un- verletzt aus ihrer entsetzlichen Lage befreit, während der Knabe einen Bruch des rechten Oberschenkels erlitten hatte. Er wurde nach dem städtischen Krankenhause überführt. Zu dem Familiendrama in der Donaustraße wird uns noch ge meldet, das; der Teppichweber Julius W e i g e l gestern aus dem städtischen Krankenhause in Rixdorf nach der Krankenabteilung des Untersuchungsgefängnisses in Moabit überführt worden ist. Ein Unhold. Der Portier des Hauses Ziethenstr. 26, Wilhelm S w a t t, wurde gestern in Untersuchungshaft genommen, weil er ffch in einer Reihe von Fällen gegen kleine Mädchen vergangen hat. Wegen Sittlichkeitsverbrechen ist der gefährliche Kinderfreund schon mehrfach empfindlich vorbestraft. Bon Tobsucht befallen wurde ver an Jahre alte Brauer Rudol S ch ö n w i tz, Mainzerstr. 43, vor einigen Tagen in einem Restaurant in der Bergstrahe. Ein hinzugerufener Arzt konstatierte Delirium Da Sch. in der CharitS wegen Platzniangel keine Aufnahme fand. wurde er nach seiner Wohnung gebracht. Hier verschlimmerte sich sein Zustand aber dermaßen, dah er als gemeingefährlich angesehen werden muhte und daher gestern nach der Msison de eantd in Schöncberg überführt worden ist. AuS Furcht vor Strafe vergiftete sich vor einigen Tagen der Krankenwärter Wilhelm Zerwatni aus Wien in seiner Wohnung, Kopfftrahe 49, mittels Morphium. Z. wurde noch lebend nach dem Krankenhause gebracht, wo er jedoch Sonnabend früh dem Gifte er- legen ist. Britz. Schiller-Feier. Die am des hiesigen Wahlvereins Volksversammlung statt, welche dem Andenken Schillers gewidmet war. Gen. Molkenbuhr feierte in seinem mit Beifall mif genommenen Vortrage Schiller als Dichter, wies dann auf ihn als Historiker hin. Nach Beendigung des Vortrages kamen noch einige Gedichte aus den Werken Schillers zur Verlesung. Treptotv-Baumschulenweg. Ertrunken ist Freitag nachmittag im Teltowkanal an ber Canner Chaussee, der neunjährige Sohn des Rektors Schmittdorf. Der Knabe hatte sich auf die im Wasser liegenden Bretter gestellt und wollte uniherfahren, wobei er in die Tiefe sank. Erst spat abends, als sich der Knabe nicht einstellte, suchte man nach ihm. Mit Hülfe einiger Feuerwehrleute wurde er des Nachts aus dem Wasser g* zogen. Spandau. Ein Privatbahnhof nebst einer Empfangshalle für Wilhelm II. soll einer Zeitungsnachricht zufolge neben' dem StaatSbahnhof in Dallgow- Döberitz inmitten prächtiger Park- und Garten- anlagen erbaut werden. Die dortigen BahnhofSanlagen sollen sich für den regen Verkehr von und nach dem Truppenübungsplatz Döberitz für absolut unzureichend erwiesen haben. Für den Kaiser und seine Gäste sollen hieraus Unzuträglichkeiten mancherlei Art entstanden sein, welche nunmehr durch den Privatbahnhof, mit dessen Bau noch in diesem Sommer begonnen werden wird, be> seittgt werden sollen.