Nr. 201. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit ilustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uýr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß Amt 1. v. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteigenossen! Laut Beschluß des vorjährigen Parteitages in Erfurt soll der diesjährige Parteitag in Berlin stattfinden. Derselbe wird hiermit auf Sonntag, den 16. Oktober, nach Berlin in das Lokal zu den Konkordia- Sälen, Andreasstraße 64, einberufen. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Sonntag, 16. Oktober, Abends 7 Uhr, Vor versammlung. Konstituirung des Parteitages. Festsetzung der Geschäfts- und der Tagesordnung. Wahl einer Mandats- Prüfungskommission. Montag, 17. Oktober und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Parteivorstandes. Berichterstatter: Richard Fischer. 2. Bericht der Kontrolleure durch August Raden. 3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der Reichstagsfraktion. な Berichterstatter: Paul Singer. 4. Die Maifeier 1893. Berichterstatter: Albin Gerisch. 5. Der internationale Arbeiterkongreß in Zürich. Berichterstatter: Ferdinand Ewald. 6. Das Genossenschaftswesen, der Boykott und die KontrollSchuhmarke. Berichterstatter: J. Auer. 7. Die wirthschaftliche Krise und ihre Folge: der allgemeine Nothstand. Berichterstatter: W. Liebknech t. 8. Der Antisemitismus und die Sozialdemokratie. Berichterstatter: A. Bebel. aus den Reihen der Parteigenossen, welche bei den voraufgehenden Punkten der Tagesordnung nicht bereits ihre Erledigung gefunden haben. 9. Berathung derjenigen Anträge 10. Wahl der Parteileitung und Bestimmung des Drtes, wo sie ihren Sitz zu nehmen hat. Parteigenoffen! Die Wichtigkeit der Tagesordnung läßt einen sehr starken Besuch des Parteitages erwarten. Um nun die nothwendigen Vorbereitungen rechtzeitig und nach jeder Richtung treffen zu können, empfiehlt es sich, Feuilleton. Nadbrud verboten.) Die Waffen nieder! ( 8 Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. Zweites Buch. Friedenszeit. Vier Jahre später. Meine beiden nunmehr fiebzehnund achtzehnjährigen Schwestern sollten bei Hofe vorgestellt werden. Aus diesem Anlaß entschloß auch ich mich, wieder in die Welt" zu gehen. Sonntag, den 28. August 1892. wenn die Genossen mit der Wahl der Delegirten*) und mit der Einsendung ihrer Anträge nicht bis zum legten, zu lässigen Augenblick warten. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. nahmen und Anordnungen werden rechtzeitig bekannt ge= geben werden. Mandatsformulare sind durch das Parteis Nach§ 8, II. Absatz unserer Partei- Organisation bureau zu beziehen und wird, sobald dieselben fertig sind, find Anträge der Parteigenossen für die Tagesordnung eine bezügliche Bekanntmachung erfolgen. Alle auf den des Parteitages bei der Parteileitung einzureichen, die Parteitag bezüglichen Zuschriften, Wünsche, Anfragen zc. dieselben spätestens zehn Tage vor der Abhaltung des find nur an das Parteibureau: Parteitages durch das offizielle Partei Organ bekannt zu geben hat." Um letzteres zu ermöglichen und da die eingehenden Anträge Anträge vor ihrer Veröffentlichung erst einer Ordnung und Sichtung unterzogen werden müssen, ersuchen wir die Anträge bis spätestens Ende September an das Parteibureau unter der Adresse einzusenden. J. Aner, Berlin SW., Razzbachstr. 9 Die gewählten Delegirten oder Vertrauensmänner der betreffenden Orte werden deshalb ersucht, von der erfolgten Wahl und der Adresse des Gewählten rechtzeitig Nachricht an das Parteibureau gelangen zu lassen. Die Adresse des Lokal- Romitees, sowie die von demselben im Jutereffe der Delegirten zu treffenden Maß zu richten. J. Auer, Berlin SW., Razbachstraße 9, Berlin, 27. August 1892. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Parteivorstand. Sentimental? Da laut Beschluß des Parteitags in Erfurt neben dem Die Kreuz- Zeitung" meint, die von einem Theil der Geschäftsbericht des Partei- Vorstandes auch der Bericht über Nationalliberalen zur Schau gestellte Radau- Begeisterung die parlamentarische Thätigkeit der Reichstags- Abgeordneten für die alte Raketentiſte von Friedrichsruhe sei sentimental". dem Parteitag gedruckt unterbreitet werden soll, so werden wir hätten nicht gedacht, daß die„ Kreuz- Zeitung" so naiv sein könnte. Den geriebenen Profitpolitikern als sonstige diese Berichte, um eine genaue Kenntnißnahme schon vor Politiker taugen sie allerdings nichts, welche die den Verhandlungen zu ermöglichen, den Delegirten schon höflicherweise noch so genannte„ nationalliberale Partei" vor Beginn des Parteitags zugesandt werden. bilden, haben Sentiments*) und Sentimentalitäten allezeit fern gelegen. In dieser Beziehung, freilich auch nur in dieser, waren sie stets vortreffliche Realpolitiker. Sie verstehen zu rechnen, und die wohltönenden Wörter und Redens arten, an denen ihr Parteileriton so reich ist, sind nur arithmetische Bezeichnungen für eine bestimmte Summe von benn mit Kleingeld geben die Herren sich nicht ab. Wenn Goldkronen und Silbermark. Oder nur von Goldkronen man Schienen flickt und Stempel fälscht, dann muß es auch etwas Ordentliches einbringen sonst ist der nationale Herensabbath die dabei verbrannten Wachskerzen und Talglichter nicht werth. Was ist diesen rechnenden Profitpolitikern das Deutsche Reich" und das„ Bater land"? Und was sind sie dem„ Deutschen Reich" und dem Vaterland"? Bringt es kein Geld in den Kasten, anu dann mag es ihnen gestohlen sein, und ist beim Bruder Kosack oder dem Bruder Franzmann mehr zu verdienen, dann mag Reich und Vaterland zum Teufel gehen, und sie fatbuckeln vor dem Bruder Franzmann, und üssen den schmierigen Bruder Kosack. Die Reichsgründung war ihnen nur ein einfaches Gründergeschäft freilich ein und gutes war, ihnen so viele Millionen und Milliarden sehr großes und sehr gutes- und daß es ein so großes eingebracht hat, das verdanken sie ganz wesentlich dem ExReptilvater und Millionärzüchter, der jetzt als alte RaketenPartei. § 9. Der Parteitag bildet die oberste Bertretung der Zur Theilnahme an demselben sind berechtigt: 1. die Delegirten der Partei aus den einzelnen Wahlfreifen, mit der Einschränkung, daß in der Regel fein Wahlkreis durch mehr als 3 Personen vertreten sein darf. Infoweit nicht unter den gewählten Vertretern des Wahlkreises Frauen fich befinden, fönnen weibliche Bertreter in besonderen Frauenversammlungen gewählt werden; 2. die Mitglieder der Reichstags- Fraktion; 3. die Mitglieder der Parteileitung. leitung haben in allen die parlamentarische und die geschäftDie Mitglieder der Reichstags Fraktion und der Partei liche Leitung der Partei betreffenden Fragen nur berathende Stimme. Der Parteitag prüft die Legitimation seiner Theilnehmer, wählt seine Leitung und bestimmt seine Geschäftsordnung selbst. " " 1 *) Gefühle im Sinne des Schwärmerischen. mit meinem ganzen Seelenleben verwachsen, daß ich punkt. Um ihm einstens eine gute Lehrerin sein oder eine Zerreißung nicht hätte überleben, nicht doch, um seinen Studien folgen und ihm eine Geistesverschmerzen können, war ja meine Liebe nicht gewesen; kameradin werden zu können, wollte ich selber soviel Wissen dazu hatte unser Zusammensein zu kurz gedauert. Wir als möglich mir aneignen; zudem war Lesen die einzige hatten uns angebetet, wie ein paar feurige Verliebte; aber Berstreuung, die ich mir erlaubte so vertiefte ich mich Herz in Herz, Geist in Geist aufgegangen, in gegenseitiger denn von neuem in die Schätze unserer Schloßbibliothek. Hochachtung und Freundschaft fest verbunden, wie dies Namentlich drängte es mich, mein einstiges Lieblingsstudium manche Eheleute nach langen Jahren getheilter Leiden und die Geschichte wieder aufzunehmen. In der letzten Zeit, Freuden sind, das waren wir beide nicht gewesen. Auch als der Krieg von meinen Zeitgenossen und von mir selber so ich war ja sein Höchstes. sein Unentbehrlichstes nicht; wäre schwere Opfer gefordert hatte, war mein früherer Enthusiasmus er sonst so frohgemuth und ohne zwingende Pflicht start abgekühlt word en, und ich wünschte denselben durch sein Regiment hat niemals ausrücken müssen fort von entsprechende Lektüre wieder anzufachen. Und in der That, mir? Zudem war ich in den vier Jahren allmälig eine es gewährte mir manchmal einen gewissen Troft, wenn ich Andere geworden; mein geistiger Gesichtskreis hatte sich ein paar Seiten Schlachtenberichte mit den daran geknüpften in vielem erweitert; ich war in den Besitz von Kenntnissen Heldenverherrlichungen gelesen, zu denken, daß der Tod und Anschauungen gelangt, von welchen ich zur Zeit meines armen Mannes und mein eigenes Wittwenleid als Die verstrichene Zeit hatte ihr Werk gethan und meiner Verheirathung keine Ahnung gehabt und von welchen Barzellen in einem ähnlichen großen geschichtlichen Vorgang meinen Schmerz allmälig gelindert. Die Berzweiflung auch Arno das wußte ich jetzt zu beurtheilen fich enthalten waren. Ich sage manchmal" nicht immer. wandelte sich in Trauer, die Trauer in Wehmuth, die feinen Begriff gemacht, und so hätte er meinem jezigen So ganz und gar konnte ich mich doch nicht mehr in jene Wehmuth in Gleichgiltigkeit und diese endlich in erneute Seelenleben wäre er auferstanden- in mancher Richtung Stimmungen meiner Mädchenzeit zurückversehen, wo ich es Lebensfreudigkeit. Ich erwachte eines schönen Morges zum fremd gegenüber gestanden. der Jungfrau von Orleans hätte gleich thun mögen. Bewußtsein, daß ich eigentlich in einer beneidenswerthen, Wieso diese Wandlung mit mir geschehen? Das ist so Vieles, Vieles in den gelesenen überschwänglichen Ruhmesglückverheißenden Lage mich befand: dreiundzwanzig Jahre gekommen: tiraden, welche die Schlachtenberichte begleiteten, flang mir alt, schön, reich, hochgestellt, frei, Mutter eines aller- Ein Jahr meiner Wittwenschaft war verstrichen, die falsch und hohl, wenn ich mir zugleich die Schrecken der liebsten Knaben, Glied einer liebenden Familie waren Verzweiflung erste Phase in Trauer übergegangen. Schlacht vergegenwärtigte so falsch und hohl, wie eine das nicht Bedingungen genug, um des Lebens froh zu Aber noch in eine sehr tiefe, herzblutende Trauer. Bon einer als Preis für eine echte Perle erhaltene Blechmünze. Die werden? Wiederanknüpfung geselliger Verbindungen wollte ich durchaus Perle Leben ist die wohl ehrlich bezahlt mit den BlechDas kurze Jahr meines Chelebens[ lag hinter mir wie nichts wissen. Ich meinte, fortan müsse mein Leben nur noch phrasen der geschichtlichen Nachrufe?. ein Traum. Ja ich war in meinen schönen Husaren mit der Erziehung meines Sohnes Rudolf ausgefüllt sein. Bald hatte ich den Vorrath der in unserer Bücherei sterblich verliebt gewesen; ja. mein zärtlicher Mann hatte Nie mehr nannte ich das Kind" Ruru" oder„ Korporal"; vorhandenen historischen Werke erschöpft. Ich bat unseren mich sehr glücklich gemacht; ja-die Trennung hatte die Babyspielereien des verliebten Elternpaares waren da- Buchhändler, er möge mir ein neues Geschichtswerk zur Anmir großen Kummer, sein Verlust wilden Schmerz hin; der Kleine war mein Sohn Rudolf" geworden, sicht schicken. Er schickte Thomas Buckle's" History of bereitet aber das war vorbei, vorbei. So innig meines ganzen Strebens, Hoffens, Liebens geheiligter Mittel- Civilisation". Das Werk ist nicht vollendet," schrieb der kiste in Friedrichsruhe kaltgestellt ist, von Zeit zu Zeit aber arg rumort und mitunter sogar ausreißt, um sich auf einer Bier-, Wein- und Schnapsreise auszutoben. Ihm verdanken sie es, und verdanken sie noch viele andere gute Geschäfte. Nicht daß sie ihm dankbar wären! Ueber solche Sentiments und Sentimentalitäten sind diese geriebenen Profitpolitiker erhaben. Die schönen Wasserangen des Ex- Millionärziichtcrs sind ihnen ebenso glcichgiltig, wie seine rührenden Alkoholthränen. Sie kennen sich selbst und sie kennen ihren Gott, ihren Götzen, die Herren Bourgeois. Wie der Mensch, so sein Gott und sein Götze. Der Heroenkultus ist immer Selbstvergötterung; und so wenig die Bourgeoisie sich über sich selbst täuscht, so wenig über ihre Heroen. Seit sie ihre Ingendidcale in den Wind geschlagen, sucht sie sich ihre Heroen nur unter Ihresgleichen, nur unter den Materiellsten der Materiellen, die mit jedem menschlichen Ideal, mit jedem„sentimentalen Bornrtheil' gebrochen und die wahre Natur der kapita- listischen Gesellschaft begriffen haben,— sie kann nur mit allen Hunden gehetzte Zyniker brauchen, die ihr ohne Rücksicht, ohne Gewiffensskrupel Handlangerdienste thun, ihr jeglichen Vorschub leisten bei deni Plünderungsgeschäft, und das arbeitende Volk knebeln, damit es den Räubern nicht Widerstand leisten kann. Der Bürgerkönig, Bonaparte, Boulanger, Bismarck und wie die großen Lieblinge der Bourgeoisie alle heißen mögen, sie sind sämmtlich von deni- selben Stoff, Fleisch vom Fleisch der Bourgeoisie, Hab- süchtig, listig, gewaltthätig, frei von jedem„philisterhasten Vorurtheil" in Bezug auf die Wahl der Mittel. Nein, unsere Bourgeoisie kennt ihre Pappenheimer, sie weiß sehr wohl, was sie ist, und was ihre Götzen sind; und die Jahrmarktsvorstellungen, die der taumelnde„Herkules des neunzehnten Jahrhunderts" soeben in verschiedenen Städten Deutschlands zum Besten gab, haben den nationalliberalen Drahtziehern— von dem Chorus der„Hurrahkanaillc" reden wir nicht— ohne Zweifel den gleichen Eindruck der Lächerlichkeit und Verächtlichkeit gemacht wie anderen Leuten. Allein es lag in ihrem klingenden Interesse, die Hanswurstereien zu großen politischen Haupt- und Staatsaktionen auszupuffen, und den schinipfenden und polternden Alten, der in dieser Saufkampagne die Hauptrolle gespielt, als Messias, als schicksalgesandten Retter in der Noth hinzustellen, der— das Opfer einer teuflischen Jntrigne oder eines verhängnißvollen Mißverständnisses— aus dem Olymp allmächtigen Haus- meierthums in den Tartarus des politischen Tods herab- gestürzt ward, aber in seiner unerschöpflichen Großmnth bereit ist, die von den Dämonen der Unterwelt schwer bedrängten himmlischen Gewalten zu erlösen, und dem ver- waisten Deutschen Reich und Volk edelherzig Trost, Rath und Hilfe zu bringen. Die visu» faveeurs! Man verzeihe den französischen Ausdruck, allein die deutsche Sprache ist eine so grobe Sprache, wie schon der biedere Riccaut de la Marliniere erkannt hat,— und„die alten Schwindler" klingt doch gar zu brutal und unparlamentarisch. Also die vieux farceui-s — die geriebenen Profitpolitiker— für die jede politische Kombination und jeder nationale Gedanke der letzten drei Jahrzehnte«in kaufmännisches Rechenexempel gewesen ist, das sich in blanken Gold- und Silberstücken darstellte— sie führen— oder führten, denn der Spaß ist ja vorbei— mit ihrem neuesten Begeisterungsrummel nur eine Komödie auf, eine Komödie niederster Sorte, wie Anno 1887, als sie sich in Konkurrenzneid gegen die Frau- zosen für die letzte Kuh der deutschen Bauern erhitzten und die französischen Rothhosen über den Rhein fliegen ließen, nur um ihren„Chef", unter dem sich so gut— reich werden ließ, am Ruder zu erhalten, und sich selber daS Monopol der Ausplünderung der deutschen Bauern bis ans die letzte Kuh, und des übrigen arbeitenden Volkes Deutschlands bis aus den letzten Pfennig zu sichern. Wie hat nicht die französische Bourgeoisie weiland für Louis Philippe, den„Bürgcrkönig", geschwärmt, der ihr das Llwiclüssez vous!— Bereichert Euch!— zurief, und wie nicht für Napoleon den Dritten und Kleinen, der das Enricbissez vous! zum obersten Regierungsprogramm erhob, und dieses Programm mit einer zynischen Konsequenz verwirklichte, die ohne Seiten- stück dastünde, wenn nicht in Deutschland ein gelehriger Schüler sich gesunden hätte, der den Meister beschämte, und den nationalen Geschäftspolitikern ein Vierteljahrhundert so Buchhändler,„aber die beifolgenden zwei, als Einleitung dienenden Bände bilden an und fiir sich ein abgeschlossenes Ganzes, und ihr Erscheinen hat sowohl in England, als in der übrigen gebildeten Welt großes Aufsehen erregt; der Ver- saffer, so sagt man, habe damit den Grundstein zu einer neuen Auffaffung der Geschichte gelegt." In der That ja:— ganz neu. Mir war, nachdem ich diese zwei Bände gelesen und wieder s gelesen, wie Jemandem zu Muthe, der zeitlebens in einem engen Thalkessel gewohnt und zum ersten Male auf eine der umgebenden Bergspitzen hinausgeführt worden, von wo ein ausgestrecktes Stück Land zu sehen ist, mit Bauten und Gärten bedeckt, von endlosem Meere begrenzt. Ich will nicht behaupten, daß ich— die Zwanzigjährige, welcher die bekannte oberflächliche höhere Töchtererziehung zu Theil geworden— das Buch in seiner ganzen Tragweite verstand, oder— um obiges Bild beizubehalten— daß ich die Erhabenheit der Monumentalbauten und die Größe des Ozeans erfaßte, die vor meinen überraschten Blicken lagen; aber ich war geblendet, war überwältigt; ich sah, daß es jenseits meines engen Heimatthales eine weite, weite Welt gab, von der ich bisher niemals Kunde erhalten. Erst, als ich das Buch nach fünfzehn oder zwanzig Jahren wieder las, und nachdem ich andere im selben Geist verfaßte Werke studirt hatte, konnte ich mir vielleicht anmaßen, zu sagen, daß ich es verstehe. Doch eins wurde mir auch schon damals klar: die Geschichte der Menschheit wird nicht— wie dies die alte Ausfassnng war— durch die Könige und Staatsmänner, durch die Kriege und Traktate bestimmt, welche der Ehrgeiz der einen und die Schlauheit der anderen ins Leben rufen, sondern durch die allmälige Entwickelnng der Intelligenz. Die Hof- und Schlachtenchroniken welche in den Historienbüchern an einander gereiht sind, stellen einzelne Erscheinungen der jeweiligen Kulturzustände vor, nicht aber deren bewegende Ursachen. Von der alt- hergebrachten Bewunderung, mit welcher andere Geschichtsschreiber die Lebensläufe gewaltiger Eroberer und Länderverwüfter zu erzählen pflegen, konnte ich in Buckle gar nichts finden. Im Gegentheil, er führt den Nachweis, daß das Ansehen des Kriegerpandes im umgekehrten Ver- schrankenlos üppiger und einträglicher Taschendieberei und Ausbeutung geboten hätte, wie die Welt, in den geschicht- lichen Zeiten wenigstens, nichts Aehnliches gesehen hat. Mil- lionäre sollten gezüchtet werden! Nun. sie sind ge- züchtet worden— Milliarden und Milliarden wnr- den vermittelst der famosen Wirthschaftspolitik mit Schutz- und Kornzöllen, Schnapsgeschenkeu, Zucker- Prämien und sonstigen andern Raubritterpraktiken von den nationalen Herren Geschäfts- und Profitpolitikern, unter Anführung ihres Hauptmannes, dem deutschen Volke aus der Tasche genommen, und die Millionäre schössen wie Pilze aus dem Boden— berstend von Gold und Patriotismus. Da auf einmal: ein Krach, ein jäher Sturz, der kühne Hauptmann aus dem Olymp seiner Hausmeierei hinaus- geworfen, zerschmettert, das glänzende Geschäft grausam unterbrochen, Baare und andere Millionäre auf der Au- klagebank!