— Für manche Gemeinden ist eS ein wahres Glück, wenn eine Fürstlichkeit einmal persönlich die völlige Unzulänglichkeit der VerkehrSanlaaen verspürt. In solchen Fällen pflegt eme Besettigung solcher Uebelstände stets prompt und auf dem schleunig st en Wege zu erfolgen, während andernfalls 9. Mai fällige Mitgliederversammlung fiel aus und fand dafür eine aben. Potsdam rlichen Verbesserung jahrelange Petitionen nicht den geringsten Erfolg ist z. B. sehr schnell zu einer, wer.a auch nur sp seines Bahnhofs gekommen, als es sich gelegentlich herausstellte, daß das kronprinzliche Segelboot nur mit Schwierigkeiten ausgeladen werden konnte. Die Stadt Spandau muh sich die Beseitigung verkehrsfeindlicher Eisenbahnzuftänbe mit schwerem Gelde vom Fiskus erkaufen! Mit einem wahrhasten Hungerlohn sollen die Aktionäre der Ge- sellschast vorm. Orenstein u. Koppel nach einem Vorschlage ihres Aufsichtsrats abgespeist werden, nämlich mit einer Dividende von lumpigen-- 12 Proz.! Allerdings war der Entbehrungslohn der bedauernswerten Aktionäre im Voriahre noch etwas gcnuger l— Da führen die Arbeiter dieser wegen ihrer Noblesse unter der organisierten Arbeiterschaft be— rühmten Firma bei Stundenlöhnen von 36 und 38 Pf. denn doch ein viel schönere? Leben l Wie man behauptet, sind eS auch vorwiegend Orensteinsche Arbeiter, welche die-- Villengrundstiicke am Fehrbelltner Tor zu erwerben ge- denken! Pankow. Die betrogene Gemeinde! Unsere Mitteilung über die be- trügerischen Manipulationen des UnteniehmerS Gerling hat den Pankower Dorfvätern unbehagliche Stunden bereitet. Da man es vermeiden wollte, dah die Oeffentlichkeit sich mit diesen Vorgängen beschäftigte, verlegte man die Erörterung dieser Angelegenheit in eine geheime Sitzung und versuchte dadurch unsere Genossen zum Schweigen zu verurteilen. Da aber in Pankow in allen bürger- lichen Bierstuben die Sache schon seit Wochen in allen Tonarten be- sprachen wurde, so hatten wir gar keinen Aulatz, den unerhörten Betrug mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe zu bedecken. Die Pflicht gegenüber den Gemeindeinteressen gebot die Veröffentlichung. Wir sehen jedoch davon ab, die Detail? zu berichten, aus welchen sich Vorwürfe gegen die Gemeinoeverwaltung und vor allem die KanalisationS- konmtission erheben liehen. Die.Pankower Zeitung", welche unseren Bericht volliubaltlich abdruckt und als richtig auerkennt, berichtet ferner, dah Gerling die Kautton nicht in bar hinterlegt hat, viel- mehr einen Solawechsel über 30 000 M. ausgestellt und als Depot der Gemeinde überwiesen hat. Dem ist in der Tat so I Die Kanalisattonskon, Mission hat von einem wildfrenideu Unteniehmer ohne jede Prüfung seiner Ver- mögenSlage jenen Wechsel als Hinterleguugsdepot angenommen. Erfreulicherweise hat Gerling„och von der Gemeinde Pankow 30—35 000 M. zu fordern, die selbstverständlich vorläufig nicht gezahlt werden. Da in der Paukower Gemeindevertretung fünf sozialdemokratische Vertreter sitzen, so müssen wir bemerken, dah die Kanalisationskommission sich mit aller Macht sträubte, einen unserer Geuosien in ihre Mitte aufzunehmen— der Dezernent der Kam- nnssion orvyw ivgar mit seinem Austritt aus derselben, wenn einer unserer Genossen hineingesandt würde, weil dann— die Kommission zu stark sei und in ihrer Arbeit verhindert würde. Unsere Genossen haben weiter wiederholt den Antrag gestellt, für die 26 000 Ein wohner zählende Gemeinde ein Bauamt einzurichten, doch ohne Er folg! Eine dahingehende Anregung der Regierung war ebenfalls vergeblich. Die bürgerlichen Herren müssen also den Ruhm, der sich aus der BetnigSaffäre für die Gemeindeverwaltung