— Das war ein ähnlicher Schreck, wie in den 48er Februar- tagen von Paris die Erschießung der Spitzbuben durch die sieg- reichen Proletarier— eine sozialistisch-rcvolutionäre Unthat, die den großen Spitzbuben so in die Glieder fuhr, daß sie spornstreichs davonliefen, Rothschild voran. Die Spitzbuben, pardon, wir wollten sagen die Mil- lionäre, sind in Gefahr! Das Vaterland ist in Gefahr! Tie höchsten Interessen der Nation sind in Gefahr! Was soll aus der bürgerlichen Ordnung denn werden, wenn nicht mehr gestohlen werden darf? Wenn der Millionärznchter in Ungnade ist und den Millionären das Zuchthaus winkt? Das sind unerträgliche Zustände. Sehnsuchtsvoll schaut das „innere Äuge" zurück in die Vergangenheit, und holde Zu- tunststräume weben sich zusammen. Wie schön wäre es doch, wenn Er wieder am Ruder wäre, und wir neben Ihm, unter Ihm am großen Milliardentopf? Gedacht, gethan. Und die Bier-, Wein- und Schnapsreise ward in Szene gesetzt, und wenn- auch eine elende Jahrmarktskomödie war. so lag doch ein tiefer Ernst in dem kindischen Spiel, kühl berechnender Geschäftspolitiker-Ernst— den staatsmännischen Blick gerichtet auf den großen Milliardeutopf, der wieder erobert werden soll, und den patriotischen Sinn erfüllt von dem Gedanken, Ihm wieder die Pforten des Hausmeier- palasts zu eröffnen, von wo aus Er die Millionärzüchtung von Neuem schwungvoll besorgen und den Raub der Nation unter seine patriotischen und staatsmännischen Getreuen ver- theilen kann.-- Und das soll sentimental sein? Der geriebene schienen- flickende, steuerhinterziehende, Arbeiter aus- und unter- drückende, das goldene Kalb umtanzende, nur an den Doppelgott Mamnion und Moloch glaubende. Alles was nicht Edelmetall ist oder sich in Edelmetall umsetzen läßt verachtende Geschäftspolitiker ein idealer, sentimentaler Schwärmer? Hänge Dich,„Kreuz-Zeitung"! Mit der Sentimentalität der nationalliberalen„Schwefelbande"— das Wort ist nicht von uns— bei ihrem grotesken Kneip-Pronunziamento zu Gunsten des Ex-Bandenchefs ver- hält es sich genau so, wie mit der Sentimentalität der „Krenz-Zeitung" und ihrer Leute, die von Vasallen- treue, Religion und gottesgnadenthümlicher Loyalität reden, und an Getreidezölle, Kornwucher, Schnapsprämien und andere sehr irdische Dinge denken. Sentiments und Sentimentalität haben in der Politik niemals eine Rolle gespielt, und wenn die Politik romantisch thut, mit hochtönenden Schlagwörtern um sich wirst und sentimentale Allüren annimmt, dann kann man Hundert gegen Eins wetten, daß es sich um ein besonders geschästspolitisches Schelmenstück handelt. Nun— das groteske Kneip-Pronunziamento der nationalliberalen Biedermänner ist grotesk verunglückt— die politischen Sentimentalitäten sind wir aber noch lange nicht los. Leben wir doch in der Aera der politischen Heuchelei. poHftrrfje llctretttrfjf. Berlin, den 27, August. Schöne Aussichten. Außer der großen Militär- vorläge und entsprechend großen Marineforderungen werden für den nächsten Reichstag auch bedeutende Kolonial- sorderungen angekündigt, sowie die Wiedereinbringung hältniß zu der Kulturhöhe eines Volkes steht:— je tiefer in der barbarischen Vergangenheit zurück, desto häufiger die gegenseitige Bekriegung und desto enger die Grenzen des Friedens: Provinz gegen Provinz, Stadt gegen Stadt, Familie gegen Familie. Er betont, daß im Fortschritt der Gesellschaft, mehr noch als der Krieg selber, die Liebe zum Kriege im Schwinden begriffen sei. Das war mir aus der Seele gesprochen. Sogar in meinem kurzen Innen- leben war diese Verminderung vor sich gegangen; und wenn ich oft diese Regung als etwas Feiges, Unwürdiges unter- drückt hatte, glaubend, daß ich allein mich solchen Frevels schuldig mache, so erkannte ich jetzt, daß dies bei mir nur der schwache Widerhall des Zeitgeistes war; daß Gelehrte und Denker, wie dieser englilche Geschichtsschreiber, daß un- zählige Menschen mit ihm, die einstige Kricgsvergötteruug verloren hatten, welche— wie sie eine Phase meiner Kind- heit gewesen— in diesem Buche auch als eine Phase aus der Kindheit der Gesellschaft dargestellt war. Sonnt hatte ich in Buckles Geschichtswerke eigentlich daS Gegentheil von dem gesunden, was ich gesucht. Dennoch empfand ich diesen Fund als einen Gewinn—ich fühlte mich dadurch gehoben, geklärt, beruhigt. Einmal versuchte ich mit nieinem Vater über diese neugewonnenen Gesichtspunkte zu reden— aber vergebens. Auf den Berg hinauf wollte er mir nicht folgen— das heißl, er wollte das Buch nicht lesen— also war es aussichtslos, mit ihm von Dingen z» reden, die man nur von dort oben aus wahrnehmen konnte. Nun folgte das Jahr— zweite Phase—, da die Trauer in Melancholie übergegangen war. Jetzt las und studirte ich noch fleißiger. Das erste Werk Buckles hatte nur Ge- schmack am Nachdenken gegeben und die Freuden eines er- weiterten Weltausblickes kosten gemacht. Davon wollte ich nun noch immer mehr und mehr genießen, und so ließ ich diesem Buche noch viele andere, im gleichen Geist ver- faßte, folgen. Und das Interesse, die Genüsse, welche ich in diesen Studien fand, trugen dazu bei, die dritte Phase eintreten— nämlich die Melancholie schwinden zu machen. Als aber die letzte Wandlung mit mir vorging, da ist, als die Lebenslust von neuem erwachte, da wollten mir auf ein- der Gesetzentwürfe gegen Trunksucht, Prostitution und die Veröffentlichung militärischer Geheimnisse. Das ist ja viel- versprechend.— Das Reichs- Militärpensionsgesetz. Dies Gesetz soll in wesentlichen Punkten abgeändert werden. Die Ab- änderungsbestimmungen werden, der„Post" zufolge, bereits ausgearbeitet. Bei unseren Verbindungen mit den höheren Militärkreiscn können wir heute schon verrathen, daß durch- aus nicht daran gedacht wird, die Pensionen der Generale oder aller jener Offiziere, die im kräftigste» Mannesalter ihren Abschied nehmen, weil bei der Beförderung einem Andern der Vorzug gegeben wird, zu beschneiden.— Norddeutscher Lloyd. Aus Bremen wird telegraphirt: „Nach Mittheilung der„Weser-Zeitung" handelt es sich bei der Abänderung des Subventionsvertrages zwischen der Reichsregierung und dem Norddeutschen Lloyd um die Aufgabe der Mittelmeerlinie und den Wegfall der dafür gewährten Subvention. Die Samoalinie soll durch eine andere Zweiglinie ersetzt werden. An Stelle des Dampfers..Kaiser Wilhelm II" wird ein neu zu erbauender Doppel-Schranbendampfer eingestellt." Aus 15 Jahre ist der Vertrag zwischen dem Reich und der Bremer Rheder- gesellschaft abgeschlossen worden, jährlich haben die deutschen Steuerzahler 4 400 000 Mark an Subventionen zu zahlen. Das Beste wäre, wie schon oben erwähnt, den Vertrag aufzuheben und sämmtliche subventionirte Linien eingehen zu lassen. Fort mit dieser unnützen Last. Jeden- falls ist eine Minderung der Unterstützungssummen sehr will- kommen.— Der Reichsznschnst fiir die JnvaliditätS- und Altersversicherung ist zuerst im Etat für 1891/92 ver- langt worden und betrug damals, da die Invalidenrenten der Uebergangszeit noch vom 22. November 1891 bean- prncht werden konnten, 6,2 Millionen, die fast gänzlich ür Zuschüsse zu Altersrenten benutzt wurden. Im Etat ür 1892/93 wurde die Summe um 3 Millionen erhöht, und zwar entfielen von der Erhöhung 1,3 Millionen ans die Alters- und 1,7 Millionen aus die Invalidenrenten. Wie hoch sich die Vermehrung für 1893/94 belaufen wird, steht nach offiziöser Mittheilung noch nicht ganz fest, jedoch soll es schon nach den im laufenden Jahre mit der Be- willigung von Invalidenrenten gemachten Ersahrungen nicht wahrscheinlich sein, daß der Reichsznschuß eine viel beträchtlichere Steigerung als von 1391/92 zu 1392/93 er- fahre» wird.— Wie weit der bornirte Hast gegen die Sozial- demokratie geht, dafür bietet das Verhalten einer Ham- bnrger Behörde wieder ein recht charakteristisches Beispiel. Nachdem das Vorhandensein der Cholera sich nicht mehr vertuschen ließ und die Sanitätsbehörde von ihrem ersten Schreck sich erholt hatte, veröffentlicht dieselbe seit einigen Tagen sogenannte offizielle„Bulletins" über den Stand der täglich erfolgenden Erkrankungen und Todesfälle. Da? diesen Mittheilungen die gesammte Hamburger Be- völkerung das größte Interesse entgegenbringt,«er- steht sich von selbst, und daß es Pflicht der zuständigen Behörde wäre, ihren Publikationen die'größtmöglichste Verbreitung zu sichern, liegt auch n»l der Hand. Trotzdem aber berichtet unser Bruderorgan, das„Echo", daß es genöthigt sei, die Bekanntmachung anderen Hamburger Blättern zu entnehmen, da ihm diese! de von der Behörde nicht zugesandt werde, um dieses unqualifizirbare Verhalten der Behörde ganz würdige» zu können, muß man wissen, daß das„Echo" in einer Auflage von über 25 000 Exemplaren täglich erscheint, neben dem dortigen„Fremdenblatt" das verbreitetste Blatt ist, und— da es seine Leser hauptsächlich in Ar- beiter- und Kleinbürger- Kreisen hat— gerade dort gelesen wird, wo die Epidemie die zahlreichsten Opfer fordert. Das„Echo" richtet nun an die Vorstände der Kranken- kaffen das Ersuchen, täglich Mittheilungen über den Stand der unter ihren Mitgliedern vorgekommenen Erkrankungen und Todesfälle einzusenden, und hofft unser Parteiorgan aus diesem Wege zu zuverlässigen Angaben zu gelangen, als welche sich die amtlich veröffentlichten Zahlen bioyer nicht erwiesen haben. Die Zentral- Kranreiikaffe der Maurer:c.„Grundstein zur Einigkeit" ist diesem Ersuche» mal die Bücher nicht mehr genügen; da sah ich aus einm� ein, daß Ethnographie und Anthropologie und vergleichende Mythologie und soustige-logieu und-graphien unmöglich meine Sehnsucht stillen konnten; daß für eine junge Fraii in meiner Lage das Leben noch ganz andere Glücksblüthe» bereit hielt, nach welchen ich nur die Hand auszustrecken brauchte.. Und so kam es, daß ich im Winter 1863 mich anbot, meine jüngeren Schwestern selber in die Welt ein- zuführen, und meine Salons der Wiener Gesellschaft öffnete- »* Martha Gräfin Totzky, eine reiche, junge Wittwe. Unter diesem vielversprechenden Namen- stand ich auf dem Personeiiverzcichniß der„große-Welt"-Komödie. Und ich muß sagen, die Rolle sagte mir zu. Es ist kein geringe-- Vergnügen, von allen Seiten Huldigungen zu empfange», von der ganzen Gesellschaft gefeiert, verwöhnt, mit Ans- Zeichnungen überschüttet zu werden. Es ist kein geringer Genuß, nach beinahe vierjähriger Weltabgeschiedenheit Plötz- lich in einen Strudel von allerlei Vergnügungen zu ge' langen; interessante, bedeutende Menschen kennen zu lernen, an fast jedem Tage ein glänzendes Fest mitzumachen und dabei sich selber als de» Mittelpunkt allgemeiner Ans' merksamkeit zu fühlen. Wir drei Schwestern hatten den Spitznamen„die Göttinnen vom Berge Ida" bekommen und die Erisäps" lassen sich nicht zählen, welche die verschiedenen junge» Parisse unter uns vertheilten; ich natürlich— in meiner oben erwähnten Thcaterzettelwürde„reiche, junge Wittwe war gewöhnlich die Bevorzugte. Es galt übrigens in meiner tamilie— und auch ein klein wenig in meinem eigene»' ewußtsein— als ausgemachte Sache, daß ich mich wieder vermählen würde. Tante Marie pflegte in ihren Homilie» nicht mehr auf den Verklärten anzuspielen, der„dort oben meiner harrte", denn wenn ich in den kurzen Erdenjahre», die mich vom Grabe trennten, mir einen zweiten Gatte» angeeignet— eine von Tante Marie selber gewünschte Eventualität— so war dadurch die Gemüthlichkeit de» himmlischen Wiedersehens mit dem ersten stark beeinträchtigt- (Fortsetzung folgt.) auch bereits nachgekommen� Die Zahlstelle hat eine Mit- gliederzahl von 2594. Cholerafäll« kamen folgende vor: Erkrankungen Todesfälle 21. August—— 22.„ 1- 23.„ 5 1 24.„ 5 I 25.„ 1? (Verschiedene Krankheiten vom 21. bis 25. August: 21.) Ob die Hamburger Behörde wirklich den Muth hat, ihre Mißachtung gegenüber der dortigen sozialdemokratischen Ar- beiterschast in der Gestalt weiter fortzusetzen, daß es deren Organ in Bezug auf die Nachrichten, welche ür alle Einwohner aus- nahmslos das höchste Interesse haben, ignorirt, darauf darf man gespannt sein. Sollte es wirklich geschehen, so wird, dessen find wir sicher, unser Hamburger Partei- Organ ein solches Gebahren so zu würdigen wissen, ivie es verdient ?«würdigt zu werden. Vermögen gewisse Herren ihren anatischen Haß gegen die Arbeiter auch angefichts einer allgemeinen Kalamität, wie der Ausbruch der Cholera eine solche ist, nicht zu bemeiftern, so wollen wir wenigstens dafür sorgen, daß ihr Treiben den Arbeitern nicht verborgen bleibt.— Manöver und Cholera. Aus Hamburg schreibt man: Mit Rücksicht auf die Cholera-Gefahr hat das General-Kommando des 9. Armee-Korps eine Fortsetzung der diesjährigen Manöver für das 85. Regiment eingeftellt. Wie steht es mit den übrigen Truppentheilen?— Hitzschlag. Der„Volks-Zeitung" wird aus Breslau gemeldet, daß infolge der fürchterlichen Hitze vom Oelser Jägerbataillon, welches mit vollem Gepäck vom Terrain- schießen zurückkehrte, 37 Mann erkrankt seien. Für die .Kreuz-Zeitung" ein neuer Beweis gegen die zweijährige Dienstzeit. Man lasse die Leute so lange unter der Fahne, bis sie gegen die Hitze so abgehärtet sind, daß sie nicht mehr wie die Fliegen unifallen oder gar verenden. Sterben die Leute, bevor diese Abhärtung erreicht ist, so haben sie es sich selbst zuzuschreiben.— Ter Schuft am Pranger. Der.Vorwärts* reproduzirte in seiner Nr. 189 vom 14. August eine Mit- theilung der Berliner„Volks-Zeitung*, wonach der Seelen- Verkäufer Adolf Schiff in Elsfleth seinen einzigen Sohn durch Ertrinken in der Nähe eines südaustralischen Hafens verloren, und seinen Univillen über unnütze Be- erdigungskoste» geäußert habe. Aus bester Quelle erfahren wir nun, daß der Sachverhalt ein anderer ist. Der„ertrunkene Sohn" war Kapitän des dem Schiff gehörigen Schiffes„Apollo*. Es handelt sich also nicht um den eigenen Sohn des Schuftes, vielmehr hat Schiff dem alten Vater des ertrunkenen Kapitäns Vorhaltungen wegen der Be- erdigungskosten gemacht. Der Hallunkenstreich ist nicht minder erbaulich auch in dieser richtigen Lesart.— Bismarck sagt die Wahrheit. Ein Bismarckblatt brachte die Nachricht, Bismarck habe den ihn anwedelnden Radfahrervereinen goldene Nägel zum Andenken dedizirt. Diese Nachricht wird von Bismarck in seinem Leiborgan dementirt. Wir haben jene Nachricht von vorn herein für unwahr angesehen und scheuten der Bismarck- schen Berichtigung vollen Glauben. Aber ein seiner Kopf ist Bisniarck doch, auch wenn er nichts schenkt; er will den Glauben erregen, daß er auch einmal generös sein könnte. Ter Schlaumichel!— Landwirths chafts-Kammern. Die Landwirthschaft— darunter versteht man selbstverständlich nur den großen Grundbesitz— soll in Preußen eine besondere Vertretung in der Gestalt von Landwirthschafts-Kammern erhalten. Als ob die junkerlichen Großgrundbesitzer nicht bereits Ver- tretung geuug hätten; sind doch der preußische Landtag, sowie die Provinzialvcrtretungen und die Kreisausschttsse nichts weiter als Vertreter ihrer Interessen.— Ter Mainzer Katholikentag. Die„Kölnische Volks-Zeitung* bezeichnet nach einer Drahtmeldung des Depeschenbureaus„Herold* als Berathungsgegenstände des Mainzer Katholikentages: Caprivi's Erklärung bezüglich des Jesuitenaesetzes, den Fall des Volksschul-Ge- setzes, die Berliner Kirchennoth, die Sonntagsruhe, die römische Frage und die 5tolumbusfeier. Die Versammlung werde die volle Einigkeit der Katholiken und des Zentrums zeigen. Der Grundzug der Verhandlungen wird die Schacherpolitit:„Ich gebe, damit Du giebst" diesmal wie immer beim Zentrum sein. Pfaffen und Junker leisten der Regierung stets Gefolgschaft, sobald es sich um Junker- und Pfaffeninteressen handelt, sie unterstützen willig die Reaktion und sind nur dann widerhaarig, wenn sie keinen oder keinen ihnen genügenden Vortheil bei ihren Tausch- geschästen herausschlagen können. Wäre es übrigens nicht nützlich, auch den K ö l n e r Sperling auf die Tages- ordnung zu setzen? Jedenfalls wird in Mainz auch die katholische Kirche im Allgemeinen und die deutsche Zentrumspartci im Besonderen als Wundermittel gegen de» Sozialismus gepriesen werden. Glaubt der Quack- salber auch nicht an die Heilkraft seiner Arzenei, mit heller Stimme übt er seine marktschreierischen Künste, so lange er Gläubige findet. Aber das Handwerk wird dem Dr. Eisen- barth in absehbarer Zeit gelegt werden. Der Thurm des Zentrums ist so wackelig wie ein hohler Zahn.