ergibt, allein tragen. Friedrichshagen. Vom Feuer heimgesucht wurde in der Nacht zum Sonnabend die Kunstgieherei vormals Hermann Gladenbeck u. Sohn Akttengesellschaft, in der Wilhelmstrahe 61/52 zu Friedrichshagen. Da§ Feuer, das gegen 5 Uhr ftüh bemerkt wurde, hatte sich bereits über den rechten Flügel der Pateutformerei und Terrakottabrennerei ver breitet. Die fteiwillige Ortsfeuerwehr von Friedrichshagen ging mit zwei Handdruckspritzen gegen das Feuer vor und konnte die an liegenden Fabrikgebäude und Nachbargrundstücke bor dem ver heerenden Element schützen, während der brennende Flügel mit seinem wertvollen Inhalt ein Raub der Flammen wurde. Die EittstehungS Ursache ist bisher nicht bekannt. Hermsdorf. Unter zusammenstürzenden Erdmasien wurden am Freitag vier Personen begraben. In der Villenkolonie in HemiSdorf wird ein Neubau aufgesührt, für welchen bereits ein tiefer Brunnenkessel fertig gestellt ist. Für die HerstelluiP einer aus dem Brunnen gespeisten Wasserleitung ist die Legung eines SaugerohreS erforderlich, welches 15 Meter tief in den Brunnenkessel geführt werden muh. Zu diesem Zwecke mutzte ein entsprechend tiefer Schacht gegraben werden, der bereits bis zu 10 Meter Tiefe gediehen ist. Uin den Absturz der Erdmassen zu verhindern, wurde er ordnungsgemäß abgesteift Dennoch brachen gestern vormittag unter dem gewaltigen Druck der Erdmasien die Steifen und zwei der im Schacht beschäftigten Arbeiter. Krüger und S e d o w S k i. wurden verschüttet. Während der letztere mit leichter Mühe befreit werden konnte� stieh man erst nach stundenlangem Arbeiten auf den Körper Krügers. Wunderbarer� weise lebte er noch. Einige Bretter der Steife» hatten sich derartig über den Arbeiter gelegt, dah eine kleine Wölbung entstanden war und so dem Verschütteten das Atmen ermöglicht wurde. S. und K. erholten sich soweit, dah von ihrer Ueberführung nach dem Kranken- Hause abgesehen werden konnte. Zernsdorf. Der vrandstiftungSprozeß gegen den GaftwirtSsohn Karl August Albert Rüden aus Zernsdorf ist gestern zu Sude geführt worden. Der zweite Brand, um den es sich handelte, war am 22. September ausgebrochen. Der Angeklagte Pflegt nun für seinen Vater Milch nach Berlin zu fahren und erhält hierfür einen Ablieferungsschein. Nach Löschung des Brandes hat man nun in einer Wandvertiefung der Scheune einen solchen vom 21. September datierten Ablieferungs� ichein, der an dem einen Ende angebrannt und anscheinend zum Anmachen des Feuers verwendet worden war, vorgefunden. Der Angeklagte konnte für diesen Ilmstand eine plausible Erklärung nicht geben, sondern sprach nur die Vermutung aus, dah er möglicherweise den Schein verloren und aus Rache ihn jemand an die Stelle gesteckt haben könnte, wo er gefunden wurde. Die Beiveisanfnahme in Sachen der dem Angeklagten ferner zur Last gelegten Verleitung zum Meineide war dem Angeklagten nicht ungünstig. Dagegen hielt Staatsanwalt GierSdorf die Schuld beweise bezüglich der Brandstiftungen für durchaus schlüssist, so dah er das Schuldig beantragte.— Rechtsanwalt Dr. S ch w r n d t be tonte, dah man bei einem Indizienbeweis außerordentlich vorsichtig ein müsie und die Geschworenen die Pflicht hätten, ein solches Be weiSmaterial besonders sorgfältig zu prüfen. Der Indizienbeweis ei über allgemeine Verdächtigungen nicht hinansstekoinmen, und wenn auch em gewisier Verdacht gegen den Angeklagten nicht un- berechttgt erscheinen möge, so seien die Schuldbeweise doch zu mangelhaft und unzureichend, um daraufhin zu einer Verurteilung zu kommen. Er beantragte Freisprechung im vollen Umfange der Anklage.— Die Geschworenen verneinten nach längerer Beraiung 'ämtliche Schuldfragen, woraus sich die Freisprechung des An- geklagten ergab._ Mit einem neuen Schwindlertrick arbeitet ein Gauner, welcher die östlichen Vororte an der Obcrspree unsicher macht. Der Schwindler besucht meist in den Vormittagsstunden Wohnungen, in denen er die Ehefrauen ohne männlichen Schutz anzutreffen vermutet. Ist dies der Fall, so stellt er sich als Gerichtsvollzieher vor und präsentiert der erschrockenen Frau eme Onittunst in Höhe von 10 bis 15 Mark. Sobald der Schwindler sieht, daß Verdacht ge- chöpft wird, so entfernt er sich wieder unter irgend emem Vorwande und läht sich nicht mehr sehen. Trotzdem der Schwindel äußerst ilump ist, der Gauner auch nicht sehr vcrtraucnerregend auftritt, ist hm sein Trick doch verschiedentlich geglückt. Zuletzt ist der Herr Gerichtsvollzieher" in Karlshorst beobachtet worden. Gerickts-Leitung. Ein GeVurtStagSständchen. Frau Musika, die sonst eine so be ruhigende und versöhnende Wirkung auszuüben pflegt, hat in einem Falle, der gestern mehrere Stunden hindurch daS Schöffengericht leschäftigte, viel Unheil angerichtet. Auf der Anklagebank befanden �ich 10 Mitglieder des Mundharmonika. Vereins „Waldesrauschen II", der der Frau Musika mit der Kraft der Lungen und der virtuosen Behandlung der kleinen Instrumente eine Huldigungen darbringt. Zu den Satzungen des Vereins gehört eS, dah sie ihren Mitgliedern Gebnrtstagsstandchen bringen und dieser Brauch ist schon in unzähligen Fällen xur Freude der Geburtstags- kinder und zum Gcnuh der betreffenden Hausbewohner befolgt worden. So zogen sie denn auch am 27. November wohlgemut nach dem Hause Hochstrahe 32 a. um dem dort wohnenden Mitgli-ede Hauschke das obligate Harmonikastänöchen darzubringen und ihm ein Geburtstagsangebinde zu überreichen. Es war in der Abendzeit und der Hauseigentümer Ferdinand Müller sen., der gerade mit /einem Schwiegersohn eine Partie Sechsundiechzig spielte, hörte plötzlich Stimmengewirr und oie Klänge des schonen LiedeS„Wir grüßen dich" drangen an sein Ohr. Als er ans Fenster trat, sah er, daß sich auf dem Hofe und den Anlagen dort etwa 150 Personen drängten und er eilte nun, ohne seine Toilette erst noch zu ver» vollständigen, so wie er ging und stand, die Treppe zum Hofe hinab. Nach seiner von den Angeklagten als unrichtig bekämpften Dar« tcllung hat er sofort beim Betreten de» HofeS mit lauter Stimme gefragt:„Meine Herren, wa» ist denn hier löS?" Darauf soll ihm ein Bläser des ersten Tenors, namens Schulz, sofort einen Schlag inS Gesicht versetzt haben. Er hat dann, wie er behauptet, dreimal zum Verlassen des Grundstücks aufgefordert, aber keinen Erfol» damit erzielt, vielmehr wurde ein allgemeines Gejohle laut. Der Dirigent lieh weiterspielen, da aus der Menge die Rufe ertönten: Der hat hier gar nichts zu sagen!" und