— Vom Sterbebette. Der Verlag der Münchener„All- gemeinen Zeitung*(Cotta's Nachfolger) erläßt folgende so protzige wie dunkle Erklärung:„Das„Wiener Fremdenblatt* läßt sich aus Stuttgart schreiben:„Das Hauptblatt der Allgemeinen Zeitung werde vom 1. Oktober ab in Berlin erscheinen, die Beilage dagegen nach wie vor in Stuttgart verlegt werden; die Zeitung solle von einem Konsortium subventionirt werden, das aus einem dem früheren Reichskanzler nahestcheuden Bankier und einem hohen adeligen Herrn bestehe.* So viel Zeilen, so viel Un- richtigkeiten, beziehungsweise Erfindungen. Wir müssen darauf verzichten, alle diese und ähnliche immer wieder- kehrende fälschliche Notizen einzeln richtig zu stellen, und behalten uns vor, unseren Lesern Aenderungen in dem Er- scheinen der Allgemeinen Zeitung,»velche für Ende des Jahres in Aussicht genommen sind, mitzutheilen, sobald wir darüber definitiven Beschluß gefaßt haben werden.* Es geht doch zu Ende trotz aller schönen Worte.— Polizei-Anarchiftischcs. Aus sehr guter Quell« er- fahren wir, daß das internationale Spitzelthum, voran die „verbündete* russische und französische Polizei, einen großen Koup vorbereitet, durch welchen die Mißerfolge des ver- flossenen Frühjahrs(Walsallkomplott und Ravacholiade) wieder gut gemacht werden sollen. Es handelt sich zunächst — da die russische Polizei in dieser Kampagne die Führung hat— um einen Streich gegen das Asylrecht, das der russischen Regierung ein Dorn im Auge ist. Und zwar gilt es in erster Linie, England den russischen Flücht- lingen zu verschließen. Zu diesem Behuf muß irgend etwas in Szene gesetzt werden, was die öffentliche Meinung in England gegen die„fremden Verschwörer" in Wuth bringt und John Bull in dem Asylrecht ein Haar finden läßt. Die Walsall-Verschwörung war zu plump; diesmal will man pfiffiger zu Werke gehen.„Thatsache ist,' so schreibt unser französischer Gewährsmann, auf den wir uns voll- ständig verlassen können,—„Thatsache ist, daß die Konstans'sche Polizei mit dem russischen Mouchard-Gesindel eine Haupt-Staatsaktion zusammenbraut, daß eine sieber- hafte Thätigkeit entwickelt wird, und daß zwischen Paris und London ein außerordentlich reger Polizeiverkehr herrscht, und daß London oder— nach Bedarf— irgend eine andere englische Stadt zum Schauplatz der rettenden That aus- ersehen ist.* Diese Mittheilungen werden uns auch von anderer Seite bestätigt, und es fehlt auch nicht an positiven An- haltspuukten. Wir bitten deshalb unsere Genossen im In- und Ausland, ein wachsames Auge zu haben, und den tcrrn Spionen und Lockspitzeln besonders scharf auf die inger zu sehen.— Aus Frankreich. In Nordfrankreich ist es dieser Tage verschiedentlich zu Thatlichkeiten zwischen französischen und belgischen Arbeitern gekommen. Darob Freude im Lager der Bourgeoisie, deren Stärke natürlich in der Zer- splitterung und Zwietracht der Arbeiter liegt.„Die fran- zösischen Arbeiter*, höhnt der„Temps",„haben den inter- nationalen Demagogen gezeigt, daß sie echt national sind.* Nun, für diesen„Nationalitätsgeist*, der sich in Prügeleien mit anderen„Nationalitäten* äußert, bedanken wir Sozial- demokraten uns allerdings, und überlassen den Herren Bourgeois gern dessen Ehre und den Ruhm. Wenn aber die Bourgeoisblätter in den jüngsten Prügeleien zwischen belgischen und französischen Arbeitern einen praktischen Protest gegen die moderne„Jnternationalität" erblicken, so täuschen sie sich gründlich. Solche Prügeleien finden schon seit unvordenklichen Zeiten statt, sie waren früher viel heftiger und zahlreicher als jetzt, und sind meistens, wie auch jetzt wieder, durch die„patriotischen" Herren Arbeit- g e b e r hervorgerufen worden, die m ihrer Profitwuth den heimischen„nationalen" Arbeiter durch billigere fremde Arbeitskräfte zu ersetzen suchen. Ganz wie bei uns. Die französischen Arbeiter, die neuerdings mit belgischen Arbeitern in Streit kamen, haben übrigens ausdrücklich er- klärt, daß sie die belgischen Arbeiter als Brüder betrachten und nur d a gegen Front machen, daß dieselben unter dem Preis arbeiten, und die ohnehin schon ge- drückten Löhne noch mehr herabdrücken. Unsere sozialdemo- kratischen Genossen sind eifrig bemüht, die belgischen Ar- beiter zu belehren, daß es ihre Pflicht und ihr Interesse ist, die Löhne nicht zu drücken, und in die Arbeiterorgani- sationen einzutreten.— Der Streik in C a r ni a u x dauert fort. Die in den Händen der Pfaffen befindliche Gruben- Verwaltung weigert sich hartnäckig, die von ihr gemäß- regelten sozialistischen Gemeindebeamten wieder in Arbeit zu nehmen. Und die Arbeiter stehen fest zu ihren Er- wählten. Die mit ihrer Arbeitersreundlichkeit prahlenden Schwarzröcke haben aber wieder einmal einen glänzenden Beweis ihrer„christlichen Nächstenliebe* und ihres Respekts vor dem allgemeinen Stimuirecht und dem Willen des Volkes gegeben. Wohlan, wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit. Nachdem Vorstehendes geschrieben war, erfahren wir, daß Carvailhac, der gemaßregelte Bürgermeister von Carmaux, die streikenden Arbeiter ausgefordert hat, von seiner Person abzusehen und die Arbeit wiederaufzunehmen. Hierauf sind die Streikenden jedoch nicht eingegangen, da- gegen haben sie der Bcrgwerks-Verwaltung so viel„Hände* gestellt, als nöthig sind, um daS Zngrundegehen der Werke (durch Wasser«!) zu verhindern. Trotzdem beharrt die Bergwerks-Verwaltung ans der Maßregelung der Arbeiter, welche bei den letzten Wahlen über die Bourgeoiskandidaten den Sieg davongetragen haben. Die gesammte radikale und anständige Presse Frankreichs nimmt für die Arbeiter von Carmaux Partei.— HungcrkratvaNe in Spanien. Neue Unruhen bei Erhebung der schmählichen indirekten Gemeindesteuern sind in der Umgegend von Lugos und einigen benachbarten Orten ausgebrochen.„Truppen sind dorthin abgesandt*, heißt der übliche Kehrreim des offiziösen Telegraphen- bureaus.— England. Daß M o r l e y in Neivcastle gewählt wurde, theilten wir bereits gestern mit. Er hatte nur einen Gegen- kandidaten, den Unionisten Relli. Cunninghame Graham, den die Sozialvenwkraten aufgestellt hatte», mußte vor der Abstimmung(dem Poll) leider zurücktreten, weil es un- möglich war, die— in England bekanntlich sehr hohen und sofort zu entrichtenden— Wahlkosten zn bestreiten. Auf diese skandalösen Mißbräuche des englischen Wahlwesens wurde seiner Zeit in unserem Blatte hingewiesen. Da kein Arbeiterkandidat im Felde war, stimmten viele Arbeiter für Morley, weil sie dem Gegner der Homerule nicht, wie das sogenannte„unabhängige Arbeiterkomitee" befürwortet hatte, zum Siege verhelfen wollten. Die Hoffnung, daß unser braver Genosse Cunninghame Graham noch in dieses Unter- haus eintreten werde, scheint sich also nicht erfüllen zu sollen. Nun— das neue Unterhaus wird nicht lauge dauern. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird nächstes Jahr in England wieder gewählt.— Serbische Skuptschina. Aufgelöst wird voraus- sichtlich in der allernächsten Zeit das Serben- Parlament. Das neue„liberale* österreichischfreundliche Ministerium braucht andere Leute, als das frühere„radikale* russen- freundliche Kabinet. Bei den Wahlen wird eS blutige Köpfe geben. Unablässig rollt der Rubel.— Lösung der soziale« Frage. Im Feuilleton der „N a t i o n a l- Z e i t u n g"(Nr. 496 vom 27. August) liest man: „Galling, der Erfinder der seinen Namen tragenden Kanone, hat ein neues Geschütz lonstruirt, für das ihm die amerikanische Polizei, die jetzt alle Hände mit der Unterdrückung von Arbeiterunruhen voll hat, großen Dank wissen sollte. Galling selbst bezeichnet die Waffe als „eine ganz neue und ingenieuse Erfindimg" und nennt sie .(Polics Pattern Model, 1892". Die Konstruktion der Polizei- kanone ist dieselbe, wie die der Gatling'schen Feldgeschütze. Der Unterschied besteht im Wesentlichen in den Größenverhält- nissen. Das neue Geschütz ist nur 47 Zoll hoch und 23 Zoll lang und wiegt 135l/2 Pfund. Das geringe Gewicht nebst der Leichtigkeit der Bedienung und die Schnelligkeit, mit der die aus 800 Kugeln bestehende Ladung abgefeuert werden kann. machen es zu einer furchtbaren Waffe zur Unterdrückung des Aufruhrs in den Städten. Die Kanone läßt sich überall auf- stellen, selbst auf Dächern und Fenstern." Nun kann der Bourgeois ruhig schlafen, die staatliche Polizei und die Pinkerton's kanoniren von Dächern und Fenstern Ausständige und Hungernde. Und der Präsident der Vereinigten Staaten, Herr H a r r i s o n, schwätzt in einer am 26. d. M. gehaltenen Versammlungsrede neben anderem Blech:„Ich glaube, wir haben in dem neulichen Arbeiter„aufstand' die letzte ernsthafte Auflehnung gegen die Herrschaft unserer Verfassung gesehen." Wer die Homesteader Borgänge so blöde bellrtheilt, obwohl er die Verhältnisse kennen muß, ist unstreitig ein politisches Genie. Die-,Lohnklaven des Carnegie, zur Verzweiflung getrieben durch Schinderei und Drückerei, sind Rebellen gegen die Nnionsverfassung. In- sosern diese den Klassenstaat verbürgt, allerdings. Die Arbeiterbewegung wird hoffentlich dem Harrison die Thor- heit seiner Ansichten tüchtig einbläuen.— Die Delegirten- Konferenz des 5. und 0. württembergische» Wahlkreises fand am 21. d. M. in der Brauerei Konz zu Metzingen statt. Neun Orte waren daselbst vertreten und konnte allseitig ein langsames aber sicheres Fortschreiten unserer Bestrebungen, trotz der„Volkspartei" konstatirt werde». Die Anklageschrift wegen' Beleidigung der Staatsanwalt- schaft. insbesondere des Staatsanwalts Cornelius, ist am 25. d. M. den Genossen Mittag und Hosmeister und dem Zigarrenmacher Hofmann in Halle zugestellt worden. Begangen find die Be- leidigungen angeblich in der Protestversammlung, welch« seiner Zeit gegenüber dem Plaidoyer des Staatsanwalts Cornelius über den Kartoffelkrawall im Saale Lbe8„Concordia- Palafts" stattfand. Polizeiliches, Gerichtliche« ,e. — Ein neuer Prozeß soll gegen unseren Genoffen Abgeordneten Stadt Hägen anhängig gemacht sein. Stadt- Hagen soll in einer Rede in Sagan sich einer Beamlen-Beteidi- gung schuldig gemacht haben. So wenigstens weiß der„Nieder- schlesische Anzeiger" zu berichten. Soztsle Klcbcrflrljk: Au die Gewerkschaften Berlins! Im Auftrage des geschäftssührenden Ausschusses der Berliner Streik-Kontrollkommission ersucht der Unterzeichnete diejenigen Gewerbe und Berufe, welche in dem Ausrufe vom 14. August er. in Sachen der Gewerbe- gerichts-Wahlen nicht mit aufgeführt sind, demselben bis spät« st ens Dienstag, den SÄ. August, Mittheilung davon zumachen und gleichzeitig anzugeben wie hoch die Zahl der Beschäftigten der betr. Gewerbe ist. Ferner werden sämmtliche Berliner Gewerbe ersucht, durch ihre Delegirten bis späte st ens 10. September er. dem Unterzeichneten Mittheilung davon zu machen, in welchen Ko m m unal- Wa h l be zirk«n ihre In- duftrien und Gewerbe am stärksten vertretcn sind. Mit solidarischem Gruße Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Streik- Kontroll- Kommission. I. A. Hermann Faber, 80., Grünauerstr. 4, Hof 1 Tr. An alle im Barbier- und Friseurgewerbe beschäftigten Arbeiter Berlins. Nachdem die Berliner Streik-Kontrollkomnnffion die Vorarbeiten zu den demnächst vorzunehmenden Gewerbe- gerichtswahlen beendet und das Resultat veröffentlicht hat, lift es nunmehr Pflicht aller im Barbier- und Friseurgewerbe be- schäftigten Arbeiter ungesäumt zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Zu diesem Zwecke findet am Montag den 29. d. M. eine öffentliche Versammlung in der Kommandantenstr. 20 (Armin-Bierhallen) statt. Es liegt im Interesse eines Jeden. auch Derjenigen, welche der Organisation nicht angehören, zu dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Mit solidarischem Gruß I. A.: Paul Liere.R Chausseestr. 123. Warnung für Arbeiter der Schuhs und Schäftebrauche. An alle Arbeiter der Schuh- und Schästcbranche ergeht die Mahnung, den Zuzug nach Leipzig fernzuhalten. Die Finna Hoffmann u. Ko. hat den Zwickern, Stepperinnen, Putzern ic. in acht Tagen eine Lohnkürzung angedroht. Ans diesem Grunde haben sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen sich mit den Be- troffenen solidarisch erklärt und am Dienstag, den 18. August, die Arbeit gekündigt. Der Geist unter den Arbeitern ist ein guter; es haben. außer dem Werkführer. nur noch zwei Mann nicht gekündigt. Arbeiter und Arbeiterinnen, werdet nicht zu Ver- räthern an Euren kämpfenden 5!ollegen und Kolleginnen; haltet den Zuzug fern, dann ist uns der Sieg gewiß. Wir wollen dem Fabrikanten zeigen, daß wir einig sind, wenn es gilt, für eine gerechte Sache einzutreten. Mit kollegialem Gruß Peter Papaczek. London, 25. August, lieber 50—80 000 Londoner Schneider- gesellen haben die Meister gestern eine Arbcitssperre verhängt. welche sich auch auf Manchester, Liverpool, Aberdcen, Edienburgh, Bradford und andere Städte-erftreckt. Es handelt sich namentlich um die Geselle», welche zu Hause arbeiten und Wochenlöhne be- kommen. Quittung über bei der Generalkommission der Ge> wcrkschafteu Deutschlands in der Zeit vom IS. Juli bis 11. August 189Ä eingegangenen Gelder. Quartals- beitrag(4. Quartal 1891 und I. Quartal 1392) des Verbandes der Porzellanarbeiter ec. 114,81. Quartalsbeitrag(1. Quartal 1392) des Verbandes der Weißgerber 48,—. Hamburg, E. Guiraud 3,—. Quartalsbeitrag(3. Quartal 1892) des Zentralvernns der Bildhauer 150,—. Quartalsbeitrag(3. Quartal 1892) des Vereins der Lithographen, Steindrucker:c. 200,—. Quarlalsbeitrag (2. Quartal 1392) des Zenlralvereins deutscher Gerber 30,— M. A. Dam mann, Kasfirer, Hamburg, Zollvereinsniederlage, Wilhelmstr. 13, 1. Et. _'gj* Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 28. Auguft. Opernhaus. Fra Diavolo. Montag: Mignon. Schauspielhaus. Typhigenie auf Tauris. Montag: Wohlthätige Frauen. Leffing- Theater. Der Lebemann. Montag: Die Großstadtluft. Kroll's Theater. Der Barbier von Sevilla. Montag: Das Glöckchen des Eremiten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Zigeunerbaron. Oftend- Theater. Das Stieftind des Proletariers. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Das Kleine Krokodil. Montag: Diefelbe Vorstellung. 1111 Die Eröffnung der Egyptischen Ausstellung auf dem 12 Morgen grossen Terrain #unmittelbar an der Stadtbahn- Station Zoologischer Garten" findet am 2. September cr. statt. Neue Welt. Sergihloß- Brauerei, Haſenhaide. Heute Sonntag: 1707b Weißensee. HEF Um 1/210 Uhr: Monstre- Feuerwerk, darstellend: Ein Nachtfest in Japan in 5 Abtheilungen, unter Mitwirkung von Spezialitäten, Ballets, Festzug des Mikado, Feuergeistern etc. von Leichnitz und Bau. Von 4 Uhr ab: Concert und Spezialitäten. Entree 25 Pf. Im Champêtre: Cavalier- Ball. Idolph Ernk- Theater. Fräulein Th. Keller's Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Onkel Bräsig. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg.) ( Artistischer Leiter: Paul Pauli.) Sonntag, den 28. August: Letzte Vorstellung in der Saison. 51 Uhr: Concert, Musikdirektor Rachfall. 62 Uhr: Ein moderner Rasirsalon. Posse in 1 Akt v. L'Arronge. 71/2 Uhr: Spezialitäten 1. Ranges. Dora Ebert. Georg Rösser. Morlay- Trio. 82 Uhr: Zum 22. Male: Die Zillerthaler. Liederspiel von F. Nesmüller mit Ferd. Worms als Gast. 912 Uhr: Specialitäten 1. Ranges. 10/4 Uhr: Gold und Silber. Grosses Ballet- Divertissement. Prima Ballerina: Marie Ala. Corps de Ballet( 18 Damen). FantochesTheater des Mr. Winn. Siehe die Theaterzettel der Anschlagsäulen. Th. Keller's Hofjäger, Die Direction. 689M FFFF Heute, Schloß Zum Sternecker. sonntag: Gr. Militär- Konzert. Gr. Feuerwerk. Chevalier O. Blondin auf dem 100 Fuß hohen Thurmfeil. Illumination. Fontaine lumineuse. Volksbelustigungen. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Entree 30 Pf., vorher 25 Pf. Rud. Sternecker. 2890L Hasenhaide, erm. Imb's Ostbahn- Park Bergmann- StraßenEcke. Heute, Sonntag, den 28. Auguft 1892: Gr. Brillant-, Pracht- u. Kriegs- Feuerwerk mit großem patriot. Schlußtableau, ausgef. von 3 renommirten Feuerwerkern. Großes Garten- Konzert. Im großen Saale: Marionetten- Theater- Borstell. Volksbeluftigungen. Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pf. Mittwoch, 31. August cr.: Letztes Erntefest mit Gratis- Verloosung. Freitag, 2. September( Sedantag): Grosses Volksfest. A. Froelich. Eintritt frei!! Eröffnung des Eintritt frei!! Schüßen- Plazes zu Weißensee auf dem Sternecker- Terrain, Schloßhof u. Trianon- Park. 500 Schau- und Chantant Ball auf dem 12000' Abends elettr. andere Buden. Vorstellungen. großen Pariser Tanzplatz. Beleuchtung. Treptow. Bender's Restaurant Neue Krug- Allee. 3 Minuten hinter dem Paradies- Garten. Sonntag Tanz. Rüdersdorferstr. 71 am Rüstriner Play. Bequemste Fahrverbindung n. allen Richtung. Täglich: Gr. Garten- Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Auftr. d. The Sisters Boncherys auf d. 100 Fuß hohen u. 200 Fuß langen Thurmfeil, sowie sämmti. neuengag. 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Tie nach der Angabe des Geheimraths Tr. Koch gebaute große Baracke wird am Montag mit Cholera- kranken belegt werden. H a u, b u r g, 26. August. Trotz anhaltender kühler Witte- rung, schreibt die„Vossische Zeitung", ist leider keine Ab- nähme der Cholera eingetreten. Die Seuche ist nunmehr aus das benachbarte preußische Gebiet übertragen sowie auf die sonst gesunden Elbinseln. Die Angehörigen des „besseren Mittelstandes", die zahlungsjähige Mastbürgerschaft, verlasten zu Hunderten Hamburg. Aerztemangel tritt ein, einzelne Hilsskrankenwärter sind gestorben. Die Schulen, obgleich noch nicht alle geschlossen, werden nur von 40 pCt. der Kinder besucht, die Vergnügungslokale sind verödet. Ten„Hamburger Nachrichten" zusolge werden neue Cholerabaracken gebaut. In Hamburg haben sich, schreibt das„Volk", die Miethsspekulanten die Sache zu nutze gemacht, indem sie, wie schon erwähnt, in allen schleswig-holsteini- schen Bädern zahlreiche Wohnungen schleunigst mit Beschlag belegt haben, um, falls die Hamburger Bevölkerung sich theil- weise dorthin flüchten sollte, gehörig schröpfen zu können!! Kommentar ist unnöthig, das Kapital wuchert eben mit Allem. Hamburg, 27. August. Nach amtlicher Mittheilung de- trug am Donnerstag, den 2S. d. M., die Zahl der Erkrankungen 29S, die der Sterbesälle 130. Am Freitag, den 26. d. M.. sind bis Mittag 183 Erkrankungen und 78 Sterbesälle zur Meldung gelangt. Die Transportmittel für die Erkrankten und Ver> slorbenen sind bedeutend vermehrt worden. Auch auf dem Ge- biete der Wohlthätigkeit(zum Theil doch sicher Angst- Produkt? Red.) geschieht sehr viel, Desinfektionsmittel. Kognak und Medikamente werden an viele» Stellen unentgeltlich vertheilt. Tie Schulen sind heute sümmtlich geschlossen worden, alle Taiizvergnügunge» sind untersagt. Eine große Anzahl Fainilieu haben die Stadt verlassen, um anderwärts Wohnungen zu beziehe». Das Straßenbild ist zwar unverändert, es macht sich jedoch die nachtheilige Wirkung der Seuche auf den Geschäfts verkehr in einpsiudlichcr Weise bemerkbar. Bremen. 26. August. Da die Weserhäsen bislang voll> kommen cholerasrei sind und bei den hier bestehende» sanitären Verhältnissen auch kein Grund zu irgendwelche» Beunruhigungen vorhanden ist, werden die Expeditionen der Schnelldampfer, so- wie der sonstigen Dampfer des„Norddeutsche» Lloyd" keinerlei Unterbrechungen erleide», sondern nach wie vor fahrplanmäßig stattfinde». Elmshorn, 27. August. Eine hier beheimathete Frau, welche«ach Hamburg gereist und gestern nach hier zurückgekehrt war, wurde nach ihrer Ankunft von Unwohlsein befallen. Der zugezogene Arzt konstatirte ausgeprägte Cholera asiatica. Das Haus wurde infolge dessen abgesperrt und wird bewacht. Wittenberge, 2S. August. Heute konstatirte der Kreis- physikus Dr. Hailnstein bei einem mit dem Zuge um 2 Uhr 45 Minuten Nachts von Hamburg gekommenen Ar beiter die asiatische Cholera. Bereits gegen Mittag war der Betressende an der Krankheit erlegen. Amtlichem seits sind Hierselbst umfassend« Maßregeln zur Abwehr und Be- kämp/ung der Seuche getroffen. Flensburg, 27. August. Ein Arbeiter erkrankte in dem Zuge Hamburg-Wrist. Das Koupee, dessen Insassen dasselbe nicht verlassen durste», wurde abgesperrt und die Reisenden nach ihrer Ankunft desinfizirt und darauf entlassen. Der Arbeiter wurde ins Hospital gebracht. Kiel, 26. August. und starb in einer aus Kind an asiatischer C Wie die„Kieler Zeitung" meldet, erkrankte Hamburg hierher geflüchteten Familie ein h o l e r a. Die Krankheit sei auf den akademischen Heilanstalten festgestellt. Das Haus, wo das Kind erkrankt, sei abgesperrt, umfassende Vorsichls- Maßregeln seien getroffen. Königsberg i. Pr., 27. August. Die gestern von hier ge- meldete Nachricht betreffs der gänzlichen Absperrung der russischen Grenze ist dahin richtig zu stellen, daß auf landespolizeiliche Anordnung der Regierungspräsidenten zu Königsberg und Gumbinnen russische Auswanderer nur nach denjenigen Uebergangsstationen zur Eisenbahnbesörderung zm gelassen werden dürfen, aus denen eine ärztliche Untersuchung der Auswanderer und eine Desinfizirung des Gepäcks derselben stattfindet. Derartige Vorkehrungen sind auf der Staatsbahn Station Eydtluhnen und aus der Station Prostken der ost preußischen Südbahn getroffen. Köln, 26. August. Die Nachricht von einem plötzlichen hier stattgehabten Todessall an Cholera nostras wird seitens der Verwaltung des Hilssspitals dementirt; hier sei überhaupt nur Brechdurchfall vorhanden. Stuttgart, 27. August. Ober-Medizinalrath Dr. von Landenberger ist nach Berlin zur Theilnahme an der dort statt findenden Choleralonferenz abgereist. R u h r o r t, 27. August. Auf einem im hiesigen Hafen liegenden, von Antwerpen angekommenen Schiffe erlrankte«ine Person, wie ärztlich festgestellt wurde, an Cholera. Dittersbach bei Waldenburg, 24. August. Am Montag Nachmittag starb plötzlich hier der königlich« Eisenbahnstations- Vorsteher I. Klasse Bruns. Herr Bruns hatte vor Kurzem seinen Sohn in Hamburg besucht und fühlte sich bereits unwohl, als er am Freitag von dort hierher zurückkehrte. Trotz seines leidenden Zustandes versah er iviedcr seinen Dienst, bis er am Montag Nachmittag so krank wurde, daß er nach seiner Wohnung gebracht werden mußte; hier bekam er sehr heftiges Erbreche» u. s. w., und nach kurzer Zeit schon trat der Tod ein. Als un- mittelbare Todesursache wird theils C h o l e r i n e, theils Herz- schlag angegeben. Das königliche Eisenbahn-Betriebsamt Görlitz hat in gerechtfertigter Vorsicht sämmtlichen Beamten die Bethei- ligung an dem Begräbniß untersagt. Wien, 26. August. Heute ist auch für Oderberg, Waggon- Wechsel, sowie ärztliche Revision der Reisenden und Desinfektion des Gepäcks angeordnet worden. Wien, 26. Auglist. Der direkte Wagenverkehr über Oder- berg wurde eingestellt und die ärztliche Revision und Des- infeklion der Reisende» daselbst angeordnet. Lemberg, 26. August. In einer Warschauer Korre- spondenz der amtlichen„Gazeta Lwoivska" wird versichert, der Gesundheitszustand in Warschau und überhaupt in russisch Polen sei ein durchaus befriedigender. Ob die in dem Lubliner Gou- vernement vorgekommenen Todesfälle durch asiatische Cholera verursacht worden seien, erscheine ziveifelhast. da eine Autopsie der Leichen nicht erfolgt sei. Wien, 26. August. Das Ministerium des Innern richtete, wie dem„Berliner Tageblatt" gemeldet wird, heute einen Erlaß an sämmtliche Landesregierungen, daß die Ankunft eines jeden ans dem Deutschen Reiche ei, l treffenden Fremden sofort der betreffenden Gemeindebehörde angezeigt werden muß. Jeder Angekommene unterliegt einer ärztlichen Untersuchung und fünftägigen ärztlichen Beobachtung. Mit besonderer Strenge sind diese Vorschristen in den Kurorten und Sommerfrischen durchzuführen. Pest, 26. August. Wie das„Ungarische Korrespondenz- bureau" meldet, hat die ungarische Regierung die ärztliche Beobachtung der aus Rußland, Galizien, der Bukowina und Deutschland ankommenden Reisenden in den vier Stationen Czasa, Orlo, Lupkow und Volocz verfügt und die Einfuhr aus tamburg und Altona kommender gebrauchter Wäsche, Kleider, onsumartikel und anderer, die Einschleppung der Cholera fördernder Waaren verboten. Pest, 26. August. Die Einfahrt russischer Petroleumschiffe in den Hafen von Fiume ist verboten worden. S t ö ck h o l m, 27. August. In Malinö und Helsingborg auf Grund!der Quarantänevorschristen abgewiesene, aus Lübeck mit Passagieren angekommene Dampfer sind anstandslos in dem Hafen von Kopenhagen zugelassen, von wo dann die Passagiere mit den Sunddampsern nach Schwede» reisten. Die offiziöse „Nya Dagl. Allehanda" ist entrüstet über dieses Verfahren der dänischen Behörden. Wenn diese Versuche zur Umgehung unserer Schutzmaßnahmen, sagt das Blatt, fortgesetzt von dänischer Seite unterstützt werden, dann dürfte uns nichts anderes übrig bleiben, als Dänemark wegen seiner ungenügenden Quarantänemaßnahmen für choleraverdächtig zu erklären. Petersburg, 26. August. Die Cholera ist nunmehr auch in Kronstadt zum Ausbruch gekomme», woselbst vom 18. d. M. bis heute 15 Personen erkrankten und 6 starben. Im Dongebiet sowie in den Gouvernements Ssamara und Ssaratow herrscht die Epidemie noch heftig; in den übrigen Gouvernementsstädten ist eine beträchtliche Abnahme derselben bemerkbar. Paris, 27. August. Ter Direktor der Abtheilung für Gesundheitspflege im Ministerium des Innern, Monod, bestätigte einem Mitarbeiter des„Gaulois" gegenüber, daß bisher noch kein Fall von asiatischer Cholera in Paris vorgekommen sei. Was die zur Abwehr der Seuche getroffenen Maßnahmen an- lange, so würden die aus Belgien und Deutschland in Paris an- kommenden Reisenden nur beim Aussteigen aus dem Eisenbahn- wagen einer«infachen Untersuchung unterzogen, das Gepäck jedoch schon auf den Grenzbahnhöfen in einem dazu hergerichteten Räume desinfizirt werden.„Autorite" und„Petit Paristen" melden, daß die in Paris herrschende choleraartige Epidemie wieder heftiger auflrete. Gestern seien hier etwa vierzig neue Krankheitsfälle vorgekommen, von denen mehrere tödt lich verliefen.„Figaro" schreibt, der Kriegsminister Freycinet beabsichtige, nicht nur das Programm für die großen Manöver im Westen einzuschränken, sondern dieselben überhaupt ganz abzusagen. Eine Entscheidung hierüber werde er treffen, sobald die Erhebungen über den Gesundheitszustand des neunten Korps abgeschloffen seien. Ein Theil der kürzlich aus Rußland hier eingetroffenen jüdischen Auswanderer ist gestern nach Amerika eingeschifft worden, der Rest wird im Lause der nächsten Woche abreisen. Brüssel, 26. Angnst. Der Eisenbahn-Minister hat an- geordnet, daß von morgen ab alle Reisenden, welche auf den den Verkehr mit dem Auslande vermittelnden Bahnlinien in das Land kommen, mit allem das Land passirenden Gepäck einer ärztlichen Untersuchung unterworfen werden. Eine Ausnahme ist nur gestattet für Reisende ans England, sowie für Packete, welche von England durch die Post befördert werden. Havre, 26. August. Nach amtlicher Ermittelung sind an der hier herrschenden choleraähnlichen Epidemie gestern 48 Per sonen erkrankt und 21 gestorbeu. Antwerpen, 27. August. Seit gestern sind nur vier Cholerakranke in das Krankenhaus eingeliefert worden; von den selben ist ein Kind gestorben. London, 26. August. Amtlich wird mitgetheilt, daß der Tod der zwei von dem Hamburger Dampfer„Gemma" in Gravesend gelandeten und dort gestorbenen Frauen infolge asiatischer Cholera erfolgt ist. Die beiden Frauen gehörten zu einem größeren Transport russischer Auswanderer, die nunmehr an Bord der„Gemma" bleiben müssen. London, 26. August. Der Medizinalbeamte zu West-Lynn in der Grafschaft Norfolk meldete heute Vormittag zwei ver- dächtige Cholerasälle an Bord des aus Hamburg eingelaufenen Schiffes„Laura". Das Schiff ist daher in Gemäßheit des Quarantäne-Reglements in die offene See zurückbefördert worden. London. 27. August. Heute ist auch die dritte der in Gravesend von dem Hamburger Dampfer„Gemma" gelandeten an der Cholera erkrankten Personen gestorben. London, 27. August. Wie verlautet, wären vereinzelte Fälle von asiatischer Cholera gestern in dem südliche» Stadtviertel von Lambeth vorgekommen. Liverpool, 26. August. Die transatlantischen Dampf- schifffahrts-Gesellschasten haben der Cholera wegen ihren aus dem Festlande befindlichen Agenten Anweisung zugehen lassen, Auswanderer als Passagiere nicht weiter anzunehmen. Rotterdam. 27. August. Gestern Abend ist hier eine Frau an der Cholera gestorben. Madrid, 27. August. Die amtliche„Gazeta" wird heute eine Verordnung veröffentlichen, durch welche auch die Herkünste aus Altona als verdächtig erklärt und unter Quarantäne gestellt werden. Rom. 26. August. Eine heute erschienene Verordnung dehnt die unter dem 7. Juli d. I. für Herlüufte aus dem Schwarzen Meere angeordnete ärztliche Untersuchung und Des- insektion nunmehr auch aus auf Herkünste aus den französischen Häfen des Atlantischen Meeres, des Kanals, aus belgischen. holländischen, deutschen Nordseehäfen, einschließlich Hamburgs, sowie auf alle Schiffe, welche choleraverdächtig sind. Athen, 27. August. Für Herlünste aus Hamburg ist eine elftägige Quarantäne ab 24. d. M. angeordnet. San S e b a st i a n, 26. August. Nach Jrun ist der Befehl gelangt, die die Grenze passirenden Reisenden und Waaren einer Desinfektion durch Räucherung zu unterziehen. Lolrcrlcs. Den ersten Fall asiatischer Cholera hat natürlich daS „Verl. Tagebl." für sich in Anspruch genommen. Das Blatt meldet, daß gestern eine ans Hamburg angekommene Frau in das Moabiter Krankenhaus eingeliefert worden sei, bei welcher Herr Dr. Guttmann eigens für das Mosse'sche Organ die astatische Cholera konstatirt habe. Die anderen Abendblätter, denen die Sache ebenfalls gemeldet war, stellen die Angelegenheit folgender- maßen dar: Eine Restaurateursfrau Frohnert aus Hamburg, die gestern früh 4>/e Uhr mit ihren. Manne von dort hier eintraf, erkrankte im Hotel Behrens in der Luisenstraße unter verdächtigen Symptomen. Die Erkrankte wurde sofort in das Moabiter Krankenhaus gebracht, wo die Beobachtung zur Stunde noch nicht abgeschloffen ist. Der Mann ist gesund und in seinem Aufcnt- halte unbeschränkt geblieben. Die Hotelräume sind selbst- verständlich desinfizirt worden.— Daß man hier mit großer Vor- ficht verfährt, dafür darf der Fall der ersten AnHaltung ans dem Lehrter Bahnhose ein vollgiltiger Beweis sein. Obwohl bei dem Mann die Krankheit als Magen- und Darmkatarrh festgestellt worden ist, hat man ihn doch nicht wieder aus dem Krankenhause entlassen, da er aus Hamburg ge- kommen ist. Im Ganzen sind vom 10. Juli bis heute 40 Fälle, in denen Choleraverdacht vorlag, zur Anzeige gekommen. In allen diesen Fällen hat es sich um Brechdurchfall gehandelt. Sie betrafen zum größten Theil Frauen, weniger Männer und zu einem geringen Theile Kinder von 6 bis 7 Jahren. Unter den Kindern im zartesten Alter ist der Brechdurchfall bekanntlich sehr häufig, aber merkwürdiger Weise in diesem Sommer viel seltener als in vorhergehenden Jahren. Während in früheren Jahren wöchent- lich bis zu 400 und 500 Fälle vorkamen, ist es in diesem Sommer bei 200 bis 250 geblieben. In der gestern Nachmittag stattgehabten Sitzung der großen Sanitätskommission führte der Geh. Reg. Rath Friedheim in Vertretung des Polizeipräsidenten den Vorsitz. Ständige Mitglieder der Kommission sind u. A. Geheim- rath Spinola, Ministerialrath Dr. Wafserfuhr, Medizinal- rath Dr. Wernich vom Polizeipräsidium, Oberstabsarzt Prof. Dr. Burchardt und Major von Westernhagen seitens der Garnison und verschiedene Stadträthe und Stadtverordnete als Vertreter der Stadt. Des Näheren wird über diese Sitzung das Folgende mit- getheilt: Zur Sitzung waren 26 Herren erschienen, darunter auch die Direktoren Hahn und Fürbringer vom Krankenhaus am Friedrichshain und Direktor Körle vom Krankenhaus am Urban. Die Direktoren des Moabiter Krankenhauses, die Herren Guttmann und Sonnenburg, die beide sich auf Urlaub befinden, hatten telegraphisch angezeigt, daß sie sofort zurückkehren würden. Die Verhandlungen berührten zunächst die Frage, ob das zum Cholera- Lazareth ausersehene Moabiter Kranken- Haus beim Auftreten der Epidemie sofort gänzlich oder erst nach und nach geräumt werden solle. Man entschied sich für das Letztere und zwar, nachdem sowohl Geh. Rath Spinola, wie auch Dr. Stryck und andere Fachmänner erklärt hatten, die Einrichtungen des weit angelegten Krankenhauses seien derartig vorzügliche, daß eine Gefahr für die in anderen Abtheilungen der Anstalt untergebrachten Kranken in keiner Weise zu befürchten sei. Man wird also beim Aus- bruch einer Epidemie zum mindesten zunächst die Schwerkranken, namentlich auch die der chirurgischen Abtheilung, ruhig in Moabit belasten. Natürlich würde eine strenge Absperung des Cholera- lazarelhes von dem übrigen Krankenhaus erfolgen. Nach den Mittheilungen der übrigen Krankenhäuser Berlins würden in diesen zusammen 271 Betten für die etwa aus Moabit zur Uebersiedelung kommenden Kranken zur Verfügung stehen. Die Charitee hat allein 80 Betten bereit gestellt, auch die Schwester- Häuser sind bereit, Kranke zu übernehmen. Cholerastationen in anderen städtischen Krankenhäusern sollen nicht errichtet werden, um nicht mehrere Seuchenzentren zu schaffen. Es wurde zwar das Bedauern ausgesprochen, daß es in einzelnen Fällen grausam sei, die Kranken einem vielleicht sehr weiten Transport auszusetzen, man glaubte aber doch das Interesse der gesammlen Be- wohncrschaft dem Einzelintereffe überordnen zu müssen. Von Geheimrath Spinola wurde noch Gewicht darauf gelegt, daß in allen Krankenhäusern das Einführen von Eßwaaren verboten werde. Ein näheres Eingehen auf die Frage, welche weitere Maßnahmen im Hinblick ans die Epidemie zu treffen seien, wnrde zunächst nicht für erforderlich gehalten. Man war sich darüber klar, daß für de» Fall der Unzulänglichkeit der Moabiter Anstalt an die Errichtnng von Baracke» gegangen werde» müsse. Wie der zur Berathung zugezogene Ban-Jnspektor Streichelt erklärte, lassen sich binnen acht Tagen vollständig eingerichtete Baracken herstellen, die Hauptfrage sei dabei die richtige Be- und Eni- Wässerung. Empsehlenswerth sei es daher, für die Baracken einen Platz zu wählen, der die Möglichkeit eines Anschlusses an die Wasserleitung und die Kanalisation gewähre, mindestens aber Wasserzufuhr gestatte, da eine Entwässerung mittelst Tonnen- systems unter gewissen Voraussetzungen auch manche Vortheile habe. Die Frage des Platzes für die Baracken wurde nur ge- streift. Es tauchten in dieser Beziehung zwei Vorschläge auf: von einer Seite wurde auf das städtische Terrain an der Seestraße hingewiesen, von anderer Seile wurden die Blicke der Versamm- lung auf den städtischen Stein- Depotplatz am Urban hingelenkt, der den Vortheil eines gewissen Anschlusses an das Urban- Krankenhaus biete und in dem entgegengesetzten Stadttheil liege, wie die Moabiter Anstalt. Bestimmte Beschlüsse wurden jedoch nicht gefaßt, man will vielmehr, falls die lltothwendigkeit eintritt, die Entscheidung der Platzfrage einer Unterkommission übertragen. — Es wurde dann»och über das Kranken- Transportwesen ge- sprachen und die beruhigende Versicherung entgegen genommen, daß Berlin auch in dieser Beziehung Befürchtungen nicht zu hegen brauche. Die drei Privatunternehmer des Krankentransportes hahen 11 Wagen zur Verfügung, die pro Tag 220 Fuhren aus- führen können. Außerdem haben sich die Unternehmer bereit erklärt, sofort den Wagenpark und das Personal zu erhöhen, sobald die Nothweudigkeit hierzu vorliegt. Man beschloß endlich noch, den Magistrat zu veranlassen, für eine fleißigere Reinigung und Besprengung der Straßen zu sorgen. Es wurde dabei vor Allein auch auf die Anhäufungen von Pferde- koth in den asphaltirten Hauptstraßen hingewiesen und zwar speziell über die Leipzigerstraße Klage geführt. Seitens des Magistrats unserer Stadt sind 32 Straßen- kehrer— von jeder Kolonne ein Mann— seit einigen Tagen nach den städtischen Desinfektionsanstalten zu einer sechswöchent- lichen Nebung gesandt worden; die Mannschaften sollen schleunigst die Dcsinfcklion erlernen, um im Falle eines Ausbruches der Cholera als Hilfsarbeiter in obigen Anstalten sungiren zu können. — Auf polizeiliche Anordnung sind seit gestern die Schmutzfänger der Einsteigcschachte und Brunnen der Kanalisation entfernt worden, damit der eindringende Straßenschmutz eventuell der darin enthaltene Ansteckungssloff ferngehalten werde. Uebrigens werden die gesammten Kanalisationsleitungen täglich mit größter Sorgfalt ansgesflnll; an Haltestellen der Pferdebahnen, Omnibusse und Droschken werden Desinfizirungen täglich niehrere Male durch Angestellte der Straßenreinigung vorgenommen.