drohende, beleidigende Worte wie„Haut den Schinderknechtl",„Haut dem grauen Müller den Schädel ein!" flogen zu dem Hauswirt hinüber. Dieser drohte dann, sich seinen Revolver zu holen und jeden, der ihn anfasien würde, nicderz-uschiehen. Er holte sich dann auch wirklich seinen Revolver und ging wieder zum Hofe hinab. Seine Tochter bekam vor Aufregung die Wcinkrämpfe, sein Schwiegersohn eilte zur Polizei, ein Sohn postierte sich an der vorderen HauStür, um weiteren un- liebsamcn Zuzug von der Straße abzuhalten. Plötzlich ertönten kurz hintereinander 4 Schüsse. Es waren Schreckschüsse, die Herr Müller von der Hoftür aus in die Luft abgegeben hatte. Der erste Knall rief einige Bestürzung hervor, dann aber schickte sich die Menge an, Müller den Revolver zu entreißen. Er wurde arg bedrängt und beim Rückzug in seine Wohnung speziell von Schulz mißhandelt. Als der Schwiegersohn mit einem Polizeibeamten anlangte, hatten ich die Angeklagten bereits entfernt, in dem allgemeinen Wirrwarr waren aber noch verschiedene Scheiben der Türen, des stillen Portiers usw. mutwillig zerschlagen worden. Herr Müller hat etwa 200 vi, Reparaturkostcn aufwenden müssen. Während Müller der Ansicht ist, daß diese ganze turbulente Szene auf ein Komplott zurückzuführen sei, bestritten dies die Angeklagten ganz entschieden und schoben die Schuld dem Angeklagten selbst zu. Sie behaupteten, dieser habe sich gar nicht als Wirt vorgestellt, sondern sei plötzlich mit den Worten:„Scheren Sie sich runter vom Hof, hier wird nicht gespielt!" auf dem Hofe erschienen. Er habe dann den Schulz am Aermel gefaßt und als dieser ihn zurückgestoßen, sei er weggegangen, gleich darauf aber wieder erschienen und hübe sich, mit dem Revolver fa- waffnet, in die hintere Windfangtür gestellt und der Menge ki- gerufen:„Jeder, der hier vorbeikommt, ist«ine Leiche!" Die Angeklagten wollen dadurch verhindert worden sein, sich zu entfernen und im übrigen nur bestrebt gewesen sein, dem alten Herrn den Revolver zu entreißen.— Ihr Verteidiger Rechtsanwalt Alfred B a l l i e n vertrat denn auch die Ansicht, dah Herr Müller die ganze Szene hätte vermeiden können und die Angeklagten sich eines gemein» schaftlichen Hausftiedensbruchs bezw. de-- Mißhandlung nicht schuldig gemacht hätten. Der Gerichtshof verurteilte zwei der Angeklagten zu je 2 Wochen, sieben Angeklagte zu je 1 Woche und den Angeklagten Schul?' zu 2 Monaten Gefängnis. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Werthauer wurde dem letzteren auch eine an den Nebenkläster Müller zu zahlende Buhe von 30 M. auf- erlegt.— Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dah bei etwas geringerer Hauswirtsschneidigkeit diese Szenen, die für die Angeklagten verhängnisvolle Folgen nach sich ziehen, vermieden worden wären. Das Erbe eines schweren Jungen ist für die drei Angeklagten, die sich gestern wegen eines verunglückten Einbruchsdiebstahls vor der vierten Strafkammer des Landgerichts l zu verantworten hatten. unheilvoll geworden. Es waren gleichfalls„schwere Jungen", die da nebeneinander auf der Anklagebank sahen: der Tischler Karl K n a u t h ist schon vielfach vorbestraft, darunter zweimal mit je 5 Jahren Zuchthaus, der Hutmacher Robert K r a m e r ist