— In den meisten Schulen Berlins werden den Schülern der mittleren und höheren Klassen durch Lehrer und Rektoren warnende Mit- theilungen über die Cholera gemacht und den Kindern Ver- Haltungsmaßregeln über die Lebensweise während der Seuchen- zeit gegeben.— Die Brunnen, welche sich auf den Höfen unserer Lehranstalten befinden, sind auf polizeiliche Anordnung geschlossen worden. Das Essen von Obst, das Trinken von roher Milch und Bier während der Frühstückszeit ist den Schülern und Schülerinnen auf das Strengste untersagt. Zur Sicherheit gegen die aus Hamburg nach hier bestimmten Schisse, welche ans diesem Wege die Cholera einschleppen können, sind an den Schleusen in Brandenburg a. H. und in Charlotten- bürg seit gestern Aerzte stationirt. welche die Mannschaften der nach Berlin fahrenden Dampfer und Käbne euMb™ GciV-i�Vi» Noch Das und ohne ein hin untersuchen müssen. Es kommen jedoch jetzt nur sehr wenig| Frankreichs, im Temple, auf der Festung Ham, oder gar auf entrollte ein entsetzliches Familienbild, in welchem die böse Stief Derartige Fahrzeuge hier an, da die meisten derselben auf der den Galeeren zu Brest oder Toulon schmachten. Der Polizei- mutter" in einer geradezu abschreckenden Gestalt den Mittelpunkt Elbe wegen allzu niedrigen Wafferstandes fest liegen. minister hat vorigen Monat mehrere dieser Betrüger in dem bildete. Die fleine Angeklagte ist die Tochter des Malers August Seitens der Berliner Krahn Gesellschaft ist sämmtlichen Augenblick, wo sie das erfchlichene Geld empfangen wollten, ver- Wernecke und wird beschuldigt, zu Briz am 5. Mai einer Nach mit den Schiffern in Berührung kommenden Angestellten haften lassen." Rarbolwasser übergeben worden, mit der Weisung, sich damit barin ihrer Eltern ein Bortemonnaje mit 90 Pf. gestohlen und wiederholt während des Tages zu waschen. Die Sanitätswache am 15. Mai ihren 7jährigen Stiefbruder Hermann Böge am Untersuchung von ausländischem frischen Schinken und Rottbuser User ins Wasser geworfen und den Tod deffelben ver am Prenzlauer Thor hat Medikamente gegen die asiatische Cholera Speck. Das Polizeipräsidium beabsichtigt demnächst eine Polizei- ursacht zu haben. Den Diebstahl gab die Angeklagte unumwunden zu fertig gestellt, um im Nothfall jede Verzögerung zu vermeiden; verordnung in Betreff der Untersuchung von frischem Schinken und erzählte unter fortgeseztem Schluchzen: Ich habe die 90 Pf. ge es wäre wünschenswerth, daß auch die übrigen Sanitätswachen und Spect, welche vom Auslande nach Berlin eingeführt werden, stohlen, weil ich solchen Hunger hatte. Wir betamen felten etwas zu diese Maßregel treffen würden. zu erlassen, und hat die Zustimmung hierzu beim Magistrat beeffen, Mutter hat uns immer betteln geschickt. Als meine erste Die königl. Charitee: Direttion bringt durch An- antragt. Dieser Verordnung gemäß soll Schinken und Speck, Mutter gestorben war, tam die Frau als Wirthschafterin zu schlag sowohl am Eingang wie an sämmtlichen Krankenzimmern welche von außerhalb Deutschlands geschlachteten Schweinen ent- meinem Vater und hat uns immer tüchtig geschlagen. Dann hat Folgendes in Kenntniß: stammen, erst dann im hiesigen Polizeibezirk in den Verkehr ge- fie Vater ein paar Mal rausgeschmissen; jie tam aber immer Da es nicht möglich ist, die Nahrungs- und Genuß- bracht werden dürfen, wenn diese Waaren innerhalb des Deut- wieder und Vater hat sich mit ihr verheirathet. Sie hat uns mittel, welche den in der Anstalt befindlichen Kranken von Schen Reiches von einem amtlichen Fleischbeschauer auf Trichinen alle Tage betteln geschickt und wenn wir nicht genug nach Hause den Besuchern mitgebracht werden, auf ihre Unschädlichkeit und Finnen untersucht, trichinen und finnenfrei befunden und brachten, hat sie uns furchtbar durchgehauen. Bräf.: Wie zu prüfen, wird in Berücksichtigung der jetzt herrschenden birt worden sind. Wer Waaren vorbezeichneter art empfängt, eine ältere Schwester Elsbeth und eine jüngere Elischen und Mutter zum Nachweis hierfür deutlich kennbar abgeftempelt oder plom- viele Geschwister wart ihr denn?- Angel.: Ich hatte noch Choleragefahr Folgendes bestimmt: Das Mitbringen von Nahrungs- und Genußmitteln jeder welche nicht bereits vorschriftsmäßig untersucht sind, hat die hatte noch einen fleinen Jungen Hermann mit ins Haus gebracht. Art ist bis auf Weiteres untersagt. felben binnen 12 Stunden nach der Verzollung, falls solche in Präs.: Und ihr drei jüngsten seid immer betteln gefchickt Berlin, den 26. August 1892. Berlin stattfindet, im anderen Falle binnen 24 Stunden nach dem worden? Angefl: Ja wohl, alle Tage. Empfange bei dem städtischen Fleischschau- Aute anzumelden. habt Ihr denn mit den gestohlenen 90 Pfennig gemacht? Königl. Charitee- Direktion: Präf.: Was Mehlhausen. Spinola." Erst nach vorschriftsmäßiger Abstempelung ist die freie Ver- Anget L.: Ich habe dafür Schrippen gekauft und mit Hermann Die Besucher werden sowohl am Eingange wie beim Be- fügung über die Waare und die Weitersendung derselben ge- und Elischen getheilt. treten der Krankenzimmer von dem Wartepersonal untersucht und stattet. Das Magistratskollegium hat in seiner gestrigen Sitzung Ueber die Verhältnisse in der Familie ernede giebt der wird jedes vorgefundene Packet erst beim Berlassen der Anstalt beschlossen, dieser Verordnung seine Zustimmung zu ertheilen. Pfleger der Kinder, Metalldrücker Rückert aus Rigdorf, folgende ausgehändigt. Schon oft wurde die Iufitte gerügt, Obstreste achtlos auf geklagten war eine sehr brave Frau; sie lag 2 Jahre an der erschütternde Schilderung: Die verstorbene Mutter der Andas Trottoir zu werfen. Dieselbe scheint trotzdem und obgleich Eingriffe in die persönliche Freiheit" erscheinen dem fogar Bestrafungen wegen fahrlässiger Körperverletzungen durch Schwindsucht frank und als sie gestorben war, tam die jetzige in ber Wolle gefärbten Manchestermann, der für das laisser fie gezeitigt wurden, nicht aus der Welt zu schaffen zu sein. Frau ins Haus. Da ging dann sofort das Glend mit den faire, laisser aller schwärmt, 6. h. alles gehen lassen möchte, Gestern Mittag trat ein alter Mann in der Dresdenerstraße auf Kindern los. Frau Wernecke, welche einmal wegen Rörperverletzung wie es will, als der schlimmste aller Frevel, die gegen einen einen ausgefpieenen Pflaumenrest, glitt aus und blieb halb be: au 5 Wochen Gefängniß verurtheilt worden ist, mishandelte die Staatsbürger verübt werden können. Es giebt jedoch Beiten und finnungslos liegen. Borübergehende kamen dem Gefallenen zu herbeigeholt, weil sie die Klara mit dem Feuerhaken geschlagen Ereignisse, bei denen diefes manchesterliche Brinzip, das sonst dem Hilfe, halfen ihm auf und unterfiüßten ihn, bis er sich endlich hatte. Die Rüche war ganz voll Blut, und Rücken und Schulter Stärkeren gefährlich werden kann. Dann drückt auch der Man einigermaßen erholte und nun allein weiter gehen konnte. Zum der Angeklagten waren ganz blutrünstig. Die Nachbaren waren cheftermann ein Auge zu und läßt Prinzip Prinzip fein. Das legungen davon getragen. Wie oft ist es aber nicht schon paffirt, ba fie die verwerflichsten Nebensarten hörten. Die Angeklagte empört und meinten, daß die Kinder ins Waisenhaus müßten, Auftreten der Cholera ist ein solches Ereigniß. Die Maßregeln, daß Menschen durch derartige Unfälle zu lebenslänglichen ist auch in der Folge wiederholt blau und grün geschlagen worden. die dieser Seuche gegenüber getroffen werden müssen, stellen sich Strüppeln wurden. Ein jeder vernünftige Mensch hat die Pflicht, Ich habe den Bater au mir fommen laffen und ihm ernste Bors vielfach als schwere Eingriffe in die persönliche Freiheit" dar. einer solchen lebengefährdenden Angewohnheit entgegenzutreten, ftellungen gemacht. Der Vater hat aber feine Gewalt über die Aber der Manchestermann findet sie mit einem Male ganz in der vor allem aber selbst achtsamer zu werden. Ordnung. Er findet sie in der Ordnung, nicht etwa, weil er Frau, auch er ist von derselben braun und blau geschlagen und meint, daß das Interesse des Einzelnen dem Interesse der Ge- Durch unvorsichtiges Umgehen mit einer Schußwaffe einmal mit dem Kopf durch die Fensterscheibe geftoßen worden, fo sammtheit unterzuordnen sei, sondern weil er weiß, daß die hat gestern Vormittag ein Dienstmädchen ein anderes schwer ver- daß er am Weihnachtsheiligabend ganz schimpfirt war. läftigen Maßregeln vorzugsweise ihm zu Gute lommen, ihm, legt. In dem Hause Krausenstr. 31 betreibt der unverheirathete viel trauriger geht es der ältesten Tochter. Dieselbe war, als fie den sie dabei verhältnißmäßig am wenigsten bebrüden. Gastwirth Gustav Mary eine Schantwirthschaft. Er hält sich aus der Schule genommen worden war, in Schobsdorf bei Ziefar Bisher haben die gegen die Cholera ergriffenen Maßregeln zwei Dienstmädchen, die 24 Jahre alte Emma Jäkel und die als Dienstmädchen untergebracht worden, fie mußte aber im noch niemals ihr Auftreten gehindert, sondern höchstens ihr 17jährige Marie Kusche. Beide hatten heute Bormittag um Februar b. J. nach Hause zurückgenommen werden, weil sie dort Wüthen gemilbert. Die Seuche wurde möglichst beschränkt auf 101 Uhr den Auftrag, das hoswärts gelegene einfenftrige Schlaf- nicht richtig behandelt wurde und man sie zu Sympathie die, welche zuerst davon ergriffen waren, also vorwiegend auf zimmer ihres Herrn zu reinigen. Um die darin hängenden Experimenten mißbrauchte. Raum war das Kind hier, ba bedie Armen, und wurde von den anderen, den Reichen, nach Bilder abnehmen zu können, bestieg die Jäkel einen Stuhl und mußte sie die Mutter zu ihrem Gewerbe, dem LumpenKräften abgewehrt. Gelang das auch nicht immer so, wie es ge- fab auf den Kleiderschranke in einem Futteral einen Revolver sammeln, bald aber warf sie das Mädchen wieder hinaus, wünscht wurde, so blieb doch ein unverhältnißmäßig hoher liegen. Sie griff nach der Waffe, nahm sie aus der Umhüllung indem fie fagte:„ Das A.. hat teine Kraft in Prozentsatz der Besitzenden von der Epidemie verschont. Den heraus und besah sie von allen Seiten. Die Kusche mahnte ihre den Knochen, die kann ich nicht gebrauchen!" Befizenden werden auch diesmal die Eingriffe in die persön- Genossin, den Revolver, welcher geladen sein könne, fortzulegen. Mädchen hat wiederholt erzählt, daß sie jeden Morgen liche Freiheit", die die Bekämpfung der Cholera mit sich bringt, In demselben Augenblicke ging schon ein Schuß los. Zunächst von der Mutter hinausgeworfen werde den meisten Nutzen gewähren. Und sie sind auch in der Lage, wußte die Kufche nicht, daß sie getroffen war. Alsbald aber Stückchen Brot den ganzen Tag fich felber überlaffen werde. fich das Läftige der Maßregeln bedeutend zu mildern. Selbst schoß ein Blutstrahl aus dem Mieder hervor, und sie brach ohn- Eines Abends kam das Mädchen vollständig burchnäßt au mir wenn die Polizei fie aus der choleraverdächtigen Wohnung treibt mächtig zusammen. Der Wirth holte vier Werate herbei, nach und fragte, wo denn die Eltern geblieben wären. Es stellte sich und die Thür hinter ihnen zuschließt, können sie sich anderswo beren übereinstimmendem Befund eine schwere Verlegung der dann heraus, daß die Eltern umgezogen waren, ohne dem in einem Hotel beinahe ebenso behaglich niederlassen. Was fängt Lunge vorliegt. Die Verwundete wurde mittels Krantenwagens Mädchen irgend welche Mittheilung davon zu machen. Bis zum der Arme in solchem Falle an? Biele Maßregeln treffen über nach der Charitee gebracht. Die Jäkel befindet sich auf freiem 21. Juni ist das Mädchen dann beim Bäckermeister Schulz in haupt nur die arme Bevölkerung. Das bereits erlassene Verbot Fuße. Hohen Schönhausen untergebracht worden, feitdem ist sie des Hausterhandels mit alten Kleidern, also auch des Verkaufes verschwunden. Auch das jüngste Mädchen Lieschen ist eben alter Kleider durch das Publikum an Händler, und die Weige- Tödtliche Blutvergiftung. Vor einigen Tagen hatte sich falls furchtbar geschlagen worden. Die Mutter ging früh rung des preußischen Leihhauses, bis auf Weiteres die achtjährige Tochter des an der Königschaussee wohnenden Morgens fort, ließ einen harten Brotkanten liegen und alte Sachen, Wäsche, Betten u. f. w. anzunehmen, beraubt Privatwächters Nickel beim Spielen einen verrosteten Nagel in fam erst des Nachts wieder. Die Nachbarsleute erklärten, daß den Armen der letzten Möglichkeit, Geld zu schaffen, gerade in den rechten Fuß eingetreten. Kurz darauf schwoll der Fuß, fie die Kinder auch nicht ernähren könnten, da fie selbst zu arm dem Augenblick, wo er es am nöthigsten braucht, um sich gegen nachdem man die Blutung gestillt, derartig an, daß das feien. Ich habe deshalb das kleine Mädchen zu mir genommen. Ansteckung zu schützen. Die Maßregel ist tief einschneidend, aber find nicht mehr zu laufen vermochte. Mit rapider Schnellig- Auch der kleine Hermann ist von der Mutter häufig zu Boden nothwendig. In einer Gesellschaftsordnung, wo die Gesammtheit feit verbreitete sich die Geschwulst nun über die unteren geworfen und mit Füßen getreten worden. Schlecht waren die nicht blos von dem Einzelnen Opfer fordert, sondern ihm auch Extremitäten, und Mittwoch war auch noch der Ober- Kinder ursprünglich nicht, sie sind aber unter dem Regiment Opfer bringt, brauchte natürlich Niemand in Verlegenheit zu sein, förper Mitleidenschaft gezogen worden. Der nun dieser Mutter schlecht geworden. Die Angeklagte hat allerdings wo er das Geld zu Nahrung und Desinfektionsmitteln hernimmt. requirirte Arzt ordnete bei der Gefährlichkeit der Situation die einmal meiner Frau eine goldene Broche fortgenommen und als Bei uns ist das anders. Aber den Manchestermann, wie gesagt, schleunige Ueberführung des unglücklichen Mädchens nach der meine Frau dem Mädchen nachging, fab fie, genirt das nicht, ebensowenig wie die Bourgeoisie überhaupt. Der Klinik zur Vornahme einer sofortigen Amputation der Füße an. dasselbe sich dafür aus einem Buchbinderladen Bourgeois möchte ani liebsten, daß die Stadttheile, aus denen Es kam aber nicht erst so weit, denn am Donnerstag Abend war Heft gekauft habe. Das Mädchen hat dann meine ihm Ansteckung droht, dem Erdboden gleichgemacht und deren das arme Rind feinen Leiden erlegen. Im vorigen Jahre hatte Frau fußfällig gebeten, fußfällig gebeten, mir Nichts davon Bu fagen, Bewohner in die wildniß hinausgetrieben würden. Unangenehm sich das Kind eine Blutvergiftung an der linken Hand zugezogen, ba ihre Mutter ihr doch kein Geld zum Ankaufen des Heftes berühren ihn nur diejenigen Eingriffe", die fein Geschäft sodaß mehrere Finger amputirt werden mußten. gebe. Die Angeklagte, sowie deren älteste Schwester, haben sich schädigen und seinen Profit verringern, z. B. die Quarantäne. Von einem großen, die gauze herrliche Gesellschaft der Pfleger seine ergreifende Geschichte, ist keine Frau, sondern Diese wird daher immer noch ziemlich schonungsvoll gehandhabt. oftmals mit Selbstmordgedanken getragen. Die Frau, so fchloß Wo der Kapitalismus den Ton angiebt und das Privateigenthum bedrohenden Diebstahl erfahren wir aus unserem Lefertreise eine Bestie, eine Hyäne!" das Allerheiligste ist, da müssen felbft angesichts der Cholera nachträglich. Ein etwa zwölfjähriger Junge hatte sich am allerlei Rücksichten genommen werden. vorigen Sonnabend aus einem mit Weintrauben gefüllten Korbe, Euch zum Betteln angehalten hat? Die Mutter bestreitet das Präf.: Angeklagte, ist es wirklich wahr, daß die Mutter der vor der Thür eines Geschäfts in der Leipzigerstraße ausgestellt Alles!- Angefl.: Mutter hat uns grausam behandelt. Wenn Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere war, etwas herausgelangt. Ein in der Nähe haltender berittener wir weniger vom Betteln nach Hause brachten als 75 Pf., fo Friseure und Perrückenmacher Berlins und Umgegend, Schutzmann, der den Vorgang beobachtet hatte, machte sofort wurden wir geschlagen.-Präf.: Sie sollen gegen den Stiefbruder feierte am 18. Auguft in Niest's Festsaale, Weberstr. 17, ihr erstes Jagd auf den jugendlichen Dieb, konnte denselben aber, da er Hermann einen Haß gehabt und gesagt haben, daß Sie denselben Stiftungsfest. Gegen 9 Uhr Abends füllte sich der mit rothen leichtfüßig davon rannte, nicht einholen. Durch die Mauerstraße ins Wasser werfen würden, weil derselbe Sie bei der Mutter Fahnen, Bannern und Draperien geschmückte Saal, worauf bald in die Mohrenstraße hinein ging nun die Heye, bis vor dem verpette und auch sagen würde, daß Sie die 90 Pfennig gestohlen Die aus Berufsmusikern bestehende Stapelle ihre Konzertstücke zu Polizeirevier in dieser Straße der inzwischen erschöpfte Junge haben?- Angel.: Das ist nicht wahr. Ich haßte meinen Gehör brachte. Der zweite Theil wurde mit den Liedern, Mahn- hinfiel und nunmehr sofort von dem vom Pferde springenden fleinen Bruder nicht, sondern habe blos feinen Wunsch erfüllt, ruf an die Arbeiter, Hoch Ferdinand Lassalle u. f. w. von Mit- Wächter über Ruhe und Ordnung arretirt wurde. Der Staat als ich ihn ins Wasser stieß.- Präs.: Dann erzählen Sie mal gliedern des Arbeiter- Gefangvereins Nord" ausgefüllt, wofür war wieder einmal gerettet, und zwar nach der bekannten die Vorgänge am 15. Mai.- Angell: Am 15. Mai wollten den Sängern reicher Beifall wurde. Hierauf hielt Genosse Otto Thier- Manier, die großen Diebe laufen zu laffen und die kleinen zu wir, Lieschen, Hermann und Malwine Erdmann in die Sonntags: bach die Festrede. Jin dritten Theil gelangte das Luftspiel Die hängen. Ehre wem Ehre gebührt, Ehre diesem Schützer des schule gehen. Unterwegs sagte meine Schwefter Lieschen: Bismarckspende" zur Aufführung, und ernteten auch hierin die heiligen Eigenthums! Darsteller( Mitglieder der Freien Vereinigung) gebührenden Ich gehe nicht mehr zu Hause, Mutter hat mich wieder Von der königlichen Universität erhalten wir folgendes Mein kleiner Bruder Dant. Zum Schluß des offiziellen Theiles zeigte fich den Fest theilnehmern ein finnreich aufgestelltes lebendes Bild( Maifeier) Schreiben: Nach einer in der Beilage zu Nr. 128 des Vorwärts" fagte, er wolle auch nicht nach Hause, ich auch nicht und da fagte meine wir Schwester, wollten doch bei bengalischer Beleuchtung, wobei die kräftigen Akkorde der vom 3. Juni d. J. enthaltenen Notiz sollen mehrere Studirende alle Bier ins affer geben, aber vorher wollten wir doch in der Marseillaise den Saal durchbrausten; die Kaffeepause wurde mit am 31. Mai d. J. im Thiergarten mehrere Arbeiter mißhandelt Hafenhaide noch Karouffel fahren. Wir fahen uns in der Haseneiner Berloosung ausgefüllt, worauf ein üblicher Ball alle Feft haben. Die Seitens des königl. Polizeipräsidiums hierfelbst auf Als wir an die Rottbuser Brücke tamen, gingen wir ein Stückchen haide die Buden an und um 9 Uhr Abends gingen wir fort. theilnehmer bis in die früheste Morgenstunde zusammen hielt und dieselben mit dem Bewußtsein von einander scheiden ließ, wieder meine Veranlassung angestellten Nachforschungen haben jedoch am Ufer lang und da sagte Hermann:„ Jegt wollen wir' rein ein schönes Arbeiterfest gefeiert zu haben. ergeben, daß eine Betheiligung von Studirenden der hiesigen springen; jezt kannst Du mit' reinstoßen, aber Du mußt auch Universität an den im Vorwärts" geschilderten Mißhandlungen nachkommen!" Da habe ich ihn denn hochgehoben, Malwine von Arbeitern im Thiergarten nicht stattgefunden hat. Der Erdmann hat mir geholfen, dann habe ich ihn losgelaffen und tönigl. Universitätsrichter. Geheime Regierungsrath. gez. Daude. er ist in's Wasser gefallen. " Der bekannte alte spanische Schwindel" die Mittheilung, daß drin lag, rief eine Berliner Firma der Kriminalpolizei ein französisches Schreiben hilfsbote Klose auf dem Anhalter Bahnhofe einen dort stehenden bann mit Malwine Erdmann und meiner Schwester nach Hause, Polizeibericht. Als in der Nacht zum 26. d. M. der Boſtba" habe ich denn einen großen Schreck gekriegt. Ich site. " Elara!" ich wollte ihn fassen, konnte aber nicht und eus Ballabolio übergeben, in dem mitgetheilt wird, daß ein Eisenbahn- Postpacketwagen entlud, fuhr ein zweiter Backwagen Um andern Morgen fragte meine Mutter, wo denn Hermann i spanischer Zahlmeiſter ſich mit seiner Regimentskaffe von 300 000 beim Rangiren gegen den ersteren, so daß Kloſe zu Boden ge- und da habe ich gesagt, ich weiß es nicht. Da mußte ich eMart dem Revolutionskomitee zur Verfügung gestellt habe. Gr habe flüchten müssen und das Geld bei Berlin vergraben. Wenn! chleudert wurde. Er erlitt dabei einen Bruch des Genickwirbels. der 90 Pfennige aufs Amt und da hat denn Malwine die Ge sowie eine Erschütterung des Rückgrats und mußte nach dem die Firma das Reisegeld schicken wolle, folle feine Tochter nach Glisabeth- strankenhause gebracht werben beschichte von Hermann erzählt. Bräf.: Ist das auch Alles Berlin kommen und die Aufbewahrungsstelle des Geldes, in das Morgens wurde ein Schlächter in seiner Werkstatt, in der Greiss- gesprochen haben, als erster ins Wasser gestoßen zu werden bell, man sich theilen wolle, zeigen. Daß dieser Schwindel wirklichwalderstraße, erhängt vorgefunden. wahr? Der fleine Hermann soll feineswegs den Wunsch auss fehr alt und ein altes Gaunerstückchen ist, bekundet uns eine am Halleschen Thor, wurde Nachmittags ein alter Mann durch daß Sie ihm nicht helfen, da er Sie immer verklatsche. In der Gitschinerſtraße, help auch un Silfe geschrien, Gie sollen aber geantwortet hat n' Buschrift eines unserer Leser aus Köln. Nach derselben schrieb einen Geschäftswagen überfahren und am Knie bedeutend verDer in Köln erscheinende Beobachter" vom 22. Fruttidor( 9. Sep- letzt. Auf dem Felde zwischen der Thaerstraße und Landsberger getlagte: Das ist nicht wahr! tember) 1800, also vor 92 Jahren, Folgendes: Jerusalems- Briefe. So werden diejenigen Briefe tödten. Er wurde schwer verlegt nach dem Krankenhause am Muce versuchte ein Mann sich durch drei Revolverschüsse zu feinen han en Jeradezu erschütternder Wirkung. Der Von den Zeugenaussagen waren diejenigen der betheiligten genannt, welche von Betrügern an leichtgläubige Reiche geschrieben Friedrichshain gebracht.- Ginen gleichen Gelbstmordversuch be neunjährige Mal mine Erdmann erzählte: Als wir in die werden, in der Absicht, ihren sinureichen Berfassern Geld zu verschaffen. ging Abends eine Näherin in ihrer Wohnung, in der Pranien Hafenhaide waren, fagte die Klava:„ Wir wollen uns doch alle Seit mehr denn 20 Jahren ist diese Betrügerei gewöhnlich, und feit dieser Epoche hat die Polizei nicht aufgehört, das Publikum straße, indem sie sich einen Schuß in die Schläfe beibrachte, so schönes Bett und so Schönes zu effen und kommen wieder zu vier erfäufen. Da kommen wir ins Paradies und bekommen fo'n vor derselben zu warnen. Dennoch werden täglich in allen, felbft daß ihre Ueberführung nach dem Krankenhause Bethanien er unserer guten Mutter!" Ich sagte ihr: Nein, ich will noch nicht Spanischer Schwindel. In der Beilage zu Nr. 190 des Borwärts" befindet sich im lokalen Theile unter der Spißmarte " den entfernteſten Departements( und sogar in den neuen Departements des linken Rheinufers) Leute, die entweder zu gutmüthig, zu leichtgläubig, oder zu gewinnsüchtig find, hintergangen. Der Inhalt diefer Briefe ist immer, daß die Verfasser derselben. größere Schäße wegen Verfolgungen an den Wohnorten der= " Am 26. d. Gerichts- Beitung. er er daß ein An= sterben, und der kleine Hermann schwieg fill. Als wir in der Dunkelheit an die Rottbuser Brüde tamen, führte uns Klara einige Schritte rechts, da habe ich ihr geholfen, den fleines Hermann mit über das niedrige Geländer zu heben und hat ihn ins Wasser hinunter geschmiffen. Der fleine Unter der schweren Anklage des Mordes und des Junge schrie dann:" Clara hilf mir, ich will wieder heraus! Berfasser sind immer unglückliche Schlachtopfer der Tyrannei, der Diebstahls stand gestern die breizehnjährige Clara Bernede vor Sie aber fagte blo3: 3ch helfe Dir nicht, denn Du verilatſcht Revolution u. f. w., welche in den fürchterlichsten Gefängnisfen der 7. Straffammer hiesigen Landgerichts I. Die Verhandlung uns blos!" Dann sollten wir ran kommen und ins Waffer ge schmissen werden, wir liefen aber davon und gingen zusammen| bergerfir. 24 bei Päshold.- 2iebesfreiheit II, Strausberg, im Restaurant| vorgenommenen Verhaftung verlangte Klein auf dem Amtsgerichts nach Hause. Präs.: Hat sich denn Hermann ganz ruhig um- trüger. Frobe Hoffnung( der Zimmerer Berlin Weft), Kulmſtr. 36 bei nach dem Abort geführt zu werden. Hier zog er einen Revolver faffen und ins Waffer werfen lassen? Raumann. 3eugin: Ja, er hat elfenburg, Roppenftraße 43c. Myrthenblätter, Belforterstraße 15, bei Schneider. fich gar nicht gewehrt. Brüberschaft( Sausdiener), Stall hervor und drückte ab, der Schuß ging fehl und versengte dem fchreiberstraße 29, zum Eichenen Stab. Süd- Ost 2, Naunynstr. 43 bei Schußmann die Haare an den Schläfen. Der zweite Schuß Friz Fröhlich. Sangesblüthen Roppenstraße 35, bet teller. verein Sieberzweig, Sermsdorf, Gasthof zur Mühle. Arbeiter Gefangverein Freiheit 2, Adlershof, bei Albrecht. tödtete den Verbrecher sofort. Gefang Die fleine 9jährige Elise Wernecke befundet unter Thränenergüssen: Wir wollten uns alle Vier ersäufen. Mutter hat uns immer so schlecht behandelt, sie hat uns gehauen und hungern lassen. Wir mußten alle Tage betteln gehen und wenn wir weniger als eine Mart nach Hause brachten, dann gab es Schläge. Präs.: Nun, die kleine Malwine Erdmann hatte doch keinen Grund, ins Wasser zu gehen. Sie wollte aber auch mit sterben und auch Hermann hatte gesagt, Beugin: daß er lieber ins Paradies will. ftraße 105. Theaterverein Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Brandunglück. Gestern Nacht sind in Trasabingen( Kanton Sund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. Schaffhausen) elf Gehöfte und ebensoviel volle Scheunen ab( Alle zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu richten an ar Geng, Berlin N. Belforterfir. 26, 1 Tr.) Sonntag: gebrannt. Dreizehn Personen find obdachlos. Theaterverein Borussia bei Odert, Beughofstraße 8. Barzantria" bet Hartmann, Danziger- und Hagenauerstraß en- Ecte. Roßstraße 3. heater: und Vergnügungsverein Elmenhorst bei Krüger, DresdenerTheater- Berein Maiglöckchen", Englischer Hof, Neue Zurnverein Fichte", Lichtenberg, Schölzel's Seeschlößchen. Aus den Bekundungen anderer Zeugen ergiebt sich, daß die Tambourverein uf" bet Sperling, Infelsir. 1. Kinder bei ihren verschiedenen Wahrnehmungen vielfach ab- Montag: Theaterverein Souisentäbtischer Sumor, Manteuffelstr. 9 Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. weichende Darstellungen von dem Vorgange gegeben hatten. bet Schröder. Rauchflub Blaue Quaste, bei Mücke, Böhlertfir. 2. Medizinalrath Dr. Long bestätigte, daß der Tod des Knaben Rauchtiub Frisch auf" bei Schulze, Fürstenwalderstr. 12. infolge des Ertränkens eingetreten ist. Berein Alpenveilchen, Straußbergerstr. 3 bei Birts. Auf das Zeugniß der beiden Eltern der Angeklagten verzichtet der Gerichtshof. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Privat- Theater gefellschaft Walhalla, jeben Sonntag Nachmittag 5 Uhr Restaurant Staatsanwalt Großpietsch bezeichnet diesen Fall als autenbach, Guvrnstraße 77.- Brivat- Theatergesellschaft Brectofa jeden einen in der Kriminalgeschichte nicht eben häufig vorkommenden. verein Sarletin, heute Nachmittag 5 Uhr bei Bade, Beughofstraße 8. Sonntag 4 Uhr bei Fege, Köpenickerstr. 191. Theater und BergnügungsSo sehr man sich auch gegen die Annahme sträuben möchte, daß Theater verein Concordia Zeugboffiraße 8 bei noch. ein dreizehnjähriges Kind eines solchen Morbes fähig sei, so habe vergnügungsverein Germanta, alle 14 Tage Versammlung Liniendoch die Beweisaufnahme feinen Zweifel darüber gelassen, fraße 150. Daß die Angeklagte, die ein sehr gewecktes Mäd Tambour- und Bergnügungsverein Gut Seit, alle 14 Tage bei Wendt, chen fei, das Berbrechen mit voller Ueberlegung aus- Schleiermacherftr. 2. geführt habe. Die Angeklagte fei ein bedauernswerthes Ge- 8wiebelfische, Rigdorf, Abends% 9 Uhr in Barta's Sotal, Berliner: Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Berein schöpft, und die moralische Berantwortlichkeit für die That fraße 120. Bergnügungsverein Freundestreue, jeben Montag bei trage allerdings die Stiefmutter durch ihre lieblose Behandlung. Möring, Admiralſtr. 18c. Gefelltger Klub Na mentos, jeden Montag bei Der Staatsanwalt beantragt sechs Jahre drei Tage Gefängniß. Vergnügungsverein Norb, Nachmittags 5 Uhr Fennstr. 5 bei Krüger. Hamburg, 27. Auguft. Die Bürgerschaft ist für Montag Bergnügungs- zu einer Extrasigung einberufen zur Berathung eines dringlichen Antrages des Senats auf Bewilligung von Geldmitteln für außerordentliche Maßregeln zur Bekämpfung der Cholera. Die Krankheit scheint sich von der Hafengegend mehr nach dem Innern der Stadt und nach dem Landgebiete zu verpflanzen, am Hafen ist eine Abnahme der Seuche bemerkbar. Regierungsrath Dr. Raths daß alle von den hiesigen Behörden getroffenen Maßnahmen vollist nach Berlin zurückgekehrt. Derselbe sprach sich dahin aus, fommen zweckentsprechend und ausreichend seien. Es sei ein Stehen bleiben, vielleicht noch ein kleines Fortschreiten, angesichts der jetzigen Maßnahmen aber nach ziemlich furzer Frist eine Abnahme und ein Erlöschen der Epidemie wahrscheinlich. Stadt und In zwanzig Turnhallen der ber Vorstädte find Desinfektionsapparate aufgestellt zur unentgeltlichen Desinfektion von Kleidern und Betten. Daselbst werden auch Mittel zur Desinfektion von Wohnungen gratis Derabfolgt. Die Bahnhöfe sind von Abreisenden überfüllt. Morgen, Sonntag, erhalten Vergnügungsreisende nach Harburg weder auf der Eisenbahn, noch auf Dampfschiffen Fahrbillets. Die unterelbische Eisenbahn sette sämmtliche Sonntags- Sonderzüge vom Fahrplan ab. In Harburg wurden zwei Erfranfungen an Cholera tonftatirt, bei einem Arbeiter und einem Handwerksburschen, welche aus Hamburg gekommen sind. Beide wurden im Krankenhause auf's Strengite isolirt. In Altona find seit gestern 32 Personen an der Cholera erkrankt und 15 geftorben. Tanzmusiken in Hamburg und Altona find aber fast leer. In Wandsbeck find 7 Erkrankungen and 4 Sterbe untersagt. In Altona sind die Schulen noch nicht geschlossen, fälle, in dem benachbarten Hinschenfelde 2 Erkrankungen und 1 Todesfall an asiatischer Cholera vorgekommen. Die Schulen in Wandsbeck wurden geschlossen. In Hinschenfelde wird eine Baracke erbaut. Abraham, Straßburgerstr. 5. Bergnügungsverein Eulalia" bet Herrn Reggentin, Barnimftr. 4-5. Sigung 6 hr. Vorträge, Fidelitas und Tanz. Siihertlub Freiheitstlänge, jeden Montag Abend bei E. Frante, Apoñeltirche 7 b. Pfeifentiub elfen fest, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt. Rauchklub Brüderlich reit, abends 9-11 1hr bei Willi Schmidt rangelstr. 141. Rauchflub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Rauchtiub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann Der Vertheidiger Refrend. Eich I er entwirft in beweglichen Worten ein Bild von den traurigen Verhältnissen, in denen das das Mädchen aufgewachsen fei. Wenn die erste Mutter der Angeflagten noch lebte, würde diese Verhandlung gewiß nicht gezeitigt worden sein. Bernauerftr. 14. Die Angeklagte sei von der Hand des Schidsals schon schwer gestraft und verdiene eine möglichst milbe Beurtheilung, da sie nur dem eigenen Wunsche des Stiefbruders nachgekommen sei. Die Angeklagte, zum legten Wort verstattet, erklärt weinend: Ich bitte doch um ein bißchen weniger Strafe; ich will es ganz gewiß nicht wieder thun!" Der Gerichtshof verurtheilt die Angeklagte zu dem niedrigsten zulässigen Strafmaß von drei Jahren drei Tagen Gefängniß. Wie ber Vorsitzende, Landgerichtsrath Kollmann betont, hat der Gerichtshof die geradezu ungeheuerlichen Zustände, welche in der Familie der Angeklagten herrschen und als deren Opfer diefelbe zu betrachten sei, zu Gunsten der Angeklagten be fonders berücksichtigt. Dersammlungen. Gefang- Verein Berliner Bildhauer Ornament". Jeden Montag Abend 8 bis 10 Uhr Üebungsstunde Beughofftraße 8 bet koch.( Dirigent: Wilhelm Seeger). genoffen Berlins u. mg. Montag, den 29. Auguft, Abends 8% Uhr, in Evele Vereinigung der Graveure, Ciseleure und verw. BerufsBolg' Salon( Feuerstein), Alte Jakobstraße 75. Offentliche Bersammlung. Tagesordnung:„ Der Stempelfälschungs- Prozeß zu Gffen und die Stellung der Graveure" und Meineid". Tribüne". Friedrichsfelderstr. 