einmal wegen Diebstahls, dagegen zweimal wegen Münzverbrechenz mit 3 und 7 Jahren Zuchthaus vorbestraft, der Arbeiter Reinhold Prange hat auch schon zweimal und zwar wegen sckpveren Dieb- stahls im Zuchthaus gesessen. Als der alte Einbrecher Dittmeier sein Ende nahe fühlte, war er in Sorge, wem er sein vortreffliches Ein- brecherwerkzeug, das er auf einem Kirchhofe unter dichtem Efeu versteckt hielt, als Erbschaft vermachen sollte. Mit dem ihm de- kannten Angeklagten Knauth hatte er sich verkracht und so entschied er sich denn, die Erbschaft dem Angeklagten Kramer zu vermachen, mit dem«r durch Knauth bekannt geworden war. Am 29. März starb Dittmeier, am 2. April holten sich die drei Angeklagten das Ein- brccherwerkzeug vom Kirchhofe und noch in derselben Nacht benutzten sie eS zu einem verwegenen Einbruch im Hause Besielstratze 4. Sie öffneten die Haustür mittels Nachschlüssel und drangen in das Kontor der Brennmaterialienhandlunst von H. Nikolas Nachf. Ter im Keller des Hauses wohnende Schuhmachcrmeistcr Bruns hörte in der Nacht über sich fortwährendes Knarren des FuhbodenS. Da er einen Einbruch vermutete, holte er zwei Schutzleute und mehrere Haus- bewohner herbei und drang mit ihnen in das Kontor. In einem Hinterzimmer wurden die drei Angeklagten vorgefunden. � Es zeigt« sich, dah der im Kontor stehende Geldschrank an zwei Stellen an- gebohrt war und die Einbrecher schon ein handgrohes Loch zustande gebracht hatten.— Bor Gericht zogen es die Angeklagten vor, sich auf Ableugnungen irgendwelcher Art gar nicht erst einzulassen, und den Rechtsanwälten Dr. S a l o m o n, Dr. Werthauer und Dr. D a v i d s o h n blieb nur die Aufgabe, den Gerichtshof zu ver- anlassen, die Strafen nicht allzu hoch zu bemessen. Das Gericht verurteilte Knauth und Prange zu je 2Jahren, Kramer zu 1 Jahr Zuchthau s._ Verein der Lehrlinge und jugendliche» Arbeiter Berlins. Heute Sonntag, den 14. Mai, nachmittags 2'/, Uhr, im GewerkschaflShaufe, Enacl-User 16(Saal I): Oefsentllche Versammlung. Tagesordnung, I. Vortrag des ArbeitersekretärS G. Link. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Alle Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen sind zu dieser Ver- ammlung hierdurch eingeladen. Eintritt srei. Kein Trinkzwang. Arbeiter-Samartterkoloiiue. Morgen, Montagabend S Uhr, beginnt ein neuer Kursus in der II. Abteilung, Brunnenstr. 154. Alles weitere siehe Inserat in der heutigen Nummer. Schwimmklub„Vorwärts", Ärosi-Berlin. Für die Charlottenburger Swteilung, welche auch Wilmersdorf einschließt, findet die konstituierende Sitzung am Mittwoch, den 17. Mai, abend» 8>/, Uhr. im Lokal« von Kumk«, Bülowstr. 59, statt. Mit AaiiationSmaterial ic. steht Genosse Karl Richter, W. 10 Lützow-User 1 pari., stet» und gern zur Versügung. Verein polnischer Tozialiste» zu Berlin. Montag, den 16. Mal, bei G. MerkoivSN, AndreaSstr. 26: Sitzung. Tagesordnung: 1. Bericht- crstattung vom Kongreß der?. P. 8. in Kaltowitz. 2. Diskussion. 