27. lia- 1Dermischtes. und in seinem Merger das deutsche Volt wieder mit einem überFelig Dahn hat sich über die Friedensapostel" geärgert schwenglichen Gedicht beglückt, in welchem folgender streitbare Bers vorkommt: Die Waffen hoch! Das Schwert ist Mannes eigen! Wenn Männer fechten, hat das Weib zu schweigen! Doch freilich: Männer giebt's in diesen Tagen, Die sollten lieber Unterröcke tragen." Herr Dahn trägt unseres Wissens feinen Unterrod, aber auch gewaffnet haben wir ihn noch nicht gesehen, wenigstens auf feinem Schlachtfelde. Auf Tapferkeit hinter der Schußlinie aber giebt man nichts; mit dem Maul kann Herr Dahn leicht Waldbrand. Bremen, 27. August. Im Laufe des heutigen Tages sind hierselbst, wie amtlich festgestellt ist, vier Personen an der asiatischen Cholera erkrankt; ein Todesfall ist bisher nicht vorgekommen. Die Kranken find theils hiesige Einwohner, theils von außerhalb gekommen. Kiel, 27. Auguft. Nach amtlicher Bekanntmachung der Havre, 27. Auguft. Gestern sind hier 45 Personen unter choleraartigen Erscheinungen erkrankt und 18 Personen gestorben. Bern, 27. August. Der internationale Friedenstongreß ist heute geschlossen worden. Bolizeibehörde find hier bis heute Mittag 1 Uhr vier Choleratapfer fein. Nene Hungersnoth in Sicht. Ein Petersburger Tele- fälle, sämmtlich aus einer Hamburger Familie, zur Anmeldung gramm der Kölnischen Beitung" meldet, daß in Besarabien in gelangt. Siervon find eine Frau und ein Kind Nachmittags etwa 100 000 Menschen bereits wieder vor einer Hungersnoth 26 Gemeinden in den Kreisen Akkerman und Bender( am Dniestr) in der städtischen Cholerabaracke gestorben. stehen, wie der dortige Gouverneur bei der Eröffnung der Landschaftsversammlung mittheilte. Die außerordentliche Bereins- Bersammlung, findet im Interesse der öffentlichen nicht statt. Durch Funken aus der Lokomotive eines Deutscher Schneider- und Schneiderinnen- Verband. Den Kollegen von Bromberg nach Dirschau gehenden Personenzuges gerieth Paris, 26. Auguft. Aus Riom( Departement Buy- deund Kolleginnen dortiger Gegend Rechnung tragend, findet am Montag, den die Böschung zwischen den Stationen Laskowitz und Warlubien Dôme) und anderen Orten wird gemeldet, daß auch dort heute 29. August, bet Joel( oberer Saal), Andreasstraße 2, eine Verbands- Verfamm in Brand. lung ftatt, in welcher Dr. Badet einen zeitgemäßen Vortrag über„ Die Morgen, im Lippinter Forst etwa hundert Morgen Hochwald Katastrophe in der Kohlengrube von Bridgend( Grafschaft Gla-m töniglichen Forst find mehrere hundert Bormittag heftige Erderschütterungen verspürt worden seien. Cholera" halten wird. London, 26, August. Weitere Meldungen bestätigen die Berein deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin). Montag, den 29. Aug., niedergebrannt. Abends 8% Uhr, Bersammlung bei yrtec, Gipsstraße 3. Tages Ordnung fiehe Inferatentheil. Ein Nachahmer Guttzeit's ist jetzt hier in dem früheren morgan). G3 besteht keine Hoffnung, die in der Grube ver Freireligiöse Gemeinde zu Ferlin. Sonntag, den 28. August, Borm. Musikschriftsteller und Leiter des Dresdener Konfervatoriums, schütteten 143 Mann zu retten, da die Ventilationsmaschinen 10% hr, Nosenthalerstr. 38. Bortrag des Herrn Bogtherr über:" Gio Heinrich Budor erstanden. Der Genannte ist Herausgeber einer verbrannt und die Stollen verschüttet sind. London, 27. August. Von den in der Kohlengrube von Die Laffallefeter der Sozialdemokratie des 2. Berliner Beichstags- Wochenschrift, der„ Dresdener Wochenblätter". Er kleidet sich Wahlkreises findet am Sonntag, den 4. September in Friedrichshagen statt. fast noch auffälliger wie Guttzeit und hat daher ebenfalls stets Bridgend verschütteten Bergarbeitern sind bei den RettungsSiehe Näheres in nächster Annonce des" Vorwärts" und" Berliner Bolts- eine Schaar Kinder hinter sich, wenn er von seiner in Boschwitz arbeiten wider alles Erwarten noch achtzehn lebend aufgefunden Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag Bormittag 10-12 Uhr: Armin- Die von Guttzeit gepredigten Grundsäge und hat auch, um der zu retten. gelegenen Wohnung nach Dresden kommt. Er vertritt in Allem worden; man giebt die Hoffnung nicht auf, noch einige andere hallen, Kommandantenstr. 20: Unterricht in der Nationalökonomie.. Montag Abends 8%-10% Uhr: Süd- Schule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Titelsucht entgegen zu arbeiten, in aller Form seinen Doktortitel Amsterdam, 27. August. Die Meldung, daß gestern Abend Deutſch( oberes): Süd- Dftfchule, Reichenbergerſtr. 188: Unterricht in abgelegt und der betreffenden Universität das Diplom zurück in Rotterdam eine Frau an der Cholera gestorben sei, ist nach Rechnen; Dft Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Buchführung; Nord= Sule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Buchführung. In allen sehr geschickt. Fremde Personen, die er nicht duzen tann, will den legten Nachrichten unzutreffend; es hat sich nur um Dysenterie fächern, mit Ausnahme der Buchführung, tönnen noch Schüler und er, wie er jegt in feinem Blatt mittheilt, mit Ihr" anreden. gehandelt. Er plädirt auch für Einführung des Turnens in völlig Washington, 27. Auguft. Die deutsche, englische und Sozialdemokratische Sefe- und Diskutieklubs, Sonntage. Max nacktem Zustande, wie es in den griechischen Gymnasten amerikanische Regierung hat ihre Konsuln in Samoa ermächtigt, Sonntag von geübt wurde. Im Uebrigen hat er sich, wie die Ankündigung behufs Vollstreckung der von dem Obergerichte in Apia getroffenen Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein feiner erst in diesem Jahre gegründeten Beitschrift aussprach, das ftationirten Kriegsschiffe in Anspruch zu nehmen, soweit dieſe Entscheidungen erforderlichen Falls die Mitwirkung der dort ber Glas arbeiter zu Stralau„ Borwärts 7" Rummelsburg, bet Borg- völlig versumpfte geistige Leben Dresdens zu heben vorgenommen. ftationirten Kriegsschiffe in Anspruch zu nehmen, soweit diese Da hat er ein schönes Stück Arbeit vor sich, der gute Budor. Mitwirkung ohne Herbeiführung einer militärischen Aktion er Wenn ihm nur die Zeit nicht lang dabei wird. folgen kann. Sensationeller Selbstmord. Pforzheim, 25. August. Heute Vormittag 10 Uhr war das hiesige Amtsgericht der Schauplatz Sarmonie 2 Landsbergerstraße Nr. 31 bei Musehold. Tonblüthe, eines sensationellen Selbstmordes. Verflossene Nacht hatte der Görligerfir. 58 bei Zoltsdorf.- Blüthe, Prenzlauer Allee 26 bet tebel sechszig Jahre alte, allgemei geachtete Büchsenmacher Ludwig Sängerchor der Chirurgischen Branche, Alte Schönhauserftraße Nr. 42 bei Reimann. morgenroth 2, Charlottenburg Klein den Versuch gemacht, das an sein Haus anstoßende HolzBismardhöhe, Wilmersdorferstr. 80.- Sangergruß, Friedrichshagen magazin der Möbelschreinerei Veihl in Brand zu stecken," war bet Blant. Froh Hoffnung der gimmerer Berlin Weft. Gleichheit, Pappel- Allee 3-4 bet ruse. dabei aber von Vorübergehenden gesehen worden, so daß sein 2 yra 2, Charlotten burg, Charlottenburger- Ufer sb bei Benzin. Gängerhain, Reichen: verbrecherisches Vorhaben vereitelt wurde. Bei der heute früh Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Rayfer, Nachmittags 3 ühe, Schneekoppe, Nostizstr. 29. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 2-4 Uhr: Uebungsstunde. mann. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Amgegend. Montag, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Norbbeutfche Schleife, Naunynftr. 86 bei Bubett.-2iederlust, Fichteftr. 29 bet krösche. Siebertafel der Maler und verw. Berufsgen. Annenstraße 14 bei Ehrenberg. Moabiter Siebertafel, Arminiushallen. www unbekannt. Briefkaffen der Redaktion. Tarn, Solmsftr. 33. Derartige Vereinigungen sind uns E. M., Apotheker. In dieser Form nicht verwendbar. Arbeiter- Bildungsverein Schaffhausen. Bei Abnahme mehrerer Exemplare pro Nummer 10 Pf. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Einsegnungs- Anzüge, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Breisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Ede der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und sehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. 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September, in Joël's Festsälen, Andreasstraße Nr. 21: Todesnachricht. Hiermit machen wir die traurige Mit theilung, daß unser Kollege, der Arbeiter 4. Stiftungs- Fest August Mühlisch, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, am Donnerstag Nachm. 3 Uhr plötzlich 486/15 am Higschlag verstorben ist. Wir vers lieren in ihm einen treuen und lieben Kollegen und werden ihm stets ein gutes Andenken bewahren. 1710b Die Kollegen der Firma K. Hauschild, Stralan. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 28. d. M., Nachm. 312 Uhr, von der Halle des Thomas Kirchhofes in unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins, Felsenfeft", Gemischter Chor ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) und des Theatervereins ,, Proletariat" ( Mitglied des Bundes der geselligen Bereine). Prolog. Nach dem Konzert: Tanzkränzchen. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 8 Uhr. Entree 25 Pf. Billets sind zu haben bei Frl. Janz, Andreasstr. 78a, v. 4 Tr.; Frl. Jahreis, Rüdersdorferstr. 23, v. 3 Tr. r.; Brit statt. Das Komitee. für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Fr. Rieger, Straußbergerſtr. 26, 4 Tr., und in den mit Plakaten belegten Dienstag, 30. August, Abends 8 Uhr, in Nagel's Salon, Schwedterstr. 23: Handlungen. Es ladet freundlichst ein Versammlung. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Stadtv. Dr. 3 adet. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 4. Fragekasten. Gäste willkommen. Der Vorstand. 424/12 Achtung! Maurer! Achtung! Oeffentliche Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend Dienstag, den 30. August, Abends 8½ Uhr, in Hensel's Salon, Invalidenstraße Nr. 1. Tagesordnung: 1. Kapital, Profit und Arbeiterlohn. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Kollegen, erscheint alle Mann in dieser Versammlung! Der Einbernfer: Puttlig, Belforterstr. 16, 429/6 Große öffentliche Versammlung der Graveure, Ciseleure und verw. Berufsgenossen am Montag; den 29. August, Abends präzise 8½ hr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75( unterer Saal). Tagesordnung: 1. Der Stempelfälschungs- Prozeß zu Essen und die Stellung der Graveure. 2. Diskussion. 3. Gegenwärtige OrganisationsverhältFreie Bereinigung selbst. Barbiere. Grosse Lassalle- Feier am Dienstag, den 30. August, in dem festlich dekorirten Garten von Otto Thierbach, Schwedterstr. 44. Konzert. Gesang. Aufführung lebender Bilder. Kinderfackelzug. Ausschieben lebender Gänse und Enten auf der Kegelbahn. Freunde und Genossen sind zu dieser Feier eingeladen. Entree frei. Anfang 5 Uhr. Ende??? Arbeiter- Bildungsschule. V Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann und unser Bater Franz Kindler am Sonntag, den 28. d. M., Nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Katholischen Kirchhofes, Dalldorfer Chauffee, aus beerdigt wird. 17136 Die Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Gästen meinen herzlichsten Dank für die rege Theilnahme bei der Beerdigung meiner geliebten Frau Luise Jahn, 504/1 geb. Hilprecht. E. Jahn, Restaurateur, Boffenerstr. 6. Danksagung. Hiermit sage ich dem Herrn Meister, Kollegen und Freunden der Zimmermann und Buhlow'schen Fabrik meinen Montag, den 29. August, Abends 8%, Uhr, Rosenthalerstraße 38: besten Dant. Versammlung. Frau Kühn. Herr Dr. med. Hermann Weyl wird über„ Gewerbehygiene, Arbeits- Achtung, Glasarbeiter. räume, Arbeitszeit, Frauen- und Kinderarbeit, schädliche Einflüsse in Fabriken und Bergwerken, Schußmaßregeln" sprechen. Nach dem Vortrage Beant wortung der Fragen und Verschiedenes. 89/6 Achtung! Der Vorstand. Sonntag, den 28. August, Vorm. 10 Uhr, im Lokal Dresdenerstr. 45: Gr. öffentl. Versammlung Lackirer. Achtung! der Glasarbeiter Große öffentliche 203/19 niffe. Referent für den 1. und 3. Punkt Kollege Guttmann, Redakteur des Versammlung sämmtlicher Blech-, Wagen- und Möbel- Ladirer Fachgenoffen". 4. Verschiedenes. Alle Kollegen und Berufsgenossen sind hierzu freundlichst eingeladen. Der Einberufer. 694M Böttcher Berlins u. Umg. Deffentliche Versammlung am Montag, den 29. August, Abends 8/2 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstraße 21. Tagesordnung: 1. Die Gewerbegerichts- Wahlen. Referent Regierungsbaumeister a. D. Kessler. Aufstellung eines Kandidaten. 2. Bericht des Delegirten der Streit- Kontrollkommission. 3. Bericht über den Es Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Das Handwerk, am Montag, den 29. August, Abends 8% Uhr, früher u. jetzt". Refer.: Gen. Millarg. im Lokale des Herrn Wienecke, Alte Jakobstraße 83. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zu Tagesordnung: 1. Vortrag über Gewerbegerichte. 2. Aufstellung den bevorstehenden Gewerbegerichtseines Kandidaten zum Gewerbegericht. 3. Verschiedenes. Um recht zahl- wahlen ev. Aufstellung eines Kandidaten. reiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Deutscher Schneider- und Schneiderinnen- Verband. Filiale 17236 Große Versammlung am Montag, 29. August, Abends 81/2 Uhr, in Joël's Festsälen, Andreasstr. 21. Tagesordnung: Verein deutscher Schuhmacher ( Filiale Berlin.)[ 294/11 Montag, den 29. ds. Mts., Abends 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadek über: Die Cholera. 2. Diskussion. 8/2 Uhr, bei yrtek, Gipsstr. 3: 417/16 Versammlung. 3. Verschiedenes. In Anbetracht des sehr zeitgemäßen Themas ersucht um zahlreiche 135/14 Betheiligung. Die Lokalverwaltung. Tagesordnung: G3 ift pflicht eines feden Böttchers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Grünan. Lassalle- Feier Grünau. daften in der Gegenwart". 2. DisJ. A.: H. Winter. Textilarbeiter. Achtung! Achtung! ( Weber, Wirker, Posamentirer, Sticker, Färber etc.) Große öffentliche Versammlung am Dienstag, 30. August, Abends 8/2 Uhr, bei Joël( ob. Saal), Andreasstr. 21. Tages Ordnung: # [ 821/9 1. Vortrag über Gewerbegerichte. Referent Stadtv. Borgmann. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen erwartet ein zahlreiches Erscheinen Deutscher Tischler- Verband. Der Einberufer. ( Zahlstelle Charlottenburg). Versammlung am Montag, 29. 6. M., Abends 8 Uhr, bei Herrn Krause, Bismarcftr. 74. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau, über: Kapital und Arbeit. arrangirt vom Verein der Plätterinnen und verw. Berufsgenossen Berlins am Sonntag, den 28. August 1892, in Domnik's Volksgarten, köpnickerstraße 108. 1. Vortrag des Herrn Völkel über: Die brennendste Gewerk tuffion. 3. Verschiedenes u. Fragekasten. Kollegen und Kolleginnen als Gäste willkominen. Der Bevollmächtigte. Gr. öffentl. Bersammlung Der Barbiere, Friseure und Abfahrt früh 8,18 Uhr vom Bahnhof Jannowißbrücke, 8,35 Uhr vom Görliger Bahnhof. 259/10 Perrückenmacher- Gehilfen Großes Frühstück im Walde. Im totale des Herrn Domnit großes Konzert, am Montag, den 29. Auguſt, Abends Vom Bahnhof Grünau Abmarsch unter Musikbegleitung nach dem Walde. Berlins und Umgegend straße 3 bei Deter zu haben. Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Tanz, Verloosung, großes Kaffeefochen 2c. Billets à 20 Pf. find Holzmarkt- 10 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Der Vorstand. Tagesordnung: Mit Gruß Vereinsabzeichen, Fahnen und Banner, gerichte". Ref.: Sen. Faber. 2. Dig Schleifen, Tanzbünder und Tangblumen, childer, Stempel, hablonen und Gravirungen etc. empfiehlt den Genoffen Gustav Kleist, Waldemar- Straße 48. 2720L 2. Wahl eines ersten Bevollmächtigten. 3. Wie stellen wir uns zum Vertriebe Polster des Tischler- Zeitung. Zahlreicher Besuch ist dringend nothwendig. 485/1 Die Lokalverwaltung. Mariendorferstr. Nr. 11 Deutscher Tischler- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Versammlungen 1) Für den Often am Montag, 29. Auguft, Abends 8 Uhr, im Lokale von Schirrmacher, Andreasstraße 26. Tagesordnung: 1. Bortrag. Referent: Stadtv. Otto Klein. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. 2) Für den Süden und Südosten am Dienstag, 30. August, Abends 81/2 Uhr, im Lotale von Hoffmann, Oranienstraße 180. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent: Theodor Metzner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Achtung! Wegen bedeutender Lohnreduzirung haben die Tischler Stettin's bie Arbeit niedergelegt. Wir ersuchen die Kollegen Berlin's um Fernhaltung 13 um Aufarbeiten von Sophas, Matraßen u. s. w. empfehle ich mich den geehrten Genossen bei nur 1. Vortrag über: Die Gewerbes Disfussion. 3. Wahl einer Agitations tommission. 17096 Der Einberufer: P.Lier, Chauffeeftr. 125. Der unentgeltliche Arbeitsfauberſter, bauerhafter Arbeit. Ausführung jeder nachweis der in der Buch-, Zapezirerarbeit. R.Hoppe, Mariendorferstr. 11. Elegante Herrenund Einsegnungs- Anzüge, sowie Damenkleider nur nach Maass, billigst, auch gegen Theilzahlung.[ 2892L Oranienstr. 126, 1. Möbel, Spiegelu. Polsterbes Buzugs und gleidh um materielle Unterftigung, woju Gammelliften auf waaren, allen Beitrags- Zahlstellen ausliegen und auch zu haben sind. 464/20 Die Ortsverwaltung. fowie ganze Ausstattungen, empfiehlt H. Strelow, Rixdorf, Papier- und LederwaarenKranzbinderei und Blumen- Judustrie beschäftigten Arbeiter Handlung 17902 von J. Meyer, Wienerstr. 1( nur dort) Guirlanden à Mtr. von 15 Pfg. an. Telephon Amt 9, 9482, und Arbeiterinnen befindet sich jetzt nur: 440/19 Dresdenerstr. 116. Bettfedern, Daunen, Gefchäftsstunden: Wochentags Mittags fertige Betten. 12-1 und Abends 7-9. Sonntags Gr. Bettfedern- Spezial- Geschäft Borm. 10-112 Uhr. von L. Beutler, Berlin. 1. Geschäft: Ackerstr. 35. Charlottenburg. Bur pünktlichen Besorgung des Vor2. 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Fuhrunternehmer für die Wahrnehmung der vom Genossenschafts- Nauendorff in Prenzlau stellt enorme Ansprüche bei 60 bis vorstande bedrohten Arbeiterinteressen ihre Anerkennung auszu- 75 M. monatlich, Station außer dem Hause, auch verlangt er Eine öffentliche Versammlung der im Droschten ausprechen; endlich Fuhrbetriebe gesittetes und wer weiß was für Betragen während der wenigen beschäftigten Kutscher und 3. Das Bureau der heutigen Versammlung mit der Ausfreien Zeit. Herr 3ühlte in Swinemünde betrachtet seine ilfsarbeiter, einberufen von Herrn W. Schütte, be- führung vorstehender Beschlüsse zu beauftragen. Gehilfin als Mädchen für Alles, verhinderte fogar, schäftigte sich am 25. d. M. mit dem Unfall- Versicherungsgefehe, Gruppe 9 die Wahl von 5 Kandidaten für die Gewerbegerichts seitig antreten konnte, da zur felben Zeit ſein Dienstmädchen Im Anschlusse hieran vollzog die Bersammlung für die daß ein betreffender Gehilfe sein anderweitiges Engagement recht der Fuhrwerks- Berufsgenossenschaft und deren Heimstätte für ablen. Gewählt wurden Stieler, Kranz, Schneider, ebenfalls zog, und somit der Gehilfe doch nicht verlangen konnte, Berlegte" in Nieder- Schönhausen. Zu dieser Versammlung waren Einladungen an verschiedene maßgebende Persönlichkeiten eidrich und Hermann Schulz. Zum Schlusse wurden daß die Frau Prinzipalin sich selbst ihr Holz hauen und ihr ergangen. Das Referat hatte Herr Direktor Schön mit Genehmi- fuhrwerksgewerbliche Interessenfragen erörtert. Waffer tragen sollte. Aus alle Diesem ist zur Evidenz erwiesen, gung des Komitee's deutscher Fuhrwerksbesitzer übernommen. Der felbe erläuterte die Rechte und Pflichten des Unfall- Versicherungs- macher am Donnerstag, den 25. August, in Gratweil's Bier- modernen Arbeiterbewegung zu stellen haben und ihren KünstlerIn einer öffentlichen Versammlung sämmtlicher Uhr. daß die Harmonieduselei bei den Ührmachern endlich aufhören muß, daß sie einsehen müssen, daß sie sich auf den Boden der gefeßes, die Wohlthaten desselben in's rechte Licht stellend. Er hallen famen ganz unerhörte Zustände zur Sprache. So theilte stolz ablegen müssen, daß sie sich dem Fachverein der Uhrmacher bedauerte den bestehenden Stompetenzstreit zwischen Sektions- und Herr Naether mit, daß seinerzeit auf dem Verbandstag zu Berlins und Umgegend anzuschließen haben, um Aufklärung über Berufsgenossenschafts- Vorstand bezüglich der Anordnung des Leipzig der Prinzipal- Berband sich wohl den Uhrmachern ent- ihre eigene Lage zu erhalten, damit sie vor allen Dingen den Werth Heilverfahrens. Nach dem Gesetze stehe diese dem Settions- gegenkommend gezeigt, deren Forderungen anerkannt, doch durch der verkürzten Arbeitszeit begreifen. In gleichem Sinne äußerten Dorstande zu. Der Berufsgenossenschafts- Vorstand maße sich aber aus nicht bewilligt habe, sondern der Meinung Ausdruck gegeben, sich die Herren Lüderiz und Runge, während Herr Rosenbär das Recht an, über die Köpfe des behandelnden Arztes und des es sei besser für die Gehilfen, wenn diese länger arbeiten. Die einige Punkte zu widerlegen versuchte, welchem Herr köhnemann Sektionsvorstandes hinweg Anordnungen bezüglich des Heil noch immer vielgerühmte Harmonie zwischen Prinzipal und sowohl wie noch einige Kollegen und auch der Referent in seinem verfahrens zu treffen, die Berlegten einem anderen Arzte zu über Gehilfe sei eitel Humbug, die bei den Uhrmachern noch Echlußwort berichtigend und klarlegend entgegentraten. weisen, dieselben in die Heimstätte" abzukommandiren zc. Das Reichs- übliche freie Station, welche hauptsächlich in den kleineren Charakteristik der vielgerühmten Solidarität" des deutschen UhrVersicherungsamt, welches dem Berufsgenossenschafts- Borstande Städten noch. Usus, ist ganz dazu angethan, die Gehülfen noch machergehilfen- Verbandes wurde in der Diskussion des Ruhlaer Recht gebe, befinde sich in einem Irrthume, das Verfahren sei mehr zu fnechten. Sehr vereinzelt jedoch kommt in Berlin Gewährung Streits erwähnt, wo sie Berliner Kollegen, anstatt die streikenden ungefeßlich. Die Heimstätte" fand seitens des Referenten eine freier Station vor, 8. B. beim Prinzipal Heider, Alte Jakob Kollegen zu unterstügen, arbeitslosen Kollegen anheimgegeben eingehende Beleuchtung. Derfelbe hob hervor, daß dieselbe feines- traße, welcher neben derselben vier ganze Mart seinen Gehilfen haben, nach Ruhla zu gehen, dort gäbe es Arbeit, da die dortigen wegs nur humanitären, sondern vielmehr spekulativen Regungen pro Woche zahlt, hierfür die ausgedehnteste Arbeitszeit verlangt, Uhrmachergehilfen streikten! ihre Entstehung verdanke. Die Zweckmäßigkeit des mediko- und es an Brutalität und Grobheit nicht fehlen läßt. Herr mechanischen Heilverfahrens sei ärztlicherseits bereits start in Begermann in der Schönhauser Allee zahlt ohne Station ein Zweifel gezogen worden, Um die Anstalt rentabel zu machen, Monatsgehalt von 60 M., dem vertretenden Gehilfen während vollständig deckte, einstimmig angenommen war: Nachdem folgende Resolution, mit welcher sich eine zweite sei eine förmliche Jagd nach mediko- mechanischen Objekten" in seiner( des Prinzipale) Krankheit 75 M., wofür die Arbeitszeit 25. August tagende öffentliche Versammlung der Berliner UhrDie am Szene gesetzt. Die durch dieses widerrechtliche Verfahren des bis 10 Uhr ausgedehnt wurde, und sich auch auf den Sonntag er macher erklärt sich mit den Ausführungen des Kollegen Näther Genossenschaftsvorstandes sich ergebenden Mißstände führte Redner ftreckte. Herr Otto Schmidt in der Kommandantenstraße, einverstanden, fie spricht dem deutschen Uhrmachergehilfen- Verein flar vor Augen und befürwortete ein Gesuch an das Reichs- Hauptstüße des Uhrmacher- Zentralverbandes, muthete seinem Lehr- jede Gristenzberechtigung ab, da derselbe stets, wie sich dies zur Versicherungsamt um Abstellung derselben. Der Vorsitzende der ling, nachdem derselbe bei ihm Gehilfe geworden, zu, seine Evidenz bei der Frage der Verkürzung der Arbeitszeit ergiebt, Sellion 4, Fuhrherr Beck, gab die Versicherung ab, daß er nach 1/2 stündige Mittagszeit um 1/2 Stunde zu fürzen, worauf der die Interessen der Gehilfenschaft in schmachvollster Weise im Stich wie vor trotz aller Anfechtungen die Rechte der Arbeitnehmer felbe während der Krankheit seines Prinzipals auch einging, nach läßt. Die Versammlung erfieht vielmehr, daß dieser Gehilfennachdrücklichst wahren werde.( Bravo.) Auch der Vorsitzende, derselben jedoch zu derselben Kürzung aufgefordert wurde, verband lediglich Unternehmerinteressen vertritt. Dem gegenüber Herr Schütte, unterzog das willkürliche Verfahren des Ge- resp. des Abends eine halbe Stunde länger arbeiten sollte, bei ersehen die Versammelten, daß nur durch engen Anschluß an die noffenfchaftsvorstandes einer eingehenden Kritik und forderte einen monatlichem Gehalte von 60 W. ohne Station. Safe bezieht allgemeine Arbeiterbewegung eine Verbesserung der Lage der Uhr energischen Protest hiergegen. Die Versammlung faßte daraufhin am liebsten mit den hiesigen Verhältnissen nicht vertraute Ge- macher herbeigeführt werden kann, unb verpflichten sich, die Fordeeinstimmig folgende Resolution: wie einer derselben 15 M. wöchentlich verlangte. Weil, König besseren Durchführung sich dem Fachverein der Uhrmacher und ver hilfen, die eben von Auswärts tommen, nnd gerieth in Streit, rungen der neunstündigen Arbeitszeit jederzeit hochzuhalten und zur Straße, berühmt als Arbeitsvermittler, zahlt monatlich ohne wandter Berufsgenossen Berlins und Umgegend anzuschließen. Otto Station 65 W., wofür er neben vielen anderen Ansprüchen die Naether. großartigsten Fach- und Ortskenntnisse verlangt. Fischer, Als Beisitzer zu dem Gewerbegericht wurde Kollege Gustav Königstraße, zahlt 45-48, höchstens 60 M., und empfiehlt eine ebsch einstimmig gewählt. Unter Verschiedenem wurde eins Schlafstelle zu 5 M. sich zu suchen, und als Mittagstisch die Volts- stimmig beschlossen, der Streif- Kontrollkommission aus dem füche in der Wallstraße, seinem Lehrling, Neffe von ihm, händigt öffentlichen Fonds 20 M. zu überweisen; außerdem den proer alle Mittag 15 Pf. ein, mit der Weisung, in die Volksküche zu gehen, gentualen Beitrag von 15 pet. auf 25 pet. von der Brutto- Eindiefer zieht es jedoch vor, bei kaltem Mittagstisch, wie sich derselbe nahme zu erhöhen, gelangte gegen 1 Stimme zur Annahme. eben für 15 Pf. beschaffen läßt, feine Lehrzeit durchzuhungern. Hierauf erging an die Verfammelten die Aufforderung, sämmt Der ihn vertretende Gehilfe, welcher seine Arbeitszeit ausliche Arbeitsordnungen Herrn Naether einzuhändigen, zur Ueberdehnen und auch auf die Sonntagsftunden erstrecken mußte, mittelung an den„ Borwärts". Nachdem auf die außerordentliche außerdem noch in Betreff des Mittagstisches größere Ausgaben General- Krankenkassen- Bersammlung im September und auf die batte, erhielt als Gegenleistung von Herrn Fischer bei seiner in Aussicht genommene Laffallefeier aufmerksam gemacht wurde, Rückkehr 1/2 Duhend Knackwürste mitgebracht! Bei Wolff schloß man die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Unter den Linden herrschen Mißstände betreffs Kündigungen. Herr moderne Arbeiterbewegung. Die am 25. August in Joel's Salon tagende öffentliche Verfammlung Berliner Droschkenkutscher und im Droschkenbetriebe beschäftigter Arbeiter schließt sich den Anschauungen der Seftion 4 der Fuhrwerks- Berufsgenossenschaft in den schwebenden Unfallentschädigungsfragen an und beschließt: 1. An das Retch- Versicherungsamt im Interesse des Arbeiterwohles ehrerbietigst die dringende Bitte zu richten: über das Verhalten des Genossenschaftsvorstandes der F.-B.-G. gegenüber denjenigen Verletzten, welche die Behandlung in der Heimstätte" abgelehnt haben und dem Reichs- Versicherungsamte namhaft zu machen sind, eine Unterfuchung anzustellen und die in der Fuhrwerts- Berufs genossenschaft bestehenden Unzuträglichkeiten und Benach theiligungen unfallverlegter Arbeiter abzustellen. 2. Dem Vorstande der Sektion 4 der Fuhrwerts- Berufsgenossenschaft und dem Zentral- Komitee deutscher Fuhrherrn und Große Lassalle- Feier 154/20 Oeffentliche Versammlung Ortskrankenkasse d, Möbelpoliver. Versammlung sämmtlicher Kaffenmitglieder und deren Arbeitgeber am Montag, den 29. August, Abends 8 Uhr, Sonnabend, den 3. September 1892 aller in der Eisen-, Metall- u. Zinkgiesserei im totale" Stonigsban" ring liber auf der Berliner Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg, arrangirt vom Sozialdemokratischen Wahl- Verein beschäftigten Arbeiter Berlins am Montag, den 29. August 1892, Abends 8½ Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: die freie Aerztewahl. Diskussion. Mit gliedsbuch legitimirt. 1704b Der Vorstaub. Das Wort Betrüger, welches ich gegen H. Raschke ausgestoßen haben ich aufrecht. 28932 J. Diener. für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 1. Aufstellung von fünf Kandidaten zum Gewerbegericht. 2. Verschiedenes. foll, nehme ich zurück, alles Andere halte Diejenigen Kollegen, welche Marken mit mir abzurechnen haben, bitte ich pünktlich dort zu sein. Gr.Bokal- u. Juftrumental- Konzert unter gütiger Mitwirkung der Gefangvereine Sanges- Edjo, Maiglädchen, Alte Linde, Allegro, Veilchenblau, Liedes- Echo und Tempelhofer Harmonie, unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Oskar Apelt. Lebende Bilder( Neue Komposition) dargestellt vom Verein für volksthümliche Kunst, unter Leitung seines Dirigenten Genossen Fritz Hansen. Groker Ball. Maler. W. Paetzel. Große kombinirte Versammlung sämmtl. Filialen Berlins und Umgegend der Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Maler und verw. Berufsgenossen Deutschlands" am Sonntag, den 28. August, Vormittags 10 Uhr, bei Hensel, Invalidenstraße 1( Ecke der Brunnenstraße). Tages Ordnung: Der Einbernfor. Anfang des Konzerts Nachmittags 5 Uhr. Anfang des Tanzes 812 Uhr. Entree 20 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Billets find zu haben bei den Herren Wernau, Rosenstr. 30; 1. Stellungnahme zu dem Artikel in Nr. 30 des Vereins- Anzeigers". P. Salzwedel, Klosterfir. SS; E. Raßler, Burgstr. 18;& afforte, 2. Die Neugestaltung der Kasse vom 1. Januar 1893 ab. 3. Verschiedenes. Bigarrengeschäft, Junkerstr. 2; Hamm, Restaurant, Manerfir. 3; art, 217/4 Bigarrenhandlung, Bimmerfir. 72; Gottfried Schulz, Bigarrenhandlung, Admiralfir. 40a; 8ubeil, Naunynftr. 86; in der Destillation vis- à- vis dem S Bock, sowie in allen mit Plakaten belegten Lokalen. 474/10 Der Verstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den IV. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Osten.) Sonntag, den 4. September 1892: Lassalle- Feier in der Aktien- Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain, Königsthor. Bokal- und Instrumental- Konzert unter Leitung des Musikdirektors W. Böhme, unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine( Mitglieder des ArbeiterSängerbundes), sowie des berühmten Malabaristen und Jongleurs Mr. Pohl und anderer Spezialitäten. BF Kinder- Beluftigungen aller Art. BE Im großen Festsaale: Sommernachts- Ball. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Achtung Bildhauer. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 29. Auguft, Abends 81/2 hr, bei Th. Boltz ( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Vortrag über Gewerbegerichte. 2. Aufstellung der Kandidaten. 3. Be richt des Delegirten von der Streit- Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. 147/10 Die Kommission der Bildhauer. Große öffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 28. Angust, Nadm. 5 Uhr, in Schneider's Salon, Belforterstraße Nr. 15. Vortrag des Zahnarzt R. Wolf über: Sozialdemokratische Streiflichter". Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Der Einberufer( im Einverständniß mit dem Vertrauensmann). 475/6] Ethische Gesellschaft. Die Ballmufit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufs- Sonntag, den 28. August, Abends 8 Uhr, musiker ausgeführt. Kaffen- Eröffnung 3 Uhr. Anfang des Festes 4 hr. Eintritt 30 Pf., Kinder frei. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Das Komitee. Billets im Vorverkauf à 20 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 392/12 in den ,, Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20: Vortrag des Herrn Roland über: Der Untergang der Welt. Rathenower Brillen u. Pincenez " " in Alumin- Gold von 2,50 M. Nickel 2,00 Stahl 1,00 an. Betes Theater- n. Reise- Glas " Excelsior 12 Mark! " R. Bohrendts, Inhaber A. Tuchen, Optikus aus Rathenow, Berlin N., Lothringerstr. 28/29. Lieferant sämmtl, Krankenkassen. Freundliche und reelle Bedienung. oldwaaren billiger wie in jedemLaden. Ketten, Broches, Armbänd., Ohrringe, Medaillons, Chlipsnadeln, Ringe etc. Massiv goldene Trauringe 1 Dukaten 11 Mk., 1% Duk. 16 MK., 2 Duk. 21 Mk., 14 karätig v. 6 Mk, 8 karätig von 4 Mk. an. Uhren Specialität: RemontoirUhren Nickel v. 9 Mk., Silber v. 14 Mk.an lold. Dam.- Remontoir v.22,50 M. an Regulateure v. 10 M., Standwecker v. 2,50 M. an. Garantie: 2-5 Jahre. Reparaturen gut u. sehr billig. 1 Treppe agner Wa Oranienstr. 63 Nahe Moritzplatz. 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Die unterzeichnete Firma Gottfried Ernst fieht sich genöthigt, Folgendes zur Kenntniß ihrer geehrten Kundschaft zu bringen: 690M In letzter Zeit tam es wiederholt vor, daß früher bei mir angestellt gewesene Kutscher und Neisende, welche jetzt im Dienfte des kürzlich hier ebenfalls in Kaiserin- Augusta Allee errichteten Petroleum- VersandtGeschäfts in Kannen von Hugo Joste thätig sind, sich dadurch Aufträge von meinen Kunden erwarben, daß sie angaben, die Firma Gottfried Ernst egistire nicht mehr, oder dadurch, daß fie fich als noch im Dienste der Firma Gottfried Eruft befindlich aus. gaben. Auch sind von Kutschern dieser Firma leere mit meiner Firma bezeichnete Rannen, die mein Eigenthum sind, abgeholt worden. Ich ersuche daher meine geehrte Kundschaft, welche ohne ihr Wissen und Willen durch oben erwähnte Manipulationen jeht ihre Bezugsquelle verändert haben, mir gefl. Anzeige davon. zu machen, damit ich die Lieferungen in gewohnter Weise wieder zusenden fann und bitte ich höfl. darauf achten zu wollen 1. daß meine Kutscher sämmtlich Müßen mit meiner Firma tragen und nur diese berechtigt sind meine leeren Kannen in Empfang zu nehmen und 2. daß meine Reifenden mit einer von mir ausgestellten Legitimationstarte versehen sind, die sie vorzuzeigen haben. Ich benutze diese Gelegenheit, meinen geehrten Kunden zu wiederholen, daß ich nur beste Qualitäten amerikanischen Petroleums verkaufe, die allen anderen unter den verschiedensten Namen und Marken angepriesenen Sorten an Güte und Reinheit vollkommen gleich kommen und auch bezüglich der Explosionssicherheit denselben in keiner Weise nachstehen, abgesehen davon, daß dafür gefehliche Controlle besteht. Meine Lieferungen erfolgen wie bisher- frei ins Haus Rannen ohne Pfand nur stets an demselben Wochentage, wofern seitens der geehrten Kundschaft keine Aenderung gewünscht wird. C Hochachtungsvoll Gottfried Ernst etablirt seit 1887 Martinikenfelde, Berlin NW. G. Scharnow's anerkannt leistungsfähigste Uhren- Fabrik Berlin S., Oranienstr. 152, Ede Morigplak, besteht seit 1860. Anert. beste Bezugsquelle Nickel- Remontoir- Uhren von 10-15 m. Silberne Remontoir- Uhren v. 17 M. an Goldene Damen- Uhren v. 20 M. an do. Ancre- Herren- Remontoir- Uhren. Regulateure . v. 50 M. an · v. 8 M. an do. in polirtem Nußbaum- Gehäuse, ca. 1 mtr. lang, 14 Tage gehend,. v. 14 M. an Wecker- Uhren in verschied. Mustern. • • • . v. 3,50 M. an Reparaturen nach Uebereinkunft. Cylinder Uhren reinigen 1,50 M. Für jede bei mir gekaufte Uhr übernehme eine schriftliche Garantie bis zu fünf Jahren. BF Bitte genau auf die alte Firma Oranienstr. 152 zu achten. 2077L Hutfabrik Wilhelm Böhm. 1. Geschäft: Blücherstr. 11, vis- à- vis der Kreuzkirche. 2. Geschäft: Dresdenerstr.123, zwischen Oranienplatz und Kottbuser Thor. Sämmtliche Hüte mit Kontrollmarken. 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Max Held in Berlin Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.