3. Ber- chiedcneS. Allgemeine Familien-Sterbekafle. Heute Zahllag! Ackerstraß« 122 Sei Dicke von 3—6 Uhr._ Vcrrmfcbtcö. Die„Belagerung" eines Waldhüters. In der Gemeinde Usieau Frankreich) hat sich ein Waldhüter namens Roy, nachdem er ver- ucht hatte, den Jagdbesitzer, der ihn wegen Wilddiebstahls hatte verurteilen lassen, zu ermorden, in sein Haus eingeschlop»-- und von dort aus Gewehrschüsse abgegeben; durch diese wurden mehrere von den mit seiner Verhaftimg beauftragten Soldaten verwundet. Daraufhin umstellte eine Gendarmerietruppe daS Hau» und man mit Melinit in die Luft zu sprengen. Roy t, sich zu ergeben und bedrohte zeden sich iewehr. Diese förmliche Belagerung hat eine herbeigelockt, die Zeuge der Festnahme des Ueber die Verhaftung Roys liegt noch keine machte Anstalten, weigerte fich fortgeset Nähernden mit dem L zrohe Menschenmenge Hafenben sein will. Meldung vor. Einen schrecklichen Tod fand auf der Zeche„Courl" in Husen i. Wests, die F r a n des KoksarbeitcrS Schöne. Als sie kam, um ihrem Manne und ihrem Sohne daS Mittagessen zu bringen, 't ü r z t e sie ans bisher noch nicht aufgeklärte Weise in den H a u p t- örderschacht, auf dessen Grunde sie später als ganz unkennt- liche Masse aufgeftmden wurde. Spurlos verschwunden ist seit einer Woche aus dem Stadtteile Hamme(Bochum) ein neunjähriges Mädchen, die Tochter des Dachdeckermeisters GregolowSki. Man fürchtet, dah an dem Kinde ein Verbrechen verübt ist. Ein interessanter Bronzefnnd ist dem Märkischen Provinzial- mnseum von dem Lehrer Kolzer in Schönerlinde überwiesen worden. Der Fund besteht au« einem noch vollständig erhaltenen Armband, einer Bronzeperle und einigen Blechstiicken, die in einer mit Knochen« brand gefüllten Urne, die kürzlich zutage gefördert ward. entdeckt wurden. DaS Alter der teilweise mit Patina bedeckten Fundstücke wird auf über 2000 Jahre_. nicht gefunden, dagegen schlie ätzt. Eiseiiteile wurden in der Urne D_ W___ J man aus den Bronzeblechstückchen, daß d?e Sachen der" sog. Hallslattperiode, der UebergangSperiode von der Bronze- zur Eisenzeit, entstammen. lieber große Durchstechereien wird auS Lille berichtet: Ein Professor der dortigen medizinischen Fakultät und ein höherer Offizier wurden gemahregelt, weil sie gegen eine Provision von 600 000 Frank einem Bankhause die Konzession der für ein neues Sanatoriuni bestimmten Lotterie im Bettage von 8 Millionen Frank verschafft hatten. Ein Schiff verschollen. Der Hamburger Dampfer„Marseille", Kapitän Ahlhorn, der an, 16. März von Cartagena mit dem Reiseziel Hamburg in See stach, ist verschollen. Vermutlich ist das Schiff mit der gesamten Besatzung untergegangen. 22 Bergleute getötet. Aus Budapest wird telegraphiert: im Almasyschacht des Resicaer Bergwerks wurden heute nacht bei iprengungSarbeiten infolge einer Explosion 22 Bergleute getötet und ein Bergmann schwer verwundet._ Wasserstand am 12. Mai. Elbe bei Ansfia+ 1,76 Meter, bei Dresden-f 0,30 Meier, bei Magdeburg 4- 2,11 Meter.— U n st r u t bei Gttaufchirt-s- 1,60 Meter.— Oder bei Ratibor-j- 2,21 Meter, bei Breslau Ober> Pegel+ 6,84 Meter, bei Breslau Unter- Pegel 4- 0,68 Meter, bei Frankfurt 4- 2,20 Meter.— W e i ch f e I bei Brahemnnde 4- 3,52 Meter. a rth e bei Posen 4- 1.16 Meter.— N c h e bei Usch+ 0,70 Meter, Maoni», ßfialieut; faul Büttner. Berlin. Sur de» Jnserattnteil vermuw.- Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buä/druckerei u. Vcrlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SVK